RWE Aktiengesellschaft

Essen

Jahresabschluss 2015

der RWE AG

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der RWE AG für das Geschäftsjahr 2015 werden beim Betreiber des Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlag GmbH, Köln) elektronisch eingereicht und im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Der Lagebericht der RWE AG ist mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst; er ist in unserem Geschäftsbericht auf den Seiten 17 bis 90 veröffentlicht.

Bilanz zum 31. Dezember 2015

Aktiva

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in Mio. € (s. Anhang) 31.12.15 31.12.14
Anlagevermögen (1)    
Finanzanlagen   36.482 39.264
Umlaufvermögen      
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2)    
Forderungen gegen verbundene Unternehmen   4.397 5.206
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht     0
Sonstige Vermögensgegenstände   385 481
Wertpapiere (3) 210 1.784
Flüssige Mittel (4) 1.612 2.149
    6.604 9.620
Rechnungsabgrenzungsposten (5) 326 385
Aktive latente Steuern (6) 451 2.091
    43.863 51.360

Passiva

     
in Mio. € (s. Anhang) 31.12.15 31.12.14
Eigenkapital (7)    
Gezeichnetes Kapital      
Stammaktien   1.474 1.474
Vorzugsaktien   100 100
    1.574 1.574
Kapitalrücklage   2.385 2.385
Gewinnrücklagen      
Andere Gewinnrücklagen   1.739 4.994
Bilanzgewinn   5 615
    5.703 9.568
Rückstellungen (8)    
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen   1.014 1.120
Steuerrückstellungen   1.409 1.774
Sonstige Rückstellungen   579 803
    3.002 3.697
Verbindlichkeiten (9)    
Anleihen   4.876 5.399
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   1.499 1.114
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   8 28
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   28.386 31.272
Sonstige Verbindlichkeiten   381 260
    35.150 38.073
Rechnungsabgrenzungsposten (10) 8 22
    43.863 51.360

0 = Betrag in geringer Höhe

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015

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in Mio. € (s. Anhang) 2015 2014
Ergebnis aus Finanzanlagen (14) -74 1.533
Zinsergebnis (15) -1.038 -852
Sonstige betriebliche Erträge (16) 237 602
Personalaufwand (17) -67 -67
Sonstige betriebliche Aufwendungen (18) -602 -420
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -1.544 796
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (19) -1.706 -146
Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss   -3.250 650
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr   0 0
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen/Einstellung in andere Gewinnrücklagen   3.255 -35
Bilanzgewinn   5 615

0 = Betrag in geringer Höhe

Anhang zum 31. Dezember 2015

Allgemeine Grundlagen

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt; die Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten bewertet.

Ausleihungen sowie Arbeitgeberdarlehen sind zum Nominalwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Flüssige Mittel sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug der erforderlichen Wertberichtigungen bilanziert. Es werden alle erkennbaren Einzelrisiken berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen in den sonstigen Vermögensgegenständen werden auf den Barwert abgezinst. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten bewertet.

Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Im Rahmen der körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft sind der RWE AG als Organträger und somit als Steuerschuldner sämtliche latenten Steuern des Organkreises zuzurechnen, sofern die Organschaft voraussichtlich auch künftig fortbesteht. Das Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird ausgeübt, so dass nach Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern ein Aktivüberhang als aktive latente Steuern bilanziert wird. Der Bewertung der latenten Steuern liegt ein unternehmensindividueller Steuersatz von 31,4 % zugrunde.

Die Rückstellungen sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck - die eine generationenabhängige Lebenserwartung berücksichtigen - nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) gebildet. Sie werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB); der Zinssatz im Dezember 2015 beträgt 3,89% (Vorjahr: 4,53%). Im Rahmen weiterer Rechnungsannahmen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,35% (Vorjahr: 2,35%), Rentensteigerungen je nach Versorgungsordnung von 1,0%, 1,60% bzw. 1,75% (Vorjahr: 1,0%, 1,60% bzw. 1,75%) sowie unternehmensindividuelle Fluktuationsannahmen berücksichtigt. Soweit Zweckvermögen gemäß § 246 Abs. 2 HGB vorliegt, ergibt sich die Rückstellung aus dem Saldo des versicherungsmathematischen Barwerts der Verpflichtung und des beizulegenden Zeitwerts des zur Deckung gebildeten Zweckvermögens; der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert des verrechneten Zweckvermögens. Ergebnisauswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes, Zeitwertänderungen des Zweckvermögens und laufende Erträge des Zweckvermögens werden nach Verrechnung im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die Bewertung der Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen sowie für Altersteilzeitleistungen wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit einem Zinssatz von 3,89% (Vorjahr: 4,54%) für Jubiläumsverpflichtungen bzw. 2,16% (Vorjahr: 3,09%) für Altersteilzeitleistungen vorgenommen.

Bei der Bemessung der übrigen Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken, ungewissen Verbindlichkeiten sowie drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Einnahmen des Geschäftsjahres, die Erträge nach dem Bilanzstichtag darstellen, sind als passive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Soweit möglich werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und bei Deckung durch Sicherungsgeschäfte mit dem Sicherungskurs bewertet. Forderungen und Verbindlichkeiten ohne Sicherungsgeschäft werden mit dem Stichtagskurs bewertet, bei Laufzeiten von über einem Jahr unter Beachtung des Imparitätsprinzips.

Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten und deren Entwicklung im Berichtsjahr stellen sich wie folgt dar:

Entwicklung des Anlagevermögens

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Anschaffungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte Abschreibungen des Berichtsjahres
in Mio. € Stand 31.12.14 Zugänge Abgänge Stand 31.12.15 Stand 31.12.15 Stand 31.12.14 Stand 31.12.15
Finanzanlagen                
Anteile an verbundenen Unternehmen 24.726 0 107 24.619 208 24.726 24.411 208
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 14.093 559 7.377 7.275   14.093 7.275  
Beteiligungen 163 101   264   163 264  
Wertpapiere des Anlagevermögens 295 4.596 199 4.692 161 281 4.531 161
Sonstige Ausleihungen 1     1   1 1  
  39.278 5.256 7.683 36.851 369 39.264 36.482 369

0 = Betrag in geringer Höhe

Die Veränderungen bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus einer Kapitalrückführung sowie aus konzerninternen Transaktionen zur Optimierung der Beteiligungsstruktur. Hierzu zählt auch die Veräußerung sämtlicher Anteile an der RWE Finance B.V., 's-Hertogenbosch/ Niederlande, an die RWE Innogy GmbH, Essen. Die im Berichtsjahr erfolgte Abschreibung betrifft die Anteile an der RWE Generation SE, Essen.

Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen resultieren die Zugänge aus der Bereitstellung von langfristigen Finanzmitteln zur Finanzierung der Konzerngesellschaften. Die Abgänge sind vornehmlich auf konzerninterne Umfinanzierungen zurückzuführen, die im Zusammenhang mit der zukünftigen Bündelung der Geschäftsbereiche erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb im In- und Ausland des RWE-Konzerns in einer neuen Tochtergesellschaft erfolgten. Sie betreffen mit 7.039 Mio. € Ausleihungen an die RWE Innogy GmbH und RWE Deutschland AG, Essen.

Die Zugänge bei den Beteiligungen betreffen Zuzahlungen in die Kapitalrücklage eines Beteiligungsunternehmens zur Erfüllung einer erteilten Finanzierungszusage.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens beinhalten ausschließlich Anteile an Wertpapierfonds. Bei den Zugängen handelt es sich um den Erwerb von Spezialfondsanteilen, die zum Bilanzstichtag auf den niedrigeren Marktwert abgeschrieben worden sind.

Die Angaben zum Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11a HGB sind auf den Seiten 20 bis 45 aufgeführt.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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in Mio. € 31.12.15 Davon RLZ1 > 1 Jahr 31.12.14 Davon RLZ1 > 1 Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.397 817 5.206 1.055
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht     0  
Sonstige Vermögensgegenstände 385 183 481 316
  4.782 1.000 5.687 1.371

0 = Betrag in geringer Höhe

1 RLZ = Restlaufzeit

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Ansprüche aus Darlehen, Organschaftsabrechnungen und dem laufenden Verrechnungsverkehr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche, Ansprüche aus geleisteten Barsicherheiten sowie Zinsabgrenzungen und -forderungen.

(3) Wertpapiere

Es handelt sich um sonstige Wertpapiere; diese betreffen geldmarktorientierte Fonds und kurzfristige Anleihen aus der Anlage flüssiger Mittel.

(4) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel betreffen ausnahmslos Guthaben bei Kreditinstituten.

(5) Rechnungsabgrenzungsposten

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in Mio. € 31.12.15 31.12.14
Agio 280 312
Disagio 27 52
Übrige 19 21
  326 385

Der als Agio ausgewiesene Posten resultiert im Wesentlichen aus der in Vorjahren erfolgten Übernahme von konzerninternen Ausleihungen.

(6) Aktive latente Steuern

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in Mio. € 31.12.15 31.12.14
Sachverhalt Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Aktiva        
Anlagevermögen 105 74 208 234
Umlaufvermögen, übrige 545 9 341 0
Passiva        
Sonderposten 1 121 1 132
Rückstellungen 1.878 7 1.924 37
Verbindlichkeiten, übrige 11 0 20 0
Steuerliche Verluste 451      
Summe 2.991 211 2.494 403
Saldierung -211   -403  
Aktiver Überhang 2.780   2.091  
Nicht werthaltiger Anteil -2.329      
Bilanzausweis 451   2.091  

0 = Betrag in geringer Höhe

Im Berichtsjahr wurde eine Wertberichtigung auf die latenten Steuern aufgrund fehlender Einholungsmöglichkeiten vorgenommen. Die bilanzierten aktiven latenten Steuern betreffen am Bilanzstichtag bekannte Sachverhalte, die die ausgewiesenen steuerlichen Verluste rückwirkend mindern werden. Insgesamt beträgt die Veränderung der aktiven latenten Steuern 1.640 Mio. €.

(7) Eigenkapital

Eigenkapitalentwicklung

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in Mio. € Stand 31.12.14 Mehrerlös aus gewährten Mitarbeiteraktien Dividendenzahlungen Jahresfehlbetrag Stand 31.12.15
Gezeichnetes Kapital 1.574       1.574
Kapitalrücklage 2.385       2.385
Gewinnrücklagen          
Andere Gewinnrücklagen 4.994 0   -3.255 1.739
Bilanzgewinn 615   -615 5 5
  9.568 0 -615 -3.250 5.703

0 = Betrag in geringer Höhe.

Das Grundkapital der RWE AG beläuft sich auf 1.573.748.477,44 € und hat folgende Struktur:

Stammaktien: 575.745.499 Stück auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stammaktien mit 575.745.499 Stimmen (93,7 % des gezeichneten Kapitals).

Vorzugsaktien: 39.000.000 Stück auf den Inhaber lautende nennbetragslose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht (6,3% des gezeichneten Kapitals).

Den Vorzugsaktien ohne Stimmrecht steht unter bestimmten Voraussetzungen bei der Verteilung des Bilanzgewinns ein Vorzugsgewinnanteil von 0,13 € je Vorzugsaktie zu.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. April 2014 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 314.749.693,44 € durch Ausgabe von bis zu 122.949.099 auf den Inhaber lautenden Stammaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann in bestimmten Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. April 2014 wurde die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 15. April 2019 Aktien der Gesellschaft, gleich welcher Gattung, im Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung zu erwerben. Der Vorstand der Gesellschaft ist aufgrund des Beschlusses ferner ermächtigt, eigene Aktien ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, eigene Aktien - unter bestimmten Bedingungen und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre - an Dritte zu übertragen bzw. zu veräußern. Außerdem dürfen eigene Aktien an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen ausgegeben werden. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, eigene Aktien zur Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus zukünftigen Belegschaftsaktienprogrammen zu verwenden; hierbei ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen.

Am 31. Dezember 2015 befinden sich keine eigenen Aktien im Bestand.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden von der RWE AG 162.625 RWE-Stammaktien zu einem Anschaffungspreis von 1.854.776,14 € am Kapitalmarkt erworben. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beläuft sich auf 413.320,00 € (0,03% des gezeichneten Kapitals). Mitarbeiter der RWE AG und der Tochterunternehmen erhielten im Rahmen des Belegschaftsaktienprogramms zur Vermögensbildung insgesamt 151.050 Stammaktien sowie anlässlich von Dienstjubiläen 11.575 Stammaktien. Hieraus resultierte ein Gesamterlös von 1.856.470,91 €. Die jeweiligen Unterschiedsbeträge zum Kaufpreis wurden mit den frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet.

Aus der Aktivierung latenter Steuern in Höhe von 451 Mio. € sowie aus der über die Anschaffungskosten hinausgehenden Bewertung des Zweckvermögens zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 51 Mio. € resultiert ein ausschüttungsgesperrter Gesamtbetrag in Höhe von 502 Mio. €; er ist durch frei verfügbare Rücklagen gedeckt.

(8) Rückstellungen

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in Mio. € 31.12.15 31.12.14
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.014 1.120
Steuerrückstellungen 1.409 1.774
Sonstige Rückstellungen 579 803
  3.002 3.697

Die ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen schließen aufgrund von bestehenden Schuldbeitrittserklärungen auch Ansprüche von aktiven und ehemaligen Mitarbeitern verbundener Unternehmen sowie eines Beteiligungsunternehmens ein. Die anfallenden Aufwendungen für Altersversorgung der betroffenen Gesellschaften werden von diesen erstattet.

Es erfolgt die Verrechnung des zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Zweckvermögens mit den fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen:

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31.12.15
in Mio. € Historische Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert Erfüllungsbetrag
Verrechnete Vermögensgegenstände (Zweckvermögen)      
Anteile an verbundenen Unternehmen 5 4  
Beteiligungen 205 230  
Wertpapiere des Anlagevermögens 3.448 3.457  
Sonstige Vermögensgegenstände 42 42  
  3.700 3.733  
Verrechnete Schulden      
Erfüllungsbetrag für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen     4.343
      4.343
Saldo aus der Vermögensverrechnung (Pensionsrückstellung)     610

Im Posten Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden ferner Rückstellungen für Deputatverpflichtungen in Höhe von 404 Mio. € ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen betreffen das Berichtsjahr sowie noch offene Betriebsprüfungszeiträume.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen überwiegend Zinsverpflichtungen, Risiken aus dem Beteiligungsbereich, drohende Verluste aus schwebenden Finanzgeschäften sowie Verpflichtungen aus dem Personalbereich und aus Restrukturierung.

(9) Verbindlichkeiten

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in Mio. € 31.12.15 Davon RLZ1 ≤ 1 Jahr Davon RLZ1 > 5 J. 31.12.14 Davon RLZ1 ≤ 1 Jahr
Anleihen 4.876   4.776 5.399  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.499 377 1.122 1.114 469
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8 8   28 28
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.386 18.089 150 31.272 13.513
Sonstige Verbindlichkeiten 381 278 102 260 156
Davon aus Steuern (34) (34)   (4) (4)
Davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (1) (0)   (2) (0)
  35.150 18.752 6.150 38.073 14.166

0 = Betrag in geringer Höhe

1 RLZ = Restlaufzeit

Bei den Anleihen handelt es sich um Hybridanleihen und Medium Term Notes der RWE AG mit unterschiedlichen Fälligkeiten und Zinssätzen. Im Berichtsjahr ist planmäßig die in 2010 begebene Hybridanleihe in Höhe von 1.750 Mio. € zurückgezahlt worden. Im Gegenzug wurden drei neue Hybridanleihen emittiert, die ein Nominalvolumen von 700 Mio. €, 550 Mio. € sowie 500 Mio. US$ aufweisen; die Laufzeiten betragen sämtlich 60 Jahre. Im Rahmen der konzerninternen Umfinanzierungen wurde auch eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 600 Mio. € auf eine Konzerngesellschaft übertragen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich im Wesentlichen aus Bankdarlehen, erhaltenen Barsicherheiten sowie aus Zinsabgrenzungen für bestehende Swap-Vereinbarungen zusammen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten die Überlassung von Finanzmitteln, Organschaftsabrechnungen sowie den laufenden Verrechnungsverkehr. Im Rahmen der konzerninternen Umfinanzierungen sind die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der RWE Finance B.V. in einem Nominalvolumen von 2.830 Mio. € und 3.318 Mio. £ auf die RWE Innogy GmbH übertragen worden; für die Differenz zwischen den übernommenen Ausleihungen und Darlehensverbindlichkeiten hat die RWE Innogy GmbH einen finanziellen Ausgleich in Höhe von insgesamt 694 Mio. € erhalten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen überwiegend Zinsabgrenzungen sowie Geldmarktpapiere (Commercial Paper).

(10) Rechnungsabgrenzungsposten

Hierbei handelt es sich ausschließlich um abgegrenzte Zinsausgleichszahlungen.

(11) Haftungsverhältnisse

Die Haftungsverhältnisse beinhalten Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Gewährleistungsverträgen und solche aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten. Sie sind eingegangen, um Konzerngesellschaften in ihrem Geschäftsbetrieb zu unterstützen und Ansprüche von Mitarbeitern zu sichern.

Bei den Verbindlichkeiten aus Bürgschaften handelt es sich um Erfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften in Höhe von insgesamt 85 Mio. €, davon 55 Mio. € aus dem laufenden Geschäft verbundener Unternehmen.

Die Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betragen insgesamt 19.883 Mio. €, davon 17.235 Mio. € zu Gunsten verbundener Unternehmen. Im Einzelnen handelt es sich um nachfolgende Sachverhalte:

Garantien gegenüber Dritten wurden in Höhe von 6.341 Mio. €, davon zu Gunsten verbundener Unternehmen in Höhe von 4.512 Mio. € ausgereicht.

Im Zusammenhang mit der Einräumung von Kreditlinien (Bankavale) besteht gemäß der jeweiligen Inanspruchnahme eine gesamtschuldnerische Haftung in Höhe von insgesamt 1.536 Mio. €. Davon betreffen 1.326 Mio. € die Haftung zu Gunsten verbundener Unternehmen und Beteiligungsunternehmen im Wesentlichen aus sogenannten Abzweiglinien.

Im Rahmen des Debt-Issuance-Programm bestehen zum Bilanzstichtag Zahlungsgarantien gegenüber den Gläubigern der Anleihen der RWE Finance B.V. (100-prozentige Tochter der RWE Innogy GmbH) sowie der RWE Finance II B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande (100-prozentige Tochter der RWE Gas International N.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande), die einen Gesamtbetrag von 11.318 Mio. € umfassen.

Zu Gunsten verbundener Unternehmen bestehen gesamtschuldnerische Haftungen aus der Übertragung von Pensionsverpflichtungen an sechs verbundene Unternehmen in Höhe von 79 Mio. €.

Mit einer Solidarvereinbarung haben sich die RWE AG und die anderen Muttergesellschaften der deutschen Kernkraftwerksbetreiber verpflichtet, zur Erfüllung der Deckungsvorsorge in Höhe von 2.244 Mio. € die haftenden Kernkraftwerksbetreiber im nuklearen Schadensfall finanziell so auszustatten, dass diese ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können. Vertragsgemäß beträgt der auf die RWE AG entfallende Anteil bezüglich der Haftung 25,851 % zuzüglich 5 % für Schadensabwicklungskosten.

Die Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten betragen insgesamt 86 Mio. € und beinhalten die Absicherung von Wertguthaben aus dem Blockmodell Altersteilzeit gemäß § 8a AltTZG sowie aus der Führung von Langzeitarbeitszeitkonten gemäß § 7e SGB IV im RWE-Konzern. Hierzu wurden Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von insgesamt 128 Mio. € in Treuhanddepots hinterlegt. Die Absicherung erfolgt im Wesentlichen für Mitarbeiter von Konzerngesellschaften und in geringem Umfang zu Gunsten eigener Mitarbeiter.

Im Zusammenhang mit umwandlungsrechtlichen Vorgängen besteht gemäß § 133 UmwG eine gesamtschuldnerische Haftung für die Verbindlichkeiten der übertragenden Rechtsträger.

Haftungsverhältnisse werden nur im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit und nach eingehender Prüfung der hiermit zusammenhängenden Risiken eingegangen. Im Rahmen unseres Risikomanagementsystems führen wir ein laufendes Monitoring der vorstehenden Sachverhalte durch. Nach unserer Einschätzung werden die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch den jeweiligen Hauptschuldner voraussichtlich erfüllt werden können. Vor diesem Hintergrund ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen und somit sind die eingegangenen Eventualverbindlichkeiten nicht zu passivieren.

(12) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 1.481 Mio. € und betrifft folgende Einzelsachverhalte:

Die Mitgesellschafter eines verbundenen Unternehmens verfügen über das Recht zur Andienung ihrer Anteile an dieser Gesellschaft. Die vollständige Ausübung dieses Andienungsrechts kann zu einer sonstigen finanziellen Verpflichtung in Höhe von 1.392 Mio. € führen.

Aus erteilten Finanzierungszusagen besteht die Verpflichtung, in Folgejahren weitere Zuzahlungen in das Eigenkapital eines Beteiligungsunternehmens in Höhe von bis zu 75 Mio. € zu erbringen.

Die künftigen - nicht abgezinsten - sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverhältnissen betragen 14 Mio. €. Sie bestehen gegenüber einem verbundenen Unternehmen.

Weitere sonstige, derzeit nicht quantifizierbare, finanzielle Verpflichtungen können sich aus folgenden Sachverhalten ergeben:

Aufgrund der in Vorjahren erfolgten Übertragungen von bestimmten Altersversorgungsverpflichtungen auf die RWE Pensionsfonds AG besteht bei der RWE AG sowie den dem Pensionsfondsvertrag beigetretenen verbundenen Unternehmen und Beteiligungsunternehmen für den Fall einer möglichen zukünftigen Unterdeckung des Pensionsfonds eine gesetzliche Nachschussverpflichtung in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber.

Die RWE AG und Tochtergesellschaften sind im Zusammenhang mit ihrem Geschäftsbetrieb in behördliche, regulatorische und kartellrechtliche Verfahren, Gerichtsprozesse und Schiedsgerichtsverfahren involviert bzw. von deren Ergebnissen betroffen. Mitunter werden auch außergerichtliche Ansprüche geltend gemacht. RWE erwartet dadurch jedoch keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Situation des RWE-Konzerns.

(13) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten

Zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken aus Fremdwährungspositionen, Geldanlagen und Finanzierungsvorgängen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt.

Folgende Übersicht zeigt die zum 31. Dezember 2015 bestehenden derivativen Finanzinstrumente:

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Nominalvolumen Restlaufzeit > 1 Jahr Beizulegender Zeitwert
in Mio. € extern konzernintern extern konzernintern extern konzernintern
Devisenderivate            
Devisentermingeschäfte 1.113 12.432 308 2.501 -33 -42
Zinswährungs-/Währungsswaps 14.840 2.737 3.128 818 352 -205
Optionen 976 976     4 -4
  16.929 16.145 3.436 3.319 323 -251
Zinsswaps 5.407 3.081 3.928 2.352 179 -5
  22.336 19.226 7.364 5.671 502 -256

Der beizulegende Zeitwert entspricht grundsätzlich dem Marktwert der derivativen Finanzinstrumente, soweit dieser verlässlich feststellbar ist. Liegt ein verlässlich feststellbarer Marktwert nicht vor, wird der beizulegende Zeitwert aus dem Marktwert gleichartiger derivativer Finanzinstrumente abgeleitet oder mithilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden bestimmt; hierzu zählen z. B. die Discounted-Cash-Flow-Methode und - bei Vorliegen von Optionen - das Black-Scholes-Modell. Dies erfolgt u.a. unter Berücksichtigung aktueller Wechselkursverhältnisse, marktgerechter Zinsstrukturkurven sowie Kreditausfallrisiken der Kontrahenten.

Die in der Tabelle oben aufgeführten Derivate sind bis auf zwei Zinsswaps (Nominalvolumen 400 Mio. €) als Grund- oder Sicherungsgeschäfte in nachstehend beschriebenen Bewertungseinheiten enthalten. Die Höhe der mit Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beläuft sich auf insgesamt 1.005 Mio. €; davon betreffen 369 Mio. € Währungsrisiken, 573 Mio. € Zins- und Währungsrisiken sowie 63 Mio. € Zinsrisiken.

Im Rahmen der Währungssicherung wurden u.a. Zins- bzw. Zinswährungsswaps und gegenläufige Grundgeschäfte mit 100-prozentigen Tochtergesellschaften abgeschlossen. Bei der RWE AG bilden die mit Banken abgeschlossenen Derivate und die jeweiligen Grundgeschäfte eine Bewertungseinheit, so dass kein Bewertungsergebnis entsteht. Hierbei handelt es sich um Mikrohedges (d.h. eindeutige Zuordnung von Grund- und Sicherungsgeschäften). Die Tochtergesellschaften setzen diese Swaps bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten u.a. zur Kurssicherung ihrer ausländischen Investitionen ein. Bei der Beendigung eines Swaps wird der positive oder negative Marktwert mit den Anschaffungskosten der Grundgeschäfte erfolgsneutral verrechnet.

Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften wurden Währungsswaps und Devisentermingeschäfte abgeschlossen (Mikrohedges).

Zinswährungsswaps dienen der Sicherung begebener Anleihen und Schuldscheindarlehen (Mikrohedges).

Darüber hinaus wurden für einzelne Zins- bzw. Währungsrisiken bei der RWE AG und Konzerngesellschaften Zinsswaps und Devisenderivate abgeschlossen, die überwiegend an Konzerngesellschaften kongruent weitergeleitet wurden. Hierbei handelt es sich sowohl um Mikrohedges als auch um Portfoliohedges, in denen Derivate mit gleichen Währungsrisiken zusammengefasst werden.

Den Marktwertveränderungen der Derivate stehen bei vorhandenen Grundgeschäften entsprechende gegenläufige Marktwertveränderungen gegenüber. Der Nachweis der Effektivität erfolgt durch ein ordnungsgemäßes und angemessenes Risikomanagementsystem. Für negative Salden von Portfoliohedges wurden Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von 54 Mio. € gebildet.

Für die RWE AG und ihre Konzernunternehmen sind Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten sowie Kontrollen in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Insbesondere dürfen derivative Finanzinstrumente, mit Ausnahme der Eigenhandelsgeschäfte im Energiehandel, vornehmlich zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Grundgeschäften und den damit verbundenen Liquiditätsanlagen und Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden. Es kommen nur externe Vertragspartner guter Bonität in Frage.

Originäre Finanzinstrumente, die mit den vorgenannten derivativen Finanzinstrumenten in Bewertungseinheiten (Mikrohedges) zusammengefasst sind, ergeben sich aus nachfolgender Übersicht:

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Buchwert Beizulegender Zeitwert Davon mit einer Restlaufzeit von
in Mio. € 31.12.15 31.12.15 bis 1 Jahr 2 - 5 Jahre > 5 Jahre
Finanzforderungen          
gesichertes Risiko:          
Währung 5.203 5.203 3.134 823 1.247
Finanzverbindlichkeiten          
gesichertes Risiko:          
Währung -1.987 -1.954 -455   -1.499
Zins und Währung -1.754 -1.692   -1.288 -404
  -3.741 -3.646 -455 -1.288 -1.903

Die Ergebniseffekte dieser Finanzforderungen und -verbindlichkeiten werden durch gegenläufige Beträge aus Realisationen und Marktwertänderungen der Sicherungsgeschäfte kompensiert.

Aufgrund von Betrags-, Risiko- und Fristengleichheit weisen die Bewertungseinheiten eine hohe Wirksamkeit auf, die anhand der Critical Terms Match Methode nachgewiesen wird.

Die Bilanzierung der Bewertungseinheiten erfolgt nach der Einfrierungsmethode.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(14) Ergebnis aus Finanzanlagen

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in Mio. € 2015 2014
Erträge aufgrund von Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen 2.269 1.887
Erträge aus Beteiligungen an    
verbundenen Unternehmen 15 341
übrigen Unternehmen 25 18
  40 359
Aufwendungen aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen -2.605 -1.230
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 591 520
Davon aus verbundenen Unternehmen (525) (514)
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -369 -3
  -74 1.533

Der Anstieg der Aufwendungen aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus Abschreibungen auf Anteile an ausländischen Konzerngesellschaften.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen mit 208 Mio. € die Anteile an der RWE Generation SE und mit 161 Mio. € einen Investmentfonds.

(15) Zinsergebnis

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in Mio. € 2015 2014
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 128 307
Davon aus verbundenen Unternehmen (40) (42)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.166 -1.159
Davon an verbundene Unternehmen (-630) (-740)
Davon aus Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen (0) (0)
  -1.038 -852

0 = Betrag in geringer Höhe

Im Berichtsjahr wurde der Aufwand aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen (192 Mio. €) mit den Marktwertveränderungen sowie den übrigen Aufwendungen und Erträgen des für die Pensionsverpflichtungen bestehenden Zweckvermögens (110 Mio. €) verrechnet. Der daraus resultierende Saldo ist in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen und ergibt sich aus der nachfolgenden Übersicht:

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in Mio. € 2015
Verrechnete Aufwendungen  
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -317
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -192
Sonstige betriebliche Aufwendungen -0
  -509
Verrechnete Erträge  
Erträge aus Beteiligungen 6
Sonstige betriebliche Erträge 66
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 355
  427
Saldo aus der Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen -82

0 = Betrag in geringer Höhe.

(16) Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von 125 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €) sowie aus verschiedenen Kostenerstattungen und aus der Auflösung von Rückstellungen erfasst. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 33 Mio. € stellen periodenfremde Erträge dar.

(17) Personalaufwand

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in Mio. € 2015 2014
Löhne und Gehälter -61 -61
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6 -6
Davon für Altersversorgung (-2) (-1)
  -67 -67

Der Aufwand für Altersversorgung umfasst den Dienstzeitaufwand der Pensionszuführung; der Zinsanteil der Pensionszuführung ist im Zinsergebnis enthalten.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

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in Mitarbeiteräquivalenten 2015 2014
Angestellte 276 368
Davon Teilzeitbeschäftigte (22) (31)
Davon befristet Beschäftigte (5) (13)
Auszubildende 4 8

Die Angabe der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt erfolgt in Mitarbeiteräquivalenten. Diese entsprechen Mitarbeitern gemäß dem jeweiligen prozentualen Beschäftigungsgrad.

Der Rückgang der Mitarbeiterzahl ist im Wesentlichen auf die konzernweite Neuordnung der Querschnittsfunktionen und die Bündelung von internen Dienstleistungsprozessen bei der RWE Group Business Services GmbH, Essen, zurückzuführen.

(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Aufwendungen aus konzerninternen Steuerumlagen sowie Verwaltungsaufwendungen enthalten. Darüber hinaus werden auch sonstige Steuern in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) ausgewiesen; diese stellen im Berichtsjahr periodenfremde Aufwendungen dar.

(19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten die laufenden Steuern für das Geschäftsjahr und frühere Veranlagungszeiträume sowie den Aufwand aus der Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von 1.640 Mio. € (Vorjahr: 113 Mio. €).

Sonstige Angaben

Die Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands gemäß § 285 Nr. 10 HGB sind auf den Seiten 46 bis 48 aufgeführt.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf den Internetseiten der RWE AG (www.rwe.com/corporate-governance) dauerhaft zugänglich gemacht.

Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Höhe der individuellen Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Der Vorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2015 Gesamtbezüge in Höhe von 11.373 Tsd. €. Darin enthalten sind die im Rahmen der aktienbasierten Vergütung nach dem Long-Term Incentive Plan Beat 2010 (Tranche 2015) mit einem Ausgabezeitwert von 1.750 Tsd. € zugeteilten 346.533 Performance Shares.

Die Bezüge des Aufsichtsrats betragen 2.720 Tsd. €.

Im Berichtsjahr wurden keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats gewährt. Für einen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat besteht ein Mitarbeiterdarlehen aus der Zeit vor Organzugehörigkeit.

Frühere Mitglieder des Vorstands der RWE AG und ihre Hinterbliebenen erhielten 2.508 Tsd. €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind 32.344 Tsd. € zurückgestellt.

Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB ist in der entsprechenden Anhangangabe des Konzernabschlusses enthalten.

Die RWE AG hält zum Bilanzstichtag Anteile von mehr als 10% an nachfolgendem Investmentvermögen:

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Buchwert 31.12.15
in Mio. €
Marktwert 31.12.15
in Mio. €
Ausschüttung in 2015
in Mio. €
Tägliche Rückgabemöglichkeit Unterlassene Abschreibungen
Anlageziele          
Immobilienfonds 63 63 0 Nein Nein
Mischfonds 7.586 7.586 419 Ja Nein

0 = Betrag in geringer Höhe

Die Anlageschwerpunkte der Immobilienfonds umfassen überwiegend europäische Büro- und Einzelhandelsimmobilien. Die Mischfonds beinhalten im Wesentlichen internationale Aktien- und Rentenwerte. Für die Immobilienfonds sehen die Vertragsbedingungen eine quartalsweise Rückgabemöglichkeit vor.

Es liegen die folgenden Mitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG vor:

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Gesellschaftsname Sitz + = Überschreitung - = Unterschreitung Meldeschwelle
%
Datum der Schwellenerreichung
Alken Fund SICAV Luxemburg, Luxemburg - 3 21.01.2015
Alken Luxembourg S.A. Luxemburg, Luxemburg - 3 21.01.2015
Atlantic Value General Partner Limited London, Großbritannien + 3 14.05.2015
Atlantic Value Investment Partnership LP Wilmington, Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika + 3 14.05.2015
BlackRock, Inc. Wilmington, DE, Vereinigte Staaten von Amerika - 5 12.11.2015
BlackRock Financial Management, Inc. Wilmington, DE, Vereinigte Staaten von Amerika - 5 06.11.2015
BlackRock Holdco 2, Inc. Wilmington, DE, Vereinigte Staaten von Amerika - 5 06.11.2015
Credit Suisse AG Zürich, Schweiz - 3 17.04.2015
Credit Suisse Group AG Zürich, Schweiz - 3 17.04.2015
Credit Suisse Investments (UK) London, Großbritannien - 3 17.04.2015
Credit Suisse Investment Holdings (UK) London, Großbritannien - 3 17.04.2015
Credit Suisse Securities (Europe) Limited London, Großbritannien - 3 17.04.2015
MIPL Group Limited London, Großbritannien + 3 14.05.2015
MIPL Holdings Limited London, Großbritannien + 3 14.05.2015
Mondrian Investment Partners Limited London, Großbritannien + 3 14.05.2015
RWEB GmbH Dortmund, Deutschland + 15 25.09.2013
UBS AG Zürich, Schweiz - 3 29.04.2015
UBS Group AG Zürich, Schweiz - 3 29.04.2015
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Gesellschaftsname Stimmrechtsanteil
%
Anzahl der Stimmrechte Zurechnung gemäß § 22 WpHG
Alken Fund SICAV 2,97 17.079.884  
Alken Luxembourg S.A. 2,97 17.079.884 § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 WpHG
Atlantic Value General Partner Limited 3,02 17.405.538 § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
Atlantic Value Investment Partnership LP 3,02 17.405.538 § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
BlackRock, Inc. 4,997 28.769.299 2,44% gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 WpHG 3,00% gemäß § 22 Abs. 1 S. 1Nr. 6, S. 2 WpHG
BlackRock Financial Management, Inc. 4,87 28.047.223 2,41 % gemäß § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG 0,01 % gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6 WpHG 2,87% gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
BlackRock Holdco 2, Inc. 4,87 28.047.223 2,41 % gemäß § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG 2,88% gemäß § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
Credit Suisse AG 1,73 9.931.633 1,71% gemäß § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG
Credit Suisse Group AG 1,73 9.931.633 § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG
Credit Suisse Investments (UK) 1,69 9.703.443 § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG
Credit Suisse Investment Holdings (UK) 1,69 9.703.443 § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG
Credit Suisse Securities (Europe) Limited 1,69 9.703.443  
MIPL Group Limited 3,02 17.405.538 § 22 Abs.1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
MIPL Holdings Limited 3,02 17.405.538 § 22 Abs.1 S. 1 Nr. 6, S. 2 WpHG
Mondrian Investment Partners Limited 3,02 17.405.538 § 22 Abs.1 S. 1 Nr. 6 WpHG
RWEB GmbH 16,15 92.999.046  
UBS AG 2,06 11.834.553 0,50% gemäß § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG
UBS Group AG 2,06 11.834.553 § 22 Abs.1 S. 1 Nr.1 WpHG

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

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Jahresfehlbetrag 3.249.631.361,79 €
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 46.915,60 €
Entnahme aus den Gewinnrücklagen 3.254.700.000,00 €
Bilanzgewinn 5.115.553,81 €

Wir schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der RWE AG für das Geschäftsjahr 2015 wie folgt zu verwenden:

Ausschüttung einer Dividende von 0,13 € je dividendenberechtigter Vorzugsaktie. Für Stammaktien wird keine Dividende ausgeschüttet.

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Dividende 5.070.000,00 €
Gewinnvortrag 45.553,81 €
Bilanzgewinn 5.115.553,81 €

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

 

Essen, 22. Februar 2016

Der Vorstand

Terium Schmitz

Günther Tigges

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES (TEIL DES ANHANGS)

Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11a und § 313 Abs. 2 (i.V.m. § 315 a I) HGB zum 31.12.2015

I. Verbundene Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
Aktivabedrijf Wind Nederland B.V., Zwolle/Niederlande   100 169.552 25.217
An Suidhe Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 25.119 493
Andromeda Wind S.r.l., Bozen/Italien   51 12.556 1.534
Artelis S.A., Luxemburg/Luxemburg   53 39.411 3.702
A/V/E GmbH, Halle (Saale)   76 1.556 4
Batsworthy Cross Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100   3
Bayerische Bergbahnen-Beteiligungs-Gesellschaft mbH, Gundremmingen   100 24.124 486
Bayerische Elektrizitätswerke GmbH, Augsburg   100 34.008 1
Bayerische-Schwäbische Wasserkraftwerke Beteiligungsgesellschaft mbH, Gundremmingen   62 63.699 9.327
BGE Beteiligungs-Gesellschaft für Energieunternehmen mbH, Essen 100 100 4.317.964 1
Bilbster Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 3.359 260
BPR Energie Geschäftsbesorgung GmbH, Essen   100 17.380 24
Bristol Channel Zone Limited, Swindon/Großbritannien   100 -2.289 -109
BTB-Blockheizkraftwerks, Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin, Berlin   100 18.094 1
Budapesti Elektromos Muvek Nyrt., Budapest/Ungarn   55 631.697 7.432
Carl Scholl GmbH, Köln   100 650 138
Carnedd Wen Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Cegecom S.A., Luxemburg/Luxemburg   100 11.395 1.495
Channel Energy Limited, Swindon/Großbritannien   100 -18.962 -1.157
ELE Verteilnetz GmbH, Gelsenkirchen   100 25 1
Electra Insurance Limited, Hamilton/Bermudas   100 32.603 1.453
Elektrizitätswerk Landsberg GmbH, Landsberg am Lech   100 588 286
ELMŰ DSO Holding Korlátolt Felelosségu Társaság, Budapest/Ungarn   100 700.929 -3
ELMŰ Halozati Eloszto Kft., Budapest/Ungarn   100 742.101 21.668
ELMŰ-ÉMÁSZ Energiaszolgáltató Zrt., Budapest/Ungarn   100 19.376 -6.681
ELMŰ-ÉMÁSZ Halozati Szolgáltató Kft., Budapest/Ungarn   100 -335 -428
ELMŰ-ÉMÁSZ Ügyfélszolgálati Kft., Budapest/Ungarn   100 1.821 1.852
ÉMÁSZ DSO Holding Korlátolt Felelosségu Társasag, Miskolc/Ungarn   100 267.026 -3
ÉMÁSZ Halozati Kft., Miskolc/Ungarn   100 272.935 6.036
Emscher Lippe Energie GmbH, Gelsenkirchen   504 44.507 30.030
ENB Energienetze Berlin GmbH, Berlin   100 25 1
Energiedirect B.V., Waalre/Niederlande   100 -56.764 7.144
Energies France S.A.S. - Gruppe - (vorkonsolidiert)     33.083 -3382
Centrale Hydroelectrique d'Oussiat S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies Charentus S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies France S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies Maintenance S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies Saint Remy S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies VAR 1 S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energies VAR 3 S.A.S., Paris/Frankreich   100    
SAS Île de France S.A.S., Paris/Frankreich   100    
Energiewacht N.V., Veendam/Niederlande   100 27.861 4.393
energis GmbH, Saarbrücken   72 136.754 22.399
energis-Netzgesellschaft mbH, Saarbrücken   100 25.851 1
Energy Resources B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 134.899 3.841
Energy Resources Holding B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 277.180 -30.034
Energy Resources Ventures B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 22.579 253
envia Mitteldeutsche Energie AG, Chemnitz   59 1.738.767 306.994
envia SERVICE GmbH, Cottbus   100 2.229 1.229
envia TEL GmbH, Markkleeberg   100 12.518 2.838
envia THERM GmbH, Bitterfeld-Wolfen   100 63.463 1
enviaM Beteiligungsgesellschaft Chemnitz GmbH, Chemnitz   100 56.366 1
enviaM Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen   100 178.163 34.147
eprimo GmbH, Neu-Isenburg   100 4.600 1
Essent Belgium N.V., Antwerpen/Belgien   100 77.437 7.882
Essent CNG Cleandrive B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100   3
Essent Corner Participations B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 25.053 7.709
Essent Energie Belgie N.V., Antwerpen/Belgien   100 151.476 9.716
Essent Energie Verkoop Nederland B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 145.020 15.500
Essent Energy Group B.V., Arnhem/Niederlande   100 -421 -27
Essent IT B.V., Arnhem/Niederlande   100 -259.925 -13.410
Essent Meetdatabedrijf B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -12.533 -2.035
Essent Nederland B.V., Arnhem/Niederlande   100 2.939.500 9.100
Essent New Energy B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -31.358 -4.731
Essent N.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 10.724.800 214.900
Essent Participations Holding B.V., Arnhem/Niederlande   100 -20.182 -92.577
Essent Personeel Service B.V., Arnhem/Niederlande   100 3.911 850
Essent Power B.V., Arnhem/Niederlande   100 -1.598.122 -357.776
Essent Productie Geleen B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 18 0
Essent Retail Bedrijven B.V., Arnhem/Niederlande   100 274.020 -15.900
Essent Retail Energie B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 319.220 107.300
Essent Retail Participations B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 109.021 14.600
Essent Sales Portfolio Management B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -142.352 -339.854
Essent Wind Nordsee Ost Planungs- und Betriebsgesellschaft mbH, Helgoland   100 256 1
Essent Zuid B.V., Waalre/Niederlande   100 109.392 2.723
Eszak-magyarorszagi Aramszolgáltató Nyrt., Miskolc/Ungarn   54 288.942 16.121
EuroSkyPark GmbH, Saarbrücken   51 227 166
EVIP GmbH, Bitterfeld-Wolfen   100 11.347 1
EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH, Stolberg   54 41.090 12.736
FAMIS Gesellschaft für Facility Management und Industrieservice mbH, Saarbrücken   63 3.383 -1.876
Fri-El Anzi Holding S.r.l., Bozen/Italien   51 9.760 1.410
Fri-El Anzi S.r.l., Bozen/Italien   100 22.974 2.062
Fri-El Guardionara Holding S.r.l., Bozen/Italien   51 20.709 1.812
Fri-El Guardionara S.r.l., Bozen/Italien   100 28.500 1.571
GBV Fünfte Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen 100 100 4.202.487 1
Geas Energiewacht B.V., Enschede/Niederlande   100 13.579 1.733
Gemeinschaftskraftwerk Bergkamen A beschränkt haftende OHG, Bergkamen   51 8.975 920
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen   100 53.000 -70.268
Georgia Biomass Holding LLC, Savannah/USA   100 61.989 1.231
Georgia Biomass LLC, Savannah/USA   100 9.846 -7.272
GfV Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH, Dortmund   100 50.531 -19.889
Great Yarmouth Power Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Green Gecco GmbH & Co. KG, Essen   51 111.291 5.865
GWG Grevenbroich GmbH, Grevenbroich   60 19.212 2.491
Inhome Energy Care N.V., Houthalen-Helchteren/Belgien   100 -242 -121
INVESTERG - Investimentos em Energias, SGPS, Lda. - Gruppe - (vorkonsolidiert)     12.516 3.0842
INVESTERG - Investimentos em Energias, Sociedade Gestora de Participações Sociais, Lda., São João do Estoril/Portugal   100    
LUSITERG - Gestão e Produção Energética, Lda., São João do Estoril/Portugal   74    
KA Contracting SK s.r.o., Banská Bystrica/Slowakei   100 1.099 75
Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Gundremmingen   75 84.184 8.343
Kernkraftwerk Lingen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Lingen (Ems)   100 20.034 1
Kernkraftwerke Lippe-Ems Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Lingen (Ems)   99 432.269 1
KMG Kernbrennstoff-Management Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen   100 696.225 1
Knabs Ridge Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 8.658 1.117
Kraftwerksbeteiligungs-OHG der RWE Power AG und der E.ON Kernkraft GmbH, Lingen (Ems)   88 144.433 -2.968
Krzecin Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 19.179 944
Lechwerke AG, Augsburg   90 472.456 157.897
Leitungspartner GmbH, Düren   100 100 1
LEW Anlagenverwaltung GmbH, Gundremmingen   100 273.217 14.459
LEW Beteiligungsgesellschaft mbH, Gundremmingen   100 454.767 9.674
LEW Netzservice GmbH, Augsburg   100 87 1
LEW Service & Consulting GmbH, Augsburg   100 1.250 1
LEW TelNet GmbH, Neusäß   100 1.224 12
LEW Verteilnetz GmbH, Augsburg   100 4.816 1
Little Cheyne Court Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   59 64.001 6.924
LYNEMOUTH POWER LIMITED, Northumberland/Großbritannien   100 20.657 16.519
Magyar Áramszolgáltató Kft., Budapest/Ungarn   100 456 -987
Mátrai Erömü Zártkörüen Müködö Részvénytársaság, Visonta/Ungarn   51 310.933 35.450
MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH, Halle (Saale)   75 112.399 20.443
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH, Kabelsketal   100 25 1
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, Halle (Saale)   100 4.171 1
ML Wind LLP, Swindon/Großbritannien   51 111.533 7.095
NEW AG, Mönchengladbach   404 175.895 55.646
NEW Netz GmbH, Geilenkirchen   100 66.403 12.880
NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH, Mönchengladbach   100 1.000 -4.095
NEW NiederrheinWasser GmbH, Viersen   100 22.406 4.149
NEW Service GmbH, Mönchengladbach   100 100 1.789
NEW Tönisvorst GmbH, Tönisvorst   98 13.961 2.200
NEW Viersen GmbH, Viersen   100 5.714 5.190
Nordsee Windpark Beteiligungs GmbH, Essen   100 8.087 1
Npower Business and Social Housing Limited, Swindon/Großbritannien   100 5.680 -1.197
Npower Cogen (Hythe) Limited, Swindon/Großbritannien   100 12.647 476
Npower Cogen Limited, Swindon/Großbritannien   100 193.925 494
Npower Cogen Trading Limited, Swindon/Großbritannien   100 -5 0
Npower Commercial Gas Limited, Swindon/Großbritannien   100 -5.498 -612
Npower Direct Limited, Swindon/Großbritannien   100 317.139 -33
Npower Financial Services Limited, Swindon/Großbritannien   100 -258 43
Npower Gas Limited, Swindon/Großbritannien   100 -271.585 11.026
Npower Limited, Swindon/Großbritannien   100 233.803 8.147
Npower Northern Limited, Swindon/Großbritannien   100 -986.135 -89.858
Npower Yorkshire Limited, Swindon/Großbritannien   100 -820.055 -35.970
Npower Yorkshire Supply Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
NRW Pellets GmbH, Erndtebrück   100 312 1
Octopus Electrical Limited, Swindon/Großbritannien   100 2.950 -52
OIE Aktiengesellschaft, Idar-Oberstein   100 9.687 1
Oval (2205) Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Park Wiatrowy Nowy Staw Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 63.166 4.608
Park Wiatrowy Opalenica Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 7.652 137
Park Wiatrowy Suwalki Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 61.989 2.875
Park Wiatrowy Tychowo Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 50.300 737
Piecki Sp. z o.o., Warschau/Polen   51 36.566 403
Plus Shipping Services Limited, Swindon/Großbritannien   100 33.877 135
Powerhouse B.V., Almere/Niederlande   100 31.218 10.900
PS Energy UK Limited, Swindon/Großbritannien   100   3
Regenesys Holdings Limited, Swindon/Großbritannien   100 -13 0
Regenesys Technologies Limited, Swindon/Großbritannien   100 845 7
regionetz GmbH, Eschweiler   100 37 1
Rheinbraun Brennstoff GmbH, Köln   100 63.316 1
Rheinische Baustoffwerke GmbH, Bergheim   100 9.236 1
Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern Aktiengesellschaft, Waldshut-Tiengen   77 30.992 1.757
Rhein-Sieg Netz GmbH, Siegburg   100 20.774 1
rhenag Beteiligungs GmbH, Köln   100 25 1
rhenag Rheinische Energie Aktiengesellschaft, Köln   67 142.608 28.437
Rhenas Insurance Limited, Sliema/Malta 100 100 57.590 -46
Rhyl Flats Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   504 236.534 5.862
RL Besitzgesellschaft mbH, Gundremmingen   100 112.985 12.581
RL Beteiligungsverwaltung beschr. haft. OHG, Gundremmingen5 51 100 355.818 27.231
RSB LOGISTIC GMBH, Köln   100 19.304 1
RUMM Limited, Ystrad Mynach/Großbritannien   100   3
RV Rheinbraun Handel und Dienstleistungen GmbH, Köln   100 36.694 1
RWE & Turcas Güney Elektrik Üretim A.S., Ankara/Türkei   70 170.245 16.817
RWE Aktiengesellschaft, Essen     5.703.409 -3.249.631
RWE Aqua GmbH, Mülheim an der Ruhr   100 233.106 1
RWE Benelux Holding B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 677.800 -17.700
RWE Beteiligungsgesellschaft mbH, Essen 100 100 8.058.440 1
RWE Beteiligungsverwaltung Ausland GmbH, Essen 100 100 740.420 1
RWE Ceská republika a.s., Prag/Tschechien   100 2.379.097 199.434
RWE Consulting GmbH, Essen   100 1.555 1
RWE Deutschland Aktiengesellschaft, Essen 12 100 499.061 1
RWE Distribucní služby, s.r.o., Brno/Tschechien   100 35.506 27.046
RWE East, s.r.o., Prag/Tschechien   100 364 327
RWE Eemshaven Holding B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -2.306.562 -120.112
RWE Effizienz GmbH, Dortmund   100 25 1
RWE Energetyka Trzemeszno Sp. z o.o., Wroclaw/Polen   100 1.816 235
RWE Energie S.R.L., Bukarest/Rumänien   100 1.278 -1.385
RWE Energie, s.r.o., Prag/Tschechien   100 161.134 95.431
RWE Energiedienstleistungen GmbH, Dortmund   100 49.223 1
RWE Energija d.o.o., Zagreb/Kroatien   100 1.813 -2.570
RWE Energo, s.r.o., Prag/Tschechien   100 18.695 502
RWE Energy Beteiligungsverwaltung Luxemburg S.A.R.L., Luxemburg/ Luxemburg   100 85.405 4.408
RWE Enerji Toptan Satis A.S., Istanbul/Türkei   100 6.836 -2.769
RWE FiberNet GmbH, Essen   100 25 1
RWE Finance B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 10.855 2.049
RWE Finance II B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100   3
RWE Gas International N.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande 100 100 6.174.358 530.786
RWE Gas Slovensko, s.r.o., Košice/Slowakei   100 5.997 5.681
RWE Gas Storage, s.r.o., Prag/Tschechien   100 512.168 14.225
RWE GasNet, s.r.o., Ústí nad Labem/Tschechien   100 838.047 96.016
RWE Gasspeicher GmbH, Dortmund 100 100 350.087 1
RWE Gastronomie GmbH, Essen   100 275 1
RWE GBS UK Limited, Swindon/Großbritannien   100 36.095 -33.043
RWE Generation SE, Essen 100 100 264.622 1
RWE Generation UK plc, Swindon/Großbritannien   100 1.786.224 -365.923
RWE Grid Holding, a.s., Prag/Tschechien   504 1.147.682 -181
RWE Group Business Services Benelux B.V., Arnhem/Niederlande   100 -5.766 -9.888
RWE Group Business Services CZ, s.r.o., Prag/Tschechien   100 1.109 324
RWE Group Business Services GmbH, Essen   100 25 1
RWE Group Business Services Polska Sp. z o.o., Krakau/Polen   100 3.582 -1.003
RWE Hrvatska d.o.o., Zagreb/Kroatien   100 10.695 -1.835
RWE Hungaria Tanacsado Kft., Budapest/Ungarn   100 687 -54
RWE Innogy AERSA S.A.U. - Gruppe - (vorkonsolidiert)     259.919 -99.8232
Danta de Energías, S.A., Soria/Spanien   99    
Explotaciones Eólicas de Aldehuelas, S.L., Soria/Spanien   95    
General de Mantenimiento 21, S.L.U., Barcelona/Spanien   100    
Hidroeléctrica del Trasvase, S.A., Barcelona/Spanien   60    
RWE Innogy AERSA, S.A.U., Barcelona/Spanien   100    
RWE Innogy Benelux B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -11.054 -9.873
RWE Innogy Beteiligungs GmbH, Essen   100 7.350 1
RWE Innogy Brise Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Hannover   100 226 1
RWE Innogy GmbH, Essen 100 100 623.092 1
RWE Innogy GYM 2 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -3.118 -2.488
RWE Innogy GYM 3 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -3.133 -2.501
RWE Innogy GYM 4 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -9.376 -7.307
RWE Innogy Italia S.p.A., Mailand/Italien   100 4.190 -11.726
RWE Innogy Kaskasi GmbH, Hamburg   100 99 1
RWE Innogy Lüneburger Heide Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Walsrode   100 25 1
RWE Innogy Markinch Limited, Swindon/Großbritannien   100 -85.548 -8.984
RWE Innogy Mistral Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Hannover   100 578 1
RWE Innogy Schmarloh Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Barntrup   100 25 1
RWE Innogy Stallingborough Limited, Swindon/Großbritannien   100 -9.654 -192
RWE Innogy UK Holdings Limited, Swindon/Großbritannien   100 1.958.814 -3.800
RWE Innogy UK Limited, Swindon/Großbritannien   100 2.170.455 162.866
RWE Innogy Windpark Bedburg GmbH & Co. KG, Bedburg   51 107.754 5.773
RWE Innogy Windpark GmbH, Essen   100 25 1
RWE Innogy Windpower Hannover GmbH, Hannover   100 77.373 1
RWE Innogy Windpower Netherlands B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 -31.734 -3.691
RWE IT Czech s.r.o., Prag/Tschechien   100 13.751 3.053
RWE IT GmbH, Essen 100 100 22.724 1
RWE IT Magyarország Kft., Budapest/Ungarn   100 1.030 297
RWE Ljubljana d.o.o., Ljubljana/Slowenien   100 -943 -950
RWE Metering GmbH, Mülheim an der Ruhr   100 25 1
RWE Netzservice GmbH, Siegen   100 50 1
RWE Npower Group plc, Swindon/Großbritannien   100 117.396 23.960
RWE Npower Holdings plc, Swindon/Großbritannien   100 1.749.437 1.381
RWE Offshore Logistics Company GmbH, Hamburg   100 22 1
RWE Offshore Wind Nederland B.V., 's Hertogenbosch/Niederlande   100 19 -1.203
RWE Plin d.o.o., Zagreb/Kroatien   100 48 -214
RWE Polska Contracting Sp. z o.o., Wroclaw/Polen   100 4.872 -87
RWE Polska S.A., Warschau/Polen   100 431.267 94.296
RWE Power Aktiengesellschaft, Köln und Essen 100 100 2.037.209 1
RWE Renewables Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 357.480 29.441
RWE Rheinhessen Beteiligungs GmbH, Essen   100 57.840 1
RWE RWN Beteiligungsgesellschaft Mitte mbH, Essen   100 286.356 1
RWE Seabreeze II GmbH & Co. KG, Essen   100 38.890 11.621
RWE Service GmbH, Dortmund 100 100 143.451 1
RWE Slovensko s.r.o., Bratislava/Slowakei 1 100 1.109 -629
RWE Solutions Ireland Limited, Dublin/Irland   100 8.672 2.165
RWE Stoen Operator Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 672.833 57.341
RWE Supply & Trading Asia-Pacific PTE. LTD., Singapur/Singapur   100 9.819 11.731
RWE Supply & Trading CZ, a.s., Prag/Tschechien   100 912.439 -169.972
RWE Supply & Trading CZ GmbH, Essen   100 100.333 343
RWE Supply & Trading GmbH, Essen 100 100 446.778 1
RWE Supply & Trading (India) Private Limited, Mumbai/Indien   100 -2.827 -3.601
RWE Supply & Trading Participations Limited, London/Großbritannien   100 91.357 19.169
RWE Supply & Trading Switzerland S.A., Genf/Schweiz   100 70.865 3.472
RWE SWITCH GmbH, Essen   100 25 1
RWE Technology International GmbH, Essen   100 12.463 1
RWE Technology Tasarim ve Mühendislik Danismanlik Ticaret Limited Sirketi, Istanbul/Türkei   100 852 -270
RWE Technology UK Limited, Swindon/Großbritannien   100 1.261 -971
RWE Trading Americas Inc., New York City/USA   100 12.442 234
RWE Trading Services GmbH, Essen   100 6.047 1
RWE Vertrieb Aktiengesellschaft, Dortmund   100 12.511 1
RWE Zákaznické služby, s.r.o., Ostrava/Tschechien   100 1.750 1.331
RWEST Middle East Holdings B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 3.348 0
RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr   80 70.426 6.016
Saarwasserkraftwerke GmbH, Essen   100 14.368 1
Scarcroft Investments Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
SRS EcoTherm GmbH, Salzbergen   90 17.281 2.633
Stadtwärme Kamp-Lintfort GmbH, Kamp-Lintfort   100 2.970 1
STADTWERKE DÜREN GMBH, Düren   504 27.271 6.507
Stadtwerke Kamp-Lintfort GmbH, Kamp-Lintfort   51 15.903 5.913
Südwestsächsische Netz GmbH, Crimmitschau   100 1.090 492
Süwag Energie AG, Frankfurt am Main   78 541.955 104.800
Süwag Grüne Energien und Wasser GmbH, Frankfurt am Main   100 6.441 1
Süwag Vertrieb AG & Co. KG, Frankfurt am Main   100 680 1
Syna GmbH, Frankfurt am Main   100 8.053 1
Taciewo Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 28.179 1.658
The Hollies Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 855 40
Transpower Limited, Dublin/Irland   100 4.347 -294
Überlandwerk Krumbach GmbH, Krumbach   75 5.077 1.132
Verteilnetz Plauen GmbH, Plauen   100 22 1
VKB-GmbH, Neunkirchen   504 43.278 4.153
Volta Limburg B.V., Schinnen/Niederlande   100 25.298 7.314
Volta Service B.V., Schinnen/Niederlande   100 110 0
VSE Aktiengesellschaft, Saarbrücken   504 200.056 51.667
VSE Net GmbH, Saarbrücken   100 13.517 1.431
VSE Verteilnetz GmbH, Saarbrücken   100 3.109 1
VWS Verbundwerke Südwestsachsen GmbH, Lichtenstein   98 27.018 2.376
Východoslovenská distribucná, a.s., Košice/Slowakei   100 603.231 32.507
Východoslovenská energetika a.s., Košice/Slowakei   100 77.554 9.398
Východoslovenská energetika Holding a.s., Košice/Slowakei   494 646.316 22.702
Wendelsteinbahn GmbH, Brannenburg   100 4.078 155
Wendelsteinbahn Verteilnetz GmbH, Brannenburg   100 38 1
WestEnergie GmbH, Geilenkirchen   100 36.341 6.462
Westerwald-Netz GmbH, Betzdorf-Alsdorf   100 9.875 1
Westnetz GmbH, Dortmund   100 60.308 1
Windpark Kattenberg B.V., Zwolle/Niederlande   100 15 0
Windpark Zuidwester B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   100 11.356 -261
WINKRA Hörup Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Hörup   100 26 1
WINKRA Lengerich Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Gersten   100 25 1
WINKRA Sommerland Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Sommerland   100 26 1
WINKRA Süderdeich Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Süderdeich   100 106 1
WKN Windkraft Nord GmbH & Co. Windpark Wönkhausen KG, Hannover   100 882 75
WTTP B.V., Arnhem/Niederlande   100 11.454 42.400
YE Gas Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

