![]() Sartorius AktiengesellschaftGöttingenKonzernabschluss vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Auftragseingang und Umsatz in Mio. €![]() Underlying EBITDA und Marge 1)![]() Kennzahlenscroll
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underlying = um Sondereffekte bereinigt Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,2019 war erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr für Sartorius, in finanzieller und strategischer Hinsicht. Das Unternehmen hat sich in beiden Sparten und allen Regionen sehr gut entwickelt und seine zum Halbjahr deutlich angehobenen Finanzziele erreicht bzw. übertroffen. Um die organische Expansion zu unterstützen, wurden an mehreren Standorten zusätzliche Produktionskapazitäten in Betrieb genommen sowie die IT-Infrastruktur erweitert. Überdies konnte zum Jahresende eine kleinere Akquisition erfolgreich abgeschlossen und ein größerer Zukauf auf den Weg gebracht werden. Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2019 intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Gesellschaft befasst. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und die uns nach Gesetz und Unternehmenssatzung zugewiesenen Aufgaben wahrgenommen. Der Vorstand informierte uns regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung, der strategischen Weiterentwicklung und den Gang der Geschäfte in den Sparten, über die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage, über das Risikomanagement, die internen Kontrollsysteme sowie die Compliance. Die bedeutenden Geschäftsvorgänge der Gesellschaft wurden sowohl in den Ausschüssen als auch im Plenum auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Soweit unser Votum erforderlich war, haben wir dies nach gründlicher Prüfung der Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands abgegeben. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von Offenheit, konstruktivem Dialog und Vertrauen geprägt. Schwerpunkte der Beratungen im AufsichtsratDer Aufsichtsrat trat im Berichtsjahr zu vier ordentlichen Sitzungen zusammen. An diesen Sitzungen nahm auch der Vorstand teil, sofern es nicht um dessen Angelegenheiten ging. Wir haben regelmäßig über die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns beraten, uns mit der finanziellen Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungsgesellschaften befasst sowie strategische Projekte diskutiert. Überdies fanden drei außerordentliche Sitzungen statt, die im Zusammenhang mit den vorgenannten Zukäufen sowie den Vorstand betreffenden Personalentscheidungen standen. In unserer Bilanzsitzung am 14. Februar 2019 beschlossen wir nach umfassender Beratung und auf Basis des Berichts des Auditausschusses sowie der bei diesem Tagesordnungspunkt anwesenden Abschlussprüfer den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018. Nach Berichterstattung durch den Prüfer und Diskussion billigten wir die nichtfinanzielle Konzernerklärung für das Berichtsjahr. Darüber hinaus wurden die Tagesordnung mit den Beschlussvorschlägen für die Hauptversammlung 2019 und der Gewinnverwendungsvorschlag besprochen und verabschiedet sowie die Vorstandsvergütung für das Jahr 2019 festgelegt. Der Vorstand berichtete uns über ausgewählte größere Kundenprojekte und über verschiedene Wachstumsinitiativen beider Sparten in den Ländern China und USA. In der Sitzung am 28. März 2019 befassten wir uns mit verschiedenen Digitalisierungsvorhaben, unter anderem mit der geplanten Neueinführung einer Software zum Management von Kundenbeziehungen. Überdies gab der Vorstand einen Überblick über Vertriebsaktivitäten in Taiwan und den geplanten Erwerb des bisherigen dortigen Distributionspartners. Hierzu gaben wir unsere Zustimmung. Darüber hinaus wurde die Bestellung von Rainer Lehmann als Finanzvorstand vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Das Hauptthema einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 11. Juli 2019 war der geplante Erwerb von Anteilen am israelischen Zellkulturmedienspezialisten Biological Industries. In diesem Zusammenhang legte der Vorstand auch ausführlich seine Strategie zur Erweiterung des Zellkulturmedienportfolios und zum Aufbau entsprechender Produktionskapazitäten dar. Bei der Aufsichtsratssitzung am 15. August 2019 stand der Fortgang der geplanten Akquisition von Biological Industries auf der Agenda. Der Vorstand erläuterte zudem Veränderungen im Wettbewerbsumfeld von Sartorius sowie seine Intentionen, am Bieterverfahren um den Erwerb ausgewählter Geschäfte von Danaher Life Science teilzunehmen. Des Weiteren befassten wir uns mit der Nachbesetzung eines Aufsichtsratsmandats, die erforderlich geworden war, nachdem Aufsichtsratsmitglied Dr. Guido Oelkers uns mitgeteilt hatte, zum Jahresende auf Grund hoher beruflicher Beanspruchung aus dem Gremium auszuscheiden. Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag des Nominierungsausschusses zu, Prof. David Raymond Ebsworth als Nachfolger vorzuschlagen. Überdies wurde uns der Fortgang bei verschiedenen Digitalisierungsprojekte, vorgestellt. Die Akquisitionsmöglichkeit ausgewählter Danaher-Geschäfte stand im Mittelpunkt von zwei außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen am 23. September sowie am 9. Oktober. Im September informierte der Vorstand eingehend über den Sachstand und die zur Veräußerung stehenden Technologien, während im Oktober die Erörterung der Ergebnisse der Due Diligence im Vordergrund der Beratungen stand. Nach eingehender Befassung billigte der Aufsichtsrat die Transaktion, die die starke Position von Sartorius in den beiden schnell wachsenden Segmenten Bioanalytik und Bioprozesstechnik gut ergänzen würde. In der Sitzung am 5. Dezember 2019 wurden Themen der Corporate Governance und Compliance behandelt. Nach Beratung verabschiedeten wir die Entsprechenserklärung gemäß Corporate Governance Kodex (DCGK), die bestätigt, dass Sartorius den Empfehlungen des aktuellen Kodexes vollumfänglich nachkommt. Der Aufsichtsratsvorsitzende berichtete zudem über verschiedene Neuerungen, die im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) sowie der Reform des DCGK zu erwarten sind. Weiterhin befasste sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der Effizienzprüfung seiner Arbeit und gab seine Zustimmung zu dem vom Vorstand vorgelegten Budget für das Jahr 2020. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die erneute und vorzeitige Bestellung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg sowie die Ausgestaltung seines Vorstandsvertrages, der im Präsidialausschuss vorbereitet worden war. Die Arbeit der AusschüsseDie Arbeit im Aufsichtsrat wird durch vier Ausschüsse unterstützt. Diese bereiten Themen vor, die anschließend im Aufsichtsratsplenum behandelt werden, und treffen, soweit zulässig, im Einzelfall Entscheidungen anstelle des Plenums. Die Ausschussvorsitzenden berichteten dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die Arbeit in den Ausschüssen. Der Präsidialausschuss trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen. Gegenstand der Beratungen waren vor allem die verschiedenen strategischen Maßnahmen der Gesellschaft sowie Vorstands- und Personalangelegenheiten, insbesondere die Verlängerungen der Mandate des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands sowie Vergütungsangelegenheiten. Zudem informierte sich der Ausschuss über die Fortschritte bei verschiedenen Konzernprojekten und befasste sich mit den anstehenden Änderungen von ARUG II und Corporate Governance Kodex in Vorbereitung der Beratungen und Beschlüsse im Aufsichtsratsplenum. Der Auditausschuss hielt im Berichtsjahr vier Sitzungen ab. Der Ausschuss bereitete die Entscheidungen des Plenums über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses des Jahres 2018 vor und behandelte die Quartalsmitteilungen und den Halbjahresfinanzbericht 2019. Weitere Schwerpunkte waren die Prüfung der Wirksamkeit des konzernweiten Risikomanagement- und internen Kontrollsystems durch die interne Revision sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Compliance. Zudem erörterte der Ausschuss Themen der Konzernfinanzierung. Der Ausschuss beschäftigte sich darüber hinaus mit dem Bericht der internen Revision, der keine wesentlichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsabläufen aufzeigte, sowie mit den Planungen der Revision für die Folgemonate. Im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2019 überzeugte er sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasste sich mit der Empfehlung zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags sowie der Festlegung und Überwachung des Prüfungsablaufs und der Prüfungsschwerpunkte. Der Nominierungsausschuss, der die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung für die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat vorbereitet, trat im Berichtsjahr drei Mal zusammen. Mit Blick auf den Rücktritt von Aufsichtsratsmitglied Dr. Guido Oelkers zum Jahresende 2019 bereitete der Ausschuss den entsprechenden Nachbesetzungsvorschlag für eine gerichtliche Bestellung vor. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz musste nicht einberufen werden. Jahres- und Konzernabschlussprüfung; Prüfung der nichtfinanziellen KonzernerklärungDer vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 und der Lagebericht der Sartorius AG wurden von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Auditausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 28. März 2019 vergeben. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. An den Sitzungen des Auditausschusses am 12. Februar 2020 sowie des Aufsichtsrats am 13. Februar 2020 nahmen die Abschlussprüfer teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfungen. Es bestand ausreichend Zeit, etwaige Fragen ausführlich mit den Abschlussprüfern zu erörtern. Die Unterlagen sowie die Prüfungsberichte waren allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugesandt worden und wurden in den genannten Sitzungen ausführlich besprochen. Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt und in der Sitzung am 13. Februar 2020 gemäß der Empfehlung des Auditausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 26. März 2020 vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 0,71 € je Vorzugsaktie und von 0,70 € je Stammaktie an die Anteilseigner auszuschütten. Weiterhin hat der Vorstand aufgrund des Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen eine nichtfinanzielle Konzernerklärung vorgelegt. Diese wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einer freiwilligen inhaltlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Auf Basis dieser Prüfung erteilte die KPMG ein uneingeschränktes Prüfungsurteil. An der Aufsichtsratssitzung vom 13. Februar 2020 nahm der Prüfer teil und berichtete über die Ergebnisse seiner Prüfung. Nach intensiver Diskussion und Prüfung wurde auch die nichtfinanzielle Erklärung von den Aufsichtsratsmitgliedern gebilligt. Besetzung von Aufsichtsrat und VorstandIm Geschäftsjahr 2019 gab es weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand personelle Veränderungen. Die Mandate des Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg sowie des Finanzvorstands Rainer Lehmann wurden jeweils für eine Fünfjahresperiode bis zum 10. November 2025 bzw. bis zum 28. Februar 2025 verlängert. Aufseiten des Aufsichtsrats hat, wie bereits erwähnt, Dr. Guido Oelkers sein Aufsichtsratsmandat zum Jahresende 2019 niedergelegt. Wir danken Herrn Dr. Oelkers sehr für seine engagierte Arbeit in unserem Gremium. Bis zur Wahl durch die Hauptversammlung bestellte das Amtsgericht Göttingen Herrn Prof. David Raymond Ebsworth als neues Aufsichtsratsmitglied. Der Aufsichtsrat dankt überdies dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihr großes Engagement und die erfolgreiche Arbeit in einem besonders intensiven Geschäftsjahr. Er dankt auch den Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen, das sie dem Unternehmen erneut entgegengebracht haben.
Hamburg, im Februar 2020 Der Aufsichtsrat Dr. Lothar Kappich Vorsitzender Konzernstruktur und Unternehmensführung![]() Rechtliche KonzernstrukturSartorius ist ein international agierendes Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehr als 30 Ländern. Die Holdinggesellschaft Sartorius AG ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Sie hat ihren Hauptsitz in Göttingen und ist an der Deutschen Börse notiert. Das Bioprozessgeschäft führt Sartorius in einem rechtlich eigenständigen Teilkonzern, dessen Muttergesellschaft Sartorius Stedim Biotech S.A. an der Euronext Paris notiert ist. Zum 31. Dezember 2019 hielt die Sartorius AG rund 74 % der Aktien der Sartorius Stedim Biotech S.A. Das Laborgeschäft ist rechtlich in einem weiteren Teilkonzern mit der Muttergesellschaft Sartorius Lab Holding GmbH zusammengefasst, an der die Sartorius AG 100 % der Anteile hält. In den Konzernabschluss sind die Sartorius AG und alle wesentlichen Beteiligungsgesellschaften einbezogen, bei denen die Sartorius AG gemäß IFRS 10 die Kontrolle ausübt. Konzernorganisation und KonzernführungDas zentrale Führungsgremium des Konzerns ist der Vorstand der Sartorius AG. Dieser legt in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat die Unternehmensstrategie fest, verantwortet die operative Leitung des Konzerns und steuert die Ressourcenverteilung innerhalb der Organisation. Sartorius betreibt sein operatives Geschäft in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Die Sparten bündeln jeweils die Geschäfte nach gleichen Anwendungsfeldern und Kundengruppen. Einen Teil der Infrastruktur und zentrale Dienstleistungen nutzen die Sparten gemeinsam. Um unser Geschäft möglichst nah an den Kundenbedürfnissen auszurichten, ist unsere Organisationsstruktur auf die beiden Sparten zugeschnitten. Operative Funktionen wie Marketing und Vertrieb, Produktion inklusive produktionsnaher Funktionen sowie Produktentwicklung sind divisional strukturiert. Administrative und unterstützende Funktionen sowie der Bereich Corporate Research nehmen ihre Aufgaben spartenübergreifend wahr. Die Zuständigkeit für die lokale Umsetzung der jeweiligen Strategien und Projekte liegt bei den Ländergesellschaften. Die Leitungsorgane der lokalen Gesellschaften führen ihre Unternehmen im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen, Satzungen und Geschäftsordnungen sowie nach den bei Sartorius weltweit geltenden Grundsätzen zur Unternehmensführung. Veränderungen im KonzernportfolioSartorius hat eine Mehrheit an dem israelischen Zellkulturmedien-Entwickler und -Hersteller Biological Industries übernommen. Für circa 45 Millionen Euro in bar erwarb Sartorius etwas mehr als 50 Prozent der Aktien des Unternehmens von seinen derzeitigen Eigentümern, dem Kibbuz Beit Haemek und der Beteiligungsgesellschaft Fortissimo Capital. Darüber hinaus wurden Optionen auf den Erwerb weiterer Aktien vereinbart. Biological Industries konzentriert sich auf Zellkulturmedien, insbesondere für die Zell- und Gentherapie, für die regenerative Medizin und andere neuartige Therapien. Das 1981 gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter, hauptsächlich an seinem Hauptstandort in der Nähe von Haifa, Israel. Der Umsatz betrug 2019 gut 20 Millionen Euro bei einer zweistelligen operativen EBITDA-Marge. Das Geschäft von Biological Industries wird zu etwa je der Hälfte den Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services zugerechnet, da die Medien sowohl im Herstellungsprozess als auch in Forschungsprojekten eingesetzt werden. Zudem hat Sartorius im Oktober 2019 eine Vereinbarung über den Erwerb von Teilen des Life-Science-Portfolios von Danaher für rund 750 Millionen US-Dollar in bar unterzeichnet. Die geplante Transaktion umfasst unter anderem das ForteBio-Geschäft zur markierungsfreien Analyse von Biomolekülen sowie Chromatographie-Systeme und -Gele. Das zum Kauf stehende Portfolio erzielte 2018 einen Gesamtumsatz von rund 140 Millionen US-Dollar bei zweistelligen operativen Gewinnmargen sowie starkem Wachstumsprofil. Weltweit waren mehr als 300 Mitarbeiter in den Geschäftsteilen beschäftigt. Die geplante Transaktion unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen sowie der erfolgreichen Übernahme des GE Biopharma-Geschäfts durch Danaher und wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 abgeschlossen. Finanzielle Steuerung und LeistungsindikatorenDer Sartorius Konzern wird anhand einer Reihe von Kennzahlen gesteuert, die zugleich maßgeblich für die Ermittlung des variablen Vergütungsbestandteils von Vorstand und Führungskräften sind. Als wesentliche Steuerungsgröße für die Größenentwicklung verwendet Sartorius das um Effekte aus der Währungsumrechnung bereinigte Umsatzwachstum. Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Profitabilität ist das um Sondereffekte bereinigte EBITDA ("underlying EBITDA") bzw. die entsprechende Marge. Im Hinblick auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad die wesentliche Steuerungsgröße dar. Er wird als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der letzten zwölf Monate berechnet. Darüber hinaus stellt die Investitionsquote, das heißt Investitionen im Verhältnis zum Umsatz, einen wichtigen Steuerungsparameter dar. Ergänzend werden regelmäßig folgende finanzielle und nichtfinanzielle Indikatoren berichtet:
Die jährliche Finanzprognose, die zu Beginn des Jahres für den Konzern und die Sparten veröffentlicht wird, bezieht sich in der Regel auf die Umsatzentwicklung sowie die Entwicklung der underlying EBITDA-Marge. Zusätzlich werden für den Konzern die erwartete Investitionsquote und eine Richtungsprognose für den dynamischen Verschuldungsgrad angegeben. Weitere nichtfinanzielle Indikatoren finden sich in der nichtfinanziellen Erklärung. Geschäftsmodell, Strategie und ZieleAls führender Partner der Biopharma-Branche unterstützen wir unsere Kunden dabei, Medikamente schneller zu entwickeln und effizient zu produzieren. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche und technologische Fortschritte in den Life Science und der Bioprozesstechnik zu realisieren, um mehr Menschen den Zugang zu modernen Therapieformen und Medizin zu ermöglichen. Wir fokussieren uns auf einen attraktiven Markt, der durch eine hohe Wachstumsdynamik und langfristige Trends gekennzeichnet ist. Wesentliche Treiber sind eine wachsende Weltbevölkerung und die Zunahme altersbedingter Krankheiten in den Industrieländern. Zudem führen steigende Einkommen in den Schwellenländern zu einem besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen und einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten. Positive Impulse gehen auch vom medizinischen Fortschritt aus, der zur Entwicklung und Zulassung neuer Biopharmaka führt, sowie von aufkommenden Nachahmerpräparaten bereits etablierter Biologika, so genannten Biosimilars, die einen derzeit noch kleinen, aber besonders schnell wachsenden Anteil des Biopharmamarktes ausmachen. Als Folge dieser Faktoren steigen die hergestellten Volumina von Arzneien und damit die Nachfrage nach entsprechenden Produktionstechnologien kontinuierlich und weitgehend konjunkturunabhängig. Reifegrad und Wettbewerbsintensität nehmen in dieser vergleichsweise noch jungen Industrie sukzessive zu: Neben der Erzielung wissenschaftlicher Erfolge wird es für unsere Kunden angesichts des zunehmenden Kostendrucks auf die Gesundheitssysteme wichtiger, ihre Forschungs-, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse effizienter zu gestalten. Um sie bei dieser Herausforderung zu unterstützen, entwickeln wir unser Produktportfolio weiter. Sich durch differenzierende Technologien vom Wettbewerb abzuheben, ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren von Sartorius. Unsere Innovationskraft fußt dabei auf drei Säulen: Einer spezialisierten eigenen Produktentwicklung, der Integration von Innovationen durch Zukäufe und Kooperationen mit Partnern. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil von Sartorius ist ein hohes Anwendungsverständnis, welches auf dem klaren Branchenfokus basiert. Wir kennen die Wertschöpfungskette unserer Kunden und verstehen insbesondere die Interaktivität der darin vertretenen Systeme. Das macht uns zu ihrem strategischen Partner, der Innovationen in der Bioprozesstechnologie aktiv vorantreibt. Über die Biopharmazie hinaus unterstützt Sartorius benachbarte Branchen, zum Beispiel Labore aus der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, mit einer breiten Produktpalette an Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien bei der sicheren Durchführung qualitätskritischer Prozesse. Sein Geschäft hat Sartorius in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services organisiert. Nachfolgend skizzieren wir die Positionierung und Strategie der beiden Sparten. Bioprocess SolutionsIn der Sparte Bioprocess Solutions bietet Sartorius ein breites Produktportfolio, das sich auf alle wesentlichen Schritte der Produktion sowie der vorgelagerten Prozessentwicklung eines Biopharmazeutikums konzentriert. Unsere Technologien umfassen unter anderem Zelllinientechnologien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, verschiedene Produkte für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung von biologischen Zwischen- und Endprodukten sowie Lösungen für deren Lagerung und Transport. Zudem bietet Sartorius Datenanalyse-Software zur Modellierung und Optimierung von biopharmazeutischen Entwicklungs- und Produktionsprozessen. In seinen Kerntechnologien verfügt das Unternehmen über führende Marktpositionen mit deutlich zweistelligen Marktanteilen. Von unseren Wettbewerbern differenzieren wir uns unter anderem durch die Breite unseres Produktportfolios. Wir können unseren Kunden komplette Prozesslösungen aus einer Hand anbieten und sie bei der vorgelagerten Projektplanung, Prozessintegration sowie der anschließenden Validierung unterstützen. Als Innovationsführer hat sich Sartorius darüber hinaus als einer der ersten Biopharma-Zulieferer auf Einwegtechnologien spezialisiert. Mit diesen werden rund drei Viertel des Spartenumsatzes erzielt. Einwegprodukte werden aufgrund ihrer Kostenvorteile sowie ihrer größeren Flexibilität und Sicherheit gegenüber wiederverwendbaren Technologien zunehmend von der Pharmaindustrie eingesetzt. Insbesondere in den vorkommerziellen Produktionsprozessen haben sie die klassischen Edelstahlkomponenten fast vollständig ersetzt. Die Marktdurchdringung dürfte sich nach Ansicht von Branchenbeobachtern fortsetzen, da Einwegprodukte künftig auch verstärkt in der kommerziellen Produktion eingesetzt werden. In der Folge generiert die Sparte einen hohen Anteil an wiederkehrenden Umsatzerlösen. Hierzu tragen auch die hohen Zulassungsanforderungen auf Seiten unserer Kunden bei: Da diese ihre Produktionsprozesse durch die zuständigen Gesundheitsbehörden validieren lassen müssen, können technologische Komponenten nach Zulassung nur mit sehr großem Aufwand ausgetauscht werden. Die Hersteller von Medikamenten sind somit für den Lebenszyklus ihres Medikaments eng an die Zulieferer gebunden. Überdies trägt unsere breite und stabile Kundenbasis, die wir überwiegend direkt über unseren spezialisierten Vertrieb adressieren, zu einem günstigen Risikoprofil bei. Die starke strategische Positionierung der Sparte und das überdurchschnittliche Branchenwachstum bilden eine gute Basis für auch künftig profitables Wachstum. Über die Realisierung des organischen Entwicklungspotenzials hinaus streben wir an, das Portfolio der Sparte weiter durch komplementäre Akquisitionen und Kooperationen auszubauen. Informationen zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Berichtsjahr sind im Kapitel "Geschäftsentwicklung der Sparte Bioprocess Solutions" beschrieben. Lab Products & ServicesDie Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit ihren Produkten auf Forschungslabore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie akademische Forschungseinrichtungen. Wir geben Wissenschaftlern und Laboranten Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien an die Hand, die ihre Forschung und Qualitätskontrolle einfacher und schneller machen. So bieten wir unseren Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Zellanalytik. Mit deren Hilfe können sie zentrale Analyseschritte in der Molekülentwicklung automatisiert durchführen, die bislang zumeist manuell ausgeführt wurden. Auf diese Weise können in kurzer Zeit wesentlich größere Probenmengen untersucht sowie umfangreiche Datensätze generiert und ausgewertet werden, was beispielsweise die Identifikation geeigneter Wirkstoffkandidaten oder Zellklone deutlich beschleunigt. Überdies bietet die Sparte eine breite Palette von Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme an sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Sartorius verfügt in diesen Produktkategorien über führende Positionen und signifikante Marktanteile. Unsere Lösungen zielen darauf ab, die Effizienz und Produktivität routinemäßiger und zugleich qualitätskritischer Laborprozesse oder industriespezifischer Arbeitsabläufe zu erhöhen. Über die Biopharmaindustrie hinaus werden mit diesem Portfolio auch Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche adressiert. Mit ihren innovativen Technologie-Plattformen im Bereich Bioanalytik sowie dem umfangreichen Portfolio für die Probenvorbereitung verfügt die Sparte Lab Products & Services über ein starkes Fundament, um weiter organisch deutlich wachsen zu können. Das Wachstum sollte aufgrund von Skalen- und Produktmixeffekten mit einer kontinuierlichen Steigerung der Profitabilität einhergehen. Des Weiteren plant Sartorius, auch in der Laborsparte das Portfolio über Akquisitionen und strategische Partnerschaften zu erweitern. Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung der Sparte im Jahr 2019 sind im Kapitel "Geschäftsentwicklung der Sparte Lab Products & Services" zu finden. Strategie Sartorius 2020 und 2025Im Jahr 2011 hatte Sartorius seine Strategie und Ziele für profitables Wachstum bis 2020 vorgelegt. Demnach soll der Umsatz bei einer operativen EBITDA-Marge von 26 % bis 27 % auf rund 2 Mrd. Euro steigen. Während die Ziele für das Jahr 2020 unverändert weiter gelten, erweiterte die Unternehmensleitung 2018 den zeitlichen Horizont und stellte Strategie und Langfristziele bis zum Jahr 2025 vor. Demnach plant Sartorius angesichts der hohen Marktdynamik und guten strategischen Positionierung, seinen Umsatz im Zeitraum von 2020 bis 2025 auf rund 4 Mrd. Euro zu verdoppeln. Etwa zwei Drittel des Wachstums sollen organisch und rund ein Drittel über Akquisitionen erreicht werden. Die operative EBITDA-Marge soll auf rund 28 % steigen. Für die Sparte Bioprocess Solutions rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 2,8 Mrd. Euro bei einer operativen EBITDA-Marge von rund 30 %, für die Laborsparte sind rund 1,2 Mrd. Euro Umsatz und eine operative EBITDA-Marge von etwa 25 % geplant. Die Planung setzt voraus, dass die Margen künftiger Akquisitionen nach Integration im Durchschnitt etwa auf einem mit dem bestehenden Geschäft vergleichbaren Niveau liegen und keine erheblichen Veränderungen der wichtigsten Währungsrelationen eintreten. Die Ziele werden durch verschiedene Wachstumsinitiativen mit folgenden Schwerpunkten umgesetzt: Entwicklung des ProduktportfoliosSartorius verfügt über ein breites Produktportfolio, das ausgerichtet an der Wertschöpfungskette der Biopharmaindustrie kontinuierlich erweitert wird. Neben eigenen Entwicklungsaktivitäten und strategischen Partnerschaften bleiben Akquisitionen, die bisherige Stärken sinnvoll ergänzen oder erweitern, Teil der Portfoliostrategie beider Sparten. Chancen sehen wir unter anderem in der digitalen Vernetzung von Produkten, zum Beispiel in der Integration von Softwarelösungen zur Produktionssteuerung von Bioprozessen. Auch eine Expansion in angrenzende Anwendungen wie Regenerative Medizin ist denkbar. Im Fokus stehen Produkte, die Lösungen für die Herausforderungen unserer Kunden bieten und unser Angebot aus Kundenperspektive noch attraktiver machen. Regionale WachstumsinitiativenNordamerika und Asien bilden die Schwerpunkte unserer regionalen Wachstumsstrategie. Nordamerika ist für Bioprozess-Equipment und Laborprodukte der weltweit größte Markt. Vor dem Hintergrund, dass die Hauptwettbewerber beider Sparten in Nordamerika beheimatet sind, hat Sartorius in dieser Region geringere Marktanteile als in Europa und Asien. Vor allem durch die gezielte Verstärkung der Vertriebs- und Servicekapazitäten sollen weitere Marktanteile hinzugewonnen werden. Ein weiterer strategischer Fokus liegt auf China. Dieser Markt verfügt aufgrund steigender privater und staatlicher Gesundheitsausgaben sowie eines rapiden Aufbaus regionaler biopharmazeutischer Werke über großes Wachstumspotenzial. Um von der dynamischen Entwicklung zu profitieren, hat Sartorius in dieser Region bereits erheblich in seine Vertriebsinfrastruktur investiert und plant, die Produktionskapazitäten dort mittelfristig zu erweitern. Optimierung von ArbeitsprozessenEine Grundlage für künftiges Wachstum bilden ausreichende Produktionskapazitäten sowie eine leistungsfähige Lieferkette. Sartorius hat in den vergangenen Jahren die Kapazitäten für Membrane, Filter und Einwegbeutel an verschiedenen Konzernstandorten erheblich ausgebaut. Überdies wurde auf Basis konzernweit vereinheitlichter Geschäftsprozesse 2019 die Implementierung eines neuen ERP-Systems abgeschlossen. Nach den signifikanten infrastrukturellen Erweiterungen verschiebt sich der Fokus zunehmend auf die weitere Optimierung unserer Prozesse. So treiben wir die Digitalisierung und Automatisierung in allen Bereichen des Unternehmens mit dem Ziel voran, die Leistungsfähigkeit unserer Lieferkette und die Kontaktschnittstellen zu unseren Kunden weiter zu verbessern. Dies schließt auch den Ausbau unserer Aktivitäten in den Bereichen E-Commerce, digitales Marketing und Analytik ein. Forschung und EntwicklungAls führendes Unternehmen der Life-Science-Branche ist es unser Ziel, in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fachkreisen weltweit unseren Beitrag dazu zu leisten, dass neue medizinische Wi rkstoffe schneller entdeckt und Medikamente effizient hergestellt werden können. Unseren Kunden aus der Biopharmaindustrie geben wir dazu innovative Instrumente und Lösungen an die Hand, die sie bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen. Ein Fokus liegt auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktportfolios im Hinblick auf die Kundenbedürfnisse in den Endmärkten. Zu unseren Kerntechnologien, auf deren Weiterentwicklung wir uns konzentrieren, gehören unter anderem Filter- und Einwegbeutelprodukte, aber auch die Automatisierung von Laborprozessen oder Softwarelösungen für die Prozessteuerung. Eine detailliertere Erläuterung der Entwicklungsschwerpunkte findet sich in den Spartenkapiteln auf den Seiten 44 und 49. Die konzernweit agierende Forschungsfunktion Corporate Research arbeitet in engem Austausch mit externen Partnern an übergeordneten Innovationsthemen. Die wesentliche Aufgabe und Zielsetzung besteht in der Identifizierung und Entwicklung zukünftiger Schlüsseltechnologien und Anwendungsfelder. Neben einer engen Kooperation mit Kunden, Forschungsinstituten und Start-ups führt der Bereich eigene Forschungsaktivitäten in ausgewählten Feldern durch. Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches UmfeldDie Branchen, in denen der Sartorius Konzern tätig ist, sind in unterschiedlichem Maß von der Konjunktur abhängig. So agiert die Sparte Bioprocess Solutions in einem Umfeld, das weitestgehend unabhängig von volkswirtschaftlichen Schwankungen ist. Die Sparte Lab Products & Services dagegen ist auch in Branchen aktiv, deren Entwicklung stärker von konjunkturellen Einflüssen geprägt ist. Gesamtwirtschaftliches UmfeldDie Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft hat sich 2019 nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter abgeschwächt. Der Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) belief sich nach Schätzungen auf 3,0 %, was dem niedrigsten Wert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 entspricht. Während die Industrieländer ein Plus von 1,7 % verzeichneten, expandierten die Schwellen- und Entwicklungsländer um 3,9 %. Der IWF hatte seine ursprünglichen Schätzungen im Jahresverlauf aufgrund sich eintrübender Aussichten nach unten angepasst. Insbesondere der andauernde Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die damit einhergehende Einführung von Zöllen wirkten sich belastend auf den internationalen Warenaustausch sowie die globale Industrieproduktion aus. Globales Wirtschaftswachstum (2015 bis 2019)in %![]() Quelle: Internationaler Währungsfonds Vor allem in den europäischen Kernmärkten von Sartorius wurden die Wachstumsprognosen im Jahresverlauf aufgrund sich verschlechternder Konjunkturdaten revidiert. Neben anhaltenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union dämpften schwächere Exporte das Expansionstempo. In Deutschland wirkte sich zudem ein Produktionsrückgang des Automobilsektors negativ aus. So belief sich der Anstieg hier auf schätzungsweise 0,5 % (Vorjahr: 1,5 %), wohingegen der IWF ursprünglich von 1,3 % ausgegangen war. In Frankreich und Großbritannien fielen die Wachstumsraten im Vorjahresvergleich mit 1,2 % (Vorjahr: 1,7 %) und 1,2 % (Vorjahr: 1,4) ebenfalls geringer aus. Das BIP der gesamten Europäischen Union wuchs um 1,5 % (Vorjahr: 2,2 %). In unserem größten Markt, den USA, stieg die Wirtschaftsleistung um 2,4 % nach 2,9 % im Vorjahr. Ausschlaggebend für die schwächere Dynamik waren nach Angaben des IWF insbesondere die auslaufenden positiven Effekte der Steuerreform des Jahres 2017 sowie eine geringere Investitionstätigkeit. Beschäftigung und privater Konsum zeigten sich demgegenüber weiter robust. Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum, der für Sartorius zunehmend an Bedeutung gewinnt, legte um insgesamt 5,0 % zu (Vorjahr: 5,5 %). Während China trotz des Zoll- und Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten ein Plus von 6,1 % (Vorjahr: 6,6 %) erzielte, expandierte die indische Volkswirtschaft um 6,1 % (Vorjahr: 6,8 %). Signifikante Umsatzanteile erwirtschaftet Sartorius zudem in Südkorea und Japan. Die südkoreanische Wirtschaftsleistung wuchs 2019 um 2,0 % (Vorjahr: 2,7 %), wohingegen Japan einen Anstieg von 0,9 % verzeichnete (Vorjahr: 0,8 %). Wirtschaftswachstum nach Regionenin %![]() Quelle:Internationaler Währungsfonds WechselkursentwicklungZu den für den Sartorius Konzern wesentlichen Währungen zählen neben dem Euro insbesondere der US-Dollar sowie einige weitere Währungen wie der südkoreanische Won, das britische Pfund, der Singapur Dollar, der japanische Yen und der chinesische Renminbi. Der US-Dollar gewann gegenüber dem Euro im Berichtsjahr an Wert. Angesichts einer weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die amerikanische sowie Europäische Zentralbank lag der Euro-US-Dollar-Wechselkurs zum 31. Dezember 2019 bei 1,12 US-Dollar gegenüber 1,15 US-Dollar zum Stichtag 2018, was einem Wertzuwachs von rund 1,9 % entspricht. Der südkoreanische Won verlor gegenüber dem Euro auf Jahressicht um rund 1,4 % an Wert. Alle weiteren für Sartorius relevanten Währungen konnten hingegen zulegen. So stieg das britische Pfund um 4,9 %, der Singapur Dollar um 3,0 % sowie der japanische Yen um 3,1 %. Der Wertzuwachs des chinesischen Renminbis gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung lag bei 0,7 %. ZinsentwicklungDas durchschnittliche Zinsniveau blieb im Berichtsjahr auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Europäische Zentralbank beließ den Leitzins auf 0,00 %. Der 3 -Monats-EURIBOR, also der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft, belief sich zum 31. Dezember auf - 0,38 % nach - 0,31 % im Vorjahr. Quellen: International Monetary Fund: World Economic Outlook Oktober 2019; Bloomberg. Branchenspezifisches UmfeldZu den wichtigsten Kundengruppen von Sartorius zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche gehören zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns aus. Starkes Wachstum im BiopharmamarktDer weltweite Pharmamarkt entwickelte sich im Berichtsjahr laut Schätzungen verschiedener Marktbeobachter mit einem Zuwachs von etwa 4 % bis 5 % erneut positiv. Innerhalb des Pharmamarktes wächst das Segment für biotechnologisch hergestellte Arzneimittel und Impfstoffe seit Jahren überproportional. Das Marktvolumen belief sich auf circa 235 Mrd. €, rund 8 % bis 9 % mehr als im Vorjahr. Die steigende Bedeutung und Akzeptanz biopharmazeutischer Wirkstoffe spiegelt sich in einem wachsenden Umsatzanteil am Weltpharmamarkt sowie den Entwicklungsaktivitäten der Pharmaindustrie wider. So liegt der Anteil biopharmazeutischer Präparate in der F&E-Pipeline bei über 40 %. Die Hersteller von Technologien zur Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika konnten ihre Umsätze 2019 deutlich steigern. Eine dynamische Nachfrageentwicklung war erneut in den Schwellenländern, allen voran China, zu beobachten, wo seit einigen Jahren viele kommerzielle biopharmazeutische Produktionsanlagen zur Bedienung der heimischen Märkte entstehen. Aber auch in den USA und Europa, wo sich die größten Fermenterkapazitäten befinden, wurde weiter stark investiert. Das Marktwachstum hängt grundsätzlich stärker von mittel- und langfristigen Trends als von kurzfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen ab. Wesentliche Impulse gehen dabei von der weltweit steigenden Nachfrage nach Medikamenten sowie der Zulassung und Markteinführung innovativer Biopharmazeutika aus. Auch die Erweiterung der Indikationsgebiete für bereits zugelassene Präparate oder deren weitere Marktdurchdringung sind Wachstumsfaktoren. Im Berichtsjahr wurden von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA 11 neuartige Biologika zugelassen. Eine steigende Zahl biotechnologisch hergestellter Wirkstoffe wird für die Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen zugelassen. Fortschritte wurden zuletzt im Bereich der Zell- und Gentherapien erzielt, wo in den USA und Europa 2019 zwei weitere Therapien eine Markterlaubnis erhalten haben. Die steigende Zahl zugelassener Biopharmazeutika sowie die größer werdende Vielfalt an Therapieformen und Wirkstoffklassen bei einer zugleich wachsenden Medikamentennachfrage sind die zentralen Treiber für den weltweiten Ausbau der Biopharma-Produktionskapazitäten. Durchschnittliche Neuzulassungen biologischer Arzneimittel in den USA pro Jahr![]() Biosimilars, also Nachahmerprodukte von Biopharmazeutika, deren Patenschutz ausgelaufen ist, spielen eine zunehmend wichtige Rolle für den Biotechnologiemarkt. Das Umsatzvolumen war 201 9 mit schätzungsweise gut 8 Mrd. € noch vergleichsweise klein, allerdings dürfte der Markt aufgrund des Auslaufens mehrerer Patente für umsatzstarke Biopharmazeutika in den kommenden Jahren stark zulegen. So wird in diesem Segment bis zum Jahr 2022 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 30 % gerechnet. Durch die Zulassung und Markteinführung neuer Biosimilars wurden im Berichtsjahr Fortschritte erzielt. Insbesondere in den USA, wo die Marktdurchdringung aufgrund regulatorischer, patentrechtlicher sowie vermarktungsseitiger Herausforderungen bislang vergleichsweise langsam verlief, wurden 9 Präparate zugelassen. Einwegsysteme für die Produktion von Biopharmazeutika gewinnen weiter an BedeutungDie Produktion von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln ist im Vergleich zu klassischen Herstellungsverfahren wesentlich komplexer und kostenintensiver. Hersteller und Zulieferer arbeiten daher kontinuierlich an der Entwicklung effizienterer Technologien. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Einwegprodukte: Sie erfordern ein deutlich geringeres Investitionsvolumen, senken Kosten für Reinigung und Validierung und reduzieren Stillstandzeiten. Darüber hinaus bieten sie eine höhere Flexibilität in der Produktion und ermöglichen eine schnellere Markteinführung des Medikaments. Aufgrund ihrer Vorteile sind Einwegtechnologien heute bereits in vielen Prozessschritten etabliert. Insbesondere in den vorkommerziellen Entwicklungs- und Produktionsphasen und zur Herstellung kleinerer Chargen werden überwiegend Einwegsysteme verwendet. Zukünftig werden diese auch vermehrt bei der Produktion größerer kommerzieller Mengen Anwendung finden. Das gilt insbesondere für die Herstellung jener biotechnologischer Wirkstoffe, deren klinische Entwicklung in Einwegsystemen stattfindet. Sartorius bietet ein umfangreiches Einwegportfolio mit skalierbaren Produkten für den gesamten Herstellungsprozess und hilft der Biopharmaindustrie aktiv bei der Umstellung auf diese Technologie in der Medikamentenproduktion. Weltweiter Labormarkt wächst moderatDer weltweite Labormarkt belief sich im Berichtsjahr auf ein Volumen von rund 54 Mrd. € und wächst nach Schätzungen verschiedener Markbeobachter jährlich um etwa 3 % bis 4,5 %. Das Marktwachstum ist unter anderem an die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der jeweiligen Endmärkte gebunden. Labore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sind die wichtigsten Abnehmer für Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Vor dem Hintergrund eines weltweit steigenden Medikamentenbedarfs investiert die Branche kontinuierlich in die Erforschung neuer Wi rkstoffe und die dafür notwendige Laborausrüstung. Im Fokus stehen dabei Technologien zur Automatisierung von Arbeitsprozessen oder innovative Analyseinstrumente mit verbesserten oder neuartigen Funktionalitäten. Die Umsätze wesentlicher Laborausrüster mit Biopharmakunden stiegen im Berichtsjahr stärker als die mit anderen Industrien. Forschungs- und Qualitätssicherungslabore der Chemie- und Nahrungsmittelbranche bilden eine weitere wichtige Kundengruppe, deren Nachfrage nach Laborprodukten teilweise an die konjunkturelle Entwicklung gekoppelt ist. Zusätzliche Impulse können hier von regulatorischen Veränderungen ausgehen, etwa in Bezug auf strengere Vorschriften für Qualitätstests in der Lebensmittelindustrie. Im Berichtsjahr hat sich die Konjunktur in den bedeutenden Wirtschaftsregionen weiter abgekühlt, so dass diese Endmärkte tendenziell ein verhaltenes Wachstum zeigten. Auch akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen verwenden Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien von Sartorius. Das Nachfragewachstum ist unter anderem an staatliche Haushaltsbudgets und Förderprogramme gebunden, die sich länderspezifisch unterschiedlich entwickeln. In den USA ist das National Institute of Health (NIH) die wichtigste Behörde für biomedizinische Forschung und die größte Einrichtung zur Forschungsförderung weltweit. Das Budget des NIH wurde in den vergangenen sechs Jahren stetig erhöht und stieg im Berichtsjahr erneut um rund 5,4 % auf 34 Mrd. Euro. Auch die Europäische Union plant, die Ausgaben ihres Förderprogramms für Forschung und Innovation ab 2020 zu erhöhen. Besonders stark sind die staatlichen F&E-Ausgaben in den vergangenen Jahren in China gewachsen, was zu einem dynamischen Wachstum des dortigen Labormarktes geführt hat. Das Land strebt bis 2020 eine weitere Steigerung des Anteils der Forschungsausgaben am BIP an. WettbewerbspositionDas Wettbewerbsumfeld der Sparte Bioprocess Solutions ist durch hohe Markteintrittsbarrieren geprägt, die sich unter anderem aus der starken Regulierung der Biopharmaindustrie sowie der technologischen Komplexität ergeben. Die Zulieferbranche hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund zahlreicher Übernahmen stark konsolidiert, sodass ein Großteil des Marktes auf wenige Anbieter entfällt. Die Sparte Bioprocess Solutions ist in diesem Umfeld als Lösungsanbieter für zentrale Prozessschritte in der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung positioniert. Sie nimmt eine führende Stellung in wesentlichen Schlüsseltechnologien ein, insbesondere bei Einwegtechnologien in den Bereichen Bioreaktoren, Filtration sowie Flüssigkeitentransport und -lagerung. Die Hauptwettbewerber der Sparte Bioprocess Solutions sind bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Merck KGaA, Danaher Corp., General Electric Co. und Thermo Fisher Scientific Inc. Im Berichtsjahr kündigte Danaher die Übernahme des Biopharmageschäfts von General Electric an. Die behördlichen Genehmigungen für den Abschluss dieser Transaktion werden für das erste Quartal 2020 erwartet. Die Sparte Lab Products & Services ist als Premiumanbieter für Laborinstrumente aufgestellt. Sie adressiert sowohl Forschungs- und Entwicklungs- als auch Qualitätssicherungslabore mit Fokus auf die Biopharmabranche. Das Produktportfolio umfasst beispielsweise Laborwaagen, Pipetten und Instrumente für die Bioanalytik sowie ein breites Angebot an Verbrauchsmaterialien. In vielen dieser Bereiche zählt die Sparte zu den global führenden Anbietern. Zu den Hauptwettbewerbern gehören unter anderem bestimmte Geschäftsbereiche der Unternehmen Thermo Fisher Inc., Merck KGaA sowie Danaher Corp. Speziell bei Laborwaagen gehört des Weiteren Mettler-Toledo Intl. Inc. zum Wettbewerbsumfeld, bei Pipetten die Eppendorf AG und im Bereich Zellanalytik Unternehmen wie Agilent Technologies Inc., Becton Dickinson Co. und PerkinElmer Inc. Quellen: IQVIA Institute: The Global use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023; Januar 2019; Evaluate Pharma: World Preview 2019, Outlook to 2024, Juni 2019; BioPlan: 16th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2019; Frost & Sullivan: 2018 Annual Report: Forecast and Analysis of the Global Market for Laboratory Products, Mai 2019; BCC Research: Biosimilars: Global Markets, März 2018; Daedal Research: Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Dezember 2019; SDi: Global Assessemt Report 2018, Februar 2018; 2018; www.fda.gov Geschäftsentwicklung KonzernUmsatz und AuftragseingangSartorius hat seine dynamische Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr fortgesetzt: Auf Basis konstanter Wechselkurse stieg der Konzernumsatz erneut zweistellig um 14,8 % auf 1.827,0 Mio. € und damit noch etwas stärker als im Rahmen der zum Halbjahr 2019 auf 10 % bis 14 % deutlich angehobenen Prognose erwartet. Aus der Konsolidierung von Biological Industries ab Mitte Dezember 2019 resultierte kein wesentlicher Wachstumsbeitrag. Der nominale Umsatzanstieg, das heißt inklusive Wechselkurseffekte, belief sich auf 16,7 %. Der Auftragseingang verbesserte sich in der Berichtsperiode ebenfalls deutlich und erhöhte sich wechselkursbereinigt um 14,8 % auf 1.939,5 Mio. €. Nominal wuchs er um 16,7 %. Ein vollständiger Vergleich von Geschäftsentwicklung und Prognose befindet sich auf Seite 53. Umsatz 2015 bis 2019in Mio. €![]() Umsatz und Auftragseingangscroll
Umsatzwachstum von beiden Sparten getragenAuch im Berichtsjahr 2019 trugen beide Sparten zum Umsatzwachstum bei. Insbesondere die Bioprozess-Sparte knüpfte an die gute Vorjahresentwicklung an und legte erneut kräftig zu. Die Umsätze stiegen wechselkursbereinigt um 18,1 % auf 1.372,1 Mio. € (nominal + 20,0 %), getrieben von einer starken Nachfrage nach sämtlichen Produktkategorien in allen Regionen. Die Sparte Lab Products & Services erreichte in einem teilweise schwierigen ökonomischen Umfeld ein Umsatzwachstum von wechselkursbereinigt 5,9 % auf 454,9 Mio. € (nominal + 7,5 %). Umsatz nach Spartenscroll
Weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung der Konzernsparten befinden sich auf den Seiten 44 ff. für die Sparte Bioprocess Solutions sowie den Seiten 49 ff. für die Sparte Lab Products & Services. Zuwächse in allen RegionenUmsatz und Wachstum 1) nach Regionen 2) in Mio. € sofern nicht anderweitig angegeben![]()
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wechselkursbereinigt Sartorius steigerte seine Umsätze 2019 erneut in allen drei Regionen. In der mit einem Anteil von rund 40 % umsatzstärksten Region EMEA stiegen die Erlöse sehr solide um 11,2 % auf 733,4 Mio. €. Während die Sparte Bioprocess Solutions hier einen Zuwachs von 13,2 % erreichte, lag das Plus der Sparte Lab Products & Services bei 6,5 %. Die Umsätze in der Region Amerika entwickelten sich erneut dynamisch und stiegen um 17,4 % auf 629,9 Mio. €, wodurch sich der Anteil an den gesamten Konzernerlösen auf 35 % erhöhte. Insbesondere die Sparte Bioprocess Solutions konnte mit einem Zuwachs von 19,3 % wieder stark zulegen, die Laborsparte verbesserte ihre regionalen Umsätze mit 10,4 % ebenfalls deutlich. Auch die Region Asien | Pazifik, auf die 2019 rund 25 % des Konzernumsatzes entfielen, zeigte sich im Berichtsjahr mit einem Plus von 17,4 % auf 463,7 Mio. € wieder wachstumsstark. Ursächlich hierfür war das kräftige Wachstum von 24,8 % der Sparte Bioprocess Solutions, welches auf einem besonders dynamischen Projektgeschäft basierte. Die Laborsparte steigerte ihre Umsätze gegenüber einer guten Vorjahresbasis moderat um 0,8 %. Alle Veränderungsraten zur regionalen Entwicklung sind wechselkursbereinigt. Umsatz nach Regionenscroll
Kosten und ErgebnisDie Kosten der umgesetzten Leistung lagen im Berichtsjahr bei 885,8 Mio. €. Im Vergleich zum nominalem Umsatzzuwachs von 16,7 % stiegen sie aufgrund von Produktmixeffekten leicht unterproportional um 16,2 %. Die Umsatzkostenquote belief sich auf 48,5 % gegenüber 48,7 % im Vorjahr. Die Kosten für den Vertrieb legten um 12,1 % auf 369,7 Mio. € zu, sodass die Vertriebskostenquote im Vorjahresvergleich um knapp einen Prozentpunkt auf 20,2 % sank (Vorjahr: 21,1 %). Für Forschung und Entwicklung erhöhten sich die Ausgaben im Berichtsjahr um 22,2 % auf 95,6 Mio. €. Die F&E-Quote lag mit 5,2 % leicht über Vorjahresniveau (5,0 %). Bei den allgemeinen Verwaltungskosten verzeichnete Sartorius einen Anstieg von 13,8 % auf 107,2 Mio. €. Die Verwaltungskostenquote befand sich 2019 mit 5,9 % leicht unter dem Vorjahresniveau von 6,0 %. Der Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen lag mit - 33,0 Mio. € deutlich unter dem Vergleichswert von - 2,7 Mio. €. Er umfasst im Wesentlichen Sondereffekte in Höhe von - 28,4 Mio. € (Vorjahr: - 1,7 Mio. €), die sich unter anderem aus Aufwendungen für spartenübergreifende Projekte ergaben, insbesondere der konzernweiten Einführung von IT-Systemen. Der Rückgang gegenüber der Vergleichsperiode ergibt sich aus dem Wegfall eines einmaligen Ertrags in Höhe von 35,2 Mio. € resultierend aus der Modifikation des Vertrags mit dem Life-Science-Unternehmen Lonza im Bereich Zellkulturmedien, der die Sondereffekte sowie den Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen 2018 stark positiv beeinflusst hatte. Der Wegfall dieses einmaligen Ertrags in der Berichtsperiode spiegelt sich auch in der Entwicklung des EBIT wider, welches vor dem Hintergrund höherer Sonderausgaben und Abschreibungen um 12,4 % auf 335,7 Mio. € zulegte. Die EBIT-Marge sank auf 18,4 % (Vorjahr: 19,1 %). Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Das Finanzergebnis belief sich 2019 auf- 32,5 Mio. € gegenüber - 27,9 Mio. € im Vorjahr. Im Berichtsjahr lag der Steueraufwand mit 84,4 Mio. € über dem Vorjahreswert von 73,2 Mio. €. Die Steuerquote lag bei 27,8 % nach 27,0 % im Vorjahr. Das Periodenergebnis verbesserte sich um 10,8 % auf 218,7 Mio. € (Vorjahr: 197,5 Mio. €). Der den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende Jahresüberschuss lag im Berichtsjahr bei 156,7 Mio. € (Vorjahr: 141,3 Mio. €). Auf Minderheitsanteile entfielen 62,0 Mio. € (Vorjahr: 56,1 Mio. €). Sie reflektieren im Wesentlichen die nicht durch den Sartorius Konzern gehaltenen Aktien an der Sartorius Stedim Biotech S.A. Bereinigtes ErgebnisZur besseren Darstellung der operativen Entwicklung, auch im internationalen Vergleich, verwendet der Sartorius Konzern als zentrale Ertragskennziffer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation, das underlying EBITDA. Nähere Informationen zu den Sondereffekten sind auf Seite 121 zu finden. Überleitung EBIT zu underlying EBITDAscroll
Der Sartorius Konzern konnte sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2019 deutlich steigern. So erhöhte sich das underlying EBITDA in Relation zum Umsatz überproportional um 22,4 % auf 495,8 Mio. €. Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 27,1 % (Vorjahr: 25,9 %) und lag damit im Rahmen der Prognose. Etwas weniger als ein Prozentpunkt des Margenanstiegs entfiel erwartungsgemäß auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Underlying EBITDA nach Spartenscroll
Das Ergebnis der Sparte Bioprocess Solutions lag mit 406,8 Mio. € um 24,5 % signifikant über dem Vorjahreswert von 326,9 Mio. €. Die underlying EBITDAMarge stieg aufgrund von Skaleneffekten auf 29,6 % (Vorjahr: 28,6 %). Etwas weniger als ein Prozentpunkt der Margenverbesserung ist darüber hinaus auf die Anwendung von IFRS 16 zurückzuführen. Diese Effekte führten in der Sparte Lab Products & Services ebenfalls zu einer im Vergleich zur Umsatzentwicklung überproportionalen Steigerung des underlying EBITDA um 14,0 % auf 89,0 Mio. €. Auch hier lag die entsprechende Marge mit 19,6 % über dem Vorjahreswert von 18,5 %, wobei etwas mehr als ein Prozentpunkt dieses Anstiegs auf die Einführung von IFRS 16 entfiel. Maßgeblicher JahresüberschussDas maßgebliche, den Aktionären der Sartorius AG zuzurechnende, bereinigte Jahresergebnis erhöhte sich deutlich um 19,2 % auf 209,3 Mio. € nach 175,6 Mio. € im Vorjahr. Es bildet die Grundlage für die Gewinnverwendung und ergibt sich durch die Bereinigung von Sondereffekten, der Herausrechnung von nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie auf Basis eines normalisierten Finanzergebnisses, jeweils einschließlich entsprechender Steueranteile. Das bereinigte Ergebnis je Stammaktie stieg um 19,3 % auf 3,06 € (Vorjahr: 2,56 €) bzw. je Vorzugsaktie um 19,2 % auf 3,07 € (Vorjahr: 2,57 €). scroll
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Finanzergebnis bereinigt um Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften (- 8,4 Mio.
