R. Stahl AGWaldenburgHalbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2020Zwischenbericht1. HALBJAHR 2O2O Dieser Bericht liegt in deutscher und englischer Sprache vor, beide Fassungen sind
auch auf unserer Website www.r-stahl.com unter der Rubrik Unternehmen/Investor Relations/Finanzberichte
verfügbar. Er enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen
der Unternehmensleitung von R. STAHL beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen
dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren,
dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und
Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich
von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen
verursachen können, gehören unter anderem: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen
Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde
Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie.
Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch R. STAHL ist weder geplant
noch übernimmt R. STAHL die Verpflichtung dafür. Die Inhalte dieses Berichts sprechen alle Geschlechter gleichermaßen an. Lediglich
aus Gründen der Lesbarkeit und ohne jede Diskriminierungsabsicht wird die männliche
Form verwendet. Damit sind alle Geschlechter einbezogen. Rundungen und Veränderungsraten Bei Prozent- und Zahlenangaben können in diesem Bericht Rundungsdifferenzen auftreten.
Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten:
Verbesserungen werden mit "+" bezeichnet, Verschlechterungen mit "-". Veränderungsraten
>+100 % werden als >+100 % angegeben, solche <-100 % als "n. a." (nicht anwendbar). R. STAHL-KONZERNKennzahlenscroll
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1)
Afrika und Europa ohne Deutschland ZWISCHENBERICHT der R. Stahl Aktiengesellschaft für den Zeitraum 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2020WESENTLICHE THEMEN IM BERICHTSZEITRAUM
R. STAHL übernimmt OOO R. Stahl, Moskau (Russische Föderation) zu 100 % Im Zuge der Neuaufstellung der Vertriebsaktivitäten in der Russischen Föderation
hat R. STAHL im April 2020 weitere 40 % der stimmberechtigten Anteile an der OOO R.
Stahl, Moskau (Russische Föderation) zum Preis von 226 Tsd. € erworben. Der Anteilsbesitz
beträgt damit 100 %. R. STAHL verlängert vorzeitig den Vorstandsvertrag mit Dr. Mathias Hallmann und beruft Jürgen Linhard als weiteres Mitglied in den Vorstand Im April hat der Aufsichtsrat der R. STAHL AG Dr. Mathias Hallmann für weitere drei
Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt und damit dessen Vertrag vorzeitig verlängert.
Das neue Mandat beginnt am 1. Oktober 2020. Gleichzeitig wurde Jürgen Linhard, zuletzt
tätig bei der Diehl Aviation Hamburg GmbH als kaufmännischer Leiter, mit Wirkung zum
1. Mai 2020 zum Mitglied des Vorstands der R. STAHL AG mit Verantwortung für das Finanzressort
berufen. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren. R. STAHL beruft Aktionärinnen und Aktionäre zur 27. Ordentlichen Hauptversammlung am 30. Juli 2020 ein Am 22. Juni hat R. STAHL die Aktionärinnen und Aktionäre zur 27. Ordentlichen Hauptversammlung
am 30. Juli 2020 einberufen. Die Versammlung wird als virtuelle Veranstaltung ohne
physische Präsenz der Aktionäre sowie ihrer Bevollmächtigten in den Geschäftsräumen
am Konzernsitz der Gesellschaft abgehalten. Die ursprünglich für den 28. Mai 2020
vorgesehene Hauptversammlung musste aufgrund gesetzlicher Versammlungsbeschränkungen
zur Vermeidung der mit der Ausbreitung von CO-VID-19 verbundenen Infektionsgefahren
im März abgesagt werden. KONZERNLAGEBERICHT
GeschäftsverlaufUmsatz Im 2. Quartal 2020 hat R. STAHL einen Umsatz in Höhe von 59,7 Mio. € erzielt (Q2
2019: 65,5 Mio. €). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 8,8 %.
Wie schon zu Ende des Vorquartals wirkte sich hier die weiter zunehmende globale Verbreitung
der CO-VID-19-Pandemie aus, die große Teile des öffentlichen Lebens und des Wirtschaftsgeschehens
lahmlegte und zu dem stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit Ende des Zweiten Weltkriegs
führte. Zwar konnten wir durch frühzeitig getroffene Maßnahmen zum Schutz unserer
Belegschaft und zum Erhalt unserer Einsatz- und Lieferfähigkeit unseren Geschäftsbetrieb
weitestgehend aufrechterhalten. Verzögerungen bei Transport und Warenannahme auf Seiten
einiger Kunden hatten jedoch zur Folge, dass fertiggestellte Erzeugnisse teilweise
nicht ausgeliefert und dadurch im Berichtsquartal nicht verumsatzt werden konnten.
