Salzgitter AktiengesellschaftSalzgitterQuartalsmitteilung 3 Monate 2022KENNZAHLEN SALZGITTER-KONZERNscrollen
Ausweis der Finanzdaten gemäß IFRS
1 rückwirkende Anpassung der Vorjahreszahl
wegen neuer Konzernstruktur
ERTRAGSLAGE DES KONZERNS UND SEINER GESCHÄFTSBEREICHEERTRAGSLAGE DES KONZERNSscrollen
1 annualisiert
Der Salzgitter-Konzern verzeichnete in den ersten drei
Monaten 2022 mit einem Vorsteuerergebnis von 465,3 Mio.
€ (1. Quartal 2021: 117,3 Mio. €) den
höchsten operativen Quartalsgewinn der
Unternehmensgeschichte. Die auf Rekordniveau gestiegenen
Preise für Walzstahlprodukte resultierten in
Gewinnsprüngen der Geschäftsbereiche
Stahlerzeugung und Handel, die die Haupttreiber hinter der
erfreulichen Ergebnisentwicklung im Berichtszeitraum waren.
Aber auch die Geschäftsbereiche Stahlverarbeitung und
Technologie trugen mit positiven Ergebnissen dazu bei.
Zudem umfasst das Resultat 61,9 Mio. € Beitrag der
nach der Equity-Methode ausgewiesenen Beteiligung an der
Aurubis AG (1. Quartal 2021: 42,5 Mio. €). Der
Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns erhöhte sich
vor allem preisbedingt um 60 % auf 3.349,9 Mio. € (1.
Quartal 2021: 2.094,1 Mio. €). Aus 368,8 Mio. €
Gewinn nach Steuern (1. Quartal 2021: 76,6 Mio. €)
errechnen sich 6,80 € Ergebnis je Aktie (1. Quartal
2021: 1,38 €) sowie 35,2 % Verzinsung des eingesetzten
Kapitals (1. Quartal 2021: 13,2%). Die Eigenkapitalquote
wurde auf 37,3 % gesteigert und unterstreicht damit die
weiterhin solide bilanzielle Basis des Salzgitter-Konzerns.
SONDEREFFEKTEscrollen
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GESCHÄFTSBEREICH STAHLERZEUGUNGscrollen
1 ohne DMU-Gruppe
Zum Geschäftsbereich Stahlerzeugung gehört
neben den beiden stahlerzeugenden Gesellschaften Salzgitter
Flachstahl GmbH (SZFG) und Peiner Träger GmbH (PTG)
auch die DEUMU Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH (DMU)
als wichtiger interner Transformationspartner für
unser Programm SALCOS® - SAlzgitter Low
CO2-Steelmaking. Um die CO2-Emissionen in der
Stahlproduktion massiv zu senken, stellen wir die
Produktion von Stahl im Rahmen von SALCOS® schrittweise
auf eine wasserstoffbasierte Route um. Im Unterschied zu
bisherigen Verfahren mit Hochöfen ersetzen dabei
Wasserstoff und grüner Strom den bisher zur
Stahlherstellung benötigten Kohlenstoff (→
https://salcos.salzgitter-ag.com/). Die Salzgitter AG
plant, die technische Transformation des Hüttenwerkes
hin zu den neuen Verfahren bis zum Jahr 2033 abgeschlossen
zu haben. Diese Technologie ermöglicht es, die
CO2-Emissionen in der Stahlproduktion um 95 % zu
reduzieren. Der Geschäftsbereich umfasst zudem die
Gesellschaften Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH
(SMS), Salzgitter Bauelemente GmbH (SZBE) sowie die
Salzgitter Europlatinen GmbH (SZEP).
MARKTENTWICKLUNGDie Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die
wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie sind noch nicht
final abzusehen. Die drastisch steigenden Energiepreise
haben die Inflation auf den höchsten Wert seit
über 40 Jahren gehoben. Zudem entfallen für die
deutsche Exportwirtschaft Teile des osteuropäischen
Marktes. Entsprechend gingen die Auftragseingänge der
deutschen Industrie im Februar mit 2 % überraschend
stark zurück. Auf dem Stahlmarkt führte der Krieg
in der Ukraine zur Verknappung des weltweiten Stahlangebots
und damit zu einem steigenden Bedarf an inländischem
Bandblech und Grobblech. Auch der Markt für
Röhren zeigte sich durch kurzfristige Projekte aus dem
Energiesektor deutlich belebt. Beide Effekte kompensierten
die stagnierende Nachfrage aus dem Automobilsektor
weitestgehend und sorgten für stabile Preise und
Auslastung der Anlagen. Der Trägerbereich war
ebenfalls durch die Energiekostenentwicklung
gekennzeichnet. In Erwartung weiterer Preiserhöhungen
stockte der lagerhaltende Handel seine
unterdurchschnittlichen Bestände zu Jahresbeginn
spürbar auf. Zwar führte die
Kaufzurückhaltung der Endverbraucher im Februar
zeitweise zu einer rückläufigen Nachfrage,
bereits im März normalisierte sich diese jedoch
angesichts der deutlich steigenden Schrott- und
Energiekosten wieder.
BESCHAFFUNGEISENERZIm ersten Quartal 2022 setzte sich der zum Jahresende
2021 verzeichnete Eisenerzpreisanstieg fort. Nachdem
anfangs die Regenfälle in Brasilien den Erzpreis nach
oben trieben, waren es im weiteren Verlauf die Erwartungen,
dass die Eisenerznachfrage in China nach Lockerung der
Produktionseinschränkungen deutlich ansteigen
würde. Der Ukraine-Krieg hatte bisher keine
gravierenden Auswirkungen auf die Eisenerznotierung, da nur
geringe Mengen Feinerze aus Russland und der Ukraine in den
Export gehen. Für den Markt der Eisenerzpellets
hingegen führte er zu einer enormen Verknappung an
hochwertigen Hochofenpellets, was Versorgungsproblemen bei
einigen europäischen Stahlunternehmen verursachte. Im
Zuge dessen stiegen die Prämien deutlich an;
ähnliche Preisanstiege verzeichneten hochwertige
Stückerze als Substitut für Pellets sowie
Feinerz-Qualitäten, die eine Steigerung der
Sinterproduktion ermöglichen. Im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum reduzierte sich die Notierung im ersten
Quartal um 15% auf 142 USD/dmt.
