Corporate | 21 August 2002 09:01
R. Stahl AG
Restrukturierung planmäßig – für 2003 wieder Gewinn erwartet
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Künzelsau, 21. August 2002 – die R. STAHL AG, Künzelsau, berichtet im heute
veröffentlichten Halbjahresbericht über den planmäßigen Fortschritt des
Restrukturierungsprogramms. Nach den Phasen Analyse und Projektplanung läuft
seit April die Umsetzung mittelfristig wirkender Strukturmaßnahmen.
Zur Steigerung der Effizienz in den Geschäftsprozessen wurden vier Pilotprojekte
definiert. Diese haben mittlerweile die Phasen der Ist-Aufnahme und
Sollkonzeption durchlaufen und befinden sich in der Realisierung, die durch
Umsetzungsaudits sichergestellt wird. Auf dieser Basis werden in den nächsten 18
Monaten alle wichtigen Geschäftsprozesse mit nachhaltiger Wirkung bearbeitet.
Die Analyse für sechs weitere Hauptprozesse wurde eingeleitet.
Die Reduzierung der Komplexität wurde im Unternehmensbereich Explosionsschutz
begonnen: auf Basis einer verstärkten Standardisierung wurde er Aufbau eines
schlankeren Produktprogramms gestartet. In der Fördertechnik wird die neue
Plattformstrategie im Rahmen der Markteinführung des neuen Kettenzuges
umgesetzt.
Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Liefertreue in den Hauptwerken wurde
im Unternehmensbereich Fördertechnik die gesamte interne und externe Logistik
neu aufgestellt. Im Produktionsbereich wurde ein KVP-System etabliert. Zudem
wurde die Segmentierung der Fertigung in Kompetenzcenter auch im
Fördertechnikwerk Hofratsmühle umgesetzt.
Für die Fertigung des Unternehmensbereichs Explosionsschutz werden derzeit in
Workshops Verbesserungen der Arbeitsabläufe ermittelt. Die bislang
abgearbeiteten Projekte bestätigen das Rationalisierungsziel von
durchschnittlich 15 % Effizienzsteigerung.
Der Strukturkostenabbau im Ausland konnte ebenfalls planmäßig vorangebracht
werden: Der Anteil an einem japanischen Joint-Venture wurde verkauft und die R.
STAHL Gesellschaft auf ein Minimum reduziert. Als Folge der politischen
Beschränkungen wurde die Gesellschaft in Indonesien geschlossen. Die Produktion
des indischen Tochterunternehmen wurde nach Deutschland zurückverlagert. In
Indien verbleibt eine reine Vertriebsgesellschaft. In Frankreich wurde eine neue
Geschäftsführung eingesetzt, die die dort notwendigen Restrukturierung
engagiert umsetzt.
Die strukturellen Personalmaßnahmen, die im Frühjahr 2002 eingeleitet wurden,
sind vollständig umgesetzt. Die Kostenwirkung wird aufgrund der Fristen
sukzessive ab Herbst 2002 spürbar werden. Wie bereits berichtet, war durch die
schwache konjunkturelle Entwicklung im Unternehmensbereich Explosionsschutz eine
weitere Anpassung der Personalkapazitäten notwendig. Zum 30. Juni 2002
beschäftigt der Konzern mit 1.953 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 109 weniger
als im Vorjahr (VJ: 2.062)
Konjunkturbedingter Rückgang des Auftragseingangs
Als Lieferant im Anlagenbau ist die Nachfrage konjunkturbedingt weiterhin
verhalten. Über die gesamte Unternehmung ging der Auftragseingang des ersten
Halbjahres um 2,4% auf 119,9 Mio. EURO (VJ: 122,8 Mio. EURO) zurück. Dabei
konnte der Bereich Fördertechnik durch verstärkte Akquisitionsbemühungen im
internationalen Projektgeschäft den Marktvorgaben erfolgreich entgegenwirken.
Der Auftragseingang stieg hier um 1,4% auf 56,8 Mio. EURO (VJ: 56,0 Mio. EURO).
Das Volumen des Projektgeschäfts stieg dabei gegenüber dem Vorjahr um ca. 3 Mio.
EURO an. Im engeren Markt des Bereichs Explosionsschutz ist ein Ausweichen in
komplexere Projekte nicht in dem Umfang möglich. Hier musste ein deutlicher
Rückgang des Auftragseingangs um 5,2% auf 59,6 Mio. EURO (VJ: 62,9 Mio. EURO)
hingenommen werden.
Umsatz auf Vorjahresniveau
Die gesamte Gruppe erwirtschaftete mit 113,5 Mio. EURO im Berichtszeitraum einen
Umsatz auf Vorjahresniveau (VJ: 113,1 Mio. EURO). Der Unternehmensbereich
Fördertechnik erreicht mit 51,3 Mio. EURO einen Wert, der 2,5% unter dem des
Vergleichshalbjahres (VJ: 52,6 Mio. EURO) liegt. Aufgrund der kundenseitigen
Terminvorgaben im Projektgeschäft wurde ein Auftragsbestand aufgebaut, der im
Wesentlichen im dritten Quartal umsatzwirksam abgerechnet wird.
