RWE AktiengesellschaftEssenZwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2023Erfreuliche Entwicklung in den ersten drei Quartalen
2023: bereinigtes EBITDA des RWE-Konzerns auf 6,2 Mrd.
€ gestiegen // Ergebnisprognose für das
Gesamtjahr bekräftigt // RWE sichert sich
Stromabnahmevertrag für Offshore-Windkraftprojekt vor
der Küste von New York // Erfolge bei Versteigerungen
von Flächennutzungsrechten für
Offshore-Windkraftprojekte in der Nordsee und im Golf von
Mexiko
Auf einen Blickscrollen
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
3 Umgerechnet in Vollzeitstellen.
Wesentliche Ereignisse
RWE sichert sich Offshore-Windkraftgebiete in der
Nordsee und im Golf von Mexiko.
In Deutschland und den USA haben wir erfolgreich an
Versteigerungen von Flächennutzungsrechten für
Offshore-Windkraftprojekte teilgenommen. Im August gab uns
die Bundesnetzagentur den Zuschlag für die
Nordseegebiete mit den Bezeichnungen N-3.5 und N-3.6
(Nordseecluster B). Dort können Windparks mit einer
Gesamtleistung von 900 MW entstehen. Für die Vergabe
des Nutzungsrechts an uns mussten wir keine Zahlung
leisten. Die beiden Areale befinden sich etwa 50 Kilometer
nördlich der Insel Juist. Im Jahr 2021 hatten wir uns
bereits die in der Nachbarschaft gelegenen Flächen
N-3.7 und N-3.8 gesichert (Nordseecluster A), die Potenzial
für Windparks mit insgesamt 660 MW bieten. Bei
planmäßigem Projektfortschritt könnten die
Offshore-Windparks aus Nordseecluster A bereits 2027 mit
der kommerziellen Stromproduktion beginnen. Die beiden
Windparks des Nordseeclusters B würden zwei Jahre
später den Betrieb aufnehmen.
Ebenfalls im August konnten wir uns mit einem Gebot von
5,6 Mio. US$ ein potenzielles Windkraftgebiet im Golf von
Mexiko sichern. Dort können Erzeugungskapazitäten
von bis zu 2 GW entstehen. Das Areal liegt etwa 70
Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana
und weist Wassertiefen von zehn bis 20 Metern auf. Bei
planmäßigem Projektfortschritt und positiver
Investitionsentscheidung könnten wir dort Mitte der
kommenden Dekade einen Offshore-Windpark in Betrieb nehmen.
Louisiana hat sich unter Gouverneur John Bel Edwards zum
Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035
Offshore-Windkapazitäten von 5 GW zu schaffen.
Erfolg bei Auktion: New York wird Strom aus
Offshore-Windpark von RWE abnehmen. Bei der Umsetzung
unseres Offshore-Windkraftprojekts vor der Küste von
New York haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im
Oktober erhielten wir die vorläufige Zusage, dass uns
der Bundesstaat New York den Strom von Anlagen mit einer
Gesamtleistung von 1,3 GW zu den von uns angebotenen
Konditionen abnehmen wird. Vorausgegangen war eine Auktion,
bei der außer unserem noch zwei Offshore-Projekte von
Wettbewerbern zum Zuge kamen. Der gewichtete
durchschnittliche Stromabnahmepreis für diese drei
Vorhaben beträgt 145,07 US$ / MWh für 25 Jahre.
Der uns zugesagte Preis ist noch vertraulich. Wir rechnen
damit, den Abnahmevertrag in den kommenden Monaten
abschließen zu können. Bis zum Vorliegen der
Bau- und Betriebsgenehmigung unterliegt der vereinbarte
Preis noch Anpassungen, die sich u. a. nach der Entwicklung
bestimmter Preisindizes richten. Zuständig für
unser Windkraftprojekt vor der Küste von New York, das
den Namen "Community Offshore Wind" trägt, ist ein
Gemeinschaftsunternehmen, an dem wir mit 73 % beteiligt
sind und National Grid Ventures mit 27 %. Anfang 2022 hatte
sich das Joint Venture einen Pachtvertrag für ein
Areal gesichert, auf dem Anlagen mit einer
Gesamtkapazität von mehr als 3 GW entstehen
könnten. Für die ersten 1,3 GW haben wir uns nun
feste Abnahmekonditionen gesichert. Für weitere 1,3 GW
streben wir das bei einer laufenden Auktion im
US-Bundesstaat New Jersey an, deren Ergebnisse
voraussichtlich im ersten Quartal 2024 vorliegen. Bei
plangemäßem Projektfortschritt werden zum Ende
des Jahrzehnts die ersten Turbinen von Community Offshore
Wind in Betrieb gehen.