II. Verbundene Unternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen sind

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
Agenzia Carboni S.R.L., Genua/Italien   100 460 13
Alfred Thiel-Gedächtnis-Unterstützungskasse GmbH, Essen   100 5.113 0
Allt Dearg Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Alte Haase Bergwerks-Verwaltungs-Gesellschaft mbH, Dortmund   100 -69.979 -6.391
AQUAVENT Gesellschaft für Umwelttechnik und regenerierbare Energien mbH, Lützen   100 819 164
Ardoch Over Enoch Windfarm Limited, Glasgow/Großbritannien   100 0 0
AVB GmbH, Lützen   100 11 -1
Ballindalloch Muir Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Beteiligungsgesellschaft Werl mbH, Essen   100 326 469
bildungszentrum energie GmbH, Halle (Saale)   100 791 316
Bioenergie Bad Wimpfen GmbH & Co. KG, Bad Wimpfen   51 2.104 156
Bioenergie Bad Wimpfen Verwaltungs-GmbH, Bad Wimpfen   100 29 1
Bioenergie Kirchspiel Anhausen GmbH & Co. KG, Anhausen   51 77 -671
Bioenergie Kirchspiel Anhausen Verwaltungs-GmbH, Anhausen   100 29 1
Biogas Schwalmtal GmbH & Co. KG, Schwalmtal   66 1.302 0
Biogasanlage Schwalmtal GmbH, Schwalmtal   99 31 1
Brims Ness Tidal Power Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Burgar Hill Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Carr Mor Windfarm Limited, Glasgow/Großbritannien   100 0 0
Carsphairn Windfarm Limited, Glasgow/Großbritannien   100 2 0
Causeymire Two Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
COMCO MCS S.A., Luxemburg/Luxemburg   95 411 212
Craigenlee Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Culbin Farm Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 1A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 1B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 2A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 2B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 3A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 3B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 4A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 4B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 5A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 5B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 6A RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Doggerbank Project 6B RWE Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
E & Z Industrie-Lösungen GmbH, Gundremmingen   100 17.978 11.279
easyOptimize GmbH, Essen   100   3
EDON Group Costa Rica S.A., San Jose/Costa Rica   100 837 -133
Energetyka Wschod Sp. z o.o., Wroclaw/Polen   100 57 8
Energetyka Zachod Sp. z o.o., Wroclaw/Polen   100 107 16
Energiegesellschaft Leimen GmbH & Co. KG, Leimen   75 198 16
Energiegesellschaft Leimen Verwaltungsgesellschaft mbH, Leimen   75 26 1
energienatur Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH, Siegburg   71 104 0
Energieversorgung Timmendorfer Strand GmbH & Co. KG, Timmendorfer Strand   51 1.499 0
Enervolution GmbH, Bochum   100 25 23
enviaM Erneuerbare Energien Verwaltungsgesellschaft mbH, Markkleeberg   100 31 1
enviaM Neue Energie Management GmbH, Halle (Saale)   100   3
Eólica de Sarnago, S.A., Soria/Spanien   73 1.511 -36
ESK GmbH, Dortmund   100 128 1
favis GmbH, Essen   100 114 -2.088
Fernwärme Saarlouis-Steinrausch Investitionsgesellschaft mbH, Saarlouis   95 7.567 1
'Finelectra' Finanzgesellschaft für Elektrizitäts-Beteiligungen AG, Hausen/ Schweiz   100 11.389 567
GBV Einundzwanzigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen 100 100 25 1
GBV Neunundzwanzigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen 100 100 25 1
GBV Siebenundzwanzigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen 100 100 25 1
GBV Siebte Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen   100 100 1
GBV Zweiundzwanzigste Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Essen 100 100 25 1
GKB Gesellschaft für Kraftwerksbeteiligungen mbH, Cottbus   100 312 202
GkD Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH, Siegburg   100 54 1
Green Gecco Verwaltungs GmbH, Essen   51 33 1
GWG Kommunal GmbH, Grevenbroich   100 100 0
GWS Netz GmbH, Schwalbach   100 50 -26
HaseNetz Verwaltungs GmbH, Gehrde   100   3
HCL Netze GmbH & Co. KG, Herzebrock-Clarholz   100   3
HCL Netze Verwaltung GmbH, Herzebrock-Clarholz   100   3
Hospitec Facility Management im Krankenhaus GmbH, Saarbrücken   100 -69 45
Infraestructuras de Aldehuelas, S.A., Barcelona/Spanien   100 428 0
Infrastrukturgesellschaft Netz Lübz mbH, Hannover   100 12 -12
Kieswerk Kaarst GmbH & Co. KG, Bergheim   51 431 -71
Kieswerk Kaarst Verwaltungs GmbH, Bergheim   51 29 0
Kiln Pit Hill Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
KWS Kommunal-Wasserversorgung Saar GmbH, Saarbrücken   100 118 54
Lech Energie Gersthofen GmbH & Co. KG, Gersthofen   100   3
Lech Energie Verwaltung GmbH, Augsburg   100   3
Lemonbeat GmbH, Dortmund   100   3
Lochelbank Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Lößnitz Netz GmbH & Co. KG, Lößnitz   100 15 -3
Lößnitz Netz Verwaltungs GmbH, Lößnitz   100 27 0
Mátrai Erömü Központi Karbantartó KFT, Visonta/Ungarn   100 3.130 64
Meterplus Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Middlemoor Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
MIROS Mineralische Rohstoffe, GmbH i.L., Bergheim   100 0 -10
Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas HD mbH, Halle (Saale)   100 25 0
Mitteldeutsche Netzgesellschaft mbH, Chemnitz   100 23 0
MNG Stromnetze GmbH & Co. KG, Lüdinghausen   100 18.294 0
MNG Stromnetze Verwaltungs GmbH, Lüdinghausen   100 25 0
Netzgesellschaft Südwestfalen mbH & Co. KG, Netphen   100   3
Netzwerke Saarwellingen GmbH, Saarwellingen   100 50 1
NEW b_gas Eicken GmbH, Schwalmtal   100 -928 72
NEW Impuls GmbH, Grefrath   67 607 202
NEW Re GmbH, Mönchengladbach   75 443 -46
NEW Schwalm-Nette GmbH, Viersen   100 6.504 631
NEW Schwalm-Nette Netz GmbH, Viersen   100 25 0
North Kintyre Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Novar Two Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Npower Northern Supply Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
NRF Neue Regionale Fortbildung GmbH, Halle (Saale)   100 169 37
Oschatz Netz GmbH & Co. KG, Oschatz   100 1.344 539
Oschatz Netz Verwaltungs GmbH, Oschatz   100 26 0
Park Wiatrowy Dolice Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 1.151 -74
Park Wiatrowy Elk Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 782 -49
Park Wiatrowy Gaworzyce Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 2.924 -40
Park Wiatrowy Msciwojów Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 2.021 0
Park Wiatrowy Prudziszki Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 9 -49
Park Wiatrowy Smigiel I Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 2.646 -23
Park Wiatrowy Znin Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 2.348 -43
Projecta 15 GmbH, Saarbrücken   100 16 -1
Projecta 5 - Entwicklungsgesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH, Saarbrücken   100 11 -3
PT Rheincoal Supply & Trading Indonesia, PT, Jakarta/Indonesien   100 271 -424
RD Hanau GmbH, Hanau   100 0 0
REV LNG SSL BC LLC, Ulysses/USA   85   3
Rheinland Westfalen Energiepartner GmbH, Essen   100 5.369 1
rhenagbau GmbH, Köln   100 1.258 1
ROTARY-MATRA Kútfúró és Karbantartó KFT, Visonta/Ungarn   100 783 4
Rowantree Wind Farm Ltd., Swindon/Großbritannien   100 0 0
RWE & Turcas Dogalgaz Ithalat ve Ihracat A.S., Istanbul/Türkei   100 1.231 14
RWE Australia Pty. Ltd., Brisbane/Australien   100   3
RWE Downstream AG, Essen   100 108 -12
RWE Downstream Beteiligungs GmbH, Essen 100 100 247 -3
RWE Eurotest GmbH, Dortmund   100 51 1
RWE Innogy d.o.o. za koristenje obnovljivih izvora energije, Sarajevo/BosnienHerzegowina   100 0 -21
RWE Innogy Galloper 1 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -1.214 -1.005
RWE Innogy Galloper 2 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -1.214 -1.005
RWE Innogy Serbia d.o.o., Belgrad/Serbien   100 -7 -8
RWE Innogy Windpark Bedburg Verwaltungs GmbH, Bedburg   51 39 3
RWE Innogy Windpark Eschweiler GmbH & Co. KG, Essen   100 19 -12
RWE Innogy Windpark Eschweiler Verwaltungs GmbH, Essen   100 32 -7
RWE New Energy Ltd., Dubai/Ver. Arab. Emirate   100   3
RWE New Ventures LLC, Wilmington/USA   100   3
RWE Pensionsfonds AG, Essen 100 100 3.723 -6
RWE POLSKA Generation Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 157 4
RWE Power Beteiligungsverwaltung GmbH & Co. KG, Grevenbroich   100 0 0
RWE Power Climate Protection China GmbH, Essen   100 25 1
RWE Power Climate Protection Clean Energy Technology (Beijing) Co., Ltd., Beijing/China   100 2.252 132
RWE Power Climate Protection GmbH, Essen   100 23 1
RWE Power Climate Protection Southeast Asia Co., Ltd., Bangkok/Thailand   100 45 10
RWE Power International Ukraine LLC, Kiew/Ukraine   100   3
RWE Power Zweite Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung mbH, Grevenbroich   100 26 1
RWE Rhein Oel Ltd., London/Großbritannien   100 -1 0
RWE Seabreeze II Verwaltungs GmbH, Bremerhaven   100 39 4
RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft gGmbH, Essen 100 100 60.095 -89
RWE SUPPLY TRADING TURKEY ENERJI ANONIM SIRKETI, Istanbul/Türkei   100 759 -30
RWE Teplárna Náchod, s.r.o., Náchod/Tschechien   100   3
RWE Trading Services Ltd., Swindon/Großbritannien   100 1.286 81
RWE Wärme Berlin GmbH, Berlin   100 1.689 1
RWE-EnBW Magyarország Energiaszolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest/Ungarn   70 352 2
RWEST PI FRE Holding LLC, New York City/USA   100 14.557 -28
RWEST PI LNG HOLDING LLC, New York City/USA   100 4.433 -102
RWEST PI LNG 1 LLC, New York City/USA   100 1.466 -3
RWEST PI LNG 2 LLC, New York City/USA   100   3
RWEST PI WALDEN HOLDING LLC, New York City/USA   100 3.944 -19
RWEST PI WALDEN 1 LLC, New York City/USA   100 3.960 -3
Scharbeutzer Energie- und Netzgesellschaft mbH & Co. KG, Scharbeutz   51 2.077 0
SchlauTherm GmbH, Saarbrücken   75 167 3
Snowgoat Glen Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
SSE RENEWABLES (GALLOPER) NO. 1 LIMITED, Swindon/Großbritannien   100 -3.761 -3.798
SSE RENEWABLES (GALLOPER) NO. 2 LIMITED, Swindon/Großbritannien   100 -3.761 -3.798
Stadtwerke Geseke Netze GmbH & Co. KG, Geseke   100   3
Stadtwerke Geseke Netze Verwaltung GmbH, Geseke   100   3
Stadtwerke Korschenbroich GmbH, Mönchengladbach   100 7 -5
Stadtwerke Waltrop Netz Verwaltung GmbH, Waltrop   100   3
Steinkohlendoppelblock Verwaltungs GmbH, Essen   100 337 54
Stroupster Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
Süwag Vertrieb Management GmbH, Frankfurt am Main   100 26 1
Tarskavaig Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   100 0 0
T.B.E. TECHNISCHE BERATUNG ENERGIE für wirtschaftliche Energieanwendung GmbH, Duisburg   100 337 1
Thermolux S.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg   100 98 -484
Thyssengas-Unterstützungskasse GmbH, Dortmund   100 79 -30
TWS Technische Werke der Gemeinde Saarwellingen GmbH, Saarwellingen   51 3.322 741
VEM Neue Energie Muldental GmbH & Co. KG, Markkleeberg   100   3
Versuchsatomkraftwerk Kahl GmbH, Karlstein am Main   80 542 31
Verwaltungsgesellschaft Energieversorgung Timmendorfer Strand mbH, Timmendorfer Strand   51 25 0
Verwaltungsgesellschaft Scharbeutzer Energie- und Netzgesellschaft mbH, Scharbeutz   51 25 0
VKN Saar Geschäftsführungsgesellschaft mbH, Ensdorf   51 50 1
VKN Saar Gesellschaft für Verwertung von Kraftwerksnebenprodukten und Ersatzbrennstoffen mbH & Co. KG, Ensdorf   51 25 -33
VSE - Windpark Merchingen GmbH & Co. KG, Saarbrücken   100 2.561 -239
VSE - Windpark Merchingen Verwaltungs GmbH, Saarbrücken   100 60 2
VSE Call centrum, s.r.o., Košice/Slowakei   100 58 3
VSE Ekoenergia, s.r.o., Košice/Slowakei   100 189 -640
VSE-Stiftung gGmbH, Saarbrücken   100 2.596 11
Wärmeversorgung Schwaben GmbH, Augsburg   100 -290 -301
Windenergie Briesensee GmbH, Neu Zauche   72 24 -1
Windkraft Hochheim GmbH & Co. KG, Hochheim   100 1.695 -795
Windpark Nohfelden-Eisen GmbH, Nohfelden   100   3
Windpark Verwaltungsgesellschaft mbH, Lützen   100 18 6

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

III. Gemeinschaftliche Tätigkeiten

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
EnergieRegion Taunus - Goldener Grund - GmbH & Co. KG, Bad Camberg   49 26.930 -13
Gas-Netzgesellschaft Kolpingstadt Kerpen GmbH & Co. KG, Kerpen   49 3.031 571
Greater Gabbard Offshore Winds Ltd, Reading/Großbritannien   50 1.624.373 65.939
Netzgesellschaft Kreisstadt Bergheim GmbH & Co. KG, Bergheim   49 2.489 606
N.V. Elektriciteits-Produktiemaatschappij Zuid-Nederland EPZ, Borssele/Niederlande   30 49.636 1.806

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

IV. Verbundene Unternehmen von gemeinschaftlichen Tätigkeiten

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
EnergieRegion Taunus - Goldener Grund Verwaltungsgesellschaft mbH, Bad Camberg   100 25 0

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

V. Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
AS 3 Beteiligungs GmbH, Essen   516 39.155 225
AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen, Gevelsberg   50 102.313 14.900
BEW Netze GmbH, Wipperfürth   616 6.534 528
Budapesti Disz- es Közvilagitasi Korlatolt Felelössegü Tarsasag, Budapest/Ungarn   50 28.943 0
C-Power N.V., Oostende/Belgien   27 182.333 3.284
EGG Holding B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande   50 12.203 1.943
Energie Nordeifel GmbH & Co. KG, Kall   33 6.359 3.412
Esta V.O.F., Ridderkerk/Niederlande   50   3
FSO GmbH & Co. KG, Oberhausen   50 32.829 11.268
Galloper Wind Farm Holdco Limited, Swindon/Großbritannien   25   3
Gwynt Y Môr Offshore Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   50 -3.321 485
Innogy Venture Capital GmbH, Essen   756 369 52
Konsortium Energieversorgung Opel beschränkt haftende oHG, Karlstein   676 39.999 7.776
PRENU Projektgesellschaft für Rationelle Energienutzung in Neuss mbH, Neuss   50 199 -16
Rain Biomasse Wärmegesellschaft mbH, Rain   756 6.122 567
SHW/RWE Umwelt Aqua Vodogradnja d.o.o., Zagreb/Kroatien   50 1.003 84
Société Electrique de l'Our S.A., Luxemburg/Luxemburg   40 -5.443 -1.2802
Stadtwerke Dülmen Dienstleistungs- und Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Dülmen   50 26.398 3.638
Stadtwerke Lingen GmbH, Lingen (Ems)   40 13.471 0
Stromnetz Günzburg GmbH & Co. KG, Günzburg   49 2.931 173
SVS-Versorgungsbetriebe GmbH, Stadtlohn   30 18.438 2.901
TCP Petcoke Corporation, Dover/USA   50 21.473 13.9562
Triton Knoll Offshore Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien   50 -10.436 -1.291
URANIT GmbH, Jülich   50 71.362 111.329
Zagrebačke otpadne vode d.o.o., Zagreb/Kroatien   48 168.056 22.480

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

VI. Assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
Amprion GmbH, Dortmund 25 25 1.079.100 150.400
ATBERG - Eólicas do Alto Tâmega e Barroso, Lda., Ribeira de Pena/Portugal   40 3.380 484
Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW 21), Dortmund   40 157.589 -29.522
EnergieServicePlus GmbH, Düsseldorf   49   3
Energieversorgung Guben GmbH, Guben   45 16.585 931
Energieversorgung Hürth GmbH, Hürth   25 4.961 3.268
Energieversorgung Oberhausen AG, Oberhausen   107 30.305 11.045
ENNI Energie & Umwelt Niederrhein GmbH, Moers   20 41.922 10.848
Enovos International S. A., Luxemburg/Luxemburg   188 949.107 26.531
EWR Aktiengesellschaft, Worms   27 79.270 7.272
EWR Dienstleistungen GmbH & Co. KG, Worms   50 134.937 7.964
EWR GmbH - Energie und Wasser für Remscheid, Remscheid   20 83.816 11.523
Freiberger Stromversorgung GmbH (FSG), Freiberg   30 9.195 1.516
Gas- und Wasserwerke Bous-Schwalbach GmbH, Bous   49 13.110 1.591
GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH, Essen   28 15.540 10.3672
Grosskraftwerk Mannheim Aktiengesellschaft, Mannheim   40 114.142 6.647
HIDROERG - Projectos Energéticos, Lda., Lissabon/Portugal   32 12.434 2.554
Innogy Renewables Technology Fund I GmbH & Co. KG, Essen   786 21.781 -11.073
Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH, Klagenfurt/Österreich   49 784.569 83.1392
KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG, Klagenfurt/Österreich   137 730.367 94.217
Kemkens B.V., Oss/Niederlande   49 19.043 7.420
KEW Kommunale Energie- und Wasserversorgung AG, Neunkirchen   29 74.746 11.532
MAINGAU Energie GmbH, Obertshausen   47 25.476 8.112
medl GmbH, Mülheim an der Ruhr   49 21.829 0
Mingas-Power GmbH, Essen   40 5.964 5.295
Nebelhornbahn-Aktiengesellschaft, Oberstdorf   27 5.000 368
PEARL PETROLEUM COMPANY LIMITED, Road Town/Britische Jungferninseln   108 2.288.977 99.588
Pfalzwerke Aktiengesellschaft, Ludwigshafen   27 205.627 10.469
Projecta 14 GmbH, Saarbrücken   50 38.471 2.246
Propan Rheingas GmbH & Co KG, Brühl   30 6.153 -9.333
Recklinghausen Netzgesellschaft mbH & Co. KG, Recklinghausen   50 -14 -64
Regionalgas Euskirchen GmbH & Co. KG, Euskirchen   43 66.519 13.572
RheinEnergie AG, Köln   20 886.918 130.100
Rhein-Main-Donau AG, München   22 110.169 0
Schluchseewerk Aktiengesellschaft, Laufenburg (Baden)   50 59.339 2.809
Siegener Versorgungsbetriebe GmbH, Siegen   25 23.949 4.453
SpreeGas Gesellschaft für Gasversorgung und Energiedienstleistung mbH, Cottbus   33 35.572 7.013
SSW Stadtwerke St. Wendel GmbH & Co. KG, St. Wendel   50 20.215 2.240
Stadtwerke Aschersleben GmbH, Aschersleben   35 16.417 2.840
Stadtwerke Bernburg GmbH, Bernburg (Saale)   45 31.859 5.600
Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen GmbH, Bitterfeld-Wolfen   40 19.789 1.756
Stadtwerke Duisburg Aktiengesellschaft, Duisburg   20 184.636 3.163
Stadtwerke Emmerich GmbH, Emmerich am Rhein   25 12.115 0
Stadtwerke Essen Aktiengesellschaft, Essen   29 122.499 24.437
Stadtwerke Geldern GmbH, Geldern   49 10.204 2.224
Stadtwerke GmbH Bad Kreuznach, Bad Kreuznach   25 39.925 0
Stadtwerke Kirn GmbH, Kirn   49 2.106 220
Stadtwerke Meerane GmbH, Meerane   24 13.269 1.676
Stadtwerke Merseburg GmbH, Merseburg   40 21.392 4.692
Stadtwerke Merzig GmbH, Merzig   50 15.906 2.734
Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH, Neuss   25 88.344 9.810
Stadtwerke Radevormwald GmbH, Radevormwald   50 4.818 1.865
Stadtwerke Ratingen GmbH, Ratingen   25 52.629 3.281
Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH, Reichenbach im Vogtland   24 12.910 1.573
Stadtwerke Saarlouis GmbH, Saarlouis   49 35.022 4.930
Stadtwerke Velbert GmbH, Velbert   50 82.005 -12.271
Stadtwerke Weißenfels GmbH, Weißenfels   24 23.278 3.434
Stadtwerke Willich GmbH, Willich   25 13.981 0
Stadtwerke Zeitz GmbH, Zeitz   24 20.784 2.900
SWTE Netz GmbH & Co. KG, Ibbenbüren   986 150 -4
Vliegasunie B.V., De Bilt/Niederlande   43 13.247 384
Wasser- und Energieversorgung Kreis St. Wendel GmbH, St. Wendel   28 21.487 1.789
wbm Wirtschaftsbetriebe Meerbusch GmbH, Meerbusch   40 23.164 5.446
Zagrebačke otpadne vode-upravljanje i pogon d.o.o., Zagreb/Kroatien   31 2.182 3.236
Zephyr Investments Limited, Swindon/Großbritannien   33 -93.549 -34.505
Zwickauer Energieversorgung GmbH, Zwickau   27 41.360 6.243

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

VII. Unternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht nach der Equity-Methode bilanziert sind

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
Abwasser-Gesellschaft Knapsack, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hürth   33 400 170
Awotec Gebäude Servicegesellschaft mbH, Saarbrücken   48 85 -9
Bäderbetriebsgesellschaft St. Ingbert GmbH, St. Ingbert   49 79 5
Breer Gebäudedienste Heidelberg GmbH, Heidelberg   45 191 35
Breitband-Infrastrukturgesellschaft Cochem-Zell mbH, Cochem   21 -418 -367
Brüggen.E-Netz Verwaltungs-GmbH, Brüggen   25 25 0
Brüggen.E-Netz GmbH & Co. KG, Brüggen   25 1.000 0
CARBON CDM Korea Ltd. (i.L.), Seoul/Südkorea   49 -2.044 -2.890
CARBON Climate Protection GmbH, Langenlois/Österreich   50 661 -39
CARBON Egypt Ltd., Kairo/Ägypten   49 1.469 -102
CZT Valašské Mezirící s.r.o., Valašské Mezirící/Tschechien   20 246 452
DES Dezentrale Energien Schmalkalden GmbH, Schmalkalden   33 238 109
Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen AG & Co. oHG, Gorleben   31 1.023 513
Doggerbank Project 1 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Doggerbank Project 2 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Doggerbank Project 3 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Doggerbank Project 4 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Doggerbank Project 5 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Doggerbank Project 6 Bizco Limited, Reading/Großbritannien   25 0 0
Dorsten Netz GmbH & Co. KG, Dorsten   49 4.972 0
EfD Energie-für-Dich GmbH, Potsdam   49   3
ELE-GEW Photovoltaikgesellschaft mbH, Gelsenkirchen   49 56 31
ELE-RAG Montan Immobilien Erneuerbare Energien GmbH, Bottrop   50 50 15
ELE-Scholven-Wind GmbH, Gelsenkirchen   30 683 158
Elsta B.V., Middelburg/Niederlande   25 214 196
Elsta B.V. & CO C.V., Middelburg/Niederlande   25 85.818 29.691
Enercraft Energiemanagement OHG haftungsbeschränkt, Frankfurt am Main   50 147 1
Energie BOL GmbH, Ottersweier   50 29 3
Energie Mechernich GmbH & Co. KG, Mechernich   49 3.240 198
Energie Mechernich Verwaltungs-GmbH, Mechernich   49 25 2
Energie Nordeifel Beteiligungs-GmbH, Kall   33 26 0
Energie Rur-Erft GmbH & Co. KG, Essen   29 25 0
Energie Rur-Erft Verwaltungs-GmbH, Essen   29 25 0
Energie Schmallenberg GmbH, Schmallenberg   44 27 4
Energiepartner Dörth GmbH, Dörth   49 33 3
Energiepartner Elsdorf GmbH, Elsdorf   40 37 9
Energiepartner Hermeskeil GmbH, Hermeskeil   20 23 -2
Energiepartner Kerpen GmbH, Kerpen   49 26 0
Energiepartner Projekt GmbH, Essen   49 55 30
Energiepartner Solar Kreuztal GmbH, Kreuztal   40 24 1
Energiepartner Wesseling GmbH, Wesseling   30 27 2
Energie-Service-Saar GmbH, Völklingen   50 -1.766 -6
Energieversorgung Bad Bentheim GmbH & Co. KG, Bad Bentheim   25 2.353 557
Energieversorgung Bad Bentheim Verwaltungs-GmbH, Bad Bentheim   25 25 0
Energieversorgung Beckum GmbH & Co. KG, Beckum   34 5.027 2.559
Energieversorgung Beckum Verwaltungs-GmbH, Beckum   34 54 2
Energieversorgung Horstmar/Laer GmbH & Co. KG, Horstmar   49 99 0
Energieversorgung Kranenburg Netze GmbH & Co. KG, Kranenburg   25 1.000 0
Energieversorgung Kranenburg Netze Verwaltungs GmbH, Kranenburg   25 25 0
Energieversorgung Marienberg GmbH, Marienberg   49 3.007 939
Energieversorgung Niederkassel GmbH & Co. KG, Niederkassel   49 2.745 88
Energieversorgung Oelde GmbH, Oelde   25 7.407 1.832
Energotel, a.s., Bratislava/Slowakei   20 7.240 1.729
ENERVENTIS GmbH & Co. KG, Saarbrücken   33 1.090 135
Erdgasversorgung Industriepark Leipzig Nord GmbH, Leipzig   50 448 12
EWC Windpark Cuxhaven GmbH, München   50 1.378 304
EWV Baesweiler GmbH & Co. KG, Baesweiler   45 2.096 932
EWV Baesweiler Verwaltungs GmbH, Baesweiler   45 28 1
FAMOS - Facility Management Osnabrück GmbH, Osnabrück   49 106 -3
Fernwärmeversorgung Zwönitz GmbH, Zwönitz   50 2.969 121
First River Energy LLC, Denver/USA   26 3.664 -9152
Forewind Limited, Swindon/Großbritannien   25 -355 -357
FSO Verwaltungs-GmbH, Oberhausen   50 33 1
Gasgesellschaft Kerken Wachtendonk mbH, Kerken   49 3.372 193
Gas-Netzgesellschaft Kolpingstadt Kerpen Verwaltungs GmbH, Kerpen   49 25 2
Gasnetzgesellschaft Wörrstadt mbH & Co. KG, Saulheim   49 1.895 865
Gasnetzgesellschaft Wörrstadt Verwaltung-mbH, Wörrstadt   49 28 2
Gemeindewerke Bad Sassendorf Netze GmbH & Co. KG, Bad Sassendorf   25 500 0
Gemeindewerke Bad Sassendorf Netze Verwaltung GmbH, Bad Sassendorf   25 25 0
Gemeindewerke Bissendorf Netz GmbH & Co. KG, Bissendorf   49 2.643 0
Gemeindewerke Bissendorf Netz Verwaltungs-GmbH, Bissendorf   49 25 0
Gemeindewerke Everswinkel GmbH, Everswinkel   45 4.496 47
Gemeindewerke Namborn GmbH, Namborn   49 699 144
Gemeinschaftswerk Hattingen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen   52 2.045 0
GfB, Gesellschaft für Baudenkmalpflege mbH, Idar-Oberstein   20 68 11
GfS Gesellschaft für Simulatorschulung mbH, Essen   31 54 3
Gichtgaskraftwerk Dillingen GmbH & Co. KG, Saarbrücken   25 25.385 2.985
GISA GmbH, Halle (Saale)   24 9.348 3.748
GNEE Gesellschaft zur Nutzung erneuerbarer Energien mbH Freisen, Freisen   49   3
GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Troisdorf   21 60.162 2.767
GREEN GECCO Beteiligungsgesellschaft-Verwaltungs GmbH, Troisdorf   21 36 1
GREEN Gesellschaft für regionale und erneuerbare Energie mbH, Stolberg   49 627 19
Green Solar Herzogenrath GmbH, Herzogenrath   45 3.417 434
Greenergetic GmbH, Bielefeld   20 204 -1.179
Greenplug GmbH, Hamburg   49 767 0
GWE-energis Netzgesellschaft mbH & Co. KG, Eppelborn   50 -26 23
GWE-energis-Geschäftsführungs-GmbH, Eppelborn   50 33 1
Hochsauerland Netze GmbH & Co. KG, Meschede   25 4.130 -61
Hochsauerland Netze Verwaltung GmbH, Meschede   25 25 0
HOCHTEMPERATUR-KERNKRAFTWERK Gesellschaft mit beschränkter Haftung (HKG). Gemeinsames Europäisches Unternehmen, Hamm   31 0 0
Homepower Retail Limited, Swindon/Großbritannien   50 -30.478 -1
IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH, Mülheim an der Ruhr   30 880 -121
juwi Wind Germany 123 GmbH & Co. KG, Wörrstadt   33 -3 -2
Kavernengesellschaft Staßfurt mbH, Staßfurt   50 687 89
KAWAG AG & Co. KG, Pleidelsheim   49 9.104 529
KAWAG Netze GmbH & Co. KG, Abstatt   49 2.328 130
KAWAG Netze Verwaltungsgesellschaft mbH, Abstatt   49 27 1
KDT Kommunale Dienste Tholey GmbH, Tholey   49 1.141 92
KEN Geschäftsführungsgesellschaft mbH, Neunkirchen   50 51 0
KEN GmbH & Co. KG, Neunkirchen   46 2.929 96
KEVAG Telekom GmbH, Koblenz   50 2.416 724
Klärschlammentsorgung Hesselberg Service GmbH, Unterschwaningen   49 20 -1
KlickEnergie GmbH & Co. KG, Neuss   65 -1.168 -961
KlickEnergie Verwaltungs-GmbH, Neuss   65 23 -1
K-net GmbH, Kaiserslautern   25 1.134 89
Kommunale Dienste Marpingen GmbH, Marpingen   49 2.829 230
Kommunale Netzgesellschaft Steinheim a. d. Murr GmbH & Co. KG, Steinheim a. d. Murr   49 4.680 60
Kommunalwerk Rudersberg GmbH & Co. KG, Rudersberg   50 153 1
Kommunalwerk Rudersberg Verwaltungs-GmbH, Rudersberg   50 22 1
Kraftwerk Buer GbR, Gelsenkirchen   50 5.113 0
Kraftwerk Voerde beschränkt haftende OHG, Voerde   25 4.460 368
Kraftwerk Wehrden GmbH, Völklingen   33 30 0
KSG Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft mbH, Essen   31 538 26
KSP Kommunaler Service Püttlingen GmbH, Püttlingen   40 134 112
KÜCKHOVENER Deponiebetrieb GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Bergheim   50 60 42
KÜCKHOVENER Deponiebetrieb Verwaltungs-GmbH, Bergheim   50 39 1
KVK Kompetenzzentrum Verteilnetze und Konzessionen GmbH, Köln   75 26 1
Lumicity Group Limited, Taplow/Großbritannien   50 -60 -61
Moravske Hidroelektrane d.o.o., Belgrad/Serbien   51 3.563 -108
Murrhardt Netz AG & Co. KG, Murrhardt   49   3
Naturstrom Betriebsgesellschaft Oberhonnefeld mbH, Koblenz   25 160 0
Netzanbindung Tewel OHG, Cuxhaven   25 1.173 -1
Netzgesellschaft Bühlertal GmbH & Co. KG, Bühlertal   50 2.287 143
Netzgesellschaft Elsdorf GmbH & Co. KG, Elsdorf   49 3.193 169
Netzgesellschaft Elsdorf Verwaltungs-GmbH, Elsdorf   49 25 2
Netzgesellschaft Grimma GmbH & Co. KG, Grimma   49 7.670 671
Netzgesellschaft Korb GmbH & Co. KG, Korb   50 1.419 101
Netzgesellschaft Korb Verwaltungs-GmbH, Korb   50 26 1
Netzgesellschaft Kreisstadt Bergheim Verwaltungs-GmbH, Bergheim   49 25 1
Netzgesellschaft Lauf GmbH & Co. KG, Lauf   50 728 46
Netzgesellschaft Leutenbach GmbH & Co. KG, Leutenbach   50 1.493 81
Netzgesellschaft Leutenbach Verwaltungs-GmbH, Leutenbach   50 25 1
Netzgesellschaft Maifeld GmbH & Co. KG, Polch   49 24 -1
Netzgesellschaft Maifeld Verwaltungs GmbH, Polch   49 24 0
Netzgesellschaft Ottersweier GmbH & Co. KG, Ottersweier   50 2.065 175
Netzgesellschaft Rheda-Wiedenbrück GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück   49 2.128 529
Netzgesellschaft Rheda-Wiedenbrück Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück   49 27 0
NiersEnergieNetze GmbH & Co. KG, Kevelaer   51 6.211 551
NiersEnergieNetze Verwaltungs-GmbH, Kevelaer   51 27 2
Ningxia Antai New Energy Resources Joint Stock Co., Ltd., Yinchuan/China   25 21.696 1.348
Novenerg limited liability company for energy activities, Zagreb/Kroatien   50   3
Offshore Trassenplanungs-GmbH OTP i.L., Hannover   50 168 0
Peißenberger Wärmegesellschaft mbH, Peißenberg   50 1.536 93
prego services GmbH, Saarbrücken   50 -8.289 -9.376
Propan Rheingas GmbH, Brühl   28 48 2
Recklinghausen Netz-Verwaltungsgesellschaft mbH, Recklinghausen   49 50 1
Renergie Stadt Wittlich GmbH, Wittlich   30 20 0
rhenag - Thüga Rechenzentrum GbR, Köln   50 201 197
RIWA GmbH Gesellschaft für Geoinformationen, Kempten   33 1.197 347
RurEnergie GmbH, Düren   30 2.634 -88
Rusheen - RWE Commercialisation Partners Limited, Swindon/Großbritannien   33   3
RWE Power International Middle East LLC, Dubai/Ver. Arab. Emirate   49 -1.783 -939
Sandersdorf-Brehna Netz GmbH & Co. KG, Sandersdorf-Brehna   49 4.826 174
Selm Netz GmbH & Co. KG, Selm   25 1 0
SolarProjekt Mainaschaff GmbH, Mainaschaff   50 45 3
SolarProjekt Rheingau-Taunus GmbH, Bad Schwalbach   50 449 95
SPX, s.r.o., Zilina/Slowakei   33 121 16
SSW Stadtwerke St. Wendel Geschäftsführungsgesellschaft mbH, St. Wendel   50 116 4
Stadtentwässerung Schwerte GmbH, Schwerte   48 51 0
Städtische Werke Borna GmbH, Borna   37 4.456 813
Städtisches Wasserwerk Eschweiler GmbH, Eschweiler   25 2.837 -590
Stadtwerke - Strom Plauen GmbH & Co. KG, Plauen   49 5.177 1.020
Stadtwerke Ahaus GmbH, Ahaus   36 11.086 2.443
Stadtwerke Aue GmbH, Aue   24 12.221 1.210
Stadtwerke Dillingen/Saar GmbH, Dillingen   49 5.905 1.312
Stadtwerke Dülmen Verwaltungs-GmbH, Dülmen   50 29 0
Stadtwerke Gescher GmbH, Gescher   42 3.115 493
Stadtwerke Goch Netze GmbH & Co. KG, Goch   25 1.000 0
Stadtwerke Goch Netze Verwaltungsgesellschaft mbH, Goch   25 25 0
Stadtwerke Haan GmbH, Haan   25 20.471 1.621
Stadtwerke Langenfeld GmbH, Langenfeld   20 7.751 0
Stadtwerke Oberkirch GmbH, Oberkirch   33 6.592 1.031
Stadtwerke Roßlau Fernwärme GmbH, Dessau-Roßlau   49 1.549 368
Stadtwerke Schwarzenberg GmbH, Schwarzenberg/Erzgeb.   28 14.134 1.072
Stadtwerke Steinfurt GmbH, Steinfurt   38 10.395 2.559
Stadtwerke Unna GmbH, Unna   24 13.114 2.877
Stadtwerke Vlotho GmbH, Vlotho   25 4.937 222
Stadtwerke Wadern GmbH, Wadern   49 3.732 408
Stadtwerke Waltrop Netz GmbH & Co. KG, Waltrop   25   3
Stadtwerke Weilburg GmbH, Weilburg   20 7.882 665
Stadtwerke Werl GmbH, Werl   25 6.735 2.463
STEAG - Kraftwerksbetriebsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Essen   21 324 0
STEAG Windpark Ullersdorf GmbH & Co. KG, Jamlitz   21 18.592 592
Stromnetz Diez GmbH & Co. KG, Diez   25 1.288 81
Stromnetz Diez Verwaltungsgesellschaft mbH, Diez   25 28 1
Stromnetz Euskirchen GmbH & Co. KG, Euskirchen   25 1.000 0
Stromnetz Günzburg Verwaltungs GmbH, Günzburg   49 26 1
Stromnetz Hofheim GmbH & Co. KG, Hofheim   49 3.292 92
Stromnetz Hofheim Verwaltungs GmbH, Hofheim   49 25 0
Stromnetz Verbandsgemeinde Katzenelnbogen GmbH & Co. KG, Katzenelnbogen   49 2.240 155
Stromnetz Verbandsgemeinde Katzenelnbogen Verwaltungsgesellschaft mbH, Katzenelnbogen   49 26 1
Stromnetz VG Diez GmbH & Co. KG, Altendiez   49 2.380 161
Stromnetz VG Diez Verwaltungsgesellschaft mbH, Altendiez   49 27 1
Stromnetzgesellschaft Gescher GmbH & Co. KG, Gescher   25   3
Strom-Netzgesellschaft Kolpingstadt Kerpen GmbH & Co. KG, Kerpen   49 4.110 352
Strom-Netzgesellschaft Kolpingstadt Kerpen Verwaltungs-GmbH, Kerpen   49 25 1
Stromnetzgesellschaft Neuenhaus mbH & Co. KG, Neuenhaus   49 1.000 0
Stromnetzgesellschaft Neuenhaus Verwaltungs-GmbH, Neuenhaus   49 25 0
Stromnetzgesellschaft Neunkirchen-Seelscheid mbH & Co. KG, NeunkirchenSeelscheid   49 2.312 343
Stromnetzgesellschaft Schwalmtal mbH & Co. KG, Schwalmtal   51 2.996 604
Stromverwaltung Schwalmtal GmbH, Schwalmtal   51 26 0
SWL-energis Netzgesellschaft mbH & Co. KG, Lebach   50 3.684 659
SWL-energis-Geschäftsführungs-GmbH, Lebach   50 32 2
SWT trilan GmbH, Trier   26 1.086 461
SWTE Netz Verwaltungsgesellschaft mbH, Ibbenbüren   33 25 -1
Technische Werke Naumburg GmbH, Naumburg   47 9.794 1.758
TEPLO Votice s.r.o., Votice/Tschechien   20 77 72
The Bristol Bulk Company Limited, London/Großbritannien   25 1 0
Thermago Berliner Siedlung GmbH, Mainz   45 1.179 208
TNA Talsperren- und Grundwasser-Aufbereitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH, Saarbrücken   23 842 87
Toledo PV A.E.I.E., Madrid/Spanien   33 1.709 993
TRANSELEKTRO, s.r.o., Košice/Slowakei   26 678 -82
TWE Technische Werke der Gemeinde Ensdorf GmbH, Ensdorf   49 1.973 38
TWL Technische Werke der Gemeinde Losheim GmbH, Losheim   50 5.875 601
TWM Technische Werke der Gemeinde Merchweiler GmbH, Merchweiler   49 1.923 66
TWN Trinkwasserverbund Niederrhein GmbH, Grevenbroich   33 153 -5
TWRS Technische Werke der Gemeinde Rehlingen-Siersburg GmbH, Rehlingen   35 4.840 174
Umspannwerk Putlitz GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main   25 0 -194
Untere Iller Aktiengesellschaft, Landshut   40 1.134 41
Untermain EnergieProjekt AG & Co. KG, Kelsterbach   49 1.947 135
Untermain Erneuerbare Energien Verwaltungs-GmbH, Raunheim   25 29 2
Verteilnetze Energie Weißenhorn GmbH & Co. KG, Weißenhorn   35 906 298
Verwaltungsgesellschaft Dorsten Netz mbH, Dorsten   49 27 2
Verwaltungsgesellschaft Energie Weißenhorn GmbH, Weißenhorn   35 25 0
Verwaltungsgesellschaft GKW Dillingen mbH, Saarbrücken   25 167 5
Voltaris GmbH, Maxdorf   50 1.798 1.015
WALDEN GREEN ENERGY LLC, New York City/USA   48 30 0
Wärmeversorgung Mücheln GmbH, Mücheln   49 892 72
Wärmeversorgung Wachau GmbH, Markkleeberg OT Wachau   49 91 -34
Wärmeversorgung Würselen GmbH, Würselen   49 1.387 47
Wasserverbund Niederrhein Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Krefeld   42 10.518 656
Wasserversorgung Main-Taunus GmbH, Frankfurt am Main   49 128 21
Wasserzweckverband der Gemeinde Nalbach, Nalbach   49 1.709 6
WEV Warendorfer Energieversorgung GmbH, Warendorf   25 12.243 3.128
Windenergie Frehne GmbH & Co. KG, Marienfließ   41 6.661 217
Windenergie Merzig GmbH, Merzig   20 2.547 -61
Windenergiepark Heidenrod GmbH, Heidenrod   51 11.006 -267
Windkraft Jerichow - Mangelsdorf I GmbH Co. KG, Jerichow   50 3.824 -329
Windpark Jüchen GmbH & Co. KG, Essen   21 2.246 136
Windpark Losheim-Britten GmbH, Losheim am See   50 1.968 168
Windpark Mengerskirchen GmbH, Mengerskirchen   25 2.686 -30
Windpark Oberthal GmbH, Oberthal   35 4.406 368
Windpark Perl GmbH, Perl   54 8.351 1.058
WINDTEST Grevenbroich GmbH, Grevenbroich   38 651 201
WLN Wasserlabor Niederrhein GmbH, Mönchengladbach   45 521 21
Wohnungsbaugesellschaft für das Rheinische Braunkohlenrevier Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Köln   50 49.904 1.180
WVG-Warsteiner Verbundgesellschaft mbH, Warstein   25 7.828 0
WVL Wasserversorgung Losheim GmbH, Losheim   50 4.988 343
WWS Wasserwerk Saarwellingen GmbH, Saarwellingen   49 3.336 154
WWW Wasserwerk Wadern GmbH, Wadern   49 3.461 110

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

VIII. Sonstige Beteiligungen

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Beteiligungsanteil
in %
Eigenkapital Ergebnis
direkt gesamt in Tsd. € in Tsd. €
Aarewerke AG in Liquidation, Klingnau/Schweiz   30 8.949 1.555
APEP Dachfonds GmbH & Co. KG, München 36 36 573.473 79.605
Aurica AG, Aarau/Schweiz   8 106 1
BEW Bergische Energie- und Wasser-GmbH, Wipperfürth   19 26.955 5.090
BFG-Bernburger Freizeit GmbH, Bernburg (Saale)   1 9.051 -1.234
Blackhawk Mining LLC, Lexington/USA   10 106.254 -1.701 2
Bürgerenergie Untermain e.G., Kelsterbach   4 44 -14
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Kaiserslautern   4 14.294 846
Die BürgerEnergie eG, Dortmund   0 1.716 112
Dii GmbH, München 20 20 875 -872
Dry Bulk Partners 2013 LP, Grand Cayman/Cayman Islands   25 8.333 133
eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, Chemnitz   9 460.868 78.456
Energías Renovables de Ávila, S.A., Madrid/Spanien   17 595 0
Energieagentur Region Trier GmbH, Trier   14 11 -7
Energiegenossenschaft Chemnitz-Zwickau eG, Chemnitz   7 195 10
Energiehandel Saar GmbH & Co. KG, Neunkirchen   1 405 -4
Energiehandel Saar Verwaltungs-GmbH, Neunkirchen   2 25 0
Energieversorgung Limburg GmbH, Limburg an der Lahn   10 25.235 3.097
Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH-ENO, Oberhausen   2 670 -990
ESV-ED GmbH & Co. KG, Buchloe   4 269 93
GasLINE Telekommunikationsnetz-Geschäftsführungsgesellschaft deutscher Gasversorgungsunternehmen mbH, Straelen   10 62 1
GasLINE Telekommunikationsnetzgesellschaft deutscher Gasversorgungsunternehmen mbH & Co. KG, Straelen   10 41.000 48.962
Gemeinschafts-Lehrwerkstatt Neheim-Hüsten GmbH, Arnsberg   7 1.341 91
Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH, Duisburg   1 801 17
GSG Wohnungsbau Braunkohle GmbH, Köln   15 44.205 467
High-Tech Gründerfonds II GmbH & Co. KG, Bonn   1 44.316 0
Hubject GmbH, Berlin   17 5.473 -3.059
IZES gGmbH, Saarbrücken   9 555 -277
Kawa Solar Holdings Limited, Grand Cayman/Cayman Islands   14 71.737 -8.420 2
KEV Energie GmbH, Kall   2 457 0
Kreis-Energie-Versorgung Schleiden GmbH, Kall   2 7.598 0
LEW Bürgerenergie e.G., Augsburg   0 1.511 7
Neckar-Aktiengesellschaft, Stuttgart   12 10.179 0
Neustromland GmbH & Co. KG, Saarbrücken   5 2.629 88
Nordsee One GmbH, Hamburg   15 10.884 -416
Nordsee Three GmbH, Hamburg   15   3
Nordsee Two GmbH, Hamburg   15   3
Ökostrom Saar Biogas Losheim KG, Merzig   10 -437 -102
OPPENHEIM PRIVATE EQUITY Institutionelle Anleger GmbH & Co. KG, Köln 29 29 4.203 1.709
Parque Eólico Cassiopea, S.L., Oviedo/Spanien   10 53 -1
Parque Eólico Escorpio, S.A., Oviedo/Spanien   10 501 -34
Parque Eólico Leo, S.L., Oviedo/Spanien   10 134 -3
Parque Eólico Sagitario, S.L., Oviedo/Spanien   10 124 -1
PEAG Holding GmbH, Dortmund 12 12 15.509 1.850
pro regionale energie eG, Diez   2 1.352 19
Promocion y Gestion Cáncer, S.L., Oviedo/Spanien   10 65 0
PSI AG für Produkte und Systeme der Informationstechnologie, Berlin   18 81.509 3.078
REV LNG LLC, Ulysses/USA   5 2.999 662
ROSOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Alzenau KG, Düsseldorf   100 2.185 426
SALUS Grundstücks-Vermietungsges. mbH & Co. Objekt Leipzig KG, Düsseldorf   100 -10 11
Sdruzení k vytvorení a vyuzívání digitální technické mapy mesta Pardubic, Pardubice/Tschechien   12 1 -4
SE SAUBER ENERGIE GmbH & Co. KG, Köln   17 1.116 156
SE SAUBER ENERGIE Verwaltungs-GmbH, Köln   17 119 7
Solarpark Freisen "Auf der Schwann" GmbH, Nohfelden   15 312 12
Solarpark St. Wendel GmbH, St. Wendel   15 1.052 97
SolarRegion RengsdorferLAND eG, Rengsdorf   2 313 5
Stadtmarketing-Gesellschaft Gelsenkirchen mbH, Gelsenkirchen   2 43 6
Stadtwerke Delitzsch GmbH, Delitzsch   18 14.928 4.472
Stadtwerke Detmold GmbH, Detmold   12 31.495 0
Stadtwerke ETO GmbH & Co. KG, Telgte   3 31.963 4.480
Stadtwerke Porta Westfalica GmbH, Porta Westfalica   12 14.756 502
Stadtwerke Sulzbach GmbH, Sulzbach   15 11.431 1.492
Stadtwerke Tecklenburger Land Energie GmbH, Ibbenbüren   15 150 -866
Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH & Co. KG, Ibbenbüren   1 236 0
Stadtwerke Völklingen Netz GmbH, Völklingen   18 16.387 2.185
Stadtwerke Völklingen Vertrieb GmbH, Völklingen   18 7.301 3.420
Stem Inc., Milbrae/USA   8 591 -1.822
Store-X storage capacity exchange GmbH, Leipzig   12 451 151
SWT Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH, Trier   19 52.854 7.642
SWTE Verwaltungsgesellschaft mbH, Ibbenbüren   1 25 -1
Technologiezentrum Jülich GmbH, Jülich   5 1.071 139
Telecom Plus plc, London/Großbritannien   1   3
TGZ Halle TECHNOLOGIE- UND GRÜNDERZENTRUM HALLE GmbH, Halle (Saale)   15 14.447 43
Transport- und Frischbeton-Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. Kommanditgesellschaft Aachen, Aachen   17 390 179
Trianel GmbH, Aachen   3 90.545 5.185
Trinkaus Secondary GmbH & Co. KGaA, Düsseldorf 43 43 2.615 1.163
Umspannwerk Lübz GbR, Lübz   18 20 6
Union Group, a.s., Ostrava/Tschechien   2 85.123 0
Untermain ErneuerbareEnergien GmbH & Co. KG, Raunheim   17 38 -25
WASSERWERKE PADERBORN GmbH, Paderborn   10 24.105 0
WiN Emscher-Lippe Gesellschaft zur Strukturverbesserung mbH, Herten   2 139 -311
Windenergie Schermbeck-Rüste GmbH & Co. KG, Schermbeck   14   3
Windenergie Schermbeck-Rüste Verwaltungsgesellschaft mbH, Schermbeck   14   3
Windpark Saar GmbH & Co. Repower KG, Freisen   10 8.742 319