Mit Ausnahme von Deutschland war die Umsatzentwicklung in allen Regionen rückläufig. In Deutschland legte der Umsatz um 3,5 % auf 15,0 Mio. € zu (Q2 2019: 14,5 Mio. €).
Das niedrigere Niveau des Vorjahres war beeinflusst von der planmäßigen Einführung
einer neuen Lagerhaltungssoftware am Standort Waldenburg, die dort zu einem temporären
Lieferengpass geführt hatte. Der Umsatz in der Zentralregion - bestehend aus Afrika
und Europa ohne Deutschland - gab um 5,0 % auf 28,6 Mio. € nach (Q2 2019: 30,1 Mio.
€). Zweistellige Rückgänge verzeichneten die Regionen Amerika mit einem Einbruch um
33,8 % auf 5,4 Mio. € (Q2 2019: 8,2 Mio. €) und Asien/Pazifik mit einem Minus von
15,6 % auf 10,7 Mio. € (Q2 2019: 12,7 Mio. €). Während die ersten drei Monate 2020 mit 78,8 Mio. € noch von starker Nachfrage geprägt
waren, gingen im Mai die Bestellungen deutlich zurück: Mit 60,7 Mio. € lag der Auftragseingang
im Berichtsquartal um 12,2 % unter Vorjahr (Q2 2019: 69,1 Mio. €) bzw. 23,0 % unter
dem Vorquartal. Demgegenüber lag der Auftragsbestand zum Ende des Berichtszeitraums
mit 79,7 Mio. € auf unverändert solidem Niveau (31. März 2020: 79,9 Mio. €). In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres erwirtschaftete R. STAHL einen Umsatz
in Höhe von 124,8 Mio. €, ein Rückgang um 6,2 % gegenüber dem Vorjahr (6M 2019: 133,0
Mio. €). Darin spiegelt sich insbesondere das erheblich durch die COVID-19-Pandemie
beeinflusste schwache 2. Quartal wider. Der um 1,0 % auf 139,4 Mio. € leicht verbesserte
Anstieg beim Auftragseingang (6M 2019: 138,1 Mio. €) war getrieben von der sehr starken
Nachfrage in den ersten vier Monaten 2020. Konzernumsatz nach Regionenscroll
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EBITDA und EBIT Der geringere Umsatz machte sich im 2. Quartal 2020 auch beim Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen bemerkbar, doch konnten die
Auswirkungen durch frühzeitig eingeleitete Maßnahmen zur Kostenkontrolle, insbesondere
der Personalkosten, spürbar gedämpft werden. Dem Umsatzrückgang um 5,8 Mio. € stand
so eine vergleichsweise moderate Verringerung des EBITDA vor Sondereinflüssen um 1,5
Mio. € auf 3,9 Mio. € gegenüber (Q2 2019: 5,4 Mio. €). Darin enthalten sind Sondereinflüsse
in Höhe von -0,3 Mio. €, die im Jahresvergleich wie bereits im Vorquartal deutlich
rückläufig waren (Q2 2019: -1,2 Mio. €). Daraus resultierte im 2. Quartal 2020 ein
EBITDA in Höhe von 3,6 Mio. € (Q2 2019: 4,2 Mio. €). Aufgrund der Verzögerungen bei Warenauslieferungen erhöhte sich der Bestand an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Mio.
€. Die Gesamtleistung ging um 8,1 % auf 61,7 Mio. € zurück (Q2 2019: 67,2 Mio. €).