KOKSKOHLEBei einer geringen Verfügbarkeit freier Spotmengen
stiegen die Notierungen FOB Australien zu Beginn des Jahres
wieder deutlich auf über 400 USD/mt an und erreichten
fast täglich neue historische Höchststände.
In Erwartung einer deutlichen Preiskorrektur, versuchten
viele Verbraucher notwendige Zukäufe so weit wie
möglich nach hinten zu schieben. Diese Strategie
zeigte aber keine Auswirkung auf die weitere
Preisgestaltung; vielmehr stabilisierte sich diese aufgrund
der geringen Abschlüsse auf dem Spotmarkt auf einem
hohen Niveau. Im Zuge des russischen Einmarsches in der
Ukraine änderte sich die Marktsituation schlagartig:
Die Abnehmer russischer Kohlen tätigten aufgrund der
unsicheren Versorgungslage bei einem bereits angespannten
Marktumfeld nun Deckungskäufe. Der Preis FOB
Australien stieg infolgedessen auf ein neues Allzeithoch
von 670,50 USD/mt. Nachdem sich die Verbraucher Ende
März mit Mengen eingedeckt hatten, setzte eine
Kurskorrektur ein, welche die Notierungen auf knapp 400
USD/mt FOB Australien fallen ließ. Durchschnittlich
lag der Preis im ersten Quartal 2022 bei 488 USD/mt, was
einer Steigerung von 284 % im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum entspricht.
Die Salzgitter AG bezieht weder Eisenerz noch Pellets
oder Kokskohle aus Russland und der Ukraine. Die geringen
Mengen an Einblaskohle, die bislang aus Russland geliefert
wurden, werden im Sommerquartal durch alternative
Bezugsquellen substituiert. Definierte Eisenerz- und
Kokskohlemengen sichern wir durch Hedging preislich ab, um
die aus der Beschaffung resultierenden Risiken abzufedern.
STAHLSCHROTTIm Januar waren Angebot und Nachfrage auf dem
Schrottmarkt in Deutschland ausgeglichen, somit blieben die
Preise überwiegend unverändert. Im weiteren
Quartalsverlauf kam es auf dem deutschen Schrottmarkt zu
erheblichen Preissteigerungen. Der wesentliche Faktor bei
der Preisfindung war der Krieg in der Ukraine. Vor allem
die türkischen Stahlhersteller konnten vom Ausfall
russischer, ukrainischer und belarussischer Marktteilnehmer
profitieren, so dass deren Schrottbedarf hoch ausfiel.
Unterbrochene Lieferketten, drastisch steigende Preise
für Energie und Rohstoffe sowie der
Nachfrageüberhang nach Vormaterialien und Endprodukten
sind auch im Schrottmarkt stark zu spüren. Viele
Automobilproduzenten und deren Zulieferer mussten ihre
Produktion drosseln und aufgrund unterbrochener
Lieferketten von Kabelbäumen aus der Ukraine und dem
noch nicht beseitigten Chipmangel in Kurzarbeit gehen. Der
Neuschrottentfall war daher rückläufig und die
Verfügbarkeit weiterhin knapp. Im Altschrottbereich
war das Aufkommen ebenfalls schwächer.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Auftragseingang des Geschäftsbereiches
Stahlerzeugung übertraf den Vorjahreszeitraum, da der
Flachstahl- und insbesondere der Trägerbereich eine
höhere Ordertätigkeit verzeichneten. Die
Rohstahlerzeugung zog entsprechend an, während die
Walzstahlproduktion das Niveau des Vorjahres erreichte.
Auch der Auftragsbestand legte spürbar zu, der Versand
stellte den Vergleichswert annähernd ein. Das
erhebliche Erlösplus bei Flachstahlprodukten und
Trägern führte zu einem signifikant gesteigerten
Segment- und Außenumsatz, der zudem die
Umsatzausweitung der DMU widerspiegelt. Bei einem
Rekordergebnis der SZFG und hervorragenden Resultat der PTG
wurde ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 290,3 Mio.
€ verzeichnet (1. Quartal 2021: 43,2 Mio. €).
Auch die DMU und die übrigen Gesellschaften des
Geschäftsbereiches erzielten positive, verbesserte
Ergebnisbeiträge. Belastend wirkten die stark
gestiegenen Preise für Rohstoffe - im Wesentlichen
Kokskohle, Legierungsmittel und Schrott - sowie für
Energien.
INVESTITIONENZur Sicherstellung der Roheisenversorgung wurde die
Neuzustellung des Hochofen A der SZFG genehmigt. Der
Hauptauftrag des Investitionsprojektes wurde vergeben und
die vorbereitenden Arbeiten haben begonnen.
Den erhöhten Kundenanforderungen nach
feuerverzinkten, höher- und höchstfesten
Stahlgüten wird mit dem Bau der Feuerverzinkungsanlage
3 in Salzgitter Rechnung getragen. Der Bau ist
weitestgehend abgeschlossen. Die Anlage befindet sich in
der Phase der Funktionsprüfung.
Als Pilotanlage für SALCOS® (SAlzgitter Low
CO2-Steelmaking) entsteht am Standort Salzgitter eine
Direktreduktionsanlage mit flexibler
Erdgas-/Wasserstoff-Nutzung im deutlich verkleinerten
Maßstab. Die Fundamentarbeiten und Hochbauarbeiten
sind abgeschlossen, aktuell erfolgt die Anlagenmontage.
