![]() RheinLand Holding AktiengesellschaftNeussJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021RheinLand - auf einen Blick
* Beschäftigte zum Stichtag Der AufsichtsratAnton Werhahn Kaufmann Neuss Vorsitzender Wilhelm Ferdinand Thywissen Kaufmann Geschäftsführer der C. Thywissen VV GbR Neuss Stellv. Vorsitzender Dr. Ludwig Baum Kaufmann Geschäftsführer der Effektenverwaltung Cornel Werhahn GbR München Michael Brykarczyk Versicherungsfachwirt Betriebsratsvorsitzender der RheinLand Versicherungs AG Hilden (seit 25. August 2021) Andreas Daners Versicherungsfachwirt Betriebsratsvorsitzender der RheinLand Versicherungs AG Jüchen (bis 24. August 2021) Markus Schottmann Versicherungsfachwirt Meerbusch (seit 25. August 2021) Jürgen Stark Wirtschaftsinformatiker Brühl (bis 24. August 2021) Jutta Stöcker Diplom-Kauffrau Ehemaliges Mitglied des Vorstands der RheinLand Holding AG Bornheim Der VorstandDr. Arne Barinka Mathematiker Aachen Christoph Buchbender Versicherungsfachwirt Neuss Dr. Lothar Horbach Ausgebildeter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Köln Andreas Schwarz Volljurist Neuss Bericht des AufsichtsratsDas zweite durch die Corona-Pandemie geprägte Jahr hat Führungskräfte und Mitarbeitende erneut stark beansprucht. Hinzu kamen die besonderen Herausforderungen, die durch Sturmtief „Bernd“ verursacht wurden. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der RheinLand Versicherungsgruppe für ihren tatkräftigen und überaus engagierten Einsatz im Berichtsjahr. Aufgrund des entschlossenen Eintretens des Vorstands für gesundheitsbezogene Maßnahmen wie mobiles Arbeiten und Homeoffice konnten alle Dienstleistungen zu jeder Zeit erbracht werden, und dies ungeachtet der pandemiebedingten Einschränkungen für jeden einzelnen Mitarbeitenden. Darüber hinaus leistete die RheinLand-Gruppe mit ihrem niederschwelligen Impfangebot einen wichtigen Beitrag, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Darüber hinaus dankt der Aufsichtsratsrat allen Mitarbeitenden für ihre große Hilfsbereitschaft und Unterstützung, die sie im vergangenen Jahr bei der Flutkatastrophe durch das Unwetter „Bernd“ den Betroffenen persönlich und durch Spenden entgegengebracht haben. Auch für die in den vergangenen Wochen geleistete große Hilfe und Unterstützung an die vielen betroffenen Ukrainer, die Opfer des russischen Angriffskrieges wurden, und denen ebenfalls entweder persönlich und durch Spenden geholfen wurde, danken wir sehr herzlich. Die möglichen wirtschaftlichen Folgen dieses Krieges auf die RheinLand-Gruppe werden Aufsichtsratsrat und Vorstand im weiteren Verlauf dieses Jahres und möglicherweise auch darüber hinaus beschäftigen. Der Aufsichtsrat hat sich 2021 in zwei Präsenz- und fünf Videositzungen sowie auf Basis schriftlicher und mündlicher Berichte des Vorstands eingehend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens, den Geschäftsverlauf und über grundlegende Fragen der Geschäftspolitik informiert. Dabei wurden die strategische Ausrichtung der Gesellschaft und der Gruppe, die Maßnahmenplanung für 2021 und 2022 sowie alle wesentlichen geschäftlichen Ergebnisse und Vorhaben mit dem Vorstand beraten. Nach Gesetz und Satzung zustimmungspflichtige Geschäfte sind mit dem Vorstand ausführlich erörtert worden. Der Aufsichtsrat hat sich vom Vorstand über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung regelmäßig und ausführlich berichten lassen. Weiter hat sich der Aufsichtsrat mit den Auswirkungen der Unwetterschäden in 2021, unter anderem „Bernd“, befasst. Die ursprünglich für den 15. Juni 2021 geplante Hauptversammlung wurde aufgrund der allgemeinen Pandemiesituation auf den 24. August 2021 verlegt. Anders als bei den meisten anderen größeren Aktiengesellschaften ist es gelungen, die Hauptversammlung trotz der Pandemie aufgrund sorgfältiger Planung und Hygienemaßnahmen als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Die am 24. August 2021 stattgefundene Hauptversammlung über das 140. Geschäftsjahr beschloss eine Dividende in Höhe von 1,20 € je Stückaktie zuzüglich eines Bonus von 0,20 € je Stückaktie. Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat darüber hinaus wesentliche strategische Vorhaben bei den operativen Tochtergesellschaften, wie die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, die Strategien und Konzepte der Ausschließlichkeitsorganisation, des Maklervertriebs sowie des Banken- und Kooperationsvertriebs mit dem Vorstand intensiv erörtert und die erforderlichen Beschlüsse gefasst. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über das Erreichen der Ziele für das laufende Geschäftsjahr und über die Mittelfristplanung informiert. Im Mittelpunkt der Aufsichtsratssitzungen standen des Weiteren: die Kapitalausstattung der Tochtergesellschaften, die Risikotragfähigkeit, die Sicherstellung ausreichender Liquidität, die Kapitalanlagestrategie, Maßnahmen zur Kostensenkung, Regulatorik und Verbraucherschutz, die Digitalisierung der Gruppe sowie das Rating durch ASSEKURATA. Der Aufsichtsrat hat sich von der Anwendung des vorhandenen Risikomanagementsystems überzeugt und diesem Steuerungs- und Überwachungssystem besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich über die Risikolage der Gesellschaft und der RheinLand Versicherungsgruppe. Die Risikoberichterstattung wurde in den Aufsichtsratssitzungen behandelt. Weiterhin wurden die Prüfungsergebnisse der Internen Revision erörtert. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat auch über compliancerelevante Themen Bericht erstattet und über die Complianceorganisation und -prozesse informiert. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat jeweils einmal unmittelbar in Sitzungen von den Inhabern der Funktionen Risikomanagement, Revision, Compliance sowie vom Verantwortlichen Aktuar berichten lassen. Ferner wurde der Aufsichtsrat von den jeweils Verantwortlichen zu den Themen Datenschutz und Informationssicherheit informiert. Auch außerhalb der Sitzungen des Aufsichtsrats hat der Aufsichtsratsvorsitzende in Einzelgesprächen Fragen der geschäftspolitischen Ausrichtung, der strategischen Ziele und der Organisation sowie Einzelvorgänge besprochen. Zur Unterstützung und Entlastung des Aufsichtsrats besteht ein Personalausschuss. Hier werden die entsprechenden Themen vorbereitet und dem Aufsichtsratsplenum Vorschläge zur Beratung und Beschlussfassung unterbreitet. Aufgrund des Inkrafttretens des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes (FISG) wurde ein Prüfungsausschuss zusätzlich zum Aufsichtsrat bei den Tochtergesellschaften eingerichtet. Die konstituierende Sitzung fand am 2. September 2021 statt. Der Aufsichtsrat hat in der Dezembersitzung erneut seine Arbeitsweise und die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Anzahl und Qualität der Unterlagen, Anzahl der Sitzungen, Vorbereitungszeit sowie die inhaltliche Abhaltung und die Transparenz der Aufsichtsratssitzungen fanden bei allen Aufsichtsratsmitgliedern vollste Zustimmung. Auch im Jahr 2021 wurden wieder Weiterbildungen des Aufsichtsrats durchgeführt. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurden der Jahresabschluss und der Lagebericht 2021 sowie der Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht 2021 vom bestellten Abschlussprüfer, der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, Niederlassung Düsseldorf, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Bei der Beratung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts und des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts war der Abschlussprüfer anwesend. Er hat über die Durchführung der Prüfung berichtet und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat sich darüber hinaus regelmäßig mit dem Wirtschaftsprüfer über den Stand der Jahresabschlussprüfung ausgetauscht. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt er keine Einwendungen und billigt den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 der RheinLand Holding AG. Der vorgelegte Jahresabschluss 2021 ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns an. Der vom Vorstand aufgestellte Konzernjahresabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sowie der Wirtschaftsprüfungsbericht sind vom Aufsichtsrat ebenfalls geprüft worden. Zudem ist im Rahmen der Vorgaben des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ein gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht erstellt worden. Der Aufsichtsrat hat diese Erklärung ebenfalls entsprechend der gesetzlichen Vorgaben überprüft. Der Aufsichtsrat billigt den Konzernabschluss. Mit Ablauf der Hauptversammlung am 24. August 2021 schieden Herr Andreas Daners und Herr Jürgen Stark aus dem Aufsichtsrat aus. Herr Michael Brykarczyk, Hilden und Herr Markus Schottmann, Meerbusch, wurden in der der Hauptversammlung am 24. August 2021 als Nachfolger in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat dankt - auch im Namen der Aktionäre und Mitarbeiter - Herrn Daners und Herrn Stark für ihre langjährige, erfolgreiche und stets engagierte Tätigkeit in diesem Gremium und wünscht Herrn Brykarczyk und Herrn Schottmann viel Erfolg bei ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat der RheinLand Holding AG.
Neuss, 22. März 2022 Der Aufsichtsrat Anton Werhahn, Vorsitzender Unternehmensgrundsätze Der Erfolg der RheinLand Versicherungsgruppe basiert auf überzeugenden Produkten, umfassenden Dienstleistungen und klaren Leitlinien, die unser Handeln bestimmen. Ein korrektes und verantwortungsbewusstes Miteinander ist für uns selbstverständlich und prägt unser Auftreten gegenüber Kooperationspartnern, Kunden und der Öffentlichkeit. Wir wissen um die herausragende Bedeutung von Zuverlässigkeit und Vertrauen, ohne die in der Versicherungsbranche kein zukunftsfähiges Geschäft möglich ist. Die gute Reputation ist daher eines unserer wichtigsten Assets. Alle Mitarbeiter sind aufgefordert, aktiv dazu beizutragen. Orientierung bietet unser Verhaltenskodex, in dem wir unsere Erwartungen konzernweit festgelegt und ausformuliert haben. Unsere Wertegrundsätze, die wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern entwickelt haben, legen den Grundstein für das Zusammenwirken am Arbeitsplatz. Wir streben nach einer guten Balance zwischen Fördern und Fordern, Geben und Nehmen, um eine hohe Zufriedenheit und Motivation bei der täglichen Arbeit sicherzustellen. Respekt, Ehrlichkeit, Redlichkeit und Loyalität sind für uns verbindliche Tugenden. Wir sind stolz auf die langjährige Treue vieler Mitarbeiter und schätzen ihre Kompetenz und Erfahrung. Zugleich bieten wir einer großen Zahl junger Menschen die Möglichkeit, bei uns eine Ausbildung zu absolvieren und ins Berufsleben zu starten. Unsere Mitarbeiter stammen aus vielen Nationen. In unserem Unternehmen entwickeln sie einen Zusammenhalt, der sich in großer Einsatzbereitschaft und Spaß am gemeinsamen Erfolg ausdrückt. Wir fördern die individuellen Stärken und Fähigkeiten und ermutigen zu Kreativität. Dadurch heben wir Potenziale, die uns im Wettbewerb von Vorteil sind. Ausgeprägter Teamgeist, Engagement und Leistungsstärke sind ohne körperlich-geistiges Wohlbefinden nicht möglich. Unser betriebliches Gesundheitsmanagement, Aktionstage und Sportangebote leisten hierfür einen wichtigen Beitrag. Wir geben unseren Mitarbeitern Rückhalt und stellen uns unserer sozialen Verantwortung. Unseren Mitarbeitern stehen wir deshalb auch in schwierigen Situationen zur Seite. Die hohe Identifikation unserer Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen spiegelt sich in der bemerkenswerten Kontinuität in Vorstand und Aufsichtsrat sowie auf allen Führungsebenen wider. Transparente Strukturen, das Bekenntnis der Eigentümer zum Unternehmen, die enge Bindung an den Standort Neuss sowie tragfähige Geschäftsbeziehungen machen uns zu einem verlässlichen Arbeitgeber. Unser Ziel ist es, auf dieser Grundlage durch Fortschritt und Wachstum die Entwicklung der RheinLand Versicherungsgruppe vorausblickend und nachhaltig voranzutreiben. KonzernlageberichtDie Konzernstruktur ![]() RheinLand Holding AG An der Spitze des Konzerns steht die RheinLand Holding AG, die alle Aktivitäten steuert und die Konzernstrategie vorgibt, selbst aber nicht operativ tätig ist. Unter dem Dach der Holding sind drei Gesellschaften als Risikoträger angesiedelt, die zusammen mit weiteren Gesellschaften — darunter die RH Digital Company GmbH — die RheinLand Versicherungsgruppe bilden. Die RheinLand-Gruppe besitzt unter den deutschen Versicherungskonzernen ein unverwechselbares Profil: Bis heute ist sie in mehrheitlichem Besitz der Nachkommen jener Familien, die vor 141 Jahren den Grundstein legten. Sitz der Gesellschaft ist Neuss. RheinLand Versicherungs AG Die Wurzeln der RheinLand Versicherungs AG reichen bis ins Gründungsjahr 1880, als die Feuerversicherungs-Gesellschaft Rheinland Aktiengesellschaft ihren Betrieb aufnahm. Die RheinLand Versicherungs AG ist im Wesentlichen Risikoträger für das durch den eigenen Außendienst vermittelte und das über den Banken- und Kooperationsvertrieb abgeschlossene Geschäft, soweit Kompositbestandteile enthalten sind. Sitz der Gesellschaft ist Neuss. Die seit 2014 bestehende Niederlassung der RheinLand Versicherungs AG in Amsterdam verlagerte 2021 ihren Sitz nach Amstelveen. Bis zum 31. Dezember 2021 unterhielt die RheinLand Versicherungs AG zudem eine Niederlassung in Mailand. Rhion Versicherung AG Die Rhion Versicherung AG ist innerhalb des Konzernverbunds der RheinLand-Gruppe im Jahre 2005 als Maklerversicherer gegründet worden. Die Rhion Versicherung AG ist Risikoträger für das durch den Maklervertrieb vermittelte Geschäft ohne Lebensversicherungsgeschäft. Sitz der Gesellschaft ist Neuss. Die Rhion Versicherung AG unterhält seit 2019 eine Niederlassung in Eindhoven. Credit Life AG Die Credit Life AG ist im Wesentlichen für jenes Geschäft Risikoträger, das über den Banken- und Kooperationsvertrieb sowie durch den eigenen Außendienst im Bereich Lebensversicherung getätigt wird. Sitz der Gesellschaft ist Neuss. Die seit 2014 bestehende Niederlassung der Credit Life AG in Amsterdam verlegte 2021 ihren Sitz nach Amstelveen. Bis zum 31. Dezember 2021 unterhielt die Credit Life AG zudem eine Niederlassung in Mailand. RH Digital Company GmbH Die RH Digital Company GmbH ist das Corporate Start-up der RheinLand Versicherungsgruppe. Das 2018 gegründete Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung digitaler Versicherungsprodukte und Geschäftsmodelle für die RheinLand-Gruppe. Sitz der Gesellschaft ist Neuss. Unser Geschäftsmodell Unser Geschäftsmodell basiert auf drei Vertriebswegen. Die Marke RheinLand Versicherungen steht für den eigenen Außendienst, rhion.digital und rhion für den Makler- bzw. Assekuradeursvertrieb und Credit Life für den Banken- und Kooperationsvertrieb. Über unsere Vertriebe erreichen wir mit unterschiedlichen Produktportfolios unsere jeweiligen Zielgruppen in Deutschland und in den Niederlanden. Banken- und Kooperationsvertrieb Im Banken- und Kooperationsvertrieb steht die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Finanz- und Versicherungssektor sowie aus dem Autohandel im Fokus. Wir unterstützen unsere Partner erfolgreich mit unserem Know-how in den Bereichen Restkreditversicherung, Risikolebensversicherung und Mobilitätsversicherungen. Von der Produktentwicklung über die Vertriebsunterstützung und Bestandsverwaltung bis hin zur Schadenregulierung bietet der Banken- und Kooperationsvertrieb Versicherungslösungen und Services aus einer Hand an, individuell angepasst an die jeweiligen Zielgruppen und Absatzkanäle. Makler und Assekuradeursvertrieb Das mit Maklern und freien Vermittlern in Deutschland betriebene Geschäft konzentriert sich auf Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen für Privat- und Gewerbekunden sowie Kfz-Versicherungen für Privatkunden. Im Maklervertrieb arbeiten wir mit rund 2.400 Vertriebspartnern zusammen. Die anerkannt hohe Vertriebskompetenz der Maklerbetreuer, ausgefeilte technische Lösungen und die damit verbundene weitreichende Entlastung von administrativen Tätigkeiten sowie das dynamische Courtagemodell sorgen für stete Wachstumsimpulse. Im Maklervertrieb betreiben wir unser Geschäft unter dem Markennamen rhion.digital. Unser Markenauftritt rückt unser technologisches Know-how in den Blick und setzt ein Signal, um gemeinsam mit uns den Weg in die digitale Zukunft zu gehen. In den Niederlanden agieren wir unter dem Markennamen rhion. Vertriebspartner sind Assekuradeure. Angeboten werden Produkte, die speziell für den niederländischen Markt von uns entwickelt werden, wobei das Portfolio bislang noch auf Privatkunden zugeschnitten ist. Die Entwicklung von Gewerbeprodukten ist für 2022 geplant. Unabhängig von unserer eigenen Produktschiene ist das Beteiligungsgeschäft ein wesentlicher Faktor für den Ausbau des Geschäfts von rhion in den Niederlanden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, als Risikoträger für Assekuradeursprodukte zu fungieren. Eigener Außendienst Herzstück und Keimzelle unseres Unternehmens ist der professionell aufgestellte eigene Außendienst, der unter dem Markennamen RheinLand Versicherungen mit Bezirksdirektionen und Geschäftsstellen in vielen Ballungsräumen vertreten ist. Deutschlandweit geben rund 280 Generalagenten und Kundenberater unserem Außendienst ein Gesicht. Sie sind spezialisiert auf das Sach- und Lebensversicherungsgeschäft. Zielgruppe sind neben Privatkunden auch Gewerbekunden bis zu mittlerer Betriebsgröße. Absicherungslösungen, die von uns selbst nicht gezeichnet werden, wie beispielsweise im Bereich der Renten-, Rechtsschutz- und Krankenversicherung, vermittelt unser Außendienst an kooperierende Geschäftspartner. ![]() Rechtliche Rahmenbedingungen und Compliance Für die Versicherungswirtschaft gab es im Geschäftsjahr 2021 einige gesetzliche Änderungen, wesentliche höchstrichterliche Entscheidungen sowie wichtige Verlautbarungen der BaFin. Dazu gehören insbesondere:
Alle Gesetzesänderungen, Entscheidungen und Verlautbarungen wurden auf Handlungsbedarf überprüft und notwendige Anpassungen vorgenommen. Das Schwarmfinanzierungs-Begleitgesetz wurde am 10. Juni 2021 im Bundesgesetzblatt verkündet. Es enthält Regelungen zur Einführung des Provisionsdeckels in der Restschuldversicherung, zum Sicherungsvermögen von Paneuropäischen Privaten Pensionsprodukten (PEPP) sowie zu Unterstützungszahlungen von Arbeitgebern bei Pensionskassen. Die RheinLand Versicherungsgruppe ist insbesondere von den Regelungen zum Provisionsdeckel in der Restschuldversicherung betroffen, die zum 1. Juli 2022 in Kraft treten und voraussichtlich zum 31. Dezember 2023 evaluiert werden sollen. Für die notwendigen Umsetzungsarbeiten wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Am 11. Juni 2021 wurde das Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG II) beschlossen. Das Gesetz sieht eine Mindestbeteiligung von Frauen und Männern in großen Vorstandsgremien vor; in börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten müssen in den Vorständen mit mehr als drei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau und ein Mann vertreten sein. Davon sind die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe nicht betroffen. Eine weitere Verpflichtung aus dem Gesetz betrifft Gesellschaften, die der Drittelmitbestimmung unterliegen. Das ist in der RheinLand Versicherungsgruppe die RheinLand Versicherungs AG. Insoweit gilt für solche Unternehmen, die zukünftig eine Zielgröße Null festlegen und keine Frau in den Aufsichtsrat, den Vorstand oder die beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands aufnehmen, dass sie diese Null-Quote umfassend, klar und verständlich berichten und begründen müssen. Unternehmen, die keine Zielgröße festlegen oder keine Begründung abgeben, können sanktioniert und mit Bußgeldern belegt werden. Die Frauenquote für die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe wird im Jahr 2022 turnusmäßig neu festgelegt und die neuen Regelungen entsprechend berücksichtigt. Das Gesetz zur Änderung des Finanzdienstleistungsrechts ist am 15. Juni 2021 in Kraft getreten. Durch das Gesetz wird die Musterwiderrufsbelehrung für Versicherungsverträge modernisiert. Die Anforderungen wurden für die Versicherungsunternehmen der RheinLand Versicherungsgruppe fristgerecht umgesetzt. Zum 1. Juli 2021 ist das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) größtenteils in Kraft getreten, weitere Regelungen sind zum 1. Januar 2022 in Kraft treten. Das Gesetz bündelt unter anderem das Bilanzkontrollverfahren bei der BaFin, verschärft die Haftungs- und Unabhängigkeitsregeln für Abschlussprüfer und schreibt für Versicherungsunternehmen von öffentlichem Interesse verpflichtend einen Prüfungsausschuss vor. Die RheinLand Holding AG ist selbst nicht betroffen. Bei den operativen Versicherungsgesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe wurde jeweils ein Prüfungsausschuss eingerichtet. Zugleich werden die sogenannten Sachverstandsanforderungen an den Aufsichtsrat sowie den Prüfungsausschuss verschärft. Die jeweiligen Gremien der RheinLand Versicherungsgruppe erfüllen diese Voraussetzungen. Die Delegierte Verordnung (EU) 2021/1256 zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in die Governance von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen wurde am 2. August 2021 verkündet. Diese enthält Änderungen bezüglich der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren im Risikomanagement sowie bei dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht. Die Delegierte Verordnung (EU) 2021/1257 zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitserwägungen in die Beratung und in Produktprüfungsprozesse gemäß der IDD (Insurance Distribution Directive) wurde am selben Tag im Amtsblatt der EU verkündet. Änderungen erfolgen dadurch unter anderem hinsichtlich der Anforderungen an die Geeignetheitsprüfung bei Versicherungsanlageprodukten sowie der Bestimmung des Zielmarkts. Die Regelungen der beiden vorgenannten Verordnungen treten zum 2. August 2022 in Kraft. Die RheinLand Versicherungsgruppe hat alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Das Gesetz für faire Verbraucherverträge ist am 1. Oktober 2021 in Kraft getreten. Relevant für die Versicherungswirtschaft ist ein Verbot von Abtretungsausschlüssen. Die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe sind selbst nicht betroffen. Ferner ist zukünftig die vorherige Einwilligung des Verbrauchers in Telefonwerbung einzuholen und zu dokumentieren. Diese Anforderungen werden bei den Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe erfüllt. Das Telekommunikations-Telemedien-Datenschutzgesetz (TTDSG) führt Bestimmungen zum Schutz des Fernmeldegeheimnisses und des Datenschutzes in einem neuen Stammgesetz zusammen. Daneben wird auch die Wahrung des Fernmeldegeheimnisses durch E-Mail-Dienste und die Zulässigkeit des Trackings von Nutzern von Webseiten/Apps sowie anderweitiger Maßnahmen, die mit dem Speichern oder Auslesen von Endgeräten einhergehen, geregelt. In Erfüllung dieser Verpflichtungen wird auf den Webauftritten der Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe vor dem Einsatz von Cookies, Nutzertracking für Werbezwecke etc. eine Einwilligung eingeholt. Die EU-Whistleblowing-Richtlinie ist am 16. Dezember 2019 in Kraft getreten und hätte bis zum 17. Dezember 2021 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Diese Frist hat der deutsche Gesetzgeber verstreichen lassen. Die EU-Richtlinie garantiert Hinweisgebern („Whistleblowern“) einheitliche Standards für ihren Schutz und verpflichtet Behörden sowie öffentliche und private Organisationen zur Einrichtung von (internen und externen) Hinweisgebersystemen. Für die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe wurde bereits in der Vergangenheit ein Hinweisgebersystem gemäß der Vorgabe des § 23 Abs. 6 VAG eingerichtet. Eine Änderung des Geldwäschegesetzes trat am 1. August 2021 durch das Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetz in Kraft (TraFinG). Insbesondere müssen künftig alle Unternehmen ihren wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister melden. Die Umsetzung ist für die RheinLand Versicherungsgruppe erfolgt. Die Verordnung (EU) 2019/2088 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor vom 27. November 2019 (EU-Transparenzverordnung - TVO, oder auch als Offenlegungsverordnung bezeichnet) ist zum 10. März 2021 in Kraft getreten. In Verbindung mit der Verordnung (EU) 2020/852 (Taxonomie-VO) ergeben sich daraus die wesentlichen Informations- und Offenlegungspflichten rund um das Thema Nachhaltigkeit für Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater. So enthält die Transparenzverordnung insbesondere Vorgaben zur nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegung von Informationen auf der Website und in regelmäßigen Berichten von Versicherungsunternehmen. Für die Unternehmen der RheinLand Versicherungsgruppe sind die Vorgaben fristgerecht umgesetzt worden. Im gesamten Jahr 2021 gab es zahlreiche land- und oberlandesgerichtliche Entscheidungen zur Betriebsschließungsversicherung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Eine absolut überwiegende Zahl der Entscheidungen erging zugunsten der Versicherer und somit auch zu unseren Gunsten. Am 26. Januar 2022 hat der Bundesgerichtshof letztinstanzlich für ähnliche bzw. vergleichbare auch von den Versicherungsgesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe verwendete Klauseln entschieden, dass eine Haftung aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht besteht, da das SARS-CoV-2-Virus nicht vom Versicherungsschutz umfasst ist. Wirtschaftsbericht Wirtschaftslage Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflussten im Jahr 2021 weltweit das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Lockdown-Maßnahmen schränkten die Gastronomie, Hotellerie, die Kultur- und Veranstaltungsbranche, Messeveranstalter, das Taxigewerbe, den Tourismus und zahlreiche weitere Wirtschaftssegmente massiv ein. Starke Umsatzeinbrüche waren die Folge. Dazu kamen globale Lieferengpässe bei Rohstoffen, Vorprodukten, Computerchips und in Folge bei zahlreichen Endprodukten wie Autos und technischen Geräten. Verursacht wurden die Engpässe unter anderem durch Quarantäne-Vorschriften. Bei Corona-Verdachtsfällen mussten teilweise ganze Produktionsstätten oder - zum Beispiel in China - Häfen schließen. Auf der anderen Seite profitierten viele Unternehmen von der Krise. Der Online-Handel legte stark zu. Die Digitalisierung nahm Fahrt auf. Die Arbeit verlagerte sich ins Homeoffice, Videokonferenzen gehörten zum Alltag. Der Medienkonsum in der Freizeit nahm zu. Impfstoffe kamen auf den Markt. Entsprechend konnten zum Beispiel Unternehmen aus der digitalen Unterhaltungsbranche, digitale Netzwerke, Online-Händler, Logistiker, Technologieunternehmen, Impfstoffhersteller und andere Biotech- und Medizinunternehmen zulegen. Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemiefolgen durch den Start der Impfungen erfüllten sich nicht. Neue Virus-Varianten (Delta, Omikron) sorgten bis über das Jahr hinaus für Verunsicherungen. Unter diesen Vorzeichen entwickelte sich die Wirtschaft global wie hierzulande volatil. Entsprechend senkten Wirtschaftsinstitute die zunächst höheren Erwartungen für die Konjunktur im Herbst wieder ab. Die Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute zum Beispiel sah im Frühjahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3,7 % voraus. Im Herbst prognostizierten die Marktbeobachter ein Wachstum um 2,4 % für 2021, aber für 2022 um 4,8 %. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war schließlich das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen um 2,7 % höher als im Jahr 2020. Nach Branchen stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe um 4,4 %, die Wirtschaftsleistung der Unternehmensdienstleister nahm um 5,4 % zu. Im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe fiel das Wirtschaftswachstum aufgrund der anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen mit einem Plus von 3,0 % etwas verhaltener aus. Deutschland exportierte preisbereinigt 9,4 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland als 2020. Die Importe legten gleichzeitig um preisbereinigt 8,6 % zu. Damit lag der Außenhandel Deutschlands 2021 nur noch leicht unter dem Niveau des Jahres 2019. Für die Weltwirtschaft geht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ersten Berechnungen von einem Wachstum im Jahr 2021 um 5,6 % aus. Den gleichen Wert schätzt sie in Vorabberechnungen für die USA. China konnte überdurchschnittlich zulegen. Nach in Medien zitierten Angaben der chinesischen Statistikbehörde wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 8,1 %. Der deutsche Arbeitsmarkt hielt sich trotz des schwierigen Umfeldes robust. Beschäftigungsgewinne gab es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+2,2 %), im Bereich Information und Kommunikation (+2,4 %) sowie im Baugewerbe (+1,2 %). Dagegen kam es im Handel, Verkehr und Gastgewerbe wie schon im Jahr zuvor zu Beschäftigungsverlusten (-1,8 %). Im Berichtsjahr waren Preissteigerungen auf breiter Front zu verzeichnen. Zum Jahresende hin beschleunigte sich die Entwicklung. Im Dezember lag der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat laut Statistischem Bundesamt 5,3 % höher. Hierbei legten Energiekosten drastisch zu. Für den Anstieg der Inflation sorgten außerdem die Verknappung des Angebots durch die Lieferprobleme sowie die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung. Deutschland und Europa kommen noch glimpflich davon; in den USA sind die Preise im Dezember sogar um 7,0 % gegenüber Dezember 2020 geklettert. Im Jahresdurchschnitt liegt die Inflationsrate in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei 3,1 %. Die Deutsche Bundesbank erwartet für das neue Jahr eine Inflationsrate von 3,6 % und auch für die folgenden Jahre noch vergleichsweise hohe Werte (2,2 % in den Jahren 2023 und 2024). Auf politischem Gebiet ragten Wahlen und ihre Ergebnisse heraus. In den USA trat der im Jahr zuvor gewählte Joe Biden sein Amt als Präsident an. In Deutschland kam es im Herbst nach einer 16-jährigen Amtszeit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Regierungswechsel. Seither regiert eine Koalition von SPD, Grünen und FDP unter Führung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Am 1. Mai trat nach dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ein zwischen beiden Partnern vereinbartes Handels- und Kooperationsabkommen in Kraft. Finanzmärkte Im Dezember 2020 wurden zwar die ersten Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen. Doch die Hoffnung, dass die Pandemie in absehbarer Zeit überwunden werden könnte, übertrug sich zunächst nicht auf die Börse. Am 29. Januar 2021 notierte der MSCI World Index bei 2.661 Punkten. Zu diesem Zeitpunkt war dies der Fünfjahrestiefstand des Weltaktienindex. Dem Einbruch im ersten Jahresviertel folgte eine Hausse, die bis zum Jahresende anhielt. Abgesehen von einer zwischenzeitlichen Schwächephase im September zeigten sich die Kapitalmärkte im vergangenen Jahr in guter Verfassung. Am Silvestertag schloss der MSCI World Index bei 3.231,7 Punkten knapp unter seinem Allzeithoch, das am 3. Januar 2022 erreicht wurde. Unter dem Strich stand ein Jahresplus von 21,14 %. Noch besser entwickelte sich der US-amerikanische Aktienindex S&P 500, der im Laufe des Jahres 28,79 % zulegen konnte. Der europäische Index EuroStoxx50 blieb mit einer Wertsteigerung von 20,6 % etwas dahinter zurück. Der deutsche Aktienleitindex DAX entwickelte sich mit einem Plus von 15,7 % zwar positiv, im internationalen Vergleich aber eher schwächer. Rückenwind bekamen die Aktienmärkte von den Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt seit mittlerweile fünf Jahren den Leitzins bei 0 % und verzinst Einlagen sogar negativ. Die US-Notenbank (Fed) hielt seit der Leitzinssenkung im März an einer Zinsspanne zwischen 0 bis 0,25 % auf niedrigem Niveau fest. Die Ankündigung, mittelfristig auf die steigenden Inflationsraten reagieren zu wollen, sorgte an den Anleihemärkten für etwas Bewegung. Die Renditen für Staatsanleihen stiegen leicht an. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren boten zum Jahresende eine Rendite von 1,51 %. 10-jährige Anleihen der Bundesrepublik Deutschland rentieren mit -0,179 % zwar immer noch negativ, aber immerhin 0,34 Prozentpunkte höher als zum Jahresstart 2021. Dank der starken Entwicklung der US-Konjunktur und des Zinsvorsprungs von US-Anleihen gegenüber europäischen Papieren hat der US-Dollar im Verlauf des Jahres 2021 an Stärke gewonnen. Zum Jahresende 2021 war der Euro 1,1374 US-Dollar wert. Damit war der US-Dollar zum Jahresausklang rund sieben Prozent höher bewertet als ein Jahr zuvor. Der Immobilienmarkt blieb 2021 weiterhin robust. In einigen Regionen und Marktsegmenten kam es zu spekulativen Übertreibungen, insbesondere in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München. Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im 3. Quartal 2021 um durchschnittlich 12 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Dies ist der größte Preisanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser haben sich gegenüber dem Vorquartal im Schnitt um 4,2 % verteuert. Entwicklung des Versicherungsmarktes im Jahr 2021 Das Jahr 2021 war für die Versicherungswirtschaft nicht nur wegen der Corona-Pandemie herausfordernd. Insbesondere die Flutkatastrophe als Folge der Unwetterereignisse hat sichtbare Spuren im Geschäftsergebnis der deutschen Versicherer hinterlassen. So haben nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Unternehmen aus dem Bereich Schaden- und Unfallversicherung in den betroffenen Sparten erstmals seit 2013 ein negatives Bruttoergebnis ausgewiesen. Die Versicherungswirtschaft insgesamt verbuchte 2021 über alle Sparten hinweg ein Beitragsplus von 1,1 % (Vorjahr: 1,6 %) auf 223,4 Mrd. €. Das Starkregenereignis „Bernd“ im Juli des Jahres 2021 war mit versicherten Schäden von über 8 Mrd. € die teuerste Unwetterkatastrophe dieser Art in Deutschland seit Beginn der statistischen Erfassung Anfang der 1970er-Jahre. Allein aus Naturereignissen verzeichnet die Schaden- und Unfallversicherung 2021 insgesamt eine Schadenbelastung von 12,5 Mrd. € (Vorjahr: 2,0 Mrd. €). In den überfluteten Gebieten waren rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft im Einsatz sowie rund 2.500 externe Kräfte, zum Beispiel Gutachter. Bis Januar 2022 wurden circa 250.000 einzelne Schadensfälle registriert - davon allein 50.000 Kfz-Schäden. Schon wenige Wochen nach der Flutkatastrophe hatten die Versicherer mehr als 3 Mrd. € an ihre Kundinnen und Kunden ausgezahlt. In der Schaden- und Unfallversicherung stieg der Schadenaufwand 2021 insgesamt signifikant um 20 % auf 62,3 Mrd. € (Vorjahr: 51,8 Mrd. €). Obwohl auch die Beitragseinnahmen leicht um 2,2 % auf 76,6 Mrd. € zunahmen (Vorjahr: 74,9 Mrd. €), kletterte die Schaden-Kosten-Quote - das Verhältnis von Kosten und ausgezahlten Leistungen zu den Beitragseinnahmen - auf 102 % (Vorjahr: 90,7 %). Angesichts der Rekordschäden sei dies aber ein vorzeigbares Ergebnis, so der GDV. Für die Sachversicherung erwartet der GDV vorläufigen Zahlen zufolge mit 129 % die höchste Schaden-Kosten-Quote seit der ersten statistischen Auswertung. Sie sei damit auch spürbar höher als im bislang schadenreichsten Jahr 2002, das von den Folgen der Fluten an Elbe und Donau geprägt war. Die Quote betrug damals 120,9 %. Das Ergebnis der Kraftfahrtversicherung ist ebenfalls von den Folgen der Fluten geprägt. Das zeigt sich laut Mitteilung des GDV in den Kaskosparten. Dennoch schreibe die Kraftfahrtversicherung mit einer Schaden-Kosten-Quote von 95 % schwarze Zahlen. Die Beitragseinnahmen stiegen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt - trotz des voraussichtlich anhaltenden Bestandswachstums - aufgrund rückläufiger Durchschnittsbeiträge nur minimal um 0,4 % auf 29 Mrd. €. Die Lebensversicherung hat sich im zweiten Corona-Jahr stabil entwickelt. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds beliefen sich 2021 insgesamt auf rund 102 Mrd. € (- 1,4 %). Der GDV führt diese Entwicklung auf ein leicht reduziertes Einmalbeitragsgeschäft zurück (- 4,7 % auf 36,5 Mrd. €), das 2020 ein Rekordniveau erreicht hatte. Die laufenden Beitragseinnahmen legten hingegen leicht auf 65,3 Mrd. € zu. Bei den Beitragseinnahmen, die auf die betriebliche Altersversorgung entfallen, ergibt sich ein Plus von 1,8 % auf 19,5 Mrd. €. Positiv entwickelte sich 2021 das Riester-Neugeschäft mit einem deutlichen Plus von 12 % auf 310.500 neue Verträge. Das ist die höchste Zahl an Riester-Neuabschlüssen seit dem Jahr 2016. Der Bestand blieb weitgehend stabil bei rund 10,4 Mio. Verträgen. Bei den Basisrenten stieg die Zahl neu vermittelter Policen sogar um fast 40 % auf knapp 119.000 Verträge. Der Gesamtbestand erhöhte sich dadurch um 4 % auf 2,5 Mio. Verträge. Entwicklung der Vertriebswege Banken- und Kooperationsvertrieb Als Spezialanbieter immer bekannter werden Im vergangenen Jahr waren die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen bezüglich des Vertriebs und der Vergütung von Restschuldversicherungen, die am 1. Juli 2022 in Kraft treten werden, ein zentrales Thema im Banken- und Kooperationsvertrieb. Hierfür mussten Produkte angepasst, Verträge mit Partnern und IT-Systeme umgestellt sowie Prozesse neu aufgesetzt werden. Die damit verbundenen Herausforderungen betrafen alle Unternehmensbereiche und erforderten einen hohen Aufwand. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern im Laufe des Jahres Lösungen erarbeitet haben, die uns ermöglichen, auch in Zukunft sowohl kundenorientierte als auch den neuen regulatorischen Vorgaben entsprechende Produkte anbieten zu können. Mit unserer fokussierten Ausrichtung konnten wir unseren Bekanntheitsgrad als Spezialversicherer für die Absicherung von Zahlungsverpflichtungen ausbauen. Durch Veranstaltungen, Veröffentlichungen sowie eine konsequente Nutzung der für uns relevanten Social-Media-Kanäle ist uns dies gelungen - beispielsweise rund um die Baufinanzierung und sie flankierende Versicherungslösungen. Die erhöhte Aufmerksamkeit führte zu spürbar mehr Anfragen und Kontakten mit potenziellen Partnern, weshalb wir auch weiterhin auf verstärkte Öffentlichkeitsarbeit setzen werden. Im Zusammenhang mit den sich wandelnden regulatorischen Rahmenbedingungen gewinnt für uns das Thema Nachverkauf und Telesales immer mehr an Bedeutung. Absicherungen, die am Point of Sale vom Vermittler oft nicht oder nur rudimentär angesprochen werden können, sollen mit Hilfe einer systematischen Nachbearbeitung beraten und abgeschlossen werden. Wir erkennen hier noch viel Potenzial, das wir nun sukzessive mit unseren Partnern heben wollen. Die Bedeutung des Themas Mobility für unser Deutschlandgeschäft ist groß und soll hier kurz exemplarisch dargestellt werden. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit namhaften Kooperationspartnern aus der Automobilbranche entwickeln wir Versicherungslösungen, die mit Leasing- und Finanzierungsprodukten zu individuellen Mobilitätspaketen geschnürt werden können. Im vergangenen Jahr wurden unsere Erwartungen trotz Corona-Pandemie und Halbleiterkrise erfüllt. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern gehen wir dabei auch neue Wege. So tragen Innovationspartnerschaften zur weiteren dynamischen Entwicklung des Segments Mobility bei. Der weitere Ausbau des Vertriebs unserer marken- und händlerunabhängigen, volldigitalen Kaufpreisversicherung unter der Marke MOBIVERS erhielt im vergangenen Jahr einen spürbaren Dämpfer. Die pandemiebedingten Schwierigkeiten, mit denen sich der Autohandel konfrontiert sah, wirkten sich auf dieses noch neue Geschäftsfeld besonders stark aus. Wir haben uns deshalb vertriebsstrategisch noch einmal neu ausgerichtet: Im Fokus der persönlichen Betreuung vor Ort stehen zukünftig große und vertriebsstarke Händler. Darüber hinaus wird der Verkauf unseres Produkts im Autohaus durch die nachträgliche Vermarktung der Kaufpreisversicherung ergänzt. Im internationalen Geschäft verzeichneten wir im Banken- und Kooperationsvertrieb eine unterschiedlich zu betrachtende Entwicklung. Bereits 2020 hatten Vorstand und Aufsichtsrat die Einstellung unserer geschäftlichen Aktivitäten in Italien beschlossen. Das von Mailand aus betreute Geschäft wird deshalb schrittweise abgewickelt, wobei die dortige Niederlassung zum 31. Dezember 2021 geschlossen wurde. Unsere Aktivitäten in den Niederlanden, wo wir auf den Produktfeldern Risikolebensversicherung und Restkreditversicherung eine hohe Marktdurchdringung haben, entwickelten sich derweil erfreulich. Im März konnten wir die bisher getrennt agierenden Teams in Amsterdam und in Amstelveen am Standort Amstelveen in deutlich vergrößerten und modern eingerichteten Büroräumen zusammenführen. Damit einher ging die öffentlichkeitswirksame Stärkung der Marke Credit Life, die nun für sämtliche Aktivitäten des Banken- und Kooperationsvertriebs in den Niederlanden steht. Die Marke Callas, unter der ein 2016 von uns übernommener Assekuradeur firmierte, wird dagegen nicht mehr vertrieblich genutzt. Mit dem Gewinn des „Gouden Lotus Award“ wurde Credit Life 2021 zum dritten Mal in Folge von Vermittlern zum besten Einkommensversicherer in den Niederlanden gewählt. Die Basis hierfür schafft unser Erfolgsprodukt „IGP“ (InkomensGarantiePlan), das wir 2019 eingeführt und im zurückliegenden Jahr durch viele Neuheiten ergänzt haben. Der Markt hat das vollumfänglich honoriert. Darüber hinaus haben wir unsere Produktpalette konsequent weiterentwickelt. Anfang September wurde zur Absicherung der Arbeitsunfähigkeit die „ArbeidsongeschiktheidsRisicoVerzekering“ - kurz ARV - lanciert. Hinzu kamen Aktionen, mit denen wir unser Image stärken: Credit Life gehörte am 4. November zu den Hauptsponsoren der „HypoVak“, dem Branchentreff rund um die Immobilienfinanzierung. Makler- und Assekuradeursvertrieb Durch Produkte, Prozesse und Services begeistern Die ersten Monate des zurückliegenden Geschäftsjahres waren vom zweiten durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdown geprägt. Wie schon in der ersten Phase der Pandemie konnten wir unseren Maklern gegenüber deutlich machen, als verlässlicher Partner an ihrer Seite und damit an der Seite ihrer Kunden zu stehen. Um auch in Zeiten erschwerter persönlicher Kontakte mit unseren Top-Partnern und solchen, die es werden könnten, in Verbindung zu bleiben, haben wir im März 2021 einen Partnerkongress veranstaltet. Diese digitale Veranstaltung, eine Liveübertragung vom Standort Neuss aus, stieß auf erfreulich hohe Resonanz, weshalb wir solch ein Format auch künftig im Blick behalten wollen. Die Hochwasserkatastrophe im Juli, bei der in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weite Regionen verwüstet wurden, bildete eine Ausnahmesituation, in der wir unserer Verantwortung als Risikoträger in besonderer Weise gerecht werden konnten. In den Überflutungsgebieten lebende Kunden standen aufgrund schwerster Zerstörungen von Hab und Gut urplötzlich vor dem Nichts. Mit Hilfe von Schadenregulierern vor Ort und dank unserer hohen Servicelevels konnten wir schnellstmöglich Leistungen bewilligen und damit die erste Not lindern. Neben dieser gerade genannten Verlässlichkeit, Servicestärke und Kundenzentriertheit ist unser Produktportfolio der Schlüssel unseres nachhaltigen Erfolgs im Markt. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass die erst vor wenigen Jahren getroffene Entscheidung, auch Kfz-Versicherungen im Maklervertrieb anzubieten, richtig war. Unsere Planziele wurden 2021 übertroffen, wobei wir den Kfz-Tarif zum Herbst hin mit weiteren Features noch attraktiver gemacht haben. Darüber hinaus wurden weitere Produktverbesserungen vorgenommen, allen voran in der Hausrat-, Privathaftpflicht- und Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Flankiert wurde dies von Marketingkampagnen Print und Online sowie Beiträgen auf Social-Media-Kanälen. Dass es uns gelingt, Kunden auf digitalem Wege für uns zu begeistern und damit Nähe herzustellen, zeigt die Auszeichnung „Digital-Champion“. Sie ist das Ergebnis einer groß angelegten Befragung, die von den wirtschaftspsychologisch geschulten Analysten von ServiceValue in Zusammenarbeit mit der bekannten Tageszeitung „Die Welt“ durchgeführt wurde. Im Blick standen Unternehmen aus 140 Branchen. Innerhalb der Branche „Maklerversicherer“ konnten wir uns an die Spitze setzen. Darüber hinaus wurden wir in mehreren Qualitätsbewertungen wieder in die Liste der „Top 10“ aufgenommen - u. a. in einer Studie der Fachzeitschrift „AssCompact“. Ermittelt wurden die von Maklern für das private Kompositgeschäft bevorzugten Anbieter. Hierbei ging es auch um die Zufriedenheit mit den Produktgebern in punkto Digitalisierungsgrad und die Weiterempfehlungsbereitschaft der Makler untereinander (Net-Promoter-Score). Im Rahmen der Untersuchung zum privaten Schaden- und Unfallgeschäft wurde u. a. die Private Haftpflichtversicherung unter die Lupe genommen. Zu bewerten waren 13 Leistungskriterien, wobei die Benotung in den Kategorien „Produktqualität“, „Schadenregulierung“ und „Preis-Leistungs-Verhältnis“ für die Gesamtwertung besonderen Ausschlag gab. Um auch unter Nachhaltigkeitsaspekten - hier namentlich der Klimaschutz - stärker in Erscheinung zu treten, haben wir eine Partnerschaft mit „bessergrün“ geschlossen. Für jedes vermittelte „bessergrün“-gelabelte Gewerbeprodukt wird ein Baum gepflanzt. Hierfür geeignete Flächen hat „bessergrün“ innerhalb Deutschlands identifiziert; sie liegen in Schleswig-Holstein und im Bergischen Land (Nordrhein-Westfalen). „bessergrün“ wurde im August 2019 gegründet und versteht sich als Marktplatz für nachhaltige Finanzdienstleistungen, Versicherungen, E-Mobility und komplementäre Dienstleistungen. Zudem werden die Versicherungsbeiträge nur nachhaltig investiert, und der Kunde profitiert von nachhaltigen Deckungskomponenten in seinem Versicherungsschutz. Für Makler bietet unsere Kooperation mit „bessergrün“ bei der Kundenansprache neue Vertriebsansätze. Die stark gewachsene Sensibilität für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und die damit verbundenen Erwartungen geben Vermittlern viele gute Argumente an die Hand, gegenüber Kunden „grün zu punkten“. Ein weiterer Faktor, der die wachstumsorientierte Entwicklung unseres Maklervertriebs in Deutschland im zurückliegenden Jahr begünstigt hat, ist die Vertiefung bestehender Kooperationen. Dadurch haben wir qualitativ guten Bestand zugeführt bekommen, den wir en bloc bei uns integrieren konnten. Anzumerken ist, dass wir das Umsatzplus des zurückliegenden Jahres trotz einer kontinuierlich sinkenden Zahl an Maklerverbindungen erreicht haben. Damit geht unsere Strategie auf, uns auf besonders große und potenzialreiche Vertriebspartner zu fokussieren, mit denen wir inzwischen rund vier Fünftel unseres Geschäfts machen. Ungeachtet dieser weiterhin erfreulichen Tendenz haben wir auf einigen Feldern Handlungsbedarf erkannt. Dies betrifft in erster Linie unsere Gewerbekompetenz. Hier wollen wir uns besser aufstellen, um uns künftig als einer der besten Anbieter für kleine und mittlere Unternehmen im Markt positionieren zu können. Auch das Geschäft mit Unfallversicherungen soll neue Impulse erhalten, um uns wieder an die Spitze zu setzen. In diesem Kontext wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um uns in den angesprochenen Bereichen wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Die Geschäftsentwicklung in den Niederlanden verlief insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen. In dem dort von uns unter dem Markennamen rhion aufgebauten Assekuradeursvertrieb können wir auf das zweite volle Geschäftsjahr zurückblicken und freuen uns über die große Beachtung und das erworbene Renommée. Die Zahl der mit uns kooperierenden Assekuradeure aus dem Netzwerk NVGA (Nederlandse Vereniging van Gevolmachtigde Assurantiebedrijven) wächst und liegt nun bei über 40 Partnern. Die 2020 im niederländischen Markt eingeführten Basisprodukte haben wir 2021 aktualisiert. Bemerkenswert ist, dass wir im Privatkundensegment von branchennahen Fachmedien schon erste Platzierungen unter den „Top 10“ erreichen konnten. Unsere Reputation wird auch durch die Tatsache untermauert, dass wir bereits aufgefordert wurden, Mitglied im Assekuradeur-Versicherer-Gremium (Platform Volmachten) des Verbandes der niederländischen Versicherer (Verbond van Verzekeraars) zu werden. Unser Erfolg im niederländischen Markt ist nicht zuletzt unserer schlagkräftigen Einheit zu verdanken, die von unserer Niederlassung in Eindhoven gesteuert wird. Im Verlauf des vergangenen Jahres haben wir den Aufbau unseres Teams weiter vorangetrieben und decken personell alle für uns relevanten Bereiche ab. Es gilt jetzt, unser Profil als Spezialanbieter weiter zu schärfen und unsere Produktpalette sowie Serviceleistungen zu erweitern. Eigener Außendienst Unternehmerisches Denken und Handeln fördern Das Vertriebsjahr 2021 begann im Außendienst unter den Bedingungen des pandemiebedingten Lockdowns. Die ersten Monate agierten die Teams in unseren Bezirksdirektionen und Geschäftsstellen somit unter ähnlich erschwerten Bedingungen wie im Frühjahr und gegen Ende des Geschäftsjahres 2020. Einmal mehr konnten in dieser Situation unsere Agenturen auf unsere Solidarität zählen. Unsere Zusicherung, mögliche Liquiditätsengpässe aufzufangen, die Erweiterung von Kompetenzen, die Anpassung der Verkaufswettbewerbe und die ständige Verbindung des Vorstands und der Vertriebsführungskräfte mit unseren Vertriebspartnern in der Fläche führten dazu, dass unsere Ausschließlichkeitsorganisation nach Aufhebung des Lockdowns ihr Geschäft nahtlos fortsetzen konnte. Das sich gegen Ende 2021 erneut verschärfende Pandemiegeschehen nahmen wir zum Anlass, die Mitarbeiter in unserer Hauptverwaltung weitestmöglich wieder von zuhause aus arbeiten zu lassen. Unter konsequenter Nutzung digitaler Tools konnten wir den Kommunikationsfluss und alle Arbeitsabläufe reibungslos aufrechterhalten. Die Betreuung der Agenturen und ihrer Kunden war dadurch vollumfänglich sichergestellt. Im zurückliegenden Geschäftsjahr, um das die Corona-Pandemie gewissermaßen eine Klammer bildet, konnten wir auf eine insgesamt zufriedenstellend-solide Entwicklung auf stabilem Niveau blicken. Als Versicherer waren wir aufgrund der hochwasserbedingten Katastrophenzustände in Teilen Nordrhein-Westfalens und von Rheinland-Pfalz aber in besonderer Weise gefordert. Mit den verheerenden Folgen des Unwetters im Juli wurden unsere in den Einzugsgebieten der Überflutungsgebiete an Ahr und Erft sowie in der südlichen Eifel ansässigen Agenturen mit voller Wucht konfrontiert. Viele Kunden standen buchstäblich vor dem Nichts. Bei der Regulierung dieser Schäden wurde von unseren Agenturteams mit Unterstützung von Fachexperten vor Ort sowie unseren Innendienstkräften Herausragendes geleistet. Dieser Einsatz wurde auf unserer im September ausgerichteten Vertriebstagung entsprechend gewürdigt. Die Veranstaltung, bei der erstmals seit Herbst 2019 wieder eine persönliche Begegnung mit unseren Agenturinhabern in größerem Rahmen stattfand, stand unter den Vorzeichen eines zukunftsweisenden Aufbruchs. Erstmals wurde hier unser Konzept für unsere Agenturwelt von morgen präsentiert. Im Zentrum stehen mehr denn je unternehmerisch denkende und handelnde Menschen und Teams, die eine präzise Vorstellung davon haben, wohin die Reise gehen soll. Für den wirtschaftlichen Erfolg einer engagiert geführten Agentur schaffen wir optimale Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang soll es fachlich, finanziell, technisch und organisatorisch weitreichende Unterstützung geben. Damit einhergeht die Charakterisierung der Versicherungsexperten vor Ort als „Lebensberater“ ihrer Kunden rund um Risikoschutz und Vorsorge. Eckpfeiler dieser Entwicklung sind die bekannten Agenturmodelle Bezirksdirektion und Geschäftsstelle, für die aber künftig Mindestanforderungen gelten. Das Konzept sieht ein Commitment mit dreijährigem Businessplan vor. Produktseitig brachte das zurückliegende Jahr einige Neuheiten und Produktanpassungen. Dabei wurde unter anderem die Zielgruppe Hundehalter in den Blick genommen. Mit der Fokussierung auf Absicherungen von Hund und Halter haben wir den Trend aufgegriffen, dass während der Corona-Pandemie die Zahl der Hundebesitzer in Deutschland stark gestiegen ist. Geschäftsverlauf der Einzelgesellschaften RheinLand Holding AG Die RheinLand Holding AG steuert die zur RheinLand Versicherungsgruppe gehörenden Versicherungsunternehmen. Diese betreiben das Lebens- und Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft. Darüber hinaus richten sich ihre Aktivitäten auf das Management des eigenen Immobilienbestands sowie der sonstigen Vermögensanlagen. Das aus Sach- und Finanzanlagen bestehende Anlagevermögen der RheinLand Holding AG verringerte sich im Geschäftsjahr um 3.611,5 T€ (-2,0 %) auf 176.431,7 T€ (i. Vj. 180.043,2 T€). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Sachverhalten. Auf der einen Seite wurde das an die Credit Life AG gewährte Nachrangdarlehen i. H. v. 10.000,0 T€ im Geschäftsjahr vollständig zurückgezahlt. Dem gegenüber stehen Zugänge i. H. v. 1.846,9 T€ in den Sachanlagen sowie i. H. v. 5.462,1 T€ in den Wertpapieren des Anlagevermögens. Der letztgenannte Sachverhalt dient als Sicherheit im Rahmen einer Rückversicherungslösung zur Stärkung der Eigenmittel unter Solvency II bei der Credit Life AG. Die Sachanlagen (Immobilienbestand) stiegen im Geschäftsjahr auf 29.784,7 T€ (i. Vj. 28.858,3 T€). Den planmäßigen Abschreibungen (920,5 T€) stehen im Wesentlichen die Aktivierung im Rahmen der Umgestaltung der Bürolandschaft in eine Open-Space-Area am Hauptsitz in Neuss (1.741,5 T€) gegenüber. Im Geschäftsjahr führten besondere Ereignisse wie die anhaltende Corona-Pandemie, die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 und der strategische Rückzug aus Italien zu niedrigeren Ergebnisbeiträgen der Versicherungsgesellschaften. Insgesamt erzielte die RheinLand Holding AG im Berichtsjahr Erträge von 20.871,8 T€ (i. Vj. 26.437,2 T€). Aus Gewinnabführungsverträgen entstanden davon 10.464,1 T€ (i. Vj. 10.217,9 T€) aus der RheinLand Versicherungs AG, 3.007,4 T€ (i. Vj. 2.770,0 T€) aus der Rhion Versicherung AG und 1.023,0 T€ (i. Vj. 5.522,0 T€) aus der Credit Life AG. Von der RH Digital Company GmbH wurden im Rahmen der Verlustübername 1.780,2 T€ (i. Vj. 1.751,5 T€) resultierend aus dem Ergebnisabführungsvertrag übernommen. Der Jahresüberschuss der RheinLand Holding AG lag aus den oben beschriebenen Gründen mit 9.763,2 T€ (i. Vj. 13.777,5 T€) im Geschäftsjahr deutlich unter unseren ursprünglichen Erwartungen im Rahmen der strategischen Planung. Im Hinblick auf die unerwarteten Entwicklungen, insbesondere auf der Schadenseite, sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Von dem Jahresüberschuss wurden 3.400,0 T€ in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs beträgt unter Einschluss des Gewinnvortrages 6.384,5 T€ (i. Vj. 6.897,2 T€). RheinLand Versicherungs AG Im zurückliegenden Geschäftsjahr stiegen die Beitragseinnahmen der RheinLand Versicherungs AG für das gesamte Versicherungsgeschäft auf 319.846,5 T€ (i. Vj. 311.514,9 T€). Davon entfielen auf unsere niederländische Niederlassung 86.912,3 T€ (i. Vj. 80.250,5 T€). Im Geschäftsjahr kamen bei der RheinLand Versicherungs AG bei der Beitragsentwicklung gegenläufige Entwicklungen zusammen. Nach dem starken Anstieg der Beitragseinnahmen in der Restkreditversicherung im Vorjahr reduzierten sich die Beiträge 2021 in diesem Geschäftsfeld erwartungsgemäß aufgrund der beschlossenen Einstellung des italienischen Versicherungsgeschäfts. Dagegen konnten einerseits die Beitragseinnahmen in der Kompositversicherung im direkten Geschäft über unsere Ausschließlichkeitsorganisation gesteigert werden. Andererseits erhöhten sich die Beiträge im indirekten Versicherungsgeschäft aus dem internen Rückversicherungsvertrag mit der Rhion Versicherung AG. Das Geschäftsjahr 2021 war geprägt vom Unwetterereignis „Bernd“ im Sommer 2021. Auf die RheinLand Versicherungs AG entfielen dabei Brutto-Schadenaufwendungen in Höhe von 12.144,0 T€. Im Wesentlichen führte dieses Schadenereignis dazu, dass sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung im Geschäftsjahr insgesamt deutlich erhöhten. Diese erhöhten sich um 9.189,7 T€ auf 102.403,5 T€ (i. Vj. 93.213,7 T€). Die gestiegenen Schadenaufwendungen führten zu einer Verschlechterung der bilanziellen Schadenquote nach Rückversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 37,6 %. Der stetige Geschäftsausbau und die Investitionen in die Digitalisierung des Unternehmens führten dazu, dass sich die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb auf 172.404,9 T€ (i. Vj. 161.125,2 T€) erhöhten. Die Kapitalanlagen der RheinLand Versicherungs AG erhöhten sich im Geschäftsjahr um 9.638,3 T€ (2,9 %) auf insgesamt 338.087,3 T€ (i. Vj. 328.449,1 T€). Die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen betragen 10.046,4 T€ (i. Vj. 3.403,8 T€). Davon entfallen 7.200,0 T€ (i. Vj. 480,0 T€) auf die Ausschüttung von verbundenen Unternehmen. Die laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen belaufen sich auf 364,8 T€ (i. Vj. 350,2 T€). Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis der RheinLand Versicherungs AG beträgt 351,4 T€ (i. Vj. 288,3 T€). Insgesamt ergibt sich ein Kapitalanlageergebnis in Höhe von 10.033,0 T€ (i. Vj. 3.341,9 T€). Die durch das Unwetterereignis „Bernd“ im Sommer 2021 deutlich erhöhten Schadenaufwendungen und die gestiegenen Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb konnten durch den Beitragszuwachs aufgefangen werden. Somit konnte im Berichtsjahr ein versicherungstechnischer Gewinn vor Schwankungsrückstellung erzielt werden. Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 2.042,0 T€ (i. Vj. 937,7 T€) wies die Gesellschaft insgesamt ein versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung in Höhe von 6.368,2 T€ (i. Vj. 11.296,2 T€) aus. Das nichtversicherungstechnische Ergebnis stieg im Geschäftsjahr insbesondere durch die Erhöhung der Erträge aus Beteiligungen auf 5.774,1 T€ (i. Vj. 128,9 T€). Der Anstieg ist auf Sonderausschüttungen der RheinLand Groep B.V. sowie der RheinLand Vermittlungs GmbH zurück zu führen. Nach einem Steueraufwand von 1.678,2 T€ (i. Vj. 1.207,2 T€), das niederländische Geschäft betreffend, führte die RheinLand Versicherungs AG aufgrund des abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrages mit der RheinLand Holding AG ein Ergebnis in Höhe von 10.464,1 T€ (i. Vj. 10.217,9 T€) ab. Credit Life AG Im Geschäftsjahr erzielte die Credit Life AG gebuchte Bruttobeiträge aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft in Höhe von 171.297,9 T€ (i. Vj. 185.828,5 T€). Die deutliche Reduzierung der Beitragseinnahmen resultiert im Wesentlichen aus der im Jahr 2020 beschlossenen Entscheidung der Einstellung des italienischen Versicherungsgeschäfts. Von den gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 171.297,9 T€ wurden 80.114,7 T€ im Ausland erzielt. Auf Einmalbeiträge entfielen 59.220,7 T€ (i. Vj. 74.493,2 T€). Laufende Beiträge wurden in Höhe von 112.071,0 T€ (i. Vj. 111.287,2 T€) verzeichnet. 59.867,9 T€ der Beitragseinnahmen (34,9 %) entfallen auf die Restkreditversicherung. Insgesamt reduzierten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 7,8 %, wobei sich die Einmalbeiträge um 20,5 % reduzierten und die laufenden Beiträge um 0,7 % erhöhten. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung beliefen sich im Berichtsjahr auf 121.099,1 T€ (i. Vj. 126.315,7 T€). Der gesamte Zugang an Versicherungen machte im Berichtsjahr 185.652 Verträge mit einer Versicherungssumme von 4.695.261 T€ aus. Der Versicherungsbestand betrug, gemessen an der Stückzahl der Verträge, zum Jahresende 835.675 Verträge (i. Vj. 808.733). Die Kapitalanlagen der Credit Life AG verringerten sich im Geschäftsjahr um 3.371,1 T€ (-0,3 %) auf insgesamt 1.073.513,9 T€ (i. Vj. 1.076.885,0 T€). Mit 89,7 % ist der überwiegende Teil der Vermögensanlagen in festverzinsliche Anlagen investiert. Die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen betrugen 18.167,9 T€ (i. Vj. 20.067,4 T€). Die laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen beliefen sich auf 1.477,1 T€ (i. Vj. 1.835,2 T€). Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis der Credit Life AG betrug 4.680,3 T€ (i. Vj. 4.459,6 T€) welches, neben Erträgen aus dem Verkauf von Wertpapieren, durch die mittelbare Realisierung von Bewertungsreserven auf Immobilien im Rahmen der Gestaltung zweier Kommanditgesellschaften beeinflusst war. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr ein Kapitalanlageergebnis in Höhe von 21.371,0 T€ (i. Vj. 22.691,8 T€). Die Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung beliefen sich im Berichtsjahr auf 67.929,4 T€ (i. Vj. 64.421,8 T€). Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung erhöhten sich leicht auf 33.663,1 T€ (i. Vj. 32.480,8 T€). Die Credit Life AG hat durch die Bildung einer sogenannten Zinszusatzreserve Vorsorge getroffen. Im Geschäftsjahr wurden dieser Zusatzrückstellung weitere 7.311 T€ (i. Vj. 8.936 T€) zugeführt. Auf den im Jahr 2020 übernommenen Bestand der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG entfielen im Geschäftsjahr 6.504 T€. Die Zinszusatzreserve beträgt zum Bilanzstichtag 92.096 T€ (i. Vj. 84.785 T€). Auf den Bestand der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG entfielen im Geschäftsjahr davon 85.376 T€. Vom Rohüberschuss vor Direktgutschrift und vor Gewinnabführung in Höhe von 11.528,3 T€ konnten 30,4 % = 3.500,0 T€ (i. Vj. 24,0 % = 4.030,0 T€) der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugewiesen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil des Rohüberschusses der Gesellschaft aus nicht überschussberechtigtem Geschäft generiert und folglich nicht der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugewiesen wird. Außerdem existiert ein hoher Anteil der Überschussbeteiligung in Form von Direktgutschriften. Nach einem Steueraufwand von 60,1 T€ ergab sich ein Ergebnis in Höhe von 1.023,0 T€. Dieses wurde aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags vollständig an die RheinLand Holding AG abgeführt. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 5.448,0 T€. Aufgrund der strategischen Entscheidung, kein Neugeschäft mehr auf dem italienischen Versicherungsmarkt zu zeichnen, hatten wir mit einem zunächst deutlichen Beitragsrückgang gerechnet. Die Beitragseinnahmen lagen insgesamt dennoch leicht über unseren Erwartungen. Allerdings lagen auch die Schadenquoten deutlich über dem erwarteten Niveau und werden regelmäßig auf Ursachen und erforderliche Maßnahmen analysiert. Aufgrund der deutlich erhöhten Schadenaufwendungen lag die Gewinnabführung im Geschäftsjahr deutlich unter unseren Erwartungen im Rahmen der strategischen Planung. Rhion Versicherung AG Die Rhion Versicherung AG erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Beitragseinnahmen in Höhe von 188.531,1 T€. Im Vorjahr waren es noch 147.790,6 T€. Das entsprach einem Beitragszuwachs wie im Vorjahr von rund 28 % und schreibt die positive Entwicklung der vergangenen Jahre unseres Maklerversicherers fort. Dieser enorme Anstieg resultiert aus dem Ausbau unseres Kooperationsgeschäftes in den Niederlanden (+25.678,6 T€) sowie dem nach wie vor wachsenden Maklergeschäft in Deutschland (+15.062,0 T€). Abgesehen von der erfreulichen Entwicklung im Geschäftsausbau der Gesellschaft, gemessen an Beitragseinnahmen und Anzahl Verträge, war das Geschäftsjahr der Schaden- und Unfallversicherer geprägt von dem Unwetterereignis „Bernd“ im Juli 2021 und der damit verbundenen Hochwasserkatastrophe. Auf die Rhion Versicherung AG entfielen dabei Brutto-Schadenaufwendungen in Höhe von 11.858,3 T€. Im Geschäftsjahr führten neben den Elementarereignissen insbesondere das stark wachsende Geschäft sowie eine Normalisierung des Schadenverlaufs in der Kraftfahrversicherung zu dem deutlichen Anstieg der Schadenaufwendungen gegenüber dem Vorjahr. Als Folge der Lockdown-Maßnahmen und stärkerer „Homeoffice“-Nutzung lagen 2020 vor allem in der Kraftfahrtversicherung die Anzahl der Schäden deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt erhöhten sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle vor Rückversicherung auf 129.337,7 T€ (i. Vj. 90.698,4 T€). Die Schadenquote für eigene Rechnung stieg aufgrund der gewachsenen Schadenaufwendungen auf 70,4 % (i. Vj. 58,1 %). Der Ausbau unseres Bestandes und der Aufbau der Niederlassung in den Niederlanden führte im Vergleich zum Vorjahr zu einem Anstieg der Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb um 15.450,0 T€ auf 65.012,3 T€. (i. Vj. 49.562,4 T€). Die Kapitalanlagen der Rhion Versicherung AG erhöhten sich im Geschäftsjahr um 18.966,7 T€ (10,6 %) auf insgesamt 198.108,7 T€ (i. Vj. 179.142,1 T€). Mit 91,9 % ist der überwiegende Teil der Vermögensanlagen in festverzinsliche Anlagen investiert. Die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen betragen 1.566,3 T€ (i. Vj. 1.603,5 T€). Die laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen betragen 192,0 T€ (i. Vj. 166,8 T€). Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis der Rhion Versicherung AG beträgt 210,9 T€ (i. Vj. 46,5 T€). Insgesamt ergibt sich ein Kapitalanlageergebnis in Höhe von 1.585,1 T€ (i. Vj. 1.483,3 T€). Vor allem die deutlich gestiegenen Schadenaufwendungen aufgrund des Unwetterereignisses „Bernd“ führten zu einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 6.954,9 T€. Durch diese Entnahme belief sich das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung auf 2.212,0 T€. Das Ergebnis der nichtversicherungstechnischen Gewinn- und Verlustrechnung wies am Jahresende einen Gewinn von 1.603,4 T€ (i. Vj. 1.085,3 T€) aus. Nach einem Steueraufwand in den Niederlanden in Höhe von 808,1 T€ (i. Vj. 363,9 T€) führte die Rhion Versicherung AG einen Gewinn von 3.007,4 T€ (i. Vj. 2.770,0 T€) an die Muttergesellschaft, die RheinLand Holding AG, ab. Aufgrund der hochgesteckten Vertriebsziele lagen die Beitragseinnahmen mit einem Anstieg von rd. 28 % dennoch leicht unterhalb unserer Planwerte. Zusätzlich lagen die Schadenaufwendungen insbesondere durch das Unwetterereignis „Bernd“ im Sommer 2021 ebenfalls über den in der strategischen Planung angenommenen Aufwendungen. Dadurch lag das Ergebnis der Gesellschaft deutlich unter den Erwartungen im Rahmen der strategischen Planung. Ertragslage Beitragsentwicklung Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die RheinLand Versicherungsgruppe gebuchte Bruttobeitragseinnahmen von insgesamt 641.145,0 T€ (i. Vj. 615.561,4 T€). Das Geschäft im Bereich der Restkredit- und Kaufpreisversicherung war in den letzten beiden Jahren ganz besonders von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie betroffen. Der reduzierte Kundenkontakt und beschleunigte Filialschließungen erschwerten das Versicherungsgeschäft unserer Kooperationspartner im Bankensektor. Daneben belasteten Lieferengpässe in der Autoindustrie das Geschäft der Autohäuser und führte zu einer stärkeren Verlagerung des Handelsvolumens von Neuwagen hin zu Gebrauchtwagen. Der oben beschriebene Beschluss zur Nichtzeichnung von Neugeschäft auf dem italienischen Versicherungsmarkt hinterließ bei der Restkreditversicherung ebenfalls Spuren. Insgesamt führten die beschriebenen Sondereffekte in dem Geschäftsfeld zu einem Rückgang der Beiträge, die mit 225.288,1 T€ (i. Vj. 242.547,7 T€) allerdings noch leicht über unseren angepassten Planungsrechnungen lagen. In der klassischen Schaden- und Unfallversicherung (ohne Kaufpreisversicherung) sind die RheinLand Versicherungs AG mit ihrer eigenen Organisation und die Rhion Versicherung AG mit ihrem Maklervertrieb erfolgreich im Markt positioniert. Das Beitragsvolumen stieg in diesem Geschäftsfeld um 16,6 % auf 304.329,1 T€ (i. Vj. 260.895,2 T€). Neben dem stetig wachsenden Maklergeschäft in Deutschland war der oben bereits angesprochene Geschäftsausbau mit unseren niederländischen Kooperationspartnern über die Niederlassung in Eindhoven ein maßgeblicher Faktor für diesen Anstieg der Beitragseinnahmen. Doch auch unsere Ausschließlichkeitsorganisation, als wichtiges Standbein der Gruppe, behauptet sich regelmäßig im Markt und liefert einen wesentlichen Anteil des Beitragsvolumens in diesem Geschäftsfeld. Im Berichtsjahr konnte unser Außendienst trotz der Einschränkungen als Folge der Pandemie die Beitragseinnahmen ausbauen. Der Bereich der konventionellen Lebensversicherung steuerte im Berichtsjahr Beitragseinnahmen in Höhe von 111.527,7 T€ (i. Vj. 112.121,6 T€) zu den Beiträgen der RheinLand-Gruppe bei und lag damit auf einem vergleichbaren Niveau der Vorjahre. Allerdings treffen in diesem Geschäftsfeld seit mehreren Jahren zwei gegenläufige Entwicklungen aufeinander. Zum einen das Neugeschäft mit Risikolebensversicherungen, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sowie den Sterbegeldversicherungen, welches seit einigen Jahren stark gewachsen ist, zum anderen das Versicherungsgeschäft mit klassischen Zinsgarantieprodukten, welche durch das unverändert schwierige Marktumfeld stark rückläufig ist. Unser Fokus liegt hier ganz klar auf den oben aufgeführten Produkten zur Absicherung von biometrischen Risiken und treiben deren Ausbau voran. ![]() Schaden- und Leistungsentwicklung Die Corona-Pandemie prägte in den vergangenen beiden Jahren viele Bereiche der Wirtschaft. Allerdings prägte 2021 noch ein weiteres Ereignis in Deutschland die Versicherungswirtschaft und speziell die Schaden- und Unfallversicherer. Nachdem im Jahr 2020 die Anzahl an Sturmereignissen noch zurückgegangen war, ereigneten sich 2021 eine ganze Reihe an Elementarereignissen. Insbesondere das Unwetterereignis „Bernd“ mit der davon ausgelösten Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer traf besonders viele Menschen schwer und verursachte versicherte Schäden bei unseren Kunden in Höhe von rund 57 Mio. €. Im Wege unserer partnerschaftlichen Mit- und Rückversicherungsbeziehungen konnten die Schadenaufwendungen auf die Schultern mehrere Risikoträger verteilt werden. Dennoch belastete „Bernd“ mit einem Nettoschadenaufwand von rund 11,5 Mio. € die versicherungstechnische Ergebnisrechnung der Gruppe im Berichtsjahr. Dabei verteilten sich die Schadenaufwendungen nahezu in gleichem Maße auf die RheinLand Versicherung und die Rhion. Der wesentliche Anteil der Regulierung entfiel dabei auf die Wohngebäudeversicherung. Im Geschäftsjahr führten neben den Wetterereignissen insbesondere das stark wachsende Geschäft sowie eine Normalisierung des Schadenverlaufs in der Kraftfahrversicherung zu dem deutlichen Anstieg der Schadenaufwendungen gegenüber dem Vorjahr. Als Folge der Lockdown-Maßnahmen und stärkerer Homeoffice-Nutzung lagen 2020 vor allem in der Kraftfahrtversicherung die Anzahl der Schäden deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle nach Rückversicherung in der Schaden- und Unfallversicherung auf 193.977,7 T€ (i. Vj. 151.358,4 T€). Die kombinierte Schaden- und Kostenquote erhöhte sich für die Schaden- und Unfallversicherung durch die gestiegenen Schadenaufwendungen auf 98,3 % (i. Vj. 95,6 %). Im Lebensversicherungsgeschäft lagen die Aufwendungen für Versicherungsfälle mit 67.929,4 T€ im Geschäftsjahr über dem Niveau des Vorjahres (i. Vj. 64.421,8 T€). Die Ursachen hierfür waren in mehrfacher Hinsicht begründet. Zum einen gab es im abgeschlossenen Berichtsjahr einen zufallsbedingten Anstieg an Leistungen aus Todesfällen und anerkannten Berufsunfähigkeitsfällen bei den konventionellen Risikoversicherungen. Dies betraf sowohl das deutsche als auch das niederländische Versicherungsgeschäft. Daneben lag auch der Anteil an Sterbefällen in Folge einer Corona-Erkrankung über dem des Vorjahres. Wir analysieren regelmäßig unsere Versicherungsbestände, um möglichen Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und einleiten zu können. Kostenentwicklung Die RheinLand Versicherungsgruppe entwickelt sich stetig weiter und arbeitet kontinuierlich an ihrem Wachstumskurs. Der Ausbau der Versicherungsbestände über gemeinsame Kooperationen im Bankenvertrieb, über Maklerbeziehungen und als dritte wichtige Säule über unsere Ausschließlichkeitsorganisation hält seit einigen Jahren an. Dafür wurden allerdings auch regelmäßig wichtige Entscheidungen getroffen und erforderliche Maßnahmen eingeleitet. So wurde die Digitalisierung und Optimierung der Prozesse vorangetrieben, um die Bedürfnisse der Kunden und auch der Kooperationspartner bei der Bearbeitung noch besser bedienen zu können und die Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit unterstützen zu können. Dazu zählten unter anderem das In- und Outputmanagement sowie der Schadenmeldeprozess. Wir arbeiten an der flexiblen Kundenkommunikation. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde auch der Außendienst noch stärker mit digitalen Tools im Kundenkontakt unterstützt. Daneben haben wir die Zeit der Corona-Pandemie, in der viele Mitarbeiter von zu Hause arbeiten genutzt und das gesamte Gebäude der Hauptverwaltung weiter modernisiert. Es wurden offene, kommunikative und flexible Bürolandschaften geschaffen. Die Aufwendungen für den Umbau wurden zum großen Teil aktiviert und werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Geschäftsausbau, wie im Vorjahr insbesondere bei der Niederlassung Eindhoven, bedingt allerdings auch grundsätzlich Kosten in die Aufbau- und Ablauforganisation für die Betreuung der Kunden, Kooperationspartner und für die Bearbeitung der steigenden Geschäftsvorfälle. Daneben sind Investitionen verbunden mit Kosten notwendig, um Prozesse wie oben beschrieben zu digitalisieren und zu optimieren. Aus diesem Grund stiegen die Vertriebs- und Verwaltungskosten absolut gesehen in den vergangenen Jahren sukzessive an und beliefen sich im Geschäftsjahr auf insgesamt 88.600,0 T€ (i. Vj. 87.000,0 T€). Durch unser Kosten-Monitoring werden wir eine nachhaltige Senkung der Kosten im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen erreichen. Unsere Kostenquote konnte im Berichtsjahr auf 14,3 % (i. Vj. 14,7 %) gesenkt werden. Die Kosten ergeben sich aus den Verwaltungsaufwendungen im Geschäftsjahr abzüglich Provisionen. ![]() Kapitalanlageergebnis Das aus den Kapitalanlagen resultierende laufende Ergebnis betrug im Geschäftsjahr auf 22.380,9 T€ (i. Vj. 24.206,5 T€). Unter Berücksichtigung des übrigen Kapitalanlageergebnisses von 5.608,7 T€ (i. Vj. 1.944,2 T€) ergab sich insgesamt ein Kapitalanlageergebnis von 27.989,7 T€ (i. Vj. 26.150,7 T€). Das übrige Kapitalanlageergebnis betrifft in Höhe von 4.583,8 T€ die Hebung stiller Reserven im Konzern zur Verstärkung der Zinszusatzreserve bei der Credit Life AG. Daneben beinhaltet das übrige Kapitalanlageergebnis Erträge aus dem Abgang einer Beteiligung der RheinLand Vermittlungs GmbH in Höhe von 3.028,2 T€, planmäßige Abschreibungen auf den Immobilienbestand in Höhe von 1.174,1 T€ sowie Abschreibungen im Rahmen der Konzernkonsolidierung in Höhe von 1.741,1 T€. Nach der vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., Berlin, empfohlenen Formel berechnet sich, unter Berücksichtigung der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen, die Nettoverzinsung aus dem Nettoergebnis der Kapitalanlagen im Verhältnis zum mittleren Anlagebestand. Der sich hieraus ergebende Zinssatz betrug 1,7 % (i. Vj. 1,6 %). Die gleitende Nettoverzinsung der Kapitalanlagen der letzten drei Jahre (arithmetisches Mittel der Nettoverzinsungen) erreichte 1,6 % (i. Vj. 1,7 %). Konzernergebnis Das Jahr 2021 war von vielen Einflüssen geprägt. Die Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie beeinflusste weiterhin die Weltwirtschaft und unsere Geschäftsentwicklung wie in der Beitragsentwicklung beschrieben. Daneben verursachte die Hochwasserkatastrophe „Bernd“ den höchsten Brutto-Schadenaufwand seit Bestehen unserer Gruppe. Mit unserem strategischen Ziel einer erfolgreichen Diversifizierung sind wir für diese Herausforderungen gerüstet. Alle Vertriebswege und Geschäftsfelder leisten dabei einen wichtigen Beitrag für das Konzernergebnis und somit für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der RheinLand-Gruppe. Dabei haben sich die Konzentration und die Wachstumsgeschwindigkeit zwischen den Geschäftsfeldern und Vertriebswegen in den vergangenen Jahren immer wieder verlagert und sich gegenseitig gestützt. Nach Jahren des starken Wachstums in der Restkreditversicherung ging das Geschäft hier nach dem beschriebenen Rückzug aus dem italienischen Markt erwartungsgemäß zunächst zurück. Dafür verbesserte sich der Ergebnisbeitrag aufgrund der gleichzeitig rückläufigen Schadenaufwendungen. Im Geschäftsjahr waren sowohl die Schaden-/Unfallversicherung als auch die Lebensversicherung von stark erhöhten Schadenaufwendungen belastet (vgl. hierzu auch unsere Ausführungen in der Schaden- und Leistungsentwicklung). Die unvorstellbaren Schäden nach der Flutkatastrophe durch das Unwetter „Bernd“ im Sommer 2021 lösten zusätzlich enorme Anstrengungen in der Schadenregulierung aus. Rund 57 Mio. € Brutto-Schadenaufwand betrafen den von uns verwalteten Bestand. Dabei konnten die wirtschaftlichen Folgen für die RheinLand-Gruppe durch bestehende Mit- und Rückversicherungen begrenzt werden. Daneben konnten die Ergebnisauswirkungen zusätzlich durch Entnahmen aus der Schwankungsrückstellung verringert werden. Das versicherungstechnische Netto-Ergebnis reduzierte sich insgesamt im Geschäftsjahr 2021 auf 13.468,1 T€ (i. Vj. 25.354,0 T€). Die für die Weiterentwicklung der RheinLand-Gruppe erforderlichen Investitionen in die Aufbau- und Ablauforganisation, um die Versicherungsbestände weiter auszubauen, hat ebenfalls Auswirkungen auf das Konzernergebnis im Geschäftsjahr. Es sichert die Ergebnisbeiträge und Fortentwicklung künftiger Geschäftsjahre. Das Konzernergebnis vor Steuern lag mit 10.080,3 T€ (i. Vj. 18.017,6 T€) deutlich unter unseren ursprünglichen strategischen Planungsrechnungen. Der Steueraufwand betrug im abgelaufenen Jahr 4.053,0 T€ (i. Vj. 4.525,9 T€). Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern betrug im Geschäftsjahr 6.027,3 T€ (i. Vj. 13.491,7 T€). Wir haben es geschafft, unsere vorrangigen Ziele in den herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie zu erreichen. Das sind zum einen der Schutz der Menschen und zum anderen, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Hierfür waren die Anstrengungen der gesamten Belegschaft sowie der Vertriebs- und Kooperationspartner maßgeblich verantwortlich. In Anbetracht der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der besonderen Ereignisse im abgelaufenen Jahr - wie z. B. Belastungen durch „Bernd“ - kann die RheinLand-Gruppe trotz des ursprünglich höher geplanten Konzernergebnisses noch zufrieden auf das Geschäftsjahr 2021 zurückblicken. Vermögens- und Finanzlage Kapitalanlagen Das Anlagevolumen der RheinLand-Gruppe stieg um 3,1 % auf 1.692.755,1 T€ (i. Vj. 1.641.654,6 T€). Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zeichneten sich die Vermögensanlagen der RheinLand-Gruppe im Umfeld anhaltender unsicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen durch Anlage in hochliquide, bonitätsstarke Titel aus. Überwiegend wurde die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere mit guter bis sehr guter Bonität getätigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beeinflussten weiterhin die unverändert niedrigen Renditen deutscher und europäischer Staatsanleihen die Verzinsung der Vermögensanlagen. ![]() Von den gesamten Kapitalanlagen entfielen 89,8 % auf festverzinsliche Wertpapiere und 6,4 % auf Aktien sowie Investmentanteile. Unter den sonstigen Bestand fallen insbesondere der Immobilienbestand sowie Beteiligungen. Liquidität Zum Jahresende 2021 verfügte die RheinLand Versicherungsgruppe über liquide Mittel in Höhe von 30.696,5 T€ (i. Vj. 45.461,0 T€). Die Zahlungsfähigkeit der RheinLand-Gruppe war im Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt gegeben. Aufgrund der Liquiditätszuflüsse aus Beitragseinnahmen und Kapitalanlageerträgen sind Anhaltspunkte für eine künftige Gefährdung der Liquidität nicht erkennbar. Eigenkapital Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Eigenmittel der RheinLand Versicherungsgruppe weiter leicht verstärkt werden. Das konsolidierte Eigenkapital erhöhte sich vor Gewinnverwendung auf 216.328,3 T€ (i. Vj. 215.677,1 T€). Damit konnte in den letzten Jahren das Konzerneigenkapital nachhaltig gesteigert werden. Die RheinLandGruppe sichert durch diese regelmäßigen Verstärkungen der Eigenkapitalausstattung aus eigener Kraft die Erfüllung der erforderlichen Solvabilitätsanforderungen und schafft gleichzeitig die Grundlage für den weiteren Geschäftsausbau. Unsere eigene Überzeugung der Stabilität, Solvabilität und wachstumsorientieren Ausrichtung der RheinLand Versicherungsgruppe möchten wir gerne von Dritten überprüfen zu lassen und auch nach außen hin vermitteln. Aus diesem Grund unterziehen wir uns regelmäßig einem Bonitätsrating. Die jährlich neu vorgenommene Einschätzung unserer Versicherungsgesellschaften durch die unabhängige Rating-Agentur ASSEKURATA bildet einen neutralen Gradmesser zu den oben genannten Werten. Im Rahmen der Bonitätsprüfung der drei Versicherungsgesellschaften im Geschäftsjahr 2021 konnte das Rating mit der Note „A+“ (starke Bonität) mit dem Zusatz „stabiler Ausblick“ bestätigt werden. ![]() Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Zur Steuerung der RheinLand Versicherungsgruppe bedienen wir uns vorrangig des Konzernjahresüberschusses vor Steuern sowie der Beitrags-, Schaden- und Kostenentwicklung. Das Konzernergebnis vor Steuern, welches wir als wichtigen Leistungsindikator betrachten, betrug 2021 insgesamt 10.080,3 T€. Die Beitragsentwicklung haben wir dabei an den gebuchten Bruttobeiträgen gemessen, welche im Geschäftsjahr 641.145,0 T€ betrugen. Diese stiegen wie auf Seite 27 beschrieben über dem Branchendurchschnitt und bestätigen uns in unserem Handeln. Wir betrachten weiterhin unser Geschäft differenziert nach Geschäftsfeldern und Kooperationspartnern, um auch künftig weiter erfolgreich zu arbeiten. Daneben wird eine spartenübergreifende Schadenentwicklung genau beobachtet, um mögliche Tendenzen frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen zur Risikoabsicherung treffen zu können. Für die Kostensteuerung haben wir als Kennzahl den auf Seite 28 dargestellten Kostenbegriff entwickelt, welcher die Gesamtkosten abzüglich Provisionen umfasst. Das so definierte Kostenbudget belief sich für 2021 auf 87.000 T€. Die RheinLand Versicherungsgruppe ist durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz nach § 341a Abs. 1a HGB zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet. Wir veröffentlichen neben den Ausführungen im Geschäftsbericht einen ausführlichen, gesonderten nichtfinanziellen Bericht außerhalb des Konzernlageberichts gemäß § 315b Abs. 3 HGB zusammen mit dem Konzernlagebericht. Dieser Nachhaltigkeitsbericht wird ebenfalls im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren hatten bereits vor dieser gesetzlichen Verpflichtung zur Berichterstattung ihren Stellenwert innerhalb der RheinLand Versicherungsgruppe und wurden auch regelmäßig im Geschäftsbericht beschrieben. Dabei legen wir einen besonderen Fokus auf die Ausbildung unserer Mitarbeiter, unsere Organisation und ihre Prozesse sowie das Umweltmanagement. Nähere Ausführungen hierzu finden Sie auf den nachfolgenden Seiten. Personal Die Zahl der Mitarbeiter in unserer Versicherungsgruppe inklusive der RheinLand Vermittlungs GmbH (5) und der RH Digital Company GmbH (11) lag 2021 im Jahresdurchschnitt bei 911 und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr (901) weiterhin positiv entwickelt. Der Anteil der bei uns beschäftigten Frauen liegt bei 46,0 %, der Anteil der Männer aktuell bei 54,0 %. Die Fluktuationsrate lag 2021 bei 5,93 % im Innendienst und 1,65 % im Außendienst. Die Aufgaben des Bereichs Personal sind davon geprägt, Menschen für die RheinLand zu begeistern und eine motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen, in der jeder einzelne sein Potenzial entfalten und sich entwickeln kann, um so die Organisation in ihrem Wachstum zu unterstützen. Die Mitarbeiter des Bereichs sind Berater und strategische Partner für unsere Fachbereiche sowie Ansprechpartner und Begleiter für unsere Beschäftigten und Bewerber. Die damit verbundene Dynamik und Vielfalt spiegelt der Begriff Human Resources wider. Neuer Onboarding-Prozess Im vergangenen Jahr haben wir grundlegende Veränderungen am so genannten Onboarding-Prozess vorgenommen. Dieser beschreibt die Phase der Neueinstellung eines Mitarbeiters ab Vertragsunterschrift bis zur Beendigung der Probezeit. Im Ergebnis folgt das gesamte Onboarding jetzt dem Leitgedanken einer Reise. Bei der Erstellung des Konzepts wurde besonderer Wert auf Online-Formate gelegt. Unsere Führungskräfte erhielten Werkzeuge, die von einer Willkommens-E-Mail, über Checklisten und Vorlagen bis hin zum Einarbeitungsplan reichten. Neue Mitarbeiter kommen somit in einem durchgängig abgestimmten Prozess an ihr „Reiseziel RheinLand“, womit wir ihnen die erste Orientierung bei uns deutlich erleichtern. Karriereseite live geschaltet Auch die Außenwirkung unseres Unternehmens auf potenzielle Bewerber haben wir auf den Prüfstand gestellt und ein umfangreiches Projekt aufgesetzt, um uns auch online als Top-Arbeitgeber zu positionieren. Mit der Freischaltung der neuen RheinLand-Karriereseite am 28. Oktober 2021 wurde ein neuer und wichtiger Recruiting-Kanal geschaffen. Das Ziel unseres Kampagnenauftritts war es, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern einen authentischen Einblick in die RheinLand Versicherungsgruppe zu geben. Mit diesem persönlichen Auftritt wollen wir Bewerber ansprechen, die gut zum Spirit der RheinLand passen und sich in den Teams voll entfalten können. Die positiven Rückmeldungen in den Vorstellungsgesprächen seit dem Livegang zeigen uns, dass unsere Kampagnenidee aufgeht. Durch die Ankündigung der neuen Karriereseite auf LinkedIn konnten wir dank des wachsenden Interesses an unserem Profil im Business-Netzwerk ebenfalls einen positiven Effekt verzeichnen und unsere Sichtbarkeit steigern. Eine gute Adresse für den Berufsstart Ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, verbindet sich bei uns stets auch mit dem Thema Ausbildung. Von der IHK Mittlerer Niederrhein wurden wir 2021 erneut als einer der besten Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk ausgezeichnet. Im zurückliegenden Jahr konnten wir insgesamt zehn Auszubildende und duale Studenten bei uns begrüßen, die in den Berufsfeldern Kaufmann/-frau für Versicherungen- und Finanzen, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Fachinformatiker/in für Systemintegration sowie B.Sc. Wirtschaftsinformatik ihren beruflichen Werdegang bei uns starten. Die Rekrutierung neuer Auszubildender wird seit November 2020 durch unsere Marketingkampagne #gönndir unterstützt. Der zielgruppenorientierte Auftritt in den gängigen Social-Media-Kanälen und die Erstellung einer Website mit relevanten Inhalten steigert unsere Bekanntheit und Relevanz bei der jungen Zielgruppe. Führungskräfte fit für die Zukunft machen Unter dem Motto „Wir gehen in Führung“ wurde im Herbst 2020 ein Führungskräfte-Entwicklungsprogramm aufgelegt, das im zurückliegenden Jahr erfolgreich fortgesetzt werden konnte. Vom Team- bis zum Bereichsleiter wurden in zwei aufeinander aufbauenden Workshops sowie weiteren individuellen Bausteinen insgesamt 95 Führungskräfte der RheinLand Versicherungsgruppe erreicht. Die Zufriedenheitswerte lagen weit über 90 Prozent, was aus den im Nachgang erfolgten Befragungen hervorgeht. Die mit einem externen Partner entwickelten, fortlaufenden Angebote bringen unsere Führungskräfte mit ausgewiesenen Experten für das Thema Leadership Development zusammen, die auf nationaler und internationaler Ebene mit Unternehmen verschiedener Branchen und Größen arbeiten. Leitmotiv des Programms ist, ein modernes Führungsverständnis flächendeckend zu verankern. Unsere Führungskräfte stehen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter auf einem Weg der stetigen Veränderungen und Neuerungen mitzunehmen. Im Kern ist es unser Ziel, unsere Führungskräfte dazu zu befähigen, einen zum Reifegrad des Mitarbeiters passenden individuellen und situativen Führungsstil zu wählen. Diese veränderten Anforderungen an die Führungskultur zur Sicherung des künftigen Unternehmenserfolgs folgen dem Wandel der Arbeitswelt. Vieles ist weniger planbar und berechenbar, neue Formen der Zusammenarbeit haben sich etabliert, die Anwesenheit im Büro ist kein Dogma und Ausweis von Fleiß und Produktivität mehr. Die Pandemie hat zudem in all diesen Punkten wie ein Beschleuniger gewirkt. Die Veränderungen bringen für viele unserer Mitarbeiter neue Herausforderungen mit sich: Rein fachbezogene Tätigkeiten treten zugunsten interdisziplinärer Aufgaben immer häufiger in den Hintergrund. Kreativität und Methodenkenntnisse werden wichtiger. Die Fähigkeit zur Selbstorganisation gewinnt an Bedeutung, insbesondere seit der Inkraftsetzung einer neuen Übereinkunft zu betrieblichen Arbeits- und Servicezeiten. Wir leisten Unterstützung, indem wir Trainings zu Themen wie „Produktives Homeoffice“, „Digitale Meetings moderieren“, „Remote-Workshops“, „Digitale Kreativtechniken“ und „Führen im Homeoffice und Open Space“ anbieten. Zugleich wissen wir um den Wert der persönlichen Begegnung, die physische Präsenz am Arbeitsplatz, die Interaktion auf direktem Wege, die positive Impulse im Sinne der erfolgsorientierten Weiterentwicklung unseres Unternehmens freisetzt. Unsere Hauptverwaltung am RheinLandplatz wird dadurch mehr und mehr zum Treffpunkt, an dem Routinetätigkeiten zugunsten projektbezogener Aufgaben zunehmend in den Hintergrund treten. Zusammengefasst haben wir diese Arbeitsweise unter dem Slogan „Das neue Normal“. RheinLand impft Um am RheinLandplatz zusammenzukommen, haben wir während des Pandemiegeschehens verbindliche Regeln für ein rücksichtsvolles Miteinander entworfen. Die im Verlauf des zurückliegenden Jahres Fahrt aufnehmende Impfkampagne machte es uns zudem möglich, zum Monatswechsel Juni/Juli Erst- und im August Zweitimpfungen für RheinLand-Mitarbeiter und deren Angehörige anzubieten. Unterstützt wurden wir hierbei durch unsere Betriebsärzte. Viele, die zu diesem Zeitpunkt noch keinen Impftermin in den örtlichen Impfzentren bekommen hatten, nutzten die unkomplizierte Möglichkeit, um sich gegen das Corona-Virus zu schützen. Mit Einsetzen der vierten Pandemiewelle im Herbst rückte schließlich die sogenannte Booster-Impfung in den Blick. Termine für diese Auffrischungsimpfung haben im ersten Quartal 2022 stattgefunden. Benefits Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, um die besten Talente an uns zu binden, sind attraktive Benefits bzw. Arbeitgeberangebote für Mitarbeiter. So bieten wir unseren Mitarbeitern umfangreiche Sozialleistungen an - von der Geburtsbeihilfe über Work-Life-Services und unsere betriebliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung (bAU+) bis hin zu zusätzlichen arbeitsfreien Tagen. Zu besonderen Anlässen besteht Anspruch auf Sonderurlaub. Erklärung zur Unternehmensführung Bei der Besetzung der Organe und Führungspositionen achten Vorstand und Aufsichtsrat auch auf die Förderung der Vielfalt im Unternehmen und insbesondere auf einen angemessenen Frauenanteil. Durch das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst ist die RheinLand Versicherungs AG verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, im Vorstand und in den beiden nachfolgenden Führungsebenen festzulegen. Für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2022 sind bei der RheinLand Versicherungs AG entsprechend der gesetzlichen Vorgaben Zielgrößen für den Frauenanteil in den relevanten Gremien festgelegt worden. Die Zielgrößen betragen für den Aufsichtsrat 16,67 %, für den Vorstand 0 %, für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands 6,67 % sowie für die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 24,24 %. Digitalisierung und Innovation Freiraum geben, um neue Wege zu gehen Gleich zu Beginn des zurückliegenden Geschäftsjahres konnten wir uns über die Auszeichnung mit dem Innovationspreis „Top 100“ freuen. Damit wird die Innovationskraft gewürdigt, mit der sich die RheinLand Versicherungsgruppe im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie zukunftsfähig aufstellt. Eine Anerkennung erfahren auch die unternehmerischen Maßnahmen in Zuge der Corona-Pandemie, auf die in der Ausschreibung gesondert Bezug genommen wurde. Der auf mittelständische Unternehmen in drei Größenklassen zugeschnittene Innovationswettbewerb „Top 100“ (www.top100.de) wurde zum 28. Mal ausgerichtet. Mentor war wie in den Vorjahren der Wissenschaftsjournalist und Autor Ranga Yogeshwar. Die Organisatoren arbeiten eng mit dem Innovationsforscher Prof. Dr. Nikolaus Franke und seinem Team zusammen (Institut für Entrepreneurship und Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien). Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der Mittelstandsverband BVMW. Dem Wettbewerb zugrunde gelegt wurden rund 120 Prüfkriterien aus fünf Kategorien: Innovationsförderndes Top-Management, Innovationsklima, Innovative Prozesse und Organisation, Außenorientierung/Open Innovation und Innovationserfolg. Ziel ist es, nachvollziehbar darzulegen, ob Innovationen das Ergebnis planvollen Vorgehens oder ein Zufallsprodukt sind: Im Blick stehen also die Wiederholbarkeit von Innovationsleistungen und die Frage, ob und wie sich die entsprechenden Lösungen am Markt durchsetzen. Auch unternehmensintern haben wir den Gedanken, Innovationstreiber auf besondere Weise anzuerkennen, aufgegriffen. Auf der Basis unserer Erfahrungen bei Reisen zu Digitalisierungsvorreitern in den USA entstand das Konzept eines „Innovation Award“. Dieser wurde vom Vorstand der RheinLand Versicherungsgruppe Ende November 2020 erstmals ausgelobt und im März 2021 vergeben. Die aufgrund der Pandemie im Internet übertragene Preisvergabe erfolgte in den drei Kategorien „Größter Meilenstein“, „Höchster Kundennutzen“ und „Kreativste Leistung“. Prämiert wurden herausragende Team- und Einzelleistungen. Für den Wettbewerb konnten Mitarbeiter Vorschläge einreichen und ihre Top-Favoriten benennen, um anschließend die Gewinner zu küren. Die Awards gingen an das Projektteam für die Expansion unseres Maklervertriebs in den Niederlanden, das Projekt „Flixcheck“, mit dem die Kundenkommunikation in der Schadenbearbeitung erheblich vereinfacht und komfortabler wird, und an die Organisatoren des ersten „Innovation Day“ der RheinLand-Gruppe, der 2022 eine Neuauflage erfahren wird. Die von unseren Mitarbeitern gelebte Innovationskultur findet in der völlig neu konzipierten Bürolandschaft unserer Hauptverwaltung in Neuss eine Entsprechung. Open Space ist inzwischen zum flächendeckenden Prinzip geworden. Kristallisationspunkt ist der neue, im August eröffnete Methodenraum. Das Team für Digitalisierung und Innovation, das seit Oktober 2019 im Pavillon der Zukunftswerkstatt beheimatet war, ist für die Organisation des Methodenraums zuständig. Das Team plant und führt sowohl eigene Innovationsworkshops durch als auch Workshops unter Anwendung agiler Methoden. Dazu zählen Design Thinking sowie Scrum und Kanban, ferner OKR (Objectives and Key Results), Lean Startup und Business Model Generation. Gegen Ende des zurückliegenden Geschäftsjahres wurden im Methodenraum Workshops für Mitarbeiter und Führungskräfte durchgeführt, die auf das künftige Innovationsprogramm der RheinLand Versicherungsgruppe einzahlen. Unser Ziel ist es, das Innovationsmanagement im Hause strategisch weiterzuentwickeln. Hierbei fangen wir nicht bei Null an, sondern gehen vom Vorhandenen aus, um es noch besser zu machen. Dafür soll nun ein Rahmen gesetzt werden, innerhalb dessen Innovationsprozesse unter Einbindung der entsprechenden Kompetenzen stattfinden. Das Erkennen, Erfassen und Auswerten von Trends und Strömungen ist hierbei zentral, die Entscheidung, welches Thema vertieft und für die RheinLand nutzbar gemacht werden sollte, lenkt das Ganze in zielgerichtete Bahnen. Organisation und Prozesse Mit transparenten Abläufen das Wachstum unterstützen Der Wachstumskurs auf allen Geschäftsfeldern der RheinLand Versicherungsgruppe bedarf gut funktionierender Prozesse und Systeme. Diese sind beispielsweise rund um unser Produktportfolio von immer größerer Bedeutung, weil unsere Produkte schnelleren Aktualisierungszyklen unterliegen. Für unsere Vertriebs- und Geschäftspartner besitzen hingegen komfortable Antragsstrecken und Schnittstellen oberste Priorität; auch hierfür müssen die prozessualen Voraussetzungen gegeben sein. Wir haben den Anspruch, sowohl neue als auch bereits bestehende digitale Erlebnisse für Kunden und Vermittler intuitiv, optimal und zielgruppengerecht zu gestalten. Im zurückliegenden Jahr konnten wir in diesem Zusammenhang im RheinLand Vertrieb die erste digitale Abschlusstrecke freischalten. Der digitale Vertragsschluss ist aber nicht mit Direktvertrieb gleichzusetzen, denn unsere Vermittler in der Ausschließlichkeitsorganisation sind in diesen Prozess mit eingebunden. Unser Außendienst hat bereits auf alle Angebotssysteme online Zugriff, neu hinzugekommen ist 2021 der Verkaufsprozess Lebensversicherung. Um das Versicherungsgeschäft der Zukunft weitgehend papierlos zu betreiben, setzen wir auf neueste digitale Möglichkeiten. Mit Blick auf unsere Kunden wollen wir die postalische Zustellung von Dokumenten wie Rechnungen und Policen mit Hilfe einer LinkedApp ablösen. Über sie erhält der Kunde rechtssicher einen Link, den er anklickt, um auf eine individuelle Internet- bzw. HTML-Seite zu gelangen, auf der er die für ihn bestimmten Informationen findet. Dass wir mit diesem Angebot den Kundenbedarf treffen, haben wir in Umfragen ermittelt. Ein Ziel der technisch-organisatorischen Flankierung aller Wachstumsbestrebungen ist es, neu hinzukommendes Geschäft und die damit verbundenen Services und Leistungen durch möglichst weitreichende Automatisierungen bewältigen zu können, ohne in gleichem Maße personell aufstocken zu müssen. Um die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen, bedarf es eines konsequenten Portfolio-Managements. Aufträge und Projekte unterliegen einer strengen Auswahl, damit wir unsere Kraft auf die wirklich strategisch relevanten Prozesse der Wertschöpfungskette lenken. Alle Abläufe durchlaufen zudem eine ständige Verbesserung, weshalb eng mit den Fachbereichen und Vertriebskräften zusammengearbeitet wird. Bei all dem gilt: Unsere Prozesse und Systeme müssen vor dem Zugriff unbefugter Dritter sicher sein. Um diesen Stellenwert auch nach außen besser sichtbar zu machen und zugleich den regulatorischen Anforderungen vollumfänglich zu entsprechen, haben wir im zurückliegenden Jahr eine neue Abteilung geschaffen, in der Kompetenzen rund um Datenschutz, Informationssicherheit und Business Continuity Management (BCM) gebündelt werden. Mit der Einrichtung des BCM hat die RheinLand Versicherungsgruppe schon vor Jahren Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs im Krisenfall getroffen. Das Business Continuity Management erhielt 2019 eine Zertifizierung nach ISO 22301:2012. Im Jahr 2021 wurde die bestehende Zertifizierung und Funktionalität des Managementsystems im Rahmen der jährlichen Überprüfung bestätigt. Die Rezertifizierung erfolgt turnusmäßig alle drei Jahre. Wie schon 2020 wurden auch während des zurückliegenden Jahres über das BCM-Board unsere Corona-Präventionsmaßnahmen koordiniert. An den regelmäßigen Lagebesprechungen nahmen Vertreter aus den Abteilungen Prozesse, Human Resources, Betrieb, Vertrieb, IT, Recht, Betriebsrat, Gebäudemanagement und Kommunikation teil, um in Abstimmung mit der Geschäftsleitung neben dem Schutz der Mitarbeiter vor allem die unterbrechungsfreie Fortsetzung der Betriebsabläufe