Der Unternehmensbereich Explosionsschutz erzielte im ersten Halbjahr einen
Umsatz in Höhe von 58,2 Mio. EURO, im Vergleich zum Vorjahr (VJ: 56,2 Mio. EURO)
ein Anstieg um 3,6%. Dies ist auf den Abbau von Auftragsbeständen aus dem
Vorjahr zurückzuführen.
Halbjahresergebnis über Vorjahr
Die Gesamtleistung liegt mit 115,9 Mio. EURO etwa auf dem Niveau des ersten
Halbjahres 2001 (115,5 Mio. EURO).
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte mit -1,7 Mio. EURO nach
-2,1 Mio. EURO im ersten Halbjahr 2001 um 0,4 Mio. EURO verbessert werden,
obwohl durch den verschärften Preiskampf um Projekte und Aufträge die Margen
belastet werden und die Fixkosten durch Waldenburg ca. 0,4 Mio. EURO höher sind
als im Jahr 2001. Dieses Ergebnis wurde möglich durch eine gezielte Reduzierung
der Materialkosten und die ersten Effizienzsteigerungen aus der
Restrukturierung.
Positiver Free Cash Flow
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist mit 7,7 Mio. EURO positiv und
liegt 10,5 Mio. EURO über dem Vergleichszeitraum (VJ: -2,8 Mio. EURO). Diese
Verbesserung resultiert insbesondere aus dem Abbau der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen um 5,5 Mio. EURO und dem Abbau der sonstigen
Vermögensgegenstände um 1,8 Mio. EURO.
Die aktuellen Investitionen werden sehr zielgerichtet auf
Restrukturierungsprojekte fokussiert. Das Investitionsvolumen liegt mit -2,4
Mio. EURO deutlich unter dem Volumen des Vorjahres (VJ: -10,6 Mio. EURO), das
noch von der Großinvestition Waldenburg geprägt war.
Durch den positiven operativen Cashflow von 7,7 Mio. EURO und geringere
Investitionen ist der Free Cashflow mit 5,3 Mio. EURO um 15,9 Mio. EURO besser
als im Vorjahr (VJ: -10,6 Mio. EURO). Die positive Entwicklung der Liquidität im
ersten Quartal konnte auch im zweiten Quartal wieder erreicht und ausgebaut
werden.
Wie schon im ersten Quartal 2002 wurde auch im zweiten Quartal der Free Cashflow
genutzt, um kurzfristige Bankkredite zurückzuführen. Von Januar bis März
konnten die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 1,6
Mio. EURO und im zweiten Quartal um 2,9 Mio. EURO reduziert werden. Insgesamt
wurden damit die Bankkredite um 4,5 Mio. EURO geschmälert. Zusätzlich wurden
sonstige langfristige Verbindlichkeiten um 0,3 Mio. EURO getilgt.
Der Bestand an liquiden Mitteln betrug zum 30.06.2002 10,9 Mio. EURO und
überdeckt die kurzfristigen Bankkredite um 4,1 Mio. EURO. Das Unternehmen ist
solide finanziert. Alle Kraft kann auf die zügige und nachhaltige Umsetzung der
Restrukturierungsprojekte fokussiert werden.
Weiterhin gedämpfte Konjunkturerwartungen
Unabhängig vom eigenen Elan in der Restrukturierung und der Generierung von
mittelfristigen Wachstumsprojekten wird sich R. STAHL in den Kostenstrukturen
weiterhin auf die gedämpfte konjunkturelle Erwartung einstellen. Es ist
unabdingbar, das Unternehmen so aufzustellen, dass es auch ohne Anspringen der
Konjunktur in 2003 einen Gewinn erwirtschaftet. Deshalb werden die
Restrukturierungsmaßnahmen trotz Ergebnisbelastung konsequent weitergeführt.
Auch bei vorsichtiger Betrachtung und trotz der Veränderung des konjunkturellen
Gesamtbilds hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Die bislang
kommunizierten Umsatz- und Ergebnisspannen wurden präzisiert. Demnach erwartet
der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von 230 Mio.
EURO. Der zusätzliche Sozialaufwand für den neuerlichen Personalabbau im
Unternehmensbereich Explosionsschutz von ca. 1. Mio. EURO wird 2002 als
außerordentliche Belastung wirksam. Das operative Ergebnis werde zum Jahresende
bei -1,5 Mio. EURO liegen.
Ende der Mitteilung, (c)DGAP 21.08.2002
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WKN: 725 772; ISIN: DE0007257727; Index: SDax
Notiert: Geregelter Markt in Stuttgart, Frankfurt (SMAX); Freiverkehr in Berlin,
Düsseldorf, Hamburg und München
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