Siltronic AG

München

Gesonderter nichtfinanzieller Bericht außerhalb des Lageberichts

Nichtfinanzieller Bericht 2021

(Umsetzung der Anforderungen aus §§ 315b, 315c i.V.m. 289b bis 289e HGB)

Interview mit dem Vorstand
GRI 102-14

"Wir werden bis 2030 unseren CO 2-Ausstoss halbieren. Damit tragen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung verstärkt Rechnung. Unsere Kinder sollen eine lebenswerte Umwelt vorfinden, dazu wollen wir einen Beitrag leisten." Rainer Irle CFO

Was waren die wesentlichen Fortschritte bei Siltronic im Jahr 2021?

Dr. Christoph von Plotho: Die Herausforderungen der Pandemie haben 2021 unsere Geschäftsaktivitäten stark beeinflusst. Wir haben gelernt, mit den Einschränkungen umzugehen und konnten die Produktion an unseren Standorten mit einer sehr hohen Auslastung durchgehend aufrechterhalten.

Rainer Irle: Bei der Herstellung der Wafer benötigen wir ziemlich viel Energie und tragen damit zur Klimaerwärmung bei. Zur Bekämpfung der Klimakrise hat sich Siltronic dazu entschlossen, Klimaziele zu setzen, die dazu beitragen, die globale Klimaerwärmung entsprechend dem Pariser Klimaabkommen zu begrenzen. Wir beteiligen uns an der Science Based Targets Initiative und werden unsere unmittelbar verursachten Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) bis zum Jahr 2030 um die Hälfte reduzieren.

Zur verantwortlichen Koordinierung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten und um dem Thema Menschenrechte einen noch höheren Stellenwert im Unternehmen zu geben, haben wir einen Menschenrechtsbeauftragten eingesetzt, der direkt an den Vorstand berichtet.

Was bedeutet Verantwortung für das Unternehmen?

Dr. Christoph von Plotho: Wir nehmen unsere unternehmerische Verantwortung ernst und verbinden unternehmerischen Erfolg mit verantwortungsvollem Handeln - in unseren effizienten Produktionsprozessen, bei Beschaffung und Verwendung von Ressourcen sowie im vertrauensvollen Umgang mit unseren Mitarbeitern. Wir ermitteln und bewerten wiederkehrend unsere Chancen und Risiken - in Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern - und wollen diese künftig proaktiv und eigeninitiativ managen.

Weltweit stellen sich unsere Mitarbeitenden täglich der Herausforderung, unsere Prozesse besser, sicherer, einfacher, umweltfreundlicher und damit nachhaltiger zu gestalten. Gemeinsam möchten wir unserer Verantwortung gerecht werden, die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit mit den Erwartungen und Bedürfnissen der Gesellschaft in Einklang zu bringen.

Wie sieht das Geschäftsmodell von Siltronic aus?

Dr. Christoph von Plotho: Wir sind ein führender Hersteller für Wafer aus Reinstsilizium und bedienen alle großen Verbraucher von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie. Siliziumwafer sind Bestandteil nahezu aller elektronischen Bauteile, die unser Leben digitaler und damit einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Unsere Technologien schaffen die Grundlage für die Produktion kleinerer und energieeffizienterer Bauteile in der modernen Elektronik. So tragen wir dazu bei, dass wertvolle Ressourcen geschont und der globale Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden kann.

Wir verbessern kontinuierlich und konsequent unsere Produktionsprozesse, um Rohstoffeinsatz und Energieverbrauch zu verringern und den Anteil der wiederverwendeten Betriebsstoffe zu erhöhen. Um Auslieferungen an unsere Kunden möglichst umweltschonend zu gestalten, bündeln wir Lieferungen und setzen Mehrfachverpackungen ein.

Wie übernehmen Sie soziale Verantwortung?

Rainer Irle: Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind unser höchstes Gut und die Grundlage unseres Erfolgs. Wir pflegen ein respektvolles, ehrliches und offenes Miteinander. Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Unser Ziel ist es, noch vielfältiger zu werden und insbesondere noch mehr Frauen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen in mittlere und obere Führungspositionen zu bringen. Mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung sind in unseren Geschäftsprozessen tief verankert.

Der Schutz unserer Belegschaft bei der Aufrechterhaltung der Produktion während der Pandemie hat für uns als Unternehmen höchste Priorität. Das gilt sowohl in der Verantwortung gegenüber unserer Belegschaft als auch gegenüber unseren Kunden und Geschäftspartnern. Dazu bieten wir unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wo immer möglich die Option zur mobilen Arbeit an.

Wie stehen Sie zu Initiativen wie Global Compact und Responsible Business Alliance?

Dr. Christoph von Plotho: Siltronic setzt die zehn Prinzipien der "Global Compact"-Initiative der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Wir respektieren die international verkündeten Menschenrechte und fördern ihre Einhaltung innerhalb unserer Einflusssphäre. Als Zulieferer der Elektronikindustrie beachten wir die Grundsätze der Initiative Responsible Business Alliance (RBA), die wir seit Mai 2019 als Mitglied aktiv unterstützen.

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Dr. Christoph von Plotho Rainer Irle
CEO CFO

1. Der Rahmen für den Nichtfinanziellen Bericht 2021

Unter Nachhaltigkeit verstehen wir, durch heutiges Handeln künftige Bedingungen im ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Bereich positiv zu beeinflussen. Den Hintergrund für diesen Nichtfinanziellen Bericht bzw. diesen Nachhaltigkeitsbericht bildet daher die Frage, wie Siltronic zur Verbesserung oder Verschlechterung von ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene beiträgt.

Wir glauben, dass positiv nachhaltiges Handeln für Siltronic selbst Vorteile bringt. Indem wir die Effizienz des Rohstoffeinsatzes oder die Effizienz des Energieeinsatzes steigern, sichern wir unsere Ertragskraft. Die Ertragskraft ist wichtig, um unserer Belegschaft überdurchschnittliche Sozialleistungen zu gewähren und ein breites Spektrum von Weiterbildungsmaßnahmen anbieten zu können. Eine dadurch engagierte und gebildete Belegschaft ist leistungsfähiger, um in Forschung und Entwicklung Neues zu entdecken. Mittel- und langfristig wirkt dies vorteilhaft auf unsere Ertragskraft. Es entsteht ein Kreislauf, der nicht nur positiv für die Interessengruppen und die Umwelt ist, sondern auch für Siltronic.

Mit diesem Nachhaltigkeitsbericht bzw. diesem Nichtfinanziellen Bericht ergänzen wir die im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht dargelegten ökonomischen Aspekte um ökologische und gesellschaftliche Aspekte und erläutern, wie wir diese in Einklang bringen.

Der vorliegende Bericht ist der zusammengefasste, gesonderte Nichtfinanzielle Bericht für das Geschäftsjahr 2021 und gilt sowohl für den Siltronic-Konzern als auch die Siltronic AG. Informationen, die nur für die Siltronic AG gelten, sind im Text kenntlich gemacht. Der Öffentlichkeit ist der Nichtfinanzielle Bericht in den Sprachen Deutsch und Englisch durch Veröffentlichung im Internet unter https:/​/​www.siltronic.com/​de/​unternehmen/​nachhaltigkeit.html zugänglich gemacht.

Die im vorliegenden Bericht enthaltenen nichtfinanziellen Informationen wurden in Anlehnung an die Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt und orientieren sich an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und dem Code of Conduct der Responsible Business Alliance (RBA). Darüber hinaus werden in dem vorliegenden Bericht Informationen zu unserer sozialen Verantwortung gegeben, wenn sie für die Berichterstattung über den Fortschritt des Global Compact der Vereinten Nationen relevant sind ("Fortschrittsbericht 2021"). Der Berichtszeitraum entspricht dem des Konzernabschlusses und es wurden alle Konzerngesellschaften einbezogen. Der Nichtfinanzielle Bericht wird jährlich erstellt. GRI 102-50, -52

Dieser Nichtfinanzielle Bericht 2021 ist vom Aufsichtsrat der Siltronic AG geprüft. Des Weiteren hat der Aufsichtsrat einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen entsprechenden Prüfungsauftrag erteilt. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat hiernach den Nichtfinanziellen Bericht unter Anwendung des Standards ISAE 3000 zur Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit ("Limited Assurance") bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c HGB i. V. m. §§ 289b bis 289e HGB geforderten Angaben geprüft. GRI 102-56

2. Das Geschäftsmodell von Siltronic und unsere ethischen Grundsätze

§ 289c Abs. 1 HGB

Das Geschäftsmodell von Siltronic

Wir sind ein global agierender Hersteller von Wafern, Scheiben aus hochreinem Silizium. Da Wafer den Grundstoff für Halbleiterchips bilden, sind fast alle unsere Kunden Chiphersteller. GRI 102-2

Wafer werden hergestellt, indem hochreines Silizium geschmolzen und aus der Schmelze über ein Ziehverfahren ein Kristall gewonnen wird. Der Kristall wird in einzelne Scheiben gesägt, die anschließend poliert und nach einer Endkontrolle verpackt werden. Die Herstellungskosten entfallen (in abnehmender Reihenfolge) auf Personal, Hilfs- und Betriebsstoffe, Abschreibungen, Rohstoffe und Energie. GRI 102-9

Der Anlagenpark besteht zu weiten Teilen aus Maschinen zum Ziehen von Kristallen, Öfen, Messgeräten, Reinigungsanlagen und Maschinen zur mechanischen und chemischen Behandlung der Waferoberfläche. Die Herstellung von Wafern erfolgt zu wesentlichen Teilen in Reinräumen. Von unseren vier Produktionsstandorten in Deutschland, Singapur und den USA versenden wir unsere Wafer direkt zu den Chipfabriken unserer Kunden, die (in alphabetischer Reihenfolge) in Europa, Festland China, Israel, Japan, Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan und den USA liegen. An den vier größten Standorten befinden sich jeweils Produktion, Verwaltung und Vertrieb. Zusätzlich betreiben wir kleine Vertriebs- oder Verwaltungseinheiten in weiteren sechs Ländern, davon in Asien (Festland China, Japan, Südkorea und Taiwan) und Europa (Frankreich und Italien). GRI 1024, -6, -9

Weitere Informationen zum Geschäftsmodell des Unternehmens sind im Lagebericht enthalten.

