![]() SARTORIUS AGGöttingenHalbjahresfinanzbericht 2019Sartorius KonzernHalbjahresfinanzbericht Januar bis Juni 2019Kennzahlen für das 1. Halbjahr und 2. Quartal 2019scroll
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Wechselkursbereinigt ZwischenlageberichtWirtschafts- und Branchenbericht Die Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem
Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem
Umfeld, das weitgehend unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte
Lab Products & Services dagegen ist auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker
von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist. Wirtschaftswachstum verliert an Schwung Die konjunkturelle Dynamik der Weltwirtschaft hat sich im ersten Quartal 2019 (letzte
verfügbare Daten der OECD) abgeschwächt. Vor allem in den europäischen Kernmärkten von Sartorius lagen die Wachstumsraten
unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Während der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts
(BIP) in Deutschland bei schätzungsweise 0,7 % lag (Vorjahr: 2,1 %), expandierte die
französische Volkswirtschaft um 1,2 % (Vorjahr: 2,4 %). In Italien blieb die Wirtschaftsleistung
in etwa auf dem Vorjahresniveau, Großbritannien verzeichnete eine Beschleunigung des
Wachstums auf 1,8 % (Vorjahr: 1,2 %). Das BIP der gesamten Europäischen Union legte
um 1,5 % zu (Vorjahr: 2,4 %). Die weltgrößte Volkswirtschaft USA konnte im ersten Quartal 2019 weiter deutlich
wachsen. Trotz des andauernden Handelsstreits mit China belief sich das Plus auf 3,2
% (Vorjahr: 2,6 %). Im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum verringerte sich das Expansionstempo hingegen
etwas. In China betrug das Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal 6,4 % (Vorjahr:
6,8 %). Indien verzeichnete ein Zuwachs von 6,0 % (Vorjahr: 7,8 %). Signifikante Umsatzanteile
erzielt Sartorius zudem in Südkorea und Japan. Während das südkoreanische BIP um 1,8
% zulegte (Vorjahr: 2,8 %), betrug der Anstieg in Japan 0,8 % (Vorjahr: 1,4 %). Quellen: OECD: Quarterly National Accounts, Juni 2019. Anhaltend positive Branchenentwicklung Zu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und
pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Zudem gehören
Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche zu den Kunden
des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse
für die Geschäftsentwicklung von Sartorius aus. Der weltweite Pharmamarkt erzielte laut Angaben des internationalen Marktforschungsinstitutes
IQVIA in den vergangenen fünf Jahren ein durchschnittliches Wachstum von rund 6 %
pro Jahr. Innerhalb des Pharmamarktes wächst das Segment für biotechnologisch hergestellte
Arzneimittel und Impfstoffe überproportional. Das Marktvolumen belief sich 2018 auf
rund 217 Mrd. €, rund 8 % bis 9 % mehr als im Vorjahr. Die steigende Bedeutung und
Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegelt sich in einem wachsenden Umsatzanteil
am Weltpharmamarkt sowie den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So
liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate an der F&E-Pipeline bei über 40 %. Das Marktwachstum für Biopharmazeutika hängt grundsätzlich stärker von mittel- bis
langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Wesentlicher
Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten ist der steigende
Medikamentenbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung sowie der im Durchschnitt alternden
Bevölkerung in den Industrieländern. Zudem führen höhere Einkommen in den Schwellenländern
zu einem verbesserten Zugang zu Gesundheitsleistungen. Wachstumsimpulse gehen darüber
hinaus von der Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka aus, zu denen auch immer
mehr Wirkstoffe für die Behandlung seltener, bislang nicht therapierbarer Erkrankungen
gehören. Fortschritte wurden zuletzt etwa im Bereich Zell- und Gentherapien erzielt.
Auch Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Originalpräparaten, deren Patentschutz
ausläuft, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt. Die Nachfrage nach Laborinstrumenten und -verbrauchsmaterialien kommt außer aus der
biopharmazeutischen und pharmazeutischen Industrie aus der öffentlichen Forschung
sowie aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche. Der weltweite Labormarkt legte im vergangenen Jahr nach Angaben von Frost & Sullivan
um etwa 3,6 % auf 39 Mrd. € zu. Während Europa einen Zuwachs von 2,4 % verzeichnete,
konnte der größte Markt für Laborprodukte, die USA, um 4,2 % wachsen. Deutliche Wachstumsimpulse
gingen erneut von asiatischen Ländern wie China und Indien aus, in denen der Labormarkt
überdurchschnittlich um 7,0 % bzw. 8,2 % expandierte. Makroökonomische Indikatoren
für das erste Halbjahr 2019 legen nahe, dass sich das Wachstum des Labormarkts im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum verlangsamt haben dürfte. Quellen: IQVIA Institute: The Global Use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023,
Januar 2019; EvaluatePharma: World Preview 2019, Outlook to 2025; Juni 2019; Frost
& Sullivan: 2018 Annual Report, Mai 2018; BioPlan: 15th Annual Report and Survey of
Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2018; Daedal Research:
Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Februar 2018. Geschäftsentwicklung Konzern
Sartorius mit zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Auftragseingang Sartorius ist im ersten Halbjahr 2019 dynamisch gewachsen: Auf Basis konstanter Wechselkurse
stieg der Konzernumsatz um 15,9 % auf 894,7 Mio. €; die nominale Steigerung belief
sich auf 18,0 %. Der Auftragseingang erhöhte sich mit einem Plus von wechselkursbereinigt
18,7 % auf 974,3 Mio. € noch etwas stärker (nominal wuchs er um 20,7 %). Das Wachstum
wurde vollständig organisch erzielt und ist überwiegend auf eine sehr starke Geschäftsentwicklung
der Sparte Bioprocess Solutions zurückzuführen. Der Umsatzanstieg der Laborsparte
fiel moderater aus, da sich das schwächere konjunkturelle Umfeld hier insbesondere
zum Ende des zweiten Quartals dämpfend auf die Nachfrage auswirkte. Die höchste Dynamik zeigte die Region Asien | Pazifik, die rund 25 % des Konzernumsatzes
ausmachte. Die Erlöse erhöhten sich wechselkursbereinigt um 19,9 % auf 224,5 Mio.
