artnet AGBerlinHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Die Kunstwelt OnlineArtnet revolutioniert seit 1989 die Art und Weise, wie
Sammler, Fachleute und Kunstliebhaber Kunst entdecken und
sammeln. Von Beginn an hatte Hans Neuendorf, Gründer
von Artnet, eine klare Vision: die führende
OnlineRessource für die internationale Kunstwelt aus
der Taufe zu heben - und damit einen ebenso transparenten
wie vertrauenswürdigen globalen Marktplatz zur
Recherche sowie für den Kauf und Verkauf von Kunst zu
schaffen.
Da der digitale Wandel auf dem Kunstmarkt weiter
voranschreitet, ist unsere Vision heute wichtiger als je
zuvor. Im Jahr 2022 wurde der Ausbau zum digitalisierten
Kunstmarkt fortgeführt - eine Entwicklung, die sich
schon 2020 abzuzeichnen begann und durch die globale
Pandemie eine enorme Beschleunigung erfuhr. Dabei war der
Kunstmarkt eine der letzten Bastionen, die sich dem
Online-Handel widersetzt hat. Heute erleben wir in der
Branche einen radikalen Wandel der Verhaltensmuster, und
Artnets lang gehegte Vision eines transparenten, digitalen
Kunstmarktes beginnt, Realität zu werden.
Vor diesem Hintergrund blicken wir in eine positive
Zukunft. Artnet wird diese Vision auch künftig
verfolgen. Es wird dabei auf dem Markt als wichtigster
unabhängiger Informationsanbieter und Marktplatz
geschätzt. Mit einer synergetischen Produktpalette und
dem Fokus auf Rentabilität ist Artnet gut
positioniert, um den Markt auf seinem Weg zu einem
digitalen Kunstmarkt zu führen und zu leiten, so wie
es das Unternehmen seit seiner Gründung getan hat.
Kernaussage und VisionUnsere Vision ist die einer Welt, in der das Suchen nach
Kunstwerken sowie ihr Kauf und Verkauf für den
modernen Sammler frei zugänglich, effizient und
lukrativ ist.
Seit der Gründung 1989 hat Artnet die Art und Weise
revolutioniert, wie Sammler, Fachleute und Kunstliebhaber
heutzutage Kunst entdecken, recherchieren und sammeln.
Artnet hat jährlich 60 Millionen Einzelnutzer und ist
damit die größte globale Plattform für
Kunst. Unsere Marktdaten sind mit mehr als 16 Millionen
Auktionsergebnissen und KI-gesteuerten Analysen eine
wichtige Ressource für die Kunstbranche und
gewähren Transparenz und Einblicke in den Kunstmarkt.
Marktplatz: Der Marktplatz von Artnet verbindet
führende Galerien und Auktionshäuser mit unserem
globalen Publikum und bietet eine kuratierte Auswahl von
über 284.000 (2022: 280.000) Kunstwerken, die weltweit
zum Verkauf stehen. Ein Kernelement des Marktplatzes sind
die Artnet Auctions, die wegweisende
Online-Auktionsplattform mit ihrer unvergleichbaren
Reichweite, Liquidität und Effizienz.
Medien: Artnet News berichtet mit aktuellen Analysen und
Expertenkommentaren über Ereignisse, Trends und
Akteure, die den globalen Kunstmarkt prägen. Artnet
News ist die meistgelesene Nachrichtenplattform in der
Kunstbranche mit einer schnell wachsenden und engagierten
Leserschaft.
Daten: Die Preisdatenbank von Artnet umfasst
unglaubliche 16 Millionen Auktionsergebnisse, die mit
primären Markt- und NFT-Daten kombiniert werden.
Dieses renommierte Segment bringt Transparenz in einen
ansonsten unzugänglichen Markt. Abonnenten der
Preisdatenbank erhalten Zugang zu Daten zukünftiger
Auktionen, aktuellen Auktionsergebnissen, wichtigen
Analysen und unparteiischen Bewertungen von Kunstwerken.
In Summe bietet das einzigartige synergetische
Produktangebot von Artnet ein umfassendes Ökosystem,
das den modernen Kunstmarkt voranbringt und informiert.
Umbau der Preisdatenbank: eine völlig neue
Nutzererfahrung mit entscheidenden Kontextanalysen in einer
auf mobile Endgeräte zugeschnittenen Umgebung mit
elastischer Suche.
AufsichtsratDr. Pascal Decker
Aufsichtsratvorsitzender
Prof. Dr. Michaela Diener
Stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende
Hans Neuendorf
Gründer Artnet AG Aufsichtsrat
VorstandJacob Pabst
Chief Executive Officer
Albert Neuendorf
Chief Strategy Officer
Quentin Rider
Chief Technology Officer
Rob Baker
Chief Marketing Officer
Bill Fine
President
Brief des VorstandsSehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte
Aktionäre,
Artnet wird weltweit als Unternehmen respektiert, das
auf Integrität und Transparenz setzt. Wir sind die
Quelle, auf die sich unsere Branche verlässt, wenn es
um unvoreingenommene Informationen geht. Die technologische
Weiterentwicklung unseres Unternehmens hat sich in den
ersten sechs Monaten dieses Jahres dynamischer gezeigt,
wobei wir stets die Realisierung unserer Vision eines
transparenten, effizienten und zugänglichen globalen
Kunstmarktes im Blick behalten. Auch die wichtigen
operativen Veränderungen zur Verbesserung der Margen
und Stärkung der Synergien zwischen den Segmenten
beginnen, Früchte zu tragen.
Etwas getrübt wurde die erste Jahreshälfte
2023 durch die nach wie vor schwierige wirtschaftliche
Konjunktur. Die beständige Inflation und weltweite
Versorgungsengpässe trugen zu einer anhaltenden
restriktiven Geldpolitik in unseren
Schlüsselmärkten bei. Nach einem hohen
Abwärtsdruck in den USA, der EU und China ging im
zweiten Quartal die weltweite Wirtschaftsleistung in
einigen wichtigen Volkswirtschaften zurück. Auch wenn
die Gesamtinflation allmählich etwas abschwächt,
bleibt die Kerninflation bestehen.
Artnet konnte im zweiten Quartal des Jahres ein
Umsatzwachstum von 1 % verzeichnen. Dieses folgte auf ein
insgesamt solides erstes Quartal und eine anhaltend
positive Entwicklung des Segments Medien. Das
Transaktionsgeschäft blieb jedoch im zweiten Quartal
hinter den Erwartungen zurück, da sich die Branche an
die neuen gesamtwirtschaftlichen Gegebenheiten anpasst.
Bereits im vierten Quartal 2022 und in der ersten
Jahreshälfte 2023 wirkte sich der Inflationsdruck auf
den weltweiten Kunstmarkt aus. Er führte dazu, dass
die Entwicklung des weltweiten Kunstmarktes hinter den
Erwartungen zurückblieb.
Unser Segment Medien erzielte im Juni ein Umsatzwachstum
von 10 %, das vor allem auf die kräftige Nachfrage
durch Artnets Luxuswerber zurückzuführen ist. Das
hohe Engagement unserer Kunden und eine starke
Markenpositionierung ermöglichen es Artnet, eine enge
Kundenbindung beizubehalten. Der Neukundenzuwachs im
Vergleich zum Vorjahr erreichte im ersten Halbjahr des
Jahres 33 %, ein Beweis für die anhaltende
Skalierbarkeit der Leserschaft auf unserer Plattform.
Das Segment Daten entwickelte sich im zweiten Quartal
weitgehend stabil und verzeichnete nur einen geringen
Rückgang von 1,8 %. Abgesehen davon ist die Prognose
bis Ende 2023 positiv. Unser Technologieteam hat die
Preisdatenbank komplett neu aufgebaut und das
Nutzererlebnis vollständig auf mobile Endgeräte
ausgerichtet. Dazu gehört eine neu strukturierte
Datenarchitektur, durch die Artnet seinen
Unternehmenskunden sowohl in der Kunstwelt als auch in der
Finanzbranche Datenservices und maßgeschneiderte
Funktionalitäten anbieten kann.
Das Segment Marktplatz verzeichnete im Juni einen
Rückgang von 5%, weil sich der Kunstmarkt infolge des
weltweiten makroökonomischen Drucks starkem Gegenwind
ausgesetzt sieht. Dennoch entwickelten sich die Auktionen
mit hochwertigen Werken positiv und stiegen gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um 8%. Dies ist eine Folge der im
ersten Halbjahr 2022 angekündigten strategischen und
operativen Verbesserungen, nämlich den Fokus auf
Margen und Rentabilität zu legen und die Synergien
zwischen den Kernsegmenten des Unternehmens noch mehr zu
nutzen.
Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld bis zum Jahresende
und ins Jahr 2024 hinein schwierig sein dürfte,
profitiert Artnet von einem robusten Geschäftsmodell,
das auf einem vielfältigen, synergetischen
Produktangebot basiert. Das enorme Potenzial der einzelnen
Kernbereiche von Artnet ist weiterhin deutlich und unsere
Führungsposition als die Digitalplattform für den
weltweiten Kunstmarkt war nie stärker. Ich bin stolz
darauf, ein erstklassiges Team aus talentierten
Führungskräften zu haben und freue mich darauf,
gemeinsam mit diesem Team Artnet in eine vielversprechende
Zukunft zu führen.
