RATIONAL AktiengesellschaftLandsberg am LechHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024KonzernlageberichtWirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenWeltwirtschaftswachstum für 2024 bei 3,2 % erwartetTrotz ereignisreicher Entwicklungen bewies die Weltwirtschaft eine deutlich größere
Resilienz als ursprünglich erwartet. Das Wirtschaftswachstum bleibt stabil und die
Inflation nähert sich der Zielmarke. Eine globale Rezession ist trotz düsterer Vorhersagen
ausgeblieben. Für das Jahr 2024 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit
einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,2 %. Es wird erwartet, dass die Inflation
zurückgeht, wobei fortgeschrittene Volkswirtschaften dies voraussichtlich schneller
erreichen werden als Schwellenländer. Risiken für den globalen Ausblick umfassen geopolitische
Spannungen, mögliche finanzielle Belastungen durch hohe Zinssätze und geoökonomische
Fragmentierung. Chancen entstehen durch stärkere strukturelle Reformen und Fortschritte
in der künstlichen Intelligenz. Für die Vereinigten Staaten rechnet der IWF mit einem
Wachstum der Wirtschaftsleistung von 2,6 %. Im Vergleich zur Prognose am Jahresanfang
erhöhte der IWF im Juli 2024 das erwartete Wachstum der USA um 0,5 Prozentpunkte.
Für die Eurozone rechnen die Ökonomen mit einem Wachstum von 0,9 %. Für die Entwicklungs-
und Schwellenländern wird ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 4,3 % prognostiziert.
(Quelle: IMF World Economic Outlook, Juli 2024) Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung: Fachkräftemangel und hohe Energiekosten fordern Gastronomen weiterhin herausNach Beginn des Kriegs in der Ukraine kam es in den vergangenen Jahren zu enormen
Steigerungen der Energiekosten und Lebensmittelpreise. Trotz der teilweisen Erholung
bewegen sich diese weiterhin auf hohem Niveau. Die steigenden Faktorpreise treiben
den Effizienzdruck in der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung weiter voran.
Gleichzeitig erhöhen sich durch diese Entwicklung die Attraktivität und die Wirtschaftlichkeit
unserer Kochsysteme für unsere Kunden. Neben dem Kostendruck bleibt der Fachkräftemangel unverändert bestehen. Laut einer
Auswertung der Europäischen Arbeitsbehörde sind Köche ähnlich gesucht wie IT-Spezialisten,
Handwerker oder Pflegepersonal (Quelle: EURES Report on labour shortages and surpluses,
März 2024). Auch in den Vereinigten Staaten klagen Restaurantbetreiber über die Herausforderungen
durch den Fachkräftemangel. Ein Bericht des US-Gastronomie-Verbands NRA zeigt, dass
45 % der befragten Restaurants nicht genügend Personal haben, um die bestehende Nachfrage
zu bedienen. (NRA State of the Restaurant Industry, Februar 2024). In vielen Gaststätten
führt dies zu Menükürzungen, personell bedingten Ruhetagen und im schlimmsten Fall
zu Restaurantschließungen. Unsere intelligenten Kochsysteme können unseren Kunden
helfen, die Herausforderungen des Fachkräftemangels besser zu meistern. ErtragslageAuftragsbestand und Auftragseingang kehren zurück zur NormalitätIn den vorangegangenen Geschäftsjahren waren die Auswirkungen der Beschaffungskrise
hauptverantwortlich für die ungewöhnliche Entwicklung des Auftragseingangs. Die Jahre
2021 und 2022 waren gekennzeichnet von vorgezogenen Bestellungen und einem rasant
steigenden Auftragsbestand. Als sich daraufhin die Beschaffungssituation und unsere
Lieferfähigkeit verbesserten, konnte der hohe Auftragsbestand erfolgreich abgebaut
werden. Allein im ersten Halbjahr 2023 gelang es uns, den Auftragsbestand um 85 Mio.