€ (nominal + 21,8 %). Umsatz und Auftragseingangscroll
Regional hat Sartorius seine Umsätze in allen Geschäftsregionen zweistellig gesteigert.
In der mit einem Anteil von rund 41 % umsatzstärksten Region EMEA stiegen die Erlöse
um wechselkursbereinigt 11,4 % auf 362,0 Mio. € (nominal + 11,6 %). Die Region Amerika, auf die etwa 34 % des Konzernumsatzes entfiel, verbuchte gegenüber
einer bereits guten Vorjahresbasis einen kräftigen Zuwachs von wechselkursbereinigt
18,9 % auf 308,2 Mio. € (nominal + 23,5 %). Underlying EBITDA steigt überproportional Der Sartorius Konzern verwendet als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte
bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (underlying
EBITDA). Sartorius steigerte sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2019 überproportional. Das underlying
EBITDA erhöhte sich um 25,4 % von 189,5 Mio. € auf 237,6 Mio. €, die entsprechende
Marge lag mit 26,6 % ebenfalls über dem Vorjahreswert von 25,0 %. Etwa ein Prozentpunkt
dieses Anstiegs entfiel erwartungsgemäß auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden
Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Underlying EBITDA und EBITDA-Marge Konzernscroll
Inklusive Sondereffekten in Höhe von - 10,6 Mio. € (Vorjahr: - 13,9 Mio. €) und Abschreibungen
lag das EBIT des Konzerns bei 166,6 Mio. € gegenüber 123,3 Mio. € im Vorjahr. Die
Sondereffekte ergaben sich überwiegend aus Aufwendungen für verschiedene spartenübergreifende
Projekte, unter anderem die Einführung von IT-Systemen sowie im Zusammenhang mit der
Integration von Akquisitionen der Vorjahre. Die EBIT-Marge stieg trotz höherer Abschreibungen
auf 18,6 % (Vorjahr: 16,3 %). Das Finanzergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf - 9,9 Mio. € nach - 11,0
Mio. € im Vorjahreszeitraum. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf Bewertungseinflüsse
aus Fremdwährungsverbindlichkeiten und Sicherungsgeschäften zurückzuführen. Das Periodenergebnis der ersten 6 Monate 2019 stieg signifikant um 39,5 % auf 114,4
Mio. € (Vorjahr: 82,0 Mio. €). Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter belief sich
auf 82,3 Mio. € nach 57,3 Mio. € im Vergleichszeitraum. Auf Minderheitenanteile entfielen
32,1 Mio. € (Vorjahr: 24,7 Mio. €). Die Steuerquote des Sartorius Konzerns blieb konstant
bei 27,0 %. Maßgebliches Periodenergebnis deutlich über Vorjahr Das maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Periodenergebnis
erhöhte sich um 27,3 % von 79,8 Mio. € auf 101,5 Mio. €. Es ergibt sich durch die
Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung nicht-zahlungswirksamer Amortisation
sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses, jeweils einschließlich entsprechender
Steueranteile. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie lag bei 1,48 € (Vorjahr: 1,16
€) bzw. je Vorzugsaktie bei 1,49 € (Vorjahr: 1,17 €). scroll
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Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften und periodenfremde
Aufwendungen und Erträge Operativer Cashflow deutlich erhöht Sartorius hat seinen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in den ersten sechs
Monaten des laufenden Geschäftsjahres gesteigert. Er belief sich auf 165,1 Mio. €
gegenüber 92,0 Mio. € im Vorjahr, was einer Erhöhung von 79,6 % entspricht. Diese
Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Ergebnisanstieg zurückzuführen. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit stiegen in der Berichtsperiode um
19,1 % auf - 116,0 Mio. €. Investitionen entfielen unter anderem auf die Konsolidierung
und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen. Am Standort in Yauco investierte
Sartorius in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten für Filter und Einwegbeutel.
