RWE Aktiengesellschaft

Essen

Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2016

BERICHT ÜBER DAS ERSTE HALBJAHR 2016

RWE bekräftigt Prognose zum Konzernergebnis 2016

Betriebliches Halbjahresergebnis mit 1,9 Mrd. € etwas unter Vorjahr

Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb wird "innogy" heißen

Ergebnisausblick 2016 für innogy veröffentlicht: EBITDA von 4,1 bis 4,4 Mrd. € erwartet

AUF EINEN BLICK

scroll
Eckdaten des RWE-Konzerns
Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez


2016 20151 in % 20151
Stromerzeugung Mrd. kWh 107,1 101,8 5,2 213,0
Außenabsatz Strom Mrd. kWh 133,5 128,6 3,8 261,5
Außenabsatz Gas Mrd. kWh 145,7 157,1 -7,3 273,0
Außenumsatz Mio. € 23.898 24.832 -3,8 48.090
EBITDA Mio. € 3.011 3.186 -5,5 7.017
Betriebliches Ergebnis Mio. € 1.884 2.030 -7,2 3.837
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 719 948 -24,2 -637
Nettoergebnis Mio. € 457 1.742 -73,8 -170
Bereinigtes Nettoergebnis Mio. € 598 543 10,1 1.125
Ergebnis je Aktie 0,74 2,83 -73,9 -0,28
Bereinigtes Nettoergebnis je Aktie 0,97 0,88 10,2 1,83
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit




fortgeführter Aktivitäten Mio. € -1.004 664 -251,2 3.339
Investitionen Mio. € 826 1.172 -29,5 3.303
in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € 733 989 -25,9 2.898
in Finanzanlagen Mio. € 93 183 -49,2 405
Free Cash Flow Mio. € -1.702 -325 -423,7 441


30.06.2016 31.12.2015

Nettoschulden Mio. € 28.283 25.463 11,1
Mitarbeiter2
59.283 59.762 -0,8


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf den Seiten 14 und 25
2 Umgerechnet in Vollzeitstellen


Brief des Vorstandsvorsitzenden

Liebe Aktionäre, liebe Kunden und Freunde des Unternehmens,

das Jahr 2016 ist geprägt von einer der wichtigsten Weichenstellungen in der Geschichte von RWE. Seit Januar arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Konzern organisatorisch grundlegend neu aufzustellen und damit für die gewaltigen energiewirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu rüsten. Ausgangspunkt war der Ende 2015 gefasste Beschluss, unser Geschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und Vertrieb in einer neuen Tochtergesellschaft zusammenzufassen und diese an die Börse zu führen. Die enormen Vorteile, die das für uns hat, habe ich Ihnen bereits im Geschäftsbericht 2015 erläutert. Bis zu 1.500 Menschen arbeiten bei RWE an der Umsetzung des Vorhabens - Tag für Tag, und manchmal auch nachts. Wenn gewaltige Projekte zu stemmen sind und die Zeitvorgabe ehrgeizig ist, dann muss mit Verspätungen gerechnet werden. Umso bemerkenswerter ist, dass wir weiter voll im Zeitplan liegen. Wichtige Etappen haben wir bereits geschafft: Schon dreieinhalb Monate, nachdem der Aufsichtsrat grünes Licht zum Konzernumbau gab, hat die neue Gesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb zum 1. April die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Kurz darauf war auch das sechsköpfige Vorstandsteam komplett an Bord, das wir Ihnen auf Seite 8 vorstellen. Ein weiterer Meilenstein war Ende Juni die Bekanntgabe des Namens und des Markenauftritts der neuen Gesellschaft: Sie wird "innogy" heißen. Der Name, den schon unsere frühere Ökostromtochter trug, setzt sich aus den Begriffen "Innovation", "Energy" und "Technology" zusammen. Er ist mehr als eine bloße Firmenbezeichnung; als Marke steht innogy für frischen Wind, für Flexibilität und für neue attraktive Produkte. Nun liegt der nächste große Schritt vor uns -der Börsengang: Noch im laufenden Jahr wollen wir rund 10% der innogy-Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung am Markt platzieren. Auf einer Analystenkonferenz am 30. Juni, die im Internet übertragen wurde, haben wir das Unternehmen der Öffentlichkeit vorgestellt. Besonderen Anklang fand, dass wir für innogy eine Ausschüttungsquote von 70 bis 80% des bereinigten Nettoergebnisses anstreben. Der Tag der Konferenz gab bereits einen Vorgeschmack davon, wie sehr die Konzernmutter RWE von der Attraktivität ihrer neuen Tochter profitieren kann: Unsere Stämme gingen am Abend mit einem Plus von 7% aus dem Handel und waren damit der Top-Performer im DAX.

Bei aller Bedeutung, die der Konzernumbau für uns hat, verlieren wir das Tagesgeschäft natürlich nicht aus den Augen. Auch hier gibt es Positives zu vermelden. Die Restrukturierungsmaßnahmen, mit denen wir unser Vertriebsgeschäft in Großbritannien wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen wollen, zahlen sich bereits aus. Nach hohen Kundenverlusten im Vorjahr hat sich unsere Wettbewerbsposition bei britischen Haushalten wieder stabilisiert. Besonders freue ich mich über die wachsende Zufriedenheit unserer Kunden. Ein Beleg dafür ist die jüngste Beschwerdestatistik der Regulierungsbehörde Ofgem: Hier sind wir von der schlechtesten auf die drittbeste Position unter den sechs großen Versorgern des Landes gerückt. Enttäuschend lief dagegen unser Handelsgeschäft, das im zweiten Quartal deutliche Verluste einfuhr. Unseren Ausblick zur diesjährigen Ertragslage des Gesamtkonzerns können wir aber bekräftigen: Wir erwarten unverändert ein betriebliches Ergebnis von 2,8 bis 3,1 Mrd. € und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,7 Mrd. €.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Terium
Vorstandsvorsitzender der RWE AG
Essen, im August 2016

RWE am Kapitalmarkt

RWE-AKTIEN IM ERSTEN HALBJAHR: ZWEITSTÄRKSTE RENDITE IM DAX

Performance der RWE-Stammaktie und der Indizes DAX und STOXX Europe 600 Utilities

in %

Wochendurchschnittswerte Quelle: Bloomberg

Die Halbjahresbilanz am deutschen Aktienmarkt fiel insgesamt enttäuschend aus: Der Leitindex DAX schloss Ende Juni mit 9.680 Punkten und damit 10% unter dem Schlusskurs von 2015. Eine wichtige Rolle spielten dabei die konjunkturelle Schwäche Asiens zu Jahresbeginn und der dadurch verstärkte Verfall der Rohstoffpreise. Nach einer Erholungsphase an den Rohstoffmärkten verursachte im Juni das Votum der Briten für einen EU-Austritt ein weiteres Stimmungstief an den Börsen. Erfreulich entwickelten sich dagegen die Kurse der RWE-Aktien. Unsere Stämme legten im ersten Halbjahr um 21% auf 14,19 € zu. Ihre Rendite aus Kursveränderung und Ausschüttung war trotz Aussetzung der Dividende die zweitbeste im DAX. Unsere Vorzugsaktien gingen Ende Juni mit 10,21 € aus dem Handel. Inklusive der Vorzugsdividende von 0,13 € kamen sie auf eine Rendite von 16%. Der Kapitalmarkt honorierte den plangemäßen Fortgang der Reorganisation des RWE-Konzerns, mit der wir uns robuster aufstellen und zugleich neue Wachstumschancen erschließen wollen (siehe Seite 8). Für zusätzliche Impulse sorgte auch, dass die Terminpreise im deutschen Stromgroßhandel seit Februar wieder etwas gestiegen sind. Ihre Höhe hat maßgeblichen Einfluss auf unsere Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung.

Entwicklung des fünfjährigen Credit Default Swap (CDS) für RWE und des CDS-Index iTraxx Europe

in Basispunkten

Wochendurchschnittswerte Quelle: Bloomberg

Die Entwicklung der Zinsen war maßgeblich von der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bestimmt. Diese hat Mitte März den Leitzins auf 0% gesenkt und den Strafzins, den Geschäftsbanken für ihre Einlagen bei der EZB zahlen müssen, von 0,3% auf 0,4% angehoben. Darüber hinaus hat sie ihr laufendes Programm zum Kauf von Anleihen stark ausgeweitet. All dies spiegelte sich in der Entwicklung der Durchschnittsrendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen wider, die sich im Laufe des ersten Halbjahres von 0,63 % auf -0,13% verringerte. Die Kosten für die Absicherung von Kreditrisiken über Credit Default Swaps (CDS) bewegten sich 2016 weiter auf moderatem Niveau. Der Index iTraxx Europe, der aus den CDS-Preisen von 125 großen europäischen Unternehmen gebildet wird, notierte zum 30. Juni mit 85 Basispunkten für fünfjährige Laufzeiten und damit geringfügig über dem Stand vom 31. Dezember 2015. Zu Jahresbeginn war er kurzzeitig nach oben ausgebrochen. Auch die fünfjährigen CDS für RWE haben zunächst angezogen. Seit Anfang April, als sie die 170-Punkte-Marke erreichten, gaben sie aber wieder stark nach. Ende Juni lagen sie mit 116 Basispunkten bereits knapp unter dem Niveau zum Vorjahresende. Nach einem weiteren deutlichen Rückgang im Juli waren sie nur noch etwa halb so hoch wie Anfang April.

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Konjunktureller Aufschwung setzt sich fort

Nach ersten Schätzungen war das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 2016 um über 2% höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für die Eurozone wird ein Plus von 1,5% veranschlagt. Etwa gleich stark dürfte das BIP in Deutschland gestiegen sein. Dabei könnte insbesondere der private Konsum stimulierenden Einfluss gehabt haben. Verglichen mit der Eurozone war das Wachstum in den Niederlanden und in Belgien dagegen wohl leicht unterdurchschnittlich. Großbritannien, unser größter Markt außerhalb des Währungsraums, hat nach aktuellen Daten ein Plus von rund 2% erreicht, das zum großen Teil dem expandierenden Dienstleistungssektor zuzurechnen ist. Allerdings dürfte das Votum der Briten für einen EU-Austritt das Wachstum im weiteren Jahresverlauf dämpfen. In unseren wichtigsten zentralosteuropäischen Märkten scheint sich die positive Entwicklung des Vorjahres fortgesetzt zu haben. Für die betroffenen Länder lagen bei Abschluss dieses Berichts nur Informationen über das erste Quartal vor: Demnach hat sich das BIP in Tschechien um 3% erhöht, in der Slowakei um 3,5%, in Polen um 2,5% und in Ungarn um 1 %.

Witterung wärmer als 2015

Während sich die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in der Energienachfrage von Industrieunternehmen niederschlägt, wird der Energieverbrauch der Haushalte in starkem Maße von den Witterungsverhältnissen beeinflusst: Je niedriger die Außentemperaturen, desto mehr Energie wird zum Heizen benötigt. Dementsprechend sind Schwankungen von Absatz und Ergebnis zu beobachten -sowohl saisonbedingt, als auch beim Vergleich verschiedener Geschäftsjahre. Meteorologische Aufzeichnungen für das erste Halbjahr 2016 belegen, dass in nahezu ganz Europa relativ milde Witterung herrschte. Die Durchschnittstemperaturen in unseren Kernmärkten bewegten sich über dem jeweiligen Zehnjahresmittel. Auch verglichen mit 2015 fielen sie zumeist höher aus.

Neben dem Energieverbrauch unterliegt auch die Stromerzeugung Wettereinflüssen. Eine große Rolle spielt das Windaufkommen. Im ersten Halbjahr 2016 waren unsere Windkraftanlagen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Polen schlechter ausgelastet als 2015, in Spanien und Italien dagegen besser. Bei unseren Laufwasserkraftwerken wird die Stromproduktion von den Niederschlagsmengen beeinflusst, die in Deutschland über dem Vorjahresniveau lagen. Auch die Sonneneinstrahlung hat starke Auswirkungen auf das Stromangebot, nicht zuletzt wegen des massiven Ausbaus der Photovoltaikkapazitäten im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Nach Zahlen des Deutschen Wetterdienstes gab es in Deutschland während der ersten sechs Monate landesdurchschnittlich 752 Sonnenstunden. Ein Jahr zuvor waren es 863 gewesen.

Höherer Energieverbrauch in den RWE-Kernmärkten

Das Wirtschaftswachstum regte den Energieverbrauch in unseren Kernmärkten an, während der Trend zur sparsameren Nutzung von Energie dämpfenden Einfluss hatte. Beim Vorjahresvergleich der Verbrauchsmengen kommt außerdem zum Tragen, dass 2016 ein Schaltjahr ist und daher einen zusätzlichen Tag enthält. Nach vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) war die deutsche Stromnachfrage im Berichtszeitraum ähnlich hoch wie ein Jahr zuvor. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Schätzungen für die Niederlande und Großbritannien, während für Polen, die Slowakei und Ungarn leichte Zuwächse veranschlagt werden. Trotz milder Witterung zeigte sich beim Gasverbrauch eine dynamischere Entwicklung.

Ein Grund dafür war, dass sich Gas deutlich verbilligt hat und deshalb wieder verstärkt in der Stromerzeugung zum Einsatz kam. Nach Erhebungen des BDEW lag der Gasverbrauch in Deutschland um 7% über Vorjahr. In Großbritannien hat der Netzbetreiber des Landes sogar ein Plus von 8% ermittelt. Für Tschechien wird ein Anstieg von 3% geschätzt, für die Niederlande dagegen ein geringfügiger Rückgang, der wohl auf eine Erhöhung der Gassteuer und der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien zurückzuführen ist.

Niedrigere Gaspreise im Großhandel und im Endkundengeschäft

Das Preisniveau im europäischen Gashandel hat sich gegenüber 2015 stark verringert. Am niederländischen Handelspunkt TTF (Title Transfer Facility), dem kontinentaleuropäischen Leitmarkt, lagen die Spotnotierungen von Januar bis Juni 2016 bei durchschnittlich 13 € je Megawattstunde (MWh). Sie waren damit 8 € niedriger als ein Jahr zuvor. Im TTF-Terminhandel wurden Lieferkontrakte für das kommende Kalenderjahr (Forward 2017) mit 15 € je MWh abgerechnet. Zum Vergleich: Für den Forward 2016 waren im Vorjahreszeitraum noch 21 € bezahlt worden. Die Baisse am Gasmarkt spiegelte sich in den Endkundenpreisen wider. Allerdings reagieren die Privatkundentarife typischerweise mit einigem Zeitverzug auf die Entwicklung im Großhandel. Nach aktueller Datenlage hat sich Gas in Deutschland für Privathaushalte um 2% und für Industriekunden um 16% verbilligt. Preisrückgänge in gleicher Höhe wurden für Tschechien ermittelt. In Großbritannien mussten Privathaushalte 5% und Industrieunternehmen 19% weniger bezahlen als im ersten Halbjahr 2015. Lediglich in den Niederlanden sind die Endkundenpreise gestiegen, wenn auch nur leicht. Hintergrund ist die erwähnte Anhebung des Staatsanteils in der Gasrechnung.

