RWE Aktiengesellschaft

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Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025

RWE bekräftigt Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2025 // Bereinigtes EBITDA im ersten Halbjahr mit 2,1 Mrd. € im erwarteten Rahmen // Zusätzliche Erträge durch Inbetriebnahme neuer Erzeugungskapazitäten, aber auch Belastungen wegen schwachem Windaufkommen und niedrigerer realisierter Strompreise // Erste Etappe des Aktienrückkaufprogramms über 1,5 Mrd.€ erfolgreich abgeschlossen // RWE und Amazon Web Services vereinbaren strategische Zusammenarbeit

Auf einen Blick

Eckdaten des RWE-Konzerns1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
2025 2024 2024
Stromerzeugung GWh 59.955 58.864 1.091 117.801
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) Mio.€ 10.058 11.212 -1.154 24.224
Bereinigtes EBITDA Mio.€ 2.139 2.899 -760 5.680
Bereinigtes EBIT Mio.€ 1.134 1.928 -794 3.561
Ergebnis vor Steuern Mio.€ 1.636 4.812 -3.176 6.343
Nettoergebnis/ Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG Mio.€ 1.454 4.106 -2.652 5.135
Bereinigtes Nettoergebnis Mio.€ 775 1.362 -587 2.322
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio.€ -1.259 457 -1.716 6.620
Investitionen Mio.€ 5.364 5.159 205 11.240
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio.€ 5.252 3.734 1.518 9.377
Akquisitionen und Finanzanlagen Mio.€ 112 1.425 -1.313 1.863
Anteil der taxonomiekonformen Investitionen2 % 96 95 1 94
Free Cash Flow Mio.€ -6.586 -4.527 -2.059 -4.106
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien (Durchschnitt) Tsd.Stück 734.447 743.841 -9.395 743.554
Ergebnis je Aktie 1,98 5,52 -3,54 6,91
Bereinigtes Nettoergebnis je Aktie 1,06 1,83 -0,77 3,12
30.06.2025 31.12.2024
Nettoschulden Mio.€ -15.509 -11.177
Beschäftigte VZÄ3 20.505 20.985

1 Teilweise angepasste Vorjahreswerte; siehe Erläuterung auf Seite 11.

2 Taxonomiekonform sind Wirtschaftsaktivitäten, die die Kriterien der EU-Taxonomie-Verordnung erfüllen.

3 VZÄ = Vollzeitäquivalente.

RWE am Kapitalmarkt

Performance der RWE-Aktie sowie der Indizes DAX und STOXX Europe 600 Utilities

DAX setzt Höhenflug fort.

Trotz fortdauernder geopolitischer Krisen und drohender Zollschranken im Handel mit den USA hielt der Aufschwung am deutschen Aktienmarkt im ersten Halbjahr 2025 an. Der DAX 40 erreichte immer neue Rekordwerte und überschritt im Mai erstmals die 24.000-Punkte-Marke. Am 30. Juni schloss er mit 23.910 Punkten, was einer Halbjahresrendite von 20 % entspricht. Ein Grund für die gute Performance war, dass die Europäische Zentralbank angesichts einer nachlassenden Inflation die geldpolitischen Zügel gelockert hat. Gleich viermal im ersten Halbjahr senkte sie die Leitzinsen.

Positiven Einfluss hatte auch das geplante Ausgabenpaket von 500 Mrd. €, mit dem die neue deutsche Bundesregierung die Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie die Landesverteidigung stärken will. Darüber hinaus hat die Unsicherheit über den wirtschaftspolitischen Kurs der USA dazu geführt, dass wieder mehr Gelder in den europäischen Aktienmarkt flossen.

RWE-Aktie mit Halbjahresrendite von 27 %.

Die RWE-Aktie konnte ebenfalls deutlich zulegen. Ende Juni ging sie mit 35,43 € aus dem Handel. Ihre Halbjahresrendite unter Einbeziehung der Dividende belief sich auf 27 %. Damit konnte die RWE-Aktie nicht nur den DAX 40, sondern auch den Branchenindex STOXX Europe 600 Utilities (+ 20 %) hinter sich lassen. Positive Resonanz am Kapitalmarkt fand die Ankündigung von RWE, angesichts gestiegener regulatorischer Unwägbarkeiten das Investitionsprogramm "Growing Green" zu kürzen und die Renditeanforderung an Neubauprojekte zu erhöhen. Analysten und Investoren sehen dies - ebenso wie den laufenden Aktienrückkauf - als Beleg für eine wertorientierte Unternehmenspolitik. Kursstützend wirkte auch, dass sich die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien in den USA nicht so stark verschlechtert haben, wie nach dem Regierungswechsel befürchtet worden war, und wir dort auch in Zukunft profitabel wachsen können.

Dividende von 1,10 € je Aktie gezahlt.

Die Hauptversammlung der RWE AG vom 30. April 2025 hat dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für das zurückliegende Geschäftsjahr mit breiter Mehrheit zugestimmt. Am 6. Mai schütteten wir einen Betrag von 1,10 € je Aktie aus. Das sind 0,10 € mehr als im Vorjahr.

Erste Tranche des Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen.

Bei der Umsetzung des am 28. November 2024 begonnenen Aktienrückkaufprogramms über 1,5 Mrd. € kommen wir planmäßig voran. Im Rahmen der ersten von drei Tranchen über jeweils 500 Mio. € haben wir in den sechs Monaten bis zum 28. Mai 2025 insgesamt 15.835.597 Aktien zurückgekauft. Am 2. Juni fiel der Startschuss für die zweite Tranche, für die wir ebenfalls sechs Monate veranschlagen. RWE hat den Aktienrückkauf beschlossen, weil sich geplante Investitionen in die US-Offshore-Windkraft und das europäische Wasserstoffgeschäft verzögert haben und dadurch Mittel frei geworden sind. Die zurückerworbenen Aktien werden eingezogen. Auf den Hauptversammlungen vom 4. Mai 2023 und vom 30. April 2025 haben uns die Aktionäre die für den Rückkauf erforderlichen Ermächtigungen erteilt.

RWE kehrt mit erfolgreicher Emission an den Markt für Hybridanleihen zurück.

Im Juni 2025 hat RWE zwei grüne Hybridanleihen über jeweils 500 Mio. € begeben. Die Papiere haben eine Laufzeit von 30 Jahren. RWE hat allerdings ein vorzeitiges Kündigungsrecht, das bei der einen Anleihe nach 5,25 Jahren und bei der anderen nach acht Jahren ausgeübt werden kann. Entsprechend unterscheiden sich auch die Kupons: Sie betragen 4,125 % bzw. 4,625 %. Die Emission stieß bei Anlegern auf großes Interesse und war mehr als zehnfach überzeichnet. Es war das erste Mal seit 2015, dass wir eine Hybridanleihe begeben haben. Ein Vorteil dieser Finanzierungsform liegt darin, dass die Ratingagenturen Moody's und Fitch die erhaltenen Mittel zu 50 % als Eigenkapital einstufen. Mit dem Emissionserlös finanzieren wir Investitionen in erneuerbare Energien.

Im Berichtszeitraum haben wir auch eine Hybridanleihe getilgt. Es handelte sich um eine Emission vom April 2015 über 550 Mio. €, deren ausstehender Betrag wegen frühzeitiger Rückkäufe seitens RWE bereits auf 282 Mio. € gesunken war. Wir hatten das Recht, die Anleihe zehn Jahre nach ihrer Begebung zu kündigen.

Kreditlinien zu günstigeren Konditionen erneuert.

Im Mai 2025 haben wir unsere drei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 10 Mrd. € durch gleich hohe Linien mit längeren Laufzeiten und geringeren Finanzierungskosten ersetzt. Bereitgestellt wird das Kreditvolumen von einem internationalen Konsortium aus 34 Banken. Die ersten beiden Linien über 3 Mrd. € und 2 Mrd. € laufen bis Mai 2030 (vorher: April 2026); die dritte Linie über 5 Mrd. € steht uns bis Mai 2028 zur Verfügung (vorher: Juli 2025). Wir nutzen diese Finanzierungsinstrumente ausschließlich zur Liquiditätssicherung. Wie bisher hängen die Konditionen der Kreditlinien auf unsere Initiative hin mit davon ab, ob wir bestimmte Nachhaltigkeitsziele erreichen. Falls nein, müssen wir höhere Zinsen und Bereitstellungsgebühren entrichten. Die Mehrausgaben würden zur Hälfte gemeinnützigen Organisationen zufließen.

Konzernzwischenlagebericht

Rahmenbedingungen unseres Geschäfts

Regulatorisches Umfeld

Bundesregierung will Energiewende beschleunigen.

Am 6. Mai 2025, dem Tag der Ernennung von Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Ministerkabinett, hat die neue Bundesregierung aus CDU / CSU und SPD offiziell die Amtsgeschäfte aufgenommen. Bei wesentlichen energiepolitischen Eckpfeilern setzt sie auf Kontinuität. Im Koalitionsvertrag bekennt sie sich zu den Klimaschutzzielen, zum deutschen Kohleausstieg bis 2038, zum Ausbau der erneuerbaren Energien und zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Zugleich will die Regierung alle Bereiche der Energiepolitik konsequent auf Bezahlbarkeit, Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit ausrichten. Der im Juli vorgelegte Haushaltsentwurf für 2026 sieht vor, dass die Stromsteuer für das produzierende Gewerbe und die Landwirtschaft gesenkt und die Netzentgelte gedeckelt werden. Im Koalitionsvertrag kündigen die Regierungsparteien an, dass sie die Energiewende durch Entbürokratisierung und beschleunigte Genehmigungsverfahren vorantreiben wollen. Seit Juli liegt dazu ein Gesetzentwurf vor, der u. a. Fristen für die Bearbeitung von Genehmigungsanträgen und eine Umstellung auf rein digitale Verfahren vorsieht. Anknüpfend an Pläne der Vorgängerregierung wollen die Koalitionspartner durch schnellstmögliche technologieoffene Ausschreibungen einen verlässlichen Rahmen für Investitionen in ausreichend gesicherte Erzeugungsleistung schaffen. Ziel ist es, Anreize für den Bau von bis zu 20 GW an Gaskraftwerksleistung bis 2030 zu setzen. Noch im laufenden Jahr soll das Auktionsdesign konkretisiert werden. Darüber hinaus plant die Bundesregierung, bis zum Jahr 2028 einen technologieoffenen und marktwirtschaftlichen Kapazitätsmechanismus einzurichten. Bei der Wasserstoffwirtschaft will sie pragmatischer agieren als die Vorgängerregierung und zugleich die Abscheidung und Speicherung von CO2 vorantreiben.

Großbritannien: längere Strompreisgarantien für Windkraft- und Solarprojekte.

Nach jüngsten Beschlüssen der britischen Labour-Regierung werden sogenannte Differenzkontrakte, die Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen eine Preisgarantie für ihren Strom gewähren, in Zukunft eine Laufzeit von 20 Jahren haben. Bislang sind die Verträge für 15 Jahre geschlossen worden. Die Anpassung gilt erstmals für Projekte, die an der nächsten Versteigerung von Differenzkontrakten teilnehmen. Diese soll im vierten Quartal 2025 stattfinden. Bei der Auktion wird so vorgegangen, dass die Investoren einen Preis angeben, den sie für den Strom ihrer Neuanlage mindestens erzielen wollen. Den Zuschlag erhalten die niedrigsten Gebote, bis ein vorab festgelegtes Förderbudget ausgeschöpft ist. Dabei setzt das höchste noch berücksichtigte Gebot den Preis, den auch alle anderen erfolgreichen Bieter erhalten. Für Offshore-Windkraftprojekte beträgt der maximal zulässige Gebotspreis 113 £ / MWh. Auch hier gab es eine Anpassung durch die britische Regierung: Die Obergrenze hatte zuvor bei 102 £ / MWh gelegen. Für Onshore-Windkraftvorhaben wurde der Maximalpreis von 89 £ / MWh auf 92 £ / MWh angehoben, für Solaranlagen dagegen von 85 £ / MWh auf 75 £ / MWh gesenkt. Alle Preise sind auf das Basisjahr 2024 indexiert und werden an die Inflationsentwicklung angepasst. Um mehr Offshore-Windkraftprojekten die Teilnahme an der kommenden Auktion zu ermöglichen, hat die Regierung die Anforderungen im Hinblick auf die vorliegenden Genehmigungen gelockert. Offen ist noch die Höhe der Förderbudgets für die einzelnen Erzeugungstechnologien. Darüber soll erst kurz vor der Auktion entschieden werden. Von den Budgets hängt ab, wie viele Projekte einen Differenzkontrakt erhalten können.

US-Regierung stellt Offshore-Windkraftprojekte auf den Prüfstand.

In den USA hat Präsident Donald Trump die Weichen für eine stärker auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas ausgerichtete Energiepolitik gestellt. Gleich bei seinem Amtsantritt im Januar 2025 verfügte er, dass bis auf Weiteres keine neuen Gebiete für Offshore-Windkraftvorhaben verpachtet werden dürfen. Außerdem ordnete er eine umfassende Überprüfung der bundesbehördlichen Genehmigungsprozesse für Windkraftprojekte an. RWE verfolgt in den USA drei Offshore-Windkraftvorhaben, die aber in einem frühen Entwicklungsstadium sind und für die noch keine Bauentscheidung getroffen wurde. Bereits direkt nach den Präsidentschaftswahlen im November 2024 haben wir beschlossen, unsere Ausgaben für sie wegen der sich abzeichnenden politischen Unwägbarkeiten vorläufig auf ein Minimum zu reduzieren. Bei Solar- und Windkraftprojekten an Land sehen wir geringere Risiken. Hier liegen für alle Anlagen im Bau die bundesbehördlichen Genehmigungen vor.

USA wollen Steuervergünstigungen für Wind- und Solarprojekte auslaufen lassen. Anfang Juli hat die US-Regierung mit der "One Big Beautiful Bill" (OBBB) ein umfassendes Haushaltsgesetz beschlossen, das die Steuer- und Ausgabenpolitik tiefgreifend reformiert. Darin vorgesehen ist u. a. eine Abschaffung der Steuervorteile für Investitionen in Wind- und Solarparks. Neuanlagen müssen bis Ende 2027 den Betrieb aufnehmen, um noch die volle Förderung zu erhalten. Darüber hinaus gibt es im US-Steuerrecht sogenannte Safe-Harbor-Regelungen, durch die Investoren auch nach 2027 in den Genuss der Steuervorteile kommen können. Das Safe Harboring orientiert sich am Zeitpunkt des Baubeginns. Ist dieser erfolgt, gilt die Förderung als gesichert, sofern eine Frist von vier Jahren bis zur Inbetriebnahme der Anlagen eingehalten wird. Die OBBB erlaubt das Safe Harboring noch bis Mitte 2026. Kurz nach ihrer Verabschiedung wurde das Finanzministerium per Verordnung angewiesen, neu zu regeln, unter welchen Bedingungen ein Projekt als im Bau befindlich einzustufen ist. Bei Redaktionsschluss für diesen Bericht lagen dazu noch keine Ergebnisse vor. Wir gehen davon aus, dass die neuen Vorgaben nicht rückwirkend gelten und uns der Safe-Harbor-Status für Projekte in der Bauphase nicht nachträglich aberkannt wird.

Neue Zölle auf Einfuhren in die Vereinigten Staaten.

