RWE AktiengesellschaftEssenZwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2024Normalisierte Ertragslage: Bereinigtes EBITDA von RWE in
den ersten drei Quartalen 2024 mit 4,0 Mrd. €
erwartungsgemäß deutlich unter dem hohen
Vorjahreswert // Leicht verbesserte Prognose für das
Gesamtjahr 2024: Bereinigtes EBITDA voraussichtlich in der
Mitte der Bandbreite von 5,2 bis 5,8 Mrd. € //
Erfolg bei der Versteigerung von
Flächennutzungsrechten für zwei
Offshore-Windkraftprojekte in der Nordsee
Auf einen Blickscrollen
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte, siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
KonzernzwischenlageberichtWesentliche EreignisseRWE erhält Zuschlag für zwei neue Windkraftstandorte in der deutschen Nordsee.Im August 2024 haben wir erfolgreich an einer
Versteigerung von Flächennutzungsrechten für
deutsche Offshore-Windkraftprojekte teilgenommen. Die
Bundesnetzagentur gab uns den Zuschlag für zwei
Nordseegebiete mit den Bezeichnungen N-9.1 und N-9.2. Die
Areale befinden sich mehr als 100 Kilometer nordwestlich
der Insel Borkum. Sie bieten Platz für
Erzeugungskapazitäten von jeweils 2 GW. Wir werden die
Projekte gemeinsam mit TotalEnergies entwickeln. Der
französische Konzern, mit dem wir bereits den
niederländischen Offshore-Windpark Oranje Wind
realisieren, hat sich im Oktober mit 50 % an den
Vorhaben beteiligt. Für das Recht auf die
Flächennutzung zahlen RWE und TotalEnergies insgesamt
250 Mio. €, davon 10 % bei Projektstart
und 90 % verteilt über die ersten 20
Betriebsjahre der Windparks. Die endgültigen
Investitionsentscheidungen sollen bis spätestens 2027
(N-9.1) bzw. 2028 (N-9.2) getroffen werden. Die Windparks
könnten dann bereits ab 2031 bzw. 2032 mit allen
Turbinen am Netz sein. Für ihren Strom erhalten wir
keine staatliche Preisgarantie. Bei der Auktion im August
2024 wurden insgesamt drei Offshore-Flächen
ausgeschrieben, die vom Bundesamt für Seeschifffahrt
und Hydrographie voruntersucht worden waren. Die
Konzessionen für die Gebiete haben eine Laufzeit von
25 Jahren und können auf 35 Jahre verlängert
werden.
Auktionserfolg für RWE: Garantiepreise für fünf britische Grünstromprojekte.In Großbritannien haben wir uns bei einer Auktion
staatliche Garantiepreise für zwei
Onshore-Windkraftprojekte und drei Photovoltaikprojekte
gesichert. Mit den Vorhaben wollen wir
Erzeugungskapazitäten von insgesamt 218 MW schaffen.
Die Ergebnisse der Ausschreibung wurden Anfang September
bekannt gegeben. Der im Auktionsverfahren ermittelte
Garantiepreis für den Strom der Onshore-Windparks
beträgt 50,90 £ / MWh,
während die Betreiber der neuen Solaranlagen
50,07 £ / MWh erhalten werden.
Die Zahlen beziehen sich auf das Preisniveau von 2012. Sie
unterliegen einer fortwährenden Inflationsanpassung,
sodass die tatsächliche Garantievergütung
wesentlich höher ausfällt.
In Großbritannien werden erneuerbare Energien
über einen als "Contract for Difference" (CfD)
bezeichneten Mechanismus gefördert. Liegt der Preis,
den die Anlagenbetreiber am Stromgroßhandelsmarkt
erzielen, unter dem im Auktionsverfahren festgelegten Wert,
wird ihnen die Differenz erstattet. Liegt er darüber,
müssen die Betreiber Zahlungen leisten.
