RWE Aktiengesellschaft

Essen

Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2015

BERICHT ÜBER DIE ERSTEN DREI QUARTALE 2015

RWE bekräftigt Ergebnisprognose für 2015

Betriebliches Ergebnis im Zwischenabschluss um 9% unter Vorjahr

Nettoschulden auf 25,8 Mrd. € gesunken

Grünes Licht für Offshore-Windkraftprojekt Galloper

RWE-Kraftwerke qualifizieren sich für zweite Auktion zum britischen Kapazitätsmarkt

AUF EINEN BLICK

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Eckdaten des RWE-Konzerns
Jan - Sep
Jan - Sep
+/- Jan - Dez
2015
2014
in %
2014
Stromerzeugung Mrd. kWh 154,9 151,2 2,4 208,3
Außenabsatz Strom Mrd. kWh 191,8 191,7 0,1 258,3
Außenabsatz Gas Mrd. kWh 207,2 184,6 12,2 281,3
Außenumsatz Mio. € 35.409 35.288 0,3 48.468
EBITDA Mio. € 4.403 4.700 -6,3 7.131
Betriebliches Ergebnis Mio. € 2.648 2.908 -8,9 4.017
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 1.354 1.470 -7,9 2.246
Nettoergebnis Mio. € 1.935 994 94,7 1.704
Bereinigtes Nettoergebnis1 Mio. € 545 763 -28,6 1.282
Ergebnis je Aktie 3,15 1,62 94,4 2,77
Bereinigtes Nettoergebnis1 je Aktie 0,89 1,24 -28,2 2,09
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten Mio. € 2.177 4.759 -54,3 5.556
Investitionen Mio. € 1.896 2.284 -17,0 3.440
In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 1.669 2.197 -24,0 3.245
In Finanzanlagen Mio. € 227 87 160,9 195
Free Cash Flow Mio. € 508 2.562 -80,2 2.311


30.09.2015 31.12.2014

Nettoschulden Mio. € 25.833 30.9722 -16,6
Mitarbeiter3
59.777 59.784 -

1 Vormals "nachhaltiges Nettoergebnis", siehe Erläuterung auf Seite 19
2 Angepasste Zahl, siehe Fußnote 1 der Tabelle "Nettoschulden" auf Seite 22
3 Umgerechnet in Vollzeitstellen

BRIEF DES VORSTANDSVORSITZENDEN

Liebe Aktionäre, liebe Kunden und Freunde des Unternehmens,

die Kursentwicklung unserer Aktie war 2015 alles andere als erfreulich. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres haben die RWE-Stämme etwa die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, während der DAX sogar zulegte. Die Ursachen dafür sind vielfältig und keineswegs nur bei den niedrigen Stromgroßhandelspreisen zu suchen. Unangenehm überrascht war der Kapitalmarkt über die Fehlentwicklungen in unserem britischen Vertriebsgeschäft: Hohe Kundenverluste und Probleme bei der Rechnungsstellung sind keine gute Visitenkarte von RWE. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.

Noch mehr gelitten hat die RWE-Aktie unter der politischen Unsicherheit, der wir insbesondere in der Kernenergie ausgesetzt sind. So befasst sich die Bundesregierung aktuell mit der Frage, wie die Finanzierung des Abbaus der Kernkraftwerke und der Entsorgung des radioaktiven Abfalls langfristig gesichert werden soll. Eine eigens dafür einberufene Kommission wird dazu Vorschläge erarbeiten. Im Raum steht u. a. die mögliche Gründung einer Stiftung, die von den Energieversorgern zu finanzieren wäre. Viele Investoren sehen das Risiko, dass die Politik den Unternehmen damit zusätzliche Lasten aufbürdet. Die Lage spitze sich Mitte September zu, als das Gerücht aufkam, ein vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebener "Stresstest" hätte aufgedeckt, dass die Kernenergierückstellungen der deutschen Versorger zu niedrig seien. Das Gerücht bestätigte sich nicht: Im Oktober bescheinigte das Bundeswirtschaftsministerium den Unternehmen, dass sie den Stresstest bestanden haben. Positiv werten wir auch, dass die Bundesregierung bei der Neuregelung der Kernenergiefinanzierung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Energieversorger gewahrt sehen will. Ich hoffe, hier wird eine gute Lösung gefunden, durch die sich das "Risiko" in der RWE-Aktie deutlich verringert.

Auch für unsere Rheinische Braunkohlewirtschaft war das Jahr 2015 nichts für schwache Nerven. Allerdings hat sich die Lage hier ebenfalls beruhigt. Pläne zur Einführung einer Klimaabgabe auf Kraftwerke, die den Großteil unserer Braunkohleflotte auf einen Schlag unwirtschaftlich gemacht hätten, sind glücklicherweise wieder vom Tisch. Die in der Braunkohleverstromung angestrebte Emissionssenkung soll nun dadurch erreicht werden, dass Anlagen mit 2,7 Gigawatt Erzeugungsleistung vorzeitig vom Markt genommen werden. Die Anlagen - darunter fünf RWE-Blöcke der 300-Megawatt-Klasse - gehen allerdings noch für vier Jahre in eine Sicherheitsbereitschaft, ehe sie stillgelegt werden. Dafür erhalten sie eine Vergütung, über deren Höhe sich das Bundeswirtschaftsministerium mit uns verständigt hat. Nun muss die Regelung noch den Gesetzgebungsprozess durchlaufen. Ich bin zuversichtlich, dass sich damit die Planbarkeit unseres Geschäfts weiter verbessert.

Abschließend einige Worte zum Geschäftsverlauf: Trotz der unerwarteten Belastungen im britischen Energievertrieb und stark gesunkener Handelserträge sind wir auf Kurs, unsere Prognose zum diesjährigen Konzernergebnis zu erfüllen. Dabei helfen uns u. a. Kostensenkungen und ein Sondereffekt aus der erstmaligen Vollkonsolidierung des slowakischen Versorgers VSE. Für das betriebliche Ergebnis veranschlagen wir unverändert einen Korridor von 3,6 bis 3,9 Mrd. €. Auch beim bereinigten Nettoergebnis werden wir die prognostizierte Bandbreite von 1,1 bis 1,3 Mrd. € voraussichtlich erreichen - wenn auch wohl nur knapp.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Terium

Vorstandsvorsitzender der RWE AG

Essen, im November 2015

RWE AM KAPITALMARKT

Seine hohen Kursgewinne aus dem ersten Quartal 2015 hat der deutsche Aktienindex DAX in den beiden Folgequartalen wieder abgegeben. Am 30. September ging er mit 9.660 Punkten aus dem Handel und lag damit 1 % unter dem Schlusskurs des Vorjahres. Der positive Einfluss der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde im Frühjahr durch das erneute Aufflammen der Griechenlandkrise überlagert. Im Sommer trübte das nachlassende Wachstum der chinesischen Wirtschaft die Stimmung an den Finanzmärkten. Für RWE-Aktionäre war das Börsenjahr bislang sehr enttäuschend. Die Stammaktie schloss Ende September mit 10,15 €, die Vorzugsaktie mit 8,00 €. Aus Kursveränderung und Dividende ergab sich per saldo ein Wertverlust von 59 bzw. 55%, dessen Hintergründe auf Seite 1 dargestellt werden.

Die expansive Geldpolitik der EZB und das Stottern des Konjunkturmotors China prägten auch die Entwicklung der Zinsen. Die Durchschnittsrendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen bewegte sich in den ersten drei Quartalen in einer historisch niedrigen Bandbreite von 0,1 bis 1,0%. Ende September lag sie bei 0,6%. Die Kosten für die Absicherung von Kreditrisiken über Credit Default Swaps (CDS) sanken zunächst und zogen dann wieder an. Der Index iTraxx Europe, der aus den CDS-Preisen von 125 großen europäischen Unternehmen gebildet wird, notierte am 30. September 2015 mit 91 Basispunkten für fünfjährige Laufzeiten. Das sind 28 mehr als Ende 2014. Die fünfjährigen CDS für RWE haben sich massiv verteuert, und zwar um 92 auf 167 Basispunkte. Vor allem August und September war ein starker Preisanstieg zu beobachten, der u. a. auf die Verunsicherung durch den Stresstest zur Höhe der Kernenergierückstellungen zurückzuführen ist (siehe Seite 1 und 8). Als sich die Lage im Oktober beruhigte, haben sich die CDS für RWE wieder deutlich verringert.

LAGEBERICHT

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Konjunktureller Aufschwung setzt sich fort

Nach ersten Schätzungen war das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Quartalen 2015 um mehr als 2% höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für die Eurozone wird ein Plus von leicht über 1 % veranschlagt. Innerhalb des Währungsraums belegte die deutsche Wirtschaft erneut einen der vorderen Plätze: Sie dürfte um ca. 1,5% gewachsen sein. Stimulierender Einfluss kam in erster Linie vom privaten Konsum. Wahrscheinlich ist auch das niederländische BIP etwas stärker gestiegen als das der Eurozone, das belgische dagegen etwa gleich stark. Großbritannien kommt nach aktuellen Daten sogar auf ein Plus von ca. 2,5%, das zum großen Teil dem expandierenden Dienstleistungssektor zuzurechnen ist. Wohl noch dynamischer entwickelte sich die Wirtschaft in unseren wichtigsten zentralosteuropäischen Märkten. Allerdings lagen für die betroffenen Länder bei Abschluss dieses Berichts nur Informationen über das erste Halbjahr vor: Demnach hat sich das BIP in Tschechien um 4% erhöht, in Polen um 3,5%, in Ungarn um 3% und in der Slowakei um ebenfalls 3%.

Abkühlung in der ersten Jahreshälfte - warmer Sommer in Kontinentaleuropa

Während sich die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in der Energienachfrage von Industrieunternehmen niederschlägt, wird der Energieverbrauch der Haushalte in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen beeinflusst: Je niedriger die Außentemperaturen, desto mehr Energie wird zum Heizen benötigt. Infolge dessen kommt es zu saisonalen Absatz- und Ergebnisschwankungen. Auch beim Vergleich verschiedener Geschäftsjahre können Witterungseinflüsse von Bedeutung sein. In Deutschland, Benelux, Großbritannien und unseren zentralosteuropäischen Märkten fielen die Temperaturen im Winter und Frühjahr 2015 insgesamt niedriger aus als im ungewöhnlich milden Vorjahreszeitraum. Der Sommer war in Großbritannien ebenfalls kühler, in Kontinentaleuropa dagegen deutlich wärmer als 2014.

Neben dem Energieverbrauch unterliegt auch die Stromerzeugung Wettereinflüssen. Eine große Rolle spielt das Windaufkommen. Im neunmonatigen Berichtszeitraum waren unsere Windkraftanlagen in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Polen insgesamt besser ausgelastet als 2014, in den Niederlanden etwa gleich gut und in Italien schlechter. Bei unseren Laufwasserkraftwerken wird die Stromproduktion von den Niederschlagsmengen beeinflusst, die in Deutschland etwa auf Vorjahreshöhe lagen. Auch die Sonneneinstrahlung hat starke Auswirkungen auf das Stromangebot, nicht zuletzt wegen des massiven Ausbaus der Photovoltaikkapazitäten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Nach Zahlen des Deutschen Wetterdienstes gab es in Deutschland während der ersten neun Monate landesdurchschnittlich 1.479 Sonnenstunden. Ein Jahr zuvor waren es 1.438 gewesen.

Höherer Energieverbrauch in den RWE-Kernmärkten

Das Wirtschaftswachstum und die insgesamt kühlere Witterung regten den Strom- und Gasverbrauch in unseren Kernmärkten an, während der Trend zur sparsameren Nutzung von Energie dämpfenden Einfluss hatte. Vorläufige Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lassen darauf schließen, dass die deutsche Stromnachfrage von Januar bis September 2015 um etwa 1 % höher war als ein Jahr zuvor. Nach aktueller Datenlage wurde auch in den Niederlanden, Großbritannien, Polen, der Slowakei und Ungarn mehr Strom nachgefragt als 2014. Die wesentlich wetterabhängigere Gasnachfrage wurde dadurch angeregt, dass in den Heizmonaten kühlere Temperaturen herrschten als 2014. Der BDEW schätzt, dass der deutsche Gasverbrauch um 10% gestiegen ist. In den Niederlanden und Großbritannien haben die dortigen Netzbetreiber Zuwächse von 2 bzw. 4% ermittelt. Für Tschechien wird ein Plus von 5% veranschlagt.

Rückläufige Gaspreise im Terminhandel und im Endkundengeschäft

Am wichtigsten kontinentaleuropäischen Gashandelsmarkt TTF (Title Transfer Facility) lagen die Spotpreise in den ersten neun Monaten 2015 bei durchschnittlich 21 € je Megawattstunde (MWh) und damit 1 € über dem Niveau von 2014. Im TTF-Terminhandel wurden Lieferkontrakte für das kommende Kalenderjahr (Forward 2016) mit ebenfalls 21 € je MWh abgerechnet. Das sind 4 € weniger, als im Vorjahreszeitraum für den Forward 2015 bezahlt werden musste. Der deutliche Preisrückgang im Gasterminhandel, der auch in Großbritannien zu beobachten war, beeinflusste die Entwicklung im Endkundengeschäft. Nach aktueller Datenlage hat sich Gas in Deutschland für Privathaushalte um durchschnittlich 1 % verbilligt und für Industrieunternehmen um durchschnittlich 6%. In Großbritannien lagen die Gaspreise für die genannten Kundengruppen um ca. 4 bzw. 8% unter Vorjahr und in den Niederlanden um ca. 4 bzw. 3 %. Erhebungen für Tschechien lassen darauf schließen, dass sich Gas für die Industrie um 6% vergünstigt, für Privathaushalte dagegen um 2% verteuert hat.

Anhaltende Baisse am Steinkohlemarkt

Die Steinkohlepreise haben sich 2015 stark verringert. In den ersten drei Quartalen kosteten Kohlelieferungen zu den sogenannten ARA-Häfen (Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen) am Spotmarkt inklusive Fracht und Versicherung durchschnittlich 59 US$ (52 €) je Tonne. Gegenüber 2014 ist das ein Rückgang um 17 US$. Der Forward 2016 (Index API 2) handelte mit 57 US$ je Tonne und damit 24 US$ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der weltweite Kohlemarkt ist tendenziell überversorgt, weil zahlreiche Länder in der Vergangenheit Förderkapazitäten aufgebaut haben und die Nachfrageentwicklung nicht Schritt halten konnte. Stark gesunken sind auch die im Kohlepreis enthaltenen Kosten für den Überseetransport; Hintergrund ist, dass auch in der Frachtschifffahrt Überkapazitäten geschaffen worden sind und sich die Treibstoffpreise verringert haben. Für die Standardroute von Südafrika nach Rotterdam wurde von Januar bis September 2015 nur noch 5 US$ je Tonne in Rechnung gestellt, 4 US$ weniger als ein Jahr zuvor.

