RWE AktiengesellschaftEssenZwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2022Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2022Bereinigtes Nettoergebnis in den ersten drei Quartalen
auf 2,1 Mrd.€ gestiegen // Ergebnisprognose für
das Gesamtjahr bekräftigt // Wachstumsschub in den
USA: Übernahme des Erneuerbare-Energien-Geschäfts
von Con Edison vereinbart // Einigung mit der
Bundesregierung auf vorzeitigen sozialverträglichen
Braunkohleausstieg im Jahr 2030
LageberichtAuf einen Blickscrollen
1 Angepasste Vorjahreswerte (siehe
Erläuterung in Tabellen-Fußnote 1 auf Seite 8).
Wesentliche EreignisseRWE beschleunigt Wachstum in den USA: Konzern wird Erneuerbare-Energien-Geschäft von Con Edison übernehmen.Anfang Oktober haben wir mit dem Energiekonzern Con
Edison vereinbart, dass wir sämtliche Anteile an
dessen Tochtergesellschaft Con Edison Clean Energy
Businesses (Con Edison CEB) erwerben, einem der
führenden Erneuerbare-Energien-Unternehmen in den USA.
Con Edison CEB verfügt über
Stromerzeugungskapazitäten von 3,1 GW; etwa 90% davon
sind Solaranlagen. Hinzu kommt eine Entwicklungspipeline
für mehr als 7 GW Erzeugungsleistung. Die Transaktion
gibt unserem Wachstum in den USA zusätzlichen Schub:
Mit dem Portfolio von Con Edison CEP rücken wir dort
zur Nr.4 bei den erneuerbaren Energien und zur Nr.2 auf dem
Gebiet der Photovoltaik auf. Die Vereinigten Staaten
zählen zu den am schnellsten expandierenden
Erneuerbare-Energien-Märkten. Erst vor Kurzem hat die
Biden-Regierung die Weichen dafür gestellt, dass es
dort weiterhin attraktive und stabile Rahmenbedingungen
für Investitionen in grüne Technologien gibt.
Der Erwerb von Con Edison CEB muss noch behördlich
genehmigt werden und wird voraussichtlich in der ersten
Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen. Dem vereinbarten
Kaufpreis liegt ein Unternehmenswert von 6,8 Mrd. US$
zugrunde. Die Akquisition finanzieren wir teilweise durch
Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe an eine
Tochtergesellschaft der Qatar Investment Authority (QIA).
Die Anleihe hat einen Nennbetrag von 2.428 Mio.€. Sie
muss innerhalb von zwölf Monaten in neue RWE-Aktien
gewandelt werden. QIA wird dann mit 9,1% an der RWE AG
beteiligt sein. Auf unsere Ausschüttungspolitik hat
die Kapitalerhöhung keinen Einfluss. Der Vorstand der
RWE AG strebt weiterhin eine Dividende für das
Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 0,90€ je
Aktie an.
Erfolgreicher Einstieg ins polnische Photovoltaik-Geschäft.Ende August haben wir Alpha Solar, einen polnischen
Entwickler von Photovoltaik-Projekten, übernommen.
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Durch den Erwerb erhalten wir eine Projektpipeline für
den Bau von Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von
3 GW. Die Vorhaben von Alpha Solar sind über ganz
Polen verteilt und befinden sich in unterschiedlichen
Entwicklungsstadien. Neben den Projekten übernehmen
wir auch ein 60-köpfiges Team, das uns mit seinem
Know-how und seiner lokalen Verankerung bei der Umsetzung
unserer ambitionierten Wachstumspläne in Polen
unterstützen wird.
RWE verständigt sich mit Bundesregierung auf Kohleausstieg 2030.Anfang Oktober haben wir uns mit dem Bund und dem Land
Nordrhein-Westfalen darauf verständigt, dass wir
unsere Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier bereits
2030 beenden werden. Das ist acht Jahre früher, als es
der aktuelle gesetzliche Ausstiegsfahrplan vorsieht. Wir
werden dafür keine zusätzlichen Kompensationen
erhalten. Das heißt, es bleibt bei der im
Kohleausstiegsgesetz von 2020 festgelegten
Entschädigungssumme von 2,6 Mrd.€, die allerdings
noch von der EU-Kommission genehmigt werden muss. Durch das
Vorziehen des Braunkohleausstiegs werden rund 280 Mio.
Tonnen Kohle nicht mehr gefördert und verstromt. Wir
leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der
deutschen und der internationalen Klimaschutzziele. Auf der
Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 hat sich die
Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, den Anstieg der
globalen Durchschnittstemperatur gegenüber dem
vorindustriellen Niveau auf deutlich unter zwei Grad
Celsius zu begrenzen. Unser Handeln stand schon bisher im
Einklang damit, wie uns die unabhängige Science Based
Targets Initiative Ende 2020 offiziell bestätigte. Mit
dem Vorziehen des Braunkohleausstiegs legen wir den
Grundstein dafür, künftig auch dem
ambitionierteren 1,5-Grad-Ziel der Pariser Klimakonferenz
zu entsprechen.
