Salzgitter AktiengesellschaftSalzgitterSZAG 3 Monatsbericht 2023SALZGITTER-KONZERN IN ZAHLENscrollen
Ausweis der Finanzdaten gemäß IFRS.
3 Planmäßige und
außerplanmäßige Abschreibungen.
4 Kurz- und langfristige Bankverbindlichkeiten.
5 Inklusive Anlagen, z.B. in Wertpapieren und
strukturierten Investments.
6 Ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne
passive Altersteilzeit.
7 Inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl.
passiver Altersteilzeit.
ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEERTRAGSLAGE DES KONZERNSscrollen
Der Salzgitter-Konzern verzeichnete in einem von
politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten
geprägten ersten Quartal 2023 einen ermutigenden Start
in das laufende Geschäftsjahr. Der Außenumsatz
sank infolge der im Vergleichszeitraum
rückläufigen Versandmengen und niedrigerer
Durchschnittserlöse vieler Walzstahlprodukte um 11 %
auf 3,0 Mrd. € (1. Quartal 2022: 3,3 Mrd. €).
Dennoch wurde mit 290 Mio. € EBITDA (1. Quartal 2022:
548,1 Mio. €) sowie 183,7 Mio. € Gewinn vor
Steuern (1. Quartal 2022: 465,3 Mio. €) ein
vorzeigbares Ergebnis erzielt. Insbesondere die
Geschäftsbereiche Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung,
und Technologie trugen hierzu bei. Das Resultat beinhaltet
29,3 Mio. € Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung)
einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (1. Quartal
2022: 61,9 Mio. €). Aus 140,5 Mio. € (1. Quartal
2022: 368,8Mio. €) Nachsteuergewinn errechnen sich
2,57 € Ergebnis je Aktie (1. Quartal 2022: 6,80
€). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE)
lag bei 12,6 % (1. Quartal 2022: 35,2 %). Die
Eigenkapitalquote erreichte äußerst solide 44,4
% (1. Quartal 2022: 37,3 %). Trotz der hohen Investitionen
vor allem in die Umsetzung des Transformationsprogramms
SALCOS® - Salzgitter Low CO2 Steelmaking - verbesserte
sich die Nettofinanzposition um mehr als 100 Mio.€
gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (-498,1
Mio.€; 1. Quartal 2022: -619,7 Mio.€).
SONDEREFFEKTEscrollen
scrollen
GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER SEGMENTEGESCHÄFTSBEREICH STAHLERZEUGUNGscrollen
1 Inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen.
Der Geschäftsbereich Stahlerzeugung vereint neben
den beiden stahlerzeugenden Gesellschaften Salzgitter
Flachstahl GmbH (SZFG) und Peiner Träger GmbH(PTG)
auch die DEUMU Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH (DMU)
als wichtigen internen Transformationspartner für
unser Dekarbonisierungsprogramm ↗ SALCOS® -
Salzgitter Low CO
2 Steelmaking. Zudem gehören dem
Geschäftsbereich die Gesellschaften Salzgitter
Mannesmann Stahlservice GmbH (SMS) und Salzgitter
Europlatinen GmbH (SZEP) an. Das Produktspektrum des
Geschäftsbereiches umfasst unter anderem
Warmbreitband, verzinktes und beschichtetes Kaltfeinblech,
Träger sowie lasergeschweißte Tailored Blanks.
MARKTENTWICKLUNGNach den trüben Aussichten auf dem Flachstahlmarkt
im vierten Quartal 2022 setzte zum Jahreswechsel eine
Geschäftsbelebung ein. Während die Werke zuvor
teilweise ihre Kapazitäten reduzierten und
niedrigpreisige Belegungsgeschäfte akquirieren
mussten, um die Produktionsauslastung zu erhöhen,
führten die dann einsetzenden positiven
Nachfrageimpulse zu einer Stabilisierung der Marktlage.
Diese Trendumkehr spiegelten auch die Spotmarktpreise
wider, die über das gesamte erste Quartal
aufwärts tendierten und sich merklich erholten.
Darüber hinaus profitierte der Markt im
Berichtszeitraum von den im vierten Quartal 2022 deutlich
zurückgegangen Importen. Davon konnte die Stahlbranche
aufgrund des Mixes der Kontraktlaufzeiten jedoch nur
bedingt profitieren. Der lagerhaltende Handel fokussierte
sich im Berichtszeitraum hingegen auf möglichst
niedrige Bestände, um das Abwertungsrisiko im Falle
eines erneuten Preisverfalls zu minimieren. Das führte
in diesem Bereich zu einem eher schwachen Geschäft
über kleinere Volumina. Darüber hinaus hat sich
der Bedarf einiger Endverbraucher nicht wesentlich
verbessert. So herrscht unter den Marktakteuren eine
gewisse Skepsis in Bezug auf die langfristige
Tragfähigkeit des jüngsten Aufwärtstrends,
was nicht zuletzt auf die weiterhin hohe Inflation und die
mit ihr einhergehenden Kaufkraftverluste
zurückzuführen ist. Außerdem ist im
weiteren Jahresverlauf aufgrund der Erholung wieder mit
steigenden Einfuhren zu rechnen. Positiv ist, dass die
EU-Kommission Anfang April 2023 eine Verlängerung der
Antidumping-Maßnahmen gegen die Einfuhr von
chinesischen Warmbandprodukten um weitere fünf Jahre
vorgeschlagen hat. Mit einer positiven Abstimmung durch die
EU-Mitgliedstaaten ist bis Anfang Juni zu rechnen.
Zu Beginn des Jahres kam es auf dem Trägermarkt
infolge der über den Jahreswechsel niedrigen
Bestände des lagerhaltenden Handels kurzzeitig zu
einer Nachfragebelebung. Insgesamt blieb der reale Bedarf
im Januar und Februar jedoch schwach. Insbesondere die
Investitionsbereitschaft von kleinen und mittleren
Investoren fehlte, da angesichts der hohen Kosten und
gestiegenen Zinsen eine abwartende Haltung eingenommen
wurde. Der Preisdruck beim lagerhaltenden Handel nahm im
Quartalsverlauf zu. Die notwendigen Bestellungen wurden vom
lagerhaltenden Handel zunächst nicht ausgelöst,
da die preisliche Entwicklung unklar war. Erst als absehbar
wurde, dass es aufgrund von Kostensteigerungen bei den
Produzenten infolge der Schrottpreisentwicklung keine
weiteren Preisreduzierungen mehr geben würde,
änderte sich das Bestellverhalten. Aufgrund der
weiterhin unsicheren Rahmenbedingungen im Bausektor ist mit
einer anhaltend erratischen Nachfrage zu rechnen.
BESCHAFFUNGEISENERZIm Jahresdurchschnitt 2022 fiel der Eisenerzpreis um
rund ein Viertel auf 120,16 USD/dmt. Der im vierten Quartal
des vergangenen Jahres verzeichnete Aufwärtstrend der
Erzpreise setzte sich im ersten Quartal 2023 fort. Dies lag
vor allem in der Hoffnung begründet, dass ein baldiges
Ende der Corona-Maßnahmen in China zu einem
deutlichen Anstieg der Stahlproduktion führen
würde, was sich jedoch bisher nicht bestätigte.
So deckten sich vor allem Handelsunternehmen mit Mengen
ein, um hier aufkommende Bedarfe bedienen zu können.
Darüber hinaus mussten brasilianische Erzproduzenten
die geplanten Exportmengen anpassen, da heftige
Regenfälle in den Abbauregionen die Produktion
beeinflussten. Entsprechend bewegte sich der Index seit
Anfang Januar konstant über der Marke von 120 USD/dmt.
