![]() R. Stahl AktiengesellschaftWaldenburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance KodexVorstand und Aufsichtsrat der R. STAHL AG, Waldenburg, geben bekannt, dass den Kodex-Empfehlungen in der Fassung vom 24. Juni 2014 seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2014 mit den dort genannten Ausnahmen entsprochen wurde und den Kodex-Empfehlungen in der Fassung vom 5. Mai 2015 im vergangenen Geschäftsjahr mit Ausnahme folgender Punkte entsprochen wurde und wird: 3.8 Absatz 2, Satz 2 In einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat soll ein <...> Selbstbehalt <von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung> vereinbart werden. Die D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats sieht einen Selbstbehalt in Form eines Fixbetrages vor. Eine Ungleichbehandlung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat in Hinblick auf die Höhe der Selbstbehalte ist aus Sicht der Gesellschaft aufgrund der unterschiedlichen Funktionen sachlich gerechtfertigt. Der Gesetzgeber hat eine solche Differenzierung akzeptiert, da er vergleichbare Regelungen wie zum Selbstbehalt bei Vorstandsmitgliedern für die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen hat. 4.2.3 Absatz 2 Satz 6 Die Vergütung soll insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die Festvergütung der Mitglieder des Vorstands ist definitionsgemäß betragsmäßig begrenzt. Der Höchstbetrag der erfolgsabhängigen Tantieme wird durch einen Prozentsatz der Festvergütung gedeckelt. Diese prozentuale Begrenzung steht einer betragsmäßigen Höchstgrenze gleich. Ferner sind der Umfang der Leistungen, die den im Vergütungsbericht ausgewiesenen Sachbezügen zugrunde liegen, sowie die Ansprüche und Beiträge im Rahmen der Versorgungszusagen vertraglich festgeschrieben. Der Aufsichtsrat sieht keinen Anlass, darüber hinaus auch für diese Bestandteile der Vorstandsvergütung betragsmäßige Höchstgrenzen mit den Mitgliedern des Vorstands zu vereinbaren. 4.2.3 Absatz 3 Bei Versorgungszusagen soll der Aufsichtsrat das jeweils angestrebte Versorgungsniveau – auch nach der Dauer der Vorstandszugehörigkeit – festlegen und den daraus abgeleiteten jährlichen sowie den langfristigen Aufwand für das Unternehmen berücksichtigen. Soweit es sich bei den Versorgungszusagen zugunsten einzelner Mitglieder des Vorstands um beitragsorientierte Zusagen handelt, gibt es ein „angestrebtes Versorgungsniveau" nicht, da nur das Beitragsvolumen garantiert wird und nicht die Höhe der späteren Leistung im Versorgungsfall. 4.2.5 Absatz 3 Ferner sollen im Vergütungsbericht für die Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2013 beginnen, für jedes Vorstandsmitglied dargestellt werden:
Für diese Informationen sollen die als Anlage beigefügten Mustertabellen verwandt werden. Soweit die an dieser Stelle im Kodex erwähnten Elemente des Vergütungssystems für den Vorstand vertraglich vereinbart und somit vorhanden sind, werden sie tabellarisch sowie im Text des Vergütungsberichts der Gesellschaft dargestellt. Die Zahlungsbeträge – auch die der Vergangenheit – werden genannt. Ebenso werden die Bestandteile der jeweiligen Versorgungszusagen einschließlich der Höhe der Rückstellungen und ihrer Zuführung im Berichtsjahr, des Personal- und Zinsaufwands unter Angabe der Beträge beschrieben. Das Vergütungssystem für den Vorstand besteht nur aus wenigen, einfach nachzuvollziehenden Leistungen. Deshalb sind die dem Kodex in der Anlage beigefügten Tabellen nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat hier kein geeignetes Mittel, dieses Vergütungssystem einfacher, verständlicher und transparenter darzustellen. Die Gesellschaft wird daher auch für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2013 beginnen, an der bisher bewährten Form des Vergütungsberichts festhalten und die empfohlenen Mustertabellen nicht anwenden. 5.1.2 Absatz 2, Satz 3 Eine Altersgrenze für Vorstandsmitglieder soll festgelegt werden. Eine Altersgrenze für Vorstände war und ist nicht festgeschrieben. Bei der Besetzung von Führungspositionen steht bei R. STAHL die Qualifikation, Fachkompetenz und Erfahrung der betreffenden Vorstände im Vordergrund. 5.3.3 Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern geeignete Kandidaten benennt. Einen Nominierungsausschuss im obengenannten Sinne gibt es bei R. STAHL nicht. Wir sind der Meinung, dass die Größe unseres Aufsichtsrats (sechs Mitglieder von der Kapitalseite) keinen separaten Ausschuss zum Vorschlag von Aufsichtsratskandidaten rechtfertigt. 5.4.1 Absatz 2 Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potentielle Interessenkonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wurde und wird keine Altersgrenze berücksichtigt. Nicht das Alter sondern die Kompetenz und Gesundheit sind maßgeblich. Darüber hinaus hält der Aufsichtsrat eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat für nicht erforderlich, da er auch so, wie in der Vergangenheit gezeigt, rechtzeitig für einen Generationswechsel Sorge tragen wird. Im Übrigen hält es der Aufsichtsrat nicht für sinnvoll, sich konkrete Ziele im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potentielle Interessenkonflikte, die Zahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt zu geben. Vielmehr werden diese durchaus auch aus Sicht des Gremiums wichtigen Kriterien im Einzelfall bei der intensiven und abwägenden Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigt. 5.4.3 Satz 3 Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsratsvorsitz sollen den Aktionären bekannt gegeben werden. Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden obliegt dem Aufsichtsrat in eigener Verantwortung, da er die Eignung der Kandidaten am besten einschätzen kann. Eine vorherige Bekanntgabe der Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz ist nach Ansicht der Gesellschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht sachgerecht. 5.4.6 Absatz 2, Satz 2 Wird den Aufsichtsratsmitgliedern eine erfolgsorientierte Vergütung zugesagt, soll sie auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein. Die derzeitige, zuletzt von der Hauptversammlung am 27. Juni 2008 geänderte variable Vergütung orientiert sich an der Höhe der ausgezahlten Dividende, soweit sie 20 % vom Grundkapital je Aktie übersteigt. Sie ist begrenzt auf das Doppelte der festen jährlichen Vergütung. Damit erfüllt die geltende variable Vergütung nicht das Kriterium der „Nachhaltigkeit" im Sinne dieser Empfehlung. Im Hinblick auf den damit herbeigeführten Gleichlauf der variablen Vergütung mit den Interessen der Aktionäre hält jedoch der Aufsichtsrat die variable Vergütung in der bestehenden Form weiterhin für angemessen. 6.2 Über die gesetzliche Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung und Veröffentlichung von Geschäften in Aktien der Gesellschaft hinaus soll der Besitz von Aktien der Gesellschaft oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Übersteigt der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien, soll der Gesamtbesitz getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht angegeben werden. Der Aktienbesitz einzelner Organmitglieder über 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien wurde und wird nicht angegeben. Einerseits hat kein Familienmitglied direkt oder indirekt einen Aktienanteil der geeignet wäre, die Gesellschaft zu dominieren, andererseits sind auch Familienmitglieder im Aufsichtsrat vertreten, und im Sinne des Schutzes der Person und Familie wird auf den expliziten Vermögensausweis mit Namenszuordnung verzichtet. 7.1.2 Satz 4 Der Konzernabschluss soll binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die Zwischenberichte sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, öffentlich zugänglich sein. Der Jahresabschluss 2014 wurde im Rahmen der gesetzlichen Fristen veröffentlicht. Wichtige Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr wurden hingegen deutlich früher – Ende Februar 2015 – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die gleiche Vorgehensweise werden wir beim Jahresabschluss 2015 anwenden. Erste Eckzahlen zu den abgeschlossenen Quartalen veröffentlichen wir – sofern sie von der Markterwartung wesentlich abweichen – in der Regel bereits vier Wochen nach Ende des Berichtszeitraums.
Waldenburg, im Dezember 2015
Vorschlag über die Verwendung des BilanzgewinnsDer Jahresabschluss der R. STAHL AG zum 31. Dezember 2015 weist für das Geschäftsjahr 2015 einen Bilanzgewinn in Höhe von EUR 3.864.000,00 aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von EUR 0,60 je dividendenberechtigter Stückaktie in Höhe von insgesamt EUR 3.864.000,00 auszuschütten. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für den Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Waldenburg, den 18. Mai 2016 R. STAHL Aktiengesellschaft Martin Schomaker, Vorstandsvorsitzender Bernd Marx, Vorstand Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, das Geschäftsjahr 2015 war für R. STAHL mit einer enormen Bewährungsprobe verbunden: Der historisch niedrige Ölpreis und die damit verbundene rückläufige Investitionsneigung im Upstream-Bereich der Öl- und Gasindustrie entwickelten sich zum stärksten Einschnitt in der Branche seit der Ölkrise vor 3o Jahren. Noch im Frühsommer 2015 zeigte der Ölpreis eine deutliche Erholungstendenz, bevor er im zweiten Halbjahr seine Talfahrt nachhaltig fortsetzte. Dieser Trend spiegelte sich in der Auftragslage des R. STAHL Konzerns wider: Während der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2015 um lediglich 1,4 % zurückging und der Umsatz um 12,0 % zulegte, verzeichnete das Unternehmen im zweiten Halbjahr rückläufige Zahlen. Auch wenn R. STAHL bereits seit einiger Zeit systematisch seine Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie verringert und den Fokus des Neugeschäfts zunehmend auf Pharmazie, Chemie und Schiffbau legt, waren doch einschneidende Maßnahmen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und langfristig abzusichern. Das von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedete Maßnahmenpaket brachte für R. STAHL eine deutliche Entlastung auf der Kostenseite und sicherte damit die erforderliche Anpassung an eine anhaltend schwierige Marktsituation. In diesem Zusammenhang war ein Stellenabbau, der bis zum Ende des Berichtsjahres sozialverträglich umgesetzt wurde, trotz sorgfältiger Prüfung leider unvermeidlich. Für ihren intensiven Einsatz und den bemerkenswerten Zusammenhalt während dieser herausfordernden Zeit bedankt sich der Aufsichtsrat ausdrücklich bei allen Beschäftigten der R. STAHL Gruppe. Die Fähigkeit, sich auf ein dynamisches und in rasanter Veränderung befindliches Marktumfeld einzustellen, hat bei R. STAHL Tradition. Auch in Zukunft wird das Unternehmen seinen Erfolg sichern, indem es beständig seine Strukturen und Prozesse anpasst und diese konsequent in der gesamten R. STAHL Gruppe verankert. Diesen anspruchsvollen Weg konsequent weiterzuverfolgen, ist die Führungsaufgabe des Vorstands, der dabei die volle Unterstützung des Aufsichtsrats hat. Organe der Gesellschaft Der nach dem Drittelbeteiligungsgesetz zusammengesetzte Aufsichtsrat besteht aus sechs Vertretern der Kapitalseite und drei Vertretern der Arbeitnehmerseite. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben an Expertenrunden und Fachseminaren teilgenommen und sind damit der Anforderung der stetigen Weiterbildung gerecht geworden. Der Vorstand der R. STAHL AG setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Herr Martin Schomaker zeichnet verantwortlich für die Bereiche Vertrieb/Marketing, Technik/Produktion, Qualitätsmanagement, Produktmanagement, Personalwesen sowie Interne Revision und Risikomanagement. Herr Bernd Marx bekleidet das Amt des Finanzvorstands. Neben seiner Zuständigkeit für das Finanzressort ist er auch für die Bereiche IT, Compliance, Recht, Investor Relations und M&A verantwortlich. Arbeitsweise des Aufsichtsrats Im Berichtsjahr stand der Aufsichtsrat dem Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beratend zur Seite und überwachte die Geschäftsführung entsprechend den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben. Der Erfolg des R. STAHL Konzerns basiert essenziell auf der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Im ständigen Dialog informiert der Vorstand den Aufsichtsrat umfassend und zeitnah über alle bedeutenden Vorgänge im Unternehmen. Der Aufsichtsrat überwacht die Arbeit des Vorstands auf der Grundlage regelmäßiger mündlicher und schriftlicher Berichte, und seine Mitglieder wurden mindestens einmal im Monat über die wichtigsten Kennzahlen des Konzerns informiert. Im Rahmen persönlicher Treffen sowie mündlicher oder schriftlicher Ausführungen informierte der Vorstand den Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig über die Entwicklung des Unternehmens und erörterte mit diesem aktuelle Fragestellungen. Zudem erläuterte der Vorstand die außergewöhnlichen Ereignisse, die für den Konzern von Bedeutung waren. So stellte der Vorstand ein Programm zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit vor, dem der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung der geplanten Kostensenkungsmaßnahmen zustimmte. Die im Deutschen Corporate Governance Kodex enthaltenen Vorschläge wurden, soweit der Aufsichtsrat das für praktikabel erachtet, umgesetzt. Abweichungen davon werden in der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung, die in ihrer jeweils aktuellsten Fassung auf der Website der R. STAHL Gruppe unter der Rubrik Investor Relations veröffentlicht ist, erläutert. Die von Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam abgegebene Erklärung zur Unternehmensführung ist ebenfalls auf der R. STAHL Website hinterlegt. Veränderungen im Aufsichtsrat Am 10. Februar 2015 hatte der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Herr Hans-Volker Stahl mitgeteilt, dass er sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der R. STAHL AG mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2015 niederlegen werde. Mit dieser Ankündigung machte der Aufsichtsratsvorsitzende, der dieses Amt seit 1993 innehatte, im Interesse der Gesellschaft frühzeitig den Weg für eine geordnete Nachfolge frei. In diesem Sinne wählte der Aufsichtsrat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am 26. Februar 2015 den Diplom-Ingenieur Heiko Stallbörger, der dem Gremium seit 2013 angehört, einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Herr Stallbörger hat das Amt nach Beendigung der Hauptversammlung im Mai übernommen. Auch Herrn Stahls Nachfolge in den Gremien des Aufsichtsrats wurde festgelegt. Heiko Stallbörger übernahm Herrn Stahls Position im Prüfungsausschuss sowie den Vorsitz im Verwaltungs- und Strategieausschuss. Die offene Position im Strategieausschuss wurde mit Frau Heike Dannenbauer besetzt. Am 22. Mai 2015 wählte die Hauptversammlung Herrn Jürgen Wild, Geschäftsführer der RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH, in den Aufsichtsrat und besetzte somit die vakante Position des Herrn Hans-Volker Stahl. Die Mitglieder des Aufsichtsrats bedanken sich an dieser Stelle bei Herrn Hans-Volker Stahl für 22 Jahre unermüdlichen Einsatz als Aufsichtsratsvorsitzender. Herr Hans-Volker Stahl wurde im April 2015 zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt. Im Jahr 2015 tagte der Aufsichtsrat sechs Mal. Die Teilnahmequote der Mitglieder in den Sitzungen des Aufsichtsrats lag bei jeweils 100 %. Schwerpunkte der Aufsichtsratssitzungen Fünf der sechs Aufsichtsratssitzungen finden turnusgemäß jährlich statt und haben jeweils spezifische Themenschwerpunkte. Darüber hinaus hielt der Aufsichtsrat eine Sitzung telefonisch ab dieser zusätzliche Termin war notwendig, um den weltweiten Stellenabbau vor dem Hintergrund der Investitionsschwäche im Ölmarkt zu besprechen. In der Februar-Sitzung beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem vorläufigen Jahresabschluss sowie dem Corporate Governance Bericht und dem Risikomanagement der Gesellschaft, bevor er in der darauf folgenden Sitzung am g. April 2015 über die Feststellung des Jahresabschlusses entschied. Der Jahresabschluss sowie der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers wurden vom Vorstand und von der Ebner Stolz GmbH & Co. KG erläutert. Während dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat zudem mit der Tagesordnung für die Hauptversammlung 2015 und diskutierte den Gewinnverwendungsvor-schlag des Vorstands ausführlich, bevor er ihn verabschiedete. Die Sitzung am 21. Mai 2015 diente der finalen Vorbereitung der am darauf folgenden Tag abgehaltenen Hauptversammlung sowie der vertiefenden Analyse der operativen Entwicklung des Konzerns. Zudem setzten sich Vorstand und Aufsichtsrat mit der mittelfristigen Unternehmensfinanzierung auseinander. Gegenstand der Mai-Sitzung war zudem die Verlängerung des Vorstandsanstellungsvertrags des Finanzvorstands Herrn Bernd Marx bis zum 31. Dezember 2020. In der Sitzung am 24. September 2015 lag der Fokus des Aufsichtsrats auf der Analyse der operativen Geschäftsentwicklung, darüber hinaus wurde über die zukünftige strategische Ausrichtung des Konzerns diskutiert. Zudem legte der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der R. STAHL AG als Zielgröße fest, dass der aktuelle Stand von 22,22 % mindestens aufrechterhalten werden soll, zumal die gegenwärtige Amtsperiode der Aufsichtsratsmitglieder erst zum Ende der Hauptversammlung 2018 abläuft. Aufgrund der gegenwärtigen Zusammensetzung des Vorstands der Gesellschaft legte der Aufsichtsrat hinsichtlich des Frauenanteils im Vorstand eine Zielgröße von 0 % fest. Die Zielgrößen gelten jeweils bis zum 30. Juni 2017. Schließlich informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über den Abschluss des Konsortialkreditvertrags über EUR 95 Mio. zur weiteren Unternehmensfinanzierung. In der außerordentlichen, telefonisch abgehaltenen Aufsichtsratssitzung am 6. Oktober 2015 diskutierte der Aufsichtsrat über das vom Vorstand vorgeschlagene Kosteneinsparungsprogramm und fasste nach eingehender Prüfung darüber Beschluss. In der abschließenden Sitzung am 10. Dezember 2015 legte der Vorstand seine Planung für das Folgejahr vor und gab einen Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung des Konzerns im Zeitraum von 2016 2018. Der Aufsichtsrat prüfte die Planungsunterlagen und ließ sich neben den finanziellen Zielsetzungen auch die zugrunde liegenden Vertriebsaktivitäten erläutern. Zudem informierte sich das Gremium über den Status der Umsetzung der Personalmaßnahmen. Neben dem Vorstand nahmen der Geschäftsführer der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, der Bereichsleiter für Personalthemen sowie der Bereichsleiter für Vertrieb und Marketing zur Erläuterung der entsprechenden Tagesordnungspunkte an der Sitzung teil. Im Plenum wurde zudem stets die aktuelle operative Lage intensiv diskutiert, wobei der Vorstand Abweichungen von Planwerten ausführlich erläuterte. Über große Projekte und den Baufortschritt des Neubaus eines Produktions- und Entwicklungscenters in Köln wurde der Aufsichtsrat stets informiert. Gegenstand detaillierter Gespräche waren darüber hinaus die strategischen Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Konzerns. Arbeit der Ausschüsse Der Prüfungsausschuss hat sich im Berichtsjahr zu drei Sitzungen getroffen, an denen stets alle Mitglieder des Ausschusses teilnahmen. Gemäß der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist der Prüfungsausschuss beauftragt und ermächtigt, sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung zu befassen. Er bereitet diesbezügliche Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und gibt Empfehlungen für die Beschlussfassungen. Der Verwaltungsausschuss hielt 2015 drei Sitzungen ab, bei denen bis auf die einmalige Abwesenheit von Herrn Rudolf Meier alle Mitglieder anwesend waren. In Einklang mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats bereitet der Verwaltungsausschuss die Vergütungsentscheidungen des Aufsichtsratsplenums vor und unterbreitet Vorschläge für die jeweilige Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder. Er bereitet die vom Aufsichtsrat durchgeführte Beurteilung der Angemessenheit der Vorstandsvergütung vor. Weiterhin ist der Verwaltungsausschuss unter Berücksichtigung der getroffenen Beschlüsse des Aufsichtsrats beauftragt und ermächtigt, im Namen des Gremiums die Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern zu regeln. Im Berichtsjahr beschäftigte sich der Verwaltungsausschuss maßgeblich mit der Vertragsverlängerung des Finanzvorstands und der damit verbundenen Vorstandsvergütung. Der Strategieausschuss befasst sich entsprechend der Geschäftsordnung mit Fragen und Maßnahmen der strategischen und grundsätzlichen Aufstellung des Unternehmens sowie deren Umsetzung. Aufgabenstellungen vom Gesamtgremium werden an den Strategieausschuss delegiert, der sich im Jahr 2015 zu einer Sitzung getroffen hat. Bis auf Herrn Hans-Volker Stahl nahmen alle Mitglieder des Strategieausschusses daran teil. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses Der Jahresabschluss der R. STAHL AG zum 31. Dezember 2015 wurde wie im Vorjahr nach den Vorschriften des Deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), der Konzernabschluss der R. STAHL AG nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers stützte sich auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, welcher der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, auf Basis des Beschlusses der Hauptversammlung 2015 den Prüfauftrag erteilt hat. Nach der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der R. STAHL AG sowie des Konzernabschlusses und -lageberichts hat der Abschlussprüfer den jeweils uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden, nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden, handelsrechtlichen Vorschriften entspricht. Jahres- und Konzernabschluss, die Lageberichte sowie die entsprechenden Wirtschaftsprüfungsberichte haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Der Prüfungsausschuss hat die Abschlüsse und Prüfberichte intensiv mit dem Wirtschaftsprüfer diskutiert. Anschließend hat sich der Aufsichtsrat in seiner Bilanzsitzung am 21. April 2016 eingehend mit der Prüfung der Abschlussunterlagen befasst. Dazu hat der Prüfungsausschuss allen Mitgliedern des Aufsichtsrats über seine Erkenntnisse berichtet. Der Wirtschaftsprüfer war während der Sitzung anwesend und stand für Diskussionen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Abschlussprüfung zugestimmt und keine Einwände gegen den Jahres- und Konzernabschluss sowie die Lageberichte erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der R. STAHL AG sowie den Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte. Ersterer ist damit festgestellt. Heiko Stallbörger, Vorsitzender des Aufsichtsrats Um die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Dividendenausschüttung umsetzen zu können, wurde der Jahresabschluss der R. STAHL Aktiengesellschaft nach seiner Feststellung und vor Durchführung der ordentlichen Hauptversammlung 2016 geändert. Aus den anderen Gewinnrücklagen wurde ein Betrag in Höhe von EUR 8.519.981,99 entnommen und ergebniswirksam in die GuV gebucht; damit ergab sich der Bilanzgewinn in Höhe von EUR 3.864.000,00. Nach der Prüfung des geänderten Jahresabschlusses hat der Abschlussprüfer auch insoweit den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. In der Sitzung vom 24. Mai 2016 hat der Aufsichtsrat der Änderung des Jahresabschlusses zugestimmt und in einem Umlaufbeschluss vom 25. Mai 2016 den geänderten Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der R. STAHL Gruppe im In- und Ausland herzlich für die geleistete Arbeit und das gezeigte Engagement. Wir werden dem Vorstand bei seiner herausfordernden Aufgabe in den kommenden Monaten beratend zur Seite stehen und seine Vorschläge und Entscheidungen im Interesse der Gesellschaft eingehend prüfen. Ein besonderer Dank gilt den Aktionären der R. STAHL AG für das gezeigte Vertrauen.