Ich möchte unseren Aktionär*innen für
ihre stetige Unterstützung danken, die es Artnet
ermöglicht, seinem Auftrag gerecht zu werden und seine
Unabhängigkeit zu erhalten. Das ist essentiell
für den nachhaltigen Wert unseres Unternehmens und die
wichtige Stellung der Artnet weltweit.
Mit freundlichen Grüßen
scrollen
Berlin, 15. August 2023
Business Highlights des Halbjahres55 Millionen Besucher im ersten Halbjahr
42% Zuwachs im Jahresvergleich
Umsatz nach Segmentscrollen
Im 2. Quartal erreichte eine Damian Hirst Auktion im
Segment Marktplatz eine Verkaufsrate von 100% nach Volumen.
Geschäftsmodell des Artnet-Konzerns und KonzernorganisationDie Artnet AG ist eine im Prime Standard der Frankfurter
Wertpapierbörse notierte Holdinggesellschaft. Die
wichtigste Beteiligung der Artnet AG ist ihre
hundertprozentige Tochtergesellschaft Artnet Worldwide
Corporation, die 1989 in New York gegründet wurde. Die
Artnet AG ("Artnet" oder das "Unternehmen") und die Artnet
Worldwide Corporation ("Artnet Corp.", zusammen der
"Artnet-Konzern", der "Konzern" oder das "Unternehmen")
firmieren unter dem Namen "Artnet". Artnet Worldwide Corp.
hat eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Artnet
UK Ltd., mit Sitz in London.
Ziel von Artnet ist es, Kunstsammlern, Galerien,
Auktionshäusern, Verlagen und Kunstliebhabern ein
ganzheitliches globales Ökosystem zum Kauf, Verkauf
und zur Recherche von Kunst zu bieten.
Die Bereitstellung von zeitnahen Informationen über
Marktbewegungen, Preisentwicklungen, Ausstellungen,
Nachrichten und Rezensionen ermöglicht es den Nutzern
von Artnet, sich auf dem Kunstmarkt auf die effizienteste
Weise zu bewegen. Unsere Vision ist es, die führende
Online-Ressource für die internationale Kunstwelt zu
sein, die sich auf drei hoch synergistische Säulen
stützt:
Daten:Die Marktdaten von Artnet sind eine wichtige Ressource
für die Kunstindustrie. Sie umfassen mehr als 16
Millionen Auktionsergebnisse und KI-gesteuerte Analysen,
die Transparenz und Einblick in den Kunstmarkt bieten. Die
Unabhängigkeit von Artnet als objektiver
Informationsanbieter ist der Schlüssel zu dem
vertrauenswürdigen Ruf, den es sich erworben hat.
Marktplatz:Der Marktplatz von Artnet verbindet führende
Galerien und Auktionshäuser mit unserem globalen
Publikum und bietet eine kuratierte Auswahl von über
284.000 Kunstwerken, die weltweit zum Verkauf stehen. Ein
Kernelement des Marktplatzes sind die Artnet Auctions, die
wegweisende OnlineAuktionsplattform mit ihrer
unvergleichbaren Reichweite, Liquidität und Effizienz.
Medien:Artnet News berichtet mit aktuellen Analysen und
Expertenkommentaren über Ereignisse, Trends und
Akteure, die den globalen Kunstmarkt prägen. Mit mehr
als 60 Millionen Einzelnutzern jährlich ist Artnet die
größte globale Plattform der Kunstbranche und
erfreut sich einer schnell wachsenden und engagierten
Leserschaft.
Web-Traffic-QuellenNordamerika 62%
Europa 16%
Asien 8%*
Südamerika 2%
Ozeanien 2%
Afrika 2%
* Unser Top-3-Traffic Quellen für Asien
sind die Philippinen, Indien und China
Wirtschaftliche EntwicklungWeltweite WirtschaftsentwicklungZu Beginn des laufenden Geschäftsjahres schadete
die Inflation der Kaufkraft und dem Vertrauen der
Konsumenten. Etliche Volkswirtschaften litten unter
erhöhtem Rezessionsdruck.
Im Juli erhöhte der Internationale
Währungsfonds angesichts der sich leicht erholenden
Wirtschaft im ersten Quartal die Wachstumsprognose für
2023 geringfügig, warnte aber gleichzeitig, dass die
anhaltenden Schwierigkeiten den mittelfristigen Ausblick
trübten. Die Weltwirtschaft erweist sich am Ende des
zweiten Quartals trotz der andauernden Inflation und der
schleppenden Erholung in China als widerstandsfähig.
Damit steigen die Chancen, dass eine globale Rezession
vermieden werden kann, sofern keine unerwarteten Krisen
auftreten.
Der IWF hob die Prognose für das weltweite Wachstum
in diesem Jahr von 2,8% im April auf 3% an. Er
prognostiziert eine Abschwächung der globalen
Inflation von 8,7% im Jahr 2022 auf 6,8% in diesem Jahr und
5,2% in 2024 durch die weltweiten Auswirkungen der
Zinserhöhungen. Für die Vereinigten Staaten
erwartet der IWF eine Verlangsamung des Wachstums von 2,1%
im vergangenen Jahr auf 1,8% im Jahr 2023 und 1% für
2024. Er geht davon aus, dass sich der bislang robuste
Konsum in den kommenden Monaten abschwächt, da
Amerikaner auf ihre Ersparnisse zurückgreifen und die
Zinsen weiter steigen werden.
Wachstum in der Eurozone wird laut IWF lediglich 0,9%
sein. Zugrunde liegt hauptsächlich der Rückgang
in Deutschland, der stärksten Volkswirtschaft dieser
Region. Im kommenden Jahr wird das Wachstum wieder auf 1,5%
ansteigen, so prognostiziert der IWF.
Zum Veröffentlichungszeitpunkt hat der
Inflationsdruck in einigen Volkswirtschaften etwas
nachgelassen. Die Kerninflation, bei der Energie und
Lebensmittel ausgenommen sind, betrug jedoch 5,4%,
gegenüber 5,3% im Mai.
Betrachtet man die Entwicklungen in den Ländern,
ging die Inflation in 18 von 20 Ländern der Eurozone
im ersten Halbjahr zurück. Einen Anstieg verzeichneten
nur Deutschland und Kroatien. Im Vergleich dazu
schwächte die US-Inflation schneller ab und betrug im
Mai noch 4% (Quelle: Financial Times). Dies war ein
Rückschlag für die Europäische Zentralbank,
die so lange die Zinssätze anheben wollte, bis der
zugrundeliegende Preisdruck deutlich unter die Zielmarke
von 2 Prozent sinkt.
Zwar ging im Juni die Inflation in der Eurozone
unerwartet stark auf 5,5% zurück, den niedrigsten Wert
seit Beginn des vergangenen Jahres, trotzdem stieg die
Kernrate des Verbraucherpreisindex. Mit 8,7% ist die
Inflationsrate Großbritanniens die höchste der
G7 Länder.
Mehrere makroökonomische Faktoren haben zu
Marktschwankungen geführt. Diese erschweren es
Analysten, mittelfristige Trends zu bestimmen. Weiter
unterstreichen diese Schwankungen, wie wichtig es ist,
Arbeitsweisen und Strategien flexibel anpassen zu
können.
Das rückläufige globale Wachstum, der
Inflationsdruck und die instabilen Finanzmärkte
dürften sich zum Ende des Jahres moderat auf die
Entwicklung der Artnet AG auswirken.
Die globale Performance
Wichtige Kategorien weisen im ersten Halbjahr einen
Rückgang auf (Quelle: Artnet Analytics)
Entwicklung des KunstmarktesDer Kunstmarkt hat, wie viele andere Branchen auch, seit
Anfang 2020 eine herausfordernde und transformative Phase
durchlaufen. Das lag hauptsächlich daran, dass die
Covid-19-Pandemie Galeristen und Auktionshäuser vor
neue und unerwartete Herausforderungen stellte. Neben
diesen Schwierigkeiten bedeutete diese Krise aber auch eine
große Chance für Umstrukturierungen und
Innovationen - wie die systemische Umstellung auf
Online-Transaktionen, von denen Artnet als
größte Online-Plattform der Branche stark
profitieren dürfte. Abgesehen davon führten die
schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen 2022 dazu, dass
die Kunden ihr Geld konservativer investierten, was sich
negativ auf den Kunstmarktumsatz auswirkte. Ungeachtet der
aktuellen sozioökonomischen Unsicherheiten und
schwachen Auktionsumsätze sind die meisten hoch
vermögenden Sammler (78%) optimistisch hinsichtlich
der Marktentwicklung 2023 (Quelle: UBS Art Market Report).
Was die Kunst als Anlageobjekt angeht, gaben 66% der
Sammler im Geschäftsjahr 2022 an, mehr als 10% ihres
Vermögens in Kunst investiert zu haben, während
32% mehr als 30% ihres Vermögens in Kunst investierten
(stabil gegenüber 2021) (Quelle: UBS Art Market
Report).
