Ad-hoc | 13 January 1997 09:54
Ad hoc-Service: Sekt.Wachenheim AG
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Ad hoc-Service: Sekt.Wachenheim AG
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Verschmelzung mit der Sektkellerei Faber rückwirkend zum 1. Juli
1996 geplant/ Entscheidung auf der HV am 27. Februar 1997/
Synergieeffekte und schnelle Nutzung der Verlustvorträge
Frankfurt, 13. Januar 1997. Der Vorstand der Sektkellerei Schloß
Wachenheim AG hat die Zukunftspläne für das pfälzische
Traditionshaus konkretisiert. Wichtigste Veränderung soll eine
Verschmelzung der Reh-Tochtergesellschaft Sektkellerei Faber GmbH
& Co. KG in Trier mit der Sektkellerei Schloß Wachenheim AG
rückwirkend zum 1. Juli 1996 sein, die man der Hauptversammlung
am 27. Februar 1997 vorschlagen wird. Im Falle der Zustimmung
hätte das neue Unternehmen einen Gesamtabsatz von ca. 100 Mio
Flaschen Sekt (0,75 l) und ein Umsatzvolumen von rund 400 Mio DM
bei mindestens 10 Mio DM Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit.
Die geplante Verschmelzung: 400 Mio DM Umsatz und 100 Mio
Flaschenabsatz
Die geplante Verschmelzung der Sektkellerei Faber durch Aufnahme
bei der Sektkellerei Schloß Wachenheim AG, wirtschaftlich und
steuerlich, soll rückwirkend auf den Stichtag 01.07.96 erfolgen.
Für die Durchführung der Verschmelzung durch Sacheinlage ist
vorgesehen, das Grundkapital der Gesellschaft von bisher 6,6 Mio
DM zunächst um 26,4 Mio DM auf 33 Mio DM zu erhöhen. Die neuen
Aktien, die auf diesen Erhöhungsbetrag ausgegeben werden, wird
die Günther Reh AG als Gegenleistung für die Einbringung der
Sektkellerei Faber GmbH & Co. KG in die Sektkellerei Schloß
Wachenheim AG erhalten.
Um den Schloß Wachenheim-Aktionären, die neben der Günther Reh AG
zu 20 Prozent an der Gesellschaft beteiligt sind, die Möglichkeit
zu eröffnen, sich wieder im gleichen Verhältnis wie vor der
Kapitalerhöhung zu beteiligen, soll außerdem eine Barkapitalerhöhung
zu Gunsten dieser Aktionäre durchgeführt werden. Bei dieser
Kapitalerhöhung verzichtet die Günther Reh AG auf ihr gesetzliches
Bezugsrecht. Es ist vorgesehen, das Grundkapital um weitere 6,6 Mio DM
auf 39,6 Mio DM zu erhöhen.
Die Aktionäre, die am derzeitigen Grundkapital von 6,6 Mio DM zu
20 Prozent beteiligt sind, erhalten somit die Möglichkeit, am
neuen, durch Barkapitalerhöhung geschaffenen Kapital von nominal
6,6 Mio DM im Verhältnis 1 : 5 (auf eine alte Aktie kommen fünf
neue) Aktien zu beziehen. Die Bezugsfrist soll zwei Wochen
betragen.
Der Vorstand hat bei der WUB, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Saarbrücken, Gutachten in Auftrag gegeben. Darin werden bei
Anwendung von gleichen Bewertungsmaßstäben die Sektkellerei
Schloß Wachenheim AG mit 19 Mio DM bewertet und die Sektkellerei
Faber GmbH & Co. KG mit 132 Mio DM. Die von der Günther Reh AG im
Rahmen der Verschmelzung geleistete Sacheinlage von nominal 26,4
Mio DM bewertet der Vorstand der Günther Reh AG, abweichend von
dem Gutachten, mit einem Abschlag von 20 Prozent, also mit l05,6
Mio DM. Die Schloß Wachenheim AG wird mit 26,4 Mio DM bewertet.
Dies entspricht einem Verhältnis von 4:1.
Dementsprechend sind die im Rahmen der Barkapitalerhöhung neu
geschaffenen Aktien ebenfalls zum vierfachen des Grundkapitals zu
bewerten, nämlich zu DM 200.–. “Um jedoch einen weiteren Anreiz
zu schaffen, wird der Bezugspreis der neuen Aktien 10 DM unter
dem durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien in der Woche vor
Beginn der Bezugsfrist festgelegt”, so Nick Reh in Frankfurt
höchstens jedoch DM 250.
