![]() R. Stahl AktiengesellschaftWaldenburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex-Fassung vom 24. Juni 2014)Waldenburg, im Dezember 2014 Vorstand und Aufsichtsrat der R. STAHL AG, Waldenburg, geben bekannt, dass den Kodex-Empfehlungen in der Fassung vom 24. Juni 2014 im vergangenen Geschäftsjahr entsprochen wurde bzw. im kommenden Geschäftsjahr mit Ausnahme folgender Punkte entsprochen wird: 3.8 Absatz 2, Satz 2 In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein <...> Selbstbehalt <von mindestens 10 % des Schadens bis mindesens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung> vereinbart werden. Die D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats sieht einen Selbstbehalt in Form eines Fixbetrages vor. Eine Ungleichbehandlung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in Hinblick auf die Höhe der Selbstbehalte ist aus Sicht der Gesellschaft aufgrund der unterschiedlichen Funktionen sachlich gerechtfertigt. Der Gesetzgeber hat eine solche Differenzierung akzeptiert, da er vergleichbare Regelungen wie zum Selbstbehalt bei Vorstandsmitgliedern für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen hat. 4.1.5 Der Vorstand soll bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anstreben. Bei der Besetzung von Führungspositionen steht bei R. STAHL die Qualifikation, Fachkompetenz und Erfahrung der betreffenden Mitarbeiter im Vordergrund. 4.2.2 Absatz 2 Satz 3 Hierbei soll der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigen, wobei der Aufsichtsrat für den Vergleich festlegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Belegschaft abzugrenzen sind. Der Aufsichtsrat hat bereits nach Inkrafttreten des Vorstandsvergütungsgesetzes im Jahre 2009 in die Prüfung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung Überlegungen zur vertikalen Vergleichbarkeit einbezogen und wird dies auch bei zukünftigen Vergütungsentscheidungen im Sinne der vorliegenden neuen Empfehlung berücksichtigen. Einen Anlass, in laufende Vorstandsverträge aufgrund dieser Empfehlung einzugreifen, bzw. eine Einigung über eine Vertragsänderung herbeizuführen, sieht der Aufsichtsrat nicht. Der Aufsichtsrat wird neben seinen Verpflichtungen, die sich aus § 87 Abs. 1 AktG bezüglich der Vorstandsvergütung ergeben, selbstverständlich auch weiterhin der Empfehlung nach 4.2.2. Abs. 1 Satz 2 (letzter Halbsatz) nachkommen, das Vergütungssystem für den Vorstand regelmäßig zu überprüfen. 4.2.3 Absatz 2 Satz 4 Die Vergütung soll insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die Festvergütung der Mitglieder des Vorstands ist definitionsgemäß betragsmäßig begrenzt. Der Höchstbetrag der erfolgsabhängigen Tantieme wird durch einen Prozentsatz der Festvergütung gedeckelt. Diese prozentuale Begrenzung steht einer betragsmäßigen Höchstgrenze gleich. Ferner sind der Umfang der Leistungen, die den im Vergütungsbericht ausgewiesenen Sachbezügen zugrunde liegen, sowie die Ansprüche und Beiträge im Rahmen der Versorgungszusagen vertraglich festgeschrieben. Der Aufsichtsrat sieht keinen Anlass, darüber hinaus auch für diese Bestandteile der Vorstandsvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen mit den Mitgliedern des Vorstands zu vereinbaren. 4.2.3 Absatz 3 Bei Versorgungszusagen soll der Aufsichtsrat das jeweils angestrebte Versorgungsniveau auch nach der Dauer der Vorstandszugehörigkeit festlegen und den daraus abgeleiteten jährlichen sowie den langfristigen Aufwand für das Unternehmen berücksichtigen. Soweit es sich bei den Versorgungszusagen zugunsten einzelner Mitglieder des Vorstands um beitragsorientierte Zusagen handelt, gibt es ein „angestrebtes Versorgungsniveau“ nicht, da nur das Beitragsvolumen garantiert wird und nicht die Höhe der späteren Leistung im Versorgungsfall. 4.2.5 Absatz 3 Ferner sollen im Vergütungsbericht für die Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2013 beginnen, für jedes Vorstandsmitglied dargestellt werden:
Für diese Informationen sollen die als Anlage beigefügten Mustertabellen verwandt werden. Soweit die an dieser Stelle im Kodex erwähnten Elemente des Vergütungssystems für den Vorstand vertraglich vereinbart und somit vorhanden sind, werden sie tabellarisch sowie im Text des Vergütungsberichts der Gesellschaft dargestellt. Die Zahlungsbeträge auch die der Vergangenheit werden genannt. Ebenso werden die Bestandteile der jeweiligen Versorgungszusagen einschließlich der Höhe der Rückstellungen und ihrer Zuführung im Berichtsjahr, des Personal- und Zinsaufwands unter Angabe der Beträge beschrieben. Das Vergütungssystem für den Vorstand besteht nur aus wenigen, einfach nachzuvollziehenden Leistungen. Deshalb sind die dem Kodex in der Anlage beigefügten Tabellen nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat hier kein geeignetes Mittel, dieses Vergütungssystem einfacher, verständlicher und transparenter darzustellen. Die Gesellschaft wird daher auch für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2013 beginnen, an der bisher bewährten Form des Vergütungsberichts festhalten und die empfohlenen Mustertabellen nicht anwenden. 5.1.2 Absatz 2, Satz 3 Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden. Eine Altersgrenze für Vorstände war und ist nicht festgeschrieben. Bei der Besetzung von Führungspositionen steht bei R. STAHL die Qualifikation, Fachkompetenz und Erfahrung der betreffenden Vorstände im Vordergrund. 5.3.3 Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Einen Nominierungsausschuss im obengenannten Sinne gibt es bei R. STAHL nicht. Wir sind der Meinung, dass die Größe unseres Aufsichtsrats (sechs Mitglieder von der Kapitalseite) keinen separaten Ausschuss zum Vorschlag von Aufsichtsratskandidaten rechtfertigt. 5.4.1 Absatz 2 Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die <....> eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder <...> berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wurde und wird keine Altersgrenze berücksichtigt. Erfahrene Manager im Ruhestand haben die Kompetenz und die Zeit, sich im Aufsichtsrat ausführlich und angemessen mit dem Unternehmen auseinander zu setzen. Nicht das Alter sondern die Kompetenz und Gesundheit sind maßgeblich. Ein Ziel zur Frauenquote hat sich der Aufsichtsrat nicht gesetzt. Außerdem beträgt der Frauenanteil auf der Kapitalseite bereits ein Drittel. 5.4.3 Satz 3 Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz sollen den Aktionären bekannt gegeben werden. Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden obliegt dem Aufsichtsrat in eigener Verantwortung, da er die Eignung der Kandidaten am besten einschätzen kann. Eine vorherige Bekanntgabe der Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz ist nach Ansicht der Gesellschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht sachgerecht. 5.4.6 Absatz 2, Satz 2 Wird den Aufsichtsratsmitgliedern eine erfolgsorientierte Vergütung zugesagt, soll sie auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein. Die derzeitige, zuletzt von der Hauptversammlung am 27. Juni 2008 geänderte variable Vergütung orientiert sich an der Höhe der ausgezahlten Dividende, soweit sie 20 % vom Grundkapital je Aktie übersteigt. Sie ist begrenzt auf das Doppelte der festen jährlichen Vergütung. Damit erfüllt die geltende variable Vergütung nicht das Kriterium der „Nachhaltigkeit“ im Sinne dieser Empfehlung. Im Hinblick auf den damit herbeigeführten Gleichlauf der variablen Vergütung mit den Interessen der Aktionäre hält jedoch der Aufsichtsrat die variable Vergütung in der bestehenden Form weiterhin für angemessen. 6.3 Über die gesetzliche Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung und Veröffentlichung von Geschäften in Aktien der Gesellschaft hinaus soll der Besitz von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Übersteigt der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien, soll der Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht angegeben werden. Der Aktienbesitz einzelner Organmitglieder über 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien wurde und wird nicht angegeben. Einerseits hat kein Familienmitglied direkt oder indirekt einen Aktienanteil der geeignet wäre, die Gesellschaft zu dominieren, andererseits sind auch Familienmitglieder im Aufsichtsrat vertreten, und im Sinne des Schutzes der Person und Familie wird auf den expliziten Vermögensausweis mit Namenszuordnung verzichtet. 7.1.2 Satz 4 Der Konzernabschluss soll binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die Zwischenberichte sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, öffentlich zugänglich sein. Der Jahresabschluss 2013 wurde im Rahmen der gesetzlichen Fristen veröffentlicht. Wichtige Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr wurden hingegen deutlich früher Ende Februar 2014 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die gleiche Vorgehensweise werden wir beim Jahresabschluss 2014 anwenden. Erste Eckzahlen zu den abgeschlossenen Quartalen veröffentlichen wir sofern sie von der Markterwartung wesentlich abweichen in der Regel bereits vier Wochen nach Ende des Berichtszeitraums. 7.1.4 Satz 3 <In der Liste von Drittunternehmen>...sollen angegeben werden: Name und Sitz der Gesellschaft, Höhe des Anteils, Höhe des Eigenkapitals und Ergebnis des letzten Geschäftsjahres. In der veröffentlichten Liste von Drittunternehmen wurden und werden jeweils Name und Sitz, die Höhe des Anteils und die Höhe des Eigenkapitals des letzten Geschäftsjahrs angegeben. Unsere wichtigsten Wettbewerber sind nicht börsennotiert bzw. nicht in diesem Detaillierungsgrad veröffentlichungspflichtig. Die Nennung der Einzelergebnisse unserer Tochtergesellschaften würde für uns in den einzelnen Märkten zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen führen. Vorschlag über die Verwendung des BilanzgewinnsVorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den bei der R. STAHL AG ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014 in Höhe von EUR 8.836.160,88 wie folgt zu verwenden: scroll
Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für den Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Waldenburg, 25. März 2015 R. STAHL Aktiengesellschaft Martin Schomaker, Vorstandsvorsitzender Bernd Marx, Vorstand Sehr geehrte Damen und Herren,das Geschäftsjahr 2014 war ein ereignisreiches Jahr und stand ganz im Zeichen des am 4. Juli 2014 gescheiterten Übernahmeversuchs der Firma Weidmüller. Die Auswirkungen des Übernahmeversuchs beeinflussten die Ergebnisentwicklung des Unternehmens deutlich. Mit dem in der Ablehnung des Übernahmeangebots zutage getretenen Votum der Aktionäre, die erfolgreiche Unternehmensgeschichte eigenständig fortzusetzen, stimmte der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung dem Vorschlag des Vorstands zu, die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Anteile an den langfristig orientierten Investor RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft zu veräußern. Der Aufsichtsrat bedankt sich ausdrücklich bei allen Beschäftigten der R. STAHL Gruppe für ihren intensiven Einsatz und den bemerkenswerten Zusammenhalt während dieser turbulenten Zeit ihr Engagement und ihre Motivation bestätigen das Vorgehen des Aufsichtsrats. Ein besonderer Dank gilt darüber hinaus dem Vorstand, der das operative Geschäft trotz der außerplanmäßigen Ereignisse im Jahresverlauf engagiert vorangetrieben hat. Arbeitsweise des Aufsichtsrats Im Berichtsjahr stand der Aufsichtsrat dem Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite und überwachte die Geschäftsführung entsprechend den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben. Der Erfolg des R. STAHL Konzerns basiert essenziell auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Im ständigen Dialog informiert der Vorstand den Aufsichtsrat umfassend und zeitnah über alle bedeutenden Vorgänge im Unternehmen. Er überwacht die Arbeit des Vorstands auf der Grundlage regelmäßiger mündlicher und schriftlicher Berichte, und seine Mitglieder wurden mindestens einmal im Monat über die wichtigsten Kennzahlen des Konzerns informiert. Da - rüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende mindestens wöchentlich zum gegenseitigen Informationsaustausch mit dem Vorstand in Kontakt. Dabei diskutierten Aufsichtsrat und Vorstand die wichtigen Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Konzerns und widmeten sich wesentlichen strategischen Fragen. Zudem erläuterte der Vorstand die außergewöhnlichen Ereignisse, die für den Konzern von Bedeutung waren. So haben sich Vorstand und Aufsichtsrat intensiv mit dem Übernahmeangebot auseinandergesetzt. Dazu hat der Aufsichtsrat die von Weidmüller aufgeführten Argumente im Rahmen des Übernahmeversuchs sorgfältig evaluiert und geprüft, ob das Angebot im Sinne des Unternehmens ist. Am 14. April 2014 gründete der Aufsichtsrat einen Strategieausschuss, der sich intensiv mit den spezifischen Fragestellungen des Übernahmeversuchs beschäftigte, den kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gewährleistete und so stets zeitnahes Handeln ermöglichte. Die von Ebner Stolz erstellte Inadequacy Opinion wurde detailliert analysiert. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat gründlich mit dem Rückkauf eigener Aktien in Höhe von rund 2 % des Grundkapitals durch die Gesellschaft und kam zu dem Schluss, dass der Aktienrückkauf im Interesse des Unternehmens stand. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat zusammen mit dem Vorstand mit der Suche nach einem neuen, langfristig orientierten Anteilseigner befasst. Dabei hat der Aufsichtsrat verschiedene Handlungsalternativen in Betracht gezogen und seine Entscheidung auf fundierte Recherchen des Vorstands und Empfehlungen des Strategieausschusses gestützt. Soweit Entscheidungen des Vorstands eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderten, hat sich dieser mit den jeweiligen Themen entsprechend auseinandergesetzt. Die im Deutschen Corporate Governance Kodex enthaltenen Vorschläge wurden, soweit der Aufsichtsrat das für praktikabel erachtet, umgesetzt. Abweichungen davon werden in der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung, die in diesem Geschäftsbericht ab Seite 23 sowie in ihrer jeweils aktuellsten Fassung auf unserer Website unter der Rubrik Investor Relations veröffentlicht wird, erläutert. Die von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam abgegebene Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenfalls auf der R. STAHL Internetseite hinterlegt. Der Aufsichtsrat tagte im Jahr 2014 elf Mal. Sofern ein Mitglied des Aufsichtsrats nicht an einer der Sitzungen teilnehmen konnte, lagen triftige Entschuldigungsgründe vor. Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzungen Fünf der elf Aufsichtsratssitzungen finden turnusgemäß jährlich statt und haben jeweils spezifische Themenschwerpunkte. Darüber hinaus traf sich der Aufsichtsrat zu fünf zusätzlichen Präsenzsitzungen und hielt eine Sitzung telefonisch ab. Die Notwendigkeit der sechs zusätzlichen Termine war bedingt durch den Übernahmeversuch im ersten Halbjahr 2014. In der Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2014 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem vorläufigen Jahresabschluss sowie dem Risikomanagement der Gesellschaft, bevor er in der darauf folgenden Sitzung am 10. April 2014 über die Feststellung des Jahresabschlusses entschied. Diesen Termin nutzte der Aufsichtsrat zudem zur ersten inhaltlichen Auseinandersetzung mit der am selben Tag veröffentlichten Ankündigung der Firma Weidmüller, allen Aktionären der R. STAHL AG ein öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten. Unter juristischer Beratung befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Ablauf eines solchen Verfahrens. In der Aufsichtsratssitzung am 14. April 2014 diskutierte der Aufsichtsrat strategische Handlungsoptionen im Hinblick auf die angekündigte Offerte Weidmüllers und gründete den oben bereits erwähnten Strategieausschuss. Am 7. Mai 2014 verabschiedete der Aufsichtsrat die vom Vorstand vorgelegte Mittelfristplanung des Konzerns, die auf den im Dezember 2013 verabschiedeten Planwerten aufbaute. Die Sitzung am 22. Mai 2014 diente der finalen Vorbereitung der Hauptversammlung sowie der vertiefenden Analyse der operativen Entwicklung. Zudem beschäftigte sich der Aufsichtsrat aus aktuellem Anlass intensiv mit dem Übernahmeversuch. Nachdem die Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH ihr Übernahmeangebot schließlich am 20. Mai 2014 veröffentlicht hatte, analysierte der Aufsichtsrat den Inhalt der Angebotsunterlage ausführlich und begann mit den Vorbereitungen seiner begründeten Stellungnahme. Im Rahmen der Sitzung am 28. Mai 2014 diskutierte und verabschiedete der Aufsichtsrat die von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft erstellte Inadequacy Opinion als eine der wesentlichen Grundlagen für die Stellungnahme. Darin wurde die finanzielle Angemessenheit des Übernahmeangebots mittels kapitalwertorientierter Verfahren überprüft und durch Multiplikatorverfahren plausibilisiert. In ihrer Beurteilung gelangte Ebner Stolz zu Eigenkapitalwerten je R. STAHL Aktie, die deutlich oberhalb des Angebotspreises von EUR 47,50 lagen. Anlass der Sitzung am 2. Juni 2014 waren die Beschlussfassung über das gemeinsame Vorgehen mit dem Vorstand hinsichtlich der Stellungnahme und die Verabschiedung dieser gemeinsamen begründeten Stellungnahme des Vorstands und des Aufsichtsrats gemäß § 27 Abs. 1 WpÜG. Darin empfahlen sie den R. STAHL Aktionären einstimmig, das Übernahmeangebot nicht anzunehmen und ihre R. STAHL Aktien nicht zum Verkauf einzureichen, da der Angebotspreis nicht das Wachstums- und Ertragspotenzial widerspiegele. In den Sitzungen am 6. und 11. Juni 2014 erörterte und diskutierte der Aufsichtsrat im Wesentlichen strategische Handlungsoptionen in Bezug auf den weiteren Verlauf des Übernahmeverfahrens. Nachdem Weidmüller seinen Angebotspreis am 13. Juni 2014 auf EUR 50,00 je stimmberechtigter R. STAHL Aktie erhöht hatte, verabschiedeten Vorstand und Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung des geänderten Übernahmeangebots am 18. Juni 2014 ihre ergänzende gemeinsame begründete Stellungnahme gemäß § 27 Abs. 3 WpÜG. Darin rieten sie den Aktionären erneut, das Angebot nicht anzunehmen, da auch der erhöhte Angebotspreis dem Potenzial des Unternehmens nicht Rechnung trage. Während der Annahmefrist, die am 1. Juli 2014 endete, wurden Weidmüller rund 19 % des stimmberechtigten Kapitals der R. STAHL AG angedient und damit die im Angebot vorgesehene Mindestannahmeschwelle von 50 % deutlich verfehlt. Für den daraus resultierenden großen Vertrauensbeweis der Aktionäre in den eigenständigen Wachstumskurs des Unternehmens möchte sich der Aufsichtsrat an dieser Stelle nochmals besonders bedanken. In der Sitzung am 23. September 2014 lag der Fokus des Aufsichtsrats auf der Analyse der operativen Geschäftsentwicklung. Daneben wurde über die zukünftige strategische Ausrichtung diskutiert. In der abschließenden Sitzung am 11. Dezember 2014 legte der Vorstand seine Planung für das Folgejahr vor und gab einen Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung des Konzerns. Der Aufsichtsrat prüfte die Planungsunterlagen und stand dem Vorstand beratend zur Seite. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit der weiteren Verwendung der durch die R. STAHL AG gehaltenen eigenen Aktien. Nach einem längeren Auswahlprozess war mit der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH ein Partner mit langfristigem Anlagehorizont gefunden, der dem Ansatz einer nachhaltigen Wertentwicklung für die Aktionäre entspricht und damit zu einer langfristigen Unterstützung des Geschäftsmodells beiträgt. Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung stimmte der Aufsichtsrat dem Verkauf der eigenen Aktien und damit der Aufnahme der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH als neuem Anteilseigner der R. STAHL AG zu. Infolge dieser Entscheidung schloss die Gesellschaft einen Vertrag mit der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH über den Kauf von 644.000 R. STAHL Aktien ab. Das Bezugsrecht der Aktionäre war bei dieser Ausplatzierung ausgeschlossen. Die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausplatzierung und den Bezugs-rechtsausschluss gehen auf einen Beschluss der Hauptversammlung im Juni 2010 zurück. Die Aktien wurden gegen Zahlung des Kaufpreises im Januar 2015 vertragsgemäß übertragen. Im Plenum wurde zudem stets die aktuelle operative Lage intensiv diskutiert. Investitionsvorhaben sowie große Projekte wurden dem Aufsichtsrat vorgelegt. Abweichungen von Planwerten erläuterte der Vorstand ausführlich. Gegenstand detaillierter Gespräche waren darüber hinaus die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Konzerns. Arbeit der Ausschüsse Der Prüfungsausschuss, dem neben der Vorsitzenden Frau Waltraud Hertreiter und dem stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Peter Leischner auch die Herren Heinz Grund und Hans-Volker Stahl angehören, hat sich im Berichtsjahr zu drei Sitzungen getroffen. Gemäß der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist der Prüfungsausschuss beauftragt und ermächtigt, sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung zu befassen. Er bereitet diesbezügliche Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und gibt Empfehlungen für die Beschlussfassungen. Der Verwaltungsausschuss setzt sich aus den Mitgliedern Herrn Hans-Volker Stahl als Vorsitzendem, Frau Heike Dannenbauer als stellvertretender Vorsitzenden sowie den Herren Klaus Erker und Rudolf Meier zusammen. 2014 hielt der Verwaltungsausschuss drei Sitzungen ab. In Einklang mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats bereitet der Verwaltungsausschuss die Vergütungsentscheidungen des Aufsichtsratsplenums vor und unterbreitet Vorschläge für die jeweilige Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder. Darüber hinaus bereitet er die vom Aufsichtsrat durchgeführte Beurteilung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung vor. Weiterhin ist der Verwaltungsausschuss unter Berücksichtigung der getroffenen Beschlüsse des Aufsichtsrats beauftragt und ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrats die Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands zu regeln. Der Strategieausschuss besteht aus dem Vorsitzenden, Herrn Hans-Volker Stahl, seinem Stellvertreter, Herrn Heiko Stallbörger, sowie den Herren Peter Leischner und Heinz Grund. Entsprechend der Geschäftsordnung befasst er sich mit Fragen und Maßnahmen der strategischen und grundsätzlichen Aufstellung des Unternehmens sowie deren Umsetzung. Aufgabenstellungen vom Gesamtgremium werden an den Strategieausschuss delegiert, der sich im Jahr 2014 mehrfach zu Präsenz- oder telefonisch abgehaltenen Sitzungen getroffen hat. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses Der Jahresabschluss der R. STAHL AG zum 31. Dezember 2014 wurde wie im Vorjahr nach den Vorschriften des Deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), der Konzernabschluss der R. STAHL AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers stützte sich auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, welcher der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, den Prüfauftrag auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung 2014 erteilt hat. Entsprechend den Regeln des § 319a HGB hat ein anderer Wirtschaftsprüfer die Prüfungsverantwortung beginnend mit dem Abschluss 2013 übernommen. Nach der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der R. STAHL AG sowie des Konzernabschlusses und -lage-berichts hat der Abschlussprüfer den jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden, nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden, handelsrechtlichen Vorschriften entspricht. Jahres- und Konzernabschluss, die Lageberichte sowie die entsprechenden Wirtschaftsprüfungsberichte haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Der Prüfungsausschuss hat die Abschlüsse und Prüfberichte intensiv mit dem Wirtschaftsprüfer diskutiert. Anschließend hat sich der Aufsichtsrat in seiner Bilanzsitzung am 9. April 2015 eingehend mit der Prüfung der Abschlussunterlagen befasst. Dazu hat der Prüfungsausschuss allen Mitgliedern des Aufsichtsrats über seine Erkenntnisse berichtet. Der Wirtschaftsprüfer war während der Sitzung anwesend und stand für Diskussionen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung zugestimmt und keine Einwände gegen den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Lageberichte erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der R. STAHL AG sowie den Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte. Ersterer ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat hat sich ausführlich mit dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands befasst, diesen diskutiert und verabschiedet. Organe der Gesellschaft Der nach dem Drittelbeteiligungsgesetz zusammengesetzte Aufsichtsrat besteht aus sechs Vertretern der Kapitalseite und drei Vertretern der Arbeitnehmerseite. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben an Expertenrunden und Fachseminaren teilgenommen und sind damit der Anforderung der stetigen Weiterbildung gerecht geworden. Der Vorstand der R. STAHL AG setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Herr Martin Schomaker zeichnet verantwortlich für die Bereiche Ver-trieb/Marketing, Technik/Produktion, Qualitätsmanagement, Produktmanagement, Personalwesen sowie Interne Revision und Risikomanagement. Herr Bernd Marx bekleidet das Amt des Finanzvorstands. Neben seiner Zuständigkeit für das Finanzressort ist er auch für die Bereiche IT, Compliance, Recht, Investor Relations und M&A verantwortlich. Der Aufsichtsrat dankt weiterhin allen Mitarbeitern sowie dem Vorstand für das im vergangenen Jahr gezeigte Engagement. Ein besonderer Dank gilt auch den Aktionären, die im Rahmen des Übernahmeversuchs unserer Empfehlung gefolgt sind und das Übernahmeangebot so zum Scheitern gebracht haben. Wir sehen diesen Vertrauensbeweis als Ansporn, die Wachstumspläne der R. STAHL Gruppe weiter voranzutreiben und den Vorstand bei seiner herausfordernden Aufgabe beratend zu unterstützen.
Hans-Volker Stahl Vorsitzender des Aufsichtsrats Lagebericht der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr 2014Die R. Stahl Aktiengesellschaft (im Folgenden: R. STAHL AG) erfüllt eine Holding-Funktion für den R. STAHL Konzern. Die Bereiche Informationstechnik, Personalwesen sowie Finanz- und Rechnungswesen sind in der R. STAHL AG zentral organisiert und agieren für die Leitgesellschaft Explosionsschutz sowie einige kleinere deutsche Konzerngesellschaften. Daher wird im Wesentlichen in diesem Lagebericht auf den Konzern eingegangen, insbesondere eine für die R. STAHL AG isolierte Risiko- und Prognoseberichterstattung ist in diesem Zusammenhang nicht aussagekräftig. Ausnahme davon sind Aussagen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf die gesondert eingegangen wird. Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Unternehmensportrait Während der Produktionsprozesse in der chemischen und petrochemischen Industrie, der Erdöl-und Erdgasförderung sowie in einer Reihe anderer Branchen entstehen Gase, Dämpfe, Nebel und Stäube. Vermischen sie sich mit dem Sauerstoff in der Luft, entsteht eine explosionsfähige Atmosphäre, deren Entzündung zu immensen Personen- und Sachschäden führen kann. R. STAHLs Produkte und Systemlösungen sind dazu konzipiert, Menschen, Maschinen und die Umwelt vor solchen Explosionen zu schützen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Systemlö-sungskompetenz der R. STAHL Gruppe: Mit unseren innovativen Lösungen, die aus maßgeschneiderten und technisch richtungsweisenden Produkten, kombiniert mit Engineering- und Beratungsleistungen, bestehen, gehen wir individuell auf die spezifischen Wünsche unserer Auftraggeber ein. Mit dieser Ausrichtung auf konkrete Bedürfnisse, der hohen Qualität unserer Lösungen und unserer ausgeprägten Kompetenz in Zertifizierungsfragen erreichen wir eine hohe Kundenzufriedenheit. Seit 2006 konzentriert sich R. STAHL ausschließlich auf den Explosionsschutz und ist seitdem kontinuierlich gewachsen - unter anderem auch mit einigen kleineren Akquisitionen. Konzernstruktur und Organisation Muttergesellschaft des R. STAHL Konzerns ist die R. Stahl Aktiengesellschaft (im Folgenden R. STAHL AG). Sie unterliegt deutschem Recht und wird nach dem dualistischen System mit Vorstand und Aufsichtsrat geführt. Der Vorstand setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen. Herr Martin Schomaker bekleidet das Amt des Vorstandsvorsitzenden und zeichnet verantwortlich für die Bereiche Vertrieb/Marketing, Technik/Produktion, Qualitätsmanagement, Produktmanagement, Personalwesen sowie Interne Revision und Risikomanagement. Herr Bernd Marx ist neben dem Finanzressort auch für die Bereiche IT, Compliance, Recht, Investor Relations und M&A zuständig. Der Aufsichtsrat besteht aus neun Mitgliedern und nimmt sowohl kontrollierende als auch beratende Aufgaben wahr. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands. Detaillierte Informationen zur Corporate Governance und zur Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Geschäftsbericht im Bericht des Aufsichtsrats und im Corporate Governance Bericht zu finden. Im Jahr 2014 war R. STAHL mit Tochtergesellschaften in 24 Ländern sowie mit zusätzlichen 60 Vertretungen international präsent, unsere zentralen Funktionen bündeln wir an unserem Hauptsitz in Waldenburg. Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte R. STAHL 1.942 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von EUR 308,5 Mio. Die Muttergesellschaft gibt richtungsweisend die Strategie für ihre Tochtergesellschaften vor und nimmt die Steuerungsfunktion im Konzern wahr. Darüber hinaus bietet sie konzerninterne Dienstleistungen an und steht ihren Töchtern beratend zur Seite. Eine Übersicht der zum Konzern gehörigen Standorte findet sich in der Aufstellung des Anteilsbesitzes. Standorte Neben den zahlreichen Vertriebsgesellschaften hat R. STAHL sieben Produktionsstandorte. Als deren Leitwerk fungiert die ebenfalls in Waldenburg ansässige R. STAHL Schaltgeräte GmbH, wo der Großteil unseres Produktspektrums hergestellt wird. In der Weimarer Niederlassung werden hauptsächlich Leuchten für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen gefertigt, während unsere Kölner Tochtergesellschaften R. STAHL HMI Systems GmbH und R. STAHL Camera Systems GmbH Spezialisten für Bedien- und Beobachtungssysteme sind. In Europa sind wir mit zwei weiteren Produktionsstandorten vertreten: Die Electromach B.V. ist unser niederländischer Spezialist für Großsteuerungen in explosionsgeschützter Ausführung und unsere norwegische Tochtergesellschaft Tranberg AS ist spezialisiert auf Produkte für den Schiffbau sowie die Öl- und Gasindustrie. Auf dem nordamerikanischen Markt sind wir mit einer eigenen Produktionseinheit in Houston, USA, vertreten. Unser Produktionsstandort im indischen Chennai profitiert vom Wirtschaftswachstum in Asien, weshalb wir dort die Kapazitäten erweitert haben, um den asiatischen Markt verstärkt mit lokal gefertigten und auf regionale Besonderheiten abgestimmten Produkten bedienen zu können. Durch die Expansion in Indien ist R. STAHL im asiatischen Markt gut positioniert und in der Lage, den Markt weiter für sich zu erschließen. Produkte und Dienstleistungen An unseren internationalen Produktionsstandorten erarbeiten wir in Kooperation mit unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen für Projekte weltweit. Unser breites Portfolio mit ca. 7.000 Standardkomponenten lässt sich nach Funktion einteilen: Neben Automatisierungstechnik umfasst das Produktspektrum auch die Herstellung explosionsgeschützter Schaltungen und Verteilungen, die nach Kundenvorgabe in unseren Werken projektiert werden. R. STAHLs Bereich Installationstechnik umfasst das Leiten, Verbinden und Verteilen elektrischer Energie. Mit unseren innovativen HMI- und Kamerasystemen decken wir die Kundenanforderungen an Bedien- und Beobachtungseinrichtungen im explosionsgefährdeten Bereich ab. Darüber hinaus umfasst unser Produktportfolio eine breite Palette an Beleuchtungslösungen - vom Handscheinwerfer bis hin zu spezifischen Helideck-Beleuchtungssystemen - sowie Signal- und Alarmmeldegeräten zur Gewährleistung der Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt. Wir schaffen für unsere Kunden Mehrwert, indem wir unser umfangreiches Produktangebot mit Engineering- und Beratungsleistungen kombinieren und bei Bedarf Fremdkomponenten in die Gesamtleistung integrieren. Mit diesen kundenspezifischen Systemlösungen stehen wir unseren Auftraggebern als One-Stop-Shop zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden Schulungen und Seminare zum Thema Explosionsschutz - durchgeführt von unserem kompetenten Trainer-Team. Markt Explosionsschutz gewinnt immer stärker an Bedeutung: Ein Funke kann auf einer Ölbohrinsel oder einer Chemieanlage zu einer Explosion mit fatalen Folgen führen. Mit der weiter zunehmenden Einbeziehung elektronischer Geräte in den Arbeitsalltag steigt die Gefahr einer Entzündung der explosionsgefährdeten Atmosphäre. Deshalb nimmt die Sicherheitstechnik, vor allem in Bezug auf den Explosionsschutz, eine immer wichtigere Rolle ein und entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten dynamisch. Die Markteintrittsbarrieren sind hoch: Da unsere Produkte und Systeme kritisch für die Sicherheit einer Anlage sind, spielt die Reputation eines Anbieters in dieser Branche eine wichtige Rolle. Neue Wettbewerber müssen sich ein entsprechendes Standing in unseren Absatzmärkten zunächst mühsam aufbauen. Eine weitere Hürde stellen die Zertifizierungsvorschriften dar: Aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands, der mit der Dokumentation der Einhaltung verschiedener Normen und Standards im Explosionsschutz verbunden ist, wechseln Kunden nur selten ihren Lieferanten in diesem Bereich. Zwei Faktoren determinieren das Wachstum des Marktes für explosionsgeschützte Technologie hauptsächlich: Zum einen erfordert die Nutzung elektronischer Geräte immer stärkere Sicherheitsvorkehrungen, um eine Explosion zu vermeiden. Darauf basierend haben sich die Normen und Zertifizierungsvorschriften in den letzten Jahren weiterentwickelt, und R. STAHL hat seine Produkte an die neuen Standards angepasst. Für uns wirkt die Marktregulierung somit gleichzeitig als Kostenfaktor und als Wachstumstreiber. In den letzten Jahren war eine Öffnung der Märkte für die IEC-basierte Technologie und damit verbunden eine schrittweise Verdrängung des US-amerikanischen NEC-Standards zu beobachten. Für uns eröffnete diese Entwicklung die Möglichkeit, in neue Märkte, wie z. B. Kanada oder den Mittleren Osten, vorzustoßen. Zum anderen erschlossen sich mit dem Boom der asiatischen Wirtschaft für R. STAHL neue Absatzmärkte, und wir steigerten durch die internationale Expansion unser Auftragsvolumen. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren Auch 2014 beeinflussten externe wirtschaftliche und rechtliche Faktoren die Geschäftsentwicklung des R. STAHL Konzerns: Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine belasten die Wirtschaftsverflechtungen deutscher Unternehmen mit osteuropäischen Partnern, und auch die schärfere Sanktionspolitik gegenüber Russland hat die Stimmung der deutschen Wirtschaft abgekühlt. Unsere deutschen Gesellschaften beliefern Maschinenhersteller, die ihre Anlagen wiederum nach Russland exportieren. Aufgrund der Embargobestimmungen spürten wir auf diesem Absatzmarkt 2014 bereits eine gedämpfte Nachfrage. Auch unsere russische Tochtergesellschaft ist von der Krise betroffen und konnte daher ihre Wachstumsziele nicht erreichen. Einen maßgeblichen Einfluss auf unser Geschäft hat die Entwicklung des Ölpreises, denn die Ölindustrie ist eine unserer Hauptabnehmerbranchen, deren Investitionen unseren Auftragseingang wesentlich definieren. Innerhalb des Berichtsjahres ging der Ölpreis von USD 110,91 je Barrel Brent Öl zum 1. Januar 2014 auf USD 57,56 zum 31. Dezember 2014 zurück. Zum einen reflektiert diese Entwicklung die zurückgenommenen Konjunkturerwartungen und zum anderen drücken die wiederaufgenommene Rohölproduktion in Libyen sowie das verstärkte Angebot aus den USA den Ölpreis. Da die Förderkosten in Norwegen höher liegen als beispielsweise in Saudi Arabien, leidet die Investitionsbereitschaft der dort ansässigen Energiekonzerne. Gegenläufig dazu ist der niedrige Ölpreis ein Wachstumstreiber für die Chemieindustrie, deren Konzerne den Rohstoff nun deutlich günstiger beschaffen und damit die Herstellungskosten ihrer Produkte senken können. Dank unserer ausbalancierten Kundenstruktur kann R. STAHL die Schwäche der einen Branche mit dem Geschäft in anderen Industrien teilweise kompensieren. Allerdings werden wir das mit dem niedrigen Ölpreis verbundene Risiko nicht gänzlich durch die Aktivität in anderen Abnehmerbranchen eliminieren können. Darüber hinaus werden sich die Auswirkungen des Ölpreises in unserem Auftragseingang erst mit einer Verzögerung von einigen Monaten bemerkbar machen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des R. STAHL Konzerns beeinflusst auch die Entwicklung der Wechselkurse unser Geschäft. Wenn es um Sicherheit geht, spielt die Regulierung durch eine übergeordnete Instanz eine wichtige Rolle - daher ist auch unsere Branche stark abhängig von den entsprechenden Explosionsschutznormen und -standards. Die Akzeptanz der unterschiedlichen Standards in den verschiedenen Märkten beeinflusst unsere Auftragslage, daher bedeutet beispielsweise die Öffnung einiger Märkte, in denen vormals der amerikanische NEC-Standard dominiert hatte, für R. STAHL mittelfristig zusätzliche Absatzchancen. Personal Per Ende 2014 beschäftigte R. STAHL weltweit 1.942 Mitarbeiter. Im Berichtsjahr haben wir aus strategischen Gründen im Bereich Marketing eingestellt und legten mit der Neubesetzung der Leitungsfunktion in dieser Abteilung die Basis für die strategische Weiterentwicklung der zentralen Marketingausrichtung. Auch im IT-Bereich haben wir die Leitungsposition aus Altersgründen neu besetzt und treiben die Implementierung standortübergreifender IT-Prozesse voran. Im Berichtsjahr nahmen unsere Mitarbeiter an internen sowie externen Schulungen und Seminaren teil. Zur Förderung unserer Nachwuchskräfte hielten wir 2014 drei Development Center mit je zwölf Mitarbeitern ab. Die insgesamt 36 Teilnehmer wurden von ihren Vorgesetzten für den Talentpool nominiert oder bewarben sich in Eigeninitiative für das Förderprogramm. Im Rahmen des Development Centers wurden die Nachwuchskräfte bei der Durchführung verschiedenster Aufgaben von Assessoren beobachtet. Ziel dieser Initiative ist es, die Ist-Situation ausgewählter Mitarbeiter zu bestimmen, deren Talente zu evaluieren und gemeinsam mit ihnen weitere Karriereschritte zu definieren. 2014 schlossen 32 junge Mitarbeiter ihre Ausbildung an unserem Stammsitz in Waldenburg erfolgreich ab - sieben davon mit Auszeichnung. Mit 32 Neueinstellungen versuchen wir weiterhin, das hohe Ausbildungslevel zu halten, um neben unserer Wettbewerbsfähigkeit auch R. STAHLs Attraktivität als Arbeitgeber zu fördern. Da die Arbeitslosenquote in der Umgebung unseres Stammsitzes, dem Raum Hohenlohe, lediglich bei 3,0 % liegt, ist es für uns besonders wichtig, qualifizierte Arbeitnehmer bereits früh an uns zu binden und für eine Tätigkeit bei R. STAHL zu begeistern. Es gelang uns, die Diversität bei R. STAHL auszubauen: Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in technischen Ausbildungsberufen 28 %. Als technikorientiertes Unternehmen legen wir besonderen Wert darauf, dass unsere Auszubildenden bereits frühzeitig unsere Prozesse kennenlernen und eine ganzheitliche Sicht auf die Abläufe bei R. STAHL erlangen. Zu diesem Zweck haben wir eine Produktionslinie eingerichtet, an der sie an tatsächlichen Aufträgen arbeiten und so einen tiefen Einblick in die Praxis gewinnen. Ziele und Strategien Unsere Strategie ist langfristig ausgerichtet, und im Fokus unserer Bemühungen steht die Wertsteigerung der gesamten R. STAHL Gruppe. Dieses oberste Ziel haben wir zur Operationalisie-rung in drei Dimensionen untergliedert: Zum einen wollen wir unseren Marktanteil in den nächsten Jahren weiter ausbauen und unseren Kunden nach wie vor als zuverlässiger Partner im Explosionsschutz zur Seite stehen. Parallel zur Umsatzausweitung streben wir an, unsere Effizienz zu steigern, was wir durch die Verbesserung interner Prozesse schrittweise erreichen wollen. Zur Wertsteigerung gehört untrennbar auch der Faktor Nachhaltigkeit - unser Wachstum soll sich auf einer nachhaltigen Basis vollziehen und so die langfristige Profitabilität von R. STAHL sicherstellen. ![]() Wachsender Marktanteil Wir wollen unseren Marktanteil weiter ausbauen, indem wir in drei Richtungen expandieren:
Gesteigerte Effizienz Nachdem unsere Profitabilität 2014 durch das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot (feindlicher Übernahmeversuch) der Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH, München, und die weltweiten Krisen geschwächt wurde, steht 2015 die Effizienzsteigerung besonders im Fokus: 2014 haben wir bereits die Organisationsstrukturen in unserem Waldenburger Leitwerk verändert und Prozesse eingeführt, die zur Steigerung von Flexibilität und Schnelligkeit beitragen. Eine wesentliche Aufgabe unserer Regional Sales Manager ist, international eine effiziente Vertriebs- und Servicestruktur zu fördern, sodass schnell auf Kundenanfragen reagiert wird. Mit einer stärker auf die Profitabilität eines Projekts abzielenden Erfolgsmessung streben wir an, mehr persönliche Verantwortung auf Vertriebsebene zu verankern. Vor allem in Asien und Amerika sehen wir Potenzial für zusätzliches Geschäft, für dessen Akquisition wir die Motivation unseres Sales-Teams so noch weiter gesteigert haben. Nicht zuletzt verbessern unsere innovativen Neuprodukte mit guten Margen unsere Profitabilität - ebenso wie die zunehmende Kapazitätsauslastung unserer Produktionsstandorte. Langfristige Profitabilität Unser Wachstum soll nachhaltig profitabel und R. STAHLs Erfolg langfristig fundiert sein. Um unsere Profitabilitätsziele zu erreichen, haben wir Maßnahmen initiiert, die in den kommenden Jahren Früchte tragen werden - dazu entwickeln wir unsere Prozesse kontinuierlich weiter. Ein wesentlicher Faktor dabei ist, Kundenbedürfnisse und Marktanforderungen jederzeit zu erfüllen, woran wir stetig arbeiten: Beispielsweise haben wir unsere Vertriebsaktivitäten für Großprojekte, vor allem im Mittleren Osten, verstärkt. Bereits im ersten Quartal 2015 konnten wir erste Erfolge in Form umsatzstarker Projektaufträge und neu akquirierter Kunden verzeichnen. Davon versprechen wir uns den gezielten Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen und in der Folge nachhaltig profitables Wachstum. Steuerungssystem Den Grad unserer Zielerreichung überwachen wir mit Hilfe von Steuerungsgrößen. Seine Entscheidungen zur Steuerung des Konzerns stützt der Vorstand dabei in erster Linie auf Finanzkennzahlen, darüber hinaus zieht das Management nicht-finanzielle Kenngrößen heran. Neben Vergangenheitswerten bilden auch Planwerte und daraus resultierende Soll-Ist-Abweichungsanalysen die Grundlage für unsere Einschätzungen. Einerseits überwachen wir so kontinuierlich die Wahrscheinlichkeit der Planeinhaltung und erkennen andererseits anhand von Frühwarnindikatoren Trends, auf deren Basis wir im Markt reagieren können. Finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen Unser Steuerungssystem beinhaltet strategische und operative Größen. Mit dem Erhalt einer stabilen Finanzstruktur gewährleisten wir die Unabhängigkeit des Konzerns - dazu streben wir eine angemessene Eigenkapitalquote an. Als wichtige operative Steuerungsgrößen nutzen wir die Umsatzentwicklung sowie die EBIT-Marge. Die Entwicklung der Umsatzerlöse gibt Aufschluss über das Wachstum des Konzerns. Anhand der EBIT-Marge verfolgen wir, wie sich das Verhältnis von Umsatz und Ergebnis entwickelt - und messen so die Rentabilität der R. STAHL Gruppe insgesamt ebenso wie die unserer Tochtergesellschaften. Jedes unserer Konzernunternehmen liefert monatlich eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Bilanz, auf deren Basis wir auf Konzernebene die Konsolidierung vornehmen. So steuern wir sowohl die einzelnen Gesellschaften als auch die Gesamtentwicklung des Konzerns. Nachhaltig profitables Wachstum ist allerdings nur möglich, wenn auch nicht-finanzielle Faktoren berücksichtigt werden. Die Kennzahl Liefertreue ist für uns wichtig, da sie direkten Einfluss auf die Zufriedenheit unserer Kunden hat. Allerdings ist die Liefertreue nicht Bestandteil des Management-Reports und wird auch nicht zur internen Steuerung genutzt. Die Liefertreue zeigt, inwieweit wir ursprünglich vereinbarte Liefertermine einhalten. Darüber hinaus sind Innovationen und neue Technologien ein wesentlicher Baustein unserer Wachstumsstrategie. Wir identifizieren kontinuierlich zukunftsträchtige Innovationsfelder und arbeiten verstärkt an der Entwicklung neuer Produkte. Zum Jahresende 2014 hatten wir Patentanmeldungen in 67 Patentfamilien und 50 erteilte Patente weltweit. Neben Innovationsfähigkeit ist auch die Sicherheit unserer Mitarbeiter essenziell für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Ein Handbuch zum Arbeitsschutzmanagement liefert wertvolle Vorgaben zur Vermeidung von Unfällen. Im Berichtsjahr verzeichneten wir 9,5 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Versicherte und lagen damit deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Planungsprozess In die Planung der voraussichtlichen Entwicklung unserer einzelnen Tochtergesellschaften und des Konzerns beziehen wir stets Prognosen zur allgemeinen konjunkturellen Lage sowie branchenspezifische Aussichten mit ein. Im September beginnen die Konzerngesellschaften damit, ihre Planung für die nächsten drei Jahre aufzustellen, wobei sie die strategischen Vorgaben der Konzernleitung berücksichtigen. Der Prozess wird während der gesamten Planungsphase von unserem zentralen Beteiligungscontrolling begleitet. Auf der jährlich im November stattfindenden Budget-Konferenz in der Konzernzentrale stellen die Geschäftsführer ihre Planungen dem Vorstand vor. Die Ergebnisse werden schließlich im Konzern konsolidiert und im Dezember von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet. Monatlich werden vom Beteiligungscontrolling Abweichungsanalysen durchgeführt und der aktuelle Stand mit dem Vorstand besprochen. Um rechtzeitig auf Änderungen am Markt reagieren zu können, bezieht das Management stets auch die Entwicklung des Auftragseingangs in seine Diskussionen mit ein. Um konkrete Schlussfolgerungen ziehen zu können, wird die Aussagekraft der Kennzahl Auftragseingang durch Einschätzungen unseres Vertriebsteams über potenzielle Kundenprojekte ergänzt. Forschung und Entwicklung Im Jahr 2014 haben wir die Erweiterung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter vorangetrieben: Mit dem Ausbau unserer Kapazitäten in Waldenburg schufen wir Raum für ein neues Labor mit modernster technischer Ausstattung, das zahlreiche Vorteile bietet - wie z. B. die zeitnahe Realisierung fertigungsbegleitender Prüfungen und kundenspezifischer Tests. Zudem wurden ausgewählte Prüfbereiche erweitert, beispielsweise verfügt das Labor über einen neuen Prüfstand zur Ermittlung der Dichtheit gegen Sprüh- und Strahlwasser nach IEC-IP (Ingress Protection) Codes und dem amerikanischen NEMA 4 Standard. Außerdem haben wir die Kapazität für Klimaprüfungen im Temperaturbereich von -70°C bis +180°C deutlich erweitert, sodass die Eignung unserer Produkte für extrem harte Einsatzbedingungen wie z. B. im Offshore-Bereich, in polaren oder tropischen Regionen umfassend geprüft werden kann. Für die Entwicklung neuer innovativer Lösungen im Rahmen unserer Grundlagenforschung bietet der neue Laborbereich ideale Bedingungen. Nicht zuletzt hat er Vorzeigefunktion: Kunden können sich in den der Öffentlichkeit zugänglichen Bereichen direkt von der Qualität unserer Produkte überzeugen. 2014 meldeten wir sieben neue Patente an und verfügen damit über insgesamt 50 erteilte Patente in 67 Patentfamilien. Unsere Forschungsaktivitäten führten zur Markteinführung zahlreicher innovativer Neuprodukte, z. B. platzierten wir im zweiten Halbjahr unser komplettes LED-Leuchtenprogramm am Markt, das unseren Kunden erhebliche Vorteile in Bezug auf Energieeffizienz, Leuchtkraft und Wartungsaufwand verschafft. Auch unsere norwegische Tochtergesellschaft bietet ihren Kunden eine neue Komplettlösung zur Beleuchtung von Helikopterlandeplätzen. Produkteinführungen gab es darüber hinaus in den Bereichen Automatisierungstechnik und Signalgeräte. Unsere Kölner Tochtergesellschaft R. STAHL HMI Systems GmbH arbeitete an der Markteinführung neuer Panel PCs, die nicht nur die Steuerung des Bohrgestänges auf einer Ölplattform kontrollieren, sondern dem Nutzer durch die Möglichkeit der Videotelefonie darüber hinaus zusätzliche Flexibilität bieten. Im Berichtsjahr wurden insgesamt EUR 16,7 Mio. (Vorjahr: EUR 15,7 Mio.) Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Aufwand erfasst. Mit aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von EUR 4,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,4 Mio.) lag unsere Aktivierungsquote bei 28,8 % (Vorjahr: 27,8 %), und die Abschreibungen auf Entwicklungskosten beliefen sich auf EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: EUR 1,8 Mio.). Wir bauten unser Netzwerk mit renommierten Forschungseinrichtungen weiter aus - u. a. mit Fachbereichen der TU Dresden, der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, der Uni Karlsruhe, der FH Ans-bach sowie mit verschiedenen Fraunhofer-Instituten bestehen stabile Entwicklungspartnerschaften. In gemeinsamen Grundlagenprojekten kann R. STAHL so von der Kompetenz der Partner in relevanten Spitzentechnologien profitieren. Kombiniert mit dem unternehmenseigenen Know-how sind somit völlig neuartige Lösungen für den elektrischen Explosionsschutz erreichbar. Nebenbei hilft uns die enge Verflechtung mit Universitäten und Hochschulen Ingenieurnachwuchs zu gewinnen. WirtschaftsberichtRahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Während sich der Devisenmarkt im Jahr 2014 wieder etwas erholte, beeinflussten andere Effekte - wie die Eskalation einer Reihe geopolitischer Krisen, beispielsweise in Syrien oder Libyen - die Weltwirtschaft erheblich. Vor allem die Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland führte international zu großer Unsicherheit. Als Reaktion auf die anhaltende Unterstützung prorussischer Separatisten durch die russische Regierung verhängten EU und USA verschärfte Sanktionen gegen Russland, das im Gegenzug Einfuhrverbote für Agrarprodukte erließ und mit einer Erhöhung der Energiepreise drohte. In der zweiten Jahreshälfte entwickelte sich der Ölpreis anders als von Experten erwartet: Er sank einerseits aufgrund der zurückgeschraubten Konjunkturerwartungen und andererseits wegen der wiederaufgenommenen Rohölproduktion in Libyen sowie dem verstärkten Angebot aus den USA. In Europa wurde das ökonomische Klima im Jahresverlauf von der Krise zwischen Russland und der Ukraine gedämpft. Durch geopolitische Krisen verursachte Unsicherheiten dämpften die Konjunktur und verlangsamten das Wachstum in dieser Region. Zum Jahresende kündigte die EZB eine Lockerung ihrer Geldpolitik an, um dem Markt wieder Aufschwung zu verschaffen. Auch im Mittleren Osten dominierten politische Auseinandersetzungen die Makroumwelt. In Nordamerika wirkte sich der harte Winter 2013/2014 negativ auf die dortige Wirtschaft aus und die FED stellte ihr Quantitative Easing Programm ein. Die Ursache der flauen Entwicklung in Südamerika ist unter anderem in der weltweiten Schwäche auf den Rohstoffmärkten zu suchen. Auch in Asien zeigten die BRIC-Staaten nur ein schwaches Wachstum, das unter den zu Jahresbeginn von Experten genannten Erwartungen lag. In China ist dies vor allem auf die zurückgegangene Investitionsneigung im Immobiliensektor und bei Produktionsanlagen zurückzuführen. Indien litt vor allem im ersten Halbjahr noch unter Investitionsverschiebungen aufgrund der Parlamentswahlen. Insgesamt übertraf das weltweite Bruttoinlandsprodukt seinen Vorjahreswert um 3,3 %. Branchenspezifische Rahmenbedingungen Laut Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e. V. (ZVEI) konnten die deutschen Unternehmen 2014 0,6 % mehr Auftragseingänge verbuchen als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse der Branche legten um 3,0 % zu, woran das Geschäft mit Ländern außerhalb der Eurozone überproportional beteiligt war. Da eine unserer wichtigsten Kundenbranchen die Ölindustrie ist, verfolgen wir die Entwicklung des Ölpreises gezielt: Während der Preis für ein Barrel Brent Öl am 30. Juni 2014 noch USD 112,41 betragen hatte, fiel er im Verlauf des zweiten Halbjahres stark ab und schloss am 31. Dezember 2014 bei USD 57,56. Abhängig von den regionalen Förderkosten führte dies zu einer eingeschränkten Rentabilität einiger Ölplattformen, was das Investitionsbudget der Energiekonzerne beeinflussen könnte. Vor allem Länder mit hohen Förderkosten, wie Norwegen oder die USA, leiden unter dem gesunkenen Ölpreis. Nichtsdestotrotz wird auch in diesen Regionen weiter in zukunftsweisende Projekte, wie beispielsweise in die Erschließung des Johan Sverdrup Ölfelds vor der Küste Norwegens, investiert. Die Produktion in anderen Regionen, wie z. B. Saudi Arabien, ist auch bei niedrigen Ölpreisen rentabel. Im Berichtsjahr hatte der Absturz des Ölpreises noch keine Auswirkungen auf unser Geschäft. Effekte aus der Veränderung im Investitionsverhalten der Ölindustrie machen sich erfahrungsgemäß erst mit einer Verzögerung von mehreren Monaten in unserem Auftragseingang bemerkbar. Andere Kundenbranchen, wie beispielsweise die chemische und pharmazeutische Industrie, profitieren wiederum vom niedrigen Ölpreis: mit einem gewissen Zeitverzug wird er hier zu rückläufigen Rohstoffkosten für die Unternehmen führen. Im Berichtsjahr verzeichnete die Chemieindustrie ein leichtes Plus, und auch die Pharmabranche erhielt Rückenwind. Geschäftsverlauf 2014 war für R. STAHL ein turbulentes Jahr: Im zweiten Quartal führte der feindliche Übernahmeversuch durch die Weidmüller Beteiligungsgesellschaft GmbH zu hohen außerplanmäßigen Kosten und beeinträchtigte das operative Geschäft. Im zweiten Halbjahr begann der Ölpreis seine Talfahrt, was für R. STAHL das Risiko eines Investitionsrückgangs bei unseren Kunden aus der Ölbranche birgt. Im Berichtsjahr beeinflusste dies die Nachfrage jedoch nicht. Wir setzten 2014 unser Expansionsprogramm fort und erweiterten unsere Kapazitäten weltweit - dank unserer internationalen Präsenz gelingt es uns, Kunden zu gewinnen und Chancen in lokalen Märkten zu nutzen. Interne Wachstumsinitiativen Im Geschäftsjahr schlossen wir die Expansion unseres Standorts in Kuala Lumpur ab und wandelten damit unsere malaysische Tochtergesellschaft in einen Hub für Südostasien um: Mit hohem lokalen Marktverständnis überzeugen wir dort unsere Kunden und etablieren uns als qualitativ hochwertiger Partner im asiatischen Markt. Auch den Anbau des neuen Forschungs- und Entwicklungscenters mit Labor in Waldenburg stellten wir 2014 unter Einhaltung des Zeit- und Kostenplans fertig. Schließlich erhielten wir im August die Baugenehmigung für unser Produktions- und Entwicklungscenter in Köln, wo wir mit dem Neubau des Gebäudes begannen. Unsere Investitionen zahlen sich aus: Bereits während des Geschäftsjahres 2014 führten wir zahlreiche Produktneuheiten wie beispielsweise unsere energieeffizienten LED-Leuchten in den Markt ein. Darüber hinaus entwickelten wir weitere Neuprodukte im Bereich der Automatisierungs-, Bedien- und Beobachtungstechnik und haben im Berichtsjahr sieben Patente angemeldet. Unsere Kunden schätzen die Vorteile unserer innovativen Produkte und wählten R. STAHL aufgrund der spezifischen Produkteigenschaften als Partner für anspruchsvolle Projekte. Seit dem zweiten Halbjahr 2014 stehen Effizienzsteigerung und Schnelligkeit im Fokus unserer Strategie: im Berichtsjahr lag der Fokus vor allem auf der Verbesserung der Prozesse an unserem größten Produktionsstandort in Waldenburg. Dazu optimierten wir unsere internen Strukturen und schufen so flexibel und schnell agierende Einheiten. Externe Geschäftsbedingungen Das zweite Quartal 2014 war geprägt vom Übernahmeangebot der Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH: Das Unternehmen hatte am 10. April angekündigt, den Aktionären der R. STAHL AG ein öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten, das am 20. Mai vorgelegt wurde. Während der Annahmefrist wurden Weidmüller lediglich 19 % des stimmberechtigten Kapitals der R. STAHL AG angedient - und damit die im Angebot vorgesehene Mindestannah-meschwelle von 50 % verfehlt. Auch wenn am 4. Juli das Scheitern des Übernahmeversuchs bekannt gegeben wurde, hinterließ er seine Spuren: Zum einen führte die Sondersituation zu Verunsicherung bei Kunden und Mitarbeitern, zum anderen banden die Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch Kapazitäten im Unternehmen. Da auch der Vorstand dem Übernahmeangebot und den damit verbundenen Aufgaben während dieser Zeit viel Aufmerksamkeit widmen musste, war es notwendig, ausgewählte operative Maßnahmen zurückzustellen. Ein wesentlicher externer Einflussfaktor für unser Geschäft ist der Ölpreis. Dieser ist im zweiten Halbjahr deutlich gefallen, was für unsere Kunden der Ölindustrie eine erhebliche Herausforderung darstellt. Während sich der Preis je Barrel Brent Öl zu Jahresbeginn noch auf USD 110,91 belief, sank er zum Jahresende auf USD 57,56. Dieser signifikante Absturz beeinträchtigt die Rentabilität der Ölkonzerne mit hohen Förderkosten und bremst damit deren Investitionsneigung - im Berichtsjahr haben wir allerdings noch keine negativen Auswirkungen dieser Entwicklung verzeichnet. Der entsprechende Effekt wird erfahrungsgemäß mit einer Verzögerung von einigen Monaten einsetzen. Wir haben uns durch die Ausarbeitung möglicher Szenarien und Alternativen jedoch bereits auf eine zurückhaltende Nachfrage unserer Kunden aus der Ölbranche vorbereitet. Zudem werden bereits verstärkt Regionen fokussiert, in denen R. STAHL aufgrund geringer lokaler Förderkosten weiterhin gute Chancen sieht. Darüber hinaus verfolgen wir gezielt Projekte der Chemieindustrie und versuchen so die Auswirkungen des niedrigen Ölpreises durch unsere breite Aufstellung in anderen Branchen teilweise zu kompensieren. Positiv beeinflussten Änderungen in der Regulierung unser Geschäft: Seit 2013 akzeptiert die US-Küstenwache IECEx-Zertifizierungen bei mobilen Plattformen unter fremder Flagge. Bereits 2014 - und damit früher als ursprünglich erwartet - erhielt R. STAHL den ersten Auftrag für eine IECEx-zertifizierte Floating Production Storage and Offloading Unit (FPSO) im Golf von Mexiko. Zudem veröffentlichte die Civil Aviation Authority einen aktualisierten Standard zur Beleuchtung von Offshore-Helikopterlandeplätzen. Wir gehen davon aus, dass zahlreiche Betreiber im Rahmen der Pflichtnachrüstung auch weitere Neuprodukte von R. STAHL auf ihren Landeplätzen installieren werden, wodurch sich für uns zusätzliche Absatzchancen ergeben. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf R. STAHL hat das Ziel, 2014 einen Auftragseingang von EUR 325 Mio. bis EUR 335 Mio. zu erreichen, leicht übertroffen. In einem schwierigen makroökonomischen Umfeld gelang es R. STAHL, seine Kunden durch bewährte Qualität, lokales Marktverständnis und innovative Technologie zu überzeugen. So erzielten wir einen Auftragseingang von EUR 335,2 Mio. Gleichzeitig generierten wir Umsatzerlöse in Höhe von EUR 308,5 Mio. und lagen damit unter unserer Prognose von EUR 315 Mio. bis EUR 325 Mio. - im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Volumens langläufiger Großprojekte. Bei einigen dieser Projekte, für die R. STAHL 2014 vermehrt ausgewählt wurde, hatten wir bis zum Jahresende mit der Realisierung von Teilumsätzen gerechnet, die aus verschiedenen Gründen nicht eintrat. Die langläufigen Großprojekte erhöhten unseren Auftragsbestand zum Jahresende und werden 2015 ausgeliefert. scroll
Beim Ergebnis haben wir unseren Prognosekorridor von EUR 18 Mio. bis EUR 22 Mio., den wir nach Abschluss des zweiten Quartals aufgrund des Übernahmeversuchs nach unten korrigiert hatten, erreicht. Die Ausnahmesituation hat einen beachtlichen Teil der Kapazitäten von Vorstand und Management über drei Monate gebunden, sodass einzelne Wachstumsprogramme und Projekte zur Optimierung von Arbeitsprozessen nicht wie geplant fortgesetzt bzw. aufgenommen werden konnten. Auch wenn R. STAHL seine Vertriebsmaßnahmen und Effizienzpro-gramme in der zweiten Jahreshälfte mit Nachdruck implementiert beziehungsweise fortgeführt hat, konnten die Verzögerungen des ersten Halbjahres in der zweiten Jahreshälfte nicht vollständig aufgeholt werden. Darüber hinaus beeinträchtigte die schwache Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr unsere Profitabilität. Aufgrund unserer weltweiten Kapazitätserweiterungen stiegen die Fixkosten an. Diesen Effekt konnten wir 2014 noch nicht gänzlich durch zunehmenden Umsatz kompensieren, was unsere Marge schwächte. Unser nach dem ersten Halbjahr veröffentlichtes Ziel, eine EBIT-Marge von 6 - 7 % bezogen auf den Umsatz zu erwirtschaften, haben wir erreicht. Ertragslage Der Bilanzgewinn der R. STAHL AG beträgt EUR 8,8 Mio. nach EUR 9,1 Mio. im Vorjahr. Insgesamt schließt die Gesellschaft mit einem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 5,5 Mio. das Geschäftsjahr 2014 ab, im Vorjahr wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 1,1 Mio. ausgewiesen. Die Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um EUR 1,0 Mio. auf EUR 19,4 Mio. Der Umsatz der R. STAHL AG entsteht aus der Leistungsverrechnung gegenüber den Tochtergesellschaften. Es werden Dienstleistungen im Bereich kaufmännischer Funktionen sowie IT und Organisation für die deutschen Gesellschaften erbracht. Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 3,5 %. Die Abschreibungen fielen geringer aus. Im Berichtsjahr war eine Wertberichtigung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag von einem ausländischen Tochterunternehmen infolge geringer Ergebniserwartungen bzw. aufgrund der nachhaltigen Verlustsituation in Höhe von EUR 0,6 Mio. vorzunehmen. Die Ausschüttungen der Tochtergesellschaften haben sich im Berichtsjahr insgesamt um EUR 4,8 Mio. auf EUR 17,3 Mio. erhöht. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich von EUR 1,3 Mio. im Vorjahr um EUR 4,4 Mio. auf EUR 5,7 Mio. Finanzlage In der R. STAHL AG wird über ein Cash-Pooling der Finanzmittelbestand der Einzelgesellschaften zusammengeführt. Die Mittelzuflüsse resultieren insbesondere von der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, und der R. STAHL HMI Systems GmbH, Köln, im Rahmen des Cash-Poolings. Die flüssigen Mittel haben sich zum Zeitpunkt des Bilanzstichtages von EUR 6,2 Mio. im Vorjahr um EUR 5,7 Mio. auf EUR 0,5 Mio. reduziert. Neben Dividendenzahlungen an Aktionäre in Höhe von EUR 5,8 Mio. erfolgten im Berichtsjahr weitere Finanzmittelabflüsse für Kapitalerhöhungen zugunsten von drei Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt EUR 3,2 Mio. Mittelzuflüsse erfolgten wesentlich durch die Neuaufnahme von zwei kurzfristigen Darlehen in Höhe von EUR 15,0 Mio. Vermögenslage Die Bilanzsumme zeigt sich mit EUR 115,5 Mio. um 11,1 Mio. erhöht im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: EUR 104,4 Mio.). Das Eigenkapital hat sich von EUR 52,4 Mio. um EUR 5,9 Mio. auf EUR 46,5 Mio. reduziert. Damit reduziert sich die Eigenkapitalquote um 9,9 %-Punkte auf 40,3 %. Die Veränderung der Aktiva ist im Wesentlichen durch die Erhöhung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht geprägt. Bei den Passiva ist der Aufbau von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hervorzuheben. Nachhaltigkeit Wir legen besonderen Wert darauf, unser wirtschaftliches Handeln nachhaltig zu gestalten. Als Experte für Explosionsschutz ist die Sicherheit von Menschen, Maschinen und Umwelt die Basis für unser Geschäft und damit für unseren Erfolg. Unsere internen Prozesse und Handlungen sollen stets im Einklang mit ökologischen, sozialen sowie gesellschaftlichen Belangen stehen. Dabei ist uns der respektvolle Umgang mit der Umwelt ebenso wichtig wie gute Beziehungen zu unseren Stakeholdern. Ökologische Verantwortung Der Klimawandel zählt zu den größten globalen Herausforderungen unserer Zeit - für alle Staaten. Deshalb wird es für Unternehmen, vor allem im produzierenden Gewerbe, immer wichtiger, ihre Prozesse unter ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten - auch für R. STAHL. Explosionen auf einer Ölbohrinsel oder in einer Chemiefabrik haben weitreichende Folgen und können zu enormen Schäden am Ökosystem führen. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen unterstützen wir die Betreiber solcher Anlagen darin, die Sicherheit im explosionsgefährdeten Bereich zu gewährleisten und so Umweltschäden vorzubeugen. Wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst und entwickeln unsere Produkte und Systeme stets unter dem Aspekt höchstmöglicher Sicherheit weiter. Umweltschutz ist für uns nicht nur in Hinblick auf unsere Kunden ein wichtiges Thema, sondern wir widmen ökologischen Faktoren selbstverständlich auch an unseren eigenen Standorten hohe Aufmerksamkeit: Sowohl beim Neubau am Stammsitz in Waldenburg als auch bei unserem im Bau befindlichen Produktions- und Entwicklungscenter in Köln halten wir die Vorgaben der im Mai 2014 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung ein. An beiden Standorten nutzen wir durch hochwertige Verglasung und ein energieeffizientes Beleuchtungssystem mit LED-Technik die Vorteile nachhaltiger Bauweise. Zudem arbeiten wir in Waldenburg und Köln mit Betonkerntemperierung, wobei unsere Räumlichkeiten durch Heizschleifen in den Betondecken mit Strahlungswärme aufgeheizt werden, sodass die Raumtemperatur um 1°-2° C gesenkt werden kann, ohne das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu beeinflussen. Eine 2° C niedrigere Raumtemperatur spart bereits rund 12 % der Heizenergie ein und bietet damit auch wirtschaftliche Vorteile. scroll