Steigende Notierungen im CO2-Emissionshandel

Im Handel mit CO2 -Emissionsrechten zeigten die Preise zuletzt eine Aufwärtstendenz. Ein Standardzertifikat (sog. EU Allowance - EUA) für 2015, das zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Durchschnitt mit 7,50 € gehandelt. Der Vergleichswert für 2014 hatte bei 5,80 € gelegen. Nach wie vor sind für die dritte Handelsperiode bis 2020 wesentlich mehr Emissionsrechte am Markt erhältlich, als tatsächlich benötigt werden. Allerdings hat die EU den Zertifikatüberschuss durch das vorübergehende Zurückbehalten von Emissionsrechten ("Backloading") bereits deutlich verringert. Das Backloading soll bis Ende 2016 fortgesetzt werden und Zertifikate für insgesamt 900 Mio. Tonnen CO2 betreffen. Preissteigernd wirkte auch, dass 2015 die Weichen zur Einführung einer "Marktstabilitätsreserve" gestellt wurden. In der Reserve, die ab 2019 zum Einsatz kommen soll, können Emissionsrechte "geparkt" werden, wenn hohe Zertifikatüberschüsse bestehen. Darüber hinaus wurde festgelegt, dass die Backloading-Zertifikate direkt in die Reserve überführt und nicht, wie bislang vorgesehen, in den Jahren 2019 und 2020 in den Markt gegeben werden.

Deutscher Grundlast-Forward 2016 bei nur noch 32 € je MWh

In Deutschland ist die Preisentwicklung im Stromgroßhandel in starkem Maße von den steigenden Einspeisungen subventionierten EEG-Stroms geprägt. Dadurch werden konventionelle Erzeugungsanlagen verdrängt, und zwar in erster Linie Gaskraftwerke, die vergleichsweise hohe Brennstoffkosten aufweisen. Ihr Einfluss auf die Strompreisbildung hat sich dementsprechend verringert, während der von Steinkohlekraftwerken, die wegen des Preisverfalls an den Steinkohlemärkten relativ günstig produzieren, gestiegen ist. Diese beiden Faktoren - Verdrängung von Gaskraftwerken und Verbilligung von Steinkohle - haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Notierungen am deutschen Stromgroßhandelsmarkt seit Jahren rückläufig sind. Der Abwärtstrend hat sich 2015 fortgesetzt, wenn auch verlangsamt. In den ersten drei Quartalen lag der Spotpreis für das Grundlastprodukt bei durchschnittlich 31 € je MWh und damit 1 € unter dem Vorjahreswert. Der Forward 2016 wurde mit 32 € je MWh abgerechnet. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum war der Forward 2015 noch mit 35 € gehandelt worden.

In Großbritannien, unserem zweitgrößten Erzeugungsmarkt, haben Gaskraftwerke einen wesentlich größeren Anteil an der Stromproduktion als in Deutschland und damit einen stärkeren Preiseinfluss. Deshalb und wegen der seit April 2013 erhobenen CO2 -Steuer sind die Notierungen dort vergleichsweise hoch. Am britischen Spotmarkt notierte die Megawattstunde Grundlaststrom in den ersten drei Quartalen mit durchschnittlich 41 £ (57 €). Das ist ebenso viel wie 2014. Dagegen lag der Forward 2016 mit 44 £ (61 €) je MWh um 8 £ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

In den Niederlanden, wo wir unsere drittgrößte Erzeugungsposition haben, spielen Gaskraftwerke bei der Strompreisbildung ebenfalls eine wichtige Rolle. Gleichzeitig drücken deutsche EEG-Strom-Exporte das Preisniveau. Grundlaststrom kostete am niederländischen Spotmarkt 41 € je MWh und damit 1 € mehr als ein Jahr zuvor. Forward-Kontrakte haben sich jedoch verbilligt: Der für 2016 wurde im Mittel mit 39 € je MWh Grundlaststrom abgerechnet. Das sind 5 € weniger, als im Vorjahreszeitraum für den Forward 2015 bezahlt wurde.

Kraftwerksmargen unter Vorjahresniveau

Um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu begrenzen, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke größtenteils auf Termin und sichern die benötigten Brennstoffe und Emissionsrechte preislich ab. Unsere Stromerlöse im Berichtszeitraum wurden durch die jüngste Marktentwicklung daher kaum beeinflusst. Sie hängen vielmehr davon ab, zu welchen Konditionen Terminkontrakte für 2015 in vorangegangenen Jahren abgeschlossen wurden. Da die Stromgroßhandelspreise in Kontinentalwesteuropa schon seit Langem abwärts tendieren, war der Durchschnittspreis, den wir für unsere diesjährige Stromproduktion erzielt haben, insgesamt niedriger als der Vergleichswert für 2014. Mit unseren deutschen Braunkohle- und Kernkraftwerken, die typischerweise stabile Brennstoffkosten aufweisen, erwirtschafteten wir daher geringere Margen. Unter Druck sind auch die Margen unserer Gas- und Steinkohlekraftwerke. Allerdings kamen hier neben der ungünstigen Strompreisentwicklung auch Entlastungen durch rückläufige Notierungen für Brennstoffe zum Tragen.

Niedrigere Stromrechnung für Endkunden

Im Endkundengeschäft tendierten die Strompreise ebenfalls nach unten. Maßgeblich dafür waren die rückläufigen Notierungen am Großhandelsmarkt. In Deutschland mussten Privathaushalte im Durchschnitt geringfügig weniger bezahlen als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres, während für Industrieunternehmen ein Preisrückgang von etwa 3 % ermittelt wurde. Auch in Großbritannien haben sich die Entgelte für die beiden genannten Kundengruppen etwas verringert. In den Niederlanden lagen die (geschätzten) Preisrückgänge bei 1 % (Privathaushalte) und 7% (Industrie), in Ungarn bei 6 bzw. 4% und in der Slowakei bei 6 bzw. 3 %. In Polen hat sich Strom dagegen wohl um 2 bzw. 3 % verteuert.

WESENTLICHE EREIGNISSE

Im Berichtszeitraum

RWE-Kraftwerke qualifizieren sich für zweite Auktion zum britischen Kapazitätsmarkt

Anfang September wurde bekanntgegeben, welche Kraftwerke an der nächsten Auktion für den britischen Kapazitätsmarkt teilnehmen können. Alle RWE-Anlagen, für die eine Teilnahme beantragt wurde, konnten sich qualifizieren. Zusammen sind dies 8,0 Gigawatt (GW) gesicherte Leistung. Bei dem Bieterverfahren im Dezember 2015 werden landesweit 59,2 GW vertreten sein. Ausgeschrieben sind 44,7 GW, d. h., Anlagen mit dieser Gesamtleistung werden für den Zeitraum von Oktober 2019 bis September 2020 eine Prämie dafür erhalten, dass sie dem Markt gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung stellen. Die Höhe der Prämie wird in der Auktion ermittelt. Das kommende Bieterverfahren ist das zweite dieser Art. Das erste fand im Dezember 2014 statt und bezog sich auf den Zeitraum vom Oktober 2018 bis September 2019. Damals haben sich alle teilnehmenden RWE-Kraftwerke - mit Ausnahme einer Kleinanlage - für eine Kapazitätsprämie in Höhe von 19,40 £ je Kilowatt qualifiziert.

Landesregierung legt Entwurf der "Leitentscheidung" zur Zukunft der Rheinischen Braunkohle vor

Ende September hat die nordrhein-westfälische Landesregierung den Entwurf einer Leitentscheidung zur Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler II verabschiedet. Darin bestätigt sie, dass der Braunkohleabbau in Garzweiler auch nach 2030 zur Energieversorgung notwendig sei. Eine solche Feststellung ist Grundvoraussetzung für die langfristige Fortführung des Tagebaus. Allerdings will die Landesregierung entsprechend einer früheren Ankündigung das Abbaugebiet verkleinern. So soll auf eine Umsiedlung von drei Siedlungen verzichtet werden, darunter die Ortschaft Holzweiler mit rund 1.400 Einwohnern. Zudem soll RWE beim Abbau einen größeren Abstand zum Dorf Holzweiler einhalten als sonst üblich. Die bisher auf 1,2 Milliarden Tonnen veranschlagten, planungsrechtlich genehmigten Kohlevorräte von Garzweiler II würden sich damit um schätzungsweise ein Drittel verringern. Im Gegensatz dazu werden die genehmigten Abbaugrenzen der Tagebaue Hambach und Inden bestätigt. Derzeit läuft ein Konsultationsprozess zu dem Entwurf, der bis Dezember 2015 andauert. Im Frühjahr 2016 will die Landesregierung die finale Leitentscheidung verabschieden, die dann raumplanerisch umgesetzt werden muss.

Emirat Dubai und RWE vertiefen Zusammenarbeit

Ende September haben wir mit dem Dubai Supreme Council of Energy ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die Erklärung legt den Grundstein für eine engere Zusammenarbeit auf den Gebieten Management-Dienstleistungen und technische Beratung. Der Dubai Supreme Council of Energy ist das energiepolitische Entscheidungsgremium der Regierung in Dubai. RWE ist im Emirat bereits beratend tätig. Beispielsweise unterstützen wir Dubai bei der Entwicklung seiner integrierten Energiestrategie 2030, befassen uns mit technischen Fragen der Energieversorgung und zeigen Wege zur Senkung des Energieverbrauchs auf. Hier liegen auch die Schwerpunkte zukünftiger Beratungsaktivitäten in der Region.

Nach Ablauf des Berichtszeitraums

Deutsche Versorger bestehen "Stresstest" zur Höhe der Kernenergierückstellungen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat am 10. Oktober das Ergebnis des sog. Stresstests zu den Rückstellungen der deutschen Kernkraftwerksbetreiber veröffentlicht. Das vom BMWi in Auftrag gegebene Gutachten der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton kommt zu dem Ergebnis, dass das bilanzielle Reinvermögen der betroffenen Energieversorger ausreicht, um die Verpflichtungen zum Rückbau der Erzeugungsanlagen und zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle abzudecken. Der Gutachter bescheinigt den Versorgern, dass sie die heute absehbar notwendigen Entsorgungsaufgaben vollständig abgebildet und die Rückstellungen rechnerisch korrekt ermittelt haben. Warth & Klein Grant Thornton bilden eine Vielzahl von Stress-Szenarien ab, die zu einer großen Bandbreite bei der Schätzung der Verpflichtungsbeträge führen. Die von den Unternehmen gebildeten Rückstellungen von insgesamt 38,3 Mrd. € (Stand: Ende 2014) liegen innerhalb dieser Bandbreite. Das BMWi erklärte dazu, dass es die Szenarien mit den hohen Verpflichtungsbeträgen für unwahrscheinlich halte. Nach Auffassung des Ministeriums ergibt sich aus dem Gutachten kein zusätzlicher Handlungsbedarf.

Bundesregierung beruft Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs

Am 14. Oktober hat die Bundesregierung eine "Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs" (KFK) ins Leben gerufen. Die KFK soll die aktuell diskutierten Konzepte zur Sicherstellung der Finanzierung der Rückbau- und Entsorgungsverpflichtungen bewerten und Vorschläge erarbeiten. Zu den denkbaren Finanzierungsmodellen gehört die Überführung der Verpflichtungen oder Teilen davon in einen Fonds oder eine Stiftung. Nach dem Willen der Bundesregierung muss sichergestellt sein, dass die Versorger langfristig wirtschaftlich in der Lage sind, ihre Kernenergieverpflichtungen zu erfüllen. Der KFK gehören 19 Mitglieder an; die Kernkraftwerksbetreiber sind nicht vertreten. Den Vorsitz führen der ehemalige Hamburger Oberbürgermeister Ole von Beust (CDU), der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD) und Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die Kommission will Ende Februar 2016 ihre Handlungsempfehlungen vorlegen.

Bundesregierung legt Gesetzentwurf zur "Sicherheitsbereitschaft" von Braunkohlekraftwerken vor

Anfang November hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zu der im Juli beschlossenen befristeten Sicherheitsbereitschaft und anschließenden Stilllegung von Braunkohlekraftwerken verabschiedet. Über die Einzelheiten dazu hatte sich kurz zuvor das BMWi mit den Energieunternehmen MIBRAG, RWE und Vattenfall verständigt. Vorgesehen ist, dass Anlagen mit insgesamt 2,7 GW Erzeugungsleistung ab 2016 schrittweise aus dem Markt genommen und jeweils vier Jahre lang für die letzte Absicherung der Stromversorgung genutzt werden. Danach werden sie endgültig stillgelegt. Ihre Betreiber erhalten für die Sicherheitsbereitschaft eine Vergütung. Das BMWi schätzt die Gesamtkosten dafür auf rund 1,6 Mrd. €. Im Rahmen des "Aktionsprogramms Klimaschutz 2020" hatte die Bundesregierung die deutsche Braunkohlewirtschaft dazu verpflichtet, ihren jährlichen CO2 -Ausstoß um zusätzlich 12,5 Mio. Tonnen zu senken. Dies soll dazu beitragen, dass Deutschland sein Emissionsminderungsziel für 2020 erreicht. RWE wird fünf Kraftwerke der 300-Megawatt-Klasse in die Sicherheitsbereitschaft überführen: Dabei handelt es sich um die Blöcke P und Q in Frimmersdorf (1. Oktober 2017), die Blöcke E und F in Niederaußem (1. Oktober 2018) und Block C in Neurath (1. Oktober 2019). Die Konzeption der Sicherheitsbereitschaft ist vom BMWi bereits intensiv mit der Europäischen Kommission besprochen worden; das Ministerium zeigt sich zuversichtlich, dass die EU die Maßnahme nicht als unerlaubte Beihilfe einstufen wird.