Am 15. März erreichte der Preis mit 133,10 USD/dmt den
höchsten Stand seit Juni 2022. Dass die Preise nicht
stärker angestiegen sind, ist vor allem auf die wegen
der schwachen Nachfrage und der behördlich
angeordneter Produktionskürzungen weiterhin
gedrosselte Stahlerzeugung in China
zurückzuführen. Auch gab es verschiedene
Ankündigungen der behördlichen Stellen in China,
dass die stark gestiegenen Eisenerzpreise untersucht werden
und gegen spekulative Anleger vorgegangen werden soll.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab der Index um 11,4
% auf 125,51 USD/dmt nach.
KOKSKOHLEDer Durchschnittspreis 2022 lag bei 363,71 USD/mt und
notierte somit 61,2 % über dem Vorjahrespreis. Nach
dem Jahreswechsel sorgten Meldungen über heftige
Regenfälle an Australiens Ostküste für
Versorgungsängste bei den Verbrauchern. In Verbindung
mit der weltweit anziehenden Stahlkonjunktur und den ersten
Importen australischer Kohle von China seit Herbst 2020,
führte dies zu einer kontinuierlich ansteigenden
Notierung. Diese erreichte Mitte Februar ein Niveau von
390,00 USD/t. Im Anschluss korrigierte der Kokskohlemarkt
deutlich nach unten, da sich die Verbraucher ausreichend
mit Material eingedeckt hatten. Gegenüber dem
Vorjahreszeitraum gab der Index um 29,5 % auf 343,91
USD/dmt nach.
Um die aus der Beschaffung resultierenden Risiken
abzufedern, sichert der Salzgitter-Konzern definierte
Eisenerz- und Kokskohlemengen durch Hedging preislich ab.
STAHLSCHROTTIm ersten Quartal 2023 belebte sich der Schrottmarkt in
Deutschland und die Schrottnachfrage vieler deutscher
Stahlwerke zog wieder an. Die Situation der deutschen
Stahlindustrie verbesserte sich im Vergleich zum Vorquartal
deutlich. Der Abbau von Lagerbeständen bei Stahlhandel
und Verbrauchern löste eine Nachfragebelebung nach
Stahlprodukten mit unterschiedlicher Ausprägung nach
Region und Produkt aus. Während im Neuschrottbereich
vielerorts ein Angebotsüberhang vorherrschte, lag im
Altschrottbereich, vor allem aufgrund der starken Nachfrage
aus dem Tiefseeexportmarkt, umgekehrt ein
Nachfrageüberhang vor. Die Schrottpreise zogen im Zuge
dessen je nach Region, Sorte, Bedarf und Preisbasis
zwischen 51 und 62 €/t an.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Auftragseingang des Geschäftsbereiches
Stahlerzeugung blieb vor allem wegen der schwächeren
Entwicklung im Trägerbereich deutlich unter dem
Vorjahreslevel. Auch der Auftragsbestand sowie die Roh- und
Walzstahlproduktion kamen unter den Vergleichswerten aus.
In Verbindung mit einem etwas niedrigeren Versand als ein
Jahr zuvor, gaben der Segment- und Außenumsatz vor
allem wegen der spürbar gesunkenen Erlöse nach.
Der Geschäftsbereich Stahlerzeugung erwirtschaftete
ein EBITDA in Höhe von 135,6 Mio. € (1. Quartal
2022: 330,8 Mio. €) und 79,8 Mio. € Gewinn vor
Steuern (1. Quartal 2022: 290,3 Mio. €). Die SZFG
konnte das Rekordergebnis der ersten drei Monate 2022 im
Wesentlichen erlösbedingt und wegen der allgemeinen
Kostensteigerungen infolge der Inflation nicht wiederholen.
Trotz geringerer Mengen und Erlöse übertraf das
Ergebnis der PTG das Vorjahr geringfügig, da die
Schrott- und Energiekosten stärker gefallen sind. Die
Ergebnisbeiträge der übrigen Gesellschaften des
Geschäftsbereiches waren geringer als ein Jahr zuvor.
INVESTITIONENZur Sicherstellung der Roheisenversorgung wurde bereits
im Vorjahr die vorgesehene Neuzustellung des Hochofens A
vom Aufsichtsrat genehmigt und der Hauptauftrag des
Investitionsprojekts vergeben. Im ersten Quartal 2023 lag
der Fokus auf den vorbereitenden Arbeiten für die
Projektphase der Montage.
Den erhöhten Kundenanforderungen nach
feuerverzinkten, höher- und höchstfesten
Stahlgüten wird mit der neuen Feuerverzinkungsanlage 3
in Salzgitter Rechnung getragen. Der Bau der Anlage wurde
2022 abgeschlossen. Die Feuerverzinkung 3 befindet sich in
der produktionsbegleitenden Projektphase der
Leistungstests.
SALCOS®Ziel von SALCOS® ist es, das integrierte
Hüttenwerk in drei Stufen bis 2033 komplett auf eine
CO
2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Im Zuge
der ersten Ausbaustufe werden bis Ende 2025 eine
Elektrolyse, eine DRI-Anlage und ein Elektrolichtbogenofen
errichtet. Über diese Anlagen können
jährlich 1,9 Mio. t CO
2-armer Rohstahl produziert und so ein Hochofen
und ein Konverter abgelöst werden.
Für die Transformation der primären
Stahlherstellung investieren wir rund 2,3 Mrd. € bis
Ende 2026. Nachdem sich mit der Unterzeichnung einer
Verwaltungsvereinbarung die Bundesrepublik Deutschland und
das Land Niedersachsen am 15. September 2022 zur
Gemeinschaftsförderung von SALCOS® bekannt hatten
und im Nachgang die notwendige beihilferechtliche Freigabe
der EU-Kommission erteilt worden ist, wurde am 18. April
2023 der Förderbescheid übergeben. SALCOS®
wird mit diesem Förderbescheid in seiner ersten
Ausbaustufe mit rund 700 Mio. € Bundesmitteln und 300
Mio. € Landesmitteln unterstützt. Gemeinsam mit
den bereits freigegebenen Eigenmitteln von über 1 Mrd.
€ ist somit die Finanzierung der ersten Ausbaustufe
von SALCOS® sichergestellt.
Als Pilotanlage für SALCOS® errichteten wir am
Standort Salzgitter eine Direktreduktionsanlage mit
flexibler Erdgas-/Wasserstoff-Nutzung im deutlich
verkleinerten Maßstab. Der Bau der Anlage wurde im
ersten Quartal 2023 abgeschlossen. Aktuell befindet sich
die Direktreduktionsanlage in der Funktionsprüfung.
Die im Rahmen von SALCOS® angestrebte Ausweitung der
Schrottrecyclingaktivitäten wurde im Berichtszeitraum
mit der Übernahme der Must-Metalle-Container-Recycling
GmbH durch die DMU vorangetrieben. Das
Recycling-Unternehmen aus Goslar im Harz ist auf den Handel
mit Schrotten und Metallen spezialisiert. Innerhalb des
Salzgitter-Konzerns wird das Unternehmen weiterhin
eigenständig agieren und dabei unter dem Namen Harzer
Schrott und Recycling GmbH firmieren.