Darüber hinaus arbeiten wir daran, unsere CO2-Emissionen zu senken: Mittelfristig wollen wir die Daten zum Energieverbrauch standortübergreifend erfassen, derzeit liegen uns detaillierte und plausibilisierte Daten für unseren Hauptsitz in Waldenburg vor. Insgesamt ist unser CO2-Ausstoß dort gesunken. Einen großen Beitrag zur Emissionssenkung leistet neben der energieeffizienten Bauweise des Entwicklungscenters auch unser im November 2014 in Betrieb genommenes Blockheizkraftwerk: Aufgrund des geringen Wärmeverlusts liegt der Wirkungsgrad weit über dem gewöhnlicher Energieerzeugung. Vor allem in den kommenden Jahren wird sich der positive Effekt sowohl beim CO2-Ausstoß als auch in Form geringerer Nebenkosten bemerkbar machen. Soziale Verantwortung Nicht nur im Explosionsschutz hat Sicherheit für uns höchste Priorität, sondern auch im Arbeitsalltag - die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist für uns von besonderer Bedeutung, weshalb wir stetig an der Verbesserung der Arbeitsschutzmaßnahmen arbeiten. Mit dem Ziel, die Anzahl der Arbeitsunfälle weiter zu senken, betrachten wir die Sicherheitsgrundunterweisung neuer Mitarbeiter als ebenso selbstverständlich wie kontinuierliche Sicherheitsbegehungen. Im November 2013 wurde das Arbeitsschutz Management System der R. STAHL Schaltgeräte GmbH erneut im Rahmen eines alle drei Jahre stattfindenden Audits der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) für gut befunden. In deren Rahmen wurde vor allem die Implementierung der Arbeitsschutzmaßnahmen im alltäglichen Handeln, auch auf Führungsebene, überprüft. Im Berichtsjahr gab es am Standort Waldenburg 9,5 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Versicherte - im Vergleich zum durch die BG ETEM ermittelten Branchendurchschnitt eine sehr niedrige Unfallquote (Quelle: BG ETEM Jahresbericht 2013, S. 47). In den letzten Jahren haben wir ein verstärktes Interesse unserer Kunden am Arbeitsschutz festgestellt - mit unseren guten Ergebnissen in diesem Bereich zeigen wir ihnen, wie wichtig auch uns dieses Thema ist. ![]() Es ist für uns von hoher Bedeutung, R. STAHLs Ruf als attraktiver Arbeitgeber zu sichern und die Berufsfähigkeit bestehender Mitarbeiter zu erhalten. Dazu boten wir ihnen auch 2014 im Rahmen des jährlich stattfindenden Gesundheitstages eine Reihe von Gesundheitsleistungen, wie z. B. Ernährungscoaching und sportliche Beratung, an. Darüber hinaus können R. STAHL Mitarbeiter flexible Arbeitszeitmodelle nutzen, womit wir ihnen eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen wollen. Unser Ziel ist es, ihre Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu erhalten und zu fördern. Gesellschaftliche Verantwortung Wir betrachten R. STAHL als Teil der Gesellschaft - für die wir uns auf mehreren Ebenen auch abseits des rein Geschäftlichen engagieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere junge Menschen. Im Rahmen unserer Erfindertage in Waldenburg bieten wir beispielsweise Kindern und Jugendlichen einen ersten Eindruck in den Bereich der Technik, vor allem im Explosionsschutz. Doch nicht nur in unserem Heimatmarkt unterstützen wir Kinder auf ihrem Lebensweg: Wir haben einen gemeinnützigen Verein gegründet, dessen Zweck es ist, Menschen - insbesondere Kindern und Jugendlichen - in benachteiligten Gebieten zu helfen. Sein erstes Projekt ist die Unterstützung eines Kinderheims in Indien, wofür wir bereits 2013 mit großer Sorgfalt eine geeignete Einrichtung ausgesucht haben. 2014 haben wir uns an der Renovierung beteiligt und bei der Versorgung der Kinder unterstützt. Sowohl der Vorstand als auch weitere Mitarbeiter der R. STAHL Gruppe haben das Kinderheim in der Nähe von Chennai bereits besucht und sich von der Qualität der Betreuung und Ausbildung vor Ort überzeugt. Unser Ziel ist es, die Lebensbedingungen der etwa 25 dort lebenden Kinder zwischen zwei und 17 Jahren nachhaltig zu verbessern und einen Beitrag zu Lebensunterhalt und Erziehung zu leisten. Im Rahmen gemeinsamer Veranstaltungen, wie beispielsweise einem Neujahrsfest, begegnen sich Kinder und unsere indischen Mitarbeiter. Wir möchten den Jugendlichen Zukunftschancen aufzeigen - bis hin zur Möglichkeit eines Praktikums bzw. einer Anstellung bei der nur 30 km entfernten R. STAHL (P) Limited. In unserer indischen Tochtergesellschaft erhalten die jungen Menschen eine fundierte und an langfristigem Wissensaufbau orientierte Ausbildung. Erklärung zur UnternehmensführungSeit dem Geschäftsjahr 2009 sind alle deutschen Aktiengesellschaften nach § 289a HGB verpflichtet, eine Erklärung zur Unternehmensführung abzugeben. Unsere Entsprechenserklärung ist auf der Unternehmenswebsite www.stahl.de unter der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance öffentlich zugänglich und zudem im Geschäftsbericht abgedruckt. Ergänzende Angaben nach § 315 Abs. 4 HGB Kapitalverhältnisse Am 31. Dezember 2014 belief sich das gezeichnete Kapital der R. STAHL AG auf EUR 16.500.000,00. Es setzte sich aus 6.440.000 auf den Namen lautende Stückaktien zusammen. Eine Aktie gewährt einen rechnerischen Anteil von EUR 2,56 am Gesellschaftskapital. Mitglieder der Familien Stahl und Zaiser haben wesentliche Teile des stimmberechtigten Kapitals in einem Konsortialvertrag gepoolt, durch den sie sich verpflichten, ihre Stimmen entsprechend den Beschlüssen des Konsortiums auszuüben bzw. ausüben zu lassen. Mit der Meldung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG vom 10. Juli 2006 haben die Konsorten mitgeteilt, dass sie mehr als 25 % der Stimmrechte an der R. STAHL AG halten. Die Gesamtzahl der Stimmrechte, die dem einzelnen Konsorten nach den §§ 21, 22 WpHG zuzurechnen sind, beträgt nach dieser Meldung individuell zwischen 36,02 und 38,35 % der stimmberechtigten Aktien. Die Gesamtzahl der Stimmrechte, die dem Konsortium zuzurechnen sind, kann sich seitdem verändert haben, ohne dass sich eine erneute Meldepflicht nach WpHG ergeben hat. Aktionärsrechte und -pflichten Dem Aktionär stehen Vermögens- und Verwaltungsrechte zu. Zu den Vermögensrechten gehören nach § 58 Abs. 4 AktG das Recht auf Teilhabe am Gewinn und nach § 271 AktG am Liquidationserlös sowie nach § 186 AktG das Bezugsrecht auf Aktien bei Kapitalerhöhung. Zu den Verwaltungsrechten gehören das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen, und das Recht, auf dieser zu reden, Fragen und Anträge zu stellen sowie die Stimmrechte auszuüben. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Hauptversammlung wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Kapitalseite und den Abschlussprüfer; sie entscheidet über die Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, über Satzungsänderungen und Kapitalmaßnahmen, über Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien sowie gegebenenfalls über die Durchführung von Sonderprüfungen, über vorzeitige Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats und über eine Auflösung der Gesellschaft. Besetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, von denen sechs von der Hauptversammlung und drei nach dem Drittelbeteiligungsgesetz zu wählen sind. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit nicht gesetzlich zwingend andere Mehrheiten vorgeschrieben sind. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so findet eine neue Aussprache nur statt, wenn die Mehrheit des Aufsichtsrats dies beschließt. Anderenfalls muss unverzüglich neu abgestimmt werden. Bei dieser erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand hat nach § 12 Abs. 6 der Satzung der Vorsitzende des Aufsichtsrats, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, zwei Stimmen. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in den §§ 84 und 85 AktG geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung jeweils für höchstens fünf Jahre ist zulässig. Ergänzend bestimmt die Satzung in § 6, dass der Vorstand aus einer oder mehreren Personen besteht. Über die Zahl der Vorstandsmitglieder, die Bestellung und den Widerruf der Bestellung sowie die Anstellungsverträge mit ihnen entscheidet der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann ein Mitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen sowie stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Informationen zu den Befugnissen des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, sind im Konzernanhang unter dem Punkt „Eigenkapital“ aufgeführt. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen Die R. STAHL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Auch wurden den Mitgliedern des Vorstands und Arbeitnehmern keine Entschädigungen im Falle eines Übernahmeangebots zugestanden. Vergütungssystematik für Aufsichtsrat und Vorstand Die Grundzüge des Vergütungssystems für Aufsichtsrat und Vorstand sind im Konzernanhang unter dem Punkt „Verwaltungsorgane der R. STAHL AG“ angegeben, sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts. Nachtragsbericht Am 11. Dezember 2014 schloss die R. STAHL AG mit der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft einen Vertrag über den Verkauf von 644.000 R. STAHL Aktien. Dies entspricht 10 % des Grundkapitals. Das Bezugsrecht für die freien Aktionäre war bei dieser Ausplatzierung ausgeschlossen. Die rechtlichen Voraussetzungen für diese Ausplatzierung gehen auf einen Beschluss der Hauptversammlung von R. STAHL im Juni 2010 zurück. Da der Vorgang noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung stand, fand der Vollzug des Kaufvertrags erst nach dem Berichtsstichtag statt. Am 20. Januar 2015 wurden die Anteile sowie der vereinbarte Kaufpreis übertragen. Dadurch flossen R. STAHL liquide Mittel in Höhe von EUR 24,5 Mio. zu. Mit dem Verkauf erzielte R. STAHL einen erfolgsneutralen Erlös, wodurch das Eigenkapital anstieg. Der Abzugsposten für eigene Anteile in Höhe von EUR 11,2 Mio. wurde aufgelöst und der restliche Betrag in Höhe von EUR 13,3 Mio. wurde der Kapitalrücklage zugeführt. Risikobericht Risikomanagement-System Das in die Aufbau- und Ablauforganisation des R. STAHL Konzerns eingebettete Risikomanagement-System ist integraler Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen für alle Gesellschaften und Zentralfunktionen. Es umfasst die Gesamtheit der installierten IT-Systeme, Prozesse, Abläufe, Anweisungen und Verhaltensregeln, die in allen unseren Gesellschaften weltweit als gültige Standards implementiert sind, und unterliegt einem permanenten Verbesserungs- und Weiterentwicklungsprozess. Zu seinen Bestandteilen zählen insbesondere die konzernweite Risikoberichterstattung auf Basis des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), ein einheitlicher Planungs- und Controlling-Prozess sowie das interne Überwachungssystem, bestehend aus dem internen Kontrollsystem mit konzerneinheitlichen Richtlinien und der internen Revision. Darüber hinaus ergänzt ein Compliance-Management-System das Risikomanagement-System. Die Gesamtheit der implementierten Systeme ermöglicht es der Unternehmensleitung, frühzeitig Risiken zu erkennen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Das Risikomanagement-System wird hinsichtlich Effektivität und Effizienz kontinuierlich kontrolliert und weiterentwickelt sowie entsprechend den gesetzlichen Anforderungen durch den Abschlussprüfer geprüft. Zusätzlich werden nicht vorhersehbare Ereignisse simuliert, die Einfluss auf die Märkte, Prozesse, Systeme sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Dies können zum Beispiel Konflikte in kritischen Weltregionen, der Ausfall von Produktionsanlagen oder gezielte Angriffe auf die Computernetzwerke („Cyberattacken“) sein. Ihre möglichen Auswirkungen auf den R. STAHL Konzern werden ermittelt und daraus gegebenenfalls Maßnahmenpläne abgeleitet. Diese Simulationen werden dem Aufsichtsrat vorgestellt und entsprechend diskutiert - sie ermöglichen beim tatsächlichen Eintreten derartiger Ereignisse schnellere und schlagkräftigere Reaktionen. Risikoberichterstattung (Frühwarnsystem) Die bestehende Risikoberichterstattung basiert auf einem Risikokatalog, der in acht Risikobereiche (Makroumwelt/Länderrisiken, Markt/Wettbewerb, unterstützende Prozesse, Strategie, Leistungswirtschaft, Personal, Finanzwirtschaft und Compliance) unterteilt ist. Die Risikoverantwortlichen in den Tochtergesellschaften und die Bereichsleiter der Zentralabteilungen („risk owner“) sind in dieses Frühwarnsystem eingebunden und melden quartalsweise die Risiken. Die so erhobenen Informationen werden in einer zentralen Datenbank erfasst und verarbeitet. Unser Risi-komanagementbeauftragter erstellt daraus für jede Gesellschaft einen Risikobericht, der neben der Beschreibung des Risikos auch den potenziellen Risikowert, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie den Maßnahmenplan zur Vermeidung bzw. Reduzierung des Risikos beinhaltet. Es besteht im Rahmen der Risikoberichterstattung eine Verknüpfung zu den Budget- und Forecast-Werten. Die Risikoeinschätzung erfolgt dabei für einen einjährigen Planungszeitraum. Die Berichterstattung im Lagebericht bezieht sich ebenfalls auf ein Jahr. Risikobewertung Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden sowohl das Brutto- als auch das Nettorisiko von den jeweiligen Berichtseinheiten angegeben. Das Bruttorisiko beschreibt das maximale Verlustpotenzial ohne Berücksichtigung von Sicherungs- und Risikominderungsmaßnahmen. Nach Ge-gensteuerungsmaßnahmen ergibt sich das residuale Risiko in Form des Nettorisikos. Um zu ermitteln, welche Risiken einen bestandsgefährdenden Charakter aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem Schadensausmaß klassifiziert. Die Skalen zur Messung dieser beiden Indikatoren auf Einzelgesellschaftsebene sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. scroll
Gemäß dieser Einteilung wird ein sehr unwahrscheinliches Risiko als ein Ereignis definiert, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt. Ein sehr wahrscheinliches Risiko ist ein Ereignis, mit dessen Eintritt innerhalb eines bestimmten Zeitraums fast sicher zu rechnen ist. scroll
Gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Cashflows werden die Risiken aggregiert auf Konzernebene als „hoch“, „mittel“ oder „gering“ klassifiziert. Dieser Klassifizierung liegen nachfolgende Wertintervalle zugrunde: scroll
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einstufung bezogen auf die einzelnen Risikobereiche. scroll
Bedeutende und insbesondere bestandsgefährdende Risiken müssen frühzeitig dem Management (Vorstand/Konzernleitung) mitgeteilt werden. Die quartalsweise Auswertung der Risiken dient der Unternehmensleitung als Grundlage, um frühzeitig auf kritische Situationen reagieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Des Weiteren wird eine Zusammenfassung aller Risiken der Konzerngesellschaften - in der alle gemeldeten und bewerteten Risiken aggregiert werden - erstellt, um das Gesamtrisiko für den Konzern ermitteln zu können. Darüber hinaus sind die Gesellschaften verpflichtet, das Management über zeitkritische oder wesentliche Risiken unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Planungs- und Controlling-Prozess Die Mitarbeiter im Beteiligungscontrolling sind die betriebswirtschaftlichen Ansprechpartner für unser weltweit operierendes Unternehmen. Sie unterstützen die Verantwortlichen in den Tochtergesellschaften bei Fragen bezüglich Rechnungslegung, betriebswirtschaftlicher Daten und Auswertungen. Das Beteiligungscontrolling stellt diverse IT-Systeme zur Erfassung und Auswertung betriebswirtschaftlicher Daten zur Verfügung, wobei die Betreuung unserer Tochtergesellschaften im Mittelpunkt der Aktivitäten steht. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Cashflows der Gesellschaften werden mittels einer monatlichen Berichterstattung analysiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die Einhaltung der Budgetwerte gelegt wird. Quartalsweise wird im Bereich Controlling eine Forecast-Betrachtung erstellt. Internes Kontrollsystem Ein weiterer wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagement-Systems ist das interne Kontrollsystem, das im R. STAHL Konzern die folgenden vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen (Regelungen) beinhaltet, die auf
gerichtet sind. Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess beinhaltet alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die notwendig sind, um die Effektivität, Zuverlässigkeit und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung des Konzernabschlusses und der Abschlüsse der Tochtergesellschaften zu garantieren. Es gewährleistet neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften die Sicherung des Unternehmensvermögens. Wesentliche Instrumentarien zur Sicherstellung des Rechnungslegungsprozesses sind:
Diese Maßnahmen und Prozesse unterliegen der ständigen Überprüfung durch die verantwortlichen Mitarbeiter der Konzerngesellschaften sowie der Konzernrevision. Interne Revision Die interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, die darauf ausgerichtet sind, Mehrwert zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität und Effizienz der internen Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft. Die Abteilung berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der R. STAHL AG. Prüfungen erfolgen auf Basis eines jährlich erstellten, risikoorientierten Prüfungsplans. Eine weitere Aufgabe der internen Revision ist die Verbesserung der Corporate Governance, die zum Ziel hat, den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern und das Vertrauen der Stakeholder (Anleger, Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Öffentlichkeit) in dessen Leitung und Überwachung zu fördern. Compliance-Management-System, Code of Conduct (COC) Zur Vermeidung von Verstößen gegen Anti-Korruptions-, Kartell- oder auch Datenschutzgesetze und um wirtschaftskriminelle Handlungen zu verhindern, haben wir ein Compliance-Management-System installiert. Unsere Compliance-Organisation ist direkt dem Vorstand zugeordnet, der Compliance-Beauftragte in die Geschäftsprozesse sowie in das Berichts- und Kontrollwesen eingebunden. Compliance ist Bestandteil unserer Unternehmenskultur und im täglichen Handeln selbstverständlich. Risikosituation im Konzern Makroumwelt Das geopolitische Umfeld wird immer unkalkulierbarer: Im Laufe des Geschäftsjahres verhärtete sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, was zu einer Verschärfung der Embargobestimmungen führte - und unser Geschäft einschränkte. Da unser Auftragsvolumen vor Ort nicht sehr groß ist, beeinflusst diese Entwicklung den Konzernumsatz nicht maßgeblich. Darüber hinaus verkaufen wir unsere Produkte und Systeme auch an deutsche Exporteure sowie internationale EPCs, die wiederum russische Endkunden bedienen. Eine ähnliche Beschleunigung von Krisensituationen sehen wir auch in anderen Regionen, wie beispielsweise Syrien, Libyen und Jemen. Da unser Geschäft in hohem Maße von der Entscheidungssicherheit der Energie- und Chemiekonzerne abhängt, die in solchen Situationen Entscheidungen vor sich herschieben, können diese Krisen unser Geschäftsvolumen in einzelnen Jahren massiv betreffen. Ein weiterer wesentlicher Risikofaktor ist der drastische Absturz des Ölpreises: Während der Preis je Barrel Brent Öl Anfang 2014 noch USD 110,91 betragen hatte, war er in der zweiten Jahreshälfte deutlich gefallen