1 Ergebnisabführungsvertrag
2 Daten aus dem Konzernabschluss
3 Neugründung, Jahresabschluss noch nicht verfügbar
4 Beherrschung durch gesellschaftsvertragliche Vereinbarung
5 RWE AG haftet unbeschränkt nach § 285 Nr. 11a HGB
6 Keine Beherrschung aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung
7 Maßgeblicher Einfluss über mittelbare Beteiligungen
8 Maßgeblicher Einfluss aufgrund gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung

Anteilsveränderungen ohne Wechsel des Beherrschungsstatus

scroll
Anteil 31.12.2015
in %
Anteil 31.12.2014
in %
Veränderung
Verbundene Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm GmbH & Co. KG, Essen 100 78 22
NEW AG, Mönchengladbach 40 40 0
NEW Tönisvorst GmbH, Tönisvorst 98 95 3
RWE & Turcas Güney Elektrik Üretim A.S., Ankara/Türkei 70 69 1
RWE Grid Holding, a.s., Prag/Tschechien 50 65 -15
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
Energie Nordeifel GmbH & Co. KG, Kall 33 50 -17
Gwynt Y Môr Offshore Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien 50 60 -10
Assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
SWTE Netz GmbH & Co. KG, Ibbenbüren 98 33 65

Anteilsveränderungen mit Wechsel des Beherrschungsstatus

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Anteil 31.12.2015
in %
Anteil 31.12.2014
in %
Veränderung
Zugänge verbundener Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
Batsworthy Cross Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien 100   100
ELMŰ DSO Holding Korlátolt Felelosségu Társaság, Budapest/Ungarn 100   100
ELMŰ-ÉMÁSZ Energiaszolgáltató Zrt., Budapest/Ungarn 100   100
ÉMÁSZ DSO Holding Korlátolt Felelosségu Társaság, Miskolc/Ungarn 100   100
Essent CNG Cleandrive B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande 100   100
Nordsee Windpark Beteiligungs GmbH, Essen 100   100
PS Energy UK Limited, Swindon/Großbritannien 100   100
RUMM Limited, Ystrad Mynach/Großbritannien 100   100
RWE Finance II B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande 100   100
RWE Ljubljana d.o.o., Ljubljana/Slowenien 100   100
RWEST Middle East Holdings B.V., 's-Hertogenbosch/Niederlande 100   100
Spezialfonds 100   100
Volta Service B.V., Schinnen/Niederlande 100   100
Východoslovenská distribucná, a.s., Košice/Slowakei 100   100
Východoslovenská energetika a.s., Košice/Slowakei 100   100
Zugänge von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
Esta V.O.F., Ridderkerk/Niederlande 50   50
Galloper Wind Farm Holdco Limited, Swindon/Großbritannien 25   25
Zugänge assoziierter Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
EnergieServicePlus GmbH, Düsseldorf 49   49
PEARL PETROLEUM COMPANY LIMITED, Road Town/Britische Jungferninseln 10   10
Wechsel von verbundenen Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind, zu Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
Triton Knoll Offshore Wind Farm Limited, Swindon/Großbritannien 50 100 -50
Wechsel von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind, zu verbundenen Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
Geas Energiewacht B.V., Enschede/Niederlande 100 50 50
Wechsel von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind, zu verbundenen Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
Energiewacht N.V., Veendam/Niederlande 100 50 50
WestEnergie GmbH, Geilenkirchen 100 99 1
Wechsel von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind, zu sonstigen Beteiligungen      
Blackhawk Mining LLC, Lexington/USA 10 25 -15
Abgänge verbundener Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
BC-Therm Energiatermelõ és Szolgáltató Kft., Budapest/Ungarn   100 -100
DEA UK Upstream Limited, London/Großbritannien   100 -100
EZN Swentibold B.V., Geleen/Niederlande   100 -100
Kazinc-Therm Fûtõerõmû Kft., Kazincbarcika/Ungarn   100 -100
Ózdi Erõmû Távhõtermelõ és Szolgáltató Kft., Kazincbarcika/Ungarn   100 -100
RWE Dea AG, Hamburg   100 -100
RWE Dea Cyrenaica GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea E & P GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Global Limited, London/Großbritannien   100 -100
RWE Dea Guyana GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Idku GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea International GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Nile GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Norge AS, Oslo/Norwegen   100 -100
RWE Dea North Africa/Middle East GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Polska Sp. z o.o., Warschau/Polen   100 -100
RWE Dea Speicher GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Suez GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Suriname GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea Trinidad & Tobago GmbH, Hamburg   100 -100
RWE Dea UK Holdings Limited, Aberdeen/Großbritannien   100 -100
RWE Dea UK SNS Limited, London/Großbritannien   100 -100
RWE Innogy GYM 1 Limited, Swindon/Großbritannien   100 -100
RWE Innogy Sandbostel Windparkbetriebsgesellschaft mbH, Sandbostel   100 -100
Sinergy Energiakereskedõ Kft., Budapest/Ungarn   100 -100
Sinergy Energiaszolgáltató, Beruházó és Tanácsadó Kft., Budapest/Ungarn   100 -100
Speicher Breitbrunn/Eggstätt RWE Dea & Storengy, Hamburg   80 -80
Tisza BioTerm Kft., Budapest/Ungarn   60 -60
Tisza-Therm Fûtõerõmû Kft., Tiszaújváros/Ungarn   100 -100
Tisza-WTP Vízelõkészitõ és Szolgáltató Kft., Tiszaújváros/Ungarn   100 -100
Abgänge von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
TE Plomin d.o.o., Plomin/Kroatien   50 -50
Abgänge assoziierter Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind      
AVA Abfallverwertung Augsburg Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Augsburg   25 -25
EdeA VOF, Geleen/Niederlande   50 -50
Electrorisk Verzekeringsmaatschappij N.V., Arnhem/Niederlande   25 -25
Stadtwerke Bühl GmbH, Bühl   30 -30

Wechsel des Beherrschungsstatus ohne Anteilsveränderungen

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Anteil 31.12.2015
in %
Anteil 31.12.2014
in %
Veränderung
Wechsel von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert sind, zu verbundenen Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind      
Východoslovenská energetika Holding a.s., Košice/Slowakei 49 49 0

ORGANE (TEIL DES ANHANGS)

Stand: 23. Februar 2016

Aufsichtsrat

Dr. Manfred Schneider

Köln

Vorsitzender

Geburtsjahr: 1938

Mitglied seit: 10. Dezember 1992

Mandate:

• Linde AG (Vorsitz)

Frank Bsirske1

Berlin

Stellvertretender Vorsitzender

Vorsitzender der ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Geburtsjahr: 1952

Mitglied seit: 9. Januar 2001

Mandate:

• Deutsche Bank AG

• Deutsche Postbank AG

• IBM Central Holding GmbH

- KfW Bankengruppe

Reiner Böhle1

Witten

Konzernbetriebsratsvorsitzender von RWE Deutschland

Geburtsjahr: 1960

Mitglied seit: 1. Januar 2013

Mandate:

• RWE Deutschland AG

Dr. Werner Brandt

Bad Homburg

Unternehmensberater, ehem. Mitglied des Vorstands der SAP SE

Geburtsjahr: 1954

Mitglied seit: 18. April 2013

Mandate:

• Deutsche Lufthansa AG

• OSRAM Licht AG

• ProSiebenSat.1 Media SE (Vorsitz)

- Qiagen N.V. (Vorsitz) - bis 21. Juni 2016 -

Dieter Faust1

Eschweiler

Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Power AG

Geburtsjahr: 1958

Mitglied seit: 1. August 2005

Mandate:

• RWE Generation SE

• RWE Power AG

Roger Graef

Bollendorf

Geschäftsführer des Verbands der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH

Geburtsjahr: 1943

Mitglied seit: 20. April 2011

Arno Hahn1

Waldalgesheim

Konzernbetriebsratsvorsitzender von RWE

Geburtsjahr: 1962

Mitglied seit: 1. Juli 2012

Mandate:

• RWE Vertrieb AG

Manfred Holz1

Grevenbroich

Stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender der RWE Power AG

Geburtsjahr: 1954

Mitglied seit: 20. April 2011

Mandate:

• RWE Generation SE

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter Keitel

Essen

Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie

Geburtsjahr: 1947

Mitglied seit: 18. April 2013

Mandate:

• Airbus Defence and Space GmbH

• National-Bank AG

• ThyssenKrupp AG

• Voith GmbH (Vorsitz)

- Airbus Group SE

Frithjof Kühn

Sankt Augustin Landrat a. D.

Geburtsjahr: 1943

Mitglied seit: 1. Februar 2010

Hans Peter Lafos1

Bergheim

Landesfachbereichsleiter FB 2 Ver- und Entsorgung, ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Landesbezirk NRW

Geburtsjahr: 1954

Mitglied seit: 28. Oktober 2009

Mandate:

• GEW Köln AG

• RWE Generation SE

• RWE Power AG

Christine Merkamp1

Köln

NWoW Engine Expert

Geburtsjahr: 1967

Mitglied seit: 20. April 2011

Dagmar Mühlenfeld

Mülheim an der Ruhr Oberbürgermeisterin a. D.

Geburtsjahr: 1951

Mitglied seit: 4. Januar 2005

Mandate:

• RW Holding AG

Dagmar Schmeer1

Saarbrücken

Referentin Netzservice der VSE Verteilnetz GmbH

Geburtsjahr: 1967

Mitglied seit: 9. August 2006

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard D. Schulz

Krefeld

Ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG

Geburtsjahr: 1941

Mitglied seit: 13. April 2006

Mandate:

• MAN SE

• MAN Truck & Bus AG

Dr. Wolfgang Schüssel

Wien

Bundeskanzler a. D.

Geburtsjahr: 1945

Mitglied seit: 1. März 2010

Mandate:

- Bertelsmann Stiftung

Ullrich Sierau

Dortmund

Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

Geburtsjahr: 1956

Mitglied seit: 20. April 2011

Mandate:

• Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (Vorsitz)

• Dortmunder Stadtwerke AG (Vorsitz)

• KEB Holding AG (Vorsitz)

- Klinikum Dortmund gGmbH (Vorsitz)

- KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH

- Schüchtermann-Schiller'sche Kliniken Bad Rothenfelde GmbH & Co. KG

- Sparkasse Dortmund (Vorsitz)

Ralf Sikorski1

Hannover

Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie

Geburtsjahr: 1961

Mitglied seit: 1. Juli 2014

Mandate:

• KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG

• KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH

• Lanxess AG

• Lanxess Deutschland GmbH

• RAG AG

• RAG Deutsche Steinkohle AG

• RWE Generation SE

• RWE Power AG

Dr. Dieter Zetsche

Stuttgart

Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG

Geburtsjahr: 1953

Mitglied seit: 16. Juli 2009

Leonhard Zubrowski1

Lippetal

Konzernbetriebsratsvorsitzender von RWE Generation

Geburtsjahr: 1961

Mitglied seit: 1. Juli 2014

Mandate:

• RWE Generation SE

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
- Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen
1 Vertreter der Arbeitnehmer

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidium des Aufsichtsrats

Dr. Manfred Schneider (Vorsitz)

Reiner Böhle

Frank Bsirske

Manfred Holz

Dagmar Mühlenfeld

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard D. Schulz

Dr. Wolfgang Schüssel

Leonhard Zubrowski

Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG

Dr. Manfred Schneider (Vorsitz)

Frank Bsirske

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard D. Schulz

Ralf Sikorski

Personalausschuss

Dr. Manfred Schneider (Vorsitz)

Reiner Böhle

Frank Bsirske

Dieter Faust

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter Keitel

Frithjof Kühn

Prüfungsausschuss

Dr. Werner Brandt (Vorsitz)

Dieter Faust

Arno Hahn

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard D. Schulz

Ullrich Sierau

Ralf Sikorski

Nominierungsausschuss

Dr. Manfred Schneider (Vorsitz)

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Hans-Peter Keitel

Frithjof Kühn

Ausschuss Börsengang Neugesellschaft

Dr. Manfred Schneider (Vorsitz)

Reiner Böhle

Dr. Werner Brandt

Frank Bsirske

Manfred Holz

Dagmar Mühlenfeld

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h. c. Ekkehard D. Schulz

Dr. Wolfgang Schüssel

Leonhard Zubrowski

Vorstand

Peter Terium (Vorstandsvorsitzender)

Vorsitzender des Vorstands der RWE AG seit dem 1. Juli 2012, bestellt bis zum 28. Februar 2021

Mandate:

• RWE Supply & Trading GmbH (Vorsitz)

Dr. Rolf Martin Schmitz (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Operative Steuerung)

Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der RWE AG seit dem 1. Juli 2012

Mitglied des Vorstands der RWE AG seit dem 1. Mai 2009, bestellt bis zum 31. Januar 2019

Mandate:

• RheinEnergie AG

• RWE Deutschland AG (Vorsitz)

• RWE Generation SE (Vorsitz)

• RWE Power AG (Vorsitz)

• TÜV Rheinland AG

- Essent N.V.

- Kärntner Energieholding Beteiligungs GmbH

- KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG

Dr. Bernhard Günther (Finanzvorstand)

Mitglied des Vorstands der RWE AG seit dem 1. Juli 2012,

bestellt bis zum 30. Juni 2017

Mandate:

• RWE Deutschland AG

• RWE Generation SE

• RWE IT GmbH (Vorsitz)

Uwe Tigges (Personalvorstand und Arbeitsdirektor)

Mitglied des Vorstands der RWE AG seit dem 1. Januar 2013, bestellt bis zum 31. Dezember 2020

Mandate:

• Amprion GmbH

• RWE Group Business Services GmbH (Vorsitz)

• RWE Pensionsfonds AG (Vorsitz)

• RWE Service GmbH (Vorsitz)

- VfL Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e.V.

Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
- Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die RWE Aktiengesellschaft, Essen

Vermerk zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der RWE Aktiengesellschaft, Essen, - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015 geprüft.

Verantwortung des Vorstands für den Jahresabschluss

Der Vorstand der RWE Aktiengesellschaft, Essen, ist verantwortlich für die Buchführung und die Aufstellung dieses Jahresabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Jahresabschluss in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung aufgestellt wird und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Jahresabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von dem Vorstand ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Prüfungsurteil

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Jahresabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr.

Vermerk zum Lagebericht

Wir haben den beigefügten Lagebericht der RWE Aktiengesellschaft, Essen, der mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 geprüft. Der Vorstand der RWE Aktiengesellschaft, Essen, ist verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der zusammengefasste Lagebericht mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des zusammengefassten Lageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Essen, den 23. Februar 2016

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Reuther, Wirtschaftsprüfer

Ralph Welter, Wirtschaftsprüfer

FINANZKALENDER

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20. April 2016 Hauptversammlung
21. April 2016 Dividendenzahlung
12. Mai 2016 Zwischenbericht über das erste Quartal 2016
11. August 2016 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2016
14. November 2016 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2016
14. März 2017 Bericht über das Geschäftsjahr 2016
27. April 2017 Hauptversammlung
3. Mai 2017 Dividendenzahlung
15. Mai 2017 Zwischenbericht über das erste Quartal 2017
14. August 2017 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2017
14. November 2017 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2017

Die Hauptversammlung (bis zum Beginn der Generaldebatte) und alle Veranstaltungen zur Veröffentlichung von Finanzberichten werden live im Internet übertragen. Aufzeichnungen der Internetübertragungen sind mindestens zwölf Monate lang abrufbar.

IMPRESSUM

RWE Aktiengesellschaft

Opernplatz 1

45128 Essen

Telefon +49 201 12-00

Telefax +49 201 12-15199

E-Mail contact@rwe.com

Investor Relations:

Telefon +49 201 12-15025

Telefax +49 201 12-15033

Internet www.rwe.com/ir

E-Mail invest@rwe.com

Konzernkommunikation:

Telefon +49 201 12-15250

Telefax +49 201 12-15094

Satz:

CHIARI GmbH - Agentur für Markenkommunikation, Düsseldorf

RWE ist Mitglied im DIRK -

Deutscher Investor Relations Verband e.V.

Geschäftsberichte, Zwischenberichte und weitere Informationen über RWE finden Sie im Internet unter www.rwe.com.

Dieser Jahresabschluss ist am 8. März 2016 veröffentlicht worden. Er liegt auch in englischer Sprache vor.

RWE Aktiengesellschaft

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45128 Essen

T +49 201 12-00

F +49 201 12-15199

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1 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

1.1 STRATEGIE

Unser Geschäft wird auf allen Wertschöpfungsstufen anspruchsvoller. Schlüsselfaktoren sind der fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien, steigende Klimaschutzanforderungen und die digitale Revolution. Wir sehen hier unternehmerische Chancen für uns, die wir nutzen wollen: indem auch wir unseren Strom zunehmend aus regenerativen Quellen erzeugen, indem wir mit modernen und flexiblen Kraftwerken die Sicherheit der Stromversorgung gewährleisten, indem wir die Netzinfrastruktur technisch weiterentwickeln und indem wir unseren Kunden innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten, mit denen sie Energie effizienter nutzen und ihre Lebensqualität steigern können. Um dafür finanziell besser gerüstet zu sein, stellen wir uns auch organisatorisch neu auf: Wir fassen die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer Tochtergesellschaft zusammen, die als börsennotiertes Unternehmen direkten Zugang zum Kapitalmarkt haben wird.

Was wir tun. RWE ist einer der führenden Strom- und Gasanbieter in Europa. Mit unserem Know-how bei der Gewinnung von Braunkohle, der Stromerzeugung aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen, dem Energiehandel, der Verteilung und dem Vertrieb von Strom und Gas sowie der Entwicklung und Bereitstellung von innovativen Energiemanagementlösungen sind wir auf allen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette tätig. Wir versorgen mehr als 16 Millionen Stromkunden und etwa 7 Millionen Gaskunden zuverlässig und zu fairen Preisen mit Energie. Im Geschäftsjahr 2015 haben wir einen Umsatz von 48,6 Mrd. € erwirtschaftet. Unsere wichtigsten Märkte sind Deutschland, Benelux, Großbritannien sowie Zentralost- und Südosteuropa. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sind wir auch außerhalb dieser Regionen aktiv, z. B. in Spanien und Italien. Eine Übersicht über unsere Geschäftsaktivitäten finden Sie auf der folgenden Seite.

Neue Anforderungen an Energieversorger. Das klassische Geschäftsmodell des voll integrierten Energieversorgers gerät zunehmend unter Druck. Mit dem fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt sich das konventionelle Erzeugungsgeschäft in Europa mehr und mehr weg von der Produktion möglichst hoher Strommengen hin zur Bereitstellung von Kapazitäten, mit denen die Schwankungen der Solar- und Windstromeinspeisungen aufgefangen werden. Damit verschieben sich die Einkommensströme für Kraftwerke zunehmend in Richtung marktorientierter Kapazitätsprämien für Versorgungssicherheit. Diese Entwicklung ist in einigen europäischen Märkten bereits weit vorangeschritten, u. a. in Großbritannien. In Deutschland hat sich die Politik allerdings bis auf Weiteres gegen die Einführung eines Kapazitätsmarktes entschieden (siehe Seite 35).

Zentrale Herausforderung im Netzbetrieb ist die Integration der wachsenden dezentralen Stromeinspeisungen aus regenerativen Quellen. Sie macht den verstärkten Einsatz komplexer Technologien erforderlich. Die Trends im Vertrieb werden dadurch bestimmt, dass es immer mehr Kunden gibt, die eine effizientere Energienutzung anstreben und von den Möglichkeiten Gebrauch machen wollen, die die digitale Revolution eröffnet. Zudem erzeugen Haushalte und Betriebe zunehmend ihren Strom selbst und übernehmen mitunter sogar die Rolle eines Energiemanagers.

Unsere Antwort. RWE wird auch in der Energiewelt von Môrgen ein führender Anbieter sein. Diesem Anspruch werden wir gerecht, indem wir unser Geschäftsmodell auf die beschriebenen Trends ausrichten. Unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien haben wir bereits stark ausgebaut und wollen hier auch in Zukunft auf Wachstumskurs bleiben. Des Weiteren investieren wir in den Erhalt, die Erweiterung und die Modernisierung unserer Netzinfrastruktur, um auf lange Sicht eine zuverlässige Verteilung von Strom und Gas gewährleisten zu können. Im Vertriebsgeschäft sind wir dank unserer starken Kundenbasis in der Lage, neue Bedürfnisse von Privathaushalten und Unternehmen frühzeitig zu erkennen und ihnen mit passgenauen Angeboten gerecht zu werden. In der konventionellen Stromerzeugung setzen wir auf eine flexible und effiziente Kraftwerksflotte, die als Partner der erneuerbaren Energien dafür sorgt, dass jederzeit genug Strom zur Verfügung steht. Darüber hinaus nehmen wir nach und nach ältere, emissionsintensive Kraftwerke vom Netz - mit der Folge, dass der durchschnittliche Wirkungsgrad unserer Erzeugungsanlagen steigt und sich der Ausstoß von Kohlendioxid sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Stromproduktion verringert.

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Marktpositionen von RWE Strom Gas
nach Absatz vollkonsolidierter Konzerngesellschaften1    
Deutschland Nr. 1 Nr. 3
Niederlande Nr. 1 Nr. 2
Großbritannien Nr. 2 Nr. 6
Zentralost-/Südosteuropa Nr. 2 in Ungarn Nr. 1 in Tschechien
  Nr. 3 in der Slowakei Nr. 2 in der Slowakei
  Nr. 5 in Polen Präsenz in Polen
  Nr. 5 in Tschechien Präsenz in Ungarn
  Nr. 3 in Kroatien Präsenz in Kroatien
  Präsenz in Slowenien  
  Präsenz in Rumänien  
  Präsenz in der Türkei  
Europa insgesamt Nr. 2 Nr. 6

1 Stand der Marktpositionen: Ende 2014, Stand der Marktpräsenzen: Ende 2015; Quelle: eigene Erhebungen

Wo RWE aktiv ist

Wachstumsfelder von RWE. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir derzeit insbesondere bei der Stromerzeugung aus Windenergie an Land und im Meer, im Stromverteilnetzgeschäft sowie in der Vermarktung innovativer Vertriebsprodukte und dezentraler Energielösungen. In einigen Ländern wollen wir die Chance ergreifen, uns durch Aufbau von Vertriebsgeschäft mittel- oder langfristig unter den großen lokalen Versorgern zu etablieren; Beispiele dafür sind Kroatien, Slowenien und Rumänien. Außerhalb Europas sind wir nur in sehr begrenztem Rahmen tätig, u. a. im Handelsgeschäft. Darüber hinaus bieten wir Staaten der Arabischen Halbinsel seit 2014 erfolgreich Beratungsdienstleistungen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette an.

Ein Konzern - zwei zukunftsfähige Unternehmen. Wachstumsprojekte haben wir früher großenteils aus Mitteln finanziert, die wir mit unseren Kraftwerken verdient haben. Weil die Stromgroßhandelspreise und damit auch die Margen in der konventionellen Stromerzeugung dramatisch gefallen sind, ist das heute nicht mehr möglich. Um dennoch Wachstumschancen nutzen zu können, die sich uns im derzeitigen energiewirtschaftlichen Umfeld bieten, haben wir Ende 2015 beschlossen, die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in eine neue Tochtergesellschaft zu überführen und einen Anteil von rund 10% an dieser Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an der Börse zu platzieren. Mit den Mitteln, die dem neuen Unternehmen zufließen, stärken wir unseren finanziellen Spielraum gerade auf den Gebieten, wo sich durch den Wandel des Energiesystems neue unternehmerische Perspektiven auftun. Auch im Hinblick auf die Herausforderungen in der konventionellen Stromerzeugung bietet die Reorganisation Vorteile. Durch die Möglichkeit, Einnahmen aus dem Verkauf von Anteilen an der neuen Gesellschaft zu erzielen, wird die RWE AG finanziell flexibler, etwa bei Erfüllung der Kernenergieverpflichtungen. Unsere Planungen sehen vor, dass die RWE AG Mehrheitseigentümer der neuen Gesellschaft bleibt.

Stärkung der Innovationskraft. Mehr denn je werden Versorger daran gemessen, wie flexibel und innovativ sie sind. Unternehmen, die in einem sich dynamisch verändernden Markt langfristig bestehen wollen, müssen schon heute sicherstellen, dass sie überzeugende Angebote für die Kundenbedürfnisse von morgen und übermorgen haben. Bei RWE und im Umfeld des Unternehmens gibt es viele kluge Köpfe, die uns dabei helfen können. Wir bringen sie zusammen und geben ihnen die Möglichkeit, Geschäftsideen ohne Denkverbote zu sondieren und vielversprechende Neuerungen direkt am Markt zu erproben. Organisiert und vorangetrieben wird dieser Prozess von unserem Anfang 2014 ins Leben gerufenen "RWE Innovation Hub", über den wir auf Seite 23 ff. ausführlich informieren. Um möglichst schnell neue Lösungen anbieten zu können, setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Partnern und sind mit Innovationsteams an den Standorten Silicon Valley, Tel Aviv und Berlin vertreten.

Das Leitbild von RWE. Unsere Strategie orientiert sich an einem Leitbild, das zum einen die ambitionierten politischen Ziele zum Klimaschutz, zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zur Verbesserung der Energieeffizienz unterstützt und zum anderen die enormen Herausforderungen aufgreift, die dadurch für uns in puncto Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und finanzielle Stärke entstehen. Unser Leitbild haben wir so formuliert: "Wir sind der vertrauenswürdige und leistungsstarke Partner für die nachhaltige Umgestaltung des europäischen Energiesystems." Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir uns die folgenden strategischen Ziele gesetzt: Wir wollen (1) unsere Finanzkraft stärken, (2) RWE leistungs- und wettbewerbsfähiger machen und (3) den nachhaltigen Umbau des europäischen Energiesystems erfolgreich mitgestalten. Im Folgenden erläutern wir die genannten Ziele und wie wir sie erreichen wollen. Weitere Informationen dazu können Sie im Internet unter www.rwe.com/strategie abrufen.

(1) Stärkung der Finanzkraft. Wir wollen jederzeit im gewünschten Maße und zu akzeptablen Konditionen Fremdkapital beschaffen können - selbst in Krisenphasen an den Finanzmärkten. Das hat oberste Priorität für uns. Wir streben daher die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings an. Unsere Nettoverschuldung haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr von 31,0 Mrd. € auf 25,1 Mrd. € gesenkt, vor allem wegen des Verkaufs von RWE Dea (siehe Seite 38). Unsere Investitionen und Ausschüttungen wollen wir vollständig mit dem Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit finanzieren, wenngleich Schwankungen beim Mittelzufluss dazu führen können, dass uns dies nicht in jedem Jahr gelingt.

Um unsere Finanzkraft zu stärken, bedienen wir uns gleich mehrerer Hebel. Im Jahr 2012 hat RWE ein ambitioniertes Effizienzsteigerungsprogramm gestartet, das umfangreiche Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung beinhaltet (siehe Seite 57). Darüber hinaus haben wir die Investitionen stark zurückgefahren und eine Reihe von Desinvestitionen getätigt. Zum Verkauf steht derzeit u. a. noch unsere Minderheitsbeteiligung an dem auf Uran-Anreicherung spezialisierten Unternehmen Urenco. Auch die bereits erläuterte organisatorische Neuaufstellung des RWE-Konzerns - verbunden mit dem Börsengang der neuen Gesellschaft für Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb - gibt uns zusätzlichen finanziellen Spielraum.

(2) Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Ein Marktumfeld, das sich dynamisch entwickelt, ist nur für Unternehmen beherrschbar, die selbst dynamisch sind. Wir haben bereits eine Fülle von Maßnahmen ergriffen, um unsere Prozesse noch effizienter, unsere Organisation noch schlagkräftiger und unsere Unternehmenskultur noch leistungsorientierter zu machen. Einen großen Schritt nach vorne gebracht hat uns dabei das Anfang 2012 gestartete und inzwischen erfolgreich beendete Programm "RWE 2015", das wir im Geschäftsbericht 2014 auf Seite 19 f. erläutert haben. Einen wichtigen Beitrag zur Schaffung wettbewerbsfähigerer Strukturen liefert auch die im August 2015 beschlossene Verringerung der Zahl unserer Konzerngesellschaften im Wege einer Verschmelzung. Dadurch, dass wir mit weniger rechtlichen Einheiten und Führungsebenen auskommen, können wir Entscheidungswege verkürzen und den Verwaltungsaufwand verringern.

(3) Mitgestaltung des nachhaltigen Umbaus des europäischen Energiesystems. Dem tiefgreifenden Strukturwandel im Energiesektor begegnen wir mit einer Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells. Dies betrifft alle Stufen der Wertschöpfungskette. Damit reagieren wir nicht nur auf Veränderungen, sondern übernehmen eine aktive Rolle beim Umbau des europäischen Energiesystems.

Optimierung unseres konventionellen Kraftwerksparks. Stark gesunkene Stromgroßhandelspreise und schwierige politische Rahmenbedingungen setzen uns in der konventionellen Stromerzeugung zu, insbesondere in Deutschland. Viele Kraftwerke sind nur noch schwach ausgelastet und decken ihre Kosten nicht. Wir arbeiten daran, die Profitabilität unserer Anlagen zu verbessern, indem wir ihre laufenden Kosten senken und ihre kommerzielle Verfügbarkeit erhöhen. Sofern wirtschaftlich geboten, legen wir Kraftwerke vorübergehend oder endgültig still. Viele Experten sehen gute Chancen dafür, dass sich die Lage in der konventionellen Stromerzeugung mit fortschreitendem Abbau von Überkapazitäten wieder stabilisiert. Sie erwarten, dass Kohle und Gas im deutschen Stromerzeugungsmix auf längere Sicht unverzichtbar sind. Unsere großenteils hochmodernen Gaskraftwerke eignen sich besonders gut als Partner der erneuerbaren Energien, weil ihre Fahrweise sehr schnell an Lastschwankungen im Netz angepasst werden kann. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Emissionen stoßen sie zudem auf breite gesellschaftliche Akzeptanz. Ihre Bedeutung in unserem Stromerzeugungsportfolio dürfte sich langfristig erhöhen. Auch Kohle bleibt ein wichtiger Energieträger für uns, wird aber an Bedeutung einbüßen. Das ergibt sich zum Teil aus regulatorischen Vorgaben zur Minderung von Treibhausgasemissionen. Beispielsweise werden wir im Rahmen des deutschen "Aktionsprogramms Klimaschutz 2020" fünf Braunkohleblöcke der 300-MW-Klasse frühzeitig aus dem Markt nehmen (siehe Seite 34). Für die kommende Dekade planen wir, weitere 300-MW-Blöcke stillzulegen. Außerdem werden Verträge auslaufen, durch die wir Steinkohlekraftwerke nutzen können, die sich nicht in unserem Eigentum befinden.

Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Ausbau der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen bleibt ein Eckpfeiler unserer Strategie. Einen großen Teil der Mittel, die uns für Wachstumsprojekte zur Verfügung stehen, wollen wir dafür einsetzen. Bei der Erzeugungstechnologie konzentrieren wir uns weiterhin auf Windkraftanlagen an Festlandstandorten und im Meer. Zudem wollen wir künftig auch in der Solarenergie großvolumige Projekte in Angriff nehmen.

Ausweitung des Handelsgeschäfts. Der Energiehandel ist das wirtschaftliche Bindeglied zwischen den Elementen unserer Wertschöpfungskette, den regionalen Märkten und den verschiedenen Rohstoffen. Unsere Handelstochter RWE Supply & Trading nutzt ihr Know-how zunehmend auch außerhalb Europas und hat bereits Büros in New York, Singapur und Mumbai eröffnet. In begrenztem Umfang investiert RWE Supply & Trading in Energieunternehmen und -anlagen, bei denen sich durch Restrukturierung und Weiterveräußerung innerhalb eines Zeitfensters von drei bis fünf Jahren attraktive Renditen erzielen lassen. Ein Beispiel dafür ist das Ende 2012 erworbene Steinkohlekraftwerk Lynemouth im Norden Englands: Wir haben die Weichen dafür gestellt, dass es mit staatlicher Förderung in ein Biomassekraftwerk umgewandelt werden kann, und die Anlage Anfang 2016 weiterverkauft.

Weiterentwicklung der Verteilnetzinfrastruktur. Die Netze sind das Rückgrat der Energiewende, und wer sie bewirtschaftet, kann i.d.R. stabile Renditen erzielen. In unserem Portfolio hat das Netzgeschäft deshalb seinen festen Platz. Herausforderungen ergeben sich hier u.a. durch den zunehmenden Wettbewerb um Konzessionen. Wer in Deutschland Netze betreiben will, muss sich von der Kommune das vertragliche Recht einräumen lassen, die öffentlichen Verkehrswege in ihrem Gebiet für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen zu nutzen. Ende 2015 hatten wir rund 3.000 Stromnetz- und rund 800 Gasnetzkonzessionen mit einer Laufzeit von zumeist 15 bis 20 Jahren. Wenn Konzessionen auslaufen, streben wir ihre Erneuerung an, müssen uns dabei aber gegen Mitbewerber durchsetzen. Zudem möchten immer häufiger die Kommunen selbst ins Verteilnetzgeschäft einsteigen. Unsere Antwort darauf sind attraktive Beteiligungsmodelle, die auf die einzelnen Städte oder Gemeinden zugeschnitten sind. Vorteil für uns: Wir bleiben Betreiber der Netze und stärken zugleich unser partnerschaftliches Verhältnis mit den Kommunen.
Vor große Herausforderungen stellen uns auch die zunehmenden Stromeinspeisungen aus wetter- und tageszeitabhängigen regenerativen Quellen und die steigende Anzahl kleiner, dezentraler Erzeugungsanlagen. Sie machen den Netzbetrieb technisch anspruchsvoller, eröffnen aber auch Wachstumsmöglichkeiten. Um unter diesen Rahmenbedingungen eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, müssen wir in den Erhalt und den Ausbau unserer Netzinfrastruktur investieren. Damit Netze effektiver und flexibler genutzt werden können, entwickeln wir neue Steuer- und Regeltechniken und testen sie in Feldversuchen. Außerdem widmen wir uns - etwa im Projekt "Designetz" - der Frage, wie die vielen dezentralen Erzeuger und Verbraucher von Strom im ländlichen und städtischen Raum intelligent vernetzt werden können (siehe Seite 26).

Stärkung der Vertriebsposition durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Wie bereits erläutert, entwickeln sich Haushalte und Betriebe zunehmend weg vom reinen Konsumenten hin zum "Prosumer", der seinen Strom auch selbst produziert und mitunter sogar speichern kann. Immer mehr Kunden streben eine effiziente Energienutzung an und wollen von den Möglichkeiten profitieren, die ihnen die digitale Revolution bietet. Um in diesem Marktumfeld unsere Position behaupten zu können, erweitern wir unser Tätigkeitsgebiet weit über den klassischen Vertrieb von Strom und Gas hinaus: Wir entwickeln neue Geschäftsmodelle für alle Endkundensegmente, indem wir unser Know-how auf dem Gebiet der Energieversorgung und der Informationstechnologie zusammenführen. Das Ergebnis sind innovative Produkte und auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen, mit denen wir uns von anderen Versorgern abheben. Beispiele dafür sind unsere Hausautomatisierung RWE SmartHome, die wir seit 2011 erfolgreich vermarkten, und die neue Steuerungsbox RWE easyOptimize, über die wir auf Seite 24 berichten.

Nachhaltiges Wirtschaften - Anspruch an uns selbst. Unser Beitrag zu einem nachhaltigen Energiesystem besteht auch darin, dass wir selbst nachhaltig wirtschaften. Energieversorgung ist ein langfristig angelegtes Geschäft. Umso wichtiger ist, dass unser Handeln in Einklang mit den Erwartungen der Gesellschaft steht. Um diese Erwartungen besser einschätzen zu können, stehen wir in ständigem Dialog mit Vertretern unserer Anspruchsgruppen, auch als "Stakeholder" bezeichnet. Dabei handelt es sich in erster Linie um Anteilseigner, Arbeitnehmer, Kunden, Politiker, Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Bürgerinitiativen. Auf Basis dieses Dialogs haben wir im Jahr 2007 zehn Handlungsfelder festgelegt, in denen nach unserem Verständnis die wichtigsten Herausforderungen für RWE liegen. Die Auswahl und Abgrenzung der Handlungsfelder haben wir seither turnusgemäß überprüft und sie an Veränderungen im Unternehmen und in unserem gesellschaftlichen Umfeld angepasst. Unsere Handlungsfelder lassen sich aktuell mit folgenden Stichworten charakterisieren: (1) Klimaschutz, (2) Energieeffizienz, (3) Umweltschutz und Biodiversität, (4) gesellschaftliches Engagement, (5) Markt und Kunde, (6) Mitarbeiter, (7) Lieferkette, (8) Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, (9) Versorgungssicherheit und (10) Innovation. Für jedes dieser Handlungsfelder haben wir uns Ziele gesetzt und darüber hinaus Kennzahlen festgelegt, mit denen wir die Zielerreichung messen und für die Öffentlichkeit dokumentieren.

Eine besondere Bedeutung innerhalb der zehn Handlungsfelder kommt dem Klimaschutz zu. Als Europas größter Einzelemittent von Kohlendioxid (CO2 ) sind wir hier besonders gefordert, zumal mit hohen Emissionen auch hohe wirtschaftliche Risiken verbunden sind. Wir wollen unseren CO2 -Ausstoß je erzeugte Megawattstunde Strom, der im vergangenen Jahr bei 0,71 Tonnen lag, bis 2020 auf 0,62 Tonnen senken. Dabei setzen wir u. a. auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem haben wir mit unserem inzwischen abgeschlossenen Kraftwerksneubauprogramm die Voraussetzung dafür geschaffen, dass hochmoderne Erzeugungskapazitäten an die Stelle älterer, emissionsintensiver Anlagen treten können. Die meisten Anlagen aus dem Programm sind Gaskraftwerke. Sie stoßen wesentlich weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke, konnten allerdings wegen ungünstiger Marktbedingungen bisher noch nicht im gewünschten Maß zur Verbesserung unserer CO2 -Bilanz beitragen.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie im Bericht "Unsere Verantwortung", dessen neue Ausgabe Ende März 2016 erscheint und im Internet unter www.rwe.com/cr-bericht abgerufen werden kann.

1.2 INNOVATION

RWE war schon immer ein innovatives Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist die Fernleitung zwischen dem Rheinland und den Alpen aus den 1920er-Jahren - die damals längste deutsche Stromautobahn, gebaut von RWE. Heute sorgen wir mit neu entwickelten Produkten dafür, dass Energie für unsere Kunden zum Erlebnis wird. Die Dezentralisierung der Energiewirtschaft, der Aufbruch ins digitale Zeitalter und der Trend zur energetischen Rundumversorgung sind Motoren eines Wandels, den wir innovativ mitgestalten. Indem wir neue Geschäftsmodelle entwickeln, stellen wir sicher, dass wir auch für die Kundenbedürfnisse von Môrgen und übermorgen das passende Sortiment haben. Parallel arbeiten wir an technischen Lösungen für eine sichere, bezahlbare und umweltschonende Energieversorgung. Dass uns die Ideen dabei nicht ausgehen, belegen unsere rund 350 patentgeschützten Erfindungen, mit denen wir zur Spitzengruppe der europäischen Versorger gehören.

Innovationen bei RWE. RWE ist in vielfältiger Weise innovativ. Wichtigste Triebfeder ist unser Anspruch, unsere Kunden durch preiswerte und bedarfsgerechte Angebote zu überzeugen. Dass uns dies nicht nur heute, sondern auch in Zukunft gelingt - dazu trägt der RWE Innovation Hub bei, eine Innovationsplattform, die wir Anfang 2014 gegründet haben und die von einem inzwischen rund 100-köpfigen Team mit Leben gefüllt wird. Der Hub soll uns dabei unterstützen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und damit zu unterstreichen, dass RWE weit mehr kann, als bloß Strom und Gas bereitzustellen. Auch in technischer Hinsicht sind wir innovativ: Mit derzeit rund 200 Projekten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung wollen wir dazu beitragen, dass die Stromerzeugung emissionsärmer, das Verteilnetz intelligenter und die Energienutzung effizienter wird. Darüber hinaus profitieren wir von der Findigkeit und Kreativität unserer Mitarbeiter im betrieblichen Alltag. Mit guten Ideen für Prozessverbesserungen haben sie auch 2015 wieder dafür gesorgt, dass wir Einsparungen in Millionenhöhe erreicht haben.

RWE Innovation Hub: Plattform für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Wir wollen Innovationsführer im zukünftigen Energiesystem sein - und mit unseren Ideen Geld verdienen. Diese Ziele erreichen wir, indem wir gemeinsam mit unseren Kunden herausfinden, welche neuen Produkte und Dienstleistungen ihre Wünsche und Bedürfnisse bestmöglich erfüllen können. Der RWE Innovation Hub ist der Boden, auf dem Ideen wachsen können, bis aus ihnen werthaltige Geschäftsmodelle werden. Die Mitarbeiter im Hub sind über die Grenzen von Ländern und Organisationseinheiten hinweg in einem Netzwerk miteinander verbunden. Aktuell arbeiten sie an vier Schwerpunktthemen, die für die Zukunft von RWE von besonderer Bedeutung sind: (1) Chancen durch die digitale Revolution, (2) intelligente, vernetzte Lösungen für Privat- und Gewerbekunden, (3) Energiekonzepte für Europas Metropolen und (4) neue Produkte und Dienstleistungen durch die Nutzung von Daten. Erste Produkte aus diesen Kategorien werden bereits bei Kunden getestet. Da innovative Geschäftsmodelle auch innovative Organisationsstrukturen benötigen, überführen wir marktreife Ideen mitunter in eigens dafür gegründete Gesellschaften, sogenannte Start-ups. Diese schlank und flexibel aufgestellten Unternehmen spezialisieren sich darauf, die neuen Angebote von RWE am Markt zu platzieren.

(1) Chancen durch die digitale Revolution. Ob Banküberweisung, Fahrkartenkauf oder Urlaubsbuchung - die meisten dieser Transaktionen werden heute nicht mehr in der Bank oder im Reisebüro getätigt, sondern per Mausklick am Computer oder per Smartphone. Wer unterwegs ist, hat heute sein Mobiltelefon so selbstverständlich dabei wie den Hausschlüssel. Auch Laptops und Tablets gehören für viele zur mobilen Grundausstattung. Wir sehen hier den Anknüpfungspunkt für eine vielversprechende Geschäftsidee. Seit Dezember 2015 testen wir in einigen deutschen Lifestyle-Restaurants "Wireless Power" (WiPo), einen Prototypen für das kabellose Aufladen. Die Idee: Während die Gäste essen, tanken ihre Mobilgeräte so ganz nebenbei Energie - und zwar kostenfrei und ohne Einstöpseln. Unsere Vision: Im Bus, beim Einkaufen, beim Geschäftsessen - wo auch immer Menschen sich aufhalten - ist eine WiPo-Ladestation von RWE in der Nähe und versorgt Mobilgeräte mit Strom. Betreiber von Kaufhäusern, Gaststätten oder öffentlichen Verkehrsmitteln haben mit diesem Extra-Service die Möglichkeit, sich von Wettbewerbern abzuheben. Sie können die Ladestationen bei uns kaufen oder mieten - und im besten Fall unseren Strom gleich mitbeziehen.

(2) Intelligente, vernetzte Lösungen für Privat- und Gewerbekunden. RWE ist mit seinen Produkten rund um die Hausautomatisierung einer der führenden Anbieter in Europa. Damit das so bleibt, treiben wir die Entwicklung neuer Lösungen zur digitalen Optimierung der Energienutzung voran, bis hin zur kompletten Digitalisierung des Wohnens. Solche Lösungen machen das Wohnen nicht nur angenehmer; sie können geradezu essenziell sein in einer Zeit, in der immer mehr ältere Menschen selbstbestimmt leben wollen. Beispiele sind hier die automatische Heizungs- und Fenstersteuerung oder auch Warnmelder, die anschlagen, wenn die Rollläden nicht bewegt werden. Und wir gehen noch einen Schritt weiter: Durch das Angebot von Komplettpaketen wollen wir uns vom Versorger zum "Umsorger" weiterentwickeln, der auch die dezentrale Stromerzeugung seiner Kunden steuert. Mehr als 1,5 Millionen deutsche Haushalte und Unternehmen produzieren bereits selbst Strom. Was mit diesem Strom geschieht - also ob er ins öffentliche Netz eingespeist oder vor Ort verbraucht wird - darüber werden sie zunehmend selbst entscheiden wollen. In der Energiewelt von Môrgen könnten sie auch die Rolle eines Händlers übernehmen und den Strom verkaufen. Denn wenn in der "Sharing Economy" Autos geteilt werden, warum nicht auch selbsterzeugter Strom? Das stellt nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette der Energieversorgung auf den Kopf, sondern führt auch dazu, dass wir es mit einem ganz anderen Kundentyp zu tun haben. Diesen Kunden werden wir zwar keinen Strom mehr liefern, aber dafür unser Know-how als dezentraler Energiemanager.

Mit "RWE easyOptimize" haben wir das passende Produkt für sie. Dabei handelt es sich um einen Algorithmus in einer Box, der Anlagen für die Erzeugung und für die Speicherung von Strom sowie stromverbrauchende Geräte intelligent miteinander vernetzt. Mit ihm lassen sich die Betriebszeiten hauseigener Stromerzeugungsanlagen optimieren, beispielsweise solcher mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). KWK-Anlagen erzeugen aus unterschiedlichen Energieträgern Strom für die Industrie oder für Wohnsiedlungen. Die Abwärme, die dabei entsteht, wird für Produktionsprozesse oder zum Heizen genutzt. Inzwischen können KWK-Anlagen auch in Privathäusern betrieben werden; sie sind dann lediglich waschmaschinengroß. Die sogenannten Mini- und Mikro-KWK-Anlagen arbeiten im Haushalt vorrangig dann, wenn Wärme für die Heizung oder warmes Wasser benötigt wird. RWE easyOptimize sorgt dafür, dass sich ihre Betriebszeiten nicht nur am Wärme-, sondern auch am Strombedarf ausrichten. Dafür sammelt der Algorithmus automatisch Daten zu den Betriebszeiten der KWK-Anlage. Informationen zum Stromverbrauch liefert der SmartMeter-Stromzähler. Aus ihnen wird eine Prognose errechnet, die als Grundlage für den optimierten Betrieb dient. Vorteil für die Kunden: Sie sparen Geld. Vorteil für RWE: Über die Schnittstelle, die RWE easyOptimize bietet, kennen wir die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden und können ihnen passgenaue Produkt- und Dienstleistungsangebote unterbreiten. Nach der erfolgreichen Testphase mit 300 Haushalten fiel Mitte 2015 der Startschuss für die Markteinführung der kleinen Box mit den großen Möglichkeiten. RWE easyOptimize ist zugleich das erste Start-up, das der RWE Innovation Hub an den Markt geführt hat.

Für den Einsatz bei kleinen und mittelständischen Unternehmen testen wir zurzeit mit großem Erfolg den Prototypen "Consenze" (Connected Sensors). Viele kleine Sensoren werden dabei z. B. in einer Werkshalle angebracht und liefern von dort Daten. Unternehmen erhalten so Transparenz über den Stromverbrauch verschiedener Geräte, können Kostentreiber erkennen und auf dieser Grundlage Produktionsabläufe verbessern. Künftig soll Consenze den Energieverbrauch sogar vollautomatisch steuern. Es kann dann beispielsweise dafür sorgen, dass nach Büroschluss die Lichter ausgeschaltet und die Fenster geschlossen sind. Auch der Einsatz von Maschinen oder der Heizung ließe sich mit Consenze optimieren. Ein weiteres Beispiel dafür, welche Potenziale die Vernetzung bietet, ist "Lemonbeat". Hinter dem Namen verbirgt sich ein neues, sicheres digitales Übertragungsprotokoll, das wir im Zuge unserer Aktivitäten zur Hausautomatisierung entwickelt haben. Es ermöglicht, dass entsprechend ausgestattete Elektrogeräte oder auch komplexe Maschinen miteinander kommunizieren. Gegenüber bereits etablierten Protokollen hat Lemonbeat klare Vorteile: Beispielsweise verbraucht es weniger Energie als WLAN; und anders als bei Bluetooth stellen dicke Wände und weite Strecken kein Kommunikationshindernis dar. Lemonbeat ist auch der Name des Start-up-Unternehmens, mit dem wir dieses attraktive Produkt weltweit vermarkten wollen.

(3) Energiekonzepte für Europas Metropolen. Experten prognostizieren, dass 2030 weltweit über 60% aller Menschen in Ballungsräumen wohnen und noch mehr dort arbeiten werden. In Deutschland ist der Anteil der Stadtbevölkerung schon heute wesentlich größer. Wir haben uns vorgenommen, Produkte und Dienstleistungen für eine höhere Lebensqualität dieser Menschen zu entwickeln. Dazu werden wir im laufenden Jahr Pilotprojekte auf den Gebieten Energieversorgung und Infrastruktur starten. In einem ersten Schritt konzentrieren wir uns dabei auf die Regionen, in denen RWE heute schon präsent ist: das Ruhrgebiet, Berlin, Warschau, Prag und Budapest.

(4) Neue Produkte und Dienstleistungen durch die Nutzung von Daten. Unser Geschäft bringt es mit sich, dass wir über einen breiten, ständig wachsenden Datenbestand verfügen. Künftig wollen wir ihn noch systematischer bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen nutzen. Ein Beispiel: In unseren Gaskraftwerken setzen wir Turbinen unterschiedlicher Hersteller ein; sie treiben die Generatoren an, die letztlich den Strom erzeugen. Im Laufe der Jahre haben wir viele Betriebsdaten gesammelt und mit ihrer Hilfe die Anlagen optimiert. Dieses Wissen ist in seiner Breite einzigartig, und wir wollen es künftig an die Entwicklungsabteilungen der Hersteller und an Kraftwerksbetreiber in aller Welt vermarkten. Ein weiteres Beispiel: Neue Methoden der Datenanalyse machen es möglich, die Energienutzung viel individueller und zielgerichteter zu steuern. Für unsere Kunden wird damit der Verbrauch des veralteten stromfressenden Kühlschranks ebenso transparent wie sonst kaum merkliche Störungen an der Heizungspumpe, die auf einen baldigen Ausfall hindeuten.