zu gewährleisten. Seit dem ersten Lockdown zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir eine Routine entwickelt, alle Tätigkeiten, die nicht zwingend am RheinLandplatz ausgeführt werden müssen, durch Homeoffice und flexibles Arbeiten abbilden zu können. Am Beispiel dieser technisch und logistisch gut gelösten Herausforderungen zeigt sich die ganze Stärke unseres konsequenten Digitalisierungskurses. Umwelt- und Klimaschutz Auf vielen Handlungsfeldern aktiv und engagiert Uns ist es wichtig, als Unternehmen mit mehr als 140-jähriger Firmengeschichte durch nachhaltiges Handeln beispielhaft voranzugehen. Wir legen daher großen Wert auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und auf aktiven Umweltschutz. Die Verbräuche in der Konzernverwaltung nachhaltig zu reduzieren, ist eines unserer Ziele. Bei der Erfassung, Aufbereitung und Analyse der Umweltkennzahlen hilft uns ein seit über zwanzig Jahren aufgebautes eigenes Umweltmanagementsystem, das 2019 mit Unterstützung von professionellen Umweltdienstleistern mit Blick auf die neuen Anforderungen der international gültigen Standards optimiert wurde und das seither ständig weiterentwickelt wird. Parallel dazu wurden durch die Umstellung auf neue Technologien - z. B. bei der Beleuchtung oder Klimatisierung insbesondere in den Open-Space-Bereichen des Hauses - die Voraussetzungen für eine weitere nachhaltige Reduzierung des Stromverbrauchs geschaffen. CO 2 -Neutralität bleibt das Kernziel Kernziel unserer gesamten Aktivitäten im Bereich des Umweltschutzes ist unverändert die CO2-Neutralität unseres Geschäftsbetriebs. Bereits 2007 haben wir festgelegt, diese für die Dauer von mindestens 50 Jahren sicherzustellen. In Kooperation mit PRIMAKLIMA-weltweit e. V. konnten wir 2011 erreichen, die CO2-Emissionen unseres Geschäftsbetriebs am Standort Neuss erstmalig zu kompensieren. Vorausgegangen war ein gezieltes, in mehreren Schritten umgesetztes Aufforstungsprogramm. Dadurch waren wir einer der ersten Versicherer auf dem deutschen Versicherungsmarkt, der seinerzeit die CO2-Neutraltität des Geschäftsbetriebs realisieren konnte. Aufgrund der veränderten wissenschaftlichen Standards und eines neuen internationalen Systems in Punkto Bewertung, Verwendung und Stilllegung von CO2-Zertifikaten haben wir mit unseren Umweltpartnern die Rahmenbedingungen neu definiert, um auf der Grundlage des Berichtsjahrs 2020 in einem ersten Schritt die CO2-Neutralität des Standorts unserer Hauptverwaltung für 2021 darzustellen. Dieses Vorhaben konnten wir in Kooperation mit PRIMAKLIMA verwirklichen, was der RheinLand für Neuss mit dem Siegel „klimaneutraler Standort“ attestiert worden ist. Stromverbrauch dauerhaft reduzieren Der größte Posten in der CO2-Bilanz ist bei einem Bürogebäude wie der RheinLand-Konzernverwaltung der Stromverbrauch. Erster Ansatzpunkt für einen klimaneutralen Umgang mit dieser Ressource ist schon die Bezugsquelle des elektrischen Stroms. Die RheinLand setzt deshalb schon seit Jahren auf Strom aus Wasserkraft. Über den Stromtarif „Wasserkraft Business“ der Stadtwerke Heidelberg beziehen wir für unsere Hauptverwaltung CO2-neutralen Ökostrom, was uns jährlich mit einem Zertifikat bestätigt wird. Im Vergleich zum bundesdeutschen Strommix verringert die RheinLand-Gruppe den jährlichen CO2-Ausstoß dadurch um etwa 760,19 Tonnen. Unabhängig davon bleibt für uns aktuell, den Stromverbrauch Jahr für Jahr weiter zu senken, was mit dem Austausch älterer Geräte zugunsten moderner, verbrauchsärmerer Geräte gelingen soll. In diesem Zusammenhang werden die vollzogene Erneuerung aller Lüftungsanlagen sowie neue Handlungsoptionen auf Basis der ersten Erfahrungswerte aus dem Feintuning der einzelnen Regler ihren Beitrag zur Stromreduktion leisten. Auch die Verbesserung der Kältemaschinen, die die bestehenden Kühlsysteme gänzlich ablösen, zahlt darauf ein. Positiver Nebeneffekt dieser Modernisierung ist die Sicherstellung einer gleichbleibend guten Raumklimatisierung, ohne dass die hitzeinduzierten Auswirkungen des Klimawandels im Hochsommer zu Lasten eines steigenden Stromverbrauchs gehen. Weiteres Potenzial zur Reduzierung des Stromverbrauchs versprechen wir uns sowohl durch die Komplettierung unserer Open-Space-Arbeitswelten als auch die Erneuerung der unternehmenseigenen Küche und Betriebsrestaurant im Gebäude am RheinLandplatz, die in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres begonnen wurde. Auch hier wird der Einsatz verbrauchsärmerer Gerätschaften positive Effekte haben. Mit ÖPNV und Fahrrad zur Arbeit Um unsere Umweltschutzziele zu erreichen, ist die Mitwirkung unserer Mitarbeiter ganz entscheidend. Diese leisten nicht nur durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen in ihrem Arbeitsumfeld einen Beitrag, sondern in starkem Maße auch im Bereich der Mobilität bei der An- und Abreise zum Arbeitsplatz. Aufgrund der bahnhofsnahen Lage der Hauptverwaltung und des Angebots eines subventionierten Firmentickets kommen ohne die coronabedingte Sondersituation über ein Drittel unserer Mitarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz. Auch die Zahl der Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen ist auf einem hohen Niveau. Bis zu 170 Mitarbeiter nutzen laut einer 2020 durchgeführten Mitarbeiterbefragung täglich das Angebot gesicherter Fahrradabstellplätze in der Tiefgarage der Konzernverwaltung. Mit der Wiederauflage einer Aktion zum bezuschussten Kauf eines Fahrrads oder E-Bikes werden aktuell weitere Anreize gesetzt, um diese Zahlen weiter zu erhöhen. Durch die Förderung des mobilen Arbeitens, moderner Desksharing-Modelle sowie den Ausbau immer besserer technischer Möglichkeiten für den Einsatz von Videokonferenzen hätte sich allerdings auch ohne die coronabedingten Beschränkungen die Reduzierung der CO2-Emmisionen bei der Zu- und Abfahrt zum/vom Arbeitsplatz weiter fortgesetzt. Durch ein installiertes Erfassungssystem an den Zugängen zum Gebäude der Hauptverwaltung werden die künftigen Einsparungen, die hieraus resultieren, messbar gemacht. Aufgrund des pandemiebedingten Einflusses werden die realen Effekte wohl erst in den Folgejahren zu einem seriösen Abgleich führen können. Bäume pflanzen Im zurückliegenden Jahr erfolgte auch der Startschuss zu einem eigenen Umweltprojekt am Konzernstandort. Unter dem Schlagwort „9.000 Bäume für Neuss“ wurde in Kooperation mit der Stadt Neuss mit der Umsetzung eines nachhaltigen Wiederaufforstungsprogramms begonnen. Hierbei stellte die RheinLand als exklusiver Baumpartner der Stadt die Setzlinge für eine erste Fläche auf Neusser Stadtgebiet zur Verfügung, die aufgrund fortschreitenden Krankheitsbefalls der vorhandenen Bäume gerodet werden musste. Durch die Neubepflanzung mit klimaresistenteren Baumarten sollen Mischwälder entstehen, die den Umwelteinflüssen besser standhalten können. Diese Initiative wird 2022 an weiteren Stellen fortgeführt. Wir werden hierüber in den folgenden Jahren weiter berichten. Risikobericht Gesamtsystem der Risikoüberwachung und -steuerung Der wesentliche Geschäftszweck der im Konzern zusammengefassten Versicherungsunternehmen besteht darin, als Risikoträger bewusst und kontrolliert Risiken einzugehen, sie transparent und kalkulierbar zu machen und sie in einem ausgewogenen Risikoportfolio zu managen. Voraussetzung dafür ist ein professionelles Risikomanagement. Unter Risiken werden hierbei alle Ereignisse und möglichen Entwicklungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verstanden, die sich negativ auf die Unternehmensziele gemäß der kurz-, mittel- und langfristigen Planung und damit auf die Wirtschafts- und Finanzlage auswirken können. Die Niederlassungen der Credit Life AG, der RheinLand Versicherungs AG und der Rhion Versicherung AG sind als separater Geschäftsbereich in die jeweilige Unternehmensplanung und -steuerung integriert. Organisation und Aufgaben der Risikoüberwachung und -steuerung Das Risikomanagement wird auf allen Ebenen der RheinLand Versicherungsgruppe nach einheitlichen Richtlinien geführt und ist auf den Schutz der finanziellen Position der RheinLand Holding AG und ihrer operativen Gesellschaften sowie auf eine nachhaltige Werterhöhung dieser Unternehmen ausgerichtet. Um diese Ziele zu erreichen, wird auf die Einhaltung einer Risikokultur und die Transparenz über die Risiken sowohl konzernweit als auch auf Ebene der Einzelunternehmen großer Wert gelegt. Zur aktiven Steuerung der Risiken und deren Reduzierung sind adäquate Instrumente im Einsatz. Die Sicherung der Kapitalausstattung wird unter Wahrung eines definierten Sicherheitsniveaus vorgenommen. Die RheinLand Versicherungsgruppe verfügt über eine auf Risikomanagement und interne Kontrollmechanismen ausgerichtete Organisationsstruktur, die eine effiziente Bemessung, Überwachung und Kontrolle der Risiken gewährleistet. Basis hierfür sind die gesetzlichen und insbesondere aufsichtsrechtlichen Vorgaben und Anforderungen unter Beachtung aufsichtsrechtlicher Anforderungen zu Solvency II. Im Hinblick auf eine integre Geschäftsführung ist konzernweit eine unabhängige Compliance-Funktion eingerichtet. Die operativen Gesellschaften der Gruppe sind dem Verhaltenskodex für den Vertrieb des GDV beigetreten. Alle Richtlinien werden unter Risiko- und Compliance-Gesichtspunkten regelmäßig aktualisiert und ggf. neue Richtlinien ergänzt. Auf einheitliche Richtlinien, die die gesellschaftsspezifischen Anforderungen berücksichtigen, wird hierbei großer Wert gelegt. Risikomanagementstruktur Das Risikomanagement wird von folgenden Funktionen getragen:
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement sowie für den Beschluss und die fortlaufende Prüfung, Bewertung und Weiterentwicklung der Geschäftsorganisation mit den entsprechenden Regelwerken. Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der vom Vorstand im Rahmen des Risikomanagements getroffenen Entscheidungen verantwortlich. Er wird regelmäßig durch den Konzernvorstand über die aktuelle Risikosituation unterrichtet. Der Konzernrevision obliegt insbesondere die Überprüfung des internen Kontrollsystems (IKS) im Hinblick auf dessen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit. Darüber hinaus werden die Compliance-Funktion, die Versicherungsmathematische Funktion und die Unabhängige Risikocontrollingfunktion mit ihren Tätigkeiten regelmäßig überprüft. Die Konzernrevision unterliegt keinen Kontrollen, Einschränkungen oder sonstigen Einflüssen, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Die Compliance-Funktion überwacht, bewertet und berichtet über die Einhaltung des gesetzlichen und ordnungsrechtlichen Rahmens sowie der vom Unternehmen selbst erstellten Regeln und Normen. Die Versicherungsmathematische Funktion hat die Aufgabe der Beratung, Überwachung bzw. Validierung und Koordination im Zusammenhang mit der Berechnung und Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen, der Beurteilung der allgemeinen Zeichnungs- und Annahmepolitik sowie der Angemessenheit der Rückversicherungsvereinbarungen. Sie gewährleistet, dass die künftige Überschussbeteiligung angemessen in den versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II berücksichtigt wird. Sie trägt zur wirksamen Umsetzung des Risikomanagementsystems bei und berichtet über die erzielten Ergebnisse. Die RheinLand Versicherungsgruppe hat in der Aufbauorganisation eine Gremienlösung unter Leitung des Verantwortlichen Aktuars gewählt. Die unabhängige Risikocontrollingfunktion (URCF), organisatorisch wahrgenommen durch die zentrale Abteilung Bilanzaktuariat, Solvency II und Risikomanagement, ist für bereichsübergreifende Risiken sowie für die konzeptionelle Weiterentwicklung und Pflege des konzernweiten Risikomanagementsystems zuständig. Sie übernimmt eine Koordinations- und Überwachungsfunktion, unterstützt die Risikoverantwortlichen in den operativen Bereichen und überprüft die Angemessenheit des IKS. Zur Wahrung ihrer Aufgaben ist der Abteilung Bilanzaktuariat, Solvency II und Risikomanagement ein uneingeschränktes Informationsrecht eingeräumt. Sie koordiniert die regelmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand, den Aufsichtsrat, die Aufsicht und die Öffentlichkeit. Das Risikomanagement Board setzt sich aus Vertretern aller Unternehmensbereiche zusammen und ist als Gremium verantwortlich für konsensorientierte Entscheidungen im Rahmen der Vorstandsvorgaben und der Risikoanalysen durch das Risikomanagement. Die dezentrale Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken in den jeweiligen Geschäftsbereichen erfolgen nach den Vorgaben der Innerbetrieblichen Leitlinie zum Risikomanagement. Die Aufgaben werden von den Risikoverantwortlichen der operativen Bereiche wahrgenommen. Die Führungskräfte und die Risikoverantwortlichen sind im Hinblick auf die Wahrnehmung ihrer Funktion im Risikomanagement geschult. Die Führungskräfte haben die Aufgabe, Umsetzung und Effektivität des Risikomanagements in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zu überwachen. Die Aufgaben stellen sich im Regelkreis wie folgt dar: ![]() In den folgenden Hauptregelwerken sind die Rollen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben der einzelnen Funktionen sowie der Risikomanagementprozess dokumentiert:
Diese Dokumente werden einmal jährlich aktualisiert und bei Bedarf vervollständigt. Darüber hinaus gibt es weitere risikobegrenzende Regelwerke in den operativen Einheiten (z. B. Annahme- und Zeichnungsrichtlinien, Vollmachten). Risikokategorien Im Risikomanagement werden folgende Risikokategorien berücksichtigt: Versicherungstechnisches Risiko Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko, dass, bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung, der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten Aufwand abweicht. Es umfasst neben dem Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiko (Nichtauskömmlichkeit der in den Beiträgen und versicherungstechnischen Rückstellungen unterstellten Sterblichkeiten in Leben) bzw. dem Prämien- und Reserverisiko (Nichtauskömmlichkeit der kalkulierten Prämien oder der bilanzierten Rückstellungen in Schaden/Unfall) auch das Storno-, Kosten- und Katastrophenrisiko.
Risikotragfähigkeit und Limitsystem Gemäß den Anforderungen von Solvency II bzw. den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) ist die Einrichtung eines aus dem Risikotragfä-higkeitskonzept abgeleiteten Limitsystems erforderlich. Die Risikotragfähigkeit gibt an, inwieweit die jeweils aktuell übernommenen und bewerteten Risiken der Unternehmen der RheinLand Versicherungsgruppe durch dafür verfügbare Eigenmittel bedeckt sind. Sie wird als Quotient aus verfügbaren Eigenmitteln und Solvenzkapitalanforderung nach Standardformel gemessen, ggf. erweitert um die Erkenntnisse aus dem unternehmenseigenen Risikoassessment (ORSA). Die RheinLand Versicherungsgruppe und alle Einzelgesellschaften sind mit ausreichenden Eigenmitteln auszustatten. Dies geschieht im Wesentlichen durch eine Anpassung der Gesamtrisikopositionen (Risikokapitalbedarf) an die jeweils zur Verfügung stehenden Eigenmittel oder durch eine Anpassung der Eigenmittel. Der Eigenmittelbegriff ist entsprechend dem Versicherungsaufsichtsgesetz definiert. Die Steuerung und kontinuierliche Überwachung der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wie auch der RheinLand Versicherungsgruppe erfolgen durch definierte Risikokapitalbudgets, Limits und Schwellenwerte, die in der Risikostrategie und der Innerbetrieblichen Leitlinie zum Risikomanagement beschrieben sind. Die strategischen Risiken und Reputationsrisiken sowie Emerging Risks (neu auftretende Risiken) wurden im Jahr 2021 darüber hinaus halbjährlich im Risikomanagement Board analysiert und die strategischen Risiken jährlich im Rahmen einer Stärken-/ Schwächen-Analyse qualitativ bewertet. Die Steuerung und Überwachung der wesentlichen operationellen Risiken erfolgen im Rahmen abgestimmter implementierter Prozesse. Nachhaltigkeitsrisiken sind implizit enthalten. Risikoberichterstattung Vorstand und Aufsichtsrat werden durch die URCF mindestens zweimal jährlich durch die Vorlage der aufsichtsrechtlich geforderten Risikoberichterstattung über die Risikolage der Einzelgesellschaften und der Gruppe, über die ihrer Beherrschung dienenden Steuerungsmaßnahmen sowie über neue Risiken und wesentliche Veränderungen bereits bekannter Risiken informiert. Das Risikomanagement ist regelmäßig Thema in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen. Als Basis kann hierzu der jeweils aktuelle Risikobericht dienen. Bei plötzlich auftretenden wesentlichen Veränderungen bekannter Risiken sowie neu entstandenen Risiken erfolgt eine Ad-hoc-Berichterstattung. Zu Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen, bei denen kein ausführlicher Risikobericht vorliegt, wird im Bedarfsfall unter Leitung der URCF eine mit dem Risikomanagement Board abgestimmte Folienberichterstattung zum aktuellen Stand der Risikolage erstellt. Überwachung und Steuerung der Risiken Nach den einzelnen Risikokategorien ergibt sich für die RheinLand Versicherungsgruppe insgesamt folgende Risikolage: Versicherungstechnisches Risiko Schaden- und Unfallversicherung Die RheinLand Versicherungsgruppe verfolgt mit ihren Schaden- und Unfallversicherern unter Vorgabe von Annahmerichtlinien und Zeichnungskompetenzen den Ausbau deckungsbeitragsstabiler Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtsparten im privaten und gewerblichen Geschäft über den eigenen Außendienst und über eine definierte Maklerorganisation. Weil das Geschäftsgebiet teilweise regionale Schwerpunkte aufweist, bestehen Konzentrationsrisiken bei Naturereignissen. Diese Risiken resultieren insbesondere aus der Verbundenen Wohngebäudeversicherung. Neben Annahme- und Zeichnungsrichtlinien setzten die RheinLand Versicherungs AG und die Rhion Versicherung AG einen Mix aus Mit- und Rückversicherung ein, um die möglichen Auswirkungen der Ergebnisvolatilität - auch vor dem Hintergrund des Klimawandels - zu reduzieren. Klassisches Großindustrie- oder Gewerbegeschäft mit Großschaden- bzw. Langfristschadenpotenzial wird nicht gezeichnet. Das versicherungstechnische Risiko der RheinLand Versicherungsgruppe ist in der Schaden- und Unfallversicherung einerseits durch die COVID-19-Pandemie und andererseits zunehmend durch Naturkatastrophen im Rahmen des Klimawandels betroffen. Aus diesem Grund werden risikomindernde Maßnahmen laufend neu analysiert und bewertet. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen schätzen wir das Risiko durch künftige Schadenbelastungen aus diesen Risiken, auch aufgrund der bestehenden Rückversicherung, als nicht existenzgefährdend ein. Es ist ein systematisches versicherungstechnisches Controlling installiert. Hierbei wird nach einem standardisierten Verfahren der versicherungstechnische Bruttoergebnisverlauf vor internen Kosten nach Vertriebswegen, Sparten, Kooperationspartnern und Kundensegmenten nach Zeichnungs- und Bilanzjahren analysiert. Die Ergebnisse werden unmittelbar an die für das betroffene Geschäftssegment Verantwortlichen aus Vorstand und aus den Bereichen Sparte/Betrieb sowie Vertrieb berichtet. Im Falle von Fehlentwicklungen können zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Über die wesentlichen Analysen und Ergebnisse im Rahmen des versicherungstechnischen Controllings Schaden/Unfall berichtet auch die Versicherungsmathematische Funktion an den Vorstand. Darüber hinaus werden bei Bedarf umfangreiche Sonderanalysen durchgeführt, welche möglichst alle Aspekte von der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und Tarife bis zur Schadenentwicklung berücksichtigen. Tarifierung und Rückstellungsbildung sind in unterschiedlichen Bereichen angesiedelt. Dabei richtet sich die Bildung der Rückstellungen nach handelsrechtlichen und aktuariellen Grundsätzen des Vorsichtsprinzips. Die einzelfallbezogene Schadenreservierung folgt festgelegten internen Schadenrichtlinien zur Sicherstellung einer angemessenen und stetigen Reservierung. Die Auskömmlichkeit der Reserven wird regelmäßig überprüft. Unter der Prämisse einer vorgegebenen Zielrendite sowie definierter Zielschadenquoten erfolgt eine am Deckungsbeitrag orientierte Mehrjahresplanung. Darauf aufbauend werden Analysen und ein Controlling der Entwicklung der Risiken im Versicherungsbestand durchgeführt. Die Schadenquoten und Abwicklungsergebnisse für eigene Rechnung haben sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:
Restkreditversicherung (Arbeitsunfähigkeits- und Arbeitslosigkeitsversicherungen) Im Restkreditgeschäft besteht das Portfolio der Rhein- Land Versicherungs AG aus Arbeitsunfähigkeits- und Arbeitslosigkeitsversicherungen. Diese werden von einer Reihe mittelgroßer Kooperationspartner in der Regel zur Absicherung von Hypotheken-, Auto- oder Konsumkrediten in Deutschland, den Niederlanden und bis 2020 auch in Italien vermittelt. Die Beherrschung des versicherungstechnischen Risikos in der Restkreditversicherung ist besonders anspruchsvoll. So gibt es, anders als in den klassischen Versicherungssparten des Schaden- und Unfallgeschäftes, keine statistischen Grundlagen, die vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft oder der Deutschen Aktuarvereinigung zur Verfügung gestellt werden. Für dieses Spezialgeschäft werden daher aus dem technischen Verlauf der historischen Bestände in Verbindung mit öffentlich verfügbaren Statistiken der Sozialversicherungsträger eigene Rechnungsgrundlagen für die Arbeitsunfähigkeitsversicherung und die Arbeitslosigkeitsversicherung entwickelt. Die Profitabilitäten werden mindestens einmal jährlich für jeden einzelnen Kooperationspartner mittels eines standardisierten versicherungstechnischen Schemas nach Sparten, Zeichnungsjahren und Bilanzjahren analysiert. Parallel werden für alle großen Kooperationspartner mehrfach im Jahr die versicherungstechnischen Bruttoergebnisse mit den entsprechenden Planwerten verglichen. Die Ergebnisse dieser Analysen werden im für das operative Geschäft zuständigen Managementkreis besprochen. Somit ist sichergestellt, dass etwaige Fehlentwicklungen schnell erkannt werden und zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Maßgebliche Fehlentwicklungen wurden bislang nicht festgestellt. Lediglich im Italiengeschäft konnten trotz intensiver Bemühungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden, so dass Vorstand und Aufsichtsrat im Juli 2020 den geordneten Ausstieg aus diesem Geschäftsgebiet beschlossen haben. Im Bericht der Versicherungsmathematischen Funktion an den Vorstand der RheinLand Versicherungs AG wurde über die wesentlichen Aspekte des versicherungstechnischen Controllings berichtet. Lebensversicherung Die Credit Life AG hat sich als Risikolebensspezialist am Markt positioniert. Sie ist - gemessen am Wachstum, Rating und der Risikotragfähigkeit - ein gut entwickelter Lebensversicherer mit Schwerpunkt auf Biometrierisiken. Aktiv angeboten werden Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung einschließlich Restkredit-Risikolebensversicherungen und überschussberechtigte Risikolebensversicherungen, deren Überschussbeteiligung in der Regel durch Beitragsverrechnung erfolgt. Auch Produkte zur Absicherung des Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrisikos gehören zum Portfolio. Durch die konzerninterne Fusion mit der RheinLand Lebensversicherung AG zum 01.01.2020 erweiterte sich der vorhandene Bestand an überwiegend Risikoversicherungen um einen sich abwickelnden Bestand an klassischen Kapitallebens- und Rentenversicherungsprodukten. Aufgrund der in diesen Produkten üblichen lang laufenden Zinsgarantien erhöht sich das Risiko, die Zinsgarantien über entsprechende Kapitalerträge decken zu können, deutlich. Detaillierter wird hierauf im Abschnitt zum Marktrisiko eingegangen. Das versicherungstechnische Risiko der Credit Life AG ist durch die COVID-19-Pandemie insbesondere durch ein geringeres Neugeschäftsvolumen, temporären negativen Entwicklungen am Kapitalmarkt sowie einer erhöhten Bevölkerungssterblichkeit, vor allem älterer Menschen, betroffen. Durch Rückversicherungsnahme reduzieren wir das Risiko und die Ergebnisauswirkungen. Die Beherrschung des versicherungstechnischen Risikos erfolgt auf Basis von Sterbetafeln der entsprechenden Märkte sowie eigenen Daten und Erfahrungen. Die Profitabilitäten werden mindestens einmal jährlich für jeden einzelnen Kooperationspartner mittels eines standardisierten versicherungstechnischen Schemas nach Zeichnungsjahr und Bilanzjahr analysiert. Parallel werden für alle großen Kooperationspartner mehrfach im Jahr die versicherungstechnischen Bruttoergebnisse mit den entsprechenden Planwerten verglichen. Speziell für den niederländischen und für den italienischen Markt werden darüber hinaus mehrmals jährlich sogenannte Sterblichkeitsanalysen durchgeführt, bei denen die tatsächlich eingetretenen Leistungsfälle mit den gemäß der angesetzten Sterbetafel erwarteten Leistungsfällen verglichen werden. Auch die Entwicklung des Stornoverhaltens wird regelmäßig analysiert. Hierbei differenzieren wir nach Höhe des Rechnungszinses bzw. nach der Restlaufzeit, da diese Kriterien erfahrungsgemäß einen signifikanten Einfluss auf das Stornoverhalten der Kunden haben. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im für das operative Geschäft zuständigen Managementkreis besprochen. Somit ist sichergestellt, dass etwaige Fehlentwicklungen schnell erkannt und zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung und Restkredit-Risikolebensversicherungen werden über eine Reihe großer und mittelgroßer Kooperationspartner zur Absicherung von Hypotheken-, Auto- und Konsumkrediten in Deutschland, in den Niederlanden und bis Ende 2020 in Italien angeboten. Es gibt Produkte mit gleichbleibender oder fallender Leistung gegen Einmalbeitrag oder laufende Beitragszahlung. Um die Sicherheit für das stark wachsende Geschäft zusätzlich zu erhöhen, ist das Risikolebensversicherungsgeschäft in den Niederlanden und in Italien zudem durch hohe Rückversicherungsbeteiligungen geschützt. Im Bericht der Versicherungsmathematischen Funktion an den Vorstand der Credit Life AG wird darüber hinaus auf die Sonderthemen „Risikoleben in den Niederlanden“ und „Restkredit-Risikoleben in Italien“ explizit eingegangen. Die Einstellung des Geschäftes in Italien führt dazu, dass sich die RheinLand Versicherungsgruppe damit wieder stärker auf die beiden Kernmärkte in Deutschland und in den Niederlanden konzentriert. Risikolebensversicherungen mit Überschussbeteiligung Die klassischen Risikolebensversicherungen mit Überschussbeteiligung werden im deutschen Markt angeboten. Dabei wird die Überschussbeteiligung überwiegend in Form eines Beitragsvorwegabzuges gewährt. Im Falle negativer Tendenzen im Risikoverlauf oder durch Belastungen aus gesetzlichen Vorgaben (z. B. Zinszusatzreserve) kann unter anderem durch Anpassung der Überschussbeteiligung gegengesteuert werden. Kapitalbildende Produkte mit Überschussbeteiligung Im hauptsächlich von der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG übernommenen Geschäft mit Zinsgarantien zeichnet die Gesellschaft nur noch sehr wenig Neugeschäft über einen Konsortialvertrag. Es wird kein Neugeschäft zu Kapital- und Rentenversicherungsprodukten mehr abgeschlossen. Dieses Geschäft wird an einen Kooperationspartner weitervermittelt. Marktrisiko Maßnahmen im Niedrigzinsumfeld Insgesamt besteht für die klassische Lebensversicherung mit ihren lang laufenden Leistungsgarantien ein besonders schwieriges Kapitalmarktumfeld. Die Credit Life AG hat durch die Bildung einer sogenannten Zinszusatzreserve weiter Vorsorge getroffen. Der für die Berechnung relevante Referenzzins zum Stichtag 31. Dezember 2021 ist von 1,73 % auf 1,57 % gefallen. Somit müssen für Bestandsverträge mit zugesagter Zinsgarantie von 1,75 % oder höher Zinszusatzreserven gestellt werden. Die Zinszusatzreserve beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 92.096 T€ (i. Vj. 84.785 T€, davon 85.376 T€ aus dem Bestand der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG), wodurch dieser Zusatzrückstellung im Geschäftsjahr weitere 7.311 T€ (i. Vj. 8.936 T€, davon 6.504 T€ in der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG) zugeführt wurden. Erwartungsgemäß werden in den nächsten Jahren weitere Zuführungen zur Zinszusatzreserve erforderlich sein, deren Ausmaße abhängig von der Zinsentwicklung sind. Zu einem sehr großen Teil werden diese durch einen bestehenden Rückversicherungsvertrag gestellt. Die in der Deckungsrückstellungsverordnung definierten Regelungen zur Ermittlung der Zinszusatzreserve wurden bereits im Jahr 2018 so geändert, dass die jährliche Änderung des Referenzzinssatzes begrenzt wird und dadurch der weitere Zuführungsbedarf zur Zinszusatzreserve, der sich durch weiter sinkende Referenzzinssätze ergeben könnte, reduziert bzw. über einen längeren Zeitraum verteilt wird. In Anlehnung an § 3 DeckRV wird bei der Credit Life AG für die Deckungsrückstellungen aus Einmalbeitragsgeschäft für neue Tarife seit Mitte 2016 ein Rechnungszins von 0,0 % angesetzt. Damit wird der reguläre gesetzliche Höchstrechnungszins deutlich unterschritten. Das starke Wachstum im Versicherungsgeschäft der Credit Life AG ist somit wesentlich vom Aufbau weiterer Zinsrisiken entkoppelt. Für das Neugeschäft gegen laufende Beitragszahlung beträgt der angesetzte Rechnungszins mittlerweile ebenfalls 0,0 %. Das Thema „Zins- und Rentengarantien im Niedrigzinsumfeld“ hat eine hohe Aufmerksamkeit im Aufsichtsrat. Bereits im Frühjahr 2015 wurde durch diesen ein Maßnahmenplan (Ablösung Nachrangdarlehen, Überprüfung Rückversicherungslösung, Cashflow-Matching Aktiv-/Passivseite) beauftragt, der mittlerweile weitgehend umgesetzt ist. Im Rahmen weiterer Aufsichtsratssitzungen werden der jeweils aktuelle Stand der wirtschaftlichen Entwicklung erneut diskutiert und bei Bedarf weitere Maßnahmen erarbeitet. Kapitalanlagen Die Kapitalanlagen der RheinLand Versicherungsgruppe sind vorsichtig konservativ und an den Anforderungen der jeweiligen Verpflichtungen ausgerichtet. Zur Steuerung der Kapitalanlagerisiken werden monatlich die Einhaltung der mit dem Risikomanagement festgelegten Risikokapitalbudgets, Limits und Schwellenwerte überprüft. Diese beinhalten die Überwachung der Konzentration von Marktrisiken. Die COVID-19-Pandemie wirkt sich nur in geringem Umfang auf unsere Immobilienerträge für 2021 aus. Langfristig könnte die Pandemie Auswirkungen auf die Durchschnittsmieten haben und zu reduzierten Verkehrswerten führen. Aufgrund der hohen Buchwertreserve ist keine Ergebnisauswirkung absehbar. Der Rentenbestand der RheinLand Versicherungsgruppe stellt sich wie folgt dar:
Bei den genannten Renten bestehen zusätzliche Sicherungen durch:
Vom Rentenbestand im Bankenexposure mit insgesamt 1.072.015,1 T€ liegen in Höhe von 301.405,2 T€ (28,1 %) keine der o. g. Sicherungen vor. Vom Rentenbestand ohne Sicherungen weisen 394.045,9 T€ (97,4 %) Ratings im Investmentgrade-Bereich auf (mindestens „BBB-“), 9.491,6 T€ (2,3 %) Ratings schlechter als Investmentgrade-Bereich und 1.222,9 T€ (0,3 %) sind ohne Rating. Nachrangigkeit besteht in folgender Höhe:
Es besteht ein nicht abgesichertes Aktienexposure über ein Sondervermögen bei den operativen Gesellschaften in Höhe von 34.749,7 T€. Der Aktienanteil der RheinLand Versicherungsgruppe beträgt zum Bilanzstichtag 2,1 %. Auch künftig induzieren Schwankungen am Kapitalmarkt aufgrund der hohen Sicherheit der Kapitalanlagen für die RheinLand Versicherungsgruppe nur begrenzte Abschreibungsrisiken. Sinkende Kurse würden aufgrund der „buy and hold“-Strategie in erster Linie zum Ausweis von stillen Lasten führen. Die aktuellen Entwicklungen werden kontinuierlich analysiert. Die aus den Analysen gewonnenen Erkenntnisse sind in der Anlagestrategie 2022 berücksichtigt. Im nachfolgenden Szenario wird die Auswirkung starker Schwankungen von Aktienkursen und Kapitalmarktrenditen auf den Zeitwert der zum Bilanzstichtag im Bestand gehaltenen Wertpapiere aufgezeigt:
Das potenzielle Abschreibungsvolumen aus den unsaldierten stillen Lasten per 31. Dezember 2021 aus allen Kapitalanlagen beträgt für den Konzern 11.304,2 T€. Der Schwerpunkt der Kapitalanlage liegt bei europäischen Emittenten mit hoher Bonität (Durchschnitts-Rating „A+“). Folgende Übersicht zeigt die Verteilung der Kapitalanlagen über die diversen Kreditwürdigkeitsklassen am Bilanzstichtag:
Die Kapitalanlagen ohne Rating betreffen die Protektor- Namensgenussrechte und zwei Schuldscheindarlehen. Ausfallrisiko Die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe verfolgen eine bedarfsgerechte Rückversicherungspolitik unter Beachtung von Kosten-, Sicherheits- und Kontinuitätsaspekten. Bei der Auswahl der einzelnen Rückversicherungs-Vertragspartner besteht vor dem Hintergrund der angestrebten langfristigen Vertragsbeziehungen als Nebenbedingung im Hinblick auf deren Bonität die Anforderung eines Mindestratings von „A-“ (Standard & Poor’s oder ein vergleichbares Rating einer anderen Rating-Agentur). Marktentwicklungen und Verschlechterungen der Bonität unterliegen einer kontinuierlichen Beobachtung im Rahmen des Limitsystems. Die Überprüfung aller Ratings erfolgt regelmäßig und wird entsprechend dokumentiert. Forderungen gegenüber Rückversicherern mit einem schlechteren Rating als „A“ resultieren im Wesentlichen aus abzuwickelndem Geschäft. Risiken daraus sind für die RheinLand Versicherungsgruppe nicht erkennbar.
