Salzgitter AG

Salzgitter

Quartalsbericht 9 Monate 2019

Salzgitter-Konzern in Zahlen

9M 2019 9M 2018 +/-
Rohstahlerzeugung Tt 5.060,1 5.203,6 - 143,5
Außenumsatz Mio. € 6.637,3 6.931,2 - 293,9
Geschäftsbereich Flachstahl Mio. € 1.730,1 1.812,1 - 82,0
Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl Mio. € 630,6 773,9 - 143,3
Geschäftsbereich Mannesmann Mio. € 842,1 841,6 0,5
Geschäftsbereich Handel Mio. € 2.294,5 2.405,7 - 111,1
Geschäftsbereich Technologie Mio. € 1.000,9 956,9 44,1
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung Mio. € 139,1 141,2 - 2,0
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 351,9 584,4 - 232,5
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 89,7 331,5 - 241,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € 40,7 284,6 - 243,9
Geschäftsbereich Flachstahl Mio. € 84,6 171,2 - 86,5
Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl Mio. € - 13,0 14,5 - 27,4
Geschäftsbereich Mannesmann Mio. € - 2,9 20,7 - 23,5
Geschäftsbereich Handel Mio. € 3,3 35,2 - 31,9
Geschäftsbereich Technologie Mio. € 22,5 30,5 - 8,0
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung Mio. € - 53,9 12,6 - 66,5
Jahresüberschuss/-fehlbetrag Mio. € - 29,8 194,0 - 223,8
Ergebnis je Aktie - unverwässert - 0,63 3,51 - 4,14
Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE)1) % 2,5 11,6 - 9,1
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 77,7 280,4 - 202,7
Investitionen2) Mio. € 436,2 220,0 216,2
Abschreibungen2) Mio. € - 262,2 - 252,9 - 9,3
Bilanzsumme Mio. € 9.089,3 8.562,0 527,3
Langfristige Vermögenswerte Mio. € 4.159,7 3.659,2 500,5
Kurzfristige Vermögenswerte Mio. € 4.929,6 4.902,8 26,8
davon Vorräte Mio. € 2.347,8 2.225,1 122,7
davon Finanzmittel Mio. € 455,3 511,6 - 56,3
Eigenkapital Mio. € 2.981,5 3.119,3 - 137,9
Fremdkapital Mio. € 6.107,9 5.442,7 665,2
Langfristige Schulden Mio. € 3.823,4 3.275,4 548,0
Kurzfristige Schulden Mio. € 2.284,5 2.167,3 117,2
davon Bankverbindlichkeiten3) Mio. € 820,2 491,7 328,4
Nettofinanzposition zum Stichtag4) Mio. € - 216,8 177,9 - 394,7
Beschäftigte
Personalaufwand Mio. € - 1.335,7 - 1.292,0 - 43,8
Stammbelegschaft zum Stichtag5) Blm. 23.562 23.338 224
Gesamtbelegschaft zum Stichtag6) Blm. 25.498 25.245 253

Ausweis der Finanzdaten gemäß IFRS

1) annualisiert
2) ohne Finanzanlagen, ab Geschäftsjahr 2019 inkl. nichtzahlungswirksame Zugänge aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 für Leasingverhältnisse
3) kurz- und langfristige Bankverbindlichkeiten
4) inklusive Anlagen, z.B. in Wertpapieren und strukturierten Investments
5) ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit
6) inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passiver Altersteilzeit

Ertragslage des Konzerns und seiner Geschäftsbereiche

Ertragslage des Konzerns

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Rohstahlerzeugung Tt 1.648,0 1.674,7 5.060,1 5.203,6
Außenumsatz Mio. € 2.111,1 2.314,2 6.637,3 6.931,2
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € - 1,7 177,8 351,9 584,4
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € - 87,6 94,3 89,7 331,5
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € - 104,6 86,0 40,7 284,6
Jahresüberschuss/-fehlbetrag Mio. € - 126,2 58,6 - 29,8 194,0
Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE)1) % - 10,0 9,7 2,5 11,6
Investitionen2) Mio. € 129,6 84,2 436,2 220,0
Abschreibungen2) Mio. € - 85,8 - 83,5 - 262,2 - 252,9
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 103,6 110,3 77,7 280,4
Nettofinanzposition3) Mio. € - 216,8 177,9
Eigenkapitalquote % 32,8 36,4

1) annualisiert
2) ohne Finanzanlagen, ab Geschäftsjahr 2019 inkl. nichtzahlungswirksame Zugänge aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 für Leasingverhältnisse
3) inklusive Anlagen, z.B. in Wertpapieren und strukturierten Investments

Der Salzgitter-Konzern verbuchte 40,7 Mio. € Gewinn vor Steuern in den ersten neun Monaten 2019 (9 Monate 2018: 284,6 Mio. €). Im Jahresverlauf sukzessiv nachgebende Walzstahlerlöse bei zeitweise stark gestiegenen Eisenerzkosten sowie die rückläufige Nachfrage nicht nur aus dem Automobilsektor belasteten vor allem die stahlerzeugenden und -verarbeitenden Gesellschaften. Dagegen entwickelt sich die KHS-Gruppe als größtes Unternehmen des Geschäftsbereiches Technologie weiterhin sehr erfreulich. Das Ergebnis beinhaltet 141,0 Mio. € Risikovorsorge im Zusammenhang mit der angestrebten zeitnahen Beendigung von Ermittlungsverfahren zu mutmaßlichen Kartellabsprachen bei Grobblech und Flachstahlerzeugnissen wie auch 48,8 Mio. € Rückstellungsauflösung in den Geschäftsbereichen Flachstahl und Grobblech/ Profilstahl. Zudem umfasst das Resultat 78,1 Mio. € Beitrag des nach der Equity-Methode bilanzierten Engagements an der Aurubis AG (9 Monate 2018: 29,2 Mio. €). Der Außenumsatz bewegte sich mit 6,6 Mrd. € (9 Monate 2018: 6,9 Mrd. €) vor allem preisbedingt unter der Vergleichsperiode. Das Nachsteuerresultat betrug - 29,8 Mio. € (9 Monate 2018 2018: 194,0 Mio. €). Die hohe Steuerquote resultiert insbesondere aus der im Rahmen der Beendigung von Kartellermittlungsverfahren gebildeten Rückstellung, die steuerlich nicht abzugsfähig ist, sowie der Neueinschätzung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge. Es errechnen sich - 0,63 € Ergebnis je Aktie (9 Monate 2018 2018: 3,51 €) sowie 2,5 % Verzinsung des eingesetzten Kapitals (9 Monate 2018 2018: 11,6%).

Sondereffekte / EBT Geschäftsbereiche und Konzern

EBT Restrukturierung Impairment/Zuschreibung
in Mio. € 9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018
Flachstahl 84,6 171,2 - - - -
Grobblech/Profilstahl - 13,0 14,5 - - - -
Mannesmann - 2,9 20,7 - - - -
Handel 3,3 35,2 - - - -
Technologie 22,5 30,5 - - - -
Industrielle Beteiligungen/Konsolidierung - 53,9 12,6 - - - -
Konzern 40,7 284,6 - - - -
Sonstiges EBT ohne Sondereffekte
in Mio. € 9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018
Flachstahl - - 84,6 171,2
Grobblech/Profilstahl - - - 13,0 14,5
Mannesmann - - - 2,9 20,7
Handel - - 3,3 35,2
Technologie - - 22,5 30,5
Industrielle Beteiligungen/Konsolidierung - 141,0 - 87,1 12,6
Konzern - 141,0 - 181,7 284,6

Geschäftsbereich Flachstahl

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Auftragseingang Tt 1.064,8 1.104,0 3.347,2 3.487,0
Auftragsbestand zum Stichtag Tt 910,2 928,6
Rohstahlerzeugung Tt 1.110,4 1.127,8 3.330,5 3.406,2
Walzstahlproduktion Tt 990,5 942,2 2.755,5 2.763,6
Versand Tt 1.120,8 1.092,6 3.438,4 3.497,2
Segmentumsatz1) Mio. € 734,8 758,8 2.303,3 2.389,3
Außenumsatz Mio. € 554,6 569,3 1.730,1 1.812,1
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € 24,3 61,4 84,6 171,2

1) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Entwicklung europäischer Stahlmarkt

Die konjunkturelle Abkühlung in Deutschland setzte sich nach der Sommerpause fort, sodass der üblicherweise stattfindende Aufschwung der Nachfrage im Herbst ausblieb. Das unsichere globale wirtschaftliche Umfeld, Handelskonflikte, der "Brexit" und geopolitische Krisen hemmten den Welthandel und wirkten sich auf die exportabhängige deutsche Wirtschaft besonders stark aus. Die Nachfrageschwäche wichtiger Abnehmergruppen belastete die europäischen Stahlproduzenten, die seit der Jahresmitte 2018 rückläufige Auftragseingänge verzeichneten. Folglich hat sich der Wettbewerb zwischen den EU-Herstellern um Beschäftigung im Berichtszeitraum intensiviert und negativ auf die Entwicklung der Spotmarktpreise ausgewirkt, die trotz Rohstoffpreissteigerungen weiter nachgaben. Wenngleich der Anteil von Importen im Vergleich zum rekordträchtigen Vorjahreszeitraum leicht zurückging, bewegt er sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Die EU-Safeguard-Maßnahmen haben bisher ihre Wirkung verfehlt und auch die zum 1. Oktober inkraftgetretenen Anpassungen - unter anderem mit Blick auf die Quotenhöhe sowie auf die Verteilung - tragen dem aktuellen Marktumfeld nur unzureichend Rechnung. Zusätzliche Modifikationen sind deshalb notwendig, um weiteren Produktionskürzungen, Preisverfall und drohenden Arbeitsplatzverlusten der europäischen Stahlindustrie entgegenzuwirken.