Im Berichtszeitraum wurden an beiden Standorten neue Produktionsgebäude fertiggestellt
und in Betrieb genommen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz lag im ersten
Halbjahr im Rahmen der Erwartungen bei 12,8 % gegenüber 13,2 % im Vorjahr.1) Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern weiter auf robustem Niveau Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 30. Juni 2019 auf 2.716,6 Mio. € und
lag damit 189,7 Mio. € über dem Wert vom 31. Dezember 2018 (2.526,9 Mio. €). Der Anstieg
ist größtenteils auf höhere Sachanlagen, auf wachstumsbedingt höhere Vorratsbestände
und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf den im Jahr 2019 erstmalig
anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16 zurückzuführen. Das Eigenkapital des Sartorius Konzerns erhöhte sich in der Berichtsperiode von 973,4
Mio. € zum 31. Dezember 2018 auf 1.020,3 Mio. €. Mit 37,6 % war die Eigenkapitalquote
weiterhin sehr solide (31. Dezember 2018: 38,5 %). Der leichte Rückgang ergibt sich
aus der durch IFRS 16 resultierenden Bilanzverlängerung. Während die Bruttoverschuldung von 1.004,6 Mio. € zum 31. Dezember 2018 auf 1.090,4
Mio. € stieg, lag die Nettoverschuldung zum Ende des Berichtszeitraums bei 1.036,6
Mio. € (31. Dezember 2018: 959,5 Mio. €). Der dynamische Verschuldungsgrad, das heißt der Quotient aus Nettoverschuldung zu
underlying EBITDA, verringerte sich zum 30. Juni 2019 leicht auf 2,3 nach 2,4 zum
Jahresende 2018. Anzahl der Beschäftigten erhöht Der Sartorius Konzern beschäftigte zum 30. Juni 2019 weltweit insgesamt 8.711 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter. Im Vergleich zum 31. Dezember 2018 hat sich die Beschäftigtenzahl
damit um 586 Personen bzw. rund 7,2 % erhöht. Regional betrachtet verzeichnete die
Region Amerika mit einem Zuwachs von 19,7 % auf 1.513 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
den größten Zuwachs. Die Anzahl der Beschäftigten in EMEA erhöhte sich in der Berichtsperiode
um rund 4,6 % auf 5.965. In Asien | Pazifik beschäftigte Sartorius zum Ende der Berichtsperiode
1.233 Personen (31. Dezember 2018: 1.159). Geschäftsentwicklung SpartenBioprocess Solutions-Sparte expandiert dynamisch Die Sparte Bioprocess Solutions erzielte im ersten Halbjahr 2019 in einem weiterhin
sehr positiven Marktumfeld deutlich zweistellige Zuwachsraten. Durch eine hohe Nachfrage
sowohl nach Einwegtechnologien als auch Equipment legte der Spartenumsatz wechselkursbereinigt
um 20,7 % auf 676,6 Mio. € zu (nominal 22,9 %). Die starke Dynamik zu Jahresbeginn
hat sich somit im zweiten Quartal fortgesetzt. Der Auftragseingang entwickelte sich im ersten Halbjahr 2019 ebenfalls sehr positiv.
Die Bestellungen stiegen stärker als der Spartenumsatz um wechselkursbereinigt 23,4
% auf 746,4 Mio. € (nominal + 25,5 %). Hervorzuheben sind hier ein sehr dynamisches
Projektgeschäft und eine außerordentlich positive Entwicklung in Asien | Pazifik. Regional zeigte sich EMEA mit einer Umsatzsteigerung von 15,2 % wachstumsstark. Amerika
konnte gegenüber einer guten Vorjahresbasis mit einem Erlösanstieg von 22,0 % erneut
kräftig zulegen. Noch stärker stiegen die Umsätze in der Region Asien | Pazifik, wo
das Plus bei 28,9 % lag. (Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung wechselkursbereinigt). Bioprocess Solutionsscroll
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Wechselkursbereinigt Der operative Ertrag der Sparte erhöhte sich überproportional um 28,8 % auf 198,3
Mio. Euro. Die entsprechende Marge stieg aufgrund von Skaleneffekten und als Folge
der Änderung einer Bilanzierungsregel (IFRS 16) sowie trotz eines höheren Anteils
von Projektgeschäft auf 29,3 % nach 28,0 % in der Vorjahresperiode. Underlying EBITDA und EBITDA-MargeBioprocess Solutionsscroll
Lab Products & Services mit moderatem Wachstum Die Sparte Lab Products & Services steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2019
gegenüber einer starken Vorjahresbasis um 3,2 % auf 218,1 Mio. € (nominal + 4,8 %).
Der Umsatzanstieg der Laborsparte fiel etwas moderater als ursprünglich erwartet aus,
da sich das schwächere konjunkturelle Umfeld dämpfend auf die Nachfrage auswirkte.