Die Forderungen gegenüber Rückversicherern, Vermittlern und Kunden unterliegen, wie die Kapitalanlagen, grundsätzlich auch einem Ausfallrisiko. Zur Risikovorsorge hat die RheinLand Versicherungsgruppe bei Bedarf Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand vorgenommen. Ausstehende Forderungen mit mehr als 90 Tagen zurückliegendem Fälligkeitszeitpunkt bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 2.551,2 T€. Die durchschnittliche Ausfallquote der letzten drei Geschäftsjahre abgeleitet aus den Pauschalwertberichtigungen der Einzelgesellschaften liegt unter 3 %. Liquiditätsrisiko Der Gesamtbestand an hoch fungiblen Kapitalanlagen betrug zum Bilanzstichtag 500.555,6 T€. Zur Sicherstellung einer jederzeitigen Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen werden monatliche Liquiditätspläne erstellt. Im Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften zu jedem Zeitpunkt gegeben. Anhaltspunkte für eine künftige Gefährdung der Liquidität sind aufgrund der Liquiditätszuflüsse aus Beitragseinnahmen und Kapitalanlagen nicht erkennbar. Operationelles Risiko Die Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken erfolgen durch die verantwortlichen Bereiche. Für operationelle Risiken werden einmal jährlich Szenarioanalysen durchgeführt und die Risikoindikatoren zur unterjährigen Überwachung überprüft. Notfallpläne, Versicherungen, Zugangskontrollen sowie Vollmachten- und Berechtigungsregelungen führen zu geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten bzw. Schadenpotenzialen. Insbesondere den sich zwischenzeitlich immer weiter ausbreitenden Cyber-Risiken wird mit umfangreichen Datensicherungskonzepten, Schutzprogrammen und einer extern durchgeführten, professionellen E-Mail-Überprüfung begegnet. Für den Schadenfall wurde eine Cyber-Versicherung abgeschlossen. Im Rahmen der Risikosteuerung operationeller Risiken spielt darüber hinaus ein dokumentiertes internes Kontrollsystem (IKS) eine zentrale Rolle. Hierdurch werden die systematische Prävention und Früherkennung von prozessualen Risiken sichergestellt. Zur Beherrschung der wesentlichen Prozessrisiken sind Schlüsselkontrollen eingerichtet. Compliance-Risiken, die in Bezug auf die Einhaltung oder Umsetzung von Gesetzen, Rechtsvorschriften, regulatorischen Anforderungen oder ethisch-moralischen Standards sowie von internen Vorschriften und Regelungen auftreten können, sind über einen definierten Prozess gemäß der Compliance-Management-Richtlinie geregelt. Fraud- Risiken unterliegen einer besonderen Beobachtung und Berichterstattung. Zur Minimierung der Risiken in Notfallsituationen, wie z. B. der Corona-Pandemie, trägt u. a. das regelmäßig zertifizierte Business Continuity Management (BCM) der RheinLand Versicherungsgruppe aktiv bei. Im Krisenfall gewährleistet das BCM die vollumfängliche, ununterbrochene Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs auch bei einer temporären Schließung der Konzernverwaltung. Die für den Geschäftsbetrieb relevanten Bereiche sind für eine sofortige Verlagerung des Arbeitsplatzes auf mobile Arbeitsplätze vorbereitet worden. Darüber hinaus findet im Krisenfall eine tägliche Lageeinschätzung des BCM-Boards unter Beteiligung von Geschäftsleitung, Human Resources, Recht, Betrieb, IT, Betriebsrat und Kommunikation statt. Generell besteht das Risiko, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern oder die in einzelnen Fällen ergangene Rechtsprechung auch auf die operativen Gesellschaften der RheinLand-Gruppe ausstrahlt. Um diesem Risiko zu begegnen, werden die aktuellen Entwicklungen im Rechtsumfeld sowie alle anstehenden Klagefälle auf Allgemeingültigkeit hin bewertet, beobachtet und regelmäßig zwischen den Fachbereichen und der Rechtsabteilung besprochen. Je nach Einstufung des Risikos wird im Bedarfsfall eine angemessene Rückstellung gebildet oder es erfolgt eine Anpassung der Produkte im Neugeschäft. Nach eigener Risikobeurteilung sind mögliche Prozessprobleme im Risikomanagement, unberechtigte Zugriffe auf Datenbestände und das Verfehlen von Planumsätzen aufgrund von fehlender oder mangelhafter technischer Vertriebsunterstützung im Restkreditgeschäft die wesentlichsten Risiken zum Stichtag 31. Dezember 2021. Ein potenzielles Rechtsrisiko bestand im Jahr 2021 auf dem Gebiet der Betriebsschließungsversicherung. Dieses wurde laufend im Rahmen einer Arbeitsgruppe beobachtet und bewertet. Aufgrund der Entwicklung der Rechtsprechung zeigt sich eine für die RheinLand positive Tendenz. Weitere nennenswerte Rechtsrisiken bestehen nicht. Strategisches Risiko Klar geregelte Entscheidungsprozesse sowie eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Entscheidungsträger sind die Grundlage einer effizienten Steuerung strategischer Risiken. Planungs- und Controlling-Prozesse steuern und überwachen die Erreichung der strategischen Zielsetzungen. Ein strukturierter Planungsprozess unter Einbeziehung aller relevanten Geschäftsbereiche ist implementiert. Die strategischen Risiken werden jährlich im Rahmen einer Stärken-Schwächen-Analyse identifiziert und qualitativ bewertet. Die identifizierten wesentlichen Risiken sind in den vorgenannten Risikokategorien enthalten. Insbesondere der Umbruch des gesetzlichen Rahmens in der deutschen Restkreditversicherung, Risiken im Zusammenhang mit der Digitalisierung, die Umsetzung des neuen Vertriebskonzepts in der eigenen Außendienstorganisation, die weitere Entwicklung des Geschäfts in den Niederlanden sowie die Abwicklung des Italiengeschäfts sind wesentliche strategische Risiken der RheinLand Versicherungsgruppe. Reputationsrisiko Reputationsrisiken werden laufend beobachtet und regelmäßig qualitativ bewertet. Das Konzept zur Krisenkommunikation wurde in 2021 überarbeitet und im Intranet veröffentlicht. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat sich für die RheinLand Versicherungsgruppe kein Reputationsrisiko realisiert. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Im Jahr 2021 haben die RheinLand Versicherungsgruppe sowie alle Einzelgesellschaften der Gruppe zu jeder Zeit über eine ausreichende ökonomische und aufsichtsrechtliche Risikotragfähigkeit verfügt. Insgesamt zeichnet sich, auch unter Berücksichtigung der aktuellen Pandemie, derzeit keine Entwicklung ab, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RheinLand Versicherungsgruppe ungeplant nachhaltig beeinträchtigen könnte. Zu der aktuellen Entwicklung verweisen wir auf unseren Ausblick. Die vorläufige, vom Abschlussprüfer nicht zu prüfende Solvenzquote nach Solvency II liegt per 31. Dezember 2021 über der aufsichtsrechtlich geforderten Bedeckung des Solvency Capital Requirement (SCR) von 100 % sowie auch über dem intern festgelegten Limit von 120 %. Die SCR-Bedeckung wird intern regelmäßig überprüft. Weitere Details zur Solvabilität der RheinLand Versicherungsgruppe sind dem Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) mit Stand 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Eine Veröffentlichung auf der Internetseite bis zum 20. Mai 2022 ist aufsichtsrechtlich vorgegeben. Chancenbericht Erfolgreiches unternehmerisches Handeln setzt voraus, die sich bietenden Chancen zu nutzen, um profitables Wachstum zu generieren. Um unsere Chancen zu identifizieren, beobachten wir sehr genau, wohin sich unsere Branche und Märkte entwickeln. Die Auswertung und kritische Analyse von Wettbewerbsinformationen und das Erspüren von neuen Bedürfnissen, Trends und Tendenzen versetzen uns in die Lage, Innovationen voranzutreiben, um für künftige Anforderungen gerüstet zu sein. Mit unserem Geschäftsmodell, das auf drei Marken und Vertriebswegen basiert, sind wir nach wie vor gut aufgestellt. Es ermöglicht uns, unseren unterschiedlichen Zielgruppen passgenaue Konzepte rund um die Themen Risikoschutz und Vorsorge anzubieten. Wir geben unserem eigenen Außendienst, den mit uns zusammenarbeitenden Maklern und freien Vermittlern sowie unseren Partnern im Banken- und Kooperationsvertrieb bedarfsgerechte Produkte für ihre Kunden an die Hand. Die damit einhergehende Unterstützung durch digitale Prozesse und Services wird flankiert durch eine hochqualifizierte persönliche Betreuung. Unsere konsequente Lösungsorientierung, unsere kurzen Entscheidungswege und schlanken Strukturen erweisen sich als vorteilhaft und eröffnen Handlungsspielräume, in denen wir flexibel auf sich verändernde Gegebenheiten reagieren. Dies bewährt sich in der momentanen, durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krisenzeit, die wir dank des konstruktiven Zusammenspiels aller Kräfte engagiert und zuversichtlich bewältigen. Die seit Generationen konstante Eigentümerstruktur unseres Unternehmens sichert uns die Unabhängigkeit in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Von Beginn an bestimmten die Prinzipien des Ehrbaren Kaufmanns unser Handeln. Auf diesem Wertefundament, das unvermindert aktuell ist, hat sich unser Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Unsere Mitarbeiter sind hierbei unser wichtigstes Gut: Denn sie sind es, die diesen permanenten Wandel kraftvoll gestalten. Das Wissen um die Tradition geht bei uns Hand in Hand mit Innovationsgeist und Mut zu Neuerungen. Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen verbinden sich für uns mit einem Chancenreichtum, den wir gewinnbringend für uns nutzen. Den mit der digitalen Transformation einhergehenden Veränderungsprozess treiben wir engagiert voran und haben mit dem Bau des im Oktober 2019 eingeweihten Pavillons für unsere Zukunftswerkstatt unserem Optimismus sichtbar Ausdruck verliehen. Mit dem jüngst erfolgten Umbau großer Bürobereiche in der Konzernverwaltung, der sich mit dem Begriff Open Space verbindet, schaffen wir für viele Hundert Mitarbeiter ein hochmodernes, attraktives neues Arbeitsumfeld. Auch diese Investition verstehen wir als starkes Signal für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der RheinLand Versicherungsgruppe. Ausblick Ukraine-Krise und Hoffnung auf Ende der Pandemie Das Jahr 2022 startete einmal mehr unter den Vorzeichen der Corona‐Pandemie, doch im Februar schob sich die Ukraine-Krise mit dem Einmarsch russischer Truppen in den Vordergrund. Massive Sanktionen der Staaten aus der Europäischen Union, den USA und zahlreicher weiterer Länder setzen seither nicht nur die russische Wirtschaft unter Druck - sie haben auch spürbare Auswirkungen in den westlichen Industrieländern. Insbesondere die Energiekosten stiegen auf neue Höchststände. Beide Einflussfaktoren - Bewältigung der Corona-Pandemie und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine - erfordern eine Anpassung früherer Prognosen bei zunächst sehr ungewisser Ausgangslage. Schon zum Jahresbeginn bereitete die Ausbreitung der im Vergleich zu früheren Mutationen ansteckenderen Omikron‐Variante Sorgen. Weltweit werden die Anstrengungen zur Eindämmung des Virus forciert. Insbesondere auf Impfungen beruhen Hoffnungen, ebenso auf der Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Corona‐Erkrankungen. Das Jahr startete indes zunächst mit weiteren Beschränkungen und Lieferengpässen. Unter diesen Vorzeichen bleibt das Thema Inflation auf der Tagesordnung. Beobachter erwarten, dass die Entwicklung der Energiepreise und die anhaltenden Lieferengpässe für weiteren Preisdruck sorgen und dass die Unternehmen die Preissteigerungen weitergeben. Nach einer Umfrage des ifo‐Institutes wollen Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen erhöhte Preise weitergeben. Im Euroraum ist die Inflationsrate im Februar auf den historischen Höchststand von 5,8 % geklettert. Die Deutsche Bundesbank erwartet, dass die Inflationsrate in Deutschland im Jahresdurchschnitt 5 % erreichen könnte. Erst wenn die preistreibenden Einflüsse nachlassen, sei mit einem Sinken der Inflationsrate zu rechnen. Mit 2,2 % bleibe sie aber auch in den Jahren 2023 und 2024 vergleichsweise hoch. Vor der Zuspitzung der Ukraine-Krise befand sich die Weltwirtschaft auf solidem Wachstumskurs, allerdings bereits zu Jahresbeginn verhaltener als zuvor. So hatte der IWF seine Prognose der durchschnittlichen Wachstumsrate von 4,9 % auf 4,4 % reduziert. Für Deutschland reichten die Erwartungen vor Ausbruch des Ukraine-Krieges von 3,5 % (Institut für Wirtschaftsforschung Halle IWH, Dezember 2021) bis 4,9 % (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW, September 2021). In Deutschland waren fast alle Wirtschaftszweige optimistisch ins Jahr gestartet, wie die Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zum Jahreswechsel zeigt. Das IW hatte 48 Verbände aus unterschiedlichen Wirtschaftssegmenten befragt, von der Industrie, dem Maschinenbau und der Finanzwirtschaft über Immobilien, Dienstleister bis zu Medien. In einer ersten Prognose nach Beginn der Krise rechnet das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) Anfang März nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2 % und für 2023 mit einem von 3 %. Bei noch weiterer Eskalation müsse sogar mit einer Rezession gerechnet werden. Der Arbeitsmarkt sei bislang nicht berührt und solle sich zunächst stabil entwickeln, die Zahl der Arbeitslosen weiter leicht zurückgehen. Bei stärkerer wirtschaftlicher Beeinträchtigung werde allerdings auch hier eine Verschlechterung eintreten. Auch andere Experten rechneten vor der Zuspitzung in der Ukraine einerseits mit einer weiteren Stabilisierung. Andererseits deuteten Daten des IAB‐Arbeitsmarktbarometers darauf hin, dass die Arbeitsagenturen eine leicht steigende Arbeitslosigkeit erwarten. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans‐Böckler‐Stiftung ging hingegen von einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit aus, die Quote werde im Jahresdurchschnitt bei 5,3 % liegen. Auf der politischen Agenda stehen 2022 in Deutschland neben den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs unter anderem vier Landtagswahlen (Saarland, Schleswig‐Holstein, Nordrhein‐Westfalen, Niedersachsen) sowie das Treffen der G7‐Staaten auf Schloss Elmau. In Frankreich findet im April die Wahl des Präsidenten statt. In den USA stehen im November die Kongresswahlen an. Ausblick auf die Finanzmärkte 2022 Die Ukraine-Krise ließ Ende Februar 2022 die Börsen weltweit einbrechen. So fiel beispielsweise der deutsche Leitindex DAX, der noch am 5. Januar einen Höchststand von mehr als 16.270 Punkten erreicht hatte, auf unter 13.900 Punkte Anfang März. Der US-Index Dow Jones stürzte von 36.800 Punkten am 4. Januar auf 33.131 Punkte Ende Februar. Die Auswirkungen der Krise dürften nach Ansicht von Beobachtern zunächst für eine weitere volatile Entwicklung der Aktienmärkte sorgen. Allerdings sei der Einfluss auf die Börsen meist kurzfristiger Natur. Manche Marktbeobachter sehen nun eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken ihre gerade eingeleitete Zinswende verlangsamen könnten. Damit blieben auf mittlere Sicht des Jahres die Ankündigungen der Notenbanken vom Jahresbeginn gültig, die in einer vorsichtigen Kommunikation mögliche Zinsanpassungen aufgrund der inflationären Entwicklung angedeutet hatten. Die US‐amerikanische Fed hatte Anfang des Jahres signalisiert, dass sie angesichts der anziehenden Inflation die Zinsen im Laufe des Jahres mehrfach anheben will. Beobachter erwarteten vier oder mehr Zinserhöhungen im Jahr 2022. Die Europäische Zentralbank agiert zurückhaltender. Größere Zinsanhebungen werden in diesem Jahr nicht erwartet. Vorsichtiger Optimismus bedeutet, die Risiken im Auge zu behalten. Neben den geopolitischen Unsicherheiten könnten nach Einschätzung zahlreicher Analysten insbesondere drei Faktoren für Unruhe an den Aktienmärkten sorgen: Zum einen haben Anleger laut einer Fondsmanager‐Umfrage der Bank of America im Jahr 2021 so viel Geld in Aktien investiert wie in den 19 Jahren zuvor. Der zweite Faktor ist die geringe Marktbreite, vor allem in den USA: Die Hausse dort fußt auf den Kursanstiegen nur weniger Technologiewerte. Der dritte Unsicherheitsfaktor liegt darin, dass in den vergangenen beiden Jahren zunehmend unerfahrene Anleger den Aktienmarkt neu für sich entdeckt haben. Wie souverän diese Klientel mit einer höheren Volatilität am Kapitalmarkt zurechtkommt, wird sich erst noch zeigen müssen. Als wichtigen Grund für die Fortsetzung der Aktienhausse sehen Investmentexperten die weiterhin fehlenden Alternativen für Anleger: Aktien werden als renditebringende Anlageklasse nach wie vor von Anlagestrategen empfohlen. Die Renditen auf den Anleihenmärkten verharren im Investment Grade mit entsprechenden Ratings nach wie vor auf niedrigem Niveau, ebenso wie Schuldverschreibungen von Staaten mit hoher Bonität. Im Januar sorgte die Meldung immerhin für Beachtung, dass die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen erstmals seit knapp drei Jahren wieder leicht positiv war. Sie stieg am 19. Januar auf rund 0,02 %. Die Preise für Wohnimmobilien steigen, wohingegen sich der Gewerbeimmobilienmarkt bereits spürbar abkühlt. So erwarten Experten für den Büroimmobilienmarkt in Europa nur noch ein durchschnittliches Mietpreiswachstum von 1,5 %. Das ist weniger als halb so viel wie in den Boom‐Jahren 2013 bis 2019, als die Mieten jährlich um rund 3,5 % zulegten. Es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung auf das Preisgefüge am Immobilienmarkt insgesamt auswirkt. Ausblick Versicherungswirtschaft 2022 Bei allen Ungewissheiten gingen die deutschen Versicherer vorsichtig optimistisch in das laufende Geschäftsjahr 2022. Der Sektor erwartet ein Beitragswachstum zwischen 2 und 3 %. In der Lebensversicherung dürfte die Corona-Pandemie auch dieses Jahr die Geschäftsaussichten dämpfen. Hier hält man nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) insgesamt ein Beitragswachstum zwischen 1 und 2 % für realistisch. Bei den klassischen Lebensversicherungsprodukten erwarten die Unternehmen eine schwächere, bei den fondsbezogenen Absicherungen eher eine wachstumsstärkere Entwicklung. Als entscheidend dafür sieht man beim GDV die wirtschaftlichen Perspektiven der privaten Haushalte und welche politischen Rahmenbedingungen sich für die private Altersvorsorge in der laufenden Legislaturperiode ergeben. Auch in der Schaden- und Unfallversicherung zeichnet sich ein solides Wachstum für 2022 ab. Hier könnten inflationsbedingte Anpassungen der Versicherungssummen und Deckungserweiterungen in der Sachversicherung zu einem Beitragswachstum von rund 3 % führen. Die Altersvorsorge steht bei den Themen, die die Versicherungswirtschaft im laufenden Jahr beschäftigen, ganz oben auf der Tagesordnung. Die neue Bundesregierung hat in der ersten Säule, der gesetzlichen Rente, eine zusätzliche Kapitalreserve von 10 Mrd. € im Haushalt 2022 vorgesehen. Das könne - so der GDV - vielleicht helfen, den Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rente in späteren Jahren zu begrenzen. Die Lasten aus dem Übergang der Babyboomer in die Rente werde das kaum auffangen. Umso wichtiger werde es, die ergänzenden kapitalgedeckten Säulen wieder zu stärken. Insbesondere die betriebliche und die private Altersversorgung brauche Freiraum für breitere Anlagemöglichkeiten und mehr Renditechancen. Garantien müssten daher mit Augenmaß gelockert werden. Aus dem politischen Ziel, Deutschland zu einem führenden Standort nachhaltiger Finanzierung zu machen, ergibt sich ein weiterer aktueller Themenschwerpunkt für die Versicherungswirtschaft. Zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten soll mehr privates Kapital mobilisiert werden. Der GDV erachtet Grüne Bonds und Öffentlich-Private Partnerschaften als passende Instrumente, gerade für Versicherer als große und langfristig orientierte Investoren. Generell beschäftigt die Nachhaltigkeitswende derzeit intensiv Politik, Gesellschaft und Wirtschaft - und damit auch die Versicherer. Dazu trug auch die Flutkatastrophe des Jahres 2021 bei. Sie befeuerte die Diskussionen um Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. GDV und Versicherer weisen bereits seit geraumer Zeit darauf hin, wie wichtig eine Absicherung gegen Flusshochwasser und Überschwemmungen durch Starkregen sind. Zwar steigt der Anteil der Wohngebäudeversicherungsverträge mit erweitertem Naturgefahrenschutz an. Dennoch haben sich bislang nur rund 50 % der Hausbesitzer dafür entschieden, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Der GDV spricht sich deshalb für ein neues Gesamtkonzept aus. Es sieht verbindliche politische Schritte zur Klimafolgenanpassung vor, die von Versicherungsschutz für alle private Hauseigentümer flankiert werden. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft schlägt vor, dass der Staat Versicherern mit Hilfe eines Überleitungsgesetzes die Möglichkeit eröffnet, alle bestehenden privaten Wohngebäudeversicherungsverträge zu einem Stichtag umzustellen. So könnten alle Gebäudebesitzer Versicherungsschutz gegen Naturgefahren erhalten. Details wären noch zu regeln. Prognose zur Entwicklung der drei Vertriebswege Banken- und Kooperationsvertrieb Neben unseren bisherigen Aktivitäten im deutschen Geschäftsbereich „Retail“ legen wir den Fokus für den weiteren Geschäftsausbau zukünftig noch stärker auf die Absicherung von Immobilienfinanzierungen. Hier sehen wir weiterhin erhebliches Potenzial für uns. Denn die Marktdurchdringung mit Absicherungen des Kunden im Zusammenhang mit Baufinanzierungen ist aus unserer Sicht noch viel zu gering und hinkt auch im internationalen Vergleich hinterher. Vor dem Hintergrund dieses deutlichen Kundenbedarfs steigt auch das Interesse bei Banken und Vermittlern, künftig umfassende Absicherungslösungen für Baufinanzierungen anzubieten. In unserem Geschäftsfeld Mobility gewinnen Produkte wie die GAP-Deckung und Kaufpreisversicherung an Bedeutung, weshalb wir sie noch mehr in den Vordergrund stellen und weiterentwickeln wollen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns vertriebsübergreifend mit neuen Produktlösungen wie z. B. Einkommensschutz und dem Mobilitätsschutz. Sämtliche neuen Produkte orientieren sich dabei in erster Linie am Kundenbedarf. Ziel muss es sein, dass wir den Absicherungswunsch des Kunden sowie das berechtigte Interesse unserer Vermittler an einer angemessenen Vergütung für ihre Beratungsleistung in Einklang bringen. Nicht zuletzt werden wir zukünftig umfassende Dienstleistungen für die nachträgliche Beratung und den Verkauf unserer Produkte anbieten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass der Verkäufer bzw. der Berater am Point of Sale häufig in erster Linie auf sein originäres Geschäft fokussiert ist und der Absicherungsbedarf des Kunden bei der Beratung dadurch zu kurz kommt. Auch in den Niederlanden folgen wir der Devise, näher an den Endkunden heranzurücken. Diese Veränderung, die bereits im zurückliegenden Jahr eingeleitet worden ist, wird in den kommenden Monaten unserem Risikoleben- und Restkreditversicherungsgeschäft neue Impulse geben. Dadurch stellen wir uns breiter und im Produktverkauf ein Stückweit aus der Abhängigkeit von unseren Vermittlern auf Makler- und Assekuradeursvertrieb Auch in diesem Jahr gilt es, den Wachstumskurs im Maklervertrieb fortzusetzen. Wir sind trotz der nach wie vor nicht überwundenen Corona-Pandemie optimistisch, unsere Ziele erreichen zu können. Hierfür stehen wir eng an der Seite unserer Vertriebspartner, um auf plötzliche Herausforderungen besonnen und lösungsorientiert zu reagieren. Der Schlüssel zu weiterem Wachstum im deutschen Markt ist unsere fokussierte Vertriebsarbeit und die konsequente Optimierung bestehender Geschäftsansätze. Die Qualität unserer Produkte und Services, verbunden mit persönlicher Ansprache und technischer Unterstützung, macht uns zu einem gefragten Ansprechpartner, wenn es um die Versicherung privater und gewerblicher Risiken geht. Unser Portfolio hat sich bewährt, zusätzlich haben wir weitere Verbesserungspotenziale identifiziert, die wir mit dem angelaufenen Projekt „rhion.digital 2.0“ heben. In dieses Projekt sind weite Bereiche der RheinLand Versicherungsgruppe eingebunden, was sich in der Untergliederung in sechs Teilprojekte widerspiegelt. Wir verfolgen drei Hauptstränge: eine schnelle und marktgerechte Produktentwicklung, ein dynamisches Pricing und veränderte Zeichnungsrichtlinien. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Stärkung des Gewerbegeschäfts und unser Profil als Unfallversicherer. Auch in der Kfz-Sparte wollen wir weiter dynamisch und zugleich profitabler wachsen. Unsere Wachstumsziele in den Niederlanden sind ambitioniert und werden neben dem Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen von einer Erweiterung unseres Produktportfolios flankiert. Es gilt, nun auch die Gewerbesparte zu besetzen. In der ersten Jahreshälfte sind die Einführung einer Betriebshaftpflicht-, einer Betriebsunterbrechungs-, einer gewerblichen Gebäude- sowie einer Inhaltsversicherung und Umweltdeckung geplant. Diese Produkte werden von uns selbstständig entwickelt und dokumentiert. Angestrebt wird, mit einem überschaubaren Team weiteres Bestandswachstum zu generieren und ohne großen Personalanbau das Risiko von Kopfmonopolen weitgehend zu minimieren. Eigener Außendienst Unser eigener Außendienst (RheinLand Vertrieb) ist im Wandel begriffen. Der neue Zukunftsplan rückt die Größe, Personalausstattung und Wirtschaftlichkeit der Bezirksdirektionen und Geschäftsstellen in den Mittelpunkt. Mit dem „Konzept 2025“, das wir im Herbst 2020 vorgestellt haben, sind die Leitlinien gesetzt. Im Zentrum stehen mehr denn je unternehmerisch denkende und handelnde Menschen und Teams, die eine präzise Vorstellung davon haben, welche Entwicklung sie nehmen möchten. Um dies zu unterstützen, wird es fachlich, finanziell, technisch und organisatorisch umfassende Hilfe geben. Damit einhergeht die Charakterisierung der Versicherungsexperten vor Ort als „Lebensberater“ ihrer Kunden rund um Risikoschutz und Vorsorge. Eckpfeiler dieser Entwicklung sind die bekannten Agenturmodelle Bezirksdirektion und Geschäftsstelle, für die aber künftig Mindestanforderungen gelten. Das Konzept sieht eine Vereinbarung mit dreijährigem Businessplan vor. Im Blick stehen hierbei Bestandsgröße und Personaltableau. Demnach soll es keine Agentur mehr ohne Vertriebsassistenz und eine bestimmte Zahl von Kundenberatern geben. Für angestellte Kundenberater soll es neben dem Basiszuschuss einen über drei Jahre gestaffelten Aufbauzuschuss geben, womit ihnen eine Perspektive gegeben wird, in der Agentur wirklich Fuß zu fassen. Feste Vertriebsziele pro Verkäufer gehören ebenso zu diesem Paket wie neue Beteiligungsmöglichkeiten, z.B. in Form einer GmbH & Co. KG. Die Messbarkeit von Vertriebserfolgen unserer Agenturen wird ab diesem Jahr über das neue Customer Relation Management möglich sein - auch dies ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg der qualitätsorientierten Weiterentwicklung des RheinLand Vertriebs. Sie wird flankiert durch fortlaufende Maßnahmen und Impulse zur Stärkung der Internetpräsenz jeder Agentur, wozu auch der Einsatz digitaler Tools gehört. Die Pandemie hat bei der webbasierten Kundenberatung Fakten geschaffen, an denen es nun festzuhalten gilt. In neue Dimensionen stößt auch die Kunden-Kontaktanbahnung vor, bei der das so genannte Lead-Management in den Mittelpunkt rückt. Es gilt, all jene zu erreichen, die sich für die RheinLand und ihre Produkte ehrlich interessieren und damit zu Kunden von morgen werden. Nach Bestandsanalysen sollen durch cleveres Marketing mittelfristig bis zu 1.000 Leads pro Verkäufer und Jahr möglich sein. Ergebnisentwicklung Wie auf den vorangegangenen Seiten beschrieben, treiben wir auch künftig unsere Weiterentwicklung der RheinLand Versicherungsgruppe voran und möchten unseren Wachstumskurs fortführen. Dabei erwarten wir erneut eine Steigerung der Beitragseinnahmen über dem Branchendurchschnitt. Dieser Anstieg soll insbesondere in der klassischen Schaden- und Unfallversicherung über unseren Maklervertrieb im deutschen und niederländischen Markt erreicht werden. Bedingt durch den Rückzug aus dem italienischen Versicherungsgeschäft und erforderlichen Anpassungen von einzelnen Tarifen sowie Provisionsvereinbarungen aufgrund regulatorischer Anforderungen („Provisionsdeckel“) rechnen wir vorübergehend mit einem Beitragsrückgang in der Restkreditversicherung. Allerdings erwarten wir hier durch die ebenfalls rückläufigen Schadenaufwendungen aus demselben Geschäft dennoch deutlich steigende Ergebnisbeiträge. Da wir weiterhin von Schadenquoten im Durchschnitt der letzten Jahre ausgehen, bedingt der stetige Ausbau des Versicherungsgeschäfts zurzeit insbesondere im Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft auch gleichzeitig absolut steigende Schaden- und Verwaltungsaufwendungen. Wir gehen jedoch von durchschnittlichen Schadenquoten der letzten fünf Jahre aus. Dabei überwachen wir regelmäßig unsere Bestände und deren Entwicklungen. Zusätzlich führen aktuelle Investitionen und die zunehmende Digitalisierung zu, absolut betrachtet, steigenden Kosten. Gleichzeitig behalten wir die Effizienz unserer Prozesse im Blick und verfolgen das Ziel, unsere Kosten im Verhältnis zu den Beiträgen nachhaltig zu senken. Durch die konsequenten Digitalisierungsmaßnahmen in die Ablauf- und Geschäftsorganisation möchten wir unsere Marktposition festigen und wettbewerbsfähig bleiben. Dabei ist uns wichtig unsere digitale Kompetenz gegenüber unseren Vertriebs- und Geschäftspartnern sowie Kunden weiter zu stärken. Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2022 entwickelten sich unsere Kapitalanlagebestände und die hieraus erzielten Erträge unseren Erwartungen entsprechend. Aus heutiger Sicht gehen wir von einem Erreichen des geplanten Kapitalanlageergebnisses aus. Bedingt durch das Niedrigzinsumfeld erwarten wir ein im Vergleich zum Vorjahr geringfügig niedrigeres laufendes Kapitalanlageergebnis. Bezüglich des übrigen Ergebnisses aus den Kapitalanlagen gehen wir davon aus, dass sich die in der Ertragslage beschriebenen Sondereffekte des vergangenen Geschäftsjahres nicht wiederholen und dadurch deutlich geringer ausfallen wird. Insgesamt erwarten wir daher im Rahmen unserer strategischen Ergebnisrechnungen ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 deutlich geringeres Kapitalanlageergebnis. Obwohl das Jahr 2022 zunächst noch unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie begann, entwickelten sich die Beitragseinnahmen als ein Indikator für den Geschäftsverlauf bisher positiv. Nach den verheerenden Unwetterereignissen im abgelaufenen Geschäftsjahr waren auch bereits im Februar Anzeichen des Klimawandels in Kombination aus Anzahl und Intensität von Stürmen spürbar. Wir beobachten unter anderem solche Elementarereignisse regelmäßig und berücksichtigen deren Auswirkungen in unseren strategischen Planungsrechnungen. Unter der Annahme einer Abschwächung der Pandemie erwarteten wir ursprünglich eine positive Entwicklung unserer Geschäftsfelder und ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Konzernergebnis, im Durchschnitt der letzten drei Jahre vor der Flutkatastrophe 2021. Der Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine Ende Februar veränderte die Lage weltweit massiv. Die USA und die EU haben nach Russlands Angriff auf die Ukraine umfangreiche Strafmaßnahmen auf den Weg gebracht. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland betreffen etwa den Energie-, Finanz- und Transportsektor. Unmittelbar von der Ukraine-Krise betroffen ist die RheinLand Versicherungsgruppe derzeit nicht. Da die Sanktionen noch nicht abschätzbare Auswirkungen auch auf die internationale Wirtschaft und Aktienmärkte haben werden, ist die Erreichung unserer Prognose inzwischen mit Unsicherheit behaftet. Eine genaue Vorhersage ist daher aus heutiger Sicht nicht seriös möglich.