€) und andere nicht originäre Finanzierungsaufwendungen und -Erträge Bereinigtes Ergebnis je Aktie 1)2) in €![]()
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bereinigt um Sondereffekte, exklusive nicht-zahlungswirksamer Amortisation sowie
basierend auf dem normalisierten Finanzergebnis, einschließlich entsprechender Steueranteile Weitere Informationen zur Ergebnisentwicklung und zu den Sondereffekten der Konzernsparten finden sich auf den Seiten 44 ff. und 49 ff. Forschung und EntwicklungSartorius baut das Produktportfolio kontinuierlich durch Investitionen in die Neu- und Weiterentwicklung eigener Produkte sowie die Integration neuer Technologien durch Kooperationen aus. Im Jahr 2019 hat der Sartorius Konzern 95,6 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Dies entspricht einer Steigerung von 22,2 % gegenüber dem Vorjahreswert von 78,2 Mio. €. Die F&E-Quote lag mit 5,2 % leicht über dem Vorjahresniveau von 5,0 %. Nach IFRS sind bestimmte Entwicklungskosten in der Bilanz zu aktivieren und in den Folgejahren abzuschreiben. Im Berichtsjahr beliefen sich diese Entwicklungsinvestitionen auf 40,1 Mio. € gegenüber 33,0 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einem Anteil von 29,6 % (Vorjahr: 29,7 %) am gesamten F&E-Aufwand des Konzerns. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen lagen 2019 bei 14,8 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €). Diese wurden in den Kosten der umgesetzten Leistungen ausgewiesen. Zur Absicherung unseres vorhandenen Know-hows betreibt Sartorius in seinen Sparten eine gezielte Schutzrechtspolitik. Der Konzern überwacht systematisch die Einhaltung seiner Schutzrechte und prüft nach Kosten-| Nutzen-Gesichtspunkten die Notwendigkeit, einzelne Schutzrechte weiter aufrechtzuerhalten. Die Anzahl der Anmeldungen von Schutzrechten lag im Jahr 2019 bei 194 (Vorjahr: 158). Im Ergebnis der Anmeldungen auch aus vorangegangenen Jahren wurden uns im Berichtsjahr 300 (Vorjahr: 270) Schutzrechte erteilt. Zum Bilanzstichtag befanden sich insgesamt 4.235 gewerbliche Schutzrechte in unserem Bestand (Vorjahr: 4.125). Weitere Informationen finden sich in den Sparten-Kapiteln auf den Seiten 44 ff. und 49 ff. InvestitionenVor dem Hintergrund des starken organischen Wachstums hat Sartorius in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark in den Aufbau neuer Kapazitäten investiert. In der Berichtsperiode wurden mehrere große Expansionsprojekte fertig gestellt. Die Investitionsausgaben beliefen sich 2019 auf 225,6 Mio. € nach 237,8 Mio. € im Vorjahr. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz lag mit 12,3 % im Rahmen der Prognose (Vorjahr: 15,2 %). Bei dem Vorjahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass die Berechnung der Investitionsausgaben seit 2019 aufgrund der Einführung von IFRS 16 auf dem Cashflow anstelle der Bilanz basiert. Auf derselben Berechnungsgrundlage hätte die Investitionsquote 2018 bei 14,9 % gelegen. Weitere Meilensteine wurden 2019 in der Konzernzentrale in Göttingen mit der Fertigstellung von Produktions-, Labor- und Büroflächen erreicht. Insbesondere die Produktionskapazitäten wurden signifikant erweitert. Am Standort in Yauco, Puerto Rico, investierte Sartorius in den Ausbau des Werks und nahm die erweiterte Produktion im Berichtsjahr in Betrieb. Die Produktionskapazitäten von Filtern und Einwegbeuteln wurden mit der Erweiterung mehr als verdoppelt und umfangreiche Kapazitäten für die Herstellung von Membranen geschaffen (Weitere Informationen befinden sich in dem Sparten-Kapitel auf Seite 44). Um die Produktionskapazitäten im Bereich der Zelllinienentwicklung zu erweitern, wurde nach rund zweijähriger Bauphase ein neues Entwicklungs- und Produktionsgebäude in Ulm in Betrieb genommen. Die Implementierung eines neuen Enterprise Resource Planning (ERP)-Systems wurde im Berichtsjahr abgeschlossen. Alle wesentlichen Konzerngesellschaften sind nun an eine einheitliche System- und Prozessplattform angeschlossen. Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDie folgenden Mitarbeiterzahlen umfassen alle Beschäftigten des Sartorius Konzerns mit Ausnahme von Auszubildenden, Praktikanten, Dauerabwesenden und Mitarbeitern in Altersteilzeit. Angegeben sind jeweils die Kopfzahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 beschäftigte der Sartorius Konzern weltweit 9.016 Menschen in 34 Ländern, 891 Mitarbeiter oder 11,0 % mehr als im Vorjahr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterscroll
In der Sparte Bioprocess Solutions waren zum Ende des 6.106 Menschen angestellt, damit 608 oder 11,1% mehr als zum Jahresende 2018. Die Sparte Lab Products & Services beschäftigte am 31. Dezember 2019 2.910 Personen; das waren 283 oder 10,8 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Die Mitarbeiter der zentralen Verwaltungsfunktionen wurden den Sparten aufwandsbezogen zugerechnet. Mitarbeiter nach Regionen![]() Die Mitarbeiterzahl stieg in der Region EMEA um 458, das ist ein Plus von 8,0 %. In Deutschland beschäftigte Sartorius am Ende des Berichtsjahres 3.316 Mitarbeiter, überwiegend in der Konzernzentrale in Göttingen. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von 36,8 %. Mit einem Zuwachs von 22,1 % oder 279 Mitarbeitern verzeichnete die Region Amerika den stärksten Anstieg. In der Region Asien | Pazifik lag das Plus bei 13,3 % beziehungsweise 154 Menschen. Mitarbeiter nach Funktionen![]() Ende 2019 waren rund 56 % aller Sartorius-Mitarbeiter in der Produktion angestellt. Dazu zählen auch Servicemitarbeiter und Beschäftigte, die Dienstleistungen wie Tests als Teil der Kernprozesse unserer Kunden erbringen. Die Mitarbeiteranzahl lag in diesem Bereich mit 5.082 um 8,0 % über dem Vorjahr. In Marketing und Vertrieb waren zum Jahresende 2.247 Menschen beschäftigt, was einem Zuwachs von 15,5 % und einem Anteil von etwa 25 % an der gesamten Mitarbeiterzahl entspricht. Im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiteten knapp 9 % aller Beschäftigten. Das waren 785 Personen beziehungsweise 15,1 % mehr als im Vorjahr. Die Administration beschäftigte zum Stichtag 903 Kolleginnen und Kollegen; ein Anstieg von 14,1 % gegenüber dem Vergleichszeitpunkt und ein Anteil von gut 10 % an allen Sartorius-Mitarbeitern. Weitere Informationen zu Mitarbeitern finden Sie in der nichtfinanziellen Konzernerklärung ab Seite 91. Vermögens- und FinanzlageCashflowSartorius hat seinen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr erneut signifikant gesteigert. Er belief sich auf 377,2 Mio. € gegenüber 244,5 Mio. € im Vorjahr, was einem Anstieg von 54,3 % entspricht. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Ergebnisanstieg zurückzuführen sowie unter anderem auch auf den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines Factoringprogramms in Höhe von etwa 37,1 Mio. €. Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit sanken in der Berichtsperiode um 6,3 % auf - 227,2 Mio. €. Investitionen entfielen unter anderem auf den Ausbau von Produktionskapazitäten an unserem Standort in Yauco sowie die Konsolidierung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen. Im Berichtszeitraum wurden an beiden Standorten neue Produktionsgebäude fertiggestellt und in Betrieb genommen. Durch akquisitionsbedingte Ausgaben in Höhe von 42,0 Mio. € hauptsächlich im Zusammenhang mit der Übernahme der Mehrheit an Biological Industries sank der Cashflow aus Investitionstätigkeit und Akquisitionen | Devestitionen um 11,0 % auf - 269,2 Mio. €. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit, der die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 201 8 in Höhe von 56,9 Mio. € enthält, summierte sich auf - 101,5 Mio. € gegenüber - 16,7 Mio. € im Vorjahr. KapitalflussrechnungKurzformscroll
KonzernbilanzDie Bilanzsumme des Sartorius Konzerns lag zum Ende des Geschäftsjahres 2019 bei 2.844,3 Mio. € und damit 317,4 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist überwiegend auf höhere Sachanlagen und auf wachstumsbedingt höhere Vorratsbestände zurückzuführen sowie auf den im Jahr 2019 erstmalig anzuwendenden Rechnungslegungsstandard IFRS 16. Auf der Aktivseite wuchsen die langfristigen Vermögenswerte um 222,8 Mio. € auf 1.995,7 Mio. €, vornehmlich aufgrund der Fortsetzung des umfangreichen Investitionsprogramms des Konzerns. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 94,6 Mio. € auf 848,6 Mio. €, da die positive Geschäftsentwicklung zu einem Aufbau des Working Capital geführt hat. Working Capital-Kennzahlenscroll
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Summe aus Vorräten und Forderungen LuL abzgl. Verbindlichkeiten aus LuL Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 107,8 Mio. €, so dass es zum Jahresende 1.081,2 Mio. € betrug. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 38,0 % (Vorjahr: 38,5 %) und war damit weiterhin sehr solide. Etwas weniger als 1 Prozentpunkt dieses Rückgangs entfiel auf die Einführung von IFRS 16. Das kurz- und langfristige Fremdkapital des Konzerns lag im Berichtsjahr mit 1.763,1 Mio. € über dem Vorjahreswert von 1.553,5 Mio. €. Der Anstieg ergab sich unter anderem aus dem Aufbau des Working Capital sowie aus den im Vorjahresvergleich höheren Leasingverbindlichkeiten, deren Veränderung insbesondere auf die Anwendung von IFRS 16 zurückgeht. Bilanzstruktur in %![]() Die Bruttoverschuldung belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2019 auf 1.065,2 Mio. € gegenüber 1.004,6 Mio. € im Vorjahr. Sie umfasst Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten inklusive Schuldscheindarlehen sowie Leasingverbindlichkeiten. Die Nettoverschuldung, das heißt die Bruttoverschuldung abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, stieg ebenfalls nur geringfügig von 959,5 Mio. € im Vorjahr auf 1.011,3 Mio. €. Dynamischer VerschuldungsgradIn Bezug auf die Fremdfinanzierungspotenziale des Sartorius Konzerns stellt der dynamische Verschuldungsgrad eine zentrale Größe dar. Er berechnet sich als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA. Zum 31. Dezember 2019 lag er trotz des umfangreichen Investitionsprogramms mit 2,0 unterhalb des Vorjahreswertes von 2,4 und damit im Rahmen der Prognose. Dynamischer Verschuldungsgrad 1)![]() Finanzierung | TreasurySartorius deckt den operativen und strategischen Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows und der Aufnahme von kurz-, mittelund langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die wesentlichen Fremdfinanzierungsinstrumente sind in untenstehender Grafik dargestellt. Wesentliche Finanzierungsinstrumente in Mio. €![]() Eine zentrale Säule im Finanzierungsmix ist eine Konsortialkreditlinie in Höhe von 400 Mio. € mit einer Laufzeit bis Dezember 2021. Daneben hat Sartorius in den Jahren 2012, 2016 und 2017 je ein Schuldscheindarlehen mit einem zum Jahresende ausstehenden Volumen von zusammen rund 570 Mio. € begeben. Es bestehen zudem mehrere langfristige Darlehen über insgesamt rund 300 Mio. €, unter anderem für die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Sartorius verfügt darüber hinaus über diverse Working Capital- und Avalkreditlinien in Höhe von insgesamt rund 95 Mio. €. Die vorgenannten Finanzierungen umfassen Instrumente mit variablem und mit festem Zins. Zum 31. Dezember 2019 betrug das Gesamtvolumen aller verfügbaren Kredit- und Avallinien 495 Mio. €. Davon wurden rund 115 Mio. € in Anspruch genommen. Die freie Kreditlinie belief sich somit zum Jahresende 2019 auf 380 Mio. €. Damit ist sichergestellt, dass sämtliche Konzernunternehmen über ausreichende Mittel verfügen, um das operative Geschäft und neue Investitionen finanzieren zu können. Zur Finanzierung der geplanten Akquisition ausgewählter Geschäfte von Danaher Life Science wurde im Oktober 2019 eine Brückenfinanzierung mit BNP Paribas Fortis SA/NV abgeschlossen. Diese stellt dem Sartorius Konzern im Falle eines Vollzugs die benötigte Liquidität zur Verfügung. Das Wechselkursrisiko der Akquisitionsfinanzierung wurde über den Kauf von Devisenoptionen mit einem Nominalbetrag von 750 Mio. US-Dollar abgesichert. Das Fälligkeitsprofil der Finanzierungsinstrumente weist eine breite, angemessene Streuung auf. Fälligkeitsstruktur der Finanzierungsinstrumente 1)in Mio. €![]()
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31. Dezember 2019, wesentliche Instrumente Der Sartorius Konzern ist infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die durch Devisensicherungsgeschäfte teilweise abgesichert werden. Zum Jahresende bestanden Devisenkontrakte in Höhe von nominal 183 Mio. € mit einem Marktwert von 0,4 Mio. €. Geschäftsentwicklung Bioprocess SolutionsErneut zweistelliger Anstieg bei Umsatz, Auftragseingang und GewinnUmsatzwachstum in allen drei Regionen gesteigertStarke Nachfrage nach allen ProduktkategorienUmsatz und AuftragseingangDie Sparte Bioprocess Solutions konnte 2019 an die hohe Dynamik des Vorjahres anknüpfen und bei Umsatz und Gewinn erneut signifikant zulegen. Der Spartenumsatz stieg wechselkursbereinigt um 18,1% auf 1.372,1 Mio. Euro (nominal + 20,0 %), angetrieben durch eine erhöhte Nachfrage über alle Produktkategorien und Regionen hinweg. Damit lag das Umsatzwachtum noch etwas über der zum Halbjahr 2019 deutlich angehobenen Prognose von 13 % bis 17 %. Aus der Konsolidierung von Biological Industries ab Mitte Dezember 2019 resultierte kein wesentlicher Wachstumsbeitrag. Umsatzentwicklung 2015 bis 2019in Mio. €![]() Umsatz und Auftragseingangscroll
Die Sparte steigerte im Berichtsjahr ihre Umsätze in allen drei Regionen. Die mit einem Anteil von rund 38 % umsatzstärkste Region EMEA zeigte ein gutes Plus von 13,2 % auf 526,9 Mio. €. In der Region Amerika, auf die rund 37 % des Umsatzes entfielen, verbesserten sich die Erlöse nach einem starken Vorjahr erneut deutlich um + 19,3 % auf 504,9 Mio. €. Die Region Asien | Pazifik, die rund 25 % des Spartenumsatzes ausmachte, zeigte sich ebenfalls sehr wachstumsstark. Die Umsätze stiegen angetrieben durch ein besonders dynamisches Projektgeschäft um 24,8 % auf 340,3 Mio. €. Auch der Auftragseingang entwickelte sich sehr positiv und stieg wechselkursbereinigt um 18,0 % auf 1.479,3 Mio. €. Nominal belief sich der Anstieg auf 19,9 %. Umsatz nach Regionenscroll
Überproportionale ErgebnissteigerungDie Sparte Bioprocess Solutions konnte ihr Ergebnis im Berichtsjahr kräftig steigern. So stieg das underlying EBITDA um 24,5 % auf 406,8 Mio. €. Die entsprechende Marge verbesserte sich aufgrund von Skaleneffekten und als Folge der Bilanzierungsregel IFRS 16 von 28,6 % auf 29,6 %. Underlying EBITDA und EBITDA-Margescroll
Auf die Sparte Bioprocess Solutions entfielen im Berichtsjahr negative Sondereffekte in Höhe von - 19,1 Mio. € gegenüber 13,0 Mio. € im Vorjahr. Der Vorjahreswert war durch einen Einmalertrag in Höhe von 35,2 Mio. € im Zusammenhang mit der Modifikation des Lonza-Vertrags stark positiv beeinflusst. Produkte und VertriebDie Sparte Bioprocess Solutions vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der biopharmazeutischen Produktion und der vorgelagerten Prozessentwicklung. Die Produktpalette umfasst unter anderem Zelllinien, Zellkulturmedien, Bioreaktoren, ein breites Sortiment für die Separation, Reinigung und Aufkonzentrierung sowie Lösungen für die Lagerung und den Transport von biologischen Zwischen- und Endprodukten. Neue Produkte mit Fokus auf AutomationSartorius hat im Berichtsjahr eine neue Generation des automatisierten Mikrobioreaktorsystems ambr(r) 15 eingeführt. Dieses Gerät steuert in Einweggefäßen die parallele Durchführung von bis zu 48 Fermentationsprozessen. Das Bioreaktor-System wird in biopharmazeutischen Laboren für die Zelllinienentwicklung und Prozessoptimierung eingesetzt und bietet in der zweiten Generation verbesserte Hard- und Software. Weiter wurden spezielle Bioreaktoren auf den Markt gebracht, die unter anderem für die Produktion zellulärer Immuntherapien optimiert sind. Sartorius hat zudem die Software für die multivariate Datenanalyse von biopharmazeutischen Produktionsprozessen aktualisiert. Diese kombiniert die umfangreichen Datensätze, die während des Herstellungsprozesses an verschiedenen Punkten generiert werden, in einem einheitlichen System und ermöglicht deren Überwachung, Steuerung und Auswertung. Die Neuerungen verbessern die Nutzerfreundlichkeit sowie Zugänglichkeit und umfassen zeitsparende Auswertungsfunktionen. Für die Prüfung und den Nachweis der Funktionsfähigkeit von Filtern hat Sartorius das neue Integritätsprüfgerät Sartocheck(r) 5 vorgestellt. Dieses bietet zusätzliche Möglichkeiten der elektronischen Datenerfassung und -weiterverarbeitung wie zum Beispiel den automatischen Transfer von Testergebnissen in zentrale Datenbanken. Vertriebsaktivitäten verstärktDie Sparte Bioprocess Solutions vertreibt ihr Produktportfolio direkt über eigene Außendienstmitarbeiter. Die Vertriebsaktivitäten bei Großkunden werden dabei durch ein globales Key Account Management koordiniert und unterstützt. Sartorius hat den Direktvertrieb in Asien | Pazifik durch die Übernahme eines Vertriebspartners in Taiwan ausgebaut. Dieser vertreibt bereits seit 2012 Sartorius-Produkte, vor allem der Sparte Bioprocess Solutions. Im Berichtsjahr ist Sartorius dem National Institute for Innovation in Manufacturing Biopharmaceuticals (NIIMBL) mit Sitz in Newark, Delaware, USA, beigetreten. Das Institut, das 2017 gegründet wurde, ist eine öffentlich-private Partnerschaft und verfügt über ein umfangreiches Netzwerk von akademischen und industriellen Partnern in den Vereinigten Staaten. ProduktentwicklungDie Aktivitäten im Bereich der Produktentwicklung umfassen außer der Neu- und Weiterentwicklung eigener Produkte in unseren Kerntechnologien auch die Integration neuer Produkte durch Kooperationen oder Akquisitionen. Die Entwicklungsaktivitäten von Sartorius konzentrieren sich im Wesentlichen auf Technologiebereiche wie Membranen, die die Kernkomponente für unsere Filterprodukte bilden, unterschiedliche Technologieplattformen wie Einwegcontainer und Sensoren sowie Prozesssteuerung, beispielsweise für die Fermentation. Weitere Schwerpunkte sind zudem Entwicklungen bei Materialien und Komponenten wie Plastik, Elastomere oder intelligente Polymere sowie eine erweiterte Datenanalyse oder die Zelllinienentwicklung. Mit Novasep hat Sartorius eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung eines membranbasierten Chromatographiesystems geschlossen. Während Novasep ein etablierter Hersteller gelbasierter Batch- und kontinuierlicher Chromatographie-Systeme ist, bietet Sartorius im Bereich der Einwegtechnologien innovative Lösungen für die Membranchromatographie. Durch die Kombination der etablierten Chromatographie-Plattform von Novasep und der Membranlösung von Sartorius sollen die Stärken beider Technologien miteinander verbunden werden. Das daraus resultierende System soll den Aufreinigungsschritt effizienter machen und die Positionierung von Sartorius im Downstream Bereich stärken. Unser größter Standort für Produktentwicklung ist Göttingen; weitere wichtige Standorte sind Aubagne, Guxhagen und Bangalore sowie Bohemia, Royston und Umea. Produktion und Supply Chain ManagementDie Sparte Bioprocess Solutions verfügt über ein weltweit gut ausgebautes Produktionsnetzwerk. Die größten Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, Frankreich und Puerto Rico. Darüber hinaus produziert die Sparte in Großbritannien, der Schweiz, Tunesien, Indien, den USA und seit 2018 auch in China. Erweiterung der ProduktionskapazitätenIn Yauco, Puerto Rico, hat Sartorius im Berichtsjahr seine erweiterte Produktion eröffnet. Aus dem Werk wird vor allem der US-amerikanische Markt beliefert. Die erheblich größeren Produktionskapazitäten geben Sartorius den Spielraum, amerikanische Kunden mit einem noch breiteren Produktspektrum direkt aus der Region zu beliefern. Innerhalb von rund drei Jahren Bauzeit wurden die Produktionskapazitäten von Filtern und Einwegbeuteln für die biopharmazeutische Produktion mehr als verdoppelt und erstmalig außerhalb des deutschen Hauptstandorts Göttingen umfangreiche Kapazitäten für die Herstellung von Filtermembranen geschaffen. Das rund 190.000 Quadratmeter große Werksgelände im Südwesten von Puerto Rico ist auf weiteres langfristiges Wachstum ausgelegt: Sartorius kann dort bei Bedarf seine Fertigungskapazitäten noch einmal mindestens verdoppeln. In der Konzernzentrale in Göttingen wurden die Kapazitäten für die Membranmodifikation ausgebaut sowie ein weiteres Gebäude mit Büro- und Laborflächen in Betrieb genommen. In Ulm wurde im Berichtsjahr das Entwicklungs- und Produktionszentrum für Zelllinien bezogen. Das Gebäude verdoppelt mit 6.000 Quadratmetern Nutzfläche die bisherigen räumlichen Kapazitäten. Geschäftsentwicklung Lab Products & ServicesZuwächse bei Umsatz und GewinnRobuste Entwicklung in teilweise schwierigem ökonomischen UmfeldRegion Amerika wachstumsstarkUmsatz und AuftragseingangDie Sparte Lab Products & Services zeigte in einem weltweit schwierigen konjunkturellen Umfeld ein robustes Umsatzplus von wechselkursbereinigt 5,9 % auf 454,9 Mio. Euro (nominal + 7,5 %). Die Entwicklung verlief damit im Rahmen der Prognose, die mit Veröffentlichung der Halbjahreszahlen spezifiziert wurde und ein Erreichen des unteren Bereichs der Wachstumserwartungen von 5 % bis 9 % vorsah. Aus der Konsolidierung von Biological Industries ab Mitte Dezember 2019 resultierte kein wesentlicher Wachstumsbeitrag. Umsatzentwicklung 2015 bis 2019in Mio. €![]() Umsatz und Auftragseingangscroll
In der mit einem Anteil von rund 45 % umsatzstärksten Region EMEA erzielte die Sparte im Berichtsjahr einen soliden Umsatzanstieg von 6,5 % auf 206,5 Mio. €. Die Region Amerika, deren Umsatzanteil sich auf rund 28 % erhöhte, zeigte sich mit einem zweistelligen Anstieg von 10,4 % auf 125,0 Mio. € erneut wachstumsstark. In der Region Asien | Pazifik, auf die gut 27 % des Geschäfts der Sparte Lab Products & Services entfallen, verlief die Entwicklung gegenüber einem starken Vorjahr sowie aufgrund eines schwächeren konjunkturellen Umfelds gedämpft. Die Erlöse erhöhten sich hier moderat um 0,8 % auf 123,3 Mio. €. Der Auftragseingang verbesserte sich im Berichtsjahr nominal um 7,3 %. Wechselkursbereinigt erhöhte er sich um 5,7 % auf 460,3 Mio. €. Umsatz nach Regionenscroll
ErgebnisDie Sparte Lab Products & Services steigerte ihr underlying EBITDA in Relation zur Umsatzentwicklung überproportional um 14,0 % auf 89,0 Mio. €; die entsprechende Marge, die positiv von der Anwendung von IFRS 16 beeinflusst wurde, lag mit 19,6 % über dem Vorjahresniveau von 18,5 %. Underlying EBITDA und EBITDA-Margescroll
Auf die Sparte Lab Products & Services entfielen im Berichtsjahr Sondereffekte in Höhe von - 9,3 Mio. € gegenüber - 14,7 Mio. € im Vorjahr. Produkte und VertriebDie Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit ihren Produkten auf Forschungslabore aus der Pharma- und Biopharmaindustrie sowie akademische Forschungseinrichtungen. Im Bereich der Bioanalytik bietet sie Life-Science-Kunden innovative Systeme für die Zellanalyse, mit deren Hilfe sich die zeitintensive Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Automatisierung und Digitalisierung zentraler Analyseschritte deutlich beschleunigen lässt. Das Produktsortiment umfasst darüber hinaus eine breite Palette an Premium-Laborinstrumenten zur Probenvorbereitung wie Laborwaagen, Pipetten und Laborwassersysteme sowie Verbrauchsmaterialien wie Filter und mikrobiologische Tests. Neben der Biopharmaindustrie adressiert Sartorius mit diesem Portfolio auch Forschungs- und Qualitätssicherungslabore aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche. Im Bereich Bioanalytik hat Sartorius eine neue Version seiner Zellscreening-Plattform auf den Markt gebracht, mit der sich große Probenmengen vollautomatisch analysieren sowie umfangreiche Datensätze generieren lassen. Zudem wurde ein Basismodell des bildbasierten Zellanalysesytems eingeführt, sowie ein verbessertes System für die schnelle Quantifizierung von Viren, welches für die Qualitätskontrolle und Tests bei der Herstellung von Impfstoffen eingesetzt werden kann. Sartorius hat im Berichtsjahr eine neue Generation seiner Premiumwaage eingeführt. Diese bietet höchste Messgenauigkeit und Präzision und adressiert F&E- und Analyselabore mit besonderen Qualitätsanforderungen. Neben Hardware- und Softwareverbesserungen zur Weiterentwicklung von Datenkonnektivität und Flexibilität ist die Cubis II die erste Waage, die bestimmte Anforderungen der amerikanischen und europäischen Zulassungsbehörden vollständig erfüllt und dadurch spezifische Arbeitsprozesse für Kunden aus regulierten Industrien vereinfacht und optimiert. Serviceangebot und Testlabore in allen RegionenDie Dienstleistungen in der Sparte Lab Products & Services umfassen den gesamten Lebenszyklus der Laborinstrumente, angefangen bei der Installation und Inbetriebnahme über Validierung, Kalibrierung und Wartung bis hin zur Reparatur. Diese Leistungen werden nicht nur für Sartorius-Instrumente, sondern in begrenztem Maße auch für Geräte anderer Hersteller angeboten. Die breite Servicepalette erlaubt es unseren Kunden, die Anzahl ihrer Dienstleister zu begrenzen, um so Komplexität und Kosten zu reduzieren. Mit Applikationslaboren in allen Regionen bietet Sartorius den Kunden die Möglichkeit, Produkte auch mit eigenen Proben zu testen und sich in Trainings schulen zu lassen. Weiterer Ausbau der VertriebsaktivitätenDie Sparte vertreibt ihre Produkte über die drei Kanäle Laborfachhandel, Direktvertrieb und eBusiness. Der Vertrieb über den Fachhandel ist bereits gut etabliert, während der Direktvertrieb und die digitalen Kanäle mit dem zunehmenden Fokus auf Life-Science-Kunden kontinuierlich ausgebaut werden. Neben der Erweiterung der Vertriebsstrukturen steht die fortlaufende Verbesserung der Vertriebseffizienz im Fokus, unter anderem durch die Schaffung von Synergien zwischen den beiden Sparten. Mit der Akquisition von Essen BioScience im Jahr 2017 hat Sartorius seine Bioanalytik-Kompetenz in der Laborsparte gestärkt und damit deren Position bei Biopharmakunden und Forschungseinrichtungen im Segment Life Science verbessert. Dies eröffnet der Laborsparte den etablierten Zugang zu Kunden der Bioprozess-Sparte, während diese sich umgekehrt ebenfalls neue Vertriebsmöglichkeiten erschließen kann. ProduktentwicklungDie Sparte verfügt über umfangreiche technologische Kompetenzen auf den Feldern Bioanalytik, Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien. Das Produktportfolio wird durch die Neu- und Weiterentwicklung eigener Kerntechnologien sowie die Integration neuer Produkte durch Kooperationen und Akquisitionen im Hinblick auf die Kundenbedürfnisse kontinuierlich erweitert. Durch Software- und Hardware-Weiterentwicklungen unserer Zellanalyse-Produkte ergibt sich für Kunden eine Vielzahl neuer Auswertungsmöglichkeiten. Sie sind die Basis für die Entwicklung neuer Tools, die vor allem große Datenmengen geeignet aufbereiten und applikationsbezogen darstellen. Wir gehen davon aus, dass die Bedeutung entsprechender Software-Lösungen zunehmen wird. Im Rahmen einer Kooperation wurde ein innovatives Pippettiersystem entwickelt und im Berichtsjahr von dem Partner auf den Markt gebracht. Dieses basiert auf der Pipettierhardware von Sartorius, welche mit einem Stativ sowie einer cloud-basierten Softwarelösung vernetzt ist. Die Lösung soll Anwendungsfehler in der Laborpraxis vermeiden sowie die Reproduzierbarkeit und Rückverfolgbarkeit von Experimenten verbessern. Von zentraler Bedeutung für unsere Kunden ist die Einhaltung von Regularien und behördlichen Vorgaben. Zu den Schwerpunkten unserer Produktentwicklung gehören deshalb Datenmanagement, Konnektivität und Prozessautomatisierung. Ein großer Teil der Entwicklung für die Sparte Lab Products & Services findet zentral am Konzernsitz in Göttingen statt. Weitere Entwicklungsaktivitäten finden unter anderem an den Standorten in Helsinki, Finnland, Stonehouse, Vereinigtes Königreich sowie Ann Arbor und Albuquerque, USA, statt. Produktion und Supply Chain ManagementDie Sparte Lab Products & Services betreibt Werke in Deutschland, China, Finnland, Großbritannien und den USA. Als Kompetenzzentren konzentrieren sich die Werke in der Regel auf eine oder wenige Produktgruppen. So wurden im Berichtsjahr beispielsweise Laborwaagen in Göttingen und Peking, China, gefertigt und Pipetten in Kajaani, Finnland. Bioanalytik-Systeme werden in Ann Arbor und Albuquerque hergestellt, Kits für mikrobiologische Tests in Stonehouse und membranbasierte Produkte überwiegend in Göttingen. Einschätzung der wirtschaftlichen LageGeschäftsverlauf des Sartorius KonzernsSartorius hat seinen profitablen Wachstumkurs im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Dabei wurde die positive Entwicklung maßgeblich von der Sparte Bioprocess Solutions getragen, welche erneut dynamisch wachsen konnte. Eine starke Nachfrage nach Equipment und Einwegtechnologien führte in allen Regionen zu zweistelligen Zuwächsen, sodass die Unternehmensleitung die Umsatzprognose für die Sparte Bioprocess Solutions und damit auch für den Gesamtkonzern zum Halbjahr 2019 deutlich anhob. Aufgrund des anhaltend positiven Marktumfeldes konkretisierte das Management mit der Veröffentlichung der Neun-Monatszahlen die Erwartungen für die Sparte sowie den Konzern und stellte nun einen Umsatzanstieg im oberen Bereich der kommunizierten Bandbreite in Aussicht. Die Entwicklung der Sparte Lab Products & Services fiel vor dem Hintergrund eines schwächeren konjunkturellen Umfeldes insbesondere im zweiten Quartal 2019 moderater aus als erwartet. Die Prognose für das Umsatzwachstum wurde mit Veröffentlichung der Halbjahreszahlen angepasst und nun mit einem Erreichen des unteren Bereichs der Bandbreite gerechnet. Auch die Erwartung für die operative Ertragsmarge wurde leicht gesenkt. In der zweiten Jahreshälfte zeigte sich die Laborsparte deutlich robuster, sodass die Entwicklung auf Gesamtjahressicht im Rahmen der Prognosen lag. Der Konzernumsatz stieg 2019 wechselkursbereinigt um 14,8 % auf 1.827,0 Mio. € und erhöhte sich damit etwas stärker als im Rahmen der zum Halbjahr deutlich angehobene Prognose erwartet. Die Ergebnismarge, gemessen am underlying EBITDA, verbesserte sich wie prognostiziert auf 27,1 %. Der dynamische Verschuldungsgrad, berechnet als Quotient aus Nettoverschuldung und underlying EBITDA der vergangenen zwölf Monate, lag zum 31. Dezember 2019 bei 2,0 und entsprach damit ebenfalls der Prognose. Der Sartorius Konzern verfügt weiterhin über signifikante Finanzierungsspielräume für die weitere Umsetzung seiner Strategie. Im Zusammenhang mit seinen ambitionierten Wachstumszielen investiert Sartorius seit einigen Jahren überdurchschnittlich in den Ausbau von Produktionskapazitäten, in IT-Systeme sowie in die Zusammenführung und Erweiterung der Konzernzentrale in Göttingen. Durch den Abschluss mehrerer großer Expansionsprojekte und das deutliche Umsatzwachstum sank die Investitionsquote im Berichtsjahr erwartungsgemäß auf 12,3 %. Soll-Ist-Vergleich für das Jahr 2019scroll
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wechselkursbereinigt Jahresabschluss der Sartorius AGDer Bilanzgewinn der Sartorius AG stellt die für die Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre maßgebliche Bezugsgröße dar. Während der Konzernabschluss unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellt wird, finden bei der Aufstellung des Jahresabschlusses der Sartorius AG die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) Anwendung. Der Lagebericht der Sartorius AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 sind zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Sartorius AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich beim Bundesanzeiger veröffentlicht. Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und -überwachung, Überblick über den GeschäftsverlaufSeit Beginn des Geschäftsjahres 2011 übt die Sartorius AG ausschließlich die Funktionen der strategischen, konzernleitenden Management-Holding für den Sartorius Konzern aus. Insoweit verweisen wir zu Erläuterungen zu Geschäftstätigkeit, Unternehmensstrategie, Unternehmenssteuerung und -überwachung sowie den Überblick über den Geschäftsverlauf auf die Seiten 22 ff. des zusammengefassten Lageberichts der Sartorius AG und des Konzerns. ErtragslageDie Umsatzerlöse der Sartorius AG bestehen im Wesentlichen aus konzerninternen Weiterverrechnungen an verbundene Unternehmen für erbrachte Managementdienstleistungen sowie aus der Vermietung von Gebäuden auf dem Sartorius Campus. Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 39,0 Mio. € gegenüber 31,5 Mio. € im Vorjahr betreffen die Dividendenzahlung des französischen Tochterunternehmens Sartorius Stedim Biotech S.A. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 5,8 Mio. € auf 15,3 Mio. € resultiert im Wesentlichem aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der angekündigten möglichen Akquisition ausgewählter Geschäfte von Danaher Life Science, die noch unter dem Vorbehalt diverser behördlicher Genehmigungen steht. Die Gewinnübernahmen aus den Ergebnisabführungsverträgen beliefen sich auf 3,4 Mio. €. Diese verteilen sich auf die Sartorius Corporate Administration GmbH in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 6,6 Mio. €) und die Sartorius Lab Holding GmbH in Höhe von 3,1 Mio. € gegenüber 3,5 Mio. € in 2018. Vermögens- und FinanzlageDie Bilanzsumme der Sartorius AG ist im Berichtsjahr um 4,6 Mio. € auf 1.238,8 Mio. € gesunken. Die Bilanzstruktur der Sartorius AG spiegelt ihre Funktion als Management-Holding für den Sartorius Konzern wider. Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus Finanzanlagen und belief sich im Berichtsjahr auf 535,6 Mio. € (Vorjahr: 520,0 Mio. €). Der Anteil des Anlagevermögens beträgt damit 43,2 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 41,8 %). Die Eigenkapitalquote beträgt 20,3 % nach 21,7 % im Vorjahr. Gewinn- und Verlustrechnung Sartorius AG nach Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB 1)scroll
Bilanz nach HGB in T€Sartorius AG 1)Aktiva scroll
Vorschlag für die GewinnverwendungVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 117.641.275,26 € wie folgt zu verwenden: scroll
