![]() RWE AGEssenJahresabschluss zum 31. Dezember 20101.0 LAGEBERICHTWORAN SIE UNSEREN ERFOLG MESSEN KÖNNEN.EBITDA
BETRIEBLICHES ERGEBNIS
NACHHALTIGES NETTOERGEBNIS
DIVIDENDE
EFFIZIENSTEIGERUNG
1.1 STRATEGIE UND STRUKTURRWE zählt zu den fünf führenden Strom- und Gasanbietern in Europa. Diese Position wollen wir festigen. Allerdings ist absehbar, dass das Marktumfeld schwierig bleiben wird: Der Wettbewerb wird intensiver, die Ansprüche unserer Kunden an Service und Produktvielfalt steigen; regulatorische Eingriffe verändern bestehende Geschäftsmodelle; zugleich beobachten wir niedrige Preise an den Großhandelsmärkten für Strom und Gas. Wir stellen uns diesen Herausforderungen, indem wir innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln und weiterhin in eine zukunftsfähige, umweltfreundliche Energieversorgung investieren. Gewaltige Herausforderungen für Energieversorger.Energieversorgung ist ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell. Investitionen in Kraftwerke, Netze und Rohstoffförderung werden nicht nur für Jahre, sondern für Jahrzehnte geplant. Unsere Strategie baut folglich auf fundamentalen Trends auf. Allerdings sind die europäischen Energiemärkte im Wandel begriffen, der eine Anpassung der Geschäftsmodelle der Versorger erfordert. Dieser Wandel ist charakterisiert durch:
Präsenz auf allen Wertschöpfungsstufen bietet Stabilität.Ein herausforderndes Umfeld wie dieses bietet schlagkräftigen und breit aufgestellten Marktteilnehmern neue Chancen. Wir haben die oben skizzierten Trends bereits frühzeitig erkannt. Das Fundament unseres heutigen und zukünftigen Erfolgs ist unser starkes integriertes Geschäftsmodell mit hohen Wertbeiträgen. Wir decken alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette im Energiesektor ab: Beim Strom z.B. sind wir nicht nur Erzeuger, sondern auch Händler, Netzbetreiber und Vertriebsunternehmen. Auch im Gasgeschäft haben wir alle Wertschöpfungsstufen besetzt - vom Bohrloch bis zum Endkunden. Mit dieser Struktur können wir Marktschwankungen in einzelnen Bereichen flexibel ausgleichen. Klimaschutz im Zentrum unserer Strategie.Langfristig können wir nur dann erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, Energie bezahlbar, sicher und umweltfreundlich bereitzustellen. Eines unserer vorrangigen strategischen Ziele ist daher die Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Es gibt die Richtung vor bei der Modernisierung und Erweiterung unseres Stromerzeugungsportfolios. Darüber hinaus leisten wir mit umfangreichen Investitionen in Netze und Pipelines unseren Beitrag zur verlässlichen Verfügbarkeit von Strom und Gas. Ein weiterer Eckpfeiler unserer Strategie ist der Ausbau der Gas- und Ölförderung. Außerdem wollen wir unsere Aktivitäten stärker regional diversifizieren. In den kommenden Jahren werden die folgenden Leitlinien unser Handeln bestimmen:
Von der Strategie zur Umsetzung: Das größte Investitionsprogramm in der Geschichte von RWE.Wichtigster Baustein unserer Strategie sind Investitionen in Kraftwerke und Netze. Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnten wir bereits zwei hoch moderne Gaskraftwerke in Betrieb nehmen, eines in Lingen mit 876 MW und eines in Staythorpe (Großbritannien) mit 1.650 MW. Bis Mitte 2014 wollen wir weitere Erzeugungskapazität von rund 12 GW in Betrieb nehmen. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf CO2 -freie oder CO2 -arme Technologien. Wir finanzieren unsere Investitionen großenteils durch die Ergebnisbeiträge aus unserem Erzeugungs- und Netzgeschäft. Allerdings erwarten wir ab 2011 erhebliche Ertragseinbußen aus der Einführung der Kernbrennstoffsteuer in Deutschland. Auch das anhaltend niedrige Preisniveau an den Großhandelsmärkten für Strom und Gas wird unser Ergebnis belasten. Dies zwingt uns zu Ausgabenkürzungen. Ursprünglich hatten wir vor, im Zeitraum von 2010 bis 2013 insgesamt 28 Mrd. € in Sachanlagen zu investieren. Inzwischen planen wir ein Zielvolumen von rund 25 Mrd. € bzw. von etwa 18 Mrd. € im Zeitraum von 2011 bis 2013. Damit ist unser Investitionsprogramm aber weiterhin das mit Abstand größte in der Geschichte von RWE. Von rund 18 Mrd. € Sachinvestitionen zwischen 2011 und 2013 entfallen rund12 Mrd. € auf Wachstums- und Ersatzinvestitionen, davon:![]() Neben Kraftwerken und Netzen steht der Ausbau unserer Gas- und Ölförderung im Zentrum unserer Investitionstätigkeit. Über 3 Mrd. € werden wir dafür im Zeitraum von 2011 bis 2013 einsetzen. Unsere Investitionen im Gasgeschäft umfassen auch den Bau neuer Speicher und Transportleitungen. Ein Beispiel hierfür ist die Nabucco-Pipeline, die europäischen Kunden den Zugang zu neuen Gasquellen im Kaspischen Raum und im Mittleren Osten über eine neue Route erschließen soll. Auch im Geschäft rund um den Transport von verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas - LNG) sind wir auf Expansionskurs. Darüber hinaus gewinnt das Thema Energieeffizienz an Bedeutung für uns. Mit den innovativen Produkten und Dienstleistungen der RWE Effizienz GmbH für Privathaushalte, Geschäftskunden und kommunale Einrichtungen setzen wir Standards auf diesem Gebiet. Organisches Wachstum steht bei uns im Vordergrund. Das heißt jedoch nicht, dass wir kleinere Zukäufe ausschließen, die unser Portfolio abrunden würden. Möglichkeiten sehen wir hier vor allem in Zentralost- und Südosteuropa einschließlich der Türkei. Alle Investitionsprojekte messen wir daran, ob sie uns den oben genannten Zielen näherbringen. Die wichtigste finanzielle Messlatte ist die "interne Verzinsung" (Internal Rate of Return - IRR). Diese muss mindestens so hoch sein wie die Kapitalkosten, ergänzt um einen Renditeaufschlag. Letzterer spiegelt das Risikoprofil des jeweiligen Unternehmensbereichs und Landes wider. Wir haben den Renditeaufschlag 2010 deutlich erhöht. Einige Vorhaben erbringen damit nicht mehr die erforderliche Verzinsung und werden deshalb auch nicht weiterverfolgt. Dadurch sparen wir nicht nur Mittel ein, sondern haben auch Spielraum für attraktivere Projekte gewonnen. Europa bleibt unser Markt.Regionaler Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist und bleibt Europa. Zu unseren Kernmärkten zählen wir Deutschland, Großbritannien, die Benelux-Region sowie Zentralost- und Südosteuropa. Trotz gestiegener politischer Risiken sind diese Märkte vergleichsweise stabil. Die zentralosteuropäischen Staaten und die Türkei zeichnen sich durch gute Wachstumsperspektiven aus. Wegen des Aufholbedarfs dieser Länder wird der Energieverbrauch dort stärker steigen als im europäischen Durchschnitt - bei zugleich hohem Investitionsbedarf aufgrund einer veralteten Energieinfrastruktur. Die nordwesteuropäischen Märkte bleiben attraktiv für uns, auch wenn beim Strom- und Gasverbrauch nur noch geringe Wachstumspotenziale bestehen. Energieversorger können sich auf diesen Märkten durch das Angebot intelligenter Lösungen für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz sowie durch maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen auszeichnen. Mit unserem Rekordinvestitionsprogramm wollen wir dafür die Voraussetzungen schaffen - und damit unsere Position im härter werdenden Wettbewerb um Marktanteile und Kunden weiter verbessern. ![]() Wie die Grafik auf Seite 55 verdeutlicht, reicht unser Aktionsradius über die Grenzen unserer Kernmärkte hinaus. Dies gilt insbesondere für unser Upstream-Geschäft. Gas und Öl fördern wir nicht nur in Europa, sondern auch in Nordafrika. Darüber hinaus haben wir ein Upstream-Projekt im Kaspischen Raum gestartet und prüfen Vorhaben in anderen Gegenden der Erde. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir den regionalen Fokus vergrößert: Unsere Wachstumsstrategie bezieht hier Länder wie Frankreich, Spanien und Italien mit ein. Bei einzelnen Tätigkeiten liegt es in der Natur der Sache, dass sie außerhalb unserer Kernmärkte stattfinden, etwa bei Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der Kyoto-Mechanismen "Clean Development Mechanism" und "Joint Implementation". Gleiches gilt für unser LNG-Geschäft. Daneben wird der Energiehandel immer globaler. Hier sind wir zunehmend auch in Asien und Amerika aktiv. In unseren Kernmärkten verfügen wir, gemessen am Absatz, bei mindestens einem unserer Hauptprodukte Strom und Gas über eine führende Marktposition. Eine solche streben wir auch dann an, wenn wir neue Märkte erschließen.
Effiziente Struktur und Unternehmenssteuerung.Unsere Organisation ist die Plattform, mit der wir unsere Ziele erreichen. Sie muss sich an neue Marktbedingungen und strategische Leitlinien anpassen. Wir arbeiten permanent daran, unsere Konzernstruktur effizienter zu machen. Im vergangenen Jahr konnten wir hier einige wichtige Weichen stellen. So haben wir das deutsche Vertriebs- und Verteilnetzgeschäft in der neuen RWE Deutschland AG (vormals: RWE Rheinland Westfalen Netz AG) gebündelt. Auch unsere Aktivitäten in Zentralosteuropa und der Türkei waren Gegenstand der Reorganisation: Unsere dortigen Landesgesellschaften führen wir nun über die neu gegründete RWE East, s.r.o. mit Sitz in Prag. Die genannten Maßnahmen sind zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Nähere Informationen dazu finden Sie auf Seite 69 in diesem Bericht. Wertorientiertes Wachstum: Das unternehmensinterne Steuerungssystem.Unser zentrales Steuerungsinstrument ist der Wertbeitrag. Damit verankern wir unser Ziel der langfristigen Wertsteigerung in den Managementprozessen des Konzerns und der Unternehmensbereiche. Der Wertbeitrag leitet sich ab aus der Rendite auf das eingesetzte Vermögen, abzüglich der Kapitalkosten. Er ist neben weiteren, individuell vereinbarten Zielen auch Maßstab für die leistungsorientierte Vergütung unserer Führungskräfte und außertariflichen Mitarbeiter. Das Wertmanagement bei RWE erläutern wir auf den Seiten 90 f. und 231 f. 1.2 WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENNach dem Krisenjahr 2009 hat die Konjunktur wieder Fahrt aufgenommen. Mit einem Plus von 3,6% ist die deutsche Wirtschaft besonders stark gewachsen. Auch an den Energiemärkten stehen die Zeichen auf Erholung. Der Strom- und Gasverbrauch entwickelte sich teilweise dynamischer als prognostiziert. Energieträger wie Öl und Steinkohle verteuerten sich erheblich. Dagegen spiegeln die Strompreise an den Großhandelsmärkten den Aufschwung bislang nicht wider. Weltwirtschaft kehrt auf Wachstumskurs zurück.Nach den bislang vorliegenden Daten und eigenen Schätzungen war die globale Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 4% höher als 2009. Vor allem die aufstrebenden Volkswirtschaften China und Indien haben den Aufschwung getragen. Beide Staaten kommen auf ein Wachstum von etwa 10%. In der Euro-Zone fällt das Plus mit geschätzten 1,7% dagegen vergleichsweise bescheiden aus. Hier sorgten vor allem die Ausfuhren für eine Belebung, während die Krise der Staatsfinanzen einiger Länder und rückläufige Bauinvestitionen das Wachstum bremsten. Mit der Industrieproduktion ist auch die Kapazitätsauslastung gestiegen. Sie fällt aber noch deutlich geringer aus als vor der Rezession. In Deutschland lag das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2010 um geschätzte 3,6% über dem des Vorjahres. Damit zählt unser Hauptmarkt zu den dynamischsten Volkswirtschaften im Euro-Raum. Basis dafür waren die Exporte - traditionell Motor der deutschen Konjunktur. Sie reichten wieder fast an das Vorkrisenniveau heran. Einen Beitrag zum Wachstum leisteten auch die Ausrüstungsinvestitionen und der private Konsum. Wesentlich geringer fielen die Wachstumsraten in den Niederlanden und Belgien aus. Wir veranschlagen sie auf 1,7 bzw. 2%. Auch hier waren es die Ausfuhren, die maßgeblich zum Aufschwung beitrugen. Die Wirtschaft Großbritanniens hängt dagegen stärker vom inländischen Verbrauch ab, der nicht unwesentlich von der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt beeinflusst wird. Dieser war 2008 und 2009 in eine Krise geraten. Viele Haushalte mussten dadurch deutliche Vermögenseinbußen hinnehmen. Inzwischen haben sich die Immobilienpreise wieder erholt. Dies und gestiegene verfügbare Einkommen waren ausschlaggebend für eine deutliche Belebung des 2009 noch rückläufigen privaten Verbrauchs. Das BIP ist 2010 um geschätzte 1,4% gewachsen. Von unseren zentralosteuropäischen Märkten verzeichneten die Slowakei und Polen mit jeweils 3,7% das höchste Wachstum. Die Slowakei - seit 2009 Mitglied der europäischen Währungsunion - profitierte von der zeitweilig schwächeren Notierung des Euros und der damit verbundenen Verbilligung der Ausfuhren. Polen zählt zu den EU-Ländern, die am wenigsten von der Rezession betroffen waren. Dank der robusten Binnennachfrage hatte das BIP des Landes sogar im Krisenjahr 2009 noch zugelegt. Tschechien kam 2010 auf 2,3% Wachstum. In Ungarn bremsten Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatsfinanzen die Wirtschaftsaktivität. Das BIP erhöhte sich dort nur um geschätzte 1,1 %. Kühle Witterung - schwaches Windaufkommen.Während sich die konjunkturelle Entwicklung vor allem in der Energienachfrage von Industrieunternehmen niederschlägt, wird der Energieverbrauch der privaten Haushalte in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen beeinflusst. In unseren europäischen Kernmärkten lagen die Temperaturen 2010 teilweise deutlich unter dem Vorjahresniveau. In Deutschland waren sie so niedrig wie seit 1996 nicht mehr. Besonders im Dezember herrschte ungewöhnlich kalte Witterung. Neben dem Energieverbrauch unterliegt auch das Stromangebot Wettereinflüssen, vor allem das der Windkraft- und Solaranlagen. Das Windaufkommen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden war so niedrig wie zuletzt 2003. Dementsprechend schwach fiel die Auslastung der Windkraftanlagen aus. In Spanien lag das Windaufkommen dagegen etwas über dem langjährigen Mittel. Kaltes Wetter und starke Industriekonjunktur regen Energieverbrauch an.Die konjunkturelle Erholung und die kühle Witterung belebten die Energienachfrage in unseren Kernmärkten. Der Stromverbrauch stieg teilweise deutlich, konnte das Niveau vor der Rezession aber noch nicht erreichen. In Deutschland wurde nach den aktuell verfügbaren Daten knapp 4% mehr Strom eingesetzt als 2009. Wesentlichen Anteil daran hatte das Produktionswachstum in den energieintensiven Industrien. In den Niederlanden dürfte die Stromnachfrage ebenfalls gestiegen sein, wenn auch nur leicht. Großbritannien kommt nach aktuellen Informationen auf ein Plus von 1,7%. Für unsere zentralosteuropäischen Märkte haben wir vergleichsweise hohe Wachstumsraten ermittelt: Ganz vorn liegt die Slowakei mit 5%, gefolgt von Tschechien und Polen mit jeweils 4% sowie Ungarn mit 2,7%. Beim Gasverbrauch war die Entwicklung noch dynamischer: In Deutschland dürfte er um 5% gestiegen sein, in Tschechien um 7%, in Ungarn um 8% und in Großbritannien um 9%. Nach ersten Schätzungen kommen die Niederlande auf ein Wachstum von 15%. Preiserholung an den Rohölmärkten.Trotz der verbesserten gesamtwirtschaftlichen Perspektiven lagen die Preise an den Brennstoffmärkten 2010 noch weit unter dem Niveau, das sie unmittelbar vor der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten. Gegenüber dem Vorjahr haben sie sich aber teilweise wieder erholt. Dies trifft besonders auf die Rohölnotierungen zu. Das Barrel der Sorte Brent wurde 2010 mit durchschnittlich 79 US$ gehandelt. Damit war es wesentlich teurer als im Vorjahr (62 US$). Die schnell wachsenden Volkswirtschaften Asiens haben mit ihrer hohen Nachfrage maßgeblich dazu beigetragen. In der Preisentwicklung zeigte sich auch die allgemeine Erwartung eines konjunkturbedingten Anstiegs des Rohölverbrauchs. Gaspreise im Endkundengeschäft unter Vorjahresniveau.Da ein Großteil der Gaseinfuhren nach Kontinentaleuropa auf Langfristverträgen mit Ölpreisbindung basiert, beeinflusst die Entwicklung am Ölmarkt auch die Gaspreise. Allerdings tritt dabei typischerweise ein mehrmonatiger Zeitverzug auf. Neben den ölindexierten Langfristverträgen prägen auch zunehmend kurzfristige Handelsgeschäfte mit frei verfügbaren Mengen die Lage an den Gasmärkten. Bei diesen Transaktionen hat Öl keinen unmittelbaren Einfluss auf die Preisbildung. Wichtige Handelsplätze sind National Balancing Point (NBP) in Großbritannien und Title Transfer Facility (TTF) in den Niederlanden. Die Preise an diesen Märkten liegen seit 2009 deutlich unter denen in ölindexierten Verträgen. Inzwischen sind einige dieser Kontrakte umgestellt worden: Teilmengen werden jetzt nicht mehr ölindexiert, sondern gemäß den Spotnotierungen an den Gashandelsmärkten abgerechnet. Dies trug dazu bei, dass die Preise für Gasimporte nach Deutschland - trotz höherer Ölnotierungen - leicht rückläufig waren. Terminpreise für 2011 von Rohöl (Brent) und Gas (TTF-Großhandelsmarkt)in €/MWh (Wochendurchschnittswerte)![]() Im deutschen Endkundengeschäft sind die Gaspreise ebenfalls gesunken, für Privathaushalte um 9% und für Industrieunternehmen um 7%. Auch außerhalb Deutschlands hat sich Gas spürbar verbilligt. In Tschechien mussten die genannten Kundengruppen 5 bzw. 4% weniger bezahlen, in Großbritannien 7 bzw. 4% und in den Niederlanden 9 bzw. 6%. Entgegengesetzt verlief die Entwicklung in Ungarn: Die Gasrechnung für Haushalte hat sich dort leicht erhöht, die für Industrieunternehmen sogar um 20%. Im Gas-Terminhandel zeigte sich folgendes Bild: Lieferkontrakte für das folgende Kalenderjahr (Forward 2011) wurden am TTF-Großhandelsmarkt im Berichtszeitraum mit durchschnittlich 19 € je MWh abgerechnet. Das ist 1 € mehr, als 2009 für den Forward 2010 bezahlt werden musste. Ein-Jahres-Terminpreise am Gas-Großhandelsmarkt TTFin €/MWh (Monatsdurchschnittswerte)![]() Steinkohlenotierungen deutlich höher als 2009.Die Preise an den internationalen Märkten für Kraftwerks-Steinkohle lagen 2010 wieder weit über dem Rezessionsniveau. Wie beim Rohöl sorgte vor allem die hohe asiatische Nachfrage für Impulse. Im Rotterdamer Spothandel wurde die metrische Tonne mit durchschnittlich 93 US$ (inkl. Fracht und Versicherung) abgerechnet. Gegenüber 2009 hat sie sich damit um 31% verteuert, auf Euro-Basis sogar um 38%. Eine wichtige Komponente der Steinkohlenotierungen sind die Seefrachtkosten. Für die Standardroute Südafrika-Rotterdam wurden 2010 durchschnittlich 12,50 US$ je Tonne bezahlt und damit etwas weniger als im Vorjahr (13,50 US$). Zwar hat sich der Bedarf an Transportleistung zuletzt stark erhöht, allerdings sind auch die Schiffskapazitäten gestiegen. Für die in Deutschland geförderte Steinkohle wird der Preis vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt. Das Amt orientiert sich dabei an den Notierungen für importierte Steinkohle. Der BAFA-Preis reflektiert deshalb - mit einiger Verzögerung - die Entwicklung an den internationalen Märkten. Sein Durchschnittswert für 2010 lag bei Abschluss dieses Berichts noch nicht vor. Experten rechnen mit 85 € je Tonne Steinkohleeinheit. Das wären 6 € mehr als im Vorjahr. Stabiles Preisniveau im CO2-Emissionshandel.Im europäischen Handel mit CO2 -Emissionsrechten (sogenannten EU Allowances - EUAs) hinterließ die erstarkende Industriekonjunktur nur schwache Spuren. EUAs für 2010 kosteten im Berichtsjahr durchschnittlich 14,50 € je Tonne CO2 . Das ist etwas mehr, als im Vergleichszeitraum für 2009er-Zertifikate bezahlt werden musste (13,40 €). Europäische Unternehmen haben durch den im Kyoto-Protokoll geschaffenen Clean Development Mechanism (CDM) die Möglichkeit, ihre heimischen Emissionen bis zu bestimmten Obergrenzen auch durch Einreichung von Certified Emission Reductions (CERs) abzudecken. Dabei handelt es sich um Gutschriften aus emissionsmindernden Maßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die CERs notieren bereits seit geraumer Zeit um 1 bis 3 € unter dem Preis für EUAs. Zertifikate für 2010 wurden im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 12,40 € gehandelt. Der Vergleichswert für 2009 betrug 11,80 €. Preise für CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandelin €/Tonne CO2 (Monatsdurchschnittswerte)![]() Aufwärtstrend bei Strompreisen lässt auf sich warten.Die Verteuerung von Brennstoffen spiegelte sich kaum in den Strompreisen wider. Erst Ende 2010 zogen die Notierungen wieder leicht an. Grundlaststrom kostete im Spothandel an der European Energy Exchange (EEX) im Jahresdurchschnitt 44 € je MWh und Spitzenlaststrom 55 € je MWh; 2009 waren 39 bzw. 51 € je MWh bezahlt worden. Im deutschen Terminhandel notierten die Kontrakte für das folgende Kalenderjahr (Forward 2011) im Grundlastbereich mit durchschnittlich 50 €. Sie waren damit nur geringfügig teurer als der Forward 2010 im Vorjahr (49 €). Spitzenlaststrom hat sich sogar verbilligt, und zwar von 70 auf 65 € je MWh. Das trotz höherer Brennstoffkosten anhaltend niedrige Preisniveau im Stromterminhandel ist u.a. auf den unerwartet starken Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen, insbesondere der Photovoltaik. Deren Gesamtkapazität ist 2010 nach Angaben des Bundesumweltministeriums in Deutschland um über 7 GW auf ca. 17 GW gestiegen. Die Solaranlagen speisen Strom schwerpunktmäßig zu Spitzenlastzeiten ins Netz ein. Dadurch hat sich besonders für Steinkohle- und Gaskraftwerke der Einsatzspielraum verringert. Außerdem trugen die steigenden Solareinspeisungen dazu bei, dass der Abstand zwischen Spitzenlast- und Grundlastnotierungen geschmolzen ist. Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschlandin €/MWh (Monatsdurchschnittswerte)![]() Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschlandin €/MWh (Monatsdurchschnittswerte)![]() Um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu begrenzen, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke nahezu vollständig auf Termin. Auf unsere Erlöse im Berichtszeitraum haben daher die aktuellen Preise nur untergeordneten Einfluss. Entscheidend ist vielmehr, zu welchen Konditionen Lieferkontrakte für 2010 in vorangegangenen Jahren abgeschlossen wurden. Da diese Verkäufe teilweise noch während der Hausse an den Energiemärkten getätigt wurden, lagen die realisierten Preise weit über dem aktuellen Niveau. Unsere deutsche Stromproduktion von 2010 haben wir im Durchschnitt zu 67 € je MWh abgesetzt, die von 2009 zu 70 € je MWh. Bei den Stromterminverkäufen gehen wir grundsätzlich so vor, dass zeitgleich mit dem Abschluss eines Lieferkontrakts die zur Erzeugung benötigten Brennstoffe und CO2 -Emissionsrechte beschafft bzw. preislich abgesichert werden. Dies gilt in erster Linie für unsere Steinkohle- und Gaskraftwerke. Maßgeblich für die Ergebnisentwicklung dieser Anlagen sind die sogenannten Clean Dark Spreads (Steinkohle) und Clean Spark Spreads (Gas). Sie werden ermittelt, indem man vom Strommarktpreis die Kosten für den jeweils eingesetzten Brennstoff und für Emissionsrechte abzieht. Da wir Steinkohle und CO2 -Zertifikate am Terminmarkt für 2010 zu niedrigeren Preisen einkauften als für 2009, haben sich unsere realisierten Spreads trotz rückläufiger Stromnotierungen sogar leicht verbessert. Bei unseren Braunkohle- und Kernkraftwerken sind die Brennstoffkosten dagegen wesentlich stabiler. Die Spreads tendieren daher meist in die gleiche Richtung wie die Strompreise. Im deutschen Endkundengeschäft wirkt sich die Entwicklung der Strom-Großhandelspreise im Allgemeinen mit zeitlicher Verzögerung aus. Hintergrund ist, dass sich die Vertriebsgesellschaften großenteils am Terminmarkt mit Strom eindecken. Ihre Beschaffungskosten für 2010 waren daher noch durch das Preisniveau aus Vorjahren geprägt. Stark angestiegen sind die in der Stromrechnung enthaltenen Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), denn wegen des fortschreitenden Kapazitätsausbaus von Wind-, Biomasse- und insbesondere Solaranlagen wird immer mehr Strom aus regenerativen Quellen in das Netz eingespeist. Für Privathaushalte und kleine Gewerbebetriebe waren die Preise im Durchschnitt ca. 3% höher als 2009, für Industrieunternehmen ca. 1%. Die stark steigenden EEG-Umlagen werden auch 2011 zu einer Verteuerung von Strom führen. Beispielsweise hat unsere größte deutsche Vertriebsgesellschaft, RWE Vertrieb, ihren Grundtarif zum 1. Januar 2011 um 3,6% angehoben. Damit gibt sie nur einen Teil der Zusatzbelastungen aus dem EEG weiter. In Großbritannien, unserem zweitgrößten Strommarkt, zeigte sich folgendes Bild: Im Spothandel kosteten Grundlastkontrakte durchschnittlich 41 £ je MWh (48 €) und damit 4 £ mehr als 2009. Spitzenlaststrom verteuerte sich von 45 auf 47 £ je MWh (55 €). Am Terminmarkt wurde der Forward 2011 im Grundlastbereich mit 45 £ je MWh (52 €) gehandelt. Das ist etwas mehr, als im Vorjahreszeitraum für den Forward 2010 bezahlt werden musste. Dagegen hat sich Spitzenlaststrom auf dieser Vergleichsbasis von 53 auf 51 £ je MWh (59 €) verbilligt. Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannienin £/MWh (Monatsdurchschnittswerte)![]() Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannienin £/MWh (Monatsdurchschnittswerte)![]() RWE verkauft die Stromproduktion der britischen Kraftwerke wie in Deutschland weitgehend auf Termin. Da unser britisches Erzeugungsportfolio überwiegend aus Steinkohle- und Gaskraftwerken besteht, war die Ergebnisentwicklung durch die realisierten Clean Dark Spreads und Clean Spark Spreads geprägt. Erstere waren wesentlich niedriger, Letztere dagegen etwas höher als 2009. Die mit kurzfristigen Spotmarkttransaktionen realisierbaren Margen sind für Betreiber von Steinkohle- und Gaskraftwerken weiterhin gering. Diese vorrangig im Mittel- und Spitzenlastbereich eingesetzten Kraftwerke sind besonders davon betroffen, dass sich die Stromnachfrage konjunkturbedingt noch immer auf niedrigem Niveau bewegt. Im britischen Endkundengeschäft haben alle großen Versorger in den beiden vergangenen Jahren ihre Stromtarife gesenkt, einige sogar mehrfach. Für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe lagen die Preise 2010 deshalb um durchschnittlich 3% unter dem Vorjahresniveau, für Industrie- und Geschäftskunden sogar um mehr als 12%. Ende 2010 hat sich Strom allerdings wieder verteuert: Leicht gestiegene Notierungen am Großhandelsmarkt haben einige große Versorger im vierten Quartal zu Tariferhöhungen veranlasst. RWE npower hat zum 4. Januar 2011 die Entgelte für Haushaltskunden um durchschnittlich 5,1% angehoben. In den Niederlanden entwickelten sich Großhandelsnotierungen für Strom ähnlich wie in Deutschland. Bei den Endkundenpreisen zeigte sich folgende Entwicklung: Für Privathaushalte ermäßigte sich die Stromrechnung um 7% und für Industrieunternehmen um knapp 5%. In unseren zentralosteuropäischen Endkundenmärkten variierten die Preisanpassungen stark. Für Privatkunden in Polen und Ungarn hat sich die Stromrechnung um über 4% bzw. um 2% erhöht, für Haushalte in der Slowakei dagegen etwas verringert. Industrieunternehmen mussten im Durchschnitt weniger bezahlen als 2009: in Polen 5%, in der Slowakei 9% und in Ungarn 20%. 1.3 POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGENDas Jahr 2010 stand im Zeichen energiepolitischer Entscheidungen von großer Tragweite. Die Bundesregierung hat im Herbst die Eckpfeiler der Energiepolitik bis 2050 beschlossen; oberste Priorität misst sie dem Ausbau der erneuerbaren Energien bei. Ebenfalls im Herbst hat sie die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert. Allerdings wurden den Versorgern auch neue Lasten aufgebürdet, insbesondere mit der Einführung einer Kernbrennstoffsteuer. In Großbritannien ist der energiepolitische Rahmen ebenfalls im Wandel begriffen. Die Regierung plant Maßnahmen, die dem Ausbau der Kernkraft und der erneuerbaren Energien neue Dynamik verleihen sollen. Bundesregierung verabschiedet Energiekonzept für Deutschland.Die Bundesregierung hat Ende September ein umfassendes Energiekonzept beschlossen, mit dem sie die Leitlinien einer bis 2050 reichenden Gesamtstrategie für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung festlegt. Regenerative Quellen sollen den Hauptanteil am Energiemix der Zukunft ausmachen: 2010 deckten sie 17% des Bruttostromverbrauchs ab; 2050 sollen es 80% sein. Großes Potenzial bescheinigt die Regierung der Nutzung von Windkraft auf hoher See (offshore). Mit einem Kreditprogramm über 5 Mrd. € will sie die ersten zehn Offshore-Windparks fördern. Kernkraft wird als Brückentechnologie eingestuft. Teil des Konzepts ist daher eine Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke, die inzwischen gesetzlich verankert wurde. Außerdem will die Bundesregierung den Weg für Demonstrationsprojekte zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 freimachen. Bislang gibt es in Deutschland keinen gesetzlichen Rahmen für solche Vorhaben. Dazu muss noch eine entsprechende Richtlinie der Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt werden. Hohen Stellenwert genießen auch der Ausbau der Stromnetze und die Entwicklung von Stromspeichertechnologien. Durch energetische Gebäudesanierung soll bis 2050 der Primärenergiebedarf des Gebäudebestands um 80% verringert werden. Dabei setzt die Regierung auf Anreize durch staatliche Förderung. Auch der Straßenverkehr ist Gegenstand des Energiekonzepts: Bis 2020 soll es in Deutschland eine Million Elektroautos geben, bis 2030 sechs Millionen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die deutschen Treibhausgasemissionen mit diesen und weiteren Maßnahmen bis 2050 gegenüber 1990 um 80 bis 95% reduziert werden können. Deutscher Bundestag beschließt Kernbrennstoffsteuer und längere Laufzeiten von Kernkraftwerken.Am 28. Oktober 2010 hat der Deutsche Bundestag das Kernbrennstoffsteuergesetz verabschiedet, das die Einführung einer Steuer für Betreiber von Kernkraftwerken vorsieht. Die Abgabe beträgt 145 € je Gramm spaltbaren Materials. Sie wird von 2011 bis einschließlich 2016 erhoben und soll einen Beitrag zur Haushaltssanierung leisten. Der Bund verspricht sich davon Einnahmen in Höhe von 2,3 Mrd. € pro Jahr. Die Steuer hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Preisbildung am Großhandelsmarkt und kann somit nicht an die Stromkunden weitergegeben werden. Voraussichtlich wird sie das betriebliche Ergebnis von RWE mit durchschnittlich 600 bis 700 Mio. € pro Jahr belasten. Das Kernbrennstoffsteuergesetz ist zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Wir behalten uns vor, rechtlich gegen die neue Abgabe vorzugehen, da wir sie für verfassungs- und europarechtlich bedenklich halten. Ebenfalls am 28. Oktober 2010 beschloss der Deutsche Bundestag die 11. Novelle des Atomgesetzes, die eine Erhöhung der Strommengen vorsieht, die Kernkraftwerke bis zu ihrer Stilllegung produzieren dürfen. Für Anlagen, die den Betrieb nach 1980 aufgenommen haben, ergibt sich dadurch eine um bis zu 14 Jahre längere Laufzeit als bisher vorgesehen. In diese Kategorie fallen die drei RWE-Blöcke Gundremmingen B/C und Emsland. Bei älteren Anlagen - darunter unsere Blöcke Biblis A/B - entspricht die zusätzliche Erzeugungsmenge einer Verlängerung der Betriebsdauer um etwa acht Jahre. Außerdem wurden in der am gleichen Tag beschlossenen 12. Novelle des Atomgesetzes zusätzliche Sicherheitsanforderungen für Kernkraftwerke festgelegt. Dadurch werden Investitionen erforderlich, deren Höhe noch ungewiss ist. Beide Novellen sind im Dezember in Kraft getreten. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Gesetze nicht der Zustimmung des Bundesrates bedurften. Die Opposition und einzelne Bundesländer sind anderer Ansicht und haben Verfassungsklagen angekündigt. Vor dem Hintergrund der Laufzeitverlängerung werden die Betreiber von Kernkraftwerken Zahlungen in einen neu zu schaffenden Fonds leisten, aus dem Maßnahmen zur Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung gefördert werden. Ein entsprechender Vertrag mit dem Bund wurde am 10. Januar 2011 unterzeichnet. Er sieht vor, dass die Kernkraftwerksbetreiber ab 2017 einen Förderbeitrag für die zusätzlich eingespeisten Strommengen aus der Laufzeitverlängerung entrichten. Dieser wird mit 9 € je MWh beziffert, unterliegt aber Anpassungen an die Entwicklung der Verbraucherpreise und der Börsennotierungen für Strom. Der Förderbeitrag verringert sich, falls die Kernbrennstoffsteuer erhöht oder der Erhebungszeitraum über 2016 hinaus verlängert wird. Gleiches gilt, wenn die Mengenkontingente aus der Laufzeitverlängerung zu Ungunsten der Kernkraftwerksbetreiber verändert werden oder wenn hoheitlich veranlasste oder mit den Behörden abgestimmte Nachrüstungs- oder Sicherheitsanforderungen zu Ausgaben von mehr als 500 Mio. € pro Block führen. Von 2011 bis 2016 leisten die Kernkraftwerksbetreiber pauschale Vorauszahlungen auf die Förderbeiträge, die sich im Gesamtzeitraum auf 1,4 Mrd. € summieren. Die Vorauszahlungen sind unverzinslich. Sie werden in gleichen jährlichen Raten auf die Förderbeiträge von 2017 bis 2022 angerechnet. Förderung der Solarenergie auf dem Prüfstand.In Deutschland hat die Förderung von Solarstrom zu einem unerwartet starken Ausbau des Bestands an Photovoltaikanlagen geführt. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist die installierte Leistung 2010 um über 70% auf rund 17 GW gestiegen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schätzt, dass auf Photovoltaik mehr als die Hälfte der Subventionen entfallen, die 2011 im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geleistet werden, obwohl Solaranlagen nur ein Fünftel des EEG-Stroms produzieren. Der deutliche Kapazitätsausbau hatte zur Folge, dass die EEG-Umlage, die die Stromverbraucher über ihre Stromrechnung bezahlen, von 2,05 Cent (2010) auf 3,53 Cent (2011) je Kilowattstunde erhöht wurde. Dies löste eine breite Kontroverse aus. Die Bundesregierung hat die Fördersätze für Solarstrom zum 1. Januar 2011 um etwa 13% gekürzt und bereitet eine weitere Senkung zum 1. Juli 2011 vor. Darüber hinaus wird sie das EEG mit Wirkung zum 1. Januar 2012 grundlegend novellieren. Sondersteuer für Energieunternehmen in Ungarn.Das ungarische Parlament hat im Oktober 2010 die Einführung einer bis 2012 befristeten Sondersteuer für Unternehmen der Branchen Energieversorgung, Telekommunikation und Einzelhandel beschlossen. Ihr Aufkommen wird auf etwa 600 Mio. € pro Jahr veranschlagt. Zweck der Abgabe ist der Abbau des staatlichen Haushaltsdefizits. Die erste Zahlung war bereits für 2010 auf Basis des Umsatzes von 2009 zu leisten. Energieversorger haben 1,05% ihrer Nettoerlöse abzuführen. Dem Wortlaut des Gesetzes zufolge wird nicht nur der Außenumsatz besteuert, sondern auch alle konzerninternen Erlöse. Im Berichtsjahr belastete die Abgabe das Ergebnis unserer ungarischen Tochtergesellschaften mit insgesamt 25 Mio. €. Sie ist rechtlich umstritten und wird derzeit von der EU-Kommission geprüft. Großbritannien: Regierung plant Gesetzespaket für mehr Klimaschutz.In Großbritannien ist eine Koalition aus Konservativen und Liberaldemokraten als Sieger aus den Parlamentswahlen vom Mai 2010 hervorgegangen. Mit einer Reihe von Gesetzesinitiativen wollen die beiden Regierungsparteien die Rahmenbedingungen für klimaschonende Stromerzeugung verbessern. Unter anderem ist geplant, fossile Brennstoffe in Abhängigkeit vom Kohlendioxid-Ausstoß mit einer Steuer zu belegen. Für Stromerzeugung aus Gas, Kernkraft oder erneuerbaren Energien ergäbe sich damit - über den Emissionshandel hinaus - ein weiterer Kostenvorteil gegenüber Steinkohle. Daneben soll ein neues Vergütungssystem für Strom aus Kernkraftwerken und erneuerbaren Energien die Planungssicherheit für Investoren erhöhen. Zwei Modelle werden hier geprüft: zum einen eine feste Zuzahlung auf den Großhandelspreis, zum anderen ein garantierter Abnahmepreis. Neue Kraftwerke sollen außerdem nur dann genehmigt werden, wenn deren CO2 -Emissionen eine noch zu bestimmende Obergrenze nicht überschreiten. Die Regierung will die Höchstmenge so niedrig ansetzen, dass lediglich solche Kohlekraftwerke gebaut werden können, bei denen das Kohlendioxid zumindest teilweise aufgefangen und gespeichert wird. Ferner prüft die Regierung die Einführung eines Kapazitätsmarktes, d.h., Energieversorger sollen für das Vorhalten flexibler Kraftwerksleistung eine Vergütung erhalten, auch wenn sie keinen Strom produzieren. Solche Reservekapazitäten werden immer mehr gebraucht, da durch den Ausbau der erneuerbaren Energien die wetterbedingten Fluktuationen des Stromangebots zunehmen. Ein Grundsatzpapier zur Reform des Strommarktes hat die britische Regierung im Dezember 2010 vorgestellt. Bis März 2011 können sich Bürger, Verbände und Unternehmen zu den Reformvorschlägen äußern. Nach Abschluss des Konsultationsprozesses will die Regierung eine Gesetzesvorlage erstellen. Die Reformen sollen spätestens 2014 in Kraft treten. 1.4 WESENTLICHE EREIGNISSEDas zurückliegende Geschäftsjahr war für uns nicht nur von energiepolitischen Weichenstellungen geprägt. Auch bei der Modernisierung und Erweiterung unseres Erzeugungsportfolios konnten wir wichtige Etappenziele erreichen: 2010 gingen bereits zwei Gaskraftwerke aus unserem laufenden Investitionsprogramm in Betrieb. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien kamen wir gut voran. Und im Upstream-Geschäft stellten wir die Weichen für die größte Investition in der Geschichte der RWE Dea. Bundestag beschließt Kernbrennstoffsteuer und längere Laufzeiten für Kernkraftwerke.Am 28. Oktober 2010 hat der Deutsche Bundestag das Kernbrennstoffsteuergesetz verabschiedet, das die Einführung einer Steuer für Betreiber von Kernkraftwerken vorsieht. Ebenfalls am 28. Oktober stimmten die Abgeordneten der 11. Novelle des Atomgesetzes zu, die eine Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken um durchschnittlich zwölf Jahre ermöglicht. Die Gesetze sind am 1. Januar 2011 bzw. 14. Dezember 2010 in Kraft getreten. Vor dem Hintergrund der Laufzeitverlängerung werden die Betreiber von Kernkraftwerken Zahlungen in einen neu geschaffenen Fonds leisten, aus dem Maßnahmen zur Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung gefördert werden. Die Details sind in einem "Förderfondsvertrag" zwischen den Versorgern und der Bundesrepublik Deutschland festgelegt, der am 10. Januar 2011 unterzeichnet wurde. Wir informieren über die Thematik ausführlich auf Seite 66 f. RWE erwirbt Stromkontingent des Kernkraftwerks Stade.Bereits im Vorfeld der 11. Atomgesetznovelle haben wir die Voraussetzung für einen etwas längeren Betrieb des Kernkraftwerks Biblis A geschaffen: RWE Power erwarb im Mai von der E.ON Kernkraft GmbH das noch nicht genutzte Stromkontingent des bereits stillgelegten Kernkraftwerks in Stade. Diese Anlage war von 1972 bis 2003 am Netz. Das übertragene Kontingent von 4,8 Mrd. Kilowattstunden erlaubt es uns, den 1.167-Megawatt-Block Biblis A etwa sechs Monate länger mit voller Last zu betreiben. Bündelung der RWE-Aktivitäten in Deutschland und Osteuropa.Auf dem 2007 eingeschlagenen Weg zu einer effizienteren Konzernstruktur sind wir weiter vorangekommen. Im September beschloss der Vorstand eine Reihe von Reorganisationsmaßnahmen, die zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten sind. Das deutsche Vertriebs- und Verteilnetzgeschäft wurde in der RWE Rheinland Westfalen Netz AG zusammengeführt. Über diese Gesellschaft, die jetzt unter dem Namen RWE Deutschland AG firmiert, werden die RWE Vertrieb (inkl. eprimo, RWE Energiedienstleistungen und RWE Aqua), die Regionalgesellschaften, die RWE Effizienz und die bisherigen Beteiligungen der RWE Rheinland Westfalen Netz gesteuert. Neu organisiert haben wir auch unsere Aktivitäten in Osteuropa: Die dortigen Landesgesellschaften werden fortan von der neu gegründeten RWE East, s.r.o. mit Sitz in Prag geführt. Eine Ausnahme bildet das tschechische Gasfernleitungsgeschäft, das aufgrund regulatorischer Vorgaben direkt dem Ressort des Vorstandsvorsitzenden der RWE AG zugeordnet ist. Holding-Vorstand auf fünf Ressorts verkleinert.Dr. Ulrich Jobs, im Vorstand der RWE AG zuständig für die operative Steuerung des internationalen Geschäfts, hat das Unternehmen am 30. September 2010 im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Damit verkleinerte sich der Holding-Vorstand auf fünf Ressorts. Die Zuständigkeiten innerhalb des Gremiums wurden neu definiert. Dr. Leonhard Birnbaum verantwortet seither als Chief Commercial Officer das Management aller Commodity-Positionen im Konzern. Entsprechend ist ihm die RWE Supply & Trading zugeordnet, ferner die länderübergreifend tätigen Gesellschaften RWE Innogy, RWE Dea und RWE Technology. Dr. Rolf Martin Schmitz führt nun als Chief Operating Officer die national aufgestellten Gesellschaften: Dies sind neben RWE Deutschland und RWE Power unsere Aktivitäten in den Niederlanden und Belgien, in Großbritannien sowie in Zentralost-/Südosteuropa. RWE verkauft deutsches Gasfernleitungsnetz.Im Dezember haben wir einen Vertrag zur Veräußerung der Thyssengas GmbH unterzeichnet. Käufer des Unternehmens, in dem unser deutsches Gasfernleitungsnetz zusammengefasst ist, sind vom australischen Finanzdienstleister Macquarie verwaltete Infrastrukturfonds. Inzwischen liegen alle erforderlichen Genehmigungen für den Verkauf vor. Thyssengas transportiert jährlich fast 10 Mrd. m3 Erdgas durch ein Fernleitungsnetz mit einer Gesamtlänge von ca. 4.100 Kilometern. Wir hatten uns gegenüber der EU-Kommission zum Verkauf dieser Aktivität verpflichtet. Neue Gaskraftwerke in Deutschland und Großbritannien starten Produktion.Im Geschäftsjahr 2010 haben wir den Bau der Gas- und-Dampfturbinen-Kraftwerke in Lingen und Staythorpe abgeschlossen. Beide Anlagen sind am Netz. Der Lingener Doppelblock mit einer Nettoleistung von 876 MW wurde am 14. April im Beisein des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff in Betrieb genommen. Für die hochmoderne Anlage, die über einen Wirkungsgrad von nahezu 60% verfügt, haben wir 0,5 Mrd. € ausgegeben. Die vier Blöcke in Staythorpe (Nottinghamshire) mit 1.650 MW Gesamtleistung haben die Produktion im Zeitraum von August bis November aufgenommen. Ihr Wirkungsgrad liegt mit 58% ebenfalls auf Spitzenniveau. Das Investitionsvolumen betrug 0,8 Mrd. €. RWE beschließt Bau eines Gaskraftwerks in der Türkei.Im April 2010 haben wir die Investitionsentscheidung für ein Gas- und-Dampfturbinen-Kraftwerk in Denizli (Westtürkei) getroffen. Kurz darauf wurde mit den Baumaßnahmen begonnen. Die Anlage soll über eine Nettoleistung von 775 MW verfügen und 2013 die Stromproduktion aufnehmen. Eigentümer und Betreiber wird ein Joint Venture sein, an dem RWE 70% und das türkische Energieunternehmen Turcas 30% hält. Das Investitionsvolumen beträgt voraussichtlich 0,5 Mrd. €. Weichen für Rekordinvestition im Upstream-Geschäft gestellt.RWE Dea hat den Weg für die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte geebnet: Unsere Upstream-Tochter wird in den kommenden zwei Jahrzehnten 3,6 Mrd. US$ für die Entwicklung von Gasfeldern in den ägyptischen Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water einsetzen. Im Juli haben wir mit dem Ölminister des Landes, der Staatsgesellschaft EGPC und BP entsprechende Verträge unterzeichnet, die zuvor vom ägyptischen Parlament genehmigt worden waren. Die Förderung soll bis Ende 2014 aufgenommen werden. Die Investitionen für die Feldesentwicklung summieren sich auf etwa 9 Mrd. US$. Sie entfallen zu etwa 40% auf uns und zu etwa 60% auf unseren Partner BP, der die Betriebsführerschaft übernimmt. Die uns zustehenden Erdgasreserven aus den Konzessionen betragen über 50 Mrd. m3 . Die Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water liegen im westlichen Nildelta rund 40 Kilometer vor der ägyptischen Küste. Die Wassertiefe im Gebiet der nun anlaufenden Feldesentwicklung liegt bei 300 bis 800 Metern. Der auf RWE Dea entfallende Anteil an der jährlichen Produktion soll mehr als 3 Mrd. m3 Gas erreichen. Vor diesem Hintergrund verfolgen wir die politische Lage in Ägypten sehr aufmerksam. Große Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien.RWE Innogy hat ihren Wachstumskurs auf dem Gebiet der regenerativen Energien im Berichtsjahr fortgesetzt. Das Unternehmen verfügte zum Jahresende über eine Erzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien von 2,3 GW, der Konzern insgesamt über 2,9 GW. Weitere 1,1 GW befinden sich im Bau. Darüber hinaus entwickeln wir derzeit Projekte mit einer Gesamtleistung von 18,2 GW. Der Schwerpunkt liegt auf Windkraftanlagen. Daneben investieren wir in Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse sowie in geringerem Maße auch in Solarthermie. Vor allem beim Ausbau der Windstromerzeugung auf dem Meer (offshore) haben wir wichtige Etappenziele erreicht:
Bei der Windstromerzeugung an Land (onshore) ist RWE Innogy ebenfalls gut vorangekommen. In Italien nahmen wir mit San Basilio (25 MW) und Ururi (26 MW) zwei neue Windparks in Betrieb. Wir haben sie gemeinsam mit unserem italienischen Partner Fri-El Green Power entwickelt und gebaut. Auch in Polen gingen zwei neue Windparks der RWE Innogy ans Netz, einer in Piecki (32 MW) und einer in Tychowo (35 MW). Darüber hinaus haben Anlagen in Frankreich und Schottland die Produktion aufgenommen. Auch auf dem Gebiet der Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse hat RWE Innogy ihren Expansionskurs fortgesetzt. Im März 2010 begann das Unternehmen im US-Bundesstaat Georgia mit dem Bau einer Großanlage zur Pelletierung von Holz. Mit einer jährlichen Produktion von 750.000 Tonnen wird die Fabrik weltweit eine der größten und modernsten ihrer Art sein. Die Pellets sollen in reinen Biomassekraftwerken oder gemeinsam mit Steinkohle verfeuert werden. Die Inbetriebnahme des Pelletwerkes ist für 2011 geplant. Das Investitionsvolumen beträgt 120 Mio. €. Neue Partner für den Ausbau der erneuerbaren Energien.Im zurückliegenden Geschäftsjahr hat RWE Innogy zwei Partnerschaften für Projekte zur regenerativen Energieerzeugung geschlossen. Im April 2010 wurde mit 26 Stadtwerken und regionalen Energieversorgern das Gemeinschaftsunternehmen Green GECCO gegründet. RWE Innogy ist mit 51% daran beteiligt. Die neue Gesellschaft soll bis 2020 rund 1 Mrd. € in die Strom- und Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energien investieren, auch außerhalb Deutschlands. Im Juni 2010 folgte eine weitere Partnerschaft: Mit den Stadtwerken München und Siemens gründete RWE Innogy ein Joint Venture für den Bau und Betrieb des britischen Offshore-Windparks Gwynt y Môr. Wir halten 60% daran. Die Stadtwerke München sind mit 30% beteiligt, Siemens mit 10%. Die Investitionssumme für Gwynt y Môr beträgt mehr als 2 Mrd. € (inkl. Netzanbindung zur Küste). Der Windpark mit 160 Turbinen und einer Gesamtleistung von 576 MW entsteht vor der Küste von Nordwales. Siemens wird die Windturbinen liefern, installieren und warten. Das Unternehmen wurde außerdem mit der Netzanbindung beauftragt. RWE begibt Hybridanleihe mit Rekordvolumen.Im September 2010 haben wir eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 1,75 Mrd. € begeben. Es war die größte Emission dieses Wertpapiertyps, die je in Europa von einem Industrieunternehmen begeben wurde. Sie stieß bei Investoren auf reges Interesse. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten 102 und 195. Wesentliche Ereignisse nach Ablauf des Berichtszeitraums:Ausstieg aus rumänischem Kernenergieprojekt.Im Januar 2011 hat RWE gemeinsam mit GDF Suez (Frankreich) und Iberdrola (Spanien) den Rückzug aus dem laufenden Kernkraftprojekt Cernavoda in Rumänien bekannt gegeben. An dem Standort sollen zwei neue Blöcke mit einer Leistung von je 720 MW errichtet werden. Träger des Projekts ist ein Joint Venture, an dem die staatliche SN Nuclearelectrica die Mehrheit hält und weitere europäische Versorger beteiligt sind. RWE hatte einen Anteil von 9,15%. Der Ausstieg aus dem Projekt hat keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen für uns. Grund für unseren Entschluss sind wirtschaftliche und marktbedingte Unsicherheiten, die zum großen Teil auf Nachwirkungen der Finanzkrise zurückzuführen sind. RWE trennt sich von Minderheitsbeteiligung an Rostocker Kohlekraftwerk.Im Februar 2011 haben wir unsere 24,6%-Beteiligung an einem Steinkohlekraftwerk in Rostock an die RheinEnergie AG veräußert. RheinEnergie übernimmt darüber hinaus den 25%-Anteil von Vattenfall. Die übrigen 50,4% werden weiterhin von EnBW gehalten. Das Kraftwerk verfügt über eine Stromerzeugungskapazität von 553 MW und liefert Fernwärme in das Netz der Stadtwerke Rostock. 1.5 ANMERKUNG ZUR BERICHTSWEISEErläuterungen zur Segmentstruktur.Im vorliegenden Bericht folgen wir der Segmentstruktur, die wir erstmals im Jahresabschluss 2009 angewendet haben. Der RWE-Konzern ist untergliedert in sieben Unternehmensbereiche, die nach nationalen und funktionalen Kriterien abgegrenzt sind. Bei der Zuordnung der Aktivitäten zu den Bereichen haben wir gegenüber 2009 einige Anpassungen vorgenommen; diese betreffen im Wesentlichen Geschäftsteile des Ende September 2009 erworbenen niederländischen Energieversorgers Essent. Die Unternehmensbereiche stellen sich wie folgt dar:
Unter der Position "Sonstige, Konsolidierung" werden unser Stromtransportnetz-Betreiber Amprion, die Konzernholding RWE AG, unsere internen Dienstleister RWE Service, RWE IT und RWE Consulting sowie die zum 1. Januar 2010 gegründete RWE Technology erfasst. Darin ebenfalls enthalten ist Thyssengas; die Vermögenswerte und Schulden des Unternehmens werden in unserer Bilanz als "zur Veräußerung bestimmt" ausgewiesen. 1.6 GESCHÄFTSENWICKLUNGRWE blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Das betriebliche Ergebnis war das höchste in der Unternehmensgeschichte. Mit einem Plus von 8% gegenüber 2009 hat es unsere Erwartungen übertroffen. Beim nachhaltigen Nettoergebnis, das um 6% stieg, lagen wir ebenfalls über unserer Prognose. Motor des Erfolgs war einmal mehr die deutsche Stromerzeugung. Außerdem kam uns zugute, dass wir den 2009 erworbenen niederländischen Versorger Essent erstmals mit vollen zwölf Monaten im Jahresabschluss berücksichtigen konnten.
1
Inkl. Strombezüge aus Kraftwerken, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über
deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können.
im Geschäftsjahr 2010 waren dies 25,6 Mrd. kWh, davon 23,4 Mrd. kWh aus Steinkohle. Stromerzeugung um 20% gestiegen.Der RWE-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 225,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, 20% mehr als 2009. Eigenerzeugung und konzernexterner Bezug summierten sich zu einem Stromaufkommen von 329,7 Mrd. kWh. Damit wurde der Vorjahreswert um 10% übertroffen. Von unserer Stromproduktion entfielen 32% auf Braunkohle, 25% auf Steinkohle, 20% auf Kernenergie und 19% auf Gas. Der Anteil der erneuerbaren Energien betrug 4%.