Tschechien: Netzbetreiber ČEPS erwirbt
Gasspeichergeschäft von RWE. Im September 2023
haben wir unsere Konzerngesellschaft RWE Gas Storage CZ an
den tschechischen Stromübertragungsnetzbetreiber
ČEPS verkauft. Der Preis lag bei 372 Mio. €, was
zu einem Buchgewinn von 128 Mio. € führte. Die
veräußerte Gesellschaft mit dem neuen Namen Gas
Storage CZ betreibt sechs unterirdische Gasspeicher mit
einem Volumen von 2,7 Mrd. m³ und ist damit
Marktführer in Tschechien. Sie zählte nicht mehr
zu unseren Kernaktivitäten. Unsere deutschen
Gasspeicher wollen wir dagegen behalten, zumal es sich
dabei um Salzkavernen handelt, die sich aufgrund ihrer
geologischen Beschaffenheit auch sehr gut für die
Speicherung von Wasserstoff eignen.
EU-Strommarktreform auf der Zielgeraden. Das
Europäische Parlament hat sich im September auf ein
Konzept für eine Strommarktreform geeinigt. Im Oktober
hat auch der EU-Ministerrat seine Vorstellungen
konkretisiert. Beide Seiten müssen nun im
Trilog-Verfahren mit der Europäischen Kommission einen
gemeinsamen Standpunkt festlegen, damit die Reform in ein
Gesetz gegossen werden kann. Eine Einigung soll noch vor
Jahresende erreicht werden. Ein Ziel der Reform ist der
beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien.
Außerdem will die EU den Einfluss der
Brennstoffpreise auf die Stromnotierungen verringern, der
2022 zu Rekordnotierungen an den Strombörsen
geführt hatte. Das Parlament und der Rat teilen die
Auffassung, dass an der Preisbildung im Strommarkt -
gesteuert von Angebot und Nachfrage - keine grundlegenden
Änderungen vorgenommen werden sollen. Um die
Marktrisiken für Investitionen in erneuerbare Energien
oder Kernkraft zu verringern, wollen sie verstärkt auf
sogenannte zweiseitige Differenzverträge
zurückgreifen. Solche Verträge garantieren den
Anlagenbetreibern eine fixe Vergütung: Liegt der
Preis, den sie am Markt erzielen, unter dem vertraglichen
Garantiepreis, können sie sich vom Staat die Differenz
erstatten lassen. Im umgekehrten Fall müssen sie
Zahlungen leisten. Uneinig sind sich Parlament und Rat
darüber, inwieweit Differenzverträge auch
für bestehende Anlagen infrage kommen sollen.
Unterschiedliche Auffassungen herrschen zudem im Hinblick
darauf, ob es den EU-Staaten erneut erlaubt werden soll,
bei extrem hohen Brennstoff- und Strompreisniveaus
übergangsweise die Erlöse von Energieerzeugern
abzuschöpfen. Das Parlament lehnt das ab, während
sich der Rat dafür ausspricht. Konsens herrscht
darüber, dass Kapazitätszahlungen in der EU
künftig eine größere Rolle spielen sollen.
Dabei handelt es sich um eine zweite
Vergütungskomponente neben den Stromerlösen. Sie
wird Betreibern verlässlich verfügbarer
Erzeugungseinheiten dafür gewährt, dass die
Anlagen am Markt teilnehmen und damit zur
Zuverlässigkeit der Energieversorgung beitragen.
Hintergrund ist, dass konventionelle Kraftwerke (z. B.
