![]() RHÖN-KLINIKUM AktiengesellschaftBad Neustadt a.d.SaaleJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014RHÖN-KLINIKUM AG Offenlegung Jahresfinanzbericht AG Geschäftsjahr 2014TestatsexemplarRHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft Bad Neustadt a.d. SaaleJahresabschluss zum 31. Dezember 2014 und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersLagebericht der RHÖN-KLINIKUM AG für das Geschäftsjahr 2014Die RHÖN-KLINIKUM AG, die HELIOS Kliniken GmbH und die Fresenius SE & Co. KGaA haben am 13. September 2013 einen Anteilskaufvertrag unterzeichnet, wonach ein Portfolio von 41 Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen verkauft wurden. Die Kliniken in Waltershausen-Friedrichroda sowie Boizenburg wurden an zwei weitere Erwerber veräußert. Im Einzelabschluss der RHÖN-KLINIKUM AG weisen wir für das Geschäftsjahr 2014 einen Bilanzgewinn in Höhe von 330,6 Mio. € (Vj. 1.704,5 Mio. €) aus, der im Wesentlichen aus dem Teil der veräußerten Gesellschaften resultiert, bei denen die Voraussetzungen der Gewinnrealisierung zum Stichtag 31.12.2013 noch nicht vorlagen. Von der Transaktion mit Fresenius/Helios ausgenommen sind die Standorte Bad Neustadt, Bad Berka, Frankfurt (Oder) sowie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Mit diesen fünf Standorten bildet die RHÖN-KLINIKUM AG ein neues hochspezialisiertes Krankenhausportfolio, das sich innovationsgetrieben auf die Behandlungsexzellenz konzentriert. 1 GRUNDLAGEN DER RHÖN-KLINIKUM AG1.1 ÜberblickDie RHÖN-KLINIKUM AG ist eine im MDAX® notierte Gesellschaft nach deutschem Recht und ist seit 1989 börsennotiert (MDAX®). Sitz der Gesellschaft ist in Bad Neustadt a. d. Saale, Salzburger Leite 1, Deutschland. Die Aktiengesellschaft hat die operative Betriebsführung der in Bad Neustadt angesiedelten Herz- und Gefäß-Klinik, der Klinik für Handchirurgie und der Psychosomatischen Klinik. Darüber hinaus obliegt der RHÖN-KLINIKUM AG als Obergesellschaft des Klinikkonzerns in diesem Rahmen die Führung aller zum Konzern gehörenden Klinik-, MVZ-, Service-, Grundbesitz- und Vorratsgesellschaften. Neben der Verwaltung der einzelnen Beteiligungen übernimmt die RHÖN-KLINIKUM AG die zentrale Finanzierungsfunktion für alle Konzerntöchter sowie die Beratung in zentralen Sachfragen, insbesondere auf den Gebieten der Datenverarbeitung und des Tarifwesens. Im Geschäftsjahr 2014 hat die RHÖN-KLINIKUM AG einen Jahresüberschuss von 291,1 Mio. € (Vj. 1.189,5 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verminderte sich um 919,4 Mio. € von 1.209,2 Mio. € auf 289,8 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich folgende wesentliche Abweichungen:
Beim Betrieb der Kliniken konnten wir einen Anstieg der Umsatzerlöse um 5,8 Mio. € bzw. 3,8 % auf 159,8 Mio. € (Vj. 154,0 Mio. €) erreichen. Wir haben in den von der RHÖN-KLINIKUM AG in Bad Neustadt geführten Kliniken im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 40.186 Patienten (Vj. 38.284 Patienten) behandelt. Während im ambulanten Bereich 549 Patienten mehr als im Vorjahr (insgesamt 11.177 Patienten) behandelt wurden, ist die Zahl der behandelten Patienten im stationären Bereich um 1.353 (insgesamt 29.009 Patienten) gestiegen. Im stationären Bereich ist eine Steigerung der vollstationären Fallzahlen (896 Patienten) festzustellen. Der Anstieg im vollstationären Bereich ist auf Patientenzahlen in der Herz- und Gefäß-Klinik (+738 Patienten) und der Klinik für Handchirurgie (+296 Patienten) zurückzuführen. In der Psychosomatischen Klinik ist ein Rückgang der Fallzahlen im vollstationären Bereich (-138 Patienten) festzustellen. Des Weiteren ist ein Anstieg sowohl bei den teilstationären Fallzahlen (98 Patienten) als auch bei den vor- bzw. nachstationären Fallzahlen (359 Patienten) zu verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2014 sind in den Erwerb von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen 21,6 Mio. € (Vj. 31,6 Mio. €) investiert worden. Weitere 5,6 Mio. € (Vj. 17,1 Mio. €) betreffen Zugänge bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte vollständig aus dem Cash-Flow. Der Abgang von Finanzanlagen beläuft sich auf 318,7 Mio. € (Vj. 794,0 Mio. €). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 70,3 % auf 71,8 %. Insgesamt weisen wir gesunde finanzielle Strukturen auf. 1.2 Zukunft der RHÖN-KLINIKUM AGNach dem inzwischen abgeschlossenen Verkauf von insgesamt 43 Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen konnten im Geschäftsjahr 2014 die im Jahr 2013 begonnenen Veränderungen weiter vorangetrieben werden. Unsere Einrichtungen, nunmehr bestehend aus zehn exzellenten Kliniken an fünf Standorten, sind durch eine enge Verzahnung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie eine hohe ärztliche und pflegerische Qualität geprägt. Mit einer stärkeren Konzentration auf spitzenmedizinische Leistungen verbinden sich der Anspruch und die Wirklichkeit, die Patienten auf der Basis neuester, wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren und unter Einsatz modernster Medizintechnologie zu diagnostizieren und zu behandeln. So wurde im Geschäftsjahr 2014 das "Medical Board" berufen. Dieses versammelt Spitzenmediziner aller Standorte und arbeitet eng mit dem Konzernbereich Medizin zusammen der bei der RHÖN-KLINIKUM AG angesiedelt ist. Ziel ist es, die medizinische Strategie der RHÖN-KLINIKUM AG weiter auszugestalten, umzusetzen und mit den unternehmerischen Zielen zu synchronisieren. Einen Leuchtturm innovativer Spitzenmedizin stellt ebenso die Realisierung des Partikeltherapiezentrums am Universitätsklinikum Marburg dar. Diese Technologie ermöglicht es, Protonen und Kohlenstoff-Ionen durch hochenergetische Beschleunigung zielgenau gegen bestimmte Tumorarten zu richten und damit eine praktisch nebenwirkungsfreie Bestrahlung bislang inoperabler und teilweise nicht bestrahlbarer Erkrankungsherde durchzuführen. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur baldigen Inbetriebnahme. Es wird davon ausgegangen, dass die ersten Patienten bei planmäßigem Projektverlauf gegen Ende des Geschäftsjahres 2015 in dieser dann weltweit führenden Einrichtung behandelt werden können. Im Übrigen wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2014 mit dem kompletten Neu- und Umbau unserer Kliniken am Standort Bad Neustadt a. d. Saale begonnen. Ferner hat die Umsetzung des angestrebten Netzwerkverbundes unter Beteiligung der Netzwerkpartner Helios und Asklepios deutliche Fortschritte gemacht. Mittelfristig soll das Netzwerk zu einem bundesweit trägeroffenen Zusammenschluss qualifizierter Leistungsanbieter ausgebaut werden, der den versicherten Patienten im Rahmen einer arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherung zusätzliche ambulante und stationäre Leistungen anbietet. Es wird davon ausgegangen, dass die Netzwerkpartnerschaft der wirtschaftlichen Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG spürbare Zusatzimpulse verleiht. Unser Selbstverständnis bleibt weiter geprägt von der Maxime, bezahlbare, qualitativ hochwertige Medizin für unsere Patienten anzubieten. UnternehmensleitbildDas Unternehmensleitbild der RHÖN-KLINIKUM AG und ihrer verbundenen Kliniken folgt einem klaren Leitbild: Unser Ziel ist es, das Unternehmen verantwortungsvoll und nachhaltig zu führen. Die Gesundheitsversorgung in unseren Einrichtungen muss unseres Erachtens sowohl qualitativ hochwertig als auch wirtschaftlich sein. Wir sind überzeugt davon, dass ökonomischer Erfolg und hohe Qualitätsmaßstäbe sich gegenseitig bedingen. Zum Wohle unserer Patienten legen wir deshalb größten Wert auf ärztliche Therapiefreiheit, investieren kontinuierlich in den medizinischen Fortschritt und verbessern laufend unsere internen Prozesse und Strukturen. Unser Leitbild setzt den Rahmen für das gesamte Compliance-Regelwerk, nach dem die RHÖN-KLINIKUM AG in Übereinstimmung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen geführt und kontrolliert wird. Ethisch einwandfreies Handeln innerhalb des Konzerns gewährleisten wir zudem durch unsere Regelungen zu Corporate Governance, die sich ebenfalls aus dem Leitbild ableiten. Unser internes Chancen- und Risikomanagement sorgt effizient dafür, dass wir besondere Herausforderungen frühzeitig aufgreifen und steuern können. Eine optimale Behandlungsqualität für unsere Patienten sichern wir durch konsequentes Qualitätsmanagement. Compliance, Corporate Governance, Chancen- und Risikomanagement sowie Qualitätsmanagement sind damit die vier zentralen Instrumente, mit denen wir den Anspruch unseres Unternehmensleitbilds mit Leben füllen. Sie tragen wesentlich dazu bei, das Vertrauen der Anleger in unser Unternehmen zu festigen. So legen sie die Basis dafür, dass wir den Wert der RHÖN-KLINIKUM AG weiterhin kontinuierlich steigern und nachhaltig erhöhen können. Corporate Social ResponsibilityDas unternehmerische Handeln der RHÖN-KLINIKUM AG ist auf langfristiges Engagement und nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtet. Diese Prinzipien leiten uns sowohl in unserer Rolle als Gesundheitsversorger wie auch als Arbeitgeber und börsennotierte Gesellschaft. Um nachhaltig Wert zu schaffen, setzen wir nicht nur auf kontinuierliches Wachstum und ökonomischen Fortschritt, sondern nehmen auch unsere ökologische und soziale Verantwortung ernst. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass erfolgreiche Gesundheitsversorgung in besonderem Maße von förderlichen Umwelt- und Lebensbedingungen abhängt. Umso wichtiger ist es uns, auch die Beziehungen zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgewogen und fair zu gestalten. Das gesellschaftliche Wohl fördernFürsorge für die Gesundheit der Menschen bedeutet für uns, soziale Verantwortung zu übernehmen. Gesundheit ist das höchste Gut jedes Einzelnen, sie bestimmt maßgeblich die Lebensqualität. Deshalb setzen wir uns für eine bezahlbare und qualitativ überzeugende Gesundheitsversorgung für breite Bevölkerungsschichten ein. Wir wollen dazu beitragen, dass das deutsche Gesundheitssystem auch in Zukunft leistungsfähig und sozial ausgewogen bleibt. Wirtschaftlichkeit und Innovation sind dafür unseres Erachtens unverzichtbar. In unseren Kliniken legen wir daher großen Wert auf rationale, effiziente Strukturen: Sie unterstützen uns dabei, die Versorgung unserer Patienten immer weiter zu verbessern und gleichzeitig die Produktivität unserer Häuser zu erhöhen. Ebenso wichtig ist es uns, medizinische Innovationen voranzutreiben. Wir wollen, dass eine möglichst große Anzahl von Menschen an diesen Fortschritten teilhat und unsere Patienten direkt von den Erfolgen moderner Medizinforschung profitieren. Dafür setzen wir uns vor Ort in den einzelnen Kliniken ein und fördern den Austausch zwischen unseren Kompetenzzentren. Außerdem kooperieren wir mit externen Forschungs- und Entwicklungspartnern, um spitzenmedizinische Leistungen weiterzuentwickeln und innovative Lösungen zum Wohle unserer Patienten zu finden. Die Umwelt schützenDen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Schutz der Umwelt begreifen wir als Verpflichtung, die sich direkt aus unserem unternehmerischen Handeln ergibt. Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen gedeihen nur unter intakten Umweltbedingungen. Indem wir die Umwelt schonen, tragen wir somit direkt zum Wohlergehen unserer Patienten, Mitarbeiter und Partner in der Gesellschaft bei. Ein Energie- und Umweltmanagement, das Effizienz und Ressourcenschonung in den Mittelpunkt stellt, betrachten wir auch unter ökonomischen Gesichtspunkten als vernünftig. Insbesondere nachhaltiges Energiemanagement steht für uns im Fokus: Wir investieren kontinuierlich in innovative Verfahren, sowohl um Energie zu erzeugen als auch um unseren Verbrauch zu reduzieren. Die Eindämmung der Kosten für den Energieverbrauch entspricht dabei auch unserem Verständnis von ökonomisch verantwortungsbewusster Unternehmensführung. Wir gehen sparsam mit unseren Ressourcen um, damit umso mehr Mittel für eine bezahlbare, hochwertige medizinische Versorgung für möglichst viele Menschen bereitstehen. Ausführlichere Informationen zu unserem Engagement rund um Umwelt und Gesundheit finden Sie in unserem Geschäftsbericht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bindenOhne das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre der Unternehmenserfolg der RHÖN-KLINIKUM AG undenkbar. Deshalb legen wir großen Wert auf ein professionelles, langfristig orientiertes Kompetenzmanagement und die permanente Weiterentwicklung unserer Organisation. Wir fördern sowohl die fachliche Qualifikation als auch die individuelle Entwicklung und Motivation der Menschen, die bei uns beschäftigt sind. Die rasanten Fortschritte in Medizin und Pflege und die sich permanent verändernden Rahmenbedingungen stellen Unternehmen wie die RHÖN-KLINIKUM AG heute vor die Aufgabe, auch erfahrenen Mitarbeitern immer wieder Chancen zur Weiterentwicklung zur eröffnen. Neben der professionellen Qualifikation ist uns auch die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht wichtig. Interne Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften, individuelle Karriereförderung sowie vielfältige Fortbildungsangebote spielen deshalb eine bedeutende Rolle in unserer Qualifizierungsstrategie. Zentrales Element der Strategie ist der Wissensaustausch zwischen den einzelnen Kliniken unseres Konzerns. Die Fort- und Weiterbildungsangebote unserer Einrichtungen werden dezentral organisiert und ermöglichen es unseren Fach- und Führungskräften, sich mit Kollegen an anderen Standorten zu vernetzen. Zudem streben wir eine enge Verzahnung von Medizin und Management an. Als attraktiver Arbeitgeber setzen wir uns außerdem dafür ein, den Beschäftigten eine ausgewogene Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu ermöglichen. Individuelle Regelungen für eine bessere Vereinbarkeit von Karriere und Familie stehen dabei immer stärker im Fokus. Unser Ziel ist, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu überzeugen - und damit auch langfristig an uns zu binden. Neben dem internen Dialog und Wissensaustausch ist uns auch der Kontakt zu Hochschulabsolventen und jungen Fachkräften sehr wichtig, die sich in der Phase der beruflichen Orientierung befinden. 1.3 Ziele und StrategienNach dem inzwischen abgeschlossenen Verkauf von insgesamt 43 Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen konzentrieren wir uns weiter auf die Fortentwicklung unserer Strategie, deren Basis ein integriertes, auf Innovation und Behandlungsexzellenz ausgerichtetes Gesundheitsunternehmen ist. Für das Geschäftsjahr 2015 erwarten wir in unserem gesamten Konzern Umsatzerlöse zwischen 1,08 Mrd. € und 1,12 Mrd. € sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 145 Mio. € und 155 Mio. €. Diese Ziele wollen wir mit rund 15.500 Mitarbeitern und etwa 5.300 Betten in zehn Kliniken an fünf Standorten erreichen. Damit werden wir auch in Zukunft zu den großen Klinikbetreibern in Deutschland gehören. Mit einer stärkeren Konzentration auf spitzenmedizinische Leistungen folgt die RHÖN-KLINIKUM AG einem Weg, der auch in anderen Branchen eingeschlagen wird. Das Unternehmen reduziert die Diversität. Statt vieler in Größe, Leistungsangebot und Behandlungsschwerpunkten unterschiedlicher Kliniken konzentrieren wir uns stärker auf maximalversorgungsnahe Krankenhäuser, in denen wir unseren schwer oder mehrfach erkrankten Patienten die beste medizinische und pflegerische Behandlung bieten können. Strategisches Ziel ist es, für das Unternehmen eine noch stärkere Position zu erlangen, auch wenn wir daneben weiterhin klassische medizinische Dienstleistungen der stationären Krankenversorgung erbringen. Einhergehend mit bestmöglicher Pflege und Betreuung ist es unser Ziel, unsere Patienten auf der Basis neuester wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren und unter Einsatz modernster Medizintechnologie zu diagnostizieren und zu behandeln. Auch vor diesem Hintergrund haben wir im Jahr 2014 unser "Medical Board" berufen. Es versammelt Spitzenmediziner aller Standorte unseres Unternehmens. Seine Aufgabe ist es, vor allem die medizinische Strategie der RHÖN-KLINIKUM AG weiter auszugestalten, umzusetzen und mit den unternehmerischen Zielen zu synchronisieren. Dabei berät und unterstützt das Medical Board den Vorstand und die Geschäftsführungen unserer Kliniken bei der Beurteilung und konkreten Umsetzung medizinischer Innovationen, neuer Therapieverfahren und der Installation komplexer medizinischer Technik. Ein Beispiel von Innovation stellt die Realisierung unseres Partikeltherapiezentrums zusammen mit dem Universitätsklinikum Heidelberg am Standort Marburg dar. Diese Technologie ermöglicht es, Protonen und Kohlenstoff-Ionen durch hochenergetische Beschleunigung zielgenau gegen bestimmte Tumorarten zu richten und damit eine praktisch nebenwirkungsfreie Bestrahlung bislang inoperabler und teilweise unbestrahlbarer Erkrankungsherde durchzuführen. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur baldigen Inbetriebnahme. Wir gehen davon aus, dass die ersten Patienten bei normalem Projektverlauf gegen Ende des Geschäftsjahres 2015 in dieser dann weltweit führenden Einrichtung behandelt werden können. Weiterhin haben wir zum Ende des Geschäftsjahres 2014 mit dem kompletten Neu- und Umbau unserer Kliniken am Standort Bad Neustadt a. d. Saale begonnen. Insgesamt werden wir bis 2018 in das Projekt am Stammsitz unseres Unternehmens rund 180 Mio. € investieren. Im Zuge der Realisierung wird der RHÖN Campus Bad Neustadt a. d. Saale nicht nur dem Anspruch einer altersgerechten, regional adjustierten, überregional orientierten und sektoral verbreiterten Patientenbetreuung genügen, sondern auch hinsichtlich seiner anspruchsvollen Krankenhausarchitektur, seiner modernen medizinisch-pflegerischen Organisation und Logistik sowie im Hinblick auf die Lösungen zur internen Vernetzung überzeugen. Zu unserer strategischen Neuausrichtung gehört auch das Konzept der Netzwerkmedizin. Im Geschäftsjahr 2014 hat die weitere Umsetzung des angestrebten Netzwerkverbunds unter Beteiligung der maßgeblichen Netzwerkpartner Helios und Asklepios deutliche Fortschritte gemacht. Das Netzwerk hat sich unter dem Namen "Wir für Gesundheit" strukturiert, der vertriebliche Ausbau schreitet voran. Mittelfristig soll das Netzwerk zu einem bundesweiten trägeroffenen Zusammenschluss qualifizierter Leistungsanbieter ausgebaut werden, die den versicherten Patienten im Rahmen einer arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherung zusätzliche ambulante und stationäre Leistungen anbieten. Das Wohl des Patienten - die ethische Grundlage unseres Handelns und gleichzeitig die Basis für unseren wirtschaftlichen Erfolg - bleibt auch künftig die Maßgabe. Alle Patienten, die zu uns kommen, können sicher sein, jederzeit die beste Behandlung zu erfahren. 