![]() AlzChem Group AGTrostbergJahresabschluss und Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr, 1. Januar bis 30. Juni 2018Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2018der AlzChem Group AG, Trostberg1. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENSDie AlzChem Group AG ist das Konzernmutterunternehmen der AlzChem Gruppe. Somit ist das Unternehmen in seiner wirtschaftlichen Lage und Entwicklung maßgeblich beeinflusst von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der gesamten AlzChem-Gruppe. Aufgrund dieses zwar indirekten aber dennoch überwiegenden Einflusses der Geschäftsentwicklung, Kennzahlen, Chancen und Risiken der Tochtergesellschaften auf die Lage und Entwicklung der AlzChem Group AG gehen wir in wesentlichen Bereichen dieses Lageberichtes neben den Werten aus dem HGB Jahresabschluss der AlzChem Group AG auch auf die Werte der Tochterunternehmen bzw. der für den Konzern definierten Segmente ein. Die folgend aufgeführten Tochtergesellschaften gehören zum Stichtag 30. Juni 2018 dem Konsolidierungskreis der AlzChem-Gruppe an:
1.1. GESCHÄFTSMODELLDie AlzChem Group AG übernimmt als Konzernmutter die Leitungs- und/oder Aufsichtsfunktionen der Tochtergesellschaften und hat neben ihrer Holdingfunktion auch konzernübergreifende kaufmännische Tätigkeiten. Die Tochterunternehmen entwickeln, produzieren und handeln mit chemischen Erzeugnissen aller Art und erbringen Dienstleistungen, unter anderem als Chemieparkbetreiber. AlzChems vernetzte Produktionsstruktur schafft eine leistungsfähige Wertschöpfungskette, die von Basisprodukten, wie z. B. metallurgischen Zusätzen oder Düngemitteln, bis zu Spezialprodukten für verschiedenste Märkte, wie z. B.
reicht. Die AlzChem-Gruppe bedient mit ihrem Produktportfolio ein breit gefächertes Branchenspektrum. Ernährung: Der Bereich Ernährung umfasst die Vermarktung hochqualitativer Produkte der Marke Creapure(r) für Lebens- und Sportnahrungsmittel als Nahrungsergänzungsmittel sowie als Additiv bei der Herstellung von Kosmetika. Weiterhin finden die Produkte Einsatz in der pharmazeutischen Industrie. Das neue Tiernahrungsergänzungsmittel CreAMINO(r) leistet einen wertvollen Beitrag im Bereich der Nutztierhaltung. Pharma und Feinchemie: Auf Basis von Kohle, Kalk und Luft bauen die Gesellschaften auf einen weit verzweigten Produktstammbaum. In den Vielzweckanlagen werden die Basisprodukte veredelt und es wird eine breite Palette an Feinchemikalien gewonnen, die, wie BioSelect(r), mitunter Anwendung in der pharmazeutischen Industrie finden. Landwirtschaft: Das Produktsortiment der AlzChem-Gruppe umfasst neben Spezialdüngemitteln, wie Perlka(r), und Wachstumsregler, wie Dormex(r), für den Wein- und Obstanbau u. a. auch Pflanzungsstärkungsmittel. Erneuerbare Energien: Mit der DYHARD(r)-Produktpalette ist die AlzChem Trostberg GmbH an der Entwicklung immer größerer Windkraftanlagen beteiligt. Das Produkt Silzot SQ(r) hat eine wichtige Funktion bei der wettbewerbsfähigen Produktion von Solarwafern aus polykristallinem Silizium. Metallurgie: Hier bedient die AlzChem Trostberg GmbH zwei wichtige Bereiche in der Stahlindustrie: Roheisenentschwefelung und Sekundärmetallurgie. Service: Als Standortbetreiber zweier Chemieparks ist die AlzChem Trostberg GmbH u. a. mit der Herstellung und Verteilung von diversen Infrastrukturleistungen beauftragt. AlzChem produziert an vier Standorten im südostbayerischen Chemiedreieck sowie in Sundsvall, Schweden. In den strategisch wichtigen Märkten USA und China ist AlzChem mit Vertriebsgesellschaften präsent. Das operative Geschäft der AlzChem-Gruppe lässt sich entlang der kompletten Wertschöpfungskette und nach der internen Berichtsstruktur in die drei berichtspflichtigen Geschäftssegmente "Specialty Chemicals", "Basics & Intermediates" sowie "Other & Holding" einteilen. Gegenstand des Segments "Specialty Chemicals" sind die Produktion und der Vertrieb von hochwertigen Produkten der Spezialchemie, wie z. B. CreAMINO(r), Creapure(r), BioSelect(r), Silzot(r), DYHARD(r) und Dormex(r). Das Segment "Basics & Intermediates" umfasst die Produktion von Basis- und Zwischenprodukten, die entweder für die Herstellung von SpezialChemikalien benötigt oder als eigenständige Produkte vermarktet werden. Letztere bedienen ein umfassendes Spektrum von Anwendungen, zum Beispiel in der Landwirtschaft, der Stahlerzeugung sowie in der Automobilindustrie. Im Segment "Other & Holding" sind alle übrigen Aktivitäten zusammengefasst, die nicht den anderen Segmenten zuzuordnen sind. Im Wesentlichen handelt es sich um Dienstleistungen rund um die Chemieparks Trostberg und Hart, die AlzChem (auch für Dritte) betreibt. Darüber hinaus werden dem Segment administrative Leistungen zugeordnet. Seit dem 5. Oktober 2017 werden die Aktien der AlzChem Group AG (WKN: A0AHT4) an der Frankfurter Wertpapierbörse im Teilbereich des Regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) gehandelt. 1.2. ÄNDERUNG DES GESCHÄFTSJAHRESDie Hauptversammlung vom 4. August 2017 hat beschlossen, dass zukünftige Geschäftsjahre der AlzChem Group AG zum 30.06. enden sollen und nicht mehr zum Kalenderjahresende. Die Gesellschaft beantragte im Oktober 2017 die Umstellung des Wirtschaftsjahres auf den 30. Juni beim Finanzamt Traunstein; die Genehmigung wurde im November 2017 erteilt. Diese Umstellung diente dazu, etwaige Gewinne der AlzChem Trostberg GmbH aus dem Jahr 2017 zeitnah an die Aktionäre der AlzChem Group AG ausschütten zu können. Zur Umstellung des Geschäftsjahres hat die AlzChem Group AG für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018 ein Rumpfgeschäftsjahr (RGJ) gebildet, über das dieser Lagebericht informiert. Mit dem Ablauf des Rumpfgeschäftsjahres 2018 (1. Januar bis 30. Juni 2018) beginnt das Geschäftsjahr der AlzChem Group AG jeweils am 1. Juli und endet am 30. Juni des darauffolgenden Kalenderjahres. Die angegebenen Vorjahreswerte beziehen sich auf das volle Kalenderjahr vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017, wobei die Geschäftstätigkeit als Konzernobergesellschaft der AlzChem-Gruppe im Vorjahreszeitraum ebenfalls nur einen verkürzten Zeitraum von Oktober bis Dezember 2017 umfasste. Vor diesem Hintergrund hat ein zeitraumbezogener Vorjahresvergleich im vorliegenden Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2018 lediglich eine eingeschränkte Aussagekraft. Deshalb verzichtet die Gesellschaft auf eine quantitative und teilweise auch erläuternde Darstellung der Veränderung. Fallweise werden nachrichtlich zu Vergleichszwecken die nicht geprüften und nicht testierten Zahlen für das erste Halbjahr 2017 angegeben. Aus organisatorischen Gründen werden Vorstand und Aufsichtsrat der AlzChem Group AG der im November 2018 geplanten Hauptversammlung vorschlagen, ein weiteres Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018 zu beschließen, damit das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2019 wieder dem Kalenderjahr entspricht. Auf diese Weise sollen sämtliche Jahresabschlüsse der AlzChem-Konzerngesellschaften wieder in Gleichklang mit einem Geschäftsjahresende zum 31. Dezember gebracht werden. 1.3. GEWINNABFÜHRUNGSVERTRAGAm 4. Dezember 2017 hat die AlzChem Group AG - unter Zustimmung der Hauptversammlung - einen Gewinnabführungsvertrag mit der Tochtergesellschaft AlzChem Trostberg GmbH geschlossen. Der Vertrag entfaltet seine Wirkung ab dem 1. Januar 2018. 1.4. ZIELE UND STRATEGIENDie AlzChem Group AG verfolgt keine von der AlzChem-Gruppe abweichenden Ziele und Strategien, da diese gruppenweit definiert und festgelegt wurden. Die AlzChem-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ihre führende Marktposition in ausgewählten Nischenmärkten, wie z. B. im Bereich der Futtermittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel, weiter auszubauen. Der strategische Fokus und der Schwerpunkt der umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten liegen auf dem Geschäftssegment Specialty Chemicals. Zur Realisierung der dort identifizierten Potenziale verfolgt AlzChem eine werthaltige Wachstumsstrategie, die zwei Stoßrichtungen hat: Wachstum aus bereits bestehenden Spezialchemieprodukten im Einklang mit MegatrendsAlzChem konzentriert sich auf verschiedene bestehende Specialty Chemicals-Produkte, welche die Megatrends Bevölkerungswachstum, gesundes Altern und Energieeffizienz bedienen. Zu den relevanten Produkten gehören unter anderem Silzot(r) und DYHARD(r), die in der Photovoltaikindustrie (Silzot(r)) und der Windenergiebranche (DYHARD(r)) verwendet werden. Aufgrund ihrer Produkteigenschaften erhofft sich AlzChem einen Schub, der den Trend hin zu mehr Energieeffizienz widerspiegelt. Dem zunehmenden Bevölkerungswachstum sollen insbesondere CreAMINO(r) und Dormex(r) Rechnung tragen, die in der Futtermittelindustrie und im Agrarsektor zum Einsatz kommen und somit von einer voraussichtlich intensiveren Vieh- und Landwirtschaft profitieren dürften. Schließlich gilt es, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Vor diesem Hintergrund plant AlzChem, den Anwendungsbereich der Produkte nicht nur geografisch (bspw. durch weitere Zulassungen in den USA), sondern auch auf andere Tierarten zu erweitern. Von der steigenden Lebenserwartung und dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein dürften insbesondere Creapure(r) und BioSELECT(r) profitieren. Bei Creapure(r) hatte zunächst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die eingereichten wissenschaftlichen Unterlagen geprüft und war zu einer positiven Stellungnahme zur beantragten, gesundheitsbezogenen Angabe ("Die tägliche Einnahme von Kreatin kann die Wirkung von Krafttraining auf die Muskelkraft von Erwachsenen über 55 Jahre steigern.") gekommen. Mit Wirkung zum 7. April 2017 wurde diese Angabe auch von der Europäischen Kommission in der Durchführungsverordnung (EU) 2017/672 zur Werbung für Creapure(r) bewilligt. Fokussierung auf Forschung & Entwicklung, um neue Spezialchemieprodukte zu entwickeln, bestehende Produkte zu verbessern und neue Anwendungen für bestehende Produkte zu entwickeln.AlzChem verfolgt das Ziel, weiteres Wachstumspotenzial bei seinen hochwertigen Produkten zu schaffen und sich dadurch die Megatrends Bevölkerungswachstum, gesundes Altern und Energieeffizienz zunutze zu machen. Dazu richtet das Unternehmen den Fokus seiner Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Entwicklung von Neuprodukten, die Verbesserung bestehender Produkte und die Entwicklung neuer Anwendungsbereiche für bestehende Produkte. AlzChem erwartet, dass bestimmte Neuprodukte zu einem zukünftigen Wachstum beitragen können. Dazu gehören unter anderem:
1.5. STEUERUNGSINSTRUMENTEDie Steuerung erfolgt weitestgehend auf Ebene des Konzerns bzw. der Segmente durch turnusmäßige Sitzungen und Berichte der jeweiligen Gremien, Organe und Fachabteilungen. Dies beinhaltet unter anderem:
Der Steuerungsprozess wird durch eine finanzielle Unternehmenssteuerung auf Basis eines konsistenten, wertorientierten Kennzahlensystems begleitet. Die zum Teil täglichen, wöchentlichen und monatlichen Berichte umfassen eine detaillierte Ergebnisanalyse aller Geschäftsvorfälle mit entsprechenden Maßnahmenkatalogen in Abstimmung mit den jeweiligen Prozessverantwortlichen. Der Kennzahlenkatalog zur finanziellen Unternehmenssteuerung stellt sich wie folgt dar:
Die Berechnung erfolgt auf Basis von Monats-, Quartals- und Jahresberichten. Damit wird sichergestellt, dass Plan/Ist-Abweichungen frühzeitig erkannt und gegensteuernde Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können. Darüber hinaus werden folgende wesentlichen Profitabilitätskennzahlen auf Ebene des Vorstands des AlzChem-Konzerns verfolgt:
Die zentrale Steuerungskennzahl bildet das EBITDA, welches zur Messung der Zielerreichung auch auf die operativen Einheiten und Segmente heruntergebrochen wird. Das EBITDA und die korrespondierende relative Kennzahl, die EBITDA-Marge, zeigen die operative Ertragskraft unabhängig von Kapitalstruktur und Investitionsneigung und ermöglichen den internen und externen Vergleich der Geschäfte hinsichtlich Kostenstruktur. Da die Abschreibungen (planmäßige und außerplanmäßige) unberücksichtigt bleiben, handelt es sich zudem um eine cashflow-nahe Größe, die somit auch als umsatzbezogene Cashflow-Rendite herangezogen werden kann.
1
Verschuldungsgrad = Verhältnis von Nettofremdkapital zu Gesamtkapital. Das Nettofremdkapital
ist definiert als Summe sämtlicher Schulden abzüglich bestehender Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente. Für die Steuerung der AlzChem Group AG haben die hier genannten Steuerungsinstrumente der AlzChem-Gruppe nur bedingte Aussagekraft. Folglich werden für die Unternehmenssteuerung der Gesellschaft neben der Kostenstruktur noch die folgenden Kennzahlen basierend auf dem HGB Jahresabschluss herangezogen:
2. INTERNE STEUERUNG UND BERICHTERSTATTUNGDer Vorstand der AlzChem Group AG übernimmt auch die gesamte Steuerung der AlzChem-Gruppe. Daher ist die interne Steuerung und Berichterstattung gemäß den Bedürfnissen einer Konzernsteuerung und Konzernberichterstattung ausgestaltet. Die interne Steuerung und Berichterstattung im AlzChem-Konzern basiert grundsätzlich auf den im IFRS-Konzernabschluss beschriebenen Grundsätzen der Rechnungslegung nach IFRS. Der Konzern misst den Erfolg seiner Segmente anhand von Segmentergebnisgrößen, die in der internen Steuerung und Berichterstattung als EBIT sowie EBITDA bezeichnet werden. Die Segmentergebnisgröße EBIT setzt sich zusammen aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungs-, den Forschungs- und den nicht aktivierten Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen. Insofern Erlösbeziehungen zwischen den Segmenten bestehen, werden diese unter Anwendung der Regelungen der Konzernkalkulation sowie Einhaltung von Transferpreisvorgaben berechnet. Darüber hinaus wird die Kennzahl des Vorratsvermögens auf Segmentebene berichtet und überwacht. 2.1. INNOVATIONSMANAGEMENT, FORSCHUNG & ENTWICKLUNGForschungs- und Entwicklungsfunktionen werden im Konzernverbund durch das Personal der AlzChem Trostberg GmbH wahrgenommen. Die AlzChem Group AG hat keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. 2.2. BESCHAFFUNG UND PRODUKTIONDie AlzChem Group AG ist keine Produktionsgesellschaft und übernimmt folglich auch keine Beschaffungstätigkeiten. 2.3. FINANZIERUNGDas Finanzmanagement der AlzChem-Gruppe erfolgt zentral durch die AlzChem Trostberg GmbH. Übergeordnetes Ziel ist die Finanzierung des Unternehmens durch einen starken operativen Cashflow. Daneben stehen für eine fristenkongruente Finanzierung weitere Mittel zur Verfügung. Das weitere Finanzierungsinstrumentarium zur fristenkongruenten Deckung des Finanzmittelbedarfs umfasst unter anderem kurzfristige Kreditlinien, stilles Factoring sowie langfristige Bankdarlehen. Durch tägliche Liquiditätskontrollen, wöchentliche Ein- und Auszahlungspläne sowie durch die 4-wöchige, mittel- bzw. langfristige Liquiditätsplanung können Engpässe frühzeitig erkannt und umgangen werden. Unsere wertorientierten Finanzierungsgrundsätze sollen dazu beitragen, die Liquidität und damit die langfristige Unternehmensfortführung von AlzChem zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, die mit der Finanzierung verbundenen Risiken zu begrenzen sowie unsere Kapitalkosten zu optimieren. Mit der erfolgten Börsenzulassung erschließt sich die Gruppe zusätzlich zu den bisherigen Finanzierungsinstrumenten auch die Möglichkeiten der Finanzierung über den Kapitalmarkt. Die Finanzierung der AlzChem Group AG erfolgt ausschließlich im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung (Cashpooling) mit der AlzChem Trostberg GmbH. Gegenstand dieser Vereinbarung ist die Einbindung der Bankkonten der AlzChem Group AG (Cashpool-Nehmer) in ein zentrales, automatisiertes Liquiditätstransferverfahren (Cashpooling), für welches die AlzChem Trostberg GmbH (Cashpool-Träger) sogenannte Zerobalancing-Verträge mit mehreren Kreditinstituten abgeschlossen hat. Zeitgleich mit dem Ausgleich des Bankkontos entsteht zwischen dem Cashpool-Träger und dem Cashpool-Nehmer ein kurzfristiges und im Volumen laufend variierendes Kreditverhältnis, welches einer valutengenauen marktüblichen Verzinsung unterliegt. 2.4. FINANZINSTRUMENTEIn der AlzChem Group AG werden keine Sicherungsgeschäfte und andere Finanzinstrumente abgeschlossen. 2.5. PERSONALIn der AlzChem Group AG waren zum Stichtag 5 Mitarbeiter (inkl. der drei Vorstände) angestellt. 3. WIRTSCHAFTSBERICHTSoweit nicht anders angegeben, erfolgen alle Betragsangaben in TEUR. Aus rechnerischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit auftreten. 3.1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN3.1.1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW)3 zufolge hat der Aufschwung der Weltkonjunktur zu Beginn des Jahres 2018 aufgrund von Sonderfaktoren deutlich an Fahrt verloren. Dementsprechend nahm das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2018 lediglich um 0,8 % gegenüber dem Vorquartal zu. Die Verlangsamung spiegelte sich insbesondere in der Entwicklung der fortgeschrittenen Volkswirtschaften wider. Im Gegensatz dazu expandierte die Wirtschaft in den Schwellenländern nur wenig verlangsamt. Dementsprechend konnte die chinesische Wirtschaft ihre Produktion im ersten Quartal 2018 um 6,8 % erhöhen, was zwar gegenüber dem Vorquartal - wie in den vergangenen Jahren üblich - einen leichten Rückgang bedeutet, doch dem Niveau des Vorjahresquartals entspricht. Eine vergleichsweise robuste Entwicklung zeigte auch die USA. Ungünstigen Wetterverhältnissen, die mitverantwortlich für den nur moderaten Anstieg des privaten Konsums waren, standen hohe Investitionen gegenüber - nicht zuletzt dank der auf Investitionsanreize bedachten Wirtschaftspolitik und des Booms im Ölsektor. Der Euroraum verzeichnete in den ersten drei Monaten 2018 ein Wirtschaftswachstum von 0,4 %, nachdem im zweiten Halbjahr 2017 noch eine kräftige Expansion zu beobachten war. Dementsprechend verloren insbesondere die Exporte, aber auch die Investitionen spürbar an Schwung. In Deutschland4 nahm die wirtschaftliche Dynamik im bisherigen Jahresverlauf 2018 deutlich ab. Diese Entwicklung spiegelte sich auch im ersten Quartal wider, als die Wachstumsrate gegenüber dem Vorquartal spürbar von 0,6 % auf 0,3 % sank. Dämpfend wirkte insbesondere die außenwirtschaftliche Entwicklung - ein Ergebnis der Verunsicherung aufgrund der US-amerikanischen Handels- und Sicherheitspolitik sowie der neuen Koalitionsregierung in Italien. Darüber hinaus waren die Produktionsrückgänge im ersten Quartal auch auf produktionsseitige Sondereffekte (insbesondere Ferientageeffekte, streikbedingte Ausfälle und hohe Krankenstände aufgrund einer starken Grippewelle) zurückzuführen. Positive Impulse kamen aus dem Inland, wo der private Konsum und die Bauinvestitionen spürbar zulegen konnten - ebenso wie die Unternehmensinvestitionen und die öffentlichen Konsumausgaben. Insgesamt konnte die inländische Verwendung (ohne Vorratsveränderungen) um 0,5 % zulegen. 3.1.2. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENEntwicklung der Chemie- und PharmaindustrieNach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie e. V. (VCI)5 hat die weltweite Chemie- und Pharmaindustrie ihre Produktion im bisherigen Jahresverlauf 2018 gesteigert. Gegenüber dem Vorquartal war in den ersten drei Monaten 2018 ein Plus von 0,8 % zu verzeichnen. Dazu beigetragen haben insbesondere asiatische Länder, wie China (+1,3 %), Indien (+1,8 %) und Südkorea (+3,0 %). Im Gegensatz dazu verlief der Branchenstart in der EU holprig. Zwar nahmen die Aufträge aus dem Ausland weiter zu, doch entwickelten sich die Bestellungen europäischer Industriekunden verhaltend. Insgesamt mussten die Unternehmen in der EU ihre Produktion im ersten Quartal 2018 um 0,6 % drosseln. In den USA konnten Petrochemikalien und Polymere ihr extrem hohes Niveau vom Jahresende 2017 nicht halten, so dass die Produktion in den ersten drei Monaten 2018 insgesamt um 1,1 % zurückging. Alle anderen Sparten setzten ihren Aufwärtstrend ungebremst fort.
4
Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Kieler Konjunkturberichte: Deutsche Konjunktur
im Sommer 2018, Nr. 44 (2018/Q2) Entwicklung der StahlindustrieNach Angaben von EUROFER6 , dem Wirtschaftsverband der europäischen Eisen- und Stahlindustrie, stieg der Stahlverbrauch in der EU28 im ersten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal um 3 %. Dabei nahmen die Lieferungen innerhalb der EU um 2,1 % auf 37 Mio. Tonnen zu. Trotz eines bereits hohen Vorjahresniveaus legten die Importe aus Drittländern noch einmal um 9 % auf 10 Mio. Tonnen zu. Damit erreichten die Einfuhren ihren höchsten Quartalswert seitdem dritten Quartal 2007. Diese Entwicklung zeigt, dass die 2017 von der Europäischen Kommission eingeführten Antidumpingmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg hatten, da andere Anbieter aus Drittländern die hinterlassene Lücke geschlossen haben. Entwicklung der Landwirtschaft in DeutschlandDie wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat sich im Juni weiter verschlechtert. Hauptgrund sind trockenheitsbedingte Ernteeinbußen in vielen Regionen Deutschlands. Nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat sich die Liquiditätslage der deutschen Landwirte wieder verschärft und die Investitionstätigkeit geht drastisch zurück. Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometer Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus März 2018 von 22,1 Punkten auf 21,1 Punkte gefallen. Der aktuelle Indexwert liegt damit um 10,3 Punkte niedriger als im Juni 2017 und damit erheblich unter den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014. In der Spitze wurden seinerzeit 36,2 Punkte erreicht. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen. ![]() Abb.: 1; Stimmung der Landwirte (DE) Stand März 2018 (Quelle: Deutscher Bauernverband) Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe mit 3,12 bewertet. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation erreicht mit 2,95 einen etwas besseren Wert. Neben den stark eingetrübten Ernteerwartungen ist die Preisentwicklung der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den Betrieben. Niedrigere Schweine- und Rinderpreise sowie gestiegene Energie-, Dünge- und Futtermittelpreise wirken sich aktuell negativ auf die Stimmungslage aus. Auch die politischen Rahmenbedingungen wie die EU-Agrarpolitik und die Wettbewerbssituation innerhalb der EU werden gegenüber dem Frühjahr negativer beurteilt. Positiver Einfluss geht dagegen von etwas besser eingeschätzten Milch- und Getreidepreisen aus. ![]() Abb.: 2; Landwirte: Beurteilung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation (Quelle: Deutscher Bauernverband) Vor dem Hintergrund dieser Markttendenzen zeigt sich auch die schwierige Absatzsituation der AlzChem Produkte auf dem Heimatmarkt.
6
http://www.eurofer.be/News%26Events/Press%20releases/PRESS%20RELEASE%20TradeRisksIntensive.fhtml Entwicklung der Landwirtschaft WeltweitAgrarrohstoffe werden hauptsächlich als Lebensmittel, Futtermittel und in industriellen Anwendungen einschließlich Treibstoff verbraucht. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln wird durch das Bevölkerungs- und Einkommenswachstum und zunehmend auch durch die Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten und Verbraucherpräferenzen beeinflusst. Die Nachfrage nach Futtermitteln ist eng mit dem Verzehr von tierischen Erzeugnissen wie Fleisch, Eiern und Milch, aber auch mit der Entwicklung der Viehzuchttechnologie verbunden. In den letzten zehn Jahren verzeichneten die Agrarmärkte einen starken Anstieg der Nachfrage nach einer breiten Palette von Rohstoffen. Ein Großteil dieses Zuwachses ist auf die Verwendung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, vor allem von Rohstoffen für Biokraftstoffe und Futtermittel, im Non-Food-Bereich zurückzuführen. Während die Nahrungsmittelnachfrage in den Industrieländern stagnierte, führten BiokraftstoffMandate zu einer erhöhten Nachfrage nach Mais, Zuckerrohr und Pflanzenölen als Rohstoff. Parallel dazu erhöhten steigende Einkommen in China und anderen Schwellenländern die Nachfrage nach Fleisch. Dies wiederum führte zu einer Intensivierung der Tierproduktion, was die Nachfrage nach Futtermitteln auf den Weltmärkten ankurbelte. Zusammen trugen diese Quellen des Nachfragewachstums dazu bei, dass die realen Agrarpreise über dem Niveau von Anfang der 2000er Jahre blieben, was das weltweite Produktionswachstum ankurbelte. Biokraftstoffe und das Wachstum der chinesischen Nachfrage werden weiterhin eine Rolle auf den globalen Agrarmärkten spielen. Ihre Bedeutung nimmt jedoch ab, und sie werden nicht vollständig durch neue Quellen des Nachfragewachstums ersetzt, sei es für Lebens-, Futtermitteloder Kraftstoffverbrauch. Die Nachfrage nach Futtermitteln wird weiterhin höher sein als die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, da die Viehzucht zunimmt. Ein großer Teil des zusätzlichen Futterbedarfs wird wie im letzten Jahrzehnt aus China kommen. Doch im Vergleich zum letzten Jahrzehnt verlangsamt sich das Nachfragewachstum nach Futtermitteln. Aufgrund dieser Entwicklungen bei der Verwendung von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und Treibstoffen für landwirtschaftliche Rohstoffe wird für das kommende Jahrzehnt ein langsameres Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Agrarrohstoffen erwartet. ![]() Abb.: 3; Jährliches Wachstum der Nachfrage nach wichtigen Warengruppen, 2008-17 und 2018-27 (Quelle: OECD-FAO Agricultural Outlook 2018-2027) 3.2. GESCHÄFTSVERLAUF3.2.1. VORBEMERKUNGWie in der Hauptversammlung am 4. August 2017 beschlossen, hat die AlzChem Group AG das Geschäftsjahr umgestellt und dazu für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet, über das dieser Lagebericht informiert. Die angegebenen Vorjahreswerte beziehen sich auf das volle Kalenderjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017, wobei die Geschäftstätigkeit als Konzernobergesellschaft der AlzChem-Gruppe im Vorjahreszeitraum ebenfalls nur einen verkürzten Zeitraum von Oktober bis Dezember 2017 umfasste. Vor diesem Hintergrund hat ein zeitraumbezogener Vorjahresvergleich im vorliegenden Abschluss und Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr 2018 lediglich eine eingeschränkte Aussagekraft. Deshalb verzichtet die Gesellschaft auf eine quantitative und teilweise auch erläuternde Darstellung der Veränderung. Fallweise werden nachrichtlich zu Vergleichszwecken die nicht geprüften und nicht testierten Zahlen für das erste Halbjahr 2017 angegeben. Der Jahresabschluss der AlzChem Group AG wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. 3.2.2. UMSATZDer Umsatz wurde durch Verrechnung der Leitungs- und Aufsichtsfunktion als Konzernobergesellschaft und weiterer kaufmännischer Tätigkeiten an die Tochtergesellschaften erzielt. 3.2.3. VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE3.2.3.1. ERTRAGSLAGEDas Jahresergebnis der AlzChem Group AG errechnet sich wie folgt:
Die Umsatzsteigerung ergibt sich im Wesentlichen aus dem längeren Zeitraum der erbrachten Managementleistungen und weiterer kaufmännischer Tätigkeiten (2017: Oktober bis Dezember, RGJ 2018: Januar bis Juni). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Rumpfgeschäftsjahr im Wesentlichen Weiterverrechnungen von Beiträgen aus Konzernversicherungen an verbundene Unternehmen. Zur Optimierung der Versicherungskosten in der AlzChem-Gruppe wurden ab 2018 erstmalig alle wesentlichen Versicherungen der AlzChem-Gruppe über die AlzChem Group AG abgeschlossen. Im Vorjahr waren in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Wesentlichen die Erträge aus der Kostenübernahme der Kapitalerhöhungskosten durch die AlzChem Trostberg GmbH enthalten. Im Personalaufwand resultiert die Steigerung ebenfalls aus dem Betrachtungszeitraum (2017: 3 Monate Geschäftstätigkeit, RGJ 2018: 6 Monate Geschäftstätigkeit) und auch aus dem Zuwachs in der Anzahl der Entgeltempfänger (2017: 4 Personen, RGJ 2018: 5 Personen). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Beiträge für konzernweite Versicherungen, Aufwendungen für die Prüfung des Jahresabschlusses (197 TEUR, Vorjahr 100 TEUR) sowie Beratungskosten u.a. im Zusammenhang mit Abschlüssen, Kapitalmarkt- und Wirtschaftsrecht. Das Vorjahr war wesentlich geprägt durch die Kosten der durchgeführten Kapitalerhöhungen, welche im Rumpfgeschäftsjahr nicht angefallen sind. Folglich sind die Gutachten-, Prüfungs- und Beratungskosten gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die erstmalig in 2018 abgeschlossenen Versicherungen für den Gesamtkonzern erklären den Anstieg in den Versicherungsaufwendungen. Die Kapitalerträge resultieren ausschließlich aus der Ausschüttung des Bilanzgewinns 2017 der AlzChem Trostberg GmbH. Da das Wirtschaftsjahr der AlzChem Trostberg GmbH weiterhin dem Kalenderjahr entspricht, enthält das Rumpfgeschäftsjahr 2018 noch keine Erträge aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der AlzChem Trostberg GmbH. Die Zinsen und ähnliche Erträge beinhalten hauptsächlich Zinserträge aus der Abzinsung der langfristigen Rückstellungen. In den Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind im Wesentlichen die nicht zahlungswirksamen Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen für Pensionen und sonstige Personalrückstellungen enthalten. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultieren aus dem Ertragsteueraufwand auf das steuerliche Ergebnis zum Stichtag (106 TEUR, Vorjahr 208 TEUR) sowie dem Ertrag aus der Veränderung der latenten Steuern (13.531 TEUR, Vorjahr 296 TEUR). Der starke Anstieg ergibt sich durch die Begründung der ertragsteuerlichen Organschaft mit der AlzChem Trostberg GmbH zum 1. Januar 2018 und der daraus ergebniswirksam beim Organträger zu bilanzierenden latenten Steueransprüche und -schulden der Organgesellschaften. Bei der Berechnung aus Bilanzpostenunterschieden wurde der spezifische Steuersatz der Gesellschaft (28 %) in der steuerlichen Organschaftssicht zugrunde gelegt. 3.2.3.2. FINANZLAGE3.2.3.2.1. KAPITALSTRUKTURDas Kapital wird auf Basis der Eigenkapitalquote sowie verschiedener im Wesentlichen bankenspezifischer Covenants-Kennzahlen auf Konzernebene überwacht und monatlich dem Vorstand sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden bzw. Aufsichtsrat berichtet. Zum Bilanzstichtag wurden alle Covenants-Kennzahlen eingehalten und die Prognosen gehen auch zukünftig von der Einhaltung selbiger aus. Die Kapitalstruktur des Konzerns wird dahingehend gesteuert, dass sie den Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie den Risiken aus den zugrundeliegenden Vermögenswerten Rechnung trägt. Dabei wird bei Investitionen regelmäßig überprüft, ob die zur Verfügung stehenden eigenen Finanzmittel durch langfristige Finanzierungen im Hinblick auf optimierte Finanzierungskosten ersetzt werden können. Grundsätzlich steht die AlzChem Trostberg GmbH als Cashpool-Führerin in permanentem Kontakt mit Banken und anderen Finanzierungsgesellschaften, um den Einsatz von Bankkrediten und anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen. Bei der Auswahl der Finanzinstrumente steht eine fristenkongruente Finanzierung im Vordergrund, die über die Steuerung der Laufzeiten erreicht wird. 2017 konnte die AlzChem Trostberg GmbH die Projektfinanzierung der neuen geplanten CreAMINO(r)-Produktionsanlage mit einem Investitionskredit in Höhe von 50.730 TEUR vertraglich vereinbaren. Flankierend zu den projektbezogenen Finanzierungsmaßnahmen mit einem bilanzierten Stichtagswert in Höhe von 16.403 TEUR (Vorjahr 24.805 TEUR) ist die AlzChem-Gruppe durch kurz- bis mittelfristige Finanzierungsvereinbarungen (siehe Liquidität) stabil aufgestellt, um das operative Geschäft begleiten zu können. 3.2.3.2.2. INVESTITIONENDie AlzChem Group AG führte im Berichtszeitraum keine Investitionen durch. 3.2.3.2.3. LIQUIDITÄTDie Gesellschaft ist an das Cashpooling der AlzChem Trostberg GmbH angeschlossen. Innerhalb der AlzChem-Gruppe übernimmt die AlzChem Trostberg GmbH die konzerninterne Finanzierungsfunktion und stellt somit die kurzfristige Liquidität der Tochtergesellschaften und auch der Konzernobergesellschaft über ein Cashpooling sicher. Ferner steht die AlzChem Trostberg GmbH bei langfristigen Finanzierungen den Tochtergesellschaften als Kreditnehmer bzw. als zusätzliche Absicherung gegenüber den Banken zur Verfügung. Die Liquidität der AlzChem Group AG ist somit unmittelbar abhängig von der Liquidität der Cashpool-Trägerin AlzChem Trostberg GmbH. In Erwartung einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung der AlzChem-Gruppe ist die Liquidität der AlzChem Group AG durch die Finanzierungsvereinbarung mit der AlzChem Trostberg GmbH und ihrer gegenwärtig zur Verfügung stehenden Finanzierungsinstrumente jederzeit gewährleistet. Die liquiden Mittel betragen aufgrund des Cashpoolings zum Stichtag 34 TEUR (Vorjahr 0 TEUR). Ferner besteht eine Finanzforderung an die Cashpool-Trägerin in Höhe von 13.257 TEUR (Vorjahr 2.240 TEUR). 3.3. VERMÖGENSLAGE
Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte resultiert aus Finanzforderungen aus dem Cashpooling (13.257 TEUR, Vorjahr 2.240 TEUR) und Ertragsteueransprüchen an das Finanzamt (3.040 TEUR, Vorjahr 0 TEUR) aus Vorauszahlungen. Die Aktivierung latenter Steueransprüche der Gesellschaften in der ertragsteuerlichen Organschaft beim Organträger zum Zeitpunkt des wirtschaftlichen Beginns der Organschaft 1. Januar 2018 (13.111 TEUR) bewirkte den enormen Anstieg in den aktiven latenten Steuern.