Grünes Licht für Offshore-Windkraftprojekt Galloper vor der Küste Ostenglands

RWE Innogy wird das britische Offshore-Windkraftprojekt Galloper nun doch realisieren. Das haben wir Ende Oktober bekanntgegeben. Eine Voraussetzung für die Investitionsentscheidung war, dass wir drei Partner gewinnen konnten: Siemens Financial Services, Macquarie Capital und die UK Green Investment Bank übernehmen jeweils 25% an dem Projekt; die restlichen 25% verbleiben bei RWE Innogy, die als Konsortialführer für den Bau und Betrieb des Windparks mit 336 MW Gesamtleistung verantwortlich sein wird. Gesichert ist inzwischen auch die Finanzierung der Projektkosten von rund 2 Mrd. €: Der Großteil davon wird durch Fremdmittel abgedeckt, die ein Konsortium aus zwölf Geschäftsbanken und der Europäischen Investitionsbank bereitstellt. Der Windpark vor der Küste von Suffolk soll im März 2018 mit seiner vollen Kapazität in Betrieb sein. Die Bauarbeiten laufen bereits an. Die Projektverträge sehen vor, dass Siemens die insgesamt 56 Turbinen der Sechs-Megawatt-Klasse liefern und instand halten wird. Galloper ist von RWE und anfänglich auch Scottish and Southern Energy (SSE) entwickelt worden. Die Realisierung war fraglich geworden, nachdem sich SSE aus dem Projekt zurückgezogen hatte.

RWE reduziert Beteiligung an walisischem Offshore-Windpark Gwynt y Môr

Ende Oktober 2015 haben wir einen 10%-Anteil am neuen Offshore-Windpark Gwynt y Môr an die UK Green Investment Bank verkauft. Der Preis betrug 224 Mio. £ (312 Mio. €). Die Transaktion war bereits im März 2014 vereinbart worden. Unsere Beteiligung an Gwynt y Môr hat sich durch sie auf 50% verringert. Weitere Anteile werden von den Stadtwerken München (30%) und Siemens (10%) gehalten. Mit dem Verkaufserlös wollen wir andere Projekte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien finanzieren. Gwynt y Môr vor der Küste von Nordwales verfügt über eine Gesamtleistung von 576 MW und ist im Juni 2015 offiziell eingeweiht worden.

ANMERKUNGEN ZUR BERICHTSWEISE

Konzernstruktur mit sieben Unternehmensbereichen

Am 2. März 2015 haben wir den Verkauf von RWE Dea (Segment Upstream Gas & Öl) abgeschlossen. Die Transaktion wurde mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2014 vollzogen. Der RWE-Konzern ist seither in sieben Segmente (Unternehmensbereiche) untergliedert, die nach nationalen und funktionalen Kriterien voneinander abgegrenzt sind und sich wie folgt darstellen:

Konventionelle Stromerzeugung: In diesem Unternehmensbereich ist unser deutsches, britisches, niederländisches und türkisches Stromerzeugungsgeschäft mit konventionellen Kraftwerken zusammengefasst. Darin enthalten sind auch der rheinische Braunkohletagebau der RWE Power und die auf Projektmanagement und Engineering spezialisierte RWE Technology International. Gesteuert werden all diese Aktivitäten von RWE Generation.

Vertrieb/Verteilnetze Deutschland: Dieser Unternehmensbereich umfasst den Vertrieb von Strom, Gas, Wärme und Energiedienstleistungen in unserem Hauptmarkt Deutschland sowie den Betrieb unseres deutschen Strom- und Gasverteilnetzes. Geführt wird er von der RWE Deutschland, zu der u. a. die Gesellschaften Westnetz, RWE Vertrieb, RWE Effizienz, RWE Gasspeicher und unsere deutschen Regionalgesellschaften gehören. Dem Unternehmensbereich zugeordnet sind auch unsere Minderheitsbeteiligungen an den Energieversorgern KELAG in Österreich und Enovos in Luxemburg.

Vertrieb Niederlande/Belgien: Hier berichten wir über unser niederländisches und belgisches Vertriebsgeschäft mit Strom und Gas. Geführt wird es von Essent, einem der größten Energieversorger im Benelux-Raum.

Vertrieb Großbritannien: In diesem Bereich ist unser britischer Strom- und Gasvertrieb angesiedelt, der von RWE npower verantwortet wird. Das Unternehmen gehört zu den sechs führenden Energieversorgern in Großbritannien.

Zentralost-/Südosteuropa: Der Unternehmensbereich umfasst international breitgestreute Aktivitäten, die von RWE East mit Sitz in Prag gesteuert werden. In Tschechien sind wir Marktführer bei der Speicherung, der Verteilung und dem Vertrieb von Gas; außerdem bieten wir dort Strom an. In Ungarn, Polen und der Slowakei verfügen wir über etablierte Positionen im Stromgeschäft (Verteilnetze/Vertrieb), das in Ungarn die Stromerzeugung aus Braunkohle einschließt. In den genannten Ländern verkaufen wir auch Gas, in Ungarn und Polen allerdings noch in geringem Umfang. In Kroatien haben wir eine angestammte Position als Abwasserentsorger in der Landeshauptstadt Zagreb. Außerdem sind wir dort in den Energievertrieb eingestiegen. Letzteres gilt auch für Slowenien, Rumänien und die Türkei.

Erneuerbare Energien: Hier weisen wir die Zahlen von RWE Innogy aus. Die Gesellschaft entwickelt, baut und betreibt Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt auf Wind- und Wasserkraft. Ihre wichtigsten Erzeugungsstandorte liegen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Polen.

Trading/Gas Midstream: Dieser Bereich deckt das Tätigkeitsfeld von RWE Supply & Trading ab. Die Gesellschaft verantwortet den Energie- und Rohstoffhandel, die Vermarktung und Absicherung der Stromposition des RWE-Konzerns sowie dessen gesamtes Gas-Midstream-Geschäft. Außerdem beliefert sie einige große deutsche und niederländische Industrie- und Geschäftskunden mit Strom und Gas.

Position "Sonstige, Konsolidierung"

Einzelne konzernübergreifende Aktivitäten stellen wir außerhalb der Unternehmensbereiche unter "Sonstige, Konsolidierung" dar. Dies gilt für die Konzernholding RWE AG sowie unsere internen Dienstleister RWE IT, RWE Group Business Services, RWE Service und RWE Consulting. In der Position enthalten ist auch unsere Minderheitsbeteiligung am deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion.

Ausweis von RWE Dea als "nicht fortgeführte Aktivität"

Gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) zeigen wir RWE Dea in der Gewinn- und Verlustrechnung nur noch verdichtet im Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten. Dies gilt auch für das Vorjahr. Beim bereinigten (vormals "nachhaltigen") Nettoergebnis gehen wir so vor: In den Zahlen für das aufgelaufene Geschäftsjahr 2015 und das Gesamtjahr 2014 ist RWE Dea ausschließlich mit den auf den jeweiligen Berichtszeitraum entfallenden Zinsen auf den Verkaufspreis enthalten, die uns LetterOne für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis zum Vollzug der Transaktion am 2. März 2015 gezahlt hat; im bereinigten Nettoergebnis der ersten drei Quartale 2014 wird RWE Dea dagegen gar nicht berücksichtigt. Die Konzernbilanz enthält das Upstream-Geschäft letztmalig zum 31. Dezember 2014 in den Positionen "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" und "Zur Veräußerung bestimmte Schulden". In der Kapitalflussrechnung auf Seite 31 weisen wir die Cash Flows der nicht fortgeführten Aktivitäten für 2015 und 2014 gesondert aus. Die Darstellung der Zahlungsströme im Lagebericht weicht davon ab: Hier beziehen wir uns ausschließlich auf unsere fortgeführten Aktivitäten. Gleiches gilt für die Investitionen und die Mitarbeiterzahlen.

Erstmalige Vollkonsolidierung der slowakischen VSE und der niederrheinischen WestEnergie

Im dritten Quartal haben wir die bilanzielle Erfassung von zwei Beteiligungen geändert. Dies betraf die slowakische Východoslovenská energetika Holding a.s. (VSE) mitsamt ihren in der Energieversorgung tätigen Tochterunternehmen und die deutsche Verteilnetzgesellschaft WestEnergie GmbH. VSE und WestEnergie werden seit Ende August bzw. Anfang Juli vollkonsolidiert, nachdem sie zuvor at-Equity-bilanziert worden sind. Die in Kosice ansässige VSE ist in der Slowakei die Nr. 3 im Strom- und die Nr. 2 im Gasgeschäft. Wir halten eine Minderheitsbeteiligung von 49% an dem Unternehmen, üben jedoch nunmehr auf vertraglicher Grundlage die alleinige Kontrolle aus. WestEnergie ist aus der vormaligen WestEnergie und Verkehr GmbH hervorgegangen und gehört zur NEW-Gruppe, einem der führenden Versorger in der Region Niederrhein. Gemäß einer Gesellschaftervereinbarung hatten wir trotz eines Kapitalanteils von 99% keine Stimmrechtsmehrheit; nach Erlöschen dieser Vereinbarung haben wir am 1. Juli die Kontrolle über das Unternehmen erlangt. Weitere Ausführungen zur Bilanzierungsumstellung finden Sie auf Seite 34.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

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Stromerzeugung Januar - September Braunkohle Steinkohle Gas
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 53,5 52,5 33,4 32,0 29,2 27,5
Davon:





Deutschland1 53,5 52,5 15,8 19,4 2,2 2,1
Niederlande/Belgien - - 11,5 8,1 4,1 3,0
Großbritannien - - 6,1 4,5 20,6 19,6
Türkei - - - - 2,3 2,8
Zentralost-/Südosteuropa 3,9 4,0 - - - -
Erneuerbare Energien1 - - - - - -
RWE-Konzern2 57,4 56,5 34,7 34,8 29,6 28,1


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Stromerzeugung Januar - September Kernenergie Erneuerbare Energien Pumpwasser, Öl, Sonstige
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 22,8 22,7 0,6 0,9 2,3 1,9
Davon:





Deutschland1 22,0 21,9 0,5 0,5 2,3 1,9
Niederlande/Belgien 0,8 0,8 0,1 0,4 - -
Großbritannien - - - - - -
Türkei - - - - - -
Zentralost-/Südosteuropa - - - - - -
Erneuerbare Energien1 - - 6,8 5,6 - -
RWE-Konzern2 22,8 22,7 8,1 7,2 2,3 1,9


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Stromerzeugung Januar - September Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 141,8 137,5
Davon:

Deutschland1 96,3 98,3
Niederlande/Belgien 16,5 12,3
Großbritannien 26,7 24,1
Türkei 2,3 2,8
Zentralost-/Südosteuropa 3,9 4,0
Erneuerbare Energien1 6,8 5,6
RWE-Konzern2 154,9 151,2

1 Inklusive Strombezüge aus Kraftwerken, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können; in den ersten drei Quartalen 2015 waren dies 8,0 Mrd. kWh (Vorjahr: 11,8 Mrd. kWh) im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung, davon 5,4 Mrd. kWh (Vorjahr: 9,7 Mrd. kWh) aus Steinkohlekraftwerken, und 0,5 Mrd. kWh (Vorjahr: 0,5 Mrd. kWh) im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien.
2 Inklusive geringer Erzeugungsmengen anderer Unternehmensbereiche

Stromerzeugung um 2% gestiegen

In den ersten drei Quartalen 2015 hat der RWE-Konzern 154,9 Mrd. kWh Strom produziert, 2% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zuzuordnen ist das u. a. unserem neuen 1.554-MW-Steinkohlekraftwerk im niederländischen Eemshaven, dessen zwei Blöcke 2014 nur Testläufe absolvierten und seit 1. Mai bzw. 1. Juli 2015 im kommerziellen Betrieb sind. Ferner profitierten wir davon, dass unser britisches Steinkohlekraftwerk Aberthaw und einige unserer Gaskraftwerke nach Schäden und Ausfällen im Vorjahr wieder verstärkt eingesetzt werden konnten. Verbessert hat sich auch die Verfügbarkeit unserer deutschen Braunkohlekraftwerke. Darüber hinaus machten sich der Ausbau unserer Windkraftkapazitäten und das hohe Windaufkommen bemerkbar. Gegenläufig wirkte, dass wir einige in Fremdeigentum stehende deutsche Steinkohlekraftwerke nicht mehr nutzen, weil die entsprechenden Verträge ausgelaufen sind und wir sie nicht verlängert haben. Zudem war unser Gaskraftwerk im westtürkischen Denizli nur schwach ausgelastet, weil in der Region wegen ungewöhnlich hoher Niederschläge große Mengen günstigen Stroms aus Wasserkraft erzeugt wurden.

Strom produzieren wir nicht nur selbst, sondern beziehen ihn auch von konzernexternen Anbietern. Im Berichtszeitraum lagen diese Bezüge bei 49,1 Mrd. kWh (Vorjahr: 50,4 Mrd. kWh). Eigenerzeugung und Fremdstrombezug summierten sich zu einem Stromaufkommen von 204,0 Mrd. kWh (Vorjahr: 201,6 Mrd. kWh).

Stromabsatz auf Vorjahreshöhe

Unsere konzernexternen Stromlieferungen waren mit 191,8 Mrd. kWh fast exakt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Zugelegt haben wir bei den Industrie- und Geschäftskunden, u. a. weil wir neue Abnehmer gewinnen konnten. Einen Mengenrückgang verzeichneten wir dagegen bei den deutschen Weiterverteilern. Dies lag zum einen daran, dass sich einige unserer Kunden verstärkt oder komplett bei anderen Anbietern eingedeckt haben. Zum anderen verringerte sich der Absatz mit Übertragungsnetzbetreibern aus dem Weiterverkauf von EEG-Strom, der in unser Verteilnetz eingespeist wurde; Hintergrund ist, dass die Betreiber von EEG-Anlagen ihren Strom zunehmend direkt vermarkten oder selbst verbrauchen. Absatzeinbußen mussten wir auch im Geschäft mit Privathaushalten und kleinen Gewerbebetrieben hinnehmen. Hier machte sich u. a. der Trend zu einem sparsameren Energieeinsatz bemerkbar. In Großbritannien kamen Kundenverluste hinzu, die allerdings durch Zugewinne in anderen Regionen - vor allem Zentralosteuropa und Deutschland - überkompensiert wurden.