1.4 SteuerungssystemFür unser Unternehmen haben wir ein Zielsystem entwickelt, das es unserer Meinung nach ermöglicht, uns kontinuierlich besser zu entwickeln als der Markt und unsere Wettbewerber. Das Zielsystem definiert steuerungsrelevante Kennzahlen, wie Umsatzerlöse und EBITDA, sowie Kennzahlen für das Wachstum der Leistungen und den Konzerngewinn. Für die Steigerung unseres Unternehmenswerts sind unseres Erachtens ein profitables Wachstum unserer Leistungen, unserer Fallzahlen bzw. unserer Bewertungsrelationen sowie unserer Umsatzerlöse wichtige Faktoren. Die Bewertungsrelationen sind Kennzahlen zur Abrechnung medizinischer Leistungen in Krankenhäusern. Für jede Gruppe von Patientenfällen (Diagnosis Related Groups - DRG) erhält man in Kombination mit dem Case-Mix-Index (Größe für die durchschnittliche Fallschwere) die Bewertungsrelation. Die Bewertungsrelation ist also ein Maß für den Schweregrad eines medizinischen Falls. Multipliziert man die Bewertungsrelation mit dem Basisfallwert, erhält man den Betrag, den ein Kostenträger (Krankenkasse) an ein Krankenhaus für einen Behandlungsfall zahlen muss. Für uns ist dieser Leistungsindikator sowohl für die Fallzahlen als auch für die Beurteilung der Qualität aussagekräftig. Wir berechnen unser Wachstum der Umsatzerlöse als Wachstumsrate der im Konzernabschluss ausgewiesenen Umsatzerlöse. Für Zwecke der Messung und Steuerung werden die Umsatzerlöse grundsätzlich um Konsolidierungseffekte bereinigt, um so das organische Wachstum zu ermitteln. Das EBITDA beschreibt unsere operative Leistungsfähigkeit vor Abschreibungen und stellt einen wichtigen steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikator dar. Unser Ziel ist es, über das Geschäftsjahr hinweg EBITDA-Margen zu erzielen, die entsprechend der Ausrichtung der einzelnen Kliniken zu den attraktivsten des Krankenhausmarktes zählen. Diese sind definiert als Quotient aus EBITDA und den Umsatzerlösen. Ferner wird für die Messung und Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene der Konzerngewinn nach Steuern verwendet. Diese Größe hat den bedeutendsten Einfluss auf das für die Kapitalmarktkommunikation verwendete unverwässerte Ergebnis je Aktie. Das Ziel des Managements beim Umgang mit Eigenkapital und Fremdkapital ist die strikte Verfolgung einer Fristenkongruenz (horizontale Bilanzstruktur) von Mittelherkunft und Mittelverwendung. Langfristig gebundenes Vermögen soll langfristig finanziert sein. Zur langfristigen Mittelherkunft zählen die in der Bilanz ausgewiesenen Posten Eigenkapital und langfristige Schulden. Diese Kennzahl soll mindestens 100 % betragen. Obwohl der Konzern bei einer Personalkostenquote von über 50 % häufig der Dienstleistungsbranche zugerechnet wird, ist das Geschäftsmodell langfristig ausgerichtet und initial investitionsgetrieben. Die Investitionskosten wollen wir dabei nachhaltig durch mindestens 35 % Eigenkapital unterlegen. Beim Einsatz von Fremdkapital orientieren wir uns im Konzern zur Risikominimierung an nachfolgenden Steuerungsgrößen. Es wird angestrebt, den Quotienten aus Nettofinanzverschuldung (diese entspricht den Finanzschulden abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten) und EBITDA auf maximal das 3,5-Fache sowie das Verhältnis des EBITDA zum Nettofinanzergebnis auf minimal das 5,0-Fache zu begrenzen. Im Rahmen der Liquiditätssteuerung unserer operativen Geschäftstätigkeit analysieren wir die Umschlagfaktoren des operativen Nettoumlaufvermögens. Darüber hinaus haben wir Mindestanforderungen festgelegt, die generell berücksichtigt werden müssen, bevor eine Akquisition durchgeführt wird. Insbesondere müssen Akquisitionen das Potenzial haben, innerhalb von mindestens drei Jahren nach Integration einen positiven Geschäftswertbeitrag zu leisten und einen positiven Cash-Return in Höhe von 15 % nach den von uns durchgeführten Investitionen und Modernisierungen innerhalb von drei bis fünf Jahren zu erwirtschaften. 1.5 QualitätAuf allen organisatorischen Ebenen der RHÖN-KLINIKUM AG war das Geschäftsjahr 2014 von der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens geprägt. Das gilt auch für den Konzernbereich Medizin, wo wir Maßnahmen zu einzelnen Handlungsfeldern im Qualitätsmanagement konkretisiert haben, z. B. die interne und externe Qualitätssicherung, das Medizincontrolling, Kontrollmechanismen im Hygienemanagement sowie die medizinischstrategische Entwicklung. Dabei stand wie in den vergangenen Jahren die Güte der klinischen Versorgung immer im Vordergrund. Um die hohe Qualität der medizinischen Versorgung nicht nur zu gewährleisten, sondern kontinuierlich zu steigern, hat die RHÖN-KLINIKUM AG neben bereits bewährten Instrumenten und Analysesystemen einzelne Verfahren im Qualitätsmanagement weiterentwickelt und ergänzt. Ein Beispiel dafür ist das Vergleichsportal www.qualitaetskliniken.de (4 QD). Mit dem Portal setzt die RHÖN-KLINIKUM AG bereits seit mehreren Jahren auf Qualitätstransparenz und Offenheit. Gemeinsam erarbeitete, zukunftsweisende Methoden zur Messung und Bewertung von Qualität in mehreren Dimensionen sorgen dafür, dass relevante Entwicklungen erfasst und zielgerichtet ausgewertet werden können. Die vier Dimensionen Medizinische Qualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und Einweiserzufriedenheit wurden im Mai 2014 um eine weitere Dimension - Ethik und Werte - ergänzt. Flankierend zur breiten Darstellung von Qualitätsindikatoren im Portal von 4QD haben wir uns mit den Partnerkliniken im Kliniknetzwerk "Wir für Gesundheit" verpflichtet, strenge und messbare medizinische Qualitätskriterien zur medizinischen Qualität in unseren Kliniken umzusetzen. Die objektiv hohen medizinischen Qualitätsstandards in den Partnerkliniken gründen auf ergebnisorientierten, belastbaren und aussagekräftigen Qualitätsmessungen. Dazu verwenden wir die Methode "German Inpatient Quality Indicators" (G-IQI). Sie ermöglicht es, auf einfache Art und Weise die medizinische Qualität der Leistungserbringung auszuweisen. Verwendet werden dabei Kennzahlen, die zur Abrechnung von Leistungen routinemäßig dokumentiert werden. Diese Daten ermöglichen eine aussagekräftige, vergleichbare und jederzeit überprüfbare Qualitätsmessung. Konkret umfassen die Indikatoren z. B.:
Mit www.qualitaetskliniken.de steht den Patienten damit ein bewährtes Internetportal zur Verfügung, das ihnen den objektiven Vergleich der einzelnen Häuser ermöglicht. Auch die Kliniken profitieren von diesem System. Sie können aus den verfügbaren Daten notwendige Qualitätsverbesserungen ableiten und realisieren. Mit diesen Methoden zur Qualitätssicherung und Qualitätsdarlegung gehen wir deutlich über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen hinaus. Im Interesse bester medizinischer Versorgung und größtmöglicher Patientensicherheit setzten wir gemeinsam mit unseren Partnern bei www.qualitätskliniken.de und "Wir für Gesundheit" die richtigen Akzente. So haben wir den Schwerpunkt auf die breit gefächerte Sammlung von Maßnahmen gelegt, die durch die Länderarbeitsgruppe zur Reform der Krankenhausversorgung auf den Weg gebracht werden. Zentrale Aspekte sind hier etwa Qualitätszu- und -abschläge, Mindestmengen, OP-Checklisten und Zweitmeinungen. Außer Frage steht für uns, dass Qualität bei der Vergütung von Krankenhausleistungen künftig eine größere Rolle spielen wird. Krankenhäuser, Politik und Krankenkassen müssen gemeinsam Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für eine qualitätsorientierte Vergütung definieren. Die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Versorgung ist eine permanente Herausforderung, der sich der Konzern auch in seinen Expertenpanels stellt. Mit den Expertenpanels, in denen sich Spezialisten aller Standorte versammeln, fördern wir, unterstützt vom Medical Board und vom Konzernbereich Medizin, innovative Ideen und die Verbesserung der Behandlungsqualität. So identifizieren die Expertenpanels beispielsweise Best-Practice-Ansätze aus Routinedaten oder betrachten kritische Behandlungs- und Diagnostikabläufe des Fachgebietes. Weitere Schwerpunkte sind die fachgebietsspezifische Fort- und Weiterbildung, die Methodik beim Einsatz von Medizinprodukten sowie alle weiteren Aktivitäten rund um die Qualitätsdarlegung, -förderung und -sicherung in der medizinischen Versorgung. Die Expertenpanels der RHÖN-KLINIKUM AG arbeiten problemorientiert und zielen darauf ab, Qualität als Thema eines lebenslangen Lern- und Verbesserungsprozesses zu verstehen. Sie dienen daher in erster Linie der Verbesserung der aktuellen Versorgung durch ein kollegiales, problembezogenes Feedback-System. Der Bereich Medizincontrolling ist das ökonomische Gegenstück zum Qualitätsmanagement. Medizincontroller sind interne Berater der Medizin- und Verwaltungsbereiche. Im operativen Medizincontrolling erfassen und dokumentieren Kodierfachkräfte die Leistungen für jeden einzelnen Patienten, andere kontrollieren die Dokumentationen. Damit schaffen sie die Grundlage einer korrekten Leistungsabrechnung und eine solide Informationsbasis für die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern. Die veränderte Struktur der RHÖN-KLINIKUM AG mit nunmehr fünf Standorten der Maximal- bzw. Schwerpunktversorgung verlangt auch eine neue, adäquate Form des konzernweiten Hygienemanagements. Nach ausführlichen Beratungen haben wir eine Mischung aus zentraler und dezentraler Organisation entwickelt. Unter der Koordination des Konzernbereichs Medizin wurden zwei Spezialisten innerhalb des Konzernbereichs gefunden, die konzernweit relevante fachliche Inhalte im Bereich der Krankenhaushygiene vertreten. Weiter ausgebaut wurde die Organisation und Mitarbeiterqualifikation im Bereich der Antibiotic Stewardship. Hier wollen wir der zunehmenden Resistenzentwicklung von Krankenhauskeimen durch eine optimierte Antibiotikatherapie begegnen. Neben einer besseren Behandlungsqualität der Patienten können so auch erheblich Kosten eingespart werden. Im Dezember wurde eine Studie auf den Weg gebracht, die das Screening auf multiresistente Keime innerhalb der Standorte der RHÖN-KLINIKUM AG wissenschaftlich abgesichert standardisieren soll. Mit ersten Ergebnissen wird Mitte 2015 gerechnet. 1.6 Medizinische Forschung und Transfer in die PraxisUnsere Kliniken beteiligen sich am kontinuierlichen Transfer von Wissen aus der Forschung in die Praxis, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller, besser und gezielter in die Praxis der medizinischen Krankenversorgung einzuführen. Denn mit dem demographischen Wandel wächst der Bedarf an medizinischem Fortschritt. Als Folge der stetigen Alterung der Gesellschaft wächst die Zahl der Menschen, die an Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-, Infektions-, Lungen- und neurodegenerativen Erkrankungen leiden. Mit einer deutlichen Erhöhung des Forschungsbudgets im Jahr 2015 baut die RHÖN-KLINIKUM AG zielgerichtet ihre Wettbewerbsposition bei Behandlungsinnovation und Hochleistungsmedizin weiter aus. Im kommenden Jahr werden Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 4 Mio. € finanziert, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen "Forschung und Innovation" sowie "Behandlungsexzellenz und Netzwerkmedizin" beschäftigen. Das Forschungs- und Innovationsprogramm umfasst Vorhaben über alle fünf Standorte des Konzerns. Wir bieten in unseren Kliniken maximalversorgungsnahe Hochleistungsmedizin mit direkter Anbindung an die Forschung. Der Einsatz modernster Medizintechnologie auf Basis einer effizienten Transformation von aktuellen Forschungsergebnissen in die Klinikpraxis ist dazu unerlässlich, ebenso wie eine effektive Versorgung und Betreuung unserer Patienten. Wir gehen davon aus, dass wir von diesen Forschungsausgaben perspektivisch weitere Wettbewerbsvorteile generieren können und damit auch deutlich auf der Erlös- und Wachstumsseite profitieren werden. Insgesamt finanziert das Unternehmen im laufenden Jahr 61 Einzelprojekte. Einer der Schwerpunkte ist dabei die personalisierte Medizin. Hier geht es um maßgeschneiderte Therapien, die modernste Methoden der Molekulargenetik einsetzen. Eine konkrete Anwendung ist beispielsweise die exakte Spezifizierung und Behandlung von Hirntumoren. Darüber stehen Projekte im Rahmen der Telemedizin und E-Health im Vordergrund. Zukünftig werden implantierte Geräte, etwa Herzschrittmacher oder Defibrillatoren, kontinuierlich Daten über Komplikationen oder besondere Ereignisse an spezielle Zentren senden. So können die behandelnden Ärzte die Patienten bereits vor dem Eintritt ernster Komplikationen zielgerichtet behandeln. Weiterhin geht es um organisatorische und logistische Themen, etwa die bessere Verzahnung von stationärer Behandlung und häuslicher Nachsorge. Neben unseren universitätsmedizinischen Standorten pflegen zahlreiche weitere Konzernkliniken den offenen wissenschaftlichen Dialog. Das reicht von der Federführung bei wissenschaftlichen Konferenzen über die Teilnahme an klinischen Langzeitstudien und vielversprechenden internationalen Forschungsprojekten bis hin zur Wahrnehmung universitärer Lehraufträge sowie zum Angebot konkreter Fortbildungsmaßnahmen für Krankenhausärzte. An der Zentralklinik Bad Berka haben wir den Bau einer Radiopharmazie begonnen. Damit entsteht in Thüringen die modernste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Wir werden hier einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung von Kliniken und Praxen mit Radiopharmaka leisten können. Mit einem Zyklotron (Kreisbeschleuniger) werden kurzlebige Radionuklide erzeugt, die unter Reinraumbedingungen zu radioaktiven Arzneimitteln verarbeitet werden. Diese dienen der hausinternen Anwendung in der Klinik für Molekulare Radiotherapie/Zentrum für Molekulare Bildgebung oder gelangen in den deutschlandweiten Vertrieb. Im Klinikum Frankfurt (Oder) wurde ein PET/CT neu in Betrieb genommen. Dieses moderne Gerät verbessert die Diagnostik bei Krebserkrankungen und verbindet die Vorteile der Nuklearmedizin mit denen der CT-Bildgebung. Die großen universitären Forschungsschwerpunkte in Gießen sind das Herz-Lungen-System und die Reproduktionsmedizin, in Marburg ist es die Onkologie. Gemeinsam forscht man zu Infektion und Immunität. Um einen Gesamtüberblick über die herausragenden Forschungsaktivitäten in Gießen und Marburg zu bekommen, müssen die Zentren- und Clusterbildung einerseits und die Sonderforschungsbereiche, LOEWE-Projekte (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-Ökonomischer Exzellenz) und klinische Forschergruppen andererseits betrachtet werden:
Diese Forschungsprojekte sind nur einige von unzähligen Studien- und Forschungsprojekten, die am Universitätsklinikum Gießen und Marburg durchgeführt werden. Diese Maßnahmen und Aktivitäten helfen uns, die moderne medizinische Forschung unseren Patienten schnell verfügbar zu machen und diese damit noch besser behandeln und heilen zu können. Weitere konkrete Beispiele zur medizinischen Forschung und Entwicklung im RHÖN-KLINIKUM Konzern finden Sie in unserem Geschäftsbericht. 1.7 Compliance"Tue nichts, was du nicht willst, dass es dir angetan werde, und unterlasse nichts, was du wünschst, dass es dir getan würde." Dieses Unternehmensprinzip gilt seit jeher für den gesamten RHÖN-KLINIKUM Konzern - sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Verwaltung und im Bereich des Managements. An dieser Leitlinie richten wir unser gesamtes Handeln aus. Sie ist eine Verpflichtung bei all unseren Entscheidungsprozessen. Zum Erreichen unserer Unternehmensziele halten wir uns nicht nur an die gesetzlichen Vorschriften, sondern auch an unsere internen Vorgaben. Unseren eigenen Regelungen liegen noch strengere ethische Maßstäbe zugrunde. Sie sind zu finden in Form von Konzernbetriebsvereinbarungen, Richtlinien und Handlungsempfehlungen, die jeden Mitarbeiter in die Lage versetzen, unser Unternehmensziel im Einklang mit unseren Wertvorstellungen zu verfolgen. Ein Regelsystem für alleUm unseren Wahlspruch in der täglichen Praxis umsetzen zu können, haben wir über alle Bereiche hinweg eine Vielzahl von Instrumenten und Möglichkeiten geschaffen. Im Personalbereich wird sichergestellt, dass jeder Arbeitsvertrag - ob individuell oder kollektivrechtlich - auf unseren Leitsatz Bezug nimmt. Das Qualitätsmanagement füllt unser Unternehmensprinzip mit Leben und die Abteilung Compliance unterstützt sämtliche andere Abteilungen bei dessen Umsetzung und Durchsetzung. Über die gesetzlich geforderten Grundlagen von Compliance hinaus besteht im Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG an jedem Standort ein Compliance-Management-System. Es verfolgt vom Management bis hin zum einzelnen Mitarbeiter nicht nur die Beachtung dieses Prinzips, sondern auch allgemein die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben ebenso wie von ethischen Verhaltensweisen. Hierbei sind wir nicht nur auf die internen Strukturen beschränkt. Unser Compliance-Management-System verlangt auch von unseren Geschäftspartnern, dass sie die Vorschriften einhalten. Unterstützung im ArbeitsalltagDie konzernweit bindende Geschäftsordnung Compliance ist für jeden Mitarbeiter gültig. In ihrem Rahmen sind verschiedene Hierarchien mit eigenen Aufgaben und Funktionen der Compliance betraut. Dies betrifft vorwiegend interne Beratungs- und Informationsfunktionen, aber auch Präventions- oder Schutzmaßnahmen. Im Rahmen ihrer auf Compliance bezogenen Aufgaben werden die Organe der einzelnen Gesellschaften von den Compliance-Beauftragten vor Ort, aber auch vom konzernweiten Leiter Compliance und dem Antikorruptions- sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats unterstützt. Wegen der hohen Bedeutung des Themas trifft sich der Aufsichtsratsausschuss für Compliance und Kommunikation regelmäßig. Um eine Abstimmung zwischen Risikomanagement, Innenrevision und Compliance sicherzustellen, gibt es darüber hinaus ein regelmäßig tagendes Compliance-Komitee. In ständiger AnpassungEin Compliance-Management-System ist nicht statisch ausgerichtet. Daher überprüfen wir regelmäßig anhand interner und externer Vorgänge die Wirksamkeit und Aktualität dieses Systems und passen unsere Regelwerke stetig an. Ziel ist es, zukünftige Compliance-Verstöße durch rechtzeitiges Erkennen und Abwenden von Risiken zu vermeiden. Wesentliche Maßnahmen bestehen darin, Arbeitsabläufe zu schaffen, die ein regelkonformes Arbeiten sicherstellen sowie die Aufklärung der Mitarbeiter über einzuhaltende Regeln. Auch in Zukunft wird die Stabsstelle Compliance ein wesentliches Augenmerk auf entsprechende Schulungen richten. Die Informationspolitik hat bei der RHÖN-KLINIKUM AG einen sehr hohen Stellenwert, sei es im Rahmen von internen Fortbildungsmaßnahmen oder in der Gremienarbeit, z. B. der Arbeitnehmer- oder Auszubildendenvertretung. 1.8 Corporate GovernanceGezeichnetes KapitalNach unserem im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführten Aktienrückkaufprogramm entfällt das im Jahresabschluss ausgewiesene gezeichnete Kapital der RHÖN-KLINIKUM AG vollständig auf 73.481.860 stimmberechtigte, auf den Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 2,50 €. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen - auch wenn sie sich aus Vereinbarungen von Gesellschaftern ergeben können -, bestehen nicht bzw. sind uns nicht bekannt. Keine unserer Aktien ist mit Sonderrechten ausgestattet, die ihrem Inhaber besondere Kontrollbefugnisse verleihen. Mitarbeiter, die Aktien halten, üben ihr Stimmrecht frei aus. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte bei der Hauptversammlung selbst ausüben oder Stimmrechtsvertreter bestellen. Die direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 21 ff. WpHG haben wir detailliert in unserem Anhang angegeben. Jahresabschluss, Kommunikation mit Aktionären und AnalystenDer Jahresabschluss der RHÖN-KLINIKUM AG wird nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wird nach den Grundsätzen der in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und unter Anwendung von § 315a Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt und sowohl nach nationalen als auch nach internationalen Prüfungsstandards geprüft. Der Halbjahresabschluss wird auf freiwilliger Basis nach den gleichen vorgenannten Grundsätzen einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Bei der Auftragsvergabe an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wird auf die erforderliche Unabhängigkeit der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geachtet. Den Prüfungsauftrag für den Jahres- sowie für den Halbjahresabschluss des Konzerns und für die Prüfung der RHÖN-KLINIKUM AG erteilt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nach pflichtgemäßer Prüfung gemäß der Beschlussfassung in der Hauptversammlung. Unseren Jahresabschluss veröffentlichen wir im April des neuen Geschäftsjahres. Die Ordentliche Hauptversammlung findet üblicherweise in den ersten sechs Monaten des folgenden Geschäftsjahres statt. Unsere Prognosen für die Geschäftsjahre geben wir gemäß den Anforderungen bekannt. Eine Vielzahl von Analystengesprächen und Investorenkontaktgesprächen werden durchgeführt. Über die Geschäftsentwicklung berichten wir vier Mal im Jahr im Rahmen von telefonischen Analystenkonferenzen. Über alle sonstigen wesentlichen wiederkehrenden Termine informieren wir unsere Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten und die Medien durch unseren Finanzkalender, der im Geschäftsbericht und im Internet auf unserer Homepage veröffentlicht ist. Organe der GesellschaftVorstand und Aufsichtsrat sind nach deutschem Aktienrecht konstituiert. Danach leitet der Vorstand die Gesellschaft und führt die Geschäfte; der Aufsichtsrat berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand entspricht den aktienrechtlichen Bestimmungen (Aufsichtsrat: § 101 ff. AktG; Vorstand: § 84 AktG) und den Regelungen des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG). Der Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG ist nach den Vorgaben des Mitbestimmungsgesetzes paritätisch mit insgesamt 20 Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt und trat im Jahr 2014 zu vier ordentlichen Sitzungen (2013: vier ordentliche Sitzungen und drei außerordentliche Sitzungen) zusammen. In der Hauptversammlung am 12. Juni 2014 wurde beschlossen § 10 der Satzung in der Hinsicht zu ändern, dass ein künftiger neuer Aufsichtsrat in Größe und Zusammensetzung gemäß dem MitbestG ohne Modifikation gewählt wird. Für unseren Konzern mit der derzeitigen Anzahl an Arbeitnehmern bedeutet dies, dass ein neu zu wählender Aufsichtsrat sich künftig aus 16 anstatt wie bisher aus 20 Aufsichtsratsmitgliedern zusammensetzt. Die Amtsperiode eines Mitglieds beträgt fünf Jahre. Die Altersgrenze beträgt 75 Jahre. Der Aufsichtsrat entscheidet regelmäßig im Plenum bzw. in den zuständigen Fachausschüssen, denen ein Beschlussrecht zusteht, in Einzelfällen auch im Umlaufverfahren. Der Aufsichtsrat hat insgesamt sieben Ausschüsse konstituiert. Es bestehen als beschließende Ausschüsse der Vermittlungsausschuss, der Personalausschuss, der Prüfungsausschuss und der Investitions-, Strategie- und Finanzausschuss und der Ausschuss für Compliance und Kommunikation. Mit Beratungs-, Überwachungs- bzw. Vorschlagskompetenz sind der Nominierungsausschuss zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung und der Medizininnovations- und Qualitätsausschuss zur Weiterentwicklung und Absicherung der medizinischen Qualität ausgestattet. Für die Tätigkeit des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie für die Zusammenarbeit beider Organe bestehen Geschäftsordnungen. Der Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG wurde im Geschäftsjahr 2014 vom Vorsitzenden und bei dessen Abwesenheit vom ständigen Vertreter des Vorsitzenden geleitet. Zur Zusammensetzung des Vorstandes wird auf den Konzernanhang verwiesen. Der Vorstand leitet die Gesellschaft und führt die Geschäfte in gemeinschaftlicher Verantwortung nach Maßgabe einer Geschäftsordnung. Die Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder ergeben sich aus operativen bzw. funktionalen Zuständigkeiten. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegen die Unternehmenspolitik und die grundsätzliche strategische Ausrichtung des Konzerns. Für den Vorstand wurde eine Altersgrenze von 65 Jahren beschlossen. OrganvergütungenDie Vergütung für Aufsichtsrat und Vorstand ist in der Satzung der Gesellschaft bzw. durch Beschlussfassung des Aufsichtsrats nach Vorbereitung durch den Personalausschuss festgelegt und besteht im Geschäftsjahr 2014 aus festen und variablen Bestandteilen. Den variablen Vergütungsbestandteilen bei Vorstand und Aufsichtsrat liegen vom Konzerngewinn abgeleitete Bemessungsgrundlagen zugrunde. Darüber hinaus werden Vorständen Sachbezüge (z. B. Dienstwagen, Versicherungen) und eine bedingte Altersvorsorgeleistung in Höhe von bis zu 1,5 Jahresgehältern gewährt. Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder beinhaltet sowohl kurzfristige als auch langfristige Anreizwirkungen. Im Geschäftsjahr wurde für den Vorstand eine langfristige aktienkursbasierte Vergütung (Aktienoptionen) beschlossen, die an eine langfristige Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG Aktie gekoppelt ist. Erhält ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund eine Abfindung, so darf die Summe dieser Leistung einschließlich der Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages vergüten. Für den Vorstand und Aufsichtsrat bestehen Vergütungssysteme, welche Höhe und Struktur der jeweiligen Einkommen festlegen. Ab dem Geschäftsjahr 2015 erfolgt die Vergütung des Aufsichtsrats ohne erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile. Die Vergütung des Aufsichtsrates ist dann weiterhin leistungsbezogen und orientiert sich am Zeitaufwand, an den Aufgaben und an der funktional übernommenen Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Den Vorstandsmitgliedern wird eine Jahresgesamtvergütung (Summe aus Grundgehalt und Tantieme) von mindestens 450 Tsd. € garantiert. Die Obergrenze (Cap) für die Jahresgesamtvergütung ist auf 900 Tsd. € begrenzt. Die Mindestvergütung und die Obergrenze können für den Vorstandsvorsitzenden bis zum 2,5-Fachen und für seinen ständigen Vertreter und den Finanzvorstand bis zum 2-Fachen dieser Beträge festgesetzt werden. Die Gesamtvergütung der im Geschäftsjahr 2014 amtierenden Mitglieder des Vorstands belief sich auf 11,4 Mio. € (Vj. 2,4 Mio. €). Von diesem Betrag entfielen 1,1 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) auf erfolgsunabhängige Komponenten und 10,3 Mio. € (Vj. 1,4 Mio. €) auf variable Gehaltsbestandteile. Die Rückstellung für Ansprüche auf Altersvorsorgeleistungen der Mitglieder des Vorstands beträgt 0,7 Mio. € (Vj. 0,5 Mio. €). Zum Bilanzstichtag nicht mehr amtierende Vorstände bzw. deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2014 eine Vergütung für Altersvorsorgeleistungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vj. 0,0 Mio. €). Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 14 der Satzung geregelt. Sie ist leistungsbezogen und orientiert sich am Zeitaufwand, an den Aufgaben und an der funktional übernommenen Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder sowie für das Geschäftsjahr 2015 am wirtschaftlichen Erfolg des RHÖN-KLINIKUM Konzerns. Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2,6 Mio. € (Vj. 2,0 Mio. €). Von dem Gesamtbetrag entfielen auf fixe Vergütungen 0,9 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €). Ergebnisabhängig wurden Vergütungen in Höhe von 1,7 Mio. € (Vj. 1,0 Mio. €) gewährt. Zu weiteren Einzelheiten, insbesondere zu den individualisierten Vergütungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand, wird auf den Vergütungsbericht als Teilbericht zum Corporate Governance Bericht sowie auf den Anhang verwiesen. Aktienbesitz von OrganmitgliedernDie Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand und die ihnen nahe stehende Personen hielten gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz zum 31. Dezember 2014 zusammen 29,3 % am Grundkapital. Auf den Aufsichtsrat und die ihm nahe stehende Personen entfallen hiervon 29,3 % der ausgegebenen Aktien. Die Mitglieder des Vorstands und die ihnen nahe stehende Personen halten keine Anteile am Grundkapital. Weiterhin legen wir alle meldepflichtigen Transaktionen von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats nach § 15a WpHG offen. Verträge mit KontrollwechselklauselDie Unternehmenskaufverträge der von uns akquirierten Kliniken sowie verschiedene Verträge über Finanzinstrumente sehen Regelungen vor, wonach unter der Bedingung eines Kontrollwechsels in folge eines Übernahmeangebots, z. B. eine Rückübertragung der Gesellschaftsanteile, die Anleihen- und Kreditgeber eine sofortige Rückzahlung verlangen können. Darüber hinaus bestehen keine Vereinbarungen, woraus Vorstand oder Arbeitnehmer im Falle einer Unternehmensübernahme Ansprüche auf Entschädigung ableiten können. 1.9 Erklärung zur Unternehmensführung und Entsprechenserklärung zum Corporate Governance KodexErklärung zur UnternehmensführungDie Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a HGB) enthält neben der Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG auch Angaben zu Unternehmensführungspraktiken. Darüber hinaus werden die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die eingerichteten Gremien beschrieben. Zu näheren Einzelheiten verweisen wir auf unsere Website, auf der die Erklärung zur Unternehmensführung unter www.rhoen-klinikum-ag.com öffentlich zugänglich ist. Entsprechenserklärung zum Corporate Governance KodexWir verstehen unter Corporate Governance die verantwortungsbewusste, auf langfristige Wertschöpfung und Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Gute Corporate Governance ist die Grundlage der Entscheidungs- und Kontrollprozesse von Aufsichtsrat und Vorstand. Zusammen mit einer transparenten, rechtlich einwandfreien und ethisch begründeten Unternehmenskultur bildet die Corporate Governance die Voraussetzung für den Erhalt und die Stärkung des Vertrauens, das uns Patienten, Aktionäre, Geschäftspartner und Mitarbeiter entgegenbringen, sowie für eine beständige Wertschöpfung in unseren Unternehmungen. Aufsichtsrat und Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG haben sich im Geschäftsjahr 2014 turnusgemäß eingehend mit dem Corporate Governance Kodex, seiner Entwicklung und seinen Änderungen sowie seiner Entsprechung bei der RHÖN-KLINIKUM AG und ihren Tochtergesellschaften befasst und ausführlich beraten. Als Ergebnis dieser Beratungen wurde am 6. November 2014 gemäß Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 eine von Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG gemeinsam getragene, aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben, die auf unserer Internetseite veröffentlicht ist. Danach wird dem Deutschen Corporate Governance Kodex mit folgenden Ausnahmen vollumfänglich entsprochen:
Von den nicht obligatorischen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex beachten wir die meisten. 2 WIRTSCHAFTSBERICHT2.1 Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDie Konjunktur in Deutschland hat im Geschäftsjahr 2014 ihre ersten Schwächen gezeigt. Anders als erwartet entwickelte sich die deutsche Wirtschaft trotz weltweiter Krisen und Konflikte im Jahr 2014 insgesamt positiv. Gemäß des Statistischen Bundesamtes stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im letzten Vierteljahr 2014 saison- und kalenderbereinigt um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal. Damit stieg das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Jahr 2014 um 1,5 %, nach 0,1 % im Jahr 2013 und 0,4 % im Jahr 2012. Allerdings blieb die anhaltende Rezession in einigen europäischen Ländern auch hier zu Lande nicht ohne Wirkung. Die positive Entwicklung wurde zum einen durch die nach wie vor sehr hohe Beschäftigungsrate und steigende Löhne begünstigt. Durch das Wachstum der verfügbaren Einkommen erhöhte sich der Konsum 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 %. Die Verbraucher spielten somit wieder eine wichtige Rolle für das Wirtschaftswachstum. Auch die Exporte verzeichneten mit 3,7 % ein höheres Wachstum als im Jahr zuvor. Weiterhin beeinflusste der Anstieg der Investitionen die Volkswirtschaft positiv. Die Aussichten für das Jahr 2015 sind positiver, als diese noch im Jahre 2014 sich abzeichneten. Für das laufende Jahr 2015 gehen Ökonomen von einem Wirtschaftswachstum von rund 1 % aus. Die Bundesregierung rechnet mit einem Plus von 1,3 %. Günstige Auswirkungen könnten der niedrige Euro und der gesunkene Ölpreis haben. Risiken hingegen bilden internationale Krisen wie in der Ukraine oder die schwache Erholung der Euro-Zone. Der Geschäftsklimaindex für die Wirtschaft Deutschlands ist auch im Februar wie die letzten fünf Monate gestiegen. Die Unternehmen blicken erneut zuversichtlicher auf den weiteren Geschäftsverlauf. Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten. 2.2 Branchenspezifische RahmenbedingungenLaut statistischem Bundesamt standen 2013 in 1.995 Krankenhäusern Deutschlands (2012: 2.017) insgesamt knapp 501.000 Betten zur stationären Behandlung von Patienten zur Verfügung, 900 Betten weniger als im Jahr 2012. Weiterhin stand fast die Hälfte aller Betten (48,1 %) in einem Krankenhaus in öffentlicher Trägerschaft, rund ein Drittel der Krankenhausbetten (34 %) befand sich in einem freigemeinnützigen Haus. In Einrichtungen privater Träger standen 18 % aller Betten. Bereits seit Längerem zeichnet sich ab, dass die Finanzausstattung zahlreicher Kliniken nicht ausreichend ist. Nach dem Krankenhaus Rating Report 2014 waren fast die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser 2012 nicht ausreichend investitionsfähig, um den Substanzerhalt sicherzustellen. Die wirtschaftliche Lage der Kliniken hatte sich 2012 spürbar verschlechtert. So befanden sich 16 % der Kliniken in erhöhter Insolvenzgefahr, knapp doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Weiterhin schrieben im Jahr 2012 35 % der Häuser auf Konzernebene einen Jahresverlust. 2010 betraf dies nur 16 % der Kliniken. Bedingt durch den demographischen Wandel stieg auch im Jahr 2014 die Nachfrage nach Krankenhausleistungen. Diese wurden den Kliniken allerdings nicht vollständig vergütet, da für nachgefragte und erbrachte Mehrleistungen - unabhängig davon, ob vereinbart oder nicht vereinbart - nach den bekannten gesetzlichen Bestimmungen Preisabschläge hinzunehmen waren. Zusätzlich mussten die Krankenhäuser im Geschäftsjahr 2014 weiterhin auf sogenannte Mehrleistungen, die mit den Krankenkassen vereinbart wurden, einen Abschlag von 25 % hinnehmen. Für nicht vereinbarte Mehrleistungen betrugen die Abschläge nach der gesetzlichen Regelung 65 %. Auch durch Preissteigerungen bei den Personalkosten ergaben sich weitere Ergebnisbelastungen. 2013 und 2014 trugen die vom Bundestag beschlossenen Finanzhilfen zwar zu einer Entspannung der Lage bei. 2015 aber droht, ohne Gegenmaßnahmen, wieder eine Verschärfung, da die Kosten stärker als die Erlöse wachsen werden. Laut Krankenhaus Rating Report könnten aufgrund dieser Entwicklung bis 2020 rund 13 % der Krankenhäuser aus dem Markt ausscheiden. Neben der Finanzierung bleibt auch der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung, der sich die Kliniken weiterhin stellen müssen. So haben über die Hälfte der deutschen Kliniken Probleme, offene Arztstellen zu besetzen. 2.3 Geschäftsverlauf2.3.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDer Geschäftsverlauf der RHÖN-KLINIKUM AG, ist auch im Jahr 2014 durch die Transaktion mit der HELIOS Kliniken GmbH und die Fresenius SE & Co. KGaA geprägt. Von der Transaktion mit Fresenius/Helios ausgenommen sind die Standorte Bad Neustadt, Bad Berka, Frankfurt (Oder) sowie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Mit diesen fünf Standorten bildet die RHÖN-KLINIKUM AG ein neues hochspezialisiertes Krankenhausportfolio, das sich innovationsgetrieben auf die Behandlungsexzellenz konzentriert. Aufgrund des signifikant reduzierten Unternehmenszuschnitts und des verringerten Geschäftsvolumens sind die Kennzahlen des Geschäftsjahres 2014 nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Trotz zunehmender Normalisierung des Geschäftsbetriebes im Laufe des Geschäftsjahres beeinflussten die Sondereffekte und Folgen der Transaktion das operative Geschäft erheblich. Durch die Anpassung der Gesellschaft an die neue Struktur sowie durch den Verkaufsprozess sind weitere damit im Zusammenhang stehende Belastungen, etwa in Form von Beratungskosten, entstanden. Im Hinblick auf die Preisentwicklung zeichnet sich der Krankenhaussektor durch sein reguliertes Vergütungssystem aus. Darauf gründet sich auch die seit mehreren Jahren im Krankenhaussektor auseinander gehende Erlös- und Kostenschere, die sich auch im Geschäftsjahr 2014 operativ belastend ausgewirkt hat. Leistungsausweitungen wurden aufgrund gesetzlicher Regelungen mit Preisabschlägen von teilweise bis zu 65 % vergütet. Im Gegenzug hatten wir zuletzt im Personalkosten- sowie auch im Materialkostenbereich wiederholt Preisanstiege zu verzeichnen, die die Vergütungsentwicklung spürbar überstiegen. Wir als RHÖN-KLINIKUM werden uns auf die verbleibenden Kliniken konzentrieren und die medizinische Neuorientierung auf Innovation und Behandlungsexzellenz weiter vorantreiben. Unsere Anstrengungen haben zum Ziel, in unseren Kliniken mit modernsten medizinischen Therapien und Verfahren Spitzenmedizin für jedermann anzubieten. Wir sind kontinuierlich bestrebt, unsere Prozesse, Qualität und Strategien zu überprüfen und zu optimieren. Unsere Aktivitäten zur Standortoptimierung durch Überprüfungen des Leistungsportfolios und Identifizierung von Leistungspotenzialen setzen wir auch nach dem Verkauf von Gesellschaften an Fresenius/Helios fort. So konnten unsere intensiven Bemühungen um eine Realisierung des Partikeltherapiezentrums am Standort des Universitätsklinikums Marburg im September 2014 erfolgreich durch die Unterzeichnung der notwendigen Verträge und Vereinbarungen abgeschlossen werden. Die Partikeltherapieanlage wird künftig von einer zusammen von der RHÖN-KLINIKUM AG und dem Universitätsklinikum Heidelberg getragenen Gesellschaft - der "Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft" - betrieben. Auch die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der netzwerkmedizinischen Konzeption nimmt weiter Form an. Die Netzwerkpartnerschaft wird unter der Marke "Wir für Gesundheit" - einer gemeinsamen Vertriebsgesellschaft mit unseren Netzwerkpartnern Fresenius/Helios und Asklepios - weiter intensiv vorangetrieben. 