Beschaffung

Eisenerz

Die Leitpreisnotierung für den Spotmarkt, Platts IODEX 62 % Fe CFR China, lag im Jahresdurchschnitt 2018 bei 69 USD/dmt. Bis zum Dammbruch in einem Erzabbaukomplex der VALE in Brasilen Ende Januar bewegte sich der Erzpreis aufgrund einer stabilen Nachfrage leicht über diesem Niveau. Im Zuge des Unglücks sprang der Preis kurzzeitig auf 95 USD/dmt und pendelte sich daraufhin in einem Band zwischen 83 und 89 USD/dmt ein. Produktionsanpassungen bei VALE und Lieferprobleme in Australien gaben den Preisen ab dem zweiten Quartal erneut Auftrieb, sodass die Notierung Anfang Juli mit 126 USD/dmt den höchsten Wert seit Februar 2014 erreichte. Bereits Ende Juli gerieten die Preise jedoch aufgrund der Marktstimmung und einer steigenden Verfügbarkeit an brasilianischem Erz erheblich unter Druck. Die Leitpreisnotierung für den Spotmarkt fiel bis Ende August um etwa ein Drittel. Anfang September stieg die Notierung wieder sukzessiv an und rangierte im weiteren Verlauf in einer Bandbreite von 90 bis 95 USD/dmt. Der Durchschnittspreis der ersten neun Monate 2019 lag bei 95 USD/dmt und damit 38 % über dem Vorjahreszeitraum. Um die aus der Beschaffung resultierenden Risiken abzufedern, werden definierte Eisenerzmengen durch Hedgingmaßnahmen preislich abgesichert.

Kokskohle

Im Jahresdurchschnitt 2018 betrug die Notierung für hochwertige Qualitäten 207 USD/t FOB Australien. Im Januar 2019 fiel der Preis als Folge der geringeren Nachfrage aus China zum ersten Mal seit Oktober 2018 unter 200 USD/t, bevor im März und April diese Marke wieder knapp überschritten wurde. Das gesteigerte Kaufinteresse hielt bis in den Mai an und führte zu einer Verfestigung des Preisniveaus. Der im Zuge des amerikanischchinesischen Handelsstreits deutlich gesunkene Wechselkurs des Yuans gegenüber dem US-Dollar verteuerte die Kohleimporte der chinesischen Verbraucher merklich, was zu einer zunehmenden Nachfrage nach inländischer Ware führte. So gab die Notierung australischer Kokskohle bis Ende Juni auf 193 USD/t nach. Der Preisrückgang setzte sich im dritten Quartal in hohem Tempo fort und erreichte im September 137 USD/t FOB Australien, den niedrigsten Wert seit drei Jahren. Dies ist zum einen auf das opportunistische und abwartende Einkaufsverhalten der chinesischen Verbraucher zurückzuführen. Zum anderen zeigte sich der Bedarf außerhalb Chinas aufgrund der weltweit leicht verminderten Roheisenproduktion etwas schwächer. Der Durchschnittspreis der ersten neun Monate 2019 lag bei 190 USD/t und damit 6 % unter dem Vergleichszeitraum. Um die aus der Beschaffung resultierenden Risiken abzufedern, werden definierte Kokskohlemengen durch Hedgingmaßnahmen preislich abgesichert.

Geschäftsverlauf

Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Flachstahl entwickelte sich parallel zum Trend in der europäischen Stahlindustrie und gab etwas nach. Die Rohstahlproduktion rangierte geringfügig unter dem Vorjahr, während die Walzstahlerzeugung stabil blieb. Orderbestand, Versand sowie Segment- und Außenumsatz erreichten annähernd die Vergleichswerte. Der Geschäftsbereich erzielte 84,6 Mio. € Gewinn vor Steuern (9 Monate 2018: 171,2 Mio. €), der die Auflösung einer Rückstellung für betriebstypische Risiken in Höhe von 41,3 Mio. € im dritten Quartal beinhaltet. Der Ergebnisrückgang gegenüber dem hervorragenden Vorjahresresultat spiegelt vor allem die gestiegenen Erzpreise und gesunkene Erlöse bei Flachprodukten wider.

Investitionen

Der Geschäftsbereich Flachstahl konzentriert die Investitionstätigkeit 2019 sowohl auf neue Aggregate als auch auf die Optimierung und Erweiterung vorhandener Anlagen. Im Berichtszeitraum wurde das Projekt "Feuerverzinkung 3" gestartet und mit dem Bau der Fundamente begonnen. Der Anlagenbau befindet sich in der Engineeringphase. Entsprechend der Strategie der Salzgitter Flachstahl GmbH wird das Produktportfolio in Richtung hoch- und höchstfester Güten weiterentwickelt. Hierzu dienen auch die Investition in eine Warmbandspaltanlage - zurzeit in der Montagephase - sowie der Austausch des Maschinenkopfes an der Stranggießanlage 1.

Geschäftsbereich Grobblech/ Profilstahl

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Auftragseingang1) Tt 394,0 523,9 1.429,2 1.688,9
Auftragsbestand1) zum Stichtag Tt 243,8 395,6
Rohstahlerzeugung Tt 215,5 216,6 747,5 806,5
Walzstahlproduktion Tt 427,2 496,7 1.502,4 1.706,7
Versand1) Tt 470,1 505,0 1.570,5 1.714,8
Segmentumsatz2) Mio. € 371,8 422,6 1.259,2 1.377,1
Außenumsatz Mio. € 188,3 219,5 630,6 773,9
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € - 13,5 - 7,5 - 13,0 14,5

1) ohne DMU-Gruppe
2) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Marktentwicklung

Die Unsicherheiten aufgrund der schwelenden Handelskonflikte und aktuellen geopolitischen Lage sowie die damit verbundene abflauende Nachfrage wirkten sich auch auf den europäischen Grobblechmarkt aus. Der starke Wettbewerb unter den Walzwerken um Auslastung führte zu einem massiven Preisdruck und Erlösreduzierungen. Entsprechend verlor der europäische Markt an Attraktivität für Importe. Dies spiegelt sich in den rückläufigen Importmengen aus Drittländern wider, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 % gesunken sind. Bei hohen Handelsbeständen disponierten Händler wie Verbraucher weiterhin nur vorsichtig und versuchten, Überbestände abzubauen.

Die Nachfrage auf dem europäischen Trägermarkt entwickelte sich sehr verhalten und führte bei den Produzenten zu einer ungleichmäßigen Belegung. Die Spekulation auf fallende Preise führte dazu, dass nur das Notwendigste und extrem kurzfristig bestellt wurde. Trotz der Sommerstillstände fast aller Produzenten konnten die Kapazitäten im dritten Quartal nicht vollständig belegt werden. Aufgrund der schwachen Auslastung einhergehend mit Schrottpreisrückgängen haben die Trägerproduzenten die Verkaufspreise reduziert ohne jedoch dadurch Änderungen im Bestellverhalten auszulösen. Die negative Preisentwicklung war in den Exportmärkten deutlicher zu spüren als in Kerneuropa. Somit war ein Ausweichen auf diese Märkte nur in kleinem Umfang möglich.

Beschaffung

Stahlschrott

Als Folge der verminderten Nachfrage der deutschen Verbraucher, sinkender Erlöse für Fertigprodukte der Stahlindustrie und des geringeren Schrottexports gaben die inländischen Schrottpreise zu Beginn des Jahres nach. Im Februar kehrte sich dieser Trend aufgrund der hohen Zukäufe der Türkei in Europa kurzzeitig wieder um, bevor es ab Mai zu teilweise recht deutlichen Preisreduzierungen kam. Allein im September wurden Rückgänge von über 30 €/t verzeichnet. Ausgangspunkt für diese hohen Korrekturen waren die starken, im Monatsverlauf weiter zunehmenden Preissenkungen auf dem Tiefseemarkt in Verbindung mit einer spürbar nachlassenden Schrottnachfrage.