Gaskraftwerke) wegen des Ausbaus der erneuerbaren Energien
immer kürzere Einsatzzeiten haben. Dennoch werden sie
gebraucht, um die schwankenden Stromeinspeisungen aus
Windkraft- und Solaranlagen auszugleichen.
Drei RWE-Braunkohleblöcke kehren in den Markt
zurück. Anfang Oktober 2023 hat die
Bundesregierung per Verordnung festgelegt, dass unsere
Braunkohleblöcke Niederaußem E und F sowie
Neurath C auch im kommenden Winter am Netz sein sollen,
damit weniger Gas für die Stromerzeugung benötigt
wird. Die Verordnung basiert auf dem
Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz, das 2022 vor dem
Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der stark verringerten
russischen Gaslieferungen erlassen worden war. Nach dem
Gesetz, das bis Ende März 2024 befristet ist, sind
bereits im vergangenen Jahr Kohlekraftwerke und ein
Ölkraftwerk reaktiviert worden, um mögliche
Engpässe im Winter 2022 / 2023 abzufedern. Unsere
Braunkohleblöcke waren zunächst bis zum 30. Juni
2023 am Netz. Aufgrund der jüngsten Verordnung nehmen
sie nun wieder am regulären Markt teil. Ihre
Einsatzdauer ist bis Ende März 2024 befristet. Dann
legen wir sie endgültig still.
Niederlande: RWE soll für limitierte Kohlenutzung
im Jahr 2022 entschädigt werden. Die
niederländische Regierung hat Mitte September
beschlossen, uns mit 332 Mio. € für eine
Deckelung der Kohleverstromung im ersten Halbjahr 2022 zu
entschädigen. Die Beschränkung war Teil einer
2021 erlassenen Gesetzesnovelle zum Kohleausstieg. Danach
sollten die jährlichen CO
2-Emissionen durch den Kohleeinsatz in
Kraftwerken im Zeitraum von 2022 bis 2024 auf maximal 35 %
des in der jeweiligen Anlage theoretisch möglichen
Niveaus begrenzt werden. Den Betreibern wurden
Entschädigungen zugesagt. Wegen des UkraineKriegs und
der angespannteren Energieversorgungslage hat die
niederländische Regierung die 35 %-Grenze im Juni 2022
für unwirksam erklärt, sodass die
Beschränkung der Kohleverstromung nur knapp sechs
Monate bestand. Die jetzt beschlossene Kompensation steht
unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung
durch die EU-Kommission. Im Zwischenabschluss ist sie noch
nicht berücksichtigt.
Weitere wesentliche Ereignisse. Wichtige Ereignisse,
die im Zeitraum von Januar bis Anfang August 2023
eingetreten sind, haben wir bereits im Zwischenbericht
über das erste Halbjahr 2023 dargestellt.
Anmerkungen zur Berichtsweise
Konzernstruktur mit fünf Segmenten. Bei der
Darstellung unseres Geschäftsverlaufs unterscheiden
wir fünf Segmente, von denen die ersten vier unser
Kerngeschäft bilden. Die Segmente lassen sich wie
folgt abgrenzen:
1. Offshore Wind: Hier erfassen wir unser
Geschäft mit der Windkraft auf See. Geführt wird
es von RWE Offshore Wind.
2. Onshore Wind / Solar: Zu diesem Segment
zählen unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der
Windkraft an Land und der Solarenergie sowie Teile unseres
Batteriespeichergeschäfts. Je nach Kontinent liegt die
Zuständigkeit dafür bei RWE Renewables Europe
& Australia oder der in Amerika tätigen RWE Clean
Energy.
3. Wasser / Biomasse / Gas: Hier ist die
Stromerzeugung mit Laufwasser-, Pumpspeicher-, Biomasse-
und Gaskraftwerken gebündelt. Außerdem
enthält das Segment die niederländischen
Kraftwerke Amer 9 und Eemshaven, in denen wir Steinkohle
und Biomasse verstromen, sowie einzelne Batteriespeicher.
Die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen
spezialisierte Gesellschaft RWE Technology International
und unsere 37,9 %-Beteiligung am österreichischen
Energieversorger KELAG weisen wir ebenfalls hier aus.