2.3.2 Entwicklung der von der RHÖN-KLINIKUM AG geführten Kliniken am Standort Bad NeustadtDie Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt a. d. Saale ist eines der größten Zentren für Herz- und Gefäßerkrankungen. Ein Team von Spezialisten und modernste Voraussetzungen für Diagnostik und Therapie bieten Gewähr für eine bestmögliche medizinische Versorgung. Die Auslastung der Klinik stieg in 2014 auf 76,3 % (Vj. 75,0 %). Der Anstieg um 982 Patienten auf 15.986 Patienten (Vj. 15.004 Patienten) bzw. 6,5 % resultiert aus einem Anstieg von 238 Patienten auf 2.442 Patienten (Vj. 2.204 Patienten) im ambulanten Bereich, sowie einer Steigerung von 744 Patienten auf 13.544 Patienten (Vj. 12.800 Patienten) im stationären Bereich. Die Steigerung im stationären Bereich betraf mit 738 Patienten den vollstationären Bereich, der ursächlich auf die Bereiche Kardiologie (+681 Patienten), Kardiochirurgie (+78 Patienten) und Gefäßchirurgie (-21 Patienten) zurückzuführen ist, sowie mit 6 Patienten den vor-, nach- und teilstationären Bereich. Die operativen Leistungen stiegen um 1,6 % bei einer Belegungssteigerung im vollstationären Bereich um 1,8 %. Die durchschnittliche Verweildauer sank von 8,6 Tagen auf 8,2 Tage. Die Klinik für Handchirurgie in Bad Neustadt a. d. Saale hat im Jahr 2014 insgesamt 20.946 Patienten (Vj. 19.897 Patienten) stationär oder durch eine ambulante Behandlung versorgt. Der Anstieg um 1.049 Patienten (5,3 %) auf 20.946 Patienten betrifft mit 298 Patienten den akut-vollstationären Hauptleistungsbereich der Klinik. Die steigenden Patientenzahlen sind auf die Bereiche Schulterchirurgie (+117 Patienten), Handchirurgie (+40 Patienten) und Fußchirurgie (+141 Patienten) zurückzuführen. Im ambulanten (+311 Patienten), sowie im vor- und nachstationären Bereich (+442 Patienten) der Klinik sind ebenfalls Steigerungen bei den Fallzahlen festzustellen, während im Bereich der Anschlussheilbehandlung die Fallzahl auf ähnlichem Niveau des Vorjahres verbleibt (141 Patienten). Die Psychosomatische Klinik in Bad Neustadt a. d. Saale verfügt über 218 Betten im Akutbereich. Im Rehabilitationsbereich werden 122 Betten vorgehalten. Die Gesamtzahl der behandelten Patienten ist um 3,8 % bzw. 129 Fälle auf 3.254 (Vj. 3.383) gesunken. Davon wurden im Akutbereich 2.203 (Vj. 2.262) und im Rehabilitationsbereich 1.051 (Vj. 1.121) Patienten behandelt. Für das Geschäftsjahr 2015 erwarten wir bei unseren Planbetten keine Veränderungen und gehen von einem moderaten Anstieg der Patientenzahlen aus. 2.3.3 ErtragslageDie Umsatzerlöse der RHÖN-KLINIKUM AG verbesserten sich im Geschäftsjahr 2014 um 3,8 % (Vj. 2,3 %) auf 159,8 Mio. € (Vj. 154,0 Mio. €), was im Wesentlichen auf die Bereiche Herz- und Gefäß-Klinik und Klinik für Handchirurgie zurückzuführen ist. Das Beteiligungsergebnis verminderte sich um 124,1 Mio. € auf 8,2 Mio. €. Von diesem Rückgang entfallen 69,7 Mio. € auf Erträge aus Beteiligungen sowie 54,4 Mio. € auf Erträge aus Gewinn- und Teilgewinnabführungsverträgen inkl. Aufwendungen aus Verlustübernahmen. Der Zinsaufwandssaldo verminderte sich im Geschäftsjahr aufgrund der vorzeitigen Zurückführung von Finanzverbindlichkeiten um 47,7 Mio. €. Der Materialaufwand und die betrieblichen Aufwendungen stiegen um 23,3 Mio. € bzw. 27,0 %. Die Sachkostenquote hat sich dementsprechend von 56,0 % auf 68,5 % erhöht. Der Anstieg ist in erster Linie auf Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Partikeltherapiezentrum in Marburg (23,0 Mio. €) zurückzuführen, das künftig von einer gemeinsam von der RHÖN-KLINIKUM AG und dem Universitätsklinikum Heidelberg getragenen Gesellschaft - der "Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg mit beschränkter Haftung" betrieben wird. Der Personalaufwand erhöhte sich um 8,8 Mio. € bzw. 10,6 % auf 92,2 Mio. € (Vj. 83,4 Mio. €). Der Anstieg entfällt mit 8,6 Mio. € auf virtuelle Aktien, die die RHÖN-KLINIKUM AG den Vorständen erstmalig gewährt. Die Personalquote stieg von 54,1 % auf 57,7 %. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von 12,1 Mio. € (Vj. 5,9 Mio. €) sind aufgrund einer Neubewertung der Nutzungsdauer von Gebäuden sowie aufgrund von außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensstände angestiegen. Die Abschreibungsquote beträgt 7,5 % (Vj. 3,8 %). Das Finanzergebnis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 881,9 Mio. € auf 325,0 Mio. €. Davon entfallen 668,0 Mio. € auf das niedrigere Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagen, 69,7 Mio. € auf niedrigere Beteiligungserträge, 54,4 Mio. € auf gesunkene Erträge aus Gewinn- und Teilgewinnabführungsverträgen sowie Aufwendungen aus Verlustübernahme und 47,7 Mio. € auf eine Erhöhung des Saldos aus Zinsaufwendungen, Zinserträgen und Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens. Zudem belasten die Abschreibungen auf Finanzanlagen das Finanzergebnis mit 42,1 Mio. €. Insgesamt hat sich das Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag um 919,4 Mio. € auf 289,8 Mio. € (Vj. 1.209,2 Mio. €) reduziert (Vj. Anstieg um 1.068,4 Mio. €). Der Steuerertrag von 1,2 Mio. € ergibt sich aus der Veränderung von Bewertungsunterschieden zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz (latenter Steuerertrag). Der Jahresüberschuss reduzierte sich um 898,4 Mio. € auf 291,1 Mio. € (Vj. 1.189,5 Mio. €). Die im Lagebericht 2013 prognostizierten Umsatzerlösen von rund 150 Mio. € haben wir mit ca. 10 Mio. € übertroffen. Aufgrund der Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Unternehmenstransaktion Fresenius/Helios und der Umstrukturierung der Finanzverschuldung haben wir einen Jahresüberschuss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert, den wir mit 291,1 Mio. € erreicht haben. 2.3.4 Vermögens- und FinanzlageDie Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.986,4 Mio. € bzw. 56,7 % auf 1.513,9 Mio. € reduziert (Vj. Anstieg um 1.099,3 Mio. € bzw. 45,8 % auf 3.500,3 Mio. €). Auf der Aktivseite ist ein deutlicher Rückgang bei den Finanzanlagen mit 322,2 Mio. € sowie den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit 2.314,1 Mio. € festzustellen. Demgegenüber ist der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten um 659,4 Mio. € angestiegen. Diese Veränderungen sind im Wesentlichen auf die Transaktion mit Fresenius/Helios zurückzuführen. Bedingt durch den Aktienrückkauf (1.630,4 Mio. €) nahm auf der Passivseite das Eigenkapital um 1.373,9 Mio. € (Vj. Anstieg um 1.155,0 Mio. €) bzw. 55,8 % (Vj. Anstieg um 88,4%) ab. Das Fremdkapital ohne Sonderposten nach dem KHG verminderte sich in Folge der vorzeitigen Rückführung der der Finanzverbindlichkeiten um 612,7 Mio. € (Vj. 55,6 Mio. €) bzw. 59,0 % (Vj. 5,1 %). Die Eigenkapitalquote von 70,3 % im Vorjahr hat sich auf 71,8 % erhöht. Das langfristige Vermögen von 724,3 Mio. € (Vj. 1.055,7 Mio. €) wird - wie im Vorjahr - in voller Höhe durch Eigenkapital und langfristige Verbindlichkeiten von zusammen 1.240,4 Mio. € (Vj. 3.160,2 Mio. €) finanziert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verringern sich um 19,7 % und betragen 18,0 % (Vj. 9,7 %) des Gesamtvermögens. 2.3.5 Investitionen und FinanzierungIm Geschäftsjahr 2014 haben wir in das Anlagevermögen - ohne Ausleihungen - insgesamt 27,2 Mio. € (Vj. 48,7 Mio. €) investiert. Davon betrafen 20,0 Mio. € die Beteiligung an der Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg mit beschränkter Haftung, 5,6 Mio. € (Vj. 17,1 Mio. €) immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie 1,6 Mio. € Kapitalerhöhungen an verbundene Unternehmen (Vj. 31,6 Mio. € Unternehmenserwerbe und Kapitalerhöhungen an verbundene Unternehmen). Die in 2014 neu gewährten Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrugen 14,7 Mio. € (Vj. 3,0 Mio. €). 2.3.6 MitarbeiterZum 31. Dezember 2014 waren in der RHÖN-KLINIKUM AG 1.519 (Vj. 1.571) Mitarbeiter, d. h. 3,3 % weniger als im Vorjahr (Vj. Anstieg um 1,7 %), beschäftigt. Der Anteil ärztlicher Mitarbeiter steigt stichtagsbezogen auf 14,1 % (Vj. 12,6 %) und der Anteil der pflegerischen und medizinischen Fachkräfte steigt auf 63,0 % (Vj. 59,8 %). Die gesetzlichen Sozialabgaben einschließlich der Aufwendungen für Altersvorsorge betrugen 13,0 % (Vj. 14,8 %) der Lohn- und Gehaltsaufwendungen. 3 NACHTRAGSBERICHTIm laufenden Jahr 2015 konnte mit der Deutschen Rentenversicherung eine Einigung bezüglich der Höhe der Sozialversicherungsbeiträge erzielt werden. Aufgrund der im Jahr 2011 durch das Hauptzollamt Schweinfurt durchgeführten Untersuchungen bei den Reinigungsgesellschaften des RHÖN-KLINIKUM Konzerns wurden Sozialversicherungsbeträge nacherhoben. Mit der geschlossenen Vereinbarung erledigen sich sämtliche möglichen Nachforderungen. Die hierfür gebildete Rückstellung unterliegt dem entsprechenden Verbrauch sowie einer Auflösung von rund € 20 Mio. im ersten Quartal 2015. Darüber hinaus sind seit dem 31. Dezember 2014 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für den Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG erwartet wird. 4 PROGNOSEBERICHT4.1 Strategische ZielsetzungDie tiefgreifenden Veränderungen der Unternehmensstruktur und die strategische Neuausrichtung unseres Konzerns folgen nicht allein der Routine des üblichen Tagesgeschäfts. Vor dem Hintergrund der weiterhin anspruchsvollen gesundheitsmarktspezifischen Rahmenbedingungen in einem stark regulierten Wettbewerbsumfeld trägt die nachhaltige Orientierung auf Behandlungsexzellenz und Qualität mittelfristig ebenso zur dynamischen Entwicklung unseres Unternehmens bei, wie der konsequente weitere Ausbau der Netzwerkmedizin. Mit Nachdruck werden wir für eine angemessene Vergütung unserer universitätsmedizinischen Spitzenleistungen eintreten. Wir konzentrieren uns weiter auf den Ausbau unserer Behandlungsexzellenz. Wir sind und bleiben einer der großen Klinikbetreiber in Deutschland, bei denen hohe Investitionen aus den Überschüssen der Kliniken finanziert werden. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige, effiziente und damit auch bezahlbare klinische Versorgung. Dabei gehen wir bewusst auf die tatsächlichen Patientenbedürfnisse ein und schaffen die Voraussetzungen für eine patientennahe und offene Medizin von morgen. Wir gehen nach dem Abschluss der Verkaufstransaktion mit einer soliden Bilanzstruktur in die Zukunft. Unsere finanzielle Leistungsfähigkeit ist die Voraussetzung, um künftig durch medizinische Innovationen organisch und - bei entsprechender Opportunität - auch akquisitorisch zu wachsen. Das Unternehmen kann sich nach dem Abschluss der Transaktion nun mit ganzer Kraft darauf konzentrieren, die mit der Neuausrichtung verbundenen Umsatz- und Ergebnisperspektiven zu realisieren. Auch künftig wird ein qualifiziertes internes und externes Wachstum der bestimmende Faktor für die Entwicklung des Konzerns sein. Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen ist internes Umsatzwachstum nur in Grenzen möglich. Nicht außer Acht lassen werden wir die qualitative und quantitative Verbreiterung unseres Leistungsangebotes an bereits bestehenden Standorten. Zusammen mit Kooperationspartnern wollen wir in unseren Regionen ein flächendeckendes Versorgungsnetz aufbauen. 4.2 Konjunktur und rechtliche RahmenbedingungenDie Aussicht für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist nach den jüngsten Prognosen wahrscheinlich geworden. Der Wirtschaftsausblick im Eurogebiet und in den angrenzenden Ländern ist mit seinen Risiken weiterhin allerdings ungewiss, obwohl auch hier positive Signale zu verzeichnen sind. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass im Eurogebiet das Bruttoinlandsprodukt weiter leicht steigen wird. Wir erwarten auch bedingt durch den weiteren demographischen Wandel in der Bevölkerung für das laufende Jahr 2015 und die kommenden Jahre eine steigende Nachfrage nach Krankenhausleistungen. Diese wird den Kliniken nicht vollständig vergütet, da für nachgefragte und erbrachte Mehrleistungen - unabhängig davon, ob vereinbart oder nicht vereinbart - nach den bekannten gesetzlichen Bestimmungen Preisabschläge hinzunehmen sind. Auf der Kostenseite rechnen wir auch im Jahr 2015 mit deutlichen Lohn- und Sachkostensteigerungen von 2 % bis 3 %, denen auf der Erlösseite kein entsprechender Ausgleich gegenübersteht. Die Vergütung der Krankenhäuser unterliegt einer Preissteigerung, die sich auf den sogenannten "Orientierungswert" bezieht. Der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) aus der Entwicklung verschiedener Kostenkomponenten zu ermittelnde Orientierungswert gibt den Spielraum der Preisanpassung für Krankenhausleistungen vor. Ursprünglich sollte er die Grundlohnrate als Bemessungsgrundlage vollständig ablösen. Die Neuregelung sieht nun aber den Abgleich von Orientierungswert und Grundlohnrate vor, wobei der höhere Wert zum Tragen kommt. Der höher Wert für das Jahr 2015 wird die Grundlohnrate mit einer Veränderung von 2,53 % sein. Die bundeslandspezifische Vergütung der Krankenhäuser durch den Landesbasisfallwert kappt die beschriebene Preissteigerung durch den Fehlschätzungsausgleich des Landesbasisfallwerts. Dieser Fehlschätzungsausgleich verringert die Preissteigerung im Folgejahr, wenn im abgelaufenen Jahr die auf Bundeslandebene vereinbarten Leistungen zu hoch waren. Zusätzlich müssen die Krankenhäuser im Geschäftsjahr 2015 und in den drei folgenden Jahren weiter den sogenannten "Mehrleistungsabschlag" von 25 %, für die mit den Krankenkassen vereinbarten Mehrleistungen, hinnehmen. Für nicht vereinbarte Mehrleistungen sehen die gesetzlichen Regelungen Abschläge von zusätzlich 65 % vor. Bei Preissteigerungen am oberen Ende der ursprünglich angenommenen 2,0 % bis 3,0 % für Personalkosten und einer in den landesweiten Basisfallwerten enthaltenen gekappten Preissteigerungsrate ergeben sich weitere Ergebnisbelastungen, die entsprechend kompensiert werden müssen. Unabhängig von der im Personalbereich vorherrschenden Tarifschere ist die Beschaffung von qualifiziertem Spitzenpersonal im Ärztlichen Dienst sowie in der Pflege aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung eine für die Zukunft zu bewältigende Aufgabe. Wir begegnen dieser und dem vermehrt von Arbeitnehmern zum Ausdruck gebrachten Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit gezielten Konzepten zur Verbesserung der Attraktivität als Arbeitgeber im Gesundheitswesen. Für die Gesundheitslandschaft in Deutschland und besonders die Krankenhäuser müssen künftig weitere Effizienzpotenziale zur Verfügung stehen bzw. sie müssen in der Lage sein, diese durch geeignete investive Maßnahmen zu heben. Ist dies nicht der Fall, wird der bestehende Ergebnis- und Margendruck weiter anhalten. Damit wird sich die selektive Entwicklung auf der Leistungserbringerseite fortsetzen und verschärfen. Aus unserer Sicht werden nur diejenigen Krankenhäuser nachhaltig und unabhängig am Markt bestehen können, die in der Lage sind, ihr Leistungsportfolio kontinuierlich auszuweiten und gleichzeitig ihre Prozessqualität rund um den Patienten zu verbessern. Wir überprüfen und optimieren kontinuierlich unsere Prozesse und Strategien. Darauf aufbauend werden wir konzernweit auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen reagieren. Wir sehen uns daher auch für die kommenden Jahre mit Blick auf unsere Wachstumschancen sehr gut aufgestellt. 4.3 PrognoseIm Jahr 2015 wirken wir intensiv darauf hin, dass die RHÖN-KLINIKUM AG kontinuierliche Fortschritte als ein leistungsstarker, homogener Konzern von insgesamt zehn exzellenten Kliniken an fünf Standorten macht; alle Einrichtungen sind durch eine enge Verzahnung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie eine hohe ärztliche und pflegerische Qualität geprägt. Zugleich stehen wir für unseren Anspruch ein, auch in Zukunft ein maßgeblicher Pionier innovativer Entwicklungen und ein dynamischer Mitgestalter der Gesundheitswirtschaft zu sein. Im Geschäftsjahr 2015 gehen wir für den RHÖN-KLINIKUM Konzern von etwa 5.300 Betten in zehn Kliniken an fünf Standorten in vier Bundesländern aus. Unsere Prognose werden wir mit rund 15.500 Mitarbeitern erreichen. Damit gehören wir zu den größten Klinikbetreibern in Deutschland. Für das laufende Geschäftsjahr 2015 - das erste vollständige Geschäftsjahr mit neu strukturiertem Portfolio - rechnet der Konzern mit einem Umsatz in der Größenordnung zwischen 1,08 Mrd. € und 1,12 Mrd. € sowie einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 145 Mio. € und 155 Mio. €. Hierbei kommen nach 2013 und 2014 auch im laufenden Geschäftsjahr ergebnisseitig Einmaleffekte zum Tragen - wenngleich auch nicht in einer den vergangenen zwei Jahren vergleichbaren Höhe. Diese positiven und negativen Sondereinflüsse bewegen sich jeweils im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich; sie werden schrittweise über das gesamte Geschäftsjahr 2015 zu Buche schlagen und sich im Zuge dessen teilweise kompensieren. Zu berücksichtigen sind hier regulatorische Eingriffe, Fortschritte bei der Bewältigung größerer Rechtslasten und mögliche positive Effekte aus der bilanziellen Restabwicklung der Transaktion mit Fresenius/Helios. Unser Ausblick steht natürlich unter dem Vorbehalt etwaiger regulatorischer Eingriffe mit Auswirkungen auf die Vergütungsstruktur im kommenden Jahr. Für das Geschäftsjahr 2015 erwarten wir für die RHÖN-KLINIKUM AG bei einem Umsatzvolumen von ca. 163 Mio. € einen Jahresüberschuss von ca. 71 Mio. € 5 CHANCEN UND RISIKOBERICHTEine wertorientierte und nachhaltige Unternehmensführung wird entscheidend durch ein gelebtes Chancen- und Risikomanagement geprägt. Der Umgang mit Chancen und Risiken und deren nachhaltige Steuerung sehen wir als unternehmerische Kernaufgabe an und diese ist im Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG fest in der Führungskultur verankert. Unsere wertorientierte Unternehmensstrategie ist darauf ausgelegt, die Unternehmensressourcen vor verlustträchtigen Risiken zu schützen und neue Chancen zu identifizieren sowie die Interessen unserer Aktionäre und anderer Kapitalmarktteilnehmer zu wahren. Unser unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Die Herausforderung für uns liegt darin, in angemessener Weise mit diesen umzugehen - denn nur ein Unternehmen, das seine wesentlichen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, ist gleichzeitig in der Lage, auch sich bietende Chancen zu erkennen und unternehmerisch verantwortlich zu nutzen. Insbesondere unsere Patienten sind darauf angewiesen, dass wir Chancen und Risiken adäquat handhaben. Wir als Gesundheitsdienstleister sehen die Gefährdung von Leben und Gesundheit unserer Patienten stets als größtes Risiko, denn in medizinischen und pflegerischen Bereichen können selbst kleinste Fehler verheerende Auswirkungen haben. Deshalb genießen Maßnahmen, die diese Risiken vermeiden, bei uns höchste Priorität. Dabei gilt es, Chancen und Risiken permanent gegeneinander abzuwägen. 5.1 Risikobericht5.1.1 RisikomanagementsystemDer Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, dessen Ziel es ist, drohende Risiken frühzeitig zu erkennen und diesen im Rahmen eines systematischen Prozesses zielgerichtet zu begegnen. Unser implementiertes Risikomanagementsystem trägt der gesetzlich vorgeschriebenen Früherkennung von bestandsgefährdenden Risiken in vollem Umfang Rechnung und übersteigt die Anforderungen nach § 91 Abs. 2 AktG. Dem innerhalb der Unternehmenszentrale implementierten Risikomanagement obliegt die Aufgabe, das Risikomanagementsystem kontinuierlich in Richtung Best Practice weiterzuentwickeln und bei Bedarf neuen Erkenntnissen und Anforderungen anzupassen. Im Rahmen des Risikomanagements besteht auch die Möglichkeit, Chancen zu melden. Unserem Risikomanagementsystem liegen eine Konzernrisikorichtlinie sowie weitere erläuternde Dokumente zugrunde. In der Konzernrisikorichtlinie sind sowohl die Grundsätze des Risikomanagements als auch die konzernweit einheitlich verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagementprozess und die entsprechenden Aufgaben und Verantwortlichkeiten beschrieben. Die Dokumentation des eigentlichen Risikomanagementprozesses erfolgt über eine eigens hierfür angeschaffte Softwarelösung. Indem wir das Risikomanagementsystem regelmäßig überprüfen, bewerten und an sich permanent ändernde Rahmenbedingungen anpassen, sichern wir die Akzeptanz des Systems im Unternehmen. Die Interne Revision wird anlassbezogen vom Vorstand mit der prozessunabhängigen Prüfung von Sachverhalten beauftragt. In diesem Zusammenhang überwacht sie auch die Funktionsfähigkeit und die korrekte Anwendung der Vorgaben zum Risikomanagement in Teilbereichen oder Gesellschaften der RHÖN-KLINIKUM AG. Grundsätze unseres Risikomanagements
Jeder Mitarbeiter hat die persönliche Pflicht, aktiv Schäden von unseren Patienten, unseren Geschäftspartnern und vom Unternehmen abzuwenden.
Risiken sind nicht immer vermeidbar, können aber durch eine frühzeitige Identifikation gesteuert werden. Möglichkeiten der Risikosteuerung bilden die Risikovermeidung, die Risikoverminderung, die Risikoüberwälzung oder die Risikoakzeptanz. Um eine effiziente Risikobewältigung zu gewährleisten und Rückschlüsse auf die Gesamtrisikolage zuzulassen, werden Risiken systematisch bewertet und dokumentiert. Die Gefährdung von Leben und Gesundheit wird dabei von uns immer als hohes und als unser größtes Risiko angesehen.