Neuss, 22. März 2022 Der Vorstand Dr. Arne Barinka Christoph Buchbender Dr. Lothar Horbach Andreas Schwarz Konzernabschluss Konzernjahresbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
KonzernanhangAllgemein Die RheinLand Holding AG, mit Sitz in Neuss, ist im Handelsregister beim Amtsgericht Neuss (HRB 1113) eingetragen. Die RheinLand Versicherungsgruppe betreibt das selbst abgeschlossene und in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft im Bereich der Schaden/Unfall- und Lebensversicherung sowie die Versicherungsvermittlung. Rechtsgrundlage Die RheinLand Holding AG stellt den Konzernabschluss für den größten und zugleich auch kleinsten Kreis von Unternehmen nach den §§ 341i und 341j HGB sowie §§ 58 ff. RechVersV auf. Zur Gliederung der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Formblätter 1 und 4 gemäß § 2 RechVersV verwendet. Konsolidierte Unternehmen In den Konzernabschluss wurden elf inländische und zwei ausländische Gesellschaften einbezogen. Wegen der untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wurde auf die Konsolidierung von einem verbundenen Unternehmen verzichtet. Konsolidierungskreis mit Anteilsbesitz
1 Es besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der RheinLand Holding AG. 2 Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Credit Life Domus EINS Verwaltungs GmbH 3 Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Credit Life Domus ZWEI Verwaltungs GmbH Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgte bei Erwerbszugängen bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode. Dabei wurden die Anschaffungskosten der Beteiligungen mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbes oder der erstmaligen Konsolidierung entsprechend den Vorschriften des § 301 HGB verrechnet. Ein sich danach ergebender Geschäfts- oder Firmenwert wurde aktiviert und planmäßig in den Folgejahren abgeschrieben. Passivische Unterschiedsbeträge wurden mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurden eliminiert, wenn sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Einblicks in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns keine untergeordnete Bedeutung hatten. Wir haben im Geschäftsjahr von der Möglichkeit des § 341 j Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht und auf die Zwischengewinneliminierung im Zusammenhang mit der Hebung von Bewertungsreserven verzichtet. Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die sich vorwiegend aus dem sonstigen Dienstleistungsgeschäft der Konzernunternehmen füreinander ergebenden Erträge und Aufwendungen wurden eliminiert. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt. Aktiva Immaterielle Vermögensgegenstände Der Geschäfts- oder Firmenwert entfällt auf die RH Digital Company GmbH. Die Abschreibung erfolgt betriebsgewöhnlich linear über fünf Jahre und wird im Geschäftsjahr 2022 letztmalig vorgenommen. Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände erfolgte zu Anschaffungskosten. Die Abschreibung erfolgt linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Kapitalanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Diese wird aufgrund der fortdauernden Instandhaltungsmaßnahmen mit 50 Jahren angesetzt. Zuschreibungen resultieren aus der Hebung von Bewertungsreserven; wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Zwischengewinneliminierung bei den Konsolidierungsgrundsätzen. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden auf diese Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen gemäß § 341b Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB, bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Die Bewertung der Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und anderer nicht festverzinslicher Wertpapiere erfolgt für die dem Anlagevermögen zugeordneten Wertpapiere gemäß § 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1, 3 und 5 HGB zu Anschaffungskosten (gemildertes Niederstwertprinzip). Die Bewertung der dem Umlaufvermögen zugeordneten Wertpapiere erfolgt gemäß § 253 Abs. 1, 4 und 5 HGB (strenges Niederstwertprinzip). Aus unterschiedlichen Anschaffungskosten gleicher Wertpapiere ist ein durchschnittlicher Anschaffungswert gebildet worden. Als Bewertungsmaßstab für den RheinLand CLO Fonds wird der beizulegende Wert angesetzt. Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgt mittels des sogenannten Nominalwertverfahrens, welches auf dem Ansatz der bei Endfälligkeit der im Fonds enthaltenen Papiere zu Nominalwerten beruht, es sei denn, es sind bonitätsmäßige Anpassungen vorzunehmen. Dabei werden im Fonds enthaltene andere Vermögensgegenstände (z. B. Kassenhaltung) mit Nominalwerten berücksichtigt. Mögliche Wertminderungen werden anhand eines Ampelsystems überwacht. Die Bewertung von Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren erfolgt grundsätzlich gemäß § 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1, 3 und 5 HGB zu Anschaffungskosten. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen werden gemäß § 341c HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Namensschuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und die übrigen Ausleihungen werden gemäß § 341c HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB bewertet. Gegebenenfalls vorhandene Unterschiedsbeträge zum Rückzahlungsbetrag (Agio bzw. Disagio) werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit amortisiert. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Von dem Wahlrecht gemäß § 341c Abs. 1 HGB, Namensschuldverschreibungen mit dem Nennbetrag zu bilanzieren, machen die Gesellschaften keinen Gebrauch. Die Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine werden mit dem Nominalwert angesetzt. Die Einlagen bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bewertet. Die anderen Kapitalanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft wurden mit dem Nominalwert angesetzt. Die Bewertung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen erfolgt mit dem Zeitwert gemäß § 341d HGB in Verbindung mit § 56 RechVersV. Andere Aktiva Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an Versicherungsnehmer und Versicherungsvermittler sowie die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft sind mit dem Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen angesetzt worden. Einzelwertberichtigungen wurden bei erkennbarer Uneinbringlichkeit in ausreichender Höhe gebildet. Die Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Ausfallrisiko entspricht den Erfahrungssätzen der Gesellschaften. Die Bewertung der sonstigen Forderungen erfolgte zum Nominalbetrag. Die Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten unter 250,00 € wurden voll im Anschaffungsjahr abgeschrieben. Für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250,01 € und 1.000,00 € wurde ein Sammelposten gebildet, der planmäßig über fünf Geschäftsjahre abgeschrieben wird. Zins- und Mietforderungen sind mit den Nominalbeträgen abzüglich erforderlicher Abschreibungen bzw. Einzelwertberichtigungen angesetzt worden. Die Vorräte wurden zu Einstandspreisen einschließlich Umsatzsteuer bewertet. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand wurden zum Nennwert bilanziert. Andere Vermögensgegenstände wurden mit dem Nominalwert angesetzt. Die Rechnungsabgrenzungsposten wurden zum Nennwert ausgewiesen. Aktive latente Steuern Gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine Aktivierung des Überhangs einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung zu verzichten. In der folgenden Übersicht wird die Zusammensetzung der verrechneten aktiven und passiven latenten Steuern nach § 274 HGB entsprechend ihrer Verursachung dargestellt. Übersicht über die latenten Steuern im Konzernabschluss 2021
Zur Berechnung der latenten Steuern wurde ein, aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer ermittelter, konzerneinheitlicher Steuersatz von 31,5 % angewendet. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Zur Absicherung der Rückstellung für durch Entgeltumwandlung mit Arbeitgeberzuschuss finanzierte Versorgungszusagen hat die Gesellschaft für jeden einzelnen Mitarbeiter Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Diese Versicherungen sind an den jeweiligen Mitarbeiter verpfändet und somit dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen. Nach § 246 Abs. 2 HGB wird der beizulegende Zeitwert mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Da der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung die zugrundeliegende Verpflichtung übersteigt, erfolgt der Ausweis als aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem Buchwert. Die Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB bzw. die beizulegenden Zeitwerte nach § 255 Abs. 4 HGB der verrechneten Vermögensgegenstände belaufen sich insgesamt auf 185,3 T€. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt nach § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB 173,6 T€. Damit ergibt sich ein Aktivüberhang in Höhe von 11,7 T€. Passiva Versicherungstechnische Rückstellungen Die Beitragsüberträge des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts sind grundsätzlich nach dem 1/360-System aus den gebuchten Beiträgen ermittelt worden. Die Anteile der Rückversicherer wurden unter Berücksichtigung der entsprechenden Rückversicherungsvereinbarungen im Verhältnis von Rückversicherungsbeitrag zu Bruttobeitrag berechnet. Für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wurden, soweit Angaben der Vorversicherer nicht vorlagen, Pauschalsätze nach dem Durchschnitt der Aufgaben der Vorversicherer angewandt. Die Ermittlung der übertragsfähigen Beitragsteile erfolgte aufgrund des BdF-Erlasses vom 30. April 1974. Zur Ermittlung der Beitragsüberträge für das in den Niederlanden gezeichnete Versicherungsgeschäft wurde ein pauschaler Kostenabzug in Höhe der gesamten gezahlten Provision verwendet, wodurch in Orientierung an den (inzwischen nicht mehr geltenden) Ländererlass vom 30. April 1974 die im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses angefallenen Provisionen vollständig berücksichtigt werden. Die Deckungsrückstellung wurde für jeden Vertrag einzeln nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bestimmungen der Bilanzierungsrichtlinien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht wurden beachtet. Für Vermögensbildungsversicherungen wurden die Deckungsrückstellungen mindestens mit der Hälfte der gezahlten bzw. fällig gewordenen Bruttobeiträge passiviert. Die Deckungsrückstellungen im in Rückdeckung übernommenen Lebensgeschäft wurden grundsätzlich nach den Aufgaben der Zedenten bilanziert. Die Beitragsdeckungsrückstellung für Unfallversicherungen wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen geschäftsplanmäßig ermittelt. Die Ermittlung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäftes erfolgte entsprechend den Einzelschadenrückstellungen für unerledigte Schäden zum 31. Dezember 2021. Die Rückstellungen für Schadenregulierungsaufwendungen wurden nach dem koordinierten Ländererlass vom 2. Februar 1973 gebildet. Für das in den Niederlanden gezeichnete Versicherungsgeschäft wurde ein adäquater Ansatz gewählt. Die Schadenrückstellung für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft ist analog den uns vorliegenden Aufgaben der Vorversicherer eingestellt worden, wobei bei Nicht-Vorlage geschätzt wurde. Entsprechend den vertraglichen Verpflichtungen wurden die Rückversicherungsanteile ermittelt. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und Rückkäufe des Lebensversicherungsgeschäfteswurden brutto einzeln in Höhe der beim Todesfall oder Rückkauf anfallenden Versicherungssumme ermittelt. Spätschäden wurden sowohl einzeln als auch pauschal berücksichtigt. Die Anteile der Rückversicherer entsprechen den abgeschlossenen Rückversicherungsverträgen. Für am Bilanzstichtag noch nicht bekannte Schäden wurde eine Spätschadenrückstellung gebildet. Bei der Berechnung wurden für jeden Schadenjahrgang die durchschnittlichen Schadenaufwendungen und die zu erwartende Stückzahl der nachgemeldeten Schäden aufgrund der Erfahrungswerte der letzten Jahre zugrunde gelegt. Die Renten-Deckungsrückstellung wurde nach dem Geschäftsplan versicherungsmathematisch errechnet. Der technische Zinsertrag umfasst den Rechnungszins zur Aufzinsung der Renten-Deckungsrückstellung im Unfall-, Haftpflicht- und Kraftfahrt-Haftpflichtgeschäft. Die Berechnung der Schwankungsrückstellung erfolgte nach § 29 RechVersV und der entsprechenden Anlage. Die Rückstellung für unverbrauchte Beiträge aus ruhenden Kraftfahrtversicherungen wurde nach Einzelverträgen ermittelt. Für die Bemessung der Rückstellung für Beitragsstorno dienten die Ausfallquoten beim Mahnbestand und den Außenständen. Die versicherungstechnischen Rückstellungen des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäftes sind anhand von Aufstellungen unserer Zedenten entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen gebildet worden. Für einen Teil der versicherungstechnischen Bilanzpositionen ausländischer Gesellschaften wurden Umbewertungen in Ausübung des Wahlrechts des § 308 Abs. 2 Satz 2 HGB unterlassen. Andere Rückstellungen Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB auf der Grundlage der Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (2018G). Neben gegenwärtigen Entwicklungen wurden auch künftige Entwicklungen sowie Trends und Fluktuation berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgte mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB. Es wurden nachstehende versicherungsmathematische Parameter für die Ermittlung der Verpflichtungen verwendet:
Die zu berücksichtigende Fluktuation entspricht dem allgemein beobachtbaren altersabhängigen Durchschnitt der Branche und beeinflusst den Erfüllungsbetrag nur geringfügig. Der mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre (1,36 %) ermittelte Alternativbetrag beträgt 25.609,1 T€. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von 1.527,5 T€ ist unter Berücksichtigung von latenten Steuern ausschüttungsgesperrt. Es bestehen allerdings ausreichend hohe Gewinnrücklagen bei der Gesellschaft. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde nach den IDW-Standard RS HFA 3 gebildet. Gemäß § 253 Abs. 2 HGB in Verbindung mit der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) wurde der Rechnungszins auf Basis der für Ende November veröffentlichten Werte der Bundesbank mit 1,36 % p. a. einbezogen. Als Rechnungsgrundlage wurden die Heubeck-Richttafeln 2018G bei einer Gehaltsdynamik von 2,0 % p. a. verwendet. Die Rückstellung für Altersteilzeit belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 1.573,4 T€. Diese wurde gemäß BilMoG mit dem Zeitwert des Deckungsvermögens aus den entsprechenden Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von 187,5 T€ verrechnet und unter den sonstigen Rückstellungen in Höhe von 1.385,9 T€ bilanziert. Die Anschaffungskosten des zur Deckung herangezogenen Altersteilzeitfonds betragen 189,1 T€. Es entstanden Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung in Höhe von 26,4 T€. Die Bewertung der Jubiläumsrückstellung erfolgte gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB analog zur Pensionsrückstellung. Hinsichtlich der verwendeten versicherungsmathematischen Rechnungsgrundlagen verweisen wir auf unsere Ausführungen. Die Steuerrückstellungen umfassen die Rückstellungen für Ertrag- und sonstige Steuern der einbezogenen Organgesellschaften, die sich auf Grundlage der nationalen Besteuerung ergeben. Es handelt sich dabei um den nach BilMoG diskontierten Erfüllungsbetrag für künftige Steuerbelastungen aus Vorjahren. Alle übrigen Rückstellungen wurden in Höhe des voraussichtlichen Bedarfs mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden ebenfalls mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Depotverbindlichkeiten und andere Verbindlichkeiten Die Depotverbindlichkeiten, die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft, die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern und die anderen sonstigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Die Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Währungskursumrechnung Um Währungsrisiken möglichst gering zu halten, wurden die versicherungstechnischen Verpflichtungen in den Hauptwährungen mit auf dieselbe Währung lautenden Mitteln soweit wie möglich bedeckt. Die in fremder Währung lautenden Posten wurden zum Bilanzstichtagskurs in Euro umgerechnet. Sich hieraus ergebende Währungskurserträge in Höhe von 2,0 T€ und -aufwendungen in Höhe von 20,3 T€ sind im übrigen Ergebnis enthalten. Kapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Konzernjahresbilanz Aktiva Entwicklung der Aktivposten A., B.I. und B.II. im Geschäftsjahr 2021
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Grundstücke Der Bilanzwert der eigengenutzten Grundstücke beträgt zum 31. Dezember 2021 10.270,5 T€. Kapitalanlagen Die RheinLand Versicherungsgruppe hat von der Möglichkeit des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB Gebrauch gemacht, Investmentvermögen im Buchwert von 108.985,9 T€ sowie festverzinsliche Wertpapiere im Buchwert von 500.555,6 T€ wie Anlagevermögen zu bewerten. Die Zeitwerte betragen 115.947,3 T€ für das Investmentvermögen bzw. 509.885,8 T€ für die festverzinslichen Wertpapiere. Zeitwerte der Aktivposten B.I., B.II. und B.III. im Geschäftsjahr 2021
Angaben bezüglich der Zeitwertermittlung aller Kapitalanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken: Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgt für alle bebauten Grundstücke nach dem Ertragswertverfahren. Die entsprechenden Verkehrswertgutachten wurden 2019 erstellt. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen: Die Ermittlung der Zeitwerte erfolgt im Wesentlichen auf Basis des Ertragswert- bzw. Substanzwertverfahrens. Bei Gesellschaften, bei denen keine Planungsinformationen vorliegen, werden der Nominalwert des Kapitals bzw. die Anschaffungskosten zugrunde gelegt. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere: Die Zeitwerte werden anhand der Börsenkurswerte bzw. der Rücknahmepreise am Bilanzstichtag ermittelt. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere: Die Zeitwerte werden anhand der Börsenkurse am Bilanzstichtag ermittelt. Für nicht börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen und andere nicht börsengehandelte festverzinsliche Wertpapiere erfolgt die Zeitwertermittlung mittels Einzeltitel-risikoadjustierter Zinsstrukturkurven, die für 2021 entsprechend der Spread-Entwicklung angepasst wurden. Für nicht börsengehandelte, vor Fälligkeit kündbare und rückzahlbare Inhaberschuldverschreibungen erfolgt die Zeitwertermittlung auf Basis des Hull-White-Modells und der initialen Zinsstrukturkurve. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen: Die Zeitwertermittlung erfolgt mittels Einzeltitel-risikoadjustierter Zinsstrukturkurven, die für 2021 entsprechend der Spread-Entwicklung angepasst wurden. Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen: Die Zeitwertermittlung erfolgt mittels Einzeltitel-risikoadjustierter Zinsstrukturkurven, die für 2021 entsprechend der Spread-Entwicklung angepasst wurden. Für vor Fälligkeit kündbare und rückzahlbare Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen erfolgt die Zeitwertermittlung auf Basis des Hull-White-Modells und der initialen Zinsstrukturkurve. Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine: Die Zeitwertermittlung bei Policen-Darlehen erfolgt auf Grundlage des Buchwertes abzüglich zwischenzeitlicher Tilgungen aufgrund täglicher Kündigungsrechte. Übrige Ausleihungen: Die Zeitwertermittlung erfolgt mittels Einzeltitel-risikoadjustierter Zinsstrukturkurven, die für 2021 entsprechend der Spread-Entwicklung angepasst wurden. Der Zeitwert des Protektor-Sicherungsfonds basiert auf dem von der Gesellschaft mitgeteilten Anteilswert. Einlagen bei Kreditinstituten: Die Zeitwertermittlung der Einlagen bei Kreditinstituten erfolgt auf Grundlage des Nominalwertes. Andere Kapitalanlagen: Die Zeitwerte werden auf Grundlage der Anschaffungskosten ermittelt. Angaben für die zu Anschaffungskosten bilanzierten Kapitalanlagen mit stillen Lasten (nach § 314 Abs. 1 Nr. 10 HGB) Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen: Nach erfolgter Abschreibung auf den langfristigen Wert einer Beteiligung, liegen keine weiteren Beteiligungen mit stillen Lasten vor. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere: Der Buchwert der Anlagen, bei denen keine Abschreibungen vorgenommen wurden, beträgt zum 31. Dezember 2021 189,1 T€, deren Zeitwert 187,5 T€. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere: Der Buchwert der Anlagen, bei denen keine Abschreibungen vorgenommen wurden, beträgt zum 31. Dezember 2021 190.016,8 T€, deren Zeitwert 186.920,0 T€. Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen: Der Buchwert der Anlagen, bei denen keine Abschreibungen vorgenommen wurden, beträgt zum 31. Dezember 2021 3.590,3 T€, deren Zeitwert 3.533,8 T€. Sonstige Ausleihungen: Der Buchwert der Anlagen, bei denen keine Abschreibungen vorgenommen wurden, beträgt zum 31. Dezember 2021 199.388,7 T€, deren Zeitwert 191.237,8 T€. Wir gehen derzeit davon aus, dass die Wertminderungen lediglich zinsinduziert sind und somit nicht dauerhaft sein werden. Wir haben dementsprechend keine Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen. Angaben zu den Investmentvermögen nach § 314 Abs. 1 Nr. 18 HGB
Anlageziel ist grundsätzlich die Generierung langfristiger stabiler Erträge. Die Rücknahme der Anteile ist jederzeit gewährleistet. Die Kapitalverwaltungsgesellschaften sind verpflichtet, die Anteile zum jeweils geltenden Rücknahmepreis für Rechnungen des Sondervermögens zurückzunehmen. Immaterielle Vermögensgegenstände
Kapitalanlagen (Aktivposten B und C)
Passiva Konzerneigenkapitalspiegel
Das Grundkapital der RheinLand Holding AG in Höhe von 9.830,4 T€ (i. Vj. 9.830,4 T€) ist aufgeteilt in 3.840.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt ein Anteil von 2,56 € am Grundkapital. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft haben eine Restlaufzeit unter fünf Jahren. In den Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind 22.164,9 T€ (i. Vj. 24.861,4 T€) gutgeschriebene Überschussanteile enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Versicherungstechnische Brutto-Rückstellungen
Die Rückstellung für erfolgsabhängige und erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung betrifft ausschließlich die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung. Sonstige Rückstellungen
Sonstige Verbindlichkeiten
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Vorauszahlungen. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Gebuchte Bruttobeiträge
Technischer Zinsertrag Im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurde der technische Zinsertrag auf die Rentendeckungsrückstellung sowie die Beitrags-Deckungsrückstellung berechnet. Der Ertrag aus der Rentendeckungsrückstellung wurde mit einem Zinssatz zwischen 0,0 % und 1,6 % aus dem arithmetischen Mittel des Anfangs- und Endbestandes der Rückstellung ermittelt. Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb
Kapitalanlageergebnis
Übriges Ergebnis
Angaben nach § 277 Abs. 5 HGB In den Zinsaufwendungen sind zum 31. Dezember 2021 Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.645,3 T€, der Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von 2.626,4 T€, der Jubiläumsrückstellung in Höhe von 129,0 T€ sowie der Rückstellung für Pensionszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (Deferred Compensation) in Höhe von 9,7 T€ enthalten. Sonstige Angaben Mitarbeiter Anzahl der Beschäftigten
Personalaufwendungen
Aufsichtsrat und Vorstand Gesamtbezüge Aufsichtsrat und Vorstand
Angaben zu Aktionären Die Effektenverwaltung Cornel Werhahn GbR, Neuss, hat uns lediglich vorsorglich für den Fall, dass ihr Unternehmenseigenschaft i. S. d. § 20 AktG zukommen sollte, mitgeteilt, dass ihr mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung an der Gesellschaft gehört. Ferner haben uns Verena Gräfin Huyn, Neuss, Dr. Ludwig Baum, München, und Heinrich Straaten, Königswinter, lediglich vorsorglich für den Fall, dass ihnen Unternehmenseigenschaft i. S. d. § 20 AktG zukommen sollte und von ihnen gehaltene Beteiligungen nach den Grundsätzen der Mehrmütterschaft als abhängige Unternehmen zu qualifizieren sein sollten, mitgeteilt, dass ihnen mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung der Gesellschaft gehört. Abschlussprüferhonorar Im Geschäftsjahr betrugen die Aufwendungen für unseren Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt, für Abschlussprüfungsleistungen bei den Konzerngesellschaften 460,2 T€. Finanzielle Verpflichtungen Aufgrund der Mitgliedschaft im Verein Verkehrsopferhilfe e. V. besteht die Verpflichtung, entsprechend dem eigenen Anteil an den Beitragseinnahmen aller Mitgliedsunternehmen aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgeschäft des vorletzten Kalenderjahres, Mittel zur Verfügung zu stellen. Die jährlich aufzubringenden Mittel sind auf 0,5 % dieser Beitragseinnahmen begrenzt. Aufgrund der gesetzlichen Anforderungen der §§ 124 ff. VAG sind die Lebensversicherer zur Mitgliedschaft an einem Sicherungsfonds verpflichtet. Der Sicherungsfonds erhebt auf Grundlage der SichLVFinV (Leben) jährlich Beiträge von maximal 0,2 ‰ der versicherungstechnischen Nettorückstellungen, bis ein Sicherungsvermögen von 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen aufgebaut ist. Verpflichtungen hieraus bestehen für die Gesellschaft derzeit nicht, da der Maximalbetrag im Geschäftsjahr erreicht wurde. Der Sicherungsfonds kann darüber hinaus Sonderbeiträge in Höhe von weiteren 1 ‰ der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen erheben; dies entspricht einer Verpflichtung von 933,8 T€. Zusätzlich hat sich die Credit Life AG verpflichtet, dem Sicherungsfonds oder alternativ der Protektor Lebensversicherungs-AG finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sofern die Mittel des Sicherungsfonds bei einem Sanierungsfall nicht ausreichen. Die Verpflichtung beträgt 1 % der Summe der versicherungstechnischen Nettorückstellungen unter Anrechnung der zu diesem Zeitpunkt bereits an den Sicherungsfonds geleisteten Beiträge. Unter Einschluss der oben genannten Einzahlungsverpflichtungen aus den Beitragszahlungen an den Sicherungsfonds beträgt die Gesamtverpflichtung am Bilanzstichtag 8.176,0 T€. Bei der RheinLand Holding AG besteht aufgrund einer Rückversicherungsvereinbarung ein abgetretenes Wertpapierdepot in Höhe von 23.027,1 T€. Bei der RheinLand Versicherungs AG bestehen aus einem Retrozessionsvertrag Verfügungsbeschränkungen in Form einer Verpfändung mit einem Buchwert in Höhe von 1.998,8 T€. Aus Genossenschaftsanteilen bestehen bei der RheinLand Versicherungs AG Nachzahlungsverpflichtungen in Höhe von 5,9 T€. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht zu verzeichnen. GewinnverwendungsvorschlagDer Hauptversammlung wird folgende Verwendung des Bilanzgewinns vorgeschlagen:
Neuss, 22. März 2022 Der Vorstand Dr. Arne Barinka Christoph Buchbender Dr. Lothar Horbach Andreas Schwarz Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die RheinLand Holding AG, Neuss Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der RheinLand Holding AG, Neuss, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der RheinLand Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt „Sonstige Informationen“ unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 22. März 2022 PricewaterhouseCoopers GmbH Ludger Koslowski, Wirtschaftsprüfer Michael Peters, Wirtschaftsprüfer Weitere Angaben zum Konzernlagebericht Verzeichnis der betriebenen Versicherungszweige und -arten Lebensversicherung
Krankenversicherung
Unfallversicherung
Haftpflichtversicherung
Kraftfahrtversicherung
Feuerversicherung
Einbruchdiebstahl und Raub (ED)-Versicherung Leitungswasser (LW)-Versicherung Glasversicherung Sturmversicherung
Verbundene Hausratversicherung
Verbundene Wohngebäudeversicherung
Hagelversicherung Tierversicherung
Technische Versicherungen
Transportversicherung
Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung Extended Coverage (EC)-Versicherung Betriebsunterbrechungs-Versicherung
Beistandsleistungsversicherung
Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung
Sonstige Sachversicherung Sonstige Schadenversicherung