Durch das Wachstum bei Online-Transaktionen haben
digitale Kunstwerke neue Käufersegmente erschlossen,
mit jüngeren Sammlern, welche die Nachfrage ankurbeln.
Die Demographie in unserem Segment Marktplatz im ersten
Halbjahr 2023 stützt diese Einschätzung.
In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden bei
Sotheby's, Christies's, Phillips, Bonhams und Artnet
Auctions Kunstwerke im Gesamtwert von 155,8 Millionen
Dollar online versteigert. Das sind 5% weniger als im
Vergleichszeitraum 2022 und 64% weniger als im Jahr 2021,
als viele hochkarätige Auktionen noch nicht wieder
persönlich abgehalten wurden. Der Gesamtwert für
2023 ist damit immer noch mehr als 300% höher als
2019. Seinerzeit brachte der Online-Verkauf in den ersten
fünf Monaten des Jahres nur 35,5 Millionen USD ein -
ein Zeichen dafür, dass sich die Einstellung des
Marktes zu virtuellen Verkäufen endgültig
geändert hat.
Auktionsergebnisse bei Sotheby's, Christie's, Phillips, Bonhams und Artnet Auctions
Dennoch scheint sich die schwierige weltwirtschaftliche
Prognose noch immer negativ auf Transaktionen im Kunstmarkt
auszuwirken. Wie bereits 2022 geben die Daten auch im
ersten Halbjahr 2023 ein gedämpftes Bild ab, mit
durchschnittlichen Transaktionswerten, die bei allen
wichtigen Auktionshäusern gesunken sind (Quelle:
Artnet Preisdatenbank). Die Verkäufe von Kunstwerken
sind im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 14% zurückgegangen. Zudem weist
der Markt für moderne, Nachkriegs- und
zeitgenössische Kunst einen Rückgang der
Verkäufe bei Auktionen auf, obwohl einige andere
Teilbereiche des Marktes stabil blieben. Während China
im Geschäftsjahr 2022 bei den globalen Auktionen noch
auf dem dritten Platz lag, überholte es in den ersten
sechs Monaten 2023 Großbritannien und erreichte
erneut seine Position als zweitwichtigster Markt nach den
USA. (Quelle: Artnet Analytics). Der deutsche Markt stieg
mit einem Gesamtumsatz von 178 Millionen USD gegenüber
dem ersten Halbjahr 2022 um 9%.
Insgesamt wird davon ausgegangen, dass sich der
verschlechterte Konjunkturausblick durch die anhaltende
Nachfrage nach Daten, Informationen und
Online-Transaktionen nur moderat auf das Unternehmen
auswirkt.
MedienArtnet News ist der weltweite
24-Stunden-Nachrichtendienst für die internationale
Online-Kunstwelt. Mit aktuellen Artikeln und
aufschlussreichen Meinungsbeiträgen informiert,
engagiert und verbindet Artnet News die Mitglieder der
Kunstgemeinschaft über die Ereignisse, Trends und
Menschen, die den Markt und die globale Kunstindustrie
prägen. Die Leserschaft von Artnet News ist
größer als die der nachfolgenden vier auf
Kunstinhalte bezogenen Publikationen zusammen.
Mit der Einführung der Artnet News Pro bietet
Artnet News seinen Abonnenten entscheidende
Marktinformationen und datengesteuerte redaktionelle
Beiträge. Unsere Journalisten nutzen die umfangreichen
Daten von Artnet, um den Lesern einen umfassenden Einblick
in den Kunstmarkt zu geben.
Der Umsatz im Mediensegment stieg in den ersten sechs
Monaten 2023 im Jahresvergleich um 10% auf 4.649 TUSD
(2022: 4.215 TUSD). Artnet hat mit den Luxus-Werbepartnern
nachhaltig positive Geschäftsverbindungen aufbauen
können, die auf Leistungsfähigkeit und Vertrauen
basieren. Zu den vielen wiederkehrenden Werbekunden des
Konzerns zählen unter anderem Chanel, Hermès
und Cartier. Die Seitenaufrufe der Artnet-News-Seite
stiegen um 31% und erreichten mehr als 33% Neukunden.
Artnet nutzt seine Marke für den Aufbau kreativer
Partnerschaften und behält dabei gleichzeitig seine
neutralen, transparenten journalistischen Standards bei.
Der im August veröffentlichte aktuelle Artnet
Intelligence Report, der in Zusammenarbeit mit dem Artnet
Data Science Team erstellt wurde, wurde von Morgan Stanley
unterstützt. Im Verlauf des Geschäftsjahres wird
Artnet News spannende Updates für eine erhebliche
Verbesserung des Nutzererlebnis vorstellen.
Entsprechend dem Kern der Artent Strategie zur Schaffung
eines effizienten, community-basierten globalen
Marktplatzes, der durch kontextbezogene Inhalte und Daten
angetrieben wird, ist die Community und das Engagement der
Artnet News weiter gewachsen.
MarktplatzDas Marktplatzsegment von Artnet umfasst Artnet Galerien
sowie Artnet Auctions und die ArtNFT-Plattform. Der
Marktplatz bietet sowohl B2B- als auch B2C-Transaktionen
und ist die größte Transaktionsplattform
weltweit für bildende Kunst und Design. Im ersten
Halbjahr wurden trotz des Umsatzrückgangs
gegenüber dem Vorjahr einige wichtige Meilensteine
erreicht. Im Vorjahresvergleich stieg die Verkaufsrate im
ersten Halbjahr um 29% auf 61%. Der durchschnittliche
Transaktionswert stieg im Vergleich zum Vorjahr um 19% auf
15.200 USD. Insbesondere angesichts des im ersten Halbjahr
insgesamt schwachen Kunstmarkts belegen diese Daten eine
gute Leistung.
Zu den Top-Losen in der ersten Hälfte des Jahres
2023 gehören Hav-A-Havana des Pop-Künstlers Mel
Ramos, das 225.000 USD erzielte, Manolo Valdes' Damas de
Barajas, das für 199.900 USD inklusive Aufgeld
zugeschlagen wurde, sowie Andy Warhols ikonische Grace
Kelly, die 175.000 USD inklusive Aufgeld erzielte.
Die 2008 gegründeten Artnet Auctions bieten
Käufern und Verkäufern auf dem Kunstmarkt einen
einzigartigen Mehrwert. Durch das reine
OnlineGeschäftsmodell sind die Transaktionskosten
geringer als bei etablierten stationären
Wettbewerbern. Agile operations und Verkaufskalender
ermöglichen einen erheblich höheren
Liquiditätsgrad und höhere Auszahlungen an die
Verkäufer. Durch das innovative Modell können
zudem die operativen Gemeinkosten, Logistikkosten und
Lagerrisiken erheblich reduziert werden. Käufer und
Verkäufer schätzen die minimale
Provisionsstruktur, die schnelle End-to-End-Ausführung
der Transaktionen und das intuitive Nutzererlebnis. Artnet
Auctions konzentriert sich auf moderne, Nachkriegs-,
zeitgenössische und ultra-zeitgenössische Kunst;
diese Kategorien machen 70% des gesamten Kunstmarktes aus
und können einen robusten Wachstumskurs verzeichnen.
Innerhalb dieser Segmente liegt der Fokus auf dem mittleren
Marktsegment, in dem der größte Teil der
Transaktionen stattfindet. Die Plattform verfolgt weiterhin
die Strategie, den durchschnittlichen Transaktionswert zu
erhöhen, um die operative Marge zu steigern und
verkauft nun regelmäßig Werke im Wert zwischen
250.000 und 500.000 USD.
Artnet Galerien repräsentiert die weltweit
renommiertesten Galerien aus 61 Ländern. Die
Mitglieder des Galerie-Netzwerks sind nach Fachgebiet und
Standort indiziert, wobei im Jahr 2022 etwa 280.000
Kunstwerke auf der Plattform präsentiert wurden (2021:
250.000). Artnet bietet eine einzigartige Informationstiefe
mit informativen Seiten, über die Käufer auf der
ganzen Welt Kunstwerke in führenden Galerien finden
können. Ein starkes SEO-Profil und eine gezielte
Content-to-Commerce-Strategie, bei der zur Förderung
des Handels gezielt Inhalte erstellt und
veröffentlicht werden, erhöhen die Seitenbesuche
und die Bindung an bestehende Partner. So erhalten die
Galerien Zugang zu Käufergruppen, die sie sonst nicht
erreichen würden.
Gleichermaßen bieten Partnerschaften den
Auktionshäusern eine Möglichkeit, ihre Auktionen
einer internationalen Zielgruppe zu präsentieren und
eine große Anzahl potenzieller Käufer direkt auf
ihre eigenen Websites zu lenken. Mit einer solchen
Partnerschaft erhalten Auktionshäuser die
Flexibilität, Verkäufe vollständig oder
teilweise auf Artnet zu veröffentlichen - mit der
Option, jedes Los auf Artnet mit dem entsprechenden Los in
ihrem OnlineKatalog zu verknüpfen. Alle bevorstehenden
Auktionen sind auf unserer Seite "Events" aufgeführt
und erreichen sowohl bei Artnet als auch bei externen
Suchmaschinen einen hohen Rang. Partnerschaften sind das
ideale Instrument für Auktionshäuser, um ihre
internationale Präsenz auszubauen und eine große
Anzahl potenzieller Käufer direkt auf ihre Website zu
leiten.