Präventiv festgelegte Verfahren, klar definierte Strukturen und das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen bilden die Basis unseres Risikomanagements. Um die Abläufe regelmäßig zu optimieren und um die Einhaltung der Vorgaben zu prüfen, muss jedes Unternehmen im Konzern seine Risiken kontinuierlich überprüfen, bewerten und an sich ändernde Bedingungen anpassen. Akut auftretende Risiken, die den Bestand eines Unternehmens gefährden können, sind wie bisher auch direkt und schnellstmöglich dem Vorstandsvorsitzenden zu melden. Unser RisikomanagementprozessUnser Risikomanagement umfasst eine Reihe von Prozessen, mit deren Hilfe Risiken, die die Verwirklichung der Ziele und Chancen des Unternehmens gefährden können, erfasst, bewertet und gesteuert werden können. Es fasst alle geplanten Aktivitäten und organisatorischen Regelungen im Unternehmen zusammen, die darauf ausgerichtet sind, relevante Risiken zu handhaben. Hierdurch sollen die Risiken beherrschbar gemacht werden. Dabei bezieht sich unser Risikomanagement nicht ausschließlich auf finanzielle Risiken, sondern auf Risiken aller Art im Unternehmen. Wir verstehen Risikomanagement als einen kontinuierlichen Prozess, der in die Phasen Risikoidentifikation, Risikoanalyse und -bewertung, Risikosteuerung und -bewältigung, Risikoüberwachung und Risikokommunikation unterteilt ist. Die Risikoidentifikation umfasst die systematische und strukturierte Erfassung der relevanten Risiken der RHÖN-KLINIKUM AG und ihrer Tochterunternehmen und dient der Identifizierung der relevanten Risiken und der Erfassung dieser im Risikomanagementsystem. Die Identifikation der Risiken erfolgt durch im Vorfeld festgelegte Verantwortlichkeiten unter Zuhilfenahme eines Risikoatlasses, in dem die dort dargestellten Risikokategorien auf Risiken untersucht werden. Die Festlegung der Kategorien im Risikoatlas erfolgt zentral, die Risikoidentifikation dezentral. Die Risikoidentifikation ist aufgrund der sich ständig ändernden Verhältnisse und Anforderungen eine kontinuierliche Aufgabe. Risikoidentifikation und Chancenerkennung sind deshalb bei uns in die geschäftsüblichen Arbeitsabläufe integriert, denn nur Chancen und Risiken, die wir kennen, können wir auch steuern. Relevante Risiken werden von den jeweiligen Verantwortlichen analysiert und bewertet. Die Risikoanalyse und -bewertung erfolgt durch Herleitung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens und der möglichen monetären Auswirkung des Risikos (Schadenshöhe), unter Erläuterung der Bewertungsannahmen (Bruttobewertung). Die Risikosteuerung und -bewältigung umfasst die Aufgabe, mit welchen Maßnahmen Risiken gesteuert werden können. Hierzu sind zu jedem identifizierten Risiko geeignete Maßnahmen mit dem zu erwartenden Maßnahmeneffekt zu hinterlegen. Möglichkeiten der Risikosteuerung und -bewältigung sind die Risikovermeidung, die Risikoverminderung, die Risikoüberwälzung oder die Risikoakzeptanz. Primäres Ziel der Risikosteuerung ist, unter Abwägung der damit verbundenen Chancen, die Risikominimierung und, wenn möglich, die Risikovermeidung. Durch den Ausweis der zu erwartenden Maßnahmeneffekte können die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen bestimmt werden. Dabei sind die in Betracht gezogenen Maßnahmen unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten abzuwägen und so zu wählen, dass hierdurch die zu erwartende Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe in die unternehmenseigenen Grenzen der Risikotoleranz gelenkt werden. Im Rahmen der Risikoüberwachung werden die Umsetzung eingeleiteter Maßnahmen und deren Auswirkungen geprüft. Die Ergebnisse des Risikomanagementprozesses werden zu den festgelegten Terminen zur Verfügung gestellt. Durch eine zeitnahe, offene interne und externe Kommunikation schaffen wir Vertrauen und die Basis für Selbstkritik und kontinuierliches Lernen. 5.1.2 RisikenUnter Risiken verstehen wir Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG, die sich negativ auf die Erreichung der gesetzten Unternehmensziele, die künftige Aufgabenerfüllung sowie auf Qualität und Reputation der RHÖN-KLINIKUM AG und ihrer Tochtergesellschaften auswirken können. Nicht alle Risiken sind gleich wichtig. Um eine effiziente Risikobewältigung zu gewährleisten, wird eine systematische Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Die Risikobewertung erfolgt durch Ermittlung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen monetären Auswirkung des Risikos unter Berücksichtigung von bereits bestehenden und geplanten Maßnahmen. Die Klassifizierung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung erfolgt mittels einer Risikomatrix in jeweils drei Stufen: niedrig, mittel, hoch. Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einer hohen Auswirkung stufen wir als bestandsgefährdend ein. Bei der Eintrittswahrscheinlichkeit klassifizieren wir eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit ab größer 30 % sowie eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit ab größer 70 %. Generell sind alle Risiken, unabhängig vom Risikobetrag, zu melden. Als hoch werden bestandsgefährdende Risiken bewertet. ![]() Die RHÖN-KLINIKUM AG ist wie jedes andere Unternehmen verschiedenen Quellen der Unsicherheit ausgesetzt. Als Gesundheitsdienstleister setzen wir uns zudem mit einer äußerst komplexen Risikolandschaft auseinander. Faktoren, wie die ordnungspolitischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, der zunehmende Kosten-, Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck innerhalb der Branche oder die steigenden Ansprüche der Patienten eröffnen nicht nur Chancen sondern bergen auch Risiken. Betriebswirtschaftliches Potenzial und bestehende Risiken sind im Krankenhaussektor i. d. R. durch langfristige Zyklen geprägt. Kurzfristige Änderungen des Marktumfeldes bilden daher eher die Ausnahme. Nachstehende Risikofelder haben maßgeblichen Einfluss auf die allgemeine Geschäftsentwicklung sowie auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage: Leistungswirtschaftliche RisikenAufgrund der staatlichen Krankenhausbedarfsplanung verfügen alle Plankrankenhäuser in Deutschland faktisch über einen staatlich regulierten Gebietsschutz. Klassische Markt- und Absatzrisiken bestehen nur dort, wo Standortschließungen durch Planfortschreibungen festgelegt werden bzw. die Qualitätseinschätzung eines Krankenhauses durch einweisende Ärzte oder Patienten deutlich schlechter ausfällt als für benachbarte Kliniken und dadurch Patientenwanderbewegungen ausgelöst werden. Leistungsschwankungen in unseren Einrichtungen, Leistungsverschiebungen vom stationären in den ambulanten Bereich sowie die regulierte Preissetzung können zu Umsatzeinbußen und Kostensteigerungen und damit zu Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Durch regelmäßige Zeit- und Betriebsvergleiche bezüglich Leistung, Umsatz und Ergebnis sowie ausgewählter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen und anderen Indikatoren können wir frühzeitig unerwünschte Entwicklungen erkennen. Wo angebracht und notwendig können wir korrigierend eingreifen. Damit steuern wir ein überschaubares niedriges Risikopotenzial. BetriebsrisikenDer medizinische Fortschritt und der Anspruch, Patienten als Ganzes und nicht partikulär zu diagnostizieren und zu therapieren, erfordern eine Organisation von immer stärker interdisziplinär-arbeitsteiligen Prozessen. Dieser Kooperationsbedarf besteht nicht nur im Krankenhaus, sondern auch zwischen der ambulanten und stationären Versorgung. Störungen im Prozessablauf bergen Risiken für den Patienten und die Klinik. Wir legen allerhöchsten Wert darauf, diese Risiken zu minimieren, indem wir Behandlungsqualität mit qualifizierten und geschulten Mitarbeitern durch leitliniengerechtes Vorgehen in betriebssicheren und hygienegerechten Krankenhausgebäuden sicherstellen. Die permanente Überwachung aller Aufbau- und Ablauforganisationen bei der Behandlung von Patienten sowie die konsequente Ausrichtung aller Anstrengungen auf die Bedürfnisse unserer Patienten erzeugen ein Höchstmaß an Behandlungsqualität und begrenzen bestehende Betriebsrisiken. Neben den typischen klinischen Risikofeldern im Umfeld der Patientensicherheit (Hygiene, Pflege und medizinische Versorgung) werden in den Kliniken, wie in den Vorjahren auch, Risiken aufgrund von Überalterung von Geräten in der Medizintechnik, beim Brandschutz und im EDV-Ausfall gesehen. Die Risiken sind zwar existent, werden aber im Allgemeinen aufgrund von bestehenden Maßnahmenkatalogen als niedrig bewertet. Für nicht abwendbare Risiken besteht ein angemessener und regelmäßig aktualisierter Versicherungsschutz. BeschaffungsrisikenIn Zeiten des wachsenden wirtschaftlichen Drucks auf die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft gewinnen - neben dem optimalen Einsatz von Sachmitteln - die Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung. Krankenhäuser weisen üblicherweise Personalkostenquoten zwischen 50 % und 70 % aus. Daraus ergibt sich nicht nur eine beträchtliche Abhängigkeit von tariflichen Entwicklungen. Ferner ist der Erfolg von Einrichtungen im Gesundheitswesen davon abhängig, dass man im erforderlichen Umfang ausreichend qualifiziertes Personal jederzeit rekrutieren kann, um die gesteckten Wachstumsziele zu erreichen. Deshalb ist es für uns von zentraler Bedeutung sicherzustellen, dass wir Fachkräfte von uns überzeugen und an unser Unternehmen binden können. Durch den Aufbau und Ausbau strukturierter Rekrutierungs- und Qualifizierungskonzepte für den ärztlichen Dienst, die Pflege und die Gesundheitsberufe sowie für unsere Führungskräfte sehen wir Möglichkeiten, dem gegenwärtigen Personalmangel effizient zu begegnen und stufen die Personalrisiken als vergleichsweise niedrig ein. In Bezug auf die Materialbeschaffung sind wir im Bereich medizinischer Einrichtungen und Ausstattungen sowie beim medizinischen Bedarf auf Fremdanbieter angewiesen. Aus diesen Geschäftsbeziehungen können Risiken, beispielsweise ausgelöst durch Lieferschwierigkeiten und Qualitätsprobleme, entstehen. Konzernweit stellen wir durch kontinuierliche Markt- und Produktbeobachtung sicher, dass sich Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, von Produkten und Dienstleistern in engen Grenzen halten und stufen Risiken aus diesem Bereich ebenfalls als niedrig ein. Umfeld- und BranchenrisikenVon den Entwicklungen der Binnenkonjunktur sind wir nur mittelbar betroffen, da die Gesundheitsausgaben vom Beitragsaufkommen der Versicherten und damit von der Lage am Arbeitsmarkt abhängen. Da wir ausschließlich auf dem inländischen Gesundheitsmarkt tätig sind, berühren uns außenwirtschaftliche Faktoren kaum. Zurzeit prägen zwei wesentliche Entwicklungen unsere Branche. Zum einem nimmt die Nachfrage nach medizinischen, insbesondere auch spitzenmedizinischen Leistungen weiter zu. Demgegenüber wird die Vergütung der erbrachten Leistungen nicht angemessen angepasst. Mit der unternehmerischen Neuausrichtung und der Konzentration auf hochwertige und vergleichsweise ausreichend vergütete medizinische Versorgungsleistungen sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt. Bei künftigen Unternehmenstransaktionen entstehen generell rechtliche Risiken - insbesondere im kartellrechtlichen Bereich. Entscheidungen des Kartellamts haben damit auch Einfluss auf einen im Gesundheitsbereich tätigen Konzern. Daraus resultierende Risiken werden von uns bei Bedarf überwacht und bewertet. Auch aus bestehenden Unternehmenskaufverträgen eventuell entstehende Risiken werden regelmäßig überwacht und bewertet. Das Ermittlungsverfahren gegen Servicegesellschaften hatte sich bereits im Laufe des Jahres 2012 gegen juristische Personen, die in einem Vertragsverhältnis mit Servicegesellschaften stehen, ausgeweitet. Zwischenzeitlich wurde das Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen alle Kliniken eingestellt. Uns betreffende Umfeld- und Branchenrisiken stufen wir als sehr niedrig ein. Finanzwirtschaftliche RisikenWir sind ausschließlich in Deutschland tätig, unterliegen also keinen Transaktions- und Währungsrisiken. Aus dem Liquiditätszufluss aus dem Verkaufserlös der Transaktion mit Fresenius/Helios haben wir einen Großteil der Finanzschulden zurückgeführt. Die bestehenden Finanzschulden betragen 216,0 Mio. € (Vj. 865,1 Mio. €) und die zinstragende Anlagen 1.014,8 Mio. € (Vj. 517,9 Mio. €). Wertpapiere, ausgenommen 24.000 Stück eigene Aktien, werden in der RHÖN-KLINIKUM AG nicht gehalten. Entsprechende Bonitäts- und Kursrisiken bestehen ebenfalls nicht. Ergebnisse der Risikoinventur und GesamteinschätzungIm Rahmen der Risikoinventur für das Geschäftsjahr 2014 wurden uns keine bestandsgefährdenden Risiken gemeldet. Die Grundsätze des gesetzlich vorgeschriebenen Systems zur Früherkennung von bestandsgefährdenden Risiken wurden im Berichtsjahr analog zu den Vorjahren fortgeführt. Die Überprüfung der Risikolage im Konzern und in den Einzelgesellschaften der RHÖN-KLINIKUM AG sowie in der RHÖN-KLINIKUM AG selbst hat für das Geschäftsjahr 2014 als Gesamteinschätzung ergeben, dass bestandsgefährdende Risiken weder für die Einzelgesellschaften noch für den Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG bestehen und weiterhin auch keine entwicklungsbeeinträchtigenden Sachverhalte gesehen werden. Die Risikoeinschätzung der einzelnen Gesellschaften sowie die Gesamtrisikolage im Konzern und in der RHÖN-KLINIKUM AG selbst werden weiterhin als niedrig eingestuft. 5.2 ChancenberichtAnalog zum Risikobegriff, verstehen wir unter Chancen Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG, die sich positiv auf die Erreichung der gesetzten Unternehmensziele, die künftige Aufgabenerfüllung sowie auf Qualität und Reputation der RHÖN-KLINIKUM AG auswirken können. Im Rahmen des Risikomanagements besteht die Möglichkeit, auch Chancen zu melden. Um Chancen wahrnehmen zu können, müssen manchmal mögliche Risiken bewusst in Kauf genommen werden. So z. B. setzt jeder medizinische Eingriff den Patienten einer Gefahr aus, aber er verschafft ihm auch die Chance auf Heilung. Wir sind kontinuierlich bestrebt, unsere Prozesse und Strategien zu überprüfen und zu optimieren. Unsere Aktivitäten zur Standortoptimierung durch Überprüfungen des Leistungsportfolios und Identifizierung von Leistungspotenzialen haben wir im Geschäftsjahr 2014 fortgesetzt und unsere Unternehmensstrategie aufgrund des inzwischen abgeschlossenen Verkaufs von insgesamt 43 Kliniken neu ausgerichtet. Jede unternehmerische Neuorientierung bietet auch Chancen. Deshalb sind wir überzeugt, im neuen unternehmerischen Zuschnitt zusätzliche Wachstums- und Ergebnispotenziale generieren zu können. Im Jahr 2014 haben wir unser "Medical Board" berufen, das mit anerkannten Spitzenmedizinern von allen Standorten unseres Unternehmens besetzt ist. Seine Aufgabe ist es, vor allem die medizinische Strategie der RHÖN-KLINIKUM AG weiter auszugestalten, umzusetzen und mit den unternehmerischen Zielen zu synchronisieren. Mit einer deutlichen Erhöhung des Forschungsbudgets wollen wir unsere Wettbewerbsposition bei Behandlungsinnovation und Hochleistungsmedizin ausbauen. Im Jahr 2015 werden Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 4 Mio. € finanziert werden, die sich schwerpunktmäßig mit Forschung und Innovation sowie mit Behandlungsexzellenz und Netzwerkmedizin beschäftigen. Wir sehen hierbei als Chance für unseren Konzern auch das Konzept der Netzwerkmedizin "Wir für Gesundheit". Es sieht im Kern vor, dass ein bundesweites Netzwerk von Leistungsanbietern entsteht, in dem sämtliche ambulanten, stationären und Rehabilitationsleistungen angeboten werden. Als Gesamteinschätzung sehen wir unseren Konzern mit einem Umsatz von rund 1 Mrd. €, den wir mit knapp 15.000 Mitarbeitern in zehn Kliniken an fünf Standorten künftig erzielen wollen, sehr gut aufgestellt. Wir gehören auch in Zukunft zu den großen Klinikbetreibern in Deutschland als ein leistungsstarker, homogener Verbund mit einer konsequenten Ausrichtung auf Spitzen- und Spezialmedizin. 6 Die RHÖN-KLINIKUM AktieDAS BÖRSENJAHR 2014Die Entwicklung an den internationalen Börsen stand im Jahr 2014 weiterhin unter dem Einfluss der umfangreichen geldpolitischen Unterstützung durch die Notenbanken. Die expansive Geldpolitik mit niedrigen Zinsen und Ankauf von Wertpapieren stimulierte die Aktienmärkte und trieb diese zwischenzeitlich auf neue Allzeithochs. Belastend wirkten sich die global schwächer als erwartet entwickelnde Konjunktur sowie zahlreiche politische Risiken und Krisenherde aus. Die Aktienmärkte waren infolge der diversen externen Faktoren sehr volatil. Insgesamt stieg der DAX® im Jahresverlauf um rund 2,7 Prozent. Dabei wurde im Juni erstmals die Marke von 10.000 Punkten überschritten und nach einem Zwischentief von 8.571 Punkten Mitte Oktober am 5. Dezember ein neuer historischer Höchststand von 10.087 Punkten erreicht. Der deutsche Nebenwerte-Index MDAX® stieg im Jahr 2014 um rund 2,2 Prozent. Damit entwickelten sich die deutschen Indizes besser als die großen europäischen Vergleichsindizes. So legte etwa der DJ EURO STOXX 50® um lediglich 1,2 Prozent zu. Defensive Titel aus der Gesundheitswirtschaft konnten in dem volatilen Börsenumfeld überproportional profitieren. Der DJ EURO STOXX Healthcare® stieg im Jahresverlauf um 5,7 Prozent. RHÖN-KLINIKUM AKTIENKURS VON INFORMATIONEN ZUR TRANSAKTION MIT FRESENIUS UND AKTIENRÜCKKAUF 2014 GEPRÄGTDie Aktie der RHÖN-KLINIKUM AG erzielte im Verlauf des ersten Halbjahres 2014 einen Kursanstieg von 14,6 Prozent. Hintergrund dieser positiven Kursentwicklung waren u.a. Unternehmensnachrichten zum Fortgang der Transaktion mit Fresenius/Helios. Am 20. Februar 2014 wurde die endgültige Freigabe durch das Bundeskartellamt und am 16. Juni 2014 der Vollzug des Verkaufs von 40 Kliniken an Fresenius/HELIOS bekannt gegeben. Für die RHÖN-KLINIKUM AG ist mit der Transaktion die Konzentration auf ein homogenes Krankenhausportfolio verbunden. Am 29. September 2014 hat die Gesellschaft einem Vergleich mit den Klägern gegen den Hauptversammlungsbeschluss zu TOP 3 (Kapitalherabsetzung/Aktienrückkauf 2014) zugestimmt und so den Weg für die Durchführung des Aktienrückkaufs und damit die Auskehrung eines Großteils des Transaktionserlöses nach Schulden frei gemacht. Über das gesamte Jahr 2014 gewann die RHÖN-KLINIKUM Aktie knapp 9,1 Prozent hinzu. Getrieben durch die Unternehmensnachrichten zum Fortgang der Transaktion mit Fresenius und das geplante Aktienrückkaufprogramm 2014 entkoppelte sich die Kursentwicklung der RHÖN-KLINIKUM Aktie von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und vom allgemeinen Börsenumfeld und entwickelte sich deutlich besser als der DAX® und MDAX® und auch als der DJ EURO STOXX Healthcare®. Sie beendete das Börsenjahr bei einem Schlusskurs von 23,20 Euro. Einschließlich der Dividendenzahlung betrug die Jahresperformance plus 10,3 Prozent. Die Marktkapitalisierung der nach dem Aktienrückkauf 2014 ausgegebenen 73,48 Mio. Stückaktien lag zum Jahresende bei 1,7 Mrd. Euro (Vj. 2,9 Mrd. Euro basierend auf 138,23 Mio. Aktien). Damit belegte die RHÖN-KLINIKUM Aktie zum 31. Dezember 2014 Position 45 (Vj. Position 23) in der Rangliste des MDAX®. Das tagesdurchschnittliche Handelsvolumen an den deutschen Börsen einschließlich des Xetra-Handels lag 2014 bei 452.219 Stück. ANTEILIGE AUSKEHRUNG DER TRANSAKTIONSERLÖSE/DIVIDENDEAm Ende der Annahmefrist des öffentlichen Angebots zum Erwerb von bis zu 65.813.330 eigenen Aktien gegen Zahlung des Angebotspreises von 25,18 Euro pro Rhön-Klinikum Aktie betrug das Grundkapital der Gesellschaft 345.580.000,- Euro und war eingeteilt in 138.232.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Insgesamt wurde bis zum Ende der Annahmefrist, am 14. November 2014, das Öffentliche Erwerbsangebot für insgesamt 64.750.140 Rhön-Aktien angenommen. Dies entspricht einem Anteil von 46,84% des gesamten zum Meldestichtag ausgegebenen Grundkapitals (berechnet ohne Abzug der 24.000 eigenen Aktien). Die bei dem Aktienrückkauf erreichte finale Andienungsquote von 98,4% betrachtet die Gesellschaft als vollen Erfolg und deutlichen Vertrauensbeweis des Marktes. Zum 20. November 2014 erfolgte die Einziehung der aufgrund des Aktienrückkauf 2014 erworbenen Aktien. Dadurch wurden insgesamt 1,63 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgekehrt und das Grundkapital der Gesellschaft auf 183.704.650,- Euro eingeteilt in 73.481.860 auf den Inhaber lautende Stückaktien, herabgesetzt. Durch den erfolgreichen Aktienrückkauf 2014 hat die Gesellschaft einen wesentlichen Schritt zur Anpassung des Eigenkapitals an den veränderten Unternehmenszuschnitt vollzogen. Auf Basis der neuen Bilanzrelationen sieht sich die Gesellschaft bestens gerüstet für die gesunde organische Weiterentwicklung des Konzerns und kann gleichsam künftige Wachstumsopportunitäten im deutschen Gesundheitssektor wirkungsvoll wahrnehmen. INVESTOR-RELATIONS-AKTIVITÄTENDie RHÖN-KLINIKUM AG hat sich zu transparenter und fairer Kommunikation verpflichtet. Investor Relations, die Beziehungen zu unseren Aktionären und Bondinvestoren, haben für uns einen hohen Stellenwert. Unser Ziel und unser Anspruch ist es, im Rahmen der Finanzmarktkommunikation ein realistisches Bild unseres Unternehmens zu vermitteln. Auf diese Weise wollen wir den Marktteilnehmern eine treffende Einschätzung und Bewertung unserer Aktie und unserer Anleihen ermöglichen. Investoren, Analysten und allen weiteren interessierten Marktteilnehmern stellen wir eine Plattform mit umfassenden und zeitnahen Informationen über die RHÖN-KLINIKUM Gruppe bereit. Überdies pflegen wir den direkten, kontinuierlichen und persönlichen Dialog mit unseren Investoren und Analysten, etwa im Rahmen internationaler Investorenkonferenzen oder auf Investoren-Roadshows. Der Bereich Investor Relations ist direkt dem Finanzvorstand unterstellt. Im Rahmen unserer Finanzberichterstattung geben wir quartalsweise Auskunft über den operativen Geschäftsverlauf. Aktuelle und kursrelevante Informationen über unser Unternehmen stellen wir Investoren, Analysten und der Presse zeitgleich und unmittelbar zur Verfügung. Wir veröffentlichen sie zudem zeitnah als IR-News auf unserer Webseite. Weitere Informationsquellen sind die jährlich feststehenden Veranstaltungen unseres Finanzkalenders wie die Bilanzpressekonferenz im Frühjahr und die Hauptversammlung zur Jahresmitte. 7 Berichterstattung gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB über interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessIm RHÖN-KLINIKUM Konzern besteht das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem aus dem internen Steuerungs- und dem internen Überwachungssystem, das die Erstellung der Jahresabschlüsse für den Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG und die RHÖN-KLINIKUM AG selbst und ihre Tochtergesellschaften sicherstellt. Das Risikomanagementsystem als Bestandteil des internen Kontrollsystems ist mit Bezug auf die Rechnungslegung auch auf das Risiko der Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem in unserem Konzern umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Der Konzernrechnungslegungsprozess ist so organisiert, dass für jede der Tochtergesellschaften und die RHÖN-KLINIKUM AG selbst zu jedem Stichtag - d. h. monatlich, vierteljährlich und jährlich - auf Basis einer konzernweit einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie und eines konzernweit einheitlichen Buchhaltungsprogramms ein handelsrechtlicher Abschluss in konzerneigenen Rechenzentren erstellt wird. Aus diesen Abschlüssen wird für jedes Quartal ein Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) abgeleitet. Die Abschlussdaten der Tochtergesellschaften werden mittels zertifizierter Konsolidierungssoftware nach der Kapitalkonsolidierung und einer Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Eliminierung etwaiger Zwischengewinne zu einem Konzernabschluss zusammengefasst. IFRS-relevante Umbewertungen bzw. Umgliederungen werden auf Konzernebene nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren durchgeführt. Die Abschlüsse werden zeitnah nach Ablauf des jeweiligen Stichtags an das Konzernrechnungswesen gemeldet, erstellt und veröffentlicht. Zusammen mit der Abteilung Controlling und fallweise auch mit der Abteilung Interne Revision werden die Abschlüsse analysiert, plausibilisiert und bewertet. Sowohl für die Erstellung der Einzelabschlüsse nach HGB als auch für die Erstellung des Konzernabschlusses nach den gültigen IFRS gibt es zur Vereinheitlichung der Bilanzierung entsprechend umfangreiche Bilanzierungsvorgaben und -richtlinien, deren Einhaltung stringent überwacht wird. Sowohl bei den Einzelgesellschaften als auch im Konzern bestehen klare Verantwortlichkeiten für die Erstellung der Jahresabschlüsse. Die dabei zur Anwendung kommenden fallweise präventiven oder nachgelagerten bzw. manuellen oder automatisierten Kontrollen tragen den Grundsätzen der Funktionstrennung Rechnung. Die Quartalsabschlüsse, der Halbjahresfinanzbericht sowie der Jahresabschluss werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zur Prüfung vorgelegt. Die Prüfungsergebnisse des Prüfungsausschusses werden dokumentiert. Darüber hinaus beauftragt der Prüfungsausschuss regelmäßig auch den Abschlussprüfer mit der Durchführung einer rechnungslegungsbezogenen Schwerpunktprüfung. Soweit sich aus den Prüfungen des Prüfungsausschusses sowie des Abschlussprüfers Verbesserungen des Konzernrechnungslegungsprozesses ableiten lassen, werden diese unverzüglich etabliert.