Heiko Stallbörger, Vorsitzender des Aufsichtsrats Geänderter Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015R. Stahl Aktiengesellschaft, WaldenburgGeänderte Bilanz zum 31. Dezember 2015der R. STAHL AG, WaldenburgAktiva scroll
Geänderte Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015der R. STAHL AG, Waldenburgscroll
Geänderter Anhang für das Geschäftsjahr 2015der R. Stahl Aktiengesellschaft, WaldenburgAllgemeine HinweiseDer vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Dividendenausschüttung umsetzen zu können, wurde der Jahresabschluss der R. STAHL Aktiengesellschaft nach seiner Feststellung und vor Durchführung der ordentlichen Hauptversammlung 2016 geändert. Um die Dividendenausschüttung ermöglichen zu können, wurde aus den anderen Gewinnrücklagen ein Betrag in Höhe von EUR 8.519.981,99 entnommen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen über die zu erwartende Nutzungsdauer von drei Jahren vermindert. Die geleisteten Anzahlungen sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen. Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern liegen hierbei zwischen drei und 15 Jahren. Zugänge werden ausschließlich nach der linearen Methode (in Vorjahren zum Teil degressiv) abgeschrieben. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00, werden gemäß § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 150,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen waren im Berichtsjahr Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag aufgrund nachhaltiger Verluste bzw. geringen Ertragserwartungen der verbundenen Unternehmen erforderlich. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Der Erstattungsanspruch aus dem körperschaftsteuerlichen Guthaben ist mit dem Barwert zum Bilanzstichtag bewertet. Die Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der Deutsche Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der zum Bilanzstichtag verwendete Rechnungszinssatz beträgt 3,89 %. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 3,0 % bei den Entgelten und von 1,75 % bei den Renten ausgegangen. Die Bewertung berücksichtigt eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationsrate. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutsche Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Die Rückstellung für Jubiläumszuwendung wird versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem zeitratierlichen Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Basis eines Zinssatzes von 3,89 % und eines Gehaltstrends von 3,0 % angesetzt. Die Bewertung berücksichtigt eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationsrate. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Zu- bzw. Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel, der integraler Bestandteil des Anhangs ist, dargestellt. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 2.699.999,00 bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von EUR 796.580,19 (i. V. EUR 1.069.409,50) Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr und in Höhe von EUR 48.721,69 (i. V. EUR 76.744,81) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr. Flüssige Mittel Der Posten enthält den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt unverändert EUR 16.500.000,00. Das Grundkapital ist eingeteilt in 6.440.000 Stückaktien. Die ordentliche Hauptversammlung der R. Stahl Aktiengesellschaft hat am 25. Mai 2012 die Umstellung der auf den Inhaber lautenden Stückaktien im Verhältnis 1 : 1 in auf den Namen lautenden Stückaktien beschlossen. Die entsprechende Satzungsänderung wurde am 27. Juni 2012 im Handelsregister eingetragen. Die Anteile sind voll eingezahlt. Die Ermächtigung zum genehmigten Kapital war bis zum 17. Juni 2015 befristet. Das Genehmigte Kapital beträgt am Bilanzstichtag EUR 0,00 (i. V. EUR 3.300.000,00). Eigene Aktien Der Vorstand der R. Stahl Aktiengesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 18. Juni 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 17. Juni 2015 eigene Aktien bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Weiterhin wurde der Vorstand der R. Stahl Aktiengesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere eigene Aktien, die auf Grundlage einer in dieser oder in früheren Hauptversammlungen gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erteilten Ermächtigungen erworben wurden, auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre zu veräußern, wenn die erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand wurde weiter ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Die Gesellschaft besitzt Stück 644.000 eigene Aktien zu einem rechnerischen Wert von EUR 2,562. Dies entspricht einem Anteil am gesamten Grundkapital von 10,0 % (= TEUR 1.650). Mit Beschlussfassung vom 11. Dezember 2014 wurden die eigenen Aktien an die RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen, veräußert. scroll
Die Erwerbsvorgänge der eigenen Anteile fanden in den Jahren 1998 mit 59.960 Stück, 1999 mit 104.430 Stück, 2001 mit zwei Erwerbsvorgängen im November 2001 mit 26.670 Stück und Dezember 2001 mit 7.300 Stück, 2002 mit 120.000 Stück, 2003 mit 36.000 Stück, 2004 mit Erwerbsvorgängen im November 2004 mit 120.446 und Dezember 2004 mit 41.485 Stück statt. Die Erwerbsvorgänge in 2014 fanden mit zwei Erwerbsvorgängen im April 2014 mit 65.037 Stück und im Mai 2014 mit 62.672 Stück statt. Der Vorstand und der Aufsichtsrat waren jeweils nach ausführlicher Abwägung aller ersichtlichen Argumente zu der Einschätzung gelangt, dass das angekündigte freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Weidmüller Beteiligungsgesellschaft mbH, München, nicht im Interesse der Gesellschaft sein würde. Deshalb wurde am 14. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Maßnahmenpaket zur Stärkung des Großaktionärs beschlossen, zu dem auch gehörte, dass der Vorstand die von der Hauptversammlung 2010 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien in vollem Umfang bis auf 10 % ausschöpfen durfte. Wesentliche Gründe hierfür waren, dass sich Gesellschaft und Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren mit den Gründerfamilien Stahl und Zaiser als Ankeraktionär im Hintergrund, der die Unternehmensstrategie immer mitgetragen hat, nachhaltig und erfolgreich entwickeln konnte. So galt es, eine mögliche Lähmung der Gesellschaft durch zwei sich widerstreitende Großaktionäre zu vermeiden. Diese Gefahr bestand, wenn Weidmüller die 50 % Schwelle hätte fallen lassen. Im Fall einer erfolgreichen Übernahme wären Umstrukturierungen oder sonstige Maßnahmen, die im Widerspruch zur bisherigen Unternehmensstrategie stehen, nicht auszuschließen gewesen. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage der R. Stahl Aktiengesellschaft resultiert überwiegend aus Einstellungen von Aktienaufgeldern aus dem Börsengang im Jahr 1997 sowie dem Verkauf der eigenen Anteile in 2015. Gewinnrücklagen Die Entwicklung der anderen Gewinnrücklagen stellt sich wie folgt dar: scroll
Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen noch abzugeltende Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 1.103), externe und interne Jahresabschlusskosten (TEUR 288), Kosten für Drohverluste aus den derivativen Finanzgeschäften (TEUR 164) sowie Kosten für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen (TEUR 147). Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 17.188 durch eine persönliche Mitverpflichtung der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, gesichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 6.250.000,00 mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren enthalten. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von EUR 64.312,41 (i. V. EUR 52.201,32) Forderungen sowie in Höhe von EUR 211.567,59 (i. V. EUR 508.433,63) Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr ausgewiesen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Sämtliche übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Latente Steuern Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansatzsätzen von immateriellen Vermögensgegenständen, Sachanlagen, Finanzanlagen, Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen sowie bei den verschiedenen Positionen der Organgesellschaften R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, sowie der R. Stahl HMI Systems GmbH ,Waldenburg ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechen-baren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 29,03 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. In 2015 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen im Inland erzielt. Periodenfremde Erträge Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.006 ausgewiesen. Es handelt sich hauptsächlich um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Bei den Zinsen und ähnlichen Erträgen sind in Höhe von TEUR 15 periodenfremde Zinszahlungen erfasst. Kursgewinne Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten unrealisierte Kursgewinne in Höhe von EUR 189.416,09 (i. V. EUR 142.960,01). Aufzinsung von Rückstellungen Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen in Höhe von EUR 700.469,00 (i. V. EUR 735.426,00) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen. Kursverluste Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten unrealisierte Kursverluste in Höhe von EUR 229.904,23 (i. V. EUR 6.617,12). Personalaufwand Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung entfallen EUR 1.813.767,72 (i. V. EUR 933.929,84) auf Aufwendungen für Altersversorgung. Verbundene Unternehmen Die Erträge aus Beteiligungen betreffen in Höhe von EUR 13.958.166,10 (i. V. EUR 17.309.415,01) verbundene Unternehmen. Die Erträge aus Ergebnisabführung in Höhe von EUR 1.357.456,43 (i. V. EUR 0,00) betreffen in voller Höhe verbundene Unternehmen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von EUR 13.379.692,15 (i. V. EUR 3.759.273,57) betreffen in voller Höhe verbundene Unternehmen. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge betreffen mit EUR 531.706,04 (i. V. EUR 417.202,41) verbundene Unternehmen. Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verbundene Unternehmen sind im Berichtsjahr in Höhe von EUR 130.337,42 (i. V. EUR 372.686,17) angefallen. Sonstige AngabenHaftungsverhältnisse Es bestehen gesamtschuldnerische Haftungen für Kreditlinien, die wechselseitig von der Gesellschaft und der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, in Anspruch genommen werden können. Zum Bilanzstichtag ergab sich keine Inanspruchnahme. scroll
Im Zusammenhang mit der Einräumung von Kreditlinien (Bankavale) bestehen gemäß der jeweiligen Inanspruchnahme gesamtschuldnerische Mithaftungen zugunsten verbundener Unternehmen in Höhe von TEUR 5.292 (i. V. TEUR 6.413). Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der ausreichenden Vermögens-, Finanz- und Ertragssituation der betroffenen Schuldnergesellschaften bzw. Tochtergesellschaften als gering eingestuft. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Immobilienleasing- und Mietverträgen in Höhe von TEUR 26.130. Hierunter sind unter anderem die nachfolgend beschriebenen Leasingverträge, die gem. § 285 Nr. 3 HGB notwendig für die Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens sind, enthalten. Über die Produktions- und Verwaltungsgebäude in Waldenburg besteht ein Leasingvertrag mit einem Unternehmen, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht. Im Berichtsjahr sind im Rahmen dieses Vertrages Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 3.404 entstanden. Dieser Vertrag wurde zum Zweck der Entlastung des Refinanzierungsvolumens abgeschlossen, wodurch Spielräume für weitere Investitionsmöglichkeiten realisiert werden konnten. Die zukünftig anfallenden Leasingaufwendungen während der Vertragslaufzeit stellen sich wie folgt dar: scroll
Zwischen der R. Stahl Aktiengesellschaft und der Tochtergesellschaft R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, sowie der R. Stahl HMI Systems GmbH, Köln, besteht ein Gewinnabführungsvertrag. Derivative Finanzinstrumente Die Gesellschaft hat zur Ausnutzung von Währungsvorteilen elf Devisentermingeschäfte mit einer Laufzeit von Anfang Januar bis Mitte November 2016 abgeschlossen. Die Bewertung erfolgte mittels der Mark-to-Market-Methode. scroll
Honorare für Abschlussprüfer im Sinne des § 319 Abs. 1 HGB Die Angaben zu den Honoraren der Abschlussprüfer nach § 285 Nr. 17 HGB sind im Anhang zum Konzernabschluss enthalten. Mitglieder des Aufsichtsrats
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der R. STAHL AG, Hans-Volker Stahl, hat am 10. Februar 2015 mitgeteilt, dass er sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der R. STAHL AG mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2015 niederlegen wird. Der Aufsichtsrat hat auf seiner turnusmäßigen Sitzung am 26. Februar 2015 das Aufsichtsratsmitglied Heiko Stallbörger zum Nachfolger von Hans-Volker Stahl gewählt. Heiko Stallbörger hat sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats der R. STAHL AG mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Mai 2015 angetreten. Mitglieder des Vorstands
Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats Die Festvergütung für den Aufsichtsrat betrug im Berichtsjahr insgesamt TEUR 253 (i. V. TEUR 245,6). Des Weiteren wurde eine variable Vergütung in Höhe von TEUR 88 (i. V. TEUR 152,0) ausbezahlt. Die feste jährliche Vergütung des Aufsichtsrats beträgt EUR 18.000,00 und die Vergütung für die Tätigkeit in einem Ausschuss beläuft sich auf EUR 3.650,00. Die Vorsitzenden der Ausschüsse erhalten das Doppelte der Vergütung für die Tätigkeit in einem Ausschuss. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Doppelte der sich hiernach ergebenden Bezüge. Der variable Anteil der Aufsichtsratsvergütung ist abhängig von der im Berichtsjahr ausgeschütteten Dividende. Für jedes volle ausgeschüttete Prozent Dividende, das über 20 % vom Grundkapital je Aktie hinausgeht, werden EUR 800,00 bezahlt. Diese zusätzliche Vergütung beträgt maximal das Doppelte der festen jährlichen Vergütung des Mitglieds des Aufsichtsrats bzw. der festen jährlichen Vergütung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie für Ausschussmitglieder ferner das Doppelte der zusätzlichen Vergütung für eine Tätigkeit in einem Ausschuss bzw. für eine Vorsitzendentätigkeit in einem Ausschuss. Das Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands ist vertraglich geregelt. Danach beziehen die Mitglieder des Vorstands neben einer Festvergütung eine ertragsabhängige Tantieme auf Basis des gleitenden Durchschnitts des aktuellen und der zwei vorangegangenen Geschäftsjahre. Diese ist auf maximal 80 % der Festvergütung begrenzt. Zusätzlich erhalten beide Vorstandsmitglieder Sachbezüge. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Aufwendungen für Firmenfahrzeuge. Für das Geschäftsjahr 2015 erhalten die Mitglieder des Vorstands folgende Gesamtbezüge: scroll