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Außenabsatz Strom Januar - September Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 0,1 0,2 1,8 1,7 9,3 8,4
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 15,0 15,1 21,4 22,7 52,2 56,8
Vertrieb Niederlande/Belgien 7,7 8,2 6,0 7,0 - -
Vertrieb Großbritannien 9,4 10,1 22,8 21,9 1,5 1,5
Zentralost-/Südosteuropa 6,6 6,4 7,4 6,9 5,2 5,1
Erneuerbare Energien - - - - 1,3 1,4
Trading/Gas Midstream - - 23,0 18,2 - -
RWE-Konzern2 38,8 40,1 82,4 78,4 69,5 73,2


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Außenabsatz Strom Januar - September Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 11,2 10,3
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 88,6 94,6
Vertrieb Niederlande/Belgien 13,7 15,2
Vertrieb Großbritannien 33,7 33,5
Zentralost-/Südosteuropa 19,2 18,4
Erneuerbare Energien 1,3 1,4
Trading/Gas Midstream 24,11 18,2
RWE-Konzern2 191,8 191,7

1 Inklusive Mengeneffekte aus dem Verkauf selbsterzeugten Stroms am Großhandelsmarkt. Wenn diese Verkaufsmengen größer sind als die zu Vertriebszwecken getätigten Fremdbezüge, wird der positive Saldo im Absatz erfasst. Dies war in den ersten drei Quartalen 2015 der Fall (+1,1 Mrd. kWh), im Vorjahreszeitraum dagegen nicht.
2 Inklusive geringer Mengen, die unter "Sonstige, Konsolidierung" erfasst sind

Gasliefermengen: Plus von 12%

Unser Gasabsatz ist um 12% auf 207,2 Mrd. kWh gestiegen. Hier wirkte sich aus, dass der Winter und das Frühjahr in allen RWE-Kernmärkten kühler waren als 2014. Vor allem unsere Privat- und Gewerbekunden haben deshalb mehr Gas zum Heizen eingesetzt. Bei den Weiterverteilern kam hinzu, dass Gesellschaften von RWE Deutschland neue Abnehmer gewinnen und ihre Lieferbeziehungen mit Bestandskunden intensivieren konnten. Der Anstieg unseres Gasabsatzes ist auch auf die erfolgreiche Akquise von Industrie- und Geschäftskunden zurückzuführen. Im Segment der Privathaushalte und kleinen Gewerbebetriebe wurde der positive Witterungseffekt durch ein sparsameres Verbrauchsverhalten abgeschwächt. Außerdem hat sich unsere Marktposition bei britischen Haushalten verschlechtert. Kundengewinne in Deutschland und Benelux konnten das nicht ausgleichen.

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Außenabsatz Gas Januar - September Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 16,3 14,4 13,0 13,7 37,5 29,3
Vertrieb Niederlande/Belgien 23,0 20,3 20,3 20,0 - -
Vertrieb Großbritannien 21,6 20,8 2,5 1,6 4,6 3,9
Zentralost-/Südosteuropa 9,8 9,3 22,1 18,4 0,4 1,2
Trading/Gas Midstream - - 18,8 15,7 17,3 16,0
RWE-Konzern 70,7 64,8 76,7 69,4 59,8 50,4


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Außenabsatz Gas Januar - September Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 66,8 57,4
Vertrieb Niederlande/Belgien 43,3 40,3
Vertrieb Großbritannien 28,7 26,3
Zentralost-/Südosteuropa 32,3 28,9
Trading/Gas Midstream 36,1 31,7
RWE-Konzern 207,2 184,6


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Außenumsatz Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in % 2014
Konventionelle Stromerzeugung 1.408 1.388 1,4 1.888
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 18.215 18.657 -2,4 25.310
Vertrieb Niederlande/Belgien 2.957 3.280 -9,8 4.443
Vertrieb Großbritannien 6.879 6.434 6,9 8.992
Zentralost-/Südosteuropa 3.063 2.890 6,0 4.059
Erneuerbare Energien 258 212 21,7 277
Trading/Gas Midstream 2.571 2.364 8,8 3.409
Sonstige, Konsolidierung 58 63 -7,9 90
RWE-Konzern 35.409 35.288 0,3 48.468
Erdgas-/Stromsteuer 1.603 1.643 -2,4 2.319
RWE-Konzern (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 33.806 33.645 0,5 46.149


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Außenumsatz nach Produkten Jan - Sep Jan - Sep
+/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in % 2014
Stromerlöse 24.860 25.191 -1,3 33.663
Davon:



Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 14.566 15.311 -4,9 20.204
Vertrieb Niederlande/Belgien 1.099 1.423 -22,8 1.710
Vertrieb Großbritannien 5.147 4.620 11,4 6.364
Zentralost-/Südosteuropa 1.684 1.618 4,1 2.199
Trading/Gas Midstream 1.567 1.452 7,9 2.157
Gaserlöse 8.464 7.907 7,0 11.905
Davon:



Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 2.918 2.607 11,9 4.122
Vertrieb Niederlande/Belgien 1.803 1.805 -0,1 2.664
Vertrieb Großbritannien 1.548 1.453 6,5 2.144
Zentralost-/Südosteuropa 1.321 1.194 10,6 1.746
Trading/Gas Midstream 874 847 3,2 1.228
Sonstige Erlöse 2.085 2.190 -4,8 2.900
RWE-Konzern 35.409 35.288 0,3 48.468


Außenumsatz leicht über Vorjahr

Unser Außenumsatz (inklusive Erdgas- und Stromsteuer) hat sich geringfügig auf 35.409 Mio. € erhöht. Die Gaserlöse sind um 7% auf 8.464 Mio. € gestiegen, obwohl einige unserer Vertriebsgesellschaften die Tarife gesenkt haben. Ausschlaggebend dafür war die positive Absatzentwicklung. Demgegenüber blieb unser Stromumsatz mit 24.860 Mio. € etwas hinter dem Vorjahresniveau zurück. Auch hier kamen Preissenkungen zum Tragen. Erst- und Entkonsolidierungen von Konzerngesellschaften hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Umsatzentwicklung, wohl aber die Aufwertung des britischen Pfunds, das im Berichtszeitraum mit durchschnittlich 1,38 € notierte (Vorjahr: 1,23 €). Auch der US-Dollar hat gegenüber dem Euro zugelegt, während sich bei den anderen für uns wichtigen Währungen nur geringe Veränderungen ergaben. Bereinigt um Wechselkurseffekte sind unsere Erlöse um 2% gesunken.

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Innenumsatz Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in % 2014
Konventionelle Stromerzeugung 6.489 5.525 17,4 7.603
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 933 851 9,6 1.208
Vertrieb Niederlande/Belgien 21 20 5,0 44
Vertrieb Großbritannien 74 209 -64,6 328
Zentralost-/Südosteuropa 68 127 -46,5 180
Erneuerbare Energien 570 403 41,4 614
Trading/Gas Midstream 13.748 16.902 -18,7 24.441


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EBITDA Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in % 2014
Konventionelle Stromerzeugung 1.099 1.461 -24,8 2.522
Davon:



Kontinentalwesteuropa 1.008 1.464 -31,1 2.412
Großbritannien 87 -16 - 90
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.795 1.932 -7,1 2.650
Vertrieb Niederlande/Belgien 194 137 41,6 203
Vertrieb Großbritannien -20 143 - 294
Zentralost-/Südosteuropa 879 694 26,7 913
Erneuerbare Energien 505 291 73,5 547
Trading/Gas Midstream 138 231 -40,3 286
Sonstige, Konsolidierung -187 -189 1,1 -284
RWE-Konzern 4.403 4.700 -6,3 7.131


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Betriebliches Ergebnis Jan - Sep
Jan - Sep
+/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in % 2014
Konventionelle Stromerzeugung 376 782 -51,9 979
Davon:



Kontinentalwesteuropa 473 974 -51,4 1.362
Großbritannien -87 -190 54,2 -384
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.284 1.408 -8,8 1.871
Vertrieb Niederlande/Belgien 165 96 71,9 146
Vertrieb Großbritannien -66 90 - 227
Zentralost-/Südosteuropa 710 528 34,5 690
Erneuerbare Energien 280 29 865,5 186
Trading/Gas Midstream 126 222 -43,2 274
Sonstige, Konsolidierung -227 -247 8,1 -356
RWE-Konzern 2.648 2.908 -8,9 4.017


Abwärtstrend der Stromgroßhandelspreise und Probleme im britischen Vertrieb belasten Ertragslage

In den ersten neun Monaten 2015 erzielte der RWE-Konzern ein EBITDA von 4.403 Mio. € und ein betriebliches Ergebnis von 2.648 Mio. €. Damit blieben wir um 6 bzw. 9% hinter den jeweiligen Vorjahreswerten zurück. Ausschlaggebend dafür war der preisbedingte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung. Im Energievertrieb, der europaweit 594 Mio. € (Vorjahr: 605 Mio. €) zum betrieblichen Ergebnis beisteuerte, profitierten wir davon, dass die negativen Witterungseinflüsse des Vorjahres ausblieben, mussten aber auch hohe Belastungen durch operative und technische Probleme bei RWE npower verkraften. Positive Auswirkungen auf das Konzernergebnis hatte, dass wir den bislang at-Equity-bilanzierten slowakischen Energieversorger VSE seit Ende August vollkonsolidieren (siehe Seite 11). Der Bilanzierungsänderung ging eine Neubewertung der Beteiligung voraus, die zur Aufdeckung stiller Reserven in Höhe von 185 Mio. € führte. Lässt man diesen Effekt und Einflüsse der Währungsumrechnung außer Betracht, ergibt sich beim EBITDA und beim betrieblichen Ergebnis ein Minus von 11 bzw. 15%.

In den Unternehmensbereichen zeigte sich folgende Entwicklung beim betrieblichen Ergebnis:

Konventionelle Stromerzeugung: Das betriebliche Ergebnis erreichte hier mit 376 Mio. € nur noch knapp die Hälfte des Vorjahreswerts. Hauptgrund dafür war, dass wir den Strom unserer deutschen und niederländischen Kraftwerke zu niedrigeren Großhandelspreisen abgesetzt haben als 2014. Preisbedingte Entlastungen beim Einkauf von Brennstoffen (insbesondere Steinkohle) fingen dies nur zu einem geringen Teil auf. Mit fortgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen konnten wir den Ergebnisrückgang begrenzen.

Vertrieb/Verteilnetze Deutschland: Der Unternehmensbereich erzielte ein gegenüber 2014 um 9% verringertes Ergebnis von 1.284 Mio. €. Stark gesunken sind die Erträge, die wir aus der Veräußerung von Netzen erzielten. Solche Verkäufe tätigen wir i. d. R. nur dann, wenn wir bei Neuausschreibungen unserer Netzkonzessionen nicht zum Zuge kommen. Allerdings gelingt es uns immer wieder, Städte oder Gemeinden für Partnermodelle zu gewinnen. In diesen Fällen bleiben wir zwar nicht alleiniger Eigentümer der Netze, können diese aber meist weiter bewirtschaften. Verbessert hat sich die Ertragslage im deutschen Vertriebsgeschäft; hier war das Vorjahresergebnis noch durch die witterungsbedingten Einbußen beim Gasabsatz geprägt.

Vertrieb Niederlande/Belgien: Das betriebliche Ergebnis unserer niederländischen Vertriebsaktivitäten erhöhte sich um 72% auf 165 Mio. €. Auch hier spielte die Witterung eine wichtige Rolle. Hinzu kamen Erfolge bei der Vermarktung neuer Vertriebsangebote.

Vertrieb Großbritannien: Bei RWE npower hat sich das betriebliche Ergebnis um 156 Mio. € auf -66 Mio. € verschlechtert. Ein Grund dafür sind Prozess- und Systemprobleme bei der Privatkundenabrechnung. Weitere Ertragseinbußen resultierten aus dem Verlust von Privat- und Gewerbekunden. Oft konnten wir solche Kunden nach Auslaufen ihrer Verträge nur dadurch halten, dass wir ihnen Kontrakte mit vergünstigten Konditionen angeboten haben. Ergebnismindernd wirkte auch, dass Energie tendenziell immer sparsamer eingesetzt wird und dass sich die auf RWE npower umgelegten Kosten der Netznutzung erhöht haben. Demgegenüber mussten wir weniger für die Umsetzung des staatlichen Programms "Energy Companies Obligation" (ECO) aufwenden, das die großen Stromanbieter zur Finanzierung von Energiesparmaßnahmen bei Privathaushalten verpflichtet. Wegen der oben erwähnten Belastungen wird RWE npower voraussichtlich auch für das Gesamtjahr einen betrieblichen Verlust ausweisen.

Zentralost-/Südosteuropa: Das betriebliche Ergebnis ist hier um 34% auf 710 Mio. € gestiegen, vor allem wegen des Einmalertrags aus der Vollkonsolidierung und Neubewertung von VSE. Im tschechischen Gasgeschäft profitierten wir davon, dass die kühlere Witterung den Absatz belebte und sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für Verteilnetzbetreiber verbessert haben; allerdings verzeichneten wir auch Rückgänge bei den Speichermargen. In Ungarn führten gesunkene Strommarktpreise und Aufwendungen für Kraftwerksrevisionen zu Ergebniseinbußen des Braunkohleverstromers Mátra. Für das Gesamtjahr 2015 gehen wir nunmehr davon aus, dass der Unternehmensbereich Zentralost-/Südosteuropa deutlich über Vorjahr abschließen wird, nachdem wir bisher einen moderaten Ergebnisrückgang erwartet haben. Hauptgrund dafür ist die geänderte bilanzielle Erfassung von VSE. Aber auch operativ liegen wir über Plan, d. h., ohne den Effekt aus VSE würden wir voraussichtlich auf Vorjahreshöhe abschließen.

Erneuerbare Energien: Das betriebliche Ergebnis von RWE Innogy hat sich um 251 Mio. € auf 280 Mio. € erhöht. Dazu hat die Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen beigetragen, allen voran der neuen Offshore-Windparks Gwynt y Môr vor der Küste von Wales und Nordsee Ost nahe Helgoland. Daneben führte das höhere Windaufkommen zu einer verbesserten Auslastung unserer bestehenden Kapazitäten. Auch der vom britischen Regulierer vorgeschriebene Verkauf der Netzinfrastruktur von Gwynt y Môr (siehe Bericht über das erste Quartal 2015, Seite 8), die Aufwertung des britischen Pfunds und der Wegfall von Sonderbelastungen des Vorjahres hatten positiven Einfluss auf die Ergebnisentwicklung.

Trading/Gas Midstream: Das betriebliche Ergebnis des Bereichs hat sich um 43 % auf 126 Mio. € verringert. Im Energiehandel konnten wir nicht an die sehr gute Vorjahresperformance anknüpfen. Überdies müssen wir weiterhin Belastungen im Gas-Midstream-Geschäft verkraften, weil langfristig kontrahierte Gasspeicherkapazitäten nicht kostendeckend bewirtschaftet oder vermarktet werden können. Unter anderem wegen dieser Faktoren gehen wir nun davon aus, dass das Ergebnis des Bereichs Trading/Gas Midstream auch im Gesamtjahr deutlich niedriger ausfällt als 2014. Bislang hatten wir nur einen moderaten Rückgang prognostiziert.