Zusätzlich zur Eigenerzeugung beziehen wir Strom von konzernexternen Anbietern. Diese Mengen summierten sich auf 104,4 Mrd. kWh (Vorjahr: 112,8 Mrd. kWh). Darin enthalten ist auch Strom, der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von Dritten in das RWE-Netz eingespeist wurde. Mit über 52 Gigawatt Kraftwerkskapazität einer der führenden Stromerzeuger in Europa.Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 verfügte der RWE-Konzern über eine Kraftwerksleistung von 52,2 GW. Damit liegen wir unter den europäischen Energieversorgern an fünfter Stelle. In den Zahlen enthalten sind die bereits erwähnten vertraglich gesicherten Kapazitäten, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden. Gegenüber 2009 hat sich unsere Kraftwerksleistung um 2,6 GW erhöht. Hinzugekommen sind u.a. unsere neuen Gaskraftwerke in Lingen und Staythorpe. Mit 29% (Vorjahr: 31%) hat Steinkohle nach wie vor den größten Anteil an der Gesamtleistung im RWE-Konzern, gefolgt von Gas mit 22% (18%), Braunkohle mit 21% (22%) und Kernenergie mit 12% (13%). Die erneuerbaren Energien kommen auf 6% (5%). Auf den Unternehmensbereich Deutschland entfallen 65% unserer Erzeugungskapazität, auf Großbritannien 23% und auf Niederlande/Belgien 6%.
1
Inkl. Kapazitäten von Kraftwerken, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über
deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können.
Zum 31. Dezember 2010 waren dies 8.672 MW, davon 6.507 MW Stromerzeugungskapazität
auf Basis von Steinkohle. Spezifische CO2-Emissionen um 8% gesunken.Im Geschäftsjahr 2010 verursachte unsere Stromerzeugung einen Kohlendioxid-Ausstoß von 164,9 Mio. Tonnen. Davon entfielen 142,7 Mio. Tonnen auf RWE-eigene Kraftwerke und die restlichen 22,2 Mio. Tonnen auf vertraglich gesicherte Kapazitäten. Unsere Emissionen lagen um 15,8 Mio. Tonnen bzw. 11% über dem Vorjahresniveau. Das ist auf die stark erhöhte Stromproduktion unserer Steinkohle- und Gaskraftwerke zurückzuführen, zu der die erstmals ganzjährige Einbeziehung von Essent beitrug. Unser spezifischer Emissionsfaktor - das ist der Kohlendioxid-Ausstoß je erzeugter MWh Strom - hat sich demgegenüber verbessert: Er sank um 8% von 0,796 Tonnen je MWh auf 0,732 Tonnen, weil sich der Anteil des CO2 -frei oder CO2 -arm erzeugten Stroms an unserer Gesamtproduktion erhöhte. Dabei kam u.a. die bessere Auslastung des Kernkraftwerks Biblis zum Tragen. Im Berichtsjahr wurden uns kostenlose staatliche Emissionsrechte (sogenannte EU Allowances - EUAs) für einen CO2 -Ausstoß in Höhe von 115,1 Mio. Tonnen zugeteilt. In Deutschland erhielten wir Emissionsberechtigungen für 84,9 Mio. Tonnen, in Großbritannien für 16,2 Mio. Tonnen und in den Niederlanden für 8,5 Mio. Tonnen. Insgesamt reichte die Zuteilung bei Weitem nicht aus, um unsere Emissionen abzudecken. Wir mussten daher Zertifikate zukaufen. Auf Konzernebene betrug die Unterausstattung 49,8 Mio. Tonnen.
1
Inkl. Kraftwerke, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir
aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können. Diese Anlagen emittierten
im Berichtsjahr 22,2 Mio. Tonnen CO2 ; zugeteilt wurden ihnen Zertifikate für 19,7 Mio. Tonnen. In der Emissionshandelsperiode von 2008 bis 2012 und danach dürfen wir in Summe bis zu 100 Mio. Tonnen unseres CO2 -Ausstoßes durch Einreichung von Zertifikaten abdecken, die durch Emissionsminderungen im Rahmen der Kyoto-Mechanismen Clean Development Mechanism und Joint Implementation geschaffen wurden. Vorteil ist, dass die Kosten für solche Zertifikate in aller Regel niedriger sind als die Marktpreise für EUAs. Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 hatten wir Zertifikate für 68,6 Mio. Tonnen vertraglich gesichert. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass Projekte nicht umgesetzt werden oder ihre Emissionseinsparungen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Unter Einbeziehung solcher Risiken schätzen wir, dass uns Emissionsrechte für 41,4 Mio. Tonnen zufließen werden. Bis Ende 2010 haben wir bereits Zertifikate für 14,5 Mio. Tonnen erhalten und Zertifikate für 4,6 Mio. Tonnen verbraucht. Deutliche Erhöhung der Gas- und Ölreserven.RWE Dea will ihre Gas- und Ölförderung bis 2016 auf etwa 70 Mio. Barrel Öläquivalente (OE) steigern. Die wichtigsten Wachstumsprojekte verfolgen wir in Nordafrika, in der britischen Nordsee und an der Küste vor Norwegen. Unsere Öl- und Gasreserven beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 137 Mio. m3 OE. Damit lagen sie um etwa 70% über dem Vorjahresniveau (81 Mio. m3 OE). Hauptgrund ist, dass wir Verträge über die Entwicklung großer Gasvorkommen in zwei ägyptischen Konzessionen geschlossen haben (siehe Seite 71). Als Reserven bezeichnet man in der Erde lagernde Rohstoffe, deren Existenz nachgewiesen werden konnte und deren Förderung wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich gesichert ist. Davon abzugrenzen sind die Ressourcen: Dabei handelt es sich um Rohstoffvorkommen, die nicht alle vorgenannten Kriterien erfüllen oder die geologisch noch nicht genau erfasst wurden. Die nachgewiesenen Ressourcen der RWE Dea beliefen sich Ende 2010 auf 91 Mio. m3 OE (Vorjahr: 143 Mio. m3 OE). Leichter Rückgang der Gas- und Ölproduktion.Im zurückliegenden Geschäftsjahr förderte RWE Dea 2.786 Mio. m3 Gas und 2.266 Tsd. m3 Öl. Rechnet man die Gasmengen in Öläquivalente um und addiert sie zur Rohölproduktion, ergibt sich eine Gesamtförderung von 4.963 Tsd. m3 oder 31,2 Mio. Barrel. Das sind 4% weniger als 2009. Beim Erdgas war die Produktion um 5% rückläufig. Durch die Ausschöpfung bestehender Reserven kam es zu einem natürlichen Förderabfall. Dies betraf vor allem unsere deutschen und britischen Konzessionsgebiete. Dagegen brachten zusätzliche Produktionsbohrungen am deutschen Standort Völkersen positive Effekte. Außerdem haben wir in einem neu erschlossenen Feld in der norwegischen Nordsee die Fördertätigkeit aufgenommen. Beim Rohöl blieben die Volumina um 3 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Auch hier machte sich die fortschreitende Reservenausschöpfung bemerkbar, besonders in unserem deutschen Erdölfeld Mittelplate. Betroffen waren auch Konzessionen im Golf von Suez (Ägypten). Positiv wirkte, dass wir in einem dänischen Feld die Produktion aufgenommen haben. Außerdem haben wir in Deutschland und Ägypten Maßnahmen zur Verbesserung der Förderausbeute ergriffen. Stromabsatz: Deutliches Plus wegen ganzjähriger Einbeziehung von Essent.Im Geschäftsjahr 2010 haben wir 311,2 Mrd. kWh Strom an konzernexterne Kunden geliefert. Der Stromabsatz liegt typischerweise etwas unter dem Stromaufkommen; ausschlaggebend dafür sind Netzverluste sowie der Eigenverbrauch bei der Braunkohleförderung und in Pumpspeicherkraftwerken. Gegenüber 2009 ist der Stromabsatz um 10% gestiegen, u.a. wegen der erstmals ganzjährigen Einbeziehung von Essent. Außerdem profitierten wir von konjunkturbedingter Mehrnachfrage, vor allem in Deutschland.
Stromabsatz des RWE-Konzerns nach Ländern 2010 (2009) in %![]()
1
Angepasste Vorjahreswerte wegen geänderter Kundenzuordnung Durch Essent deutliches Plus beim Gasabsatz.Der konzernexterne Gasabsatz lag mit 395,4 Mrd. kWh um 19% über dem Vorjahresniveau. Ohne den Effekt aus der erstmals ganzjährigen Einbeziehung von Essent wäre er um 2% gestiegen. Hier spielte der höhere Heizwärmebedarf der Privathaushalte eine Rolle, während Kundenverluste in Tschechien gegenläufig wirkten.
Gasabsatz des RWE-Konzerns nach Ländern 2010 (2009)in %![]()
Außenumsatz 12% über Vorjahr.Der RWE-Konzern erwirtschaftete 2010 einen Außenumsatz von 53.320 Mio. €. Damit wurde der Vorjahreswert um 12% übertroffen. Maßgeblich hierfür war die erstmalige Konsolidierung von Essent mit vollen zwölf Monaten, während gesunkene Preise im Gasvertrieb gegenläufig wirkten. Wechselkurseffekte hatten einen positiven Einfluss auf die Umsatzentwicklung, da unsere wichtigsten Auslandswährungen gegenüber dem Euro aufwerteten: Für das britische Pfund mussten 2010 durchschnittlich 1,17 € bezahlt werden; im Vorjahr waren es 1,12 € gewesen. Der US-Dollar verteuerte sich von 0,72 auf 0,76 €, die tschechische Krone von 0,038 auf 0,040 €, der ungarische Forint von 0,0035 auf 0,0036 € und der polnische Zloty von 0,23 auf 0,25 €. Lässt man wesentliche Konsolidierungs- und Wechselkurseinflüsse außer Betracht, blieb der Konzernumsatz unverändert.
1
Siehe Gewinn- und Verlustrechnung auf Seite 162
Betriebliches Ergebnis um 8% gesteigert.Die Ertragslage des RWE-Konzerns hat sich 2010 weiter verbessert. Das EBITDA erhöhte sich um 12% auf 10.256 Mio. €, das betriebliche Ergebnis um 8% auf 7.681 Mio. €. Mit Ausnahme von Trading/Gas Midstream erzielten alle Unternehmensbereiche deutliche Zuwächse. Unsere Prognose vom Februar 2010 haben wir damit übertroffen: Wir waren davon ausgegangen, beim EBITDA um 5 bis 10% und beim betrieblichen Ergebnis um etwa 5% zulegen zu können. Vor allem unser tschechisches Gasgeschäft übertraf die Erwartungen. Außerdem führte die Auflösung von Rückstellungen zu einer unvorhergesehen deutlichen Verbesserung des Ergebnisses der Position "Sonstige, Konsolidierung". Dagegen war die Ertragslage von RWE Supply & Trading noch schwächer als angenommen. Lässt man wesentliche Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte außer Betracht, hat sich das EBITDA des RWE-Konzerns um 5% erhöht. Für das betriebliche Ergebnis ergibt sich auf dieser Basis ein Plus von 3%.
1
Im Jahresdurchschnitt RWE erwirtschaftet Kapitalrendite von 14,4%.Ein wesentliches Ziel unserer Geschäftstätigkeit ist, den Wert des Unternehmens zu steigern. Um dies zu erreichen, müssen wir mit dem betrieblichen Vermögen eine Rendite erwirtschaften, die über den Kapitalkosten liegt. Wir messen die Rendite als Return on Capital Employed (ROCE). Im Geschäftsjahr 2010 erzielten wir einen ROCE von 14,4%. Damit konnten wir die Konzern-Kapitalkosten deutlich übertreffen. Diese lagen vor Steuern bei 9,0%. Der ROCE abzüglich Kapitalkosten, multipliziert mit dem betrieblich gebundenen Vermögen, ergibt den absoluten Wertbeitrag. Dieser ist ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Investitionen und für die erfolgsabhängige Vergütung unserer Führungskräfte. Der Wertbeitrag belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.876 Mio. €. Trotz des verbesserten betrieblichen Ergebnisses war er um 9% niedriger als 2009. Grund ist, dass sich das betriebliche Vermögen erhöhte. Dabei spielte zum einen die verstärkte Investitionstätigkeit eine Rolle, denn die neuen Anlagen gehen bereits während der Bauphase ins Betriebsvermögen ein, auch wenn sie noch keinen Ergebnisbeitrag liefern. Zum anderen hatten wir das betriebliche Vermögen von Essent im Vorjahr nur mit einem Viertel berücksichtigt, weil das Unternehmen erst Ende September in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Die Entwicklung der Wertbeiträge wurde auch dadurch beeinflusst, dass wir Anpassungen bei den Kapitalkosten vorgenommen haben. Dies betrifft einzelne Unternehmensbereiche, nicht jedoch den Konzern insgesamt.
Ausführliche Informationen zum Wertmanagement-Konzept finden Sie auf Seite 231 f. Überleitung zum Nettoergebnis: Negative Einmaleffekte aus Commodity-Derivaten.Die Überleitung vom betrieblichen Ergebnis zum Nettoergebnis ist durch negative Sondereinflüsse geprägt. Diese ergaben sich in erster Linie aus der Marktbewertung von Commodity-Derivaten und aus Wertberichtigungen auf unsere britischen Steinkohle- und Ölkraftwerke. Positive Effekte aus der Auflösung von Rückstellungen konnten das nicht ausgleichen. Daher hat sich das Nettoergebnis trotz der guten operativen Ertragslage verringert.
Belastungen traten vor allem im neutralen Ergebnis auf, das sich um 1.265 Mio. € auf -767 Mio. € verschlechterte. Seine Einzelpositionen haben sich folgendermaßen entwickelt:
Das Finanzergebnis verbesserte sich um 54 Mio. € auf -1.936 Mio. €. Im Einzelnen ergaben sich hier folgende Veränderungen:
RWE erwirtschaftete ein Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern in Höhe von 4.978 Mio. €. Das sind 11% weniger als 2009. Die Steuerquote sank von 33 auf 28%, u.a. weil sich unser Körperschaftsteuerguthaben erhöhte und wir Verlustvorträge aktivieren konnten. Nach Steuern verringerte sich das Ergebnis fortgeführter Aktivitäten um 4% auf 3.602 Mio. €. Aus nicht fortgeführten Aktivitäten fiel 2010 kein Ergebnisbeitrag an, während der Vorjahreswert noch Erträge des inzwischen veräußerten Wasserversorgers American Water enthielt. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter beliefen sich auf 279 Mio. €; sie waren um 7% höher als 2009. Erstmals weisen wir auch Ergebnisanteile aus, die den Inhabern unserer im September 2010 begebenen Hybridanleihe zustehen. Der Betrag von 15 Mio. € entspricht den Finanzierungskosten nach Steuern, die auf das Berichtsjahr entfallen. Ausführliche Informationen zur Hybridanleihe finden Sie auf den Seiten 102 und 195 in diesem Bericht. Für das Nettoergebnis des RWE-Konzerns ergibt sich damit ein Rückgang um 7% auf 3.308 Mio. €. Unser Ergebnis je Aktie sank dementsprechend von 6,70 auf 6,20 €. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen RWE-Aktien lag im Berichtszeitraum bei durchschnittlich 533,6 Millionen (Vorjahr: 533,1 Millionen). Nachhaltiges Nettoergebnis um 6 % verbessert.Maßgeblich für die Höhe unserer Dividende ist das um Sondereinflüsse bereinigte, nachhaltige Nettoergebnis. Darin nicht enthalten ist das neutrale Ergebnis. Sofern wesentliche Einmaleffekte im Finanzergebnis und bei den Ertragsteuern auftreten, bleiben diese ebenfalls unberücksichtigt. Im Berichtsjahr betrug das nachhaltige Nettoergebnis 3.752 Mio. €. Gegenüber 2009 hat es sich um 6% erhöht. Wir lagen damit leicht über der Prognose vom Februar 2010, die einen Anstieg um ca. 5% vorsah.
Effizienzsteigerungsprogramm: Ziel für 2010 erreicht.Mit unserem 2007 gestarteten Programm zur Effizienzsteigerung kommen wir gut voran. Durch Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung wollen wir zusätzliches Ergebnispotenzial erschließen, und zwar von Jahr zu Jahr mehr. Das Programm zielt u.a. darauf ab, die Leistungsfähigkeit unserer deutschen Strom- und Gasnetzaktivitäten zu erhöhen und damit die Wirkung von Entgeltkürzungen des Netzregulierers auf unser Ergebnis zu begrenzen. Weitere Einsparungen sollen durch Verbesserungen bei den IT-Dienstleistungen und im Einkauf sowie durch die Bündelung von Querschnittsfunktionen erreicht werden. Außerdem streben wir Mehrerlöse durch eine verbesserte technische Verfügbarkeit unseres Kraftwerksparks an. Bis 2009 hatten wir mit dem Programm bereits einen positiven Ergebniseffekt von 450 Mio. € erzielt; Vergleichsjahr ist 2006. Für 2010 hatten wir uns vorgenommen, den Ergebniseffekt auf 700 Mio. € zu steigern. Dieses Ziel haben wir erreicht. Das Effizienzsteigerungsprogramm läuft bis Ende 2012. Bis dahin wollen wir unsere Anstrengungen nochmals verstärken. Beispielsweise haben wir zusätzliche Einsparmöglichkeiten beim Projekt- und Sachaufwand identifiziert. Außerdem wird RWE npower ein neues IT-System einführen, das eine deutliche Senkung der Vertriebskosten erlaubt. Unser Gesamtziel für das Programm bis 2012 können wir daher aufstocken. Ursprünglich wollten wir das jährliche Ergebnisniveau im Zeitraum von 2006 bis 2012 um insgesamt 1,2 Mrd. € verbessern. Nun peilen wir einen Zielwert von 1,4 Mrd. € an.
Sachinvestitionen um 8% über Vorjahresniveau.Im Berichtsjahr haben wir Investitionen in Höhe von 6.643 Mio. € getätigt, gegenüber 15.637 Mio. € im Vorjahr. Der deutliche Rückgang ist den Finanzinvestitionen zuzuordnen: Sie fielen 2010 kaum ins Gewicht, nachdem sie 2009 wegen der Essent-Akquisition noch außergewöhnlich hoch gewesen waren (9.724 Mio. €). Dafür verzeichneten wir ein Plus bei den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die um 8% auf 6.379 Mio. € stiegen. Dazu beigetragen hat die erstmals ganzjährige Einbeziehung der Investitionen von Essent. Trotzdem setzten wir insgesamt etwas weniger Mittel ein als erwartet, u.a. weil sich der Baufortschritt bei Kraftwerksprojekten verzögerte. Im Februar 2010 hatten wir für den Konzern Sachinvestitionen in einer Größenordnung von 7,0 Mrd. € prognostiziert.
In der Position "Sonstige, Konsolidierung" weisen wir für 2010 Investitionen von 423 Mio. € aus, die überwiegend Sachanlagen betrafen. Der Großteil der Mittel wurde von Amprion für die Modernisierung und Erweiterung des Stromtransportnetzes eingesetzt.
1
Umgerechnet in Vollzeitstellen Mitarbeiterzahl geringfügig gestiegen.Am Bilanzstichtag beschäftigte der RWE-Konzern 70.856 Mitarbeiter, davon 41.039 bzw. 58% an deutschen Standorten. Bei der Ermittlung dieser Zahlen wurden Teilzeitstellen nur anteilig berücksichtigt. Gegenüber dem 31. Dezember 2009 hat sich unser Personalstand um 130 Mitarbeiter erhöht. Basis dafür waren operative Veränderungen. Dagegen haben Unternehmenskäufe und -verkäufe per saldo dazu geführt, dass 311 Mitarbeiter den Konzern verließen. Deutliche Verschiebungen ergaben sich zwischen den Unternehmensbereichen, weil wir das Handelsgeschäft und die Windkraftaktivitäten von Essent seit 2010 in den Segmenten Trading/Gas Midstream bzw. Erneuerbare Energien ausweisen. Außerdem wechselten Mitarbeiter der RWE IT zu RWE npower und RWE Supply & Trading. Wie in den Vorjahren haben wir weit über unseren eigenen Bedarf hinaus ausgebildet: Zum 31. Dezember 2010 erlernten 3.079 junge Menschen bei uns einen Beruf. In den Mitarbeiterzahlen sind die Auszubildenden nicht enthalten. Kostensenkung und Effizienzsteigerung im Konzerneinkauf.Für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen ist unser interner Dienstleister RWE Service zuständig. Ausgenommen ist die Beschaffung von Strom, Rohstoffen, Versicherungsleistungen und Kraftwerkskomponenten bei Neubauprojekten. RWE Service stützt sich auf standardisierte Einkaufssysteme und richtet sich an den Grundsätzen der Best Practice aus. Im Geschäftsjahr 2010 konnte das Unternehmen weitere Verbesserungen erzielen. Beispielsweise hat es die Zuständigkeit für nahezu die gesamte Beschaffung von Management-, Personal- und Rechtsberatungen sowie Marketingleistungen übernommen. Außerdem konnten wir die Integration von Essent in den zentralen Einkauf abschließen und haben unsere Standards zu Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit in unserem Lieferantenmanagement weiterentwickelt. Rohstoffe beziehen unsere Erzeugungsgesellschaften entweder direkt am Markt oder über RWE Supply & Trading. Bei Kraftwerkssteinkohle belief sich das Beschaffungsvolumen 2010 auf 16,3 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE), gegenüber 16,2 Mio. Tonnen im Vorjahr. Mit erfasst sind Bezüge für Kraftwerke, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Verträge frei verfügen können. RWE Power hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,2 Mio. Tonnen SKE eingekauft (Vorjahr: 10,5 Mio. Tonnen) und RWE npower 2,2 Mio. Tonnen SKE (Vorjahr: 5,2 Mio. Tonnen). Essent kam auf 1,9 Mio. Tonnen SKE (Vorjahr: 0,5 Mio. Tonnen) und bezog darüber hinaus 0,8 Mio. Tonnen Biomasse (Vorjahr: 0,2 Mio. Tonnen) zur Beifeuerung in Kohlekraftwerken. Der leichte Anstieg der Steinkohlemengen ergibt sich aus der höheren Kraftwerksauslastung in Deutschland und der erstmals ganzjährigen Konsolidierung von Essent. Gegenläufig wirkte, dass RWE npower ihren Bedarf großenteils durch den Abbau von Lagerbeständen deckte. Die in unseren eigenen deutschen Kraftwerken eingesetzte Steinkohle stammt etwa zur Hälfte aus heimischer Förderung. RWE npower lässt sich vor allem aus Russland beliefern, während Essent zwei Drittel der Steinkohle aus Kolumbien bezieht. Die in unseren niederländischen Kohlekraftwerken beigefeuerte Biomasse kommt größtenteils aus Nordamerika. Braunkohle bezieht RWE aus eigenem Tagebau. In unserem Hauptabbaugebiet im Rheinland haben wir im Berichtsjahr 91 Mio. Tonnen gefördert (Vorjahr: 92 Mio. Tonnen). Davon wurden 80 Mio. Tonnen in unseren Kraftwerken verstromt und 11 Mio. Tonnen für Veredelungsprodukte verwendet. Unser Gaseinkauf ist in der RWE Supply & Trading gebündelt. Die Bezugsmengen erreichten 2010 eine Größenordnung von 50 Mrd. m3 . Rund die Hälfte davon entfällt auf langfristige Take-or-Pay-Verträge, deren Konditionen von der Entwicklung der Ölpreise abhängen. Solche Kontrakte haben wir im Wesentlichen mit Gesellschaften in Russland, Norwegen, den Niederlanden und Deutschland. Darüber hinaus kaufen wir Gas an den Großhandelsmärkten TTF (Niederlande) oder NBP (Großbritannien). Etwa 3% unserer Nachfrage decken wir aus eigener Förderung. 1.7 FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEIm Geschäftsjahr 2010 haben wir so viel in Sachanlagen investiert wie nie zuvor - und hohe Ausschüttungen an unsere Aktionäre geleistet. Allein durch unseren operativen Cash Flow hätten wir das nicht finanzieren können. Unsere hohe Bonität erlaubte uns, Fremdkapital zu günstigen Konditionen aufzunehmen. Mit der Platzierung einer Hybridanleihe haben wir zudem ein innovatives Finanzinstrument genutzt. Es war die größte Emission dieses Wertpapiertyps, die jemals von einem europäischen Industrieunternehmen vorgenommen wurde. Zentrale Finanzierung durch RWE AG.Die Finanzierung des RWE-Konzerns liegt in der Verantwortung der RWE AG. Anleihen begibt die Holding i.d.R. nicht selbst, sondern überträgt diese Aufgabe an die niederländische RWE Finance B.V. Andere Tochtergesellschaften nehmen nur in Einzelfällen Kapital direkt auf, und zwar insbesondere dann, wenn die Nutzung lokaler Kredit- und Kapitalmärkte wirtschaftlich vorteilhafter ist. Daneben übernimmt die RWE AG die Koordination, wenn Konzerngesellschaften Haftungsverhältnisse eingehen. Sie entscheidet, in welcher Höhe Garantien oder Patronatserklärungen abgegeben werden. Die Bündelung dieser Aufgaben ist Grundvoraussetzung für eine zentrale Steuerung und Überwachung von Finanzrisiken. Außerdem stärken wir damit unsere Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten, Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden. Hohe finanzielle Flexibilität.Unseren Finanzbedarf decken wir überwiegend mit den hohen und stabilen Mittelzuflüssen aus unserer laufenden Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus steht uns eine Reihe flexibler Finanzierungsinstrumente zur Verfügung. Hervorzuheben ist hier das Debt-Issuance-Programm (DIP), das der langfristigen Refinanzierung am Kapitalmarkt dient. Im Rahmen dieses Programms können wir Anleihen im Gegenwert von insgesamt 30 Mrd. € begeben. Schließlich bietet uns ein Commercial-Paper-Programm Spielraum für die kurzfristige Finanzierung am Geldmarkt von bis zu 5 Mrd. US$. Zum 31. Dezember 2010 standen Commercial Paper von RWE über 0,5 Mrd. € aus. Als zusätzliche Liquiditätsreserve dient uns eine Kreditlinie über 4,0 Mrd. €, die wir im November 2010 abgeschlossen haben. Sie hat eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren und ersetzt zwei Kreditlinien über jeweils 2,0 Mrd. €, die im Oktober 2011 ausgelaufen wären. RWE kann jeweils im November 2011 und 2012 beantragen, dass die Kreditlinie bis November 2016 bzw. 2017 verlängert wird. Weder die genannten Finanzierungsinstrumente noch die laufenden Kreditlinien verpflichten uns, bestimmte Zinszahlungs-, Verschuldungs- oder Mindestkapitalgrenzen zu beachten, bei deren Verletzung wir zur vorzeitigen Rückzahlung, zur Stellung von Sicherheiten oder zu erhöhten Zinszahlungen verpflichtet wären. Ebenso wenig müssen wir ein vorgegebenes Rating einhalten. Fälligkeitsstruktur der Kapitalmarktschulden des RWE-Konzerns (Stand: 31.12.10)Fälligkeitin Mrd. €![]() RWE platziert Hybridanleihe mit Rekordvolumen.Im September haben wir eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 1,75 Mrd. € begeben. Es war die größte und zinsgünstigste Emission dieser Art, die jemals ein Industrieunternehmen in Europa vorgenommen hat. Mit einem Kupon von 4,625% pro Jahr und einem Ausgabekurs von 99,7% stieß das Papier auf reges Anlegerinteresse. Hybridanleihen sind eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung. Im Insolvenzfall werden sie erst nach allen anderen Schuldtiteln bedient. Dafür haben sie i.d.R. einen höheren Kupon als herkömmliche Anleihen. Die Laufzeit des RWE-Hybrids ist theoretisch unbegrenzt. Wir haben allerdings erstmals nach fünf Jahren das Recht zur Rückzahlung. Weitere Informationen zur Hybridanleihe finden Sie im Anhang auf Seite 195. Gesamtvolumen der ausstehenden Anleihen auf 18,1 Mrd. € erhöht.Neben der Hybridanleihe nahmen wir 2010 lediglich zwei kleinere Platzierungen am Kapitalmarkt vor. Darüber hinaus zahlten wir Anleihen im Gesamtvolumen von 0,6 Mrd. € zurück. Zum 31. Dezember 2010 standen - einschließlich der Hybridanleihe - Papiere im Wert von 18,1 Mrd. € aus. Das sind 1,7 Mrd. € mehr als im Vorjahr. Die Anleihen notieren in Euro, britischen Pfund, US-Dollar und japanischen Yen. Zur Steuerung des Währungsrisikos haben wir Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Bezieht man solche Transaktionen mit ein, waren wir zum Jahresende zu 72% in Euro und zu 28% in britischen Pfund verschuldet. Das heißt, ein Fremdwährungsrisiko aus Kapitalmarktschulden in US-Dollar oder Yen besteht nicht. Die Ursprungslaufzeiten unserer Anleihen reichen von zwei bis 30 Jahren. Ihre gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit lag Ende 2010 bei 8,1 Jahren. Die Hybridanleihe ist hier nicht berücksichtigt. Unsere Fälligkeiten im Jahr 2011 betragen 1,5 Mrd. €.