Anfang August 2025 hat die US-Regierung Zölle auf Importe aus EU-Ländern und zahlreichen weiteren Ländern in Kraft gesetzt. Die Einfuhren werden künftig mit Aufschlägen von bis zu 50 % belastet. Für die EU gilt ein Regelsatz von 15 %. Die Regierung hatte ihre Zollabsichten bereits im April bekanntgegeben. Danach sollten alle in die USA eingeführten Güter mit mindestens 10 % belastet werden und sich der Basissatz je nach Herkunftsland oder Güterklasse weiter erhöhen. Die länderspezifischen Aufschläge waren dann aber größtenteils ausgesetzt worden, um den Handelspartnern Zeit für Verhandlungen zu geben. Ziel der US-Regierung war es, im Gegenzug für Zollerleichterungen verbesserte Exportmöglichkeiten für die heimische Wirtschaft zu erreichen. Teilweise konnten Abkommen getroffen werden, z. B. mit der EU, Großbritannien und Japan. Für bestimmte Güter wie z. B. Halbleiter, Pharmaerzeugnisse oder Energieprodukte sind vorerst keine Zölle geplant. Demgegenüber wird auf Stahl und Aluminium bereits seit Juni 2025 eine vom Herkunftsland unabhängige Abgabe in Höhe von 50 % erhoben. Außerdem hat das US-Handelsministerium im Juni Strafzölle für Solarmodulhersteller aus Südostasien eingeführt, denen es unfaire Handelspraktiken vorwirft.

Um Lieferkettenrisiken zu begrenzen, die sich aus Zöllen und anderen Handelshemmnissen ergeben, diversifizieren wir unsere Bezugsquellen und nutzen verstärkt Angebote von Herstellern, die in den USA ansässig sind. Darüber hinaus haben wir uns für laufende Projekte schon frühzeitig mit Anlagenkomponenten eingedeckt und Vorratsbestände angelegt.

Marktbedingungen

Schwache Konjunktur in europäischen Kernmärkten.

Nach Schätzungen war die globale Wirtschaftsleistung in der ersten Jahreshälfte 2025 um etwa 3 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Deutschland ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dagegen wohl nahezu unverändert geblieben, während für Großbritannien ein Plus von 1 % ermittelt wurde. Dämpfenden Einfluss hatten die Zollankündigungen der neuen US-Regierung und die damit einhergehende Unsicherheit über die künftige Außenhandelspolitik der Vereinigten Staaten. Die traditionell exportorientierte deutsche Wirtschaft war davon besonders betroffen. Außerdem litt sie unter strukturellen Problemen, z. B. den hohen Energiekosten. Deutlich freundlicher war das konjunkturelle Gesamtbild in den USA: Das BIP hat sich dort nach ersten Analysen um etwa 2 % erhöht.

Deutscher Stromverbrauch rückläufig - deutliches Plus in den USA.

Beim Stromverbrauch zeigte sich in unseren Kernmärkten ebenfalls ein heterogenes Bild. Nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gab es in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2025 ein leichtes Minus von 0,8 %. Ein Grund dafür war, dass der Vorjahreszeitraum mit dem 29. Februar einen zusätzlichen Tag umfasste. Außerdem machte sich die lahmende Konjunktur bemerkbar. Die britische Stromnachfrage blieb nahezu unverändert. In den USA wurde ein Anstieg von 3 % gemessen; neben dem soliden Wirtschaftswachstum kam dabei der Bau neuer Rechenzentren mit hohen Energieverbräuchen zum Tragen.

Außergewöhnlich geringes Windaufkommen in Europa.

Einsatzzeiten und Margen von Erneuerbare-Energien-Anlagen unterliegen Wettereinflüssen. Ein zentraler Faktor für uns ist das Windaufkommen. Dieses lag an den europäischen Windkraftstandorten von RWE teilweise deutlich unter dem langjährigen Mittel und dem Vorjahresniveau. An unseren US-Standorten waren die Windgeschwindigkeiten dagegen insgesamt leicht überdurchschnittlich und etwas höher als 2024. Die Auslastung unserer Laufwasserkraftwerke kann im Jahresvergleich ebenfalls erhebliche wetterbedingte Schwankungen aufweisen, da sie von den Niederschlags- und Schmelzwassermengen abhängt. In Deutschland, der Hauptregion unserer Stromerzeugung aus Wasserkraft, blieben diese Mengen etwas hinter dem langfristigen Durchschnitt und weit hinter dem hohen Vorjahresniveau zurück.

Mittlere Auslastung der Wind- und Solarparks von RWE ¹
Januar-Juni
Offshore Wind Onshore Wind Solar
in % 2025 2024 2025 2024 2025 2024
Deutschland 19 28 16 22 15 18
Großbritannien 33 42 25 30 - -
Niederlande - - 23 29 12 9
Polen - - 28 29 15 14
Frankreich - - 23 26 - -
Spanien - - 22 24 20 24
Italien - - 22 26 21 -
Schweden 47 50 28 28 - -
Australien - - - - 15 212
USA - - 35 36 27 31

1 Die Werte sind nicht nur durch die Wetterverhältnisse beeinflusst, sondern auch durch technische Verfügbarkeiten der Anlagen und in Einzelfällen durch Abregelungen seitens der Netzbetreiber.

2 Angepasster Wert wegen geänderter Erfassung der Kapazität des australischen Solarkraftwerks Limondale.

Erdgas teurer als 2024.

Maßgeblich für die Auslastungsgrade und Margen konventioneller Kraftwerke sind die Preise für Strom, Brennstoffe und Emissionsrechte. Erdgas, unser wichtigster Brennstoff, hat sich gegenüber 2024 stark verteuert. In der ersten Jahreshälfte 2025 wurden Spotlieferungen am niederländischen Handelspunkt TTF (Title Transfer Facility) mit durchschnittlich 41 € / MWh abgerechnet, gegenüber 30 € / MWh im Vorjahreszeitraum. Preistreibend wirkte eine vergleichsweise hohe Heizgasnachfrage in den Wintermonaten, die sich in einer starken Inanspruchnahme der Gasspeicher äußerte. Weil die Speicher nun wieder zügig befüllt werden müssen und seit Anfang 2025 kein russisches Gas mehr über die Ukraine geliefert wird, blieben die Preise auch im zweiten Quartal hoch. Im Gasterminhandel zeigte sich folgendes Bild: Der TTF-Forward für 2026 notierte im Berichtszeitraum mit durchschnittlich 36 € / MWh. Zum Vergleich: In der ersten Jahreshälfte 2024 war der TTF-Forward 2025 mit 33 € / MWh gehandelt worden.

Auch in den USA hat sich Erdgas verteuert. Am wichtigsten Handelspunkt des Landes, Henry Hub, wo die Gaspreise in US-Dollar je eine Million britische Thermaleinheiten (MMBtu) angegeben werden, kosteten Spotlieferungen in den ersten sechs Monaten 2025 durchschnittlich 3,70 US$ / MMBtu. Ein Jahr zuvor waren es noch 2,10 US$ / MMBtu gewesen. Der Preisanstieg ist in erster Linie nachfrageseitig zu erklären: Längere Kälteperioden im ersten Quartal sorgten für einen hohen Heizgasverbrauch. Auch im Terminhandel haben die Preise angezogen: Der Forward für das jeweils nächste Kalenderjahr notierte im ersten Halbjahr 2025 mit durchschnittlich 4,20 US$ / MMBtu, nachdem er im Vorjahreszeitraum bei 3,50 US$ / MMBtu gelegen hatte.

Leichter Preisanstieg im Emissionsrechtehandel.

Ein wesentlicher Kostenfaktor für fossil befeuerte Kraftwerke sind die Ausgaben für CO2-Emissionsrechte. Der Preis für eine European Union Allowance (EUA), die es dem Inhaber erlaubt, im EU-Raum eine Tonne CO2 zu emittieren, lag im ersten Halbjahr 2025 bei durchschnittlich 74 € und damit über dem Vergleichswert für 2024 (68 €). Abgestellt wird hier auf Terminkontrakte, die im Dezember des jeweiligen Folgejahres fällig werden. Anfang 2025 führte das schwache Windaufkommen zu einer höheren Auslastung CO2-emittierender Kraftwerke und infolgedessen zu einer nachfragebedingten Verteuerung der EUAs. Danach brachten die Zollankündigungen von US-Präsident Trump und die dadurch ausgelösten Wachstumssorgen die Notierungen unter Druck. Als die Zölle teilweise ausgesetzt wurden und die US-Regierung in Verhandlungen mit ihren Handelspartnern trat, stabilisierten sich die EUA-Preise wieder.

Auch in Großbritannien, wo nach dem Brexit ein nationales Emissionshandelssystem geschaffen wurde, haben die CO2-Preise angezogen. Eine UK Allowance (UKA), die wie eine EUA zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt, kostete im Berichtszeitraum durchschnittlich 47 £, gegenüber 41 £ in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Für Preisphantasie sorgten Pläne der Politik, die Emissionshandelssysteme der Europäischen Union und Großbritanniens zusammenzuführen. Ein solcher Schritt hätte zur Folge, dass sich die britischen Notierungen dem aktuell höheren Niveau in der EU angleichen würden.

Notierungen im Stromspothandel deutlich über Vorjahresniveau.

Gestiegen sind auch die Stromgroßhandelspreise in unseren europäischen Kernmärkten. Neben der Verteuerung von Brennstoffen und Emissionsrechten trugen die ungünstigen Windverhältnisse dazu bei. Sie machten sich vor allem bei den Grundlast-Spotpreisen bemerkbar, die sich in Deutschland um 21 € / MWh auf 91 € / MWh und in Großbritannien um 23 £ / MWh auf 88 £ / MWh erhöhten. Im Stromterminhandel zeigte sich folgendes Bild: Der deutsche Grundlast-Forward 2026 kostete im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich 88 € / MWh. Zum Vergleich: Für den Forward 2025 waren im Vorjahreszeitraum 86 € / MWh gezahlt worden. In Großbritannien verteuerte sich der Ein-Jahres-Forward von 76 £ / MWh auf 82 £ / MWh.

Der nordamerikanische Strommarkt ist geografisch in mehrere Teilmärkte untergliedert, die von unabhängigen Netzgesellschaften kontrolliert werden. Von besonderer Bedeutung ist für uns das vom Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) betriebene texanische Verbundnetz, weil zahlreiche Windparks, Solarparks und Batteriespeicher von RWE daran angeschlossen sind und wir die Erzeugung dieser Anlagen teilweise über den Großhandelsmarkt absetzen. Der ERCOT-Stromspotpreis lag im ersten Halbjahr 2025 bei durchschnittlich 34 US$ / MWh. Das sind 7 US$ mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine Rolle spielte dabei, dass sich Erdgas verteuert hat. Dadurch erhöhten sich die Erzeugungskosten von Gaskraftwerken, die häufig Preissetzer im nordamerikanischen Strommarkt sind. Auch im Terminhandel sind die Stromnotierungen gestiegen: Der Ein-Jahres-Forward legte von 51 US$ / MWh auf 54 US$ / MWh zu. Hintergrund war, dass die Marktteilnehmer mit einem weiteren Anstieg der Gaspreise und positiven Nachfrageimpulsen rechneten.

Wesentliche Ereignisse

RWE kürzt Investitionsprogramm und erhöht Renditeanforderung an neue Projekte.

Bei der Veröffentlichung unserer Geschäftszahlen am 20. März 2025 haben wir bekannt gegeben, dass wir unser laufendes Investitionsprogramm deutlich reduzieren werden. Wir planen nun, im Zeitraum von 2025 bis 2030 Nettoausgaben von 35 Mrd. € für neue Erzeugungs-, Speicher- und Elektrolysekapazitäten zu tätigen, rund 10 Mrd. € weniger als bisher vorgesehen. Hintergrund ist, dass die Rahmenbedingungen unsicherer geworden sind, insbesondere in den USA. Auf die veränderte Risikolage reagieren wir mit einem strikteren Risikomanagement und einer höheren Renditeanforderung an neue Projekte von durchschnittlich über 8,5 % (zuvor: 8 %). Sollte sich abzeichnen, dass geplante Vorhaben unsere Rentabilitätserwartungen nicht erfüllen, werden wir die Kapitalallokation anpassen und unsere Investitionen gegebenenfalls weiter zurückfahren. Die eingesparten Mittel könnten dann beispielsweise für zusätzliche Aktienrückkäufe eingesetzt werden. Trotz der niedrigeren Investitionen gehen wir unverändert davon aus, im Jahr 2027 ein bereinigtes Nettoergebnis je Aktie von etwa 3 € zu erreichen. Für 2030 liegt der Zielwert weiterhin in der Größenordnung von 4 €.

Norges Bank Investment Management beteiligt sich an Nordsee-Windkraftprojekten.

Die für die Verwaltung des staatlichen norwegischen Pensionsfonds zuständige Norges Bank Investment Management (NBIM) hat 49 % der Anteile an unseren Offshore-Windkraft-projekten Nordseecluster A / B und Thor übernommen. Die im März 2025 vereinbarte Transaktion konnten wir im Juni abschließen. Der Kaufpreis betrug rund 1,4 Mrd. €. Er deckt 49 % der bislang angefallenen Investitionsausgaben ab. RWE behält 51 % der Anteile. Bei Thor handelt es sich um einen 1.080-MW-Offshore-Windpark, den wir derzeit vor der Westküste Jütlands (Dänemark) errichten. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Nordseecluster A und B sind zwei deutsche Offshore-Projekte, mit denen wir nördlich der Insel Juist Erzeugungskapazitäten von 660 MW bzw. 900 MW schaffen werden. Die Vorhaben sollen im Jahr 2027 bzw. 2029 abgeschlossen sein. RWE bleibt nach dem Anteilsverkauf für den Bau und Betrieb von Thor und Nordseecluster A / B verantwortlich. Außerdem werden wir 15 Jahre lang die gesamte Stromproduktion der Windparks vermarkten.

TotalEnergies wird 15 Jahre lang grünen Wasserstoff von RWE beziehen.

Mit dem Unternehmen TotalEnergies haben wir eine wegweisende Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff getroffen. Vorgesehen ist, dass uns der französische Energiekonzern ab 2030 jährlich rund 30.000 Tonnen H2 abnimmt, die es in seiner Raffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt) einsetzt. Der Wasserstoff stammt aus einer Elektrolyseanlage, die wir derzeit in Lingen (Niedersachsen) errichten. Die im Juli finalisierte Vereinbarung gilt für einen Zeitraum von 15 Jahren. Sie ermöglicht es unserem Kunden, seine jährlichen CO2-Emissionen um etwa 300.000 Tonnen zu senken. Das entspricht dem Ausstoß von rund 140.000 Pkw.

RWE und Amazon wollen Zusammenarbeit intensivieren. Im Juni haben RWE und Amazon Web Services (AWS) eine langfristige Kooperationsvereinbarung getroffen, die beide Unternehmen bei zentralen Herausforderungen voranbringen soll: RWE bei der digitalen Transformation und Amazon bei der Umstellung auf einen nachhaltigeren Strombezug. Die Vereinbarung baut auf einer bestehenden Partnerschaft auf: In den USA haben wir mit Amazon bereits sieben langfristige Stromlieferverträge geschlossen. Der Strom stammt aus Wind- und Solarparks von RWE mit einer Gesamtkapazität von 1,1 GW, die teilweise noch in der Bauphase sind. Im Rahmen der nun getroffenen Vereinbarung wird uns AWS Cloud-Service-Lösungen sowie Funktionen für künstliche Intelligenz und Datenanalytik bereitstellen. Auch auf diesem Gebiet gab es schon eine erfolgreiche Zusammenarbeit: Beispielsweise wurden geschäftskritische Anwendungen von RWE Supply & Trading in Systeme von AWS überführt, darunter die Plattform für Energiehandel und Risikomanagement, was erhebliche Leistungssteigerungen ermöglichte.