Damit ein früherer Kohleausstieg möglich wird,
bedarf es eines raschen Zubaus von Windparks, Solaranlagen,
Speichern und gesicherter Leistung in Form von modernen
Gaskraftwerken, die perspektivisch mit Wasserstoff
betrieben werden können. Wir wollen unser
Erneuerbare-Energien-Portfolio in Nordrhein-Westfalen auf 1
GW aufstocken. Als Standorte dafür bieten sich u.a.
rekultivierte Tagebauflächen im Rheinischen Revier an.
Außerdem beabsichtigen wir den Bau
wasserstofffähiger Gaskraftwerke mit einer
Gesamtleistung von 3 GW, sofern die Wirtschaftlichkeit
gegeben ist. Die Anlagen sollen größtenteils an
bisherigen Kohlekraftwerksstandorten in Nordrhein-Westfalen
entstehen. Falls energiewirtschaftlich geboten, kann die
Bundesregierung veranlassen, dass wir im März 2030
unsere drei modernsten Braunkohleblöcke mit einer
Gesamtleistung von 3 GW in eine Reserve
überführen, ehe wir sie Ende 2033 endgültig
stilllegen. Diese Entscheidung muss spätestens Ende
2026 getroffen werden.
Parallel zur Vereinbarung über den vorzeitigen
Braunkohleausstieg hat die Bundesregierung entschieden,
dass wir die beiden Kraftwerksblöcke Neurath D (607
MW) und Neurath E (604 MW) über den bisherigen
gesetzlichen Stilllegungszeitpunkt 31. Dezember 2022 hinaus
weiterbetreiben sollen. Damit will sie erreichen, dass
weniger Erdgas für die Erzeugung von Strom eingesetzt
werden muss. Die Schließung der beiden Blöcke
wird bis zum 31. März 2024 ausgesetzt. Außerdem
behält sich die Bundesregierung vor, bis Ende 2023
über eine weitere Laufzeitverlängerung oder eine
Überführung in eine Kraftwerksreserve zu
entscheiden. Beide Maßnahmen wären bis zum 31.
März 2025 befristet.
Für viele Beschäftigte bei RWE ist der
vorgezogene Braunkohleausstieg eine Entscheidung von
großer Tragweite. Während kurzfristig mehr
Personal benötigt wird, um in der aktuellen
Energiekrise zusätzliche Braunkohlekraftwerke zu
betreiben, wird sich der Personalabbau zum Ende des
Jahrzehnts beschleunigen. Für die Betroffenen sind -
wie schon bisher - umfassende Ausgleichsmaßnahmen
vorgesehen, z. B. Vorruhestandsregelungen und ein
staatliches Anpassungsgeld. Jüngere Menschen erhalten
die Möglichkeit, sich weiterzubilden und neue
zukunftsfähige Aufgaben innerhalb oder außerhalb
des Konzerns zu übernehmen.
Gesetzliche Vorgabe zur Einsparung von Gas: RWE reaktiviert drei Braunkohleblöcke.Anfang Oktober sind unsere drei Braunkohleblöcke
Niederaußem E und F sowie Neurath C wieder in Betrieb
gegangen. Die Anlagen mit einer Gesamtleistung von 0,9 GW
waren 2018 bzw. 2019 in die gesetzliche
Sicherheitsbereitschaft überführt worden und
hatten seitdem keinen Strom mehr produziert. Ihre
Reaktivierung erfolgte im Rahmen des deutschen
Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes, das im Juli 2022 in
Kraft trat. Nach dem Gesetz sollen Kohle- und
Ölkraftwerke übergangsweise in den Markt
zurückkehren, um das Einsparen von Erdgas zu
ermöglichen. Betroffen sind Anlagen mit einer
Gesamtleistung von 10 GW, die nicht mehr am regulären
Strommarkt teilgenommen haben, weil sie als
Reservekraftwerke dienten oder stillgelegt werden sollten.
Die Wiederinbetriebnahme der Braunkohleblöcke ist in
einer Ende September erlassenen Verordnung geregelt und
zunächst bis Mitte 2023 befristet.
Deutsche Kernkraftwerke sollen dreieinhalb Monate länger am Netz bleiben.Angesichts einer drohenden Energieknappheit im kommenden
Winter hat Bundeskanzler Scholz angekündigt, dass die
drei verbliebenen deutschen Kernkraftwerke noch bis Mitte
April 2023 am Netz bleiben sollen. Nach dem Atomgesetz
müssten sie eigentlich Ende 2022 den Leistungsbetrieb
einstellen. Betroffen sind die Blöcke Neckarwestheim 2
und Isar 2 sowie das RWE-Kraftwerk Emsland. Die Anlagen
sollen nicht mit neuen Brennelementen beladen, sondern im
Streckbetrieb gefahren werden. Unser Kraftwerk Emsland
könnte im Verlängerungszeitraum etwa 1,7 TWh
Strom erzeugen.