Innovationen mit Partnern - schneller, kreativer, erfolgreicher. Damit unsere Projekte größtmögliche Erfolgschancen haben, tun wir uns mit Partnern zusammen, die unser Know-how ergänzen. Wir finden sie in den wichtigsten und größten Innovationszentren weltweit, etwa im Silicon Valley, in Europas Start-up-Hauptstadt Berlin und in Israel, dem Land mit der aktuell höchsten Start-up-Dichte. Dass sich in einem solchen dynamischen Umfeld Konzepte schnell und erfolgreich an den Markt bringen lassen, haben wir im vergangenen Jahr in Berlin in einem sogenannten Accelerator-Programm (Beschleunigungsprogramm) gezeigt: Innerhalb von nur zwei Wochen hat ein Team des RWE Innovation Hub gemeinsam mit Jungunternehmern ein Konzept für ein soziales Netzwerk entwickelt und getestet, das ältere Menschen dabei unterstützt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch mit Unternehmen im Silicon Valley und US-amerikanischen Hochschulen sind wir in regem Austausch. Dabei können wir Erfahrungen und Produkte vom europäischen Energiemarkt einbringen, die in den USA auf großes Interesse stoßen, insbesondere auf dem Gebiet der Elektromobilität.

Forschung und Entwicklung: Technische Innovationen für eine sichere und umweltschonende Energieversorgung. Forschung und Entwicklung (F & E) sind essenziell für die Transformation des europäischen Energiesystems. Wir identifizieren, bewerten, entwickeln und testen neue Technologien. Dadurch stellen wir sicher, dass wir wettbewerbsfähig bleiben - an der Schnittstelle zum Endkunden, also bei der Energienutzung, ebenso wie bei der Energiespeicherung, dem Netzbetrieb, der Stromerzeugung und an der Quelle, bei der Gewinnung von Rohstoffen. Mit fast 1.000 Patenten, die auf etwa 350 Erfindungen basieren, sind wir in der Spitzengruppe der europäischen Versorger. Allein 2015 haben wir 50 Patente angemeldet. Wenn wir F & E-Maßnahmen in Angriff nehmen, tun wir uns meist mit externen Partnern aus Anlagenbau, chemischer Industrie oder Forschungseinrichtungen zusammen. Deshalb übersteigt das finanzielle Volumen unserer Projekte den uns selbst zuzurechnenden Anteil deutlich. Unser betrieblicher F & E-Aufwand belief sich 2015 auf 101 Mio. € (Vorjahr: 110 Mio. €). Von unseren Mitarbeitern waren 400 ausschließlich oder teilweise mit F & E-Aufgaben befasst. Eine kleine Auswahl wichtiger F & E-Projekte stellen wir Ihnen im Folgenden vor. Für weitere Informationen verweisen wir auf www.rwe.com/innovation.

Elektromobilität - ökologisch Auto fahren. RWE arbeitet intensiv daran, den Durchbruch der umweltfreundlichen Elektromobilität zu beschleunigen, und hält dafür schon heute das passende Komplettangebot bereit: vom grünen Strom über ein großes Netz öffentlicher Ladesäulen und schnelle Ladelösungen bis hin zu Dienstleistungen für Infrastrukturbetreiber, etwa Carsharing-Anbieter. Zahlreiche Entwicklungen haben wir bereits urheberrechtlich schützen lassen: Inzwischen kommen wir allein auf dem Gebiet der Elektromobilität auf 30 Patentfamilien, also Gruppen von Patenten, die zu derselben Erfindung gehören - zum Teil mit weltweiter Gültigkeit. Ein Beispiel: Damit das Laden der Batterie abgerechnet werden kann, teilt das Elektrofahrzeug der Ladeinfrastruktur i.d.R. seine Zugangsdaten mit. Für Elektrofahrzeuge, die das technisch nicht können, haben wir ein intelligentes Ladekabel entwickelt, in dem die anonymisierten Kenndaten unseres Stromkunden gespeichert sind. Auch Fahrer von E-Autos ohne Vertragsbindung können die Ladesäulen nutzen, indem sie per SMS, Kreditkarte oder PayPal bezahlen. Ein weiteres Beispiel für unser Engagement: In San Diego läuft derzeit ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt zur Elektromobilität, in dem wir mit Daimler und der University of California zusammenarbeiten. Das Ziel ist, den auf dem Campus produzierten Strom aus Wind- und Sonnenenergie für die Ladung von Elektrofahrzeugen zu nutzen. Dazu haben wir 29 Ladepunkte errichtet, drei davon mit innovativer Schnellladetechnik: In nur 20 Minuten lädt ein Auto damit Strom für eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern. Die Erkenntnisse, die wir in diesem Projekt gewinnen, wollen wir auf dem deutschen Markt nutzen - etwa damit Fahrzeuge vorzugsweise dann geladen werden können, wenn große Mengen regenerativ erzeugten Stroms zur Verfügung stehen.

Innovative Energiespeicher - Schlüsseltechnologien für die künftige Stromversorgung. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird das Stromangebot wetter- und tageszeitabhängiger, denn Wind und Sonne richten sich nicht danach, wie viel Strom gerade gebraucht wird. Eine Möglichkeit, Angebot und Nachfrage in Balance zu halten, ist die Nutzung von Speichern. Als solcher eignet sich auch das Gasnetz. Das Vorgehen: Aus überschüssigem Wind- und Solarstrom wird Wasserstoff erzeugt und direkt ins örtliche Gasnetz eingespeist, um später für die Wärmeversorgung oder in Gaskraftwerken für die Stromproduktion zur Verfügung zu stehen. Wie all dies gelingen kann, erforscht RWE unter der Überschrift "Power to Gas" (Strom zu Gas). Mitte Februar 2015 haben wir dazu in Ibbenbüren eine Forschungsanlage in Betrieb genommen. Unser Ziel ist, mit Power to Gas über eine langfristige Technologieoption zu verfügen.

"Designetz" - umfassendes Energiewendeprojekt unter Federführung von RWE. Damit die Energiewende gelingt, müssen Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen eng zusammenarbeiten. Das soll im Projekt "Designetz" geschehen: Ein Forschungskonsortium unter der Führung von RWE hat sich zum Ziel gesetzt, ein tragfähiges Gesamtkonzept zur Integration der erneuerbaren Energien in das Versorgungssystem zu entwickeln. Die Kernfrage, die dabei zu beantworten ist: Wie können die vielen dezentralen Erzeuger und Verbraucher von Strom im ländlichen und städtischen Raum intelligent vernetzt werden? Unter den Konsortialpartnern finden sich Stadtwerke, namhafte Forschungsinstitute und große Technologieunternehmen. Designetz soll in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland umgesetzt werden. Diese Bundesländer, in denen über ein Viertel der deutschen Bevölkerung lebt, bieten uns ideale Voraussetzungen, um die dezentrale Energielandschaft der Zukunft einem Realitätscheck zu unterziehen: Gebiete mit sehr hohen Einspeisungen aus erneuerbaren Energien findet man hier ebenso wie industriegeprägte Verbrauchszentren. Im Dezember 2015 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dem Projekt Fördergelder in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Wir bringen in das Projekt unser Know-how aus dem Betrieb unseres rund 330.000 Kilometer langen deutschen Stromverteilnetzes ein, an das schon heute weit über 300.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen angeschlossen sind. Mit der Teilnahme an Designetz unterstreichen wir unseren Anspruch, kompetenter Partner bei der Umsetzung der Energiewende zu sein.

Messbojen für die Auswahl geeigneter Windkraftstandorte. Bei unserer F & E-Tätigkeit auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien gilt unser besonderes Augenmerk der Offshore-Windkraft. In der holländischen Nordsee testet RWE im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms seit März 2015 eine neue Variante mobiler Messbojen. Die Bojen erheben Wind-, Strömungs-, Wellen- und Witterungsdaten; auf Basis solcher Messungen kann der optimale Standort eines neuen Windparks bestimmt werden. Falls sich die Datenqualität als hinreichend erweist, könnten derartige Bojen künftig gleich mehrere der fünf- bis zehnmal so teuren Messmasten ersetzen, die fest im Meer verankert werden müssen. Das hat einen doppelten Vorteil: Der Bau von Offshore-Windparks wird kostengünstiger und ist mit einem geringeren Eingriff in die Natur verbunden.

Wasserkraftwerke im Einklang mit der Natur. Seit über 100 Jahren erzeugt RWE mit Wasserkraft Strom - zuverlässig, profitabel und ohne den Ausstoß von CO2 . Außerdem achten wir darauf, dass wir dabei nicht die Lebensbedingungen von Fischen beeinträchtigen. In einer Pilotanlage am Wasserkraftwerk Unkelmühle an der Sieg untersuchen wir derzeit, wie sich die Durchgängigkeit des Flusses an unserer Anlage insbesondere für Lachs, Meerforelle und Aal verbessern lässt. Da der Fischaufstieg in die Laichgebiete über verschiedene Becken bereits gewährleistet ist, testen wir jetzt die verschiedenen Möglichkeiten eines sicheren Fischabstiegs zurück in Richtung Meer. Bei dem Projekt arbeiten wir u. a. mit dem Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen zusammen; es wird durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

CO2 aus Kraftwerken: Fliegen Flugzeuge bald mit grünem Treibstoff? RWE testet bereits seit Längerem Verfahren zur Abtrennung von Kohlendioxid aus dem Rauchgas von Kraftwerken. Wir tun dies u. a. mit einer Pilotanlage zur CO2 -Wäsche am Braunkohlestandort Niederaußem in der Nähe von Köln. Im Geschäftsbericht 2013 haben wir auf Seite 86 f. ausführlich darüber berichtet. Neu ist, dass wir das Algen-Science-Center im Forschungszentrum Jülich mit CO2 beliefern, das in Niederaußem "ausgewaschen" wird. Denn was in unseren Kraftwerken als Nebenprodukt entsteht, können Pflanzenforscher nutzen, um ihre Mikroalgen zu füttern und daraus z. B. Öle als Basis für Biotreibstoffe zu gewinnen. Damit ließe sich sogar Kerosin ersetzen. Die Vorteile des synthetischen Treibstoffs: Seine Produktion steht - anders als die von Biodiesel - nicht in Konkurrenz zum Pflanzenanbau für die Nahrungsmittelherstellung und seine Nutzung ist weitgehend CO2 -neutral.

Coal to Liquid/Coal to Gas - von der Braunkohle zum Chemieprodukt. Eines der Ziele, die wir mit unserer F & E-Tätigkeit verfolgen, ist eine klimaschonendere Verstromung von Braunkohle. Doch diese Ressource, die uns noch viele Jahre zur Verfügung stehen wird, ist mehr als eine Energiequelle. Auf ihrer Basis können Ausgangsstoffe für die (petro-)chemische Industrie hergestellt werden - hochwertige Treibstoffe, aber auch Vorprodukte für Kunststoffe, Klebstoffe und Farben. Technisch möglich wird diese innovative Nutzung dadurch, dass wir die Kohle in einen gasförmigen Zustand bringen und das so gewonnene Synthesegas, das vor allem aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff besteht, in die gewünschten Treibstoffe oder Vorprodukte umwandeln. Unser Forschungsziel ist, diese Technologie zur Marktreife zu führen. RWE verfügt bereits über langjährige Erfahrung in der Herstellung, Aufbereitung und Nutzung des aus Kohle gewonnenen Synthesegases. Im Rahmen des Projekts "Fabiene" werden wir im Frühjahr damit beginnen, die Herstellung von Naphtha, Wachsen und Treibstoffen wie Diesel oder Kerosin zu testen. Anfang 2016 hat uns das BMWi eine Förderzusage dafür erteilt. Partner bei dem Projekt, das wir in unserem Innovationszentrum Kohle in Niederaußem umsetzen, sind die TU Darmstadt und thyssenkrupp Industrial Solutions.

Mitarbeiterideen ermöglichten Einsparungen von mehr als 10 Mio. €. Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RWE rund 3.700 Verbesserungsvorschläge beim konzernweiten Ideenmanagement eingereicht. Den wirtschaftlichen Nutzen dieser Ideen veranschlagen wir für das erste Jahr ihrer Umsetzung auf über 10 Mio. €. Ein Beispiel: Teammitglieder des Bereichs Wasserwirtschaft bei RWE Power haben herausgefunden, wie sich die Leistung der Brunnen im rheinischen Braunkohletagebau auf verblüffend einfache Weise erhöhen lässt. Zum Hintergrund: Damit das Grundwasser die Tagebauflächen nicht in Seen verwandelt, muss der Boden kontinuierlich entwässert werden. Zu diesem Zweck gibt es eine Vielzahl unterirdischer Brunnen: Das Wasser sammelt sich dort und wird über Steigleitungen an die Oberfläche gepumpt. In die Brunnen gelangt es durch Filterrohre; allerdings führt das Wasser Feinstpartikel mit sich, die sich im Kies um die Filterrohre ablagern und zunehmend den Durchfluss hemmen. Die Idee: Einmal pro Woche wird das Abpumpen des Wassers für wenige Minuten gestoppt. Dadurch fällt die Wassersäule, die sich bis dato in der Steigleitung befunden hat, nach unten zurück, der Wasserspiegel im Brunnen steigt schlagartig an und die Wassermasse drückt nach außen ins Gestein. Durch die Strömungsumkehr lösen sich die Partikel; bei Wiedereinschalten der Pumpen werden - ähnlich wie beim Einsatz des "Pömpels" im Haushalt - die gelockerten Partikel aus dem Untergrund gesaugt, sodass die Poren im Kies wieder frei sind und das Wasser ungehindert fließen kann. Durch regelmäßiges An- und Abschalten der Brunnen kann ihre Förderleistung um durchschnittlich 10% erhöht werden; zugleich steigt die "Lebenserwartung" der Brunnen. Das "Anti-Aging-Programm" allein für die 150 Brunnen im Tagebau Hambach, verbunden mit niedrigeren Betriebskosten und dem Verzicht auf einige Brunnenneubauten, bringt uns eine Einsparung von weit über 1 Mio. € pro Jahr. RWE betreibt im rheinischen Braunkohlerevier rund 1.500 solcher Brunnen und plant, das Programm auf weitere Tagebaue auszuweiten.

1.3 WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Konjunkturelle Impulse und die im Vergleich zu 2014 etwas kühlere Witterung stimulierten den Energieverbrauch in Europa - zum Vorteil unseres Vertriebsgeschäfts. Immer kritischer werden dagegen die Rahmenbedingungen in der konventionellen Stromerzeugung: Aufgrund der Baisse am Steinkohle- und am Gasmarkt sind die Notierungen im Stromgroßhandel weiter gefallen. Auch die vermehrten Einspeisungen von subventioniertem Wind- und Solarstrom setzten die Preise unter Druck, vor allem in Deutschland. Wer sich hier 2015 für das folgende Kalenderjahr mit Grundlaststrom eindeckte, musste nur noch durchschnittlich 31 € je Megawattstunde bezahlen - so wenig wie seit über zehn Jahren nicht.

Wirtschaftsleistung der Eurozone um 1,5% gestiegen. Nach ersten Schätzungen war die globale Wirtschaftsleistung 2015 um 2,5% höher als ein Jahr zuvor. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone stieg um 1,5%. Katalysatoren waren die niedrigen Zinsen, der Ölpreisverfall und die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Innerhalb des Währungsraums belegte die deutsche Wirtschaft erneut einen der vorderen Plätze: Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist sie - angetrieben vom privaten Konsum - um 1,7% gewachsen. Auch die niederländische Wirtschaft expandierte stärker als die der Eurozone insgesamt, die belgische dagegen etwa gleich stark. In Großbritannien, unserem größten Markt außerhalb der Währungsunion, war es vor allem dem florierenden Dienstleistungssektor zu verdanken, dass sich das BIP um geschätzte 2,2% erhöhte. Noch dynamischer entwickelten sich unsere zentralosteuropäischen Märkte: Aktuell verfügbare Daten lassen darauf schließen, dass Tschechien 2015 ein Wachstum von rund 4% erreichte, gefolgt von Polen und der Slowakei mit jeweils 3,5% sowie Ungarn mit 3%.

Erneut milde Temperaturen in Kontinentaleuropa. Während sich bei Industrieunternehmen vor allem die wirtschaftliche Entwicklung auf den Energieverbrauch auswirkt, wird dieser bei Haushalten in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen beeinflusst: Je höher die Außentemperaturen, desto weniger Energie wird zum Heizen benötigt. In Deutschland, Benelux und Zentralosteuropa lagen die Temperaturen 2015 über dem zehnjährigen Mittel, in Großbritannien dagegen etwas darunter. Auffallend mild waren die Heizmonate Januar, November und Dezember. Allerdings war es 2015 nicht so warm wie 2014.

Neben dem Energieverbrauch unterliegt auch die Stromerzeugung Wettereinflüssen. Eine große Rolle spielt dabei das Windaufkommen, das in weiten Teilen Europas höher war als 2014. In Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Polen verbesserte sich daher die Auslastung unserer Windkraftanlagen, während sie sich in Italien und Spanien etwas verschlechterte. Auch die Niederschlags- und Schmelzwassermengen haben Einfluss auf die Stromproduktion: Sie blieben in Deutschland, wo sich die meisten unserer Laufwasserkraftwerke befinden, hinter dem hohen Vorjahresniveau zurück. Wegen des massiven Ausbaus der Photovoltaikkapazitäten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat auch die Sonneneinstrahlung mittlerweile starke Auswirkungen auf das Stromangebot. Nach Zahlen des Deutschen Wetterdienstes gab es in Deutschland 2015 durchschnittlich 1.723 Sonnenstunden, 102 mehr als im Vorjahr.

Höherer Energieverbrauch in den RWE-Kernmärkten. Das Wirtschaftswachstum und die etwas kühlere Witterung regten den Strom- und Gasverbrauch in unseren Kernmärkten an, während der Trend zur sparsameren Nutzung von Energie dämpfenden Einfluss hatte. Vorläufige Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lassen darauf schließen, dass die deutsche Stromnachfrage 2015 um etwa 1 % höher war als im Vorjahr. Vorliegende Daten für die Niederlande, Großbritannien, Polen, die Slowakei und Ungarn deuten ebenfalls auf einen gestiegenen Stromverbrauch hin. Die wesentlich temperaturabhängigere Gasnachfrage wurde dadurch angeregt, dass es insgesamt kühler war als 2014. Nach Erhebungen des BDEW erhöhte sich der deutsche Gasverbrauch um 4%. Für Tschechien veranschlagt der Netzregulierer des Landes ein Plus von 5%. In den Niederlanden und Großbritannien dagegen stagnierte der Verbrauch trotz kühlerer Witterung, u. a. weil dort weniger Gas verstromt wurde.

Ein-Jahres-Terminpreise am Gas-Großhandelsmarkt TTF in €/MWh (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply & Trading

Gaspreise unter Vorjahr. Die Baisse im internationalen Rohstoffhandel hat auch den europäischen Gasmarkt erreicht. Eine wichtige Rolle spielt dabei der stark gefallene Ölpreis, denn Gaseinfuhren nach Kontinentaleuropa basieren teilweise auf ölpreisabhängigen Langfristverträgen, die Energieversorger mit Fördergesellschaften abgeschlossen haben. Am wichtigsten kontinentaleuropäischen Gashandelsmarkt TTF (Title Transfer Facility) lagen die Spotnotierungen 2015 bei durchschnittlich 20 €/MWh und damit 1 € unter dem Vorjahreswert. Mit ebenfalls 20 €/MWh wurden Lieferkontrakte für das folgende Kalenderjahr (Forward 2016) abgerechnet; das sind 4 € weniger, als 2014 für den Forward 2015 bezahlt werden musste.

Durch den Rückgang der Notierungen im Gashandel, der auch in Großbritannien zu beobachten war, gerieten die Endkundenpreise unter Druck. Nach aktueller Datenlage hat sich Gas in Deutschland für Privathaushalte um durchschnittlich 1 % und für Industrieunternehmen um durchschnittlich 8% verbilligt. In Großbritannien werden für die genannten Kundengruppen Preisrückgänge von 5 bzw. 10% und in den Niederlanden von 3 bzw. 4% geschätzt. Erhebungen für Tschechien lassen darauf schließen, dass Gaslieferungen an die Industrie 6% günstiger geworden, die Haushaltstarife dagegen um 2% gestiegen sind.

Ein-Jahres-Terminpreise für Steinkohlelieferungen nach Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen in US$/Tonne (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply & Trading

Baisse am Steinkohlemarkt setzt sich fort. Im internationalen Steinkohlehandel gehen die Preise bereits seit 2011 nur in eine Richtung: nach unten. Wer für 2015 mit einer Stabilisierung gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Kohlelieferungen zu den sogenannten ARA-Häfen (Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen) wurden am Spotmarkt inklusive Fracht und Versicherung mit durchschnittlich 57 US$/Tonne (51 €) abgerechnet; 2014 waren noch 75 US$ bezahlt worden. Der Forward 2016 (Index API 2) handelte mit 55 US$/Tonne und damit 23 US$ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der weltweite Kohlemarkt ist überversorgt, weil zahlreiche Länder in der Vergangenheit Förderkapazitäten aufgebaut haben und die Nachfrageentwicklung nicht Schritt halten konnte. Darüber hinaus verringerten sich die im Kohlepreis enthaltenen Kosten für den Überseetransport; Hintergrund ist, dass auch in der Frachtschifffahrt Überkapazitäten entstanden sind und sich die Treibstoffe verbilligt haben. Für die Standardroute von Südafrika nach Rotterdam wurden 2015 nur noch 5 US$/Tonne in Rechnung gestellt, 4 US$ weniger als ein Jahr zuvor.

Terminpreise für CO2-Emissionsrechte (EU Allowances) in €/Tonne CO2 (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply & Trading

Leichte Preiserholung bei Emissionsrechten. Im europäischen Handel mit Emissionsrechten zeigten die Notierungen bis Ende vergangenen Jahres eine klare Aufwärtstendenz, der aber Anfang 2016 ein Preiseinbruch folgte. Eine European Union Allowance (EUA), die zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde 2015 mit durchschnittlich 7,80 € gehandelt. Die Angabe bezieht sich auf Terminkontrakte, die im Dezember 2016 fällig werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 notierte die EUA in Kontrakten für Dezember 2015 mit durchschnittlich 6,20 €. Nach wie vor sind für die dritte Handelsperiode bis 2020 wesentlich mehr Emissionsrechte am Markt erhältlich, als tatsächlich benötigt werden. Allerdings hat die EU den Zertifikatüberschuss durch das vorübergehende Zurückbehalten von Emissionsrechten ("Backloading") bereits deutlich verringert. Das Backloading soll bis Ende 2016 fortgesetzt werden und Zertifikate für insgesamt 900 Mio. Tonnen CO2 betreffen. Preissteigernd wirkte auch, dass 2015 die Einführung einer "Marktstabilitätsreserve" beschlossen wurde (siehe Seite 33). In der Reserve, die ab 2019 zum Einsatz kommen soll, können Emissionsrechte "geparkt" werden, wenn hohe Zertifikatüberschüsse bestehen. Darüber hinaus wurde festgelegt, dass die Backloading-Zertifikate direkt in die Reserve überführt und nicht, wie bislang vorgesehen, in den Jahren 2019 und 2020 in den Markt gegeben werden.

Rückläufige Notierungen im Stromgroßhandel. In Deutschland ist die Preisentwicklung im Stromgroßhandel in starkem Maße von den steigenden Einspeisungen subventionierten EEG-Stroms geprägt. Durch sie werden konventionelle Erzeugungsanlagen aus dem Markt gedrängt, und zwar in erster Linie Gaskraftwerke, die i.d.R. höhere Brennstoffkosten haben als Kohle- oder Kernkraftwerke. Der Einfluss dieser Anlagen auf die Strompreisbildung hat sich dementsprechend verringert, während der von Steinkohlekraftwerken, die wegen des massiven Preisverfalls an den Steinkohlemärkten relativ günstig produzieren, gestiegen ist. Diese beiden Faktoren - Verdrängung von Gaskraftwerken und Verbilligung von Steinkohle - haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Notierungen im deutschen Stromgroßhandel seit Jahren rückläufig sind. Die Preise haben sich 2015 weiter verringert und sind Anfang 2016 nochmals stark gefallen. Der Spotpreis für das Grundlastprodukt lag im Durchschnitt des vergangenen Jahres bei 32 €/MWh und damit 1 € unter dem Niveau von 2014. Der Forward 2016 notierte mit 31 €/MWh. Zum Vergleich: 2014 war der Forward 2015 noch mit 35 € gehandelt worden.

In Großbritannien, unserem zweitgrößten Erzeugungsmarkt, haben Gaskraftwerke einen wesentlich größeren Anteil an der Stromproduktion als in Deutschland und damit einen stärkeren Einfluss auf die Strompreise. Deshalb und wegen der seit April 2013 erhobenen CO2-Steuer sind die Stromnotierungen dort vergleichsweise hoch. Am britischen Spotmarkt kostete die Megawattstunde Grundlaststrom im vergangenen Jahr durchschnittlich 40 £ (56 €). Das sind 2 £ weniger als 2014. Der Forward 2016 lag mit 43 £/MWh (59 €) um 8 £ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

In den Niederlanden, wo wir unsere drittgrößte Erzeugungsposition haben, spielen Gaskraftwerke bei der Strompreisbildung ebenfalls eine wichtige Rolle. Zugleich drücken deutsche Stromexporte das Preisniveau. Grundlaststrom kostete am niederländischen Spotmarkt durchschnittlich 40 €/MWh und damit 1 € weniger als 2014. Im Terminhandel wurden Kontrakte für das folgende Kalenderjahr mit durchschnittlich 38 €/MWh abgerechnet, gegenüber 43 € im Vorjahr.

Ein-Jahres-Terminpreise für Grundlaststrom am Großhandelsmarkt in €/MWh (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply & Trading

Anhaltender Margendruck in der Stromerzeugung. Die Margen unserer konventionellen Kraftwerke ergeben sich, wenn man vom Preis je produzierte Einheit Strom die Kosten (inklusive Steuern) der dafür benötigten Menge an Brennstoff und CO2-Emissionsrechten abzieht. Den Brennstoff für unsere Steinkohle- und Gaskraftwerke beschaffen wir i.d.R. an liquiden Märkten zu den jeweils aktuellen Konditionen. Die Erzeugungskosten dieser Anlagen können daher stark schwanken. Steinkohle- und Gaskraftwerke betreiben wir vor allem in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Ihre Margen werden als Clean Dark Spreads (Steinkohle) und Clean Spark Spreads (Gas) bezeichnet.

Die beiden Abbildungen auf der nächsten Seite zeigen, wie sich die Margen seit 2013 entwickelt haben. Abgestellt wird auf Termintransaktionen für das jeweils nächste Jahr. In Deutschland waren die Clean Dark Spreads, die 2015 für das Folgejahr erzielt werden konnten, im Durchschnitt etwas niedriger als 2014. In Großbritannien sind sie stark zurückgegangen, in den Niederlanden dagegen etwas gestiegen. Bei den Margen in der Gasverstromung war im Laufe des vergangenen Jahres eine leichte Erholungstendenz zu beobachten. Legt man Jahresdurchschnittswerte zugrunde, haben sich die Clean Spark Spreads in allen drei Märkten gegenüber 2014 erhöht. Der Vergleich mit den Clean Dark Spreads zeigt, dass die Marktbedingungen für Gaskraftwerke trotzdem wesentlich ungünstiger waren als die für Steinkohlekraftwerke.

Clean Dark Spreads1 im Terminhandel in €/MWh (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply&Trading

1 Grundlast-Strompreis abzüglich Kosten für Steinkohle und CO2 -Emissionsrechte bei einer angenommenen Kraftwerkseffizienz von 35 bis 37 %; mit eingerechnet sind die britische CO2 -Steuer und die zum 1. Januar 2016 abgeschaffte niederländische Kohlesteuer.

Clean Spark Spreads1 im Terminhandel in €/MWh (Wochendurchschnittswerte)

Quelle: RWE Supply&Trading

1 Grundlast-Strompreis abzüglich Kosten für Gas und CO2-Emissionsrechte bei einer angenommenen Kraftwerkseffizienz von 49 bis 50 %; mit eingerechnet ist die britische CO2-Steuer.

In der Stromerzeugung aus Kernenergie und Braunkohle sind die Brennstoffkosten dagegen vergleichsweise stabil. Dies trifft auch bei RWE zu. Unseren Uranbedarf decken wir mittels langfristiger Verträge zu festen Konditionen. Außerdem macht die Brennstoffbeschaffung in der Kernenergie generell nur einen sehr geringen Teil der gesamten Erzeugungskosten aus. Braunkohle fördern wir aus eigenen Tagebauen. Für sie gibt es wegen begrenzter Handelbarkeit keine aussagefähigen Marktpreise. Aufgrund der relativ stabilen Brennstoffkosten entwickeln sich die Margen der Kernkraft- und Braunkohlekraftwerke i.d.R. parallel zu den Großhandelsstrompreisen. Ebenso wie Letztere sind sie in den vergangenen Jahren stark gefallen.

RWE-Strom aus Braunkohle und Kernkraft für durchschnittlich 41 €/MWh abgesetzt. Um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu begrenzen, verkaufen wir den Strom aus unseren Kraftwerken größtenteils auf Termin und sichern die benötigten Brennstoffe und Emissionsrechte preislich ab. Von solchen Terminkontrakten für 2015, die wir bis zu drei Jahre im Voraus abgeschlossen hatten, hing daher ab, welche Erträge wir im Berichtsjahr mit unseren Kraftwerken erzielen konnten. Unsere Stromproduktion von 2015 verkauften wir insgesamt zu einem niedrigeren Preis als die des Vorjahres. Für Strom aus unseren deutschen Braunkohle- und Kernkraftwerken erzielten wir durchschnittlich 41 €/MWh (Vorjahr: 48 €/MWh). Die Erträge aus diesen Anlagen sanken dementsprechend deutlich. Unter Druck waren auch die Margen unserer Gas- und Steinkohlekraftwerke. Allerdings kamen hier neben der ungünstigen Strompreisentwicklung auch Entlastungen durch den Rückgang der Brennstoffnotierungen zum Tragen.

Niedrigere Stromrechnung für Endkunden. Auch im Endkundengeschäft haben die Preise nachgegeben. Hauptgrund dafür war die Entwicklung am Großhandelsmarkt. In Deutschland mussten Privathaushalte im Durchschnitt 1 % weniger bezahlen als 2014, während sich Strom für die Industrie um etwa 3 % verbilligte. In Großbritannien haben sich die Preise für beide Kundengruppen leicht verringert. In den Niederlanden lagen die Rückgänge bei 1 % (Privathaushalte) und 8% (Industrie), in der Slowakei bei 5 bzw. 3 % und in Ungarn bei jeweils 3 %. In Polen hat sich Strom dagegen um 2 bzw. 3 % verteuert.

1.4 POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Klimaschutz war auch 2015 eines der zentralen politischen Themen. Auf der UN-Klimakonferenz in Paris beschloss die Weltgemeinschaft ein Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung, das auf das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll folgen soll. In Deutschland widmete sich die Politik der Frage, wie das Land sein ambitioniertes Klimaschutzziel für 2020 erreichen kann. Vorschläge zur Einführung einer Klimaabgabe für Kraftwerke, die verheerende Auswirkungen auf die Braunkohlewirtschaft gehabt hätte, wurden nach massiven Protesten nicht weiterverfolgt. Nun sollen Braunkohlekraftwerke mit 2,7 GW Gesamtleistung in eine "Sicherheitsbereitschaft" überführt und einige Jahre später stillgelegt werden. Festgelegt hat sich die Bundesregierung auch bei der Frage, wie der Strommarkt künftig gestaltet sein soll: Statt einen Kapazitätsmechanismus einzuführen, will sie am bestehenden Marktmodell festhalten. Daneben rückte die Kernenergie in den Fokus der Politik: Die Bundesregierung will die Finanzierung der Entsorgungsverpflichtungen durch die Kernkraftwerksbetreiber langfristig sicherstellen und hat eine Kommission beauftragt, ein Konzept dafür zu erarbeiten.

Weltgemeinschaft einigt sich auf Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll. Auf der UN-Klimakonferenz vom 30. November bis 12. Dezember in Paris hat sich die Staatengemeinschaft auf ein Abkommen zur Eindämmung der Erderwärmung geeinigt. Der einstimmig beschlossene Weltklimavertrag ist die völkerrechtlich bindende Nachfolgevereinbarung zum Kyoto-Protokoll von 1997, das 2020 ausläuft. Er sieht vor, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf deutlich unter zwei Grad Celsius - wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius - begrenzt werden soll. Außerdem setzt sich die Weltgemeinschaft zum Ziel, noch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ein Gleichgewicht zu erreichen zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und deren Absorption - beispielsweise durch Meere und Wälder oder durch die Erdeinlagerung von CO2 . Eine Nutzung fossiler Brennstoffe wäre dann nur noch möglich, soweit die Emissionen neutralisiert werden können. Der Vertrag sichert zudem armen Ländern finanzielle Unterstützung für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Erderwärmung zu. Die einzelnen Länder sollen im Jahr 2020 festlegen, welchen Beitrag sie zur Senkung des Treibhausgasausstoßes leisten wollen, und diese Vorgabe alle fünf Jahre aktualisieren, d. h. nach Möglichkeit ein ehrgeizigeres Ziel formulieren. Der Weltklimavertrag selbst enthält keine nationalen Emissionsziele. Am 22. April 2016 soll er in New York von den Staatschefs unterzeichnet werden. In Kraft tritt er nur dann, wenn mindestens 55 Staaten verbindlich zustimmen, die zusammen für mindestens 55% des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich sind.

EU-Kommission legt Entwurf einer neuen Emissionshandelsrichtlinie vor. Der Klimaschutz nach 2020 war im vergangenen Jahr auch eines der zentralen Themen der europäischen Energiepolitik. Im Juli hat die EU-Kommission eine Novelle der Emissionshandelsrichtlinie vorgelegt, die gewährleisten soll, dass das im Oktober 2014 vom Ministerrat beschlossene Emissionsminderungsziel für 2030 erreicht wird: Die EU will bis dahin ihren Treibhausgasausstoß um mindestens 40% gegenüber 1990 senken. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Ausgestaltung des europäischen Emissionshandelssystems für die kommende Dekade. Der Richtlinienentwurf sieht vor, dass die Gesamtmenge der in den Markt gegebenen CO2 -Zertifikate während der vierten Emissionshandelsperiode von 2021 bis 2030 um jährlich 2,2% statt wie derzeit um 1,74% gesenkt wird. Ein "Modernisierungsfonds" soll wirtschaftlich schwächeren Mitgliedstaaten und ein "Innovationsfonds" der Industrie bei den nötigen Investitionen in CO2 -arme Technologien helfen. Zwar wird es für Industrieunternehmen nach dem Willen der Kommission weiterhin kostenfreie Zertifikatzuteilungen geben, um zu verhindern, dass CO2 -Kosten zu Standortverlagerungen führen. Der Kreis der begünstigten Sektoren soll aber eingegrenzt werden. Mit dem Richtlinienvorschlag der Kommission befassen sich nun der Ministerrat und das EU-Parlament. Das formale Gesetzgebungsverfahren wird voraussichtlich bis 2017 andauern.

Emissionshandel: Grünes Licht für Einführung einer Marktstabilitätsreserve. Bereits abgeschlossen werden konnte das Gesetzgebungsverfahren zur Ergänzung des Emissionshandelssystems um eine "Marktstabilitätsreserve", die eine flexiblere Steuerung des Angebots von CO2 -Zertifikaten ermöglicht. Im Juli 2015 stimmte das EU-Parlament dem Vorhaben zu. Im September gab auch der Ministerrat grünes Licht. Die Marktstabilitätsreserve soll ab 2019 zum Einsatz kommen. In ihr können Emissionsrechte "geparkt" werden, wenn es im Markt - wie derzeit - einen hohen Zertifikatüberschuss gibt. Dieser soll jährlich gemessen werden. Er entspricht der Differenz zwischen den seit 2008 ausgegebenen und den genutzten Zertifikaten. Bei Überschreitung einer Obergrenze soll die Anzahl der in den Folgejahren versteigerten Zertifikate entsprechend gesenkt und die einbehaltenen Emissionsrechte der Reserve zugeführt werden. Umgekehrt sollen bei Unterschreiten einer Untergrenze Zertifikate aus der Reserve an den Markt gegeben werden. Der Umfang der angestrebten CO2 -Minderung wird dadurch nicht verändert; vielmehr soll die Marktstabilitätsreserve genutzt werden, um Angebot und Nachfrage im Emissionsrechtehandel besser aufeinander abzustimmen und die Zertifikatpreise zu stabilisieren.

EU will europäische Energieunion schaffen. Ende März haben die Staats- und Regierungschefs der EU ein Konzept für eine europäische Energieunion verabschiedet. Der Vorstoß zielt darauf ab, die energie- und klimapolitischen Entscheidungen in der EU besser aufeinander abzustimmen und die Zusammenarbeit zwischen den Staaten zu fördern. Beispielsweise sollen sich diese bei Engpässen in der Energieversorgung künftig verstärkt untereinander aushelfen und damit ihre Abhängigkeit von Einfuhren aus Drittstaaten wie Russland verringern. Das Konzept der Energieunion richtet sich an fünf Zieldimensionen aus: Versorgungssicherheit, Energiebinnenmarkt, Energieeffizienz, Emissionssenkung sowie Forschung und Innovation im Energiebereich. Hohe Priorität misst die EU der Modernisierung und Verknüpfung der Netze bei. Bis 2020 soll jeder EU-Mitgliedstaat in der Lage sein, mindestens 10% der heimischen Stromproduktion in Nachbarländer zu exportieren. Im November 2015 zog die EU-Kommission eine Zwischenbilanz, laut der sie das Vorhaben auf einem guten Weg sieht. Gleichzeitig kündigte sie für 2016 umfangreiche Umsetzungsschritte und neue Gesetzesvorschläge an.

Deutschland stellt Weichen für zusätzliche Emissionsminderung in der Braunkohleverstromung. In Deutschland war die Konkretisierung des "Aktionsprogramms Klimaschutz 2020" eines der zentralen energiepolitischen Themen des vergangenen Jahres. Das Programm soll gewährleisten, dass Deutschland die für 2020 angestrebte Senkung seiner Treibhausgasemissionen um 40% gegenüber 1990 erreicht. Es sieht vor, dass die Emissionen im Stromsektor gegenüber der erwarteten Entwicklung um zusätzliche 22 Mio. Tonnen CO2 gesenkt werden müssen. Einen ersten Vorschlag, wie die Einsparung zu erzielen sei, machte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im März 2015: In einem Eckpunktepapier sprach es sich für die Einführung einer Klimaabgabe für Kraftwerke aus. Die Abgabe hätte im rheinischen Braunkohlerevier zur Stilllegung von 17 unserer 20 Kraftwerksblöcke und zwei unserer drei Tagebaue geführt. Nachdem der Vorschlag nicht nur in der Energiewirtschaft selbst, sondern auch bei Gewerkschaften und in der deutschen Industrie auf massiven Widerstand stieß, rückte das BMWi davon ab.

Anfang Juli verständigten sich die Parteivorsitzenden der Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD darauf, dass Braunkohlekraftwerke mit 2,7 GW Gesamtleistung in eine befristete "Sicherheitsbereitschaft" überführt und einige Jahre später stillgelegt werden. Ein Gesetzentwurf zur Ausgestaltung der Maßnahme wurde Anfang November vom Bundeskabinett beschlossen und ins parlamentarische Verfahren gegeben. Zuvor hatte sich das BMWi mit den betroffenen Energieunternehmen MIBRAG, RWE und Vattenfall darüber verständigt. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass acht Braunkohleblöcke im Zeitraum von 2016 bis 2019 schrittweise aus dem Markt genommen und jeweils vier Jahre lang bis zu ihrer Stilllegung für die letzte Absicherung der Stromversorgung genutzt werden. Die Betreiber der Anlagen erhalten dafür eine Vergütung, deren Gesamtvolumen das BMWi auf 1,6 Mrd. € veranschlagt. Die Bundesregierung will mit dieser Maßnahme 12,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Für den Fall, dass dieses Ziel nicht erreicht wird, hat die Braunkohlewirtschaft zugesagt, ihre Emissionen ab 2018 um bis zu 1,5 Mio. Tonnen CO2 zusätzlich zu verringern. RWE wird fünf Kraftwerke der 300-MW-Klasse in die Sicherheitsbereitschaft überführen: die Blöcke P und Q in Frimmersdorf zum 1. Oktober 2017, die Blöcke E und F in Niederaußem zum 1. Oktober 2018 und den Block C in Neurath zum 1. Oktober 2019. Das BMWi hat die Konzeption der Sicherheitsbereitschaft intensiv mit der Europäischen Kommission besprochen und ist zuversichtlich, dass die EU die Maßnahme nicht als unerlaubte Beihilfe einstufen wird.

Bundesregierung stockt Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung auf. Die im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 vorgesehene Emissionssenkung soll auch durch einen verstärkten Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erreicht werden. KWK-Anlagen zeichnen sich dadurch aus, dass die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme mitgenutzt wird, etwa zur Beheizung von Wohnraum oder für industrielle Prozesse. Das erlaubt eine effizientere Verwertung des Energiegehalts von Brennstoffen. Durch verstärkte KWK-Förderung will die Bundesregierung 4 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Die Weichen dafür hat sie mit einer Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG) gestellt, die zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Im neuen KWKG ist festgelegt, dass die Stromerzeugung auf KWK-Basis bis 2020 auf 110 Mrd. kWh und bis 2025 auf 120 Mrd. kWh steigen soll. Zum Vergleich: 2014 lag sie bei 96 Mrd. kWh. Um die Ausbauziele zu erreichen, hat die Bundesregierung das für KWK-Anlagen verfügbare jährliche Subventionsvolumen von 750 Mio. € auf 1,5 Mrd. € verdoppelt. Die Mittel sind nicht nur für neue, sondern auch für bestehende Anlagen bestimmt. Gefördert werden soll u. a. die Umrüstung von kohlegefeuerten Anlagen auf die Nutzung von Gas als Brennstoff.

Weißbuch zum Strommarktdesign: Bundesregierung spricht sich gegen Kapazitätsmarkt aus. Auch bei der Frage nach dem künftigen Strommarktmodell hat die Bundesregierung ihren Kurs abgesteckt. Im Anfang Juli veröffentlichten Weißbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" spricht sie sich gegen die Einführung eines Kapazitätsmechanismus aus. Ein solcher Mechanismus würde gewährleisten, dass Kraftwerksbetreiber neben den Erlösen aus der Stromproduktion auch eine Prämie dafür erhalten, dass ihre Kapazitäten verfügbar sind und damit zur Absicherung der Stromversorgung beitragen. Die Bundesregierung lehnt dies ab, u. a. weil sie hohe Kosten befürchtet. Stattdessen will sie am bestehenden Marktmodell festhalten und seine Funktionsfähigkeit verbessern. Dazu empfiehlt das Weißbuch u. a. die Garantie freier Preisbildung im Stromgroßhandel, eine Stärkung des Bilanzkreis- und Ausgleichsenergiesystems, die Öffnung des Regelenergiemarktes für weitere Anbieter, Anreize für mehr Flexibilität auf der Verbraucherseite und die Schaffung größerer Markttransparenz. Vorgesehen ist auch die Schaffung einer Kapazitätsreserve, die ausschließlich dann zum Einsatz kommt, wenn am Markt kein ausreichendes Angebot zur Deckung der Nachfrage zur Verfügung steht. Anfang November hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf mit den Eckpunkten der Strommarktreform beschlossen. Das Gesetzgebungsverfahren soll bis Mitte 2016 abgeschlossen werden.

Deutsche Energieversorger bestehen "Stresstest" zur Höhe der Kernenergierückstellungen. Große Aufmerksamkeit widmete die Bundesregierung auch der Frage, ob zusätzliche politische Schritte erforderlich sind, um die Finanzierung der Kernenergieverpflichtungen durch die Versorger langfristig abzusichern. Eine solche Überprüfung war bereits im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD verankert worden. Zunächst beauftragte das BMWi die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton mit einem Gutachten zur Höhe der Kernenergierückstellungen der vier deutschen Kernkraftwerksbetreiber (sogenannter Stresstest). Die Ergebnisse wurden am 10. Oktober veröffentlicht. Nach Auffassung der Gutachter reicht das bilanzielle Reinvermögen der betroffenen Energieversorger aus, um die Verpflichtungen zum Rückbau der Kernkraftwerke und zur Entsorgung der radioaktiven Abfälle abzudecken. Den Unternehmen wird bescheinigt, dass sie die heute absehbar notwendigen Entsorgungsaufgaben vollständig abgebildet und die Rückstellungen rechnerisch korrekt ermittelt haben. Die Gutachter haben dazu eine Vielzahl von Stress-Szenarien entwickelt, die zu einer großen Bandbreite bei den Verpflichtungsbarwerten führen. Die Kernenergierückstellungen der Unternehmen von insgesamt 38,3 Mrd. € (Stand: Ende 2014) liegen innerhalb dieser Bandbreite. Das BMWi erklärte dazu, dass es die Szenarien mit hohen Verpflichtungsbeträgen für unwahrscheinlich halte. Nach Auffassung des Ministeriums ergibt sich aus dem Gutachten kein zusätzlicher Handlungsbedarf.

Bundesregierung beruft Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs. Am 14. Oktober und damit kurz nach Abschluss des Stresstests hat die Bundesregierung eine "Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs" (KFK) berufen. Die KFK erhielt den Auftrag, ein Konzept zur Sicherstellung der Finanzierung der Rückbau- und Entsorgungsverpflichtungen vorzuschlagen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollte sie dabei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen im Auge behalten. Zu den möglichen Finanzierungsmodellen gehört die Gründung einer Stiftung, die die Verpflichtungen ganz oder teilweise übernimmt und von den Versorgern in entsprechendem Umfang mit Finanzmitteln ausgestattet wird. Denkbar ist auch eine Fondslösung. Die Bundesregierung berief 19 Personen in die Kommission; ein Vertreter der Kernkraftwerksbetreiber war nicht darunter. Mit dem Vorsitz betraute sie den ehemaligen Hamburger Oberbürgermeister Ole von Beust (CDU), den früheren Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die Kommission will ihre Vorschläge in Kürze vorlegen. Es wird erwartet, dass die Bundesregierung daraufhin ein Finanzierungskonzept verabschiedet, das sich zumindest in seinen Eckpunkten auf die Empfehlungen der Kommission stützt.

Landesregierung legt Entwurf der "Leitentscheidung" zur Zukunft der rheinischen Braunkohle vor. Im September hat die nordrhein-westfälische Landesregierung den Entwurf einer Leitentscheidung zur künftigen Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler II verabschiedet. Darin bestätigt sie, dass der Braunkohleabbau in Garzweiler auch nach 2030 für die Energieversorgung notwendig ist. Eine solche Feststellung ist Grundvoraussetzung für die langfristige Fortführung des Tagebaus. Allerdings will die Landesregierung entsprechend einer früheren Ankündigung das Abbaugebiet verkleinern. So soll auf eine Umsiedlung von drei Ortschaften verzichtet werden, darunter Holzweiler mit rund 1.400 Einwohnern; vorgesehen ist auch, dass ein größerer als der übliche Abstand zwischen dem Abbaugebiet und Holzweiler eingehalten werden muss. Die bisher auf 1,2 Mrd. Tonnen veranschlagten, planungsrechtlich genehmigten Kohlevorräte von Garzweiler II würden sich damit um schätzungsweise ein Drittel verringern. Im Gegensatz dazu wurden die genehmigten Abbaugrenzen der Tagebaue Hambach und Inden bestätigt. Im Herbst gab es eine öffentliche Konsultation zu dem Entwurf, an der sich RWE beteiligt hat. Die endgültige Leitentscheidung wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2016 verabschiedet. Nächster Schritt ist ihre raumplanerische Umsetzung.

Großbritannien: Wahlsieg der Konservativen nährt Hoffnung auf stabileren Rahmen im Energievertrieb. Bei den Parlamentswahlen in Großbritannien am 7. Mai 2015 hat die Konservative Partei von Premierminister David Cameron die für eine Alleinregierung nötige absolute Mehrheit errungen. Die Tories erreichten 331 der 650 zu vergebenden Unterhausmandate. Cameron regiert nun ohne die Liberaldemokraten, seinen früheren Koalitionspartner. Der Wahlausgang hat große Bedeutung für den energiepolitischen Kurs Großbritanniens. Die oppositionelle Labour Party hatte u. a. damit geworben, dass sie im Falle eines Wahlsiegs die Haushaltstarife für Strom und Gas für 20 Monate einfrieren würde. Die Tories dürften sich in der Energiepolitik dagegen stärker am Grundsatz der Marktorientierung ausrichten.

Britische Regierung streicht Vorteile von Ökostromproduzenten bei Klimaschutzabgabe. Mit Wirkung zum 1. August hat die britische Regierung die Befreiung des Ökostromverbrauchs von der nationalen Klimaschutzabgabe aufgehoben und damit die Ertragsperspektiven der Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen beschnitten. Die Klimaschutzabgabe CCL (Climate Change Levy) wird seit April 2001 auf fossile Energieträger erhoben. Werden die Energieträger für die Stromerzeugung verwendet, unterliegen sie nicht der CCL, wohl aber der mit ihnen produzierte Strom. Zu entrichten ist die Abgabe von Verbrauchern aus dem gewerblichen, industriellen oder öffentlichen Sektor. Sie dient der Finanzierung von Klimaschutzprojekten und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Für Strom lag sie Ende 2015 bei 5,54 £/MWh. Da grüner Strom bislang von der CCL ausgenommen war, konnten abgabepflichtige Verbraucher bei den Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen sogenannte Levy Exemption Certificates (LECs) erwerben und diese anstelle der CCL an den Staat abführen. Für die Ökostromproduzenten stellten die LECs eine zusätzliche Einnahmequelle dar, die nun weggefallen ist. Davon sind auch RWE-Gesellschaften betroffen. Unsere Einbußen beim betrieblichen Konzernergebnis lagen 2015 bei rund 20 Mio. €; für die Folgejahre veranschlagen wir sie auf 40 Mio. €.

Britisches Kartellamt sieht keine Wettbewerbshemmnisse im Strom- und Gasgroßhandel. Das britische Kartellamt CMA (Competition and Markets Authority) hat Anfang Juli erste Ergebnisse seiner laufenden Untersuchung zur Wettbewerbssituation im britischen Energiesektor vorgelegt. In einem vorläufigen Bericht stuft es die nationalen Großhandelsmärkte als funktionsfähig ein. Die Behörde sieht auch keine Anhaltspunkte dafür, dass große Energieversorger wie RWE durch vertikale Integration Wettbewerbsvorteile erlangen können. Im Vertriebsgeschäft mit Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben gebe es dagegen Hinweise auf unzureichenden Wettbewerb. Dies betreffe insbesondere jene Marktteilnehmer, die aus Passivität nicht zu einem günstigeren Anbietern wechseln. Das Kartellamt schlägt eine Reihe von Maßnahmen zugunsten solcher Kunden vor, u. a. eine vorübergehende Preiskappung. Die Wettbewerbsuntersuchung war Mitte 2014 von der Regulierungsbehörde Ofgem (Office of Gas and Electricity Markets) in Auftrag gegeben worden. Ursprünglich sollte sie Ende 2015 abgeschlossen sein; der Zeitplan wurde seitens des Kartellamts jedoch verschoben. Der finale Bericht wird nun für Juni 2016 erwartet.

Niederlande: Parlament beschließt Stilllegung alter Kohlekraftwerke und Abschaffung der Kohlesteuer. In den Niederlanden schreitet die Umsetzung des nationalen Energieabkommens ("Energieakkoord") von 2013 voran (siehe Geschäftsbericht 2013, Seite 47). Nachdem zunächst die Stilllegung der fünf ältesten Steinkohlekraftwerke des Landes - darunter unser 611-MW-Block Amer 8 - rechtlich verankert wurde, beschloss das Parlament im Gegenzug die Abschaffung der Kohlesteuer. Amer 8 ging zum 1. Januar 2016 vom Netz. Zeitgleich trat die Steuerentlastung in Kraft, von der unsere Kraftwerke Eemshaven und Amer 9 profitieren. Um die notwendige Mehrheit für die Abschaffung der Kohlesteuer zu erhalten, hat die niederländische Regierung zugesagt, 2016 eine Strategie zum Ausstieg aus der Kohleverstromung vorzulegen.

Die Debatte um die Zukunft der Kohle wurde dadurch angeheizt, dass das Bezirksgericht in Den Haag der Klage einer Umweltorganisation stattgab und die Politik zu verstärkten Klimaschutzanstrengungen verpflichtete. Die Richter urteilten, dass der Ausstoß von Treibhausgasen in den Niederlanden bis 2020 um mindestens 25% gegenüber 1990 gedrosselt werden müsse. Auf Basis der aktuellen Klimapolitik würden jedoch nur maximal 17% erreicht. Die Regierung ist gegen das Urteil in Berufung gegangen, hat aber zugleich angekündigt, dass sie zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen ergreifen will.