Das neutrale Ergebnis, in dem wir bestimmte nicht-operative oder aperiodische Einmaleffekte erfassen, hat sich um 123 Mio. € auf -170 Mio. € verschlechtert. Dazu beigetragen hat, dass wir Vorsorgen für Rechtsrisiken aus laufenden Verfahren gebildet haben und niedrigere Veräußerungsgewinne erzielten als 2014. Demgegenüber führte die Bilanzierung bestimmter Derivate, mit denen wir uns gegen Preisschwankungen absichern, per saldo zu einem Ertrag, nachdem im Vorjahr noch Verluste angefallen waren.

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Finanzergebnis Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in Mio. € 2014
Zinserträge 185 152 33 218
Zinsaufwendungen -797 -803 6 -1.080
Zinsergebnis -612 -651 39 -862
Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen -637 -755 118 -1.114
Übriges Finanzergebnis 125 15 110 128
Finanzergebnis -1.124 -1.391 267 -1.848


Unser Finanzergebnis verbesserte sich um 267 Mio. € auf -1.124 Mio. €, u. a. weil wir im "übrigen Finanzergebnis" hohe Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren ausweisen. Außerdem verringerten sich die Zinsanteile an den Zuführungen zu den langfristigen Rückstellungen; Hauptgrund dafür sind Einmaleffekte, die sich aus Anpassungen der für die Rückstellungsermittlung verwendeten Diskontierungszinssätze ergaben. Darüber hinaus verzeichneten wir 2015 eine leichte Verbesserung beim Zinsergebnis.

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Überleitung zum Nettoergebnis
Jan - Sep
Jan - Sep
+/- Jan - Dez


2015
2014
in %
2014
EBITDA Mio. € 4.403 4.700 -6,3 7.131
Betriebliche Abschreibungen Mio. € -1.755 -1.792 2,1 -3.114
Betriebliches Ergebnis Mio. € 2.648 2.908 -8,9 4.017
Neutrales Ergebnis Mio. € -170 -47 -261,7 77
Finanzergebnis Mio. € -1.124 -1.391 19,2 -1.848
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 1.354 1.470 -7,9 2.246
Ertragsteuern Mio. € -570 -458 -24,5 -553
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten Mio. € 784 1.012 -22,5 1.693
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten Mio. € 1.524 235 548,5 364
Ergebnis Mio. € 2.308 1.247 85,1 2.057
Davon:




Ergebnisanteile anderer Gesellschafter Mio. € 256 173 48,0 245
Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG Mio. € 117 80 46,3 108
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio. € 1.935 994 94,7 1.704
Bereinigtes Nettoergebnis1 Mio. € 545 763 -28,6 1.282
Ergebnis je Aktie 3,15 1,62 94,4 2,77
Bereinigtes Nettoergebnis1 je Aktie 0,89 1,24 -28,2 2,09
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (Durchschnitt) Mio. Stück 614,7 614,7 - 614,7
Steuerquote % 42 31 - 25


1 Vormals "nachhaltiges Nettoergebnis", siehe Erläuterung auf Seite 19


Das Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern sank um 8% auf 1.354 Mio. €. Obwohl wir im Berichtszeitraum größere Wertpapierbestände steuerfrei veräußert haben, hat sich unsere Steuerquote um elf Prozentpunkte auf 42% erhöht. Hintergrund ist, dass wir im Jahresabschluss 2015 voraussichtlich einen steuerlichen Verlust im Organkreis der RWE AG ausweisen werden und in entsprechender Höhe keine latenten Steuern aktiviert haben. Die Aktivierung latenter Steuern wäre nur möglich gewesen, wenn der steuerliche Verlust in den kommenden Jahren mit Gewinnen im Organkreis verrechnet werden könnte. In der aktuellen Planung ist das jedoch nicht absehbar. Allerdings gehen wir davon aus, dass unsere Steuerquote im Jahresabschluss 2015 deutlich unter dem jetzigen Niveau liegen wird.

Nach Steuern erzielten wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten ein Ergebnis von 784 Mio. €. Gegenüber 2014 ist das ein Rückgang um 23%.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten trugen mit 1.524 Mio. € zum Nachsteuerergebnis bei (Vorjahr: 235 Mio. €). Der Großteil dieses Betrages (1.453 Mio. €) entfällt auf den Buchgewinn aus der Veräußerung von RWE Dea.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter sind um 48% auf 256 Mio. € angestiegen, weil einige vollkonsolidierte Gesellschaften, an denen Konzernfremde beteiligt sind, über Vorjahr abschlossen. Das betrifft vor allem unsere deutschen Regionalversorger und ist u. a. auf die erwähnten Einmalerträge aus Wertpapierverkäufen zurückzuführen.

Auf unsere Hybridkapitalgeber entfielen Ergebnisanteile von 117 Mio. € (Vorjahr: 80 Mio. €). Berücksichtigt werden hier lediglich jene Hybridanleihen, die gemäß IFRS dem Eigenkapital zuzuordnen sind. Dabei handelt es sich um unsere Anleihen über 1.750 Mio. € und 750 Mio. £, von denen die erstgenannte zum 28. September 2015 abgelöst worden ist. Die Ergebnisanteile entsprechen den Finanzierungskosten nach Steuern. Ihr Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert daraus, dass sich die Kosten der Hybridfinanzierung nicht mehr steuermindernd auswirken, weil es 2015 im Organkreis der RWE AG keine Gewinne gibt, mit denen sie verrechnet werden könnten.

Aus den dargestellten Entwicklungen ergibt sich ein gegenüber 2014 fast doppelt so hohes Nettoergebnis von 1.935 Mio. €. Bei 614,7 Millionen ausstehenden RWE-Aktien entspricht dies einem Ergebnis je Aktie von 3,15 € (Vorjahr: 1,62 €).

Bereinigtes Nettoergebnis deutlich unter Vorjahr

Unser bereinigtes Nettoergebnis belief sich auf 545 Mio. €. Wie auf Seite 11 erläutert, enthält es nicht das gesamte Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten, sondern lediglich den auf 2015 entfallenden Teil der Zinsen auf den Verkaufspreis von RWE Dea. Bei der Ermittlung des bereinigten Ergebnisses gehen wir grundsätzlich so vor, dass wir Einmaleffekte (u. a. das gesamte neutrale Ergebnis) einschließlich der darauf entfallenden Ertragsteuern herausrechnen. Trotzdem können in dieser Kennzahl Sondereinflüsse enthalten sein, zum Beispiel aus Wertberichtigungen oder Restrukturierungsaufwendungen, die wir seit 2014 regelmäßig im betrieblichen Ergebnis erfassen. Wir haben daher die bisher verwendete Bezeichnung "nachhaltiges Nettoergebnis" in "bereinigtes Nettoergebnis" geändert. Verglichen mit dem Vorjahr hat sich das bereinigte Ergebnis um 29% verringert. Neben der deutlich verschlechterten operativen Ertragslage hat auch die erhöhte Steuerquote dazu beigetragen.

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Investitionen Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in Mio. € 2014
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 1.669 2.197 -528 3.245
Davon:



Konventionelle Stromerzeugung 508 831 -323 1.086
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 491 373 118 900
Vertrieb Niederlande/Belgien 17 6 11 9
Vertrieb Großbritannien 119 106 13 148
Zentralost-/Südosteuropa 219 176 43 309
Erneuerbare Energien 282 650 -368 723
Trading/Gas Midstream 8 9 -1 11
Sonstige, Konsolidierung 25 46 -21 59
Investitionen in Finanzanlagen 227 87 140 195
Investitionen gesamt 1.896 2.284 -388 3.440


Stark rückläufige Investitionen

Unsere Investitionen lagen mit 1.896 Mio. € um 17% unter dem Vorjahresniveau. Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte setzten wir 1.669 Mio. € ein, 24% weniger als 2014. Die Ausgaben für Finanzanlagen sind zwar gestiegen, fielen mit 227 Mio. € aber nicht sonderlich ins Gewicht. Stark rückläufig waren die Investitionen im Bereich Konventionelle Stromerzeugung, der vor einem Jahr noch schwerpunktmäßig in die beiden neuen Steinkohlekraftwerke im niederländischen Eemshaven und in Hamm investierte. Inzwischen produzieren beide Eemshaven-Blöcke kommerziell Strom. In Hamm ist dies nur bei einem Block der Fall, da beim anderen erhebliche Projektverzögerungen eingetreten sind. Ebenfalls stark verringert haben sich die Investitionen im Bereich Erneuerbare Energien. Sie entfielen u. a. auf die neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost nahe Helgoland und Gwynt y Môr vor der Küste von Wales, die im Mai bzw. Juni 2015 eingeweiht wurden. Im Vorjahreszeitraum befanden sich die Windparks noch im Bau. Einen deutlichen Anstieg der Investitionen verzeichneten wir im Bereich Vertrieb/Verteilnetze Deutschland, der seine Maßnahmen zur Verbesserung der Strom- und Gasnetzinfrastruktur intensivierte.

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Kapitalflussrechnung Jan - Sep Jan - Sep +/- Jan - Dez
in Mio. € 2015 2014 in Mio. € 2014
Funds from Operations 1.993 2.443 -450 3.696
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 184 2.316 -2.132 1.860
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 2.177 4.759 -2.582 5.556
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -507 -3.170 2.663 -4.194
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -2.318 -1.805 -513 -2.138
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel 14 16 -2 8
Veränderung der flüssigen Mittel1 -634 -200 -434 -768
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 2.177 4.759 -2.582 5.556
Abzgl. Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -1.669 -2.197 528 -3.245
Free Cash Flow 508 2.562 -2.054 2.311


1 Inklusive der nicht fortgeführten Aktivitäten haben sich die flüssigen Mittel in den ersten drei Quartalen 2015 um 610 Mio. € und im Vorjahreszeitraum um 205 Mio. € verringert.


Operativer Cash Flow wegen Einmaleffekten deutlich unter Vorjahr

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, den wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten erzielten, hat sich um 2.582 Mio. € auf 2.177 Mio. € verringert. Hauptursache dafür sind Vorgänge, die sich in Veränderungen des Nettoumlaufvermögens widerspiegeln. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung unseres Forderungsbestands im Gasvertrieb. Dieser steigt typischerweise im Winter an und verringert sich in den Frühjahrs- und Sommermonaten, weil die Verbräuche saisonal schwanken, während die Abschlagszahlungen unserer Kunden über das Jahr hinweg in gleicher Höhe anfallen. Per saldo ergibt sich in den ersten drei Quartalen meist ein Forderungsabbau, der 2014 allerdings witterungsbedingt wesentlich höher war als 2015. Ein weiterer Grund für den Rückgang des operativen Cash Flows ist, dass wir unsere Zahlungen für die 2014 benötigten CO2 -Emissionsrechte größtenteils ins Jahr 2015 verschoben haben. Auch dies schlug sich im Nettoumlaufvermögen nieder.

Durch die Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten sind per saldo 507 Mio. € abgeflossen. Das sind 2.663 Mio. € weniger als im Vorjahreszeitraum, vor allem wegen unserer hohen Einnahmen aus dem Verkauf von RWE Dea und anderen Geschäftsaktivitäten. Die Mittel haben wir allerdings teilweise in Wertpapiere und andere Geldanlagen reinvestiert. Außerdem erhöhten wir die Kapitaldeckung für unsere Pensionszusagen, indem wir flüssige Mittel in Höhe von 1,3 Mrd. € auf Treuhänder oder Einrichtungen zur betrieblichen Altersversorgung übertrugen.

Die Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten führte zum Abfluss von 2.318 Mio. € (Vorjahr: 1.805 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war, dass wir im Februar eine Anleihe über 2 Mrd. € und im September eine Hybridanleihe über 1.750 Mio. € getilgt haben. Von der erstgenannten Anleihe hatten wir bereits im Vorjahr Papiere mit fast 200 Mio. € Nominalwert zurückgekauft. Auch Ausschüttungen an die RWE-Aktionäre, an Miteigentümer vollkonsolidierter RWE-Gesellschaften und an Hybridkapitalgeber minderten den Cash Flow. Gegenläufig wirkte, dass wir drei neue Hybridanleihen begeben haben - zwei im April über 700 Mio. € bzw. 550 Mio. € und eine im Juli über 500 Mio. US$. Außerdem sind wir zusätzliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eingegangen und mussten weniger Sicherheitsleistungen bei Termingeschäften erbringen.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit hat sich unser Bestand an flüssigen Mitteln per saldo um 634 Mio. € verringert.

Zieht man vom operativen Cash Flow fortgeführter Aktivitäten die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ab, erhält man den Free Cash Flow. Dieser fiel mit 508 Mio. € positiv aus, unterschritt den Vorjahreswert (2.562 Mio. €) aber deutlich.

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Nettoschulden1 30.09.2015 31.12.2014 +/-
in Mio. €

in %
Flüssige Mittel 2.594 3.171 -18,2
Wertpapiere 7.271 4.777 52,2
Sonstiges Finanzvermögen 1.630 2.099 -22,3
Finanzvermögen 11.495 10.047 14,4
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Commercial Paper 16.918 16.155 4,7
Währungskurssicherung von Anleihen1 -155 -38 -307,9
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2.373 2.411 -1,6
Finanzverbindlichkeiten 19.136 18.528 3,3
Nettofinanzschulden 7.641 8.481 -9,9
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.267 7.871 -20,4
Rückstellungen für Entsorgung im Kernenergiebereich 10.527 10.367 1,5
Bergbaubedingte Rückstellungen 2.430 2.401 1,2
Korrektur Hybridkapital (Rating-relevanter Anteil) -1.032 766 -
Zuzüglich 50% des als Eigenkapital ausgewiesenen Hybridkapitals 466 1.353 -65,6
Abzüglich 50% des als Fremdkapital ausgewiesenen Hybridkapitals -1.498 -587 -155,2
Nettoschulden fortgeführter Aktivitäten 25.833 29.886 -13,6
Nettoschulden nicht fortgeführter Aktivitäten - 1.086 -
Nettoschulden gesamt 25.833 30.972 -16,6


1 In den Nettoschulden erfassen wir seit 2015 auch Effekte aus Geschäften zur Begrenzung von Wechselkursrisiken bei unseren Fremdwährungsanleihen. Die Zahlen für 2014 wurden entsprechend angepasst.