Übergeordnete Führungsgesellschaft in dem Segment
ist RWE Generation. Sie ist auch für die Ausgestaltung
und Umsetzung unserer Wasserstoffstrategie zuständig.
4. Energiehandel: Hauptbestandteil dieses Segments
ist der Eigenhandel mit energie nahen Commodities.
Verantwortet wird er von RWE Supply & Trading. Die
Gesellschaft agiert außerdem als Zwischenhändler
von Pipeline-Gas und LNG, beliefert Großkunden mit
Energie und übt eine Reihe weiterer handelsnaher
Tätigkeiten aus. Ferner vermarktet sie den
Großteil unserer Stromproduktion und beschafft die
Brennstoffe und Emissionsrechte, die wir für die
Stromerzeugung benötigen. Zum Segment Energiehandel
gehören auch unsere Aktivitäten zum Aufbau von
LNG-Infra struktur und unser Gasspeichergeschäft.
5. Kohle / Kernenergie: Hier berichten wir über
Tätigkeiten, die wir nicht zu unserem
Kerngeschäft zählen. Dabei handelt es sich in
erster Linie um die Förderung, Verstromung und
Veredelung von Braunkohle im Rheinischen Revier westlich
von Köln. Hinzu kommen unsere verbliebenen
Aktivitäten auf dem Gebiet der Kernenergie, inklusive
der RWE-Anteile am niederländischen
Kernkraftwerksbetreiber EPZ (30 %) und an der deutschen
Gesellschaft URANIT (50 %), die mit 33 % an der auf
Uran-Anreicherung spezialisierten Urenco beteiligt ist. Die
operative Verantwortung in dem Segment ist bei RWE Power
angesiedelt.
Gesellschaften mit segmentübergreifenden Aufgaben
wie die Holding RWE AG und bilanzielle Effekte aus der
Konsolidierung von Konzernaktivitäten werden im
Kerngeschäft unter der Position "Sonstige,
Konsolidierung" erfasst. Darin enthalten sind auch unsere
Anteile am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion
(25,1 %) und an E.ON (15 %), wobei wir die E.ON-Dividende
im Finanzergebnis ausweisen.
Rückwirkende Anpassungen von Vorjahreszahlen.
Im Laufe des vergangenen Jahres bzw. Anfang 2023 haben wir
bestimmte ergebnisrelevante Sachverhalte in der
Überleitung vom bereinigten EBITDA zum Nettoergebnis
neu zugeordnet. Einige dieser Umgliederungen haben zur
Folge, dass wir in der vorliegenden Zwischenmitteilung
angepasste Vorjahreszahlen ausweisen. Die betreffenden
Ausweisänderungen und ihre Hintergründe stellen
sich wie folgt dar:
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Darüber hinaus gab es rückwirkende
Ausweisänderungen, die den Außenumsatz betrafen.
Sie werden im Folgenden erläutert:
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Zukunftsbezogene Aussagen. Der vorliegende
Zwischenbericht enthält Aussagen, die sich auf die
künftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner
Gesellschaften sowie der wirtschaftlichen und politischen
Rahmenbedingungen beziehen. Diese Aussagen stellen
Einschätzungen dar. Wir haben sie auf Basis aller
Informationen getroffen, die uns zum Zeitpunkt der
Erstellung dieses Dokuments zur Verfügung standen.
Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die
tatsächlichen Entwicklungen von unseren Erwartungen
abweichen, etwa wenn sich die zugrunde gelegten Annahmen
als unzutreffend erweisen oder unvorhergesehene Risiken
eintreten. Für die Korrektheit zukunftsbezogener
Aussagen können wir daher keine Gewähr
übernehmen.
Geschäftsentwicklungscrollen
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Rückläufige Stromproduktion - deutliches Plus
bei den erneuerbaren Energien. In den ersten drei
Quartalen 2023 hat RWE 96.476 GWh Strom erzeugt. Trotz
eines deutlichen Anstiegs bei den erneuerbaren Energien
lagen wir damit um 16 % unter dem Niveau, das wir im
gleichen Zeitraum des Vorjahres erreicht hatten. Die
Stromproduktion unserer deutschen Braunkohlekraftwerke,
unserer niederländischen
Steinkohle-Biomasse-Kraftwerke und unserer britischen
Gaskraftwerke hat sich marktbedingt verringert. Bei den
Braunkohleanlagen gab es zudem längere
wartungsbedingte Stillstandszeiten. Gesunken sind auch die
Erzeugungsmengen aus Kernenergie. Grund dafür ist,
dass unser letztes deutsches Kernkraftwerk Emsland im
Berichtszeitraum nur noch im Streckbetrieb lief und am 15.