Für Herrn Martin Schomaker besteht eine Einzelzusage für eine Altersrente. Demnach erhält Herr Schomaker eine Altersrente bei Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. eine Dienstunfähigkeitsrente in Höhe von 100 % des Altersrentenanspruchs bei Ausscheiden wegen Dienstunfähigkeit. Die monatliche Altersrente bei Ausscheiden zum regulären Rentenbeginn beträgt unverändert TEUR 9,6 für Herrn Schomaker. Wird der Dienstvertrag von Herrn Schomaker vor Beendigung des 60. Lebensjahres aufgehoben oder nicht zu vergleichbaren oder der Gesellschaft zumutbaren Bedingungen verlängert, erhält Herr Schomaker ab dem Zeitpunkt seines Ausscheidens eine laufende Zahlung in der Höhe und nach den Regelungen zur Dienstunfähigkeitsrente, auf die er einen Anspruch hat, wenn er statt dessen wegen Dienstunfähigkeit ausscheiden würde. Die Pensionsrückstellung für Herrn Schomaker beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 2.441 (i. V. TEUR 2.059). Im Berichtsjahr wurden TEUR 290 als Personalaufwand und TEUR 93 als Zinsaufwand ergebniswirksam berücksichtigt. Zudem schloss die Gesellschaft eine Rückdeckungsversicherung in Form einer beitragsorientierten Zusage bei einer Unterstützungskasse zugunsten von Herrn Bernd Marx ab. Der Jahresbeitrag beträgt TEUR 65,0 und ist zusätzlicher Bestandteil des Gehalts. Bei Ausscheiden von Herrn Bernd Marx aus dem Vorstand der Gesellschaft mit Vollendung des 65. Lebensjahres erhält er zusätzlich eine Altersrente in Höhe von TEUR 3,3 brutto pro Monat. Scheidet Herr Bernd Marx zu einem früheren Zeitpunkt aus, bemisst sich die Höhe der monatlichen Altersrente nach der bis dahin er-dienten festen Anwartschaft auf die monatliche Altersrente. Ab dem Zeitpunkt der Beendigung dieses Vertrags wegen dauerhafter Dienstunfähigkeit hat Herr Bernd Marx Anspruch auf eine Dienstunfähigkeitsrente. Die Pensionsrückstellung für Herrn Marx beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 259 (i. V. TEUR 199). Im Berichtsjahr wurden TEUR 51 als Personalaufwand und TEUR 9 als Zinsaufwand ergebniswirksam berücksichtigt. Die R. Stahl Aktiengesellschaft hat für den Vorstand und den Aufsichtsrat keine Aktienoptionspläne oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme aufgelegt. Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands Für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen betrugen die Bezüge TEUR 355 (i. V. TEUR 377). Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2015 auf TEUR 3.701 (i. V. TEUR 2.691). Beteiligungsverhältnisse Die gesondert dargestellte Entwicklung der Unternehmen, an denen die R. STAHL AG mindestens den fünften Teil der Anteile und alle Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, bei denen die R. STAHL AG mindestens fünf Prozent der Stimmrechte hält (Anteilsbesitz), ist integraler Bestandteil des Anhangs. Corporate Governance Den Verhaltensempfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex wurde im vergangenen Geschäftsjahr bis auf Abweichungen in einzelnen Punkten entsprochen. Auch künftig soll der Großteil der Empfehlungen eingehalten werden. Eine Entsprechenserklärung hierzu ist vorhanden und auf der Website des Unternehmens (www.stahl.de unter der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance) jederzeit öffentlich zugänglich. Mitarbeiter Im Durchschnitt wurden während des Geschäftsjahres 88 Angestellte beschäftigt. Darüber hinaus werden 93 Auszubildende ausgebildet. Konzernverhältnisse Die R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, ist Obergesellschaft eines Konzerns, der unter ihrer einheitlichen Leitung zusammengefasst ist. Zum 31. Dezember wurde ein Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und ein Konzernlagebericht aufgestellt. Die Offenlegung des Jahres- und Konzernabschlusses der R. STAHL AG erfolgt beim Betreiber des Bundesanzeigers. Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
R. Stahl AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung
18.01.2016 R. Stahl AG Stimmrechtsmitteilung1. Angaben zum Emittenten
2. Grund der Mitteilung Erwerb/Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten Erwerb/Veräußerung von Instrumenten Änderung der Gesamtzahl der Stimmrechte X Sonstiger Grund: Bestandsmitteilung gem. § 41 Abs. 4f WpHG 3. Angaben zum Mitteilungspflichtigen scroll
4. Namen der Aktionäre mit 3% oder mehr Stimmrechten, wenn abweichend von 3. 5. Datum der Schwellenberührung 26.11.2015 6. Gesamtstimmrechtsanteile scroll
7. Einzelheiten zu den Stimmrechtsbeständen a. Stimmrechte (§§ 21, 22 WpHG) scroll
b.1. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 1 WpHG scroll
b.2. Instrumente i.S.d. § 25 Abs. 1 Nr. 2 WpHG scroll
8. Informationen in Bezug auf den Mitteilungspflichtigen X Mitteilungspflichtiger (3.) wird weder beherrscht noch beherrscht Mitteilungspflichtiger andere Unternehmen mit melderelevanten Stimmrechten des Emittenten (1.). Vollständige Kette der Tochterunternehmen beginnend mit der obersten beherrschenden Person oder dem oberstem beherrschenden Unternehmen: scroll
9. Bei Vollmacht gemäß § 22 Abs. 3 WpHG (nur möglich bei einer Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG) scroll
scroll
Im Aktionärskonsortium haben sich seit 10. Juli 2006 folgende Veränderungen ergeben:
Waldenburg, den 18. Mai 2016 R. Stahl Aktiengesellschaft Vorstand Martin Schomaker Bernd Marx Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2015der R. STAHL AG, Waldenburgscroll
scroll
scroll
Angaben zum Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2015scroll
1)
nach Ergebnisabführung bzw. Verlustübernahme Geänderter Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015der R. Stahl Aktiengesellschaft, WaldenburgDie R. Stahl Aktiengesellschaft (im Folgenden: R. STAHL AG) erfüllt eine Holding-Funktion für den R. STAHL Konzern. Die Bereiche Informationstechnik, Personalwesen sowie Finanz- und Rechnungswesen sind in der R. STAHL AG zentral organisiert und agieren für die Leitgesellschaft Explosionsschutz sowie einige kleinere deutsche Konzerngesellschaften. Daher wird im Wesentlichen in diesem Lagebericht auf den Konzern eingegangen, insbesondere eine für die R. STAHL AG isolierte Risiko- und Prognoseberichterstattung ist in diesem Zusammenhang nicht aussagekräftig. Ausnahme davon sind Aussagen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf die gesondert eingegangen wird. Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns Unternehmensportrait Während der Produktionsprozesse in der chemischen und petrochemischen Industrie, der Erdöl-und Erdgasförderung sowie in einer Reihe anderer Branchen entstehen Gase, Dämpfe, Nebel und Stäube. Vermischen sie sich mit dem Sauerstoff in der Luft, entsteht eine explosionsfähige Atmosphäre, deren Entzündung zu immensen Personen- und Sachschäden führen kann. R. STAHLS Produkte und Systemlösungen sind dazu konzipiert, Menschen, Maschinen und die Umwelt vor solchen Explosionen zu schützen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Systemlösungskompetenz der R. STAHL Gruppe: Mit unseren innovativen Lösungen, die aus maßgeschneiderten und technisch richtungsweisenden Produkten, kombiniert mit Engineering- und Beratungsleistungen, bestehen, gehen wir individuell auf die spezifischen Wünsche unserer Auftraggeber ein. Mit dieser Ausrichtung auf konkrete Bedürfnisse, der hohen Qualität unserer Lösungen und unserer ausgeprägten Kompetenz in Zertifizierungsfragen erreichen wir eine hohe Kundenzufriedenheit. Seit 2006 konzentriert sich R. STAHL ausschließlich auf den Explosionsschutz und ist seitdem kontinuierlich gewachsen – unter anderem auch mit einigen kleineren Akquisitionen. Konzernstruktur und Organisation Muttergesellschaft des R. STAHL Konzerns ist die R. Stahl Aktiengesellschaft (im Folgenden R. STAHL AG). Sie unterliegt deutschem Recht und wird nach dem dualistischen System mit Vorstand und Aufsichtsrat geführt. Der Vorstand setzt sich aus zwei Mitgliedern zusammen. Herr Martin Schomaker bekleidet das Amt des Vorstandsvorsitzenden und zeichnet verantwortlich für die Bereiche Vertrieb/Marketing, Technik/Produktion, Qualitätsmanagement, Produktmanagement, Personalwesen sowie Interne Revision und Risikomanagement. Herr Bernd Marx ist neben dem Finanzressort auch für die Bereiche IT, Compliance, Recht, Investor Relations und M&A zuständig. Der Aufsichtsrat besteht aus neun Mitgliedern und nimmt sowohl kontrollierende als auch beratende Aufgaben wahr. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands. Detaillierte Informationen zur Corporate Governance und zur Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Geschäftsbericht im Bericht des Aufsichtsrats sowie auf der Unternehmenswebsite zu finden. Im Jahr 2015 war R. STAHL mit Tochtergesellschaften in 23 Ländern sowie mit zusätzlichen 60 Vertretungen international präsent, unsere zentralen Funktionen bündeln wir an unserem Hauptsitz in Waldenburg. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte R. STAHL 1.894 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von EUR 312,9 Mio. Die Muttergesellschaft gibt richtungsweisend die Strategie für ihre Tochtergesellschaften vor und nimmt die Steuerungsfunktion im Konzern wahr. Darüber hinaus bietet sie konzerninterne Dienstleistungen an und steht ihren Töchtern beratend zur Seite. Eine Übersicht der zum Konzern gehörigen Standorte findet sich in der Aufstellung des Anteilsbesitzes. Standorte in aller Welt Neben den zahlreichen Vertriebsgesellschaften hat R. STAHL sieben Produktionsstandorte. Als deren Leitwerk fungiert die ebenfalls in Waldenburg ansässige R. STAHL Schaltgeräte GmbH, wo der Großteil unseres Produktspektrums hergestellt wird. In der Weimarer Niederlassung werden hauptsächlich Leuchten für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen gefertigt, während unsere Kölner Tochtergesellschaften R. STAHL HMI Systems GmbH und R. STAHL Camera Systems GmbH Spezialisten für Bedien- und Beobachtungssysteme sind. In Europa sind wir mit zwei weiteren Produktionsstandorten vertreten: Die Electromach B.V. ist unser niederländischer Spezialist für Großsteuerungen in explosionsgeschützter Ausführung und unsere norwegische Tochtergesellschaft Tranberg AS ist spezialisiert auf Produkte für den Schiffbau sowie die Öl- und Gasindustrie. Auf dem nordamerikanischen Markt sind wir mit einer eigenen Produktionseinheit in Houston, USA, vertreten. Unser Produktionsstandort im indischen Chennai profitiert vom Wirtschaftswachstum in Asien, weshalb wir im Vorjahr die Kapazitäten dort erweitert haben, um den asiatischen Markt verstärkt mit lokal gefertigten und auf regionale Besonderheiten abgestimmten Produkten bedienen zu können. Durch die Expansion in Indien ist R. STAHL im asiatischen Markt gut positioniert und in der Lage, den Markt weiter für sich zu erschließen. Produkte und Dienstleistungen An unseren internationalen Produktionsstandorten erarbeiten wir in Kooperation mit unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen für Projekte weltweit. Unser breites Portfolio mit ca. 7.000 Standardkomponenten lässt sich nach Funktion einteilen: Neben Automatisierungstechnik umfasst das Produktspektrum auch die Herstellung explosionsgeschützter Schaltungen und Verteilungen, die nach Kundenvorgabe in unseren Werken projektiert werden. R. STAHLs Bereich Installationstechnik umfasst das Leiten, Verbinden und Verteilen elektrischer Energie. Mit unseren innovativen HMI- und Kamerasystemen decken wir die Kundenanforderungen an Bedien- und Beobachtungseinrichtungen im explosionsgefährdeten Bereich ab. Darüber hinaus umfasst unser Produktportfolio eine breite Palette an Beleuchtungslösungen – vom Handscheinwerfer bis hin zu spezifischen Helideck-Beleuchtungssystemen – sowie Signal- und Alarmmeldegeräten zur Gewährleistung der Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt. Wir schaffen für unsere Kunden Mehrwert, indem wir unser umfangreiches Produktangebot mit Engineering- und Beratungsleistungen kombinieren und bei Bedarf Fremdkomponenten in die Gesamtleistung integrieren. Mit diesen kundenspezifischen Systemlösungen stehen wir unseren Auftraggebern als One-Stop-Shop zur Verfügung. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden Schulungen und Seminare zum Thema Explosionsschutz – durchgeführt von unserem kompetenten Trainer-Team. Markt Explosionsschutz gewinnt immer stärker an Bedeutung: Ein Funke kann auf einer Ölbohrinsel oder einer Chemieanlage zu einer Explosion mit fatalen Folgen führen. Mit der weiter zunehmenden Einbeziehung elektronischer Geräte in den Arbeitsalltag steigt die Gefahr einer Entzündung der explosionsgefährdeten Atmosphäre. Deshalb nimmt die Sicherheitstechnik, vor allem in Bezug auf den Explosionsschutz, eine immer wichtigere Rolle ein und entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten dynamisch. Die Markteintrittsbarrieren sind hoch: Da Explosionsschutzprodukte und -systeme kritisch für die Sicherheit einer Anlage sind, spielt die Reputation eines Anbieters in dieser Branche eine wichtige Rolle. Neue Wettbewerber müssen sich ein entsprechendes Standing zunächst mühsam aufbauen. Eine weitere Hürde stellen die Zertifizierungsvorschriften dar: Aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands, der mit der Dokumentation der Einhaltung verschiedener Normen und Standards im Explosionsschutz verbunden ist, wechseln Kunden nur selten ihren Lieferanten in diesem Bereich. Zwei Faktoren determinieren das Wachstum des Marktes für explosionsgeschützte Technologie hauptsächlich: Zum einen erschließen sich mit dem Boom der asiatischen Wirtschaft für R. STAHL neue Absatzmärkte, und wir steigern durch die internationale Expansion unser Auftragsvolumen. Zum anderen erfordert die Nutzung elektronischer Geräte immer bessere Sicherheitsvorkehrungen, um Explosionen zu vermeiden. Darauf basierend haben sich die Normen und Zertifizierungsvorschriften in den letzten Jahren weiterentwickelt, und wir haben unsere Produkte an die neuen Standards angepasst. Für R. STAHL wirkt die Marktregulierung somit gleichzeitig als Kostenfaktor und als Wachstumstreiber. In den letzten Jahren öffneten sich die Märkte für die IEC-basierte Technologie - damit verbunden wird der US-amerikanische NEC-Standard schrittweise verdrängt. Für uns eröffnete diese Entwicklung die Möglichkeit, in neue Märkte, wie z. B. Kanada oder den Mittleren Osten, vorzustoßen. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren Auch 2015 beeinflussten externe wirtschaftliche und rechtliche Faktoren die Geschäftsentwicklung des R. STAHL Konzerns. Aufgrund unserer weltweiten Verflechtungen und internationalen Ausrichtung sind wir geopolitischen Spannungen, wie beispielsweise zwischen Russland und der Europäischen Union, sowie wirtschaftlichen Einbrüchen, wie in Brasilien, ausgesetzt. Schwankende Wechselkurse, vor allem zwischen Euro und US-Dollar führen zu Währungsumrechnungseffekten in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz. Einen maßgeblichen Einfluss auf unser Geschäft hat die Entwicklung des Ölpreises, denn die Ölindustrie ist eine unserer Hauptabnehmerbranchen, deren Investitionen unseren Auftragseingang wesentlich definieren. Nachdem der Ölpreis und damit auch die Nachfrage unserer Kunden dieser Branche im Berichtsjahr zurückgegangen waren, leiteten wir Maßnahmen ein, um R. STAHL an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Dank unserer ausbalancierten Kundenstruktur können wir die Schwäche einer Branche mit dem Geschäft in anderen Industrien teilweise kompensieren. Wenn es um Sicherheit geht, spielt die Regulierung durch eine übergeordnete Instanz eine wichtige Rolle – auch unsere Branche ist stark abhängig von den entsprechenden Explosionsschutznormen und -standards. Wie die unterschiedlichen Standards in den verschiedenen Märkten akzeptiert werden, beeinflusst unsere Auftragslage. Beispielsweise bedeutet die Öffnung einiger Märkte, in denen vormals der amerikanische NEC-Standard dominiert hatte, für R. STAHL mittelfristig zusätzliche Absatzchancen. Personal 2015 stand aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation unserer Hauptabnehmerbranche die Anpassung unserer Personalstruktur an die veränderte Marktsituation im Fokus. Da wir für das Geschäftsjahr 2016 von einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises und damit von einer anhaltend geschwächten Nachfrage ausgehen, haben wir ein umfassendes Maßnahmenpaket erarbeitet, mit dem wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken und langfristig absichern wollen. Um unsere Personalkosten zu senken, haben wir ab Juli 2015 die wöchentliche betriebliche Arbeitszeit an ausgewählten Standorten auf 30 Stunden herabgesetzt. Die notwendige Verbesserung unserer Kostenstrukturen erforderte jedoch auch Anpassungen bei der Zahl unserer Mitarbeiter. Wir haben den Stellenabbau 2015 sozialverträglich abgeschlossen und dabei von der natürlichen Fluktuation sowie von der Möglichkeit, das Renteneintrittsalter auf 63 zu senken, profitiert. Da sich unsere Tochtergesellschaften in Asien positiv entwickeln, waren sie vom Kostenprogramm weitgehend nicht betroffen. Per Ende 2015 beschäftigte R. STAHL weltweit 1.894 Mitarbeiter. Als technikorientiertes Unternehmen legen wir besonderen Wert auf Qualität und boten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch 2015 interne sowie externe Schulungen und Seminare, um ihr Fachwissen und ihre Kompetenzen zu erweitern. 2015 schlossen 25 junge Mitarbeiter ihre Ausbildung an unserem Stammsitz in Waldenburg erfolgreich ab – fünf davon mit Auszeichnung. Unter den 26 Neueinstellungen befanden sich 2015 erstmalig zwei Auszubildende an unserem Standort in Weimar. Da die Arbeitslosenquote in der Umgebung unseres Stammsitzes, dem Raum Hohenlohe, lediglich bei 2,9 % liegt, ist es für uns besonders wichtig, qualifizierte Arbeitnehmer bereits früh an uns zu binden und langfristig für eine Tätigkeit bei R. STAHL zu begeistern. Im Berichtsjahr betrug der Frauenanteil in technischen Ausbildungsberufen 24 %. R. STAHL ist seit Jahren erfolgreich darum bemüht, gerade auch Mädchen und junge Frauen für die technischen Berufe zu begeistern und zu gewinnen: Unser Engagement beginnt bereits mit Projekten in Kindergärten, geht über „Erfinderwochen" für Grundschülerinnen und Grundschüler im zweiten und vierten Schuljahr sowie die Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen bis hin zum Angebot technik- und praxisbezogener Studiengänge. Bis diese jungen Frauen Führungspositionen im Unternehmen erreicht haben, muss zwangsläufig noch einige Zeit vergehen. Bei der Besetzung von Gremien, Organen und Führungspositionen lässt sich R. STAHL ausschließlich von der fachlichen Eignung und der Persönlichkeit der Kandidatinnen und Kandidaten leiten. Deshalb hat der Aufsichtsrat im Rahmen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst lediglich für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der R. STAHL AG eine Zielgröße von 22,22 % festgelegt. Für die übrigen Ebenen wurde eine Zielgröße von 0 % festgelegt. Ziele und Strategien Der historisch niedrige Ölpreis und die damit verbundene rückläufige Investitionsneigung im Upstream-Bereich der Öl- und Gasindustrie wirkten sich deutlich auf die Ergebnislage des Konzerns aus. Das von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedete Maßnahmenpaket brachte für R. STAHL eine deutliche Entlastung auf der Kostenseite und sicherte damit die erforderliche Anpassung an eine anhaltend schwierige Marktsituation. Unsere Strategie ist langfristig ausgerichtet, und im Fokus unserer Bemühungen steht die Steigerung des Werts der gesamten R. STAHL Gruppe. Um es zu operationalisieren, haben wir dieses oberste Ziel in zwei Dimensionen untergliedert: Zum einen wollen wir die Marktpenetration in den nächsten Jahren weiter erhöhen und unseren Kunden nach wie vor als zuverlässiger Partner im Explosionsschutz zur Seite stehen. Parallel dazu streben wir an, unsere Profitabilität zu steigern, was wir durch konsequente Kosteneinsparungen und die Verbesserung interner Prozesse schrittweise erreichen wollen. Zur Wertsteigerung gehört untrennbar auch der Faktor Nachhaltigkeit – unser Wachstum soll sich auf einer nachhaltigen Basis vollziehen und so die langfristige Profitabilität von R. STAHL sicherstellen. Erhöhte Marktpenetration Unsere Strategie zur Erhöhung der Marktpenetration stützt sich auf drei Säulen:
