RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft

Bad Neustadt a.d.Saale

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Offenlegung Jahresfinanzbericht AG

Geschäftsjahr 2015

Testatsexemplar

RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft Bad Neustadt a.d. Saale

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015

der RHÖN-KLINIKUM AG

1 GRUNDLAGEN DER RHÖN-KLINIKUM AG

1.1 Überblick

Die RHÖN-KLINIKUM AG ist eine im MDAX® notierte Gesellschaft nach deutschem Recht und ist seit 1989 börsennotiert (MDAX®). Sitz der Gesellschaft ist in Bad Neustadt a. d. Saale, Salzburger Leite 1, Deutschland. Die Aktiengesellschaft hat die operative Betriebsführung der in Bad Neustadt angesiedelten Herz- und Gefäß-Klinik, der Klinik für Handchirurgie, der Psychosomatischen Klinik und seit 1. Januar 2015 der Frankenklinik als kardiologische Rehabilitationsklinik. Darüber hinaus obliegt der RHÖN-KLINIKUM AG als Obergesellschaft des Klinikkonzerns in diesem Rahmen die Führung aller zum Konzern gehörenden Klinik-, MVZ-, Service-, Grundbesitz- und Vorratsgesellschaften. Neben der Verwaltung der einzelnen Beteiligungen übernimmt die RHÖN-KLINIKUM AG die zentrale Finanzierungsfunktion für alle Konzerntöchter sowie die Beratung in zentralen Sachfragen, insbesondere auf den Gebieten der Datenverarbeitung und des Tarifwesens.

Im Geschäftsjahr 2015 hat die RHÖN-KLINIKUM AG einen Jahresüberschuss von 75,5 Mio. € (Vj. 291,1 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verminderte sich um 214,1 Mio. € von 289,8 Mio. € auf 75,7 Mio. €. Bedingt durch die Neustrukturierung unseres Portfolios als Konsequenz aus der Transaktion Fresenius/Helios sind unsere Geschäftszahlen mit dem Vorjahresvergleichszeitraum nur eingeschränkt vergleichbar. Im Übrigen wirken sich Einmaleffekte im Vorjahr aus, die ebenso im Wesentlichen durch die Transaktion begründet sind.

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich folgende wesentliche Abweichungen:

Rückgang des Ergebnisses aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 414,7 Mio. €

Anstieg der Umsatzerlöse 12,0 Mio. €

Anstieg der Sonstigen betrieblichen Erträge 27,1 Mio. €

Anstieg des Beteiligungsergebnisses in Höhe von ca. 10,2 Mio. €

Erhöhung des Saldos aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen 73,7 Mio. €

Rückgang der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen 31,0 Mio. €

Rückgang der Abschreibungen auf Finanzanlagen 42,1 Mio. €

Beim Betrieb der Kliniken konnten wir einen Anstieg der Umsatzerlöse um 12,0 Mio. € bzw. 7,5 % auf 171,8 Mio. € (Vj. 159,8 Mio. €) erreichen. Der Anstieg ist mit 5,5 Mio. € auf die Integration der Frankenklinik zurückzuführen. Wir haben in den von der RHÖN-KLINIKUM AG in Bad Neustadt geführten Kliniken im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 42.767 Patienten (Vj. 40.186 Patienten) behandelt. Während im ambulanten Bereich 1.142 Patienten mehr als im Vorjahr (insgesamt 12.319 Patienten) behandelt wurden, ist die Zahl der behandelten Patienten im stationären Bereich um 1.439 (insgesamt 30.448 Patienten) gestiegen.

Im stationären Bereich ist eine Steigerung der vollstationären Fallzahlen (2.524 Patienten) festzustellen. Der Anstieg im vollstationären Bereich ist auf Patientenzahlen in der Frankenklinik (+2.517 Patienten), der Klinik für Handchirurgie (+36 Patienten) und der Psychosomatischen Klinik (+28 Patienten) zurückzuführen. In der Herz- und Gefäß-Klinik ist ein leichter Rückgang (-57 Patienten) festzustellen. Des Weiteren ist ein Anstieg bei den teilstationären Fallzahlen (+143 Patienten) und ein Rückgang bei den vor- bzw. nachstationären Fallzahlen (-1.228 Patienten) zu verzeichnen.

Im Geschäftsjahr 2015 sind 24,5 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagenvermögen investiert worden (Vj. 5,6 Mio. €). Weitere 8,6 Mio. € betreffen Zugänge bei Finanzanlagen (Vj. 36,3 Mio. €). Die Finanzierung der Investitionen erfolgte vollständig aus dem Cash-Flow. Der Abgang von Finanzanlagen beläuft sich auf 12,0 Mio. € (Vj. 318,7 Mio. €). Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 71,8 % auf 70,5 %. Insgesamt weisen wir gesunde finanzielle Strukturen auf.

1.2 Zukunft der RHÖN-KLINIKUM AG

Seit dem im Geschäftsjahr 2014 abgeschlossenen Verkauf von 43 Kliniken, Medizinischen Versorgungszentren und weiteren verbundenen Beteiligungen konzentrieren wir uns an fünf Standorten auf maximalversorgungsnahe Spitzenmedizin mit direkter Verbindung zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. Unsere Einrichtungen sind durch eine enge Verzahnung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie eine hohe ärztliche und pflegerische Qualität geprägt.

Die RHÖN-KLINIKUM AG wandelt sich nach dem Verkauf von Gesellschaften an Fresenius/Helios zum Anbieter von Spitzenmedizin, der die Veränderungen im Gesundheitswesen nicht nur antizipiert, sondern aktiv mitgestaltet. Hierzu zählt in erster Linie das Campus-Konzept, das sich bereits am Standort Bad Neustadt in der konkreten Umsetzung befindet und künftig prototypisch auf andere Standorte ausgerollt wird. In den nächsten Jahren werden wir unser Angebot mit dem Ziel einer medizinischen und pflegerischen Vollversorgung in ländlichen Regionen weiter ausbauen und nehmen die wachsenden Anforderungen einer altersgerechten Gesundheitsversorgung als Herausforderung an.

Um die strategischen Generalthemen Behandlungsexzellenz, Innovation und Netzwerkmedizin weiter zu forcieren, hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2015 einer Erweiterung des Vorstands zugestimmt. Seit dem 1. Januar 2016 gehört Herr Prof. Dr. med. Bernd Griewing, Sprecher des Medical Board, dem Vorstand als Chief Medical Officer (CMO) an. Zu seinen Schwerpunktaufgaben gehören die Weiterentwicklung des Medical Board, die Belange von Hygiene und Patientensicherheit sowie das medizinische Prozessmanagement.

Mit einer starken Konzentration auf spitzenmedizinische Leistungen verbinden sich der Anspruch und die Wirklichkeit, die Patienten auf der Basis neuester, wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren und unter Einsatz modernster Medizintechnologie zu diagnostizieren und zu behandeln. Seit 2014 wird die unternehmerische Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG eng durch das Medical Board begleitet. Es hat die Aufgabe, die medizinische Strategie des Unternehmens zu inspirieren, konkrete Innovationsprojekte umzusetzen und die medizinische Expertise mit den unternehmerischen Zielen zu synchronisieren. Ferner berät und unterstützt das Medical Board den Vorstand und die Geschäftsführungen unserer Kliniken bei der Beurteilung medizinischer Innovationen, neuer Therapieverfahren und der Installation komplexer medizinischer Technik.

Einen Leuchtturm innovativer Spitzenmedizin stellt die Realisierung des Partikeltherapiezentrums am Universitätsklinikum Marburg dar. Diese Technologie ermöglicht es, Protonen und Kohlenstoff-Ionen durch hochenergetische Beschleunigung zielgenau gegen bestimmte Tumorarten zu richten und damit eine praktisch nebenwirkungsfreie Bestrahlung bislang inoperabler und teilweise nicht bestrahlbarer Erkrankungsherde durchzuführen. Ende Oktober 2015 wurde die Patientenbehandlung am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum aufgenommen.

Im Übrigen sind die projektierten Baumaßnahmen im Geschäftsjahr 2015 fortgesetzt worden. Zwischenzeitlich sind ebenso die Vorbereitungen zum Geschäftsbeginn unserer RHÖN Innovations GmbH abgeschlossen worden. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, sich im stark wachsenden E-Health-Segment an sogenannten Start-ups zu beteiligen, die ausgewählte medizinische und medizintechnische Anwendungen entwickeln. Über diese Beteiligungsgesellschaft möchten wir unsere führende medizintechnologische Marktstellung konsequent ausbauen, die medizinischen Leistungsangebote weiter verbessern und damit einen spürbaren Zusatznutzen für unsere Patienten erzielen.

Ferner hat die Umsetzung des angestrebten Netzwerkverbunds unter Beteiligung der Netzwerkpartner Helios und Asklepios weitere deutliche Fortschritte gemacht. Mittelfristig soll das Netzwerk zu einem bundesweit trägeroffenen Zusammenschluss qualifizierter Leistungsanbieter ausgebaut werden, der den versicherten Patienten im Rahmen einer arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherung zusätzliche ambulante und stationäre Leistungen anbietet. Es wird davon ausgegangen, dass die Netzwerkpartnerschaft der wirtschaftlichen Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG spürbare Zusatzimpulse verleiht. Unser Selbstverständnis bleibt weiter geprägt von der Maxime, bezahlbare, qualitativ hochwertige Medizin für unsere Patienten anzubieten.

Unternehmensleitbild

Ausgangspunkt unseres Handelns ist das Wohl unserer Patienten, die sich unseren Mitarbeitern in unseren Kliniken und Einrichtungen anvertrauen und stets im Mittelpunkt unserer Anstrengungen stehen. Die RHÖN-KLINIKUM AG hat sich deshalb eine verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung zum Ziel gesetzt. Um maximalversorgungsnahe Medizin anbieten zu können, ist es notwendig, Mittel für Investitionen zu erwirtschaften. Eine hohe medizinische Qualität einerseits und die Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen andererseits sind aus unserer Sicht zwei Seiten derselben Medaille. Ohne ein wirtschaftlich zufriedenstellendes Geschäftsergebnis ist die bestmögliche Behandlung unserer Patienten nicht zu gewährleisten.

In der Regel schafft auch nur der wirtschaftliche Erfolg die Grundlage für gesicherte Arbeit und Beschäftigung sowie die notwendigen Investitionen in die bauliche und apparative Infrastruktur. Deshalb darf sich das nachhaltige Angebot einer hochwertigen Gesundheitsversorgung nicht nur auf medizinische Aspekte beschränken. Für eine zukunftsfeste und innovative Gesundheitsversorgung sind die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Fokussierung auf die Effizienz der Behandlungsprozesse unabdingbar. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Erfüllung hoher Qualitätsmaßstäbe und ökonomischer Erfolg -vor allem im Zeitablauf und für eine nachhaltige Entwicklung - gegenseitig bedingen.

Die Bereiche Compliance, Corporate Governance, Chancen- und Risikomanagement sowie Qualitätsmanagement richten sich nach diesem Leitbild und bilden somit die zentralen Instrumente, mit denen wir den Wert der RHÖN-KLINIKUM AG nachhaltig und kontinuierlich steigern und das Vertrauen unserer Anleger festigen.

Corporate Social Responsibility

Eine nachhaltige Wertschöpfung und ein langfristiges Engagement sind die Eckpfeiler unseres unternehmerischen Handelns - sowohl als Gesundheitsversorger wie auch als Arbeitgeber und börsennotierte Gesellschaft.

Neben kontinuierlichem Wachstum und ökonomischem Fortschritt sind auch ökologische und soziale Verantwortung entscheidend, um nachhaltig Wert zu schaffen. Für uns hängt erfolgreiche Gesundheitsversorgung besonders von förderlichen Umwelt- und Lebensbedingungen ab. Umso mehr Wert legen wir auf die faire und ausgewogene Beziehung zu unseren Mitarbeitern. Die zentralen Themen, die sich aus unserer unternehmerischen Verantwortung und nachhaltigen Entwicklung ergeben, sind deshalb dem Wohl der Gesellschaft zu nützen, die Umwelt zu schützen und zu schonen sowie unsere Mitarbeiter zu fördern und zu binden.

Gesellschaft

Fürsorge für die Gesundheit der Gesellschaft heißt für uns, soziale Verantwortung zu übernehmen. Das höchste Gut jedes Einzelnen ist seine Gesundheit. Sie bestimmt maßgeblich die Lebensqualität. Wir setzen uns deshalb für bezahlbare Spitzenmedizin ein, mit der wir breite Bevölkerungsschichten erreichen. Um dies auch weiterhin tun zu können, tragen wir dazu bei, dass das deutsche Gesundheitssystem auch in Zukunft sozial ausgewogen und leistungsfähig bleibt.

Um die Versorgung unserer Patienten weiter zu verbessern und gleichzeitig die Produktivität unserer Kliniken zu erhöhen, legen wir an unseren Standorten großen Wert auf rationale und effiziente Strukturen. Ebenso wichtig wie die Wirtschaftlichkeit sind Innovationen. Diese treiben die RHÖN-KLINIKUM AG stetig voran. Von unseren Fortschritten soll eine möglichst große Anzahl von Menschen profitieren und unsere Patienten sollen direkt an den Erfolgen der modernen Medizinforschung teilhaben. Deshalb entwickeln wir spitzenmedizinische Leistungen mit externen Forschungs- und Entwicklungspartnern weiter und finden innovative Lösungen zum Wohl unserer Patienten. Hierfür bauen wir in unseren Kliniken auf den Austausch zwischen den einzelnen Kompetenzzentren.

Umwelt

Ein schonender Umgang mit der Umwelt ist für die RHÖN-KLINIKUM AG von großer Bedeutung. Aus unserem unternehmerischen Handeln ergibt sich die Verpflichtung, mit natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen und die Umwelt zu schützen. Gute Umweltbedingungen sind Voraussetzung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen. Somit tragen wir mit unserem Umweltengagement zum Wohlergehen unserer Patienten, aber auch unserer Mitarbeiter und Partner bei.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist ein Energie- und Umweltmanagement, dessen zentrale Aufgaben Effizienz und Ressourcenschonung sind, vernünftig. Für uns steht insbesondere ein nachhaltiges Energiemanagement im Fokus. Sowohl um Energie zu erzeugen als auch um den Energieverbrauch zu reduzieren, investieren wir kontinuierlich in innovative Verfahren. Mit der Reduzierung der Kosten für den Energieverbrauch erfüllen wir auch unsere Mission der ökonomisch verantwortungsvollen Unternehmensführung. Wenn wir sparsam mit unseren Ressourcen umgehen, stehen uns umso mehr Mittel für eine bezahlbare, hochwertige medizinische Versorgung für möglichst viele Menschen zur Verfügung.

Ausführlichere Informationen und Kennzahlen zu unserem Engagement rund um Umwelt und Nachhaltigkeit finden Sie in unserem Geschäftsbericht im Kapitel "Höchste Ansprüche".

Mitarbeiter

Der Erfolg der RHÖN-KLINIKUM AG beruht auf dem Engagement und dem Fachwissen unserer Mitarbeiter. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf die ständige Weiterentwicklung unserer Organisation sowie auf ein professionelles, vorausschauendes Kompetenzmanagement. Neben der fachlichen Qualifikation zählen für uns aber auch die individuelle Entwicklung und Motivation der Menschen, die bei uns beschäftigt sind.

Durch den beständigen Fortschritt in der Medizin und der Pflege sowie durch die sich permanent verändernden Rahmenbedingungen sehen wir uns als Unternehmen dazu verpflichtet, auch erfahrenen Beschäftigten immer wieder Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu eröffnen. So ist für uns neben der professionellen Qualifikation auch die persönliche Entwicklung in beruflicher und privater Hinsicht wichtig. Hierzu tragen eine individuelle Karriereförderung, interne Aus- und Weiterbildungsangebote sowie vielfältige Fortbildungen bei.

Ein zentraler Baustein unserer Personalstrategie ist der Wissenstransfer zwischen unseren einzelnen Kliniken. Deshalb organisieren wir unsere Fort- und Weiterbildungsangebote dezentral und ermöglichen unseren Mitarbeitern so, sich mit ihren Kollegen an anderen Standorten schneller zu vernetzen. Beim Schwerpunkt Wissensaustausch setzen wir zudem auf eine enge Verzahnung von Medizin und Management.

Wir setzen uns für eine Balance von Berufs- und Privatleben ein. Dabei stellen wir die Vereinbarkeit von Karriere und Familie in den Mittelpunkt. Als attraktiver Arbeitgeber möchten wir unsere Mitarbeiter langfristig binden. Deshalb bieten wir unseren Angestellten familienfreundliche Arbeitsbedingungen mit individuellen Regelungen.

Bei unserer Nachwuchsförderung setzen wir unter anderem auf den frühen Kontakt zu Hochschulabsolventen und jungen Fachkräften, die sich beruflich noch orientieren.

1.3 Ziele und Strategien

Aktuell konzentrieren wir uns an fünf Standorten auf maximalversorgungsnahe Spitzenmedizin mit direkter Verbindung zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. Für das Geschäftsjahr 2016 rechnen wir in unserem gesamten Konzern mit einem Umsatz zwischen 1,17 Mrd. € und 1,20 Mrd. € sowie mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 155 Mio. € und 165 Mio. €. Dies inkludiert die Erstkonsolidierung der Kreisklinik Bad Neustadt ab Jahresbeginn. Zudem kommen im laufenden Geschäftsjahr wiederum ergebnisseitige Einmaleffekte zum Tragen. Diese positiven und negativen Sondereinflüsse bewegen sich im jeweils niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich; sie werden über das gesamte Geschäftsjahr 2016 wirksam und kompensieren sich teilweise. Wir werden auch in Zukunft zu den großen Klinikbetreibern in Deutschland gehören.

Mit einer starken Fokussierung auf spitzenmedizinische Leistungen folgt die RHÖNKLINIKUM AG einem Weg, der auch in anderen Branchen eingeschlagen wird. Mit der Positionierung im medizinischen Premium-Segment schaffen wir die Grundlage, unseren Patienten auch künftig mit uneingeschränkten Spitzenleistungen helfen zu können.

Ein Großteil der Bevölkerung lebt in eher ländlich geprägten Regionen außerhalb großer Ballungszentren; auch viele - in der Regel kleinere - Kliniken haben dort ihren Sitz. Eine zentrale unternehmerische Aufgabe ist daher die erfolgreiche medizinische und wirtschaftliche Weiterentwicklung komplexer Versorgungsangebote unter diesen Rahmenbedingungen. Mit der Campus-Konzeption greifen wir das Erfordernis der Vernetzung bisher sektoral differenzierter Gesundheitsleistungen auf. In den nächsten Jahren werden wir unser Angebot mit dem Ziel einer flächendeckenden medizinischen und pflegerischen Vollversorgung in ländlichen Regionen weiter ausbauen und nehmen die wachsenden Anforderungen einer altersgerechten Gesundheitsversorgung als Herausforderung an. Insbesondere stationäre und ambulante Leistungen werden auf dem Gelände eines Hochleistungsklinikums strukturell, räumlich und logistisch miteinander verzahnt. Vor diesem Hintergrund macht z. B. auch die am 1. Januar 2016 übernommene vormalige Kreisklinik Bad Neustadt Sinn. Die Integration dieser Klinik in den neu entstehenden RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt erzeugt erhebliche zusätzliche medizinische und unternehmerische Impulse.

Die projektierten Baumaßnahmen wurden im Jahr 2015 mit dem symbolischen ersten Spatenstich für den geplanten Campus-Neubau in Bad Neustadt umgesetzt. Der faktische Neubau der Psychosomatischen Klinik in Bad Neustadt geht seiner planmäßigen Vollendung entgegen. Am Campus-Standort Frankfurt (Oder) wurde ebenso die weitere Entwicklung des Standorts fortgesetzt. Auch für unser Universitätsklinikum Marburg sehen wir ein enormes Entwicklungspotenzial. Wir arbeiten auch an diesem Standort mit Hochdruck an einer adäquaten Umsetzung unserer Campus-Konzeption. Geplant ist ein modernes Ambulanz- und Diagnostikzentrum, das die Stärkung von Forschung und Lehre insbesondere im ambulanten Bereich, eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftlichkeit und Investitionskraft sowie eine anteilige Steigerung universitärer Spitzenmedizin im Leistungsspektrum des Universitätsklinikums zum Ziel hat.

Einhergehend mit bestmöglicher Pflege und Betreuung ist es unser Ziel, unsere Patienten auf der Basis neuester wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren und unter Einsatz modernster Medizintechnologie zu diagnostizieren und zu behandeln.

Auch vor diesem Hintergrund haben wir im Jahr 2014 unser "Medical Board" berufen. Es hat die Aufgabe, die medizinische Strategie der RHÖN-KLINIKUM AG zu inspirieren, konkrete Innovationsprojekte umzusetzen und die medizinische Expertise mit den unternehmerischen Zielen zu synchronisieren. Ferner berät und unterstützt das Medical Board den Vorstand und die Geschäftsführungen der Kliniken bei der Beurteilung medizinischer Innovationen, neuer Therapieverfahren und der Installation komplexer medizinischer Technik.

Ein Beispiel von Innovation stellt die Realisierung unseres Partikeltherapiezentrums zusammen mit dem Universitätsklinikum Heidelberg am Standort Marburg dar. Diese Technologie ermöglicht es, Protonen und Kohlenstoff-Ionen durch hochenergetische Beschleunigung zielgenau gegen bestimmte Tumorarten zu richten und damit eine praktisch nebenwirkungsfreie Bestrahlung bislang inoperabler und teilweise unbestrahlbarer Erkrankungsherde durchzuführen. Die Patientenbehandlung am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum wurde Ende Oktober 2015 aufgenommen. Im Übrigen sind mittlerweile auch die Vorbereitungen zum Beginn der RHÖN Innovations GmbH abgeschlossen. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, sich im stark wachsenden E-Health-Segment an sogenannten Start-ups zu beteiligen, die ausgewählte medizinische und medizintechnische Anwendungen entwickeln. Über diese Beteiligungsgesellschaft wollen wir unsere führende medizintechnologische Marktstellung konsequent weiter ausbauen. Praktisch geht es um die konkrete Verbesserung der medizinischen Leistungsangebote und damit um Zusatznutzen für die Patienten.

Zu unserer strategischen Neuausrichtung gehört auch das Konzept der Netzwerkmedizin. Das Netzwerk hat sich unter dem Namen "Wir für Gesundheit" strukturiert, der vertriebliche Ausbau schreitet weiter voran. Mittelfristig soll das Netzwerk zu einem bundesweiten trägeroffenen Zusammenschluss qualifizierter Leistungsanbieter ausgebaut werden, die den versicherten Patienten im Rahmen einer arbeitgeberfinanzierten Zusatzversicherung zusätzliche ambulante und stationäre Leistungen anbieten.

Um die strategischen Generalthemen Behandlungsexzellenz, Innovation und Netzwerkmedizin weiter zu forcieren, hat der Aufsichtsrat einer Erweiterung des Vorstands zugestimmt. Seit dem 1. Januar 2016 gehört Prof. Dr. med. Bernd Griewing, Sprecher des Medical Board, dem Vorstand als Chief Medical Officer (CMO) an. Zu den Schwerpunktaufgaben gehören die Weiterentwicklung des Medical Board, die Belange von Qualität, Hygiene und Patientensicherheit sowie das medizinische Prozessmanagement.

Das Wohl des Patienten - die ethische Grundlage unseres Handelns und gleichzeitig die Basis für unseren wirtschaftlichen Erfolg - bleibt auch künftig die Maßgabe. Alle Patienten, die zu uns kommen, können sicher sein, jederzeit die beste Behandlung zu erfahren.

1.4 Steuerungssystem

Für unser Unternehmen haben wir ein Zielsystem entwickelt, das es unserer Meinung nach ermöglicht, uns kontinuierlich besser zu entwickeln als der Markt und unsere Wettbewerber. Das Zielsystem definiert steuerungsrelevante Kennzahlen, wie Umsatzerlöse und EBITDA, sowie Kennzahlen für das Wachstum der Leistungen und den Jahresüberschuss.

Wir sind der Ansicht, dass ein profitables Wachstum unserer Leistungen, unserer Fallzahlen bzw. unserer Bewertungsrelationen sowie unserer Umsatzerlöse ein wichtiger Faktor für die Steigerung unseres Unternehmenswertes ist.

Die Bewertungsrelationen sind Kennzahlen zur Abrechnung medizinischer Leistungen in Krankenhäusern. Für jede Gruppe von Patientenfällen (Diagnosis Related Groups - DRG) erhält man in Kombination mit dem Case-Mix-Index (Größe für die durchschnittliche Fallschwere) die Bewertungsrelation. Die Bewertungsrelation ist also ein Maß für den Schweregrad eines medizinischen Falls. Multipliziert man die Bewertungsrelation mit dem Basisfallwert, erhält man den Betrag, den ein Kostenträger (Krankenkasse) an ein Krankenhaus für einen Behandlungsfall zahlen muss. Für uns ist dieser Leistungsindikator sowohl für die Fallzahlen als auch für die Beurteilung der Qualität aussagekräftig.

Wir berechnen unser Wachstum der Umsatzerlöse als Wachstumsrate der im Abschluss ausgewiesenen Umsatzerlöse. Für Zwecke der Messung und Steuerung werden die Umsatzerlöse grundsätzlich um Konsolidierungseffekte bereinigt, um so das organische Wachstum zu ermitteln.

Das EBITDA beschreibt unsere operative Leistungsfähigkeit vor Abschreibungen und stellt einen wichtigen steuerungsrelevanten finanziellen Leistungsindikator dar. Unser Ziel ist es, über das Geschäftsjahr hinweg EBITDA-Margen zu erzielen, die entsprechend der Ausrichtung der einzelnen Kliniken zu den attraktivsten des Krankenhausmarktes zählen. Diese sind definiert als Quotient aus EBITDA und den Umsatzerlösen.

Ferner wird für die Messung und Steuerung der Ertragskraft das Ergebnis nach Steuern verwendet. Diese Größe hat den bedeutendsten Einfluss auf das für die Kapitalmarktkommunikation verwendete Ergebnis je Aktie.

Das Ziel des Managements beim Umgang mit Eigenkapital und Fremdkapital ist die strikte Verfolgung einer Fristenkongruenz (horizontale Bilanzstruktur) von Mittelherkunft und Mittelverwendung. Langfristig gebundenes Vermögen soll langfristig finanziert sein. Zur langfristigen Mittelherkunft zählen die in der Bilanz ausgewiesenen Posten Eigenkapital und langfristige Schulden. Diese Kennzahl soll mindestens 100 % betragen. Obwohl der Konzern bei einer Personalkostenquote von über 50 % häufig der Dienstleistungsbranche zugerechnet wird, ist das Geschäftsmodell langfristig ausgerichtet und initial investitionsgetrieben. Die Investitionskosten wollen wir dabei nachhaltig durch mindestens 35 % Eigenkapital unterlegen.

Beim grundsätzlich möglichen Einsatz von Fremdkapital orientieren wir uns zur Risikominimierung an nachfolgenden Steuerungsgrößen. Es wird angestrebt, den Quotienten aus Nettofinanzverschuldung (diese entspricht den Finanzschulden abzüglich Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten) und EBITDA auf maximal das 3,5-Fache sowie das Verhältnis des EBITDA zum Nettofinanzergebnis auf minimal das 5,0-Fache zu begrenzen.

Im Rahmen der Liquiditätssteuerung unserer operativen Geschäftstätigkeit analysieren wir die Umschlagfaktoren des operativen Nettoumlaufvermögens. Darüber hinaus haben wir Mindestanforderungen festgelegt, die generell berücksichtigt werden müssen, bevor eine Akquisition durchgeführt wird. Insbesondere müssen Akquisitionen das Potenzial haben, innerhalb von mindestens drei Jahren nach Integration einen positiven Geschäftswertbeitrag zu leisten und einen positiven Cash-Return in Höhe von 15 % nach den von uns durchgeführten Investitionen und Modernisierungen innerhalb von drei bis fünf Jahren zu erwirtschaften.

1.5 Qualität

Das Jahr 2015 war gesundheitspolitisch von der Qualitätsoffensive der Regierungskoalition geprägt. Es ist erklärter politischer Wille, zukünftig die Qualität der stationären medizinischen Leistungserbringung zu honorieren und mangelnde Qualität zu sanktionieren. Das neu geschaffene Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) soll verbindliche Qualitätsindikatoren entwickeln, durch die die Leistungserbringung der deutschen Krankenhäuser mess- und darstellbar werden soll. Teile der Vergütung sollen dann an der erbrachten Qualität bemessen werden ("Pay-for-performance") und auch die Zulassung der Kliniken soll zukünftig von deren Qualitätsniveau in der Leistungserbringung abhängen. Bis zur Realisierung im Jahr 2017, gegebenenfalls auch 2018, versuchen sich die Krankenhäuser auf diese neue Rahmenbedingung einzustellen.