und erreichte am 26. Januar 2015 schließlich seinen Tiefststand von USD 48,10. Dies stellt vor allem in Regionen mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Norwegen, eine enorme Herausforderung für die Betreiber dar und senkt deren Investitionsbereitschaft. Da sich dieser Effekt erst mit einigen Monaten Verzögerung im Auftragseingang der R. STAHL Gruppe abzeichnen wird, wirkt sich der geringe Ölpreis noch nicht auf den Jahresabschluss 2014 aus. Für 2015 sehen wir allerdings ein Risiko, dem wir auf zwei Arten entgegentreten: Zum einen konzentrieren wir unsere Vertriebstätigkeit in der Ölbranche vor allem auf Regionen mit geringeren Förderkosten, in denen weiterhin investiert wird, wie beispielsweise den Mittleren Osten. Zum anderen werden wir unsere Aktivitäten in anderen Industrien verstärken. Auf die Chemiebranche wirkt der niedrige Ölpreis kostensenkend - hier erwarten wir daher eine steigende Investitionsbereitschaft großer Chemie- und Pharmaziekonzerne. Markt/Wettbewerb R. STAHL ist in einem dynamischen und attraktiven Markt aktiv, unser Geschäft hängt stark vom Investitionsklima in unseren Kundenbranchen ab. Um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch neue Anbieter im Komponentengeschäft zu begegnen, festigen wir unsere Marktposition durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Technologieführerschaft und die effizientere Gestaltung unserer internen Prozesse. Auch im Systemgeschäft, in dem die Markteintrittsbar-rieren höher sind und damit das Konkurrenzrisiko geringer ist, ist der Eintritt neuer Wettbewerber nicht auszuschließen. Den Herausforderungen des Marktes begegnen wir mit unserem exzellenten Know-how und unserer langjährigen Erfahrung. Aufgrund des niedrigen Ölpreises versuchen zahlreiche Energiekonzerne ihre Kosten zu senken und erhöhen den Preisdruck auf ihre Lieferanten. Die verschärfte Preispolitik stellt ein Risiko für unsere Ergebnismarge dar. Neben dem reinen Marktrisiko besteht das Risiko, dass politische und wirtschaftliche Ereignisse R. STAHLs Geschäftsverlauf beeinflussen könnten. Dank unserer internationalen Diversifikation können wir auf regionale Marktentwicklungen flexibel reagieren und unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Bedürfnisse vor Ort zu erfüllen und ihre Kosten durch die Effizienz unseres einzigartigen Portfolios zu reduzieren. Mit eigenen Produktionsgesellschaften im In- und Ausland festigen wir unsere führende Marktposition, auch in den aufstrebenden Märkten Asiens und Lateinamerikas. Risiken aus unterstützenden Prozessen Da unsere Produkte essenziell für die Sicherheit von Menschen, Maschinen und Umwelt sind, spielt Qualität in unserem Geschäft eine äußerst wichtige Rolle. Produktfehler könnten Rückrufaktionen nach sich ziehen und dem Ruf des Unternehmens nachhaltig schaden. Um diesem Risiko zu begegnen, entwickeln wir unser ausgeprägtes Qualitätsmanagement permanent weiter - dies beinhaltet neben der sorgfältigen Auswahl unserer Lieferanten eine 100 %ige Qualitätskontrolle für den Großteil unserer Produkte. Gerade weil Qualität im Explosionsschutz so wesentlich ist, sehen wir die Chance, uns durch unsere hohen Qualitätsstandards und unsere Technologieführerschaft von der Konkurrenz abzugrenzen. Neben der Fehlerquote sind auch Lieferzeit und Liefertreue für die Zufriedenheit unserer Kunden entscheidend. Um das Risiko einbrechender Auftragsvolumina aufgrund zu langer Lieferzeiten zu minimieren, haben wir bereits 2012 Maßnahmen zur Optimierung unserer Logistik-und Fertigungsprozesse angestoßen und diese konsequent weiter ausgebaut, womit wir die Durchlaufzeiten erheblich senken konnten. Mit dem Bezug des Erweiterungsanbaus unseres Lo-gistikbereichs legten wir standardisierte Arbeitsabläufe fest. Wir führten alle entsprechenden Aktivitäten im neu entstandenen Entwicklungszentrum zusammen, was 2014 zu einer weiteren Optimierung und Verkürzung der Entwicklungszeiten führte, und installierten eine Technologiegruppe zur Grundlagenforschung, um die Technologieführerschaft für die Zukunft abzusichern. Auch 2014 waren die notwendigen strategischen und operativen Maßnahmen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit bei internen und externen Bedrohungen integraler Bestandteil der IT-Gesamtkonzeption. Zusätzlich zu den im Risikobericht 2013 bereits aufgeführten und weiterhin im Fokus stehenden Maßnahmen haben wir begonnen, unsere internen globalen IT-Serviceprozesse zu vereinheitlichen, die Realisierung soll 2015 abgeschlossen werden. Wir modernisieren regelmäßig die Arbeitsplatz-Systeme, und mit der Migration auf neue Software-Versionen und der Anpassung an aktuellste Standards haben wir im vierten Quartal 2014 R. STAHLs IT-Sicherheit weiter verbessert. Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind nicht aufgetreten. Strategische Risiken Im Rahmen unseres Investitionsprogramms haben wir unsere Kapazitäten weltweit erweitert: An unseren Produktionsstandorten in Norwegen, den USA und Kuala Lumpur bezogen wir größere Gebäude, und an anderen Standorten, wie etwa am Hauptsitz in Waldenburg, in Weimar und in den Niederlanden, haben wir unsere Produktionsfläche durch Expansionen erweitert. In Indien errichteten wir einen neuen Produktionsstandort, aus dem heraus wir den asiatischen Markt beliefern. Das letzte Bauprojekt, ein Produktions- und Entwicklungscenter in Köln, wird 2015 fertiggestellt werden. Unser Expansionsprogramm ermöglicht mittelfristig verstärktes Wachstum, führt kurzfristig jedoch zu einem Anstieg der Fixkosten. Da es in der Anlaufphase möglich ist, dass Kapazitäten noch nicht voll ausgelastet sind, werden die erhöhten Fixkosten noch nicht in vollem Maße durch Umsatzerlöse gedeckt. Mit zunehmender Kapazitätsauslastung wird sich eine Fixkostendegression einstellen. Bei der Erschließung neuer Märkte und Branchen sowie beim Ausbau bestehender Vertriebsgebiete können sich Risiken ergeben, die im Vorfeld nicht vollständig einschätzbar sind. Wir analysieren das Risikopotenzial einzelner Märkte und Branchen in den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt sehr genau und berücksichtigen es bei der Risikobeurteilung. Die Risiken im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Unternehmens behandeln wir mit der entsprechenden Sorgfalt. Nach wie vor als eher gering stufen wir das Risiko von Produkt- und Markenpiraterie ein. Kontinuierliche Verbesserungen unserer Produkte und Produktionstechnologien bei den Kernprodukten, unser Spezialwissen sowie unsere Erfahrung verhindern, dass R. STAHL Produkte in vergleichbarer Qualität kopiert werden. Zudem sichern wir durch die Markteinführung zahlreicher Neuprodukte unsere Technologieführerschaft. In den ersten drei Quartalen 2014 stiegen die Preise der für uns relevanten Rohstoffe, im letzten Quartal entspannte sich die Situation wieder. Für 2015 erwarten wir bei Aluminium und Messing stabile Preise, bei Kupfer, Stahl sowie Edelstahl einen leichten Anstieg und bei Kunststoffen wiederum einen leichten Preisrückgang. Mit einer Steigerung um 1,25 % entwickelten sich die Preise für eingekaufte Komponenten 2014 besser als erwartet (1,5 % - 2,5 %). Angesichts der prognostizierten Entwicklung der Rohstoffmärkte gehen wir für 2015 davon aus, dass die Kosten des Materialeinsatzes um durchschnittlich ca. 1,0 % bis 1,5 % steigen werden. Darüber hinaus erkennen wir auf den regionalen und globalen Märkten keine Risiken bezüglich der Versorgung mit Rohstoffen. Auch unsere Risikoinstrumente lassen keine Risiken in der installierten Lieferantenbasis erkennen. Nach wie vor beschaffen wir nichts aus krisenbehafteten Ländern oder Regionen. Leistungswirtschaftliche Risiken Mit dem plangemäßen Ausbau unserer internationalen Produktionsstandorte haben wir unsere Produktionskapazität in einzelnen Regionen erheblich gesteigert. Aufträge, die bisher über unseren Hauptsitz in Waldenburg abgewickelt wurden, werden jetzt zunehmend von den internationalen Produktionsstandorten bedient, um dem Kundenanspruch verkürzter Lieferzeiten gerecht zu werden. Hieraus entsteht einerseits signifikanter Kundennutzen durch erhöhte Geschwindigkeit sowie die Umsetzung regionaler technischer Spezifika, und andererseits ergibt sich das Risiko einer leicht schwankenden Auslastung im Hauptwerk Waldenburg, in dem wir nun verstärkt das volatile Projektgeschäft abwickeln. Personalrisiken Insbesondere im ländlichen Raum führt der demografische Wandel zu Arbeitsmarktengpässen, weshalb vor allem bei technikorientierten Berufsgruppen ein Risiko besteht, Arbeitsplätze nicht unseren Anforderungen entsprechend besetzen zu können. Darüber hinaus stehen wir weiterhin im Wettbewerb um qualifizierte Führungskräfte, und auch durch den Abgang gut ausgebildeter Mitarbeiter kann es zu einem Verlust von Fachwissen kommen. Wir investieren in eine qualitativ hochwertige Ausbildung, um für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, und legen besonderes Augenmerk auf die qualifizierte Weiterbildung unserer Beschäftigten. Aus- und Weiterbildung hat bei R. STAHL einen sehr hohen Stellenwert - insbesondere, um unseren Technologievorsprung weiter auszubauen. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Bildungseinrichtungen unterstützt diese Bemühungen. Mit der Übernahme von 23 Auszubildenden und Studenten förderten wir 2014 die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Finanzwirtschaftliche Risiken Wie viele andere international tätige Unternehmen sind auch wir von den Wechselkursen wichtiger Währungen abhängig - bei einer für uns ungünstigen Bewegung können Wettbewerbsnachteile entstehen. Dem wirken wir entgegen, indem wir Produktionskapazitäten in anderen Währungsräumen, wie beispielsweise den USA, aufgebaut haben. Grundsätzlich werden die vorhandenen und geplanten Fremdwährungsvolumen zu einem großen Teil durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Da die Wechselkursentwicklungen in der jüngsten Vergangenheit durch hohe Volatilität gekennzeichnet waren, ist eine Prognose der weiteren Entwicklung nicht möglich. Insbesondere die Entwicklung des US-Dollar, der den Großteil unseres Fremdwährungsvolumens einnimmt und zudem die Entwicklung anderer Währungen beeinflusst, ist für uns ausschlaggebend. Zur Finanzierung unserer geschäftlichen Aktivitäten nehmen wir grundsätzlich fristenkongruent Fremdkapital auf. Die Finanzierung unserer Immobilien erfolgt standardmäßig zu Festzinssätzen. Negative Auswirkungen aus variierenden Zinssätzen können Risiken darstellen, die wir bei Bedarf ebenfalls über derivative Finanzinstrumente absichern. Zinszahlungen für zwei bestehende Darlehen sind durch Zinsderivate gesichert. Der Einsatz der Sicherungsinstrumente erfolgt ausschließlich zur Absicherung der Risiken, die sich aus Schwankungen des allgemeinen Marktzinsniveaus bei der bestehenden Fremdkapitalaufnahme ergeben. Grundsätzlich sind die Laufzeiten der Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte an den Grundgeschäften ausgerichtet. Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichen, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung sowie die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind konzerneinheitlich festgelegt. Im Wesentlichen gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung. Aufgrund der fortlaufenden Überwachung unserer Außenstände sowie der Berücksichtigung von Wertberichtigungen ist das Kreditrisiko gering. Da wir über umfangreiche nicht genutzte Bankkreditlinien verfügen, die vertraglich bei mehreren Banken festgeschrieben sind, ist unser Liquiditätsrisiko niedrig. Dank unserer guten Bonität sind wir in der Lage, mit unseren Banken weitere Kreditlinien zu zinsgünstigen Konditionen zu vereinbaren. Für Cash-Management, Liquiditätsplanung und Währungsmanagement setzt R. STAHL ein Treasury Management-System ein. Eine detaillierte Beschreibung der zum Bilanzstichtag gehaltenen Sicherungsinstrumente sowie weitere Angaben zu den Währungs-, Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sind im Konzernanhang unter den Punkten „Derivative Finanzinstrumente“ und „Management von Finanzrisiken“ zu finden. Compliance-Risiken Als in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft unterliegt die R. STAHL AG den deutschen Rechtsvorschriften zur Unternehmensführung sowie den Anforderungen weiterer Rechtssysteme. Das regulatorische Umfeld hat sich in den letzten Jahren signifikant verschärft - insbesondere durch die striktere Anwendung einiger Gesetze, beispielsweise der Antikorruptionsgesetze in Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich („Foreign Corrupt Practices Act“ beziehungsweise „Bribery Act“). Diese Regelungen sind sehr komplex. Jede Nichteinhaltung der einschlägigen Gesetze und Vorschriften oder jede gegen unser Unternehmen vorgebrachte Beschuldigung eines Gesetzesverstoßes, ob gerechtfertigt oder nicht, könnte sich in erheblichem Maße negativ auf das Ansehen und damit auch auf den Börsenkurs und die Geschäftstätigkeit auswirken. Eine exakte Bewertung dieser Risiken ist aufgrund der Vielzahl von relevanten gesetzlichen und rechtlichen Anforderungen sowie der ebenso großen Anzahl möglicher Verstöße schwierig. Wir prüfen laufend neue gesetzliche Anforderungen sowie neue Entwicklungen im Compliance-Umfeld, die in unserer Branche oder in der Wirtschaft allgemein auftreten. Auf Basis dieser Informationen und anderer verfügbarer Quellen bringen wir unsere Compliance-Regeln kontinuierlich auf den neuesten Stand, um möglichst effektiv dafür zu sorgen, dass unsere Mitarbeiter unsere Verhaltensrichtlinie („Code of Conduct“) kennen und sie einhalten. Für diesen Prozess ist der Konzern-Compliance-Beauftragte zuständig, der in diesem Bereich alle Maßnahmen koordiniert, die sich auf die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien („Compliance“) beziehen. Trotz der bestehenden Compliance-Regeln und vorhandener interner Kontrollsysteme kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Personen unsere Kontrollmechanismen vorsätzlich umgehen, um sich persönlich einen Vorteil zu verschaffen. Obwohl wir den Eintritt dieses Risikos als sehr unwahrscheinlich einschätzen, können negative Auswirkungen auf das Ansehen unseres Unternehmens, unsere Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen. Gesamtaussage zur Risikosituation Dank der permanenten Beobachtung, Analyse und Bewertung der Risikolandschaft sowie der Risikosteuerung durch ein konzernweit einheitliches Risikofrühwarnsystem ist aus heutiger Sicht die Risikosituation im R. STAHL Konzern überschaubar, kalkulierbar und begrenzt. Nach unserer derzeitigen Einschätzung bestehen aktuell und in absehbarer Zukunft keine wesentlichen Einzelrisiken, die als existenziell einzuordnen wären. Das Gesamtrisikopotenzial übertrifft das Vorjahresniveau. Nach wie vor gehen die wesentlichen Risiken vom Markt aus, und es herrscht weiterhin ein intensiver Wettbewerb in allen Marktsegmenten. Insbesondere die politische Situation in Russland und der Ukraine ist als kritisch zu betrachten. Eine Herausforderung ist darüber hinaus der niedrige Ölpreis, da er die Investitionsbereitschaft in einer unserer Kundenbranchen wesentlich beeinträchtigt. Durch frühzeitige Situationsanalyse und Maßnahmendefinition wirken wir dem Risiko entgegen, werden dieses jedoch nicht gänzlich kompensieren können. R. STAHL ist ein solides Unternehmen mit ausgewogener Kapitalstruktur und einem ausgereiften Geschäftsmodell. Eine gesunde Finanzierung sichert den Fortbestand des Konzerns. In Relation zum Eigenkapital und im Verhältnis zum Jahresergebnis bewegt sich unser Risiko in einem überschaubaren unternehmerischen Rahmen. R. STAHLs auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung sichert den langfristigen Erfolg und die Zukunft des Konzerns. Chancen- und PrognoseberichtChancen Chancen zu identifizieren und wahrzunehmen, ist bei R. STAHL Aufgabe des operativen Managements. Wir beobachten die Marktentwicklung kontinuierlich, analysieren die Trends in unseren Absatzbranchen und identifizieren im Dialog mit Kunden, Lieferanten sowie Partnern neue Anforderungen. Gemeinsam mit dem Vorstand werden im Rahmen regelmäßig stattfindender Strategietagungen die Chancen sowie deren Potenziale diskutiert und darauf basierend Strategien für die zukünftige Ausrichtung der R. STAHL Gruppe abgeleitet. Soll eine Chance verfolgt werden, wird dafür abhängig von der jeweiligen Komplexität ein Budget festgelegt und die nötigen Kapazitäten werden zugewiesen. Die Chancen werden außerhalb des Risikomanagement-prozesses erhoben und nicht gemeinsam mit diesem berichtet. Neue Geschäftschancen entstehen im Explosionsschutz zum einen aus Produktinnovationen - ein aktuelles Beispiel ist die LED-Technologie: Da unsere Kunden vermehrt auf LED-Beleuchtung setzen, haben wir die entsprechenden Produkte darauf ausgerichtet und unsere Technologieführerschaft durch eine schnelle Marktpenetration gesichert. Wir sehen die Chance, dass unsere Kunden zukünftig vermehrt die neue LED-Technologie einsetzen und wir uns als kompetenter Partner in diesem Bereich etablieren können. Zum anderen bietet die Öffnung weiterer Märkte für den Explosionsschutz-Standard IECEx uns neue Chancen: Der Standard erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei internationalen Projekten - beispielsweise wird die auf IECEx basierende Technologie im Mittleren Osten bereits erfolgreich in Großprojekten eingesetzt, und seit Kurzem wird der Standard für Öl- und Gasplattformen unter fremder Flagge auch im Golf von Mexiko anerkannt. In diesem bisher vom amerikanischen NEC-Standard dominierten Markt kann die Nachfrage nach Explosionsschutz-Lösungen zusätzliches Absatzvolumen für uns generieren. 