RWE schließt langfristige Stromlieferverträge mit US-Unternehmen Meta und Rivian.Der Internetkonzern Meta wird uns den Strom aus den
Solarparks County Run Solar (274 MW) und Lafitte Solar (100
MW) abnehmen, die wir derzeit in den US-Bundesstaaten
Illinois und Louisiana errichten. Im August haben wir zwei
langfristige Lieferverträge mit dem Unternehmen
geschlossen. Im Oktober folgte ein 15-jähriger
Lieferkontrakt mit Rivian. Der amerikanische
Elektrofahrzeughersteller wird die Erzeugung unseres
texanischen 127-MW-Onshore-Windparks Champion Wind
erhalten, der gegenwärtig modernisiert wird. Damit
helfen wir dem Unternehmen dabei, sein Schnellladenetz zu
100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien zu
betreiben.
Weitere wesentliche Ereignisse.Über wichtige Ereignisse, die im Zeitraum von
Januar bis Juli 2024 eingetreten sind, haben wir bereits im
Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2024
informiert.
Anmerkungen zur BerichtsweiseKonzernstruktur mit fünf Segmenten.Bei der Darstellung unseres Geschäftsverlaufs
unterscheiden wir fünf Segmente, von denen die ersten
vier unser Kerngeschäft bilden. Gegenüber der
bisherigen Berichtsweise haben wir einige Anpassungen
vorgenommen, die zum 1. Januar 2024 wirksam wurden. Die
Segmente
Wasser / Biomasse / Gas und
Kohle / Kernenergie erhielten die neuen
Bezeichnungen "Flexible Erzeugung" bzw.
"Ausstiegstechnologien". Geändert wurde auch die
Zuordnung unserer Beteiligungen am niederländischen
Kernkraftwerksbetreiber EPZ (30 %) und an der
deutschen Gesellschaft URANIT (50 %), die bisher bei
Kohle / Kernenergie angesiedelt waren und nun
im Segment Flexible Erzeugung (EPZ) bzw. unter der Position
"Sonstige, Konsolidierung" (URANIT) ausgewiesen werden. Aus
Gründen der Vergleichbarkeit haben wir die
Vorjahreszahlen angepasst.
Die Segmente stellen sich somit nun wie folgt dar:
1. Offshore Wind:Hier erfassen wir unser Geschäft mit der Windkraft
auf See. Geführt wird es von RWE Offshore Wind.
2. Onshore Wind / Solar:Zu diesem Segment zählen unsere Aktivitäten
auf dem Gebiet der Windkraft an Land und der Solarenergie
sowie Teile unseres Batteriespeichergeschäfts. Je nach
Kontinent liegt die Zuständigkeit dafür bei RWE
Renewables Europe & Australia oder der in
Amerika tätigen Gesellschaft RWE Clean Energy.
3. Flexible Erzeugung (bisher: Wasser / Biomasse / Gas):Hier ist die Stromerzeugung mit Laufwasser-,
Pumpspeicher-, Biomasse- und Gaskraftwerken gebündelt.
Außerdem umfasst das Segment die
niederländischen Kraftwerke Amer 9 und Eemshaven, in
denen wir Steinkohle und Biomasse verstromen, sowie
einzelne Batteriespeicher. Ebenfalls darin enthalten sind
die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen
spezialisierte Gesellschaft RWE Technology International
sowie unsere Beteiligungen am österreichischen
Energieversorger KELAG (37,9 %) und an EPZ
(30 %). Übergeordnete Führungsgesellschaft
in dem Segment ist RWE Generation. Sie ist auch für
die Ausgestaltung und Umsetzung unserer
Wasserstoffstrategie zuständig.
4. Energiehandel:Hauptbestandteil dieses Segments ist der Handel mit
Strom, Pipeline-Gas, LNG und weiteren energienahen
Commodities. Verantwortet wird er von RWE
Supply & Trading. Die Gesellschaft hat
ein breites Tätigkeitsspektrum, zu dem auch das
Vertriebsgeschäft mit Großkunden, das
Gasspeichergeschäft und der Aufbau von
LNG-Infrastrukturen gehören. Außerdem
übernimmt sie Aufgaben für die
Erzeugungsgesellschaften des Konzerns: Dazu zählen die
externe Vermarktung der Stromproduktion und die
kurzfristige Optimierung des Kraftwerkseinsatzes, wobei die
Erträge aus diesen Aktivitäten den jeweiligen
Erzeugungsgesellschaften zufließen.