Forschung und EntwicklungAusführliche Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Sartorius Konzerns und der Sparten sind auf den Seiten 44 ff. und 49 ff. dargestellt. MitarbeiterDie Sartorius AG beschäftigt keine nach § 285 Nr. 7 HGB anzugebenden Mitarbeiter. Risiken und ChancenChancen und Risiken in der Geschäftsentwicklung der Sartorius AG als Management-Holding entsprechen im Wesentlichen denjenigen des Sartorius Konzerns. Die Sartorius AG partizipiert entsprechend ihrer Beteiligungsquote an den Risiken ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen. Für alle erkennbaren Risiken innerhalb der Sartorius AG, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, wurden im Berichtsjahr Gegenmaßnahmen und | oder bilanzielle Vorsorgen getroffen, sofern dies sinnvoll und möglich war. Einen detaillierten Chancen- und Risikobericht des Sartorius Konzerns finden Sie auf den Seiten 57 bis 65 sowie eine Beschreibung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems auf der Seite 58. NachtragsberichtFür den Nachtragsbericht für die Sartorius AG und den Sartorius Konzern verweisen wir auf die Seite 70. PrognoseberichtDie Ergebnisentwicklung der Sartorius AG hängt maßgeblich von der Entwicklung der Tochtergesellschaften und damit des Sartorius Konzerns ab. Die Geschäftsentwicklung des Sartorius Konzerns finden Sie im Prognosebericht auf den Seiten 66 bis 69. Chancen- und RisikoberichtGrundsätzeJedes unternehmerische Handeln ist mit Chancen und Risiken verbunden, deren Management einen entscheidenden Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung des Unternehmenswerts darstellt. Dabei ist es nicht Aufgabe des Risikomanagements, Risiken soweit irgend möglich zu vermeiden. Vielmehr gehen wir im Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit bewusst auch Risiken ein, um erfolgreich Chancen erschließen zu können. Dabei ist es wichtig, Risiken auf ein akzeptables Maß zu begrenzen und gezielt zu kontrollieren. Dementsprechend wird durch Richtlinien sichergestellt, dass Risikoabwägungen von Beginn an in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken ist bei Sartorius funktionsübergreifender Bestandteil des Konzernmanagements. Die Risikomanagement-Organisation folgt insoweit der globalfunktionalen Organisation in den beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services. Dabei sind die jeweiligen Funktionsverantwortlichen der Sparten in den Konzerngesellschaften für das eigentliche Chancen- und Risikomanagement verantwortlich. Für die Organisation des entsprechenden Berichtsprozesses inklusive der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems ist der spartenübergreifend organisierte Bereich Finance & Controlling zuständig. ChancenmanagementGrundlagen unseres Chancenmanagements sind die Analyse von Zielmärkten und Branchenumfeldern sowie die Bewertung von Trends, aus denen sich geschäftliche Chancen ableiten lassen. Die Identifikation der Entwicklungspotenziale erfolgt in einem ersten Schritt dezentral und ist eine wesentliche Aufgabe der jeweiligen Führungskräfte. Insbesondere die marktnahen Funktionen nehmen hierbei eine führende Rolle ein, wie Marketing und Produktmanagement der jeweiligen Sparten. Sie werden bei der Marktbeobachtung, Datenanalyse und der Umsetzung von strategischen Projekten durch den zentralen Bereich Business Development unterstützt. Die Konzernstrategie wird regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst. Im Rahmen der Reviews diskutieren die Mitglieder des Vorstands regelmäßig mit den operativ verantwortlichen Führungskräften die kurz-, mittel- und langfristigen Chancen für die einzelnen Geschäftsbereiche. Sofern die Chancen kurzfristiger Natur sind, fließen sie in die jährliche Budgetplanung ein; mittel- und längerfristige Chancen werden im Rahmen der strategischen Planung systematisch nachverfolgt. Als Partner der Biopharma- und Laborbranche ist Sartorius in zukunftsorientierten und wachstumsstarken Branchen tätig. Wesentliche Chancen ergeben sich aus verschiedenen Markt- und Technologietrends, die wir in den Kapiteln "Branchenspezifisches Umfeld" sowie "Künftiges Branchenumfeld" auf den Seiten 32 und 67 ausführlich beschreiben. Sartorius gehört nach eigener Einschätzung in vielen Teilbereichen und Produktsegmenten weltweit zu den Marktführern. Auf der Grundlage von Qualitätsprodukten, hoher Markenbekanntheit und etablierten Kundenbeziehungen sehen wir gute Chancen, unsere führende Marktposition zu stabilisieren und weiter auszubauen. Die entsprechenden Spartenstrategien und darauf basierende Wachstumschancen und -initiativen werden in den Kapiteln "Strategie der Sparte Bioprocess Solutions" auf Seite 26 sowie "Strategie der Sparte Lab Products & Services" auf Seite 27 dargelegt. RisikomanagementOrganisationDie Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem, durch das ein umfassendes und einheitliches Management aller wesentlichen Risiken sichergestellt wird, trägt der Vorstand. Die Koordinierung und Weiterentwicklung des Systems sowie die zusammenfassende Risikoberichterstattung obliegen dabei der Abteilung Finance & Controlling, während für die Identifizierung und Meldung einzelner Risiken sowie die Beurteilung und ggf. Durchführung von Gegenmaßnahmen die jeweiligen funktionalen Bereiche zuständig sind. Der Aufsichtsrat der Sartorius AG überwacht die Effektivität des Risikomanagementsystems, wobei diese Aufgabe vom Auditausschuss des Aufsichtsrates vorbereitet wird. Der Abschlussprüfer beurteilt im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für Jahresabschluss und Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Schließlich überprüft die Interne Revision regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. VersicherungenSoweit möglich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, haben wir uns gegen eine Vielzahl von Risiken versichert. Diese Versicherungen umfassen unter anderem Haftpflicht-, Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Transport- und Vermögensschadensrisiken sowie einen umfangreichen Rechtsschutz. Art und Umfang des Versicherungsschutzes werden durch eine eigenständige Abteilung in Zusammenarbeit mit einem externen Versicherungsmakler regelmäßig geprüft und angepasst. Bei der Auswahl der Versicherer wird besonderes Augenmerk auf die Bonität der Vertragspartner sowie eine möglichst große Diversifizierung gelegt, um die damit einhergehenden Risiken zu minimieren. Risikomanagementsystem und RisikoberichterstattungDas Risikomanagementsystem des Sartorius Konzerns ist im konzernweit gültigen Risikomanagementhandbuch dokumentiert. Dieses umfasst Definitionen zum Rahmenwerk, zur Aufbauorganisation, zu Prozessen, zur Risikoberichterstattung sowie zur Überwachung und Kontrolle der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und ist insgesamt angelehnt an die ISO 31000 "Risikomanagement - Leitlinien" sowie den COSO-Standard (COSO = Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission). Daneben bestehen verschiedene weitere Quellen wie Satzungen und Geschäftsordnungen der Konzerngesellschaften oder weitere Richtlinien, die Vorgaben zum Umgang mit Risiken enthalten. Vor allem das starke Wachstum der vergangenen Jahre, aber auch steigende Anforderungen auf Seiten unserer Kunden und Regulierer erfordern indes eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Richtlinien und Vorgaben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Anpassungen im Risikomanagement-Prozess vorgenommen und eine Risikomanagement-Software zur weiteren Verbesserung der Dokumentation eingeführt. Der vorgeschriebene Berichtsprozess in den nachfolgend beschriebenen Risikoklassen regelt die fortlaufende Überprüfung und Information über den Status von Risiken. Sofern dabei konkrete Risiken ersichtlich sind, werden diese entsprechend ihrer Bewertung, Eintrittswahrscheinlichkeit und der vorgesehenen Maßnahmen zur Risikovermeidung oder -verminderung dokumentiert und bei Erreichung festgelegter Größenkriterien an das zentrale Risikomanagement gemeldet. Entscheidend für die Beurteilung ist dabei grundsätzlich das verbleibende Nettorisiko, also nach Maßnahmen. Bei neu auftretenden größeren Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist ein Eilmeldeverfahren implementiert, über das der Vorstand der Sartorius AG unverzüglich alle notwendigen Informationen erhält. Um die einzelnen Risiken sinnvoll strukturieren zu können, haben wir vier Hauptkategorien definiert: externe Risiken, operative Risiken, Finanzrisiken und Compliance-Risiken. Jede dieser Hauptkategorien teilt sich in mehrere Unterkategorien auf, die in den folgenden Abschnitten erörtert werden. Darüber hinaus haben wir eine sog. Risikomatrix festgelegt, die die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen auf den Jahresüberschuss wie folgt in bestimmte Klassen einteilt. scroll
Relevanzscroll
Aus der Kombination beider Elemente ergibt sich folgende Matrix, die die Bedeutung der einzelnen Risiken für den Konzern darstellt: scroll
Externe RisikenAllgemeine RisikenGrundsätzlich können wir direkte oder indirekte Folgen im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos wie beispielsweise Naturkatastrophen oder höhere Gewalt, daraus resultierende Schäden an wirtschaftlich relevanter oder gar kritischer Infrastruktur oder eine Währungskrise nur eingeschränkt vorhersehen und beherrschen. Soweit möglich werden dennoch proaktiv Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass auf entsprechende Krisen angemessen und kurzfristig reagiert werden kann bzw. die entsprechenden Schäden versichert sind. Unsere größten Standorte in Deutschland und Frankreich sind keinen wesentlichen Risiken aus Naturkatastrophen ausgesetzt, während z.B. unsere Produktion in Puerto Rico von den Auswirkungen schwerer Hurricanes beeinträchtigt werden könnte. Wir versuchen, diesem Risiko dadurch zu begegnen, dass wir beim Bau von Gebäuden höchstmögliche Sicherheitsstandards anlegen und dieses Risiko explizit bei der Festlegung unserer Strategien im Hinblick auf Lagerhaltung und das internationale Produktionsnetzwerk berücksichtigen. Weiterhin können politische Entwicklungen, wie etwa der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ("Brexit") oder Änderungen in der Außenhandelspolitik der USA. Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns haben. In Großbritannien betreibt der Konzern mehrere Produktions- und Vertriebsgesellschaften mit wesentlichem Geschäftsvolumen. Entwicklungen, die einen negativen Einfluss auf den Handel zwischen Großbritannien und anderen Ländern haben, wie z.B. die Einführung von Zöllen, könnten daher zu einem entsprechenden Rückgang im Konzernergebnis führen. Die weiteren Entwicklungen werden genau beobachtet, einige Maßnahmen zur Risikoreduzierung, beispielsweise das Vorhalten von Sicherheitsbeständen, wurden bereits ergriffen. Da unsere Konzerngesellschaften in den USA und China Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen im jeweils anderen Land unterhalten, haben die in den letzten Monaten eingeführten Strafzölle gewisse negative Auswirkungen auf unsere Profitabilität, insgesamt sind diese aber bislang nicht wesentlich. Konjunkturelle RisikenAufgrund seiner unterschiedlichen Geschäftsfelder ist Sartorius von der allgemeinen Konjunktur nur unterdurchschnittlich betroffen. Die Sparte Bioprocess Solutions fokussiert auf die Biopharma-Branche, die sich weitgehend unabhängig von konjunkturellen Einflüssen entwickelt. Demgegenüber unterliegt die Sparte Lab Products & Services teilweise konjunkturellen Einflüssen, die ein Risiko für das Wachstum der Sparte darstellen können. Unsere Strategie, auch die Sparte Lab Products & Services stärker auf die Biopharma-Branche auszurichten, reduziert diese Risiken. Operative Risiken und ChancenUnsere Lieferkette reicht von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Störungen innerhalb dieses Ablaufs können unter anderem Lieferverzögerungen zur Folge haben. Um dies zu vermeiden, haben wir ein Supply Chain Management entlang unserer Wertschöpfungskette eingerichtet, das die gesamten Abläufe analysiert und steuert, so dass die Risiken in diesem Zusammenhang weitgehend minimiert werden. Andererseits eröffnen sich insbesondere durch unseren hohen Internationalisierungsgrad eine Reihe von Chancen. Nachfolgend werden die einzelnen Risiken und Chancen innerhalb unserer Supply Chain ausführlich dargestellt. Beschaffungsrisiken und -chancenWir beziehen von unseren Lieferanten eine Vielzahl von Rohstoffen, Bauteilen, Komponenten und Dienstleistungen. Damit verbunden sind Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen und | oder Preissteigerungen. Im Bereich des Materialmanagements wurden in den letzten Jahren leistungsfähige Tools und robuste Prozesse zum Management von Risiken aus kritischen Materialien implementiert. Mit diesen Mitteln ist es uns möglich, die Erwartungen unserer Kunden im Hinblick auf Liefersicherheit und Transparenz zu erfüllen. Wichtige Maßnahmen in diesem Zusammenhang sind das Vorhalten von Sicherheitslagerbeständen sowie ein "second-supplier" Konzept, also die Festlegung von Alternativlieferanten. Zusätzlich führen wir regelmäßig Lieferantenüberprüfungen durch und nutzen Frühwarnsysteme. Rohstoffpreisrisiken haben eine eher untergeordnete Bedeutung in den meisten unserer Geschäftsbereiche. Zum einen macht der Rohstoffanteil in den Produktionskosten einen eher kleineren Bestandteil aus, zum anderen wird eine Vielzahl von verschiedenen Rohstoffen beschafft, so dass eine Preiserhöhung bei einzelnen Rohstoffen keinen wesentlichen Faktor darstellt. Chancen im Bereich der Beschaffung können sich ergeben, wenn wir im Zusammenhang mit unserem Wachstum Bestellmengen erhöhen und dadurch unsere Stellung bei unseren Lieferanten stärken, z. B. in Form von Preisnachlässen oder einer bevorzugten Behandlung über den Status eines "preferred customer". Des Weiteren führen wir analog eine "preferred supplier" -Liste für wichtige Lieferanten, mit denen wir langfristige Geschäftsbeziehungen eingehen, von denen beide Seiten profitieren. Produktionsrisiken und -chancenAuf Basis unserer technologischen Kernkompetenz fertigen wir einen erheblichen Teil der Produkte mit hoher Fertigungstiefe selbst, wie z. B. Filter und Laborwaagen. Bei anderen Produkten, wie etwa Mehrwegfermentern, arbeiten wir mit Lieferanten zusammen, wodurch wir einen Teil der Produktionsrisiken auf externe Dritte verlagern. Im Fall der Eigenproduktion tragen wir die damit verbundenen Risiken, wie beispielsweise Kapazitätsengpässe bzw. Überkapazitäten, Produktionsausfälle, überhöhte Ausschussraten und hohe Working Capital-Bindung sowie die Abhängigkeit von einzelnen Produktionsstandorten. Durch sorgfältige Planung der Produktionskapazitäten, die Nutzung variabel einsetzbarer Maschinen und halbautomatischer Einzelarbeitsplätze in Verbindung mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie durch die kontinuierliche Überwachung der Produktionsprozesse werden diese Risiken begrenzt. Darüber hinaus sind wir aufgrund unseres globalen Produktionsnetzwerks in der Lage, eventuell auftretende Kapazitätsengpässe durch Produktionsverlagerung teilweise auszugleichen und die Abhängigkeiten von einzelnen Standorten zu reduzieren. Zur Kompensation möglicher Produktionsausfälle haben wir zudem Betriebsunterbrechungsversicherungen abgeschlossen. In einigen Produktionsbereichen setzen wir leicht entzündliche oder explosive Stoffe ein. Eine unsachgemäße Handhabung dieser Materialien kann zu signifikanten Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Wir haben an den betroffenen Standorten alle notwendigen organisatorischen und baulichen Maßnahmen getroffen, um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren. Als Chance betrachten wir, dass wir durch unsere Investitionen in die Infrastruktur und Produktionsmittel eine hohe Flexibilität in der Fertigung besitzen und in der Lage sind, den Anforderungen von Kunden und Regulierern im Hinblick auf Konzepte zum betrieblichen Kontinuitätsmanagement nachzukommen. Dieser Ansatz gewährleistet außerdem, dass sich die internationalen Produktionsstandorte auf bestimmte Produktionstechnologien konzentrieren und regionale Kostenvorteile nutzen können. Zudem helfen uns kontinuierliche Verbesserungen in der Fertigung, wie die Vereinfachung von Prozessen oder eine höhere Automatisierung, die Produktionseffizienz weiter zu erhöhen. Absatzrisiken und -chancenDer Vertrieb unserer Produkte ist weltweit über verschiedene Vertriebskanäle organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfragestruktur, in einem zunehmenden Preisdruck sowie in der Nichteinhaltung mit Kunden getroffener Liefervereinbarungen. Anhand gezielter Marktanalysen versuchen wir, Entwicklungstendenzen in der Nachfrage auf einzelnen Teilmärkten frühzeitig zu erkennen, um entsprechend reagieren zu können. Mit technischen Innovationen sowie durch den Umstand, dass eine Vielzahl unserer Produkte für validierte Produktionsprozesse in der biopharmazeutischen Industrie eingesetzt wird, verringern wir das Risiko eines zunehmenden Preisdrucks. Durch den Aufbau und die Nutzung von Zentrallagern haben wir in den letzten Jahren unsere Vertriebslogistik optimiert und so die Logistikrisiken verringert. Chancen im Bereich des Absatzes ergeben sich, wenn wir durch die zunehmende Breite unseres Produktportfolios sowohl im Bioprozess- als auch im Laborbereich weitere Produkte bei bestehenden Kunden platzieren können. Weiterhin eröffnen uns unsere in der Regel langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen und unsere weltweite Präsenz Chancen. Schließlich bieten wir den Kunden in der für uns wichtigen biopharmazeutischen Industrie durch unsere Akquisitionen im Bereich Zellanalyse umfangreiche Lösungen vom Forschungslabor bis hin zum Produktionsprozess an. Die wichtigsten Kunden von Sartorius stammen aus der pharmazeutischen Industrie, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen des öffentlichen Sektors. Dabei handelt es sich meist um relativ große, bereits seit langem existierende Unternehmen mit hoher Bonität. Da wir in den meisten Geschäftsbereichen eine stark diversifizierte Kundenstruktur aufweisen, ist unsere Abhängigkeit von einzelnen Großkunden im Konzern insgesamt relativ gering. Wettbewerbsrisiken und -chancenSartorius hat in seinen Kerntechnologien eine führende Wettbewerbsposition und steht dabei in Konkurrenz zu überwiegend größeren, ebenfalls international agierenden Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit des kurzfristigen Auftretens neuer relevanter Wettbewerber schätzen wir als relativ gering ein, da wir zum einen eine Vielzahl von Kunden aus stark regulierten Branchen wie der Pharma- oder der Lebensmittelindustrie bedienen und zum anderen die technologischen Markteintrittsbarrieren eher hoch sind. Die Tatsache, dass viele unserer Produkte -vor allem beim Einsatz in der biopharmazeutischen Industrie -in validierten Prozessen zum Einsatz kommen, reduziert das Risiko des kurzfristigen Verlusts von größeren Marktanteilen. Umgekehrt sind in dieser Industrie die Hürden für Sartorius aber auch höher, Kunden von unseren Wettbewerbern zu gewinnen. Aus einer Veränderung des Wettbewerbsumfelds, etwa durch eine weitere Konsolidierung der Märkte, könnten sich weitere Risiken aber auch Chancen ergeben. Sartorius hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Akquisitionen getätigt und damit seine Marktstellung weiter gestärkt und zusätzlich Synergiepotenziale geschaffen. Qualitätsrisiken und -chancenUnsere Produkte kommen bei unseren Kunden in einer Vielzahl von kritischen Produktionsprozessen wie der Herstellung von Medikamenten, Lebensmitteln oder Chemikalien sowie in Forschungs- und Entwicklungslaboren zum Einsatz. Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in der Nichterfüllung vereinbarter Qualitätskriterien und daraus resultierenden Schäden auf Seiten unserer Kunden oder deren Kunden, für die wir in Form von Schadensersatz in Anspruch genommen werden können. Durch umfangreiche Qualitätskontrollen sowie den Einsatz moderner Fertigungstechniken und -verfahren wie Reinraumtechnik stellen wir sicher, dass unsere Produkte höchsten Qualitätsansprüchen und den hohen regulatorischen Anforderungen genügen. Ferner unterliegen diese Fertigungstechniken und -verfahren im Rahmen von Verbesserungsprozessen einer kontinuierlichen Überprüfung und werden entsprechend aktueller Anforderungen optimiert. Eine Vielzahl erfolgreich absolvierter Kunden-Audits sowie die Implementierung von Qualitätssystemen entsprechend ISO 9001 und, wenn anwendbar, auch nach ISO 13485 dokumentieren den hohen Qualitätsstandard unserer Produkte und Prozesse. Unabhängig davon haben wir uns in signifikantem Umfang gegen Produkthaftungsrisiken versichert. Mit einem Rückverfolgungssystem stellt Sartorius zudem sicher, dass im Fall eines Produktfehlers komplette Chargen sofort zurückgerufen und die Folgen so gering wie möglich gehalten werden können. Die zeitnahe Bearbeitung und systematische Dokumentation von Kundenmeldungen erfolgt über ein Complaintmanagementsystem. In unseren Zielbranchen lässt sich der Trend zu immer höheren Qualitätsansprüchen beobachten, der nicht zuletzt durch steigende Anforderungen der zuständigen Behörden beim Patientenschutz und bei der Produktsicherheit ausgelöst wurde. Neue Regulierungen bergen das Risiko, dass sie übersehen werden oder schwer umzusetzen sind. Für Sartorius eröffnen sie jedoch auch Chancen, da die Eintrittsbarriere für potenzielle Marktteilnehmer weiter erhöht wird. Zugleich schaffen sie einen Anreiz zur Entwicklung weiterer technologischer Innovationen. Durch Gremienarbeit, Mitgliedschaften in Industrieverbänden und Normenausschüssen sind wir in der Lage, an der Gestaltung neuer Richtlinien mitzuwirken bzw. diese frühzeitig zu erkennen und uns entsprechend darauf vorzubereiten. Forschungs- und Entwicklungsrisiken und -chancenEinen erheblichen Teil unserer Ressourcen verwenden wir für Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten. Potenzielle Risiken ergeben sich in diesem Bereich aus nicht markt- bzw. anwendungsgerechten Produktentwicklungen und dem Überschreiten von geplanten Entwicklungszeiten. Projektmanagement, intensives Entwicklungscontrolling sowie die frühzeitige Einbindung unserer Kunden in den Entwicklungsprozess begrenzen diese Risiken deutlich. Insbesondere stellen wir sicher, dass Produktentwicklungen zeitnah auf ihre Kundenorientierung hin überprüft und ggf. angepasst werden können. Patente und die kontinuierliche, strukturierte Beobachtung aller relevanten Technologien und Wettbewerber sichern unsere Technologie- bzw. Vermarktungsposition ab. Auf der anderen Seite sehen wir im Bereich F&E eine Reihe von Chancen. Nicht zuletzt unsere intensive Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, die in ihren Bereichen zu den Weltmarktführern zählen, versetzt uns in die Lage, Produkte mit besonders hohem Innovationsgrad zu entwickeln. In den Bereichen der Membran- und Kunststofftechnologie, der Sensorik und pharmazeutischen Bioverfahrenstechnik sowie der Messtechnik für Laboranwendungen zählen unsere eigenen Spezialisten weltweit zu den Know-how-Führern. Hier haben wir die Chance, unsere technologische Expertise zu nutzen, um unsere Marktposition und Absatzpotenziale weiter zu verbessern. Die Bündelung verschiedener innovativer Aktivitäten in der eigenständigen Funktion "Corporate Research" ermöglicht uns, interessante Entwicklungen an Universitäten, in StartUps oder auch bei unseren Kunden frühzeitig zu identifizieren und daraus Nutzen zu ziehen. Akquisitionsrisiken und -chancenDurch Akquisitionen ergeben sich naturgemäß zahlreiche Chancen wie Umsatzwachstum, die Ergänzung unseres Produktportfolios oder die Erschließung neuer Märkte. Gleichzeitig birgt der Kauf von Unternehmen oder Unternehmensteilen aber auch eine Reihe typischer Risiken, beispielsweise falsche Bewertungsannahmen oder ungenügende Ausschöpfung erwarteter Synergieeffekte. Um diese zu vermeiden, ergreifen wir verschiedene Maßnahmen. Hierzu gehören die Durchführung einer gründlichen Due-Dilligence-Prüfung im Hinblick auf die relevanten Bereiche und eine umfangreiche Analyse des betreffenden Marktes. Ferner binden wir bei Bedarf externe Berater und Sachverständige in die Kauf- oder Verkaufsprozesse ein. Besonderes Augenmerk legen wir auf die risikoadäquate Ausgestaltung der Transaktionsverträge, insbesondere durch die Zusicherung bestimmter Eigenschaften oder Garantien sowie die Vereinbarung von Kaufpreis-Anpassungsmechanismen und Haftungsklauseln. Zudem werden bei Bedarf entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Nach Durchführung der Akquisition schließt sich unmittelbar eine Integrationsphase an, in der ebenfalls mögliche Risiken zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt und durch entsprechende Gegenmaßnahmen vermieden oder minimiert werden können. Um einen effizienten Integrationsprozess zu gewährleisten und die damit einhergehenden Risiken zu reduzieren, wurde ein sogenanntes Post Merger Integration (PMI) Office als eigenständige Funktion in der Abteilung Business Process Management etabliert. Mitarbeiterrisiken und -chancenAls innovatives Technologieunternehmen beschäftigt Sartorius einen großen Anteil hoch qualifizierter Mitarbeiter. In diesem Zusammenhang besteht das Risiko, in Zukunft nicht in ausreichender Anzahl qualifizierte Mitarbeiter gewinnen zu können oder aber bestehende Leistungsträger zu verlieren. Wir versuchen daher, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen durch leistungsbasierte Vergütungsmodelle, gezielte Fortbildungsangebote, attraktive Sozialleistungen sowie durch das Aufzeigen interessanter Entwicklungsperspektivenlangfristig im Unternehmen zu halten. Der Erfolg dieser Maßnahmen spiegelt sich in einer in den vergangenen Jahren geringen Fluktuation wider. In Einzelfällen enthalten Arbeitsverträge eine Klausel, die einen Wechsel zu direkten Konkurrenzunternehmen untersagt. Dem demografischen Wandel begegnen wir vor allem durch eine kontinuierliche Ausbildung von Nachwuchskräften. Hieraus resultieren wiederum Chancen für Sartorius, indem wir Mitarbeiter selbst qualifizieren, langfristig binden und dadurch den Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal gut decken zu können. IT-Risiken und -ChancenDie Geschäftsprozesse des Sartorius Konzerns werden durch eine Vielzahl spezifischer IT-Anwendungen und -Systeme unterstützt. Der Ausfall oder sonstige Beeinträchtigungen relevanter IT-Systeme oder (Cyber-) Angriffe können zu erheblichen Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs führen und zur Manipulation bzw. zum unkontrollierten Abfluss von Wissen und Daten. Wir reduzieren diese Risiken durch kontinuierliche Investitionen in den Aufbau und Betrieb sicherer IT-Systeme und -Anwendungen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung und Implementierung unserer auf dem internationalen Sicherheitsstandard ISO 27001 basierenden Konzepte und Sicherheitsmaßnahmen. Ergänzend arbeiten wir die Ergebnisse der regelmäßig von externen Fachunternehmen durchgeführten Revisionen und Schwachstellenanalysen ein. Den Schutz vor Datenmissbrauch gewährleisten spezifische Berechtigungskonzepte, die auf dem Prinzip der Vergabe 'minimaler Rechte zur Erfüllung der Aufgaben' beruhen und deren Anwendung zyklisch überprüft wird. Durch regelmäßige Datensicherungen, rollierende Wiederherstellungstests und den risikobasierten Einsatz redundanter IT-Infrastrukturen schützen wir uns vor Ausfall und Datenverlust. Schadsoftware wehren wir über mehrstufige Sicherheitslösungen ab. Wir gehen davon aus, dass weltweit die Bedrohung durch Cyberangriffe sowohl in Anzahl als auch in der Intensität wächst. Daher erweitern und verstärken wir permanent unsere Aktivitäten: Unter anderem verbessern wir durch weitere Automatisierung das Management von Berechtigungen und Reduzieren damit die Möglichkeit zum Datenmissbrauch. Wir informieren unsere Mitarbeiter zielgerichtet zu möglichen Angriffen und Gefahren und binden sie mittels Bereitstellung einfacher, aber wirkungsvoller Möglichkeiten zur dezentralen Abwehr und Prüfung von Verdachtsfällen ein. Mit dem Ausbau der Mittel zur kompetenten und schnellen Reaktion auf Cyber-Angriffe bzw. IT-Sicherheitsvorfälle ergänzen wir unsere organisatorische Basis für einen möglichst risikoarmen Betrieb der Sartorius System- und Applikationslandschaft. Finanzielle Risiken und ChancenDurch die globale Ausrichtung des Sartorius Konzerns ist die Geschäftstätigkeit zwangsläufig mit finanziellen Risiken verbunden. Hierzu zählen vor allem das Wechselkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Liquiditätsrisiko sowie Steuerrisiken. Umgekehrt stehen den finanziellen Risiken, insbesondere dem Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko, entsprechende Chancen gegenüber. Wechselkursrisiken und -chancenDer Sartorius Konzern ist infolge seiner weltweiten Geschäftsaktivitäten Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Da wir rund zwei Drittel des Konzernumsatzes in Fremdwährungen und davon wiederum rund zwei Drittel in US-Dollar bzw. in an den US-Dollar gekoppelte Währungen erzielen, sind wir insbesondere bei der Währungsumrechnung von Bilanz- bzw. G&V-Positionen von Wechselkursänderungen positiv oder negativ betroffen. Weitere für Sartorius wesentliche Währungen sind der südkoreanische Won, das britische Pfund, der Singapur Dollar, der japanische Yen sowie der chinesische Renminbi. Durch unser globales Produktionsnetzwerk sind wir in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. Wir fertigen beispielsweise viele Produkte für den nordamerikanischen Markt vor Ort und haben insoweit keinen kostenseitigen Nachteil gegenüber unseren amerikanischen Wettbewerbern. Zur Abschätzung und Steuerung des verbleibenden Risikos wird auf Basis des mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwarteten Nettowährungsexposures der kommenden zwölf Monate und unter Berücksichtigung bereits abgeschlossener Sicherungsgeschäfte laufend die Risikoposition über ein Cashflow-at-Risk-Modell berechnet. Auf dieser Grundlage kommen ggf. weitere derivative Finanzinstrumente, vor allem Spot-, Forward- und Swapgeschäfte, zur Steuerung des maximalen Verlustrisikos zum Einsatz. Der Abschluss und die Kontrolle der Devisensicherungsgeschäfte sind personell getrennt. Zinsänderungsrisiken und -chancenFür etwa zwei Drittel unserer ausstehenden Finanzverbindlichkeiten haben wir eine Festzinssatzvereinbarung getroffen, so dass ein verändertes Zinsniveau hier keine positiven oder negativen Auswirkungen auf das Konzernergebnis hat. Der verbleibende Teil der zum Stichtag ausstehenden Finanzierungsinstrumente wird in Abhängigkeit eines Geldmarktsatzes variabel verzinst. Wir beobachten unser Zinsexposure und die Zinsentwicklung kontinuierlich und werden für einzelne Kredite Sicherungsgeschäfte abschließen, sofern wir dies für notwendig und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als sinnvoll erachten. Zum 31.12.2019 waren keine Zinsderivate im Bestand. Liquiditätsrisiken und -chancenDer Sartorius Konzern betreibt ein aktives zentrales Liquiditätsmanagement, um einerseits Liquiditätsrisiken in den einzelnen Konzerngesellschaften zu minimieren und andererseits die Liquiditätssteuerung innerhalb des Konzerns zu optimieren. Hierzu setzen wir verschiedene lang- und kurzfristige Finanzierungsinstrumente ein. Im Hinblick auf die Laufzeiten unserer Kredite wählen wir dabei grundsätzlich einen risikoaversen Ansatz. Zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung setzen wir ebenfalls verschiedene Instrumente ein. Außer einem kurzfristig abruf- und rückführbaren Konsortialkredit bestehen mehrere bilaterale Kreditlinien bei einzelnen Konzerngesellschaften in geringerem Umfang. Ferner nutzen wir zur Liquiditätssteuerung im Konzern vor allem Cash-Pooling-Vereinbarungen zwischen ausgewählten Konzerngesellschaften. In den vorhandenen Kreditvereinbarungen hat sich der Konzern zur Einhaltung marktüblicher Finanzkennzahlen, so genannter Financial Covenants, verpflichtet. Dabei darf der dynamische Verschuldungsgrad, also die Kennzahl Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA (underlying EBITDA), nicht größer als 3,25 sein. Im Fall größerer Akquisitionen kommen für einen bestimmten Zeitraum höhere Grenzen zur Anwendung. Grundsätzlich besteht in diesem Zusammenhang das Risiko der Nicht-Einhaltung der Covenants, was zu einer Kündigung der Kreditzusagen führen könnte. Auf Basis der heutigen Erkenntnisse wird dies als unwahrscheinlich angesehen. SteuerrisikenDer Sartorius Konzern agiert mit seinen Tochtergesellschaften weltweit und unterliegt damit vielfältigen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die Finanzbehörden oder gerichte in diesen Ländern können zu zusätzlichen Steueraufwendungen und -zahlungen führen und damit auch Auswirkungen auf die entsprechenden Steuerpositionen in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung haben. Zur Kontrolle der sich ergebenden Risiken beobachten und analysieren wir die steuerlichen Rahmenbedingungen permanent mit unserer zentralen Steuerabteilung, die von externen Beratern in den jeweiligen Ländern unterstützt wird. Compliance RisikenRegulatorische RisikenAls Partner der biopharmazeutischen Industrie und des Gesundheitswesens ist Sartorius auch von den Rahmenbedingungen dieser Branchen berührt. Mögliche Risiken in diesem Zusammenhang bestehen vor allem in einer restriktiveren Vorgehensweise der Aufsichtsbehörden (FDA, EMA) bei der Zulassung neuer Medikamente. Dies könnte die Anzahl der neu zu vermarktenden Medikamente verringern und damit auch die Zukunftsaussichten von Sartorius mittelfristig verschlechtern. UmweltrisikenUm Umweltrisiken zu minimieren, hat Sartorius ein spartenübergreifendes Umweltmanagementsystem etabliert. Die meisten der größeren Produktionsstandorte sind darüber hinaus nach ISO 14001: 2015 zertifiziert. Entsprechende Organisationseinheiten sorgen an den jeweiligen Standorten dafür, dass die entsprechenden rechtlichen und normativen Vorgaben eingehalten und kontinuierlich nachhaltige technische Innovationen zur Verbesserung der Umweltaspekte in den Produktionsprozessen umgesetzt werden. Dabei strebt Sartorius an, Umweltbelange bereits im Vorfeld in die verschiedenen Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um somit möglichen Umweltrisiken systematisch entgegenzuwirken und nachhaltig sowie umweltbewusst zu wirtschaften. Die zunehmende Relevanz von Nachhaltigkeitsüberlegungen in vielen Industrien und der Gesellschaft bietet auch Sartorius zunehmend die Chance, ein gesteigertes Umweltbewusstsein bei anderen Unternehmen einzufordern. Bei der Auswahl unserer Lieferanten stellt dieser Aspekt daher einen zunehmend wichtigen Baustein in der Beurteilung der Eignung eines Unternehmens als Geschäftspartner dar. Für weitere Ausführungen zu diesem Themenkomplex wird auf die Nichtfinanzielle Konzernerklärung verwiesen. ProzessrisikenProzessrisiken für Sartorius können sich aus anhängigen oder bevorstehenden Rechtsstreitigkeiten oder aus behördlichen Verfahren ergeben. Gerichtliche und außergerichtliche Rechtsstreitigkeiten werden von eigenen Juristen begleitet, die bei Bedarf externe Anwälte hinzuziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bilanziell nicht berücksichtigte Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsprozesse, die einen erheblichen negativen Einfluss auf das Konzernergebnis haben können, weder anhängig noch erkennbar. Einschätzung der Gesamtrisikosituation und künftigen EntwicklungFür erkennbare Risiken innerhalb des Sartorius Konzerns, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnten, haben wir im Berichtsjahr - soweit möglich und sinnvoll - Gegenmaßnahmen und | oder bei entsprechender Eintrittswahrscheinlichkeit bilanzielle Vorsorge getroffen. In nachfolgender Tabelle haben wir für jede der benannten Risikoklassen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der dargestellten Risiken bewertet und daneben die Relevanz der Risiken für den Gesamtkonzern klassifiziert. scroll