Steinkohlepreise: Leichte Erholung nach Rekordtief zu Jahresbeginn

Die Notierungen im internationalen Steinkohlehandel sind Anfang 2016 auf ein neues Rekordtief gefallen, konnten dann aber wieder etwas Boden gut machen. Im ersten Halbjahr lagen sie insgesamt deutlich unter dem Niveau, das sie im Vorjahreszeitraum hatten: Kohlelieferungen zu den sogenannten ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) kosteten am Spotmarkt inklusive Fracht und Versicherung durchschnittlich 47 US$/Tonne (42 €), 13 US$ weniger als 2015. Der Forward 2017 (Index API 2) handelte mit 44 US$/Tonne und damit 15 US$ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der weltweite Kohlemarkt ist weiterhin überversorgt, weil zahlreiche Länder in der Vergangenheit Förderkapazitäten aufgebaut haben und die Nachfrageentwicklung nicht Schritt halten konnte. China und die USA haben ihre Kohleförderung inzwischen deutlich gedrosselt. Darüber hinaus hat eine Pleitewelle den US-Kohlesektor erfasst. Die im ARA-Preis enthaltenen Kosten für den Überseetransport sind weiterhin extrem gering. Hintergrund ist, dass auch in der Frachtschifffahrt hohe Überkapazitäten aufgebaut worden sind und sich die Treibstoffpreise verringert haben. Für die Standardroute von Südafrika nach Rotterdam wurden von Januar bis Juni 2016 nur durchschnittlich 3 US$ je Tonne in Rechnung gestellt, gegenüber 4 US$ im Vorjahreszeitraum.

Rückkehr der Baisse im CO2-Emissionshandel

Im europäischen Handel mit CO2 -Emissionsrechten haben die Preise nach längerem Aufwärtstrend wieder stark nachgegeben. Eine European Union Allowance (EUA), die zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, wurde Ende Juni mit weniger als 5 € abgerechnet, nachdem sie Anfang Januar noch 8 € gekostet hatte. Im Halbjahresdurchschnitt notierte sie mit 6 €. Die Angaben beziehen sich auf Terminkontrakte, die im Dezember 2016 fällig werden. Zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten des Vorjahres kostete die EUA in Kontrakten für Dezember 2015 durchschnittlich 7 €. Experten bringen den Preisverfall im Emissionshandel mit der Entwicklung der Stromnotierungen in Verbindung, die zu Jahresbeginn neue Tiefststände erreichten. Es wird vermutet, dass zahlreiche Versorger deshalb ihre Stromterminverkäufe zurückgefahren und dementsprechend weniger CO2 -Emissionsrechte nachgefragt haben. Eine wichtige Rolle spielte auch das Votum der Briten für einen EU-Austritt: Sollte Großbritannien aus dem Europäischen Emissionshandelssystem ausscheiden, würde nicht nur die Zertifikat-Nachfrage der dortigen Betreiber von konventionellen Kraftwerken wegfallen. Britische Unternehmen würden auch größere Mengen nicht mehr benötigter Emissionsrechte an den Markt bringen und die Preise damit zusätzlich unter Druck setzen.

Ein-Jahres-Terminpreise für Grundlaststrom am Großhandelsmarkt

in €/MWh

Wochendurchschnittswerte bis 31. Juli 2016

Quelle: RWE Supply & Trading

Stromgroßhandelspreise deutlich unter Vorjahresniveau

In Deutschland ist die Preisentwicklung im Stromgroßhandel in starkem Maße von den steigenden Einspeisungen subventionierten EEG-Stroms geprägt. Dadurch werden konventionelle Erzeugungsanlagen verdrängt, und zwar in erster Linie Gaskraftwerke, die vergleichsweise hohe Brennstoffkosten aufweisen. Ihr Einfluss auf die Strompreisbildung hat sich dementsprechend verringert. Hinzu kommt, dass Steinkohlekraftwerke, die traditionell einen hohen Einfluss auf die Strompreisbildung haben, wegen des Preisverfalls an den Steinkohlemärkten relativ günstig produzieren. Diese beiden Faktoren - Verdrängung von Gaskraftwerken und Verbilligung von Steinkohle -waren maßgeblich dafür, dass die Notierungen am deutschen Stromgroßhandelsmarkt in der Vergangenheit stark nachgegeben haben. Von Januar bis Juni 2016 lag der Spotpreis für das Grundlastprodukt bei durchschnittlich 25 €/MWh und damit 5 € unter dem Vorjahreswert. Im Terminhandel fielen die Notierungen zu Jahresbeginn auf neue Tiefststände, ehe sie entsprechend der Entwicklung an den Steinkohlemärkten wieder etwas anzogen. Der Grundlast-Forward 2017 kostete im Halbjahresdurchschnitt 24 €/MWh. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum war der Forward 2016 noch mit 32 € gehandelt worden.

In Großbritannien, unserem zweitgrößten Erzeugungsmarkt, haben Gaskraftwerke einen wesentlich größeren Anteil an der Stromproduktion als in Deutschland und damit einen stärkeren Preiseinfluss. Deshalb und wegen der seit April 2013 erhobenen CO2 -Steuer sind die Notierungen dort vergleichsweise hoch. Am britischen Spotmarkt wurde Grundlaststrom im ersten Halbjahr mit durchschnittlich 35 £/MWh (45 €) abgerechnet; gegenüber 2015 hat er sich um 6 £ verbilligt. Der Forward 2017 lag mit 36 £/MWh (46 €) um 9 £ unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

In den Niederlanden, wo wir unsere drittgrößte Erzeugungsposition haben, spielen Gaskraftwerke bei der Strompreisbildung ebenfalls eine wichtige Rolle. Gleichzeitig drücken deutsche Stromexporte das Preisniveau. Grundlaststrom kostete am niederländischen Spotmarkt durchschnittlich 28 €/MWh und damit 13 € weniger als ein Jahr zuvor. Forward-Kontrakte für 2017 wurden ebenfalls mit 28 €/MWh abgerechnet; der Forward 2016 hatte im Vorjahreszeitraum bei 39 € gelegen.

Kraftwerksmargen unter Vorjahresniveau

Um kurzfristige Absatz- und Preisrisiken zu begrenzen, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke größtenteils auf Termin und sichern die benötigten Brennstoffe und Emissionsrechte preislich ab. Unsere Stromerlöse im Berichtszeitraum wurden durch die jüngste Marktentwicklung daher kaum beeinflusst. Sie hängen vielmehr davon ab, zu welchen Konditionen Terminkontrakte für 2016 in vorangegangenen Jahren abgeschlossen wurden. Da die Stromgroßhandelspreise in Kontinentalwesteuropa in den vergangenen Jahren stark nachgegeben haben, war der Durchschnittspreis, den wir für unsere diesjährige Stromproduktion erzielt haben, insgesamt niedriger als der Vergleichswert für 2015. Mit unseren deutschen Braunkohle- und Kernkraftwerken, die typischerweise stabile Brennstoffkosten aufweisen, erwirtschafteten wir daher geringere Deckungsbeiträge. Unter Druck sind auch die Margen unserer Gas- und Steinkohlekraftwerke. Allerdings verzeichneten wir hier neben strompreisbedingten Erlöseinbußen auch Entlastungen infolge gesunkener Brennstoffnotierungen.

Niedrigere Stromrechnung für Industriekunden

Bei der Strompreisentwicklung im Endkundengeschäft zeigte sich ein heterogenes Bild. Ähnlich wie beim Gas reagieren die Industriekundenpreise schneller auf Veränderungen am Großhandelsmarkt als die Privatkundentarife. Letztere werden zudem in wesentlich höherem Maße durch Netzkosten, Umlagen und Steuern bestimmt. In Deutschland, wo der Anteil dieser Preiskomponenten immer größer wird, haben sich die Stromtarife für Haushalte gegenüber 2015 leicht erhöht. In Großbritannien, der Slowakei und Ungarn blieben sie dagegen stabil, in Polen sind sie um 1 % gesunken. Niederländische Privatkunden mussten aufgrund steuerlicher Entlastungen ca. 15% weniger bezahlen. Stromlieferungen an die Industrie sind in allen unseren Kernmärkten günstiger geworden: In Polen um 1 %, in Deutschland und Großbritannien um jeweils 2%, in der Slowakei um 5%, in Ungarn um 11 % und in den Niederlanden um 16%.

WESENTLICHE EREIGNISSE

Im Berichtszeitraum

Neue Gesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb geht operativ an den Start

Pünktlich zum 1. April 2016 hat die neue RWE-Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Sie heißt übergangsweise "RWE International SE" und wird voraussichtlich ab 1. September unter ihrem endgültigen Namen "innogy SE" firmieren. Wir planen, ihr Kapital bis Ende 2016 im Rahmen eines Börsengangs um rund 10% zu erhöhen. Die Erlöse sollen vorwiegend für die Finanzierung von Wachstumsprojekten eingesetzt werden. Ihren Firmensitz hat innogy -ebenso wie die RWE AG -in Essen. Inzwischen haben alle Vorstandsmitglieder der neuen Gesellschaft ihre Ämter angetreten. Peter Terium (Vorstandsvorsitzender), Dr. Bernhard Günther (Finanzvorstand) und Uwe Tigges (Personalvorstand und Arbeitsdirektor) gehören dem Gremium in gleicher Funktion an, die sie bei der RWE AG ausüben. Nach dem geplanten Börsengang werden Terium und Günther aus dem Vorstand der RWE AG ausscheiden und nur noch dem Vorstand von innogy angehören. Den Vorsitz im Vorstand der RWE AG soll dann Dr. Rolf Martin Schmitz übernehmen, der aktuell stellvertretender Vorsitzender des Gremiums ist.

Dr. Markus Krebber, zurzeit Vorsitzender der Geschäftsführung von RWE Supply & Trading, soll Bernhard Günther als Finanzvorstand der RWE AG folgen. Uwe Tigges wird neben seiner Tätigkeit bei innogy bis Ende April 2017 Personalvorstand und Arbeitsdirektor der RWE AG bleiben. Zum sechsköpfigen Vorstand der neuen Tochtergesellschaft gehören auch Dr. Hans Bünting, Hildegard Müller und Martin Herrmann. Sie tragen die operative Verantwortung für die erneuerbaren Energien (Bünting), die Netze (Müller) und den Vertrieb (Herrmann). Hans Bünting war zuvor Vorsitzender der Geschäftsführung unserer früheren Ökostromtochter RWE Innogy, Hildegard Müller Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und Martin Herrmann Vorsitzender der Geschäftsführung von RWE East.

RWE setzt Dividende für Stammaktien aus - Ausschüttung von 0,13 € je Vorzugsaktie

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 20. April 2016 dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2015 mit breiter Mehrheit zugestimmt. Die Ausschüttung für Inhaber von Stammaktien wurde ausgesetzt, während Inhaber von Vorzugsaktien den satzungsgemäßen Vorzugsgewinnanteil von 0,13 Euro je Aktie erhielten. Bei insgesamt 39.000.000 Vorzugsaktien betrug das Ausschüttungsvolumen rund 5 Mio. €. Im Vorjahr waren noch 1,00 € je Stamm- und Vorzugsaktie und damit insgesamt 615 Mio. € gezahlt worden. Der Dividendenvorschlag für 2015 spiegelte politische Risiken und die stark eingetrübten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung wider.

Kommission legt Vorschläge zur Finanzierung des Kernenergieausstiegs vor

Die von der Bundesregierung eingesetzte "Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs" (KFK) hat Ende April ihre Empfehlungen vorgelegt. Sie schlägt vor, dass die Energieversorger Mittel in Höhe ihrer für die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle gebildeten Rückstellungen in einen externen Fonds einzahlen. Der Gesamtbetrag wird auf 17,2 Mrd. € veranschlagt (Stand: Ende 2014). Die Mittel für den Rückbau der Anlagen sollen dagegen bei den Unternehmen verbleiben. Ferner vorgesehen ist, dass sich die Energieversorger von Haftungsrisiken aus etwaigen Kostensteigerungen bei der Zwischen- und Endlagerung befreien lassen können, sofern sie über die erwähnten 17,2 Mrd. € hinaus einen Risikoaufschlag von rund 35% (6,1 Mrd. €) zahlen. Dieser müsste bis spätestens 2022 entrichtet werden. Damit würden sich die Zahlungen, die von RWE, E.ON, Vattenfall, EnBW und den Stadtwerken München insgesamt zu leisten wären, auf 23,3 Mrd. € summieren.

Die Kernkraftwerksbetreiber haben die Grundausrichtung des Kommissionsvorschlags begrüßt, wonach operative und finanzielle Verantwortung in einer Hand zusammengeführt werden sollen. Der geforderte Risikoaufschlag stellt für die betroffenen Energieunternehmen jedoch eine erhebliche Belastung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dar. RWE und die anderen Betreiber führen daher Gespräche mit der Bundesregierung, um einvernehmliche Lösungen zur Umsetzung der KFK-Ergebnisse zu erreichen. Wesentliche Punkte, die aus Betreibersicht geklärt werden müssen, betreffen die Details des Haftungsübergangs. Weiterhin müssen die konkreten Dotierungsbeträge für die einzelnen Energieversorgungsunternehmen ermittelt und der Zeitpunkt der Dotierung konkretisiert werden. Es wird erwartet, dass die Bundesregierung nach der Sommerpause die erforderlichen gesetzlichen Änderungen auf den Weg bringen und sich dabei eng an die Empfehlungen der KFK anlehnen wird.

Britisches Kartellamt will Wettbewerbsintensität im Vertrieb mit Privatkunden erhöhen

Das britische Kartellamt CMA (Competition and Markets Authority) hat Ende Juni die Ergebnisse seiner Analyse der Wettbewerbssituation im britischen Energiesektor veröffentlicht. Mit der Untersuchung war es Mitte 2014 von der Regulierungsbehörde Ofgem (Office of Gas and Electricity Markets) beauftragt worden. In seinem Abschlussbericht stuft das CMA die nationalen Großhandelsmärkte als funktionsfähig ein. Auch gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass große Energieversorger durch vertikale Integration Wettbewerbsvorteile erlangen.

Im Vertriebsgeschäft mit Haushalten und kleinen Gewerbebetrieben sieht die CMA dagegen Hinweise auf unzureichenden Wettbewerb. Dies betreffe insbesondere jene Marktteilnehmer, die sich nicht darum bemühen, durch den Abschluss eines neuen Vertrages günstigere Konditionen zu erlangen. Nach Berechnungen der CMA hat sich der jährliche Preisvorteil, den Kunden der sechs großen Energieversorger des Landes durch einen Anbieterwechsel erzielen können, von 164 £ im Jahr 2012 auf 330 £ im Jahr 2015 verdoppelt. Das Kartellamt will die Unternehmen daher dazu verpflichten, Ofgem über jene Kunden zu informieren, die Strom oder Gas seit mehr als drei Jahren auf Basis des gleichen Standardtarifs beziehen. Ofgem soll diese Daten allen Wettbewerbern zur Verfügung stellen, damit diese den betroffenen Personen Alternativangebote unterbreiten können. Zu den Beschlüssen des Kartellamts gehört auch, dass die Tarife für Kunden mit Spezialzählern, die eine Vorausbezahlung des Stroms per Geldkarte ermöglichen, bis 2020 gedeckelt werden. Den betroffenen Kunden werden in der Regel erhöhte Tarife in Rechnung gestellt, denen aber auch Mehraufwendungen seitens der Versorger gegenüberstehen. Wir sehen die Preiskappung daher mit Bedenken. Positiv werten wir, dass die Vertriebsgesellschaften künftig wieder frei wählen können, wie viele Tarife sie im Sortiment haben. Bisher durften einzelne Unternehmen nur mit maximal vier verschiedenen Strom- und vier verschiedenen Gastarifen am Markt präsent sein. Es wird erwartet, dass der britische Gesetzgeber und die zuständigen Behörden die Beschlüsse der CMA eins zu eins umsetzen werden.