Bad Neustadt a. d. Saale, den 6. März 2015 Der Vorstand Martin Menger Jens-Peter Neumann Dr. Dr. Martin Siebert Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014Bilanz zum 31. Dezember 2014Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014scroll
Anhang für das Geschäftsjahr 2014Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie des Aktiengesetzes aufgestellt. 1. Grundlegende InformationenDie RHÖN-KLINIKUM AG, die HELIOS Kliniken GmbH und die Fresenius SE & Co. KGaA haben am 13. September 2013 einen Anteilskaufvertrag unterzeichnet, wonach ein Portfolio von 41 Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen verkauft wurden. Die Kliniken in Waltershausen-Friedrichroda sowie Boizenburg wurden an zwei andere Erwerber veräußert. Im Einzelabschluss der RHÖN-KLINIKUM AG weisen wir für das Geschäftsjahr 2014 einen Bilanzgewinn in Höhe von 330,6 Mio. € (Vj. 1.704,5 Mio. €) aus, der im Wesentlichen aus dem Teil der veräußerten Gesellschaften resultiert, bei denen die Voraussetzungen der Gewinnrealisierung zum Stichtag 31.12.2013 noch nicht vorlagen. Von der Transaktion mit Fresenius/Helios ausgenommen sind die Standorte Bad Neustadt, Bad Berka, Frankfurt (Oder) sowie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Mit diesen fünf Standorten bildet die RHÖN-KLINIKUM AG ein neues hochspezialisiertes Krankenhausportfolio, das sich innovationsgetrieben auf die Behandlungsexzellenz konzentriert. Die Gesellschaft ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und ist seit 1989 börsennotiert (MDAX® ). Der Sitz der Gesellschaft ist in Bad Neustadt a. d. Saale, Salzburger Leite 1, Deutschland. 2. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden AnlagevermögenImmaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über eins bis 15 Jahre abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das mit BilMoG neu geschaffene Aktivierungswahlrecht nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand gebucht, sofern sie nicht aktivierungspflichtig sind. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und etwaiger außerplanmäßiger Abschreibungen. Die Herstellungskosten umfassen zusätzlich zu den Einzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Allgemeine Verwaltungskosten sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfolgen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 150 € im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für Zugänge, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 150 €, aber nicht 1.000 € (zzgl. USt) übersteigen, werden in einem Jahressammelposten erfasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Im Zugangsjahr wird stets der volle Abschreibungssatz verwendet. Gebäude werden über eine Nutzungsdauer bis 33 1/3 Jahren abgeschrieben. Das bewegliche Sachanlagevermögen wird in längstens zehn Jahren abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei nachhaltiger Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Unterverzinsliche Ausleihungen werden mit dem Barwert angesetzt. UmlaufvermögenVorräte werden zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten beziehungsweise zu niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen zusätzlich zu den Einzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Allgemeine Verwaltungskosten sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert. Abwertungen werden für Bestandsrisiken vorgenommen, die sich aus geminderter Verwertbarkeit und technischer Veralterung ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung von Unfertigen Leistungen im Klinikbetrieb in angemessenem und ausreichendem Umfang. Unfertige Leistungen sind mit an Herstellungskosten orientierten Wertansätzen auf Basis der vom InEK ermittelten repräsentativen Standardkosten für standardisierte Leistungen durch Krankenhäuser in Deutschland bewertet. Die Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt; alle erkennbaren Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag von 2 % ausreichend Rechnung getragen. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst. Die flüssigen Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt. Aktive RechnungsabgrenzungspostenAls aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind die Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Latente SteuernAuf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen werden latente Steuern gebildet. Wenn aufgrund dieser Bewertungsunterschiede von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist, werden Passive latente Steuern angesetzt. Sofern eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, erfolgt der Ansatz von Aktiven latenten Steuern. Verlust- und Zinsvorträge werden insoweit berücksichtigt, als eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre realisierbar ist. Des Weiteren werden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Organgesellschaften insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der RHÖN-KLINIKUM AG als steuerlichem Organträger auszugehen ist. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des individuellen Steuersatzes im Umkehrzeitpunkt. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag kam im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Steuersatz von 15,825 % zur Anwendung. Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung von DeckungsvermögenFür Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Zinsaufwand ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung. Altersvorsorgeleistungen und ähnliche VerpflichtungenDie RHÖN-KLINIKUM AG bewertet die Altervorsorgeverpflichtungen und ähnliche Verpflichtungen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag. Zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen werden bei der Ermittlung des Barwerts der erdienten Anwartschaft berücksichtigt. Für die Abzinsung der Altersvorsorgeverpflichtungen wird der jeweilige von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichte Zinssatz (Dezember 2014: 4,53 %; Dezember 2013: 4,89 %) verwendet. Für die Abzinsung der Verpflichtungen aus Altersteilzeit wurde entsprechend ein laufzeitadäquater Zinssatz von 2,96 % (Vj. 3,47 %) zu Grunde gelegt. Übrige RückstellungenIn den Übrigen Rückstellungen sind in angemessenem und ausreichendem Umfang individuelle Vorsorgen für alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen gebildet. Die Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Vor dem 1. Januar 2010 gebildete Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB (alt) wurden in Anwendung des Übergangswahlrechts beibehalten. VerbindlichkeitenFinanzschulden und andere Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag, Leibrentenverpflichtungen werden mit ihrem Barwert am Bilanzstichtag ausgewiesen. AbschlussgliederungDie RHÖN-KLINIKUM AG fasst einzelne Posten der Bilanz zusammen bzw. stellt zusätzliche Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung dar, sofern sie einen Betrag enthalten, der für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes nicht erheblich ist, und durch eine Zusammenfassung die Klarheit der Darstellung vergrößert wird. Die zusammengefassten Posten weist die RHÖN-KLINIKUM AG im Anhang gesondert aus. Gewinn- und VerlustrechnungDie RHÖN-KLINIKUM AG erstellt die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren. 3. Erläuterung zur Bilanz3.01 Entwicklung des AnlagevermögensZu der Zusammensetzung des Anlagevermögens verweisen wir auf das Anlagengitter. Anlagenspiegel3. Erläuterungen zur Bilanz3.01 Entwicklung des Anlagevermögensscroll
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3.02 Forderungen und sonstige VermögensgegenständeZusammensetzung:scroll
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Davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0 Tsd. € Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 48.418 Tsd. € (Vj. 200.871 Tsd. €) auf Finanzforderungen, sowie 10.912 Tsd. € (Vj. 18.188 Tsd. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Ansprüche aus der Veräußerung von Beteiligungen an Fresenius in Höhe von 37.559 Tsd. € sowie Steuererstattungsansprüche von 8.665 Tsd. € (Vj. 6.293 Tsd. €) enthalten. Davon betreffen 6.293 Tsd. € (Vj. 6.293 Tsd. €) Körperschaftsteuerguthaben gemäß § 37 KStG n.F., die innerhalb des verbleibenden Auszahlungszeitraums von 2015 bis 2017 zur Auszahlung gelangen und mit dem Barwert in Höhe von 6.293 Tsd. € (Vj. 6.293 Tsd. €) angesetzt sind. Die Bewertung erfolgte auf Basis eines laufzeitadäquaten Zinssatzes von 4,0 %. 3.03 Aktive RechnungsabgrenzungspostenUnter den Rechnungsabgrenzungsposten wird gemäß § 250 Abs. 3 HGB der Differenzbetrag zwischen Darlehenssumme und Auszahlungsbetrag für eine Anleihe mit einem Restbuchwert von 121 Tsd. € (Vj. 1.149 Tsd. € (vier Darlehen und eine Anleihe)) ausgewiesen. Dieser Posten wird entsprechend der Laufzeit der zugrunde liegenden Verträge bzw. entsprechend der Zurückführung der Finanzschulden aufgelöst. 3.04 Aktive latente SteuernDie aktiven latenten Steuern in Höhe von 4.683 Tsd. € (Vj. 3.453 Tsd. €) resultieren aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden. Die sich in 2014 ergebenden aktiven latenten Steuern betreffen Bewertungsdifferenzen beim Sachanlagevermögen, Vorräten, Forderungen, Altersversorgungsrückstellungen und übrigen Rückstellungen. Bei der Bewertung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde gelegt. Der Anstieg des Postens entfällt im Wesentlichen auf Anlagevermögen und Rückstellungen. 3.05 Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital der RHÖN-KLINIKUM AG wurde von 345.580.000 € durch Einziehung von 64.750.140 voll eingezahlten eigenen Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft von 2,50 € je Aktie um einen Gesamtbetrag von 161.875.350 € auf 183.704.650 € im Wege der vereinfachten Einziehung gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 2, Abs. 4 und 5 AktG herabgesetzt und ist eingeteilt in 73.481.860 (Vj. 138.232.000) nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert am Grundkapital in Höhe von 2,50 € je Aktie. Die Entwicklung des Grundkapitals der RHÖN-KLINIKUM AG im Überblick: scroll
3.06 Eigene AktienUnverändert hält die RHÖN-KLINIKUM AG 24.000 Stück eigene Aktien in ihrem Bestand. Die am Bilanzstichtag im Bestand befindlichen Aktien entsprechen rechnerisch 60 Tsd. € oder 0,03 % (Vj. 0,02 %) des Gezeichneten Kapitals. 3.07 KapitalrücklageIn der Kapitalrücklage wird das Agio aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 410.869 Tsd. € sowie der auf die in 2014 eingezogenen Aktien entfallende Betrag in Höhe von 161.875 Tsd. € ausgewiesen. 3.08 GewinnrücklagenDie gesetzliche Rücklage beträgt unverändert 131 Tsd. €. Die anderen (freien) Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt: scroll
3.09 BilanzgewinnIm Bilanzgewinn von 330.618 Tsd. € ist nach Berücksichtigung der Kapitalherabsetzung ein verbleibender Gewinnvortrag von 39.564 Tsd. € enthalten. Von diesem Gewinnvortrag entfallen 6 Tsd. € auf Gewinnanteile für eigene Aktien. 3.10 Angaben zu ausschüttungsgesperrten BeträgenDen ausschüttungsgesperrten Beträgen von insgesamt 4.683 Tsd. € (Vj. 3.453 Tsd. €), die aus dem Ansatz der aktiven latenten Steuern resultieren, stehen frei verfügbare Rücklagen von 572.745 Tsd. € (Vj. 410.869 Tsd. €) gegenüber. Eine Ausschüttungssperre in Bezug auf den Bilanzgewinn von 330.618 Tsd. € besteht daher nicht. 3.11 Sonderposten zur Finanzierung des AnlagevermögensEs handelt sich um Fördermittel nach Krankenhausfinanzierungsrecht, die nach bestimmungsgemäßer Verwendung in einen Sonderposten nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) eingestellt werden, und entsprechend der Abschreibung der geförderten Wirtschaftsgüter ertragswirksam aufgelöst werden. 3.12 RückstellungenDie Rückstellungen entfallen auf: scroll
Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken in ausreichendem Maß ab. Die Rückstellungen im Zusammenhang mit den durchgeführten Transaktionen betreffen rechtliche und steuerliche Risiken im Rahmen der Veräußerung von Gesellschaften. Für die Mitglieder des Vorstandes besteht ein Versorgungsplan, der Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorsieht. Die Vorstände erhalten neben ihrer laufenden Vergütung bei Beendigung ihrer Vorstandstätigkeit eine in Abhängigkeit von der Dauer des Dienstverhältnisses und der Höhe der Bezüge stehende Altersvorsorgeleistung, die auf das 1,5-fache der letzten Jahresbezüge begrenzt ist. Bei der Berechnung des Verpflichtungsumfangs wurden die individuellen Vertragsdauern zu Grunde gelegt. Der Erfüllungsbetrag der Altersvorsorgerückstellung beträgt zum Bilanzstichtag 661 Tsd. € (Vj. 511 Tsd. €). Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 4,53 % (Vj. 4,89 %) und einem Anwartschaftstrend von 2,5 % (Vj. 2,5 %) per annum. Die Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf den Heubeck'schen Sterbetafeln (2005G). Die Altersteilzeitrückstellungen mit einem Erfüllungsbetrag von 393 Tsd. € wurden gemäß § 246 Abs. 2 S.2 HGB mit Vermögensgegenständen in Höhe von 277 Tsd. €, die ausschließlich der Erfüllung dieser Schulden dienen und dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind, verrechnet. 3.13 VerbindlichkeitenVon den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 58.296 Tsd. € (Vj. 48.396 Tsd. €) auf Finanzverbindlichkeiten und 967 Tsd. € (Vj. 643 Tsd. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die RHÖN-KLINIKUM AG hat im laufenden Geschäftsjahr einen Großteil ihrer Finanzschulden vorzeitig zurückgeführt. Zu der Zusammensetzung der Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Verbindlichkeitenspiegel. Verbindlichkeitenspiegel3.13 Verbindlichkeitenscroll
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung4.01 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse werden ausschließlich am Standort Bad Neustadt a. d. Saale (Freistaat Bayern) erzielt und gliedern sich nach Tätigkeiten wie folgt auf: scroll
4.02 Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Umlagen und Weiterbelastungen im Konzern (10,1 Mio. €, Vj. 19,7 Mio. €) sowie Weiterbelastungen an die an Fresenius/Helios veräußerten Gesellschaften (2,7 Mio. €), Miet- und Pachteinnahmen (2,3 Mio. €, Vj. 2,7 Mio. €) und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (1,9 Mio. €, Vj. 0,8 Mio. €) enthalten. 4.03 AbschreibungenIm abgelaufenen Geschäftsjahr wurden neben den planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen (insgesamt 11,4 Mio. €) außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagevermögen (42,1 Mio. €) und auf immaterielle Vermögensgegenstände (0,7 Mio. €) vorgenommen. Im Vorjahr wurden ausschließlich planmäßige Abschreibungen vorgenommen (5,9 Mio. €). 4.04 Zinsertrag, ZinsaufwandDer Anstieg der Zinsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der vorzeitigen Tilgung von Finanzschulden und damit einhergehenden Vorfälligkeitsentschädigungen und Gebühren sowie der Auflösung der derivativen Finanzinstrumente (insgesamt 61.121 Tsd. €). Im Zinsaufwand sind Finanzaufwendungen aus einem langfristigen Darlehen an die Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg mit beschränkter Haftung in Höhe von 5.613 Tsd. € enthalten. Der Zinsaufwand der Altersvorsorgerückstellung belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 17 Tsd. € (Vj. 10 Tsd. €). Die ebenfalls im Zinsaufwand erfassten sonstigen Finanzaufwendungen aus Altersteilzeitrückstellungen betrugen 11 Tsd. €. Nach Verrechnung mit Erträgen aus zu verrechnendem Vermögen i.H.v. 7 Tsd. € verblieben insgesamt 4 Tsd. € (Vj. 6 Tsd. €). 4.05 Periodenfremde Erträge und AufwendungenIn der Gewinn- und Verlustrechnung der RHÖN-KLINIKUM AG sind Periodenfremde Erträge von 2,4 Mio. € (Vj. 1,5 Mio. €) enthalten. Die Periodenfremden Erträge stammen im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen und dem Zahlungseingang von wertberichtigten Forderungen. Die periodenfremden Aufwendungen belaufen sich auf 0,5 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €) und entfallen im Wesentlichen auf Recht- und Beratungskosten und Aufwendungen für Untersuchungen in fremden Instituten. 4.06 Steuern vom Einkommen und Ertragscroll
Die Ertragsteuern entfallen ausschließlich auf das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Als laufende Ertragssteueraufwendungen werden die Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und der Solidaritätszuschlag ausgewiesen. Außerdem sind in diesem Posten latente Steueraufwendungen beziehungsweise -erträge erfasst, die aus der Umkehrung von temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen sowie der Inanspruchnahme von Zinsvorträgen resultieren. Im laufenden Geschäftsjahr resultiert der Ertrag aus latenten Steuern im Wesentlichen aus der Berücksichtigung von Bewertungsunterschieden im Anlagevermögen und bei Rückstellungen. 5. Anteilsbesitzscroll
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6. Sonstige Angaben6.01 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Art, Zweck und Risiken und Vorteile außerbilanzieller GeschäfteDer Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 48,2 Mio. € (Vj. 24,9 Mio. €) (davon gegenüber verbundene Unternehmen 20,1 Mio. €; Vj. 17,5 Mio. €). Innerhalb eines Jahres fällige Verpflichtungen aus Wartungs- und sonstigen Dienstleistungsverträgen belaufen sich auf 7,7 Mio. € (Vj. 7,5 Mio. €) (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4,5 Mio. €; Vj. 2,2 Mio. €). Aus abgeschlossenen Miet- und Pachtverträgen bestehen innerhalb des nächsten Jahres Verpflichtungen in Höhe von 5,8 Mio. € (Vj. 5,5 Mio. €) (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 5,5 Mio. €; Vj. 5,2 Mio. €). Aus abgeschlossenen Darlehnsverträgen resultieren Verpflichtungen aus zugesagten Kreditlinien in Höhe von 22,7 Mio. € (Vj. 0,0 €). Die finanziellen Verpflichtungen aus getätigten Bestellungen (Bestellobligo) belaufen sich auf 0,5 Mio. € (Vj. 0,2 Mio. €). 6.02 Derivative FinanzinstrumenteIm Geschäftsjahr 2014 hat die RHÖN-KLINIKUM AG Schuldscheindarlehen in Höhe von 165,0 Mio. € sowie weitere Darlehen in einem Gesamtvolumen von 127,1 Mio. € vorzeitig zurückgeführt. Darüber hinaus wurde eine revolvierende syndizierte Kreditlinie i. H. v. 350 Mio. € mit einem in Anspruch genommenen Betrag von 70 Mio. € vollständig zurückgeführt und gekündigt. Soweit diese Finanzverbindlichkeiten variabel verzinst waren und mit gleichlaufenden Zinsinstrumenten abgesichert waren, wurden diese ebenfalls vollständig aufgelöst. Zum Bilanzstichtag bestehen somit keine Zinssicherungen (Vj. Nominalvolumen in Höhe von 163,4 Mio. €). 6.03 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Arbeitnehmer(Durchschnitt zum Quartalsende nach Köpfen, ohne Vorstände und Auszubildende): scroll
6.04 Beteiligungen an der GesellschaftDer Gesellschaft wurden folgende gemäß §§ 21, 22 WpHG mitteilungspflichtige mittelbare und unmittelbare Beteiligungen gemeldet: scroll
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Unter Berücksichtigung der uns mitgeteilten Schwellenüber- bzw. -unterschreitungen ergibt sich nach §§ 21, 22 WpHG hinsichtlich der Aktionärsstruktur zum Stichtag 31.12.2014 folgendes Bild: scroll
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Darüber hinaus haben die nachfolgend aufgeführten Aktionäre der Gesellschaft mitgeteilt, dass sie die gesetzlichen Meldeschwellen gemäß §§ 25, 25a WpHG über- bzw. unterschritten haben: scroll
6.05 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenGemäß § 285 Nr. 21 HGB sind wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen anzugeben, soweit sie nicht zu marktüblichen Konditionen zustande gekommen sind. Von der Angabepflicht ausgenommen sind Transaktionen innerhalb eines Konzerns, so dass die Geschäfte mit konsolidierten Unternehmen des RHÖN-KLINIKUM-Konzerns nicht erläutert werden müssen. Als nahe stehende Personen gelten natürliche sowie juristische Personen und Unternehmen, die die RHÖN-KLINIKUM AG beherrschen können oder die auf die RHÖN-KLINIKUM AG unmittelbar oder mittelbar wesentlich einwirken können (maßgeblicher Einfluss) oder die an einer gemeinschaftlichen Führung beteiligt sind sowie diejenigen natürlichen sowie juristischen Personen und Unternehmen, die die RHÖN-KLINIKUM AG beherrschen kann oder auf die die RHÖN-KLINIKUM AG wesentlich einwirken kann oder anderen gemeinschaftliche Führung sie beteiligt ist. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der RHÖN-KLINIKUM AG hält oder kraft Satzungsbestimmung oder vertraglicher Vereinbarung die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik der RHÖN-KLINIKUM AG zu steuern. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik kann hierbei auf einem Anteilsbesitz von 20 % oder mehr oder auf einem Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG beruhen. Als nahe stehende Unternehmen werden demnach sämtliche Unternehmen, an denen die RHÖN-KLINIKUM AG zwischen 20,0 % und 50,0 % beteiligt ist und die als assoziiertes Unternehmen oder wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, identifiziert (zu den Unternehmen des Konzerns wird auf die Anteilsbesitzliste in diesem Anhang verwiesen). Als nahe stehende Personen behandeln wir die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen sowie die mit ihnen im Sinne des § 1589 BGB im ersten Grad verwandten Personen und deren Ehegatten. Unter den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen haben wir den Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG sowie die Mitglieder des Aufsichtsrates subsumiert. Die RHÖN-KLINIKUM AG unterhält im Einzelfall wechselseitige Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen. Es handelt sich hierbei insbesondere um Vermietungen von Gebäuden sowie um Leistungen im Zusammenhang mit Telemedizin, Teleradiologie, Pflege sowie Personalgestellungen. Diese Dienstleistungs- und Mietbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den gesonderten Berichtsabschnitt im Anhang. Berichtspflichtige Geschäfte i. S. d. § 285 Nr. 21 HGB lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vor. 6.06 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands und des Beiratsscroll
Kreditgewährungen an Mitglieder des Aufsichtsrats, des Vorstands und des Beirats liegen nicht vor. Die Mitglieder des Aufsichtsrats halten einen Aktienbesitz an der RHÖN-KLINIKUM AG von 29,3 % des gesamten Aktienkapitals. Die Familie des Aufsichtsratsvorsitzenden, Eugen Münch, hält 11,3 % der Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG. Davon entfallen 6,3 % auf Eugen Münch und 5,0 % auf Ingeborg Münch. Prof. Dr. h. c. Ludwig Braun hält mittelbar 18,0 % des Grundkapitals. Die Mitglieder des Vorstands halten zum 31.12.2014 keine Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG. Die von den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie deren Ehegatten bzw. Verwandten ersten Grades im Jahr 2014 getätigten Transaktionen von Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG wurden gemäß § 15a WpHG veröffentlicht. Im Berichtszeitraum liegen der RHÖN-KLINIKUM AG die nachfolgenden Mitteilungen über Geschäfte nach § 15a WpHG von Mitgliedern des Vorstands bzw. Aufsichtsrats (Directors' Dealings) vor. scroll
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Die Übertragung erfolgte von Herrn Münch unentgeltlich
an die am 4. Juni 2014 genehmigte, gemeinnützige "Stiftung Münch".