Der Umsatzentwicklung folgend verringerte sich auch der Materialaufwand um 8,7 % auf
20,9 Mio. € (Q2 2019: 22,9 Mio. €). Dennoch zeigte sich die Materialaufwandsquote
mit 33,8 % der Gesamtleistung im Jahresvergleich leicht verbessert (Q2 2019: 34,1
% der Gesamtleistung). Der Personalaufwand sank im Berichtsquartal deutlich um 6,3 % auf 29,3 Mio. € (Q2
2019: 31,3 Mio. €). Hierzu trugen vor allem angepasste Bonusrückstellungen und der
Abbau tariflicher Sonderzahlungsansprüche (T-ZUG) an deutschen Standorten sowie in
geringerem Umfang gesunkene, als Sondereinflüsse ausgewiesene Abfindungen bei. Die
gegenüber dem Vorjahr gestiegene Zahl der Mitarbeiter ist auf die im 3. Quartal 2019
erfolgte Vollkonsolidierung der R. STAHL SOUTH AFRICA (vormals ESACO Pty Ltd.) zurückzuführen. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen verbesserte sich
im 2. Quartal 2020 auf -8,0 Mio. € (Q2 2019: -8,8 Mio. €). Darin spiegeln sich auch
gesunkene Rechts- und Beratungskosten sowie erhaltene Versicherungszahlungen im Zusammenhang
mit dem im Juni 2019 angekündigten Leuchten-Rückruf wider. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich
im Berichtsquartal auf 4,2 Mio. € (Q2 2019: 3,3 Mio. €). Für das EBIT ergab sich in
Summe ein Rückgang um 1,5 Mio. € auf -0,6 Mio. € (Q2 2019: 0,9 Mio. €). Die rückläufige Umsatzentwicklung in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres
resultierte in einem Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen, der durch kostensenkende
Maßnahmen auf 4,5 Mio. € begrenzt werden konnte. Insgesamt wurde ein EBITDA vor Sondereinflüssen
in Höhe von 8,6 Mio. € erzielt (6M 2019: 13,1 Mio. €). Dabei führten deutlich niedrigere
Abfindungszahlungen sowie gesunkene Rechts- und Beratungskosten zur Verringerung der
Sondereinflüsse um 2,2 Mio. € auf -0,4 Mio. € (6M 2019: -2,6 Mio. €). Der Rückgang
des EBITDA war daher mit 2,2 Mio. € auf 8,2 Mio. € (6M 2019: 10,5 Mio. €) im Berichtszeitraum
vergleichsweise moderat. Überleitung von EBITDA vor Sondereinflüssen zu EBITscroll
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Die umgesetzten Kostenreduktionsmaßnahmen im 2. Quartal 2020 führten zusammen mit
geringeren Sondereinflüssen in den ersten sechs Monaten des Berichtszeitraums zu einem
um 3,3 % auf 60,9 Mio. € reduzierten Personalaufwand (6M 2019: 63,0 Mio. €). Die saldierten sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen stiegen im Berichtszeitraum
leicht auf -17,7 Mio. € (6M 2019: -17,3 Mio. €). Das niedrige Niveau des Vorjahres
profitierte vor allem von Rückstellungsauflösungen, die die höheren Sondereinflüsse
mehr als ausgeglichen hatten. Mit 8,3 Mio. € lagen die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
leicht unter dem Vorjahreszeitraum (6M 2019: 8,6 Mio. €). Das EBIT ging um 2,0 Mio.
€ auf -0,1 Mio. € zurück (6M 2019: 1,9 Mio. €). Finanzergebnis Das Finanzergebnis verbesserte sich im 2. Quartal 2020 um 0,3 Mio. € auf -0,5 Mio.
€ (Q2 2019: -0,8 Mio. €). Hierzu trug vor allem ein höheres Beteiligungsergebnis von
ZAVOD Goreltex bei. Auch wirkten sich gesunkene Zinsaufwendungen aus dem Gebäude-Leasingverhältnis
am Standort Waldenburg und für die Zuführung von Pensionsverpflichtungen kostensenkend
aus. Aus den zuvor beschriebenen Gründe stieg das Finanzergebnis in den ersten sechs Monaten
des Jahres um 0,9 Mio. € auf -0,9 Mio. € (6M 2019: -1,8 Mio. €). Ergebnis vor Ertragsteuern Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging im 2. Quartal 2020 um 1,2 Mio. € auf -1,1 Mio.