Die RHÖN-KLINIKUM AG ist dieser Herausforderung unter anderem mit dem Beitritt der Kliniken des Konzerns zur Initiative Qualitätsmedizin (IQM) nachgekommen. Neben dem Internetportal für Qualitätsinformation Qualitätskliniken.de, dessen Gründungsgesellschafter die RHÖN-KLINIKUM AG ist, stellt IQM die zweite bedeutende Qualitätsinitiative deutscher Kliniken dar. Die RHÖN-KLINIKUM AG ist der erste Klinikkonzern, der an beiden Initiativen aktiv beteiligt ist. Beide Initiativen repräsentieren gemeinsam ca. 500 deutsche Krankenhäuser und haben sich im Frühjahr 2015 zur Stiftung Initiative Qualitätskliniken (SIQ!) zusammengeschlossen. Die SIQ! setzt in der derzeitigen Qualitätsdiskussion maßgebliche Impulse und ist über ihre Geschäftsführung an den wichtigen Konferenzen beteiligt. Im Frühjahr 2016 werden die jährlichen Konferenzen von Qualitätskliniken.de und IQM erstmals als gemeinsames Qualitätsforum veranstaltet. Hierbei sollen zu den Kernpunkten der zukünftigen Entwicklung wichtige Impulse gesetzt werden.

Die RHÖN-KLINIKUM AG ist bei Qualitätskliniken.de und bei der SIQ! als Gesellschafter in die Gremienarbeit wie in Entscheidungsprozesse fest eingebunden und gestaltet so die Entwicklung dieses bedeutsamen gesundheitspolitischen Themenfelds dem eigenen Unternehmensanspruch angemessen aktiv mit.

Im Bereich Medizin hat die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements einen Schwerpunkt dargestellt. Neben den Vorbereitungen und der Umsetzung der Mitgliedschaft bei IQM galt es, eine abgestimmte Zusammenarbeit der Qualitätsmanagementbeauftragten in den Kliniken des Konzerns und dem Konzernbereich weiterzuentwickeln. Hierzu wurden halbjährliche Treffen aller Beteiligten etabliert, an der auch die Leiter der jeweiligen Abteilung Medizincontrolling teilnahmen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit war deshalb besonders wichtig, weil Qualitätsindikatoren zunehmend aus Routinedaten generiert werden und daher die Inhalte der Kodierung auch unter dem Aspekt der Qualität eine zunehmende Bedeutung erhalten.

Die Qualitätsergebnisse aus den Qualitätsinitiativen IQM und Qualitätskliniken.de sowie der gesetzlichen Qualitätssicherung und der Qualitätserhebung der AOK waren im ständigen Fokus des zentralen Qualitätsmanagements des Konzernbereichs Medizin und wurden in aggregierter Form in den Gremien der RHÖN-KLINIKUM AG kommuniziert. Für das Jahr 2016 ist eine darauf basierende verfeinerte regelmäßige Berichterstattung ("Qualitäts-Cockpit") zur Qualität geplant.

Ein weiteres Augenmerk des Bereichs Medizin galt in Abstimmung mit dem Medical Board der Weiterentwicklung der Patientensicherheit. Gefördert aus dem Innovationspool der RHÖN-KLINIKUM AG wurde im Universitätsklinikum Marburg an drei exemplarischen Kliniken (Abdominal-Chirurgie, Gynäkologie und Kardiologie) ein Risikoaudit unter Einbeziehung der Gesellschaft für Risikoberatung aus Detmold durchgeführt. Hierbei wurden wichtige Hinweise auf eine weitere Verbesserung der Patientensicherheit gewonnen und in Form von Aktionsplänen in die Umsetzung gebracht. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wird jetzt ein Plan für ein Roll-out innerhalb des UKGM und in den übrigen Kliniken des Konzerns erstellt und umgesetzt. Verabredet ist zudem, das konzernumfassende Critical Incident Reporting System (CIRS), das Meldesystem für Beinahe-Unfälle, zu überarbeiten und weiter zu verbessern.

Unter inhaltlicher Führung der Krankenhaushygieniker der RHÖN-KLINIKUM AG und der Koordination des Bereichs Medizin wurde 2015 das Personalkonzept in der Krankenhaushygiene für die Kliniken des Konzerns erarbeitet und im Medical Board verabschiedet. Weiterhin wurden die relevanten Themenfelder der Krankenhaushygiene (Flächendesinfektion, Aufbereitung von Medikalprodukten, Screening, Ausbruchsmanagement und Antibiotic Stewardship) diskutiert und abgestimmt. Für 2016 ist die Verabschiedung eines konzernweiten Standards bei diesen Themen angestrebt.

Der Bereich Medizincontrolling ist das ökonomische Gegenstück zum Qualitätsmanagement. Medizincontroller sind interne Berater der Medizin- und Verwaltungsbereiche. Im operativen Medizincontrolling erfassen und dokumentieren Kodierfachkräfte die Leistungen für jeden einzelnen Patienten, andere kontrollieren die Dokumentationen. Damit schaffen sie die Grundlage einer korrekten Leistungsabrechnung und eine solide Informationsbasis für die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern.

Zur Unterstützung der Kliniken wurde in den vergangenen Jahren ein Berichtswesen etabliert, mithilfe dessen Prüfschwerpunkte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) sowie Ursachen von Prüfverlusten ermittelt werden können, um anschließend Maßnahmen zur Verbesserung der Prozess- und Dokumentationsqualität abzuleiten.

Für das Jahr 2015 ist mit der Prüfverfahrensvereinbarung für Prüfungen des MDK eine große Herausforderung für die Vertragsparteien entstanden. Grundsätzlich wird weiterhin davon ausgegangen, dass hierdurch die Prüfverfahren beschleunigt, umgekehrt jedoch Nach- und Umkodierungen im Prüfverfahren erheblich beeinträchtigt werden und die Anzahl der Sozialgerichtsverfahren mit einem Teil der Kostenträger ansteigen wird.

Ein weiteres Feld des Medizincontrollings ist die Dokumentation und Erfassung hochaufwendiger Pflegeleistungen (Pflegekomplexmaßnahmen-Score, PKMS) bei der Patientenversorgung, die 2015 weiter verbessert und konsolidiert wurde. Die abrechnungsrelevanten Anforderungen zur Pflegedokumentation wurden ohne eine zeitaufwendige Mehrfacherfassung in den Kliniken erfüllt. Hochpflegeaufwendige Patienten zu identifizieren und die Dokumentation der erbrachten Pflegeleistung zu verbessern, ist das Ziel all unserer Kliniken. Dazu tauschen sich die Experten der Kliniken in konzerninternen Workshops regelmäßig aus.

Daneben wird die Umstellung auf das pauschalierende Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP) in den psychiatrischen und psychosomatischen Akutkliniken Auswirkungen auf die Ertragslage der jeweiligen Klinik haben. Die Umstellung auf PEPP ist ab dem Jahr 2017 verpflichtend, allerdings ist die Umstellung bis zum Jahr 2019 budgetneutral. Derzeit passen die Kliniken ihre internen Prozesse an diese neuen Herausforderungen an. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Ertragslage schätzen wir als gering ein. Die mittelfristige Einschätzung ist von der Entwicklung des PEPP-Systems abhängig.

1.6 Medizinische Forschung und Transfer in die Praxis

Unsere Kliniken beteiligen sich am kontinuierlichen Transfer von Wissen aus der Forschung in die Praxis, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller, besser und gezielter in die Praxis der medizinischen Krankenversorgung einzuführen. Denn mit dem demografischen Wandel wächst der Bedarf an medizinischem Fortschritt. Als Folge der stetigen Alterung der Gesellschaft wächst die Zahl der Menschen, die an Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-, Infektions-, Lungen- und neurodegenerativen Erkrankungen leiden.

Mit einer deutlichen Erhöhung des Forschungsbudgets im Jahr 2015 baute die RHÖNKLINIKUM AG zielgerichtet ihre Wettbewerbsposition bei Behandlungsinnovation und Hochleistungsmedizin weiter aus. So werden auch in den kommenden Jahren Projekte finanziert, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen "Forschung und Innovation" sowie "Behandlungsexzellenz und Netzwerkmedizin" beschäftigen. Das Forschungs- und Innovationsprogramm umfasst Vorhaben über alle fünf Standorte des Konzerns.

Wir bieten in unseren Kliniken maximalversorgungsnahe Hochleistungsmedizin mit direkter Anbindung an die Forschung. Der Einsatz modernster Medizintechnologie auf Basis einer effizienten Transformation von aktuellen Forschungsergebnissen in die Klinikpraxis ist dazu unerlässlich, ebenso wie eine effektive Versorgung und Betreuung unserer Patienten. Wir gehen davon aus, dass wir von diesen Forschungsausgaben perspektivisch weitere Wettbewerbsvorteile generieren können und damit auch deutlich auf der Erlös- und Wachstumsseite profitieren werden.

An den fünf Standorten der RHÖN-KLINIKUM AG wird in der Schwerpunkt- und Maximalversorgung seit vielen Jahren auf einem hohen Behandlungsniveau gearbeitet. Neben den für Kliniken der Maximalversorgung üblichen Behandlungsangeboten halten wir an einigen der Standorte besondere Therapie- und Diagnostikverfahren vor, von denen wir nachfolgend eine kleine Auswahl darstellen:

Nach intensiver Planungs- und Bauzeit hat das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) im Oktober 2015 erfolgreich den Patientenbetrieb aufgenommen. An zunächst zwei Behandlungsplätzen kommt die hochinnovative Partikeltherapie für die Patientenversorgung, klinische Studien und Forschungsarbeiten zum Einsatz. Besonders Patienten, bei denen das Tumorwachstum mit herkömmlichen Strahlentherapien nicht gestoppt werden kann, können von der neuen Anlage profitieren.

Die Marburger Virologen konnten bei der Entwicklung und Überprüfung eines Ebola-Impfstoffs einen großen Erfolg verzeichnen. Die Wirksamkeit des maßgeblich in Marburg entwickelten Impfstoffs ist in einer klinischen Studie 2015 erfolgreich getestet worden. Angesichts der Ebola-Epidemie in drei westafrikanischen Staaten hatten Marburger Virologen die Studie mit auf den Weg gebracht.

Das 2013 gegründete Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen (ZusE) am Universitätsklinikum in Marburg wird von Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet stark nachgefragt. Allein im Jahr 2015 verzeichneten Prof. Dr. Jürgen Schäfer und sein Team über 4.000 Anfragen. Das Magazin FOCUS widmete der medizinischen Detektivarbeit in Marburg 2015 eine Titelreportage.

Im Juni startete in Gießen das deutschlandweit einmalige Modellprojekt mit einer "Interkulturell-medizinischen Ambulanz" für die besonderen Bedürfnisse von Patienten mit Migrationshintergrund. Ziel ist eine interkulturelle Öffnung mit einer angemessenen medizinischen Versorgung bei gleichzeitiger Berücksichtigung kultureller Besonderheiten.

Unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie versorgt das überregional zertifizierte Trauma-Zentrum am Standort Gießen Patienten aus ganz Mittelhessen in den zwei modernsten Schockräumen Deutschlands. Dafür hat der Intensivtransporthubschrauber "Christoph Gießen" seine Basis in Form eines Luftrettungszentrums in der Universitätsstadt und einen zusätzlichen Landeplatz auf dem Dach des Klinikums.

In Gießen ziehen im Oktober die ersten Patienten in eine neue Palliativstation ein. Sie bietet 16 Einzelzimmer mit Zusatzbett für Angehörige, Wohnzimmer, Patientenküche und einen Raum der Stille. Hier werden Patienten begleitet, deren Erkrankung nicht mehr heilbar ist, mit dem Anspruch, ihnen das höchstmögliche Maß an Lebensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten. Ziel ist es, diese Patienten so weit zu stabilisieren, dass sie in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können.

Neben dem modernen PET/CT-Gerät (Positronen-Emissions-Tomografie/Computertomografie) verfügt die Zentralklinik in Bad Berka jetzt über einen 3-Tesla-MRT (Magnetresonanztomografen) mit hochfokussiertem Ultraschall. Damit sind einerseits qualitativ hochwertige diagnostische Untersuchungen möglich. Andererseits besteht die Möglichkeit, neue Krebstherapien anzubieten, die derzeit gemeinsam mit dem Hersteller weiterentwickelt werden.

Drei Fachkliniken am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt können sich seit dem 1. Januar 2015 in die Reihe der Lehrkrankenhäuser einreihen. Die Kliniken für Neurologie, Psychosomatik und Kardiochirurgie haben die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg erhalten. Die erste Medizinstudentin für das sogenannte praktische Jahr empfing die Neurologische Klinik Bad Neustadt im September 2015.

Der Fachbereich Radiologie am Campus in Bad Neustadt nahm in enger Kooperation mit dem Fachbereich Kardiologie einen hochmodernen Computertomografen in Betrieb. Mit dieser neuen, weiterentwickelten Schnittbilddiagnostik stehen den Fachbereichen Radiologie und Kardiologie neue Möglichkeiten für die Diagnostik kardiovaskulärer Krankheiten zur Verfügung. Gerade die Wiedergabequalität bei schwierigen Rahmenbedingungen (Herzrhythmusstörungen) bewährt sich in der alltäglichen Routine für die kardiovaskulären Fächer in besonderem Maße.

Im Mai 2015 startete in der Neurologischen Klinik Bad Neustadt ein zweijähriges Projekt, um die Versorgung der Schlaganfallpatienten in der Region zu verbessern. Ziel ist es, während der stationären und poststationären Versorgung die Schlaganfallpatienten und deren Angehörige durch individuelle Informationen und einen persönlichen Ansprechpartner (Stroke Manager) zu unterstützen. Durch regelmäßige Telefonate und persönliche Treffen zwischen Stroke Manager und Patient werden dem Patienten Veranstaltungen, Kontakte und Neuigkeiten (Selbsthilfegruppen, Klinikveranstaltungen) mitgeteilt, die für ihn wichtig sind.

Diese Forschungsprojekte sind nur einige von unzähligen Studien- und Forschungsprojekten. Die Maßnahmen und Aktivitäten helfen uns, die moderne medizinische Forschung unseren Patienten schnell verfügbar zu machen und diese damit noch besser behandeln und heilen zu können. Weitere konkrete Beispiele zur medizinischen Forschung und Entwicklung im RHÖN-KLINIKUM Konzern finden Sie in unserem Geschäftsbericht.

1.7 Compliance

"Tue nichts, was du nicht willst, dass es dir angetan werde, und unterlasse nichts, was du wünschst, dass es dir getan würde."

Dieses Unternehmensprinzip gilt seit jeher für den gesamten RHÖN-KLINIKUM Konzern, sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Verwaltung und im Bereich des Managements. An dieser Leitlinie richten wir unser gesamtes Handeln aus. Sie ist Verpflichtung in jeder Phase unserer Entscheidungsprozesse. Nach unseren Vorstellungen sind sowohl die gesetzlichen Vorschriften als auch unsere eigenen, noch strengeren ethischen Maßstäbe und Vorgaben, stets einzuhalten. Diese Regelungen bestehen in Form von Konzernbetriebsvereinbarungen, Richtlinien und Handlungsempfehlungen, die jedermann in die Lage versetzen, unsere Unternehmensziele im Einklang mit unseren Wertvorstellungen zu verfolgen.

Um unseren Wahlspruch in der täglichen Praxis umsetzen zu können, haben wir in allen Bereichen eine Vielzahl von Instrumenten und Möglichkeiten geschaffen. Im Bereich Personal wird sichergestellt, dass jeder Arbeitsvertrag, ob individuell oder kollektivrechtlich, auf unseren Leitsatz Bezug nimmt. Das Qualitätsmanagement füllt unser Unternehmensprinzip mit dem notwendigen Leben. Die Interne Revision prüft Vorgänge auch auf ihre Rechtmäßigkeit. Die Stabsstelle Compliance unterstützt alle Abteilungen und Standorte bei der Umsetzung unseres Unternehmensprinzips, unserer internen Regeln und der gesetzlichen Anforderungen.

Unser Compliance-Management-System ist nicht statisch ausgerichtet. Daher überprüfen wir regelmäßig anhand interner und externer Vorgänge die Wirksamkeit und Aktualität unseres Systems und passen unsere Regelwerke stetig an die neuesten Gegebenheiten an. Ziel ist die Vermeidung zukünftiger Compliance-Verstöße durch rechtzeitiges Erkennen und Abwenden von Risiken. Hierfür werden mögliche Compliance-Vorfälle untersucht, kritische Arbeitsabläufe auditiert, Workflows geschaffen, die ein regelkonformes Arbeiten sicherstellen; zudem werden Mitarbeiter über einzuhaltende Regeln informiert. Darüber hinaus wurde mit den "Aktuellen Entwicklungen der Stabsstelle Compliance" ein nicht periodisch erscheinendes Mitteilungsblatt installiert, um das Management über aktuelle Compliance-Risiken zu informieren. Im Geschäftsjahr fanden an jedem Standort mindestens zwei Compliance-Schulungen statt; auch in der Zukunft wird die Stabsstelle Compliance ein wesentliches Augenmerk auf die Schulung der Mitarbeiter legen. Die Informationspolitik hat bei der RHÖNKLINIKUM AG einen sehr hohen Stellenwert, sei es im Rahmen von internen Fortbildungsmaßnahmen oder in der Gremienarbeit, z. B. der Arbeitnehmer- oder Auszubildendenvertretung.

Über die gesetzlich geforderten Grundlagen von Compliance hinaus besteht im Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG an jedem Standort ein Compliance-Management-System, das vom Management bis zum einzelnen Mitarbeiter jeden integriert. Die konzernweit bindende Geschäftsordnung Compliance besitzt Gültigkeit für jeden Mitarbeiter. Sie betraut verschiedene Stellen aller Hierarchien mit verschiedenen Aufgaben und Funktionen der Compliance, vorwiegend mit internen Beratungs- und Informationsfunktionen, aber auch mit der Umsetzung von Präventions- oder Schutzmaßnahmen. Im Rahmen ihrer compliance-bezogenen Aufgaben werden die Organe der einzelnen Gesellschaften von den Compliance-Beauftragten vor Ort, aber auch von der konzernweiten Stabsstelle Compliance unterstützt. Wegen der hohen Bedeutung von Compliance für die RHÖN-KLINIKUM AG ist die Stabsstelle Compliance beim Vorstandsvorsitzenden angesiedelt. Zudem tagt vierteljährlich ein eigener Ausschuss des Aufsichtsrats für Compliance und Kommunikation, dem die Überwachung des Compliance-Managementsystems obliegt. Um eine Abstimmung zwischen Risikomanagement, Interner Revision und Compliance sicherzustellen, tagt außerdem regelmäßig ein Compliance-Komitee.

1.8 Corporate Governance

Gezeichnetes Kapital

Nach unserem im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgeführten Aktienrückkaufprogramm entfällt das im Jahresabschluss ausgewiesene gezeichnete Kapital der RHÖN-KLINIKUM AG vollständig auf 66.962.470 stimmberechtigte, auf den Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 2,50 €. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen - auch wenn sie sich aus Vereinbarungen von Gesellschaftern ergeben können -, bestehen nicht bzw. sind uns nicht bekannt. Keine unserer Aktien ist mit Sonderrechten ausgestattet, die ihrem Inhaber besondere Kontrollbefugnisse verleihen. Mitarbeiter, die Aktien halten, üben ihr Stimmrecht frei aus. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte bei der Hauptversammlung selbst ausüben oder Stimmrechtsvertreter bestellen. Die direkten und indirekten Beteiligungen am Kapital gemäß § 21 ff. WpHG haben wir detailliert in unserem Anhang angegeben.

Jahresabschluss, Kommunikation mit Aktionären und Analysten

Der Jahresabschluss der RHÖN-KLINIKUM AG wird nach den handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wird nach den Grundsätzen der in der Europäischen Union anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und unter Anwendung von § 315a Handelsgesetzbuch (HGB) aufgestellt und sowohl nach nationalen als auch nach internationalen Prüfungsstandards geprüft. Der Halbjahresabschluss wird auf freiwilliger Basis nach den gleichen vorgenannten Grundsätzen einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Bei der Auftragsvergabe an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wird auf die erforderliche Unabhängigkeit der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geachtet. Den Prüfungsauftrag für den Jahres- sowie für den Halbjahresabschluss des Konzerns und für die Prüfung der RHÖN-KLINIKUM AG erteilt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nach pflichtgemäßer Prüfung gemäß der Beschlussfassung in der Hauptversammlung.

Unseren Jahresabschluss veröffentlichen wir im April des neuen Geschäftsjahres. Die Ordentliche Hauptversammlung findet üblicherweise in den ersten sechs Monaten des folgenden Geschäftsjahres statt. Unsere Prognosen für die Geschäftsjahre geben wir gemäß den Anforderungen bekannt. Eine Vielzahl von Analystengesprächen und Investorenkontaktgesprächen werden durchgeführt. Über die Geschäftsentwicklung berichten wir vier Mal im Jahr im Rahmen von telefonischen Analystenkonferenzen. Über alle sonstigen wesentlichen wiederkehrenden Termine informieren wir unsere Aktionäre, Aktionärsvereinigungen, Analysten und die Medien durch unseren Finanzkalender, der im Geschäftsbericht und im Internet auf unserer Homepage veröffentlicht ist

Organe der Gesellschaft

Vorstand und Aufsichtsrat sind nach deutschem Aktienrecht konstituiert. Danach leitet der Vorstand die Gesellschaft und führt die Geschäfte; der Aufsichtsrat berät den Vorstand und überwacht dessen Geschäftsführung. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand entspricht den aktienrechtlichen Bestimmungen (Aufsichtsrat: § 101 ff. AktG; Vorstand: § 84 AktG) und den Regelungen des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG).

Der Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG ist nach den Vorgaben des Mitbestimmungsgesetzes paritätisch mit aktuell 16 Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt und trat im Jahr 2015 zu vier ordentlichen Sitzungen sowie einer konstituierenden Sitzung (2014: vier ordentliche Sitzungen) zusammen. In der Hauptversammlung am 10. Juni 2015 wurde turnusgemäß ein neuer Aufsichtsrat gewählt. In diesem Zusammenhang wurde die Anzahl der Mitglieder von 20 Personen auf 16 Personen satzungsgemäß angepasst. Die Amtsperiode eines Mitglieds beträgt fünf Jahre. Die Altersgrenze beträgt 75 Jahre. Der Aufsichtsrat entscheidet regelmäßig im Plenum bzw. in den zuständigen Fachausschüssen, denen ein Beschlussrecht zusteht, in Einzelfällen auch im Umlaufverfahren.

Der Aufsichtsrat hat insgesamt sieben Ausschüsse konstituiert. Es bestehen als beschließende Ausschüsse der Vermittlungsausschuss, der Personalausschuss, der Prüfungsausschuss und der Investitions-, Strategie- und Finanzausschuss und der Ausschuss für Compliance und Kommunikation. Mit Beratungs-, Überwachungs- bzw. Vorschlagskompetenz sind der Nominierungsausschuss zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung und der Medizininnovations- und Qualitätsausschuss zur Weiterentwicklung und Absicherung der medizinischen Qualität ausgestattet.

Für die Tätigkeit des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie für die Zusammenarbeit beider Organe bestehen Geschäftsordnungen.

Der Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG wurde im Geschäftsjahr 2015 vom Vorsitzenden und bei dessen Abwesenheit vom ständigen Vertreter des Vorsitzenden geleitet. Zur Zusammensetzung des Vorstands wird auf den Anhang verwiesen. Der Vorstand leitet die Gesellschaft und führt die Geschäfte in gemeinschaftlicher Verantwortung nach Maßgabe einer Geschäftsordnung. Die Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder ergeben sich aus operativen bzw. funktionalen Zuständigkeiten. Dem Vorstandsvorsitzenden obliegen die Unternehmenspolitik und die grundsätzliche strategische Ausrichtung des Konzerns. Für den Vorstand wurde eine Altersgrenze von 65 Jahren beschlossen.

Organvergütungen

Die Vergütung für Aufsichtsrat und Vorstand ist in der Satzung der Gesellschaft bzw. durch Beschlussfassung des Aufsichtsrats nach Vorbereitung durch den Personalausschuss festgelegt. Für den Vorstand besteht die Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 aus festen und variablen Bestandteilen, für den Aufsichtsrat nur aus erfolgsunabhängigen Vergütungsbestandteilen. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist leistungsbezogen und orientiert sich am Zeitaufwand, an den Aufgaben und an der funktional übernommenen Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder. Den variablen Vergütungsbestandteilen des Geschäftsjahres 2015 für den Vorstand liegt eine vom Konzerngewinn abgeleitete Bemessungsgrundlage zugrunde. Darüber hinaus werden Vorständen Sachbezüge (z. B. Dienstwagen, Versicherungen) und eine bedingte Altersvorsorgeleistung in Höhe von bis zu 1,5 Jahresgehältern gewährt. Die Vergütung für die Vorstandsmitglieder beinhaltet sowohl kurzfristige als auch langfristige Anreizwirkungen. Im Geschäftsjahr 2014 wurde den in diesem Geschäftsjahr amtierenden Vorständen eine langfristige aktienkursbasierte Vergütung (Aktienoptionen) gewährt, die an eine langfristige Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG Aktie gekoppelt ist. Erhält ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund eine Abfindung, so darf die Summe dieser Leistung einschließlich der Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages vergüten. Für den Vorstand und Aufsichtsrat bestehen Vergütungssysteme, die Höhe und Struktur der jeweiligen Einkommen festlegen.

Den Vorstandsmitgliedern wird im Geschäftsjahr eine Jahresgesamtvergütung (Summe aus Grundgehalt und Tantieme) von mindestens 450 Tsd. € garantiert. Die Obergrenze (Cap) für die Jahresgesamtvergütung ist grundsätzlich auf 900 Tsd. € festgelegt, kann jedoch für den Vorstandsvorsitzenden bis zum 2,5-Fachen und für seinen ständigen Vertreter und den Finanzvorstand bis zum 2-Fachen dieses Betrages festgesetzt werden.

Die Gesamtbezüge (ohne Versorgungsaufwand) der im Geschäftsjahr 2015 amtierenden Mitglieder des Vorstands beliefen sich auf 4,2 Mio. € (Vj. 11,1 Mio. €). Von diesem Betrag entfielen 0,8 Mio. € (Vj. 0,8 Mio. €) auf erfolgsunabhängige Komponenten und 3,4 Mio. € (Vj. 10,3 Mio. €) auf variable Bestandteile. Die Rückstellung für Ansprüche auf Altersvorsorgeleistungen der Mitglieder des Vorstands beträgt 1,2 Mio. € (Vj. 0,7 Mio. €). Zum Bilanzstichtag nicht mehr amtierende Vorstände bzw. deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2015 keine Vergütung.

Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2,2 Mio. € (Vj. 2,6 Mio. €). Der Gesamtbetrag im Jahr 2015 entfiel vollständig auf fixe Vergütungsbestandteile.

Zu weiteren Einzelheiten, insbesondere zu den individualisierten Vergütungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand, wird auf den Vergütungsbericht als Teilbericht zum Corporate Governance Bericht sowie auf den Anhang verwiesen.

Aktienbesitz von Organmitgliedern

Die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand und die ihnen nahe stehenden Personen hielten gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) zum 31. Dezember 2015 zusammen rund 32 % am Grundkapital. Auf den Aufsichtsrat und die ihm nahe stehenden Personen entfallen hiervon rund 32 % der ausgegebenen Aktien. Die Mitglieder des Vorstands und die ihnen nahe stehenden Personen halten keine Anteile am Grundkapital.

Weiterhin legen wir alle meldepflichtigen Transaktionen von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats nach § 15a WpHG offen.

Verträge mit Kontrollwechselklausel

Die Unternehmenskaufverträge der von uns akquirierten Kliniken sowie verschiedene Verträge über Finanzinstrumente sehen Regelungen vor, wonach unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots, z. B. einer Rückübertragung der Gesellschaftsanteile, die Anleihen- und Kreditgeber eine sofortige Rückzahlung verlangen können. Darüber hinaus bestehen keine Vereinbarungen, woraus Vorstand oder Arbeitnehmer im Falle einer Unternehmensübernahme Ansprüche auf Entschädigung ableiten können.