Artnet Galerien konnte viele neue Mitglieder gewinnen,
da sich Galeristen weltweit an Artnet wandten, um ihre
Online-Sichtbarkeit zu verbessern und Transaktionen zu
erleichtern. Besonders höherwertige Mitgliedschaften
mit Zugang zu Daten- und Medienprodukten von Artnet
erwiesen sich als attraktiv. Das Produkt Galerien wurde im
dritten Quartal 2022 strategisch überarbeitet. Neue,
im vierten Quartal eingeführte Mitgliedschaftspakete
dürften sich positiv auf die Anzahl neuer Mitglieder
auswirken, insbesondere bei höherwertigen
Mitgliedschaften.
Der Umsatz im Segment Marktplatz verringerte sich im
ersten Halbjahr des Jahres um 5% auf 4.670 TUSD (2022:
4.915 TUSD). Erwartungsgemäß führten die
verhaltenen Marktbedingungen, besonders im niedrigen und
mittleren Segment, zu dem Umsatzrückgang im ersten
Halbjahr.
Im Rahmen seiner ESG-Initiative richtete Artnet Auctions
im ersten Halbjahr eine philanthropische Auktion aus:
Tag der Erde: Land, Sea and Sky (April 2023) bot eine
Auswahl an Arbeiten von führenden Fotografen wie
Hiroshi Sugimoto, Ansel Adams, Carleton Watkins und David
Yarrow, bei denen die Umwelt im Fokus steht. Ein Teil der
Auktionserlöse kam dem Canopy-Projekt von EARTHDAY.ORG
zugute, mit dem mehrere Millionen Bäume gepflanzt
wurden. Die Organisation setzt sich weltweit für die
Stärkung von Gemeinschaften ein. Diese Charity Auktion
anlässlich des Tags der Erde gab es zum zweiten Mal.
DatenDaten für UnternehmenDaten und Analysen aus der Artnet-Preisdatenbank
über API-Konnektivität:
Analytics ReportsMaßgeschneiderte Marktanalysen,
einschließlich Kunstbewegungstrends, Performance von
Auktionshäusern, Preisindizes und Ausblicke auf den
Wettbewerb.
Automatisierte SchätzungenDienstleistungen, die den Marktteilnehmern weltweit eine
erhebliche Senkung der Gemeinkosten ermöglichen
Datengesteuertes NutzererlebnisAPI-fähige Online-Widgets zur Verbesserung des
Nutzererlebnis in der gesamten Branche
Künstler RankingInsights fördern den Vertrieb
IndizesArtnet-Indizes verfolgen die Marktaktivität und
eröffnen die Möglichkeit für
börsengehandelte Kunstmarktderivate
Prädiktive AnalytikKI-gesteuerte Vorhersagealgorithmen, die die
Entscheidungsfindung fördern und die Grundlage
für eine Investitionsthese bilden
Lieferung von RohdatenMehrwert für next gen Sammler
Die Preisdatenbank ist eine Online-Datenbank mit mehr
als 16 Millionen farbig illustrierten Auktionsergebnissen
der weltweit führenden internationalen
Auktionshäuser. Zusammengesetzt aus der Preisdatenbank
Fine Art and Design und der Preisdatenbank Decorative Art
brachte dieses Produkt Preistransparenz in einen historisch
intransparenten Markt. Die Preisdatenbank ist ein
Abonnement-Produkt für Geschäfts- und
Privatkunden und verfügt über einen
vielfältigen Kundenstamm. Darunter befinden sich
Gutachter, Händler, Auktionatoren, Finanziers, Banken,
Family Offices sowie private und staatliche Institutionen
wie die Steuerbehörde der Vereinigten Staaten (IRS)
und das FBI. Abonnenten der Preisdatenbank erhalten Zugang
zu zukünftigen Auktionsdaten, jüngsten
Auktionsergebnissen und Auktionsaufzeichnungen seit 1983
sowie aktuelle und unvoreingenommene Unterstützung bei
der Schätzung von Kunstwerken.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist die
überarbeitete Preisdatenbank bereits für alle
Kunden freigeschaltet. Artnet hat in sein Kernprodukt
investiert und freut sich auf ein neues Zeitalter der
Transparenz, das mit der neuen Preisdatenbank
eingeläutet wird. Damit kommt das Unternehmen seiner
Vision eines effizienten globalen Kunstmarktes immer
näher. Die überarbeitete Preisdatenbank ist auf
eine neue API-first-Architektur ausgelegt und bietet damit
die Möglichkeit für völlig neue Formate der
Datenbereitstellung. Ein auf mobile Geräte
ausgerichtetes optimiertes Design erleichtert den Zugang zu
unserer weltweiten Kundenbasis und unterstützt das
Suchvolumen. Mit der Implementierung der elastischen Suche
ergibt sich eine Vielzahl von neuen Suchmöglichkeiten.
Das Data Science Team von Artnet hat intelligente, reaktive
Analysen entwickelt, die tiefe Einblicke in und ein
umfassendes Verständnis für den Kunstmarkt
ermöglichen.
Die Preisdatenbank ist ein unverzichtbares Instrument
für private Sammler, um die Werke, die sie besitzen,
zu bewerten und ihre Optionen bei bevorstehenden Auktionen
oder auf dem Händlermarkt einzuschätzen. Auch
Händler und Auktionatoren verlassen sich auf die Daten
der Preisdatenbank, um ihre Bewertung und den Verkauf
bedeutender Kunstwerke zu unterstützen.
Kooperationen mit Artfacts (primäre Marktdaten)
sowie mit der renommierten Berliner
Humboldt-Universität (NFT-bezogene Daten) bieten
zusätzliche Datenquellen, die den Mehrwert
erhöhen und eine einzigartige Datentiefe und -breite
schaffen.
Market Alerts informiert Abonnenten per E-Mail, sobald
Kunstwerke ihrer Lieblingskünstler zur Auktion kommen
(einschließlich Artnet-Auktionen), bei anstehenden
Veranstaltungen vorgestellt oder im Galerie-Netzwerk
angeboten werden.
Artnet Analytics ist ebenfalls Bestandteil des Segments
Daten. Die vom Data-Science-Team erstellten Berichte
analysieren die Marktentwicklung von Künstlern,
Kunstbewegungen, Kunstgattungen oder eine Auswahl von
Kunstwerken und enthalten Vergleiche mit herkömmlichen
Anlageformen wie Aktien, staatlichen Schuldverschreibungen
und Rohstoffen.
Im dritten Quartal 2022 ist Artnet in das
Finanzdienstleistungsgeschäft eingestiegen. Fine Art
Lending bezeichnet die Praxis, Kunst- und Sammelobjekte als
Kreditsicherheit zu verwenden. Damit erhalten Kreditnehmer
zusätzliche Liquidität, um ihre Sammlungen zu
erweitern oder neue Anlagemöglichkeiten zu
finanzieren, ohne Gegenstände aus ihrer Sammlung
verkaufen oder ihre Anlagestrategie ändern zu
müssen. Der Gesamtmarkt für mit Kunst besicherte
Kredite lag im Jahr 2021 bei über 25 Milliarden USD,
was eine Wachstumsrate von 10% im Vergleich zum Vorjahr
bedeutet, und wuchs 2022 auf 31,3 Milliarden USD (Quelle:
Deloitte Art & Finance Report). Die Schaffung eines
ganzheitlichen Ökosystems für den weltweiten
Kunstmarkt ist ein zentraler Bestandteil der Vision des
Artnet-Konzerns. Als Hauptdatenanbieter der Branche ist
Artnet die natürliche Anlaufstelle für
Aktivitäten rund um Fine Art Lending.
Durch Partnerschaften mit einigen der weltweit
führenden Anbieter von Kunstbesicherten Krediten kann
Artnet seinen Kunden im Rahmen der neuen Preisdatenbank
weitere wertvolle Services anbieten. Artnet ist freut sich,
das Programm gemeinsam mit der Fine Art Group und Luxury
Asset Capital als Hauptkreditgebern einzuführen.
Die einzigartige Qualität der Preisdatenbank wurde
mit dem halbjährlichen Artnet Intelligence Report
hervorgehoben, der jeweils für die Frühjahres-
und Herbstauktionen veröffentlicht und von Morgan
Stanley gesponsert wird.
Das Data-Science-Team hilft dabei, diese wichtigen
Berichte über aktuelle Kunstmarkttrends in
Zusammenarbeit mit dem Artnet News Team zu erstellen.
