Ad-hoc | 23 February 2000 17:40
Ad hoc-Service: RWE AG
Ad hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
——————————————————————————
3
Essen, 23. Februar 2000
1. Fusionskonzept RWE/VEW und neue Konzernstruktur gebilligt
2. Umtauschverhältnis voraussichtlich ca. 5:1
3. Öffentliches Übernahmeangebot für VEW-Anteile
4. RWE-Maßnahmenpaket als Antwort auf Strompreisverfall
1. Fusionskonzept RWE/VEW und neue Konzernstruktur gebilligt
Die Aufsichtsräte von RWE AG und VEW AG haben heute das
Konzept des Zusammenschlusses beider Unternehmen zustimmend
zur Kenntnis genommen. Durch die Verschmelzung von VEW AG und
RWE AG auf eine neue Gesellschaft entsteht ein Energiekonzern
mit einem Umsatz von rd. 43 Mrd. Euro und rd. 170.000
Mitarbeitern. Das neue Unternehmen trägt den Namen RWE AG und
wird unter den privatwirtschaftlichen
Energieversorgungsunternehmen in Europa die Nummer 1 sein.
Durch den Zusammenschluss werden Synergien in Höhe von
rd. 725 Mio. Euro p.a. bei geschätzten Einmalkosten von
500 Mio. Euro gehoben. Über die Fusion und das
Unternehmenskonzept sollen die Aktionäre in
Hauptversammlungen am 27. Juni 2000 für die VEW AG und am 29.
Juni 2000 für die RWE AG beschließen.
Die vorgestellte neue Konzernstruktur trägt mit ihren
schlanken und transparenten Strukturen den Marktanforderungen
Rechnung. Das Multi-Utility-/Multi-Energy-Geschäft des RWE-
Konzerns wird durch die geschäftsführende Holding (RWE AG
neu) geführt. Das operative Geschäft des Multi-Utility-/Multi-
Energy-Bereichs wird in Führungsgesellschaften unterteilt.
Hierzu gehören der Vertrieb, die Stromerzeugung, das Netz,
der Handel, die WFG AG für das Gasgeschäft, die RWE Umwelt AG
für das Abfall- und Recycling- sowie das Wasser- und
Abwassergeschäft, die TESSAG und die RWE-DEA AG. In einer
Corporate Services/IT-Gesellschaft werden
gesellschaftsübergreifende Funktionen vor allem im
kaufmännischen und im IT-Bereich gebündelt. HOCHTIEF AG,
Heidelberger Druckmaschinen AG und Harpen AG werden als
Finanzbeteiligungen geführt. Die Fusion bedarf der Zustimmung
des Bundeskartellamtes.
2. Umtauschverhältnis voraussichtlich 5:1
Die Arbeiten der Gutachter zur Ermittlung des
Umtauschverhältnisses sind weit fortgeschritten. Nach dem
jetzigen Stand wird das Verhältnis der Unternehmens-werte RWE
zu VEW bei ca. 83,5 zu 16,5 liegen. Das Umtauschverhältnis
der Aktien wird voraussichtlich 5:1 (fünf RWE-Aktien für eine
VEW-Aktie) betragen. Die genannte Relation kann noch in einer
sehr geringen Bandbreite schwanken.
3. Öffentliches Übernahmeangebot für VEW-Anteile
Verschiedene VEW-Aktionäre haben sich einverstanden erklärt,
ihre VEW-Aktien an RWE zum Preis von 200 Euro je Aktie zu
veräußern. Der Aufsichtsrat der RWE AG hat diesen Erwerben
sowie einem ergänzenden öffentlichen Übernahmeangebot zu
gleichen Konditionen an die übrigen Aktionäre der VEW AG
zugestimmt.
4. RWE-Maßnahmenpaket als Antwort auf Strompreisverfall
Der Konzernaußenumsatz erhöhte sich im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 1999/2000 um 21,8 % auf 22,9 Mrd. Euro. Der
Anstieg war im Wesentlichen auf Erstkonsolidierungen sowie
auf höhere Rohölpreise zurückzuführen. Gegenläufig wirkten
insbesondere die erheblichen preisbedingten Umsatzrückgänge
im Energiebereich infolge eines verstärkten Wettbewerbs im
Stromgeschäft.
Im ersten Halbjahr 1999/2000 stieg das betriebliche Ergebnis
im Vorjahresvergleich um 4,3 % auf 1 369 Mio. Euro. Damit
wirkten sich der Wegfall der Vorjahresverluste in der
Telekommunikation und die Vollkonsolidierung von CONSOL aus.
Ergebniseinbußen ergaben sich vor allem aus den
Umsatzrückgängen im Stromgeschäft. Das Nettoergebnis ging
durch ein rückläufiges Finanzergebnis im Vergleich zum
Vorjahr um 10,8 % auf 428 Mio. Euro zurück.
Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 gehen wir, im
Gegensatz zu unseren ursprünglichen Erwartungen, von einem
Rückgang des betrieblichen Ergebnisses für den Konzern aus.
Das betriebliche Ergebnis kann bis zu 15 % unter dem
Vorjahreswert liegen. Ursächlich hierfür ist vor allem der
unerwartet rapide Preisverfall im deutschen Strommarkt. Die
erheblichen preisbedingten Umsatzrückgänge werden noch nicht
zeitgleich durch Kosteneinsparungen kompensiert werden
können.
Der Vorstand hat deswegen ein einschneidendes Maßnahmenpaket
beschlossen. In diesem Zusammenhang werden für Personalabbau
und sonstige Restrukturierungen im laufenden Geschäftsjahr
erhebliche Rückstellungen gebildet. Auf Grund des hohen
Gewinns aus dem E-Plus-Verkauf wird das Nettoergebnis
trotzdem über dem Vorjahreswert liegen.
Der Aufsichtsrat hat folgende Maßnahmen heute zustimmend zur
Kenntnis genommen bzw. ist vom Vorstand entsprechend
informiert worden:
. Die Braunkohlenkraftwerke der RWE Energie AG werden
bereits zum 01.04.2000 mit den Braunkohlentagebauen der
Rheinbraun AG zusammengeführt. Hierdurch lassen sich Synergien
in Höhe von 150 Mio. Euro p.a. realisieren.
. In den Unternehmensbereichen Energie sowie Bergbau und
Rohstoffe wird der mittelfristig vorgesehene und bereits
angekündigte Personalabbau vorgezogen. Die Kosten für
Fremdstrombezüge und Instandhaltungen werden gesenkt. Diese
Maßnahmen führen im Geschäftsjahr 2000/2001 zu Einsparungen von
800 Mio. Euro, die sich bis 2003/2004 auf 1 700 Mio. Euro p.a.
erhöhen.
. In den Bereichen Mineralöl und Chemie,
Umweltdienstleistungen und bei der TESSAG werden umfassende
Effizienzsteigerungsprogramme durchgeführt.
. Durch den Verkauf von Nicht-Kerngeschäftsgebieten mit
einem Umsatzvolumen in Höhe von mindestens 3 Mrd. Euro sowie
durch die aktive Vermarktung von nicht-betriebsnotwendigen
Immobilien im Umfang von etwa 750 Mio. Euro wird der
Finanzspielraum für Akquisitionen im Kernbereich weiter erhöht.
Ende der Mitteilung