GESCHÄFTSBEREICH STAHLVERARBEITUNGscrollen
1 inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen
Im Geschäftsbereich Stahlverarbeitung sind mit den
stahlrohrproduzierenden Gesellschaften und den
Grobblechaktivitäten des Salzgitter-Konzerns
verschiedene stahlverarbeitende Gesellschaften mittlerer
Größe mit ähnlichen Kernprozessen und
operativen Werttreibern zusammengefasst. Das Rohrportfolio
deckt mit der EUROPIPE-Gruppe (EP-Gruppe; 50 %), der
Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP) sowie der Mannesmann
Grossrohr GmbH (MGR) ein breites Durchmesserspektrum von
Leitungsrohren ab. Hinzu kommen Präzisionsstahlrohre
der Mannesmann Precision Tubes Gruppe (MPT-Gruppe) sowie
nahtlose Edelstahl- und Nickelbasisrohre der Mannesmann
Stainless Tubes Gruppe (MST-Gruppe). Des Weiteren
gehören die beiden Grobblechwalzwerke Ilsenburger
Grobblech GmbH (ILG) und Salzgitter Mannesmann Grobblech
GmbH (MGB) dem Geschäftsbereich an. In Ilsenburg
werden neben Standardgüten verschleißfeste und
sauergasbeständige Bleche hergestellt. Die Kompetenz
der MGB liegt vor allem in der Produktion von Rohrblechen
für On- und Offshore Pipelines in mittleren bis
großen Losen. Mit der Beteiligung an der
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) verfügt
der Geschäftsbereich über eine eigene
Vormaterialversorgung.
HKM wird quotal zu 30% einbezogen und ist
dementsprechend im Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis des
Geschäftsbereiches enthalten, jedoch nicht im
Auftragsbestand und Versand. Die Beteiligungen an der
EP-Gruppe sowie dem türkischen Rohrhersteller Borusan
Mannesmann Boru Yatirim Holding A.S. (BMBYH; 23%) werden
mit dem anteiligen Nachsteuerergebnis berücksichtigt
(at-equity-konsolidiert).
MARKTENTWICKLUNGQUARTOBLECHAuf dem Quartoblechmarkt führten ab Mitte Januar
geplante Infrastrukturprojekte zu einem steigenden
Stahlbedarf in der Windenergieindustrie und im Stahlbau.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die damit
einhergehende Verknappung des Grobblechangebots in Europa
hatten erhebliche Auswirkungen auf die Marktentwicklung. So
stiegen die Quartoblechpreise im März 2022 wegen der
sehr kurzfristig kriegs- und sanktionsbedingt wegbrechenden
Blech- und Brammenimporte aus Russland und der Ukraine
sprunghaft an. Dies veranlasste Händler und
Verbraucher zu einer verstärkten Nachfrage.
Gleichzeitig waren die Stahlproduzenten mit enormen
Kostensteigerungen für Energie und Rohstoffe
konfrontiert. Ende November 2021 haben die
EU-Grobblechhersteller die Verlängerung der seit 2017
bestehenden Antidumpingmaßnahmen gegen China
beantragt. Das Verfahren wurde Anfang März 2022
eröffnet und wird rund ein Jahr dauern. Im Falle einer
Verlängerung sind die Zölle weitere fünf
Jahre in Kraft.
STAHLROHREAuf dem Großrohmarkt erhöhte sich,
beschleunigt durch den Krieg in der Ukraine, die Anzahl der
zu vergebenden Projekte im ersten Quartal des
Geschäftsjahres deutlich. Die Investitionsbereitschaft
der international agierenden Öl- und Gaskonzerne zog
aufgrund der deutlich gestiegenen Öl- und Gaspreise
und der erforderlichen Investitionen in die Gasnetze, um
unabhängiger von Russland zu werden, an. Bei mittleren
Leitungsrohren hatte der Ukraine-Krieg eine große
Nachfrage in Deutschland und Europa mit
überdurchschnittlich hohen Auftragseingängen im
März zur Folge. Die Nachfrage seitens des Handels
normalisierte sich. Die Herausforderungen bei der
Beschaffung von Komponenten für PKWs wie Microchips
oder Kabelbäume, waren in allen großen
Fahrzeugmärkten spürbar und wirkten sich auf den
Absatz im Produktsegment Präzisrohre aus. Die robuste
Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der
Energiewirtschaft federten diese Rückgänge nur
teilweise ab. Der Markt für nahtlose Edelstahlrohre
zeigte sich zu Jahresbeginn trotz massiver
Preiserhöhungen zunächst stabil, bevor im
März die weitere Energiepreisexplosion und erhebliche
Verwerfungen bei Nickelpreisen durch Rohstoff-Spekulationen
erhebliche Auswirkungen auf die Produktion hatten. Massive
Erhöhungen der Preise führten zu einer
spürbaren Zurückhaltung bei den
Auftragsplatzierungen - insbesondere große Projekte
wurden in Erwartung einer Preisberuhigung ausgesetzt.
GESCHÄFTSVERLAUFAuftragseingang und -bestand des Geschäftsbereiches
Stahlverarbeitung legten im Vergleich zum Vorjahr mengen-
und erlösbedingt erheblich zu, da sowohl der
Grobblech- als auch der Stahlrohrbereich spürbare
Zuwächse verzeichneten. Beim Mülheimer
Grobblechwalzwerk spiegelten sich dabei im Wesentlichen
zwei Rohrleitungsprojekte mit der EP-Gruppe wider,
während ILG von einer vorteilhafteren Marktlage -
unter anderem bedingt durch entfallende Exporte aus
Osteuropa - profitierte. Im Großrohrbereich wurden,
neben der Wilhelmshaven-Anschlussleitung zur Anbindung des
noch zu errichtenden LNG-Terminals bis Jahresende, weitere
Projekte vergeben. Zwar wirkte sich im Produktsegment
Präzisrohre die weiterhin angespannte
Lieferkettensituation negativ auf die Buchungen im
Automobilbereich aus, angesichts der angehobenen
Erlöse wurden die Vergleichswerte der ersten drei
Monate 2021 dennoch übertroffen. Der Absatz des
Geschäftsbereiches war dank der insgesamt verbesserten
Auftragslage deutlich höher als ein Jahr zuvor.
Segment- und Außenumsatz stiegen gegenüber dem
Niveau des Vorjahres wegen der preis- und mengenbedingten
Steigerungen bei allen Gesellschaften. Der
Geschäftsbereich erzielte 4,4 Mio. € Gewinn vor
Steuern (1. Quartal 2021: -28,4 Mio. €). Der
Turnaround ist maßgeblich auf die signifikant
verbesserten Resultate der beiden Grobblechgesellschaften
zurückzuführen. Gegenläufig wirkten die
extrem hohen Vormaterial- und Energiekosten, die vor allem
die Ergebnisse der Präzisrohr- und Edelstahlrohrgruppe
belasteten.