Bundesregierung rückt von Gasumlage ab.Die Bundesregierung hat Ende September die
Gaspreisanpassungsverordnung aufgehoben. Sie sah eine
zeitlich befristete Umlage von 2,4 Cent je kWh für
Gasendkunden vor. Die Verordnung sollte ursprünglich
zum 1. Oktober wirksam werden. Die Einnahmen sollten
Unternehmen zugutekommen, die aufgrund russischer
Importausfälle erhebliche Mehrkosten für die
Ersatzbeschaffung von Gas tragen mussten. Auch uns
hätten Mittel aus der Umlage zugestanden. Allerdings
haben wir angekündigt, die Hilfen nicht in Anspruch zu
nehmen. Als Ersatz für die Umlage plant die
Bundesregierung nun individuelle Maßnahmen für
angeschlagene Gasimporteure.
EU legt Eckpunkte einer Sonderabgabe für Stromerzeuger fest.Die hohen Energie- und Rohstoffpreise infolge der
Ukraine-Krise beschäftigen weiterhin die politischen
Akteure der EU. Ende September haben sich die
Europäische Kommission und der Ministerrat über
die Eckpunkte einer bis Mitte 2023 befristeten Sonderabgabe
auf die zuletzt stark gestiegenen Markterlöse von
Stromerzeugern geeinigt - und damit einen Rahmen für
einzelstaatliche Maßnahmen geschaffen. Mit den
Einnahmen sollen Entlastungen für Haushalte und
Unternehmen finanziert werden, die unter den hohen
Energiekosten leiden. Das EU-Modell sieht vor, dass die
Länder Preisobergrenzen definieren und die
darüber hinausgehenden Einnahmen ganz oder
größtenteils abschöpfen können.
Allerdings sollen nur solche Erzeugungstechnologien von der
Abgabe betroffen sein, die sich durch niedrige variable
Kosten und dementsprechend hohe Margen auszeichnen. Dazu
zählen insbesondere Laufwasser-, Braunkohle- und
Kernkraftwerke sowie Windparks und Solaranlagen. Auch Strom
aus Steinkohle kann der Abgabe unterliegen, falls die
Einzelstaaten es für sinnvoll halten. Gaskraftwerke
sind dagegen ausgenommen. Das ergibt sich aus den teilweise
extrem hohen Brennstoffkosten dieser Anlagen. Nach den
Vorstellungen der EU könnte die Abgabe oberhalb eines
Strompreises von 180€/MWh greifen. Den Ländern
steht es aber frei, technologiespezifische Preisgrenzen
festzulegen, die von dem Richtwert abweichen. Zahlreiche
EU-Staaten, z. B. Deutschland und die Niederlande, haben
inzwischen mit der Ausarbeitung nationaler Regelungen
begonnen. Konkrete Beschlüsse lagen bei der
Aufstellung dieses Berichts aber noch nicht vor.
RWE beteiligt sich an LNG-Lieferungen für Schwimmterminals vor deutscher Küste.RWE, Uniper und die EnBW-Tochter VNG werden die
Lieferungen von Flüssiggas (LNG) für die neuen
Schwimmterminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven
organisieren. Das haben die Unternehmen und die
Bundesregierung Mitte August in einer
Absichtserklärung festgehalten. Bei den
Schwimmterminals (englisch: Floating Storage and
Regasification Units - FSRUs) handelt es sich um
Spezialschiffe, die das angelieferte LNG in einen
gasförmigen Zustand zurückverwandeln, sodass es
ins Netz eingespeist werden kann. Die beiden FSRUs sind von
RWE im Auftrag der Bundesregierung gechartert worden und
sollen bereits im Winter 2022/23 zur Absicherung der
deutschen Gasversorgung beitragen. Betreiber der Terminals
sind zunächst RWE (Brunsbüttel) und Uniper
(Wilhelmshaven). Später soll diese Aufgabe von einer
Zweckgesellschaft wahrgenommen werden. Die beiden 300 Meter
langen FSRUs ermöglichen die Einfuhr von mehr als 10
Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Sie machen die deutsche
Energieversorgung unabhängiger von leitungsgebundenen
Gasimporten und damit sicherer. Die erste LNG-Ladung mit
einem Volumen von 137.000 Kubikmetern wird voraussichtlich
Ende Dezember in Brunsbüttel eintreffen. Lieferant ist
die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Im September
haben wir mit ADNOC in einer Absichtserklärung
vereinbart, dass das Unternehmen mehrere Jahre lang LNG
nach Deutschland liefern wird.
Weitere wesentliche Ereignisse.Wichtige Ereignisse, die im Zeitraum von Januar bis
Anfang August 2022 eingetreten sind, haben wir bereits im
Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2022
dargestellt.
Anmerkungen zur BerichtsweiseKonzernstruktur mit fünf Segmenten.Bei der Darstellung des Geschäftsverlaufs von RWE
unterscheiden wir fünf Segmente, von denen die ersten
vier das Kerngeschäft bilden. Im Juni haben wir die
operative Verantwortung für unsere
Erneuerbare-Energien-Aktivitäten neu geregelt. Sie
liegt nun nicht mehr zentral bei RWE Renewables, sondern
ist auf drei Organisationseinheiten verteilt (siehe unten).
