PWO AGOberkirchQuartalsmitteilung 3. Quartal / 9 Monate 2023BRIEF DES VORSTANDSSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Geschäftsfreunde,
in unserem Halbjahresfinanzbericht hatten wir Sie auf
ein positives zweites Halbjahr 2023 eingestimmt. Nun hat
das dritte Quartal unsere Erwartungen sogar noch
übertroffen. Deshalb konnten wir in einer
Ad-hoc-Mitteilung am 6. Oktober 2023 unsere Prognosen
für wichtige Steuerungskennzahlen des laufenden
Geschäftsjahres nach oben nehmen - teilweise bereits
zum zweiten Mal in diesem Jahr. Wir freuen uns deshalb
sehr, auch mit dem Geschäftsjahr 2023 unsere Reihe
erfolgreicher Jahre fortsetzen zu können.
Es gelingt uns, das hohe Neugeschäft der
vergangenen Jahre in profitables Umsatzwachstum zu
übertragen. Dafür gilt unser besonderer Dank den
verantwortlichen Teams an allen Standorten weltweit, die
zunächst die Werkzeuge für neue
Serienproduktionen termin- und qualitätsgerecht
bereitstellen. Und die dann für ein so reibungsloses
Zusammenspiel von Werkzeugen, Umformpressen sowie
Montagelinien sorgen, dass wir die Gewinnschwelle beim
Serienanlauf zunehmend früher überschreiten.
Jetzt zahlt sich die Zusammenarbeit in globalen Teams aus,
die sich gegenseitig immer wieder zu neuen
Höchstleistungen motivieren.
Die fortschreitende Perfektionierung unserer
Abläufe hat uns auch mutiger in der
Neugeschäftsakquise gemacht: Hatten wir uns zu Beginn
des Jahres ein Ziel von rund 400 bis 500 Mio. EUR für
das Lifetime-Volumen des Neugeschäfts gesetzt,
könnten es nun bis zu 900 Mio. EUR werden. Wir sind
inzwischen sicher, die Serienanläufe, die sich aus
diesen Größenordnungen ergeben, gut zu
beherrschen. Zum Ende des Neunmonatszeitraums hatten wir
bereits ein Volumen von rund 810 Mio. EUR akquiriert. Dabei
haben alle unsere Segmente und Business Units ihre Ziele
übertroffen.
Inzwischen sind wir an allen Standorten weltweit
gleichermaßen stark aufgestellt, wenn es um
hochmoderne Sitzkomponenten und innovative
Instrumententafelträger geht. Konsequent gestalten wir
den Hochlauf der E-Mobilität mit und sind in
entsprechenden Fahrzeugen und auf diesbezüglichen
Plattformen vertreten. Auch bei der Entwicklung und
Fertigung von Komponenten für
Batteriemanagementsysteme oder elektrisch-hydraulische
Bremskraftverstärker, die eine Rückgewinnung von
Bremsenergie ermöglichen, nutzen wir unsere Kompetenz
in der Metallumformung an der Grenze des technologisch
Machbaren und erweitern kontinuierlich unsere
Lösungspalette.
Auch im dritten Quartal haben wir die Weichen
entsprechend gestellt, um unsere Wettbewerbsfähigkeit
weiter zu stärken und unsere Produkte auch in Zukunft
möglichst nah bei unseren Kunden fertigen zu
können. Für unseren neuen Produktionsstandort in
Serbien wurde ein 100.000 Quadratmeter großes
Grundstück erworben. Und genauso wichtig: Unsere
Transformation hin zu einer CO
2-reduzierten Arbeitsweise wollen wir zügig
weiter umsetzen. So werden unsere Standorte in China nun
schon bis 2026 vollständig auf Ökostrom
umgestellt. Dazu installieren wir dort derzeit eine
Fotovoltaikanlage. Auch planen wir, weitere von der Science
Based Targetsinitiative anerkannte Instrumente an unseren
Standorten zu nutzen. Wir sind damit in allen für die
PWO-Gruppe strategisch relevanten Bereichen auf einem guten
Weg.