Nach eingehender Analyse der gesamten Risikosituation sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken absehbar. PrognoseberichtKünftiges gesamtwirtschaftliches UmfeldNachdem sich die Konjunktur 2019 in nahezu allen Wirtschaftsregionen abgekühlt hat, erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Erholung. Es wird mit einem globalen Wachstum von 3,4 % gerechnet, nach 3,0 % im Vorjahr. Die anziehende Dynamik basiert im Wesentlichen auf einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern in Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Osteuropa. In anderen wichtigen Wirtschaftsregionen wie den USA und China wird hingegen mit einer weiteren Verlangsamung gerechnet. Risiken für das globale Wirtschaftswachstum ergeben sich insbesondere aus dem weiterhin ungelösten Handelsstreit zwischen den USA und China. Weitere Belastungen könnten von geopolitischen Spannungen oder dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ausgehen. Für die EU erwartet der IWF 2020 mit 1,6 % ein Wachstum nahezu auf Vorjahresniveau. In der größten europäischen Volkswirtschaft Deutschland sollte die Konjunktur mit einem Plus von 1,5 % (Vorjahr: 0,5 %) wieder anziehen, da temporär belastende Faktoren wie die neu eingeführten Abgas-Teststandards in der Automobilindustrie ihre Bedeutung verlieren. Während das BIP-Wachstum in Frankreich auf 1,3 % (Vorjahr: 1,2 %) geschätzt wird, rechnet das Forschungsinstitut in Großbritannien unter der Annahme eines geordneten Austritts aus der EU mit einer geringfügigen Beschleunigung auf 1,4 % (Vorjahr: 1,2 %). Wachstumsprognose Bruttoinlandsprodukt 2020in %![]() Quelle: Internationaler Währungsfonds Die US-amerikanische Wirtschaft soll nach aktuellen Schätzungen 2020 um 2,1% nach 2,4 % im Vorjahr wachsen. Der Handelsstreit mit China entwickelt sich nach Angaben des IWF zu einer zunehmenden Belastung für die Industrie und schlägt sich unter anderem in sinkenden Stimmungsindikatoren sowie einem sichtbar verlangsamten Beschäftigungsaufbau nieder. Das Konsumentenvertrauen sowie der private Konsum zeigen sich jedoch stabil, sodass das Expansionstempo im Vergleich zu anderen entwickelten Volkswirtschaften weiterhin robust ausfallen dürfte. Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum soll in diesem Jahr um rund 5,1 % (Vorjahr: 5,0 %) zulegen. Das erwartete Wachstum wird insbesondere von den expandierenden Volkswirtschaften Chinas und Indiens getragen. Allerdings dürfte das BIP in China nach der Prognose des IWF mit einem Plus von 5,8 % (Vorjahr: 6,1 %) erneut langsamer zulegen. Der Handelskonflikt mit den USA wirkt sich hier zunehmend dämpfend auf die Exportkonjunktur aus und hat negative Auswirkungen auf die Einkommensentwicklung, Binnennachfrage und Gesamtwirtschaft. In Indien wird hingegen mit einer anziehenden Dynamik und einem Anstieg von 7,0 % (Vorjahr: 6,1 %) gerechnet. Während sich das Wachstum in Südkorea auf 2,2 % belaufen (Vorjahr: 2,0 %) sollte, wird in Japan mit einem Anstieg von 0,5 % (Vorjahr: 0,9 %) gerechnet. Wechselkurs- und ZinsentwicklungAuf Basis von Expertenschätzungen sollen die Leitzinsen auch im Jahr 2020 auf unverändert niedrigem Niveau bleiben. Der Marktkonsens bezüglich des Euro-US-Dollar-Wechselkurses für den Jahresverlauf 2020 bewegt sich zwischen 1,07 Euro | US-Dollar und 1,20 Euro | US-Dollar. Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook, Oktober 2019; Reuters Forex Poll, Dezember 2019. Künftiges branchenspezifisches UmfeldBiopharmabranche wächst weiter dynamischDas Wachstum der Pharmaindustrie basiert auf starken langfristigen Trends und ist weitestgehend konjunkturunabhängig. Bis zum Jahr 2023 soll der Weltpharmamarkt nach Schätzungen verschiedener Marktbeobachter jährlich um 3 % bis 6 % wachsen. Innerhalb des Pharmamarktes entwickelt sich das Segment Biopharma seit Jahren besonders stark und wird auf Basis der Prognosen auch weiter überproportional zulegen. Für den Zeitraum von 2019 bis 2023 wird mit einem Wachstum von durchschnittlich etwa 8 % bis 9 % pro Jahr gerechnet, was einem Anstieg des Marktvolumens von aktuell 235 Mrd. € auf 320 Mrd. € entspräche. Es wird erwartet, dass sich der Anteil biologisch hergestellter Medikamente und Impfstoffe am Gesamtumsatz des Weltpharmamarktes weiter erhöht. In den kommenden Jahren dürfte China die höchste Dynamik aufweisen. Positive regulatorische und politische Rahmenbedingungen, eine steigende Zahl lokaler Biotech-Unternehmen sowie eine zunehmende Nachfrage nach modernen Biopharmazeutika führen bereits seit einigen Jahren zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Diese Entwicklung könnte sich aufgrund des großen Aufholpotenzials und der besseren Verfügbarkeit biotechnologischer Medikamente fortsetzen. Für die USA und Europa wird ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg gerechnet. Wachstumsimpulse ergeben sich insbesondere aus dem steigenden Medikamentenbedarf der alternden Gesellschaften und der zunehmenden Zahl chronisch kranker und multimorbider Patienten. Darüber hinaus steigt die Zahl zugelassener Medikamente beständig. Biopharmazeutika werden etwa vermehrt in bisher wenig erforschten Therapiegebieten sowie zur Behandlung seltener, bislang nicht behandelbarer Erkrankungen eingesetzt. Innovative Therapieformen im Bereich er Regenerativen Medizin und neue Wirkstoffklassen wie die der Antikörperwirkstoffkonjugate erweitern sowohl Zahl als auch Bandbreite zugelassener Biopharmazeutika und erfordern Investitionen in innovative Produktionstechnologien. Das vergleichsweise junge Biopharmasegment verfügt über eine hohe Innovationskraft, die sich in gut gefüllten Forschungs- und Entwicklungspipelines widerspiegelt und das Branchenwachstum stützt. Von den schätzungsweise mehr als 10.000 Medikamenten, die sich aktuell in der Entwicklung befinden, basieren über 40 % auf biologischen Herstellverfahren. Darunter befinden sich mehr als 1.750 Biosimilars und Biobetters, d. h. generische Versionen eines Biologikums mit vergleichbarer bzw. besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit als das Originalpräparat. Biosimilars spielen eine zunehmend wichtige Rolle für das Wachstum des Biotechnologiemarktes. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt bis zum Jahr 2022 jährlich um durchschnittlich 30 % zulegen und ein Volumen von rund 18 Mrd. € erreichen könnte. Insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern eröffnen die signifikant niedrigeren Preise von Biosimilars neue, bezahlbare Therapieoptionen und sollten zu einer erhöhten Nachfrage und steigenden Produktionsvolumina führen. Der Aufbau eigener nationaler Produktionskapazitäten zur Deckung des steigenden Medikamentenbedarfs wird in diesen Ländern politisch unterstützt und führt zur Entstehung lokaler Biotechunternehmen. Auch in den Industrieländern dürfte der Biosimilarmarkt in den kommenden Jahren durch das Auslaufen von Patenten für umsatzstarke Biopharmazeutika und einer steigenden Zahl zugelassener Biosimilars deutlich wachsen. Das gilt insbesondere für Europa, wo die Nachahmerpräparate bereits seit vielen Jahren etabliert sind und teils signifikante Marktanteile gewinnen konnten. Aber auch in den USA könnten die regulatorischen, patentrechtlichen und vermarktungsseitigen Herausforderungen, die die Entwicklung bislang gebremst haben, schrittweise abnehmen. Starkes Wachstum des Biopharmamarktes![]()
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Evaluate Pharma(r): World Preview 2019, Outlook to 2024; Juni 2019; CAGR 2019 bis
2024 Da die Biopharmaindustrie eine wachsende Medikamentennachfrage bedienen und gleichzeitig die Produktion einer steigenden Zahl zugelassener Medikamente sowie neuer Therapieformen sicherstellen muss, dürfte der Ausbau der weltweiten Fermenterkapazitäten nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Industrie sieht sich zugleich einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt, daher wird die Bedeutung von Innovationen zur Erhöhung von Flexibilität und Effizienz in der biopharmazeutischen Forschung und Produktion steigen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass der Biopharmamarkt in Zukunft weniger stark durch eine überschaubare Zahl besonders umsatzstarker Medikamente geprägt sein wird, die einen Großteil des gesamten Produktionsvolumens ausmachen, als vielmehr durch eine steigende Vielfalt an Produkten für kleinere Patientengruppen. Da aufgrund des technologischen Fortschritts die Produktivität biopharmazeutischer Produktionsprozesse beständig zunimmt, dürften Hersteller nach Angaben des Forschungs- und Beratungsinstituts BioPlan für die kommerzielle Produktion vieler neuer Medikamente zukünftig verstärkt auf Einwegtechnologien zurückgreifen, die insbesondere bei kleineren Chargen kostengünstiger als die klassischen Edelstahlanlagen produzieren. Zur Bewältigung der genannten Herausforderungen setzt die Pharmaindustrie zudem verstärkt auf die Digitalisierung und Automatisierung, sowie auf innovative Softwarelösungen zur Steuerung und Optimierung ihrer Prozesse. Labormarkt weiterhin stabil, aber konjunkturelle Risiken steigenDer Markt für Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien soll nach Einschätzung verschiedener Marktbeobachter in den kommenden Jahren jährlich um etwa 3 % bis 4,5 % wachsen. Insbesondere von der Pharma- und Biopharmaindustrie dürfte angesichts der kontinuierlichen Erforschung und Zulassung neuer Medikamente, der hohen wissenschaftlichen und technologischen Innovationsdynamik sowie des starken Wachstums in China weiterhin die größte Nachfrage ausgehen. Beispielsweise rechnet Evaluate Pharma für den Zeitraum 2018 - 2024 mit einer Zunahme der sektorspezifischen Forschungsausgaben um jährlich 3,0 %. Budgeterhöhungen für akademische und öffentliche Forschungseinrichtungen sollten in einigen Ländern ebenfalls wachstumsfördernd wirken, wohingegen von dem Handelsstreit zwischen den USA und China oder einer unerwarteten weiteren Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums Risiken für die Nachfrage aus industriellen Endmärkten ausgehen. Mit den höchsten Steigerungsraten rechnen Marktbeobachter weiterhin in asiatischen Ländern wie China und Indien. Strengere regulatorische Anforderungen in verschiedenen Industrien führen hier zu einem höheren Bedarf an Instrumenten für die Probenanalyse und Qualitätskontrolle. Zudem werden insbesondere in China durch einen verbesserten Schutz geistiger Eigentumsrechte sowie der staatlich unterstützten Bemühungen, die Innovationskraft einiger Schlüsselindustrien zu fördern, Investitionen in die Laborinfrastruktur attraktiver. Quellen: IQVIA Institute: The Global use of Medicine in 2019 and Outlook to 2023; Januar 2019; Evaluate Pharma: World Preview 2019, Outlook to 2024, June 2019; BioPlan: 16th Annual Report and Survey of Biopharmaceutical Manufacturing Capacity and Production, April 2019; Frost & Sullivan: 2018 Annual Report: Forecast and Analysis of the Global Market for Laboratory Products, Mai 2019; BCC Research: Biosimilars: Global Markets, März 2018; Daedal Research: Global Biologics Market: Size, Trends & Forecasts, Dezember 2019; SDi: Global Assessemt Report 2018, Februar 2018 Ausblick 2020Sartorius erwartet ein deutliches Umsatzwachstum für die Sparten und den Konzern. Durch den Einbezug des von Danaher zu erwerbenden Life-Science-Portfolios erwartet die Unternehmensleitung ein zusätzliches deutliches Umsatzwachstum. In Bezug auf das underlying EBITDA erwartet Sartorius in der Sparte Lab Products & Services einen leicht positiven, für die Sparte Bioprocess Solutions einen leicht negativen und für den Konzern einen neutralen Einfluss. Die Höhe des das Geschäftsjahr 2020 betreffenden Effekts hängt vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung dieses Portfolios ab. Ohne den Einbezug des Life-Science-Portfolios von Danaher erwartet die Unternehmensleitung folgende Entwicklungen:
Der Ausblick geht von einem insgesamt stabilen wirtschaftlichen Umfeld sowie intakten Lieferketten aus. NachtragsberichtNach dem Schluss des Geschäftsjahres 2019 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten. Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess (§ 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB)Begriffsbestimmungen und Elemente des internen Kontrollsystems im Sartorius KonzernDas interne Kontrollsystem (IKS) der Sartorius AG und des Sartorius Konzerns umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Unternehmensleitung gerichtet sind. Im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess stehen dabei die Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften im Vordergrund. Dabei bilden prozessintegrierte ebenso wie prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen die Elemente des internen Kontrollsystems des Sartorius Konzerns. Die prozessintegrierten Sicherungsmaßnahmen sind zum einen organisatorische Maßnahmen, sowie zum anderen Kontrollmaßnahmen. Der Aufsichtsrat, hier insbesondere der Auditausschuss der Sartorius AG, und der Bereich Legal Affairs & Compliance mit seiner Konzernrevision sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem im Sartorius Konzern eingebunden. Neben dem Jahres- und Konzernabschluss befasst sich der Auditausschuss regelmäßig mit der Quartalsberichterstattung. Des Weiteren ist im Sartorius Konzern zur Sicherstellung der konzernweiten systematischen Risikofrüherkennung ein "Überwachungssystem zur Früherkennung existenzgefährdender Risiken" gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet. Der Abschlussprüfer der Sartorius AG beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das durch die Sartorius AG jeweils zeitnah an jeweilige Umfeldveränderungen angepasst wird. Bestandteil dieses Systems ist auch das operative Risikomanagement, das beispielsweise den Risikotransfer auf Versicherungsgesellschaften durch die Absicherung von Schadens- oder Haftungsrisiken sowie den Abschluss geeigneter Sicherungsgeschäfte zur Begrenzung von Fremdwährungs- und Zinsrisiken sicherstellt. Organisatorische MaßnahmenDie Rechnungslegungsprozesse sind organisatorisch konsequent nach dem Prinzip der Funktionstrennung unter Beachtung des Vier-Augen-Prinzips strukturiert. Dabei besteht zwischen den beteiligten Fachbereichen und Gesellschaften eine klare Aufgabenabgrenzung. Die Funktionstrennung im Hinblick auf Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung reduziert die Möglichkeit zu dolosen Handlungen. Sie trägt weiterhin maßgeblich dazu bei, dass mögliche Fehler frühzeitig entdeckt werden oder mögliches Fehlverhalten verhindert wird. Die in Rechnungslegungsprozesse eingesetzten IT-Anwendungen sind mit Zugriffsbeschränkungen versehen. Diese erlauben lediglich den berechtigten Personen einen kontrollierten System- und Datenzugang. Die Zugriffsberechtigungen werden jeweils gemäß der Aufgabenstellung vergeben und unterliegen zukünftig einer jährlichen Überprüfung. Außerdem wird auch bei der IT-Prozessgestaltung und der Vergabe der Berechtigungen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Zudem existieren schriftlich festgelegte lokale und globale Arbeitsanweisungen, insbesondere die Konzernbilanzierungsrichtlinie, die regelmäßig aktualisiert und konzernweit kommuniziert werden. Der Regelungsumfang erstreckt sich auf Konzernebene unter anderem auf die zentrale Festlegung von Bewertungsregeln und -parametern. Ferner erfolgt auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation weiterer Daten für die Erstellung externer Informationen im Anhang und Lagebericht. Die laufende, unterjährige Abstimmung von interner Planungsrechnung und externer Rechnungslegung trägt maßgeblich zur Qualität der Konzern-Finanzberichtserstattung bei. Die Berichterstattung selbst erfolgt dabei durch ein konzernweit implementiertes, einheitliches Management-Reporting-System, in dem sämtliche Konsolidierungsprozesse abgebildet werden. Durch interne Kontrollen einerseits und den Konzernabschlussprüfer der Sartorius AG andererseits wird sichergestellt, dass die Konzern-Finanzberichterstattung zutreffend aus den einbezogenen Abschlüssen der Konzerngesellschaften entwickelt wurde. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen die qualitativen Anforderungen und werden regelmäßig geschult. Die Abteilung Group Financial Reporting unterstützt die lokalen Einheiten bei komplexen Bilanzierungsfragen, wie beispielsweise Fair Value-Bewertungen, und stellt so eine einheitliche und sachgerechte Darstellung im Konzernabschluss sicher. Komplexe Bewertungen wie versicherungsmathematische Gutachten oder Unternehmensbewertungen bzw. Kaufpreisallokationen werden durch spezialisierte Dienstleister unter Einbindung entsprechend qualifizierter Mitarbeiter erstellt. KontrollmaßnahmenIn den Rechnungslegungsprozessen werden umfangreiche Kontrolltätigkeiten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung durch die Führungskräfte und Mitarbeiter durchgeführt. Damit wird gewährleistet, dass die gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien eingehalten werden sowie eine ordnungsmäßige Geschäftstätigkeit sichergestellt wird. Diese Kontrollaktivitäten umfassen beispielhaft die Analyse von Sachverhalten und Entwicklungen anhand spezifischer Kennzahlen. Ferner kommentieren und erläutern die einzelnen Berichtseinheiten monatlich Besonderheiten und Planabweichungen auf Basis eines konzernweit einheitlichen Analysetools. Weitere spezifische Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung umfassen die Analyse und ggf. Korrektur der Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften. Auf Grundlage einer hohen Anzahl bereits im Konsolidierungssystem festgelegter Kontrollmechanismen können fehlerbehaftete Informationen identifiziert und auf Konzernebene korrigiert werden. Mit der zentralen Durchführung sogenannter Werthaltigkeitstests für die aus Konzernsicht spezifischen zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten (sogenannte CGUs) wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt. Der Bereich Legal Affairs & Compliance erstellt jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan und prüft in Stichproben, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien für das gesamte Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns eingehalten werden. Diese Überwachungsfunktion umfasst insbesondere die Prüfung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von definierten Kontrollen. Die Ergebnisse der Prüfungen werden direkt an die geprüften Bereiche berichtet und ermöglichen so eine effiziente Beseitigung festgestellter Mängel und die permanente Weiterentwicklung des IKS. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten regelmäßige Berichte über die Prüfungstätigkeiten. Das an Geschäftsprozessen orientierte Handbuch des internen Kontrollsystems trägt weiter zu einer Stärkung des internen Kontrollsystems bei. Damit sind in einem einheitlichen Dokument alle von uns als wesentlich erachteten IKS-relevanten Vorgaben zusammengefasst und werden in der Zukunft ggf. durch sinnvolle weitere Regelungen ergänzt. Einschränkende HinweiseDas interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Sartorius Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Rechnungslegung. Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände können nicht ausgeschlossen werden. Sie führen zu eingeschränkter Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems, so dass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme nicht die absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann. Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der Sartorius AG einbezogenen Tochterunternehmen, bei denen die Sartorius AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen. Erläuternder Bericht des Vorstands zu den Angaben gem. §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGBZusammensetzung des gezeichneten Kapitals | StimmrechtsbeschränkungenDas Grundkapital der Sartorius AG beträgt 74.880.000 €. Es ist eingeteilt in 74.880.000 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien, aufgeteilt in je 37.440.000 Stamm- und stimmrechtslose Vorzugsaktien. Der rechnerische Anteil am Grundkapital beträgt 1 € pro Aktie. Die mit den Aktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus den Bestimmungen des Aktiengesetzes. Die Vorzugsaktien sind satzungsgemäß gegenüber den Stammaktien mit einem um einen Eurocent pro Aktie höheren Dividendenbezugsrecht ausgestattet. Das Dividendenbezugsrecht besteht jedoch mindestens in Höhe von zwei Eurocent pro Vorzugsaktie. Ein Stimmrecht gewähren die Vorzugsaktien abgesehen von den in den §§ 140 und 141 des Aktiengesetzes vorgesehenen Fällen nicht. Darüber hinaus gewähren die Vorzugsaktien die jedem Aktionär aus der Aktie zustehenden Rechte. 3.227.776 Stamm- und 3.263.932 Vorzugsaktien werden von der Gesellschaft selbst gehalten; aus ihnen stehen der Gesellschaft keine Mitgliedschaftsrechte zu. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDie Erbengemeinschaft von Frau U. Baro, München, Frau C. Franken, Bovenden, Herrn A. Franken, Riemerling, Herrn K.-C. Franken, Göttingen, und Frau K. SartoriusHerbst, Northeim, hält einen Stimmrechtsanteil an der Sartorius AG in Höhe von rund 50,1 % (18.754.160 Stimmen; Quelle: Stimmrechtsmitteilung vom 20. März 2018). Der Erblasser Horst Sartorius hat Testamentsvollstreckung angeordnet. Zum Testamentsvollstrecker ist Herr Dr. Lothar Kappich, Hamburg, bestellt, der die genannten Stimmrechte nach eigenem Ermessen im Sinne des § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG ausübt. Die Bio-Rad Laboratories Inc., 1000 Alfred Nobel Drive, Hercules, California 94547, USA, der die Stimmrechte der Bio-Rad Laboratories GmbH, Heidemannstr. 164, 80939 München, gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet werden, hält laut einer Stimmrechtsmitteilung vom 1. April 2011 30,01 % (11.237.196 Stimmen, unter Berücksichtigung der am 1. Juni 2016 in Kraft getretenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln) der Stimmrechte an der Sartorius AG. Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands | Änderungen der SatzungDie Mitglieder des Vorstands der Sartorius AG werden nach den §§ 84 f. des Aktiengesetzes und den §§ 31 und 33 des Mitbestimmungsgesetzes ernannt bzw. bestellt und abberufen. Für Änderungen der Satzung der Sartorius AG sind die §§ 133 und 179 des Aktiengesetzes maßgeblich. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von AktienDer Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Veräußerung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre im Verhältnis ihrer Beteiligung an der Gesellschaft vorzunehmen, sofern diese Aktien an Dritte gegen Sachleistung, insbesondere beim (auch mittelbaren) Erwerb von Unternehmen übertragen werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist insoweit ausgeschlossen. Wesentliche Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels vorsehenEs bestehen wesentliche Darlehensvereinbarungen, die marktübliche Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control) vorsehen und den beteiligten Kreditgebern die Möglichkeit geben, die vollständige Rückzahlung des Darlehens zu verlangen: Hierbei handelt es sich in erster Linie um die ausstehenden Schuldscheindarlehen, weiterhin um die sydizierte Kreditlinie sowie die abgeschlossene Finanzierungsvereinbarung für den Vollzug der Akquisition des Danaher-Portfolios. Weiterhin betrifft dieseine Reihe bilateraler Darlehen im anfänglichen Gesamtvolumen von zusammen 327 Mio. €. Die ausstehende Rückzahlungssumme aus diesen wesentlichen Vereinbarungen beträgt zum 31. Dezember 2019 882 Mio. €. Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate GovernanceWesentliche Eckpfeiler der Unternehmenskultur bei Sartorius sind eine an den Interessen der Stakeholder ausgerichtete Unternehmensführung, rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln sowie eine konstruktive, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Organen und innerhalb des Unternehmens. Aufsichtsrat und Vorstand berichten in nachfolgender Erklärung gemäß § 289f HGB, Ziffer 3.10 Deutscher Corporate Governance Kodex über wichtige Aspekte der Unternehmensführung und Corporate Governance. Entsprechenserklärung zur Corporate GovernanceErklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Sartorius AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG: Vorstand und Aufsichtsrat erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 7. Februar 2017 vollumfänglich entsprochen wird. Seit der Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung wurde den Empfehlungen der Regierungskommission in der gültigen Fassung entsprochen.
Göttingen, den 5. Dezember 2019 Für den Aufsichtsrat Dr. Lothar Kappich Für den, Vorstand Dr. Joachim Kreuzburg Grundlegendes zur UnternehmensverfassungDie Sartorius AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Göttingen. Sie hat mit Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand drei Organe, deren Aufgaben und Befugnisse sich im Wesentlichen aus dem Aktiengesetz sowie der Satzung der Gesellschaft ergeben. Als Eigentümer des Unternehmens üben die Aktionäre ihre Rechte im Rahmen der Hauptversammlung aus. Dort entscheiden sie insbesondere über die Gewinnverwendung, Kapitalmaßnahmen, Satzungsänderungen, die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand, die Bestellung des Abschlussprüfers und wählen die Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung findet mindestens einmal jährlich innerhalb der ersten acht Monate des Geschäftsjahres statt. Bei der Führung des Unternehmens wirken Aufsichtsrat und Vorstand in einem dualen Führungssystem (Two-Tier Board Structure) mit jeweils eigenständigen Pflichten und Kompetenzen wie folgt zusammen: Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands, legt ihre Vergütung fest und überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er ist nicht befugt, Maßnahmen der operativen Geschäftsführung zu ergreifen. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Insbesondere legt er die Unternehmenstrategie fest, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und setzt sie um. Nach Maßgabe festgelegter Berichtspflichten informiert er den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend und holt für bestimmte, wichtige Geschäfte seine Zustimmung ein. Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner AusschüsseDer Sartorius-Aufsichtsrat ist paritätisch besetzt und besteht aus sechs von der Hauptversammlung gewählten Vertretern der Aktionäre sowie sechs nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählten Vertretern der Arbeitnehmer. Details zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich auf den Seiten 170 bis 173. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, beruft die Sitzungen ein und leitet sie. Weiterhin ist er erster Ansprechpartner gegenüber dem Vorstand und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Aufsichtsrat hält mindestens zwei Sitzungen pro Kalenderhalbjahr ab; in der Regel finden bedarfsabhängig vier oder mehr Sitzungen pro Jahr statt. Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, den Präsidialausschuss, den Auditausschuss, den Vermittlungsausschuss und den Nominierungsausschuss. Präsidial-, Audit- und Vermittlungsausschuss bestehen aus jeweils vier Mitgliedern und sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und Arbeitnehmer besetzt. Präsidial- und Auditausschuss tagen regelmäßig, Vermittlungs- und Nominierungsausschuss nach Bedarf. Der Präsidialausschuss bereitet Beschlüsse und Themen vor, die in den Sitzungen des Aufsichtsrats behandelt werden. Er nimmt darüber hinaus die Vorbereitung der Bestellungen einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und der Vergütung von Vorstandsmitgliedern wahr. Der Auditausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei der Wahrnehmung seiner Überwachungsfunktion. Der Vorsitzende des Auditausschusses ist unabhängiges Aufsichtsratsmitglied und verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrung in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, wenn bei einer Bestellung von Mitgliedern des zur gesetzlichen Vertretung der Gesellschaft berechtigten Organs die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wird. Der Nominierungsausschuss ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Er soll dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vorschlagen. Weitere Informationen zur Anzahl und zu Inhalten der einzelnen Sitzungen vom Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen im Berichtsjahr finden sich im Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 12 bis 15. Seine Arbeitseffizienz überprüft das Gremium regelmäßig auf Basis eines vorab versandten Fragebogens sowie einer Erörterung der Ergebnisse im Plenum. Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats, Diversitätskonzept und KompetenzprofilDer Aufsichtsrat der Sartorius AG ist so zu besetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlich sind. Zu diesem Zweck und auf Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hat der Aufsichtsrat nachfolgende Besetzungsziele beschlossen:
Zudem hat sich der Aufsichtsrat ein Kompetenzprofil gegeben. Dieses umfasst auch Aspekte der Diversität, etwa hinsichtlich sich ergänzender beruflicher Profile und internationaler Erfahrung. Mit Blick auf eine angemessene Berücksichtigung beider Geschlechter gilt für den Sartorius-Aufsichtsrat die gesetzliche Quote von mindestens 30 % Frauen und mindestens 30 % Männern. Die Anteilseigner- und die Arbeitnehmerseite des Aufsichtsrats haben die getrennte Erfüllung dieser Quote beschlossen.
Nach Selbsteinschätzung des Gremiums ist der Aufsichtsrat von Sartorius vielfältig und kompetent besetzt. Auch werden die vorgenannten Besetzungsziele hinsichtlich der Unabhängigkeit sowie der Alters- und Zugehörigkeitsgrenzen erreicht: Hinsichtlich des Kriteriums der Unabhängigkeit wird dieses von allen Mitgliedern des Aufsichtsrates mit einer Ausnahme erfüllt. Die Ausnahme bildet jeweils der Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius. Dies ist Herr Dr. Lothar Kappich, der zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. Eine Bestellung als Arbeitnehmervertreter bzw. das Vorliegen eines Arbeitsvertrags schließt für sich genommen die Unabhängigkeit nach Auffassung des Gremiums nicht aus, da die Arbeitnehmer bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Aufsichtsrat durch die geltenden Gesetze geschützt sind. Keines der derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder war zum Zeitpunkt seiner Wahl älter als 70 Jahre, ebenfalls gehört kein Mitglied dem Gremium länger als fünf Wahlperioden an. Mit Blick auf die ausgeglichenere Beteiligung beider Geschlechter erfüllt der Aufsichtsrat die Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht von 30 %. Dem Aufsichtsrat gehören insgesamt sieben Männer an (rd. 58 %), darunter vier Vertreter der Anteilseigner und drei Vertreter der Arbeitnehmer. Weiterhin gehören dem Gremium fünf Frauen an (rd. 42 %), darunter zwei Vertreterinnen der Anteilseigner und drei Vertreterinnen der Arbeitnehmer. Somit wird der Quotenanforderung sowohl auf beiden Seiten des Aufsichtsrats als auch im Gesamtgremium entsprochen. Um einen Abgleich mit den Besetzungszielen zu erleichtern, sind Kurzlebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Sartorius-Internetseite abrufbar. Zusammensetzung und Arbeitsweise des VorstandsDer Vorstand der Sartorius AG leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Er legt die strategische Ausrichtung fest, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Die Geschäftsordnung des Vorstands definiert darüber hinaus solche Rechtsgeschäfte, zu deren Wirksamkeit der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilen muss. Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Regeln sowie für ein angemessenes Risikomanagement. Die Entscheidungsfindung im Vorstand erfolgt in regelmäßigen Vorstandssitzungen, die vom Vorsitzenden einberufen und geleitet werden. Zu diesen Sitzungen werden bei Bedarf weitere Fach- und Führungskräfte beratend hinzugezogen. Der Vorstand ist als Kollegialorgan gemeinsam für Angelegenheiten von besonderer Bedeutung verantwortlich. Im Übrigen führt jedes Mitglied das ihm zugewiesene Ressort gemäß Geschäftsverteilungsplan eigenständig, wobei der Vorsitzende über alle wesentlichen Vorgänge zu unterrichten ist. Besetzung des Vorstands, Diversität und KompetenzanforderungenGrundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts dar, nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere sowie überzeugende Führungskompetenz. Zudem achtet der Aufsichtsrat bei seinen Entscheidungen auch auf Vielfalt. So strebt der Aufsichtsrat an, Personen mit sich ergänzenden Profilen, Berufs- und Lebenserfahrungen sowie unterschiedlichen Alters in den Vorstand zu berufen. Das Vorstandsgremium soll zudem über breite internationale Erfahrung verfügen. Für den Frauenanteil im Vorstand hat der Aufsichtsrat gemäß dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst eine Zielgröße festgelegt, die im nachfolgenden Abschnitt erläutert wird. Bei dem Vorstand von Sartorius handelt es sich um ein vierköpfiges und damit relativ kleines Gremium, für das die Festlegung einer starren Quote problematisch sein kann. Aktuell besteht der Vorstand der Sartorius AG aus vier Männern. Für die laufende Frist bis zum 30. Juni 2022 wurde als Ziel festgelegt, mindestens eine Frau in den Vorstand zu berufen. Auch im Hinblick auf die Berufung von Frauen in den Vorstand der Sartorius AG unterstützt der Aufsichtsrat die Aktivitäten des Vorstands, den Frauenanteil auf den dem Vorstand nachgelagerten Führungsebenen im Unternehmen weiter zu steigern. Der Präsidialausschuss sowie das Gesamtgremium lassen sich regelmäßig vom Vorstand zur Entwicklung der Frauenanteile an oberen Führungspositionen berichten. Erste und zweite Führungsebene unterhalb des VorstandsAuf den ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat sich in den vergangenen Jahren der Frauenanteil insgesamt deutlich erhöht und liegt bereits auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Vorstand hat im Jahr 2017 für die Frist bis 30. Juni 2022 beschlossen, den Anteil weiblicher Führungskräfte auf beiden nachgelagerten Ebenen auf rund 30 % zu steigern. Aktuell beträgt der Anteil von Frauen auf der ersten Ebene rund 38 % und auf der zweiten Ebene rund 27 % und damit oberhalb bzw. in Reichweite der gesetzten Zielquoten. Generell sei angemerkt, dass aufgrund der relativ geringen Anzahl von Führungskräften auf der ersten Ebene bereits einzelne personelle Veränderungen zu größeren Ausschlägen bei der Quote führen können. Überdies haben in der Vergangenheit der Einbezug von akquirierten Unternehmen häufig zu einer leichten Verwässerung der Frauenanteile geführt. Dies kann auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Weitere Praktiken der UnternehmensführungRisikomanagementEin wesentlicher Grundsatz guter Corporate Governance ist der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken. In der Sartorius AG und im Konzern stehen konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung von geschäftlichen Risiken ermöglichen. Es erfolgt eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung der Systeme an veränderte Rahmenbedingungen. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert. Der Auditausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, einschließlich der Berichterstattung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems, der Compliance sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt. TransparenzEine einheitliche, umfassende und zeitnahe Information hat bei der Sartorius AG einen hohen Stellenwert. Es erfolgt daher für die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit eine unverzügliche, regelmäßige und zeitgleiche Information über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen. Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Ereignisse werden durch Pressemeldungen und gegebenenfalls durch Ad-hoc-Mitteilungen verlautbart. Diese Informationen stehen in der Regel zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden über geeignete Medien und im Internet publiziert. Die wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen, wie zum Beispiel die Hauptversammlung, der Geschäftsbericht und die Zwischenberichte, sind in einem Finanzkalender zusammengestellt, der auf der Internetseite dauerhaft zur Verfügung gestellt wird. Aktiengeschäfte der OrganmitgliederMitteilungspflichtige Erwerbe oder Veräußerungen von Aktien der Sartorius AG oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente durch Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder oder sonstige Personen mit Führungsaufgaben sowie ihnen nahestehenden Personen sind uns nicht mitgeteilt worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Dr. Lothar Kappich hält als Testamentsvollstrecker des Nachlasses von Horst Sartorius rund 50,1% der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Darüber hinaus besteht kein mitteilungspflichtiger Besitz von Aktien oder Finanzinstrumenten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, der direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg hält 100.000 Stamm- und 100.000 Vorzugsaktien der Gesellschaft. Diese sind ihm als Teil seiner Vergütung aufgrund einer entsprechenden Vereinbarung aus dem Anstellungsvertrag am 18. Dezember 2015 mit einer Mindesthaltefrist von vier Jahren übertragen worden. Weitere Informationen dazu finden sich im Vergütungsbericht auf den Seiten 79 ff. Rechnungslegung und AbschlussprüfungDer Konzernabschluss, Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse und -lageberichte werden nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) - wie sie in der EU anzuwenden sind - und den nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Jahresabschluss der Sartorius AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt, vom Abschlussprüfer, der von der Hauptversammlung gewählt wurde, geprüft und vom Aufsichtsrat festgestellt. Mit dem Abschlussprüfer wurde vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Dies umfasst auch die Berichtspflichten der Verwaltung zur Corporate Governance gemäß § 161 Aktiengesetz. Grundzüge des Compliance Management Systems / VerhaltenskodexMit einem weltweit gültigen Compliance Management System stellt Sartorius sicher, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend der internen Richtlinien handeln. Durch gezielte Aufklärung wird Fehlverhalten vorgebeugt und wirtschaftliche Schäden und Imageverlust werden vermieden. Sartorius versucht durch ein Zusammenspiel aus einem präventiven Compliance-Ansatz, der potentielle Regelverstöße bereits im Vorfeld verhindern soll, und einem repressiven Compliance-Ansatz, der eine kontinuierliche Überwachung der Regeleinhaltung bieten soll, eine optimale Risikobewältigung zu gewährleisten. Durch ein Ineinandergreifen der beiden Ansätze entsteht ein einheitliches Compliance Management System, das einen bestmöglichen Schutz vor potentiellen Regelungsverstößen bieten soll. Als präventive Komponente des Compliance Management Systems hat Sartorius einen Verhaltenskodex entwickelt und sich einem Antikorruptionskodex verpflichtet. Für etwaige Verdachtsmomente auf Compliance-Verstöße steht ein internes Meldesystem zur Verfügung. Weitere Informationen dazu finden sich auf den Seiten 91 ff. sowie im Internet unter www.sartorius.com.