1.9 Erklärung zur Unternehmensführung und Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289a HGB) enthält neben der Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG auch Angaben zu Unternehmensführungspraktiken. Darüber hinaus werden die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die eingerichteten Gremien beschrieben. Im Übrigen enthält die Erklärung zur Unternehmensführung Angaben, ob die Gesellschaft bei der Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern jeweils Mindestanteile eingehalten hat, und wenn nicht, Angaben zu den Gründen.

Zu näheren Einzelheiten verweisen wir auf unsere Website, auf der die Erklärung zur Unternehmensführung unter www.rhoen-klinikum-ag.com öffentlich zugänglich ist.

Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex

Wir verstehen unter Corporate Governance die verantwortungsbewusste, auf langfristige Wertschöpfung und Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Gute Corporate Governance ist die Grundlage der Entscheidungs- und Kontrollprozesse von Aufsichtsrat und Vorstand. Zusammen mit einer transparenten, rechtlich einwandfreien und ethisch begründeten Unternehmenskultur bildet die Corporate Governance die Voraussetzung für den Erhalt und die Stärkung des Vertrauens, das uns Patienten, Mitarbeiter, Aktionäre und Geschäftspartner entgegenbringen, sowie für eine beständige Wertschöpfung in unseren Unternehmungen.

Aufsichtsrat und Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG haben sich im Geschäftsjahr 2015 turnusgemäß eingehend mit dem Corporate Governance Kodex, seiner Entwicklung und seinen Änderungen sowie seiner Entsprechung bei der RHÖN-KLINIKUM AG und ihren Tochtergesellschaften befasst und ausführlich beraten. Als Ergebnis dieser Beratungen wurde am 5. November 2015 gemäß Ziff. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 eine von Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG gemeinsam getragene, aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben, die auf unserer Internetseite veröffentlicht ist. Danach wird dem Deutschen Corporate Governance Kodex mit folgenden Ausnahmen vollumfänglich entsprochen:

Ziff. 4.2.2 (Relation zwischen Vorstandsvergütung und Vergütung des oberen Führungskreises und der Gesamtbelegschaft)

Ziff. 4.2.3 (Versorgungszusagen)

Ziff. 5.4.1 (Benennung konkreter Ziele zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats)

Ziff. 5.4.6 (Erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats); ab dem Jahr 2015 erfolgt keine erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats mehr

Ziff. 7.1.2 (Frist zur Zugänglichmachung des Konzernabschlusses)

Von den nicht obligatorischen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex beachten wir die meisten.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2015 hat die Entwicklung der Konjunktur ein stetiges und solides Wirtschaftswachstum gezeigt. Laut ersten Zahlen des Statistischen Bundesamts wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt um 1,7 % und lag damit im Jahr 2015 über dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum der letzten zehn Jahre (1,3 %). Die deutsche Wirtschaft setzt damit ihr deutliches Wachstum aus dem Jahr 2014 (1,6 %) fort, nachdem im Jahr 2013 nur eine Steigerung von 0,3 % zu verzeichnen war. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 im Mittelfeld.

Zu dem Anstieg haben vor allem der hohe private Konsum und die staatlichen Ausgaben beigetragen. Die privaten Konsumausgaben wuchsen um 1,9 %, die staatlichen sogar um 2,8 %. Gründe für den Anstieg bei den Verbrauchern waren die steigende Beschäftigung sowie niedrige Zinsen und gesunkene Energiepreise. Im Jahr 2015 gab es erstmals mehr als 43 Mio. Beschäftigte. Die Exporte standen mit einem Wachstum von 5,4 % den Importen mit einem Plus von 5,7 % gegenüber. Der daraus resultierende Außenbeitrag leistete einen vergleichsweise geringen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Auf der Entstehungsseite nahm die Wirtschaftsleistung sowohl im produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe als auch in nahezu allen Dienstleistungsbereichen zu.

Die Prognosen für das Jahr 2016 fallen durchwachsen aus. Einige Experten beurteilen das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 als bescheiden, wenn man den Hintergrund der guten konjunkturellen Voraussetzungen betrachtet. Sie rechnen deshalb für das Jahr 2016 nur mit einem Wirtschaftswachstum von knapp über 1 %. Als Risiken gelten im besonderen Maße internationale Krisen, wie etwa im Nahen Osten, und die Konjunkturabkühlung in China. Optimisten gehen hingegen von einem Wachstum von über 2 % aus. Als wichtige Treiber gelten günstige Ölpreise sowie niedrige Zinsen.

2.2 Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Im Jahr 2014 standen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt in 1.980 (2013: 1.996) Krankenhäusern rund 500.700 (2013: ca. 500.700) stationäre Betten zur Verfügung. Der Anteil der öffentlichen Krankenhäuser sank seit Einführung der bundeseinheitlichen Krankenhausstatistik im Jahr 1991 von 46,0 % auf 29,7 %. Mit 35,2 % blieb der Anteil der freigemeinnützigen Krankenhäuser im Jahr 2014 fast unverändert. Mit einem Anteil von 35,1 % war im Jahr 2014 jedes dritte Haus in privater Trägerschaft. Die Aufteilung der Betten hat sich im Vergleich zum Jahr 2013 kaum verändert. Nahezu jedes zweite Bett (48 %) stand in einem öffentlichen Krankenhaus. In privaten Häusern befanden sich 18,2 % der Betten, was rund einem Sechstel entspricht.

Laut dem Krankenhaus Rating Report 2015 hat sich die Insolvenzwahrscheinlichkeit der Krankenhäuser in Deutschland im Jahr 2013 zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Jedes sechste Haus war von der Insolvenz bedroht. Gleichzeitig hat sich die Ertrags- und Investitionslage leicht verbessert. Fast jedes dritte Krankenhaus schrieb rote Zahlen (30 % der Krankenhäuser wiesen in 2013 einen Jahresverlust auf jeweiliger Konzernebene aus; 2012 waren dies 33 %) und beinahe jedes zweite kann nicht ausreichend investieren (volle Investitionsfähigkeit 2013: 56 %, 2012: 48 %). Dennoch finden nur wenige Marktaustritte statt. Auffällig ist, dass die Lage in ostdeutschen Bundesländern weiterhin besser ist als im Westen Deutschlands. So betrug die Insolvenzwahrscheinlichkeit westdeutscher, öffentlichrechtlicher Kliniken 35,9 %. Die Wahrscheinlichkeit bei öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern in Ostdeutschland lag hingegen nur bei 1,7 %.

Durch den demografischen Wandel ist die Nachfrage nach Krankenhausleistungen auch im Jahr 2015 weiter gestiegen. Diese wurden den Kliniken allerdings nicht vollständig vergütet, da für nachgefragte und erbrachte Mehrleistungen - unabhängig davon, ob vereinbart oder nicht vereinbart - nach den bekannten gesetzlichen Bestimmungen Preisabschläge hinzunehmen waren. Der wachsenden Nachfrage steht eine abnehmende Zahl von Beitragszahlern in der Solidargemeinschaft gegenüber. Dies führt zu einem enormen Kostendruck im Gesundheitswesen, insbesondere im Krankenhaussektor. Vor diesem Hintergrund werden die gestiegenen Krankenhausleistungen immer seltener adäquat vergütet.

Durch den demografischen Wandel wird das Krankenhauspersonal immer knapper und teurer. Der Fachkräftemangel wird sich demnach in den nächsten Jahren noch weiter verstärken. Besonders in der Gesundheitsbranche wird ein Engpass erwartet, da der steigende Bedarf an Fachkräften einer steigenden Nachfrage gegenübersteht, die durch die Alterung der Gesellschaft noch hinzukommt.

Am 1. Januar 2016 trat das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) in Kraft, das Ende des Jahres 2015 erlassen wurde. Es soll die Finanzierung der Krankenhäuser wesentlich von deren Qualität abhängig machen. Mit dem KHSG werden maßgebliche Regelungen für die Krankenhausfinanzierung umgesetzt. Die grundlegenden Umstellungen in der Finanzierungssystematik werden ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. So wird neben anderen Änderungen der sogenannte Mehrleistungsabschlag mittelfristig durch einen ähnlich strukturierten Fixkostendegressionsabschlag ersetzt. Von den sich unmittelbar auswirkenden Neuregelungen sind vor allem die Budgetvereinbarungen für das Jahr 2016 betroffen.

2.3 Geschäftsverlauf

2.3.1 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Bedingt durch den Verkauf von Gesellschaften im Geschäftsjahr 2014, einhergehend mit einem im Vorjahr erfassten Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen in Höhe von 423,1 Mio. €, haben wir im Geschäftsjahr 2015 einen Rückgang des Jahresüberschusses von 291,1 Mio. € auf 75,5 Mio. € zu verzeichnen. Aufgrund der Neustrukturierung des Portfolios als Konsequenz aus der Transaktion mit Fresenius/Helios sind unsere Geschäfts- und Leistungszahlen mit dem Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar. Unsere Kennzahlen haben sich im Geschäftsjahr 2015 positiv und planmäßig entwickelt.

Im Hinblick auf die Preisentwicklung zeichnet sich der Krankenhaussektor durch sein reguliertes Vergütungssystem aus. Die Schere zwischen Mehrleistungen der Krankenhäuser und steigenden Kosten aufgrund kontinuierlich hoher Material-, Sach- und Personalkosten bei gleichzeitig gedeckelten Entlohnungen auf der Leistungserbringungsseite geht weiter auf.

Wir konzentrieren uns an fünf Standorten weiter auf maximalversorgungsnahe Spitzenmedizin mit direkter Verbindung zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. Mit der Positionierung im medizinischen Premium-Segment schaffen wir die Grundlage, unseren Patienten auch künftig mit uneingeschränkten Spitzenleistungen helfen zu können. Zugleich haben wir den Anspruch, weiterhin ein maßgeblicher konzeptioneller Impulsgeber der deutschen Gesundheitswirtschaft zu sein.

2.3.2 Entwicklung der von der RHÖN-KLINIKUM AG geführten Kliniken am Standort Bad Neustadt

Die Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt a. d. Saale ist eines der größten Zentren für Herz- und Gefäßerkrankungen. Ein Team von Spezialisten und modernste Voraussetzungen für Diagnostik und Therapie bieten Gewähr für eine bestmögliche medizinische Versorgung. Die Auslastung der Klinik stieg in 2015 auf 76,4 % (Vj. 76,3 %). Der Anstieg um 796 Patienten auf 16.782 Patienten (Vj. 15.986 Patienten) bzw. 5,0 % resultiert aus einem Anstieg von 694 Patienten auf 3.136 Patienten (Vj. 2.442 Patienten) im ambulanten Bereich, sowie einer Steigerung von 102 Patienten auf 13.646 Patienten (Vj. 13.544 Patienten) im stationären Bereich.

Die operativen Leistungen sind um 4,2 % bei einer Belegungssteigerung im vollstationären Bereich um 0,1 % gesunken. Die durchschnittliche Verweildauer ist mit 8,2 Tagen unverändert geblieben.

Die Klinik für Handchirurgie in Bad Neustadt a. d. Saale hat im Jahr 2015 insgesamt 20.189 Patienten (Vj. 20.946 Patienten) stationär oder durch eine ambulante Behandlung versorgt. Der Rückgang um 757 Patienten (3,6 %) auf 20.189 Patienten betrifft mit 1.241 Patienten den vor- und nachstationären Bereich der Klinik. Im ambulanten Bereich (+448 Patienten) ist eine Steigerung der Patientenzahlen zu verzeichnen. Im Bereich der Anschlussheilbehandlung verbleibt die Fallzahl auf ähnlichem Niveau des Vorjahres (148 Patienten).

Die Frankenklinik hat im Jahr 2015 insgesamt 2.527 Patienten im Bereich der kardiologischen Rehabilitation behandelt.

Die Psychosomatische Klinik in Bad Neustadt a. d. Saale verfügt seit August 2015 über 236 Betten im Akutbereich (zuvor: 218 Betten). Im Rehabilitationsbereich werden seit August 104 Betten vorgehalten (zuvor: 122 Betten). Die Gesamtzahl der behandelten Patienten ist um 0,5 % bzw. 15 Fälle auf 3.269 (Vj. 3.254) gestiegen. Davon wurden im Akutbereich 2.239 (Vj. 2.203) und im Rehabilitationsbereich 1.030 (Vj. 1.051) Patienten behandelt.

Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir aufgrund der Neu- und Umbaumaßnahmen unserer Kliniken am Standort Bad Neustadt bei unseren Planbetten und Patientenzahlen einen leichten Rückgang.

2.3.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse der RHÖN-KLINIKUM AG verbesserten sich im Geschäftsjahr 2015 um 7,5 % (Vj. 3,8 %) auf 171,8 Mio. € (Vj. 159,8 Mio. €), was im Wesentlichen auf die Integration der Frankenklinik in die operative Betriebsführung der RHÖN-KLINIKUM AG zurückzuführen ist.

Die Sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 27,1 Mio. € (Vj. Rückgang 6,1 Mio. €) auf 45,7 Mio. €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen. Aufgrund der durch das Hauptzollamt Schweinfurt im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchungen bei den Reinigungsgesellschaften wurden Sozialversicherungsbeiträge nacherhoben. Im Geschäftsjahr 2015 konnte mit der Deutschen Rentenversicherung eine Einigung bezüglich der Höhe der Sozialversicherungsbeiträge erzielt werden. Mit der geschlossenen Vereinbarung erledigen sich sämtliche möglichen Nachforderungen. In diesem Zusammenhang wurde die hierfür gebildete Rückstellung in Höhe von 19,7 Mio. € aufgelöst. Des Weiteren wurden Rückstellungen für potenzielle rechtliche und steuerliche Gewährleistungsrisiken im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kliniken an Fresenius/Helios in Höhe von 11,0 Mio. € aufgelöst.

Das Beteiligungsergebnis erhöhte sich um 10,2 Mio. € (Vj. Rückgang um 124,1 Mio. €) auf 18,4 Mio. €. Von diesem Anstieg entfallen 9,8 Mio. € (Vj. Rückgang 69,7 Mio. €) auf Erträge aus Beteiligungen sowie 0,4 Mio. € (Vj. Rückgang 54,4 Mio. €) auf Erträge aus Gewinn- und Teilgewinnabführungsverträgen inkl. Aufwendungen aus Verlustübernahmen. Der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen erhöhte sich bedingt durch die in 2014 vorzeitige Zurückführung der Finanzverbindlichkeiten um 73,7 Mio. € (Vj. Rückgang 47,7 Mio. €).

Der Materialaufwand und die betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 27,9 Mio. € bzw. 25,5 %. (Vj. Anstieg um 23,3 Mio. € bzw. 27,0 %). Die Sachkostenquote hat sich dementsprechend von 68,5 % auf 47,5 % verringert. Der Rückgang ist in erster Linie auf Einmalaufwendungen im Vorjahr im Zusammenhang mit dem Partikeltherapiezentrum in Marburg (23,0 Mio. €) zurückzuführen.

Der Personalaufwand reduzierte sich um 7,0 Mio. € bzw. 7,6 % auf 85,2 Mio. € (Vj. 92,2 Mio. €). Der Rückgang entfällt im Wesentlichen auf virtuelle Aktien, die die RHÖNKLINIKUM AG den Vorständen in 2014 erstmalig gewährt hat. Die Personalquote verringerte sich von 57,7 % auf 49,6 %.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen betragen 11,1 Mio. € (Vj. 12,1 Mio. €). Die Abschreibungsquote beträgt 6,5 % (Vj. 7,5 %).

Das Finanzergebnis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 288,7 Mio. € (Vj. 881,9 Mio. €) auf 36,3 Mio. € (Vj. 325,0 Mio. €). Davon entfallen 414,7 Mio. € auf das niedrigere Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagen. Im Ergebnis aus dem Abgang vom Finanzanlagevermögen sind Erträge in Höhe von 8,3 Mio. € aus dem Verkauf einer Grundstücksgesellschaft und der endgültigen Einigung über den Verkaufspreis enthalten. Ferner entfallen 9,8 Mio. € auf höhere Beteiligungserträge, 0,4 Mio. € auf gestiegene Erträge aus Gewinn- und Teilgewinnabführungsverträgen sowie Aufwendungen aus Verlustübernahme und 73,7 Mio. € auf die Erhöhung des Saldos aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen. Zudem belasteten im Vorjahr die Abschreibungen auf Finanzanlagen das Finanzergebnis mit 42,1 Mio. €.

Insgesamt hat sich das Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag um 214,1 Mio. € auf 75,7 Mio. € (Vj. 289,8 Mio. €) reduziert.

Der Steueraufwand beträgt 0,3 Mio. € (Vj. Steuerertrag i.H.v. 1,2 Mio. € aufgrund der Veränderung von Bewertungsunterschieden zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz (latenter Steuerertrag)).

Der Jahresüberschuss reduzierte sich um 215,6 Mio. € auf 75,5 Mio. € (Vj. 291,1 Mio. €).

Die im Lagebericht 2014 prognostizierten Umsatzerlösen von rund 163 Mio. € haben wir mit ca. 8,8 Mio. € übertroffen. Der prognostizierte Jahresüberschuss wurde um ca. 4,5 Mio. € übertroffen.

2.3.4 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 184,2 Mio. € bzw. 12,2 % auf 1.329,8 Mio. € reduziert (Vj. Rückgang um 1.986,4 Mio. € bzw. 56,7 % auf 1.513,9 Mio. €). Bedingt durch die im Vorjahr erfolgte Transaktion mit Fresenius/Helios ist auf der Aktivseite ein Rückgang bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von 21,2 Mio. € sowie den Kassenbestand/Guthaben bei Kreditinstituten von 172,5 Mio. € festzustellen. Die Finanzanlagen sinken um 3,5 Mio. €. Demgegenüber ist das Sachanlagevermögen um ca. 13,0 Mio. € angestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Neu- und Umbaumaßnahmen unserer Kliniken am Standort Bad Neustadt zurückzuführen.

Bedingt durch den Aktienrückkauf (166,5 Mio. €, Vj. 1.630,4 Mio. €) nahm auf der Passivseite das Eigenkapital um 149,8 Mio. € (Vj. 1.373,9 Mio. €) bzw. 13,8 % (Vj. 55,8 %) ab.

Das Fremdkapital ohne Sonderposten nach dem KHG verminderte sich um 34,5 Mio. € (Vj. 612,7 Mio. €) bzw. 8,1 % (Vj. 59,0 %). Während im Vorjahr unsere Finanzverbindlichkeiten vorzeitig zurückgeführt wurden, resultiert im Geschäftsjahr 2015 der Rückgang im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen. Im Zusammenhang mit den in 2011 durch das Hauptzollamt Schweinfurt durchgeführten Untersuchungen bei den Reinigungsgesellschaften ist eine Rückstellung in Höhe von 19,7 Mio. € sowie im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kliniken an Fresenius/Helios eine Rückstellung für potenzielle rechtliche und steuerliche Gewährleistungsrisiken in Höhe von 11,0 Mio. € aufgelöst worden.

Die Eigenkapitalquote von 71,8 % im Vorjahr hat sich auf 70,5 % reduziert.

Das langfristige Vermögen von 735,8 Mio. € (Vj. 728,6 Mio. €) wird - wie im Vorjahr - in voller Höhe durch Eigenkapital und langfristige Verbindlichkeiten von zusammen 947,4 Mio. € (Vj. 1.240,4 Mio. €) finanziert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten steigen um 39,9 % und betragen 28,7 % (Vj. 18,0 %) des Gesamtvermögens.

2.3.5 Investitionen und Finanzierung

Im Geschäftsjahr 2015 haben wir in das Anlagevermögen - ohne Ausleihungen - insgesamt 24,7 Mio. € (Vj. 27,2 Mio. €) investiert. Davon betrafen 23,5 Mio. € (Vj. 3,6 Mio. €) Sachanlagen und 1,0 Mio. € (Vj. 1,9 Mio. €) immaterielle Vermögensgegenstände sowie 0,2 Mio. € (Vj. 1,6 Mio. €) Kapitalerhöhungen an verbundene Unternehmen. Die in 2015 neu gewährten Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrugen 8,4 Mio. € (Vj. 14,7 Mio. €).

2.3.6 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2015 waren in der RHÖN-KLINIKUM AG 1.566 (Vj. 1.519) Mitarbeiter, d. h. 3,1 % mehr als im Vorjahr (Vj. Rückgang um 3,3 %), beschäftigt. Der Anteil ärztlicher Mitarbeiter sinkt stichtagsbezogen auf 13,9 % (Vj. 14,1 %) und der Anteil der pflegerischen und medizinischen Fachkräfte steigt auf 63,7 % (Vj. 63,0 %).

Die gesetzlichen Sozialabgaben einschließlich der Aufwendungen für Altersvorsorge betrugen 14,8 % (Vj. 13,0 %) der Lohn- und Gehaltsaufwendungen.

3 NACHTRAGSBERICHT

Um die strategischen Generalthemen Behandlungsexzellenz, Innovation und Netzwerkmedizin weiter zu forcieren, hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2015 einer Erweiterung des Vorstands zugestimmt. Seit dem 1. Januar 2016 gehört Herr Prof. Dr. med. Bernd Griewing, Sprecher des Medical Board, dem Vorstand als Chief Medical Officer (CMO) an. Zu seinen Schwerpunktaufgaben gehören die Weiterentwicklung des Medical Board, die Belange von Hygiene und Patientensicherheit sowie das medizinische Prozessmanagement.

Darüber hinaus sind seit dem 31. Dezember 2015 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für die RHÖN-KLINIKUM AG erwartet wird.

4 PROGNOSEBERICHT

4.1 Strategische Zielsetzung

Unsere hohen Investitionen bilden die Basis für eine nachhaltige, effiziente und damit auch bezahlbare klinische spitzenmedizinische Versorgung. Wir sind und bleiben einer der großen Klinikbetreiber in Deutschland, bei denen hohe Investitionen aus den Überschüssen der Kliniken finanziert werden. In den kommenden Jahren werden wir unser Angebot mit dem Ziel einer flächendeckenden medizinischen und pflegerischen Vollversorgung in ländlichen Regionen weiter ausbauen.

Mit unserer Campus-Konzeption werden auf dem Gelände eines Hochleistungsklinikums strukturell, räumlich und logistisch stationäre und ambulante Leistungen miteinander verzahnt. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir an unseren Campus-Standorten Bad Neustadt und Frankfurt (Oder) mit den Baumaßnahmen begonnen. An den übrigen Standorten arbeiten wir mit Hochdruck an einer adäquaten Umsetzung unserer Campus-Konzeption. So befindet sich beispielsweise am Standort Marburg ein modernes Ambulanz- und Diagnostikzentrum, das die Stärkung von Forschung und Lehre insbesondere im ambulanten Bereich, eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftlichkeit und Investitionskraft sowie eine Steigerung universitärer Spitzenmedizin im Leistungsspektrum des Universitätsklinikums zum Ziel hat. Mit der Positionierung im medizinischen Premium-Segment schaffen wir die Grundlage, unseren Patienten auch künftig mit uneingeschränkten Spitzenleistungen helfen zu können. Ausgangspunkt unseres Handelns ist das Wohl unserer Patienten, die sich unseren Mitarbeitern in unseren Kliniken und Einrichtungen anvertrauen und stets im Mittelpunkt unserer Anstrengungen stehen.

Unsere finanzielle Leistungsfähigkeit ist die Voraussetzung, um künftig durch medizinische Innovationen organisch und - bei entsprechender Opportunität - auch akquisitorisch zu wachsen. Auch künftig wird ein qualifiziertes internes und externes Wachstum der bestimmende Faktor für die Entwicklung des Konzerns sein. Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen ist internes Umsatzwachstum nur in Grenzen möglich. Bei der Übernahme von Einrichtungen setzen wir weiter auf unsere Doppelstrategie "Kompetenz und Verlässlichkeit" sowie "Qualität vor Quantität".

Wir werden in unserem Konzern konsequent den Wissensaustausch zwischen unseren Einrichtungen und Standorten weiter fördern. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, die Eingang in Diagnose- und Therapieverfahren gefunden haben, sollen schnellstmöglich allen unseren Kliniken zugänglich gemacht werden.

4.2 Konjunktur und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland fallen für das Jahr 2016 durchwachsen aus. Experten rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von knapp über 1 %. Als Risiken werden im besonderen Maße internationale Krisen und die Konjunkturabkühlung in China gesehen. Optimisten gehen hingegen von einem Wachstum von über 2 % aus. Als wichtige Treiber werden günstige Ölpreise, niedrige Zinsen und der schwache Euro, der deutsche Exporte günstiger macht, genannt.

Wir erwarten auch bedingt durch den weiteren demografischen Wandel in der Bevölkerung für das laufende Jahr 2016 und die kommenden Jahre eine steigende Nachfrage nach Krankenhausleistungen. Der wachsenden Nachfrage steht eine abnehmende Zahl von Beitragszahlern in der Solidargemeinschaft gegenüber. Dies wird weiterhin zu einem enormen Kostendruck im Gesundheitswesen, insbesondere im Krankenhaussektor, führen.

Diese steigende Nachfrage nach Krankenhausleistungen wird den Kliniken nicht vollständig vergütet, da für nachgefragte und erbrachte Mehrleistungen - unabhängig davon, ob vereinbart oder nicht vereinbart - nach den bekannten gesetzlichen Bestimmungen Preisabschläge hinzunehmen sind. Die Krankenhäuser müssen im Geschäftsjahr 2016 weiter den sogenannten "Mehrleistungsabschlag" von 25 % für die mit den Krankenkassen vereinbarten Mehrleistungen hinnehmen. Für nicht vereinbarte Mehrleistungen sehen die gesetzlichen Regelungen Abschläge von zusätzlich 65 % vor. Bei Preissteigerungen am oberen Ende der ursprünglich angenommenen 2,0 % bis 3,0 % für Personalkosten und einer in den landesweiten Basisfallwerten enthaltenen gekappten Preissteigerungsrate ergeben sich weitere Ergebnisbelastungen, die entsprechend kompensiert werden müssen.

Am 1. Januar 2016 trat das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) in Kraft, das Ende 2015 erlassen wurde. Es soll die Finanzierung der Krankenhäuser wesentlich von deren Qualität abhängig machen. Mit dem KHSG werden maßgebliche Regelungen für die Krankenhausfinanzierung umgesetzt. Die grundlegenden Umstellungen in der Finanzierungssystematik werden ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. So wird neben anderen Änderungen der sogenannte Mehrleistungsabschlag mittelfristig durch einen ähnlich strukturierten Fixkostendegressionsabschlag ersetzt. Im Übrigen wird der bisherige Versorgungszuschlag ab 2017 durch einen Pflegezuschlag ersetzt. Ab dem Jahr 2018 soll zudem die Qualität der medizinischen Dienstleistung stärker in der Bemessung einer leistungsabhängigen Vergütung berücksichtigt werden. Derzeit lässt sich noch nicht ermessen, welche Auswirkungen dieses Vorhaben auf einzelne Einrichtungen haben wird.

Unabhängig von der im Personalbereich vorherrschenden Tarifschere ist die Beschaffung von qualifiziertem Spitzenpersonal im Ärztlichen Dienst sowie in der Pflege aufgrund von Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung weiterhin eine für die Zukunft zu bewältigende Aufgabe. Wir begegnen dieser und dem vermehrt von Arbeitnehmern zum Ausdruck gebrachten Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit gezielten Konzepten zur Verbesserung der Attraktivität als Arbeitgeber im Gesundheitswesen.

Für die Gesundheitslandschaft in Deutschland und besonders die Krankenhäuser müssen künftig weitere Effizienzpotenziale zur Verfügung stehen bzw. sie müssen in der Lage sein, diese durch geeignete investive Maßnahmen zu heben. Ist dies nicht der Fall, wird der bestehende Ergebnis- und Margendruck weiter anhalten.

Damit wird sich die selektive Entwicklung auf der Leistungserbringerseite fortsetzen und verschärfen. Aus unserer Sicht werden nur diejenigen Krankenhäuser nachhaltig und unabhängig am Markt bestehen können, die in der Lage sind, ihr Leistungsportfolio kontinuierlich auszuweiten und gleichzeitig ihre Prozessqualität rund um den Patienten zu verbessern. Wir überprüfen und optimieren kontinuierlich unsere Prozesse und Strategien.