Geschäftsverlauf

Auftragseingang und -bestand des Geschäftsbereiches Grobblech/ Profilstahl rangierten deutlich unter den ersten neun Monaten 2018, da sowohl der Grobblech- als auch der Trägerbereich die Vorjahrestonnagen nicht einstellten. Folglich waren Roh- und Walzstahlproduktion ebenfalls geringer als ein Jahr zuvor. Segment- und Außenumsatz unterschritten die Vergleichswerte sowohl erlösbedingt als auch aufgrund des niedrigeren Versands. Zwar erwirtschafteten die Peiner Träger GmbH und die DEUMU Deutsche Erz und Metall-Union-Gruppe positive Resultate, dies reichte jedoch nicht, um den Ergebnisrückgang der Grobblechgesellschaften auszugleichen. Insgesamt verbuchte der Geschäftsbereich - 13,0 Mio. € Verlust vor Steuern (9 Monate 2018: 14,5 Mio. €), der die Auflösung einer Rückstellung für betriebstypische Risiken bei der Ilsenburger Grobblech GmbH in Höhe von 7,5 Mio. € im dritten Quartal beinhaltet.

Investitionen

Die als Teil des Wachstumsprogramms "Salzgitter AG 2021" gestartete, umfangreiche Investition "Neue Wärmebehandlungslinie" beim Ilsenburger Grobblechproduzenten dient dazu, das Produktportfolio zu erweitern und eine stärkere Positionierung im höherwertigen Gütensegment zu erreichen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist bis Anfang 2021 vorgesehen. Die weiteren Investitionen des Geschäftsbereiches konzentrieren sich vor allem darauf, die Produktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Geschäftsbereich Mannesmann

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Auftragseingang Mio. € 379,9 351,6 1.065,9 1.118,2
Auftragsbestand zum Stichtag Mio. € 481,4 553,6
Rohstahlerzeugung Hüttenwerke Krupp Mannesmann (30 %) Tt 322,1 330,3 982,1 990,9
Versand Rohre1) Tt 129,8 156,4 411,6 440,5
Segmentumsatz2) Mio. € 414,5 445,5 1.302,0 1.283,8
Außenumsatz Mio. € 259,8 278,1 842,1 841,6
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € - 11,9 8,3 - 2,9 20,7

1) Ausweis von nach IFRS 15 bewerteten Mengen
2) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Marktentwicklung

Die weltweite Stahlrohrkonjunktur zeigte sich während der ersten neun Monate 2019 stabil, der europäische Markt hingegen war von einer rückläufigen Tendenz gekennzeichnet. Die Herstellung nahtloser Stahl- sowie Präzisrohre sank infolge einer geringeren Nachfrage aus den Schlüsselbranchen Energie, Automobil und Maschinenbau. Die Großrohrproduktion war nach dem starken Vorjahr mangels Großprojekten besonders niedrig, während die Produktionsrückgänge bei den mittleren geschweißten Stahlrohren nicht ganz so deutlich ausfielen. Der Bereich der Edelstahlrohre legte zu.

Geschäftsverlauf

Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Mannesmann rangierte in den ersten neun Monaten 2019 moderat unter dem Vorjahreswert. Dies war insbesondere auf die gesunkenen Ordermengen in den Kundensektoren Automotive und Industrie der Präzisrohrgruppe zurückzuführen. Das Segment mittlere Leitungsrohre ver-zeichnete zwar eine zufriedenstellende Anfragetätigkeit, der Auftragseingang bewegte sich dennoch unter dem sehr hohen Vorjahreswert. Dagegen zogen die Bestellungen der Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe kräftig an. Der Auftragsbestand war erkennbar niedriger als der Vergleichswert. Trotz des geringeren Versands blieben Segment- und Außenumsatz preisbedingt stabil. Der Geschäftsbereich Mannesmann wies - 2,9 Mio. € Ergebnis vor Steuern aus (9 Monate 2018: 20,7 Mio. €). Zwar zeigte die Edelstahlrohrgruppe Zuwächse, alle anderen Produktbereiche erreichten die Vorjahreswerte jedoch nicht.

Außerhalb des Konsolidierungskreises legten Ordereingang und -bestand der EUROPIPE-Gruppe (EP-Gruppe) dank der Buchungen in den USA signifikant zu. Umsatz und Gewinn vor Steuern der EP-Gruppe kamen bei einem merklich schwächeren Absatz spürbar unter dem Vorjahr aus.

Investitionen

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit des Geschäftsbereiches Mannesmann liegt 2019 weiterhin auf Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen. Im Zuge des Ausbaus der mexikanischen Präzisrohrgesellschaft am Standort El Salto schreitet der Produktionshochlauf mit entsprechenden Serienfertigungen voran. Die Inbetriebnahme der großen Kaltpilgermaschine am Standort Remscheid der Edelstahlrohrgruppe ist Anfang nächsten Jahres vorgesehen. Die Maßnahme dient dem Ausbau der Kapazität und des Produktangebotes im kaltgefertigten nahtlosen Edelstahlrohrbereich, um größere Durchmesser herzustellen.

Geschäftsbereich Handel

Q3 2019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Versand Tt 936,9 1.134,9 3.027,7 3.381,5
Segmentumsatz1) Mio. € 723,1 883,2 2.332,5 2.469,8
Außenumsatz Mio. € 716,3 856,8 2.294,5 2.405,7
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € - 0,9 10,2 3,3 35,2

1) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Marktentwicklung

Die Nachfrage auf den internationalen Stahlmärkten fiel im Berichtszeitraum verhalten aus. Das Tradinggeschäft war als Folge protektionistischer Handelsmaßnahmen durch wirtschaftspolitische Unsicherheiten und Einschränkungen geprägt. Im europäischen Lagerhandel zeigte sich insbesondere in Deutschland eine schwächere Nachfrage in Kombination mit einer rückläufigen Verkaufspreisentwicklung.

Geschäftsverlauf

Vor diesem Hintergrund lag der Absatz des Geschäftsbereiches wegen niedrigerer Mengen des internationalen Tradings unter dem Wert der Vergleichsperiode. Die auf den Handel und die Anarbeitung von Grobblech spezialisierte Universal-Eisen- und Stahl Gruppe weitete den Versand geringfügig aus. Segment- und Außenumsatz des Segments gingen zurück. Der Geschäftsbereich Handel erwirtschaftete 3,3 Mio. € Gewinn vor Steuern, der mengenbedingt sowie aufgrund der Margensituation im lagerhaltenden Handel erkennbar niedriger ausfiel als ein Jahr zuvor (9 Monate 2018: 35,2 Mio. €).

Investitionen

Der Erhalt und die Modernisierung bestehender Anlagen bilden 2019 den Investitionsschwerpunkt des Geschäftsbereiches Handel. Darüber hinaus werden die im Zuge der "Strategie Salzgitter AG 2021" angestoßenen Maßnahmen fortgesetzt. Vor diesem Hintergrund werden - hauptsächlich im europäischen Lagerhandel -zahlreiche Projekte zur Digitalisierung der Vertriebsprozesse von der Lagerhaltung bis zum Warenversand initiiert sowie inhaltlich weiterentwickelt.

Geschäftsbereich Technologie

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Auftragseingang Mio. € 328,1 332,4 1.010,0 946,2
Auftragsbestand zum Stichtag Mio. € 716,4 697,2
Segmentumsatz1) Mio. € 344,1 347,0 1.001,3 957,2
Außenumsatz Mio. € 344,0 346,9 1.000,9 956,9
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € 6,4 10,0 22,5 30,5

1) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Die nachstehenden Gesellschaften wurden im Berichtszeitraum neu gegründet:

KHS Eurasia LLC, Almaty

KHS d.o.o. Beograd, Novi Beograd

Folgende Gesellschaften wurden zum 30. September 2019 rückwirkend per 1. Januar 2019 neu in den Konsolidierungskreis der Salzgitter AG aufgenommen:

KHS ME FZCO, Dubai

PT. KHS Packaging Machinery Indonesia, Jakarta

Die NMP Systems GmbH, Kleve wurde zum 30. September 2019 rückwirkend per 1. Januar 2019 auf die KHS GmbH verschmolzen.

Marktentwicklung

Laut Statistik des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer e.V. (VDMA) blieben die Auftragseingänge aufgrund der rückläufigen Nachfrageentwicklung sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Im Markt für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen nahmen die Buchungen ebenfalls merklich ab. Zwar verbesserte sich die inländische Ordertätigkeit gegenüber dem Vorjahreswert kräftig, dies reichte jedoch nicht, um die Abschwächung der ausländischen Bestellungen auszugleichen.