Oberkirch, im November 2023
Der Vorstand
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGIn dieser Quartalsmitteilung erläutern wir die
Geschäftsentwicklung des PWO-Konzerns (im Folgenden
auch "PWO-Gruppe", "Gruppe" oder "PWO") im Zeitraum vom 1.
Januar bis zum 30. September 2023.
ErtragslageAusgewählte Informationen zu den Segmenten und zur
Gruppe
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Im vergangenen und im laufenden Geschäftsjahr waren
aufgrund der jüngst hohen Inflation in vielen
Bereichen erhebliche Kostensteigerungen zu verzeichnen.
Diesbezügliche Verhandlungen mit unseren Kunden wurden
in der aktuellen Neunmonatsperiode und im Vorjahr in den
einzelnen Segmenten der PWO-Gruppe zu unterschiedlichen
Zeitpunkten abgeschlossen. Im Folgenden verzichten wir auf
eine Kommentierung dieser jeweiligen Effekte im Einzelnen
und konzentrieren uns auf die Erläuterung der
wesentlichen weiteren Faktoren, die zur aktuellen
geschäftlichen Entwicklung der Gruppe beitrugen.
Darüber hinaus verzeichneten wir sowohl im
Berichtsjahr als auch im Vorjahr verschiedene
Einmaleffekte. Per Saldo resultierten daraus Belastungen,
die im Berichtsjahr etwas höher ausfielen als im
Vorjahr. Die Effekte werden auf den Seiten 005 und 006 bei
den jeweiligen Segmenten aufgeführt.
Weil wir Gesamtvereinbarungen über alle relevanten
Kostenpositionen erzielen wollen, konnten bis zum Ende der
Berichtsperiode viele, jedoch noch nicht alle Verhandlungen
zu den gestiegenen Kosten mit unseren Kunden abgeschlossen
werden. Wir streben unverändert einvernehmliche
Lösungen an und sind davon überzeugt, auch die
noch offenen Verhandlungen zu einem für alle Parteien
fairen Ergebnis führen zu können.
Getrieben durch das hohe Neugeschäft der
vergangenen Jahre, laufen derzeit kontinuierlich neue
Serienfertigungen an bzw. hoch, welche die Ausläufe
deutlich mehr als kompensieren. Dies trug dazu bei, dass
die Umsatzerlöse in der Gruppe in der
Neunmonatsperiode kräftig zulegten. Der Anstieg
wäre noch stärker gewesen, hätten nicht
negative Währungseffekte von 6,6 Mio. EUR das Wachstum
gedämpft. Auf das EBIT vor
Währungseffekten wirkten sich diese allerdings
nicht aus; es übertraf den Vorjahreswert sichtbar,
während es nach 6 Monaten noch unter Vorjahr gelegen
hatte. Hier wirkten die höheren Umsatzerlöse
sowie unsere fortlaufenden Effizienzsteigerungen positiv
zusammen, sodass das dritte Quartal 2023 sehr gut
ausgefallen ist und dort ein Betrag von 9,0 Mio. EUR (i.
Vj. 6,1 Mio. EUR) erzielt wurde.
Die hohen Kostensteigerungen bei Material und Energie
führten im Neunmonatszeitraum zu einer
Materialaufwandsquote von 60,0 Prozent, die damit
gegenüber dem ohnehin hohen Vorjahresniveau von 59,5
Prozent noch einmal leicht zulegte. Auch die Belastung
durch die gestiegenen Löhne und Gehälter nahm
weiter zu; die Personalaufwandsquote erhöhte sich auf
23,4 Prozent (i. Vj. 22,9 Prozent). Die Quote war zudem
durch den im ersten Quartal angefallenen Aufwand für
die Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 0,4
Mio. EUR. belastet, die gemäß dem jüngsten
Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie am
Standort Deutschland zu buchen war, sowie durch die
Einmalbelastungen im Zuge der berichteten
Veränderungen im Vorstand. Unsere verhaltene
Investitionstätigkeit der letzten Jahre trug dazu bei,
dass die Abschreibungen absolut betrachtet merklich unter
Vorjahr lagen und sich die Quote entsprechend
ermäßigte.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen
blieb prozentual unter dem der Umsatzerlöse. Er wurde
gedämpft durch deutlich niedrigere
Währungsaufwendungen als im Vorjahr. Diesen standen
jedoch im Berichtszeitraum Währungserträge in
ähnlicher Größenordnung gegenüber,
sodass sich hieraus per Saldo keine wesentliche Auswirkung
auf das EBIT ergab. Hingegen schlugen sich
Preissteigerungen infolge der Inflation in verschiedenen
Positionen der sonstigen betrieblichen Aufwendungen
sichtbar nieder. Zudem trug die Geschäftsausweitung zu
höheren Kosten für Ausgangsfrachten bei, und die
Kosten für die wieder stärker aufgenommenen
Reisetätigkeiten legten zu. Ferner entstanden im
ersten Quartal 2023 einmalige Rechts- und Beratungskosten
im Zusammenhang mit dem Abschluss der neuen
Finanzierungsvereinbarungen.