April 2023 stillgelegt wurde.
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Unsere Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist um
26 % gestiegen. Vor allem auf dem Gebiet der Photovoltaik
konnten wir zulegen. Hintergrund ist, dass wir zum 1.
März 2023 den US-amerikanischen Energiekonzern Con
Edison Clean Energy Businesses übernommen haben und
ihn seither in unser Zahlenwerk einbeziehen. Nähere
Informationen über diese Transaktion finden Sie im
Bericht über das erste Halbjahr 2023 auf Seite 8. Bei
der Windkraft verzeichneten wir ein Plus von 8 %, u. a.
aufgrund günstigerer Wetterbedingungen. Außerdem
kam uns zugute, dass wir 2022 / 2023 einige große
Windparks in Betrieb genommen haben, allen voran Triton
Knoll (857 MW) vor der Ostküste Englands und Kaskasi
(342 MW) nahe Helgoland.
Stark verringerte Strom- und Gaserlöse. Unser
Außenumsatz (ohne Erdgas- und Stromsteuer) ist um 23
% auf 20.957 Mio. € zurückgegangen. Die
Stromerlöse sanken um 15 % auf 18.625 Mio. €, was
hauptsächlich auf die niedrigeren Erzeugungsmengen
zurückzuführen ist. Unsere Gaserlöse gingen
um 65 % auf 1.281 Mio. € zurück. Ausschlaggebend
dafür war, dass Erdgas im Berichtszeitraum wieder
deutlich unter den Rekordpreisen von 2022 gehandelt wurde.
Der Anteil kohlebasierter Erlöse am Konzernumsatz
lag mit 20 % in der Nähe des Vorjahresniveaus, obwohl
wir deutlich weniger Strom aus Braunkohle produziert haben
und der CO
2-Ausstoß dementsprechend
rückläufig war. Grund dafür ist, dass wir
insbesondere beim Terminverkauf des Stroms unserer
Braunkohlekraftwerke höhere Preise erzielen konnten
und der Mengeneffekt dadurch teilweise aufgewogen wurde.
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1 Ohne Erdgas- und Stromsteuer. Teilweise
angepasste Vorjahreswerte; siehe Erläuterung auf Seite
6.
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
Bereinigtes EBITDA um 82 % über Vorjahr. In den
ersten drei Quartalen 2023 erzielten wir ein bereinigtes
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(bereinigtes EBITDA) von 6.150 Mio. €. Damit lagen wir
um 2.764 Mio. € bzw. 82 % über dem Vorjahreswert.
Dieser wurde rückwirkend angepasst und enthält
nun auch die Wertberichtigung, die wir 2022 auf
Kohlebezugsverträge mit russischen Produzenten
vorgenommen haben (siehe Seite 5). Neben dem Wegfall dieser
Einmalbelastung trugen hohe Erträge aus der
kommerziellen Optimierung des Kraftwerkseinsatzes und eine
sehr gute Handelsperformance zum Ergebnisanstieg bei.
Außerdem profitierten wir von der Inbetriebnahme
neuer Wind- und Solarparks sowie der erstmaligen
Einbeziehung von Con Edison Clean Energy Businesses in
unser Zahlenwerk. Der unter "Sonstige, Konsolidierung"
erfasste Ergebnisbeitrag des deutschen
Übertragungsnetzbetreibers Amprion (RWE- Anteil: 25,1
%) fiel wegen eines Bundeszuschusses ungewöhnlich hoch
aus. Die staatlichen Mittel sollen Mehraufwendungen
für Systemdienstleistungen abdecken, die teilweise
noch in der Zukunft liegen.
Auf Ebene der Segmente zeigte sich folgende
Ergebnisentwicklung:
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
Bereinigtes EBIT auf 4,6 Mrd. € gestiegen.