RWE baut Gasvertrieb in Ungarn aus

Ende Februar haben wir mit dem zum italienischen ENI-Konzern gehörenden ungarischen Gasversorger TIGÄZ vereinbart, dass wir seine Industrie- und Geschäftskunden übernehmen. Die Kunden sind zum 1. April auf unsere Tochtergesellschaft MÄSZ übergegangen. Unser Anteil am ungarischen Gas-Wettbewerbsmarkt hat sich damit auf rund 10% erhöht. Mittelfristig streben wir einen Anteil von bis zu 15% an diesem Marktsegment an. RWE ist seit Mitte 2015 wieder im ungarischen Gasvertrieb aktiv; erst im April 2014 hatten wir unsere Minderheitsbeteiligung am Budapester Gasversorger FÖGÄZ an den staatlichen ungarischen Energiekonzern MVM verkauft. Grund dafür waren die ungünstigen Rahmenbedingungen im regulierten Endkundengeschäft.

RWE steigt bei Luxemburger Versorger Enovos aus

Anfang März haben wir unseren 18,4%-Anteil am Luxemburger Energieversorger Enovos verkauft. Erworben wurde er von einem Konsortium unter der Führung des Großherzogtums Luxemburg und der Investmentgesellschaft Ardian. Unser Beweggrund für die Veräußerung war, dass wir nur begrenzten Einfluss auf die Geschäftspolitik des Unternehmens hatten.

RWE erreicht Einigung zum Gasbezugsvertrag mit Gazprom

Ende Mai 2016 haben wir uns mit dem russischen Gasanbieter Gazprom über eine Anpassung der Konditionen unseres langfristigen Bezugsvertrages verständigt. Damit ist sichergestellt, dass der Vertrag in den kommenden Jahren keine Preisrisiken für uns birgt. Über die Details haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Die einvernehmliche Regelung wurde im Vorfeld einer Preisrevision getroffen, die für Mitte 2016 terminiert war und durch die Einigung gegenstandslos geworden ist.

RWE schließt flexiblen Gasbezugsvertrag mit Qatargas

Ende Juni hat RWE Supply & Trading mit dem im arabischen Emirat Katar ansässigen Unternehmen Qatargas einen flexiblen Vertrag zum Kauf von verflüssigtem Erdgas (LNG) geschlossen. Im Rahmen des Kontrakts wird uns der weltweit größte LNG-Anbieter im Zeitraum von siebeneinhalb Jahren insgesamt bis zu 1,1 Mio. Tonnen Flüssiggas nach Nordwesteuropa liefern. Der Vertrag ist eine gute Ergänzung unseres Gasbezugsportfolios.

Moody's und Standard & Poor's stufen Rating von RWE herab

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in der deutschen Stromerzeugung haben die beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's das langfristige Rating für unsere Standardanleihen um eine Stufe abgesenkt. Mitte Mai änderte Moody's unsere Bonitätsnote von Baa2 auf Baa3. Zugleich wurde der Ausblick von "negativ" auf "stabil" angehoben. Einen Monat später passte auch Standard & Poor's das Rating an, und zwar von BBB auf BBB-bei weiterhin negativem Ausblick. Beide Agenturen bescheinigen uns damit weiterhin eine Bonität der Kategorie "Investment Grade". Durch strikte Investitionsdisziplin, effizienzverbessernde Maßnahmen, eine Dividendenpolitik mit Augenmaß und die organisatorische Neuaufstellung des RWE-Konzerns wollen wir den Verbleib in dieser Kategorie sichern. Oberste Priorität aber hat für uns, dass wir jederzeit -selbst im Falle von Finanzkrisen -in der Lage sind, uns zu akzeptablen Konditionen am Fremdkapitalmarkt zu refinanzieren.

Nach Ablauf des Berichtszeitraums

Leitentscheidung zu Garzweiler II bekräftigt langfristige Notwendigkeit der Braunkohleförderung

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat Anfang Juli ihre Leitentscheidung zur künftigen Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler II bekannt gegeben. Sie deckt sich in den wesentlichen Punkten mit dem Entwurf vom September 2015. In ihrer Leitentscheidung hebt die Landesregierung die langfristige Bedeutung der heimischen Braunkohle für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung hervor. Dem Tagebau in Garzweiler bescheinigt sie, dass er auch nach 2030 energiewirtschaftlich notwendig ist. Eine solche Feststellung ist Grundvoraussetzung für die langfristige Fortführung der Braunkohleförderung. Allerdings wird das Abbaugebiet verkleinert. So soll auf eine Umsiedlung einzelner Ortsteile von Erkelenz verzichtet werden, darunter Holzweiler mit rund 1.400 Einwohnern. Vorgesehen ist auch, dass ein größerer als der übliche Abstand zwischen dem Abbaugebiet und Holzweiler eingehalten werden soll. Die bisher auf 1,2 Mrd. Tonnen veranschlagten, planungsrechtlich genehmigten Kohlevorräte von Garzweiler II werden sich damit um schätzungsweise ein Drittel verringern. Für die Tagebaue Hambach und Inden sind keine solchen Beschränkungen vorgesehen: Die Landesregierung stuft sie als energiewirtschaftlich notwendig ein und bestätigt die bereits genehmigten Abbaugrenzen. Mit der Bekanntgabe der Leitentscheidung hat ein langwieriger Prozess seinen Abschluss gefunden, in den neben Bürgervertretern und RWE auch zahlreiche Interessengruppen und Experten einbezogen worden sind. Für RWE Power und die vielen tausend Beschäftigten im rheinischen Braunkohlerevier bringt die Leitentscheidung Planungssicherheit. Sie muss nun im Rahmen eines mehrjährigen Braunkohleplanänderungsverfahrens umgesetzt werden.

Deutschland reformiert die Förderung der erneuerbaren Energien

Der Deutsche Bundestag hat am 8. Juli eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen, mit dem die Fördereffizienz erhöht und der Ausbau der Erzeugungskapazitäten besser an der vorhandenen Netzinfrastruktur ausgerichtet werden soll. Die EU muss das "EEG 2017" allerdings noch beihilferechtlich prüfen, weshalb Änderungen nicht ausgeschlossen sind. Nach dem neuen Gesetz werden Betreiber von Neuanlagen im Regelfall nur noch dann eine Förderung erhalten, wenn sie sich in öffentlichen Ausschreibungen dafür qualifiziert haben. Bislang hat jeder, der in die Erzeugung von EEG-Strom investiert, die Garantie auf eine feste Einspeisevergütung. Dieses Recht wird nur bei Wasserkraftwerken und bei kleinen Solaranlagen mit einer Leistung unter 750 Kilowatt fortbestehen. Künftig gibt der Staat einen bestimmten gewünschten Kapazitätszubau vor und schreibt diese Menge aus. Potenzielle Investoren bieten mit einem bestimmten Förderbetrag, zu dem sie Teilmengen der ausgeschriebenen Leistung realisieren können. Die kostengünstigsten Gebote erhalten den Zuschlag, bis der gewünschte Zubau erreicht ist. Dieser soll bei Onshore-Windkraft auf zunächst 2.800 Megawatt (MW) und ab 2020 auf 2.900 MW pro Jahr beschränkt sein. Die Zahl ist als Bruttogröße zu verstehen, d. h. der Ersatz bestehender durch leistungsfähigere Anlagen ist mit eingerechnet. Für Offshore-Windkraft strebt die Bundesregierung einen Zubau von durchschnittlich 730 MW pro Jahr an. Für Photovoltaik wird die jährlich auszuschreibende Kapazität auf 600 MW begrenzt und für Biomasse auf 150 bis 200 MW. Anlagenbetreiber, denen eine Förderung gewährt wird, erhalten exakt den Betrag, mit dem sie bei den Auktionen geboten haben. Bei Onshore-Windkraftprojekten kann ein standortabhängiger Aufschlag auf das Gebot bewilligt werden. Liegt der Preis, den die Anlagenbetreiber am Großhandelsmarkt für ihren Grünstrom erzielen, unter dem Fördersatz, wird ihnen die Differenz erstattet. Liegt er darüber, müssen sie Zahlungen leisten. Das künftige Fördersystem für erneuerbare Energien ähnelt damit dem britischen Modell. Außerdem erfüllt es die Vorgabe der EU-Kommission, dass die Mitgliedstaaten ihre Förderung erneuerbarer Energien marktnäher gestalten und verstärkt auf wettbewerbliche Mechanismen wie Ausschreibungsverfahren setzen sollen.

Bundesregierung verbessert Rahmenbedingungen für Netzinvestitionen

Anfang August hat die Bundesregierung eine Novellierung der Anreizregulierungsverordnung beschlossen, durch die sich die Investitionsbedingungen für Verteilnetzbetreiber verbessern sollen. Der Bundesrat hatte im Juli grünes Licht dafür gegeben. Kern der Reform ist, dass die Kosten zur Finanzierung von Investitionen ohne Zeitverzug in den Erlösobergrenzen und damit auch in den Netzentgelten berücksichtigt werden. Dies war in der Vergangenheit nicht der Fall. Bislang wurden das Anlagevermögen und die Kapitalkosten der Netzbetreiber i. d. R. nur dann ermittelt, wenn die nächste fünfjährige Regulierungsperiode bevorstand. Da die Kostenermittlung mit zweijährigem Vorlauf erfolgte, konnte es bis zu sieben Jahre dauern, bis sich Investitionen in den Netzerlösen niederschlugen. Allerdings wurden auch abschreibungsbedingte Kapitalkostenminderungen nur zeitverzögert berücksichtigt (sog. Sockeleffekt). Die Reform soll zur kommenden Regulierungsperiode für Gas (ab 2018) und Strom (ab 2019) wirksam werden. Für die Unternehmen ist sie vorteilhaft, sofern die Investitionen höher sind als die Abschreibungen. Ist dies nicht der Fall, kann es zu Mindererlösen kommen. Nachteilig könnte sich die Neuregelung auch für Netzbetreiber auswirken, die für bereits getätigte Investitionen den Nachteil der verspäteten Erlösanpassung hinnehmen mussten und auf die Vorteile aus dem Sockeleffekt vertrauten. Die Bundesregierung hat daher festgelegt, dass der Sockeleffekt für Investitionen der Jahre 2007 bis 2016 erst nach Ablauf der kommenden Regulierungsperiode wegfallen wird. Neben der unverzüglichen Anpassung der Kapitalkosten gewährleistet die neue Anreizregulierungsverordnung auch eine erhöhte Transparenz, indem sie den Regulierungsbehörden zusätzliche Veröffentlichungspflichten auferlegt. Anders als noch im Referentenentwurf vom April vorgesehen, wird die Dauer der kommenden Regulierungsperioden nicht auf vier Jahre verkürzt. Abgerückt ist die Bundesregierung auch von ihrem Vorhaben, den Netzbetreibern nur noch drei Jahre zum Abbau von Ineffizienzen einzuräumen. Der Bundesrat hatte seine Zustimmung zur Novelle davon abhängig gemacht, dass an der bisherigen Fünfjahresfrist festgehalten wird.

RWE trennt sich von Beteiligung an britischem Windkraftportfolio Zephyr

Ende Juli haben wir unsere 33,3%-Beteiligung an der britischen Zephyr Investments Limited mitsamt einiger Gesellschafterdarlehen an einen Finanzinvestor verkauft. Zephyr ist 2003 gegründet worden. Die Gesellschaft besitzt und betreibt ein Portfolio aus 17 Windparks, davon 16 auf dem britischen Festland und einer vor der Küste von Wales (North Hoyle). Die Anlagen kommen zusammen auf eine Leistung von 391 MW. Mit dem Verkaufserlös wollen wir andere Projekte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien finanzieren.

Schadensregulierung beim neuen Steinkohlekraftwerk in Hamm abgeschlossen

Anfang Juli konnte die Regulierung des Versicherungsschadens bei Block D unseres neuen Steinkohlekraftwerks am Standort Hamm (Westfalen) einvernehmlich beendet werden. Mit den Versicherern wurde eine abschließende Entschädigungsleistung vereinbart, die inzwischen bei uns eingegangen ist. Das Kraftwerk in Hamm sollte ursprünglich über zwei Blöcke (D/E) verfügen, von denen nur Block E in Betrieb gegangen ist.

Bei Block D waren erhebliche Schäden eingetreten, die seine Wirtschaftlichkeit beeinträchtigten. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Dezember 2015 dafür entschieden, dass der Block nicht mehr fertiggestellt wird (siehe Geschäftsbericht 2015, Seite 40).

ANMERKUNGEN ZUR BERICHTSWEISE

Neue Segmentstruktur zum 1. Januar 2016

Unsere Berichterstattung über das laufende Geschäftsjahr basiert auf einer neuen Segmentstruktur, die sich an den energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen orientiert. Hintergrund ist, dass wir unser Steuerungsmodell angepasst haben. Wir unterscheiden nun die folgenden fünf Unternehmensbereiche: (1) Konventionelle Stromerzeugung, (2) Erneuerbare Energien, (3) Trading/Gas Midstream, (4) Netze/Beteiligungen/Sonstige und (5) Vertrieb. Neu sind die beiden letztgenannten Bereiche. Sie enthalten die Aktivitäten der früheren Segmente Vertrieb/Verteilnetze Deutschland, Vertrieb Niederlande/Belgien, Vertrieb Großbritannien und Zentralost-/ Südosteuropa. Um die Vergleichbarkeit der 2016er-Zahlen mit denen des Vorjahres zu gewährleisten, haben wir Letztere in die neue Struktur überführt. Die laufende Reorganisation des RWE-Konzerns hat vorerst keine Auswirkungen auf die Berichtsweise.

Die fünf Unternehmensbereiche umfassen folgende Aktivitäten:

(1) Konventionelle Stromerzeugung: In diesem Unternehmensbereich ist unser deutsches, britisches, niederländisches und türkisches Stromerzeugungsgeschäft mit konventionellen Kraftwerken zusammengefasst. Außerdem gehören dazu die Braunkohleförderung von RWE Power im Rheinland und die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen spezialisierte RWE Technology International. Ab dem laufenden Geschäftsjahr erfassen wir hier auch unsere Mehrheitsbeteiligung an der auf die Förderung und Verstromung von Braunkohle spezialisierten Matra in Ungarn (vormals im Bereich Zentralost-/Südosteuropa) und das schottische Biomassekraftwerk Markinch (vormals im Bereich Erneuerbare Energien). Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Gesteuert werden alle genannten Aktivitäten von RWE Generation.

(2) Erneuerbare Energien: Hier berichten wir über unsere Aktivitäten rund um die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Neben dem Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen zählen dazu auch deren Bau und die Projektentwicklung. Bei der Erzeugungstechnologie konzentrieren wir uns auf Windkraft an Land (Onshore) und im Meer (Offshore) sowie auf Wasserkraft. Unsere wichtigsten Erzeugungsstandorte liegen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Italien.

(3) Trading/Gas Midstream: Dieser Bereich deckt das Tätigkeitsfeld von RWE Supply & Trading ab. Die Gesellschaft verantwortet den Energie- und Rohstoffhandel, die Vermarktung und Absicherung der Stromposition des RWE-Konzerns sowie dessen gesamtes Gas-Midstream-Geschäft. Außerdem beliefert sie einige große deutsche und niederländische Industrie- und Geschäftskunden mit Strom und Gas.