1
Ohne die Hybridanleihe; sie hat eine unendliche Laufzeit. Nettoschulden auf 29,0 Mrd. € gestiegen.Unsere Nettoschulden haben sich im Laufe des Geschäftsjahres 2010 um 3,2 Mrd. € auf 29,0 Mrd. € erhöht. Dazu trugen hauptsächlich die Sachinvestitionen bei, die mit 6,4 Mrd. € ein neues Rekordniveau erreichten. Die Gewinnausschüttungen schlugen mit 2,2 Mrd. € zu Buche. Außerdem sind unsere Rückstellungen für die Entsorgung im Kernenergiebereich um 0,5 Mrd. € gestiegen. Dagegen dämpfte der operative Mittelzufluss den Anstieg der Verbindlichkeiten. Dies gilt auch für die im September begebene Hybridanleihe, denn bei der Ermittlung der Nettoschulden stufen wir die Hälfte des Emissionsvolumens von 1,75 Mrd. € als Eigenkapital ein. Wir folgen damit der Vorgehensweise der Rating-Agenturen. Für unsere Konzernbilanz sind dagegen die International Financial Reporting Standards (IFRS) maßgeblich. Diese schreiben eine vollumfängliche Klassifizierung als Eigenkapital vor.
Sicherung des aktuellen A-Ratings hat hohe Priorität.Bonitätsprüfungen durch unabhängige Rating-Agenturen haben maßgeblichen Einfluss auf die Möglichkeiten eines Unternehmens, sich Fremdkapital zu beschaffen. Je besser die Bewertung, desto leichter der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und desto kostengünstiger die Aufnahme von Fremdmitteln. Daher profitieren wir davon, dass uns die beiden führenden Rating-Agenturen Moody's und Standard & Poor's eine hohe Bonität bescheinigen. Die folgende Tabelle zeigt unsere Kredit-Ratings per Ende Januar 2011:
Verschuldungsfaktor unverändert bei 2,8.Wir steuern unsere Verschuldung anhand von anerkannten Kennziffern. Eine Schlüsselgröße ist das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA, das als "Verschuldungsfaktor" (Leverage Factor) bezeichnet wird. Diese Kennzahl ist aussagekräftiger als die absolute Höhe der Schulden, da sie die Ertragskraft des Unternehmens und damit die Fähigkeit zur Bedienung der Schulden mit einbezieht. Um unser Rating zu sichern, haben wir im Februar 2010 das Ziel ausgegeben, dass sich unser Verschuldungsfaktor an einer Obergrenze von 3,0 orientieren soll. Diese Vorgabe wurde eingehalten: Im zurückliegenden Geschäftsjahr kamen wir - wie bereits 2009 - auf einen Wert von 2,8. Leicht gesunkene Fremdkapitalkosten.Unsere Fremdkapitalkosten lagen 2010 bei 4,9%. Der Wert bezieht sich auf den jahresdurchschnittlichen Bestand ausstehender Anleihen und Commercial Paper unter Berücksichtigung von Zinsderivaten. Hybridkapital bleibt hier außer Betracht. Gegenüber 2009 (5,0%) haben sich unsere Finanzierungskosten etwas verringert. Dazu trugen die im Berichtsjahr begebenen Anleihen bei, die mit 2,7% (inkl. Sicherungsgeschäfte) unterdurchschnittlich verzinst werden.
Operativer Cash Flow um 4 % verbessert.Im Geschäftsjahr 2010 haben wir einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 5.500 Mio. € erwirtschaftet. Wir lagen damit um 4% über dem Vorjahreswert (5.299 Mio. €). Maßgeblich dafür war die gute Ertragslage, während Effekte im Nettoumlaufvermögen gegenläufig wirkten. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf 6.683 Mio. €. Um diesen Betrag überstiegen unsere Ausgaben für Investitionen (inkl. Veränderungen der Geldanlagen) die Einnahmen aus Anlagenabgängen und Unternehmensverkäufen. Aus der Finanzierungstätigkeit erzielten wir trotz hoher Gewinnausschüttungen für das Geschäftsjahr 2009 einen Cash Flow von 638 Mio. €. Wesentlich dazu beigetragen hat die Begebung neuer Anleihen im Gesamtvolumen von 2,1 Mrd. €. Unser Bestand an flüssigen Mitteln ist im Jahresverlauf um 539 Mio. € gesunken. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ergibt den Free Cash Flow. Dieser lag mit -879 Mio. € unter dem bereits negativen Vorjahreswert (-614 Mio. €). Hier spiegelt sich unsere umfangreiche Investitionstätigkeit wider.
1
Inkl. Finanzforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche Bilanzstruktur: Eigenkapitalquote auf 18,7% gestiegen.Der RWE-Konzern wies zum 31. Dezember 2010 eine Bilanzsumme von 93,1 Mrd. € aus. Das sind 0,3 Mrd. € weniger als im Vorjahr. Wesentliche Veränderungen ergaben sich bei den Derivatepositionen: Sie waren auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz um jeweils 3,3 Mrd. € rückläufig. Die Finanzforderungen aus Sicherheitsleistungen (Margins und Collaterals) sanken um 1,3 Mrd. €. Dagegen sind die Sachanlagen wegen unserer umfangreichen Investitionstätigkeit um 3,6 Mrd. € gestiegen. Veränderungen der Stichtagswechselkurse erhöhten die Bilanzsumme um 0,7 Mrd. €. Die Eigenkapitalquote des RWE-Konzerns verbesserte sich im Berichtsjahr von 14,7 auf 18,7%. Das ergibt sich aus der hohen Ertragskraft des Unternehmens und der Emission der Hybridanleihe. Das langfristig gebundene Vermögen war zum Bilanzstichtag in voller Höhe durch Eigenkapital und langfristige Fremdmittel gedeckt. 1.8 ERLÄUTERUNG ZUM JAHRESABSCHLUSS DER RWE AG (HOLDING)Rolle der RWE AG im Konzern.Als Management-Holding des RWE-Konzerns nimmt die RWE AG zentrale Leitungsfunktionen wahr. Ihre wirtschaftliche Lage wird im Wesentlichen von den Aktivitäten der Tochtergesellschaften bestimmt. Jahresabschluss.Die RWE AG stellt ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) auf. Für das zum 31. Dezember 2010 endende Geschäftsjahr wurden erstmals die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) angewendet. Anpassungen der Vorjahreszahlen beziehen sich ausschließlich auf einen geänderten Ausweis eigener Anteile. Der Abschluss wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Er kann bei uns angefordert werden und steht auch im Internet zur Verfügung.
Vermögenslage.Die Vermögenslage der RWE AG ist geprägt durch das Management von Beteiligungen und durch die Wahrnehmung von Leitungsfunktionen für die Konzerngesellschaften. Die Holding hält Anteile an den Konzerngesellschaften und nimmt für sie Finanzierungsfunktionen wahr. Die Darstellung der Vermögenslage hat sich aufgrund neuer Vorschriften des BilMoG geändert. Danach sind Vermögensgegenstände, die der Absicherung von Pensionsverpflichtungen dienen, mit diesen zu saldieren. Im Berichtsjahr waren davon überwiegend Wertpapiere des Anlagevermögens betroffen; das Vermögen reduzierte sich dadurch um 3,0 Mrd. €. Darüber hinaus waren auch die bisher im Umlaufvermögen ausgewiesenen 28,8 Millionen eigenen Aktien mit einem Buchwert von 2,0 Mrd. € direkt vom Eigenkapital abzusetzen; der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst. Unsere im September 2010 begebene Hybridanleihe mit einem Gesamtvolumen von 1,75 Mrd. €, die nach deutschem Handelsrecht dem Fremdkapital zuzurechnen ist, trug wesentlich dazu bei, dass sich die übrigen Verbindlichkeiten erhöhten. Zum 31. Dezember 2010 belief sich die Eigenkapitalquote der RWE AG auf 17,6%. Damit übertraf sie den angepassten Vorjahreswert (16,1%). Die Einstellung in die Gewinnrücklagen betrug 0,7 Mrd. €. Finanzlage.Eine zentrale Aufgabe der RWE AG ist, Finanzmittel für die laufende Geschäftstätigkeit ihrer Tochtergesellschaften zu beschaffen. Zur externen Refinanzierung am Bondmarkt bedient sie sich zumeist der Tochtergesellschaft RWE Finance B.V., die Anleihen unter Garantie der RWE AG begibt. Wie bereits erwähnt, emittierte die RWE AG im zurückliegenden Geschäftsjahr eine Hybridanleihe. Diese hat eine unendliche Laufzeit und ist erstmals nach fünf Jahren durch die RWE AG kündbar. Einschließlich der Hybridanleihe standen zum 31. Dezember 2010 von RWE begebene Anleihen und Commercial Paper in einem Volumen von 18,1 Mrd. € bzw. 0,5 Mrd. € aus. RWE hat 2010 eine neue Rahmenkreditvereinbarung mit mehreren Banken über 4,0 Mrd. € abgeschlossen. Diese hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ersetzt zwei Tranchen über jeweils 2,0 Mrd. €, die im Oktober 2011 ausgelaufen wären. Ertragslage.Die Ertragslage der RWE AG wird wesentlich von den Ergebnissen der Tochtergesellschaften bestimmt. Der Jahresüberschuss 2010 lag leicht über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis aus Finanzanlagen, zu dem vor allem RWE Power sowie Netz- und Vertriebsgesellschaften in Deutschland und Zentralosteuropa beitrugen, ging etwas zurück. Das Zinsergebnis hat sich dagegen verbessert. Dies liegt vor allem daran, dass nach BilMoG Erträge aus Wertpapieren, die der Sicherung von Pensionsverpflichtungen dienen, mit den Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen verrechnet werden. Die Position "Sonstige Erträge und Aufwendungen" hat sich ebenfalls verbessert, insbesondere weil die Ertragsteuerumlagen von Tochterunternehmen höher waren als 2009. Dementsprechend ist der Steueraufwand gegenüber 2009 gestiegen. Aufsichtsrat und Vorstand der RWE AG werden der Hauptversammlung am 20. April 2011 für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von 3,50 € je Aktie vorschlagen. Bezogen auf das nachhaltige Nettoergebnis des Konzerns ergibt sich daraus eine Ausschüttungsquote von 50%. Sie liegt damit am unteren Rand der angestrebten Bandbreite von 50 bis 60%. Bericht zur Übernahmesituation: Angaben nach §§ 315 Abs. 4, 289 Abs. 4 HGB und Bericht des Vorstands nach § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG.Das gezeichnete Kapital der RWE AG besteht unverändert aus 523.405.000 Stück auf den Inhaber lautenden nennbetragslosen Stammaktien (93,1% des gezeichneten Kapitals) und 39.000.000 Stück auf den Inhaber lautenden nennbetragslosen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht (6,9% des gezeichneten Kapitals). Die weiteren Rechte und Pflichten bestimmen sich nach dem Aktiengesetz. Den Inhabern der Vorzugsaktien ohne Stimmrecht steht bei der Verteilung des Bilanzgewinns ein Vorzugsgewinnanteil von 0,13 € je Aktie zu. Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals sowie insbesondere die Ausgestaltung der von RWE ausgegebenen stimmrechtslosen Vorzugsaktien entsprechen den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben. Die RW Energie-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Dortmund, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) am 21. Dezember 2007 mitgeteilt, dass sie zu diesem Zeitpunkt einen Stimmrechtsanteil von 16,089% an der RWE AG gehalten hat. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84 f. AktG in Verbindung mit § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG). Satzungsänderungen werden nach den Bestimmungen der §§ 179 ff. AktG in Verbindung mit § 16 Abs. 6 der Satzung der RWE AG vorgenommen. Nach § 16 Abs. 6 der Satzung werden die Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit und - soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist - mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Damit wurde von der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine andere Kapitalmehrheit für eine Satzungsänderung zu bestimmen als vom Gesetz vorgegeben. Satzungsänderungen, die nur die Fassung, d.h. nur eine Änderung der sprachlichen Form, nicht aber des Inhalts betreffen, können vom Aufsichtsrat beschlossen werden (§ 10 Abs. 9 der Satzung). Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 21. Oktober 2011 Aktien der Gesellschaft, gleich welcher Gattung, im Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb kann sich auf Aktien nur einer Gattung beschränken. Die Unternehmensanteile können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Dabei ist der Einsatz von Put- oder Call-Optionen möglich. Anschließend dürfen die eigenen Aktien eingezogen werden. Wurden Stammaktien zurückerworben, können diese auch im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen auf Dritte übertragen oder in anderer Weise veräußert werden. Eine Veräußerung, die weder über die Börse noch durch ein Angebot an alle Aktionäre erfolgt, ist nur gegen Barzahlung erlaubt. Außerdem darf der Preis den Börsenkurs von Stammaktien gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreiten. Zurückerworbene Stammaktien können auch für die Bedienung von Wandel- und Optionsanleihen eingesetzt werden, die auf der Basis der Beschlüsse der Hauptversammlung vom 22. April 2009 begeben werden. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise, auch in Teilbeträgen, ausgeübt werden. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2009 wurde der Vorstand bis zum 21. April 2014 zur Ausgabe von Options- oder Wandelanleihen ermächtigt; der Gesamtnennwert der Anleihen ist auf 6 Mrd. € begrenzt. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann ausgeschlossen werden, sofern die Anleihen zu einem marktgerechten Preis begeben werden und die neuen Aktien nicht mehr als 10% des Grundkapitals ausmachen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht darüber hinaus ausschließen, um Spitzenbeträge zu vermeiden, die sich aus dem Bezugsverhältnis ergeben würden. Er kann dies auch tun, um die Aktien eventuellen Inhabern früherer Wandel- und Optionsanleihen in dem Umfang anzubieten, wie sie ihnen nach Wandlung bzw. nach Ausübung der Option als Aktionär zustehen würden. Zur Bedienung der Wandlungs- und Optionsrechte besteht gemäß § 4 Abs. 3a und 3b der Satzung ein bedingtes Kapital in Höhe von 143.975.680 €, eingeteilt in 56.240.500 auf den Inhaber lautende Stammaktien. Gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. April 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 287.951.360 € einmalig oder in Teilbeträgen durch Ausgabe neuer Inhaberstammaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, um Spitzenbeträge zu vermeiden, die sich aus dem Bezugsverhältnis ergeben. Es kann zudem ausgeschlossen werden, um Aktien gegen Sacheinlagen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Zweck des Erwerbs von Unternehmensanteilen auszugeben. Schließlich kann das Bezugsrecht im Fall einer Barkapitalerhöhung ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits ausgegebenen Aktien nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag 10% des Grundkapitals nicht überschreitet. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Aktien aus dem genehmigten Kapital sind auf Aktien aus dem bedingten Kapital anzurechnen, soweit sie jeweils unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben werden. Insoweit darf das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien insgesamt um nicht mehr als 20% erhöht werden. Die syndizierte Kreditlinie der RWE AG enthält eine Change-of-Control-Klausel, die im Wesentlichen folgenden Inhalt hat: Im Falle einer Änderung der Kontroll- oder Mehrheitsverhältnisse bei RWE sind weitere Inanspruchnahmen bis auf Weiteres ausgesetzt und die Kreditgeber werden mit uns Verhandlungen über eine Fortführung der Kreditlinie aufnehmen. Sofern innerhalb von 30 Tagen nach einem solchen Kontrollwechsel keine Einigung mit der Mehrheit der Kreditgeber erzielt werden kann, wird die Kreditlinie seitens der Kreditgeber gekündigt. Die nicht nachrangigen RWE-Anleihen enthalten eine Change-of-Control-Klausel mit folgendem wesentlichen Inhalt: Im Fall eines Kontrollwechsels in Verbindung mit einer Absenkung des Kredit-Ratings der RWE AG unter die Kategorie "Investment Grade" haben die Gläubiger das Recht, die Rückzahlung ihrer Schuldverschreibung zu verlangen. Der Rückzahlungsbetrag ist dabei nach Maßgabe der jeweiligen Anleihebedingungen zu ermitteln. Die Hybridanleihe enthält eine Change-of-Control-Klausel, nach der wir im Falle eines Kontrollwechsels innerhalb des definierten Kontrollwechselzeitraums die Hybridanleihe insgesamt kündigen und zurückzahlen dürfen. Wird sie nicht zurückgezahlt und das Kredit-Rating sinkt innerhalb des Kontrollwechselzeitraums unter Investment Grade, steigt der Vergütungssatz für die Hybridanleihe um 500 Basispunkte p.a. Die Vorstandsmitglieder haben im Fall eines Wechsels der Unternehmenskontrolle ein Sonderkündigungsrecht. Bei Ausübung dieses Sonderkündigungsrechts erhalten die Vorstandsmitglieder zur Abgeltung der vereinbarten Vertragsdauer eine Einmalzahlung, die mindestens zwei und maximal drei Jahresgesamtvergütungen entspricht. Dies steht in Einklang mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Dr. Jürgen Großmann wurde das Sonderkündigungsrecht vor Inkrafttreten der Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Jahr 2008 gewährt. Sein Dienstvertrag sieht eine Einmalzahlung vor, die seine bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit anfallenden Bezüge und den anstelle einer Versorgungszusage vertraglich vereinbarten Betrag umfasst. Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle werden außerdem zurückbehaltene Tantiemen des Vorstands vorzeitig bewertet und ggf. ausgezahlt. Hierzu wird der durchschnittliche Bonus-Malus-Faktor der letzten drei Jahre herangezogen. Von ihm hängt ab, ob und in welcher Höhe zurückbehaltene Tantiemen ausgezahlt werden. Der Long-Term Incentive Plan 2005 (Beat) sowie der RWE Performance Share Plan 2010 (Beat 2010) für Vorstand und Führungskräfte der RWE AG und der nachgeordneten verbundenen Unternehmen sehen für den Fall eines Wechsels der Unternehmenskontrolle eine Entschädigungszahlung für sämtliche Inhaber von Performance Shares vor. Die Höhe der Entschädigungszahlung entspricht dem Produkt des im Rahmen der Übernahme für die RWE-Aktien gezahlten Preises und der endgültigen Anzahl der Performance Shares, die den jeweiligen Planbedingungen entsprechend auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots ermittelt wird. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, das genehmigte Kapital, die Klausel für den Fall des Kontrollwechsels in der syndizierten Kreditlinie und den RWE-Anleihen sowie die Regelungen für den Fall eines Wechsels der Unternehmenskontrolle in den Verträgen der Vorstandsmitglieder sowie im Long-Term Incentive Plan 2005 (Beat) und im RWE Performance Share Plan 2010 (Beat 2010) entsprechen allgemein üblichen Standards bei deutschen kapitalmarktorientierten Unternehmen. 1.9 INNOVATIONEffizient, klimafreundlich und intelligent - so stellen wir uns die Energieversorgung der Zukunft vor. Mit umfassender Forschungs- und Entwicklungsarbeit tragen wir dazu bei, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Fortschritt beim Klimaschutz darf aber nicht mit Rückschritt bei Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit erkauft werden. Wir konzentrieren uns daher auf Lösungen, die im umfassenden Sinne nachhaltig sind: angefangen bei der Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff über neue Stromspeichertechnologien bis hin zur Elektromobilität. Forschung und Entwicklung: Aufwand um 35 % gesteigert.Unsere Forschung und Entwicklung (F&E) zielt darauf ab, Lösungen für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung zu entwickeln und dadurch unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Wir setzen hierbei in hohem Maße auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus Anlagenbau, chemischer Industrie und Forschungseinrichtungen. Unser Aktionsradius ist somit größer, als es die folgenden Zahlen vermuten lassen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir 149 Mio. € für F&E aufgewendet; das sind 39 Mio. € mehr als im Vorjahr. Der Anstieg beruht auch darauf, dass wir Essent und damit die F&E-Tätigkeit des Unternehmens erstmals ganzjährig im Jahresabschluss berücksichtigt haben. Von unseren Mitarbeitern waren 360 ausschließlich oder teilweise mit F&E-Aufgaben befasst.