Der Rückgang in den Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus bereits ausbezahlten Tantiemen für das Geschäftsjahr 2017. Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen gegenüber verbundenen Unternehmen und resultieren aus Umsatzsteuerverbindlichkeiten der Organträgerin gegenüber den Organgesellschaften (1.008 TEUR, Vorjahr 1.732 TEUR). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen den Unterschiedsbetrag des für die Übernahme von Pensionsverpflichtungen enthaltenen Entgelts zum handelsrechtlichen Rückstellungsbetrag. Der Betrag wird über die Duration der Pensionsrückstellungen von 21 Jahren aufgelöst. 3.3.1.1. FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENDie für den Konzern verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren haben für die Beurteilung der Leistung der AlzChem Group AG keine Relevanz bzw. nur beschränkte Aussagekraft. Folglich werden für die Unternehmenssteuerung neben der Kostenstruktur auch absolute Kennzahlen wie Umsatz, EBIT und Jahresüberschuss aus dem HGB Jahresabschluss der Gesellschaft herangezogen: 3.3.1.1.1. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
3.3.1.1.2. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENDas Geschäftsmodell der AlzChem Group AG erfordert keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. 3.3.2. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGEDie AlzChem Group AG ist durch den Gewinnabführungsvertrag mit der AlzChem Trostberg GmbH direkt abhängig von der wirtschaftlichen Lage der AlzChem-Gruppe. Somit entspricht die Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage derjenigen der AlzChem-Gruppe. Der Vorstand der AlzChem Group AG ist mit dem Geschäftsverlauf der AlzChem-Gruppe und somit auch der Gesellschaft im Rumpfgeschäftsjahr 2018 und der wirtschaftlichen Lage insgesamt zufrieden. Auch wenn das Rumpfgeschäftsjahr noch nicht das Ergebnis aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der AlzChem Trostberg GmbH enthält (das Wirtschaftsjahr der AlzChem Trostberg GmbH entspricht weiterhin dem Kalenderjahr) zeigen sich die Ergebnisse der operativ tätigen Konzerngesellschaften in den ersten 6 Monaten des Kalenderjahres 2018 zufriedenstellend. Die AlzChem-Gruppe konnte sich in einem anhaltend kompetitiven Marktumfeld behaupten und erfolgreich seine Wachstumsstrategie verfolgen. Der Umsatz des Konzerns in den ersten 6 Monaten des Kalenderjahres entwickelte sich auf Ebene des Konzerns dynamisch, wobei die Umsatzentwicklung in den Segmenten unterschiedlich ausgefallen ist. Der Umsatzanstieg wurde insbesondere im Wachstumssegment Specialty Chemicals erzielt. Erfreulich entwickelten sich auch das EBIT und EBITDA, aufgrund der beeinträchtigten Vergleichbarkeit zum Vorjahr sichtbar anhand der entsprechenden Margen. Allerdings belasteten die stark steigenden Rohstoffpreise sowie die volatile Kurve der Fremdwährung USD das Ergebnis der Gruppe in zunehmenden Umfang. Das Konzernjahresergebnis der ersten 6 Monaten des Kalenderjahres liegt deutlich über dem Vorjahreswert des Vergleichszeitraums und der operativen Geschäftsentwicklung folgend leicht über dem anteiligen dem Prognoseniveau. Der Vorstand ist mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zur eigenen Erwartung bzw. Prognose aber ich auch im Vergleich zum Vorjahresergebnis zufrieden. Unverändert positiv betrachten wir die Entwicklung der finanziellen Lage des Gesamtkonzerns im Rumpfgeschäftsjahr. Trotz der sehr umfangreichen Investitionen konnten die liquiden Mittel durch den starken operativen Cashflow sowie die Ausnutzung des bestehenden Finanzierungsrahmens auf einem guten Niveau gehalten werden. In einem Umfeld des beständigen Wandels und der schwierigen Planbarkeit sieht sich AlzChem auch für das kommende Geschäftsjahr gut aufgestellt. Die hohe Diversifikation wird weiterhin als ein, wenn nicht sogar der Ausgangs- und Ankerpunkt der erfolgreichen Geschäftsentwicklung betrachtet. Nach den bis zum 24. August 2018 vorliegenden Daten und Informationen verläuft die Geschäftsentwicklung im bisherigen Jahresverlauf 2018/2019 innerhalb der Erwartungen. Weitere Ausführungen betreffend den Geschäftsverlauf 2018, in Bezug auf die Prognose für das Kalenderjahr 2018 sowie den Zeitraum Juli 2018 bis Juni 2019 entnehmen Sie bitte dem Kapitel 5. Prognosebericht. 3.3.3. VERGLEICH DER ERWARTETEN MIT DER TATSÄCHLICHEN ENTWICKLUNG IM GESCHÄFTSJAHRDie AlzChem Group AG hatte im Lagebericht 2017 sowohl für die Gesellschaft allein als auch für die gesamte AlzChem-Gruppe eine Prognose für die zwölf Monate bis zum 31. Dezember 2018 abgegeben. Eine Prognose für den Sechsmonatszeitraum des Rumpfgeschäftsjahres 2018 war nicht enthalten. Entsprechend ist kein Abgleich mit der tatsächlich eingetretenen Geschäftsentwicklung möglich. AlzChem-GruppeDie in den ersten 6 Monaten erzielten Resultate bei Umsatz, EBIT, EBITDA sowie EBITDA-Marge zeigen recht deutlich, dass sich die AlzChem-Gruppe entlang der abgegeben Prognosen entwickelt. Der Umsatz sollte im Gesamtjahr 2018 steigen (3 % bis 7 %), während EBIT, EBITDA und die EBITDA-Marge stark steigen (> 7 %) sollten. Die im Rumpfgeschäftsjahr 2018 erzielten Kennzahlen bestätigen dies. Gleichzeitig geht AlzChem auch für die Monate Juli bis Dezember 2018 von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass der Geschäftsverlauf der AlzChem einem saisonalen Verlauf unterliegt, sodass wir die Prognose des Vorjahres auf Jahressicht bestätigen, eine Verdopplung des Ergebnisses Januar bis Juni 2018 aber nicht zu erwarten ist. Erwartet wurde für das Gesamtjahr 2018 auch ein starker Rückgang des Vorratsvermögens. Dies ist bis zum 30. Juni 2018 nicht eingetreten. Vielmehr fand ein Lageraufbau statt, insbesondere aufgrund der Bevorratung mit CreAMINO(r) und der Optimierung der Standzeiten der Mehrzweckanlagen. Hier ist auch im Gesamtjahr 2018 mit keiner Trendumkehr zu rechnen. AlzChem Group AGUmsatz und Jahresüberschuss sind entsprechend der abgegebenen Prognose deutlich angestiegen und es lassen sich keine Anzeichen erkennen, dass sich dies im Zeitraum Juli bis Dezember 2018 umkehren wird. Hinsichtlich der Entwicklung des EBIT ergibt sich ein anderes Bild. Prinzipiell wurde an der Cost Plus Verrechnung der Management- und kaufmännischen Leistungen als auch der gruppenweiten Versicherungen festgehalten. Allerdings können nicht alle Kosten der Konzernobergesellschaft, in Form einer Leistungsverrechnung, an die Töchter verrechnet werden. Folglich konnte im EBIT die abgegebene Prognose nicht bestätigt werden. 4. RISIKO- UND CHANCENBERICHTUm die gesetzlich geforderte Überwachung der wesentlichen Geschäftsrisiken durch den Vorstand und den Aufsichtsrat zu gewährleisten, existieren ein internes Kontrollsystem zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen und wirksamen Rechnungslegung (§§ 289 Abs. 5, 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB), ein Compliance-Managementsystem sowie ein Risikofrüherkennungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG. Durch die enge Verflechtung in der Konzernstruktur der AlzChem Gruppe betreffen die Risiken und Chancen der Tochtergesellschaft indirekt auch die Konzernmutter AlzChem Group AG. Dem Risiko der Werthaltigkeit der Finanzanlage in der AlzChem Group AG wird begegnet über enges Monitoring durch den Vorstand, die Erstellung von Monatsabschlüssen und einer detaillierten Planungsrechnung in der Gruppe. Der Vorstand sieht die Eintrittswahrscheinlichkeit als sehr gering an, die Auswirkung auf die VFE-Lage würde als hoch eingeschätzt. Alle weiteren hier dargestellten Risiken und Chancen entsprechen denjenigen, die auch für die gesamte AlzChem-Gruppe existieren. 4.1. RISIKOBERICHTDas Risikomanagement erfolgt durch turnusmäßige Sitzungen und Berichte der jeweiligen Gremien, Organe und Fachabteilungen. Dies beinhaltet unter anderem:
Des Weiteren erfolgt ein straffes Debitoren- und Kreditorenmanagement im Hinblick auf ein zeitnahes Mahnwesen inklusive eines internen Kreditmanagements für alle Debitoren. Hierbei wurden pro einzelnem Debitor maximale Volumen definiert, welche nicht überschritten werden dürfen. Hinzu kommt eine rollierende, kurz- und langfristige Ergebnis- und Finanzplanung mit einer monatlichen Liquiditätsvorausschau. Monatliche Projektpläne im Rahmen der REACH7 -Verordnung stellen den ungehinderten Warenfluss zum Kunden sicher. Im Energiebereich arbeiten wir eng mit externen Beratern zusammen. Das Risikomanagement der AlzChem-Gruppe umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen zu einem systematischen und transparenten Umgang mit Risiken und ist durch seine Verzahnung mit den Controllingprozessen ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Alljährlich wird eine standardisierte Risikoinventur nach dem "Enterprise-Risk-Management"-Ansatz durchgeführt. Für eine möglichst vollständige Identifikation aller relevanten Risiken dient ein Katalog mit entsprechenden Risikokategorien. Darüber hinaus stehen standardisierte Bewertungs- und Berichtswerkzeuge für die Erfassung und Bewertung von Risiken zur Verfügung. Je nach Art des Risikos kommen unterschiedliche Instrumente, wie beispielsweise Monte-Carlo-Simulationen, Sensitivitäts- oder Szenario-Analysen, zur Beurteilung und Bewertung zum Einsatz. Die Ermittlung des skalierten Risikovolumens erfolgt unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe. Ziel dieser Maßnahme sind die frühzeitige Identifizierung, Bewertung und Steuerung jener Risiken, die das Erreichen der strategischen, operativen, finanziellen und regelkonformen Ziele des Unternehmens in wesentlichem Maße beeinflussen können. Für die Beurteilung der Risiken werden die erwarteten Effekte der Risikoausmaße in ihren spezifischen Ausprägungen (sehr gering, gering, mittel und hoch) mit ihrer individuellen Eintrittswahrscheinlichkeit (sehr gering, gering, mittel, hoch) gewichtet und anschließend in einen Punktwert einer 3-stufigen Skala überführt. Die Höhe des Punktwertes bestimmt anschließend die Einstufung der Risikobedeutung als gering, mittel und hoch. Bereits getroffene Maßnahmen zur Risikobegrenzung mindern die Einstufung der Risikobedeutung. Der Bewertung liegen im Einzelnen nachfolgende Annahmen zugrunde:
Als Betrachtungszeitraum gilt eine Periode von 3 Jahren. Sollten Risiken in fernerer Zukunft liegen, so wurden auch diese erfasst, wobei bei der Schadensabschätzung der zeitliche Horizont berücksichtigt wurde. Den Risikoausmaßen liegen nachfolgende Annahmen zugrunde:
Der Risikokonsolidierungskreis entspricht dem für die Rechnungslegung verwendeten Konsolidierungskreis. Die Risiken unterscheiden sich nicht wesentlich zwischen den Segmenten bzw. konzentrieren sich nicht nur auf ein Segment. Die im Nachfolgenden beschriebenen Risiken liegen vielmehr gruppenweit und segmentübergreifend vor. Im Rahmen dieses Risikomanagementprozesses konnten folgende Inhalte identifiziert werden, die wesentliche bzw. erheblich nachteilige Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft haben können. Als eine Folge der Verbundstruktur der AlzChem-Gruppe wirken die nachfolgend aufgeführten Risiken in ähnlichem Maße auf die drei operativen Segmente des Konzerns. Das dargestellte Risikomanagementsystem konzentriert sich primär auf Geschäftsrisiken, greift aber gleichzeitig auch Chancen auf. Der Chancenmanagementprozess ist überdies in unsere internen Controllingprozesse integriert und wird auf Grundlage der Unternehmensstrategie in den operativen Segmenten durchgeführt. Im Rahmen der Strategie- und Planungsprozesse analysieren und bewerten die Bereichsleiter potenzielle Marktchancen. In diesem Zusammenhang werden Investitionsmöglichkeiten vor allem hinsichtlich ihres potenziellen Wertbeitrags geprüft und priorisiert, damit eine effektive Allokation von Ressourcen sichergestellt ist. Sofern das Eintreten der identifizierten Chancen als wahrscheinlich eingeschätzt wird, werden diese in die Geschäftspläne und die kurzfristigen Prognosen aufgenommen. Darüberhinausgehende Trends oder Ereignisse, die zu einer positiven Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten, werden im folgenden Bericht als Chancen dargestellt. Sie könnten sich positiv auf unsere mittelfristigen Perspektiven auswirken. 4.1.1. OPERATIVE RISIKEN4.1.1.1. RISIKO STEIGENDER BESCHAFFUNGSPREISEDie wichtigsten Grundstoffe für das Produktportfolio von AlzChem, das auf Carbid/Calciumcyanamid basiert, sind Kalk, Koks und Energie. Darüber hinaus wird für den Produktionsprozess eine Reihe chemischer Rohstoffe benötigt. Die Marktpreise für Kalk, Koks und Energie sowie andere chemische Rohstoffe unterliegen erheblichen Schwankungen. AlzChem beschafft Energie überwiegend in Form von Strom, jedoch auch in Form von Erdgas. Die Energiekosten werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, unter anderem von der Verfügbarkeit bestimmter Energieträger und von Schwankungen der Energiepreise. Die Energiepreise, insbesondere die Strompreise, können in der Zukunft steigen. Die Energiekosten von großen energieintensiven Unternehmen sind in besonderem Maße von dem regulatorischen Umfeld abhängig. Dieses umfasst auch Steuern und bestimmte behördliche Abgaben auf den Energieverbrauch oder die Netznutzung, die bei großen energieintensiven Unternehmen einen bedeutenden Teil der Energiekosten ausmachen können. In Deutschland könnten diese Steuern und Abgaben in der Zukunft angehoben werden, um die höheren Kosten infolge des Ausstiegs aus der Atomenergie und des Umstiegs von fossilen auf erneuerbare Energiequellen auszugleichen. Zudem ist AlzChem auf bestimmte Befreiungen von Abgaben und Steuern auf Energie angewiesen (siehe Abschnitt 3.1.3.). Im Rahmen von Strombezugsverträgen zwischen der Gesellschaft und der Evonik Degussa GmbH kauft Evonik Degussa im eigenen Namen, jedoch auf Rechnung von AlzChem Strom für die Geschäftstätigkeit von AlzChem in Deutschland. Auf Wunsch von AlzChem hat Evonik Degussa langfristige Stromlieferverträge mit festen Strompreisen über bestimmte Strommengen für die Jahre 2018 bis 2020 abgeschlossen. AlzChem hat zudem Transaktionen zur Sicherung fester Preise für bestimmte Strommengen für ihre Geschäftstätigkeit in Schweden für die Jahre 2018 bis 2021 abgeschlossen. Während durch die langfristige Festlegung von Strompreisen das Risiko steigender Strompreise in gewissem Umfang gemindert wird, ist sie für AlzChem gleichzeitig in einem Szenario fallender Strompreise mit relativen Nachteilen gegenüber Wettbewerbern verbunden. Darüber hinaus ist AlzChem bei den langfristigen Stromverträgen mit Festpreisen für die Geschäftstätigkeit in Deutschland nicht selbst der Vertragspartner des Stromanbieters, sondern ist darauf angewiesen, dass Evonik Degussa ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber AlzChem zur Lieferung der vereinbarten Strommengen zu dem festgelegten Preis erfüllt. Sollte es Evonik Degussa unterlassen, die vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen (z. B. aufgrund einer Insolvenz von Evonik Degussa oder der Kündigung der Strombezugsverträge durch Evonik Degussa), profitiert AlzChem nicht von den abgeschlossenen Festpreisvereinbarungen. Die Preise, die AlzChem für bestimmte Rohstoffe zahlen muss, unterliegen Schwankungen. Da es sich bei den primären Rohstoffen von AlzChem um natürliche Rohstoffe handelt, wird ihr Preis in der Regel auf Grundlage der allgemeinen Abbau- und Erzeugungsvolumen und der Nachfrage in der Industrie bestimmt. Zwar besitzt AlzChem definierte Beschaffungsstrategien für die wichtigsten Rohstoffe und schließt langfristige Lieferverträge oder Jahresverträge zur Minimierung von Preis- und Mengenrisiken ab. Dennoch ist AlzChem nicht dazu in der Lage, die Risiken aus Preisschwankungen bei Rohstoffen vollständig zu beseitigen. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass AlzChem in Zeiten sinkender Rohstoffpreise aufgrund langfristiger Lieferverträge an höhere Preise gebunden ist, in Zeiten steigender Preise dagegen nicht dazu in der Lage ist, vorteilhafte Lieferverträge abzuschließen. Ein Anstieg von Rohstoff- oder Energiepreisen, der nicht über eine entsprechende Erhöhung der Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben oder anderweitig ausgeglichen werden kann, hat niedrigere Margen zur Folge. Selbst wenn AlzChem dazu in der Lage ist, einen Anstieg von Rohstoff- oder Energiepreisen an Kunden weiterzugeben, kann der Anstieg der Verkaufspreise zu einem Rückgang der Nachfrage und zu niedrigeren Absatzvolumen führen, weil Kunden ihre Einkäufe reduzieren oder auf Ersatzprodukte ausweichen. Ein Anstieg von Rohstoff- und Energiepreisen kann auch in Zeiten einer guten allgemeinen Wirtschaftslage wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem haben. In Bezug auf die Beschaffungspreisrisiken geht das Management von einer mittleren bis hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und von einer mittleren Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. 4.1.1.2. MARKTRISIKOAlzChem bietet eine große Anzahl unterschiedlicher Chemieprodukte auf Basis der NCN-Kette auf diversifizierten Märkten an, von denen einige zyklisch geprägt sind, hohe Schwankungen aufweisen und unter anderem gegenüber Verbraucherausgaben und -präferenzen, Verbrauchervertrauen und -einkommen, Arbeitslosenquoten, Zinssätzen und Energiepreisen sensitiv sind. Daher kann die Nachfrage nach den Produkten von AlzChem durch negative Entwicklungen in diversifizierten Sektoren und Industrien beeinträchtigt werden, insbesondere im Agrarsektor, in der Futtermittel-, Pharma-, Kosmetik-, Chemie-, Metall-, Erneuerbare-Energien- und Automobilindustrie sowie auf dem Ernährungsmarkt. Für den Agrarsektor stellt AlzChem unter anderem Düngemittel (unter dem Markennamen Perlka(r)) und Agrochemikalien (unter dem Markennamen Dormex(r) und anderen Markennamen) her, die von Landwirten eingesetzt werden. Die Nachfrage nach den Produkten von AlzChem in diesem Sektor ist vom Produktionsniveau bei Agrarprodukten abhängig, weshalb AlzChem saisonalen Schwankungen sowie meteorologischen und klimatischen Bedingungen ausgesetzt ist. AlzChem verkauft seine Produkte in der Regel nicht direkt an Landwirte, sondern vertreibt sie über Großhändler oder Importeure. Daher kann AlzChem durch Veränderungen beim Einzelhandel in diesem Sektor, beispielsweise eine potenzielle Verlagerung zu anderen Großhändlern oder Importeuren oder zur Direktvermarktung, beeinträchtigt werden. Darüber hinaus sind die Produkte von AlzChem auf bestimmte Methoden der industrialisierten Landwirtschaft ausgelegt. Daher könnte eine Verschiebung der Verbraucherpräferenzen hin zu Agrarerzeugnissen aus nicht industrialisierter Landwirtschaft indirekt zu einer sinkenden Nachfrage nach den Produkten von AlzChem führen. Der technologische Fortschritt, etwa im Bereich der Gentechnologie, kann zu einem verstärkten Einsatz anderer landwirtschaftlicher Methoden führen, für die die Produkte von AlzChem nicht mehr länger oder nur in geringem Maße benötigt werden. Für die Futtermittel- und Agrochemieindustrie produziert AlzChem Futtermittelzusatzstoffe (unter dem Markennamen Creamino(r)) und Biozide für die Schweinezucht (unter dem Markennamen Alzogur(r)). Die Futtermittelzusatzstoffe und Biozide von AlzChem erfüllen insbesondere die Anforderungen der industrialisierten Erzeugung. Eine Änderung der Verbrauchergewohnheiten und -präferenzen, beispielsweise ein zunehmender Trend, nur Fleisch aus biologischer Tierzucht zu verzehren, könnte zu einem Rückgang der Nachfrage nach den Produkten von AlzChem führen. Falls Verbraucher sich dazu entscheiden, weniger Fleisch zu konsumieren, ist es grundsätzlich möglich, dass sich dies negativ auf die Nachfrage nach den Produkten von AlzChem auswirkt. Für die Pharma-, Kosmetik- und Chemieindustrie produziert AlzChem bestimmte chemische Bausteine, wie etwa Dicyandiamid und Guanidinsalze. Die Arzneimittel, für die die chemischen Bausteine von AlzChem verwendet werden, durchlaufen in der Regel einen Produktlebenszyklus, an dessen Ende eine neue Generation des Arzneimittels auf den Markt gebracht wird. Somit besteht das Risiko, dass die chemischen Bausteine von AlzChem in künftigen Generationen der betroffenen Arzneimittel nicht mehr benötigt werden oder seitens der Kunden von AlzChem von einem anderen Anbieter bezogen werden. Die Kosmetika, für die die chemischen Bausteine von AlzChem verwendet werden, richten sich an Verbraucher; dadurch ist AlzChem den zyklischen Schwankungen dieser Verbrauchermärkte ausgesetzt. Bei den Produkten von AlzChem für die chemische Industrie ist AlzChem insbesondere dem Risiko eines Nachfragerückgangs infolge eines Wirtschaftsabschwungs ausgesetzt. Für die Metallindustrie stellt AlzChem u. a. Gemische zur Roheisenentschwefelung auf Basis von Calciumcarbid (CaD) her. Diese kommen typischerweise in der Stahlindustrie zum Einsatz, die konjunkturellen Schwankungen infolge der Entwicklungen in ihren Zielindustrien, wie etwa der Automobilindustrie oder Bauwirtschaft, unterliegt. Demzufolge ist die Nachfrage nach den Produkten von AlzChem in der Metallindustrie dem Risiko eines Wirtschaftsabschwungs ausgesetzt. Zudem können technologische Veränderungen in der Stahlproduktion, wie etwa eine mögliche Verlagerung hin zur Stahlproduktion aus Schrott, bei der keine Entschwefelung erforderlich ist, zu einem Rückgang der Nachfrage nach den Produkten von AlzChem führen. Darüber hinaus befinden sich die Kunden von AlzChem aus der Metallindustrie derzeit überwiegend in Europa, da der Transport einiger der an diese Industrie verkauften Produkte von AlzChem über längere Strecken unverhältnismäßig teuer wäre. In der Vergangenheit hat die europäische Stahlindustrie gegenüber den Wettbewerbern aus China an Boden verloren und einen Trend zur Konsolidierung verzeichnet. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Entwicklungen auch negative Auswirkungen auf AlzChem haben werden. Für den Erneuerbare-Energien-Sektor produziert AlzChem Siliziumnitrid für die Herstellung von Solar-Wafern für Photovoltaikzellen (unter dem Markennamen Silzot SQ(r)) und Verbundwerkstoffe, die unter anderem bei Rotorblättern für Windenergieanlagen zum Einsatz kommen (unter dem Markennamen DYHARD(r)). Somit ist AlzChem den Entwicklungen in der Photovoltaik- und Windenergieindustrie ausgesetzt. Bei beiden handelt es sich um innovative Industrien mit Potenzial für kontinuierliche technologische Veränderungen, die zu einem Rückgang der Nachfrage nach den Produkten von AlzChem führen oder diese sogar überflüssig machen könnten. Die Photovoltaikindustrie und die Windenergieindustrie sind von der Preisentwicklung bei Strom aus anderen Energiequellen, von verfügbaren Fördermitteln oder vergleichbaren regulatorischen Maßnahmen zur Förderung Erneuerbarer Energien und von einem politischen Umfeld, das eine Umstellung von fossilen und atomaren auf erneuerbare Energiequellen anstrebt, abhängig. In diesem Zusammenhang könnte eine Verschiebung der politischen Rahmenbedingungen in den USA negative Auswirkungen auf die Photovoltaikindustrie und die Windenergieindustrie haben.8 Überdies hinaus, kündigte die chinesische Regierung im Juni diesen Jahres an, dass es Maßnahmen zur Regulierung einer übersättigten Solarindustrie ergreifen werde. China liefert inzwischen mehr, als die Nachfrage verlangt. Die Ankündigung offenbarte, wie sehr chinesische Solarunternehmen auf staatliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind. In einer gemeinsamen Ankündigung der chinesischen Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), des Finanzministeriums und der Nationalen Energieverwaltung heißt es, dass staatliche Förderungen für die Nutzung erneuerbarer Energien reduziert würden. Die zentralen Behörden senken die nationalen Einspeisetarife für solar erzeugte Energie um 0,63 Cent pro Kilowattstunde. So berichtet es die staatlichen Tageszeitung People's Daily am 4. Juni. Darüber hinaus haben die Kommunen den Bau von geförderten Solarprojekten bis auf weiteres ausgesetzt. Unterdessen gehen Chinas staatliche Mittel für die Subventionierung von Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien zur Neige. Nach einem Bericht der chinesischen Technologie-Nachrichten-Website OFweek vom 5. Juli hatte der Staatsfonds Ende 2017 ein Defizit von 14,1 Milliarden Euro. Davon wurden 5,7 Milliarden Euro allein für Solarsubventionen ausgegeben, so die Daten der nationalen Energieverwaltung. Der OFweek-Bericht stellt fest, dass, wenn die NDRC die nationale Kürzung im Juni nicht angekündigt hätte, das Defizit der staatlichen Fonds für Solarsubventionen bis Ende 2018 auf 10,2 Milliarden, bis 2019 auf 12,20 Milliarden und bis 2020 auf 15 Milliarden Euro angestiegen wären. Solaranlagenhersteller weltweit sind im Wettbewerb mit ihren chinesischen Konkurrenten immer noch im Nachteil9 Für die Automobilindustrie stellt AlzChem unter anderem Nitroguanidin, das als Treibladung für Airbags eingesetzt wird, und Epoxidharzhärter (unter dem Markennamen DYHARD(r)) her, der als Strukturklebstoff bei der Montage von Metallteilen als Alternative zum Schweißen oder Nieten zum Einsatz kommt. Somit ist AlzChem den Entwicklungen in der Automobilindustrie ausgesetzt, insbesondere der Entwicklung der Nachfrage nach Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen. Inwiefern die jüngsten Ankündigungen des US - Präsidenten in Bezug auf die Anhebung bzw. Einführung von Zöllen auf Automobile Auswirkungen haben werden, lässt sich aktuell schwierig einschätzen. Ein weit größerer Hebel auf die Nachfrage entfaltet sich durch den direkten Zusammenhang mit der Lage der Weltwirtschaft. So würde sich beispielsweise eine weitere wirtschaftliche Abkühlung in China, das mittlerweile den weltweit größten Markt für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge bildet, nachteilig auf die Nachfrage nach Fahrzeugen auswirken. Im Ernährungssektor stellt AlzChem Nahrungsergänzungsmittel (unter den Markennamen Creapure(r) und Alipure(r)) her. Diese Produkte richten sich an Verbraucher. Demzufolge ist AlzChem bei seinen Nahrungsergänzungsmitteln den zyklischen Schwankungen der Verbrauchermärkte ausgesetzt. Zudem hängt die Nachfrage nach den Ernährungsprodukten von AlzChem von der allgemeinen Akzeptanz von Nahrungsergänzungsmitteln ab. In bestimmten Segmenten und Industrien, in denen AlzChem tätig ist, passen die Kunden typischerweise ihre Beschaffungsaktivitäten an die erwarteten Wachstumsraten auf ihrem jeweiligen Markt an. Bei einem tatsächlichen oder erwarteten Wirtschaftsabschwung bemühen sich diese Kunden um eine Verringerung ihres Betriebskapitals und ihrer Lagerbestände, was zu einem erheblichen Rückgang des Absatzvolumens der Produkte von AlzChem führen kann. In Zeiten des Aufschwungs stocken Kunden ihre Lagerbestände tendenziell wieder auf, was eine höhere Nachfrage nach den Produkten von AlzChem zur Folge haben kann. Dieser Auf- und Abbau von Lagerbeständen beeinflusst sowohl die tatsächliche als auch die prognostizierte Nachfrage nach den Produkten von AlzChem und kann zu unerwarteten oder unerwartet starken Nachfrageschwankungen führen. Dies wiederum kann unerwartete Änderungen der Produktionsvolumen und der Auslastung der Produktionskapazitäten bei AlzChem zur Folge haben, die aufgrund der Kosten und Investitionen für den Betrieb der Produktionsstätten von AlzChem in hohem Maße mit dem Betriebsergebnis des Unternehmens korrelieren. Ein Rückgang der Nachfrage auf einem der Märkte von AlzChem, der auch in Zeiten einer im Allgemeinen guten Wirtschaftslage möglich ist, kann wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem haben. In Bezug auf das Marktrisiko geht das Management von einer mittleren bis hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und von einer geringen bis mittleren Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus.