690.000 Stückaktien stellen das Grundstockvermögen der Stiftung dar,
weitere 690.000 Stückaktien wurden als gebundene Rücklage eingelegt. Die Aufwendungen für Mitglieder des Aufsichtsrats (ohne Umsatzsteuer) gliedern sich im Einzelnen wie folgt: scroll
Für die einzelnen Mitglieder des Vorstands wurde folgende Vergütung für das Geschäftsjahr 2014 festgesetzt: scroll
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Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand
nach IAS 19. scroll
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Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand
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Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand
nach IAS 19. Bei der Beendigung des Dienstvertrages erhalten die Vorstände unter bestimmten Voraussetzungen eine Altersvorsorgeleistung. Diese beträgt für jedes volle Jahr (zwölf volle Kalendermonate) der Tätigkeit als Vorstandsmitglied 12,5 % der am Tage der Beendigung des Dienstvertrags geschuldeten Jahresbezüge, insgesamt jedoch höchstens das 1,5-Fache dieser letzten Bezüge. Für diese Leistungen, die den Mitgliedern des Vorstands nach Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, wurden folgende Altersvorsorgeleistungen zurückgestellt: scroll
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Bis 9. August 2013. 6.07 Erklärung zum Corporate Governance KodexMit gemeinsamem Beschluss des Aufsichtsrats und des Vorstands der RHÖN-KLINIKUM AG vom 6. November 2014 wurde die entsprechende Erklärung gemäß § 161 AktG zur Anwendung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr 2014 abgegeben. Diese wurde auf der Website der RHÖN-KLINIKUM AG hinterlegt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 6.08 Honorare des AbschlussprüfersDas von dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar ist in der entsprechenden Anhangsangabe im Konzernabschluss enthalten. 6.09 Organe und Beirat der RHÖN-KLINIKUM AGDer Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:
Der Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:
Der Beirat der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:
Bad Neustadt a. d. Saale, den 6. März 2015 Martin Menger Jens-Peter Neumann Dr. Dr. Martin Siebert Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RHÖN-KLINIKUM AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der RHÖN-KLINIKUM AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG beschrieben sind.
Bad Neustadt a. d. Saale, den 6. März 2015 Martin Menger Jens-Peter Neumann Dr. Dr. Martin Siebert Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RHÖN-KLINIKUM AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt am Main, den 6. März 2015 PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Anne Böcker, Wirtschaftsprüferin ppa. Stefan Sigmann, Wirtschaftsprüfer GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAGDer vom Vorstand aufgestellte, vom Aufsichtsrat gebilligte und damit festgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft weist einen Bilanzgewinn von 330.617.717,52 € aus. Vorstand und Aufsichtrat schlagen vor, von dem Bilanzgewinn einen Betrag von 58.766.288,00 € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,80 € je dividendenberechtigte Stückaktie (DE0007042301) zu verwendenund den verbleibenden Betrag von 271.851.429,52 € auf neue Rechnung vorzutragen.
Bad Neustadt a. d. Saale, den 16. April 2015 RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft Der Aufsichtsrat Der Vorstand BERICHT DES AUFSICHTSRATS über das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014der RHÖN-KLINIKUM AGSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das Jahr 2014 war im Wesentlichen von den unternehmerischen, personellen und organisatorischen Nacharbeiten der im Jahr 2013 durch den Verkauf des Teilkonzerns an Helios eingeleiteten Neuausrichtung geprägt. Dabei - und das dürfen und werden wir nicht außer Acht lassen - nimmt der Veränderungsdruck in der Branche in Form der demografischen Entwicklung und den Auswirkungen auf das Gesundheitswesen keine Rücksicht auf unser Unternehmen. Auch die rasch voran schreitende Digitalisierung des Gesundheitswesens und die sich hieraus ergebenden Folgen in der Medizin und für das Gesundheitswesen spielen eine immer größer werdende Rolle. Allerdings wird sie scheinbar bisher in Kreisen etablierter Akteure hierzulande kaum zur Kenntnis genommen. Dies ist insofern überraschend, als von der Digitalisierung des Gesundheitswesens beträchtliche Auswirkungen zum Beispiel auf die Information, die Versorgung und die Steuerung der ambulanten wie stationären Patientenströme zu erwarten sind. Ähnlich wie in anderen Branchen, beispielsweise im Transportgewerbe, kann mit tiefgreifenden Änderungen der Anbieterstruktur gerechnet werden. Die Netzwerkmedizin, welche unter anderem in der anbieterübergreifenden Initiative »Wir für Gesundheit« vorangetrieben wird, wird sich auch dieser Herausforderung stellen. Wir sind unverändert fest davon überzeugt, dass es unternehmerisch die richtige und zielführende Entscheidung war, Helios die quantitative Marktführerschaft im Wettbewerbsfeld »allgemeine Vollversorgung« zu überlassen und mit der Initiierung und Teilhabe am Netzwerkverbund trotzdem einer schrittweise entstehenden, anspruchsvollen Versorgungsmarke anzugehören. Mit der konsequenten Ausrichtung auf Spitzen- und Spezialmedizin ebenso wie dem neuen Kleinflächenvollversorgungsmodell Bad Neustadt und der noch zu erbringenden Erneuerung der Universitätsmedizin, die noch stärker zukunftsfähig gemacht werden muss und auch gemacht werden kann, haben wir eine unverändert gute Ausgangslage. Die RHÖN-KLINIKUM AG ist Initiator und verlässlicher Partner in der Versorgungsmarke »Wir für Gesundheit«. Wir können, indem wir in die Vertriebsbindung dieses Anbieter-Netzwerks integriert sind unser Spezial- und Hochleistungsversorgungssegment sichern. Zugleich bringen wir unsere gestiegene Beweglichkeit und Schnelligkeit ein, um bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben kreative Impulse für das Ganze zu setzen. In Verbindung mit systemisch neu konzipierten Versorgungsmodellen (Projekt Bad Neustadt) schaffen wir damit die Grundlage für eine zukunftsträchtige RHÖN-KLINIKUM AG. Das 2014 durchgeführte Aktienrückkaufprogramm hatte zum Ziel, die erste Tranche aus dem Verkaufserlös der Transaktion mit Fresenius/Helios an die Aktionäre auf eine sinnvolle Weise auszukehren. Mit einer Annahmequote von 98,4 Prozent fand es eine herausragende Akzeptanz unter den Aktionären. Mit der erfolgreichen Durchführung des Programms ergaben sich auch Verschiebungen im Aktionärskreis der Gesellschaft. ZUSAMMENARBEIT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2014 fortlaufend und ausführlich mit der Situation und der Entwicklung unseres Unternehmens befasst und die ihm vom Gesetz und der Satzung vorgegebenen Aufgaben wahrgenommen: Hierzu zählen besonders die Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands und die Beratung des Vorstands bei der operativen Führung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat hat sich bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben dabei stets von den ausschlaggebenden Prinzipien der Ordnungsmäßigkeit, Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit leiten lassen. Die Einhaltung dieser Prinzipien durch den Vorstand wurde durch regelmäßige Nachprüfung der allgemeinen Organisation der Gesellschaft sowie durch Überprüfung der Instrumente zur internen Risikokontrolle überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle grundlegenden und bedeutenden Entscheidungen des Vorstands der RHÖN-KLINIKUM AG vollumfänglich und unmittelbar eingebunden. Der Vorstand hat uns sowohl schriftlich als auch mündlich zeitnah und umfassend unterrichtet - entscheidungsrelevante Dokumente und Unterlagen erhielt der Aufsichtsrat rechtzeitig vor den jeweiligen Beratungen und formalen Sitzungen. Der Aufsichtsrat hat die vorgetragenen Informationen des Vorstands zur strategischen und operativen Geschäftsentwicklung, zu Compliance-Themen sowie zu Risiken und dem Risikomanagement auf ihre Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit hin überprüft und bei gegebenem Anlass auch kritisch hinterfragt. Schwerpunkt der Beratungen in den Gremien und mit dem Vorstand waren die Durchführung und Abwicklung des Verkaufs eines Portfolios von 41 Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen an den Fresenius-Konzern und die daraus folgende strukturelle Neuordnung des Unternehmens. Hierzu gehörten auch die beratende Begleitung und Mitwirkung bei der Auskehrung des Veräußerungsgewinnes dieser Transaktion an die Aktionäre im Wege der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien im vereinfachten Verfahren nach Erwerb durch die Gesellschaft (Aktienrückkauf). Des Weiteren stand die Realisierung des Partikeltherapie-Zentrums am Universitätsklinikum Marburg durch eine Einigung mit allen am Projekt Beteiligten - Land Hessen, Siemens AG, Universität und Universitätsklinikum Heidelberg, Philipps-Universität Marburg, RHÖN-KLINIKUM AG sowie Universitätsklinikum -Gießen und Marburg GmbH - im Mittelpunkt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde vom Vorstandsvorsitzenden auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse fortwährend und ausführlich informiert. Verstöße des Vorstands gegen seine Informationspflichten haben wir daher nicht feststellen können. Die Beschlussvorschläge des Vorstands haben wir ausführlich erörtert und dazu, soweit es die Bestimmungen nach Gesetz und Satzung erfordern, nach intensiver Prüfung unser Votum abgegeben. In wenigen Fällen haben wir uns auch veranlasst gesehen, im Interesse der Aktionäre externe Sachverständige und Berater hinzuzuziehen. Bei besonders eilbedürftigen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat bzw. der zuständige Ausschuss Telefonkonferenzen abgehalten und Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst. ARBEIT DES AUFSICHTSRATS IN DEN AUSSCHÜSSEN UND IM PLENUMDer Aufsichtsrat hat zur bestmöglichen Wahrnehmung seiner Aufgaben und Verantwortung insgesamt sieben ständige Ausschüsse eingerichtet, deren Mitglieder für die besonderen Fragestellungen der Ausschüsse über konkrete Kompetenzen und Erfahrungen verfügen. Die Ausschüsse handeln im Rahmen von Gesetz, Satzung und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats -auch anstelle desselben - als beschließende Ausschüsse, soweit dies dem Gesetz entspricht und vom Aufsichtsrat zuvor festgelegt wurde. Die Ausschüsse tagen generell separat von Plenumssitzungen. Im Bedarfsfalle wurden auch Sitzungen in Form von kurzfristig einberufenen Telefonkonferenzen abgehalten. Der Investitions-, Strategie- und Finanzausschuss ist im Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen (Anwesenheitsquote 97 Prozent) zusammengetreten. Wie bereits im Vorjahr war einer der Schwerpunkte der strategischen Beratungen im Ausschuss die Netzwerkmedizin. Dabei geht es um die Weiterentwicklung und Umsetzung eines Geschäftsmodells zur Schaffung einer bundesweit flächendeckenden Krankenvollversorgung einschließlich Zusatzversicherung für GKV-Mitglieder durch ein zu schaffendes Netzwerk mit breiter flächendeckender Präsenz. Zur beratenden Begleitung bei der Umsetzung dieses Vorhabens besteht eine Arbeitsgruppe »Netzwerkmedizin«, die aus Mitgliedern des Investitions-, Strategie- und Finanzausschusses, dem Vorstand und wissenschaftlichen Experten gebildet und im Geschäftsjahr zu vier Sitzungen zusammengetreten ist. Der Ausschuss befasste sich eingehend mit der Abwicklung und den Konsequenzen des im vorausgegangenen Geschäftsjahr mit Fresenius/Helios abgeschlossenen Anteilskauf- und Abtretungsvertrages über den Verkauf von 41 Klinikgesellschaften und 15 medizinischen Versorgungszentren, wobei nach Vollzug der Transaktion die Mittelverwendung - insbesondere auch der von der Hauptversammlung am 12. Juni 2014 beschlossene Aktienrückkauf - im Vordergrund stand. Die Neustrukturierung der nach der Veräußerung verbliebenen Gesellschaften des Konzerns und die Neuausrichtung der Unternehmensziele und Strategie waren ebenfalls in allen Sitzungen Schwerpunkte der Diskussionen. Die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung auf Spitzenmedizin, Innovation und Behandlungsexzellenz unter Leitung eines medizinischen Expertengremiums, dem sogenannten Medical Board, sowie auf die altersdominierte Gesundheitsversorgung und die hierzu erforderlichen Investitionen waren dabei Gegenstand strategischer Debatten im Ausschuss und erhielten die Zustimmung dieses Fachgremiums. Die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaft Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH mit der Vorgabe der Erreichung einer der Aufgabenstellung gerechten Rentabilität war auch in diesem Geschäftsjahr eine der wesentlichen Schwerpunkte der Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Gremiums. Hierzu gehörte auch die Beratung und nach sorgfältiger Abwägung die Beschlussfassung zu den entscheidenden Maßnahmen zur Realisierung und zeitnahen Inbetriebnahme des Partikeltherapie-Zentrums in Marburg. Die unverändert nicht sachgerechte Kostenerstattung des Landes Hessen für Forschung und Lehre an die Universitätskliniken war Anlass für die Einrichtung einer Arbeitsgruppe bei der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH zur Fortentwicklung der Trennungsrechnung und Umsetzung diesbezüglicher Regelungen des Kooperationsvertrages. Der Vorstandsvorsitzende berichtete in jeder Sitzung zu aktuellen Entwicklungen der Branche und zur Geschäftslage des Konzerns. Die Investitionsplanung 2014 wurde nach inhaltlicher und kritischer Diskussion genehmigt. Genehmigungen wurden auch zu Fremdkapitalmaßnahmen, wie die vorzeitige Rückführung langfristiger Finanzschulden in Folge der Mittelverwendung aus dem Projekt »Scala« (Transaktion Fresenius/Helios), erteilt. Der Vorstand berichtete zudem in allen Sitzungen über die Entwicklung der Investitionen und Finanzierung durch eine fortgeschriebene Investitions- und Finanzplanung. Konkrete Genehmigungsanträge zu Investitionsvorhaben und zu Fremdkapitalmaßnahmen wurden im Ausschuss anhand ausführlicher schriftlicher Beschlussvorlagen des Vorstands, wie unter anderem Marktanalysen, Investitionsrechnungen und Finanzierungsangeboten, offen erörtert, kritisch geprüft und beschlossen. Der Personalausschuss hat im Berichtsjahr zwei Sitzungen (Anwesenheitsquote 100 Prozent) abgehalten. Der Ausschuss befasste sich mit dem Stand und der Entwicklung der Vorstandsverträge unter Berücksichtigung der durch die Transaktion Fresenius/Helios eingetretenen Veränderungen und bevorstehenden Neustrukturierungen des Konzerns. Nach umfassender Prüfung wurde als Incentivierungsmaßnahme für den Vorstand ein Vergütungskonzept dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt, das die Gewährung virtueller Aktien zum Inhalt hat. Es ist auf die Erreichung zukünftiger Ziele in einem neu strukturierten Unternehmen gerichtet und soll für Kontinuität sorgen. Die Beurteilung der Leistung und Entwicklung der einzelnen Vorstandsmitglieder und des Vorstands im Gesamten waren Gegenstand der Erörterungen in beiden Sitzungen. Dabei wurde sowohl über die Erwartungen der Vorstandsmitglieder als auch über deren Perspektiven bei der weiteren Entwicklung im Unternehmen über mittel- und längerfristige Zeiträume diskutiert. Zur Wiederbestellung und zur Verlängerung des Vorstandsdienstvertrages mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Dr. Martin Siebert wurden nach erfolgten Verhandlungen durch den Ausschussvorsitzenden Empfehlungen an den Aufsichtsrat gegeben. Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht tätig werden. Der Prüfungsausschuss (Audit-Committee) des Aufsichtsrats tagte im Berichtsjahr fünfmal (Anwesenheitsquote 91 Prozent). Der Vorstand nahm an allen Sitzungen teil. Zwei Sitzungen wurden unter Teilnahme des Abschlussprüfers abgehalten. Für ausgewählte Tagesordnungspunkte wurden vom Vorstand die Leiter der Abteilungen Interne Revision und Rechnungswesen, Steuern und Controlling hinzugezogen, sie standen dem Ausschuss für ergänzende Berichterstattungen und Befragungen zur Verfügung. Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit der Prüfung und Vorberatung des Jahresabschlusses 2013 der RHÖN--KLINIKUM AG und des Konzerns. Gegenstand der Prüfung und der Erörterung waren auch die Einzelabschlüsse und Lageberichte und die jeweiligen Prüfungsberichte der Konzerngesellschaften, die von den Mitgliedern des Ausschusses einer kritischen Durchsicht unterzogen wurden, sowie der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns. Der Prüfungsausschuss hat die Unabhängigkeit des vorgesehenen Abschlussprüfers für den Jahresabschluss 2014 und für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts begutachtet, die Unabhängigkeitserklärung gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingeholt, dem Plenum des Aufsichtsrats einen Wahlvorschlag an die Hauptversammlung empfohlen und - nach erfolgter Wahl - den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer erteilt und mit ihm eine angemessene Honorarvereinbarung getroffen. Der Abschlussprüfer berichtete dem Ausschuss über Aufträge für Leistungen, die zusätzlich zu den erbrachten Abschlussprüferleistungen erbracht wurden. Die Qualifikation des Abschlussprüfers wurde vom Ausschuss überwacht. Für die Abschlussprüfung 2014 wurde ein Katalog von Prüfungsschwerpunkten entwickelt und festgelegt. Grundsatzfragen der Rechnungslegung, der Unternehmensplanung, der Kapitalausstattung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems einschließlich spezieller Geschäftsrisiken und des internen Revisionssystems wurden mit dem Vorstand und teilweise auch mit dem Abschlussprüfer erörtert. Die Zwischenberichte wurden regelmäßig vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand, der Halbjahresfinanzbericht mit Vorstand und Abschlussprüfer, intensiv besprochen. Dabei wurde auf die präzise Analyse der Ergebnissituation unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Transaktion Fresenius/Helios auf das Zahlenwerk des laufenden Geschäftsjahres besonderer Wert gelegt. Der vierteljährlich vorgelegte Konzern-Controlling-Report zum Leistungs- und Finanzcontrolling, ein Bestandteil des Risikomanagement-Systems, wurde mit dem Vorstand intensiv besprochen. Dabei wird die Leistungsentwicklung der einzelnen Konzernkliniken sowohl auf Klinikebene als auch auf Fachabteilungsebene vom Vorstand dargestellt und vom Ausschuss diskutiert und hinterfragt. Das Gremium hat sich regelmäßig über die Tätigkeit des Bereichs Interne Revision durch das zuständige Vorstandsmitglied und die Leiterin Interne Revision berichten lassen und sich mit dem Prüfungsplan für 2014 und dessen Fortschreibung auseinandergesetzt. Die Prüfungsberichte der Internen Revision sowie der Tätigkeitsbericht 2013 wurden im Ausschuss vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Über die Umsetzung von Empfehlungen der Internen Revision haben wir uns durch Informationen über die Ergebnisse der Berichtsverfolgung und Nachschau durch den Vorstand unterrichten lassen. Wir konnten uns von der Wirksamkeit des Internen Revisionssystems erneut überzeugen. Der Aufsichtsrat hat sein Zustimmungserfordernis zu weiteren vom Vorstand zu bestimmenden Maßnahmen bei der Durchführung des von der Hauptversammlung 2014 beschlossenen Aktienrückkaufs und zur Erledigung der Anfechtungsverfahren gegen Beschlüsse der Hauptversammlungen 2013 und 2014 zur effizienten Abwicklung an den Prüfungsausschuss delegiert. In Erfüllung dieser Mission hat der Prüfungsausschuss nach Abhaltung mehrerer Telefonsitzungen einem Prozessvergleich im