Kohlendioxid - vom Schadstoff zum Rohstoff.Wie können wir die Verstromung fossiler Energieträger - vor allem von Kohle - mit dem Ziel des Klimaschutzes in Einklang bringen? Eine Antwort darauf bieten Technologien, die verhindern, dass Kohlendioxid aus dem Kraftwerk in die Atmosphäre gelangt. Dazu muss das CO2 zunächst einmal isoliert werden. Hier kommen mehrere Verfahren in Betracht. Die am weitesten fortgeschrittene Technologie ist die Abscheidung des Kohlendioxids aus dem Rauchgas, das bei der Verbrennung von Kohle oder Gas entsteht; man spricht hier von "CO2 -Wäsche". Zu ihrer Erprobung haben wir am Standort Niederaußem eine Pilotanlage gebaut. Seit 2009 testen wir dort gemeinsam mit BASF und Linde neue "CO2 -Waschmittel" für den großtechnischen Einsatz. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Im Vergleich zu den heute gebräuchlichen Substanzen erfordern die neuen Lösungsmittel bei der Kohlendioxid-Abtrennung einen bis zu 20% geringeren Energieeinsatz. Zudem konnten wir nachweisen, dass sie über mehrere Waschzyklen hinweg haltbar sind. Weitere Waschmittel wollen wir in einer zweiten Pilotanlage am britischen Standort Aberthaw testen. Dort laufen die Bauvorbereitungen. Unser Ziel ist, die CO2 -Wäsche spätestens ab 2020 kommerziell nutzen zu können. Mit der Abtrennung des Kohlendioxids ist aber nur ein erster Schritt getan. Darüber hinaus muss das Gas dauerhaft von der Atmosphäre ferngehalten werden, etwa durch Einlagerung in Gesteinsformationen tief unter der Erdoberfläche. Derzeit prüfen wir Möglichkeiten zur Abtrennung und Speicherung von CO2 im niederländischen Eemshaven, wo wir einen Steinkohle-Doppelblock mit 1.560 MW Gesamtleistung bauen. Wir könnten ihn um eine Demonstrationsanlage zur CO2 -Abscheidung ergänzen - vorausgesetzt, wir erhalten Unterstützung aus einem EU-Förderprogramm. In Deutschland fehlen dagegen nach wie vor die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die unterirdische Speicherung von CO2 . Außerdem hat sich gezeigt, dass sie bei der Bevölkerung vor Ort auf Widerstand stößt. Vor diesem Hintergrund gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir erforschen, wie man in Zeiten knapper werdender Ressourcen aus einem schädlichen Treibhausgas einen wertvollen Rohstoff machen kann - auch wenn das Potenzial zur Emissionsreduktion hier wesentlich geringer ist als bei der Speicherung. Im Zentrum unserer Überlegungen steht die Frage, wie das CO2 als Kohlenstoffbaustein in der Biotechnologie, Chemie und Biologie eingesetzt werden kann. Ihr widmen sich gleich drei Kooperationsprojekte, die wir 2010 auf den Weg gebracht haben. Ein erstes Vorhaben startete RWE Power im Januar mit dem hessischen Unternehmen BRAIN; hier geht es darum, CO2 unter Zuhilfenahme von Mikroorganismen in Biomasse, Bio-Kunststoffe und chemische Zwischenprodukte umzuwandeln. BRAIN ist führend auf dem Gebiet der sogenannten "weißen Biotechnologie", d.h. der Nutzung biotechnologischer Verfahren für die industrielle Produktion. Ein zweites Projekt hat RWE Power im Juni 2010 zusammen mit Bayer und dem Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der RWTH Aachen ins Leben gerufen. Hier untersuchen wir, wie sich aus CO2 Kunststoffe herstellen lassen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Oktober schließlich haben wir ein drittes Forschungsprojekt begonnen. Es trägt den Titel "CO2 RRECT". Die Idee: Experten von RWE, Bayer, Siemens sowie mehreren Hochschulen und Forschungseinrichtungen nutzen Strom aus regenerativen Energiequellen, um aus Wasser per Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. In einem zweiten Schritt wird der Wasserstoff mit CO2 in Verbindung gebracht. Das Ergebnis sind chemische Zwischenprodukte wie Kohlenmonoxid oder Ameisensäure. CO2 kann so als Ausgangsstoff für Alltagsprodukte wie CDs verwendet werden. Auch dieses Projekt wird vom BMBF gefördert. Höhere Wirkungsgrade in der Braunkohleverstromung.Ein gravierender Nachteil der Abtrennung von CO2 besteht darin, dass sie zu Effizienzverlusten bei der Stromerzeugung führt. Umso wichtiger ist es, dass wir kontinuierlich an einer Steigerung der Wirkungsgrade unserer Kraftwerke arbeiten. Ein Meilenstein auf diesem Weg ist unsere 2009 in Betrieb genommene Demonstrationsanlage am Standort Niederaußem, mit der wir Braunkohle vor dem Verbrennungsprozess trocknen. Das hier eingesetzte Verfahren - Wirbelschichttrocknung mit integrierter Abwärmenutzung (WTA) - steigert den Wirkungsgrad in der Braunkohleverstromung um bis zu 10%. RWE hat diese Technik entwickelt und patentieren lassen. Nachdem wir bereits 2009 eine Lizenz für den Einsatz des Verfahrens für ein australisches Projekt vergeben haben, darf die WTA-Technologie seit 2010 auch von der Linde-KCA-Dresden GmbH und der Uhde Services GmbH genutzt werden. Wir wollen sie weltweit vermarkten und so dazu beitragen, dass auch die Braunkohlekraftwerke anderer Unternehmen effizienter und emissionsärmer werden. Energie aus der Kraft des Meeres.Unsere F&E-Tätigkeit auf dem Gebiet der Stromerzeugung schließt auch die erneuerbaren Energien ein. Hier verfolgen wir vielfältige Ansätze, u.a. die Energiegewinnung aus dem Meer. Im Juni 2010 haben RWE Innogy und Voith Hydro beschlossen, ein Gezeitenkraftwerk in den Gewässern der Orkneyinseln (Schottland) zu bauen. Dort wird das Gemeinschaftsunternehmen Voith Hydro Ocean Current Technologies eine Meeresströmungsturbine mit einer Leistung von 1 MW installieren. Geplant ist ein zweijähriger Test, durch den wir wichtige Erkenntnisse über den Betrieb solcher Anlagen gewinnen wollen. Neue Wege zur Nutzung erneuerbarer Energien ebnen wir auch dadurch, dass wir andere bei der Verwirklichung ihrer Ideen finanziell unterstützen. Über unsere im Oktober 2010 gegründete Tochtergesellschaft Innogy Venture Capital GmbH beteiligen wir uns an jungen Unternehmen, die an der Umsetzung erfolgversprechender Technologien arbeiten. RWE plant hoch effizienten Druckluftspeicher.Mit der stark wachsenden Zahl von Windkraft- und Solaranlagen werden die Stromeinspeisungen ins Netz zunehmend von den Wetterverhältnissen beeinflusst. Das Stromangebot muss aber stets der Nachfrage entsprechen, damit die Netzspannung stabil bleibt. Hier die Balance zu schaffen, wird eine immer anspruchsvollere Aufgabe, die ohne neue Stromspeicher-Technologien kaum zu bewältigen ist. Vor diesem Hintergrund hat sich RWE Power im Januar 2010 mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik sowie den Unternehmen General Electric und Züblin zusammengetan, um zentrale Komponenten für einen neuartigen Druckluftspeicher zu entwickeln. Sollten wir dabei erfolgreich sein, wäre unser nächster Schritt der Bau einer Demonstrationsanlage in Staßfurt (Sachsen-Anhalt). Bei einem Druckluftspeicher wird Luft in Zeiten eines hohen Stromangebots in unterirdische Kavernen gepresst und später - z.B. bei steigendem Strombedarf - zur Erzeugung von Elektrizität genutzt. Geplant ist eine Demonstrationsanlage, die über eine Speicherkapazität von 1.000 MWh und eine elektrische Leistung von bis zu 200 MW verfügt. Ihr Wirkungsgrad soll 70% erreichen. Wir wollen dies schaffen, indem wir die Wärme, die bei der Kompression entsteht, auffangen und in den Energiekreislauf der Anlage zurückführen. Es wäre die erste großtechnische Anwendung dieses Verfahrens weltweit. RWE erforscht die intelligente Vernetzung dezentraler Stromquellen.In der Energiewelt von gestern waren es fast ausschließlich Großkraftwerke, die ihren Strom ins Netz einspeisten, während sich die Rolle der Haushalte auf die des Verbrauchers beschränkte. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt: Immer mehr Haushalte verfügen über eine Photovoltaikanlage und speisen Strom ins Netz ein. Besonders für die Betreiber von Mittel- und Niederspannungsnetzen bedeutet das zusätzlichen Koordinationsaufwand. In der Energiewelt von morgen kommt daher den sogenannten Smart Grids eine Schlüsselrolle zu. Netze dieser Art verfügen über neue Steuer- und Regelungstechniken, die es ermöglichen, sie effektiver auszulasten. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir den Startschuss für den Aufbau eines solchen intelligenten Netzes im Eifelkreis Bitburg/Prüm gegeben. Das Vorhaben wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Umgesetzt wird es von einem Konsortium mit der RWE Deutschland AG an der Spitze, dem darüber hinaus die Unternehmen ABB und Consentec sowie die Technische Universität Dortmund angehören. Ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft ist die informationstechnische Vernetzung kleiner, dezentraler Stromerzeuger und -verbraucher. Mit dem von der EU geförderten Demonstrationsprojekt "Power-Matching City Hoogkerk" (Niederlande) testen wir die technischen Voraussetzungen und kommerziellen Auswirkungen solcher Netzwerke. Beispielsweise können die Kunden anhand aktueller Preisinformationen entscheiden, wann sie ihre Waschmaschine oder Wärmepumpe einschalten. Ergebnis: Die Stromnachfrage richtet sich stärker am Angebot aus. Das reduziert die Kosten und entlastet das Netz. Zusätzlich testen wir ein neuartiges Steuerungsprogramm, das die Entscheidungen über den Energieeinsatz automatisch und somit komfortabel für den Kunden trifft. Laden statt Tanken - die Mobilität der Zukunft.Neben intelligenten Netzen sind auch Elektroautos fester Bestandteil der Energiewelt von morgen. Schon heute sieht man sie vereinzelt auf deutschen Straßen - nicht selten mit dem Logo von RWE. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen. Dieses Vorhaben unterstützen wir, indem wir ein Netz von Ladestationen mit komfortablem Abrechnungssystem aufbauen und stetig weiterentwickeln. Ergänzend erforschen wir seit Juli 2010 gemeinsam mit unseren Partnern Renault, RWTH Aachen und Aachener Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH, wie gut sich Elektroautos für Berufspendler eignen. Wir untersuchen, wie das spezifische Fahrverhalten bei Kurzstrecken das Leistungsvermögen des Fahrzeugs beeinflusst. Neben technischen Aspekten wollen wir mit unserer Studie auch die Kundenakzeptanz analysieren und Ideen für neue Produkte entwickeln. Auch hier haben wir die Unterstützung der Politik: Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert. 1.10 ENTWICKLUNG DER RISIKEN UND CHANCEDer Energiesektor gilt traditionell als krisenfeste Branche. Dennoch sind im vergangenen Jahr auch hier die Risiken gestiegen. Unsichere politische Rahmenbedingungen, sich wandelnde Marktstrukturen und schwankende Strom- und Brennstoffpreise stellen uns vor unternehmerische Herausforderungen. Ein professionelles Risikomanagement ist damit wichtiger denn je. Risiken systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu steuern ist für uns ein Kernelement solider Unternehmensführung. Ebenso entscheidend ist es, Chancen zu identifizieren - und zu nutzen. Organisation des Risikomanagements im RWE-Konzern.Die Gesamtverantwortung für das konzernübergreifende Risikomanagementsystem trägt der Vorstand der RWE AG. Er legt Regeln und Mindeststandards fest und definiert Obergrenzen für die aggregierten Markt- und Kreditrisiken. Zudem entscheidet er über Transaktionen, die erhebliche Risiken mit sich bringen können. Im Zuge von Umstrukturierungen im RWE-Konzern haben wir auch die Organisation des Risikomanagements weiterentwickelt. Der Bereich Controlling/Organisationseffizienz im Ressort des Finanzvorstands trägt seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 die übergreifende Verantwortung für die Kontrolle, Steuerung und Koordination des Risikomanagementsystems. Diese Organisationseinheit berichtet dem Vorstand und dem Risikomanagement-Ausschuss regelmäßig über die Risikolage des Konzerns. Dem Risikomanagement-Ausschuss obliegt die Überwachung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Er setzt sich aus den Leitern folgender Bereiche der RWE AG zusammen: Commodity Management, Compliance, Controlling/Organisationseffizienz, Finanzen, Rechnungswesen, Recht/Organangelegenheiten, Revision und Strategie. Den Vorsitz hat der Leiter des Bereichs Controlling/Organisationseffizienz. Darüber hinaus sind folgende Organisationseinheiten mit zentralen Risikomanagement-Aufgaben betraut: Die Steuerung von Commodity-Positionen obliegt dem im Januar 2011 geschaffenen Bereich Commodity Management. Dieser ist dem Vorstandsressort "Kommerzielle Steuerung" zugeordnet. In einem vom Vorstand vorgegebenen Rahmen erteilt er die Genehmigung für Absicherungsstrategien und größere Commodity-Transaktionen. Außerdem leitet er aus den vom Vorstand vorgegebenen Risiko-Obergrenzen Limite für Commodity-Risiken der operativen Gesellschaften ab. Zuständig für die Beobachtung und Überwachung von Commodity-Risiken ist der Finanzvorstand der RWE AG. Er wird dabei von den Finanzvorständen und den für den Finanzbereich zuständigen Geschäftsführern unserer wichtigsten Konzerngesellschaften unterstützt. Die zum Bereich Controlling/ Organisationseffizienz gehörende Abteilung Risikocontrolling macht konzernweite Vorgaben zur Risikomessung, überwacht Commodity-Risiken und berichtet darüber an den Vorstand. Damit stellen wir sicher, dass diese für uns zentralen Risiken eng überwacht und dass Richtlinien konzernweit einheitlich umgesetzt werden. Um die Steuerung von Kreditrisiken des RWE-Konzerns kümmert sich die Abteilung Credit Risk Controlling, die ebenfalls im Bereich Controlling/Organisationseffizienz angesiedelt ist. Für das operative Management finanzwirtschaftlicher Risiken ist auf der Ebene der RWE AG die zum Bereich Finanzen gehörende Organisationseinheit Finanzcontrolling zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Berichterstattung über Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken. Über die strategischen Leitlinien für die Verwaltung unserer Finanzanlagen (einschließlich der Mittel des RWE Pensionstreuhand e.V. und der RWE Pensionsfonds AG) bestimmt das Asset-Management-Komitee. Dabei wägt es Ertragschancen und -Risiken gegeneinander ab, trifft eine Auswahl geeigneter Anlagekategorien (Anleihen, Aktien etc.) und entscheidet darüber, wie die Mittel auf sie verteilt werden. Mitglieder des Asset-Management-Komitees sind der Finanzvorstand der RWE AG, der Leiter Konzernfinanzen sowie die Finanzvorstände von RWE Power, RWE Dea, RWE npower, Lechwerke, enviaM und Süwag. Risiken innerhalb der Finanzberichterstattung überwacht das Konzernrechnungswesen der RWE AG. Dieser Bereich ist ebenfalls dem Finanzvorstand unterstellt. Er bedient sich eines internen Kontrollsystems, das wir auf Seite 125 f. ausführlich darstellen. Darüber hinaus kümmert sich der Bereich Compliance schwerpunktmäßig darum, dass die Vorgaben des RWE-Verhaltenskodex eingehalten und Korruptionsrisiken vermieden werden. Er berichtet an den Vorstandsvorsitzenden der RWE AG oder - sollten Mitglieder des Vorstands betroffen sein - direkt an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats. Unter fachlicher Führung der genannten Bereiche sorgen unsere Konzerngesellschaften dafür, dass die Risikomanagement-Richtlinien konzernweit umgesetzt werden. Risikomanagement als kontinuierlicher Prozess.Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Vorgang in unseren betrieblichen Abläufe integriert. Risiken und Chancen - definiert als negative bzw. positive Abweichungen von Planwerten - werden bei RWE frühzeitig identifiziert und klassifiziert. Wir bewerten Risiken anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Schadenshöhe und fassen sie auf Ebene der Konzerngesellschaften bzw. des Konzerns zusammen. Die Risikobetrachtung erstreckt sich auf den Drei-Jahres-Zeitraum unserer Mittelfristplanung. Sie kann bei wesentlichen strategischen Risiken jedoch auch darüber hinausreichen. Haben mehrere Risiken die gleiche Ursache, werden sie zu einer Position zusammengefasst. Lässt sich ein Risiko verringern, wird das Restrisiko unter Nennung der bereits getroffenen Gegenmaßnahmen angegeben. Die mögliche Schadenshöhe stellen wir dem betrieblichen Ergebnis und dem Eigenkapital der jeweiligen Unternehmenseinheit sowie des Konzerns gegenüber. Mittels einer Risikomatrix werden die jeweiligen Risiken damit in Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzielle Schadenshöhe sichtbar. Daraus kann u.a. abgeleitet werden, inwiefern Handlungsbedarf für einzelne Risiken besteht. Risiken mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit oder Schadenshöhe begrenzen wir durch operative Maßnahmen. Gegebenenfalls berücksichtigen wir sie durch bilanzielle Vorsorgen, z.B. Rückstellungen. Chancen bewerten und steuern wir im Zuge der turnusmäßigen Planung. Über unsere Risiken und Chancen berichten wir den Führungs- und Aufsichtsgremien quartalsweise in standardisierter Form. Über unvorhergesehene wesentliche Veränderungen der Risikosituation wird der Vorstand der RWE AG unverzüglich in Kenntnis gesetzt. Unsere Konzernrevision begutachtet in regelmäßigen Abständen die Qualität und Funktionsfähigkeit unseres Risikomanagementsystems. Dennoch können wir nicht mit letzter Sicherheit garantieren, dass alle relevanten Risiken erkannt werden und die Kontrollen funktionieren. Menschliches Fehlverhalten etwa lässt sich nie ganz ausschließen. Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung.Als Energie-versorger ist RWE in besonderem Maße auf verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Allerdings sind diese zuletzt unsicherer geworden, wie die Einführung der deutschen Kernbrennstoffsteuer zeigt. Defizitäre Staatshaushalte verstärken in zahlreichen europäischen Ländern den Druck auf die Regierungen, standortgebundenen Unternehmen wie Energieversorgern neue Lasten aufzubürden. Erhebliche Unsicherheiten bestehen auch im Zusammenhang mit der vom Bundestag beschlossenen Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken. Hier müssen noch wichtige Details geklärt werden, die die Rentabilität des Weiterbetriebs unserer Anlagen maßgeblich beeinflussen. Unsicher ist zudem, ob die Laufzeitverlängerung Bestand hat. Neben der Energiepolitik hat insbesondere die Entwicklung von Angebot und Nachfrage an den Strom- und Gasmärkten Auswirkungen auf unsere Ertragskraft. Dabei kommen konjunkturelle Einflüsse zum Tragen, aber auch Veränderungen der Marktstrukturen. Beispielsweise verdrängt der fortgesetzte Zubau von Wind- und Solarstromanlagen die konventionelle Erzeugung. Veränderungen der Brennstoffpreise können erhebliche Auswirkungen auf die Ertragslage haben, sofern sich die Stromnotierungen nicht entsprechend mitbewegen. Kurzfristige Marktpreisrisiken begrenzen wir, indem wir Strom bis zu drei Jahre vor seiner Lieferung verkaufen und die für seine Erzeugung benötigten Brennstoffe und Emissionszertifikate grundsätzlich zeitgleich preislich absichern. Auch im Gasgeschäft sichern wir uns über Terminverkäufe ab. In diesem Zusammenhang bestehen Risiken, weil wir Gas u.a. auf Basis ölpreisgebundener Langfristverträge beziehen und sich der Marktpreis von Gas seit Mitte 2009 vom Ölpreis gelöst hat. Wir kaufen Gas teilweise teurer ein, als wir es absetzen können. Um bessere Bezugskonditionen zu erreichen, sind wir in Revisionsverhandlungen mit unseren Gaslieferanten eingetreten. Ihr Ausgang ist ungewiss. Trotz dieser und weiterer Unwägbarkeiten sind gegenwärtig keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der RWE AG oder des RWE-Konzerns gefährden. Wichtige Risiko- und Chancenkategorien.Nachfolgend werden Risiken und Chancen erläutert, die erheblichen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Sie lassen sich in die folgenden Kategorien gliedern, von denen wir den drei erstgenannten zurzeit besondere Bedeutung beimessen:
Als Versorger planen wir unsere Investitionen für einen Zeitraum, der Jahrzehnte umfasst. Wir sind daher in besonderem Maße auf verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Hier existieren jedoch erhebliche Unsicherheiten. Dies betrifft vor allem die Nutzung der Kernenergie in Deutschland: Wie bereits erläutert, hat die neue deutsche Kernbrennstoffsteuer erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ergebnis-, Finanz- und Investitionsplanung. Wir halten die rechtliche Zulässigkeit einer solchen Abgabe allerdings bereits im Grundsatz für fraglich. Massive Unsicherheiten bestehen im Zusammenhang mit der vom Bundestag beschlossenen Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken. So ist offen, welche zusätzlichen Sicherheitsvorgaben für den Anlagenbetrieb gemacht werden und wie hoch die dadurch erforderlichen Investitionen sein werden. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die Laufzeitverlängerung wieder rückgängig gemacht wird, etwa weil sich herausstellt, dass der Bundesrat hätte zustimmen müssen, oder weil spätere Bundesregierungen sie ablehnen. Einige Oppositionsparteien und Bundesländer haben bereits angekündigt, gegen die Laufzeitverlängerung vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. Beim Bau und Betrieb von Produktionsanlagen sind wir genehmigungsrechtlichen Risiken ausgesetzt. In besonderer Weise betrifft dies unsere Tagebaue und Kraftwerke. Wird ihr laufender Betrieb ausgesetzt oder beeinträchtigt, kann es zu erheblichen Produktions- und Erlöseinbußen kommen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass uns bei Neubauprojekten die erforderlichen Genehmigungen verspätet oder gar nicht erteilt werden oder dass man uns bereits erteilte Genehmigungen wieder entzieht. Je nach Baufortschritt und vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Zulieferern kann dies zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Dem beugen wir durch sorgfältige Vorbereitung und Begleitung unserer Genehmigungsanträge so weit wie möglich vor. Risiken ergeben sich ferner aus der kartellrechtlichen Preismissbrauchsaufsicht, deren gesetzlicher Rahmen Ende 2007 verschärft worden ist. Im Frühjahr 2009 gestartete Untersuchungen des Bundeskartellamts zum Stromgroßhandel wurden inzwischen eingestellt, ohne dass Verstöße gegen das Kartellrecht festgestellt worden sind. Derzeit gibt es auf nationaler und europäischer Ebene Gesetzesinitiativen, die auf eine fortlaufende Überwachung der Stromerzeugung und des Stromgroßhandels abzielen und neue Transparenzpflichten für die Unternehmen mit sich bringen könnten. Weiterhin ist die seit 2009 geltende Anreizregulierung unserer deutschen Strom- und Gasnetzgesellschaften mit Ergebnisrisiken verbunden. Unklarheiten bestehen insbesondere bei der Anerkennung von Kosten und Effizienzwerten für die zweite Regulierungsperiode. Unabhängig davon ist aber auch eine Verbesserung der Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital erforderlich. Darüber hinaus sind die Einflüsse weiterer Faktoren zur Ermittlung der Erlöse noch nicht abschließend festgelegt.