GESCHÄFTSBEREICH HANDELscrollen
1 inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen
Der Geschäftsbereich Handel umfasst eine gut
ausgebaute europäische Organisation lagerhaltender
Stahlhandelsniederlassungen mit großer
Anarbeitungstiefe, diverse auf Grobblech spezialisierte
Gesellschaften sowie ein weltumspannendes Tradingnetzwerk.
Neben dem Vertrieb von Walzstahl- und
Röhrenerzeugnissen des Salzgitter-Konzerns sowie
komplementärer Produkte anderer Hersteller wird zudem
an den internationalen Märkten Vormaterial für
Konzerngesellschaften und externe Kunden beschafft.
MARKTENTWICKLUNGIm ersten Quartal 2022 war die Stahlnachfrage auf den
wesentlichen Absatzmärkten des Geschäftsbereiches
Handel, insbesondere jedoch des europäischen
lagerhaltenden Handels, deutlich vom Krieg in der Ukraine
geprägt. Nach einem bereits starken Jahresauftakt
zogen sowohl das Absatzvolumen als auch die Marktpreise zum
Quartalsende nochmals deutlich an. Im internationalen
Trading bewirkte der Krieg vor allem eine herausfordernde
Situation in der Logistik, bei der steigende Preise und
sinkende Kapazitäten zu verzeichnen waren.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Absatz des Geschäftsbereiches Handel wurde
gegenüber dem Vorjahr erheblich gesteigert. Sowohl die
Bereiche lagerhaltender Handel und internationales Trading
als auch die UES-Gruppe trugen hierzu bei. Gleichzeitige
deutliche Preissteigerungen führten zu einem,
verglichen mit den ersten drei Monaten 2021, nahezu
verdoppelten Segment- und Außenumsatz. Insbesondere
das nochmals gestiegene Preisniveau in Kombination mit
niedrigeren Bestandspreisen im lagerhaltenden Bereich und
bei der UES-Gruppe sowie die erfreuliche Mengen- und
Margenentwicklung im internationalen Trading führten
zu einem herausragenden Gewinn vor Steuern von 98,1 Mio.
€ (1. Quartal 2021: 44,7 Mio. €).
GESCHÄFTSBEREICH TECHNOLOGIEscrollen
1 inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen
Im Geschäftsbereich Technologie sind drei
traditionsreiche Hersteller von Spezialmaschinen
zusammengefasst. Rund 90 % des Umsatzes werden von der
KHS-Gruppe generiert, die in der Abfüll- und
Verpackungstechnik zu den weltweit führenden
Anlagenproduzenten zählt. KHS ist ein
Komplettanbieter, dessen Leistungspalette von der
Intralogistik über das Processing bis hin zur
Getränkeabfüllung und -verpackung reicht. Die
Klöckner DESMA ElastomerGruppe (KDE-Gruppe) stellt
Spritzgieß-Maschinen für Gummi- und
Silikonprodukte her, während die DESMA Schuhmaschinen
GmbH (KDS) im Sondermaschinenbau für die industrielle
Schuhfertigung tätig ist.
MARKTENTWICKLUNGLaut Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.
(VDMA) lagen die Auftragseingänge der ersten drei
Monate 2022 trotz des Rückgangs im März insgesamt
7% über dem Vorjahresniveau. Die Nachfrage hat sich im
In- und Ausland erheblich belebt. Auch im Markt für
Verpackungsmaschinen übertrafen die Buchungen den Wert
des Vergleichszeitraumes deutlich.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Auftragseingang des Geschäftsbereiches
Technologie erreichte im ersten Quartal 2022 Zuwächse,
die erheblich über den Branchenentwicklungen lagen.
Die KHS-Gruppe konnte das bereits hohe Vorjahresniveau
deutlich übertreffen. Dabei zeichnete sich
insbesondere das Projektgeschäft durch eine anhaltend
hohe Nachfrage aus. Der KDEGruppe gelang es, der
konjunkturellen Entwicklung folgend, sich gegenüber
den Vergleichswerten zu verbessern und auch die KDS weitete
ihren Auftragseingang spürbar aus. Der Auftragsbestand
des Geschäftsbereiches wie auch der Segment- und
Außenumsatz rangierten erheblich über dem Level
des Vorjahres. Alle Gesellschaften des
Geschäftsbereiches steuerten einen positiven Beitrag
zum Segmentergebnis bei. Insgesamt erwirtschaftete der
Geschäftsbereich Technologie einen Gewinn vor Steuern
in Höhe von 13,1 Mio. € (1. Quartal 2021: 25,0
Mio. €). Das Vorjahresergebnis war durch die
Veräußerung des Pouch-Geschäftes der
KHS-Gruppe positiv beeinflusst.
Die KHS-Gruppe verfolgt nach wie vor konsequent das
umfassende Effizienz- und Wachstumsprogramm "KHS Future".
Mit den Schwerpunkten Kostensenkungen und Ausweitung des
Servicegeschäfts trug es bereits wesentlich zur
insgesamt erzielten Ergebnissteigerung bei und soll auch
künftig die Entwicklung des Unternehmens im
wettbewerbsintensiven und herausfordernden Marktumfeld
stützen.
INDUSTRIELLE BETEILIGUNGEN / KONSOLIDIERUNGscrollen
1 inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen
Im Bereich Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung
sind Aktivitäten erfasst, die nicht direkt einem
Geschäftsbereich zugeordnet sind. Als
Management-Holding ist die Salzgitter AG nicht selbst
operativ tätig, sondern steuert die Salzgitter
Mannesmann GmbH und die Salzgitter Klöckner-Werke
GmbH, von der die wesentlichen Gesellschaften der
Salzgitter-Gruppe gehalten werden. Darüber hinaus
werden hier die Resultate der überwiegend
konzernintern tätigen Gesellschaften ausgewiesen sowie
derjenigen Konzernunternehmen, die mit ihren Produkten und
Leistungen die Kernaktivitäten der
Geschäftsbereiche unterstützen.