Darauf aufbauend werden wir konzernweit auf die gesundheitspolitischen Herausforderungen reagieren. Trotz aller Belastungen sieht sich die RHÖN-KLINIKUM AG durch die fortgeschrittene Neuausrichtung gut positioniert. Wir sind sicher, dass wir unseren stabilen und zukunftssicheren Wachstumskurs fortsetzen werden, und sehen uns auch für die kommenden Jahre sehr gut aufgestellt.

4.3 Prognose

Im Geschäftsjahr 2016 gehen wir für den RHÖN-KLINIKUM Konzern von etwa 5.400 Betten in elf Kliniken an fünf Standorten in vier Bundesländern aus. Unsere Prognose werden wir mit rund 16.000 Mitarbeitern erreichen. Damit gehören wir zu den größten Klinikbetreibern in Deutschland.

Der Konzern rechnet für 2016 mit einem Umsatz zwischen 1,17 Mrd. € und 1,20 Mrd. € sowie mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 155 Mio. € und 165 Mio. €. Dies inkludiert die Erstkonsolidierung der Kreisklinik Bad Neustadt ab Jahresbeginn. Zudem kommen im laufenden Geschäftsjahr wiederum ergebnisseitige Einmaleffekte zum Tragen. Diese positiven und negativen Sondereinflüsse bewegen sich im jeweils niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich; sie werden über das gesamte Geschäftsjahr 2016 wirksam und kompensieren sich teilweise.

Unser Ausblick steht natürlich unter dem Vorbehalt etwaiger regulatorischer Eingriffe mit Auswirkungen auf die Vergütungsstruktur im kommenden Jahr.

Für das Geschäftsjahr 2016 erwarten wir für die RHÖN-KLINIKUM AG bei einem Umsatzvolumen von ca. 173 Mio. € einen Jahresüberschuss von ca. 84 Mio. €.

5 CHANCEN UND RISIKOBERICHT

Ein gelebtes Chancen- und Risikomanagement prägt eine wertorientierte und nachhaltige Unternehmensführung. Den Umgang mit Chancen und Risiken und deren wirksame Steuerung sehen wir als eine Hauptaufgabe an, die in der RHÖN-KLINIKUM AG fest in der Führungskultur verankert ist. Die Ziele unserer wertorientierten Unternehmensstrategie sind die Unternehmensressourcen vor verlustträchtigen Risiken zu schützen und neue Chancen zu identifizieren sowie die Interessen unserer Aktionäre und anderer Kapitalmarktteilnehmer zu wahren.

Unser unternehmerisches Handeln steht stets in direktem Zusammenhang mit verschiedenen Chancen und Risiken. Die Herausforderung liegt für uns darin, in angemessener Weise mit diesen umzugehen - denn nur ein Unternehmen, das seine wesentlichen Risiken rechtzeitig erkennt und ihnen systematisch begegnet, ist gleichzeitig in der Lage, sich bietende Chancen zu erkennen und unternehmerisch verantwortlich zu nutzen. Als Gesundheitsdienstleister setzen wir uns zudem mit einer äußerst komplexen Risikolandschaft auseinander. Faktoren wie die ordnungspolitischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, der zunehmende Kosten-, Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck innerhalb der Branche oder die steigenden Ansprüche der Patienten eröffnen nicht nur Chancen, sondern bergen auch Risiken. Wir als Gesundheitsdienstleister betrachten die Gefährdung von Leben und Gesundheit unserer Patienten stets als größtes Risiko, denn im medizinischen und pflegerischen Bereich können selbst kleinste Fehler verheerende Auswirkungen haben. Deshalb genießen Maßnahmen, die diese Risiken vermeiden, bei uns höchste Priorität, und es gilt, Chancen und Risiken permanent gegeneinander abzuwägen; denn insbesondere unsere Patienten sind darauf angewiesen, dass wir Chancen und Risiken adäquat handhaben.

5.1 Risikobericht

5.1.1 Risikomanagementsystem

Der Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG hat ein konzernweites Risikomanagementsystem implementiert, mit dem das Ziel verfolgt wird, drohende Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen im Rahmen eines systematischen Prozesses zielgerichtet zu begegnen. Unser Risikomanagementsystem trägt der gesetzlich vorgeschriebenen Früherkennung von bestandsgefährdenden Risiken in vollem Umfang Rechnung und übersteigt die Anforderungen nach § 91 Abs. 2 AktG. Dem in der Unternehmenszentrale implementierten Risikomanagement obliegt die Aufgabe, das Risikomanagementsystem kontinuierlich in Richtung Best Practice weiterzuentwickeln und bei Bedarf neuen Erkenntnissen und Anforderungen anzupassen. Gleichzeitig bietet das Risikomanagement die Möglichkeit, Chancen zu melden. Unserem Risikomanagementsystem liegen eine Konzernrisikorichtlinie sowie weitere erläuternde Dokumente zugrunde. In der Konzernrisikorichtlinie sind sowohl die Grundsätze des Risikomanagements als auch die konzernweit einheitlichen verbindlichen Vorgaben für den Risikomanagementprozess und die entsprechenden Aufgaben und Verantwortlichkeiten beschrieben. Der eigentliche Risikomanagementprozess wird über eine eigene Softwarelösung dokumentiert. Indem wir das Risikomanagementsystem regelmäßig überprüfen, bewerten und den sich permanent ändernden Rahmenbedingungen anpassen, sichern wir seine Akzeptanz im Unternehmen. Die Interne Revision wird anlassbezogen vom Vorstand mit der prozessunabhängigen Prüfung von Sachverhalten beauftragt. In diesem Zusammenhang überwacht sie auch die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements und die korrekte Anwendung der entsprechenden Vorgaben in Teilbereichen oder Gesellschaften der RHÖN-KLINIKUM AG.

Grundsätze unseres Risikomanagements

Jeder ist verantwortlich
Jeder Mitarbeiter ist persönlich verpflichtet, aktiv Schäden von unseren Patienten, unseren Geschäftspartnern und dem Unternehmen abzuwenden.

Nicht alle Risiken sind vermeidbar, aber jedes Risiko ist steuerbar
Risiken lassen sich zwar nicht immer vermeiden, aber durch eine frühzeitige Identifikation steuern. Möglichkeiten der Risikosteuerung bilden die Risikovermeidung, die Risikoverminderung, die Risikoüberwälzung oder die Risikoakzeptanz. Um eine effiziente Risikobewältigung zu gewährleisten und Rückschlüsse auf die Gesamtrisikolage zuzulassen, werden Risiken systematisch bewertet und dokumentiert. Die Gefährdung von Leben und Gesundheit unserer Patienten sehen wir dabei immer als hohes und als unser größtes Risiko an.

Risikomanagement - wir wollen immer besser werden
Die Basis unseres Risikomanagements bilden präventiv festgelegte Verfahren, klar definierte Strukturen und das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen. Um die Abläufe regelmäßig zu optimieren und die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren, muss jedes Unternehmen im Konzern seine Risiken kontinuierlich überprüfen, bewerten und den sich ändernden Bedingungen anpassen. Akut auftretende Risiken, die den Bestand eines Unternehmens gefährden können, sind wie bisher auch direkt und schnellstmöglich dem Vorstandsvorsitzenden zu melden.

Unser Risikomanagementprozess

Mit unserem Risikomanagement erfassen, bewerten und steuern wir Risiken, die die Verwirklichung der Ziele und Chancen des Unternehmens gefährden können. Es fasst alle geplanten Aktivitäten und organisatorischen Regelungen im Unternehmen zusammen, die darauf ausgerichtet sind, relevante Risiken zu handhaben. Hierdurch sollen die Risiken beherrschbar gemacht werden. Dabei bezieht sich unser Risikomanagement nicht nur auf finanzielle Risiken, sondern auf Risiken aller Art im Unternehmen.

Wir verstehen Risikomanagement als einen kontinuierlichen Prozess, der in die Phasen Risikoidentifikation, Risikoanalyse und -bewertung, Risikosteuerung und -bewältigung, Risikoüberwachung und Risikokommunikation unterteilt ist.

Die Risikoidentifikation beinhaltet die systematische und strukturierte Erfassung der relevanten Risiken der RHÖN-KLINIKUM AG und ihrer Tochterunternehmen. Dabei werden die relevanten Risiken identifiziert - eine Aufgabe, für die schon im Vorfeld Verantwortlichkeiten bestimmt werden - und im Risikomanagementsystem erfasst. Die Risikokategorien sind in einem Risikoatlas dargestellt und nach diesem werden die Risiken untersucht. Es ist zu beachten, dass die Kategorien im Risikoatlas zentral festgelegt werden, während die Risikoidentifikation dezentral erfolgt. Letztere ist aufgrund der sich ständig ändernden Verhältnisse und Anforderungen eine kontinuierliche Aufgabe. Risikoidentifikation und Chancenerkennung sind deshalb bei uns in die geschäftsüblichen Arbeitsabläufe integriert, denn nur Chancen und Risiken, die wir kennen, können wir auch steuern.

Relevante Risiken werden von den jeweiligen Verantwortlichen analysiert und bewertet. Bei der Risikoanalyse und -bewertung wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und der möglichen monetären Auswirkung des Risikos (Schadenshöhe) unter Erläuterung der Bewertungsannahmen (Bruttobewertung) hergeleitet.

Die Risikosteuerung und -bewältigung umfasst die Aufgabe, zu analysieren, mit welchen Maßnahmen Risiken gesteuert werden können. Hierzu sind für jedes identifizierte Risiko geeignete Maßnahmen mit dem zu erwartenden Maßnahmeneffekt zu hinterlegen.

Möglichkeiten der Risikosteuerung und -bewältigung sind die Risikovermeidung, die Risikoverminderung, die Risikoüberwälzung oder die Risikoakzeptanz. Primäres Ziel der Risikosteuerung ist die Risikominimierung und, wenn möglich, die Risikovermeidung, wobei stets auch die damit verbundenen Chancen zu berücksichtigen sind. Aus den zu erwartenden Maßnahmeneffekten können die Wirksamkeit der Maßnahmen und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen bestimmt werden. Dabei sind die in Betracht gezogenen Maßnahmen unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten abzuwägen und so zu wählen, dass hierdurch die zu erwartende Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. Schadenshöhe in die unternehmenseigenen Grenzen der Risikotoleranz gelenkt wird.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden die Umsetzung eingeleiteter Maßnahmen und deren Auswirkungen geprüft. Die Ergebnisse des Risikomanagementprozesses werden zu den festgelegten Terminen zur Verfügung gestellt. Durch eine zeitnahe, offene interne und externe Risikokommunikation schaffen wir Vertrauen und die Basis für Selbstkritik und kontinuierliches Lernen.

5.1.2 Risikoauswertung

Unter Risiken verstehen wir Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG, die sich negativ auf die Erreichung der gesetzten Unternehmensziele, die künftige Aufgabenerfüllung sowie die Qualität und Reputation der RHÖNKLINIKUM AG und ihrer Tochtergesellschaften auswirken können.

Nicht alle Risiken sind gleich zu gewichten. Um eine effiziente Risikobewältigung zu gewährleisten, wird eine systematische Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Im Rahmen der Risikobewertung werden die Eintrittswahrscheinlichkeit und die mögliche monetäre Auswirkung des Risikos ermittelt, wobei auch bereits bestehende und geplante Maßnahmen Berücksichtigung finden. Zur Klassifizierung von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung wird eine Risikomatrix eingesetzt, aufgeteilt in die drei Stufen niedrig, mittel und hoch. Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung hoch sind, stufen wir als bestandsgefährdend ein. Eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit klassifizieren wir ab einem Wert von über 30 %, eine hohe ab einem Wert von über 70 %. Generell sind alle Risiken, unabhängig vom Risikobetrag, zu melden.

Konzernweit wurden 33 relevante Risiken identifiziert, dabei wurden 28 Risiken mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit und 5 Risiken mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit eingestuft. Der Gesamt-Risikoerwartungswert beträgt rund 4 Mio. €. Dem stehen leistungswirtschaftliche Entwicklungen sowie Kosteneinsparpotenziale gegenüber, so dass diese Risiken ergebnisneutral behandelt werden können und die Planung nicht wesentlich beeinflussen. Die RHÖN-KLINIKUM AG unterliegt dabei wie jedes andere Unternehmen Unsicherheitsfaktoren aus verschiedenen Risikoquellen. Nachstehende Risikofelder wurden kategorisiert und haben Einfluss auf die allgemeine Geschäftsentwicklung sowie auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:

Umfeld- und Branchenrisiken

Als Gesundheitsdienstleister waren wir auch im letzten Jahr unter den bekannten, weitgehend unveränderten Rahmenbedingungen tätig. Sie werden durch starke gesundheitspolitische Regulationseinflüsse geprägt. Ende des Jahres 2015 wurde das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) erlassen, das am 1. Januar 2016 in Kraft trat. Mit dem KHSG werden maßgebliche Regelungen für die Krankenhausfinanzierung umgesetzt. Es soll die Finanzierung der Krankenhäuser wesentlich von deren Qualität abhängig machen. Unter anderem wird der sogenannte Mehrleistungsabschlag mittelfristig durch einen ähnlich strukturierten Fixkosten-degressionsabschlag ersetzt und der sogenannte Versorgungszuschlag ab 2017 in einen Pflegezuschlag gewandelt. Die grundlegenden Umstellungen in der Finanzierungssystematik werden ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. Von den sich unmittelbar auswirkenden Neuregelungen sind vor allem die Budgetvereinbarungen für das Jahr 2016 betroffen.

Zudem prägen nach wie vor zwei weitere Entwicklungen unsere Branche. So nimmt die Nachfrage nach medizinischen, insbesondere auch spitzenmedizinischen Leistungen weiter zu. Demgegenüber wird die Vergütung der erbrachten Leistungen nicht angemessen angepasst. Mit der Neuregelung des KHSG im Hinblick auf die einschlägigen Qualitäts- und Mindestmengenstandards und der Konzentration auf hochwertige und vergleichsweise ausreichend vergütete medizinische Versorgungsleistungen sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt.

Bei künftigen Unternehmenstransaktionen entstehen generell rechtliche Risiken - insbesondere im kartellrechtlichen Bereich. Entscheidungen des Kartellamts haben damit auch Einfluss auf einen im Gesundheitsbereich tätigen Konzern. Daraus resultierende Risiken werden von uns bei Bedarf überwacht und bewertet. Risiken, die eventuell aus bestehenden Unternehmenskaufverträgen entstehen, werden regelmäßig überwacht und bewertet.

Unsere Gesellschaften unterliegen den branchenüblichen steuerlichen Risiken.

Von den Entwicklungen der Binnenkonjunktur sind wir nur mittelbar betroffen, da die Gesundheitsausgaben vom Beitragsaufkommen der Versicherten und damit von der Lage am Arbeitsmarkt beeinflusst werden. Da wir ausschließlich auf dem inländischen Gesundheitsmarkt tätig sind, berühren uns außenwirtschaftliche Faktoren kaum.

Uns betreffende Umfeld- und Branchenrisiken werden als sehr niedrig eingestuft.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Durch die staatliche Krankenhausbedarfsplanung verfügen alle Plankrankenhäuser in Deutschland faktisch über einen staatlich regulierten Gebietsschutz. Klassische Markt- und Absatzrisiken bestehen nur dort, wo Standortschließungen durch Planfortschreibungen festgelegt werden bzw. die Qualität eines Krankenhauses durch einweisende Ärzte oder durch Patienten deutlich schlechter eingeschätzt wird als für benachbarte Kliniken. In letzterem Fall können Patientenwanderbewegungen ausgelöst werden.

Leistungsschwankungen in unseren Einrichtungen, Leistungsverschiebungen vom stationären in den ambulanten Bereich aber auch in benachbarte Fremdeinrichtungen sowie die regulierte Preissetzung können zu Umsatzeinbußen und Kostensteigerungen und damit zu Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Durch regelmäßige Zeit- und Betriebsvergleiche bezüglich Leistung, Umsatz und Ergebnis sowie ausgewählter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen und anderer Indikatoren ist es uns möglich, unerwünschte Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Wo es angebracht und notwendig ist, können wir korrigierend eingreifen und steuern ein überschaubares niedriges Risikopotenzial.

Betriebsrisiken

Der medizinische Fortschritt und der Anspruch, Patienten als Ganzes und nicht partikulär zu diagnostizieren und zu therapieren, erfordern eine Organisation von immer stärker interdisziplinär-arbeitsteiligen Prozessen. Kooperation ist dabei nicht nur im Krankenhaus nötig, sondern auch zwischen der ambulanten und stationären Versorgung. Störungen im Prozessablauf bergen Risiken für den Patienten und die Klinik. Wir legen allerhöchsten Wert darauf, diese Risiken zu minimieren, indem wir Behandlungsqualität mit qualifizierten und geschulten Mitarbeitern durch leitliniengerechtes Vorgehen in betriebssicheren und hygienegerechten Krankenhausgebäuden sicherstellen. Die permanente Überwachung aller Aufbau- und Ablauforganisationen bei der Behandlung von Patienten sowie die konsequente Ausrichtung aller Anstrengungen auf die Bedürfnisse unserer Patienten erzeugen ein Höchstmaß an Behandlungsqualität und begrenzen bestehende Betriebsrisiken.

Neben den typischen klinischen Risikobereichen im Umfeld der Patientensicherheit (Hygiene, Pflege und medizinische Versorgung) werden in den Kliniken, wie in den Vorjahren auch, Risiken bei der Benutzung von medizintechnischen Geräten, in der IT-Entwicklung und beim Brandschutz gesehen. Diese Risiken werden weiterhin als niedrig bewertet, was vor allem auf die bestehenden Maßnahmenkataloge zurückzuführen ist. Für nicht abwendbare Risiken besteht ein angemessener und regelmäßig aktualisierter Versicherungsschutz.

Beschaffungsrisiken

In Zeiten des wachsenden wirtschaftlichen Drucks auf die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft gewinnen - neben dem optimalen Einsatz von Sachmitteln - die Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung.

Krankenhäuser weisen üblicherweise Personalkostenquoten zwischen 50 % und 70 % aus. Daraus ergibt sich eine beträchtliche Abhängigkeit von tariflichen Entwicklungen. Ferner ist der Erfolg von Einrichtungen im Gesundheitswesen nur gewährleistet, wenn man im erforderlichen Umfang ausreichend qualifiziertes Personal jederzeit rekrutieren kann, um die gesteckten Wachstumsziele zu erreichen. Dabei sind regionale Unterschiede in den einzelnen Häusern zu erkennen, denen wir mit individuellen Maßnahmen begegnen.

Deshalb ist es für uns von zentraler Bedeutung, sicherzustellen, dass wir Fachkräfte von uns überzeugen und an unser Unternehmen binden können. Durch den Auf- und Ausbau strukturierter Rekrutierungs- und Qualifizierungskonzepte für den ärztlichen Dienst, die Pflege und die Gesundheitsberufe sowie für unsere Führungskräfte sehen wir aber Möglichkeiten, dem gegenwärtigen Personalmangel effizient entgegenzuwirken, und stufen die Personalrisiken als vergleichsweise niedrig ein.

Für die Materialbeschaffung im Bereich medizinischer Einrichtungen und Ausstattungen sowie beim medizinischen Bedarf sind wir auf Fremdanbieter angewiesen. Aus diesen Geschäftsbeziehungen können Risiken, beispielsweise ausgelöst durch Lieferschwierigkeiten und Qualitätsprobleme, entstehen. Konzernweit stellen wir durch kontinuierliche Markt- und Produktbeobachtung sicher, dass sich die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten, Produkten und Dienstleistern in engen Grenzen hält, und stufen Risiken aus diesem Bereich ebenfalls als niedrig ein.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Wir sind ausschließlich in Deutschland tätig, unterliegen also keinen Transaktions- und Währungsrisiken.

Die bestehenden Finanzschulden betragen 218,7 Mio. € (Vj. 216,0 Mio. €) und die zinstragende Anlagen 850,6 Mio. € (Vj. 1.014,8 Mio. €). Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken sehen wir derzeit keine.

Wertpapiere, ausgenommen 24.000 Stück eigene Aktien, werden von der RHÖN-KLINIKUM AG nicht gehalten. Entsprechende Bonitäts- und Kursrisiken bestehen ebenfalls nicht.

Gesamteinschätzung

Im Rahmen der Risikoinventur für das Geschäftsjahr 2015 wurden uns keine bestandsgefährdenden Risiken gemeldet. Die Grundsätze des gesetzlich vorgeschriebenen Systems zur Früherkennung von bestandsgefährdenden Risiken wurden im Berichtsjahr analog zu den Vorjahren fortgeführt.

Die Überprüfung der Risikolage im Konzern und in der Einzelgesellschaft der RHÖNKLINIKUM AG hat für das Geschäftsjahr 2015 als Gesamteinschätzung ergeben, dass bestandsgefährdende Risiken weder für die Einzelgesellschaft noch für den Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG bestehen und weiterhin auch keine entwicklungsbeeinträchtigenden Sachverhalte gesehen werden. Die Risikoeinschätzung der einzelnen Gesellschaften sowie die Gesamtrisikolage im Konzern werden weiterhin als niedrig eingestuft.

5.2 Chancenbericht

Analog zum Risikobegriff verstehen wir unter Chancen Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb und außerhalb der RHÖN-KLINIKUM AG, die sich positiv auf die Erreichung der gesetzten Unternehmensziele, die künftige Aufgabenerfüllung sowie die Qualität und Reputation der RHÖN-KLINIKUM AG auswirken können. Im Rahmen des Risikomanagements besteht die Möglichkeit, auch Chancen zu melden.

Um Chancen wahrnehmen zu können, müssen manchmal mögliche Risiken bewusst in Kauf genommen werden. So setzt z. B. jeder medizinische Eingriff den Patienten einer Gefahr aus, verschafft ihm aber gleichzeitig die Chance auf Heilung.

Wir sind kontinuierlich bestrebt, unsere Prozesse und Strategien zu kontrollieren und zu optimieren. Unsere Aktivitäten zur Standortoptimierung durch Überprüfung des Leistungsportfolios und Identifizierung von Leistungspotenzialen haben wir im Geschäftsjahr 2015 fortgesetzt.

Mit einem Gesamtvolumen des Forschungsbudgets von rund 4 Mio. € im Jahr 2016 wollen wir unsere Wettbewerbsposition bei Behandlungsinnovation und Hochleistungsmedizin weiter ausbauen. Es werden Projekte finanziert, die sich schwerpunktmäßig mit Forschung und Innovation sowie mit Behandlungsexzellenz und Netzwerkmedizin beschäftigen.

Gefördert aus dem Innovationspool der RHÖN-KLINIKUM AG wurden im Jahr 2015 Risiko-audits in einzelnen Kliniken durchgeführt. Hierbei wurden wichtige Hinweise auf eine weitere Verbesserung der Patientensicherheit gewonnen und in Form von Aktionsplänen in die konzernweite Umsetzung gebracht.

Auf der letzten Hauptversammlung wurde unser Aufsichtsrat für fünf weitere Jahre neu gewählt; ab Januar 2016 arbeiten wir in einem erweiterten Vorstand zusammen. Wir sind somit gut aufgestellt, um auch in Zukunft weiter erfolgreich zu sein.

Entscheidend dazu beitragen wird auch das Konzept der Netzwerkmedizin "Wir für Gesundheit". Der Fokus wird dabei auf medizinischen Innovationen liegen, die dem Kerngeschäft der RHÖN-KLINIKUM AG entsprechen und der Weiterentwicklung der ambulant-stationären Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum dienen. Praktisch geht es um die konkrete Verbesserung der medizinischen Leistungsangebote und damit um einen spürbaren Zusatznutzen für unsere Patienten.

Mit unserer Campus-Konzeption werden wir in den nächsten Jahren unser Angebot mit dem Ziel einer flächendeckenden medizinischen und pflegerischen Vollversorgung in ländlichen Regionen weiter ausbauen. Damit nehmen wir auch die wachsenden Anforderungen einer altersgerechten Gesundheitsversorgung als Herausforderung aber auch als Chance an.

Als Gesamteinschätzung sehen wir unseren Konzern mit einem Umsatz von rund 1,1 Mrd. €, den wir mit rund 16.000 Mitarbeitern in elf Kliniken an fünf Standorten künftig erzielen wollen, sehr gut aufgestellt. Wir gehören auch in Zukunft zu den großen Klinikbetreibern in Deutschland als ein leistungsstarker, homogener Verbund mit einer konsequenten Ausrichtung auf Spitzen- und Spezialmedizin.

6 Die RHÖN-KLINIKUM Aktie

DAS BÖRSENJAHR 2015

Die Entwicklung an den internationalen Börsen stand im ersten Halbjahr zunächst vor allem im Zeichen der weiterhin expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Die expansive Geldpolitik mit niedrigen Zinsen und Ankauf von Wertpapieren stimulierte die Aktienmärkte und trieb diese zwischenzeitlich auf neue Allzeithochs. Ab Mitte April rückten die Diskussionen über die Schuldenkrise in Griechenland und die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise in den USA stärker in den Fokus und belasteten das Vertrauen. Im Sommer belasteten zusätzlich der Kurseinbruch an den Börsen in China und die aufkommenden Zweifel an der Wachstumsstärke Chinas. Für Verunsicherung sorgten zudem die Krise des Autokonzerns Volkswagen, die ungelöste Flüchtlingsfrage sowie der starke Ölpreisverfall. Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten zeigte sich die Konjunktur in Europa robust. In Deutschland verbesserte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft und das Wirtschaftswachstum profitierte von der starken Inlandsnachfrage und dem guten Arbeitsmarkt. Der ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich von 106,8 im Januar 2015 auf 109,0 im November und gab dann im Dezember 2015 leicht auf 108,7 nach, wobei der Optimismus mit Blick auf die zukünftigen Geschäfte unverändert hoch blieb. In den USA kehrte die Konjunktur auf den Wachstumspfad zurück und die Arbeitslosenquote sank auf 5 Prozent, weshalb die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 16. Dezember 2015 die Zinswende beschloss und erstmals seit fast zehn Jahren den Leitzins erhöhte.

Die Aktienmärkte waren aufgrund der diversen externen Faktoren sehr volatil. Insgesamt stieg der DAX® im Jahresverlauf um rund 9,6 Prozent. Dabei wurde am 10. April 2015 ein historischer Höchststand von 12.375 und nach einem Zwischentief von 9.428 Punkten im September am Jahresende ein Stand von 10.743 Punkten erreicht. Der deutsche Nebenwerte-Index MDAX® stieg im Jahr 2015 um rund 22,7 Prozent. Damit entwickelten sich die deutschen Indizes besser als die großen europäischen Vergleichsindizes. So legte etwa der DJ EURO STOXX® um rund 8,0 Prozent und der DJ EURO STOXX 50® um lediglich rund 3,9 Prozent zu. Defensive Titel aus der Gesundheitswirtschaft konnten in dem volatilen Börsenumfeld überproportional profitieren. Der DJ EURO STOXX Healthcare® stieg im Jahresverlauf um 17,4 Prozent.

KURS DER RHÖN-KLINIKUM AKTIE VON INFORMATIONEN ZUR DIVIDENDENPOLITIK UND DER NACHFRAGE NACH DEFENSIVEN TITELN GEPRÄGT

Die RHÖN-KLINIKUM Aktie beendete das erste Quartal nahezu unverändert mit einem Schlusskurs von 23,13 Euro und das erste Halbjahr mit einem leichten Plus von 3,7 Prozent. Über das gesamte Jahr 2015 gewann die Aktie der RHÖN-KLINIKUM AG rund 19,3 Prozent hinzu. Positiv auf den Kursverlauf wirkten sich die mit der zunehmenden Verunsicherung an den Finanzmärkten höhere Nachfrage nach defensiven Titeln sowie die Unternehmensnachrichten zur Dividendenpolitik und zum Aktienrückkaufprogramm 2015 aus.

Am 26. November 2015 hat die Gesellschaft bekanntgegeben, dass sämtliche Anfechtungsklagen gegen Beschlüsse der Hauptversammlung der RHÖN-KLINIKUM AG am 12. Juni 2013 zurückgenommen wurden und die Eintragung der Abschaffung der 90-Prozent-Klausel, d. h. des Erfordernisses einer Mehrheit von mehr als 90 Prozent des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, in das Handelsregister zeitnah erwartet wird.

Insgesamt konnte sich die Kursentwicklung der RHÖN-KLINIKUM Aktie von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und vom allgemeinen, sehr volatilen Börsenumfeld abkoppeln. Die Aktie entwickelte sich deutlich besser als der DAX® und DJ EURO STOXX 50® und leicht besser als der DJ EURO STOXX Healthcare® und MDAX®. Die RHÖN-KLINIKUM Aktie beendete das Börsenjahr bei einem Schlusskurs von 27,68 Euro. Einschließlich der Dividendenzahlung betrug die Jahresperformance plus 22,8 Prozent.