5. Ausstiegstechnologien (bisher: Kohle / Kernenergie):Hier berichten wir über Tätigkeiten, die nicht
zu unserem Kerngeschäft gehören. Dabei handelt es
sich in erster Linie um die Förderung, Verstromung und
Veredelung von Braunkohle im Rheinischen Revier sowie
unsere verbliebenen Aktivitäten auf dem Gebiet der
Kernenergie in Deutschland, die hauptsächlich den
sicheren Anlagenrückbau umfassen. Verantwortlich
für die genannten Aktivitäten ist RWE Power.
Gesellschaften mit segmentübergreifenden Aufgaben
wie die Holding RWE AG und bilanzielle Effekte aus der
Konsolidierung von Konzernaktivitäten sind im
Kerngeschäft unter der Position "Sonstige,
Konsolidierung" subsumiert. Ferner darin enthalten sind
unsere Anteile am deutschen Übertragungsnetzbetreiber
Amprion (25,1 %) und an E.ON (15 %), wobei
wir die E.ON-Dividende im Finanzergebnis ausweisen. Wie
bereits dargelegt, umfasst die Position auch unsere
50 %-Beteiligung an der Gesellschaft URANIT, die
33 % an der auf Uran-Anreicherung spezialisierten
Urenco hält.
Geänderter Ergebnisausweis bei den Ausstiegstechnologien.Ab dem laufenden Geschäftsjahr weisen wir für
unsere deutschen Braunkohle- und
Kernenergieaktivitäten kein bereinigtes EBITDA und
kein bereinigtes EBIT mehr aus, sondern zeigen die
operativen Gewinne und Verluste im neutralen Ergebnis. Um
die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen zu
gewährleisten, haben wir diese entsprechend angepasst.
Die geänderte Berichterstattung ergibt sich aus der
Art und Weise, wie wir die Ausstiegstechnologien steuern.
Wir orientieren uns dabei an einem bereinigten Cash Flow,
dessen Herleitung wir auf Seite 14 erläutern. Die
wirtschaftliche Entwicklung der Ausstiegstechnologien
stellen wir nun anhand dieser Kennzahl dar.
Anpassungen beim Ausweis von Variation Margins.Bei Bonitätsprüfungen wird den Funds from
Operations große Bedeutung beigemessen. Um die
Aussagefähigkeit dieser Kennzahl zu verbessern,
bereinigen die Ratingagenturen sie um Faktoren, die
temporäre Liquiditätsschwankungen verursachen,
z. B. um geleistete und erhaltene
Sicherheitsleistungen bei Börsentermingeschäften
(Variation Margins). Vor diesem Hintergrund haben wir uns
dazu entschieden, in den Funds from Operations keine
Variation Margins mehr zu erfassen. Diese werden ab 2024
vollständig unter der Position
"Zunahme / Abnahme des
Nettoumlaufvermögens" ausgewiesen, wo sie teilweise
bereits in der Vergangenheit enthalten waren. Die neue
Zuordnung ist rückwirkend in den Vorjahreszahlen
berücksichtigt worden.
Neue Bilanzierung der Kapazitätsreserve am Standort Gersteinwerk.Unsere Erdgas-Kombiblöcke F, G und K 1 am
Standort Gersteinwerk in Werne (Westfalen) sind zum 1.
Oktober 2020 (F / G) bzw. zum 1. Oktober 2024
(K 1) in die deutsche Kapazitätsreserve
überführt worden. Für den Einsatz der
Anlagen ist nun der Übertragungsnetzbetreiber Amprion
zuständig. Die Bereitstellung der Reserveleistung
haben wir bisher als schwebendes Geschäft bilanziert.
Ab dem laufenden Geschäftsjahr erfassen wir sie als
Finanzierungsleasing gemäß IFRS 16, wobei RWE
die Rolle des Leasinggebers einnimmt. Das hat zur Folge,
dass wir in der Bilanz anstelle der Kraftwerke
(Sachanlagen) eine Forderung aus Finanzierungsleasing
ausweisen, die den abgezinsten künftigen Einnahmen
entspricht. Der Methodenwechsel wirkt sich auch auf die
Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Kapitalflussrechnung
aus. Die Vorjahreszahlen haben wir entsprechend angepasst.
Zukunftsbezogene Aussagen.Die vorliegende Zwischenmitteilung enthält
Aussagen, die sich auf die künftige Entwicklung des
RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie der
wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen
beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar.