Der Umsatz des Bereiches Industrielle
Beteiligungen/Konsolidierung, der hauptsächlich durch
das Halbzeug- und Servicegeschäft mit
Tochtergesellschaften und Konzernfremden generiert wird,
legte infolge vermehrter wirtschaftlicher Aktivitäten
im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2021 merklich zu.
Der Außenumsatz blieb auf dem Niveau des
Vorjahreszeitraums. Der Gewinn vor Steuern (59,4 Mio.
€; 1. Quartal 2021: 32,8 Mio. €) beinhaltet 61,9
Mio. € Beitrag der nach der Equity-Methode
(IFRS-Bilanzierung) ausgewiesenen Beteiligung an der
Aurubis AG (1. Quartal 2021: 42,5 Mio. €). Die
Ergebnisse aus der Bewertung von Derivatepositionen sowie
das Zinsergebnis des Cash-Managements des
Konzernfinanzkreises lieferten im Saldo einen leicht
negativen Beitrag (- 0,2 Mio. €; 1. Quartal 2021: 11,1
Mio. €). Die überwiegend für den Konzern
tätigen Gesellschaften konnten ihren Gewinn vor
Steuern auch aufgrund eines Grundstücksverkaufes im
Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZDie Bilanzsumme des Salzgitter-Konzerns erhöhte
sich in den ersten drei Monaten 2022 gegenüber dem 31.
Dezember 2021 um 510 Mio. €.
Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich
im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag um 62 Mio. €.
Dabei nahmen die Anteile an nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen (+46 Mio. €) leicht zu. Die
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen (+67 Mio. €) lagen im Berichtszeitraum auf
dem Niveau der planmäßigen Abschreibungen des
Anlagevermögens (-69 Mio. €). Die latenten
Ertragsteueransprüche (-110 Mio. €) reduzierten
sich aufgrund geringerer Pensionsrückstellungen sowie
des Verbrauchs der aktiven latenten Steuern auf die
steuerlichen Verlustvorträge beim inländischen
Organträger. Die kurzfristigen Vermögenswerte
haben zum Vergleichsstichtag um 572 Mio. € zugenommen.
Dies ist insbesondere auf erheblich gestiegene Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen inklusive
Vertragsvermögenswerten (+587 Mio. €)
zurückzuführen. Die Vorräte verringerten
sich im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag um 30 Mio.
€. Den gesunkenen Finanzmitteln (-74 Mio. €)
stehen höhere sonstige Forderungen und
Vermögenswerte (+78 Mio. €) entgegen.
Auf der Passivseite verringerten sich bei einem
verglichen mit dem Jahresende höheren Pensionszinssatz
von 2,1 % (31.12.2021: 1,3 %) die
Pensionsrückstellungen um -277 Mio. €. Das
Eigenkapital legte auch wegen des positiven Ergebnisses
maßgeblich zu (+654 Mio. €). Die
Eigenkapitalquote betrug bei gestiegenem Eigenkapital und
erhöhter Bilanzsumme solide 37,3 %. Die langfristigen
Schulden bewegten sich insgesamt -275 Mio. € unter dem
Vergleichsstichtag, hier spiegeln sich insbesondere die
geringeren Pensionsrückstellungen wider. Die
kurzfristigen Schulden nahmen um 131 Mio. € zu.
Während die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen inklusive Vertragsverbindlichkeiten (-58 Mio.
€) unwesentlich geringer als im Vergleich zum letzten
Bilanzstichtag waren, sind die sonstigen Verbindlichkeiten
(+ 159 Mio. €) sowie die Ertragsteuerschulden (+33
Mio. €) gestiegen.
Die Nettofinanzposition bewegte sich mit -620 Mio.
€ aufgrund eines stichtagsbedingten Aufbaus des
Working Capital erkennbar unter dem Niveau des
Bilanzstichtages zum Jahresende 2021 (-544 Mio. €).
Den Geldanlagen einschließlich Wertpapieren (744 Mio.
€; 31.12.2021: 820 Mio. €) standen
Verbindlichkeiten von 1.364 Mio. € (31.12.2021: 1.365
Mio. €) gegenüber, davon 705 Mio. € bei
Kreditinstituten (31.12.2021: 688 Mio. €). Wie bisher
werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus
Leasingverhältnissen nicht in der Nettofinanzposition
berücksichtigt. Das gesteigerte Geschäftsvolumen
zeigt sich zum Bilanzstichtag in den erheblich gestiegenen
Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen, die die Nettofinanzposition
erst zum Zahlungszeitpunkt beeinflussen werden.
ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGBei einem Vorsteuerergebnis von 465 Mio. € ergibt
sich ein negativer Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit von -15 Mio. €
(Vorjahreszeitraum: + 109 Mio. €). Während das
verbesserte Ergebnis den operativen Cashflow positiv
beeinflusst, steht diesem der deutliche Anstieg des Working
Capital entgegen.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit von
-49 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -123 Mio. € inkl.
Auszahlung für Geldanlagen von -50 Mio. €)
spiegelt den Fortschritt der großen strategischen
Projekte neben dem regelmäßigen
Investitionsbedarf wider und beinhaltet überwiegend
die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen (-61
Mio. €; Vorjahreszeitraum: -78 Mio. €).
Einzahlungen aus Verkäufen von Sachanlagevermögen
wirkten gegenläufig.
Rückzahlungen von Krediten und Zinsauszahlungen
führten zu einem negativen Mittelabfluss aus der
Finanzierungstätigkeit (-15 Mio. €;
Vorjahreszeitraum: - 35 Mio. €).
Wegen des negativen Gesamt-Cashflows verminderte sich
der Finanzmittelbestand (668 Mio. €) gegenüber
dem 31. Dezember 2021 (742 Mio. €) entsprechend.
MITARBEITERscrollen
Unter Berücksichtigung der quotalen
Beteiligungsverhältnisse sind Rundungsabweichungen
möglich.