(4) Netze/Beteiligungen/Sonstige: Das Segment umfasst unser Verteilnetzgeschäft in Deutschland (Strom/ Gas), Tschechien (Gas), Slowakei, Ungarn und Polen (alle Strom). Mit Ausnahme des Vertriebs sind auch die Aktivitäten der vollkonsolidierten Regionalversorger (Netzbetrieb, Stromerzeugung, Wassergeschäft u. a.) darin enthalten, ferner große Teile unseres Gasspeichergeschäfts. Die Minderheitsbeteiligungen an Versorgern (z. B. an deutschen Stadtwerken und der österreichischen KELAG) weisen wir komplett unter Netze/ Beteiligungen/Sonstige aus.

(5) Vertrieb: Hier erfassen wir unser Vertriebsgeschäft, das wir in Deutschland, Niederlande/Belgien, Großbritannien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen, Slowenien, Kroatien und Rumänien betreiben. Neben Strom und Gas bieten wir auch Energielösungen an.

Einzelne konzernübergreifende Aktivitäten stellen wir außerhalb der Unternehmensbereiche unter der Position "Sonstige/Konsolidierung" dar. Dies gilt für die Konzernholding RWE AG sowie unsere internen Dienstleister RWE IT, RWE Group Business Services und RWE Service. In der Position enthalten ist auch unsere Minderheitsbeteiligung am deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion.

Geänderte Erfassung von Gashandelsgeschäften

Weitere Anpassungen der Berichtsweise betreffen die Art und Weise, wie Absatzmengen und Umsätze aus Handelsgeschäften erfasst werden. Dabei wenden wir verstärkt die Methode des Nettoausweises an, und zwar insbesondere auch im Gashandel. Beim Nettoausweis werden Käufe und Verkäufe saldiert. Anders als bei der Bruttobetrachtung haben reine Handelsgeschäfte daher keinen Einfluss auf den Absatz und gehen nur mit der Marge in die Erlöse ein. Absatz und Umsatz im Bereich Trading/Gas Midstream fallen dementsprechend niedriger aus. Auf das Ergebnis hat die Umstellung aber keinen Einfluss. Die Zahlen für 2015 haben wir angepasst.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

scroll
Stromerzeugung Januar - Juni Braunkohle Steinkohle Gas
in Mrd. kWh 2016 20151 2016 2015 2016 2015
Konventionelle Stromerzeugung 36,3 37,7 22,8 22,2 25,0 17,8
Davon:





Deutschland2 33,9 35,2 10,9 9,6 3,0 1,4
Niederlande/Belgien - - 7,9 7,8 3,1 2,8
Großbritannien - - 4,0 4,8 17,4 12,4
Ungarn/Türkei 2,4 2,5 - - 1,5 1,2
Erneuerbare Energien2 - - - - - -
RWE-Konzern3 36,3 37,7 22,9 23,5 25,4 18,1


scroll
Stromerzeugung Januar - Juni Kernenergie Erneuerbare Energien Pumpwasser, Öl, Sonstige
in Mrd. kWh 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Konventionelle Stromerzeugung 14,8 15,2 0,5 0,4 1,5 1,5
Davon:





Deutschland2 14,3 14,6 0,2 0,3 1,5 1,5
Niederlande/Belgien 0,5 0,6 0,1 0,1 - -
Großbritannien - - 0,2 - - -
Ungarn/Türkei - - - - - -
Erneuerbare Energien2 - - 5,2 4,9 - -
RWE-Konzern3 14,8 15,2 6,2 5,8 1,5 1,5


scroll
Stromerzeugung Januar - Juni Gesamt
in Mrd. kWh 2016 20151
Konventionelle Stromerzeugung 100,9 94,8
Davon:

Deutschland2 63,8 62,6
Niederlande/Belgien 11,6 11,3
Großbritannien 21,6 17,2
Ungarn/Türkei 3,9 3,7
Erneuerbare Energien2 5,2 4,9
RWE-Konzern3 107,1 101,8


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13
2 Inklusive Strombezüge aus Kraftwerken, die sich nicht in RWE-Eigentum befinden, über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können; im ersten Halbjahr 2016 waren dies im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung 5,5 Mrd. kWh (Vorjahr: 4,7 Mrd. kWh), davon 3,9 Mrd. kWh (Vorjahr: 3,0 Mrd. kWh) aus Steinkohlekraftwerken, und im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien 0,3 Mrd. kWh (Vorjahr: 0,4 Mrd. kWh).
3 Inklusive geringer Erzeugungsmengen anderer Unternehmensbereiche


Stromerzeugung um 5% über Vorjahr

Im ersten Halbjahr 2016 hat der RWE-Konzern 107,1 Mrd. kWh Strom produziert, 5% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ausschlaggebend dafür war, dass sich die Marktbedingungen für unsere Gaskraftwerke verbessert haben und die Anlagen daher wesentlich länger zum Einsatz kamen, insbesondere in Großbritannien. Ein leichtes Plus erzielten wir auch beim Strom aus erneuerbaren Energien. Eine Rolle spielte dabei, dass unsere beiden neuen Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr, die wir im zweiten Quartal 2015 fertiggestellt haben, 2016 erstmals durchgehend mit ihrer vollen Kapazität im Einsatz waren. Etwas verringert hat sich die Stromerzeugung aus Braunkohle, was im Wesentlichen auf planmäßige Revisionen und schadensbedingte Stillstände zurückzuführen ist. Ein leichtes Minus verzeichneten wir auch bei unseren Steinkohlekraftwerken, obwohl sich deren technische Verfügbarkeit zum Teil deutlich verbessert hat. Dem standen Mengenrückgänge aufgrund verschlechterter Marktbedingungen in Großbritannien gegenüber. Hinzu kam, dass unser niederländisches Steinkohlekraftwerk Amer 8 Ende 2015 wegen energiepolitischer Vorgaben den Betrieb eingestellt hat. Auch der Verkauf von Lynemouth in Großbritannien machte sich bemerkbar. Die Anlage war 2012 von RWE Supply & Trading erworben worden; wir haben die Weichen dafür gestellt, dass sie mit staatlicher Förderung in ein Biomassekraftwerk umgewandelt werden kann, und sie Anfang 2016 an einen Investor weiterverkauft.

Strom produzieren wir nicht nur selbst, sondern beziehen ihn auch von konzernexternen Anbietern. Im Berichtszeitraum lagen diese Bezüge -ebenso wie 2015 -bei 35,0 Mrd. kWh. Eigenerzeugung und Fremdstrombezug summierten sich zu einem Stromaufkommen von 142,1 Mrd. kWh (Vorjahr: 136,8 Mrd. kWh).

scroll
Außenabsatz Strom Januar - Juni Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler
in Mrd. kWh 2016 2015 2016 2015 2016 20151
Konventionelle Stromerzeugung 0,1 0,1 1,2 1,2 8,5 8,6
Erneuerbare Energien - - - - 0,8 1,0
Trading/Gas Midstream - - 16,7 15,4 - -
Netze/Beteiligungen/Sonstige 0,2 - 0,2 - 7,0 6,9
Vertrieb 26,9 27,5 36,9 38,3 34,3 29,5
Davon:





Deutschland 10,6 10,9 13,0 13,8 32,7 28,0
Niederlande/Belgien 4,8 5,3 3,9 4,3 - -
Großbritannien 6,2 6,8 14,5 15,4 1,1 1,1
Osteuropa 5,3 4,5 5,5 4,8 0,5 0,4
RWE-Konzern3 27,3 27,7 55,1 54,9 50,6 46,0


scroll
Außenabsatz Strom Januar - Juni Gesamt
in Mrd. kWh 2016 20151
Konventionelle Stromerzeugung 9,8 9,9
Erneuerbare Energien 0,8 1,0
Trading/Gas Midstream 17,22 15,4
Netze/Beteiligungen/Sonstige 7,4 6,9
Vertrieb 98,1 95,3
Davon:

Deutschland 56,3 52,7
Niederlande/Belgien 8,7 9,6
Großbritannien 21,8 23,3
Osteuropa 11,3 9,7
RWE-Konzern3 133,5 128,6


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13
2 Inklusive Mengeneffekte aus dem Verkauf selbsterzeugten Stroms am Großhandelsmarkt. Wenn diese Verkaufsmengen größer sind als die zu Vertriebszwecken getätigten Fremdbezüge, wird der positive Saldo im Absatz erfasst. Dies war im ersten Halbjahr 2016 der Fall (+0,5 Mrd. kWh), im Vorjahreszeitraum dagegen nicht.
3 Inklusive geringer Mengen unter "Sonstige, Konsolidierung"


Stromabsatz um 4% gestiegen

Unsere konzernexternen Stromlieferungen waren mit 133,5 Mrd. kWh um 4% höher als 2015. Zuzuordnen ist das vor allem dem Unternehmensbereich Vertrieb, der um 3% zulegte. Hier kam zum Tragen, dass wir bei den deutschen Weiterverteilern neue Kunden hinzugewinnen und unsere Lieferbeziehungen mit bestehenden Kunden intensivieren konnten. Weitere Mengenzuwächse ergaben sich dadurch, dass wir den slowakischen Energieversorger VSE seit Ende August 2015 vollkonsolidieren, nachdem wir ihn zuvor at-Equity-bilanziert haben (siehe Geschäftsbericht 2015, Seite 43). Dies schlug sich sowohl im Segment der Privathaushalte und kleinen Gewerbebetriebe als auch im Segment der Industrie- und Geschäftskunden nieder. In den genannten Segmenten hat der Vertriebsbereich allerdings insgesamt Absatz eingebüßt, u. a. wegen wettbewerbsbedingter Kundenverluste in Großbritannien und den Niederlanden. Daneben machte sich der Trend zu einem sparsameren Energieeinsatz bemerkbar. Absatzsteigerungen außerhalb des Vertriebsbereichs waren im Wesentlichen dem Industriekundengeschäft von RWE Supply & Trading zuzuordnen.

scroll
Außenabsatz Gas Januar - Juni Privat- und Gewerbekunden Industrie- und Geschäftskunden Weiterverteiler
in Mrd. kWh 2016 2015 2016 2015 2016 20151
Trading/Gas Midstream - - 13,0 13,0 0,1 2,1
Netze/Beteiligungen/Sonstige 0,1 - 0,1 - 0,6 1,5
Vertrieb 60,0 63,7 43,5 43,9 28,3 32,9
Davon:





Deutschland 14,2 14,6 9,4 10,2 24,2 28,7
Niederlande/Belgien 19,5 21,1 14,9 15,5 - -
Großbritannien 17,5 19,0 2,2 1,9 4,0 4,0
Osteuropa 8,8 9,0 17,0 16,3 0,1 0,2
RWE-Konzern 60,1 63,7 56,6 56,9 29,0 36,5


scroll
Außenabsatz Gas Januar - Juni Gesamt
in Mrd. kWh 2016 20151
Trading/Gas Midstream 13,1 15,1
Netze/Beteiligungen/Sonstige 0,8 1,5
Vertrieb 131,8 140,5
Davon:

Deutschland 47,8 53,5
Niederlande/Belgien 34,4 36,6
Großbritannien 23,7 24,9
Osteuropa 25,9 25,5
RWE-Konzern 145,7 157,1


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 14


Gasliefermengen 7% unter Vorjahr

Unser Gasabsatz ist um 7% auf 145,7 Mrd. kWh gesunken. Im Unternehmensbereich Vertrieb verzeichneten wir ein Minus von 6%, das u. a. aus dem Geschäft mit deutschen Weiterverteilern stammt. Hier haben sich einige unserer Kunden verstärkt oder komplett bei anderen Anbietern eingedeckt. Größere Mengenrückgänge mussten wir auch im Segment der Haushalte und kleinen Gewerbebetriebe hinnehmen: Kundenverluste und der Trend zu einem sparsameren Energieeinsatz gaben dafür den Ausschlag, insbesondere in Großbritannien und den Niederlanden.

scroll
Außenumsatz Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez
in Mio. € 2016 20151 in % 20151
Konventionelle Stromerzeugung 941 1.113 -15,5 2.224
Erneuerbare Energien 204 176 15,9 382
Trading/Gas Midstream 1.724 1.558 10,7 3.318
Netze/Beteiligungen/Sonstige 5.553 4.951 12,2 9.941
Vertrieb 15.431 16.989 -9,2 32.137
Sonstige/Konsolidierung 45 45 - 88
RWE-Konzern 23.898 24.832 -3,8 48.090
Erdgas-/Stromsteuer 1.220 1.208 1,0 2.242
RWE-Konzern (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 22.678 23.624 -4,0 45.848


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13 f.


scroll
Außenumsatz nach Produkten Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez
in Mio. € 2016 20151 in % 20151
Stromerlöse 16.622 16.689 -0,4 33.840
Davon:



Trading/Gas Midstream 1.260 1.041 21,0 2.401
Netze/Beteiligungen/Sonstige 4.779 4.196 13,9 8.616
Vertrieb 9.956 10.769 -7,5 21.383
Gaserlöse 5.810 6.637 -12,5 11.608
Davon:



Trading/Gas Midstream 271 393 -31,0 749
Netze/Beteiligungen/Sonstige 430 447 -3,8 813
Vertrieb 5.104 5.797 -12,0 10.046
Sonstige Erlöse 1.466 1.506 -2,7 2.642
RWE-Konzern 23.898 24.832 -3,8 48.090


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 14


Außenumsatz 4% unter Vorjahr

Der RWE-Konzern hat im ersten Halbjahr 2016 einen Außenumsatz von 23.898 Mio. € erwirtschaftet. In dieser Zahl sind die Erdgas- und die Stromsteuer enthalten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum haben sich unsere Erlöse um 4% verringert, u. a. wegen der erläuterten Absatzeinbußen im Gasgeschäft. Hinzu kam, dass sich das britische Pfund gegenüber dem Euro von durchschnittlich 1,38 € auf 1,27 € verbilligt hat. Unsere britischen Umsätze fallen deshalb nach Umrechnung in Euro niedriger aus. Positiven Einfluss auf die Erlösentwicklung hatten die Vollkonsolidierung des slowakischen Energieversorger VSE und der dadurch mitverursachte Anstieg des Stromabsatzes. Lässt man alle wesentlichen Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte außer Betracht, ist unser Außenumsatz um 5% gesunken.

scroll
Innenumsatz Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez
in Mio. € 2016 20151 in % 20151
Konventionelle Stromerzeugung 4.054 4.307 -5,9 9.005
Erneuerbare Energien 371 381 -2,6 776
Trading/Gas Midstream 8.189 10.103 -18,9 19.081
Netze/Beteiligungen/Sonstige 1.684 1.365 23,4 3.284
Vertrieb 963 1.015 -5,1 1.831


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13 f.


scroll
EBITDA Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez
in Mio.€ 2016 20151 in % 20151
Konventionelle Stromerzeugung 787 789 -0,3 2.285
Erneuerbare Energien 376 371 1,3 818
Trading/Gas Midstream -153 84 -282,1 164
Netze/Beteiligungen/Sonstige 1.357 1.382 -1,8 2.896
Vertrieb 746 685 8,9 988
Sonstige/Konsolidierung -102 -125 18,4 -134
RWE-Konzern 3.011 3.186 -5,5 7.017


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13


scroll
Betriebliches Ergebnis Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez
in Mio. € 2016 20151 in % 20151
Konventionelle Stromerzeugung 390 290 34,5 596
Erneuerbare Energien 219 234 -6,4 488
Trading/Gas Midstream -156 73 -313,7 156
Netze/Beteiligungen/Sonstige 916 968 -5,4 1.955
Vertrieb 640 616 3,9 830
Sonstige/Konsolidierung -125 -151 17,2 -188
RWE-Konzern 1.884 2.030 -7,2 3.837


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13


Betriebliches Ergebnis um 7% unter Vorjahr

Im Berichtszeitraum erzielten wir ein EBITDA von 3.011 Mio. € und ein betriebliches Ergebnis von 1.884 Mio. €. Damit blieben wir um 5 bzw. 7% hinter den jeweiligen Vorjahreswerten zurück. Ausschlaggebend dafür war, dass wir deutliche Verluste im Handelsgeschäft hinnehmen mussten. Trotz der unerwarteten Belastungen bekräftigen wir unsere Prognose zum diesjährigen Konzernergebnis, die wir im Geschäftsbericht 2015 auf Seite 89 veröffentlicht haben. Weitere Informationen dazu geben wir auf Seite 28 im vorliegenden Bericht.