Wir haben sie auf Basis aller Informationen getroffen, die
uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments zur
Verfügung standen. Dennoch besteht die
Möglichkeit, dass die tatsächlichen Entwicklungen
von den Prognosen abweichen - etwa wenn sich die zugrunde
gelegten Annahmen als unzutreffend erweisen oder
unvorhergesehene Risiken eintreten. Für die
Korrektheit zukunftsbezogener Aussagen können wir
daher keine Gewähr übernehmen.
Geschäftsentwicklungscrollen
scrollen
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Rückläufige Stromproduktion - deutliches Plus bei den erneuerbaren Energien.In den ersten drei Quartalen 2024 hat RWE 83.013 GWh
Strom produziert. Davon stammten 44 % aus
regenerativen Quellen, die den Energieträger Kohle
(29 %) weit hinter sich ließen. Verglichen mit
den ersten neun Monaten des Vorjahres ist unsere
Stromproduktion um 14 % gesunken. Aufgrund
ungünstigerer Marktbedingungen haben wir deutlich
weniger Kohle und Erdgas verstromt. Hinzu kamen
längere revisionsbedingte Ausfallzeiten bei unseren
britischen Gaskraftwerken. Auch der deutsche Kohle- und
Kernenergieausstieg führte zu Mengeneinbußen:
Ende März 2024 haben wir im Rheinischen
Braunkohlerevier die Blöcke Niederaußem E und F
sowie Neurath C, D und E mit einer Gesamtleistung von 2,1
GW stillgelegt. Ein Jahr zuvor, am 15. April 2023, hat mit
dem Block Emsland unser letztes deutsches Kernkraftwerk den
Leistungsbetrieb eingestellt.
scrollen
scrollen
Unsere Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist um
14 % gestiegen. Bei der Photovoltaik verzeichneten
wir ein Plus von 40 %. Eine Rolle spielte dabei,
dass wir zum 1. März 2023 den US-amerikanischen
Energiekonzern Con Edison Clean Energy Businesses
übernommen haben (siehe Geschäftsbericht 2023,
Seite 35). Dadurch gewannen wir ein umfangreiches
Solarportfolio hinzu, das 2024 erstmals im gesamten
Berichtszeitraum zur Stromerzeugung des Konzerns beitrug.
Außerdem haben wir neue Solarparks gebaut und das
Portfolio damit weiter vergrößert. Unsere
Stromproduktion aus Windkraft hat sich um 12 %
erhöht. Den Ausschlag dafür gaben verbesserte
Wetterbedingungen und der Einsatz neuer Anlagen.
CO2-Emissionen um 21 % zurückgegangen.Unser CO
2-Ausstoß in der Stromerzeugung hat sich
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 % auf
35,7 Mio. Tonnen verringert, was auf die geringere Nutzung
der fossilen Energieträger Kohle und Gas
zurückzuführen ist. Die spezifischen Emissionen,
d. h. der CO
2-Ausstoß je erzeugter Megawattstunde
Strom, sind von 0,47 Tonnen auf 0,43 Tonnen gesunken. Neben
der rückläufigen Kohleverstromung machte sich
dabei der vermehrte Einsatz der klimafreundlichen
Erzeugungstechnologien Windkraft und Photovoltaik
bemerkbar. Gegenläufigen Einfluss hatte, dass durch
die Stilllegung unseres Kernkraftwerks Emsland ein Teil
unserer CO
2-freien Stromerzeugung weggefallen ist.
scrollen
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Außenumsatz: Rückgang um 24 %.Unser Umsatz aus konzernexternen Liefer- und
Leistungsbeziehungen betrug 15.954 Mio. € (ohne
Erdgas- und Stromsteuer). Das ist 24 % weniger als
in den ersten neun Monaten des Vorjahres (20.924
Mio. €). Die Erlöse mit unserem
Hauptprodukt Strom sind um 25 % auf 13.930
Mio. € und die mit Erdgas um 11 % auf
1.137 Mio. € gesunken. In beiden Fällen
waren Preisrückgänge die maßgeblichen
Faktoren.