Der Aufsichtsrat Der Vorstand Vergütungsbericht1. Grundzüge des Vergütungssystems des VorstandsAllgemeinesDie Festlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Sartorius AG unterliegt der Zuständigkeit des Aufsichtsratsplenums. Die Höhe der Vergütung eines Vorstandsmitglieds richtet sich nach seinem Verantwortungsbereich, seiner persönlichen Leistung, der wirtschaftlichen Lage und der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens. Zudem wird die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten im eigenen und in vergleichbaren Unternehmen gilt, berücksichtigt. Die Vergütung setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen und wird regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit überprüft. Die erfolgsbezogene Vergütung besteht aus jährlich abzurechnenden Komponenten und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung. Die erfolgsunabhängige Vergütung wird im Jahr der Gewährung ausgezahlt. Die jährlichen und die langfristigen erfolgsbezogenen Komponenten stellen bei 100 %iger Zielerreichung mindestens die Hälfte der Gesamtvergütung exklusive der Versorgungszusage und der Nebenleistungen dar. Erfolgsbezogene VergütungDer erfolgsbezogene Teil der Vergütung enthält jährlich abzurechnende Komponenten (mit den Teilzielen Umsatz | Auftragseingang, underlying EBITDA und dynamischem Verschuldungsgrad) sowie Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung (mit den Teilzielen Konzernjahresüberschuss und Phantom Stock-Plan). Die jährlich abzurechnenden Komponenten und die Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung machen jeweils die Hälfte der möglichen gesamten Zielerreichung aus. Alle erfolgsbezogenen Vergütungsbestandteile sehen eine Obergrenze (Cap) für die Auszahlung vor. Für den Vorstandsvorsitzenden und den Finanzvorstand sind innerhalb der jährlich abzurechnenden Komponenten die Teilziele wie folgt gewichtet:
Für die Vorstandsmitglieder mit Spartenverantwortung sind die Teilziele der jährlich abzurechnenden Komponenten wie folgt gewichtet:
Für alle Vorstandsmitglieder sind innerhalb der Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung die Teilziele Konzernjahresüberschuss sowie Phantom Stock-Plan mit jeweils 50 % gewichtet. Komponenten mit langfristiger AnreizwirkungDie gewichteten Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung beziehen sich zum einen auf die Entwicklung des Konzernjahresüberschusses in einem mehrjährigen Zeitraum, zum anderen auf die Kursentwicklung der Aktien der Sartorius AG. Diese Bestandteile haben eine drei- bzw. mindestens vierjährige Laufzeit und kommen damit nach zwei bzw. frühestens drei Jahren nach Ablauf des Geschäftsjahres der Gewährung zur Auszahlung. a) KonzernjahresüberschussBemessungsgrundlage ist der Konzernjahresüberschuss nach Minderheiten exklusive Amortisation (Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen gem. IFRS 3). Die einem Jahr zugeordnete Zielerreichung basiert auf dem Durchschnitt der mit diesem Jahr beginnenden drei Geschäftsjahre. Zur Glättung der Auszahlungsbeträge erfolgt eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % der Zielerreichung des jeweils ersten Geschäftsjahres. Etwaige Überzahlungen von Abschlägen werden bei Feststehen der Gesamtzielerreichung nach dem dritten Geschäftsjahr mit anderen Vergütungskomponenten verrechnet. Auch diese Komponente sieht eine Obergrenze (Cap) für die Auszahlung vor. b) Phantom Stock-PlanMit der Ausgabe von virtuellen Aktien (Phantom Stocks) werden die Vorstandsmitglieder so gestellt, als ob sie Inhaber einer bestimmten Anzahl von Aktien der Sartorius AG wären, ohne jedoch dividendenberechtigt zu sein. Die Wertentwicklung dieser Phantom Stocks ist an die Kursentwicklung der Sartorius Aktie gekoppelt. Dabei werden sowohl Kursgewinne als auch Kursverluste berücksichtigt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Phantom Stocks anhand des aktuellen Aktienkurses bewertet und ihr Gegenwert ausbezahlt, sofern die Bedingungen dafür vorliegen. Die Phantom Stocks sind nicht handelbar und beinhalten kein Aktienbezugsrecht. Der Phantom Stock-Plan sieht im Detail vor, dass das jeweilige Vorstandsmitglied am Anfang eines jeden Jahres Phantom Stocks im Wert eines vereinbarten Geldbetrags zugeschrieben bekommt. Die Auszahlung der Phantom Stocks kann nur als gesamte Jahrestranche und jeweils frühestens nach vier Jahren und spätestens nach acht Jahren verlangt werden. Ein Auszahlungsanspruch besteht nur, wenn der Aktienkurs zum Zeitpunkt der Auszahlung gegenüber dem Zeitpunkt der Zuteilung der Phantom Stocks eine Mindestwertsteigerung von 7,5 % pro Jahr oder eine bessere Wertentwicklung als der TecDAX als Vergleichsindex erzielt hat. Eine nachträgliche Veränderung der Vergleichsparameter schließt der Phantom Stock-Plan aus. Die Auszahlung erfolgt maximal zu einem Abrechnungskurs in Höhe des 2,5 -fachen Aktienkurses zum Zeitpunkt der Zuschreibung der Phantom Stocks (Cap), jeweils bezogen auf die einzelne Jahrestranche. Maßgeblich für die Zuteilung der Phantom Stocks sowie für deren spätere Auszahlung ist der Mittelwert der durchschnittlichen Aktienkurse der Vorzugsaktie der Sartorius AG in der Schlussauktion des XETRA-Handels an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 20 Börsenhandelstage des Vorjahres bzw. vor dem Zeitpunkt des Auszahlungsbegehrens. Dies dient dem Ausgleich kurzfristiger Kursschwankungen. Es besteht eine Ausübungssperre von jeweils vier Wochen vor der voraussichtlichen Bekanntgabe von Quartalsergebnissen und der vorläufigen Jahresergebnisse sowie von 20 Börsenhandelstagen nach tatsächlich erfolgter Veröffentlichung von Quartalsergebnissen und der vorläufigen Jahresergebnisse. Mit den hierdurch eingegrenzten Auszahlungsfenstern soll eine Begünstigung der Vorstandsmitglieder durch Insiderwissen ausgeschlossen werden. VersorgungszusagenDie Mitglieder des Vorstands erhalten grundsätzlich leistungsorientierte Versorgungszusagen bei der ersten Wiederbestellung. Diese sehen neben einer Basisabsicherung einen Eigenbeitrag des Vorstandsmitglieds aus variablen Bezügen und einen Bonusbeitrag der Gesellschaft in gleicher Höhe vor. Die Versorgungsleistung kann je nach Wahlrecht des Vorstandsmitglieds in Form von Ruhegeld als Rente oder Einmalzahlung für die Fälle Alter und Invalidität sowie in Form von Hinterbliebenengeld für Witwen und Waisen gewährt werden. Für ein Vorstandsmitglied besteht darüber hinaus aus einer älteren Versorgungszusage zusätzlich eine leistungsorientierte Versorgungsleistung in Abhängigkeit vom Gehalt eines Bundesbeamten der Besoldungsgruppe 10 der Besoldungsordnung B des Bundesbesoldungsgesetzes. Die Versorgungsleistung wird in Form von Ruhegeld für die Fälle Alter und Invalidität sowie in Form von Hinterbliebenengeld für Witwen und Waisen gewährt. Für alle Versorgungszusagen ist die Vollendung des 65. Lebensjahres als reguläre Altersgrenze vorgesehen. Sonstige VergütungskomponentenDas Vergütungssystem sieht vor, dass der Aufsichtsrat bei außerordentlichen Leistungen eines Vorstandsmitglieds eine Sondervergütung nach billigem Ermessen gewähren kann. Vorzeitige Beendigung der VorstandstätigkeitFür den Fall der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit sehen die Anstellungsverträge ein Abfindungs-Cap in Höhe von maximal zwei Jahresgehältern vor. WettbewerbsverbotDie Anstellungsverträge sehen ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot für die Dauer von 2 Jahren nach Beendigung des Anstellungsvertrages vor. Für den Fall, dass nicht auf das Wettbewerbsverbot verzichtet oder es aufgehoben wird, ist für die Dauer des Wettbewerbsverbots die Hälfte der zuletzt gewährten Bezüge zu zahlen. NebenleistungenÜber die genannten Vergütungsbestandteile hinaus wird den Mitgliedern des Vorstands als Nebenleistung jeweils ein Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt, Kosten von Dienstreisen erstattet, eine Unfallversicherung und eine D&O-Versicherung abgeschlossen. Die D&O-Versicherung sieht einen Selbstbehalt in der gesetzlichen Höhe vor. AktienvergütungIn der Regel ist keine Übertragung von Aktien der Sartorius AG als Vergütungsbestandteil vorgesehen. Als Ausnahmen hiervon wurden Herrn Dr. Kreuzburg im Dezember 2014 und Dezember 2019 im Zusammenhang mit der dritten und vierten Verlängerung seiner Bestellung als Mitglied und Vorsitzendem des Vorstands eine Aktienvergütung mit spezifischen Erdienungsbedingungen zugesagt; vgl. dazu unten Ziff. 3. 2. Vergütung des Vorstands im GeschäftsjahrDie Gesamtbezüge für die aktive Vorstandstätigkeit aller Vorstandsmitglieder zusammen beliefen sich im Jahr 2019 insgesamt auf 9.405 T€ nach 5.703 T€ im Vorjahr. Davon entfielen 2.400 T€ auf die erfolgsunabhängige Vergütung (2018: 2.022 T€) und 7.005 T€ (2018: 1.719 T€) auf die erfolgsbezogene Vergütung sowie auf Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung. Darüber hinaus wurde im Rahmen der bestehenden Versorgungszusagen für die Vorstandsmitglieder ein Dienstzeitaufwand in Höhe von insgesamt 308 T€ nach 393 T€ im Vorjahr aufwandswirksam erfasst. Gesamtbezüge des Vorstands gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGBscroll
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1)
Die Beiträge zur D&O-Versicherung in Höhe von insgesamt 172 T€ (Vorjahr:159 T€) sind
nicht enthalten, da sie sich auf die Organmitglieder aller Gesellschaften des Sartorius
Konzerns beziehen und eine Zuordnung auf einzelne Versicherte nicht erfolgt. Die aufgeführten
Nebenleistungen umfassen die lohnsteuerpflichtigen Zahlungen für Dienstfahrzeuge und
Familienheimfahrten. Im Rahmen der auf dem Konzernjahresüberschuss dreier aufeinander folgender Geschäftsjahre basierenden Vergütungskomponente erhält jedes Vorstandsmitglied nach dem ersten Geschäftsjahr eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % der Zielerreichung dieses Geschäftsjahres. Bei Feststehen der Gesamtzielerreichung nach dem dritten Geschäftsjahr erfolgt dann die abschließende Auszahlung unter Anrechnung der jeweiligen Abschlagszahlung. Die Höhe der insgesamt ausgezahlten Abschläge stellt sich zum Ende des Berichtsjahres wie folgt dar: scroll
3. Angaben zu anteilsbasierter VergütungBei den Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreizwirkung ist der Phantom-Stock-Plan grundsätzlich als anteilsbasierte Vergütung einzustufen, ebenso die Herrn Dr. Kreuzburg im Dezember 2014 im Zusammenhang mit der dritten Verlängerung seiner Bestellung als Mitglied und Vorsitzendem des Vorstands zugesagte Aktienvergütung. Herr Dr. Kreuzburg hält nunmehr seit dem 18. Dezember 2015 je 100.000 Stamm- und Vorzugsaktien. Die übertragenen Aktien unterliegen einer Haltefrist, die am 10. November 2019 endete. Der auf diese Aktiengewährung entfallende Betrag ist seit dem 16. Dezember 2014 über den zu erfüllenden Erdienungszeitraum ergebniswirksam als Personalaufwand zu verteilen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde entsprechend ein Betrag in Höhe von 437 T€ als Personalaufwand aus Aktiengewährung erfasst. Die vierte Amtszeit von Herrn Dr. Kreuzburg als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft läuft am 10. November 2020 ab. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 5. Dezember 2019 wurde Herr Dr. Kreuzburg für die Zeit vom 11. November 2020 bis 10. November 2025 erneut zum Mitglied und Vorsitzenden des Vorstands der Gesellschaft bestellt. Aufgrund seiner besonderen Leistungen für die Entwicklung des Sartorius Konzerns seit dem Beginn seiner Vorstandszugehörigkeit am 11. November 2002 bestand der Wunsch der Gesellschaft, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Dr. Kreuzburg weiter fortzusetzen. Die neue Vergütungsvereinbarung sieht deshalb als ergänzende Vergütungskomponente vor, Herrn Dr. Kreuzburg 13.785 Stammaktien und 13.785 Vorzugsaktien der Gesel lschaft zu übertragen. Diese aktienbasierte Vergütung unterliegt den Regelungen des IFRS 2 und gilt mit Beschluss des Aufsichtsrats am 5. Dezember 2019 als gewährt. Vereinbart ist folgende Grundstruktur: Die Übertragung erfolgt frühestens am 11. November 2020 zu einem von Herrn Dr. Kreuzburg zu bestimmenden Zeitpunkt. Die gewährten Aktien unterliegen einer Haltefrist, die am 10. November 2024 endet. Sollte Herr Dr. Kreuzburg vor dem 11. November 2022 das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, so verfallen die Zusagen auf Aktienzuteilungen in voller Höhe; verlässt Herr Dr. Kreuzburg das Unternehmen nach dem 11. November 2022 und vor dem 11. November 2024 auf eigenen Wunsch, so verfallen die Zusagen auf Aktienzuteilungen zur Hälfte. Bereits übertragene Aktien, für welche die Zusagen verfallen sind, müssen an das Unternehmen zurückübertragen werden. In die Gesamtbezüge ist diese Vergütungskomponente im Zeitpunkt der Gewährung der Aktien mit dem beizulegenden Zeitwert einzubeziehen. Dieser ist abzuleiten aus der Anzahl der gewährten Aktien sowie deren jeweiligen Börsenkurs und beträgt 5.000 T€. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Bedingungen ist der sich ergebende Betrag ab dem 5. Dezember 2019 über den zu erfüllenden Erdienungszeitraum ergebniswirksam als Personalaufwand zu verteilen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde entsprechend ein Betrag in Höhe von 94 T€ als Personalaufwand aus Aktiengewährung erfasst. Der ergebniswirksam erfasste Personalaufwand im Zusammenhang mit aktienbasierten Vergütungen stellt sich zusammengefasst wie folgt dar: scroll
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Angabe zu Phantom Stocksscroll
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Die Anzahl der gewährten Phantom Stocks sowie die jeweiligen Zuteilungskurse wurden auf die Verhältnisse nach dem im Jahr 2016 erfolgten Aktiensplit angepasst. 4. VersorgungszusagenDer Vorstandsversorgungsplan sieht für Herrn Dr. Kreuzburg eine Alters- und Invalidenrente und für die Herren Lehmann und Vogt eine Altersrente vor. Hierzu wird für das Vorstandsmitglied jährlich ein Versorgungsbeitrag in Höhe eines Prozentsatzes des versorgungsfähigen Einkommens sowie der versorgungsfähigen Tantieme in eine Rückdeckungsversicherung eingezahlt. Der Versorgungsbeitrag beträgt für Herrn Dr. Kreuzburg 10 %, und für Herrn Lehmann 9 % des versorgungsfähigen Einkommens, welches der Festvergütung entspricht. Sofern das Vorstandsmitglied einen Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung an die Rückdeckungsversicherung erbringt, leistet Sartorius zum jeweiligen Stichtag einen entsprechenden zusätzlichen Versorgungsbeitrag für Herrn Dr. Kreuzburg in Höhe von 5 der versorgungsfähigen Tantieme, die sich aus der einjährigen variablen Vergütung und der sich auf den Konzernjahresüberschuss beziehenden mehrjährigen Vergütung zusammensetzt. Die Höhe der späteren Versorgungsleistung von Sartorius an das Vorstandsmitglied und seine Hinterbliebenen richtet sich nach der bis zur Fälligkeit erreichten Ablaufleistung der Versicherung einschließlich der von ihr erzielten Überschussanteile. An der Rückdeckungsversicherung selbst erwirbt das Vorstandsmitglied keine Rechte, diese stehen jederzeit alleine Sartorius zu. Eine Herrn Dr. Kreuzburg bereits früher zugesagte Versorgungsvereinbarung sieht darüber hinaus ein monatliches Ruhegeld in Höhe von 70 % des Grundgehaltes eines Bundesbeamten der Besoldungsgruppe 10 der Besoldungsordnung B des Bundesbesoldungsgesetzes in dessen jeweiliger Fassung vor. Mit jedem vollen Dienstjahr werden 5 % des vollen Ruhegehaltes erdient, bis nach 20 Jahren das volle Ruhegeld erreicht ist. Die Regelungen zur Hinterbliebenenversorgung sehen grundsätzlich ein Witwengeld in Höhe von 60 % sowie Waisengeld für jedes Kind von 20 % des Ruhegeldes vor. Darüber hinaus werden Herrn Mackay in Kontinuität seiner bisherigen Alterversorgung 9,5 % der Gesamtvergütung gewährt, um diese in eine selbst gewählte private Altersversorgung einzuzahlen. Das voraussichtliche Ruhegehalt, der Barwert der Pensionsverpflichtungen sowie der Dienstzeitaufwand ergeben sich aus der nachstehenden Übersicht: scroll
5. Angaben gemäß den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)In der nachfolgenden Tabelle werden gemäß den Anforderungen des DCGK in Ziffer 4.2.5 vom Februar 2017 die für das Jahr 2018 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen und inklusive der erreichbaren Maximal- und Minimalvergütung bei variablen Vergütungskomponenten dargestellt: scroll
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Die Zuflüsse der verschiedenen Vergütungskomponenten im Berichtsjahr ergeben sich aus der folgenden Tabelle: scroll
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Wert entsprechend tatsächlicher Zielerreichung) 6. Grundzüge des Vergütungssystems des AufsichtsratsDie Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Satzung der Sartorius AG festgelegt und beinhaltet eine Festvergütung, Sitzungsgeld und Auslagenersatz. Die Übernahme des Vorsitzes und des stellvertretenden Vorsitzes im Aufsichtsrat werden durch eine höhere Festvergütung berücksichtigt. Die Mitgliedschaft und der Vorsitz in Ausschüssen des Aufsichtsrats, mit Ausnahme des Nominierungsausschusses sowie des Ausschusses gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz, werden mit zusätzlichen jährlichen Festbeträgen, Sitzungsgeld und Auslagenersatz vergütet. 7. Bezüge der Aufsichtsratsmitgliederscroll
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Über die Aufsichtsratsvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im Sartorius Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen. Bezüge ehemaliger Geschäftsführerscroll
Über die vorstehenden Angaben hinausgehende, gemäß §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB anzugebende Umstände liegen nicht vor oder sind nicht bekannt. Nichtfinanzielle KonzernerklärungVerantwortung bei SartoriusNachhaltigkeitsmanagementSartorius ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Industrie. Mit unseren Technologien helfen wir Forschern und Ingenieuren, einfacher und schneller Fortschritte in den Life Sciences und der Bioprozesstechnik zu erreichen und ermöglichen so die Entwicklung neuer und besserer Therapien sowie bezahlbarer Medizin. Als 150 Jahre altes Unternehmen ist Nachhaltigkeit dabei auf vielen Ebenen in unserer Struktur verankert. Für uns bedeutet sie langfristig orientiertes, verantwortungsvolles Handeln -in Bezug auf unsere Kunden, Mitarbeiter, Investoren und Geschäftspartner sowie die gesamte Gesellschaft. Dies beinhaltet einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Nachhaltig zu agieren bedeutet auch, beweglich zu bleiben sowie sich kontinuierlich mit der Frage zu beschäftigen, wie man der sich verändernden Welt begegnet und einen positiven Beitrag leisten kann. Dies betrifft die Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts genauso wie die Wahrnehmung unserer unternehmerischen Verantwortung. Mindestens einmal jährlich tritt deshalb unser Steuerkreis Corporate Responsibility zusammen. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden überdenken hier Führungskräfte des oberen Managements sowie die Verantwortlichen für Corporate Responsibility, mit welchen Ansätzen Sartorius zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann. Im Berichtsjahr hat der Steuerkreis Corporate Responsibility drei Maßnahmenpakete beschlossen und auf den Weg gebracht: Erstens soll eine Klimastrategie entwickelt werden und zu mehr Transparenz über Energieverbräuche und Emissionen führen. Mit klaren Zielsetzungen soll schließlich die Dekarbonisierung des Unternehmens vorangetrieben werden. Zweitens wird mit einer Plastikstrategie die Übernahme von Verantwortung für unsere Produkte und ihre Verpackungen gestärkt. Ein Sustainable Supply Chain Management wird drittens die Wahrnehmung unserer Verantwortung in der Lieferkette verbessern. Neben der Optimierung von Prozessen und Verfahren sehen wir Innovation und technische Weiterentwicklung als wichtigsten Treiber der Nachhaltigkeit. Durch Innovation können wir sowohl ökologische Verantwortung stärken als auch durch ökonomisches Wachstum zu mehr und besserer Beschäftigung beitragen. Vor allem tragen wir durch Innovation zu unserem wichtigsten Ziel bei: Eine bessere Gesundheit für mehr Menschen zu ermöglichen. Einbindung der StakeholderSartorius steht mit seinen Anspruchsgruppen fortlaufend in engem Dialog. Diesen Austausch nutzen wir auch dazu, regelmäßig Nachhaltigkeitsaspekte mit unseren Anspruchsgruppen zu diskutieren. Als Anspruchsgruppen / Stakeholder definieren wir dabei diejenigen Personen, Unternehmen, Institutionen und Interessengruppen, die den Erfolg von Sartorius beeinflussen können oder von den Handlungen unseres Unternehmens betroffen sind. Dies sind insbesondere unsere Kunden, Mitarbeiter, Investoren, Lieferanten und Geschäftspartner sowie Anrainer. Sartorius beteiligt sich an Nachhaltigkeitsanalysen und Ratings im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Im Rating von EcoVadis erreicht Sartorius den Silber-Level und gehört mit dem erreichten Punktstand zu den besten 19 Prozent der bewerteten Unternehmen. Im MSCI Sustainability Rating erzielt Sartorius die Bewertung AA und befindet sich damit unter den besten 20 Prozent der innerhalb der Branche bewerteten Unternehmen. Über die nichtfinanzielle KonzernerklärungSartorius hat nichtfinanzielle Indikatoren definiert, die es ermöglichen, den Einfluss der unternehmerischen Tätigkeit auf Anspruchsgruppen, Umwelt und Gesellschaft zu beurteilen. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde entsprechend der gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB geforderten Angaben erstellt. Gemäß § 315b Abs. 1 Satz 3 HGB wird zu einzelnen Aspekten auch auf an anderer Stelle im Konzernlagebericht enthaltene nichtfinanzielle Angaben verwiesen. Als Berichtsrahmen für die nichtfinanzielle Erklärung lehnen wir uns an die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) an. Auf diese Weise wollen wir Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleisten. Der Berichtszeitraum der nichtfinanziellen Konzernerklärung ist das Geschäftsjahr, der Berichtszyklus ist jährlich. Sofern nicht anders ausgewiesen, wurden die mitarbeiterbezogenen Daten aller Sartorius Gesellschaften erfasst. Der Anwendungsbereich der Umweltkennzahlen erstreckt sich, falls nicht anders vermerkt, auf alle Produktionsgesellschaften. Bezogen auf die Gesamtmitarbeiterzahl ergibt sich hier ein Abdeckungsgrad von 77 %. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Form einer Prüfung mit begrenzter Sicherheit geprüft. Unser Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech S.A. ist mit der Vorlage dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung von der Pflicht zur Erstellung einer eigenen nichtfinanziellen Berichterstattung befreit. OrganisationsprofilWir verweisen auf den Lagebericht Seite 23 bis 40 Abschnitte "Konzernstruktur und Unternehmensführung", "Geschäftsentwicklung Konzern" sowie "Geschäftsmodell, Strategie und Ziele". Weiterhin verweisen wir auf den Chancen- und Risikobericht, Seite 57 und den Anhang, Seite 109. WesentlichkeitsanalyseFür unsere Erwägungen zur Wesentlichkeit legen wir den Wesentlichkeitsbegriff des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes zu Grunde. Zusätzlich berücksichtigen wir die Einschätzungen unserer Stakeholder. Eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse zur Ermittlung der für die Geschäftstätigkeit des Sartorius Konzerns wesentlichen Themen haben wir im Jahr 2017 durchgeführt. Für die Berichterstattung im Berichtsjahr haben wir Gespräche mit Kunden und Investoren ausgewertet sowie die Einschätzung von Führungskräften der Bereiche Vertrieb, Produktmarketing, Einkauf, Qualitätsmanagement, Legal & Compliance, Corporate Communications sowie Forschung & Entwicklung und Produktion einbezogen. Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden zur Validierung im Steuerkreis Corporate Responsibility besprochen und vom Vorstand bestätigt. Änderungen bei den wesentlichen Themen haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht ergeben. Sie wurden wie folgt bestätigt: 1. Innovation vorantreiben und dadurch zur verbesserten Verfügbarkeit medizinischer Versorgung beitragen sowie durch Wachstum Beschäftigung und gute Arbeitsbedingungen fördern. 2. Mitarbeiter finden und binden, deren Sicherheit und Gesundheit schützen sowie ihre kontinuierliche Weiterentwicklung fördern. 3. Verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie Compliance und Achtung der Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette. 4. Schutz der Umwelt durch Reduktion von Emissionen und Übernahme von Verantwortung für unsere Produkte über deren gesamten Lebenszyklus. RisikomanagementSartorius trägt Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, der Umwelt sowie der Gesellschaft. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette muss diese Verantwortung wahrgenommen sowie auf die Achtung von Gesetzen und Menschenrechten geachtet werden. Sartorius ist deshalb bestrebt, nicht nur solche Risiken zu betrachten, die auf das Unternehmen einwirken, sondern auch die entgegengesetzte Dimension: Welches Risiko stellt Sartorius mit seiner Geschäftstätigkeit für sein Umfeld dar. Sartorius setzt dabei auf eine größtmögliche Integration der Risikomanagementprozesse im Unternehmen. Die im CSR-RUG definierten Anforderungen bilden die Grundlage der ESG-Risikoanalyse. Darüber hinaus folgt das ESG-Risikomanagement dem gleichen Vorgehen der Identifizierung, Analyse, Kontrolle und Berichterstattung wie das zentrale Risikomanagement. Im Berichtsjahr wurde mit der Integration der nichtfinanziellen Risiken in den Risikomanagementprozess begonnen. In dieser ersten gesamthaften Betrachtung wurden keine CSR-Risiken identifiziert, die gemäß CSR-RUG berichtspflichtig wären. Beginnend mit dem Jahr 2020 wird der neue Risikomanagementprozess vollständig implementiert sein. Sustainable Development GoalsSartorius ist Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen und unterstützt die Agenda 2030 für eine nachhaltige Weltwirtschaft. Mit den Sustainable Development Goals (SDGs) haben die Vereinten Nationen 17 politische Zielsetzungen entwickelt. Die Regierungen aller Mitgliedsländer haben die SDGs gemeinsam beschlossen, der Erfolg ihrer Umsetzung wird jedoch maßgeblich vom Handeln und der Zusammenarbeit aller Akteure abhängen -insbesondere vom Engagement der privaten Wirtschaft. Sartorius stellt sich dieser Verantwortung. Um zu ermitteln, welche SDGs im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von Sartorius stehen, haben wir hierzu im Jahr 2018 eine umfassende Materialitätsanalyse vorgenommen. Acht SDGs wurden als wesentlich im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von Sartorius ermittelt. Die weitere Beschäftigung mit den SDGs im Berichtsjahr hat ergeben, dass wir zudem SDG 8 "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" für uns als wesentlich erachten. Ziel 3 - Gesundheit und WohlergehenGesundheit gehört laut den Vereinten Nationen zu den grundlegenden Menschenrechten und ist ein zentraler Indikator für nachhaltige Entwicklung. Es ist unser Kerngeschäft, zu einer besseren Gesundheit für mehr Menschen Beizutragen. Unsere Performance bei dem für uns wesentlichen Thema "Innovation und gesellschaftliche Verantwortung" messen wir an unserem Beitrag zu SDG 3. Ziel 4 - Hochwertige BildungBildung befähigt Menschen dazu, ihre politische, soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Sie gilt deshalb laut den Vereinten Nationen als elementares Menschenrecht und Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Einen Beitrag zu diesem Ziel leisten wir durch die stetige Weiterbildung unserer Mitarbeiter sowie durch vielfältige Unterstützung wissenschaftlichen Nachwuchses. Ziel 5 - GeschlechtergleichheitDie Gleichberechtigung der Geschlechter ist nicht nur ein UN-Menschenrecht, sondern auch ein Hebel für wirtschaftliches Wachstum. Sie verbessert den Zugang von Frauen zu Bildung, medizinischer Versorgung und finanziellen Ressourcen. Wir setzen uns für Gleichberechtigung in unserer eigenen Geschäftstätigkeit ein und verlangen ein entsprechendes Verhalten auch von unseren Geschäftspartnern. Ziel 6 - Sauberes Wasser und Sanitäre EinrichtungenDer Zugang zu sauberem Trinkwasser wurde 2008 von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Im Rahmen unserer Produktverantwortung streben wir an den Wasserverbrauch unserer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus so gering wie möglich zu halten. Ebenso achten wir auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Abwasser bei unseren Geschäftspartnern. Ziel 8 - Menschenwürdige Arbeit und WirtschaftswachstumMehr als 60 % aller Arbeiter weltweit haben keinen Anstellungsvertrag, weniger als 45 % aller Arbeiter sind in Vollzeit und unbefristet beschäftigt. Schlechte Arbeitsbedingungen sind dabei oftmals mit Armut, Diskriminierung und Ungleichheit verbunden und betreffen überdurchschnittlich oft Personengruppen wie Frauen, Menschen mit Behinderung, Jugendliche und Migranten. Sartorius wächst schnell und ist darauf angewiesen, Mitarbeiter zu finden und zu binden. Dies gelingt, indem wir durchweg hohe Beschäftigungsstandards bieten. Dies verlangen wir auch von unseren Geschäftspartnern. Ziel 9 - Industrie, Innovation und InfrastrukturDieses SDG beinhaltet das Ziel, wissenschaftliche Forschung in allen Ländern der Welt auszubauen. Während Sartorius keinen direkten Einfluss auf die Bereiche Infrastruktur oder nachhaltige Industrialisierung hat, trägt das Unternehmen zum Innovationsziel auf vielfältige Weise bei. Indem unsere Produktionsstandorte als Kompetenzzentren fungieren, bauen wir wissenschaftliche Expertise an vielen Standorten weltweit aus. Durch unsere Nachwuchsförderung tragen wir dazu bei, die wissenschaftliche Basis weltweit zu verbreitern und zu vernetzen und somit zukünftige Innovationstätigkeit zu stärken. Ziel 12 - Nachhaltiger Konsum und ProduktionEinwegprodukte aus Kunststoff sind ein zentraler Bestandteil des Produktportfolios von Sartorius - und dies aus gutem Grund: Die Eigenschaften dieser Produkte sind vorteilhaft für die am Ende der Lieferkette stehenden Patienten, für die Umwelt sowie die grundsätzliche Verfügbarkeit und Entwicklung innovativer Medizin. Gleichzeitig werfen Einwegprodukte unweigerlich die Frage nach dem Produktlebensende auf. Diese Frage greifen wir auf und beschäftigen uns sowohl mit dem Lebensende unserer Produkte als auch mit deren gesamten ökologischen Fußabdruck. Ziel 13 - Maßnahmen zum KlimaschutzDer durch den Menschen verursachte Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Er erfordert Maßnahmen von allen Akteuren, insbesondere auch der Privatwirtschaft. Zentral ist die Reduktion der Emissionen von CO2 sowie anderer Treibhausgase. Dieser Verantwortung stellen wir uns, indem wir sowohl betriebsintern als auch in unserer Lieferkette Maßnahmen zum Klimaschutz vorantreiben. Ziel 17 - Partnerschaften zur Erreichung der ZieleDie SDGs können nur gemeinsam umgesetzt werden. Partnerschaften spielen traditionell auch bei Sartorius eine wichtige Rolle. Insbesondere betrifft dies unsere Innovationstätigkeit. Innovation & gesellschaftlicher BeitragWarum es wesentlich istUnsere unternehmerische Mission ist es, wissenschaftlichen Fortschritt in den Life Sciences voranzutreiben und so die Entwicklung besserer Therapien sowie bezahlbarer Medizin zu unterstützen. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns sind darauf ausgerichtet, innovative Lösungen für Kunden zu bieten, nachhaltige Entwicklung zu unterstützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und damit das Wachstum des Unternehmens zu stärken. Der Biopharma-Markt entwickelt sich schnell -in hoher Frequenz werden wissenschaftliche Durchbrüche erzielt, die zu neuen Therapien führen können. Gleichzeitig nimmt die Entwicklung eines neuen Medikamentes weiterhin rund eine Dekade in Anspruch und ist außerordentlich kostenintensiv. Durch die Automatisierung von Forschungsschritten, wollen wir es unseren Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie ermöglichen, die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika effizienter zu gestalten. Sartorius hat seit seiner Gründung stets den offenen Austausch mit der Wissenschaft gepflegt und auf diese Weise wissenschaftliche Erkenntnis und passgenaue Produktentwicklungen vorangetrieben. Es ist unser Ziel, wissenschaftliches Denken und Arbeiten in der Gesellschaft zu fördern und damit eine breitere Basis für zukünftige Forschung und Entwicklung zu schaffen. Unser AnsatzDie Innovationstätigkeit des Sartorius Konzerns fußt auf drei Säulen: Erstens einer spezialisierten eigenen Produktentwicklung kombiniert mit einem strategischen Corporate Research. Während die Produktentwicklung den jeweiligen Spartenvorständen zugeordnet ist, arbeitet das Corporate Research spartenübergreifend unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden. Zweitens der Integration von Innovationen über Akquisitionen sowie drittens der Kooperationen mit Partnern in komplementären Feldern. Häufig entstehen neue Ansätze durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Experten. Daher ist es unser Ansatz, Experten aus Wissenschaft, Startups und Industrie zusammenzubringen und so Austausch und Vernetzung voranzutreiben. Dies kann der Entstehung neuer und kreativer Ideen Vorschub leisten und so den wissenschaftlichen Fortschritt unterstützen. Die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses ist uns ein besonderes Anliegen, denn sie schafft die Basis für wissenschaftlichen Fortschritt in der Zukunft. Unsere PerformanceDurch die Ausweitung von Forschungskooperationen unterstützt Sartorius weltweit die Entwicklung und Produktion von Biopharmazeutika und verbessert damit langfristig die Verfügbarkeit innovativer Medizin. Im Berichtsjahr war Sartorius in einer Vielzahl von Forschungspartnerschaften tätig. Mit mehr als 80 Prozent liegt ein Großteil dieser Forschungstätigkeit in Europa sowie den USA. Sartorius weitet jedoch auch seine Kooperationen im asiatisch-pazifischen Raum stetig aus. Die Zusammenarbeit variiert dabei von Einzelkooperationen bis zu Partnerschaften mit Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen. Beide machen jeweils etwa 40 Prozent der Kooperationen aus. Darüber hinaus engagiert sich Sartorius in der Forschungsarbeit in Konsortien. In seine Kooperationen bringt Sartorius die eigenen aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse ein. Insbesondere durch die Beteiligung an großen Konsortien wie zum Beispiel dem Advanced Mammalian Biomanufacturing Innovation Center (AMBIC) im Berichtsjahr, unterstützt Sartorius dadurch die wissenschaftliche Gemeinschaft. Das AMBIC Konsortium wird von fünf US-amerikanischen Universitäten sowie 25 Industrieunternehmen getragen. Ziel ist die gemeinsame Arbeit an komplexen Herausforderungen der biopharmazeutischen Produktion. Diese gemeinsame, vorwettbewerbliche Herangehensweise ermöglicht es, Biopharmazeutika effizienter herzustellen und schließlich Gesundheitskosten für Patienten zu verringern. Mit dem Research Xchange Forum hat Sartorius im Jahr 2017 zudem eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft geschaffen. Das dritte Research Xchange Forum im April 2019 legte den Fokus auf die Immuntherapie mit CAR-T Zellen, einer neuen zellulären Gentherapie gegen Krebs. Gemeinsam mit der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vergibt Sartorius den Preis "Sartorius & Science Preis für Regenerative Medizin und Zelltherapie". Der mit 40.000 Dollar dotierte Preis richtet sich an herausragende Wissenschaftler, die sich auf Fortschritte in der Grundlagen- oder Translationsforschung in diesen Bereichen konzentrieren. Neben der Auszeichnung herausragender Leistungen ist es das Ziel der Ausschreibung, Aufmerksamkeit auf diese Forschungsthemen zu lenken und ihre Bedeutung für die Zukunft zu stärken. MitarbeiterTalente finden und bindenWarum es wesentlich istSartorius ist ein stark wachsendes Unternehmen. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen wir kontinuierlich talentierte und gut ausgebildete Mitarbeiter gewinnen und an das Unternehmen binden. Eine besondere Herausforderung ist es dabei, weltweit berufserfahrene Spezialisten für das Unternehmen zu rekrutieren. 9.016 Mitarbeiter tragen derzeit zum Erfolg von Sartorius bei. Weiterbildung, Übernahme von Verantwortung und Aufstiegsmöglichkeiten haben eine hohe Relevanz für die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter. Diese Kompetenzen sichern ihre Beschäftigungsfähigkeit und eröffnen ihnen berufliche Perspektiven. Als international aktives Unternehmen sind wir in vielen verschiedenen Regionen und Märkten tätig. Bei Sartorius arbeiten Menschen aus 82 Nationen zusammen. Das Zusammenwirken verschiedener Perspektiven und Erfahrungen hilft uns, unsere Kunden besser zu verstehen, passgenaue Lösungen zu entwickeln und in einer globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Arbeitsumfeld, das dabei geprägt ist von gegenseitigem Vertrauen, Wertschätzung und Respekt, bringt unserer Überzeugung nach die besten Arbeitsergebnisse hervor und fördert sowohl Motivation und Kreativität als auch Loyalität der Mitarbeiter. Unser AnsatzBei der Personalgewinnung setzen wir darauf, jene Aspekte zu stärken und weltweit bekannt zu machen, die für angestellte und potenzielle Mitarbeiter maßgeblich sind. Unserer Analyse nach sind dies alle Faktoren, die geeignet sind, Vertrauen in die Zukunft zu schaffen: Marktführerschaft des Unternehmens, Umsatzwachstum und Margenentwicklung, Internationalität sowie Innovationstätigkeit und nicht zuletzt die jeweils eigene Entwicklungsperspektive im Unternehmen. Auch eine sinnstiftende Mission und die erkennbare Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung sind für viele Bewerber von Interesse. Durch ein breit gefächertes Fortbildungsangebot aus Management- und Kommunikationstrainings sowie fachlichen Schulungen an allen Standorten bindet Sartorius seine qualifizierten Mitarbeiter an das Unternehmen. Jährliche Mitarbeitergespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter dienen dazu, Leistung, Ziele und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu besprechen. Diese werden weltweit nach einheitlichen Kriterien durchgeführt und sind obligatorisch. Führungspositionen werden bei Sartorius nach Möglichkeit aus den eigenen Reihen besetzt. Auf Basis der Sartorius Führungsleitlinien besteht ein Führungskräfte-Entwicklungsprogramm, an dem weltweit alle erstmaligen Führungskräfte teilnehmen. Damit verfolgen wir das Ziel, konzernweit eine gemeinsame Führungskultur zu entwickeln. Das Programm ist bereits in den Gesellschaften in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien, Indien und China verfügbar. Ein Entwicklungsprogramm für Führungskräfte in der Produktion besteht in Deutschland. Sartorius bestärkt seine Mitarbeiter darin, sich im Unternehmen zu vernetzen und in andere Bereiche oder an andere Standorte zu wechseln. Entsendungen werden von der eigens dafür eingerichteten Abteilung Global Mobility koordiniert und betreut. Die Rahmenbedingungen für Auslandsaufenthalte sind für alle Mitarbeiter transparent geregelt. Damit unsere Mitarbeiter ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzen können, schaffen wir positive Arbeitsbedingungen. In unserer Position zu Arbeitspraktiken und Sozialstandards ist festgelegt, welchen Ansätzen wir dabei konzernweit folgen. Unsere Mitarbeiter sollen sich während ihres gesamten Berufslebens als Persönlichkeiten und professionell weiterentwickeln können. Um gleiche Chancen für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu schaffen, haben wir bereits in vielen Gesellschaften ein flexibles Arbeitszeitmodell etabliert. Je nach persönlicher und betrieblicher Situation sind dabei oftmals Gleitzeit, Teilzeit oder Telearbeit möglich. Neben flexiblen Arbeitszeitmodellen berücksichtigen wir das Thema Beruf und Familie durch Kinderbetreuungsangebote. In Göttingen etwa gibt es in den Schulferien Angebote für Schulkinder und eine betriebsnahe Kindertagesstätte auf dem Sartorius Campus. Als inklusive Kindertagesstätte bietet sie auch Plätze für Kinder mit Behinderung an. Es entspricht der Kultur des Unternehmens, dass bei Sartorius auch Väter ihre Elternzeit wahrnehmen. Transparenz zu schaffen über Gehaltsstrukturen ist Teil unserer Chancengleichheit fördernden Maßnahmen. In den deutschen Gesellschaften sind die Gehälter größtenteils an den Tarif der IG Metall, zum Teil an den Tarif der IG Bergbau, Chemie, Energie gebunden. Auch in Frankreich und Österreich orientieren wir uns bei der Entgeltgestaltung an Tarifen. Die Tarifbindung erhöht die Transparenz der Entgelte. Für die Interessen der Belegschaft tritt in Deutschland der Konzernbetriebsrat ein. In fünf der sechs operativen Gesellschaften in Deutschland gibt es zudem einen lokalen Betriebsrat. Neben den Betriebsräten sind verschiedene Vertrauenspersonen für Sartorius Mitarbeiter ansprechbar. Unsere PerformanceBildung ist für uns ein hoher Wert und das Management fasst es als Teil seiner unternehmerischen Verantwortung auf, Bildung im Einflussbereich von Sartorius zu unterstützen und zugänglich zu machen. Trainingsstunden wurden im Berichtsjahr in 23 Ländern erfasst. In diesen Ländern, darunter die großen Standorte in Deutschland, Frankreich, Puerto Rico und Indien, sind 82 % der Mitarbeiter weltweit beschäftigt. 108.888 Stunden wurden in diesen Ländern im Berichtsjahr in Weiterbildungsmaßnahmen investiert -im Durchschnitt 14,7 Weiterbildungsstunden je Mitarbeiter. 1 Trainingsstunden nach Region 1scroll
In den vergangenen fünf Jahren konnte Sartorius weltweit 6.326 Mitarbeiter für sich gewinnen. Der Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft betrug zum Ende des Berichtsjahres 38,9 % und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Im Berichtsjahr waren konzernweit 5,8 % bzw. 520 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, 20 mehr als 2018, die meisten davon in Deutschland. Neueinstellungen nach Region, Geschlecht und Altersgruppe 1scroll
Der Erfolg unserer Maßnahmen, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen, spiegelt sich in einer dauerhaft geringen Fluktuationsquote wider. Ohne auslaufende befristete Verträge betrug sie bei Sartorius im Berichtsjahr 7,5 % und lag damit um 0,9 Prozentpunkte unter dem niedrigen Vorjahresniveau. 1,2 Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit ist trotz der anhaltend hohen Zahl an Neueinstellungen leicht gestiegen. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter war 2019 weniger als fünf Jahre bei Sartorius, gut ein Fünftel der Belegschaft arbeitete 15 Jahre und mehr im Unternehmen. Fluktuation nach Region, Geschlecht und Altersgruppe 1scroll
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Die unterjährig akquirierten Gesellschaften sind nicht mit berücksichtigt und werden
entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr berichtet. Die
beiden Vertriebsgesellschaften in den Niederlanden sind nicht mit berücksichtigt. Arbeitssicherheit und GesundheitWarum es wesentlich istDie Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unsere Verantwortung. Als Unternehmen ist uns auch die Gesundheit unserer Mitarbeiter ein Anliegen, deshalb unterstützen wir sie mit vielfältigen Angeboten bei der Erhaltung ihrer Gesundheit. Unser AnsatzSartorius hat hohe Sicherheitsstandards, um betriebsbezogene Erkrankungen, Gesundheitsgefährdungen sowie potenzielle Risiken für Arbeitsunfälle zu minimieren. In der konzernweit gültigen Unternehmensposition zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind Grundprinzipien und Kernthemen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt. Die sicherheitstechnischen und arbeitsorganisatorischen Gegebenheiten werden dabei fortlaufend verbessert. Unsere Gesellschaft in Peking ist zudem nach OHSAS 18001 zertifiziert. Planmäßige obligatorische Mitarbeiterschulungen zu Themen der Arbeitssicherheit sowie des Arbeits- und Umweltschutzes sorgen dafür, dass die Beschäftigten Risiken erkennen und entsprechend vermeiden können. Entstandene Unfälle analysiert Sartorius kontinuierlich und leitet daraus Vorsorgemaßnahmen auch für andere Standorte ab. An den lokalen Konzernstandorten beraten Arbeitsschutzausschüsse regelmäßig über Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention von Arbeitsunfällen. Mit seinem betrieblichen Gesundheitsmanagement, das körperliche wie psychosoziale Faktoren einbezieht, will Sartorius die Leistungsfähigkeit und Motivation seiner Mitarbeiter steigern, deren künftige Beschäftigungsfähigkeit sichern und krankheitsbedingte Kosten senken. Obligatorisch ist ein betriebsärztlicher Dienst. Über einen externen Dienstleister steht zudem psychologische Unterstützung für alle beruflichen, aber auch privaten Belange zur Verfügung. Mitarbeiter können den Dienstleister über eine Hotline erreichen. Unsere PerformanceDie Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Erhalt und die Förderung der Gesundheit aller Mitarbeiter haben für Sartorius hohe Priorität und werden durch das Management aktiv vorangetrieben. Derzeit arbeitet Sartorius an der konzernweiten Vereinheitlichung des Sicherheitsmanagementsystems. Die globale Harmonisierung der Prozesse soll die Arbeitssicherheit an unseren Standorten weiter verbessern. Mit dem Ziel, auch aus weniger schwerwiegenden Vorfällen Verbesserungsmaßnahmen ableiten zu können, wurde die Unfalldefinition im Laufe des Berichtsjahres verschärft und die Abfrage der arbeitsbedingten Verletzungen detaillierter vorgenommen. Die Unfallstatistik beinhaltet deshalb nicht mehr nur arbeitsbedingte Verletzungen, die mindestens einen Tag Ausfallzeit mit sich gebracht haben, sondern auch Unfälle, die lediglich eine medizinische Versorgung notwendig gemacht haben. Zusätzlich passt Sartorius die Berichterstattung zunehmend an die Anforderungen der Global Reporting Initiative an. Vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen, stiegen die Zahl der arbeitsbedingten Verletzungen sowie die relative Unfallhäufigkeit im Vergleich zum Vorjahr an. Unfälle mit schwerwiegenden Folgen oder Todesfälle sind an keinem Standort eingetreten, was die bereits hohe Qualität des Sicherheitsmanagementsystems untermauert. Sartorius trägt nicht nur Verantwortung für die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter. Im Berichtsjahr wurden deshalb erste Schritte eingeleitet, um auch die arbeitsbedingten Verletzungen externer Mitarbeiter zu erfassen. scroll