Neben organischem Wachstum planen wir, uns auch durch Zukäufe anderer Unternehmen bzw. Unternehmensteile weiterzuentwickeln – mit Akquisitionen wollen wir vor allem unser Produkt-portfolio ausbauen. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, Synergiepotenziale zu heben und Ressourcen gewinnbringend zu nutzen, um von dem externen Wachstum bestmöglich zu profitieren. Gesteigerte Profitabilität Nachdem unsere Profitabilität 2015 unter dem starken Rückgang des Ölpreises gelitten hatte, steht 2016 die Profitabilitätssteigerung besonders im Fokus. Dazu haben wir ein Kostensenkungsprogramm beschlossen, das sich in drei Bereiche gliedert:
Steuerungssystem Den Grad unserer Zielerreichung überwachen wir mit Hilfe von Steuerungsgrößen. Seine Entscheidungen zur Steuerung des Konzerns stützt der Vorstand dabei in erster Linie auf Finanzkennzahlen, darüber hinaus zieht das Management nicht-finanzielle Kenngrößen heran. Neben Vergangenheitswerten bilden auch Planwerte und daraus resultierende Soll-Ist-Abweichungsanalysen die Grundlage für unsere Einschätzungen. Einerseits überwachen wir so kontinuierlich die Wahrscheinlichkeit der Planeinhaltung und erkennen andererseits anhand von Frühwarnindikatoren Trends, auf deren Basis wir im Markt reagieren können. Finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen Unser Steuerungssystem beinhaltet strategische und operative Größen. Mit dem Erhalt einer stabilen Finanzstruktur gewährleisten wir die Unabhängigkeit des Konzerns – dazu streben wir eine angemessene Eigenkapitalquote an. Als maßgebliche operative Steuerungsgrößen nutzen wir die Umsatzentwicklung sowie die EBIT-Marge. Die Entwicklung der Umsatzerlöse gibt Aufschluss über das Wachstum des Konzerns. Anhand der EBIT-Marge verfolgen wir, wie sich das Verhältnis von Umsatz und Ergebnis entwickelt, und messen so die Rentabilität der R. STAHL Gruppe insgesamt ebenso wie die unserer Tochtergesellschaften. Jedes unserer Konzernunternehmen liefert monatlich eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Bilanz, auf deren Basis wir auf Konzernebene die Konsolidierung vornehmen. So steuern wir sowohl die einzelnen Gesellschaften als auch die Gesamtentwicklung des Konzerns. Wir legen großen Wert darauf, mit dem von unseren Aktionären und Kreditgebern zur Verfügung gestellten Kapital profitabel und so effizient wie möglich zu arbeiten. Zur Steuerung unserer Kapitaleffizienz verwenden wir als zentrale Messgröße die Kapitalrendite (Return an Capital Employed, ROCE). Wir definieren ROCE als EBIT in Relation zum eingesetzten Kapital, wobei sich letzteres aus der Summe des Eigenkapitals, der verzinslichen Darlehen sowie der kurz- und langfristigen Pensionsrückstellungen abzüglich der liquiden Mittel zusammensetzt. Nachhaltig profitables Wachstum ist allerdings nur möglich, wenn auch nicht-finanzielle Leistungsindikatoren und deren Faktoren berücksichtigt werden. Innovationen und neue Technologien sind ein wesentlicher Baustein unserer Wachstumsstrategie – dazu identifizieren wir kontinuierlich zukunftsträchtige Innovationsfelder und arbeiten verstärkt an der Entwicklung neuer Produkte. Zum Jahresende 2015 hatten wir Patentanmeldungen in 71 Patentfamilien und 55 erteilte Patente weltweit. Neben Innovationskraft ist auch die Sicherheit unserer Mitarbeiter essenziell für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Ein Handbuch zum Arbeitsschutzmanagement liefert wertvolle Vorgaben zur Vermeidung von Unfällen. Im Berichtsjahr verzeichneten wir an unserem größten Produktionsstandort in Waldenburg neun meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Versicherten und lagen damit deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Planungsprozess In die Planung der voraussichtlichen Entwicklung unserer einzelnen Tochtergesellschaften und des Konzerns beziehen wir stets Prognosen zur allgemeinen konjunkturellen Lage sowie branchenspezifische Aussichten mit ein. Im September 2015 begannen die Konzerngesellschaften damit, ihre Planung für die nächsten drei Jahre aufzustellen, wobei sie die strategischen Vorgaben der Konzernleitung berücksichtigen. Der Prozess wird während der gesamten Planungsphase von unserem zentralen Beteiligungscontrolling begleitet. Im Rahmen von Management-Meetings am Standort Waldenburg stellten die Geschäftsführer der Produktionsgesellschaften dem Vorstand ihre Planungen vor. Unsere Vertriebseinheiten erläuterten ihre Planungen und nahmen im Anschluss gegebenenfalls Anpassungen des Vorstands vor. Die Ergebnisse wurden schließlich im Konzern konsolidiert und im Dezember dem Aufsichtsrat vorgelegt. Monatlich werden vom Beteiligungscontrolling Abweichungsanalysen durchgeführt und der aktuelle Stand mit dem Vorstand besprochen. Um rechtzeitig auf Änderungen am Markt reagieren zu können, bezieht das Management stets auch die Entwicklung des Auftragseingangs in seine Diskussionen mit ein. Um konkrete Schlussfolgerungen ziehen zu können, wird die Aussagekraft der Kennzahl Auftragseingang durch Einschätzungen unseres Vertriebsteams über potenzielle Kundenprojekte ergänzt. Forschung und Entwicklung Im Jahr 2015 haben wir die Erweiterung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorangetrieben: Im Bereich der Grundlagenforschung erreichten wir 2015 wichtige Meilensteine und erzielten richtungsweisende Ergebnisse. Neue Werkstoffe und moderne Technologie ermöglichen es uns, Kostenvorteile für Kunden zu erzielen. Dadurch steigern wir unsere Attraktivität am Markt. Ein weiterer Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit lag auf der Klimatisierung von Schaltschränken mit dem Ziel, die Energieeffizienz der Lösungen zu erhöhen und die Einsatzmöglichkeiten in extremen Umgebungsbedingungen zu erweitern. 2015 meldeten wir sechs neue Patente an. Unsere Forschungsaktivitäten führten zur Markteinführung zahlreicher innovativer Neuprodukte, beispielsweise haben wir unser umfassendes Leuchtenportfolio um effiziente LED-Scheinwerfer erweitert und erwarten uns davon zusätzliche Aufträge. Darüber hinaus haben wir neue Softwarelösungen entwickelt, mit denen wir unser Dienstleistungsangebot zur Gefährdungsbeurteilung von Kundenanlagen erweitern. Weitere Softwareentwicklungen unterstützen unsere Kunden bei der Erfüllung ihrer Wartungspflichten. Im Berichtsjahr haben wir insgesamt EUR 17,2 Mio. (Vorjahr: EUR 16,7 Mio.) für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Mit aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von EUR 5,3 Mio. (Vorjahr: EUR 4,8 Mio.) lag unsere Aktivierungsquote bei 30,8 % (Vorjahr: 28,8 %), und die Abschreibungen auf Entwicklungskosten betrugen EUR 2,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.). Nachdem wir 2014 unser neues Labor mit modernster technischer Ausstattung in Betrieb genommen hatten, bauten wir unsere Kapazitäten 2015 weiter aus. Wir festigten das interne Netzwerk mit unseren Laboren in Weimar, Köln, Houston sowie Chennai und stärkten die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Kooperationen mit renommierten Forschungseinrichtungen, wie der Technischen Universität Dresden, vertieften wir, z. B. indem wir eine Dissertation finanzierten. So profitieren wir von der Kompetenz unserer Partner in relevanten Spitzentechnologien. Mit der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena haben wir ein gemeinsames Entwicklungs- und Schulungszentrum speziell für den nichtelektrischen Explosionsschutz eingerichtet. In uns eigens zu Schulungszwecken zur Verfügung stehenden Hochschulräumen bieten wir den Teilnehmern fünftägiger Seminare fundiertes Wissen aus Expertenhand sowie praktische Anwendungen direkt am Objekt. Im Berichtsjahr hielten wir zwei Schulungen ab und planen, das Angebot 2016 zu verdoppeln sowie zusätzliche Seminare für Fortgeschrittene einzuführen. Gerade vor dem Hintergrund der Erweiterung der IECEx-Standards im Bereich des nicht-elektrischen Explosionsschutzes sehen wir hier großes Potenzial. WirtschaftsberichtRahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 2015 beeinflussten vor allem der fallende Ölpreis und die erhöhte Aktivität der Zentralbanken das weltweite Wirtschaftsgeschehen. Zu Beginn des Jahres erhöhte die EZB ihre Anleihekäufe auf EUR 60 Mrd. monatlich und reduzierte parallel dazu den Einlagenzins, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig gab die Schweizer Nationalbank den Mindestwechselkurs des Franken zum Euro auf. Im Jahresverlauf hielt die Euroschwäche an, und im Dezember 2015 erhöhte die FED seit knapp einem Jahrzehnt erstmalig wieder den Leitzins. 2015 blieb das Wirtschaftswachstum in großen Teilen der Welt hinter den Markterwartungen zurück. Insbesondere für rohstoffexportierende Schwellenländer verschlechterten sich die externen Rahmenbedingungen aufgrund gesunkener Rohstoffpreise, und der Druck auf die Währungen der Entwicklungsmärkte stieg im Jahresverlauf. Die chinesische Wirtschaft schwächelte mit einem Wachstum von 6,9 % zunehmend, woraufhin das Exportvolumen anderer Staaten, vor allem im asiatischen Raum, weiter zurückging. Gegenläufig dazu nahm die Entwicklung in Indien mit einer Zuwachsrate von 7,3 % Fahrt auf. In Brasilien wirkte sich der Konjunktureinbruch (BIP -3,8 %) stärker aus, als Experten erwartet hatten, und auch der russische Markt (BIP -3,7 %) litt unter einer Rezession, die die Ukraine-Krise und die damit verbundenen EU-Sanktionen reflektierte. Die meisten europäischen Volkswirtschaften inklusive Italien (BIP 0,8 %) und Spanien (BIP 3,2 %) erholten sich im Berichtsjahr. Wenig Einfluss auf die europäische Konjunktur hatten die Rezession in Griechenland (BIP 0,0 %) und die darauf folgenden Verhandlungen über das Hilfsprogramm. Mit einem Plus von 1,5 % wuchs die deutsche Wirtschaft 2015 moderat. In den USA bremsten niedrige Investitionen im Energiesektor infolge des Ölpreisabsturzes die mit einem Wachstum von 2,5 % noch gute Konjunkturentwicklung dieselbe Ursache hatte auch die wirtschaftliche Abschwächung in Kanada (BIP 1,2 %). Insgesamt übertraf das weltweite Bruttoinlandsprodukt seinen Vorjahreswert um 3,1 %. Branchenspezifische Rahmenbedingungen Elektrotechnik und -industrie entwickelten sich gut Laut Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e. V. (ZVEI) konnten die entsprechenden deutschen Unternehmen 2015 6,7 % mehr Auftragseingänge verbuchen als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse der Branche legten um 3,7 % zu, woran das Geschäft mit Ländern außerhalb der Eurozone überproportional beteiligt war. Öl- und Gasindustrie vom Ölpreisverfall getroffen Bedingt durch das weltweite Überangebot an Öl ging der Ölpreis seit Mitte 2014 erheblich zurück. Im Rahmen ihrer Konferenz im Juni 2015 bestätigte die OPEC ihren expansiven Kurs und ließ damit die Hoffnungen auf steigende Ölpreise schwinden. Chinas schwache Konjunktur verstärkte den Abwärtstrend im Ölgeschäft ebenso wie die Verkündung der historischen Einigung im Atomstreit mit dem Iran im Juli 2015. Der Preissturz von USD 112,41 pro Barrel Brent-Öl zum Ende des ersten Halbjahres 2014 auf USD 37,61 zum 31. Dezember 2015 traf unsere Kunden in unterschiedlichem Ausmaß: Unternehmen, die sich auf den Verarbeitungs- und Veredelungsbereich (Downstream) konzentrieren, konnten die aufgrund schwacher Verkaufspreise gesunkenen Umsätze teilweise durch die günstigen Einkaufspreise kompensieren. Stärker waren die Konzerne des Förderbereichs (Upstream) betroffen. Abhängig von den regionalen Förderkosten ist die Rentabilität der Ölförderer stark gesunken, die Unternehmen hielten Investitionen zurück. In den USA, wo die Produktion von Schieferöl in den vergangenen Jahren immens ausgedehnt wurde, erwarten Experten den größten Einbruch. Auch andere Regionen mit hohen Förderkosten, wie Kanada, Lateinamerika oder der Nordseeraum, sind stark vom Ölpreiseinbruch betroffen. scroll
Im dritten Quartal 2015 meldeten sämtliche große Unternehmen der Ölbranche gravierende Investitionskürzungen und Kostensenkungsmaßnahmen mit massivem Stellenabbau, wodurch Druck auf die EPCs, Dienstleister und Lieferanten der Ölkonzerne entstand. Laut einer Studie von Wood Mackency hat die Branche seit 2014 Projekte in Höhe von USD 380 Mrd. verschoben oder auf Eis gelegt. Das norwegische Beratungsunternehmen Rystad Engineering gibt an, dass die globalen Investitionen der Erdöl- und Erdgasbranche 2015 um 22 % auf USD 595 Mrd. eingebrochen sind. Da Erdöl und Erdgas als Energieträger im direkten Wettbewerb stehen, verlief die Preisentwicklung bei Erdgas ähnlich ungünstig für die Förderunternehmen. Insgesamt ging der Anteil der Öl- und Gasindustrie am R. STAHL-Konzernumsatz 2015 von 51 % auf 49 % zurück. Davon entfielen 32 % auf den Upstream-Bereich und 17 % auf den Downstream-Bereich. IECEx-Standard auf dem Vormarsch Ein weiterer Faktor, der unser Geschäft beeinflusst, ist die Regulierung des Explosionsschutz-marktes. 