Unser bereinigtes EBIT lag bei 4.626 Mio. €
gegenüber 2.223 Mio. € in den ersten neun Monaten
des Vorjahres. Vom bereinigten EBITDA unterscheidet es sich
durch die betrieblichen Abschreibungen, die sich im
Berichtszeitraum auf 1.524 Mio. € beliefen (Vorjahr:
1.162 Mio. €).
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
Überleitung zum Nettoergebnis von negativen
Einmaleffekten geprägt. Die Überleitung vom
bereinigten EBIT zum Nettoergebnis war in erster Linie von
einem Rückgang beim neutralen Ergebnis gekennzeichnet,
der u. a. durch außerplanmäßige
Abschreibungen im Braunkohlegeschäft verursacht wurde.
Im Folgenden stellen wir dar, wie sich die Posten der
Überleitungsrechnung entwickelt haben.
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Das bereinigte Finanzergebnis lag mit - 288 Mio. €
etwa auf dem Niveau des Vorjahres (- 283 Mio. €). Vom
gestiegenen Marktzinsniveau gingen unterschiedliche Effekte
aus, die sich annähernd saldierten. Im Einzelnen
ergaben sich folgende Veränderungen:
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
Das neutrale Ergebnis, in dem wir wesentliche nicht
operative oder aperiodische Sachverhalte erfassen, ist um
553 Mio. € auf 100 Mio. € gesunken. Seine
Hauptpositionen entwickelten sich wie folgt:
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Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 4.438 Mio.
€ (Vorjahr: 2.593 Mio. €). Die Ertragsteuern
summierten sich zu 542 Mio. €, was einer Steuerquote
von 12 % entspricht. Die Quote liegt unter dem Planwert von
20 %, den wir unter Berücksichtigung der erwarteten
Erträge in unseren Märkten, der dort geltenden
Steuersätze und der Nutzung von Verlustvorträgen
abgeleitet haben. Die Abweichung ergibt sich durch hohe,
steuerlich nicht relevante IFRS-Ergebnisbeiträge, die
insbesondere im Segment Energiehandel anfielen.
Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter sind um 73
Mio. € auf 89 Mio. € gesunken. Hauptursache
dafür waren rückläufige Erträge von
britischen Offshore-Windparks, an denen Dritte
Minderheitsanteile halten.
Unser Nettoergebnis, das die Ergebnisanteile der
RWE-Aktionäre wiedergibt, lag bei 3.807 Mio. €
und damit deutlich über dem Vorjahreswert (2.102 Mio.
€).
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1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe
Erläuterung auf Seite 5 f.
Bereinigtes Nettoergebnis auf 3,4 Mrd. €
gestiegen. Das bereinigte Nettoergebnis hat sich um
1.895 Mio. € auf 3.382 Mio. € erhöht. Um es
zu ermitteln, haben wir das neutrale Ergebnis in der
Überleitungsrechnung eliminiert und anstelle der
tatsächlichen Steuerquote den bereits erwähnten
Planwert von 20 % (Vorjahr: 15 %) angesetzt. Die deutliche
Verbesserung gegenüber 2022 ist auf den guten
operativen Geschäftsverlauf zurückzuführen.
Außerdem war das Vorjahresergebnis durch die
erwähnte Wertberichtigung auf Kohlebezugsverträge
mit russischen Produzenten belastet.
Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie belief sich auf
4,55 €. Dem Wert liegt eine Aktienzahl von 743,8 Mio.
Stück zugrunde. Die neuen Aktien aus der Wandlung der
im Vorjahr an Qatar Holding ausgegebenen
Pflichtwandelanleihe sind hier in voller Höhe
berücksichtigt. Im Zwischenabschluss zum 30. September
2022 war das bereinigte Nettoergebnis je Aktie (2,20
€) noch auf der Basis von 676,2 Mio. Aktien berechnet
worden.
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1 In der Tabelle sind ausschließlich
zahlungswirksame Investitionen erfasst.
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1 In der Tabelle sind ausschließlich
zahlungswirksame Investitionen erfasst.