Euro zu reduzieren. Im Verlauf des zweiten Halbjahres 2023 erreichte unser Auftragsbestand
den neuen Normalwert. Vor der Coronakrise betrug dieser rund einen Monatsumsatz. Gemäß
unseren Erwartungen tätigen unsere Kunden aufgrund ihrer Erfahrungen aus den letzten
Jahren ihre Bestellungen etwas früher. Das führt zu einem etwas höheren Auftragsbestand.
Zum Ende des zweiten Quartals betrug er, wie auch Ende des ersten Quartals 2024, rund
120 Mio. Euro. Neuer Rekordumsatz im zweiten Quartal 2024Mit Umsatzerlösen in Höhe von 294,8 Mio. Euro übertrafen wir das Vorjahresquartal
um 6 % (Vj. 278,3 Mio. Euro) und erzielten auf Quartalsbasis einen neuen Rekordwert.
Nach sechs Monaten 2024 lag der Umsatz bei 581,2 Mio. Euro und damit 4 % über dem
Vorjahreswert (Vj. 560,8 Mio. Euro). Währungsneutral beträgt das Wachstum der Umsatzerlöse
ebenfalls rund 4 %. Segment Asien Nord mit starkem Wachstum - Deutschland erholt sich im zweiten QuartalGenerell blicken wir im ersten Halbjahr in den Segmenten auf erfreuliche Wachstumsraten.
Mit einem Wachstum von 28 % war das Segment Asien Nord besonders stark. Die Umsatzerlöse
lagen dank besonders starker Nachfrage von japanischen und chinesischen Großkunden
bei 62,9 Mio. Euro (Vj. 49,2 Mio. Euro). Auch das Segment Nordamerika entwickelte
sich im Vergleich zu einem sehr hohen Vorjahreswert mit einem Wachstum von 2 % auf
139,8 Mio. Euro (Vj. 137,1 Mio. Euro) im ersten Halbjahr 2024 positiv. Nach der großartigen
Entwicklung in den letzten Jahren freuen wir uns, auf diesem hohen Niveau weiter zuzulegen.
Das größte Segment EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) war mit einem Plus von 1
% auf 233,1 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert von 231,9 Mio. Euro. Hier zeigten
sich uneinheitliche Entwicklungen. Während unter anderem etablierte Märkte wie Italien,
Benelux, Spanien und Schweden den Vorjahreswert verfehlten, sahen wir starkes Wachstum
in Osteuropa. Die beiden größten europäischen Märkte Frankreich und das Vereinigte
Königreich lagen leicht über dem hohen Niveau des Vorjahres. Das Segment DACH (Deutschland,
Österreich, Schweiz) erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 84,2 Mio. Euro und lag 3 %
unter dem Vorjahreswert (Vj. 87,1 Mio. Euro). Der Grund für den leichten Rückgang
ist vor allem der hohe Umsatz in Deutschland im ersten Quartal 2023, der stark vom
Abbau des damals hohen Auftragsbestands geprägt war. Im zweiten Quartal normalisierte
sich diese Situation in Deutschland bereits wieder. Die Übrigen Segmente (Lateinamerika,
Asien Süd) setzten im ersten Halbjahr 56,7 Mio. Euro um, was einem Rückgang von 6
% im Vorjahresvergleich entspricht (Vj. 60,5 Mio. Euro). Umsatz nach Produktgruppen: iVario wächst im zweiten Quartal 2024 um 15 %Wie auch im ersten Quartal 2024 setzt die Produktgruppe iVario das erfreuliche Wachstum
fort. Die Umsatzerlöse stiegen um 15 % auf 33,3 Mio. Euro (Vj. 29,0 Mio. Euro). Nach
sechs Monaten lagen die Umsätze mit dem iVario bei 64,0 Mio. Euro und damit um 11
% über Vorjahr (Vj. 57,8 Mio. Euro). In der Produktgruppe iCombi lag der Umsatz im zweiten Quartal bei 261,5 Mio. Euro
(Vj. 249,3 Mio. Euro) und damit 5 % über Vorjahr. In den ersten sechs Monaten resultierte
daraus ein Wachstum von 3 % auf 517,2 Mio. Euro (Vj. 503,0 Mio. Euro). 58,9 % Rohertragsmarge im ersten Halbjahr 2024Die Umsatzkosten sanken im ersten Halbjahr um 3 % auf 238,9 Mio. Euro (Vj. 246,0 Mio.