Geschäftsverlauf

Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Technologie rangierte in den ersten drei Quartalen 2019 spürbar über der Vergleichsperiode. Mit dieser Entwicklung stellte sich die Division erfolgreich gegen den Markttrend. Die KHS-Gruppe weitete ihren Orderzulauf gegenüber dem Level der ersten neun Monate 2018 in erfreulichem Maße aus, während die Klöckner DESMA Elastomer-Gruppe (KDE-Gruppe) wie auch die DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) die hohen Vorjahreswerte nicht erreichten. Dem Auftragseingang folgend legte der Auftragsbestand des Geschäftsbereiches leicht zu. Segment- und Außenumsatz kamen ebenfalls über der Vergleichsperiode aus, da die KHS-Gruppe einen beachtlichen Anstieg verzeichnete. Das Umsatzniveau der KDE-Gruppe und der KDS bewegte sich dagegen unter den ausgezeichneten 2018er Werten. Das verglichen mit dem Vorjahr erheblich gesteigerte Resultat der KHS-Gruppe ist auf den Beitrag aus den Kostensenkungsmaßnahmen sowie die positiven Impulse aus der Vermarktung innovativer Neuprodukte zurückzuführen und konnte die rückläufigen Vorsteuerergebnisse der KDE-Gruppe und KDS teilweise kompensieren. Insgesamt erwirtschaftete der Geschäftsbereich Technologie einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 22,5 Mio. € (9 Monate 2018: 30,5 Mio. €).

Die KHS-Gruppe verfolgt nach wie vor konsequent die Maßnahmen aus dem umfassenden Effizienz- und Wachstumsprogramm "KHS Future". Mit dem Fokus auf Kostensenkung und der Ausweitung des Servicegeschäfts trug es bereits wesentlich zur erzielten Ergebnissteigerung bei und wird auch künftig die Entwicklung des Unternehmens im wettbewerbsintensiven Marktumfeld weiter verbessern.

Investitionen

Der Geschäftsbereich Technologie konzentrierte sich im Berichtszeitraum auf die Fortsetzung der Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen. Zur stetigen Optimierung der organisatorischen Abläufe werden außerdem bei der KHS-Gruppe in Deutschland und in den Auslandsgesellschaften IT-Projekte durchgeführt. Die umfassende Modernisierung des Standorts Bad Kreuznach hinsichtlich "Lean Manufacturing" wurde weiter umgesetzt. Am Standort Dortmund finden umfangreiche Investitionen zur Modernisierung der Fertigung und zur Erweiterung der Montagebereiche statt. Für den chinesischen Markt startete ein Investitionsprogramm zur strategischen Neuausrichtung. Bei der KDS wurde das Bauvorhaben "Fabrik der Zukunft" fortgeführt, welches den Neubau von Büro- und Produktionsgebäuden auf dem Bestandsgelände in Achim vorsieht. Die Investition dient dazu, das Wachstum und die Wirtschaftlichkeit der KDS nachhaltig sicherzustellen. Damit einhergehend soll mithilfe der Optimierung des Informations- und Materialflusses sowie der Montageprozesse eine Steigerung der Produktivität erfolgen.

Industrielle Beteiligungen/ Konsolidierung

Q32019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Umsatz1) Mio. € 241,5 222,7 711,5 688,0
Außenumsatz Mio. € 48,2 43,6 139,1 141,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) Mio. € - 109,0 3,6 - 53,9 12,6

1) inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen

Der Umsatz des Bereiches Industrielle Beteiligungen/ Konsolidierung, der hauptsächlich durch das Halbzeug- und Servicegeschäft mit Tochtergesellschaften und Konzernfremden generiert wird, nahm im Vergleich zum Vorjahr leicht zu, während der Außenumsatz sich auf dem Niveau der ersten neun Monate 2018 bewegte.

Das Ergebnis vor Steuern betrug -53,9 Mio. € und konnte somit das Vorjahresresultat (12,6 Mio. €) nicht erreichen. Darin enthalten sind 78,1 Mio. € Beitrag des nach der Equity-Methode bilanzierten Engagements an der Aurubis AG (9 Monate 2018: 29,2 Mio. €). Dieser umfasst 27,8 Mio. € (9 Monate 2018: 0 €) Ertrag aus einer erfolgswirksamen bilanziellen Anpassung im Zusammenhang mit den zu einem durchschnittlichen Kurs unterhalb des Marktwertes des anteiligen Eigenkapitals erworbenen Aktien der Aurubis AG. Das Zinsergebnis des Cash-Management des Konzernfinanzkreises sowie Ergebnisse aus der Bewertung von Derivatepositionen stützen das Resultat zusätzlich. Die zum 30. September 2019 um 141,0 Mio. € aufgestockte Risikovorsorge im Zusammenhang mit der angestrebten einvernehmlichen Beendigung von Ermittlungsverfahren zu mutmaßlichen Kartellabsprachen bei Grobblech und Flachstahlerzeugnissen hingegen belastet das Ergebnis erheblich. Die überwiegend für den Konzern tätigen Dienstleistungsgesellschaften konnten den Vorsteuergewinn des Vergleichszeitraumes nahezu einstellen.

Finanz- und Vermögenslage

Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzsumme des Salzgitter-Konzerns erhöhte sich im aktuellen Berichtszeitraum gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 332 Mio. €.

Die langfristigen Vermögenswerte (+324 Mio. €) legten neben den Investitionen vor allem wegen der gestiegenen Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (+142 Mio. €) zu. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (+436 Mio. €) rangierten im Berichtszeitraum über der Summe der planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens (-262 Mio. €). Die Investitionen enthalten 134 Mio. € nichtzahlungswirksame Zugänge aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 für Leasingverhältnisse. Nähere Erläuterungen hierzu befinden sich im Kapitel "Grundsätze der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" unter Ziffer 4. Die latenten Ertragsteueransprüche nahmen insbesondere aufgrund einer Höherbewertung der Pensionsrückstellungen im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag (+37 Mio. €) zu. Die kurzfristigen Vermögenswerte blieben auf dem Niveau des Vorjahres (+9 Mio. €). Während sich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive der Vertragsvermögenswerte (+68 Mio. €), die Vorräte (+20 Mio. €) sowie die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte (+38 Mio. €) unter anderem infolge gestiegener Rohstoffpreise erhöhten, verringerten sich insbesondere die Finanzmittel (-100 Mio. €).

Auf der Passivseite nahmen bei einem gegenüber dem Jahresende verringerten Pensionszinssatz von 0,75 % (31.12.2018: 1,75 %) die Pensionsrückstellungen um 323 Mio. € zu. Entsprechend hat sich das Eigenkapital trotz des positiven Ergebnisses erkennbar verringert (-351 Mio. €). Die Eigenkapitalquote beträgt dennoch solide 32,8 %. Die langfristigen Schulden rangierten insgesamt mit 788 Mio. € über dem Vergleichsstichtag. Die langfristigen Finanzschulden sind aufgrund des im zweiten Quartal neu begebenen Schulscheindarlehens (363,7 Mio. €) und der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 gegenüber dem Vergleichsstichtag um insgesamt 510 Mio. € angestiegen. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen verringerten sich im Wesentlichen aufgrund einer Rückstellungsauflösung für betriebstypische Risiken in den Geschäftsbereichen Flachstahl und Grobblech/ Profilstahl (48,8 Mio. €). Die kurzfristigen Schulden verminderten sich um 105 Mio. €. Gegenüber dem Jahresende konnten niedrigere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive Vertragsverbindlichkeiten (-157 Mio. €) - vor allem im internationalen Trading bei geringerem Geschäftsumfang - und Finanzschulden (-107 Mio. €) verzeichnet werden. Dagegen stiegen die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen aufgrund einer zum 30. September 2019 um 141,0 Mio. € aufgestockten Risikovorsorge im Zusammenhang mit der angestrebten einvernehmlichen Beendigung von Ermittlungsverfahren zu mutmaßlichen Kartellabsprachen bei Grobblech und Flachstahlerzeugnissen um insgesamt 133 Mio. € an.