Deutlicher Rückgang der Nettoschulden wegen des Verkaufs von RWE Dea

Unsere Nettoschulden lagen zum 30. September 2015 bei 25,8 Mrd. € und damit deutlich unter dem Stand vom 31. Dezember 2014 (31,0 Mrd. €). Hauptursache dafür ist der Verkauf von RWE Dea, der inklusive Zinsen auf den Verkaufspreis mit 5,3 Mrd. € zu Buche schlug. Hinzu kamen 1,0 Mrd. € aus weiteren Desinvestitionen, so u. a. der Veräußerung der Netzinfrastruktur unseres neuen walisischen Offshore-Windparks Gwynt y Môr und der Verringerung des Anteils an unserer tschechischen Tochtergesellschaft RWE Grid Holding. Diese Transaktionen haben wir im Bericht über das erste Quartal 2015 auf Seite 8 f. erläutert. Auch der positive Free Cash Flow trug dazu bei, dass sich die Nettoschulden verringerten. Ein weiterer Faktor war, dass wir - verglichen mit dem Jahresabschluss 2014 - etwas höhere Diskontierungssätze zur Berechnung der Pensionsrückstellungen zugrunde legen. Die neuen Sätze belaufen sich auf 2,3% in Deutschland und 3,8% in Großbritannien (Ende 2014: 2,1 bzw. 3,4%). Sie spiegeln die jüngste Entwicklung der Marktzinsen wider. Aufgrund der Zinsanpassungen fielen die Pensionsrückstellungen niedriger aus. Ihr Rückgang um insgesamt 1,6 Mrd. € beruht aber auch darauf, dass wir die Kapitaldeckung für unsere Versorgungszusagen um 1,3 Mrd. € aufgestockt haben; weil dies mit entsprechenden Mittelabflüssen einherging, hatte es aber keinen Einfluss auf die Nettoschulden. Demgegenüber wirkten sich unsere Ausschüttungen und die Aufwertung des britischen Pfunds schuldenerhöhend aus.

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Konzernbilanzstruktur 30.09.2015 31.12.2014

in Mio. € in % in Mio. € in %
Aktiva



Langfristiges Vermögen 54.846 67,7 54.224 62,8
Davon:



Immaterielle Vermögenswerte 13.167 16,3 12.797 14,8
Sachanlagen 31.633 39,1 31.059 36,0
Kurzfristiges Vermögen 26.149 32,3 32.092 37,2
Davon:



Forderungen und sonstige Vermögenswerte1 13.865 17,1 16.739 19,4
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 334 0,4 5.540 6,4
Gesamt 80.995 100,0 86.316 100,0
Passiva



Eigenkapital 12.159 15,0 11.772 13,6
Langfristige Schulden 46.389 57,3 46.324 53,7
Davon:



Rückstellungen 25.295 31,2 27.540 31,9
Finanzverbindlichkeiten 17.047 21,0 15.224 17,6
Kurzfristige Schulden 22.447 27,7 28.220 32,7
Davon:



Sonstige Verbindlichkeiten2 14.481 17,9 16.739 19,4
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 353 0,4 2.635 3,1
Gesamt 80.995 100,0 86.316 100,0


1 Inklusive Finanzforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche
2 Inklusive Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuerverbindlichkeiten


Bilanzstruktur: Leicht verbesserte Eigenkapitalquote

Unsere Bilanzsumme zum 30. September 2015 betrug 81,0 Mrd. €, gegenüber 86,3 Mrd. € zum Ende des Vorjahres. Durch den Verkauf von RWE Dea sind zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte in Höhe von 5,2 Mrd. € und zur Veräußerung bestimmte Schulden in Höhe von 2,6 Mrd. € abgegangen. Unter den zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten und Schulden weisen wir für 2015 einen 10%-Anteil am Offshore-Windpark Gwynt y Môr aus, den wir Ende Oktober an die UK Green Investment Bank verkauft haben (siehe Seite 9). Unsere Beteiligung an Gwynt y Môr hat sich dadurch von 60 auf 50% verringert. Weitere größere Bilanzveränderungen ergaben sich dadurch, dass die Derivate auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz um 1,1 bzw. 1,3 Mrd. € gesunken sind. Verringert haben sich auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, und zwar um jeweils 1,1 Mrd. €. Hinzu kam der erwähnte Rückgang der Pensionsrückstellungen um 1,6 Mrd. €. Unser Wertpapierbestand hat sich dagegen um 2,6 Mrd. € erhöht. Das Eigenkapital des RWE-Konzerns lag um 0,4 Mrd. € über Vorjahr. Sein Anteil an der Bilanzsumme (Eigenkapitalquote) betrug 15,0%; das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als Ende 2014.

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Mitarbeiter1 30.09.2015 31.12.2014 +/-in %
Konventionelle Stromerzeugung 14.010 14.776 -5,2
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 18.409 18.412 0,0
Vertrieb Niederlande/Belgien 2.274 2.688 -15,4
Vertrieb Großbritannien 6.782 6.985 -2,9
Zentralost-/Südosteuropa 11.368 9.978 13,9
Erneuerbare Energien 889 989 -10,1
Trading/Gas Midstream 1.282 1.338 -4,2
Sonstige2 4.763 4.618 3,1
RWE-Konzern 59.777 59.784 -
Davon:


In Deutschland 35.464 36.411 -2,6
Außerhalb Deutschlands 24.313 23.373 4,0


1 Umgerechnet in Vollzeitstellen
2 Zum 30. September 2015 entfielen davon 2.013 Mitarbeiter auf RWE Group Business Services (Ende 2014: 1.681), 1.712 Mitarbeiter auf RWE IT (Ende 2014: 1.837), 649 Mitarbeiter auf RWE Service (Ende 2014: 703) und 272 Mitarbeiter auf die Holdinggesellschaft RWE AG (Ende 2014: 299).


Effekt aus Erstkonsolidierung von VSE: Mitarbeiterzahl trotz Rationalisierungsmaßnahmen unverändert

Zum 30. September 2015 beschäftigte RWE 59.777 Mitarbeiter und damit etwa so viele wie zum Ende des Vorjahres. Bei der Ermittlung dieser Zahl wurden Teilzeitstellen anteilig berücksichtigt. Durch operative Veränderungen haben per saldo 1.468 Mitarbeiter den Konzern verlassen; dabei spielten Rationalisierungsmaßnahmen eine zentrale Rolle, besonders im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung. Erst- und Entkonsolidierungen von Gesellschaften hatten dagegen einen positiven Nettoeffekt von 1.461 Stellen. Allein durch die Vollkonsolidierung von VSE wurden 1.565 Mitarbeiter zusätzlich erfasst. Der im März abgeschlossene Verkauf von RWE Dea führte dagegen zu keinen Veränderungen des Personalbestands, weil die Beschäftigten der Gesellschaft bereits seit Mitte 2014 nicht mehr in den Konzernzahlen berücksichtigt sind. Die Zahl der Mitarbeiter an unseren deutschen Standorten hat sich gegenüber dem Vorjahresende um 947 auf 35.464 verringert, während die unserer Mitarbeiter im Ausland um 940 auf 24.313 gestiegen ist.

PROGNOSEBERICHT

Ausblick auf Konzernebene unverändert

Unsere Prognose zum diesjährigen Geschäftsverlauf von RWE, die wir im März veröffentlicht haben (siehe Geschäftsbericht 2014, Seite 87 ff.), können wir bestätigen, soweit sie sich auf den RWE-Konzern als ganzen bezieht. Für 2015 erwarten wir unverändert ein EBITDA von 6,1 bis 6,4 Mrd. € und ein betriebliches Ergebnis von 3,6 bis 3,9 Mrd. €; das bereinigte Nettoergebnis liegt voraussichtlich im Korridor von 1,1 bis 1,3 Mrd. €, wenn auch wohl nur am unteren Rand. Auf Ebene der Unternehmensbereiche sind drei Anpassungen der März-Prognose erforderlich: Sie betreffen die Segmente "Vertrieb Großbritannien", "Zentralost-/Südosteuropa" und "Trading/Gas Midstream" und werden auf Seite 16 f. erläutert. Über die eingetrübten Aussichten im britischen Energievertrieb hatten wir schon im August informiert.

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Prognose für das Geschäftsjahr 2015 Ist 2014
Prognose vom
Prognoseanpassung
Prognoseanpassung

in Mio. €
März 2015
August 2015
November 2015
EBITDA 7.131 6,1 bis 6,4 Mrd. € - -
Betriebliches Ergebnis 4.017 3,6 bis 3,9 Mrd. € - -
Konventionelle Stromerzeugung 979 deutlich unter Vorjahr - -
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.871 moderat unter Vorjahr - -
Vertrieb Niederlande/Belgien 146 deutlich über Vorjahr - -
Vertrieb Großbritannien 227 moderat über Vorjahr deutlich unter Vorjahr -
Zentralost-/Südosteuropa 690 moderat unter Vorjahr - deutlich über Vorjahr
Erneuerbare Energien 186 deutlich über Vorjahr - -
Trading/Gas Midstream 274 moderat unter Vorjahr - deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes Nettoergebnis1 1.282 1,1 bis 1,3 Mrd. € - -


1 Vormals "nachhaltiges Nettoergebnis", siehe Erläuterung auf Seite 19


Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte veranschlagen wir für 2015 auf 2,5 bis 3,0 Mrd. €. Unsere Nettoschulden, die sich vor allem wegen des Verkaufs von RWE Dea bereits stark verringert haben, werden wohl auch zum Jahresende deutlich niedriger sein als der Vergleichswert für 2014 (31,0 Mrd. €). Der Verschuldungsfaktor, also das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA, dürfte aber höher ausfallen als im Vorjahr (3,8). Außerdem gehen wir davon aus, dass wir 2015 mehr für Investitionen und Ausschüttungen einsetzen, als uns aus der laufenden Geschäftstätigkeit zufließt, und wir somit keinen Haushaltsüberschuss erwirtschaften können. Ein Grund dafür sind negative Sondereffekte beim operativen Cash Flow.

Trotz laufender Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die wir schwerpunktmäßig im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung umsetzen, erwarten wir einen gegenüber Ende 2014 (59.784) kaum veränderten Personalstand. Hauptgrund dafür ist die Einbeziehung der Mitarbeiter des nunmehr vollkonsolidierten slowakischen Energieversorgers VSE. Bislang hatten wir eine Verringerung der Mitarbeiterzahl prognostiziert, weil der Effekt aus VSE nicht in unserer Planung enthalten war.

ENTWICKLUNG DER RISIKEN UND CHANCEN

Veränderung der Risiko- und Chancensituation seit Jahresbeginn

Unsichere politische Rahmenbedingungen, sich wandelnde Marktstrukturen und schwankende Strom- und Brennstoffpreise stellen uns vor große unternehmerische Herausforderungen. Ein professionelles Risikomanagement ist heute wichtiger denn je. Risiken systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu steuern ist für uns Kernelement guter Unternehmensführung. Ebenso wichtig ist es, Chancen zu identifizieren und zu nutzen.

Über den Aufbau und die Prozesse unseres Risikomanagements, die zuständigen Organisationseinheiten, die wesentlichen Risiken und Chancen sowie unsere Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung von Risiken informieren wir ausführlich im Geschäftsbericht 2014 auf Seite 75 ff. Diese Darstellung ist in einigen Punkten zu aktualisieren:

Konkretisiert haben sich die Risiken aus dem deutschen "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020": Wie auf Seite 8 dargelegt, soll die im Programm vorgesehene zusätzliche Emissionssenkung in der Stromerzeugung u. a. dadurch erreicht werden, dass Braunkohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2,7 Gigawatt schrittweise in eine sog. "Sicherheitsbereitschaft" überführt und vier Jahre später stillgelegt werden. Im Oktober hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit den Energieunternehmen MIBRAG, RWE und Vattenfall über die Einzelheiten der Sicherheitsbereitschaft und der dafür gewährten Vergütung verständigt. Die Regelung muss jetzt den Gesetzgebungsprozess durchlaufen und von der EU beihilferechtlich geprüft werden. Dabei könnte der Fall eintreten, dass sie zulasten der Versorger verändert oder ganz verworfen wird. Wir stufen dieses Risiko aber als gering ein.

In Großbritannien hat der Wahlsieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen vom 7. Mai 2015 erhebliche Auswirkungen auf den Energiesektor. Die unterlegene Labour Party hatte u. a. damit geworben, dass sie die Haushaltstarife für Strom und Gas für 20 Monate einfrieren würde. Die Umsetzung ihrer Pläne hätte zu massiven Ertragseinbußen führen können. Allerdings besteht auch unter der konservativen Regierung die Gefahr von Marktinterventionen zulasten der Versorger. Dies zeigt sich etwa am Vorschlag der Kartellbehörde CMA, Preiskappungen zum Schutz inaktiver Privat- und Gewerbekunden einzuführen, die keine Bereitschaft zu einem Anbieterwechsel zeigen. Sollte er umgesetzt werden, könnte sich die ohnehin schwierige Lage im britischen Vertriebsgeschäft weiter verschärfen. Hinzu kommt, dass die Regierung die Förderung von Ökostrom kürzen will und bereits seine Befreiung von der nationalen Klimaschutzabgabe aufgehoben hat (siehe Bericht über das erste Halbjahr 2015, Seite 9). Eine mögliche Folge davon ist, dass geplante Projekte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien nicht mehr wirtschaftlich sind und deshalb aufgegeben werden müssen.

Die uns gegenüber geltend gemachten Ansprüche aus schwebenden Verfahren vor ordentlichen Gerichten und Schiedsgerichten wurden in einem Fall deutlich erhöht; unter Berücksichtigung der uns vorliegenden rechtlichen Würdigungen halten wir auch diese zusätzlich geltend gemachten Ansprüche für unrealistisch. Unsere Risikoeinstufung in der Kategorie "Sonstige Rechts- und Schiedsverfahren" belassen wir daher bei "mittel".

Aktuelle Risikokennzahlen

Risiken aus kurzfristigen Schwankungen der Commodity-Preise und finanzwirtschaftliche Risiken steuern und überwachen wir u. a. anhand von Kennzahlen wie dem Value at Risk (VaR). Der VaR gibt an, welchen Wert der mögliche Verlust aus einer Risikoposition mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein Konfidenzniveau von 95% zugrunde; für die Positionen wird eine Haltedauer von einem Tag unterstellt. Das bedeutet, dass der Tagesverlust den VaR mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschreitet.