Am 31. März 2022 umfasste die Stammbelegschaft des
Salzgitter-Konzerns 22.492 Mitarbeiter und somit 136
Personen mehr als zum Jahresende 2021. Der Großteil
des Belegschaftsanstiegs entfiel mit +123 Personen auf die
Salzgitter Flachstahl GmbH und ist auf die vorzeitige
Umsetzung der ohnehin geplanten Übernahme von
Leiharbeitnehmern sowie auf die Übernahme von
Auszubildenden im Januar 2022 zurückzuführen. Im
Berichtszeitraum wurden insgesamt 136 Auszubildende
übernommen, von denen 99 befristete Verträge
erhielten. Gegenläufig wirkten vor allem der Eintritt
in die passive Phase der Altersteilzeit sowie das Erreichen
der Altersgrenze. Die Gesamtbelegschaft belief sich auf
24.272 Personen. Die Zahl der Leiharbeitnehmer lag zum 31.
März 2022 bei 1.068 Personen und damit um 91 Personen
über dem Wert des Vorjahresstichtags. Zum Ende des
Berichtszeitraums befanden sich in den inländischen
Konzerngesellschaften 80 Mitarbeiter in Kurzarbeit, davon
60 bei der Salzgitter Europlatinen GmbH.
PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHTAUSBLICKDie Geschäftsbereiche gehen, verglichen mit dem
Vorjahr, vom nachstehend beschriebenen Verlauf des
Geschäftsjahres 2022 aus:
Im Geschäftsbereich Stahlerzeugung rechnet der
Flachstahlbereich weiterhin mit einem äußerst
positiven Geschäftsverlauf. Zwar führten
unterbrochene Lieferketten im ersten Quartal zu
Produktionsunterbrechungen in der Automobilindustrie, dies
sollte aber im weiteren Jahresverlauf zumindest teilweise
wieder aufgeholt werden. Darüber hinaus gelingt es
alternative Abnehmer zu finden. Insofern gehen wir von
einer die Kapazität überwiegend auslastenden
Nachfrage aus. Unser Auftragseingang und -bestand zeigen
ein anhaltend gutes Erlösniveau. Auf der Rohstoffseite
prognostizieren wir für Eisenerz deutlich geringere,
für Kokskohle erheblich erhöhte Einsatzkosten.
Auch im Trägerbereich erwarten wir eine weiterhin gute
Entwicklung. Insgesamt antizipieren wir für den
Geschäftsbereich Stahlerzeugung infolge höherer
Durchschnittserlöse einen gesteigerten Umsatz sowie
einen deutlich über dem Vorjahr liegenden
Vorsteuergewinn.
Die Gesellschaften des Geschäftsbereiches
Stahlverarbeitung gehen insgesamt von einer merklich
verbesserten Geschäftslage aus. Positive Effekte aus
der Inbetriebnahme der neuen Wärmebehandlungslinie in
Ilsenburg sowie die Produktion von Vormaterial für den
"Scarborough Auftrag" der EUROPIPE im Mülheimer Werk
führen in den Grobblech produzierenden Gesellschaften
zu einer guten Belegung. Während das deutsche Werk der
EUROPIPE-Gruppe, ebenso wie die Mannesmann Grossrohr GmbH,
eine verbesserte Auslastung aufweist und weitere
Buchungschancen prognostiziert, sind die
EUROPIPE-Gesellschaften in den USA von einer
unbefriedigenden Belegung gekennzeichnet. Im Segment der
mittleren Leitungsrohre wird eine anziehende
Mengenentwicklung erwartet. Die
Präzisrohrgesellschaften unterstellen in allen
Produktbereichen Mengenverbesserungen, sehen sich aber, wie
die Edelstahlrohrgruppe, mit einer anhaltenden
Zurückhaltung der Marktteilnehmer konfrontiert.
Insgesamt prognostizieren wir für den
Geschäftsbereich ein deutlich erhöhtes
Umsatzniveau sowie ein - trotz stark belastender
Energiepreise in allen Gesellschaften - gegenüber dem
von Impairments beeinflussten Vorjahr deutlich
verbessertes, positives Vorsteuerresultat.
Der Geschäftsbereich Handel ist hinsichtlich der
weiteren Geschäftsentwicklung seiner Gesellschaften
weiterhin optimistisch und geht davon aus, dass die
außerordentlich gute Ergebnislage des ersten Quartals
im zweiten Quartal nochmals übertroffen werden kann,
bevor es im zweiten Halbjahr zu einer Normalisierung der
Margen kommt. Im internationalen Trading wird trotz
schwieriger Handelsbedingungen mit einem stabilen Absatz
gerechnet. Insgesamt erwarten wir für das Segment
gesteigerte Absatz- und Umsatzwerte und ein merklich unter
dem historisch herausragenden Vorjahr auskommendes, aber
dennoch äußerst erfreuliches Ergebnis vor
Steuern.
Die Gesellschaften des Geschäftsbereiches
Technologie starteten mit einem gegenüber dem Vorjahr
verbesserten Auftragsbestand in das neue Jahr, der im
ersten Quartal 2022 weiter aufgebaut werden konnte. Mit der
konsequenten Fortführung des Effizienz- und
Wachstumsprogramms "KHS Future" sowie der Vermarktung
innovativer Neuprodukte erwarten wir für die
KHS-Gruppe eine weiter verbesserte Profitabilität bei
gleichzeitigem Umsatzzuwachs. Die beiden
DESMA-Spezialmaschinenbauer antizipieren eine anhaltende
Markterholung und ein über dem Vorjahr liegendes
Vorsteuerergebnis. Für den Geschäftsbereich
erwarten wir folglich einen erhöhten Umsatz sowie
einen, nach Bereinigung um den Ergebniseffekt aus der
Veräußerung des Pouch-Geschäftes im
Geschäftsjahr 2021, über dem Vorjahr liegenden
Vorsteuergewinn.
Dank des starken ersten Quartals rechnen wir im
Geschäftsjahr 2022 für den Salzgitter-Konzern
nunmehr mit
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Dabei unterstellen wir Rohstoff- und Energiekosten sowie
Stahlpreise auf dem bisherigen Niveau und gehen von einer
weiterhin uneingeschränkten Verfügbarkeit von
Erdgas als Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der
Produktion aus. Anhaltende Liefer- und
Kapazitätsengpässe auf den
Beschaffungsmärkten sowie geopolitische Spannungen
stellen eine Unsicherheit für die erwartete
Entwicklung dar. Explizit weisen wir auf kaum
quantifizierbare Prognoserisiken im Zusammenhang mit dem
Ukraine-Krieg hin.