8
Trump verkündet Ausstieg aus Pariser Klimaschutzabkommen. In: Die Zeit, 2. Juni 2017.
abgerufen am 2. Juni 2017 4.1.1.3. WETTBEWERBSRISIKOAlzChem sieht sich mit seinen verschiedenen Produkten Wettbewerb in unterschiedlicher Intensität gegenüber. In einigen Bereichen ist AlzChem regionaler Marktführer, weil internationale Wettbewerber - aufgrund der geografischen Distanz der Region und der chemischen Spezifikationen der betroffenen Produkte - in diesen Regionen weniger aktiv sind. In anderen Bereichen herrscht hingegen intensiver Wettbewerb. Auf einigen maßgeblichen Märkten von AlzChem kommen die Hauptwettbewerber aus China und Indien und profitieren von Kostenvorteilen in den Bereichen Personal, Energie, Abfallentsorgung und Umwelt in diesen Ländern. Auf anderen Märkten konkurriert AlzChem mit gut etablierten und starken Wettbewerbern aus führenden Industrieregionen, die häufig weltweit tätig sind und globale Vertriebsnetze besitzen. Einige Wettbewerber von AlzChem - hauptsächlich in Schwellenländern - liefern bestimmte Produkte möglicherweise unterhalb der üblichen Marktpreises und zwingen AlzChem so zur Senkung seiner Verkaufspreise, was wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Margen und Rentabilität von AlzChem haben könnte. Verschiedene Faktoren können Einfluss auf den Preis haben, zu dem ein Wettbewerber zur Lieferung seiner Produkte bereit ist, darunter auch der Zugang zu günstigen Rohstoffen und staatlichen Fördermitteln, zu denen AlzChem keinen Zugang hat. Zudem könnten im Staatseigentum stehende oder staatlich unterstützte Wettbewerber auf Maßnahmen, wie Kapazitätssteigerungen und/oder Preissenkungen auf Dumping-Niveau, zurückgreifen. Die Fähigkeit von AlzChem zur Aufrechterhaltung oder Steigerung der Rentabilität ist abhängig von der Fähigkeit des Unternehmens, sinkende Preise und Margen bei seinen Produkten durch eine Verbesserung der Produktionseffizienz und Steigerung der Absatzvolumen auszugleichen, sich auf individualisierte Produkte mit höheren Margen zu konzentrieren und bestehende Produkte und ihre Anwendungen durch Innovationen zu verbessern - allesamt Maßnahmen, die Wettbewerber möglicherweise besser und kosteneffizienter umsetzen können als AlzChem. Bei vielen Produkten von AlzChem erfolgt der Wettbewerb neben dem Preis noch über andere Kriterien, etwa über die Leistungsfähigkeit und Qualität des Produkts, Preisfestsetzungsstrategien, Produktverfügbarkeit und Liefersicherheit. Es ist möglich, dass Wettbewerber erfolgreicher dabei sind, die Kundenanforderungen an Produkteigenschaften zu erfüllen und kosteneffizient zu produzieren. In der Zukunft könnte sich der Preiswettbewerb bei einem größeren Teil der Produkte von AlzChem intensivieren, was AlzChem zu Preissenkungen zwingen könnte. Der Wettbewerb könnte sich zudem durch neue Marktteilnehmer oder Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit konsolidieren und so Skaleneffekte erzielen, intensivieren. Einige Wettbewerber von AlzChem verfügen über höhere Produktionskapazitäten als AlzChem oder könnten diese aufbauen und besitzen möglicherweise umfangreichere finanzielle Ressourcen. Diese Wettbewerber könnten zudem eine wesentlich höhere operative und finanzielle Flexibilität als AlzChem besitzen. Infolgedessen könnten diese Wettbewerber besser dazu in der Lage sein, Volatilität auf ihrem jeweiligen Markt, Preisänderungen bei Rohstoffen oder Energie oder ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen standzuhalten. Zudem könnte sich AlzChem einem zunehmenden Wettbewerb durch Unternehmen ausgesetzt sehen, die Produkte auf Basis alternativer Materialien, Technologien und Prozesse anbieten und die möglicherweise wettbewerbsfähiger oder im Hinblick auf Preis oder Leistungsfähigkeit überlegen sind und so derzeitige Kunden von AlzChem gewinnen, was zu einem Umsatzrückgang bei AlzChem führen könnte. Der Eintritt eines oder mehrerer der vorstehend beschriebenen Risiken könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem haben. In Bezug auf das Wettbewerbsrisiko geht das Management von einer mittleren bis hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und von einer geringen bis mittleren Auswirkung auf die Vermögens, Finanz- und Ertragslage aus. 4.1.1.4. SUBSTITUTIONSRISIKENEine Substitution von wesentlichen Produkten im Portfolio der AlzChem-Gruppe wird aktuell als wenig wahrscheinlich angesehen. Im Bereich der chemischen Erzeugnisse besteht das latente Risiko, dass einzelne Verbindungen durch andere chemische Substanzen bzw. Verbindungen ersetzt werden. Dies wird jedoch in einem so geringen Umfang erwartet, dass die Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sehr gering sein wird. Im Marktumfeld der Landwirtschaft sowie der Metallurgie besteht ein latentes Risiko für die Substitution bestimmter Substanzen, z. B. bei magnesiumbasierter Roheisenentschwefelung anstatt calciumcarbidbasierter Roheisenentschwefelung oder bei der Verwendung von Kalkammonsalpeter 27 % N bzw. Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung 30 % N anstatt Perlka(r). Diesen Risiken begegnet die Gruppe durch die Entwicklung kundenspezifischer Produkte, eine intensive technische Betreuung und Beratung der Kunden sowie eine gemeinsame (Neu-) Produktentwicklung, speziell auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. Besonders im landwirtschaftlichen Umfeld sind eine Anwendungsberatung sowie ein intensiver Kundenkontakt erforderlich, so dass AlzChem durch die etablierten Strukturen in der Lage ist, die Nettorisiken deutlich zu reduzieren, und somit auch hier die Auswirkung auf die Vermögens, Finanz- und Ertragslage als sehr gering bis gering eingestuft werden kann. Neben den Substitutionsrisiken des Marktes, ist die Gruppe auch dem Risiko durch Substitutionen, basierend auf Verordnungen und Gesetzen ausgesetzt. AlzChem arbeitet hier sehr eng mit einer Vielzahl von renommierten Wissenschaftler zusammen, um alle aktuellen sowie zukünftigen rechtlichen Rahmenbedingungen einhalten zu können. Nichtsdestotrotz kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Substanzen kurz-, mittel- oder langfristig nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen. In Bezug auf die Substitutionsrisiken geht das Management von einer sehr geringen bis geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und von einer mittel bis hohen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. 4.1.1.5. VERTRIEBSRISIKENTrotz der hohen Produktdiversifikation des Gruppenportfolios kommt es zu einer gewissen Konzentration auf der Abnehmerseite. AlzChem beliefert eine Vielzahl der Global Player der weltweiten Chemiebranche und ist somit einem branchenimmanenten Risiko ausgesetzt. Diesem wird mit einer breitgefächerten Produktpalette sowie einer vertragsbasierten Zusammenarbeit begegnet. Parallel zu den kundenspezifischen Produktentwicklungen werden Substanzen für verschiedenste Anwendungsgebiete beforscht, bemustert und hergestellt. Die Umstellung des Creamino Vertriebs auf Eigenvertrieb könnte dazu führen, dass die Kunden weniger kaufen, da AlzChem weniger bekannt ist und nicht als Futtermittelexperte wahrgenommen wird. In Bezug auf das Vertriebsrisiko geht das Management von einer sehr geringen bis geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und von einer mittel bis hohen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. 4.1.2. FINANZMARKTRISIKEN4.1.2.1. WÄHRUNGSRISIKODie Berichtswährung von AlzChem ist der Euro (EUR). Jedoch besitzt AlzChem Tochterunternehmen in den USA, in Schweden und in China, deren Rechnungslegung in der jeweiligen lokalen Währung erfolgt, d. h. in US-Dollar bzw. schwedischen Kronen bzw. chinesischem Renminbi. Zudem ist AlzChem in einer großen Anzahl von Ländern auf der ganzen Welt tätig. Demzufolge ist AlzChem Risiken aufgrund von Wechselkursschwankungen ausgesetzt, insbesondere im Hinblick auf den Wechselkurs von Euro zu US-Dollar (USD), chinesischen Renminbi (CNY),japanischen Yen (JPY) und schwedischen Kronen (SEK). Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Tochterunternehmen werden zu dem am Ende der jeweiligen Berichtsperiode geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet. Gewinn- und Verlustrechnungen von ausländischen Tochterunternehmen werden zum durchschnittlichen Wechselkurs in der Periode in Euro umgerechnet. Dementsprechend steigt oder sinkt bei Wertschwankungen anderer Währungen gegenüber dem Euro das sonstige Ergebnis und somit das Eigenkapital von AlzChem. Gruppenunternehmen von AlzChem schließen Geschäfte in anderen Währungen als ihren funktionalen Währungen ab. Diese Geschäfte werden in der anwendbaren funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft verbucht, wobei der Wechselkurs am Tag der erstmaligen Buchung verwendet wird. Spätere Änderungen dieses Wechselkurses führen zu Gewinnen oder Verlusten aus Währungsumrechnung, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen werden. Somit ist AlzChem dem Risiko ausgesetzt, (i) dass bei der Währungsumrechnung Verluste entstehen und (ii) dass etwaige Erträge aus der Währungsumrechnung niedriger ausfallen als in früheren Perioden. Zusätzliche Währungsrisiken ergeben sich aus Wechselkursänderungen bei verbuchten finanziellen und betrieblichen Positionen (einschließlich Forderungen und Verbindlichkeiten) sowie bei erwarteten betrieblichen Positionen. Zu diesen Positionen zählen Rohstoffe und/oder der Verkauf von Produkten, deren Preise auf andere Währungen als die funktionale Währung der operativen Einheit lauten. Ungünstige Wechselkursänderungen können höhere Kosten oder niedrigere Absätze als diese bei Vertragsabschluss erwartet wurden sowie niedrigere Margen zur Folge haben. Die von den Gruppenunternehmen von AlzChem in Fremdwährungen abgeschlossenen Geschäfte beziehen sich auf die Beschaffung von Rohstoffen und den Verkauf von Waren. Insbesondere erfolgt der Rohstoffeinkauf von AlzChem zu einem bedeutenden Teil in USD. Darüber hinaus findet ein erheblicher Teil der Verkäufe von AlzChem in USD und JPY statt. Auch wenn die auf USD lautenden Ein- und Verkäufe von AlzChem in gewissem Umfang eine "natürliche Absicherung" bilden, beliefen sich in den Berichtsperioden die Kosten der auf USD lautenden Einkäufe auf weniger als die Hälfte des Werts der auf USD lautenden Verkäufe in den entsprechenden Perioden. Demzufolge können Änderungen des Wechselkurses des USD und/oder JPY gegenüber dem Euro erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage von AlzChem haben. Neben den unmittelbaren Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung von AlzChem und somit die konsolidierte Eigenkapitalausstattung des Unternehmens können Wechselkursschwankungen auch Auswirkungen auf das operative Geschäft von AlzChem haben. Änderungen der Wechselkurse (z. B. eine Aufwertung des EUR gegenüber dem JPY und eine Abwertung des EUR gegenüber dem USD) hätten negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von AlzChem in bestimmten Märkten. Risiken aus Wechselkursschwankungen und eine unzureichende Absicherung gegen diese könnten wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als mittel bis hoch angesehen, allerdings werden die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als sehr gering bis gering eingestuft. 4.1.2.2. KAPITALMARKTENTWICKLUNGEN ALS RISIKO FÜR PENSIONSVERPFLICHTUNGENDer AlzChem-Konzern hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitern aus Pensions- und anderen pensionsähnlichen Leistungszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, wie Diskontierungssatz, Sterbewahrscheinlichkeiten, Lohn- und Gehaltssteigerungsraten und Rentensteigerungsraten, können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen zur Folge haben. Die nach den Vorgaben des IAS 19 ermittelte Pensionsrückstellung wurde in Höhe von TEUR 107.218 in der AlzChem-Gruppe bilanziert. Änderungen des Diskontierungssatzes entfalten c. p. deutliche Effekte innerhalb der Bilanz (Eigenkapital) sowie Gewinn- und Verlustrechnung (Personalaufwand, Finanzergebnis). Die Gruppe trägt diesem Umstand in der Form Rechnung, dass regelmäßige Neubewertungen der Verpflichtungen erfolgen und somit eine hohe Aktualität der bilanzierten Werte sichergestellt In Bezug auf das Zinsrisiko geht das Management von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und von mittleren bis hohen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus. Der Vorstand lässt in regelmäßigen Abständen Szenariobetrachtungen im Hinblick auf die Einhaltung der Financial Covenants-Kennzahlen durchführen und stellt somit sicher, dass Veränderungen frühzeitig erkannt und hierauf basierend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. 4.1.3. REGULATORISCHE RISIKEN4.1.3.1. ENERGIERECHTIn Deutschland profitiert AlzChem gegenwärtig von Kosten- und Steuerreduzierungen sowie Befreiungsreglungen für Stromkosten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ("EEG"), des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes ("KWKG"), der Stromnetzentgeltverordnung ("StromNEV"), der Strompreiskompensation und bestimmter Befreiungsregelungen im Hinblick auf die Stromsteuer. Alle diese Regelungen ermöglichen energieintensiven Industrien einen Betrieb mit einem niedrigeren Stromkostenniveau, um ihre allgemeine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Zusammen genommen führen diese Regelungen zu erheblichen Verringerungen der Stromkosten von AlzChem. Ohne diese Nachlässe wäre AlzChem nicht zu einem wettbewerbsfähigen Betrieb in der Lage und hätte in allen Berichtsperioden negative Betriebsergebnisse ausgewiesen. Insofern liegt für den Konzern eine entwicklungsbeeinträchtigende Tatsache vor. Das EEG regelt die finanzielle Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Zudem sieht es als Grundprinzip vor, dass Versorgungsunternehmen zur Finanzierung der Förderung von erneuerbaren Energien für jede kWh Strom, die sie an Endverbraucher liefern, die sogenannte EEG-Umlage zahlen müssen. Die Versorgungsunternehmen stellen die EEG-Umlage wiederum den Endverbrauchern in Rechnung. Unter bestimmten Voraussetzungen sieht das EEG jedoch Reduzierungen der EEG-Umlage für stromintensive Unternehmen10 aus ausgewählten Branchen vor. Diese Reduzierung kann jährlich auf Antrag vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ("BAFA") gewährt werden. AlzChem hat in der Vergangenheit an drei Abnahmestellen von Reduzierungen der EEG-Umlage profitiert und nimmt diese Reduzierungsregelung11 auch im Jahr 2018 in Anspruch. 2018 muss AlzChem 2 EEG Anträge, aufgrund des nach Energierecht durch die Ausgliederung des Netzbetriebes entstandenen Rumpfwirtschaftsjahres, stellen. ![]() Die StromNEV enthält Vorschriften zu Netzentgelten. Gemäß § 19 Abs. 2 StromNEV haben energieintensive Unternehmen, die an einer Abnahmestelle mindestens 10 GWh verbrauchen und eine Benutzungsstundenzahl von mindestens 7.000 Stunden12 im Jahr erreichen, Anspruch auf ein individuelles Netzentgelt für die jeweiligen Abnahmestelle. Auf dieser Grundlage profitiert AlzChem derzeit von reduzierten Netzentgelten für die Abnahmestellen in Hart und Trostberg. Die vollständige Befreiung von Netzentgelten, die Deutschland 2012 und 2013 nach dem früheren § 19 Abs. 2 S. 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) großen Stromverbrauchern gewährte, verstieß aus Sicht der EU-Kommission gegen EU-Beihilferegeln, wie sie in ihrer am 28.05.2018 erlassenen "gemischten Entscheidung festlegte. Jetzt muss Deutschland die illegalen Beihilfen zurückfordern. Das Bundeswirtschaftsministerium stellt das in einer Medienmitteilung allerdings so dar: "Die damaligen Reduzierungen wurden grundsätzlich beihilferechtlich genehmigt, das aktuelle System der Stromnetzentgeltverordnung bleibt unangetastet und es gibt nur sehr begrenzte Rückforderungen". Dieses materialisierte Risiko ist in der GuV und Bilanz abgebildet. Auch die früheren Netzentgeltreduzierungen seien von Brüssel genehmigt worden. Nur "für einige Altfälle kommt es hingegen zu teilweisen Rückforderungen, da die vollständige Netzentgeltbefreiung, die im Jahr 2011 eingeführt wurde, von der Europäischen Kommission nicht genehmigt worden ist". Weiter heißt es in der BMWi-Medienmitteilung: "Mit der heutigen Entscheidung wird ein Beihilfeverfahren abgeschlossen, das vor etwa sieben Jahren begonnen wurde. Das aktuelle, seit 2014 geltende System der teilweisen Befreiung von Netzentgelten im Sinne des heutigen § 19 Abs. 2 S. 2 StromNEV bleibt unangetastet und ist damit beihilferechtlich abgesichert. Das ist eine wichtige und gute Nachricht für Unternehmen, da hiermit Rechtssicherheit hergestellt wird."13 EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager begründete dagegen die Brüsseler Entscheidung u.a. so: "Alle Stromverbraucher müssen die Netzbetreiber für die Dienste, die sie nutzen, bezahlen. Wenn bestimmte große Stromverbraucher von diesen Entgelten befreit werden, stellt dies eine unfaire Bevorteilung dar. Zudem wird die Last für die übrigen Verbraucher erhöht"14 , begründete Entscheidung. Die Untersuchungen der Kommission hatten ergeben, dass die in den Jahren 2012 und 2013 gewährte vollständige Befreiung eine staatliche Beihilfe für die befreiten Stromverbraucher darstellte, da die Kosten aus der Paragraph-19-Umlage - also aus staatlichen Mitteln - gedeckt wurden. Die Befreiung im Jahr 2011 sei hingegen nicht als staatliche Beihilfe anzusehen, weil die Kosten von den Netzbetreibern selbst getragen und somit nicht vom Staat finanziert worden seien. Wie die EU-Kommission weiter mitteilt, gibt es nach den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen selbst bei konstantem Stromverbrauch keine objektive Rechtfertigung für eine vollständige Befreiung von Stromverbrauchern von Netzentgelten. Alle Verbraucher sollten für die Kosten aufkommen, die sie dem Netz verursachen. Deutschland hatte im Zuge der Untersuchung nachgewiesen, dass die Großverbraucher und Abnehmer mit konstantem Verbrauch in den Jahren 2012 und 2013 aufgrund ihres konstanten und vorhersehbaren Verbrauchs geringere Kosten verursachten als andere Verbraucher. Aus Sicht der EU-Kommission rechtfertigt dieser Sachverhalt eine teilweise Verringerung der Netzentgelte für diese beiden Jahre. Jetzt müsse Deutschland nach der im Beschluss der Kommission festgelegten Methode für jeden Begünstigten der Befreiung die Höhe der von ihm in den Jahren 2012 und 2013 verursachten Netzkosten ermitteln und dann die illegalen Beihilfen von den einzelnen Begünstigten zurückfordern. Im Rahmen des KWKG wird eine moderate Finanzierung für Kraft-Wärme-Kopplung ("KWK") bereitgestellt. Diese Finanzierung beruht auf einem Aufschlag auf die Netzentgelte (KWKG-Umlage) und führt somit zu einem Anstieg der allgemeinen Energiepreise. Dieser Aufschlag wird bei einem jährlichen Verbrauch von bis zu 1 GWh grundsätzlich in voller Höhe erhoben. Energieintensive Unternehmen, wie AlzChem, profitieren jedoch von einer Begrenzung der KWKG-Umlage. Nach Besprechungen zwischen der deutschen Regierung und der Europäischen Kommission wurden das KWKG und insbesondere die Regelung für energieintensive Unternehmen geändert, um sie in Einklang mit den EU-Vorschriften zu staatlichen Beihilfen zu bringen. Gemäß den neuen Vorschriften, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten sind, haben Unternehmen, die die Anforderungen für eine Reduzierung der EEG-Umlage erfüllen, auch Anspruch auf eine Reduzierung der KWKG-Umlage. In ihrer Pressemitteilung vom 23. Mai 201715 hat die EU-Kommission nach den EU-Beihilfevorschriften die Ermäßigung für Umlagen für energieintensive Unternehmen genehmigt. Im Rahmen der Strompreiskompensation können geeignete Unternehmen staatliche Beihilfen beantragen, um sich für die steigenden Strompreise infolge des Emissionshandels finanziell entschädigen zu lassen. Die staatlichen Beihilfen sind auf Unternehmen aus bestimmten Wirtschaftssektoren mit besonders stromintensiven Produktionsprozessen - wie AlzChem -beschränkt. Der Zuschuss wird nach dem Ermessen der zuständigen Behörde auf Antrag durch den Begünstigten gewährt; ein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Beihilfen besteht nicht. Unternehmen konnten erstmals im Jahr 2014 eine Kompensation für indirekte C02 -Kosten in 2013 beantragen. AlzChem wurde in der Vergangenheit eine Strompreiskompensation bewilligt. Auch für die Zukunft erwartet AlzChem, eine solche Strompreiskompensation zu erhalten. Jedoch gilt die Strompreiskompensation nur bis zum Jahr 2020 und ist jährlich auf einen festen Gesamtbetrag begrenzt. Darüber hinaus wird die staatliche Beihilfe von 2013 bis 2020 schrittweise zurückgefahren. Ferner wurden in der Strompreiskompensation der Preis für CO2 -Zertifikate festgeschrieben. Die Marktpreise für C02 -Zertifikate sind seither deutlich angestiegen. Ferner profitiert AlzChem als Verteilnetzbetreiber derzeit von einer Vereinbarung mit einem benachbarten Verteilnetzbetreiber, nach der beide Parteien ein Pooling von zwei Netzanschlüssen und die Berechnung eines gemeinsamen Netzentgelts vornehmen. Bei einer gepoolten Berechnung von Netznutzungsentgelten sinken die Netzentgelte in der Regel, weil die kostenintensiven Lastspitzen begradigt werden. Das Pooling ist für AlzChem somit vorteilhaft, da es die Netznutzungsentgelte reduziert. Laut einer aktuellen gerichtlichen Entscheidung ist es jedoch derzeit unklar, ob die Rechtsgrundlage für dieses Pooling, § 17 Abs. 2a StromNEV, Bestand hat. Ferner kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Voraussetzungen oder der Umfang der vorstehend genannten Kosten- und Steuerreduzierungen sowie Befreiungsreglungen -die Reduzierungen der EEG-Umlage,
- durch neue gesetzliche Vorschriften geändert werden, dass diese Rechte abgeschafft werden, dass Regulierungsbehörden ihren Ermessensspielraum im Hinblick auf diese Sonderrechte zum Nachteil von AlzChem ausüben oder dass durch Rechtsprechung gesetzliche Vorschriften zum Nachteil von AlzChem konkretisiert werden. Auch wenn es wahrscheinlich ist, dass einige Kosten- und Steuerreduzierungen und Befreiungsreglungen für energieintensive Industrien in der Zukunft weitgehend beibehalten werden, um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern, besteht gleichzeitig eine allgemeine gesetzgeberische Tendenz - häufig ausgelöst durch EU-Kontrollen zu staatlichen Beihilfen - zum Abbau entsprechender Vorrechte. Kosten- und Steuerreduzierungen sowie Befreiungsreglungen für energieintensive Unternehmen wurden bzw. werden in der politischen Debatte in regelmäßigen Abständen kritisiert und Vertreter bestimmter politischer Parteien haben immer wieder eine Abschaffung der bestehenden Rechte gefordert. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass in 2018 bzw. zukünftig, politisch getrieben, die Abschaffung der Rechte für energieintensive Industrien gefordert wird. Darüber hinaus haben gesetzgeberische Maßnahmen in anderen Bereichen der Energieregulierung, wie etwa Beschränkungen hinsichtlich der Stromerzeugung aus Atomkraft in Deutschland sowie staatliche Unterstützungsmaßnahmen für erneuerbare Energien, zu einem allgemeinen Anstieg der Energiekosten geführt und können dies auch künftig tun. Alle diese Aspekte bergen ein hohes Risiko, dass AlzChem bedeutend höhere Energiepreise zahlen muss, was wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem hätte. In Bezug auf die Risikoeinschätzung im Zusammenhang mit Änderungen dieses komplexen Rechtsgebiets geht das Management von einer sehr geringen bis geringen Eintrittswahrscheinlichkeit,jedoch von einer sehr hohen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus.
10
Die besondere Ausgleichsregelung wurde vonseiten der EU-Kommission im Juli 2014 für
zehn Jahre beihilfenrechtlich genehmigt.
13
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2018/20180528-europaeische-komission-schliesst-langjaehriges-beihilfeverfahren-zu-netzentgeltbefreiung-ab.html 4.1.3.2. BREXITDie AlzChem Gruppe unterhält auch Geschäftsbeziehungen mit den britischen Inseln. Aufgrund des eher untergeordneten Umfangs, geht die Gruppe heute zwar mit einer mittleren bis hohen Eintrittswahrscheinlichkeit davon aus, dass es auch im B2B Geschäft zu nachhaltigen Veränderungen und bzw. administrativen Hürden kommen wird, diese jedoch von keiner wesentlichen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sein werden. 4.1.4. COMPLIANCE-RISIKENDer AlzChem-Konzern betreibt Produktionen in Deutschland und Schweden sowie Vertriebsgesellschaften in USA und China, so dass bereits aufgrund der komplexen internationalen und nationalen Rechtslage das latente Risiko einer Regelverletzung vorliegt. Aus diesem Grund hat der Konzern einen Compliance Manager bestellt und eine Compliance-Organisation aufgebaut. Unser Compliance-Managementsystem hat zum Ziel, das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln unserer Mitarbeiter sicherzustellen. Potenzielle Zuwiderhandlungen sollen schon im Vorfeld erkannt und systematisch unterbunden werden. Das Compliance-Managementsystem leistet folglich einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Compliance in unseren operativen Geschäftseinheiten und deren Prozessen. Regelmäßige Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter in Deutschland, Schweden, USA und China sollen das Verständnis und die Sensibilität gegenüber dem Themenkomplex verstärken. In Bezug auf das Risiko der grundsätzlichen Compliance-Verstöße geht das Management von einer hohen Wirkung der aufgestellten Organisation aus, so dass eine sehr geringe Eintrittswahrscheinlichkeit sowie eine sehr geringe negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gesehen werden. 4.1.5. RECHTS-, PROZESS- UND GESETZESÄNDERUNGSRISIKENDer AlzChem-Konzern ist zahlreichen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt. Dazu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz. Aktuell befindet sich die Gruppe in keinen wesentlichen Gerichts- oder Schiedsverfahren, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns haben könnten. Die geschäftlichen Aktivitäten von AlzChem, insbesondere die Standorte, die Anlagen, die Produkte und die operative Tätigkeit des Unternehmens, müssen eine Vielzahl unterschiedlicher regulatorischer Anforderungen in den Ländern, in denen AlzChem tätig ist, einhalten und werden von diesen beeinflusst. Der regulatorische Rahmen für die Geschäftstätigkeit von AlzChem unterliegt laufenden gesetzgeberischen Änderungen und Entwicklungen, die kostenintensive Compliance-Maßnahmen erforderlich machen können. Insbesondere der regulatorische Rahmen für Umweltschutz-, Gesundheits- und Sicherheitsangelegenheiten allgemein sowie für die Herstellung und das Inverkehrbringen von Produkten unterliegt häufigen Änderungen, die in den meisten Fällen zur Auferlegung strengerer Anforderungen führen. Diese strengeren Anforderungen resultieren in der Regel aus dem wissenschaftlichen Fortschritt oder aus einer Änderung der sozialen Akzeptanz von Risiken, die unter anderem für das aus gesundheits- und sicherheitssensiblen Produkten bestehende Produktportfolio von AlzChem relevant ist. Für AlzChem sind die ständige gesetzgeberische Veränderung und Entwicklung von großer Bedeutung, da das Unternehmen in regulierten Bereichen tätig ist, in denen Genehmigungen, Erlaubnisse, Bescheinigungen und andere Bewilligungen, wie etwa Produktgenehmigungen und wasserrechtliche Erlaubnisse, in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum gewährt werden und nur verlängert werden, wenn - möglicherweise geänderte - Anforderungen erfüllt werden. Es besteht grundsätzlich keine Gewissheit, dass AlzChem zur Verlängerung aller für seine Geschäftstätigkeit erforderlichen Genehmigungen, Bewilligungen, Bescheinigungen und Erlaubnisse in der Lage sein wird. Darüber hinaus können vorhandene Genehmigungen, Bewilligungen, Bescheinigungen und Erlaubnisse zu einem späteren Zeitpunkt von der zuständigen Behörde mit Einschränkungen oder Verpflichtungen versehen werden, um strengere rechtliche Anforderungen aufzuerlegen. Insbesondere können die vorhandenen Genehmigungen, Erlaubnisse, Bewilligungen, Registrierungen, Aufführungen in Listen oder sonstigen Formen von Genehmigungen von AlzChem für das Inverkehrbringen von Produkten aufgrund der sich weiterentwickelnden wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Grundlage für bestimmte Risikobewertungen bilden, zeitlich beschränkt oder widerrufen werden. Darüber hinaus wird in zahlreichen rechtlichen -insbesondere umweltrechtlichen - Vorschriften auf Undefinierte Rechtsbegriffe wie "Stand der Technik" oder "Stand von Wissenschaft und Technik" Bezug genommen. Aus diesem Grund kann es angesichts des technischen Fortschritts und der wissenschaftlichen Entwicklung erforderlich werden, Anlagen, Systeme und andere Einrichtungen sowie Abläufe und Produkte anzupassen, ohne dass eine ausdrückliche rechtliche Änderung vorliegt. In Deutschland sind bereits mehrere, für AlzChem relevante umweltrechtliche Änderungen absehbar, von denen die wichtigsten den Immissions- und Wasserschutz zum Gegenstand haben: die Störfallverordnung, die derzeit auf der Richtlinie 96/82/EG des Rates vom 9. Dezember 1996 ("Seveso II") basiert, wird durch die Richtlinie 2012/18/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 ("Seveso III") geändert. Der Umsetzungsprozess in Deutschland wurde Mitte Januar 2017 abgeschlossen. AlzChem erwartete insbesondere strengere Auflagen in Bezug auf die Antragsverfahren und öffentliche Beteiligung. Ferner fallen die Standorte in Hart und Sundsvall künftig unter die Störfallverordnung, da diese erstmals auch Calciumcarbid erfassen wird. AlzChem hat erfolgreich mehrere technische Maßnahmenpakete erstellt und kann so auch die geänderten gesetzlichen Anforderungen einhalten. Darüber hinaus liegt im Bereich des Immissionsschutzes ein Entwurf zur Anpassung der Ersten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Bundesimmissionsschutzgesetz (TA - Luft) mit Entwurfsstand 16.07.2018 vor. AlzChem geht davon aus, dass strengere Immissionsgrenzwerte eingeführt werden.16 Der Eintritt dieser geplanten Gesetzesänderung wird als hochwahrscheinlich angesehen. AlzChem verfolgt den Gesetzgebungsprozess intensiv und hat bereits interne Maßnahmen eingeleitet, um die drohenden und erheblichen Beeinträchtigungen der Geschäftstätigkeit und damit auch die indirekten wesentlichen und nachteiligen Auswirkungen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AlzChem zu minimieren. Beim Wasserrecht wurden die bestehenden Verordnungen der Bundesländer über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in einer einzigen Bundesverordnung zusammengeführt (in Kraft seit 1. August 2017). Insgesamt zeichnet sich eine erhebliche Zunahme der bürokratischen Belastung der Geschäftstätigkeit von AlzChem ab. AlzChem könnte zudem gegenwärtig oder künftig umweltrechtlichen und sonstigen Vorschriften unterliegen, von denen AlzChem bislang keine Kenntnis hat. Mit Abarbeitung aller neuen bzw. geänderten Regelungen ist nicht auszuschließen, dass heute noch nicht in Gänze abschätzbare Risiken, Anforderungen oder Einschränkungen auftreten. 