Niederländisches Kraftwerk Amer auf 100 % Biomassenutzung umgestellt.

Seit Januar 2025 betreiben wir den niederländischen Kraftwerksblock Amer 9 nur noch mit Biomasse. Zuvor hatten wir in der Anlage Steinkohle mitverbrannt, was aber laut Gesetz nur bis Ende 2024 zulässig war. Amer 9 ist seit 1993 in Betrieb. Die Anlage lief zunächst ausschließlich mit Steinkohle. Im Jahr 2000 haben wir damit begonnen, Biomasse mitzunutzen, und den Anteil dieses Brennstoffs in der Folgezeit immer weiter erhöht.

Erfolg bei britischer Kapazitätsmarktauktion. Im März 2025 fand eine Auktion für den britischen Kapazitätsmarkt statt, die sich auf den Vorhaltezeitraum vom 1. Oktober 2028 bis 30. September 2029 bezog. Mit Ausnahme eines kleinen Batteriespeichers konnten sich alle RWE-Anlagen, die am Bieterverfahren teilnahmen, für Kapazitätszahlungen qualifizieren. Sie kommen zusammen auf eine gesicherte Leistung von 6.444 MW. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Gaskraftwerke. Außerdem waren wir mit neun Laufwasserkraftwerken, zwei Batterieprojekten und zwei Windparks bei der Auktion erfolgreich. Die im Bieterverfahren ermittelte Kapazitätsprämie beträgt 60 £ je Kilowatt zuzüglich Inflationsausgleich. Sie wird uns dafür gewährt, dass unsere Anlagen im oben genannten Zeitraum am Netz sind und zur Stromversorgung beitragen.

Vorbemerkungen zur Berichtsweise

Konzernstruktur mit fünf Segmenten.

Bei der Darstellung des Geschäftsverlaufs untergliedern wir den RWE-Konzern in die folgenden fünf Segmente, von denen die ersten vier unser Kerngeschäft bilden:

1. Offshore Wind:

Hier erfassen wir unser Geschäft mit der Windkraft auf See. Geführt wird es von RWE Offshore Wind.

2. Onshore Wind / Solar:

Zu diesem Segment zählen unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Windkraft an Land und der Solarenergie sowie Teile unseres Batteriespeichergeschäfts. Je nach Kontinent liegt die Zuständigkeit dafür bei RWE Renewables Europe &Australia oder der in Nordamerika tätigen Gesellschaft RWE Clean Energy.

3. Flexible Erzeugung:

Hier ist die Stromerzeugung mit Laufwasser-, Pumpspeicher-, Biomasse- und Gaskraftwerken gebündelt. Das Segment umfasst außerdem das niederländische Steinkohle-Biomasse-Kraftwerk Eemshaven, Batteriespeicher und die auf Projektmanagement und Ingenieurdienstleistungen spezialisierte Gesellschaft RWE Technology International. Ebenfalls darin enthalten sind unsere Beteiligungen an den Energieversorgern KELAG in Österreich (37,9 %) und EPZ in den Niederlanden (30 %). Übergeordnete Führungsgesellschaft in dem Segment ist RWE Generation, zu deren Aufgaben auch die Ausgestaltung und Umsetzung unserer Wasserstoffstrategie gehört.

4. Energiehandel:

Unsere Handelsaktivitäten mit Strom, Pipeline-Gas, LNG und weiteren energienahen Commodities stellen wir in diesem Segment dar. Verantwortet werden sie von RWE Supply & Trading. Die Gesellschaft hat ein breites Tätigkeitsspektrum, zu dem auch das Vertriebsgeschäft mit Großkunden, das Gasspeichergeschäft und der Aufbau von LNG-Infrastruktur gehören. Außerdem übernimmt sie Aufgaben für die Erzeugungsgesellschaften des Konzerns. Dazu zählen die externe Vermarktung der Stromproduktion und die kurzfristige Optimierung des Kraftwerkseinsatzes, wobei die Erträge aus diesen Aktivitäten den jeweiligen Erzeugungsgesellschaften zufließen.

5. Ausstiegstechnologien:

Hier berichten wir über Tätigkeiten, die nicht zu unserem Kerngeschäft gehören. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Förderung, Verstromung und Veredelung von Braunkohle im Rheinischen Revier sowie den sicheren Rückbau unserer stillgelegten deutschen Kernkraftwerke. Verantwortlich dafür ist RWE Power.

Gesellschaften mit segmentübergreifenden Aufgaben wie die Holding RWE AG und bilanzielle Effekte aus der Konsolidierung von Konzernaktivitäten sind im Kerngeschäft unter der Position "Sonstige, Konsolidierung" subsumiert. Ferner darin enthalten sind unsere Anteile am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion (25,1 %) und an E.ON (15 %), wobei wir die E.ON-Dividende im bereinigten Finanzergebnis ausweisen. Die Position umfasst auch unsere 50-Prozent-Beteiligung an der Gesellschaft URANIT, die 33 % an der auf Uran-Anreicherung spezialisierten Urenco hält.

Änderungen der Berichtsweise.

Bei der Ermittlung der Zahlen für das erste Halbjahr 2025 haben wir methodische Anpassungen vorgenommen. Deshalb weisen wir für 2024 in Einzelfällen andere als die früher veröffentlichten Werte aus.

Eine solche Umstellung betrifft unser US-Geschäft: Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen wird nun berücksichtigt, dass es einen Überhang passiver latenter Steuern gibt. Zuvor haben wir ausschließlich auf die zukünftige steuerliche Ergebniserwartung abgestellt. Die Anpassung erfolgte im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 und ist nun nachträglich auch in den Zahlen für das erste Halbjahr 2024 berücksichtigt.

Neu ist auch die Art und Weise, wie wir Erträge aus der Veräußerung von Anteilen an Geldmarktfonds erfassen. Seit dem Konzernabschluss 2024 zeigen wir solche Gewinne im bereinigten Zinsergebnis und die damit verbundenen Mittelzuflüsse im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, während sie zuvor im bereinigten übrigen Finanzergebnis bzw. im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthalten waren. Das machte weitere Anpassungen der Halbjahreszahlen 2024 erforderlich.

Erläuterung des Geschäftsverlaufs

Stromerzeugung
Januar-Juni
Erneuerbare Energien Pumpspeicher, Batterien Gas
in GWh 2025 2024 2025 2024 2025 2024
Offshore Wind 4.486 5.847 - - - -
Onshore Wind/Solar 18.151 17.580 - - - -
Flexible Erzeugung 2.507 2.790 58 76 17.697 15.508
Davon:
Deutschland 820 1.122 58 76 2.650 2.525
Großbritannien 182 285 - - 10.539 9.419
Niederlande 1.505 1.383 - - 2.802 2.386
Türkei - - - - 1.706 1.178
Ausstiegstechnologien - - - - 74 49
RWE-Konzern 25.144 26.217 58 76 17.771 15.557
Stromerzeugung
Januar-Juni
Braunkohle Sonstige Gesamt
in GWh 2025 2024 2025 2024 2025 2024
Offshore Wind - - - - 4.486 5.847
Onshore Wind/Solar - - - - 18.151 17.580
Flexible Erzeugung - - 3.145 1.945 23.407 20.319
Davon:
Deutschland - - 76 47 3.604 3.770
Großbritannien - - - - 10.721 9.704
Niederlande - - 3.069 1.898 7.376 5.667
Türkei - - - - 1.706 1.178
Ausstiegstechnologien 13.783 14.970 54 99 13.911 15.118
RWE-Konzern 13.783 14.970 3.199 2.044 59.955 58.864

Stromproduktion 2 % über Vorjahr.

Im ersten Halbjahr 2025 erzeugte RWE 59.955 GWh Strom. Davon stammten 42 % aus regenerativen Quellen, 30 % aus Erdgas und 27 % aus Kohle. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres hat sich die Stromproduktion um 2 % erhöht. Unsere Gaskraftwerke waren wesentlich besser ausgelastet als 2024: Das ungewöhnlich niedrige Windaufkommen in unseren europäischen Kernmärkten führte zu einer Verknappung des Stromangebots und einem zusätzlichen Bedarf an konventioneller Erzeugung. Daher haben wir auch in den Niederlanden mehr Strom aus Steinkohle erzeugt. Beim Gaskraftwerk im türkischen Denizli beruhte die Produktionssteigerung darauf, dass die Wasserkraftwerke in der Region wegen geringer Niederschlagsmengen nur schwach ausgelastet waren und dadurch verstärkt andere Erzeugungstechnologien zum Einsatz kamen. Der Energieträger Braunkohle wurde dagegen weniger genutzt als im Vorjahr. Hintergrund ist, dass wir die Blöcke Neurath C / D / E und Niederaußem E / F (alle zum 31. März 2024) sowie Weisweiler F (zum 1. Januar 2025) im Rahmen des deutschen Kohleausstiegs stillgelegt haben. Außerdem waren einige Anlagen wegen Wartungs- oder Reparaturarbeiten zeitweise außer Betrieb.

Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien
Januar-Juni
Offshore Wind Onshore Wind Solar
in GWh 2025 2024 2025 2024 2025 2024
Deutschland 786 1.139 559 709 62 35
Großbritannien 3.602 4.604 870 1.034 - -
Niederlande - - 382 488 14 11
Polen - - 665 703 58 24
Frankreich - - 163 173 - -
Spanien - - 465 527 209 202
Italien - - 505 546 8 -
Schweden 98 104 152 154 - -
USA - - 7.900 7.426 5.818 5.161
Australien - - - - 201 282
Andere Länder - - 12 11 122 109
RWE-Konzern 4.486 5.847 11.673 11.771 6.492 5.824
Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien
Januar-Juni
Wasser Biomasse Gesamt
in GWh 2025 2024 2025 2024 2025 2024
Deutschland 821 1.122 - - 2.228 3.005
Großbritannien 58 98 123 188 4.653 5.924
Niederlande 15 18 1.476 1.349 1.887 1.866
Polen - - - - 723 727
Frankreich - - - - 163 173
Spanien - - - - 674 729
Italien - - - - 513 546
Schweden - - - - 250 258
USA - - - - 13.718 12.587
Australien - - - - 201 282
Andere Länder - - - - 134 120
RWE-Konzern 894 1.238 1.599 1.537 25.144 26.217

Unsere Stromproduktion aus erneuerbaren Energien hat sich im ersten Halbjahr 2025 um 4 % verringert. Ausschlaggebend dafür waren die ungünstigen Windverhältnisse in Europa. Darüber hinaus minderten gesunkene Niederschlagsmengen die Auslastung unserer Laufwasserkraftwerke. Positiven Einfluss auf das Produktionsvolumen hatte, dass wir neue Wind- und Solarparks in Betrieb nehmen konnten, vorallem in den USA.

Strom erzeugen wir nicht nur selbst, sondern beziehen ihn auch von konzernexternen Anbietern, insbesondere im Rahmen unseres Vertriebsgeschäfts mit Großkunden. Die Fremdbezüge lagen im Berichtszeitraum bei 18.480 GWh (Vorjahr: 23.634 GWh).

Leichter Rückgang der CO2-Emissionen.

Unser CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung lag mit 24,8 Mio. Tonnen geringfügig unter dem Vorjahresniveau (25,1 Mio. Tonnen). Ausschlaggebend dafür war, dass wir wegen Kapazitätsschließungen weniger Strom aus Braunkohle erzeugt haben. Gegenläufige Effekte ergaben aus der höheren Auslastung unserer Gaskraftwerke und des niederländischen Steinkohle-Biomasse-Kraftwerks Eemshaven. Die spezifischen Emissionen, d. h. der CO2-Ausstoß je erzeugter Megawattstunde Strom, sind auf 0,41 Tonnen gesunken (Vorjahr: 0,43).

Braunkohlefördermengen weiter rückläufig.

Die für die Stromerzeugung benötigten Brennstoffe beziehen wir größtenteils an den internationalen Handelsmärkten. Braunkohle gewinnen wir in eigenen Tagebauen im Rheinischen Revier. Die dort geförderten Mengen beliefen sich - umgerechnet in Steinkohleeinheiten (SKE) - auf 5,6 Mio. Tonnen. Das sind 0,8 Mio. Tonnen SKE weniger als im Vorjahr - eine Folge des gesunkenen Kohlebedarfs für die Stromproduktion. Die Fördermengen setzen wir hauptsächlich in unseren Kraftwerken ein. Darüber hinaus verwenden wir sie zur Herstellung von Veredelungsprodukten sowie in geringem Umfang zur Erzeugung von Prozessdampf und Fernwärme.

Strom- und Gasabsatz unter Vorjahresniveau.

Im ersten Halbjahr 2025 haben wir 75.383 GWh Strom und 19.209 GWh Gas abgesetzt. Die Mengen sind hauptsächlich der Gesellschaft RWE Supply & Trading im Segment Energiehandel zuzuordnen, die den Großteil unserer Stromerzeugung vermarktet, Vertriebsaktivitäten mit Industriekunden unterhält und das Gasgeschäft verantwortet. Der Stromabsatz war um 5 % niedriger als 2024. Hier spiegeln sich rückläufige Verkäufe über den Großhandelsmarkt wider. Bei Erdgas verzeichneten wir einen Rückgang um 11 %. Hintergrund ist, dass wir mit dem Erwerb der US-Gesellschaft Con Edison Clean Energy Businesses im Jahr 2023 auch Gasvertriebsaktivitäten übernommen haben und diese später eingestellt wurden.

Außenumsatz: Rückgang um 10 %.

Unser Außenumsatz betrug 10.058 Mio. € (ohne Erdgas- und Stromsteuer). Das sind 10 % weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres (11.212 Mio. €). Die Stromerlöse sind um 17 % auf 8.094 Mio. € gesunken, weil sich die Absatzmengen verringerten und die bei Stromterminverkäufen erzielten Preise unter dem Vorjahresniveau lagen. Der Gasumsatz hat sich dagegen um 25 % auf 1.027 Mio. € erhöht. Ausschlaggebend dafür waren stark gestiegene Verkaufspreise.

Auf Bruttobasis, d. h. inklusive der Erlöse aus der kommerziellen Optimierung unserer Erzeugungsposition, erzielten wir einen Außenumsatz von 19.654 Mio. € (Vorjahr: 28.339 Mio. €).

Eine Kennzahl, die vor allem bei nachhaltigkeitsorientierten Investoren auf Interesse stößt, ist der Anteil, den Kohlestrom und sonstige Kohleprodukte am Konzernerlös ausmachen. Im Berichtszeitraum waren es jeweils 16 % des Netto- und des Bruttoumsatzes.

Außenumsatz1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 513 516 -3 1.071
Onshore Wind/Solar 1.449 1.196 253 2.394
Flexible Erzeugung 542 561 -19 1.092
Energiehandel 7.214 8.569 -1.355 18.865
Sonstige, Konsolidierung 2 - 2 2
Kerngeschäft 9.720 10.842 -1.122 23.424
Ausstiegstechnologien 338 370 -32 800
RWE-Konzern 10.058 11.212 -1.154 24.224
Davon:
Stromerlöse 8.094 9.764 -1.670 21.047
Gaserlöse 1.027 820 207 1.805

1 Ohne Erdgas- und Stromsteuer.

Innenumsatz Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 508 698 -190 1.316
Onshore Wind/Solar 430 630 -200 1.111
Flexible Erzeugung 3.386 4.176 -790 8.277
Energiehandel 2.695 5.843 -3.148 8.051
Sonstige, Konsolidierung -6.970 -9.475 2.505 -16.800
Kerngeschäft 49 1.872 -1.823 1.955
Ausstiegstechnologien 1.591 2.185 -594 4.525
Bereinigtes EBITDA Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 643 828 -185 1.559
Onshore Wind/Solar 830 730 100 1.502
Flexible Erzeugung 595 1.014 -419 1.949
Energiehandel 16 318 -302 679
Sonstige, Konsolidierung 55 9 46 -9
Kerngeschäft 2.139 2.899 -760 5.680

Bereinigtes EBITDA mit 2,1 Mrd. € deutlich unter dem hohen Vorjahreswert.