€ zurück (Q2 2019: 0,1 Mio. €). Ertragsteuern fielen mit -0,9 Mio. € in gleicher Höhe
wie im Vorjahr an (Q2 2019: -0,9 Mio. €). In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres wurde ein Ergebnis vor Ertragsteuern
in Höhe von -1,0 Mio. € erzielt (6M 2019: 0,1 Mio. €), ein Rückgang um -1,2 Mio. €
gegenüber dem Vorjahr. Die Ertragsteuern verdoppelten sich auf -1,6 Mio. € (6M 2019:
-0,8 Mio. €), die sich jeweils hälftig auf effektive und latente Steuern aufteilten. Konzernergebnis / Ergebnis je Aktie Das Konzernergebnis verringerte sich im 2. Quartal 2020 um 1,2 Mio. € auf -2,0 Mio.
€ (Q2 2019: -0,8 Mio. €) bzw. -0,31 € je Aktie (Q2 2019: -0,12 €). Im 1. Halbjahr 2020 ging das Konzernergebnis um 2,0 Mio. € auf -2,6 Mio. € zurück
(6M 2019: -0,7 Mio. €). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von -0,41 € (6M 2019:
-0,10 €). Überleitung von EBIT zu Ergebnis je Aktiescroll
Vermögens- und FinanzlageBilanzstruktur Zum Stichtag 30. Juni 2020 verkürzte sich die Bilanz des R. STAHL-Konzerns gegenüber
dem Ende des Vorjahres vor allem aufgrund rückläufiger Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten
aus Leasingverhältnissen um 2,3 Mio. € auf 257,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 259,4
Mio. €). Dabei verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag um 6,5
Mio. € auf 151,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 157,5 Mio. €). Ein Haupttreiber dieser
Entwicklung war der Rückgang von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen aufgrund
planmäßiger Abschreibungen. Daneben machten sich geringere latente Steuern im Zusammenhang
mit gesunkenen Pensionsrückstellungen, denen zum Stichtag 30. Juni 2020 ein auf 1,54
% gestiegener Rechnungszinsfuß zugrunde lag (31. Dezember 2019: 1,37 %), bemerkbar. Vermögens- und Kapitalstrukturscroll
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Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum 30. Juni 2020 aufgrund gestiegener
Vorräte um 4,2 Mio. € auf 106,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 101,8 Mio. €). Ein deutlicher
Abbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wirkte sich in einer Zunahme
der Zahlungsmittel und -äquivalente in den ersten sechs Monaten des Berichtszeitraums
aus. Bei den langfristigen Schulden war zum Bilanzstichtag ein Abbau um 5,8 Mio. € auf
133,0 Mio. € zu verzeichnen (31. Dezember 2019: 138,8 Mio. €). Dazu trug vor allem
der Rückgang der Pensionsrückstellungen und der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen
bei. Demgegenüber legten die kurzfristigen Schulden um 6,9 Mio. € auf 69,1 Mio. € zu (31.
Dezember 2019: 62,2 Mio. €). Während sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen verringerten und auch die Rückstellungen und die abgegrenzten Schulden
aufgrund von Auszahlungen von Bonus- und Abfindungszahlungen sowie aufgrund von Anpassungen
der Bonusrückstellungen für das laufende Jahr zurückgingen, erfolgte eine höhere Inanspruchnahme
von Darlehen. Das negative Konzernergebnis in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres führte
zu einer Verringerung des Eigenkapitals auf 55,0 Mio. € zum 30. Juni 2020 (31. Dezember
2019: 58,4 Mio. €). Die Eigenkapitalquote gab dadurch auf 21,4 % nach (31. Dezember
2019: 22,5 %). Eigenkapitalbegünstigende Effekte aus den rückläufigen Pensionsrückstellungen
wurden durch gegenläufige Translationseffekte aufgezehrt, im Wesentlichen bedingt
durch nachteilige Wechselkursveränderungen bei den Fremdwährungen Norwegische Krone
und Indische Rupie. Die Nettoverschuldung (ohne Pensionsrückstellungen und ohne Leasingverbindlichkeiten)
erhöhte sich zum Ende des Berichtszeitraums im Wesentlichen aufgrund des negativen
Konzernergebnisses und des Anstiegs der Vorräte auf 10,3 Mio. € (31. Dezember 2019:
4,2 Mio. €). Zum 30. Juni 2020 standen dem R. STAHL-Konzern Zahlungsmittel und -äquivalente
in Höhe von insgesamt 18,7 Mio. € zur Verfügung (31. Dezember 2019: 15,0 Mio. €). Finanzlage und Investitionen Trotz des schwächeren Konzernergebnisses lag der Cashflow im 2. Quartal 2020 mit
2,6 Mio. € etwa auf Höhe des Vorjahres (Q2 2019: 2,7 Mio. €). Hier wirkten sich vor
allem die im Berichtsquartal höheren Abschreibungen sowie höhere Equity-Bewertungen
aus. Einem Rückgang der Forderungen standen niedrigere nicht zinstragende kurzfristige
Verbindlichkeiten sowie gestiegene Vorräte gegenüber, die insgesamt zu einer Erhöhung
des Working Capital um 1,0 Mio. € (Q2 2019: -0,4 Mio. €) führten und einen Cashflow
aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 1,5 Mio. € ergaben (Q2 2019: 3,1 Mio.