Die Nettofinanzposition (-217 Mio. €; 31.12.2018: 192 Mio. €) ging vor allem als Folge des Working Capital-Aufbaus, der überwiegend auf geringere Verbindlichkeiten zurückzuführen ist, der Aufstockung der Beteiligung an der Aurubis AG sowie der Fortführung der strategischen Investitionsprojekte zurück. Den Geldanlagen einschließlich Wertpapieren (754 Mio. €; 31.12.2018: 878 Mio. €) standen Verbindlichkeiten von 971 Mio. € (31.12.2018: 687 Mio. €) gegenüber; davon 820 Mio. € bei Kreditinstituten (31.12.2018: 519 Mio. €). Wie bisher werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen nicht in der Nettofinanzposition berücksichtigt.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Bei einem Vorsteuergewinn von 41 Mio. € ergibt sich trotz Zunahme des Working Capital ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 78 Mio. € (Vorjahreszeitraum: +280 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit von -378 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -409 Mio. €) spiegelt überwiegend die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen (-309 Mio. €; Vorjahreszeitraum: -227 Mio. €) sowie in sonstige langfristige Vermögenswerte (-97 Mio. €; Vorjahreszeitraum: -195 Mio. €) wider. In der letztgenannten Auszahlung sind im Wesentlichen die Zukäufe der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an der Aurubis AG enthalten.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit ist geprägt von Auszahlungen an unsere Aktionäre, Rückzahlungen für erhaltene Kredite sowie Zinsauszahlungen. Dem stehen Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten unter anderem aus dem im Mai 2019 ausgegebenen Schuldscheindarlehen (363,7 Mio. €) gegenüber, sodass sich insgesamt ein positiver Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit von 193 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -27 Mio. €) ergibt.

Wegen des negativen Gesamt-Cashflows verminderte sich der Finanzmittelbestand (455 Mio. €) gegenüber dem 31. Dezember 2018 (556 Mio. €) entsprechend.

Mitarbeiter


30.09.2019 31.12.2018 Veränderung
Stammbelegschaft1) 23.562 23.523 39
Geschäftsbereich Flachstahl 6.138 6.182 - 44
Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl 2.414 2.451 - 37
Geschäftsbereich Mannesmann 4.670 4.675 - 5
Geschäftsbereich Handel 2.106 2.109 - 3
Geschäftsbereich Technologie 5.576 5.490 86
Industrielle Beteiligungen/Konsolidierung 2.658 2.616 42
Ausbildungsverhältnisse 1.450 1.375 75
Passive Altersteilzeit 486 465 21
Gesamtbelegschaft 25.498 25.363 135

Unter Berücksichtigung der quotalen Beteiligungsverhältnisse sind Rundungsabweichungen möglich.

1) ohne Organmitglieder

Am 30. September 2019 umfasste die Stammbelegschaft des Salzgitter-Konzerns 23.562 Mitarbeiter und erhöhte sich damit gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 39 Belegschaftsmitglieder.

Zum Stichtag wurden zwei Gesellschaften mit insgesamt 26 Mitarbeitern erstmals in der Personalstatistik berücksichtigt, die Neukonsolidierungen erfolgten rückwirkend zum 1. Januar 2019.

Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 259 Ausgebildete übernommen, von denen 168 zeitlich befristete Verträge erhielten. Gegenläufig wirkten vor allem der Eintritt in die passive Phase der Altersteilzeit sowie das Erreichen der Altersgrenze.

Die Gesamtbelegschaft umfasste 25.498 Personen.

Die Zahl der Leiharbeitnehmer lag per 30. September 2019 bei 1.277. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber dem Vorjahresstichtag um 12 Personen.

Zum Ende des Berichtszeitraumes waren 754 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen, überwiegend in den Gesellschaften Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH und Peiner Träger GmbH.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die Geschäftsbereiche gehen verglichen mit dem Vorjahr von nachstehendem Verlauf des Geschäftsjahres 2019 aus:

Das Flachstahlsegment verzeichnet nach dem überdurchschnittlich guten Vorjahr einen herausfordernden Geschäftsverlauf und erwartet einen rückläufigen Umsatz sowie einen margenbedingt sichtbar reduzierten Vorsteuergewinn. Dies ist zum einen auf die Überversorgung des europäischen Stahlmarktes, zum anderen auf höhere Rohstoffkosten - insbesondere für Eisenerz - zurückzuführen.

Der Grobblechmarkt ist von einer anhaltenden Marktschwäche gekennzeichnet. Zudem beeinträchtigen fehlende Anschlussaufträge zur Lieferung von Vormaterial für Rohrleitungen die Situation der Mülheimer Gesellschaft. Im Profilstahlbereich werden nach dem sehr erfreulichen Vorjahr reduzierte, aber auskömmliche Margen sowie ein geringeres Mengenniveau unterstellt. Insgesamt erwarten wir, bei einem merklich unter Vorjahr auskommenden Umsatz, ein Ergebnis spürbar unter dem des Jahres 2018 und gehen aufgrund der Entwicklung der Grobblechgesellschaften für den Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl von einem deutlichen Vorsteuerverlust aus.

Im Geschäftsbereich Mannesmann ist die Auslastung der deutschen Gesellschaft der EUROPIPE-Gruppe unbefriedigend. Hingegen sind die amerikanischen Europipe-Unternehmen zum Teil weit bis in das nächste Jahr belegt. Die Mannesmann Grossrohr GmbH rechnet mit einer zweischichtigen Auslastung des Werkes bis in das erste Quartal 2020. Das Segment der mittleren Leitungsrohre erfährt nach zwei sehr guten Jahren eine Normalisierung der nachgefragten Mengen. Die schwächere Entwicklung der Präzisrohrgesellschaften reflektiert vor allem die aktuelle Lage der Automobilindustrie, während der Edelstahlbereich eine leicht verbesserte Marktsituation antizipiert. Bei einem nachgebenden Absatz mit moderatem Umsatzrückgang prognostizieren wir für das Segment ein positives Vorsteuerresultat.

Der Geschäftsbereich Handel rechnet mit einem gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Versand und Umsatz. Die Margenerwirtschaftung im internationalen Trading bleibt aufgrund der anhaltenden Einflüsse allerorten restriktiver Handelspolitik und eingetrübter Marktverhältnisse unter Druck. Der lagerhaltende Handel verzeichnet einen Margenrückgang aufgrund einer fallenden Verkaufspreisentwicklung. Wir erwarten für den Geschäftsbereich ein leicht positives, deutlich unter dem Vorjahr rangierendes Ergebnis vor Steuern.

Basierend auf einem hohen Auftragsbestand und guten Auftragseingängen avisiert der Geschäftsbereich Technologie ein leichtes Umsatzwachstum. Dabei setzt die KHS-Gruppe auf eine selektive Auftragsannahme, den weiteren Ausbau des Servicegeschäftes sowie zusätzliche positive Effekte aus den eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Ausgehend von dem sehr hohen Niveau des Vorjahres antizipieren die beiden Spezialmaschinenbauer der DESMA-Gruppe eine rückläufige Ertragslage, sodass insgesamt ein Vorsteuergewinn unterstellt wird, der über dem Durchschnitt der Vorjahre auskommt, aber merklich niedriger ausfällt als 2018.

Wir bestätigen unseren am 26. September angepassten Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr 2019 und antizipieren vor dem Hintergrund noch zu bestimmender Restrukturierungsaufwendungen zur Implementierung des Ergebnisverbesserungsprogramms "FitStructure 2.0" für den Salzgitter-Konzern

einen Verlust vor Steuern im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich,

einen gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Außenumsatz unterhalb 9,0 Mrd. €,

eine sichtbar unter dem Vorjahreswert liegende Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

Wir machen darauf aufmerksam, dass Kriterien des Jahresabschlusses sowie Imponderabilien unter anderem aus Rohstoffkosten-, Edelmetallpreis- und Wechselkursveränderungen die Beendigung des Geschäftsjahres 2019 noch erheblich beeinflussen können.

Risikomanagement

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung bestanden keine Risiken, die den Fortbestand des Salzgitter-Konzerns gefährden könnten. Hinsichtlich einzelner Chancen und Risiken verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2018.

Für den Salzgitter-Konzern ist die Entwicklung der Preise auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten, der Energiepreise und der Währungskurse (vor allem USD/EUR) besonders bedeutend. Ergebniseffekte für Risiken hieraus sind im laufenden Jahr in den Gesellschaften - soweit abschätzbar - einbezogen worden.

Um darüber hinausgehende Auswirkungen der daraus resultierenden Geschäftsrisiken zu minimieren, beobachten wir die jeweiligen Trends und lassen sie in die Risikoprognosen einfließen. Dies gilt auch für eventuelle finanzielle oder politisch bedingte Restriktionen des Auslandsgeschäfts. Risiken bestehen als Folge der von den USA ausgelösten globalen Handelsstreitigkeiten sowie des Austritts des Vereinigten Königreiches aus der EU. Konkret zu nennen sind hier:

Die fortdauernde US-Drohung, gegebenenfalls Sondereinfuhrzölle auf Autos und Autoteile zu erheben,

eine noch stärkere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China mit weitergehenden Auswirkungen auf die globale Konjunktur,

die Unsicherheiten hinsichtlich des zukünftigen Status des Vereinigten Königreiches mit den möglichen Auswirkungen auf die Konjunktur und die Warenströme in der EU.