Der Verschmelzungsvertrag sieht vor, die ausländischen
Beteiligungen der Sektkellerei Faber und die inländischen
Beteiligungen die nicht dem Sektgeschäft hinzuzurechnen sind, im
Zuge der Sacheinlage zu entnehmen. Dieses zu entnehmende
Beteiligungspaket hat in den vergangenen Jahren keinen positiven
Beitrag am Gesamtergebnis der Gesellschaft geleistet.
Sektkellerei Schloß Wachenheim AG: Das Geschäftsjahr 1995/96
(30.6.1996)
Die Sektkellerei Schloß Wachenheim AG hat im Geschäftsjahr 95/96
einen Umsatz von 54,5 Mio DM erzielt, das sind 11,3 Mio DM
weniger als im Vorjahr (65,8 Mio DM). Das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei -1,3 Mio DM (gegenüber
-10,1 Mio DM im Vorjahr), wird aber durch den positiven Saldo der
außerordentlichen Erträge und Aufwendungen in Höhe von 21,3 Mio
DM überkompensiert. “Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen
und wurde bereits im August 1996 auf der außerordentlichen
Hauptversammlung den Aktionären angekündigt”, so der Vorstand.
Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs haben die
Gläubigerbanken auf weitere Forderungen in Höhe von 29,5 Mio DM
verzichtet. Als Gegenleistung haben die Banken einen
Besserungsschein erhalten, wonach 50 Prozent der in Zukunft
erzielten Steuerersparnisse aus den am 29. Februar 1996
vorhandenen Verlustvorträgen, höchstens jedoch 29,5 Mio DM an die
Banken abzuführen sind. Insbesondere durch den weiteren
Forderungsverzicht der Banken konnten zum 30. Juni 1996 der
Bilanzverlust auf 5,4 Mio DM und der nicht durch Eigenkapital
gedeckte Fehlbetrag auf 3,2 Mio DM abgebaut werden. Durch die mit
einem Aufgeld verbundene Kapitalerhöhung gemäß Beschluß der
Hauptversammlung vom 9. August 1996 ist die Lage der Gesellschaft
stabilisiert worden. “Dies gilt ungeachtet einiger weiter
bestehender Unsicherheiten aus dem Vergleichsverfahren”, so
Vorstand Nick Reh in Frankfurt.
Die nicht an die Gläubigerbanken abzuführenden
Steuerersparnisse kommen künftig voll der Schloß Wachenheim AG
zugute. Die steuerlichen Verlustvorträge belaufen sich per
30.06.96 auf jeweils 110 Mio DM bei der Körperschaftssteuer und
der Gewerbesteuer (sie unterliegen allerdings noch der
Überprüfung durch die Finanzbehörden).
Sektkellerei Schloß Wachenheim AG: 1. Halbjahr 1996/97 (31.12.96)
Die erste Hälfte des neuen Geschäftsjahres stand ganz im Zeichen
der wirtschaftlichen Sanierung, so Nick Reh. Das Grundkapital
wurde – durch Beschluß der außerordentlichen HV am 9. August
1996 – von 2,2 Mio DM um 4,4 Mio DM auf 6,6 Mio DM erhöht,
verbunden mit einem Aufgeld von 5,7 Mio DM. Die Kapitalerhöhung ist
am 9. August 1996 in das Handelsregister eingetragen worden.
Unter Einbeziehung der in diesem Zusammenhang zugeführten
Eigenmittel von insgesamt 10,1 Mio DM ergibt sich ein Eigenkapital
von 6,9 Mio DM, womit das erhöhte Grundkapital von 6,6 Mio DM in
voller Höhe wieder hergestellt ist. Die Günther Reh AG, Trier, die
am 15. Mai 1996 die Beteiligung der beiden früheren Großaktionäre
erworben hatte, ist nach der Kapitalerhöhung mit Aktien im Nennwert
von 5,270,900 DM (= 79,86 Prozent des Grundkapitals) an der
Sektkellerei Schloß Wachenheim AG beteiligt.
Als “insgesamt zufriedenstellend unter Berücksichtigung der
schwierigen Rahmenbedingungen bezeichnete der Vorstand der SSW AG
die ersten sechs Monate im laufenden Geschäftsjahr. Für das
Gesamtjahr erwartet man einen Absatz von rund 9,5 Mio Flaschen,
einen Marktanteil von knapp 2 Prozent und ein Umsatzvolumen von
rund 55 Mio DM. Im Gegensatz zum Vorjahr soll im laufenden
Geschäftsjahr ein positives Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit erzielt werden, bereits für das Geschäftsjahr
’97/98 wäre bei planmäßigem Geschäftsverlauf erstmals mit einer
Dividende zu rechnen.
Ende der Mitteilung