Die Marktkapitalisierung der nach dem Aktienrückkauf 2015 ausgegebenen 66,96 Mio. Stückaktien lag zum Jahresende bei 1,9 Mrd. Euro (Vj. 1,7 Mrd. Euro, basierend auf 73,48 Mio. Aktien). Damit belegte die RHÖN-KLINIKUM Aktie zum 31. Dezember 2015 Position 55 (Vj. Position 45) in der Rangliste des MDAX®. Das tagesdurchschnittliche Handelsvolumen an den deutschen Börsen einschließlich des Xetra®-Handels lag 2015 bei 218.578 Stück laut Mittelwert.

WEITERE ANTEILIGE AUSKEHRUNG DER TRANSAKTIONSERLÖSE/DIVIDENDE

Am Ende der Annahmefrist für das öffentliche Angebot zum Erwerb von bis zu 7.108.824 eigenen Aktien gegen Zahlung des Angebotspreises von 25,54 Euro pro RHÖN-KLINIKUM Aktie betrug das Grundkapital der Gesellschaft 183.704.605 Euro und war eingeteilt in 73.481.860 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Insgesamt wurde bis zum Ende der Annahmefrist, am 8. Oktober 2015, das Öffentliche Erwerbsangebot für insgesamt 6.519.390 RHÖN-KLINIKUM Aktien angenommen. Dies entspricht einem Anteil von rund 9 Prozent des gesamten zum Meldestichtag ausgegebenen Grundkapitals (berechnet ohne Abzug der 24.000 eigenen Aktien). Zum 15. Oktober 2015 erfolgte die Einziehung der aufgrund des Aktienrückkaufs 2015 erworbenen Aktien. Durch die zweite Tranche des Aktienrückkaufs wurden rund 167 Mio. Euro an die Aktionäre ausgekehrt und das Grundkapital der Gesellschaft wurde auf 167.406.175 Euro herabgesetzt, eingeteilt in 66.962.470 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Durch den erfolgreichen Aktienrückkauf 2015 hat die Gesellschaft das Bilanzgefüge weiter bereinigt und den Anforderungen der Investoren an einen kapitalkostenorientierten Ressourceneinsatz Rechnung getragen und gleichzeitig die besten Voraussetzungen geschaffen, um ihre organischen und akquisitorischen Wachstumschancen im deutschen Klinikmarkt entschlossen nutzen zu können.

INVESTOR-RELATIONS-AKTIVITÄTEN

Die RHÖN-KLINIKUM AG hat sich zu transparenter und fairer Kommunikation verpflichtet. Investor Relations, die Beziehungen zu unseren Aktionären und Bondinvestoren, haben für uns einen hohen Stellenwert. Unser Ziel und unser Anspruch ist es, im Rahmen der Finanzmarktkommunikation ein realistisches Bild unseres Unternehmens zu vermitteln. Auf diese Weise wollen wir den Marktteilnehmern eine treffende Einschätzung und Bewertung unserer Aktie und unserer Anleihe ermöglichen. Investoren, Analysten und allen weiteren interessierten Marktteilnehmern stellen wir eine Plattform mit umfassenden und zeitnahen Informationen über die RHÖN-KLINIKUM Gruppe bereit. Überdies pflegen wir den direkten, kontinuierlichen und persönlichen Dialog mit unseren Investoren und Analysten, etwa im Rahmen internationaler Investorenkonferenzen oder auf Investoren-Roadshows. Der Bereich Investor Relations ist direkt dem Finanzvorstand unterstellt.

Im Rahmen unserer Finanzberichterstattung geben wir quartalsweise Auskunft über den operativen Geschäftsverlauf. Aktuelle und kursrelevante Informationen über unser Unternehmen stellen wir Investoren, Analysten und der Presse zeitgleich und unmittelbar zur Verfügung. Wir veröffentlichen sie zudem zeitnah als IR-News auf unserer Website. Weitere Informationsquellen sind die jährlich feststehenden Veranstaltungen unseres Finanzkalenders wie die Bilanzpressekonferenz im Frühjahr und die Hauptversammlung zur Jahresmitte.

7 Berichterstattung gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB über interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Im RHÖN-KLINIKUM Konzern besteht das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem aus dem internen Steuerungs- und dem internen Überwachungssystem, das die Erstellung der Jahresabschlüsse für den Konzern der RHÖN-KLINIKUM AG und die RHÖN-KLINIKUM AG selbst und ihre Tochtergesellschaften sicherstellt. Das Risikomanagementsystem als Bestandteil des internen Kontrollsystems ist mit Bezug auf die Rechnungslegung auch auf das Risiko der Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem in unserem Konzern umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Der Rechnungslegungsprozess ist so organisiert, dass für jede der Tochtergesellschaften zu jedem Stichtag - d. h. monatlich, vierteljährlich und jährlich - auf Basis einer konzernweit einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie und eines konzernweit einheitlichen Buchhaltungsprogramms ein handelsrechtlicher Abschluss in konzerneigenen Rechenzentren erstellt wird. Aus diesen Abschlüssen wird für jedes Quartal ein Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRS) abgeleitet. Die Abschlussdaten der Tochtergesellschaften werden mittels zertifizierter Konsolidierungssoftware nach der Kapitalkonsolidierung und einer Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Eliminierung etwaiger Zwischengewinne zu einem Konzernabschluss zusammengefasst. IFRS-relevante Umbewertungen bzw. Umgliederungen werden auf Konzernebene nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsverfahren durchgeführt.

Die Abschlüsse werden zeitnah nach Ablauf des jeweiligen Stichtags an das Konzernrechnungswesen gemeldet, erstellt und veröffentlicht. Zusammen mit der Abteilung Controlling und fallweise auch mit der Abteilung Interne Revision werden die Abschlüsse analysiert, plausibilisiert und bewertet.

Sowohl für die Erstellung der Einzelabschlüsse nach HGB als auch für die Erstellung des Konzernabschlusses nach den gültigen IFRS gibt es zur Vereinheitlichung der Bilanzierung entsprechend umfangreiche Bilanzierungsvorgaben und -richtlinien, deren Einhaltung stringent überwacht wird. Sowohl bei den Einzelgesellschaften als auch im Konzern bestehen klare Verantwortlichkeiten für die Erstellung der Jahresabschlüsse. Die dabei zur Anwendung kommenden fallweise präventiven oder nachgelagerten bzw. manuellen oder automatisierten Kontrollen tragen den Grundsätzen der Funktionstrennung Rechnung.

Die Quartalsabschlüsse, der Halbjahresfinanzbericht sowie der Jahresabschluss werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zur Prüfung vorgelegt. Die Prüfungsergebnisse des Prüfungsausschusses werden dokumentiert. Darüber hinaus beauftragt der Prüfungsausschuss regelmäßig auch den Abschlussprüfer mit der Durchführung einer rechnungslegungsbezogenen Schwerpunktprüfung. Soweit sich aus den Prüfungen des Prüfungsausschusses sowie des Abschlussprüfers Verbesserungen des Konzernrechnungslegungsprozesses ableiten lassen, werden diese unverzüglich etabliert.

 

Bad Neustadt a. d. Saale, den 19. Februar 2016

Der Vorstand

Prof. Dr. Bernd Griewing

Martin Menger

Jens-Peter Neumann

Dr. Dr. Martin Siebert

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015

Bilanz zum 31. Dezember 2015

Aktiva

scroll
Anhang 31.12.2015
31.12.2014
T€
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.01    
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   2.097.999,52 2.269
2. geleistete Anzahlungen   399.489,00 189
    2.497.488,52 2.458
II. Sachanlagen 3.01    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken   19.264.793,81 25.788
2. technische Anlagen und Maschinen   2.509.352,30 2.789
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   4.610.997,45 4.662
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau   20.240.059,14 366
    46.625.202,70 33.605
III. Finanzanlagen 3.01    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen   365.084.495,64 369.236
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen   295.678.622,86 303.360
3. Beteiligungen   112.917,52 103
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht   20.276.716,24 11.949
5. sonstige Ausleihungen   1.000,00 1
    681.153.752,26 684.649
    730.276.443,48 720.712
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe   2.522.381,39 2.246
2. unfertige Leistungen   1.405.118,09 1.451
    3.927.499,48 3.697
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.02 99.672.906,96 120.850
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten   490.550.735,64 663.047
    594.151.142,08 787.594
C. Rechnungsabgrenzungsposten 3.03 752.252,30 929
D. Aktive latente Steuern 3.04 4.573.813,21 4.683
    1.329.753.651,07 1.513.918

Passiva

     
  Anhang 31.12.2015
31.12.2014
T€
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital 3.05 167.406.175,00 183.705
./. rechnerischer Wert eigene Anteile 3.06 -60.000,00 -60
ausgegebenes Kapital   167.346.175,00 183.645
II. Kapitalrücklage 3.07 589.042.997,65 572.744
III. Gewinnrücklagen 3.08    
Gesetzliche Rücklage   130.962,09 131
    130.962,09 131
IV. Bilanzgewinn 3.09 180.815.656,01 330.618
    937.335.790,75 1.087.138
B. Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens 3.11 1.232.750,03 1.051
C. Rückstellungen 3.12    
1. Steuerrückstellungen   0,00 1.909
2. sonstige Rückstellungen   160.356.967,53 191.715
    160.356.967,53 193.624
D. Verbindlichkeiten 3.13 230.828.142,76 232.105
    1.329.753.651,07 1.513.918

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015

scroll
Anhang 2015
2014
1. Umsatzerlöse 4.01 171.819.776,06 159.791.063,56
2. Verminderung (Vorjahr: Erhöhung) des Bestands an unfertigen Leistungen   73.018,55 337.618,88
    171.746.757,51 160.128.682,44
3. sonstige betriebliche Erträge 4.02; 4.06 45.678.504,59 18.528.620,42
    217.425.262,10 178.657.302,86
4. Materialaufwand      
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe   34.068.367,83 32.098.458,84
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen   12.423.657,68 11.366.776,18
    46.492.025,51 43.465.235,02
5. Personalaufwand      
a) Löhne und Gehälter   74.233.326,52 81.596.239,74
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung   10.969.889,07 10.604.033,57
(davon für Altersversorgung € 47.129,35; Vorjahr € 48.296,98)      
    85.203.215,59 92.200.273,31
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 4.04 11.133.755,09 12.058.869,37
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 4.06 35.092.606,99 66.060.241,89
    46.226.362,08 78.119.111,26
    39.503.658,92 -35.127.316,73
8. Erträge aus Beteiligungen      
(davon aus verbundenen Unternehmen € 16.831.615,14; Vorjahr € 7.000.000,00)   16.831.615,14 7.000.000,00
9. Erträge aus Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen   3.108.843,12 3.293.142,40
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   11.883.821,65 9.658.439,21
(davon aus verbundenen Unternehmen € 11.705.370,39; Vorjahr € 9.658.439,21)      
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen (Anteilsverkauf)   8.325.615,61 496.806.267,21
12. Aufwendungen aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen (Anteilsverkauf)   0,00 73.744.048,59
13. Ergebnis aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen (Anteilsverkauf)   8.325.615,61 423.062.218,62
14. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.05 4.052.116,03 7.700.376,08
(davon aus verbundenen Unternehmen € 564.516,73; Vorjahr € 1.641.240,87)      
15. Abschreibungen auf Finanzanlagen 4.04 50.000,00 42.128.448,87
16. Aufwendungen aus Verlustübernahme   1.570.096,67 2.135.277,19
17. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.05 6.331.792,39 81.478.028,83
(davon an verbundene Unternehmen € 102.646,30; Vorjahr € 520.889,99)      
(davon aus der Aufzinsung € 40.225,00; Vorjahr € 27.864,00)      
    36.250.122,49 324.972.421,42
18. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   75.753.781,41 289.845.104,69
19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.07 266.696,64 -1.229.734,38
(davon Aufwand aus latenten Steuern € 108.943,25; Vorjahr Ertrag € 1.229.734,38)      
20. sonstige Steuern   17.637,68 21.430,54
    284.334,32 -1.208.303,84
21. Jahresüberschuss   75.469.447,09 291.053.408,53
22. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   271.851.429,52 1.669.972.834,19
23. Ertrag aus der Kapitalherabsetzung 3.05, 3.07 16.298.475,00 161.875.350,00
24. Einstellungen in die Kapitalrücklage nach § 237 Abs. 5 AktG 3.07 16.298.475,00 161.875.350,00
25. Aufwand aus der vereinfachten Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien   166.505.220,60 1.630.408.525,20
26. Bilanzgewinn   180.815.656,01 330.617.717,52

Anhang für das Geschäftsjahr 2015

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie des Aktiengesetzes aufgestellt.

1. Grundlegende Informationen

Die börsennotiert (MDAX®). Der Sitz der Gesellschaft ist in Bad Neustadt a. d. Saale, Salzburger Leite 1, Deutschland.

2. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über eins bis 15 Jahre abgeschrieben. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen.

Für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird das mit BilMoG neu geschaffene Aktivierungswahlrecht nicht in Anspruch genommen. Forschungs- und Entwicklungskosten werden daher sofort in voller Höhe als Aufwand gebucht, sofern sie nicht aktivierungspflichtig sind.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und etwaiger außerplanmäßiger Abschreibungen. Die Herstellungskosten umfassen zusätzlich zu den Einzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Allgemeine Verwaltungskosten sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert. Die Abschreibung des Sachanlagevermögens erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfolgen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen.

Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 150 € im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Für Zugänge, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 150 €, aber nicht 1.000 € (zzgl. USt) übersteigen, werden in einem Jahressammelposten erfasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Im Zugangsjahr wird stets der volle Abschreibungssatz verwendet.

Gebäude werden über eine Nutzungsdauer bis 33 1/3 Jahren abgeschrieben. Das bewegliche Sachanlagevermögen wird in längstens zehn Jahren abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei nachhaltiger Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Unterverzinsliche Ausleihungen werden mit dem Barwert angesetzt.

Umlaufvermögen

Vorräte werden zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten beziehungsweise zu niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen zusätzlich zu den Einzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens. Allgemeine Verwaltungskosten sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung werden nicht aktiviert. Abwertungen werden für Bestandsrisiken vorgenommen, die sich aus geminderter Verwertbarkeit und technischer Veralterung ergeben, sowie im Rahmen der verlustfreien Bewertung von Unfertigen Leistungen im Klinikbetrieb in angemessenem und ausreichendem Umfang. Unfertige Leistungen sind mit an Herstellungskosten orientierten Wertansätzen auf Basis der vom InEK ermittelten repräsentativen Standardkosten für standardisierte Leistungen durch Krankenhäuser in Deutschland bewertet.

Die Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten angesetzt; alle erkennbaren Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag von 2 % ausreichend Rechnung getragen. Unverzinsliche oder unterhalb der marktüblichen Verzinsung liegende Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.

Die flüssigen Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind die Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Latente Steuern

Auf Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie unter Einbeziehung von berücksichtigungsfähigen Verlust- und Zinsvorträgen werden latente Steuern gebildet. Wenn aufgrund dieser Bewertungsunterschiede von einer Steuerbelastung in künftigen Geschäftsjahren auszugehen ist, werden Passive latente Steuern angesetzt. Sofern eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, erfolgt der Ansatz von Aktiven latenten Steuern. Verlust- und Zinsvorträge werden insoweit berücksichtigt, als eine Verrechnung mit steuerpflichtigem Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre realisierbar ist. Des Weiteren werden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten von Organgesellschaften insoweit einbezogen, als von künftigen Steuerbe- und -entlastungen aus der Umkehrung von temporären Differenzen bei der RHÖN-KLINIKUM AG als steuerlichem Organträger auszugehen ist. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des individuellen Steuersatzes im Umkehrzeitpunkt. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag kam im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Steuersatz von 15,825 % zur Anwendung.

Vermögens- sowie Ertrags- und Aufwandsverrechnung von Deckungsvermögen

Für Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Erträge und Aufwendungen aus diesen Vermögensgegenständen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtungen saldiert und im Zinsaufwand ausgewiesen. Weiterhin werden diese Vermögensgegenstände mit der jeweils zugrunde liegenden Verpflichtung verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Vermögensgegenstände die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung.

Altersvorsorgeleistungen und ähnliche Verpflichtungen

Die RHÖN-KLINIKUM AG bewertet die Altervorsorgeverpflichtungen und ähnliche Verpflichtungen unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten mit dem anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Methode) ermittelten Erfüllungsbetrag. Zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen werden bei der Ermittlung des Barwerts der erdienten Anwartschaft berücksichtigt. Für die Abzinsung der Altersvorsorgeverpflichtungen wird der jeweilige von der Deutschen Bundesbank für eine Restlaufzeit von 15 Jahren veröffentlichte Zinssatz (Dezember 2015: 3,89 %; Dezember 2014: 4,53 %) verwendet. Für die Abzinsung der Verpflichtungen aus Altersteilzeit wurde entsprechend ein laufzeitadäquater Zinssatz von 2,02 % (Vj. 2,96 %) zu Grunde gelegt.

Übrige Rückstellungen

In den Übrigen Rückstellungen sind in angemessenem und ausreichendem Umfang individuelle Vorsorgen für alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen gebildet. Die Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Vor dem 1. Januar 2010 gebildete Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB (alt) wurden in Anwendung des Übergangswahlrechts beibehalten.

Verbindlichkeiten

Finanzschulden und andere Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag, Leibrentenverpflichtungen werden mit ihrem Barwert am Bilanzstichtag ausgewiesen.

Abschlussgliederung

Die RHÖN-KLINIKUM AG fasst einzelne Posten der Bilanz zusammen, sofern sie einen Betrag enthalten, der für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes nicht erheblich ist, und durch eine Zusammenfassung die Klarheit der Darstellung vergrößert wird. Die zusammengefassten Posten weist die RHÖN-KLINIKUM AG im Anhang gesondert aus. Die RHÖN-KLINIKUM AG stellt zusätzliche Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung dar, sofern sie einen Betrag enthalten, der für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes erheblich ist und durch diesen Ausweis die Klarheit der Darstellung vergrößert wird.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die RHÖN-KLINIKUM AG erstellt die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren.

3. Erläuterung zur Bilanz

3.01 Entwicklung des Anlagevermögens

Zu der Zusammensetzung des Anlagevermögens verweisen wir auf das Anlagengitter.

Anlagenspiegel

3.01 Entwicklung des Anlagevermögens

scroll
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2015
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
31.12.2015
Immaterielle Vermögensgegenstände          
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 12.358.286,11 579.879,61 0,00 0,00 12.938.165,72
geleistete Anzahlungen 188.962,78 399.489,00 0,00 188.962,78 399.489,00
  12.547.248,89 979.368,61 0,00 188.962,78 13.337.654,72
Sachanlagen          
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 93.617.802,65 1.854.188,25 0,00 0,00 95.471.990,90
Technische Anlagen und Maschinen 5.585.058,85 16.411,93 0,00 0,00 5.601.470,78
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 21.303.800,39 1.743.266,37 0,00 1.130.891,93 21.916.174,83
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 366.402,71 19.873.656,43 0,00 0,00 20.240.059,14
  120.873.064,60 23.487.522,98 0,00 1.130.891,93 143.229.695,65
Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 394.765.794,09 173.000,00 0,00 4.275.000,00 390.663.794,09
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 303.359.643,18 0,00 0,00 7.681.020,32 295.678.622,86
Beteiligungen 20.127.822,00 10.095,52 0,00 0,00 20.137.917,52
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 11.949.283,81 8.421.182,43 0,00 93.750,00 20.276.716,24
sonstige Ausleihungen 1.000,00 0,00 0,00 0,00 1.000,00
  730.203.543,08 8.604.277,95 0,00 12.049.770,32 726.758.050,71
  863.623.856,57 33.071.169,54 0,00 13.369.625,03 883.325.401,08
scroll
Abschreibungen
01.01.2015
Zugänge
Zuschreibungen
Abgänge
31.12.2015
Immaterielle Vermögensgegenstände          
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.089.702,79 750.463,41 0,00 0,00 10.840.166,20
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  10.089.702,79 750.463,41 0,00 0,00 10.840.166,20
Sachanlagen          
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 67.829.619,06 8.377.578,03 0,00 0,00 76.207.197,09
Technische Anlagen und Maschinen 2.796.499,30 295.619,18 0,00 0,00 3.092.118,48
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.641.431,33 1.710.094,47 0,00 1.046.348,42 17.305.177,38
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  87.267.549,69 10.383.291,68 0,00 1.046.348,42 96.604.492,95
Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.529.298,45 50.000,00 0,00 0,00 25.579.298,45
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Beteiligungen 20.025.000,00 0,00 0,00 0,00 20.025.000,00
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
  45.554.298,45 50.000,00 0,00 0,00 45.604.298,45
  142.911.550,93 11.183.755,09 0,00 1.046.348,42 153.048.957,60
scroll
Restbuchwerte
31.12.2015
31.12.2014
Immaterielle Vermögensgegenstände    
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.097.999,52 2.268.583,32
geleistete Anzahlungen 399.489,00 188.962,78
  2.497.488,52 2.457.546,10
Sachanlagen    
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19.264.793,81 25.788.183,59
Technische Anlagen und Maschinen 2.509.352,30 2.788.559,55
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.610.997,45 4.662.369,06
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.240.059,14 366.402,71
  46.625.202,70 33.605.514,91
Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 365.084.495,64 369.236.495,64
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 295.678.622,86 303.359.643,18
Beteiligungen 112.917,52 102.822,00
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.276.716,24 11.949.283,81
sonstige Ausleihungen 1.000,00 1.000,00
  681.153.752,26 684.649.244,63
  730.276.443,48 720.712.305,64

3.02 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Zusammensetzung:

scroll
Forderungen mit Restlaufzeiten Gesamt Gesamt
bis zu 1 Jahr
über 1 Jahr
über 5 Jahre
31.12.2015
31.12.2014
Tsd. €
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13.904.227,92 0,00 0,00 13.904.227,92 13.9041
2. Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 918.406,36 0,00 0,00 918.406,36 1041
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 77.237.213,89 0,00 0,00 77.237.213,89 59.3301
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 40.997,91 0,00 0,00 40.997,91 121
5. Sonstige Vermögensgegenstände 5.391.435,88 2.180.625,00 0,00 7.572.060,88 47.5002
  97.492.281,96 2.180.625,00 0,00 99.672.906,96 120.850

1 Davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 Tsd. €
2 Davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.277 Tsd. €

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 64.400 Tsd. € (Vj. 48.418 Tsd. €) auf Finanzforderungen, sowie 12.837 Tsd. € (Vj. 10.912 Tsd. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Steuererstattungsansprüche von 6.420 Tsd. € (Vj. Ansprüche aus der Veräußerung von Beteiligungen an Fresenius in Höhe von 37.559 Tsd. € sowie Steuererstattungsansprüche von 8.665 Tsd. €) enthalten. Davon betreffen 4.277 Tsd. € (Vj. 6.293 Tsd. €) Körperschaftsteuerguthaben gemäß § 37 KStG n. F., die innerhalb des verbleibenden Auszahlungszeitraums von 2016 bis 2017 zur Auszahlung gelangen und mit dem Barwert in Höhe von 4.277 Tsd. € (Vj. 6.293 Tsd. €) angesetzt sind. Die Bewertung erfolgte auf Basis eines laufzeitadäquaten Zinssatzes von 4,0 %.

3.03 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten wird gemäß § 250 Abs. 3 HGB der Differenzbetrag zwischen Darlehenssumme und Auszahlungsbetrag für eine Anleihe mit einem Restbuchwert von 20 Tsd. € (Vj. 121 Tsd. €) ausgewiesen. Dieser Posten wird entsprechend der Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrages bzw. entsprechend der Zurückführung der Finanzschulden aufgelöst.

3.04 Aktive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 4.574 Tsd. € (Vj. 4.683 Tsd. €) resultieren aus Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden. Die sich in 2015 ergebenden aktiven latenten Steuern betreffen Bewertungsdifferenzen beim Sachanlagevermögen, Vorräten, Forderungen, Altersversorgungsrückstellungen und übrigen Rückstellungen. Bei der Bewertung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 15,825 % zugrunde gelegt.

3.05 Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der RHÖN-KLINIKUM AG wurde von 183.704.650 € (Vj. 345.580.000 €) durch Einziehung von 6.519.390 (Vj. 64.750.140) voll eingezahlten eigenen Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital der Gesellschaft von 2,50 € je Aktie um einen Gesamtbetrag von 16.298.475 € (Vj. 161.875.350 €) auf 167.406.175 € (Vj. 183.704.650 €) im Wege der vereinfachten Einziehung gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 2, Abs. 4 und 5 AktG herabgesetzt und ist eingeteilt in 66.962.470 (Vj. 73.481.860) nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert am Grundkapital in Höhe von 2,50 € je Aktie.

Die Entwicklung des Grundkapitals der RHÖN-KLINIKUM AG im Überblick:

scroll
Anzahl Rechnerischer Anteil am Grundkapital
Stammaktien Stand 01.01.2015 73.481.860 183.704.650
Veränderung 2015 -6.519.390 -16.298.475
Stammaktien Stand 31.12.2015 66.962.470 167.406.175

3.06 Eigene Aktien

Unverändert hält die RHÖN-KLINIKUM AG 24.000 Stück eigene Aktien in ihrem Bestand. Die am Bilanzstichtag im Bestand befindlichen Aktien entsprechen rechnerisch 60 Tsd. € oder 0,04 % (Vj. 0,03 %) des Gezeichneten Kapitals.

3.07 Kapitalrücklage

In der Kapitalrücklage wird das Agio aus Kapitalerhöhungen in Höhe von 410.869 Tsd. € sowie der auf die in 2015 und 2014 eingezogenen Aktien entfallende Betrag von insgesamt 178.173 Tsd. € ausgewiesen (davon entfallen auf das Jahr 2015 16.298 Tsd. € und auf das Jahr 2014 161.875 Tsd. €).

3.08 Gewinnrücklagen

Die gesetzliche Rücklage beträgt unverändert 131 Tsd. €.

Es bestehen wie im Vorjahr keine anderen (freien) Gewinnrücklagen.

3.09 Bilanzgewinn

Im Bilanzgewinn von 180.816 Tsd. € (Vj. 330.618 Tsd. €) ist nach Berücksichtigung der Kapitalherabsetzung ein verbleibender Gewinnvortrag von 105.346 Tsd. € (Vj. 39.564 Tsd. €) enthalten. Von diesem Gewinnvortrag entfallen 19 Tsd. € (Vj. 6 Tsd. €) auf Gewinnanteile für eigene Aktien.

3.10 Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen

Den ausschüttungsgesperrten Beträgen von insgesamt 4.574 Tsd. € (Vj. 4.683 Tsd. €), die aus dem Ansatz der aktiven latenten Steuern resultieren, stehen frei verfügbare Rücklagen von 589.043 Tsd. € (Vj. 572.745 Tsd. €) gegenüber. Eine Ausschüttungssperre in Bezug auf den Bilanzgewinn von 180.816 Tsd. € besteht daher nicht.

3.11 Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens

Es handelt sich um Fördermittel nach Krankenhausfinanzierungsrecht, die nach bestimmungsgemäßer Verwendung in einen Sonderposten nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) eingestellt werden, und entsprechend der Abschreibung der geförderten Wirtschaftsgüter ertragswirksam aufgelöst werden.

3.12 Rückstellungen

Die Rückstellungen entfallen auf:

scroll
31.12.2015
Mio. €
31.12.2014
Mio. €
Rückstellungen im Zusammenhang mit den durchgeführten Transaktionen 126,2 160,0
Steuerrückstellungen 0,0 1,9
Personalverpflichtungen 17,7 17,4
Instandhaltungsmaßnahmen 2,1 2,1
Erlösminderungen 2,6 2,7
Ausstehende Rechnungen 9,1 4,6
Sonstige 2,7 4,9
  160,4 193,6

Die sonstigen Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken in ausreichendem Maß ab. Die Rückstellungen im Zusammenhang mit den durchgeführten Transaktionen betreffen rechtliche und steuerliche Risiken im Rahmen der Veräußerung von Gesellschaften.

Für die Mitglieder des Vorstandes besteht ein Versorgungsplan, der Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorsieht. Die Vorstände erhalten neben ihrer laufenden Vergütung bei Beendigung ihrer Vorstandstätigkeit eine in Abhängigkeit von der Dauer des Dienstverhältnisses und der Höhe der Bezüge stehende Altersvorsorgeleistung, die auf das 1,5-fache der letzten Jahresbezüge begrenzt ist. Bei der Berechnung des Verpflichtungsumfangs wurden die individuellen Vertragsdauern zu Grunde gelegt.