Branchenspezifische Risiken

Aus Wettbewerbsverzerrungen auf dem internationalen Stahlmarkt, massiven und weiter steigenden Überkapazitäten, den US-Sonderzöllen auf Stahlprodukte sowie dem damit verbundenen Importdruck in der EU ergeben sich branchenspezifische Risiken.

Die Ende März 2018 in den USA eingeführten Zölle auf Stahlimporte von 25 % (Section 232) sind weiterhin in Kraft. Als Reaktion auf die daraus entstehenden Umlenkungseffekte und die drohende Schädigung der heimischen Stahlindustrie, hat die EU-Kommission am 2. Februar 2019 finale Schutzklausel-Maßnahmen (Safeguards) bis Juli 2021 in Kraft gesetzt. Es gelten Einfuhrkontingente auf Basis der durchschnittlichen Importe in den Jahren 2015 bis 2017; oberhalb der Quoten wird ein Zoll von 25 % fällig. Aufgrund der ohnehin zu wenig restriktiven Ausgestaltung und sukzessiver Erhöhungen der Quoten im Februar und Juli 2019 waren die Safeguards bislang nahezu wirkungslos und sorgten für starken Mengen- und Preisdruck.

Zum 1. Oktober hat die EU-Kommission mittels eines Revisionsverfahrens einige positive administrative Veränderungen am Safeguard-System eingeführt. Die großzügigen Quoten wurden jedoch nur unzureichend angepasst. Lediglich die vorgesehenen Steigerungsraten wurden leicht abgemildert. Es drohen weitere Importsteigerungen.

Darüber hinaus haben auch zahlreiche Drittstaaten mit eigenen Schutzmaßnahmen auf die US-Einfuhrzölle für Stahlprodukte reagiert. Dadurch dürften Exporte weiter erschwert werden und zusätzliche Umlenkungen in den EU-Markt drohen. Von den Maßnahmen sind einige Konzernunternehmen auch direkt, jedoch in geringem Umfang betroffen.

Weitere Risiken ergeben sich durch Versuche von Importeuren, bestehende Handelsschutzmaßnahmen zu umgehen und sie somit unwirksam zu machen. Um derartigen Praktiken entgegenzuwirken, werden die Warenströme kontinuierlich überwacht und potenzielle Verstöße über den Europäischen Stahlverband Eurofer an die EU-Kommission und EU-Korruptionsbekämpfungsbehörde weitergeleitet.

Zudem besteht nach wie vor Ungewissheit bezüglich direkter und indirekter Geschäftsbeziehungen zu Russland, unter anderem wegen des im August 2017 in Kraft getretenen US-Sanktionsgesetzes ("Countering America's Adversaries Through Sanctions Act"). Es sieht vor, dass Firmen, die von der US-Administration mit russischen Energie-Export-Pipelines geschäftlich in Verbindung gebracht werden, vom US-Präsidenten mit Strafmaßnahmen in den USA belegt werden können. Im US-Senat konkurrieren aktuell mehrere Gesetzgebungsvorschläge zur Ausweitung der Sanktionen.

Ähnliche Ungewissheit, wenn auch mit geringer Betroffenheit der Salzgitter AG (SZAG), ergibt sich aus dem am 8. Mai 2018 verkündeten Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit dem Iran ("Joint Comprehensive Plan of Action", JCPOA). Die USA haben mit Aufkündigung des JCPOA auch die Sanktionen reaktiviert und planen, diese wie zuletzt im September 2019, noch auszuweiten. Die EU-Kommission will jedoch an dem Abkommen festhalten und arbeitet an Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Handels mit dem Iran.

Am 1. Januar 2021 beginnt die vierte Periode des Europäischen Treibhausgas-Emissionshandelssystems, die bis einschließlich 2030 dauert. Dank des vorsorglichen Erwerbs von CO2-Zertifkaten dürfte die geschätzte mittelfristige Unterdeckung nach Zuteilung für die dem Emissionshandel unterfallenden Tochtergesellschaften der SZAG überwiegend kompensiert werden. Nachdem im Berichtszeitraum die Daten für unsere bis Ende Juni einzureichenden Anträge abschließend ermittelt und extern verifiziert worden sind, haben wir dies im Rahmen einer Insiderinformation am 14. Juni 2019 bekanntgegeben. Folglich schätzen wir das Risiko aus CO2-Zertfikateunterdeckung bei unseren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie das indirekte Zusatzkostenrisiko aus dem Emissionshandel für den Fremdstrombezug neu in der Größenordnung von bis zu 75 Mio. € pro Jahr (zuvor: 155 Mio. € pro Jahr) für die vierte Emissionshandelsperiode ab. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir für das Thema "CO2-Emissionshandel" dem Grunde nach als wahrscheinlich an. Die Schadenshöhe hängt entscheidend auch weiterhin insbesondere von der Entwicklung politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen ab. Beim Erwerb von CO2-Zertifikaten haben wir nach wie vor die mögliche Verschärfung der Lage und Preise im Blick.

Rechtliche Risiken

Die Salzgitter AG ist neben anderen Unternehmen Gegenstand von Ermittlungsverfahren zu mutmaßlichen Kartellabsprachen bei Grobblech und Flachstahlerzeugnissen. Aufgrund weit fortgeschrittener Gespräche mit dem Bundeskartellamt gehen wir davon aus, die Verfahren zeitnah einvernehmlich beenden zu können. Die im Jahresabschluss 2018 gebildete Risikovorsorge wurde daher zum 30. September 2019 um 141 Mio. € aufgestockt.

Zwischenabschluss

I. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € Q3 2019 Q3 2018 9M 2019 9M 2018
Umsatzerlöse 2.111,2 2.314,2 6.637,3 6.931,2
Bestandsveränderungen/andere aktivierte Eigenleistungen 0,6 - 5,0 2,3 24,7

2.111,7 2.309,2 6.639,7 6.955,9
Sonstige betriebliche Erträge 99,4 49,5 196,4 196,7
Materialaufwand 1.391,5 1.489,7 4.329,6 4.503,6
Personalaufwand 445,1 429,7 1.335,7 1.292,0
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 85,8 83,5 262,2 252,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen 396,3 266,4 897,8 811,1
Beteiligungsergebnis 0,5 0,0 1,8 4,8
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 18,8 4,9 73,9 35,7
Finanzierungserträge 3,9 2,8 13,9 9,4
Finanzierungsaufwendungen 20,3 10,9 59,5 58,3
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) - 104,6 86,0 40,7 284,6
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 21,6 27,3 70,5 90,6
Konzernergebnis - 126,2 58,6 - 29,8 194,0
Anteil der Aktionäre der Salzgitter AG - 127,6 57,5 - 34,2 190,0
Minderheitenanteil 1,4 1,2 4,5 4,0
Gewinnverwendung



Konzernergebnis - 126,2 58,6 - 29,8 194,0
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr - - 33,1 27,1
Anteil fremder Gesellschafter am Konzernergebnis 1,4 1,2 4,5 4,0
Dividendenzahlung - - - 29,7 - 24,3
Entnahme aus (+)/Einstellung in (-) andere Gewinnrücklagen 127,6 -57,5 34,2 -189,9
Bilanzgewinn der Salzgitter AG 0,0 0,0 3,3 2,8
Ergebnis je Aktie (in €) - unverwässert -2,36 1,06 -0,63 3,51
Ergebnis je Aktie (in €) - verwässert -2,27 1,00 -0,63 3,32

II. Gesamtergebnisrechnung

in Mio. € Q32019 9M 2019 Q32018 9M 2018
Konzernergebnis - 126,2 - 29,8 58,6 194,0
Reklassifizierbare Gewinne und Verluste



Wertänderungen aus der Währungsumrechnung 7,0 11,0 0,8 0,0
Wertänderungen aus Cashflow Hedges - 32,6 18,4 - 4,0 - 13,6
Zeitwertänderungen - 31,9 20,1 7,5 21,0
Basis Adjustments - - - 11,3 - 33,7
Erfolgswirksame Realisierung - 0,4 - 1,7 0,5 0,7
Latente Steuern - 0,3 - - 0,6 - 1,7
Wertänderungen aus Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 5,4 5,8 - 3,4 - 2,1
Zeitwertänderungen 1,4 1,2 - 5,3 - 6,2
Erfolgswirksame Realisierung - - - -
Währungsumrechnung 4,3 4,9 0,8 3,1
Latente Steuern - 0,4 - 0,2 1,0 1,0
Latente Steuern auf sonstige erfolgsneutrale Veränderungen - 0,0 0,0 - 0,0 - 0,0
Zwischensumme - 20,2 35,3 - 6,6 - 15,8
Nicht reklassifizierbare Gewinne und Verluste