GESCHÄFTSBEREICH STAHLVERARBEITUNGscrollen
1 Inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen.
Im Geschäftsbereich Stahlverarbeitung sind die
stahlrohrproduzierenden Gesellschaften und die
Grobblechaktivitäten des Salzgitter-Konzerns
zusammengefasst. Das Rohrportfolio deckt ein breites
Durchmesserspektrum von Leitungsrohren ab. Hinzu kommen
Präzisionsstahlrohre sowie nahtlose Edelstahl- und
Nickelbasisrohre. Des Weiteren gehören dem
Geschäftsbereich zwei Grobblechwalzwerke an. Im Werk
in Ilsenburg werden neben Standardgüten
verschleißfeste und sauergasbeständige Bleche
hergestellt. Die Kompetenz des Werks in Mülheim an der
Ruhr liegt vor allem in der Produktion von Rohrblechen
für Onshore- und Offshore-Pipelines in mittleren bis
großen Losen. Mit der Beteiligung an der
Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) verfügt
der Geschäftsbereich über eine eigene
Vormaterialversorgung.
HKM wird quotal zu 30 % einbezogen und ist
dementsprechend im Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis des
Geschäftsbereiches enthalten, jedoch nicht im
Auftragsbestand und Versand. Die Beteiligungen an der
EP-Gruppe sowie dem türkischen Rohrhersteller Borusan
Mannesmann Boru Yatirim Holding A.S. (BMBYH; 23 %) werden
mit dem anteiligen Nachsteuerergebnis berücksichtigt
(at-equity-konsolidiert).
Im Rahmen unseres aktiven Portfoliomanagements wurde die
Berg Pipe-Gruppe mit Sitz in den USA mit Wirkung zum 13.
April 2023 an Borusan Mannesmann Pipe U.S. verkauft. Im
Sinne des Best-Owner-Prinzips eröffnet dieser Schritt
der Berg Pipe und ihren Mitarbeitenden optimierte
strategische Entwicklungsmöglichkeiten unter der
Führung von Borusan Mannesmann. Der Umsatz des
Salzgitter-Konzerns ändert sich - aufgrund der
Equity-Bilanzierung - dadurch nicht, die Auswirkungen auf
das prognostizierte Vorsteuerergebnis 2023 sind
unwesentlich.
MARKTENTWICKLUNGQUARTOBLECHDer anhaltende Krieg in der Ukraine sowie die hohen
Energiepreise sorgten für fortwährende
Unsicherheit bei den Kunden. Dennoch konnte zu Beginn des
Jahres 2023 auf dem Quartoblechmarkt eine rege
Nachfrageentwicklung verzeichnet werden. Diese war vor
allem getrieben durch ein Anziehen der Nachfrage aus nahezu
allen Abnehmerbranchen, was zu einer guten Auftragsbelegung
der westeuropäischen Werke und in Folge weniger
Preiskampf führte. Diese Entwicklung wurde durch
schwache Einfuhren im Schlussquartal 2022 und den ersten
Wochen des Jahres 2023 gestützt, nachdem die Importe
insbesondere nach Ausbruch des russischen Angriffskrieges
im zweiten und dritten Quartal des Jahres 2022
zunächst kräftig angestiegen waren. Zum Ende des
ersten Quartals gestaltete sich die Nachfrage verhalten
stabil. Entsprechend bewegten sich die Marktpreise für
Grobblech seit Anfang Januar kontinuierlich nach oben,
bevor im März eine Seitwärtsbewegung einsetzte.
Am 19. April haben die EU-Mitgliedstaaten auf Vorschlag der
EU-Kommission eine Verlängerung der
Antidumping-Maßnahmen gegen chinesische
Grobblecheinfuhren um weitere fünf Jahre beschlossen.
Die US International Trade Commission (ITC)
verlängerte Anfang Februar 2023 bestehende
Antidumping-Zölle für die Einfuhr von Grobblech
in die USA gegen Deutschland und zehn weitere Länder
um ebenfalls fünf Jahre.
STAHLROHREBedingt durch den Krieg in der Ukraine erhöhte sich
auf dem Großrohrmarkt die Anzahl der zu vergebenden
Projekte 2022 deutlich. Durch die veränderte
geopolitische Lage und die erforderliche energiepolitische
Diversifikation entsteht ein Neubedarf für
Pipelinesysteme im Bereich Erdgas, aber auch die
Realisierung von H
2- und CO
2-Pipelines nimmt zunehmend Gestalt an.
Während im Vorjahr vorrangig kurzfristige
Ausschreibungen und Vergaben für Anschlussleitungen
von den neu errichteten LNG-Terminals erfolgten, waren im
Berichtszeitraum auch Projektausschreibungen für
Erdgasleitungen zum weiteren Netzausbau in Deutschland zu
verzeichnen. Wenngleich generell eine rege
Anfragetätigkeit verzeichnet wurde, zeigte sich der
Markt für mittlere Leitungsrohre aufgrund der
unsicheren Gesamtlage sowie der
Warmbreitbandpreisentwicklung weiterhin beunruhigt. Das
Händlergeschäft agierte bei hohen Beständen
aufgrund der Preiserwartung zurückhaltend. Der
Präzisrohrmarkt war mit Ausnahme des Automobilsektors
von einer eher schwachen wirtschaftlichen Dynamik
gekennzeichnet. Auf dem Markt für nahtlose
Edelstahlrohre gingen positive Impulse von der
Sonderkonjunktur in der Luftfahrtindustrie aus und der
sukzessiven Auflösung des Instandhaltungsstaus in der
nuklearen Energieerzeugung. Darüber hinaus konnten
verstärkt Aufträge im Bereich Carbon Capture and
Storage gebucht werden. Im kaltfertigen Bereich machte sich
hingegen weiterhin die Schwäche im lagerhaltenden
Handel bemerkbar. Lediglich Bedarfe im kleinen
Abmessungsbereich für Wärmetauscher und
Spezialanwendungen in der Chemieindustrie zeigten eine
stabile Nachfrage.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Auftragseingang des Geschäftsbereiches
Stahlverarbeitung unterschritt das Niveau des ersten
Quartals 2022 deutlich. Dabei konnten die
Grobblechgesellschaften nicht an den hohen Ordereingang des
Vorjahres anknüpfen. Im Präzisrohrbereich gingen
die Buchungen aus den Produktsegmenten Industrie und
Energie spürbar zurück. Die positive Entwicklung
der Auftragseingänge der Edelstahlrohrgruppe und im
Großrohrbereich konnten dies nicht kompensieren. Auch
der Auftragsbestand blieb unter dem Wert der ersten drei
Monate 2022. Im Wesentlichen dank des Anstiegs im Bereich
mittlere Leitungsrohre und Grobblech legte der Absatz zu.
In Verbindung mit dem insgesamt verbesserten
Erlösniveau nahmen Segment- und Außenumsatz im
Vergleich zum Vorjahr merklich zu. Der
Geschäftsbereich erwirtschaftete ein EBITDA in
Höhe von 100,1 Mio. € (1. Quartal 2022: 19,4 Mio.
€) sowie 81,7 Mio. € Gewinn vor Steuern (1.
Quartal 2022: 4,4 Mio. €) und übertraf damit das
Vorjahr signifikant. Hierzu trugen alle Gesellschaften mit
spürbar gesteigerten Ergebnissen bei.
GESCHÄFTSBEREICH HANDELscrollen
1 Inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen.
Der Geschäftsbereich Handel umfasst eine gut
ausgebaute europäische Organisation lagerhaltender
Stahlhandelsniederlassungen mit großer
Anarbeitungstiefe, diverse auf Grobblech spezialisierte
Gesellschaften sowie ein weltumspannendes Tradingnetzwerk.
Neben dem Vertrieb von Walzstahl- und
Röhrenerzeugnissen des Salzgitter-Konzerns sowie
komplementärer Produkte anderer Hersteller wird zudem
Vormaterial an den internationalen Märkten für
Konzerngesellschaften und externe Kunden beschafft.