€). Zusammen mit einem leichten Anstieg des Cashflows aus der Investitionstätigkeit
auf -2,3 Mio. € (Q2 2019: -2,1 Mio. €) resultierte daraus im Berichtsquartal ein Free
Cashflow von -0,8 Mio. € (Q2 2019: 1,0 Mio. €). In dem Anstieg des Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf 2,5 Mio. € (Q2 2019: -1,5
Mio. €) spiegelt sich die beschriebene höhere Inanspruchnahme von Darlehen wider. In den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres ging der Cashflow aufgrund des gesunkenen
Konzernergebnisses auf 6,7 Mio. € zurück (6M 2019: 7,9 Mio. €). Der durch Auslieferungsverzögerungen
bedingte Anstieg des Bestands an fertigen Erzeugnissen sowie rückläufige nicht zinstragende
kurzfristige Verbindlichkeiten konnten nur teilweise durch einen Abbau von Forderungen
ausgeglichen werden, so dass sich das Working Capital um 4,2 Mio. € erhöhte. Der Cashflow
aus laufender Geschäftstätigkeit ging entsprechend auf 2,5 Mio. € zurück (6M 2019:
10,0 Mio. €). Zusammen mit einem Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von
-4,5 Mio. € (6M 2019: -4,1 Mio. €) resultierte daraus in den ersten sechs Monaten
des Berichtsjahres ein Free Cashflow von -2,1 Mio. € (6M 2019: 5,9 Mio. €). Aufgrund der höheren Inanspruchnahme von Darlehen erhöhte sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
im Berichtszeitraum auf 6,3 Mio. €, während im Vorjahr Finanzschulden in Höhe von
9,9 Mio. € zurückgeführt wurden. Chancen und Risiken Alle R. STAHL-Tochtergesellschaften verfassen regelmäßig einen Chancen- und Risikobericht,
in dem die Chancen und Risiken im Unternehmen berücksichtigt werden. Bei wichtigen
Ereignissen, auch während des Quartals, ist jeder Geschäftsführer verpflichtet, den
für das Chancen- und Risikomanagement zuständigen Bereich zu informieren. Die im Geschäftsbericht
2019 ab Seite 60 hierzu getroffenen Aussagen gelten unverändert weiter. Prognose Unsere Einschätzung zur voraussichtlichen Entwicklung des R. STAHL-Konzerns im laufenden
Jahr hatten wir im Prognosebericht des Geschäftsberichts 2019, der am 21. April 2020
veröffentlicht wurde, ab Seite 70 ausführlich dargestellt und im Rahmen der Veröffentlichung
unserer Zwischenmitteilung zum 1. Quartal 2020 am 14. Mai 2020 bestätigt. An dieser
Prognose halten wir weiter fest. Demnach gehen wir für 2020 von einem Umsatzrückgang
gegenüber dem Vorjahr um höchstens 5 % aus, präzisieren aber basierend auf der derzeit
absehbaren Einschätzung der für R. STAHL wichtigsten Schlüsselmärkte den Korridor
für die Umsatzerreichung von bislang 260 Mio. € bis 275 Mio. € auf einen Bereich zwischen
260 Mio. € und 265 Mio. €. In dieser Einschätzung spiegelt sich der solide Auftragsbestand
zum Ende des Berichtszeitraums sowie die Erwartung wider, dass wesentliche Teile des
derzeit erhöhten Bestands an fertigen Erzeugnissen im laufenden Jahr verumsatzt werden.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen wird unverändert im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich
erwartet bei einem positiven Free Cashflow sowie einer gegenüber 2019 stabilen Eigenkapitalquote. Prognose 2020scroll
KONZERNABSCHLUSS R. STAHLGewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 30. Juniscroll
KONZERNABSCHLUSS R. STAHLGesamtergebnisrechnung 1. Januar bis 30. Juniscroll
KONZERNABSCHLUSS R. STAHLBilanzAKTIVAscroll
PASSIVAscroll
KONZERNABSCHLUSS R. STAHLKapitalflussrechnung 1. Januar bis 30. Juniscroll
KONZERNABSCHLUSS R. STAHLEigenkapitalveränderungsrechnung 1. Januar bis 30. Juniscroll
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AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERNDE ANHANGANGABEN1. Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) Der Zwischenabschluss für den Konzern der R. STAHL AG ist nach den International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, in Übereinstimmung
mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt. Der Konzernzwischenabschluss ist nicht testiert. 2. Konsolidierungskreis In den Konzernzwischenabschluss sind neben der R. STAHL AG 32 in- und ausländische
Gesellschaften einbezogen, bei denen die R. STAHL AG die Möglichkeit zur Ausübung
eines beherrschenden Einflusses hat. Unternehmen, auf die die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden
als assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss übernommen.