Insbesondere das Ende des zweiten Quartals verlief nicht zufriedenstellend. Der Auftragseingang stieg hingegen mit einem Plus von wechselkursbereinigt 5,4 %
robust auf 228,0 Mio. € (nominal + 7,0 %). Lab Products & Servicesscroll
1)
Wechselkursbereinigt Die Regionen EMEA und Asien | Pazifik zeigten aufgrund der oben genannten Effekte
ein verhaltenes Wachstum von 2,2 % bzw. 1,0 %. In der Region Amerika stiegen die Umsätze
gegenüber einer hohen Vorjahresbasis um 7,5 %. (Alle Veränderungsraten zur regionalen
Entwicklung wechselkursbereinigt). Der operative Ertrag der Sparte Lab Products & Services erhöhte sich aufgrund von
Skaleneffekten sowie als Folge der Änderung einer Bilanzierungsregel (IFRS 16) in
den ersten sechs Monaten 2019 um 10,9 % auf 39,4 Mio. €. Die Ergebnismarge verbesserte
sich auf 18,1 % nach 17,1 % im ersten Halbjahr 2018. Underlying EBITDA und EBITDA-MargeLab Products & Servicesscroll
Chancen- und Risikobericht Die Chancen- und Risikosituation des Sartorius Konzerns hat sich seit der Veröffentlichung
des Geschäftsberichts 2018 nicht wesentlich verändert. Daher wird an dieser Stelle
auf die ausführliche Beschreibung der Chancen und Risiken sowie des Risikomanagementsystems
des Sartorius Konzerns auf den Seiten 54 ff. und 67 ff. des Geschäftsberichts 2018
verwiesen. PrognoseberichtWeltwirtschaft mit moderaterem Wachstum Nach dem jahrelangen globalen Wirtschaftsaufschwung hat sich die konjunkturelle Dynamik
in der zweiten Jahreshälfte 2018 in wichtigen Wirtschaftsregionen wie Europa und China
abgekühlt. Die moderatere Entwicklung dürfte sich nach Angaben des Internationalen
Währungsfonds (IWF) im laufenden Jahr fortsetzen. In seiner jüngsten Prognose vom
April 2019 geht das Forschungsinstitut von einer Verlangsamung des globalen Wachstums
auf 3,3 % aus (Vorjahr: 3,6 %). Risiken für das globale Wirtschaftswachstum ergeben
sich aus einer Ausweitung der internationalen Handelsauseinandersetzungen und eines
zunehmenden Protektionismus. Negative Auswirkungen hätte auch ein ungeordneter Austritt
Großbritanniens aus der Europäischen Union. Für die Europäische Union erwartet der IWF 2019 ein Wachstum von 1,6 % (Vorjahr:
2,1 %). Insbesondere in der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland sollte
sich das Expansionstempo mit 0,8 % (Vorjahr: 1,5 %) verlangsamen. Während die Wirtschaftsleistung
in Frankreich um 1,3 % (Vorjahr: 1,5 %) zulegen dürfte, wird für Großbritannien ein
Plus von 1,2 % (Vorjahr: 1,4 %) prognostiziert. Nachdem der US-amerikanische Markt im vergangenen Jahr entgegen dem globalen Trend
eine Wachstumsbeschleunigung verzeichnete, könnte sich diese Entwicklung 2019 nach
Angaben des IWF umkehren. Das BIP soll im Vorjahresvergleich mit 2,3 % (Vorjahr: 2,9
%) schwächer steigen, da sich unter anderem die höheren US-Zinsen sowie die auslaufenden
positiven Effekte der Steuersenkung wachstumsdämpfend auswirkten. Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum dürfte in diesem Jahr um rund 5,4 % zulegen.
Der erwartete Anstieg bewegt sich damit in etwa auf dem Vorjahresniveau und ist insbesondere
auf die Expansion der indischen Wirtschaft zurückzuführen. Das Wachstum schätzt der
IWF hier auf 7,3 % (Vorjahr: 7,1 %). Auch China bleibt trotz einer Verlangsamung auf
6,3 % (Vorjahr: 6,6 %) weiterhin ein Wachstumsmotor der Region. In Südkorea wird mit
einem konjunkturellen Zuwachs von 2,6 % (Vorjahr: 2,7 %) gerechnet, während das japanische
BIP um 1,0 % (Vorjahr: 0,8 %) zulegen soll. Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook, April 2019. Weiterhin positives Branchenumfeld Die im Geschäftsbericht 2018 auf den Seiten 63 - 64 dargestellten Trends, die die
Entwicklung des Sartorius Konzerns beeinflussen, haben insgesamt unverändert Bestand. Für den weltweiten Pharmamarkt wird in der Periode 2019 bis 2023 nach jüngsten Schätzungen
mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3 % bis 6 % pro Jahr gerechnet. Für das
Teilsegment Biopharma erwarten Marktbeobachter vor dem Hintergrund einer weltweit
steigenden Nachfrage weiter überproportionale Zuwächse von durchschnittlich rund etwa
8 % bis 9 % pro Jahr. Wachstumsimpulse gehen auch von der höheren Marktdurchdringung
bereits zugelassener Biopharmazeutika, der Erweiterung ihrer Indikationsgebiete sowie
starker Forschungs- und Entwicklungspipelines aus. Die weltweite Nachfrage nach Laborprodukten dürfte sich laut Frost & Sullivan in
den nächsten Jahren weiter positiv entwickeln. So wurde für das Jahr 2019 ein Zuwachs
von 3,2 % prognostiziert. Während für den US-Markt mit einem Wachstum von 3,5 % gerechnet
wurde, gingen die Experten in Europa von einem Anstieg um 2,0 % aus. Makroökonomische
und politische Unsicherheiten im ersten Halbjahr 2019 stellen allerdings ein global
erhöhtes Risiko für diese Entwicklung dar. Quellen: IQVIA Institute: The Global Use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023,
Januar 2019; EvaluatePharma: World Preview 2019, Outlook to 2025; Juni 2019; Frost
& Sullivan: 2018 Midyear Report, Mai 2018; BioPlan: 15th Annual Report and Survey