4.1.6. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER RISIKOLAGEDie Risikosituation der AlzChem Group AG und der AlzChem-Gruppe hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die aktuelle Bewertung zeigt auf, dass heute keine der zuvor berichteten Risiken bestandsgefährdend sind. Darüber hinaus konnten wir keine Interdependenzen erkennen, die sich zu einer Bestandsgefährdung unseres Unternehmens aufbauen könnten. Aufgrund unseres breitgefächerten Produktportfolios, unserer Fachkenntnisse und Marktexpertisen sowie der nachhaltigen Innovationskraft sind wir überzeugt, die aus unserem unternehmerischen Handeln resultierenden Chancen realisieren und den Herausforderungen, die sich aus den vorgenannten Risiken ergeben, erfolgreich begegnen zu können. 4.2. CHANCENBERICHTIm Rahmen unseres Risikomanagements identifizieren und bewerten wir auch regelmäßig Chancen, die sich in unseren Geschäftsfeldern ergeben. Diese stellen jedoch nur einen kleinen, aber den für uns bedeutendsten Ausschnitt der sich uns bietenden Möglichkeiten dar. Zudem ist die Bewertung der Chancen fortlaufenden Änderungen unterworfen. Die hier aufgeführten bedeutendsten Chancen werden von uns gleichgewichtig verfolgt. Laut einer von Frost & Sullivan durchgeführten Marktstudie aus 2016, die AlzChem in Auftrag gegeben hatte, ist AlzChem in ausgewählten Nischenmärkten führend - teils auf internationaler Ebene, teils in bestimmten Regionen. Nach der Einschätzung von AlzChem konnten die führenden Positionen durch den Einsatz des Know-hows zur NCN-Kette und die Fokussierung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten auf höherwertige Produkte erreicht werden. Durch die Nutzung von Synergieeffekten entlang der NCN-Kette ist AlzChem in der Lage, Produkte in Nischenmärkten zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten - selbst in geringen Mengen. Die starke Position von AlzChem in Nischenmärkten verschafft eine solide Umsatzbasis und fördert AlzChems Reputation in den jeweiligen Märkten, so dass neue Produkte leichter in diese Märkte eingeführt werden können. 4.2.1. DIVERSIFIKATIONDie AlzChem-Gruppe betreibt einen stabilen NCN-Stammbaum mit den wesentlichen Produkten Carbid, Düngemittel Kalkstickstoff/PERLKA(r), Cyanamid, Dicyandiamid, Nitroguanidin und weiteren hochwertigen Derivaten, wie z. B. DYHARD(r), Creapure(r) und CreAMINO(r). Das Unternehmen ist bestrebt, mit einer Kombination aus Diversifikation, Marktdurchdringung und Marktentwicklung die Chancen auf Wachstum konsequent zu nutzen. Neben traditionellen Produkten investiert die Gesellschaft fortlaufend in neue Produkte, wie z. B. Silzot(r) und CreAMINO(r). Die gesamte Produktpalette wird überwiegend in den Märkten Ernährung, Erneuerbare Energien, Feinchemie, Pharma, Landwirtschaft und Metallurgie abgesetzt. Aufgrund der breiten Produktpalette und der Vielzahl an Endmärkten entwickelte sich die Gesellschaft bisher mit stabilem Umsatz- und Ergebniswachstum. Diese hohe Diversifizierung unterstützt dauerhaft ein sehr ausgeglichenes Umsatz- und Ergebniswachstum mit Standbeinen in vielen unterschiedlichen Marktsegmenten und Branchen. Hierbei ist es dem Konzern bisher immer gelungen, konjunkturelle oder regionale Absatzschwankungen in der einen Branche durch Wachstum in einem anderen Segment oder Land auszugleichen oder über zu kompensieren. 4.2.2. GLOBALE PRÄSENZDurch die globale Präsenz in mehr als 70 Ländern werden umfassende Marktpotenziale identifiziert und mit den hausintern fortentwickelten Projekttools konsequent abgearbeitet sowie kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt. 4.2.3. MARKTEINTRITTSBARRIERENAlzChem profitiert von den Eintrittsbarrieren zu den Märkten, in denen das Unternehmen tätig ist. Für potenzielle neue Wettbewerber kann es zeitaufwendig und kostenintensiv sein, (i) einen integrierten Produktionsverbund ähnlich dem von AlzChem betriebenen einzuführen, (ii) Zertifizierungen, Registrierungen und Zulassungen für Anlagen und Produkte in einem stark regulierten Marktumfeld zu erlangen und (iii) das Niveau von AlzChem an Know-how und gewerblichen Schutzrechten zu erreichen. Integrierter ProduktionsverbundAlzChem ist ein vertikal integrierter Hersteller von SpezialChemikalien der NCN-Kette. Die Wettbewerber konzentrieren sich auf verschiedene Sektoren der NCN-Kette, während AlzChem mit dem integrierten Produktionsverbund die Möglichkeit hat, die gesamte NCN-Kette abzudecken. Der integrierte Produktionsverbund gibt AlzChem besondere Flexibilität, um mit Nachfrageveränderungen bei einzelnen Produkten besser umgehen zu können. AlzChem ist in der Lage, eine geringere Nachfrage nach Produkten des Segments Specialty Chemicals durch eine Verringerung der Produktion dieser Produkte und durch einen vermehrten Verkauf der hiermit verbundenen Produkte des Segments Basics & Intermediates mit geringeren Margen teilweise aufzufangen (und umgekehrt). Zudem ist AlzChem aufgrund des breit gefächerten Produktsortiments und der Ausrichtung auf verschiedene Märkte weniger von bestimmten Branchen abhängig. Mit dem diversifizierten Geschäftsmodell von AlzChem in Verbindung mit dem integrierten Produktionsverbund ist es wahrscheinlicher, dass negative Entwicklungen in einer Branche durch positive Entwicklungen in anderen Branchen ausgeglichen werden können, insbesondere auch aufgrund von Synergieeffekten, die AlzChem im Produktionsprozess und in der Forschung und Entwicklung erzielen kann, da alle Produkte des Unternehmens auf der NCN-Kette basieren. Überdies ist das Segment Specialty Chemicals von AlzChem nicht von externen Zulieferern für Zwischenprodukte auf Basis von Calciumcarbid abhängig. AlzChem ist somit in geringerem Maße nachteiligen Markttendenzen ausgesetzt. Nach unserer Auffassung bedingen all diese Faktoren ein effizientes und belastbares Geschäftsmodell, das sich als stabil und - wegen der Kostenwettbewerbsfähigkeit - als finanziell erfolgreich erwiesen hat. AlzChem kann trotz der hohen Spezialisierung der Produkte des Segments Specialty Chemicals seine Produktionsstätten für eine Vielzahl an Produkten nutzen, was uns nach unserer Einschätzung infolge der Vertikalintegration einen Wettbewerbsvorteil bei der Ressourceneffizienz verleiht. Aufsichtsrechtliche Eintrittsbarrieren in den MärktenEinige der Sektoren, in denen AlzChem tätig ist, sind stark reguliert. Dies gilt in besonderem Maße für den Markt für chemische Erzeugnisse im Allgemeinen, den Markt für Biozid-Produkte und Pflanzenschutzmittel, den Markt für Nahrungsergänzungsmittel und Tierfutterzusatzstoffe, Dual-use-Anwendungen sowie den Pharma- und Kosmetiksektor. AlzChem verfügt über die nötigen Zulassungen, Registrierungen und Bescheinigungen, um seine Produkte in diesen stark regulierten Märkten zu produzieren und zu vertreiben. AlzChem besitzt bestimmte Bescheinigungen, Registrierungen und Zulassungen, deren Erlangung für potenzielle Wettbewerber unter Umständen schwierig, kostenintensiv oder zeitaufwendig ist. Beispielsweise betreibt AlzChem Anlagen, die mit den Grundsätzen und Leitlinien der guten Herstellungspraxis (good manufacturing practice - "GMP") im Einklang stehen. Die Einhaltung dieser GMP ist unter anderem für die Produktion von Medizin- und Kosmetikprodukten in der EU eine regulatorische Voraussetzung. AlzChem hat zudem die Zulassung für zwei gesundheitsbezogene Angaben für sein Produkt Creapure(r) eingeholt und darf somit bei der Werbung für das Produkt bestimmte Angaben machen. Know-how, Marken und gewerbliche SchutzrechteHohe Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit, Prozess-Know-how und gewerbliche Schutzrechte sind das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von AlzChem, so dass es für die Wettbewerber schwierig ist, in die Märkte zu gelangen, in denen die AlzChem-Marken vorherrschen. Insbesondere im Segment Specialty Chemicals sind Innovationen und Know-how von grundlegender Bedeutung. Zudem sind mehrere AlzChem-Produkte durch Patente geschützt, die Wettbewerber daran hindern, Produkte von AlzChem zu imitieren und zu niedrigeren Preisen zu vertreiben. Zum aktuellen Stichtag hält AlzChem 514 erteilte Patente sowie weitere 100 Patentanmeldungen. Bis zum Halbjahr 2018 hat AlzChem überdies hinaus 10 weitere Patente in Meldung. 4.2.4. WACHSTUMSPOTENZIAL IM EINKLANG MIT MEGATRENDSAlzChem vertreibt seine Produkte in diversifizierten Märkten, die sich voraussichtlich entsprechend den globalen Megatrends entwickeln werden, das Potenzial zu einem stabilen Wachstum haben und somit der Geschäftsentwicklung von AlzChem zugutekommen dürften. BevölkerungswachstumIm Jahr 1900 lebten weltweit ca. 1,7 Mrd. Menschen. Bis zum Jahr 2000 erhöhte sich diese Zahl auf mehr als 6,1 Mrd. Nur 17 Jahre später, im Jahr 2017, belief sich die Weltbevölkerung auf rund 7,6 Mrd. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 ein Anstieg auf über 8,6 Mrd. Menschen realistisch ist17 . AlzChem sieht sich gut positioniert, um von diesem Megatrend zu profitieren. Die Düngemittel und anderen Produkte für die Landwirtschaft seiner Segmente Specialty Chemicals und Basics & Intermediates treiben das Wachstum der industriellen landwirtschaftlichen Produktion voran. Creamino(r) zum Beispiel ist ein patentiertes Futtermitteladditiv des AlzChem-Segments Specialty Chemicals, das weltweit eingesetzt wird. Es führt zu einer besseren Versorgung mit dem wichtigen Biomolekül Kreatin. Dadurch wird die Energieversorgung verbessert und letztendlich ein gesundes Wachstum und effizienter Futterverbrauch gefördert. Neben der Verwendung für Geflügel wird Creamino in diversen Ländern, wie auch in Europa, in der Ernährung für Schweine genutzt mit dem eine bessere Futterverwertung, ein höheres Schlachtgewicht, eine kürzere Mastzeit und im Falle von Geflügel ein höherer Anteil an Brustfleisch erreicht werden können. Daher ist AlzChem überzeugt, von der zunehmenden Industrialisierung und Standardisierung der Fleischproduktion profitieren zu können, die durch die begrenzte Verfügbarkeit von Anbaufläche und das Bevölkerungswachstum noch verstärkt wird. Gesundes AlternAlzChem geht davon aus, dass die Pharmabranche, insbesondere das Segment der aktiven pharmazeutischen Wirkstoffe (Active Pharmaceutical Ingredients, kurz API), von einer alternden Bevölkerung, einem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein bei den Verbrauchern (insbesondere in Schwellenländern), dem Aufkommen neuer Trägerstoffe in der Pharmabranche und dem vermehrten Auftreten lebensstil- und altersbedingter Erkrankungen profitieren wird. Nach Einschätzung von AlzChem wird die Ernährungsindustrie von dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher sowie Innovationen bei Gesundheitstechnologien, etwa für eine schnellere Zunahme an Muskelmasse, beeinflusst. Die Produkte Creapure(r), ein Nahrungsergänzungsmittel, das von AlzChem bisher hauptsächlich an die Sporternährungsindustrie vertrieben wurde und den Muskelaufbau und die körperliche Leistungsfähigkeit fördert, und BioSELECT(r), das aus hochreinem Guanidinhydrochlorid besteht und in der Biotechnologie, der Diagnostik und der Pharmaindustrie angewandt wird, dürften von diesen Megatrends profitieren - insbesondere weil einige dieser Produkte möglicherweise auch in Nischenbereichen der Kosmetik und des Gesundheitswesens eingesetzt werden können. EnergieeffizienzAm 12. Dezember 2015 schlossen 195 Länder das Übereinkommen von Paris zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen. Selbst wenn die Vereinigten Staaten von Amerika aufgrund zwischenzeitlicher politischer Veränderungen an den in diesem Übereinkommen vereinbarten Zielen nicht festhalten werden18 , erwartet AlzChem, dass diese und andere damit verbundene politische Entwicklungen zum Megatrend der Ablösung fossiler Energiequellen durch erneuerbare Energien auf mittel- bis langfristige Sicht beitragen werden. Vor dem Hintergrund eines Rekordausstoßes19 von Treibhausgasen, extrem hohen Temperaturen, starkem Anstieg der Eisschmelze in der Arktis, geht AlzChem davon aus, dass es zu einer weltweiten Zunahme der Photovoltaik- und Windkraftanlagen, als Quellen für erneuerbare Energien, kommen wird bzw. muss. Das Segment Specialty Chemicals von AlzChem umfasst u. a. die Produktgruppe Silzot SQ(r), die insbesondere in der Photovoltaikindustrie eingesetzt wird und von diesen Entwicklungen profitieren könnte. Überdies findet die AlzChem-Produktgruppe DYHARD(r) in Windturbinen, aber auch in der Automobil- und der Luft- und Raumfahrtindustrie Verwendung, da sie das Gewicht von Autos und Flugzeugen verringert und damit deren Energieeffizienz verbessert. AlzChem schätzt, dass etwas mehr als die Hälfte der Umsatzerlöse seines Segments Specialty Chemicals im Gesamtjahr 2018 auf die Megatrends Bevölkerungswachstum, gesundes Altern und Energieeffizienz zurückzuführen sein werden.
18
Trump verkündet Ausstieg aus Pariser Klimaschutzabkommen. In: Die Zeit, 2. Juni 2017.
Abgerufen am 2. Juni 2017 4.2.5. STARKE MARKENAlzChem hat weltweit über 80 verschiedene Bezeichnungen registrieren lassen oder zur Registrierung eingereicht (diese Zahl umfasst alle Variationen einer Bezeichnung, etwa reine Wortmarken, Wort-/Bildmarken, Transliterationen in chinesischen Schriftzeichen usw. als eigene Bezeichnungen). AlzChem verwendet Marken und Logos im Allgemeinen für Produkte, die am Endverbrauchermarkt vertrieben werden (insbesondere die Bezeichnungen "Creapure", "Perlka" und "Dormex"), teilweise aber auch für Business-to-Business-Produkte (z. B. "Silzot", "DYHARD", "NITRALZ"). AlzChem verfügt über ca. 630 registrierte Marken und hatte über 60 Markenanmeldungen beantragt. Bezeichnungen wie "AlzChem", "Alzogur", "Dormex", "Sitofex", "Creapure", "Perlka", "DYHARD", "Silzot", "CAD", "Hi-cane", "Moregrapes", "NITRALZ" usw. sind geschützt bzw. es wurde ein entsprechender Schutz für sie beantragt. Einige der Bezeichnungen sind Wortmarken, andere sind Wort- /Bildmarken, wie etwa: ![]() Einige Bezeichnungen (z. B. "AlzChem", "Dormex" und "Perlka") sind auch in Form chinesischer Schriftzeichen registriert. Die meisten Bezeichnungen sind registriert/Gegenstand eines eingereichten Antrags auf Registrierung als nationale deutsche Marken und/oder als europäische Marken. Einige sind durch nationale Marken und/oder internationale Registrierungen im Ausland registriert/Gegenstand eines eingereichten Antrags auf Registrierung - größtenteils in europäischen Ländern, Japan, China sowie anderen asiatischen Ländern, den USA, Kanada, südamerikanischen Ländern und/oder Russland. Bei einigen Marken sind Abgrenzungs- und Vorrechtsverträge mit Dritten in Kraft, so etwa bei "AlzChem", "Alipure", "Alzofix", "Creapure" und "Dormex". Dieser Vertragstyp dient üblicherweise dazu, die Registrierung oder Nutzung ähnlicher oder identischer Marken verschiedener Parteien für den Fall von Streitigkeiten zu präzisieren - oftmals anhand verschiedener Produkte oder Services. AlzChem betrachtet mehrere "Silzot"-Marken in Bezug auf Siliziumnitrid, mehrere "Creapur"- /"Creapure"-/"Crea-Trona"-Marken für Kreatinmonohydrat (Creapure(r)), die "CAD"-Marken für Carbid, mehrere "Perlka"-, "Dormex"-, "GRO 500"-, "Hi-Cane"-, "Moregrapes"-, "Sitofex"- und "Alzogur"-Marken für das Geschäftsfeld Landwirtschaft sowie mehrere "DYHARD"-Marken in Bezug auf das DYHARD-Produktportfolio als besonders wichtig für sein Geschäft. Die Marke "Creamino(r)", die von AlzChems exklusivem Vertriebspartner Evonik für Guanidinoessigsäure (GAA) verwendet wird, steht bislang noch nicht im Eigentum von AlzChem, sondern im Eigentum der Evonik, mit Ausnahme einer Marke für Indien. Mit der zum 31.12.2018 endenden Vertriebspartnerschaft Evonik und dem zeitgleichen Start des Eigenvertriebs ist auch ein Übergang der Creamino(r)-Markenrechte auf AlzChem vorgesehen. 4.2.6. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER CHANCENObwohl die reine Anzahl der beschriebenen Risiken unter Umständen höher erscheinen mag als die der identifizierten konkreten Chancen, schätzen wir die Verteilung von Risiken und Chancen als ausgewogen ein. Ein ausgeglichenes Gesamtbild wird zudem dadurch verstärkt, dass sich Umsatzerlöse und wirtschaftlicher Erfolg auf einen stabilen Mix aus neuen, wachstumsstarken und im Markt etablierten Produkten bzw. Marken in verschiedenen Branchen stützen. Da sich die Märkte in ihrer Struktur und in ihren Konjunkturzyklen unterscheiden, trägt diese Diversifikation zu einer Risikominderung bei. Wir investieren gezielt über unser Wachstumsprodukt Creamino(r) sowie die Produktbereiche der Erneuerbaren Energien und Ernährung in zukunftsträchtige Branchen. Dabei steht das Thema Innovation bei sämtlichen Aktivitäten im Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Die oben aufgeführten Aktivitäten bieten über den zugrundeliegenden Prognosezeitraum hinaus mittel- bis langfristig bedeutende Chancen für uns. Wir verfolgen die sich bietenden Möglichkeiten und konkretisieren die erwarteten Effekte in der prognostizierten Entwicklung zu Umsatzerlösen, EBITDA bzw. Konzernjahresüberschuss. Des Weiteren werden wir neue Chancen aktiv suchen, deren Umsetzung prüfen und gegebenenfalls vorantreiben. Sofern sich zusätzlich zu den prognostizierten Entwicklungen Chancen ergeben oder diese schneller als erwartet eintreten sollten, könnte dies positive Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage haben. 5. PROGNOSEBERICHT5.1. Prognosebericht Kalenderjahr 2018Die nachfolgend getroffenen Aussagen20 basieren auf der im November 2017 von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedeten operativen Planung der AlzChem-Gruppe. Dabei handelt es sich um Einschätzungen des Unternehmens, die sich auf intensiven sowie umfangreichen Analysen stützen. Die dargestellten Einschätzungen für den künftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an Zielsetzungen unserer Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und die Wettbewerbssituation im Planungszeitraum bieten. Wir erwarteten (im Konzernabschluss 31.12.2017) für das Kalenderjahr 2018
Die vollständige Prognose auf Konzern- und Segmentebene lautete wie folgt;
Die Überprüfung sowie Aktualisierung der Prognose zum aktuellen Jahresabschlussstichtag 30.06.2018, lässt den Vorstand zu dem Schluss kommen, dass die abgegebenen Einschätzungen für das Kalenderjahr 2018 weiterhin ihre Gültigkeit haben. Einzig die Einschätzung bzgl. der Entwicklung des Vorratsvermögens unterliegt einer Änderung.21 Hier gingen wir zum Stichtag 31.12.2017 noch von einem starken Rückgang aus, diese Einschätzung musste revidiert werden, so dass wir heute eine stark steigende Tendenz sehen. Die AlzChem-Gruppe bewegte sich im ersten Halbjahr 2018 in einem anspruchsvollen Marktumfeld und konnte nichtsdestotrotz den Wachstumspfad weiterhin beschreiten. So konnte die anteilige Jahresprognose hinsichtlich nahezu aller Kennzahlen erreicht werden. Die Geschäftsentwicklung in den Segmenten stellt sich stabil wachsend dar. Die anteiligen Umsätze des Rumpfwirtschaftsjahres 2018 lagen nahezu exakt auf der abgegebenen Prognose, sowie sehr deutlich über denen, des vergleichbaren Vorjahrszeitraums. Die dem Geschäftsmodell immanente Saisonalität sowie die teils sehr stark steigenden Einkaufspreise im Bereich der Rohstoffe als auch bei den (fossilen) Energieträgern, führen dazu, dass die sehr positiven Werte der ersten 6 Monate 2018 nicht mit 2 multipliziert werden können, um auf die Jahresprognose 2018 zu schließen. Für die sechs Monate von Juli bis Dezember 2018 planen wir ein Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr 2017 (Juli bis Dezember) in der Bandbreite von 3 % bis 7 % und ein EBITDA- und EBIT-Wachstum, das darüber liegt. Damit geht die Gruppe davon aus, inkl. dem aktuell abgeschlossenen Rumpfgeschäftsjahr sowie dem laufenden Sechs-Monatszeitraum seine Prognose, die zum 31. Dezember 2017 für das Kalenderjahr 2018 abgegeben wurde, auch erreicht wird. Betreffend dem Vorratsvermögen gehen wir, wie oben ausgeführt, von einer stark steigenden Tendenz aus. Im Specialty Chemicals Segment materialisierte sich eine anhaltend hohe Nachfrage im Ernährungs- sowie Landwirtschaftsmarkt. Belastend wirkte sich die anhaltende Verlagerung von Wirkstoffproduktionen nach Asien und Indien aus. Die Auslastung der Mehrzweckanlagen konnte im Verlauf des ersten Halbjahres nochmals deutlich gesteigert werden, so dass vor allem im Bereich der Vielzweckanlagen noch intensiver in die bestandsintensivere Kampagnenproduktion eingestiegen wurde. Die Basics & Intermediates Produkte haben wir mit teils extrem stark steigenden Rohstoffkosten zu kämpfen. AlzChems Strategie ist die Ausrichtung als langfristiger und verlässlicher Partner, so dass aufgrund einer Vielzahl von Rahmenvereinbarungen eine 1 zu 1 Weitergabe von Rohstoffkostensteigerung nicht möglich ist. Wir suchen, im Austausch mit unseren Geschäftspartner, nach Lösung um die Kostenlast paritätisch zu schultern, auch vor dem Hintergrund der Abwendung etwaiger Substituierungen, welche nachhaltig eine negative Auswirkung auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe hätten. Vor genau diesem Hintergrund können wir die geplanten Umsatzziele in den chemischen sowie metallurgischen Anwendungen erreichen, einzig die landwirtschaftlichen Direktanwendungen leiden primär unter den unvorteilhaften Rahmenbedingungen (Wetter und Politik). Eine erfolgreiche Geschäftsausweitung des Segments Specialty Chemicals baut in wesentlichen Teilen auf einer optimalen Kostenstruktur der Verbundproduktion (NCN-Kette) auf, so dass AlzChem an dieser Stelle die Organisation stetig weiterentwickelt und mit Hilfe eines ganzen Maßnahmenbündels die Optimierung vorantreibt. Das Segment Other & Holding entwickelt sich sehr stabil und zeigt operative keine wesentlichen Veränderungen. Die Nachfrage an den Chemieparks in Trostberg und Hart sowie Schalchen entspricht den prognostizierten Werten. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Infrastruktur laufen exakt auf Plan, so dass mit keinen wesentlichen Abweichungen gerechnet wird. Als Folge eines strikten Kostenmanagements kann das operative Ergebnis leicht über der Vorschau berichtet werden. Einzig die Rückforderungen22 i. Z. m. dem § 19 Abs. 2 StromNEV Entscheid23 führt in Summe zu einer negativen Abweichung des Segments. Das Konzernjahresergebnis bzw. Halbjahresergebnis liegt ebenso im Prognosekorridor und folgt somit der positiven operativen Geschäftsentwicklung.
21
vgl. nachfolgende Tabelle "Trend im Vergleich zur Prognose für das Kalenderjahr 2018" 5.2. Prognosebericht Wirtschaftsjahr 1. Juli 2018 bis zum 30. Juni 2019Gemäß Deutscher Rechnungslegungsstandard 20 (DRS 20)24 muss die AlzChem-Gruppe eine Prognose für das folgende Geschäftsjahr beziehungsweise mindestens für den nächsten Zwölf-Monatszeitraum abgeben, also für den Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis zum 30. Juni 2019. Bei den finanziellen Leistungsindikatoren ist das neue Geschäftsjahr aufgrund der unterschiedlichen Zeiträume nicht mit dem abgeschlossenen Rumpfgeschäftsjahr 2018 vergleichbar. Die AlzChem-Gruppe wird deshalb von der bisherigen Prognosepraxis abweichen und keine prozentualen Veränderungsraten angeben, sondern Planungen in absoluten Größen für Umsatz, EBITDA und EBIT. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die prognostizierten Bandbreiten und Werte der finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2018/2019 (01. Juli 2018 bis 30. Juni 2019):
22
Rückforderung von Netzentgeltbefreiungen der Geschäftsjahre 2012 und 2013 infolge
der Entscheidung der EU Kommission vom Mai 2018 in Höhe von T€ 1.463
Für das Geschäftsjahr Juli 2018 bis Juni 2019 prognostiziert der Vorstand einen Konzernumsatz in der Bandbreite von TEUR 370,6 bis TEUR 380,6. Das Umsatzwachstum soll organisch erzielt werden. Vordringlicher Wachstumstreiber sind Mengeneffekte. Preiseffekte werden in dem Maße eine Rolle spielen, insofern die Situation an den Rohstoffmärkten weiterhin ein Handeln erfordert. Ziel wird weiterhin sein, den Produktmix noch weiter hin zu komplexen Molekülen, sowie wertschöpfungskettenintensiven Produkten zu entwickeln und so zusätzliche Impulse für Umsatz und Ertrag zu generieren. Im Segment Specialty Chemicals sollen neue Produkte aus der Forschungs- und EntwicklungsPipeline den anhaltenden Wachstumstrend des Ernährungsmarktes bedienen und dadurch zu deutlich steigenden Umsatzerlösen führen. Das Segment Basics & Intermediates wird voraussichtlich von einer Erholung im Landwirtschaftssektor und einem stabil bis leicht steigenden Basischemikaliengeschäft profitieren. Zusätzlich werden, aufbauend auf einem etwas stabileren Marktumfeld in der Stahlindustrie, eine solide Mengenentwicklung und ein sehr leichtes Umsatzwachstum erwartet. Im Segment Other & Holding sollen stabile Umsätze an den Chemieparks in Trostberg sowie Hart erzielt werden. Notwendige Investitionen in die Energieinfrastruktur der Standorte sowie die Erweiterungsinvestitionen in die Creamino(r)-Kapazität und den Ausbau der Nitrile-Kapazität werden darüber hinaus im Geschäftsjahr 2018/2019 eine wesentliche Aufgabe für die Organisation von AlzChem sein. Der Start für die zusätzlichen Kapazitäten in der neuen Creamino(r)-Produktion soll Mitte 2019 erfolgen. Basierend auf einer stabilen Werksinfrastruktur können Produktionskapazitäten sukzessive mit dem erwarteten Marktwachstum erweitert werden. Im Gleichklang hierzu werden die kontinuierliche Prozessoptimierung und Engpassbeseitigung vorangetrieben. Ergebnisseitig25 werden Kostensteigerungen u. a. im Rohstoff- und Energiesektor eine dämpfende Wirkung auf das prognostizierte EBITDA und EBIT entfalten. Zudem erwartet AlzChem Personalkostensteigerungen von 5 % bis 6 %, wobei der Anstieg in wesentlichen Teilen auf eine höhere Zahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter entfallen wird. Auf Basis des ambitioniert geplanten Umsatzanstiegs wird ein prozentual starkes EBITDA-Wachstum erwartet, die EBITDA-Marge dürfte stark bis sehr stark gegenüber dem Vorjahr (31.12.2017) gesteigert werden. Für den finanziellen Leistungsindikator Vorratsvermögen wird eine stabile bis leicht ansteigende Entwicklung prognostiziert. Wichtigster Faktor ist, dass die geplanten Creamino(r)-Absatzmengen über der aktuell vorhandenen Produktionskapazität liegen und somit Bestände aufgebaut und während der Bauphase abverkauft werden. Aber auch die Absatzmengen Creapure(r)' sowie die hohe Auslastung der Vielzweckanlagen wird dazu führen, dass nicht mit einem Bestandsabbau zu rechnen sein wird. Auf Ebene der einzelnen Segmente erwarten wir somit einen deutlichen Anstieg im Bereich Specialty Chemicals, insbesondere durch den Aufbau der Creamino(r) sowie Creapure(r) Bestände, als auch der anhaltend guten Auslastung unserer Vielzweckanlagen an den Standorten Schalchen und Trosterberg und jeweils einen leichten Rückgang bzw. eine stabile Entwicklung in den Segmenten Basics & Intermediates und Other & Holding. Wesentlich auf das Vorratsvermögen wird sich neben der nachhaltig gestiegenen Basis der Bezugspreise auch die anhaltend schwierige Versorgungssituation aus Asien auswirken. AlzChem ist bestrebt seine Kunden termingerecht in der vereinbarten Spezifikation zu beliefern, so dass durchaus Einlagerzeiten von größer 6 Monate in Kauf genommen werden müssen. Beide Effekte wirken sich mit Mio. EUR 4 bis 8 auf das Vorratsvermögen aus. AlzChem wird im Betrachtungszeitraum seine Wachstumsprojekte weiter vorantreiben und aller Voraussicht nach im Kosten- & Zeiträumen fertigstellen.
25
Im Vergleich zum Geschäftsjahresabschluss 31.12.2107 Basierend auf der Annahme eines relativ deutlich steigenden Umsatzes und somit folgend auch einer positiven Geschäftsentwicklung sowie einer geplanten Bardividende von voraussichtlich 11,1 Mio. EUR (im zweiten Halbjahr 2018) für das Jahr 2017 (Vorjahr EUR 17,775 Mio.), geht der Vorstand von einer leicht ansteigenden Eigenkapitalquote durch das Konzernjahresergebnis aus. Die positive Kennzahlenentwicklung folgend, wird auch mit keiner wesentlichen Veränderung des Verschuldungsgrads gerechnet. Die kurz-, mittel- sowie langfristige Finanzierung der AlzChem-Gruppe ist sichergestellt, folglich wird ein gleichbleibender Verschuldungsgrad prognostiziert. Bei den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (AlzChem-Gruppe)
ist AlzChem überdies hinaus motiviert, die Prognosen zu erreichen. AlzChem ist bestrebt die Kundenbindung auf dem Niveau der Vorjahre zu halten bzw. in ausgewählten Geschäftsfelder nach Möglichkeit sogar noch zu intensivieren. Ein Erfolgsfaktor des AlzChem Geschäftsmodell ist sicherlich die Nähe zum Kunden. Hieraus erwachsen die Chancen schnell auf Anfragen und Problemstellung der Kunden reagieren zu können. Im Bereich der Ausbildung wird die Anzahl der Auszubildenden aufrecht gehalten, rein über den Anstieg der Belegschaft kann es somit jedoch zu einem leichten Absinken der prozentualen Kennzahl kommen. Alle Managementsysteme sowie Zertifikate werden weiterhin aufrechterhalten. Bei den Kennzahlen Umwelt und Energie ist AlzChem aus fünf wesentlichen Gründen bestrebt eine Optimierung, was i. d. R. Reduzierung bedeutet, herbeizuführen.