RISIKOMANAGEMENTZum Zeitpunkt der Berichterstattung sehen wir uns mit
den Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg, den
Störungen der globalen Liefer- und Logistikketten
sowie der extremen Volatilität auf den Rohstoff- und
Energiemärkten, einhergehend mit einer Welle von
höheren Inflationsraten konfrontiert. Derzeit und
soweit sichtbar haben wir Ergebniseffekte hieraus in der
Vorschau des laufenden Jahres in den Gesellschaften -
sofern abschätzbar - einbezogen.
Trotz der eingeschränkten Sichtbarkeit bestanden
zum Stichtag keine Risiken, die den Fortbestand des
Salzgitter-Konzerns gefährden könnten.
Hinsichtlich einzelner Chancen und Risiken verweisen wir
auf den Geschäftsbericht 2021.
GEOPOLITISCHE RISIKENAm 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine
militärisch angegriffen. Bezogen auf den
Salzgitter-Konzern betreffen die wirtschaftlichen
Unsicherheiten insbesondere die Preisentwicklungen und
Versorgungssicherheit auf den Beschaffungsmärkten
für Energie und Rohstoffe wie auch die
zukünftigen Absatzaussichten. Die direkte
Betroffenheit unserer Kunden und Lieferanten ändert
sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung teilweise
täglich. Eine verlässliche Quantifizierung der
Auswirkungen ist aufgrund der sich kurzfristig
verändernden Rahmenbedingungen nicht möglich.
Hinsichtlich der Versorgungssicherheit stehen wir mit
alternativen Lieferanten im Austausch und erwarten
weiterhin eine bedarfsgerechte Belieferung. Der
Absatzrückgang in die betroffenen Kriegsregionen
Russland und Ukraine hat für uns eine untergeordnete
Bedeutung.
Die Liefermengen an russischem Erdgas in die EU waren
bis zum Berichtszeit punkt auf einem zu erwartenden Niveau.
Zudem werden mit voller Unterstützung der deutschen
Politik Gegenmaßnahmen wie beispielsweise der Bau von
LNG-Terminals an der Küste und vermehrte Importe aus
Norwegen und den Niederlanden eingeleitet, um die
mittelfristige Abhängigkeit von russischem Erdgas
erheblich zu vermindern beziehungsweise eine
Unabhängigkeit davon zu erreichen.
Eine stabile Erdgas-Versorgung ist auch für unseren
Konzern grundsätzlich wichtig. Gleichwohl ist
festzuhalten, dass wesentliche Betriebsbereiche weniger
stark betroffen sind. Die Metallurgie für die
Stahlerzeugung am Standort Salzgitter kann unabhängig
davon betrieben werden, während in der
Weiterverarbeitung der Brammen zu Coils Erdgasbedarfe
bestehen. Aufgrund der Fernwärmeversorgung
nahegelegener Wohngebiete erwarten wir im Fall des Falles
mit einer Notversorgungsmenge gemäß §53a
Energiewirtschaftsgesetz vom Netzbetreiber beliefert zu
werden -schwerwiegende Produktionseinschränkungen sind
damit nicht zu erwarten. Unser Standort in Ilsenburg, an
dem Grobbleche gewalzt werden, wird mit Erdgas aus den
Niederlanden versorgt. Die Trägerproduktion am
Standort Peine wäre auch bei eingeschränkten
Erdgaslieferungen leistungsreduziert produktionsfähig.
Zudem unterstreichen wir, dass die Gesellschaften unserer
Geschäftsbereiche Technologie und Handel nicht
unmittelbar betroffen wären.
Der aktuelle Anstieg der Covid-19-Infektionszahlen in
China, verbunden mit massiven Lockdowns, dürfte sich
in den kommenden Monaten negativ auf die Versorgung
diverser Lieferketten auswirken. Damit ist auch ein
weiterer Anstieg der Frachtpreise aufgrund geringer
Verfügbarkeit von Schiffen zu erwarten.
Die in Folge der genannten Entwicklungen stark
steigenden Preise für Einsatzrohstoffe, Energie und
Vorprodukte haben zu den höchsten Inflationsraten in
Deutschland seit den 1970er Jahren geführt. Der
Sachverständigenrat der Bundesregierung hat inzwischen
seine Konjunkturprognose für das Jahr 2022 von 4,6
Prozent auf 1,8 Prozent gesenkt.
Aus der Erkenntnis, das globale Lieferketten
äußerst vulnerabel sind, leiten sich auch neue
Entwicklungen für vornehmlich in Europa produzierende
und verkaufende Unternehmen wie die Salzgitter AG ab.
Re-Lokalisierung von Produktionsketten, Investitionen in
neue Infrastrukturen sowie strategische Priorisierung
heimischer Lieferanten gegenüber Importen könnten
mittelfristig den Bedarf an heimischen Produkten steigen
lassen.
BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKENDie Ausführungen im Geschäftsbericht 2021 sind
grundsätzlich weiterhin gültig. Darüber
hinaus sind folgende Aspekte zu berücksichtigen.
Aufgrund der Verhängung von Sanktionen gegen
Einfuhren von Stahlfertigprodukten aus Russland und Belarus
sowie des Ausbleibens von Lieferungen aus der Ukraine wird
von einigen Stahlverbraucherverbänden die Aufhebung
jeglicher Handelsschutzmaßnahmen gefordert. Um der
Sorge vor Knappheit zu begegnen, hat die EU-Kommission alle
russischen und belarussischen Einfuhrquoten innerhalb des
EU-Safeguardsystems auf andere Länder umverteilt.
Sollte es dennoch zu einer Reduzierung der bestehenden
Handelsschutzmaßnahmen kommen, ist mit erheblichen
Preisrisiken bei allen wesentlichen Flachstahlprodukten zu
rechnen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass
sanktionierte Stahlprodukte über
Weiterverarbeitungsschritte in Drittstaaten auf den
EU-Markt kommen.