Auf die Berichtssegmente hat das keine Auswirkungen. Diese
lassen sich unverändert wie folgt abgrenzen:
1. Offshore Wind:Hier erfassen wir unser Geschäft mit der
Windstromerzeugung auf dem Meer. Geführt wird es nun
von RWE Offshore Wind.
2. Onshore Wind/Solar:Zu diesem Segment zählen unsere Aktivitäten
auf dem Gebiet der Windkraft an Land und der Solarenergie
sowie Teile unseres Batteriespeichergeschäfts. Je nach
Kontinent liegt die Zuständigkeit dafür fortan
bei RWE Renewables Europe&Australia oder RWE Renewables
Americas.
3. Wasser/Biomasse/Gas:Hier ist die Stromerzeugung mit Laufwasser-,
Pumpspeicher-, Biomasse- und Gaskraftwerken gebündelt.
Außerdem enthält das Segment die
niederländischen Kraftwerke Amer 9 und Eemshaven, in
denen wir Steinkohle und Biomasse verstromen, sowie
einzelne Batteriespeicher. Die auf Projektmanagement und
Ingenieurdienstleistungen spezialisierte Gesellschaft RWE
Technology International und unsere 37,9%-Beteiligung am
österreichischen Energieversorger KELAG weisen wir
ebenfalls hier aus. Übergeordnete
Führungsgesellschaft in dem Segment ist RWE
Generation. Sie ist auch für die Ausgestaltung und
Umsetzung unserer Wasserstoffstrategie zuständig.
4. Energiehandel:Hauptbestandteil dieses Segments ist der Eigenhandel mit
energienahen Commodities. Verantwortet wird er von der
Konzerngesellschaft RWE Supply&Trading, die
außerdem als Zwischenhändler von Gas agiert,
Großkunden mit Energie beliefert und eine Reihe
weiterer handelsnaher Tätigkeiten ausübt. Zu dem
Segment gehören auch unsere deutschen und
tschechischen Gasspeicher.
5. Kohle/Kernenergie:Hier berichten wir über Aktivitäten, die wir
nicht zu unserem Kerngeschäft zählen. Dabei
handelt es sich in erster Linie um unser deutsches
Stromerzeugungsgeschäft mit den Energieträgern
Kohle und Kernkraft sowie um unsere
Braunkohleförderung im Rheinischen Revier westlich von
Köln. Außerdem enthält das Segment unsere
Anteile am niederländischen Kernkraftwerksbetreiber
EPZ (30%) und an der deutschen Gesellschaft URANIT (50%),
die mit 33% an der auf Uran-Anreicherung spezialisierten
Urenco beteiligt ist. Die genannten Aktivitäten und
Beteiligungen werden im Wesentlichen von RWE Power
verantwortet.
Konzerngesellschaften mit segmentübergreifenden
Aufgaben wie die Holding RWE AG werden im Kerngeschäft
unter der Position "Sonstige, Konsolidierung" erfasst.
Gleiches gilt für unsere Anteile am deutschen
Übertragungsnetzbetreiber Amprion (25,1%) und an E.ON
(15%), wobei wir die E.ON-Dividende im Finanzergebnis
ausweisen. Die Position enthält auch bilanzielle
Effekte aus der Konsolidierung von Konzernaktivitäten.
Umstellung auf "bereinigtes Finanzergebnis".Mit Wirkung zum laufenden Geschäftsjahr haben wir
die Darstellung des Finanzergebnisses methodisch angepasst.
In der Vergangenheit enthielt diese Kennzahl
ausschließlich unbereinigte Komponenten. Dadurch
wurde das Finanzergebnis allerdings durch
Sondersachverhalte beeinflusst, die eine Beurteilung der
wirtschaftlichen Entwicklung im Betrachtungszeitraum
erschwerten. Ein Beispiel dafür sind Einmaleffekte aus
Anpassungen der Diskontierungszinssätze, die wir bei
der Ermittlung der Kernenergie- oder
Bergbaurückstellungen zugrunde legen. Solche
Sondersachverhalte werden nun nicht mehr im Finanzergebnis,
sondern im neutralen Ergebnis ausgewiesen, was der
Vorgehensweise beim (bereinigten) EBIT entspricht. Um das
begrifflich zu verdeutlichen, sprechen wir vom "bereinigten
Finanzergebnis". In der Tabelle zum neutralen Ergebnis
führen wir nun zusätzlich die Position
"Bereinigungssachverhalte Finanzergebnis" auf. Aus
Gründen der Vergleichbarkeit stellen wir auch die
Vorjahreswerte nach der neuen Methodik dar.
Umgliederung von Bewertungseffekten aus Währungsderivaten ins neutrale Ergebnis.Temporäre Gewinne und Verluste, die sich aus der
Bewertung von zu Sicherungszwecken eingesetzten
Währungsderivaten ergeben, weisen wir aus
Konsistenzgründen nicht mehr im bereinigten
Finanzergebnis, sondern im neutralen Ergebnis aus. Dort
sind sie in der Position "Bereinigungssachverhalte
Finanzergebnis" enthalten. Die neue Zuordnung erfolgt
erstmals im vorliegenden Zwischenabschluss. Zum Zweck der
Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte entsprechend
angepasst. Neben dem bereinigten Finanzergebnis und dem
neutralen Ergebnis ist auch das bereinigte Nettoergebnis
von den Anpassungen betroffen.