Die Finanzierungsaufwendungen nahmen im
Neunmonatszeitraum trotz der niedrigeren Nettoverschuldung
auf 6,0 Mio. EUR (i. Vj. 3,9 Mio. EUR) zu. Dies resultierte
im Wesentlichen aus dem kräftigen Anstieg des EURIBOR
sowie einer Belastung aus der Abzinsung der
Pensionsrückstellungen. Die Steuerbelastung betrug 4,5
Mio. EUR (i. Vj. 4,3 Mio. EUR). Damit erhöhte sich die
Steuerquote auf 25,8 Prozent (i. Vj. 22,4 Prozent). In
Summe lagen das Periodenergebnis bei 13,0 Mio. EUR (i. Vj.
14,8 Mio. EUR) und das Ergebnis je Aktie bei 4,16 EUR (i.
Vj. 4,74 EUR).
SegmenteEntsprechend der internen Steuerung stellen unsere
Standorte die Basis für die Segmentberichterstattung
dar. Die PWO-Gruppe ist weltweit mit 9 Standorten
vertreten, davon einer in Deutschland, 2 in Tschechien,
einer in Kanada und je 2 in Mexiko bzw. China. Der neu
gegründete Standort in Serbien hat erst zum 1. Juli
2023 seine Geschäftstätigkeit aufgenommen. Das
Segment Serbien wirkte sich noch nicht maßgeblich auf
die Entwicklung der PWO-Gruppe im Neunmonatszeitraum aus
und wird daher im Folgenden nicht im Detail kommentiert.
Bei der Erläuterung der Ergebnisse der Segmente
beziehen wir uns auf die Steuerungsgröße EBIT
vor Währungseffekten.
Das Segment Deutschland erreichte im Neunmonatszeitraum
ein EBIT auf Vorjahresniveau. Dies stellte zwar eine
erhebliche Verbesserung gegenüber den ersten 6 Monaten
dar, in denen sich das EBIT im Vergleich mit dem Vorjahr
annähernd halbiert hatte. Dennoch ist die Ertragskraft
des Segments vor allem durch die hohen Steigerungen bei
Löhnen und Gehältern aufgrund des jüngsten
Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie
geschmälert. Hinzu kamen im ersten Halbjahr
Belastungen aus der Inflationsausgleichsprämie sowie
aus den Veränderungen im Vorstand. Positiv wirkte sich
hingegen aus, dass im dritten Quartal auf den Wert
betrieblicher Gebäude eine Zuschreibung von 0,3 Mio.
EUR vorgenommen werden konnte.
Das Segment Tschechien realisierte den erwarteten
Wachstumssprung aus an- und hochlaufenden neuen
Serienproduktionen. Die Außenumsätze stiegen
daher im Neunmonatszeitraum gegenüber dem Vorjahr
deutlich stärker als die Umsatzerlöse in der
Gruppe. Trotz des hohen Expansionstempos nahm das absolute
EBIT sogar noch leicht gegenüber dem Vorjahr zu.
