Salzgitter Aktiengesellschaft

Salzgitter

SZAG 3 Monatsbericht 2023

SALZGITTER-KONZERN IN ZAHLEN

scrollen
Q1 2023 Q1 2022 +/​-
Rohstahlerzeugung Tt 1.584,5 1.712,6 -128,1
Außenumsatz Mio. € 2.982,5 3.349,9 - 367,3
Geschäftsbereich Stahlerzeugung Mio. € 1.038,8 1.204,4 - 165,6
Geschäftsbereich Stahlverarbeitung Mio. € 562,0 466,7 95,3
Geschäftsbereich Handel Mio. € 918,2 1.302,7 - 384,4
Geschäftsbereich Technologie Mio. € 420,4 333,7 86,7
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung Mio. € 43,1 42,3 0,7
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 290,0 548,1 - 258,1
Geschäftsbereich Stahlerzeugung Mio. € 135,6 330,8 - 195,3
Geschäftsbereich Stahlverarbeitung Mio. € 100,1 19,4 80,7
Geschäftsbereich Handel Mio. € 3,4 101,8 - 98,4
Geschäftsbereich Technologie Mio. € 27,2 19,0 8,3
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung Mio. € 23,7 77,1 - 53,4
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 214,2 478,8 - 264,7
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 183,7 465,3 - 281,6
Geschäftsbereich Stahlerzeugung Mio. € 79,8 290,3 - 210,5
Geschäftsbereich Stahlverarbeitung Mio. € 81,7 4,4 77,3
Geschäftsbereich Handel Mio. € - 5,2 98,1 - 103,3
Geschäftsbereich Technologie Mio. € 19,6 13,1 6,5
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung Mio. € 7,7 59,4 - 51,6
Konzernergebnis Mio. € 140,5 368,8 - 228,4
Ergebnis je Aktie - unverwässert 2,57 6,80 - 4,22
Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) 1 % 12,6 35,2 - 22,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 167,0 -15,2 182,2
Investitionen 2 Mio. € 119,3 67,2 52,2
Abschreibungen 2 3 Mio. € - 75,8 - 69,3 - 6,5
Bilanzsumme Mio. € 11.186,9 10.764,8 422,1
Langfristige Vermögenswerte Mio. € 4.559,3 4.187,9 371,4
Kurzfristige Vermögenswerte Mio. € 6.627,6 6.576,9 50,7
Eigenkapital Mio. € 4.968,8 4.011,1 957,7
Fremdkapital Mio. € 6.218,0 6.753,7 - 535,6
Langfristige Schulden Mio. € 2.711,3 2.972,1 - 260,8
Kurzfristige Schulden Mio. € 3.506,8 3.781,6 - 274,8
davon Bankverbindlichkeiten 4 Mio. € 727,7 857,0 - 129,3
Nettofinanzposition zum Stichtag 5 Mio. € - 498,1 - 619,7 121,7
Beschäftigte
Personalaufwand Mio. € - 465,2 - 447,2 - 18,0
Stammbelegschaft zum Stichtag 6 Mitarbeiter 22.705 22.492 213
Gesamtbelegschaft zum Stichtag 7 Mitarbeiter 24.529 24.272 257

Ausweis der Finanzdaten gemäß IFRS.

1 Annualisiert.

2 Ohne Finanzanlagen.

3 Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen.

4 Kurz- und langfristige Bankverbindlichkeiten.

5 Inklusive Anlagen, z.B. in Wertpapieren und strukturierten Investments.

6 Ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit.

7 Inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passiver Altersteilzeit.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

ERTRAGSLAGE DES KONZERNS

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Rohstahlerzeugung Tt 1.584,5 1.712,6
Außenumsatz Mio. € 2.982,5 3.349,9
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 290,0 548,1
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 214,2 478,8
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 183,7 465,3
Konzernergebnis Mio. € 140,5 368,8
Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) 1 % 12,6 35,2
Investitionen Mio. € 119,3 67,2
Abschreibungen Mio. € - 75,8 - 69,3
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 167,0 - 15,2

1 Annualisiert.

Der Salzgitter-Konzern verzeichnete in einem von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten ersten Quartal 2023 einen ermutigenden Start in das laufende Geschäftsjahr. Der Außenumsatz sank infolge der im Vergleichszeitraum rückläufigen Versandmengen und niedrigerer Durchschnittserlöse vieler Walzstahlprodukte um 11 % auf 3,0 Mrd. € (1. Quartal 2022: 3,3 Mrd. €). Dennoch wurde mit 290 Mio. € EBITDA (1. Quartal 2022: 548,1 Mio. €) sowie 183,7 Mio. € Gewinn vor Steuern (1. Quartal 2022: 465,3 Mio. €) ein vorzeigbares Ergebnis erzielt. Insbesondere die Geschäftsbereiche Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, und Technologie trugen hierzu bei. Das Resultat beinhaltet 29,3 Mio. € Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung) einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (1. Quartal 2022: 61,9 Mio. €). Aus 140,5 Mio. € (1. Quartal 2022: 368,8Mio. €) Nachsteuergewinn errechnen sich 2,57 € Ergebnis je Aktie (1. Quartal 2022: 6,80 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) lag bei 12,6 % (1. Quartal 2022: 35,2 %). Die Eigenkapitalquote erreichte äußerst solide 44,4 % (1. Quartal 2022: 37,3 %). Trotz der hohen Investitionen vor allem in die Umsetzung des Transformationsprogramms SALCOS® - Salzgitter Low CO2 Steelmaking - verbesserte sich die Nettofinanzposition um mehr als 100 Mio.€ gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (-498,1 Mio.€; 1. Quartal 2022: -619,7 Mio.€).

SONDEREFFEKTE

scrollen
EBT Restrukturierung Impairment/​ Zuschreibung
in Mio. € Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022
Stahlerzeugung 79,8 290,3 - - - -
Stahlverarbeitung 81,7 4,4 - -
Handel - 5,2 98,1 - -
Technologie 19,6 13,1 - -
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung 7,7 59,4 - -
Konzern 183,7 465,3 - - - -
scrollen
Sonstiges EBT ohne Sondereffekte
in Mio. € Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022
Stahlerzeugung - - 79,8 290,3
Stahlverarbeitung - 81,7 4,4
Handel - - 5,2 98,1
Technologie - 19,6 13,1
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung - 7,7 59,4
Konzern - - 183,7 465,3

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER SEGMENTE

GESCHÄFTSBEREICH STAHLERZEUGUNG

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Auftragseingang 1 Tt 1.355,7 1.586,7
Auftragsbestand zum Stichtag 1 Tt 1.071,8 1.377,7
Rohstahlerzeugung Tt 1.273,7 1.390,2
Salzgitter Flachstahl Tt 1.027,2 1.104,0
Peiner Träger Tt 246,5 286,1
Walzstahlproduktion Tt 1.124,3 1.224,8
Salzgitter Flachstahl Tt 909,3 956,8
Peiner Träger Tt 215,0 268,0
Versand Tt 1.448,6 1.505,2
Segmentumsatz 1 Mio. € 1.413,6 1.603,7
Außenumsatz Mio. € 1.038,8 1.204,4
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 135,6 330,8
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 94,0 294,4
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 79,8 290,3

1 Inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen.

Der Geschäftsbereich Stahlerzeugung vereint neben den beiden stahlerzeugenden Gesellschaften Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) und Peiner Träger GmbH(PTG) auch die DEUMU Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH (DMU) als wichtigen internen Transformationspartner für unser Dekarbonisierungsprogramm ↗ SALCOS® - Salzgitter Low CO 2 Steelmaking. Zudem gehören dem Geschäftsbereich die Gesellschaften Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH (SMS) und Salzgitter Europlatinen GmbH (SZEP) an. Das Produktspektrum des Geschäftsbereiches umfasst unter anderem Warmbreitband, verzinktes und beschichtetes Kaltfeinblech, Träger sowie lasergeschweißte Tailored Blanks.

MARKTENTWICKLUNG

Nach den trüben Aussichten auf dem Flachstahlmarkt im vierten Quartal 2022 setzte zum Jahreswechsel eine Geschäftsbelebung ein. Während die Werke zuvor teilweise ihre Kapazitäten reduzierten und niedrigpreisige Belegungsgeschäfte akquirieren mussten, um die Produktionsauslastung zu erhöhen, führten die dann einsetzenden positiven Nachfrageimpulse zu einer Stabilisierung der Marktlage. Diese Trendumkehr spiegelten auch die Spotmarktpreise wider, die über das gesamte erste Quartal aufwärts tendierten und sich merklich erholten. Darüber hinaus profitierte der Markt im Berichtszeitraum von den im vierten Quartal 2022 deutlich zurückgegangen Importen. Davon konnte die Stahlbranche aufgrund des Mixes der Kontraktlaufzeiten jedoch nur bedingt profitieren. Der lagerhaltende Handel fokussierte sich im Berichtszeitraum hingegen auf möglichst niedrige Bestände, um das Abwertungsrisiko im Falle eines erneuten Preisverfalls zu minimieren. Das führte in diesem Bereich zu einem eher schwachen Geschäft über kleinere Volumina. Darüber hinaus hat sich der Bedarf einiger Endverbraucher nicht wesentlich verbessert. So herrscht unter den Marktakteuren eine gewisse Skepsis in Bezug auf die langfristige Tragfähigkeit des jüngsten Aufwärtstrends, was nicht zuletzt auf die weiterhin hohe Inflation und die mit ihr einhergehenden Kaufkraftverluste zurückzuführen ist. Außerdem ist im weiteren Jahresverlauf aufgrund der Erholung wieder mit steigenden Einfuhren zu rechnen. Positiv ist, dass die EU-Kommission Anfang April 2023 eine Verlängerung der Antidumping-Maßnahmen gegen die Einfuhr von chinesischen Warmbandprodukten um weitere fünf Jahre vorgeschlagen hat. Mit einer positiven Abstimmung durch die EU-Mitgliedstaaten ist bis Anfang Juni zu rechnen.