Neues Fördersystem für erneuerbare Energien in Polen. Polen wird die Förderung klimaschonender Stromerzeugung grundlegend reformieren. Das Parlament hat dafür im Februar 2015 grünes Licht gegeben. Dem Beschluss war ein jahrelanges Gesetzgebungsverfahren vorausgegangen. Das neue Fördersystem ähnelt dem in Großbritannien. Polen wird mit Betreibern von Neuanlagen sogenannte "Contracts for Difference" (CfD) schließen, die für die Dauer von 15 Jahren eine feste Vergütung garantieren. Liegt der Preis, den die Betreiber am Großhandelsmarkt erzielen, unter dieser Vergütung, wird ihnen die Differenz erstattet. Liegt er darüber, müssen sie Zahlungen leisten. Vorgesehen ist, dass der Staat für jedes Jahr und für die einzelnen Erzeugungstechnologien festlegt, wie viel neue Kapazität er maximal fördern wird. Wer einen CfD-Vertrag bekommt und wer nicht, entscheidet sich per Auktion. Für kleine Neuanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW ist vorgesehen, dass sie nicht am CfD-Markt teilnehmen, sondern feste Einspeisetarife erhalten. Betreiber von bestehenden Anlagen sollen wählen können, ob sie das bisherige Fördersystem über Grünstromzertifikate nutzen oder durch die Teilnahme an einer Auktion in das CfD-Regime wechseln. Ursprünglich sollte das neue Fördersystem zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Die neue polnische Regierung hat den Start nach ihrer Amtsübernahme im November jedoch verschoben, weil sie einzelne Ausgestaltungsmerkmale der Reform prüfen will.

1.5 WESENTLICHE EREIGNISSE

Im vergangenen Jahr haben wir die Weichen dafür gestellt, dass RWE trotz der schweren Krise in der konventionellen Stromerzeugung auch zukünftig eine aktive Rolle im sich wandelnden Energiesystem spielen kann. Wir haben beschlossen, die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochtergesellschaft zusammenzuführen und an die Börse zu bringen. Wir schaffen so eine Wachstumsplattform mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt. Zu den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres gehört auch der erfolgreiche Verkauf von RWE Dea. Mit den Mitteln aus dieser und weiteren Desinvestitionen konnten wir unsere Finanzkraft erheblich stärken. Darüber hinaus haben wir wichtige Meilensteine beim Ausbau unserer Windkraftkapazitäten erreicht: Seit Mitte des Jahres sind unsere großen neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr offiziell in Betrieb. Durch sie hat sich unsere Ertragslage bei den erneuerbaren Energien stark verbessert.

Ereignisse im Berichtsjahr

RWE wird Geschäftsbereiche Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb bündeln und an die Börse bringen. Am 1. Dezember 2015 hat der Vorstand der RWE AG bekannt gegeben, dass er die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochtergesellschaft zusammenführen und an die Börse bringen will. Der Aufsichtsrat hat dem Vorhaben in seiner Sitzung vom 11. Dezember zugestimmt. RWE schafft damit eine Wachstumsplattform mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt. Wir planen, das Kapital der neuen Gesellschaft bis Ende 2016 durch Ausgabe neuer Aktien um rund 10 % zu erhöhen. Mit den Erlösen soll weiteres Wachstum in Zukunftsmärkten finanziert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass die RWE AG im Zuge des Börsengangs oder danach Anteile an der neuen Gesellschaft veräußert. Die Haftungsmasse für unsere Entsorgungsverpflichtungen im Kernenergiebereich wird dadurch nicht verändert; vielmehr gewinnen wir zusätzliche Flexibilität bei der Finanzierung der Verpflichtungen. Die neue Gesellschaft soll langfristig im Mehrheitsbesitz der RWE AG verbleiben. Ihren Sitz wird sie voraussichtlich - wie diese - in Essen haben. Die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb, die in der neuen Gesellschaft aufgehen werden, trugen 2015 gemeinsam rund 43 Mrd. € zum Umsatz und über 4 Mrd. € zum EBITDA des RWE-Konzerns bei.

Verkauf von RWE Dea abgeschlossen. Am 2. März 2015 haben wir den Verkauf unserer auf die Erkundung und Förderung von Öl und Gas spezialisierten Tochtergesellschaft RWE Dea abgeschlossen. Das Unternehmen firmiert jetzt als DEA Deutsche Erdoel AG. Erworben wurde es von der Investmentgesellschaft LetterOne mit Sitz in Luxemburg. Wir hatten uns zu dem Verkauf entschlossen, weil der Zugang zu eigenen Gasquellen durch das Entstehen liquider Gashandelsmärkte seine strategische Bedeutung für uns verloren hat. Außerdem können wir so erhebliche Mittel für Investitionen einsparen, die erforderlich sind, um das Wachstumspotenzial von DEA auszuschöpfen. Bereits im März 2014 hatten wir uns mit LetterOne auf die Transaktion verständigt (siehe Geschäftsbericht 2014, Seite 35). Gegenüber der damals getroffenen Verkaufsvereinbarung waren allerdings Anpassungen vorzunehmen, mit denen zwischenzeitlich eingetretenen politischen Unsicherheiten und operativen Entwicklungen Rechnung getragen wurde. Aus den geänderten Vertragskonditionen ergab sich für DEA ein Unternehmenswert von 5,1 Mrd. €. Darüber hinaus wurde eine Vereinbarung für den Fall getroffen, dass die EU oder die USA Sanktionen gegen LetterOne oder deren russische Haupteigentümer verhängen. RWE wäre dann in den ersten zwölf Monaten nach Vollzug der Transaktion zum Rückerwerb des britischen DEA-Geschäfts und zum Weiterverkauf an einen unabhängigen Dritten verpflichtet gewesen. Diese Regelung ist inzwischen gegenstandslos, denn DEA hat die britischen Aktivitäten im Dezember 2015 an die schweizerische Chemie-Gruppe INEOS verkauft.

Weitere Desinvestitionen getätigt. Im vergangenen Jahr haben wir neben DEA noch eine Reihe weiterer Aktivitäten veräußert. Meist haben uns strategische Gründe dazu bewogen. Verkauft wurden u. a. folgende Beteiligungen und Vermögenswerte (Monat des Verkaufsabschlusses in Klammern):

Das Spezialschiff Victoria Mathias für die Installation von Offshore-Windkraftanlagen (Januar): Wir haben es für 69 Mio. € an die niederländische Gesellschaft MPI Offshore verkauft. Unser zweites Installationsschiff, Friedrich Ernestine, werden wir vorerst behalten. Im März 2015 haben wir es für fünf Jahre an das chinesische Unternehmen ZPMC Profundo Wind Energy vermietet.

Die Netzinfrastruktur des neuen walisischen Offshore-Windparks Gwynt y Môr (Februar): Ein Konsortium aus Balfour Beatty Investments und Equitix hat sie für 352 Mio. £ (475 Mio. €) erworben. Als Eigentümer der Netzinfrastruktur obliegt es ihm, den von Gwynt y Môr erzeugten Strom aufs Festland zu übertragen und ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Die Transaktion war aus regulatorischen Gründen erforderlich: In Großbritannien ist eine eigentumsrechtliche Trennung von Stromerzeugungsaktivitäten und Netzgeschäft vorgeschrieben.

Ein Anteil von 15 % an unserer tschechischen Tochtergesellschaft RWE Grid Holding (März): Käufer ist eine Gruppe von Fonds, die von Macquarie verwaltet werden. Über den Preis wurde Vertraulichkeit vereinbart. In der RWE Grid Holding sind unsere tschechischen Gasverteilnetzaktivitäten gebündelt. Mit 50,04 % halten wir weiterhin die Mehrheit an der Gesellschaft. Die Transaktion hat unsere Finanzkraft gestärkt und zugleich unsere Partnerschaft mit Macquarie in Tschechien gefestigt.

Ein 10%-Anteil an Gwynt y Môr (Oktober): Die UK Green Investment Bank hat ihn für 221 Mio. £ (307 Mio. €) gekauft. Unsere Beteiligung an dem Offshore-Windpark hat sich dadurch auf 50% verringert. Weitere Anteile werden von den Stadtwerken München (30%) und Siemens (10%) gehalten. Mit dem Verkaufserlös wollen wir andere Projekte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien finanzieren.

RWE steigt bei Luxemburger Versorger Enovos aus. Ende Dezember haben RWE und E.ON einen Vertrag über den gemeinsamen Verkauf ihrer Beteiligungen von 18,4 bzw. 10% am Luxemburger Energieversorger Enovos unterzeichnet. Käufer ist ein Bieterkonsortium unter der Führung des Großherzogtums Luxemburg und der Investmentgesellschaft Ardian. Die Transaktion soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen werden. Dazu muss das Großherzogtum noch die vom Luxemburger Stadtrat erteilte Genehmigung bestätigen. Ein Beweggrund für die Veräußerung ist, dass wir nur begrenzten Einfluss auf die Geschäftspolitik von Enovos haben.

Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr offiziell in Betrieb. Am 11. Mai 2015 haben wir im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel unseren neuen Offshore-Windpark Nordsee Ost eingeweiht. Der rund 35 Kilometer nördlich von Helgoland gelegene Windpark, dessen Alleineigentümer wir sind, verfügt über 48 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 295 MW. Das Investitionsvolumen betrug 1,4 Mrd. €. Etwa einen Monat nach Nordsee Ost ist am 18. Juni unser zweiter neuer Offshore-Windpark Gwynt y Môr vor der Küste von Wales eingeweiht worden. Die Zeremonie wurde vom walisischen Regierungschef Carwyn Jones vorgenommen. Mit seinen 160 Turbinen kommt Gwynt y Môr auf 576 MW Gesamtleistung und ist damit der zweitgrößte Offshore-Windpark weltweit. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern haben wir 2,4 Mrd. € für Gwynt y Môr eingesetzt; die veräußerte Netzinfrastruktur des Windparks ist hier nicht eingerechnet.

Startschuss für den Bau der Offshore-Windparks Nordsee One und Galloper. RWE hat 2015 nicht nur zwei große Off-shore-Windparks fertiggestellt, sondern auch mit dem Bau von zwei neuen begonnen: Nordsee One und Galloper. Standort von Nordsee One ist ein Gebiet 40 Kilometer nördlich der Insel Juist. Bei seiner Fertigstellung im Jahr 2017 wird der Windpark über eine Gesamtkapazität von 332 MW verfügen. Galloper entsteht vor der Küste von Suffolk (Ostengland) und soll 2018 mit seiner vollen Kapazität von 336 MW in Betrieb sein. Voraussetzung für den Bau der Windparks war, dass wir Projektpartner gewinnen und die Finanzierung sichern konnten. Das ist uns bei beiden Vorhaben gelungen. Co-Investor bei Nordsee One ist der kanadische Stromversorger Northland Power, der mit 85% die Mehrheit an dem Projekt hält. Die Gesamtkosten von etwa 1,2 Mrd. € werden zu 70% mit Krediten finanziert, die uns ein internationales Bankenkonsortium gewährt; für die verbleibenden 30% kommen Northland Power und RWE selbst auf. Bei Galloper haben wir uns mit Siemens Financial Services, Macquarie Capital und der UK Green Investment Bank zusammengetan, die jeweils 25% an dem Projekt übernommen haben. RWE ist mit ebenfalls 25% daran beteiligt und als Konsortialführer für den Bau und Betrieb des Windparks verantwortlich. Auch bei Galloper wird der Großteil der auf 2 Mrd. € veranschlagten Projektkosten durch Fremdmittel abgedeckt, die ein internationales Bankenkonsortium bereitstellt.

RWE und Statkraft vereinbaren Partnerschaft für den Offshore-Windpark Triton Knoll. Im Februar 2015 haben wir die Weichen für ein weiteres Offshore-Windkraftprojekt gestellt: Mit dem norwegischen Energieversorger Statkraft haben wir einen Vertrag über die gemeinsame Entwicklung von Triton Knoll vor der Ostküste Englands geschlossen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Statkraft die Hälfte der Anteile an dem Projekt übernimmt. Triton Knoll könnte nach seiner Fertigstellung über eine Erzeugungsleistung von bis zu 900 MW verfügen. Dafür wäre eine Gesamtinvestition von bis zu 3 Mrd. € notwendig. Die finale Bauentscheidung soll 2017 getroffen werden. Sie hängt maßgeblich davon ab, ob wir uns erfolgreich um staatliche Förderung für Triton Knoll bewerben können.

RWE schließt Kraftwerksneubauprogramm ab. Neun Jahre nach seinem Start haben wir 2015 unser Kraftwerksneubauprogramm abgeschlossen. Das Programm umfasst neun hochmoderne Erzeugungsanlagen. Davon werden sechs mit Gas, zwei mit Steinkohle und eine mit Braunkohle befeuert. Im vergangenen Jahr waren noch Arbeiten an den beiden Steinkohlekraftwerken zu leisten. Die eine Anlage, ein Doppelblock mit 1.554 MW Nettoleistung im niederländischen Eemshaven, hat im Mai bzw. Juli 2015 den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Das andere Steinkohlekraftwerk, am Standort Hamm (Westfalen), war ebenfalls als Doppelblock konzipiert. Block E produziert bereits seit Mitte 2014 kommerziell Strom. Bei Block D waren dagegen erhebliche Verspätungen eingetreten, u. a. wegen Mängeln am Dampferzeuger. Im Dezember 2015 haben wir entschieden, dass der Block nicht mehr fertiggestellt wird. Für die gravierenden, von RWE nicht zu vertretenden Sach- und Verzögerungsschäden haben wir gegenüber dem Zulieferer und den Versicherungen Ausgleichsansprüche geltend gemacht. An dem Kraftwerk in Hamm waren neben dem Mehrheitseigentümer RWE zunächst noch 23 Stadtwerke beteiligt, die sich mit uns in der Gesellschaft Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm (GSH) zusammengeschlossen hatten. Da sich die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerksprojekts deutlich verringert hat, haben die Stadtwerke ihre Anteile an der GSH zum 31. Dezember 2015 an uns verkauft und Verträge zum Strombezug aus dem Kraftwerk aufgelöst.

RWE bei Kapazitätsauktion in Großbritannien erfolgreich. Bei der zweiten Auktion für den neuen britischen Kapazitätsmarkt konnten sich alle teilnehmenden RWE-Kraftwerke - mit Ausnahme einer Kleinanlage - für eine Förderung qualifizieren. Zusammen kommen sie auf eine gesicherte Leistung von 8,0 GW. Dabei handelt es sich u. a. um die Gaskraftwerke Pembroke, Staythorpe, Little Barford, Didcot B und Great Yarmouth sowie das Steinkohlekraftwerk Aberthaw. Bei der Auktion, die vom 8. bis 10. Dezember 2015 stattfand, waren Anbieter mit insgesamt 57,7 GW Erzeugungskapazität vertreten. Davon kamen Anlagen mit 46,4 GW zum Zuge. Ihre Betreiber werden in der Förderperiode vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 eine Kapazitätsprämie von 18 £ je Kilowatt erhalten. Für Neuanlagen verlängert sich die Förderung auf 15 Jahre. Dies betrifft Erzeugungseinheiten mit einer Gesamtkapazität von 1,0 GW; ein RWE-Kraftwerk ist nicht darunter. Da sich der bei der Auktion ermittelte Prämienbetrag auf das Preisniveau von Oktober 2014 bis April 2015 bezieht und mit dem britischen Verbraucherpreisindex fortgeschrieben wird, dürfte die tatsächliche Förderung über 18 £ liegen. In Großbritannien findet seit 2014 einmal im Jahr eine Kapazitätsauktion statt. Dabei wird eine festgelegte Menge gesicherter Erzeugungsleistung ersteigert. Alle Anbieter, die zum Zuge kommen, erhalten den gleichen Preis, nämlich denjenigen, bei dem die angebotene der nachgefragten Kapazität entspricht. Die Teilnahme an der Auktion ist freiwillig und technologieoffen. Nicht zugelassen sind Anlagen, die künftig bereits auf anderem Wege gefördert werden. Bei der ersten Kapazitätsauktion in Großbritannien, die im Dezember 2014 stattfand, war eine Prämie von 19,40 £/kW (in Preisen von 2012) ermittelt worden, die für die Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 gewährt wird.

Neue Vertriebsaktivitäten in Slowenien, Polen und Ungarn. Beim Ausbau unseres Vertriebsgeschäfts in Zentralosteuropa sind wir weiter vorangekommen. Im Juni 2015 haben wir den Eintritt in den slowenischen Markt bekannt gegeben. Unser Schwerpunkt liegt dort zunächst auf dem Stromgeschäft mit Privathaushalten, denen wir Produkte mit ein-, zwei- oder dreijähriger Laufzeit und eine Vielzahl von Energiesparpaketen anbieten werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in diesem Kundensegment bis 2020 einen Marktanteil von 10% zu erreichen. Auch in Ungarn und Polen, wo wir bereits im Stromgeschäft etabliert sind, haben wir neue Vertriebsaktivitäten gestartet: So verkauft die ungarische ELMÜ-ÉMÁSZ-Gruppe, an der wir die Mehrheit halten, seit Mitte 2015 auch Gas. Ihr Fokus liegt dabei zunächst auf Industriekunden, bei denen sie bis 2020 einen Marktanteil von 10 bis 15% erreichen will. In Polen versorgt unsere Tochtergesellschaft RWE Polska schon einige Großkunden mit Gas und will dieses Geschäft nun auf kleine und mittelgroße Unternehmen ausdehnen.

RWE macht Aldi-Märkte zu "Stromtankstellen". Im Rahmen einer Technologiepartnerschaft mit Aldi Süd haben wir von Mai bis Juli rund 50 Filialen des deutschen Lebensmittel-Discounters mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ausgestattet. Aldi ermöglicht seinen Kunden damit, während des Einkaufs kostenlos "nachzutanken". Der Strom kommt von Solaranlagen auf den Dächern der Einkaufsmärkte. Die RWE-Ladesäulen sind eine Kombination aus hochmodernen Wechsel- und Gleichstrommodellen. Sie ermöglichen damit auch das Schnellladen von entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugen. Das Volltanken dauert dann meist nicht länger als ein normaler Einkauf. RWE hat europaweit bereits über 4.900 Ladepunkte eingerichtet, davon mehr als 3.100 in Deutschland. Unser Ziel ist, die Elektromobilität durch den Verkauf und Betrieb von Infrastruktur voranzutreiben.

RWE stärkt Präsenz im arabischen Raum. Durch Vereinbarungen mit dem Dubai Supreme Council of Energy (DSCE) und der in Abu Dhabi ansässigen Investitionsgesellschaft Bin Butti International Investment (BBII) haben wir uns neue Möglichkeiten für Aktivitäten im arabischen Raum erschlossen. Mit dem DSCE unterzeichneten wir im September ein MeMôrandum of Understanding. Die Erklärung legt den Grundstein für eine engere Zusammenarbeit bei technischer Beratung und Management-Dienstleistungen. Der DSCE ist das energiepolitische Entscheidungsgremium der Regierung in Dubai. RWE ist im Emirat bereits beratend tätig. Die Vereinbarung mit BBII haben wir im Dezember getroffen. RWE und BBII streben gemeinsame Aktivitäten in der sogenannten MENAT-Region an, d. h. im Nahen Osten, in Nordafrika und in der Türkei. Im Fokus steht die Entwicklung von Windkraft- und Photovoltaikprojekten, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Dritten. Das Spektrum möglicher Vorhaben umfasst auch die Gebiete Energieeffizienz, Fernkühlung und Kraft-Wärme-Kopplung zur Wasserentsalzung.

Europäischer Gerichtshof: Kernbrennstoffsteuer verstößt nicht gegen Europarecht. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat Anfang Juni entschieden, dass die seit 2011 erhobene deutsche Kernbrennstoffsteuer europarechtskonform ist. Zum gleichen Ergebnis war der Generalanwalt am EuGH in seinem Schlussantrag vom Februar 2015 gekommen. Derzeit sind bei mehreren deutschen Finanzgerichten Klagen gegen die Erhebung der Kernbrennstoffsteuer anhängig. Das Finanzgericht in Hamburg hat 2013 bekannt gegeben, dass es die Rechtmäßigkeit der Steuer anzweifelt und deshalb zunächst das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) und später auch den EuGH eingeschaltet. Das Urteil des BVerfG steht noch aus. Es wird voraussichtlich im laufenden Jahr ergehen. Sollten die Richter die Steuer für verfassungswidrig erklären, könnte sich dies 2016 mit bis zu 1,7 Mrd. € positiv im betrieblichen Ergebnis von RWE niederschlagen.

Wesentliche Ereignisse nach Ablauf des Berichtszeitraums. Im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zur Aufstellung des Lageberichts am 22. Februar 2016 sind keine Ereignisse eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des RWE-Konzerns haben.

1.6 ANMERKUNGEN ZUR BERICHTSWEISE

RWE-Konzern

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Konventionelle Stromerzeugung Vertrieb/ Verteilnetze Deutschland Vertrieb Niederlande/ Belgien Vertrieb Großbritannien Zentralost-/ Südosteuropa Erneuerbare Energien Trading/ Gas Midstream
RWE Generation RWE Deutschland Essent RWE npower RWE East RWE Innogy RWE Supply & Trading

RWE Dea (verkauft am 2. März 2015)

Interne Dienstleister

RWE Consulting

RWE Group Business Services

RWE IT

RWE Service

Stand: 31. Dezember 2015

Konzernstruktur mit sieben Unternehmensbereichen. Bei der Berichterstattung über den Geschäftsverlauf 2015 orientieren wir uns an einer gegenüber 2014 unveränderten Konzernstruktur mit sieben Segmenten (Unternehmensbereichen). Diese sind nach nationalen und funktionalen Kriterien voneinander abgegrenzt und stellen sich wie folgt dar:

Konventionelle Stromerzeugung: In diesem Unternehmensbereich ist unser deutsches, britisches, niederländisches und türkisches Stromerzeugungsgeschäft mit konventionellen Kraftwerken zusammengefasst. Darin enthalten sind auch der rheinische Braunkohletagebau der RWE Power und die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen spezialisierte RWE Technology International. Gesteuert werden all diese Aktivitäten von RWE Generation.

Vertrieb/Verteilnetze Deutschland: Dieser Unternehmensbereich umfasst den Vertrieb von Strom, Gas, Wärme und Energiedienstleistungen in unserem Hauptmarkt Deutschland sowie den Betrieb unseres deutschen Strom- und Gasverteilnetzes. Geführt wird er von der RWE Deutschland, zu der u. a. die Gesellschaften Westnetz, RWE Vertrieb, RWE Effizienz, RWE Gasspeicher und unsere deutschen Regionalgesellschaften gehören. Dem Unternehmensbereich zugeordnet sind auch unsere Minderheitsbeteiligungen an den Energieversorgern KELAG in Österreich und Enovos in Luxemburg.

Vertrieb Niederlande/Belgien: Hier berichten wir über unser niederländisches und belgisches Vertriebsgeschäft mit Strom und Gas. Geführt wird es von Essent, einem der größten Energieversorger im Benelux-Raum.

Vertrieb Großbritannien: In diesem Bereich ist unser britischer Strom- und Gasvertrieb angesiedelt, der von RWE npower verantwortet wird. Das Unternehmen gehört zu den sechs führenden Energieversorgern in Großbritannien.

Zentralost-/Südosteuropa: Der Unternehmensbereich umfasst international breit gestreute Aktivitäten, die von RWE East mit Sitz in Prag gesteuert werden. In Tschechien sind wir Marktführer bei der Speicherung, der Verteilung und dem Vertrieb von Gas; außerdem bieten wir dort Strom an. In Ungarn, Polen und der Slowakei verfügen wir über etablierte Positionen im Stromgeschäft (Vertrieb/Verteilnetze), das in Ungarn die Stromerzeugung aus Braunkohle einschließt. In den genannten Ländern verkaufen wir auch Gas. Vertriebsgeschäft haben wir darüber hinaus in Kroatien, Slowenien, Rumänien und der Türkei.

Erneuerbare Energien: Hier weisen wir die Zahlen von RWE Innogy aus. Die Gesellschaft entwickelt, baut und betreibt Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt auf Wind- und Wasserkraft. Ihre wichtigsten Erzeugungsstandorte liegen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Polen.

Trading/Gas Midstream: Dieser Bereich deckt das Tätigkeitsfeld von RWE Supply & Trading ab. Die Gesellschaft verantwortet den Energie- und Rohstoffhandel, die Vermarktung und Absicherung der Stromposition des RWE-Konzerns sowie dessen gesamtes Gas-Midstream-Geschäft. Außerdem beliefert sie einige große deutsche und niederländische Industrie- und Geschäftskunden mit Strom und Gas.

Position "Sonstige, Konsolidierung". Einzelne konzernübergreifende Aktivitäten stellen wir außerhalb der Unternehmensbereiche unter "Sonstige, Konsolidierung" dar. Dies gilt für die Konzernholding RWE AG sowie unsere internen Dienstleister RWE IT, RWE Group Business Services, RWE Service und RWE Consulting. In der Position enthalten ist auch unsere Minderheitsbeteiligung am deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion.

Ausweis von RWE Dea als "nicht fortgeführte Aktivität". Wie auf Seite 38 dargestellt, haben wir im März 2015 den Verkauf unserer auf das Upstream-Geschäft mit Öl und Gas spezialisierten Gesellschaft RWE Dea abgeschlossen. Die Transaktion wurde mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2014 vollzogen. Gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) zeigen wir RWE Dea in der Gewinn- und Verlustrechnung für 2015 und das Vorjahr nur noch verdichtet im Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten. Beim bereinigten Nettoergebnis (vormals "Nachhaltiges Nettoergebnis", siehe Seite 56) gehen wir folgendermaßen vor: Hier sind ausschließlich die auf das jeweilige Geschäftsjahr entfallenden Zinsen auf den Verkaufspreis für RWE Dea berücksichtigt, die uns der Erwerber LetterOne für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis zum Vollzug der Transaktion am 2. März 2015 gezahlt hat. In der Konzernbilanz war das Upstream-Geschäft letztmalig zum 31. Dezember 2014 in den Positionen "Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" und "Zur Veräußerung bestimmte Schulden" enthalten. In der Kapitalflussrechnung auf Seite 97 weisen wir die Cash Flows nicht fortgeführter Aktivitäten gesondert aus. Die Darstellung der Zahlungsströme im Lagebericht weicht davon ab: Hier beziehen wir uns ausschließlich auf unsere fortgeführten Aktivitäten. Auch die Investitionen und die Mitarbeiterzahlen zeigen wir im Lagebericht ohne RWE Dea.

Erstmalige Vollkonsolidierung der slowakischen VSE und der niederrheinischen WestEnergie. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir die bilanzielle Erfassung von zwei Beteiligungen geändert. Das betraf die slowakische Východoslovenská energetika Holding a.s. (VSE) mitsamt ihren in der Energieversorgung tätigen Tochterunternehmen und die deutsche Verteilnetzgesellschaft WestEnergie GmbH. VSE und WestEnergie werden seit Ende August bzw. Anfang Juli vollkonsolidiert, nachdem sie zuvor at-Equity-bilanziert wurden. Die in Kosice ansässige VSE ist in der Slowakei die Nr. 3 im Strom- und die Nr. 2 im Gasgeschäft. Wir halten eine Minderheitsbeteiligung von 49% an dem Unternehmen, üben jedoch nunmehr auf vertraglicher Grundlage die alleinige Kontrolle aus. WestEnergie ist aus der vormaligen WestEnergie und Verkehr GmbH hervorgegangen und gehört zum niederrheinischen Versorger NEW, einem vollkonsolidierten Unternehmen des RWE-Konzerns. Gemäß einer Gesellschaftervereinbarung hatte NEW trotz eines Kapitalanteils von 99% zunächst keine Stimmrechtsmehrheit an WestEnergie; diese Vereinbarung ist mit Wirkung vom 1. Juli 2015 erloschen. Weitere Ausführungen zur Bilanzierungsumstellung finden Sie auf Seite 100 f. im Anhang.

1.7 GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Der RWE-Konzern hat seine operativen Ertragsziele für 2015 erreicht. Das betriebliche Ergebnis lag mit 3,8 Mrd. € im prognostizierten Bereich, ebenso das bereinigte Nettoergebnis in Höhe von 1,1 Mrd. €. Das EBITDA war mit 7,0 Mrd. € höher als erwartet, was jedoch auf Sondereffekte zurückzuführen ist. Gegenüber 2014 hat sich unsere Ertragslage verschlechtert, u. a. wegen operativer und technischer Probleme im britischen Vertriebsgeschäft. Zudem setzte sich der Margenverfall in der konventionellen Stromerzeugung fort. Er war auch der Grund dafür, dass wir hohe Wertberichtigungen auf Kraftwerke vornehmen mussten. Aber es gab auch Lichtblicke: Der Unternehmensbereich Erneuerbare Energien konnte das betriebliche Ergebnis mehr als verdoppeln. Erfolge können wir auch bei der Umsetzung unseres Effizienzsteigerungsprogramms vorweisen: Hier kamen wir erneut schneller voran als geplant. Das veranlasste uns, das 2012 gestartete Programm erheblich aufzustocken. Unser Ziel ist nun, damit einen dauerhaften Ergebnisbeitrag von insgesamt 2,5 Mrd. € zu erzielen, der ab 2018 in voller Höhe zum Tragen kommen soll.

Geschäftsentwicklung 2015: Was wir prognostiziert und was wir erreicht haben

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Prognose-Ist-Vergleich Ist 2014
in Mio. €
Prognose für 20151 Ist 2015
in Mio. €
Prognose eingetreten?
EBITDA 7.131 6,1 bis 6,4 Mrd. € 7.017 Ist > Prognose
Betriebliches Ergebnis 4.017 3,6 bis 3,9 Mrd. € 3.837 ja
Konventionelle Stromerzeugung 979 deutlich unter Vorjahr 543 ja
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.871 moderat unter Vorjahr 1.856 ja
Vertrieb Niederlande/Belgien 146 deutlich über Vorjahr 194 ja
Vertrieb Großbritannien 227 moderat über Vorjahr -137 Ist
Zentralost-/Südosteuropa 690 moderat unter Vorjahr 919 Ist > Prognose
Erneuerbare Energien 186 deutlich über Vorjahr 493 ja
Trading/Gas Midstream 274 moderat unter Vorjahr 156 Ist
Bereinigtes Nettoergebnis2 1.282 1,1 bis 1,3 Mrd. € 1.125 ja
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 3.245 2,5 bis 3,0 Mrd. € 2.898 ja

1 Siehe Geschäftsbericht 2014, Seite 87 ff; Klassifizierungen wie "moderat" oder "deutlich" beziehen sich auf prozentuale Abweichungen vom jeweiligen Vorjahreswert.
2 Geänderte Bezeichnung; vormals "Nachhaltiges Nettoergebnis"; siehe Erläuterung auf Seite 56

Stromerzeugung 2 % über Vorjahr. Der RWE-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 213,0 Mrd. kWh Strom produziert. Davon entfielen 37 % auf den Energieträger Braunkohle, 22 % auf Steinkohle, 20 % auf Gas und 15 % auf Kernenergie; der Anteil der erneuerbaren Energien lag bei 5 %. Gegenüber 2014 hat sich unsere Erzeugung um 2 % erhöht. Ein Grund dafür ist, dass die beiden Blöcke unseres neuen Steinkohlekraftwerks im niederländischen Eemshaven mit 1.554 MW Nettoleistung am 1. Mai bzw. 1. Juli 2015 den Testbetrieb abgeschlossen und die kommerzielle Stromproduktion aufgenommen haben. Ferner profitierten wir davon, dass unser britisches Steinkohlekraftwerk Aberthaw und einige unserer Gaskraftwerke nach Schäden und Ausfällen im Vorjahr wieder verstärkt eingesetzt werden konnten. Verbessert hat sich auch die Verfügbarkeit unserer deutschen Braunkohlekraftwerke, obwohl 2015 erneut umfangreiche Wartungen und Reparaturen anstanden. Darüber hinaus machten sich der Ausbau unserer Windkraftkapazitäten und das hohe Windaufkommen bemerkbar. Gegenläufig wirkte, dass wir einige der Verträge, die uns ein Nutzungsrecht für in Fremdeigentum stehende deutsche Steinkohlekraftwerke sichern, nicht verlängert haben; die Kontrakte über insgesamt 2,4 GW Erzeugungsleistung sind während der Jahre 2014 und 2015 ausgelaufen.

Strom produzieren wir nicht nur selbst, sondern beziehen ihn auch von Anbietern außerhalb des Konzerns. Diese Bezüge lagen 2015 bei 65,3 Mrd. kWh (Vorjahr: 64,8 Mrd. kWh). Eigenerzeugung und Fremdstrombezug summierten sich zu einem Stromaufkommen von 278,3 Mrd. kWh (Vorjahr: 273,1 Mrd. kWh).

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Stromerzeugung der Unternehmensbereiche Braunkohle Steinkohle Gas
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 72,5 71,8 44,7 44,6 42,0 37,4
Davon:            
Deutschland1 72,5 71,8 21,7 26,3 3,5 3,1
Niederlande/Belgien - - 15,4 11,5 5,8 4,0
Großbritannien - - 7,6 6,8 29,3 26,7
Türkei - - - - 3,4 3,6
Zentralost-/Südosteuropa 5,3 5,4 - - - 0,1
Erneuerbare Energien1 - - - - - -
RWE-Konzern2 77,8 77,2 46,5 48,3 42,6 38,3
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Stromerzeugung der Unternehmensbereiche Kernenergie Erneuerbare Energien Pumpwasser, Öl, Sonstige Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 31,7 31,7 0,8 1,2 3,0 2,7 194,7 189,4
Davon:                
Deutschland1 30,6 30,5 0,8 0,7 3,0 2,7 132,1 135,1
Niederlande/Belgien 1,1 1,2 - 0,5 - - 22,3 17,2
Großbritannien - - - - - - 36,9 33,5
Türkei - - - - - - 3,4 3,6
Zentralost-/Südosteuropa - - - - - - 5,3 5,5
Erneuerbare Energien1 - - 9,7 8,1 - - 9,7 8,1
RWE-Konzern2 31,7 31,7 11,4 10,1 3,0 2,7 213,0 208,3

1 Inklusive Strombezüge aus Erzeugungsanlagen, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Verträge frei verfügen können; 2015 waren dies 11,1 Mrd. kWh (Vorjahr: 15,9 Mrd. kWh) im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung, davon 7,7 Mrd. kWh (Vorjahr: 12,9 Mrd. kWh) aus Steinkohlekraftwerken, und 0,8 Mrd. kWh (Vorjahr: 0,7 Mrd. kWh) im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien.
2 Inklusive Erzeugungsmengen anderer Unternehmensbereiche

Mit 48,1 GW Erzeugungskapazität einer der größten Stromproduzenten Europas. Ende 2015 verfügte RWE über Stromerzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von 48,1 GW. Damit nehmen wir in Europa eine führende Marktposition ein. In der Kapazitätszahl sind auch Kraftwerke im Konservierungszustand berücksichtigt, die wir derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht betreiben. Ebenfalls darin enthalten sind Anlagen, die uns nicht gehören, die wir aber auf vertraglicher Basis nutzen können. Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich unsere Erzeugungskapazität um 1,0 GW verringert. Ausschlaggebend dafür war, dass wir Ende März 2015 unser Ölkraftwerk Littlebrook östlich von London stillgelegt haben. Die Anlage mit 1.245 MW Nettoleistung unterlag einer Laufzeitbegrenzung, die sich aus der Umsetzung von EU-Vorgaben zu den Schadstoffemissionen von Großfeuerungsanlagen ergab. Weiter ausgebaut haben wir dagegen unsere Erzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien. Meilensteine waren die Fertigstellung der Offshore-Windparks Gwynt y Môr vor der Küste von Wales und Nordsee Ost nahe Helgoland (siehe Seite 39). Außerdem haben wir im vergangenen Jahr neue Onshore-Windparks in Deutschland und Polen in Betrieb genommen.

Bezogen auf die Kraftwerksleistung ist Gas unser wichtigster Energieträger. Sein Anteil daran belief sich Ende 2015 - wie im Vorjahr - auf 32 %. Mit stabilen 23 % liegt Braunkohle an zweiter Stelle, gefolgt von Steinkohle mit 22% (Vorjahr: 21 %). Die erneuerbaren Energien kommen auf 9% (Vorjahr: 7%). Sie sind damit an der Kernenergie vorbeigezogen, deren Anteil mit 8% unverändert blieb. Regionaler Schwerpunkt unserer Stromproduktion ist Deutschland: Hier befinden sich 60% unserer installierten Leistung. Großbritannien mit 21 % und die Niederlande mit 13% nehmen die beiden folgenden Plätze ein.

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Stromerzeugungskapazität der Unternehmensbereiche Stand: 31.12.2015, in MW Gas Braunkohle Steinkohle Erneuerbare Energien Kernenergie Pumpwasser, Öl, Sonstige Gesamt Gesamt 31.12.2014
Konventionelle Stromerzeugung 15.211 10.221 9.580 213 4.054 2.813 42.092 43.511
Davon:                
Deutschland1 4.411 10.221 5.352 55 3.908 2.549 26.496 26.520
Niederlande/Belgien 3.256 - 2.668 158 146 - 6.228 6.374
Großbritannien 6.757 - 1.560 - - 264 8.581 9.830
Türkei 787 - - - - - 787 787
Zentralost-/Südosteuropa 67 780 - 19 - - 866 934
Erneuerbare Energien1 - - - 3.582 - - 3.582 3.107
RWE-Konzern2 15.517 11.001 10.374 4.146 4.054 2.960 48.052 49.064

1 Inklusive Erzeugungskapazitäten, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Verträge frei verfügen können; zum 31. Dezember 2015 waren dies 4.629 MW (Vorjahr: 4.607 MW), darunter Steinkohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2.173 MW (Vorjahr: 2.151 MW).
2 Inklusive Erzeugungskapazitäten anderer Unternehmensbereiche

CO2 -Emissionen um 3 % unter Vorjahr. Im vergangenen Jahr emittierten unsere Kraftwerke 150,8 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Davon entfielen 143,9 Mio. Tonnen auf unsere eigenen Anlagen und die restlichen 6,9 Mio. Tonnen auf vertraglich gesicherte Kapazitäten. Weil wir mehr Strom aus Gas und erneuerbaren Energien und weniger aus Steinkohle erzeugt haben, lagen unsere CO2 -Emissionen um 4,4 Mio. Tonnen bzw. 3 % unter dem Vorjahresniveau. Die spezifischen Emissionen, also der CO2 -Ausstoß je erzeugte Megawattstunde Strom, verringerten sich von 0,745 auf 0,708 Tonnen. Sie entwickelten sich damit wie prognostiziert.

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Emissionsbilanz der Unternehmensbereiche CO2-Ausstoß Kostenlos zugeteilte CO2 -Zertifikate Unterausstattung mit CO2 -Zertifikaten
in Mio. Tonnen CO2 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 142,6 145,2 5,2 5,4 136,1 138,7
Davon:            
Deutschland' 109,1 116,1 5,1 5,3 104,0 110,8
Niederlande/Belgien 14,8 12,3 0,1 - 14,7 12,3
Großbritannien 17,4 15,7 - 0,1 17,4 15,6
Türkei2 1,3 1,1 - - - -
Zentralost-/Südosteuropa 6,4 6,5 0,1 0,1 6,3 6,4
RWE-Konzern3 150,8 155,2 5,6 5,8 143,9 148,3

1 Inklusive Kraftwerke, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Verträge frei verfügen können; im Jahr 2015 emittierten diese Anlagen 6,9 Mio. Tonnen CO2 (Vorjahr: 13,1 Mio. Tonnen).
2 Da die Türkei nicht am europäischen Emissionshandel teilnimmt, benötigen wir für unseren dortigen CO2 -Ausstoß keine Emissionsrechte.
3 Inklusive Mengen anderer Unternehmensbereiche

Kostenfreie Emissionsrechte decken 4 % des CO2 -Ausstoßes ab. Seit Beginn der dritten Emissionshandelsperiode zum 1. Januar 2013 teilen die Staaten Westeuropas den Energieversorgern nur noch in Ausnahmefällen Emissionsrechte kostenfrei zu. Von den 149,5 Mio. Tonnen CO2 , die wir 2015 in EU-Ländern emittiert haben, konnten wir nur 5,6 Mio. Tonnen durch solche staatlichen Zuteilungen abdecken. Daraus ergibt sich eine Unterausstattung in Höhe von 143,9 Mio. Tonnen. Die fehlenden Emissionsrechte haben wir zugekauft. In sehr geringem Umfang nutzten wir auch Zertifikate, die durch Emissionsminderungen im Rahmen des Kyoto-Mechanismus "Clean Development Mechanism" geschaffen wurden.

95,2 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert. Die in den Kraftwerken eingesetzten Rohstoffe beziehen unsere Erzeugungsgesellschaften entweder direkt am Markt oder über RWE Supply & Trading. Braunkohle gewinnen wir in eigenen Tagebauen. In unserem Hauptabbaugebiet westlich von Köln haben wir im vergangenen Jahr 95,2 Mio. Tonnen gefördert (Vorjahr: 93,6 Mio. Tonnen). Davon wurden 82,4 Mio. Tonnen in unseren Kraftwerken verstromt. Die übrigen Mengen haben wir zur Herstellung von Veredelungsprodukten (z. B. Braunkohlebriketts) und in geringem Umfang auch zur Erzeugung von Prozessdampf und Fernwärme verwendet.

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Außenabsatz Strom Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Konventionelle Stromerzeugung 0,2 0,3 2,4 2,2 13,1 11,3 15,7 13,8
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 20,8 20,7 28,7 30,2 69,8 74,4 119,3 125,3
Vertrieb Niederlande/Belgien 10,6 11,1 7,7 9,0 - - 18,3 20,1
Vertrieb Großbritannien 12,8 14,0 30,3 29,7 2,1 2,0 45,2 45,7
Zentralost-/Südosteuropa 9,6 8,8 10,2 9,2 7,0 7,0 26,8 25,0
Erneuerbare Energien - - - - 1,6 1,9 1,6 1,9
Trading/Gas Midstream - - 31,2 25,0 - - 35,21 26,51
RWE-Konzern2 54,0 54,9 110,5 105,3 93,6 96,6 262,1 258,3

1 Inklusive Mengeneffekte aus dem Verkauf selbst erzeugten Stroms am Großhandelsmarkt. Wenn diese Verkaufsmengen größer sind als die zu Vertriebszwecken getätigten Fremdbezüge, wird der positive Saldo im Absatz erfasst. Im Jahr 2015 gab es einen Saldo von +4,0 Mrd. kWh, gegenüber +1,5 Mrd. kWh im Vorjahr.
2 Inklusive Mengen von Gesellschaften, die unter "Sonstige, Konsolidierung" erfasst werden

Leicht erhöhter Stromabsatz. RWE hat im Berichtsjahr 262,1 Mrd. kWh Strom an externe Kunden abgesetzt, und damit etwas mehr als 2014. Zugelegt haben wir im Segment der Industrie- und Geschäftskunden, u. a. weil wir neue Abnehmer gewinnen konnten. Weitere Mengenzuwächse ergaben sich dadurch, dass wir den slowakischen Energieversorger VSE seit Ende August 2015 vollkonsolidieren, nachdem wir ihn zuvor at-Equity-bilanziert haben (siehe Seite 43). Dies schlug sich auch im Segment der Privathaushalte und kleinen Gewerbebetriebe nieder. Dennoch weisen wir bei dieser Kundengruppe einen leichten Absatzrückgang aus. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Trend zum sparsameren Energieeinsatz. In Großbritannien kamen Kundenverluste hinzu, denen allerdings Zugewinne in anderen Regionen gegenüberstanden. Rückläufig waren auch die Stromverkäufe an deutsche Weiterverteiler. Dies lag zum einen daran, dass sich einige unserer Kunden verstärkt oder komplett bei anderen Anbietern eingedeckt haben. Zum anderen verringerte sich der Absatz an Übertragungsnetzbetreiber aus dem Weiterverkauf von Strom, der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in unser Verteilnetz eingespeist wurde; Hintergrund ist, dass die Produzenten ihren EEG-Strom zunehmend direkt vermarkten oder selbst verbrauchen.

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Stromkunden nach Ländern Gesamt Davon: Privat- und Gewerbekunden
in Tsd. 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2015 31.12.2014
Deutschland 6.788 6.693 6.738 6.636
Niederlande 2.161 2.176 2.156 2.172
Belgien 355 328 355 328
Großbritannien 3.180 3.387 2.961 3.183
Ungarn 2.118 2.116 2.117 2.114
Slowakei 472 - 470 -
Polen 934 895 932 893
Tschechien 300 265 299 264
Kroatien 107 98 106 97
Sonstige1 9 - 9 -
RWE-Konzern 16.424 15.958 16.143 15.687

1 Kunden in Rumänien, Slowenien und der Türkei

Zum 31. Dezember 2015 versorgten die vollkonsolidierten Gesellschaften des RWE-Konzerns 16.424 Tsd. Kunden mit Strom, davon 6.788 Tsd. in Deutschland. Gegenüber 2014 hat sich die Zahl unserer Kunden um 466 Tsd. bzw. 3% erhöht. Wesentlich dazu beigetragen hat die erstmalige Vollkonsolidierung von VSE: Zum Jahresende wurden dadurch 472 Tsd. Kunden zusätzlich erfasst. Kundengewinne verzeichneten wir u. a. in unserem Hauptmarkt Deutschland. Aber auch in Ländern wie Belgien, Polen und Tschechien hat sich unsere Marktposition verbessert. Stark verschlechtert hat sie sich dagegen im hart umkämpften britischen Privatkundengeschäft. Neben dem intensiven Wettbewerb trugen Probleme beim Kundenservice von RWE npower dazu bei. Außerdem schwächt das staatliche Programm "Energy Companies Obligation" (ECO) unsere Marktposition: Im Rahmen von ECO werden die großen britischen Stromversorger wie RWE npower zur Finanzierung von Maßnahmen herangezogen, mit denen die Energieeffizienz in Haushalten gesteigert werden soll. Sie haben deshalb einen Kostennachteil gegenüber kleineren Anbietern, die keinen solchen Verpflichtungen unterliegen.

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Außenabsatz Gas Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler Gesamt
in Mrd. kWh 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 24,7 22,0 18,3 18,8 53,3 49,4 96,3 90,2
Vertrieb Niederlande/Belgien 32,9 31,8 28,6 28,8 - - 61,5 60,6
Vertrieb Großbritannien 30,0 30,8 3,6 2,5 6,3 5,7 39,9 39,0
Zentralost-/Südosteuropa 15,0 14,2 30,6 26,5 0,5 1,8 46,1 42,5
Trading/Gas Midstream - - 25,5 23,3 27,4 25,7 52,9 49,0
RWE-Konzern 102,6 98,8 106,6 99,9 87,5 82,6 296,7 281,3

Gasliefermengen: Plus von 5 %. Unser Gasabsatz ist um 5% auf 296,7 Mrd. kWh gestiegen. Das lag u. a. daran, dass die Witterung in unseren Kernmärkten kühler war als 2014. Unsere Privat- und Gewerbekunden haben deshalb mehr Gas zum Heizen eingesetzt. Bei den Weiterverteilern kam hinzu, dass wir in Deutschland neue Abnehmer gewinnen und unsere Lieferbeziehungen mit Bestandskunden intensivieren konnten. Der Anstieg unseres Gasabsatzes ist auch auf die erfolgreiche Akquise von Industrie- und Geschäftskunden zurückzuführen. Im Segment der Privathaushalte und kleinen Gewerbebetriebe wurde der positive Witterungseffekt durch ein sparsameres Verbrauchsverhalten abgeschwächt. Außerdem haben wir per saldo Kunden verloren.

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Gaskunden nach Ländern Gesamt Davon: Privat- und Gewerbekunden
in Tsd. 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2015 31.12.2014
Deutschland 1.334 1.290 1.323 1.279
Niederlande 1.954 1.969 1.950 1.964
Belgien 234 211 234 211
Großbritannien 2.025 2.169 2.015 2.159
Tschechien 1.349 1.397 1.343 1.391
Slowakei 126 119 124 119
Sonstige1 1 - 1 -
RWE-Konzern 7.023 7.155 6.990 7.123

1 Kunden in Kroatien, Polen und Ungarn

Unsere vollkonsolidierten Gesellschaften belieferten zum Bilanzstichtag insgesamt 7.023 Tsd. Kunden mit Gas, die meisten davon in Großbritannien, den Niederlanden, Tschechien und Deutschland. Seit Ende 2014 hat sich die Zahl unserer Gaskunden um 132 Tsd. bzw. 2% verringert. Wie beim Strom verzeichneten wir die größten Einbußen bei britischen Haushalten. Auch unsere Position in Tschechien verschlechterte sich. Allerdings hat sich die Abwanderung von Kunden, die wir dort seit der Marktliberalisierung im Jahr 2007 hinnehmen mussten, inzwischen stark abgeschwächt. Erreicht haben wir das u. a. durch das Angebot von attraktiven Langfristverträgen und durch Erfolge bei der Rückgewinnung von Kunden. Leicht vergrößert hat sich unser Kundenstamm in Deutschland, Belgien und der Slowakei.

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Außenumsatz nach Produkten
in Mio. €
2015 2014 +/-
in %
Stromerlöse 33.840 33.663 0,5
Davon:      
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 19.546 20.204 -3,3
Vertrieb Niederlande/Belgien 1.502 1.710 -12,2
Vertrieb Großbritannien 6.866 6.364 7,9
Zentralost-/Südosteuropa 2.393 2.199 8,8
Trading/Gas Midstream 2.401 2.157 11,3
Gaserlöse 12.118 11.905 1,8
Davon:      
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 4.341 4.122 5,3
Vertrieb Niederlande/Belgien 2.521 2.664 -5,4
Vertrieb Großbritannien 2.123 2.144 -1,0
Zentralost-/Südosteuropa 1.874 1.746 7,3
Trading/Gas Midstream 1.258 1.228 2,4
Sonstige Erlöse 2.641 2.900 -8,9
RWE-Konzern 48.599 48.468 0,3

Außenumsatz nahezu unverändert. Unser Außenumsatz ist 2015 geringfügig auf 48.599 Mio. € gestiegen. In dieser Zahl sind die Erdgas- und die Stromsteuer enthalten. Die Stromerlöse erhöhten sich um 1 % auf 33.840 Mio. € und die Gaserlöse um 2% auf 12.118 Mio. €. Hauptgrund dafür war die positive Absatzentwicklung. Allerdings haben einige unserer Vertriebsgesellschaften die Preise gesenkt und dadurch an Umsatz eingebüßt. Die Erlösentwicklung war auch durch Effekte aus der Währungsumrechnung beeinflusst. Am meisten wirkte sich die Aufwertung des britischen Pfunds aus, das 2015 durchschnittlich 1,38 € kostete, gegenüber 1,25 € im Vorjahr. Auch der US-Dollar hat sich gemessen am Euro verteuert, während sich bei den anderen für uns wichtigen Währungen nur geringe Wertveränderungen ergaben. Bereinigt um die Effekte aus der Vollkonsolidierung von VSE und der Währungsumrechnung sind unsere Erlöse um 2 % gesunken.

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Außenumsatz
in Mio. €
2015 2014 +/-
in %
Konventionelle Stromerzeugung 1.903 1.888 0,8
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 24.792 25.310 -2,0
Vertrieb Niederlande/Belgien 4.117 4.443 -7,3
Vertrieb Großbritannien 9.138 8.992 1,6
Zentralost-/Südosteuropa 4.353 4.059 7,2
Erneuerbare Energien 387 277 39,7
Trading/Gas Midstream 3.827 3.409 12,3
Sonstige, Konsolidierung 82 90 -8,9
RWE-Konzern 48.599 48.468 0,3
Erdgas-/Stromsteuer 2.242 2.319 -3,3
RWE-Konzern (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 46.357 46.149 0,5
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EBITDA
in Mio. €
2015 2014 +/-
in %
Konventionelle Stromerzeugung 2.191 2.522 -13,1
Davon:      
Kontinentalwesteuropa 2.010 2.412 -16,7
Großbritannien 168 90 86,7
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 2.621 2.650 -1,1
Vertrieb Niederlande/Belgien 236 203 16,3
Vertrieb Großbritannien -65 294 -
Zentralost-/Südosteuropa 1.163 913 27,4
Erneuerbare Energien 839 547 53,4
Trading/Gas Midstream 164 286 -42,7
Sonstige, Konsolidierung -132 -284 53,5
RWE-Konzern 7.017 7.131 -1,6
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Betriebliches Ergebnis
in Mio. €
2015 2014 +/-
in %
Konventionelle Stromerzeugung 543 979 -44,5
Davon:      
Kontinentalwesteuropa 624 1.362 -54,2
Großbritannien -76 -384 80,2
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.856 1.871 -0,8
Vertrieb Niederlande/Belgien 194 146 32,9
Vertrieb Großbritannien -137 227 -
Zentralost-/Südosteuropa 919 690 33,2
Erneuerbare Energien 493 186 165,1
Trading/Gas Midstream 156 274 -43,1
Sonstige, Konsolidierung -187 -356 47,5
RWE-Konzern 3.837 4.017 -4,5

Betriebliches Ergebnis mit 3.837 Mio. € im prognostizierten Korridor. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben wir ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 7.017 Mio. € erwirtschaftet. Unsere Prognose, die wir im März 2015 veröffentlicht haben, sah eine Bandbreite von 6,1 bis 6,4 Mrd. € vor (siehe Geschäftsbericht 2014, Seite 88). Dass das EBITDA oberhalb des Korridors lag, beruht im Wesentlichen auf Sondereffekten. Ein solcher Effekt ergab sich dadurch, dass wir den bislang at-Equity-bilanzierten slowakischen Energieversorger VSE seit Ende August vollkonsolidieren. Dem ist eine Neubewertung der Beteiligung vorausgegangen, bei der stille Reserven in Höhe von 185 Mio. € aufgedeckt wurden. Ein weiterer Grund für die Planüberschreitung waren Einmalerträge im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt in Hamm, die u. a. auf Versicherungsleistungen zurückzuführen sind (siehe Seite 40). Unser Entschluss, Block D nicht fertigzubauen, machte zugleich eine Wertberichtigung in Höhe von 654 Mio. € erforderlich, die aber nicht ins EBITDA einging. Wir erfassen sie im betrieblichen Ergebnis, das somit nicht nur die Einmalerträge, sondern auch die - höheren - Belastungen aus dem Kraftwerksprojekt enthält. Mit 3.837 Mio. € entsprach das betriebliche Ergebnis unseren Erwartungen. Prognostiziert hatten wir einen Korridor von 3,6 bis 3,9 Mrd. €.