Im Segment Kanada blieben die Außenumsätze im
Neunmonatszeitraum unter dem Vorjahreswert. Lagen im ersten
Quartal vor allem die Abrufzahlen einiger Kunden aufgrund
von Produktionsstopps in deren Werken noch unter den
Erwartungen, so belasteten im dritten Quartal insbesondere
die Streiks in der Automobilindustrie in Nordamerika. Durch
eine sorgfältige Steuerung der personellen
Kapazitäten und ein gutes Kostenmanagement wurde
dennoch ein EBIT nahe am Break-even erreicht. Die
künftigen Wachstumsperspektiven unserer kanadischen
Aktivitäten sind positiv. Wir freuen uns daher sehr,
dass wir im Berichtsquartal die Entscheidung für eine
künftige Investition von rund 6,5 Mio. EUR an unserem
Standort bekanntgeben konnten. Damit soll eine
hochindividuelle Montagelinie installiert werden, die einen
neuen Automatisierungsgrad realisiert und mit modernster
Robotik, Bildverarbeitungssystemen und IIoT (Industrial
Internet of Things) ausgestattet sein wird.
Auch im Segment Mexiko laufen die neuen
Serienproduktionen erfolgreich an und hoch. Allerdings
musste das Segment im dritten Quartal einen ungeplanten
Aufwand bei den Materialpreisen hinnehmen, der das EBIT
deutlich belastete. Dabei handelt es sich jedoch um einen
Einmaleffekt, der nicht in die Zukunft fortwirkt.
Positiv entwickeln sich ferner die
Außenumsätze im Segment China. Das Wachstum, ein
vorteilhafterer Produktmix sowie eine hohe Kostendisziplin
bei Personal- und sonstigen Aufwendungen trugen dazu bei,
dass sich das EBIT vor Währungseffekten etwas mehr als
verdoppelte. Allerdings war das Vorjahresniveau auch noch
durch die harten Maßnahmen belastet, die die
chinesische Regierung damals zur Eindämmung der
Corona-Pandemie ergriffen hatte, sowie durch eine im
dritten Quartal 2022 gebuchte Abwertung von
Vermögenswerten um 1,7 Mio. EUR.
Vermögens- und FinanzlageDie Entwicklung der Bilanz war im Neunmonatszeitraum von
den - bezogen auf unser Jahresbudget - weiterhin niedrigen
Investitionen einerseits und der Geschäftsausweitung
andererseits geprägt. So gingen die langfristigen
Vermögenswerte im Verlauf des Berichtszeitraums von
218,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 auf 216,4 Mio. EUR zum
30. September 2023 leicht zurück.
Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte nahmen
hingegen von 138,6 Mio. EUR auf 159,7 Mio. EUR zu. Dies ist
ein Ergebnis der Geschäftsausweitung in den ersten 9
Monaten 2023 und resultiert vor allem aus höheren
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus
gestiegenen Vertragsvermögenswerten. Zudem legten die
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
stichtagsbedingt von 3,2 Mio. EUR auf 9,8 Mio. EUR zu.
Insgesamt belief sich die Bilanzsumme zum Berichtsstichtag
auf 425,0 Mio. EUR nach 400,3 Mio. EUR zum 31. Dezember
2022.
Auf der Passivseite der Bilanz stieg das Eigenkapital
von 151,3 Mio. EUR am 31. Dezember 2022 auf 160,3 Mio. EUR
zum Berichtsstichtag, die Eigenkapitalquote blieb zum Ende
des Neunmonatszeitraums 2023 mit 37,7 Prozent fast auf dem
Stand vom 31. Dezember 2022 von 37,8 Prozent.
Im ersten Quartal des Berichtszeitraums konnten wir
bestehende Finanzierungsvereinbarungen vorzeitig
ablösen und durch ein deutlich höheres Volumen
von 155 Mio. EUR ersetzen. Darüber hinaus wurden
Anfang Mai bilaterale Darlehen über 10 Mio. EUR
unterzeichnet. Mit den Vereinbarungen wurden die bestehende
syndizierte Kreditlinie von 110 Mio. EUR sowie eine
bilaterale Kreditlinie über 20 Mio. EUR vorzeitig zu
ihrer Fälligkeit im dritten Quartal 2023
abgelöst.
Infolge der neuen Verträge waren Finanzschulden
innerhalb der Bilanz umzugliedern, sodass sich die
langfristigen Finanzschulden erhöhten, während
die kurzfristigen zurückgingen. Zudem haben wir
kurzfristige Finanzschulden getilgt. Insgesamt reduzierte
sich die Nettoverschuldung von 115,4 Mio. EUR zum 31.