2014 gewannen wir bereits einen Auftrag für das erste IECEx-zertifizierte FPSO im Golf von Mexiko und erwarten in den Folgejahren weitere Projekte in dieser Region. Obwohl der niedrige Ölpreis ein hohes Risikopotenzial für uns birgt, bietet er auch Chancen: Die Chemie- und die Pharmaindustrie - zwei wichtige Kundenbranchen für R. STAHL - profitieren vom niedrigeren Preisniveau, da deren Rohstoffkette auf Öl basiert. Aufgrund der Kostenersparnis kann es zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft der Chemie- und Pharmakonzerne kommen, die wiederum unseren Auftragseingang und Umsatz in diesem Kundensegment vorantreibt. Aufgrund der in den letzten Jahren verstärkten Nachfrage nach ganzheitlicher Systemkompetenz sehen wir die Chance, zusätzliches Wachstum mit Systemlösungen zu generieren - ein Marktpotenzial, das wir aufbauend auf unserer Technologieführerschaft sowie unserer spezifischen Erfahrung in Zukunft weiter nutzen wollen. Unsere Zusammenarbeit mit Hochschulen, wie beispielsweise der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena, bietet uns die Chance, einerseits Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und andererseits zum Talentpool der Hochschule zu erhalten. So können wir - auch in Zeiten hoher Beschäftigung - qualifizierte Mitarbeiter für R. STAHL gewinnen. Prognose Herabgesetzte Prognose für Weltwirtschaft Vier Faktoren prägen derzeit den aktuellen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2015: Erstens ist der Ölpreis in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres drastisch gesunken, und die OPEC beschloss dennoch, das aktuelle Produktionsniveau trotz des steigenden Volumens der Nicht-OPEC-Staaten beizubehalten. Während der niedrige Ölpreis sich dämpfend auf die Investitionsneigung der Ölbranche auswirkt, stellt er einen Kostenvorteil für all diejenigen Industrien dar, die den Rohstoff in ihrer Wertschöpfungskette verarbeiten. Zweitens beeinflusst die schwache Entwicklung zahlreicher Wirtschaftsnationen, wie beispielsweise Japan, die Einschätzung der Experten: Während die konjunkturelle Erholung in den USA stärker ausfiel als erwartet und dort ein Aufwärtstrend zu erkennen ist, hat der Internationale Währungsfond (IWF) die Prognose für viele andere Staaten herabgesetzt, was zu einer weltweit gebremsten Investitionsneigung führt. Drittens haben sich auch die Wechselkurse entsprechend entwickelt - während der US-Dollar 2014 aufgewertet wurde, verloren Euro und Yen an Wert. Zudem litten auch die Währungen vieler Emerging Markets - vor allem Rohstoff exportierender Länder - unter einer Abwertung. Viertens sind die Zinssätze und Risikozuschläge in zahlreichen Emerging Markets gestiegen, während gegenläufig dazu die Zinssätze für Staatsanleihen vieler großer Volkswirtschaften zurückgegangen sind. Diese vier Einflussfaktoren haben unterschiedliche Wirkungen auf die Prognose des Weltwirt-schaftswachstums 2015: Einerseits wird der niedrige Ölpreis durch erhöhte Kaufkraft und verstärkten Konsum der Privathaushalte in ölimportierenden Ländern voraussichtlich die Konjunktur antreiben. Andererseits wird dieser positive Effekt durch die zurückgenommenen Wachstumserwartungen wichtiger Volkswirtschaften - außer den USA - mehr als aufgewogen. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet der IWF mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,5 %. In Deutschland lässt der Ifo-Geschäftsklimaindex nur noch eine stagnierende Wirtschaftsleistung erwarten. Der Investitionsgütersektor gibt kaum Impulse für weiteres Wachstum, weshalb der IWF von einem Anstieg des BIP um lediglich 1,3 % ausgeht. In Europa wird das Wachstum durch den niedrigen Ölpreis, eine Lockerung der Geldpolitik und den schwachen Euro gestützt. Diese positiven Effekte werden allerdings durch eine gedämpfte Investitionsneigung aufgewogen, was im Wesentlichen auf das verlangsamte Wachstum in den Emerging Markets und die damit einhergehende schwächere Exportnachfrage zurückzuführen ist. Für die Euro-Region prognostiziert der IWF für 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,2 %. Für Russland gehen die Experten von einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsaktivität durch die politische Unsicherheit aus. In den USA werden eine aufgrund des niedrigen Ölpreises gestiegene Kaufkraft, eine gemäßigte Steuerpolitik sowie die vorteilhafte Währungspolitik das Wirtschaftswachstum 2015 treiben - der IWF erwartet ein Plus von 3,6 %. Die Prognose für Lateinamerika (+ 1,3 %) wird vom Fall des Ölpreises sowie anderer Rohstoffe negativ beeinflusst. In Asien ist eine heterogene Entwicklung wahrscheinlich: Während das verlangsamte Wachstum in China auch die Prognose für viele andere aufstrebende Länder Asiens beeinträchtigt, blicken Experten optimistisch auf Indien. Zwar wird die schwächere Auslandsnachfrage sich auch in Indien bemerkbar machen, allerdings profitiert das Land von einem Aufschwung industrieller Aktivität und Investitionstätigkeit dank politischer Reformen. Heterogene Entwicklung unserer Kundenbranchen R. STAHLs wesentliche Kundenbranchen sind die Öl- und Gasindustrie, die pharmazeutische und chemische Industrie sowie die Offshore-Spezialschifffahrt. Seit Beginn des zweiten Halbjahres 2014 ist der Ölpreis stark gefallen - die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der Produktionsanstieg von Öl und anderen flüssigen Brennstoffen 2014 mehr als doppelt so hoch war wie das Nachfragewachstum. Diese Entwicklung senkt die Profitabilität vieler Energiekonzerne, was zu einer Verschiebung oder gar dem Aussetzen von Investitionsprojekten führen wird. Ein Teil des R. STAHL Umsatzes hängt von der Aktivität der Öl- und Gasindustrie sowie der Offshore-Schifffahrt ab. Dennoch muss innerhalb der Branche differenziert werden: Betreiber in Regionen mit geringen Förderkosten, wie beispielsweise in Saudi Arabien, erwirtschaften auch bei einem niedrigen Ölpreis noch Gewinne und werden daher ihre Investitionspläne fortsetzen. Auch in Ländern, in denen sich die Folgen eines niedrigen Ölpreises besonders stark auswirken, gibt es interessante Projekte auf dem Markt. So gewannen wir beispielsweise im ersten Quartal 2015 einen Auftrag im Rahmen der Erschließung des Ölfeldes Johan Sverdrup vor der Küste Norwegens. Da die Bohrungen dort in sehr flachem Gewässer durchgeführt werden, wird mit Förderkosten deutlich unter dem landesüblichen Durchschnitt gerechnet. Wir werden mittelfristig gezielt diejenigen Projekte verfolgen, die auch bei einem niedrigen Ölpreis noch gute Chancen für weitere Investitionen versprechen. Dennoch wird sich der niedrige Ölpreis auf unser Geschäft 2015 auswirken. Der niedrige Ölpreis wirkt jedoch auch als Stimulus für die Weltkonjunktur. Die Chemieindustrie beispielsweise profitiert vom gesunken Ölpreis, da der Rohstoff einen Kostenfaktor für diese Branche darstellt - konsequenterweise prognostizieren Experten ihr solide Wachstumsraten für 2015. Bis 2030 geht der Verband der chemischen Industrie (VCI) von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 % aus: Zum einen durch eine ansteigende Nachfrage aus den Schwellenländern, insbesondere Asien, aufgrund des Bevölkerungswachstums und des zunehmenden Wohlstands der Mittelschicht, und zum anderen weil sich der Bedarf an hochwertigen Chemikalien auch in den Industrieländern erhöhen wird. R. STAHL wird sich auf Projekte in der Chemie- und Petrochemiebranche konzentrieren, um so die schwächere Investitionsneigung der Öl- und Gasindustrie zumindest teilweise zu kompensieren. Die Pharmazieindustrie sieht sich 2015 sowohl neuen Herausforderungen als auch Chancen durch innovative Neuprodukte gegenüber. Wir rechnen mit einem stabilen Geschäftsverlauf in dieser Branche. Erwartete Auftragseingangs- und Umsatzentwicklung Wir rechnen trotz der volatilen Rahmenbedingungen mit einem Anstieg unserer Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2015, für das wir zwei wesentliche Herausforderungen sehen: die Ukraine-Krise und den niedrigen Ölpreis. Bereits im zweiten Halbjahr 2014 arbeiteten wir in Bezug auf die Krise zwischen Russland und der Ukraine Szenarien und Maßnahmen aus und beobachten den Verlauf der politischen Verhandlungen kontinuierlich, auch wenn unsere Produkte von den Embargobestimmungen nicht betroffen sind. Russland ist für uns ein attraktiver Absatzmarkt, und ein stabiles Geschäftsumfeld würde unsere Aktivitäten in dieser Region unterstützen. Da die weitere Entwicklung der politischen Verhandlungen schwer vorhersehbar ist, stellt die Ukraine-Krise ein Risiko sowohl für unser direktes und indirektes Geschäft in Russland dar. Unsere Kunden, vor allem aus dem Bereich des Maschinenbaus, fahren ihre Exporte nach Russland zurück, was indirekt auch in einer schwächeren Nachfrage für R. STAHL resultiert. Der niedrige Ölpreis führt zu einer zurückgehenden Investitionsbereitschaft in der Öl- und Gasindustrie, die R. STAHL als spätzyklisches Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr treffen wird. Unsere Aufgabe ist es, Projekte in Regionen zu verfolgen, die aufgrund geringerer Förderkosten weiterhin gewinnbringend produzieren und somit auch investieren. In Indien beispielsweise sehen wir großes Potenzial, da die Mehrheit der Unternehmen dort in die Weiterverarbeitung des Rohöls und weniger in die primäre Förderung involviert ist - weswegen die Auswirkungen des Ölpreisabsturzes gering sind. Zudem bieten wir unsere Produkte und Systeme verstärkt Kunden aus der Chemie- und Pharmaziebranche an - hierfür haben wir eine Vertriebsoffensive gestartet und gehen mit einem spezifischen Lösungskatalog für die Chemieindustrie aktiv auf unsere Kunden zu. Darüber hinaus beeinträchtigen weitere Entwicklungen unseren Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015. Die Schuldenkrise einiger europäischer Staaten beeinträchtigt die Konjunktur im Eu-ro-Raum. Darüber hinaus führt die politische Instabilität zu einer Dämpfung der wirtschaftlichen Aktivität im Nahen Osten und auch in Brasilien sehen wir uns politischen Turbulenzen ausgesetzt, worunter unsere Tochtergesellschaft vor Ort leidet. Neben den Herausforderungen sehen wir auch Chancen am Markt: das Wirtschaftswachstum in den USA, die steigende Nachfrage aus der Region Asien/Pazifik und unsere vielversprechenden Neuprodukte. Experten gehen in den USA für 2015 von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,6 % aus, wovon auch R. STAHL profitieren wird. Aufgrund der Erweiterung unserer texanischen Tochtergesellschaft steht uns mehr Kapazität zur Verfügung, um den Markt lokal zu bearbeiten und unseren Kunden durch die Produktion vor Ort kürzere Lieferzeiten zu bieten. Ein optimierter Vertriebsansatz sowie langjährige Kundenbeziehungen öffnen uns die Türen zu Projekten weltweit. Auch in der Region Asien/Pazifik, vor allem in Indien, profitieren wir von der steigenden Nachfrage nach unseren explosionsgeschützten Produkten: Durch die Kombination aus lokalem Marktverständnis und internationaler Best Practice überzeugen wir Kunden vor Ort und bauen unsere installierte Basis in der Region weiter aus. Auch die Markteinführung unserer Neuprodukte wird zu Umsatzsteigerungen führen - 2015 wird für uns vor allem im Bereich der Bedien- und Beobachtungssysteme ein Jahr der Innovationen. Im ersten Halbjahr 2015 gehen wir von einem anhaltend hohen Auftragseingang im Projektgeschäft aus. Wir rechnen daher mit einem Auftragseingang von EUR 320 Mio. bis EUR 330 Mio. Gestützt durch den sehr hohen Auftragsbestand von EUR 90,5 Mio. zum Jahresende 2014 werden wir im ersten Halbjahr 2015 weiter wachsen können. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen am Markt sehen wir das Risiko eines schwächeren zweiten Halbjahres. Wir rechnen für 2015 mit einem Umsatz zwischen EUR 320 Mio. und EUR 330 Mio. Erwartete Ertragslage Für 2015 steht Profitabilitätssteigerung auf unserer Agenda. Wir haben in den vergangenen drei Jahren verstärkt in den Ausbau unserer Kapazitäten weltweit investiert, wodurch unsere Kosten entsprechend zulegten. Diesen Aufwendungen steht noch nicht in vollem Umfang Umsatzwachstum gegenüber - vor allem in den USA und Asien rechnen wir allerdings mit erhöhter Nachfrage. Mit zunehmender Auslastung der Kapazitäten wird sich eine Profitabilitätssteigerung einstellen. Zudem sehen wir großes Potenzial in unseren Neuprodukten. In den vergangenen drei Jahren haben wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erweitert und erwarten eine Margensteigerung durch unsere hochwertigen Produktneuheiten. Unsere Kunden erkennen den Mehrwert der neu entwickelten Lösungen, was die Durchsetzung einer entsprechenden Prämie ermöglicht. Des Weiteren haben wir 2014 verstärkt an unserer Effizienz und Schnelligkeit gearbeitet. Dazu haben wir im vierten Quartal 2014 eine Neustrukturierung unserer größten Tochtergesellschaft am Stammsitz in Waldenburg vorgenommen, von der wir uns mehr Flexibilität und beschleunigte Prozesse versprechen. Bleibt die aktuelle Wechselkurssituation bestehen, kann dies unser Wachstum in Nicht-Euro-Ländern unterstützen. Unsere Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung werden allerdings von der Entwicklung externer Einflussfaktoren auf unser Geschäft überlagert. Eine Herausforderung ist dabei vor allem der von der Ölindustrie initiierte Preisdruck: Aufgrund des niedrigen Ölpreises sehen die Energiekonzerne die Rentabilität ihrer Anlagen schwinden und versuchen mittels geringerer Einkaufspreise, ihre Kosten zu senken. Kunden schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte und R. STAHLs Alleinstellungsmerkmale ermöglichen es uns, weiterhin angemessene Preise zu erzielen. Dennoch entsteht durch den Preisdruck einiger unserer Kunden der Ölindustrie ein Risiko für unsere Marge. Zudem wird die zurückgegangene Investitionsbereitschaft unserer Kunden der Ölbranche zu einer sinkenden Nachfrage in diesem Absatzmarkt führen. Dadurch wird die Auslastung unserer neu geschaffenen Kapazitäten erschwert. Insgesamt erwarten wir für 2015 ein EBIT zwischen EUR 16 Mio. und EUR 20 Mio. Erwartete Finanzlage Aufgrund der Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen sowie des Rückkaufs eigener Aktien fiel unsere Eigenkapitalquote im Berichtsjahr auf 27,3 %. Nachdem die R. STAHL AG am 11. Dezember 2014 mit der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH einen Vertrag über den Verkauf von 644.000 Aktien geschlossen hatte, wurden die Anteile sowie der vereinbarte Kaufpreis am 20. Januar 2015 übertragen. Dadurch hat sich unser Eigenkapital im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um EUR 24,5 Mio. erhöht. Für 2015 streben wir eine Eigenkapitalquote über 35 % an. Fremdkapitalseitig greifen wir auf zwei Bodensatzdarlehen im Gesamtvolumen von EUR 8,8 Mio. und weitere Kreditlinien in Höhe von EUR 25 Mio. mit einer Laufzeit bis 2017 zurück. Zum 30. Juni des laufenden Geschäftsjahres werden Kreditlinien in Höhe von EUR 50 Mio. auslaufen. Unsere Hausbanken haben die weitere Finanzierung des Unternehmens zugesagt. Erwartete Investitionen und Akquisitionen 2015 werden wir unser Investitionsprogramm mit der Fertigstellung des neuen Produktions-und Entwicklungscenters in Köln abschließen. Die Baumaßnahme, für die wir im dritten Quartal 2014 die Baugenehmigung erhalten haben, liegt im Zeit- und Kostenplan. Unser Investitionsvolumen wird 2015 über dem Niveau des Berichtsjahres liegen. Wir analysieren kontinuierlich potenzielle Akquisitionsobjekte und legen dabei besonderen Wert auf einen strategischen Mehrwert: Für uns ist der Erwerb eines Unternehmens sinnvoll, wenn wir dadurch unser Produktportfolio erweitern oder in neue Märkte vorstoßen können. Im Fokus unseres Interesses stehen dabei kleinere und mittelständische Unternehmen. Gesamteinschätzung Außerplanmäßige Ereignisse prägten für R. STAHL das Geschäftsjahr 2014. Wir haben uns dennoch nicht von unserem Wachstumskurs abbringen lassen und unser Expansionsprogramm erfolgreich fortgeführt. Unsere Wachstumsinitiativen und internen Maßnahmen zur Profitabilitäts-steigerung werden von der Entwicklung externer Einflussfaktoren auf unser Geschäft überlagert. Die rückläufige Ertragskraft in einer unserer Hauptabnehmerindustrien verringert unser Wachstumstempo und belastet die Marge. Zudem beeinträchtigt die politische Instabilität in einigen unserer Absatzmärkte unser Geschäft. Wir rechnen für das Geschäftsjahr 2015 mit einem Auftragseingang sowie Umsatzerlösen zwischen EUR 320 Mio. und EUR 330 Mio. Beim EBIT liegt unser Prognosekorridor zwischen EUR 16 Mio. und EUR 20 Mio. Da sich die externen Einflussfaktoren auf unser Geschäft innerhalb kürzester Zeit verändern, ist die Prognoseunsicherheit erhöht. Insgesamt blicken wir vorsichtig auf das Geschäftsjahr 2015.