Unternehmensethik bei Siltronic

Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Damit die Geschäfte von Siltronic verantwortungsvoll und in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden, haben wir verschiedene Leitlinien entwickelt. Zu diesen zählen insbesondere: GRI 102-16

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Code of Conduct: Wir haben für unseren Konzern einen Kodex aufgestellt, der einen verbindlichen Orientierungsrahmen für eigenverantwortliches und gesetzestreues Verhalten bildet. Die Beachtung des Kodex ist für jeden Mitarbeiter verpflichtend. Der Code of Conduct behandelt insbesondere die Themen Verhalten untereinander, Führen als Vorbild, Umgang mit Geschäftspartnern, Umgang mit Informationen, Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen, Qualität, Sicherheit, Gesundheit und Umwelt sowie gesellschaftliche Verantwortung und Compliance-Meldungen. GRI 102-17

Selbstverpflichtungen: Siltronic setzt die zehn Prinzipien der Global Compact Initiative der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um und veröffentlicht dazu jährlich einen Fortschrittsbericht. Wir sind als Unterzeichner der Charta der Vielfalt beigetreten und verpflichten uns damit, Chancengleichheit und Vielfalt im Unternehmen aktiv umzusetzen und zu fördern. Siltronic orientiert sich als Zulieferer der Elektronikindustrie an dem Verhaltenskodex der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA), über den führende Unternehmen der Elektronikindustrie weltweit soziales und ökologisches Verantwortungsbewusstsein sowie ethische Geschäftspraktiken fordern und fördern. Siltronic ist Mitglied der Responsible Business Alliance (RBA). Weiter ist Siltronic der Science Based Targets Initiative (SBTi) beigetreten. SBTi treibt ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen im Privatsektor voran, indem sie es Unternehmen ermöglicht, wissenschaftsbasierte Ziele zur Reduktion von Emissionen zu setzen. GRI 102-12, -13

Wirkung der ethischen Grundsätze auf Organisation und Prozesse von Siltronic

Die oben genannten Leitlinien wirken auf die Aufbau- und Prozessorganisation von Siltronic. Die wesentlichen organisatorischen Maßnahmen zur Umsetzung der ethischen Grundsätze sind (a) ein Integriertes Managementsystem, (b) die zentrale Steuerung der Corporate Responsibility Themen mit einer neuen Stabstelle und direktem Berichtsweg an den Vorstand, (c) die Koordination der EHS-Themen aus einer gesonderten Abteilung, die sich um die Aspekte Umweltschutz, Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit und Arbeitssicherheit kümmert, und (d) die Struktur der wiederkehrenden Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat.

Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem "IMS". Das IMS beschreibt Abläufe sowie Verantwortlichkeiten und definiert konzernweit Standards, unter anderem in Hinblick auf Qualität, Energie, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Sicherheit von Anlagen. Die Standards basieren auf nationalen und internationalen Normen, Gesetzen, Kundenanforderungen und eigenen Grundsätzen. Das Integrierte Management-System IMS lassen wir durch einen weltweit tätigen Dienstleister zertifizieren. Die Zertifizierungen betreffen die Normen ISO 14001:2015 für Umweltschutz, ISO 45001:2018 für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, ISO 50001:2018 für das Energiemanagement der deutschen Standorte und IATF 16949:2016 für Qualitätsmanagementsysteme.

Konzern-Management-System

Um die Vielzahl möglicher Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit verbunden sind, zu identifizieren und zu steuern, hat der Vorstand ein systematisches Risikomanagement implementiert, das ausführlich im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" erläutert ist.

Compliance-System: Wir haben ein Compliance-System installiert, um unternehmensbezogene Rechtsverstöße zu vermeiden, zu identifizieren, aufzuarbeiten und, wenn notwendig, zu sanktionieren. Verantwortlich dafür ist die Compliance-Organisation von Siltronic. Das Unternehmen hat dazu in allen aktiven Einheiten Compliance-Beauftragte eingesetzt. Als geschützten Weg zur Meldung von Verstößen haben wir zudem einen externen Ombudsmann bestellt, an den unsere Belegschaft und auch Dritte anonym Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften melden können. Der Chief Compliance Officer berichtet an den Vorstandsvorsitzenden der Siltronic AG. GRI 102-17

Als Unternehmen mit komplexen chemischen und mechanischen Prozessen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen sowie für den Schutz von Menschen und Umwelt. Deshalb gibt es an den Produktionsstandorten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Bereich Umweltschutz, Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit und Arbeitssicherheit speziell ausgebildet sind. Diese sind in lokalen Abteilungen für Qualitätsmanagement & Nachhaltigkeit zusammengefasst. Da die Muttergesellschaft in Deutschland die konzernweite Verantwortung für Qualitäts- und Nachhaltigkeitssysteme hat, definiert die Abteilung in Deutschland die konzernweit gültigen Systeme und Richtlinien. Diese Abteilung berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Die Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder ist im Lagebericht dargestellt. GRI 102-11

Zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und zu dessen Zusammenarbeit mit dem Vorstand verweisen wir auf die Ausführungen im Corporate-Governance-Bericht und im Bericht des Aufsichtsrats. Informationen zu den Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht enthalten.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren in unserer Organisation

Die Steuerung der Siltronic-Organisation basiert auf finanziellen Leistungsindikatoren. Die wichtigsten Kennzahlen werden lokal und konzernweit monatlich erhoben und in Berichtssysteme eingegeben, wo sie mit zuvor festgelegten Zielen verglichen werden.

Analog zu den finanziellen Leistungsindikatoren sind auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren entsprechend ihrer Wesentlichkeit hierarchisch strukturiert. Auf der obersten Ebene hat der Vorstand sechs strategische Leistungsindikatoren festgelegt, über die er im Rahmen des routinemäßigen Berichtswesens informiert wird. Diese Leistungsindikatoren werden mittels kurzfristiger Jahresziele und langfristiger Ziele bis 2030 (Basisjahr 2015) überwacht.

Zu den sechs strategischen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Bereich Nachhaltigkeit wurden für das Jahr 2021 die folgenden Jahresziele festgelegt: § 289c Abs. 3 Nr. 5 HGB

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Ziel 1 | Rohstoffe - der spezifische Siliziumertrag (je Wafermenge; normiert auf Basisjahr 2015) beträgt mindestens 104. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 99,0 nicht erreicht.

Ziel 2 | Energie/​Klimawandel - der spezifische Energieverbrauch (je Waferfläche; normiert auf das Basisjahr 2015) ist um durchschnittlich 1,5 Prozent jährlich reduziert und beträgt im Jahr 2021 höchstens 91,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 88,9 erreicht.

Ziel 3 | Abfall - die Verwertungsrate von Abfällen ist um durchschnittlich 1,5 Prozent erhöht (Basisjahr 2015) und beträgt im Jahr 2021 mindestens 109,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 113,4 erreicht.

Ziel 4 | Wasser - die spezifische Entnahmemenge von Wasser für Produktionsprozesse (spezifisch je Waferfläche; Basisjahr 2015) ist um durchschnittlich 1,5 Prozent reduziert und beträgt im Jahr 2021 höchstens 91,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 89,7 erreicht.

Ziel 5 | Arbeitssicherheit - die Rate der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen beträgt maximal 2,0 (spezifisch je 1 Million Arbeitsstunden). Das Ziel wurde mit einem Ergebnis von 4,4 nicht erreicht.

Ziel 6 | Arbeitssicherheit - es ereignen sich keine Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen mit Chemikalien. Das Ziel wurde mit einem Ergebnis von 2 nicht erreicht.

Diese nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden laufend überwacht und quartalsweise an den Vorstand berichtet. Bei negativen Abweichungen werden die Ursachen analysiert, um anschließend Maßnahmen zur Verbesserung in die Wege zu leiten.

3. Bestimmung der Inhalte für diesen Bericht

Die wichtigsten Interessengruppen von Siltronic

Aufgrund der umfangreichen Aktivitäten wirkt Siltronic in vielfältiger Weise auf Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen und öffentliche Stellen. Die Festlegung der Anspruchsgruppen, die als die relevantesten bewertet wurden, basiert insbesondere auf Anzahl und Umfang von Interaktionen mit diesen Interessengruppen und der Einbindung von internen Führungskräften. GRI 102-42

Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten Anspruchsgruppen, Interaktionen und die Häufigkeit, mit der der Austausch stattfindet. GRI 102-40, -43

Festlegung der Berichtsinhalte

Für die Festlegung der Berichtsinhalte wurden wesentliche Themen ermittelt. Ein intern festgelegter Prozess orientiert sich dabei an diesen Schritten:

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Themen und Informationen sammeln und zusammenfassen

Themen bewerten und relevante Themen festlegen

Ergebnisse kommunizieren

Maßnahmen bei Bedarf ableiten

Zur Identifikation der für diesen Nichtfinanziellen Bericht wesentlichen Themen zu den Aspekten Umweltbelange, Personalbelange, Lieferkette (einschließlich Menschenrechten), gesellschaftliche Verantwortung und Sozialbelange (einschließlich Bekämpfung von Korruption und Bestechung) haben wir in einem ersten Schritt verschiedene Nachhaltigkeitsthemen ermittelt bzw. aktualisiert. Die Identifikation der Nachhaltigkeitsthemen basierte auf folgenden Informationsquellen:

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Zehn Prinzipien des "Global Compact" der Vereinten Nationen

"Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen

Anforderungen der Initiative Responsible Business Alliance

Anforderungen und Bewertungen von Kunden

Anforderungen und Bewertungen von Ratingagenturen

Austausch mit Netzwerkpartnern im Deutschen Global Compact Netzwerk und bei Responsible Business Alliance

unternehmensinternen Anforderungen und Festlegungen

Diese gesamte Sammlung der Themen wurde für eine strukturierte Bewertung in folgender Übersicht zusammengefasst:

ESG 3x9 Matrix

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ESG 3x9 Themen
Umwelt Soziales Governance
E1-Produktnachhaltigkeit S1-Menschenrechte G1 - Produktsicherheit
E2-Energie S2-Nachhaltige Lieferkette G2 - Transparenz
E3-Klimawandel S3-Corporate Citizenship G3 - Interessengruppen
E4-Abfall S4-Vielfalt G4 - Innovationsmanagement
E5-Wasser S5-Gesundheit&Sicherheit G5 - Compliance-Management
E6-Luftemissionen S6-Kommunikation G6 - Geschäftsstrategie
E7-Umweltrecht S7-Konfliktmineralien G7 - Datensicherheit
E8-Anlagensicherheit S8-Human Resources G8 - Faire Geschäftspartnerschaften
E9-Natürliche Ressourcen S9-Nachhaltigkeit bei Kunden G9 - Risikomanagement

In einem zweiten Schritt wurden diese Themen nach Wesentlichkeit bewertet und priorisiert, wobei dabei im Sinne der doppelten Wesentlichkeit einerseits die Relevanz der Themen für das Unternehmen als auch die Bedeutung unserer unternehmerischen Tätigkeit in Bezug auf das jeweilige Thema berücksichtigt wurden.