Der Erfüllungsbetrag der Altersvorsorgerückstellung beträgt zum Bilanzstichtag 1.232 Tsd. € (Vj. 661 Tsd. €). Die versicherungsmathematische Bewertung des Erfüllungsbetrags basiert unter anderem auf einem Abzinsungssatz von 3,89 % (Vj. 4,53 %) und einem Anwartschaftstrend von 2,5 % (Vj. 2,5 %) per annum. Die Sterbewahrscheinlichkeiten basieren auf den Heubeck'schen Sterbetafeln (2005G).

Die Altersteilzeitrückstellungen mit einem Erfüllungsbetrag von 300 Tsd. € (Vj. 393 Tsd. €) wurden gemäß § 246 Abs. 2 S.2 HGB mit Vermögensgegenständen in Höhe von 217 Tsd. € (Vj. 277 Tsd. €), die ausschließlich der Erfüllung dieser Schulden dienen und dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind, verrechnet.

3.13 Verbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 61.051 Tsd. € (Vj. 58.296 Tsd. €) auf Finanzverbindlichkeiten und 611 Tsd. € (Vj. 967 Tsd. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zu der Zusammensetzung der Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Verbindlichkeitenspiegel.

Verbindlichkeitenspiegel

3.13 Verbindlichkeiten

scroll
Verbindlichkeiten mit Restlaufzeiten Insgesamt Insgesamt Davon RLZ unter 1 Jahr Davon RLZ über 5 Jahre
unter 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
31.12.2015
31.12.2014
T€
31.12.2014
T€
31.12.2014
T€
1. Anleihen              
(davon konvertibel: € 0,00) 147.679.382,46 0,00 0,00 147.679.382,46 147.680 4.501 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 10.000.000,00 0,00 10.000.000,00 10.000 0 0
3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0,00 0,00 0,00 37 37 0
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.829.702,50 0,00 0,00 3.829.702,50 6.982 6.982 0
5. Verbindlichkeiten nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht 1.388.995,56 0,00 0,00 1.388.995,56 2.296 2.296 0
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 61.662.269,54 0,00 0,00 61.662.269,54 59.263 59.263 0
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 23.562,00 0,00 0,00 23.562,00 0 0 0
8. sonstige Verbindlichkeiten 6.207.559,82 29.423,53 7.247,35 6.244.230,70 5.847 5.807 0
(davon aus Steuern) (1.332.251,90) (0,00) (0,00) (1.332.251,90) (1.239) (1.239) (0)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (0,00) (0,00) (0,00) (0,00) (0) (0) (0)
  220.791.471,88 10.029.423,53 7.247,35 230.828.142,76 232.105 78.886 0

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.01 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden ausschließlich am Standort Bad Neustadt a. d. Saale (Freistaat Bayern) erzielt und gliedern sich nach Tätigkeiten wie folgt auf:

scroll
2015
Mio. €
2014
Mio. €
Nach Tätigkeiten    
Kliniken 160,0 153,4
Rehabilitation 11,0 5,5
Sonstige 0,8 0,9
  171,8 159,8
Nach Bundesländern    
Freistaat Bayern 171,8 159,8

4.02 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 32,9 Mio. € (Vj. 1,9 Mio. €) enthalten. Aufgrund der im Jahr 2011 durch das Hauptzollamt Schweinfurt durchgeführten Untersuchungen bei den Reinigungsgesellschaften wurden Sozialversicherungsbeiträge nacherhoben. Im Geschäftsjahr 2015 konnte mit der Deutschen Rentenversicherung eine Einigung bezüglich der Höhe der Sozialversicherungsbeiträge erzielt werden. Mit der geschlossenen Vereinbarung erledigen sich sämtliche möglichen Nachforderungen. In diesem Zusammenhang wurde die hierfür gebildete Rückstellung in Höhe von 19,7 Mio. € aufgelöst. Des Weiteren wurden Rückstellungen für potenzielle rechtliche und steuerliche Gewährleistungsrisiken im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kliniken an Fresenius/Helios in Höhe von 11,0 Mio. € aufgelöst. Ferner sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Wesentlichen Umlagen und Weiterbelastungen im Konzern (8,0 Mio. €, Vj. 10,1 Mio. €), Miet- und Pachteinnahmen (1,0 Mio. €, Vj. 2,3 Mio. €) sowie Versicherungserstattungen (1,4 Mio. €, Vj. 0,3 Mio. €) enthalten.

4.03 Materialaufwand

Im Geschäftsjahr 2015 wurden erstmals Kosten für die im Konzern von den Tochtergesellschaften erbrachten Leistungen nicht mehr im Materialaufwand, sondern in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen (2,9 Mio. €, Vj. 1,7 Mio. €).

4.04 Abschreibungen

Neben den planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 11,1 Mio. € (Vj. 11,4 Mio. €) wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagevermögen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vj. 42,1 Mio. €) vorgenommen. Im Vorjahr wurden zudem immaterielle Vermögensgegenstände außerplanmäßig abgeschrieben (0,7 Mio. €).

4.05 Zinsertrag, Zinsaufwand

Der Zinsaufwand der Altersvorsorgerückstellung belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 30 Tsd. € (Vj. 17 Tsd. €). Die ebenfalls im Zinsaufwand erfassten sonstigen Finanzaufwendungen aus Altersteilzeitrückstellungen betrugen 10 Tsd. € (11 Tsd. €). Nach Verrechnung mit Erträgen aus zu verrechnendem Vermögen in Höhe von 7 Tsd. € verblieben insgesamt 3 Tsd. € (Vj. 4 Tsd. €).

4.06 Periodenfremde Erträge und Aufwendungen

In der Gewinn- und Verlustrechnung der RHÖN-KLINIKUM AG sind Periodenfremde Erträge von 34,8 Mio. € (Vj. 2,4 Mio. €) enthalten. Die Periodenfremden Erträge resulieren mit 32,9 Mio. € aus der Auflösung von Rückstellungen (davon 19,7 Mio. € Rückstellung für mögliche Nachforderungen der Sozialversicherungsbeiträge im Zusammenhang mit den in 2011 durch das Hauptzollamt Schweinfurt durchgeführten Untersuchungen bei den Reinigungsgesellschaften, 11,0 Mio. € Rückstellung für potenzielle rechtliche und steuerliche Gewährleistungsrisiken im Zusammenhang mit dem Verkauf der Kliniken an Fresenius/Helios, 0,9 Mio. € Rückstellung für Personalverpflichtungen sowie 0,9 Mio. € Rückstellung für ausstehende Rechnungen). Des Weiteren sind in den periodenfremden Erträge Erstattungen im Zusammenhang mit den im Vorjahr vorzeitig zurückgeführten Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,3 Mio. € sowie im Wesentlichen der Zahlungseingang von wertberichtigten Forderungen in Höhe von 0,5 Mio. € enthalten.

Die periodenfremden Aufwendungen belaufen sich auf 0,6 Mio. € (Vj. 0,5 Mio. €) und entfallen im Wesentlichen auf Abschreibungen auf Forderungen sowie Aufwendungen für Untersuchungen in fremden Instituten und im Zusammenhang mit durchgeführten klinischen Studien.

4.07 Steuern vom Einkommen und Ertrag

scroll
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
Laufende Ertragsteueraufwendungen 158 0
Latente Ertragsteuern 109 -1.230
  267 -1.230

Die Ertragsteuern entfallen ausschließlich auf das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Als laufende Ertragssteueraufwendungen werden die Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und der Solidaritätszuschlag ausgewiesen. Außerdem sind in diesem Posten latente Steueraufwendungen beziehungsweise -erträge erfasst, die aus der Umkehrung von temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen sowie der Inanspruchnahme von Zinsvorträgen resultieren.

Im laufenden Geschäftsjahr resultiert der Aufwand aus latenten Steuern im Wesentlichen aus der Berücksichtigung von Bewertungsunterschieden im Anlagevermögen und bei Rückstellungen.

5. Anteilsbesitz

scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
Krankenhausgesellschaften      
Haus Saaletal GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 526 75
Herz- und Gefäß-Klinik GmbH Bad Neustadt, Bad Neustadt a. d. Saale1 100,0 12.158 0
Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, Frankfurt (Oder) 100,0 79.898 6.221
Neurologische Klinik GmbH Bad Neustadt/Saale, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 7.798 2.372
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen 95,0 74.738 5.700
Zentralklinik Bad Berka GmbH, Bad Berka 87,5 117.964 15.216

1 Die Gesellschaft nimmt die Befreiung von der Offenlegungspflicht gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
MVZ-Gesellschaften      
MVZ Bad Neustadt/ Saale GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 369 0
MVZ des Klinikums Frankfurt (Oder) GmbH, Frankfurt (Oder) (vormals: MVZ Management GmbH Brandenburg, Frankfurt (Oder)) 100,0 221 52
MVZ UKGM GmbH, Marburg 95,0 54 37
MVZ Zentralklinik GmbH, Bad Berka 87,5 598 -89
scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
Forschungs- und Bildungsgesellschaften      
ESB - Gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Bildung mbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 1.479 -84
Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der klinischen Forschung auf dem Gebiet der Humanmedizin und zur Betreuung von Patienten an den Universitäten Gießen und Marburg 100,0 35 0
scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
Grundbesitzgesellschaften      
BGL Grundbesitzverwaltungs-GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 26.944 539
GPG Gesellschaft für Projekt- und Grundstücksentwicklung GmbH Leipzig, Leipzig 100,0 302 42
scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
Servicegesellschaften      
RHON-Cateringgesellschaft mbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 65 -10
RHÖN-Reinigungsgesellschaft mbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 1.762 740
RK Reinigungsgesellschaft Nordost mbH, Bad Neustadt a. d. Saale 51,0 254 -15
RK-Reinigungsgesellschaft Süd mbH i. L., Bad Neustadt a. d. Saale (vormals: RK-Reinigungsgesellschaft Süd mbH, Bad Neustadt a. d. Saale) 51,0 178 75
UKGM Service GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 76 -7
scroll
Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
Vorratsgesellschaften/sonstige Gesellschaften      
4QD - Qualitätskliniken.de GmbH, Berlin2 20 1.009 62
Energiezentrale Universitätsklinikum Gießen GmbH, Gießen 50,0 615 97
Kinderhort Salzburger Leite gemeinnützige Gesellschaft mbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 120 42
RHÖN-Kreisklinik Bad Neustadt GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale (vormals: Klinik Feuerberg GmbH Bad Neustadt/Saale, Bad Neustadt a. d. Saale) 100,0 188 -14
KLINIK "HAUS FRANKEN" GMBH, Bad Neustadt/Saale, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 671 -497
Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg mit beschränkter Haftung, Heidelberg 24,9 10.650 -8.117
Psychosomatische Klinik GmbH Bad Neustadt/Saale, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 2 -6
PTZ GmbH, Marburg 100,0 494 -69
RHÖN Energie für Gesundheit GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale (vormals: HEILBAD BAD NEUSTADT GMBH, Bad Neustadt a. d. Saale) 100,0 1.521 50
RK Klinik Betriebs GmbH Nr. 35, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 147 -23
Seniorenpflegeheim GmbH Bad Neustadt a. d. Saale, Bad Neustadt a. d. Saale2 25,0 592 283
Wir für Gesundheit GmbH2 33,3 30 0
Wolfgang Schaffer GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 100,0 593 -5

2 Zahlen gemäß Jahresabschluss 31. Dezember 2014.

6. Sonstige Angaben

6.01 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Art, Zweck und Risiken und Vorteile außerbilanzieller Geschäfte

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 56,5 Mio. € (Vj. 48,2 Mio. €) (davon gegenüber verbundene Unternehmen 20,3 Mio. €; Vj. 20,1 Mio. €).

Innerhalb eines Jahres fällige Verpflichtungen aus Wartungs- und sonstigen Dienstleistungsverträgen belaufen sich auf 9,0 Mio. € (Vj. 7,7 Mio. €) (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4,8 Mio. €; Vj. 4,5 Mio. €). Aus abgeschlossenen Miet- und Pachtverträgen bestehen innerhalb des nächsten Jahres Verpflichtungen in Höhe von 5,3 Mio. € (Vj. 5,8 Mio. €) (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 4,9 Mio. €; Vj. 5,5 Mio. €). Aus abgeschlossenen Darlehnsverträgen resultieren Verpflichtungen aus zugesagten Kreditlinien in Höhe von 14,7 Mio. € (Vj. 22,7 Mio €). Darüber hinaus hat die Gesellschaft bis zum Höchstbetrag in Höhe von 5,1 Mio. € eine selbstschuldnerische Bürgschaftserklärung für Fördermittelansprüche des Freistaats Bayern abgegeben. Es wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft gerechnet.

Im Rahmen des Klinikneubaus in Bad Neustadt wurde zur Absicherung der Wiederaufforstungsvereinbarung mit dem Freistaat Bayern eine Bankbürgschaft von 0,1 Mio. € ausgereicht.

Ferner hat sich die RHÖN-KLINIKUM AG im Zusammenhang mit der Entwicklung und Bildung eines medizinischen Netzwerks als Netzwerkpartner zu Investitionen in Höhe von 10,0 Mio. €, verteilt über fünf Jahre, beginnend ab dem Jahr 2015, verpflichtet. Zum Stichtag bestehen noch Verpflichtungen in Höhe von 9,4 Mio. €. Aus abgeschlossenen Unternehmenskaufverträgen bestehen zum Bilanzstichtag keine Investitionsverpflichtungen.

Die finanziellen Verpflichtungen aus getätigten Bestellungen (Bestellobligo) belaufen sich auf 2,0 Mio. € (Vj. 0,5 Mio. €).

6.02 Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2015 bestanden ebenso wie zum Vorjahresstichtag keine Zinssicherungen.

6.03 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Arbeitnehmer

(Durchschnitt zum Quartalsende nach Köpfen, ohne Vorstände und Auszubildende):

scroll
2015 2014 Veränderung
Anzahl Anzahl Anzahl %
Ärztlicher Dienst 211 202 9 4,5
Pflegedienst 523 494 29 5,9
Medizinisch-technischer Dienst 249 238 11 4,6
Funktionsdienst 173 164 9 5,5
Wirtschafts- und Verwaltungsdienst 33 30 3 10,0
Technischer Dienst 37 34 3 8,8
Verwaltungsdienst 236 253 -17 -6,7
Sonderdienste 8 7 1 14,3
  1.470 1.422 48 3,4

6.04 Beteiligungen an der Gesellschaft

Der Gesellschaft wurden folgende gemäß §§ 21, 22 WpHG mitteilungspflichtige mittelbare und unmittelbare Beteiligungen gemeldet:

scroll
Stimmrechtsanteil §§ 21, 22 WpHG am Tag der Schwellenüber-/-unterschreitung
Meldepflichtiger veröffentlicht am Direkt gehalten
%
Zurechnung
%
Stimmrechtsverfügung
%
Tag der Schwellenüber-/-unterschreitung Über-/ Unterschreitung der Schwelle von
Litespeed (Jamie Zimmermann) 25.03.2015   3,24 3,24 13.02.2015 > 3 %
  25.03.2015   3,24 3,24 13.02.2015 > 3 %
  25.03.2015   3,24 3,24 13.02.2015 > 3 %
  25.03.2015 3,24   3,24 13.02.2015 > 3 %
RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft 13.10.2015 8,9   8,90 13.10.2015 > 3 %; > 5 %
Litespeed (Jamie Zimmermann) 22.10.2015   2,9995 2,9995 09.10.2015 < 3 %
  22.10.2015   2,9995 2,9995 09.10.2015 < 3 %
  22.10.2015   2,9995 2,9995 09.10.2015 < 3 %
  22.10.2015 2,9995   2,9995 09.10.2015 < 3 %
RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft 15.10.2015 0,04   0,04 15.10.2015 < 3 %; < 5 %
Landeskrankenhilfe V.V.a.G. 21.10.2015 3,19   3,19 15.10.2015 > 3 %
Ingeborg Münch 26.10.2015 5,44   5,44 15.10.2015 > 5 %
Old Mutual Plc, UK 26.11.2015   2,99 2,99 18.11.2015 < 3 %
Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH 30.12.2015 17,57   17,57 23.12.2015 >10%/>15%
scroll
Meldepflichtiger Stimmrechtsanteil §§ 21, 22 WpHG am Tag der Schwellenüber-/-unterschreitung veröffentlicht am Meldung gem. § 21 Abs. 1 WpHG Zurechnung nach WpHG:
Litespeed (Jamie Zimmermann) 25.03.2015 Jamie Zimmermann: 3,24 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i. V. m. Satz 2 WpHg; 1,04 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i. V. m. Satz 2 WpHG; Jamie Zimmermann werden aus Aktien der Litespeed Master Fund, Ltd. 3 % oder mehr zugerechnet.
  25.03.2015 Litespeed Offshore Fund Ltd.: 3,24 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG; 2,17 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG; Name der kontrollierten Unternehmen: Litespeed Master Fund, Ltd.
  25.03.2015 Litespeed Management L.L.C.: 3,24 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG; Der Litespeed Management L.L.C. werden aus Aktien der Litespeed Master Fund, Ltd 3 % oder mehr zugerechnet.
  25.03.2015 Litespeed Master Fund, Ltd.
RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft 13.10.2015 Erwerb eigener Aktien
Litespeed (Jamie Zimmermann) 22.10.2015 Jamie Zimmermann: 2,9995 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 i. V. m. Satz 2 WpHg; 1,02 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 i. V. m. Satz 2 WpHG;
  22.10.2015 Litespeed Offshore Fund Ltd.: 2,9995 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG; 1,95 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 WpHG
  22.10.2015 Litespeed Management L.L.C.: 2,9995 % zugerechnet nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG
  22.10.2015 Litespeed Master Fund, Ltd.
RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft 15.10.2015 Einziehung eigener Aktien
Landeskrankenhilfe V.V.a.G. 21.10.2015 direkt (§ 21 WpHG) 3,19 %
Ingeborg Münch 26.10.2015 direkt (§ 21 WpHG) 5,44 %
Old Mutual Plc, UK 26.11.2015 Acadian Asset Management LLC: § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6
Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH 30.12.2015 direkt (§ 21 WpHG) 17,57 %

Unter Berücksichtigung der uns mitgeteilten Schwellenüber- bzw. -unterschreitungen ergibt sich nach §§ 21, 22 WpHG hinsichtlich der Aktionärsstruktur zum Stichtag 31.12.2015 folgendes Bild:

scroll
Meldepflichtiger veröffentlicht am Direkt gehalten
%
Zurechnung
%
Stimmrechtsverfügung
%
Tag der Schwellen-über-/-unterschreitung Über-/ Unterschreitung der Schwelle von
B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft, Melsungen, Deutschland 26.11.2014 18,01   18,01 20.11.2014 > 10%/> 15%
Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH 30.12.2015 17,57   17,57 23.12.2015 >10%/>15%
Eugen Münch, Deutschland 20.11.2014 6,32   6,32 20.11.2014 > 5 %
Ingeborg Münch, Deutschland 26.10.2015 5,44   5,44 15.10.2015 > 5 %
Landeskrankenhilfe V.V.a.G 21.10.2015 3,19   3,19 15.10.2015 > 3 %
scroll
Meldepflichtiger veröffentlicht am Zurechnung nach WpHG (§ 21 Abs. 1 WpHG)
B. Braun Melsungen Aktiengesellschaft, Melsungen, Deutschland 26.11.2014 § 21 Abs. 1 - Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 auf Ludwig G. Braun GmbH & Co. KG, B. Braun Holding GmbH & Co. KG, B. Braun Holding GmbH & Co. KG, BraHo Verwaltungsgesellschaft mbH, Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, IlonaBraun, Martin Lüdicke
Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH 30.12.2015 direkt (§ 21 WpHG) 17,57 %
Eugen Münch, Deutschland 20.11.2014 § 21 Abs. 1
Ingeborg Münch, Deutschland 26.10.2015 § 21 Abs. 1
Landeskrankenhilfe V.V.a.G 21.10.2015 § 21 Abs. 1

Mitteilungen über die gesetzlichen Meldeschwellen gemäß §§ 25, 25a WpHG lagen im Geschäftsjahr 2015 nicht vor.

6.05 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Gemäß § 285 Nr. 21 HGB sind wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen anzugeben, soweit sie nicht zu marktüblichen Konditionen zustande gekommen sind. Von der Angabepflicht ausgenommen sind Transaktionen innerhalb eines Konzerns, so dass die Geschäfte mit konsolidierten Unternehmen des RHÖN-KLINIKUM-Konzerns nicht erläutert werden müssen.

Als nahe stehende Personen gelten natürliche sowie juristische Personen und Unternehmen, die die RHÖN-KLINIKUM AG beherrschen können oder die auf die RHÖN-KLINIKUM AG unmittelbar oder mittelbar wesentlich einwirken können (maßgeblicher Einfluss) oder die an einer gemeinschaftlichen Führung beteiligt sind sowie diejenigen natürlichen sowie juristischen Personen und Unternehmen, die die RHÖN-KLINIKUM AG beherrschen kann oder auf die die RHÖN-KLINIKUM AG wesentlich einwirken kann oder an deren gemeinschaftliche Führung sie beteiligt ist.

Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Aktionär mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der RHÖN-KLINIKUM AG hält oder kraft Satzungsbestimmung oder vertraglicher Vereinbarung die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik der RHÖN-KLINIKUM AG zu steuern. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik kann hierbei auf einem Anteilsbesitz von 20 % oder mehr oder auf einem Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG beruhen.

Als nahe stehende Unternehmen werden demnach sämtliche Unternehmen, an denen die RHÖN-KLINIKUM AG zwischen 20,0 % und 50,0 % beteiligt ist und die als assoziiertes Unternehmen oder wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, identifiziert (zu den Unternehmen des Konzerns wird auf die Anteilsbesitzliste in diesem Anhang verwiesen).

Als nahe stehende Personen behandeln wir die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen sowie die mit ihnen im Sinne des § 1589 BGB im ersten Grad verwandten Personen und deren Ehegatten. Unter den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen haben wir den Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG sowie die Mitglieder des Aufsichtsrates subsumiert.

Die RHÖN-KLINIKUM AG unterhält im Einzelfall wechselseitige Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen. Es handelt sich hierbei insbesondere um Vermietungen von Gebäuden sowie um Leistungen im Zusammenhang mit Telemedizin, Teleradiologie, Pflege sowie Personalgestellungen. Diese Dienstleistungs- und Mietbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt.

Zu den Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats verweisen wir auf den gesonderten Berichtsabschnitt im Anhang.

Berichtspflichtige Geschäfte i. S. d. § 285 Nr. 21 HGB lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vor.

6.06 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands und des Beirats

scroll
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
Bezüge des Aufsichtsrats 2.215 2.586
Bezüge des amtierenden Vorstands 4.156 11.128
Bezüge der ehemaligen Mitglieder des Vorstands 0 0
Bezüge des Beirats 20 20

Kreditgewährungen an Mitglieder des Aufsichtsrats, des Vorstands und des Beirats liegen nicht vor. Die Mitglieder des Aufsichtsrats halten einen Aktienbesitz an der RHÖN-KLINIKUM AG von 32,2 % (Vj. 29,3 %) des gesamten Aktienkapitals. Die Familie des Aufsichtsratsvorsitzenden, Eugen Münch, hält 12,4 % (Vj. 11,3 %) der Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG. Davon entfallen 6,9 % (Vj. 6,3 %) auf Eugen Münch und 5,5 % (Vj. 5,0 %) auf Ingeborg Münch. Prof. Dr. h. c. Ludwig Braun hält mittelbar 19,8 % (Vj. 18,0 %) des Grundkapitals. Die Mitglieder des Vorstands halten zum 31.12.2015 keine Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG.

Die von den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie deren Ehegatten bzw. Verwandten ersten Grades getätigten Transaktionen von Aktien der RHÖN-KLINIKUM AG werden gemäß § 15a WpHG veröffentlicht. Im Berichtszeitraum liegen der RHÖN-KLINIKUM AG die nachfolgenden Mitteilungen über Geschäfte nach § 15a WpHG von Mitgliedern des Vorstands bzw. Aufsichtsrats (Directors' Dealings) vor.

scroll
Datum der Transaktion Vor- und Zuname Funktion/ Status Finanzinstrument und ISIN Art und Ort der Transaktion Stückzahl Kurs/Preis
14.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 334.455 0,085 EUR
15.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 1.000.000 0,065 EUR
16.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 1.700.000 0,033 EUR
17.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 930.000 0,044 EUR
18.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 800.000 0,044 EUR
21.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 1.400.000 0,024 EUR
21.09.2015 Eugen Münch Stephan Holzinger (Stiftung Münch) Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf außerbörslich 722.860 nicht bezifferbar
22.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 1.100.000 0,020 EUR
23.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 500.000 0,024 EUR
24.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 1.000.000 0,025 EUR
25.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 600.000 0,018 EUR
28.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 700.000 0,018 EUR
29.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 800.000 0,020 EUR
30.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 600.000 0,020 EUR
01.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 510.000 0,023 EUR
02.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 510.000 0,024 EUR
05.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 500.000 0,030 EUR
06.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf über XETRA 250.374 0,011 EUR
06.10.2015 Ingeborg Münch Ehepartner von Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf außerbörslich 3.644.324 0,0234 EUR
06.10.2015 Eugen Münch Aufsichtsratsmitglied RHÖN-KLINIKUM Andienungsrechte ISIN DE000A1614Q0 Verkauf außerbörslich 4.650.071 0,0234 EUR
scroll
Datum der Transaktion Vor- und Zuname Geschäftsvolumen
14.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 28.428,68 EUR
15.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 65.200,00 EUR
16.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 56.100,00 EUR
17.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 40.455,00 EUR
18.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 35.200,00 EUR
21.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 34.160,00 EUR
21.09.2015 Eugen Münch Stephan Holzinger (Stiftung Münch) nicht bezifferbar
22.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 21.780,00 EUR
23.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 11.900,00 EUR
24.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 24.500,00 EUR
25.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 10.980,00 EUR
28.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 12.600,00 EUR
29.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 16.320,00 EUR
30.09.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 12.060,00 EUR
01.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 11.883,00 EUR
02.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 11.985,00 EUR
05.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 15.200,00 EUR
06.10.2015 Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun 2.854,26 EUR
06.10.2015 Ingeborg Münch 85.277,18 EUR
06.10.2015 Eugen Münch 108.811,66 EUR

Die Aufwendungen für Mitglieder des Aufsichtsrats (ohne Umsatzsteuer) gliedern sich im Einzelnen wie folgt:

scroll
Gesamtbezüge fixe Grundvergütung
Tsd. €
fixes Sitzungsgeld
Tsd. €
fixe Gesamtvergütung
Tsd. €
Gesamt 2015
Tsd. €
Gesamt 2014
Tsd. €
Eugen Münch 120 56 214 390 488
Joachim Lüddecke (bis 10.06.2015) 35 24 16 75 140
Georg Schulze-Ziehaus 62 38 40 140 119
Wolfgang Mündel 80 56 177 313 401
Peter Berghöfer 40 18 33 91 94
Bettina Böttcher 40 16 20 76 78
Björn Borgmann (ab 10.06.2015) 22 14 15 51 0
Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun (ab 12.06.2014) 40 14 22 76 27
Sylvia Bühler (bis 10.06.2015) 18 6 7 31 55
Helmut Bühner (bis 10.06.2015) 18 10 12 40 78
Prof. Dr. Gerhard Ehninger 40 12 16 68 45
Stefan Härtel 40 22 30 92 112
Klaus Hanschur (ab 17.04.2014) 40 18 30 88 70
Reinhard Hartl (bis 10.06.2015) 18 12 23 53 102
Stephan Holzinger 40 52 73 165 185
Meike Jäger (ab 10.06.2015) 22 10 17 49 0
Detlef Klimpe (bis 12.06.2014) 0 0 0 0 79
Dr. Heinz Korte (bis 10.06.2015) 18 12 31 61 146
Michael Mendel (bis 10.06.2015) 14 6 18 38 107
Dr. Brigitte Mohn 40 10 14 64 59
Annett Müller (bis 27.02.2014) 0 0 0 0 3
Werner Prange (bis 27.02.2014) 0 0 0 0 5
Christine Reißner (ab 10.06.2015) 22 10 17 49 0
Oliver Salomon (bis 10.06.2015) 18 12 23 53 65
Evelin Schiebel (ab 10.06.2015) 22 8 8 38 0
Prof. Dr. Jan Schmitt (bis 30.04.2014) 0 0 0 0 23
Dr. Franz-Josef Schmitz (bis 10.06.2015) 18 8 9 35 38
Dr. Katrin Vernau 40 16 23 79 67
  867 460 888 2.215 2.586