Gegenüber 2014 hat sich das EBITDA um 2% und das betriebliche Ergebnis um 4% verringert. Dabei machte sich der preisbedingte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung bemerkbar. Stark verbessert hat sich unsere Ertragslage auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Im Vertriebsgeschäft, das europaweit 824 Mio. € (Vorjahr: 912 Mio. €) zum betrieblichen Ergebnis beisteuerte, kam uns zugute, dass sich negative Witterungseinflüsse abschwächten; allerdings mussten wir hohe Belastungen durch operative und technische Probleme bei RWE npower verkraften.

In den Unternehmensbereichen entwickelte sich das betriebliche Ergebnis wie folgt:

Konventionelle Stromerzeugung: Das betriebliche Ergebnis hat sich hier erwartungsgemäß deutlich verringert, und zwar um 45% auf 543 Mio. €. Hauptgrund dafür war, dass wir den Strom unserer deutschen und niederländischen Kraftwerke zu niedrigeren Großhandelspreisen abgesetzt haben als 2014. Preisbedingte Entlastungen beim Einkauf von Brennstoffen (insbesondere Steinkohle) fingen dies nur zu einem geringen Teil auf. Wie bereits erläutert, wirkte sich das Kraftwerksprojekt in Hamm per saldo negativ auf das betriebliche Ergebnis aus. Außerdem erzielten wir niedrigere Erträge aus der Auflösung von Kernenergie- und Bergbaurückstellungen und bildeten Rückstellungen für zusätzliche Restrukturierungsmaßnahmen. Positiven Einfluss hatte unser Effizienzsteigerungsprogramm, mit dessen Umsetzung wir schneller als erwartet vorankamen.

Vertrieb/Verteilnetze Deutschland: Das betriebliche Ergebnis des Unternehmensbereichs lag mit 1.856 Mio. € knapp unter dem Vorjahreswert. Prognostiziert hatten wir einen moderaten Rückgang. Verringert haben sich insbesondere unsere Erträge aus Netzverkäufen. Solche Transaktionen tätigen wir i. d. R. nur dann, wenn wir bei Neuausschreibungen unserer Netzkonzessionen nicht zum Zuge kommen. Allerdings gelingt es uns immer wieder, Städte oder Gemeinden für Partnermodelle zu gewinnen. In diesen Fällen bleiben wir zwar nicht alleiniger Eigentümer der Netze, können diese aber meist weiter bewirtschaften. Verbessert hat sich die Ertragslage im deutschen Vertriebsgeschäft. Hier war das Vorjahresergebnis noch von den witterungsbedingten Einbußen beim Gasabsatz geprägt. Außerdem profitierten wir vom Ausbau unseres Kundenstamms.

Vertrieb Niederlande/Belgien: Der Unternehmensbereich hat sein betriebliches Ergebnis erwartungsgemäß deutlich um 33% auf 194 Mio. € gesteigert. Zurückzuführen ist das u. a. darauf, dass sich die Ertragslage im Gasvertrieb nach dem sehr milden Vorjahr wieder erholt hat. Hinzu kam, dass wir neue Vertriebsangebote erfolgreich vermarkten konnten.

Vertrieb Großbritannien: Nicht bestätigt hat sich dagegen unsere Prognose für RWE npower, die einen moderaten Ergebnisanstieg vorsah. Tatsächlich schloss der Bereich mit einem betrieblichen Verlust von 137 Mio. €. Hauptgrund dafür sind gravierende Prozess- und Systemprobleme bei der Privatkundenabrechnung. Überraschend hohe Ertragseinbußen erlitten wir auch dadurch, dass Privat- und Gewerbekunden zu anderen Anbietern wechselten oder nur dadurch gehalten werden konnten, dass wir ihnen Kontrakte mit vergünstigten Konditionen anboten. Hinzu kam, dass Energie tendenziell immer sparsamer eingesetzt wird. Auch dies traf uns härter als vorausgesehen. Entlastungen ergaben sich dagegen bei der Umsetzung des staatlichen ECO-Programms, das die großen Stromanbieter zur Finanzierung von Energiesparmaßnahmen bei Privathaushalten verpflichtet: Unser Aufwand für ECO-Maßnahmen lag erwartungsgemäß unter dem des Vorjahres. Anfang 2016 hat der Vorstand von RWE npower ein Restrukturierungskonzept vorgelegt, mit dem er die Margen stabilisieren und die Wettbewerbsposition des Unternehmens bis 2018 auf Marktdurchschnitt bringen will. Die Prozess- und Systemprobleme sollen bereits größtenteils Ende des laufenden Jahres behoben sein.

Zentralost-/Südosteuropa: Das betriebliche Ergebnis war hier mit 919 Mio. € um ein Drittel höher als 2014. Erwartet hatten wir einen moderaten Rückgang. Einmalerträge aus der Vollkonsolidierung und Neubewertung von VSE waren ausschlaggebend dafür, dass wir die Prognose weit übertroffen haben. Aber auch ohne diesen Effekt hätte der Bereich über Vorjahr abgeschlossen, vor allem wegen erfolgreicher Kostensenkungsmaßnahmen. Im tschechischen Gasgeschäft profitierten wir von der kühleren Witterung und von verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen für Verteilnetzbetreiber, verzeichneten aber auch Rückgänge bei den Speichermargen. In Ungarn führten gesunkene Strommarktpreise und Aufwendungen für Kraftwerksrevisionen zu Ergebniseinbußen des Braunkohleverstromers Mátra.

Erneuerbare Energien: Der Bereich konnte erwartungsgemäß deutlich zulegen. Sein betriebliches Ergebnis erhöhte sich um 307 Mio. € auf 493 Mio. €. Wesentlich dazu beigetragen hat, dass wir 2015 die beiden großen Off-shore-Windparks Gwynt y Môr und Nordsee Ost in Betrieb genommen haben. Daneben führte das höhere Windaufkommen zu einer verbesserten Auslastung unserer bestehenden Kapazitäten. Hinzu kamen Einmalerträge aus dem Verkauf von Anteilen am Offshore-Windkraft-Projekt Galloper (93 Mio. €) und der Netzinfrastruktur von Gwynt y Môr (30 Mio. €). Auch die Aufwertung des britischen Pfunds und der Wegfall von Sonderbelastungen aus dem Vorjahr wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Allerdings mussten wir Wertberichtigungen auf niederländische Onshore-Windparks vornehmen. Hintergrund ist, dass wir ihren Strom nach Ablauf des Förderzeitraums am Großhandelsmarkt absetzen werden und der dort erzielbare Preis gesunken ist. Weitere Wertberichtigungen betrafen Onshore-Windkraftprojekte in Großbritannien, die wir wegen politischer Widerstände abbrechen mussten.

Trading/Gas Midstream: Das betriebliche Ergebnis von RWE Supply & Trading belief sich auf 156 Mio. €. Das sind 43% weniger als 2014. Prognostiziert hatten wir einen moderaten Ergebnisrückgang. Das schwächere Abschneiden ist u. a. auf die Entwicklung im Energiehandel zurückzuführen: Die Erträge, die wir hier erzielten, waren leicht unterdurchschnittlich, nachdem sie im Vorjahr noch sehr hoch ausgefallen waren. Überdies müssen wir weiterhin Belastungen im Gas-Midstream-Geschäft verkraften, weil langfristig kontrahierte Gasspeicherkapazitäten nicht kostendeckend bewirtschaftet oder vermarktet werden können.

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Kennzahlen des Wertmanagements Betriebliches Ergebnis 2015
in Mio. €
Betriebliches Vermögen 20151
in Mio. €
ROCE 2015
in %
Kapitalkosten vor Steuern 2015
in %
Absoluter Wertbeitrag 2015
in Mio. €
Absoluter Wertbeitrag 2014
in Mio. €
Konventionelle Stromerzeugung 543 18.860 2,9 9,25 -1.201 -825
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.856 16.747 11,1 7,75 558 502
Vertrieb Niederlande/Belgien 194 2.429 8,0 8,25 -6 -49
Vertrieb Großbritannien -137 2.331 -5,9 8,25 -329 24
Zentralost-/Südosteuropa 919 4.592 20,0 7,75 563 333
Erneuerbare Energien 493 5.869 8,4 8,00 23 -240
Trading/Gas Midstream 156 59 264,4 10,00 150 211
Sonstige, Konsolidierung -187 -2.653 - 8,75 -142 -233
RWE-Konzern 3.837 48.234 8,0 8,75 -384 -277

1 Durchschnitt der Jahresendbestände von 2014 und 2015

RWE erzielt Kapitalrendite von 8,0 %. Die Rendite auf das eingesetzte Vermögen (Return on Capital Employed, kurz: ROCE), die wir mit unserem Wertmanagementkonzept ermitteln, belief sich 2015 auf 8,0%. Sie lag damit nicht nur unter dem Vorjahreswert (8,4%), sondern auch unter dem Kapitalkostensatz vor Steuern in Höhe von 8,75%. Zieht man vom ROCE die Kapitalkosten ab und multipliziert das Ergebnis mit dem betrieblichen Vermögen, erhält man den absoluten Wertbeitrag. Dieser war mit -384 Mio. € um 107 Mio. € niedriger als der bereits negative Vorjahreswert (-277 Mio. €). Den Ausschlag dafür gab die verschlechterte operative Ertragslage. Positiv schlug zu Buche, dass wir mit 8,75 % einen etwas niedrigeren Kapitalkostensatz zugrunde gelegt haben als 2014 (9%). Ein Grund dafür ist das gesunkene Marktzinsniveau. Ausführliche Informationen zu unserem Wertmanagementkonzept finden Sie auf den beiden folgenden Seiten.

Wertmanagementkonzept des RWE-Konzerns

Wertbeitrag als Gradmesser des wirtschaftlichen Erfolgs. Das Wertmanagementkonzept von RWE ist ein Instrument zur Messung des wirtschaftlichen Erfolgs unserer Geschäftstätigkeit und zur Beurteilung der Attraktivität von Investitionsvorhaben. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Wertbeitrag, den wir mit einer Aktivität erzielen. Dieser ist positiv, wenn die Rendite auf das eingesetzte Vermögen, also der ROCE, die Kapitalkosten übersteigt. Der ROCE entspricht dem Verhältnis des betrieblichen Ergebnisses zum betrieblichen Vermögen.

Wir ermitteln die Kapitalkosten als gewichteten Durchschnitt der Eigen- und der Fremdkapitalkosten. Dabei spiegeln die Eigenkapitalkosten die Renditeerwartung am Kapitalmarkt bei einer Investition in die RWE-Aktie wider, während sich die Fremdkapitalkosten an unseren langfristigen Finanzierungskonditionen orientieren. Bei der Berechnung der Kapitalkosten für 2015 haben wir Werte verwendet, die von denen des Vorjahres abweichen und insgesamt zu einem niedrigeren Kostensatz führen. Den Ausschlag dafür gibt das gesunkene Marktzinsniveau. Allerdings ist unser Geschäft auch risikoreicher geworden.

Die Eigenkapitalkosten erhält man, indem man zunächst den Zins für eine risikolose langfristige Anlage bestimmt. Unser Wert für 2015 beträgt 2,5%. Im nächsten Schritt haben wir konzern- und bereichsspezifische Risikoaufschläge (Marktprämien) festgelegt und mit dem sogenannten Betafaktor multipliziert. Letzterer geht auf das in den 1960er-Jahren entwickelte Capital Asset Pricing Model zurück und misst das mit einer Investitions- oder Finanzierungsmaßnahme übernommene systematische Risiko, auch Marktrisiko genannt. Unter Berücksichtigung der Kapitalstruktur haben wir für 2015 einen Betafaktor von 1,07 verwendet. Die Marktprämie beträgt 6,5%. Durch Addition des risikolosen Zinses mit dem Produkt aus Marktprämie und Betafaktor lassen sich die Eigenkapitalkosten in Höhe von 9,46% herleiten. Da diese nicht steuerlich abzugsfähig sind, handelt es sich um einen Wert vor und nach Steuern.

Für das Fremdkapital haben wir einen Kapitalkostensatz von 3,75% vor Steuern veranschlagt. Der kalkulatorische Steuersatz beträgt 30%. Das Produkt beider Werte entspricht dem Tax Shield, also dem Betrag, um den sich die Fremdkapitalkosten durch ihre steuerliche Abzugsfähigkeit verringern.

Beim Tax Shield von 1,12 Prozentpunkten ergeben sich Fremdkapitalkosten nach Steuern in Höhe von 2,63%.

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital setzen wir nach Maßgabe unserer langfristigen Zielkapitalstruktur mit 50:50 an. Insgesamt kommen wir damit für 2015 auf Kapitalkosten von 6% nach Steuern und 8,75% vor Steuern. Die entsprechenden Vorjahreswerte lagen bei 6,25 bzw. 9%.

Bei der Ermittlung des betrieblichen Vermögens gehen wir so vor, dass abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens nicht mit ihren Buchwerten, sondern mit der Hälfte der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt werden, und zwar über die gesamte Nutzungsdauer. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass durch den Investitionszyklus verursachte Schwankungen der Wertbeiträge begrenzt werden. Geschäfts- oder Firmenwerte aus Akquisitionen gehen dagegen mit ihrem vollen Betrag ins Vermögen ein; Abschreibungen werden hier im Folgejahr wertmindernd berücksichtigt.

Der ROCE abzüglich Kapitalkosten ergibt den relativen Wertbeitrag. Durch Multiplikation mit dem eingesetzten betrieblichen Vermögen erhält man den absoluten Wertbeitrag. Je höher er ausfällt, desto wirtschaftlich erfolgreicher ist die jeweilige Aktivität.

Abnehmende Bedeutung des Wertbeitrags bei der Unternehmenssteuerung. Der Wertbeitrag war lange Zeit unsere zentrale Steuerungsgröße, hat aber für uns - wie in der betrieblichen Praxis allgemein - an Bedeutung eingebüßt. Seit 2013 bemisst sich die Tantieme des Vorstands der RWE AG nicht mehr am Wertbeitrag, sondern am betrieblichen Ergebnis. Inzwischen trifft dies auch auf die variable Vergütung unserer Beschäftigten zu. Um die Attraktivität von Investitionsvorhaben zu beurteilen, nutzen wir in erster Linie den internen Zinsfuß (Internal Rate of Return) als Renditekennzahl. Bei der Planung des künftigen Geschäftsverlaufs liegt unser besonderes Augenmerk auf der Entwicklung von EBITDA, betrieblichem Ergebnis, operativem Cash Flow, Haushaltsüberschuss/-defizit (siehe dazu Seite 61) und Nettoschulden. Vor diesem Hintergrund werden wir künftig in unseren Finanzberichten auf eine Darstellung des Wertmanagementkonzepts verzichten.

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Kapitalkosten 2015 2014
Risikoloser Zinssatz % 2,50 3,78
Marktprämie % 6,5 5,0
Betafaktor   1,07 1,03
Eigenkapitalkosten nach Steuern % 9,46 8,94
Fremdkapitalkosten vor Steuern % 3,75 5,00
Steuersatz für Fremdkapital % 30,00 27,38
Tax Shield % -1,12 -1,37
Fremdkapitalkosten nach Steuern % 2,63 3,63
Anteil Eigenkapital % 50,0 50,0
Anteil Fremdkapital % 50,0 50,0
Kapitalkosten nach Steuern % 6,00 6,25
Steuersatz für pauschale Umrechnung % 30,00 31,23
Kapitalkosten vor Steuern % 8,75 9,00
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Ermittlung des betrieblichen Vermögens 31.12.2015 31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen1 Mio. € 56.203 54.408
+ Beteiligungen inkl. Ausleihungen2 Mio. € 3.830 4.114
+ Vorräte Mio. € 1.959 2.232
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Mio. € 5.599 6.510
+ Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte3 Mio. € 10.091 8.855
- Unverzinsliche Rückstellungen4 Mio. € 9.458 10.831
- Unverzinsliche Verbindlichkeiten5 Mio. € 18.256 17.307
Korrekturen6 Mio. € -771 -721
Betriebliches Vermögen Mio. € 49.197 47.260
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Ermittlung des Wertbeitrags 2015
Betriebliches Vermögen vor Korrekturen (im Jahresdurchschnitt) Mio. € 48.228
Korrekturen7 Mio. € 6
Betriebliches Vermögen nach Korrekturen (im Jahresdurchschnitt) Mio. € 48.234
Betriebliches Ergebnis Mio. € 3.837
ROCE % 8,0
Relativer Wertbeitrag % -0,8
Absoluter Wertbeitrag Mio. € -384

1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit hälftigen Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt (siehe Anlagespiegel auf Seite 116 ff.); Geschäfts- oder Firmenwerte und Kundenbeziehungen werden mit ihren Buchwerten erfasst. Für 2014 und 2015 ist nicht mehr produktives Anlagevermögen in Höhe von 808 Mio. € herausgerechnet worden.
2 At-Equity-bilanzierte Beteiligungen und übrige Finanzanlagen; nicht enthalten sind langfristige Wertpapiere.
3 Inklusive Ertragsteuererstattungsansprüche; nicht berücksichtigt sind Finanzderivate in Höhe von 1.148 Mio. € (Vorjahr: 1.230 Mio. €) und das Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen.
4 Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen; nicht enthalten sind Rückstellungen mit Langfristcharakter in Höhe von 1.529 Mio. € (Vorjahr: 1.574 Mio. €).
5 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Ertragsteuerverbindlichkeiten sowie übrige Verbindlichkeiten; nicht enthalten sind Finanzderivate in Höhe von 647 Mio. € (Vorjahr: 926 Mio. €) und Kaufpreisverbindlichkeiten in Höhe von 1.395 Mio. € (Vorjahr: 1.200 Mio. €) aus Andienungsrechten.
6 Herausgerechnet werden im Wesentlichen nach lAS 16.15 gebildete Aktiva in Höhe von 390 Mio. € (Vorjahr: 370 Mio. €), da durch sie kein Kapital gebunden wird.
7 Korrekturen zur zeitanteiligen Berücksichtigung unterjähriger Erst- und Entkonsolidierungen

Überleitung zum Nettoergebnis: Hohe Belastungen durch Wertberichtigungen. Die schwierige Lage in der konventionellen Stromerzeugung hat auch in der Überleitung vom betrieblichen Ergebnis zum Nettoergebnis deutliche Spuren hinterlassen. Sie zeigte sich vor allem im neutralen Ergebnis, das sich gegenüber 2014 um 2.962 Mio. € auf -2.885 Mio. € verringerte. Mit Wertberichtigungen auf deutsche und britische Kraftwerke in Höhe von 2,1 Mrd. € haben wir den zuletzt weiter verschlechterten Ertragsperspektiven dieser Anlagen Rechnung getragen. Abschreibungen nahmen wir auch auf das niederländische Kernkraftwerk Borssele vor, an dem wir mit 30% beteiligt sind, und auf die IT-Infrastruktur von RWE npower. Weitere Belastungen ergaben sich aus einem außergerichtlichen Vergleich, mit dem wir ein Schiedsverfahren beilegen konnten. Positiv wirkte sich dagegen die Bilanzierung bestimmter Derivate aus, mit denen wir uns gegen Preisschwankungen absichern: Sie führte per saldo zu einem Ertrag von 296 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein geringer Verlust entstanden war (-29 Mio. €). Die im neutralen Ergebnis ausgewiesenen Buchgewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen und Vermögenswerten fielen mit 31 Mio. € nicht ins Gewicht (Vorjahr: 154 Mio. €).

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Finanzergebnis
in Mio. €
2015 2014 +/-
in Mio. €
Zinserträge 265 218 47
Zinsaufwendungen -1.069 -1.080 11
Zinsergebnis -804 -862 58
Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen -821 -1.114 293
Übriges Finanzergebnis 36 128 -92
Finanzergebnis -1.589 -1.848 259

Das Finanzergebnis hat sich um 259 Mio. € auf -1.589 Mio. € verbessert. Ausschlaggebend dafür waren Entlastungen bei den Zinsanteilen an den Zuführungen zu den langfristigen Rückstellungen. Hier wirkte sich der Wegfall eines Einmaleffekts aus dem Vorjahr aus: 2014 hatten Absenkungen der Diskontierungssätze zu einer Anhebung der "Sonstigen langfristigen Rückstellungen" geführt, die bei den Zinsanteilen berücksichtigt wurde. Obwohl wir höhere Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren erzielten, ist das "Übrige Finanzergebnis" gesunken. Einen wesentlichen Einfluss hatte hierbei die Tatsache, dass die Bewertung von Finanzgeschäften per saldo zu einem Aufwand führte, nachdem im Vorjahr noch ein Ertrag zu verzeichnen war.

Das Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern lag mit -637 Mio. € im negativen Bereich. Trotzdem weisen wir Ertragsteuern in Höhe von 603 Mio. € aus. Hintergrund ist, dass wir im Organkreis der RWE AG aktive latente Steuern abgeschrieben haben, weil wir sie voraussichtlich nicht nutzen können. Aktive latente Steuern sind ein Anspruch auf künftige Steuerermäßigungen, der sich aus Unterschieden im Ansatz und/oder in der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden zwischen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz ergibt. Die Aktivierung latenter Steuern setzt voraus, dass in späteren Geschäftsjahren steuerliche Gewinne anfallen, die eine Nutzung der Steuerermäßigungen erlauben. Für den Organkreis der RWE AG ist das derzeit nicht absehbar, u. a. wegen der stark verschlechterten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung.

Nach Steuern erzielten wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten einen Verlust von 1.240 Mio. €, nachdem wir im Vorjahr noch einen Gewinn von 1.693 Mio. € ausgewiesen hatten.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten trugen 1.524 Mio. € zum Nachsteuerergebnis bei (Vorjahr: 364 Mio. €). Mit 1.453 Mio. € entfällt der Großteil dieses Betrags auf den Buchgewinn aus der Veräußerung von RWE Dea.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter sind um 111 Mio. € auf 356 Mio. € gestiegen, weil einige vollkonsolidierte Gesellschaften, an denen Konzernfremde beteiligt sind, über Vorjahr abgeschlossen haben. Das betrifft vor allem unsere deutschen Regionalversorger und ist u. a. auf die erwähnten Einmalerträge aus Wertpapierverkäufen zurückzuführen.

Auf unsere Hybridkapitalgeber entfielen Ergebnisanteile von 98 Mio. € (Vorjahr: 108 Mio. €). Der Betrag entspricht unseren Finanzierungskosten nach Steuern. Berücksichtigt werden hier lediglich jene Hybridanleihen, die gemäß IFRS dem Eigenkapital zuzuordnen sind. Dabei handelt es sich um unsere Anleihen über 1.750 Mio. € und 750 Mio. £, von denen wir die erstgenannte zum 28. September 2015 abgelöst haben. In den Zwischenberichten des vergangenen Jahres waren wir davon ausgegangen, dass wir den Finanzierungsaufwand für das Hybridkapital nicht steuermindernd nutzen können, und hatten deshalb mit höheren Ergebnisanteilen gerechnet. Diese Annahme hat sich aber für 2015 als unzutreffend erwiesen.

Aus den dargestellten Entwicklungen ergibt sich ein gegenüber 2014 um 1.874 Mio. € verschlechtertes Nettoergebnis von -170 Mio. €. Bei 614,7 Millionen ausstehenden RWE-Aktien entspricht das einem Ergebnis je Aktie von -0,28 € (Vorjahr: 2,77 €).

Bereinigtes Nettoergebnis mit 1.125 Mio. € im Rahmen der Erwartungen. Unser bereinigtes Nettoergebnis belief sich auf 1.125 Mio. € und lag damit im unteren Bereich des prognostizierten Korridors (1,1 bis 1,3 Mrd. €). Wie auf Seite 43 erläutert, enthält es nicht das gesamte Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten, sondern lediglich den auf 2015 entfallenden Teil der Zinsen auf den Verkaufspreis von RWE Dea. Bei der Ermittlung des bereinigten Nettoergebnisses gehen wir grundsätzlich so vor, dass wir wesentliche Sondereinflüsse (u. a. das gesamte neutrale Ergebnis) einschließlich der darauf entfallenden Ertragsteuern herausrechnen. Im betrieblichen Ergebnis erfasste Einmaleffekte, z. B. die Wertberichtigung auf das Steinkohlekraftwerk in Hamm, werden aber i. d. R. nicht eliminiert. Wir haben daher die bisher verwendete Bezeichnung "Nachhaltiges Nettoergebnis" in "Bereinigtes Nettoergebnis" geändert. Verglichen mit 2014 hat sich das bereinigte Nettoergebnis um 12% verringert. Ausschlaggebend dafür war die verschlechterte operative Ertragslage.

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Überleitung zum Nettoergebnis 2015 2014 +/-
in %
EBITDA Mio. € 7.017 7.131 -1,6
Betriebliche Abschreibungen Mio. € -3.180 -3.114 -2,1
Betriebliches Ergebnis Mio. € 3.837 4.017 -4,5
Neutrales Ergebnis Mio. € -2.885 77 -
Finanzergebnis Mio. € -1.589 -1.848 14,0
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € -637 2.246 -
Ertragsteuern Mio. € -603 -553 -9,0
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten Mio. € -1.240 1.693 -
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten Mio. € 1.524 364 318,7
Ergebnis Mio. € 284 2.057 -86,2
Davon:        
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter Mio. € 356 245 45,3
Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG Mio. € 98 108 -9,3
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio. € -170 1.704 -
Bereinigtes Nettoergebnis1 Mio. € 1.125 1.282 -12,2
Ergebnis je Aktie -0,28 2,77 -
Bereinigtes Nettoergebnis1 je Aktie 1,83 2,09 -12,4
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (Jahresdurchschnitt) Mio. Stück 614,7 614,7 -
Steuerquote % - 25 -

1 Geänderte Bezeichnung; vormals "Nachhaltiges Nettoergebnis"; siehe Erläuterung im Text

Effizienzsteigerungsprogramm: Zielvorgabe für 2015 übererfüllt. Mit der Umsetzung unseres laufenden Effizienzsteigerungsprogramms sind wir gut vorangekommen. Gestartet hatten wir es im Jahr 2012. Das Programm umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung, mit denen wir zusätzliches Ergebnispotenzial erschließen - und zwar von Jahr zu Jahr mehr. Wir setzen dabei auf umfassende Verbesserungen der operativen Prozesse sowie auf Einsparungen bei Verwaltung und IT. Für 2015 hatten wir uns zum Ziel gesetzt, mit dem Programm einen zusätzlichen Ergebniseffekt von 100 Mio. € zu erzielen. Erreicht haben wir sogar rund 200 Mio. € - trotz operativer Fehlentwicklungen im britischen Vertriebsgeschäft. Vor allem im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung konnten wir höhere Performance-Verbesserungen als erwartet erzielen.

Das Effizienzsteigerungsprogramm war bisher auf den Zeitraum bis 2017 ausgelegt und sollte insgesamt ein zusätzliches Ergebnispotenzial von 2,0 Mrd. € erschließen. Mit den seit 2012 ergriffenen Maßnahmen haben wir bis Ende vergangenen Jahres bereits 1,6 Mrd. € erreicht; geplant waren 1,5 Mrd. €. Da wir mit dem Programm besser als erwartet vorankommen, planen wir nun neue Schritte zur Erhöhung unserer operativen Schlagkraft, weiterhin mit Schwerpunkt auf der konventionellen Stromerzeugung. Außerdem wollen wir unser britisches Vertriebsgeschäft umfassend restrukturieren. Inklusive der zusätzlichen Maßnahmen streben wir mit unserem Effizienzsteigerungsprogramm nun einen Ergebniseffekt von 2,5 Mrd. € an, der 2018 in vollem Umfang zum Tragen kommen soll.

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Investitionen
in Mio. €
2015 2014 +/-
in Mio. €
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 2.898 3.245 -347
Davon:      
Konventionelle Stromerzeugung 789 1.086 -297
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 1.021 900 121
Vertrieb Niederlande/Belgien 25 9 16
Vertrieb Großbritannien 189 148 41
Zentralost-/Südosteuropa 409 309 100
Erneuerbare Energien 418 723 -305
Trading/Gas Midstream 10 11 -1
Sonstige, Konsolidierung 37 59 -22
Investitionen in Finanzanlagen 405 195 210
Investitionen gesamt 3.303 3.440 -137

Investitionen leicht unter Vorjahr. Unsere Investitionen haben sich um 137 Mio. € auf 3.303 Mio. € verringert. Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte setzten wir 2.898 Mio. € ein, 347 Mio. € weniger als 2014. Damit blieben wir im Rahmen der Erwartungen: Prognostiziert hatten wir eine Größenordnung von 2,5 bis 3,0 Mrd. €. Die Ausgaben für Finanzanlagen haben sich zwar deutlich erhöht, bewegten sich mit 405 Mio. € aber noch auf moderatem Niveau. 2015 haben wir einige kleinere Akquisitionen getätigt, darunter der Erwerb der kommunalen Anteile an der Gesellschaft Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm (siehe Seite 40).

Deutlich verringert haben sich die Sachinvestitionen im Bereich Konventionelle Stromerzeugung, der einen Großteil der Mittel für die neuen Steinkohlekraftwerke in Hamm und im niederländischen Eemshaven einsetzte. Da wir das Projekt in Eemshaven 2015 abschließen konnten, waren die Ausgaben dafür nicht mehr so hoch. Ebenfalls stark gesunken sind die Investitionen im Bereich Erneuerbare Energien. Sie entfielen u. a. auf die neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr, die im Mai bzw. Juni 2015 eingeweiht wurden. Im Vorjahr befanden sich die Windparks noch im Bau. Einen Anstieg der Investitionen verzeichneten wir im Bereich Vertrieb/Verteilnetze Deutschland, der seine Maßnahmen zur Verbesserung der Strom- und Gasnetzinfrastruktur intensivierte. Auch der Unternehmensbereich Zent-ralost-/Südosteuropa setzte den Großteil der Mittel im Netzgeschäft ein. Der Bereich Vertrieb Niederlande/Belgien konzentrierte sich auf IT-Projekte. Im britischen Endkundengeschäft lag der Fokus auf der Entwicklung und Einführung intelligenter Stromzähler.

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Mitarbeiter1 31.12.2015 31.12.2014 +/-
in %
Konventionelle Stromerzeugung 13.605 14.776 -7,9
Vertrieb/Verteilnetze Deutschland 18.339 18.412 -0,4
Vertrieb Niederlande/Belgien 2.840 2.688 5,7
Vertrieb Großbritannien 6.668 6.985 -4,5
Zentralost-/Südosteuropa 11.394 9.978 14,2
Erneuerbare Energien 898 989 -9,2
Trading/Gas Midstream 1.270 1.338 -5,1
Sonstige2 4.748 4.618 2,8
RWE-Konzern 59.762 59.784 -
Davon:      
In Deutschland 35.170 36.411 -3,4
Außerhalb Deutschlands 24.592 23.373 5,2

1 Umgerechnet in Vollzeitstellen
2 Ende 2015 entfielen davon 2.025 Mitarbeiter auf RWE Group Business Services (Vorjahr: 1.681), 1.691 Mitarbeiter auf RWE IT (Vorjahr: 1.837), 647 Mitarbeiter auf RWE Service (Vorjahr: 703) und 267 Mitarbeiter auf die Holding-Gesellschaft RWE AG (Vorjahr: 299).

Wegen Erstkonsolidierung von VSE: Mitarbeiterzahl trotz Rationalisierungsmaßnahmen unverändert. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte RWE 59.762 Mitarbeiter und damit etwa so viele wie ein Jahr zuvor. Bei der Ermittlung dieser Zahl wurden Teilzeitstellen anteilig berücksichtigt. Durch operative Veränderungen haben per saldo 1.859 Mitarbeiter den Konzern verlassen; dabei spielten Rationalisierungsmaßnahmen eine zentrale Rolle, insbesondere im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung. Erst- und Entkonsolidierungen von Gesellschaften hatten dagegen einen positiven Nettoeffekt von 1.837 Stellen. Allein durch die Vollkonsolidierung von VSE wurden 1.559 Mitarbeiter zusätzlich erfasst. Der im März abgeschlossene Verkauf von RWE Dea brachte dagegen keine Veränderungen des Personalbestands, weil die Beschäftigten der Gesellschaft bereits seit Mitte 2014 nicht mehr in den Konzernzahlen berücksichtigt waren. Die Zahl der Mitarbeiter an unseren deutschen Standorten hat sich gegenüber dem Vorjahresende um 1.241 auf 35.170 verringert, während die unserer Mitarbeiter im Ausland um 1.219 auf 24.592 gestiegen ist. Ende 2015 erlernten 2.339 junge Menschen bei uns einen Beruf. In den Mitarbeiterzahlen sind die Auszubildenden nicht enthalten.

1.8 FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Im Geschäftsjahr 2015 haben wir mit dem Verkauf von RWE Dea einen wichtigen Schritt zur Stärkung unserer Finanzkraft getan. Die Transaktion war ausschlaggebend dafür, dass wir unsere Nettoschulden um fast ein Fünftel auf 25,1 Mrd. € senken konnten. Unser Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit 3,3 Mrd. € allerdings deutlich unter dem hohen Vorjahreswert. Er reichte erwartungsgemäß nicht aus, um unsere Investitionen und Ausschüttungen zu finanzieren. Kurzfristige Schwankungen im Nettoumlaufvermögen spielten dabei eine wichtige Rolle. Wir haben weiterhin das Ziel eines über die Jahre ausgeglichenen Haushalts, auch wenn wir es nicht in jedem einzelnen Jahr erreichen. Ebenso halten wir am Kurs der finanziellen Konsolidierung fest. Allerhöchste Priorität hat dabei für uns, dass wir uns jederzeit - selbst im Falle von Finanzkrisen - zu akzeptablen Konditionen am Fremdkapitalmarkt refinanzieren können.

Zentrale Finanzierung. Die Verantwortung für die Finanzierung des RWE-Konzerns liegt bei der RWE AG. Diese beschafft Finanzmittel bei Banken oder am Geld- und Kapitalmarkt. Bei der Begebung von Anleihen bedient sie sich meist der niederländischen Tochtergesellschaft RWE Finance B.V., die Emissionen unter Garantie der RWE AG tätigt. Andere Tochtergesellschaften nehmen nur in Einzelfällen Fremdkapital direkt auf, etwa dann, wenn die Nutzung lokaler Kredit- und Kapitalmärkte wirtschaftlich vorteilhaft ist. Die RWE AG übernimmt außerdem die Koordination, wenn Konzerngesellschaften Haftungsverhältnisse eingehen. Sie entscheidet, in welcher Höhe Garantien oder Patronatserklärungen abgegeben werden. Durch die Bündelung dieser Aufgaben können wir Finanzrisiken zentral steuern und überwachen. Außerdem stärken wir so unsere Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten, Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden.

Flexible Instrumente für die Aufnahme von Fremdkapital. Unseren Finanzbedarf decken wir überwiegend mit den Mittelzuflüssen aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus verfügen wir über eine Reihe flexibler Finanzierungsinstrumente. Langfristiges Fremdkapital nehmen wir hauptsächlich im Rahmen unseres Debt-Issuance-Programms auf, das uns erlaubt, Standardanleihen (Senior Bonds) im Gesamtwert von bis zu 30 Mrd. € zu begeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir keine Emissionen im Rahmen dieses Programms getätigt. Daneben bietet uns ein Commercial-Paper-Programm einen Spielraum von 5 Mrd. US$ für die kurzfristige Finanzierung am Geldmarkt, den wir 2015 nur in geringem Umfang genutzt haben. Als Liquiditätsreserve können wir zudem eine syndizierte Kreditlinie über 4 Mrd. € nutzen, die uns ein internationales Bankenkonsortium gewährt. Die Kreditlinienvereinbarung gilt bis Ende März 2020, kann allerdings um ein Jahr verlängert werden. In Anspruch genommen haben wir sie bislang nicht.

Weder die genannten Finanzierungsinstrumente noch die laufenden Kreditlinien verpflichten uns, bestimmte Zinszahlungs-, Verschuldungs- oder Mindestkapitalgrenzen zu beachten, bei deren Verletzung wir zur vorzeitigen Tilgung, zum Stellen von Sicherheiten oder zu erhöhten Zinszahlungen verpflichtet wären. Ebenso wenig sind wir an ein bestimmtes Rating gebunden.

RWE nimmt neues Hybridkapital auf. Im vergangenen Jahr haben wir drei Hybridanleihen begeben, zwei im April mit einem Volumen von 700 bzw. 550 Mio. € und eine im Juli über 500 Mio. US$. Die Laufzeit der Papiere ist auf 60 Jahre begrenzt. Die erste April-Anleihe hat einen Kupon von 2,75 % und kann seitens RWE erstmals im Oktober 2020 gekündigt werden; sie wurde zum Kurs von 99,38 % emittiert. Bei der zweiten April-Anleihe mit einem Kupon von 3,5 % ist eine Kündigung frühestens im April 2025 möglich. Der Ausgabekurs lag hier bei 100 %. Die im Juli emittierte Anleihe hat einen Kupon von 6,625 %. Wir können sie erstmals im März 2026 kündigen. Bei einem Ausgabekurs von 99,117% ergibt sich für diese Anleihe eine US-Dollar-Rendite von 6,75%. Unsere Finanzierungskosten in Euro liegen aufgrund von Swapgeschäften aber deutlich darunter. Hybridanleihen sind eine Mischform von Eigen- und Fremdkapital. Da sie nachrangig gegenüber allen anderen Finanzschulden sind, ist ihr Kupon höher als bei herkömmlichen Papieren. Derzeit stehen sieben Hybridanleihen von RWE aus. Die führenden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's rechnen sie nur hälftig den Schulden zu.

Den dargestellten Anleiheemissionen standen im Berichtsjahr zwei Tilgungen gegenüber. Im Februar 2015 wurde eine sechsjährige Anleihe über 2 Mrd. € mit einem Kupon von 5 % fällig; davon hatten wir bereits Ende 2014 Papiere mit einem Nominalwert von fast 200 Mio. € zurückgekauft. Bei der zweiten Tilgung handelte es sich um eine Hybridanleihe über 1.750 Mio. €, die wir im September 2010 begeben und fünf Jahre später - zum erstmöglichen Termin - gekündigt haben. Mit den drei Hybridanleiheemissionen des vergangenen Jahres haben wir sie durch gleichwertiges Kapital ersetzt.

RWE-Anleihen: Fälligkeiten/frühestmögliche Kündigung (Stand: 31.12.2015)

Anleihevolumen auf 16,4 Mrd. € gesunken. Das Nominalvolumen der ausstehenden RWE-Anleihen (inklusive Hybridanleihen) ist 2015 um 1,5 Mrd. € auf 16,4 Mrd. € zurückgegangen. Unsere Fälligkeiten waren mit 3,8 Mrd. € wesentlich höher als die Neuemissionen mit umgerechnet 1,7 Mrd. €. Darüber hinaus beeinflusste die Aufwertung des britischen Pfunds das Anleihevolumen: Sie hatte zur Folge, dass sich unsere in dieser Währung begebenen Papiere auf Euro-Basis verteuerten. Die RWE-Anleihen lauten auf Euro, britisches Pfund, Schweizer Franken, US-Dollar und Yen. Zur Steuerung des Währungsrisikos haben wir Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Bezieht man solche Transaktionen mit ein, waren wir zum Jahresende zu 61 % in Euro und zu 39% in britischen Pfund verschuldet. Das heißt, ein Fremdwährungsrisiko aus Kapitalmarktschulden in US-Dollar, Schweizer Franken oder Yen bestand nicht.

Die Ursprungslaufzeiten unserer Anleihen reichten Ende 2015 von sieben bis zu 30 Jahren. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit betrug 10,1 Jahre. Hybridanleihen sind hier nicht berücksichtigt. Unsere Fälligkeiten im Jahr 2016 beschränken sich auf eine im April auslaufende Anleihe mit einem Nominalvolumen von 850 Mio. € und einem Kupon von 6,25%.

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RWE-Anleihen nach Fälligkeit (Stand: 31.12.2015)1 2016-2020 2021-2024 2025-2029 Ab 2030
Nominalvolumen in Mrd. € 3,7 3,9 - 7,8
Anteil an den gesamten Kapitalmarktschulden in % 24 25 - 51

1 Die Hybridanleihe über 750 Mio. £ mit theoretisch unbegrenzter Laufzeit ist hier nicht enthalten: die übrigen Hybridanleihen sind mit ihrem Laufzeitende berücksichtigt.

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Kapitalflussrechnung
in Mio. €
2015 2014 +/-
in Mio. €
Funds from Operations 3.058 3.696 -638
Veränderung des Nettoumlaufvermögens 281 1.860 -1.579
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 3.339 5.556 -2.217
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -1.795 -4.194 2.399
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -2.303 -2.138 -165
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel 14 8 6
Veränderung der flüssigen Mittel1 -745 -768 23
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 3.339 5.556 -2.217
Abzüglich Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte2 -2.898 -3.245 347
Free Cash Flow 441 2.311 -1.870
Abzüglich Investitionen in Finanzanlagen2 -275 -105 -170
Abzüglich Ausschüttungen -1.070 -1.061 -9
Haushaltsüberschuss/-defizit -904 1.145 -2.049

1 Inklusive der nicht fortgeführten Aktivitäten haben sich die flüssigen Mittel 2015 um 721 Mio. € und im Vorjahr um 693 Mio. € verringert.
2 Die Position umfasst ausschließlich zahlungswirksame Investitionen.

Operativer Cash Flow 40% unter Vorjahr. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, den wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten erzielten, war mit 3.339 Mio. € um 40% niedriger als 2014. Hier spiegelt sich u. a. die Margenverschlechterung in der konventionellen Stromerzeugung wider, die durch Effizienzverbesserungen nur teilweise aufgefangen werden konnte. Außerdem mussten wir höhere Sicherheitsleistungen für bestimmte Commodity-Derivatgeschäfte erbringen. Großen Einfluss hatten auch Vorgänge, die sich in Veränderungen des Nettoumlaufvermögens niederschlugen. Beispielsweise waren 2014 wegen einer Umstellung des Zahlungsrhythmus nur sehr geringe Ausgaben für die Beschaffung von CO2 -Emissionsrechten angefallen. Dieser Einmaleffekt ist 2015 weggefallen.

Durch die Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten sind per saldo 1.795 Mio. € abgeflossen. Das sind 2.399 Mio. € weniger als im Vorjahr, vor allem wegen unserer hohen Einnahmen aus dem Verkauf von RWE Dea und anderen Geschäftsaktivitäten. Die Mittel haben wir teilweise in Wertpapiere und andere Geldanlagen reinvestiert. Daneben erhöhten wir die Kapitaldeckung für unsere Pensionszusagen, indem wir flüssige Mittel in Höhe von 1,3 Mrd. € auf Treuhänder oder Einrichtungen zur betrieblichen Altersversorgung übertrugen.

Aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten ergab sich ein Mittelabfluss von 2.303 Mio. € (Vorjahr: 2.138 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war, dass das Volumen der getilgten Anleihen wesentlich höher war als das der Neuemissionen. Auch Ausschüttungen an die RWE-Aktionäre, an Miteigentümer vollkonsolidierter RWE-Gesellschaften und an Hybridkapitalgeber minderten den Cash Flow. Gegenläufig wirkte, dass wir zusätzliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eingegangen sind und weniger Sicherheitsleistungen bei Termingeschäften erbringen mussten.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit hat sich unser Bestand an flüssigen Mitteln per saldo um 745 Mio. € verringert.

Unser Free Cash Flow - das ist der operative Mittelzufluss verringert um die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte - blieb mit 441 Mio. € deutlich hinter dem Vorjahreswert (2.311 Mio. €) zurück. Ausschlaggebend dafür war der stark verringerte operative Mittelzufluss.

Zieht man vom Free Cash Flow auch die Finanzanlageinvestitionen und die Ausschüttungen ab, ergibt sich ein "Haushaltsdefizit" von 904 Mio. €. Im Vorjahr hatten wir noch einen Überschuss von 1.145 Mio. € erzielt. Wir verfolgen das Ziel, unsere Investitionen und Ausschüttungen vollständig mit dem Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zu finanzieren und damit zumindest einen ausgeglichenen Haushalt auszuweisen. Allerdings können wir dieses Ziel nicht in jedem Geschäftsjahr erreichen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Veränderungen des Nettoumlaufvermögens zu starken Schwankungen beim operativen Cash Flow führen können.

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Nettoschulden1
in Mio. €
31.12.2015 31.12.2014 +/-
in Mio. €
Flüssige Mittel 2.522 3.171 -649
Wertpapiere 7.676 4.777 2.899
Sonstiges Finanzvermögen 1.337 2.099 -762
Finanzvermögen 11.535 10.047 1.488
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Commercial Paper 16.981 16.155 826
Währungskurssicherung von Anleihen -192 -38 -154
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2.099 2.411 -312
Finanzverbindlichkeiten 18.888 18.528 360
Nettofinanzschulden 7.353 8.481 -1.128
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.842 7.871 -2.029
Aktivisch ausgewiesenes Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen -15 - -15
Rückstellungen für Entsorgung im Kernenergiebereich 10.454 10.367 87
Bergbaubedingte Rückstellungen 2.527 2.401 126
Korrektur Hybridkapital (Rating-relevanter Anteil) -1.035 766 -1.801
Zuzüglich 50% des als Eigenkapital ausgewiesenen Hybridkapitals 475 1.353 -878
Abzüglich 50% des als Fremdkapital ausgewiesenen Hybridkapitals -1.510 -587 -923
Nettoschulden fortgeführter Aktivitäten 25.126 29.886 -4.760
Nettoschulden nicht fortgeführter Aktivitäten - 1.086 -1.086
Nettoschulden gesamt 25.126 30.972 -5.846

1 In den Nettoschulden erfassen wir seit 2015 auch Effekte aus Geschäften zur Begrenzung von Wechselkursrisiken bei unseren Fremdwährungsanleihen. Die Zahlen für 2014 wurden entsprechend angepasst.

Deutlicher Rückgang der Nettoschulden wegen des Verkaufs von RWE Dea. Unsere Nettoschulden lagen zum 31. Dezember 2015 bei 25,1 Mrd. €. Gegenüber Ende 2014 (31,0 Mrd. €) haben sie sich stark verringert. Ausschlaggebend dafür war der Verkauf von RWE Dea, der inklusive Zinsen auf den Verkaufspreis mit 5,3 Mrd. € zum Schuldenabbau beitrug. Hinzu kamen 1,4 Mrd. € aus weiteren Desinvestitionen, so u. a. der Veräußerung der Netzinfrastruktur des neuen Offshore-Windparks Gwynt y Môr sowie von Anteilen an Gwynt y Môr und an der tschechischen Tochtergesellschaft RWE Grid Holding. Über diese und weitere Verkaufstransaktionen informieren wir auf Seite 38 f. Ein weiterer Grund für den Schuldenrückgang ist, dass wir etwas höhere Diskontierungssätze zur Berechnung der Pensionsrückstellungen zugrunde legen. Unsere Pensionsrückstellungen fallen dadurch niedriger aus. Die im Jahresabschluss 2015 verwendeten Zinssätze belaufen sich auf 2,4% in Deutschland und 3,6% in Großbritannien (Vorjahr: 2,1 bzw. 3,4%). Sie spiegeln die jüngste Entwicklung der Marktzinsen wider. Dass sich die Pensionsrückstellungen um 2,0 Mrd. € verringerten, beruht auch darauf, dass wir die Kapitaldeckung für unsere Versorgungszusagen um 1,3 Mrd. € aufgestockt haben; weil dies mit entsprechenden Mittelabflüssen einherging, hatte es aber keinen Einfluss auf die Nettoschulden. Dagegen schwächte das auf der Vorseite erläuterte Haushaltsdefizit unsere Finanzposition.

Höhere außerbilanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Gasbezugsverträgen. Nicht in den Nettoschulden enthalten sind unsere außerbilanziellen Verpflichtungen. Diese ergeben sich größtenteils aus Langfristverträgen über den Bezug von Gas und Strom. Während sich unsere Zahlungsverpflichtungen aus Gaskontrakten 2015 gegenüber dem Vorjahr erhöht haben, sind die aus Stromkontrakten gesunken. Bei ihrer Ermittlung stützen wir uns auf Annahmen zur voraussichtlichen Entwicklung der Commodity-Preise. Weitere Erläuterungen zu unseren außerbilanziellen Verpflichtungen finden Sie auf Seite 144 im Anhang.

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Kreditrating (Stand: 31.12.2015) Moody's Standard & Poor's
Langfristige Finanzschulden    
Standardanleihen Baa2 BBB
Nachrangige Anleihen (Hybridanleihen) Ba1 BB+
Kurzfristige Finanzschulden P-2 A-2
Ausblick negativ negativ

Standard & Poor's und Moody's stufen langfristiges Kreditrating von RWE herab. Bonitätsbeurteilungen durch unabhängige Ratingagenturen haben maßgeblichen Einfluss auf die Möglichkeiten eines Unternehmens, sich Fremdkapital zu beschaffen. Im Allgemeinen gilt: Je besser die Bewertung, desto leichter der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und desto kostengünstiger die Aufnahme von Fremdmitteln. Daher profitieren wir davon, dass uns führende Ratingagenturen eine hohe Bonität bescheinigen. Allerdings haben die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in der konventionellen Stromerzeugung dazu geführt, dass die beiden führenden Häuser Standard & Poor's und Moody's unser langfristiges Kreditrating im August bzw. Oktober 2015 um eine Stufe gesenkt haben: Für unsere Senior Bonds wurde es auf BBB bzw. Baa2 angepasst und für die Hybridanleihen auf BB+ bzw. Ba1. Im Vorfeld hatten beide Agenturen ihren Ratingausblick von "stabil" auf "negativ" geändert; daran hielten sie trotz der Ratingabsenkung fest. Für RWE hat die nachhaltige Stärkung der Finanzkraft weiterhin hohe Priorität. Dabei streben wir an, bei den Senior Bonds ein Rating der Kategorie "Investment Grade" zu behalten, die bis BBB- bzw. Baa3 reicht. Unser wichtigstes Ziel aber ist, dass wir jederzeit - selbst im Falle von Finanzkrisen - in der Lage sind, uns am Fremdkapitalmarkt zu akzeptablen Konditionen zu refinanzieren.

Verschuldungsfaktor leicht unter Vorjahr. Wir steuern unsere Verschuldung u. a. anhand von Kennziffern. Eine wichtige Orientierungsgröße ist das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA, das als "Verschuldungsfaktor" bezeichnet wird. Diese Kennzahl ist aussagekräftiger als die absolute Höhe der Verbindlichkeiten, da sie die Ertragskraft des Unternehmens mit einbezieht - und damit dessen Fähigkeit, die Schulden zu bedienen. Unser Verschuldungsfaktor lag 2015 bei 3,6 und damit unter dem Vorjahreswert (3,8). Ursprünglich hatten wir mit einem Anstieg gerechnet. Die Planabweichung ist im Wesentlichen auf die Entwicklung beim EBITDA zurückzuführen (siehe Seite 51).

Fremdkapitalkosten auf 4,8% gesunken. Unsere Fremdkapitalkosten beliefen sich 2015 auf 4,8%, gegenüber 5,0 % im Vorjahr. Ermittelt wurden sie für den jahresdurchschnittlichen Bestand ausstehender Schulden wie Anleihen, Commercial Paper und Bankkredite. In die Fremdkapitalkosten eingeflossen sind Zinsswapgeschäfte mit Banken, bei denen wir fixe in variable Zinsverpflichtungen umwandeln. Von unseren Hybridanleihen wurden nur jene berücksichtigt, die gemäß IFRS den Schulden zuzurechnen sind. Maßgeblich für den Rückgang unserer Fremdkapitalkosten war, dass die Anleihen, die wir in jüngster Zeit begeben haben, im Durchschnitt niedrigere Kupons aufwiesen als jene, die getilgt worden sind.

Bilanzstruktur: Abschreibungen mindern Eigenkapitalquote. Unsere Bilanzsumme zum 31. Dezember 2015 betrug 79,3 Mrd. €, gegenüber 86,3 Mrd. € zum Ende des Vorjahres. Wesentlichen Einfluss hatte der Verkauf von RWE Dea: Durch ihn sind zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte in Höhe von 5,2 Mrd. € und zur Veräußerung bestimmte Schulden in Höhe von 2,6 Mrd. € abgegangen. Weitere größere Bilanzveränderungen ergaben sich durch unsere Wertberichtigungen auf Kraftwerke, die maßgeblich dazu beitrugen, dass sich die Sachanlagen um 1,7 Mrd. € verringerten. Die aktiven latenten Steuern sanken - im Wesentlichen abschreibungsbedingt - um 1,4 Mrd. € und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 0,9 Mrd. €. Unser Wertpapierbestand erhöhte sich dagegen um 3,0 Mrd. €. Auf der Passivseite der Bilanz gingen die Pensionsrückstellungen um 2,0 Mrd. € zurück. Das Eigenkapital verringerte sich um 2,9 Mrd. €. Sein Anteil an der Bilanzsumme (Eigenkapitalquote) belief sich auf 11,2 %; das sind 2,4 Prozentpunkte weniger als Ende 2014.