Wertänderungen aus erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten Eigenkapitalinstrumenten - 0,0 0,0 - 0,1 - 0,6
Zeitwertänderungen - 0,0 0,0 - 0,1 - 0,6
Latente Steuern - - - -
Neubewertungen - 82,7 - 263,7 0,1 0,1
Neubewertung Pensionen - 87,9 - 351,7 0,1 0,1
Latente Steuern 5,2 88,0 - -
Wertänderungen aus Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen - 5,7 - 13,7 0,0 1,2
Zwischensumme - 88,4 - 277,4 0,0 0,7
Sonstiges Ergebnis - 108,5 - 242,1 - 6,6 - 15,1
Gesamtergebnis - 234,8 - 271,8 52,0 178,9
Auf die Aktionäre der Salzgitter AG entfallendes Gesamtergebnis - 236,2 - 276,3 50,9 174,9
Auf Anteile Fremder entfallendes Gesamtergebnis 1,4 4,5 1,2 4,0

- 234,8 - 271,8 52,0 178,9

III. Konzernbilanz

Aktiva in Mio. €


30.09.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte 209,7 219,4
Sachanlagen 2.289,9 2.120,5
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 82,4 83,5
Finanzielle Vermögenswerte 69,8 75,6
Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 1.030,4 888,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19,9 25,5
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 16,5 24,0
Ertragssteuererstattungsansprüche 5,4 0,1
Latente Ertragsteueransprüche 435,8 399,1

4.159,7 3.835,9
Kurzfristige Vermögenswerte

Vorräte 2.347,8 2.327,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.402,3 1.367,2
Vertragsvermögenswerte 207,6 175,2
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 442,1 403,7
Ertragsteuererstattungsansprüche 22,2 24,5
Wertpapiere 50,3 67,4
Finanzmittel 455,3 555,6
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 1,9 0,0

4.929,6 4.921,0

9.089,3 8.756,9

Passiva in Mio. €


30.09.2019 31.12.2018
Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital 161,6 161,6
Kapitalrücklage 257,0 257,0
Gewinnrücklagen 2.885,3 3.181,0
Andere Rücklagen 33,8 60,0
Bilanzgewinn 3,3 33,1

3.340,9 3.692,6
Eigene Anteile - 369,7 - 369,7

2.971,2 3.322,9
Anteil fremder Gesellschafter am Eigenkapital 10,2 9,1

2.981,5 3.332,1
Langfristige Schulden

Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 2.598,1 2.275,5
Latente Ertragsteuerschulden 67,6 67,6
Ertragsteuerschulden 36,1 36,9
Sonstige Rückstellungen 308,5 358,4
Finanzschulden 801,0 291,1
Sonstige Verbindlichkeiten 12,2 6,1

3.823,4 3.035,7
Kurzfristige Schulden

Sonstige Rückstellungen 413,9 281,4
Finanzschulden 320,1 426,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.022,6 1.130,2
Vertragsverbindlichkeiten 200,8 250,2
Ertragsteuerschulden 6,9 37,0
Sonstige Verbindlichkeiten 320,3 263,4

2.284,5 2.389,2

9.089,3 8.756,9

IV. Kapitalflussrechnung

in Mio. € 9M 2019 9M 2018
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) 40,7 284,6
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (-) auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 261,9 252,7
Gezahlte (-)/erhaltene (+) Ertragsteuern -51,3 -38,1
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-) 121,3 60,4
Zinsaufwendungen 59,5 56,3
Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens 6,3 4,8
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte -13,6 -106,2
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -78,3 -198,7
Zahlungswirksamer Verbrauch der Rückstellungen ohne Verbrauch der Ertragsteuerrückstellungen -152,0 -168,5
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -116,7 133,1
Mittelabfluss/-zufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 77,7 280,4
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0,5 1,2
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -309,4 -227,0
Einzahlungen aus Geldanlagen 30,5 155,4
Auszahlungen für Geldanlagen -10,0 -150,4
Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten 6,9 6,6
Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte -96,5 -194,8
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -378,1 -409,0
Auszahlungen an Unternehmenseigner -29,7 -24,3
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten 637,5 15,9
Rückzahlungen von Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten -374,2 -8,4
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen -16,8 -
Zinsauszahlungen -23,4 -26,1
Mittelabfluss/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit 193,3 -43,0
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 555,6 679,4
Finanzmittelbestand Konsolidierungskreisveränderung 0,4 2,6
Wechselkursänderungen des Finanzmittelbestandes 6,4 1,2
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes -107,1 -171,6
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 455,3 511,6

Anhang

Segmentberichterstattung

in Mio. € Flachstahl Grobblech / Profilstahl Mannesmann

9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018
Außenumsatz 1.730,1 1.812,1 630,6 773,9 842,1 841,6
Umsatz mit anderen Segmenten 570,7 574,6 628,0 602,7 133,2 157,6
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 2,5 2,7 0,6 0,5 326,7 284,7
Segmentumsatz 2.303,3 2.389,3 1.259,2 1.377,1 1.302,0 1.283,8
Zinsertrag (konsolidiert) 1,6 0,5 0,1 0,1 0,7 0,5
Zinsertrag von anderen Segmenten - - 0,0 - - -
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 0,0 0,0 0,1 0,5 0,7 1,5
Segmentzinsertrag 1,7 0,5 0,2 0,6 1,4 2,1
Zinsaufwand (konsolidiert) 11,0 10,4 2,3 2,7 5,5 5,2
Zinsaufwand an andere Segmente - - - - - -
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 16,6 16,8 4,3 3,7 6,8 6,1
Segmentzinsaufwand 27,7 27,2 6,6 6,4 12,3 11,3
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 9,2 8,2 2,1 1,9 3,4 3,0
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 132,6 136,8 29,2 29,2 42,7 44,1
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 132,6 136,8 29,2 29,2 42,7 44,1
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) 243,2 334,6 22,7 49,4 50,7 74,0
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 110,6 197,8 - 6,6 20,3 8,1 29,9
Periodenergebnis des Segments 84,6 171,2 - 13,0 14,5 - 2,9 20,7
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen - - - - - 4,2 9,0
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 118,1 86,8 86,8 50,3 57,1 50,4



in Mio. € Handel Technologie Summe der Segmente

9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018
Außenumsatz 2.294,5 2.405,7 1.000,9 956,9 6.498,2 6.790,1
Umsatz mit anderen Segmenten 38,0 64,1 0,4 0,4 1.370,3 1.399,3
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 0,0 0,1 - - 329,8 287,9
Segmentumsatz 2.332,5 2.469,8 1.001,3 957,2 8.198,3 8.477,3
Zinsertrag (konsolidiert) 2,5 2,2 1,8 2,1 6,7 5,4
Zinsertrag von anderen Segmenten - - - - 0,0 -
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 3,7 5,7 0,7 0,6 5,1 8,5
Segmentzinsertrag 6,2 7,9 2,4 2,7 11,8 13,8
Zinsaufwand (konsolidiert) 16,0 13,7 2,0 1,5 36,9 33,5
Zinsaufwand an andere Segmente 0,0 - - - 0,0 -
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 0,4 0,2 1,1 1,0 29,2 27,8
Segmentzinsaufwand 16,4 13,9 3,1 2,5 66,1 61,3
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 1,5 1,4 1,4 1,3 17,6 15,9
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 11,5 7,6 17,9 16,1 233,9 233,7
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 11,5 7,6 17,9 16,1 233,9 233,7
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) 25,1 48,9 41,1 46,3 382,8 553,2
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 13,6 41,2 23,2 30,2 148,9 319,4
Periodenergebnis des Segments 3,3 35,2 22,5 30,5 94,6 272,0
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen - - - - - 4,2 9,0
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 32,4 7,7 42,5 14,9 336,9 210,0



in Mio. € Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung Konzern

9M 2019 9M 2018 9M 2019 9M 2018
Außenumsatz 139,1 141,2 6.637,3 6.931,2
Umsatz mit anderen Segmenten 572,4 546,8 1.942,8 1.946,1
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind - - 329,8 287,9
Segmentumsatz 711,5 688,0 8.909,9 9.165,3
Zinsertrag (konsolidiert) 3,8 4,1 10,5 9,4
Zinsertrag von anderen Segmenten 29,2 27,8 29,3 27,8
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind - - 5,1 8,5
Segmentzinsertrag 33,1 31,8 44,9 45,7
Zinsaufwand (konsolidiert) 22,7 22,8 59,5 56,3
Zinsaufwand an andere Segmente 5,1 8,5 5,1 8,5
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind - - 29,2 27,8
Segmentzinsaufwand 27,8 31,2 93,9 92,5
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 11,4 11,0 29,0 26,9
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 28,3 19,2 262,2 252,9
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 28,3 19,2 262,2 252,9
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) - 30,9 31,3 351,9 584,4
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) - 59,2 12,0 89,7 331,5
Periodenergebnis des Segments - 53,9 12,6 40,7 284,6
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 78,1 26,7 73,9 35,7
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 99,3 10,0 436,2 220,0


Grundsätze der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Der Konzernabschluss für die Berichtsperiode vom 1. Januar bis 30. September 2019 der Salzgitter AG, Salzgitter (SZAG), wurde als verkürzter Abschluss mit ausgewählten erläuternden Anhangangaben aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte unverändert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung des IAS 34 für verkürzte Zwischenabschlüsse.