of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2018; Daedal Research:
Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Februar 2018. Prognose für das Geschäftsjahr 2019 angehoben Vor dem Hintergrund der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 hebt die Unternehmensleitung
ihre Prognose für den Konzern an und modifiziert die Spartenprognosen wie folgt: Konzern Auf Basis konstanter Wechselkurse soll der Umsatz des Konzerns im Gesamtjahr nunmehr
um etwa 10 % bis 14 % steigen (bisherige Prognose: 7 % bis 11 %). Bei der Profitabilität rechnet die Unternehmensleitung unverändert mit einem Anstieg
der underlying EBITDAMarge auf etwas über 27,0 %, wobei die operative Steigerung etwa
einen halben Prozentpunkt betragen sollte und der übrige Anstieg aus Änderungen einer
Bilanzierungsregel resultieren wird.1) Die auf den Umsatz bezogene Investitionsquote dürfte nach wie vor mit rund 12 % unter
dem Wert von 2018 liegen (Vorjahr: 15,2 %).2) Mit Blick auf die Finanzlage geht das Management weiterhin von einer weiteren leichten
Verringerung des dynamischen Verschuldungsgrads zum Ende des Geschäftsjahres 2019
aus. Zum Jahresende 2018 lag dieser bei 2,4. Sparten Für die Sparte Bioprocess Solutions erhöht die Unternehmensleitung aufgrund der über
den Erwartungen liegenden Wachstumsdynamik ihre Umsatzprognose von bisher etwa 8 %
bis 12 % auf etwa 13 % bis 17 %. Bei der underlying EBITDA-Marge geht das Management
unverändert von einem Anstieg auf etwas mehr als 29,5 % im Vergleich zum Vorjahreswert
von 28,6 % aus. Dabei sollte der operative Anteil der Steigerung etwa einen halben
Prozentpunkt betragen.1) Für die Sparte Lab Products & Services erwartet das Management wegen wachsender konjunktureller
Unsicherheiten nun das Erreichen des unteren Bereichs der Umsatzprognose von etwa
5 % bis 9 %. Die underlying EBITDA-Marge wird knapp unter 20 % erwartet (bisheriger
Prognose: knapp über 20 %; Vorjahr 18,5 %), wobei der operative Anstieg etwa einen
halben Prozentpunkt ausmachen soll.1) Alle Angaben sind wechselkursbereinigt. Ein ungeordneter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und eine Verschärfung
internationaler Handelskonflikte könnten trotz bereits getroffener Gegenmaßnahmen
unsere Lieferketten in beiden Sparten in gewissem Maß beeinflussen, wobei eine zuverlässige
Prognose hinsichtlich der möglichen Effekte zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden
kann.
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Der ab 2019 verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandard IFRS 16 regelt die
Bilanzierung von Leasingverträgen. Im Ergebnis führt dies zum Ausweis von längerfristigen
Leasingzahlungen als Abschreibungen und dementsprechend zu einem etwas höheren EBITDA. Nachtragsbericht Nach dem 30. Juni 2019 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten. Verkürzter KonzernzwischenabschlussGewinn- und Verlustrechnungscroll
1)
Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht. Gesamtergebnisrechnungscroll
1)
Die Zahlen des 2. Quartals waren nicht Bestandteil der prüferischen Durchsicht. BilanzAKTIVAscroll
PASSIVAscroll
Kapitalflussrechnungscroll
Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
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Segmentberichterstattung Die Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d.
h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur
des Unternehmens. Dementsprechend sind die Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab
Products & Services als operative Segmente anzusehen. Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevante Erfolgsgröße ist für den Sartorius
Konzern das sog. underlying EBITDA. Das EBITDA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis,
Steuern und Abschreibungen. Beim "underlying" EBITDA handelt es sich um ein um Sondereffekte
bereinigtes, operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang
Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben,
dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht
einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen
im Übrigen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien. scroll
Aufgliederung der Umsatzerlöse: Geografische Informationen nach Segmenten Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gem. IFRS 15 sind nach den beiden Kategorien
"Art der Produkte" sowie "geographische Regionen" aufgegliedert und in nachfolgender
Tabelle dargestellt. Die Kategorisierung nach der "Art der Produkte" entspricht den
berichtspflichtigen Segmenten, da die Abgrenzung der berichteten Segmente insbesondere
auf den unterschiedlichen vertriebenen Produkten basiert. Die regionale Zuordnung
der Umsatzerlöse erfolgt nach dem Sitz des Kunden. scroll
Angaben zum verkürzten Zwischenabschluss1. Allgemeine Informationen Die Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und
oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister
des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen,
Bundesrepublik Deutschland, Otto-Brenner-Str. 20. Der Sartorius-Konzern ist ein Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie.