Eine Kennzahl, die vor allem bei
nachhaltigkeitsorientierten Investoren auf Interesse
stößt, ist der Prozentsatz, den die Erlöse
aus Kohlestrom und sonstigen Kohleprodukten am
Konzernumsatz ausmachen. Im Berichtszeitraum belief sich
der Anteil auf 18 % (Vorjahr: 20 %).
Bereinigtes EBITDA mit 4,0 Mrd. € deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau.In den ersten drei Quartalen 2024 erzielten wir ein
bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(bereinigtes EBITDA) von 3.976 Mio. €. Wie auf
Seite 5 dargelegt, bezieht sich die Zahl
ausschließlich auf das Kerngeschäft, da wir
für die Ausstiegstechnologien Braunkohle und
Kernenergie kein bereinigtes EBITDA mehr ausweisen.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich das Ergebnis
um 30 % verringert. Zuzuordnen ist das in erster
Linie den Segmenten Flexible Erzeugung und Energiehandel.
Dort konnten wir nicht an die außergewöhnlich
gute Ertragslage von 2023 anknüpfen. Auch das Ergebnis
der Position "Sonstige, Konsolidierung" blieb deutlich
hinter dem Vorjahreswert zurück, der durch einen
Bundeszuschuss an den deutschen
Übertragungsnetzbetreiber Amprion (RWE-Anteil:
25,1 %) begünstigt war. Positive Effekte
ergaben sich aus der Inbetriebnahme neuer Wind- und
Solarparks sowie aus verbesserten Windverhältnissen.
Außerdem trugen die Geschäftsaktivitäten
der zum 1. März 2023 erworbenen US-Gesellschaft Con
Edison Clean Energy Businesses erstmals im gesamten
Berichtszeitraum zum Ergebnis bei.
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Auf Ebene der Segmente zeigte sich folgende
Ergebnisentwicklung:
scrollen
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Bereinigtes EBIT auf 2,5 Mrd. € gesunken.Unser bereinigtes EBIT lag bei 2.510 Mio. €
und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (4.272
Mio. €). Vom bereinigten EBITDA unterscheidet
es sich durch die betrieblichen Abschreibungen, die sich im
Berichtszeitraum auf 1.466 Mio. € beliefen
(Vorjahr: 1.442 Mio. €).
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Überleitung zum Nettoergebnis im Zeichen positiver Sondereffekte.Die Überleitung vom bereinigten EBIT zum
Nettoergebnis war von nicht operativen
Sondereinflüssen geprägt, die sich per saldo
stark positiv niederschlugen. Quantitativ am bedeutendsten
waren Sachverhalte, die das neutrale Ergebnis betrafen,
z. B. temporäre Erträge aus der Bewertung
von Derivaten und der Wegfall von Belastungen durch
außerplanmäßige Abschreibungen aus dem
Vorjahr. Im Folgenden stellen wir dar, wie sich die
Einzelposten der Überleitungsrechnung entwickelt
haben.
scrollen
1 Sämtliche Tabellenpositionen enthalten
Bereinigungen.
Unser bereinigtes Finanzergebnis lag bei - 351
Mio. € und damit 63 Mio. € unter
dem Vorjahreswert. Nennenswerte Veränderungen ergaben
sich unter folgenden Positionen:
scrollen
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Das neutrale Ergebnis, in dem wir wesentliche nicht
operative oder aperiodische Sachverhalte erfassen, betrug
3.965 Mio. € (Vorjahr: 450 Mio. €).
Seine Hauptpositionen entwickelten sich wie folgt:
scrollen
Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 6.124
Mio. € (Vorjahr: 4.434 Mio. €). Die
Ertragsteuern lagen bei 868 Mio. €, was einer
Steuerquote von 14 % entspricht. Damit
unterschreiten wir den kalkulatorischen Durchschnittswert
von 20 %, den wir für den Mittelfristzeitraum
unter Berücksichtigung der erwarteten Erträge in
unseren Märkten, der dort geltenden Steuersätze
und der Nutzung von Verlustvorträgen abgeleitet haben.
Die Abweichung ergibt sich im Wesentlichen durch steuerlich
nicht relevante IFRS-Ergebnisbeiträge, die
insbesondere im Segment Energiehandel anfielen.
Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter waren mit 87
Mio. € etwa so hoch wie im Vorjahreszeitraum
(89 Mio. €).