Durch Infos aus der Preisdatenbank erstellt das
Data-Science-Team von Artnet zudem maßgeschneiderte
Berichte für Auktionshäuser, Banken,
Versicherungsunternehmen, Vermögensverwalter uA. Die
pro Bericht mit 500 USD bis 5.000 USD dotierten Analytics
Reports bieten wertvolle Einblicke in den Kunstmarkt. Der
Umsatz damit stieg im ersten Halbjahr 2023 um über
73%, da Sammler für die Entscheidungsfindung zunehmend
auf Daten zurückgreifen.
Im ersten Halbjahr 2023 sank der Umsatz im Segment Daten
im Vorjahresvergleich um 1,8% auf 3.716 TUSD (2022: 3.785
TUSD). Es wird erwartet, dass der Umsatz im dritten und
vierten Quartal steigen wird. Der Fokus auf Endnutzer soll,
getrieben durch das für Mobilgeräte optimierte
Design, die Nutzung und Kundenbindung erhöhen.
Der Artnet Intelligence Report ist von Morgan Stanley
gesponsert und wird zwei Mal pro Jahr veröffentlicht
Brief des Chief Technology OfficerQuentin Rider
"Die Symbiose zwischen Technologie und Kunst hat
unbegrenzte Möglichkeiten entfaltet. Die Zukunft der
Branche steckt voller spannender Möglichkeiten und
Potenzial."
-Quentin Rider
Bei Artnet sind wir fest davon überzeugt, dass
unsere Arbeit über das rein Geschäftliche
hinausgeht; sie hat eine tiefe Bedeutung und einen hohen
Stellenwert in der Welt. Wir sind nicht nur eine Plattform,
sondern stolze Verwalter, Lieferanten und Experten für
einige der außergewöhnlichsten Kunstwerke, die
die Welt zu bieten hat. Dies empfinden alle Teams als Ehre
und es spornt uns an, in unseren täglichen
Bemühungen Höchstleistungen zu erbringen.
Unseren Grundwerten entsprechend bleiben wir dieses Jahr
unserem Engagement für die Demokratisierung der
Kunstwelt treu. Unsere Produktstrategie spiegelt dieses
Bestreben, die Kunstwelt für alle zugänglich zu
machen und die Inklusivität innerhalb Branche zu
fördern, wider. Unser Schwerpunkt auf künstliche
Intelligenz und generative KI beweist unseren Einsatz
für Innovation. Wir sehen großes Potenzial in
der Nutzung dieser Technologien, um unsere Daten zu
verbessern und neue Einblicke zu gewinnen, die für die
gesamte Kunstgemeinschaft von großem Vorteil sein
können.
Als Technologe kann ich nicht anders, als eine
überwältigende Begeisterung für die Richtung
zu empfinden, in der wir unterwegs sind. Die Symbiose
zwischen Technologie und Kunst hat unbegrenzte
Möglichkeiten entfaltet und unser Weg als Branche
steckt voller spannender Möglichkeiten und Potenzial.
Artnets Streben nach Exzellenz wird zweifellos die Zukunft
der Kunstwelt prägen, genauso wie es die
Einführung der ersten Version der Preisdatenbank getan
hat.
Verantwortung: ESG-BerichtArtnet hat seinen freiwilligen ESG-Bericht in Verbindung
mit dem Jahresbericht 2022 veröffentlicht. Artnet
schätzt seine Rolle, Kunden bei der Beschäftigung
mit Kunst und Sammlerstücken zu unterstützen.
Artnet Kunden verlassen sich darauf, dass das Unternehmen
sowohl den kulturellen als auch den kommerziellen Wert von
Kunst versteht und den Handel von Kunstwerken
verantwortungsvoll auf transparente, effiziente und
nachhaltige Weise sicherstellt. Der Bericht wurde in
Übereinstimmung mit weltweit anerkannten
Berichtsstandards erstellt und gibt Auskunft über die
Ziele und Maßnahmen von Artnet in Bezug auf die
verschiedenen Stakeholder, zu denen unsere Kunden,
Mitarbeiter, Lieferanten, Aktionäre sowie die
Gesellschaft und die Umwelt im Allgemeinen gehören.
Artnet ist stolz, ein Mitglied des Deutsche Börse
ESG Hub zu sein, der die Lufthansa AG und die Siemens
Energy AG zu seinen Mitgliedern zählt. Der Artnet
ESG-Bericht ist auf der Investor Relations-Seite von Artnet
zu finden.
Risiken und ChancenArtnet agiert in einem anspruchsvollen Nischenmarkt mit
viel Wachstumspotenzial. Zur Überwachung und Anpassung
an sich laufend ändernde Gegebenheiten beobachtet das
Artnet Management kontinuierlich interne und externe
Riskien und chancen. Das Risikoprofil des Unternehmens hat
sich im Vergleich zum Berichtsjahr 2022 deutlich
verändert.
Globale sozioökonomische Unruhen setzen die
Kunstbranche unter Druck.
Der Vorstand beobachtet die Entwicklung der Branche
genau, um sich schnell an veränderte Bedingungen
anzupassen. Das Management geht davon aus, dass die sich
verschlechternden globalen Wirtschaftsaussichten moderate
Auswirkungen auf die Performance haben werden.
Der Geschäftsbericht 2022 enthält eine
detaillierte Übersicht aller Chancen und Risiken zum
Zeitpunkt seiner Veröffentlichung.
Kosten und ErgebnisentwicklungDas Bruttoergebnis vom Umsatz stieg aufgrund
höherer Umsätze und geringerer Umsatzkosten in
den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres
im Vergleich zum Vorjahr um 4,7% auf 7.626 TUSD. Der
höhere Umsatz ist hauptsächlich auf gute
Ergebnisse des Segments Medien zurückzuführen.
Die betrieblichen Aufwendungen stiegen wegen
höherer Vertriebs- und Marketingaufwendungen in den
ersten sechs Monaten des Jahres um 3,9% auf 8.805 TUSD, im
Vergleich zu 8.470 TUSD im Vorjahr.
Die allgemeinen Verwaltungskosten beliefen sich auf
2.446 TUSD, was einem Rückgang von 8% gegenüber
den 2.668 TUSD im ersten Halbjahr vergangenen Jahres
entspricht.
Die Ausgaben für die Produktentwicklung gingen im
Vergleich zum Vorjahr um 24% auf 1.195 TUSD zurück
(2022: 1.575 TUSD). Das Projekt FALCON, mit dem das
Unternehmen kosteneffizienter, agiler und schneller wird,
wurde abgeschlossen. Dieses Projekt war das bedeutendste
Vorhaben in der Firmengeschichte. Durch Investitionen in
modernste Infrastruktur kann sich Artnet in Zukunft schnell
an technologische Veränderungen anpassen,
Skaleneffekte erzielen und neue Produkte effizienter
vermarkten.
Das Betriebsergebnis stieg infolge der geringeren
Umsatzkosten auf -1.178 TUSD gegenüber -1.187 TUSD im
Vorjahr.
Das Konzern-EBIT belief sich in den ersten sechs Monaten
2023 auf -1.177 TUSD gegenüber -1.268 TUSD im ersten
Halbjahr 2022.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageArtnet erzielt seine Umsatzerlöse überwiegend
in US-Dollar. Die Tochtergesellschaft Artnet Worldwide
Corp. hat ihren Sitz in New York als weltweitem Zentrum des
Kunstmarktes und daher Aufwendungen hauptsächlich in
US-Dollar. Daher weist Artnet die Geschäftszahlen auf
US-Dollar-Basis aus. Die Entwicklung in der
Berichtswährung Euro und die Wechselkurseffekte werden
in einem separaten Abschnitt beschrieben.
ErtragslageDer Umsatz des Konzerns ist in der ersten
Jahreshälfte des Geschäftsjahres 2023 um 1% auf
13.036 TUSD (2022: 12.916 TUSD) gestiegen und weist somit
ein schwächeres Wachstum auf als erwartet. Dies ist in
erster Linie darauf zurückzuführen, dass die
Performance im Segment Marktplatz schwächer ausfiel
als erwartet.
Das Betriebsergebnis stieg im Jahresvergleich auf -1.178
TUSD (2022: -1.187T USD). Dies war vorwiegend die Folge
eines Rückgangs der Kosten für Verwaltung und
Produktentwicklung sowie des starken Segments Medien.
FinanzlageDer Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit des Artnet-Konzerns betrug im
ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 883 TUSD
(2022: 2.094 TUSD). Der Mittelabfluss aus
Investitionstätigkeiten betrug in der ersten
Jahreshälfte 2023 -1.410 USD (2022: -741 TUSD).
Dieses ist hauptsächlich auf Produktentwicklung im
Bereich Daten sowie allgemeine Verbesserungen der Website
zurückzuführen.
Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit im
ersten Halbjahr betrug 29 TUSD (2022: -1.001 TUSD). Der
Mittelzufluss ist auf den Verkauf eigener Aktien
zurückzuführen und wurde durch die
Rückzahlung des Darlehens kompensiert.
Zum 30. Juni 2023 belief sich der Zahlungsmittelbestand
auf 627 TUSD im Vergleich zu 1.094 TUSD am 30. Juni 2022.