Im ersten Halbjahr 2025 erzielten wir ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) von 2.139 Mio. €. Damit lagen wir erwartungsgemäß deutlich unter dem hohen Vorjahreswert (2.899 Mio. €). Zurückzuführen ist das auf eine Normalisierung der Ertragslage im Segment Flexible Erzeugung, ein bislang schwaches Handelsgeschäft und das niedrige Windaufkommen in Europa. Dem standen positive Effekte aus der Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher gegenüber.

Auf Ebene der Segmente zeigte sich folgende Ergebnisentwicklung:

Offshore Wind:

Das bereinigte EBITDA hat sich hier um 185 Mio. € auf 643 Mio. € verringert. Hauptgrund dafür waren die gegenüber 2024 erheblich verschlechterten Windbedingungen. Außerdem haben wir beim Terminverkauf von Strommengen, für die wir keine garantierten Vergütungen erhalten, niedrigere Preise erzielt als 2024.

Onshore Wind / Solar:

Trotz der ungünstigen Windverhältnisse an unseren europäischen Erzeugungsstandorten ist das bereinigte EBITDA des Segments um 100 Mio. € auf 830 Mio. € gestiegen. Zurückzuführen ist das u. a. auf die Inbetriebnahme neuer Erzeugungskapazitäten. Hinzu kam, dass wir unseren Strom in den USA teilweise zu höheren Marktpreisen absetzen konnten als im Vorjahr. Dagegen haben wir in Europa insgesamt niedrigere Preise realisiert.

Flexible Erzeugung:

Das bereinigte EBITDA hat sich hier um 419 Mio. € auf 595 Mio. € verringert. Eine zentrale Rolle spielte dabei, dass wir aufgrund der Marktpreisentwicklung niedrigere Margen aus Stromterminverkäufen erzielten.

Energiehandel:

RWE Supply &Trading konnte im Eigenhandel mit energienahen Commodities nicht an die starke Performance des Vorjahres anknüpfen. Daher hat sich das bereinigte EBITDA des Segments von 318 Mio. € auf 16 Mio. € verringert. Für das Gesamtjahr 2025 gehen wir unverändert davon aus, im Korridor von 100 bis 500 Mio. € abzuschließen.

Bereinigtes EBIT Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 307 504 -197 895
Onshore Wind/Solar 383 334 49 559
Flexible Erzeugung 385 776 -391 1.464
Energiehandel 2 306 -304 653
Sonstige, Konsolidierung 57 8 49 -10
Kerngeschäft 1.134 1.928 -794 3.561

Bereinigtes EBIT auf 1,1 Mrd. € gesunken.

Unser bereinigtes EBIT lag bei 1.134 Mio. € und damit ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert (1.928 Mio. €). Vom bereinigten EBITDA unterscheidet es sich durch die betrieblichen Abschreibungen, die sich im Berichtszeitraum auf 1.005 Mio. € beliefen (Vorjahr: 971 Mio. €).

Überleitung zum Nettoergebnis1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Bereinigtes EBIT 1.134 1.928 -794 3.561
Bereinigtes Finanzergebnis -53 -154 101 -466
Neutrales Ergebnis 555 3.038 -2.483 3.248
Ergebnis vor Steuern 1.636 4.812 -3.176 6.343
Ertragsteuern -92 -649 557 -1.054
Ergebnis 1.544 4.163 -2.619 5.289
Davon:
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 90 57 33 154
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 1.454 4.106 -2.652 5.135

1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 11.

Überleitung zum Nettoergebnis durch Sondereinflüsse geprägt.

Die Überleitung vom bereinigten EBIT zum Nettoergebnis war in hohem Maße von Vorgängen im neutralen Ergebnis geprägt, das weit hinter dem hohen Vorjahresniveau zurückblieb. Stark gesunken ist auch die Steuerquote. Im Folgenden stellen wir dar, wie sich die Einzelposten der Überleitungsrechnung entwickelt haben.

Bereinigtes Finanzergebnis1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Bereinigte Zinserträge 474 518 -44 683
Bereinigte Zinsaufwendungen -286 -459 173 -847
Bereinigtes Zinsergebnis 188 59 129 -164
Bereinigte Zinsanteile an Zuführungen zu langfristigen Rückstellungen -209 -226 17 -424
Bereinigtes übriges Finanzergebnis -32 13 -45 122
Bereinigtes Finanzergebnis -53 -154 101 -466

1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 11.

Unser bereinigtes Finanzergebnis lag bei -53 Mio.€, was einer Verbesserung gegenüber 2024 um 101 Mio. € entspricht. Nennenswerte Veränderungen ergaben sich bei folgenden Positionen:

Das bereinigte Zinsergebnis erhöhte sich um 129 Mio. € auf 188 Mio. €. Hauptgrund dafür war, dass wir verstärkt Bauzeitzinsen aktiviert haben, die während der Umsetzung von Wachstumsprojekten angefallen sind. Dies schlug sich positiv bei den bereinigten Zinsaufwendungen nieder. Dem standen erhöhte Zinszahlungen für Anleihen und Commercial Paper gegenüber.

Das bereinigte übrige Finanzergebnis sank um 45 Mio. € auf - 32 Mio. €. Dabei machten sich temporäre Effekte aus der Bewertung von Währungssicherungsgeschäften bemerkbar.

Neutrales Ergebnis Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Bereinigungen im EBIT 546 2.761 -2.215 2.768
Davon:
Veräußerungsergebnis - 1 -1 -3
Ergebniseffekte aus der Bewertung von Derivaten 855 1.710 -855 2.070
EBIT der Ausstiegstechnologien -17 898 -915 1.595
Sonstige -292 152 -444 -894
Bereinigungen im Finanzergebnis 9 277 -268 480
Neutrales Ergebnis 555 3.038 -2.483 3.248

Wesentliche nicht operative oder aperiodische Sachverhalte werden aus dem EBIT und dem Finanzergebnis herausgerechnet und im neutralen Ergebnis zusammengefasst. Dieses belief sich auf 555 Mio. € (Vorjahr: 3.038 Mio. €). Im Einzelnen ergaben sich folgende Entwicklungen:

Der Ergebnisbeitrag der Position "Bereinigungen im EBIT" sank um 2.215 Mio. € auf 546 Mio. €, was u. a. daran lag, dass niedrigere temporäre Erträge aus der Bewertung von Derivaten anfielen. Darüber hinaus verschlechterte sich das EBIT der Ausstiegstechnologien. Eine Rolle spielte dabei, dass wir beim frühzeitigen Terminverkauf des im Berichtszeitraum produzierten Braunkohlestroms erhebliche Margeneinbußen gegenüber 2024 hinnehmen mussten. Zudem enthielt der Vorjahresabschluss noch einen hohen Ergebnisbeitrag aus der Auflösung von Drohverlustrückstellungen.

Die Bereinigungen im Finanzergebnis sind um 268 Mio. € auf 9 Mio. € gesunken, was u. a. daran lag, dass der Vorjahreswert einen hohen Sondereffekt aus Anhebungen der Diskontierungszinssätze zur Berechnung unserer langfristigen Rückstellungen enthielt; die Zinserhöhungen führten zu einer Absenkung der Verpflichtungsbarwerte, die ergebniswirksam erfasst wurde.

Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 1.636 Mio. € (Vorjahr: 4.812 Mio. €). Die Ertragsteuern betrugen 92 Mio. €, was einer Steuerquote von 6 % entspricht. Damit lagen wir deutlich unter dem kalkulatorischen Durchschnittswert von 20 %, den wir für den Mittelfristzeitraum unter Berücksichtigung der erwarteten Erträge in unseren Märkten, der dort geltenden Steuersätze und der Nutzung von Verlustvorträgen abgeleitet haben. Die Abweichung ergibt sich u. a. aus steuerlich nicht relevanten IFRS-Ergebnisbeiträgen. Außerdem führte die Aktivierung von latenten Steuern zu einer Verringerung des Steueraufwands.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter sind um 33 Mio. € auf 90 Mio. € gestiegen. Ein Grund dafür war, dass wir mit unserem Gaskraftwerk im türkischen Denizli, an dem das Energieunternehmen Turcas mit 30 % beteiligt ist, wesentlich höhere Erträge erwirtschafteten als 2024. Außerdem gab es positive Effekte aus der Aktivierung von Bauzeitzinsen; sie betrafen Offshore-Windkraftprojekte, an denen Dritte Minderheitsanteile halten.

Das Nettoergebnis des Konzerns, das die Ergebnisanteile der RWE-Aktionäre wiedergibt, betrug 1.454 Mio. €. Der Vorjahreswert hatte bei 4.106 Mio. € gelegen.

Überleitung zum bereinigten Nettoergebnis1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 1.680 4.689 -3.009 6.329
Bereinigungen im EBIT -546 -2.761 2.215 -2.768
Finanzergebnis -44 123 -167 14
Bereinigungen im Finanzergebnis -9 -277 268 -480
Bereinigte Ertragsteuern (20%) -216 -355 139 -619
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -90 -57 -33 -154
Bereinigtes Nettoergebnis 775 1.362 -587 2322

1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 11.

Bereinigtes Nettoergebnis auf 0,8 Mrd. € gesunken.

Das bereinigte Nettoergebnis hat sich um 587 Mio. € auf 775 Mio. € verringert. Ausschlaggebend dafür waren die niedrigeren operativen Erträge. Um das bereinigte Nettoergebnis zu ermitteln, addieren wir das bereinigte EBIT und das bereinigte Finanzergebnis, kürzen das Ergebnis um Ertragsteuern in Höhe des erwähnten Planwerts von 20 % und subtrahieren die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter (siehe Tabelle oben).

Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie betrug 1,06 €. Dem Wert liegt eine Aktienanzahl von 734,4 Mio. Stück zugrunde. Die im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms bis zum Bilanzstichtag erworbenen Titel wurden dabei zeitanteilig berücksichtigt. Im Vorjahreszeitraum hatten wir ein bereinigtes Nettoergebnis je Aktie von 1,83 € ausgewiesen, das auf einer Aktienanzahl von 743,8 Mio. Stück basierte.

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 2.916 1.648 1.268 3.685
Onshore Wind/Solar 1.851 1.733 118 4.838
Flexible Erzeugung 332 199 133 515
Energiehandel 43 40 3 70
Sonstige, Konsolidierung - - - -
Kerngeschäft 5.142 3.620 1.522 9.108
Ausstiegstechnologien 110 114 -4 269
RWE-Konzern 5.252 3.734 1.518 9.377
Akquisitionen und Investitionen in Finanzanlagen Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Offshore Wind 19 1.322 -1.303 1.400
Onshore Wind/Solar 75 63 12 144
Flexible Erzeugung - 2 -2 6
Energiehandel 16 26 -10 85
Sonstige, Konsolidierung 2 12 -10 228
Kerngeschäft 112 1.425 -1.313 1.863
Ausstiegstechnologien - - - -
RWE-Konzern 112 1.425 -1.313 1.863

Investitionstätigkeit: Fokus auf Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im ersten Halbjahr 2025 haben wir Investitionen in Höhe von 5.364 Mio. € getätigt (Vorjahr: 5.159 Mio. €). Der Betrag umfasst ausschließlich zahlungswirksame Vorgänge. Die Mittel wurden überwiegend in den Segmenten Offshore Wind (55 %) und Onshore Wind / Solar (36 %) eingesetzt.

Für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte haben wir 5.252 Mio. € ausgegeben und damit deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (3.734 Mio. €). Zu den größten Einzelposten zählten unsere aktuellen Windkraftprojekte in der Nordsee. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war die Errichtung von Onshore-Wind- und Solarparks in den USA.

Unsere Ausgaben für Akquisitionen und Finanzanlageinvestitionen lagen bei 112 Mio. €. Der Vorjahreswert war deutlich höher gewesen (1.425 Mio. €), was vor allem darauf beruht, dass wir im März 2024 drei britische Offshore-Windkraftprojekte des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall erworben haben.

Von den Investitionen waren 96 % taxonomiekonform (Vorjahr: 95 %), d. h., in dieser Höhe entfielen sie auf Projekte, die gemäß EU-Taxonomie-Verordnung als nachhaltig einzustufen sind. Bei der Ermittlung des Anteils haben wir Gesamtinvestitionen in Höhe von 6.600 Mio. € zugrunde gelegt. Die Abweichung vom oben angegebenen Betrag (5.364 Mio. €) erklärt sich dadurch, dass auch nicht zahlungswirksame Vorgänge taxonomierelevant sind und dass anstelle der Ausgaben für Akquisitionen die daraus resultierenden Vermögenszugänge berücksichtigt werden.

Kapitalflussrechnung1 Jan-Jun Jan-Jun + /- Jan - Dez
in Mio.€ 2025 2024 2024
Funds from Operations2 2.462 -493 2.955 3.209
Veränderung des Nettoumlaufvermögens2 -3.721 950 -4.671 3.411
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.259 457 -1.716 6.620
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -4.431 -3.010 -1.421 -9.712
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 4.059 1.044 3.015 1.116
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -113 62 -175 149
Veränderung der flüssigen Mittel -1.744 -1.447 -297 -1.827
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.259 457 -1.716 6.620
Abzüglich Investitionen -5.364 -5.159 -205 -11.240
Zuzüglich Desinvestitionen/Anlagenabgänge 37 175 -138 514
Free Cash Flow -6.586 -4.527 -2.059 -4.106

1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 11.

2 Weil sich die Einreichung der im Geschäftsjahr 2024 genutzten CO2-Emissionsrechte vom zweiten ins dritte Quartal 2025 verschoben hat, fallen die Funds from Operations im Berichtszeitraum wesentlich höher aus, während bei der Veränderung des Nettoumlaufvermögens ein gegenläufiger Effekt auftritt.

Operativer Cash Flow durch temporäre Effekte aus Sicherheitsleistungen belastet.

Unser Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit lag mit -1.259 Mio.€ im negativen Bereich und deutlich unter dem Vorjahreswert (457 Mio. €). Hauptgrund dafür war, dass wir wesentlich mehr Variation Margins für Commodity-Derivate gezahlt als erhalten haben; 2024 hatte es noch einen leichten Nettozufluss aus solchen Transfers gegeben. Variation Margins sind Sicherheitsleistungen, die während der Laufzeit börsengehandelter Terminkontrakte erbracht werden. Der Rückgang des Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist auch auf die verschlechterte operative Ertragslage zurückzuführen. Positiv wirkte, dass wir weniger für den Erwerb von CO2-Emissionsrechten ausgeben mussten.

Unsere Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 4.431 Mio. €. Das ist wesentlich mehr als 2024 (3.010 Mio. €). Dabei machten sich unsere stark erhöhten Sachanlageinvestitionen im Segment Offshore Wind bemerkbar. Außerdem erzielten wir niedrigere Einnahmen aus der Veräußerung kurzfristiger Geldanlagen. Gegenläufig wirkte, dass wir weniger für Akquisitionen ausgegeben haben.