Zu Beginn des Jahres kam es auf dem Trägermarkt infolge der über den Jahreswechsel niedrigen Bestände des lagerhaltenden Handels kurzzeitig zu einer Nachfragebelebung. Insgesamt blieb der reale Bedarf im Januar und Februar jedoch schwach. Insbesondere die Investitionsbereitschaft von kleinen und mittleren Investoren fehlte, da angesichts der hohen Kosten und gestiegenen Zinsen eine abwartende Haltung eingenommen wurde. Der Preisdruck beim lagerhaltenden Handel nahm im Quartalsverlauf zu. Die notwendigen Bestellungen wurden vom lagerhaltenden Handel zunächst nicht ausgelöst, da die preisliche Entwicklung unklar war. Erst als absehbar wurde, dass es aufgrund von Kostensteigerungen bei den Produzenten infolge der Schrottpreisentwicklung keine weiteren Preisreduzierungen mehr geben würde, änderte sich das Bestellverhalten. Aufgrund der weiterhin unsicheren Rahmenbedingungen im Bausektor ist mit einer anhaltend erratischen Nachfrage zu rechnen.

BESCHAFFUNG

EISENERZ

Im Jahresdurchschnitt 2022 fiel der Eisenerzpreis um rund ein Viertel auf 120,16 USD/​dmt. Der im vierten Quartal des vergangenen Jahres verzeichnete Aufwärtstrend der Erzpreise setzte sich im ersten Quartal 2023 fort. Dies lag vor allem in der Hoffnung begründet, dass ein baldiges Ende der Corona-Maßnahmen in China zu einem deutlichen Anstieg der Stahlproduktion führen würde, was sich jedoch bisher nicht bestätigte. So deckten sich vor allem Handelsunternehmen mit Mengen ein, um hier aufkommende Bedarfe bedienen zu können. Darüber hinaus mussten brasilianische Erzproduzenten die geplanten Exportmengen anpassen, da heftige Regenfälle in den Abbauregionen die Produktion beeinflussten. Entsprechend bewegte sich der Index seit Anfang Januar konstant über der Marke von 120 USD/​dmt. Am 15. März erreichte der Preis mit 133,10 USD/​dmt den höchsten Stand seit Juni 2022. Dass die Preise nicht stärker angestiegen sind, ist vor allem auf die wegen der schwachen Nachfrage und der behördlich angeordneter Produktionskürzungen weiterhin gedrosselte Stahlerzeugung in China zurückzuführen. Auch gab es verschiedene Ankündigungen der behördlichen Stellen in China, dass die stark gestiegenen Eisenerzpreise untersucht werden und gegen spekulative Anleger vorgegangen werden soll. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab der Index um 11,4 % auf 125,51 USD/​dmt nach.

KOKSKOHLE

Der Durchschnittspreis 2022 lag bei 363,71 USD/​mt und notierte somit 61,2 % über dem Vorjahrespreis. Nach dem Jahreswechsel sorgten Meldungen über heftige Regenfälle an Australiens Ostküste für Versorgungsängste bei den Verbrauchern. In Verbindung mit der weltweit anziehenden Stahlkonjunktur und den ersten Importen australischer Kohle von China seit Herbst 2020, führte dies zu einer kontinuierlich ansteigenden Notierung. Diese erreichte Mitte Februar ein Niveau von 390,00 USD/​t. Im Anschluss korrigierte der Kokskohlemarkt deutlich nach unten, da sich die Verbraucher ausreichend mit Material eingedeckt hatten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab der Index um 29,5 % auf 343,91 USD/​dmt nach.

Um die aus der Beschaffung resultierenden Risiken abzufedern, sichert der Salzgitter-Konzern definierte Eisenerz- und Kokskohlemengen durch Hedging preislich ab.

STAHLSCHROTT

Im ersten Quartal 2023 belebte sich der Schrottmarkt in Deutschland und die Schrottnachfrage vieler deutscher Stahlwerke zog wieder an. Die Situation der deutschen Stahlindustrie verbesserte sich im Vergleich zum Vorquartal deutlich. Der Abbau von Lagerbeständen bei Stahlhandel und Verbrauchern löste eine Nachfragebelebung nach Stahlprodukten mit unterschiedlicher Ausprägung nach Region und Produkt aus. Während im Neuschrottbereich vielerorts ein Angebotsüberhang vorherrschte, lag im Altschrottbereich, vor allem aufgrund der starken Nachfrage aus dem Tiefseeexportmarkt, umgekehrt ein Nachfrageüberhang vor. Die Schrottpreise zogen im Zuge dessen je nach Region, Sorte, Bedarf und Preisbasis zwischen 51 und 62 €/​t an.

GESCHÄFTSVERLAUF

Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Stahlerzeugung blieb vor allem wegen der schwächeren Entwicklung im Trägerbereich deutlich unter dem Vorjahreslevel. Auch der Auftragsbestand sowie die Roh- und Walzstahlproduktion kamen unter den Vergleichswerten aus. In Verbindung mit einem etwas niedrigeren Versand als ein Jahr zuvor, gaben der Segment- und Außenumsatz vor allem wegen der spürbar gesunkenen Erlöse nach. Der Geschäftsbereich Stahlerzeugung erwirtschaftete ein EBITDA in Höhe von 135,6 Mio. € (1. Quartal 2022: 330,8 Mio. €) und 79,8 Mio. € Gewinn vor Steuern (1. Quartal 2022: 290,3 Mio. €). Die SZFG konnte das Rekordergebnis der ersten drei Monate 2022 im Wesentlichen erlösbedingt und wegen der allgemeinen Kostensteigerungen infolge der Inflation nicht wiederholen. Trotz geringerer Mengen und Erlöse übertraf das Ergebnis der PTG das Vorjahr geringfügig, da die Schrott- und Energiekosten stärker gefallen sind. Die Ergebnisbeiträge der übrigen Gesellschaften des Geschäftsbereiches waren geringer als ein Jahr zuvor.

INVESTITIONEN

Zur Sicherstellung der Roheisenversorgung wurde bereits im Vorjahr die vorgesehene Neuzustellung des Hochofens A vom Aufsichtsrat genehmigt und der Hauptauftrag des Investitionsprojekts vergeben. Im ersten Quartal 2023 lag der Fokus auf den vorbereitenden Arbeiten für die Projektphase der Montage.

Den erhöhten Kundenanforderungen nach feuerverzinkten, höher- und höchstfesten Stahlgüten wird mit der neuen Feuerverzinkungsanlage 3 in Salzgitter Rechnung getragen. Der Bau der Anlage wurde 2022 abgeschlossen. Die Feuerverzinkung 3 befindet sich in der produktionsbegleitenden Projektphase der Leistungstests.

SALCOS®

Ziel von SALCOS® ist es, das integrierte Hüttenwerk in drei Stufen bis 2033 komplett auf eine CO 2-arme Rohstahlproduktion umzustellen. Im Zuge der ersten Ausbaustufe werden bis Ende 2025 eine Elektrolyse, eine DRI-Anlage und ein Elektrolichtbogenofen errichtet. Über diese Anlagen können jährlich 1,9 Mio. t CO 2-armer Rohstahl produziert und so ein Hochofen und ein Konverter abgelöst werden.

Für die Transformation der primären Stahlherstellung investieren wir rund 2,3 Mrd. € bis Ende 2026. Nachdem sich mit der Unterzeichnung einer Verwaltungsvereinbarung die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen am 15. September 2022 zur Gemeinschaftsförderung von SALCOS® bekannt hatten und im Nachgang die notwendige beihilferechtliche Freigabe der EU-Kommission erteilt worden ist, wurde am 18. April 2023 der Förderbescheid übergeben. SALCOS® wird mit diesem Förderbescheid in seiner ersten Ausbaustufe mit rund 700 Mio. € Bundesmitteln und 300 Mio. € Landesmitteln unterstützt. Gemeinsam mit den bereits freigegebenen Eigenmitteln von über 1 Mrd. € ist somit die Finanzierung der ersten Ausbaustufe von SALCOS® sichergestellt.

Als Pilotanlage für SALCOS® errichteten wir am Standort Salzgitter eine Direktreduktionsanlage mit flexibler Erdgas-/​Wasserstoff-Nutzung im deutlich verkleinerten Maßstab. Der Bau der Anlage wurde im ersten Quartal 2023 abgeschlossen. Aktuell befindet sich die Direktreduktionsanlage in der Funktionsprüfung.

Die im Rahmen von SALCOS® angestrebte Ausweitung der Schrottrecyclingaktivitäten wurde im Berichtszeitraum mit der Übernahme der Must-Metalle-Container-Recycling GmbH durch die DMU vorangetrieben. Das Recycling-Unternehmen aus Goslar im Harz ist auf den Handel mit Schrotten und Metallen spezialisiert. Innerhalb des Salzgitter-Konzerns wird das Unternehmen weiterhin eigenständig agieren und dabei unter dem Namen Harzer Schrott und Recycling GmbH firmieren.