Euro). Aufgrund dessen verbesserte sich die Rohertragsmarge um 2,8 Prozentpunkte gegenüber
dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf 58,9 % (Vj. 56,1 %). Wir profitierten auch
im zweiten Quartal 2024 weiterhin vom im Vorjahresvergleich geringeren Kostenniveau.
Die Rohstoff- und Komponentenkosten werden sich unseren Erwartungen nach auf dem aktuellen
Niveau stabilisieren. EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2024 bei 25,6 %Nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag das EBIT (Ergebnis
vor Finanzergebnis und Steuern) bei 149,0 Mio. Euro und damit um rund 10 % über dem
ersten Halbjahr 2023 (Vj. 136,0 Mio. Euro). Das EBIT profitiert von der deutlichen
Steigerung der Rohertragsmarge. Gegenläufig wirkten die leicht überproportional zum
Umsatz gesteigerten operativen Kosten. In Summe schlossen wir das erste Halbjahr 2024
mit einer EBIT-Marge von 25,6 % (Vj. 24,3 %) ab. Währungsneutral beträgt die EBIT-Marge
leicht über 26 %. Die operativen Kosten lagen im ersten Halbjahr bei 189,9 Mio. Euro (Vj. 176,7 Mio.
Euro). Dies entspricht einer Kostensteigerung von rund 7 % im Vorjahresvergleich.
Für diesen Anstieg waren insbesondere höhere Personal- und Entwicklungskosten verantwortlich. Im Bereich Vertrieb und Service stiegen die operativen Kosten um 5 % von 126,4 Mio.
Euro auf 132,3 Mio. Euro. Während Personalkosten und Ausgaben für Kundenveranstaltungen
deutlich gestiegen sind, profitieren wir im Vorjahresvergleich insbesondere von geringeren
Frachtkosten. Die Kosten im Bereich Forschung und Entwicklung lagen im ersten Halbjahr
2024 bei 30,7 Mio. Euro und damit 24 % über dem Vorjahr (Vj. 24,7 Mio. Euro). Die
deutliche Steigerung in diesem Jahr resultiert aus der Aktivierung von Entwicklungskosten
im Vorjahr, für die Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres eingeführten Produktneuheiten.
Diese Aktivierung hat die Entwicklungskosten im Vorjahr entlastet. In Summe wurden
im ersten Halbjahr 2024 1,0 Mio. Euro aktiviert, während es in den ersten sechs Vorjahresmonaten
noch 3,9 Mio. Euro waren. Bereinigt um diesen Effekt stiegen die Entwicklungsaufwendungen
um rund 11 % an. Die Verwaltungskosten stiegen um 5 % von 25,7 Mio. Euro auf 27,0 Mio. Euro. Das Währungsergebnis
hat sich im ersten Halbjahr 2024 mit -4,2 Mio. Euro erneut negativ im EBIT niedergeschlagen
(Vj. -3,1 Mio. Euro). Finanz- und Vermögenslage123 Mio. Euro Cashflow aus laufender GeschäftstätigkeitIn den ersten sechs Monaten erzielten wir einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
in Höhe von 122,8 Mio. Euro (Vj. 127,6 Mio. Euro). Der leichte Rückgang im Vergleich
zum Vorjahr ergibt sich insbesondere aus dem Aufbau von Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Der Cashflow
aus Investitionstätigkeit enthält die Investitionen in das Sachanlage- und immaterielle
Vermögen. Diese betrugen im ersten Halbjahr 16,9 Mio. Euro (Vj. 15,4 Mio. Euro). Wesentlich
hierfür sind Investitionen in unseren Standort in Wittenheim, erste Zahlungen für