Zukunftsbezogene Aussagen.Die vorliegende Zwischenmitteilung enthält
Aussagen, die sich auf die künftige Entwicklung des
RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie der
wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen
beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar.
Wir haben sie auf Basis aller Informationen getroffen, die
uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments zur
Verfügung standen. Dennoch besteht die
Möglichkeit, dass die tatsächlichen Entwicklungen
von den Prognosen abweichen - etwa wenn sich die zugrunde
gelegten Annahmen als unzutreffend erweisen oder
unvorhergesehene Risiken eintreten. Für die
Korrektheit zukunftsbezogener Aussagen können wir
daher keine Gewähr übernehmen.
Geschäftsentwicklungscrollen
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1 Die Zahlen enthalten keine Bezüge mehr
aus Stromerzeugungsanlagen, die uns nicht mehrheitlich
gehören, selbst wenn wir langfristige Nutzungsrechte
an den Anlagen haben. Die Vorjahreswerte, in denen solche
Bezüge noch enthalten waren, haben wir entsprechend
angepasst.
Stromerzeugung auf Vorjahreshöhe - deutliches Plus bei den erneuerbaren Energien.In den ersten drei Quartalen 2022 hat RWE 115.276 GWh
Strom erzeugt und damit etwa so viel wie 2021. Stark
gestiegen ist der Beitrag der erneuerbaren Energien zu
unserer StromProduktion. Bei der Windkraft konnten wir um
22% zulegen, u.a. wegen der Inbetriebnahme neuer
Erzeugungskapazitäten und günstigerer
Wetterverhältnisse als im windschwachen Vorjahr. Ein
weiterer Faktor war, dass wir unseren Anteil am britischen
Offshore-Windpark Rampion (400 MW) zum 1. April 2021 von
30,1% auf 50,1% erhöht haben und Rampion seither
vollkonsolidieren. Unsere deutschen Braunkohlekraftwerke
haben ebenfalls mehr Strom produziert - trotz
Kapazitätsreduktionen im Zuge des deutschen
Kohleausstiegs. Hintergrund ist, dass sich die
Marktbedingungen für diese Erzeugungstechnologie
verbessert haben. Einen deutlichen Rückgang
verzeichneten wir dagegen bei der Kernenergie, weil wir den
Block Gundremmingen C Ende vergangenen Jahres im Rahmen des
deutschen Atomausstiegs vom Netz genommen haben. Die
Auslastung unserer Gaskraftwerke war in Deutschland und den
Niederlanden marktbedingt niedriger, in
Großbritannien dagegen höher als 2021. Negativ
wirkte, dass die Anlage Claus C nahe Roermond vom 3. Januar
bis 19. April wegen eines Dampfturbinenschadens stillstand.
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Außenumsatz spiegelt stark erhöhte Energiepreise wider.Unser Umsatz mit konzernexternen Kunden belief sich auf
26.932 Mio.€, gegenüber 13.253 Mio.€ im
Vorjahreszeitraum. Erdgas- und Stromsteuer sind in diesen
Zahlen nicht eingerechnet. Die Erlöse mit unserem
Hauptprodukt Strom haben sich trotz kaum veränderter
Erzeugungsmengen auf 21.801 Mio.€ nahezu verdoppelt.
Zurückzuführen ist das auf massive
Preissteigerungen an den Energiemärkten. Aus dem
gleichen Grund waren unsere Gaserlöse mit 3.616
Mio.€ etwa dreieinhalb Mal so hoch wie vor einem Jahr.
Eine Kennzahl, die vor allem bei
nachhaltigkeitsorientierten Investoren auf Interesse
stößt, ist der Prozentsatz, den die Erlöse
aus Kohlestrom und sonstigen Kohleprodukten am
Konzernumsatz ausmachen. Im Berichtszeitraum betrug der
Anteil 18% (Vorjahr: 21%).
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Bereinigtes EBITDA deutlich über Vorjahr.In den ersten drei Quartalen 2022 erzielten wir ein
bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(bereinigtes EBITDA) von 4.127 Mio.€. Das sind 1.730
Mio.€ bzw. 72% mehr als im Vorjahreszeitraum. Im
Kerngeschäft hat sich das bereinigte EBITDA auf 3.494
Mio.€ mehr als verdoppelt. Zurückzuführen
ist das u.a. darauf, dass das Vorjahr von hohen Belastungen
infolge einer extremen Kältewelle in Texas
geprägt war (siehe Zwischenmitteilung über die
ersten drei Quartale 2021, Seite 10). Hinzu kamen eine
Reihe von Faktoren, die sich 2022 positiv niederschlugen,
z.B. die Inbetriebnahme neuer Windparks, günstigere
Windverhältnisse, höhere Strommargen und
zusätzliche Erträge aus der kurzfristigen
Optimierung des Kraftwerkseinsatzes. Im Energiehandel
konnten wir das bereits sehr hohe Vorjahresergebnis
deutlich übertreffen. Außerhalb des
Kerngeschäfts im Segment Kohle/Kernenergie hat sich
das bereinigte EBITDA auf 633 Mio.€ verringert
(Vorjahr: 720 Mio.€). Grund dafür war der Abbau
von Erzeugungskapazitäten, allen voran die
Schließung des Kernkraftwerks Gundremmingen C zum 31.