Investitionstätigkeit: Fokus auf Ausbau der
erneuerbaren Energien. In den ersten drei Quartalen
2023 haben wir 8.245 Mio. € investiert - deutlich mehr
als im Vorjahreszeitraum (3.169 Mio. €). Unsere
Akquisitionen und Finanzanlageinvestitionen fielen mit
4.871 Mio. € ungewöhnlich hoch aus (Vorjahr:
1.070 Mio. €). Der Großteil der Mittel diente
dem Erwerb von Con Edison Clean Energy Businesses in den
USA sowie der Übernahme des britischen
Solarentwicklers JBM Solar und des niederländischen
Gaskraftwerks Magnum. Diese Transaktionen werden im Bericht
über das erste Halbjahr 2023 auf Seite 8 f. näher
erläutert. Für Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte haben wir 3.374 Mio. € eingesetzt
(Vorjahr: 2.099 Mio. €). Der überwiegende Teil
der Mittel floss in Windkraft- und Solarprojekte in Europa
und den USA. Größter Einzelposten war dabei der
Bau des britischen Nordsee-Windparks Sofia. Außerdem
investierten wir in den Aufbau von LNG- und Wasserstoff
infrastruktur in Deutschland.
Von den Investitionen im Berichtszeitraum waren 90 %
taxonomiekonform. Das heißt, dass die Mittel für
Aktivitäten eingesetzt wurden, die gemäß
EU-Taxonomie-Verordnung als nachhaltig einzustufen sind.
Bei der Ermittlung des Prozentsatzes haben wir
Gesamtinvestitionen von 9.909 Mio. € zugrunde gelegt.
Die Abweichung vom oben angegebenen Betrag (8.245 Mio.
€) erklärt sich dadurch, dass auch nicht
zahlungswirksame Vorgänge taxonomierelevant sind und
dass anstelle der Ausgaben für Akquisitionen die
daraus resultierenden Vermögenszugänge
berücksichtigt werden.
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Operativer Cash Flow auf 3,1 Mrd. € gestiegen.
Unser Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
betrug 3.109 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr (1.254
Mio. €) hat er sich deutlich erhöht. Dabei kam
die verbesserte operative Ertragslage zum Tragen.
Außerdem waren 2022 hohe Liquiditätsbelastungen
im Gasgeschäft eingetreten, die nun weggefallen sind:
Wegen der unsicheren Versorgungslage nach Ausbruch des
Ukraine-Kriegs hatten wir mehr Gas ein- als ausgespeichert
und für die Gasbezüge zum Teil extrem hohe Preise
gezahlt. Gedämpft wurde der Cash-Flow-Anstieg durch
preisbedingte Mehrausgaben für die Beschaffung von CO
2-Emissionsrechten.
Aus der Investitionstätigkeit ergab sich ein
Mittelabfluss in Höhe von 1.688 Mio. €, nachdem
uns im Vorjahreszeitraum noch 472 Mio. € zugeflossen
waren. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren
unsere Ausgaben für Sachanlagen, Finanzanlagen und
Akquisitionen. Dem standen beträchtliche Einnahmen aus
Wertpapierverkäufen gegenüber.
Auch die Finanzierungstätigkeit führte zu
einem Liquiditätsabfluss, und zwar in Höhe von
759 Mio. € (Vorjahr: 4.301 Mio. €). Hintergrund
ist, dass wir in beträchtlichem Umfang kurzfristige
Bankschulden abgelöst haben. Den Tilgungen standen
hohe Zuflüsse aus Initial Margins und Collaterals
gegenüber. Anders als Variation Margins sind diese
Sicherheitsleistungen im Cash Flow aus der
Finanzierungstätigkeit erfasst. Weitere Mittel
erhielten wir dadurch, dass wir im Februar 2023 zwei
grüne Anleihen über jeweils 0,5 Mrd. €
begeben haben.
Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der
Geschäfts-, Investitions- und
Finanzierungstätigkeit hat sich unser
Liquiditätsbestand um 739 Mio. € erhöht.
Zieht man vom Cash Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit die Investitionen ab und
addiert die Einnahmen aus Desinvestitionen und
Anlagenabgängen, erhält man den Free Cash Flow.