GESCHÄFTSBEREICH STAHLVERARBEITUNG

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Auftragseingang Mio. € 702,5 788,5
Auftragsbestand Mio. € 1.020,2 1.045,1
Rohstahlerzeugung Tt 310,8 322,4
Walzstahlproduktion Tt 276,2 291,4
Versand Tt 433,1 419,4
Segmentumsatz 1 Mio. € 867,3 783,3
Außenumsatz Mio. € 562,0 466,7
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 100,1 19,4
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 86,4 6,6
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 81,7 4,4

1 Inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen.

Im Geschäftsbereich Stahlverarbeitung sind die stahlrohrproduzierenden Gesellschaften und die Grobblechaktivitäten des Salzgitter-Konzerns zusammengefasst. Das Rohrportfolio deckt ein breites Durchmesserspektrum von Leitungsrohren ab. Hinzu kommen Präzisionsstahlrohre sowie nahtlose Edelstahl- und Nickelbasisrohre. Des Weiteren gehören dem Geschäftsbereich zwei Grobblechwalzwerke an. Im Werk in Ilsenburg werden neben Standardgüten verschleißfeste und sauergasbeständige Bleche hergestellt. Die Kompetenz des Werks in Mülheim an der Ruhr liegt vor allem in der Produktion von Rohrblechen für Onshore- und Offshore-Pipelines in mittleren bis großen Losen. Mit der Beteiligung an der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) verfügt der Geschäftsbereich über eine eigene Vormaterialversorgung.

HKM wird quotal zu 30 % einbezogen und ist dementsprechend im Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis des Geschäftsbereiches enthalten, jedoch nicht im Auftragsbestand und Versand. Die Beteiligungen an der EP-Gruppe sowie dem türkischen Rohrhersteller Borusan Mannesmann Boru Yatirim Holding A.S. (BMBYH; 23 %) werden mit dem anteiligen Nachsteuerergebnis berücksichtigt (at-equity-konsolidiert).

Im Rahmen unseres aktiven Portfoliomanagements wurde die Berg Pipe-Gruppe mit Sitz in den USA mit Wirkung zum 13. April 2023 an Borusan Mannesmann Pipe U.S. verkauft. Im Sinne des Best-Owner-Prinzips eröffnet dieser Schritt der Berg Pipe und ihren Mitarbeitenden optimierte strategische Entwicklungsmöglichkeiten unter der Führung von Borusan Mannesmann. Der Umsatz des Salzgitter-Konzerns ändert sich - aufgrund der Equity-Bilanzierung - dadurch nicht, die Auswirkungen auf das prognostizierte Vorsteuerergebnis 2023 sind unwesentlich.

MARKTENTWICKLUNG

QUARTOBLECH

Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie die hohen Energiepreise sorgten für fortwährende Unsicherheit bei den Kunden. Dennoch konnte zu Beginn des Jahres 2023 auf dem Quartoblechmarkt eine rege Nachfrageentwicklung verzeichnet werden. Diese war vor allem getrieben durch ein Anziehen der Nachfrage aus nahezu allen Abnehmerbranchen, was zu einer guten Auftragsbelegung der westeuropäischen Werke und in Folge weniger Preiskampf führte. Diese Entwicklung wurde durch schwache Einfuhren im Schlussquartal 2022 und den ersten Wochen des Jahres 2023 gestützt, nachdem die Importe insbesondere nach Ausbruch des russischen Angriffskrieges im zweiten und dritten Quartal des Jahres 2022 zunächst kräftig angestiegen waren. Zum Ende des ersten Quartals gestaltete sich die Nachfrage verhalten stabil. Entsprechend bewegten sich die Marktpreise für Grobblech seit Anfang Januar kontinuierlich nach oben, bevor im März eine Seitwärtsbewegung einsetzte. Am 19. April haben die EU-Mitgliedstaaten auf Vorschlag der EU-Kommission eine Verlängerung der Antidumping-Maßnahmen gegen chinesische Grobblecheinfuhren um weitere fünf Jahre beschlossen. Die US International Trade Commission (ITC) verlängerte Anfang Februar 2023 bestehende Antidumping-Zölle für die Einfuhr von Grobblech in die USA gegen Deutschland und zehn weitere Länder um ebenfalls fünf Jahre.

STAHLROHRE

Bedingt durch den Krieg in der Ukraine erhöhte sich auf dem Großrohrmarkt die Anzahl der zu vergebenden Projekte 2022 deutlich. Durch die veränderte geopolitische Lage und die erforderliche energiepolitische Diversifikation entsteht ein Neubedarf für Pipelinesysteme im Bereich Erdgas, aber auch die Realisierung von H 2- und CO 2-Pipelines nimmt zunehmend Gestalt an. Während im Vorjahr vorrangig kurzfristige Ausschreibungen und Vergaben für Anschlussleitungen von den neu errichteten LNG-Terminals erfolgten, waren im Berichtszeitraum auch Projektausschreibungen für Erdgasleitungen zum weiteren Netzausbau in Deutschland zu verzeichnen. Wenngleich generell eine rege Anfragetätigkeit verzeichnet wurde, zeigte sich der Markt für mittlere Leitungsrohre aufgrund der unsicheren Gesamtlage sowie der Warmbreitbandpreisentwicklung weiterhin beunruhigt. Das Händlergeschäft agierte bei hohen Beständen aufgrund der Preiserwartung zurückhaltend. Der Präzisrohrmarkt war mit Ausnahme des Automobilsektors von einer eher schwachen wirtschaftlichen Dynamik gekennzeichnet. Auf dem Markt für nahtlose Edelstahlrohre gingen positive Impulse von der Sonderkonjunktur in der Luftfahrtindustrie aus und der sukzessiven Auflösung des Instandhaltungsstaus in der nuklearen Energieerzeugung. Darüber hinaus konnten verstärkt Aufträge im Bereich Carbon Capture and Storage gebucht werden. Im kaltfertigen Bereich machte sich hingegen weiterhin die Schwäche im lagerhaltenden Handel bemerkbar. Lediglich Bedarfe im kleinen Abmessungsbereich für Wärmetauscher und Spezialanwendungen in der Chemieindustrie zeigten eine stabile Nachfrage.

GESCHÄFTSVERLAUF

Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Stahlverarbeitung unterschritt das Niveau des ersten Quartals 2022 deutlich. Dabei konnten die Grobblechgesellschaften nicht an den hohen Ordereingang des Vorjahres anknüpfen. Im Präzisrohrbereich gingen die Buchungen aus den Produktsegmenten Industrie und Energie spürbar zurück. Die positive Entwicklung der Auftragseingänge der Edelstahlrohrgruppe und im Großrohrbereich konnten dies nicht kompensieren. Auch der Auftragsbestand blieb unter dem Wert der ersten drei Monate 2022. Im Wesentlichen dank des Anstiegs im Bereich mittlere Leitungsrohre und Grobblech legte der Absatz zu. In Verbindung mit dem insgesamt verbesserten Erlösniveau nahmen Segment- und Außenumsatz im Vergleich zum Vorjahr merklich zu. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete ein EBITDA in Höhe von 100,1 Mio. € (1. Quartal 2022: 19,4 Mio. €) sowie 81,7 Mio. € Gewinn vor Steuern (1. Quartal 2022: 4,4 Mio. €) und übertraf damit das Vorjahr signifikant. Hierzu trugen alle Gesellschaften mit spürbar gesteigerten Ergebnissen bei.

GESCHÄFTSBEREICH HANDEL

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Versand Tt 788,4 1.062,0
Segmentumsatz 1 Mio. € 923,9 1.326,1
Außenumsatz Mio. € 918,2 1.302,7
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 3,4 101,8
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € - 0,9 97,8
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € - 5,2 98,1

1 Inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen.

Der Geschäftsbereich Handel umfasst eine gut ausgebaute europäische Organisation lagerhaltender Stahlhandelsniederlassungen mit großer Anarbeitungstiefe, diverse auf Grobblech spezialisierte Gesellschaften sowie ein weltumspannendes Tradingnetzwerk. Neben dem Vertrieb von Walzstahl- und Röhrenerzeugnissen des Salzgitter-Konzerns sowie komplementärer Produkte anderer Hersteller wird zudem Vormaterial an den internationalen Märkten für Konzerngesellschaften und externe Kunden beschafft.

MARKTENTWICKLUNG

Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2022 die Verkaufspreise von ihrem Rekordhoch deutlich zurückgingen, stabilisierten sie sich in den ersten Monaten des Berichtszeitraums und stiegen zum Ende hin wieder leicht an. Die Stahlnachfrage war auf dem Großteil der wesentlichen Absatzmärkte des Geschäftsbereiches Handel eher schwach - lediglich in den USA konnte ein hohes Absatzvolumen, begünstigt durch die erfreuliche Nachfrage, generiert werden. Im Trading trübten zusätzlich gestiegene Leitzinsen die internationalen Handelstätigkeiten ein.

GESCHÄFTSVERLAUF

Der Absatz des Geschäftsbereiches Handel ging aufgrund der verhaltenen Nachfrageentwicklung gegenüber Vorjahr deutlich zurück. Hiervon waren der lagerhaltende Handel, das internationale Trading und die UES-Gruppe in ähnlichem Umfang betroffen, sodass sich verbunden mit dem gesunkenen Preisniveau ein merklicher Rückgang des Segment- und Außenumsatzes einstellte. Im Zusammenhang mit den insbesondere zum Anfang des Quartals noch eher hohen Bestandspreisen im Lagerhandel wurden deutliche Verluste verbucht, die mit einem ebenfalls rückläufigen Geschäft des internationalen Tradings und der UES-Gruppe einhergingen. Das EBITDA (3,4 Mio. €; 1. Quartal 2022: 101,8 Mio. €) wie auch das Ergebnis vor Steuern (- 5,2 Mio. €; 1. Quartal 2022: 98,1 Mio. €) blieben somit spürbar unter den herausragenden Vorjahresresultaten.