Dezember 2021.
Auf Ebene der Segmente zeigte sich die folgende
Ergebnisentwicklung:
Offshore Wind:scrollen
Onshore Wind/Solar:scrollen
Wasser/Biomasse/Gas:scrollen
Energiehandel:scrollen
Kohle / Kernenergie:scrollen
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Bereinigtes EBIT mehr als doppelt so hoch wie 2021.Das bereinigte EBIT des Konzerns ist um 1.626 Mio.€
auf 2.965 Mio.€ gestiegen. Vom bereinigten EBITDA
unterscheidet es sich dadurch, dass es die betrieblichen
Abschreibungen enthält. Diese lagen im
Berichtszeitraum bei 1.162 Mio.€ (Vorjahr: 1.058
Mio.€).
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1 Neu definierte Kennzahlen und angepasste
Vorjahreswerte (siehe Erläuterungen auf Seite 7).
Überleitung zum Nettoergebnis: Sondereinflüsse überlagern operative Entwicklung.Die Überleitung vom bereinigten EBIT zum
Nettoergebnis ist von Einmaleffekten geprägt. Der
durch sie verursachte Rückgang beim neutralen Ergebnis
überlagert die positive operative Entwicklung und
schlägt sich in einem gegenüber dem Vorjahr
deutlich verringerten Nettoergebnis nieder. Im Folgenden
stellen wir dar, wie sich die Einzelposten der
Überleitungsrechnung entwickelt haben.
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Unser bereinigtes Finanzergebnis lag mit -282 Mio.€
um 171 Mio.€ unter dem Vorjahresniveau. Wesentliche
Veränderungen traten bei folgenden Positionen auf:
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1 Neue Definition und teilweise angepasste
Vorjahreswerte (siehe Erläuterung auf Seite 7).
Das neutrale Ergebnis, in dem wir wesentliche nicht
operative oder aperiodische Sachverhalte erfassen, belief
sich auf -90 Mio.€ (Vorjahr: 2.231 Mio.€).
Bedeutende Vorgänge waren unter folgenden Positionen
zu verzeichnen:
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Das Ergebnis vor Steuern lag bei 2.593 Mio.€
(Vorjahr: 3.459 Mio.€). Die Ertragsteuern betrugen 329
Mio.€, was einer Steuerquote von 13% entspricht. Die
Quote liegt nahe am Planwert von 15%, den wir für 2022
unter Berücksichtigung der erwarteten Erträge in
unseren Märkten, der dort geltenden Steuersätze
und der Nutzung von Verlustvorträgen abgeleitet haben.
Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter waren mit 162
Mio.€ deutlich höher als im Vorjahreszeitraum (19
Mio.€), u.a. wegen gestiegener Erträge von
Offshore-Windparks, an denen Dritte Minderheitsanteile
halten. Das betraf in erster Linie Rampion (400 MW), Humber
Gateway (219 MW) und Rhyl Flats (90 MW) in
Großbritannien. Bei Rampion kommt hinzu, dass wir den
Windpark seit dem 1. April 2021 vollkonsolidieren und daher
2022 erstmals über den vollen Berichtszeitraum
Ergebnisanteile für die mit 49,9% beteiligten
Miteigentümer ausweisen.
Das Nettoergebnis des RWE-Konzerns betrug 2.102
Mio.€ (Vorjahr: 2.808 Mio.€). Bei 676,2 Millionen
ausstehenden RWE-Aktien entspricht das einem Ergebnis je
Aktie von 3,11€ (Vorjahr: 4,15€).
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte (siehe
Erläuterung auf Seite 7).
Bereinigtes Nettoergebnis auf 2.118 Mio.€ gestiegen.Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf 2.118
Mio.€ (Vorjahr: 1.025 Mio.€). Um es zu ermitteln,
haben wir das neutrale Ergebnis in der
Überleitungsrechnung herausgerechnet und anstelle der
tatsächlichen Steuerquote den bereits erwähnten
Planwert von 15% angesetzt. Die deutliche
Ergebnisverbesserung gegenüber 2021 ist im
Wesentlichen auf den guten operativen Geschäftsverlauf
zurückzuführen.
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1 In der Tabelle sind ausschließlich
zahlungswirksame Investitionen erfasst.
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1 In der Tabelle sind ausschließlich
zahlungswirksame Investitionen erfasst.