In diesem Zusammenhang sind eine Vielzahl Einzelmaßnahmen in Umsetzung, so das wir davon ausgehen, dass auch weiterhin die gesteckten Ziele erreicht werden können. Die Prognosen basieren auf unveränderten regulatorischen Annahmen, wie beispielsweise der Fortführung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), des § 19 Abs. 2 StromNEV, der Strompreiskompensation oder Produktzulassungen. Ferner sind in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, welche auf gegenwärtigen Einschätzungen des Managements sowie auf derzeit verfügbaren Informationen basieren. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten von AlzChem bezüglich einer Kontrolle oder präzisen Einschätzung liegen, wie beispielsweise in Bezug auf das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, dass Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von potentiellen Neuerwerben und die Realisierung der daraus erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder andere Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Die Gesellschaft wird der Hauptversammlung im November 2018 voraussichtlich vorschlagen, nochmals ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018 einzuführen, um die Vergleichbarkeit mit den im Konzernlagebericht 2017 getroffenen Prognosen zu ermöglichen und sämtliche Jahresabschlüsse der AlzChem-Konzerngesellschaften wieder in Gleichklang mit einem Geschäftsjahresende zum 31. Dezember zu bringen. 5.3. PROGNOSEBERICHT ZUR ENTWICKLUNG DER ALZCHEM GROUP AG5.3.1. PROGNOSEBERICHT FÜR DAS KALENDERJAHR 2018Zusammen mit der Konzernplanung wurde auch für die AlzChem Group AG im November 2017 von Vorstand und Aufsichtsrat die operative Planung verabschiedet. Dabei handelt es sich um Einschätzungen des Unternehmens, die sich auf intensiven sowie umfangreichen Analysen stützen. Auf Basis dieser Planung wurde im Lagebericht zum 31.12.2017 die folgende Prognose für das Kalenderjahr 2018 abgegeben:
Die Überprüfung sowie Aktualisierung der Prognose zum aktuellen Jahresabschlussstichtag 30.06.2018, lässt den Vorstand zu dem Schluss kommen, dass die abgegebenen Einschätzungen für das Kalenderjahr 2018 bis auf das EBIT weiterhin ihre Gültigkeit haben. Das EBIT wird sich nach den neuen Erkenntnissen nicht steigern, sondern wird sich im zweiten Kalenderhalbjahr 2018 in etwa auf dem Niveau des Rumpfgeschäftsjahres entwickeln. Prinzipiell wurde an der Cost Plus Verrechnung der Management- und kaufmännischen Leistungen als auch der gruppenweiten Versicherungen festgehalten. Allerdings können nicht alle Kosten der Konzernobergesellschaft, in Form einer Leistungsverrechnung, an die Töchter verrechnet werden. Folglich konnte im EBIT die abgegebene Prognose nicht bestätigt werden. 5.3.2. PROGNOSEBERICHT FÜR DAS WIRTSCHAFTSJAHR 01. JULI 2018 BIS ZUM 30. JUNI 2019Das kommende Geschäftsjahr und somit der Zwölf-Monatszeitraum stellt den Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis zum 30. Juni 2019 dar. Basierend auf den Kennzahlen des Rumpfgeschäftsjahres 2018 können wir folgende Prognose für die nächsten 12 Monate abgeben:
Dieser Prognose liegen die folgenden Annahmen zugrunde: Der Umsatz wird im Wesentlichen durch die Leistungsverrechnung von Management- und anderen kaufmännischen Funktionen an Konzerngesellschaften generiert. Der starke Anstieg gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr wird sich lediglich durch die Verlängerung des Betrachtungszeitraumes ergeben. Das EBIT wird ebenfalls lediglich durch die Erweiterung des Betrachtungszeitraumes stark sinken. An der Cost Plus Verrechnung der Management- und kaufmännischen Leistungen und gruppenweiten Versicherungen wird festgehalten. Allerdings führt die nicht komplette Umlage auf die Konzerngesellschaften zu einem weiteren Anstieg des negativen EBIT. Der Jahresüberschuss ist maßgeblich beeinflusst durch das Ergebnis aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der AlzChem Trostberg GmbH. Da das Wirtschaftsjahr der AlzChem Trostberg GmbH weiterhin dem Kalenderjahr entspricht, wird die erstmalige Ergebniserfassung auf Ebene der AlzChem Group AG erstmalig mit Feststellung des Jahresabschlusses der AlzChem Trostberg GmbH zum 31.12.2018 erfolgen. Folglich enthält der Prognosezeitraum lediglich diesen Ergebnisanteil des Geschäftsjahres 2018. Unter Berücksichtigung der bereits im Rumpfgeschäftsjahr 2018 erfolgten ertragswirksamen Erfassung der latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden der Organgesellschaft auf Ebene des Organträgers erwarten wir daher einen Jahresüberschuss auf ungefähr dem gleichen Niveau wie im Rumpfgeschäftsjahr 2018. 6. INTERNES KONTROLLSYSTEM BEZOGEN AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS (BERICHT NACH § 289 ABS. 4 HGB)Das Management der AlzChem-Gruppe und ihrer konsolidierten Tochtergesellschaften ist für die Einrichtung, Anwendung und Weiterentwicklung eines angemessenen internen Kontrollsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess verantwortlich. Unser rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem steht unter der Aufsicht unseres Finanzvorstands. Es soll hinreichende Sicherheit darüber gewähren, dass die Aufstellung des Konzernabschlusses im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) steht und die externe Finanzberichterstattung zuverlässig ist. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es sicherzustellen, dass die Rechnungslegung einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung sowie den internen Richtlinien erfolgt. Der Rechnungslegungsprozess selbst beinhaltet diejenigen operativen Prozesse, die die Werteflüsse für die finanzielle Berichterstattung liefern, den Prozess der Konzernabschlusserstellung sowie die Informationsquellen und -prozesse, aus denen die wesentlichen Angaben zum Konzernabschluss abgeleitet werden. Um eine ordnungsgemäße und einheitliche Konzernrechnungslegung sicherzustellen, gelten die Grundprinzipien Funktionstrennung, Vier-Augen-Prinzip und IT-Zugriffsbeschränkungen zur Vermeidung von unberechtigten Datenzugriffen auf rechnungslegungsrelevante Inhalte. Die Berichterstattung an die Konzernzentrale erfolgt durch ein konzernweit implementiertes einheitliches Berichtstool. Weitere Kontrollmaßnahmen, die Risiken in den wesentlichen Prozessen abdecken und somit ein verlässliches Rechnungs- und Berichtswesen gewährleisten, werden in der Regel dezentral in den Fachabteilungen ausgestaltet. Die Rechenwerke aller in den Konzernabschluss einbezogenen Produktionsgesellschaften sind in einer EDV-technischen SAP-Umgebung mit einer einheitlichen Systemkonfiguration angesiedelt und unterliegen demnach einheitlichen Kontenplänen, Kontierungsvorgaben, Prozessen und Prozesskontrollen. Die Vertriebsgesellschaften arbeiten mit auf die Größe der Unternehmen angepassten ERP-Lösungen. Die Steuerung des Prozesses der Konzernrechnungslegung erfolgt innerhalb des Bereichs Controlling/Rechnungswesen der AlzChem Trostberg GmbH. Wesentliches Element des internen Kontrollsystems in Bezug auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess ist eine gelebte konzernweite Bilanzierungsvorgehensweise, welche im Zuge der monatlichen Berichterstattung von Mitarbeitern in der Abteilung Finanzcontrolling sowie Hauptbuchhaltung laufend auf Plausibilität hinterfragt wird. Die Konzernberichterstattung erfolgt auf Basis eines monatlich erstellten Excel-Konsolidierungstools, welches umfangreiche Prüf- und Validierungsroutinen enthält. Für Spezialgebiete der Rechnungslegung, wie z. B. Pensionsgutachten zur Ermittlung der entsprechenden Pensionsrückstellungen (IAS 19), Bewertung von Finanzinstrumenten und den Anhangsangaben dazu (IAS 39, IFRS 7, IFRS 13) und zur Bilanzierung der aktienbasierten Vergütung (IFRS 2), wird auf externe Sachverständige zurückgegriffen. Daneben gibt es in den deutschen Gesellschaften verbindliche Verfahrensanweisungen, welche konkrete Auswirkung auf die Rechnungslegung entfalten, z. B. Verfahrensablauf im Einkauf, Abgang von Anlagevermögen, Abwicklung von Vorauskasse. Im Speziellen das "4-Augen-Prinzip" wird über einen standardisierten SAP-Workflow (XFlow) sowie eine systemverankerte Unterschriftenrichtlinie sichergestellt. Buchhaltungs- und Controllingdaten sind mit Hilfe eines SAP-Zugriffskonzeptes nur einem eingeschränkten bzw. festgelegten Personenkreis zugänglich. Rechnungslegungsrelevante Informationen werden kontinuierlich mit dem Leiter Controlling, Rechnungswesen und dem Leiter Compliance ausgetauscht sowie in regelmäßig stattfindenden Besprechungen an den Finanzvorstand kommuniziert. Neben dem Jahres- und Konzernabschluss befasst sich der Aufsichtsratsvorsitzende mit den Mitgliedern des Vorstands auf regelmäßiger Basis mit den Finanzkennzahlen der Gruppe. Betreffend die ausländischen Gesellschaften werden auf monatlicher Basis Berichte an das verantwortliche Management übergeben sowie Board Meetings abgehalten. 7. ERGÄNZENDE ANGABEN NACH § 289a HGB7.1. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS NACH § 315A ABS. 1 NR. 1 HGBDas gezeichnete Kapital der AlzChem Group AG in Höhe von 101.763 TEUR setzt sich zum Bilanzstichtag aus 101.763.355 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag mit gleichen Rechten zusammen. Der rechnerische Anteil am Grundkapital je Aktie beträgt 1,00 EUR. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Die Gesellschaft hält keine eigenen Aktien. Die Gesellschaft hat keine Aktien mit Sonderrechten emittiert. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. 7.2. BESCHRÄNKUNGEN DES STIMMRECHTS ODER BEI DER ÜBERTRAGUNG DER AKTIEN NACH § 315A ABS. 1 NR. 2 HGBJede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich insbesondere aus den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) ergeben. Beispielsweise unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen nach § 136 AktG einem Stimmverbot. Auch können Verstöße gegen die Mitteilungspflichten nach § 33 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) dazu führen, dass nach Maßgabe des § 44 WpHG Rechte aus Aktien - darunter das Stimmrecht - zumindest teilweise nicht bestehen. Vertragliche Beschränkungen, die Stimmrechte aus den Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt. Im Rahmen der Sach- und Barkapitalerhöhung der AlzChem Group AG haben sich die früheren Gesellschafter der AlzChem Trostberg GmbH verpflichtet, für den Zeitraum von einem Jahr nach Wirksamwerden der Sach- und der Barkapitalerhöhung (2. Oktober 2017) keine Aktien an der AlzChem Group AG an Dritte zu veräußern, sofern die übrigen Aktionäre dem nicht mit einer 90 %-Kapitalmehrheit zustimmen ("Lock-up-Frist"). Zudem haben sich die früheren Gesellschafter der AlzChem Trostberg GmbH dazu verpflichtet, bis zum Ablauf der Lock-up-Frist keine weiteren Aktien an der AlzChem Group AG zu erwerben. Hiervon ausgenommen sind etwaige Aktienübertragungen im Zusammenhang mit der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen. Die Satzung enthält keine Einschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien. 7.3. DIREKTE ODER INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE MEHR ALS 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN NACH § 315A ABS. 1 NR. 3 HGBZum Bilanzstichtag bestehen folgende Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten
7.4. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN NACH § 315A ABS. 1 NR. 4 HGBEs bestehen keine Aktien der Gesellschaft, die ihren Inhabern im Vergleich zu den übrigen Aktionären Sonderrechte, insbesondere Kontrollbefugnisse über die Gesellschaft, verleihen. 7.5. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE BEI BETEILIGUNGEN VON ARBEITNEHMERN AM KAPITAL NACH § 315A ABS. 1 NR. 5 HGBDem Vorstand sind keine Beteiligungen von Arbeitnehmern am Kapital der Gesellschaft bekannt. Arbeitnehmer, die am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. 7.6. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND BESTIMMUNGEN DER SATZUNG ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DES VORSTANDS UND ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG NACH § 315A ABS. 1 NR. 6 HGBDie Voraussetzungen für die Ernennung und Abberufung des Vorstands sowie die Änderung der Satzung richten sich nach den Regelungen der Satzung sowie des Aktiengesetzes. Gemäß § 6.1 der Satzung der AlzChem Group AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Zahl. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 6.1 der Satzung und § 84 AktG einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands bestellen. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat das Gericht gemäß § 85 AktG in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen. Gemäß § 84 AktG kann der Aufsichtsrat die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Gemäß § 84 AktG werden die Mitglieder des Vorstands für höchstens fünf Jahre bestellt. Wiederbestellungen sind gemäß § 84 AktG zulässig. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands durch Beschluss mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Soweit die Satzung keine andere Mehrheit vorsieht, bedürfen Beschlüsse der Hauptversammlung über Satzungsänderungen gemäß § 179 Abs. 2 AktG einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Die Satzung der Gesellschaft sieht in § 21 Abs. 1 vor, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst werden, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder der Satzung eine größere Mehrheit erforderlich ist. Gemäß § 16 der Satzung der AlzChem Group AG ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen. Gemäß § 5 Nr. 4 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat werden die Beschlüsse des Aufsichtsrats mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt. Ergibt eine Abstimmung Stimmgleichheit, steht dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats bei nochmaliger Abstimmung, welche vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats angeordnet werden kann, eine zweite Stimme zu. 7.7. BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUF NACH § 315A ABS. 1 NR. 7 HGB7.7.1. GENEHMIGTES KAPITALDer Vorstand ist ermächtigt, bis zum 31. Juli 2022 das Grundkapital der AlzChem Group AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 10.063.333,00 (in Worten: Euro zehn Millionen dreiundsechzigtausend dreihundertdreiunddreißig) durch Ausgabe von bis zu 10.063.333 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, einschließlich einer von § 60 Abs. 2 AktG abweichenden Gewinnbeteiligung, festzulegen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Satzung der Gesellschaft nach vollständiger oder teilweiser Ausnutzung oder dem zeitlichen Ablauf des genehmigten Kapitals entsprechend anzupassen, insbesondere in Bezug auf die Höhe des Grundkapitals und die Anzahl der bestehenden Stückaktien. 7.7.2. BEDINGTES KAPITALHinsichtlich einer bedingten Kapitalerhöhung wurden dem Vorstand keine Rechte vonseiten der Hauptversammlung eingeräumt. 7.7.2.1. BERECHTIGUNG ZUM ERWERB EIGENER AKTIENUm der AlzChem Group AG die Möglichkeit zu verschaffen, gegebenenfalls eigene Aktien zu erwerben und wieder veräußern zu können, hat die Hauptversammlung die AlzChem Group AG gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum Ablauf des 31. Juli 2022 eigene Aktien in einem Volumen von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die AlzChem Group AG zum Zeitpunkt des Erwerbs erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß den §§ 71 d oder 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung darf von der AlzChem Group AG nicht zum Zwecke des Handelns in eigenen Aktien genutzt werden. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch die AlzChem Group AG oder durch abhängige oder in Mehrheitsbesitz der AlzChem Group AG stehende Unternehmen oder durch Dritte, die auf Rechnung der AlzChem Group AG oder von abhängigen oder in Mehrheitsbesitz der AlzChem Group AG stehenden Unternehmen handeln, ausgenutzt werden. Der Erwerb kann nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Im Falle des Erwerbs über die Börse darf der Erwerbspreis (ohne Erwerbsnebenkosten) den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie im XETRA-Handel (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Im Falle des Erwerbs über ein öffentliches Kaufangebot dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Schlusskurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am dritten Börsenhandelstag vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Angebots um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung des öffentlichen Kaufangebots nicht unerhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Kurs am dritten Börsenhandelstag vor der öffentlichen Ankündigung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots das festgesetzte Volumen überschreitet, muss die Annahme nach Quote erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis 100 angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben worden sind, zu allen gesetzlichen Zwecken zu verwenden. Insbesondere ist der Vorstand zu Folgendem ermächtigt: Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Veräußerung eigener Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden, über die Börse oder durch Angebote an alle Aktionäre vorzunehmen. Bei Veräußerung über die Börse besteht kein Bezugsrecht der Aktionäre. Für den Fall einer Veräußerung durch öffentliches Angebot wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Veräußerung eigener Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden, auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebote an alle Aktionäre vorzunehmen, wenn die erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Dabei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf insgesamt 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals oder, wenn dieses geringer ist, des im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft. Auf diese Begrenzung von 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausübung ausgegeben oder veräußert wurden. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden, als (Teil-)Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen, Unternehmensteilen oder sonstigen Vermögensgegenständen zu verwenden. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden, Mitarbeitern der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften zum Erwerb anzubieten oder zu übertragen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung oder einer früher erteilten Ermächtigung erworben wurden, Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft zum Erwerb anzubieten oder zu übertragen. Der Vorstand ist weiter ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben wurden, einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung. Der Vorstand kann abweichend davon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktionäre am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Aufsichtsrat ist in diesem Fall ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung anzupassen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist im Vollzug der Maßnahmen unter (2) bis (5) ausgeschlossen. Sämtliche vorbezeichneten Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, einzeln oder gemeinsam ausgeübt werden. 7.8. VEREINBARUNGEN UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS NACH § 315A ABS. 1 NR. 8 HGB:Es gibt in einzelnen Kreditvereinbarungen marktübliche Regelungen, die Rechtsfolgen an eine mehrheitliche Übernahme, Beherrschung oder eine Veräußerung der wesentlichen Vermögenswerte der Gesellschaft knüpfen. 7.9. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTES NACH § 315A ABS. 1 NR. 9 HGBEs wurden keine speziellen Regelungen mit Vorständen oder anderen Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels getroffen, d. h., wenn ein Dritter die Kontrolle im Sinne von § 29 Abs. 2, § 30 WpÜG über die Gesellschaft erlangt. 7.10. GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS NACH § 315A ABS. 2 HGB (VERGÜTUNGSBERICHT)Das Vergütungssystem des AlzChem-Konzerns ist darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern. Die Vergütungsstrukturen richten sich nach den Prinzipien der Angemessenheit und der Leistungsorientierung. Diese Grundprinzipien betreffen sowohl die Gehaltsstrukturen der Mitarbeiter als auch die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. 7.10.1. VERGÜTUNG DES VORSTANDSDer Vorstand der AlzChem Group AG bestand im Berichtsjahr 2018 aus Ulli Seibel (CEO), Andreas Niedermaier (CFO) sowie Klaus Englmaier (COO). Die Vergütung der Vorstandsmitglieder orientiert sich an der Größe, Komplexität und wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie an der Leistung des Vorstands. Als weitere Richtgröße wurden Vorstandsvergütungen bei vergleichbaren Unternehmen einbezogen. Die Abreden mit Vorstandsmitgliedern zu einer etwaigen vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit erfüllten zum Bilanzstichtag vollumfänglich die Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Zum Bilanzstichtag existieren mit den Vorstandsmitgliedern keine Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots. Die Bezüge des Vorstands setzen sich wie folgt zusammen:
Die Festvergütung ist eine fixe, auf das Gesamtjahr bezogene Vergütung, die in gleichen Raten ausbezahlt wird. Sie wird in regelmäßigen Abständen vom Aufsichtsrat überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die jährliche variable Vergütung (Jahrestantieme) basiert auf der Leistung des Gesamtvorstands und dem Zielerreichungsgrad für zuvor definierte Ziele. Im Dienstvertrag sind die Ziele bezüglich der Finanzkennzahlen der Gruppe vereinbart. Zusätzlich besteht eine Maximalbonusregelung. Mit Ablauf des Geschäftsjahres werden die Zielerreichungsgrade und somit der auszuzahlende Tantiemebetrag ermittelt. Im Rahmen der Einbringung der AlzChem Trostberg GmbH wurden im Geschäftsjahr 2017 mit den drei Vorständen neue Dienstverträge geschlossen, in welchen als Long Term Incentive sog. Stock Appreciation Rights (SAR) gewährt werden. Ein SAR gewährt einen Anspruch auf Zahlung eines Bonus (LTI), wenn der Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der AlzChem Group AG in den letzten 30 Handelstagen vor dem 1. Januar 2020 ("DSK Ausübung") EUR 0,75 oder mehr über dem Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der AlzChem Group AG in den 60 Handelstagen ab dem 9. Oktober 2017 (einschließlich) liegt ("DSK Einbringung"), wobei der DSK Einbringung bei mindestens EUR 2,50 liegen muss. Bei Vorliegen der Voraussetzung ist der Bonus (LTI) bis spätestens 31. März 2020 an das jeweilige Vorstandsmitglied auszuzahlen. Zu den Sachbezügen und sonstigen Zusatzvergütungen (Nebenleistungen) zählen die Zurverfügungstellung von Dienstwagen in Sach- oder Geldleistung sowie Ausgleichsleistungen für entgangene RV-Beiträge. Im Rumpfgeschäftsjahr 2018 wurden Mitgliedern des Vorstands keine Kredite oder Vorschüsse gewährt. Die Aufwände für betriebliche Altersversorgung beinhalten die Zuführung zu Rückstellungen für Direktzusagen (service costs nach IAS 19) sowie laufende Arbeitgeberbeiträge zu einer rückgedeckten Unterstützungskasse. Höhe der Gesamtvergütung in der GruppeFür das am 1. Januar 2017 begonnene Geschäftsjahr und für nachfolgende Geschäftsjahre werden die Bezüge individuell offengelegt. In Anlehnung an die Mustertabelle des Deutschen Corporate Governance Kodex26 berichten wir über die im Berichtsjahr erfassten Aufwendungen und ausbezahlten Beträge in den nachfolgenden Tabellen.
27
Long Term Incentive; erworbener Anspruch des aktuellen Geschäftsjahres VersorgungszusagenDie Versorgungsansprüche aus Direktzusagen belaufen sich zum 30. Juni 2018 für Ulli Seibel auf TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0), für Andreas Niedermaier auf TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 267) und auf TEUR 713 (Vorjahr: TEUR 728) für Klaus Englmaier. SonstigesDie Mitglieder des Vorstands erhalten vom Unternehmen keine Kredite und Vorschüsse. 7.10.2. VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats ist wie folgt geregelt: Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält für jedes volle Geschäftsjahr seiner Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung in Höhe von EUR 20.000, der Vorsitzende das Doppelte und der stellvertretende Vorsitzende das 1,5-Fache. Diese Beiträge erhöhen sich um 10 % je Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats. Dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss in dem Geschäftsjahr mindestens zweimal getagt hat. Die Mitglieder erhalten ferner Ersatz aller Auslagen sowie Ersatz der etwa auf ihre Vergütung und Auslagen zu entrichtenden Umsatzsteuer. Aufsichtsratsmitgliedern, die zugleich Mitglieder des Aufsichtsrats der AlzChem Group AG sind, wird die Vergütung, die das Aufsichtsratsmitglied in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrat der AlzChem Group AG erhält, auf die Vergütung nach den vorstehenden Absätzen angerechnet. Bis zum 31. Dezember 2017 übten die Aufsichtsratsmitglieder der AlzChem Group AG ihr Amt unentgeltlich aus. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehört haben oder nur während eines Teils des Geschäftsjahres das Amt des Vorsitzenden oder des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats innehatten, erhalten eine anteilige Vergütung unter Aufrundung auf volle Monate. Die Mitglieder des Aufsichtsrats, Markus Zöllner, Steve Röper, Prof. Dr. Martina Heigl-Murauer und Dr. Caspar Freiherr von Schnurbein, waren im Rumpfgeschäftsjahr 2018 zu Aufsichtsräten der AlzChem Trostberg GmbH und der AlzChem Group AG bestellt. Die Vergütung der Mitglieder der Aufsichtsräte der Konzerngesellschaften (AlzChem Group AG) gestaltete sich wie folgt:
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten vom Unternehmen keine Kredite und Vorschüsse. 8. NICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG (NACHHALTIGKEITSBERICHT), §§ 315B ABS. 1, 315C I. V. M. § 289 C HGBZiel des Berichts ist es, die Anspruchsgruppen des Unternehmens, wie etwa Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Anwohner und Kapitalmarkt, über die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens zu informieren, wie es nun auch nach §§ 315b, 315c i. V. m. § 289c HGB gefordert Bei der Erstellung des Berichts haben wir uns an dem Chemie3 29 -Berichterstattungsleitfaden für KMU orientiert. Inhalte und Gliederung des Berichts orientieren sich an den durch uns definierten Dimensionen der Nachhaltigkeit sowie den gesetzlichen Vorgaben: Lieferkette, Umwelt, Arbeitnehmer, Sozialbelange, Compliance, insbesondere Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, sowie Sicherheit. AlzChem - mehr als ein ArbeitgeberUnsere verhaltensorientierten Prinzipien Verlässlichkeit, Vertrauen, Fairness, offene Kommunikation, Verantwortung und Qualität sind Maßstab für die Zusammenarbeit im Unternehmen, aber auch für den Kontakt mit Kunden, Lieferanten und der Öffentlichkeit. Arbeiten bei der AlzChem-Gruppe heißt Mitwirken am Erfolg eines mittelständischen Unternehmens mit Potenzial. Arbeiten bei der AlzChem-Gruppe heißt auch, Teil einer hochmotivierten Belegschaft zu sein, die mit Stolz auf die Tradition des Unternehmens sieht und gerne zukunftsweisende Schritte mitgestaltet. Wir sind ein verantwortungsbewusstes und profitables Chemieunternehmen im bayerischen Raum. Das Wohl unserer Mitarbeiter, die Weiterentwicklung unserer Produkte sowie die Stärkung der Region Oberbayern stehen dabei im Mittelpunkt unseres Handelns - Ziele, die wir auch in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität verfolgen. Wir stellen uns dieser wichtigen Herausforderung. Als Gründungsmitglied des ersten und zweiten Umweltpaktes Bayern30 fühlen wir uns somit auch dem Motto "nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert" verpflichtet. Kernidee des Umweltpaktes Bayern ist die Bündelung der Anstrengungen von Staat und Wirtschaft, um gemeinsame Fortschritte auf dem Weg zu einer dauerhaft umweltverträglichen Entwicklung zu erzielen. Wesentliche Gesellschaften des Konzerns sind seit 1997 EMAS31 registriert und erstellen jährlich eine Umwelterklärung. In der nun vorliegenden Umwelterklärung 2018 werden die AlzChem-Gruppe und ihr Integriertes Managementsystem vorgestellt, die Kennzahlen der Standorte Trostberg, Schalchen, Hart und Waldkraiburg veröffentlicht und das aktuelle Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätsprogramm dargestellt. Die wichtigsten Kennzahlen haben wir erstmals in einer Übersicht ("Kennzahlen AlzChem-Gruppe") zusammengefasst. Darüber hinaus enthält dieser Bericht im Vergleich zum Vorjahr ausführlichere Kommentierungen, um den Informationsgehalt und die Transparenz über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter zu erhöhen. 8.1. GESCHÄFTSMODELL DER ALZCHEM-GRUPPE, § 315C HGB I.V. M. § 289C ABS. 1 HGBFür eine detaillierte Übersicht über das Geschäftsmodell der AlzChem-Gruppe verweisen wir auf Ziffer 1.1 des Lageberichts.
30
Der Umweltpakt Bayern ist eine Vereinbarung zwischen der Bayerischen Staatsregierung
und der bayerischen Wirtschaft. Dahinter steht die gemeinsame Überzeugung von Staat
und Wirtschaft, dass die natürlichen Lebensgrundlagen mit Hilfe einer freiwilligen
und zuverlässigen Kooperation von Staat und Wirtschaft besser geschützt werden können
als mit Gesetzen und Verordnungen. 8.2. KENNZAHLEN DER GRUPPE
32
Berechnung Fluktuationsrate: Abgänge im Berichtszeitraum / durchschnittlicher Personalbestand
im Berichtszeitraum * 100 8.3. NACHHALTIGKEIT IM UNTERNEHMENUnsere Vision lautet: "Auf Basis unseres integrierten Produktionsverbunds mit innovativer Chemie liefern wir kundennahe Anwendungen in ausgewählte Märkte". Um diese zu verwirklichen, bauen wir auf folgende Verhaltensprinzipien: Durch Verlässlichkeit, Fairness, zeitnahe Information und offene Kommunikation sowie eine ausgeprägte Feedbackkultur stärken wir das gegenseitige Vertrauen. Mit unternehmerischem Handeln verfolgen wir die Zielsetzungen der AlzChem. Mit unseren Entscheidungen übernehmen wir dabei Verantwortung. Wir streben nach höchster Qualität und Fehler sind für uns auch Chance und Verpflichtung zum Lernen. Wir entwickeln zusammen konstruktive Lösungen und setzen getroffene Entscheidungen gemeinsam um. Im Dialog mit unseren Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit suchen wir nach verantwortungsbewussten und attraktiven Lösungen. Mit unseren Produkten wollen wir uns an einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung beteiligen. Wir haben das Bevölkerungswachstum, das gesunde Altern sowie die Energieeffizienz als nachhaltige Wachstumstreiber definiert, zu welchen wir durch unsere Produkte einen Beitrag leisten wollen. Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1900 lebten weltweit ca. 1,7 Mrd. Menschen. Bis zum Jahr 2000 erhöhte sich diese Zahl auf mehr als 6,1 Mrd. Nur 17 Jahre später, im Jahr 2017, belief sich die Weltbevölkerung auf rund 7,6 Mrd. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 ein Anstieg auf über 8,6 Mrd. Menschen realistisch ist40 . Gleichzeitig sind die landwirtschaftlich nutzbaren Anbauflächen weltweit begrenzt. Vor diesem Hintergrund sind effiziente Prozesse notwendig, um die wachsende Bevölkerung auch zukünftig bestmöglich mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Die Produkte der AlzChem-Gruppe entsprechen diesen Anforderungen und können in einer zunehmend an optimierten Erträgen orientierten Agrarproduktion eingesetzt werden. Gesundes AlternDie Weltbevölkerung, insbesondere in den westlichen Industrienationen, altert beständig. So lag die durchschnittliche globale Lebenserwartung im Jahr 2000 bei rund 66,4 Jahren. Bereits im Jahr 2016 betrug die globale Lebenserwartung im Schnitt ca. 72,0 Jahre41 . Wissenschaftler erwarten, dass die Lebenserwartung in den kommenden Jahren nochmals deutlich steigen wird42 . Maßgeblich verantwortlich ist der medizinische Fortschritt sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Krankheiten. Nichtsdestotrotz nehmen sogenannte Zivilisations- und Alterserkrankungen zu. Gleichzeitig gewinnt das Bewusstsein für Gesundheit und Ernährung an Bedeutung, sodass vor allem ältere Menschen sich verstärkt sportlich betätigen und bewusst auf eine gesunde Ernährung achten. Mit ihren Produkten will die AlzChem-Gruppe diese Entwicklungen im Nahrungsergänzungsmittel-, Pharma-, Kosmetik- und Gesundheitsbereich unterstützen. EnergieeffizienzEnergieeffizienz und Erneuerbare Energie gewinnen weltweit zunehmend an Bedeutung. Dies ist einerseits bedingt durch rechtliche sowie regulatorische Vorgaben; andererseits befinden sich mittlerweile viele Technologien in einem Stadium, in dem eine wirtschaftliche Nutzung attraktiv ist. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Photovoltaik- und Windkraftanlagen an. So erhöhte sich die global installierte Leistung von Wind- und Solarenergieanlagen von rund 130 GW im Jahr 2008 auf rund 905 GW im Jahr 201743 Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von ca. 24 %. Es wird erwartet, dass sich dieser Wachstumstrend auch zukünftig fortsetzt. AlzChem sieht sich gut positioniert, um an dieser Entwicklung zu partizipieren.
41
WHO-Homepage: http://www.who.int/gho/mortality_burden_disease/life_tables/situation_trends/en/
(02.07.2018) 8.4. LIEFERKETTEVerbundproduktionWesentliches Merkmal der AlzChem-Gruppe ist die vertikale Integration entlang der Calciumcarbid-/Calciumcyanamid-Kette (NCN-Kette). Das bedeutet, dass die meisten Erzeugnisse des Unternehmens auf denselben Ausgangsstoffen basieren, nämlich Kalk, Kohle und Strom. Viele Schritte der Verarbeitung und zunehmenden Veredelung dieser Ausgangsstoffe werden von AlzChem selbst übernommen. Der Betrieb dieses integrierten Fertigungssystems ist nur möglich, da sich die vier historisch gewachsenen Standorte im bayerischen Chemiedreieck durch eine große räumliche Nähe auszeichnen. Die Verbundproduktion erlaubt es AlzChem, auf Nachfrageänderungen flexibel zu reagieren, da viele Produkte aus dem Segment Basics & Intermediates gleichzeitig auch Rohstoffe für Erzeugnisse im Segment Specialty Chemicals sind. Zudem ergeben sich Synergien im Produktionsprozess sowie im Bereich Forschung und Entwicklung. Durch die Verbundproduktion ist das Unternehmen außerdem weniger abhängig von externen Zulieferern. Zusätzlich erlaubt uns das integrierte Fertigungssystem, das während der Verbundproduktion entstehende Kohlenmonoxid zu sammeln und als Ausgangsmaterial für weitere chemische Reaktionen zu verwenden. Dadurch werden klimaschädliche Emissionen während der Verbundproduktion auf das Nötigste reduziert. AuditierungGesellschaftliche Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, kurz "CSR") wird in der weltweiten Lieferkette zunehmend gefordert. Daher hat sich AlzChem 2017 dem unabhängigen CSR-Rating durch die weltweit tätige Bewertungsplattform EcoVadis unterzogen. Bei dieser Bewertung wurden die Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Schutz der Umwelt, Arbeitsbedingungen und Menschenrechte, faire Geschäftspraktiken und nachhaltige Beschaffung auf den Prüfstand gestellt. Mit 63 von 100 in der Bewertung erreichbaren Punkten liegt AlzChem deutlich über dem Industriedurchschnitt von 42,5 Punkten und gehört weltweit zu den besten fünf Prozent der bisher durch EcoVadis geprüften Unternehmen. Unsere Kunden führen regelmäßig Audits unseres Managementsystems durch und attestieren uns hohe Kompetenz und ein sehr gut funktionierendes System. Dies wurde uns auch in einem mehrtägigen Audit der TfS-lnitiative (Together for Sustainability) bestätigt, in denen die Schwerpunkte Umwelt, Sicherheit, Gesundheit (USG) überprüft wurden. Die TfS-lnitiative ist ein Zusammenschluss der großen europäischen Chemie- und Pharmaproduzenten (AkzoNobel, Arkema, BASF, Bayer Clariant, DSM, Evonik, Henkel, Lanxess, Merck, Solvay, Wacker, AlzChem). Die für die Beurteilung relevanten Dokumente sind auf der Plattform EcoVadis einsehbar. Im Rumpfgeschäftsjahr 2018 wurden erneut zahlreiche Kundenaudits durchgeführt. Neben einzelnen Abweichungen gab es auch viel Lob von unseren Kunden. Unter anderem wurden der hohe Standard in den Analyselabors, die hohe Mitarbeitermotivation, die stabilen Preise und die Six Sigma-Methodik besonders hervorgehoben. Es bleibt festzuhalten, dass trotz der Zunahme der Anzahl und Intensität der Kundenaudits die relative Anzahl der Abweichungen und Empfehlungen zurückgeht. Die Anzahl der Kundenreklamationen lag im Rumpfgeschäftsjahr 2018 leicht unter dem Vorjahr, wobei die Anzahl der berechtigten Reklamationen sogar deutlich unter den Vorjahreswerten blieb. Deutliche Verbesserungen gab es bei der Anzahl der Transportschäden, was auf entsprechende Anstrengungen im Bereich Transportlogistik zurückzuführen ist. Einkauf/LieferantenfreigabeIm Bereich Einkauf/Lieferantenfreigabe stellen wir sicher, dass unternehmensweite Standards bei der Beschaffung unserer Rohstoffe eingehalten werden. Der Verfahrensablauf für den Einkauf und für die Rohstoffqualifizierung ist in einer Verfahrensanweisung festgelegt und die Verantwortlichkeiten sind klar definiert. Lieferanten werden basierend auf festgelegten Kriterien auditiert; die Häufigkeit der Audits hängt von der Bedeutung des Rohstoffes für die Beschaffungskette ab. Auch haben wir uns als Mitglied der BME44 -Compliance-lnitiative verpflichtet, von allen unseren Lieferanten die Einhaltung des von dieser Initiative festgelegten Verhaltenskodex zu fordern. ProduktionDie deutschen Produktionsstätten von AlzChem sind in Trostberg, Schalchen, Hart und Waldkraiburg angesiedelt und werden damit durch ein sehr detailliertes Gesetzeswerk reguliert, dessen Umsetzung wir gemeinsam mit den lokalen Überwachungsbehörden regelmäßig überprüfen. Ein analoges Vorgehen erfolgt auch für unseren schwedischen Produktionsstandort Sundsvall. Sicherheit gehört zu den obersten Unternehmenszielen. Entsprechend wird vor der Inbetriebnahme von Anlagen oder neuen Prozessen eine detaillierte Sicherheitsbetrachtung durchgeführt, deren Ergebnis bei Überwachungspflichtigen Anlagen von externen Experten bewertet und bezüglich der Implementierung nachverfolgt wird. Ein sicherer Anlagenbetrieb erfordert eine Bewertung der Risiken und kontinuierliche Weiterbildung des Personals. Ergebnisse von Risikobewertungen werden dokumentiert und die kontinuierliche Weiterbildung des Personals wird nachverfolgt und ebenfalls dokumentiert. Unterstützt wird dies durch die Software LeManSys, in der auch die Überprüfung der Lerninhalte stattfindet. Alle Produktionsbetriebe unterliegen einem vorbeugenden Instandhaltungsprogramm, das auch die Kalibrierung aller relevanten Messstellen beinhaltet. Die Produktion verschiedener Stoffe in Mehrzweckanlagen birgt das Risiko einer Kreuzkontamination. Wir haben daher ein systematisches Vorgehen zur Verhinderung von Kreuzkontamination etabliert. ProduktsicherheitEine Abteilung im Bereich Produktsicherheit/-zulassung kümmert sich um alle Aspekte im Zusammenhang mit der Produktsicherheit. Sie erstellt und aktualisiert unsere Sicherheitsdatenblätter sowie die entsprechenden Produktetiketten zur Kennzeichnung unserer Produkte, so dass wir allen nationalen und internationalen Anforderungen nachkommen. Wir stellen über die Registrierung unserer Produkte sicher, dass diese den REACH-Erfordernissen entsprechen. QualitätskontrolleAlzChem besitzt eigene Prüflabore. Der Bereich ist unabhängig von der Produktion. Die Freigabe unserer Produkte erfolgt durch hierzu autorisierte Laborleiter des Bereichs Analytik. Die Labore in Trostberg sind zudem nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert und GLP zertifiziert. Wir nehmen Rückstellmuster von allen Produktionschargen und lagern diese unter geeigneten Bedingungen. Die Aufbewahrungsdauer dieser Muster wird durch deren Stabilität beeinflusst und beträgt aufgrund interner Regelungen normalerweise zwei Jahre. Das nach ISO 9001 zertifizierte Qualitätsmanagementsystem stellt sicher, dass Kundenanforderungen systematisch ermittelt, bewertet und umgesetzt werden, mit dem Ziel, diese vollständig zu erfüllen. Unsere deutschen Standorte sind nach den Normen ISO 9001, ISO 14001; EMAS, ISO 50001, ISO 27001 und OHRIS zertifiziert. Letzteres entspricht den Anforderungen der OHSAS 18OO1/ISO 45001. Unser Prüflabor in Trostberg ist nach ISO 17025 akkreditiert.