GESCHÄFTSBEREICH TECHNOLOGIE

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Auftragseingang Mio. € 583,8 518,6
Auftragsbestand zum Stichtag Mio. € 1.368,4 1.074,8
Segmentumsatz 1 Mio. € 420,5 334,0
Außenumsatz Mio. € 420,4 333,7
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 27,2 19,0
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 19,7 12,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 19,6 13,1

1 Inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen.

Im Geschäftsbereich Technologie sind drei traditionsreiche Hersteller von Spezialmaschinen zusammengefasst. Rund 90 % des Umsatzes werden von der KHS-Gruppe generiert, die in der Abfüll- und Verpackungstechnik zu den weltweit führenden Anlagenproduzenten zählt. KHS ist ein Komplettanbieter, dessen Leistungspalette von der Intralogistik über das Processing bis hin zur Getränkeabfüllung und -verpackung reicht. Die Klöckner DESMA Elastomertechnik-Gruppe (KDE-Gruppe) stellt Spritzgießmaschinen für Gummi- und Silikonprodukte her, während die DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) im Sondermaschinenbau für die industrielle Schuhfertigung tätig ist. Beide Gesellschaften sind Marktführer in ihren jeweiligen Segmenten.

MARKTENTWICKLUNG

Der Auftragseingang der Gesamtbranche ging gemäß des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) in den ersten drei Monaten 2023 gegenüber der Vorjahresperiode in erheblichem Umfang zurück und setzte den bereits Ende 2022 einsetzenden negativen Trend fort. Die Bestellungen aus dem Ausland waren davon etwas stärker betroffen als die Auftragseingänge aus dem Inland. Auch im Bereich Verpackungsmaschinen blieben die Auftragseingänge deutlich unter dem Vorjahresniveau.

GESCHÄFTSVERLAUF

Entgegen dem zuvor beschriebenen Branchentrend übertraf der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Technologie den Vorjahreswert deutlich. Dies ist auf die Steigerung des Ordereingangs der KHS-Gruppe zurückzuführen. Dabei war insbesondere das Projektgeschäft durch eine hohe Nachfrage gekennzeichnet. Während der Auftragseingang der KDS nahezu stabil blieb, erreichte die KDE-Gruppe den Vergleichswert nicht ganz. Der Auftragsbestand des Geschäftsbereiches folgte der positiven Entwicklung und erreichte ein neues Rekordniveau. Segment- und Außenumsatz übertrafen im Berichtszeitraum den Level der ersten drei Monate 2022 um ein Viertel. Insgesamt erwirtschaftete der Geschäftsbereich Technologie 27,2 Mio. € EBITDA (1. Quartal 2022: 19,0 Mio. €) und ein EBT in Höhe von 19,6 Mio. € (1. Quartal 2022: 13,1 Mio. €) und lag damit erheblich über den Vorjahreswerten. So erzielte die KHS-Gruppe einen mehr als verdoppelten Ergebnisbeitrag. Die KDE und KDS konnten hingegen nicht an die Resultate des Vorjahres anknüpfen.

Das Effizienz- und Wachstumsprogramm im Geschäftsbereich Technologie knüpft konsequent an die Gesamtstrategie des Salzgitter-Konzerns an. Umfassende Maßnahmen konnten trotz des wettbewerbsintensiven und von Unwägbarkeiten geprägten Marktumfelds zur bisher erzielten Umsatz- und Ergebnisverbesserung beitragen. Die Schwerpunkte in der strategischen Ausrichtung der KHS-Gruppe liegen neben der fortwährenden Weiterentwicklung der deutschen Produktionsstandorte insbesondere auf dem Ausbau der internationalen Präsenz. Zur Stärkung der Kundenbeziehungen zielen Investitionen auf die Erweiterung von globalen Produktionskapazitäten für die Abwicklung der Kundenaufträge sowie auf die Absicherung des After-Sales Geschäfts ab - zum Beispiel durch den globalen Ausbau von Trainingscentern.

INDUSTRIELLE BETEILIGUNGEN /​ KONSOLIDIERUNG

scrollen
Q1 2023 Q1 2022
Umsatz 1 Mio. € 328,8 298,2
Außenumsatz Mio. € 43,1 42,3
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) Mio. € 23,7 77,1
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) Mio. € 14,9 68,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € 7,7 59,4

1 Inklusive Umsatz mit anderen Geschäftsbereichen.

Im Bereich Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung sind Aktivitäten erfasst, die nicht direkt einem Geschäftsbereich zugeordnet sind. Als Management-Holding ist die Salzgitter AG nicht selbst operativ tätig, sondern steuert die Salzgitter Mannesmann GmbH und die Salzgitter Klöckner-Werke GmbH, von der die wesentlichen Gesellschaften der Salzgitter-Gruppe gehalten werden. Darüber hinaus sind hier die überwiegend konzernintern tätigen Gesellschaften enthalten sowie die Konzernunternehmen, die mit ihren Produkten und Leistungen die Kernaktivitäten der Geschäftsbereiche unterstützen.

Der Umsatz des Bereiches Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung, der hauptsächlich durch das Halbzeug- und Servicegeschäft mit Tochtergesellschaften und Konzernfremden generiert wird, erhöhte sich im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2022. Der Außenumsatz wurde geringfügig gesteigert. Das EBITDA (23,7 Mio. €; 1. Quartal 2022: 77,1 Mio. €) beinhaltet 29,3 Mio. € Beitrag der nach der Equity-Methode (IFRS-Bilanzierung) ausgewiesenen Beteiligung an der Aurubis AG (1. Quartal 2022: 61,9 Mio. €). Der Gewinn vor Steuern rangierte mit 7,7 Mio. € (1. Quartal 2022: 59,4 Mio. €) ebenfalls merklich unter dem Vorjahreszeitraum. Die Ergebnisse aus der Bewertung von Derivatepositionen sowie das Zinsergebnis des Cash-Managements des Konzernfinanzkreises lieferten im Saldo einen leicht positiven Beitrag (1,2 Mio. €; 1. Quartal 2022: - 0,2 Mio. €). Die überwiegend für den Konzern tätigen Gesellschaften erzielten zwar ein positives Vorsteuerergebnis, konnten jedoch den Gewinnbeitrag des Vorjahres, der wesentlich durch einen Grundstücksverkauf geprägt war, nicht einstellen.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Die Bilanzsumme des Salzgitter-Konzerns ist in den ersten drei Monaten 2023 gegenüber dem 31. Dezember 2022 um 84 Mio. € gestiegen.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag um 49 Mio. €. Dabei nahmen die Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen (+ 17 Mio. €) geringfügig zu. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (+ 119 Mio. €) lagen im Berichtszeitraum erheblich über dem Niveau der planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens (-76 Mio. €). Die latenten Ertragsteueransprüche (-8 Mio. €) reduzierten sich infolge des Verbrauchs der aktiven latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag nur geringfügig gestiegen (+ 34 Mio. €). Den spürbar gesunkenen Vorräten (- 294 Mio. €) stehen merklich gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Vertragsvermögenswerten (+284 Mio. €) sowie höhere Finanzmittel (+38 Mio. €) und sonstige Forderungen und Vermögenswerte (+28 Mio. €) entgegen. Durch den Verkauf der Salzgitter Bauelemente GmbH reduzierten sich die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte vollständig.

Auf der Passivseite legte das Eigenkapital insbesondere aufgrund des positiven Konzernergebnisses leicht zu (+ 118,4 Mio. €). Die Eigenkapitalquote erreichte bei annähernd gleichbleibender Bilanzsumme sehr solide 44,4 % (31.12.2022: 43,7 %). Die langfristigen Schulden bewegten sich insgesamt auf dem Niveau des Vergleichsstichtags (+ 7 Mio. €). Während die Pensionsrückstellungen geringfügig anstiegen (+15 Mio. €), sind die langfristigen Finanzschulden leicht gesunken (- 12 Mio. €). Die kurzfristigen Schulden verminderten sich um 42 Mio. €. Den niedrigeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive Vertragsverbindlichkeiten (- 106 Mio. €) standen höhere sonstige Verbindlichkeiten (+ 61 Mio. €) entgegen.

Die Nettofinanzposition verbesserte sich mit - 498 Mio. € erkennbar gegenüber dem Niveau des Bilanzstichtages zum Jahresende 2022 (- 553 Mio. €). Den Geldanlagen (1.038 Mio. €; 31.12.2022: 1.002 Mio. €) standen Verbindlichkeiten von 1.536 Mio. € (31.12.2022: 1.554 Mio. €) gegenüber, davon 728 Mio. € bei Kreditinstituten (31.12.2022: 756 Mio. €). Wie bisher werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen nicht in der Nettofinanzposition berücksichtigt. Die gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden die Nettofinanzposition erst zum Zahlungszeitpunkt positiv beeinflussen. Dagegen hatte das im Vergleich zum letzten Bilanzstichtag gesunkene Vorratsvermögen bereits eine positive Auswirkung auf die Nettofinanzposition.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KAPITALFLUSSRECHNUNG

Bei einem Vorsteuerergebnis von 184 Mio. € ergab sich ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 167 Mio. € (Vorjahreszeitraum: - 15 Mio. €). Während das niedrigere Ergebnis den operativen Cashflow weniger positiv beeinflusst als im Vergleichszeitraum, fiel der Anstieg des Working Capital im Berichtszeitraum geringer aus.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf - 100 Mio. € (Vorjahreszeitraum: - 49 Mio. €). Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen (- 118 Mio. €; Vorjahreszeitraum: - 61 Mio. €) sind erkennbar höher als im Vorjahr und beinhalten auch Investitionen in strategische Projekte, darunter 34 Mio. € Auszahlungen für SALCOS®. Höhere Einzahlungen aus Verkäufen von sonstigen langfristigen Vermögenswerten wirkten gegenläufig.