Investitionstätigkeit: Fokus auf Ausbau der erneuerbaren Energien.In den ersten drei Quartalen 2022 tätigten wir
Investitionen in Gesamthöhe von 3.169 Mio.€
(Vorjahr: 2.800 Mio.€). Für Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte setzten wir 2.099
Mio.€ ein. Das ist weniger als im Vorjahreszeitraum
(2.763 Mio.€), in dem hohe Ausgaben für den Bau
des Windparks Triton Knoll anfielen. Auch 2022 flossen noch
Mittel in dieses Projekt. Darüber hinaus investierten
wir in die künftigen Offshore-Windparks Kaskasi nahe
Helgoland und Sofia in der britischen Nordsee. Weitere
Ausgabenschwerpunkte waren Windkraft- und Solarprojekte in
den USA sowie der Bau eines Gaskraftwerks in Biblis, das
voraussichtlich Ende 2022 in Betrieb geht und zur
Stabilisierung des deutschen Stromnetzes beitragen soll.
Für Finanzanlagen gaben wir 1.070 Mio.€ aus
(Vorjahr: 37 Mio.€). Wichtigster Einzelposten war eine
Kapitaleinzahlung von 740 Mio.€ in unser
US-amerikanisches Gemeinschaftsunternehmen mit National
Grid Ventures. Die Mittel nutzten wir, um eine einmalige
Pachtgebühr von 1,1 Mrd. US$ für ein Areal in der
New Yorker Bucht zu bezahlen, auf dem wir
Offshore-Windkraftanlagen bauen wollen (siehe Bericht
über das erste Halbjahr 2022, Seite 10).
Von unseren Investitionen im Berichtszeitraum waren 83%
taxonomiefähig. Das heißt, dass die Mittel auf
Aktivitäten entfielen, die nach der neuen
EU-Taxonomie-Verordnung für eine Einstufung als
nachhaltig infrage kommen. Bei der Ermittlung des
Prozentsatzes wurden Gesamtinvestitionen von 2.829
Mio.€ zugrunde gelegt. Die Abweichung vom oben
angegebenen Betrag (3.169 Mio.€) erklärt sich
dadurch, dass auch nicht zahlungswirksame Vorgänge
taxonomierelevant sind und dass die
Finanzanlageinvestitionen unberücksichtigt bleiben.
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Operativer Cash Flow mit 1,3 Mrd.€ deutlich unter Vorjahr.Unser Cash Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit lag mit 1.254 Mio.€ weit
unter dem Niveau des Vorjahres (3.421 Mio.€). Ein
Grund dafür war, dass wir Gas zu extrem hohen
Marktpreisen gekauft und eingespeichert haben. Dies
spiegelte sich in der Veränderung des
Nettoumlaufvermögens wider. Darüber hinaus hatten
wir höhere Zahlungen für die Beschaffung von CO
2-Emissions-rechten zu leisten. Dabei machten
sich die gestiegenen Zertifikatpreise bemerkbar. Positiv
wirkte, dass sich der Saldo aus erhaltenen und gezahlten
Variation Margins für CommodityDerivate verbessert
hat. Variation Margins sind Sicherheitsleistungen, die
während der Laufzeit börsengehandelter
Terminkontrakte erbracht werden. Die daraus resultierenden
Liquiditätsveränderungen erfassen wir im
operativen Cash Flow. Andere Sicherheitsleistungen wie
Initial Margins und Collaterals werden im Cash Flow aus der
Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.
Trotz unserer hohen Ausgaben für Sach- und
Finanzanlagen, sind uns durch die
Investitionstätigkeit 472 Mio.€ zugeflossen
(Vorjahr: Mittelabfluss von 2.446 Mio.€).
Ausschlaggebend dafür waren Einnahmen, die wir durch
den Verkauf von Wertpapieren erzielten.
Die Finanzierungstätigkeit führte zu einem
Liquiditätsabfluss in Höhe von 4.301 Mio.€
(Vorjahr: 2.201 Mio.€). Im Berichtszeitraum mussten
wir beträchtliche Zahlungen für Initial Margins
und Collaterals leisten. Initial Margins sind
Sicherheitsleistungen, die einmalig bei Abschluss
börsengehandelter Terminkontrakte zu stellen sind,
während Collaterals der Besicherung
außerbörslicher Transaktionen dienen. Weitere
Mittelabflüsse (849 Mio.€) ergaben sich durch
unsere Ausschüttungen an RWE-Aktionäre und
Minderheitsgesellschafter. Dem standen Einnahmen in
Höhe von 3.230 Mio.€ aus Anleihenemissionen
gegenüber. Außerdem haben wir Commercial Paper
begeben und Bankdarlehen in Anspruch genommen.
Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der
Geschäfts-, Investitions- und
Finanzierungstätigkeit hat sich unser
Liquiditätsbestand um 2.518 Mio.€ verringert.
Zieht man vom Cash Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit die Investitionen ab und
addiert die Einnahmen aus Desinvestitionen und
Anlagenabgängen, erhält man den Free Cash Flow.
Dieser ist um 3.046 Mio.€ auf -1.833 Mio.€
gesunken.