Im ersten Halbjahr zeigte sich folgende Ergebnisentwicklung in den Unternehmensbereichen:

Konventionelle Stromerzeugung: Das betriebliche Ergebnis hat sich hier um 34% auf 390 Mio. € erhöht. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war unser laufendes Effizienzsteigerungsprogramm. Daneben erzielten wir Erträge aus dem Verkauf von Grundstücken in Großbritannien, die u. a. als Standorte neuer Kraftwerke vorgesehen waren und nun nicht mehr benötigt werden. Außerdem fielen geringere Belastungen aus der deutschen Kernbrennstoffsteuer an. Auch die Abschreibungen sind gesunken; dabei kam zum Tragen, dass wir im Jahresabschluss 2015 hohe Wertberichtigungen auf unser Erzeugungsportfolio vorgenommen hatten. Ergebnismindernd wirkte, dass wir unsere Stromproduktion zu niedrigeren Großhandelspreisen abgesetzt haben als 2015. Dies traf vor allem unsere Braunkohle- und Kernkraftwerke. Die Margen unserer Steinkohle- und Gaskraftwerke entwickelten sich wegen gesunkener Brennstoffpreise insgesamt stabiler. Teilweise haben sie sich sogar etwas verbessert.

Erneuerbare Energien: Der Unternehmensbereich erzielte ein gegenüber 2016 um 6% verringertes betriebliches Ergebnis von 219 Mio. €. Eine Rolle spielte dabei das stark verringerte Preisniveau im Stromgroßhandel, denn teilweise erhalten unsere Erneuerbare-Energien-Anlagen keine feste Einspeisevergütung und tragen somit ein Marktrisiko. Außerdem waren im Vorjahr noch Einmalerträge aus dem Verkauf der Netzinfrastruktur unseres neuen walisischen Offshore-Windparks Gwynt y Mör angefallen. Positiven Einfluss auf die Ertragslage hatte, dass Gwynt y Môr und der ebenfalls neu errichtete deutsche Offshore-Windpark Nordsee Ost 2016 erstmals durchgehend mit ihrer vollen Kapazität am Netz waren. Darüber hinaus erzielten wir Buchgewinne aus dem Verkauf kleinerer Laufwasserkraftwerke an der oberen Ruhr.

Trading/Gas Midstream: Das betriebliche Ergebnis des Bereichs hat sich um 229 Mio. € auf -156 Mio. € verschlechtert. Zuzuordnen ist das vor allem dem Handelsgeschäft: Nach einem sehr erfolgreichen Jahresauftakt verbuchten wir hier im zweiten Quartal deutliche Verluste. Das Marktumfeld im Energiehandel war 2016 von starken Preisbewegungen geprägt. Positiv zu verzeichnen ist, dass wir mit Gazprom eine außergerichtliche Einigung zu unserem Gasbezugsvertrag erzielt haben. Damit ist sichergestellt, dass der Kontrakt in den kommenden Jahren keine Ergebnisrisiken für uns birgt. Wegen des schwachen zweiten Handelsquartals gehen wir nicht mehr davon aus, dass das Gesamtjahresergebnis des Bereichs Trading/Gas Midstream über dem Niveau von 2015 liegen wird, sondern rechnen nun mit einem deutlichen Rückgang.

Netze/Beteiligungen/Sonstige: Der Bereich erwirtschaftete ein um 5% verringertes betriebliches Ergebnis von 916 Mio. €. Seine Ertragslage war durch gestiegene Aufwendungen für die Instandhaltung unserer Netzinfrastruktur geprägt. In Deutschland haben wir überdies Rückstellungen für Altersteilzeitmaßnahmen gebildet. Positiven Einfluss hatte, dass die Durchleitungsmengen in unserem tschechischen Gasverteilnetz gestiegen sind.

Vertrieb: Hier weisen wir ein um 4% auf 640 Mio. € erhöhtes betriebliches Ergebnis aus, u. a. weil sich unsere Vertriebsgesellschaften vielfach zu günstigeren Preisen mit Strom und Gas eindecken konnten. In Großbritannien kam hinzu, dass das Vorjahresergebnis noch durch Aufwendungen im Zusammenhang mit Prozess- und Systemproblemen bei der Rechnungsstellung belastet war. Wir haben dort ein umfassendes Restrukturierungsprogramm gestartet, das bereits erste Erfolge zeigt. Negativ machte sich allerdings bemerkbar, dass wir 2015 zahlreiche britische Privatkunden verloren haben bzw. nur dadurch halten konnten, dass wir ihnen Kontrakte mit vergünstigten Konditionen anboten. Die damit verbundenen Absatz- und Ertragseinbußen kamen erst 2016 in vollem Umfang zum Tragen. In den Niederlanden war die Ergebnisentwicklung durch den Wegfall eines positiven Einmaleffekts aus dem Vorjahr beeinflusst, der sich aus der Auflösung einer Rückstellung für Rechtsrisiken ergab. Dem standen Ergebnisverbesserungen im Privatkundengeschäft gegenüber. Im deutschen Vertrieb verzeichneten wir einen Anstieg der Vorkosten aus Netznutzungsentgelten, Steuern und Abgaben, der die erwähnten Preisvorteile beim Strom- und Gaseinkauf überwog. Im Osteuropa-Geschäft schlug sich die erstmalige Vollkonsolidierung der slowakischen VSE ergebnissteigernd nieder. Für das Gesamtjahr rechnen wir nun damit, dass das Vertriebsergebnis die Größenordnung von 2015 erreichen wird. Ursprünglich waren wir von einem moderaten Ergebnisrückgang ausgegangen. Ein Grund für die Prognoseanhebung sind die operativen Fortschritte in Großbritannien.

Das neutrale Ergebnis, in dem wir bestimmte nicht-operative oder aperiodische Einmaleffekte erfassen, hat sich um 239 Mio. € auf -208 Mio. € verbessert. Hauptgrund dafür war, dass wir im Vorjahr Rückstellungen für Rechtsrisiken aus einem Schiedsverfahren gebildet hatten und dieser Sondereinfluss nun weggefallen ist. Allerdings mussten wir auch 2016 Belastungen verkraften, die sich aus Abschreibungen auf unsere deutschen Gasspeicher ergaben.

scroll
Finanzergebnis Jan - Jun Jan - Jun + /- Jan - Dez
in Mio. € 2016 2015 in Mio. € 2015
Zinserträge 145 121 24 265
Zinsaufwendungen -515 -521 6 -1.069
Zinsergebnis -370 -400 30 -804
Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen -386 -419 33 -821
Übriges Finanzergebnis -201 184 -385 36
Finanzergebnis -957 -635 -322 -1.589


Unser Finanzergebnis lag mit -957 Mio. € um 322 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Leichten Verbesserungen beim Zinsergebnis und bei den Zinsanteilen an Zuführungen zu den langfristigen Rückstellungen stand eine starke Verschlechterung beim übrigen Finanzergebnis gegenüber. Diese resultierte im Wesentlichen daraus, dass wir im Vorjahr hohe Gewinne aus Wertpapierverkäufen erzielt hatten, während im Berichtszeitraum Verluste aus solchen Transaktionen anfielen.

Das Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern sank um 24% auf 719 Mio. €. Unsere Steuerquote fiel mit 8% ungewöhnlich niedrig aus. Grund dafür ist, dass wir in größerem Umfang latente Steuern aktiviert haben. Aktive latente Steuern sind ein Anspruch auf künftige Steuerermäßigungen, der sich aus Unterschieden im Ansatz und/oder in der Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden zwischen der Steuerbilanz und der IFRS-Bilanz ergibt. Die Aktivierung latenter Steuern setzt voraus, dass in Zukunft steuerliche Gewinne anfallen, die eine Nutzung der Steuerermäßigungen erlauben. Entgegen früherer Einschätzungen ist dies aller Voraussicht nach der Fall, vor allem wegen Steuereffekten im Zusammenhang mit der Reorganisation des RWE-Konzerns. Dadurch werden latente Steuern, die wir in Vorjahren abgeschrieben haben, teilweise wieder werthaltig.

Nach Steuern erzielten wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten ein Ergebnis von 663 Mio. € (Vorjahr: 494 Mio. €). Im Berichtszeitraum fiel kein Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten an. Im Vorjahr hatten wir unter dieser Position noch einen Betrag von 1.524 Mio. € ausgewiesen, der den Buchgewinn aus der Veräußerung von RWE Dea enthielt.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter haben sich um 8% auf 180 Mio. € verringert, weil einige vollkonsolidierte Gesellschaften, an denen Konzernfremde beteiligt sind, unter Vorjahr abschlossen. Das betrifft vor allem unsere deutschen Regionalversorger, die 2015 von den erwähnten Einmalerträgen aus Wertpapierverkäufen profitiert hatten.

Auf unsere Hybridkapitalgeber entfielen Ergebnisanteile von 26 Mio. € (Vorjahr: 80 Mio. €). Berücksichtigt werden hier nur solche Hybridanleihen, die gemäß IFRS dem Eigenkapital zuzuordnen sind. Im Berichtszeitraum traf dies nur noch auf eine unserer insgesamt sieben Hybridanleihen zu, nämlich jene über 750 Mio. £. Eine zweite Anleihe, die das Kriterium erfüllte, war zum 28. September 2015 abgelöst worden. Dabei handelte es sich um Papiere mit 1.750 Mio. € Nominalvolumen, die wir im Jahr 2010 begeben hatten.

Aus den dargestellten Entwicklungen ergibt sich ein gegenüber 2015 stark verringertes Nettoergebnis von 457 Mio. € (Vorjahr: 1.742 Mio. €). Bei 614,7 Millionen ausstehenden RWE-Aktien entspricht dies einem Ergebnis je Aktie von 0,74 € (Vorjahr: 2,83 €).

scroll
Überleitung zum Nettoergebnis
Jan - Jun Jan - Jun +/- Jan - Dez


2016 2015 in % 2015
EBITDA Mio. € 3.011 3.186 -5,5 7.017
Betriebliche Abschreibungen Mio. € -1.127 -1.156 2,5 -3.180
Betriebliches Ergebnis Mio. € 1.884 2.030 -7,2 3.837
Neutrales Ergebnis Mio. € -208 -447 53,5 -2.885
Finanzergebnis Mio. € -957 -635 -50,7 -1.589
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern Mio. € 719 948 -24,2 -637
Ertragsteuern Mio. € -56 -454 87,7 -603
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten Mio. € 663 494 34,2 -1.240
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten Mio. € - 1.524 -100,0 1.524
Ergebnis Mio. € 663 2.018 -67,1 284
Davon:




Ergebnisanteile anderer Gesellschafter Mio. € 180 196 -8,2 356
Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG Mio. € 26 80 -67,5 98
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio. € 457 1.742 -73,8 -170
Bereinigtes Nettoergebnis Mio. € 598 543 10,1 1.125
Ergebnis je Aktie 0,74 2,83 -73,9 -0,28
Bereinigtes Nettoergebnis je Aktie 0,97 0,88 10,2 1,83
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (Durchschnitt) Mio. Stück 614,7 614,7 - 614,7
Steuerquote % 8 48 - -


Bereinigtes Nettoergebnis 10% über Vorjahr

Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf 598 Mio. €. Vom Nettoergebnis unterscheidet es sich dadurch, dass das durch Einmaleffekte geprägte neutrale Ergebnis (einschließlich der darauf entfallenden Steuern) und gegebenenfalls weitere Sondereinflüsse herausgerechnet werden. Trotz der Rückgänge beim betrieblichen Ergebnis und beim Finanzergebnis hat sich das bereinigte Nettoergebnis gegenüber 2015 um 10% erhöht. Hauptgrund dafür war die extrem niedrige Steuerquote.

scroll
Investitionen Jan - Jun Jan - Jun + /- Jan - Dez
in Mio. € 2016 20151 in Mio. € 20151
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 733 989 -256 2.898
Davon:



Konventionelle Stromerzeugung 137 328 -191 855
Erneuerbare Energien 89 178 -89 404
Trading/Gas Midstream 1 3 -2 10
Netze/Beteiligungen/Sonstige 371 370 1 1.305
Vertrieb 100 94 6 287
Sonstige/Konsolidierung 35 16 19 37
Investitionen in Finanzanlagen 93 183 -90 405
Investitionen gesamt 826 1.172 -346 3.303


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13


Rückläufige Investitionen in Stromerzeugungskapazitäten

Unsere Investitionen lagen mit 826 Mio. € um 30% unter dem Vorjahresniveau. Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte setzten wir 733 Mio. € ein und für Finanzanlagen 93 Mio. €. Das sind 26 bzw. 49% weniger als 2015. Im Bereich Konventionelle Stromerzeugung erreichten die Sachinvestitionen nicht einmal die Hälfte des Vorjahresniveaus, das noch hohe Ausgaben für die Modernisierung der britischen Gaskraftwerke Pembroke und Staythorpe enthielt. Einen deutlichen Rückgang verzeichneten wir auch im Bereich Erneuerbare Energien. Den Ausschlag gab hier, dass wir mit den Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr zwei Großprojekte abschließen konnten. Die Windparks sind im Mai bzw. Juni 2015 eingeweiht worden.

scroll
Kapitalflussrechnung Jan - Jun Jan - Jun + /- Jan - Dez
in Mio. € 2016 2015 in Mio. € 2015
Funds from Operations 1.623 2.162 -539 3.058
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -2.627 -1.498 -1.129 281
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -1.004 664 -1.668 3.339
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -833 843 -1.676 -1.795
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 2.016 -788 2.804 -2.303
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -21 15 -36 14
Veränderung der flüssigen Mittel 158 734 -576 -745
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -1.004 664 -1.668 3.339
Abzgl. Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 -698 -989 291 -2.898
Free Cash Flow -1.702 -325 -1.377 441


1 Die Position umfasst ausschließlich zahlungswirksame Investitionen.


Operativer Cash Flow durch negative Effekte im Nettoumlaufvermögen belastet

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, den wir mit unseren fortgeführten Aktivitäten erzielten, hat sich um 1.668 Mio. € auf -1.004 Mio. € verringert. Hier kamen Sachverhalte zum Tragen, die sich in Veränderungen beim Nettoumlaufvermögen widerspiegeln. So mussten wir in wesentlich größerem Umfang Sicherheitsleistungen für Termingeschäfte erbringen. Außerdem sind positive Einmaleffekte aus dem Vorjahr weggefallen, die wir durch Maßnahmen zur Optimierung des Nettoumlaufvermögens erzielt hatten.

Aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten sind 833 Mio. € abgeflossen. Neben unseren Ausgaben für Sach- und Finanzanlagen hat dazu beigetragen, dass wir die Kapitaldeckung für unsere Pensionszusagen aufgestockt haben: Dazu sind Mittel in Höhe von 0,2 Mrd. € auf Treuhänder bzw. Einrichtungen zur betrieblichen Altersversorgung übertragen worden. Im Vorjahresabschluss hatten wir noch einen Nettozufluss aus der Investitionstätigkeit von 843 Mio. € ausgewiesen, vor allem wegen des Verkaufs von RWE Dea.

Unser Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten fiel mit 2.016 Mio. € außergewöhnlich hoch aus (Vorjahr: -788 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war, dass wir im Rahmen unseres Commercial-Paper-Programms Mittel im Gesamtwert von 3,0 Mrd. € aufgenommen haben und zusätzliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten eingegangen sind. Gegenläufig wirkten unsere Ausschüttungen an Miteigentümer vollkonsolidierter RWE-Gesellschaften, Hybridkapitalgeber und Vorzugsaktionäre. Außerdem wurde im April eine Standardanleihe über 850 Mio. € fällig. Von der Anleihe hatten wir bereits in Vorjahren Papiere mit einem Nominalwert von 43 Mio. € am Markt zurückgekauft.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit haben sich unsere flüssigen Mittel per saldo um 158 Mio. € erhöht (Vorjahr: 734 Mio. €).

Zieht man vom operativen Cash Flow fortgeführter Aktivitäten die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ab, erhält man den Free Cash Flow. Dieser betrug -1.702 Mio. €, gegenüber -325 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

scroll
Nettoschulden 30.06.2016 31.12.2015 + /-
in Mio. €

in Mio. €
Flüssige Mittel 2.694 2.522 172
Wertpapiere 8.099 7.676 423
Sonstiges Finanzvermögen 1.554 1.337 217
Finanzvermögen 12.347 11.535 812
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten,


Commercial Paper 18.719 16.981 1.738
Währungskurssicherung von Anleihen -186 -192 6
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 2.139 2.099 40
Finanzverbindlichkeiten 20.672 18.888 1.784
Nettofinanzschulden 8.325 7.353 972
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.716 5.842 1.874
Aktivisch ausgewiesenes Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen -14 -15 1
Rückstellungen für Entsorgung im Kernenergiebereich 10.547 10.454 93
Bergbaubedingte Rückstellungen 2.427 2.527 -100
Rückstellungen für den Rückbau von Windparks1 323 337 -14
Korrektur Hybridkapital (Rating-relevanter Anteil) -1.041 -1.035 -6
Zuzüglich 50% des als Eigenkapital ausgewiesenen Hybridkapitals 456 475 -19
Abzüglich 50% des als Fremdkapital ausgewiesenen Hybridkapitals -1.497 -1.510 13
Nettoschulden1 28.283 25.463 2.820


1 In den Nettoschulden erfassen wir nun auch Rückstellungen für den Rückbau von Windparks; die Zahlen für 2015 wurden entsprechend angepasst.


Nettoschulden auf 28,3 Mrd. € gestiegen

Unsere Nettoschulden, in denen wir fortan auch die Rückstellungen für den Rückbau von Windparks erfassen, lagen zum 30. Juni 2016 bei 28,3 Mrd. €. Damit lagen sie um 2,8 Mrd. € über dem Vergleichswert zum 31. Dezember 2015. Das ergibt sich u. a. aus dem negativen Free Cash Flow. Außerdem sind die Pensionsrückstellungen gestiegen, weil wir bei ihrer Berechnung niedrigere Diskontierungssätze zugrunde gelegt haben. Wir trugen damit der aktuellen Entwicklung der Marktzinsen Rechnung. Die neuen Diskontierungssätze belaufen sich auf 1,5% in Deutschland und 2,7% in Großbritannien, gegenüber 2,4 bzw. 3,6% im Jahresabschluss 2015. Erlöse aus Desinvestitionen stärkten dagegen unsere Finanzposition. Größte Einzeltransaktion war der Verkauf unserer Minderheitsbeteiligung am Luxemburger Energieversorger Enovos, über die wir auf Seite 10 berichten. Schuldenmindernd wirkte auch die Abwertung des britischen Pfunds: Sie hatte zur Folge, dass sich unsere in dieser Währung begebenen Anleihen auf Euro-Basis verbilligten.

scroll
Konzernbilanzstruktur 30.06.2016 31.12.2015

in Mio. € in % in Mio. € in %
Aktiva



Langfristiges Vermögen 49.776 65,5 51.453 64,9
Davon:



Immaterielle Vermögenswerte 12.769 16,8 13.215 16,7
Sachanlagen 28.088 36,9 29.357 37,0
Kurzfristiges Vermögen 26.257 34,5 27.881 35,1
Davon:



Forderungen und sonstige Vermögenswerte1 13.586 17,9 15.922 20,1
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 11 - 41 0,1
Gesamt 76.033 100,0 79.334 100,0
Passiva



Eigenkapital 8.047 10,6 8.894 11,2
Langfristige Schulden 45.626 60,0 45.315 57,1
Davon:



Rückstellungen 26.344 34,6 24.623 31,0
Finanzverbindlichkeiten 16.165 21,3 16.718 21,1
Kurzfristige Schulden 22.360 29,4 25.125 31,7
Davon:



Sonstige Verbindlichkeiten2 12.770 16,8 17.558 22,1
Zur Veräußerung bestimmte Schulden - - 19 -
Gesamt 76.033 100,0 79.334 100,0


1 Inklusive Finanzforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuererstattungsansprüche
2 Inklusive Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Ertragsteuerverbindlichkeiten


Bilanzstruktur: Zinsbedingter Anstieg der Pensionsrückstellungen mindert die Eigenkapitalquote

Unsere Bilanzsumme zum 30. Juni 2016 betrug 76,0 Mrd. €, gegenüber 79,3 Mrd. € zum Ende des Vorjahres. Im Laufe des ersten Halbjahres sind die bilanzierten Derivate auf der Aktivseite der Bilanz um 2,7 Mrd. € und auf der Passivseite um 3,2 Mrd. € gesunken. Hintergrund war, dass zahlreiche Derivatgeschäfte fällig wurden. Auch der schwächere Pfundkurs minderte die Bilanzsumme. Dagegen haben sich die Pensionsrückstellungen im Wesentlichen marktzinsbedingt um 1,9 Mrd. € erhöht. Ihr Anstieg trug wesentlich dazu bei, dass sich das Eigenkapital um 0,8 Mrd. € verringerte. Sein Anteil an der Bilanzsumme (Eigenkapitalquote) betrug 10,6%; das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als Ende 2015.

scroll
Mitarbeiter1 30.06.2016 31.12.20152 +/-



in %
Konventionelle Stromerzeugung 15.865 16.262 -2,4
Erneuerbare Energien 938 921 1,8
Trading/Gas Midstream 1.103 1.270 -13,1
Netze/Beteiligungen/Sonstige 20.860 20.833 0,1
Vertrieb 15.980 15.728 1,6
Sonstige3 4.537 4.748 -4,4
RWE-Konzern 59.283 59.762 -0,8
Davon:


In Deutschland 35.110 35.570 -1,3
Außerhalb Deutschlands 24.173 24.192 -0,1


1 Umgerechnet in Vollzeitstellen
2 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13; Anpassungen bei der regionalen Zuordnung ergeben sich aus einer geänderten Erfassungsmethodik im Bereich Trading/Gas Midstream.
3 Zum 30. Juni 2016 entfielen davon 2.026 Mitarbeiter auf RWE Group Business Services (Ende 201 5: 2.025), 1.707 Mitarbeiter auf RWE IT (Ende 2015: 1.691 ), 534 Mitarbeiter auf RWE Service (Ende 2015: 647) und 246 Mitarbeiter auf die Holdinggesellschaft RWE AG (Ende 2015: 267).


Knapp 500 Stellen abgebaut

Zum 30. Juni 2016 beschäftigte RWE 59.283 Mitarbeiter. Bei der Ermittlung dieser Zahl wurden Teilzeitstellen anteilig berücksichtigt. In der ersten Jahrhälfte haben per saldo 479 Mitarbeiter den Konzern verlassen, davon 460 an unseren deutschen und 19 an unseren ausländischen Standorten. Rationalisierungsmaßnahmen spielten dabei eine zentrale Rolle, insbesondere im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung. Erst- und Entkonsolidierungen von Konzerngesellschaften wirkten sich in Summe nur geringfügig auf den Personalstand aus.

PROGNOSEBERICHT

Ergebnisprognose auf Konzernebene unverändert

Unser Ergebnisausblick für das laufende Geschäftsjahr, den wir im Geschäftsbericht 2015 auf Seite 88 ff. veröffentlicht und im Bericht zum ersten Quartal 2016 bekräftigt haben, hat auf Konzernebene Bestand: Wir erwarten weiterhin ein EBITDA von 5,2 bis 5,5 Mrd. €, ein betriebliches Ergebnis von 2,8 bis 3,1 Mrd. € und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,7 Mrd. €. Auf Ebene der Segmente nehmen wir dagegen zwei Prognoseanpassungen vor. Das betrifft zum einen den Vertriebsbereich, dessen betriebliches Ergebnis wohl die Größenordnung des Vorjahres erreichen und nicht -wie zunächst angenommen -moderat unter Vorjahr liegen wird. Ein Grund dafür sind die Fortschritte, die wir bei der Restrukturierung unseres britischen Geschäfts machen. Zum anderen senken wir die Prognose für den Bereich Trading/Gas Midstream, der nach dem überraschend schwachen zweiten Handelsquartal wohl deutlich unter Vorjahr abschließen wird. Bislang hatten wir eine deutliche Ergebnisverbesserung prognostiziert.

scroll
Ergebnisausblick für 2016 Ist 20151 Bisherige Prognose Prognoseanpassung

in Mio. € Stand: Mai 20162 August 2016
EBITDA 7.017 5,2 bis 5,5 Mrd. € -
Betriebliches Ergebnis 3.837 2,8 bis 3,1 Mrd. € -
Konventionelle Stromerzeugung 596 deutlich unter Vorjahr -
Erneuerbare Energien 488 deutlich unter Vorjahr -
Trading/Gas Midstream 156 deutlich über Vorjahr deutlich unter Vorjahr
Netze/Beteiligungen/Sonstige 1.955 deutlich unter Vorjahr -
Vertrieb 830 moderat unter Vorjahr in der Größenordnung des Vorjahres
Bereinigtes Nettoergebnis 1.125 0,5 bis 0,7 Mrd. € -


1 Teilweise angepasste Werte; siehe Erläuterung auf Seite 13
2 Siehe Bericht über das erste Quartal 2016, Seite 10


Moderater Anstieg der Nettoschulden erwartet

Eine weitere Anpassung der März-Prognose betrifft die Höhe der Nettoschulden. Darüber hatten wir bereits im Bericht zum ersten Quartal informiert. Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass die Nettoschulden zum 31. Dezember 2016 in der Größenordnung des Vorjahres (25,5 Mrd. €) liegen würden. Wir haben dabei unterstellt, dass das Zinsniveau stabil bleibt - und somit auch die Abzinsungsfaktoren für die langfristigen Rückstellungen. Diese Annahme hat sich nicht bestätigt. Aufgrund des Zinsrückgangs im ersten Halbjahr und der dadurch bedingten Aufstockung der Pensionsrückstellungen gehen wir nun von einem moderaten Anstieg der Nettoschulden aus.

Ergebnisprognose für die neue Tochtergesellschaft innogy

Im Vorfeld des geplanten Börsengangs unserer neuen Tochtergesellschaft innogy SE (derzeit noch: RWE International SE) haben wir Anfang August eine Ergebnisprognose für das Unternehmen veröffentlicht. Wir erwarten, dass innogy in ihrem Konzernabschluss 2016 ein EBITDA von 4,1 bis 4,4 Mrd. € ausweisen wird.

Der Vergleichswert für 2015 betrug 4,5 Mrd. €. Für die drei Segmente von innogy lautet der Ausblick wie folgt: Im Bereich Netz & Infrastruktur, der in etwa dem RWE-Segment Netze/Beteiligungen/Sonstige entspricht, erzielen wir 2016 voraussichtlich ein EBITDA von 2,5 bis 2,7 Mrd. € (Vorjahr: 2,9 Mrd. €). Für den Bereich Vertrieb prognostizieren wir 1,0 bis 1,2 Mrd. € (Vorjahr: 1,0 Mrd. €) und für den Bereich Erneuerbare Energien 0,6 bis 0,8 Mrd. € (Vorjahr: 0,8 Mrd. €). Im Geschäftsjahr 2017 wird innogy nach aktueller Planung ein EBITDA von 4,3 bis 4,7 Mrd. € erreichen.

ENTWICKLUNG DER RISIKEN UND CHANCEN

Veränderung der Risiko- und Chancensituation seit Jahresbeginn

Unsichere politische Rahmenbedingungen, sich wandelnde Marktstrukturen und schwankende Strom- und Brennstoffpreise stellen uns vor große unternehmerische Herausforderungen. Ein professionelles Risikomanagement ist heute wichtiger denn je. Risiken systematisch zu erfassen, zu bewerten und zu steuern ist für uns Kernelement guter Unternehmensführung. Ebenso wichtig ist es, Chancen zu identifizieren und zu nutzen.

Über den Aufbau und die Prozesse unseres Risikomanagements, die zuständigen Organisationseinheiten, die wesentlichen Risiken und Chancen sowie unsere Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung von Risiken informieren wir ausführlich im Geschäftsbericht 2015 auf Seite 78 ff. Aufgrund der Entwicklungen im ersten Halbjahr 2016 ist diese Darstellung allerdings in einigen Punkten zu aktualisieren. Das betrifft die folgenden Risikoklassen:

Marktrisiken: Durch die außergerichtliche Einigung zu unserem Gasbezugsvertrag mit Gazprom (siehe Seite 10) sind unsere Marktrisiken insgesamt geringer geworden. Wir stufen sie aber weiterhin als "mittel" ein.

Regulatorische und politische Risiken: Die im zweiten Quartal vorgelegten Empfehlungen der "Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs" (KFK) und der britischen Kartellbehörde CMA haben zwei wesentliche regulatorische Risiken konkretisiert (siehe Seite 8 f.). Vor allem die KFK-Vorschläge könnten für uns zu hohen finanziellen Belastungen führen, sollten sie eins zu eins in gesetzliche Regelungen überführt werden. RWE und die anderen deutschen Kernkraftwerksbetreiber führen derzeit Gespräche mit der Bundesregierung, um einvernehmliche Lösungen zur Umsetzung der Empfehlungen zu erreichen. Unsere regulatorischen und politischen Risiken halten wir unverändert für "hoch".

Finanzwirtschaftliche Risiken: Nach den jüngsten Herabstufungen unseres Kreditratings durch Moody's und Standard & Poor's werden unsere Standardanleihen nun mit Baa3 bzw. BBB-bewertet (siehe Seite 10). Sollte sich unsere Bonitätsnote um eine weitere Stufe verschlechtern, würden wir aus der Kategorie "Investment Grade" herausfallen. Dadurch könnten sich die Kosten für die Beschaffung von Kapital und die Besicherung von Handelsgeschäften spürbar erhöhen. Vor diesem Hintergrund bewerten wir unsere finanzwirtschaftlichen Risiken inzwischen als "hoch" (Ende 2015: "mittel").