Der Rückgang ist hauptsächlich auf die
Rückzahlung eines Darlehens und die Verringerung der
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
zurückzuführen.
Die Anlagepolitik des Konzerns ist konservativ und
orientiert sich an der kurzfristigen Finanzmittelanlage.
Auf diese Weise bleiben sämtliche Barmittel liquide
und jederzeit verfügbar.
Zum 30. Juni 2023 betrug die Liquidität je Aktie
0,11 USD (0,10 EUR) auf Grundlage der durchschnittlich
5.680.040 im Umlauf befindlichen Aktien im Vergleich zu
0,19 USD (0,19 EUR) am 30. Juni 2022.
VermögenslageDie Konzern-Bilanzsumme betrug am 30. Juni 2023
insgesamt 12.727 TUSD und ist damit geringer als die
Bilanzsumme von 15.505 TUSD am 31. Dezember 2022. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten
sich auf 2.398 TUSD im Vergleich zum 31. Dezember 2022
(3.159 TUSD).
Das immaterielle Anlagevermögen stieg im Vergleich
zum 31. Dezember 2022 (6.183 TUSD) auf 7.094 TUSD. Dieser
Anstieg resultierte vor allem aus der Aktivierung von
Investitionen in die technische Infrastruktur (FALCON), was
zum Teil durch Abschreibungen von 323 TUSD ausgeglichen
wurde.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind seit dem 31.
Dezember 2022 auf 7.921 TUSD zurückgegangen -
hauptsächlich aufgrund verringerter kurzfristiger
Verbindlichkeiten und geringerer abgegrenzter Schulden.
Das Eigenkapital des Artnet-Konzerns ist infolge des
niedrigeren Konzernergebnisses zum 30. Juni 2023 um 8% auf
4.703 TUSD gesunken.
Die Artnet Preisdatenbank ist ein selbst erstellter
Vermögenswert, der durch die Erfassung von
Auktionsdaten seit 1983 entwickelt wurde. Aufgrund von
Rechnungslegungsvorschriften kann dieser wertvolle
Vermögensgegenstand in der Bilanz nicht in voller
Höhe angesetzt werden. Wäre die Bilanzierung
gesetzlich zulässig, würden sich die Aktiva und
das Eigenkapital des Konzerns deutlich erhöhen.
WährungsumrechnungDie Währungsumrechnung in der
Konzern-Gesamtergebnisrechnung basiert auf dem
durchschnittlichen Wechselkurs im Zeitraum vom 1. Januar
bis zum 30. Juni 2023.
Für den Zeitraum vor dem 30. Juni 2023 betrug der
durchschnittliche Wechselkurs 0,925 USD/EUR im Vergleich zu
0,915 USD/EUR im gleichen Zeitraum 2022. Die
Währungsumrechnung für die Bilanz basiert auf dem
Wechselkurs am Ende der Periode. Zum 30. Juni 2023 betrug
der Kurs 0,916 USD/EUR im Vergleich zu 0,932 USD/ EUR am
31. Dezember 2022. Artnet unterliegt
Wechselkursschwankungen, da Rechnungen in Euro, US-Dollar
und britischen Pfund fakturiert werden, die
Geschäftstätigkeit aber größtenteils
in den Vereinigten Staaten ausgeübt wird. Der Konzern
steuert dieses Wechselkursrisiko, indem er die Zahlungen
seiner europäischen Kunden in Euro und britischen
Pfund entgegennimmt und mit diesen Zahlungseingängen
seine in Europa ansässigen Lieferanten in derselben
Währung bezahlt. Währungsumrechnungsdifferenzen
aus der Bewertung von konzerninternen Darlehensforderungen,
die als Bestandteil eines Nettoinvestments qualifiziert
werden, werden erfolgsneutral im
Fremdwährungsausgleichsposten ausgewiesen. Der im
Fremdwährungsausgleichsposten erfasste Betrag wird
erfolgswirksam in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung
umgegliedert, wenn und soweit das Nettoinvestment
vollständig oder in Teilbeträgen
zurückgeführt wird.
NachtragsberichtZwischen dem Ende des zweiten Quartals 2023 und dem
Datum dieses Berichts sind keine wesentlichen Ereignisse
eingetreten, welche die finanzielle Entwicklung und die
Finanzlage des Unternehmens beeinflusst haben.
PrognoseberichtWie im Geschäftsbericht 2022 schon prognostiziert
wurde, geht das Management weiterhin von Wachstum aus . Das
diversifizierte Geschäftsmodell von Artnet hat sich in
Zeiten schwieriger wirtschaftlicher Konjunkturen als robust
erwiesen. Wichtige strategische, operative und
technologische Verbesserungen sollten sich positiv auf den
Umsatz in der zweiten Hälfte des Jahres 2023
auswirken. Durch die überarbeitete Preisdatenbank,
eine einheitliche Navigation, eine modernisierte Homepage
und optimierte Artnet News-Seite wird sich nicht nur die
Nutzerfreundlichkeit der Artnet-Plattform deutlich
verbessern, sondern es können auch Synergien zwischen
den Segmenten Medien, Marktplatz und Daten entwickelt
werden.
Ungeachtet des herausfordernden Makroumfelds sowie der
schlechter als erwarteten Performance im Kunstmarkts
profitiert Artnet von kräftigem Rückenwind. Mit
mehr als 130 Millionen Seitenaufrufen im ersten Halbjahr
2023 und einem Anstieg der Website-Nutzerzahlen um 41% im
Vorjahresvergleich ist unsere digitale Reichweite
unübertroffen und wird auch mit der weiteren
Digitalisierung der Branche wachsen. Online-Transaktionen
haben sich auf breiter Front als Form der
Geschäftsabwicklung durchgesetzt und dieser Trend
dürfte weiter anhalten. Artnet wird seine
Marktführung beibehalten und ist gut aufgestellt, um
dem modernen Kunstmarkt eine ganzheitliche Online-Erfahrung
zu bieten. Darüber hinaus ist Artnet aufgrund seiner
langen Vorreiterrolle in Bezug auf Daten und Transparenz
und dem Ruf für unabhängigen
Qualitätsjournalismus weltweit als
vertrauenswürdige Marke anerkannt.
Die Veröffentlichung der überarbeiteten
Preisdatenbank im ersten Quartal 2023 erhöhte durch
eine bessere, auf Mobilgeräte optimierte
Nutzererfahrung das Suchvolumen um 7%. Die
API-first-Architektur ermöglicht außerdem durch
Analysen und maßgeschneiderte direkte
Datenpartnerschaften neue Umsatzpotenziale. Management
erwartet bereits für 2023 einen erheblichen Zuwachs in
diesem Bereich. Schon vor der offiziellen Einführung
trug dieser zu einem API-Umsatzwachstum von 250% bei.
Artnet Auctions festigt seine Position und befindet sich
weiterhin unter den fünf größten
internationalen Auktionshäusern, die
Online-Transaktionen durchführen. Das Vertrauen in die
Marke Artnet, Effizienz und Transparenz stärken die
Marktposition gegenüber den traditionellen
Auktionshäusern. Nach der Umsetzung einer
überarbeiteten Vertriebsstrategie erwartet das
Management, dass der Bereich Auktionen 2023 gesunde
Ergebnisse vorlegen wird. Teil dieser Strategie ist die
Einrichtung einer Abteilung für Privatverkäufe,
die sich exklusiv auf die Durchführung von
hochwertigen Verkäufen an Artnets Topkunden
konzentriert, von denen viele begeisterte Nutzer der
Preisdatenbank oder loyale Leser der Artnet News sind. Im
Vergleich zu anderen Online-Plattformen, die vor allem
jüngere Sammler preiswerter Kunst bedienen, kann
Artnets Produktangebot die Aufmerksamkeit der wichtigsten
internationalen Sammler wecken. Dieses ermöglicht eine
bedeutende Wachstumsmöglichkeit für das
Unternehmen.
Die Einnahmen aus Werbeverträgen und Sponsorships
dürften 2023 steigen, wenn auch etwas weniger als in
den Jahren 2021 und 2022. Zugrunde liegt die vom Management
erwartete Abschwächung des Marktes für
Luxuswerbung. Die für Artnet News Pro geplanten
Neuerungen sollen durch die Umstellung auf ein
einheitliches Abonnementprodukt das Wachstum ankurbeln.
Artnets Management verfolgt nach wie vor die Strategie,
eine einheitliche Plattform aufzubauen. Investitionen in
Technologie und Produktentwicklung werden dementsprechend
2023 fortgesetzt. Durch diese Plattform werden erhebliche
Synergieeffekte zwischen den Segmenten genutzt und das
Wachstum sowie die internationale Reichweite
gefördert. Ein verbessertes Nutzererlebnis wird 2023
den Datenverkehr, die Nutzerbindung und die Konversionsrate
erhöhen. Investitionen in Vertrieb und Marketing
werden 2023 ebenfalls den Umsatz sowie die
Markenbekanntheit steigern. Kuratierte OnlineAuktionen im
Bereich Marktplatz sollen das Vertrauen in das Angebot
Artnets steigern und zu höheren Margen führen.