Dezember 2022 auf 105,3 Mio. EUR zum Berichtsstichtag. Bei
den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen war
hingegen im Zusammenhang mit längeren Zahlungszielen
auf Lieferantenseite ein Anstieg von 70,7 Mio. EUR auf 92,7
Mio. EUR zu verzeichnen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
betrug in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres
30,2 Mio. EUR nach 6,2 Mio. EUR im Vorjahr. In der
Berichtsperiode nahm die Mittelbindung im kurzfristigen
Vermögen nur um 20,5 Mio. EUR zu, während sie
sich im Vorjahr vor allem wegen der stark gestiegenen
Materialpreise um 52,0 Mio. EUR erhöht hatte. Aus der
Veränderung der kurz- und langfristigen Schulden (ohne
Finanzkredite) ergab sich per Saldo ein positiver Effekt
auf die Kapitalflussrechnung von 22,3 Mio. EUR (i. Vj. 3,4
Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund gestiegener
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die
zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge beliefen sich
auf -7,7 Mio. EUR. Der Vorjahresbetrag von 14,2 Mio. EUR
hatte sich maßgeblich aus einer niedrigeren Bewertung
der Pensionsrückstellungen infolge veränderter
Kapitalmarktzinsen ergeben.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit
blieb aufgrund unserer - wie zuvor erwähnt bezogen auf
unser Jahresbudget - noch verhaltenen
Investitionstätigkeit mit 16,1 Mio. EUR gering. Vor
allem aufgrund des Grundstückskaufs im Segment Serbien
im dritten Quartal 2023 wurde der Vorjahreswert von 8,7
Mio. EUR jedoch deutlich überschritten. Die
Investitionen des Berichtszeitraums werden nachfolgend
erläutert. Damit betrug der Free Cashflow nach
gezahlten und erhaltenen Zinsen 8,9 Mio. EUR (i. Vj. -6,4
Mio. EUR). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
belief sich auf -19,9 Mio. EUR (i. Vj. 4,6 Mio. EUR). Darin
ist die Netto-Tilgung von Krediten und
Leasingverbindlichkeiten von 9,6 Mio. EUR (i. Vj.
Netto-Aufnahme 13,3 Mio. EUR) enthalten. Die
zahlungswirksame Veränderung der
Zahlungsmittel/Zahlungsmitteläquivalente betrug im
Neunmonatszeitraum -5,8 Mio. EUR (i. Vj. 2,1 Mio. EUR).
InvestitionenDie Investitionen der ersten 9 Monate 2023
übertrafen, wie im Segmentbericht ausgewiesen, mit
18,2 Mio. EUR (i. Vj. 13,9 Mio. EUR) das Volumen des
Vorjahreszeitraums. Weiterhin investieren wir im Sinne
einer günstigen Liquiditätssteuerung
projektbezogen grundsätzlich möglichst zeitnah
vor dem Start neuer Serienproduktionen. Dies trug dazu bei,
die Investitionsvolumina in den meisten unserer Segmente
auch im dritten Quartal zu begrenzen. Dass dennoch in
dieser Periode in der Gruppe insgesamt eine Summe von 12,9
Mio. EUR investiert wurde, resultierte insbesondere aus dem
Kauf des Grundstücks in Serbien.
Im Neunmonatszeitraum entfielen Investitionen von 3,6
Mio. EUR (i. Vj. 2,8 Mio. EUR) auf das Segment Deutschland.
Sie betrafen weiterhin vor allem Prozessautomatisierungen
sowie die allgemeine Erhaltung des Standorts Oberkirch und
dienten ferner der weiteren Umsetzung unserer
Digitalisierungsstrategie. Im Segment Tschechien beliefen
sich die Investitionen in den ersten 9 Monaten auf 3,6 Mio.
EUR (i. Vj. 7,1 Mio. EUR), und umfassten insbesondere
Fertigungseinrichtungen für
Instrumententafelträger.
Im neu hinzugekommenen Segment Serbien haben wir im
ersten Halbjahr im Zusammenhang mit der Gründung
unseres eigenen Standorts für den Werkzeugbau
Vermögenswerte von Gorenje MDM d.o.o. übernommen.