Bericht zum internen Kontroll- und Risikomanagement-System: Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 und § 289 Abs. 5 HGB.In der Finanzberichterstattung besteht das Risiko, dass die Jahres- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Unser rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (IKS) zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Es erstreckt sich auf die Finanzberichterstattung im gesamten RWE-Konzern. So können wir mit hinreichender Sicherheit gewährleisten, dass ein den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Jahres- und Konzernabschluss erstellt wird. Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation unseres Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesses. Eine der Kernfunktionen dieses Prozesses ist die Steuerung des Konzerns und seiner operativen Einheiten. Ausgangspunkt sind dabei die Zielvorgaben des Vorstands der RWE AG. Aus ihnen und aus unseren Erwartungen in Hinblick auf die operative Geschäftsentwicklung erarbeiten wir einmal im Jahr unsere Mittelfristplanung. Diese umfasst Budgetwerte für das jeweils bevorstehende Geschäftsjahr und Planzahlen für die Folgejahre. Für laufende Geschäftsjahre erstellen wir Prognosen, die am Budget anknüpfen. Der Vorstand der RWE AG und die Vorstände der wichtigsten Tochtergesellschaften kommen vierteljährlich zusammen, um Quartals- und Jahresabschlüsse auszuwerten und die Prognosen zu aktualisieren. Die Buchführung erfolgt zumeist dezentral; mitunter wird diese Funktion auch von Konzerngesellschaften für ihre Tochterunternehmen wahrgenommen. Bestimmte Verarbeitungsprozesse, z.B. die Personalabrechnung, sind bei internen Dienstleistern wie der RWE Service GmbH gebündelt oder unterliegen zumindest konzerneinheitlich definierten Qualitätsstandards. In ihrer Holding-Funktion nimmt die RWE AG zentrale Aufgaben auf dem Gebiet der Rechnungslegung wahr. Dabei handelt es sich u.a. um die Konsolidierung, die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen in Deutschland und die Prüfung der Werthaltigkeit bilanzierter Firmenwerte. Ebenfalls der RWE AG zugeordnet sind Aufgaben, die die Verwaltung und Überwachung von Finanzinstrumenten, den Zahlungsverkehr, die Geldanlagen und die Organschaftsabrechnung betreffen. Teilweise werden dafür externe Dienstleister hinzugezogen. Im Rahmen der externen Berichterstattung zum Halbjahr und zum Gesamtjahr haben die Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstände bzw. die Geschäftsführer wichtiger Tochtergesellschaften sowie ausgewählte Bereichsleiter der RWE AG einen internen Bilanzeid zu leisten. Erst wenn dies geschehen ist, legen die Mitglieder des Vorstands der RWE AG zum Halbjahr und zum Gesamtjahr einen externen Bilanzeid ab und unterzeichnen die Versicherung der gesetzlichen Vertreter. Sie bestätigen damit, dass die vorgeschriebenen Rechnungslegungsstandards und die Bilanzierungsrichtlinien des RWEKonzerns eingehalten wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Unsere Abschlüsse erstellen wir mithilfe eines konzernweiten Berichterstattungssystems, das wir auch für die Aufstellung der Budgets und Prognosen nutzen. Alle vollkonsolidierten Tochtergesellschaften bedienen sich dieses Systems. Es bildet die Basis für einen standardisierten Datenmeldeprozess im Konzern. Die Finanzbuchhaltungssysteme werden größtenteils von der RWE IT GmbH unterhalten. Wir identifizieren Risiken der Finanzberichterstattung auf Ebene der Unternehmensbereiche anhand quantitativer, qualitativer und prozessbezogener Kriterien. Fundament des IKS sind unsere allgemein verbindlichen Richtlinien und ethischen Werte, die auch im RWE-Verhaltenskodex ihren Niederschlag finden. Darauf aufbauend stellen Mindestanforderungen an die wesentlichen Verarbeitungsprozesse eine integre Datenerhebung und -verwaltung sicher. Risiken bei einzelnen Bilanzpositionen infolge subjektiver Ermessensspielräume oder komplexer Transaktionen werden in einer konzernübergreifenden Risiko- und Kontrollmatrix erfasst. Einmal im Jahr erbringen wir den Nachweis, dass die notwendigen Kontrollen tatsächlich stattfanden und korrekt vorgenommen wurden. Dies geschieht durch die interne Revision, externe Wirtschaftsprüfer oder das für die Durchführung der Kontrollen verantwortliche Management. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich in seinen Sitzungen regelmäßig mit der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen IKS. Einmal im Jahr legt ihm der Finanzvorstand der RWE AG die Risiken der Finanzberichterstattung dar. Dabei erläutert er auch, welche Kontrollmaßnahmen ergriffen wurden und wie die korrekte Durchführung der Kontrollen geprüft wurde. Unsere Konzernrevision ist zertifiziert nach den "Internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision" des Institute of Internal Auditors (IIA). Organisatorisch und disziplinarisch ist sie direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB.Der Vorstand der RWE Aktiengesellschaft hat mit Datum vom 11. Februar 2011 eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB abgegeben und diese auf der Internetseite der RWE unter www.rwe.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-par-289a-HGB veröffentlicht. 1.11 AUSBLICK 2011Während sich die Konjunktur weiter erholt, werden die Rahmenbedingungen unseres Geschäfts schwieriger. Die neue Kernbrennstoffsteuer in Deutschland und die ungünstige Entwicklung der Strom- und Gaspreise führen 2011 zu massiven Belastungen. Wir rechnen damit, dass unser betriebliches Ergebnis ca. 20% hinter dem Rekordniveau von 2010 zurückbleiben wird. Mit Investitionskürzungen, Desinvestitionen und verstärkten Kostensenkungen wollen wir unsere Finanz- und Ertragskraft stabilisieren. Dennoch fällt auch unsere mittelfristige Ergebnisprognose verhalten aus. Weltwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs.Nach ersten Prognosen wird die globale Wirtschaftsleistung 2011 um mehr als 3% steigen. Konjunkturlokomotive bleibt China; allerdings dürfte sich das Wachstum dort leicht abschwächen, weil die Regierung zuletzt eine weniger expansive Geld- und Fiskalpolitik verfolgte. Im Euro-Raum werden Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatshaushalte den Aufschwung dämpfen. Andererseits ist wegen einer höheren Auslastung der Industriekapazität mit verstärkter Investitionstätigkeit zu rechnen. Das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone könnte nahe der Vorjahresmarke (1,7%) liegen. Etwas besser fällt die Konjunkturprognose für Deutschland aus: Der Sachverständigenrat hält mehr als 2 % für möglich. Damit würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2008 wieder erreicht. Neben den traditionellen Triebkräften wird auch der private Konsum das deutsche Wachstum stützen. Dies ergibt sich aus der erfreulichen Beschäftigungsentwicklung und den gestiegenen verfügbaren Einkommen. Etwas zurückhaltender fallen die Prognosen für die Niederlande und Belgien aus: Das Wachstum liegt hier voraussichtlich bei 1,5%. Gleiches gilt für Großbritannien: Dort dürften von der Regierung erlassene Sparprogramme und eine Erhöhung der Umsatzsteuer den privaten Verbrauch dämpfen. Erste Schätzungen für unsere zentralosteuropäischen Kernmärkte deuten auf eine weitere Erholung hin: Polen und Tschechien können Wachstumsraten von über 3% erreichen. In Ungarn wird sich das momentan schwache Expansionstempo voraussichtlich etwas erhöhen. Konjunktur wirkt sich positiv auf Energieverbrauch aus.Die Entwicklung des Energieverbrauchs dürfte auch 2011 von positiven Konjunktureffekten begünstigt sein. Für Deutschland erwarten wir, dass sich das Produktionswachstum der energieintensiven Branchen im einstelligen Prozentbereich normalisiert. Die Stromnachfrage wird bei stabilem Bedarf in den anderen Verbrauchssektoren voraussichtlich leicht anziehen. In Großbritannien war sie wegen Fortschritten auf dem Gebiet der Energieeffizienz bereits vor der Wirtschaftskrise leicht rückläufig. Selbst bei steigender Industrieproduktion dürfte sie 2011 kaum über das Vorjahresniveau hinauskommen. Für die Niederlande fällt unsere Prognose ähnlich aus. Der Stromverbrauch in unseren zentralosteuropäischen Märkten könnte sich dagegen um über 2 % erhöhen. Wegen der dynamischen Wirtschaftsentwicklung in diesen Ländern wird er wohl auch in den Folgejahren deutlich steigen. Da die Nachfrage bei Gas stärker von den Temperaturen abhängt als bei Strom, unterliegt sie größeren Schwankungen und ist schwerer zu prognostizieren. Klammert man mögliche Witterungseffekte aus, dürfte sich der deutsche Gasverbrauch in der Nähe des Vorjahresniveaus bewegen. Einerseits sind weiterhin leichte Konjunkturimpulse zu erwarten; andererseits könnte der fortgesetzte Ausbau der erneuerbaren Energien die Auslastung von Gaskraftwerken mindern. Auch in den Niederlanden dürfte der Gasverbrauch auf witterungsbereinigter Basis stagnieren, in Großbritannien möglicherweise sogar leicht sinken, weil es hier noch größeres Potenzial für Verbrauchseinsparungen durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz gibt. In unseren zentralosteuropäischen Märkten sind dagegen im Allgemeinen leichte Zuwächse zu erwarten. Neben Konjunktureinflüssen spielt dort die wachsende Bedeutung von Gas gegenüber anderen Energieträgern eine Rolle. Brennstoffe voraussichtlich teurer als 2010.An den internationalen Märkten für Rohöl, Steinkohle und Erdgas zeigte die Preiskurve zuletzt nach oben. Den Ausschlag dafür gab die dynamische Wirtschaftsentwicklung in Schwellenländern wie China und Indien. Bei Steinkohle kamen Sondereffekte hinzu, vor allem die Flutkatastrophe in Australien, die in zahlreichen Minen den Betrieb zum Erliegen brachte. Am 31. Januar 2011 kostete die metrische Tonne Kraftwerks-Steinkohle im Rotterdamer Spothandel 122 US$ (inkl. Fracht und Versicherung). Aus den Monatsterminpreisen bis Ende 2011, die an diesem Tag zu beobachten waren, lässt sich ablesen, dass die Marktteilnehmer auch für das Gesamtjahr einen Durchschnittswert in der Nähe der 120-US$-Marke erwarten. Gegenüber 2010 (93 US$) wäre das ein deutlicher Anstieg. Ähnlich ist die Situation an den Rohölmärkten. Das Barrel der Sorte Brent wurde Ende Januar mit 98 US$ gehandelt. Der für das Gesamtjahr erwartete Preis von rund 100 US$ liegt hier ebenfalls weit über dem Niveau von 2010 (79 US$). Grund sind Befürchtungen, dass die Unruhen in Nordafrika die Ölversorgung beeinträchtigen könnten. Die Verteuerung von Rohöl wird sich zeitversetzt am kontinentaleuropäischen Gasmarkt niederschlagen. Dies ergibt sich aus der Ölpreisbindung zahlreicher Importverträge. Allerdings wird in den Kontrakten auch zunehmend die Entwicklung im Gas-Spothandel berücksichtigt. Entsprechende Vertragsanpassungen dürften den Anstieg der Importpreise dämpfen. Die Notierungen an den großen europäischen Handelspunkten haben zuletzt angezogen, liegen aber wegen des großen Gasangebots immer noch deutlich unter den Preisen in ölindexierten Langfristverträgen. Marktsignale deuten darauf hin, dass dies im gesamten Jahresverlauf so bleiben könnte. Im europäischen Handel mit CO2 -Emissionsrechten bewegen sich die Preise seit 2009 in einer engen Bandbreite seitwärts. Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass sie nach oben oder unten ausbrechen könnten. Realisierter Strompreis unter Vorjahresniveau.Ungeachtet der Verteuerung von Brennstoffen haben die Notierungen an den Strom-Terminmärkten zuletzt stagniert. Wir gehen aber davon aus, dass sie steigen werden, sollte sich die aktuelle Preisentwicklung bei Steinkohle und Erdgas als nachhaltig erweisen. Auf unsere Ertragslage im laufenden Geschäftsjahr hätte dies allerdings keinen nennenswerten Einfluss, denn wir haben die Erzeugung für 2011 bereits nahezu komplett verkauft. Der Preis, den wir für unsere deutsche Produktion erzielten, lag unter dem Vergleichswert für 2010 von 67 € je MWh. Auch für die kommenden Jahre ist unsere Erzeugung bereits teilweise am Markt platziert, in Deutschland zu über 50% für 2012 und zu über 10% für 2013 (Stand: Ende 2010). Bei den Terminverkäufen gehen wir grundsätzlich so vor, dass zeitgleich mit dem Abschluss eines Lieferkontrakts die zur Erzeugung benötigten Brennstoffe beschafft bzw. preislich abgesichert werden. Dies gilt auch für den Zukauf von Emissionsrechten. Organisches Wachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen.Klimaschutz, Ressourcenschonung und organisches Wachstum stehen weiterhin ganz oben auf unserer Agenda. Damit halten wir unseren strategischen Kurs - trotz schwieriger wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen. Allerdings werden wir das Tempo etwas drosseln. Zu schwer wiegen die Belastungen in den kommenden Jahren aus der Kernbrennstoffsteuer und der ungünstigen Entwicklung der Strom- und Gaspreise. Unsere Sachanlageninvestitionen fahren wir etwas zurück: Ursprünglich hatten wir uns für den Zeitraum von 2010 bis 2013 ein Gesamtvolumen von 28 Mrd. € zum Ziel gesetzt; wir haben es inzwischen um rund 3 Mrd. € gekürzt. Für 2011 und die beiden Folgejahre planen wir Ausgaben von insgesamt ca. 18 Mrd. €. Attraktive Projekte, die nicht dringlich sind, verschieben wir; auf Vorhaben, die nur moderate Renditen versprechen, verzichten wir ganz. Die Kürzungen wirken sich im Wesentlichen erst nach 2011 aus. Unsere laufenden Kraftwerks-Neubauprojekte bleiben davon unberührt. Hohes Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Upstream-Position.Der Ausbau unserer Erzeugungsleistung auf Basis erneuerbarer Energien wird sich in den nächsten Jahren beschleunigen. RWE Innogy wird dafür bis 2013 durchschnittlich 1,2 Mrd. € pro Jahr investieren. Ausgabenschwerpunkt sind neue Windanlagen im Meer. Der Offshore-Windpark Greater Gabbard vor der Küste Großbritanniens mit 504 MW Gesamtleistung, an dem wir zu 50% beteiligt sind, wird 2011 voraussichtlich fertiggestellt. Zum Jahresende 2010 waren bereits etwa die Hälfte der 140 Turbinen aufgestellt. Die ersten Windräder unseres deutschen Windparks Nordsee Ost werden 2012 ans Netz gehen; dieser soll 2013 über eine Gesamtleistung von 295 MW verfügen. Den 576-MW-Offshore-Windpark Gwynt y Môr vor der walisischen Küste wollen wir bis 2014 vollständig in Betrieb nehmen. Auch unsere Windkraftkapazitäten an Land werden wir vergrößern, vor allem in Großbritannien, Italien und Polen. Darüber hinaus bauen wir Biomasse-Heizkraftwerke in Großbritannien und eine Anlage zur Herstellung von Holzpellets in den USA. Dieser Wachstumskurs wird sich auch im betrieblichen Ergebnis von RWE Innogy widerspiegeln: Wir rechnen bis 2013 mit jährlichen Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich. Unsere Öl- und Gasförderung wollen wir bis 2016 auf ca. 70 Mio. Barrel Öläquivalente erhöhen. Im Zeitraum von 2011 bis 2013 wird RWE Dea mehr als 3 Mrd. € für die Entwicklung ihrer Reserven einsetzen. Schwerpunkte in Europa sind die britische Nordsee und die Küste vor Norwegen. Darüber hinaus planen wir, einen Großteil der Investitionen in Nordafrika zu tätigen. Die politische Lage in dieser Region beobachten wir daher mit besonderer Aufmerksamkeit. Klimaschutz weiterhin im Fokus.Die Senkung unserer CO2 -Emissionen bleibt eines unserer wesentlichen strategischen Ziele. Als einer der größten Stromerzeuger Europas sehen wir uns hier besonders in der Verantwortung. Mit den Cash Flows aus unserem heutigen Kraftwerksgeschäft haben wir die finanzielle Stärke, den schrittweisen Umbau unseres Erzeugungsportfolios aus eigener Kraft zu bewältigen. Wir wollen durch emissionsmindernde und finanzielle Maßnahmen unser CO2 -Risiko bis spätestens 2020 auf das Niveau eines durchschnittlichen Wettbewerbers in unseren Märkten absenken (siehe Seite 53). Angesichts des hohen Anteils von Braun- und Steinkohlekraftwerken in unserem Portfolio ist das ein anspruchsvolles Ziel. Um es zu erreichen, sind massive Investitionen erforderlich. Von den gut 8 Mrd. €, die wir bis 2013 für den Ausbau und die Erneuerung unseres Erzeugungsportfolios einsetzen werden, fließen über 60% in CO2 -freie oder CO2 -arme Technologien. Die übrigen Ausgaben entfallen auf Kohlekraftwerke der neuesten Generation, die einen bis zu 30% höheren Wirkungsgrad aufweisen als ihre Vorgänger. Darüber hinaus investieren wir im Rahmen der Kyoto-Mechanismen Clean Development Mechanism und Joint Implementation auch in CO2 -Vermeidungsprojekte außerhalb Europas. Des Weiteren prüfen wir Möglichkeiten für virtuelle Kraftwerkstausch-Transaktionen mit anderen Stromerzeugern, schließen langfristige Lieferverträge ab, bei denen die Kunden das CO2 -Risiko für ihre Strombezüge übernehmen, und erwerben für zukünftige Perioden CO2 -Zertifikate am Großhandelsmarkt. Desinvestitionen zur Wahrung des finanziellen Spielraums.Der Erwerb von Essent wird für die nächsten Jahre unser größter Schritt in puncto Wachstum durch Übernahmen bleiben. Weitere Akquisitionen schließen wir nicht aus, allerdings würden sie eine wesentlich geringere Größenordnung haben. Insbesondere in Zentralost- und Südosteuropa prüfen wir, wie wir unsere Marktstellung mit Beteiligungen an etablierten lokalen Energieunternehmen ausbauen oder Startpositionen einnehmen können. Akquisitionen kommen für uns jedoch grundsätzlich nur dann infrage, wenn unsere Finanzkriterien erfüllt sind. Die wichtigste Messlatte ist die interne Verzinsung (Internal Rate of Return - IRR): Sie muss mindestens den Kapitalkosten zuzüglich eines Renditeaufschlags entsprechen. Derzeit stehen jedoch zur Finanzierung unserer Wachstumsinvestitionen und zur Wahrung des finanziellen Spielraums vor allem Desinvestitionen auf der Agenda. Bis Ende 2013 wollen wir Konzernunternehmen und Beteiligungen im Gesamtwert von 8 Mrd. € veräußern. Mit dem Verkauf unseres Gasfernnetz-Betreibers Thyssengas und unserer Minderheitsbeteiligung an einem Steinkohlekraftwerk in Rostock haben wir hier bereits erste Schritte unternommen. Prognose 2011: Umsatz unter Vorjahr.Unsere konzernexternen Erlöse werden voraussichtlich niedriger ausfallen als 2010. Hauptgrund ist, dass wir die bilanzielle Erfassung unseres Stromtransportnetz-Betreibers Amprion voraussichtlich im Jahresverlauf auf die Equity-Methode umstellen müssen. Sollten 2011 bestimmte Unbundling-Vorgaben der EU in deutsches Recht umgesetzt werden, könnten wir keine unternehmerische Kontrolle mehr über die Gesellschaft ausüben. Diese ist nach IFRS Voraussetzung für eine Vollkonsolidierung. At Equity bilanzierte Unternehmen sind im Außenumsatz nicht erfasst. Ins EBITDA und ins betriebliche Ergebnis gehen sie mit dem Nachsteuerergebnis ein. Deutlicher Ergebnisrückgang erwartet.Im laufenden Geschäftsjahr werden sich die verschlechterten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen deutlich in unserer Ertragslage niederschlagen. Während sich das gegenüber 2008 erheblich verringerte Preisniveau am Strom-Großhandelsmarkt wegen unserer frühzeitigen Terminverkäufe bislang noch nicht allzu stark auswirkte, wird es 2011 zu spürbaren Margenverlusten führen. Hinzu kommen Ergebniseinbußen aus der 2011 erstmals erhobenen Kernbrennstoffsteuer in Deutschland. Im Gas-Midstream-Geschäft werden sich die Belastungen gegenüber 2010 nochmals erhöhen. Für Gasbezüge auf Basis ölindexierter Verträge müssen wir weiterhin zum Teil deutlich höhere Preise bezahlen, als wir beim Weiterverkauf dieser Mengen erzielen können. Positive Ergebniseffekte aus den laufenden Revisionsverhandlungen mit unseren Gaszulieferern erwarten wir frühestens für 2012.
Das EBITDA des RWE-Konzerns wird 2011 voraussichtlich um ca. 15% unter dem Niveau des Vorjahres (10.256 Mio. €) liegen. Beim betrieblichen Ergebnis (7.681 Mio. €) erwarten wir einen Rückgang um ca. 20% und beim nachhaltigen Nettoergebnis (3.752 Mio. €), der Bemessungsgrundlage für die Dividende, einen Rückgang um ca. 30%.
Rückläufige Dividende für das Geschäftsjahr 2011.Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2011 wird sich an unserer üblichen Ausschüttungsquote von 50 bis 60% orientieren. Bemessungsgrundlage ist das nachhaltige Nettoergebnis. Wie bereits dargestellt, erwarten wir hier einen Rückgang um ca. 30%. Damit wird auch unsere Dividende niedriger ausfallen als die für 2010. Sachinvestitionen von über 7 Mrd. € geplant.Unsere Investitionen in Sachanlagen werden sich 2011 auf 7,0 bis 7,5 Mrd. € belaufen. Damit würde der Rekordwert von 2010 (6,4 Mrd. €) nochmals deutlich übertroffen. Vor allem in den Unternehmensbereichen Erneuerbare Energien, Zentralost-/Südosteuropa, Deutschland und Upstream Gas & Öl planen wir steigende Ausgaben. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit des RWE-Konzerns sind auch 2011 der Neubau hoch effizienter fossil befeuerter Kraftwerke, die Aufstockung unserer Erzeugungskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Netzinfrastruktur und die Entwicklung von Öl- und Gasfeldern. Verschuldungsfaktor: Überschreitung der Obergrenze erwartet.Unsere Nettoschulden, die Ende 2010 bei 29,0 Mrd. € lagen, werden sich im Jahresverlauf wegen unseres umfangreichen Investitionsprogramms weiter erhöhen. Wir rechnen mit einem Anstieg in der Größenordnung von 1 Mrd. €. Dies und die oben skizzierte Ergebnisentwicklung führen zu einer deutlichen Erhöhung des Verschuldungsfaktors, also des Verhältnisses der Nettoschulden zum EBITDA. Die Obergrenze von 3,0, an der wir uns orientieren, wird der Verschuldungsfaktor voraussichtlich überschreiten. Wir wollen ihn mittelfristig wieder an diese Marke heranführen, um unser solides A-Rating zu sichern. Dabei helfen uns die bereits erwähnten Investitionskürzungen und Desinvestitionen. Mitarbeiterzahl: Leichter Anstieg erwartet.Im laufenden Geschäftsjahr werden wir unsere Personaldecke etwas verstärken. Das ergibt sich aus unserem Investitionsprogramm. Besonders die Unternehmensbereiche Deutschland und Erneuerbare Energien schaffen neue Stellen. Gegenläufig wirkt, dass wir Amprion ab 2011 voraussichtlich at Equity bilanzieren und das Unternehmen daher nicht mehr bei der Ermittlung der Personalzahlen berücksichtigen. Darüber hinaus führt der Verkauf von Thyssengas zum Ausscheiden von Mitarbeitern aus dem Konzern. Neue Ergebnisprognose für 2012 und 2013.Im Februar 2010 hatten wir einen Ausblick auf unsere mittelfristige Ertragsentwicklung gegeben. Für den Zeitraum bis 2012 waren wir davon ausgegangen, das betriebliche Ergebnis und das nachhaltige Nettoergebnis um durchschnittlich 5% pro Jahr steigern zu können. Basisjahr für diese Prognose war 2008. Wegen der unerwarteten Verschlechterung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen werden wir dieses Ziel nicht erreichen. Die deutsche Kernbrennstoffsteuer und die anhaltend niedrigen Preise an den Großhandelsmärkten für Strom und Gas belasten unsere Ertragslage über 2011 hinaus. Im Wesentlichen betrifft das unsere deutsche Stromerzeugung und das Gas-Midstream-Geschäft. Dagegen dürfte sich in den Wachstumssegmenten Erneuerbare Energien und Upstream Gas & Öl der positive Ergebnistrend fortsetzen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass das betriebliche Ergebnis des RWE-Konzerns 2012 und auch im Folgejahr weiter rückläufig ist, wenn auch nicht so stark wie 2011. Unseren im Februar 2010 gegebenen Ausblick für 2013 können wir damit ebenfalls nicht mehr aufrechterhalten: Wir hatten prognostiziert, beim EBITDA, beim betrieblichen Ergebnis und beim nachhaltigen Nettoergebnis über dem Niveau von 2009 abschließen zu können. Nach unserer aktuellen Planung wird das EBITDA 2013 eine Größenordnung von 8 Mrd. € erreichen; das betriebliche Ergebnis dürfte bei ca. 5 Mrd. € liegen. Für das nachhaltige Nettoergebnis erwarten wir einen Wert von ca. 2 Mrd. €. Im Jahr 2013 wird sich die Ertragslage in der Stromerzeugung gegenüber 2012 nochmals deutlich verschlechtern, weil uns dann keine CO2 -Emissionsrechte mehr kostenfrei zugeteilt werden. Das erwartete Ergebniswachstum in den Bereichen Erneuerbare Energien und Upstream Gas & Öl wird das nicht auffangen können. Bei RWE Innogy gehen wir davon aus, dass das betriebliche Ergebnis die für 2013 erwartete Marke von 500 Mio. € erst später erreicht. Unsere geplanten Desinvestitionen von 8 Mrd. € sind in der Prognose für 2012/2013 bereits berücksichtigt. Weiterhin attraktive Dividenden.An unserer Ausschüttungsquote von 50 bis 60% halten wir auch mittelfristig fest. Das heißt, wir wollen weiterhin mindestens die Hälfte unseres nachhaltigen Nettoergebnisses an unsere Anteilseigner auszahlen. Damit bleibt die RWE-Aktie ein attraktiver Dividendentitel. 2.3 VERGÜTUNGSBERICHTZu den Kernelementen guter Unternehmensführung gehört für uns eine transparente Berichterstattung über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Im Folgenden stellen wir die Grundsätze des Vergütungssystems sowie die Struktur und Höhe der Leistungen der RWE AG dar. Der Vergütungsbericht 2010 entspricht vollumfänglich den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und des Corporate-Governance-Berichts. Vergütung des VorstandsVergütungsstruktur.Die Struktur und die Höhe der Vergütung der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgelegt und regelmäßig überprüft. Das bestehende Vergütungssystem gewährleistet eine der Tätigkeit und Verantwortung angemessene Vergütung der Vorstandsmitglieder, die sowohl konzernintern als auch im externen Marktvergleich üblich ist. Neben der persönlichen Leistung werden dabei auch die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens berücksichtigt. Der Aufsichtsrat hat das Vergütungssystem vor dem Hintergrund des am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) überprüft und die Vergütungsstruktur noch stärker auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet. Das fortentwickelte Vergütungssystem wurde am 22. April 2010 der Hauptversammlung vorgestellt, die es mit großer Mehrheit billigte. Kurzfristige Vergütungsbestandteile.Die Gesamtbarvergütung setzt sich aus einer erfolgsunabhängigen fixen und einer erfolgsbezogenen variablen Komponente zusammen. Bei einer 100-prozentigen Zielerreichung beträgt der fixe Gehaltsbestandteil rund 45% (bisher 40%) und der variable Teil rund 55% (bisher 60%) der Gesamtbarvergütung. Der variable Anteil setzt sich aus einer Unternehmenstantieme in Höhe von rund 70% und einer individuellen Tantieme in Höhe von rund 30% zusammen. Bei der Ermittlung der Unternehmenstantieme wird der Wertbeitrag des Konzerns zugrunde gelegt: Wird der für das jeweilige Geschäftsjahr festgelegte Budgetwert erreicht, beträgt die Zielerreichung 100%. Letztere kann bei der Unternehmenstantieme zwischen 0% (bisher 50%) und unverändert 150% liegen. Die Höhe der individuellen Tantieme ist davon abhängig, inwieweit das einzelne Vorstandsmitglied die Performance-Ziele erreicht hat, die der Aufsichtsratsvorsitzende zu Beginn des Geschäftsjahres mit ihm vereinbarte. Hier ist die Zielerreichung auf 120% begrenzt. Damit die Mitglieder des Vorstands noch stärker messbar an der langfristigen positiven wie negativen Unternehmensentwicklung teilhaben, werden 25% der Tantieme zunächst nicht ausgezahlt, sondern für drei Jahre zurückbehalten. Dies entspricht annähernd 15% der Gesamtbarvergütung. Am Ende des Drei-Jahres-Zeitraums überprüft der Aufsichtsrat anhand eines "Bonus-Malus-Faktors", ob der Vorstand das Unternehmen nachhaltig geführt hat. Nur wenn dies der Fall ist, wird zurückbehaltene Tantieme ausbezahlt. Der Bonus-Malus-Faktor bestimmt sich zu 45% aus der Entwicklung des Wertbeitrags des Konzerns. Weitere 45% werden auf Basis eines unternehmensspezifischen Index ermittelt, der den Erfolg des Konzerns auf dem Gebiet der Corporate Responsibility (CR) wiedergibt. Mit diesem CR-Index, der auf der bei RWE seit Jahren etablierten Nachhaltigkeitsberichterstattung aufbaut, wird das ökologische und gesellschaftliche Handeln des Konzerns abgebildet. Die verbleibenden 10% des Bonus-Malus-Faktors werden durch den konzerninternen Motivationsindex bestimmt, der die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter misst. Der Aufsichtsrat legt zu Beginn des Drei-Jahres-Zeitraums verbindliche Zielwerte für Wertbeitrag, CR-Index und Motivationsindex fest, die während des gesamten Beobachtungszeitraums nicht mehr verändert werden können. Diese Zielwerte werden am Ende des Drei-Jahres-Zeitraums den tatsächlich erreichten Werten gegenübergestellt. Der so ermittelte Bonus-Malus-Faktor ist maßgeblich dafür, ob und in welcher Höhe die zurückbehaltene Tantieme ausbezahlt wird. Je besser die tatsächlich erreichten Werte sind, desto höher ist der Bonus-Malus-Faktor. Er kann zwischen 0 und 130% liegen. Beim Vorstandsvorsitzenden werden die dargestellten Neuerungen des Vergütungssystems gemäß den gesetzlichen Vorgaben umgesetzt, sobald eine Vertragsanpassung erfolgt. Demzufolge kommen insbesondere die Regelungen über die teilweise Zurückbehaltung der Tantieme und den Bonus-Malus-Faktor noch nicht zur Anwendung, und die Tantieme für das Geschäftsjahr 2010 wird in voller Höhe nach der Hauptversammlung 2011 ausgezahlt. Für die übrigen Mitglieder des Vorstands gelten hingegen die neuen Regelungen; sie haben einer vorgezogenen Anwendung des fortentwickelten Vergütungssystems bereits ab dem Berichtsjahr zugestimmt. Neben der Barvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Sach- und sonstige Bezüge, die im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Werten für die Dienstwagennutzung und den Versicherungsprämien zur Unfallversicherung bestehen. Hinzu kommen Mandatseinkünfte der Vorstandsmitglieder für die Aufsichtsratstätigkeit in konzernverbundenen Unternehmen. Diese Einkünfte werden vollständig auf die variable Vergütung angerechnet und führen damit nicht zu einer Erhöhung der Bezüge. Für das Geschäftsjahr 2010 betrugen die kurzfristigen Vergütungsbestandteile des Vorstands:
1
Mandatseinkünfte sind auf die variable Vergütung angerechnet. Nicht in der Vergütung für 2010 enthalten ist der zurückbehaltene Tantiemeanteil von 25%, da dieser erst nach dem Drei-Jahres-Zeitraum und nur bei Erfüllung der erforderlichen Voraussetzungen vergütungswirksam wird. Die nachfolgende Darstellung erfolgt daher auf freiwilliger Basis mit dem Ziel, ein vollständiges Bild der Vergütungskomponenten zu vermitteln.