8.5. UMWELTBELANGE, § 315C HGB I. V. M. § 289C ABS. 2 NR. 1 HGBEs ist ein Anliegen der AlzChem-Gruppe, den Umweltschutz stets weiter zu verbessern. Das aktuelle Umweltprogramm mit den definierten Zielen und zugehörigen Maßnahmen finden sich standortbezogen in der jährlich zu veröffentlichenden Umwelterklärung46 . Wesentliche Ziele beim Umweltschutz sind die
Um diese Ziele umzusetzen, haben die deutschen Produktionsgesellschaften der AlzChem-Gruppe folgende Managementsysteme eingeführt:
Diese Managementsysteme sind Teil des oben geschilderten Integrierten Managementsystems (IMS), dessen Vorteil darin besteht, durch Nutzung von Synergien im Vergleich zu mehreren isolierten Managementsystemen ein schlankeres, effizienteres Management zu ermöglichen. Das Integrierte Managementsystem der AlzChem-Gruppe ist unter anderem im sogenannten IMS-Handbuch beschrieben. Es enthält relevante Abläufe und Regelungen sowie Verantwortlichkeiten und Aufgaben. Die Gesamtverantwortung für das Integrierte Managementsystem liegt beim Vorstand, wobei innerhalb des Vorstands Herr Englmaier als COO die Ressortzuständigkeit innehat. Dieser legt in Abstimmung mit den Abteilungen die Umwelt-, Sicherheits-, Gesundheits- und Qualitätsprogramme fest und gibt die dazu erforderlichen Mittel frei. Jährlich bewertet der Vorstand die erreichten Ergebnisse und leitet gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen ein. Zur Umsetzung der Umweltpolitik und aufgrund der Ergebnisse der durchgeführten Umweltbetriebsprüfung haben die Standorte ihr neues Programm mit konkreten technischen, organisatorischen und mitarbeiterbezogenen Zielen und Maßnahmen festgelegt. Bei der Erstellung der Konzepte zur Verbesserung des Umweltschutzes stehen wir im Dialog mit unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Behörden, Nachbarn und der breiten Öffentlichkeit. Wir überwachen, dokumentieren und bewerten regelmäßig die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Umwelt, indem wir umweltbezogene Kennzahlen ermitteln. Durch die systematische Erhebung von Daten aus den Bereichen Wasser, Energie, Abfall, Emissionen oder Verkehr und deren Abbildung und Bewertung mittels Kennzahlen versuchen wir, Veränderungen, Umweltbelastungen und Maßnahmen zu veranschaulichen, um sie so transparent zu machen. Denn was messbar ist, kann auch bearbeitet und verbessert werden. Durch die Darstellung der Umweltleistung im Rahmen der Nachhaltigkeitskennzahlen soll eine quantitative Übersicht der für AlzChem wichtigsten Trends geliefert werden. Durch den Einsatz von Rauchgas (CO2 ) in verschiedenen Prozessen reduziert sich die emittierte CO2 -Menge um ca. 45.000 Tonnen pro Jahr. Des Weiteren konnten in den vergangenen Jahren die Energiemengen aus der Wärmerückgewinnung gesteigert werden und tragen so, neben den eingesetzten CO2 -Mengen, positiv zum Klimaschutz bei. In den letzten Jahren konnten die Staubemissionen in die Luft insgesamt auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden. Ebenso sind die NOXEmissionen in den letzten drei Jahren durch verschieden Verbesserungen im Bereich der Brennstoffqualität deutlich gesunken. Wo es uns möglich ist, werden produktionsspezifische Abfälle in den Produktionsprozess zurückgeführt oder intern verwertet. Grundsätzlich legen wir zur Bewertung der Umweltleistung die Anforderungen von EMAS und der ISO 1400147 zugrunde. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die jährlich zu veröffentlichende Umwelterklärung. AlzChem kann aufgrund des hoch diversifizierten Produktspektrums flexibel auf Nachfrageänderungen des Marktes reagieren. Aufgrund der sich dadurch ergebenden Produktionsänderungen können die in der Umwelterklärung sowie im Nachhaltigkeitsbericht genannten Kennzahlen von Jahr zu Jahr erheblich variieren. Außerhalb der produktionsbezogenen Schwankungen werden für das Kalenderjahr 2018 keine gegenüber dem Vorjahr signifikanten Abweichungen erwartet. Die AlzChem-Gruppe führt jährlich zahlreiche interne Audits durch (inkl. Umweltbetriebsprüfungen), bei denen geprüft wird, ob die Anforderungen aus dem Integrierten Managementsystem sowie rechtliche Vorgaben in den verschiedenen Abteilungen und Betrieben eingehalten werden. Als Auditoren fungieren AlzChem-Mitarbeiter, die dafür ausgebildet wurden. Werden durch die Audits Abweichungen oder Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt, werden Korrektur- oder Vorbeugemaßnahmen definiert. Deren Wirksamkeit wird in Folgeaudits bewertet. So ergibt sich ein Regelkreis, der einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterstützt. Neben internen Audits nehmen auch externe Überwachungsaudits im Rahmen des Rezertifizierungs- bzw. Revalidierungsprozesses durch eine externe Überwachungsgesellschaft eine wichtige Rolle ein. Die Unternehmen der AlzChem-Gruppe führen außerdem Lieferanten- und Kundenaudits durch. Hier werden neben Qualitätsthemen auch Umweltaspekte betrachtet. Auch die Behörden überprüfen regelmäßig die Einhaltung der Anforderungen aus Genehmigungsbescheiden und des Umweltrechts beim Betrieb unserer Anlagen. Um diese Überprüfungen sowohl für die Überwachungsbehörde als auch für die AlzChem-Gruppe möglichst effizient durchführen zu können, wurde ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Behörden und mit anderen Firmen im Chemiedreieck, das Modell der kooperativen Anlagenüberwachung, entwickelt. Durch die Vorarbeit des Unternehmens kann das Überwachungsaudit deutlich effizienter abgearbeitet werden. Für diese Pilotarbeit wurde die AlzChem Trostberg GmbH durch den Bayerischen Umweltminister ausgezeichnet. Unsere Tochtergesellschaft Nordic Carbide AB mit Sitz in Sundsvall (Schweden) unterliegt der schwedischen Umweltgesetzgebung. Die Nordic Carbide AB erstellt auch eine jährliche Umwelterklärung, welche den lokalen Behörden vorgelegt wurde. In 2017 konnte der Produktionsstandort in Sundsvall die Staubemissionen aufgrund diverser Maßnahmen deutlich zurückzuführen. Durch die Schulung der Anwender/Anlagenbediener konnten Leistungsausschläge weitgehend vermieden und ein stetigerer Betrieb des Carbidofens sichergestellt werden, was wiederum einen positiven Einfluss auf die benötigten Fackelstunden hatte. Ein erfolgtes Filterupgrade sowie die Überprüfung der Wartungsintervalle trugen ebenfalls zum Rückgang der Staubemissionen bei. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung gehen wir in Sundsvall davon aus, für das Jahr 2018 keine zusätzlichen CO2 -Zertifikate am Markt erwerben zu müssen. Wasser/AbwasserWir engagieren uns für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, wollen Wasser möglichst sparsam verwenden und unseren Wasserverbrauch weiter verringern. Eine gute Wasserversorgung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen reibungslosen Produktionsablauf, denn Wasser ist einer der wichtigsten Hilfsstoffe für die chemische Industrie48 . Unsere Standorte Trostberg, Hart, Schalchen und Waldkraiburg liegen nördlich der Alpen. Diese Gegend zeichnet sich durch dicke, sehr poröse Kiesschichten aus, welche erhebliche Grundwasservorkommen enthalten. Diese geologische Besonderheit erlaubt uns das Fördern des gesamten benötigten Kühl-, Brauch- und Trinkwassers aus eigenen Grundwasserbrunnen. Das implementierte Wassermanagement der deutschen AlzChem-Standorte ermöglicht eine Überwachung der Abwässer, welche überwiegend aus Kühl- und Regenwasser bestehen. Nur ein kleiner Bruchteil der Abwässer (ca. 0,5 %) muss in einer Kläranlage gereinigt werden. Der Brauchwassereinsatz in den verschiedenen Herstellungsprozessen führt notwendigerweise zum Entstehen von verunreinigten Prozessabwässern. Verunreinigtes Prozessabwasser wird zum einen intern anstelle von Frischwasser verwertet (falls qualitäts- und umweltunschädlich möglich) oder extern als Abfall entsorgt. Zum anderen erfolgt eine Reinigung der Abwässer in der werkseigenen zentralen Abwasserbehandlungsanlage (ZABA). Die Kühlwasserversorgung der Nordic Carbide AB wird durch den dortigen Standortbetreiber an der Mündung des Ljungan mit einer durchschnittlichen Wasserführung von 200 m3 /s sichergestellt. Für die Carbidherstellung werden maximal 0,5 m3 /s benötigt, so dass der Umwelteingriff als sehr gering bezeichnet werden kann. AbfallDie Gesamtmenge an Abfällen unserer Standorte variiert gegenüber dem Vorjahr im Rahmen der normalen Produktionsschwankungen. Die produktionsspezifischen Abfälle stellen den größten Anteil dar, während die nicht produktionsspezifischen Abfälle alle sonstigen Abfälle betreffen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um bei Bau- und Abbruchmaßnahmen anfallende Abfälle. Das Verhältnis entspricht in etwa dem der Vorjahre. Soweit möglich, werden produktionsspezifische Abfälle in internen Produktionsprozessen verwertet. Umweltziele im Bereich Abfall helfen, Abfall zu vermeiden bzw. die Menge an Abfall zu vermindern. Für weiterführende und standortbezogene Angaben sowie die entsprechenden Ziele verweisen wir hier auf die jährlich zu veröffentlichende Umwelterklärung. Die AlzChem Group AG ist ständig bestrebt, die Recyclingquote sowie den Wiederverwertungsanteil zu verbessern. Als Beispiel kann hier die Carbidproduktion am Standort Hart angeführt werden. Im Rahmen des Herstellungsprozesses entstehen das als Nebenprodukt anfallende Carbidofengas und KOKA-Granulat. Das Gas wird aufwändig in mehreren Stufen gereinigt, anschließend verdichtet und über eine Ferngasleitung an die Standorte Trostberg und Schalchen gefördert, wo es als Heiz- und Synthesegas verwendet wird. Das KOKA-Granulat wird vermarktet. EnergiemanagementsystemDie AlzChem Trostberg GmbH als energieintensives Unternehmen ist bestrebt, ihren Umgang mit der Ressource Energie weiter zu optimieren. Mit einer erfolgreichen Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 in 2014 wurde die Einführung des Energiemanagementsystems bei der AlzChem Trostberg GmbH abgeschlossen. Eine stetige Weiterentwicklung und Optimierung des Systems sollen die Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung der Unternehmensbereiche gewährleisten. Das Energiemanagement beinhaltet eine systematische Durchführung der energetischen Bewertung der Betriebsbereiche, der Energieleistungskennzahlen, der Energieziele und der Aktionspläne zur kontinuierlichen Verbesserung der energiebezogenen Leistung. Für weiterführende und standortbezogene Angaben sowie die entsprechenden Ziele verweisen wir hier auf die jährlich zu veröffentlichende Umwelterklärung. 8.6. ARBEITNEHMERBELANGE, § 315C HGB I. V. M. § 289C ABS. 2 NR. 2 HGBWir setzen auf unsere Kolleginnen und Kollegen und bieten neben einem attraktiven Entgeltsystem auch Arbeitsplatzsicherheit, kollegiales Handeln und die Möglichkeit, berufliche Entwicklungen selbst zu gestalten. Unsere Verhaltensprinzipien Verlässlichkeit, Fairness, Vertrauen, Verantwortung und Qualität sind Maßstab für die Zusammenarbeit im Unternehmen, aber auch im Kontakt mit Kunden und Lieferanten. Wir verfolgen das Ziel, die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit mit der richtigen Qualifikation an der richtigen Stelle bei der AlzChem-Gruppe zu haben. Wir möchten für unsere Mitarbeiter ein nachhaltig stabiles Umfeld schaffen - ohne die Notwendigkeit von Restrukturierungen oder betriebsbedingten Kündigungen. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter sowie auf die Höhe der Fluktuation und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit. Die Höhe der Fluktuation sowie die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit geben uns Hinweise, wie zufrieden unsere Mitarbeiter tatsächlich sind. Diese Messgrößen betrugen im Sechsmonatsberichtszeitraum 1,6 % (12 Monate 2017: 3,2 %) und 19,4 Jahre (12 Monate 2017: 19,4 Jahre). Mit diesen beiden Messgrößen hebt sich AlzChem von den in Deutschland herrschenden Durchschnittswerten für Betriebszugehörigkeit (11,2 Jahre49 ) und Fluktuation (13 %50 ) deutlich ab. Die Abweichung der Fluktuationsrate gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Betrachtung des Berichtszeitraums vom 1. Januar bis 30. Juni 2018; auf Jahressicht 2018 wird eine Fluktuationsrate auf Vorjahresniveau erwartet. Zur Erreichung unserer Ziele haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, auf welche wir nachfolgend kurz eingehen wollen. Die Gesamtverantwortung hierfür liegt beim Vorstand, wobei innerhalb des Vorstands Herr Niedermaier als CFO die Ressortzuständigkeit innehat.
49
IWD - Institut der deutschen Wirtschaft: https://www.iwd.de/artikel/lange-im-betrieb-355822/
(18.07.2018) Flexible ArbeitszeitenInnerhalb einer festgelegten Rahmenzeit können unsere Mitarbeiter Arbeitsbeginn und Arbeitsende selbst festlegen sowie ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten. Attraktives EntgeltDurch unsere Mitgliedschaft im Verein der Bayerischen Chemischen Industrie e.V. (VBCI) wollen wir unserer gesellschafts- und sozialpolitischen Verantwortung gerecht werden. Der VBCI setzt sich als Arbeitgeberverband für Chemiestandorte und Arbeitsplätze ein. Er schließt für Bayern Tarifverträge ab und gestaltet die Bundestarife mit. Er berät die Mitgliedsfirmen in sämtlichen tarif-, sozial- und arbeitsrechtlichen Angelegenheiten und informiert aktuell über neue sozialpolitische Entwicklungen und rechtliche Neuerungen. Ebenso sind wir auch an unserem Standort Sundsvall Mitglied eines Arbeitgeberverbandes. Der Arbeitgeberverband IKEM51 vertritt ca. 1.400 Unternehmen, für welche er Tarifverträge verhandelt sowie mit dem VBCI vergleichbare Dienstleistungen erbringt. Das von AlzChem in Deutschland bezahlte Entgelt richtet sich nach einem Tarifvertrag der chemischen Industrie. Darüber hinaus bieten wir eine der persönlichen Leistung und der jeweiligen Position bzw. Verantwortung entsprechende Vergütung an. Zudem erhalten unsere Mitarbeiter/-innen eine vom Unternehmenserfolg abhängige Erfolgsbeteiligung. Betriebliche und soziale Zusatzleistungen sind feste Bestandteile unseres Vergütungssystems. Jeder Mitarbeiter unserer deutschen Standorte wird in die Gruppen-Unfallversicherung eingeschlossen, welche im Leistungsfall sowohl den betrieblichen als auch den privaten Bereich abdeckt. Gesundheitsmanagement52Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist ausschlaggebend für unseren gemeinsamen Erfolg und die damit verbesserte Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens. Die Gesundheit ist neben ihrer fachlichen, intellektuellen und sozialen Kompetenz das wertvollste Gut, welches unsere Mitarbeiter in das Unternehmen einbringen. Deshalb gibt es vielfältige Angebote, die von der Ernährung über maßvolle Bewegung bis hin zur Gesundheitsvorsorge die Möglichkeit geben, sich sein Gesundheitsprogramm individuell zusammen zu stellen. Mit unserer Aktion "gesund punkten" können sich unsere Mitarbeiter gesund halten und werden zudem mit Sachpreisen belohnt. Das gesamte Programm der Aktion besteht aus drei Bausteinen: Ernährung, Bewegung und Vorsorge. Zu den jeweiligen Bausteinen werden entsprechende Einzelmaßnahmen (z. B. Spinning-, Lauf-, Rückenfitkurse etc.) angeboten, die wiederum mit Gesundheitspunkten belohnt werden. In unserem Betriebsrestaurant und in unseren Kiosk-Verkaufsstellen werden Mahlzeiten/Snacks angeboten, welche nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zubereitet und durch AlzChem mit bis zu EUR 2 am Tag gefördert werden. Medizinischer Dienst (Werksarzt und Sanitäter) An unseren Standorten Trostberg und Hart bieten wir unseren Mitarbeitern eine umfassende medizinische Betreuung an. Die Arbeits- und Notfallmedizin umfasst hierbei alle Maßnahmen zur Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten, zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz sowie zur Diagnostik und Therapie von Unfällen sowie akuten Erkrankungen.
51
IKEM - Innovations-och kemiindustrierna i Sverige (Industrie- und Arbeitgeberorganisation
für Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Kunststoffe, Pharma, Biotechnologie und
Biochemie)
Betriebliches EingliederungsmanagementOftmals bereitet die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Erkrankungen keine Schwierigkeiten. In einigen Fällen ist jedoch eine Weiterbeschäftigung im bisherigen Sinne nicht ohne weiteres möglich. Hier werden in Zusammenarbeit mit dem Eingliederungsteam Maßnahmen erarbeitet, die eine Beschäftigung mit der Krankheit bzw. einer Beeinträchtigung weiterhin ermöglichen. Die Maßnahmen sind vielfältig und können zum Beispiel inhaltliche Änderungen der Tätigkeit, personelle Unterstützung oder technische Veränderung des Arbeitsplatzes umfassen. Bei der Suche nach der jeweils "richtigen" Maßnahme werden sowohl die Interessen des betroffenen Arbeitnehmers als auch die betrieblichen Belange berücksichtigt. Das Eingliederungsteam unterstützt unsere Mitarbeiter jedoch nicht nur im Akutfall, sondern erarbeitet auch präventive Angebote, damit Krankheiten gar nicht erst entstehen. IdeenmanagementIdeen, die durch Mitarbeiter generiert werden, sind von uns ausdrücklich erwünscht. Wir möchten unsere Mitarbeiter motivieren, an kontinuierlicher Verbesserung aktiv mit ihren Ideen teilzunehmen. Somit fördern sie die Zusammenarbeit und helfen, Unfälle zu vermeiden, den Umweltschutz zu verbessern, den technischen Fortschritt umzusetzen und schlussendlich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern. In Abhängigkeit der persönlichen Vergütung können bei Verbesserungsvorschlägen, für die ein nachweislicher Jahresnutzen entsteht, bis zu 20 % des geschätzten Jahresnutzens als Prämie vergütet werden. Betriebliche AltersvorsorgeUnsere betriebliche Altersversorgung wird im Zuge eines Bausteinsystems durchgeführt. In den diversen Bausteinen werden sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer monatliche Beträge eingezahlt. Des Weiteren bieten wir unseren Mitarbeitern ein Langzeitkonto an, in das sowohl Entgelt als auch Urlaub oder Altersfreizeiten eingebracht werden können. DemografiefondsDurch den Abschluss des Tarifvertrags "Lebensarbeitszeit und Demografie" haben Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Chemie-Arbeitgeber tarifpolitisches Neuland betreten. Als erste Branche haben die Chemie-Sozialpartner einen Tarifvertrag entwickelt, der die Herausforderungen des demografischen Wandels annimmt. Ein zentrales Element dieses Tarifvertrages ist der Demografiefonds. Dies ist kein Geldfonds im klassischen Sinne, der von einem Finanzdienstleister verwaltet wird. Vielmehr ist der Demografiefonds ein betrieblich geschaffener Topf. In ihm werden die vom Arbeitgeber geleisteten Demografiebeiträge für die Tarifmitarbeiter gesammelt. Die Mittel aus diesem Topf werden dazu verwendet, Instrumente für die Gestaltung des demografischen Wandels zu finanzieren. Anders als bei Tariferhöhungen besteht kein individueller Anspruch des Arbeitnehmers, sondern nur ein kollektiver Gestaltungsspielraum für die Betriebsparteien. AlzChem und der Betriebsrat haben auf dem Wege einer freiwilligen Betriebsvereinbarung festgelegt, wie der Demografiefonds zu verwenden ist. Der Demografiefonds soll primär die Altersteilzeit für gewerbliche Mitarbeiter im Schichtdienst ermöglichen - zusätzlich können die Mittel des Fonds auch für Langzeitkonten verwendet werden. Mit dem Tarifabschluss 2015 in der chemischen Industrie stellten Arbeitgeber ab 2016 pro Tarifarbeitnehmer und Jahr EUR 550 in einem betrieblichen Demografiefonds zur Verfügung. Ab 2017 stieg der Demografiebetrag noch einmal auf EUR 750. Dieser im Jahr 2010 erstmalig gewährte Betrag belief sich auf EUR 300 und wurde seitdem stetig erweitert. WeiterbildungUm uns auf dem Gebiet der Spezialchemie auch in Zukunft behaupten zu können, benötigen wir eine zukunftsorientierte qualifizierte Belegschaft. Wir bieten unseren Mitarbeitern in jeder Berufssparte eine fachorientierte Aus- und Weiterbildung am Arbeitsplatz oder in Fachinstitutionen. Zahlreiche Weiterbildungsangebote im sprachlichen Bereich der Bürokommunikation, der Persönlichkeitsbildung etc. ermöglichen eine konsequente berufliche Weiterentwicklung. Unsere Personalentwicklung ist darauf ausgerichtet, Potenziale und Talente im Unternehmen frühzeitig zu erkennen und zu entwickeln. Ein auf mehreren Säulen ruhendes Personalentwicklungskonzept, gekoppelt mit vielfältigen Trainingsprogrammen und Schulungsmöglichkeiten, gewährleistet, dass unsere Mitarbeiter gut für ihre jeweiligen Aufgaben gerüstet sind und ihre Fähigkeiten fortlaufend erweitern. Ein breites Angebot an persönlichen und fachlichen Bausteinen in den Bereichen Führungskräfteentwicklung, Qualifizierung, Wissensmanagement, Gesundheitsmanagement und Unternehmenskultur rundet unser Personalentwicklungskonzept ab. Auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter gehen wir individuell ein. Damit legen wir den Grundstein für die Besetzung von Schlüsselpositionen aus den eigenen Reihen. AusbildungAlzChem ist einer der größten Ausbilder in der Region. Im Rahmen einer praxisnahen Ausbildung in den entsprechenden Fachabteilungen bieten wir unseren Auszubildenden ein hochmodernes Ausbildungslabor und ideale Lehrwerkstätten sowie eine abwechslungsreiche kaufmännische Ausbildung. Die hohe Qualität unserer Ausbildung wird auch von weltweiten Konzernen anerkannt - so sehr, dass diese von uns ausbilden lassen. Um potenziellen Nachwuchs für die Chemie und AlzChem zu begeistern, fand im Mai 2018 der jährliche Tag der Ausbildung statt. Den vielen interessierten Besuchern wurden unter anderem Technik-Stationen, eine bunte Versuchswelt im Labor, eine Azubi-Bar, Bewerbertraining und vieles mehr geboten. Ausbilder und Auszubildende zeigten die Ausbildungsstätten und informierten die "kleinen" und "großen" Besucher über die verschiedenen Berufe und über ihren Alltag während der Ausbildung. Jährlich starten ca. 40 Azubis ihre Ausbildung in kaufmännischen, metall- und elektrotechnischen sowie chemischen Bereichen bei AlzChem. Die Ausbildungsquote53 von AlzChem für das Rumpfgeschäftsjahr 2018 liegt mit 7,0 % deutlich über der deutschlandweiten Ausbildungsquote von 5,1 %54 liegt. Für das Rumpfgeschäftsjahr zum 30. Juni 2018 liegt die Ausbildungsquote bei 7,0 % und damit unter dem Mittelwert der letzten drei Jahre. Ausschlaggebend dafür ist die Stichtagsbetrachtung, welche die Anzahl der Auszubildenden sowie die Anzahl der Beschäftigten zum Stichtag ins Verhältnis setzt. Im ersten Halbjahr eines jeden Jahres werden viele Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen und neue Ausbildungsverhältnisse beginnen erst im September des jeweiligen Jahres. Für das Kalenderjahr 2018 erwarten wir eine Ausbildungsquote auf dem Niveau des Vorjahres. Beteiligungs- und StandortentwicklungsvereinbarungIm November 2006 haben die AlzChem-Gesellschaften an den Standorten Trostberg, Schalchen und Hart eine Betriebsvereinbarung geschlossen, mit der die Vertragsparteien das gemeinsame Ziel verfolgten, der NCN-Chemie in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld an den Standorten Trostberg, Schalchen und Hart eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Perspektive zu verschaffen. Dieser Anspruch galt für AlzChem und die Arbeitnehmer in gleicher Weise; partnerschaftlich wurde über Maßnahmen gesprochen, bei denen jede Partei deutliche Beiträge leisten sollte, die insgesamt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen. Zur Zielerreichung gehörten deshalb Maßnahmen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung ebenso wie Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung von Arbeitsplätzen. Parallel zu den erforderlichen gesellschaftsrechtlichen und organisatorischen Veränderungen haben beide Vertragsparteien im Rahmen der Vereinbarung deutliche Beiträge zur Kostenreduzierung und Produktivitätssteigerung geleistet. Durch die gemeinsamen Anstrengungen haben sich die Rahmenbedingungen für AlzChem zunehmend verbessert. Die in der aktuellen Fassung gültige Betriebsvereinbarung hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2020 und enthält im Wesentlichen Vereinbarungen zur Anpassung der Arbeitszeit und der betrieblichen Altersvorsorge, Investitionszusagen an den deutschen Standorten sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.