Für die einzelnen Mitglieder des Vorstands wurde folgende Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 festgesetzt:

scroll
Amtierende Vorstandsmitglieder Martin Menger (Mitglied des Vorstands)
gewährte Zuwendungen Zufluss
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
2015 (Min)
Tsd. €
2015 (Max)
Tsd. €
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
Grundgehalt (Festvergütung) 192 192 192 192 192 192
Nebenleistungen 10 9 10 10 10 9
Summe 202 201 202 202 202 201
einjährige variable Vergütung            
Tantieme 308 258 258 708 308 258
mehrjährige variable Vergütung            
virtuelle Aktienoptionen 495 2.875 0 1.965 304 779
Gesamtbezüge 1.005 3.334 460 2.875 814 1.238
Versorgungsaufwand1 61 56 61 61 61 56
Gesamtvergütung 1.066 3.390 521 2.936 875 1.294

1 Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand nach IAS 19.

scroll
Amtierende Vorstandsmitglieder Jens-Peter Neumann (ständiger Vertreter des Vorstandsvorsitzenden)
gewährte Zuwendungen Zufluss
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
2015 (Min)
Tsd. €
2015 (Max)
Tsd. €
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
Grundgehalt (Festvergütung) 211 211 211 211 211 211
Nebenleistungen 9 9 9 9 9 9
Summe 220 220 220 220 220 220
einjährige variable Vergütung            
Tantieme 739 689 689 1.589 739 689
mehrjährige variable Vergütung            
virtuelle Aktienoptionen 495 2.875 0 1.965 304 779
Gesamtbezüge 1.454 3.784 909 3.774 1.263 1.688
Versorgungsaufwand1 115 83 115 115 115 83
Gesamtvergütung 1.569 3.867 1.024 3.889 1.378 1.771

1 Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand nach IAS 19.

scroll
Amtierende Vorstandsmitglieder Dr. Dr. Martin Siebert (Vorstandsvorsitzender)
gewährte Zuwendungen Zufluss
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
2015 (Min)
Tsd. €
2015 (Max)
Tsd. €
2015
Tsd. €
2014
Tsd. €
Grundgehalt (Festvergütung) 384 384 384 384 384 384
Nebenleistungen 10 10 10 10 10 10
Summe 394 394 394 394 394 394
einjährige variable Vergütung            
Tantieme 808 741 758 1.866 808 741
mehrjährige variable Vergütung            
virtuelle Aktienoptionen 495 2.875 0 1.965 304 779
Gesamtbezüge 1.697 4.010 1.152 4.225 1.506 1.914
Versorgungsaufwand1 144 113 144 144 144 113
Gesamtvergütung 1.841 4.123 1.296 4.369 1.650 2.027

1 Versorgungsaufwand umfasst den Dienstzeitaufwand nach IAS 19.

Bei der Beendigung des Dienstvertrages erhalten die Vorstände unter bestimmten Voraussetzungen eine Altersvorsorgeleistung. Diese beträgt für jedes volle Jahr (zwölf volle Kalendermonate) der Tätigkeit als Vorstandsmitglied 12,5 % der am Tage der Beendigung des Dienstvertrags geschuldeten Jahresbezüge, insgesamt jedoch höchstens das 1,5-Fache dieser letzten Bezüge. Für diese Leistungen, die den Mitgliedern des Vorstands nach Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, wurden folgende Altersvorsorgeleistungen zurückgestellt:

scroll
Altersvorsorgeleistungen Rückstellung Stand 31.12.2014
Tsd. €
Veränderung Altersvorsorgeleistungen
Tsd. €
Rückstellung Stand 31.12.2015
Tsd. €
Nominalbetrag bei Vertragsablauf
Tsd. €
Amtierende Vorstandsmitglieder        
Martin Menger 202 273 475 1.042
Jens-Peter Neumann 203 112 315 919
Dr. Dr. Martin Siebert 256 186 442 1.294
Gesamt 661 571 1.232 3.255

1 Anspruch nach planmäßigem Auslaufen des Vorstandsvertrages (31.12.2020) auf Basis der Bezüge.

6.07 Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Mit gemeinsamem Beschluss des Aufsichtsrats und des Vorstands der RHÖN-KLINIKUM AG vom 5. November 2015 wurde die entsprechende Erklärung gemäß § 161 AktG zur Anwendung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Geschäftsjahr 2015 abgegeben. Diese wurde auf der Website der RHÖN-KLINIKUM AG hinterlegt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

6.08 Honorare des Abschlussprüfers

Das von dem Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar ist in der entsprechenden Anhangsangabe im Konzernabschluss enthalten.

6.09 Organe und Beirat der RHÖN-KLINIKUM AG

Der Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:

Eugen Münch, Bad Neustadt a. d. Saale, Aufsichtsratsvorsitzender
Weitere Mandate:

Stiftungsrat Deutsche Stiftung Patientenschutz (vormals: Deutsche Hospizstiftung)

HCM SE, Bad Neustadt (Vorsitzender des Verwaltungsrats und geschäftsführender Direktor)

Stiftung Münch, Vorstand

Joachim Lüddecke, Hannover, 1. stv. Vorsitzender, Landesbezirksfachbereichsleiter ver.di, Gewerkschaftssekretär (bis 10. Juni 2015)

Georg Schulze-Ziehaus, Frankfurt am Main, ab 10. Juni 2015 1. stv. Vorsitzender, Landesfachbereichsleiter ver.di, Landesbezirk Hessen

Wolfgang Mündel, Kehl, 2. stv. Vorsitzender, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in eigener Praxis
Weitere Mandate:

Jean d'Arcel Cosmétique GmbH & Co. KG, Kehl (Vorsitzender des Beirats)

HCM SE, Bad Neustadt a. d. Saale (stv. Vorsitzender des Verwaltungsrats)

Peter Berghöfer, Münchhausen, Leiter Finanzen der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen (seit Dezember 2015)

Bettina Böttcher, Marburg, Arbeiterin bei der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen

Björn Borgmann, Marburg, Gesundheits- und Krankenpfleger und Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der RHÖN-KLINIKUM AG (ab 10. Juni 2015)

Professor Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Melsungen, Unternehmer
Weitere Aufsichtsratsmandate:

Aesculap AG, Tuttlingen (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Aesculap Management AG, Tuttlingen (bis November 2015)

B. Braun Avitum AG, Melsungen (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

B. Braun Melsungen AG, Melsungen (Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH

Stihl AG, Waiblingen

WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co. KG
Weitere Mandate:

B. Braun Medical AG, Luzern, Schweiz (Vizepräsident des Verwaltungsrats)

HSBC Trinkhaus & Burkhardt AG, Düsseldorf (Mitglied des Verwaltungsrats) (bis Oktober 2015)

Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt (Mitglied des Verwaltungsrats) (bis April 2015)

Stihl Holding AG & Co. KG, Waiblingen (Mitglied des Beirats)

Sylvia Bühler, Berlin, Bundesfachbereichsleiterin ver.di, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands (bis 10. Juni 2015)

Helmut Bühner, Bad Bocklet, Krankenpfleger in der Herz- und Gefäß-Klinik GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale (bis 10. Juni 2015)

Professor Dr. Gerhard Ehninger, Dresden, Arzt
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen

Stefan Härtel, Müllrose, Krankenpfleger, Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, Frankfurt (Oder)
Weiteres Mandat:

Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, Frankfurt (Oder) (Mitglied im Beirat)

Klaus Hanschur, Marburg, Masseur und med. Bademeister
Weitere Aufsichtsratsmandate:

Marburger Spar- und Bauverein eG, Marburg

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen

Reinhard Hartl, Icking/Irschenhausen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater (bis 10. Juni 2015)

Stephan Holzinger, München, geschäftsführender Gesellschafter Holzinger Associates GmbH
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen (bis Mai 2015)
Weiteres Mandat:

HCM SE, Bad Neustadt a. d. Saale (Verwaltungsrat)

Meike Jäger, Berlin, Landesfachbereichsleiterin ver.di, Gewerkschaftssekretärin (ab 10. Juni 2015)

Dr. Heinz Korte, Ammerland, Notar a. D., Rechtsanwalt (bis 10. Juni 2015)
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen
Weiteres Mandat:

HCM SE, Bad Neustadt a. d. Saale (Verwaltungsrat)

Michael Mendel, Wien, Kaufmann, Vorstand immigon Portfolioabbau AG (bis 10. Juni 2015)
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

HETA ASSET RESOLUTION AG, Klagenfurt

Dr. Brigitte Mohn, Gütersloh, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung
Weitere Aufsichtsratsmandate:

Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh

Bertelsmann Management SE, Gütersloh

PHINEO gAG, Berlin (Vorsitzende des Aufsichtsrats)
Weitere Mandate:

Mitglied der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH

Stiftung Michael Skopp, Bielefeld (Mitglied im Kuratorium)

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Gütersloh (Vorsitzende des Kuratoriums)

Agentur Nordpol, Hamburg (Mitglied des Expeditionsrats)

Dachstiftung Diakonie, Kästorf (Mitglied im Kuratorium)

Robert-Koch-Stiftung e. V., Berlin (Mitglied im Kuratorium) (bis Oktober 2015)

Flytxt B.V., Niederlande (Non-Executive-Director) (ab April 2015)

Clue by Biowink GmbH, Berlin (Mitglied im Advisory Board) (ab September 2015)

Sunrise Capital GmbH, Leopoldhöhe (geschäftsführende Gesellschafterin) (ab Juli 2015)

Christine Reißner, Sülzfeld, Kauffrau (ab 10. Juni 2015)

Oliver Salomon, Bad Berka, Krankenpfleger (bis 10. Juni 2015)

Evelin Schiebel, Görsbach, Krankenschwester (ab 10. Juni 2015)

Dr. Franz-Josef Schmitz, Cölbe, Arzt (bis 10. Juni 2015)

Dr. Katrin Vernau, Hamburg, Verwaltungsdirektorin des WDR Westdeutscher Rundfunk Köln
Weiteres Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen (seit Juli 2015)

WDR mediagroup GmbH, Köln (seit März 2015)

Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart
Weitere Mandate:

BürgerStiftung Hamburg, Hamburg (Mitglied im Stiftungsrat) (bis Januar 2015)

Rheinische Friedrich Wilhelms Universität Bonn, Bonn (Mitglied und stv. Vorsitzende im Hochschulrat)

Claussen-Simon-Stiftung, Hamburg (Mitglied im Stiftungsrat)

Institut für Rundfunkrecht, Köln (Mitglied im Kuratorium der Stiftung zur Förderung des Instituts) (seit März 2015)

Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, Köln (Vorsitzende des Verwaltungsrats) (seit März 2015)

IVZ Informationsverarbeitungszentrum, Köln (Mitglied im Verwaltungsrat) (seit März 2015)

Der Vorstand der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:

Dr. med. Dr. jur. Martin Siebert, geschäftsansässig Bad Neustadt a. d. Saale, Vorstandsvorsitzender
Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Weitere Mandate:

Willy Robert Pitzer Stiftung, Bad Nauheim (Mitglied im Beirat)

Willy Pitzer Beteiligungsgesellschaft mbH, Bad Nauheim (Mitglied im Beirat) (seit Januar 2015)

Jens-Peter Neumann, geschäftsansässig Bad Neustadt a. d. Saale, ständiger Vertreter des Vorstandsvorsitzenden, Vorstandsbereich Finanzen

Prof. Dr. med. Bernd Griewing, geschäftsansässig Bad Neustadt a. d. Saale, Vorstandsbereich Medizin (ab 1. Januar 2016)
Aufsichtsratsmandat:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen
Weitere Mandate:

Stiftung Münch, München (Vorstand)

Mittelhessische Medizin-Stiftung Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Gießen (Vorstand)

Martin Menger, geschäftsansässig Marburg (bis 31. Dezember 2015), geschäftsansässig Bad Neustadt a. d. Saale (ab 1. Januar 2016), Vorstandsbereich operatives Geschäft
Weitere Mandate:

Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, Frankfurt (Oder) (Vorsitzender des Beirats)

Niedersächsische Krankenhausgesellschaft e. V., Hannover (Mitglied im Vorstand)

Niedersächsische Krankenhausgesellschaft e. V., Hannover (Schiedsstellenmitglied)

Verband der Privatkliniken Niedersachsen und Bremen e. V. (Geschäftsführer)

Der Beirat der RHÖN-KLINIKUM AG besteht aus:

Professor Dr. med. Frederik Wenz, Heidelberg (Vorsitzender)

Dr. Boris Augurzky, Essen

Jochen Bocklet, Bad Neustadt a. d. Saale

Susanne Helm, Bad Neustadt a. d. Saale

Professor Dr. rer. pol. Georg Milbradt, Dresden

Helmut Reubelt, Dortmund (bis 21. Juni 2015)

Sepp-Rainer Speidel, Schriesheim (bis 21. Juni 2015)

Michael Wendl, München

 

Bad Neustadt a. d. Saale, den 19. Februar 2016

Prof. Dr. Bernd Griewing

Martin Menger

Jens-Peter Neumann

Dr. Dr. Martin Siebert

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der RHÖN-KLINIKUM AG vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der RHÖN-KLINIKUM AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der RHÖN-KLINIKUM AG beschrieben sind.

 

Bad Neustadt a. d. Saale, den 19. Februar 2016

Prof. Dr. Bernd Griewing

Martin Menger

Jens-Peter Neumann

Dr. Dr. Martin Siebert

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft, Bad Neustadt a. d. Saale, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Frankfurt am Main, den 22. Februar 2016

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Anne Böcker, Wirtschaftsprüferin

ppa. Stefan Sigmann, Wirtschaftsprüfer

GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der vom Vorstand aufgestellte, vom Aufsichtsrat gebilligte und damit festgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft weist einen Bilanzgewinn von 180.815.656,01 € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, von dem Bilanzgewinn

einen Betrag von 53.550.776,00 € zur Ausschüttung einer Dividende von 0,80 € je dividendenberechtigte Stückaktie (DE0007042301) zu verwenden

und den verbleibenden Betrag von 127.264.880,01 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Bad Neustadt a. d. Saale, 14. April 2016

RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft

Der Aufsichtsrat

Der Vorstand

BERICHT DES AUFSICHTSRATS über das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015

der RHÖN-KLINIKUM AG

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die RHÖN-KLINIKUM AG wandelt sich nach der erfolgreichen Transaktion mit der Fresenius SE & Co. KGaA und den hieraus resultierenden neuen unternehmerischen Spielräumen konsequent vom nachgelagerten Dienstleister für stationäre Krankenhausleistungen zum Anbieter von Spitzenmedizin, der die gravierenden Veränderungen im Gesundheitswesen nicht nur antizipiert, sondern aktiv mitgestaltet. Hierzu zählt in erster Linie das ganzheitliche Campus-Konzept, das sich bereits am Standort Bad Neustadt in der konkreten Umsetzung befindet und prototypisch an anderen Standorten sukzessive ausgerollt werden soll.

Bei aller berechtigten Fokussierung auf die weitere Optimierung des Einsatzes von Technik, Logistik und Medizinkompetenz wird nicht das allseits betonte Mantra für mehr Menschlichkeit, sondern die kompromisslose Ausrichtung von Prozessen und Handlungen auf die Wünsche des kritischen und autonomen Patienten, seinen Nutzen und die von ihm geforderte Leistungsqualität im Mittelpunkt unserer weiteren Bestrebungen stehen. Die Vorstellung »Wer hilft, bestimmt über den Geholfenen« wird immer weniger Gültigkeit haben und dieser Wandel eine fundamentale Neuorientierung der Branche und des Systems sowie die Bereitschaft zur Veränderung aller an diesem Wandlungsprozess Beteiligten. Das Management unseres Unternehmens ist daher gefordert, die Versorgung unserer Patienten fortlaufend auf den Prüfstand zu stellen und in Zukunft noch besser zu steuern, damit diese noch konsequenter an den Bedürfnissen und am Wohlbefinden der Patienten ausgerichtet werden kann.

Darüber hinaus setzen sich das Management und die Mitarbeiter des Unternehmens intensiv mit den vielfältigen Chancen und Herausforderungen der rasch voranschreitenden Digitalisierung des Gesundheitswesens auseinander. Der 2015 neu gewählte Aufsichtsrat wird diese Veränderungsprozesse weiterhin als Ratgeber und Kontrolleur, also seinen gesetzlichen Aufgaben entsprechend, begleiten.

ZUSAMMENARBEIT VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2015 fortlaufend und ausführlich mit der Situation und der Entwicklung des Unternehmens befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen: Hierzu zählen die kontinuierliche Überwachung der Geschäftsführung und die regelmäßige Beratung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat hat sich bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben dabei stets von den ausschlaggebenden Prinzipien der Ordnungsmäßigkeit, Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit leiten lassen. Die Einhaltung dieser Prinzipien durch den Vorstand wurde durch regelmäßige Nachprüfung der allgemeinen Organisation der Gesellschaft sowie durch Überprüfung der Instrumente zur internen Risikokontrolle überwacht.

Der Aufsichtsrat war in alle grundlegenden und bedeutenden Entscheidungen des Vorstands der RHÖN-KLINIKUM AG vollumfänglich und unmittelbar eingebunden. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat uns sowohl schriftlich als auch mündlich zeitnah und umfassend unterrichtet - entscheidungsrelevante Dokumente und Unterlagen erhielt der Aufsichtsrat rechtzeitig vor den jeweiligen Beratungen und formalen Sitzungen. Der Aufsichtsrat hat die Berichterstattung und die vorgetragenen Informationen des Vorstands zur strategischen und operativen Geschäftsentwicklung, zu Compliance-Themen sowie zu Risiken und dem Risikomanagement auf ihre Plausibilität und Nachvollziehbarkeit hin überprüft, mit dem Vorstand erörtert und bei gegebenem Anlass auch kritisch hinterfragt.

Schwerpunkte der Beratungen in den Gremien und mit dem Vorstand waren die strategische Weiterentwicklung des Konzerns, Themen, Projekte und Maßnahmen zur Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit auf die Bereiche Spitzenmedizin und Universitätsmedizin sowie zum Gesundheitsvollversorger. Zu den zentralen Themen in den Gremien gehörten auch die beratende Begleitung und Mitwirkung bei der Auskehrung einer zweiten Tranche des Veräußerungsgewinns aus dem im vorigen Geschäftsjahr erfolgten Verkauf eines Klinikportfolios an den Fresenius-Konzern an unsere Aktionäre im Wege der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien im vereinfachten Verfahren nach Erwerb durch die Gesellschaft (Aktienrückkauf), die Inbetriebnahme des Partikeltherapie-Zentrums am Universitätsklinikum Marburg sowie die Freigabe und der Beginn der umfangreichen Investitionen zur Realisierung des ersten Campusmodells am Standort Bad Neustadt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand mit dem Vorstandsvorsitzenden auch zwischen den Gremiensitzungen in einem intensiven und regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch und wurde über wesentliche Entwicklungen laufend und ausführlich informiert. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen. Die Beschlussvorschläge des Vorstands haben wir ausführlich erörtert und dazu, soweit es die Bestimmungen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung erfordern, nach intensiver Prüfung im Aufsichtsrat und in den jeweils zuständigen Aufsichtsratsausschüssen unser Votum abgegeben. In wenigen Fällen haben wir im Interesse der Aktionäre externe Sachverständige und Berater zur Unterstützung hinzugezogen. Bei besonders eilbedürftigen und termingebundenen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat bzw. der zuständige Ausschuss Sitzungen mittels Telefonkonferenzen abgehalten und auch Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst.

DIE ARBEIT DES AUFSICHTSRATS IN DEN AUSSCHÜSSEN UND IM PLENUM

Der Aufsichtsrat hat zur bestmöglichen Wahrnehmung seiner Aufgaben und Verantwortung insgesamt sieben ständige Ausschüsse eingerichtet, deren Mitglieder für die besonderen Fragestellungen der Ausschüsse über konkrete Kompetenzen und Erfahrungen verfügen.

Die Ausschüsse handeln im Rahmen von Gesetz, Satzung und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats - auch an dessen Stelle - als beschließende Ausschüsse, soweit dies dem Gesetz entspricht und vom Aufsichtsrat zuvor festgelegt wurde. Die Ausschüsse tagen generell separat von Plenumssitzungen. Im Bedarfsfall wurden auch Sitzungen in Form von kurzfristig einberufenen Telefonkonferenzen abgehalten.

Der Investitions-, Strategie- und Finanzausschuss ist im Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen (Anwesenheitsquote 97 Prozent) zusammengetreten.

Zu den Schwerpunkten der strategischen Beratungen im Ausschuss gehörten im Wesentlichen die Umsetzung des Projekts Campus Bad Neustadt, die Entwicklung eines universitären Campusmodells für den Standort Marburg und - wie bereits in den beiden Vorjahren - die Weiterentwicklung und Umsetzung der Netzwerkmedizin. Dabei geht es um ein Geschäftsmodell zur Schaffung einer bundesweit flächendeckenden Krankenvollversorgung einschließlich Zusatzversicherung für GKV-Mitglieder durch ein Netzwerk mit breiter flächendeckender Präsenz. Zur intensiven Begleitung der Entwicklungen zur Netzwerkmedizin hat der Ausschuss eine Arbeitsgruppe »Netzwerkmedizin« eingerichtet, die aus Mitgliedern des Investitions-, Strategie- und Finanzausschusses, dem Vorstand und wissenschaftlichen Experten besteht. Diese Projektgruppe ist im Geschäftsjahr zu vier Sitzungen zusammengetreten und beschäftigte sich unter anderem mit der Weiterentwicklung der Netzwerkpartnerschaft »Wir für Gesundheit«, deren Umsetzung in Pilotregionen, der Erfüllung von Qualitätskriterien der Netzwerkkliniken und mit IT-Anwendungen für die Netzwerkmedizin. Thema im Bereich der IT waren auch der Einsatz und die Möglichkeiten rechnergestützter Anamneseverfahren. Im Rahmen organisatorischer Änderungen der Aufsichtsratsarbeit wurde die Arbeitsgruppe zum 31. Dezember 2015 aufgelöst. Deren Aufgabenstellungen werden zukünftig in Gemeinschaftssitzungen mit dem Medizininnovations- und Qualitätsausschuss konzentriert auf die projektbezogenen Themen weiterentwickelt und fortgesetzt werden.

Der Ausschuss befasste sich selbst und auf der Basis der Arbeitsergebnisse der Arbeitsgruppe »Netzwerkmedizin« mit der Schaffung von regionalen Modellprojekten zur ambulanten und stationären Vollversorgung in ausgewählten Regionen. Die Umsetzung solcher Campusprojekte (Bad Neustadt und Marburg) ist Bestandteil der Unternehmensstrategie im Rahmen der diskutierten Unternehmensplanung bis 2020. Nach vorausgegangener umfassender Präsentation der Planung und Wirtschaftlichkeitsberechnung im Gremium und nach intensiver Diskussion und Abwägung wurde als erstes Projekt dieser Art der Gesundheitscampus am Standort Bad Neustadt mit einem Investitionsvolumen von ca. 180 Millionen Euro von den Ausschussmitgliedern genehmigt. Dem Erwerb der Kreisklinik Bad Neustadt, die in diesen Campus integriert wird, zum 1. Januar 2016 wurde ebenfalls zugestimmt.

Ständiger Schwerpunkt der Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Gremiums in allen Sitzungen waren die wirtschaftliche Entwicklung der Tochtergesellschaft Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH und die konzipierten Maßnahmen zur Erreichung einer der Aufgabenstellung gerechten Rentabilität. Für den Standort Marburg hat der Ausschuss in seiner Sitzung am 4. November 2015 das vorgestellte Konzept eines Gesundheitscampus mit dem Aufbau eines Diagnostik- und Ambulanzzentrums zur Unterstützung und Stärkung der Universitätsmedizin genehmigt und die hierzu erforderlichen Investitionen beschlossen. Eine weitere bedeutende Investition wurde für das Klinikum am Standort Frankfurt (Oder) mit einem Neubau zum Zweck von Rationalisierungsmaßnahmen und der Erweiterung des Portfolios genehmigt.

Das Gremium ließ sich fortlaufend über die Vorschläge und Ergebnisse der bei der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH eingerichteten Arbeitsgruppe zur Fortentwicklung der Trennungsrechnung und Umsetzung diesbezüglicher Regelungen des Kooperationsvertrags unterrichten, um die Situation der nicht sachgerechten Kostenerstattung des Landes Hessen für Forschung und Lehre an die Universitätskliniken zu verbessern.

Der Vorstandsvorsitzende berichtete in jeder Sitzung zu aktuellen Entwicklungen der Branche und zur Geschäftslage des Konzerns sowie über die Entwicklung der Investitionen und der Finanzierung durch eine fortgeschriebene Investitions- und Finanzplanung. Konkrete Genehmigungsanträge zu Investitionsvorhaben und zu Finanzierungsmaßnahmen wurden im Ausschuss anhand ausführlicher schriftlicher Beschlussvorlagen des Vorstands, wie unter anderem Marktanalysen und Investitionsrechnungen, offen erörtert, kritisch geprüft und beschlossen. Im Rahmen eines regelmäßigen Akquisitionsberichtes gab der Vorstand einen Überblick über den nationalen Krankenhausmarkt, der Ausgangsbasis für Diskussionen über geplante und konkrete Akquisitionsvorhaben war. Dem möglichen Erwerb des Herz-Kreislauf-Zentrums Rotenburg an der Fulda wurde zugestimmt. Der Ausschuss hat auch seine Zustimmung zur Errichtung und Finanzierung einer Beteiligungsgesellschaft für innovative Investitionen in Zukunftstechnologien erteilt.

Der Personalausschuss hat im Berichtsjahr zwei Sitzungen (Anwesenheitsquote 100 Prozent) in Form von Telefonkonferenzen abgehalten. Der Ausschuss befasste sich mit der Erweiterung des Vorstands um einen Chief Medical Officer (CMO) durch die Schaffung eines Vorstandsbereichs Medizin zur Zentralisierung der medizinstrategischen Ausrichtung des Konzerns und der damit einhergehenden Neuordnung der personellen Führung des Konzerns und der Tochtergesellschaft Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH. Zu Änderungen der Geschäftsordnung und des Geschäftsverteilungsplans des Vorstands und zur Bestellung von Prof. Dr. Bernd Griewing zum Vorstandsmitglied (CMO) wurden Beschlussempfehlungen an das Plenum gegeben.

Die Leitlinien zur Vergütung der Vorstandsmitglieder wurden der veränderten Unternehmensgröße und wirtschaftlichen Situation durch eine neugestaltete Tantiemeregelung angepasst und dem Plenum zur Beschlussfassung empfohlen. Die Vorstandsdienstverträge wurden diesbezüglich geändert.

Die mit der Neuausrichtung der Geschäftspolitik geplanten und begonnenen Projekte erfordern Kontinuität in der Unternehmensleitung und waren Anlass zu Veränderungen der Bestellungsdauer und der Dienstvertragslaufzeiten der Mitglieder des Vorstands. Zu den hierzu erforderlichen Beschlussfassungen wurden vom Ausschuss Empfehlungen an das Plenum gegeben. Zu einer noch zu errichtenden Beteiligungsgesellschaft an Start-up Unternehmen wurde dem Aufsichtsrat nach ausführlicher kritischer Diskussion die Einräumung einer Beteiligungsmöglichkeit für das Management zur Beschlussfassung empfohlen.

Der Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats tagte im Berichtsjahr fünfmal (Anwesenheitsquote 94 Prozent). Der Vorstand nahm an allen Sitzungen teil. Zwei Sitzungen wurden unter Teilnahme des Abschlussprüfers abgehalten. Für ausgewählte Tagesordnungspunkte wurden vom Vorstand die Leiter der Abteilungen Interne Revision, Compliance sowie Rechnungswesen, Steuern und Controlling hinzugezogen, sie standen dem Ausschuss für ergänzende Berichterstattungen und Befragungen zur Verfügung.

Der Ausschuss befasste sich insbesondere mit der Prüfung und Vorberatung des Jahresabschlusses 2014 der RHÖN-KLINIKUM AG und des Konzerns. Gegenstand der Prüfung und der Erörterung waren auch die Einzelabschlüsse und Lageberichte und die jeweiligen Prüfungsberichte der Konzerngesellschaften, die von den Mitgliedern des Ausschusses einer kritischen Durchsicht unterzogen wurden, sowie der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns.