Aus der Finanzierungstätigkeit resultierte ein gegenüber dem Vorjahr (1.044 Mio. €) stark erhöhter Cash Flow von 4.059 Mio. €. Davon stammten 1,4 Mrd. € aus den Einnahmen, die wir durch den Verkauf von 49 % der Anteile an unseren Offshore-Windkraftprojekten Nordseecluster A / B und Thor erzielten. Auch die Begebung von Commercial Paper trug zum hohen Cash Flow bei. Außerdem gab es Nettozuflüsse aus Collaterals, nachdem 2024 per saldo Mittel abgeflossen waren. Bei Collaterals handelt es sich um Sicherheitsleistungen für außerbörsliche Handelsgeschäfte. Anders als Variation Margins werden sie im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit erfasst. Durch die Begebung von Anleihen flossen uns 1 Mrd. € zu. Im Vorjahreszeitraum waren es umgerechnet 2,3 Mrd. € gewesen. Die Auszahlungen für das Ende November 2024 gestartete Aktienrückkaufprogramm beliefen sich im Berichtszeitraum auf 414 Mio. €. Darüber hinaus haben wir 809 Mio. € (Vorjahr: 744 Mio. €) an unsere Aktionäre und 107 Mio. € (Vorjahr: 152 Mio. €) an Minderheitsgesellschafter von Konzernunternehmen ausgeschüttet.

Aufgrund der dargestellten Zahlungsströme aus der Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit hat sich unser Liquiditätsbestand um 1.744 Mio. € verringert.

Zieht man vom Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit die Investitionen ab und addiert die Einnahmen aus Desinvestitionen, erhält man den Free Cash Flow. Dieser lag im Berichtszeitraum bei -6.586 Mio.€ (Vorjahr: -4.527 Mio.€).

Überleitung zum bereinigten Cash Flow der Ausstiegstechnologien1 Jan-Jun Jan-Jun
in Mio.€ 2025 2024
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -1.259 457
Abzgl. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit des Kerngeschäfts 1.963 -1.210
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Ausstiegstechnologien2 704 -753
Nettoinvestitionen der Ausstiegstechnologien -99 -28
Inanspruchnahme von Rückstellungen2 555 2.633
Rückstellungszuführungen/-auflösungen -981 -1.301
Sonstiges -488 -155
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien -309 396

1 Teilweise angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 11.

2 Weil sich die Einreichung der im Geschäftsjahr 2024 genutzten CO2-Emissionsrechte vom zweiten ins dritte Quartal 2025 verschoben hat, fällt der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Ausstiegstechnologien im Berichtszeitraum wesentlich höher aus, während bei der Inanspruchnahme von Rückstellungen ein gegenläufiger Effekt auftritt.

Ausstiegstechnologien: bereinigter Cash Flow deutlich unter Vorjahr.

Unsere wichtigste Steuerungskennzahl für die Ausstiegstechnologien ist der bereinigte Cash Flow. Diesen leiten wir her, indem wir die Nettoinvestitionen von den operativen Mittelzuflüssen abziehen. Ferner eliminieren wir periodenfremde Effekte aus der zahlungswirksamen Inanspruchnahme von Rückstellungen und addieren periodengerechte, nicht zahlungswirksame Effekte aus Zuführungen oder Auflösungen von Rückstellungen.

Im Berichtszeitraum belief sich der bereinigte Cash Flow der Ausstiegstechnologien auf - 309 Mio. €. Das sind 705 Mio. € weniger als 2024, vor allem wegen rückläufiger Erträge aus Stromterminverkäufen. Auch die Stilllegung von Kapazitäten im Rahmen des deutschen Kohleausstiegs und eine geringere Kraftwerksverfügbarkeit führten zu Einnahmeausfällen.

Nettoschulden1 30.06.2025 31.12.2024 +/-
in Mio.€
Flüssige Mittel 3.346 5.090 -1.744
Wertpapiere 6.315 7.241 -926
Sonstiges Finanzvermögen 1.287 1.903 -616
Finanzvermögen 10.948 14.234 -3.286
Anleihen, Schuldscheindarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Commercial Paper -14.825 -13.559 -1.266
Währungskurssicherung von Anleihen -19 16 -35
Sonstige Finanzverbindlichkeiten -5.431 -5.111 -320
Abzüglich 50% des als Fremdkapital ausgewiesenen Hybridkapitals 634 305 329
Finanzverbindlichkeiten -19.641 -18.349 -1.292
Nettofinanzschulden/Nettofinanzvermögen (inkl. Korrektur beim Hybridkapital) -8.693 -4.115 -4.578
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -1.264 -1.328 64
Aktivisch ausgewiesenes Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen 607 613 -6
Rückstellungen für Entsorgung im Kernenergiebereich -4.794 -4.981 187
Rückstellungen für den Rückbau von Windparks und Solaranlagen -1.365 -1.366 1
Nettoschulden -15.509 -11.177 -4.332

1 Die Bergbaurückstellungen sind in den Nettoschulden nicht enthalten. Gleiches gilt für Vermögenswerte, die wir den Bergbaurückstellungen zugeordnet haben. Aktuell sind dies unsere 15-Prozent-Beteiligung an E.ON und der noch nicht beglichene Teil unseres Anspruchs auf staatliche Entschädigung für den deutschen Braunkohleausstieg.

Nettoschulden auf 15,5 Mrd. € gestiegen.

Unsere Nettoschulden beliefen sich zum 30. Juni 2025 auf 15.509 Mio. €. Gegenüber dem Stand zum 31. Dezember 2024 sind sie um 4.332 Mio. € gestiegen. Eine zentrale Rolle spielten dabei unsere hohen Investitionen und der negative operative Cash Flow, während unsere Einnahmen aus dem Teilverkauf der Windkraftprojekte Nordseecluster A / B und Thor die Verschuldung minderten.

Verbesserte Eigenkapitalquote von 37,4 %.

Im Halbjahresabschluss weisen wir eine Bilanzsumme von 97.807 Mio. € aus, gegenüber 98.442 Mio. € zum Ende des Vorjahres. Zuzuordnen ist das u. a. den Commodity-Derivaten, deren Buchwerte auf der Aktivseite der Bilanz um 2.420 Mio. € und auf der Passivseite um 3.790 Mio. € gefallen sind. Auch der Bestand an flüssigen Mitteln ist gesunken, und zwar um 1.744 Mio. €. Dagegen sind die Sachanlagen wegen unserer Wachstumsinvestitionen um 3.284 Mio. € gestiegen. Das Eigenkapital hat sich um 2.938 Mio. € auf 36.561 Mio. € erhöht. Sein Anteil an der Bilanzsumme betrug 37,4% - ein Plus von 3,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Konzernbilanz (verkürzt) 30.06.2025 31.12.2024
in Mio.€ in Mio.€ in %
Aktiva
Langfristiges Vermögen 67.993 69,5 63.420 64,4
Davon:
Immaterielle Vermögenswerte 9.539 9,8 10.252 10,4
Sachanlagen 41.742 42,7 38.458 39,1
Kurzfristiges Vermögen 29.814 30,5 35.022 35,6
Davon:
Derivate, Forderungen und sonstige Vermögenswerte 19.099 19,5 20.521 20,8
Wertpapiere 5.926 6,1 6.851 7,0
Flüssige Mittel 3.346 3,4 5.090 5,2
Gesamt 97.807 100,0 98.442 100,0
Passiva
Eigenkapital 36.561 37,4 33.623 34,2
Langfristige Schulden 37.807 38,7 37.244 37,8
Davon:
Rückstellungen 15.129 15,5 15.690 15,9
Finanzverbindlichkeiten 15.080 15,4 14.772 15,0
Kurzfristige Schulden 23.439 23,9 27.575 28,0
Davon:
Rückstellungen 6.588 6,7 6.047 6,1
Derivate und Verbindlichkeiten 16.642 17,0 21.148 21,5
Gesamt 97.807 100,0 98.442 100,0
Beschäftigte1 30.06.2025 31.12.2024 + /-
Offshore Wind 2.615 2.733 -118
Onshore Wind/Solar 3.777 3.806 -29
Flexible Erzeugung 3.465 3.437 28
Energiehandel 2.266 2.239 27
Sonstige2 593 594 -1
Kerngeschäft 12.716 12.809 -93
Ausstiegstechnologien 7.789 8.176 -387
RWE-Konzern 20.505 20.985 -480

1 Umgerechnet in Vollzeitäquivalente.

2 Die Position umfasst ausschließlich die Beschäftigten der Holdinggesellschaft RWE AG.

Leichter Rückgang der Beschäftigtenzahl.

Zum 30. Juni 2025 gab es im RWE-Konzern 20.505 Beschäftigte, davon 13.141 an deutschen und 7.364 an ausländischen Standorten. Bei den Zahlen handelt es sich um sogenannte Vollzeitäquivalente (VZÄ), d. h., Teilzeitstellen werden hier anteilig berücksichtigt. Gegenüber Ende 2024 hat sich der Personalbestand um 480 VZÄ verringert. Die deutlichste Veränderung ergab sich im Segment Ausstiegstechnologien (- 387). Dort nahmen zahlreiche Beschäftigte Vorruhestandsregelungen in Anspruch, die ihnen insbesondere im Zusammenhang mit dem deutschen Kohle- und Kernenergieausstieg angeboten wurden. Auch im Segment Offshore Wind verzeichneten wir einen nennenswerten Rückgang (- 118). Dabei kam zum Tragen, dass wir die Investitionen in US-Projekte wegen der unsicheren regulatorischen Rahmenbedingungen vorläufig auf das Nötigste beschränken.

Prognose 2025

RWE bekräftigt Ergebnisausblick.

An unserer Prognose zur Ergebnisentwicklung im laufenden Jahr halten wir fest. Veröffentlicht haben wir sie im Geschäftsbericht 2024 (Seite 59 f.), der im März 2025 erschienen ist. Das bereinigte EBITDA dürfte demnach im Bereich von 4.550 bis 5.150 Mio. € liegen und den hohen Vorjahreswert (5.680 Mio. €) damit deutlich unterschreiten. Bei betrieblichen Abschreibungen in der Größenordnung von 2.200 Mio. € ergibt sich für das bereinigte EBIT ein Prognosekorridor von 2.350 bis 2.950 Mio. € (Vorjahr: 3.561 Mio. €). Das bereinigte Nettoergebnis veranschlagen wir auf 1.300 bis 1.800 Mio. € (Vorjahr: 2.322 Mio. €); pro Aktie entspricht das einem Wert von etwa 2,10 €, sofern wir die Mitte der Bandbreite erreichen und beim Aktienrückkaufprogramm planmäßig vorankommen.

Unser Ausblick basiert auf der Erwartung, dass das Handelsergebnis deutlich unter dem hohen Vorjahreswert liegen wird. Außerdem rechnen wir mit niedrigeren Margen aus Stromverkäufen und rückläufigen Erträgen aus der kommerziellen Optimierung unseres Kraftwerkseinsatzes. Positive Effekte versprechen wir uns von der Inbetriebnahme neuer Windparks, Solarparks und Batteriespeicher. Die Prognosen für den Konzern und die Segmente des Kerngeschäfts sind in der Tabelle rechts oben zusammengefasst.

Ausstiegstechnologien: stark verringerte Erträge aus Stromterminverkäufen.

Der bereinigte Cash Flow der Ausstiegstechnologien, dessen Herleitung wir auf Seite 20 erläutern, wird sich voraussichtlich auf -650 bis -350 Mio.€ verringern (Vorjahr: 584 Mio.€). Wir gehen davon aus, dass die Erträge aus Stromterminverkäufen und aus der Optimierung des Kraftwerkseinsatzes deutlich hinter dem Niveau von 2024 zurückbleiben. Dennoch erwarten wir einen positiven Cash-Beitrag aus der Stromerzeugung. Dem stehen allerdings hohe Ausgaben im Tagebaubetrieb gegenüber.

Ausblick Ist 2024 Prognose 2025
in Mio.€
Bereinigtes EBITDA 5.680 4.550-5.150
Davon:
Offshore Wind 1.559 1.300-1.700
Onshore Wind / Solar 1.502 1.650-2.150
Flexible Erzeugung 1.949 1.000-1.400
Energiehandel 679 100-500
Bereinigtes EBIT 3.561 2.350-2.950
Bereinigtes Nettoergebnis 2.322 1.300-1.800

Nettoinvestitionen wohl niedriger als 2024.

Auch im laufenden Geschäftsjahr tätigen wir hohe Ausgaben für Wachstumsprojekte. Die Nettoinvestitionen, in denen Einnahmen aus Desinvestitionen mitberücksichtigt sind, reichen aber wohl nicht an das Niveau von 2024 (10 Mrd. €) heran. Unsere Mittel setzen wir im Wesentlichen für Windkraft-, Solar- und Batterieprojekte in Europa und den USA ein.

Leverage Factor wird Obergrenze von 3,0 voraussichtlich einhalten.

Wegen unserer Wachstumsinvestitionen dürfte der Leverage Factor, d. h. das Verhältnis der Nettoschulden zum bereinigten EBITDA, wesentlich höher sein als im Vorjahr (2,0). Unsere selbst gesetzte Obergrenze für 2025 in Höhe von 3,0 werden wir aber voraussichtlich einhalten.

Dividende für das Geschäftsjahr 2025.

Der Vorstand der RWE AG strebt für das Geschäftsjahr 2025 eine Gewinnausschüttung je Aktie in Höhe von 1,20 € an. Bei entsprechender Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 30. April 2026 wäre dies das dritte Mal in Folge, dass die Dividende um 0,10€ angehoben wird.

Aktuelle Einschätzung der Risikolage

Risikolage des Konzerns im Wesentlichen unverändert.

Der Aufbau und die Prozesse unseres Risikomanagements, die zuständigen Organisationseinheiten, die wesentlichen Risiken und Chancen sowie unsere Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung von Risiken werden im Geschäftsbericht 2024 auf Seite 61 ff. ausführlich dargestellt. Seit der Aufstellung des Berichts Ende Februar 2025 sind keine Veränderungen eingetreten, die uns dazu veranlasst hätten, die Risikolage des Konzerns in wesentlichen Punkten neu zu bewerten. Auch zeichnen sich weiterhin keine Entwicklungen ab, die den Fortbestand der RWE AG oder des RWE-Konzerns gefährden.

Unsere Risiken erheben wir im Halbjahresrhythmus mithilfe einer Bottom-up-Analyse. Je nach Ursache teilen wir sie in die folgenden Klassen ein: (1) Marktrisiken, (2) regulatorische und politische Risiken, (3) rechtliche Risiken, (4) operative Risiken, (5) finanzwirtschaftliche Risiken, (6) Bonität von Geschäftspartnern und (7) sonstige Risiken. Für jede dieser Klassen nehmen wir eine Risikoeinstufung vor, bei der wir uns am höchsten Einzelrisiko orientieren. Wir unterscheiden dabei die Kategorien "gering", "mittel" und "hoch".

Unsere größten Risiken sehen wir unverändert in den ersten beiden Klassen, die wir der Kategorie "hoch" zuordnen. Marktrisiken (1) bestehen bei Erzeugungsanlagen, für deren Strom wir keine fixen Garantievergütungen erhalten. Sollten die Stromgroßhandelspreise stark nachgeben, ohne dass entsprechende Entlastungen auf der Kostenseite eintreten (z. B. durch niedrigere Brennstoffpreise), würden sich die Margen dieser Anlagen verringern. Regulatorische und politische Risiken (2) sehen wir derzeit u. a. wegen der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA. Zwar hat die Mitte 2025 erlassene One Big Beautiful Bill Klarheit darüber geschaffen, wie lange noch Steuervorteile für neue Solar- und Windkraftprojekte gewährt werden - jedoch gibt es Unsicherheiten im Hinblick darauf, wann Projekte den Safe-Harbor-Status erreicht haben, der ihnen die steuerliche Förderung garantiert (siehe Seite 6). Zudem besteht die Gefahr, dass die US-Regierung weitere Zölle beschließt und sich Projekte dadurch ungeplant verteuern. Allerdings sind zuletzt auch positive Entwicklungen eingetreten: Beispielsweise will die britische Regierung neuen Windkraft- und Solarprojekten längere Strompreisgarantien gewähren (siehe Seite 5).