Die Sparte Lab Products & Services (LPS) konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten
und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma-
und Biopharmaunternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess
Solutions (BPS) trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen
dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt
werden. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2018 wurde in Übereinstimmung
mit den Rechnungslegungsstandards des IASB - den International Financial Reporting
Standards (IFRS) - wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Im vorliegenden
Zwischenabschluss, der nach den Anforderungen des IAS 34, Zwischenberichterstattung,
aufgestellt ist, wurden - mit Ausnahme der im Geschäftsjahr erstmalig anzuwendenden
geänderten Vorschriften - grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
angewandt, die auch dem vorangegangenen Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2018
zu Grunde lagen. Ferner wurden sämtliche zum 30. Juni 2019 anzuwendenden Interpretationen des International
Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) beachtet. Die angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind im Einzelnen im Anhang des Konzernabschlusses
zum 31. Dezember 2018 erläutert. Die wesentlichen erstmalig angewendeten Standards
bzw. die geänderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in Abschnitt 4 erläutert. Eine Liste der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften befindet sich
im Geschäftsbericht 2018. Im laufenden Geschäftsjahr wurden folgende Gesellschaften,
welche bislang aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert wurden, erstmalig
in den Konzernabschluss einbezogen:
Zudem wurde zum 1. Januar 2019 die Beherrschung über die Gesellschaft Sartorius South
Africa (Pty) Ltd. mit Sitz in Südafrika erworben. Aus Wesentlichkeitsgründen wird
die Gesellschaft nicht konsolidiert. Im Hinblick auf die Berechnung des Steueraufwands wird auf den Zwischenabschluss
die Regelung des IAS 34.30c) angewendet, d. h. die für das Gesamtjahr erwartete Steuerquote
von 27 % findet grundsätzlich Anwendung. 3. Ermessensentscheidungen und Schätzungen Bei der Erstellung des Zwischenabschlusses wendet die Konzernleitung Schätzungen
und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen und künftigen Situation
der Periode getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen
Schätzwerten abweichen. Die wesentlichen Schätzungen und Annahmen sowie die wichtigsten
Quellen von Unsicherheiten sind im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember
2018 unverändert geblieben. 4. Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete RechnungslegungsvorschriftenErstmalig in 2019 anzuwendende Standards Der Konzern wendet die folgenden neuen Rechnungslegungsvorschriften erstmals in der
Berichtsperiode an:
Nur der im Folgenden beschriebene IFRS 16 hatte Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
IFRS 16 schafft für Leasingnehmer die bisherige Unterscheidung von Leasingverhältnissen
in Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnisse ab. Der Standard führt stattdessen
ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse grundsätzlich
in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht
(right-of-use asset) sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung
zu Leasingzahlungen darstellt. Der Konzern wendet die Erleichterungsmöglichkeiten des Standards für kurzfristige
Leasingverhältnisses sowie Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte an
und erfasst die Leasingzahlungen für diese Verträge aufwandswirksam grundsätzlich
linear über den Vertragszeitraum. Für diese Leasingverhältnisse werden somit keine
Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte bilanziert. Für etwaige konzerninterne
Leasingverhältnisse wird auf die Erfassung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten
gemäß IFRS 16 verzichtet. Überdies wendet der Konzern den Standard nicht auf Leasingverhältnisse
über immaterielle Vermögenswerte an. Der Konzern weist die Nutzungsrechte entsprechend den zugrunde liegenden Vermögenswerten
in der Bilanz unter den Sachanlagen aus. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten
abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen sowie etwaiger Wertminderungen angesetzt.