MARKTENTWICKLUNGNachdem in der zweiten Jahreshälfte 2022 die
Verkaufspreise von ihrem Rekordhoch deutlich
zurückgingen, stabilisierten sie sich in den ersten
Monaten des Berichtszeitraums und stiegen zum Ende hin
wieder leicht an. Die Stahlnachfrage war auf dem
Großteil der wesentlichen Absatzmärkte des
Geschäftsbereiches Handel eher schwach - lediglich in
den USA konnte ein hohes Absatzvolumen, begünstigt
durch die erfreuliche Nachfrage, generiert werden. Im
Trading trübten zusätzlich gestiegene Leitzinsen
die internationalen Handelstätigkeiten ein.
GESCHÄFTSVERLAUFDer Absatz des Geschäftsbereiches Handel ging
aufgrund der verhaltenen Nachfrageentwicklung
gegenüber Vorjahr deutlich zurück. Hiervon waren
der lagerhaltende Handel, das internationale Trading und
die UES-Gruppe in ähnlichem Umfang betroffen, sodass
sich verbunden mit dem gesunkenen Preisniveau ein
merklicher Rückgang des Segment- und
Außenumsatzes einstellte. Im Zusammenhang mit den
insbesondere zum Anfang des Quartals noch eher hohen
Bestandspreisen im Lagerhandel wurden deutliche Verluste
verbucht, die mit einem ebenfalls rückläufigen
Geschäft des internationalen Tradings und der
UES-Gruppe einhergingen. Das EBITDA (3,4 Mio. €; 1.
Quartal 2022: 101,8 Mio. €) wie auch das Ergebnis vor
Steuern (- 5,2 Mio. €; 1. Quartal 2022: 98,1 Mio.
€) blieben somit spürbar unter den herausragenden
Vorjahresresultaten.
GESCHÄFTSBEREICH TECHNOLOGIEscrollen
1 Inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen.
Im Geschäftsbereich Technologie sind drei
traditionsreiche Hersteller von Spezialmaschinen
zusammengefasst. Rund 90 % des Umsatzes werden von der
KHS-Gruppe generiert, die in der Abfüll- und
Verpackungstechnik zu den weltweit führenden
Anlagenproduzenten zählt. KHS ist ein
Komplettanbieter, dessen Leistungspalette von der
Intralogistik über das Processing bis hin zur
Getränkeabfüllung und -verpackung reicht. Die
Klöckner DESMA Elastomertechnik-Gruppe (KDE-Gruppe)
stellt Spritzgießmaschinen für Gummi- und
Silikonprodukte her, während die DESMA Schuhmaschinen
GmbH (KDS) im Sondermaschinenbau für die industrielle
Schuhfertigung tätig ist. Beide Gesellschaften sind
Marktführer in ihren jeweiligen Segmenten.
MARKTENTWICKLUNGDer Auftragseingang der Gesamtbranche ging
gemäß des Verbandes Deutscher Maschinen- und
Anlagenbau e. V. (VDMA) in den ersten drei Monaten 2023
gegenüber der Vorjahresperiode in erheblichem Umfang
zurück und setzte den bereits Ende 2022 einsetzenden
negativen Trend fort. Die Bestellungen aus dem Ausland
waren davon etwas stärker betroffen als die
Auftragseingänge aus dem Inland. Auch im Bereich
Verpackungsmaschinen blieben die Auftragseingänge
deutlich unter dem Vorjahresniveau.
GESCHÄFTSVERLAUFEntgegen dem zuvor beschriebenen Branchentrend
übertraf der Auftragseingang des
Geschäftsbereiches Technologie den Vorjahreswert
deutlich. Dies ist auf die Steigerung des Ordereingangs der
KHS-Gruppe zurückzuführen. Dabei war insbesondere
das Projektgeschäft durch eine hohe Nachfrage
gekennzeichnet. Während der Auftragseingang der KDS
nahezu stabil blieb, erreichte die KDE-Gruppe den
Vergleichswert nicht ganz. Der Auftragsbestand des
Geschäftsbereiches folgte der positiven Entwicklung
und erreichte ein neues Rekordniveau. Segment- und
Außenumsatz übertrafen im Berichtszeitraum den
Level der ersten drei Monate 2022 um ein Viertel. Insgesamt
erwirtschaftete der Geschäftsbereich Technologie 27,2
Mio. € EBITDA (1. Quartal 2022: 19,0 Mio. €) und
ein EBT in Höhe von 19,6 Mio. € (1. Quartal 2022:
13,1 Mio. €) und lag damit erheblich über den
Vorjahreswerten. So erzielte die KHS-Gruppe einen mehr als
verdoppelten Ergebnisbeitrag. Die KDE und KDS konnten
hingegen nicht an die Resultate des Vorjahres
anknüpfen.
Das Effizienz- und Wachstumsprogramm im
Geschäftsbereich Technologie knüpft konsequent an
die Gesamtstrategie des Salzgitter-Konzerns an. Umfassende
Maßnahmen konnten trotz des wettbewerbsintensiven und
von Unwägbarkeiten geprägten Marktumfelds zur
bisher erzielten Umsatz- und Ergebnisverbesserung
beitragen. Die Schwerpunkte in der strategischen
Ausrichtung der KHS-Gruppe liegen neben der
fortwährenden Weiterentwicklung der deutschen
Produktionsstandorte insbesondere auf dem Ausbau der
internationalen Präsenz. Zur Stärkung der
Kundenbeziehungen zielen Investitionen auf die Erweiterung
von globalen Produktionskapazitäten für die
Abwicklung der Kundenaufträge sowie auf die
Absicherung des After-Sales Geschäfts ab - zum
Beispiel durch den globalen Ausbau von Trainingscentern.
INDUSTRIELLE BETEILIGUNGEN / KONSOLIDIERUNGscrollen
1 Inklusive Umsatz mit anderen
Geschäftsbereichen.
Im Bereich Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung
sind Aktivitäten erfasst, die nicht direkt einem
Geschäftsbereich zugeordnet sind. Als
Management-Holding ist die Salzgitter AG nicht selbst
operativ tätig, sondern steuert die Salzgitter
Mannesmann GmbH und die Salzgitter Klöckner-Werke
GmbH, von der die wesentlichen Gesellschaften der
Salzgitter-Gruppe gehalten werden. Darüber hinaus sind
hier die überwiegend konzernintern tätigen
Gesellschaften enthalten sowie die Konzernunternehmen, die
mit ihren Produkten und Leistungen die Kernaktivitäten
der Geschäftsbereiche unterstützen.
Der Umsatz des Bereiches Industrielle Beteiligungen /
Konsolidierung, der hauptsächlich durch das Halbzeug-
und Servicegeschäft mit Tochtergesellschaften und
Konzernfremden generiert wird, erhöhte sich im
Vergleich zu den ersten drei Monaten 2022. Der
Außenumsatz wurde geringfügig gesteigert. Das
EBITDA (23,7 Mio. €; 1. Quartal 2022: 77,1 Mio.
€) beinhaltet 29,3 Mio. € Beitrag der nach der
Equity-Methode (IFRS-Bilanzierung) ausgewiesenen
Beteiligung an der Aurubis AG (1. Quartal 2022: 61,9 Mio.
€). Der Gewinn vor Steuern rangierte mit 7,7 Mio.
€ (1. Quartal 2022: 59,4 Mio. €) ebenfalls
merklich unter dem Vorjahreszeitraum. Die Ergebnisse aus
der Bewertung von Derivatepositionen sowie das Zinsergebnis
des Cash-Managements des Konzernfinanzkreises lieferten im
Saldo einen leicht positiven Beitrag (1,2 Mio. €; 1.