2015 wurde der politische Wille nach der Durchsetzung ausreichend hoher Sicherheitsstandards in der Prozessindustrie deutlich. Explosionsunglücke in Ländern wie den USA, China oder Taiwan haben deren Regierungen veranlasst, die Gesetze und Vorschriften zum Explosionsschutz zu verschärfen und auf ihre Einhaltung zu drängen. So hat beispielsweise die taiwanesische Regierung nach schweren Explosionsunglücken im Süden des Landes 2014 sowie in Taipei 2015 die nationale Arbeitsschutzbehörde angewiesen, kurzfristig und umfassend das IECEx-System, auf das sich auch R. STAHL spezialisiert hat, direkt in nationales Recht zu überführen. Die Verbreitung der IECEx-Standards erhöht langfristig unser Marktvolumen und senkt durch die Harmonisierung der internationalen Explosionsschutz-Regulierung unseren Dokumentations- und Zertifizierungsaufwand. Chemie- und Pharmaindustrie profitieren Gegenläufig zur Ölindustrie profitierten die chemische und die pharmazeutische Branche von der Prozesstechnik. Dank steigender Nachfrage auf dem Weltmarkt haben die Chemiekonzerne ihr Produktionsvolumen erhöht, vor allem die Biotechnologie ist weiter auf dem Vormarsch. In diesen Branchen spielen Industrie 4.0-Lösungen eine zunehmende Rolle. Unsere Ex 4.0-Lösungen lassen sich in unterschiedlichste Anlagenstrukturen integrieren und bieten dabei hohe Effizienz sowie zeitgemäße Intelligenz. Der weltweite Umsatz von explosionsgeschützten Betriebsmitteln in der chemischen Industrie wird für 2015 auf etwa EUR 750 Mio. bis EUR 1 Mrd. geschätzt. Auch die pharmazeutische Branche schloss das Jahr 2015 mit zahlreichen Medikamentenneueinführungen, davon allein drei Dutzend in Deutschland, positiv ab – hier wird der weltweite Umsatz von explosionsgeschützten Betriebsmitteln auf etwa EUR 570 Mio. bis EUR 670 Mio. geschätzt. Geschäftsverlauf Aufträge aus der Öl- und Gasindustrie im Jahresverlauf gesunken R. STAHL agierte 2015 vor allem aufgrund der Ölpreisentwicklung in einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Aufgrund unserer spätzyklischen Aufstellung verbuchten wir im ersten Quartal 2015 noch einen steigenden Auftragseingang die Ölkonzerne trieben bereits vergebene Projekte weiter voran. Der Downstream-Bereich der Öl- und Gasindustrie entwickelte sich im Jahresverlauf stabil und machte 2015 17 % unseres Umsatzes aus. Um bereits frühzeitig auf die absehbare Nachfrageschwäche im Upstream-Bereich der Öl- und Gasindustrie zu reagieren, stießen wir Vertriebsinitiativen in der Chemie- und Pharmabranche an. Während sich im zweiten Quartal noch ein Anstieg des Preises pro Barrel abzeichnete und Experten von einer Erholung ausgingen, fiel der Ölpreis im dritten Quartal deutlich. Die darauf folgenden Investitionskürzungen der Ölkonzerne im Upstream-Bereich und die Nachfrageschwäche der Generalauftragnehmer wirkten sich unmittelbar auf unseren Auftragseingang aus. Bereits zugesagte Projekte wurden verschoben oder gänzlich gestoppt, der Preisdruck in der Branche erhöhte sich enorm. Aufgrund der schwächer als erwarteten Auftragslage konnten wir unsere Kapazitäten nicht ausreichend auslasten, sodass der Druck auf unsere Kostenstruktur wuchs. Maßnahmenpaket: Marktpenetration erhöhen, Profitabilität steigern Da wir 2016 nicht mit einer Erholung des Ölpreises rechnen, haben wir im Oktober ein Maßnahmenpaket beschlossen, um R. STAHL an die veränderten Marktbedingungen anzupassen und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Ziel besteht darin, zum einen unsere Marktpenetration zu erhöhen und andererseits unsere Profitabilität zu steigern. Das Maßnahmenpaket wird im Detail in den Grundlagen des Konzerns unter der Rubrik Ziele und Strategien beschrieben. Im Berichtsjahr setzten wir ausgewählte Maßnahmen bereits um und erreichten die ersten Meilensteine: Wir führten unsere gezielten Vertriebsmaßnahmen mit Fokus auf die Chemie- und Pharmaziebranche fort, um die Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie zu verringern. Insbesondere mit Produkten der Automatisierungstechnik bieten wir unseren Kunden dieser beiden Branchen innovative Lösungen. Zudem generierten wir zusätzliches Geschäft mit Neuprodukten, beispielsweise gewannen wir mit unserer ganzheitlichen Beleuchtungslösung für Offshore-Helikopterlandeplätze 2015 einen Auftrag im Nordseeraum mit Potenzial für Folgeaufträge. Kostenseitig definierten wir im Oktober 2015 drei Maßnahmenpakete, von denen wir zwei bereits weitgehend umgesetzt haben: Bis Ende 2015 haben wir 222 Stellen sozialverträglich abgebaut. Zur weiteren Kostensenkung gaben wir die bislang angemieteten Flächen am Standort Neu-Kupfer zum Jahresende 2015 auf und verlagerten die Aktivitäten an den Standort Walden-burg. Im Berichtsjahr entstanden Kosten für die Durchführung des Maßnahmenpakets in Höhe von EUR 7,5 Mio. und damit EUR 0,5 Mio. weniger als geplant. Dem steht eine erwartete positive Ergebniswirkung von EUR 20,0 Mio. in 2016 gegenüber. Neue Vertriebspartnerschaft in Brasilien Zudem wirkten wir der schwierigen Geschäftslage in Brasilien entgegen, indem wir eine Partnerschaft mit steute do Brasil, der brasilianischen Tochter der steute Schaltgeräte GmbH & Co. KG, eingingen. Seit Januar 2016 vertreibt steute die Produkte und Systeme der R. STAHL Gruppe im brasilianischen Markt exklusiv als Distributor. Durch die Kooperation profitieren wir insbesondere von steutes Kundenstamm, der sowohl die Prozessautomation, die chemische und pharmazeutische Industrie, den Tag- und Bergbau als auch die Agro-Industrie umfasst. Wir erwarten von dieser Zusammenarbeit daher zusätzliche Nachfrage und Synergien bei einer verbesserten Marge. Investitionsprogramm abgeschlossen Im Geschäftsjahr 2015 schlossen wir unser Investitionsprogramm mit dem Bau des neuen Produktions- und Entwicklungscenters in Köln unter Einhaltung des Zeit- und Kostenplans ab. Unsere Tochtergesellschaften R. STAHL HMI Systems GmbH und R. STAHL Camera Systems GmbH sowie unsere Kölner Vertriebsniederlassung haben den Neubau im November bezogen. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf Unsere im Herbst 2015 formulierten Ziele für Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis haben wir voll erreicht oder übertroffen. Im ersten Halbjahr entwickelten sich die Umsatzerlöse gut und übertrafen das Vorjahresniveau um 12 %. Als sich der Ölpreis im zweiten Quartal 2015 wieder zu erholen schien, waren wir zuversichtlich, unsere mit Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2014 gesetzten Zielvorgaben einzuhalten. Nachdem der Preis pro Barrel jedoch ab dem dritten Quartal 2015 wieder erheblich gefallen war und unsere Kunden im Upstream-Bereich der Öl- und Gasindustrie erneut massive Investitionskürzungen angekündigt hatten, verabschiedeten wir ein umfassendes Maßnahmenprogramm und nahmen unsere Prognose am 6. Oktober 2015 zurück. Den im Herbst 2015 gesetzten Prognosekorridor für Auftragseingang und Umsatz von EUR 300 Mio. bis EUR 310 Mio. übertrafen wir: Zum einen getrieben von Großprojekten, beispielsweise für eine Flüssiggasanlage im Norden Russlands, und zum anderen dank unserer Vertriebsaktivitäten in der Chemie- und Pharmabranche, die erste Früchte trugen, erreichte unser Auftragseingang EUR 317,3 Mio. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen übertrafen wir mit EUR 312,9 Mio. Umsatz sowohl die Prognose als auch den Vorjahreswert. scroll
*
EBIT bereinigt um einmalige Belastungen aus dem Kostensenkungsprogramm Mit EUR 3,9 Mio. lag das EBIT im Prognosekorridor – der deutliche Einbruch des Ölpreises hatte unsere Kunden dazu veranlasst, den Preisdruck zu erhöhen, was unsere Marge in Teilen schmälerte. Darüber hinaus führte die schwache Nachfrage des Upstream-Öl- und Gasmarktes dazu, dass unsere Kapazitäten nicht voll ausgelastet waren. Dem wirkten wir durch ein strategisches Maßnahmenpaket, das im Detail im Abschnitt „Grundlagen des Konzerns" unter der Rubrik „Ziele und Strategien" erläutert wird, entgegen. In dessen Rahmen angestoßene Initiativen zur Kostenreduktion verursachten Einmalaufwendungen in Höhe von EUR 7,5 Mio., die unser Ergebnis zusätzlich belasteten. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Basis für eine verbesserte Profitabilität des Konzerns ab 2016 zu schaffen. Bereinigt um die einmaligen Aufwendungen im Rahmen des Kostensenkungsprogramms erreichte unser operatives EBIT EUR 11,4 Mio. scroll
Unser ROCE erreichte 2015 1,9 % (Vorjahr: 9,0 %), was zum einen auf den Rückgang des EBIT und zum anderen auf den Anstieg des eingesetzten Kapitals zurückzuführen ist. Der Verkauf von 644.000 eigenen Aktien hatte unser Eigenkapital im Januar 2015 um EUR 24,2 Mio. erhöht. Die liquiden Mittel legten um EUR 2,5 Mio. zu. Gleichzeitig wurden verzinsliche Darlehen in Höhe von EUR 12,8 Mio. zurückgeführt und auch die Pensionsrückstellungen gingen um EUR 7,8 Mio. zurück. Insgesamt belief sich das eingesetzte Kapital auf EUR 207,1 Mio. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Ertragslage Der Bilanzgewinn der R. STAHL AG beträgt EUR 3,9 Mio. nach einem Bilanzgewinn von EUR 8,8 Mio. im Vorjahr. Insgesamt schließt die Gesellschaft mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 8,3 Mio. das Geschäftsjahr 2015 ab, im Vorjahr wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 5,5 Mio. ausgewiesen. Die Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um EUR 1,7 Mio. auf EUR 21,1 Mio. Der Umsatz der R. STAHL AG entsteht aus Vermietung und Leistungsverrechnung gegenüber den Tochtergesellschaften. Es werden Dienstleistungen im Bereich kaufmännischer Funktionen sowie IT und Organisation erbracht. Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 8,3 %. Die Abschreibungen fielen geringer aus. Im Berichtsjahr war eine Wertberichtigung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag von einem ausländischen Tochterunternehmen aufgrund der Einstellung der Geschäftsaktivitäten in Höhe von EUR 2,7 Mio. vorzunehmen. Die Ausschüttungen der Tochtergesellschaften haben sich im Berichtsjahr insgesamt um EUR 3,3 Mio. auf EUR 14,0 Mio. reduziert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verminderte sich von EUR 5,7 Mio. im Vorjahr auf EUR -8,4 Mio. Finanzlage In der R. STAHL AG wird über ein Cash-Pooling der Finanzmittelbestand der Einzelgesellschaften zusammengeführt. Die Mittelzuflüsse resultieren insbesondere von der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, Waldenburg, und der R. STAHL HMI Systems GmbH, Köln, im Rahmen des Cash-Poolings. Die flüssigen Mittel belaufen sich zum Zeitpunkt des Bilanzstichtages unverändert auf EUR 0,5 Mio. Neben Dividendenzahlungen an Aktionäre in Höhe von EUR 5,2 Mio. erfolgte im Berichtsjahr ein weiterer Finanzmittelabfluss für eine Kapitalerhöhung zugunsten einer Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 1,7 Mio. Vermögenslage Die Bilanzsumme zeigt sich mit EUR 101,8 Mio. um 13,7 Mio. reduziert im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: EUR 115,5 Mio.). Das Eigenkapital hat sich von EUR 46,5 Mio. um EUR 11,0 Mio. auf EUR 57,5 Mio. erhöht. Damit erhöht sich die Eigenkapitalquote um 16,2 %-Punkte auf 56,5 %. Die Veränderung der Aktiva ist im Wesentlichen durch die Reduzierung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie der Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, geprägt. Bei den Passiva ist der Abbau von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hervorzuheben. Nachhaltigkeit Wir legen besonderen Wert darauf, unser wirtschaftliches Handeln nachhaltig zu gestalten. Für R. STAHL als Experte für Explosionsschutz ist die Sicherheit von Menschen, Maschinen und Umwelt die Basis sowohl des Geschäfts als auch des Erfolgs. Unsere internen Prozesse und Handlungen sollen stets im Einklang mit ökologischen, sozialen sowie gesellschaftlichen Belangen stehen. Dabei ist uns der respektvolle Umgang mit der Umwelt ebenso wichtig wie gute Beziehungen zu unseren Stakeholdern. Ökologische Verantwortung Der Klimawandel zählt zu den größten globalen Herausforderungen unserer Zeit für alle Staaten. Deshalb wird es für Unternehmen, vor allem im produzierenden Gewerbe, immer wichtiger, ihre Prozesse unter ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten auch für R. STAHL. Explosionen auf Ölbohrinseln oder in Chemiefabriken haben weitreichende Folgen und können das Ökosystem enorm schädigen. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen unterstützen wir die Betreiber solcher Anlagen darin, die Sicherheit im explosionsgefährdeten Bereich zu gewährleisten und so Umweltschäden vorzubeugen. Wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst und entwickeln unsere Produkte und Systeme stets unter dem Aspekt höchstmöglicher Sicherheit weiter. Umweltschutz betrachten wir nicht nur in Hinblick auf unsere Kunden als wichtiges Thema, sondern wir widmen ökologischen Faktoren selbstverständlich auch an unseren eigenen Standorten hohe Aufmerksamkeit: Bei unserem neu erbauten Produktions- und Entwicklungscenter in Köln nutzen wir durch hochwertige Verglasung und ein energieeffizientes Beleuchtungssystem mit LED-Technik die Vorteile nachhaltiger Bauweise. Indem wir unsere beiden Tochtergesellschaften R. STAHL HMI Systems und R. STAHL Camera Systems sowie die R. STAHL Schaltgeräte GmbH Niederlassung West an einem Standort vereinen, profitieren wir unter anderem von Skaleneffekten im Energieverbrauch. Zudem arbeiten wir in Waldenburg und Köln mit Betonkerntemperierung, wobei unsere Räumlichkeiten durch Heizschleifen in den Betondecken mit Strahlungswärme aufgeheizt werden, sodass die Raumtemperatur um 1°-2° C gesenkt werden kann, ohne das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu beeinflussen. Eine 2° C niedrigere Raumtemperatur spart bereits rund 12 % der Heizenergie ein und bietet damit auch wirtschaftliche Vorteile. scroll
Darüber hinaus arbeiten wir daran, unsere CO2-Emissionen zu senken: Mittelfristig wollen wir die Daten zum Energieverbrauch standortübergreifend erfassen, derzeit liegen uns detaillierte und plausibilisierte Daten für unseren Hauptsitz in Waldenburg vor. Insgesamt ist unser CO2-Ausstoß dort gestiegen. Einen großen Beitrag zur langfristigen Emissionssenkung leistet das 2014 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk: Aufgrund des geringen Wärmeverlusts liegt der Wirkungsgrad weit über dem klassischer Energieerzeugung. Der positive Effekt des Blockheizkraftwerks wurde 2015 von dem gestiegenen CO2-Ausstoß durch das neue Forschungs- und Entwicklungscenter mit Labor in Waldenburg überlagert. Der Ende 2014 bezogene Anbau führt trotz seiner energieeffizienten Bauweise zunächst zu einem erhöhten Energiebedarf. Soziale Verantwortung Nicht nur im Explosionsschutz hat Sicherheit für uns höchste Priorität, sondern auch im Arbeitsalltag – die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist für uns von besonderer Bedeutung, weshalb wir unsere Arbeitsschutzmaßnahmen stetig verbessern. Mit dem Ziel, die bereits erfreulich geringe Anzahl an Arbeitsunfällen weiter zu senken, betrachten wir die Sicherheitsgrundunterweisung neuer Mitarbeiter als ebenso selbstverständlich wie kontinuierliche Sicherheitsbegehungen. Im November 2013 wurde das Arbeitsschutz Management System der R. STAHL Schaltgeräte GmbH erneut im Rahmen eines alle drei Jahre stattfindenden Audits der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) für gut befunden. Vor allem die Implementierung der Arbeitsschutzmaßnahmen im alltäglichen Handeln, auch auf Führungsebene, wurde dabei überprüft. Im Berichtsjahr gab es an unserem größten Produktionsstandort in Waldenburg neun meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Versicherte – im Vergleich zum durch die BG ETEM ermittelten Branchendurchschnitt eine sehr niedrige Unfallquote (Quelle: BG ETEM Jahresbericht 2014, 5. 27). In den letzten Jahren haben wir ein verstärktes Interesse unserer Kunden am Arbeitsschutz festgestellt – mit unseren guten Ergebnissen in diesem Bereich zeigen wir ihnen, wie ernst auch wir dieses Thema nehmen. Es ist uns wichtig R. STAHLS Ruf als attraktiver Arbeitgeber zu sichern und die Berufsfähigkeit bestehender Mitarbeiter zu erhalten. Dazu boten wir ihnen auch 2015 im Rahmen des jährlich stattfindenden Gesundheitstages zusammen mit Krankenkassen und der Sportschule Waldenburg eine Reihe von Gesundheitsleistungen rund um das Thema Herz an. Darüber hinaus können R. STAHL Mitarbeiter flexible Arbeitszeitmodelle nutzen, womit wir ihnen eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen wollen. Unser Ziel ist es, ihre Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu erhalten und zu fördern. Gesellschaftliche Verantwortung Wir betrachten R. STAHL als Teil der Gesellschaft – für die wir uns auf mehreren Ebenen auch abseits des rein Geschäftlichen engagieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere junge Menschen. Im Rahmen unserer Erfindertage in Waldenburg bieten wir beispielsweise Kindern und Jugendlichen einen ersten Eindruck in den Bereich der Technik, vor allem im Explosionsschutz. Doch nicht nur in unserem Heimatmarkt unterstützen wir Kinder auf ihrem Lebensweg: Wir haben einen gemeinnützigen Verein gegründet, dessen Zweck es ist, Menschen – insbesondere Kindern und Jugendlichen – in benachteiligten Gebieten zu helfen. Sein erstes Projekt ist die Unterstützung eines Kinderheims in Indien, wofür wir bereits 2013 mit großer Sorgfalt eine geeignete Einrichtung ausgesucht haben. 