Unser Nettoergebnis, das die Ergebnisanteile der
RWE-Aktionäre wiedergibt, betrug 5.169
Mio. €. Der Vorjahreswert hatte bei 3.803
Mio. € gelegen.
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Bereinigtes Nettoergebnis von 1,6 Mrd. €.Das bereinigte Nettoergebnis hat sich um 1.458
Mio. € auf 1.641 Mio. € verringert,
was in erster Linie auf die niedrigeren operativen
Erträge zurückzuführen ist. Um das
bereinigte Nettoergebnis zu ermitteln, haben wir das
neutrale Ergebnis in der Überleitung herausgerechnet
und die Steuerquote angepasst, sodass sie dem
erwähnten Planwert von 20 % entspricht. Das
bereinigte Nettoergebnis je Aktie belief sich auf
2,21 €, gegenüber 4,17 € im
Vorjahreszeitraum. Den Werten liegt eine Aktienanzahl von
743,8 Mio. Stück zugrunde.
scrollen
scrollen
1 In der Tabelle sind ausschließlich
zahlungswirksame Investitionen erfasst.
Investitionstätigkeit: Fokus auf Ausbau der erneuerbaren Energien.In den ersten drei Quartalen 2024 haben wir 7.708
Mio. € investiert (Vorjahr: 8.245
Mio. €). Die Mittel wurden
größtenteils in den Segmenten Offshore Wind
(51 %) und Onshore Wind / Solar
(41 %) eingesetzt.
Für Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte haben wir 6.229 Mio. €
ausgegeben, fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum
(3.374 Mio. €). Ein Großteil der Mittel
floss in Windkraftprojekte in der Nordsee, insbesondere in
den Bau der Windparks Sofia (Großbritannien, 1.400
MW) und Thor (Dänemark, 1.080 MW). Ein weiterer
Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war die
Errichtung neuer Solar- und Windparks in den USA.
Unsere Ausgaben für Akquisitionen und
Finanzanlageinvestitionen blieben mit 1.479
Mio. € deutlich hinter dem Vorjahreswert (4.871
Mio. €) zurück, der wegen des Erwerbs von
Con Edison Clean Energy Businesses ungewöhnlich hoch
ausgefallen war. Im Berichtszeitraum floss der
Großteil der Mittel in den Erwerb von drei britischen
Offshore-Windkraftprojekten, die wir vom schwedischen
Energiekonzern Vattenfall übernommen haben.
Von den Investitionen waren 95 % taxonomiekonform
(Vorjahr: 90 %), d. h., in dieser Höhe
entfielen sie auf Projekte, die gemäß
EU-Taxonomie-Verordnung als nachhaltig einzustufen sind.
Bei der Ermittlung des Anteils haben wir
Gesamtinvestitionen in Höhe von 7.829
Mio. € zugrunde gelegt. Die Abweichung vom oben
angegebenen Betrag (7.708 Mio. €) erklärt
sich dadurch, dass auch nicht zahlungswirksame
Vorgänge taxonomierelevant sind und dass anstelle der
Ausgaben für Akquisitionen die daraus resultierenden
Vermögenszugänge berücksichtigt werden.
scrollen
1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe
Kapitel "Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite
4 f.
Stark verringerter operativer Cash Flow.Unser Cash Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit lag bei 1.721
Mio. € und damit deutlich unter dem
Vorjahreswert (3.102 Mio. €). Dabei machten
sich die stark gesunkenen operativen Erträge
bemerkbar. Allerdings gab es auch positive Effekte, die
sich in der Veränderung des Nettoumlaufvermögens
niederschlugen. Beispielsweise mussten wir wesentlich
weniger Zahlungen für den Erwerb von CO
2-Emissionsrechten leisten.
Die Investitionstätigkeit führte zu einem
gegenüber 2023 (1.681 Mio. €) stark
erhöhten Mittelabfluss von 5.985 Mio. €,
obwohl wir im Vorjahr hohe Ausgaben für die
Akquisition von Con Edison Clean Energy Businesses
getätigt hatten. Hintergrund ist, dass wir unsere
Sachinvestitionen hochgefahren und in wesentlich geringerem
Umfang kurzfristige Geldanlagen veräußert haben.