Quartal 2022: - 0,2 Mio. €). Die überwiegend
für den Konzern tätigen Gesellschaften erzielten
zwar ein positives Vorsteuerergebnis, konnten jedoch den
Gewinnbeitrag des Vorjahres, der wesentlich durch einen
Grundstücksverkauf geprägt war, nicht einstellen.
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZDie Bilanzsumme des Salzgitter-Konzerns ist in den
ersten drei Monaten 2023 gegenüber dem 31. Dezember
2022 um 84 Mio. € gestiegen.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag um 49 Mio. €.
Dabei nahmen die Anteile an nach der Equity-Methode
bilanzierten Unternehmen (+ 17 Mio. €)
geringfügig zu. Die Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen (+ 119 Mio. €)
lagen im Berichtszeitraum erheblich über dem Niveau
der planmäßigen Abschreibungen des
Anlagevermögens (-76 Mio. €). Die latenten
Ertragsteueransprüche (-8 Mio. €) reduzierten
sich infolge des Verbrauchs der aktiven latenten Steuern
auf die steuerlichen Verlustvorträge. Die
kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum
letzten Bilanzstichtag nur geringfügig gestiegen (+ 34
Mio. €). Den spürbar gesunkenen Vorräten (-
294 Mio. €) stehen merklich gestiegene Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen inklusive
Vertragsvermögenswerten (+284 Mio. €) sowie
höhere Finanzmittel (+38 Mio. €) und sonstige
Forderungen und Vermögenswerte (+28 Mio. €)
entgegen. Durch den Verkauf der Salzgitter Bauelemente GmbH
reduzierten sich die zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerte vollständig.
Auf der Passivseite legte das Eigenkapital insbesondere
aufgrund des positiven Konzernergebnisses leicht zu (+
118,4 Mio. €). Die Eigenkapitalquote erreichte bei
annähernd gleichbleibender Bilanzsumme sehr solide
44,4 % (31.12.2022: 43,7 %). Die langfristigen Schulden
bewegten sich insgesamt auf dem Niveau des
Vergleichsstichtags (+ 7 Mio. €). Während die
Pensionsrückstellungen geringfügig anstiegen (+15
Mio. €), sind die langfristigen Finanzschulden leicht
gesunken (- 12 Mio. €). Die kurzfristigen Schulden
verminderten sich um 42 Mio. €. Den niedrigeren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive
Vertragsverbindlichkeiten (- 106 Mio. €) standen
höhere sonstige Verbindlichkeiten (+ 61 Mio. €)
entgegen.
Die Nettofinanzposition verbesserte sich mit - 498 Mio.
€ erkennbar gegenüber dem Niveau des
Bilanzstichtages zum Jahresende 2022 (- 553 Mio. €).
Den Geldanlagen (1.038 Mio. €; 31.12.2022: 1.002 Mio.
€) standen Verbindlichkeiten von 1.536 Mio. €
(31.12.2022: 1.554 Mio. €) gegenüber, davon 728
Mio. € bei Kreditinstituten (31.12.2022: 756 Mio.
€). Wie bisher werden Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen nicht in
der Nettofinanzposition berücksichtigt. Die
gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
werden die Nettofinanzposition erst zum Zahlungszeitpunkt
positiv beeinflussen. Dagegen hatte das im Vergleich zum
letzten Bilanzstichtag gesunkene Vorratsvermögen
bereits eine positive Auswirkung auf die
Nettofinanzposition.
ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNGBei einem Vorsteuerergebnis von 184 Mio. € ergab
sich ein positiver Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit von 167 Mio. €
(Vorjahreszeitraum: - 15 Mio. €). Während das
niedrigere Ergebnis den operativen Cashflow weniger positiv
beeinflusst als im Vergleichszeitraum, fiel der Anstieg des
Working Capital im Berichtszeitraum geringer aus.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit
beläuft sich auf - 100 Mio. € (Vorjahreszeitraum:
- 49 Mio. €). Die Auszahlungen für Investitionen
in immaterielle Vermögenswerte und das
Sachanlagevermögen (- 118 Mio. €;
Vorjahreszeitraum: - 61 Mio. €) sind erkennbar
höher als im Vorjahr und beinhalten auch Investitionen
in strategische Projekte, darunter 34 Mio. €
Auszahlungen für SALCOS®. Höhere Einzahlungen
aus Verkäufen von sonstigen langfristigen
Vermögenswerten wirkten gegenläufig.
Den Rückzahlungen von Krediten und Zinsauszahlungen
stehen geringfügige Einzahlungen aus der Aufnahme von
Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten
gegenüber, sodass sich insgesamt ein Mittelabfluss aus
der Finanzierungstätigkeit (- 25 Mio. €;
Vorjahreszeitraum: Mittelabfluss - 15 Mio. €) ergibt.
Wegen des positiven Gesamt-Cashflows erhöhte sich
der Finanzmittelbestand (1.026 Mio. €) gegenüber
dem 31. Dezember 2022 (988 Mio. €) entsprechend.
MITARBEITERscrollen
Unter Berücksichtigung der quotalen
Beteiligungsverhältnisse sind Rundungsabweichungen
möglich.
Am 31. März 2023 umfasste die Stammbelegschaft des
Salzgitter-Konzerns 22.705 Mitarbeiter und somit 83
Personen mehr als zum Jahresende 2022. Unter
Berücksichtigung der Entkonsolidierung der Salzgitter
Bauelemente GmbH beträgt der Belegschaftsanstieg in
den fortgeführten Gesellschaften gegenüber dem
Vorjahresultimo + 156 Personen.
Der Belegschaftszuwachs ist im Wesentlichen auf die im
Januar 2023 erfolgte Übernahme von Auszubildenden
sowie auf die begonnene Umsetzung der für 2023
geplanten Beschäftigungsausweitungen, insbesondere
auch in der KHS-Gruppe (+48), zurückzuführen. Im
Berichtszeitraum wurden insgesamt 151 Auszubildende
übernommen, von denen 90 befristete Verträge
erhielten. Gegenläufig wirkten Altersaustritte durch
den Wechsel in die passive Phase der Altersteilzeit
beziehungsweise unmittelbare Renteneintritte.
Die Gesamtbelegschaft belief sich auf 24.529 Personen.
Die Zahl der Leiharbeitnehmer lag zum 31. März 2023
bei 1.197 Personen und damit um 129 Personen über dem
Wert des Vorjahresstichtags. Zum Ende des Berichtszeitraums
befanden sich in den inländischen
Konzerngesellschaften 527 Mitarbeiter in Kurzarbeit (2022:
80), davon 190 bei der Peiner Träger GmbH, 187 bei der
Mannesmannröhren-Werk GmbH sowie 104 Mitarbeiter bei
der Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH.
PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHTAUSBLICKDie Geschäftsbereiche gehen, verglichen mit dem
Vorjahr, von nachstehend beschriebenem Verlauf des
Geschäftsjahres 2023 aus:
In einem anhaltend volatilen und seit dem Sommer 2022
merklich abgeschwächten Marktumfeld erwarten die
Gesellschaften des Geschäftsbereiches Stahlerzeugung
trotz der Unsicherheiten eine verbesserte Nachfrage, die
vor allem auf nachlassende Lieferkettenprobleme in der
europäischen Automobilindustrie
zurückzuführen ist. Die Rohstoffkosten werden
stabil auf hohem Niveau erwartet. Die Energiepreise
entspannten sich seit Frühherbst 2022 spürbar,
werden aber weiterhin stark von politischen Entscheidungen
beeinflusst sein. Der Produktionsverlust aus der geplanten
Neuzustellung des Hochofens A soll durch
Brammenbevorratung, Brammenlieferungen aus dem
Konzernverbund sowie die Wiederinbetriebnahme des bisher
stillgesetzten Hochofens C ausgeglichen werden. Im
Flachstahlbereich gehen wir wieder von einer die
Kapazität auslastenden Nachfrage bei allerdings unter
Druck stehenden Erlösen aus. Die Auftragseingänge
zum Jahresanfang 2023 und der gute Auftragsbestand
stützen diese Annahme. Für Stahlträger
antizipieren wir in den ersten Monaten noch eine
schwächere, aber sich über das Gesamtjahr 2023
erholende Nachfrage, die insgesamt über dem Vorjahr
liegen wird. Aufgrund der rückläufigen
Durchschnittserlöse erwarten wir insgesamt einen
merklich verminderten Umsatz (2022: 4.262,7 Mio. €)
sowie ein positives, aber deutlich unter dem Ausnahmejahr
2022 liegendes EBITDA (2022: 946,3 Mio. €) und
Vorsteuerergebnis (2022: 790,9 Mio. €).
Für den Geschäftsbereich Stahlverarbeitung
zeichnet sich für 2023 eine heterogene, aber insgesamt
verbesserte Entwicklung in den Zielmärkten ab:
Für Quartoblech erwarten wir eine merkliche Aufhellung
des Marktgeschehens und eine gute Auslastung. Die
Rohrblechproduktion dürfte von der guten
Buchungssituation für Großrohre profitieren.
Insofern zeichnet sich für die Großrohrwerke
eine auskömmliche Auslastung in allen Werken ab. Auch
im Produktsegment der mittleren Leitungsrohre
prognostizieren wir eine anziehende Mengenentwicklung. Die
Präzisrohrgruppe geht ebenfalls von einer
Mengensteigerung aus. Im Edelstahlrohrbereich wird für
2023 wieder mit deutlich anziehenden Aktivitäten
gerechnet. Insgesamt prognostizieren wir für den
Geschäftsbereich steigende Umsätze (2022: 2.105,9
Mio. €) sowie ein deutlich über dem
Vergleichszeitraum liegendes EBITDA (2022: 173,1 Mio.
€). Auch das Vorsteuerresultat dürfte das Niveau
des Vorjahres (2022: 86,2 Mio. €), das durch ein
Impairment belastet wurde, spürbar übertreffen.
Für die Gesellschaften des Geschäftsbereiches
Handel wird eine zufriedenstellende
Geschäftsentwicklung auf einem gegenüber dem
hohen Vorjahreslevel normalisierten Niveau antizipiert.
Nach einem leichten Vorsteuerverlust im ersten Quartal wird
eine spürbare Verbesserung der operativen Margen und
ein Anstieg der Nachfrage erwartet, sodass in den
verbleibenden Quartalen des Geschäftsjahres 2023 die
Gewinnzone wieder deutlich erreicht werden sollte.
Begünstigt wird diese Entwicklung durch
zeitverzögert nachlaufende Bestandspreise in
Verbindung mit der Prognose leicht steigender
Verkaufspreise und einer unterstellten
Nachfragenormalisierung in der zweiten Jahreshälfte.
Insgesamt ist mit einem niedrigeren Umsatz (2022: 4.580,9
Mio. €) sowie einem merklich unter dem Vorjahr
liegenden EBITDA (2022: 268,0 Mio. €) und Ergebnis vor
Steuern (2022: 243,1 Mio. €) zu rechnen.
Nachdem der Auftragsbestand der KHS-Gruppe zum Ende des
Geschäftsjahres 2022 ein Rekordniveau erreichte,
startete der Geschäftsbereich Technologie mit einer
sehr hohen Auslastung in das neue Jahr. Auch durch die
Vermarktung innovativer Neuprodukte und das Wachstum im
Servicegeschäft erwarten wir spürbar steigende
Umsatzerlöse der KHS-Gruppe. Die beiden
DESMA-Spezialmaschinenbauer antizipieren eine andauernde
Markterholung und ein - unterstützt durch
Kostensenkungsprogramme - über dem Vorjahr liegendes
Vorsteuerergebnis. Insgesamt erwarten wir für den
Geschäftsbereich einen merklich gestiegenen Umsatz
(2022: 1.429,9 Mio. €) sowie ein deutlich gesteigertes
EBITDA (2022: 76,8 Mio. €) und Vorsteuerergebnis
(2022: 48,0 Mio. €).
Für den Salzgitter-Konzern rechnen wir im
Geschäftsjahr 2023 mit
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PROGNOSE DER SEGMENTE UND DES KONZERNSscrollen
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Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf
hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren
Erlös-, Vormaterialpreis- und
Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen
von Währungskursen den Geschäftsverlauf des
Jahres 2023 erheblich beeinflussen können. Die hieraus
resultierenden Ergebniseffekte können ein
beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als
auch in positiver Richtung annehmen.
RISIKOMANAGEMENTZum Zeitpunkt der Berichterstattung sehen wir uns mit
den Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg sowie der
Volatilität auf den Rohstoff- und Energiemärkten,
einhergehend mit hohen Inflationsraten konfrontiert.
Derzeit und soweit sichtbar haben wir Ergebniseffekte
hieraus in der Vorschau des laufenden Jahres in den
Gesellschaften - sofern abschätzbar - einbezogen.
Trotz der eingeschränkten Sichtbarkeit bestanden
zum Stichtag keine Risiken, die den Fortbestand des
Salzgitter-Konzerns gefährden könnten.
Hinsichtlich einzelner Chancen und Risiken verweisen wir
auf den Geschäftsbericht 2022.
Für unser Transformationsprogramm SALCOS® haben
wir auf der diesjährigen Hannover Messe den Bescheid
für die Fördermittel der Bundesrepublik
Deutschland und des Landes Niedersachsen für die erste
Ausbaustufe in Höhe von 1 Mrd. € erhalten. Eine
finanzielle Belastung über das im März 2023
aktualisierte Investitionsvolumen hinaus stufen wir derzeit
als unwahrscheinlich ein.
GEOPOLITISCHE RISIKENAm 24. Februar 2022 startete der militärische
Angriff Russlands auf die Ukraine. Bezogen auf den
Salzgitter-Konzern betreffen die aus dem
Russland-Ukraine-Krieg resultierenden wirtschaftlichen
Unsicherheiten insbesondere die Preisentwicklungen und
Versorgungssicherheit auf den Beschaffungsmärkten
für Energie und Rohstoffe wie auch die
zukünftigen Absatzaussichten. Die direkte
Betroffenheit unserer Kunden und Lieferanten ändert
sich regelmäßig. Eine verlässliche
Quantifizierung der Auswirkungen ist aufgrund der sich
kurzfristig verändernden Rahmenbedingungen nicht
möglich. Hinsichtlich der Versorgungssicherheit
konnten alternative Lieferanten gefunden werden und wir
erwarten weiterhin eine bedarfsgerechte Belieferung. Der
Absatzrückgang in die betroffenen Kriegsregionen
Russland und Ukraine hat für uns eine untergeordnete
Bedeutung.
Durch die Erdgaseinsparungen in der Industrie und bei
Privathaushalten sowie infolge des
verhältnismäßig milden Winters ist es zu
keiner Gasmangellage gekommen. Außerdem sind in den
vergangenen Monaten mehrere LNG-Terminals in Betrieb
gegangen, die eine weitere Verbesserung der Versorgungslage
nach sich zogen. Entsprechend sanken die Gas- und
Strompreise auf niedrigere, aber im historischen Vergleich
weiterhin sehr hohe Niveaus. Mit Blick auf den kommenden
Winter ist eine Mangellage allerdings weiterhin nicht
auszuschließen.