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Die unterjährig akquirierten Gesellschaften sind nicht mit berücksichtigt und werden
entsprechend der Reportingrichtlinie erst im nächsten Berichtsjahr berichtet. Die
beiden Vertriebsgesellschaften in den Niederlanden sind nicht mit berücksichtigt. Verantwortungsvolle GeschäftspraktikenComplianceWarum es wesentlich istDie Einhaltung der geltenden Gesetze erachten wir als selbstverständlich. Darüber hinaus ist es unser Anspruch, unser Geschäft mit Integrität zu führen. Wir bekennen uns zu den international anerkannten Menschen- und Arbeitnehmerrechten als Grundlage unserer weltweiten Geschäftstätigkeit. Eine wesentliche Aufgabe ist es dabei, ein gemeinsames Verständnis für faire Arbeitsbedingungen zu schaffen -an allen unseren Standorten sowie in unserer Lieferkette. Unser AnsatzSartorius betreibt sein Geschäft weltweit nach einheitlichen, global etablierten Standards und nach national gültigen Rechtsnormen. Der Deutsche Corporate Governance Kodex definiert Anforderungen an Vorstand und Aufsichtsrat samt deren Zusammenwirken, an Transparenz, Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie an die Durchführung der Hauptversammlung. Die Abteilung Legal & Compliance berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und informiert den Aufsichtsrat im Auditausschuss. Sartorius entspricht den Regelungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017. Mit unserem weltweit gültigen ComplianceManagement-System wollen wir sicherstellen, dass Organmitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter alle gesetzlichen Regeln und Kodizes einhalten und entsprechend unserer internen Richtlinien handeln. Die Abteilung Legal Affairs & Compliance ist zuständig für die Aufgabengebiete rechtliche Beratung, Interne Revision, Konzernsicherheit, Datenschutz, Antikorruption, Zoll und Exportkontrolle. Ein dezidiertes Team nimmt sich der Umsetzung und Durchsetzung aller Compliance Themen im Konzern an. Der Sartorius-Verhaltenskodex konkretisiert unsere Anforderungen an das verantwortungsvolle Handeln unserer Mitarbeiter. Das Regelwerk hilft, sich bei der täglichen Arbeit rechtlich korrekt und moralisch angemessen zu verhalten. Mitarbeiter sind angehalten, sich bei jeder Handlung folgende Fragen zu stellen: Ist die Handlung legal, entspricht mein Verhalten unseren Werten und Leitlinien, ist mein Handeln frei von persönlichen Interessen (die nicht von arbeitsrechtlichen Regelungen abgedeckt sind) und hält mein Verhalten einer öffentlichen Überprüfung statt? Im Einzelnen behandelt der Verhaltenskodex die Themenbereiche "Beachtung der internationalen Sozial- und Umweltstandards", "allgemeine Verhaltensregeln" und "Umgang mit Interessenkonflikten". Der Antikorruptionskodex dient als Grundlage für die Sensibilisierung aller Mitarbeiter hinsichtlich der Korruptionsgefahren. Er ist zugleich Richtschnur, Handlungsanleitung und Hilfestellung, um unternehmens- und branchenspezifisch die nötigen Maßnahmen zur Korruptionsprävention und auch -bekämpfung treffen zu können. Im Konzern ist als Ansprechpartner für Korruptionsprävention ein Antikorruptionsbeauftragter vom Management bestellt. Dieser nimmt seine Aufgaben weisungsunabhängig wahr. Dass unsere Mitarbeiter mit dem Verhaltens- und Antikorruptionskodex vertraut sind, erreichen wir, indem alle Beschäftigten weltweit jährlich dazu aufgefordert werden, jeweils ein Online-Training mit einer anschließenden Prüfung zu absolvieren. Die Mitarbeiter werden hier im Umgang mit moralisch oder rechtlich bedenklichen Situationen geschult. Ein Beschwerdemechanismus stellt sicher, dass Fälle von schädigendem Verhalten wie zum Beispiel Korruption, Ungleichbehandlung oder sexueller Belästigung von Mitarbeitern und externen Dritten gemeldet werden können. Kontaktmöglichkeiten bestehen über das persönliche Gespräch, eine Telefonhotline, das elektronische Postfach der Compliance-Abteilung oder für anonyme Meldungen über das Hinweisgebersystem. Alle entsprechenden Kontaktmöglichkeiten sind im Intranet angegeben und damit unternehmensweit verfügbar. Außerdem sind sie auf der Unternehmenshomepage verfügbar und damit auch für alle externen Betroffenen zugänglich. Unsere PerformanceIm Berichtszeitraum haben 3.223 Mitarbeiter aus 33 Ländern das Training zum Antikorruptionskodex sowie 3.429 Mitarbeiter aus 34 Ländern das Training für den Verhaltenskodex absolviert. Die geleisteten Trainingsstunden betragen dabei 2.263 Stunden für den Verhaltenskodex und 2.127 Stunden für den Antikorruptionskodex. Die Compliance-Schulungen sind derzeit in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Chinesisch verfügbar. Signifikante Bußgelder und nicht-monetäre Strafen wegen Verstoßes gegen Gesetze und Vorschriften gab es im Berichtsjahr nicht. Korruptionsfälle sind nicht bekannt geworden. LieferketteWarum es wesentlich istDie Achtung der Menschenrechte, Wahrung hoher Umweltstandards sowie die Bereitstellung guter, sicherer und fairer Arbeitsbedingungen bei der Erstellung unserer Produkte ist uns auch außerhalb der eigenen Produktion wichtig. Mit mehr als 9.000 Lieferanten aus über 100 Ländern und einem Einkaufsvolumen, das in etwa 40 Prozent unseres Umsatzes entspricht, wird die Bedeutung offensichtlich, die bei der Umsetzung dieser Ziele unserer Lieferkette zukommt. Eine wachsende Zahl von Gesetzen und Anforderungen reguliert zudem die Übernahme von Verantwortung in globalen Lieferketten. Die Lieferketten des Marktes für Arzneimittel sind zudem sensibel und im Fokus vieler Stakeholder. Vor allem die am Ende der Lieferkette stehenden Patienten sind darauf angewiesen, dass ihre Medikamente jederzeit verfügbar und sicher sind. Unser AnsatzWir befassen uns intensiv mit unseren Lieferanten. Mit einem mehrstufigen Prozess prüfen wir seit Januar 2020 die Einhaltung unserer Anforderungen an die Nachhaltigkeit im Herstellungsprozess. Unser Verhaltenskodex für Geschäftspartner bildet dabei konzernweit die Grundlage der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern. Hierin definiert sind unsere Anforderungen an Themen der Umwelt, des Sozialen und der Unternehmensführung. Seit Dezember 2019 ist die Anerkennung des Verhaltenskodex Teil des Aufnahmeprozesses für neue Lieferanten. Beginnend mit dem Jahr 2020 prüfen wir systematisch, ob seitens unserer Bestandslieferanten eine entsprechende Anerkennung vorliegt und fordern Sie nötigenfalls ein. Ob und inwiefern bei einem Lieferanten tatsächlich Verstöße gegen die geforderten ESG-Standards vorliegen, prüft Sartorius ab Januar 2020. Wir folgen dabei einem risikobasierten Ansatz, um Schwerpunkte bei der Überprüfung zu setzen. Parameter können zum Beispiel der jeweilige Sitz sein oder Produktionsprozesse, die mit einem erhöhten Risiko für die Umwelt oder die Sicherheit der Angestellten einhergehen. Lieferanten, von denen wir in großem Umfang Produkte beziehen, sind von besonderer Bedeutung für unsere Produktion und damit unsere eigene Lieferfähigkeit. Gleiches trifft für diejenigen zu, von denen wir ein für unsere Produktion kritisches Produkt beziehen. Unabhängig vom individuellen Risiko dieser Lieferanten werden wir Qualität, Liefertreue und Nachhaltigkeit bei ihnen intensiver beobachten. Unser Vorgehen ist mehrstufig und besteht aus einem Self-Assessment, externen Assessments, von Sartorius durchgeführten Quality-Audits sowie von externen Partnern durchgeführten ESG-Audits. Unser Ziel ist es dabei, bei den Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards unserer Lieferanten tatsächliche Veränderungen zum Besseren anzustoßen. Mit Lieferanten, bei denen wir ein erhebliches Risiko von Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit, andere Verstöße gegen Menschenrechte oder negative Auswirkungen auf die Gesellschaft erkennen, nehmen wir selbstverständlich keine Geschäftsbeziehungen auf, beziehungsweise beenden diese. In unserem neuen Prozess zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette, ist dieses Vorgehen auch offiziell festgeschrieben. Unsere PerformanceDer neue mehrstufige Prozess zur Überprüfung der ESG-Performance der Sartorius Lieferanten wurde im September 2019 beschlossen. Mit dem Geschäftsbericht 2020 werden wir entsprechende Ergebnisse und Performanceindikatoren berichten. MenschenrechteWarum es wesentlich istDie Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte klären die Verantwortung von Staaten und Unternehmen für den Schutz und die Respektierung der Menschenrechte. In den Fokus rückt damit nicht nur die Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen, sondern auch der positive Beitrag, den Unternehmen durch ihre Aktivitäten zur Förderung des Menschrechtsschutzes beitragen können. Unser AnsatzIm Einklang mit den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte respektieren und unterstützen wir die Umsetzung der Werte der Internationalen Menschenrechts-Charta, der OECD Richtlinien für Multinationale Unternehmen und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über grundlegende Rechte und Pflichten bei der Arbeit, indem wir uns dazu verpflichten, diese international anerkannten Menschenrechte als für unsere Aktivitäten relevant zu erachten. Wir respektieren die Gesetze der Länder, in denen wir aktiv sind. Eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte ist seit Februar 2019 über das Intranet an die Mitarbeiter kommuniziert und über das Internet für alle Stakeholder verfügbar. Die Sartorius Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte ist für den Konzern weltweit bindend. Sie fordert von jedem Mitarbeiter ein angemessenes, faires und rechtmäßiges Verhalten gegenüber anderen Mitarbeitern, Geschäftspartnern sowie dem Gemeinwesen. Von Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden und Kooperationspartnern erwarten wir, dass sie ihre Geschäftstätigkeit gemäß entsprechend hohen ethischen Standards ausüben. Sowohl der Sartorius Verhaltenskodex als auch der Verhaltenskodex für Geschäftspartner greifen die Inhalte der Sartorius Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte auf und konkretisieren sie für den Geschäftsalltag. In jährlichen verpflichtenden online-Schulungen zum Sartorius Verhaltenskodex festigen die Sartorius Mitarbeiter ihre Kenntnis der Inhalte und testen diese in der anschließenden online-Prüfung. Der auf Seite 100 beschriebene Beschwerdemechanismus stellt sicher, dass menschenrechtlich relevante Themen gemeldet werden können und dies auch anonym geschehen kann. Der Vorstand wird fallbasiert in die Aufarbeitung gemeldeter Fälle eingebunden. Unsere PerformanceMenschenrechte betreffen viele Bereiche. Unsere menschenrechtlichen Auswirkungen betrachten wir deshalb anhand der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und berichten darüber in den jeweiligen Kapiteln. Potenzielle Auswirkungen gibt es bei den die Umwelt betreffenden SDGs 6, 12 und 13. Insbesondere bei den die grundlegenden Menschenrechte Gesundheit, Bildung und Gleichberechtigung der Geschlechter betreffenden SDGs 3, 4 und 5 sehen wir substanzielle Möglichkeiten einen positiven Beitrag zu leisten. Im Detail berichten wir darüber an den jeweiligen Stellen in dieser nichtfinanziellen Konzernerklärung. Ein Assessment unserer Lieferanten hinsichtlich der Belange Umwelt, Menschenrechte, Arbeitnehmer, Soziales und Antikorruption haben wir im Berichtsjahr 2019 entwickelt. Beginnend mit der nichtfinanziellen Erklärung zum nächsten Geschäftsjahr werden wir Ergebnisse berichten. UmweltEnergieverbrauch und EmissionenWarum es wesentlich istDer voranschreitende Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Wir erachten es als unsere Pflicht, einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wirtschaft zu leisten. Sartorius ist an 23 Produktionsstandorten aktiv und verbraucht hier entsprechend Energie und verursacht Emissionen. Insgesamt stufen wir die ökologischen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit als vergleichsweise gering ein. Gleichzeitig sind wir uns unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und setzen deshalb grundsätzlich hohe Standards beim Umweltschutz. Unser AnsatzIn unserer Umweltposition definieren wir die Grundprinzipien und Kernthemen unseres Umweltmanagements. Die Umweltposition von Sartorius ist verbindlich für alle Gesellschaften und Standorte im Konzern. Sie ist an die Mitarbeiter über das Intranet sowie die Unternehmenshomepage kommuniziert und unterstützt uns dabei, Effizienz und Umweltbewusstsein im Alltagsgeschäft zu verankern. Bei unseren Neubauten orientieren wir uns an anerkannten Standards für nachhaltiges Bauen. Ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 ist in den beiden größten Gesellschaften in Göttingen (Deutschland) sowie in Aubagne (Frankreich), Peking (China), Bangalore (Indien) und Kajaani (Finnland) eingeführt. Damit erfüllen 26 % der Produktionsstandorte die Anforderungen der internationalen Norm ISO 14001 und 53 % der Mitarbeiter von Produktionsgesellschaften arbeiten entsprechend dieser Norm. Siebzehn unserer Produktionsstandorte sind ebenfalls nach dem Regelwerk für Qualität ISO 9001 zertifiziert. Dies entspricht einem Anteil von 90 % der Mitarbeiter von Produktionsgesellschaften, die nach dieser Norm arbeiten. Die Normen gewährleisten die Beachtung von Qualitätsanforderungen bei der Produktherstellung, einen umsichtigen Umgang mit Ressourcen und die Vermeidung von Umweltrisiken. An den vier deutschen Werken betreiben wir ein Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001; in Relation zur Mitarbeiterzahl der Produktionsgesellschaften entspricht dies 39 %. Bereits seit vielen Jahren verfolgt das Management von Sartorius das Ziel, dass sich der Anstieg des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen unterproportional zum Umsatzwachstum entwickelt. Im September 2019 haben wir begonnen, eine Sartorius Klimastrategie zu erarbeiten. In diesem Rahmen werden wir weiterführende mittelfristige Zielsetzungen und entsprechende Maßnahmen festlegen. Diese soll es uns ermöglichen, ein umfassendes Bild unserer Emissionen zu erlangen und uns sinnvolle und quantifizierbare Reduktionsziele zu setzen. Bereits laufende Energieeffizienzmaßnahmen sollen unter dieser Strategie gebündelt sowie neue identifiziert werden. Unsere PerformanceSeit 2013 orientiert sich Sartorius bei der Erfassung von Treibhausgasemissionen am Greenhouse Gas Protocol (GHG). Entsprechend berücksichtigen wir neben den CO2 -Emissionen alle klimarelevanten Gase und geben sie in CO2 -Äquivalenten (CO2eq) an. Derzeit berichten wir über direkte klimarelevante Emissionen, die an unseren Produktionsstandorten 1 verursacht werden (Scope 1), und über indirekte energiebezogene Emissionen, die bei der Energieerzeugung durch externe Energielieferanten entstehen (Scope 2). Die Scope 1 Emissionen entstehen sowohl durch den Verbrauch direkter Energieträger wie Diesel, Heizöl, Erdgas oder LPG, als auch durch Prozessemissionen aus Löse- und Kältemitteln an unseren Standorten in Göttingen und Yauco. Die Scope 1 und 2 Emissionen von Sartorius sind vergleichsweise gering. Nichtsdestotrotz suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, unsere Emissionen zu verringern. Der Erfolg unserer Maßnahmen zeigt sich unter anderem darin, dass sich trotz fortgesetzter Produktionsausweitungen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen unterproportional zum Umsatz entwickelt haben. Im Rahmen der zu erarbeitenden Klimastrategie sollen zukünftig auch unsere Scope 3 Emissionen erfasst werden. Auf diese Weise wollen wir ein ganzheitliches Bild unserer Emissionen erhalten und weitere Reduktionspotenziale identifizieren. Energieverbrauch 1)scroll
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Ausgenommen: Schweden Data Analytics, da dort nur 14 Angestellte arbeiten; Israel,
da dieser Standort erst Mitte Dezember dazugekommen ist. Treibhausgasescroll
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Nach interner Prüfung wurde die Kennzahl korrigiert. Entwicklung Treibhausgasemissionen umsatzbezogen, in t/Mio. €![]()
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Nach interner Prüfung wurde die Kennzahl korrigiert. ProduktverantwortungWarum es wesentlich istDer verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt betrifft nicht nur unsere eigene Wertschöpfung, sondern auch den Einfluss unserer Produkte. Knapp zwei Drittel des Umsatzes erzielt Sartorius mit Einwegprodukten. Die Produktion und der Vertrieb von Einwegprodukten wirft die Frage nach deren ökologischem Fußabdruck während ihres Lebenszyklus sowie am Produktlebensende auf. Steigende Kundenanforderungen und strengere gesetzliche Vorgaben führen zusätzlich dazu, dass Aspekte der Kreislaufwirtschaft an Bedeutung gewinnen. Unsere Einwegprodukte sowie deren Verpackungen bestehen zu einem erheblichen Anteil aus Kunststoffen. Diese stehen besonders im Fokus der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion. Wir nehmen diese Diskussion ernst. Bei der Produktion von Einwegprodukten agieren wir im Spannungsfeld Mensch - Umwelt - Ertrag. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es unser Anliegen, hier zu einer optimalen Balance beizutragen. Unser AnsatzDie von Sartorius produzierten Einwegprodukte werden überwiegend in der biopharmazeutischen Industrie eingesetzt. Hier gewährleisten sie größtmögliche Sicherheit für den Endkonsumenten, da Cross-Kontaminationen durch Mehrfachnutzung vermieden werden. Um eine entsprechende Sterilität im Prozess zu gewährleisten, müssen wiederverwertbare Systeme zwischen der Produktion verschiedener Chargen aufwändig gereinigt werden. Große Mengen von Reinstwasser werden dafür eingesetzt, ebenso wie verschiedene Säuren und Laugen. Die notwendige Dampfsterilisation ist zudem energieintensiv. Einwegtechnologien haben einen um bis zu 30 Prozent geringeren Platzbedarf als Mehrweglösungen. Hersteller können deshalb durch kleinere Produktionseinheiten einen geringeren Energie- und Materialbedarf erzielen. Der Effekt entsteht vor allem deshalb, weil biopharmazeutische Prozesse hohe Anforderungen an die Produktionsbedingungen hinsichtlich Luft und Klima stellen und deshalb energieintensiv sind. Die besondere Flexibilität der Einwegkomponenten ermöglicht es unseren Kunden zudem, auf veränderte Bedarfe schneller zu reagieren und Kapazitäten entsprechend zu erweitern oder zu reduzieren. Die Versorgung von Patienten mit Medikamenten oder Impfstoffen durch unsere Kunden kann auf diese Weise verbessert werden. Während der Nutzungsphase haben Einwegprodukte weniger negative ökologische Effekte als Mehrweglösungen 3 . Durch ihren Einsatz entstehen jedoch mehr Abfälle. Einwegkomponenten wie Beutel, Filter oder Verbindungsstücke werden üblicherweise nach dem Gebrauch in biopharmazeutischen Prozessen wie infektiöser Krankenhausabfall entsorgt und entsprechend verbrannt. Die hochreinen Kunststoffe, die wir zur Herstellung der Einwegprodukte verwenden, lassen sich durch thermische Verwertung zur Wärme- oder Stromgewinnung nutzen. Im Berichtsjahr hat sich das Management zur Entwicklung einer umfassenden Sartorius-Plastikstrategie entschlossen. Mit dieser Strategie adressieren wir drei Dimensionen: Produktlebensende, bei der eigenen Geschäftstätigkeit entstehender Plastikabfall sowie Verpackungen. Wir erarbeiten dabei sowohl kurz- als auch mittel- und langfristige Ziele. Ein interdisziplinäres Projektteam hat seine Tätigkeit im Berichtsjahr aufgenommen. Unsere PerformanceIm Rahmen des Projektes Sartorius-Plastikstrategie erarbeiten wir geeignete Indikatoren zur Messung unserer Performance. Mit dem nächsten Berichtsjahr werden wir diese entsprechend veröffentlichen. Vermerk des unabhängigen AbschlussprüfersVermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen KonzernerklärungAn den Aufsichtsrat der Sartorius AG, GöttingenWir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Sartorius AG, Göttingen (im Folgenden "Sartorius") sowie die durch Verweisung als Bestandteil qualifizierten Abschnitte im Konzernlagebericht "Konzernorganisation und Konzernführung" und "Geschäftsmodell, Strategie und Ziele" (im Folgenden "Bericht") nach §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB für den Zeitraum vom von 1. Januar bis 31. Dezember 2019 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Verantwortung der gesetzlichen VertreterDie gesetzlichen Vertreter von Sartorius sind verantwortlich für die Aufstellung des Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Angaben ist. Erklärung des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und QualitätssicherungWir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Unsere Prüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW-Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1). Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den Bericht abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht der Gesellschaft im Zeitraum vom von 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt: Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von Sartorius zu erlangen. Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Sartorius in der Berichtsperiode. Beurteilung der Eignung der intern entwickelten Definitionen. Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, einschließlich der Konsolidierung der Daten. Befragungen von Mitarbeitern auf Konzernebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due Diligence Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind. Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente. Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Konzernebene von allen Standorten gemeldet wurden. Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung an den Standorten Göttingen (Deutschland) und Aubagne (Frankreich). Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben. PrüfungsurteilAuf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht von Sartorius für den Zeitraum vom von 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist. Verwendungsbeschränkung/AAB-KlauselDieser Vermerk ist an den Aufsichtsrat der Sartorius AG, Göttingen gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung. Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der Sartorius AG, Göttingen, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Fassung vom 1. Januar 2017 zugrunde (https://www.kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.
München, den 04.02.2020 KPMG AG Hell ppa. Dollhofer Wirtschaftsprüfer Gewinn- und VerlustrechnungGesamtergebnisrechnungscroll
Der Konzern hat IFRS 16 erstmalig zum 1. Januar 2019 unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode angewendet. Nach diesem Ansatz wurden die Vergleichswerte nicht angepasst. Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Gesamtergebnisrechnungscroll
BilanzAktiva scroll
Kapitalflussrechnungscroll
Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
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Die ausgeschüttete Dividende je Aktie stellt sich wie folgt dar: scroll
Anhang1. Allgemeine InformationenDie Sartorius AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen Rechts und oberstes Mutterunternehmen des Sartorius Konzerns. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen (HRB 1970) eingetragen und hat ihren Sitz in Göttingen, Bundesrepublik Deutschland, Otto-Brenner-Str. 20. Der Sartorius-Konzern ist ein Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Die Sparte Lab Products & Services (LPS) konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess Solutions (BPS) trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt werden. Der Konzernabschluss der Sartorius AG zum 31. Dezember 2019 wurde gemäß § 315e Abs. 1 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) in Verbindung mit Art. 4 der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 (Abl. EG Nr. L243 S. 1) nach den Rechnungslegungsstandards und den Interpretationen (IFRS und IFRIC) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Diese stehen auf der folgenden Website zur Verfügung: https://ec.europa.eu/info/business-economy-euro/company-reporting-and-auditing/company-reporting/financial-reporting_en#ifrs-financial-statements Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (T€) angegeben. Rundungen können in Einzelfällen dazu führen, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und dass sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Werten ergeben. Der Vorstand wird den Konzernabschluss am 13. Februar 2020 dem Aufsichtsrat vorlegen. 2. Auswirkungen neuer oder geänderter StandardsErstmalig in 2019 anzuwendende StandardsGegenüber dem Vorjahres-Konzernabschluss war insbesondere folgender neuer Rechnungslegungsstandard erstmalig anzuwenden: IFRS 16, LeasingverhältnisseDer Standard regelt umfassend die Bilanzierung von Leasingverhältnissen. Für Details zu den Neuerungen, insbesondere zur Erstanwendung des IFRS 16 im Berichtsjahr, wird auf Abschnitt 17 verwiesen. Folgende neue bzw. geänderte Rechnungslegungsstandards wurden erstmalig angewendet, ohne dass sich wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergaben: Jährliche Verbesserungen der IFRS: Zyklus 2015 - 2017 (veröffentlicht im Dez. 2017), Änderungen an IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23Die Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 betreffen Klarstellungen zur Neubewertung von bereits zuvor an einem Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteilen, wenn ein Unternehmen die Kontrolle oder die gemeinsame Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt, der eine gemeinschaftliche Geschäftstätigkeit ist. Die Änderungen an IAS 12 stellen die Anwendbarkeit der Regelungen zur Erfassung der Ertragsteuerauswirkung von Dividenden klar. Die Änderungen an IAS 23 stellen klar, dass, wenn ein Vermögenswert fertiggestellt ist, ein Unternehmen jegliche noch vorhandenen Fremdkapitalbestände, die ausdrücklich zur Schaffung des Vermögenswerts aufgenommen wurden, als Teil des allgemein aufgenommenen Fremdkapitals bei der Berechnung des Aktivierungssatzes der allgemeinen Fremdkapitalaufnahme behandelt. Änderungen an IAS 19, Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungenDen Änderungen folgend wird künftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden. Überdies wurde klargestellt, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt. Änderungen an IAS 28, Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint VenturesDie Änderungen stellen klar, dass ein Unternehmen IFRS 9 auf langfristige Beteiligungen an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anwendet, die Teil der Nettoinvestition in dieses assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind, aber die nicht nach der Equity-Methode bilanziert werden. Änderungen an IFRS 9, Vorfälligkeitsregelungen mit negativer AusgleichsleistungDie Änderungen betreffen bestehende Regelungen zu Kündigungsrechten mit negativer Ausgleichsleistung. Überdies umfassen die Änderungen in den begleitenden Basis of Conclusions Klarstellungen zur Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten infolge einer Modifikation, die nicht zum Abgang der finanziellen Verbindlichkeit führt. Es wird klargestellt, dass ein Unternehmen den Buchwert unmittelbar nach der Restrukturierung der Verbindlichkeit erfolgswirksam anpasst. IFRIC 23, Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungDie Änderungen stellen die Anwendung der Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IAS 12 klar, wenn Unsicherheiten in Bezug auf die ertragsteuerliche Behandlung bestehen. Neue Standards und Interpretationen, die noch nicht angewendet wurdenDie nachfolgenden Standards bzw. Überarbeitungen und Änderungen von Standards sowie Interpretationen wurden im Berichtsjahr noch nicht angewendet, da sie noch nicht von der EU übernommen wurden bzw. ihre Anwendung für 2019 nicht verpflichtend war: scroll
3. Wesentliche Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeGrundlage der ErstellungDer Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Positionen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie z. B. derivative Finanzinstrumente. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss der Sartorius AG werden die Abschlüsse aller wesentlichen Unternehmen einbezogen, die von der Sartorius AG unmittelbar oder mittelbar über ihre Tochterunternehmen beherrscht werden. Beherrschung im Sinne von IFRS 10, Konzernabschlüsse, liegt vor, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:
Diese Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Sartorius AG oder ihre Tochterunternehmen die Möglichkeit der Beherrschung erhalten. Die Einbeziehung endet mit dem Zeitpunkt der Aufgabe dieser Beherrschungsmöglichkeit zugunsten einer Gesellschaft außerhalb des Konzerns. Die Einbeziehung der Tochterunternehmen erfolgt auf Basis ihrer an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angepassten Jahresabschlüsse für dieselbe Berichtsperiode wie die der Muttergesellschaft. Sämtliche konzerninterne Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, Eigenkapitalanteile, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme in Bezug auf Transaktionen zwischen den Konzernmitgliedern werden bei der Einbeziehung eliminiert. UnternehmenszusammenschlüsseUnternehmenszusammenschlüsse werden anhand der Erwerbsmethode abgebildet. Dabei werden die vom Konzern erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Zeitpunkt des Unternehmenszusammenschlusses angesetzt. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Akquisitionen erfolgt grundsätzlich unter der Mithilfe externer neutraler Gutachter. Die Bewertungen stützen sich dabei auf die zum Erwerbszeitpunkt verfügbaren Informationen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss direkt verbundene Kosten werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst. WährungsumrechnungDie Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften erfolgt gemäß IAS 21, Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse, nach dem Konzept der funktionalen Währung. Ausländische Tochterunternehmen werden im Sartorius Konzern als wirtschaftlich selbstständige Teileinheiten betrachtet. Die Umrechnung der Bilanzposten erfolgt grundsätzlich zu Stichtagskursen. Hiervon ausgenommen ist das Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen, das zu historischen Kursen umgerechnet wird. Aufwands- und Ertragsposten werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Aus der Verwendung unterschiedlicher Wechselkurse für Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung resultierende Umrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet. In den Einzelabschlüssen der Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen zu den zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkursen umgerechnet. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden, deren Wert in einer Fremdwährung angegeben wird, erfolgt die Währungsumrechnung zum Stichtagskurs. Kursgewinne und -verluste werden grundsätzlich erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst. Währungsgewinne und -verluste im Zusammenhang mit Finanzierungstätigkeiten, bspw. aus Fremdwährungsdarlehen, werden hingegen im Finanzergebnis erfasst. Für bestimmte, langfristig gewährte Konzerndarlehen, bei denen eine Rückführung weder geplant noch wahrscheinlich ist, wendet der Konzern das Konzept der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb an. Die Umrechnungsdifferenzen aus diesen konzerninternen Darlehen werden gemäß IAS 21.32 im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Umrechnungskurse für wichtige Währungen zum Euro wurden wie folgt berücksichtigt: scroll
4. Ermessensentscheidungen und SchätzungenBei der Erstellung des Konzernabschlusses wendet die Konzernleitung Schätzungen und Annahmen an, die nach bestem Wissen der gegenwärtigen und künftigen Situation der Periode getroffen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzwerten abweichen. Diese Schätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden daher regelmäßig überprüft, und die Effekte sämtlicher Überarbeitungen werden sofort ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Darüber hinaus trifft die Konzernleitung Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden für spezifische Transaktionen, für die die bestehenden Rechnungslegungsstandards und Interpretationen keine genauen Angaben zur Behandlung des betreffenden Rechnungslegungsproblems vorschreiben. Die Annahmen und Schätzungen betreffen in erster Linie folgende Sachverhalte: UnternehmenserwerbeDie Bilanzierung von Akquisitionen erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem in Bezug auf die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Erwerbs sowie der Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf erwarteten Cashflows. Abweichungen zwischen den erwarteten und tatsächlichen Cashflows können die zukünftigen Konzernergebnisse wesentlich beeinflussen. WertminderungenDie Buchwerte der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte werden gemäß IAS 36, Wertminderungen, auf Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf überprüft. Liegt ein Anzeichen für eine Wertminderung bei einem Vermögenswert vor, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags. Dabei ist der erzielbare Betrag der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Unterschreitet der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) seinen (bzw. ihren) Buchwert, ist dieser Buchwert auf den erzielbaren Betrag zu verringern. Bei Wegfall der Ursachen für eine Wertminderung wird der Buchwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) auf den neu geschätzten Betrag erfolgswirksam zugeschrieben (Ausnahme: Geschäfts- oder Firmenwerte). Die Erhöhung des Buchwerts ist jedoch auf den Wert beschränkt, der bestimmt worden wäre, wenn für den Vermögenswert (oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit) in Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Im Allgemeinen basiert die Berechnung des Nutzungswerts auf "Discounted-Cash-Flow"-Verfahren, die in der Regel Zahlungsstrom-Prognosen von bis zu fünf Jahren verwenden. Diese Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und beruhen auf von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzungen über die zukünftigen Entwicklungen von Umsatzerlösen und Kosten. Cashflows jenseits der Planungsperiode werden unter Anwendung individueller Wachstumsraten extrapoliert. Die wichtigsten Annahmen der Unternehmensleitung, auf denen die Ermittlung des Nutzungswerts beruht, umfassen u. a. geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Diese Schätzungen können einen erheblichen Einfluss auf die jeweiligen Werte und letztlich auf die Höhe einer möglichen Wertminderung haben. Immaterielle VermögenswerteDie Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögenswerte beinhaltet in einem gewissen Maß Schätzungen und Annahmen, wie z. B. die Bewertung der technischen Realisierbarkeit eines Entwicklungsprojekts und der zu erwartenden Marktaussichten sowie die Bestimmung der Nutzungsdauer. Leistungen an Arbeitnehmer - Rückstellungen für PensionsverpflichtungenVerpflichtungen für Pensionen und andere Leistungen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erbringen sind, werden mit Hilfe von versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Diese Bewertungen beruhen auf bestimmten Prämissen, darunter Abzinsungsfaktoren, voraussichtliche Gehaltssteigerungen und Lebenserwartungen. Die dem Abzinsungssatz zugrunde liegenden Annahmen, die für die zu erbringenden Leistungen herangezogen werden, werden auf Grundlage der Renditen bestimmt, die zum Abschlussstichtag für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen mit angemessener Laufzeit und Währung am Markt erzielt werden. Aufgrund von Veränderungen der Markt- und Wirtschaftsbedingungen können die zugrunde gelegten Prämissen von der tatsächlichen Entwicklung abweichen und damit wesentliche Auswirkungen auf die Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben. Die hieraus resultierenden Differenzen werden in der Periode ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst und sind somit nicht erfolgswirksam. Für weitere Erläuterungen zur Sensitivitätsanalyse wird auf Abschnitt 23, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, verwiesen. Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und -forderungenRückstellungen werden für sämtliche am Bilanzstichtag gegenüber Dritten bestehenden rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen gebildet. Zur Bestimmung der Höhe der Verpflichtung müssen bestimmte Schätzungen und Annahmen getroffen werden, inklusive einer Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der anfallenden Kosten. Die Ermittlung von Rückstellungen für belastende Verträge, Gewährleistungskosten, Stilllegungs- und Rückbauverpflichtungen und für Rechtsstreitigkeiten ist typischerweise mit entsprechenden Unsicherheiten verbunden. ErtragsteuernDer Konzern ist in vielen Steuerjurisdiktionen tätig. Daher müssen die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuergesetze sowie der einschlägigen Verwaltungsauffassungen ermittelt werden. Diese Positionen unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Latente Steueransprüche sind für sämtliche abzugsfähige temporäre Differenzen und noch nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maße zu bilanzieren, wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können. Da künftige Geschäftsentwicklungen unsicher sind und sich teilweise der Steuerung durch die Unternehmensleitung entziehen, sind Annahmen zur Schätzung von künftigem steuerpflichtigem Einkommen sowie über den Zeitpunkt der Realisierung von aktiven latenten Steuern erforderlich. Schätzgrößen werden in der Periode angepasst, wenn ausreichende Hinweise für eine Anpassung vorliegen. Sofern die Unternehmensleitung davon ausgeht, dass aktive latente Steuern teilweise oder vollständig nicht realisiert werden können, erfolgt eine Wertberichtigung in entsprechender Höhe. Bewertung zum beizulegenden ZeitwertEine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3. Wenn Informationen von Dritten, beispielsweise Preisnotierungen von Brokern oder Kursinformationsdiensten, zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet werden, prüft das Bewertungsteam die von den Dritten erlangten Nachweise für die Schlussfolgerung, dass derartige Bewertungen die Anforderungen der IFRS erfüllen, einschließlich der Stufe in der Fair Value-Hierarchie, der diese Bewertungen zuzuordnen sind. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist. 5. SegmentberichterstattungDie Segmentabgrenzung ergibt sich gem. IFRS 8 aus dem sog. Management-Approach, d. h. die Festlegung der Segmente erfolgt in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Unternehmens. Ein Tätigkeitsfeld des Unternehmens ist demnach als operatives Segment anzusehen, wenn seine unternehmerischen Aktivitäten zu Erträgen und Aufwendungen führen können, sein operatives Ergebnis zum Zwecke der Erfolgsbeurteilung und der Ressourcenallokation regelmäßig von den Haupt-Entscheidungsträgern (Vorstand der Sartorius AG) überwacht wird und eigenständige Finanzinformationen im internen Berichtswesen vorliegen. Demnach sind die Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab Products & Services als operative Segmente anzusehen. Wesentliches Kriterium für diese Abgrenzung sind dabei die in den Sparten vertriebenen Produkte. Die für die Beurteilung der Segmenterfolge relevante Erfolgsgröße ist für den Sartorius Konzern das sog. "underlying EBITDA", da das Management den Konzern und die Segmente nach dieser Größe steuert. Das EBITDA entspricht dem Überschuss vor Finanzergebnis, Steuern und Abschreibungen. Beim "underlying EBITDA" handelt es sich um ein um Sondereffekte bereinigtes, operatives Ergebnis. Als Sondereffekte gelten in diesem Zusammenhang Aufwendungen und Erträge, die einen außerordentlichen oder Einmalcharakter haben, dementsprechend die nachhaltige Ertragskraft des Segments verzerren und auch aus Konzernsicht einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Beispiele für derartige Effekte sind Restrukturierungskosten, größere Konzernprojekte sowie Veräußerungsgewinne und -verluste aus Finanz- oder Sachanlagen, sofern diese einen nicht wiederkehrenden Charakter besitzen. Beim "underlying EBITDA" handelt es sich um eine Performance-Größe, die in den IFRS nicht definiert ist. Die vom Konzern verwendete Definition dieser Größe stimmt möglicherweise nicht mit den von anderen Unternehmen veröffentlichten Kennzahlen überein, die ähnliche Bezeichnungen tragen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente entsprechen im Übrigen den allgemeinen Konzernbilanzierungsrichtlinien. Die Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgen grundsätzlich auf Basis von Verrechnungspreisen, wie sie in der jeweiligen Situation und unter den gegebenen Rahmenbedingungen unter fremden Dritten vereinbart worden wären. Es werden dabei die Kostenaufschlagsmethode und die Wiederverkaufspreismethode oder eine Kombination dieser Methoden angewendet. Die Methoden zur Ermittlung der Verrechnungspreise werden zeitnah dokumentiert und kontinuierlich beibehalten. Der Umfang dieser Lieferungen und Leistungen ist insgesamt unwesentlich. Segmentvermögen und Segmentschulden werden nicht auf regelmäßiger Basis dem Hauptentscheidungsträger gemeldet und sind daher nicht Bestandteil der Segmentberichterstattung. scroll
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Die Abschreibungen im Berichtsjahr 2019 enthalten die Abschreibungen auf Nutzungsrechte gem. IFRS 16 (siehe hierzu Abschnitt 17). Geografische InformationenDie Außenumsätze sowie die langfristigen Vermögenswerte teilen sich regional wie folgt auf: scroll
Die regionale Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte bezieht sich jeweils auf den Sitz der Gesellschaft, der Umsatz ist nach dem Sitz des Kunden zugeordnet worden. Die langfristigen Vermögenswerte entsprechen den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (inkl. Goodwill). Im Geschäftsjahr 2019 und im Vorjahr wurden mit kei nem Kunden mehr als 5 % der Umsatzerlöse des Kon zerns getätigt. 6. KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung stellt Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse mit deren Auswirkungen auf den Zahlungsmittelbestand des Konzerns dar. Gem. IAS 7, Kapitalflussrechnung, wird dabei zwischen operativer Tätigkeit, Investition sowie Finanzierung unterschieden. Zahlungsmittel bzw. Zahlungsmitteläquivalente liegen vor, wenn diese kurzfristig (im Regelfall innerhalb von drei Monaten) in Zahlungsmittel transformiert werden können. Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Betrag setzt sich im Wesentlichen aus Bargeldbeständen, Bankguthaben und ähnlichen Positionen zusammen und entspricht dem Wert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz. Folgende nicht zahlungswirksame Transaktionen haben stattgefunden, die keine Auswirkung auf die Kapitalflussrechnung hatten:
Die aus der Finanzierungstätigkeit resultierenden finanziellen Verbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt: scroll
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7. Konsolidierungskreisscroll
Die in den obigen Tabellen als nicht konsolidiert gekennzeichneten Gesellschaften wurden nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen, da die entsprechenden Zahlen unbedeutend für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Der Umsatz und die Bilanzsumme der nichtkonsolidierten Gesellschaften beträgt insgesamt weniger als 2 % der Konzernzahlen. Es werden keine assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen konsolidiert, alle mit "X" gekennzeichneten Gesellschaften werden voll konsolidiert. Die Gesellschaften Sartorius Argentina S. A., Sartorius do Brasil Ltda., Sartorius de Mexico S.A. de C.V. sowie Sartorius Vietnam Co. Ltd., welche bislang aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert wurden, werden zum 1. Januar 2019 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Zudem wurde zum 1. Januar 2019 die Beherrschung über die Gesellschaft Sartorius South Africa (Pty) Ltd. mit Sitz in Südafrika erworben. Aus Wesentlichkeitsgründen wird die Gesellschaft nicht konsolidiert. Die Gesellschaft Biohit Biotech (Suzhou) Co. Ltd. wurde im Geschäftsjahr 2019 auf die Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co. Ltd. verschmolzen. Die Gesellschaften Biological Industries sowie Sartonets Taiwan wurden im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen im Geschäftsjahr 2019 erworben (vgl. Abschnitt 8). 8. UnternehmenserwerbeAkquisition Biological IndustriesAm 15. Dezember 2019 hat der Konzern etwas mehr als 50 % der Anteile am israelischen Zellkulturmedien-Entwickler und -Hersteller Biological Industries erworben. Im Zuge der Transaktion hat der Konzern aufgrund vertraglicher Vereinbarungen die Beherrschung über das Unternehmen erworben. Biological Industries konzentriert sich auf Zellkulturmedien, insbesondere für die Zell- und Gentherapie, für die regenerative Medizin und andere neuartige Therapien. Das 1981 gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter, hauptsächlich an seinem Haupt-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Produktionsstandort in der Nähe von Haifa, Israel, sowie an Vertriebsstandorten in den USA, Europa und China. Der Kaufpreis für die erworbenen Anteile beträgt etwa 40,6 Mio. € und wurde in Barmitteln entrichtet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. € wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen Erwerbsstichtag und Aufstellung des Konzernabschlusses wurde der gesamte Unterschiedsbetrag zwischen übertragener Gegenleistung und dem erworbenen Nettovermögen vor der Fair Value-Bewertung vorläufig dem Goodwill zugeordnet. Die nicht-beherrschenden Anteile wurden mit ihrem Anteil am Nettovermögen angesetzt. Die vorläufige Kaufpreisallokation ist nachfolgend dargestellt. scroll