Risikokennzahlen im ersten Halbjahr 2025. Commodity-Preisrisiken und finanzwirtschaftliche Risiken steuern wir anhand von Kennzahlen wie dem Value at Risk und dem Cash Flow at Risk. Außerdem nehmen wir Sensitivitätsanalysen vor.

Risiken im Handelsgeschäft von RWE Supply & Trading messen wir mit dem Value at Risk (VaR). Dieser gibt an, welchen Wert der mögliche Verlust aus einer Risikoposition mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Für die VaR-Berechnung legen wir im Konzern grundsätzlich ein Konfidenzniveau von 95 % zugrunde - bei einem Betrachtungszeitraum von einem Tag. Das bedeutet, dass der Tagesverlust den VaR mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % nicht übersteigt. Der VaR für Preisrisiken von Commodity-Positionen im Handelsgeschäft muss ein bestimmtes Limit einhalten, das aktuell bei 60 Mio. € liegt. Die tatsächlichen Tageswerte waren meist deutlich niedriger. Im Halbjahresdurchschnitt betrugen sie 27 Mio. €.

Das Management unseres Gasportfolios und das LNG-Geschäft sind in einer eigenen Organisationseinheit bei RWE Supply & Trading gebündelt. Auch für diese Aktivitäten gibt es ein VaR-Tageslimit, und zwar in Höhe von 40 Mio. €. Die tatsächlichen VaR-Werte lagen im ersten Halbjahr bei durchschnittlich 13 Mio. €.

Ein Risikofaktor im Finanzbereich ist die Entwicklung der Marktzinsen. Falls sie steigen, erhöhen sich auch die Finanzierungskosten. Dieses Risiko messen wir mit dem Cash Flow at Risk (CFaR). Dabei legen wir ein Konfidenzniveau von 95 % und eine Haltedauer von einem Jahr zugrunde. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich der CFaR auf durchschnittlich 15 Mio. €.

Zinserhöhungen können außerdem dazu führen, dass sich die Kurse von Wertpapieren aus unserem Bestand verringern - und umgekehrt. Dies gilt in erster Linie für festverzinsliche Anleihen. Das Kursrisiko messen wir per Sensitivitätsanalyse. Zum Bilanzstichtag ergab sich folgendes Bild: Bei einem Anstieg der Marktzinsen um 100 Basispunkte wäre der Wert der von uns gehaltenen Anleihen um 17 Mio. € gesunken.

Konzernzwischenabschluss (verkürzt)

Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio.€ Apr-Jun 20251 Apr-Jun 20241 Jan-Jun 2025 Jan-Jun 2024
Umsatzerlöse (inkl. Erdgas-/Stromsteuer)2 3.720 4.648 10.155 11.319
Erdgas-/Stromsteuer -48 -54 -97 -107
Umsatzerlöse2 3.672 4.594 10.058 11.212
Sonstige betriebliche Erträge 1.668 743 2.517 3.953
Materialaufwand -2.899 -1.882 -7.742 -7.584
Personalaufwand -719 -804 -1.409 -1.463
Abschreibungen -523 -494 -1.027 -993
Sonstige betriebliche Aufwendungen -562 -104 -1.004 -708
Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 105 134 273 277
Übriges Beteiligungsergebnis -31 - 14 -5
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern 711 2.187 1.680 4.689
Finanzerträge 1.251 756 1.925 1.319
Finanzaufwendungen -1.213 -577 -1.969 -1.196
Ergebnis vor Steuern 749 2.366 1.636 4.812
Ertragsteuern3 -47 -215 -92 -649
Ergebnis3 702 2.151 1.544 4.163
Davon: Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 39 15 90 57
Davon: Nettoergebnis/ Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG3 663 2.136 1.454 4.106
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in €3 0,91 2,87 1,98 5,52

1 Die freiwillige Angabe der Quartalswerte für den Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2025 und für das Vorjahresquartal unterliegt nicht der prüferischen Durchsicht zum 30. Juni 2025.

2 In dieser Position enthalten sind Umsatzerlöse für Strom in Höhe von 8.094 Mio. € (Vorjahr: 9.764 Mio. €) und Gas in Höhe von 1.027 Mio. € (Vorjahr: 820 Mio. €), eine Darstellung nach Segmenten findet sich auf Seite 40 f.

3 Angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 32.

Gesamtergebnisrechnung

Beträge nach Steuern Apr-Jun 20251 Apr-Jun 20241 Jan-Jun 2025 Jan-Jun 2024
in Mio.€
Ergebnis2 702 2.151 1.544 4.163
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen -73 47 127 79
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen -6 -16 -7 -14
Marktbewertung von Eigenkapitalinstrumenten 671 -242 1.721 67
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die nicht erfolgswirksam umzugliedern sind 592 -211 1.841 132
Unterschied aus der Währungsumrechnung2 -400 -144 -594 -30
Marktbewertung von Fremdkapitalinstrumenten 2 -1 5 2
Marktbewertung von Finanzinstrumenten in Sicherungsbeziehung -170 -851 -400 -2.780
Anteilig erfasste Erträge und Aufwendungen at-Equity-bilanzierter Beteiligungen -2 -6 27 1
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen, die zukünftig erfolgswirksam umzugliedern sind2 -570 -1.002 -962 -2.807
Im Eigenkapital direkt erfasste Erträge und Aufwendungen2 (Other Comprehensive Income) 22 -1.213 879 -2.675
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen2 (Total Comprehensive Income) 724 938 2.423 1.488
Davon: auf Aktionäre der RWE AG entfallend2 750 902 2.422 1.382
Davon: auf andere Gesellschafter entfallend -26 36 1 106

1 Die freiwillige Angabe der Quartalswerte für den Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2025 und für das Vorjahresquartal unterliegt nicht der prüferischen Durchsicht zum 30. Juni 2025.

2 Angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 32.

Bilanz

Aktiva

in Mio.€ 30.06.2025 31.12.2024
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 9.539 10.252
Sachanlagen 41.742 38.458
At-Equity-bilanzierte Beteiligungen 4.533 4.577
Übrige Finanzanlagen 7.063 5.244
Finanzforderungen 468 500
Derivate und sonstige Vermögenswerte 4.489 4.181
Latente Steuern 159 208
67.993 63.420
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 1.443 2.560
Finanzforderungen 1.368 1.971
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.053 6.908
Derivate und sonstige Vermögenswerte 12.266 11.060
Ertragsteueransprüche 412 582
Wertpapiere 5.926 6.851
Flüssige Mittel 3.346 5.090
29.814 35.022
97.807 98.442

Passiva

in Mio.€ 30.06.2025 31.12.2024
Eigenkapital
Anteile der Aktionäre der RWE AG 33.054 31.549
Anteile anderer Gesellschafter 3.507 2.074
36.561 33.623
Langfristige Schulden
Rückstellungen 15.129 15.690
Finanzverbindlichkeiten1 15.080 14.772
Ertragsteuerverbindlichkeiten 560 571
Derivate und übrige Verbindlichkeiten 4.226 3.256
Latente Steuern 2.812 2.955
37.807 37.244
Kurzfristige Schulden
Rückstellungen 6.588 6.047
Finanzverbindlichkeiten2 5.176 3.898
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.535 5.479
Ertragsteuerverbindlichkeiten 209 380
Derivate und übrige Verbindlichkeiten 6.931 11.771
23.439 27.575
97.807 98.442

1 In dieser Position enthalten sind Anleihen und Schuldscheindarlehen in Höhe von 8.060 Mio. € (31.12.2024: 7.591 Mio. €).

2 In dieser Position enthalten sind Anleihen und Schuldscheindarlehen in Höhe von 1.484 Mio. € (31.12.2024: 1.537 Mio. €) und Commercial Paper in Höhe von 872 Mio. € (31.12.2024: 50 Mio. €).

Kapitalflussrechnung

in Mio.€ Jan-Jun 2025 Jan-Jun 2024
Ergebnis1 1.544 4.163
Abschreibungen/Zuschreibungen 1.008 999
Veränderung der Rückstellungen 168 -3.537
Veränderung der latenten Steuern1 -38 351
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagegegenständen und Wertpapieren -53 -333
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen sowie zahlungswirksame Sachverhalte2 -167 -2.136
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -3.721 950
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit2 -1.259 457
Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen
Investitionen -5.252 -3.734
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 14 100
Akquisitionen/Beteiligungen
Investitionen -112 -1.425
Einzahlungen aus Anlagenabgängen/Desinvestitionen 23 75
Auszahlungen für Wertpapiere und Geldanlagen -192 -1.580
Einzahlungen aus Wertpapieren und Geldanlagen2 1.088 3.554
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit2 -4.431 -3.010

1 Angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 32.

2 Angepasste Vorjahreszahlen wegen Ausweisänderung von Gewinnen aus dem Abgang von Geldmarktfonds in Höhe von 127 Mio. €.

in Mio.€ Jan-Jun 2025 Jan-Jun 2024
Kapitaleinzahlungen (einschließlich anderer Gesellschafter) 1.646 515
Kapitalrückzahlungen (einschließlich anderer Gesellschafter) -7 -5
Aktienrückkauf -414 -
Dividenden/Ausschüttungen an RWE-Aktionäre und andere Gesellschafter -916 -896
Aufnahme von Finanzschulden3 5.710 2.863
Tilgung von Finanzschulden3 -1.960 -1.433
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 4.059 1.044
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel -1.631 -1.509
Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel -113 62
Veränderung der flüssigen Mittel -1.744 -1.447
Flüssige Mittel zum Anfang des Berichtszeitraums 5.090 6.917
Flüssige Mittel zum Ende des Berichtszeitraums 3.346 5.470

3 Angepasste Vorjahreszahlen durch Saldierung von zuvor brutto dargestellten Aufnahmen und Tilgungen von Commercial Paper in Höhe von 69 Mio. €.

Veränderung des Eigenkapitals

Veränderung des Eigenkapitals Gezeichnetes Kapital der RWE AG Kapitalrücklage der RWE AG Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn Eigene Aktien Accumulated Other Comprehensive Income Anteile der Aktionäre der RWE AG
in Mio.€
Stand: 01.01.2024 1.904 6.489 14.892 - 8.748 32.033
Kapitaleinzahlungen - - - - - -
Dividendenzahlungen - - -744 - - -744
Ergebnis1 - - 4.106 - - 4.106
Other Comprehensive Income1 - - 132 - -2.856 -2.724
Total Comprehensive Income1 - - 4.238 - -2.856 1.382
Übrige Veränderungen - - 101 - 60 161
Stand: 30.06.20241 1.904 6.489 18.487 - 5.952 32.832
Stand: 01.01.2025 1.904 6.489 18.809 -138 4.485 31.549
Kapitaleinzahlungen - - - - - -
Rückkauf eigener Aktien - - - -414 - -414
Dividendenzahlungen - - -809 - - -809
Ergebnis - - 1.454 - - 1.454
Other Comprehensive Income - - 1.841 - -873 968
Total Comprehensive Income - - 3.295 - -873 2.422
Übrige Veränderungen - - 48 - 258 306
Stand: 30.06.2025 1.904 6.489 21.343 -552 3.870 33.054
Veränderung des Eigenkapitals Anteile anderer Gesellschafter Gesamt
in Mio.€
Stand: 01.01.2024 1.571 33.604
Kapitaleinzahlungen 36 36
Dividendenzahlungen -152 -896
Ergebnis1 57 4.163
Other Comprehensive Income1 49 -2.675
Total Comprehensive Income1 106 1.488
Übrige Veränderungen 399 560
Stand: 30.06.20241 1.960 34.792
Stand: 01.01.2025 2.074 33.623
Kapitaleinzahlungen 236 236
Rückkauf eigener Aktien - -414
Dividendenzahlungen -107 -916
Ergebnis 90 1.544
Other Comprehensive Income -89 879
Total Comprehensive Income 1 2.423
Übrige Veränderungen 1.303 1.609
Stand: 30.06.2025 3.507 36.561

1 Angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 32.

Ausgewählte Anhangangaben

Rechnungslegungsmethoden

Die RWE AG mit Sitz in Essen, Deutschland, ist Mutterunternehmen des RWE-Konzerns ("RWE" oder "Konzern").

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2025 einschließlich weiterer Angaben im Konzernzwischenlagebericht wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS Accounting Standards) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt. Er ist am 11. August 2025 zur Veröffentlichung freigegeben worden.

Im Einklang mit IAS 34 wurde für die Darstellung des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2025 ein gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 verkürzter Berichtsumfanggewählt. Im Konzernzwischenabschluss werden - mit Ausnahmeder nachfolgend beschriebenen Änderungen und Neuregelungen - die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024. Für weitere Informationen verweisen wir auf den Konzernabschluss 2024, der die Basis für den vorliegenden Halbjahresfinanzbericht darstellt.

Für Entsorgungsrückstellungen auf dem Gebiet der Kernenergie wird ein durchschnittlicher Abzinsungsfaktor von 2,4 % (31.12.2024: 2,3 %) und für bergbaubedingte Rückstellungen von 3,1 % (31.12.2024: 3,0 %) zugrunde gelegt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden im Inland mit 3,9 % und im Ausland mit 5,5 % abgezinst (31.12.2024: 3,6 % bzw. 5,4 %).

Änderungen der Rechnungslegung

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat Änderungen bei bestehenden IFRS verabschiedet, die für den RWE-Konzern wegen der erfolgten Anerkennung durch die EU ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtend anzuwenden sind:

Änderungen an IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen: Mangelnde Umtauschbarkeit" (2023)

Diese neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Darüber hinaus haben sich, wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 beschrieben, die nachfolgenden Änderungen gemäß IAS 8 ergeben.

Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung von steuerlichen Verlustvorträgen in den USA.

In der US-amerikanischen Tax Group wird seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern aus Verlustvorträgen ein Überhang passiver latenter Steuern berücksichtigt, während zuvor ausschließlich die zukünftige steuerliche Ergebniserwartung ausschlaggebend war. Die rückwirkende Anpassung der Vorjahreszahlen führt zu folgenden Änderungen:

Position Anpassungseffekt
in Mio.€ Vorjahr
Ertragsteuern -96
Latente Steuern (GuV) -96
Ergebnis 96
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG 96
Unverwässertes und verwässertes Ergebnisje Aktie in € 0,13
Other Comprehensive Income aus der Währungsumrechnung 15

Ausweisänderungen in der Kapitalflussrechnung.

Die folgenden Ausweisänderungen in der Kapitalflussrechnung führen zu einer wirtschaftlich zutreffenderen und relevanteren Darstellung der betreffenden Transaktionen:

Für die bislang saldiert dargestellte Veränderung der Geldanlagen und Wertpapiere erfolgt nun ein unsaldierter Bruttoausweis in den Zeilen Auszahlungen für Wertpapiere und Geldanlagen sowie Einzahlungen aus Wertpapieren und Geldanlagen. Zuvor wurden diese saldiert in der Zeile Veränderung der Wertpapiere und Geldanlagen ausgewiesen. Der Ausweis von Einnahmen aus bzw. Ausgaben für Wertpapiere des Segments Energiehandel erfolgt saldiert in den Einnahmen aus Wertpapieren und Geldanlagen bzw. Ausgaben für Wertpapiere und Geldanlagen.