Zentrale Steuerungsgröße für die Commodity-Positionen ist der Global VaR, der sich auf das Handelsgeschäft von RWE Supply & Trading bezieht und 40 Mio. € nicht übersteigen darf. In den ersten drei Quartalen 2015 belief er sich auf durchschnittlich 16 Mio. €, gegenüber 11 Mio. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der maximale Tageswert war 31 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €).

Bei Zinsrisiken unterscheiden wir zwischen zwei Kategorien: Auf der einen Seite können Zinssteigerungen dazu führen, dass die Kurse von Wertpapieren im RWE-Bestand sinken. Dies betrifft in erster Linie festverzinsliche Anleihen. Auf der anderen Seite erhöhen sich mit dem Zinsniveau auch unsere Finanzierungskosten. Der VaR für das Kurswertrisiko bei unseren Kapitalanlagen betrug im Berichtszeitraum durchschnittlich 11 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Die Sensitivität des Zinsaufwands in Bezug auf Marktzinssteigerungen messen wir mit dem Cash Flow at Risk. Dabei legen wir ein Konfidenzniveau von 95% und eine Haltedauer von einem Jahr zugrunde. Der Cash Flow at Risk belief sich im Mittel auf 4 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €).

Zu den Wertpapieren, die wir in unserem Portfolio halten, zählen auch Aktien. Der VaR für das Risiko aus Kursveränderungen betrug 8 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). Für unsere Fremdwährungsposition lag der VaR unverändert unter 1 Mio. €.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Bericht enthält Aussagen zur künftigen Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Solche Aussagen stellen Einschätzungen dar. Wir haben sie auf Basis aller Informationen getroffen, die uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts zur Verfügung standen. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht zutreffen oder unvorhergesehene Risiken eintreten, können die tatsächlichen von den erwarteten Entwicklungen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.

KONZERNZWISCHENABSCHLUSS (VERKÜRZT)

Gewinn- und Verlustrechnung

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Jul - Sep Jul - Sep Jan - Sep Jan - Sep
in Mio. € 2015 2014 2015 2014
Umsatzerlöse (Inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 10.271 10.201 35.409 35.288
Erdgas-/Stromsteuer -395 -403 -1.603 -1.643
Umsatzerlöse 9.876 9.798 33.806 33.645
Materialaufwand -7.185 -7.287 -25.135 -24.802
Personalaufwand -1.175 -1.201 -3.545 -3.643
Abschreibungen -599 -637 -1.755 -1.792
Sonstiges betriebliches Ergebnis -158 -332 -1.321 -945
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 84 98 276 302
Übriges Beteiligungsergebnis 52 13 152 96
Finanzerträge 433 261 1.590 579
Finanzaufwendungen -922 -745 -2.714 -1.970
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 406 -32 1.354 1.470
Ertragsteuern -116 -46 -570 -458
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 290 -78 784 1.012
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten
111 1.524 235
Ergebnis 290 33 2.308 1.247
Davon: Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 60 35 256 173
Davon: Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG 37 28 117 80
Davon: Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 193 -30 1.935 994
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie in € 0,32 -0,05 3,15 1,62
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten in € 0,32 -0,23 0,67 1,24
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten in €
0,18 2,48 0,38

Gesamtergebnisrechnung1

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Jul - Sep Jul - Sep Jan - Sep Jan - Sep
in Mio.€ 2015 2014 2015 2014
Ergebnis 290 33 2.308 1.247
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen -105 -729 503 -1.055
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen

-2 -12
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die nicht erfolgswirksam umzugliedern sind -105 -729 501 -1.067
Unterschied aus der Währungsumrechnung -82 51 210 73
Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten -102 10 -389 49
Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehung -177 178 101 -389
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen


42
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig erfolgswirksam umzugliedern sind -361 239 -78 -225
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen (Other Comprehensive Income) -466 -490 423 -1.292
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) -176 -457 2.731 -45
Davon: auf Aktionäre der RWE AG entfallend (-254) (-486) (2.358) (-167)
Davon: auf Hybridkapitalgeber der RWE AG entfallend (37) (28) (117) (80)
Davon: auf andere Gesellschafter entfallend (41) (1) (256) (42)

1 Beträge nach Steuern

Bilanz

Aktiva

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in Mio. € 30.09.2015 31.12.2014
Langfristiges Vermögen

Immaterielle Vermögenswerte 13.167 12.797
Sachanlagen 31.633 31.059
Investment Property 74 83
At-Equity-bilanzierte Beteiligungen 3.045 3.198
Übrige Finanzanlagen 824 958
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.337 2.293
Latente Steuern 3.766 3.836

54.846 54.224
Kurzfristiges Vermögen

Vorräte 2.297 2.232
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.405 6.512
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 8.460 10.227
Wertpapiere 7.059 4.410
Flüssige Mittel 2.594 3.171
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 334 5.540

26.149 32.092

80.995 86.316

Passiva

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in Mio. € 30.09.2015 31.12.2014
Eigenkapital

Anteile der Aktionäre der RWE AG 9.209 7.388
Anteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG 931 2.705
Anteile anderer Gesellschafter 2.019 1.679

12.159 11.772
Langfristige Schulden

Rückstellungen 25.295 27.540
Finanzverbindlichkeiten 17.047 15.224
Übrige Verbindlichkeiten 2.678 2.695
Latente Steuern 1.369 865

46.389 46.324
Kurzfristige Schulden

Rückstellungen 5.369 5.504
Finanzverbindlichkeiten 2.244 3.342
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.238 6.309
Übrige Verbindlichkeiten 9.243 10.430
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 353 2.635

22.447 28.220

80.995 86.316

Kapitalflussrechnung

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in Mio. € Jan - Sep 2015 Jan - Sep 2014
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 784 1.012
Abschreibungen/Zuschreibungen 1.754 1.748
Veränderung der Rückstellungen 5 -372
Latente Steuern/Zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen/Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren -550 55
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 184 2.316
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 2.177 4.759
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -125 609
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 2.052 5.368
Investitionen in Anlagegegenstände/Akquisitionen -1.869 -2.260
Einnahmen aus Anlagenabgängen/Desinvestitionen 4.874 679
Veränderung der Wertpapiere und Geldanlagen -3.512 -1.589
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten1 -507 -3.170
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten -111 -498
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit1 -618 -3.668
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten2 -2.318 -1.805
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten 260 -116
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit2 -2.058 -1.921
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel -624 -221
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel 14 16
Veränderung der flüssigen Mittel -610 -205
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums 3.257 3.950
Davon: als "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" ausgewiesen -86
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 3.171 3.950
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums 2.647 3.745
Davon: als "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" ausgewiesen -53 -7
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 2.594 3.738

1 In den ersten drei Quartalen 2015 nach Dotierung Contractual Trust Arrangement (1.261 Mio. €)
2 Umfasst in den ersten drei Quartalen 2015 die Rückzahlung von als Eigenkapital klassifiziertem Hybridkapital (1.750 Mio. €)

Veränderung des Eigenkapitals

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in Mio. € Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage der RWE AG Gewinnrücklage und Bilanzgewinn Accumulated Other Comprehensive Income Anteile der
Aktionäre der RWE AG
Anteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG Anteile anderer Gesellschafter
Stand: 01.01.2014 3.959 5.062 -1.283 7.738 2.701 1.698
Kapitaleinzahlung




62
Dividendenzahlungen
-615
-615 -144 -213
Ergebnis
994
994 80 173
Other Comprehensive Income
-936 -225 -1.161
-131
Total Comprehensive Income
58 -225 -167 80 42
Übrige Veränderungen
-5
-5 30 13
Stand: 30.09.2014 3.959 4.500 -1.508 6.951 2.667 1.602
Stand: 01.01.2015 3.959 5.008 -1.579 7.388 2.705 1.679
Kapitaleinzahlung/rückzahlung



-1.750 1
Dividendenzahlungen
-615
-615 -153 -220
Ergebnis
1.935
1.935 117 256
Other Comprehensive Income
500 -77 423

Total Comprehensive Income
2.435 -77 2.358 117 256
Übrige Veränderungen
78
78 12 303
Stand: 30.09.2015 3.959 6.906 -1.656 9.209 931 2.019


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in Mio. € Summe
Stand: 01.01.2014 12.137
Kapitaleinzahlung 62
Dividendenzahlungen -972
Ergebnis 1.247
Other Comprehensive Income -1.292
Total Comprehensive Income -45
Übrige Veränderungen 38
Stand: 30.09.2014 11.220
Stand: 01.01.2015 11.772
Kapitaleinzahlung/rückzahlung -1.749
Dividendenzahlungen -988
Ergebnis 2.308
Other Comprehensive Income 423
Total Comprehensive Income 2.731
Übrige Veränderungen 393
Stand: 30.09.2015 12.159

ANHANG

Rechnungslegungsmethoden

Die RWE AG mit Sitz am Opernplatz 1 in 45128 Essen, Deutschland, ist Mutterunternehmen des RWE-Konzerns ("RWE" oder "Konzern").

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. September 2015 ist am 10. November 2015 zur Veröffentlichung freigegeben worden. Aufgestellt wurde er nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Konzernzwischenabschlusses zum 30. September 2015 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 verkürzter Berichtsumfang gewählt. Im Konzernzwischenbericht werden - mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Änderungen und Neuregelungen - die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzerngeschäftsbericht 2014, der die Basis für den vorliegenden Konzernzwischenbericht darstellt.

Für Entsorgungsrückstellungen auf dem Gebiet der Kernenergie und für bergbaubedingte Rückstellungen wird ein Abzinsungsfaktor von 4,6% (31.12.2014: 4,6%) zugrunde gelegt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Deutschland mit 2,3% und im Ausland mit 3,8% abgezinst (31.12.2014: 2,1% bzw. 3,4%).

Änderung der Rechnungslegungsmethoden

Der International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben Änderungen bei bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und neue IFRS verabschiedet, die für den RWE-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2015 verpflichtend anzuwenden sind:

Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2011-2013 (2013)

IFRIC Interpretation 21 "Abgaben" (2013)

Diese neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der RWE AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die RWE AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wesentliche gemeinsame Vereinbarungen nach der Equity-Methode oder als gemeinschaftliche Tätigkeit.

Die folgenden Übersichten stellen dar, welche Veränderungen sich bei der Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen und der mittels der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen ergeben haben:

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Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2015 154 187 341
Erstkonsolidierungen 11 9 20
Entkonsolidierungen -14 -15 -29
Verschmelzungen -5 -11 -16
Stand: 30.09.2015 146 170 316


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Anzahl at-Equity-bilanzierter Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2015 70 24 94
Erwerbe 1
1
Veräußerungen -2 -1 -3
Sonstige Veränderungen
-1 -1
Stand: 30.09.2015 69 22 91

Zudem werden fünf Gesellschaften als gemeinschaftliche Tätigkeiten abgebildet.

Unternehmenserwerbe

WestEnergie GmbH

Im Juli 2015 hat RWE aufgrund des Auslaufens eines Stimmrechtsverzichts die Beherrschung über die bisher als at-Equity-Beteiligung ausgewiesene WestEnergie GmbH erlangt. Die Gesellschaft betreibt im Wesentlichen Verteilnetze für Strom und Gas. In der folgenden Tabelle sind die übernommenen Vermögenswerte und Schulden dargestellt:

Bilanzposten

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in Mio. €
IFRS-Buchwerte
(beizulegender Zeitwert)
(vorläufige Werte) bei Erstkonsolidierung
Langfristige Vermögenswerte 152
Kurzfristige Vermögenswerte 24
Langfristige Schulden 31
Kurzfristige Schulden 57
Nettovermögen 88
Anteile anderer Gesellschafter -1
Anschaffungskosten (nicht zahlungswirksam) 87

Der beizulegende Zeitwert der Altanteile betrug 87 Mio. €. Der Bewertung der nicht-beherrschenden Anteile lag das anteilige Nettovermögen des erstkonsolidierten Unternehmens zugrunde. Der beizulegende Zeitwert der in den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen belief sich auf 24 Mio. €.

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat die Gesellschaft 1 Mio. € zum Umsatz und -2 Mio. € zum Ergebnis des Konzerns beigetragen.

Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ist aufgrund der komplexen Struktur der Transaktion noch nicht abschließend festgestellt.

Východoslovenská energetika Holding a.s.

Im August 2015 hat RWE aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung die Beherrschung über die Gesellschaft Východoslovenská energetika Holding a.s. erlangt, die bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Die Gesellschaft ist die Holding einer Unternehmensgruppe mit Strom- und Gasvertriebsgeschäft (einschließlich Verteilnetzbetrieb) in der Slowakei.

Die übernommenen Vermögenswerte und Schulden sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Bilanzposten

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in Mio. € IFRS-Buchwerte

(beizulegender Zeitwert)
(vorläufige Werte)
bei Erstkonsolidierung
Langfristige Vermögenswerte 772
Kurzfristige Vermögenswerte 71
Langfristige Schulden 157
Kurzfristige Schulden 234
Nettovermögen 452
Anteile anderer Gesellschafter -231
Anschaffungskosten (nicht zahlungswirksam) 297
Geschäfts- oder Firmenwert 76

Teil der dem Kontrollerwerb zugrunde liegenden vertraglichen Vereinbarung war eine Beteiligungstransaktion, die zu einem Nettovermögenszuwachs in Höhe von 44 Mio. € bei der tschechischen Gesellschaft RWE Česká republika a.s. führte.

Der beizulegende Zeitwert der Altanteile betrug 341 Mio. €. Aus deren Erstkonsolidierung resultierte ein Ertrag in Höhe von 185 Mio. €, der in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 159 Mio. € unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" und in Höhe von 26 Mio. € unter dem Posten "Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen" ausgewiesen wird.

Der beizulegende Zeitwert der in den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen belief sich auf 67 Mio. €.

Der Bewertung der nicht-beherrschenden Anteile lag das anteilige Nettovermögen der erstkonsolidierten Unternehmensgruppe zugrunde. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist im Wesentlichen auf zu erwartende zukünftige Nutzen- und Synergieeffekte zurückzuführen.

Seit der erstmaligen Konsolidierung hat die Gesellschaft 43 Mio. € zum Umsatz und 4 Mio. € zum Ergebnis des Konzerns beigetragen.

Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses ist aufgrund der komplexen Struktur der Transaktion noch nicht abschließend festgestellt.

Wären alle Unternehmenszusammenschlüsse des Berichtszeitraums bereits zum 1. Januar 2015 erfolgt, würde das Ergebnis des Konzerns 2.358 Mio. € und der Konzernumsatz 34.204 Mio. € betragen.