den Bau unseres neuen weltweiten Serviceteilezentrums in Landsberg am Lech sowie der
Aufbau des Fertigungsstandortes in China. Zudem werden laufend Modernisierungen des
Maschinenparks am Standort Landsberg am Lech durchgeführt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
in Höhe von -159,6 Mio. Euro reflektiert im Wesentlichen die Dividendenzahlung (-153,5
Mio. Euro) und Auszahlungen im Rahmen von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 (-5,4
Mio. Euro). Liquiditätssicherung zusammen mit angemessener DividendenpolitikHohe Liquidität und die daraus resultierende Unabhängigkeit von Kapitalmärkten und
Bankkrediten sowie der Erhalt der unternehmerischen Freiheit haben für RATIONAL seit
jeher eine sehr große Bedeutung. Dies war in den Krisenzeiten der letzten Jahre noch
wichtiger für den langfristigen Bestand und Erfolg unseres Unternehmens. Unsere Eigenkapitalquote
lag per Ende Juni 2024 bei hohen 75 % und wir verfügten über mehr als 350 Mio. Euro
Nettofinanzvermögen. Neben unserer unternehmerischen Vorsicht lassen wir unsere Aktionäre
in angemessenem Maße am Unternehmenserfolg teilhaben und verfolgen in der Regel eine
Dividendenausschüttung von rund 70 % des Konzernergebnisses. Dieses Jahr wurde eine
Dividende von 13,50 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote
von 71 %. Zahl der Beschäftigten steigt auf 2.657Wir sehen ein großes freies Marktpotenzial für unsere Produkte und Dienstleistungen.
Wir wissen, dass diese in vielen Fällen erklärungsbedürftig sind und deshalb benötigen
wir für die Erschließung dieses Potenzials insbesondere kundennahe Kollegen im Vertrieb,
die die Kunden auf unsere Technologie aufmerksam machen, in der Nutzung schulen und
bei Fragen und Problemen unterstützen. Zum Ende des ersten Halbjahres arbeiteten konzernweit
2.657 Menschen bei RATIONAL, davon rund 1.500 in Deutschland. In den letzten 12 Monaten
haben wir rund 170 neue Mitarbeiter aufgebaut. Als sozial verantwortliches Unternehmen strebt RATIONAL danach, ein attraktiver Arbeitgeber
zu sein. Neben der Wertschätzung und dem Vertrauen, welche wir unseren Unternehmern
im Unternehmen (U.i.U.) entgegenbringen, gehört hierzu ebenso eine faire Entlohnung.
Aus diesem Grund erhöhten wir bereits in den beiden vorangegangenen Jahren die Gehälter
unserer U.i.U. um durchschnittlich 4 % beziehungsweise 5 % weltweit. Im Jahr 2024
wurden die Gehälter konzernweit im Durchschnitt rund 3 % mit Wirkung zum 1. Juli 2024
erhöht. Hinzu kommt in Deutschland eine Inflationsausgleichsprämie von 1.000 Euro
pro Mitarbeiter. RATIONAL ist weiterhin "Klassenbester" bei KundenzufriedenheitWir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Menschen in der Groß- und Gewerbeküche den
größtmöglichen Nutzen zu bieten. Um dies zu ermöglichen, fragen wir regelmäßig unsere
Kunden, ob sie RATIONAL an ihre Geschäftspartner, Freunde oder Bekannte weiterempfehlen
können. Das Ergebnis wird ausgedrückt durch den Net Promoter Score (NPS). Mit einem
NPS von 60 Punkten im Jahr 2024 bleibt RATIONAL führend in der Kundenzufriedenheit.