Außerdem ist ein positiver Effekt aus dem Vorjahr
weggefallen: 2023 hatten wir hohe Einnahmen aus der
Veräußerung von Wertpapieren erzielt, die zuvor
als Sicherheiten bei Handelstransaktionen eingesetzt worden
waren.
Aus der Finanzierungstätigkeit resultierte ein Cash
Flow in Höhe von 1.748 Mio. €, nachdem im
Vorjahreszeitraum noch 759 Mio. € abgeflossen
waren. Dabei kam zum Tragen, dass wir 2024 drei grüne
Anleihen begeben haben: eine im Januar über 500
Mio. € und zwei im April über jeweils 1
Mrd. US$. Weitere Einnahmen resultierten daraus,
dass sich der in Abu Dhabi ansässige Energieversorger
Masdar mit 49 % an unseren beiden Windkraftprojekten
Dogger Bank South (Ost / West) in der
britischen Nordsee beteiligt hat. Gegenläufig wirkten
die Ausschüttungen an unsere Aktionäre (744
Mio. €) und an Minderheitsgesellschafter (221
Mio. €).
Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der
Geschäfts-, Investitions- und
Finanzierungstätigkeit hat sich unser
Liquiditätsbestand um 2.400 Mio. €
verringert.
Zieht man vom Cash Flow aus laufender
Geschäftstätigkeit die Investitionen ab und
addiert die Einnahmen aus Desinvestitionen und
Anlagenabgängen, erhält man den Free Cash Flow.
Dieser lag im Berichtszeitraum bei - 5.638
Mio. € (Vorjahr: - 4.691
Mio. €).
scrollen
Ausstiegstechnologien: Bereinigter Cash Flow auf 453 Mio. € gestiegen.Wie auf Seite 5 dargelegt, steuern wir unsere
Braunkohle- und Kernenergieaktivitäten mit einem
bereinigten Cash Flow. Diesen leiten wir her, indem wir von
den operativen Mittelzuflüssen die Nettoinvestitionen
abziehen. Außerdem eliminieren wir periodenfremde
Effekte aus der (zahlungswirksamen) Inanspruchnahme von
Rückstellungen und addieren periodengerechte (nicht
zahlungswirksame) Effekte aus der
Bildung / Auflösung von
Rückstellungen. Beispielsweise werden Auszahlungen
für CO
2-Emissionsrechte, die sich auf die
Stromerzeugung des Vorjahres beziehen, herausgerechnet,
während Rückstellungen für künftige
Käufe von Emissionsrechten, die aus der aktuellen
Stromerzeugung resultieren, einbezogen werden.
Im Berichtszeitraum haben wir mit den
Ausstiegstechnologien einen bereinigten Cash Flow von 453
Mio. € erzielt. Das sind 343 Mio. €
mehr als in den ersten drei Quartalen des Vorjahres,
u. a. wegen gestiegener Margen aus
Stromterminverkäufen und Einnahmen aus der
Veräußerung von Grundstücken. Deutliche
Ergebniseinbußen resultierten daraus, dass das zum
15. April 2023 abgeschaltete Kernkraftwerk Emsland nicht
mehr zur Stromerzeugung beitragen konnte.
scrollen
Nettoschulden in Höhe von 12,2 Mrd. €.Die Nettoschulden des RWE-Konzerns beliefen sich zum 30.
September 2024 auf 12,2 Mrd. €. Damit lagen sie
um 5,6 Mrd. € über dem Stand vom 31.
Dezember 2023. Hauptgrund dafür waren unsere hohen
Investitionen. Schuldenmindernd wirkten der operative Cash
Flow und die Einnahmen aus dem Verkauf des
49 %-Anteils an Dogger Bank South.
Prognose 2024scrollen
1 Teilweise angepasste Werte; siehe Kapitel
"Anmerkungen zur Berichtsweise" auf Seite 4 f.
Leicht verbesserte Ergebnisprognose für 2024.Auch im Gesamtjahr 2024 werden wir nicht an die gute
operative Ertragslage von 2023 anknüpfen können.
Beim bereinigten EBITDA erwarten wir einen Wert von 5,2 bis
5,8 Mrd. € (Vorjahr: 7,7 Mrd. €).