Für diese interne Bewertung der Themen nach Wesentlichkeit wurden folgende Informationsquellen einbezogen:

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frühere Bewertungsergebnisse

aktuelle Ergebnisse von internen Risikobewertungen

Unternehmensstrategie, langfristige Ziele und relevante Themen

strukturierte Abfrage zur Bewertung wesentlicher Themen bei internen Fachgruppen

Anforderungen und Bewertungen von Ratingagenturen

Austausch mit Netzwerkpartnern im Deutschen Global Compact Netzwerk und bei Responsible Business Alliance

unternehmensinterne Anforderungen und Festlegungen

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2020 wurden folgende 12 wesentliche Themen festgelegt und vom Vorstand freigegeben, die für das Unternehmen und externe Interessensgruppen relevant sind. Diese Bewertungsergebnisse gelten auch weiterhin für das Berichtsjahr 2021. GRI 102-46, -47

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Interessengruppen ESG
Wesentliche Themen Unternehmen Externe Umwelt Soziales Governance
Produktnachhaltigkeit x x x
Energie x x x
Klimawandel x x x
Abfall x x x
Wasser x x x
Umweltrecht und Compliance x x x
Anlagensicherheit x x x
Gesundheit und Arbeitssicherheit x x x
Nachhaltigkeit bei Kunden x x x
Compliance- Management x x x
Unternehmensstrategie x x x
Risikomanagement x x x

EU-Taxonomie

Um der Klimaerwärmung entgegenzutreten, hat die EU in einem umfangreichen Projekt die Aktivitäten der Wirtschaft auf ihren Ausstoß von Treibhausgasen analysiert. Die Analyse bezog sich auf Aktivitäten, die etwa 90 Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen in die Umwelt verursachen. Anschließend hat die EU eine Liste mit rund 90 Aktivitäten generiert, mit der "taxonomiefähige" Wirtschaftsaktivitäten festgelegt wurden. Diese Aktivitäten und die Überlegungen hierzu hat die EU in einer Verordnung zusammengefasst, die vereinfacht "EU-Taxonomie" genannt wurde.

Von den rund 90 Aktivitäten entfallen lediglich 17 auf die Herstellung von physischen Gütern. Die anderen Aktivitäten betreffen die Energiewirtschaft (25 Aktivitäten), den Verkehr (17 Aktivitäten), Ver-/​Entsorgungsunternehmen (12 Aktivitäten), den Immobiliensektor (7 Aktivitäten), Forstwirtschaft /​ Umweltschutz sowie Informationswesen /​ Dienstleistungen.

Eine taxonomiefähige Tätigkeit im Bereich der Herstellung von physischen Gütern bedeutet nicht notwendigerweise, dass die dabei entstandenen Produkte "ökologisch nachhaltig" sind. Vereinfacht gesagt, bedeutet eine taxonomiefähige Wirtschaftsaktivität, dass die Herstellung aus Sicht der EU eine relevante Bedeutung für den Ausstoß von Treibhausgasen hat. Die Bedeutung kann sich durch die Vermeidung von Treibhausgasen oder das Potenzial zu einer starken Reduzierung ergeben.

Deswegen ist nicht nur die Produktion von Elektrofahrzeugen oder Solaranlagen oder besonders wärmedämmender Fenster taxonomiefähig, sondern auch die äußerst energieintensive und damit treibhausgasrelevante Herstellung von Zement, Aluminium, Eisen/​Stahl oder chemischer Grundstoffe. Von den eingangs erwähnten 17 taxonomiekonformen Aktivitäten, die für die Herstellung von physischen Gütern infrage kommen, betreffen acht solche mit äußerst energieintensiver und damit treibhausgasrelevanter Produktion. Dass diese Produkte taxonomiefähig sind, hat nichts damit zu tun, dass sie klimafreundlich sind - im Gegenteil. Sie sind taxonomiefähig, weil die EU ein Potenzial darin sieht, dass sehr treibhausgasintensive Produkte im Lauf der Zeit in weniger treibhausgasintensive gewandelt werden können.

Die Produktion von Wafern findet sich weder direkt noch indirekt in der EU-Liste mit taxonomiefähigen Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund kann Siltronic keine taxonomiefähigen Umsatzerlöse erzielen. Unabhängig davon sind aufgrund deutschem Handelsrecht Angaben zur EU-Taxonomie zu machen. Auf der Grundlage einer umfassenden Analyse unserer Wirtschaftstätigkeiten sind diese wie folgt: Da Siltronic keine taxonomiefähigen Umsatzerlöse erzielt, beträgt der Anteil der taxonomiefähigen Umsatzerlöse 0 Prozent. Weil Wafer als Bezugspunkt für die Taxonomiefähigkeit von Betriebsausgaben und Investitionen ausscheiden, liegt der taxonomiefähige Anteil der Betriebsausgaben und Investitionen bei jeweils nahe 0 Prozent.

4. Umweltbelange

HGB § 289c Abs. 2 Nr. 1; Sustainable Development Goals 6, 7, 8, 12, 13
Global Compact-Prinzipien 7, 8, 9; Responsible Business Alliance (RBA) Code of Conduct Topic C

Bewertung der Umweltaspekte und Abgrenzung

Wir bewerten jährlich unsere Umweltaspekte mit einer ABC-Analyse und setzen auf Standortebene für die relevanten Aspekte Ziele und Verbesserungsprogramme auf. Für das Berichtsjahr 2021 haben wir folgende relevante Umweltaspekte ermittelt: Luft: NOx-Emission; Wasser: Wasserentnahme; Boden: Abfallmenge und Bodenverunreinigung; Energie: Stromverbrauch.

Die Mengenangaben in diesem Kapitel beziehen sich auf die Produktionsstandorte in Deutschland, Singapur und den USA. Im Vergleich dazu sind mengenmäßig nicht relevante Daten der Verwaltungsstandorte nicht enthalten.

Management von Roh- und Hilfsstoffen

Da Wafer zu fast 100 Prozent aus hochreinem Silizium bestehen, ist Silizium der mit großem Abstand wichtigste Rohstoff für uns. Silizium ist in der Erdhülle das nach Sauerstoff am zweithäufigsten vorkommende Element und ungiftig. Deswegen betrachten wir Silizium langfristig als konkurrenzlosen Grundstoff für Halbleiterbauelemente und unsere Produkte.

Wir sind bestrebt, Silizium möglichst effizient einzusetzen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung und es hilft uns, wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Leistungsindikator "Effizienz des Einsatzes von Silizium" bewirkt insbesondere, dass Siliziumreste erneut in unseren Produktionskreislauf einfließen, dass Produktionsverfahren mit dem Ziel der Ausbeutesteigerung weiterentwickelt werden und dass in neue Maschinen investiert wird. Wir legen für diese Kennzahl jährlich einen Zielwert fest. Der Wille, die Ziele zu erreichen, führt dazu, dass neue Ideen entstehen und diese getestet werden. Wenn sich zeigt, dass der Einsatz in der Produktion vielversprechend ist, werden Investitionen zur Umsetzung getätigt.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die jährliche Entwicklung der Kennzahl "Effizienz des Einsatzes von Silizium" (Basisjahr 2015 normiert):

Entwicklung der Effizienz des Einsatzes von Silizium

Je weniger Energie Smartphones, Tablets, PCs, Flachbildschirme und alle anderen Geräte mit Chips während ihres Betriebs benötigen sollen, desto anspruchsvoller fallen die physikalischen und chemischen Spezifikationen der Kunden an unsere Wafer aus. Ein Grund dafür ist, dass unsere Kunden aus Wafern mit anspruchsvolleren technischen Spezifikationen Chips mit geringerem Energieverbrauch herstellen. Die Chips mit geringerem Strombedarf sind - anders als üblicherweise angenommen - aber nicht leistungsschwächer, sondern leistungsstärker. Der niedrigere Strombedarf bei gleichzeitiger Leistungssteigerung gilt für die gesamte Lebensdauer des Chips.

Die steigenden Ansprüche an die technischen Spezifikationen wirken negativ auf die Effizienz des Siliziumeinsatzes: Wir müssen tendenziell mehr Silizium einsetzen, um Wafer herzustellen, die die strengeren Spezifikationen einhalten. Von den anspruchsvoller werdenden Spezifikationen sind zwar nicht alle Wafertypen betroffen, aber sehr viele. Darüber hinaus wirkt der Produktmix, der sich aus den Bestellungen der Kunden ergibt, auf die Siliziumeffizienz.

Den Zielwert zur Kennzahl "Effizienz des Einsatzes von Silizium" konnten wir aufgrund eines veränderten Produktmix und einer sehr hohen Produktionsauslastung nicht erreichen. Trotz des hohen Zielerreichungsgrads werden wir nicht in unseren Anstrengungen nachlassen, den Siliziumeinsatz weiter zu reduzieren.

Neben dem Rohstoff Silizium spielen in unserem Produktionsprozess Hilfsstoffe wie Chemikalien, Gase und Poliermittel eine Rolle. Da die einzelnen Hilfsstoffe im Vergleich zu Silizium von geringerer Bedeutung für uns sind, gibt es, anders als beim spezifischen Siliziumverbrauch, keine Kennzahl, die an den Vorstand berichtet wird. Wir arbeiten natürlich auch daran, die Produktionsschritte mit dem Ziel eines geringeren spezifischen Verbrauchs von Hilfsstoffen zu verändern. Die spezifische Minderung ergibt sich in der Regel durch Recycling (z. B. Reduzierungen von Poliermitteln und Reinigungsbädern). Der Fortschritt wird in der Regel mit quantitativen Größen erhoben und nach ein bis zwei Jahren mit gesetzten Zielen verglichen.

Management von Energie

Ein wesentlicher Teil des Transformationsprozesses des eingekauften Siliziums zu einem Wafer erfolgt bei hohen Temperaturen und in klimatisierten Reinräumen. Da hierzu viel Energie benötigt wird, zählt die Waferproduktion zu den energieintensiven Industriezweigen.

Im Jahr 2021 lag der Energieverbrauch bei insgesamt rund 770 GWh und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent angestiegen. Die mit Abstand wichtigste Bezugsform von Energie ist Strom.

Energieverbrauch

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in GWh 2015 2019 2020 2021
Strom 574,0 571,0 606,1 650,0
Dampf, Wärme 72,0 69,0 68,2 70,9
Erdgas 40,0 42,7 43,6 48,6
Diesel 10,0 3,7 2,5 0,7
Summe 696,0 686,4 720,4 770,1

Siltronic bezieht Strom aus öffentlichen Netzen. Etwa 51 Prozent des Stroms werden in Deutschland verbraucht. Gemäß Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entfallen 42 Prozent des Stroms, der in Deutschland aus öffentlichen Netzen bezogen wird, auf erneuerbare Energien (insbesondere gewonnen aus Wind, Biomasse und Sonne).

Energieverbrauch (je Waferfläche, spezifisch)

Zur Reduzierung der Energieintensität werden Projekte angestoßen und umgesetzt mit dem Ziel, den spezifischen Energieverbrauch zu mindern. Nachhaltige Minderungen wurden in den vergangenen Jahren insbesondere durch Verbesserungsprojekte in den Bereichen Beleuchtung, Anpassung des Kühlwasserbedarfs und weitere Prozessoptimierungen erzielt.

Die Kennzahl "Effizienz des Energieeinsatzes" wird regelmäßig an den Vorstand berichtet und es werden jährlich Zielwerte festgelegt. Siltronic hat sich das strategische Energieziel gesetzt, eine durchschnittliche Minderung des spezifischen Energieeinsatzes von 1,5 Prozent pro Jahr (Basisjahr 2015) zu erreichen. Daraus leiten wir mit der geplanten Produktionsmenge absolute Energieeinsparziele in MWh für die einzelnen Standorte und absolute Ziele für die Produktionsbereiche ab.