1
Dr. Ulrich Jobs ist zum 30. September 2010 aus dem Vorstand ausgeschieden. Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung.Zusätzlich wurden den Vorstandsmitgliedern - mit Ausnahme des Vorsitzenden - im Berichtsjahr Performance Shares im Rahmen des Long-Term Incentive Plan Beat 2010 (kurz: Beat) zugeteilt. Ihre Gewährung setzt ein Eigeninvestment der Vorstandsmitglieder in RWE-Stammaktien voraus, das einem Drittel des Zuteilungswertes der gewährten Performance Shares nach Steuern entspricht. Die Aktien müssen während der gesamten Wartezeit der jeweiligen Beat-Tranche gehalten werden. Soweit Directors'-Dealings-Meldungen erforderlich waren, sind diese veröffentlicht worden. Der bisherige Long-Term Incentive Plan Beat 2005 wurde vor dem Hintergrund des VorstAG angepasst. Insbesondere wurde die bisherige Wartezeit von drei auf vier Jahre verlängert, und es wurden zusätzliche Ausübungszeitpunkte über die Laufzeit hinaus aufgenommen. Damit ergänzt Beat das Vergütungssystem nun durch eine noch längerfristige Anreizkomponente als bisher und honoriert in noch stärkerem Maße die Nachhaltigkeit des Beitrags der Führungskräfte zum Unternehmenserfolg. Der Unternehmenserfolg wird nach wie vor anhand des Total Shareholder Return (TSR) der RWE-Aktie - also der Entwicklung des Aktienkurses sowie reinvestierter Dividenden - gemessen. Zur Bestimmung des Auszahlungsfaktors wird der TSR von RWE wie bisher mit dem TSR anderer Unternehmen im Dow Jones STOXX Utilities Index verglichen. Die teilnahmeberechtigten Führungskräfte erhalten jährlich bedingte Zuteilungen von Performance Shares. Ein Performance Share, der im Geschäftsjahr zugeteilt wurde, umfasst das bedingte Recht, nach einer vierjährigen (bisher dreijährigen) Wartezeit eine Barauszahlung zu erhalten. Eine Auszahlung findet allerdings nur dann statt, wenn nach Ablauf der Wartezeit die Performance der RWE-Aktie besser ist als die von 25% der Vergleichsunternehmen - gemessen an deren Indexgewicht zum Zeitpunkt der Auflegung des Programms. Damit kommt es nicht allein darauf an, welche Position RWE unter den Vergleichsunternehmen einnimmt, sondern auch darauf, welche Unternehmen RWE übertrifft. Die Höhe der Auszahlung wird im Geschäftsjahr auf Basis des durchschnittlichen RWE-Aktienkurses an den letzten 60 (bisher 20) Börsentagen vor Programmablauf, der Anzahl der bedingt zugeteilten Performance Shares und des Auszahlungsfaktors berechnet. Der Auszahlungsbetrag ist für die Vorstandsmitglieder auf das Eineinhalbfache des Zuteilungswertes der Performance Shares beschränkt. Im Berichtsjahr sind folgende Beat-Zuteilungen vorgenommen worden:
Die werthaltige Tranche 2007 des Programms Beat 2005 wurde im Berichtsjahr wie folgt ausgezahlt:
Aus der Vorstandstätigkeit der Vorjahre werden noch Performance Shares aus den Tranchen 2008 und 2009 des Programms Beat 2005 gehalten. Diese Zuteilungen sind nicht Bestandteil der Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010, sondern sind der Gesamtvergütung der beiden vorangegangenen Geschäftsjahre zuzurechnen. Dementsprechend wurden sie in den Vergütungsberichten für 2008 und 2009 dargestellt. Der Deutsche Rechnungslegungs-Standard 17 legt fest, dass der Gesamtaufwand für aktienbasierte Vergütungen für jedes Vorstandsmitglied individualisiert anzugeben ist. Aufgrund der Kursentwicklung ist im Berichtsjahr kein Aufwand für die aktienbasierte Vergütung entstanden. Stattdessen konnte die vorhandene Rückstellung in der Berichtsperiode zum Teil aufgelöst werden, und zwar wie folgt:
Gesamtvergütung.Insgesamt hat der Vorstand für das Geschäftsjahr 2010 kurzfristige Vergütungsbestandteile in Höhe von 16.608 Tsd. € erhalten. Außerdem wurden langfristige Vergütungsbestandteile im Rahmen des Beat (Tranche 2010) mit einem Ausgabezeitwert von 3.750 Tsd. € zugeteilt. Die Gesamtvergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2010 betrug demnach 20.358 Tsd. €. Leistungen im Fall der Beendigung der Tätigkeit.Mitglieder des Vorstands erhalten nach Beendigung der Vorstandstätigkeit die folgenden Leistungen von RWE: Pensionszusagen.Den Mitgliedern des Vorstands - mit Ausnahme des Vorsitzenden Dr. Jürgen Großmann - wurden Pensionszusagen (Direktzusagen) erteilt, die ihnen bzw. ihren Hinterbliebenen in folgenden Fällen einen Anspruch auf lebenslange Ruhegeld- bzw. Hinterbliebenenversorgung einräumen: bei Ausscheiden nach Erreichen des 60. Lebensjahres (Regelaltersgrenze), bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit, im Todesfall und bei einer von der Gesellschaft ausgehenden vorzeitigen Beendigung oder einer Nichtverlängerung des Dienstvertrags. Maßgeblich für die Höhe des individuellen Ruhegeldes und der Hinterbliebenenversorgung sind das ruhegeldfähige Einkommen und der Versorgungsgrad, der aus der Anzahl der geleisteten Dienstjahre ermittelt wird. Gewinnbeteiligungen und sonstige Nebenbezüge gehören nicht zum ruhegeldfähigen Einkommen. Als Zielwert für die Altersversorgung wird für die Vorstandsmitglieder nach Erreichen der Regelaltersgrenze ein Versorgungsgrad von 60% des letzten ruhegeldfähigen Einkommens zugrunde gelegt. Das Witwengeld beträgt 60% des Ruhegeldes des Ehemannes, das Waisengeld 20% des Witwengeldes. Die Anwartschaft auf die Altersversorgung ist sofort unverfallbar. Die Höhe des Ruhegeldes bzw. der Hinterbliebenenversorgung wird alle drei Jahre unter Berücksichtigung aller bedeutsamen Umstände, insbesondere der Entwicklung der Lebenshaltungskosten, überprüft. Infolge früherer Regelungen bestehen vereinzelt Unterschiede zwischen den Versorgungszusagen bei der Berechnung des Versorgungsgrades, bei der Anrechnung von sonstigen Renten und Versorgungsbezügen sowie beim Anpassungsmodus der Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung. Bei vorzeitiger Beendigung oder bei Nichtverlängerung des Dienstvertrags erhalten die Vorstandsmitglieder Zahlungen ausschließlich dann, wenn die Beendigung oder Nichtverlängerung von der Gesellschaft ausgeht und ohne wichtigen Grund erfolgt. In diesem Fall wird das Ruhegeld bereits ab dem Zeitpunkt des Ausscheidens, frühestens jedoch mit Vollendung des 55. Lebensjahres, gewährt. Im Falle der Nichtverlängerung bzw. vorzeitigen Auflösung des Dienstverhältnisses werden die Einkünfte, die durch anderweitige Tätigkeit bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres bzw. bis zum Eintritt der Erwerbsunfähigkeit erzielt werden, zu 50% auf das Ruhegeld angerechnet. Der Dienstzeitaufwand (Service Cost) für die Pensionsverpflichtungen lag im Geschäftsjahr 2010 bei 776 Tsd. €. Der Barwert der Gesamtverpflichtung (Defined Benefit Obligation) betrug zum Ende des Berichtsjahres 17.007 Tsd. €. Unter Berücksichtigung von Lebensalter und Dienstjahren ergeben sich folgende individuelle Dienstzeitaufwendungen und Barwerte der Versorgungsansprüche:
1
Nach dem Stand der ruhegeldfähigen Bezüge am 31. Dezember 2010 Soweit die Mitglieder des Vorstands im Rahmen früherer Tätigkeiten Ruhegeldansprüche erworben haben oder Dienstjahre bei früheren Arbeitgebern anerkannt wurden, werden diese Ansprüche gemäß vertraglicher Vereinbarung auf die Ruhegeldzahlungen der Gesellschaft angerechnet. Change of Control.Die Mitglieder des Vorstands haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn das Unternehmen durch einen Kontrollerwerb durch Aktionäre oder Dritte seine Unabhängigkeit verliert. In diesem Fall können sie ihr Amt innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollerwerbs niederlegen und die Beendigung des Dienstverhältnisses unter Gewährung einer Einmalzahlung verlangen. Sofern das Wohl der Gesellschaft es erfordert, kann der Aufsichtsrat jedoch die Fortführung des Amtes bis zum Ablauf der Sechs-Monats-Frist verlangen. Ein Kontrollerwerb im Sinne dieser Regelung liegt vor, wenn ein oder mehrere gemeinsam handelnde Aktionäre oder Dritte mindestens 30% der vorhandenen Stimmrechte erwerben oder auf sonstige Art einen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können. Die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses besteht auch, wenn der oder die gemeinsam handelnden Aktionäre oder Dritten in drei aufeinanderfolgenden Hauptversammlungen mehr als die Hälfte des anwesenden stimmberechtigten Kapitals halten. Die vorstehenden Regelungen gelten nicht, wenn der Kontrollerwerb durch einzelne oder mehrere gemeinsam handelnde Städte oder Gemeinden erfolgt bzw. durch Unternehmen, die mehrheitlich von öffentlich-rechtlichen Trägern der Bundesrepublik Deutschland gehalten werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses erhält das Vorstandsmitglied eine Einmalzahlung in Höhe der bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Vertragsdauer anfallenden Bezüge, höchstens jedoch das Dreifache und mindestens das Zweifache seiner vertraglichen Jahresgesamtvergütung. Hinsichtlich der Versorgungsansprüche wird das Mitglied des Vorstands mit Wirkung zum Ablauf der vereinbarten Vertragsdauer so gestellt, als habe die Gesellschaft den Vorstandsvertrag zu diesem Zeitpunkt nicht verlängert, ohne dass ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorgelegen hätte. Dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Großmann wurde das Sonderkündigungsrecht zeitlich vor der Anpassung des Deutschen Corporate Governance Kodex zum 6. Juni 2008 gewährt. Dr. Großmann erhält bei Ausübung seines vertraglich zugesagten Sonderkündigungsrechts eine Einmalzahlung zur Abgeltung der bis zum Ende der Vertragslaufzeit anfallenden Bezüge einschließlich des anstelle einer Versorgungszusage vertraglich vereinbarten Betrags. Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle verfallen sämtliche dem Vorstand wie auch den bezugsberechtigten Führungskräften zugeteilten Performance Shares. Stattdessen wird eine Entschädigungszahlung gewährt, ermittelt auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots. Ihre Höhe richtet sich nach dem bei der Übernahme für die RWE-Aktien gezahlten Preis. Dieser wird mit der endgültigen Anzahl der Performance Shares multipliziert. Auch bei einer Fusion mit einer anderen Gesellschaft verfallen die Performance Shares. In diesem Fall bemisst sich die Entschädigungszahlung nach dem Erwartungswert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Verschmelzung. Dieser Erwartungswert wird mit der Anzahl der gewährten Performance Shares multipliziert, die dem Verhältnis der Zeit während der Warteperiode bis zur Fusion zur gesamten Warteperiode der Performance Shares entspricht. Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle werden außerdem zurückbehaltene Tantiemen des Vorstands vorzeitig bewertet und gegebenenfalls ausgezahlt. Hierzu wird der durchschnittliche Bonus-Malus-Faktor der letzten drei Jahre herangezogen. Ob und in welcher Höhe eine Auszahlung zurückbehaltener Tantiemen erfolgt, ist von dem so ermittelten Durchschnittswert abhängig. Abfindungsobergrenze.Im Falle einer sonstigen vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund erhalten die Vorstandsmitglieder eine Abfindung, die auf höchstens zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet. Beim Vorsitzenden wird diese Regelung im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex erst bei einer Anpassung bzw. Verlängerung des Vertrags angewandt. Sonstige Zusagen.Im Einvernehmen mit der Gesellschaft hat Dr. Ulrich Jobs sein Mandat als Vorstandsmitglied zum 30. September 2010 vorzeitig beendet. Die Ansprüche aus dem bis zum 31. März 2012 befristeten Dienstvertrag - bestehend aus Festgehalt und Tantiemen für den Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2012 - in Höhe von insgesamt 3.149 Tsd. € wurden ihm vertragsgemäß ausgezahlt. Für diesen Zeitraum werden ihm auch Performance Shares bedingt zugeteilt, und zwar im gleichen Umfang wie für die aktuellen Vorstandsmitglieder. Früher gewährte Performance Shares behalten gemäß den Planbedingungen ihre Gültigkeit. Ab dem 1. April 2012 erhält Dr. Jobs entsprechend den vertraglichen Regelungen betriebliches Ruhegeld. Vergütung des AufsichtsratsDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt und wird durch die Hauptversammlung bestimmt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres für ihre Tätigkeit eine Festvergütung von 40 Tsd. € je Geschäftsjahr. Die Vergütung erhöht sich um 225 € je 0,01 € Gewinnanteil, der über einen Gewinnanteil von 0,10 € je Stammaktie hinaus ausgeschüttet wird. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Zweifache des oben genannten Betrags. Ausschussmitglieder erhalten das Eineinhalbfache, Vorsitzende von Ausschüssen das Zweifache, sofern die Ausschüsse mindestens einmal im Geschäftsjahr tätig geworden sind. Übt ein Mitglied des Aufsichtsrats zur gleichen Zeit mehrere Ämter im Aufsichtsrat der RWE AG aus, erhält es nur die Bezüge für das am höchsten vergütete Amt. Auslagen werden erstattet.
Die Bezüge des Aufsichtsrats summierten sich im Geschäftsjahr 2010 auf 3.434 Tsd. €. Außerdem erhielten Aufsichtsratsmitglieder Mandatsvergütungen von Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt 243 Tsd. €. FÜNF-JAHRES-ÜBERSICHT (TEIL DES LAGEBERICHTS)
1
Seit 2008 ist im EBITDA auch das betriebliche Beteiligungsergebnis enthalten. Bilanz zum 31. Dezember 2010Aktiva in Mio. €
Passiva in Mio. €
Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010
Anhang zum 31. Dezember 2010Entwicklung des Anlagevermögens
Allgemeine GrundlagenDer Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt; die Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Aufgrund der erstmaligen Anwendung der rechnungslegungsbezogenen Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) sind einzelne Bilanzposten mit dem Vorjahr nicht vergleichbar; gemäß Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB wird auf eine Anpassung der Vorjahreszahlen mit Ausnahme der Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie der Posten des Eigenkapitals (Gezeichnetes Kapital, Rücklage für eigene Anteile, andere Gewinnrücklagen) im Zusammenhang mit dem Ausweis eigener Anteile verzichtet. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten, in Einzelfällen zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten bewertet. Ausleihungen sowie Arbeitgeberdarlehen sind zum Nominalwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen bilanziert. Es werden alle erkennbaren Einzelrisiken berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen in den sonstigen Vermögensgegenständen werden auf den Barwert abgezinst. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten bewertet; die bisher aktivierten eigenen Anteile sind erstmalig durch die BilMoG-Anwendung von dem gezeichneten Kapital abgesetzt bzw. mit dem übrigen Eigenkapital verrechnet; die im Vorjahr ausgewiesene Rücklage für eigene Anteile wurde aufgelöst. Die Vorjahreszahlen wurden angepaßt. Im Rahmen der körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft sind der RWE AG als Organträger und somit als Steuerschuldner sämtliche latenten Steuern des Organkreises zuzurechnen, sofern die Organschaft voraussichtlich auch künftig fortbesteht. Latente Steuern sind in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 HGB aufgrund eines Aktivüberhangs nicht bilanziert. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck - die eine generationenabhängige Lebenserwartung berücksichtigen - nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) gebildet. Sie wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank im Oktober 2010 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 S. 2 HGB); der Zinssatz beträgt 5,16%. Im Rahmen weiterer Rechnungsannahmen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,75% und Rentensteigerungen von 1,5% berücksichtigt. Soweit Zweckvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB vorliegt, ergibt sich die Rückstellung aus dem Saldo des versicherungsmathematischen Barwertes der Verpflichtung und des beizulegenden Zeitwertes des zur Deckung gebildeten Zweckvermögens; der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert des verrechneten Zweckvermögens. Im Rahmen der Erstanwendung des BilMoG wurde vom Verteilungswahlrecht gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch gemacht; bei der Verteilung des Unterschiedsbetrags wurde der Zuschreibungsbetrag aus der erstmaligen Bewertung des Zweckvermögens zum beizulegenden Zeitwert berücksichtigt. Bei der Bemessung der übrigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen. Die Rückstellungen sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Soweit möglich, wurde von dem Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht. Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung, bei Deckung durch Sicherungsgeschäfte mit dem Sicherungskurs bewertet. Forderungen und Verbindlichkeiten ohne Sicherungsgeschäft werden mit dem Stichtagskurs bewertet, bei Laufzeiten von über einem Jahr unter Beachtung des Imparitätsprinzips. Erläuterungen zur Bilanz(1) AnlagevermögenDie Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten und deren Entwicklung im Geschäftsjahr 2010 ist auf der Seite 3 dargestellt. Im Geschäftsjahr ergaben sich die folgenden wesentlichen Veränderungen: Mit Verschmelzungsvertrag vom 14. Juli 2010 wurde die GBV Zwanzigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen, rückwirkend zum 1. Januar 2010 auf die GBV Fünfte Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen, verschmolzen. Dies wirkte sich innerhalb der Anteile an verbundenen Unternehmen bei den Zu- und Abgängen mit jeweils 3.825 Mio. € aus. Im Berichtsjahr wurden sämtliche Anteile an der Deutsche Essent GmbH, Düsseldorf, von der Essent N.V., 's-Hertogenbosch, Niederlande, erworben. Daran anschließend erfolgte die Abspaltung des Unternehmensbereichs Windkraftanlagen der Deutsche Essent auf die RWE Innogy GmbH, Essen, sowie die Verschmelzung der Deutsche Essent auf die RWE Gasspeicher GmbH, Dortmund. Diese Vorgänge wirkten sich auf die Anteile an verbundenen Unternehmen mit 1.212 Mio. € bei den Zugängen und mit 606 Mio. € bei den Abgängen aus. Bei der Scaris Investment Ltd., Valletta/Malta, erhöhte sich der Buchwert durch Kapitalerhöhungen um insgesamt 100 Mio. €. Eine Einzahlung in die Kapitalrücklage bei der RWE Supply & Trading GmbH, Essen, führte zu einer Erhöhung des Buchwertes um 57 Mio. €. Bei der RWE Turkey Holding A.S., Istanbul, Türkei, erhöhte sich der Buchwert durch Kapitalerhöhungen um insgesamt 70 Mio. €. Im Geschäftsjahr wurden die jeweils 100-prozentigen Tochtergesellschaften RWE Com Geschäftsführungs-GmbH, Essen, und die RWE Beteiligungsmanagement GmbH, Essen, auf die RWE AG verschmolzen. Die Verschmelzungen erfolgten unter Fortführung der Buchwerte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010. Die Zu- und Abgänge bei den Ausleihungen betreffen im Wesentlichen neben der RWE Deutschland AG, Essen, die RWE Innogy GmbH, die GBV Fünfte Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH und die RWE Supply & Trading GmbH, Essen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens beinhalten ausschließlich Anteile an Wertpapierfonds. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes gem. § 285 Nr. 11 HGB als wesentlicher Bestandteil des Anhangs befindet sich in der Anlage A. (2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Ansprüche aus Darlehen, Organschaftsabrechnungen und dem laufenden Verrechnungsverkehr. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Ansprüche aus Körperschaftsteuerguthaben. Da die Forderung unverzinslich ist, wird sie mit ihrem Barwert angesetzt. Aufgrund des Jahressteuergesetzes 2010, das eine Neuregelung zur Ermittlung des Körperschaftsteuerguthabens beinhaltet, hat sich eine Erhöhung dieses Anspruchs ergeben. Darüber hinaus werden Zinsabgrenzungen und -forderungen ausgewiesen. (3) WertpapiereEs handelt sich um sonstige Wertpapiere; diese betreffen festverzinsliche Wertpapiere aus der Anlage flüssiger Mittel. Im Zusammenhang mit dem nach BilMoG vorzunehmenden Ausweis eigener Anteile im Eigenkapital wurde die Vorjahreszahl angepaßt. (4) Flüssige MittelDie flüssigen Mittel betreffen fast ausnahmslos Guthaben bei Kreditinstituten. (5) Rechnungsabgrenzungsposten
(6) Eigenkapital1
Das Grundkapital der RWE AG in Höhe von 1.439.756.800 € hat unverändert folgende Struktur: Stammaktien: 523.405.000 Stück auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stammaktien mit 523.405.000 Stimmen (93,1% des gezeichneten Kapitals) Vorzugsaktien: 39.000.000 Stück auf den Inhaber lautende nennbetragslose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht (6,9% des gezeichneten Kapitals) Den Vorzugsaktien ohne Stimmrecht steht unter bestimmten Voraussetzungen bei der Verteilung des Bilanzgewinns ein Vorzugsgewinnanteil von 0,13 € je Vorzugsaktie zu. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. April 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 16. April 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 287.951.360,00 € durch Ausgabe von auf den Inhaber lautenden Stammaktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann in bestimmten Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2009 wurde der Vorstand bis zum 21. April 2014 zur Ausgabe von Options- oder Wandelanleihen ermächtigt. Der Gesamtnennwert der Anleihen ist auf 6.000 Mio. € begrenzt. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden. Zur Bedienung der Anleihen hat die Hauptversammlung die Schaffung eines bedingten Kapitals in Höhe von 143.975.680 €, eingeteilt in 56.240.500 Stück auf den Inhaber lautende Stammaktien, beschlossen. Aktien aus dem genehmigten Kapital sind auf Aktien aus dem bedingten Kapital anzurechnen, soweit sie jeweils unter Bezugsrechtsausschluss ausgegeben werden. Insoweit darf das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien insgesamt um nicht mehr als 20% erhöht werden. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 21. Oktober 2011 Aktien der Gesellschaft, gleich welcher Gattung, im Umfang von bis zu insgesamt 10% des Grundkapitals zu erwerben; der Erwerb der Aktien darf auch unter Einsatz von Put- oder Call-Optionen durchgeführt werden. Der Vorstand der Gesellschaft ist aufgrund des Beschlusses ferner ermächtigt, eigene Aktien ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen oder - unter bestimmten Bedingungen und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre - an Dritte zu veräußern. Zum 31. Dezember 2010 befanden sich 28.846.473 nennbetragslose Stammaktien der RWE AG im Bestand der RWE AG. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beläuft sich auf 73.846.970,88 € (5,13% des gezeichneten Kapitals). Aufgrund der Anwendung des BilMoG wurde der rechnerische Wert der eigenen Anteile offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt (74 Mio. €), der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den fortgeführten Anschaffungskosten (1.886 Mio. €) wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2010 von der RWE AG 567.474 RWE-Stammaktien zum durchschnittlichen Anschaffungspreis von 50,17 € je Stückaktie am Kapitalmarkt erworben. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beläuft sich auf 1.452.733,44 € (0,1% des gezeichneten Kapitals). Mitarbeiter der RWE AG und der Tochterunternehmen erhielten im Rahmen der Vermögensbildung insgesamt 558.344 Stammaktien zum durchschnittlichen Kurs von 39,81 € je Stückaktie sowie anlässlich von Dienstjubiläen 9.130 Stammaktien zum durchschnittlichen Kurs von 35,96 €. Der Gesamterlös belief sich auf 22.555.989,44 €. Die jeweiligen Unterschiedsbeträge zum Kaufpreis wurden erstmalig erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Aus der über die Anschaffungskosten hinausgehenden Zuschreibung des Zweckvermögens auf den beizulegenden Zeitwert resultiert ein ausschüttungsgesperrter Gesamtbetrag in Höhe von 261 Mio. €; er ist durch freie Rücklagen gedeckt. Während des Berichtsjahres bestanden folgende konzernweite aktienkursbasierte Vergütungssysteme für Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen: Beat 2005 und Beat 2010. Soweit die Bezugsberechtigten nicht bei der RWE AG beschäftigt sind, werden die mit der Ausübung der Performance Shares verbundenen Aufwendungen von der jeweiligen Konzerngesellschaft getragen.
Der beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Beat bedingt zugeteilten Performance Shares zum Zeitpunkt der Zuteilung betrug 25,96 € pro Stück für die Tranche 2010 (vierjährige Wartezeit), 28,80 € pro Stück für die Tranche 2010 (dreijährige Wartezeit), 11,93 € pro Stück für die Tranche 2009 und 22,25 € pro Stück für die Tranche 2008. Diese Werte wurden durch eine externe Berechnungsstelle mithilfe eines stochastischen, multivariaten Black-Scholes-Standardmodells per Monte-Carlo-Simulation auf Basis von jeweils einer Million Szenarien ermittelt. Bei ihrer Ermittlung wurden die in den Programmbedingungen festgelegte maximale Auszahlung je bedingt zugeteilter Performance Share, die Restlaufzeit und die restlaufzeitbezogenen Diskontsätze, die aktuellen Kurse der zu Grunde liegenden Aktien, die zugehörigen Volatilitäten und Korrelationen sowie die erwarteten Dividenden der RWE AG und ihrer Vergleichsunternehmen berücksichtigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigte sich folgende Entwicklung der Performance Shares:
Die Restlaufzeit betrug vier Jahre für die Tranche 2010 mit vierjähriger Wartezeit, zwei Jahre für die Tranche 2010 mit dreijähriger Wartezeit und ein Jahr für die Tranche 2009. Die Vertragslaufzeit für die Tranche 2008 endete mit Ablauf des Berichtsjahres; je Performance Share werden 16,70 € ausgezahlt. (7) Rückstellungen
Die ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen schließen aufgrund von bestehenden Schuldbeitrittserklärungen auch Ansprüche von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern der Amprion GmbH, RWE Deutschland AG, RWE Effizienz GmbH, RWE IT GmbH, RWE Power AG, RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH, RWE Service GmbH, RWE Supply & Trading GmbH, RWE Vertrieb AG, RWE Westfalen-Weser Ems Verteilnetz GmbH und Thyssengas GmbH ein. Die anfallenden Aufwendungen für Altersversorgung der betroffenen Gesellschaften werden von diesen erstattet. Durch die Inanspruchnahme des Verteilungswahlrechts für Pensionsverpflichtungen im Rahmen der Erstanwendung des BilMoG beläuft sich die nicht ausgewiesene Rückstellung auf 300 Mio. €. Erstmalig erfolgte die Verrechnung des zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Zweckvermögens mit den fondsgedeckten Pensionsrückstellungen:
Im Posten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden ferner Rückstellungen für Stromdeputatverpflichtungen in Höhe von 320 Mio. € ausgewiesen. Die Steuerrückstellungen betreffen im Wesentlichen das Geschäftsjahr sowie noch offene Betriebsprüfungszeiträume. Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Risiken aus dem Beteiligungsbereich, Zinsverpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Finanzgeschäften. Der Unterschiedsbetrag aufgrund des gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB ausgeübten Beibehaltungswahlrechts beträgt zum Bilanzstichtag 0,2 Mio. €. (8) Verbindlichkeiten
Bei den Anleihen handelt es sich neben den Medium Term Notes der RWE AG mit unterschiedlichen Fälligkeiten und Zinssätzen im Wesentlichen um eine im September 2010 von der RWE AG emittierte Hybridanleihe in Höhe von 1.750 Mio. €. Die gegenüber allen anderen Gläubigertiteln nachrangige Anleihe hat eine unbegrenzte Laufzeit und kann nur durch die RWE AG zu bestimmten, vertraglich vereinbarten Terminen oder Anlässen gekündigt werden. Der Zinssatz bis zum ersten Kündigungstermin im Jahr 2015 beträgt 4,625% p.a. Wird die Anleihe zu diesem Termin nicht gekündigt, ergibt sich der neue Zinssatz bis zum nächsten Kündigungstermin im Jahr 2020 durch den dann geltenden Fünf-Jahres-Interbankensatz zuzüglich eines Kreditaufschlags von 265 Basispunkten. Falls auch zu diesem Termin nicht gekündigt wird, erfolgt eine Umwandlung in eine variabel verzinsliche Anleihe mit jährlichem Kündigungsrecht und einem Zinssatz in Höhe des Zwölf-Monats-EURIBOR zuzüglich 365 Basispunkten. Die Zinszahlungen können unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt werden, insbesondere wenn Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, keine Dividende auszuzahlen. Ausgesetzte Zinszahlungen müssen nachgeholt werden, sobald wieder die Zahlung einer Dividende vorgeschlagen wird. Die Hybridanleihe darf nach zehn Jahren nur durch die Ausgabe von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Finanzinstrumenten, z.B. neuen Hybridanleihen, abgelöst werden. Zum ersten Kündigungstermin nach fünf Jahren kann die Hybridanleihe ohne Restriktionen im Hinblick auf die Nachfolgefinanzierung abgelöst werden. Die erste Zinszahlung wird am 28. September 2011 fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich im Wesentlichen aus Bankdarlehen und aus Zinsabgrenzungen für bestehende Swap-Vereinbarungen zusammen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten die Überlassung von Finanzmitteln sowie den laufenden Verrechnungsverkehr. Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen überwiegend Geldmarktpapiere (Commercial Paper) sowie Verbindlichkeiten aus Steuern. (9) RechnungsabgrenzungspostenHierbei handelt sich ausschließlich um abgegrenzte Zinsausgleichszahlungen. (10) Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Haftungsverhältnisse beinhalten Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen, Bankavalen und Bürgschaften. Bei den Gewährleistungsverträgen handelt es sich um Garantien gegenüber Dritten in Höhe von 6.302 Mio. €; davon zugunsten verbundener Unternehmen in Höhe von 6.239 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Bankavalen betragen 322 Mio. € und betreffen in Höhe von 314 Mio. € das laufende Geschäft verbundener Unternehmen. Des Weiteren handelt es sich bei den Bürgschaften um Erfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften in Höhe von insgesamt 108 Mio. €, davon 89 Mio. € aus dem laufenden Geschäft verbundener Unternehmen. Im Rahmen der Akquisition des niederländischen Versorgers Essent N.V. in 2009 hat sich die RWE Benelux Holding B.V., Hoofddorp/Niederlande, verpflichtet, unter bestimmten Voraussetzungen Anteile an der Energy Resources B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande (vormals Essent Business Development B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande), zu übernehmen. RWE AG garantiert als Muttergesellschaft die Erfüllung dieser Verpflichtung. Es bestehen gesamtschuldnerische Haftungen aus der Übertragung von Pensionsverpflichtungen an sieben verbundene Unternehmen und an eine Beteiligung eines verbundenen Unternehmens. Im Zusammenhang mit einem nicht liquiditätswirksamen Cashpoolverfahren ("Notional Cashpool") zwischen verbundenen Unternehmen besteht eine gesamtschuldnerische Mithaftung. Darüber hinaus bestehen im Rahmen des Debt-Issuance-Programms zum Bilanzstichtag folgende Zahlungsgarantien zugunsten der Gläubiger der Anleihen der RWE Finance B.V., Hoofddorp/Niederlande, (100-prozentige Tochter der RWE AG):
Mit einer Solidarvereinbarung haben sich die RWE AG und die anderen Muttergesellschaften der deutschen Kernkraftwerksbetreiber verpflichtet, zur Erfüllung der Deckungsvorsorge in Höhe von 2.244 Mio. € die haftenden Kernkraftwerksbetreiber im nuklearen Schadensfall finanziell so auszustatten, dass diese ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können. Vertragsgemäß beträgt der auf die RWE AG entfallende Anteil bezüglich der Haftung 25,851% zuzüglich 5% für Schadensabwicklungskosten. Am 14. Dezember 2010 ist die 11. Novelle des deutschen Atomgesetzes (AtG) in Kraft getreten, die zusätzliche Strommengen für Kernkraftwerke vorsieht. Im Ergebnis kommt dies einer Verlängerung der Laufzeiten gleich. Vor diesem Hintergrund haben sich die Betreiber von Kernkraftwerken verpflichtet, Zahlungen in einen Fonds zu leisten, aus dem Maßnahmen zur Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung gefördert werden. Geregelt ist dies in einem Vertrag mit der Bundesrepublik Deutschland, der am 10. Januar 2011 unterzeichnet wurde. Er sieht vor, dass die Kernkraftwerksbetreiber ab 2017 einen Förderbeitrag für die zusätzlich eingespeisten Strommengen aus der Laufzeitverlängerung entrichten. Der Förderbeitrag beträgt 9 €/MWh; er wird jährlich gemäß der Entwicklung des Verbraucherpreisindex und der EEX-Strompreise angepasst. Von 2011 bis 2016 leisten die Kernkraftwerksbetreiber pauschale Vorauszahlungen auf die Förderbeiträge, die sich über den Gesamtzeitraum auf 1.400 Mio. € summieren und von 2017 bis 2022 in gleichen jährlichen Raten auf die Förderbeiträge angerechnet werden. Die auf den RWE-Konzern entfallenden Vorausleistungen betragen maximal 385 Mio. €; die RWE AG haftet in dieser Höhe für die Erfüllung der Vorausleistungen. Aufgrund der in Vorjahren erfolgten Übertragungen von bestimmten Altersversorgungsverpflichtungen auf die RWE Pensionsfonds AG besteht bei der RWE AG und den dem Pensionsfondsvertrag beigetretenen verbundenen Unternehmen für den Fall einer möglichen zukünftigen Unterdeckung des Pensionsfonds eine gesetzliche Nachschussverpflichtung in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber. Im Zusammenhang mit umwandlungsrechtlichen Vorgängen besteht gemäß § 133 UmwG eine gesamtschuldnerische Haftung für die Verbindlichkeiten der übertragenden Rechtsträger. Die RWE AG und Tochtergesellschaften sind im Zusammenhang mit ihrem Geschäftsbetrieb in behördliche Verfahren, Gerichtsprozesse und Schiedsgerichtsverfahren involviert. RWE erwartet dadurch jedoch keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Situation des RWE-Konzerns. Im Zusammenhang mit gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen sind von außenstehenden Aktionären mehrere Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Umtauschverhältnisse bzw. der Höhe der angebotenen Barabfindungen eingeleitet worden. Die RWE AG geht davon aus, dass die gutachterlich ermittelten und von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften überprüften Umtauschverhältnisse und Barabfindungen angemessen waren. Sollten rechtskräftige Gerichtsentscheidungen zu anderen Ergebnissen kommen, erfolgt ein Ausgleich durch bare Zuzahlung an alle betroffenen Aktionäre, auch soweit sie nicht am Spruchverfahren selbst beteiligt sind. Zur Absicherung von Wertguthaben aus dem Blockmodell Altersteilzeit gemäß § 8a AltTZG wurden für die RWE AG und Tochtergesellschaften Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 189 Mio. € in einem Treuhanddepot hinterlegt. Die Absicherung erfolgt sowohl zu Gunsten eigener Mitarbeiter als auch für Mitarbeiter von Konzerngesellschaften. Für betriebliche Pensionszusagen aus Entgeltumwandlungen wurden Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 17 Mio. € verpfändet. Die Mitgesellschafter eines verbundenen Unternehmens verfügen über das Recht zur Andienung ihrer Anteile an dieser Gesellschaft. Die vollständige Ausübung dieses Andienungsrechts kann zu einer sonstigen finanziellen Verpflichtung in Höhe von 1.527 Mio. € führen. Aufgrund eines Beherrschungsvertrags besteht gegenüber einem tschechischen verbundenen Unternehmen bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen die Verpflichtung, entstehende Verluste zu übernehmen. Die künftigen - nicht abgezinsten - sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverhältnissen betragen zum 31. Dezember 2010 123 Mio. €. Davon bestehen 83 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen. Die eingegangenen Eventualverbindlichkeiten sind nicht zu passivieren, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch den jeweiligen Hauptschuldner voraussichtlich erfüllt werden können und daher mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist. (11) Derivative Finanzinstrumente und BewertungseinheitenZur Absicherung von Währungs-, Zins- und Kursrisiken aus Fremdwährungspositionen, Geldanlagen und Finanzierungsvorgängen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Das Nominalvolumen der mit externen Vertragspartnern abgeschlossenen Derivate beträgt zum Bilanzstichtag 24,8 Mrd. €. Mit Konzerngesellschaften wurden gegenläufige Derivate im Nominalvolumen von 27,3 Mrd. € abgeschlossen. Folgende Übersicht zeigt die zum 31. Dezember 2010 bestehenden derivativen Finanzinstrumente:
Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert der derivativen Finanzinstrumente, soweit dieser verlässlich feststellbar ist. Liegt ein verlässlich feststellbarer Marktwert nicht vor, wird der beizulegende Zeitwert aus dem Marktwert gleichartiger derivativer Finanzinstrumente abgeleitet oder mithilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden bestimmt, hierzu zählen z.B. die Discounted-Cash-Flow-Methode und - bei Vorliegen von Optionen - das Black-Scholes-Modell. Die in der Tabelle aufgeführten Derivate sind überwiegend als Grund- oder Sicherungsgeschäfte in nachstehend beschriebenen Bewertungseinheiten enthalten. Im Rahmen der Währungssicherung wurden u.a. Zins-/Währungsswaps und gegenläufige Grundgeschäfte mit 100-prozentigen Tochtergesellschaften abgeschlossen. Bei der RWE AG bilden die mit Banken abgeschlossenen Derivate und die jeweiligen Grundgeschäfte eine Bewertungseinheit, so dass kein Bewertungsergebnis entsteht. Hierbei handelt es sich um Mikrohedges (d.h. eindeutige Zuordnung von Grund- und Sicherungsgeschäften). Die Tochtergesellschaften setzen diese Swaps bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten u.a. zur Kurssicherung ihrer ausländischen Investitionen ein. Bei der Beendigung eines Swaps wird der positive oder negative Marktwert mit den Anschaffungskosten der Grundgeschäfte erfolgsneutral verrechnet. Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften wurden Währungsswaps bzw. kombinierte Zins-/Währungsswaps abgeschlossen (Mikrohedges). Sowohl Zins- als auch kombinierte Zins-/Währungsswaps dienen der Sicherung begebener Anleihen und Schuldscheindarlehen (Mikrohedges). Darüber hinaus wurden für vertraglich vereinbarte und prognostizierte Zahlungen sowie für einzelne Währungsrisiken bei der RWE AG und Konzerngesellschaften Devisentermingeschäfte und Währungsswaps abgeschlossen, die überwiegend an Konzerngesellschaften kongruent weitergeleitet wurden. Hierbei handelt es sich sowohl um Mikrohedges als auch um Portfoliohedges, in denen Derivate mit gleichen Währungsrisiken zusammengefasst werden. Zur Sicherung von Ausfallrisiken bei einer Tochtergesellschaft wurden Kreditderivate (Credit Default Swaps) abgeschlossen und gleichlautend weitergeleitet. Den Marktwertveränderungen der Derivate stehen bei vorhandenen Grundgeschäften entsprechende gegenläufige Marktwertveränderungen gegenüber. Rückstellungen für drohende Verluste wurden in Höhe von 38 Mio. € gebildet für negative Salden von Portfoliohedges und in Höhe von 3 Mio. € für negative Marktwerte von Derivaten, die keiner Bewertungseinheit zugeordnet waren. Für die RWE AG und ihre Konzernunternehmen sind Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten sowie Kontrollen in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Insbesondere dürfen derivative Finanzinstrumente, mit Ausnahme der Eigenhandelsgeschäfte im Energiehandel, vornehmlich zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Grundgeschäften und den damit verbundenen Liquiditätsanlagen und Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden. Es kommen nur externe Vertragspartner guter Bonität in Frage. Originäre Finanzinstrumente, die mit den vorgenannten derivativen Finanzinstrumenten in Bewertungseinheiten (Mikrohedges) zusammengefasst sind, ergeben sich aus nachfolgen der Übersicht. Die Höhe der abgesicherten Risiken leitet sich aus dem beizulegenden Zeitwert ab.