Die Werte der Vergleichsgruppen liegen zwischen 30 und 40 Punkten. Wir sind unseren
Kunden sehr dankbar für das konstruktive Feedback. Nicht in allen Regionen wurden
wir den Erwartungen unserer Kunden an höchste Qualität und einen erstklassigen Service
gerecht. Wir nehmen dieses Feedback sehr ernst und arbeiten bereits an konkreten Verbesserungen. Prognose-, Chancen- und RisikoberichtPrognoseberichtDas erste Halbjahr 2024 war finanziell erfolgreich und wir blicken weiterhin positiv
in die Zukunft. Für das Gesamtjahr 2024 bestätigen wir unsere Wachstumsprognose im mittleren bis hohen
einstelligen Prozentbereich. Die EBIT-Marge erwarten wir im oberen Bereich der bisherigen
Prognosebandbreite, d.h. leicht über dem Vorjahr. Grund hierfür ist vor allem die
erfreuliche Entwicklung des Rohertrags, der für das Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich
höher ausfallen wird als erwartet. Risiko- und ChancenberichtRATIONAL setzt weltweit ein Risikomanagementsystem ein, das die frühzeitige Erkennung
von Risiken sicherstellt und die Ergreifung entsprechender Korrekturmaßnahmen unterstützt.
Gegenüber der Darstellung der Chancen und Risiken im letzten Konzernabschluss ergeben
sich keine wesentlichen Änderungen. Landsberg am Lech, den 6. August 2024 RATIONAL AG Der Vorstand Gesamtergebnisrechnung
BilanzAktiva
Passiva
Kapitalflussrechnung
Eigenkapitalveränderungsrechnung
AnhangGrundlagen der RechnungslegungDer Konzernhalbjahresbericht wurde nach den Grundsätzen der International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei kamen
die Regelungen des IAS 34 für einen verkürzten Abschluss zur Anwendung. Der Konzernhalbjahresbericht
ist in Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres 2023 zu
lesen. Mit Ausnahme der beschriebenen Änderungen wurden die Konsolidierungs-, Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden des letzten Konzernabschlusses angewandt. Zu Beginn des Geschäftsjahres traten folgende geänderte Standards in Kraft:
Aus den Änderungen ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den vorliegenden
Konzernzwischenabschluss. Dieser Konzernhalbjahresbericht wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer
prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis der RATIONAL AG umfasst zum 30. Juni 2024 neben der RATIONAL
AG als Muttergesellschaft acht inländische (31. Dezember 2023: acht) und 24 ausländische
(31. Dezember 2023: 24) Tochtergesellschaften. Es gab keine Änderung des Konsolidierungskreises im Vergleich zum 31. Dezember 2023. Erläuterungen zurKonzern-GesamtergebnisrechnungDer Umsatzanstieg in Höhe von 20.458 Tsd. Euro oder 4 % im Vergleich zum ersten Halbjahr
2023 ist im Wesentlichen auf ein wachsendes Nicht-Geräte-Geschäft und Großaufträge
von asiatischen Kunden zurückzuführen. Der Rückgang der Umsatzkosten um -3 % lag an
geringeren Einkaufspreisen am Beschaffungsmarkt, insbesondere für Edelstahl und Pflegeprodukte,
im Vergleich zu den hohen Teuerungsraten im Vorjahr. Die Vertriebs- und Servicekosten
stiegen bedingt durch den gezielten Personalaufbau in Vertriebs- und vertriebsnahen
Funktionen sowie höhere Ausgaben für Messen und Vertriebsveranstaltungen um 5 % im
Vorjahresvergleich. Geringere Frachtraten schwächten das Kostenwachstum etwas ab.
Der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten resultierte aus der im Vorjahresvergleich
geringeren Aktivierung von Entwicklungskosten. Bereinigt um diese lag das Wachstum
bei 11 %, was sich durch erhöhte Kosten für nicht aktivierte Entwicklungsprojekte
begründet. Die Verwaltungskosten lagen aufgrund von höheren laufenden Ausgaben für
IT-Systeme und höheren Personalkosten um 5 % über Vorjahr. Die Währungsentwicklungen
im ersten Halbjahr 2024 führten zu einem Währungsergebnis in Höhe von -4.228 Tsd.
Euro (Vj. -3.093 Tsd. Euro). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Kursgewinne
in Höhe von 4.382 Tsd. Euro (Vj. 8.230 Tsd. Euro), in den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen Kursverluste in Höhe von 8.610 Tsd. Euro (Vj. 11.323 Tsd. Euro) enthalten.