Zur Zielerreichung 2021 haben zahlreiche Energieeffizienzmaßnahmen beigetragen, die in Summe einer Minderung des Energieeinsatzes von nachhaltig 4,8 GWh jährlich und einem Gegenwert von rund EUR 2,5 Mio. bzw. 1.737 Tonnen CO 2eq entsprechen. Das Jahresziel einer durchschnittlichen Reduzierung der Energieintensität von 1,5 Prozent wurde im Jahr 2021 erreicht.

Das unternehmensweite Energiemanagementsystem ist an den Standorten Burghausen, Freiberg und München nach der Norm ISO 50001:2018 zertifiziert.

Management von Abfall

Wiederverwendung von Produktverpackung

Um Verpackungsabfall zu vermeiden, verwenden wir bereits seit 2006 beim Versand von Wafern zu unseren Kunden ein System von Mehrwegverpackungen. Diese kommen insbesondere bei 300 mm-Wafern zum Einsatz. Dieses wiederverwertbare Verpackungssystem besteht aus einer Innenverpackung mit einem Behälter, der Wafer aufnimmt (FOSB - Front Opening Shipping Box), und einem Transportbehälter (Hybox), der bis zu zwölf FOSB aufnehmen kann. Da beide Elemente dieser Mehrwegverpackungen auf den Produktionsprozess beim Kunden wirken, muss der Kunde der Verwendung dieses Mehrwegsystems zustimmen.

Transportbehälter (Hybox) - im Jahr 2021 wurden 91 Prozent unserer 300 mm-Wafer in Mehrwegtransportbehältern zu unseren Kunden versandt. Durch dieses Mehrwegkonzept konnten wir im Berichtsjahr 2021 das Transportvolumen um 21.434 m 3 (Vorjahr: 18.070 m 3) reduzieren und 2.022 Tonnen Abfall durch Einwegverpackungen vermeiden (Vorjahr: 1.705 Tonnen).

Innenverpackung (FOSB) - zusätzlich sind wir bestrebt, den Anteil an wiederverwendbaren Waferhorden (FOSB) zu erhöhen. Das angestrebte Ziel einer Wiederverwendungsrate von mindestens 40 Prozent konnten wir im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 50 Prozent deutlich übertreffen. Da diese Waferhorden auch im Reinraum verwendet werden, ist die technologische Hürde für den Einsatz wiederverwendeter Waferverpackungen sehr hoch. Daher bleibt die Erreichung dieses Ziels auch weiterhin sehr anspruchsvoll.

Abfall - Verwertung und Entsorgung

Abfälle unterscheiden wir nach Behandlungswegen und Gefährlichkeit. Dabei ist insbesondere die Entsorgung von gefährlichem Abfall bedeutsam. Die Zusammensetzung des Abfalls und dessen Entsorgungswege waren im Berichtsjahr wie folgt:

Zusammensetzung des Abfalls gri 306-2

Entsorgungspfade des Abfalls GRI 306-2

Die Entsorgungswege wie auch die Einstufung von Abfällen in die Kategorien "gefährlich" und "nicht gefährlich" basieren auf lokalen gesetzlichen oder quasigesetzlichen Regelungen.

Im Jahr 2021 wurden an den Produktionsstandorten insgesamt 17.477 Tonnen Abfall verwertet oder entsorgt, davon entfielen 37 Prozent auf die Standorte in Deutschland und 63 Prozent auf die Produktionsstandorte in Singapur und den USA.

Anteil Abfallverwertung

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in % der Abfallmenge 2015 2019 2020 2021
Verwertungsrate 63,8 69,2 70,3 72,4

Die Verwertungsrate des Abfalls betrug im Berichtsjahr 72,4 Prozent. Das strategische Ziel, die Verwertungsrate von Abfall um 1,5 Prozent im Jahr 2021 zu erhöhen, wurde erreicht. Seit dem Basisjahr 2015 konnte die Verwertungsrate bei unveränderter Abfallintensität um mehr als 13 Prozent gesteigert werden.

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in t Nicht gefährlich Gefährlich Gesamt
Verwertung 7.186 5.465 12.651
Beseitigung 521 4.305 4.826
Summe 7.707 9.770 17.477

Management von Wasser

Wasser wird in unserem Herstellungsprozess vor allem zur Reinigung und zur Kühlung verwendet. Dabei achten wir auf den sparsamen Umgang und den Schutz natürlicher Wasserressourcen. Entsprechend der Risikobewertung mit dem Tool Water Risk Filter (WWF) liegt kein Standort in einem Wassereinzugsgebiet mit hohem Wasserrisiko.

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Wasserrisikobewertung je Standort (Water Risk Filter) Burghausen Freiberg Portland Singapur
Gesamtrisiko Mittel Mittel Niedrig Mittel

An den Standorten Burghausen, Freiberg und Singapur wurden im Jahr 2021 Projekte zum Gewässerschutz durchgeführt. In Burghausen minimieren wir die Nutzung von Brunnenwasser durch interne Betriebsoptimierungen.

Verwendung von Wasser

Die nachfolgende Darstellung zeigt die jährliche Entwicklung der Kennzahl "Wasserverwendung in der Produktion" (Basisjahr 2015, normiert).

Wasserverwendung (Produktion, spezifisch)

Das strategische Ziel zur Reduzierung der verwendeten Wassermenge in den Produktionsprozessen im Verhältnis zur Produktionsmenge beträgt mindestens 1,5 Prozent jährlich, bezogen auf das Basisjahr 2015. Der spezifische Wasserverbrauch ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent gesunken: Das Ziel wurde aufgrund der Wasseroptimierungsprojekte und der hohen Auslastung der Produktionsanlagen erreicht. Seit dem Basisjahr 2015 konnte die spezifische Wassermenge in der Produktion um mehr als 10 Prozent reduziert werden.

Reinstwasser als Voraussetzung für höchste Produktqualität

Für unsere Produktionsprozesse benötigen wir Reinstwasser in höchster Qualität, um die geforderte Produktqualität zu erreichen. Im Jahr 2021 haben wir 6 Mio. m 3 Reinstwasser verwendet.

Wiederverwendung und Recycling von Wasser

Um Wasser mehrfach zu verwenden, führen wir - soweit möglich - in einem Produktionsprozess verwendetes Wasser weiteren Prozessen zu. Im Berichtsjahr 2021 konnte auf diese Weise Wasser mit einem Volumen von 2,5 Mio. m 3 wiederverwendet oder recycelt werden (Vorjahr: 2,3 Mio. m 3).

Die Wasserrecyclingrate betrug im Jahr 2021 im gesamten Unternehmen 35,6 Prozent (Vorjahr: 35,6 Prozent).

Wasserrecyclingrate

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in % des verwendeten Prozesswassers 2015 2019 2020 2021
Wasserrecyclingrate 32,3 36,1 35,6 35,6

Einleitung von betrieblichem Abwasser

Im Jahr 2021 haben wir 6,3 Mio. m 3 (Vorjahr: 6,6 Mio. m 3) betriebliches Abwasser (ohne Kühlwasser) externen Abwasserbehandlungsanlagen zugeführt. Etwa 53 Prozent dieser betrieblichen Abwässer entfallen auf Deutschland. Als relevanten Abwasserparameter überwachen wir den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB). Im Berichtsjahr 2021 betrug der CSB insgesamt 725 Tonnen. Gegenüber dem Basisjahr 2015 entspricht dies einer Steigerung um 13 Prozent.

Abwasserparameter

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2015 2019 2020 2021
Indirekte Einleitung in Mio. m 3 7,6 6,6 6,6 6,3
CSB gesamt in t. 641,4 714,2 755,1 724,6

Luftemissionen

Die Emission von Stickoxiden wurde ebenfalls als relevanter Umweltaspekt bewertet. Daher wurden zu diesen Luftemissionen Reduktionsprojekte geplant und umgesetzt. Die NOx-Emissionen beliefen sich im Jahr 2021 auf 92 Tonnen (Vorjahr: 92 Tonnen). Trotz einer deutlichen Steigerung der Produktionsmenge blieben im Vergleich zum Vorjahr die NOx-Emissionen unverändert. Um unsere NOx-Emissionen zu minimieren, setzen wir an allen Standorten geeignete Absaug- und Wäschersysteme ein. An den Standorten Burghausen und Portland wurden in den letzten beiden Jahren NOx-Wäscheranlagen in Betrieb genommen.

NMVOC und Staub wurden nicht als relevante Umweltaspekte eingestuft, werden jedoch weiterhin intern überwacht. Im Jahr 2021 haben wir 58 Tonnen NMVOC und 2,3 Tonnen Staub emittiert.

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Luftemissionen in t 2015 2019 2020 2021
NOx 77 85 92 92
NMVOC 38 42 53 58
Staub 1,5 1,7 2,3 2,3

Maßnahmen zum Umweltschutz

Die Investitionen in umweltbezogene Verbesserungsmaßnahmen betrugen im Berichtsjahr 2021 EUR 1,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.). Diese Investitionen ordnen wir entsprechend den Umweltaspekten zu; dabei entfielen auf Luft EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) und auf Abfall EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,5 Mio.), auf Wasser EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 0.1 Mio.) und auf Klimaschutz EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.).

Als wesentliche Verbesserungsmaßnahmen wurden im Jahr 2021 am Standort Freiberg die Optimierung der Abgaswäscher in der Epitaxie und am Standort Burghausen eine Erneuerung der Sauerwasserleitungen umgesetzt. Am Standort Portland wurde eine Abluftreinigungsanlage installiert, um zukünftig klimarelevante Emissionen von N2O und NF3 deutlich zu reduzieren und am Standort Singapur wurden die Tanks zur Wasserspeicherung erweitert.

Verteilung der Umweltschutzinvestitionen

Unser Standort in Portland ist in einem Gebiet gelegen, das seit rund 100 Jahren industriell genutzt wird. Aufgrund von erkannten Verunreinigungen in Boden und angrenzendem Fluss haben Behörden Auflagen für die Beobachtung und Beseitigung von Umweltlasten erlassen. Als Eigentümer eines Grundstücks, in dessen Boden Verunreinigungen festgestellt wurden und das an den Fluss grenzt, unterliegt Siltronic in Portland seit vielen Jahren besonderen Umweltauflagen. Um diese Auflagen vollständig zu erfüllen, beschäftigen wir einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um die Umsetzung der Umweltauflagen kümmert. Diese Maßnahme stellt sicher, dass notwendige Abstimmungen mit den Behörden erfolgen, Auflagen erfüllt werden, qualifizierte Dienstleister beauftragt werden und die Sanierung koordiniert erfolgt.

Emission von Treibhausgasen

Die konzernweite CO 2-Bilanz ist ein wesentliches Element, den Klimaschutz zu verbessern. Dabei ermitteln wir neben den direkten Treibhausgasemissionen entsprechend Scope 1 auch die indirekten Emissionen aus dem Zukauf von Energie entsprechend Scope 2, sowie die Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3). Die ermittelten Treibhausgasemissionen berichten wir jährlich im Rahmen der Bewertung bei CDP.