2015 haben wir das Heim finanziell bei der Versorgung der Kinder und bei deren Schulausbildung unterstützt. Wir haben einen gemeinnützigen Verein gegründet, dessen Zweck es ist, Menschen – insbesondere Kindern und Jugendlichen – in benachteiligten Gebieten zu helfen. Sein erstes Projekt ist die Unterstützung eines Kinderheims in Indien. Sowohl der Vorstand als auch weitere Mitarbeiter der R. STAHL Gruppe haben das Kinderheim in der Nähe von Chennai bereits besucht und sich von der Qualität der Betreuung und Ausbildung vor Ort überzeugt. Unser Ziel ist es, die Lebensbedingungen der etwa 25 dort lebenden Kinder zwischen zwei und 17 Jahren nachhaltig zu verbessern und einen Beitrag zu Lebensunterhalt und Erziehung zu leisten. Im Rahmen gemeinsamer Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Besuch eines Vergnügungsparks oder der Weihnachtsfeier, begegnen sich Kinder und unsere indischen Mitarbeiter. Wir möchten den Jugendlichen Zukunftschancen aufzeigen – bis hin zur Möglichkeit eines Praktikums bzw. einer Anstellung bei der nur 30 km entfernten R. STAHL (P) Limited. Im Geschäftsjahr 2015 hat der erste Jugendliche des Kinderheims seine fundierte und an langfristigem Wissensaufbau orientierte Ausbildung bei unserer indischen Tochtergesellschaft begonnen. Erklärung zur Unternehmensführung Seit dem Geschäftsjahr 2009 sind alle deutschen Aktiengesellschaften nach § 289a HGB verpflichtet, eine Erklärung zur Unternehmensführung abzugeben. Unsere Entsprechenserklärung ist auf der Unternehmenswebsite www.stahl.de unter der Rubrik Investor Relations/Corporate Governance öffentlich zugänglich. Ergänzende Angaben nach § 315 Abs. 4 HGBKapitalverhältnisse Am 31. Dezember 2015 belief sich das gezeichnete Kapital der R. STAHL AG auf EUR 16.500.000,00. Es setzte sich aus 6.440.000 auf den Namen lautende Stückaktien zusammen. Eine Aktie gewährt einen rechnerischen Anteil von EUR 2,56 am Gesellschaftskapital. Mitglieder der Familien Stahl und Zaiser haben wesentliche Teile des stimmberechtigten Kapitals in einem Konsortialvertrag gepoolt, durch den sie sich verpflichten, ihre Stimmen entsprechend den Beschlüssen des Konsortiums auszuüben bzw. ausüben zu lassen. Mit der Meldung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG vom 10. Juli 2006 haben die Konsorten mitgeteilt, dass sie mehr als 25 % der Stimmrechte an der R. STAHL AG halten. Die Gesamtzahl der Stimmrechte, die dem einzelnen Konsorten nach den §§ 21, 22 WpHG zuzurechnen sind, beträgt nach dieser Meldung individuell zwischen 36,02 % und 38,35 % der stimmberechtigten Aktien. Die Gesamtzahl der Stimmrechte, die dem Konsortium zuzurechnen sind, kann sich seitdem verändert haben, ohne dass sich eine erneute Meldepflicht nach WpHG ergeben hat. Mit der Meldung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG vom 20. August 2015 hat die RAG-Stiftung Beteiligungsgesellschaft mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der R. STAHL AG die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten hat. Aktionärsrechte und -pflichten Dem Aktionär stehen Vermögens- und Verwaltungsrechte zu. Zu den Vermögensrechten gehören nach § 58 Abs. 4 AktG das Recht auf Teilhabe am Gewinn und nach § 271 AktG am Liquidationserlös sowie nach § 186 AktG das Bezugsrecht auf Aktien bei Kapitalerhöhung. Zu den Verwaltungsrechten gehören das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen, und das Recht, auf dieser zu reden, Fragen und Anträge zu stellen sowie die Stimmrechte auszuüben. Jede Stückaktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Die Hauptversammlung wählt die Mitglieder des Aufsichtsrats der Kapitalseite und den Abschlussprüfer; sie entscheidet über die Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, über Satzungsänderungen und Kapitalmaßnahmen, über Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien sowie gegebenenfalls über die Durchführung von Sonderprüfungen, über vorzeitige Abberufung von Mitgliedern des Aufsichtsrats und über eine Auflösung der Gesellschaft. Besetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, von denen sechs von der Hauptversammlung und drei nach dem Drittelbeteiligungsgesetz zu wählen sind. Die Beschlüsse des Aufsichtsrats werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, soweit nicht gesetzlich zwingend andere Mehrheiten vorgeschrieben sind. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so findet eine neue Aussprache nur statt, wenn die Mehrheit des Aufsichtsrats dies beschließt. Anderenfalls muss unverzüglich neu abgestimmt werden. Bei dieser erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand hat nach § 12 Abs. 6 der Satzung der Vorsitzende des Aufsichtsrats, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, zwei Stimmen. Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und über die Änderung der Satzung Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind in den §§ 84 und 85 AktG geregelt. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung jeweils für höchstens fünf Jahre ist zulässig. Ergänzend bestimmt die Satzung in § 6, dass der Vorstand aus einer oder mehreren Personen besteht. Über die Zahl der Vorstandsmitglieder, die Bestellung und den Widerruf der Bestellung sowie die Anstellungsverträge mit ihnen entscheidet der Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann ein Mitglied zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen sowie stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen Informationen zu den Befugnissen des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, sind im Konzernanhang unter dem Punkt „Eigenkapital" aufgeführt. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen Die R. STAHL AG hat keine wesentlichen Vereinbarungen getroffen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Auch wurden den Mitgliedern des Vorstands und Arbeitnehmern keine Entschädigungen im Falle eines Übernahmeangebots zugestanden. Vergütungssystematik für Aufsichtsrat und VorstandDie Grundzüge des Vergütungssystems für Aufsichtsrat und Vorstand sind im Konzernanhang unter dem Punkt „Verwaltungsorgane der R. STAHL AG" angegeben, sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts. NachtragsberichtEreignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussen oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und dem Aufstellungszeitraum nicht eingetreten. RisikoberichtRisikomanagement-System Das in die Aufbau- und Ablauforganisation des R. STAHL Konzerns eingebettete Risikomanagement-System ist integraler Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen für alle Gesellschaften und Zentralfunktionen. Es umfasst die Gesamtheit der installierten IT-Systeme, Prozesse, Abläufe, Anweisungen und Verhaltensregeln, die in allen unseren Gesellschaften weltweit als gültige Standards implementiert sind, und unterliegt einem permanenten Verbesserungs- und Weiterentwicklungsprozess. Zu seinen Bestandteilen zählen insbesondere die konzernweite Risikoberichterstattung auf Basis des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), ein einheitlicher Planungs- und Controlling-Prozess sowie das interne Überwachungssystem, bestehend aus dem internen Kontrollsystem mit konzerneinheitlichen Richtlinien und der internen Revision. Darüber hinaus ergänzt ein Compliance-Management-System das Risikomanagement-System. Die Gesamtheit der implementierten Systeme ermöglicht es der Unternehmensleitung, frühzeitig Risiken zu erkennen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Das Risikomanagement-System wird hinsichtlich Effektivität und Effizienz kontinuierlich kontrolliert und weiterentwickelt sowie entsprechend den gesetzlichen Anforderungen durch den Abschlussprüfer geprüft. Zusätzlich werden nicht vorhersehbare Ereignisse simuliert, die Einfluss auf die Märkte, Prozesse, Systeme sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Dies können zum Beispiel Konflikte in kritischen Weltregionen, der Ausfall von Produktionsanlagen oder gezielte Angriffe auf die Computernetzwerke („Cyberattacken") sein. Ihre möglichen Auswirkungen auf den R. STAHL Konzern werden ermittelt und daraus gegebenenfalls Maßnahmenpläne abgeleitet. Diese Simulationen werden dem Aufsichtsrat vorgestellt und entsprechend diskutiert - sie ermöglichen beim tatsächlichen Eintreten derartiger Ereignisse schnellere und schlagkräftigere Reaktionen. Risikoberichterstattung (Frühwarnsystem) Die bestehende Risikoberichterstattung basiert auf einem Risikokatalog, der in acht Risikobereiche (Makroumwelt/Länderrisiken, Markt/Wettbewerb, unterstützende Prozesse, Strategie, Leistungswirtschaft, Personal, Finanzwirtschaft und Compliance) unterteilt ist. Die Risikoverantwortlichen in den Tochtergesellschaften und die Bereichsleiter der Zentralabteilungen („risk owner") sind in dieses Frühwarnsystem eingebunden und melden quartalsweise die Risiken. Die so erhobenen Informationen werden in einer zentralen Datenbank erfasst und verarbeitet. Unser Risikomanagementbeauftragter erstellt daraus für jede Gesellschaft einen Risikobericht, der neben der Beschreibung des Risikos auch den potenziellen Risikowert, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie den Maßnahmenplan zur Vermeidung bzw. Reduzierung des Risikos beinhaltet. Die Risikoeinschätzung erfolgt für einen einjährigen Planungszeitraum. Die Berichterstattung im Lagebericht bezieht sich ebenfalls auf ein Jahr. Risikobewertung Im Rahmen der Risikoberichterstattung werden sowohl das Brutto- als auch das Nettorisiko von den jeweiligen Berichtseinheiten angegeben. Das Bruttorisiko beschreibt das maximale Verlustpotenzial ohne Berücksichtigung von Sicherungs- und Risikominderungsmaßnahmen. Nach Gegensteuerungsmaßnahmen ergibt sich das residuale Risiko in Form des Nettorisikos. Um zu ermitteln, welche Risiken einen bestandsgefährdenden Charakter aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem Schadensausmaß klassifiziert. Die Skalen zur Messung dieser beiden Indikatoren auf Einzelgesellschaftsebene sind in den nachfolgenden Tabellen dargestellt. scroll
Gemäß dieser Einteilung wird ein sehr unwahrscheinliches Risiko als ein Ereignis definiert, das nur unter außergewöhnlichen Umständen eintritt. Ein sehr wahrscheinliches Risiko ist ein Ereignis, mit dessen Eintritt innerhalb eines bestimmten Zeitraums fast sicher zu rechnen ist. scroll
Gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen bezogen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die Cashflows werden die Risiken aggregiert auf Konzernebene als „hoch", „mittel" oder „gering" klassifiziert. Dieser Klassifizierung liegen nachfolgende Wertintervalle zugrunde: scroll
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Einstufung bezogen auf die einzelnen Risikobereiche. scroll
Bedeutende und insbesondere bestandsgefährdende Risiken müssen frühzeitig dem Management (Vorstand/Konzernleitung) mitgeteilt werden. Die quartalsweise Auswertung der Risiken dient der Unternehmensleitung als Grundlage, um frühzeitig auf kritische Situationen reagieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Des Weiteren wird eine Zusammenfassung aller Risiken der Konzerngesellschaften – in der alle gemeldeten und bewerteten Risiken aggregiert werden – erstellt, um das Gesamtrisiko für den Konzern ermitteln zu können. Darüber hinaus sind die Gesellschaften verpflichtet, das Management über zeitkritische oder wesentliche Risiken unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Planungs- und Controlling-Prozess Die Mitarbeiter im Beteiligungscontrolling sind die betriebswirtschaftlichen Ansprechpartner für unser weltweit operierendes Unternehmen. Sie unterstützen die Verantwortlichen in den Tochtergesellschaften bei Fragen bezüglich Rechnungslegung, betriebswirtschaftlicher Daten und Auswertungen. Das Beteiligungscontrolling stellt diverse IT-Systeme zur Erfassung und Auswertung betriebswirtschaftlicher Daten zur Verfügung, wobei die Betreuung unserer Tochtergesellschaften im Mittelpunkt der Aktivitäten steht. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Cashflows der Gesellschaften werden mittels einer monatlichen Berichterstattung analysiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die Einhaltung der Budgetwerte gelegt wird. Monatlich wird im Bereich Controlling eine Forecast-Betrachtung erstellt. Internes Kontrollsystem Ein weiterer wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagement-Systems ist das interne Kontrollsystem, das im R. STAHL Konzern die folgenden vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen (Regelungen) beinhaltet, die auf
gerichtet sind. Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess beinhaltet alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die notwendig sind, um die Effektivität, Zuverlässigkeit und Sicherheit des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der Erstellung des Konzernabschlusses und der Abschlüsse der Tochtergesellschaften zu garantieren. Es gewährleistet neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften die Sicherung des Unternehmensvermögens. Wesentliche Instrumentarien zur Sicherstellung des Rechnungslegungsprozesses sind:
Diese Maßnahmen und Prozesse unterliegen der ständigen Überprüfung durch die verantwortlichen Mitarbeiter der Konzerngesellschaften sowie der Konzernrevision. Interne Revision Die interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, die darauf ausgerichtet sind, Mehrwert zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität und Effizienz der internen Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft. Die Abteilung berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden der R. STAHL AG. Prüfungen erfolgen auf Basis eines jährlich erstellten, risikoorientierten Prüfungsplans. Eine weitere Aufgabe der internen Revision ist die Verbesserung der Corporate Governance, die zum Ziel hat, den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern und das Vertrauen der Stakeholder (Anleger, Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Öffentlichkeit) in dessen Leitung und Überwachung zu fördern. Compliance-Management-System, Code of Conduct (COC) Zur Vermeidung von Verstößen gegen Anti-Korruptions-, Kartell- oder auch Datenschutzgesetze und um wirtschaftskriminelle Handlungen zu verhindern, haben wir ein Compliance-Management-System installiert. Unsere Compliance-Organisation ist direkt dem Vorstand zugeordnet, der Compliance-Beauftragte in die Geschäftsprozesse sowie in das Berichts- und Kontrollwesen eingebunden. Compliance ist Bestandteil unserer Unternehmenskultur und im täglichen Handeln selbstverständlich. Risikosituation im Konzern Makroumwelt Das wesentliche Risiko für 2016 ist der drastische Absturz des Ölpreises: Diese Entwicklung stellt die Betreiber vor allem in Regionen mit hohen Förderkosten, wie beispielsweise Norwegen, vor eine enorme Herausforderung und senkt deren Investitionsbereitschaft. Wir gehen für das Jahr 2016 von einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises aus und rechnen mit einer weiterhin geschwächten Nachfrage unserer Kunden der Upstream-Ölindustrie. Immer unkalkulierbarer wird das geopolitische Umfeld: Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine verlängerte die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland. Die Embargobestimmungen schränkten unser Geschäft, im Besonderen mit deutschen Maschinenbauunternehmen, die nach Russland exportieren, ein. Eine ähnliche Beschleunigung von Krisensituationen sehen wir auch in anderen Regionen, wie beispielsweise Syrien. Da unser Geschäft in hohem Maße von der Entscheidungssicherheit der Energie- und Chemiekonzerne abhängt, die in solchen Situationen Entscheidungen vor sich herschieben, können diese Krisen unser Geschäftsvolumen in einzelnen Jahren massiv betreffen. Zudem beeinträchtigen die wirtschaftspolitische Unsicherheit in Südamerika sowie das sich abschwächende Wachstum in China die Weltwirtschaft. Falls die moderate Konjunkturerholung wieder zum Erliegen kommt, könnte dies negative Auswirkungen haben. Vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen, passen wir unsere Kostenstrukturen an das geänderte Marktumfeld an, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der R. STAHL Gruppe zu sichern. Markt/Wettbewerb R. STAHL ist in einem dynamischen und attraktiven Markt aktiv, unser Geschäft hängt stark vom Investitionsklima in unseren Kundenbranchen ab. Um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch neue Anbieter im Komponentengeschäft zu begegnen, festigen wir unsere Marktposition durch den kontinuierlichen Ausbau unserer Technologieführerschaft und die effizientere Gestaltung unserer internen Prozesse. Auch im Systemgeschäft, in dem die Markteintrittsbarrieren höher sind und damit das Konkurrenzrisiko geringer ist, ist der Eintritt neuer Wettbewerber nicht auszuschließen. Den Herausforderungen des Marktes begegnen wir mit unserem exzellenten Know-how und unserer langjährigen Erfahrung. Aufgrund des niedrigen Ölpreises versuchen zahlreiche Energiekonzerne ihre Kosten zu senken und erhöhen den Preisdruck auf ihre Lieferanten. Die verschärfte Preispolitik stellt ein Risiko für unsere Ergebnismarge dar. Neben dem reinen Marktrisiko besteht das Risiko, dass politische und wirtschaftliche Ereignisse R. STAHLS Geschäftsverlauf beeinflussen könnten. Dank unserer internationalen Diversifikation können wir auf regionale Marktentwicklungen flexibel reagieren und unsere Kunden dabei unterstützen, ihre Bedürfnisse vor Ort zu erfüllen und ihre Kosten durch die Effizienz unseres einzigartigen Portfolios zu reduzieren. Risiken aus unterstützenden Prozessen In der Branche Explosionsschutz geht es in erster Linie um die Sicherheit von Menschen, Maschinen und der Umwelt. Deshalb hat die Qualität unserer Produkte oberste Priorität. Produktfehler führen, beispielsweise auf Grund mehrfacher Fehlersicherheit, hierbei nicht zwangsläufig zu lebensgefährlichen Situationen, sie können jedoch den Ruf des Unternehmens in hohem Maße schädigen. Eine bedeutende Rolle hinsichtlich der Risikominimierung im Bereich Qualität spielt ein konsequentes Qualitätsmanagement mit kontinuierlichem Verbesserungsprozess. Eine vollständige Qualitätskontrolle aller gefertigten Einzelbestandteile oder Lösungen ist für die meisten unserer Produkte unerlässlich. Zudem unterliegen auch zugelieferte Bestandteile und deren Lieferanten strengen Qualitätsanforderungen und müssen sich detaillierten Kontrollen unterziehen. Sorgfältige Kontrollen und Qualitätsprüfungen verursachen zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand, andererseits verschaffen uns unsere hohen Qualitätsstandards und unser Know-how im Explosionsschutz einen Wettbewerbsvorteil und wirken sich positiv auf Absatz und Image unserer Produkte aus. Im Zuge des wachsenden Konkurrenzdrucks in allen Branchen der Elektronikindustrie gewinnen Lieferzeit und Liefertreue kontinuierlich an Bedeutung für die Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Zu lange Lieferzeiten oder nicht eingehaltene Liefertermine stellen ein Risiko für die Kundentreue und damit die Umsatzzahlen dar. Neben vorangegangenen Maßnahmen zur Optimierung unserer Logistik- und Fertigungsprozesse im Jahr 2012 sowie der Festlegung zusätzlicher standardisierter Arbeitsabläufe im Jahr 2013 konnten 2014 verkürzte Entwicklungszeiten aufgrund des neustrukturierten Entwicklungszentrums erreicht werden. Zusätzlich haben wir zum Jahresende 2015 ein internes Projekt zur weiteren Verbesserung der Liefertreue und Ausrichtung aller Tätigkeiten auf die Einhaltung der bestätigten Liefertermine initiiert. Wie bereits in den Vorjahren haben wir intensiv an der Verbesserung der IT-Sicherheit gearbeitet, um das Risiko von externen aber auch internen Bedrohungen zu minimieren. Externe Auditoren haben uns hierbei wiederholt einen guten Sicherheitsstandard attestiert. Der Fokus lag dabei 2015 auf der Einführung einheitlicher IT-Serviceprozesse und der detaillierten Beschreibung der IT-Dienstleitungen, mit dem Ziel Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar zu definieren. 