Der Krieg in der Ukraine hat - nach dem Ausbruch der
Corona-Pandemie - ein weiteres Mal gezeigt, wie verletzlich
globale Lieferketten und die Versorgungssicherheit
gegenüber Krisen sind. Generell bedeutet dies für
den Salzgitter-Konzern, dass die Absatz- und
Beschaffungsrisiken in ihrer Flexibilität und
Substituierbarkeit noch genauer überprüft werden.
Dabei werden nicht allein die aktuellen Ereignisse
berücksichtigt, sondern auch weitere potenzielle
globale Krisensituationen mit Auswirkungen auf die
Geschäftstätigkeit der Salzgitter AG in den Fokus
genommen.
Beispielhaft für mögliche zukünftige
Krisen ist eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen
den USA und China. Spätestens unter der
Trump-Administration hat sich in den USA auch
öffentlich eine deutlich veränderte Wahrnehmung
Chinas als systemischer Rivale abgezeichnet. Bereits
früh in der Amtszeit von Ex-US-Präsident Trump in
Kraft gesetzte Sonderzölle auf bestimmte chinesische
Einfuhren lösten eine Spirale handelspolitischer
Maßnahmen auf beiden Seiten aus. Nach nahezu zwei
Jahren im Amt hat auch der aktuelle US-Präsident Biden
bisher wenig Bestrebungen gezeigt, die Haltung
gegenüber China zu verändern und die Zölle
seines Vorgängers aufzuheben.
Aufgrund der Unterstützung Russlands durch China
haben sich die Spannungen zwischen "dem Westen" und China
weiter verschärft. Auch die wiederholten Drohungen
Chinas in Richtung Taiwan haben nicht zu einer Deeskalation
der Lage beigetragen. Entsprechend verbleibt ein
erhebliches Risiko, dass es zumindest zu gegenseitiger
Sanktionierung oder weiteren Handelshemmnissen kommen kann,
die wiederum Auswirkungen auf globale Lieferketten und die
Nachfrage haben könnten.
Aus der Erkenntnis, dass globale Lieferketten
äußerst vulnerabel sind, leiten sich auch neue
Entwicklungen für vornehmlich in Europa produzierende
und verkaufende Unternehmen wie die Salzgitter AG ab.
Re-Lokalisierung von Produktionsketten, Investitionen in
neue Infrastrukturen sowie strategische Priorisierung
heimischer Lieferanten gegenüber Importen könnten
mittelfristig den Bedarf an heimischen Produkten steigen
lassen. Zu dieser Entwicklung passen auch Bestrebungen der
EU-Kommission, im Rahmen des im April 2023 vorgestellten
Net-Zero-Industry Act, die lokale Wertschöpfung bei
Schlüsseltechnologien und der Gewinnung, Verarbeitung
sowie dem Recycling von Rohstoffen zu erhöhen.
Darüber hinaus hat es im ersten Quartal 2023
erhebliche Turbulenzen im Bankensektor gegeben. Durch den
Zusammenbruch der Silicon Valley Bank sowie der
Übernahme der strauchelnden Credit Suisse durch die
UBS wurden bereits Parallelen zur Finanzkrise 2007/2008
gezogen. Bislang wird dieses Risiko allerdings als moderat
eingestuft. Dennoch könnten sich die
Finanzierungskosten weiter erhöhen und somit deutliche
Auswirkungen auf die Realkonjunktur haben, die weiterhin
äußerst fragil ist.
KONJUNKTURRISIKENDie in Folge der genannten Entwicklungen sehr volatilen
Preise für Einsatzrohstoffe, Energie und Vorprodukte
haben zu den höchsten Inflationsraten in Deutschland
seit den 1970er Jahren geführt. Für 2022 wurde
eine Inflationsrate von 7,9 % gemessen, wobei die
Gemeinschaftsprognosen für das Jahr 2023 noch von 6 %
und erst 2024 wieder von moderateren 2,4 % ausgehen. Die
hohen Inflationsraten haben zu deutlichen Zinssteigerungen
durch die Europäische Zentralbank geführt, die
wiederum die Finanzierungskosten der Realwirtschaft und
insbesondere für den privaten Bausektor haben
ansteigen lassen.
Entsprechend schwach sind die Konjunkturaussichten 2023
für Deutschland. Allerdings gehen die meisten
Wirtschaftsforschungsinstitute per März von Stagnation
(IMK: 0,0 %) bis zu leichtem Wachstum (IfW Kiel: 0,5 %) und
damit dem Vermeiden einer Rezession aus. Größere
Sorgen bereiten den Wirtschaftsforschungsinstituten der
private Konsum sowie die Bauwirtschaft, die sich bislang
nicht von den hohen Inflationsraten und den steigenden
Zinsen erholt haben. Insbesondere das Konsumklima verharrt,
laut GfK, auf einem bislang nicht gekannten, niedrigen
Niveau. Ohne eine deutliche Belebung der privaten Nachfrage
droht auch die Stahlnachfrage in den Bereichen Fahrzeuge
oder Hausgeräte sowie Baumaterialien
längerfristig zu leiden.
Auch für ganz Europa sind die Aussichten inzwischen
optimistischer: Die Wirtschaft in der Eurozone ist im
vierten Quartal 2022 doch nicht, wie zunächst
erwartet, geschrumpft. Für 2023 erwartet die
EU-Kommission ein etwas höheres Wachstum von 0,9 %,
statt wie zuvor prognostiziert 0,3 %.
Aufgrund des Angriffs Russlands auf die Ukraine stiegen
die Bezugspreise für Strom und Gas im vergangenen Jahr
zeitweise auf Rekordniveau. Auch wenn die Preise für
die Verbraucher, trotz des Stopps russischer
Gaslieferungen, zwischenzeitlich wieder deutlich
rückläufig sind, beobachten wir die Lage genau
und berücksichtigen Belastungen hieraus in den
regelmäßigen Forecasts der
Konzernergebnisvorschau.
BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKENDie EU-Mitgliedstaaten haben 2022 in mehreren
Sanktionspaketen Einfuhrbeschränkungen gegen russische
Stahlprodukte beschlossen. So wird mittelfristig die
Einfuhr von Halbfertigerzeugnissen beschränkt sowie
die Einfuhr von in Drittstaaten weiterverarbeiteten
Stahlprodukten aus russischer Herkunft verboten. Risiken
ergeben sich aus den neuen Sanktionen insofern, als dass
die langen Übergangsfristen (bis Herbst 2024)
weiterhin die Einfuhr russischen Stahls ermöglichen,
der vielfach zu Preisen deutlich unterhalb des
üblichen Marktpreisniveaus importiert wird. Mit den
Sanktionen hat die EU auch eine neuartige ""Melt and
Pour"-Regelung eingeführt. Sie verfolgt das Ziel, dass
in Russland "erschmolzener und gegossener" Stahl nicht in
Drittstaaten weiterverarbeitet werden darf, um ihn im
Anschluss in die EU zu exportieren. Aufgrund der
Komplexität der Regelung und der Schwierigkeit ihrer
Durchsetzung droht dieses Risiko allerdings weiterhin und
kann aufgrund der niedrigen Preise für russische
Stahlprodukte für Marktverzerrungen sorgen.