Basierend auf den Erwartungen für und den Synergien
zwischen den einzelnen Segmenten prognostiziert das
Management einen Anstieg der Gesamtumsatzerlöse im
Jahr 2023 zwischen 28 Mio. USD bis 30 Mio. USD. Management
erwartet ein Betriebsergebnis (=EBIT) zwischen 1,0 Mio. USD
und 1,6 Mio. USD. Der Fokus auf Performance und Margen soll
2023 zu der Erhöhung des Betriebsergebnisses
führen.
Im Hinblick auf nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
erfreut sich der Konzern wiederkehrender Kunden, sowohl bei
den B2B- als auch den B2C-Leistungen. Daten wie die
Click-through-Rate (Klickrate), niedrige Bounce Rates
(Absprungraten) oder ein großer Zuwachs an Traffic
zeigen, dass Artnet seinen internationalen Kunden einen
hohen Mehrwert bietet.
Die vergangenen drei Jahre haben unterstrichen, welches
Wachstum und welche Chancen sich aus Online-Transaktionen,
Daten- und Medienservices ableiten lassen. Das Management
ist davon überzeugt, dass Artnet diese Entwicklungen
im Kunstmarkt in den kommenden Jahren weiterhin
anführen wird.
scrollen
Versicherung des gesetzlichen VertretersNach meinem besten Wissen und nach geltenden
Rechnungslegungsstandards bildet der folgende
Konzernabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage und der Gewinne oder Verluste der
Artnet AG ab. Der Lagebericht der Artnet AG umfasst eine
angemessene Prüfung der Entwicklung und Leistung des
Unternehmens sowie der Lage des Konzerns nebst einer
Beschreibung der Hauptchancen und -risiken, die der
erwarteten Konzernentwicklung zugeschrieben werden.
Berlin, 15. August 2023
scrollen
Artnet AG Konzernbilanz Zum 30. Juni 2023Aktivascrollen
Passivascrollen
Artnet AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Artnet AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2023scrollen
scrollen
Artnet AG Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftshalbjahr vom 1. Januar bis Juni 2023scrollen
Artnet AG Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftshalbjahr vom 1. Januar bis Juni 2023scrollen
Artnet AG Konzern-Eigenkapitalentwicklung (USD) für das Geschäftshalbjahr vom 1. Januar bis Juni 2023scrollen
scrollen
Artnet AG Konzern-Eigenkapitalentwicklung (EUR) für das Geschäftshalbjahr vom 1. Januar bis Juni 2023scrollen
scrollen
Verkürzter Konzernanhang 2023UnternehmensdatenDie Artnet AG ("Artnet AG" oder "die Gesellschaft") ist
eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz
in Berlin, Deutschland. Der eingetragene Sitz der Artnet AG
ist die Niebuhrstraße 78, 10629 Berlin, Deutschland.
Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 980060 B im
Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg
eingetragen.
Die Artnet AG hält 100% der Geschäftsanteile
an der Artnet Worldwide Corporation ("Artnet Corp."), die
ihren Geschäftssitz in New York, USA, hat. Artnet
Corp. hält ihrerseits 100% der Geschäftsanteile
an der in London ansässigen Artnet UK Ltd. Die
frühere Tochtergesellschaft Jay Art GmbH, Berlin,
wurde aufgelöst und am 14. Mai 2020 aus dem
Handelsregister gelöscht. Die Artnet AG, die Artnet
Corp. sowie alle hundertprozentigen Tochtergesellschaften
der Artnet Corp. werden gemeinsam als "Artnet-Konzern",
"Konzern", "Unternehmen" oder "Artnet" bezeichnet.
Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit stellt der
Konzern Kunstsammlern, Galerien, Verlagen,
Auktionshäusern und Kunstliebhabern eine
Komplettplattform bereit, um Kunstwerke zu kaufen, zu
verkaufen oder zu suchen. Nutzer können Kunstwerke
finden, die im Galerienetzwerk, bei Auktionshaus-Partnern
oder auf Artnet Auctions, einer
OnlineTransaktionsplattform, aktuell zum Verkauf stehen.
Mit Artnet News unterhält der Konzern einen eigenen
24-Stunden-Nachrichtendienst für Kunst, der über
Events, Trends, Entwicklungen und Persönlichkeiten des
Kunstmarkts berichtet. Der Konzern-Zwischenabschluss wurde
am 15. August 2023 vom CEO zur Veröffentlichung
freigegeben.
Grundlagen der BerichterstattungDer vorliegende ungeprüfte
Konzern-Zwischenabschluss wurde in Einklang mit den
Richtlinien der International Financial Reporting Standards
(IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des
International Accounting Standards Board (IASB)
aufgestellt, die in der EU auf Zwischenabschlüsse
verpflichtend anzuwenden sind. Der Zwischenabschluss
entspricht insbesondere den Richtlinien über die
Zwischenberichterstattung in IAS 34 und erfüllt
darüber hinaus den Deutschen Rechnungslegungsstandard
DRS 16 - Halbjahresfinanzberichterstattung sowie die
§§ 115, 117 WpHG. Dieser Zwischenabschluss
enthält nicht alle Informationen und Anhangangaben,
die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss
zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind. Die in
diesem Zwischenbericht angewendeten Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden entsprechen weitgehend denen des letzten
Konzernjahresabschlusses. Eine detaillierte Beschreibung
der Rechnungslegungsgrundsätze ist im Anhang zum
Konzernjahresabschluss des Geschäftsberichts 2022
veröffentlicht. Der Konzern-Zwischenabschluss
enthält nach Überzeugung des Vorstands alle
Anpassungen, die für eine den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechende Darstellung der
Vermögens-, Finanz und Ertragslage in der
Zwischenberichtsperiode erforderlich sind. Die Ergebnisse
der zum 30. Juni 2023 endenden Berichtsperiode lassen nicht
notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung
zukünftiger Ergebnisse zu. Der
Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 und der
Konzern-Zwischenlagebericht sind weder gemäß
§ 317 HGB geprüft, noch einer prüferischen
Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen
worden. Die Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses
erfolgte auf Basis historischer Anschaffungs- und
Herstellungskosten.
Bilanzstichtag ist der 30. Juni 2023.
BerichtsperiodeDer vorliegende Konzern-Zwischenabschluss wurde für
die Berichtsperiode vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023
erstellt. Das Geschäftsjahr aller
Konzerngesellschaften entspricht dem Kalenderjahr. Die im
Konzern-Zwischenabschluss und dazugehörigen Anhang
enthaltenen Beträge werden, falls nicht anderweitig
ausgewiesen, in Euro (EUR) angegeben. Die
Berichtswährung ist Euro. Der Schwerpunkt der
Konzern-Geschäftstätigkeit liegt im
US-Dollar-Währungsraum, weshalb der US-Dollar die
funktionale Währung der operativen Konzerngesellschaft
Artnet Corp. ist. Transaktionen in anderen Währungen
als dem US-Dollar werden mit dem am Tag der Transaktion
gültigen Wechselkurs erfasst.
An jedem Bilanzstichtag werden die monetären
Posten, die in Fremdwährungen angegeben sind, mit dem
am Bilanzstichtag gültigen Kurs umgerechnet. Gewinne
und Verluste aus dieser Umrechnung werden erfolgswirksam
als sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen
ausgewiesen. Im Rahmen der Konsolidierung werden die
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns
ebenfalls zum Stichtagskurs umgerechnet. Die Umrechnung von
Erträgen und Aufwendungen erfolgt mit dem
durchschnittlichen Kurs der Periode. Die sich daraus
ergebenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen werden
innerhalb des Konzern-Eigenkapitals als separater Posten
erfasst.
Im Jahr 2023 blieb das langfristige Konzerndarlehen in
der Höhe von 1,5 Millionen EUR bestehen. Eine Tilgung
dieser Darlehensforderung ist in absehbarer Zukunft weder
geplant noch wahrscheinlich. Die konzerninterne
Darlehensforderung wird entsprechend IAS 21.15 als Teil
einer Nettoinvestition (Net Investment) eingeordnet. Somit
werden Umrechnungsdifferenzen für das Eurodarlehen im
sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen. Sie werden damit bis
zur vollständigen oder teilweisen
Veräußerung der Beteiligung der Artnet AG an der
Artnet Corp. in einer gesonderten Eigenkapitalkomponente
akkumuliert.
In den ersten sechs Monaten 2023 wurden
Währungseffekte in Höhe von 26 TEUR als
Nettoinvestition im sonstigen Gesamtergebnis ausgewiesen
und reduzierten das Eigenkapital. Für den Konzern sind
die Wechselkursrelationen des US-Dollars zum Euro und zum
britischen Pfund wesentlich. Der Umrechnung lagen in den
angegebenen Jahren jeweils die folgenden Wechselkurse
zugrunde:
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Konsolidierungskreis und konsolidierte UnternehmenIn den Konzernabschluss sind die rechtliche
Muttergesellschaft Artnet AG und ihre hundertprozentige
Tochtergesellschaft Artnet Worldwide Corporation sowie die
Tochtergesellschaften des Unternehmens einbezogen. Laut
IFRS 10 ist eine Beherrschung gegeben, wenn ein Unternehmen
schwankenden Renditen aus seinem Engagement in dem
Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf
diese besitzt und die Fähigkeit hat, die Finanz- und
Geschäftspolitik des Beteiligungsunternehmens zu
beeinflussen, um aus dessen Tätigkeiten Nutzen zu
ziehen. Am 23. Februar 1999 führte die Artnet AG eine
Transaktion mit der Artnet Corp. durch, die als
Neufinanzierung der Artnet Corp. mit Artnet Corp. als
Erwerberin der Artnet AG behandelt wurde.