Zudem kauften wir nun im Berichtsquartal ein
Grundstück mit einer Fläche von 100.000
Quadratmetern für den Aufbau unseres dortigen
Produktionsstandorts. Hierfür werden die Beträge
zunächst in voller Höhe ausgewiesen. Zu einem
späteren Zeitpunkt werden uns öffentliche
Förderbeträge für diese Industrieansiedlung
und das Schaffen von Arbeitsplätzen zufließen.
Insgesamt investierten wir in Serbien in den ersten 9
Monaten des laufenden Geschäftsjahres 5,5 Mio. EUR.
Das im Segment Kanada realisierte Volumen betrug 2,5
Mio. EUR (i. Vj. 1,8 Mio. EUR). Es entfiel unter anderem
auf die Schlusszahlung für eine neue Umformpresse und
auf Prozessautomatisierungen. Darüber hinaus
investierten wir im Vorfeld neuer Serienanläufe in
zusätzliche Fertigungseinrichtungen für
Instrumententafelträger und setzten
Produktivitätssteigerungen im Bereich des
Widerstandsschweißens um.
Im Segment Mexiko geht der Ausbau unserer Standorte
weiter voran. 2,2 Mio. EUR (i. Vj. 1,8 Mio. EUR)
investierten wir in zusätzliche Anlagen und Maschinen
sowohl für Umformpressen als auch für
Schweiß- und Reinigungsanlagen. Darüber hinaus
haben wir zusätzliche Investitionen zur Reduzierung
unseres CO
2-Fußabdrucks angestoßen.
Im Segment China galten die Investitionen von 0,9 Mio.
EUR (i. Vj. 0,3 Mio. EUR) vor allem Fertigungseinrichtungen
für Instrumententafelträger am Standort Shenyang.
NeugeschäftWir freuen uns über ein hohes
Neugeschäftsvolumen im Berichtsquartal und damit auch
im laufenden Geschäftsjahr. Insgesamt konnten wir im
Neunmonatszeitraum ein Lifetime-Volumen von rund 810 Mio.
EUR gewinnen, davon entfielen rund 40 Mio. EUR auf mit dem
Seriengeschäft verbundene Werkzeugaufträge. Damit
haben wir bereits nach 9 Monaten das obere Ende unserer
bisherigen Prognosespanne für das Geschäftsjahr
2023 überschritten.
Von den vielfältigen neuen Aufträgen
profitieren alle unsere Standorte. Vor allem im Bereich
Luftfederkomponenten konnten wir uns über das gesamte
Jahr hinweg Aufträge verschiedener Kunden sichern.
Dazu gehörten ein Auftrag für die elektrisch
angetriebene Baureihe eines großen
europäisch-amerikanischen Automobilherstellers und ein
weiterer Auftrag eines europäischen Kunden, der an die
Druckbehälter der Luftfederung seiner
Oberklasse-Sport-Utility-Vehicles besonders hohe
Anforderungen stellte. Im dritten Quartal kamen noch
weitere hohe Volumina seitens renommierter
europäischer Automobilhersteller für unsere
Standorte in Deutschland und Mexiko hinzu.
Unsere tschechischen Standorte untermauerten zudem ihre
unverändert herausragende Kompetenz im Bereich Sitze
und Instrumententafelträger. Zusätzliches Volumen
für einen Auftrag zur Entwicklung und Fertigung von
Instrumententafelträgern wird dazu beitragen, die
künftige Auslastung unseres Standorts in Kanada mit
abzusichern.
Auch für unsere chinesischen Standorte verliefen
die ersten 9 Monate 2023 erfolgreich. Besonders freuen wir
uns über einen Auftrag für die Komponenten eines
elektrohydraulischen Bremssystems, einen Auftrag für
das Statorgehäuse eines lokalen Herstellers von
Elektrofahrzeugen sowie im Non-Mobility-Bereich über
einen Auftrag für Gehäuse zur
Wohnraumklimatisierung, Luftreinigung und zur Anwendung in
Wärmepumpen.