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Konzernbilanzstruktur 31.12.2015 31.12.2014
in Mio. € in % in Mio. € in %
Aktiva        
Langfristiges Vermögen 51.453 64,9 54.224 62,8
Davon:        
Immaterielle Vermögenswerte 13.215 16,7 12.797 14,8
Sachanlagen 29.357 37,0 31.059 36,0
Kurzfristiges Vermögen 27.881 35,1 32.092 37,2
Davon:        
Forderungen und sonstige Vermögenswerte1 15.922 20,1 16.739 19,4
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 41 0,1 5.540 6,4
Gesamt 79.334 100,0 86.316 100,0
Passiva        
Eigenkapital 8.894 11,2 11.772 13,6
Langfristige Schulden 45.315 57,1 46.324 53,7
Davon:        
Rückstellungen 24.623 31,0 27.540 31,9
Finanzverbindlichkeiten 16.718 21,1 15.224 17,6
Kurzfristige Schulden 25.125 31,7 28.220 32,7
Davon:        
Sonstige Verbindlichkeiten2 17.558 22,1 16.739 19,4
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 19 - 2.635 3,1
Gesamt 79.334 100,0 86.316 100,0

1 Inklusive Finanzforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche
2 Inklusive Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuerverbindlichkeiten

1.9 ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS DER RWE AG (HOLDING)

Als Management-Holding des RWE-Konzerns nimmt die RWE AG zentrale Leitungsfunktionen wahr und beschafft Finanzmittel für die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaften. Ihre Vermögens- und Ertragslage hängt maßgeblich vom wirtschaftlichen Erfolg der Konzernunternehmen ab. Ihr Einzelabschluss 2015 war durch Verluste in der konventionellen Stromerzeugung, hohe Wertberichtigungen bei Tochtergesellschaften und Abschreibungen auf latente Steuern geprägt. Diese Belastungen trugen wesentlich dazu bei, dass die RWE AG einen Jahresfehlbetrag auswies.

Jahresabschluss. Die RWE AG stellt ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) auf. Der Abschluss wird bei der Bundesanzeiger Verlag GmbH mit Sitz in Köln eingereicht, die ihn im Bundesanzeiger veröffentlicht. Er kann bei uns angefordert werden und steht im Internet unter www.rwe.com/ir zur Verfügung.

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Bilanz der RWE AG (Kurzfassung)
in Mio. €
31.12.2015 31.12.2014
Anlagevermögen    
Finanzanlagen 36.482 39.264
Umlaufvermögen    
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.397 5.206
Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 711 866
Wertpapiere und flüssige Mittel 1.822 3.933
Aktive latente Steuern 451 2.091
Bilanzsumme Aktiva 43.863 51.360
Eigenkapital 5.703 9.568
Rückstellungen 3.002 3.697
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 28.386 31.272
Übrige Verbindlichkeiten 6.772 6.823
Bilanzsumme Passiva 43.863 51.360
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Gewinn- und Verlustrechnung der RWE AG (Kurzfassung)
in Mio. €
2015 2014
Ergebnis aus Finanzanlagen -74 1.533
Zinsergebnis -1.038 -852
Sonstige Erträge und Aufwendungen -432 115
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -1.544 796
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.706 -146
Jahresfehlbetrag/-überschuss -3.250 650
Gewinnvortrag - -
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen/Einstellung in andere Gewinnrücklagen 3.255 -35
Bilanzgewinn 5 615

Vermögenslage. Die RWE AG weist zum 31. Dezember 2015 eine Bilanzsumme von 43,9 Mrd. € aus. Das sind 7,5 Mrd. € weniger als im Vorjahr. Der Rückgang beruht hauptsächlich darauf, dass die RWE AG eine konzerninterne Umfinanzierung vorgenommen hat, bei der sie insbesondere Ausleihungen, eine Anleihe und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf Tochtergesellschaften übertragen hat. Hinzu kam, dass aktive latente Steuern abgeschrieben wurden. Stark erhöht hat sich dagegen der Bestand an Wertpapieren des Anlagevermögens, vor allem wegen der Erlöse aus dem Verkauf von RWE Dea. Die Eigenkapitalquote war mit 13,0 % wesentlich niedriger als 2014 (18,6 %). Das ergibt sich aus der weiter unten erläuterten Ergebnisentwicklung.

Finanzlage. Die Finanzierung des Konzerns ist bei der RWE AG zentralisiert. Diese beschafft Finanzmittel bei Banken oder am Geld- und Kapitalmarkt. Bei der Begebung von Anleihen bedient sie sich meist der Konzerngesellschaft RWE Finance B.V., die Emissionen unter Garantie der RWE AG vornimmt. Eine ausführliche Darstellung der Finanzlage und der Finanzierungstätigkeit im Berichtsjahr findet sich auf Seite 59 ff.

Ertragslage. Das Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel mit -1.544 Mio. € negativ aus, nachdem es im Vorjahr noch bei 796 Mio. € gelegen hatte.

Zuzuordnen ist das u. a. dem Ergebnis aus Finanzanlagen, das sich um 1.607 Mio. € auf -74 Mio. € verschlechterte. Hier kamen hohe Verluste in der konventionellen Stromerzeugung zum Tragen. Außerdem haben sowohl die RWE AG als auch Tochtergesellschaften außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an in- und ausländischen Konzerngesellschaften vorgenommen. Gegenläufig wirkte, dass auf einzelne Beteiligungen nach außerplanmäßigen Abschreibungen in Vorjahren wieder Zuschreibungen gemacht werden konnten.

Das Zinsergebnis der RWE AG hat sich um 186 Mio. € auf -1.038 Mio. € verringert. Hauptursache dafür sind kursbedingte Abschreibungen auf Wertpapiere, die wir zur Finanzierung unserer Pensionsverpflichtungen halten.

Der Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen ist ebenfalls gesunken, und zwar um 547 Mio. € auf -432 Mio. €. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus der Entwicklung der konzerninternen Steuerumlagen.

Trotz der schwachen Ertragslage fiel ein ungewöhnlich hoher Steueraufwand von 1.706 Mio. € an (Vorjahr: 146 Mio. €). Ursache dafür war, dass Wertberichtigungen auf die aktiven latenten Steuern vorgenommen wurden.

Aufgrund der dargestellten Entwicklungen schloss die RWE AG das Geschäftsjahr 2015 mit einem Jahresfehlbetrag von 3.250 Mio. € ab.

Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2015. Der Vorstand der RWE AG hat beschlossen, der Hauptversammlung am 20. April 2016 vorzuschlagen, die Zahlung einer Dividende auf Stammaktien für das Geschäftsjahr 2015 auszusetzen. Bei Vorzugsaktien soll die Ausschüttung dem satzungsgemäßen Vorzugsgewinnanteil von 0,13 € je Aktie entsprechen. Hintergrund sind die zuletzt drastisch verschlechterten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung. Auch die aktuellen politischen Risiken haben den Vorstand zu dieser Entscheidung bewogen.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB. Der Vorstand der RWE AG hat am 15. Februar 2016 eine Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB abgegeben und auf folgender Internetseite veröffentlicht: www.rwe.com/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung.

1.10 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

Gegenstand dieses Kapitels sind die Angaben nach §§ 315 Abs. 4 und 289 Abs. 4 des Handelsgesetzbuchs sowie nach § 176 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz. Dargestellt werden u. a. Regelungen, die bei RWE im Falle eines Wechsels der Unternehmenskontrolle zum Tragen kommen und die Befugnisse des Vorstands zur Veränderung der Kapitalstruktur betreffen. Diese Regelungen stehen im Einklang mit den Standards deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals. Das gezeichnete Kapital der RWE AG besteht aus 575.745.499 nennbetragslosen Stammaktien und 39.000.000 nennbetragslosen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht, die jeweils auf den Inhaber lauten. Das entspricht Anteilen von 93,7 bzw. 6,3 % am gezeichneten Kapital. Die Inhaber der Vorzugsaktien haben Vorrang bei der Verteilung des Bilanzgewinns. Dieser wird gemäß Satzung in folgender Reihenfolge verwendet:

1) zur Nachzahlung etwaiger Rückstände von Gewinnanteilen auf die Vorzugsaktien aus den Vorjahren;

2) zur Zahlung eines Vorzugsgewinnanteils von 0,13 € je Vorzugsaktie;

3) zur Zahlung eines Gewinnanteils auf die Stammaktien von bis zu 0,13 € je Stammaktie;

4) zur gleichmäßigen Zahlung etwaiger weiterer Gewinnanteile auf die Stamm- und Vorzugsaktien, soweit die Hauptversammlung keine andere Verwendung beschließt.

Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals sowie die Ausgestaltung der Rechte und Pflichten der Aktionäre entsprechen den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorgaben.

Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 % der Stimmrechte. Zum 31. Dezember 2015 gab es eine einzige Beteiligung an der RWE AG von über 10 % der Stimmrechte. Gehalten wurde sie von der RWEB GmbH mit Sitz in Dortmund. Die Gesellschaft hatte am 25. September 2013 eine Meldeschwelle nach § 21 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz überschritten und uns daraufhin mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Zeitpunkt 16,15 % betrug.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder/ Satzungsänderungen. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84 f. Aktiengesetz (AktG) in Verbindung mit § 31 Mitbestimmungsgesetz. Satzungsänderungen richten sich nach den Bestimmungen der §§ 179 ff. AktG in Verbindung mit § 16 Abs. 6 der Satzung der RWE AG. Gemäß § 16 Abs. 6 der Satzung werden die Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit und - soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist - mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Damit wurde von der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine andere Kapitalmehrheit für eine Satzungsänderung zu bestimmen als vom Gesetz vorgegeben. Nach § 10 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung, d. h. die sprachliche Form und nicht den Inhalt, betreffen.

Befugnisse des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 16. April 2014 wurde die RWE AG ermächtigt, bis zum 15. April 2019 Aktien der Gesellschaft, gleich welcher Gattung, im Umfang von bis zu 10 % des zum Beschlusszeitpunkt oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden.

Die so erworbenen Aktien dürfen anschließend eingezogen werden. Ferner dürfen die erworbenen Aktien im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben oder Anteilen an Unternehmen an Dritte übertragen oder in anderer Weise veräußert werden. Eine Veräußerung, die weder über die Börse noch durch ein Angebot an alle Aktionäre erfolgt, ist nur gegen Barzahlung erlaubt. Außerdem darf in diesen Fällen der Veräußerungspreis den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreiten. Die Gesellschaft kann zurückerworbene Aktien auch an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen liefern. Schließlich darf die Gesellschaft die Aktien auch verwenden, um Verpflichtungen aus Belegschaftsaktienprogrammen zu erfüllen. In den genannten Fällen ist das Bezugsrecht ausgeschlossen. Die Ermächtigungen können ganz oder teilweise sowie einmalig oder mehrmals in Teilbeträgen ausgeübt werden.

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe neuer Aktien. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. April 2014 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 314.749.693,44 € durch Ausgabe von bis zu 122.949.099 auf den Inhaber lautenden Stammaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Die Ermächtigungen können ganz oder teilweise sowie einmalig oder mehrmals in Teilbeträgen ausgeübt werden.

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu.

Der Vorstand kann jedoch mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in den folgenden Fällen ausschließen:

Das Bezugsrecht kann ausgeschlossen werden, um Spitzenbeträge zu vermeiden, die sich aus dem Bezugsverhältnis ergeben. Es kann zudem ausgeschlossen werden, um Aktien gegen Sacheinlagen zum Zwecke von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben oder Anteilen an Unternehmen auszugeben. Bei einer Barkapitalerhöhung kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabepreis den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet. Schließlich kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, um die Aktien eventuellen Inhabern von Wandel- und Optionsanleihen in dem Umfang anzubieten, wie sie ihnen nach Wandlung bzw. Ausübung der Option als Aktionär zustehen würden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Insgesamt darf das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien unter Bezugsrechtsausschluss um nicht mehr als 20% erhöht werden.

Auswirkungen eines Wechsels der Unternehmenskontrolle auf die Fremdfinanzierung. Unsere Instrumente zur Fremdfinanzierung enthalten vielfach Klauseln, die sich auf den Fall eines Wechsels der Unternehmenskontrolle (Change of Control) beziehen. Das trifft u. a. auf unsere Anleihen zu. Handelt es sich um nicht nachrangige Papiere, gilt folgende Regelung: Im Falle eines Kontrollwechsels in Verbindung mit einer Absenkung des Kreditratings der RWE AG unter die Kategorie "Investment Grade" können die Gläubiger die sofortige Rückzahlung verlangen. Bei ihren nachrangigen Hybridanleihen hat die RWE AG in einem solchen Fall das Recht, diese innerhalb des festgelegten Kontrollwechselzeitraums zu kündigen. Falls die Hybridanleihen nicht abgelöst werden und zugleich das Kreditrating von RWE innerhalb des Kontrollwechselzeitraums unter die Kategorie "Investment Grade" fällt, erhöht sich die jährliche Vergütung, die für die Hybridanleihen zu gewähren ist, um 500 Basispunkte.

Auch die syndizierte Kreditlinie der RWE AG über 4 Mrd. € enthält eine Change-of-Control-Klausel, die im Wesentlichen folgenden Inhalt hat: Im Fall einer Änderung der Kontroll- oder Mehrheitsverhältnisse bei RWE sind weitere Inanspruchnahmen vorerst ausgesetzt. Die Kreditgeber nehmen mit uns Verhandlungen über eine Fortführung der Kreditlinie auf. Sie können diese kündigen, falls wir mit der Mehrheit von ihnen innerhalb von 30 Tagen nach dem Kontrollwechsel keine Einigung erzielen. Eine ähnliche Regelung gilt für die Darlehen über 645 Mio. € und 350 Mio. £, die uns die Europäische Investitionsbank (EIB) im Oktober 2011 bzw. September 2013 zugesagt hat. Auch hier ist vertraglich festgelegt, dass innerhalb einer 30-Tage-Frist über die Fortführung des jeweiligen Darlehens verhandelt wird. Verlaufen die Gespräche ergebnislos, kann die EIB die Darlehen kündigen.

Auswirkungen eines Wechsels der Unternehmenskontrolle auf die Vergütung von Vorstand und Führungskräften. Die Mitglieder des Vorstands der RWE AG haben im Falle eines Wechsels der Unternehmenskontrolle das Recht, ihren Arbeitsvertrag vorzeitig zu kündigen. Üben sie dieses Recht aus, erhalten sie als Ersatz für die entgangenen Bezüge eine Einmalzahlung, die mindestens zwei und maximal drei Jahresgesamtvergütungen entspricht. Diese Regelung steht in Einklang mit den seit 2008 geltenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle werden außerdem zurückbehaltene Tantiemen des Vorstands vorzeitig bewertet und gegebenenfalls ausgezahlt. Hierzu wird der durchschnittliche Bonus-Malus-Faktor der vorangegangenen drei Jahre herangezogen. Von ihm hängt ab, ob und in welcher Höhe zurückbehaltene Tantiemen ausgezahlt werden.

Im Long-Term Incentive Plan Beat 2010 für Vorstand und Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen ist festgelegt, dass alle Inhaber von Performance Shares im Falle eines Wechsels der Unternehmenskontrolle eine Entschädigung erhalten. Der zu zahlende Betrag ergibt sich durch Multiplizieren des Preises, der im Zuge der Übernahme für die RWE-Aktien gezahlt wurde, mit der Anzahl der Performance Shares, die nach den Planbedingungen auf den Zeitpunkt der Abgabe des Übernahmeangebots ermittelt wird.

Auch der Mid-Term Incentive Plan (MTIP) für Vorstand und Führungskräfte der RWE AG und nachgeordneter verbundener Unternehmen kann im Falle eines Wechsels der Unternehmenskontrolle vor Ablauf der Planlaufzeit zu einer Entschädigungszahlung für die Teilnehmer führen. Maßgeblich für die Höhe dieser Zahlung ist der zum Zeitpunkt des Kontrollwechsels prognostizierte Verschuldungsfaktor des RWE-Konzerns am 31. Dezember 2016; der auf dieser Grundlage ermittelte Betrag wird für den Zeitraum bis zum Kontrollwechsel zeitanteilig ausbezahlt.

Ausführliche Informationen zur Vergütung von Vorstand und Führungskräften finden Sie auf den Seiten 71 ff. und 126 f.

1.11 VERGÜTUNGSBERICHT

Eine transparente Berichterstattung über die Vergütung von Aufsichtsrat und Vorstand gehört für uns zu den Kernelementen guter Corporate Governance. Im Folgenden informieren wir Sie über die Grundsätze des Vergütungssystems der RWE AG sowie über die Struktur und Höhe der Leistungen. Der Vergütungsbericht 2015 berücksichtigt alle gesetzlichen Vorgaben und folgt vollumfänglich den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Struktur der Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung der RWE AG geregelt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält pro Geschäftsjahr eine Festvergütung in Höhe von 300 Tsd. €, sein Stellvertreter 200 Tsd. €. Die Vergütung der übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats setzt sich aus der Festvergütung in Höhe von 100 Tsd. € pro Geschäftsjahr sowie einer zusätzlichen Vergütung für Ausschusstätigkeiten zusammen, die wie folgt geregelt ist:

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses erhalten ein zusätzliches Entgelt von 40 Tsd. €. Für den Vorsitzenden dieses Ausschusses erhöht sich der Betrag auf 80 Tsd. €. Bei den sonstigen Ausschüssen - mit Ausnahme des Nominierungsausschusses - werden den Mitgliedern und Vorsitzenden zusätzlich 20 bzw. 40 Tsd. € gezahlt. Eine Ausschusstätigkeit wird nur dann vergütet, wenn der jeweilige Ausschuss mindestens einmal im Geschäftsjahr tätig geworden ist.

Mitglieder des Aufsichtsrats, die zur gleichen Zeit mehrere Ämter in dem Gremium ausüben, erhalten nur die Vergütung für das am höchsten vergütete Amt. Übt ein Mitglied des Aufsichtsrats bestimmte Funktionen nur für einen Teil des Geschäftsjahres aus, so wird die Vergütung zeitanteilig gewährt.

Neben der Vergütung erhalten Mitglieder des Aufsichtsrats Zahlungen zur Erstattung von Auslagen. Einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats beziehen darüber hinaus Einkünfte aus der Ausübung von Aufsichtsratsmandaten bei Tochtergesellschaften der RWE AG.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben, nach der sie 25% der gewährten Gesamtvergütung (vor Steuern) - vorbehaltlich etwaiger Verpflichtungen zur Abführung der Vergütung - für den Kauf von RWE-Aktien einsetzen und die Aktien für die Dauer ihrer Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der RWE AG halten. Im Geschäftsjahr 2015 sind sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats, die ihre Vergütung nicht abführen, der Selbstverpflichtung nachgekommen.

Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsräte (einschließlich der Vergütungen für Ausschusstätigkeiten) summierte sich für das Geschäftsjahr 2015 auf 2.720 Tsd. € (Vorjahr: 2.729 Tsd. €). Davon wurden 420 Tsd. € (Vorjahr: 428 Tsd. €) für Tätigkeiten in den Ausschüssen des Aufsichtsrats gewährt. Hinzu kommen Mandatsvergütungen von Tochtergesellschaften in Höhe von 265 Tsd. € (Vorjahr: 217 Tsd. €) und 167 Tsd. € (Vorjahr: 120 Tsd. €) zur Erstattung von Auslagen (inklusive Umsatzsteuer). Insgesamt betragen die Bezüge 3.152 Tsd. € (Vorjahr: 3.066 Tsd. €).

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtvergütung für alle Personen, die dem Aufsichtsrat in den Jahren 2014 und 2015 angehört haben, und die darin enthaltene Vergütung für Tätigkeiten in Ausschüssen des Aufsichtsrats.

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Vergütung des Aufsichtsrats1 Feste Vergütung Ausschussvergütung Gesamtbezüge2
in Tsd. € 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Dr. Manfred Schneider, Vorsitzender 300 300 - - 300 300
Frank Bsirske, stellv. Vorsitzender 200 200 - - 200 200
Werner Bischoff (bis 30.06.2014) - 50 - 20 - 69
Reiner Böhle 100 100 20 20 120 120
Dr. Werner Brandt 100 100 80 80 180 180
Dieter Faust 100 100 40 40 140 140
Roger Graef 100 100 - - 100 100
Arno Hahn 100 100 40 40 140 140
Manfred Holz 100 100 20 20 120 120
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel 100 100 20 20 120 120
Frithjof Kühn 100 100 20 20 120 120
Hans Peter Lafos 100 100 - - 100 100
Christine Merkamp 100 100 - - 100 100
Dagmar Mühlenfeld 100 100 20 20 120 120
Dagmar Schmeer3 100 100 - 14 100 114
Prof. Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz 100 100 40 40 140 140
Dr. Wolfgang Schüssel 100 100 20 20 120 120
Ullrich Sierau 100 100 40 40 140 140
Ralf Sikorski (seit 01.07.2014)4 100 50 40 16 140 67
Manfred Weber (bis 30.06.2014) - 50 - 10 - 60
Dr. Dieter Zetsche 100 100 - - 100 100
Leonhard Zubrowski (seit 01.07.2014)5 100 50 20 8 120 59
Gesamt 2.300 2.300 420 428 2.720 2.729

1 Aufsichtsratsmitglieder, die im Jahresverlauf aus dem Gremium ausgeschieden oder ihm beigetreten sind, erhalten eine zeitanteilige Vergütung.
2 Die kaufmännische Rundung der Einzelwerte von Fest- und Ausschussvergütung kann dazu führen, dass die Summe der gerundeten Werte nicht den gerundeten Gesamtbezügen entspricht.
3 Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats bis 9. September 2014
4 Mitglied des Prüfungsausschusses seit 6. August 2014
5 Mitglied des Präsidiums seit 6. August 2014

Struktur der Vergütung des Vorstands

Marktübliches Vergütungssystem. Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung werden vom Aufsichtsrat der RWE AG festgelegt und regelmäßig überprüft. Das bestehende, von der Hauptversammlung 2014 mit großer Mehrheit gebilligte Vergütungssystem gewährleistet eine Vergütung der Vorstandsmitglieder, die im Hinblick auf Ausgestaltung und Höhe konzernintern als angemessen und im Marktvergleich als üblich einzustufen ist. Neben der persönlichen Leistung werden auch die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsaussichten von RWE berücksichtigt.

Erfolgsunabhängige und erfolgsabhängige Bestandteile. Die Vergütung des Vorstands besteht aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten: Erstere umfassen das Festgehalt, das Versorgungsentgelt sowie Sach- und sonstige Bezüge. Bei Letzteren handelt es sich um die Tantieme, um die aktienbasierte Vergütung nach dem Long-Term Incentive Plan Beat 2010 und um den 2014 neu eingeführten Mid-Term Incentive Plan zur Reduzierung des Verschuldungsgrades. Diese Vergütungsbestandteile werden im Folgenden näher erläutert.

Erfolgsunabhängige Vergütung:

Festgehalt und Versorgungsentgelt. Alle Vorstandsmitglieder beziehen ein Festgehalt. Als zweite fixe Vergütungskomponente steht den Vorstandsmitgliedern Peter Terium, Dr. Bernhard Günther und Uwe Tigges für jedes Dienstjahr ein Versorgungsentgelt zu. Das Versorgungsentgelt beträgt 15% der Zielbarvergütung, die sich aus dem Festgehalt und dem weiter unten erläuterten Tantiemebudget zusammensetzt. Die Vorstandsmitglieder können wählen, ob das Versorgungsentgelt bar ausgezahlt oder zugunsten einer späteren Versorgungsleistung vollständig oder anteilig durch Brutto-Entgeltumwandlung in eine wertgleiche Versorgungszusage überführt werden soll. Zur Finanzierung der Versorgungszusage wird eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen. Das aufgebaute Kapital ist nach dem Eintritt in den Ruhestand, frühestens aber mit Vollendung des 60. Lebensjahres als Einmalzahlung oder als Ratenzahlung in maximal neun Teilbeträgen abrufbar. Weitere Versorgungsleistungen erhalten die drei genannten Vorstandsmitglieder oder ihre Hinterbliebenen nicht. Soweit im Rahmen früherer Tätigkeiten Ruhegeldansprüche erworben wurden, bleiben diese unverändert bestehen.

Sach- und sonstige Bezüge. Zu den erfolgsunabhängigen Vergütungsbestandteilen gehören auch die Sach- und sonstigen Bezüge. Sie bestehen im Wesentlichen aus der Dienstwagennutzung und den Versicherungsprämien zur Unfallversicherung.

Erfolgsabhängige Vergütung:

Tantieme. Die Vorstandsmitglieder erhalten eine Tantieme, die sowohl von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens als auch von der individuellen Zielerreichung abhängt. Ausgangspunkt für ihre Ermittlung ist die sogenannte Unternehmenstantieme. Diese bemisst sich danach, inwieweit der zu Beginn des jeweiligen Geschäftsjahres festgelegte Planwert für das betriebliche Konzernergebnis erreicht wird. Für 2015 waren 3.871 Mio. € budgetiert worden. Stimmen Ist- und Planwert nach Ablauf eines Jahres genau überein, liegt die Zielerreichung bei 100%. Die Unternehmenstantieme entspricht dann dem geplanten Volumen (Tantiemebudget). Je nach Höhe des betrieblichen Konzernergebnisses beträgt die Unternehmenstantieme 0 bis maximal 150% des Tantiemebudgets. Die individuelle Leistung der Vorstandsmitglieder wird dadurch berücksichtigt, dass die Unternehmenstantieme mit einem Leistungsfaktor multipliziert wird. Dieser kann zwischen 0,8 und 1,2 liegen - je nachdem, in welchem Maße ein Vorstandsmitglied seine zu Jahresbeginn vom Aufsichtsrat vorgegebenen Ziele erfüllt hat. Nach Ablauf des Geschäftsjahres urteilt der Aufsichtsrat über den Grad der individuellen Zielerreichung und legt den Leistungsfaktor entsprechend fest.

Tantiemerückbehalt. RWE zahlt den Vorstandsmitgliedern die Tantieme nur zu 75% direkt aus. Die verbleibenden 25% werden für drei Jahre zurückgestellt (Tantiemerückbehalt). Nach Ablauf des Dreijahreszeitraums überprüft der Aufsichtsrat anhand eines sogenannten Bonus-Malus-Faktors, ob der Vorstand das Unternehmen nachhaltig geführt hat. Nur wenn das der Fall ist, wird die zurückbehaltene Tantieme ausbezahlt.
Der Bonus-Malus-Faktor hängt zu 45% vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab, der an der Entwicklung des betrieblichen Konzernergebnisses gemessen wird. Weitere 45% des Bonus-Malus-Faktors werden anhand eines unternehmensspezifischen Index zur Corporate Responsibility (CR) ermittelt; dieser baut auf einer bei RWE seit Jahren etablierten Nachhaltigkeitsberichterstattung auf und bildet das ökologische und gesellschaftliche Handeln des Unternehmens ab. Die restlichen 10% des Bonus-Malus-Faktors ergeben sich aus der Höhe eines Motivationsindex, der anhand anonymer Befragungen die Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter misst.
Der Aufsichtsrat legt vor Beginn der Dreijahresperiode verbindliche Zielwerte für das betriebliche Ergebnis, den CR-Index und den Motivationsindex fest. Diese werden am Ende des Zeitraums den tatsächlich erreichten Werten gegenübergestellt. Je besser Letztere ausfallen, desto höher ist der Bonus-Malus-Faktor. Er kann zwischen 0 und 150% liegen.

Aktienkursbasierte Vergütung. Eine weitere erfolgsabhängige Vergütungskomponente sind die sogenannten Performance Shares, die im Rahmen des Long-Term Incentive Plan Beat 2010 (kurz: Beat) zugeteilt werden. Mit Beat soll die Nachhaltigkeit des Beitrags des Vorstands und der Führungskräfte zum Unternehmenserfolg honoriert werden.
Die Performance Shares gewähren den Inhabern das bedingte Recht auf eine Barauszahlung, die nach einer Wartezeit von vier oder - optional - bis zu fünf Jahren geleistet wird. Eine Barauszahlung wird aber nur dann vorgenommen, wenn die Performance der RWE-Stammaktie, also die Rendite aus Aktienkursänderung, Dividende und Bezugsrecht, am Ende der Wartezeit besser ist als die von mindestens 25% der im STOXX Europe 600 Utilities vertretenen Vergleichsunternehmen. Bei der Erfolgsmessung werden die Vergleichsunternehmen gewichtet, und zwar genau so wie im Referenzindex zum Zeitpunkt der Auflegung der jeweiligen Beat-Tranche. Schlägt RWE 25 % des Indexgewichts, werden 7,5% der Performance Shares werthaltig. Mit jedem weiteren Prozentpunkt, um den das Indexgewicht übertroffen wird, steigt der Anteil der werthaltigen Performance Shares um 1,5 Prozentpunkte.
Die Höhe der Barauszahlung wird auf Basis des so ermittelten Auszahlungsfaktors, des durchschnittlichen RWE-Aktienkurses an den letzten 60 Börsentagen vor Programmablauf und der Anzahl der zugeteilten Performance Shares berechnet. Sie ist für die Vorstandsmitglieder auf das Eineinhalbfache des Zuteilungswertes der Performance Shares beschränkt. Voraussetzung für die Teilnahme am Beat ist, dass die Vorstandsmitglieder ein Eigeninvestment in RWE-Stammaktien tätigen. Der geforderte Anlagebetrag entspricht einem Drittel des Zuteilungswertes der gewährten Performance Shares nach Steuern. Die Aktien müssen während der gesamten Wartezeit der jeweiligen Beat-Tranche gehalten werden.

Mid-Term Incentive Plan. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 25. Februar 2014 die Einführung eines Mid-Term Incentive Plan (kurz: MTIP) für den Zeitraum von 2014 bis 2016 beschlossen. Performance-Kriterium des MTIP ist der Verschuldungsfaktor (Leverage Factor) von RWE, also das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA. Der Plan soll das Management darin unterstützen, alle geeigneten Maßnahmen und Anstrengungen im Konzern auf das Ziel auszurichten, Verschuldung und Ertragskraft wieder in ein gesundes und nachhaltiges Verhältnis zueinander zu bringen.
Der MTIP tritt neben den Long-Term Incentive Plan Beat 2010, dessen Budget für die Laufzeit des MTIP auf die Hälfte gekürzt worden ist. Mit der anderen Hälfte wurde das Zuteilungsbudget des MTIP abgedeckt. Zielvorgabe im Rahmen dieses Plans ist, dass der Verschuldungsfaktor bis Ende 2016 auf 3,0 sinkt. Bei exakter Erfüllung der Vorgabe wird den Vorstandsmitgliedern das Zuteilungsbudget zu 100% ausgezahlt. Kann der Verschuldungsfaktor noch weiter zurückgeführt werden, steigt die Auszahlung linear auf maximal 150% des Zuteilungsbudgets. Diese Obergrenze wird bei einem Verschuldungsfaktor von 2,7 erreicht. Umgekehrt sinkt die Auszahlung, wenn der Faktor die Zielmarke von 3,0 überschreitet. Liegt er bei 3,3, erhalten die Vorstandsmitglieder noch 50% des Zuteilungsbudgets. Bei einem höheren Wert findet keine Auszahlung statt.

Mandatsbezüge. Die Mitglieder des Vorstands der RWE AG erhalten außerdem Bezüge für die Wahrnehmung von Aufsichtsratsmandaten in konzernverbundenen Unternehmen. Diese Bezüge werden vollständig auf die Tantieme angerechnet und führen damit nicht zu einer Erhöhung der Gesamtbezüge.

Anteile der Einzelkomponenten an der Gesamtvergütung. Unterstellt man, dass das Unternehmen und die Vorstandsmitglieder ihre Zielvorgaben für das jeweilige Geschäftsjahr zu 100% erreichen, ergibt sich in etwa folgende Vergütungsstruktur: Die erfolgsunabhängigen Vergütungsbestandteile - also Festgehalt, Versorgungsentgelt sowie Sach- und sonstige Bezüge - machten im Berichtsjahr 44% der Gesamtvergütung aus. Auf die kurzfristige variable Vergütung, also die unmittelbar ausgezahlte Tantieme, entfielen 33%. Die mittel- und langfristigen Vergütungskomponenten - Tantiemerückbehalt und Beat - summierten sich auf 23 % der Gesamtvergütung.

Leistungen im Fall der Beendigung der Tätigkeit. Mitglieder des Vorstands erhalten unter bestimmten Voraussetzungen auch nach Beendigung ihrer Vorstandstätigkeit Leistungen von RWE. Diese dienen u. a. der Altersversorgung - sofern die Bestellung vor dem 1. Januar 2011 stattfand und somit kein Anspruch auf das Versorgungsentgelt besteht - oder können sich durch einen Wechsel der Unternehmenskontrolle ergeben.

Altregelung zur Altersversorgung. Vor Einführung des Versorgungsentgelts zum 1. Januar 2011 erhielten die Mitglieder des Vorstands eine Pensionszusage. Von den aktuellen Vertretern im Gremium wurde nur Dr. Rolf Martin Schmitz eine solche Zusage erteilt; sie besteht unverändert fort. Die Zusage gewährt Anspruch auf ein lebenslanges Ruhegeld, das bei altersbedingtem Ausscheiden, dauerhafter Arbeitsunfähigkeit oder bei einer von der Gesellschaft ausgehenden vorzeitigen Beendigung oder einer Nichtverlängerung des Dienstvertrags gewährt wird. Im Todesfall besteht Anspruch auf eine Hinterbliebenenversorgung. Maßgeblich für die Höhe des Ruhegeldes und der Hinterbliebenenversorgung sind das ruhegeldfähige Einkommen und der Versorgungsgrad, der sich aus der Anzahl der geleisteten Dienstjahre ergibt.

Wechsel der Unternehmenskontrolle. Die Mitglieder des Vorstands haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn Aktionäre oder Dritte die Kontrolle über das Unternehmen erlangen. In diesem Fall können sie ihr Amt innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntwerden des Kontrollerwerbs niederlegen und die Beendigung des Dienstverhältnisses unter Gewährung einer Einmalzahlung verlangen. Sofern das Wohl der Gesellschaft es erfordert, kann der Aufsichtsrat jedoch die Fortführung des Amtes bis zum Ablauf der Sechsmonatsfrist verlangen. Ein Kontrollerwerb im Sinne dieser Regelung liegt vor, wenn ein oder mehrere gemeinsam handelnde Aktionäre oder Dritte mindestens 30% der Stimmrechte auf sich vereinigen oder auf sonstige Art einen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können.

Bei Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund eines Wechsels der Unternehmenskontrolle erhält das Vorstandsmitglied eine Einmalzahlung in Höhe der bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Vertragslaufzeit anfallenden Bezüge, höchstens jedoch das Dreifache und mindestens das Zweifache seiner vertraglichen Jahresgesamtvergütung. Zusätzlich verfallen bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle sämtliche Performance Shares. Stattdessen wird eine Entschädigungszahlung geleistet. Ihre Höhe richtet sich bei einer Übernahme nach dem für die RWE-Aktien gezahlten Preis, multipliziert mit der Anzahl der zum Zeitpunkt des Kontrollwechsels gehaltenen Performance Shares.

Auch bei einer Verschmelzung mit einer anderen Gesellschaft verfallen die Performance Shares. In diesem Fall bemisst sich die Entschädigungszahlung nach dem Erwartungswert der Performance Shares zum Zeitpunkt der Verschmelzung. Dieser Erwartungswert wird mit der Anzahl der gewährten Performance Shares multipliziert, die dem Verhältnis der Wartezeit bis zur Verschmelzung zur gesamten Wartezeit der Performance Shares entspricht.

Bei einem Wechsel der Unternehmenskontrolle werden außerdem zurückbehaltene Tantiemen des Vorstands vorzeitig bewertet und gegebenenfalls ausgezahlt. Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach dem durchschnittlichen Bonus-Malus-Faktor der vorangegangenen drei Jahre.

Abfindungsobergrenze. Im Falle einer sonstigen vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund wird eine Abfindung gezahlt, die auf zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und keinen längeren Zeitraum als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet.

Höhe der Vergütung des Vorstands

Gesamtbezüge für das Geschäftsjahr 2015. Dem Vorstand der RWE AG wurde für das Geschäftsjahr 2015 eine nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) ermittelte Vergütung von insgesamt 1 1.373 Tsd. € gewährt. Der entsprechende Vorjahreswert betrug 11.150 Tsd. €.

Höhe der einzelnen Vergütungsbestandteile. Die erfolgsunabhängigen Vergütungskomponenten summierten sich auf 4.943 Tsd. € (Vorjahr: 4.946 Tsd. €). Das darunter fallende Versorgungsentgelt betrug wie im Vorjahr für Peter Terium 480 Tsd. €, für Dr. Bernhard Günther 255 Tsd. € und für Uwe Tigges ebenfalls 255 Tsd. €. Dr. Bernhard Günther hat seinen Betrag durch Brutto-Entgeltumwandlung in eine wertgleiche Versorgungszusage überführt.

Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile beliefen sich auf insgesamt 6.430 Tsd. € (Vorjahr: 6.204 Tsd. €). Davon entfielen 3.925 Tsd. € (Vorjahr: 4.205 Tsd. €) auf die ausgezahlte Tantieme für das Geschäftsjahr 2015.

Nach den Offenlegungsvorschriften des HGB zählt der jährliche Dienstzeitaufwand für Pensionszusagen nicht zu den Vergütungen, wohl aber das Versorgungsentgelt. Zurückbehaltene Tantiemen und die Zuteilungen aus dem MTIP sind erst bei Eintreten der Auszahlungsbedingungen zu berücksichtigen.

Die für das Geschäftsjahr 2015 gewährten kurzfristigen Vergütungen gemäß HGB sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

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Kurzfristige Vorstandsvergütung Peter Terium Dr. Rolf Martin Schmitz Dr. Bernhard Günther
in Tsd. € 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Erfolgsunabhängige Vergütung            
Festgehalt 1.400 1.400 960 960 750 750
Sach- und sonstige Bezüge (Dienstwagennutzung, Unfallversicherung) 36 45 13 11 23 23
Sonstige Zahlungen (Versorgungsentgelt) 480 480 - - 255 255
Summe 1.916 1.925 973 971 1.028 1.028
Erfolgsbezogene Vergütung            
Unmittelbar ausgezahlte Tantieme1 1.395 1.465 811 860 701 772
Mandatseinkünfte2 47 80 150 170 60 43
Tantieme3 1.442 1.545 961 1.030 761 815
Gesamt 3.358 3.470 1.934 2.001 1.789 1.843
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Kurzfristige Vorstandsvergütung Uwe Tigges Gesamt
in Tsd. € 2015 2014 2015 2014
Erfolgsunabhängige Vergütung        
Festgehalt 750 750 3.860 3.860
Sach- und sonstige Bezüge (Dienstwagennutzung, Unfallversicherung) 21 17 93 96
Sonstige Zahlungen (Versorgungsentgelt) 255 255 990 990
Summe 1.026 1.022 4.943 4.946
Erfolgsbezogene Vergütung        
Unmittelbar ausgezahlte Tantieme1 721 795 3.628 3.892
Mandatseinkünfte2 40 20 297 313
Tantieme3 761 815 3.925 4.205
Gesamt 1.787 1.837 8.868 9.151

1 Der Vorstand der RWE AG hat für das Geschäftsjahr 2014 auf einen Teil seiner Vergütung in Höhe von insgesamt 500 Tsd. € verzichtet. Der Betrag wurde anteilig von der Tantieme abgezogen.
2 Mandatseinkünfte für die Wahrnehmung konzerninterner Aufsichtsratsmandate werden vollständig auf die Tantieme angerechnet.
3 Die Tantieme schließt Mandatsbezüge ein; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Auszahlung des Tantiemerückbehalts von 2012. Die folgende Übersicht zeigt auf individueller Basis, in welcher Höhe die für 2012 zurückbehaltene Tantieme ausgezahlt wird. Von den aktuellen Vorstandsmitgliedern waren Peter Terium, Dr. Rolf Martin Schmitz und Dr. Bernhard Günther vom damaligen Rückbehalt betroffen. Um ein vollständiges Bild zu vermitteln, zeigen wir auch die zurückbehaltenen Tantiemen für die Geschäftsjahre 2013 bis 2015.

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Tantiemerückbehalt
in Tsd. €
Bonus-Malus Faktor Auszahlung im Geschäftsjahr 2016 Auszahlung im Geschäftsjahr 2015
Rückbehalt für das Geschäftsjahr 2015 2014 2013 2012 2012 2012 2011
Peter Terium 481 515 444 368 99,3 % 366 62
Dr. Rolf Martin Schmitz 320 343 296 295 99,3 % 293 187
Dr. Bernhard Günther 254 272 234 96 99,3 % 96 -
Uwe Tigges 254 272 177 - - - -
Summe 1.309 1.402 1.151 759 - 755 249

Long-Term Incentive Plan Beat 2010. Am 31. Dezember 2015 endete die Wartezeit für die 2012er-Tranche des Long-Term Incentive Plan Beat. Die Tranche war zu diesem Zeitpunkt nicht werthaltig. Somit sind keine Auszahlungen aus dem Programm Beat geleistet worden.

Die folgende Übersicht zeigt, in welchem Wert den Mitgliedern des Vorstands für 2015 und das Vorjahr Performance Shares zugeteilt wurden.

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Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung Beat 2010 Beat 2010
Tranche 2015 Tranche 2014
Stück Zuteilungswert bei Gewährung
in Tsd. €
Zuteilungswert bei Gewährung
in Tsd. €
Peter Terium 123.762 625 625
Dr. Rolf Martin Schmitz 74.257 375 375
Dr. Bernhard Günther 74.257 375 375
Uwe Tigges 74.257 375 375
Summe 346.533 1.750 1.750

In der folgenden Tabelle ist dargestellt, in welchem Umfang Rückstellungen für die Verpflichtungen aus den laufenden Beat-Tranchen gebildet oder aufgelöst worden sind.

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Zuführung zu (+) bzw. Auflösung von (-) Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungen mit langfristiger Anreizwirkung (Beat-Tranchen 2012 bis 2015) 2015
in Tsd. €
2014
in Tsd. €
Peter Terium -770 -75
Dr. Rolf Martin Schmitz -463 -105
Dr. Bernhard Günther -221 13
Uwe Tigges -144 49
Summe -1.598 -118

Verpflichtungen aus der Altregelung zur Altersversorgung. Der nach deutschem Handelsrecht nicht zur Vergütung zählende Dienstzeitaufwand (Service Cost) für Pensionsverpflichtungen gegenüber Dr. Rolf Martin Schmitz (siehe Tabelle unten) lag 2015 bei 581 Tsd. € (Vorjahr: 475 Tsd. €). Der nach International Financial Reporting Standards (IFRS) ermittelte Barwert der Gesamtverpflichtung (Defined Benefit Obligation) betrug zum Jahresende 1 1.900 Tsd. € (Vorjahr: 1 1.900 Tsd. €). Der Pensionswert nach HGB belief sich auf 9.459 Tsd. € (Vorjahr: 8.055 Tsd. €). Für 2015 wurden Zuführungen zum Pensionswert in Höhe von 1.404 Tsd. € (Vorjahr: 735 Tsd. €) geleistet.

Nach Maßgabe der ruhegeldfähigen Bezüge zum 31. Dezember 2015 beträgt das voraussichtliche jährliche Ruhegeld für Dr. Rolf Martin Schmitz bei Erreichen der Regelaltersgrenze 484 Tsd. € (Vorjahr: 484 Tsd. €). Darin enthalten sind Ruhegeldansprüche gegenüber früheren Arbeitgebern.

Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen summierten sich 2015 auf 1 1.634 Tsd. € (Vorjahr: 12.494 Tsd. €). Zum 31. Dezember 2015 waren 153.100 Tsd. € (Vorjahr: 171.481 Tsd. €) für Pensionsansprüche dieser Personengruppe zurückgestellt.

Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 besteht die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder aus den monetären Vergütungsteilen, den Versorgungszusagen, den sonstigen Zusagen (insbesondere für den Fall der Beendigung der Tätigkeit), Nebenleistungen jeder Art und Leistungen von Dritten, die im Hinblick auf die Vorstandstätigkeit zugesagt oder im Geschäftsjahr gewährt wurden. Abweichend von den Vorgaben des HGB gehört auch der jährliche Dienstzeitaufwand für Pensionszusagen zur Gesamtvergütung.

In Ziffer 4.2.5 Abs. 3 des Kodex wird benannt, welche Vergütungskomponenten für jedes Vorstandsmitglied offengelegt werden sollen. Konkretisiert wird die empfohlene Darstellung durch Mustertabellen, die im Folgenden verwendet werden. Die Übersichten zeigen, welche Zuwendungen den Mitgliedern des Vorstands der RWE AG für 2015 und das Vorjahr gewährt wurden. Allerdings gingen mit diesen Zuwendungen teilweise noch keine Zahlungen einher. Daher wird separat dargestellt, in welcher Höhe den Vorstandsmitgliedern Mittel zugeflossen sind.

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Gewährte Zuwendungen Peter Terium Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf Martin Schmitz Stellv. Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf Martin Schmitz Stellv. Vorstandsvorsitzender
in Tsd. € 2014 2015 2015 (Min.) 2015 (Max.) 2014 2015 2015 (Min.) 2015 (Max.)
Festvergütung 1.400 1.400 1.400 1.400 960 960 960 960
Versorgungsentgelt 480 480 480 480 - - - -
Nebenleistungen 45 36 36 36 11 13 13 13
Summe 1.925 1.916 1.916 1.916 971 973 973 973
Einjährige variable Vergütung                
Tantieme 1.350 1.350 0 2.430 900 900 0 1.620
Mehrjährige variable Vergütung                
Tantiemerückstellung 2015 (Laufzeit: 2016-2018) - 450 0 675 - 300 0 450
Tantiemerückstellung 2014 (Laufzeit: 2015-2017) 450 - - - 300 - - -
LTIP Beat Tranche 2015 (Laufzeit: 2015-2018) - 625 0 938 - 375 0 563
LTIP Beat Tranche 2014 (Laufzeit: 2014-2017) 625 - - - 375 - - -
MTIP (Laufzeit: 2014-2016) 1.875 - - - 1.125 - - -
Summe 4.300 2.425 0 4.043 2.700 1.575 0 2.633
Versorgungsaufwand - - - - 475 581 581 581
Gesamtvergütung 6.225 4.341 1.916 5.959 4.146 3.129 1.554 4.187
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Gewährte Zuwendungen Dr. Bernhard Günther Finanzvorstand Uwe Tigges Personalvorstand/Arbeitsdirektor Uwe Tigges Personalvorstand/Arbeitsdirektor
in Tsd. € 2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max) 2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 750 750 750 750 750 750 750 750
Versorgungsentgelt 255 255 255 255 255 255 255 255
Nebenleistungen 23 23 23 23 17 21 21 21
Summe 1.028 1.028 1.028 1.028 1.022 1.026 1.026 1.026
Einjährige variable Vergütung                
Tantieme 713 713 0 1.283 713 713 0 1.283
Mehrjährige variable Vergütung                
Tantiemerückstellung 2015 (Laufzeit: 2016-2018) - 237 0 356 - 237 0 356
Tantiemerückstellung 2014 (Laufzeit: 2015-2017) 237 - - - 237 - - -
LTIP Beat Tranche 2015 (Laufzeit: 2015-2018) - 375 0 563 - 375 0 563
LTIP Beat Tranche 2014 (Laufzeit: 2014-2017) 375 - - - 375 - - -
MTIP (Laufzeit: 2014-2016) 1.125 - - - 1.125 - - -
Summe 2.450 1.325 0 2.202 2.450 1.325 0 2.202
Versorgungsaufwand - - - - - - - -
Gesamtvergütung 3.478 2.353 1.028 3.230 3.472 2.351 1.026 3.228
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Zufluss Peter Terium Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf Martin Schmitz Stellv. Vorstandsvorsitzender Dr. Bernhard Günther Finanzvorstand Uwe Tigges Personalvorstand/Arbeitsdirektor
in Tsd. € 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015
Festvergütung 1.400 1.400 960 960 750 750 750 750
Versorgungsentgelt 480 480 - - 255 255 255 255
Nebenleistungen 45 36 11 13 23 23 17 21
Summe 1.925 1.916 971 973 1.028 1.028 1.022 1.026
Einjährige variable Vergütung                
Tantieme1 1.545 1.442 1.030 961 815 761 815 761
Freiwilliger Vergütungsverzicht -180 - -120 - -100 - -100 -
Mehrjährige variable Vergütung                
Tantiemerückstellung 2012 (Laufzeit: 2013-2015) - 366 - 293 - 96 - -
Tantiemerückstellung 2011 (Laufzeit: 2012-2014) 62 - 187 - - - - -
LTIP Beat Tranche 2012 (Laufzeit: 2012-2015) - 0 - 0 - 0 - 0
LTIP Beat Tranche 2011 (Laufzeit: 201 1-2014) 0 - 0 - 0 - 0 -
MTIP - - - - - - - -
Sonstiges - - - - - - - -
Summe 1.427 1.808 1.097 1.254 715 857 715 761
Versorgungsaufwand - - 475 581 - - - -
Gesamtvergütung 3.352 3.724 2.543 2.808 1.743 1.885 1.737 1.787

1 Die Tantieme berücksichtigt Mandatseinkünfte für die Wahrnehmung konzerninterner Aufsichtsratsmandate; siehe auch Seite 74, Tabelle "Kurzfristige Vorstandsvergütung".

1.12 ENTWICKLUNG DER RISIKEN UND CHANCEN

Das Risikomanagement ruht bei RWE auf mehreren Säulen. Dazu gehören unsere konzernübergreifenden Berichts- und Kontrollsysteme, unsere Richtlinien für den Umgang mit Risiken sowie die Risikoanalyse im Rahmen der Strategie-, Planungs- und Controllingprozesse. Tragende Pfeiler sind auch die Tätigkeiten der Risikokomitees und der internen Revision sowie die Berichterstattung auf Basis des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich. Die Risikolage von RWE ist in erheblichem Maße von den unsicheren wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der konventionellen Stromerzeugung geprägt. Diese Unsicherheiten stellen uns vor große unternehmerische Herausforderungen. Existenzgefährdende Risiken sind jedoch weiterhin nicht erkennbar.

Organisation des Risikomanagements im RWE-Konzern. Hauptverantwortlich für unser Risikomanagementsystem ist der Vorstand der RWE AG. Er überwacht und steuert das Gesamtrisiko des Konzerns. Dazu bestimmt er den Risikoappetit des Unternehmens, definiert Obergrenzen für aggregierte Risikopositionen (z. B. Commodity-Risiken) und prüft deren Einhaltung.

Auf der Ebene unterhalb des Vorstands liegt die Verantwortung für die Anwendung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems beim Bereich Konzerncontrolling der RWE AG. Dieser Bereich prüft die erhobenen wesentlichen Risiken auf Plausibilität und Vollständigkeit, fasst sie in einer Gesamtschau zusammen und legt Limite für Risiken der operativen Konzerngesellschaften fest. Unterstützt wird er vom Risikomanagement-Ausschuss. Dieser besteht aus den Leitern folgender Bereiche der RWE AG mit konzernweiter Zuständigkeit: Controlling (Vorsitz), Finanzen, Rechnungswesen & Steuern, Recht & Compliance sowie Strategie & Innovation. Das Controlling berichtet dem Risikomanagement-Ausschuss, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der RWE AG regelmäßig über die Risikolage des Konzerns.

Darüber hinaus sind eine Reihe weiterer Organisationseinheiten mit konzernweiten Risikomanagement-Aufgaben betraut:

Kreditrisiken und versicherbare Risiken werden von unserer Dienstleistungstochter RWE Group Business Services gesteuert.

Um finanzwirtschaftliche Risiken kümmert sich der Bereich Finanzen, der dem Finanzvorstand der RWE AG unterstellt ist.

Für Risiken aus der Finanzberichterstattung ist der Bereich Rechnungswesen & Steuern zuständig. Er ist ebenfalls dem Finanzvorstand der RWE AG unterstellt und bedient sich eines rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, das wir auf Seite 86 f. darstellen.

Der Bereich Recht & Compliance wacht darüber, dass der RWE-Verhaltenskodex eingehalten wird. Sein besonderes Augenmerk gilt der Vermeidung von Korruptionsrisiken. Er berichtet an den Vorstandsvorsitzenden der RWE AG oder - sollten Mitglieder des Vorstands betroffen sein -direkt an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats.

Commodity-Risiken im Handels- und Erzeugungsgeschäft werden von RWE Supply & Trading überwacht; für Commodity-Risiken im Vertriebsgeschäft ist die Management-Einheit RWE Retail zuständig, die den Vertrieb von RWE steuert.

Daneben gibt es bei RWE Komitees, die konzernweite Risikomanagement-Aufgaben übernehmen. Sie überprüfen und genehmigen Absicherungsstrategien unter Berücksichtigung des vom Vorstand der RWE AG festgelegten Risikoappetits.

Folgende Komitees haben bei RWE Risikomanagement-Funktionen inne:

Das Asset-Management-Komitee bestimmt die strategischen Leitlinien für die Verwaltung der Finanzanlagen einschließlich der Mittel des RWE Pensionstreuhand e.V. Zu seinen Mitgliedern zählen die Finanzvorstände der RWE AG, der RWE Supply & Trading und der RWE Innogy sowie die Leiter der Bereiche Finanzen, Controlling und Rechnungswesen & Steuern. Diese Funktionsträger bilden zugleich das Treasury-Komitee, das die Aufgabe hat, den Vorstand bei Entscheidungen zur Finanzstrategie und zum finanzwirtschaftlichen Risikomanagement zu unterstützen.

Absicherungsstrategien für Marktrisiken aus dem Erzeugungs- und dem Gas-Midstream-Geschäft werden vom Commodity-Management-Komitee genehmigt, das sich aus der Geschäftsführung der RWE Supply & Trading und dem Leiter des Bereichs Controlling zusammensetzt.

Bei Marktrisiken im Vertriebsgeschäft obliegt dem Retail-Hedge-Komitee die Genehmigung von Absicherungsstrategien. Dem Komitee gehören Mitglieder des Führungsstabs der RWE Retail und der Leiter des Bereichs Controlling an.