53
Die Ausbildungsquote bezeichnet den Anteil der Auszubildenden an allen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten einschließlich Auszubildender. 8.7. SOZIALBELANGE, § 315C HGB I. V. M. § 289C ABS. 2 NR. 3 HGBEin politisches und staatsbürgerliches Engagement von Unternehmen und deren Arbeitnehmern im demokratischen Umfeld ist für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft unentbehrlich. Die AlzChem Group AG begrüßt das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter bei der Jugendarbeit, der Erwachsenenbildung, im Sport sowie im karitativen und im kulturellen Bereich und hat sich zum Ziel gesetzt, das gesellschaftliche Leben an ihren Standorten aktiv mit zu verbessern. Die AlzChem-Gruppe engagiert sich, fördert Kinder- und Jugendprojekte, unterstützt Schulprojekte und ist Mitglied in dem gemeinnützigen Verein zur Förderung von Bildung und Unternehmertum in Deutschland, der Wissensfabrik55 . Über Ziele und Rahmenbedingungen von Spenden und Sponsoring-Maßnahmen der AlzChem-Gruppe entscheidet der Vorstand, wobei innerhalb des Vorstands Herr Seibel als CEO die Ressortzuständigkeit innehat. Als regional verwurzeltes Unternehmen übernehmen wir Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld unserer Standorte. Auch 2017 engagierte sich die AlzChem-Gruppe mit zahlreichen Spenden- und Sponsoringprojekten. Aus den bereitgestellten Mitteln wurden zahlreiche Projekte und Maßnahmen mit den Schwerpunkten Soziales, Sport, Kultur und Bildung gefördert. AlzChem ist Mitglied des Trostberger Förderkreises der Wirtschaft, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bildung, Kunst, Heimatpflege, Musik und andere kulturelle Zwecke sowie den Sport und soziale Einrichtungen in Trostberg zu fördern. Er ist bemüht, dass der Stadt Trostberg Zuwendungen mit der vorgenannten Zweckbestimmung zukommen. Des Weiteren obliegen dem Trostberger Förderkreis die Koordinierung der Spenden und das Setzen von Prioritäten. Als aktives Mitglied gewährt AlzChem dem Trostberger Förderkreis der Wirtschaft eine jährliche Unterstützung von EUR 10.000. AlzChem fördert BildungEs ist uns ein Anliegen, jungen Menschen schon frühzeitig die Faszination der Chemie/Naturwissenschaften zu vermitteln und ihnen auf diese Weise auch die vielfältigen beruflichen Perspektiven der AlzChem-Gruppe aufzuzeigen. Die AlzChem-Bildungsinitiative umfasst nicht nur finanzielle Zuwendungen an Schulen im Einzugsbereich unserer Standorte, sondern auch Kooperationen im Bereich naturwissenschaftlicher Lerninhalte. Die Chemieunternehmen AlzChem und BASF schließen mit Kindergärten und Grundschulen in der Region Kooperationsvereinbarungen über eine Bildungspartnerschaft ab. Diese erhalten Experimentierkisten und Lehrerskripte mit Anleitungen und fachlichen Hintergrundinformationen. Unsere NaWi-Team-Mitglieder geben ihr Wissen an die Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Schule weiter. Diese lernen die Experimente kennen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit den Materialien. Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung anerkannt. Die Lehrkräfte übernehmen die Umsetzung. Die NaWi-Versuche werden zum festen Bestandteil des Sachunterrichts an den Grundschulen. Nach etwa sechs Monaten treffen sich die NaWi-Team-Mitglieder und die Lehrkräfte, um Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt auszutauschen. Zusätzlich erfolgt eine wissenschaftliche Evaluation. NaWi - 4 Minis NaWi (Kindergarten)56Naturwissenschaften machen Spaß und sie helfen uns, die Welt zu verstehen - das ist die Botschaft von NaWi 4 Minis. Das Programm wurde eigens für Kindergärten entwickelt und spricht die Neugier und den Forschergeist der Kleinen an: Mit Teelicht, Löffel oder Eiswürfel - und immer unter Anleitung eines Erziehers oder einer Erzieherin - dürfen die Kinder selbst ausprobieren, beobachten und staunen. Die Experimente zu den Themen Wasser und Luft sind ungefährlich, gelingen praktisch immer und geben den Kindern Antworten auf spannende Fragen des Alltags. Alle nötigen Materialien, Hilfsmittel und Anleitungen liefert eine eigens für das Projekt entwickelte Experimentierkiste, bereitgestellt von den Kooperationspartnern AlzChem und BASF. NaWi - geht das? (Grundschule) Die NaWi-Experimente liefern Grundschülern auf kindgerechte Weise Antworten auf Fragen aus der Welt der Naturwissenschaften. Der Ansatz ist praxisnah und handlungsorientiert. Die Kinder dürfen zu zweit oder in Gruppen ausprobieren, beobachten und schlussfolgern. Auf diese Weise entwickeln sie ein natürliches Interesse am Experimentieren. Die Versuche mit vertrauten Gegenständen, wie zum Beispiel Teelicht, Löffel, Eiswürfel oder Magnet, Schere und Lupe, sind ungefährlich, gelingen praktisch immer und beziehen sich auf die alltägliche Lebenswelt von Kindern. Alle nötigen Materialien und Hilfsmittel im Klassensatz liefert eine Experimentierkiste, die eigens für das Projekt entwickelt wurde. In "NaWi - geht das?" stehen die Themen Wasser, Luft und Lebensmittel im Zentrum. Durch den großen Erfolg dieses Leuchtturmprojekts gibt es inzwischen eine Fortsetzung: "NaWi plus" zielt auf die Themen "Stoffe und ihre Eigenschaften", "Umweltschutz und Recycling" sowie "Feuer und Brandschutz". Beide Projekte, welche in 2017 ihr 10-jähriges Jubiläum feierten, sind eine erfolgreiche und bereits bewährte Aktion und Kooperation der AlzChem Group AG, der BASF in Trostberg und der Wissensfabrik. Die "Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland" ist eine offene Plattform für alle Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Initiativen, die Wissen als Schlüssel für mehr Wirtschaftswachstum fördern und teilen. Die Wissensfabrik und wir haben ein wichtiges Ziel: Die nächste Generation und somit den Standort Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Wir sehen uns in der Verantwortung, Impulse zu geben und Schulen, Universitäten sowie die Politik in ihrem Bildungsauftrag zu unterstützen. Dies AcademicusSich Zeit nehmen für junge Menschen, das hat bei AlzChem Tradition und einen hohen Stellenwert. Der "Dies Academicus" ist nur eine unserer vielen Aktivitäten als Corporate Citizen. Bei uns fängt die Nachwuchsförderung bereits im Kindergarten an. Mit Projekten wie "NaWi - Naturwissenschaft, wie geht das?" wecken wir schon bei den ganz Kleinen die Neugier. Als Chemieunternehmen aus Leidenschaft geben wir unsere Begeisterung gerne weiter. Die etwas älteren Schüler können bei AlzChem Praktika, Schnupperlehren oder Workshops im Ausbildungslabor absolvieren. Mit Aktionen wie dem "Dies Academicus" engagiert sich die AlzChem Group AG für die Fachkräfte von morgen. Raus aus dem Schul- und rein in den Arbeitsalltag - diese besondere Erfahrung durften Schüler des König-Karlmann-Gymnasiums Altötting beim jährlichen "Dies Academicus" in unserem Hause machen. Bereits zum fünften Mal hatte der Standort Trostberg seine Türen geöffnet, um Jugendlichen einen Tag lang Einblicke in die Arbeitswelt zu geben. Am "Dies Academicus" nehmen Akademiker der AlzChem-Gruppe, wie Chemiker, oder Produktmanager ihre jungen Begleiter morgens in Empfang und führen diese durch das Unternehmen. Die AlzChem Group AG sieht das Engagement für den Nachwuchs als eine Investition sowohl in die eigene als auch die regionale Zukunft. Wir führen uns der Region sehr verbunden und möchten ganz im Sinne guter Nachbarschaft Kindern und Jugendlichen berufliche Perspektiven bieten. Die AlzChem-Gruppe steht für offenen Dialog, sei es im Umgang mit eigenen Mitarbeitern und Arbeitnehmervertretungen oder im Verhältnis zu Geschäftspartnern, Nachbarn und Behörden. Bei behördlichen oder internen Prüfungen sind alle Mitarbeiter verpflichtet, kooperativ zur Aufklärung beizutragen und alle von den Dritten benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen. 8.8. COMPLIANCE, ACHTUNG DER MENSCHENRECHTE UND BEKÄMPFUNG VON KORRUPTION UND BESTECHUNG, § 315C HGB I. V. M. § 289C ABS. 2 NR. 4, 5 HGBDer Begriff Compliance bezeichnet die Gesamtheit aller einzuhaltenden Maßnahmen, die das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter im Hinblick auf alle gesetzlichen Ge- und Verbote begründen. Darüber hinaus soll die Übereinstimmung des unternehmerischen Geschäftsgebarens auch mit allen gesellschaftlichen Richtlinien und zentralen Wertvorstellungen gewährleistet werden. Hierzu zählen insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Erklärtes Ziel der AlzChem-Gruppe ist es, stets sämtliche geltenden Gesetze und die zentralen gesellschaftlichen Wertvorstellungen, insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung, zu gewähren. Kein Mitarbeiter, Stellenbewerber oder Geschäftspartner darf aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt werden. Jegliche Art von Belästigung ist untersagt. Zur Erreichung dieser Ziele hat die AlzChem-Gruppe ein Compliance-System etabliert, das der Vorbeugung von Schäden bzw. deren Begrenzung, der Aufdeckung und Beendigung von Verstößen und der Erfüllung der gesetzlichen Pflichten dient. Die AlzChem Group AG ist dem Verhaltenskodex des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) beigetreten. Das Unternehmen verpflichtet sich damit, Bestechung zu unterbinden und ethische Grundsätze gegenüber Kunden, Mitbewerbern und Geschäftspartnern einzuhalten. Alle geschäftlichen Handlungen und Entscheidungen sind an geltenden Gesetzen auszurichten. Die in den BME-Verhaltensrichtlinien beschriebenen ethischen Leitlinien beruhen insbesondere auf den Grundsätzen des UN Global Compact, den ILO-Konventionen, auf der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder und zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung von Frauen sowie auf den OECD-Richtlinien für internationale Unternehmen. Die festgelegten Richtlinien bilden Mindeststandards und sollen Situationen vorbeugen, welche die Integrität der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter in Frage stellen können. Als Erweiterung des BME-Verhaltenskodex hat die AlzChem Group AG eigene Leitlinien implementiert, welche die wichtigsten unternehmenspolitischen Grundsätze und Normen von AlzChem zusammenfassen, mit denen alle Mitarbeiter vertraut sein müssen. Sie geben Orientierung zu grundlegenden rechtlichen und ethischen Pflichten von AlzChem-Mitarbeitern und verleihen ihnen die Sicherheit für ihr richtiges Verhalten im Beruf. Die Unternehmensleitlinien bestimmen unser Verhalten, intern im Umgang miteinander und extern im Kontakt mit Geschäftspartnern oder der Öffentlichkeit sowie Behörden und Regierungsstellen. In Bekenntnis zum Themenbereich Governance & Compliance hat AlzChem im November 2017 ein Hinweisgebersystem ("Whistleblower Hotline")57 mit einer externen Meldestelle eingerichtet. Als externe Meldestelle für die Mitarbeiter der AlzChem-Gruppe sowie Dritte, z. B. Geschäftspartner und Kunden, fungiert die Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, eine unabhängige Rechtsanwaltskanzlei. Daneben steht nach wie vor der Compliance Manager als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Rechtsanwälte der Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unterliegen nach den für Rechtsanwälte geltenden berufsrechtlichen Vorschriften der Schweigepflicht. Sie werden, soweit von dem Mitarbeiter gewünscht und rechtlich möglich, die Identität des Mitarbeiters und die erteilten Hinweise auch im Verhältnis zu Unternehmen der AlzChem-Gruppe vertraulich behandeln. In Betriebsversammlungen und im Intranet wurden die Mitarbeiter über das Hinweisgebersystem bzw. die Möglichkeit der Kontaktaufnahme informiert. AlzChem toleriert keine Benachteiligung von Mitarbeitern, die mögliche oder tatsächliche Verstöße melden oder Ermittlungen in diesem Zusammenhang unterstützen - es sei denn, die Hinweise wurden missbräuchlich gegeben oder die Mitarbeiter haben selbst gegen Gesetze oder die Unternehmensleitlinie verstoßen. Spenden erfolgen in Form von Geld- und Sachzuwendungen zur Förderung kultureller, sozialer, religiöser, wissenschaftlicher, politischer sowie gemeinnütziger Zwecke. Spenden im Namen von AlzChem bedürfen der Genehmigung durch den Vorstand. Die Abwicklung erfolgt ausschließlich durch die Kommunikationsabteilung. Für die Umsetzung unserer Unternehmensleitlinien sind der Vorstand der AlzChem Group AG, der Compliance Manager und alle Mitarbeiter zuständig. Der Compliance Manager gewährleistet als Ansprechpartner eine unabhängige und objektive Bearbeitung aller an ihn gerichteten Anliegen. Er ist dem Vorstand unterstellt,jedoch fachlich weisungsunabhängig. Der Compliance Manager steht allen Beschäftigten als Ansprechpartner sowohl zur Beantwortung von Fragen als auch als Berater im Zusammenhang mit den Unternehmensleitlinien zur Verfügung. Er nimmt alle eingehenden Hinweise auf und geht ihnen mit der notwendigen Sorgfalt nach. Durch die Kontaktaufnahme zum Compliance Managers werden den betroffenen Mitarbeitern keine Nachteile entstehen, sofern diese nicht selbst gegen Gesetze oder die Unternehmensleitlinien verstoßen haben. Vorgesetzte sind verpflichtet, durch vorbildliches Verhalten aktiv unsere Unternehmensleitlinien und deren Verhaltensprinzipien zu unterstützen. Ferner haben sie dafür Sorge zu tragen und zu überwachen, dass ihre Beschäftigten regelmäßig auf die Inhalte der Unternehmensleitlinien hingewiesen werden und diese Vorgaben einhalten. Unsere Mitarbeiter werden mit der Schulung "Richtig Handeln" mit den AlzChem-Unternehmensleitlinien weiter vertraut gemacht. Diese wird den Mitarbeitern als Pflichtschulung zugewiesen und deren erfolgreiche Abarbeitung dokumentiert. Zudem werden zu relevanten Themen (z. B. Export- und Terrorismuskontrolle, Kartellrecht sowie Umwelt, Sicherheit und Gesundheit) für definierte Personenkreise spezielle Schulungen angeboten, an denen die Teilnahme verpflichtend sein kann. Die Teilnahme an diesen Schulungen wird ebenfalls dokumentiert. Die Integrität sämtlicher Handlungen ist eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltig erfolgreiches Wirtschaftsleben. Als weltweit tätiger Konzern unterliegt AlzChem zahlreichen nationalen und überstaatlichen Rechtsvorschriften (z. B. Verordnungen der EU), aber auch Rechtsvorschriften anderer Länder. Sämtliche Geschäftsangelegenheiten und -prozesse müssen deshalb so geführt werden, dass sie allen anzuwendenden Gesetzen und anderen bindenden Vorschriften entsprechen, in deren Geltungsbereich AlzChem seine Geschäftstätigkeit ausübt. Unseren Mitarbeitern ist es untersagt, eine hiervon abweichende Anweisung zu erteilen, die zu einer Verletzung der in unseren Leitlinien geregelten Verhaltensweisen in der Ausübung der Geschäftstätigkeit führt. Demzufolge ist auch jegliche aktive und passive Bestechung oder Vorteilsannahme entsprechend den Vorschriften der §§ 299 ff. Strafgesetzbuch sowie der Versuch derselben untersagt. Wir wollen durch unser Handeln vermeiden, dass der Anschein entsteht, unsere Mitarbeiter wollten durch sachfremde Mittel Einfluss nehmen. In der AlzChem-Gruppe dürfen Geschenke, Gefälligkeiten, Bewirtungen oder sonstige Vergünstigungen nur gewährt oder angenommen werden, wenn sie nicht den Rahmen der geschäftlichen Gepflogenheiten in der betroffenen Region überschreiten, zugleich keinen unangemessen hohen Wert besitzen und im Rahmen des gesetzlich bzw. arbeitsrechtlich Erlaubten liegen. Die AlzChem-Gruppe bekennt sich zu einem fairen Wettbewerb zum Nutzen der eigenen Kunden und weiterer Stakeholder - zudem respektieren wir die Unabhängigkeit von Amtsträgern. Deshalb ist bei der AlzChem-Gruppe jede Form von Korruption, einschließlich sogenannter Beschleunigungszahlungen, verboten. Grundlage der Regelungen zur Korruptionsbekämpfung bilden unsere Unternehmensleitlinien. Wir behandeln alle Geschäftspartner in einer rechtlich einwandfreien und fairen Art und Weise. Die Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern erfolgt durch die Einkaufsorganisation in einem geordneten Verfahren nach objektiven und nachvollziehbaren Kriterien. Aufträge werden, soweit möglich und sinnvoll, auf der Basis von Wettbewerbsangeboten vergeben. Wir achten bei der Auswahl unserer Lieferanten darauf, dass diese entsprechend den Grundsätzen unserer Unternehmerleitlinien handeln. Anreize, wie leistungsbezogene Provisionen, Rabatte, Preisnachlässe oder kostenlose Warenlieferungen, bedürfen in ihrer Anwendung großer Umsicht, um die Beachtung der unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen zu gewährleisten. Daher sind in der AlzChem-Gruppe die geschäftlichen Anreize umfassend und zutreffend zu dokumentieren. Um dolosen Handlungen vorzubeugen, erfolgt die Bezahlung von Lieferungen und Leistungen unmittelbar an den jeweiligen Vertragspartner. Zusätzlich ist die gesamte oder teilweise Bezahlung durch Barmittel, außer in Bagatellfällen, untersagt. AlzChem begrüßt und fördert das politische und staatsbürgerliche Engagement seiner Mitarbeiter. Gleichfalls respektieren wir als AlzChem die Entscheidungsfreiheit unserer Mitarbeiter zur politischen Selbstbestimmung. Insbesondere dürfen Mitarbeiter in keiner Weise direkt oder indirekt angehalten werden, Parteispenden zu leisten oder eine politische Partei oder die Kandidatur einer Person für ein politisches Amt zu unterstützen. AlzChem-Mitarbeiter sollen ihre politischen Mandate ihrem Vorgesetzten oder dem Compliance Manager melden. Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit und berichtet darüber im Bericht des Aufsichtsrats als Bestandteil des Geschäftsberichts. Um den zunehmenden Anforderungen an den Aufsichtsrat gerecht zu werden, erfolgten in 2017 eine Neuaufstellung des Aufsichtsrats sowie die Erhöhung der Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder auf vier. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat beträgt 25 % und erfüllt damit nahezu die vom Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männer in Führungspositionen geforderte Quote. Im Übrigen wird auf den gemeinsamen Corporate-Governance-Bericht des Vorstands und Aufsichtsrats als Bestandteil des Geschäftsberichts verwiesen.
57
E-Mail: alzchem@heussen-law.de, Telefon: 089/29097-498 8.9. SICHERHEITDer Schutz der Menschen vor Beeinträchtigung der Sicherheit und Gesundheit durch Produkte, Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen sind für die AlzChem Group AG elementare Bestandteile verantwortlichen unternehmerischen Handelns. Von der Einhaltung von Gesetzen und Vereinbarungen als Basis ausgehend, arbeiten wir daran, die Leistungen und ihr Managementsystem auf diesem Gebiet stetig weiter zu verbessern. Als Unternehmen im Chemiepark Trostberg wollen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch ein guter Partner, Arbeitgeber, Ausbilder und Nachbar sein. Aus diesem Selbstverständnis heraus übernehmen wir Verantwortung auch für die Sicherheit und den Schutz unserer Umwelt. Seit über 100 Jahren betreiben wir an den Standorten Trostberg, Schalchen und Hart Anlagen, die der sogenannten Störfall-Verordnung unterliegen. Diese Verordnung regelt den Schutz von Mensch und Umwelt vor den Folgen von möglichen Störfällen bei technischen Anlagen, bei denen ggf. gefährliche Stoffe austreten könnten. Vielfältige eigene Sicherheitsinitiativen, eine bestens geschulte Werkfeuerwehr und die in Zusammenarbeit mit den Behörden optimierten umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen in unseren Betrieben und Anlagen tragen dazu bei, Gefahren für unsere Mitarbeiter und die Menschen in unserer Nachbarschaft zu minimieren. Mit einer aktuellen Broschüre informieren wir als Unternehmen des ChemDelta Bavaria über Sicherheitsmaßnahmen und das richtige Verhalten bei Störfällen. Die in der Broschüre enthaltenen Informationen können jederzeit auf der Homepage der AlzChem Group AG eingesehen werden. Das Carbidwerk in Schweden fällt ebenfalls in den Anwendungsbereich der europäischen SEVESO-Ill-Richtlinie und unterliegt damit den entsprechenden schwedischen Gesetzen, die mit der deutschen Störfallverordnung vergleichbar sind. Die Feuerwehrübung 2018 im Chemiepark Trostberg stand unter dem Schwerpunkt der Melde- und Kommunikationswege, da die Abarbeitung von Ereignissen nur dann gelingt, wenn auch die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften funktioniert. An der Übung nahmen rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Polizei und internen Einsatzkräften teil. Koordiniert wurde die Übung von der Werkfeuerwehr Chemiepark Trostberg in enger Zusammenarbeit mi den Bereitschaftsdiensten von AlzChem und BASF. Geprobt wird der Ernstfall einmal jährlich mit der Unterstützung von externen, freiwilligen Einsatzkräften. Ziel ist es, die Melde- und Kommunikationswege zwischen den beteiligten Organisationen, wie Feuerwehr, Landratsamt und der Integrierten Leitstelle Traunstein (ILS), der Polizei und den Unternehmen, zu üben. Zusätzlich finden interne Ereignisübungen über das ganze Jahr verteilt an verschiedenen AlzChem-Standorten statt. Arbeits- und Anlagensicherheit/ArbeitsschutzmaßnahmenAlzChem hat ein Arbeitsschutzmanagement nach OHRIS (Occupational Health and Risk Managementsystem) eingeführt. Die langjährig bestehende Zertifizierung wurde 2015 durch die Regierung von Oberbayern um drei Jahre verlängert. Alle Gesellschaften, die an den von der AlzChem betriebenen Standorten ansässig sind, beteiligen sich an einer gemeinsamen Sicherheitsarbeit in sieben Arbeitsausschüssen: A1 (Ereignisanalysen), A2 (Sicherheitsaudits), A3 (Regeln und Unterweisung), A4 (Ordnung), A5 (Persönliche Schutzausrüstung), B1 (Gesundheit) und B2 (Aktionen). Der Steuerungskreis Sicherheit ist die maßgebliche Instanz in der Sicherheits- und Gesundheitsarbeit an den deutschen Standorten der AlzChem Group AG. Der in der Regel monatlich tagende Steuerungskreis Sicherheit wird vom Vorstandsvorsitzenden geführt; dieser steuert und koordiniert so die Aktivitäten des Sicherheits- und Gesundheitsprogramms. Verletzungen und unerwünschte Ereignisse sind oftmals Folge von unsicheren Handlungen. Sicherheitsaudits sind ein wichtiges Instrument unseres Sicherheitsmanagementsystems zur Vermeidung unsicherer Handlungen. Sie haben das Ziel, alle Mitarbeiter regelmäßig zu sicherem Handeln zu motivieren und Fehlverhalten sowie Sicherheitsmängel zu erkennen und abzustellen. Da kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Sicherheitsaudits sowie der Sicherheitsleistung festgestellt werden konnte, wurde 2017 die Anzahl der Audits an den deutschen Standorten verringert. Einen signifikanten Anstieg der KSUND-Kennzahl konnte über diesen Zeitraum nicht festgesellt werden. Des Weiteren halten wir unsere Mitarbeiter an, auch Beinaheunfälle zu melden. Ein Beinaheunfall ist ein Ereignis, das keine Konsequenzen hatte (Personen- oder Sachschaden, Versorgungsunterbrechungen etc.), jedoch schwerwiegende Folgen hätte haben können. Der Fachbegriff für einen Beinaheunfall lautet "Near Miss". In den Near-Miss-Fällen liegt großes Potenzial, da daraus viel gelernt werden kann, bevor etwas passiert. Beinaheunfälle geben uns die Möglichkeit, uns aktiv mit Fehlern und Gefahren auseinanderzusetzen. Als weitere wichtige Säule im Arbeitsschutz sind verschiedene Arten von Gefährdungsbeurteilungen zu nennen. Dieser Aufwand hat sich gelohnt und spiegelt sich in entsprechenden Kennzahlen zum Arbeitsschutz wider: Die 1.000-Mann-Quote - also die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle bezogen auf 1.000 Vollzeitmitarbeiter - lag 2016 weit unter dem Branchenmittelwert. Der Branchenmittelwert liegt laut DGUV58 bei 18,3659 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitmitarbeiter - im Vergleich dazu ereigneten sich 2017 an unseren deutschen Standorten nur 6,2 und im Rumpfgeschäftsjahr 2018 nur 2,8 vergleichbare meldepflichtige Arbeitsunfälle. Neben der 1.000-Mann-Quote ermittelt die AlzChem-Gruppe die eigene Sicherheitsleistung anhand der Kennzahl KSUND60 . KSUND ist eine Kennzahl für Sicherheit und Unfälle mit externer medizinischer Betreuung und berücksichtigt neben eigenen Mitarbeitern auch Mitarbeiter nach AÜG61 sowie Kontraktoren-Mitarbeiter. Für das Rumpfgeschäftsjahr liegt die KSUND-Rate bei 14,1 und damit unter dem vorgegebenen Ziel von 15,3. Dies zeigt, dass das Bewusstsein für das Thema Sicherheit durch die zahlreich ergriffenen Maßnahmen geschärft werden konnte. 2018 fanden turnusgemäße Überprüfungen durch die Aufsichtsbehörden, wie die Störfallinspektion im Werk Trostberg, statt. Weiterhin werden neue Verfahren sowie Verfahrens- und Anlagenänderungen auf ihr Gefahrenpotenzial hin untersucht. Im Notfall- und Ereignismanagement wurde eine systematische Vorgehensweise im Alarmfall entwickelt. Es ist gute Praxis, dass in den letzten Jahren wieder zahlreiche Übungen durchgeführt wurden, um im Falle eines Falles vorbereitet und handlungsfähig zu sein.
58
DGUV - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung InformationssicherheitDer Forderung der Bundesnetzagentur für öffentliche Verteilnetzbetreiber nach Umsetzung der Auflagen gemäß § 11 Absatz 1a EnWG62 in Bezug auf Informationssicherheit wurde durch Einführung und Aufbau eines ISMS63 gemäß ISO 27001 unter Berücksichtigung der ISO/IEC 27019 SiKat64 mit der Zertifizierung 2017 erfüllt. Über die TÜV Süd-Audits zum Erhalt der Zertifizierung hinaus wird jährlich ein externer Dienstleister zur Durchführung unabhängiger Systemaudits beauftragt. Die konsequente Umsetzung der Anforderungen zur Informationssicherheit wird anhand der Plan-Do-Check-Act-Methode durchgeführt. Zur Maßnahmenverfolgung und Überprüfung der Wirksamkeit verwenden wir die Werkzeuge analog dem Qualitätsmanagement nach ISO 9001. Unser asset-basiertes Risikomanagement der Informationssicherheit berücksichtigt nicht nur die technische Infrastruktur, sondern bezieht die gesamte Organisation, auch in Bezug auf menschliches Verhalten und immateriellen Schadensklassen, wirksam mit ein. Um das für die AlzChem-Gruppe optimale Sicherheitsniveau zu erreichen, wurden beispielsweise für die physische Sicherheit Schutzzonen definiert, Informationen anhand einer sogenannten "Vertraulichkeitsmatrix" klassifiziert und mit Verfahrensanweisungen ein gleiches Verständnis des gelebten Sicherheitsprozesses erreicht. Regelmäßige, anlassbezogene Informationen und verpflichtende Schulungen sorgen dafür, dass das Thema Informationssicherheit im Bewusstsein der Mitarbeiter präsent bleibt.
62
EnWG - Energiewirtschaftsgesetz RechtskonformitätAlzChem hält die Rechtsvorschriften im Hinblick auf die Umweltauswirkungen ein. Neben den Genehmigungsbescheiden sind das Bundesimmissionsschutzgesetz mit seinen Verordnungen (z. B. Störfall-Verordnung, 17. BlmSchV), das Wasserhaushaltsgesetz, die Abwasser-Verordnung, die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) sowie diverse Gesetze und Verordnungen zum Abfallrecht und Naturschutzrecht wesentlich. Zur Umsetzung der Einhaltung der Rechtsvorschriften sowie zur Regelwerksverfolgung nutzt AlzChem das sogenannte Dialogsystem "Recht im Betrieb", welches regelmäßig aktualisiert wird. In dieser wurden alle Vorschriften auf Einschlägigkeit geprüft und den jeweiligen Abteilungen zugeordnet. In monatlichen Updates werden Änderungen in die Datenbank eingestellt und den betroffenen Bereichen zur Information zur Verfügung gestellt. 9. CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT UND ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG NACH § 315D HGB I. V. M. § 289F HGB9.1. CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGCorporate Governance umfasst alle Grundsätze für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens. In diesem Sinne ist Corporate Governance als Ausdruck von guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung ein wesentlicher Bestandteil der Führungsphilosophie der AlzChem-Gruppe. Die Grundsätze von Corporate Governance betreffen vor allem die Zusammenarbeit im Vorstand, im Aufsichtsrat und zwischen beiden Gremien sowie zwischen den Organen und den Aktionären, insbesondere in der Hauptversammlung. Sie betreffen auch das Verhältnis unserer Gesellschaft zu anderen Personen und Einrichtungen, die in einer wirtschaftlichen Beziehung zu uns stehen. Den Ausgangspunkt für die Sicherstellung einer verantwortungsbewussten, auf nachhaltige Wertsteigerung ausgerichteten Leitung und Kontrolle des Unternehmens bildet für AlzChem daher - neben der Befolgung der einschlägigen gesetzlichen Normen - die Anerkennung des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex oder DCGK), auf Grundlage der aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017. Entsprechenserklärung nach § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der AlzChem Group AG (die "Gesellschaft") erklären gemäß § 161 AktG: Den vom Bundesministerium der Justiz im Amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlichten Empfehlungen der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 wurde seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2017 mit den nachstehend erläuterten Abweichungen entsprochen. Die Gesellschaft beabsichtigt, diesen Empfehlungen auch künftig mit den nachstehend erläuterten Abweichungen zu entsprechen. Selbstbehalt bei der D&O (Directors-and-Officers) Versicherung für Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 3.8 des Kodex)Die von der Gesellschaft abgeschlossene D&O-Versicherung sieht keinen Selbstbehalt für Aufsichtsratsmitglieder vor, insbesondere keinen Selbstbehalt von mindestens 10 % des Schadens bis zu mindestens dem eineinhalbfachen der fixen jährlichen Vergütung. Für Aufsichtsratsmitglieder ist ein solcher Selbstbehalt nicht gesetzlich vorgeschrieben, vielmehr sind die Mitglieder des Aufsichtsrats von den obligatorischen Selbstbehalten befreit. Angesichts der Rolle des Aufsichtsrats, die sich auch in der unterschiedlichen Vergütungsstruktur gegenüber dem Vorstand widerspiegelt, erscheint diese Unterscheidung in der Behandlung von Vorstand und Aufsichtsrat angemessen. Weder Vorstand noch Aufsichtsrat sehen einen Selbstbehalt als effektiven Weg zur Steigerung der Motivation und des Verantwortungsbewusstseins der Mitglieder des Aufsichtsrats. Festlegung des angestrebten Versorgungsniveaus bei Versorgungszusagen zugunsten der Mitglieder des Vorstands (Ziffer 4.2.3 des Kodex)Der Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat das angestrebte Versorgungsniveau für Versorgungszusagen zugunsten der Mitglieder des Vorstands - auch nach der Dauer der Vorstandszugehörigkeit - festlegen und dabei die daraus abgeleiteten jährlichen und langfristigen Aufwendungen für das Unternehmen berücksichtigen sollte. Der Aufsichtsrat hat kein solches Versorgungsniveau definiert. Stattdessen hat jedes Vorstandsmitglied Anspruch auf ein beitragsgestütztes Pensionsmodul, dessen Höhe sich als Prozentsatz des jährlichen Grundgehaltes und ggf. eines Teils der variablen Vergütung des einzelnen Vorstandsmitglieds bestimmt. Hierdurch erhält der Aufsichtsrat eine Vorstellung von den jährlichen und langfristigen Aufwendungen für die Gesellschaft, die ebenfalls von versicherungsmathematischen Effekten aufgrund der Rücklagenbildung abhängen. Es ist zunehmend üblich, eine beabsichtigte Rentenpraxis nicht zu definieren, sondern ein beitrags- und leistungsorientiertes System zu verwenden. Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex)Mit Ausnahme der Festlegung einer Altersgrenze hat der Aufsichtsrat noch keine konkreten Zielvorgaben hinsichtlich seiner Zusammensetzung, insbesondere nicht solche, die die unternehmensspezifische Situation, die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats vor allem die Kenntnisse und Fertigkeiten der künftigen Mitglieder sowie die fachliche Kompetenz im Vordergrund stehen sollten. Der Aufsichtsrat begrüßt zwar die Absicht des Kodex, die vorgenannten Kriterien bei der Zusammensetzung eines Aufsichtsrats stärker zu berücksichtigen, ist jedoch der Auffassung, dass die Festlegung spezifischer Ziele zu diesem Zeitpunkt nicht angemessen wäre. Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.6 Absätze 1 und 3 des Kodex)Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung und Erstattung ihrer Auslagen. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird keine erfolgsorientierte Vergütung gewährt, da die Gesellschaft nicht der Ansicht ist, dass dies zu einer Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats beitragen würde.
Trostberg, März 2018 Vorstand und Aufsichtsrat der AlzChem Group AG 9.2. RELEVANTE ANGABEN ZU UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKENDie Gesellschaft beachtet sämtliche gesetzlichen Anforderungen und entspricht - mit den vorstehend erläuterten Abweichungen - den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Maßgeblich für die Unternehmensführung sind darüber hinaus insbesondere die internen Unternehmensleitlinien für unternehmerisches Verhalten ("Unternehmensleitlinien der AlzChem"). 9.2.1. ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT9.2.1.1. VORSTANDDie Mitglieder des Vorstands haben die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung, der Geschäftsordnung für den Vorstand und des Geschäftsverteilungsplans zu führen. Er beachtet die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und berichtet über Abweichungen. Der Vorstand hat die unternehmerischen Ziele, die grundlegende strategische Ausrichtung, die Geschäftspolitik sowie die Konzernorganisation der Gesellschaft festzulegen und stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Er hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Zudem ist es seine Aufgabe, für ein angemessenes Risikomanagement und -Controlling im Unternehmen zu sorgen. Dem Vorstand gehören derzeit drei Mitglieder an. Ein Mitglied ist zum Vorsitzenden ernannt. Der Aufsichtsrat hat mit Beschlussfassung vom 24. August 2017 eine neue Geschäftsordnung für den Vorstand einschließlich eines Geschäftsverteilungsplans verabschiedet. Der bestellte Vorstandsvorsitzende koordiniert die Zusammenarbeit des Vorstands und die Information des Aufsichtsrats und hält mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden regelmäßigen Kontakt. Er hat darauf hinzuwirken, dass die Führung der Vorstandsbereiche einheitlich auf die durch die Beschlüsse des Vorstands festgelegten Ziele ausgerichtet wird. Von den Mitgliedern des Vorstands kann er jederzeit Auskünfte über einzelne Angelegenheiten ihrer Bereiche verlangen und bestimmen, dass er über bestimmte Arten von Geschäften im Vorhinein unterrichtet wird. Der Vorstandsvorsitzende repräsentiert den Vorstand und die Gesellschaft gegenüber der Öffentlichkeit in Angelegenheiten, die das gesamte Unternehmen betreffen. Er kann diese Aufgaben für bestimmte Arten von Angelegenheiten oder im Einzelfall auf ein anderes Mitglied des Vorstands übertragen. Die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder ergeben sich aus dem Geschäftsverteilungsplan, der - auch im Falle zukünftiger Änderungen - von den Mitgliedern des Vorstands vorgeschlagen wird und der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf. Der aktuelle Geschäftsverteilungsplan sieht folgende Verantwortungsverteilung vor.