Der Produktionsstart des in den ersten 9 Monaten 2023
gewonnenen Neugeschäfts ist überwiegend für
die Geschäftsjahre 2024 und 2025 vorgesehen. Zunehmend
gewinnen wir jedoch auch bereits Aufträge, deren
Produktion im Jahr 2026 anlaufen und damit zur Sicherung
der mittelfristigen Auslastung der PWO-Gruppe beitragen
soll.
Ein wesentlicher Teil unserer Aufträge betrifft die
Belieferung von Plattformen, die als Basis für
verschiedene Fahrzeugmodelle mit unterschiedlichen An- und
Auslaufzeitpunkten dienen. Daher liegt die Laufzeit unserer
Aufträge typischerweise in einer Bandbreite von
durchschnittlich 8 bis 10 Jahren.
Chancen- und RisikoberichtDie im Geschäftsbericht 2022 dargestellten Chancen
und Risiken für die Entwicklung der PWO-Gruppe und
ihrer Segmente haben grundsätzlich weiterhin
Gültigkeit. Im Neunmonatszeitraum des Jahres 2023
gelang uns jedoch eine erfolgreiche
Geschäftsentwicklung. Darüber hinaus hat sich
unsere Risikoeinschätzung hinsichtlich drohender
Verluste aus laufenden Aufträgen und Neuanläufen
kontinuierlich verbessert. Vereinbarungen mit unseren
Kunden sowie unsere vielfältigen Maßnahmen zur
Steigerung der Produktivität und Stärkung der
Wettbewerbskraft im gesamten globalen Standortportfolio
zeigen inzwischen Wirkung. Dazu haben auch
Produktmixverschiebungen beigetragen. Zudem profitieren wir
inzwischen von positiven Effekten aus einem optimierten
Zukauf von Leistungen, sodass sich unsere
diesbezügliche Risikoeinschätzung verbessert hat.
Dies trug maßgeblich dazu bei, dass wir jüngst
unsere Prognosespannen für einige unserer
Steuerungskennzahlen im Berichtsjahr anheben konnten.
Schätzungen zu künftigen Entwicklungen von
Wechselkursen sind nicht Teil unserer
Unternehmensprognosen. Um Währungsrisiken zu
vermeiden, schließen wir entsprechende
Sicherungsgeschäfte ab. Ziel ist es, die bei Eingang
eines Auftrags unterstellten Währungsparitäten
und damit die erwarteten Cashflows abzusichern.
PrognoseberichtAuf Basis der guten Entwicklung im Neunmonatszeitraum
2023 und unserer positiven Einschätzung der weiteren
Geschäftsentwicklung sowie der dargelegten reduzierten
Risikopositionen bei laufenden Aufträgen und
Neuanläufen haben wir in einer Ad-hoc-Mitteilung am 6.
Oktober unsere Prognose für das EBIT vor
Währungseffekten auf 26 bis 29 Mio. EUR angehoben
(bisher: 23 bis 26 Mio. EUR).
Zudem gaben wir in dieser Meldung bekannt, dass die
optimistischere Einschätzung der Ergebnisentwicklung
zusammen mit den bereits im Halbjahresfinanzbericht
erläuterten längeren Zahlungszielen auf
Lieferantenseite zu einem positiven Free Cashflow im
mittleren einstelligen Mio.-EUR-Bereich führen sollte
(bisher: negativer Free Cashflow im mittleren einstelligen
Mio.-EUR-Bereich).
Nachdem in den ersten 9 Monaten bereits das obere Ende
der bisherigen Prognosespanne von rund 700 bis 800 Mio. EUR
für das Lifetime-Volumen beim Neugeschäft im
Geschäftsjahr 2023 überschritten worden war,
erhöhten wir in derselben Meldung unsere
diesbezügliche Prognose auf bis zu 900 Mio. EUR.