Den Rückzahlungen von Krediten und Zinsauszahlungen stehen geringfügige Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten gegenüber, sodass sich insgesamt ein Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit (- 25 Mio. €; Vorjahreszeitraum: Mittelabfluss - 15 Mio. €) ergibt.

Wegen des positiven Gesamt-Cashflows erhöhte sich der Finanzmittelbestand (1.026 Mio. €) gegenüber dem 31. Dezember 2022 (988 Mio. €) entsprechend.

MITARBEITER

scrollen
31.03.2023 31.12.2022 Veränderung
Stammbelegschaft 1 22.705 22.622 83
Geschäftsbereich Stahlerzeugung 7.339 7.369 - 30
Geschäftsbereich Stahlverarbeitung 5.358 5.341 17
Geschäftsbereich Handel 2.006 1.975 31
Geschäftsbereich Technologie 5.380 5.329 51
Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung 2.622 2.608 14
Ausbildungsverhältnisse 1.156 1.313 - 157
Passive Altersteilzeit 669 635 34
Gesamtbelegschaft 24.529 24.569 - 40

Unter Berücksichtigung der quotalen Beteiligungsverhältnisse sind Rundungsabweichungen möglich.

1 Ohne Organmitglieder.

Am 31. März 2023 umfasste die Stammbelegschaft des Salzgitter-Konzerns 22.705 Mitarbeiter und somit 83 Personen mehr als zum Jahresende 2022. Unter Berücksichtigung der Entkonsolidierung der Salzgitter Bauelemente GmbH beträgt der Belegschaftsanstieg in den fortgeführten Gesellschaften gegenüber dem Vorjahresultimo + 156 Personen.

Der Belegschaftszuwachs ist im Wesentlichen auf die im Januar 2023 erfolgte Übernahme von Auszubildenden sowie auf die begonnene Umsetzung der für 2023 geplanten Beschäftigungsausweitungen, insbesondere auch in der KHS-Gruppe (+48), zurückzuführen. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 151 Auszubildende übernommen, von denen 90 befristete Verträge erhielten. Gegenläufig wirkten Altersaustritte durch den Wechsel in die passive Phase der Altersteilzeit beziehungsweise unmittelbare Renteneintritte.

Die Gesamtbelegschaft belief sich auf 24.529 Personen. Die Zahl der Leiharbeitnehmer lag zum 31. März 2023 bei 1.197 Personen und damit um 129 Personen über dem Wert des Vorjahresstichtags. Zum Ende des Berichtszeitraums befanden sich in den inländischen Konzerngesellschaften 527 Mitarbeiter in Kurzarbeit (2022: 80), davon 190 bei der Peiner Träger GmbH, 187 bei der Mannesmannröhren-Werk GmbH sowie 104 Mitarbeiter bei der Salzgitter Mannesmann Stahlservice GmbH.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

AUSBLICK

Die Geschäftsbereiche gehen, verglichen mit dem Vorjahr, von nachstehend beschriebenem Verlauf des Geschäftsjahres 2023 aus:

In einem anhaltend volatilen und seit dem Sommer 2022 merklich abgeschwächten Marktumfeld erwarten die Gesellschaften des Geschäftsbereiches Stahlerzeugung trotz der Unsicherheiten eine verbesserte Nachfrage, die vor allem auf nachlassende Lieferkettenprobleme in der europäischen Automobilindustrie zurückzuführen ist. Die Rohstoffkosten werden stabil auf hohem Niveau erwartet. Die Energiepreise entspannten sich seit Frühherbst 2022 spürbar, werden aber weiterhin stark von politischen Entscheidungen beeinflusst sein. Der Produktionsverlust aus der geplanten Neuzustellung des Hochofens A soll durch Brammenbevorratung, Brammenlieferungen aus dem Konzernverbund sowie die Wiederinbetriebnahme des bisher stillgesetzten Hochofens C ausgeglichen werden. Im Flachstahlbereich gehen wir wieder von einer die Kapazität auslastenden Nachfrage bei allerdings unter Druck stehenden Erlösen aus. Die Auftragseingänge zum Jahresanfang 2023 und der gute Auftragsbestand stützen diese Annahme. Für Stahlträger antizipieren wir in den ersten Monaten noch eine schwächere, aber sich über das Gesamtjahr 2023 erholende Nachfrage, die insgesamt über dem Vorjahr liegen wird. Aufgrund der rückläufigen Durchschnittserlöse erwarten wir insgesamt einen merklich verminderten Umsatz (2022: 4.262,7 Mio. €) sowie ein positives, aber deutlich unter dem Ausnahmejahr 2022 liegendes EBITDA (2022: 946,3 Mio. €) und Vorsteuerergebnis (2022: 790,9 Mio. €).

Für den Geschäftsbereich Stahlverarbeitung zeichnet sich für 2023 eine heterogene, aber insgesamt verbesserte Entwicklung in den Zielmärkten ab: Für Quartoblech erwarten wir eine merkliche Aufhellung des Marktgeschehens und eine gute Auslastung. Die Rohrblechproduktion dürfte von der guten Buchungssituation für Großrohre profitieren. Insofern zeichnet sich für die Großrohrwerke eine auskömmliche Auslastung in allen Werken ab. Auch im Produktsegment der mittleren Leitungsrohre prognostizieren wir eine anziehende Mengenentwicklung. Die Präzisrohrgruppe geht ebenfalls von einer Mengensteigerung aus. Im Edelstahlrohrbereich wird für 2023 wieder mit deutlich anziehenden Aktivitäten gerechnet. Insgesamt prognostizieren wir für den Geschäftsbereich steigende Umsätze (2022: 2.105,9 Mio. €) sowie ein deutlich über dem Vergleichszeitraum liegendes EBITDA (2022: 173,1 Mio. €). Auch das Vorsteuerresultat dürfte das Niveau des Vorjahres (2022: 86,2 Mio. €), das durch ein Impairment belastet wurde, spürbar übertreffen.

Für die Gesellschaften des Geschäftsbereiches Handel wird eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung auf einem gegenüber dem hohen Vorjahreslevel normalisierten Niveau antizipiert. Nach einem leichten Vorsteuerverlust im ersten Quartal wird eine spürbare Verbesserung der operativen Margen und ein Anstieg der Nachfrage erwartet, sodass in den verbleibenden Quartalen des Geschäftsjahres 2023 die Gewinnzone wieder deutlich erreicht werden sollte. Begünstigt wird diese Entwicklung durch zeitverzögert nachlaufende Bestandspreise in Verbindung mit der Prognose leicht steigender Verkaufspreise und einer unterstellten Nachfragenormalisierung in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt ist mit einem niedrigeren Umsatz (2022: 4.580,9 Mio. €) sowie einem merklich unter dem Vorjahr liegenden EBITDA (2022: 268,0 Mio. €) und Ergebnis vor Steuern (2022: 243,1 Mio. €) zu rechnen.

Nachdem der Auftragsbestand der KHS-Gruppe zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ein Rekordniveau erreichte, startete der Geschäftsbereich Technologie mit einer sehr hohen Auslastung in das neue Jahr. Auch durch die Vermarktung innovativer Neuprodukte und das Wachstum im Servicegeschäft erwarten wir spürbar steigende Umsatzerlöse der KHS-Gruppe. Die beiden DESMA-Spezialmaschinenbauer antizipieren eine andauernde Markterholung und ein - unterstützt durch Kostensenkungsprogramme - über dem Vorjahr liegendes Vorsteuerergebnis. Insgesamt erwarten wir für den Geschäftsbereich einen merklich gestiegenen Umsatz (2022: 1.429,9 Mio. €) sowie ein deutlich gesteigertes EBITDA (2022: 76,8 Mio. €) und Vorsteuerergebnis (2022: 48,0 Mio. €).

Für den Salzgitter-Konzern rechnen wir im Geschäftsjahr 2023 mit

scrollen

einem Umsatz zwischen 11,5 Mrd. € und 12,0 Mrd. €,

einem EBITDA zwischen 750 Mio. € und 850 Mio. €,

einem Vorsteuergewinn zwischen 300 Mio. € und 400 Mio. € sowie

einer spürbar unterhalb des Vorjahresniveaus liegenden Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

PROGNOSE DER SEGMENTE UND DES KONZERNS

scrollen
Geschäftsjahr 2022 Prognose Geschäftsjahr 2023
Stahlerzeugung Umsatz Mio. € 4.262,7 merklich vermindert
EBITDA Mio. € 946,3 deutlich unter Vorjahr
EBT Mio. € 790,9 deutlich unter Vorjahr
Stahlverarbeitung Umsatz Mio. € 2.105,9 steigend
EBITDA Mio. € 173,1 deutlich über Vorjahr
EBT Mio. € 86,2 deutlich über Vorjahr
Handel Umsatz Mio. € 4.580,9 unter Vorjahr
EBITDA Mio. € 268,0 merklich unter Vorjahr
EBT Mio. € 243,1 merklich unter Vorjahr
Technologie Umsatz Mio. € 1.429,9 merklich steigend
EBITDA Mio. € 76,8 deutlich über Vorjahr
EBT Mio. € 48,0 deutlich über Vorjahr
Konzern Umsatz Mio. € 12.553,3 zwischen 11,5 Mrd. € und 12,0 Mrd. €
EBITDA Mio. € 1.618,2 zwischen 750 Mio. € und 850 Mio. €
EBT Mio. € 1.245,4 zwischen 300 Mio. € und 400 Mio. €
ROCE % 20,1 spürbar unter Vorjahresniveau
scrollen
BEZEICHNUNG UMSATZ, EBITDA, EBT DELTA ROCE
stabil, auf Vorjahresniveau: bis ± 2 % ± 1
leicht, geringfügig, etwas: ± 2 % bis < ± 5 % 1 bis 5
moderat, mäßig, keine nähere Bezeichnung: ± 5 % bis < ± 10 -
spürbar, erheblich, merklich, deutlich, sichtbar: ab ± 10 % > ±5

Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Geschäftsverlauf des Jahres 2023 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierenden Ergebniseffekte können ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch in positiver Richtung annehmen.