Kapitalveränderungen werden unsaldiert in den zwei Zeilen Kapitaleinzahlungen und -auszahlungen (einschließlich anderer Gesellschafter) dargestellt. Bisher erfolgte ein saldierter Ausweis in der Zeile Kapitalveränderungen (einschließlich anderer Gesellschafter).

Aufnahmen und Tilgungen von Commercial Paper, die während des Berichtszeitraums aufgenommen und getilgt wurden und nicht länger als drei Monate gehalten wurden, werden nun saldiert innerhalb der Aufnahmen sowie Tilgungen von Finanzschulden ausgewiesen.

Gewinne aus dem Abgang von Geldmarktfonds werden im Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen, während sie zuvor im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit in der Zeile Einzahlungen aus Wertpapieren und Geldanlagen enthalten waren.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Der IASB hat Standards und Änderungen an Standards verabschiedet, die in der EU im Geschäftsjahr 2025 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Diese nachfolgend aufgeführten Standards und Änderungen an Standards werden, mit Ausnahme von IFRS 18, voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben:

IFRS 18 "Presentation and Disclosure in Financial Statements" (2024)

IFRS 19 "Subsidiaries without Public Accountability: Disclosures" (2024)

Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 "Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten" (2024)

Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Rechnungslegungsstandards - Band 11 (2024)

Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 "Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen" (2024)

Im April 2024 hat der IASB IFRS 18 ("Darstellung und Angaben im Abschluss") veröffentlicht, der für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden ist und IAS 1 ("Darstellung des Abschlusses") ersetzen wird. Im Allgemeinen führen die Neuregelungen des IFRS 18 u. a. zu Änderungen in der Darstellung der Hauptabschlussbestandteile sowie zu zusätzlichen Anhangangaben in Bezug auf bestimmte im Abschluss veröffentlichte Performance-Kennzahlen. Die spezifischen Auswirkungen des IFRS 18 auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der RWE AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen, die die RWE AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wesentliche gemeinsame Vereinbarungen nach der Equity-Methode (Gemeinschaftsunternehmen) oder als gemeinschaftliche Tätigkeit.

Im Folgenden wird dargestellt, welche Veränderungen sich bei der Anzahl der vollkonsolidierten Unternehmen und der mittels der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ergeben haben:

Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2025 50 738 788
Erstkonsolidierungen 2 15 17
Entkonsolidierungen -1 -1141 -115
Verschmelzungen - -1 -1
Stand: 30.06.2025 51 638 689

1 Inklusive Entkonsolidierungen von 99 unwesentlichen Gesellschaften in den USA.

Anzahl at-Equity-bilanzierter assoziierter Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Inland Ausland Gesamt
Stand: 01.01.2025 10 21 31
Erwerbe - - -
Veräußerungen - - -
Sonstige Veränderungen - - -
Stand: 30.06.2025 10 21 31

Zudem werden zwei (31.12.2024: zwei) Gesellschaften als gemeinschaftliche Tätigkeiten abgebildet.

Unternehmenserwerbe

Erwerb von drei Offshore-Windprojekten von Vattenfall.

Ende März 2024 wurde der Erwerb von 100 % der Anteile an den drei Entwicklungsprojekten Norfolk Vanguard West, Norfolk Vanguard East und Norfolk Boreas in Großbritannien abgeschlossen. Die Übernahme war im Dezember 2023 mit dem schwedischen Konzern Vattenfall AB, Stockholm, Schweden, vereinbart worden. Die drei Offshore-Windprojekte mit einer geplanten Leistung von jeweils 1,4 Gigawatt liegen vor der Ostküste Englands. Die drei Entwicklungsprojekte verfügen bereits über die Rechte am Meeresboden, Netzanschlüsse, Entwicklungsgenehmigungen und alle anderen wesentlichen Genehmigungen. Neben den Projekten wurde auch ein Team von 46 Mitarbeitern übernommen.

Eine im Bewertungszeitraum durchgeführte Aktualisierung der bei Erstkonsolidierung erfassten Werte führte zu folgenden Anpassungen: Aufgrund besserer Erkenntnisse bezüglich des Fair Value von Operating Rights wurde das bei der Erstkonsolidierung zum beizulegenden Zeitwert angesetzte Nettovermögen in Höhe von 336 Mio. € um 5 Mio. € auf 341 Mio. € erhöht. Daraus resultierte eine Verminderung des zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung erfassten Geschäfts- oder Firmenwertes um 5 Mio. € auf 3 Mio. €.

Anteilsabstockungen

Norges Bank Investment Management beteiligt sich an Nordsee-Windkraftprojekten.

Die für die Verwaltung des staatlichen norwegischen Pensionsfonds zuständige Norges Bank Investment Management hat 49 % der Anteile an unseren Offshore-Windkraftprojekten Nordseecluster A / B und Thor übernommen. Die Transaktion war im März 2025 vereinbart worden und konnte im Juni abgeschlossen werden. Der Kaufpreis betrug rund 1,4 Mrd. €. RWE behält 51 % der Anteile und die Beherrschung über die Offshore-Windkraft-projekte. RWE bleibt auch nach dem Anteilsverkauf für den Bau und Betrieb von Thor und Nordseecluster A / B verantwortlich.

Gewinnausschüttung

Die Hauptversammlung der RWE AG hat am 30. April 2025 beschlossen, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von 1,10 € je dividendenberechtigte RWE-Aktie auszuschütten. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2024 erfolgte am 6. Mai 2025 und betrug insgesamt 809 Mio. € (Vorjahr: 744 Mio. €).

Finanzierungsmaßnahmen

Im April 2025 hat die RWE AG eine Hybridanleihe zum ersten möglichen Kündigungstermin zurückgekauft, die in 2015 begeben worden war. Die Anleihe hatte ein ursprüngliches Volumen von 550 Mio. € und eine Laufzeit bis 2075. Im Jahr 2017 war das ausstehende Volumen der Anleihe im Rahmen eines Rückkaufangebots auf rund 282 Mio. € reduziert worden.

Ebenfalls im April 2025 hat die RWE AG das Rahmenprogramm für Anleihen außerhalb der USA, das sogenannte Debt-Issuance-Programme, um ein weiteres Jahr verlängert. Das Programm erlaubt Emissionen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 15 Mrd. €.

Im Mai 2025 hat die RWE AG ihre bestehenden 10 Mrd. € Konsortialkredite refinanziert. Das Konsortium aus 34 internationalen Geschäftsbanken stellt drei syndizierte Kredite (RCF) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 10 Mrd. € zur Verfügung. RCF A und B haben ein Gesamtvolumen von 5 Mrd. € und eine Laufzeit von 5 Jahren, RCF C hat ein Gesamtvolumen von ebenfalls 5 Mrd. € und eine Laufzeit von 3 Jahren. Es wurden ferner jeweils zwei Einjahres-Verlängerungsoptionen vereinbart. Die RCF sind weiterhin an Nachhaltigkeitsziele geknüpft.

Im Juni 2025 hat die RWE AG eine Hybridanleihe in zwei Tranchen über je 500 Mio. € emittiert. Beide Tranchen haben eine Laufzeit von 30 Jahren, wobei eine Tranche erstmals nach 5,25 Jahren und die zweite Tranche erstmals nach 8 Jahren gekündigt werden kann. Die erste Tranche hat einen Kupon von 4,125 % und die zweite hat einen Kupon von 4,625 %. Die Hybridanleihe ist gemäß IFRS als Fremdkapital klassifiziert, da sie eine feste, endliche Laufzeit aufweist und eine Möglichkeit zur dauerhaften Aussetzung der Zinszahlungen nicht besteht.

Eigene Aktien

Am 30. Juni 2025 befanden sich 17.759.670 (Vorjahr: 0) eigene Aktien im Bestand. Diese Aktien sind im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms der RWE AG im Zeitraum vom 28. November 2024 bis zum 30. Juni 2025 zugegangen. Darüber hinaus wurden am 27. und 30. Juni 2025 weitere 99.324 Aktien erworben, die erst nach dem Stichtag zum 30. Juni 2025 zugegangen sind. Die daraus resultierende Zahlungsverpflichtung in Höhe von 4 Mio. € wurde zulasten der Gewinnrücklagen als finanzielle Verbindlichkeit erfasst.

Die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 500 Mio. € begann am 2. Juni 2025 und wird bis zum 2. Dezember 2025 durch einen unabhängigen Finanzdienstleister durchgeführt. Die sich daraus ergebende Verpflichtung wurde zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in voller Höhe zulasten der Gewinnrücklagen als finanzielle Verbindlichkeit erfasst und um die bis zum 30. Juni 2025 getätigten Rückkäufe vermindert. Die Verpflichtung der noch zu tätigenden Aktienkäufe nach dem 30. Juni 2025 ist in Höhe von 431 Mio. € berücksichtigt.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie ergeben sich, indem der den RWE-Aktionären zustehende Teil des Nettoergebnisses durch die durchschnittliche Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien geteilt wird; eigene Aktien bleiben dabei unberücksichtigt. Die im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms erworbenen RWE-Aktien sind in der Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien zeitanteilig bis zum Zeitpunkt der rechtlichen Übertragung auf RWE berücksichtigt.

Ergebnis je Aktie Jan-Jun 2025 Jan-Jun 2024
Nettoergebnis/Ergebnisanteile der Aktionäre der RWE AG1 Mio.€ 1.454 4.106
Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien Tsd.Stück 734.447 743.841
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie1 1,98 5,52

1 Angepasste Vorjahreszahlen; siehe Erläuterung auf Seite 32.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen gelten im RWE-Konzern als nahestehende Unternehmen. Die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte führten im ersten Halbjahr 2025 zu Erträgen in Höhe von 730 Mio. € (Vorjahr: 585 Mio. €). Zudem führten die mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen getätigten Geschäfte zu Aufwendungen in Höhe von 213 Mio. € (Vorjahr: 192 Mio. €). Zum 30. Juni 2025 betrugen die Forderungen 678 Mio. € (31.12.2024: 674 Mio. €) und die Verbindlichkeiten 180 Mio. € (31.12.2024: 253 Mio. €). Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit anderen Unternehmen. Die sonstigen Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften betrugen 152 Mio. € (31.12.2024: 159 Mio. €). Daneben bestanden mit anderen nahestehenden Unternehmen Verpflichtungen aus schwebenden Stromlieferverträgen in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €).

Darüber hinaus hat der RWE-Konzern keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen getätigt.

Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente lassen sich danach unterscheiden, ob sie originär oder derivativ sind. Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die übrigen Finanzanlagen, die Forderungen, die kurzfristigen Wertpapiere und die flüssigen Mittel. Die Finanzinstrumente sind abhängig von ihrer Klassifizierung mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Finanzinstrumente der Aktivseite werden für Zwecke der Bilanzierung den Kategorien "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Fremdkapitalinstrumente", "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fremdkapitalinstrumente", "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente" und "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet.

Auf der Passivseite bestehen die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten.

Die Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten erfolgt anhand des veröffentlichten Börsenkurses, sofern die Finanzinstrumente an einem aktiven Markt gehandelt werden. Der beizulegende Zeitwert nicht notierter Fremd- und Eigenkapitaltitel wird grundsätzlich auf Basis von mit aktuellen restlaufzeitkongruenten Marktzinssätzen diskontierten erwarteten Zahlungsströmen unter Berücksichtigung makroökonomischer Entwicklungen und Unternehmensplandaten ermittelt. Zum Teil erfolgt die Ermittlung auch anhand externer Bewertungen, z. B. durch Banken. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Marktparametern werden die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13 zugeordnet.

Derivative Finanzinstrumente werden - sofern sie in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen - grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten am Bilanzstichtag bilanziert. Börsengehandelte Produkte werden mit den veröffentlichten Schlusskursen der jeweiligen Börsen bewertet. Nicht börsengehandelte Produkte werden anhand öffentlich zugänglicher, marktüblicher Broker-Quotierungen bewertet oder - falls solche nicht vorhanden sind -anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle. Dabei orientieren wir uns, soweit möglich, an Notierungen auf aktiven Märkten. Sollten auch diese Notierungen nicht vorliegen, fließen unternehmensspezifische Planannahmen in die Bewertung ein. Diese umfassen sämtliche Marktfaktoren, die auch andere Marktteilnehmer für die Preisfestsetzung berücksichtigen würden. Energiewirtschaftliche und volkswirtschaftliche Annahmen werden in einem umfangreichen Prozess und unter Einbeziehung interner und externer Experten ermittelt.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten wird auf Basis der Nettorisikoposition pro Geschäftspartner vorgenommen.

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich von IFRS 7 stimmen grundsätzlich mit ihren beizulegenden Zeitwerten überein. Abweichungen gibt es lediglich bei den sonstigen Vermögenswerten, den Finanzforderungen und den Finanzverbindlichkeiten. Bei den sonstigen Vermögenswerten beträgt der Buchwert 9.188 Mio. € (31.12.2024: 10.458 Mio. €) und der beizulegende Zeitwert 9.185 Mio. € (31.12.2024: 10.450 Mio. €). Bei den Finanzforderungen beträgt der Buchwert 1.453 Mio. € (31.12.2024: 2.075 Mio. €) und der beizulegende Zeitwert 1.436 Mio. € (31.12.2024: 2.072 Mio. €). Der Buchwert der Finanzverbindlichkeiten beträgt 17.478 Mio. € (31.12.2024: 16.438 Mio. €), der beizulegende Zeitwert 17.398 Mio. € (31.12.2024: 16.359 Mio. €).

Die folgende Übersicht stellt die Einordnung aller zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente in die durch IFRS 13 vorgegebene Fair-Value-Hierarchie dar. Die einzelnen Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Stufe 1:
Bewertung mit (unverändert übernommenen) Preisen von identischen Finanzinstrumenten, die sich auf aktiven Märkten gebildet haben,

Stufe 2:
Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um Preise der Stufe 1 handelt, die sich aber für das Finanzinstrument entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen,

Stufe 3:
Bewertung mithilfe von Faktoren, die sich nicht auf beobachtbare Marktdaten stützen.