Sonstige Risiken: Zu den hier erfassten Risiken zählt die Möglichkeit, dass geplante Desinvestitionen nicht zustande kommen, etwa wegen regulatorischer Hürden oder zu geringer Preisgebote. Durch den im März abgeschlossenen Verkauf unseres 18,4%-Anteils am Luxemburger Energieversorger Enovos (siehe Seite 10) hat sich die Gefahr eines Fehlschlagens von Desinvestitionen verringert. Wir stufen unsere sonstigen Risiken daher nur noch als "niedrig" ein (Ende 2015: "mittel").

Aktuelle Risikokennzahlen

Risiken aus kurzfristigen Schwankungen der Commodity-Preise und finanzwirtschaftliche Risiken steuern und überwachen wir u. a. anhand von Kennzahlen wie dem Value at Risk (VaR). Der VaR gibt an, welchen Wert der mögliche Verlust aus einer Risikoposition mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein Konfidenzniveau von 95% zugrunde; für die Positionen wird eine Haltedauer von einem Tag unterstellt. Das bedeutet, dass der Tagesverlust den VaR mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschreitet.

Zentrale Steuerungsgröße für die Commodity-Positionen ist der Global VaR, der sich auf das Handelsgeschäft von RWE Supply & Trading bezieht und 40 Mio. € nicht übersteigen darf. Im ersten Halbjahr 2016 belief er sich auf durchschnittlich 24 Mio. €, gegenüber 19 Mio. € im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der maximale Tageswert betrug 34 Mio. € (Vorjahr: 31 Mio. €).

Zu den wichtigsten Risikofaktoren im Finanzbereich zählt die Zinsentwicklung. Beispielsweise können Zinssteigerungen dazu führen, dass die Kurse von Wertpapieren im RWE-Bestand sinken. Dies betrifft in erster Linie festverzinsliche Anleihen. Der VaR für das Kurswertrisiko bei unseren Kapitalanlagen betrug im ersten Halbjahr 2016 durchschnittlich 13 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €). Mit dem Zinsniveau erhöhen sich außerdem unsere Finanzierungskosten. Wir messen dieses Risiko mit dem Cash Flow at Risk. Dabei legen wir ein Konfidenzniveau von 95% und eine Haltedauer von einem Jahr zugrunde. Der Cash Flow at Risk belief sich im Mittel auf 7 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €).

Zu den Wertpapieren, die wir in unserem Portfolio halten, zählen auch Aktien. Der VaR für das Risiko aus Kursveränderungen betrug 7 Mio. € und war damit gleich hoch wie 2015. Für unsere Fremdwährungsposition lag der VaR unverändert unter 1 Mio. €.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.


Essen, 9. August 2016

Der Vorstand

scroll
Terium Schmitz Günther Tigges


KONZERNZWISCHENABSCHLUSS (VERKÜRZT)

Gewinn- und Verlustrechnung1

scroll

Apr - Jun Apr - Jun Jan - Jun Jan - Jun
in Mio. € 2016 2015 2016 2015
Umsatzerlöse (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 10.241 10.320 23.898 24.832
Erdgas-/Stromsteuer -391 -467 -1.220 -1.208
Umsatzerlöse 9.850 9.853 22.678 23.624
Materialaufwand -8.135 -7.547 -17.019 -17.644
Personalaufwand -1.107 -1.157 -2.369 -2.370
Abschreibungen -561 -582 -1.330 -1.156
Sonstiges betriebliches Ergebnis -208 -399 -482 -1.163
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 76 99 157 192
Übriges Beteiligungsergebnis 19 19 41 100
Finanzerträge 757 142 1.061 1.157
Finanzaufwendungen -1.123 -548 -2.018 -1.792
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern -432 -120 719 948
Ertragsteuern 105 -208 -56 -454
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten -327 -328 663 494
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten


1.524
Ergebnis -327 -328 663 2.018
Davon: Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 60 54 180 196
Davon: Ergebnisanteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG 16 42 26 80
Davon: Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG -403 -424 457 1.742
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie in € -0,66 -0,69 0,74 2,83
Davon: aus fortgeführten Aktivitäten in € -0,66 -0,69 0,74 0,35
Davon: aus nicht fortgeführten Aktivitäten in €


2,48


1 Angepasste Vorjahreswerte


Gesamtergebnisrechnung1

scroll
Apr - Jun
Apr - Jun
Jan - Jun
Jan - Jun
in Mio. € 2016 2015 2016 2015
Ergebnis -327 -328 663 2.018
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen -291 1.499 -865 608
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen 7 -3 5 -2
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die nicht erfolgswirksam umzugliedern sind -284 1.496 -860 606
Unterschied aus der Währungsumrechnung -98 -4 -84 292
Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 70 -214 80 -287
Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehung -23 97 -293 278
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen -2
-2
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig erfolgswirksam umzugliedern sind -53 -121 -299 283
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen (Other Comprehensive Income) -337 1.375 -1.159 889
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Total Comprehensive Income) -664 1.047 -496 2.907
Davon: auf Aktionäre der RWE AG entfallend -730 914 -568 2.612
Davon: auf Hybridkapitalgeber der RWE AG entfallend 16 42 26 80
Davon: auf andere Gesellschafter entfallend 50 91 46 215


1 Beträge nach Steuern


Bilanz

Aktiva

scroll
in Mio. € 30.06.2016 31.12.2015
Langfristiges Vermögen

Immaterielle Vermögenswerte 12.769 13.215
Sachanlagen 28.088 29.357
Investment Property 68 72
At-Equity-bilanzierte Beteiligungen 2.743 2.952
Übrige Finanzanlagen 902 885
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.094 2.506
Latente Steuern 3.112 2.466

49.776 51.453
Kurzfristiges Vermögen

Vorräte 2.095 1.959
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.418 5.601
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 8.168 10.321
Wertpapiere 7.871 7.437
Flüssige Mittel 2.694 2.522
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 11 41

26.257 27.881

76.033 79.334


Passiva

scroll
in Mio. € 30.06.2016 31.12.2015
Eigenkapital

Anteile der Aktionäre der RWE AG 5.277 5.847
Anteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG 911 950
Anteile anderer Gesellschafter 1.859 2.097

8.047 8.894
Langfristige Schulden

Rückstellungen 26.344 24.623
Finanzverbindlichkeiten 16.165 16.718
Übrige Verbindlichkeiten 2.286 2.741
Latente Steuern 831 1.233

45.626 45.315
Kurzfristige Schulden

Rückstellungen 4.896 5.186
Finanzverbindlichkeiten 4.694 2.362
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.735 6.122
Übrige Verbindlichkeiten 8.035 11.436
Zur Veräußerung bestimmte Schulden
19

22.360 25.125

76.033 79.334


Kapitalflussrechnung

scroll
Jan - Jun
Jan - Jun
in Mio. € 2016 2015
Ergebnis fortgeführter Aktivitäten 663 494
Abschreibungen/Zuschreibungen 1.345 1.156
Veränderung der Rückstellungen -273 342
Latente Steuern/Zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen/Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren -112 170
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -2.627 -1.498
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten -1.004 664
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten
-125
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.004 539
Investitionen in Anlagegegenstände/Akquisitionen -762 -1.146
Einnahmen aus Anlagenabgängen/Desinvestitionen 526 4.804
Veränderung der Wertpapiere und Geldanlagen -597 -2.815
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten1 -833 843
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten
-111
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -833 732
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten 2.016 -788
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Aktivitäten
260
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 2.016 -528
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel 179 743
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -21 15
Veränderung der flüssigen Mittel 158 758
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums 2.536 3.257
Davon: als "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" ausgewiesen -14 -86
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 2.522 3.171
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums 2.694 4.015
Davon: als "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" ausgewiesen
-54
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums laut Konzernbilanz 2.694 3.961


1 Nach Erst-/Nachdotierung von Versorgungsplänen i.H.v. 198 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 1.258 Mio. €)


Veränderung des Eigenkapitals

scroll
in Mio. € Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage der RWE AG Gewinnrücklage und Bilanzgewinn Accumulated Other Comprehensive Income Anteile
der Aktionäre der RWE AG
Anteile der Hybridkapitalgeber der RWE AG Anteile
anderer Gesellschafter
Stand: 01.01.2015 3.959 5.008 -1.579 7.388 2.705 1.679
Kapitaleinzahlung




4
Dividendenzahlungen
-615
-615 -72 -217
Ergebnis
1.742
1.742 80 196
Other Comprehensive Income
602 268 870
19
Total Comprehensive Income
2.344 268 2.612 80 215
Übrige Veränderungen
96
96
71
Stand: 30.06.2015 3.959 6.833 -1.311 9.481 2.713 1.752
Stand: 01.01.2016 3.959 3.612 -1.724 5.847 950 2.097
Kapitalrückzahlung




-79
Dividendenzahlungen
-5
-5 -67 -205
Ergebnis
457
457 26 180
Other Comprehensive Income
-748 -277 -1.025
-134
Total Comprehensive Income
-291 -277 -568 26 46
Übrige Veränderungen
3
3 2
Stand: 30.06.2016 3.959 3.319 -2.001 5.277 911 1.859


scroll
in Mio. € Summe
Stand: 01.01.2015 11.772
Kapitaleinzahlung 4
Dividendenzahlungen -904
Ergebnis 2.018
Other Comprehensive Income 889
Total Comprehensive Income 2.907
Übrige Veränderungen 167
Stand: 30.06.2015 13.946
Stand: 01.01.2016 8.894
Kapitalrückzahlung -79
Dividendenzahlungen -277
Ergebnis 663
Other Comprehensive Income -1.159
Total Comprehensive Income -496
Übrige Veränderungen 5
Stand: 30.06.2016 8.047


ANHANG

Rechnungslegungsmethoden

Die RWE AG mit Sitz am Opernplatz 1 in 45128 Essen, Deutschland, ist Mutterunternehmen des RWE-Konzerns ("RWE" oder "Konzern").

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2016 ist am 9. August 2016 zur Veröffentlichung freigegeben worden. Aufgestellt wurde er nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2016 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 verkürzter Berichtsumfang gewählt. Im Konzernzwischenbericht werden -mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Änderungen und Neuregelungen -die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzerngeschäftsbericht 2015, der die Basis für den vorliegenden Konzernzwischenbericht darstellt.

Für Entsorgungsrückstellungen auf dem Gebiet der Kernenergie und für bergbaubedingte Rückstellungen wird ein Abzinsungsfaktor von 4,5% (31.12.2015: 4,5%) zugrunde gelegt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden in Deutschland mit 1,5% und im Ausland mit 2,7% abgezinst (31.12.2015: 2,4% bzw. 3,6%).

Änderung der Rechnungslegungsmethoden

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat Änderungen bei bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) verabschiedet, die für den RWE-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2016 verpflichtend anzuwenden sind:

Änderungen an IFRS 11 "Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten" (2014)

Änderungen an IAS 1 "Angabeninitiative" (2014)

Änderungen an IAS 16 und IAS 38 "Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden" (2014)

Änderungen an IAS 16 und IAS 41 "Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen" (2014)

Änderungen an IAS 27 "Equity-Methode in Einzelabschlüssen" (2014)

Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2012-2014 (2014)

Änderungen an IAS 19 "Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge" (2013)

Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2010-2012 (2013)

Diese neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Zum 1. Januar 2016 wurde die Nutzungsdauer für den Tagebauaufschluss im Zuge der jährlichen Überprüfung an die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Dies führte im ersten Halbjahr 2016 zu einem Rückgang der planmäßigen Abschreibungen um 27 Mio. €.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der RWE AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die RWE AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wesentliche gemeinsame Vereinbarungen nach der Equity-Methode oder als gemeinschaftliche Tätigkeit.

Die folgenden Übersichten stellen dar, welche Veränderungen sich bei der Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen und der mittels der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen ergeben haben:

scroll
Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2016 146 177 323
Erstkonsolidierungen 5 3 8
Entkonsolidierungen -1 -1 -2
Verschmelzungen -15 -7 -22
Stand: 30.06.2016 135 172 307


scroll
Anzahl at-Equity-bilanzierter Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2016 70 21 91
Erwerbe


Veräußerungen
-1 -1
Sonstige Veränderungen
-1 -1
Stand: 30.06.2016 70 19 89


Zudem werden fünf Gesellschaften als gemeinschaftliche Tätigkeiten abgebildet.

Unternehmenserwerbe

West-Energie GmbH

Im Juli 2015 hat RWE aufgrund des Auslaufens eines Stimmrechtsverzichts die Beherrschung über die bisher als at-Equity-bilanzierte Beteiligung ausgewiesene West-Energie GmbH erlangt. Die Gesellschaft betreibt im Wesentlichen Verteilnetze für Strom und Gas. Eine im Bewertungszeitraum durchgeführte Aktualisierung der bei Erstkonsolidierung und zum 31. März 2016 erfassten Werte führte zu folgenden übernommenen Vermögenswerten und Schulden:

Der beizulegende Zeitwert der Altanteile betrug 87 Mio. €. Der Bewertung der nicht beherrschenden Anteile lag das anteilige Nettovermögen des erstkonsolidierten Unternehmens zugrunde. Der beizulegende Zeitwert der in den langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen belief sich auf 24 Mio. €.

scroll
Bilanzposten IFRS-Buchwerte
in Mio. € (beizulegender Zeitwert)
Langfristige Vermögenswerte 152
Kurzfristige Vermögenswerte 24
Langfristige Schulden 31
Kurzfristige Schulden 57
Nettovermögen 88
Anteile anderer Gesellschafter -1
Anschaffungskosten (nicht zahlungswirksam) 87


Veräußerungen

Lynemouth

Im Januar 2016 hat RWE Supply & Trading GmbH die Gesellschaft Lynemouth Power Ltd., den Betreiber des 420-MW-Kohlekraftwerks Lynemouth, an EP UK Investment Ltd., eine Tochtergesellschaft der Energetický a prumyslový holding (EPH), verkauft. Die Beteiligung war dem Segment Trading/Gas Midstream zugeordnet. Der Entkonsolidierungsgewinn betrug 34 Mio. € und wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen. Lynemouth Power Ltd. wurde zum 31. Dezember 2015 mit Buchwerten in Höhe von 41 Mio. € als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und von 19 Mio. € als zur Veräußerung bestimmte Schulden in der Bilanz ausgewiesen. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen erfolgte im zweiten Quartal 2016 eine nachträgliche Kaufpreiserstattung, so dass der Entkonsolidierungsgewinn insgesamt 33 Mio. € beträgt.

Enovos

Im März 2016 hat RWE ihre Beteiligung von 18,4% am Luxemburger Energieversorger Enovos International S.A. an ein Konsortium unter der Führung des Großherzogtums Luxemburg und der Investmentgesellschaft Ardian veräußert. Die Beteiligung war dem Bereich Sonstige/Konsolidierung zugeordnet.

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Zephyr

Im Juni 2016 haben die Vorstände der RWE AG und der RWE International SE einem Verkauf von 33,3% der Anteile an dem assoziierten Unternehmen Zephyr Investments Limited (Zephyr) sowie den damit verbundenen Gesellschafterdarlehen zugestimmt. Die Beteiligung ist dem Segment Erneuerbare Energien zugeordnet.

Die Transaktion wurde Ende Juli 2016 abgeschlossen.

Umsatzerlöse

Erlöse aus Energiehandelsaktivitäten werden netto, d. h. mit der realisierten Rohmarge als Umsatz ausgewiesen. Um die Geschäftsentwicklung zutreffender darzustellen, wird ab dem Geschäftsjahr 2016 insbesondere auch bei Gasgeschäften ein Nettoausweis angewendet. Die Vorjahreswerte für die Umsatzerlöse und den Materialaufwand wurden um -306 Mio. € angepasst.

