Ad-hoc | 7 March 2001 20:55
Ad hoc-Service: Sartorius AG
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Sartorius-Konzern steigert Umsatz um 54 % und
Auftragseingang um 62 %
Deutliche Ertragszielverfehlung in Sparte Separationstechnik
/ Konzernergebnis temporär rückläufig / Mittelfristige
Ertragsperspektiven weiterhin positiv / Börsengang
Vivascience für Oktober 2001 geplant / Aktienrückkauf
beendet / Vorstand schlägt Dividende auf Vorjahresniveau vor
Der Sartorius-Konzern hat im Jahr 2000 seinen Umsatz um 54 %
auf 411,8 Mio. EUR. und seinen Auftragseingang um 62 % auf
438,1 Mio. EUR. gesteigert. Damit lag der Umsatz über den
Erwartungen, und der Auftragseingang übertraf die Planungen
bei weitem. Das organische Wachstum ohne die getätigten
Akquisitionen und die erfolgten Veränderungen des
Konsolidierungskreises betrug 18 %; bei zusätzlicher
Bereinigung um Wechselkurseffekte wäre der Umsatz immer noch
netto um 11 % gestiegen. Der Konzern hat damit bei
Markterfolg und Wachstum seine Ziele übertroffen.
Das Ergebnis der Sparte Separationstechnik wurde durch
erhebliche Schwierigkeiten bei der Abdeckung des hohen
organischen Wachstums aus den bestehenden
Produktionskapazitäten und -strukturen, durch Vorlaufkosten
im Hinblick auf die Fertigstellung des neuen “Werkes 2001”
sowie durch bereits im Jahr 2000 angefallene Kosten im
Hinblick auf den für das Jahr 2001 vorgesehenen Börsengang
von Vivascience belastet. Zudem traten deutliche
sparteninterne Steuerungsprobleme auf, sodass die Sparte im
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Summe ihr
Ergebnisziel des Jahres 2000 um ca. 10 Mio. EUR. verfehlt
hat. Durch diese in dieser Höhe auch nicht ansatzweise
erwartete Zielverfehlung sank das Ergebnis vor Steuern und
Zinsen (EBIT) des Gesamtkonzerns von 18,9 Mio. EUR. im Jahre
1999 auf 8,9 Mio. EUR. im Jahre 2000. Das Ergebnis vor
Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank im
Gesamtkonzern um 15 % von 31,5 Mio. EUR. im Jahre 1999 auf
26,8 Mio. EUR. im Jahre 2000. Das Ergebnis der Sparte
Wägetechnik wurde weiterhin durch anhaltende
Restrukturierungsanstrengungen bei GWT sowie durch
nachhaltige Integrationsaktivitäten belastet.
Vor dem Hintergrund der hervorragenden Wachstumsentwicklung,
der guten Auftragslage sowie der deutlich verbesserten
strategischen Positionierung in wichtigen Zukunftsmärkten
sieht der Vorstand die mittelfristigen Ergebnisperspektiven
weiterhin als günstig an: die Ergebnisbelastungen im
Hinblick auf das neue “Werk 2001” sowie der Börsengang
Vivascience haben per se weitgehend Einmal- bzw. temporären
Charakter; darüber hinaus hat der Vorstand ein Programm zur
operativen Leistungsverbesserung der Sparte
Separationstechnik/Biotechnologie initiiert. Im Rahmen
organisatorischer Neuzuordnungen wurden sowohl eine
eingerichtete Task Force als auch die Projektorganisation
“Werk 2001” direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt.
Über den entsprechenden Maßnahmenkatalog wird der Vorstand
in der Bilanzpressekonferenz am 25.4.2001 gesondert
berichten.
Die langfristig positive Entwicklung sowie die Richtigkeit
der eingeschlagenen Akquisitions- und Wachstumsstrategie mit
Ausrichtung auf die Sparten Mechatronik, Biotechnologie und
Umwelttechnik bestehen aus Sicht des Vorstandes weiterhin.
Der vom Aufsichtsrat genehmigte 5-Jahresplan sieht
kontinuierliche Ergebnisverbesserungen vor. Bis zum Jahr
2005 soll – ohne Berücksichtigung eventueller weiterer
Akquisitionen – ein Umsatz in Höhe von 613 Mio. EUR. und ein
EBIT in Höhe von 69 Mio. EUR. erreicht werden. Bereits für
das laufende Jahr 2001 wird eine deutliche Ergebniserholung
angestrebt, wobei noch Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit
dem Umzug der Sparte Biotechnologie ins neue “Werk 2001”
vorhanden sind. Nach erfolgreichem Anlauf des neuen Werkes
sollte sich die Ergebnissituation deutlich verbessern, da
dann die Unzulänglichkeiten in den alten
Produktionsstrukturen sowie die derzeitigen kapazitativen
Engpässe überwunden sein sollten.
Der Börsengang der Biotechnologie-Tochter Vivascience soll
voraussichtlich im Oktober 2001 erfolgen. Die im Sartorius-
Konzern geplanten bzw. angestrebten Ertragsverbesserungen
für das laufende Geschäftsjahr reflektieren nicht eventuelle
Liquiditäts- und Ertragseffekte dieses Börsengangs.
Die Sartorius AG hat den nach der ad hoc-Mitteilung vom 20.
Oktober 2000 begonnenen Aktienrückkauf am 28. Februar 2001
eingestellt. In diesem Zeitraum wurden 573.274 Stammaktien,
entsprechend 6,12 % des auf die Stammaktien entfallenden
Grundkapitals, und 563.993 Vorzugsaktien, entsprechend 6,03
% des auf die Vorzugsaktien entfallenden Grundkapitals,
zurückgekauft. Insgesamt entsprechen die erworbenen
1.137.267 Aktien 6,08 % des Grundkapitals der Gesellschaft.
Vor dem Hintergrund der längerfristigen Ertragsentwicklung/-
perspektiven sowie der angestrebten auf Kontinuität und
Stetigkeit ausgerichteten Dividendenpolitik hält der
Vorstand Dividendenstabilität für das Jahr 2000 für
angemessen und wird einen entsprechenden Vorschlag für eine
Dividende pro Aktie in Vorjahreshöhe einbringen. Mit diesem
Vorschlag wird sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am
16.3.2001 ebenso befassen wie mit der Billigung des
Jahresabschlusses. Die Hauptversammlung wird am 21.6.2001 in
Göttingen stattfinden.
Ende der Mitteilung