Treibhausgasemissionen (in t CO2-Äquivalenten)

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Bezeichnung gemäß GHG Protocol, Verursachung und Hauptquellen (in t CO 2 eq.) 2015 2019 2020 2021
Scope 1 direkte Emission Erdgas, Treibstoff, klimawirksame Gase 12.501 12.579 14.707 13.395
Scope 2 (Location-based) indirekte Emission Strom, Wärme 282.549 242.408 248.598 252.570
Scope 2 (Market-based) indirekte Emission Strom, Wärme - 216.495 228.228 225.247
Scope 3 (Upstream) indirekte Emission - - 1.434.373 1.758.772
Scope 3 (Downstream) indirekte Emission - - 1.853.718 1.732.218

Die Methodik der Erfassung entspricht den Leitfäden zur Berichterstattung des GHG-Protokolls für Scope 1 und 2 sowie Scope 3. Zur Berechnung der Treibhausgasemissionen verwenden wir aktuelle Emissionsfaktoren von IEA, DEFRA, EPA, UBA und dem IPCC-Bericht AR5.

Bei der Berechnung wurden alle Konzerngesellschaften einbezogen.

Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen entstehen an den Standorten überwiegend durch die Verbrennung von Erdgas und Diesel, sowie durch die Verwendung von klimarelevanten Gasen als Kühlmittel. Im Jahr 2021 konnten die direkten Emissionen um 9 Prozent auf 13.395 t CO 2eq. reduziert werden. Dabei sind die CO 2-Emissio-nen aus Verbrennungsprozessen um 5 Prozent angestiegen, während die Emissionen klimarelevanter Gase um 32 Prozent reduziert werden konnten. Wir arbeiten kontinuierlich an einer effektiveren Nutzung und an der Substitution durch Gase mit geringerer Treibhausbelastung.

Scope 2: Indirekte Emissionen entstehen durch die Erzeugung und Bereitstellung von Energie (Strom, Wärme) bei unseren Energieversorgern. Bisher wurden Scope-2-Emissionen nach dem "Location-based"-Ansatz veröffentlicht, also basierend auf Emissionsfaktoren des jeweiligen Landes. Seit dem Jahr 2020 berichten wir die Scope 2-Emissionen auch nach dem "Market-based"-Ansatz, also basierend auf Emissionsfaktoren unserer Energielieferanten.

Unsere internen Aktivitäten zur Minderung dieser Emissionen konzentrieren sich auf die Steigerung der Effizienz des Energieeinsatzes. Im Jahr 2021 konnten wir Einsparprojekte mit einer nachhaltigen Reduktion des Energieverbrauchs von 4,8 GWh umsetzen (Vorjahr: 7,1 GWh). Damit tragen diese Maßnahmen zu einer nachhaltigen Reduktion von 1.737 Tonnen CO 2eq bei (Vorjahr: 3.428 Tonnen CO 2eq.). Darüber hinaus erwarb der Standort Portland Windenergiezertifikate in Höhe von 12,7 Prozent seines Stromverbrauchs (Vorjahr: 11,3 Prozent).

Damit konnten wir unsere CO 2-Emissionen (Scope 1 und 2) je produzierte Waferfläche gegenüber dem Basisjahr 2015 um jährlich 4,6 Prozent reduzieren. Die absolute Menge an CO 2-Emissionen konnten wir seit dem Jahr 2015 um jährlich 1,6 Prozent bzw. insgesamt 29.084 Tonnen CO 2eq. reduzieren.

Scope 3: Diese Emissionen wurden für alle 15 Kategorien des GHG-Protokolls für das Jahr 2021 ermittelt. Dazu wurden für die einzelnen Kategorien Hybridansätze, Durchschnittsdaten-Methoden und ausgabenbasierte, sowie lieferanten- und kundenspezifische Methoden angewendet. Für nicht wesentliche Kategorien kommen auch vereinfachende Annahmen zur Anwendung. Für die Berechnung verwenden wir aktuell verfügbare Daten; diese beziehen sich teilweise auf das Vorjahr.

Folgende wesentliche Kategorien wurden ermittelt: 3.1 Eingekaufte Güter, 3.10 Verarbeitung der Produkte und 3.11 Nutzung der verkauften Produkte.

Wir motivieren und unterstützen unsere Belegschaft, möglichst umweltfreundlich und sicher zum Arbeitsplatz zu kommen. Dazu unterstützt das Unternehmen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finanziell bei einem Fahrradleasingangebot und setzt am Standort Burghausen Zubringerbusse für die Belegschaft ein. Am Standort in Portland (USA) gewähren wir unserer Belegschaft Zuschüsse für Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs und in Singapur bietet Siltronic Shuttlebusse vom Betrieb in verschiedene Regionen an.

Einfluss durch den Klimawandel

Der Bedarf an Wafern ergibt sich vor allem durch die Nachfrage in den Bereichen Mobilkommunikation, Computer und Server, Speicherung von Daten auf lokalen Geräten und in der Cloud und in elektronischen Bauteilen in Automobilen, sowie der Industrie. Durch den Klimawandel sehen wir unser Geschäftsmodell nicht negativ beeinträchtigt. Im Gegenteil: Ohne Halbleiterbauteile und damit Wafer ist die Elektromobilität nicht möglich, die Einsteuerung von Strom aus Solar- und Windparks undenkbar und viele intelligente Formen der Reduzierung des Stromverbrauchs können nicht realisiert werden. Zudem bedeutet die Datenspeicherung auf Halbleiterbauelementen gegenüber anderen Formen der Speicherung elektronischer Daten einen niedrigeren Stromverbrauch. GRI 201-2

Einfluss auf den Klimawandel

Siltronic konnte die Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 seit dem Jahr 2015 bereits deutlich reduzieren. Dazu haben im Wesentlichen Energieeffizienzprojekte im Unternehmen beigetragen. Um die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad, oder zumindest auf deutlich unter 2 Grad entsprechend dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zu beschränken sind kurz- und mittelfristig weitere Reduktionen der CO 2-Emissionen notwendig.

Daher hat Siltronic beschlossen, die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen jährlich um mehr als 5 Prozent zu reduzieren und die aktuellen CO 2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zu reduzieren (Basisjahr 2021). Siltronic veröffentlicht die Klimaziele bei der Science Based Targets Initiative und wird über den Fortschritt jährlich berichten.

Zur Erreichung der CO 2-Reduktionsziele werden neben dem Hebel der Energieeffizienz die weiteren Hebel Eigenerzeugung von regenerativer Energie sowie Beschaffung von Grünstrom ab dem Jahr 2022 bewertet und umgesetzt.

5. Personalbelange

HGB § 289c Abs. 2 Nr. 2; Sustainable Development Goals 3, 4, 5, 8, 10
Global-Compact-Prinzipien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 10
Responsible Business Alliance (RBA) Code of Conduct Topic A, B

Mitarbeiterzahl und Strategie bei der Personalplanung

Am 31. Dezember 2021 hatte der Siltronic-Konzern 4.117 Mitarbeitende (Vorjahr: 3.772), wovon 63 Prozent bei der Siltronic AG in Deutschland beschäftigt waren, 28 Prozent in Asien und 9 Prozent in den USA.

Zahl Mitarbeitende (Kopfzahl) zum 31.12.2021 GRI 102-8

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Männer Frauen Summe Anteil an Gesamtzahl
Europa (Deutschland und andere Länder) 2.056 545 2.601 63%
davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis 1.774 465 2.239
davon mit befristetem Arbeitsverhältnis 282 80 362
Asien (Singapur und andere Länder) 837 324 1.161 28%
davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis 820 322 1.142
davon mit befristetem Arbeitsverhältnis 17 2 19
USA 250 105 355 9%
davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis 250 105 355
davon mit befristetem Arbeitsverhältnis - - -
Mitarbeitende im Konzern 3.143 974 4.117 100%

3.687 Mitarbeitende (Vorjahr: 3.334) waren in Vollzeit und 430 in Teilzeit tätig (Vorjahr: 438). Von den Teilzeitbeschäftigten waren 52 Prozent Frauen (Vorjahr: 52 Prozent) und 98 Prozent der Teilzeitbeschäftigten befanden sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis (Vorjahr: 98 Prozent). GRI 102-8

Mitarbeiter ohne Zeitarbeitnehmer nach Regionen

Da die Halbleiterindustrie, historisch gesehen, ausgeprägte Auf- und Abschwünge aufweist und wir solche Veränderungen meistern müssen, verfolgen wir bei unserer Personalplanung eine flexible Strategie. Zu dieser Strategie gehört, in Deutschland einen bestimmten Teil des Personals in der Produktion durch Zeitarbeitnehmer zu decken; dies schützt auch die Stammbelegschaft. Kommt es aufgrund eines ausgeprägten Aufschwungs zu Produktionsspitzen, werden Zeitarbeitnehmer eingesetzt. Sind umgekehrt wegen eines Abschwungs Einsparungen beim Personalaufwand notwendig, so verringern wir zunächst die Zahl der Zeitarbeitnehmer; sollte das nicht hinreichend sein, werden in einer nächsten Stufe befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Im dritten Schritt prüfen wir die Einführung von Kurzarbeit in den Bereichen, die von einem Abschwung besonders betroffen sind.

Um rechtzeitig auf eine wesentliche Änderung der Auftragslage zu reagieren, wird der aus Auftragseingang resultierende Personalbedarf laufend mit dem aktuellen und künftigen Personalbestand abgeglichen. Geplante Maßnahmen zur wesentlichen Erhöhung oder Reduzierung der Personalzahl besprechen Vertreter von Arbeitgeber und Arbeitnehmern in einem strukturierten Prozess.

Am 31. Dezember 2021 waren 355 Zeitarbeitnehmer bei Siltronic tätig (Vorjahr: 330), davon 245 Männer und 110 Frauen (Vorjahr: 247 bzw. 83).

Auf die Maßnahme Kurzarbeit musste zuletzt im Jahr 2012 zurückgegriffen werden. GRI 102-8

Arbeitnehmerrechte und Verhältnis zu Mitarbeitervertretungen

Der Siltronic Konzern arbeitet mit den Arbeitnehmervertretern vertrauensvoll zusammen und es gibt regelmäßige Besprechungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern.

Unsere Belegschaft ist vor allem in Deutschland seit jeher stark gewerkschaftlich organisiert. Da Mitarbeitende nicht verpflichtet sind, eine Gewerkschaftszugehörigkeit mitzuteilen, und eine Nachfrage seitens des Arbeitgebers unzulässig ist, ist uns die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder unbekannt. 63 Prozent der Belegschaft sind in Einheiten tätig, die durch Tarifverträge abgedeckt sind. Es handelt sich dabei um die in Deutschland tätigen Mitarbeitenden. GRI 102-41

Sofern eine arbeitgeberseitige Tarifbindung vorliegt, verpflichtet sich Siltronic im Anstellungsvertrag, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen so zu behandeln, als würde der jeweilige Tarifvertrag Anwendung finden - unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. An Standorten ohne etablierte betriebliche Vertretung sind Mitarbeitende benannt, die als Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange fungieren.