2016 werden wir diesen IT-Servicekatalog mit dem Schwerpunkt „Business Continuity" weiter verfeinern, den bereits guten Standardisierungsgrad weiter vorantreiben sowie die Ablösung der abgekündigten Server Betriebssysteme fertigstellen. Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind nicht aufgetreten. Strategische Risiken Im Rahmen unseres 2015 abgeschlossenen Investitionsprogramms haben wir unsere Kapazitäten weltweit erweitert: An unseren Produktionsstandorten, wie beispielweise in Köln, Houston und Chennai, bezogen wir größere Gebäude, und an anderen Standorten, wie etwa am Hauptsitz in Waldenburg, in Weimar und in den Niederlanden, haben wir unsere Produktionsfläche erweitert. Unser Expansionsprogramm ermöglicht uns mittelfristig verstärktes Wachstum, die Kapazitäten sind angesichts der anspruchsvollen Marktsituation noch nicht ausreichend ausgelastet. Bei der Erschließung neuer Märkte und Branchen sowie beim Ausbau bestehender Vertriebsgebiete können sich Risiken ergeben, die im Vorfeld nicht vollständig einschätzbar sind. Wir analysieren das Risikopotenzial einzelner Märkte und Branchen in den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt sehr genau und berücksichtigen es bei der Risikobeurteilung. Die Risiken im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Unternehmens behandeln wir mit der entsprechenden Sorgfalt. Nach wie vor als eher gering stufen wir das Risiko von Produkt- und Markenpiraterie ein. Kontinuierliche Verbesserungen unserer Produkte und Produktionstechnologien bei den Kernprodukten, unser Spezialwissen sowie unsere Erfahrung verringern das Risiko, dass R. STAHL Produkte in vergleichbarer Qualität kopiert werden. Zudem sichern wir durch die Markteinführung zahlreicher Neuprodukte unsere Technologieführerschaft. Darüber hinaus bestehen Beschaffungsrisiken. Ausgelöst durch die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar entstand ein erhöhter Preisdruck bei elektronischen Bauteilen. Bei ölbasierten Grundstoffen, wie thermoplastischen Kunststoffen, kompensiert der Rückgang des Ölpreises den Wechselkurseffekt. Gesunkenen Rohstoffpreisen stehen steigende Personalkosten unserer Lieferanten gegenüber, so dass wir für 2016 per Saldo von einer geringfügigen Erhöhung unserer Beschaffungskosten ausgehen. Wir sehen 2016 keine Engpässe in der Materialverfügbarkeit, weshalb wir das Risiko der Rohstoffknappheit als gering einstufen. Aufgrund des abgestürzten Ölpreises klagen unsere Lieferanten zum Teil über eine rückläufige Nachfrage, wodurch deren Insolvenzrisiko steigt. Wir minimieren dieses Risiko durch aktives Monitoring von Finanzdaten der wichtigsten Zulieferer sowie durch die Beobachtung von Preisverhalten und Lieferservice. Beispielsweise durch Second Source Freigaben minimieren wir die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten kontinuierlich. Leistungswirtschaftliche Risiken Neben unserem Standort in Waldenburg haben wir im Laufe der vergangenen Jahre weitere internationale Produktionsstandorte aufgebaut. Mit dieser Vorgehensweise stellt sich R. STAHL der wachsenden Anforderung internationaler Kunden an die Verfügbarkeit von Ansprechpartnern vor Ort und entsprechend verkürzte Lieferzeiten. Die Produktionskapazität in einzelnen Regionen wurde erheblich gesteigert. Während bisher der Großteil unserer Aufträge am Hauptsitz in Waldenburg abgewickelt wurde, können Kunden inzwischen vermehrt von unseren internationalen Produktionsstandorten aus bedient und entsprechende regionale Gegebenheiten und technische Besonderheiten besser berücksichtigt werden. Im Gegenzug muss durch diese Situation das Risiko einer leicht schwankenden Auslastung am Stammsitz in Waldenburg hingenommen werden. Auf diese Schwankungen müssen wir flexibel mittels überlegtem Kapazitätsmanagement reagieren. Personalrisiken Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und insbesondere des gefallenen Ölpreises haben wir 2015 einen weltweiten sozialverträglichen Stellenabbau durchgeführt. Personalabbau führt unweigerlich zu einem Verlust von Erfahrungswissen und Know-how. Eine gute Balance zwischen notwendiger Kosteneinsparung und dem Erhalt der Qualifikation minimiert das Risiko von Wissensverlust. Die durch den Stellenabbau herbeigeführte Arbeitsverdichtung wird mittels Prozess- und Strukturanpassungen ermöglicht. Finanzwirtschaftliche Risiken Wie viele andere international tätige Unternehmen sind auch wir von den Wechselkursen wichtiger Währungen abhängig – bei einer für uns ungünstigen Bewegung können Wettbewerbsnachteile entstehen. Dem wirken wir entgegen, indem wir Produktionskapazitäten in anderen Währungsräumen, wie beispielsweise den USA, aufgebaut haben. Grundsätzlich werden die vorhandenen und geplanten Fremdwährungsvolumen durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Da die Wechselkursentwicklungen in der jüngsten Vergangenheit vor dem Hintergrund des niedrigen Ölpreises durch hohe Volatilität gekennzeichnet waren, ist eine Prognose der weiteren Entwicklung nicht möglich. Insbesondere die Entwicklung des US-Dollar, der den Großteil unseres Fremdwährungsvolumens einnimmt und zudem die Entwicklung anderer Währungen beeinflusst, ist für uns ausschlaggebend. Zur Finanzierung unserer geschäftlichen Aktivitäten nehmen wir grundsätzlich fristenkongruent Fremdkapital auf. Die Finanzierung unserer Immobilien erfolgt standardmäßig zu Festzinssätzen. Negative Auswirkungen aus variierenden Zinssätzen können Risiken darstellen, die wir bei Bedarf ebenfalls über derivative Finanzinstrumente absichern. Zinszahlungen für zwei bestehende Darlehen sind durch Zinsderivate gesichert. Der Einsatz der Sicherungsinstrumente erfolgt ausschließlich zur Absicherung der Risiken, die sich aus Schwankungen des allgemeinen Marktzinsniveaus bei der bestehenden Fremdkapitalaufnahme ergeben. Grundsätzlich sind die Laufzeiten der Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte an den Grundgeschäften ausgerichtet. Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichen, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung sowie die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind konzerneinheitlich festgelegt. Im Wesentlichen gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung. Aufgrund der fortlaufenden Überwachung unserer Außenstände sowie der Berücksichtigung von Wertberichtigungen ist das Kreditrisiko gering. Im September 2015 hat die R. STAHL AG einen Konsortialkreditvertrag zur Finanzierung des Konzerns abgeschlossen. Der Vertrag sieht eine Barlinie von EUR 80 Mio. sowie eine Avallinie von EUR 15 Mio. und eine Erweiterungsoption von EUR 25 Mio. vor. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Der Konsortialkreditvertrag enthält marktübliche Vereinbarungen zur Einhaltung der Finanzierungsstärke (Financial Covenants), die bei Verletzung zu einer vorzeitigen Fälligkeit führen würden. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben könnten, sind nicht zu erkennen. Da wir zusätzlich über nicht genutzte Barkreditlinien verfügen, ist unser Liquiditätsrisiko niedrig. Das Forderungsausfallrisiko ist durch das angespannte Marktumfeld infolge des niedrigen Ölpreises leicht gestiegen. Das Geschäft unserer Kunden der Energiebranche ist stark vom Ölpreis abhängig und wird durch die aktuelle Entwicklung beeinträchtigt. Dem Risiko der Zahlungsunfähigkeit einzelner Kunden beugen wir durch gezieltes Monitoring vor und nehmen bei Bedarf Wertberichtigungen vor. Für Cash-Management, Liquiditätsplanung und Währungsmanagement setzt R. STAHL ein Trea-sury Management-System ein. Eine detaillierte Beschreibung der zum Bilanzstichtag gehaltenen Sicherungsinstrumente sowie weitere Angaben zu den Währungs-, Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sind im Konzernanhang unter den Punkten „Derivative Finanzinstrumente" und „Management von Finanzrisiken" zu finden. Compliance-Risiken Als in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft unterliegt die R. STAHL AG den deutschen Rechtsvorschriften zur Unternehmensführung sowie den Anforderungen weiterer Rechtssysteme. Das regulatorische Umfeld hat sich in den letzten Jahren signifikant verschärft – insbesondere durch die striktere Anwendung einiger Gesetze sowie die Erweiterung und Verschärfung von Straftatbeständen, beispielsweise der Antikorruptionsgesetze in Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich („Foreign Corrupt Practices Act" beziehungsweise „Bribery Act"). Diese Regelungen sind sehr komplex. Jede Nichteinhaltung der einschlägigen Gesetze und Vorschriften oder jede gegen unser Unternehmen vorgebrachte Beschuldigung eines Gesetzesverstoßes, ob gerechtfertigt oder nicht, könnte sich in erheblichem Maße negativ auf das Ansehen und damit auch auf den Börsenkurs und die Geschäftstätigkeit auswirken. Eine exakte Bewertung dieser Risiken ist aufgrund der Vielzahl von relevanten gesetzlichen und rechtlichen Anforderungen sowie der ebenso großen Anzahl möglicher Verstöße schwierig. Wir prüfen laufend neue gesetzliche Anforderungen sowie neue Entwicklungen im Compliance-Umfeld, die in unserer Branche oder in der Wirtschaft allgemein auftreten. Auf Basis dieser Informationen und anderer verfügbarer Quellen bringen wir unsere Compliance-Regeln kontinuierlich auf den neuesten Stand, um möglichst effektiv dafür zu sorgen, dass unsere Mitarbeiter unsere Verhaltensrichtlinie („Code of Conduct") kennen und sie einhalten. Für diesen Prozess ist der Konzern-Compliance-Beauftragte zuständig, der in diesem Bereich alle Maßnahmen koordiniert, die sich auf die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien („Compliance") beziehen. Trotz der bestehenden Compliance-Regeln und vorhandener interner Kontrollsysteme kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Personen unsere Kontrollmechanismen vorsätzlich umgehen, um sich persönlich einen Vorteil zu verschaffen. Obwohl wir den Eintritt dieses Risikos als sehr unwahrscheinlich einschätzen, können negative Auswirkungen auf das Ansehen unseres Unternehmens, unsere Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entstehen. Gesamtaussage zur Risikosituation Dank der permanenten Beobachtung, Analyse und Bewertung der Risikolandschaft sowie der Risikosteuerung durch ein konzernweit einheitliches Risikofrühwarnsystem ist aus heutiger Sicht die Risikosituation im R. STAHL Konzern überschaubar, kalkulierbar und begrenzt. Nach unserer derzeitigen Einschätzung bestehen aktuell und in absehbarer Zukunft keine wesentlichen Einzelrisiken, die als existenziell einzuordnen wären. Das Gesamtrisikopotenzial liegt unter dem Vorjahresniveau. Nach wie vor gehen die wesentlichen Risiken vom Markt aus, und es herrscht weiterhin ein intensiver Wettbewerb in allen Marktsegmenten. Die größte Herausforderung stellt der niedrige Ölpreis dar, da er die Investitionsbereitschaft in einer unserer Kundenbranchen wesentlich beeinträchtigt. Durch frühzeitige Situationsanalyse und Maßnahmendefinition wirken wir diesem Risiko entgegen. Aufgrund der wirtschaftspolitischen Instabilität in Brasilien und den daraus resultierenden Risiken sind wir mit der brasilianischen Tochter der steute GmbH & Co. KG eine Partnerschaft eingegangen. Von dieser Zusammenarbeit erwarten wir die Erschließung neuer Kundenpotentiale im brasilianischen Markt. Die politische Situation in Russland und der Ukraine schränkt weiterhin unser Geschäft ein. Zudem können die Konflikte in anderen Regionen unsere Geschäftsentwicklung beeinflussen. Die Risiken, die sich hieraus ergeben können, sind derzeit nicht im Detail kalkulierbar. R. STAHL ist ein solides Unternehmen mit ausgewogener Kapitalstruktur und einem ausgereiften Geschäftsmodell. Eine gesunde Finanzierung sichert den Fortbestand des Konzerns, und im Verhältnis zum Eigenkapital bewegt sich unser Risiko in einem überschaubaren unternehmerischen Rahmen. R. STAHLS auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensführung sichert den langfristigen Erfolg und die Zukunft des Konzerns. Chancen- und PrognoseberichtChancen Chancen zu identifizieren und wahrzunehmen, ist bei R. STAHL Aufgabe des operativen Managements. Wir beobachten die Marktentwicklung kontinuierlich, analysieren die Trends in unseren Absatzbranchen und identifizieren im Dialog mit Kunden, Lieferanten sowie Partnern neue Anforderungen. Gemeinsam mit dem Vorstand werden im Rahmen regelmäßig stattfindender Strategietagungen die Chancen sowie deren Potenziale diskutiert und darauf basierend Strategien für die zukünftige Ausrichtung der R. STAHL Gruppe abgeleitet. Soll eine Chance verfolgt werden, werden dafür abhängig von der jeweiligen Komplexität ein Budget festgelegt und die nötigen Kapazitäten zugewiesen. Die Chancen werden getrennt vom Risikomanagementprozess erhoben und nicht gemeinsam mit diesem berichtet. Langfristige Chancen Langfristig bedeutet der stetig wachsende Energiebedarf der Menschheit eine Wachstumschance für R. STAHL. Neben der voranschreitenden industriellen Entwicklung insbesondere in den Schwellenländern sorgt vor allem die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern für eine kontinuierlich steigende Energienachfrage. Da Kohle als Energieträger auf immer mehr gesellschaftliche Ablehnung stößt, wird die Energieversorgung zunehmend durch moderne Erdgaskraftwerke oder Erdölverbrennung sichergestellt. Auch den gesellschaftspolitisch geforderten Ausbau der erneuerbaren Energien betrachten wir als Chance. Um eine stabile Energieversorgung sicherzustellen, müssen effiziente Speichermöglichkeiten geschaffen werden. Eine der aussichtsreichsten Möglichkeiten ist derzeit die Umwandlung von Wind- und Solarenergie in Wasserstoff, Methan oder Methanol. Da alle bekannten Trägerstoffe explosionsfähig sind, ergibt sich ein entsprechender Explosionsschutzbedarf. Den Erdgas-Marktpreis bestimmen zu etwa 80 % die Transportkosten, und der herkömmliche Transport über Pipelines schafft eine hohe Abhängigkeit der Kunden vom Lieferanten, was im Rahmen der Ukrainekrise bei einigen Betreibern Probleme verursachte. Aufgrund dieser Entwicklung steigt die Nachfrage nach Transportschiffen, sogenannten LNG-Tankern. R. STAHL bietet den Betreibern dieser Schiffe ein breites Spektrum explosionsgeschützter Ausrüstung und profitiert von dem zunehmenden Bedarf. Aus der fortschreitenden Expansion der Weltbevölkerung ergibt sich ein Anstieg des Nahrungsmittelbedarfs, der zu einer erhöhten Nachfrage nach Lösungen für den Staubexplosionsschutz in der Nahrungsmittelindustrie führt. Auch im steigenden Bedarf an medizinischer Betreuung und der dadurch zunehmenden Nachfrage nach Pharmazeutika sehen wir Chancen – in der westlichen Welt vor allem aufgrund der Alterung der Gesellschaft sowie des gesteigerten Gesundheitsbewusstseins. In den Schwellenländern nimmt mit dem Anteil der Mittelschicht auch der Wunsch nach einem gehobenen Lebensstil zu, womit sich der chemischen und pharmazeutischen Branche langfristige Wachstumspotenziale eröffnen. Der politische Wille nach einer Durchsetzung