Es wird erwartet, dass die finale Kaufpreisallokation zum Ansatz weiterer immaterieller Vermögenswerte führen wird, insbesondere für Technologien und Kundenbeziehungen. Eine steuerliche Abziehbarkeit eines verbleibenden Goodwills wird voraussichtlich nicht gegeben sein. Neben Synergien aus der Integration des erworbenen Unternehmens in das globale Vertriebsnetzwerk des Konzerns spiegelt der Goodwill erwartungsgemäß insbesondere die Erweiterung des Produktportfolios für Kunden der biopharmazeutischen Industrie wider. Aus diesem Grund wurde er vorläufig komplett der Sparte Bioprocess Solutions zugeordnet. Im Rahmen der Akquisition wurde dem Inhaber der nichtbeherrschenden Anteile das Recht gewährt, die verbleibenden Anteile an Biological Industries in mehreren Tranchen bis 2027 ebenfalls an den Konzern zu veräußern. Für die hieraus resultierende Verpflichtung Anteile zu erwerben hat der Konzern finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 61,0 Mio. € erfasst. Der Konzern hat seinerseits das Recht, einen zusätzlichen Anteil von 20 % an dem Unternehmen innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerbsstichtag zu erwerben. Aufgrund der zeitlichen Nähe des Erwerbs zum Bilanzstichtag sind die Umsatz- und Ergebnisbeiträge des erworbenen Unternehmens im Konzernabschluss 2019 nicht von wesentlicher Bedeutung. Im Zuge der Transaktion wurden zudem die bisherigen nicht-beherrschenden Anteile an der bereits vollkonsolidierten Gesellschaft Sartorius Israel erworben, da diese von Biological Industries gehalten werden. Für den Erwerb dieser nicht-beherrschenden Anteile wurde im Rahmen der Kaufpreisermittlung für den Unternehmenszusammenschluss ein Betrag in Höhe von 6,9 Mio. € berücksichtigt. Der entsprechende Zahlungsmittelabfluss wird im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Die aufgrund der Put Option der nicht-beherrschenden Gesellschafter über diese Anteile bisher bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit wurde im Erwerbszeitpunkt in die Gewinnrücklagen umgegliedert. Akquisition Sartonets TaiwanAm 27. September 2019 hat der Konzern 100 % der Anteile an der Gesellschaft Sartonets Taiwan Inc. erworben. Das Unternehmen importiert und vertreibt medizinische, bioprozess- sowie Laborprodukte und erbringt zugehörige Dienstleistungen in Taiwan (Republik China). Die übertragene Gegenleistung beträgt rund 5,8 Mio. € und wurde in Barmitteln entrichtet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Aufwendungen in Höhe von 0,2 Mio. € wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Das erworbene Nettovermögen beträgt rund 2,5 Mio. €. Als wesentlicher immaterieller Vermögenswert wurde mit einem Fair Value von 2 Mio. € die Kundenbeziehung identifiziert. Der resultierende Goodwill beträgt rund 3,2 Mio. €. Wären beide Erwerbe zum 1. Januar 2019 erfolgt, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns 2019 etwa 1.852 Mio. € und das Nettoergebnis etwa 220 Mio. € betragen. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung9. UmsatzerlöseDie Umsatzrealisierung folgt IFRS 15, Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden. Der Standard legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden gem. IFRS 15 sind nach den beiden Kategorien "Art der Produkte" sowie "geographische Regionen" aufgegliedert und in nachfolgender Tabelle dargestellt. Die Kategorisierung nach "Art der Produkte" entspricht den berichtspflichtigen Segmenten, da die Abgrenzung der berichteten Segmente auf den unterschiedlichen vertriebenen Produkten basiert. Die regionale Zuordnung der Umsatzerlöse erfolgt nach dem Sitz des Kunden. scroll
Der Konzern produziert und verkauft Instrumente und Verbrauchsmaterialien sowie hiermit in Verbindung stehende Dienstleistungen in den beiden Segmenten BPS und LPS. Der Konzern erfüllt seine Leistungsverpflichtungen hierbei in Abhängigkeit von den zu übertragenden Gütern und den geschuldeten Dienstleistungen. Der weit überwiegende Teil der Umsätze aus Produktverkäufen wird zeitpunktbezogen dann realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter auf den Kunden übertragen wird. Dies ist typischerweise der Fall, wenn die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Kunden übergehen, sodass der Zeitpunkt je nach Vereinbarung mit dem Kunden variieren kann. Bei komplexeren Produkten, die vor Ort beim Kunden zu installieren sind, erfolgt die Umsatzrealisierung nach formaler Bestätigung des Kunden. In geringem Umfang erfolgt im kundenspezifischen Projektgeschäft eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung im Verhältnis zum Leistungsfortschritt, wobei dieser im Verhältnis der tatsächlich angefallenen zu den geplanten Gesamtkosten gemessen wird. Der tatsächliche Kostenanfall spiegelt den Leistungsfortschritt und die Übertragung auf den Kunden angemessen wider, da Zahlungsansprüche bei Projektabbruch mindestens in Höhe der angefallenen Kosten zuzüglich einer entsprechenden Marge bestehen. Umsatzerlöse für Dienstleistungen werden regelmäßig dann realisiert, wenn die Leistungen erbracht werden bzw. nachdem die Leistungen erbracht worden sind. Bei kontinuierlicher Leistungserbringung über einen Zeitraum erfolgt die Realisierung zeitraumbezogen. Umsatzerlöse werden dann im Verhältnis zur Gesamtlaufzeit des jeweiligen Dienstleistungsvertrags zeitanteilig realisiert. Die Produktverkäufe erfolgen typischerweise unter Gewährung der gesetzlich vorgesehenen Gewährleistungen. Etwaige erweiterte Garantien werden als separate Leistungsverpflichtung behandelt. Die Zahlungsbedingungen sehen regelmäßig kurzfristige Zahlungsziele für den Kunden vor, welche typischerweise 30 Tage nicht überschreiten. Der Konzern vereinnahmt zum Teil Voraus- und Anzahlungen, beispielsweise um Ausfallrisiken vorzubeugen, sodass regelmäßig Vertragsverbindlichkeiten (erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen) bestehen. Zudem resultieren Vertragsverbindlichkeiten (Rechnungsabgrenzungsposten) aus Dienstleistungsverträgen, wenn die Zahlung des Kunden im Voraus erfolgt. Die Verträge enthalten üblicherweise keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Der Konzern nimmt in diesem Zusammenhang die Erleichterungsmöglichkeit des IFRS 15 in Zusammenhang mit sog. Finanzierungskomponenten in Anspruch, d. h. Finanzierungskomponenten werden lediglich dann berücksichtigt, wenn die Zeitspanne zwischen Übertragung der Güter bzw. Dienstleistungen auf den Kunden und dem Erhalt der Gegenleistung erwartungsgemäß mehr als ein Jahr beträgt und der Effekt wesentlich ist. Aus Incentive-Vereinbarungen mit Kunden bestehen zum 31. Dezember 2019 Rückerstattungsverbindlichkeiten in Höhe von 6.690 T€ (2018: 8.317 T€). Die Gesamthöhe des Transaktionspreises, der auf die zum Ende der Berichtsperiode nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen entfällt (Auftragsbestand), beträgt etwa 661,1 Mio. Euro (2018: 533,9 Mio. Euro). Der Konzern geht davon aus, dass diese Leistungsverpflichtungen ganz überwiegend im Geschäftsjahr 2020 erfüllt werden. Während der Berichtsperiode ergaben sich keine außergewöhnlichen Veränderungen in der Höhe der Buchwerte der Vertragsverbindlichkeiten bzw. Vertragsvermögenswerte. In der Berichtsperiode wurden Umsatzerlöse in Höhe von 62.577 T€ realisiert, die in den Vertragsverbindlichkeiten zum Beginn der Periode enthalten waren (2018: 53.695 T€). Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte sind in Abschnitt 28 dargestellt. Für Informationen zu den in der Berichtsperiode erfassten Wertminderungsaufwendungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird auf Abschnitt 39 verwiesen. Nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der Vertragsverbindlichkeiten dar. scroll
10. FunktionskostenDie Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Die Aufwendungen sind den Funktionsbereichen Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung zugeordnet. Aufwendungen im Zusammenhang mit funktionsübergreifenden Initiativen oder Projekten werden auf Basis eines geeigneten Zuordnungsprinzips auf die betreffenden Funktionskosten aufgeteilt. In der Position "Kosten der umgesetzten Leistungen" werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse und die Einstandskosten der veräußerten Handelswaren ausgewiesen. Die Kosten der umgesetzten Leistungen enthalten neben den direkt zurechenbaren Aufwendungen wie die Material-, Personal- und Energiekosten auch die dem Fertigungsbereich zuzurechnenden Gemeinkosten und die entsprechenden Abschreibungen. Die Kosten des Vertriebs betreffen insbesondere die Kosten der Vertriebsorganisation, der Distribution und des Marketings. Die Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten die Kosten der Forschung und der Produkt- und Verfahrensentwicklung, soweit diese nicht aktiviert werden. Der Posten Verwaltungskosten umfasst hauptsächlich die Personal- und Sachkosten des allgemeinen Verwaltungsbereichs. Alle Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, die einem der erwähnten Funktionsbereiche nicht zuzuordnen sind, werden als sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen erfasst. Diese enthalten im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung, Verkäufe von Anlagevermögen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Sonderaufwendungen. Erträge aus aufwandsbezogenen Zuschüssen werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die in den Funktionen insgesamt enthaltenen Material- und Personalaufwendungen stellen sich wie folgt dar: Materialaufwandscroll
PersonalaufwandDer Personalaufwand gliedert sich wie folgt: scroll
11. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungenscroll
Bei den Erträgen aus Zuschüssen handelt es sich um Aufwandszuschüsse (im Wesentlichen bezogen auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte), die als Ertrag erfasst werden, sobald eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Voraussetzungen erfüllt werden. Die Sonderaufwendungen des Geschäftsjahres 2018 und 2019 entfallen im Wesentlichen auf verschiedene strategische Konzernprojekte sowie auf Integrations- und Akquisitionskosten. Die Sondererträge des Geschäftsjahres 2018 umfassen im Wesentlichen die Effekte aus der geänderten Zusammenarbeit mit Lonza im Bereich des Zellkulturmediengeschäfts. Hier waren in Zukunft geplante Kaufpreiszahlungen aufzulösen, gleichzeitig waren auch gebildete Immaterielle Vermögenswerte auszubuchen. 12. Finanzergebnisscroll
Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträge umfassen Effekte aus der Aufzinsung und Bewertung von Darlehen und anderen finanziellen Verbindlichkeiten, die in Fremdwährung aufgenommen wurden. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen enthalten auch den Effekt aus der Anpassung der Verbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der AllPure Anteile (vgl. Abschnitt 31). 13. Ertragsteuernscroll
Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen des Jahres sowie den nationalen Steuervorschriften berechnet. Zudem können die laufenden Steuern des Jahres auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht veranlagte Jahre enthalten. Unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes in Deutschland von ca. 30 % sowie der unterschiedlichen Sätze in den anderen Ländern, in denen der Konzern operiert, liegt die erwartete Konzernsteuerquote bei etwa 27 %. Nachfolgend wird die Abweichung zwischen dem daraus erwarteten Steueraufwand und dem für das jeweilige Geschäftsjahr ausgewiesenen Ertragsteueraufwand erläutert: scroll
14. Ergebnis je AktieNach IAS 33 (Earnings per Share) ist das Ergebnis je Aktie für jede Aktiengattung gesondert zu ermitteln. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (basic EPS) wird auf Basis der während der Periode im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eigene Aktien sind bei der Berechnung der durchschnittlichen Anzahl ausstehender Aktien nicht zu berücksichtigen. scroll
Erläuterungen zur Bilanz15. Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle VermögenswerteGeschäfts- oder Firmenwertescroll
Bei den ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerten von 705.045 T€ (Vorjahr: 662.229 T€) handelt es sich um aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, die zum Teil auch den Erwerb von Sachgesamtheiten (Asset Deals) umfassen. Der Zugang im Geschäftsjahr 2019 entfällt auf die Erwerbe von Biological Industries sowie Sartonets Taiwan (vgl. Abschnitt 8). Gemäß IAS 36 sind Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abzuschreiben, sondern im Rahmen eines sog. Impairment Tests jährlich auf Werthaltigkeit zu prüfen. Aufgrund der Integration der Geschäfte in den Sparten Bioprocess Solutions sowie Lab Products & Services und unserer entsprechenden Positionierung als "Total Solution Provider" werden auf dieser Ebene mehrere Zahlungsmittel generierende Einheiten für den Impairment Test zusammengefasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert verteilt sich wie folgt auf die Segmente: scroll
Für das Geschäftsjahr 2019 wurden die Impairment Tests auf den 30. November durchgeführt. Dabei wird der erzielbare Betrag auf Basis des Nutzungswerts der jeweiligen Zahlungsmittel generierenden Einheit ermittelt. Die Cashflow-Projektionen berücksichtigen vergangene Erfahrungen und beruhen auf den aktuellen Planungen der Konzernleitung für einen Zeitraum von vier Jahren. Für die Sparte Bioprocess Solutions wurde eine Wachstumsrate von durchschnittlich 2,5 % für Geschäftsjahre nach 2023 zu Grunde gelegt. Diese Wachstumsrate leitet sich aus Markterwartungen ab, die für den von der Sparte adressierten BiopharmaMarkt mittelfristig hohe einstellige Wachstumsraten prognostizieren. Wachstumstreiber werden dabei u. a. die zunehmend alternde Bevölkerung, der Bevölkerungsanstieg und der verbesserte Zugang zu Arzneien in Schwellenländern sowie der andauernde Paradigmenwechsel in Hinblick auf die Verwendung von Einwegprodukten in den Herstellungsprozessen von Biopharmazeutika sein. In der Sparte Lab Products & Services wurde eine Wachstumsrate von 1,5 % für Geschäftsjahre nach 2023 verwendet. Die Diskontierungssätze der Zahlungsmittel generierenden Einheiten entsprechen deren gewichteten Kapitalkostensätzen (WACC) und wurden wie folgt ermittelt: scroll
Im Geschäftsjahr 2019 haben die Werthaltigkeitstests nicht zur Erfassung von Wertminderungsaufwendungen geführt. Auch realistische Veränderungen der Grundannahmen, auf denen die Bestimmung des Nutzungswerts basiert, würden nicht dazu führen, dass der Buchwert der Zahlungsmittel generierenden Einheiten deren Nutzungswert übersteigt. Sonstige immaterielle Vermögenswertescroll
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Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts ist der Zeitraum, über den der Vermögenswert erwartungsgemäß einen direkten oder indirekten Beitrag zu den zukünftigen Cashflows des betreffenden Unternehmens leistet. Kosten, die im Rahmen der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren anfallen, werden nur bei Vorliegen der folgenden Bedingungen als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert:
Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen im Wesentlichen die den Projekten zuzuordnenden Kosten des an der Entwicklung beteiligten Personals, Materialkosten, Fremdleistungen sowie unmittelbar zuzuordnende Gemeinkosten. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Darf ein selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden, werden die Entwicklungskosten sofort in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode ihres Anfalls ebenfalls sofort als Aufwand erfasst. Für die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: scroll
Der im Rahmen der Stedim-Transaktion erworbene Markenname (Buchwert: 10.779 T€) hat eine unbegrenzte Nutzungsdauer, da keine Begrenzung der Periode abzusehen ist, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows für das Unternehmen erzeugen wird. Durch die Integration des Markennamens "Stedim" in die Marke "Sartorius Stedim Biotech" ist eine separate Messung der entsprechenden Zahlungsmittelzuflüsse jedoch nicht möglich. Die Werthaltigkeit der Marke wurde auf Ebene der nächsthöheren Zahlungsmittel generierenden Einheit, also der Bioprocess Solutions-Sparte, überprüft. Bei den übrigen im Rahmen von Akquisitionen erworbenen Marken wird von begrenzten Nutzungsdauern von bis zu 20 Jahren ausgegangen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden den entsprechenden Funktionen in der Gewinn- und Verlustrechnung zugeordnet. Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in den Kosten der umgesetzten Leistungen gezeigt. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 40.059 T€ (Vorjahr: 32.997 T€) aktiviert. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 3,0 Mio. € erfasst (Vorjahr: 8,5 Mio. €). Die Wertminderungen im Berichtsjahr betreffen im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten. Die Wertminderungen im Vorjahr betreffen im Wesentlichen Technologien und Kundenbeziehungen der Sparte BPS sowie Software. In den Abgängen sind im Vorjahr die im Rahmen der Änderungen im Bereich des Geschäfts mit Zellkulturmedien auszubuchenden Vermögenswerte enthalten. 16. Sachanlagenscroll
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Die Position Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei Vorliegen von Anzeichen auf eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Die Abschreibungen werden im Konzernabschluss nach der linearen Methode vorgenommen. Für die Abschreibungen im Sachanlagevermögen werden folgende Nutzungsdauern zu Grunde gelegt: scroll
Die Abschreibungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend der Nutzung der Vermögenswerte in den Kosten der umgesetzten Leistungen, den Vertriebskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten, den Verwaltungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Fremdkapitalkosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst, sofern sie nicht direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können und deshalb zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts gehören. Ein qualifizierter Vermögenswert liegt vor, wenn ein beträchtlicher Zeitraum (6 bzw. 12 Monate) erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. Zuwendungen für Vermögenswerte werden grundsätzlich von den Anschaffungskosten des Vermögenswertes aktivisch abgesetzt. 17. LeasingverhältnisseLeasingbilanzierung gemäß IFRS 16, Leasingverhältnisse ab 2019Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn ein Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Für die Finanzierung des Sartorius Konzerns ist Leasing nicht von besonderer Bedeutung. So wurden in der Vergangenheit große eigene Investitionen in die Standorte des Konzerns vorgenommen. Im Vordergrund stehen bei Leasingverhältnissen daher regelmäßig praktische Überlegungen, beispielsweise mit Blick auf das Management von IT Hardware oder des Fuhrparks. Entsprechend stellen Leasingverträge über IT-Ausstattung sowie Fahrzeuge den Großteil der im Konzern vorliegenden Leasingverhältnisse dar. Die Laufzeiten dieser Leasingverträge sind regelmäßig fixiert und liegen typischerweise bei drei bis fünf Jahren. Überdies bestehen an einigen Standorten Mietverträge über Gebäude, welche vom lokalen Management verhandelt und dezentral verwaltet werden. Diese Verträge können z. T. Verlängerungsoptionen enthalten, welche ab dem Zeitpunkt bei der Bestimmung der Leasingdauer berücksichtigt werden, ab dem der Konzern hinreichend sicher von deren Ausübung ausgeht. Der Konzern betätigt sich nicht in wesentlichem Umfang als Leasinggeber. IFRS 16 schafft für Leasingnehmer die bisherige Unterscheidung von Leasingverhältnissen in Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnisse ab. Der Standard führt stattdessen ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse grundsätzlich in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset) sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Der Konzern wendet die Erleichterungsmöglichkeiten des Standards für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte an und erfasst die Leasingzahlungen für diese Verträge aufwandswirksam grundsätzlich linear über den Vertragszeitraum. Für diese Leasingverhältnisse werden somit keine Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte bilanziert. Für etwaige konzerninterne Leasingverhältnisse wird auf die Erfassung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 verzichtet. Überdies wendet der Konzern den Standard nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte an. Der Konzern weist die Nutzungsrechte entsprechend den zugrunde liegenden Vermögenswerten in der Bilanz unter den Sachanlagen aus. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen sowie etwaiger Wertminderungen angesetzt. Die Anschaffungskosten entsprechen dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich etwaiger Zahlungen, die bereits bei oder vor Beginn des Leasingverhältnisses gezahlt wurden, sowie etwaiger anfänglicher direkter Kosten (Abschlusskosten) und Kosten für die Wiederherstellung oder Demontage des Leasingobjekts. Die Abschreibung erfolgt grundsätzlich über den Leasingzeitraum. Wenn der Übergang des Eigentums am Ende des Leasingzeitraums vorgesehen ist, wird auf die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjekts abgestellt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung den Funktionskosten zugeordnet. Der Bilanzausweis der Leasingverbindlichkeiten erfolgt separat. Leasingverbindlichkeiten werden erstmalig zum Barwert der künftigen Leasingzahlungen angesetzt. Die Leasingzahlungen umfassen grundsätzlich nicht den auf Nichtleasingkomponenten entfallenden Anteil des vertraglich vereinbarten Entgelts. Die Diskontierung erfolgt in der Regel mit dem jeweils anwendbaren Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns. In der Folge wird der Buchwert der Verbindlichkeiten aufgezinst und erfolgsneutral um die geleisteten Leasingzahlungen gemindert. Die Aufzinsung wird aufwandswirksam im Finanzergebnis ausgewiesen. Soweit zahlungswirksam erfolgt der Ausweis in der Kapitalflussrechnung gemeinsam mit den "Auszahlungen für Zinsen" im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist hingegen weitgehend vergleichbar dem Vorgängerstandard IAS 17 -das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen. Die Übergangsmethode sowie die Auswirkungen der Erstanwendung des Standards auf den Konzernabschluss 2019 werden nachfolgend beschrieben. Erstanwendung des IFRS 16, Leasingverhältnisse 2019Der Konzern wendet IFRS 16 erstmals im Geschäftsjahr 2019 an. Der Erstanwendungszeitpunkt ist somit der 1. Januar 2019. Die Umstellung auf IFRS 16 erfolgte in Übereinstimmung mit dem Standard anhand der modifiziert retrospektiven Methode, sodass die kumulierten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung des Standards zum 1. Januar 2019 zu erfassen sind. Es ergab sich kein wesentlicher Anpassungsbedarf. Entsprechend der gewählten Übergangsmethode wurde keine Anpassung der Vergleichszahlen der Vorjahresperiode vorgenommen. Die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden und Angaben für die Vorjahresperiode werden im Anschluss an die Darstellung der Berichtsperiode separat dargestellt. Der Konzern ist im Wesentlichen als Leasingnehmer durch den neuen Standard betroffen, da er nur in unwesentlichem Ausmaß als Leasinggeber auftritt. Für Leasingverhältnisse, die zuvor gemäß IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft waren, erfasste der Konzern somit eine Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019. Zur Bewertung wurde jeweils der Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen ermittelt unter Anwendung des jeweiligen Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Erstanwendungszeitpunkt. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz betrug 2,1 %. Zum gleichen Zeitpunkt wurde für jedes derartige Leasingverhältnis ein Nutzungsrecht in Höhe der korrespondierenden Leasingverbindlichkeit angesetzt, gegebenenfalls korrigiert um etwaige bereits im Voraus geleistete bzw. abgegrenzte Leasingzahlungen. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung wurden etwaige anfängliche direkte Kosten nicht berücksichtigt. Überdies wurde auf eine Wertminderungsprüfung verzichtet und stattdessen auf unmittelbar vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 vorliegende belastende Verträge gemäß IAS 37 abgestellt. Es ergab sich hieraus kein Anpassungsbedarf im Erstanwendungszeitpunkt. Für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für bisher als Operating-Leasingverhältnisse klassifizierte Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte wurden im Zuge der Erstanwendung des IFRS 16 keine Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte angesetzt. Für diese Leasingverhältnisse werden stattdessen in Übereinstimmung mit dem Standard die laufenden Leasingzahlungen aufwandswirksam linear über die Leasingdauer erfasst. Unabhängig von der ursprünglichen Vertragslaufzeit wurden auch für Leasingverhältnisse, deren Restlaufzeit zum Erstanwendungszeitpunkt zwölf Monate nicht überstieg, grundsätzlich keine Bilanzpositionen angesetzt. Die Bilanzierung dieser Leasingverhältnisse erfolgt analog zur Bilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse. Die Restlaufzeiten der Leasingverhältnisse wurden jeweils auf Basis des Wissensstands zum 1. Januar 2019 beurteilt. Für Leasingverhältnisse, die gemäß IAS 17 als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft und somit bereits im Vorjahr bilanzwirksam waren, wurden die Buchwerte der zugehörigen Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2018 unverändert als Buchwerte der Nutzungsrechte und der Leasingverbindlichkeiten zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 übernommen. Im Zuge der Erstanwendung des IFRS 16 wurden zum 1. Januar 2019 Nutzungsrechte in Höhe von rund 68 Mio. € (davon 18 Mio. € entfallend auf vorherige Finanzierungs-Leasingverhältnisse) sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund 70 Mio. € (davon 19 Mio. € entfallend auf vorherige Finanzierungs-Leasingverhältnisse) angesetzt. Überdies wurden Leasingforderungen aus Untervermietung in Höhe von rund 1 Mio. € angesetzt. Der neue Standard führte im Erstanwendungszeitpunkt somit erwartungsgemäß zu einer Bilanzverlängerung um rund 51 Mio. €. Dies entspricht einer Minderung der Eigenkapitalquote von etwas weniger als einem Prozentpunkt. Ausgehend von den finanziellen Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen gemäß IAS 17 zum 31. Dezember 2018 ergibt sich die nachfolgend dargestellte Überleitungsrechnung auf die Eröffnungsbilanzwerte der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019. scroll
Zum 31. Dezember 2019 betragen die Leasingverbindlichkeiten insgesamt 74 Mio. €. Hierin sind Leasingverbindlichkeiten aus bereits zum 31. Dezember 2018 vorliegenden Finanzierungs-Leasingverhältnissen in Höhe von rund 17 Mio. € enthalten. Die Fälligkeiten der Leasingverbindlichkeiten sind in Abschnitt 38 dargestellt. Die Zusammensetzung der in den Sachanlagen zum Erstanwendungszeitpunkt sowie zum 31. Dezember 2019 enthaltenen Nutzungsrechte sowie die wesentlichen Veränderungen sind in nachfolgender Tabelle dargestellt. In den Nutzungsrechten zum 31. Dezember 2019 sind Vermögenswerte aus bereits zum 31. Dezember 2018 vorliegenden Finanzierungs-Leasingverhältnissen in Höhe von rund 16 Mio. € enthalten. scroll
Die im Finanzergebnis ausgewiesenen Zinsaufwendungen, die gesamten Auszahlungen für die bestehenden Leasingverhältnisse sowie die für die von den Anwendungserleichterungen betroffenen Leasingverhältnisse in der Berichtsperiode angefallenen Aufwendungen sind in nachfolgender Tabelle dargestellt. Es ergaben sich keine wesentlichen Aufwendungen aufgrund variabler Leasingzahlungen in der Berichtsperiode. scroll
Leasingbilanzierung gem. IAS 17, Leasingverhältnisse in 2018Aufgrund der oben beschriebenen Übergangsmethode folgt die Leasingbilanzierung im Vorjahr IAS 17, Leasingverhältnisse. Nach IAS 17 wird sowohl beim Leasinggeber als auch beim Leasingnehmer zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnissen unterschieden. Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn es im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse bezeichnet. Ist der Konzern Leasingnehmer in einem Finanzierungsleasing, wird in der Bilanz der niedrigere Wert aus beizulegendem Zeitwert des geleasten Vermögenswertes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses aktiviert und gleichzeitig eine Verbindlichkeit passiviert. Die Mindestleasingzahlungen setzen sich im Wesentlichen aus Finanzierungskosten und dem Tilgungsanteil der Restschuld zusammen. Der Leasinggegenstand wird linear über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Bei einem Operating-Leasing werden die als Leasingnehmer zu zahlenden Leasingraten als Aufwand bzw. die als Leasinggeber erhaltenen Leasingraten als Ertrag erfasst. Der verleaste Vermögenswert wird weiterhin im Anlagevermögen des Leasinggebers erfasst. Die aktivierten Sachanlagen enthalten zum 31. Dezember 2018 Anlagen aus Finanzierungsleasing in Höhe von 18.047 T€. Die Anschaffungskosten dieser Vermögenswerte betragen 27.006 T€. Im Geschäftsjahr 2018 wurden Zahlungen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 22,1 Mio. € geleistet. Finanzielle Verpflichtungen bestanden im Zusammenhang mit Operating-Leasingverhältnissen wie folgt: scroll
18. Latente Steuernscroll
Aktive und passive latente Steuern werden auf Basis von temporären Unterschieden zwischen den bilanziellen und steuerlichen Wertansätzen einschließlich Unterschieden aus der Konsolidierung bewertet. Ferner werden Verlustvorträge und Steuergutschriften berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt anhand der Steuersätze, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, zu erwarten ist. Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern spiegelt sich in den Ertragsteuern in der Gewinn- und Verlustrechnung wider. Eine Ausnahme hiervon stellen die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral direkt im Eigenkapital vorzunehmenden Veränderungen sowie Auswirkungen aus Akquisitionen und Währungseffekte dar. Grundsätzlich werden die Steuersätze und -vorschriften zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang erfasst, in dem zu versteuerndes Einkommen auf Ebene der relevanten Finanzbehörde für die Nutzung der abzugsfähigen temporären Differenzen oder Verlustvorträge zur Verfügung stehen wird. Aktive latente SteuernZum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von rund 142 Mio. € (Vorjahr: rund 74 Mio. €). Für die deutschen Gesellschaften wurde der Mittelwert aus körperschaftsteuerlichem und gewerbesteuerlichem Verlustvortrag berücksichtigt. Ein latenter Steueranspruch wurde für rund 30 Mio. € (Vorjahr: rund 30 Mio. €) dieser Verluste erfasst. Hinsichtlich der verbleibenden Verlustvorträge wurde aufgrund der mangelnden Vorhersehbarkeit zukünftiger Gewinne kein latenter Steueranspruch berücksichtigt. Von den nicht nutzbaren Verlustvorträgen sind 12,6 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €) zeitlich befristet vortragbar, davon verfallen in den nächsten 5 Jahren Verluste in Höhe von 12,6 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €). In Höhe von ca. 1 Mio. € (Vorjahr: ca. 1 Mio. €) beziehen sich die aktivierten latenten Steueransprüche auf Unternehmen, die in diesem oder dem vorherigen Geschäftsjahr Verluste erzielt haben. Eine Aktivierung wurde vorgenommen, soweit davon ausgegangen wird, dass in der Zukunft zu versteuernde Ergebnisse verfügbar sein werden, gegen die die aktivierten Verlustvorträge und temporären Differenzen verrechnet werden können. Des Weiteren verfügt der Konzern über nicht genutzte Zinsvorträge in Höhe von 11 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €). Für diese Vorträge wurde ein latenter Steueranspruch in Höhe von Mio. 2,7 € berücksichtigt (Vorjahr: 1,1 Mio. €). Passive latente SteuernDie passiven latenten Steuern im Zusammenhang mit immateriellen Vermögenswerten beziehen sich im Wesentlichen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben bezogene Vermögenswerte und entfallen daher primär auf Kundenbeziehungen und Technologien. Für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 1.017 Mio. € (Vorjahr: 825 Mio. €) wurden keine passiven latenten Steuern bilanziert, da eine Realisierung nicht absehbar bzw. nicht geplant ist. Bei Ausschüttung einbehaltener Gewinne würden diese zu 5 % der deutschen Besteuerung zu unterwerfen sein; ggf. würden zusätzlich ausländische Quellensteuern anfallen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde wie in den Vorjahren der steuerliche Effekt aus der Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten, die gemäß den Regeln des IFRS 9 zum Hedge Accounting außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, und die latenten Steueransprüche aus der Verrechnung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Ebenso wurde der Betrag der Ertragsteuern, der auf die Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb entfällt, im sonstigen Ergebnis verrechnet. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragsteuern sind in der folgenden Übersicht dargestellt: scroll
Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern in den Geschäftsjahren 2018 und 2019 stellt sich wie folgt dar: scroll
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19. Vorrätescroll
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Unter den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind grundsätzlich zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten sowie die Abschreibungen des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind. Die Vorräte sind zu dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert anzusetzen. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der direkten Kosten für Verkauf und Vertrieb dar. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch Wertabschläge berücksichtigt. 20. Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital der Sartorius AG ist eingeteilt in 37.440.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien und 37.440.000 stimmrechtslose Vorzugsaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von je 1,00 €. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten aus dem jährlichen Bilanzgewinn einen erhöhten Gewinnanteil (Mehrdividende) von 0,01 € je Vorzugsaktie, mindestens jedoch einen Gewinnanteil (Mindestdividende) in Höhe von 0,02 € je Vorzugsaktie. Alle Aktien sind voll eingezahlt. Die Sartorius AG hat aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Juni 2000 eigene Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG zu Anschaffungskosten von 16.082 T€ erworben. Die eigenen Aktien wurden gem. IAS 32 vom Grundkapital und der Kapitalrücklage abgesetzt. Die Aktien werden insbesondere als Akquisitionswährung für zukünftige Unternehmenserwerbe gehalten. Insgesamt wurden vom 27. Oktober 2000 bis zum Bilanzstichtag 831.944 Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von 11,27 € und 840.983 Vorzugsaktien zu einem Durchschnittskurs von 7,98 € erworben. Im Dezember 2015 wurden gem. der Vergütungsvereinbarung aus dem Jahr 2014 25.000 Stammaktien und 25.000 Vorzugsaktien an den Vorstandsvorsitzenden, Dr. Joachim Kreuzburg, ausgegeben. Nach dem in 2016 erfolgten Aktiensplit verbleiben 3.227.776 Stammaktien und 3.263.932 Vorzugsaktien und damit ein Anteil von 6.492 T€ (8,7 %) als eigene Anteile am Grundkapital. Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine eigenen Aktien erworben. 21. RücklagenKapitalrücklageDie Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Aktien durch die Sartorius AG über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge. Im Rahmen des Aktiensplits wurde ein Betrag von 51.291 T€ von der Kapitalrücklage ins Gezeichnete Kapital umgegliedert. Durch den zu verrechnenden Personalaufwand im Rahmen der anteilsbasierten Vergütungsvereinbarung mit Herrn Dr. Kreuzburg hat sich die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2019 um 530 T€ (Vorjahr: 504 T€) erhöht. HedgingrücklageIn die Hedgingrücklage werden Beträge eingestellt, die im Rahmen einer effektiven Sicherungsbeziehung im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Dies sind insbesondere die Schwankungen im beizulegenden Zeitwert von Währungssicherungsgeschäften sowie die jeweiligen Steuereffekte. Der zum Bilanzstichtag kumuliert ins sonstige Ergebnis eingestellte Wert vor Steuern beträgt 2.183 T€ (Vorjahr: 5.704 T€). PensionsrücklageDie versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Versorgungszusagen inkl. der jeweiligen Steuereffekte gehen in die Pensionsrücklage ein. 22. Nicht beherrschende AnteileDie nicht beherrschenden Anteile im Sartorius Konzern entfallen ganz überwiegend auf den Sartorius Stedim Biotech Teilkonzern mit Hauptsitz in Aubagne (Frankreich), an dem ca. 74 % der Kapitalanteile und 85 % der Stimmrechte gehalten werden. Weitere Beträge entfallen auf die folgenden Tochtergesellschaften:
Die Konsolidierung der Gesellschaften Biological Industries und Sartorius Thailand erfolgt aufgrund von vertraglichen Gestaltungen, die die Beherrschung sicherstellen. scroll
Die folgenden zusammengefassten Finanzinformationen beziehen sich auf die Sartorius Stedim Biotech Gruppe: Verkürzte Bilanzscroll
Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnungscroll
Verkürzte Kapitalflussrechnungscroll
Für Informationen zu Biological Industries siehe auch Abschnitt 8. 23. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Bilanzierung von Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt gem. IAS 19, Leistungen an Arbeitnehmer, nach der Projected-Unit-Credit-Methode. Nach diesem Anwartschafts-Barwertverfahren werden neben bekannten Renten und Anwartschaften auch künftige Gehalts- und Rentensteigerungen in die Berechnung einbezogen. Beitragsorientierte PläneBei den meisten Gesellschaften im Konzern bestehen beitragsorientierte Versorgungspläne, häufig in Form von staatlichen Rentenversicherungen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Betrag von 32,0 Mio. € (Vorjahr: 30,3 Mio. €) für beitragsorientierte Pläne erfasst. Leistungsorientierte PläneDie Bilanzierung von leistungsorientierten Versorgungsplänen im Konzernabschluss der Sartorius AG erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Sämtliche Neubewertungen der Nettoverpflichtung werden gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis erfasst. Die in die Pensionsrücklage eingestellten versicherungsmathematischen Verluste, die im Wesentlichen aus Änderungen des Diskontierungszinssatzes resultieren, betragen insgesamt - 39.646 T€ (Vorjahr: - 28.020 T€). Ein Betrag von 59.512 T€ (Vorjahr: 52.316 T€) des Nettowerts der Pensionsverpflichtungen entfällt auf Deutschland. Diese Verpflichtungen basieren auf direkten Leistungszusagen an Arbeitnehmer. Nach diesen Zusagen erhalten die Mitarbeiter Zuwendungen für jedes geleistete Dienstjahr in der jeweiligen Gesellschaft. Die Verpflichtungen sind üblicherweise nicht über einen Fonds finanziert. Ein wesentlicher Teil der Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne bezieht sich auf die Sartorius AG. Die bilanzierten Verpflichtungen betreffen hier zum einen die Allgemeine Versorgungsordnung in Bezug auf Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Januar 1983 begonnen hatte. Zum anderen bestehen Einzelzusagen an aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie leitende Angestellte. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen der deutschen Konzerngesellschaften liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde: scroll
Die angenommenen Abzinsungsfaktoren spiegeln die Zinssätze wider, die am Bilanzstichtag für erstrangige Industrieanleihen mit entsprechender Laufzeit und in entsprechender Währung gezahlt wurden. Sofern entsprechend langfristige Industrieanleihen nicht oder in unzureichendem Ausmaß vorhanden sind, wird der laufzeitkongruente Zinssatz durch Extrapolation ermittelt. Im Hinblick auf die Annahmen zur Sterblichkeit und Invalidität wurden die Richttafeln (RT) 2018 G von Klaus Heubeck verwendet. Bei den französischen Gesellschaften kamen folgende Parameter zur Anwendung: scroll
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung erfassten Beträge setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Der laufende Dienstzeitaufwand wird entsprechend der funktionalen Zuordnung der Mitarbeiter in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Der Nettowert bzw. der Barwert der dotierten Verpflichtungen hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt: scroll
Anwartschaftsbarwertscroll
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im Buchwert des Anwartschaftsbarwertes setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Planvermögenscroll
Zusammensetzung des PlanvermögensDas Planvermögen besteht im Wesentlichen aus Versicherungsverträgen bei Versicherungsgesellschaften in Deutschland und der Schweiz. Ein Betrag von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) wird bei einer Tochtergesellschaft in Südkorea bei lokalen Banken als Einlage gehalten. RisikenAus den leistungsorientierten Versorgungsplänen ergeben sich keine signifikanten plan- oder unternehmensspezifischen Risiken. Aufgrund der eher geringen Abdeckung der Verpflichtung durch Planvermögen entstehen dem Grunde nach Liquiditätsrisiken, die aber der Höhe nach für den Konzern nicht wesentlich sind. SensitivitätsanalyseEine Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Barwert der dotierten Verpflichtungen zum 31.12.2019 (ein positives Vorzeichen bedeutet eine Zunahme der Verpflichtung): scroll
Barwert der dotierten Verpflichtungen zum 31.12.2018: scroll
Die vorstehende Sensitivitätsanalyse wird nicht uneingeschränkt repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert und unabhängig voneinander auftreten. Des Weiteren wurde der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung nach derselben Methode abgeleitet wie bei der Erfassung in der Bilanz (projected unit credit method; Verfahren der laufenden Einmalprämien). FälligkeitsanalyseDie undiskontierten Zahlungsströme aus leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich nach Fälligkeiten wie folgt dar: scroll
Die durchschnittliche gewichtete Duration der Verpflichtungen beträgt 16,7 Jahre (Vorjahr: 15,7 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2020 werden Zahlungen für leistungsorientierte Zusagen in Höhe von 4,4 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) erwartet. Diese umfassen die Dotierung des Planvermögens sowie Rentenzahlungen. 24. Sonstige RückstellungenRückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht und wenn der Ressourcenabfluss wahrscheinlich und die voraussichtliche Verpflichtung zuverlässig schätzbar sind. Der für eine Rückstellung angesetzte Betrag stellt den bestmöglichen Schätzwert der Verpflichtung am Bilanzstichtag dar. Restrukturierungsrückstellungen werden im Zusammenhang mit Maßnahmen gebildet, die den Umfang oder die Art der Ausführung der Geschäftstätigkeit eines Segments oder einer Geschäftseinheit wesentlich verändern. In den überwiegenden Fällen bedingen diese Maßnahmen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Kündigung von Arbeits- oder Leasingverhältnissen sowie Ausgleichsleistungen an Händler und Lieferanten. Angesetzt werden Restrukturierungsrückstellungen, wenn mit der Umsetzung eines detaillierten und formellen Plans begonnen oder dieser bereits kommuniziert wurde. Langfristige Rückstellungenscroll
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Die sonstigen langfristigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Altersteilzeitvereinbarungen und für Dienstjubiläen, die im Allgemeinen nur bei deutschen Gesellschaften existieren. Bei der Altersteilzeit handelt es sich um Vereinbarungen mit älteren Arbeitnehmern, die unmittelbar vor dem Eintritt in den Ruhestand für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren in ein Teilzeitmodell eintreten, das von Unternehmensseite finanziell unterstützt wird. Bei diesen Verpflichtungen handelt es sich gem. IAS 19 um Aufwendungen im Zusammenhang mit Abfindungen, die über die verbleibende aktive Arbeitszeit des Arbeitnehmers zu verteilen sind. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sind in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Die Jubiläumszuwendungen werden im Allgemeinen bei einer Betriebszugehörigkeit von 20, 25, 30 und 40 Jahren gewährt und umfassen zusätzlichen Sonderurlaub sowie kleinere Geldzuwendungen. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem Barwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Der Diskontierungszinssatz für Altersteilzeit beträgt 0,0 % (Vorjahr: 0,1 %), für Jubiläumsrückstellungen 0,54 % (Vorjahr: 1,45 %). Die Effekte aus der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen sowie der Auswirkungen aus Änderungen im Zinssatz waren in 2018 und 2019 insgesamt unwesentlich. Kurzfristige Rückstellungenscroll
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Die Rückstellungen für Gewährleistungen umfassen im Wesentlichen Ersatzlieferungen und Reparaturen. Die Bildung erfolgt für Einzelrisiken, sofern der Eintritt wahrscheinlicher ist als der Nicht-Eintritt sowie für generelle Gewährleistungsrisiken auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit. Die übrigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie ungewisse Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern. 25. Sonstige Verbindlichkeitenscroll