Neben dem Entgelt und der Arbeitszeit zählt zu den wesentlichen Arbeitnehmerrechten in Deutschland der Anspruch auf Elternzeit. Dieses Recht nehmen auch Mitarbeitende von Siltronic in Deutschland in Anspruch: Am 31. Dezember 2021 befanden sich 21 Mitarbeitende in Elternzeit (Vorjahr: 16), davon 19 Frauen (Vorjahr: 12) und 2 Männer (Vorjahr: 4).

An unserem Produktionsstandort Singapur beschäftigten wir zum Stichtag 31. Dezember 2021 insgesamt 805 ausländische Mitarbeitende überwiegend aus Malaysia (412), Festland China (165) und Indien (105). Wir wenden im Einklang mit der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA) deutlich über den gesetzlichen Standard hinausgehende Regelungen zur Arbeitszeit und zu Vermittlungsgebühren an. Wir verpflichten uns, relevante anfallende Aufwendungen der ausländischen Arbeiter zu übernehmen, insbesondere Reisekosten, Ausgaben für medizinische Untersuchungen oder Visagebühren.

Siltronic informiert die Belegschaft regelmäßig über aktuelle Entwicklungen, die Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf haben könnten. Die Mitarbeitenden erhalten zeitnahe und umfassende Informationen zu wesentlichen betrieblichen Veränderungen. Dabei halten wir die jeweiligen nationalen und internationalen Informationspflichten ein.

Diversität: Vielfalt und Chancengerechtigkeit

Siltronic ist in Europa, den USA sowie Asien tätig und damit in einem Umfeld unterschiedlicher Kulturen. Bei der größten Konzerngesellschaft, der Siltronic AG, waren an den deutschen Standorten im Berichtsjahr Mitarbeitende aus 39 unterschiedlichen Nationen beschäftigt (Vorjahr: 32).

Ein Schwerpunkt unserer Anstrengungen ist es, die vorhandene Vielfalt der modernen Gesellschaft für uns zu nutzen. Deswegen haben wir eine Diversity-Verantwortliche bei der Siltronic AG ernannt. Die Vielfalt der Belegschaft mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen. Zur Vielfalt gehören unter anderem Geschlecht, Nationalität, ethnische Herkunft, Religion oder Behinderung. Der Lagebericht enthält Angaben zu Mitarbeitenden mit Einschränkungen.

Ungleichbehandlung oder Herabsetzung aufgrund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten konzernweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur schriftlich verankert. Mögliche Diskriminierungen können Mitarbeitende bei ihren Vorgesetzten melden, ebenso bei den Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat, der Personalabteilung oder einem Ombudsmann. Die Beschwerde wird inhaltlich überprüft und der Beschwerdeführer wird über das Ergebnis informiert. Alle Mitarbeitenden der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen. Die Fortbildung gilt für alle Hierarchieebenen.

Unser langfristiges Ziel ist es, die Vielfalt der Belegschaft bei Siltronic zu verbessern, auch durch die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Ende 2021 war 1 von 14 Positionen in der ersten Führungsebene von Frauen besetzt (Vorjahr: 2 von 15) und in der zweiten Führungsebene 3 von 30 Positionen (Vorjahr: 4 von 33). Der Corporate-Governance-Bericht enthält zusätzliche Informationen zum Frauenanteil.

Die folgende Tabelle zeigt den Anteil von Männern und Frauen auf Managementebene bei der Siltronic AG:

Verteilung Geschlechter Managementebene (31.12.2021)

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Männer Frauen Summe
Mitarbeiter auf Managementebene in Deutschland 40 4 44
in Prozent 91 9 100
davon erste Führungsebene unterhalb des Vorstands 13 1 14
in Prozent 93 7 100
davon zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands 27 3 30
in Prozent 90 10 100

Wir haben mittelfristige Zielgrößen für den Anteil von Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands festgelegt. Demnach soll bis Ende Juni 2023 der Frauenanteil mindestens 21,4 Prozent in der ersten Führungsebene betragen und mindestens 11,4 Prozent in der zweiten Führungsebene.

Die Siltronic AG hat nach der Charta der Vielfalt (2018) auch die Charta der Gleichstellung der IG BCE (2019) unterzeichnet. Siltronic verpflichtet sich mit der Unterzeichnung der Charta, Chancengleichheit aktiv umzusetzen und zu fördern. Es wird eine Unternehmenskultur gepflegt, die von gegenseitigem Respekt und Achtung jeder und jedes Einzelnen geprägt ist. Im Jahr 2021 haben 25 Frauen aus der deutschen Organisation an einer Umfrage teilgenommen. Ziel dieser Befragung war es, Rückmeldungen zu Einschätzungen zum Unternehmen zu erhalten und Maßnahmen daraus abzuleiten. Beispielsweise gab es den Wunsch zusätzliche weibliche Arbeitsjacken im Produktionsfeld anzubieten und ein Frauenseminar anzubieten. Die Umsetzung beider Wünsche wurde 2021 geplant und erfolgt 2022.

Weiterbildung

Kompetente Mitarbeiter halten unser Unternehmen innovationsstark und wettbewerbsfähig. Wir bestärken unsere Belegschaft darin, lebenslang zu lernen und flexibel für Änderungen zu bleiben, weil wir glauben, dass wir uns alle auf längere Lebensarbeitszeiten einstellen müssen, um den demografischen Wandel bewältigen zu können. Damit die Belegschaft ihr Potenzial bestmöglich ausschöpfen kann, offeriert Siltronic umfangreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Die Maßnahmen zur Weiterbildung betreffen die Persönlichkeits-, Management-, Sozial- und Fachkompetenz.

An den Standorten Burghausen und Freiberg haben im Jahr 2021 sieben Jugendliche ihre Ausbildung bei Siltronic mit Schwerpunkten Mechatronik, Automatisierungstechnik und Industriemechanik begonnen. Des Weiteren haben wir sechs duale Studenten der Fachrichtungen Informatik und Elektrotechnik eingestellt. Für neue Mitarbeitende bieten wir Onboarding-Seminare an, um das Unternehmen und seine Unternehmenskultur kennenzulernen.

Mindestens einmal im Jahr im Rahmen der Mitarbeitergespräche, besprechen Mitarbeitende und Führungskräfte Entwicklungsmaßnahmen. Dies gilt für alle Hierarchieebenen, Geschlechter und Standorte.

Im Berichtsjahr erstellte die Personalentwicklung der Siltronic AG ein hybrides Angebot von Präsenzseminaren und virtuellen Trainings. Dazu zählten die Durchführung von Gesprächsführungsseminaren für Mitarbeitergespräche, Leadershiptrainings für unterschiedliche Führungsgruppen (Shopfloor, Angestelltenbereich) sowie zahlreiche Termine für das Seminar "Führen ohne Vorgesetztenfunktion" und Onboarding-Seminare für neue Mitarbeiter mit einem Curriculum für unseren Herstellungsprozess (Siliziumseminar). Pandemiebedingt bietet Siltronic verstärkt E-Learnings an.

In Summe haben an Personalentwicklungsseminaren im Jahr 2021 an den deutschen Standorten 274 Mitarbeiter teilgenommen. Alle Pflichtschulungen wurden in Form von Onlineschulungen bzw. Verfahrensanweisungen im E-Learning-Tool von 2.698 Mitarbeitern abgeschlossen. Im Jahr 2021 haben am Standort Singapur insgesamt 1.144 Mitarbeiter und am Standort Portland 483 Mitarbeiter, 50 Zeitarbeiter und 347 Mitarbeiter von Partnerfirmen an den angebotenen Trainingskursen teilgenommen. Aufgrund der Fluktuation ist die Anzahl der geschulten Mitarbeiter nicht mit der Anzahl der Mitarbeiter zum 31.12.2021 vergleichbar.

Demografische Entwicklung

Am Jahresende 2021 lag das durchschnittliche Alter des typisierten Beschäftigten bei 43,8 Jahren. Die folgende Tabelle zeigt die Altersstruktur der Siltronic-Belegschaft weltweit.

Altersstruktur zum 31.12.2021

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Männer Frauen Gesamt
bis 30 Jahre 17% 16% 17%
31 bis 50 Jahre 47% 53% 48%
über 50 Jahre 36% 31% 35%
Summe 100% 100% 100%

Vergütung und Entgeltgleichheit

Um neue Mitarbeitende zu gewinnen und bestehende Mitarbeitende zu halten, die wir beide für eine erfolgreiche Zukunft benötigen, bieten wir eine marktgerechte Vergütung an. Zum fixen Grundgehalt erhalten Siltronic-Mitarbeitende in Deutschland eine variable Vergütung, wenn das Unternehmen definierte finanzielle Ziele erreicht. Diese freiwillige Leistung kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitenden zugute. Auch im Ausland gibt es variable Vergütungsbestandteile.

Zur Vergütung zählen neben dem fixen Gehalt und einer variablen Vergütung verschiedene betriebliche Leistungen, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Die Gewährung ist unabhängig davon, ob ein Mitarbeiter in Vollzeit oder Teilzeit tätig ist. Als wichtigste betriebliche Leistungen sind in Deutschland insbesondere die betriebliche Altersversorgung zu nennen, Programme zur Altersteilzeit, Zuschuss zum Bus, Zuwendungen bei Jubiläen, Kantinenzuschuss oder Programme zur Gesundheitsvorsorge, sowie ein tariflicher Zukunftsbetrag für Mitarbeitende an den deutschen Standorten für die betriebliche Altersversorgung, Freistellung oder Auszahlung. An unserem Standort in Portland (USA) werden betriebliche Altersversorgung und Krankenversicherung gewährt.

Im Anhang zum Konzernabschluss sind Angaben zum Personalaufwand und zur Altersversorgung enthalten.

Mitarbeiterzufriedenheit und Reputation

Die Fluktuationsrate bewerten wir als Kennzahl dafür, wie gut es uns gelingt, Mitarbeitende zu halten und attraktiv für neue Mitarbeitende zu sein. Im Berichtsjahr wurden 861 Mitarbeiter eingestellt (Vorjahr: 508), wovon 381 auf Deutschland entfielen (Vorjahr: 144) und 480 auf das Ausland (Vorjahr: 364). Die Einstellungen entsprachen 21 Prozent der Belegschaft zum Bilanzstichtag. Ausgeschieden sind 463 Mitarbeiter (Vorjahr: 320). Dies entspricht 11 Prozent der Belegschaft zum Bilanzstichtag. In 72 Fällen betraf das Ausscheiden Deutschland (Vorjahr: 32) und in 391 Fällen das Ausland (Vorjahr: 288). Die Fluktuation war in Deutschland und den USA im regionalen Vergleich gering und in Asien regionaltypisch höher.