RISIKOMANAGEMENT

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung sehen wir uns mit den Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg sowie der Volatilität auf den Rohstoff- und Energiemärkten, einhergehend mit hohen Inflationsraten konfrontiert. Derzeit und soweit sichtbar haben wir Ergebniseffekte hieraus in der Vorschau des laufenden Jahres in den Gesellschaften - sofern abschätzbar - einbezogen.

Trotz der eingeschränkten Sichtbarkeit bestanden zum Stichtag keine Risiken, die den Fortbestand des Salzgitter-Konzerns gefährden könnten. Hinsichtlich einzelner Chancen und Risiken verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2022.

Für unser Transformationsprogramm SALCOS® haben wir auf der diesjährigen Hannover Messe den Bescheid für die Fördermittel der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Niedersachsen für die erste Ausbaustufe in Höhe von 1 Mrd. € erhalten. Eine finanzielle Belastung über das im März 2023 aktualisierte Investitionsvolumen hinaus stufen wir derzeit als unwahrscheinlich ein.

GEOPOLITISCHE RISIKEN

Am 24. Februar 2022 startete der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine. Bezogen auf den Salzgitter-Konzern betreffen die aus dem Russland-Ukraine-Krieg resultierenden wirtschaftlichen Unsicherheiten insbesondere die Preisentwicklungen und Versorgungssicherheit auf den Beschaffungsmärkten für Energie und Rohstoffe wie auch die zukünftigen Absatzaussichten. Die direkte Betroffenheit unserer Kunden und Lieferanten ändert sich regelmäßig. Eine verlässliche Quantifizierung der Auswirkungen ist aufgrund der sich kurzfristig verändernden Rahmenbedingungen nicht möglich. Hinsichtlich der Versorgungssicherheit konnten alternative Lieferanten gefunden werden und wir erwarten weiterhin eine bedarfsgerechte Belieferung. Der Absatzrückgang in die betroffenen Kriegsregionen Russland und Ukraine hat für uns eine untergeordnete Bedeutung.

Durch die Erdgaseinsparungen in der Industrie und bei Privathaushalten sowie infolge des verhältnismäßig milden Winters ist es zu keiner Gasmangellage gekommen. Außerdem sind in den vergangenen Monaten mehrere LNG-Terminals in Betrieb gegangen, die eine weitere Verbesserung der Versorgungslage nach sich zogen. Entsprechend sanken die Gas- und Strompreise auf niedrigere, aber im historischen Vergleich weiterhin sehr hohe Niveaus. Mit Blick auf den kommenden Winter ist eine Mangellage allerdings weiterhin nicht auszuschließen.

Der Krieg in der Ukraine hat - nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie - ein weiteres Mal gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten und die Versorgungssicherheit gegenüber Krisen sind. Generell bedeutet dies für den Salzgitter-Konzern, dass die Absatz- und Beschaffungsrisiken in ihrer Flexibilität und Substituierbarkeit noch genauer überprüft werden. Dabei werden nicht allein die aktuellen Ereignisse berücksichtigt, sondern auch weitere potenzielle globale Krisensituationen mit Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Salzgitter AG in den Fokus genommen.

Beispielhaft für mögliche zukünftige Krisen ist eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China. Spätestens unter der Trump-Administration hat sich in den USA auch öffentlich eine deutlich veränderte Wahrnehmung Chinas als systemischer Rivale abgezeichnet. Bereits früh in der Amtszeit von Ex-US-Präsident Trump in Kraft gesetzte Sonderzölle auf bestimmte chinesische Einfuhren lösten eine Spirale handelspolitischer Maßnahmen auf beiden Seiten aus. Nach nahezu zwei Jahren im Amt hat auch der aktuelle US-Präsident Biden bisher wenig Bestrebungen gezeigt, die Haltung gegenüber China zu verändern und die Zölle seines Vorgängers aufzuheben.

Aufgrund der Unterstützung Russlands durch China haben sich die Spannungen zwischen "dem Westen" und China weiter verschärft. Auch die wiederholten Drohungen Chinas in Richtung Taiwan haben nicht zu einer Deeskalation der Lage beigetragen. Entsprechend verbleibt ein erhebliches Risiko, dass es zumindest zu gegenseitiger Sanktionierung oder weiteren Handelshemmnissen kommen kann, die wiederum Auswirkungen auf globale Lieferketten und die Nachfrage haben könnten.

Aus der Erkenntnis, dass globale Lieferketten äußerst vulnerabel sind, leiten sich auch neue Entwicklungen für vornehmlich in Europa produzierende und verkaufende Unternehmen wie die Salzgitter AG ab. Re-Lokalisierung von Produktionsketten, Investitionen in neue Infrastrukturen sowie strategische Priorisierung heimischer Lieferanten gegenüber Importen könnten mittelfristig den Bedarf an heimischen Produkten steigen lassen. Zu dieser Entwicklung passen auch Bestrebungen der EU-Kommission, im Rahmen des im April 2023 vorgestellten Net-Zero-Industry Act, die lokale Wertschöpfung bei Schlüsseltechnologien und der Gewinnung, Verarbeitung sowie dem Recycling von Rohstoffen zu erhöhen.

Darüber hinaus hat es im ersten Quartal 2023 erhebliche Turbulenzen im Bankensektor gegeben. Durch den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank sowie der Übernahme der strauchelnden Credit Suisse durch die UBS wurden bereits Parallelen zur Finanzkrise 2007/​2008 gezogen. Bislang wird dieses Risiko allerdings als moderat eingestuft. Dennoch könnten sich die Finanzierungskosten weiter erhöhen und somit deutliche Auswirkungen auf die Realkonjunktur haben, die weiterhin äußerst fragil ist.

KONJUNKTURRISIKEN

Die in Folge der genannten Entwicklungen sehr volatilen Preise für Einsatzrohstoffe, Energie und Vorprodukte haben zu den höchsten Inflationsraten in Deutschland seit den 1970er Jahren geführt. Für 2022 wurde eine Inflationsrate von 7,9 % gemessen, wobei die Gemeinschaftsprognosen für das Jahr 2023 noch von 6 % und erst 2024 wieder von moderateren 2,4 % ausgehen. Die hohen Inflationsraten haben zu deutlichen Zinssteigerungen durch die Europäische Zentralbank geführt, die wiederum die Finanzierungskosten der Realwirtschaft und insbesondere für den privaten Bausektor haben ansteigen lassen.

Entsprechend schwach sind die Konjunkturaussichten 2023 für Deutschland. Allerdings gehen die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute per März von Stagnation (IMK: 0,0 %) bis zu leichtem Wachstum (IfW Kiel: 0,5 %) und damit dem Vermeiden einer Rezession aus. Größere Sorgen bereiten den Wirtschaftsforschungsinstituten der private Konsum sowie die Bauwirtschaft, die sich bislang nicht von den hohen Inflationsraten und den steigenden Zinsen erholt haben. Insbesondere das Konsumklima verharrt, laut GfK, auf einem bislang nicht gekannten, niedrigen Niveau. Ohne eine deutliche Belebung der privaten Nachfrage droht auch die Stahlnachfrage in den Bereichen Fahrzeuge oder Hausgeräte sowie Baumaterialien längerfristig zu leiden.

Auch für ganz Europa sind die Aussichten inzwischen optimistischer: Die Wirtschaft in der Eurozone ist im vierten Quartal 2022 doch nicht, wie zunächst erwartet, geschrumpft. Für 2023 erwartet die EU-Kommission ein etwas höheres Wachstum von 0,9 %, statt wie zuvor prognostiziert 0,3 %.

Aufgrund des Angriffs Russlands auf die Ukraine stiegen die Bezugspreise für Strom und Gas im vergangenen Jahr zeitweise auf Rekordniveau. Auch wenn die Preise für die Verbraucher, trotz des Stopps russischer Gaslieferungen, zwischenzeitlich wieder deutlich rückläufig sind, beobachten wir die Lage genau und berücksichtigen Belastungen hieraus in den regelmäßigen Forecasts der Konzernergebnisvorschau.

BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN

Die EU-Mitgliedstaaten haben 2022 in mehreren Sanktionspaketen Einfuhrbeschränkungen gegen russische Stahlprodukte beschlossen. So wird mittelfristig die Einfuhr von Halbfertigerzeugnissen beschränkt sowie die Einfuhr von in Drittstaaten weiterverarbeiteten Stahlprodukten aus russischer Herkunft verboten. Risiken ergeben sich aus den neuen Sanktionen insofern, als dass die langen Übergangsfristen (bis Herbst 2024) weiterhin die Einfuhr russischen Stahls ermöglichen, der vielfach zu Preisen deutlich unterhalb des üblichen Marktpreisniveaus importiert wird. Mit den Sanktionen hat die EU auch eine neuartige ""Melt and Pour"-Regelung eingeführt. Sie verfolgt das Ziel, dass in Russland "erschmolzener und gegossener" Stahl nicht in Drittstaaten weiterverarbeitet werden darf, um ihn im Anschluss in die EU zu exportieren. Aufgrund der Komplexität der Regelung und der Schwierigkeit ihrer Durchsetzung droht dieses Risiko allerdings weiterhin und kann aufgrund der niedrigen Preise für russische Stahlprodukte für Marktverzerrungen sorgen.