Restkreditversicherung RheinLand Holding AG LageberichtWirtschaftsbericht Das Jahr 2021 war für die Versicherungswirtschaft nicht nur wegen der Corona-Pandemie herausfordernd. Insbesondere die Flutkatastrophe hat sichtbare Spuren im Geschäftsergebnis der deutschen Versicherer hinterlassen. So haben nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Unternehmen aus dem Bereich Schaden- und Unfallversicherung in den betroffenen Sparten erstmals seit 2013 ein negatives Bruttoergebnis ausgewiesen. Die Versicherungswirtschaft insgesamt verbuchte 2021 über alle Sparten hinweg ein Beitragsplus von 1,1 % (Vorjahr: 1,6 %) auf 223,4 Mrd. €. Das Starkregenereignis „Bernd“ im Juli des Jahres 2021 war mit versicherten Schäden von über 8 Mrd. € die teuerste Unwetterkatastrophe dieser Art in Deutschland seit Beginn der statistischen Erfassung Anfang der 1970er-Jahre. Allein aus Naturereignissen verzeichnet die Schaden- und Unfallversicherung 2021 insgesamt eine Schadenbelastung von 12,5 Mrd. € (Vorjahr: 2,0 Mrd. €). In den überfluteten Gebieten waren rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft im Einsatz sowie rund 2.500 externe Kräfte, zum Beispiel Gutachter. Bis Januar 2022 wurden circa 250.000 einzelne Schadensfälle registriert - davon allein 50.000 Kfz-Schäden. Schon wenige Wochen nach der Flutkatastrophe hatten die Versicherer mehr als 3 Mrd. € an ihre Kundinnen und Kunden ausgezahlt. In der Schaden- und Unfallversicherung stieg der Schadenaufwand 2021 insgesamt signifikant um 20 % auf 62,3 Mrd. € (Vorjahr: 51,8 Mrd. €). Obwohl auch die Beitragseinnahmen leicht um 2,2 % auf 76,6 Mrd. € zunahmen (Vorjahr: 74,9 Mrd. €), kletterte die Schaden-Kosten-Quote - das Verhältnis von Kosten und ausgezahlten Leistungen zu den Beitragseinnahmen - auf 102 % (Vorjahr: 90,7 %). Angesichts der Rekordschäden sei dies aber ein vorzeigbares Ergebnis, so der GDV. Für die Sachversicherung erwartet der GDV vorläufigen Zahlen zufolge mit 129 % die höchste Schaden-Kosten-Quote seit der ersten statistischen Auswertung. Sie sei damit auch spürbar höher als im bislang schadenreichsten Jahr 2002, das von den Folgen der Fluten an Elbe und Donau geprägt war. Die Quote betrug damals 120,9 %. Das Ergebnis der Kraftfahrtversicherung ist ebenfalls von den Folgen der Fluten geprägt. Das zeigt sich laut Mitteilung des GDV in den Kaskosparten. Dennoch schreibe die Kraftfahrtversicherung mit einer Schaden-Kosten-Quote von 95 % schwarze Zahlen. Die Beitragseinnahmen stiegen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt - trotz des voraussichtlich anhaltenden Bestandswachstums - aufgrund rückläufiger Durchschnittsbeiträge nur minimal um 0,4 % auf 29 Mrd. €. Die Lebensversicherung hat sich im zweiten Corona-Jahr stabil entwickelt. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds beliefen sich 2021 insgesamt auf rund 102 Mrd. € (- 1,4 %). Der GDV führt diese Entwicklung auf ein leicht reduziertes Einmalbeitragsgeschäft zurück (- 4,7 % auf 36,5 Mrd. €), das 2020 ein Rekordniveau erreicht hatte. Die laufenden Beitragseinnahmen legten hingegen leicht auf 65,3 Mrd. € zu. Bei den Beitragseinnahmen, die auf die betriebliche Altersversorgung entfallen, ergibt sich ein Plus von 1,8 % auf 19,5 Mrd. €. Positiv entwickelte sich 2021 das Riester-Neugeschäft mit einem deutlichen Plus von 12 % auf 310.500 neue Verträge. Das ist die höchste Zahl an Riester-Neuabschlüssen seit dem Jahr 2016. Der Bestand blieb weitgehend stabil bei rund 10,4 Mio. Verträgen. Bei den Basisrenten stieg die Zahl neu vermittelter Policen sogar um fast 40 % auf knapp 119.000 Verträge. Der Gesamtbestand erhöhte sich dadurch um 4 % auf 2,5 Mio. Verträge. Unternehmen Die RheinLand Holding AG steuert die zur RheinLand Versicherungsgruppe gehörenden Versicherungsunternehmen. Diese betreiben das Lebens- und Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft. Darüber hinaus richten sich ihre Aktivitäten auf das Management des eigenen Immobilienbestands sowie der sonstigen Vermögensanlagen. Die Vermögensverwaltung sowie die übrigen zur Führung des Geschäfts erforderlichen Dienstleistungen werden von der RheinLand Versicherungs AG erbracht. Geschäftsverlauf Das aus Sach- und Finanzanlagen bestehende Anlagevermögen der RheinLand Holding AG verringerte sich im Geschäftsjahr um 3.611,5 T€ (- 2,0 %) auf 176.431,7 T€ (i. Vj. 180.043,2 T€). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Sachverhalten. Auf der einen Seite wurde das an die Credit Life AG gewährte Nachrangdarlehen i. H. v. 10.000,00 T€ im Geschäftsjahr vollständig zurückgezahlt. Dem gegenüber stehen Zugänge i. H. v. 1.846,9 T€ in den Sachanlagen sowie i. H. v. 5.462,1 T€ in den Wertpapieren des Anlagevermögens. Der letztgenannte Sachverhalt dient als Sicherheit im Rahmen einer Rückversicherungslösung zur Stärkung der Eigenmittel unter Solvency II bei der Credit Life AG. Die RheinLand Holding AG überwacht permanent die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften und deren strategische Ausrichtung. Die Sachanlagen (Immobilienbestand) stiegen im Geschäftsjahr auf 29.784,7 T€ (i. Vj. 28.858,3 T€). Den planmäßigen Abschreibungen (920,5 T€) stehen im Wesentlichen die Aktivierung im Rahmen der Umgestaltung der Bürolandschaft in eine Open-Space-Area am Hauptsitz in Neuss (1.741,5 T€) gegenüber. Ertragslage Die RheinLand Holding AG erzielte im Geschäftsjahr insgesamt Erträge von 20.871,8 T€ (i. Vj. 26.437,2 T€). Davon entfielen auf die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit der RheinLand Versicherungs AG 10.464,1 T€ (i. Vj. 10.217,9 T€), der Rhion Versicherung AG 3.007,4 T€ (i. Vj. 2.770,0 T€) und der Credit Life AG 1.023,0 T€ (i. Vj. 5.522,0 T€). Aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der RH Digital Company GmbH resultierte eine Verlustübernahme in Höhe von 1.780,2 T€ (i. Vj. 1.751,5 T€). Die gegenüber dem Vorjahr reduzierte Gewinnabführung bei der Credit Life AG resultierte im Wesentlichen aus einem erhöhten Schadenverlauf. Die Ursachen hierfür waren in mehrfacher Hinsicht begründet. Zum einen gab es im abgeschlossenen Berichtsjahr einen zufallsbedingten Anstieg an Leistungen aus Todesfällen und anerkannten Berufsunfähigkeitsfällen bei den konventionellen Risikoversicherungen. Dies betraf sowohl das deutsche als auch das niederländische Versicherungsgeschäft. Daneben lag auch der Anteil an Sterbefällen in Folge einer Corona-Erkrankung über dem des Vorjahres. Die Risikoträger analysieren regelmäßig ihre Versicherungsbestände, um möglichen Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und einleiten zu können. Unsere eigene Überzeugung der Stabilität, Solvabilität und wachstumsorientieren Ausrichtung unserer Versicherungsgesellschaften möchten wir gerne von Dritten überprüfen lassen und auch nach außen hin vermitteln. Aus diesem Grund unterziehen wir unsere Risikoträger regelmäßig einem Bonitätsrating. Die jährlich neu vorgenommene Einschätzung unserer Versicherungsgesellschaften durch die unabhängige Rating-Agentur ASSEKURATA bildet einen neutralen Gradmesser zu den oben genannten Werten. Im Rahmen der Bonitätsprüfung der drei Versicherungsgesellschaften im Geschäftsjahr 2021 konnte das Rating mit der Note „A+“ (starke Bonität) mit dem Zusatz „stabiler Ausblick“ bestätigt werden. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen entfielen im Geschäftsjahr im Wesentlichen auf Zinszuführungen zu den Pensionsrückstellungen. Im gesamtschuldnerischen Verbund für die Erfüllung der Versorgungsverpflichtungen hat die RheinLand Versicherungs AG den Dienstzeitaufwand erstattet. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beliefen sich im Geschäftsjahr auf 5,1 T€. Die sonstigen Steuern in Höhe von 198,0 T€ beinhalten Aufwendungen für Grundsteuer. Der Jahresüberschuss der RheinLand Holding AG betrug zum Bilanzstichtag 9.763,2 T€ (i. Vj. 13.777,5 T€) und lag damit unter den ursprünglichen Erwartungen im Rahmen der strategischen Planung. Im Hinblick auf die unerwarteten Entwicklungen, insbesondere aufgrund des Unwetterereignisses „Bernd“, aber auch als Folge der andauernden Corona-Pandemie, sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Von dem Jahresüberschuss wurden 3.400,0 T€ in die Gewinnrücklagen eingestellt. Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs beträgt unter Einschluss des Gewinnvortrages 6.384,5 T€ (i. Vj. 6.897,2 T€). Umwelt- und Klimaschutz Uns ist es wichtig, als Unternehmen mit mehr als 140-jähriger Firmengeschichte durch nachhaltiges Handeln beispielhaft voranzugehen. Wir legen daher großen Wert auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und auf aktiven Umweltschutz. Die Verbräuche in der Konzernverwaltung nachhaltig zu reduzieren, ist eines unserer Ziele. Bei der Erfassung, Aufbereitung und Analyse der Umweltkennzahlen hilft uns ein seit über zwanzig Jahren aufgebautes eigenes Umweltmanagementsystem, das 2019 mit Unterstützung von professionellen Umweltdienstleistern mit Blick auf die neuen Anforderungen der international gültigen Standards optimiert wurde und das seither ständig weiterentwickelt wird. Parallel dazu wurden durch die Umstellung auf neue Technologien - z. B. bei der Beleuchtung oder Klimatisierung insbesondere in den Open-Space-Bereichen des Hauses - die Voraussetzungen für eine weitere nachhaltige Reduzierung des Stromverbrauchs geschaffen. CO 2 -Neutralität bleibt das Kernziel Kernziel unserer gesamten Aktivitäten im Bereich des Umweltschutzes ist unverändert die CO2-Neutralität unseres Geschäftsbetriebs. Bereits 2007 haben wir festgelegt, diese für die Dauer von mindestens 50 Jahren sicherzustellen. In Kooperation mit PRIMAKLIMA-weltweit e. V. konnten wir 2011 erreichen, die CO2-Emissionen unseres Geschäftsbetriebs am Standort Neuss erstmalig zu kompensieren. Vorausgegangen war ein gezieltes, in mehreren Schritten umgesetztes Aufforstungsprogramm. Dadurch waren wir einer der ersten Versicherer auf dem deutschen Versicherungsmarkt, der seinerzeit die CO2-Neutraltität des Geschäftsbetriebs realisieren konnte. Aufgrund der veränderten wissenschaftlichen Standards und eines neuen internationalen Systems in Punkto Bewertung, Verwendung und Stilllegung von CO2-Zertifikaten haben wir mit unseren Umweltpartnern die Rahmenbedingungen neu definiert, um auf der Grundlage des Berichtsjahrs 2020 in einem ersten Schritt die CO2-Neutralität des Standorts unserer Hauptverwaltung für 2021 darzustellen. Dieses Vorhaben konnten wir in Kooperation mit PRIMAKLIMA verwirklichen, was der RheinLand für Neuss mit dem Siegel „klimaneutraler Standort“ attestiert worden ist. Stromverbrauch dauerhaft reduzieren Der größte Posten in der CO2-Bilanz ist bei einem Bürogebäude wie der RheinLand-Konzernverwaltung der Stromverbrauch. Erster Ansatzpunkt für einen klimaneutralen Umgang mit dieser Ressource ist schon die Bezugsquelle des elektrischen Stroms. Die RheinLand setzt deshalb schon seit Jahren auf Strom aus Wasserkraft. Über den Stromtarif „Wasserkraft Business“ der Stadtwerke Heidelberg beziehen wir für unsere Hauptverwaltung CO2-neutralen Ökostrom, was uns jährlich mit einem Zertifikat bestätigt wird. Im Vergleich zum bundesdeutschen Strommix verringert die RheinLand-Gruppe den jährlichen CO2-Ausstoß dadurch um etwa 760,19 Tonnen. Unabhängig davon bleibt für uns aktuell, den Stromverbrauch Jahr für Jahr weiter zu senken, was mit dem Austausch älterer Geräte zugunsten moderner, verbrauchsärmerer Geräte gelingen soll. In diesem Zusammenhang werden die vollzogene Erneuerung aller Lüftungsanlagen sowie neue Handlungsoptionen auf Basis der ersten Erfahrungswerte aus dem Feintuning der einzelnen Regler ihren Beitrag zur Stromreduktion leisten. Auch die Verbesserung der Kältemaschinen, die die bestehenden Kühlsysteme gänzlich ablösen, zahlt darauf ein. Positiver Nebeneffekt dieser Modernisierung ist die Sicherstellung einer gleichbleibend guten Raumklimatisierung, ohne dass die hitzeinduzierten Auswirkungen des Klimawandels im Hochsommer zu Lasten eines steigenden Stromverbrauchs gehen. Weiteres Potenzial zur Reduzierung des Stromverbrauchs versprechen wir uns sowohl durch die Komplettierung unserer Open-Space-Arbeitswelten als auch die Erneuerung der unternehmenseigenen Küche und Betriebsrestaurant im Gebäude am RheinLandplatz, die in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres begonnen wurde. Auch hier wird der Einsatz verbrauchsärmerer Gerätschaften positive Effekte haben. Mit ÖPNV und Fahrrad zur Arbeit Um unsere Umweltschutzziele zu erreichen, ist die Mitwirkung unserer Mitarbeiter ganz entscheidend. Diese leisten nicht nur durch einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen in ihrem Arbeitsumfeld einen Beitrag, sondern in starkem Maße auch im Bereich der Mobilität bei der An- und Abreise zum Arbeitsplatz. Aufgrund der bahnhofsnahen Lage der Hauptverwaltung und des Angebots eines subventionierten Firmentickets kommen ohne die coronabedingte Sondersituation über ein Drittel unserer Mitarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz. Auch die Zahl der Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen ist auf einem hohen Niveau. Bis zu 170 Mitarbeiter nutzen laut einer 2020 durchgeführten Mitarbeiterbefragung täglich das Angebot gesicherter Fahrradabstellplätze in der Tiefgarage der Konzernverwaltung. Mit der Wiederauflage einer Aktion zum bezuschussten Kauf eines Fahrrads oder E-Bikes werden aktuell weitere Anreize gesetzt, um diese Zahlen weiter zu erhöhen. Durch die Förderung des mobilen Arbeitens, moderner Desksharing-Modelle sowie den Ausbau immer besserer technischer Möglichkeiten für den Einsatz von Videokonferenzen hätte sich allerdings auch ohne die coronabedingten Beschränkungen die Reduzierung der CO2-Emmisionen bei der Zu- und Abfahrt zum/vom Arbeitsplatz weiter fortgesetzt. Durch ein installiertes Erfassungssystem an den Zugängen zum Gebäude der Hauptverwaltung werden die künftigen Einsparungen, die hieraus resultieren, messbar gemacht. Aufgrund des pandemiebedingten Einflusses werden die realen Effekte wohl erst in den Folgejahren zu einem seriösen Abgleich führen können. Bäume pflanzen Im zurückliegenden Jahr erfolgte auch der Startschuss zu einem eigenen Umweltprojekt am Konzernstandort. Unter dem Schlagwort „9.000 Bäume für Neuss“ wurde in Kooperation mit der Stadt Neuss mit der Umsetzung eines nachhaltigen Wiederaufforstungsprogramms begonnen. Hierbei stellte die RheinLand als exklusiver Baumpartner der Stadt die Setzlinge für eine erste Fläche auf Neusser Stadtgebiet zur Verfügung, die aufgrund fortschreitenden Krankheitsbefalls der vorhandenen Bäume gerodet werden musste. Durch die Neubepflanzung mit klimaresistenteren Baumarten sollen Mischwälder entstehen, die den Umwelteinflüssen besser standhalten können. Diese Initiative wird 2022 an weiteren Stellen fortgeführt. Wir werden hierüber in den folgenden Jahren weiter berichten. Risikobericht Aktiengesellschaften sind gemäß § 91 Abs. 2 AktG verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu treffen, um Risiken der künftigen Entwicklung früh zu erkennen. Der Vorstand hat darüber hinaus ein im Hinblick auf den Umfang und die Risikolage des Unternehmens angemessenes Risikomanagement einzurichten. Mit den Vorgaben durch Solvency II sind weitere gesetzliche Anforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen festgeschrieben worden. Die Erfüllung dieser Vorgaben wurde gruppenweit einheitlich umgesetzt. Das Risikomanagement wird von folgenden Funktionen getragen:
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement sowie für den Beschluss und die fortlaufende Prüfung, Bewertung und Weiterentwicklung der Geschäftsorganisation mit den entsprechenden Regelwerken. Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der vom Vorstand im Rahmen des Risikomanagements getroffenen Entscheidungen verantwortlich. Er wird regelmäßig durch den Konzernvorstand über die aktuelle Risikosituation unterrichtet. Der Konzernrevision obliegt insbesondere die Überprüfung des internen Kontrollsystems (IKS) im Hinblick auf dessen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit. Darüber hinaus werden die Compliance-Funktion, die Versicherungsmathematische Funktion und die Unabhängige Risikocontrollingfunktion mit ihren Tätigkeiten regelmäßig überprüft. Die Konzernrevision unterliegt keinen Kontrollen, Einschränkungen oder sonstigen Einflüssen, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Die Compliance-Funktion überwacht, bewertet und berichtet über die Einhaltung des gesetzlichen und ordnungsrechtlichen Rahmens sowie der vom Unternehmen selbst erstellten Regeln und Normen. Die Versicherungsmathematische Funktion hat die Aufgabe der Beratung, Überwachung bzw. Validierung und Koordination im Zusammenhang mit der Berechnung und Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen, der Beurteilung der allgemeinen Zeichnungs- und Annahmepolitik sowie der Angemessenheit der Rückversicherungsvereinbarungen. Sie gewährleistet, dass die künftige Überschussbeteiligung angemessen in den versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II berücksichtigt wird. Sie trägt zur wirksamen Umsetzung des Risikomanagementsystems bei und berichtet über die erzielten Ergebnisse. Die RheinLand Versicherungsgruppe hat in der Aufbauorganisation eine Gremienlösung unter Leitung des Verantwortlichen Aktuars gewählt. Die unabhängige Risikocontrollingfunktion (URCF), organisatorisch wahrgenommen durch die zentrale Abteilung Bilanzaktuariat, Solvency II und Risikomanagement, ist für bereichsübergreifende Risiken sowie für die konzeptionelle Weiterentwicklung und Pflege des konzernweiten Risikomanagementsystems zuständig. Sie übernimmt eine Koordinations- und Überwachungsfunktion, unterstützt die Risikoverantwortlichen in den operativen Bereichen und überprüft die Angemessenheit des IKS. Zur Wahrung ihrer Aufgaben ist der Abteilung Bilanzaktuariat, Solvency II und Risikomanagement ein uneingeschränktes Informationsrecht eingeräumt. Sie koordiniert die regelmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand, den Aufsichtsrat, die Aufsicht und die Öffentlichkeit. Das Risikomanagement Board setzt sich aus Vertretern aller Unternehmensbereiche zusammen und ist als Gremium verantwortlich für konsensorientierte Entscheidungen im Rahmen der Vorstandsvorgaben und der Risikoanalysen durch das Risikomanagement. Die dezentrale Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken in den jeweiligen Geschäftsbereichen erfolgen nach den Vorgaben der Innerbetrieblichen Leitlinie zum Risikomanagement. Die Aufgaben werden von den Risikoverantwortlichen der operativen Bereiche wahrgenommen. Die Führungskräfte und die Risikoverantwortlichen sind im Hinblick auf die Wahrnehmung ihrer Funktion im Risikomanagement geschult. Die Führungskräfte haben die Aufgabe, Umsetzung und Effektivität des Risikomanagements in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zu überwachen. Die Aufgaben stellen sich im Regelkreis wie folgt dar: ![]() In den folgenden Hauptregelwerken sind die Rollen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben der einzelnen Funktionen sowie der Risikomanagementprozess dokumentiert:
Diese Dokumente werden einmal jährlich aktualisiert und bei Bedarf vervollständigt. Darüber hinaus gibt es weitere risikobegrenzende Regelwerke in den operativen Einheiten (z. B. Annahme- und Zeichnungsrichtlinien, Vollmachten). Die RheinLand Holding AG ist durch ihre Beteiligungen an den operativen Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe indirekt den gleichen Risiken ausgesetzt wie die operativen Gesellschaften selbst. Nach den einzelnen Risikokategorien ergibt sich für die RheinLand Holding AG insgesamt folgende Risikolage: Versicherungstechnisches Risiko Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko, dass, bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung, der tatsächliche Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten Aufwand abweicht. Es umfasst neben dem Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiko (Nichtauskömmlichkeit der in den Beiträgen und versicherungstechnischen Rückstellungen unterstellten Sterblichkeiten in Leben) bzw. dem Prämien- und Reserverisiko (Nichtauskömmlichkeit der kalkulierten Prämien oder der bilanzierten Rückstellungen in Schaden/Unfall) auch das Storno-, Kosten- und Katastrophenrisiko. Schaden- und Unfallversicherung Die RheinLand Versicherungsgruppe verfolgt mit ihren Schaden- und Unfallversicherern unter Vorgabe von Annahmerichtlinien und Zeichnungskompetenzen den Ausbau deckungsbeitragsstabiler Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtsparten im privaten und gewerblichen Geschäft über den eigenen Außendienst und über eine definierte Maklerorganisation. Weil das Geschäftsgebiet teilweise regionale Schwerpunkte aufweist, bestehen Konzentrationsrisiken bei Naturereignissen. Diese Risiken resultieren insbesondere aus der Verbundenen Wohngebäudeversicherung. Neben Annahme- und Zeichnungsrichtlinien setzten die RheinLand Versicherungs AG und die Rhion Versicherung AG einen Mix aus Mit- und Rückversicherung ein, um die möglichen Auswirkungen der Ergebnisvolatilität - auch vor dem Hintergrund des Klimawandels - zu reduzieren. Klassisches Großindustrie- oder Gewerbegeschäft mit Großschaden- bzw. Langfristschadenpotenzial wird nicht gezeichnet. Das versicherungstechnische Risiko der RheinLand Versicherungsgruppe ist in der Schaden- und Unfallversicherung einerseits durch die COVID-19-Pandemie und andererseits zunehmend durch Naturkatastrophen im Rahmen des Klimawandels betroffen. Aus diesem Grund werden risikomindernde Maßnahmen laufend neu analysiert und bewertet. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen schätzen wir das Risiko durch künftige Schadenbelastungen aus diesen Risiken, auch aufgrund der bestehenden Rückversicherung, als nicht existenzgefährdend ein. Es ist ein systematisches versicherungstechnisches Controlling installiert. Hierbei wird nach einem standardisierten Verfahren der versicherungstechnische Bruttoergebnisverlauf vor internen Kosten nach Vertriebswegen, Sparten, Kooperationspartnern und Kundensegmenten nach Zeichnungs- und Bilanzjahren analysiert. Die Ergebnisse werden unmittelbar an die für das betroffene Geschäftssegment Verantwortlichen aus Vorstand und aus den Bereichen Sparte/Betrieb sowie Vertrieb berichtet. Im Falle von Fehlentwicklungen können zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Über die wesentlichen Analysen und Ergebnisse im Rahmen des versicherungstechnischen Controllings Schaden/Unfall berichtet auch die Versicherungsmathematische Funktion an den Vorstand. Darüber hinaus werden bei Bedarf umfangreiche Sonderanalysen durchgeführt, welche möglichst alle Aspekte von der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und Tarife bis zur Schadenentwicklung berücksichtigen. Tarifierung und Rückstellungsbildung sind in unterschiedlichen Bereichen angesiedelt. Dabei richtet sich die Bildung der Rückstellungen nach handelsrechtlichen und aktuariellen Grundsätzen des Vorsichtsprinzips. Die einzelfallbezogene Schadenreservierung folgt festgelegten internen Schadenrichtlinien zur Sicherstellung einer angemessenen und stetigen Reservierung. Die Auskömmlichkeit der Reserven wird regelmäßig überprüft. Unter der Prämisse einer vorgegebenen Zielrendite sowie definierter Zielschadenquoten erfolgt eine am Deckungsbeitrag orientierte Mehrjahresplanung. Darauf aufbauend werden Analysen und ein Controlling der Entwicklung der Risiken im Versicherungsbestand durchgeführt. Restkreditversicherung (Arbeitsunfähigkeits- und Arbeitslosigkeitsversicherungen) Im Restkreditgeschäft besteht das Portfolio der Rhein- Land Versicherungs AG aus Arbeitsunfähigkeits- und Arbeitslosigkeitsversicherungen. Diese werden von einer Reihe mittelgroßer Kooperationspartner in der Regel zur Absicherung von Hypotheken-, Auto- oder Konsumkrediten in Deutschland, den Niederlanden und bis 2020 auch in Italien vermittelt. Die Beherrschung des versicherungstechnischen Risikos in der Restkreditversicherung ist besonders anspruchsvoll. So gibt es, anders als in den klassischen Versicherungssparten des Schaden- und Unfallgeschäftes, keine statistischen Grundlagen, die vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft oder der Deutschen Aktuarvereinigung zur Verfügung gestellt werden. Für dieses Spezialgeschäft werden daher aus dem technischen Verlauf der historischen Bestände in Verbindung mit öffentlich verfügbaren Statistiken der Sozialversicherungsträger eigene Rechnungsgrundlagen für die Arbeitsunfähigkeitsversicherung und die Arbeitslosigkeitsversicherung entwickelt. Die Profitabilitäten werden mindestens einmal jährlich für jeden einzelnen Kooperationspartner mittels eines standardisierten versicherungstechnischen Schemas nach Sparten, Zeichnungsjahren und Bilanzjahren analysiert. Parallel werden für alle großen Kooperationspartner mehrfach im Jahr die versicherungstechnischen Bruttoergebnisse mit den entsprechenden Planwerten verglichen. Die Ergebnisse dieser Analysen werden im für das operative Geschäft zuständigen Managementkreis besprochen. Somit ist sichergestellt, dass etwaige Fehlentwicklungen schnell erkannt werden und zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Maßgebliche Fehlentwicklungen wurden bislang nicht festgestellt. Lediglich im Italiengeschäft konnten trotz intensiver Bemühungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden, so dass Vorstand und Aufsichtsrat im Juli 2020 den geordneten Ausstieg aus diesem Geschäftsgebiet beschlossen haben. Im Bericht der Versicherungsmathematischen Funktion an den Vorstand der RheinLand Versicherungs AG wurde über die wesentlichen Aspekte des versicherungstechnischen Controllings berichtet. Lebensversicherung Die Credit Life AG hat sich als Risikolebensspezialist am Markt positioniert. Sie ist - gemessen am Wachstum, Rating und der Risikotragfähigkeit - ein gut entwickelter Lebensversicherer mit Schwerpunkt auf Biometrierisiken. Aktiv angeboten werden Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung einschließlich Restkredit-Risikolebensversicherungen und überschussberechtigte Risikolebensversicherungen, deren Überschussbeteiligung in der Regel durch Beitragsverrechnung erfolgt. Auch Produkte zur Absicherung des Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrisikos gehören zum Portfolio. Durch die konzerninterne Fusion mit der RheinLand Lebensversicherung AG zum 01.01.2020 erweiterte sich der vorhandene Bestand an überwiegend Risikoversicherungen um einen sich abwickelnden Bestand an klassischen Kapitallebens- und Rentenversicherungsprodukten. Aufgrund der in diesen Produkten üblichen lang laufenden Zinsgarantien erhöht sich das Risiko, die Zinsgarantien über entsprechende Kapitalerträge decken zu können, deutlich. Detaillierter wird hierauf im Abschnitt zum Marktrisiko eingegangen. Das versicherungstechnische Risiko der Credit Life AG ist durch die COVID-19-Pandemie insbesondere durch ein geringeres Neugeschäftsvolumen, temporären negativen Entwicklungen am Kapitalmarkt sowie einer erhöhten Bevölkerungssterblichkeit, vor allem älterer Menschen, betroffen. Durch Rückversicherungsnahme reduzieren wir das Risiko und die Ergebnisauswirkungen. Die Beherrschung des versicherungstechnischen Risikos erfolgt auf Basis von Sterbetafeln der entsprechenden Märkte sowie eigenen Daten und Erfahrungen. Die Profitabilitäten werden mindestens einmal jährlich für jeden einzelnen Kooperationspartner mittels eines standardisierten versicherungstechnischen Schemas nach Zeichnungsjahr und Bilanzjahr analysiert. Parallel werden für alle großen Kooperationspartner mehrfach im Jahr die versicherungstechnischen Bruttoergebnis- se mit den entsprechenden Planwerten verglichen. Speziell für den niederländischen und für den italienischen Markt werden darüber hinaus mehrmals jährlich sogenannte Sterblichkeitsanalysen durchgeführt, bei denen die tatsächlich eingetretenen Leistungsfälle mit den gemäß der angesetzten Sterbetafel erwarteten Leistungsfällen verglichen werden. Auch die Entwicklung des Stornoverhaltens wird regelmäßig analysiert. Hierbei differenzieren wir nach Höhe des Rechnungszinses bzw. nach der Restlaufzeit, da diese Kriterien erfahrungsgemäß einen signifikanten Einfluss auf das Stornoverhalten der Kunden haben. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im für das operative Geschäft zuständigen Managementkreis besprochen. Somit ist sichergestellt, dass etwaige Fehlentwicklungen schnell erkannt und zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung Risikolebensversicherungen ohne Überschussbeteiligung und Restkredit-Risikolebensversicherungen werden über eine Reihe großer und mittelgroßer Kooperationspartner zur Absicherung von Hypotheken-, Auto- und Konsumkrediten in Deutschland, in den Niederlanden und bis Ende 2020 in Italien angeboten. Es gibt Produkte mit gleichbleibender oder fallender Leistung gegen Einmalbeitrag oder laufende Beitragszahlung. Um die Sicherheit für das stark wachsende Geschäft zusätzlich zu erhöhen, ist das Risikolebensversicherungsgeschäft in den Niederlanden und in Italien zudem durch hohe Rückversicherungsbeteiligungen geschützt. Im Bericht der Versicherungsmathematischen Funktion an den Vorstand der Credit Life AG wird darüber hinaus auf die Sonderthemen „Risikoleben in den Niederlanden“ und „Restkredit-Risikoleben in Italien“ explizit eingegangen. Die Einstellung des Geschäftes in Italien führt dazu, dass sich die RheinLand Versicherungsgruppe damit wieder stärker auf die beiden Kernmärkte in Deutschland und in den Niederlanden konzentriert. Risikolebensversicherungen mit Überschussbeteiligung Die klassischen Risikolebensversicherungen mit Überschussbeteiligung werden im deutschen Markt angeboten. Dabei wird die Überschussbeteiligung überwiegend in Form eines Beitragsvorwegabzuges gewährt. Im Falle negativer Tendenzen im Risikoverlauf oder durch Belastungen aus gesetzlichen Vorgaben (z. B. Zinszusatzreserve) kann unter anderem durch Anpassung der Überschussbeteiligung gegengesteuert werden. Kapitalbildende Produkte mit Überschussbeteiligung Im hauptsächlich von der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG übernommenen Geschäft mit Zinsgarantien zeichnet die Gesellschaft nur noch sehr wenig Neugeschäft über einen Konsortialvertrag. Es wird kein Neugeschäft zu Kapital- und Rentenversicherungsprodukten mehr abgeschlossen. Dieses Geschäft wird an einen Kooperationspartner weitervermittelt. Marktrisiko Das Marktrisiko bezeichnet das Risiko, das sich direkt oder indirekt aus den Sensitivitäten von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumenten in Bezug auf Veränderungen oder die Volatilität der Zinskurve bzw. der Zinssätze, der Aktienkurse, der Credit Spreads (über der risikolosen Zinskurve) sowie der Marktpreise von Immobilien ergibt. Das Marktrisiko schließt das Währungskursrisiko ein. Es umfasst außerdem Konzentrationsrisiken, die sich durch eine mangelnde Diversifikation des Assetportfolios ergeben. Maßnahmen im Niedrigzinsumfeld Insgesamt besteht für die klassische Lebensversicherung mit ihren lang laufenden Leistungsgarantien ein besonders schwieriges Kapitalmarktumfeld. Die Credit Life AG hat durch die Bildung einer sogenannten Zinszusatzreserve weiter Vorsorge getroffen. Der für die Berechnung relevante Referenzzins zum Stichtag 31. Dezember 2021 ist von 1,73 % auf 1,57 % gefallen. Somit müssen für Bestandsverträge mit zugesagter Zinsgarantie von 1,75 % oder höher Zinszusatzreserven gestellt werden. Die Zinszusatzreserve beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 92.096 T€ (i. Vj. 84.785 T€, davon 85.376 T€ aus dem Bestand der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG), wodurch dieser Zusatzrückstellung im Geschäftsjahr weitere 7.311 T€ (i. Vj. 8.936 T€, davon 6.504 T€ in der ehemaligen RheinLand Lebensversicherung AG) zugeführt wurden. Erwartungsgemäß werden in den nächsten Jahren weitere Zuführungen zur Zinszusatzreserve erforderlich sein, deren Ausmaße abhängig von der Zinsentwicklung sind. Zu einem sehr großen Teil werden diese durch einen bestehenden Rückversicherungsvertrag gestellt. Die in der Deckungsrückstellungsverordnung definierten Regelungen zur Ermittlung der Zinszusatzreserve wurden bereits im Jahr 2018 so geändert, dass die jährliche Änderung des Referenzzinssatzes begrenzt wird und dadurch der weitere Zuführungsbedarf zur Zinszusatzreserve, der sich durch weiter sinkende Referenzzinssätze ergeben könnte, reduziert bzw. über einen längeren Zeitraum verteilt wird. In Anlehnung an § 3 DeckRV wird bei der Credit Life AG für die Deckungsrückstellungen aus Einmalbeitragsgeschäft für neue Tarife seit Mitte 2016 ein Rechnungszins von 0,0 % angesetzt. Damit wird der reguläre gesetzliche Höchstrechnungszins deutlich unterschritten. Das starke Wachstum im Versicherungsgeschäft der Credit Life AG ist somit wesentlich vom Aufbau weiterer Zinsrisiken entkoppelt. Für das Neugeschäft gegen laufende Beitragszahlung beträgt der angesetzte Rechnungszins mittlerweile ebenfalls 0,0 %. Das Thema „Zins- und Rentengarantien im Niedrigzinsumfeld“ hat eine hohe Aufmerksamkeit im Aufsichtsrat. Bereits im Frühjahr 2015 wurde durch diesen ein Maßnahmenplan (Ablösung Nachrangdarlehen, Überprüfung Rückversicherungslösung, Cashflow-Matching Aktiv-/Passivseite) beauftragt, der mittlerweile weitgehend umgesetzt ist. Im Rahmen weiterer Aufsichtsratssitzungen werden der jeweils aktuelle Stand der wirtschaftlichen Entwicklung erneut diskutiert und bei Bedarf weitere Maßnahmen erarbeitet. Kapitalanlagen Der Schwerpunkt der Kapitalanlage liegt bei Anteilen an verbundenen Unternehmen und direkt gehaltenen Immobilien. Zur Stärkung der Eigenmittel unter Solvency II hat die Credit Life AG (vormals über die RheinLand Lebensversicherung AG) u. a. einen Rückversicherungsvertrag geschlossen. In diesem Zusammenhang stellt die RheinLand Holding AG ein Sicherungsdepot in Höhe von 23.027,1 T€ (i. Vj. 17.565,0 T€). Die aktuellen Entwicklungen am Finanzmarkt werden von der RheinLand Holding AG kontinuierlich analysiert. Die aus den Analysen gewonnenen Erkenntnisse sind in der Anlagestrategie 2022 berücksichtigt. Ausfallrisiko Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten durch einen unerwarteten Ausfall oder die Verschlechterung der Bonität von Gegenparteien und Schuldnern während der folgenden 12 Monate. Die Gesellschaften der RheinLand Versicherungsgruppe verfolgen eine bedarfsgerechte Rückversicherungspolitik unter Beachtung von Kosten-, Sicherheits- und Kontinuitätsaspekten. Bei der Auswahl der einzelnen Rückversicherungs-Vertragspartner besteht vor dem Hintergrund der angestrebten langfristigen Vertragsbeziehungen als Nebenbedingung im Hinblick auf deren Bonität die Anforderung eines Mindestratings von „A-“ (Standard & Poor’s oder ein vergleichbares Rating einer anderen Rating-Agentur). Marktentwicklungen und Verschlechterungen der Bonität unterliegen einer kontinuierlichen Beobachtung im Rahmen des Limitsystems. Die Forderungen gegenüber Rückversicherern, Vermittlern und Kunden unterliegen, wie die Kapitalanlagen, grundsätzlich auch einem Ausfallrisiko. Zur Risikovorsorge hat die RheinLand Versicherungsgruppe bei Bedarf Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand vorgenommen. Ausstehende Forderungen mit mehr als 90 Tagen zurückliegendem Fälligkeitszeitpunkt bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von 2.551,2 T€. Die durchschnittliche Ausfallquote der letzten drei Geschäftsjahre abgeleitet aus den Pauschalwertberichtigungen der Einzelgesellschaften liegt unter 3 %. Liquiditätsrisiko Die Bedeutung des Liquiditätsrisikos ergibt sich aus § 7 Nr. 19 VAG, wonach ein Versicherungsunternehmen jederzeit in der Lage sein muss, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Das Liquiditätsrisiko beinhaltet das Risiko, dass die Kapitalanlagen und sonstigen Vermögensgegenstände nicht veräußerbar sind, um die finanziellen Verpflichtungen abzudecken. Insbesondere fällt hierunter das Risiko, dass eine Veräußerung der Höhe nach, jedoch nicht in einem adäquaten Zeitrahmen möglich ist. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 wies die Gesellschaft Bankguthaben in Höhe von 9.942,1 T€ aus. Zur Sicherstellung einer jederzeitigen Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen werden monatliche Liquiditätspläne erstellt. Die Liquiditätsanforderungen werden aus den laufenden Erträgen der Immobilien dargestellt. Die darüberhinausgehenden Liquiditätserfordernisse werden über die Beteiligungsergebnisse sichergestellt und über die Liquiditätsplanung bzw. über ein gruppenweites Cashpooling gesteuert. Daher besteht aus heutiger Sicht kein Liquiditätsrisiko. Operationelles Risiko Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von Verlusten, die sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen sowie aus externen Ereignissen ergeben. Es umfasst auch Rechtsrisiken, die sich einerseits durch eine unzureichende Umsetzung von Gesetzen und Rechtsnormen und andererseits durch sich verändernde Rechtsprechung und damit Auslegung bestehender Gesetze ergeben. Die Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken erfolgen durch die verantwortlichen Bereiche. Für operationelle Risiken werden einmal jährlich Szenarioanalysen durchgeführt und die Risikoindikatoren zur unterjährigen Überwachung überprüft. Notfallpläne, Versicherungen, Zugangskontrollen sowie Vollmachten- und Berechtigungsregelungen führen zu geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten bzw. Schadenpotenzialen. Insbesondere den sich zwischenzeitlich immer weiter ausbreitenden Cyber-Risiken wird mit umfangreichen Datensicherungskonzepten, Schutzprogrammen und einer extern durchgeführten, professionellen E-Mail-Überprüfung begegnet. Für den Schadenfall wurde eine Cyber-Versicherung abgeschlossen. Im Rahmen der Risikosteuerung operationeller Risiken spielt darüber hinaus ein dokumentiertes internes Kontrollsystem (IKS) eine zentrale Rolle. Hierdurch werden die systematische Prävention und Früherkennung von prozessualen Risiken sichergestellt. Zur Beherrschung der wesentlichen Prozessrisiken sind Schlüsselkontrollen eingerichtet. Compliance-Risiken, die in Bezug auf die Einhaltung oder Umsetzung von Gesetzen, Rechtsvorschriften, regulatorischen Anforderungen oder ethisch-moralischen Standards sowie von internen Vorschriften und Regelungen auftreten können, sind über einen definierten Prozess gemäß der Compliance-Management-Richtlinie geregelt. Fraud- Risiken unterliegen einer besonderen Beobachtung und Berichterstattung. Zur Minimierung der Risiken in Notfallsituationen, wie z. B. der Corona-Pandemie, trägt u. a. das regelmäßig zertifizierte Business Continuity Management (BCM) der RheinLand Versicherungsgruppe aktiv bei. Im Krisenfall gewährleistet das BCM die vollumfängliche, ununterbrochene Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs auch bei einer temporären Schließung der Konzernverwaltung. Die für den Geschäftsbetrieb relevanten Bereiche sind für eine sofortige Verlagerung des Arbeitsplatzes auf mobile Arbeitsplätze vorbereitet worden. Darüber hinaus findet im Krisenfall eine tägliche Lageeinschätzung des BCM-Boards unter Beteiligung von Geschäftsleitung, Human Resources, Recht, Betrieb, IT, Betriebsrat und Kommunikation statt. Generell besteht das Risiko, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern oder die in einzelnen Fällen ergangene Rechtsprechung auch auf die operativen Gesellschaften der RheinLand-Gruppe ausstrahlt. Um diesem Risiko zu begegnen, werden die aktuellen Entwicklungen im Rechtsumfeld sowie alle anstehenden Klagefälle auf Allgemeingültigkeit hin bewertet, beobachtet und regelmäßig zwischen den Fachbereichen und der Rechtsabteilung besprochen. Je nach Einstufung des Risikos wird im Bedarfsfall eine angemessene Rückstellung gebildet oder es erfolgt eine Anpassung der Produkte im Neugeschäft. Nach eigener Risikobeurteilung sind mögliche Prozessprobleme im Risikomanagement, unberechtigte Zugriffe auf Datenbestände und das Verfehlen von Planumsätzen aufgrund von fehlender oder mangelhafter technischer Vertriebsunterstützung im Restkreditgeschäft die wesentlichsten Risiken zum Stichtag 31. Dezember 2021. Ein potenzielles Rechtsrisiko bestand im Jahr 2021 auf dem Gebiet der Betriebsschließungsversicherung. Dieses wurde laufend im Rahmen einer Arbeitsgruppe beobachtet und bewertet. Aufgrund der Entwicklung der Rechtsprechung zeigt sich eine für die RheinLand positive Tendenz. Weitere nennenswerte Rechtsrisiken bestehen nicht. Strategisches Risiko Das strategische Risiko ist das Risiko, das aus strategischen Geschäftsentscheidungen resultiert. Zum strategischen Risiko zählt auch das Risiko, das sich daraus ergibt, dass Geschäftsentscheidungen nicht einem geänderten Wirtschaftsumfeld angepasst werden. Ein strategisches Risiko ist in der Regel ein Risiko, das im Zusammenhang mit anderen Risiken auftritt. Es kann aber auch als Einzelrisiko auftreten. Klar geregelte Entscheidungsprozesse sowie eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Entscheidungsträger sind die Grundlage einer effizienten Steuerung strategischer Risiken. Planungs- und Controlling-Prozesse steuern und überwachen die Erreichung der strategischen Zielsetzungen. Ein strukturierter Planungsprozess unter Einbeziehung aller relevanten Geschäftsbereiche ist implementiert. Die strategischen Risiken werden jährlich im Rahmen einer Stärken-Schwächen-Analyse identifiziert und qualitativ bewertet. Die identifizierten wesentlichen Risiken sind in den vorgenannten Risikokategorien enthalten. Insbesondere der Umbruch des gesetzlichen Rahmens in der deutschen Restkreditversicherung, Risiken im Zusammenhang mit der Digitalisierung, die Umsetzung des neuen Vertriebskonzepts in der eigenen Außendienstorganisation, die weitere Entwicklung des Geschäfts in den Niederlanden sowie die Abwicklung des Italiengeschäfts sind wesentliche strategische Risiken der RheinLand Versicherungsgruppe. Reputationsrisiko Das Reputationsrisiko ist das Risiko, das sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufes infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären, Behörden) ergibt. Ebenso wie das strategische Risiko ist das Reputationsrisiko in der Regel ein Risiko, das häufig im Zusammenhang mit anderen Risiken auftritt. Es kann aber auch als Einzelrisiko auftreten. Reputationsrisiken werden laufend beobachtet und regelmäßig qualitativ bewertet. Das Konzept zur Krisenkommunikation wurde in 2021 überarbeitet und im Intranet veröffentlicht. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat sich für die RheinLand Versicherungsgruppe kein Reputationsrisiko realisiert. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Im Jahr 2021 haben die RheinLand Versicherungsgruppe sowie alle Einzelgesellschaften der Gruppe zu jeder Zeit über eine ausreichende ökonomische und aufsichtsrechtliche Risikotragfähigkeit verfügt. Die Risikotragfähigkeit wird intern regelmäßig überprüft. Insgesamt zeichnet sich, auch unter Berücksichtigung der aktuellen Pandemie, derzeit keine Entwicklung ab, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RheinLand Holding AG ungeplant nachhaltig beeinträchtigen könnte. Zu der aktuellen Entwicklung verweisen wir auf unseren Ausblick. Chancenbericht Erfolgreiches unternehmerisches Handeln setzt voraus, die sich bietenden Chancen zu nutzen, um profitables Wachstum zu generieren. Um unsere Chancen zu identifizieren, beobachten wir sehr genau, wohin sich unsere Branche und Märkte entwickeln. Die Auswertung und kritische Analyse von Wettbewerbsinformationen und das Erspüren von neuen Bedürfnissen, Trends und Tendenzen versetzen uns in die Lage, Innovationen voranzutreiben, um für künftige Anforderungen gerüstet zu sein. Mit unserem Geschäftsmodell, das auf drei Marken und Vertriebswegen basiert, sind wir nach unserer Auffassung gut aufgestellt. Es ermöglicht uns, unseren unterschiedlichen Zielgruppen passgenaue Konzepte rund um die Themen Risikoschutz und Vorsorge anzubieten. Wir geben unserem eigenen Außendienst, den mit uns zusammenarbeitenden Maklern und freien Vermittlern sowie unseren Partnern im Banken- und Kooperationsvertrieb bedarfsgerechte Produkte für ihre Kunden an die Hand. Die damit einhergehende Unterstützung durch digitale Prozesse und Services wird flankiert durch eine persönliche Betreuung. Unsere konsequente Lösungsorientierung, unsere kurzen Entscheidungswege und schlanken Strukturen erweisen sich als vorteilhaft und eröffnen Handlungsspielräume, in denen wir flexibel auf sich verändernde Gegebenheiten reagieren. Dies bewährt sich in der momentanen, durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krisenzeit, die wir dank des konstruktiven Zusammenspiels aller Kräfte engagiert und zuversichtlich bewältigen. Die seit Generationen konstante Eigentümerstruktur unseres Unternehmens sichert uns die Unabhängigkeit in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Von Beginn an bestimmten die Prinzipien des Ehrbaren Kaufmanns unser Handeln. Auf diesem Wertefundament, das unvermindert aktuell ist, hat sich unser Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Unsere Mitarbeiter sind hierbei unser wichtigstes Gut: Denn sie sind es, die diesen permanenten Wandel kraftvoll gestalten. Das Wissen um die Tradition geht bei uns Hand in Hand mit Innovationsgeist und Mut zu Neuerungen. Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen verbinden sich für uns mit einem Chancenreichtum, den wir gewinnbringend für uns nutzen. Den mit der digitalen Transformation einhergehenden Veränderungsprozess treiben wir engagiert voran und haben mit dem Bau des im Oktober 2019 eingeweihten Pavillons für unsere Zukunftswerkstatt unserem Optimismus sichtbar Ausdruck verliehen. Mit dem jüngst erfolgten Umbau großer Bürobereiche in der Konzernverwaltung, der sich mit dem Begriff Open Space verbindet, schaffen wir für viele Hundert Mitarbeiter ein hochmodernes, attraktives neues Arbeitsumfeld. Auch diese Investition verstehen wir als starkes Signal für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der RheinLand Versicherungsgruppe. Ausblick Der Erfolg der RheinLand Holding AG ist im Wesentlichen gekennzeichnet von der Geschäftsentwicklung der Risikoträger. Prognose zur Entwicklung der drei Vertriebswege Banken- und Kooperationsvertrieb Neben unseren bisherigen Aktivitäten im deutschen Geschäftsbereich „Retail“ legen wir den Fokus für den weiteren Geschäftsausbau zukünftig noch stärker auf die Absicherung von Immobilienfinanzierungen. Hier sehen wir weiterhin erhebliches Potenzial für uns. Denn die Marktdurchdringung mit Absicherungen des Kunden im Zusammenhang mit Baufinanzierungen ist aus unserer Sicht noch viel zu gering und hinkt auch im internationalen Vergleich hinterher. Vor dem Hintergrund dieses deutlichen Kundenbedarfs steigt auch das Interesse bei Banken und Vermittlern, künftig umfassende Absicherungslösungen für Baufinanzierungen anzubieten. In unserem Geschäftsfeld Mobility gewinnen Produkte wie die GAP-Deckung und Kaufpreisversicherung an Bedeutung, weshalb wir sie noch mehr in den Vordergrund stellen und weiterentwickeln wollen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns vertriebsübergreifend mit neuen Produktlösungen wie z. B. Einkommensschutz und dem Mobilitätsschutz. Sämtliche neuen Produkte orientieren sich dabei in erster Linie am Kundenbedarf. Ziel muss es sein, dass wir den Absicherungswunsch des Kunden sowie das berechtigte Interesse unserer Vermittler an einer angemessenen Vergütung für ihre Beratungsleistung in Einklang bringen. Nicht zuletzt werden wir zukünftig umfassende Dienstleistungen für die nachträgliche Beratung und den Verkauf unserer Produkte anbieten. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass der Verkäufer bzw. der Berater am Point of Sale häufig in erster Linie auf sein originäres Geschäft fokussiert ist und der Absicherungsbedarf des Kunden bei der Beratung dadurch zu kurz kommt. Auch in den Niederlanden folgen wir der Devise, näher an den Endkunden heranzurücken. Diese Veränderung, die bereits im zurückliegenden Jahr eingeleitet worden ist, wird in den kommenden Monaten unserem Risikoleben- und Restkreditversicherungsgeschäft neue Impulse geben. Dadurch stellen wir uns breiter und im Produktverkauf ein Stückweit aus der Abhängigkeit von unseren Vermittlern auf. Makler- und Assekuradeursvertrieb Auch in diesem Jahr gilt es, den Wachstumskurs im Maklervertrieb fortzusetzen. Wir sind trotz der nach wie vor nicht überwundenen Corona-Pandemie optimistisch, unsere Ziele erreichen zu können. Hierfür stehen wir eng an der Seite unserer Vertriebspartner, um auf plötzliche Herausforderungen besonnen und lösungsorientiert zu reagieren. Der Schlüssel zu weiterem Wachstum im deutschen Markt ist unsere fokussierte Vertriebsarbeit und die konsequente Optimierung bestehender Geschäftsansätze. Die Qualität unserer Produkte und Services, verbunden mit persönlicher Ansprache und technischer Unterstützung, macht uns zu einem gefragten Ansprechpartner, wenn es um die Versicherung privater und gewerblicher Risiken geht. Unser Portfolio hat sich bewährt, zusätzlich haben wir Verbesserungspotenziale identifiziert, die wir mit dem angelaufenen Projekt „rhion.digital 2.0“ heben. In dieses Projekt sind weite Bereiche der RheinLand Versicherungsgruppe eingebunden, was sich in der Untergliederung in sechs Teilprojekte widerspiegelt. Wir verfolgen drei Hauptstränge: eine schnelle und marktgerechte Produktentwicklung, ein dynamisches Pricing und veränderte Zeichnungsrichtlinien. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Stärkung des Gewerbegeschäfts und unser Profil als Unfallversicherer. Auch in der Kfz-Sparte wollen wir weiter dynamisch und zugleich profitabler wachsen. Unsere Wachstumsziele in den Niederlanden sind ambitioniert und werden neben dem Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen von einer Erweiterung unseres Produktportfolios flankiert. Es gilt, nun auch die Gewerbesparte zu besetzen. In der ersten Jahreshälfte sind die Einführung einer Betriebshaftpflicht-, einer Betriebsunterbrechungs-, einer gewerblichen Gebäude- sowie einer Inhaltsversicherung und Umweltdeckung geplant. Diese Produkte werden von uns selbstständig entwickelt und dokumentiert. Angestrebt wird, mit einem überschaubaren Team weiteres Bestandswachstum zu generieren und ohne großen Personalanbau das Risiko von Kopfmonopolen weitgehend zu minimieren. Eigener Außendienst Unsere Ausschließlichkeitsorganisation (RheinLand Vertrieb) ist im Wandel begriffen. Der neue Zukunftsplan rückt die Größe, Personalausstattung und Wirtschaftlichkeit der Bezirksdirektionen und Geschäftsstellen in den Mittelpunkt. Mit dem „Konzept 2025“, das wir im Herbst 2020 vorgestellt haben, sind die Leitlinien gesetzt. Im Zentrum stehen mehr denn je unternehmerisch denkende und handelnde Menschen und Teams, die eine präzise Vorstellung davon haben, welche Entwicklung sie nehmen möchten. Um dies zu unterstützen, wird es fachlich, finanziell, technisch und organisatorisch umfassende Hilfe geben. Damit einhergeht die Charakterisierung der Versicherungsexperten vor Ort als „Lebensberater“ ihrer Kunden rund um Risikoschutz und Vorsorge. Eckpfeiler dieser Entwicklung sind die bekannten Agenturmodelle Bezirksdirektion und Geschäftsstelle, für die aber künftig Mindestanforderungen gelten. Das Konzept sieht eine Vereinbarung mit dreijährigem Businessplan vor. Im Blick stehen hierbei Bestandsgröße und Personaltableau. Demnach soll es keine Agentur mehr ohne Vertriebsassistenz und eine bestimmte Zahl von Kundenberatern geben. Für angestellte Kundenberater soll es neben dem Basiszuschuss einen über drei Jahre gestaffelten Aufbauzuschuss geben, womit ihnen eine Perspektive gegeben wird, in der Agentur wirklich Fuß zu fassen. Feste Vertriebsziele pro Verkäufer gehören ebenso zu diesem Paket wie neue Beteiligungsmöglichkeiten, z. B. in Form einer GmbH & Co. KG. Die Messbarkeit von Vertriebserfolgen unserer Agenturen wird ab diesem Jahr über das neue Customer Relation Management möglich sein - auch dies ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg der qualitätsorientierten Weiterentwicklung des RheinLand Vertriebs. Sie wird flankiert durch fortlaufende Maßnahmen und Impulse zur Stärkung der Internetpräsenz jeder Agentur, wozu auch der Einsatz digitaler Tools gehört. Die Pandemie hat bei der webbasierten Kundenberatung Fakten geschaffen, an denen es nun festzuhalten gilt. In neue Dimensionen stößt auch die Kunden-Kontaktanbahnung vor, bei der das so genannte Lead-Management in den Mittelpunkt rückt. Es gilt, all jene zu erreichen, die sich für die RheinLand und ihre Produkte ehrlich interessieren und damit zu Kunden von morgen werden. Nach Bestandsanalysen sollen durch cleveres Marketing mittelfristig bis zu 1.000 Leads pro Verkäufer und Jahr möglich sein. Ergebnisentwicklung Wie auf den vorangegangenen Seiten beschrieben, treiben wir auch künftig unsere Weiterentwicklung der RheinLand Versicherungsgruppe voran und möchten unseren Wachstumskurs fortführen. Dabei erwarten wir erneut eine Steigerung der Beitragseinnahmen über dem Branchendurchschnitt. Dieser Anstieg soll insbesondere in der klassischen Schaden- und Unfallversicherung über unseren Maklervertrieb im deutschen und niederländischen Markt erreicht werden. Bedingt durch den Rückzug aus dem italienischen Versicherungsgeschäft und erforderlichen Anpassungen von einzelnen Tarifen sowie Provisionsvereinbarungen aufgrund regulatorischer Anforderungen („Provisionsdeckel“) rechnen wir vorübergehend mit einem Beitragsrückgang in der Restkreditversicherung. Allerdings erwarten wir hier durch die ebenfalls rückläufigen Schadenaufwendungen aus demselben Geschäft dennoch deutlich steigende Ergebnisbeiträge. Da wir weiterhin von Schadenquoten im Durchschnitt der letzten Jahre ausgehen, bedingt der stetige Ausbau des Versicherungsgeschäfts zurzeit insbesondere im Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft auch gleichzeitig absolut steigende Schaden- und Verwaltungsaufwendungen. Dabei überwachen die Gesellschaften regelmäßig ihre Bestände und deren Entwicklungen. Zusätzlich führen aktuelle Investitionen und die zunehmende Digitalisierung zu, absolut betrachtet, steigenden Kosten. Gleichzeitig behalten wir die Effizienz unserer Prozesse im Blick und verfolgen das Ziel, die Kosten im Verhältnis zu den Beiträgen nachhaltig zu senken. Durch die konsequenten Digitalisierungsmaßnahmen in die Ablauf- und Geschäftsorganisation möchten wir unsere Marktposition festigen und wettbewerbsfähig bleiben. Dabei ist uns wichtig unsere digitale Kompetenz gegenüber unseren Vertriebs- und Geschäftspartnern sowie Kunden weiter zu stärken. In den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres entwickelten sich unsere Kapitalanlagenbestände und die hieraus erzielten Erträge unseren Erwartungen entsprechend. Aus heutiger Sicht gehen wir von einem Erreichen des geplanten laufenden Kapitalanlageergebnisses aus, welches im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Rückzahlung ausgegebener Darlehen deutlich niedriger zu erwarten ist. Darüber hinaus planen wir weiterhin mit stabilen Erträgen aus der Vermietung unserer Immobilien. Obwohl das Jahr 2022 zunächst noch unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie begann, entwickelten sich die Beitragseinnahmen in den Versicherungsgesellschaften als ein Indikator für den Geschäftsverlauf bisher positiv. Nach den verheerenden Unwetterereignissen im abgelaufenen Geschäftsjahr waren auch bereits im Februar Anzeichen des Klimawandels in Kombination aus Anzahl und Intensität von Stürmen spürbar. Die Gesellschaften beobachten unter anderem solche Elementarereignisse regelmäßig und berücksichtigen deren Auswirkungen in den strategischen Planungsrechnungen. Unter der Annahme einer Abschwächung der Pandemie erwarteten wir ursprünglich eine positive Entwicklung unserer Geschäftsfelder und ein gegenüber dem Vorjahr leicht verbessertes Unternehmensergebnis, im Durchschnitt der letzten drei Jahre. Der Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine Ende Februar veränderte die Lage weltweit massiv. Die USA und die EU haben nach Russlands Angriff auf die Ukraine umfangreiche Strafmaßnahmen auf den Weg gebracht. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland betreffen etwa den Energie-, Finanz- und Transportsektor. Unmittelbar von der Ukraine-Krise betroffen ist die RheinLand Versicherungsgruppe derzeit nicht. Da die Sanktionen noch nicht abschätzbare Auswirkungen auch auf die internationale Wirtschaft und Aktienmärkte haben werden, ist die Erreichung unserer Prognose inzwischen mit Unsicherheit behaftet. Eine genaue Vorhersage ist daher aus heutiger Sicht nicht seriös möglich.
Neuss, 22. März 2022 Der Vorstand Dr. Arne Barinka Christoph Buchbender Dr. Lothar Horbach Andreas Schwarz RheinLand Holding AG Jahresabschluss Jahresbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
AnhangRheinLand Holding AGBilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss wurde nach den maßgeblichen handels- und aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung folgen in ihrem Aufbau grundsätzlich den Gliederungsvorschriften der §§ 266, 275 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 158 AktG. Um die Aussagekraft der Gewinn- und Verlustrechnung zu verbessern, wurde das Gliederungsschema dem Unternehmensgegenstand angepasst. Daher werden insbesondere die Umsatzerlöse nicht als erster Posten aufgeführt. Aktiva Anlagevermögen Die Grundstücke, grundstücksgleichen Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Abschreibungen auf Gebäude werden linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen. Diese wird bei Erwerb des Gebäudes aufgrund der fortdauernden Instandhaltungsmaßnahmen mit 50 Jahren angesetzt. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden auf diese Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen und Zuschreibungen gemäß § 255 Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 und 5 HGB ausgewiesen. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen werden gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB bewertet. Gegebenenfalls vorhandene Unterschiedsbeträge zum Rückzahlungsbetrag (Agio bzw. Disagio) werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit amortisiert. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden gemäß § 253 Abs. 1, 3 und 5 HGB zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Umlaufvermögen Forderungen sind mit dem Nominalwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Mietforderungen werden einzel- und pauschalwertberichtigt. Sonstige Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks sind mit dem Nominalwert bewertet. Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist zum Nennwert angesetzt, soweit nicht gegebenenfalls der niedrigere beizulegende Wert anzusetzen ist. Latente Steuern Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden ermittelt. Gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine Aktivierung des Überhangs einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung zu verzichten. Passiva Rückstellungen Die Berechnung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC-Methode) in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB auf der Grundlage der Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (2018G). Neben gegenwärtigen Entwicklungen wurden auch künftige Entwicklungen sowie Trends und Fluktuation berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgte mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB. Es wurden nachstehende versicherungsmathematische Parameter für die Ermittlung der Verpflichtungen verwendet:
Die zu berücksichtigende Fluktuation entspricht dem allgemein beobachtbaren altersabhängigen Durchschnitt der Branche und beeinflusst den Erfüllungsbetrag nur geringfügig. Der mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre (1,36 %) ermittelte Alternativbetrag beträgt 25.124,7 T€. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von 1.491,8 T€ ist unter Berücksichtigung von latenten Steuern ausschüttungsgesperrt. Es bestehen allerdings ausreichend hohe Gewinnrücklagen bei der Gesellschaft. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde nach den IDW-Standard RS HFA 3 gebildet. Gemäß § 253 Abs. 2 HGB in Verbindung mit der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) wurde der Rechnungszins auf Basis der für Ende Dezember veröffentlichten Werte der Bundesbank mit 1,36 % p. a. einbezogen. Als Rechnungsgrundlage wurden die Heubeck-Richttafeln 2018G bei einer Gehaltsdynamik von 2,0 % p. a. verwendet. Die Steuerrückstellungen umfassen die Rückstellungen für Ertrag- und sonstige Steuern der einbezogenen Organgesellschaften, die sich auf Grundlage der nationalen Besteuerung ergeben. Es handelt sich dabei um den diskontierten Erfüllungsbetrag für künftige Steuerbelastungen aus Vorjahren und dem Geschäftsjahr. Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung und sind wie die Verbindlichkeiten mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Sofern die sonstigen Rückstellungen eine Laufzeit von mehr als einem Jahr haben, erfolgt die Diskontierung gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Erläuterungen zur Jahresbilanz Aktiva Entwicklung des Anlagevermögens
Grundstücke Aufstellung des Anteilsbesitzes per 31. Dezember 2021 gemäß § 285 Nr. 11 HGB
*Es besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der RheinLand Holding AG. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens
Die Forderungen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Passiva Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital der RheinLand Holding AG in Höhe von 9.830,4 T€ (i. Vj. 9.830,4 T€) ist aufgeteilt in 3.840.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt ein Anteil von 2,56 € am Grundkapital. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage enthält ausschließlich Agien nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Gewinnrücklagen
Bilanzgewinn Im Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 21,2 T€ enthalten. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Aufgrund des Schuldbeitritts zu den Pensionszusagen der RheinLand Versicherungs AG und der Credit Life AG haben die aus den Pensionszusagen Berechtigten einen unmittelbaren Anspruch gegenüber der Gesellschaft erworben. Sonstige Rückstellungen
Verbindlichkeiten Es besteht ein Hypothekendarlehen gegenüber der Credit Life AG in Höhe von 931,9 T€ (i. Vj. 1.384,8 T€) mit einer Laufzeit über fünf Jahre, welches jährlich getilgt wird. Die übrigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse beinhalten die Mieterträge. Sonstige betriebliche Erträge
Abschreibungen auf Sachanlagen Die Abschreibungen betreffen in voller Höhe die planmäßigen Abschreibungen auf Gebäude. Materialaufwand Der Materialaufwand beinhaltet die Aufwendungen für Grundstücke. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Angaben nach § 277 Abs. 5 HGB In den Zinsaufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung zum 31. Dezember 2021 der Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.636,3 T€ (i.Vj. 1.467,7 T€) sowie der Rückstellung für Altersteilzeit in Höhe von 26,4 T€ (i.Vj. 29,5 T€) enthalten. Steuern Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen Vorjahressteuern. Sonstige Angaben Aufsichtsrat und Vorstand Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Bezüge der Vorstandsmitglieder werden im Konzernanhang aufgeführt. Angaben zu Aktionären Die Effektenverwaltung Cornel Werhahn GbR, Neuss, hat uns lediglich vorsorglich für den Fall, dass ihr Unternehmenseigenschaft i. S. d. § 20 AktG zukommen sollte, mitgeteilt, dass ihr mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung an der Gesellschaft gehört. Ferner haben uns Verena Gräfin Huyn, Neuss, Dr. Ludwig Baum, München, und Heinrich Straaten, Königswinter, lediglich vorsorglich für den Fall, dass ihnen Unternehmenseigenschaft i. S. d. § 20 AktG zukommen sollte und von ihnen gehaltene Beteiligungen nach den Grundsätzen der Mehrmütterschaft als abhängige Unternehmen zu qualifizieren sein sollten, mitgeteilt, dass ihnen mittelbar eine Mehrheitsbeteiligung der Gesellschaft gehört. Finanzielle Verpflichtungen Bei der RheinLand Holding AG besteht aufgrund einer Rückversicherungsvereinbarung ein abgetretenes Wertpapierdepot in Höhe von 23.027,1 T€. Handelsregister Die RheinLand Holding AG, mit Sitz in Neuss, ist im Handelsregister beim Amtsgericht Neuss (HRB 1113) eingetragen. Mutterunternehmen Als Mutterunternehmen erstellt die RheinLand Holding AG gleichzeitig für den größten und für den kleinsten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss und veröffentlicht diesen im elektronischen Bundesanzeiger. Abschlussprüferhonorar Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB erfolgen befreiend im Konzernabschluss der RheinLand Holding AG, Neuss. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres sind nicht zu verzeichnen. GewinnverwendungsvorschlagDer Hauptversammlung wird folgende Verwendung des Bilanzgewinns vorgeschlagen:
Neuss, 22. März 2022 Der Vorstand Dr. Arne Barinka Christoph Buchbender Dr. Lothar Horbach Andreas Schwarz Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die RheinLand Holding AG, Neuss Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der RheinLand Holding AG, Neuss, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der RheinLand Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 22. März 2022 PricewaterhouseCoopers GmbH Ludger Koslowski, Wirtschaftsprüfer Michael Peters, Wirtschaftsprüfer Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird die männliche Sprachform verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für die Sprachformen männlich, weiblich und divers. Der Jahresabschluss 2021 der RheinLand Holding AG und der Konzernabschluss 2021 wurde am 21.06.2022 festgestellt. |
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