Außerplanmäßige Abschreibungen

Im ersten Quartal 2016 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Gasspeicher des Segments Netze/Beteiligungen/Sonstige in Höhe von 204 Mio. € vorgenommen (erzielbarer Betrag: 0,1 Mrd. €), im Wesentlichen aufgrund geänderter Preiserwartungen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erfolgte mithilfe eines Unternehmensbewertungsmodells unter Zugrundelegung von Cash-Flow-Planungen sowie eines Diskontierungszinssatzes nach Steuern von 5,25%.


Gewinnausschüttung

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 20. April 2016 beschlossen, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 0,13 € je dividendenberechtigter Vorzugsaktie auszuschütten.

Die Ausschüttung betrug insgesamt 5 Mio. €. Für Stammaktien wurden keine Dividenden ausgeschüttet (Vorjahr: 1,00 € je Stamm- und Vorzugsaktie).

Finanzverbindlichkeiten

Im April 2016 wurde eine fünfzehnjährige Anleihe mit einem Buchwert von 807 Mio. € und einem Kupon von 6,25% p. a. fällig.

Ergebnis je Aktie

scroll


Jan - Jun
Jan - Jun


2016 2015
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio. € 457 1.742
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (gewichteter Durchschnitt) Tsd. Stück 614.745 614.745
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stamm- und Vorzugsaktie 0,74 2,83


Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten im RWE-Konzern als nahestehende Unternehmen. Die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte führten im ersten Halbjahr 2016 zu Erträgen in Höhe von 2.096 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 2.012 Mio. €) und Aufwendungen in Höhe von 1.604 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 1.515 Mio. €). Zum 30. Juni 2016 betrugen die Forderungen 628 Mio. € (31.12.2015: 477 Mio. €) und die Verbindlichkeiten 143 Mio. € (31.12.2015: 151 Mio. €).

Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Die sonstigen Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften betrugen 1.190 Mio. € (31.12.2015: 1.293 Mio. €).

Darüber hinaus hat der RWE-Konzern keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen getätigt.

Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente lassen sich danach unterscheiden, ob sie originär oder derivativ sind. Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die Finanzinstrumente der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" sind mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, die übrigen originären finanziellen Vermögenswerte mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Auf der Passivseite bestehen die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen aus mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Der beizulegende Zeitwert von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten, die in den übrigen Finanzanlagen und Wertpapieren erfasst sind, entspricht dem veröffentlichten Börsenkurs, sofern die Finanzinstrumente an einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert nicht notierter Schuld- und Eigenkapitaltitel wird grundsätzlich auf Basis diskontierter erwarteter Zahlungsströme ermittelt. Zur Diskontierung werden aktuelle restlaufzeitkongruente Marktzinssätze herangezogen.

Derivative Finanzinstrumente werden -sofern sie in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallen -grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Börsengehandelte Produkte werden mit den veröffentlichten Schlusskursen der jeweiligen Börsen bewertet. Nicht börsengehandelte Produkte werden anhand öffentlich zugänglicher Broker-Quotierungen bewertet oder -falls nicht vorhanden -anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Dabei orientieren wir uns -soweit möglich -an Notierungen auf aktiven Märkten. Sollten auch diese nicht vorliegen, fließen unternehmensspezifische Planannahmen in die Bewertung ein. Diese umfassen sämtliche Marktfaktoren, die auch andere Marktteilnehmer für die Preisfestsetzung berücksichtigen würden. Die Ermittlung energiewirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Annahmen erfolgt in einem umfangreichen Prozess und unter Einbeziehung interner und externer Experten.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten wird auf Basis der Nettorisikoposition pro Geschäftspartner in Übereinstimmung mit IFRS 13.48 vorgenommen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten überein. Abweichungen gibt es lediglich bei Anleihen, Commercial Paper, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzverbindlichkeiten. Ihr Buchwert belief sich auf 20.858 Mio. € (31.12.2015: 19.079 Mio. €), der beizulegende Zeitwert auf 22.531 Mio. € (31.12.2015: 20.161 Mio. €).

Die folgende Übersicht stellt die Einordnung aller zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie dar. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Stufe 1: Bewertung mit (unverändert übernommenen) Preisen von identischen Finanzinstrumenten, die sich auf aktiven Märkten gebildet haben

Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um Preise der Stufe 1 handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Stufe 3: Bewertung mithilfe von Faktoren, die sich nicht auf beobachtbare Marktdaten stützen


scroll
Fair-Value-Hierarchie Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe Stufe 1
in Mio. € 30.06.2016


31.12.2015
Übrige Finanzanlagen 902 68 196 638 885 69
Derivate (aktiv) 5.900 2 5.883 15 8.607 1
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.393
1.393
1.360
Wertpapiere 7.871 5.370 2.501
7.437 6.290
Derivate (passiv) 4.797 1 4.796
8.015
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.336
1.336
2.356


scroll
Fair-Value-Hierarchie Stufe 2 Stufe 3
in Mio. €

Übrige Finanzanlagen 208 608
Derivate (aktiv) 8.549 57
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.360
Wertpapiere 1.147
Derivate (passiv) 7.994 21
Davon: in Sicherungsbeziehungen 2.356


Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der nach Stufe 3 zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente:

scroll
Finanzinstrumente der Stufe 3:

Veränderungen
Entwicklung im Jahr 2016 Stand:

01.01.2016
Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Erfolgswirksam Zahlungswirksam Stand:

30.06.2016
in Mio. €




Übrige Finanzanlagen 608 31 3 -4 638
Derivate (aktiv) 57 1 -4 -39 15
Derivate (passiv) 21
27 -48


scroll
Finanzinstrumente der Stufe 3:

Veränderungen
Entwicklung im Jahr 2015 Stand:

01.01.2015
Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Erfolgswirksam Zahlungswirksam Stand:

30.06.2015
in Mio. €




Übrige Finanzanlagen 555 9 -24 -7 533
Derivate (aktiv) 69
13 -34 48
Derivate (passiv) 4
11 -4 11


Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste von Finanzinstrumenten der Stufe 3 entfallen auf folgende Posten der Gewinn- und Verlustrechnung:

scroll
Finanzinstrumente der Stufe 3:





Erfolgswirksam erfasste Gewinne und Verluste Gesamt Jan - Jun 2016 Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden Gesamt Jan - Jun 2015 Davon: auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag nochgehalten wurden
in Mio. €



Umsatzerlöse 1 1 14 14
Materialaufwand -32 -32 -11 -11
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen 4 4 12 5
Beteiligungsergebnis -1 -1 -30 -1
Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten

-7

-28 -28 -22 7


Derivative Finanzinstrumente der Stufe 3 umfassen im Wesentlichen Energiebezugsverträge, die Handelsperioden betreffen, für die es noch keine aktiven Märkte gibt. Ihre Bewertung ist insbesondere von der Entwicklung der Gaspreise abhängig. Bei steigenden Gaspreisen erhöht sich bei sonst gleichen Bedingungen der beizulegende Zeitwert und umgekehrt. Eine Veränderung der Preisverhältnisse um +/-10% würde zu einem Anstieg des Marktwertes um 3 Mio. € bzw. zu einem Rückgang um 3 Mio. € führen.


Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Ausführungen zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag enthält die ergänzende Berichterstattung zu wesentlichen Ereignissen nach Ablauf des Berichtszeitraums.

BESCHEINIGUNG NACH PRÜFERISCHER DURCHSICHT

An die RWE Aktiengesellschaft, Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Veränderung des Eigenkapitals sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der RWE Aktiengesellschaft, Essen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2016, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlagebericht nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.


Essen, den 10. August 2016

PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

scroll
Michael Reuther Ralph Weiter
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


RECHTLICHER HINWEIS

Dieses Dokument enthält gewisse zukunftsgerichtete Aussagen im Sinne der US-Wertpapiergesetze. Insbesondere alle folgenden Aussagen: Prognosen über die Entwicklung des Umsatzes, der Erträge, des Ergebnisses je Aktie, der Investitionsausgaben, der Dividenden, der Kapitalstruktur oder sonstiger Finanzposten, Aussagen zu Plänen oder Zielen im Hinblick auf die zukünftige Geschäftstätigkeit oder die zukünftige Wettbewerbsposition, Erwartungen im Hinblick auf die zukünftige Wirtschaftsleistung sowie Aussagen zu Annahmen, die den vorstehenden Aussagen zugrunde liegen, sind zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind ebenfalls an Formulierungen wie "annehmen", "vermuten", "abschätzen", "beabsichtigen", "können", "wollen", "erwarten", "vorhaben", "prognostizieren", "sollten" und vergleichbaren Wendungen erkennbar. Sie spiegeln die Einschätzung des Managements von RWE aufgrund von aktuell bekannten Faktoren wider. Es kann nicht garantiert werden, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als zutreffend erweisen oder dass erwartete, prognostizierte Ergebnisse erreicht werden. Da sämtliche zukunftsgerichteten Aussagen mit verschiedenen Risiken und Unsicherheiten behaftet sind, können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von der prognostizierten Entwicklung abweichen. Zu den Risiken und Unsicherheiten zählen u. a. Änderungen im gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld und den geschäftlichen, politischen und rechtlichen Bedingungen, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Absatz- und Preisrisiken, die sich aus einem deregulierten Marktumfeld mit hoher Wettbewerbsintensität ergeben, Änderungen des Preises und der Verfügbarkeit von Rohstoffen, Risiken in Zusammenhang mit dem Energiehandel (z. B. Verlustrisiko bei unerwarteten, extremen Schwankungen der Marktpreise und Kreditrisiken, die sich dann ergeben, wenn Vertragspartner ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen), Handlungen von Konkurrenzunternehmen, die Anwendung neuer bzw. abgeänderter Rechnungslegungsstandards oder sonstiger bundesbehördlicher Bestimmungen, Änderungen bzw. die Nichteinhaltung von Gesetzen oder Vorschriften, insbesondere von solchen, die sich auf die Umwelt und die Wasserqualität beziehen (z. B. Einführung eines Preisregulierungssystems für die Nutzung des Stromnetzes im Sinne der Etablierung einer Regulierungsbehörde für Strom und Gas bzw. die Einführung des Handels mit Treibhausgasen), Änderungen in der Regierungspolitik und den regulatorischen Maßnahmen in Bezug auf den Erwerb, die Veräußerung, die Wertminderung und die Abschreibung von Anlagen und Einrichtungen sowie den Betrieb und den Bau von Anlagen. Des Weiteren zählen zu diesen Risiken Produktionsstörungen oder -unterbrechungen aufgrund von Unfällen oder sonstigen unvorhergesehenen Ereignissen, Verzögerungen beim Bau von Betriebsanlagen, die Unmöglichkeit der Erlangung von erforderlichen behördlichen Genehmigungen für zukünftige Transaktionen bzw. die Erlangung der Genehmigungen zu akzeptablen Bedingungen, die Unmöglichkeit der erfolgreichen Eingliederung von neuen Unternehmen in den RWE-Konzern und der Hebung von Synergien aus einer solchen Eingliederung und schließlich die potenzielle Haftung für Abhilfemaßnahmen gemäß bestehenden bzw. zukünftigen Umweltvorschriften und der möglichen Haftung aus anhängigen oder zukünftigen Gerichtsprozessen. Zukunftsgerichtete Aussagen berücksichtigen ausschließlich den Sachstand an dem Tag, an dem sie gemacht werden. RWE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben. Zusätzliche Informationen zu Risiken können dem jüngsten Geschäftsbericht von RWE bzw. sonstigen jüngsten Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie den auf der Internetseite von RWE veröffentlichten Inhalten entnommen werden.

Dieses Dokument stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung, ein Angebot zum Kauf von Wertpapieren abzugeben, dar. Dieses Dokument und die Informationen, die in ihm enthalten sind, dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder einen Prospekt dar noch beinhalten sie ein Angebot zum Verkauf von Wertpapieren in den USA oder eine Aufforderung, ein Angebot zum Kauf von Wertpapieren in den USA abzugeben. Hierin erwähnte Wertpapiere sind nicht und werden auch in Zukunft nicht gemäß den Bestimmungen des U.S. Securities Act von 1933 in der geltenden Fassung ("U.S. Securities Act") oder gemäß den in irgendeinem Bundesstaat der Vereinigten Staaten geltenden Gesetzen registriert. Ohne eine solche Registrierung dürfen diese Wertpapiere nicht angeboten, verkauft oder in sonstiger Weise übertragen werden, mit Ausnahme von Wertpapieren, die gemäß einer Ausnahme von den Registrierungserfordernissen des U.S. Securities Act angeboten und verkauft werden. Weder die Gesellschaft noch ihre Gesellschafter oder Tochtergesellschaften beabsichtigen eines der hierin genannten Wertpapiere in den USA zu registrieren. Weder Geld, Wertpapiere noch eine andere Form der Gegenleistung wird ersucht. Diese und andere Formen der Gegenleistung werden im Falle einer Zusendung aufgrund der hierin enthaltenen Informationen nicht angenommen.

Dieses Dokument stellt weder eine Angebotsunterlage noch ein Angebot von Wertpapieren an die Allgemeinheit im Vereinigten Königreich dar, auf die § 85 des U.K. Financial Services and Markets Act 2000 Anwendung findet, und darf nicht als Empfehlung an irgendeine Person für die Zeichnung oder den Kauf von Wertpapieren im Rahmen des Angebots verstanden werden. Dieses Dokument wird nur übermittelt an (i) Personen, die sich außerhalb des Vereinigten Königreichs befinden; (ii) Personen, die Branchenerfahrung mit Investitionen im Sinne von Artikel 19 (5) der U.K. Financial Services and Markets Act 2000 (Financial Promotion) Order 2005 (in ihrer jetzigen Fassung) (die "Order") haben, oder (iii) "high net worth companies, unincorporated associations" und andere Körperschaften, die von Artikel 49 (2) (a) bis (d) der Order erfasst sind (nachfolgend werden die vorgenannten Personen als "Relevante Personen" bezeichnet). Jede Person, die keine Relevante Person ist, darf nicht auf der Grundlage dieser Mitteilung oder ihres Inhalts tätig werden oder auf diese vertrauen. Jede Investition oder Investitionstätigkeit, auf die sich diese Mitteilung bezieht, steht nur Relevanten Personen zur Verfügung und wird nur mit Relevanten Personen unternommen. Weder dieses Dokument noch Teile davon dürfen ohne vorherige Zustimmung der Gesellschaft veröffentlicht, wiedergegeben, verteilt oder in sonstiger Weise Dritten zur Verfügung gestellt werden.

FINANZKALENDER 2016/2017

scroll
14. November 2016 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2016
14. März 201 7 Bericht über das Geschäftsjahr 2016
27. April 2017 Hauptversammlung
3. Mai 2017 Dividendenzahlung
15. Mai 2017 Zwischenbericht über das erste Quartal 2017
14. August 2017 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2017
14. November 2017 Zwischenbericht über die ersten drei Quartale 2017


Der vorliegende Bericht ist am 11. August 2016 veröffentlicht worden.

RWE Aktiengesellschaft

Opernplatz 1

45128 Essen

T +49 201 12-00

F +49 201 12-15199

| www.rwe.com

Investor Relations

T +49 201 12-15025

F +49 201 12-15033

| www.rwe.com/ir

E invest@rwe.com