Das bereinigte EBIT wird sich voraussichtlich auf 3,2 bis
3,8 Mrd. € (Vorjahr: 5,8 Mrd. €)
belaufen und das bereinigte Nettoergebnis auf 1,9 bis 2,4
Mrd. € (Vorjahr: 4,1 Mrd. €).
Angesichts stark gesunkener Strommarktpreise zu
Jahresbeginn hatten wir angenommen, dass sich die drei
Kennzahlen am unteren Rand der jeweiligen
Prognosebandbreiten bewegen würden. Inzwischen gehen
wir davon aus, die Mitte der Korridore erreichen zu
können. Hintergrund ist, dass sich die
Ertragsperspektiven in den Segmenten Flexible Erzeugung und
Energiehandel verbessert haben. Im Segment Flexible
Erzeugung hatten wir bisher ein bereinigtes EBITDA am
unteren Rand der Bandbreite von 1,8 bis 2,2
Mrd. € prognostiziert. Nach unserer aktuellen
Einschätzung wird der Wert höher ausfallen, aber
wohl in der unteren Hälfte des Korridors liegen. Im
Energiehandel rechnen wir nun mit einem bereinigten EBITDA
am oberen Ende der Spanne von 0,1 bis 0,5
Mrd. €. Trotz der verbesserten
Ertragsaussichten werden die Ergebnisbeiträge der
beiden Segmente nicht an die außergewöhnlich
hohen Vorjahreswerte heranreichen. Ausschlaggebend
dafür sind Rückgänge bei den Strommargen und
den Erträgen aus der kurzfristigen Optimierung des
Kraftwerkseinsatzes sowie eine schwächere
Handelsperformance. Dem steht eine deutliche
Ergebnisverbesserung im Segment Onshore
Wind / Solar gegenüber, die in erster
Linie auf die Inbetriebnahme neuer
Erzeugungskapazitäten zurückzuführen ist.
Ausstiegstechnologien: Bereinigter Cash Flow deutlich über Vorjahr.Für unsere deutschen Braunkohle- und
Kernenergieaktivitäten prognostizieren wir einen
bereinigten Cash Flow in Höhe von 0,3 bis 0,6
Mrd. € (Vorjahr: 117 Mio. €).
Nähere Erläuterungen zu dieser Steuerungskennzahl
finden sich auf Seite 14.
Stark erhöhte Sachinvestitionen.Unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte werden wir gegenüber 2023 (5.146
Mio. €) deutlich steigern. Die Mittel verwenden
wir hauptsächlich für Windenergie-, Solar- und
Batterieprojekte in Europa und den USA. Ein aktueller
Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit ist der
Ausbau der Windkraft in der Nordsee.
Leverage Factor: Obergrenze von 3,0 wird voraussichtlich klar eingehalten.Das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten
EBITDA des Kerngeschäfts (Leverage Factor) lag 2023
bei 0,9 und damit weit unter der Obergrenze von 3,0, die
wir uns für diese Kennzahl gesetzt haben. Wegen
unserer Wachstumsinvestitionen dürfte sich der
Leverage Factor im laufenden Geschäftsjahr
erhöhen. Die erwähnte Obergrenze wird er aber
wohl weiterhin deutlich unterschreiten.
Dividende für das Geschäftsjahr 2024.Der Vorstand der RWE AG strebt für das
Geschäftsjahr 2024 eine Gewinnausschüttung je
Aktie in Höhe von 1,10 € an.
Gegenüber der Dividende für 2023 ist das ein Plus
von 0,10 €.
Konzernzwischenabschluss (verkürzt)Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
1 Eine Darstellung der Umsatzerlöse nach
Produkten und Segmenten findet sich auf Seite 8.
Gesamtergebnisrechnungscrollen
BilanzAktivascrollen
1 Angepasste Vorjahreswerte; siehe Seite 5.
Passivascrollen
1 Angepasste Vorjahreswerte; siehe Seite 5.
Kapitalflussrechnungscrollen
1 Angepasste Vorjahreswerte; siehe Seite 5.
Finanzkalender 2025scrollen
Die vorliegende Zwischenmitteilung ist am 13. November
2024 veröffentlicht worden.
Alle Veranstaltungen zur Veröffentlichung von
Finanzberichten und die Hauptversammlung werden live im
Internet übertragen.
RWE AktiengesellschaftRWE Platz 1
www.rwe.com
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||