Waldenburg, 25. März 2015 R. Stahl Aktiengesellschaft Vorstand Martin Schomaker Bernd Marx Bilanz der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, zum 31. Dezember 2014Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg,scroll
Entwicklung des Anlagevermögens der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, im Geschäftsjahr 2014scroll
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Angaben zum Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2014scroll
1)
nach Ergebnisabführung bzw. Verlustübernahme Anhang der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr 2014Allgemeine HinweiseDer vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen über die zu erwartende Nutzungsdauer von drei Jahren vermindert. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen drei und 15 Jahren. Zugänge werden ausschließlich nach der linearen Methode (in Vorjahren zum Teil degressiv) abgeschrieben. Von der Möglichkeit des Übergangs von der degressiven Methode auf die lineare Methode wird Gebrauch gemacht, sofern dies zu einer höheren Abschreibung führt. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00, die nach dem 31. Dezember 2007 und vor dem 1. Januar 2010 angeschafft wurden, werden gemäß § 6 Abs. 2a EStG in einem Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 410,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen waren im Berichtsjahr Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag aufgrund nachhaltiger Verluste bzw. geringen Ertragserwartungen der verbundenen Unternehmen erforderlich. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Der Erstattungsanspruch aus dem körperschaftsteuerlichen Guthaben ist mit dem Barwert zum Bilanzstichtag bewertet. Die Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem An-wartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der Deutsche Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der zum Bilanzstichtag verwendete Rechnungszinssatz beträgt 4,53 %. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 3,0 % bei den Entgelten und von 1,75 % bei den Renten ausgegangen. Die Bewertung berücksichtigt eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationsrate. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Die Rückstellung für Jubiläumszuwendung wird versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem zeitratierlichen Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Basis eines Zinssatzes von 4,53 % und eines Gehaltstrends von 3,0 % angesetzt. Die Bewertung berücksichtigt eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationsrate. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Zu- bzw. Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel, der integraler Bestandteil des Anhangs ist, dargestellt. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 600.000,00 bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von EUR 1.069.409,50 (i. V. EUR 807.408,35) Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und in Höhe von EUR 76.744,81 (i. V. EUR 133.585,61) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr. Flüssige Mittel Die Position enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt unverändert EUR 16.500.000,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 6.440.000 Stückaktien. Die ordentliche Hauptversammlung der R. Stahl Aktiengesellschaft hat am 25. Mai 2012 die Umstellung der auf den Inhaber lautenden Stückaktien im Verhältnis 1 : 1 in auf den Namen lautenden Stückaktien beschlossen. Die entsprechende Satzungsänderung wurde am 27. Juni 2012 im Handelsregister eingetragen. Die Anteile sind voll eingezahlt. Das Genehmigte Kapital beträgt am Bilanzstichtag EUR 3.300.000,00. Die Ermächtigung ist bis zum 17. Juni 2015 befristet. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszuschließen und das Bezugsrecht auszuschließen, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Unternehmensbeteiligungen erfolgt. Darüber hinaus kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht ausschließen, wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt, der Ausgabebetrag den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung nicht wesentlich unterschreitet und der auf die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien eingetragenen Grundkapitals nicht übersteigt. Auf die vorgenannte Begrenzung von 10 % werden eigene Aktien angerechnet, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG i. V. m. § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital zu entscheiden. Eigene Aktien Der Vorstand der R. Stahl Aktiengesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Juni 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 17. Juni 2015 eigene Aktien bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Weiterhin wurde der Vorstand der R. Stahl Aktiengesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere eigene Aktien, die auf Grundlage einer in dieser oder in früheren Hauptversammlungen gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilten Ermächtigungen erworben wurden, auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, wenn die erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand wurde weiter ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Die Gesellschaft besitzt Stück 644.000 eigene Aktien zu einem rechnerischen Wert von EUR 2,562. Dies entspricht einem Anteil am gesamten Grundkapital von 10,0 % (= TEUR 1.650). scroll
Die Erwerbsvorgänge der eigenen Anteile fanden in den Jahren 1998 mit 59.960 Stück, 1999 mit 104.430 Stück, 2001 mit zwei Erwerbsvorgängen im November 2001 mit 26.670 Stück und Dezember 2001 mit 7.300 Stück, 2002 mit 120.000 Stück, 2003 mit 36.000 Stück, 2004 mit Erwerbsvorgängen im November 2004 mit 120.446 und Dezember 2004 mit 41.485 Stück statt. Die Erwerbsvorgänge in 2014 fanden mit zwei Erwerbsvorgängen im April 2014 mit 65.037 Stück und im Mai 2014 mit 62.672 Stück statt. Der Vorstand und der Aufsichtsrat waren jeweils nach ausführlicher Abwägung aller ersichtlichen Argumente zu der Einschätzung gelangt, dass das angekündigte freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH, München, nicht im Interesse der Gesellschaft sein würde. Deshalb wurde am 14. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Maßnahmenpaket zur Stärkung des Großaktionärs beschlossen, zu dem auch gehörte, dass der Vorstand die von der Hauptversammlung 2010 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien in vollem Umfang bis auf 10% ausschöpfen durfte. Wesentliche Gründe hierfür waren, dass sich Gesellschaft und Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren mit den Gründerfamilien Stahl und Zaiser als Ankeraktionär im Hintergrund, der die Unternehmensstrategie immer mitgetragen hat, nachhaltig und erfolgreich entwickeln konnte. So galt es, eine mögliche Lähmung der Gesellschaft durch zwei sich widerstreitende Großaktionäre zu vermeiden. Diese Gefahr bestand, wenn Weidmüller die 50% Schwelle hätte fallen lassen. Im Fall einer erfolgreichen Übernahme wären Umstrukturierungen oder sonstige Maßnahmen, die im Widerspruch zur bisherigen Unternehmensstrategie stehen, nicht auszuschließen gewesen. Der Aufsichtsrat hat mit Beschlussfassung vom 11. Dezember 2014 der Veräußerung der 644.000 eigenen Aktien an die RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, zugestimmt. Die Übertragung der Aktien sowie der Liquidationszufluss aus dem Verkauf erfolgten im Januar 2015. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage der R. Stahl Aktiengesellschaft resultiert überwiegend aus Einstellungen von Aktienaufgeldern aus dem Börsengang im Jahr 1997. Gewinnrücklagen Die Entwicklung der anderen Gewinnrücklagen stellt sich wie folgt dar: scroll
Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen noch abzugeltende Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 1.424), externe und interne Jahresabschlusskosten (TEUR 275), Kosten für Drohverluste aus den derivativen Finanzgeschäften (TEUR 192) sowie Kosten für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen (TEUR 137). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 38.433 durch eine persönliche Mitverpflichtung der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, gesichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 7.500.000,00 mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren enthalten. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von EUR 52.201,32 (i. V. EUR 5.660,96) Forderungen sowie in Höhe von EUR 508.433,63 (i. V. EUR 11.785,78) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr ausgewiesen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Latente Steuern Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansatzsätzen von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen, Finanzanlagen, Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen sowie bei den verschiedenen Positionen der Organgesellschaft R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 29,03 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. In 2014 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt. Periodenfremde Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 187 ausgewiesen. Es handelt sich hauptsächlich um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Kursgewinne Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten unrealisierte Kursgewinne in Höhe von EUR 142.960,01 (i. V. EUR 22.369,45). Periodenfremde Aufwendungen Bei den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 5 periodenfremde Zinszahlungen erfasst. Aufzinsung von Rückstellungen Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen in Höhe von EUR 735.426,00 (i. V. EUR 737.455,00) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. Kursverluste Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten unrealisierte Kursverluste in Höhe von EUR 6.617,12 (i. V. EUR 67.657,98). Personalaufwand Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung entfallen EUR 933.929,84 (i. V. EUR 1.071.741,91) auf Aufwendungen für Altersversorgung. Verbundene Unternehmen Die Erträge aus Beteiligungen betreffen in Höhe von EUR 17.309.415,01 (i. V. EUR 12.862.671,33) verbundene Unternehmen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von EUR 3.759.273,57 (i. V. EUR 331.944,15) betreffen in voller Höhe verbundene Unternehmen. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge betreffen mit EUR 417.202,41 (i. V. EUR 475.429,88) verbundene Unternehmen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verbundene Unternehmen sind im Berichtsjahr in Höhe von EUR 372.686,17 (i. V. EUR 372.660,08) angefallen. Sonstige AngabenHaftungsverhältnisse Es bestehen gesamtschuldnerische Haftungen für Kreditlinien, die wechselseitig von der Gesellschaft und der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, in Anspruch genommen werden können. Zum Bilanzstichtag ergab sich keine Inanspruchnahme. scroll
Im Zusammenhang mit der Einräumung von Kreditlinien (Bankavale) bestehen gemäß der jeweiligen Inanspruchnahme gesamtschuldnerische Mithaftungen zugunsten verbundener Unternehmen in Höhe von TEUR 6.413 (i. V TEUR 5.807). Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der ausreichenden Vermögens-, Finanz- und Ertragssituation der betroffenen Schuldnergesellschaften bzw. Tochtergesellschaften als gering eingestuft. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Immobilienleasing- und Mietverträgen in Höhe von TEUR 31.353. Hierunter sind unter anderem die nachfolgend beschriebenen Leasingverträge, die gem. § 285 Nr. 3 HGB notwendig für die Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens sind, enthalten. Über die Produktions- und Verwaltungsgebäude in Waldenburg besteht ein Leasingvertrag mit einem Unternehmen, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht. Im Berichtsjahr sind im Rahmen dieses Vertrages Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 2.487 entstanden. Dieser Vertrag wurde zum Zweck der Entlastung des Refinanzierungsvolumens abgeschlossen, wodurch Spielräume für weitere Investitionsmöglichkeiten realisiert werden konnten. Die zukünftig anfallenden Leasingaufwendungen während der Vertragslaufzeit stellen sich wie folgt dar: scroll
Diese Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 1.698 gegenüber verbundenen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Zwischen der R. Stahl Aktiengesellschaft und der Tochtergesellschaft R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, besteht ein Gewinnabführungsvertrag. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaft hat zur Ausnutzung von Währungsvorteilen zehn Devisentermingeschäfte mit einer Laufzeit von Anfang Januar bis Mitte November 2015 abgeschlossen. Die Bewertung erfolgte mittels der Mark-to-Market-Methode. scroll
Honorare für Abschlussprüfer im Sinne des § 319 Abs. 1 HGB Die Angaben zu den Honoraren der Abschlussprüfer nach § 285 Nr. 17 HGB sind im Anhang zum Konzernabschluss enthalten. Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der R. STAHL AG, Hans-Volker Stahl, hat am 10. Februar 2015 mitgeteilt, dass er sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der R. STAHL AG mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2015 niederlegen wird. Der Aufsichtsrat hat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am 26. Februar 2015 das Aufsichtsratsmitglied Heiko Stallbörger zum Nachfolger von Hans-Volker Stahl gewählt. Heiko Stallbörger wird sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats der R. STAHL AG mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2015 antreten. Mitglieder des Vorstands
Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats Die Festvergütung für den Aufsichtsrat betrug im Berichtsjahr insgesamt TEUR 245,6 (i. V. TEUR 227,5). Des Weiteren wurde eine variable Vergütung in Höhe von TEUR 152,0 (i. V. TEUR 152,0) ausbezahlt. Die feste jährliche Vergütung des Aufsichtsrats beträgt EUR 18.000,00 und die Vergütung für die Tätigkeit in einem Ausschuss beläuft sich auf EUR 3.650,00. Die Vorsitzenden der Ausschüsse erhalten das Doppelte der Vergütung für die Tätigkeit in einem Ausschuss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte der sich hiernach ergebenden Bezüge. Der variable Anteil der Aufsichtsratsvergütung ist abhängig von der im Berichtsjahr ausgeschütteten Dividende. Für jedes volle ausgeschüttete Prozent Dividende, das über 20 % vom Grundkapital je Aktie hinausgeht, werden EUR 800,00 bezahlt. Diese zusätzliche Vergütung beträgt maximal das Doppelte der festen jährlichen Vergütung des Mitglieds des Aufsichtsrats bzw. der festen jährlichen Vergütung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie für Ausschussmitglieder ferner das Doppelte der zusätzlichen Vergütung für eine Tätigkeit in einem Ausschuss bzw. für eine Vorsitzendentätigkeit in einem Ausschuss. Das Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands ist vertraglich geregelt. Danach beziehen die Mitglieder des Vorstands neben einer Festvergütung eine ertragsabhängige Tantieme auf Basis des gleitenden Durchschnitts des aktuellen und der zwei vorangegangenen Geschäftsjahre. Diese ist auf maximal 80 % der Festvergütung begrenzt. Zusätzlich erhalten beide Vorstandsmitglieder Sachbezüge. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Aufwendungen für Firmenfahrzeuge. Für das Geschäftsjahr 2014 erhalten die Mitglieder des Vorstands folgende Gesamtbezüge: scroll
Für Herrn Martin Schomaker besteht eine Einzelzusage für eine Altersrente. Demnach erhält Herr Schomaker eine Altersrente bei Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. eine Dienstunfähigkeitsrente in Höhe von 100 % des Altersrentenanspruchs bei Ausscheiden wegen Dienstunfähigkeit. Die monatliche Altersrente bei Ausscheiden zum regulären Rentenbeginn beträgt unverändert TEUR 9,6 für Herrn Schomaker. Wird der Dienstvertrag von Herrn Schomaker vor Beendigung des 60. Lebensjahres aufgehoben oder nicht zu vergleichbaren oder der Gesellschaft zumutbaren Bedingungen verlängert, erhält Herr Schomaker ab dem Zeitpunkt seines Ausscheidens eine laufende Zahlung in der Höhe und nach den Regelungen zur Dienstunfähigkeitsrente, auf die er einen Anspruch hat, wenn er statt dessen wegen Dienstunfähigkeit ausscheiden würde. Die Pensionsrückstellung für Herrn Schoma-ker beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.854 (i. V. TEUR 1.854). Im Berichtsjahr wurden TEUR 96,9 als Personalaufwand und TEUR 101 (davon TEUR 22 aus Zinssatzänderung im Vergleich zum Vorjahr) als Zinsaufwand ergebniswirksam berücksichtigt. Zudem schloss die Gesellschaft eine Rückdeckungsversicherung in Form einer beitragsorientierten Zusage bei einer Unterstützungskasse zugunsten von Herrn Bernd Marx ab. Der Jahresbeitrag beträgt TEUR 65,0 und ist zusätzlicher Bestandteil des Gehalts. Bei Ausscheiden von Herrn Bernd Marx aus dem Vorstand der Gesellschaft mit Vollendung des 65. Lebensjahres erhält er zusätzlich eine Altersrente in Höhe von TEUR 3,3 brutto pro Monat. Scheidet Herr Bernd Marx zu einem früheren Zeitpunkt aus, bemisst sich die Höhe der monatlichen Altersrente nach der bis dahin er-dienten festen Anwartschaft auf die monatliche Altersrente. Ab dem Zeitpunkt der Beendigung dieses Vertrags wegen dauerhafter Dienstunfähigkeit hat Herr Bernd Marx Anspruch auf eine Dienstunfähigkeitsrente. Die Pensionsrückstellung für Herrn Marx beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 167 (i. V. TEUR 167). Im Berichtsjahr wurden TEUR 167 als Personalaufwand ergebniswirksam berücksichtigt. Die R. Stahl Aktiengesellschaft hat für den Vorstand und den Aufsichtsrat keine Aktienoptionsplä-ne oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme aufgelegt. Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands Für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen betrugen die Bezüge TEUR 377 (i. V. TEUR 355). Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2014 auf TEUR 2.691 (i. V. TEUR 2.691). Mit Ausscheiden von Herrn Dr. Peter Völker als Vorstand zum 31. Dezember 2011 wurde die Altersversorgung abschließend geregelt. Herr Dr. Völker erhält ab dem 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2013 ein monatliches Übergangsgeld in Höhe von TEUR 6,5. Im Anschluss daran bezieht Herr Dr. Völker ab dem 1. Januar 2014 eine monatliche Altersrente in Höhe von TEUR 7,5. Die Pensionsrückstellung sowie die Verpflichtung für das Übergangsgeld belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 1.505 (i. V. TEUR 1.505). Weiterhin ist Herr Dr. Völker ab dem 1. Januar 2012 als Berater für technische Angelegenheiten für die R. STAHL AG tätig. Das monatliche Honorar beläuft sich für die Jahre 2012 und 2013 auf TEUR 10, ab 2014 erhält Herr Dr. Völker - bei gleichzeitiger Reduzierung der vereinbarten monatlichen Arbeitszeit - ein Honorar von TEUR 3,3. Der Beratervertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2014. BeteiligungsverhältnisseDie gesondert dargestellte Entwicklung der Unternehmen, an denen die R. STAHL AG mindestens den fünften Teil der Anteile und alle Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, bei denen die R. STAHL AG mindestens fünf Prozent der Stimmrechte hält (Anteilsbesitz), ist integraler Bestandteil des Anhangs. Corporate GovernanceDen Verhaltensempfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex wurde im vergangenen Geschäftsjahr bis auf Abweichungen in einzelnen Punkten entsprochen. Auch künftig soll der Großteil der Empfehlungen eingehalten werden. Eine Entsprechenserklärung hierzu ist vorhanden und auf der Website des Unternehmens (www.stahl.de unter der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance) jederzeit öffentlich zugänglich. Darüber hinaus enthält der Geschäftsbericht 2014 einen gesonderten Bericht über die Corporate Governance. MitarbeiterIm Durchschnitt wurden während des Geschäftsjahres 80 Angestellte beschäftigt. Darüber hinaus werden 90 Auszubildende ausgebildet. KonzernverhältnisseDie R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, ist Obergesellschaft eines Konzerns, der unter ihrer einheitlichen Leitung zusammengefasst ist. Zum 31. Dezember wurde ein Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und ein Konzernlagebericht aufgestellt. Die Offenlegung des Jahres- und Konzernabschlusses der R. STAHL AG erfolgt beim Betreiber des Bundesanzeigers. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Zugleich teilen wir Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG i. V. m. § 24 WpHG mit:
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Im Aktionärskonsortium haben sich seit 10. Juli 2006 folgende Veränderungen ergeben:
Waldenburg, 25. März 2015 R. Stahl Aktiengesellschaft Vorstand Martin Schomaker Bernd Marx GewinnverwendungsbeschlussDie ordentliche Hauptversammlung unserer Gesellschaft vom 22. Mai 2015 hat beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014 in Höhe von EUR 8.836.160,88 wie folgt zu verwenden: scroll
Die Dividende wird vom 26. Mai 2015 an unter Abzug von 25 % Kapitalertragsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragsteuer (insgesamt 26,375 %) und gegebenenfalls Kirchensteuer durch die depotführenden Banken ausbezahlt:
Waldenburg, den 23. Mai 2015 R. STAHL Aktiengesellschaft Der Vorstand Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handels- und aktienrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rech-nungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Stuttgart, 25. März 2015 Ebner Stolz GmbH & Co. KG Dr. Volker Hecht, Wirtschaftsprüfer Daniela Santarossa-Preisler, Wirtschaftsprüferin Angabe gemäß § 328 HGBDer Jahresabschluss der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr 2014 ist durch Beschluss der Aufsichtsratssitzung vom 9. April 2015 festgestellt worden. |
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