2. Gegenüber dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 wurden im Quartalsabschluss zum 30. September 2019 unter Beachtung der nachstehenden Ausnahmen grundsätzlich keine Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungs-, Berechnungs- und Konsolidierungsmethoden vorgenommen.

3. Bei der Ermittlung des Barwertes der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum 30. September 2019 wurde ein Rechnungszinssatz in Höhe von 0,75 % zugrunde gelegt (31. Dezember 2018: 1,75 %). Die daraus resultierende Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird im sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung Pensionen) und führt zu einer korrespondierenden Eigenkapitalminderung.

4. IFRS 16 "Leasing" regelt die Bilanzierung von Leasingverhältnissen und wird IAS 17 sowie die dazugehörigen Interpretationen ersetzen. Die Umstellung auf IFRS 16 wird nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz vorgenommen. Eine Anpassung der Vorjahresperioden erfolgt somit nicht. Die Gesellschaften im Konzern der SZAG verwenden überwiegend Operating-Leasingverhältnisse, weshalb sich durch die Anwendung des IFRS 16 Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungen angesetzt. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts ermitteln sich als Barwert sämtlicher zukünftiger Leasingzahlungen zuzüglich der Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses getätigt werden, sowie der Vertragsabschlusskosten und der geschätzten Kosten für die Demontage oder Wiederherstellung des Leasinggegenstandes. Hiervon werden sämtliche erhaltene Leasinganreize abgezogen. Sofern die zu berücksichtigenden Leasingzahlungen auch den Eigentumsübergang sowie die Wahrnehmung einer Kaufoption an dem zugrunde liegenden Vermögenswert zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses umfassen, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Andernfalls wird das Nutzungsrecht über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben.

Der erstmalige Ansatz der den Finanzierungsverbindlichkeiten zugeordneten Leasingverbindlichkeiten bestimmt sich als Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen abzüglich geleisteter Vorauszahlungen. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert. Für die Abzinsung wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung verwendet. Bei Leasingverhältnissen, die bisher nach IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft waren, wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der restlichen Leasingzahlungen angesetzt.

Die Bilanzierungsvorschriften für Leasinggeber bleiben dagegen weitgehend unverändert, insbesondere im Hinblick auf die weiterhin erforderliche Klassifizierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17.

Die SZAG verwendet die nach IFRS 16 bestehenden Wahlrechte, wonach für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) sowie für Leasingverträge über geringwertige Vermögenswerte auf eine Erfassung des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit verzichtet werden kann. Für Leasingverhältnisse, die bis zum 31. Dezember 2019 auslaufen und nicht verlängert werden, erfolgt aus Vereinfachungsgründen keine Darstellung als kurzfristige Leasingverhältnisse.

Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird zum Zeitpunkt seines Beginns auf der Basis der unkündbaren Vertragslaufzeit sowie unter Einbeziehung bestehender Verlängerungsoptionen sowie Kündigungsoptionen bestimmt. Die aktuellen Erkenntnisse werden hierbei berücksichtigt, sofern eine Beurteilung als hinreichend sicher erscheint. Eine Identifizierung von Nichtleasingkomponenten erfolgt zu Beginn nur für Leasingverträge aus den Bereichen Immobilien und Fuhrpark und sind somit nicht Bestandteil der zugrunde gelegten Leasingzahlungen. Bei der Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes wird die Zinskurve in Abhängigkeit von der Laufzeit für Industrieunternehmen in Europa, die der Ratingeinstufung des Konzerns der SZAG entspricht, herangezogen. Für die ausländischen Konzerngesellschaften erfolgt eine Berücksichtigung der länderspezifischen Gegebenheiten.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen zum 1. Januar 2019 dar:

in Mio. €
Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverträgen zum 31. Dezember 2018 187,9
Anwendungserleichterungen, Effekte aus der Diskontierung mit dem jeweiligen
Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Januar 2019 sowie Neueinschätzung von Verträgen
- 64,5
Aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 zum 1. Januar 2019 zusätzlich angesetzte Verbindlichkeiten 123,4
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31. Dezember 2018 29,1
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen zum 1. Januar 2019 152,5

In der nachfolgenden Darstellung zu den Nutzungsrechten sowie Leasingverbindlichkeiten sind die Vermögenswerte enthalten, die bis zum 31. Dezember 2018 nach IAS 17 im Rahmen des Finanzierungsleasings bilanziert wurden. Bis zum dritten Quartal 2019 ergaben sich folgende Auswirkungen in der Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung:

in Mio. € 30.09.2019
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 82,7
Nutzungsrechte an technische Anlagen und Maschinen 45,7
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10,7
Langfristige Vermögenswerte 139,1
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 143,0
in Mio. € 30.09.2019
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken - 6,9
Nutzungsrechte an technische Anlagen und Maschinen - 70,3
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung - 4,8
Abschreibungen - 81,9
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten - 3,1

Ausgewählte Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Die Umsätze nach Geschäftsfeldern werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.

2. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich entsprechend IAS 33. Das auf die gewichtete Anzahl von Aktien der SZAG ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich in der Berichtsperiode auf -0,63 €. Eine Verwässerung würde dann eintreten, wenn das Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige Rechte waren am Bilanzstichtag aus einer Wandelanleihe vorhanden. Bei deren Berücksichtigung ergibt sich eine Verminderung des Gewinns je Aktie, sodass diese Options- und Wandelrechte zu einer Verwässerung führen. Das verwässerte Ergebnis beträgt -0,63 € je Aktie.

Angaben zum Fair Value

Die Angaben zum Fair Value erfolgen entsprechend den Regelungen des IFRS 13 "Bemessung des beizulegenden Zeitwerts". Eine Abweichung vom Buchwert zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) resultiert aus der Bilanzierung einer Wandelanleihe zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Ermittlung der Fair-Value-Angaben für nicht zum Fair Value bilanzierte langfristige finanzielle Vermögenswerte und Schulden erfolgt grundsätzlich durch die Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme. Hierbei findet ein laufzeitabhängiger Zinssatz Anwendung, welcher den risikolosen Zinssatz und das über eine Peer-Group abgeleitete Adressenausfallrisiko des Salzgitter-Konzerns widerspiegelt.

Buchwert und Fair Value der Anleihen:

in Mio. € Wandelanleihe
30.09.2019 31.12.2018
Buchwert 148,3 162,0
Fair Value 150,9 166,7

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Neben den Geschäftsbeziehungen zu in den Konzernabschluss einbezogenen voll- und anteilig konsolidierten Gesellschaften existieren Beziehungen zu nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen sowie zu nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die als nahestehende Unternehmen nach IAS 24 zu qualifizieren sind. In der Kategorie der anderen nahestehenden Unternehmen befinden sich die Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen des Landes Niedersachsen.

Die erbrachten Lieferungen und Leistungen umfassen im Wesentlichen Lieferungen von Vormaterial zur Großrohrproduktion. Ihr Volumen ergibt sich aus nachfolgender Tabelle:

in Mio. € Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kauf von Waren und Dienstleistungen Forderungen Verbindlichkeiten
01.01.-30.09.2019 01.01.-30.09.2019 30.09.2019 30.09.2019
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 29,2 13,6 13,7 2,6
Gemeinschaftsunternehmen 49,9 6,6 14,3 0,1
Gemeinschaftliche Tätigkeiten 1,5 0,7 42,3 66,9
Andere nahestehende Unternehmen 0,9 13,9 3,8 93,3

Angabe gemäß § 37w Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden keiner prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Haftungsausschluss

Einige der in diesem Text gemachten Aussagen haben den Charakter von Prognosen beziehungsweise können als solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen Marktlage für die Gesellschaften in den Unternehmensbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die Gesellschaft übernimmt - unbeschadet bestehender gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher Anforderungen - keine Verpflichtung, vorausblickende Aussagen zu aktualisieren.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten.

Der Zwischenbericht der Salzgitter AG steht auch in englischer Sprache zur Verfügung. Bei Abweichungen ist die deutsche Fassung maßgeblich.

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Diese Quartalsmitteilung wurde mit Unterstützung des Redaktionssystems firesys erstellt.