Seit Dezember 2022 überprüft die EU-Kommission, ob die Safeguard-Maßnahmen über Juli 2023 hinaus weiterlaufen sollen oder vorzeitig beendet werden. Ein früheres Ende der Schutzmaßnahmen hätte negative Auswirkungen auf den europäischen Stahlmarkt, da die Einfuhrbeschränkungen plötzlich, mit nur kurzer Vorwarnung aufgehoben würden und somit ein irrationales Einfuhrverhalten provoziert werden könnte. Dies hätte entsprechend negative Auswirkungen auf Absatz und Erlös der EU-Produzenten.

Darüber hinaus droht im Oktober 2023 die Wiedereinführung der Section-232-Zölle (ohne Zollkontingente) für europäische Exporteure in den USA. Hintergrund dafür ist die Einigung der EU mit den USA im Oktober 2021 zur Entwicklung eines "Global Sustainable Steel Agreement" (GSSA). Dort hatten sich die Verhandlungspartner eine Frist bis Oktober 2023 gesetzt, um ein Abkommen zu erzielen, das effektive Maßnahmen gegen nicht-marktwirtschaftliche Überkapazitäten im Stahlsektor einleitet, die Dekarbonisierung der Industrie fördert und die Schaffung grüner Leitmärkte anstößt. Die Verhandlungspositionen liegen aktuell noch sehr weit auseinander, was eine Einigung bis Oktober 2023 erschwert. Der Verlust des präferentiellen Marktzugangs in den USA würde Exporte wieder deutlich erschweren. Darüber hinaus dürften Exportmengen (1 - 2 Mio. t europaweit) wieder in den EU-Markt zurückgelenkt werden und vor Ort für Angebotsdruck sorgen.

Im Dezember 2022 haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf die Einführung eines Grenzausgleichs (CBAM: Carbon Border Adjustment Mechanism) als zukünftiges Carbon Leakage Schutz Instrument und Ersatz für die freie Zuteilung geeinigt. Ab Oktober 2023 beginnt eine Testphase und ab 1. Januar 2026 müssen Importeure analog zu EU-Produzenten mit Kohlenstoffkosten rechnen. Risiken ergeben sich aus der Ausgestaltung des neuen Instruments, da die Detailregelungen erst in den kommenden zweieinhalb Jahren festgelegt werden und diese über die Effektivität des Instruments entscheiden. So sind wesentliche Regeln zu Produktdefinition, Zertifizierung und Kontrollmechanismen noch nicht festgelegt.

ZWISCHENABSCHLUSS

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

scrollen
in Mio.€ Q1 2023 Q1 2022
Umsatzerlöse 2.982,5 3.349,9
Bestandsveränderungen/​andere aktivierte Eigenleistungen - 40,2 - 10,5
Gesamtleistung 2.942,3 3.339,3
Sonstige betriebliche Erträge 186,1 162,2
Materialaufwand 1.959,5 2.193,8
Personalaufwand 465,2 447,2
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 75,8 69,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 446,9 366,8
Ergebnis aus Wertminderung und Wertaufholung von finanziellen Vermögenswerten - 2,9 - 0,1
Beteiligungsergebnis - -
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 36,0 54,7
Finanzierungserträge 8,0 1,9
Finanzierungsaufwendungen 38,5 15,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) 183,7 465,3
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 43,2 96,5
Konzernergebnis 140,5 368,8
Anteil der Aktionäre der Salzgitter AG 139,1 367,6
Minderheitenanteil 1,3 1,2
Gewinnverwendung
Konzernergebnis 140,5 368,8
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 60,1 45,1
Anteil fremder Gesellschafter am Konzernergebnis 1,3 1,2
Dividendenzahlung -
Entnahme aus (+)/​Einstellung in (-) andere Gewinnrücklagen - 139,1 - 367,6
Bilanzgewinn der Salzgitter AG 60,1 45,1
Ergebnis je Aktie (in €) - unverwässert 2,57 6,80
Ergebnis je Aktie (in €) - verwässert - -

GESAMTERGEBNISRECHNUNG

scrollen
in Mio. € Q1 2023 Q1 2022
Konzernergebnis 140,5 368,8
Reklassifizierbare Gewinne und Verluste
Wertänderungen aus der Währungsumrechnung - 3,8 9,1
Wertänderungen aus Cashflow-Hedges 7,4 106,2
Zeitwertänderungen 6,4 97,7
Erfolgswirksame Realisierung 1,0 8,4
Wertänderungen aus Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 2,8 12,6
Zeitwertänderungen 4,7 10,9
Währungsumrechnung - 1,8 1,7
Latente Steuern - 0,2
Latente Steuern auf sonstige erfolgsneutrale Veränderungen 0,0 0,0
Zwischensumme 6,4 127,9
Nicht reklassifizierbare Gewinne und Verluste
Neubewertungen - 15,7 203,8
Neubewertung Pensionen - 20,4 265,1
Latente Steuern 4,7 - 61,3
Wertänderungen aus Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 2,1
Zeitwertänderungen 2,1
Neubewertung Pensionen - 0,0
Zwischensumme - 13,6 203,8
Sonstiges Ergebnis - 7,2 331,7
Gesamtergebnis 133,3 700,6
Auf die Aktionäre der Salzgitter AG entfallendes Gesamtergebnis 132,0 699,4
Auf Anteile Fremder entfallendes Gesamtergebnis 1,3 1,2
133,3 700,6

KONZERNBILANZ

Aktiva

scrollen
in Mio. € 31.03.2023 31.12.2022
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 204,5 205,5
Sachanlagen 2.251,1 2.211,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 77,7 78,1
Finanzielle Vermögenswerte 41,6 38,3
Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen 1.581,9 1.565,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3,4 3,5
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 14,3 15,7
Ertragssteuererstattungsansprüche 0,6
Latente Ertragsteueransprüche 384,1 392,6
4.559,3 4.510,0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 3.180,0 3.474,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.780,2 1.543,8
Vertragsvermögenswerte 365,7 318,3
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 246,0 217,9
Ertragsteuererstattungsansprüche 29,6 23,6
Wertpapiere 0,0 0,0
Finanzmittel 1.026,0 988,4
6.627,6 6.566,3
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte - 27,1
6.627,6 6.593,3
11.186,9 11.103,3

Passiva

scrollen
in Mio. € 31.03.2023 31.12.2022
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 161,6 161,6
Kapitalrücklage 257,0 257,0
Gewinnrücklagen 4.706,0 4.585,7
Andere Rücklagen 142,4 145,5
Bilanzgewinn 60,1 60,1
5.327,0 5.209,9
Eigene Anteile - 369,7 - 369,7
4.957,3 4.840,2
Anteil fremder Gesellschafter am Eigenkapital 11,5 10,2
4.968,8 4.850,4
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 1.634,2 1.618,8
Latente Ertragsteuerschulden 196,9 195,2
Ertragsteuerschulden 33,5 33,5
Sonstige Rückstellungen 274,8 272,3
Finanzschulden 567,2 579,3
Sonstige Verbindlichkeiten 4,7 5,2
2.711,3 2.704,3
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 257,1 246,2
Finanzschulden 1.112,4 1.119,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.195,8 1.331,8
Vertragsverbindlichkeiten 442,6 412,3
Ertragsteuerschulden 57,4 51,2
Sonstige Verbindlichkeiten 441,5 380,9
Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0,0 7,2
3.506,8 3.548,7
11.186,9 11.103,3

KAPITALFLUSSRECHNUNG

scrollen
in Mio.€ Q1 2023 Q1 2022
Ergebnis vor Steuern (EBT) 183,7 465,3
Abschreibungen (+) /​ Zuschreibungen (-) auf langfristige Vermögenswerte 75,7 69,1
Gezahlte (-) /​ erhaltene (+) Ertragsteuern - 27,0 - 16,6
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+)/​Erträge (-) 52,5 3,4
Zinsaufwendungen 38,5 15,5
Gewinn (-) /​ Verlust (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 2,7 - 7,8
Zunahme (-) /​ Abnahme (+) der Vorräte 292,2 35,7
Zunahme (-) /​ Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 335,8 - 591,3
Zahlungswirksamer Verbrauch der Rückstellungen ohne Verbrauch der Ertragsteuerrückstellungen - 54,3 - 54,5
Zunahme (+) /​ Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 61,3 66,0
Mittelabfluss/​-zufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 167,0 - 15,2
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0,7 10,6
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien - 117,9 - 60,5
Einzahlungen aus Geldanlagen -
Auszahlungen für Geldanlagen - 0,6 0,0
Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten 27,2 2,3
Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte - 9,5 - 0,8
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit - 100,2 - 48,5
Auszahlungen an Unternehmenseigner -
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten 2,0 4,2
Rückzahlungen von Krediten und anderen Finanzverbindlichkeiten -17,5 - 11,2
Zinsauszahlungen - 9,6 - 7,8
Mittelabfluss/​-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit - 25,2 - 14,8
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 988,4 741,8
Finanzmittelbestand Konsolidierungskreisveränderung -
Wechselkursänderungen des Finanzmittelbestandes - 4,0 4,9
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 41,6 - 78,5
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 1.026,0 668,2