Innerhalb seines Geschäftsbereiches trifft jeder Vorstand seine Entscheidungen selbstständig, wobei die Gesamtverantwortung und Kollegialität der Vorstände besonders zu beachten ist. Soweit die Geschäftsbereiche mehrerer Vorstände berührt werden, entscheiden diese gemeinsam. Wenn eine Einigung nicht zustande kommt, ist jedes beteiligte Mitglied des Vorstands verpflichtet, eine Beschlussfassung des Vorstands herbeizuführen. In diesem Fall hat die Maßnahme bis zur Entscheidung des Vorstands zu unterbleiben, es sei denn, die Maßnahme ist nach pflichtgemäßen Ermessen zur Vermeidung unmittelbar drohender schwerer Nachteile für die Gesellschaft erforderlich. Über einen solchen Vorgang ist der Vorstand unverzüglich zu unterrichten. Der Vorstand erfüllt seine in § 90 AktG sowie sonstigen gesetzlichen Vorschriften, der Satzung der Gesellschaft und dieser Geschäftsordnung genannten Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat, wobei der Vorstand gemäß § 90 AktG an den Aufsichtsrat und aus wichtigen Anlässen gemäß § 90 Absatz 1 Satz 3 AktG an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats berichtet. Berichte des Vorstands an den Aufsichtsrat sind in der Regel in Textform zu erstatten, soweit nicht das Gesetz eine anderweitige Form vorsieht. Sofern im Einzelfall wegen besonderer Dringlichkeit erforderlich, ist dem Aufsichtsrat mündlich zu berichten. Im Rahmen seiner Berichterstattung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat, vor allem im Zuge von dessen Sitzungen, regelmäßig, zeitnah und umfassend insbesondere über grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der Rentabilität und die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Der Vorstand hat auf Abweichungen von den früher aufgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen einzugehen. Die Berichterstattung des Vorstands hat auch Angaben zur Risikolage, zum Risikomanagement und zur Compliance zu enthalten. Soweit vom Aufsichtsrat nicht abweichend bestimmt, berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat in der letzten Sitzung des Aufsichtsrats eines Geschäftsjahres über die beabsichtigte Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung und legt dem Aufsichtsrat das Budget für das folgende Geschäftsjahr (einschließlich der Finanz-, Investitions- und Personalplanung) vor. Dabei geht er insbesondere auf Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von den früher vorgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen ein. Soweit vom Aufsichtsrat nicht abweichend bestimmt, informiert und unterrichtet der Vorstand den Aufsichtsrat in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der über den Jahresabschluss verhandelt wird, über die Rentabilität der Gesellschaft, insbesondere die Rentabilität des Eigenkapitals. Soweit vom Aufsichtsrat nicht abweichend bestimmt, berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat regelmäßig im Rahmen der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen über den Gang der Geschäfte, insbesondere den Umsatz, und die Lage der Gesellschaft sowie alle für die Gesellschaft relevanten Fragen der Geschäftspolitik, der Rentabilität, den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft, insbesondere die Risikolage und das Risikomanagement. Darüber hinaus berichtet der Vorstandsvorsitzende dem Aufsichtsratsvorsitzenden rechtzeitig über Geschäfte, die für die Rentabilität oder Liquidität der Gesellschaft von erheblicher Bedeutung sein können. Unbeschadet bestehender Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats und der insbesondere in § 90 AktG festgelegten Berichtspflichten unterrichtet der Vorstand den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zeitnah und umfassend über alle geschäftlichen Angelegenheiten, denen aufgrund ihrer finanziellen Auswirkungen und / oder ihrer Bedeutung für die allgemeine Unternehmenspolitik besondere Bedeutung zukommt, insbesondere auch der Risikolage und des Risikomanagements. 9.2.1.2. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft und überwacht dessen Geschäftsführung (vgl. zur Tätigkeit des Aufsichtsrats auch den Bericht des Aufsichtsrats in diesem Geschäftsbericht). Der Aufsichtsrat achtet darauf, dass der Vorstand seine in § 90 Aktiengesetz genannten Berichtspflichten erfüllt. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung aus. Die den Aufsichtsrat betreffenden Empfehlungen des Deutsche Corporate Governance Kodex werden beachtet, soweit sich aus der nach § 161 Aktiengesetzes auf der Webseite der Gesellschaft zu veröffentlichenden Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nichts Abweichendes ergibt. Seine Mitglieder haben gleiche Rechte und Pflichten und sind an Weisungen nicht gebunden. Der Aufsichtsrat arbeitet bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vertrauensvoll und eng mit dem Vorstand zum Wohle der Gesellschaft zusammen. Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit. Der Aufsichtsrat der AlzChem Group AG (Konzernobergesellschaft) Gesellschaft besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat benennt unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutsche Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seines Mandats genügend Zeit zur Verfügung steht. Die Amtsperiode eines Aufsichtsratsmitglieds soll in der Regel mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 75. Lebensjahres des Aufsichtsratsmitglieds folgt, enden. Dem Aufsichtsrat muss eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Ein Aufsichtsratsmitglied ist insbesondere dann nicht als unabhängig anzusehen, wenn es in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. Mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (§ 100 Abs. 5 AktG). Dem Aufsichtsrat dürfen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Vorstandsmitglieder dürfen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25% der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. Im letzteren Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine der Hauptversammlung zu begründende Ausnahme sein. Die Mitglieder des Aufsichtsrats dürfen keine Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats dürfen, soweit sie gleichzeitig als Vorstandsmitglieder einer börsennotierten Gesellschaft tätig sind, neben dem Aufsichtsratsmandat für die Gesellschaft nicht mehr als zwei weitere Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder von Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderung ausüben. Die vorstehenden Regeln sind bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu berücksichtigen. Der Aufsichtsrat wählt zu Beginn seiner Amtszeit in einer ohne besondere Einberufung stattfindenden Sitzung aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden. Es können zwei weitere stellvertretende Vorsitzende gewählt werden. Die Wahl erfolgt - soweit bei der Wahl nicht eine kürzere Amtszeit bestimmt wird - jeweils für die Amtszeit des gewählten Aufsichtsratsmitgliedes. Wenn der Vorsitzende oder ein stellvertretender Vorsitzender während seiner Amtszeit aus dem Aufsichtsrat ausscheidet, ist unverzüglich eine Neuwahl für den Ausgeschiedenen vorzunehmen. Die Wahl leitet das an Lebensjahren älteste anwesende Aufsichtsratsmitglied. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der erste stellvertretende Vorsitzende unterrichten sich laufend gegenseitig, insbesondere bei Maßnahmen aus Anlass dringender zustimmungsbedürftiger Geschäfte. Willenserklärungen des Aufsichtsrats werden namens des Aufsichtsrats durch den Vorsitzenden - im Fall seiner Verhinderung durch seinen Stellvertreter - abgegeben. Der Vorsitzende - im Fall seiner Verhinderung sein Stellvertreter - sind ermächtigt, Erklärungen für den Aufsichtsrat entgegenzunehmen. Der Stellvertreter hat nur dann die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden, wenn zwingendes Gesetz oder die Satzung ihm diese Rechte und Pflichten ausdrücklich übertragen. Dem Stellvertreter steht die Zweitstimme nicht zu. Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtszeitraum 2018 wie folgt zusammen:
Im Einklang mit Ziff. 5.4.2. ist bei der der Zusammensetzung des Aufsichtsrats die Eigentümerstruktur berücksichtigt. Mit Frau Prof. Dr. Martina Heigl-Murauer gehört dem Aufsichtsrat ein unabhängiges Mitglied i. S. d. Ziff. 5.4.2. DCGK an. Den Vorsitz des Aufsichtsrats hat Herr Markus Zöllner inne. Der Prüfungsausschuss besteht aus Frau Prof. Dr. Heigl-Murauer (Vorsitz), Herrn Dr. Freiherr von Schnurbein und Herrn Markus Zöllner. Dem Nominierungsausschuss gehören Herr Markus Zöllner (Vorsitz), Herr Dr. Freiherr von Schnurbein und Herr Steve Röper an. Im Übrigen wird zur Vermeidung von Wiederholungen für die Tätigkeit des Aufsichtsrats und der Ausschüsse auf den Bericht des Aufsichtsrats verwiesen. 9.2.1.3. VERMEIDUNG VON INTERESSENSKONFLIKTENDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats legen etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat unverzüglich offen. In der Berichtsperiode sind bei den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats keine Interessenkonflikte aufgetreten. 9.3. DIVERSITÄTSKONZEPTDer Vorstand der AlzChem Group AG ist ausgewogen und unternehmensadäquat zusammenzusetzen, so dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Grundlegende Eignungskriterien für eine Vorstandsposition sind insbesondere Persönlichkeit, Integrität, überzeugende Führungsqualitäten, die fachliche Qualifikation für das zu übernehmende Ressort, die bisherigen Leistungen, sowie die Fähigkeit zur Anpassung von Geschäftsmodellen und Prozessen in einer sich verändernden Welt. Bei der Zusammensetzung des Vorstands ist das Unternehmensinteresse entscheidend und auf sich gegenseitig ergänzende Profile zu achten. Dabei werden insbesondere auch folgende Diversitätsaspekte berücksichtigt:
Mit welcher Persönlichkeit eine konkrete Vorstandsposition gegebenenfalls besetzt werden soll, ist unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls zu entscheiden. 9.4. ANGABEN ZU GESETZLICHEN MINDESTQUOTEN IN FÜHRUNGSPOSITIONENAm 24. April 2015 ist das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst in Kraft getreten. Die AlzChem-Gruppe hat sich mit den neuen Anforderungen auf den verschiedenen Ebenen und in den zuständigen Gremien befasst und dazu die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Als börsennotierte Muttergesellschaft hat die AlzChem Group AG und haben die Töchtergesellschaften der AlzChem Group AG, die dem Drittelbeteiligungsgesetz unterliegen, die Festlegungen nach § 76 Absatz 4 und § 111 Absatz 5 des Aktiengesetzes zu erfüllen. Daneben hat der Vorstand der AlzChem Group AG den Zielwert für den Frauenanteil für die erste und zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands auf 0 % bis zum 30. Juni 2022 festgelegt, wobei auch nur sehr wenige Mitarbeiter bei der AlzChem Group AG beschäftigt sind. Der Aufsichtsrat der AlzChem Group AG (zu diesem Zeitpunkt noch Softmatic AG) legte am 3. August 2017 die Zielgrößen für den Frauenanteil, der im Aufsichtsrat und im Vorstand bis zum 31. Dezember 2018 erreicht werden soll, jeweils mit 0 % fest. Per 30. Juni 2018 lag der Frauenanteil im Aufsichtsrat bei 25 % und im Vorstand bei 0 %. Der Aufsichtsrat legte die Zielgrößen am 29. September 2017 für den Frauenanteil, der im Aufsichtsrat und im Vorstand bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll, wie folgt fest: (i) Aufsichtsrat 16,66 % sowie (ii) 0 % im Vorstand. Daneben hat die Geschäftsleitung mit Beschluss vom 29. Juni 2017 die Zielgrößen des Vorjahres bekräftigt und den Zielwert im Zeitraum bis zum 30. Juni 2022 für den Frauenanteil für die erste Führungsebene auf 0 % sowie auf 8% für die zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung festgelegt. Dies entspricht jeweils dem Stand bei Beschlussfassung und berücksichtigt die Nachfolgeplanung innerhalb der Frist für beide Führungsebenen. Per 30. Juni 2018 wurden die Zielgrößen für die erste und zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung mit 11,7 % erreicht. Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten in der chemischen Industrie sehen wir Zielgrößen, die dem gesetzlichen Mindestanteil entsprächen, aktuell als nicht erreichbar an. 10. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH BILANZSTICHTAGNach Abschluss des Geschäftsjahres haben sich bis zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. 11. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER ("BILANZEID")Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Trostberg, 24. August 2018 AlzChem Group AG Der Vorstand Ulli Seibel, CEO Klaus Englmaier, COO Andreas Niedermaier, CFO Bilanz zum 30. Juni 2018 nach HGBAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2018 nach HGB
Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2018der AlzChem Group AG, TrostbergAngaben zur GesellschaftDie AlzChem Group AG mit Sitz in Trostberg ist im Handelsregister des Amtsgerichts Traunstein unter HR B 26592 eingetragen. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264d HGB. Sie ist in der AlzChem-Gruppe Trägerin der Umsatzsteuerorganschaft, zu welcher die Organgesellschaften AlzChem Trostberg GmbH, Nigu Chemie GmbH, AlzChem International GmbH, AlzChem Stahltechnik GmbH, AlzChem Nutrition GmbH und AlzChem Netz GmbH gehören. Am 4. Dezember 2017 wurde mit der Tochtergesellschaft AlzChem Trostberg GmbH ein Gewinnabführungsvertrag mit wirtschaftlicher Wirkung ab 1. Januar 2018 abgeschlossen. Aufgrund der bestehenden finanziellen Eingliederung begründet sich somit ab dem Geschäftsjahr 2018 eine körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft. In der Hauptversammlung vom 4. August 2017 wurde beschlossen, dass zukünftige Geschäftsjahre zum 30.06. enden sollen und nicht mehr zum Kalenderjahresende. Die Gesellschaft beantragte im Oktober 2017 die Umstellung des Wirtschaftsjahres auf den 30. Juni beim Finanzamt Traunstein; die Genehmigung wurde im November 2017 erteilt. Aus der Umstellung des Geschäftsjahres ergibt sich ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2018. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenBei der Bewertung der Bilanzposten wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Aufwendungen und Erträge des Rumpfgeschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 30. Juni 2018 wurden entsprechend der Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 238 bis 335c HGB aufgestellt. Die zusätzlichen Rechnungslegungsvorschriften des Aktiengesetzes wurden beachtet. Zur Umstellung des Geschäftsjahres hat die Gesellschaft für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 ein Rumpfgeschäftsjahr gebildet. Die angegebene aktuelle Berichtsperiode umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 bzw. den Stichtag 30. Juni 2018. Die angegebenen Vorjahreswerte beziehen sich auf das volle Kalenderjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 bzw. auf den Stichtag 31. Dezember 2017. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Aufnahme des operativen Geschäftsbetriebes ab Oktober 2017 hat ein zeitraumbezogener Vorjahresvergleich lediglich eine eingeschränkte Aussagekraft. Soweit nicht anders angegeben, erfolgen alle Betragsangaben in TEUR. Aus rechnerischen Gründen können in Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit auftreten. Aktiva Der Ansatz von Finanzanlagen erfolgt mit deren Anschaffungskosten. Im Falle einer dauernden Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Das Wahlrecht nach § 253 Abs. 3 HGB, zur Vornahme einer außerplanmäßigen Abschreibung im Falle einer nicht dauerhaften Wertminderung, wurde nicht angewandt. Es liegen keinerlei Hinweise auf eine Wertminderung in den Finanzanlagen im Rumpfgeschäftsjahr vor. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit deren Anschaffungskosten bilanziert. Bei Posten, die unverzinslich sind und deren Restlaufzeit über einem Jahr liegt, erfolgt der Ansatz zum Barwert. Ferner erfolgt die Bewertung in Form eines gemischten Verfahrens, welches erkennbare Einzelrisiken durch entsprechende Bewertungsabschläge sowie sonstige Risiken durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bilanziert. Der Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen. Passiva Die Posten des Eigenkapitals werden mit ihrem Nennbetrag ausgewiesen. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck1 . Die Bewertung erfolgt mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren, der sich pauschal aus einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Steuerrückstellungen berücksichtigen die zu erwartenden Steuerbelastungen der Gesellschaft. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen in ausreichendem Umfang alle bis zur Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt mit dem Erfüllungsbetrag, welcher nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. In die Rückstellung einzubeziehende Zahlungsverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit oder bei Altersversorgungsverpflichtungen vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen mit dem pauschalen 15 Jahren entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Rückstellung für Aufbewahrungsverpflichtung hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten sind mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag bewertet. Der Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen. Gewinn- und VerlustrechnungIn der Gewinn- und Verlustrechnung kommt das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB zur Anwendung. Die Umsätze gelten mit Erbringung der vertraglichen Leistungen als realisiert. Latente SteuernLatente Steuern werden auf die temporären Unterschiede in den Bilanzansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz und auf bestehende körperschaft- und gewerbesteuerliche Verlustvorträge gebildet. Der Ausweis von latenten Steueransprüchen bzw. Steuerschulden erfolgt unsaldiert. Der Berechnung der latenten Steuern liegt der gesellschaftsspezifische effektive Steuersatz von 28 % zugrunde. Der Aufwand und Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuer wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" als sog. Davon-Vermerk ausgewiesen. Nach der formalen Betrachtungsweise ist alleinige Steuerschuldnerin die Organträgerin, d.h. auch latente Steuern der Organgesellschaft AlzChem Trostberg GmbH und deren Organgesellschaften sind vollständig in dem Jahresabschluss der AlzChem Group AG ausgewiesen. Erläuterungen zur BilanzAktiva Die Entwicklung des Anlagevermögens ist als Anlage zum Anhang gesondert dargestellt. Die Finanzanlagen beinhalten nachfolgende Anteile an verbundenen Unternehmen:
Ferner ist die AlzChem Group AG mittelbar an folgenden Gesellschaften beteiligt:
*)
Zwischenergebnis vor Ergebnisabführung Bei den Angaben zu Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich um vorläufige Werte zum 30.06.2018 nach lokalem Bilanzierungsrecht. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen untergliedern sich in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (458 TEUR, Vorjahr 1.346 TEUR), Finanzforderungen (13.257 TEUR, Vorjahr 2.240 TEUR) und sonstigen Forderungen (819 TEUR, Vorjahr 1.625 TEUR) im Wesentlichen aus der Umsatzsteuerorganschaft. Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen aus kurzfristigen Forderungen aus Steuern (3.260 TEUR, Vorjahr 1.443 TEUR). Darin enthalten sind Ertragsteuervorauszahlungen für 2018 in Höhe von 3.040 TEUR, die aus einer Verrechnung mit der errechneten Steuerlast zum 30.06.2018 resultieren. Die bilanzierten aktiven latenten Steuern (13.841 TEUR, Vorjahr 296 TEUR) setzen sich wie folgt zusammen:
Mit Wirksamwerden der ertragsteuerlichen Organschaft wurden zum 1. Januar 2018 von den Organgesellschaften aktive latente Steuern in Höhe von 13.111 TEUR erfolgswirksam übernommen. Passiva Die Entwicklung und Zusammensetzung des Eigenkapitals stellt sich wie folgt dar:
Das Grundkapital der Gesellschaft setzt sich aus 101.763.355 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag mit gleichen Rechten zusammen. Der Vorstand wurde auf der Hauptversammlung vom 4. August 2017 ermächtigt, bis zum 31. Juli 2022 das Grundkapital der AlzChem Group AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 10.063.333,00 durch Ausgabe von bis zu 10.063.333 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2017). Von dieser Ermächtigung wurde zum Bilanzstichtag 30.06.2018 kein Gebrauch gemacht. Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre in folgenden Fällen auszuschließen:
Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung, insbesondere den Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe, einschließlich einer von § 60 Abs. 2 AktG abweichenden Gewinnbeteiligung, festzulegen. Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, die Satzung der Gesellschaft nach vollständiger oder teilweiser Ausnutzung oder dem zeitlichen Ablauf des genehmigten Kapitals entsprechend anzupassen, insbesondere in Bezug auf die Höhe des Grundkapitals und die Anzahl der bestehenden Stückaktien. Ausschüttungsgesperrt nach § 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB sind folgende Beträge:
Die Bilanzierung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens, dem folgende Parameter zugrunde liegen:
Die Steuerrückstellungen berücksichtigen die zu erwartenden Steuerbelastungen der Gesellschaft. Die steuerrelevanten Posten der Organgesellschaften aus der ertragsteuerlichen Organschaft wirken sich erst zum steuerlichen Stichtag 31.12.2018 mit der dann durchgeführten Gewinnabführung auf die Ertragsteuerrückstellungen der Gesellschaft aus. Zum Stichtag 30.06.2018 beinhalten die Steuerrückstellungen ausschließlich die errechneten Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2017. Die sonstigen Rückstellungen (863 TEUR, Vorjahr 1.041 TEUR) enthalten vor allem personalbezogene Rückstellungen (719 TEUR, Vorjahr 938 TEUR) und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (143 TEUR, Vorjahr 101 TEUR). Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Berichtszeitraum um Verbindlichkeiten aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen (85 TEUR, Vorjahr 506 TEUR) und sonstige Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus der Umsatzsteuerorganschaft (1.027 TEUR, Vorjahr 1.732 TEUR). Der Unterschiedsbetrag aus der Höhe der handelsrechtlich zu bilanzierenden zu den entgeltlich übernommenen Pensionsrückstellungen wurde in 2017 im passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt und wird seit dem ratierlich über die Duration der Verpflichtung von 21 Jahren gegen das Finanzergebnis aufgelöst. Die bilanzierten passiven latenten Steuern (14 TEUR, Vorjahr 0 TEUR) setzen sich wie folgt zusammen:
Mit Wirksamwerden der ertragsteuerlichen Organschaft wurden zum 1. Januar 2018 von den Organgesellschaften passive latente Steuern in Höhe von 14 TEUR erfolgswirksam übernommen. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse aus Managementtätigkeiten wurden im Berichtsjahr ausschließlich in Deutschland erbracht. In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Kostenweiterbelastungen im Zusammenhang mit Tätigkeiten der Holding (2.067 TEUR, Vorjahr 870 TEUR) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (7 TEUR, Vorjahr 1 TEUR) ausgewiesen. Die periodenfremden Erträge hierin belaufen sich auf 7 TEUR (Vorjahr 1 TEUR) und resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Konzernversicherungsprämien (1.897 TEUR, Vorjahr 90 TEUR), Aufwendungen für Prüfungs- und Bestätigungsleistungen (197 TEUR, Vorjahr 515 TEUR) sowie Beratungsaufwand (138 TEUR, Vorjahr 556 TEUR im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Börsennotierung). Die Erträge aus Beteiligungen resultieren aus der Gewinnausschüttung der AlzChem Trostberg GmbH für das Geschäftsjahr 2017. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge (13 TEUR, Vorjahr 7 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Zinserträge aus der Auflösung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens für Pensionsrückstellungen. Es sind Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 49 TEUR angefallen (Vorjahr 27 TEUR) davon entfielen 48 TEUR (Vorjahr 25 TEUR) auf nicht cash-wirksame Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultieren aus dem Ertragsteueraufwand auf das steuerliche Ergebnis der Gesellschaft (106 TEUR, Vorjahr 208 TEUR) sowie dem Ertrag aus der Veränderung der latenten Steuern der Organschaft (-13.531 TEUR, Vorjahr -296 TEUR). Der Ertragsteueraufwand auf das steuerliche Ergebnis der Organgesellschaften wirkt sich erst mit der Durchführung der Ergebnisabführung zum 31.12.2018 im Steueraufwand der Gesellschaft aus. Sonstige AngabenMitarbeiter und Organe der GesellschaftDie durchschnittliche Anzahl der voll- und teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter stellt sich wie folgt dar:
Als Vorstände waren im Rumpfgeschäftsjahr 2018 sowie bis zum Aufstellungszeitpunkt bestellt:
Die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt und näher erläutert. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. Die Vorstände erhielten von der Gesellschaft im Berichtsjahr folgende Bezüge:
Im Berichtsjahr gehörten dem Aufsichtsrat folgende Personen an:
Weitere Mandate in Kontrollgremien:
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Berichtszeitraum 58 TEUR Vergütung gewährt. AbschlussprüfungshonorareDie Anhangsangabe über die Art und Höhe der Abschlussprüfungshonorare des Geschäftsjahres i. S. d. § 285 Nr. 17 HGB unterbleibt, da diese im Konzernanhang der AlzChem-Gruppe erfolgt. Es sind im abgelaufenen Berichtsjahr für die Gesellschaft sowie der von Ihnen beherrschten Tochtergesellschaften Honorare für andere Prüfungs- und Bestätigungsleistungen für regulatorische Bestätigungsleistungen im Energiesektor angefallen. Im Vorjahr waren hier im Wesentlichen Bestätigungsleistungen im Rahmen der Kapitalerhöhungen wie Comfort Letter und prüferischen Durchsichten der im Wertpapierprospekt veröffentlichten Zwischenberichte und anderer Finanzinformationen enthalten. Die Steuerberatungsleistungen sind für die steuerliche Würdigung der erstmalig gebildeten steuerlichen Organschaft angefallen. In den sonstigen Leistungen sind regulatorische Beratungsleistungen im Energiesektor enthalten. Außerbilanzielle GeschäfteEs bestehen keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Haftungsverhältnisse, Eventualverbindlichkeiten, Finanzielle VerpflichtungenEs bestehen bis 2023 Haftungsverpflichtungen gegenüber Banken in Höhe von 12,8 Mio. EUR aus an die AlzChem Trostberg GmbH ausgegebene Darlehen. Weiter bestehen keine Eventualverbindlichkeiten oder sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen.Durch die AlzChem Group AG wird ein Konzernabschluss nach den Vorschriften der §§ 290 ff HGB, § 315e HGB (ein befreiender Abschluss nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufgestellt. Dieser wird einschließlich des Konzernlageberichts im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht zum 30. Juni 2018 ist über Bundesanzeiger und Unternehmensregister zugänglich, sowie auf unserer Website abrufbar. Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGZum Bilanzstichtag 30.06.2018 bestehen Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 20 Abs. 1 und 3 AktG im Oktober 2017 mitgeteilt und wie folgt nach § 20 Abs. 6 AktG veröffentlicht worden sind:
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenIn der Berichtsperiode wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Konditionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen. ErgebnisverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt vor, aus dem Jahresüberschuss des Rumpfgeschäftsjahres 2018 in Höhe von 25.958 TEUR einen Betrag von 11.194 TEUR an die Aktionäre auszuschütten. EntsprechenserklärungDie Entsprechenserklärung gemäß § 161 Abs. 2 AktG wurde für das Rumpfgeschäftsjahr 2018 in einem gesonderten Abschnitt im Lagebericht aufgenommen. Die Veröffentlichung des Lageberichts erfolgt zusammen mit dem Jahresabschluss im Bundesanzeiger. Dort ist die Entsprechenserklärung einsehbar. NachtragsberichtEs haben sich nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, über die nach § 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB zu berichten wäre, ergeben.
Trostberg, 24. August 2018 AlzChem Group AG Ulli Seibel, CEO Klaus Englmaier, COO Andreas Niedermaier, CFO Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2018 nach HGB
(Aufgrund der Darstellung in TEUR können Rundungsdifferenzen von ± einer Einheit auftreten.) Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, die AlzChem Group AG hat ein außerordentlich erfolgreiches Rumpfgeschäftsjahr zum 30. Juni 2018 absolviert. Mit einem Umsatz von TEUR 195.241 und einem EBITDA von TEUR 30.971 auf Konzernebene hat das Unternehmen auf beeindruckende Weise seine Marktposition ausgebaut und mit mutigen Investitionen seine Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Mit dem nun vorliegenden Jahresabschluss für die AlzChem Group AG zum Rumpfgeschäftsjahr zum 30. Juni 2018 und dem bereits zum 1. Januar 2018 wirksam gewordenen Gewinnabführungsvertrag mit der AlzChem Trostberg GmbH konnte die Dividendenfähigkeit der börsennotierten AG hergestellt werden. Sollten sich die Aktionäre auf der für November 2018 geplanten Hauptversammlung dem gemeinsamen Gewinnverwendungsvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat anschließen, können wir eine der Ankündigung entsprechende Ausschüttung vornehmen und damit auch wie beabsichtigt der sehr guten Gewinnentwicklung 2017 zeitnah Rechnung tragen. Um in einem weiteren Schritt wieder alle Konzerngesellschaften mit einem Geschäftsjahr zum 31. Dezember in Gleichklang zu bringen, werden wir der Hauptversammlung zusätzlich vorschlagen, ein weiteres Rumpfgeschäftsjahr von Juli bis Dezember 2018 zu beschließen, damit der AlzChem-Konzern dann ab 2019 wieder im gewohnten Rhythmus die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember aufstellen wird. Im Rumpfgeschäftsjahr 2018 hat der Aufsichtsrat der AlzChem Group AG die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung der AlzChem Group AG und des Gesamtkonzerns ausführlich beraten und die Geschäftsführung kontinuierlich überwacht. Zu keinem Zeitpunkt bestanden Zweifel an der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandstätigkeit. Der Aufsichtsrat hat sich fortlaufend und eingehend mit der aktuellen Unternehmenssituation und der weiteren Entwicklung des AlzChem-Konzerns befasst. Dabei ist der Vorstand seinen Informationspflichten jederzeit in vollem Umfang nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über alle wesentlichen Entwicklungen des AlzChem-Konzerns informiert. Dazu zählten insbesondere die Geschäftsentwicklung, die Lage des Konzerns, die Unternehmensstrategie, die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Rentabilität der Gesellschaft, das Risikomanagement, die Compliance sowie die Unternehmensplanung einschließlich Finanz-, Investitions- und Personalplanung. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat in alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, frühzeitig eingebunden. Der Aufsichtsrat hat sämtliche Berichte und Unterlagen eingehend geprüft. Planabweichungen wurden vom Vorstand ausführlich erläutert und vom Aufsichtsrat ebenfalls mit großer Sorgfalt geprüft. Zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand ordnungsgemäß und frühzeitig vorgelegt. Sämtliche zustimmungspflichtigen Geschäfte wurden positiv beschieden. Außerhalb der Sitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit dem Vorstand, um sich fortlaufend über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorgänge unterrichten zu lassen. Besondere Aufmerksamkeit erforderte die bislang größte Investition der Unternehmensgeschichte in den Ausbau der Creamino(r)-Produktion. Wir als Aufsichtsrat haben dieses zentrale Zukunftsprojekt beratend und kontrollierend begleitet. In diesem Zusammenhang unterstützt der Aufsichtsrat den Vorstand, ab 2019 Vermarktung und Verkauf von Creamino(r) im Eigenvertrieb zu organisieren. Arbeit des Aufsichtsrats und der AusschüsseDer Aufsichtsrat trat im Rumpfgeschäftsjahr 2018 zu zwei Sitzungen am 7. März und 23. Mai zusammen. Das Plenum war bei jeder Sitzung vollständig anwesend. Zusätzlich hat der der Aufsichtsrat im Juni 2018 eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren getroffen. Gegenstand der Sitzungen waren die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Vermögens- und Finanzlage, die Investitionsvorhaben, die Risikolage, das Risikomanagementsystem, die Compliance, das interne Kontrollsystem sowie die Unternehmensplanung und -strategie. Ebenfalls im Fokus standen die Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte sowie die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des AlzChem-Konzerns. Der Prüfungsausschuss trat am 7. März 2018 zusammen. Sämtliche Mitglieder nahmen persönlich teil. Der Ausschuss prüfte eingehend - unter Berücksichtigung der Prüfberichte des Abschlussprüfers und im Gespräch mit diesem - den handelsrechtlichen Jahresabschluss und Lagebericht sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2017. Der Ausschuss erörterte zudem den Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Rumpfgeschäftsjahr 2018 sowie Fragen der Rechnungslegung, des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements. Darüber hinaus wurden der Lagebericht und der Konzernlagebericht eingehend diskutiert, die entsprechenden Empfehlungen an den Aufsichtsrat vorbereitet und dem Aufsichtsrat über die Ergebnisse der Prüfungen berichtet. Am 3. Mai 2018 führte der Prüfungsausschuss eine Telefonkonferenz durch, um die Quartalsmitteilung 1/2018 zu erörtern. Der Nominierungsausschuss hielt im Berichtszeitraum keine Sitzung ab. Corporate GovernanceEin fester Bestandteil der Aufsichtsratssitzungen der AlzChem Group AG ist die Umsetzung einer guten Corporate Governance in enger Anlehnung an den Deutschen Corporate Governance Kodex. Auch im Rumpfgeschäftsjahr 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat über die Empfehlungen und Anregungen des Kodex intensiv beraten. Gemäß Punkt 5.6. des Kodex hat der Aufsichtsrat seine eigene Arbeit laufend auf Effizienz hin überprüft. Die Prüfung bestätigte erneut eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums und mit dem Vorstand. Im Berichtszeitraum traten bei den einzelnen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern keine Interessenkonflikte auf, die dem Aufsichtsrat gegenüber offenzulegen waren. Im März 2018 haben Vorstand und Aufsichtsrat eine neue Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG beschlossen und abgegeben. Die aktuelle Entsprechenserklärung sowie die vorangegangenen Erklärungen sind im Internet jederzeit unter www.alzchem.com im Bereich Investor Relations zugänglich. Über die Corporate Governance berichtet im Übrigen der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Kodex im Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer Jahresabschluss der AlzChem Group AG und der Lagebericht wurden nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt, der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Aufsichtsrat beauftragte gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Mai 2018 die PriceWaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, als Abschlussprüfer für die AG und für den Konzern für das Rumpfgeschäftsjahr 2018. Der Wirtschaftsprüfer legte mit dem Aufsichtsrat die Prüfungsschwerpunkte fest. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat die Vergütung des Abschlussprüfers und überprüfte dessen Qualifikation und Unabhängigkeit nach den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der Abschlussprüfer hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss unter Einbeziehung der entsprechenden Lageberichte geprüft und berichtete schriftlich über das Ergebnis seiner Prüfung, die zu keinen Einwendungen geführt hat. Der Jahres- und der Konzernabschluss erhielten den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Darüber hinaus stellte der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikomanagementsystems fest, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr 2018, den Lagebericht und den Konzernlagebericht - unter Berücksichtigung des Berichts des Abschlussprüfers und der Ergebnisse der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss - auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft. Sämtliche Unterlagen sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen dem Gremium rechtzeitig vor und wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 4. September 2018 eingehend erörtert und geprüft. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat insbesondere geprüft, ob die vom Vorstand in den Lageberichten getroffenen Einschätzungen mit den Einschätzungen in den Berichten an den Aufsichtsrat übereinstimmen und ob die Aussagen in den Lageberichten der eigenen Einschätzung des Aufsichtsrats entsprechen. Der Aufsichtsrat hat nach eigener gründlicher Prüfung keine Einwände erhoben, den Prüfungsberichten und den Ergebnissen der Vorprüfungen durch den Prüfungsausschuss zugestimmt sowie den Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernabschluss und Konzernlagebericht gebilligt. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss der AG wurde damit festgestellt. Den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, eine Dividende von EUR 0,11 je dividendenberechtigter Aktie auszuzahlen und den Restbetrag von EUR 14.148.201,08 auf neue Rechnung vorzutragen, hat der Aufsichtsrat im Hinblick auf die Liquidität der Gesellschaft sowie ihre Finanz- und Investitionsplanung ausführlich besprochen. Nach eingehender Prüfung schließen wir uns dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Darüber hinaus haben wir den nichtfinanziellen Konzernbericht zur Corporate Social Responsibilty geprüft und gebilligt. Zusammensetzung von Vorstand und AufsichtsratIm Vorstand und Aufsichtsrat kam es im Berichtszeitraum zu keinen personellen Veränderungen. Dem Aufsichtsrat der AlzChem Group AG gehören unverändert Herr Markus Zöllner (Vorsitzender), Herr Dr. Caspar Freiherr von Schnurbein (stellvertretender Vorsitzender), Frau Prof. Dr. Martina Heigl-Murauer und Herr Steve Röper an. Der Vorstand setzt sich weiterhin aus Herrn Ulli Seibel (CEO), Herrn Andreas Niedermaier (CFO) und Herrn Klaus Dieter Englmaier (COO) zusammen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierten Leistungen. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre die positive Entwicklung im Rumpfgeschäftsjahr 2018 nicht möglich gewesen.
Trostberg, 4. September 2018 Markus Zöllner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der AlzChem Group AG Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die AlzChem Group AG, TrostbergVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der AlzChem Group AG, Trostberg, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AlzChem Group AG für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1 Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen UnternehmenUnsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: 1 Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 230,74 Mio. (97 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Es handelt sich um die Anteile an der AlzChem Trostberg GmbH, die wiederum weitere Beteiligungen hält. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Der beizulegende Wert wird grundsätzlich als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, die sich aus einer erstellten Planungsrechnung ergeben, ermittelt. Eine Ermittlung des beizulegenden Werts der AlzChem Trostberg GmbH unter Berücksichtigung ihrer mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen erfolgt, sofern ein Anzeichen für einen möglichen Wertminderungsbedarf vorliegt. In diesem Zusammenhang wird die Beteiligung daraufhin untersucht, ob Indikatoren vorliegen, die zu einer dauerhaften Wertminderung der Beteiligung führen könnten. Weiter wird als zusätzliches Anzeichen auch der Börsenkurs der AlzChem Group AG herangezogen, da diese lediglich die Holding-Funktion für die Gruppe wahrnimmt und ihr Unternehmenswert und der Unternehmenswert der Gruppe fast ausschließlich den Wert der Beteiligung der AlzChem Trostberg GmbH und deren Tochterunternehmen betrifft. Aus den Untersuchungen der Gesellschaft ergaben sich für das Rumpfgeschäftsjahr keine Anzeichen eines Wertminderungsbedarfs. Die Überprüfung der Werthaltigkeit ist mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen der Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an der AlzChem Trostberg GmbH nachvollzogen und beurteilt. Wir haben Befragungen beim Mandanten durchgeführt, Unterlagen auf Sachverhalte durchgesehen, die zu einer dauerhaften Wertminderung dieser Beteiligung führen könnten und diesbezüglich auch Informationen der gesetzlichen Vertreter eingeholt. Ebenfalls haben wir die Planungsrechnung der AlzChem-Gruppe angesehen und nachvollzogen, dass sich daraus ebenfalls nicht auf eine dauerhafte Wertminderung der Beteiligung schließen lässt. Die Angemessenheit der in der Planungsrechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem durch Abgleich dieser Angaben mit dem aktuellen Budget aus der von den gesetzlichen Vertretern aufgestellten Unternehmensplanung sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein. Darüber hinaus haben wir die Marktkapitalisierung der Aktien der AlzChem Group AG vergleichend herangezogen. Auch diese lieferte keine Anhaltspunkte, dass die Beteiligung einer dauerhaften Wertminderung unterliegt. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sind in den Abschnitten 2.1 und 3.1 des Anhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 23. Mai 2018 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. Juni 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der AlzChem Group AG, Trostberg, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Anita Botzenhardt.
München, den 24. August 2018 PricewaterhouseCoopers GmbH Anita Botzenhardt, Wirtschaftsprüfer ppa. Marcel Hohbein, Wirtschaftsprüfer |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||