Unter fachlicher Führung der genannten Organisationseinheiten und unter Beachtung der allgemeinen Richtlinien sind unsere Konzerngesellschaften dafür verantwortlich, dass Risiken frühzeitig erkannt, korrekt bewertet und den Konzernvorgaben entsprechend gesteuert werden.

Risikomanagement als kontinuierlicher Prozess. Das Risikomanagement ist als kontinuierlicher Vorgang in unsere betrieblichen Abläufe integriert. Wir erheben Risiken und Chancen - definiert als negative bzw. positive Abweichungen von Planwerten - im Halbjahresrhythmus mithilfe einer Bottom-up-Analyse. Aber auch zwischen den turnusgemäßen Erhebungszeitpunkten überwachen wir die Risikolage. Bei wesentlichen Veränderungen wird der Vorstand der RWE AG unverzüglich in Kenntnis gesetzt. Die Führungs- und Aufsichtsgremien werden im Rahmen der Quartalsberichterstattung über die Risikolage informiert.

Unsere Risikoanalyse erstreckt sich i. d. R. auf den Dreijahreszeitraum unserer Mittelfristplanung, kann bei längerfristigen Risiken aber auch darüber hinausreichen. Wir bewerten Risiken zum einen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Ergebnis und zum anderen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Free Cash Flow und die Nettoschulden. Für alle Risiken ermitteln wir die Eintrittswahrscheinlichkeit und die mögliche Schadenshöhe. Haben mehrere Risiken die gleiche Ursache, werden sie zu einer Position zusammengefasst. Die wesentlichen Risiken stellen wir in einer Matrix dar: Dort sind sie mit ihrer jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen Nettoschadenshöhe erfasst, d. h. unter Berücksichtigung von Absicherungsmaßnahmen wie dem Abschluss von Versicherungen oder der Bildung von Rückstellungen. Je nach Position in der Matrix werden Risiken als "gering", "mittel" oder "hoch" eingestuft. Auf Basis dieser Analyse können wir ermitteln, ob Handlungsbedarf besteht, und gegebenenfalls gegensteuernde Maßnahmen einleiten.

RWE-Risikomatrix

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Schadenskategorien Ergebnisrisiken Verschuldungs-/Liquiditätsrisiken
Mögliche Ergebniswirkung in % des geplanten betrieblichen Ergebnisses2 Mögliche Auswirkungen auf Nettoschulden/Free Cash Flow
in Mio. €
Kategorie IV ≥ 50 ≥ 4.000
Kategorie III ≥ 20 und <50 ≥ 2.000 und <4.000
Kategorie II ≥ 10 und <20 ≥ 1.000 und <2.000
Kategorie I < 10 < 1.000

1 Bezogen auf das Jahr, in dem die maximale Schadenshöhe eintreten könnte
2 Aus der Mittelfristplanung abgeleiteter Durchschnittswert für die Jahre 2016 bis 2018

Unsere Interne Revision begutachtet regelmäßig die Qualität und Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Funktional ist sie an den Gesamtvorstand angebunden und untersteht disziplinarisch dem Finanzvorstand. Sie ist zertifiziert nach dem vom Deutschen Institut für Interne Revision e.V. empfohlenen Standard "Qualitätsmanagement in der Internen Revision".

Gesamtbeurteilung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung. Die Risikolage von RWE ist in erheblichem Maße von den wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt. Ein großes Risiko sehen wir in der ausstehenden politischen Entscheidung zur Frage, wie die Finanzierung der Entsorgungsverpflichtungen der deutschen Kernkraftwerksbetreiber langfristig gesichert werden soll (siehe Seite 35). Im Raum steht u. a. die Dotierung einer Stiftung oder eines Fonds durch die Versorger. Dadurch könnten neue Belastungen auf uns zukommen, aber es gibt auch Chancen. Zwar ist politisch unstrittig, dass die Versorger verursachergerecht für ihre Kernenergieverpflichtungen haften müssen. Offen ist aber, inwieweit sie zukünftig noch für darüber hinausgehende, überwiegend politisch verursachte Kostensteigerungen im Rahmen einer Nachschusspflicht aufkommen sollen.

Auch außerhalb der Kernenergie sind wir regulatorischen Risiken ausgesetzt. Ein Beleg dafür sind die später fallen gelassenen Pläne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), eine Klimaabgabe für Kraftwerke einzuführen. In den Niederlanden und Großbritannien haben politische Kräfte an Einfluss gewonnen, die für einen frühzeitigen Kohleausstieg eintreten. Risiken gibt es auch im Vertriebsgeschäft, insbesondere in Großbritannien: Hier könnten staatliche Eingriffe zum Schutz nicht wechselwilliger Kunden die bereits niedrigen Margen weiter verringern.

Neben dem regulatorischen Rahmen hat auch die künftige Entwicklung der Commodity-Preise erheblichen Einfluss auf unsere Ertragslage. Wie auf Seite 30 erläutert, haben der subventionierte Ausbau der erneuerbaren Energien und die seit Jahren anhaltende Baisse am Steinkohlemarkt zu einem Preiseinbruch im deutschen Stromgroßhandel geführt. Deshalb mussten wir wiederholt hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf Kraftwerke vornehmen, u. a. im vorliegenden Jahresabschluss. Sollte der Druck auf die Stromgroßhandelspreise anhalten, könnte dies zu weiteren Ertragseinbußen und Wertberichtigungen führen, eventuell verbunden mit Herabstufungen unseres Kreditratings und steigenden Kosten für die Besicherung von Handelsgeschäften. Allerdings besteht auch die Chance, dass die Preise wieder anziehen und sich die Krise der konventionellen Stromerzeugung abschwächt.

Den Auswirkungen stark verschlechterter Rahmenbedingungen im Energiesektor begegnen wir mit umfangreichen effizienzverbessernden Maßnahmen, strikter Investitionsdisziplin, vereinzelten Beteiligungsverkäufen und der Erschließung von Ertragspotenzialen, die sich aus dem Umbau des Energiesystems und sich verändernden Kundenbedürfnissen ergeben. Auch organisatorisch stellen wir uns krisenfester auf, indem wir die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Gesellschaft zusammenführen und an die Börse bringen. Wir schaffen damit eine Wachstumsplattform mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt. Durch die Möglichkeit, Anteile an der neuen Gesellschaft zu verkaufen, erhöhen wir zudem unsere finanzielle Flexibilität.

Durch die Analyse der Liquiditätswirkungen von Risiken und eine konservative Finanzierungsstrategie stellen wir sicher, dass wir stets über genügend flüssige Mittel verfügen, um unsere Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Solche Verpflichtungen ergeben sich insbesondere aus unseren Finanzschulden, die wir bedienen müssen. Wir verfügen über einen starken operativen Cash Flow, erhebliche liquide Mittel und ungenutzte Kreditlinien sowie weiteren finanziellen Spielraum dank unseres Commercial-Paper-Programms und unseres Debt-Issuance-Programms (siehe Seite 59). Unsere Liquidität planen wir vorausschauend auf Basis der kurz-, mittel- und langfristigen Mittelbedarfe der Konzerngesellschaften und halten eine erhebliche Mindestliquidität auf täglicher Basis vor.

Dank unserem umfassenden Risikomanagementsystem und den beschriebenen Maßnahmen zur Sicherung unserer Finanz- und Ertragskraft sehen wir gegenwärtig keine Gefahren für den Fortbestand der RWE AG oder des RWE-Konzerns.

Wesentliche Risiken von RWE. Wie die Übersicht auf der folgenden Seite zeigt, lassen sich unsere wesentlichen Risiken nach ihrer Art in fünf Klassen einteilen. Die Höhe eines Risikos bemessen wir nach den Auswirkungen, die es auf das Ergebnis und/oder auf die Verschuldung und Liquidität haben kann. Dabei entscheidet das höchste Einzelrisiko über die Einstufung des Risikos der gesamten Risikoklasse. Das größte Schadenspotenzial sehen wir derzeit bei den Umfeldrisiken. Im Folgenden erläutern wir die oben aufgeführten Risiken, aber auch die Chancen, die mit ihnen einhergehen. Außerdem zeigen wir auf, mit welchen Maßnahmen wir der Gefahr negativer Entwicklungen begegnen.

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Wesentliche Risiken von RWE1 Einstufung des höchsten Einzelrisikos
2015 2014
Marktrisiken mittel mittel
Umfeldrisiken hoch mittel
Regulatorische und politische Risiken hoch mittel
Rechtliche Risiken mittel mittel
Operative Risiken gering mittel
Finanzmarkt- und Kreditrisiken mittel mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken mittel mittel
Bonität von Geschäftspartnern mittel gering
Sonstige Risiken mittel mittel

1 Stand: 31. Dezember 2015. Die Risikoeinstufung bezieht sich darauf, welche Auswirkungen ein Risiko auf das Ergebnis und/oder die Verschuldung und Liquidität haben kann. Die Darstellung im Geschäftsbericht 2014 (Seite 78 ff.) stellte dagegen ausschließlich auf die Ergebniswirkung ab.

Marktrisiken. RWE ist vielfältigen Marktrisiken ausgesetzt. In den meisten Ländern, in denen wir aktiv sind, ist der Energiesektor durch freie Preisbildung an den Großhandelsmärkten und eine hohe Wettbewerbsintensität im Vertrieb gekennzeichnet. Schwächen beim Marktauftritt können in einem solchen Umfeld schnell zu hohen Kundenverlusten und Ertragseinbußen führen, wie das Beispiel von RWE npower zeigt (siehe Seite 51). Besonders schwer wiegen Marktrisiken, die sich aus der Preisentwicklung an den Commodity-Märkten ergeben. Beispielsweise würden weiter fallende Stromnotierungen die Werthaltigkeit unserer Kraftwerke und bestimmter, zu Fixpreisen abgeschlossener Strombezugsverträge mindern. Auch im Gasspeichergeschäft kann Wertberichtigungsbedarf entstehen, etwa wenn sich die saisonalen Unterschiede beim Gaspreis und damit die erzielbaren Margen verringern. Obwohl wir in der Vergangenheit bereits hohe außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen haben, besteht das Wertberichtigungsrisiko fort. Wir sehen aber auch die Chance, dass sich die Großhandelspreise für Strom und Gas in eine für RWE vorteilhafte Richtung entwickeln.
Unsere Preisrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten bewerten wir unter Berücksichtigung aktueller Notierungen im Terminhandel und erwarteter Volatilitäten. Die Commodity-Preisrisiken der Erzeugungs- und Vertriebsgesellschaften im Konzern werden über Absicherungsvorgaben der RWE AG gesteuert. Für unsere Kraftwerke begrenzen wir solche Risiken dadurch, dass wir nahezu ihren gesamten Strom mit bis zu drei Jahren Vorlauf auf Termin verkaufen und die für die Erzeugung des Stroms benötigten Brennstoffe und CO2 -Emissionsrechte ebenfalls frühzeitig preislich absichern. Auch im Gas-Midstream-Geschäft von RWE Supply & Trading nutzen wir Terminmärkte, um Preisrisiken einzudämmen. Risiken aus langfristigen, ölpreisgebundenen Gasbezugsverträgen sind wir bereits vor Jahren dadurch begegnet, dass wir in Revisionsverhandlungen mit unseren Gaslieferanten eine Umstellung der Kontrakte auf Gasgroßhandelspreis-Indexierung oder ihre vorzeitige Beendigung durchgesetzt haben. Lediglich mit Gazprom konnten wir noch keine endgültige Regelung treffen. Bei der letzten Preisrevision, die im Februar 2014 abgeschlossen wurde, haben wir allerdings erreicht, dass unser Kontrakt mit dem russischen Gaskonzern bis zum nächsten Revisionstermin Anfang Juni 2016 keine Auswirkungen auf das Ergebnis von RWE hat. Unser Ziel ist, auch für diesen Vertrag eine dauerhafte Lösung zu finden, sodass er keine Preisrisiken mehr birgt.
Beim Management von Commodity-Preisrisiken übernimmt RWE Supply & Trading eine zentrale Rolle. In dieser Gesellschaft bündeln wir unser Know-how rund um Commodity-Geschäfte und damit auch die Risiken, die mit solchen Transaktionen einhergehen. RWE Supply & Trading ist die Schnittstelle des RWE-Konzerns zu den weltweiten Großhandelsmärkten für Strom und Energierohstoffe. Das Unternehmen vermarktet große Teile der Erzeugungsposition des Konzerns und kauft die für die Stromproduktion notwendigen Brennstoffe und CO2 -Zertifikate ein. Seine Funktion als interner Transaktionspartner erleichtert es uns, Risiken aus Preisschwankungen auf Energiemärkten erzeugungs-, beschaffungs- und absatzseitig einzugrenzen. Zu diesem Zweck setzt RWE Supply & Trading auch Commodity-Derivate ein. Die Handelsgeschäfte dienen allerdings nicht ausschließlich der Risikominderung. In streng limitiertem Umfang geht das Unternehmen auch Commodity-Positionen ein, um damit Gewinne zu erzielen.
Das Risikomanagementsystem im Energiehandel des RWE-Konzerns ist eng an die Best-Practice-Regelungen angelehnt, die für Handelsgeschäfte von Banken gelten. Dazu gehört, dass Transaktionen mit Dritten nur abgeschlossen werden, wenn sich das Kreditrisiko innerhalb genehmigter Limite bewegt. Konzernweit geltende Richtlinien geben Strukturen und Prozesse dafür vor, wie mit Commodity-Preisrisiken und damit zusammenhängenden Kreditrisiken umzugehen ist. Unsere Tochtergesellschaften überwachen ihre Commodity-Positionen kontinuierlich. Risiken aus reinen Handelsgeschäften der RWE Supply & Trading unterliegen der täglichen Kontrolle. Der Vorstand der RWE AG wird mindestens quartalsweise über die konsolidierten Commodity-Risikopositionen des Konzerns informiert.
Über die Risikoobergrenzen im Energiehandel entscheidet der Vorstand der RWE AG. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Value at Risk (VaR). Er gibt an, welchen Wert der mögliche Verlust aus einer Risikoposition mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein Konfidenzniveau von 95% zugrunde. Für die Positionen wird eine Haltedauer von einem Tag unterstellt. Das bedeutet, dass der Tagesverlust den VaR mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschreitet. Zentrale Steuerungsgröße für die Commodity-Positionen ist der Global VaR, der sich auf das Handelsgeschäft von RWE Supply & Trading bezieht und nicht höher sein darf als 40 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2015 belief er sich auf durchschnittlich 16 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €); der maximale Tageswert betrug 31 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €). Daneben haben wir Limite für die einzelnen Handelstische vergeben. Außerdem loten wir in Stresstests Extremszenarien aus, ermitteln deren mögliche Auswirkungen auf die Ertragslage und steuern gegen, wenn die Risiken als zu hoch erachtet werden.
Mithilfe des VaR-Konzepts messen wir auch, wie stark sich Commodity-Preisrisiken, denen wir außerhalb des Handelsgeschäfts ausgesetzt sind, auf das betriebliche Konzernergebnis auswirken können. Dazu ermitteln wir aus den Commodity-Risikopositionen der Einzelgesellschaften das Gesamtrisiko für den Konzern. Dieses stammt hauptsächlich aus der Stromerzeugung. Bei einem Konfidenzniveau von 95% werden Veränderungen der Commodity-Preise unser betriebliches Ergebnis im Jahr 2016 höchstens mit ca. 70 Mio. € positiv oder negativ beeinflussen. Stichtag für die Ermittlung dieses Wertes war der 31. Dezember 2015.
Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Commodity-Positionen dienen, werden teilweise als sogenannte bilanzielle Sicherungsbeziehungen im Konzernabschluss dargestellt. Dies gilt auch für Finanzinstrumente, mit denen wir Zins- und Währungsrisiken begrenzen. Nähere Ausführungen dazu finden Sie auf Seite 141 f. im Anhang.

Regulatorische und politische Risiken. Versorger planen Investitionen für Zeiträume, die Jahrzehnte umfassen. Sie sind daher in besonderer Weise auf verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen angewiesen. Dennoch kam es in der Vergangenheit zu staatlichen Eingriffen in den Energiesektor, die bestehende Geschäftsmodelle infrage gestellt haben. Ein Beispiel dafür ist der plötzliche Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011. Mit der Anfang August 2011 in Kraft getretenen 13. Novelle des Atomgesetzes (13. AtG-Novelle) hat die Bundesregierung die 2010 beschlossene Verlängerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke rückgängig gemacht und die sofortige Stilllegung von acht der 17 deutschen Reaktoren verfügt. Für die übrigen Blöcke wurden zeitlich gestaffelte Abschalttermine festgelegt (siehe Geschäftsbericht 2011, Seite 43). Wir halten die 13. AtG-Novelle für verfassungswidrig, weil sie keine Entschädigungen für die Betreiber der Anlagen vorsieht und die Festlegung der Abschalttermine nicht stichhaltig begründet worden ist. Daher haben wir im Februar und August 2012 Verfassungsbeschwerden eingelegt. Es zeichnet sich ab, dass das Bundesverfassungsgericht noch im laufenden Jahr darüber entscheiden wird. Für März 2016 ist eine mündliche Verhandlung angesetzt.
Kompensationen könnten wir auch für die wirtschaftlichen Auswirkungen des sogenannten KernenergieMoratoriums erhalten. Bereits vor Inkrafttreten der 13. AtG-Novelle hatten der Bund und die Länder im März 2011 einen dreimonatigen Betriebsstopp für sieben deutsche Kernkraftwerke angeordnet. Von dem Moratorium waren unsere Blöcke Biblis A und B betroffen. Die zuständigen Verwaltungsgerichte stellten 2013 rechtskräftig fest, dass die Moratoriumsverfügungen gegen Biblis gesetzeswidrig waren. Ende August 2014 haben wir beim Landgericht in Essen Schadensersatzklage gegen das Land Hessen und die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Die erste mündliche Verhandlung fand am 17. Dezember 2015 statt. Mit einem erstinstanzlichen Urteil rechnen wir aber nicht vor 2017.
Ebenfalls juristisch zu klären ist, ob die seit 2011 erhobene Kernbrennstoffsteuer in Einklang mit der deutschen Verfassung steht. Wir halten die Steuer nicht für rechtmäßig und haben daher bei den zuständigen Finanzgerichten Klage erhoben. Das Finanzgericht Hamburg hat die Frage der Verfassungsmäßigkeit des Kernbrennstoffsteuergesetzes im Januar 2013 dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt. Im Dezember 2013 beschloss das Finanzgericht Hamburg in einem Parallelverfahren außerdem eine Vorlage beim Europäischen Gerichtshof. Nachdem dieser im Juni 2015 entschieden hat, dass die Kernbrennstoffsteuer nicht gegen Europarecht verstößt, steht jetzt noch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus. Es wird voraussichtlich 2016 ergehen. Sollten die Richter die Steuer als rechtswidrig einstufen, besteht die Chance, dass wir die seit 2011 gezahlten Beträge in voller Höhe zurückerhalten.
Darüber hinaus ist noch unklar, wie die Bundesregierung die Finanzierung der Entsorgungsverpflichtungen durch die Kernkraftwerksbetreiber langfristig regeln will. Unter anderem wird erwogen, dass die Versorger finanzielle Mittel zur Abdeckung der Verpflichtungen auf einen Fonds oder eine Stiftung übertragen müssen. Die Politik könnte den Unternehmen damit zusätzliche Lasten aufbürden.
Das ist aktuell unser einziges Einzelrisiko in der Kategorie "hoch". Nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Beträge, die gegebenenfalls für bestimmte Verpflichtungen an einen Fonds oder eine Stiftung abzuführen sind, höher ausfallen als die Rückstellungen, die wir für diese Verpflichtungen gebildet haben. Sollten die Versorger dazu verpflichtet werden, im Bedarfsfall Nachschüsse zu leisten, könnten staatlich verursachte Kostensteigerungen, etwa bei der Endlagersuche, die Finanz- und Ertragskraft von RWE zusätzlich schmälern. Umgekehrt besteht die Chance, dass die Versorger ganz oder teilweise von der Nachschusspflicht freigestellt werden.
Konkretisiert haben sich die Risiken aus dem deutschen "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020": Die darin vorgesehene zusätzliche Emissionssenkung in der Stromerzeugung soll u. a. dadurch erreicht werden, dass Braunkohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2,7 GW schrittweise in eine sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt und vier Jahre später stillgelegt werden. Das BMWi hat sich mit den Energieunternehmen MIBRAG, RWE und Vattenfall über die Einzelheiten der Sicherheitsbereitschaft und der dafür gewährten Vergütung verständigt. Die Regelung muss jetzt den Gesetzgebungsprozess durchlaufen und von der EU beihilferechtlich geprüft werden. Dabei könnte der Fall eintreten, dass sie zulasten der Versorger verändert oder ganz verworfen wird. Wir stufen dieses Risiko aber als gering ein. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die mit der Regelung angestrebte Emissionsreduktion nicht erreicht wird. Für diesen Fall hat sich die deutsche Braunkohlewirtschaft dazu verpflichtet, noch vor 2020 weitere Minderungsmaßnahmen zu ergreifen. Wir gehen aber davon aus, dass das nicht erforderlich sein wird.
Auch in Großbritannien und den Niederlanden ist die konventionelle Stromerzeugung regulatorischen Risiken ausgesetzt. Politische Gruppierungen machen sich in beiden Ländern für einen frühzeitigen Kohleausstieg stark. Noch ist offen, ob sie sich damit durchsetzen und wie eine solche Laufzeitbeschränkung aussehen könnte. RWE betreibt in Großbritannien das Steinkohlekraftwerk Aberthaw mit 1.554 MW Nettoleistung und in den Niederlanden die Steinkohlekraftwerke Amer 9 mit 643 MW und Eemshaven A/B mit 1.554 MW. Der Doppelblock in Eemshaven produziert erst seit vergangenem Jahr kommerziell Strom. Im September 2015 hat uns der niederländische Staatsrat, der als oberstes Verwaltungsgericht der Niederlande fungiert, die noch ausstehende naturschutzrechtliche Genehmigung für das Kraftwerk erteilt.
In der Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien besteht die Gefahr, dass Regierungen u. a. wegen defizitärer Staatshaushalte die Förderung kürzen. In Großbritannien etwa ist 2015 die Befreiung des Ökostromverbrauchs von der nationalen Klimaschutzabgabe aufgehoben worden (siehe Seite 36). Bereits 2013 hat Spanien die Fördersätze für erneuerbare Energien massiv gekürzt, und zwar auch für bestehende Anlagen (siehe Geschäftsbericht 2013, Seite 49). Im Dialog mit der Politik weisen wir darauf hin, dass verlässliche Rahmenbedingungen eine Grundvoraussetzung dafür sind, dass Unternehmen in die Energieinfrastruktur investieren. Im Fall Spaniens haben wir überdies Klage beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (International Centre for Settlement of Investment Disputes - ICSID) eingereicht und hoffen, damit die Auswirkungen der Förderkürzung auf unsere Ertragslage begrenzen zu können.
Regulatorische Eingriffe zulasten der Energieversorger beobachten wir nicht nur in der Stromerzeugung, sondern auch im Vertriebsgeschäft. Risiken sehen wir derzeit insbesondere in Großbritannien. Ein Beleg dafür ist der Vorschlag der Kartellbehörde CMA, Preisobergrenzen zum Schutz von Privat- und Gewerbekunden einzuführen, die sich nicht darum bemühen, Vorteile des Wettbewerbs zu nutzen. Sollte dieser Vorschlag umgesetzt werden, könnte sich die ohnehin schwierige Lage im britischen Vertriebsgeschäft weiter verschärfen.
Innerhalb des bestehenden politischen Rahmens sind wir genehmigungsrechtlichen Risiken beim Bau und Betrieb von Produktionsanlagen ausgesetzt. In besonderer Weise betrifft dies unsere Tagebaue, Kraftwerke und Windparks. Wird ihr laufender Betrieb ausgesetzt oder beeinträchtigt, kann es zu erheblichen Produktions- und Erlöseinbußen kommen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass uns die erforderlichen Genehmigungen für Neubauprojekte verspätet oder gar nicht erteilt werden oder dass uns bereits erteilte Genehmigungen wieder entzogen werden. Je nach Baufortschritt und vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Zulieferern kann dies zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Durch sorgfältige Vorbereitung und Begleitung unserer Genehmigungsanträge versuchen wir, dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.
Risiken ergeben sich ferner aus der Regulierung von Energiehandelsgeschäften. Im August 2012 ist die EU-Verordnung "European Market Infrastructure Regulation" (EMIR) in Kraft getreten. Danach müssen Unternehmen, die in einem wesentlichen Umfang spekulative Handelsgeschäfte betreiben, bestimmte Transaktionen mit Derivaten über Clearingstellen abwickeln und dabei in höherem Umfang als bisher finanzielle Sicherheiten hinterlegen. Außerdem sind sie dazu verpflichtet, sämtliche Geschäfte an ein Transaktionsregister zu melden. Wegen des begrenzten Umfangs unserer Handelsaktivitäten unterliegen wir derzeit nicht den EMIR-Vorgaben zum Clearing und zur Besicherung. Sollte sich dies ändern, würden Handelstransaktionen zusätzliche Kosten und Liquiditätsbelastungen verursachen.

Rechtliche Risiken. Einzelne Gesellschaften des RWE-Konzerns sind durch ihren Geschäftsbetrieb oder durch Unternehmenskäufe in Gerichtsprozesse und Schiedsverfahren involviert. Mitunter werden auch außergerichtliche Ansprüche gegen sie geltend gemacht. Darüber hinaus sind Konzernunternehmen an verschiedenen behördlichen Verfahren direkt beteiligt oder zumindest von deren Ergebnissen betroffen. Für potenzielle Verluste aus schwebenden Verfahren vor ordentlichen Gerichten und Schiedsgerichten haben wir Rückstellungen gebildet.
Belastungen können sich auch aus Freistellungen und Garantien ergeben, die wir den Erwerbern beim Verkauf von Beteiligungen eingeräumt haben. Durch Freistellungen wird erreicht, dass der Verkäufer für Risiken aufkommt, die im Rahmen der vorvertraglichen Unternehmensprüfung erkannt wurden, bei denen aber unklar ist, ob sie eintreten werden. Im Gegensatz dazu decken Garantien auch solche Risiken ab, die beim Verkauf noch unbekannt sind. Die beschriebenen Absicherungsinstrumente sind bei Verkäufen von Gesellschaften und Beteiligungen Standard.

Operative Risiken. Auf sämtlichen Wertschöpfungsstufen betreiben wir technologisch komplexe, vernetzte Produktionsanlagen. Beim Bau neuer Anlagen kann es u. a. durch Unfälle, Materialfehler, verspätete Zulieferungen oder zeitaufwendige Genehmigungsverfahren zu Verzögerungen kommen. Dem begegnen wir mit einem sorgfältigen Betriebs- und Projektmanagement sowie hohen Sicherheitsstandards. Außerdem nehmen wir regelmäßig Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vor. Soweit wirtschaftlich sinnvoll, schließen wir Versicherungen ab.
Bei Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lässt sich nicht ausschließen, dass die Erträge unter den Erwartungen liegen. Darüber hinaus kann sich der für akquirierte Unternehmen gezahlte Preis nachträglich als zu hoch erweisen. In den genannten Fällen müssen gegebenenfalls Wertberichtigungen vorgenommen werden. Ebenso ist es aber auch möglich, dass sich Investitionen wirtschaftlich günstiger auswirken als ursprünglich angenommen. Für die Vorbereitung und Umsetzung von Investitionsentscheidungen gibt es bei RWE differenzierte Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozesse.
Die intensive Beobachtung von Märkten und Wettbewerbern hilft uns dabei, unternehmensstrategische Risiken und Chancen frühzeitig zu erfassen und zu bewerten.
Unsere Geschäftsprozesse werden durch sichere und effektive Informationsverarbeitungssysteme unterstützt. Dennoch können wir nicht ausschließen, dass Mängel bei der Verfügbarkeit der IT-Infrastrukturen und der Sicherheit unseres Datenbestands auftreten. Hohe Sicherheitsstandards sollen dem vorbeugen. Darüber hinaus investieren wir regelmäßig in die Modernisierung von Hard- und Software.
Aktuell stufen wir die operativen Risiken als gering ein, nachdem wir sie ein Jahr zuvor noch der Kategorie "mittel" zugeordnet hatten. Das beruht zum einen darauf, dass wir die Arbeiten am neuen Steinkohlekraftwerk in Eemshaven abgeschlossen haben und uns die letzte ausstehende Genehmigung erteilt wurde. Zum anderen hat sich die Risikolage im britischen Vertriebsgeschäft verändert. Wie bereits erwähnt, sind dort 2015 hohe Ergebnisbelastungen durch Prozess- und Systemprobleme eingetreten. Das verbleibende Risiko ist deshalb geringer als vor einem Jahr.

Finanzwirtschaftliche Risiken. Schwankungen von Marktzinsen sowie Währungs- und Aktienkursen können unser Ergebnis ebenfalls stark beeinflussen. Große Bedeutung messen wir dem Management von Wechselkursveränderungen bei. Dies ergibt sich aus unserer internationalen Präsenz. Außerdem werden Energieträger wie Kohle und Öl in US-Dollar gehandelt. Die Konzerngesellschaften sind grundsätzlich dazu verpflichtet, ihre Währungsrisiken über die RWE AG zu begrenzen. Diese ermittelt die Nettofinanzposition je Währung und sichert sie nötigenfalls ab. Die Messung und Begrenzung von Risiken basiert u. a. auf dem VaR-Konzept. Der durchschnittliche VaR für die Fremdwährungsposition der RWE AG lag 2015 wie schon in den Vorjahren bei unter 1 Mio. €.
Zinsrisiken bestehen in mehrfacher Hinsicht. Ein Anstieg der Marktzinsen kann dazu führen, dass die Kurse von Wertpapieren im RWE-Bestand sinken. Dies betrifft in erster Linie festverzinsliche Anleihen. Der VaR für das Kurswertrisiko bei unseren Kapitalanlagen belief sich 2015 auf durchschnittlich 12 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €).
Mit dem Zinsniveau erhöhen sich auch unsere Finanzierungskosten. Dieses Risiko messen wir mit dem Cash Flow at Risk. Dabei legen wir ein Konfidenzniveau von 95% und eine Haltedauer von einem Jahr zugrunde. Der Cash Flow at Risk betrug 2015 durchschnittlich 3 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €).
Außerdem hat das Marktzinsniveau Auswirkungen auf die Höhe unserer Rückstellungen, denn an ihm orientieren sich die Abzinsungsfaktoren für die Ermittlung der Verpflichtungsbarwerte. Das heißt, bei sinkenden Marktzinsen erhöhen sich tendenziell unsere Rückstellungen und umgekehrt. Auf den Seiten 131 ff. im Anhang geben wir an, wie sensitiv die Barwerte von Pensions-, Kernenergie- und Bergbauverpflichtungen auf Erhöhungen oder Senkungen der Abzinsungsfaktoren reagieren.
Zu den Wertpapieren, die wir in unserem Portfolio halten, zählen auch Aktien. Der VaR für das Risiko aus Kursveränderungen lag hier im Jahresmittel bei 8 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €).
Die Risiken und Chancen aus Veränderungen von Wertpapierkursen steuern wir durch ein professionelles Fondsmanagement. Finanzgeschäfte des Konzerns werden mit einer speziellen Software zentral erfasst und von der RWE AG überwacht. Dadurch erreichen wir einen Risikoausgleich über die Einzelgesellschaften hinweg. Für Finanzgeschäfte unserer Konzernunternehmen haben wir Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen in Richtlinien verbindlich festgelegt.
Zu welchen Konditionen wir uns am Fremdkapitalmarkt refinanzieren können, hängt auch maßgeblich davon ab, welche Bonitätsnoten uns internationale Ratingagenturen geben. Wie auf Seite 63 erläutert, haben die führenden Häuser Standard & Poor's und Moody's das langfristige Rating unserer Standardanleihen im vergangenen Jahr auf BBB bzw. Baa2 abgesenkt, u. a. wegen der schwierigen Marktsituation in der konventionellen Stromerzeugung.
Der Ratingausblick ist negativ. Es besteht die Möglichkeit, dass unser Rating weiter abgesenkt wird. Dadurch könnten zusätzliche Kosten für die Beschaffung von Kapital und die Besicherung von Handelsgeschäften anfallen.

Bonität von Geschäftspartnern. Aus unseren Geschäftsbeziehungen mit Großkunden, Lieferanten, Handelspartnern und Finanzinstituten ergeben sich Kreditrisiken. Die Entwicklung der Bonität unserer Transaktionspartner verfolgen wir deshalb zeitnah und beurteilen deren Kreditwürdigkeit vor und während der Geschäftsbeziehung anhand interner Ratings. Für Transaktionen, bei denen bestimmte Genehmigungsschwellen überschritten werden, und für sämtliche Handelsgeschäfte gibt es ein Kreditlimit, das wir vor ihrem Abschluss festlegen und nötigenfalls anpassen, etwa bei Veränderungen der Bonität. Zuweilen lassen wir uns Barsicherheiten stellen oder Bankgarantien geben. Im Vertriebsgeschäft schließen wir auch Versicherungen gegen Zahlungsausfälle ab. Kreditrisiken und Auslastungen der Limite messen wir im Handelsgeschäft täglich.
Außerbörsliche Energiehandelsgeschäfte schließen wir grundsätzlich mit Rahmenverträgen ab, wie sie u. a. von der European Federation of Energy Traders (EFET) vorgegeben werden. Außerdem vereinbaren wir Sicherheitsleistungen. Bei Finanzderivaten nutzen wir den Deutschen Rahmenvertrag oder den Rahmenvertrag der International Swaps and Derivatives Association (ISDA).
Das Bonitätsrisiko von Geschäftspartnern fällt in die Kategorie "mittel", nachdem wir es im Vorjahr noch als "gering" eingestuft hatten. Hintergrund ist, dass wir unsere Vorgehensweise bei der Ermittlung des VaR für das Kreditrisiko geändert haben. Aufgrund des Methodenwechsels hat sich der Wertansatz für den möglichen Schaden erhöht.

Sonstige Risiken. Zu dieser Risikoklasse gehören u. a. Reputationsrisiken oder Risiken aus Compliance-Verstößen oder kriminellen Handlungen von Beschäftigten des Konzerns. Ferner zählt dazu die Möglichkeit, dass geplante Desinvestitionen nicht zustande kommen, etwa wegen regulatorischer Hürden oder zu geringer Preisgebote. Sonstige Risiken und Chancen sehen wir auch im Zusammenhang mit der Gründung der neuen Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb sowie deren geplanter Mittelaufnahme über die Börse. Beispielsweise könnte ein schwieriges Marktumfeld die avisierte Kapitalerhöhung und eventuelle Anteilsverkäufe durch die RWE AG erschweren. Ferner besteht die Möglichkeit, dass der Aufbau der neuen Tochtergesellschaft mit höheren Kosten als geplant einhergeht oder hinter dem Zeitplan zurückbleibt. Die positiven Effekte aus der organisatorischen Neuausrichtung von RWE könnten sich unter diesen Umständen verringern oder erst später eintreten.
Von den genannten Risiken messen wir der Möglichkeit eines Scheiterns von Desinvestitionen aktuell die größte Bedeutung zu. Wie im Vorjahr stufen wir dieses Risiko als "mittel" ein, allerdings hat es sich durch den erfolgreichen Verkauf von RWE Dea bereits deutlich verringert.

Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem: Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 und § 289 Abs. 5 HGB. In der Finanzberichterstattung besteht das Risiko, dass die Jahres-, Konzern- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten, die möglicherweise einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Unser rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem (kurz: IKS) zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu erkennen und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. So können wir mit hinreichender Sicherheit gewährleisten, dass ein den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Jahres- und Konzernabschluss erstellt wird.

Fundament des IKS sind die im RWE-Verhaltenskodex formulierten Grundsätze - allen voran der Anspruch, vollständig, sachlich, korrekt, verständlich und zeitnah zu informieren -sowie die konzernweit geltenden Richtlinien des Unternehmens. Darauf aufbauend sollen Mindestanforderungen an die rechnungslegungsbezogenen IT-Systeme für die Zuverlässigkeit der Erhebung und Verarbeitung von Daten sorgen.

In den vergangenen Jahren haben wir zentrale Aufgaben unseres Rechnungswesens in einem Kompetenzzentrum (Center of Expertise) unter dem Dach der RWE Group Business Services gebündelt. Für transaktionsbezogene Rechnungswesenaktivitäten ist ein Dienstleistungszentrum (Shared Service Center) in Krakau zuständig, das ebenfalls zur RWE Group Business Services gehört. Die fachliche Führung des Rechnungswesens obliegt dem Bereich Rechnungswesen & Steuern der RWE AG; dieser Bereich verantwortet auch die Aufstellung des Konzernabschlusses von RWE.

Der neuen Aufgabenteilung entsprechend wurde das IKS im RWE-Konzern im Geschäftsjahr 2015 weiterentwickelt: Für seine Ausgestaltung und Überwachung ist nun eine eigens dafür geschaffene Abteilung der RWE AG zuständig. Darüber hinaus haben wir ein IKS-Komitee ins Leben gerufen, das darauf hinwirkt, dass das IKS im gesamten Konzern mit hohen Ansprüchen an Korrektheit und Transparenz und nach einheitlichen Grundsätzen "gelebt" wird. Die Mitglieder des Komitees sind Verantwortliche aus dem Rechnungswesen und aus den Funktionen Finanzen, Personal, Einkauf, Handel und IT, die eine wichtige Rolle für die Rechnungslegung spielen. Darüber hinaus haben wir ein konzernweit gültiges Regelwerk zur Ausgestaltung und Überwachung des IKS geschaffen.

Um die Wirksamkeit des IKS zu überprüfen, gehen wir folgendermaßen vor: Für den Bereich Rechnungswesen untersuchen wir in einem ersten Schritt, ob die Risikosituation angemessen abgebildet wird und ob es für die identifizierten Risiken sachgerechte Kontrollen gibt. In einem zweiten Schritt wird die Wirksamkeit der Kontrollen überprüft. Mit dieser Aufgabe sind Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen und der Konzernrevision sowie externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaften betraut. Sie nutzen dabei ein IT-System, das wir 2015 zu diesem Zweck eingeführt haben. Für die Funktionen Finanzen, Personal, Einkauf, Handel und IT bescheinigen die jeweils Verantwortlichen, ob den vereinbarten IKS-Qualitätsstandards entsprochen wurde. Die Ergebnisse der Prüfungen werden an den Vorstand berichtet.

Im Rahmen der externen Berichterstattung legen die Mitglieder des Vorstands der RWE AG zum Halbjahr und zum Gesamtjahr einen Bilanzeid ab und unterzeichnen die Versicherung der gesetzlichen Vertreter. Sie bestätigen damit, dass die vorgeschriebenen Rechnungslegungsstandards eingehalten wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats befasst sich in seinen Sitzungen regelmäßig mit der Wirksamkeit des IKS. Einmal im Jahr legt ihm der Vorstand der RWE AG einen Bericht über die Angemessenheit der Ausgestaltung und die Wirksamkeit des IKS vor.

Bei den Beurteilungen und Prüfungen, die 2015 stattgefunden haben, hat sich das rechnungslegungsbezogene IKS in den Funktionen Rechnungswesen, Finanzen, Personal, Einkauf, Handel und IT erneut als wirksam erwiesen. Allerdings können wir damit das Risiko gravierender Falschdarstellungen in der Rechnungslegung nur verringern; ganz eliminieren lässt es sich nicht.

Auch im Geschäftsjahr 2016 entwickeln wir unser IKS weiter. Ein Schwerpunkt dabei sind die Abrechnungsprozesse aller großen Vertriebsgesellschaften von RWE. Dazu haben uns u. a. die Probleme veranlasst, die in Großbritannien bei der zeitgerechten und korrekten Rechnungsstellung für Privatkunden aufgetreten sind.

1.13 PROGNOSEBERICHT

Trotz großer Erfolge bei der Umsetzung unseres Effizienzsteigerungsprogramms bleibt die Krise der konventionellen Stromerzeugung zentraler Bestimmungsfaktor für die Ertragsentwicklung von RWE. Für 2016 erwarten wir ein betriebliches Konzernergebnis von 2,8 bis 3,1 Mrd. € und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,7 Mrd. €. Gegenüber 2015 ist das ein deutlicher Rückgang. Dabei wirkt sich auch der Wegfall von Sondereffekten aus, die uns im vergangenen Jahr zugutekamen. Unsere operativen und technischen Probleme im britischen Vertrieb gehen wir entschlossen an, rechnen aber auch für 2016 noch mit Belastungen. Neben dem operativen Geschäft gilt unser besonderes Augenmerk der Umsetzung der Ende 2015 beschlossenen Umstrukturierung des Konzerns. Wir stellen damit die Weichen für eine stärkere RWE, die sich in einem schwierigen Marktumfeld neue Perspektiven erschließen kann.

Experten erwarten leichten Konjunkturaufschwung. Nach ersten Prognosen wird die globale Wirtschaftsleistung 2016 - wie im vergangenen Jahr - um rund 2,5% steigen. Auch im Euroraum könnte das Wachstum ähnlich ausfallen wie 2015 (1,5%). Für Deutschland rechnet der Sachverständigenrat mit einem Plus von 1,6%. Impulse dürften weiterhin vom privaten Verbrauch ausgehen. Auch die niederländische Wirtschaft wird voraussichtlich stärker expandieren als die der Eurozone, die belgische dagegen etwa ebenso stark. Im Falle Großbritanniens ist ein Anstieg in der Größenordnung von 2% möglich, falls es nicht durch ein Ausscheiden des Landes aus der EU zu einem Wachstumseinbruch kommt. Die Konjunkturprognosen für unsere zentralosteuropäischen Märkte sind noch günstiger. Experten erwarten, dass Polen und die Slowakei ein Wachstum von 3% erreichen können, während Tschechien und Ungarn wohl mit ca. 2,5% etwas dahinter zurückbleiben werden.

Energieverbrauch voraussichtlich höher als 2015. Unsere Prognose zum diesjährigen Energieverbrauch leitet sich aus der angenommenen konjunkturellen Entwicklung ab. Darüber hinaus unterstellen wir, dass die Temperaturen 2016 auf Normalniveau liegen und damit insgesamt niedriger ausfallen werden als im milden Vorjahr. Unter diesen Voraussetzungen rechnen wir für Deutschland, die Niederlande und Großbritannien mit einer stabilen bis leicht steigenden Stromnachfrage. Den Impulsen, die vom Wirtschaftswachstum und einer möglicherweise kühleren Witterung erwartet werden, stehen dämpfende Einflüsse eines immer effizienteren Energieeinsatzes gegenüber. In Zentralosteuropa dürfte der Stromverbrauch zunehmen: Für Polen, die Slowakei und Ungarn wird ein Wachstum von jeweils 1 bis 2 % veranschlagt.

Beim Gas rechnen wir mit einem allgemeinen Verbrauchsanstieg. Treibende Kraft könnte eine Normalisierung der Temperaturen in Kontinentaleuropa sein, die sich in einem höheren Heizwärmebedarf niederschlagen würde. Daneben dürfte das prognostizierte Wirtschaftswachstum die Gasnachfrage anregen. Möglicherweise gehen auch vom Stromerzeugungssektor leichte Impulse aus, denn die Marktbedingungen für Gaskraftwerke haben sich zuletzt etwas verbessert. Gegenläufige Einflüsse erwarten wir vom Trend zum Energiesparen.

Weiterhin niedrige Commodity-Preise. Ein Ende der Baisse an den internationalen Rohstoffmärkten ist nicht in Sicht. Anfang 2016 haben sich Kohle und Gas weiter verbilligt. Die Preise für CO2 -Emissionsrechte, die in den beiden vergangenen Jahren auf Erholungskurs waren, sind zuletzt wieder stark gefallen. All dies trug dazu bei, dass sich der Preisverfall im Stromterminhandel fortsetzte. Für unsere diesjährige Ertragslage ist die jüngste Entwicklung an den Commodity-Märkten allerdings von untergeordneter Bedeutung, denn wir haben unsere Stromproduktion für 2016 bereits nahezu vollständig verkauft und die dafür benötigten Brennstoffe und Emissionsrechte preislich abgesichert. Für den Strom unserer deutschen Braunkohle- und Kernkraftwerke haben wir dabei einen Preis erzielt, der deutlich unter dem Vorjahresdurchschnitt von 41 €/MWh liegt.

Geänderte Berichtsstruktur zum 1. Januar 2016. Unsere Berichterstattung über das laufende Geschäftsjahr basiert auf einer neuen Segmentstruktur, die sich an den energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen orientiert. Hintergrund ist, dass wir unser Steuerungsmodell angepasst haben. Künftig berichten wir über folgende fünf Unternehmensbereiche: (1) Konventionelle Stromerzeugung, (2) Erneuerbare Energien, (3) Trading/Gas Midstream, (4) Netze/Beteiligungen/Sonstige und (5) Vertrieb. Neu sind die beiden letztgenannten Bereiche. Auf sie übertragen wir die Aktivitäten, die bislang unter den Segmenten (1) Vertrieb/Verteilnetze Deutschland, (2) Vertrieb Niederlande/Belgien, (3) Vertrieb Großbritannien und (4) Zentral-ost-/Südosteuropa erfasst waren. Um die Vergleichbarkeit der Prognoseangaben für 2016 mit den Vorjahreszahlen zu gewährleisten, haben wir Letztere auf Pro-forma-Basis in die neue Struktur überführt. Unser Vorhaben, das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, den Netzen und dem Vertrieb in eine neue, börsennotierte Gesellschaft einzubringen, hat vorerst keine Auswirkungen auf die Berichtsweise.

Betriebliches Ergebnis 2016: Erwartete Bandbreite von 2,8 bis 3,1 Mrd. €. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren wir ein EBITDA zwischen 5,2 und 5,5 Mrd. € und ein betriebliches Ergebnis zwischen 2,8 und 3,1 Mrd. €. Das bereinigte Nettoergebnis liegt voraussichtlich in einem Korridor von 0,5 bis 0,7 Mrd. €. Die genannten Ergebniskennzahlen würden damit deutlich niedriger ausfallen als 2015. Ein wesentlicher Grund dafür ist der preisbedingte Margenverfall in der konventionellen Stromerzeugung, den wir mit effizienzsteigernden Maßnahmen nur teilweise auffangen können. Außerdem rechnen wir für 2016 mit erhöhtem Aufwand für den Betrieb und die Instandhaltung unserer Verteilnetze. Darüber hinaus hatten wir im vergangenen Jahr noch von positiven Einmaleffekten (u. a. der Neubewertung von VSE) profitiert, die nun wegfallen. In der Prognose nicht berücksichtigt ist die Möglichkeit, dass die Kernbrennstoffsteuer 2016 in höchstrichterlicher Entscheidung als rechtswidrig eingestuft wird. Sollte dieser Fall eintreten, könnten das EBITDA, das betriebliche Ergebnis und das bereinigte Nettoergebnis um bis zu 1,7 Mrd. € höher ausfallen.

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Ergebnisausblick für 2016 Ist 20151
in Mio. €
Prognose 20162
EBITDA 7.017 5,2 bis 5,5 Mrd. €
Betriebliches Ergebnis 3.837 2,8 bis 3,1 Mrd. €
Konventionelle Stromerzeugung 543 deutlich unter Vorjahr
Erneuerbare Energien 493 deutlich unter Vorjahr
Trading/Gas Midstream 156 deutlich über Vorjahr
Netze/Beteiligungen/Sonstige 2.008 deutlich unter Vorjahr
Vertrieb 824 moderat unter Vorjahr
Bereinigtes Nettoergebnis3 1.125 0,5 bis 0,7 Mrd. €

1 Teilweise Pro-forma-Zahlen wegen geänderter Berichtsstruktur
2 Klassifizierungen wie "moderat" oder "deutlich" beziehen sich auf prozentuale Abweichungen vom jeweiligen Vorjahreswert.
3 Geänderte Bezeichnung; vormals "Nachhaltiges Nettoergebnis"; siehe Erläuterung auf Seite 56

Auf Ebene der Unternehmensbereiche erwarten wir folgende Ergebnisentwicklung:

Konventionelle Stromerzeugung: Das betriebliche Ergebnis dürfte sich hier weiter deutlich verringern. Unsere diesjährige Stromerzeugung haben wir bereits größtenteils am Markt platziert. Die dabei erzielten Margen sind deutlich niedriger als die für 2015. Außerdem planen wir umfangreiche Kraftwerksrevisionen. Allerdings entfallen auch Belastungen aus dem Vorjahr, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kraftwerksprojekt in Hamm. Hinzu kommen positive Effekte aus effizienzverbessernden Maßnahmen.

Erneuerbare Energien: Der Unternehmensbereich wird voraussichtlich nicht an das Ergebnis von 2015 anknüpfen können, das wegen Buchgewinnen aus Desinvestitionen und trotz Wertberichtigungen ungewöhnlich hoch ausgefallen ist. Positiv wirkt sich aus, dass wir im Laufe des vergangenen Jahres neue Windkraftanlagen in Betrieb genommen haben, die 2016 ganzjährig zur Stromerzeugung beitragen. Überdies planen wir, in diesem Jahr weitere Kapazitäten fertigzustellen.

Trading/Gas Midstream: Für diesen Bereich erwarten wir eine deutliche Ergebnisverbesserung, nachdem 2015 nur unterdurchschnittliche Handelserträge erzielt werden konnten. Die Lage im Gas-Midstream-Geschäft bleibt dagegen durch langfristig kontrahierte Gasspeicherkapazitäten belastet, die nicht kostendeckend bewirtschaftet oder vermarktet werden können.

Netze/Beteiligungen/Sonstige: Hier werden wir voraussichtlich deutlich unter dem Pro-forma-Wert für 2015 abschließen. Wie bereits erwähnt, werden sich die Aufwendungen für den Betrieb und die Instandhaltung unserer Verteilnetze erhöhen. Ferner gehen wir davon aus, dass wir in Deutschland weniger Erträge aus Netzverkäufen erzielen werden. Auch der Wegfall des Einmaleffekts aus der Neubewertung unserer Beteiligung am slowakischen Energieversorger VSE wirkt sich ergebnismindernd aus; dies betrifft sowohl das Netz- als auch das Vertriebsgeschäft. Einen positiven Ergebniseinfluss versprechen wir uns von effizienzverbessernden Maßnahmen.

Vertrieb: Das Ergebnis des Bereichs dürfte sich moderat verringern. Ein Grund dafür ist der erwähnte Effekt aus der Neubewertung von VSE. Im britischen Strom- und Gasvertrieb wird sich das Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit voraussichtlich verbessern; allerdings rechnen wir auch mit Aufwendungen aus dem Restrukturierungsprogramm, das wir bei RWE npower gestartet haben.

Dividende für 2016. Unsere Ausschüttungspolitik bleibt auf Nachhaltigkeit und Kontinuität ausgerichtet. Der Dividendenvorschlag für 2016 wird sich insbesondere an der Ertragslage, den operativen Mittelzuflüssen und der Verschuldung von RWE orientieren. Über seine Höhe entscheiden Vorstand und Aufsichtsrat der RWE AG voraussichtlich erst Ende 2016 oder Anfang 2017.

Konstanter Personalbestand. Die Zahl unserer Mitarbeiter wird sich 2016 aller Voraussicht nach nicht wesentlich verändern. Einerseits werden Restrukturierungsmaßnahmen zu weiterem Personalabbau in der konventionellen Stromerzeugung führen. Andererseits wollen wir auch neue Stellen schaffen, insbesondere im Vertriebsgeschäft.

Investitionen für 2016 auf 2,0 bis 2,5 Mrd. € veranschlagt. Unsere Investitionen werden im laufenden Jahr voraussichtlich bei 2,0 bis 2,5 Mrd. € liegen. Darin eingeschlossen sind die Ausgaben für Finanzanlagen. Etwa die Hälfte des Investitionsbudgets entfällt auf die Instandhaltung und Erweiterung unserer Netze. Für die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft unserer Kraftwerke und Tagebaue sind rund 0,4 Mrd. € eingeplant. Wir wollen aber auch in Wachstum investieren, insbesondere auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Wie viele Mittel uns dafür künftig zur Verfügung stehen, hängt in starkem Maße vom geplanten Börsengang unserer neuen Gesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb ab.

Nettoschulden voraussichtlich auf Vorjahresniveau. Unsere Nettoschulden dürften Ende 2016 in der Größenordnung des Vorjahres (25,1 Mrd. €) liegen. Positive Effekte aus einer möglichen Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer und dem Börsengang unserer neuen Gesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb sind hier nicht berücksichtigt. Außerdem unterstellen wir, dass das Zinsniveau stabil bleibt - und damit auch die Abzinsungsfaktoren für die langfristigen Rückstellungen.

Weiterer Rückgang der CO2 -Emissionen erwartet. Wie auf Seite 22 dargelegt, wollen wir den Kohlendioxid-Ausstoß unseres Kraftwerksparks bis 2020 auf 0,62 Tonnen je erzeugte Megawattstunde Strom senken. Im vergangenen Jahr haben wir ihn bereits von 0,75 (2014) auf 0,71 Tonnen abgesenkt. Für 2016 erwarten wir einen weiteren, moderaten Rückgang. Basis dafür ist die Annahme, dass sich der Anteil der Kohle an unserer Stromerzeugung verringern und der von Gas und regenerativen Energieträgern erhöhen wird. Eine Rolle spielt dabei, dass wir zum 1. Januar 2016 das niederländische Steinkohlekraftwerk Amer 8 stillgelegt haben und mit längeren revisionsbedingten Stillständen unserer Kohlekraftwerke rechnen. Daneben erwarten wir eine bessere Auslastung unserer Gaskraftwerke, nachdem sich die Margen dieser Anlagen zuletzt etwas erholt haben. Auch der fortgesetzte Ausbau unserer Windkraftkapazitäten wird sich positiv bemerkbar machen.