Dieser ist um 2.851 Mio. € auf - 4.684 Mio. €
gesunken.
Nettoschulden in Höhe von 6,2 Mrd. €.
Für den 30. September 2023 weisen wir Nettoschulden
von 6.159 Mio. € aus, nachdem wir das Jahr 2022 noch
mit einem Nettoguthaben von 1.630 Mio. € abgeschlossen
hatten. Das ist in erster Linie auf den Erwerb von Con
Edison Clean Energy Businesses zurückzuführen.
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Prognose 2023scrollen
1 Angepasster Wert; siehe Erläuterung auf
Seite 5 f.
RWE bekräftigt Ergebnisprognose vom Juli. Unser
Ergebnisausblick für das laufende Geschäftsjahr
entspricht dem Stand, den wir im Juli veröffentlicht
haben (siehe Bericht über das erste Halbjahr 2023,
Seite 25). Die Prognosezahlen können Sie der Tabelle
oben entnehmen. Beim bereinigten EBITDA rechnen wir
weiterhin damit, auf Konzernebene einen Wert von 7,1 bis
7,7 Mrd. € und im Kerngeschäft einen Wert von 6,3
bis 6,9 Mrd. € zu erreichen. Das bereinigte EBIT des
Konzerns veranschlagen wir auf 5,0 bis 5,6 Mrd. € und
das bereinigte Nettoergebnis auf 3,3 bis 3,8 Mrd. €.
Die Bandbreiten liegen deutlich über unseren
ursprünglichen Erwartungen (siehe
Geschäftsbericht 2022, Seite 63 f.). Gründe
dafür sind hohe Erträge aus der kommerziellen
Optimierung unserer Erzeugungsposition sowie unser bislang
sehr erfolgreiches Handels- und Gasgeschäft.
Sachinvestitionen deutlich über dem
Vorjahresniveau. Unsere Investitionen fallen wesentlich
höher aus als 2022 (4,5 Mrd. €). Hauptgrund
dafür ist die Akquisition von Con Edison Clean Energy
Businesses. Außerdem rechnen wir damit, deutlich mehr
für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
auszugeben. Die Mittel setzen wir hauptsächlich
für Windkraft-, Solar-, Batterie-, LNG- und
Wasserstoffprojekte ein. Größter Einzelposten
ist der Bau des britischen Nordsee-Windparks Sofia.
Leverage Factor: Obergrenze von 3,0 wird
eingehalten. Wie auf Seite 15 dargelegt, haben sich
unsere Nettoschulden in den ersten drei Quartalen 2023 auf
6,2 Mrd. € erhöht, nachdem sie zum 31. Dezember
2022 noch bei - 1,6 Mrd. € gelegen hatten. Für
das Jahresende 2023 rechnen wir mit einem Wert deutlich
über der Null-Marke. Gleiches gilt für den
Leverage Factor, der das Verhältnis der Nettoschulden
zum bereinigten EBITDA des Kerngeschäfts wiedergibt.
Allerdings wird der Leverage Factor aller Voraussicht nach
weit unter der Obergrenze von 3,0 liegen, die wir uns
für ihn gesetzt haben.
Dividende für das Geschäftsjahr 2023. Der
Vorstand der RWE AG strebt für das Geschäftsjahr
2023 unverändert eine Gewinnausschüttung je Aktie
in Höhe von 1,00 € an. Gegenüber der
Dividende für 2022 ist das ein Plus von 0,10 €.
Konzernzwischenabschluss (verkürzt)Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
4 Eine Darstellung der Umsatzerlöse nach
Produkten und Segmenten findet sich auf Seite 9.
Gesamtergebnisrechnungscrollen
BilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Kapitalflussrechnungscrollen
Finanzkalender 2023 / 2024scrollen
Die vorliegende Zwischenmitteilung ist am 14. November
2023 veröffentlicht worden. Alle Veranstaltungen zur
Veröffentlichung von Finanzberichten und die
Hauptversammlung werden live im Internet übertragen.
Aufzeichnungen sind mindestens zwölf Monate lang
abrufbar.
RWE Aktiengesellschaft
RWE Platz 1 45141 Essen
www.rwe.com
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