Finanzinstrumente | Finanzielle RisikenFinanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Vertragspartner zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen und werden zum Handelstag erfasst. Die folgenden Abschnitte geben einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für Sartorius und liefern zusätzliche Informationen über die Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten. Finanzielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Darlehen und derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns bestehen vorwiegend aus Bankkrediten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativem beizulegenden Zeitwert. Mit Ausnahme der derivativen Finanzverbindlichkeiten werden die finanziellen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. 26. Finanzinstrumente: Wesentliche Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIFRS 9, Finanzinstrumente enthält Regeln zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten sowie Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Der Standard umfasst auch Vorschriften zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten. Der Ansatz zur Klassifizierung und Bewertung für finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9 spiegelt das Geschäftsmodell (held-to-collect, held-to-collect-and-sell, other), in dessen Rahmen die Vermögenswerte gehalten werden, sowie die Eigenschaften ihrer Cashflows (solely payments of principal and interest; sog. SPPI Kriterium) wider. In der Berichtsperiode erfolgten keine Umklassifizierungen von Finanzinstrumenten. Für die Ermittlung von Wertminderungen enthält IFRS 9 ein Modell der Berücksichtigung erwarteter Verluste (expected loss model). Finanzielle Vermögenswerte gelten grundsätzlich als wertgemindert, sofern die volle Einbringlichkeit aufgrund objektiver Indizien zweifelhaft erscheint. Im Sartorius Konzern kommt insbesondere der vereinfachte Wertminderungsansatz für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Tragen. Neben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen zum Stichtag 31. Dezember 2019 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Blick auf die Konzernbilanz die bedeutsamsten finanziellen Vermögenswerte dar. Eine Wertminderung unterbleibt aus Wesentlichkeitsgründen. Wie im Vorjahr ergibt sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 für die übrigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte angesichts der unwesentlichen historischen Kreditausfälle keine zu erfassende Wertminderung für die erwarteten Ausfälle in den nächsten 12 Monaten. Sogenannte derivative Finanzinstrumente bzw. Derivate, wie beispielsweise Devisentermingeschäfte, werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Dabei werden für die Bewertung der Derivate, die unter Anwendung anerkannter mathematischer Verfahren ermittelten Zeitwerte angesetzt. Diese basieren auf den zum jeweiligen Berechnungszeitpunkt vorliegenden Marktdaten. Die Instrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert sind und für die kein Hedge Accounting angewendet wird, stuft das Unternehmen als zu Handelszwecken gehalten ein. Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten werden entweder erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust der Periode oder, bei Sicherungsbeziehungen, im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Rahmen des Hedge Accounting wendet der Konzern die Anforderungen des IFRS 9 an. Der Konzern verwendet Devisentermingeschäfte zur Absicherung der Schwankungen der Zahlungsströme im Zusammenhang mit Änderungen der Wechselkurse aus der Produktveräußerung sowie der Beschaffung von Produktionsmitteln und designiert hierbei lediglich die Kassakomponente der Sicherungsinstrumente. Finanzielle Vermögenswerte27. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDer Konzern betrachtet alle hochliquiden Finanzinvestitionen mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten zur Zeit des Erwerbs als Zahlungsmittel (bzw. Zahlungsmitteläquivalente). Diese umfassen hauptsächlich Schecks, Kassenbestände und Bankguthaben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 beträgt der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten rund 53.918 T€ (Vorjahr: 45.164 T€). 28. Forderungen aus Lieferungen und Leistungenscroll
1)
Es handelt sich um Vertragsvermögenswerte im Sinne des IFRS 15 (vgl. Abschnitt 9). Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht aufgrund der kurzen Laufzeiten annähernd ihrem beizulegenden Zeitwert. Die Vertragsvermögenswerte resultieren aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen, welche die Kriterien zur Umsatzrealisierung über die Zeit gemäß IFRS 15 erfüllen (vgl. Abschnitt 9). Der bilanzierte Forderungsbestand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ist in Höhe von rund 37,1 Mio. € aufgrund eines Forderungsverkaufs vermindert, da im Wesentliche alle Chancen und Risiken in Verbindung mit den veräußerten Vermögenswerten auf den Käufer übertragen wurden. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen werden auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Zur Ermittlung der Wertberichtigungen vgl. Abschnitt 39. Der Buchwert der Derivate entspricht den positiven Marktwerten der zur Währungssicherung abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte. Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten, abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet, wobei die Effektivzinsmethode angewendet wird. 29. Sonstige finanzielle Vermögenswertescroll
Finanzielle Verbindlichkeiten30. Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeitenscroll
Eine wesentliche Säule der Finanzierung des Sartorius Konzerns bildet eine im Dezember 2014 abgeschlossene Konsortialkreditlinie in Höhe von 400 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2021. Einen weiteren Baustein der Unternehmensfinanzierung stellen verschiedene Schuldscheindarlehen dar, die in den Jahren 2012, 2016 und 2017 begeben wurden und sich auf ein Gesamtvolumen von ca. 570 Mio. € bei Laufzeiten von bis zu 10 Jahren belaufen. Zudem bestehen mehrere kurz- und langfristige Darlehen über insgesamt rund 300 Mio. € unter anderem für die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Diese vornehmlich langfristigen Finanzierungsinstrumente werden um diverse Working Capital- und Avalkreditlinien in Höhe von insgesamt rund 100 Mio. € ergänzt. Der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten im Berichtsjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus der Erstanwendung des IFRS 16 (vgl. Abschnitt 17). 31. Sonstige langfristige Verbindlichkeitenscroll
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem möglichen Erwerb der nicht beherrschenden Anteile von Biological Industries aufgrund der Put Option der Inhaber in Höhe von 41,3 Mio. € (vgl. Abschnitt 8) sowie den langfristigen Anteil der Verbindlichkeiten für die sog. Phantom Units im Zusammenhang mit dem Erwerb der AllPure Anteile (5,8 Mio. €). Die Bewertung des langfristigen Teils der Verbindlichkeit für AllPure basiert auf den prognostizierten künftigen Umsatzentwicklungen. Bei der Bewertung der Verbindlichkeit wurde angesichts der anhaltend positiven Entwicklung weiterhin ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von über 20 % angenommen, allerdings ausgehend von einer höheren, im Berichtsjahr erzielten Ausgangsbasis. Aufgrund der im Berichtsjahr erzielten Umsätze und der Neueinschätzung der künftigen Umsatzentwicklung ergibt sich eine Anpassung der Gesamtverbindlichkeit von rund 2,5 Mio. €, welche aufwandswirksam erfasst wurde. Der im Jahr 2020 fällige Teil der Verbindlichkeit wird zum 31. Dezember 2019 unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen (vgl. Abschnitt 33). Eine Zunahme (Abnahme) der Umsatzerwartungen um 10 % in jedem der folgenden Jahre würde zu einer Erhöhung bzw. Reduzierung des langfristigen Teils der Verbindlichkeit von 0,6 Mio. € führen. Im Vorjahr war zudem die Kaufpreisverbindlichkeit für die Anteile an Sartorius Israel in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten. Diese Verbindlichkeit ging im Zuge der Akquisition von Biological Industries aus Sicht des Konzerns unter (vgl. Abschnitt 8). 32. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenscroll
1)
Es handelt sich um Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 (vgl. Abschnitt
9). 33. Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeitenscroll
In der Position "Sonstige" sind zum 31. Dezember 2019 die kurzfristigen Teile der in Abschnitt 31 beschriebenen Verbindlichkeiten für die sog. Phantom Units im Zusammenhang mit dem Erwerb der AllPure Anteile (5,7 Mio. €) sowie für den möglichen Erwerb der nicht beherrschenden Anteile von Biological Industries enthalten (19,7 Mio. €). 34. Buchwerte und beizulegende ZeitwerteDie folgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns zum 31. Dezember 2019 und zum 31. Dezember 2018 nach IFRS 9 dar. scroll
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden grundsätzlich basierend auf den am Bilanzstichtag verfügbaren Marktinformationen ermittelt und sind einer der drei Hierarchiestufen von beizulegenden Zeitwerten gemäß IFRS 13 zuzuordnen. Finanzinstrumente der Stufe 1 werden auf Basis quotierter Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bewertet. Innerhalb der Stufe 2 wird die Bewertung der Finanzinstrumente auf Basis von Faktoren, die aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, oder anhand von Marktpreisen für ähnliche Instrumente durchgeführt. Finanzinstrumente der Stufe 3 werden auf Basis von Inputfaktoren, die nicht aus beobachtbaren Marktdaten ableitbar sind, bewertet. Bei den zum Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich insbesondere um Derivate in Form von Devisentermingeschäften. Die Bewertung erfolgte dabei jeweils auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven (Stufe 2). Die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzanlagen werden auf Basis der jüngsten am Bilanzstichtag verfügbaren verlässlichen Wertindikation, beispielsweise auf Basis der jüngsten durchgeführten Finanzierungsrunde oder unveränderter Anschaffungskosten, bewertet. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen) erfolgte auf der Basis der Marktzinskurve unter Berücksichtigung aktueller (indikativer) Credit Spreads (Stufe 2). Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen aufgrund ihrer überwiegend kurzen Restlaufzeit annähernd ihrem Buchwert. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Umgliederungen zwischen den Hierarchiestufen werden zum Ende der Berichtsperiode erfasst, in denen die Änderung eingetreten ist. In der Berichtsperiode gab es keine Übertragungen zwischen den Stufen. 35. Nettoergebnis aus FinanzinstrumentenDie Nettogewinne und -verluste der einzelnen Kategorien sind im Folgenden dargestellt: scroll
Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten enthält hauptsächlich Effekte aus der Währungsumrechnung sowie Änderungen in den Wertberichtigungen. Das Nettoergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten beinhaltet überwiegend Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente sowie Zinserträge und -aufwendungen dieser Finanzinstrumente. Das Nettoergebnis aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten besteht überwiegend aus Effekten der Währungsumrechnung sowie Effekten aus der Neueinschätzung der Verbindlichkeit für AllPure (vgl. Abschnitt 31). Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, stellen sich wie folgt dar: scroll
Kapital- und FinanzrisikomanagementKapitalmanagementDie Steuerung des Kapitals erfolgt im Sartorius Konzern mit der Zielsetzung, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch eine Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Weiterhin wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Prämisse der Unternehmensfortführung operieren können. Als gemanagtes Kapital werden dabei zum einen die finanziellen Verbindlichkeiten gem. des Abschnitts 30 angesehen, des Weiteren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie das Eigenkapital. Ziele des FinanzrisikomanagementsDas Treasury-Management des Konzerns koordiniert den Zugang zu nationalen und internationalen Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert es die Finanzrisiken, die im Wesentlichen das Wechselkurs-, das Zins-, das Liquiditäts- sowie das Ausfallrisiko umfassen. Der Konzern versucht, die Auswirkungen des Wechselkurs- und Zinsrisikos mittels geeigneter originärer oder derivativer Finanzinstrumente zu minimieren. Dabei sind Abschluss und Kontrolle personell getrennt. Zudem überwacht die interne Revisionsabteilung regelmäßig den Einsatz derartiger Finanzinstrumente. Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten dient ausschließlich Sicherungszwecken. 36. Wechselkursrisikomanagement und Hedge AccountingDer Konzern ist Wechselkursrisiken ausgesetzt, da rund zwei Drittel des Konzernumsatzes in Fremdwährungen und davon wiederum rund zwei Drittel in US-Dollar bzw. in an den US-Dollar gekoppelte Währungen erzielt werden. Gleichzeitig ist Sartorius aufgrund seines globalen Produktionsnetzwerkes in der Lage, den überwiegenden Teil der in Fremdwährung erzielten Umsatzerlöse konzernintern durch ebenfalls in Fremdwährung anfallende Kosten zu kompensieren. Der über diese Kosten hinausgehende Umsatzanteil in Fremdwährung, das sog. Nettowährungsexposure, wird zu einem großen Teil (in der Regel etwa 70 % - 80 %) mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert. Die Sicherungsstrategie sieht dabei grundsätzlich eine rollierende Absicherung von bis zu 12 Monaten im Voraus vor. Die Sicherungsmaßnahmen werden regelmäßig anhand von aktuellen Marktrisikoparametern beurteilt und gegebenenfalls angepasst. Mit den wesentlichen zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Devisentermingeschäften sichern wir uns das Recht und verpflichten uns gleichzeitig, zum Verfallszeitpunkt unabhängig von dem dann aktuellen Wechselkurs einen festgelegten Fremdwährungsbetrag zu einem bestimmten Wechselkurs gegen Euro zu verkaufen. Der aus der Differenz zwischen dem dann aktuellen und dem zuvor festgelegten Wechselkurs resultierende Gewinn oder Verlust wird grundsätzlich als Ertrag bzw. Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zum Bilanzstichtag bestanden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Wechselkursrisikos aus dem US-Dollar in Höhe von 170 Mio. US$ (2018: 177 Mio. US$). Weiterhin wurden weitere Währungen in kleineren Volumina gesichert. Das verbleibende Netto-Fremdwährungsexposure bezogen auf den US-Dollar beträgt für das Jahr 2020 ca. 130 Mio. €. Zur Finanzierung der angekündigten möglichen Akquisition ausgewählter Geschäfte von Danaher Life Science, die noch unter dem Vorbehalt der Übernahme des GE Biopharma-Geschäfts durch Danaher und diverser behördlicher Genehmigungen steht, wurde im Oktober 2019 eine Brückenfinanzierung mit BNP Paribas Fortis SA/NV abgeschlossen. Diese Finanzierung stellt dem Sartorius Konzern zum Zeitpunkt des Abschlusses der Akquisition den für die Transaktion benötigten Finanzierungsspielraum zur Verfügung. Das Wechselkursrisiko der Akquisitionsfinanzierung wurde über den Kauf von Devisenoptionen mit einem Nominalbetrag von 750 Mio. US-Dollar abgesichert. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 beträgt der beizulegende Zeitwert dieser Optionen 691 T€. scroll
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Derivative Finanzinstrumente werden zum Erwerbszeitpunkt erfasst und an den folgenden Abschlussstichtagen zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag grundsätzlich im Jahresergebnis zu berücksichtigen. Sofern derivative Finanzinstrumente der Absicherung des Cashflow-Risikos aus Wechselkursrisiken dienen und eine effektive Sicherungsbeziehung nach den Kriterien des IFRS 9 vorliegt, werden die Wertveränderungen des effektiven Teils im sonstigen Ergebnis erfasst. Designiert wird regelmäßig lediglich die Kassakomponente der zur Absicherung der Schwankungen der Zahlungsströme verwendeten Devisentermingeschäfte. Die im Eigenkapital kumulierten Beträge werden ergebniswirksam in denselben Perioden in die Umsatzerlöse umgegliedert, in denen das jeweilige gesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Die Veränderungen der Hedgingrücklage werden aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie der Gesamtergebnisrechnung ersichtlich. Der nicht designierte bzw. ineffektive Teil der Sicherungsinstrumente wird erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Die Effektivität der Sicherungsbeziehung bzw. der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Sicherungsinstrument und gesichertem Grundgeschäft wird anhand der Übereinstimmung der wesentlichen Vertragsmodalitäten der Geschäfte ("Critical Terms Match") bestimmt. Der Konzern führt insofern eine qualitative Beurteilung durch. Ineffektivität kann möglicherweise dann entstehen, wenn sich die Zeitpunkte geplanter künftiger Transaktionen gegenüber der ursprünglichen Annahme verändern oder sich das Ausfallrisiko der Vertragsparteien des Devisentermingeschäfts ändert. Nachfolgend werden die Auswirkungen der fremdwährungsbezogenen Sicherungsinstrumente auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns dargestellt: scroll
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Sicherungsinstrumente mit positivem Marktwert werden in den Bilanzpositionen "Finanzielle Vermögenswerte (langfristig)" bzw. "Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig)" ausgewiesen. Sicherungsinstrumente mit negativem Marktwert werden in den Bilanzpositionen "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig)" bzw. "Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig)" ausgewiesen. Im Hinblick auf den USD-Wechselkurs ergeben sich folgende Sensitivitäten: Bei einem um 10 % abgewerteten US-Dollar wären das Eigenkapital um 13,7 Mio. € höher (Vorjahr: + 20 Mio. €) und das Jahresergebnis vor Steuern um 3,9 Mio. € geringer (Vorjahr: 0,7 Mio. € höher) ausgefallen. Bei einem um 10 % aufgewerteten USD-Wechselkurs wären die entsprechenden Effekte auf das Jahresergebnis vor Steuern + 53,4 Mio. € (Vorjahr: -0,8 Mio. €) sowie auf das Eigenkapital - 16,7 Mio. € (Vorjahr: -€13,1 Mio. €) gewesen. In den genannten Auswirkungen sind auch Effekte aus konzerninternen Darlehen enthalten, die teilweise durch Translationseffekte in der Währungsrücklage kompensiert werden. 37. ZinsrisikomanagementDie Finanzierung des Gesamtkonzerns erfolgt grundsätzlich über die Sartorius AG, die mit Hilfe konzerninterner Darlehen die Finanzierung sämtlicher Konzerngesellschaften sicherstellt. Dabei ist der Sartorius Konzern Zinsrisiken ausgesetzt, da die Finanzmittel z. T. zu variablen Zinssätzen aufgenommen werden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 finanziert sich der Konzern zu weit überwiegendem Teil (ca. 70 %) zu Festsätzen, sodass Zinsrisiken derzeit von geringerer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Die in der Vergangenheit zur Absicherung gegen steigende Zinsen abgeschlossenen Zinssicherungsgeschäfte kommen derzeit nicht zur Anwendung. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 betrug das Volumen variabel verzinslicher Darlehen etwa 270 Mio. € (Vorjahr: 300 Mio. €). Für die zum Bilanzstichtag gehaltenen Finanzinstrumente lassen sich folgende Sensitivitäten ermitteln: Bei einem um 1,0 Prozentpunkte höheren Marktzinssatz wäre die Auswirkung aus den variabel verzinslichen Darlehen auf das Jahresergebnis - 3,1 Mio. € (Vorjahr: - 3,1 Mio. €). Bei der Ermittlung der Sensitivitäten im Hinblick auf sinkende Zinsen wurde von einem Basiszins von 0 % ausgegangen. Unter dieser Voraussetzung wäre der entsprechende Effekt auf das Ergebnis vor Steuern leicht positiv (1,2 Mio. €, Vorjahr: 0,9 Mio. €). 38. LiquiditätsrisikomanagementDie folgende Tabelle zeigt die Liquiditätsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten (ohne Derivate) in Form der vertraglich vereinbarten undiskontierten Zahlungsströme auf Basis der Konditionen am Bilanzstichtag: scroll
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Die Buchwerte und Zahlungsströme der Derivate stellen sich wie folgt dar: scroll
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Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Vorhalten von Kreditlinien und weiteren Fazilitäten bei Banken sowie durch ständiges Überwachen des prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und das Abstimmen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Es wird nicht erwartet, dass die Zahlungsmittelabflüsse zu wesentlich abweichenden Stichtagen oder mit wesentlich abweichenden Beträgen auftreten werden. Es bestehen zum 31.12.2019 wie im Vorjahr keine Saldierungspotentiale von Finanzinstrumenten aufgrund von Globalnetting-Vereinbarungen (Deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte). Kreditlinienscroll
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Wie in Abschnitt 30 beschrieben, finanziert sich der Konzern im Wesentlichen über einen syndizierten Kredit, über Schuldscheindarlehen sowie bilaterale Darlehen. In ausgewählten Kreditvereinbarungen hat sich der Konzern zur Einhaltung marktüblicher Finanzkennzahlen, sog. Financial Covenants, verpflichtet. Dabei darf der sog. dynamische Verschuldungsgrad, also die Kennzahl Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA (underlying EBITDA), nicht größer als 3,25 (bzw. 3,75 im Falle großer Akquisitionen) sein. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Wert von 2,0 erreicht nach 2,4 im Vorjahr. Auf Basis der heutigen Erkenntnisse wird eine etwaige Nicht-Einhaltung der Covenants als unwahrscheinlich angesehen. 39. AusfallrisikomanagementDas Ausfallrisiko ist die Gefahr, dass ein Vertragspartner des Konzerns bei einem Geschäft über ein Finanzinstrument bei Sartorius finanzielle Verluste verursacht, da er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Ausfallrisiken entstehen insbesondere aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bzw. Guthaben bei Banken und Finanzinstituten. Der Konzern ist überdies Ausfallrisiken aus derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert ausgesetzt sowie in geringem Maß aus sonstigen vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln. Das Ausfallrisiko wird zentral vom Treasury Management für den Konzern gesteuert. Bei Banken und Finanzinstituten als Vertragsparteien wird die Bonität fortlaufend überwacht, sodass erhöhte Ausfallrisiken frühzeitig erkannt werden. Sofern hierbei keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden, geht der Konzern in diesem Zusammenhang davon aus, dass die finanziellen Vermögenswerte weiterhin nur ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Kunden werden unterschiedlich hohe Risikolimits zugewiesen, die im Wesentlichen auf dem Geschäftsvolumen, Erfahrungen in der Vergangenheit sowie der Vermögens- und Finanzlage des Kunden basieren. Die Einhaltung der Kreditlimits wird regelmäßig vom zuständigen Management überwacht. In einigen Fällen wird gegen Vorauszahlung geliefert, sodass Ausfallrisiken vermieden werden. Es gibt keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken durch einzelne Kunden oder Regionen. Für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Sicherheiten für den Konzern wie etwa Bürgschaften oder Garantien, auf die bei Zahlungsverzug der Vertragspartner im Rahmen der Vertragsmodalitäten zurückgegriffen werden kann. Wertminderung von finanziellen VermögenswertenForderungen aus Lieferungen und Leistungen und VertragsvermögenswerteDem Modell der Erfassung erwarteter Kreditverluste unterliegen insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte gemäß IFRS 15. Der Sartorius Konzern wendet den vereinfachten Wertminderungsansatz gemäß IFRS 9 für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte an. Somit werden die über die Vertragslaufzeit erwarteten Kreditverluste berücksichtigt. Ausgangspunkt des Wertminderungsmodells ist eine Analyse der tatsächlichen historischen Ausfallraten. Diese historischen Ausfallraten werden bei gegebener Relevanz unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen und der Einflüsse aktueller Veränderungen im makroökonomischen Umfeld angepasst. Aufgrund lediglich unwesentlicher historischer bonitätsbedingter Forderungsausfälle wird der erwartete Kreditverlust derzeit für das Gesamtportfolio an Forderungen des Konzerns ermittelt. Die historischen Ausfallraten werden aber regelmäßig analysiert, um bei Bedarf eine differenzierte Vorgehensweise für unterschiedliche Portfolios anzuwenden. Die Vertragsvermögenswerte betreffen Projekte für typische Sartorius-Kunden, sodass der Konzern davon ausgeht, dass die Verlustquoten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einen angemessenen Näherungswert der Verlustquoten für Vertragsvermögenswerte darstellen. Es erfolgt insofern keine Differenzierung zwischen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten. Auf dieser Basis wurde die Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2019 wie folgt ermittelt: scroll
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Die erwarteten Kreditverluste werden unter Anwendung einer Ausfallquote von 0,05 % ermittelt. Überdies werden Wertberichtigungen im Rahmen individueller Würdigungen vorgenommen. Ein wesentliches Kriterium ist in diesem Zusammenhang die Überfälligkeit. Ein Ausfall gilt grundsätzlich als eingetreten, wenn keine realistische Erwartung auf Vereinnahmung der Zahlungsströme mehr besteht. In diesen Fällen werden die betroffenen Forderungen ausgebucht. Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt: scroll
Sonstige finanzielle VermögenswerteNeben den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit Blick auf die Konzernbilanz die bedeutsamsten finanziellen Vermögenswerte dar. Die erwarteten Ausfälle werden regelmäßig beobachtet. Angesichts der hohen Bonität der Vertragspartner sowie der definitionsgemäß kurzfristigen Verfügbarkeiten bzw. Vertragslaufzeiten ist die für diese Vermögenswerte theoretisch zu erfassende Wertminderung von unwesentlicher Höhe, sodass eine Abwertung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten unterbleibt. Für die übrigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte ergibt sich angesichts der unwesentlichen historischen Kreditausfälle zum 31. Dezember 2019 wie im Vorjahr keine zu erfassende Wertminderung für die erwarteten Ausfälle in den nächsten 12 Monaten. Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos, welche grundsätzlich angenommen wird, wenn eine Zahlung mehr als 30 Tage überfällig ist, werden die über die Laufzeit des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts erwarteten Kreditausfälle berücksichtigt. Ein Ausfall gilt grundsätzlich als eingetreten, wenn keine vernünftige Erwartung auf Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme mehr besteht. Dies wird grundsätzlich bei einer Überfälligkeit von 90 Tagen angenommen. Zum Abschlussstichtag liegen keine Indikationen für Erhöhungen des Ausfallrisikos in wesentlichem Umfang vor. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen zum Ende des Geschäftsjahres jeweils das maximale Ausfallrisiko dar. 40. Sonstige Risiken aus FinanzinstrumentenDer Sartorius Konzern ist zum Bilanzstichtag keinen signifikanten Risiken aus der Volatilität von Aktienkursen ausgesetzt, lediglich die Teile der anteilsbasierten Vergütung hängen unmittelbar mit der Kursentwicklung der Sartorius Aktie zusammen. Zu Details hinsichtlich weiterer Risikoarten wird auf den Lagebericht verwiesen. 41. Anteilsbasierte VergütungAnteilsbasierte Vergütungssysteme bestehen im Sartorius Konzern bei der Sartorius AG in der Form von sog. Phantom Stocks. Bei den Phantom Stocks handelt es sich um virtuelle Optionen auf die Aktien der Sartorius AG. Der Phantom Stock-Plan sieht im Detail vor, dass das jeweilige Vorstands-Mitglied am Anfang eines jeden Jahres Phantom Stocks im Wert eines vereinbarten Geldbetrags zugeschrieben bekommt. Die Ausübung ist frühestens nach vier Jahren und nur dann zulässig, wenn bestimmte Bedingungen in Bezug auf die Performance der Sartorius AG Aktien erfüllt sind. Im Fall der Ausübung wird die Anzahl der gewährten Phantom Stocks mit dem aktuellen Börsenkurs bewertet, der Auszahlungsbetrag besitzt eine Obergrenze (Cap) in Höhe des 2,5fachen des Zuteilungskurses. Für weitere Details wird auf den Vergütungsbericht verwiesen. Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wurde mittels eines Black-Scholes-Modells ermittelt und stellt sich wie folgt dar: scroll
Der Aufwand aus der Gewährung und Bewertung der Phantom Stocks betrug im Geschäftsjahr 2019 2.286 T€ (Vorjahr: 1.039 T€). Zum Bilanzstichtag waren, wie im Vorjahr, keine Phantom Stocks ausübbar. Sämtliche im Geschäftsjahr gewährten Phantom Stocks entfallen auf Mitglieder des Vorstands. Bezüglich der Details in Bezug auf die dem Vorstand gewährten Phantom Stocks wird auf den Vergütungsbericht verwiesen, der Bestandteil des Lageberichts ist. Mit den Beschlüssen des Aufsichtsrats vom 16. Dezember 2014 und vom 5. Dezember 2019 wurde Herrn Dr. Kreuzburg eine ergänzende Vergütungskomponente gewährt, die die Übertragung Aktien der Gesellschaft vorsieht. Diese aktienbasierten Vergütungen unterliegen den Regelungen des IFRS 2. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Bedingungen sind die sich ergebenden Beträge ab dem jeweiligen Gewährungszeitpunkt über den zu erfüllenden Erdienungszeitraum ergebniswirksam als Personalaufwand zu verteilen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde entsprechend ein Betrag in Höhe von 531 T€ (Vorjahr: 504 T€) als Personalaufwand aus Aktiengewährung erfasst. Für weitere Details wird auf den Vergütungsbericht verwiesen. Sonstige AngabenDer Konzernabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Für die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2019 der Gesellschaften Sartorius Lab Holding GmbH, Sartorius Weighing Technology GmbH und Sartorius Corporate Administration GmbH, alle Göttingen, wurde von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht. Für die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2019 der Gesellschaften SIV Weende GmbH & Co. KG, SIV Grone 1 GmbH & Co. KG und Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG, alle Göttingen, wurde von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 b HGB Gebrauch gemacht. Ereignisse nach dem BilanzstichtagBis zur Beendigung der Aufstellung des Konzernabschlusses haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben. Erklärung gem. § 314 Abs. 1 Nr. 8 HGBDie nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde am 5. Dezember 2019 abgegeben und den Aktionären der Sartorius AG auf der Homepage der Gesellschaft www.sartorius.com zugänglich gemacht. Mitglieder des Aufsichtsrats und des VorstandsDie Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sowie die weiteren Angaben gem. § 285 Nr. 10 HGB sind im Anschluss an diesen Abschnitt angegeben. PersonalstandWährend des Geschäftsjahres waren durchschnittlich beschäftigt: scroll
Honorar des AbschlussprüfersIn den Geschäftsjahren 2018 und 2019 sind folgende Honorare für den Konzernabschlussprüfer, die KPMG AG, angefallen: scroll
Die Honorare für Abschlussprüfungen enthalten das Honorar für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts nach & 37w WpHG in Höhe von 91 T€ (Vorjahr: 91 T€) sowie sonstige Leistungen, die unmittelbar durch die Prüfung veranlasst sind. Nahestehende Unternehmen und PersonenDie in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften stehen in Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen im Sinne von IAS 24. Dies betrifft insbesondere Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Diese Transaktionen werden grundsätzlich zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Mit einem verbundenen Unternehmen besteht ein langfristiger Dienstleistungsvertrag, in der Berichtsperiode sind dafür im Konzernabschluss Aufwendungen in Höhe von 7,6 Mio. € (6,6 Mio. €) angefallen. Weitere Details zu den im Geschäftsjahr erfolgten Transaktionen bzw. den am Bilanzstichtag ausstehenden Salden werden in den relevanten Abschnitten des Anhangs angegeben, insbesondere in den Abschnitt 28. Nahestehende Personen sind gem. IAS 24 solche, die für die Planung, Leitung und Überwachung des Unternehmens verantwortlich sind. Hierzu zählen insbesondere Vorstand und Aufsichtsrat der Sartorius AG. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 1.024 T€ (Vorjahr: 882 T€), die des Vorstands 9.405 T€ (Vorjahr: 3.741 T€). Die Bezüge früherer Geschäftsführer und Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen betrugen 499 T€ (Vorjahr: 608 T€). Die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Geschäftsführern und Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen betrugen 9.537 T€ (Vorjahr: 8.531 T€). Bezüglich der Details der Bezüge verweisen wir auf den Vergütungsbericht, der Bestandteil des zusammengefassten Konzernlageberichts ist. Über die Aufsichtsratsvergütung hinaus erhalten die Arbeitnehmervertreter, die Arbeitnehmer im Sartorius Konzern sind, Entgeltleistungen, die nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Aufsichtsrat stehen. Die Gesamtbezüge des Vorstands gem. IFRS sind in den folgenden Übersichten dargestellt: scroll
Abschläge auf die mehrjährige variable Vergütung des Vorstands: scroll
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats stellen sich wie folgt dar: scroll
Vorschlag für die GewinnverwendungDer Aufsichtsrat und der Vorstand werden der Hauptversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Sartorius AG in Höhe von 117.641.275,26 € wie folgt zu verwenden: scroll
Göttingen, den 5. Februar 2020 Sartorius Aktiengesellschaft Der Vorstand Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2019 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Göttingen, den 5. Februar 2020 Sartorius Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Joachim Kreuzburg Rainer Lehmann Dr. Rene Faber John Gerard MacKay Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersVermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung/Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht (Konzernlagebericht) der Sartorius Aktiengesellschaft, Göttingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte der Sparte Lab Products & ServicesZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen sowie den verwendeten Annahmen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 15. Angaben zur Höhe der Geschäfts- oder Firmenwerte finden sich ebenfalls im Konzernanhang unter Ziffer 15. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSDie Geschäfts- oder Firmenwerte der Sparte Lab Products & Services betragen zum 31. Dezember 2019 EUR 169 Mio und stellen 6 % der Bilanzsumme dar. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird jährlich auf Ebene des Geschäftssegments Lab Products & Services überprüft. Dazu wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag des Geschäftssegments verglichen. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, ergibt sich ein Abwertungsbedarf. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert des Geschäftssegments. Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung ist der 30. November 2019. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte der Sparte Lab Products & Services ist komplex und beruht auf einer Reihe ermessensbehafteter Annahmen. Hierzu zählen unter anderem die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Geschäftssegments für die nächsten fünf Jahre, die unterstellte langfristige Wachstumsrate und der verwendete Diskontierungssatz. Vor dem Hintergrund der Höhe der Geschäfts- oder Firmenwerte und der Komplexität der Werthaltigkeitsprüfung besteht das Risiko für den Abschluss, dass eine zum Abschlussstichtag bestehende Wertminderung nicht erkannt wurde. Außerdem besteht das Risiko, dass die damit zusammenhängenden Anhangangaben nicht sachgerecht sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGUnter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir unter anderem die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Berechnungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwartete Geschäfts- und Ergebnisentwicklung sowie die unterstellte langfristige Wachstumsrate mit den Planungsverantwortlichen erörtert, um ein Verständnis über die von der Gesellschaft getroffenen Annahmen zu erlangen. Außerdem haben wir Abstimmungen mit dem vom Vorstand erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget 2020 sowie der vom Vorstand erstellten Planung für die folgenden vier Jahre vorgenommen. Darüber hinaus haben wir die Konsistenz der Annahmen mit externen Markteinschätzungen beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Da sich bereits geringfügige Änderungen des Diskontierungssatzes in wesentlichem Umfang auf die Ergebnisse des Werthaltigkeitstests auswirken können, haben wir den Diskontierungssatz mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnung der Gesellschaft anhand eigener Berechnungen verprobt. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit und dem vorgezogenen Stichtag für die Werthaltigkeitsprüfung Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Diskontierungssatzes und der Umsatz- und Margenentwicklung sowie der langfristigen Wachstumsrate auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben. Schließlich haben wir beurteilt, ob die Anhangangaben zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der Sparte Lab Products & Services sachgerecht sind. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie der Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte der Sparte Lab Products & Services zugrunde liegende Berechnungsmethode ist für den Zweck der Ermittlung eines Wertminderungsbedarfs der Geschäfts- oder Firmenwerte der Sparte Lab Products & Services im Berichtsjahr sachgerecht. Die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Parameter der Gesellschaft liegen innerhalb akzeptabler Bandbreiten und sind insgesamt ausgewogen. Die damit zusammenhängenden Anhangangaben sind sachgerecht. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 28 März 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 28. März 2019 ebenfalls vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2015 als Konzernabschlussprüfer der Sartorius Aktiengesellschaft tätig. Wir wurden von der Hauptversammlung am 28 März 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 28. März 2019 ebenfalls vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2015 als Konzernabschlussprüfer der Sartorius Aktiengesellschaft tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Konzernabschluss oder im Konzernlagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Konzernunternehmen erbracht: Neben dem Konzernabschluss haben wir den Jahresabschluss der Sartorius Aktiengesellschaft geprüft und verschiedene Jahresabschlussprüfungen bei Tochterunternehmen durchgeführt. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten von Zwischenabschlüssen und projektbegleitende Prüfungen IT-gestützter rechnungslegungsbezogener Systeme. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Bestätigungen der Einhaltung vertraglicher Bedingungen oder die prüferische Durchsicht der nichtfinanziellen Konzernerklärung sowie die qualitätssichernde Durchsicht des Risikomanagementhandbuchs. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Frank Thiele.
Göttingen, den 5. Februar 2020 KPMG AG gez. Dr. Tonne, Wirtschaftsprüfer gez. Thiele, Wirtschaftsprüfer Vorstand und Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2019VorstandDr. rer. pol. Joachim Kreuzburg Dipl.-Ingenieur Vorsitzender Arbeitsdirektor Strategie, Personal, Konzernforschung, Recht & Compliance und Kommunikation geb. 22. April 1965 Göttingen Mitglied seit 11. November 2002 Sprecher vom 1. Mai 2003 bis 10. November 2005 Vorsitzender seit 11. November 2005 Bestellung bis 10. November 2025 Rainer LehmannDipl.-Kaufmann Finanzen, IT und Geschäftsprozesse geb. 2. März 1975 Brightwaters, New York, USA Mitglied seit 1. März 2017 Bestellung bis 28. Februar 2025 Dr. René FáberDipl.-Chemiker Bioprocess Solutions Division geb. 18. Juli 1975 Göttingen Mitglied seit 01. Januar 2019 Bestellung bis 31. Dezember 2021 John Gerard MackayBSc HONS Biochemie Master of Education Lab Products & Services Division geb. 11. Mai 1962 Glasgow, Schottland Mitglied seit 01. Januar 2019 Bestellung bis 31. Dezember 2021 AufsichtsratDr. Lothar KappichDipl.-Ökonom Vorsitzender Freiberuflicher Berater, ehemals Geschäftsführer der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg, Hamburg Manfred ZaffkeDipl.-Volkswirt Stellvertretender Vorsitzender 1. Bevollmächtigter der IG Metall-Geschäftsstelle Süd-Niedersachsen-Harz in Northeim, Osterode am Harz Annette BeckerPersonalfachkauffrau Betriebsratsvorsitzende der Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Konzernbetriebsratsvorsitzende der Sartorius AG in Göttingen, Göttingen Uwe BretthauerDipl.-Ingenieur Betriebsratsvorsitzender der Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG in Göttingen, Göttingen Michael DohrmannFeinmechaniker Technischer Angestellter, Sartorius Stedim Biotech GmbH in Göttingen, Reinhausen Dr. Daniela FavocciaRechtsanwältin und Partnerin der Hengeler Mueller Partnerschaft von Rechtsanwälten in Frankfurt a.M., Frankfurt a.M. Petra KirchhoffDipl.-Volkswirtin Leiterin Unternehmenskommunikation und Investor Relations, Sartorius Corporate Administration GmbH in Göttingen, Göttingen Karoline KleinschmidtDipl.-Sozialwirtin Gewerkschaftssekretärin der IG Metall-Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Hannover, Hannover Dr. Guido OelkersPresident & CEO der Swedish Orphan Biovitrum AB (publ) in Stockholm, Schweden, Wollerau, Schweiz Ilke Hildegard PanzerChief Executive Officer der Assurance Laboratories LLC in Milwaukee, Wisconsin, USA, Fredonia, Wisconsin, USA Prof. Dr. Thomas ScheperDipl.-Chemiker Universitätsprofessor und Leiter des Instituts für Technische Chemie, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität in Hannover, Hannover Prof. Dr. Klaus Rüdiger TrützschlerDipl.-Wirtschaftsmathematiker und Dipl.-Mathematiker, Essen Ausschüsse des AufsichtsratsPräsidialausschuss
Auditausschuss
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
Mandate des Vorstands
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| ― |
Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich |
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, Vorsitzender |
Im Beirat von:
| ― |
LabTwin GmbH, Deutschland, Vorsitzender |
Im Board of Directors von:
| ― |
Sartorius North America, Inc., USA, Vorsitzender |
| ― |
Essen Instruments, Inc., USA |
| ― |
Denver Instrument (Beijing) Co., Ltd., China |
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
Carl Zeiss AG, Deutschland |
| ― |
Ottobock SE & Co. KGaA, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender |
Im Verwaltungsrat von:
| ― |
Ottobock Management SE, Deutschland |
Im Wirtschaftsbeirat von:
| ― |
Norddeutsche Landesbank, Deutschland |
Im Board of Directors von:
| ― |
Sartorius Corporation, USA |
| ― |
Sartorius North America, Inc., USA |
| ― |
Sartorius Stedim North America, Inc., USA |
| ― |
Sartorius Stedim Filters, Inc., Puerto Rico |
Im Unternehmerbeirat von:
| ― |
Gothaer Versicherungsbank VVaG, Deutschland |
Im Regionalbeirat von:
| ― |
Commerzbank AG, Deutschland |
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
Sartorius Stedim Biotech GmbH, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender |
Im Board of Directors von:
| ― |
Sartorius Stedim (Shanghai) Trading Co., Ltd., China |
| ― |
Sartorius Stedim Japan K.K., Japan |
| ― |
Sartorius Korea Biotech Co., Ltd., Südkorea |
Im Comitĕ Exĕcutif von:
| ― |
Sartorius Stedim FMT S.A.S., Frankreich, Vorsitzender |
Keine
Im Board of Directors von:
| ― |
Essen Instruments, Inc., USA |
| ― |
Sartorius Biohit Liquid Handling Oy, Finnland |
| ― |
Sartorius Stedim BioOutsource Ltd., Schottland |
| ― |
Denver Instrument (Beijing) Co., Ltd., China, stellvertretender Vorsitzender |
| ― |
Sartorius Scientific Instruments (Beijing) Co., Ltd., China, stellvertretender Vorsitzender |
| ― |
Sartorius Hong Kong Ltd., China |
| ― |
Sartorius (Shanghai) Trading Co., Ltd., China |
| ― |
Sartorius Japan K.K., Japan |
| ― |
Sartorius Korea Ltd., Südkorea |
| ― |
Sartorius Australia Pty. Ltd., Australien |
Im Comitĕ Exĕcutif von:
| ― |
Sartorius France S.A.S., Frankreich, Vorsitzender |
Keine
Im Conseil d'Administration von:
| ― |
Sartorius Stedim Biotech S.A., Frankreich |
Keine
Keine
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
GMH GUSS GmbH, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender |
| ― |
Demag Cranes & Components GmbH, Deutschland |
| ― |
Konecranes Holding GmbH, Deutschland |
Keine
Keine
Keine
Keine
Keine
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
AWO Göttingen gGmbH, Deutschland |
Im Stiftungsrat von:
| ― |
SüdniedersachsenStiftung, Deutschland |
Im Börsenrat der:
| ― |
Niedersächsischen Börse zu Hannover, Deutschland |
Keine
Keine
Keine
Keine
Keine
Im Aufsichtsrat von:
| ― |
Wuppermann AG, Deutschland, Vorsitzender |
| ― |
Zwiesel Kristallglas AG, Deutschland, Vorsitzender Im Beirat von: |
| ― |
Odenwald Faserplatten GmbH, Deutschland |
| Hauptversammlung in Göttingen | 26. März 2020 |
| Dividendenausschüttung 1) | 31. März 2020 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. bis März 2020 | 21. April 2020 |
| Veröffentlichung Halbjahreszahlen Jan. bis Juni 2020 | 21. Juli 2020 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. bis Sept. 2020 | 20. Oktober 2020 |
| Veröffentlichung des vorläufigen Geschäftsergebnisses für 2021 | Januar 2021 |
| Bilanzpressekonferenz in Göttingen | Februar 2021 |
| Hauptversammlung in Göttingen | März 2021 |
| Veröffentlichung Quartalszahlen Jan. bis März 2021 | April 2021 |
1)
Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung
Head of Corporate Communications & IR
Telefon: 0551.308.1686
petra.kirchhoff@sartorius.com
Head of Investor Relations
Telefon: 0551.308.1668
ben.orzelek@sartorius.com
Manager Corporate Responsibility
Telefon: 0551.308.2893
katharina.tillmanns@sartorius.com
Sartorius AG
Konzernkommunikation
37070 Göttingen
fraglich
17. Februar 2020
fraglich
18. Februar 2020
firesys
firesys GmbH
Frankfurt | Main
Peter Ginter
Lohmar
Frank Stefan Kimmel
Göttingen
Dieser Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor.
Sartorius AG
Otto-Brenner-Straße 20
37079 Göttingen
Telefon: 0551.308.0
Fax: 0551.308.3289
info@sartorius.com
www.sartorius.com