Der Prüfungsausschuss hat die Unabhängigkeit des vorgesehenen Abschlussprüfers für den Jahresabschluss 2015 und für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts begutachtet, die Unabhängigkeitserklärung gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingeholt, dem Plenum des Aufsichtsrats einen Wahlvorschlag an die Hauptversammlung empfohlen und - nach erfolgter Wahl - den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer erteilt und mit ihm eine angemessene Honorarvereinbarung getroffen. Der Abschlussprüfer berichtete dem Ausschuss über Aufträge für Leistungen, die zusätzlich zu den erbrachten Abschlussprüferleistungen erbracht wurden. Die Qualifikation des Abschlussprüfers wurde vom Ausschuss überwacht. Für die Abschlussprüfung 2015 wurde wiederum ein Katalog von Prüfungsschwerpunkten entwickelt und bestimmt.

Grundsatzfragen der Rechnungslegung, der Unternehmensplanung, der Kapitalausstattung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems einschließlich spezieller Geschäftsrisiken und des internen Revisionssystems wurden mit dem Vorstand und teilweise auch mit dem Abschlussprüfer erörtert. Die Zwischenberichte wurden regelmäßig vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand, der Halbjahresfinanzbericht wurde unter Berücksichtigung des Berichtes über die prüferische Durchsicht mit dem Vorstand und im Beisein des Abschlussprüfers intensiv besprochen.

Der vierteljährlich vorgelegte Konzern-Controlling-Report zum Leistungs- und Finanzcontrolling, ein Bestandteil des Risikomanagementsystems, wurde in jeder Sitzung mit dem Vorstand ausführlich diskutiert. Dabei wird die Leistungs- und Ergebnisentwicklung des Konzerns und der einzelnen Konzernkliniken auch im Hinblick auf Planabweichungen analysiert, hinterfragt und mit dem Vorstand erörtert.

Das Gremium hat sich regelmäßig über die Tätigkeit des Bereichs Interne Revision durch das zuständige Vorstandsmitglied und die Leiterin Interne Revision berichten lassen und sich mit dem Prüfungsplan für 2015 und dessen Fortschreibung auseinandergesetzt. Die Prüfungsberichte der Internen Revision sowie der Tätigkeitsbericht 2014 wurden im Ausschuss vorgelegt und mit dem Vorstand erörtert. Über die Umsetzung von Empfehlungen der Internen Revision haben wir uns durch Informationen über die Ergebnisse der Berichtsverfolgung und Nachschau durch den Vorstand unterrichten lassen. Wir konnten uns von der Wirksamkeit des Internen Revisionssystems erneut überzeugen.

Nachdem der Vorstand beschlossen hatte, von der Ermächtigung des von der Hauptversammlung 2014 erteilten Beschlusses zur Durchführung des Aktienrückkaufs 2015 Gebrauch zu machen, hat der Prüfungsausschuss aufgrund der erfolgten Delegation durch den Aufsichtsrat anstelle dessen in zwei telefonischen Sitzungen seine Zustimmung zu den Beschlüssen des Vorstands über die Kapitalherabsetzung und Einziehung der im Rahmen des Aktienrückkaufs 2015 zurückerworbenen Aktien erteilt und die Anpassung der Satzung an das reduzierte Grundkapital beschlossen.

Bei der Aktualisierung der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde die Fassung vom 05. Mai 2015 hinsichtlich ihrer Anwendung geprüft und berücksichtigt und dem Gesamtaufsichtsrat eine Beschlussempfehlung vorgelegt.

Der Ausschuss für Compliance und Kommunikation kann in Compliance-Angelegenheiten von allen Patienten, Mitarbeitern, Lieferanten und sonstigen Dritten direkt angesprochen werden und widmet sich der Beratung und Überwachung des Compliance-Managements des Konzerns sowie der Kommunikation gegenüber den Medien und dem Kapitalmarkt. Um eine enge Verzahnung mit dem Prüfungsausschuss zu gewährleisten, erhielt der Vorsitzende des Ausschusses für Compliance und Kommunikation einen für ihn eingerichteten Sitz im Prüfungsausschuss.

Der Ausschuss hat im Berichtsjahr drei Sitzungen (Anwesenheitsquote 92 Prozent) abgehalten. Der Vorstand nahm an allen Sitzungen teil und wurde bei den Beratungen von den Stabsstellen Compliance und Interne Revision sowie den Leitern der Konzernbereiche Kommunikation und Investor Relations begleitet.

Neben der Regelberichterstattung zu aktuellen Compliance-Meldungen standen 2015 die bessere Vernetzung der Compliance-Verantwortlichen an den Standorten, Fragen der Harmonisierung und Synchronisierung von Schulungsinhalten und vor allem die Konzeption und schrittweise Einführung eines themen- und zielgruppenrelevanten eLearning-Programms im Konzern im Mittelpunkt der Beratungen und Diskussionen mit dem Vorstand. In der Konzernkommunikation begleitete der Ausschuss die diversen Internet-, Intranet- und Marketing-Projekte sowie die Kommunikation der Inbetriebnahme des PTZ am Standort Marburg. Die Perzeption bei privaten wie institutionellen Investoren, die aktuelle Equity Story des Unternehmens und Fragen der Zukunftsperspektive standen im Mittelpunkt der Diskussionen rund um die Kapitalmarktkommunikation.

Der Medizininnovations- und Qualitätsausschuss berät den Vorstand über medizinische Entwicklungen und Entwicklungstendenzen in fachlicher Hinsicht und überwacht die Situation und Entwicklung der medizinischen Qualität im Unternehmen. Der Ausschuss hielt im Geschäftsjahr eine Sitzung (Anwesenheitsquote 100 Prozent) ab. Beratungs- und Diskussionsgegenstände der Sitzung waren die geplante ambulante und stationäre Campuskonzeption für den Standort Bad Neustadt einschließlich der Landkreisvollversorgung sowie Überlegungen zur Zukunftsausrichtung des Standorts Marburg durch Einrichtung eines Gesundheitscampus analog dem Neustädter Modell.

Der Nominierungsausschuss wählt Kandidatinnen und Kandidaten der Anteilseignervertreter für die Übernahme eines Aufsichtsratsamts aus und schlägt diese dem Aufsichtsrat zur Nominierung vor. Der Ausschuss hat im Berichtsjahr zwei Sitzungen (Anwesenheitsquote 100 Prozent) in Form von Telefonkonferenzen abgehalten. Gegenstand der Beratungen war die Vorbereitung zur Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 10. Juni 2015. Bei der Erstellung der Kandidatenvorschläge hat der Ausschuss neben der Qualifikation der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten die Anforderungen des Aktiengesetzes, des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Satzung sowie die vom Aufsichtsrat in einem Anforderungsprofil festgelegten Voraussetzungen und Ziele für seine Zusammensetzung berücksichtigt.

Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Sitzungen des Plenums (Anwesenheitsquote 99 Prozent) und die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats im Anschluss an die Hauptversammlung statt. Kein Aufsichtsratsmitglied nahm an weniger als der Hälfte der Sitzungen teil. Die Mitglieder des Vorstands haben an den Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, ausgenommen jedoch bei den Tagesordnungspunkten, die aufsichtsratsinterne und Vorstandsangelegenheiten betrafen.

In den vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen beriet das Plenum regelmäßig anhand der ausführlichen Berichterstattung des Vorstandsvorsitzenden zu aktuellen Entwicklungen und zur Geschäftslage des Konzerns, der schriftlichen Vorstandsberichte und Präsentationen über die Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage, die Entwicklung von Umsatz, Ergebnis, Leistungsdaten, Kennzahlen und Personal der Gesellschaft und des Konzerns sowie der Konzerneinzelgesellschaften zusammen mit dem Vorstand. Die jeweiligen Zwischenberichte für die vorausgegangenen Quartale erläuterte der Vorstand vor ihrer Veröffentlichung ausführlich im Plenum.

In der ersten Sitzung des Geschäftsjahres am 26. Februar 2015 hat sich der Aufsichtsrat zunächst intensiv mit dem Bericht des Vorstandsvorsitzenden zur aktuellen Geschäftslage des Konzerns befasst. Die Berichterstattung aus den Ausschüssen gab Anlass, die geplanten Strukturveränderungen bei der Tochtergesellschaft Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) am Standort Marburg sowie die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach einem Gesundheitstarifvertrag am UKGM, verbunden mit einer Mitarbeiterbefragung, nochmals im Plenum ausführlich zu diskutieren. Wir haben den Bericht des Vorstands zum vorläufigen Jahresabschluss 2014 entgegengenommen und haben den Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2014 erörtert. Dabei wurde auch über die Möglichkeit einer weiteren Auskehrung des Bilanzgewinns unter Berücksichtigung der Ermächtigung der Hauptversammlung 2014 an den Vorstand für einen weiteren Aktienrückkauf in 2015 beraten.

In der Bilanzsitzung am 16. April 2015 erörterte das Plenum in Anwesenheit der Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Lagebericht der RHÖN-KLINIKUM AG sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 zusammen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer PWC. Die Abschlussprüfer berichteten über die wesentlichen Feststellungen und Ergebnisse der Prüfungen und standen dem Aufsichtsrat für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Das Plenum billigte die Jahresabschlüsse. Des Weiteren waren Gegenstand dieser Sitzung die Vorbereitungen zur Hauptversammlung am 10. Juni 2015, insbesondere die Verabschiedung der Beschlussempfehlungen des Aufsichtsrats zu den Beschlussanträgen in der Tagesordnung an die Hauptversammlung nach vorausgegangener Diskussion über die Tagesordnungspunkte. Hierzu gehörte auch die Beschlussfassung der Anteilseignervertreter zur Genehmigung der vom Nominierungsausschuss festgelegten Kandidatenliste für die Aufsichtsratswahl in der Hauptversammlung. Genehmigungsbeschlüsse erfolgten zum Aufsichtsratsbericht, zum Corporate Governance Bericht und zur Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 a HGB. Der Aufsichtsrat delegierte per Beschluss an den Prüfungsausschuss als weitere Aufgabe die Behandlung sämtlicher Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem geplanten Aktienrückkauf 2015, insbesondere die Erteilung von Zustimmungen zu den vom Vorstand zu treffenden weiteren Maßnahmen zur Durchführung.

In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 10. Juni 2015, unmittelbar nach der Hauptversammlung, wählte der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat Herrn Eugen Münch erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herrn Georg Schulze-Ziehaus zum ersten Stellvertreter und Herrn Wolfgang Mündel erneut zum zweiten Stellvertreter. Gleichzeitig wurden auch die Ausschüsse gebildet und besetzt sowie die Vorsitzenden der Ausschüsse gewählt. Der Aufsichtsrat fasste einen Grundsatzbeschluss zur Unabhängigkeit seiner Mitglieder und ernannte zwei Financial Experts.

In der Sitzung am 9. Juli 2015 waren Gegenstand der Erörterungen im Wesentlichen die Eckpunkte der Berichterstattung des Vorstandsvorsitzenden zu Investitionen und Projekten, die die Neuausrichtung des Konzerns in den nächsten Jahren prägen werden. Dazu zählen die Entwicklung der Campusprojekte Bad Neustadt und Marburg sowie die Weiterentwicklung der Netzwerkpartnerschaft »Wir für Gesundheit«. Diese Entwicklungen werden auf Vorstandsebene durch eine Projektgruppe »Konzernentwicklung« sachverständig unterstützt. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über den Sachstand informiert und wird das weitere Vorgehen bei diesen Projekten prospektiv und kritisch verfolgen.

In der Aufsichtsratssitzung am 5. November 2015 genehmigte das Plenum nach vorheriger Behandlung im Personalausschuss die neugefassten Leitlinien zur Vergütung der Vorstandsmitglieder und beschloss die Erweiterung des Vorstands um einen Chief Medical Officer (CMO) und bestellte Herrn Prof. Dr. Bernd Griewing zum Mitglied des Vorstands ab dem 1. Januar 2016 für die Dauer von fünf Jahren. Gleichzeitig bereitete das Gremium die Aufhebung der bisherigen Bestellungen der Vorstandsmitglieder und deren Neubestellung zur Harmonisierung der Laufzeiten ab dem 1. Januar 2016 auf fünf Jahre und die Anpassung der Vorstandsdienstverträge an die neugefassten Leitlinien vor. Die endgültige Beschlussfassung erfolgte dann zum Geschäftsjahresende im schriftlichen Verfahren. Der Vorstand informierte über die Durchführung und das Ergebnis des Aktienrückkaufs und erstattete einen ausführlichen Bericht zur IT-Ausstattung und IT-Entwicklung im Konzern. Eine grundsätzliche Genehmigung erteilte das Gremium auf Empfehlung des Personalausschusses zu einer Beteiligungsmöglichkeit des Managements an einer noch zu gründenden Beteiligungsgesellschaft zur Beteiligung an innovativen Unternehmen (Start-ups). Weitere Beschlussfassungen erfolgten nach vorausgegangener Diskussion unter anderem zur Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, zur Festlegung der Zielgröße und Frist für den Frauenanteil im Vorstand nach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen und zur Genehmigung der Geschäftsordnung des Vorstands ab dem 1. Januar 2016.

CORPORATE GOVERNANCE-KODEX UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Der Aufsichtsrat befasste sich auch im vergangenen Geschäftsjahr mit der Weiterentwicklung und der Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die am 6. November 2014 abgegebene Entsprechenserklärung nach § 161 AktG wurde aktualisiert und unter Berücksichtigung der Neufassung des Kodex vom 5. Mai 2015 durch eine am 5. November 2015 vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebene Entsprechenserklärung ersetzt. Die Erklärungen sind den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich. Über die Corporate Governance berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex ab der Seite 29 dieses Geschäftsberichts.

PRÜFUNG UND BILLIGUNG DES JAHRESABSCHLUSSES 2015

Der Vorstand stellte den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015 nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 gemäß § 315 a HGB nach den Grundsätzen der IFRS (International Financial Reporting Standards) auf. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2015 und der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 sind von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft worden. Die Abschlussprüfer erteilten jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Den Jahresabschluss und den Lagebericht der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers erhielten alle Mitglieder des Aufsichtsrats zusammen mit dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns. Diese Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft und jeweils vom Prüfungsausschuss und vom Aufsichtsrat mit Vertretern des Abschlussprüfers in den jeweiligen Bilanzsitzungen gründlich erörtert. Prüfungsausschuss und Aufsichtsrat haben sich bei der Prüfung sowohl mit den Ergebnissen der Rechnungslegung als auch mit den Verfahrensabläufen und Prozessen befasst, die mit den Ergebnissen der Rechnungslegung in Verbindung stehen. Als Maßstab ihrer Prüfung haben sie vorrangig das Kriterium der Rechtmäßigkeit angelegt und geprüft, ob die vorgelegten Unterlagen dem geltenden Recht und vor allem den anwendbaren Bilanzregeln entsprechen. Des Weiteren haben sie neben der Rechtmäßigkeitsprüfung auch eine Zweckmäßigkeitsprüfung im Hinblick auf bilanz-, finanz- und geschäftspolitische Aspekte unternommen. Der Aufsichtsrat stimmte nach dem Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und als Ergebnis seiner eigenen Prüfung dem Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer zu und stellte im Rahmen seiner eigenen Prüfung fest, dass auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben sind.

Der Aufsichtsrat billigte in der Sitzung am 14. April 2016 auf Empfehlung des Prüfungsausschusses den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Gesellschaft und den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der Gesellschaft ist damit festgestellt. Der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns wurde insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage, die Liquiditätssituation sowie unter Berücksichtigung der für die Neustrukturierung der Gesellschaft erforderlichen Mittel und unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Aktionäre geprüft. Der Aufsichtsrat stimmt den Vorschlägen des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu.

VERÄNDERUNGEN UND BESETZUNG DES VORSTANDS

Die Zusammensetzung des Vorstands sowie die Personalien, Funktionen und Aufgabenbereiche der einzelnen Vorstandsmitglieder sind im Geschäftsbericht unter der Rubrik »Organe der Gesellschaft« dargestellt.

Herr Prof. Dr. Bernd Griewing wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2016 für die Dauer von fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands bestellt. Er übernimmt als Chief Medical Officer (CMO) den neugeschaffenen Vorstandsbereich Medizin. Die Bestellungen der übrigen Vorstandsmitglieder wurden durch Aufhebung der bisherigen Bestellung und Neubestellung ab dem 1. Januar 2016 auf jeweils weitere fünf Jahre harmonisiert.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT

Entsprechend den Vorgaben des Mitbestimmungsgesetzes und nach Wirksamwerden der durch die Hauptversammlung 2014 beschlossenen Satzungsänderung in § 10 (Größe und Zusammensetzung des Aufsichtsrats) besteht der Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG ab dem 10. Juni 2015 aus 16 (vorher 20) Mitgliedern. Acht Aufsichtsratsmitglieder wurden von den Aktionären und acht Aufsichtsratsmitglieder von den Arbeitnehmern gewählt.

Im Berichtszeitraum endete mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. Juni 2015 die Amtsperiode des bisherigen Aufsichtsrats. Die Hauptversammlung wählte in Einzelwahl als Vertreter der Anteilseigner die Frauen Dr. Brigitte Mohn, Christine Reißner und Dr. Katrin Vernau sowie die Herren Prof. Dr. h. c. Ludwig Georg Braun, Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Stephan Holzinger, Eugen Münch und Wolfgang Mündel. Von den Arbeitnehmern wurden folgende Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt: die Frauen Bettina Böttcher, Meike Jäger und Evelin Schiebel sowie die Herren Peter Berghöfer, Björn Borgmann, Stefan Härtel, Klaus Hanschur und Georg Schulze-Ziehaus.

In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 10. Juni 2015 wurde Herr Eugen Münch erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Herr Georg Schulze-Ziehaus zum ersten Stellvertreter und Herr Wolfgang Mündel erneut zum zweiten Stellvertreter gewählt. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung Herrn Wolfgang Mündel und Frau Dr. Katrin Vernau zu Financial Experts gemäß § 100 Abs. 5 AktG ernannt.

Die Personalien der dem Aufsichtsrat im Jahr 2015 angehörenden Mitglieder sind im Konzernanhang aufgeführt. Die Übersicht weist auch die berufliche Qualifikation der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder sowie ihre weiteren Mandate aus. Die Organisationsstruktur des Aufsichtsrats und die Besetzung der Ausschüsse im abgelaufenen Geschäftsjahr und nach derzeitigem Stand ergeben sich aus der diesem Bericht sich anschließenden Aufstellung. Der Aufsichtsrat dankt allen ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit und ihren Einsatz für das Unternehmen in den vergangenen Jahren.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns sowie den Arbeitnehmervertretungen aller Konzerngesellschaften für ihren Einsatz und die erbrachten Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

 

Bad Neustadt a. d. Saale, 14. April 2016

Der Aufsichtsrat

Eugen Münch

Vorsitzender

ÜBERSICHT ÜBER DIE ORGANISATIONSSTRUKTUR DES AUFSICHTSRATS UND DIE BESETZUNG DER STÄNDIGEN AUSSCHÜSSE

(Zeitraum 01.01.-10.06.2015)

AUFSICHTSRATSVORSITZ

Vorsitzender

Eugen Münch

1. stellv. Vorsitzender

Joachim Lüddecke

2. stellv. Vorsitzender

Wolfgang Mündel

BESETZUNG DER AUSSCHÜSSE

INVESTITIONS-, STRATEGIE- UND FINANZAUSSCHUSS

Eugen Münch*

Vorsitzender

Peter Berghöfer

Stefan Härtel*

Klaus Hanschur

Dr. Heinz Korte

Joachim Lüddecke*

Michael Mendel

Wolfgang Mündel*

PERSONALAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Stefan Härtel

Joachim Lüddecke

Dr. Brigitte Mohn

VERMITTLUNGSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Sylvia Bühler

Dr. Heinz Korte

Joachim Lüddecke

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Wolfgang Mündel

Vorsitzender

Reinhard Hartl

Stephan Holzinger

Dr. Heinz Korte

Michael Mendel

Oliver Salomon

Georg Schulze-Ziehaus

AUSSCHUSS FÜR COMPLIANCE UND KOMMUNIKATION

Stephan Holzinger

Vorsitzender

Bettina Böttcher

Helmut Bühner

Dr. Katrin Vernau

MEDIZININNOVATIONS- UND QUALITÄTSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Prof. Dr. Gerhard Ehninger

Dr. Franz-Josef Schmitz

Georg Schulze-Ziehaus

NOMINIERUNGSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Dr. Brigitte Mohn

Wolfgang Mündel

* Gleichzeitig auch Mitglied der Arbeitsgruppe »Netzwerkmedizin«.

ÜBERSICHT ÜBER DIE ORGANISATIONSSTRUKTUR DES AUFSICHTSRATS UND DIE BESETZUNG DER STÄNDIGEN AUSSCHÜSSE

(Zeitraum 10.06.-31.12.2015)

AUFSICHTSRATSVORSITZ

Vorsitzender

Eugen Münch

1. stellv. Vorsitzender

Georg Schulze-Ziehaus

2. stellv. Vorsitzender

Wolfgang Mündel

BESETZUNG DER AUSSCHÜSSE

INVESTITIONS-, STRATEGIE- UND FINANZAUSSCHUSS

Eugen Münch*

Vorsitzender

Björn Borgmann*

Prof. Dr. Ludwig Georg Braun

Stefan Härtel

Klaus Hanschur

Stephan Holzinger

Wolfgang Mündel*

Georg Schulze-Ziehaus*

PERSONALAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Stefan Härtel

Dr. Brigitte Mohn

Georg Schulze-Ziehaus

VERMITTLUNGSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Prof. Dr. Ludwig Georg Braun

Meike Jäger

Georg Schulze-Ziehaus

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Wolfgang Mündel

Vorsitzender

Peter Berghöfer

Stephan Holzinger

Meike Jäger

Christine Reißner

Dr. Katrin Vernau

AUSSCHUSS FÜR COMPLIANCE UND KOMMUNIKATION

Stephan Holzinger

Vorsitzender

Bettina Böttcher

Evelin Schiebel

Dr. Katrin Vernau

MEDIZININNOVATIONS- UND QUALITÄTSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Prof. Dr. Ludwig Georg Braun

Prof. Dr. Gerhard Ehninger

Klaus Hanschur

Evelin Schiebel

NOMINIERUNGSAUSSCHUSS

Eugen Münch

Vorsitzender

Dr. Brigitte Mohn

Wolfgang Mündel

* Gleichzeitig auch Mitglied der Arbeitsgruppe »Netzwerkmedizin«.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG

(Stand: 5. November 2015)

"Vorstand und Aufsichtsrat der RHÖN-KLINIKUM AG erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 12. Juni 2015 bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit folgenden Ausnahmen entsprochen wurde und wird:

Ziff. 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 Relation zwischen Vorstandsvergütung und Vergütung des oberen Führungskreises und der Gesamtbelegschaft

Der Aufsichtsrat hat bei der Festsetzung der Vorstandsvergütung das Lohn- und Gehaltsgefüge im Unternehmen herangezogen, jedoch nicht ausdrücklich festgelegt, wie der obere Führungskreis und die relevante Gesamtbelegschaft abzugrenzen sind. Das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft wird demnach bei den in Ziff. 4.2.2 Abs. 2 Satz 2 genannten Kriterien auch nicht anhand derartiger Festlegungen berücksichtigt.

Angesichts der neuen Unternehmensstrategie der Konzentration auf Einrichtungen der spitzenmedizinischen Vollversorgung erscheinen dem Aufsichtsrat derartige Festlegungen bis auf Weiteres nicht sachgerecht.

Ziff. 4.2.3 Abs. 3 Versorgungszusagen

Typische Versorgungszusagen existieren bei der Gesellschaft nicht. Bei Beendigung des Dienstvertrages oder Tod eines Mitglieds des Vorstands gewährt die Gesellschaft jedoch unter bestimmten Voraussetzungen eine im Vergütungsbericht näher erläuterte sog. ,Altersvorsorgeleistung', die im Wege eines an der Anzahl der absolvierten Dienstjahre orientierten und zusätzlich begrenzten Einmalbetrages ausgezahlt wird.

Sofern es sich bei den Altersvorsorgeleistungen, die es bei der Gesellschaft gibt, um Versorgungsleistungen i. S. der Empfehlung gemäß Ziff. 4.2.3 Abs. 3 handelt, ergibt sich das ,Versorgungsniveau' nach Auffassung des Aufsichtsrats aus der voraussichtlichen Amtszeit des jeweiligen Vorstands und der Formel, die in der Altersvorsorgeleistung festgelegt ist. Ebenso leitet sich daraus der jährliche sowie langfristige Aufwand für das Unternehmen ab.

Im Hinblick auf die Unklarheit der Empfehlung gemäß Ziff. 4.2.3 Abs. 3 und der speziellen Ausgestaltung der bei der Gesellschaft existierenden Altersvorsorgeleistungen wird vorsorglich gleichwohl die Abweichung von Ziff. 4.2.3 Abs. 3 erklärt.

Ziff. 5.4.1 Abs. 2, 3 Benennung konkreter Ziele zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat benennt keine konkreten Ziele für seine Zusammensetzung und legt weder eine Alters- noch eine Regelzugehörigkeitsdauergrenze fest i. S. v. Ziff. 5.4.1 Abs. 2 Satz 1. Folglich kann auch den hierauf basierenden Empfehlungen gemäß Ziff. 5.4.1 Abs. 3 nicht gefolgt werden.

Der Aufsichtsrat hat sich bei seinen Wahlvorschlägen für den Aufsichtsrat bisher ausschließlich von der Eignung der Kandidatinnen und Kandidaten sowie dem Gesetz leiten lassen. Dies hat sich nach Überzeugung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bewährt.

Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 Erfolgsorientierte Vergütung des Aufsichtsrats

Im Einklang mit der Empfehlung in Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 1 in der bis zum 15. Juni 2012 geltenden Kodexfassung, war den Mitgliedern des Aufsichtsrats neben einer festen Grundvergütung (und fixen Sitzungsgeldern) bis einschließlich des Geschäftsjahres 2014 eine erfolgsorientierte Vergütung zugesagt. Die erfolgsorientierte Vergütung knüpfte dabei am Konzerngewinn eines Geschäftsjahres an, eine ausdrückliche Ausrichtung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung i. S. v. Ziff. 5.4.6 Abs. 2 Satz 2 sah die Satzung insoweit nicht vor. Der Empfehlung wurde bis zum Ablauf des Geschäftsjahres 2014 daher nicht entsprochen.

Der Aufsichtsrat hat jedoch der Ordentlichen Hauptversammlung 2014 vorgeschlagen, erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile ab dem Geschäftsjahr 2015 abzuschaffen. Die Hauptversammlung vom 12. Juni 2014 hat dem entsprochen und beschlossen, die Regelungen über die Vergütung des Aufsichtsrats in § 14 der Satzung dahingehend zu ändern, dass ab dem Geschäftsjahr 2015 dem Aufsichtsrat keine erfolgsorientierten Vergütungsbestandteile mehr gewährt werden.

Ziff. 7.1.2 Satz 4 Frist zur Zugänglichmachung des Konzernabschlusses

Geschäftsjahr der Gesellschaft und des Konzerns ist das Kalenderjahr. Der Jahresabschluss für die Gesellschaft und den Konzern wird im darauf folgenden April vorgelegt.

Der Jahresabschluss für die Gesellschaft und den Konzern wird auf Grund der besonderen konzerninternen Qualitätsanforderungen erst zu dem vorstehend angegebenen Zeitpunkt fertiggestellt.

Über die Anwendung der im Kodex enthaltenen Anregungen entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat von Fall zu Fall; bei Abweichungen sehen der Kodex und § 161 AktG keine Veröffentlichung vor."

 

Bad Neustadt a. d. Saale, 5. November 2015

Für den Aufsichtsrat

Eugen Münch

Für den Vorstand

Dr. Dr. Martin Siebert

BESCHLUSS ÜBER DIE ERGEBNISVERWENDUNG

RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft, Salzburger Leite 1, 97616 Bad Neustadt a.d. Saale

ISIN DE0007042301

WKN 704230

Die Ordentliche Hauptversammlung der RHÖN-KLINIKUM Aktiengesellschaft hat am 8. Juni 2016 beschlossen, vom Bilanzgewinn 2015 einen Betrag von 53.550.776,00 € zur Ausschüt-tung einer Dividende von 0,80 € je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden und den verbleibenden Betrag von 127.264.880,01 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Bad Neustadt a.d. Saale, im Juni 2016

Der Vorstand