Seit Dezember 2022 überprüft die
EU-Kommission, ob die Safeguard-Maßnahmen über
Juli 2023 hinaus weiterlaufen sollen oder vorzeitig beendet
werden. Ein früheres Ende der Schutzmaßnahmen
hätte negative Auswirkungen auf den europäischen
Stahlmarkt, da die Einfuhrbeschränkungen
plötzlich, mit nur kurzer Vorwarnung aufgehoben
würden und somit ein irrationales Einfuhrverhalten
provoziert werden könnte. Dies hätte entsprechend
negative Auswirkungen auf Absatz und Erlös der
EU-Produzenten.
Darüber hinaus droht im Oktober 2023 die
Wiedereinführung der Section-232-Zölle (ohne
Zollkontingente) für europäische Exporteure in
den USA. Hintergrund dafür ist die Einigung der EU mit
den USA im Oktober 2021 zur Entwicklung eines "Global
Sustainable Steel Agreement" (GSSA). Dort hatten sich die
Verhandlungspartner eine Frist bis Oktober 2023 gesetzt, um
ein Abkommen zu erzielen, das effektive Maßnahmen
gegen nicht-marktwirtschaftliche Überkapazitäten
im Stahlsektor einleitet, die Dekarbonisierung der
Industrie fördert und die Schaffung grüner
Leitmärkte anstößt. Die
Verhandlungspositionen liegen aktuell noch sehr weit
auseinander, was eine Einigung bis Oktober 2023 erschwert.
Der Verlust des präferentiellen Marktzugangs in den
USA würde Exporte wieder deutlich erschweren.
Darüber hinaus dürften Exportmengen (1 - 2 Mio. t
europaweit) wieder in den EU-Markt zurückgelenkt
werden und vor Ort für Angebotsdruck sorgen.
Im Dezember 2022 haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf
die Einführung eines Grenzausgleichs (CBAM: Carbon
Border Adjustment Mechanism) als zukünftiges Carbon
Leakage Schutz Instrument und Ersatz für die freie
Zuteilung geeinigt. Ab Oktober 2023 beginnt eine Testphase
und ab 1. Januar 2026 müssen Importeure analog zu
EU-Produzenten mit Kohlenstoffkosten rechnen. Risiken
ergeben sich aus der Ausgestaltung des neuen Instruments,
da die Detailregelungen erst in den kommenden zweieinhalb
Jahren festgelegt werden und diese über die
Effektivität des Instruments entscheiden. So sind
wesentliche Regeln zu Produktdefinition, Zertifizierung und
Kontrollmechanismen noch nicht festgelegt.
ZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
GESAMTERGEBNISRECHNUNGscrollen
KONZERNBILANZAktivascrollen
Passivascrollen
KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
ANHANGSEGMENTBERICHTERSTATTUNGscrollen
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GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG UND KONSOLIDIERUNG, BILANZIERUNGS-UND BEWERTUNGSMETHODEN1. Der Konzernabschluss für die Berichtsperiode vom
1. Januar bis 31. März 2023 der Salzgitter AG,
Salzgitter (SZAG), wurde als verkürzter Abschluss mit
ausgewählten erläuternden Anhangangaben
aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte unverändert nach
den International Financial Reporting Standards (IFRS) des
International Accounting Standards Board (IASB) unter
Berücksichtigung des IAS 34 für verkürzte
Zwischenabschlüsse.
2. Gegenüber dem Jahresabschluss zum 31. Dezember
2022 wurden im Quartalsabschluss zum 31. März 2023
unter Beachtung der nachstehenden Ausnahmen
grundsätzlich keine Änderungen in den
Bilanzierungs- und Bewertungs-, Berechnungs- und
Konsolidierungsmethoden vorgenommen.
3. Bei der Ermittlung des Barwertes der
leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum 31.
März 2023 wurde ein Rechnungszinssatz von 4,0 %
zugrunde gelegt (31. Dezember 2022: 4,1 %). Die daraus
resultierende Erhöhung der Rückstellungen
für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird
im sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung Pensionen) und
führt zu einer korrespondierenden
Eigenkapitalverminderung.
4. Der Ansatz der den Finanzierungsverbindlichkeiten
zugeordneten Leasingverbindlichkeiten bestimmt sich als
Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen. In der
Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit
aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten
Leasingzahlungen vermindert. Die in den Sachanlagen
ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie
gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungen angesetzt.
In Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregelungen
für Leasingverhältnisse (IFRS 16) sind in der
nachfolgenden Darstellung die historischen
Anschaffungskosten der Nutzungsrechte sowie
Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen:
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Auf die langfristigen Leasingverbindlichkeiten entfallen
121,2 Mio. €. In den ersten drei Monaten 2023 ergaben
sich zudem 6,7 Mio. € Abschreibungen, 0,8 Mio. €
Zinsaufwendungen sowie Zahlungsmittelabflüsse von
insgesamt 6,9 Mio. €.
5. Zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den
Salzgitter-Konzern verweisen wir auf unsere
Ausführungen sowohl in der Ertragslage als auch im
Prognose-, Chancen- und Risikobericht.
6. Zum 1. Januar 2023 wurde die Salzgitter Bauelemente
GmbH an Falk Bouwsystemen B.V., Niederlande, verkauft und
ist seitdem aus dem Salzgitter-Konzernabschluss
entkonsolidiert.
AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG1. Die Umsätze nach Geschäftsbereichen werden
in der Segmentberichterstattung dargestellt.
2. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich entsprechend IAS
33. Das auf die gewichtete Anzahl von Aktien der SZAG
ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich
in der Berichtsperiode auf 2,57 €. Eine
Verwässerung würde dann eintreten, wenn das
Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus
Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige
Rechte waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.
ANGABEN ZU BEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENNeben den Geschäftsbeziehungen zu
vollkonsolidierten Tochtergesellschaften existieren
Beziehungen zu Gesellschaften, die als nahestehende
Unternehmen nach IAS 24 zu qualifizieren sind. In der
Kategorie der anderen nahestehenden Unternehmen befinden
sich die Mehrheitsbeteiligungen und
Gemeinschaftsunternehmen des Landes Niedersachsen.
Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen umfasst im
Wesentlichen Lieferungen von Vormaterial zur
Großrohrproduktion. Ihr Volumen ergibt sich aus
nachfolgender Tabelle:
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ANGABE GEMÄß § 37W ABS. 5 WPHGDer vorliegende Zwischenabschluss und der
Zwischenlagebericht wurden keiner prüferischen
Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGDie BERG EUROPIPE Holding Corp., eine
Tochtergesellschaft der EUROPIPE GmbH mit Sitz in den USA
wurde mit Wirkung zum 13. April 2023, zusammen mit ihren
Beteiligungen Berg Pipe Panama City Corporation und Berg
Pipe Mobile Corporation, beide ebenfalls mit Sitz in den
USA, an BORUSAN MANNESMANN PIPE U.S., INC., Houston,
verkauft.
HAFTUNGSAUSSCHLUSSEinige der in diesem Text gemachten Aussagen haben den
Charakter von Prognosen beziehungsweise können als
solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen
und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß
unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare
Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen
Marktlage für die Gesellschaften in den
Unternehmensbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen
der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem
zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die
Gesellschaft übernimmt - unbeschadet bestehender
gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher
Anforderungen - keine Verpflichtung, vorausblickende
Aussagen zu aktualisieren.
Aus rechentechnischen Gründen können in den
Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe ± einer
Einheit (€, % usw.) auftreten.
Die Quartalsmitteilung der Salzgitter AG steht auch in
englischer Sprache zur Verfügung. Bei Abweichungen ist
die deutsche Fassung maßgeblich.
T +49 5341 21-01
|
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