Insgesamt wurde ein um 16.249 Tsd. Euro bzw. 12 % höheres Ergebnis vor Steuern im
Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftet. Die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse nach dem Sitz der Kunden ist in der nachstehenden
Tabelle dargestellt. Die Produktgruppe iCombi erzielte im Berichtszeitraum Umsatzerlöse
in Höhe von 517.269 Tsd. Euro (Vj. 503.014 Tsd. Euro), die Produktgruppe iVario erzielte
Umsatzerlöse in Höhe von 63.977 Tsd. Euro (Vj. 57.774 Tsd. Euro). 69 % (Vj. 71 %)
der Umsatzerlöse entfielen auf den Geräteabsatz. Die restlichen 31 % (Vj. 29 %) entstanden
aus dem Verkauf von Zubehör, Ersatzteilen und Pflegeprodukten sowie aus der Erbringung
von Dienstleistungen. Weitere Informationen zu Umsatzerlösen werden in der Segmentberichterstattung
dargestellt. Umsatzerlöse nach Regionen
*
Australien, Neuseeland, Mittlerer Osten, Afrika ErtragsteuernDie Ermittlung des Ertragsteueraufwands im Konzernzwischenabschluss erfolgt gemäß
IAS 34 auf Basis des erwarteten gewichteten durchschnittlichen jährlichen Steuersatzes
für das Geschäftsjahr 2024. Bezüglich der seit dem aktuellen Geschäftsjahr geltenden Regelungen hinsichtlich Pillar
II wird weiterhin davon ausgegangen, dass auf Ebene des Mutterunternehmens keine Ergänzungssteuer
im Sinne von Pillar II anfallen wird. Dies hängt von der Umsetzung und dem Zeitpunkt
der Anwendung von möglichen lokalen Ergänzungssteuern in den Ansässigkeitsstaaten
der Tochtergesellschaften ab, die derzeit in Planung bzw. im Gesetzgebungsverfahren
sind. Nach aktuellem Stand wird dies dazu führen, dass einige wenige Gesellschaften
künftig einen höheren Ertragsteuersatz aufweisen werden als bisher, was sich auf Konzernebene
voraussichtlich in einer geringen Erhöhung des Ertragsteuersatzes auswirken wird.
Aufgrund der derzeit noch bestehenden rechtlichen Unsicherheit in einzelnen Ansässigkeitsstaaten
von Tochtergesellschaften ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich die Effekte
aus der Mindestbesteuerung auf Konzernebene belastbar zu quantifizieren. Erläuterungen zur KonzernbilanzDer Anstieg der Sachanlagen um 3.555 Tsd. Euro gegenüber dem 31. Dezember 2023 resultiert
aus erhöhten geleisteten Anzahlungen auf Sachanlagen in Höhe von 8.328 Tsd. Euro als
Folge von Bauprojekten, vor allem an den Produktionsstandorten in Landsberg, Deutschland
und in Wittenheim, Frankreich. Wertreduzierend wirkt dagegen die planmäßige Abschreibung
auf das Sachanlagevermögen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im
Vergleich zum 31. Dezember 2023 um 6.540 Tsd. Euro gewachsen, was auf das Umsatzwachstum
im zweiten Quartal zurückzuführen ist. Der Rückgang der kurzfristigen sonstigen finanziellen
Vermögenswerte um 33.157 Tsd. Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2023 resultiert im
Wesentlichen aus der Reduzierung von Festgeldanlagen um 32.035 Tsd. Euro. Der Anstieg
der kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte um 9.045 Tsd. Euro wird durch die Erhöhung
der Umsatzsteuererstattungsansprüche um 5.067 Tsd. Euro und den Anstieg von Vorauszahlungen
in Höhe von 3.439 Tsd. Euro erklärt. Die Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
wird in den Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung beschrieben. Die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sinken um 1.336 Tsd. Euro
im Vergleich zum 31. Dezember 2023 aufgrund niedrigerer langfristiger Leasingverbindlichkeiten
für Immobilien. Die Erhöhung der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um 1.935 Tsd.