Infolgedessen wurde die Erstkonsolidierung so
durchgeführt, dass die Artnet AG als rechtliche
Erwerberin auf die Tochtergesellschaft Artnet Corp.
konsolidiert wurde, da diese die wirtschaftliche Erwerberin
war. Im November 2007 wurde mit der Gründung von
Artnet U.K. Ltd., der britischen Tochtergesellschaft von
Artnet Worldwide Corporation, eine Niederlassung in London
eröffnet. Die Artnet AG und ihre Tochtergesellschaften
beschäftigen zum 30. Juni 2023 insgesamt 129
Mitarbeitende.
Eigene AktienZum 30. Juni 2023 hielt die Artnet AG keine eigenen
Aktien.
ErtragsteuernDer laufende Ertragsteueraufwand wird für die
Zwischenberichtsperiode auf Basis des für das gesamte
Geschäftsjahr geschätzten durchschnittlichen
Ertragsteuersatzes angegeben. Aufgrund ihrer steuerlichen
Verlustvorträge muss die Artnet Corp. nur die
US-Mindestkörperschaftsteuer zahlen.
Der Konzern prüft den Buchwert seiner latenten
Steuerforderungen einmal jährlich und wird die latente
Steuerforderung am Bilanzstichtag, dem 31. Dezember 2023,
auf Basis der aktuellsten Unternehmensplanung für die
Geschäftsjahre 2023 bis 2025 prüfen. Aktuell
werden keine wesentlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie
auf die Werthaltigkeit der latenten Steuern erwartet.
SegmentberichterstattungDer Konzern berichtet über die operativen Segmente
in der gleichen Weise, wie er diese Informationen intern an
den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet. Die
Berichterstattung des Konzerns bezieht sich auf die
folgenden drei Segmente:
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Die Steuerung der einzelnen Segmente durch das
Management erfolgt auf Basis des Deckungsbeitrages II
(Umsatzerlöse abzüglich direkter und indirekter
variabler Kosten), der daher im Folgenden als
Segmentergebnis dargestellt wird. Nicht direkt zurechenbare
Aufwendungen werden den berichtspflichtigen Segmenten im
Wesentlichen auf der Grundlage des Verhältnisses von
Mitarbeiterzahl und Umsatzerlösen je Segment
zugerechnet.
Die Darstellung der Segmentberichterstattung erfolgt
entsprechend der internen Kommunikation
ausschließlich auf US-Dollar-Basis. Eine
segmentbezogene Aufteilung der Vermögenswerte oder
Verbindlichkeiten wird dem Management nicht zur
Verfügung gestellt und daher nicht berichtet.
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Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung des
Deckungsbeitrags II auf das Betriebsergebnis in der
Konzern-Gesamtergebnisrechnung dar:
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Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich
mittels Division des Konzernergebnisses durch die
gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtsjahr in
Umlauf befindlichen Stammaktien. Das verwässerte
Ergebnis je Aktie errechnet sich in derselben Weise wie das
unverwässerte Ergebnis je Aktie, mit dem Unterschied,
dass sich die durchschnittliche Anzahl der in Umlauf
befindlichen Stammaktien um die Anzahl der Aktien aus
potenziellen Optionsausübungen erhöht. Die
Berechnung des Ergebnisses je Aktie beruht auf den
folgenden Daten:
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In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2023
beliefen sich die verwässerten und unverwässerten
Ergebnisse je Aktie auf -0,23 USD bzw. -0,21 EUR im
Vergleich zum Vorjahr (2022: 0,23 USD bzw. 0,21 EUR).
MitarbeitendeIn der ersten Jahreshälfte des Geschäftsjahres
2023 beschäftigte der Konzern 127
Vollzeitmitarbeitende im Vergleich zu 137 im gleichen
Zeitraum 2022. Darüber hinaus waren, wie im Vorjahr,
zwei Mitarbeitende in Teilzeit für den Artnet-Konzern
tätig. Im Vertrieb und in sonstigen Bereichen
beschäftigte der Konzern fünf freie
Mitarbeitende, im Vergleich zu vier freien Mitarbeitenden
im selben Zeitraum des Vorjahres.
Transaktionen mit nahestehenden PersonenAm 21. Dezember 2022 gewährte Fine Art Luxembourg
den Darlehensnehmern (Albert Neuendorf, Hans Neuendorf,
Galerie Neuendorf AG, Neuendorf Ltd.) ein Darlehen in
Höhe von 500 TUSD. Darüber hinaus fielen
Gebühren in Höhe von 5 TUSD und Transportkosten
von 2 TUSD für ein überlassenes Gemälde an.
Das Darlehen wurde direkt auf das Konto der Artnet
Worldwide Corporation eingezahlt. Es wird mit dem
Libor-Zinssatz plus 6,5% verzinst. Der Artnet-Aktionär
Hans Neuendorf von der Galerie Neuendorf AG gewährte
dem Konzern ein Darlehen in Höhe von 507 TUSD. Das
Darlehen wurde im Mai 2023 zurückgezahlt.
Am 27. Juli erhielt Artnet ein Darlehen von einer
Artnet-Führungskraft in Höhe von 275 TUSD,
welches ursprünglich im Dezember 2022 fällig und
mit 6% verzinst wurde. Dieses Darlehen wurde im Februar
verlängert und läuft nun bis Januar 2024 mit
einem Zinssatz von 10%.
Schätzungen und Annahmen im Rahmen der RechnungslegungZur Erstellung des Konzernabschlusses gemäß
IFRS müssen Schätzungen vorgenommen und Annahmen
getroffen werden, die die Höhe der Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und
Aufwendungen und darüber hinaus die Angaben im Anhang
zum Zwischenabschluss beeinflussen. Tatsächliche
Ergebnisse und Entwicklungen weichen möglicherweise
von diesen Schätzungen und Annahmen ab. Vom Vorstand
vorgenommene Schätzungen, die wesentliche Auswirkungen
auf den Konzernabschluss haben, umfassen den Ausweis
latenter Steuerforderungen und Entwicklungskosten, die
Verminderung kapitalisierter Entwicklungskosten, die
Bewertung von Rückstellungen, die Nutzungsdauer
langfristiger Vermögenswerte und die Beurteilung von
Rückstellungen für uneinbringliche Forderungen.
Ferner waren Schätzungen des Leihzinses für die
LeasingBilanzierung im Geschäftsjahr 2022 nötig.
Mitteilung über Transaktionen von Personen mit
Führungsaufgaben gemäß Artikel 19 MMVO Nach
Artikel 19 MMVO wurde das Unternehmen nicht über
Transaktionen informiert, die von Personen mit
Führungsaufgaben vorgenommen wurden.
Stimmrechtsmitteilungen nach § 21 WpHGNach § 21 WpHG sind Aktionäre verpflichtet,
bei Über- oder Unterschreiten bestimmter
Meldeschwellen die Höhe ihrer Stimmrechtsanteile zu
melden. Die Meldeschwellen sind 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %,
25%, 30 %, 50% und 75 %. Die Stimmrechtsmitteilungen, die
das Unternehmen im Verlauf des Berichtsjahres erhält,
werden auf Artnets Webseite unter
artnet.de/investor-relations/ stimmrechtsmitteilungen
veröffentlicht.
Im ersten Halbjahr 2023 wurden keine Veränderungen
der gemeldeten Schwellenwerte berichtet.
Hilfreiche Informationen für Aktionäre
Artnet AG Aufsichtsrat
Dr. Pascal Decker, Vorsitzender
Prof. Dr. Michaela Diener, Stellvertretende Vorsitzende
Hans Neuendorf, Gründer, Artnet AG
Jacob Pabst, CEO
Artnet Worldwide Corporation
Jacob Pabst, CEO
CEO Artnet UK Ltd.
Jacob Pabst, CEO
scrollen
Informationen zur AktieDie Stammaktien der Artnet AG werden am Regulierten
Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse
unter dem Börsenkürzel "ART" gehandelt. Meldungen
zu relevanten Unternehmensentwicklungen finden Sie unter
artnet.com/investor-relations.
WertpapierkennnummerWKN A1K037
ISIN DE000A1K0375
LEI 391200SHGPEDTRIC0X31
Investor und Shareholder RelationsDie Artnet AG legt großen Wert auf einen positiven
und fruchtbaren Austausch mit ihren Stakeholdern. Wir
freuen uns darauf, mit Ihnen zu sprechen.
Alle relevanten Informationen für Investoren und
Aktionäre, den Jahresabschluss sowie
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