Veräußerungen

Offshore-Installationsschiff "Victoria Mathias"

Anfang Januar 2015 hat RWE Innogy das Spezialschiff "Victoria Mathias" für die Installation von Offshore-Windkraftanlagen an das niederländische Unternehmen MPI Offshore veräußert. Das Installationsschiff war dem Segment Erneuerbare Energien zugeordnet und wurde zum 31. Dezember 2014 mit einem Buchwert von 69 Mio. € als zur Veräußerung bestimmter Vermögenswert in der Bilanz ausgewiesen.

Netzanbindung Offshore-Windpark Gwynt y Môr

Aus regulatorischen Gründen hat der dem Bereich Erneuerbare Energien zugeordnete Offshore-Windpark Gwynt y Môr im Februar 2015 seine selbst errichtete Netzanbindung nebst Trafostation an die Finanzinvestoren Balfour Beatty Investments Ltd. und Equitix Ltd. veräußert. Zum 31. Dezember 2014 wurde der Buchwert der Netzanbindung einschließlich Trafostation in Höhe von 241 Mio. € als zur Veräußerung bestimmter Vermögenswert in der Bilanz ausgewiesen.

RWE Grid Holding

Im März 2015 hat eine Gruppe von Fonds, die von Macquarie verwaltet werden, ihren Anteil an der tschechischen Gesellschaft RWE Grid Holding um 15% aufgestockt. RWE bleibt an der dem Segment Zentralost-/Südosteuropa zugeordneten Gesellschaft, die die tschechischen Gasverteilnetzaktivitäten von RWE bündelt, mit 50,04% beteiligt. Durch den Verkauf erhöhten sich die Anteile der Aktionäre der RWE AG am Eigenkapital um 97 Mio. € und die Anteile anderer Gesellschafter um 73 Mio. €.

RWE Dea

Im März 2015 wurde die RWE Dea AG (Segment Upstream Gas & Öl), in der die konzernweiten Aktivitäten der Gas- und Erdölgewinnung gebündelt waren, an die in Luxemburg ansässige Investmentgesellschaft LetterOne veräußert.

RWE Dea wurde bis zum 28. Februar 2015 als nicht fortgeführte Aktivität bilanziert und anschließend entkonsolidiert. Der Entkonsolidierungsgewinn betrug 1.453 Mio. € und wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten" ausgewiesen.

Nachfolgend sind wichtige Eckdaten der nicht fortgeführten Aktivitäten dargestellt:

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Eckdaten nicht fortgeführter Aktivitäten Jan - Sep Jan - Sep
in Mio. € 2015 2014
Umsatzerlöse (inkl. Erdgassteuer) 285 1.500
Aufwendungen/Erträge 1.296 928
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten vor Steuern 1.581 572
Ertragsteuern -57 337
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten 1.524 235

Die kumulativ im Eigenkapital direkt erfassten Erträge und Aufwendungen (Accumulated Other Comprehensive Income) nicht fortgeführter Aktivitäten betragen 0 Mio. € (31.12.2014: -40 Mio. €).

Vom Anteil der Aktionäre der RWE AG an der Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) entfallen 795 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -412 Mio. €) auf fortgeführte Aktivitäten und 1.563 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 245 Mio. €) auf nicht fortgeführte Aktivitäten.

Zum 31. Dezember 2014 entfielen auf RWE Dea langfristige Vermögenswerte von 4.418 Mio. €, kurzfristige Vermögenswerte von 812 Mio. €, langfristige Schulden von 1.490 Mio. € und kurzfristige Schulden von 1.145 Mio. €.

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

RWE Innogy GyM 1 Ltd.

Im Juni 2015 konnte mit der Green Investmentbank eine abschließende Einigung hinsichtlich des Verkaufs der dem Segment Erneuerbare Energien zugeordneten Gesellschaft RWE Innogy GyM 1 Ltd. erzielt werden, die ein Bruchteilseigentum von 10% am Offshore-Windpark Gwynt y Môr hält. Der Verkauf wurde im Oktober 2015 abgeschlossen.

Zum 30. September 2015 wurden folgende Vermögenswerte und Schulden der RWE Innogy GyM 1 Ltd. als zur Veräußerung bestimmt in der Bilanz ausgewiesen:

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Bilanzposten 30.09.2015
in Mio. €
Langfristige Vermögenswerte 262
Kurzfristige Vermögenswerte 72
Langfristige Schulden 14
Kurzfristige Schulden 339

Zum Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung bestimmt wurden außerplanmäßige Abschreibungen der Veräußerungsgruppe in Höhe von 22 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Umsatzerlöse

Erlöse aus Energiehandelsaktivitäten werden netto, d. h. mit der realisierten Rohmarge als Umsatz ausgewiesen.

Aktienkursbasierte Vergütungen

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde über aktienkursbasierte Vergütungssysteme für Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen berichtet.

Im Rahmen des Long-Term Incentive Plan für Führungskräfte ("Beat 2010") wurde im ersten Quartal 2015 eine weitere Tranche begeben.

Gewinnausschüttung

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 23. April 2015 beschlossen, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 1,00 € (Geschäftsjahr 2013: 1,00 €) je dividendenberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die Ausschüttung betrug insgesamt 615 Mio. €.

Eigenkapital

Im September 2015 wurde eine als Eigenkapital klassifizierte Hybridanleihe mit einem Buchwert von 1.750 Mio. € und einem Kupon von 4,625% p. a. zurückgezahlt.

Finanzverbindlichkeiten

Im Februar 2015 wurde eine sechsjährige Anleihe mit einem Buchwert von 1.801 Mio. € und einem Kupon von 5% p. a. fällig.

Im April 2015 begab die RWE AG zwei Hybridanleihen über insgesamt 1.250 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2075. Die erste Hybridanleihe über 700 Mio. € kann erstmals im Jahr 2020 durch die RWE AG gekündigt werden; die zweite Hybridanleihe über 550 Mio. € erstmals im Jahr 2025. Die Kupons betragen 2,75% p. a. bzw. 3,5% p. a.

Im Juli 2015 begab die RWE AG eine Hybridanleihe über 500 Mio. US-$ mit einem Kupon über 6,625% p. a. und einer Laufzeit von 60 Jahren, die erstmals im Jahr 2026 gekündigt werden kann.

Ergebnis je Aktie

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Jan - Sep Jan - Sep


2015 2014
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio. € 1.935 994
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (gewichteter Durchschnitt) Tsd. Stück 614.745 614.745
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie 3,15 1,62

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten im RWE-Konzern als nahestehende Unternehmen. Die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte führten in den ersten drei Quartalen 2015 zu Erträgen in Höhe von 2.975 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 3.180 Mio. €) und Aufwendungen in Höhe von 2.042 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 2.238 Mio. €). Zum 30. September 2015 betrugen die Forderungen 705 Mio. € (31.12.2014: 600 Mio. €) und die Verbindlichkeiten 230 Mio. € (31.12.2014: 292 Mio. €). Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Die sonstigen Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften betrugen 1.130 Mio. € (31.12.2014: 1.212 Mio. €).

Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente lassen sich danach unterscheiden, ob sie originär oder derivativ sind. Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die Finanzinstrumente der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" sind mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Auf der Passivseite bestehen die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen aus mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Der beizulegende Zeitwert von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten, die in den übrigen Finanzanlagen und Wertpapieren erfasst sind, entspricht dem veröffentlichten Börsenkurs, sofern die Finanzinstrumente an einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert nicht notierter Schuld- und Eigenkapitaltitel wird grundsätzlich auf Basis diskontierter erwarteter Zahlungsströme ermittelt. Zur Diskontierung werden aktuelle rest- bzw. laufzeitkongruente Marktzinssätze herangezogen.

Derivative Finanzinstrumente werden - sofern sie in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallen - grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Börsengehandelte Produkte werden mit den veröffentlichten Schlusskursen der jeweiligen Börsen bewertet. Nicht börsengehandelte Produkte werden anhand öffentlich zugänglicher Broker-Quotierungen bewertet oder - falls nicht vorhanden - anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Dabei orientieren wir uns - soweit möglich - an Notierungen auf aktiven Märkten. Sollten auch diese nicht vorliegen, fließen unternehmensspezifische Planannahmen in die Bewertung ein. Diese umfassen sämtliche Marktfaktoren, die auch andere Marktteilnehmer für die Preisfestsetzung berücksichtigen würden. Die Ermittlung energiewirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Annahmen erfolgt in einem umfangreichen Prozess und unter Einbeziehung interner und externer Experten durch ein unabhängiges Team, das durch den Bereich Konzernstrategie der RWE AG überwacht wird. Die Annahmen werden innerhalb des Konzerns in einem gemeinsamen Lenkungsausschuss mit den operativen Tochterunternehmen abgestimmt und vom Vorstand als verbindliche Planungsdaten beschlossen.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten wird auf Basis der Nettorisikoposition pro Geschäftspartner in Übereinstimmung mit IFRS 13.48 vorgenommen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten überein. Abweichungen gibt es lediglich bei Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten. Ihr Buchwert belief sich auf 19.291 Mio. € (31.12.2014: 18.566 Mio. €), der beizulegende Zeitwert auf 20.733 Mio. € (31.12.2014: 21.183 Mio. €).

Die folgende Übersicht stellt die Einordnung aller zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie dar. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung mit (unverändert übernommenen) Preisen von identischen Finanzinstrumenten, die sich auf aktiven Märkten gebildet haben

Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um Preise der Stufe 1 handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Stufe 3: Bewertung mithilfe von Faktoren, die sich nicht auf beobachtbare Marktdaten stützen

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Fair-Value-Hierarchie Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Stufe 1
in Mio. € 30.09.2015


31.12.2014
Übrige Finanzanlagen 824 39 208 577 958 39
Derivate (aktiv) 6.428
6.373 55 7.491
Davon: in Sicherungsbeziehungen (1.185)
(1.185)
(1.459)
Wertpapiere 7.059 6.198 861
4.410 1.967
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte



142
Derivate (passiv) 6.079
6.062 17 7.408
Davon: in Sicherungsbeziehungen (1.990)
(1.990)
(2.369)
Zur Veräußerung bestimmte Schulden



93


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Fair-Value-Hierarchie Stufe 2 Stufe 3
in Mio. €

Übrige Finanzanlagen 364 555
Derivate (aktiv) 7.422 69
Davon: in Sicherungsbeziehungen (1.459)
Wertpapiere 2.443
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 142
Derivate (passiv) 7.404 4
Davon: in Sicherungsbeziehungen (2.369)
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 93

Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der nach Stufe 3 zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente:

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Finanzinstrumente der Stufe 3: Stand:
01.01.2015
Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand:
30.09.2015
Entwicklung im Jahr 2015 in Mio. €

erfolgswirksam zahlungswirksam
Übrige Finanzanlagen 555 18 -23 27 577
Derivate (aktiv) 69 -1 23 -36 55
Derivate (passiv) 4
17 -4 17


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Finanzinstrumente der Stufe 3: Stand:
01.01.2014
Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand:
30.09.2014
Entwicklung im Jahr 2014 in Mio. €

erfolgswirksam zahlungswirksam
Übrige Finanzanlagen 394 97 16 10 517
Derivate (aktiv) 101 -1
-44 56
Derivate (passiv) 6 -1
-2 3

Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste von Finanzinstrumenten der Stufe 3 entfallen auf folgende Posten der Gewinn- und Verlustrechnung:

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Finanzinstrumente der Stufe 3: Gesamt
Jan - Sep 2015
Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden Gesamt
Jan - Sep 2014
Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden
Erfolgswirksam erfasste Gewinne und Verluste in Mio. €



Umsatzerlöse 23 23 5 5
Materialaufwand -17 -17 -5 -17
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen 13 6 16 7
Beteiligungsergebnis -29 -1
1
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten -7



-17 11 16 -4

Derivative Finanzinstrumente der Stufe 3 umfassen im Wesentlichen Energiebezugsverträge, die Handelsperioden betreffen, für die es noch keine aktiven Märkte gibt. Ihre Bewertung ist insbesondere von der Entwicklung der Gaspreise abhängig. Bei steigenden Gaspreisen erhöht sich bei sonst gleichen Bedingungen der beizulegende Zeitwert und umgekehrt. Eine Veränderung der Preisverhältnisse um +/-10% würde zu einem Anstieg des Marktwertes um 5 Mio. € bzw. zu einem Rückgang um 5 Mio. € führen.

Die folgende Übersicht zeigt diejenigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten, die gemäß IAS 32 saldiert werden oder einklagbaren Globalverrechnungsverträgen oder ähnlichen Vereinbarungen unterliegen:

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Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zum 30.09.2015 Angesetzte Bruttobeträge Saldierung Ausgewiesene Nettobeträge Zugehörige nicht saldierte Beträge Nettobetrag
in Mio. €


Finanzinstrumente Erhaltene/ geleistete Barsicherheiten
Derivate (aktiv) 9.235 -8.123 1.112
-272 840
Derivate (passiv) 8.726 -7.821 905 -91 -621 193


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Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten zum 31.12.2014 Angesetzte Bruttobeträge Saldierung Ausgewiesene Nettobeträge Zugehörige nicht saldierte Beträge Nettobetrag
in Mio. €


Finanzinstrumente Erhaltene/ geleistete Barsicherheiten
Derivate (aktiv) 8.452 -7.081 1.371
-323 1.048
Derivate (passiv) 8.210 -6.921 1.289 -188 -918 183

Die zugehörigen nicht saldierten Beträge umfassen für außerbörsliche Transaktionen erhaltene und geleistete Barsicherheiten sowie im Rahmen von Börsengeschäften im Voraus zu erbringende Sicherheitsleistungen, die auch in Form sicherheitsübereigneter Wertpapiere erbracht werden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ausführungen zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag enthält der Lagebericht.

FINANZKALENDER 2016

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8. März 2016 Bericht über das Geschäftsjahr 2015
20. April 2016 Hauptversammlung
21. April 2016 Dividendenzahlung
12. Mai 2016 Zwischenbericht über das erste Quartal 2016
11. August 2016 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2016
14. November 2016 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2016

Der vorliegende Bericht ist am 12. November 2015 veröffentlicht worden.

Die Hauptversammlung und alle Veranstaltungen zur Veröffentlichung von Finanzberichten werden live im Internet übertragen. Aufzeichnungen der Internetübertragungen sind mindestens zwölf Monate lang abrufbar.

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