ausreichend hoher Sicherheitsstandards in der Prozessindustrie treibt unser Geschäft an. Explosionsunglücke in Ländern wie Taiwan haben die Regierungen veranlasst, Gesetze und Vorschriften zum Explosionsschutz zu verschärfen und auf deren Einhaltung zu drängen. So hat beispielsweise die taiwanesische Regierung nach schweren Explosionsunglücken im Süden des Landes 2014 sowie in Taipei 2015 die nationale Arbeitsschutzbehörde OSHA angewiesen, kurzfristig das IECEx-System direkt und umfassend in nationales Recht zu überführen. Wir profitieren von der gestiegenen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für Anlagensicherheit. Mittelfristige Chancen Mittelfristige Chancen umfassen die Erschließung von Regionen und Kundenbranchen, die Harmonisierung unserer IT-Infrastruktur sowie die zielgerichtete Forschung und Entwicklung. Im Explosionsschutz sind Produktinnovationen auf Basis eines genauen Verständnisses der lokalen Kundenbedürfnisse essenziell für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Mit ihnen schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden und etablieren uns als kompetenter Partner. Da unsere Kunden vermehrt auf LED-Beleuchtung setzen, haben wir die entsprechenden Produkte auf diesen Trend ausgerichtet und unsere Technologieführerschaft durch eine schnelle Marktpenetration gesichert. Wir sehen die Chance, dass unsere Kunden zukünftig vermehrt die neue LED-Technologie einsetzen. Produktseitig besteht zudem eine Chance aufgrund verstärkter Nachfrage nach ganzheitlicher Systemkompetenz, zusätzliches Wachstum mit Systemlösungen zu generieren – ein Marktpotenzial, das wir aufbauend auf unserer Technologieführerschaft sowie unserer spezifischen Erfahrung in Zukunft weiter nutzen wollen. Regional bietet uns die Öffnung weiterer Märkte für den Explosionsschutz-Standard IECEx neue Chancen: Der Standard erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei internationalen Projekten beispielsweise wird die auf IECEx basierende Technologie im Mittleren Osten bereits erfolgreich in Großprojekten eingesetzt. Darüber hinaus bietet die Öffnung des iranischen Marktes für uns zusätzliches Geschäftspotenzial: Nachdem die Europäische Union ihre 2012 verhängten Sanktionen aufhob, sind Geschäfte mit dem iranischen Energiesektor wieder erlaubt, westliche Unternehmen dürfen Ausrüstung für die Öl- und Gasfelder im Iran liefern. Unsere guten Geschäftsbeziehungen mit iranischen Öl-und Gasunternehmen werden uns helfen, zusätzliche Aufträge zu gewinnen. Kurzfristige Chancen Kurzfristige Chancen sehen wir insbesondere in der operativen Realisierung von Effizienzsteigerungspotenzialen auf Basis unseres 2015 angestoßenen Maßnahmenpakets, das unter anderem eine Produktionskostensenkung sowie die Straffung unseres Portfolios beinhaltet. Beide Initiativen führen zu Kostenvorteilen. Sollte der Ölpreis schneller als erwartet wieder ansteigen und unsere Kunden im Upstream-Markt wieder zu Investitionen motivieren, besteht die Chance, unsere Prognose für die Kernsteuerungsgrößen moderat zu übertreffen. Auch eine Verbesserung der konjunkturellen Lage in unseren Hauptmärkten würde sich zusätzlich positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken. Bei der Verfolgung unserer Chancen berücksichtigen wir immer auch die finanziellen Handlungsmöglichkeiten des R. STAHL Konzerns. Ungünstige konjunkturelle Rahmenbedingungen könnten dazu führen, dass wir bestehende Chancen nur verzögert oder nicht in vollem Umfang nutzen können. Ausführliche Informationen dazu und zu anderen Risiken finden Sie im Risikobericht. Prognose Robustes Wachstum der Weltkonjunktur Drei Faktoren beeinflussen derzeit den aktuellen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2016: Erstens wirkte sich die konjunkturelle Schwäche Chinas stärker auf die Importe und Exporte aus, als von Experten erwartet, und die chinesische Volkswirtschaft befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung ihrer wirtschaftlichen Aktivität weg von Investition und Produktion hin zu Konsum und Dienstleistung. Gedämpfte Nachfrage aus China und abnehmendes Vertrauen in die weitere Entwicklung der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigen auch das Wachstum anderer asiatischer Volkswirtschaften. Zweitens wirkt sich der niedrige Ölpreis, der nach einer scheinbaren Erholung im Frühsommer 2015 Anfang 2016 historische Tiefststände erreichte, insgesamt negativ auf die Weltwirtschaft aus. Vor allem erdölexportierende Nationen leiden unter den niedrigen Preisen: Ölförderer kürzen ihr Investitionsvolumen und die Finanzstärke der entsprechenden Länder nimmt ab, die positiven Effekte für erdölimportierende Volkswirtschaften in Form von geringeren Energiekosten der Unternehmen und privaten Haushalte blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Der letzte Einbruch des Ölpreises spiegelt insbesondere die Erwartungen des Marktes auf steigende Produktionsvolumen der OPEC-Staaten wider. Drittens beeinflusst die Geldpolitik der Nationalbanken den Ausblick auf das Jahr 2016: Während die USA ihre Geldpolitik im Kontext einer belastbaren Erholung der nationalen Wirtschaft strafft, setzen die Nationalbanken anderer großer Volkswirtschaften die Lockerung ihrer Geldpolitik fort. Diese drei Einflussfaktoren haben unterschiedliche Wirkung auf die Prognose des Weltwirtschaftswachstums 2016 – per Saldo erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Gesamtjahr 2016 eine Wachstumsrate von 3,4 %. In Deutschland gab der Ifo-Geschäftsklimaindex Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung, Experten gehen davon aus, dass die starke Binnennachfrage von negativen Effekten auf die Industrie überlagert wird. Da ölexportierende Länder wichtige Handelspartner für deutsche Hersteller sind, belastet der niedrige Ölpreis die Exportindustrie. Der IWF rechnet für 2016 mit einem Anstieg des BIP um 1,7 %. In Europa stützen der niedrige Ölpreis, eine Lockerung der Geldpolitik und der schwache Euro das Wachstum. Diesen positiven Effekten stehen allerdings eine gedämpfte Investitionsneigung sowie ein Rückgang der Nettoexporte gegenüber. Für die Euro-Region prognostiziert der IWF für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 %. Für Russland erwarten die Experten eine Konjunkturerholung und damit eine Verlangsamung des BIP-Rückgangs bei -1,0 %. Die Wirtschaft in den USA bleibt gemäß Einschätzungen des IWF mit einem Wachstum um 2,6 % widerstandsfähig – es wird unterstützt von noch immer günstigen Finanzkonditionen und einem verbesserten Arbeitsmarkt, dagegen belastet der starke Dollar die Produktionsaktivität und der niedrige Ölpreis beeinträchtigt das Investitionsvolumen in der Energiebranche. Die Prognose für Lateinamerika (-0,3 %) wird vor allem von der Rezession in Brasilien getrübt, während in Asien eine heterogene Entwicklung wahrscheinlich ist: Experten gehen von einem verlangsamten Wachstum in China aus, blicken jedoch optimistisch auf Indien und das übrige Asien. Heterogene Entwicklung unserer Kundenbranchen R. STAHLs wesentliche Absatzbranchen sind die Öl- und Gasindustrie, die pharmazeutische und chemische Industrie sowie die Offshore-Spezialschifffahrt. Seit Juni 2014 war der Ölpreis mit Ausnahme einer kurzen Erholungsphase im Frühsommer 2015 kontinuierlich gefallen und erreichte Anfang 2016 historische Tiefstwerte. Experten rechnen kurzfristig nicht mit einem signifikanten Preisanstieg, da zum einen auf der Angebotsseite keine Entlastung der Überproduktion in Sicht ist, denn die OPEC-Staaten wollen ihren Output aufrechterhalten und mit dem Iran drängt ein zusätzlicher Ölexporteur auf den Markt. Zum anderen zeichnet sich auch auf der Nachfrageseite aufgrund der Wirtschaftsschwäche einiger Schwellenländer, insbesondere China, keine Veränderung der Ölnachfrage ab. Der anhaltend niedrige Ölpreis wird sich unterschiedlich auf die verschiedenen Bereiche der Öl- und Gasindustrie auswirken: Der Upstream-Markt wird auch 2016 unter dem niedrigen Ölpreis leiden, Experten gehen von Investitionskürzungen der Ölförderer um durchschnittlich 19 % im Vergleich zu 2015 aus. Der Downstream-Bereich wird sich indes robust entwickeln, was für R. STAHL Potenzial für zusätzliche Projekte birgt. Aufgrund seiner Wettbewerbsstellung zum Öl steht auch der Gaspreis unter Druck, was sich jedoch nur in geringem Ausmaß auf die Nachfrage der Gas-Branche nach explosionsgeschützten Produkten und Systemen auswirken wird. Die Spezialschifffahrt im Offshore-Bereich entwickelt sich positiv, da die Kosten der Erdgasgewinnung stark von den Transportkosten abhängig sind und LNG-Tanker eine günstigere Alternative zu Pipelines darstellen. Die chemische Industrie hat sich 2015 gut entwickelt, und der Verband der chemischen Industrie (VCI) geht für 2016 von einem weiteren Anstieg der Chemieproduktion in Deutschland aus. Für die Chemieindustrie, insbesondere die Basischemie, ist der niedrige Ölpreis von Vorteil, da der Rohstoff ein Kostenfaktor für diese Branche ist. Laut VCI-Einschätzung wird sich der Produktionszuwachs in der deutschen Chemie 2016 auf 1,5 % belaufen. In den USA gehen Experten von einem Anstieg der Chemieproduktion um mehr als 3 % aus. Auch die weniger konjunkturabhängige Pharmaziebranche soll 2016 erneut wachsen. Wir haben 2015 Vertriebsmaßnahmen mit stärkerem Fokus auf die Chemie- und Pharmabranche angestoßen. Erste Erfolge erzielten wir beispielsweise in einer Petrochemieanlage in Indien, für die wir bereits Folgeaufträge erhielten. Wir rechnen 2016 mit einem Wachstum in dieser Branche. Erwartete Auftragseingangs- und Umsatzentwicklung Für das Geschäftsjahr 2016 rechnen wir – gestützt auf unseren hohen Auftragsbestand – mit einem Auftragseingang und Umsatzerlösen in Höhe von EUR 280 Mio. bis EUR 290 Mio. 2015 haben wir die R. STAHL-Gruppe an die veränderte Marktsituation angepasst und eine gute Basis für die Folgejahre geschaffen. Dazu beschlossen wir ein Maßnahmenpaket, das eine erhöhte Profitabilität und Marktpenetration zum Ziel hat. Marktseitig stützt sich die Strategie auf drei Säulen, die wir kontinuierlich weiterfolgen werden: Wir haben uns 2015 verstärkt auf die chemische und pharmazeutische Industrie konzentriert und gezielte Vertriebsaktivitäten angestoßen, um unsere Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie zu verringern. 2016 werden wir unsere Initiativen, wie beispielsweise die LED-Leuchtenkampagne, fortsetzen und erwarten daraus zusätzliche Aufträge. Zudem planen wir, Marktanteile mit unseren Automatisierungstechnik-Lösungen zu gewinnen. Wir gehen für 2016 von einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises und einer entsprechend geringen Investitionsneigung der Ölförderer aus. Den Einbruch der Öl- und Gasbranche nutzen wir, um unsere Upstream-Kunden bezüglich attraktiver Lösungen zu beraten, womit wir sowohl die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden verbessern als auch unsere Positionierung am Markt. Mit dieser Strategie unterstützen wir unser Geschäft nicht nur in der aktuellen Situation, sondern vor allem bei einem erneuten Anziehen des Ölpreises. Mit unserer Projektpipeline im Downstream-Bereich sind wir zufrieden und rechnen für 2016 mit Neu- und Folgeaufträgen. Mit neuen marktgerechten Produkten wie beispielsweise dem ganzheitlichen Helideck-Beleuchtungssystem überzeugen wir Kunden und erwarten weitere Aufträge. Regional sehen wir insbesondere den Raum Asien/Pazifik als Wachstumstreiber: Wir werden unsere installierte Basis dort erweitern und von der internationalen Präsenz der R. STAHL Gruppe profitieren. Chancen sehen wir vor allem in der Öffnung des iranischen Marktes, denn nachdem die Europäische Union und die USA Mitte Januar 2016 ihre Wirtschaftssanktionen offiziell aufgehoben haben, will der Iran seine Ölproduktion ausweiten. Dank unserer guten Geschäftsbeziehungen zu iranischen Kunden erwarten wir bereits 2016 erste Aufträge. Wir haben frühzeitig auf die Marktveränderungen reagiert und uns gut aufgestellt. Unsere Prognose steht unter dem Risiko politischer Konflikte mit überregionaler Wirkung und der allgemeinen Abschwächung der Weltkonjunktur. Währungsumrechnungseffekte sind nicht Bestandteil der Prognose. Erwartete Ertragslage Der Volumenrückgang des Upstream-Bereichs der Öl- und Gasindustrie führt dazu, dass unsere Kapazitäten, die wir in den vergangenen Jahren weltweit erweitert hatten, nicht wie erwartet ausgelastet werden. Da wir in der Konsequenz noch nicht von einer entsprechenden Fixkosten-degression profitieren, steuern wir mit unserem Maßnahmenpaket zur Kostensenkung gegen. 2016 steht Profitabilitätssteigerung im Zentrum unseres Handelns dafür haben wir 2015 die Grundlage geschaffen: Wir haben unsere Personalstruktur der geringeren Nachfrage der Öl-und Gasindustrie angepasst sowie unsere Sachkosten gesenkt und damit im Berichtsjahr bereits weite Teile unseres Kostensenkungsprogramms umgesetzt. 2016 verfolgen wir unsere Projekte zur Produktionskostenreduktion weiter, erste Meilensteine haben wir bereits erreicht. Zudem haben wir uns die Straffung unseres Produktportfolios auf die Agenda gesetzt. Insgesamt erwarten wir aus dem Maßnahmenpaket eine positive Ergebniswirkung von rund EUR 20 Mio. ab 2016. Bei einem Umsatzvolumen von EUR 280 Mio. bis EUR 290 Mio. rechnen wir für das Geschäftsjahr 2016 mit Profitabilitätsverbesserungen und damit einem deutlichen Anstieg der EBIT-Marge auf 5 % bis 7 %. Daraus ergibt sich ein Prognosekorridor für das EBIT von EUR 14 Mio. bis EUR 20 Mio. Auch für die Folgejahre sind wir nach der Realisierung unserer Kosteninitiativen gut aufgestellt und gehen von einem profitablen Wachstum aus. Erwartete Finanzlage Die Eigenkapitalquote des R. STAHL Konzerns lag zum Jahresende bei 36,2 % ein solides Fundament für unsere weitere Entwicklung. Auch in den Folgejahren streben wir eine nachhaltig stabile Eigenkapitalquote an. Nachdem wir im Herbst 2015 einen Konsortialkreditvertrag über EUR 95 Mio. abgeschlossen haben, sind wir auch auf der Fremdkapitalseite solide aufgestellt. Wir rechnen für 2016 mit einem verbesserten Free Cashflow, insbesondere aufgrund des sinkenden Investitionsvolumens. Erwartete Investitionen und Akquisitionen 2015 haben wir unser Investitionsprogramm mit dem Bau des neuen Produktions- und Entwicklungscenters in Köln abgeschlossen. Unser Investitionsvolumen wird daher 2016 deutlich unter dem Niveau des Berichtsjahres liegen. Vor dem Hintergrund des niedrigen Ölpreises findet eine Konsolidierung am Markt statt. Wir analysieren kontinuierlich potenzielle Akquisitionsobjekte und legen dabei besonderen Wert auf einen strategischen Vorteil: Für uns ist der Erwerb eines Unternehmens sinnvoll, wenn wir dadurch unser Produktportfolio erweitern oder in neue Märkte vorstoßen können. GesamteinschätzungR. STAHL agierte 2015 in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Wir haben den Markttrend frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Unsere Initiativen zur Kostensenkung haben wir im Wesentlichen abgeschlossen und damit die Basis für Profitabilitätssteigerungen in den Folgejahren gelegt. Wir nutzen unsere Chancen am Markt und profitieren von unseren Produktneuheiten, die verstärkt von der Chemie- und Pharmaziebranche nachgefragt werden. Mit gezielten Vertriebsmaßnahmen werden wir unsere Marktpenetration in diesen Branchen erhöhen und auch unsere Positionierung bei Kunden der Öl- und Gasindustrie optimieren. Wir haben unsere Strukturen auf die aktuelle Marktsituation ausgerichtet und sind für das Geschäftsjahr 2016 gut aufgestellt. Bei einem erwarteten, um Währungsumrechnungseffekte bereinigten Umsatzkorridor von EUR 280 Mio. bis EUR 290 Mio. rechnen wir mit einem EBIT zwischen EUR 14 Mio. und EUR 20 Mio.
Waldenburg, den 18. Mai 2016 R. Stahl Aktiengesellschaft Vorstand Martin Schomaker Bernd Marx Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handels- und aktienrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Diese Bestätigung erteilen wir aufgrund unserer pflichtgemäßen am 6. April 2016 abgeschlossenen Abschlussprüfung und unserer Nachtragsprüfung, die sich auf die Entnahme von anderen Gewinnrücklagen in den Bilanzgewinn und die Änderung der entsprechenden Angaben im Anhang und Lagebericht bezogen hat. Auf die Begründung der Änderung durch die Gesellschaft im geänderten Anhang wird verwiesen. Die Nachtragsprüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Stuttgart, den 6. April/25. Mai 2016 Ebner Stolz GmbH & Co. KG Dr. Volker Hecht, Wirtschaftsprüfer Annette Lang, Wirtschaftsprüferin Angabe gemäß § 328 HGBDer Jahresabschluss der R. Stahl Aktiengesellschaft, Waldenburg, für das Geschäftsjahr 2015 ist durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 25. Mai 2016 festgestellt worden. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||