Die EU-Kommission hat am 27. April vorgeschlagen, alle
Einfuhrzölle auf ukrainische Produkte für
zunächst ein Jahr auszusetzen. Dazu zählen neben
den regulären Zöllen auch alle Antidumping- und
Safeguardmaßnahmen. Der Vorschlag der EU-Kommission
muss noch durch Rat und Parlament bestätigt werden.
Fraglich bleibt, ob bestehende Antidumping- und
Antisubventionszölle im Rahmen der alle fünf
Jahre erforderlichen Auslaufüberprüfungen
verlängert oder ob in laufenden Verfahren neue
Zölle verhängt werden.
Unterdessen gehen die Verhandlungen um die
Einführung eines EU-Grenzausgleichs (CBAM - Carbon
Border Adjustment Mechanism) als Carbon Leakage Schutz
Mechanismus zur langfristigen Ablösung der
kostenfreien CO2-Zertifikate-Zuteilung weiter. Kritisch
für die Schaffung eines wirksamen Mechanismus ist eine
lange Übergangsfrist mit Testphase, Exportrabatten
sowie strikten Regeln gegen Umgehungen der Maßnahme.
Insbesondere in Sachen Übergangsfrist und
Exportrabatten wurden keine ausreichenden Fortschritte
erzielt. Ein unwirksamer CBAM bei gleichzeitig auslaufender
freier Zuteilung hätte negative Folgen auf die
Wirtschaftlichkeit der EU-Stahlindustrie gegenüber
außereuropäischen Wettbewerbern. Die
Verhandlungen zwischen Ministerrat, EU-Parlament und
EU-Kommission dauern aktuell an.
ZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
GESAMTERGEBNISRECHNUNGscrollen
KONZERNBILANZAktivascrollen
Passivascrollen
KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
ANHANGSEGMENTBERICHTERSTATTUNGscrollen
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GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG UND KONSOLIDIERUNG, BILANZIERUNGSUND BEWERTUNGSMETHODEN1. Der Konzernabschluss für die Berichtsperiode vom
1. Januar bis 31. März 2022 der Salzgitter AG,
Salzgitter (SZAG), wurde als verkürzter Abschluss mit
ausgewählten erläuternden Anhangangaben
aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte unverändert nach
den International Financial Reporting Standards (IFRS) des
International Accounting Standards Board (IASB) unter
Berücksichtigung des IAS 34 für verkürzte
Zwischenabschlüsse.
2. Gegenüber dem Jahresabschluss zum 31. Dezember
2021 wurden im Quartalsabschluss zum 31. März 2022
unter Beachtung der nachstehenden Ausnahmen
grundsätzlich keine Änderungen in den
Bilanzierungs- und Bewertungs-, Berechnungs- und
Konsolidierungsmethoden vorgenommen.
3. Bei der Ermittlung des Barwertes der
leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum 31.
März 2022 wurde ein Rechnungszinssatz von 2,1 %
zugrunde gelegt (31. Dezember 2021: 1,3 %). Die daraus
resultierende Verminderung der Rückstellungen für
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird im
sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung Pensionen) und
führt zu einer korrespondierenden
Eigenkapitalerhöhung.
4. Der Ansatz der den Finanzierungsverbindlichkeiten
zugeordneten Leasingverbindlichkeiten bestimmt sich als
Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen. In der
Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit
aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten
Leasingzahlungen vermindert. Die in den Sachanlagen
ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie
gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungen angesetzt.
In Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregelungen
für Leasingverhältnisse (IFRS 16) sind in der
nachfolgenden Darstellung die historischen
Anschaffungskosten der Nutzungsrechte sowie
Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen:
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Auf die langfristigen Leasingverbindlichkeiten entfallen
118,5 Mio. €. In den ersten drei Monaten 2022 ergaben
sich zudem 6,5 Mio. € Abschreibungen, 0,8 Mio. €
Zinsaufwendungen sowie Zahlungsmittelabflüsse von
insgesamt 7,2 Mio. €.
5. Ein bereits zum Jahresende 2021 als zur
Veräußerung ausgewiesenes Grundstück aus
dem Bereich Industrielle Beteiligungen wurde im ersten
Quartal 2022 verkauft.
AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1. Die Umsätze nach Geschäftsbereichen werden
in der Segmentberichterstattung dargestellt.
2. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich entsprechend IAS
33. Das auf die gewichtete Anzahl von Aktien der SZAG
ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich
in der Berichtsperiode auf 6,80 €. Eine
Verwässerung würde dann eintreten, wenn das
Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus
Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige
Rechte waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.
ANGABEN ZU BEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENNeben den Geschäftsbeziehungen zu
vollkonsolidierten Tochtergesellschaften existieren
Beziehungen zu Gesellschaften, die als nahestehende
Unternehmen nach IAS 24 zu qualifizieren sind. Die
Kategorie der gemeinschaftlichen Tätigkeiten
beinhaltet ausschließlich die Hüttenwerke Krupp
Mannesmann GmbH, Duisburg. In der Kategorie der anderen
nahestehenden Unternehmen befinden sich die
Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen des
Landes Niedersachsen.
Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen umfasst im
Wesentlichen Lieferungen von Vormaterial zur
Großrohrproduktion. Ihr Volumen ergibt sich aus
nachfolgender Tabelle:
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ANGABE GEMÄß § 37W ABS. 5 WPHGDer vorliegende Zwischenabschluss und der
Zwischenlagebericht wurden keiner prüferischen
Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
HAFTUNGSAUSSCHLUSSEinige der in diesem Text gemachten Aussagen haben den
Charakter von Prognosen beziehungsweise können als
solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen
und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß
unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare
Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen
Marktlage für die Gesellschaften in den
Unternehmensbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen
der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem
zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die
Gesellschaft übernimmt - unbeschadet bestehender
gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher
Anforderungen - keine Verpflichtung, vorausblickende
Aussagen zu aktualisieren.
Aus rechentechnischen Gründen können in den
Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe ± einer
Einheit (€, % usw.) auftreten.
Der Zwischenbericht der Salzgitter AG steht auch in
englischer Sprache zur Verfügung. Bei Abweichungen ist
die deutsche Fassung maßgeblich.
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