Euro resultiert insbesondere aus der im Wesentlichen saisonal bedingten, unterjährigen
Zunahme von Rückstellungen für die U.i.U.-Sonderzahlung, für Urlaubs- und Weihnachtsgeld
sowie für ausstehende Rechnungen. Die Rückstellungen für Zielprämien für Mitarbeiter
und Händlerboni reduzierten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2023, da die Zielprämien
für Mitarbeiter und Händlerboni 2023 im Verlauf des ersten Halbjahres abgerechnet
wurden. Die Reduzierung der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten
um 2.491 Tsd. Euro ist hauptsächlich durch geringere vertragliche Verpflichtungen
aus abgerechneten Händlerbonusvereinbarungen 2023 zurückzuführen. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten
steigen um 7.790 Tsd. Euro aufgrund des im Vorjahresvergleich besseren Vorsteuerergebnisses. Erläuterungen zur KonzernkapitalflussrechnungDer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt im ersten Halbjahr 2024 leicht
unter dem des Vorjahres. Dies resultiert aus einem Anstieg des Nettoumlaufvermögens,
insbesondere der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welcher das höhere Vorsteuerergebnis
überkompensiert. Im Cashflow aus Investitionstätigkeit bewirkt der Rückgang an Festgeldanlagen
mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als drei Monaten einen Zahlungsmittelzufluss,
während die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen nur leicht
über dem Vorjahreswert liegen. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit entsteht
insbesondere aus der Dividendenzahlung in Höhe von 153.495 Tsd. Euro (Vj. 153.495
Tsd. Euro). Weitere Erläuterungen zum KonzernabschlussFinanzinstrumenteDie folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die nach IFRS 7 zusätzlich anzugebenden
beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten. Wird für ein Finanzinstrument kein
beizulegender Zeitwert ausgewiesen, so stellt der angegebene Buchwert des Finanzinstruments
einen angemessenen Näherungswert für dessen beizulegenden Zeitwert dar. Für Leasingverbindlichkeiten
wird gemäß IFRS 7.29 d) kein beizulegender Zeitwert angegeben. Während der Berichtsperiode kam es zu keinen Umgliederungen zwischen den Bemessungshierarchiestufen
gemäß IFRS 13. Wenn Umstände eintreten, die eine andere Einstufung erfordern, werden
die Finanzinstrumente zum Ende der Berichtsperiode umgegliedert. Bewertungskategorien gem. IFRS 9
1
Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" (kurzfristig)
2
Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (langfristig)
3
Enthalten in Bilanzposition "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" (kurzfristig) GeschäftssegmenteDie Berichterstattungsstruktur des Konzerns folgt der internen Steuerung und Berichterstattung
an den Vorstand und richtet sich an geographischen Regionen aus. Es werden die Geschäftssegmente
DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz), EMEA, Nordamerika, Asien Nord (China, Japan,
Südkorea) sowie übrige Segmente berichtet. Seit diesem Geschäftsjahr wird das Segment
"Asien Nord" intern getrennt vom Segment "Asien Süd" berichtet, welches nun in der
Spalte "Übrige Segment" enthalten ist. Die vorliegende Berichterstattung zu den Geschäftssegmenten
wurde an die neue Struktur angepasst. Die Werte für das Vorjahr werden vergleichbar
in dieser Struktur dargestellt. Die Überleitung resultiert bei den Umsatzerlösen und dem Segmentergebnis aus der Währungsumrechnung
sowie aus Positionen, die nicht den Segmenten zugeordnet werden. Bei den Vermögenswerten
beinhaltet die Spalte im Wesentlichen Konsolidierungseffekte. 1. Halbjahr 2024
1. Halbjahr 2023*
Wesentliche Ereignisse nach dem StichtagEs sind nach dem 30. Juni 2024 keine Vorgänge eingetreten, die die Beurteilung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RATIONAL AG und des Konzerns wesentlich ändern
würden. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Landsberg am Lech, den 6. August 2024 RATIONAL AG Der Vorstand
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