Ad-hoc | 5 November 1998 19:00
Ad hoc-Service: Puma AG
——————————————————————
Ad hoc-Service: Puma AG
Ad hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
——————————————————————————
Mit Abschluß des 3. Quartals haben Aufsichtsrat und Vorstand der
PUMA AG beschlossen, angesichts eines schwierigen Markt- und
Branchenumfeldes umfassende strukturelle Maßnahmen zu ergreifen, die
das Ergebnis im 4. Quartal belasten werden. PUMA berichtet
nachfolgend über die konsolidierten Geschäftsergebnisse im 3.
Quartal und kündigt in diesem Zusammenhang die strukturellen
Maßnahmen an. Die außerordentlichen Aufwendungen können durch
außerordentliche Steuererträge aus der Aktivierung steuerlicher
Verlustvorträge kompensiert werden.
Performance 3. Quartal 1998
Die konsolidierten Umsatzerlöse stiegen im 3. Quartal um 4,4 % von
162,1 Mio. DM auf 169,2 Mio. DM. Besonders die Umsätze mit Textilien
(+22,3 %) und Accessoires (+25,4 %) haben zu dieser Steigerung
beigetragen. Die Umsatzerlöse mit Sportschuhen haben sich um 4,7 %
vermindert. Die Rohertragsmarge konnte im Vergleich zum 1. Halbjahr
1998 verbessert werden und liegt mit 37,1 % nahezu auf
Vorjahresniveau.
Die Investitionen in Produktentwicklung und Marketing wurden auch im
3. Quartal planmäßig auf hohem Niveau fortgesetzt. Insgesamt stiegen
die Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Aufwendungen von 50,0
Mio. DM auf 67,7 Mio. DM.
Rückläufige Lizenz- und Provisionseinnahmen und die Steigerung der
Kosten führen trotz Verbesserung des Rohergebnisses jedoch zu einem
Ergebnisrückgang. Das Ergebnis vor Steuern hat sich von 21,8 Mio. DM
auf 3,2 Mio. DM reduziert. Nach Steuern verbleibt ein Ergebnis pro
Aktie von 0,18 DM gegenüber 1,34 DM.
Im Zeitraum von Januar bis September 1998 hat sich das Ergebnis vor
Steuern um 75,4 % von 66,2 Mio. DM auf 16,3 Mio. DM oder von 15,1 %
auf 3,3 % der Nettoumsatzerlöse vermindert. Einschließlich Steuern
und Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter hat der Konzern einen
Gewinn in Höhe von 13,1 Mio. DM gegenüber 61,8 Mio. DM
erwirtschaftet. Das bedeutet einen Gewinn pro Aktie von 0,85 DM
gegenüber 4,01 DM.
Ausblick
1998
Die Umsatzerlöse im 4. Quartal werden saisonbedingt unter dem
Durchschnitt der ersten drei Quartale liegen. Bedingt durch das
bestehende Kostenniveau wird operativ ein deutlich negatives
Ergebnis erwartet.
Für das Geschäftsjahr 1998 erwartet PUMA ein Wachstum von ca 8 %.
Das Ergebnis wird jedoch entsprechend der Planung durch Investitionen
in die Bereiche Marketing und Produktentwicklung signifikant
belastet. Die anhaltenden Probleme in Asien, die ökonomische
Situation in Osteuropa und Lateinamerika sowie ein insgesamt
schwieriges Branchenumfeld belasten das Ergebnis. Die nicht
befriedigende Ertragsentwicklung von PUMA Deutschland und
stichtagsbezogene Währungsverluste belasten das Ergebnis zusätzlich.
Durch seine Investitionen konnte PUMA die Marke wesentlich stärken.
Das gilt vor allem für den US-amerikanischen Markt. Langfristig
werden sich die Investitionen in stabilem und profitablem Wachstum
niederschlagen.
Im Rahmen des Ende 1997 verabschiedeten Fünf-Jahres-Planes verfolgt
PUMA langfristig das angekündigte Ziel, eine der begehrtesten
Sportmarken der Welt zu werden. Dabei stützt sich PUMA auf die vier
Eckpfeiler der Marke: Authentizität, Sport Performance, technische
Innovation und die individuelle PUMA Markenpersönlichkeit.