Fair-Value-Hierarchie Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
in Mio.€ 30.06.2025
Übrige Finanzanlagen 7.063 6.376 210 477
Derivate (aktiv) 9.182 261 7.313 1.608
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.702 - 1.652 50
Wertpapiere 4.275 4.275 - -
Derivate (passiv) 6.476 281 5.792 403
Davon: in Sicherungsbeziehungen 715 - 689 26
Fair-Value-Hierarchie Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
in Mio.€ 31.12.2024
Übrige Finanzanlagen 5.244 4.642 183 419
Derivate (aktiv) 10.682 563 8.497 1.622
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.902 - 1.871 31
Wertpapiere 5.275 5.275 - -
Derivate (passiv) 10.249 546 9.204 499
Davon: in Sicherungsbeziehungen 1.237 - 1.182 55

Die folgende Darstellung zeigt die Entwicklung der nach Stufe 3 zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente:

Finanzinstrumente der Stufe 3:
Entwicklung im Jahr 2025
Stand: 01.01.2025 Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand: 30.06.2025
in Mio.€ Erfolgswirksam Erfolgsneutral (OCI) Zahlungswirksam1
Übrige Finanzanlagen 419 -26 -8 - 92 477
Derivate (aktiv) 1.622 52 301 19 -386 1.608
Davon: in Sicherungsbeziehungen 31 - - 19 - 50
Derivate (passiv) 499 24 37 -23 -134 403
Davon: in Sicherungsbeziehungen 55 - - -23 -6 26

1 In dieser Position enthalten sind Käufe, Verkäufe, Emissionen und Ausgleiche.

Finanzinstrumente der Stufe 3:
Entwicklung im Jahr 2024
Stand: 01.01.2024 Änderungen Konsolidierungskreis, Währungsanpassungen, Sonstiges Veränderungen Stand: 30.06.2024
in Mio.€ Erfolgswirksam Erfolgsneutral (OCI) Zahlungswirksam1
Übrige Finanzanlagen 388 36 - - -7 417
Derivate (aktiv) 2.125 -1 1.095 - -286 2.933
Derivate (passiv) 1.012 1 307 - -232 1.088
Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten 6 - - - -4 2

1 In dieser Position enthalten sind Käufe, Verkäufe, Emissionen und Ausgleiche.

Die erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste von Finanzinstrumenten der Stufe 3 entfallen auf folgende Posten der Gewinn- und Verlustrechnung:

Finanzinstrumente der Stufe 3:
erfolgswirksam erfasste Gewinne und Verluste
Gesamt Davon: Gesamt Davon:
in Mio.€ Jan-Jun 2025 auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden Jan-Jun 2024 auf Finanzinstrumente entfallend, die am Bilanzstichtag noch gehalten wurden
Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen 264 264 788 788
Beteiligungsergebnis -8 -9 - -
256 255 788 788

Derivative Finanzinstrumente der Stufe 3 umfassen im Wesentlichen Energiebezugs- und Rohstoffverträge, die Handelsperioden betreffen, für die es noch keine aktiven Märkte gibt. Ihre Bewertung ist insbesondere von der Entwicklung der Strom-, Öl- und Gaspreise abhängig. Bei steigenden Marktpreisen erhöht sich bei sonst gleichen Bedingungen der beizulegende Zeitwert, bei sinkenden Marktpreisen verringert er sich. Eine Veränderung der Preisverhältnisse um +/- 10% würde zu einem Anstieg des Marktwertes um 35 Mio.€ (Vorjahr: 97 Mio. €) bzw. zu einem Rückgang um 32 Mio. € (Vorjahr: 97 Mio. €) führen.

Segmentberichterstattung

RWE ist in die fünf Segmente Offshore Wind, Onshore Wind / Solar, Flexible Erzeugung, Energiehandel und Ausstiegstechnologien, das unser Nicht-Kerngeschäft darstellt, untergliedert.

Segmentberichterstattung
Unternehmensbereiche Jan - Jun 2025
Offshore Wind Onshore Wind/Solar Flexible Erzeugung Energiehandel Sonstige, Konsolidierung Kerngeschäft
in Mio.€
Außenumsatz (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 513 1.450 538 7.308 1 9.810
Konzern-Innenumsatz 508 430 3.386 2.695 -6.970 49
Gesamtumsatz 1.021 1.880 3.924 10.003 -6.969 9.859
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 513 1.449 542 7.214 2 9.720
Materialaufwand 350 978 3.135 10.428 -7.024 7.867
Bereinigtes EBIT 307 383 385 2 57 1.134
Betriebliches Beteiligungsergebnis 33 9 76 41 154 313
Betriebliches Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 31 7 76 4 154 272
Betriebliche Abschreibungen 336 447 210 14 -2 1.005
Außerplanmäßige Abschreibungen 15 64 - 21 - 100
Zuschreibungen - - - - - -
Bereinigtes EBITDA 643 830 595 16 55 2.139
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien - - - - - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 2.916 1.851 332 43 - 5.142
Segmentberichterstattung
Unternehmensbereiche Jan - Jun 2025
Ausstiegstechnologien Konsolidierung RWE-Konzern
in Mio.€
Außenumsatz (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 345 - 10.155
Konzern-Innenumsatz 1.591 -1.640 -
Gesamtumsatz 1.936 -1.640 10.155
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 338 - 10.058
Materialaufwand 1.492 -1.617 7.742
Bereinigtes EBIT - - 1.134
Betriebliches Beteiligungsergebnis - - 313
Betriebliches Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen - - 272
Betriebliche Abschreibungen - - 1.005
Außerplanmäßige Abschreibungen 20 - 120
Zuschreibungen 1 - 1
Bereinigtes EBITDA - - 2.139
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien -309 - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 110 - 5.252
Segmentberichterstattung
Unternehmensbereiche Jan - Jun 2024
Offshore Wind Onshore Wind/Solar Flexible Erzeugung Energiehandel Sonstige, Konsolidierung Kerngeschäft
in Mio.€
Außenumsatz (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 515 1.196 562 8.670 - 10.943
Konzern-Innenumsatz 698 630 4.176 5.843 -9.475 1.872
Gesamtumsatz 1.213 1.826 4.738 14.513 -9.475 12.815
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 516 1.196 561 8.569 - 10.842
Materialaufwand 331 901 3.655 14.683 -9.501 10.069
Bereinigtes EBIT 504 334 776 306 8 1.928
Betriebliches Beteiligungsergebnis 49 6 87 -12 120 250
Betriebliches Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen 48 5 88 3 120 264
Betriebliche Abschreibungen 324 396 238 12 1 971
Außerplanmäßige Abschreibungen 26 31 15 17 - 89
Bereinigtes EBITDA 828 730 1.014 318 9 2.899
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien - - - - - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.648 1.733 199 40 - 3.620
Segmentberichterstattung
Unternehmensbereiche Jan - Jun 2024
Ausstiegstechnologien Konsolidierung RWE-Konzern
in Mio.€
Außenumsatz (inkl. Erdgas-/Stromsteuer) 376 - 11.319
Konzern-Innenumsatz 2.185 -4.057 -
Gesamtumsatz 2.561 -4.057 11.319
Außenumsatz (ohne Erdgas-/Stromsteuer) 370 - 11.212
Materialaufwand 1.541 -4.026 7.584
Bereinigtes EBIT - - 1.928
Betriebliches Beteiligungsergebnis - - 250
Betriebliches Ergebnis aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen - - 264
Betriebliche Abschreibungen - - 971
Außerplanmäßige Abschreibungen 30 - 119
Bereinigtes EBITDA - - 2.899
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien 396 - -
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 114 - 3.734

Erläuterungen zu den Segmentdaten.

Als Innenumsätze des RWE-Konzerns weisen wir die Umsätze zwischen den Segmenten aus. Konzerninterne Lieferungen und Leistungen werden zu gleichen Bedingungen abgerechnet wie mit externen Kunden.

Das bereinigte EBITDA wird zur internen Steuerung der Segmente des Kerngeschäfts verwendet. Dabei handelt es sich um das Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern, das um aperiodische oder nicht operative Sachverhalte bereinigt wird. In der folgenden Tabelle ist die Überleitung der bereinigten Kennzahlen zu den statutarischen Kennzahlen vor Bereinigung dargestellt:

Ergebnisüberleitung
Jan-Jun 2025
Bereinigte Ertragslage Bereinigungen Ertragslage vor Bereinigungen
in Mio.€
Bereinigtes EBITDA bzw. Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern 2.139 568 2.707
(Betriebliche) Abschreibungen -1.005 -22 -1.027
Bereinigtes EBIT bzw. Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern 1.134 546 1.680
(Bereinigtes) Finanzergebnis -53 9 -44
(Bereinigtes) Ergebnis vor Steuern 1.081 555 1.636
(Betriebliche) Ertragsteuern -216 124 -92
(Bereinigtes) Ergebnis 865 679 1.544
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -90 - -90
(Bereinigtes) Nettoergebnis 775 679 1.454
Ergebnisüberleitung
Jan-Jun 2024
Bereinigte Ertragslage Bereinigungen Ertragslage vor Bereinigungen
in Mio.€
Bereinigtes EBITDA bzw. Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern 2.899 2.783 5.682
(Betriebliche) Abschreibungen -971 -22 -993
Bereinigtes EBIT bzw. Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern 1.928 2.761 4.689
(Bereinigtes) Finanzergebnis -154 277 123
(Bereinigtes) Ergebnis vor Steuern 1.774 3.038 4.812
(Betriebliche) Ertragsteuern -355 -294 -649
(Bereinigtes) Ergebnis 1.419 2.744 4.163
Ergebnisanteile anderer Gesellschafter -57 - -57
(Bereinigtes) Nettoergebnis 1.362 2.744 4.106

Erträge und Aufwendungen, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht ungewöhnlich oder auf Sondervorgänge zurückzuführen sind, erschweren die Beurteilung der laufenden Geschäftstätigkeit. Sie werden in das neutrale Ergebnis umgegliedert. Neben den Veräußerungsergebnissen aus dem Abgang von Beteiligungen oder nicht betriebsnotwendigen langfristigen Vermögenswerten sind hier vor allem die Effekte aus der Bewertung von bestimmten Derivaten erfasst. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die nur temporär sind und hauptsächlich daraus entstehen, dass Finanzinstrumente zur Absicherung von Preisrisiken mit ihren Marktwerten am jeweiligen Stichtag zu bilanzieren sind, während die abgesicherten Grundgeschäfte erst bei ihrer Realisierung erfolgswirksam erfasst werden dürfen. Im Finanzergebnis werden z. B. Einmaleffekte aus Anpassungen der Diskontierungszinssätze, die wir bei der Ermittlung der Kernenergie- oder Bergbaurückstellungen zugrunde legen, sowie temporäre Gewinne und Verluste, die sich aus der Bewertung von zu Sicherungszwecken eingesetzten Währungsderivaten ergeben, bereinigt. Auch der gesamte Ergebnisbeitrag des Segments Ausstiegstechnologien wird im neutralen Ergebnis erfasst. Das neutrale Ergebnis entspricht den Bereinigungen im Ergebnis vor Steuern.

Neutrales Ergebnis Jan-Jun Jan-Jun
in Mio.€ 2025 2024
Bereinigungen im EBIT 546 2.761
Davon:
Veräußerungsergebnis - 1
Ergebniseffekte aus der Bewertung von Derivaten 855 1.710
EBIT der Ausstiegstechnologien -17 898
Sonstige -292 152
Bereinigungen im Finanzergebnis 9 277
Neutrales Ergebnis 555 3.038

Das Segment Ausstiegstechnologien wird anhand eines bereinigten Cash Flow gesteuert. Dieser wird hergeleitet, indem von den operativen Mittelzuflüssen die Nettoinvestitionen abgezogen werden. Außerdem werden die periodenfremden Effekte aus der (zahlungswirksamen) Inanspruchnahme von Rückstellungen eliminiert und periodengerechte (nicht zahlungswirksame) Effekte aus der Zuführung / Auflösung von Rückstellungen addiert.

Überleitung zum bereinigten Cash Flow der Ausstiegstechnologien Jan-Jun Jan-Jun
in Mio.€ 2025 2024
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit1 -1.259 457
Abzgl. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit des Kerngeschäfts1 1.963 -1.210
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Ausstiegstechnologien2 704 -753
Nettoinvestitionen der Ausstiegstechnologien -99 -28
Inanspruchnahme von Rückstellungen2 555 2.633
Rückstellungszuführungen/-auflösungen -981 -1.301
Sonstiges -488 -155
Bereinigter Cash Flow der Ausstiegstechnologien -309 396

1 Angepasste Vorjahreszahlen wegen Ausweisänderung von Gewinnen aus dem Abgang von Geldmarktfonds in Höhe von 127 Mio. €.

2 Weil sich die Einreichung der im Geschäftsjahr 2024 genutzten CO2-Emissionsrechte vom zweiten ins dritte Quartal 2025 verschoben hat, fällt der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit der Ausstiegstechnologien im Berichtszeitraum wesentlich höher aus, während bei der Inanspruchnahme von Rückstellungen ein gegenläufiger Effekt auftritt.

Der Posten "Sonstiges" enthält neben Veränderungen des Nettoumlaufvermögens der Ausstiegstechnologien vor allem erhaltene Zinsen von anderen Geschäftsbereichen des RWE-Konzerns.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zur Aufstellung des Zwischenabschlusses am 11. August 2025 sind folgende wesentliche Ereignisse eingetreten:

USA wollen Steuervergünstigungen für Wind- und Solarprojekte auslaufen lassen.

Anfang Juli hat die US-Regierung mit der sogenannten "One Big Beautiful Bill" (OBBB) ein umfassendes Haushaltsgesetz beschlossen, das die Steuer- und Ausgabenpolitik tief-greifend reformiert. Darin vorgesehen ist u.a. eine Abschaffung der Steuervorteile für Investitionen in Wind- und Solarparks. Neuanlagen müssen bis Ende 2027 den Betrieb aufnehmen, um noch die volle Förderung zu erhalten. Darüber hinaus gibt es im US-Steuerrecht sogenannte Safe-Harbor-Regelungen, durch die Investoren auch nach 2027 noch in den Genuss der Steuervorteile kommen können. Das Safe Harboring orientiert sich am Zeitpunkt des Baubeginns. Ist dieser erfolgt, gilt die Förderung als gesichert, sofern eine Frist von vier Jahren bis zur Inbetriebnahme der Anlagen eingehalten wird. Die OBBB erlaubt das Safe Harboring noch bis Mitte 2026. Kurz nach ihrer Verabschiedung wurde das Finanzministerium per Verordnung angewiesen, neu zu regeln, unter welchen Bedingungen ein Projekt als im Bau befindlich einzustufen ist. Bei Redaktionsschluss für diesen Bericht lagen dazu noch keine Ergebnisse vor. Wir gehen davon aus, dass die neuen Vorgaben nicht rückwirkend gelten und uns der Safe-Harbor-Status für Projekte in der Bauphase nicht nachträglich aberkannt wird.

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die RWE Aktiengesellschaft, Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung, der Kapitalflussrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der RWE Aktiengesellschaft, Essen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2025, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS® Accounting Standards (im Folgenden "IFRS Accounting Standards") für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen sowie unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements 2410 "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" vorgenommen. Danach haben wir die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS Accounting Standards für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und Personen mit Verantwortlichkeit in der Rechnungslegung sowie auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss der RWE Aktiengesellschaft, Essen, in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS Accounting Standards für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Düsseldorf, den 12. August 2025

Deloitte GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin C. Bornhofen Dr. Benedikt Brüggemann
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Essen, 11. August 2025

Der Vorstand
Krebber Müller van Doren

Finanzkalender 2025 / 2026

12.11.2025 Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2025
12.03.2026 Bericht über das Geschäftsjahr 2025
30.04.2026 Hauptversammlung
04.05.2026 Ex-Dividende-Tag
06.05.2026 Dividendenzahlung
13.05.2026 Zwischenmitteilung über das erste Quartal 2026
13.08.2026 Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2026
11.11.2026 Zwischenmitteilung über die ersten drei Quartale 2026

Der vorliegende Zwischenbericht ist am 14. August 2025 veröffentlicht worden.

Alle Veranstaltungen zur Veröffentlichung von Finanzberichten und die Hauptversammlung werden live im Internet übertragen.

Aufzeichnungen sind mindestens zwölf Monate lang abrufbar.

Zukunftsbezogene Aussagen.

Der vorliegende Zwischenbericht enthält Aussagen, die sich auf die künftige Entwicklung des RWE-Konzerns und seiner Gesellschaften sowie der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar. Wir haben sie auf Basis aller Informationen getroffen, die uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments zur Verfügung standen. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die tatsächlichen Entwicklungen von den Prognosen abweichen - etwa wenn sich die zugrunde gelegten Annahmen als unzutreffend erweisen oder unvorhergesehene Risiken eintreten. Für die Korrektheit zukunftsbezogener Aussagen können wir daher keine Gewähr übernehmen.

RWE Aktiengesellschaft

RWE Platz 1

45141 Essen

www.rwe.com