Nettoschulden in Höhe von 360 Mio.€.Für den 30. September 2022 weisen wir Nettoschulden
in Höhe von 360 Mio.€ aus. Ende 2021
verfügten wir dagegen noch über ein
Nettovermögen in betragsmäßig gleicher
Höhe. Ein wesentlicher Grund für diese
Entwicklung ist unser negativer Free Cash Flow.
Schuldenmindernd wirkte, dass sich die Marktzinsen
erhöht haben - und damit auch die
Diskontierungszinssätze für die Berechnung
unserer Rückstellungen. Die Verpflichtungsbarwerte
sind daher gesunken. Am meisten betroffen waren die
Pensionsrückstellungen, die sich um 1,2 Mrd.€
verringerten. Für ihre Ermittlung sind im vorliegenden
Zwischenabschluss Zinssätze von 3,9% (Deutschland)
bzw. 5,2% (Großbritannien) angesetzt worden,
gegenüber 1,1% bzw. 1,8% am Ende des vergangenen
Jahres. Gegenläufigen Einfluss auf die Höhe der
Pensionsrückstellungen hatte, dass sich das
Planvermögen, mit dem wir den Großteil unserer
Pensionsverpflichtungen decken, marktbedingt verringert
hat.
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Prognose 2022scrollen
1 Angepasster Wert (siehe Erläuterung auf
Seite 7).
RWE bekräftigt Ergebnisprognose.Unser Ergebnisausblick für das laufende
Geschäftsjahr entspricht dem Stand, den wir Mitte
August im Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2022
auf Seite 28 veröffentlicht haben. Somit werden wir
voraussichtlich besser abschneiden, als wir im März
prognostiziert hatten (siehe Geschäftsbericht 2021,
Seite 67 f.). Beim bereinigten EBITDA rechnen wir damit,
auf Konzernebene einen Wert von 5,0 Mrd.€ bis 5,5
Mrd.€ und im Kerngeschäft einen Wert von 4,3
Mrd.€ bis 4,8 Mrd.€ zu erreichen. Der bislang
sehr erfolgreiche Energiehandel und günstigere
Marktbedingungen in der Stromerzeugung spielen dabei eine
wichtige Rolle. Den EBITDA-Ausblick für die Segmente
können Sie der Tabelle oben entnehmen.
Bei betrieblichen Abschreibungen von rund 1,6 Mrd.€
ergibt sich für das bereinigte EBIT des Konzerns eine
Bandbreite von 3,4 Mrd.€ bis 3,9 Mrd.€. Mit der
Prognoseanpassung zur Jahresmitte haben wir neben der
günstigen operativen Entwicklung auch zusätzliche
Belastungen im bereinigten Finanzergebnis
berücksichtigt. Dieses veranschlagen wir nun auf rund
-450 Mio.€, u.a. wegen höherer Kosten für
die Liquiditätssicherung und eines gestiegenen
Fremdfinanzierungsvolumens. Bei den Ergebnisanteilen
anderer Gesellschafter erwarten wir inzwischen einen Wert
von rund 350 Mio.€. Das ergibt sich aus der
verbesserten operativen Ertragslage. Das bereinigte
Nettoergebnis wird damit voraussichtlich zwischen 2,1
Mrd.€ und 2,6 Mrd.€ liegen.
Sachinvestitionen deutlich über Vorjahr.Unsere Prognose zu den Investitionen ist gegenüber
März unverändert. Die Ausgaben für
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden
voraussichtlich wesentlich höher sein als 2021 (3.689
Mio.€), obwohl sie in den ersten drei Quartalen noch
rückläufig waren. Hintergrund ist, dass bei
einigen Windkraftprojekten ein großer Teil der
diesjährigen Investitionen im vierten Quartal
anfällt.
Leverage Factor: Obergrenze von 3,0 wird eingehalten.Ein wichtiger Indikator für unsere Finanzkraft ist
das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten
EBITDA des Kerngeschäfts (Leverage Factor). Wir haben
uns für den Leverage Factor eine Obergrenze von 3,0
gesetzt. Im Geschäftsjahr 2021 lag die Kennzahl unter
null. Trotz der hohen geplanten Investitionen gehen wir
davon aus, dass der Leverage Factor die Marke von 3,0 auch
Ende 2022 deutlich unterschreiten wird.
Stabile Dividende geplant.Der Vorstand der RWE AG strebt für das
Geschäftsjahr 2022 eine Gewinnausschüttung je
Aktie in Höhe von 0,90€ an. Dies entspricht der
Dividende, die wir für 2021 gezahlt haben.
Konzernzwischenabschluss (verkürzt)Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
1 Eine Darstellung der Umsatzerlöse nach
Produkten und Segmenten findet sich auf Seite 9f.
Gesamtergebnisrechnungscrollen
BilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Kapitalflussrechnungscrollen
Finanzkalender 2023scrollen
Die vorliegende Zwischenmitteilung ist am 10. November
2022 publiziert worden. Alle Veranstaltungen zur
Veröffentlichung von Finanzberichten und die
Hauptversammlung werden live im Internet übertragen.
Aufzeichnungen sind mindestens zwölf Monate lang
abrufbar.
RWE Aktiengesellschaft
www.rwe.com
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