Die Anschaffungskosten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich
etwaiger Zahlungen, die bereits bei oder vor Beginn des Leasingverhältnisses gezahlt
wurden, sowie etwaige anfängliche direkte Kosten (Abschlusskosten) und Kosten für
die Wiederherstellung oder Demontage des Leasingobjekts. Die Abschreibung erfolgt
grundsätzlich über den Leasingzeitraum. Wenn der Übergang des Eigentums am Ende des
Leasingzeitraums vorgesehen ist, wird auf die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjekts
abgestellt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung den Funktionskosten
zugeordnet. Der Bilanzausweis der Leasingverbindlichkeiten erfolgt separat. Leasingverbindlichkeiten
werden erstmalig zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen angesetzt. Die Diskontierung
erfolgt in der Regel mit dem jeweiligen länder- und laufzeitspezifischen Grenzfremdkapitalzinssatz
des Konzerns. In der Folge wird der Buchwert der Verbindlichkeiten aufgezinst und
erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen gemindert. Die Aufzinsung wird
aufwandswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist hingegen weitgehend vergleichbar dem Vorgängerstandard
IAS 17 - das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs-
oder Operating Leasingverhältnisse einstufen. Die Übergangsmethode sowie die Auswirkungen der Erstanwendung des Standards auf den
Zwischenabschluss werden nachfolgend beschrieben. Erstmalige Anwendung des IFRS 16, Leasingverhältnisse Der Konzern wendet IFRS 16 erstmals im Geschäftsjahr 2019 an. Der Erstanwendungszeitpunkt
ist somit der 1. Januar 2019. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte in Übereinstimmung
mit dem Standard anhand der modifiziert retrospektiven Methode, sodass die kumulierten
Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des Standards zum 1. Januar 2019 zu erfassen
sind. Es ergab sich kein wesentlicher Anpassungsbedarf. Entsprechend der gewählten
Übergangsmethode wurde keine Anpassung der Vergleichszahlen der Vorjahresperiode vorgenommen. Der Konzern ist im Wesentlichen als Leasingnehmer durch den neuen Standard betroffen,
da er nur in unwesentlichem Ausmaß als Leasinggeber auftritt. Für Leasingverhältnisse,
die zuvor gemäß IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft waren, erfasste
der Konzern somit eine Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019. Zur Bewertung wurde
jeweils der Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen ermittelt unter Anwendung des
Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Erstanwendungszeitpunkt. Der gewichtete durchschnittliche
Grenzfremdkapitalzinssatz betrug 2,1 %. Zum gleichen Zeitpunkt wurde für jedes derartige
Leasingverhältnis ein Nutzungsrecht in Höhe der korrespondierenden Leasingverbindlichkeit
angesetzt, gegebenenfalls korrigiert um etwaige bereits im Voraus geleistete bzw.
abgegrenzte Leasingzahlungen. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der
erstmaligen Anwendung wurden etwaige anfängliche direkte Kosten nicht berücksichtigt.
Überdies wurde auf eine Wertminderungsprüfung verzichtet und stattdessen auf unmittelbar
vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 vorliegende belastende Verträge
gemäß IAS 37 abgestellt. Es ergab sich hieraus kein Anpassungsbedarf im Erstanwendungszeitpunkt. Für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für bisher als Operating-Leasingverhältnisse
klassifizierte Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte wurden im Zuge
der Erstanwendung des IFRS 16 keine Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte angesetzt.
Für diese Leasingverhältnisse werden stattdessen in Übereinstimmung mit dem Standard
die laufenden Leasingzahlungen aufwandswirksam linear über die Leasingdauer erfasst.
Unabhängig von der ursprünglichen Vertragslaufzeit wurden auch für Leasingverhältnisse,
deren Restlaufzeit zum Erstanwendungszeitpunkt zwölf Monate nicht überstieg, grundsätzlich
keine Bilanzpositionen angesetzt. Die Bilanzierung dieser Leasingverhältnisse erfolgt
analog zur Bilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse. Die Restlaufzeiten der
Leasingverhältnisse wurden jeweils auf Basis des Wissensstands zum 1. Januar 2019
beurteilt. Für Leasingverhältnisse, die gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft
und somit bereits im Vorjahr bilanzwirksam waren, wurden die Buchwerte der zugehörigen
Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2018 unverändert als Buchwerte der Nutzungsrechte
und der Leasingverbindlichkeiten zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS
16 übernommen. Im Zuge der Erstanwendung des IFRS 16 wurden zum 1. Januar 2019 Nutzungsrechte in
Höhe von rund 68 Mio. € (davon 18 Mio. € entfallend auf vorherige Finanzierungs-Leasingverhältnisse)
sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund 70 Mio. € (davon 19 Mio. € entfallend
auf vorherige Finanzierungs-Leasingverhältnisse) angesetzt. Überdies wurden Leasingforderungen
aus Untervermietung in Höhe von rund 1 Mio. € angesetzt. Der neue Standard führte
im Erstanwendungszeitpunkt somit erwartungsgemäß zu einer Bilanzverlängerung um rund
51 Mio. €. Dies entspricht einer Minderung der Eigenkapitalquote von etwas weniger
als einem Prozentpunkt. Ausgehend von den finanziellen Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen
gemäß IAS 17 zum 31. Dezember 2018 ergibt sich die nachfolgend dargestellte Überleitungsrechnung
auf die Eröffnungsbilanzwerte der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019. scroll
Zum 30. Juni 2019 betragen die Leasingverbindlichkeiten insgesamt 69 Mio. €. Hierin
sind Leasingverbindlichkeiten aus bereits zum 31. Dezember 2018 vorliegenden Finanzierungs-Leasingverhältnissen
in Höhe von rund 18 Mio. € enthalten. Die Zusammensetzung der in den Sachanlagen zum
Erstanwendungszeitpunkt sowie zum 30. Juni 2019 enthaltenen Nutzungsrechte ist in
nachfolgender Tabelle dargestellt. In den Nutzungsrechten zum 30. Juni 2019 sind Vermögenswerte
aus bereits zum 31. Dezember 2018 vorliegenden Finanzierungs-Leasingverhältnissen
in Höhe von rund 17 Mio. € enthalten. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte betrugen
insgesamt im ersten Halbjahr 2019 9 Mio. €. scroll
5. Finanzinstrumente Die folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente
des Konzerns zum 30. Juni 2019 und zum 31. Dezember 2018 nach IFRS 9 dar. scroll
Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall
zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts
eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die beizulegenden
Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden grundsätzlich basierend auf den am Bilanzstichtag
verfügbaren Marktinformationen ermittelt und sind einer der drei Hierarchiestufen
von beizulegenden Zeitwerten gemäß IFRS 13 zuzuordnen. Finanzinstrumente der Stufe 1 werden auf Basis quotierter Preise auf aktiven Märkten
für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bewertet. Innerhalb der Stufe
2 wird die Bewertung der Finanzinstrumente auf Basis von Faktoren, die aus beobachtbaren
Marktdaten ableitbar sind, oder anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente durchgeführt.