Freigabeverfahren betreffend die Beschlüsse der Hauptversammlung 2014 zum Aktienrückkauf auf der Basis eines Vergleichsvertrages mit den Klägern anstelle des Aufsichtsrats zugestimmt sowie seine Zustimmung zu einem Vorstandsbeschluss über die Genehmigung der Angebotsunterlage und über die Festlegung der Angebotsparameter zum Aktienrückkauf 2014 erteilt. Bei der Aktualisierung der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde die Fassung vom 24. Juni 2014 hinsichtlich ihrer Anwendung geprüft und berücksichtigt und dem Gesamtaufsichtsrat eine Beschlussempfehlung vorgelegt. Der Ausschuss für Compliance und Kommunikation kann in Compliance-Angelegenheiten von allen Mitarbeitern, Lieferanten, Patienten und sonstigen Dritten direkt angesprochen werden und widmet sich der Beratung und Überwachung des Compliance-Managements des Konzerns sowie der Kommunikation gegenüber den Medien und dem Kapitalmarkt. Um eine enge Verzahnung mit dem Prüfungsausschuss zu gewährleisten, erhielt der Vorsitzende des Ausschusses für Compliance und Kommunikation einen für ihn eingerichteten Sitz im Prüfungsausschuss. Der Ausschuss hat im Berichtsjahr vier Sitzungen (Anwesenheitsquote 100 Prozent) abgehalten. Der Vorstand nahm an allen Sitzungen teil. Für ausgewählte Tagesordnungspunkte wurden vom Vorstand die Leiter der Abteilungen Compliance, Kommunikation, Interne Revision und Investor Relations hinzugezogen. Sie standen dem Ausschuss für ergänzende Berichterstattungen und Befragungen zur Verfügung. In allen Sitzungen berichtete der Vorstand über die Arbeit der Compliance-Abteilung, so dass wir uns von der Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems überzeugen konnten. Zur Regelberichterstattung gehört ein ausführlicher Bericht über gemeldete Compliance-Verstöße, deren Überprüfung und Abarbeitung. Die Prüfungsberichte und der Tätigkeitsbericht 2013 wurden im Ausschuss vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Das vorgelegte Compliance-Programm 2014 wurde gebilligt. Der Ausschuss wurde vom Leiter Investor Relations über die im Konzern praktizierte Kapitalmarktkommunikation informiert und billigte das Kommunikationskonzept für 2015. Mehrfach wurde darüber hinaus zur Kommunikations- und Markenstrategie des Konzerns vorgetragen, die sich - bedingt durch die Transaktion mit Helios / Fresenius - besonders vielfältigen Herausforderungen zu stellen hat. Der Medizininnovations- und Qualitätsausschuss berät den Vorstand über medizinische Entwicklungen und Entwicklungstendenzen in fachlicher Hinsicht und überwacht die Situation und Entwicklung der medizinischen Qualität im Unternehmen. Der Ausschuss hielt im Geschäftsjahr eine Sitzung (Anwesenheitsquote 100 Prozent) ab. Beratungs- und Diskussionsgegenstände der Sitzung waren Informationen über die Zielsetzung und strategische Ausrichtung des im Unternehmen neu eingerichteten Medical Boards, die Vorstellung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden sowie die Information über die aktuelle Situation der Medizinerausbildung an den Universitäten Gießen und Marburg. An dieser Sitzung haben neben dem Vorstand auch die Mitglieder des Medical Boards teilgenommen. Der Nominierungsausschuss wählt Kandidaten und Kandidatinnen der Anteilseignervertreter für die Übernahme eines Aufsichtsratsamtes aus und schlägt diese dem Aufsichtsrat zur Nominierung vor. In seinen Sitzungen am 27. März und am 03. April 2014 (Anwesenheitsquote 100 Prozent) hat der Ausschuss der Nominierung der bisher gerichtlich bestellten Aufsichtsratsmitglieder Stephan Holzinger, Reinhard Hartl und Dr. Katrin Vernau sowie der Nominierung von Prof. Dr. Ludwig Georg Braun als Ersatzmitglied für die Nachfolge des zurückgetretenen Aufsichtsratsmitglieds Detlef Klimpe für die in der Hauptversammlung am 12.06.2014 durchgeführte Aufsichtsratswahl zugestimmt. Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen des Plenums (Anwesenheitsquote 95 Prozent) statt. Kein Aufsichtsratsmitglied nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen teil. In den vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen beriet das Plenum regelmäßig anhand der ausführlichen schriftlichen Vorstandsberichte und Präsentationen über die Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage, die Entwicklung von Umsatz, Ergebnis, Leistungsdaten, Kennzahlen und Personal der Gesellschaft und des Konzerns sowie der Konzerneinzelgesellschaften zusammen mit dem Vorstand. Die jeweiligen Zwischenberichte für die vorausgegangenen Quartale erläuterte der Vorstand vor ihrer Veröffentlichung ausführlich im Plenum. Regelmäßige Informationen und Berichterstattungen erfolgten in jeder Sitzung zum Sachstand der Durchführung des Projektes »Scala« (Transaktion Fresenius/Helios), zur Realisierung des Partikeltherapie-Zentrums in Marburg und zur Neuausrichtung des Unternehmens aufgrund der durch die Klinikveräußerungen entstandenen Unternehmensstruktur. In der Sitzung am 12. März 2014 hat der Aufsichtsrat aufgrund der eingetretenen Wechsel von Aufsichtsratsmitgliedern eine Nachwahl für den Personalausschuss (Herr Härtel für Frau Müller) und weitere Besetzungen beim Ausschuss für Compliance und Kommunikation (Frau Dr. Vernau) und beim Prüfungsausschuss (Herr Hartl) vorgenommen. Für die Nachbesetzung des ausgeschiedenen Arbeitnehmervertreters Herrn Prange im Investitions-, Strategie- und Finanz-ausschuss wurde Herr Hanschur vorgeschlagen, dessen Nachwahl erfolgte im schriftlichen Umlaufverfahren. Die Aufsichtsratsmitglieder haben durch einstimmigen Beschluss ihren Verzicht auf den Teil der erfolgsabhängigen Aufsichtsratsvergütung erklärt, der aus der außergewöhnlichen Gewinnrealisierung aus dem Vollzug der Transaktion Fresenius/Helios resultiert. Der Bericht des Vorstands zum vorläufigen Jahresabschluss 2013 wurde entgegengenommen und der Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2013 im Rahmen der Mittelverwendung für das Projekt Scala diskutiert. In der Bilanzsitzung am 29. April 2014 erörterte das Plenum in Anwesenheit der Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Lagebericht der RHÖN-KLINIKUM AG sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013 zusammen mit dem Vorstand und Abschlussprüfer. Die Abschlussprüfer berichteten über die wesentlichen Feststellungen und Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Das Plenum billigte die Jahresabschlüsse. Des Weiteren waren Gegenstand dieser Sitzung die Vorbereitungen zur Hauptversammlung 2014, insbesondere die Verabschiedung der Beschlussempfehlungen des Aufsichtsrats zu den Beschlussanträgen in der Tagesordnung an die Hauptversammlung nach vorausgegangener Diskussion über die Tagesordnungspunkte. Genehmigungsbeschlüsse erfolgten zum Aufsichtsratsbericht, Corporate Governance-Bericht und zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB. Über das Ergebnis der durch einen externen Sachverständigen vorgenommenen Effizienzprüfung der Aufsichtsratsarbeit wurde von diesem Bericht erstattet und dessen Anregungen und Handlungsempfehlungen zur weiteren Optimierung unserer Tätigkeit ausführlich im Plenum erörtert. Nach ausführlicher und kritischer Diskussion wurde der Abschluss einer Vereinbarung zur Gewährung virtueller Aktien als Incentivierungsmaßnahme an die Mitglieder des Vorstands genehmigt. In der Sitzung am 03. Juli 2014 erfolgte aufgrund des Ausscheidens von Herrn Klimpe aus dem Aufsichtsrat die erforderliche Nachbesetzung im Vermittlungsausschuss per Nachwahl durch Herrn Dr. Korte. Die erforderlichen Zustimmungen zu Maßnahmen des Vorstands bei der Abwicklung des von der Hauptversammlung 2014 beschlossenen Aktienrückkaufs und die Abwicklung der Anfechtungsverfahren gegen Beschlüsse der Hauptversammlungen 2013 und 2014 wurden aus sachlichen und Rationalisierungsgründen an den Prüfungsausschuss delegiert. In der Aufsichtsratssitzung am 06. November 2014 fasste das Plenum nach vorheriger Behandlung im Personalausschuss den Beschluss zur Wiederbestellung von Herrn Dr. Dr. Martin Siebert als Mitglied des Vorstands für weitere vier Jahre und zur Genehmigung des Vorstandsdienstvertrages. Eine ausführliche Berichterstattung des Vorstands erfolgte zur Durchführung des Aktienrückkaufs, zur Realisierung des Partikeltherapie-Zentrums in Marburg, zum Entwicklungsstand der Netzwerkmedizin und der Netzwerkpartnerschaft mit Helios und Asklepios sowie zu den geplanten Investitionen für eine Gesundheitsmall am Standort Bad Neustadt an der Saale. CORPORATE GOVERNANCE-KODEX UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNGDer Aufsichtsrat befasste sich auch im vergangenen Geschäftsjahr mit der Weiterentwicklung und der Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex. Die am 06. November 2013 abgegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde aktualisiert und unter Berücksichtigung der Neufassung des Kodex vom 24. Juni 2014 durch eine am 06. November 2014 vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebene Entsprechenserklärung ersetzt. Die Erklärungen sind den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich. Über die Corporate Governance berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex auf den Seiten 27-43 dieses Geschäftsberichts. PRÜFUNG UND BILLIGUNG DES JAHRESABSCHLUSSES 2014Der Vorstand stellte den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2014 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 gemäß § 315a HGB nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards) auf. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2014 und der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 sind von der -PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft worden. Die Abschlussprüfer erteilten jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers erhielten alle Mitglieder des Aufsichtsrats zusammen mit dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns. Diese Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft und jeweils vom Prüfungsausschuss und vom Aufsichtsrat mit Vertretern des Abschlussprüfers in den jeweiligen Bilanzsitzungen gründlich erörtert. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich bei der Prüfung sowohl mit den Ergebnissen der Rechnungslegung als auch mit den Verfahrensabläufen und Prozessen befasst, die mit den Ergebnissen der Rechnungslegung in Verbindung stehen. Als Maßstab ihrer Prüfung haben sie vorrangig das Kriterium der Rechtmäßigkeit angelegt und geprüft, ob die vorgelegten Unterlagen dem geltenden Recht und vor allem den anwendbaren Bilanzregeln entsprechen. Des Weiteren haben sie neben der Rechtmäßigkeitsprüfung auch eine Zweckmäßigkeitsprüfung im Hinblick auf bilanz-, finanz-, und geschäftspolitische Aspekte unternommen. Der Aufsichtsrat stimmte nach dem Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und als Ergebnis seiner eigenen Prüfung dem Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer zu und stellte im Rahmen seiner eigenen Prüfung fest, dass auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat billigte in der Sitzung am 16. April 2015 auf Empfehlung des Prüfungsausschusses den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Gesellschaft und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der Gesellschaft ist damit festgestellt. Der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns wurde insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage, die Liquiditätssituation sowie unter Berücksichtigung der für die Neustrukturierung der Gesellschaft erforderlichen Mittel und unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Aktionäre geprüft. Der Aufsichtsrat stimmt den Vorschlägen des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu. VERÄNDERUNGEN UND BESETZUNG DES VORSTANDSDie Zusammensetzung des Vorstands sowie die Personalien, Funktionen und Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder sind im Geschäftsbericht im Konzernanhang dargestellt. VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRATNach Ablauf der Dauer ihrer gerichtlichen Bestellung wurden
durch die Hauptversammlung am 12. Juni 2014 zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt. Von den Arbeitnehmervertretern sind aufgrund der Transaktion Fresenius/Helios mit Wirkung zum 28. Februar 2014 Frau Annett Müller und Herr Werner Prange ausgeschieden. Herr Professor Dr. Jan Schmitt hat mit Wirkung zum -30. April 2014 sein Aufsichtsatsmandat niedergelegt. Ihnen sind mit Wirkung zum 9. April 2014 Herr Oliver Salomon, mit Wirkung zum 17. April 2014 Herr Klaus Hanschur und mit Wirkung zum 1. Mai 2014 Herr Dr. Franz-Josef Schmitz nachgefolgt. Die Organisationsstruktur des Aufsichtsrats und die Besetzung der Ausschüsse im abgelaufenen Geschäftsjahr und nach derzeitigem Stand ergeben sich aus der diesem Bericht anschließenden Aufstellung.
Bad Neustadt a. d. Saale, den 16. April 2015 Der Aufsichtsrat Eugen Münch, Vorsitzender ÜBERSICHT ÜBER DIE ORGANISATIONSSTRUKTUR DES AUFSICHTSRATS UND DIE BESETZUNG DER STÄNDIGEN AUSSCHÜSSEAUFSICHTSRATSVORSITZVorsitzender Eugen Münch 1. stellv. Vorsitzender Joachim Lüddecke 2. stellv. Vorsitzender Wolfgang Mündel BESETZUNG DER AUSSCHÜSSEINVESTITIONS-, STRATEGIE- UND FINANZAUSSCHUSSEugen Münch Vorsitzender Peter Berghöfer Stefan Härtel Klaus Hanschur (ab 17.04.2014) Detlef Klimpe (bis 12.06.2014) Dr. Heinz Korte Joachim Lüddecke Michael Mendel Wolfgang Mündel Werner Prange (bis 27.02.2014) PERSONALAUSSCHUSSEugen Münch Vorsitzender Stefan Härtel (ab 12.03.2014) Joachim Lüddecke Dr. Brigitte Mohn Annett Müller (bis 27.02.2014) VERMITTLUNGSAUSSCHUSSEugen Münch Vorsitzender Sylvia Bühler Detlef Klimpe (bis 12.06.2014) Dr. Heinz Korte (ab 03.07.2014) Joachim Lüddecke PRÜFUNGSAUSSCHUSSWolfgang Mündel Vorsitzender Reinhard Hartl (ab 12.03.2014) Stephan Holzinger Detlef Klimpe (bis 12.06.2014) Dr. Heinz Korte Michael Mendel Oliver Salomon (ab 01.06.2014) Georg Schulze-Ziehaus AUSSCHUSS FÜR COMPLIANCE UND KOMMUNIKATIONStephan Holzinger Vorsitzender Bettina Böttcher Helmut Bühner Dr. Katrin Vernau (ab 12.03.2014). MEDIZININNOVATIONS- UND QUALITÄTSAUSSCHUSSEugen Münch Vorsitzender Prof. Dr. Gerhard Ehninger Prof. Dr. Jan Schmitt (bis 30.04.2014) Dr. Franz-Josef Schmitz (ab 01.06.2014) Georg Schulze-Ziehaus NOMINIERUNGSAUSSCHUSSEugen Münch Vorsitzender Dr. Brigitte Mohn Wolfgang Mündel ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG(Stand: 6. November 2014) "Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 30. September 2014 bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 24. Juni 2014 mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird: Ziff. 4.2.2 Abs. 2 S. 3 Relation zwischen Vorstandsvergütung und Vergütung des oberen Führungskreises und der GesamtbelegschaftDer Aufsichtsrat hat bei der Festsetzung der Vorstandsvergütung das Lohn- und Gehaltsgefüge im Unternehmen herangezogen, jedoch nicht ausdrücklich festgelegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Gesamtbelegschaft abzugrenzen sind. Das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft wird demnach bei den in Ziff. 4.2.2 Abs. 2 Satz 2 genannten Kriterien auch nicht anhand deratiger Festlegungen berücksichtigt. Angesichts der neuen Unternehmensstrategie der Konzentration auf Einrichtungen der spitzenmedizinischen Vollversorgung erscheinen dem Aufsichtsrat deratige Festlegungen bis auf Weiteres nicht sachgerecht. Ziff. 4.2.3 Abs. 3 VersorgungszusagenTypische Versorgungszusagen existieren bei der Gesellschaft nicht. Bei Beendigung des Dienstvertragess oder Tod eines Mitglied des Vorstands gewährt die Gesellschaft jedoch unter bestimmten Voraussetzungen eine im Vergütungsbericht näher erläuterte sog. "Altersvorsorgeleistung", die im Wege eines an der Anzahl der absolvierten Dienstjahre orientierten und zusätzlich begrenzten Einmalbetrages ausgezahlt wird. Sofern es sich bei den Altersvorsorgeleistungen, die es bei der Gesellschaft gibt, um Versorgungsleistungen i.S. der seit dem 10. Juni 2013 geltenden Empfehlung gemäß Ziff. 4.2.3 Abs. 3 handelt, ergibt sich das "Versorgungsniveau" nach Auffassung des Aufsichtsrats aus der voraussichtlichen Amtszeit des jeweiligen Vorstands und der Formel, die in der Altersvorsorgeleistung festgelegt ist. Ebenso leitet sich daraus der jährliche sowie langfristige Aufwand für das Unternehmen ab. Im Hinblick auf die Unklarheit der seit dem 10. Juni 2013 geltenden Empfehlung gemäß Ziff. 4.2.3 Abs. 3 und der speziellen Ausgestaltung der bei der Gesellschaft existierenden Altersvorsorgeleistungen, wird vorsorglich gleichwohl die Abweichung von Ziff. 4.2.3 Abs. 3 in der seit dem 10. Juni 2013 geltenden Fassung erklärt. Ziff. 5.4.1 Abs. 2, 3 Benennung konkreter Ziele zur Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung im Sinne von Ziff. 5.4.1 Abs. 2. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gemäß Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden. Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung der Kandidatinnen und Kandidaten leiten lassen. Dies hat sich nach Überzeugung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bewährt. Deshalb wird keine Notwendigkeit gesehen, diese Praxis zu ändern. Ziff. 5.4.6 Abs. 2 S. 2 Erfolgsorientierte Vergütung des AufsichtsratsIm Einklang mit der Empfehlung in Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 1 in der bis zum 15. Juni 2012 geltenden Kodexfassung, war den Mitgliedern des Aufsichtsrats neben einer festen Grundvergütung (und fixen Sitzungsgeldern) gem. § 14 Ziffer 3.3 Abs. 4 der Satzung eine erfolgsorientierte Vergütung zugesagt. Die erfolgsorientierte Vergütung knüpfte dabei am Konzerngewinn eines Geschäftsjahres an, eine ausdrückliche Ausrichtung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung i.S. von Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 sah die Satzung insoweit nicht vor. Zum Zeitpunkt der Einberufung der Hauptversammlung 2012 der Gesellschaft war die ab dem 15. Juni 2012 geltende Empfehlung in Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 noch nicht in Kraft, so dass die einschlägige Satzungsbestimmung nicht angepasst werden konnte. Im Vorfeld der Hauptversammlung 2013 hatte sich der Aufsichtsrat aufgrund der allgemein kontrovers geführten Diskussion zur Vergütungsstruktur noch keine abschließende Meinung dahingehend gebildet, ob der Hauptversammlung ein entsprechender Beschlussvorschlag unterbreitet werden soll; der Empfehlung wurde (und wird bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2014) daher nicht entsprochen. Der Aufsichtsrat hat jedoch nunmehr der ordentlichen Hauptversammlung 2014 vorgeschlagen, erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile ab dem Geschäftsjahr 2015 abzuschaffen. Die Hauptversammlung vom 12. Juni 2014 hat dem entsprochen und beschlossem, die Regelungen über die Vergütung des Aufsichtsrats in § 14 der Satzung dahingend zu ändern, dass ab dem Geschäftsjahr 2015 dem Aufsichtsrat keine erfolgsorientierten Vergütungsbestandteile mehr gewährt werden. Ziff. 7.1.2 Satz 4 Frist zur Zugänglichmachung des KonzernabschlussesGeschäftsjahr der Gesellschaft und des Konzerns ist das Kalenderjahr. Der Jahresabschluss für die Gesellschaft und den Konzern wird im darauf folgenden April vorgelegt. Der Jahresabschluss für die Gesellschaft und den Konzern wird auf Grund der besonderen konzerninternen Qualitätsanforderungen erst zu dem vorstehend angegebenen Zeitpunkt fertiggestellt. Über die Anwendung der im Kodex enthaltenen Anregungen entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat von Fall zu Fall; bei Abweichungen sehen der Kodex und § 161 AktG keine Veröffentlichung vor."
Bad Neustadt a. d. Saale, den 6. November 2014 Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand Eugen Münch Dr. Dr. Martin Siebert |
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