Seit 2016 wird die ZAVOD Goreltex Co. Ltd., Sankt Petersburg, Russland, als assoziiertes
Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. 3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses und die Ermittlung der Vergleichszahlen
für den Vorjahreszeitraum erfolgten grundsätzlich auf Basis der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden des Konzernabschlusses 2019. Die Beschreibung dieser Grundsätze
ist im Anhang des Konzernabschlusses 2019 veröffentlicht. Dieser kann im Internet
unter www.r-stahl.com eingesehen werden. Weitere Erläuterungen zu den geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden als
Folge der Übernahme von IFRS 16 finden Sie unter "[1] Grundlagen der Aufstellung"
im Anhang des Konzernabschlusses 2019. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wird grundsätzlich das Anschaffungskostenprinzip
angewandt. Eine Ausnahme hiervon bildet die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten,
die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die positiven Marktwerte der derivativen
Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag betragen 12 Tsd. € (31. Dezember 2019: 89 Tsd.
€). Negative Marktwerte werden mit -134 Tsd. € ausgewiesen (31. Dezember 2019: -12
Tsd. €). Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der Kontokorrentkredite
kommt deren Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe.
Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen,
kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls
sehr nahe. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeit verfügbaren Zinssätzen
für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert
des Fremdkapitals weicht derzeit kaum vom Buchwert ab. Um die Verlässlichkeit der Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert
vergleichbar darzustellen, wurde in den IFRS eine Fair-Value-Hierarchie mit folgenden
drei Stufen eingeführt:
Die im R. STAHL-Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert bewerteten derivativen Finanzinstrumente
werden ausschließlich nach der Fair-Value-Hierarchiestufe 2 bewertet. In den ersten sechs Monaten 2020 fanden keine Umgliederungen zwischen den einzelnen
Fair-Value-Hierarchien statt. 4. Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt entsprechend IAS 7, wie sich die Zahlungsmittel des
R. STAHL-Konzerns im Laufe des Berichtszeitraumes durch Mittelzu- und Mittelabflüsse
verändert haben. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelfonds umfasst Kassenbestände,
Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind Finanztitel
mit einer ursprünglichen Fälligkeit von bis zu drei Monaten. 5. Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem das Konzernergebnis - ohne Ergebnisanteil
anderer Gesellschafter - durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien dividiert wird.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem Ergebnis je Aktie. 6. Zahl der Arbeitnehmer Die Zahl der Beschäftigten zum Stichtag 30. Juni 2020 betrug 1.685 (31. Dezember
2019: 1.669) ohne Auszubildende. 7. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Gegenüber dem 31. Dezember 2019 haben sich die Haftungsverhältnisse und sonstigen
finanziellen Verpflichtungen nicht wesentlich verändert. 8. Bericht zu wesentlichen Geschäften mit nahestehenden Personen Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen haben im Berichtszeitraum nicht
stattgefunden. Waldenburg, 5. August 2020 scroll
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Waldenburg, 5. August 2020 scroll
FINANZKALENDER 2O2O12. November Zwischenmitteilung zum 3. Quartal 2020 KONTAKT - IMPRESSUM Dr. Thomas Kornek R. Stahl Aktiengesellschaft |
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