Finanzinstrumente der Stufe 3 werden auf Basis von Inputfaktoren, die nicht aus beobachtbaren
Marktdaten ableitbar sind, bewertet. Bei den zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten
handelt es sich insbesondere um Derivate in Form von Devisentermingeschäften. Die
Bewertung erfolgte dabei jeweils auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher
Zinsstrukturkurven (Stufe 2). Die Ermittlung der anzugebenden beizulegenden Zeitwerte für die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen) erfolgte auf der Basis der
Marktzinskurve unter Berücksichtigung aktueller (indikativer) Credit Spreads (Stufe
2). Die anzugebenden beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte
und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Restlaufzeit oder unveränderten
Anschaffungskosten annähernd ihrem Buchwert. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten
finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode
erfasst, in denen die Änderung eingetreten ist. In der Berichtsperiode gab es keine
Übertragungen zwischen den Stufen. 6. Nahestehende Personen und Unternehmen Die in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften stehen in Beziehungen
mit nahestehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Dies betrifft insbesondere Geschäfte
mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Diese Transaktionen werden grundsätzlich
zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio.
€) mit diesen Unternehmen erzielt, es bestanden Forderungen aus Darlehen sowie Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 4,7 Mio. € (14,9 Mio. €). Mit einem verbundenen Unternehmen
besteht ein langfristiger Dienstleistungsvertrag, in der Berichtsperiode sind dafür
im Konzernabschluss Aufwendungen in Höhe von 3,7 Mio. € (3,8 Mio. €) angefallen. Zu weiteren Ausführungen auch im Hinblick auf nahestehende Personen wird auf den
Geschäftsbericht 2018 (S. 161) verwiesen. 7. Sonstige Angaben In der Zwischenberichtsperiode waren keine Wertminderungen von Vermögenswerten zu
erfassen. Wertminderungstests sind insbesondere jährlich beim Goodwill und bei Vermögenswerten
mit unbestimmter Nutzungsdauer durchzuführen. In der Berichtsperiode hat die Sartorius AG eine Dividende in Höhe von 42,1 Mio.
€ gezahlt, von denen 20,9 Mio. € auf Stammaktien und 21,2 Mio. € auf Vorzugsaktien
entfielen. Der Vorstand hat den verkürzten Konzernzwischenabschluss am 18. Juli 2019 zur Veröffentlichung
freigegeben. Eine prüferische Durchsicht des 6 -Monatsberichts seitens des Konzernabschlussprüfers
ist erfolgt. Die Zahlen des Einzelquartals Q2 in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie
der Gesamtergebnisrechnung waren nicht Bestandteil dieses Reviews. 8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Bis zur Beendigung der Aufstellung des Zwischenabschlusses haben sich keine wesentlichen
Ereignisse ergeben. Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung
und Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung
sowie Angaben zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss- und den Konzernzwischenlagebericht
der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30.
Juni 2019, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer
prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses
nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie
er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte
anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss
und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und
des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen
vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen,
dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können,
dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte
anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht
beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft
und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung
erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben,
können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung",
wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist. Hannover, den 19. Juli 2019 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Tonne Wirtschaftsprüfer Thiele Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung zum 30. Juni 2019 ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt
und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses
und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Göttingen, den 19. Juli 2019 Sartorius Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Joachim Kreuzburg Rainer Lehmann Dr. René Fáber John Gerard MacKay Finanzkalenderscroll
Kontakt Sartorius AG Otto-Brenner-Straße 20 37073 Göttingen Telefon: 0551.308.0 www.sartorius.com Petra Kirchhoff Head of Corporate Communications & IR Telefon: 0551.308.1686 petra.kirchhoff@sartorius.com Ben Orzelek Head of Investor Relations Telefon: 0551.308.1668 ben.orzelek@sartorius.com Zukunftsgerichtete Aussagen enthalten Risiken Dieser Sartorius Konzern Halbjahresbericht für den Zeitraum Januar bis Juni 2019
enthält verschiedene Aussagen, die die zukünftige Entwicklung des Sartorius Konzerns
betreffen. Diese Aussagen beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Obwohl
wir davon überzeugt sind, dass diese vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können
wir hierfür nicht garantieren. Denn unsere Annahmen bergen Risiken und Unsicherheiten,
die dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den erwarteten
abweichen. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen ist nicht geplant. Im gesamten Bericht können durch mathematische Rundungen in der Addition scheinbare
Differenzen auftreten. |
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