ANHANG

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

scrollen
in Mio. € Stahlerzeugung Stahlverarbeitung Handel
Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022
Außenumsatz 1.038,8 1.204,4 561,9 466,7 918,2 1.302,7
Umsatz mit anderen Segmenten 372,7 397,9 238,5 250,9 5,6 23,4
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 2,1 1,4 66,8 65,8 0,0 0,0
Segmentumsatz 1.413,6 1.603,7 867,3 783,3 923,9 1.326,1
Zinsertrag (konsolidiert) 0,1 0,0 0,9 0,3 0,7 0,5
Zinsertrag von anderen Segmenten - - -
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 3,9 1,1 1,4 1,0 3,1 3,6
Segmentzinsertrag 4,0 1,2 2,4 1,3 3,8 4,0
Zinsaufwand (konsolidiert) 16,3 3,8 3,5 1,8 8,0 3,6
Zinsaufwand an andere Segmente - - -
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 1,9 1,5 3,6 1,7 0,1 0,1
Segmentzinsaufwand 18,2 5,3 7,1 3,5 8,1 3,8
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 5,8 2,7 2,1 1,1 0,8 0,3
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 41,5 36,5 13,7 12,8 4,3 4,0
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 41,5 36,5 13,7 12,8 4,3 4,0
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) 135,6 330,8 100,1 19,4 3,4 101,8
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 94,0 294,4 86,4 6,6 - 0,9 97,8
Periodenergebnis des Segments 79,8 290,3 81,7 4,4 - 5,2 98,1
davon Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Unternehmen - 6,7 - 7,2 -
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 85,6 30,4 14,5 13,8 5,0 2,8
scrollen
in Mio. € Technologie Summe der Segmente Industrielle Beteiligungen /​ Konsolidierung
Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022 Q1 2023 Q1 2022
Außenumsatz 420,4 333,7 2.939,4 3.307,5 43,1 42,4
Umsatz mit anderen Segmenten 0,1 0,3 617,0 672,4 285,6 255,8
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind - 68,9 67,3 -
Segmentumsatz 420,5 334,0 3.625,3 4.047,2 328,7 298,2
Zinsertrag (konsolidiert) 0,9 0,8 2,6 1,5 5,4 0,4
Zinsertrag von anderen Segmenten - - 5,8 3,5
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 0,2 1,1 8,6 6,8 -
Segmentzinsertrag 1,1 1,9 11,2 8,3 11,2 3,9
Zinsaufwand (konsolidiert) 1,0 0,5 28,8 9,7 9,7 5,8
Zinsaufwand an andere Segmente - - 8,6 6,8
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 0,2 0,2 5,8 3,5 -
Segmentzinsaufwand 1,2 0,7 34,6 13,2 18,4 12,6
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 0,8 0,4 9,5 4,5 6,1 2,4
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 7,5 7,0 67,1 60,2 8,8 9,1
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 7,5 7,0 67,1 60,2 8,8 9,1
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) 27,2 19,0 266,3 471,0 23,7 77,1
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 19,7 12,0 199,3 410,8 14,9 68,0
Periodenergebnis des Segments 19,6 13,1 175,9 405,9 7,7 59,4
davon Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Unternehmen - 6,7 - 7,2 29,3 61,9
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 6,3 5,0 111,4 52,0 8,0 15,2
scrollen
in Mio. € Konzern
Q1 2023 Q1 2022
Außenumsatz 2.982,5 3.349,9
Umsatz mit anderen Segmenten 902,6 928,2
Umsatz mit Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 68,9 67,3
Segmentumsatz 3.954,1 4.345,3
Zinsertrag (konsolidiert) 8,0 1,9
Zinsertrag von anderen Segmenten 5,8 3,5
Zinsertrag von Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 8,6 6,8
Segmentzinsertrag 22,5 12,3
Zinsaufwand (konsolidiert) 38,5 15,5
Zinsaufwand an andere Segmente 8,6 6,8
Zinsaufwand an Konzerngesellschaften, die nicht einem anderen Segment zugeordnet sind 5,8 3,5
Segmentzinsaufwand 53,0 25,8
davon Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 15,6 6,9
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 75,8 69,3
davon planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 75,8 69,3
EBIT vor Abschreibungen (EBITDA) 290,0 548,1
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 214,2 478,8
Periodenergebnis des Segments 183,7 465,3
davon Ergebnis aus nach der EquityMethode bilanzierten Unternehmen 36,0 54,7
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 119,3 67,2

GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG UND KONSOLIDIERUNG, BILANZIERUNGS-UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Der Konzernabschluss für die Berichtsperiode vom 1. Januar bis 31. März 2023 der Salzgitter AG, Salzgitter (SZAG), wurde als verkürzter Abschluss mit ausgewählten erläuternden Anhangangaben aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte unverändert nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung des IAS 34 für verkürzte Zwischenabschlüsse.

2. Gegenüber dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurden im Quartalsabschluss zum 31. März 2023 unter Beachtung der nachstehenden Ausnahmen grundsätzlich keine Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungs-, Berechnungs- und Konsolidierungsmethoden vorgenommen.

3. Bei der Ermittlung des Barwertes der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zum 31. März 2023 wurde ein Rechnungszinssatz von 4,0 % zugrunde gelegt (31. Dezember 2022: 4,1 %). Die daraus resultierende Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird im sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung Pensionen) und führt zu einer korrespondierenden Eigenkapitalverminderung.

4. Der Ansatz der den Finanzierungsverbindlichkeiten zugeordneten Leasingverbindlichkeiten bestimmt sich als Barwert der zu leistenden Leasingzahlungen. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert. Die in den Sachanlagen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie gegebenenfalls erforderlicher Wertminderungen angesetzt.

In Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregelungen für Leasingverhältnisse (IFRS 16) sind in der nachfolgenden Darstellung die historischen Anschaffungskosten der Nutzungsrechte sowie Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen:

scrollen
in Mio. € 31.03.2023 31.12.2022
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 138,6 136,1
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen 55,6 53,4
Nutzungsrechte an anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29,5 29,4
Langfristige Vermögenswerte 223,7 219,0
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 38,7 35,9
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen 28,2 25,9
Nutzungsrechte an anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19,3 18,7
Abschreibungen 86,2 80,5
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen 143,2 143,6

Auf die langfristigen Leasingverbindlichkeiten entfallen 121,2 Mio. €. In den ersten drei Monaten 2023 ergaben sich zudem 6,7 Mio. € Abschreibungen, 0,8 Mio. € Zinsaufwendungen sowie Zahlungsmittelabflüsse von insgesamt 6,9 Mio. €.

5. Zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den Salzgitter-Konzern verweisen wir auf unsere Ausführungen sowohl in der Ertragslage als auch im Prognose-, Chancen- und Risikobericht.

6. Zum 1. Januar 2023 wurde die Salzgitter Bauelemente GmbH an Falk Bouwsystemen B.V., Niederlande, verkauft und ist seitdem aus dem Salzgitter-Konzernabschluss entkonsolidiert.

AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Die Umsätze nach Geschäftsbereichen werden in der Segmentberichterstattung dargestellt.

2. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich entsprechend IAS 33. Das auf die gewichtete Anzahl von Aktien der SZAG ermittelte unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich in der Berichtsperiode auf 2,57 €. Eine Verwässerung würde dann eintreten, wenn das Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige Rechte waren am Bilanzstichtag nicht vorhanden.

ANGABEN ZU BEZIEHUNGEN MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Neben den Geschäftsbeziehungen zu vollkonsolidierten Tochtergesellschaften existieren Beziehungen zu Gesellschaften, die als nahestehende Unternehmen nach IAS 24 zu qualifizieren sind. In der Kategorie der anderen nahestehenden Unternehmen befinden sich die Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen des Landes Niedersachsen.

Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen umfasst im Wesentlichen Lieferungen von Vormaterial zur Großrohrproduktion. Ihr Volumen ergibt sich aus nachfolgender Tabelle:

scrollen
in Mio.€ Verkauf von Waren
und Dienstleistungen
Kauf von Waren
und Dienstleistungen
Forderungen Verbindlichkeiten
01.01.-31.03.2023 01.01.-31.03.2023 31.03.2023 31.03.2023
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 7,1 9,8 10,2 13,8
Gemeinschaftsunternehmen 87,6 1,9 105,9 0,1
Assoziierte Unternehmen 0,2 4,9 0,2 3,0
Andere nahestehende Unternehmen 0,2 2,3 4,5 100,7

ANGABE GEMÄß § 37W ABS. 5 WPHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden keiner prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Die BERG EUROPIPE Holding Corp., eine Tochtergesellschaft der EUROPIPE GmbH mit Sitz in den USA wurde mit Wirkung zum 13. April 2023, zusammen mit ihren Beteiligungen Berg Pipe Panama City Corporation und Berg Pipe Mobile Corporation, beide ebenfalls mit Sitz in den USA, an BORUSAN MANNESMANN PIPE U.S., INC., Houston, verkauft.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Einige der in diesem Text gemachten Aussagen haben den Charakter von Prognosen beziehungsweise können als solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen Marktlage für die Gesellschaften in den Unternehmensbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die Gesellschaft übernimmt - unbeschadet bestehender gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher Anforderungen - keine Verpflichtung, vorausblickende Aussagen zu aktualisieren.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten.

Die Quartalsmitteilung der Salzgitter AG steht auch in englischer Sprache zur Verfügung. Bei Abweichungen ist die deutsche Fassung maßgeblich.


Salzgitter AG
Eisenhüttenstraße 99
38239 Salzgitter
Deutschland

T +49 5341 21-01
F +49 5341 21-2727

Postanschrift: 38223 Salzgitter Deutschland
salzgitter-ag.com