Unsere weiteren finanziellen Steuerungsgrößen
bestätigen wir. Für das Jahr 2023 rechnen wir mit
einem Wachstum der Umsatzerlöse auf rund 550 Mio. EUR
(i. Vj. 530,8 Mio. EUR). Zur Absicherung der in den
nächsten Jahren vorgesehenen An- und Hochläufe
neuer Serienfertigungen und im Vorgriff auf den weiteren
Ausbau der Aktivitäten in Osteuropa wollen wir im
Geschäftsjahr 2023 mit rund 40 Mio. EUR ein etwa
doppelt so hohes Volumen investieren wie im Vorjahr, in dem
wir 19,8 Mio. EUR investiert hatten. Weiterhin wollen wir
eine Seitwärtsentwicklung der Eigenkapitalquote im
Vergleich zum Vorjahr realisieren (31.12.2022: 37,8
Prozent) und die Zunahme des Nettoverschuldungsgrads auf
unter 3 Jahre begrenzen (31.12.2022: 2,3 Jahre).
Die Realisierung der Investitionen bzw. der Abfluss der
Mittel dafür kann sich stichtagsbedingt in das
Geschäftsjahr 2024 verschieben. Dies hätte
positive Auswirkungen auf die Bilanzrelationen zum Stichtag
des Geschäftsjahresendes 2023 bzw. auf den Free
Cashflow im Berichtsjahr.
Dieser Ausblick basiert weiterhin auf den Annahmen, dass
es im vierten Quartal 2023 zu keinen größeren
Störungen in den Lieferketten - etwa durch
pandemiebedingte Einschränkungen,
Wirtschaftssanktionen oder eine weitere Verschärfung
von geopolitischen Spannungen - kommt, Energie in
ausreichendem Umfang verfügbar ist sowie sich keine
signifikanten Abweichungen von den antizipierten
Preisentwicklungen ergeben.
FINANZINFORMATIONENKonzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungscrollen
Konzern-BilanzAKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Konzern- Kapitalflussrechnungscrollen
SegmentberichtSegmentinformationen nach Regionen 9 Monate 2023scrollen
scrollen
1 Die langfristigen Vermögenswerte
enthalten keine latenten Steuern.
Segmentinformationen nach Regionen 9 Monate 2022scrollen
scrollen
1 Die langfristigen Vermögenswerte
enthalten keine latenten Steuern.
WEITERE INFORMATIONENOrganeIm Berichtszeitraum hat sich die Zusammensetzung von
Vorstand und Aufsichtsrat nicht verändert.
Mitglieder des VorstandsCarlo Lazzarini | Vorsitzender / CEO
Jochen Lischer | CFO
Mitglieder des Aufsichtsratsscrollen
Finanzkalenderscrollen
KONTAKTscrollen
Telefon: + 49 7802 84-844
E-Mail: ir@pwo-group.com
Zukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenDiese Quartalsmitteilung enthält zukunftsgerichtete
Aussagen, die auf gegenwärtigen Annahmen, Erwartungen,
Schätzungen, Prognosen und anderen derzeit
verfügbaren Informationen des Vorstands von PWO und
auf daraus von ihm abgeleiteten Annahmen, Erwartungen,
Schätzungen, Prognosen und Planungen basieren. Die
zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien
für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen
und Ergebnisse zu verstehen. Verschiedene bekannte wie auch
unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige
Faktoren können dazu führen, dass die
tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse wesentlich
von den hier explizit genannten oder implizit enthaltenen
Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren
schließen diejenigen ein, die PWO in
veröffentlichten Berichten, die auf der PWO-Website
pwo-group.com zur Verfügung stehen, beschrieben hat.
PWO übernimmt unbeschadet gesetzlicher Vorgaben
keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten
Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse
oder Entwicklungen anzupassen.
HinweiseDie Darstellung von Zahlen erfolgt in diesem Dokument in
der Regel in TEUR und in Mio. EUR. Aus den jeweiligen
Rundungen können sich Differenzen einzelner Werte
gegenüber der tatsächlich in EUR erzielten Zahl
ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten
Charakter haben. Aus Gründen der einfacheren
Lesbarkeit werden neben geschlechtsneutralen auch
geschlechtsspezifische Formulierungen verwendet. Hiermit
sind ausdrücklich alle Geschlechter gemeint.
FotosPWO
DesignBerichtsmanufaktur GmbH, Hamburg
PWO AG
INDUSTRIESTRASSE 8
77704 OBERKIRCH
DEUTSCHLAND
TELEFON +49 7802 84-0
INFO@PWO-GROUP.COM
PWO-GROUP.COM
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