Ein verändertes und auch in 1999 zweifellos äußerst schwieriges
Marktumfeld schafft wiederum neue Voraussetzungen. Um sich auf diese
Situation einzustellen, sind umfassende strukturelle Anpassungen
erforderlich, die zu außerordentlichen Aufwendungen führen werden.
Den außerordentlichen Aufwendungen stehen jedoch außerordentliche
Steuererträge aus der Aktivierung bestehender Verlustvorträge
gegenüber.
Die strukturellen Veränderungen umfassen folgende Bereiche:
– PUMA Deutschland: Restrukturierung erforderlich
Das Profit Center PUMA Deutschland wird restrukturiert und
unabhängig von der internationalen Organisation eine klare
Eigenverantwortung übernehmen.
– Dezentralisierung des Vetriebes
Die bisherige zentrale Vertriebsverantwortung wird kundennah in
die jeweilige Region verlagert. Neben der PUMA Austria, die für
Osteuropa und in diesem Jahr bereits die Verantwortung für
Afrika/Mittlerer Osten übernommen hat, wird PUMA North America
für die Betreuung von Lateinamerika zuständig sein. Die
Vertriebsverantwortung für Asien wird auf Japan und Australien
übertragen. Die Verantwortung für Westeuropa verbleibt in der
Zentrale in Herzogenaurach. In diesem Zusammenhang wird das
allgemeine Kostenniveau in der PUMA AG den neuen Strukturen
angepaßt.
– Eigenständige Beschaffungsorganisation
Neben der bestehenden Beschaffungsorganisation World Cat Ltd. in
Hongkong , die für die fernöstliche Hemisphäre verantwortlich
zeichnet, wird der Beschaffungsbereich Europa innerhalb der PUMA
AG organisatorisch verselbständigt.
– Risikovorsorge
Aufgrund der allgemeinen Marktsituation sowie der geplanten
Restrukturierungsmaßnahmen im vierten Quartal ist eine
Risikovorsorge bei verschiedenen Vermögensposten notwendig.
Insgesamt werden außerordentliche Aufwendungen zwischen 3,00 DM und
3,50 DM pro Aktie erwartet, die durch einen einmaligen Steuerertrag
kompensiert werden können. Die überarbeitete Fassung der
International Accounting Standards ‘IAS 12’ fordert die Aktivierung
steuerlicher Verlustvorträge, wenn durch künftige Gewinne mit einer
Realisierung gerechnet werden kann. Die erstmalige Aktivierung
erfolgt zum 31.12.1998 und führt zu einem Steuerertrag zwischen
3,00 DM und 4,00 DM pro Aktie. Für 1999 ist daraufhin mit einer
Steuerquote zwischen 40 % und 45 % zu rechnen.
Für das Geschäftsjahr 1998 zeichnet sich für PUMA trotz eines
erwarteten deutlichen Verlustes im 4. Quartal ein positives
operatives Ergebnis ab. Auch unter Berücksichtigung der
außerordentlichen Aufwendungen und Erträge wird ein positives
Jahresergebnis erwartet.
1999
Die PUMA Gruppe rechnet in 1999 mit einem Wachstum zwischen 5 % und
10 % bei konstanten Wechselkursen. Insbesondere in USA wird ein
starkes Umsatzwachstum erwartet. Die Rohertragsmarge sollte sich
gegenüber 1998 wieder verbessern.
Die Marketingausgaben werden wiederum über dem Branchendurchschnitt
liegen, jedoch in Prozent der Umsatzerlöse gegenüber 1998 rückläufig
sein. Die Investitionen in Produktentwicklung werden mit ca. 4 % der
Umsatzerlöse auf hohem Niveau beibehalten. Die übrigen Vertriebs-,
Verwaltungs- und allgemeinen Aufwendungen werden sich aufgrund der
noch in 1998 eingeleiteten strukturellen Anpassungen rückläufig
entwickeln.
Zusammenfassend erwartet PUMA in 1999 operativ eine deutliche
Ergebnisverbesserung.
Herzogenaurach, 5. November 1998
Ende der Mitteilung