Die Ergebniseffekte der Finanzforderungen und -Verbindlichkeiten werden durch gegenläufige Beträge aus Realisationen und Marktwertänderungen der Sicherungsgeschäfte kompensiert. Die Buchwerte der gesicherten Finanzforderungen bzw. -verbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 6.147 Mio. € bzw. -7.126 Mio. €. Aufgrund von Betrags-, Risiko- und Fristengleichheit weisen die Bewertungseinheiten eine hohe Wirksamkeit auf. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung(12) Ergebnis aus Finanzanlagen
(13) Zinsergebnis
Im Berichtsjahr wurde der Aufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen (11 Mio. €) erstmalig mit dem Marktwertzuwachs sowie den übrigen Aufwendungen und Erträgen des für die Pensionsverpflichtungen bestehenden Zweckvermögens (344 Mio. €) verrechnet. Der daraus resultierende Saldo ist in den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ausgewiesen und ergibt sich aus der nachfolgenden Übersicht:
(14) Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen sind überwiegend Erträge aus konzerninternen Steuerumlagen ausgewiesen; daneben werden Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen erfasst. Aus Währungsumrechnung resultieren Erträge in Höhe von 6 Mio. €. (15) Personalaufwand
Der Aufwand für Altersversorgung beläuft sich auf einen Betrag in geringer Höhe und umfaßt erstmalig ausschließlich den Dienstzeitaufwand der Pensionszuführung, während der Zinsanteil im Zinsergebnis enthalten ist.
(16) Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere der an die Führungsgesellschaften des RWE-Konzerns vergütete Zinsanteil auf die bei der RWE AG bilanzierten Pensionsrückstellungen sowie Verwaltungsaufwendungen enthalten. Daneben werden auch sonstige Steuern ausgewiesen. (17) Außerordentliches ErgebnisAufwendungen und Erträge aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG sind gemäß Art. 67 Abs. 7 EGHGB als a.o. Aufwendungen bzw. a.o. Erträge auszuweisen. Die Erstbewertung des Zweckvermögens zum beizulegenden Zeitwert ergab einen a.o. Ertrag in Höhe von 42 Mio. €. Der nach Ausübung des Verteilungswahlrechts auf den Unterschiedsbetrag aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen entfallende a.o. Aufwand beläuft sich auf 41 Mio. €. (18) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen im Wesentlichen das Geschäftsjahr und frühere Veranlagungszeiträume. Aus den unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von technischen Anlagen und Maschinen bei Tochterunternehmen resultieren im Organkreis passive latente Steuern. Diese werden durch aktive latente Steuern auf steuerlich nicht zu berücksichtigende Drohverlustrückstellungen sowie auf Bewertungsunterschiede bei den Pensionsrückstellungen deutlich überkompensiert. Der Bewertung der latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 31,23% zugrunde. Sonstige AngabenDie Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind auf den Seiten 24 bis 28 aufgeführt. Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben gemäß § 161 AktG die vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf den Internetseiten der RWE AG (www.rwe.com) dauerhaft zugänglich gemacht. Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Der Vorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2010 kurzfristige Vergütungsbestandteile in Höhe von 16.608 Tsd. €. Außerdem wurden langfristige Vergütungsbestandteile im Rahmen des Beat (Tranche 2010) mit einem Ausgabezeitwert von 3.750 Tsd. € (144.455 Stück Performance Shares) zugeteilt. Die Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010 beträgt demnach 20.358 Tsd. €. Die fixen Bezüge des Aufsichtsrats betragen 1.177 Tsd. € und die variablen Bezüge 2.257 Tsd. €. Im Berichtsjahr wurden keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gewährt, mit Ausnahme eines Reisekostenvorschusses an einen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat in Höhe von 1 Tsd. €. Für einen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat besteht aus der Zeit vor Organzugehörigkeit ein Mitarbeiterdarlehen in Höhe von 11 Tsd. €. Frühere Mitglieder des Vorstands der RWE AG und ihre Hinterbliebenen erhielten 4.307 Tsd. €. Darin sind Auszahlungen von Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung in Höhe von 1.842 Tsd. € enthalten. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 21.817 Tsd. € zurückgestellt. Der Vorstand hält am Bilanzstichtag im Rahmen des Long-Term Incentive Plan (Beat) 76.405 Stück Performance Shares aus der Tranche 2008, 251.468 Stück Performance Shares aus der Tranche 2009 und 115.564 Stück Performance Shares aus der Tranche 2010. Die Details des Long-Term Incentive Plan werden beim Eigenkapital erläutert Am 3. September 2010 haben die BlackRock, Inc., New York, USA, die BlackRock Financial Management, Inc., New York, USA, sowie die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, Delaware, USA, gemäß § 21 WpHG Folgendes mitgeteilt:
Mit Datum vom 10. September 2010 haben die BlackRock, Inc., New York, USA, die Black-Rock Financial Management, Inc., New York, USA, sowie die BlackRock Holdco 2, Inc., Wilmington, Delaware, USA, gemäß § 21 WpHG Folgendes mitgeteilt:
Für die im Geschäftsjahr 2010 erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Jahresabschlusses, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:
Der Posten Abschlussprüfungsleistungen umfasst die Honorare für die gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfung des Einzel- und Konzernabschlusses der RWE AG, soweit diese unmittelbar von der RWE AG getragen werden. Honorare für andere Bestätigungsleistungen entfallen in erster Linie auf die prüferische Durchsicht der Konzernzwischenabschlüsse der RWE AG. Darüber hinaus sind hier die Beratung und Prüfung der Umsetzung konzernweiter Bilanzierungsvorgaben und der laufenden oder geplanten Transaktionen und andere Sonderprüfungen enthalten. Ebenso werden hier Honorare für die Prüfung des internen Kontrollsystems, insbesondere für IT-Systeme, sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit gesetzlichen und gerichtlichen Vorgaben erfasst. Die RWE AG hält zum Bilanzstichtag Anteile von mehr als 10% an nachfolgendem Investmentvermögen:
Die Anlageschwerpunkte der Immobilienfonds umfassen ausschliesslich europäische Büro- und Einzelhandelsimmobilien. Die Mischfonds beinhalten im Wesentlichen internationale Aktien- und Rentenfonds. Für die Immobilienfonds sehen die Vertragsbedingungen eine quartalsweise Rückgabemöglichkeit vor. GewinnverwendungsvorschlagDer Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:
Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der RWE AG für das Geschäftsjahr 2010 wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende von 3,50 € je dividendenberechtigter Stückaktie:
Der Gewinnverwendungsvorschlag berücksichtigt die von der Gesellschaft im Besitz befindlichen nicht dividendenberechtigten eigenen Aktien zum 31. Dezember 2010. Bis zum Zeitpunkt der Hauptversammlung kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien vermindern, wenn weitere eigene Aktien erworben werden. Entsprechend kann sich die Zahl der dividendenberechtigten Aktien erhöhen, wenn bis zum Zeitpunkt der Hauptversammlung eigene Aktien veräußert werden. In diesen Fällen wird der Hauptversammlung bei gleichbleibendem Dividendenbetrag je dividendenberechtigter Stückaktie ein angepasster Gewinnverwendungsvorschlag unterbreitet werden, nach dem sich der an die Aktionäre insgesamt auszuschüttende Betrag um den Teilbetrag, der auf die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem Zeitpunkt des Gewinnverwendungsbeschlusses hinzuerworbenen eigenen Aktien auszuschütten wäre, vermindert und sich um den Teilbetrag, der auf die zwischen dem 1. Januar 2011 und dem Zeitpunkt des Gewinnverwendungsbeschlusses veräußerten eigenen Aktien auszuschütten ist, erhöht. Der Gewinnvortrag erhöht oder ermäßigt sich um diese Teilbeträge.
Essen, 11. Februar 2011 Der Vorstand Großmann Birnbaum Fitting Pohlig Schmitz Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Essen, 11. Februar 2011 Der Vorstand Großmann Birnbaum Fitting Pohlig Schmitz ORGANEStand: 11. Februar 2011Aufsichtsrat1Dr. Manfred SchneiderLeverkusen Vorsitzender Geburtsjahr: 1938 Mitglied seit: 10. Dezember 1992 Mandate: • Bayer AG (Vorsitz) • Daimler AG • Linde AG (Vorsitz) Frank Bsirske2Berlin Stellvertretender Vorsitzender Vorsitzender der ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Geburtsjahr: 1952 Mitglied seit: 9. Januar 2001 Mandate: • Deutsche Lufthansa AG • IBM Central Holding GmbH • Deutsche Postbank AG - KfW Bankengruppe Dr. Paul AchleitnerMünchen Mitglied des Vorstands der Allianz SE Geburtsjahr: 1956 Mitglied seit: 16. März 2000 Mandate: • Allianz Global Investors AG • Bayer AG • Daimler AG - Allianz Investment Management SE (Vorsitz) Werner Bischoff2Monheim am Rhein ehem. Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie Geburtsjahr: 1947 Mitglied seit: 13. April 2006 Mandate: • Continental AG • Evonik-Degussa GmbH • Evonik Industries AG • RWE Dea AG • RWE Power AG - THS TreuHandStelle für Bergmannswohnstätten im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk GmbH (Vorsitz) Carl-Ludwig von Boehm-BezingBad Soden ehem. Mitglied des Vorstands der Deutsche Bank AG Geburtsjahr: 1940 Mitglied seit: 11. Dezember 1997 Heinz Büchel2Trier Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Deutschland AG Geburtsjahr: 1956 Mitglied seit: 13. April 2006 Dieter FaustEschweiler Konzernbetriebsratsvorsitzender der RWE Power AG Geburtsjahr: 1958 Mitglied seit: 1. August 2005 Mandate: • RWE Power AG Dr. Thomas R. Fischer3Berlin Geburtsjahr: 1947 Mitglied bis: 31. Januar 2010 Andreas Henrich2Mülheim an der Ruhr Leiter Personalmanagement der RWE Deutschland AG Geburtsjahr: 1956 Mitglied seit: 1. April 2008 Mandate: • ELE Emscher Lippe Energie GmbH • RWE Deutschland AG Heinz-Eberhard Holl3Osnabrück ehem. Oberkreisdirektor des Landkreises Osnabrück Geburtsjahr: 1940 Mitglied bis: 31. Januar 2010 Mandate: • Georgsmarienhütte GmbH • Georgsmarienhütte Holding GmbH Frithjof KühnSiegburg Landrat Rhein-Sieg-Kreis Geburtsjahr: 1943 Mitglied seit: 1. Februar 2010 Mandate: • RW Holding AG (Vorsitz) - Kreissparkasse Köln Hans Peter Lafos2Bergheim Landesfachbereichsleiter FB 2 Ver- und Entsorgung, ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk NRW Geburtsjahr: 1954 Mitglied seit: 28. Oktober 2009 Mandate: • GEW Köln AG • RWE Power AG • RWE Vertrieb AG Dr. Gerhard LangemeyerDortmund Oberbürgermeister a.D. der Stadt Dortmund Geburtsjahr: 1944 Mitglied seit: 4. Januar 2001 Dagmar MühlenfeldMülheim an der Ruhr Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr Geburtsjahr: 1951 Mitglied seit: 4. Januar 2005 Mandate: - Beteiligungsholding Mülheim an der Ruhr GmbH - Flughafen Essen/Mülheim GmbH (Vorsitz) - medl GmbH (Vorsitz) - Mülheim & Business GmbH (Vorsitz) - Ruhrbania Projektentwicklungsgesellschaft mbH (Vorsitz) Dr. Wolfgang ReinigerEssen Rechtsanwalt Geburtsjahr: 1944 Mitglied seit: 4. Januar 2001 Günter Reppien2Lingen ehem. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Power AG Geburtsjahr: 1951 Mitglied seit: 9. Januar 2001 Mandate: • RWE Power AG - Stadtwerke Lingen GmbH Dagmar Schmeer2Saarbrücken Betriebsratsvorsitzende der VSE AG Geburtsjahr: 1967 Mitglied seit: 9. August 2006 Mandate: • VSE AG Dr.-Ing. Ekkehard D. SchulzKrefeld Mitglied des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG Geburtsjahr: 1941 Mitglied seit: 13. April 2006 Mandate: • AXA Konzern AG • Bayer AG • MAN SE • ThyssenKrupp Elevator AG (Vorsitz) - bis 21. Januar 2011 - • ThyssenKrupp Steel Europe AG (Vorsitz) - bis 21. Januar 2011 - Dr. Wolfgang SchüsselWien Bundeskanzler a.D. Geburtsjahr: 1945 Mitglied seit: 1. März 2010 Mandate: - Bertelsmann Stiftung Uwe Tigges2Bochum Konzernbetriebsratsvorsitzender der RWE AG Geburtsjahr: 1960 Mitglied seit: 1. Dezember 2003 Mandate: • RWE Vertrieb AG Manfred Weber2Wietze Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Dea AG Geburtsjahr: 1947 Mitglied seit: 1. Dezember 2008 Mandate: • RWE Dea AG Dr. Dieter ZetscheStuttgart Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG Geburtsjahr: 1953 Mitglied seit: 16. Juli 2009 • Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten - Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
1
Die Amtszeit aller Mitglieder endet zum Ablauf der Hauptversammlung am 20. April
2011. Ausschüsse des AufsichtsratsPräsidium des AufsichtsratsDr. Manfred Schneider (Vorsitz) Frank Bsirske Dr. Paul Achleitner Heinz Büchel Dieter Faust Dagmar Mühlenfeld Dagmar Schmeer Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestGDr. Manfred Schneider (Vorsitz) Frank Bsirske Werner Bischoff Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz PersonalausschussDr. Manfred Schneider (Vorsitz) Frank Bsirske Dr. Paul Achleitner Heinz-Eberhard Holl - bis 31. Januar 2010 - Frithjof Kühn - seit 1. Februar 2010 - Günter Reppien Uwe Tigges PrüfungsausschussCarl-Ludwig von Boehm-Bezing (Vorsitz) Werner Bischoff Dr. Gerhard Langemeyer Günter Reppien Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz Uwe Tigges NominierungsausschussDr. Manfred Schneider (Vorsitz) Dr. Paul Achleitner Heinz-Eberhard Holl - bis 31. Januar 2010 - Frithjof Kühn - seit 1. Februar 2010 - VorstandDr. Jürgen GroßmannVorsitzender des Vorstands der RWE AG, bestellt bis zum 30. September 2012 Geboren 1952 in Mülheim an der Ruhr, Studium der Eisenhüttenkunde und der Wirtschaftswissenschaften, Promotion in Hüttenwesen, von 1980 bis 1993 im Klöckner-Konzern, zuletzt als Mitglied des Vorstands der Klöckner-Werke AG, 1993 Erwerb der Georgsmarienhütte, von 1993 bis 2006 Gesellschafter und Geschäftsführer der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Eintritt in die RWE AG als Vorsitzender des Vorstands zum 1. Oktober 2007. Konzernressorts: Public Affairs/Energiepolitik, Compliance/Vorstandsbüro, Kommunikation, Führungskräftemanagement und Revision. Mandate: • BATIG Gesellschaft für Beteiligungen mbH • British American Tobacco (Industrie) GmbH • British American Tobacco (Germany) GmbH • Deutsche Bahn AG • SURTECO SE (Vorsitz) • Volkswagen AG - Hanover Acceptances Limited Dr. Leonhard BirnbaumMitglied des Vorstands der RWE AG, bestellt bis zum 30. September 2013 Geboren 1967 in Ludwigshafen am Rhein, promovierter Chemieingenieur, von 1996 bis 2008 bei McKinsey & Company Inc., 2000 zum Partner und 2006 zum Senior Partner ernannt, zuletzt als Mitglied des globalen Führungsteams des Energiebereichs tätig, Eintritt in die RWE AG als Leiter des Bereichs Konzernstrategie und Business Development zum 7. April 2008, Mitglied des Vorstands seit 1. Oktober 2008, von Januar 2009 bis September 2010 Chief Strategy Officer, seit 1. Oktober 2010 Vorstand Kommerzielle Steuerung der RWE AG. Konzernressorts: Commodity-Management, Strategie, Mergers & Acquisitions und Forschung & Entwicklung. Mandate: • RWE Dea AG (Vorsitz) • RWE Supply & Trading GmbH - RWE Turkey Holding A.S. Alwin FittingMitglied des Vorstands der RWE AG, bestellt bis zum 31. März 2013 Geboren 1953 in Westhofen (Rheinhessen), seit 1974 im RWE-Konzern, Ausbildung zum Elektromeister, Oktober 2000 bis Juli 2005 Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der RWE Power AG, seit August 2005 Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der RWE AG. Konzernressorts: Sicherheit, Personalmanagement & Arbeitsrecht, Diversity Office und Corporate Responsibility/Umweltschutz. Mandate: • Amprion GmbH • RWE IT GmbH (Vorsitz) • RWE Pensionsfonds AG • RWE Service GmbH (Vorsitz) Dr. Ulrich Jobs1Mitglied des Vorstands der RWE AG, bis zum 30. September 2010 Geboren 1953 in Herne, Diplom als Ingenieurwissenschaftler und Promotion in Bergbau/Bergtechnik, seit 1977 im RWEKonzern, seit April 2007 Mitglied des Vorstands der RWE AG, Mai 2007 bis Februar 2008 zusätzlich Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, von April 2008 bis April 2009 Chief Operating Officer der RWE AG, von Mai 2009 bis September 2010 Vorstand Operative Steuerung International der RWE AG. Mandate: • Deutsche Steinkohle Aktiengesellschaft • RAG AG • RWE Dea AG (Vorsitz) - ELMÜ Nyrt. (Vorsitz) - EMASZ Nyrt. (Vorsitz) - Essent N.V. - Mátrai Kraftwerk G.AG (Vorsitz) - NET4GAS, s.r.o. - RWE Npower Holdings plc (Chairman) - RWE Polska Spólka Akcyina (Vorsitz) - RWE Supply & Trading GmbH (Vorsitz) - RWE Transgas, a.s. (Vorsitz) - RWE Turkey Holding A.S. - Východoslovenská energetika, a.s. Dr. Rolf PohligMitglied des Vorstands der RWE AG, bestellt bis zum 31. Dezember 2011 Geboren 1952 in Solingen, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, 1993 bis 2000 Generalbevollmächtigter Finanz- und Rechnungswesen der VEBA AG, 2000 bis 2006 Generalbevollmächtigter Mergers & Acquisitions der E.ON AG, seit Januar 2007 Mitglied des Vorstands und seit Mai 2007 Finanzvorstand der RWE AG. Konzernressorts: Controlling/Organisationseffizienz, Finanzen, Investor Relations, Recht/Organangelegenheiten, Rechnungswesen und Steuern. Mandate: • RWE Dea AG • RWE Pensionsfonds AG (Vorsitz) • RWE Power AG • RWE Deutschland AG - Essent N.V. - RWE Transgas, a.s. Dr. Rolf Martin SchmitzMitglied des Vorstands der RWE AG, bestellt bis zum 30. April 2014 Geboren 1957 in Mönchengladbach, promovierter Maschinenbauingenieur, von 1988 bis 1998 bei der VEBA AG u.a. zuständig für Konzernentwicklung und Wirtschaftspolitik, 1998 bis 2001 Vorstand der rhenag Rheinische Energie AG, 2000 bis 2004 Vorstand der Thüga AG, 2004 bis 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung der E.ON Kraftwerke GmbH, 2006 bis 2009 Vorsitzender des Vorstands der RheinEnergie AG und Geschäftsführer der Stadtwerke Köln, von Mai 2009 bis September 2010 Vorstand Operative Steuerung National der RWE AG, seit 1. Oktober 2010 Vorstand Operative Steuerung der RWE AG. Konzernressorts: Beteiligungsmanagement, Kommunen und Koordination Erzeugung/Netz/Vertrieb. Mandate: • envia Mitteldeutsche Energie AG • Lechwerke AG (Vorsitz) • RWE Power AG (Vorsitz) • RWE Deutschland AG (Vorsitz) • Süwag Energie AG (Vorsitz) - Essent N.V. - KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG - RWE Transgas, a.s. - RWE Turkey Holding A.S. • Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten - Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
1
Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt des Ausscheidens. Anlage (A): Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 und § 313 Abs. 2 (i.V.m. § 315 a I) HGB zum 31.12.2010
1)
Ergebnisabführungsvertrag Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RWE Aktiengesellschaft, Essen, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Essen, den 14. Februar 2011 PricewaterhouseCoopers Manfred Wiegand, Wirtschaftsprüfer Markus Dittmann, Wirtschaftsprüfer |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||