Im Berichtsjahr 2021 wurden an allen Standorten Mitarbeitende für ihre langjährige Unternehmenszugehörigkeit von bis zu 40 Jahren ausgezeichnet. Am Standort Singapur wurden 6 Mitarbeiter für ihr 20-jähriges Dienstjubiläum geehrt. Insgesamt 74 Mitarbeiter sind bereits seit mehr als 20 Jahren für Siltronic Singapur tätig. Am Standort Portland wurden 4 Mitarbeiter für ihr 40-jähriges Jubiläum geehrt; insgesamt sind an diesem Standort 34 Mitarbeiter bereits seit mehr als 20 Jahren für Siltronic tätig. An den Standorten der Siltronic AG wurden im Jahr 2021 insgesamt 113 Mitarbeiter für ihre 25-jähriges Dienstjubiläum und 4 Mitarbeiter für 40-jährige Treue zum Unternehmen ausgezeichnet.

Uns ist es wichtig, Zeitarbeitnehmer fair zu behandeln. Wir zahlen mindestens den Lohn gemäß Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Chemischen Industrie (TV BZ Chemie). Hinzu kommen Arbeitsplatz-, Schicht- und weitere freiwillige Zulagen, die nach Betrieb und Standort unterschiedlich hoch sein können. Darüber hinaus erfüllt Siltronic die Anforderungen an ein gleichwertiges Arbeitsentgelt nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Wie die Mitarbeitenden der Siltronic AG an Standorten in Deutschland haben auch die Zeitarbeitnehmer, die an diesen Standorten beschäftigt waren, im Jahr 2021 eine Erfolgsbeteiligung für ihren Beitrag zum Geschäftserfolg im Jahr 2020 erhalten.

Die Siltronic AG wurde im Jahr 2021 im Rahmen von Marktstudien in Deutschland mit 19 Arbeitgeberauszeichnungen in den Kategorien Aus- und Weiterbildung, Karrierechancen, Gleichstellung, Reputation und Vertrauenswürdigkeit bewertet und ausgezeichnet.

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Anlagensicherheit

Arbeitssicherheit

Die Verantwortung gegenüber der Gesamtbelegschaft im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielt bei Siltronic eine große Rolle. Dies äußert sich in umfangreichen präventiven Maßnahmen. Der Vorstand lässt sich regelmäßig die Unfallhäufigkeit, Unfälle mit Ausfalltagen und weitere relevante Unfälle mit Ergebnissen von Ursachenanalysen und Korrekturmaßnahmen berichten. Verletzungen mit Chemikalien wird ein besonderes Augenmerk zuteil. Für Arbeitsunfälle mit Chemikalien und Ausfalltagen gilt dauerhaft der Zielwert 0.

Mit unserem Sicherheitsprogramm arbeiten wir kontinuierlich daran, die Sicherheit der Arbeitsumgebung zu verbessern. Dazu zählen insbesondere Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsrundgänge, Schulungen, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und Notfallübungen. Dies zielt darauf ab, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden - ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg. Trotz dieser Maßnahmen treten Unfälle auf. Der Arbeits- und Gesundheitsschutzstandard ISO 45001 ist als konzernweiter Standard festgelegt und an unseren Standorten zertifiziert.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Kennzahlen zu Arbeitsunfällen, die der Vorstand als strategische Zielgrößen festgelegt hat und die regelmäßig berichtet werden.

Arbeitsunfälle

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2015 2019 2020 2021
Unfallhäufigkeit 1) 2,1 2,5 2,1 4,4
Arbeitsunfälle mit Chemikalien 2) - Anzahl betroffener Mitarbeiter 1 5 - 2

1) Unfallhäufigkeit: Anzahl der Arbeitsunfälle (von Mitarbeitern und Zeitarbeitnehmern) mit Ausfalltagen je 1. Mio. Arbeitsstunden.
2) Anzahl der Arbeitsunfälle (von Mitarbeitern und Zeitarbeitnehmern) mit Ausfalltagen mit Chemikalien.

Die Ziele für das Jahr 2021 lagen bei der Unfallhäufigkeit bei 2,0 und bei den Arbeitsunfällen mit Chemikalien und Ausfalltagen bei 0.

Bei den Arbeitsunfällen haben wir im Berichtsjahr unsere Ziele nicht erreicht. Es ereigneten sich 34 Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen, die zu einem berechneten Wert der Unfallhäufigkeit von 4,4 für das Jahr 2021 führten. Es ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle in den letzten Jahren. Im Jahr 2021 ereigneten sich 2 Arbeitsunfälle mit Chemikalien und Ausfalltagen.

Die Anzahl der Unfälle mit Ausfalltagen hat gegenüber dem Vorjahr stark zugenommen. Am Standort Freiberg wurde daher eine Kommunikations- und Ideenmanagementkampagne für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz gestartet. Mit der Kampagne sollen Mitarbeitende stärker für die eigene Gesundheit sensibilisiert werden. Auslöser für das Projekt war eine Häufung von Arbeitsunfällen in einem Bereich zu Beginn des Jahres. Um in den für die Kampagne notwendigen offenen Dialog zu treten, geht der Betrieb in der Kampagne einen neuen Weg. Mitarbeitende haben zwei Möglichkeiten, sich aktiv an der Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in seinem Bereich zu beteiligen. Zum einen kann man in einem speziell für den Betrieb eingerichteten IT-Tool Ideen und Gefahrenhinweise einreichen, zum anderen kann jeder Mitarbeitende ein persönliches Gespräch zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz mit seinem Sicherheitsbeauftragten führen. Flankiert wird die Kampagne durch eine Plakataktion, die dazu anregen soll, die eigene Gefährdungsabschätzung beim täglichen Arbeiten im Betrieb zu überdenken.

Die Hauptursachen der Unfälle sind nach wie vor verhaltensbedingt. Daher führen wir Initiativen fort, die diese Ursachen besonders adressieren und unsere Belegschaft vorbeugend bei der Unfallvermeidung unterstützen sollen. Dazu zählen das Programm Safety Plus sowie das Melden sicherheitskritischer Situationen und Maßnahmen bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, da unsere internen Statistiken für diese Gruppe ein höheres Unfallrisiko in den ersten Monaten zeigen.

Die 2019 an den deutschen Standorten implementierte "Sicherheits-beauftragten-Werkstatt" konnte 2021 aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt werden. Auch einige Elemente unseres etablierten Safety-Plus-Programms, wie Rundgänge, Vor-Ort-Gespräche mit Mitarbeitern und TQM (Total Quality Management) Runden in den Betrieben konnten nur mit Einschränkungen umgesetzt werden.

Für unfallfreie Arbeitszeiten von über 30 Jahren wurden auch im Jahr 2021 mehrere Betriebseinheiten am Standort Burghausen ausgezeichnet.

Um Unfällen möglichst vorzubeugen, haben wir weltweit ein System zur Meldung von Beinaheereignissen aufgesetzt. Durch die systematische Bearbeitung dieser Ereignisse wollen wir die tatsächlichen Arbeitsunfälle möglichst vermeiden. Im Jahr 2021 wurden 1.392 Beinaheereignisse (Vorjahr: 1.415) aufgenommen und analysiert.

Anlagensicherheit

Der sichere Betrieb unserer Produktionsanlagen ist ein wesentliches Element unseres EHS-Managementsystems. Trotz hoher Sorgfalt können Anlagenereignisse nicht ausgeschlossen werden. Als Zielgröße haben wir maximal zwei sicherheitsrelevante Anlagenereignisse ("process safety incident" [PSI] gemäß CEFIC- und ICCA-Definition) festgelegt. Dieses Ziel haben wir mit 2 Ereignissen im Jahr 2021 erreicht. Kein Ereignis war als Störfall einzustufen oder meldepflichtig im Sinne der Störfallverordnung.

Sicherheitsrelevante Anlagenereignisse

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2015 2019 2020 2021
Anzahl Ereignisse 3 2 2 2

Über unseren Management-of-Change-Prozess stellen wir sicher, dass bei allen Neuerrichtungen oder Änderungen von Anlagen die Sicherheitsvorgaben eingehalten und die zuständigen Sicherheitsexperten eingebunden werden. Zur Risikoermittlung verwenden wir systematische Sicherheitsanalysen. Dabei analysieren wir unter anderem, welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Störfall oder Unfall haben können, und legen Schutzmaßnahmen fest.

Gesundheitsschutz

Das Unternehmen unterstützt Programme zur Gesundheitsvorsorge für unsere Belegschaft. An den deutschen Standorten bietet das Unternehmen den Mitarbeitenden Gesundheitstage, die Teilnahme am Präventionsprogramm "Fit im Job" oder an einer Gesundheitswoche an. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten leider die meisten dieser Angebote auch im Jahr 2021 reduziert oder ganz abgesagt werden.

Auswirkungen der Pandemie

Durch die Corona-Pandemie sahen wir uns auch 2021 weltweit vor großen Herausforderungen. Wir haben an allen Standorten unter Berücksichtigung der lokalen Vorgaben Hygienemaßnahmen eingeführt. Dazu gehören unter anderem die Pflicht zum Tragen von Masken, neue bzw. angepasste Schichtmodelle, mobiles Arbeiten und Webkonferenzen zur Vermeidung von Kontakten sowie das Vermeiden von Geschäftsreisen auch zwischen Siltronic-Standorten. Wir haben Impfaktionen für unsere Mitarbeiter durchgeführt. Am Standort Singapur wurde eine Impfquote von fast 100 Prozent erreicht. Dank der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen und der Flexibilität unserer Belegschaft gab es keine Beeinträchtigungen der Produktionsmengen aufgrund der Pandemie.

6. Lieferkette

Sustainable Development Goals 7, 8, 9
UN Global Compact-Prinzipien 1 - 10; Responsible Business Alliance (RBA) Code of Conduct Topic E.12

Nachhaltigkeit in Bezug auf Lieferanten

Unser Einkaufsvolumen betrug im Jahr 2021 EUR 1.011 Mio. (Vorjahr: EUR 724 Mio.). Wir arbeiten weltweit mit knapp 3.900 Lieferanten zusammen, wobei 8 Prozent unserer Lieferanten bereits circa 90 Prozent des Einkaufsvolumens ausmachten. Das von uns weltweit eingekaufte Beschaffungsvolumen verteilt sich in etwa zu zwei Dritteln auf Europa/​Nordamerika und zu einem Drittel auf Asien. Unsere wichtigsten Lieferanten und Beschaffungsfelder fokussieren sich auf den Rohstoff Polysilizium, spezifische Hilfs- und Betriebsstoffe für unsere Fertigungsprozesse, Energie, IT und Logistikleistungen, sowie natürlich unsere Lieferanten von Investitionsgütern. GRI 102-9

In unserem "Code of Conduct" dokumentieren wir unsere Erwartungen an die Lieferanten zum sorgsamen Umgang mit ihrer Belegschaft und der Umwelt und verpflichten sie über unsere Einkaufsbedingungen, die Grundsätze der Initiativen UN Global Compact und Responsible Business Alliance (RBA) einzuhalten. Im Rahmen unserer Lieferantenmanagementprozesse analysieren und bewerten wir unsere Lieferkette bezüglich entsprechender potenzieller Risiken und Einhaltung der Verpflichtungen. Korrigierende oder verbessernde Maßnahmen werden, wenn notwendig, mit den Lieferanten erarbeitet und nachgehalten. Dabei arbeiten wir eng mit dem Leiter Corporate Responsibility der Siltronic AG zusammen und setzen so Maßnahmen zur Steigerung nachhaltigen Handelns in unserer Lieferkette um. Der benannte Menschenrechtsbeauftragte der Siltronic AG steht dabei auch den Mitarbeitenden unserer Lieferanten als Anlaufstelle zur Meldung von tatsächlichen oder bevorstehenden Verletzungen von Menschenrechten zur Verfügung. Der Erstkontakt kann dabei auch über die lokalen Compliance Officer erfolgen. Im Jahr 2021 wurden von Mitarbeitenden unserer Vertragspartnern keine Verstöße gemeldet.

Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales Hinweisgebersystem installiert, das Personen zukünftig auch ermöglicht, auf Verletzungen relevanter menschenrechtlicher oder umweltbezogener Risiken hinzuweisen, die durch wirtschaftliches Handeln des Unternehmens oder eines unmittelbaren Zulieferers entstanden sind.

Darüber hinaus setzen wir uns auch mit der Förderung von Gleichberechtigung und Diversität in unserer Lieferkette auseinander. Unser Ziel, die Beschaffung von und bei divers geführten Unternehmen weiter zu steigern, wird auch auf unserer Internetseite kommuniziert, über die divers geführten Unternehmen ein direkter Kontakt- und Angebotsweg zur Verfügung steht, um ihre Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Siltronic kommuniziert individuell und auf den regelmäßigen Lieferantentagen seine Ziele und Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility an die Lieferanten.

Seit 2019 ist Siltronic Mitglied der Responsible Business Alliance (RBA), des weltgrößten Industrieverbunds mit dem Ziel, die soziale Verantwortung in globalen Lieferketten weiter, besser und strukturierter voranzutreiben und zu verankern.

Siltronic hat bereits seit vielen Jahren ein umfassendes System zum Management seiner Lieferanten. Mit diesen Prozessen soll sichergestellt werden, dass sich Lieferanten in den Bereichen Qualität, Service, Lieferrisiken und Kosten kontinuierlich verbessern und im Bereich Nachhaltigkeit bezüglich Arbeitsbedingungen, ethischer Standards, Sicherheitsstandards und beim Umgang mit lokalen Ressourcen verantwortlich handeln.

Wir bewerten und beurteilen dabei kontinuierlich die Leistung von über 100 Lieferanten weltweit. Diese Lieferanten repräsentieren unser globales Beschaffungsvolumen. Dazu stehen uns verschiedene Ratingsysteme zur Verfügung, mit denen wir Risikopotenziale und Leistungen unserer Partner beurteilen. Wir führen regelmäßig Audits bei unseren externen Partnern durch.

Siltronic hat im Jahr 2021 sein Lieferantenmanagementsystem weiter ausgebaut und um bedeutende Bausteine der Bereiche Environment, Social & Governance (ESG) erweitert. Ein Meilenstein war dabei die Erstellung einer diesbezüglichen, international gültigen Verfahrensanweisung. Diese legt Regeln zur vollumfänglichen Bewertung der ESG-Risiken unseres Lieferantenstamms fest. Dabei berücksichtigen wir sowohl die geografische Lage und die Art der Geschäftstätigkeit unserer Partner als auch das Volumen der Geschäfte, die wir mit den Partnern tätigen. Die dabei betrachteten Risiken sind in Kategorien gegliedert. Es werden sowohl Beschäftigungspraktiken, Gesundheit & Sicherheit und Umweltaspekte als auch Geschäftsethik sowie die Reife der Managementsysteme berücksichtigt. Im Jahr 2021 konnten so die Risikopotenziale von unseren aktiven Lieferanten, die mehr als 90 Prozent des Einkaufsvolumens abdecken, bewertet werden.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Risikoanalyse, legen wir Fokuslieferanten für eine notwendige, detailliertere Untersuchung fest. Neben Lieferanten mit hohem Beschaffungsvolumen oder hohem Risikopotenzial sind uns dabei auch Dienstleister besonders wichtig, deren Mitarbeiter in unseren weltweiten Produktionsstätten gemeinsam mit unserem eigenen Personal tätig sind. Für die genaue Bewertung der Risiken dieser Fokuslieferanten bedienen wir uns der umfangreichen Onlineselbstauskunft (SAQ) der Responsible Business Alliance (RBA). Wir haben bis zum Ende des Jahres 2021 von zwei Dritteln unserer Fokuslieferanten SAQs erhalten und bewertet und decken damit insgesamt bereits deutlich mehr als ein Drittel unseres gesamten Einkaufsvolumens ab. Im Mittel erreichen unsere Lieferanten 83 von 100 möglichen Punkten und keiner unserer Lieferanten erzielt weniger als 66 Punkte.

Unabhängig von den risikobasierten Analysen unserer Lieferanten nehmen wir Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Gesetzesänderungen zum Anlass, unsere Lieferkette gezielt zu untersuchen und die Einhaltung zu prüfen. Im Jahr 2021 haben wir dazu unter anderem Analysen in unseren Lieferketten von Reinraummaterial und Rohstoffen durchgeführt, um Zwangsarbeit auszuschließen. Dies konnte im Ergebnis entkräftet werden.

Zukünftig werden wir auch spezielle ESG-Audits bei unseren Lieferanten durchführen. Abhängig von der Bedeutung des Lieferanten und des Risikos für die Siltronic AG werden wir dies mithilfe unabhängiger Dritter (VAP-Audits der Responsible Business Alliance (RBA)) oder mit unseren eigenen qualifizierten Auditoren durchführen.

Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, dass unsere Lieferanten Zertifikate erwerben, mit denen sie die Eignung ihrer Managementsysteme auch für soziale und Umwelt-Aspekte extern bestätigen lassen. Diese haben auch relevanten Einfluss auf die Bewertung unserer Lieferanten. Wir beachten dabei Zertifikate zu Normen wie ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001, aber auch die Mitarbeit oder Mitgliedschaft in der RBA und vergleichbaren Brancheninitiativen sowie Zertifizierungen im Bereich Diversität, wie Women's Business Enterprise National Council (WBENC) oder WEConnect. Mit wichtigen Lieferanten schließen wir Verträge ab, in denen wir die Erlangung und Aufrechterhaltung dieser Zertifikate vereinbaren.

Unser Ziel in den kommenden Jahren ist es, mit diesen Prozessen und Maßnahmen des Lieferantenmanagements nachhaltiges Handeln in unserer Lieferkette weiter voranzutreiben und diesbezügliche Risiken gemeinsam mit unseren Lieferanten und Partnern zu reduzieren und kontinuierlich zu verbessern.

Konfliktmineralien

Die Siltronic AG bezog im Jahr 2021 keine Konfliktmineralien (Gold, Tantal, Wolfram, Zinn) aus Minen in relevanten Konfliktregionen (§1502 Dodd-Frank Act, in Verbindung mit der EU-Verordnung 2017/​821). Dies bestätigt Siltronic seinen externen Partnern mit der aktuellen Berichtsvorlage für Konfliktmineralien (CMRT 6.01) der Responsible Business Alliance (RBA). Ebenso berichten wir mit der Berichtsvorlage der Responsible Business Alliance (RBA) über Kobalt und Glimmer (EMRT 1.0).

Obwohl keines unserer Produkte die genannten Stoffe enthält, ist uns verantwortungsvolle Beschaffung sehr wichtig. Wir haben daher eine Policy eingeführt, die den Umgang mit Konfliktmineralien regelt und klare Regeln für die Beschaffung festlegt. Jeder Lieferant, den wir zur Anmeldung in unserem Lieferantensystem (SRM) einladen, muss verpflichtende Angaben zur Nutzung bzw. Beschaffung von Konfliktmineralien machen. Zusätzlich sind Fragen zu Konfliktmaterialien in unserem Kriterienkatalog für Lieferantenaudits enthalten.

Nachhaltigkeit in Bezug auf Kunden

Neben Speicherchips und Prozessoren beschäftigt sich ein Großteil unserer Kunden mit dem Thema Stromsteuerung. Entweder sind diese Kunden direkt an der Entwicklung und Kommerzialisierung nachhaltiger Produkte beteiligt (Elektroautos, Windkraftwerke) oder zielen auf die aktive Stromeinsparung bei z.B. der Industrieproduktion ab. Dabei handelt es sich um die Ebene von Endanwendungen.

Gleichzeitig ist technischer Fortschritt bzw. Innovation im Zusammenspiel von Siltronic mit vielen Kunden von sehr hoher Bedeutung, weil der technische Fortschritt in der Halbleiterindustrie schneller voranschreitet als in vielen anderen Industriezweigen. Der technische Fortschritt bei Halbleiterherstellern zeigt sich vor allem darin, dass Leiterbahnen verkleinert werden. Kleinere Leiterbahnen machen Halbleiter leistungsfähiger bei gleichem Stromverbrauch bzw. bieten gleiche Leistungsfähigkeit bei sinkendem Stromverbrauch. Diese Entwicklung ist nur möglich, wenn Wafer anspruchsvollere physikalische und chemische Voraussetzungen erfüllen. Unsere Kunden geben dabei den Entwicklungstakt vor. Die Taktung bezieht sich dabei nicht nur auf Wafer-Spezifikationen, sondern auch nachhaltige Rahmenbedingungen wie das Sicherstellen von Klimazielen und nachhaltiger Rohstoffversorgung bei uns, aber auch durch Überprüfungen bei unseren Zulieferern. Um den Kundenerwartungen hier umfassend zu entsprechen, haben wir deshalb in den letzten Jahren zwischen fünf und sechs Prozent unseres Umsatzes für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

Unsere Kunden legen vermehrt Schwerpunkte auf eine Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung bei ihren Lieferanten. Dazu arbeiten wir mit vier unserer Kunden im Rahmen der CDP-Bewertungen für Klimawandel und Wassersicherheit zusammen, folgen RBA-Anforderungen und beteiligen uns an einem mehrjährigen Nachhaltigkeitsprogramm mit einem Kunden. Bei jährlichen Lieferantenbewertungen durch unsere Kunden sind wir im Jahr 2021 mehrfach für hervorragende Leistungen ausgezeichnet worden.

7. Gesellschaftliche Verantwortung bzw. Sozialbelange

HGB § 289c Abs. 2 Nr. 3/​4/​5; Sustainable Development Goals 16, 17
UN Global Compact-Prinzipien 1 - 5, 10; Responsible Business Alliance (RBA) Code of Conduct Topic D

Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch Transparenz und Offenheit im Sinne einer Corporate Citizenship. Diese beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Nachbarn. Für Siltronic heißt das, offen über das zu sprechen, was hinter den Werktoren geschieht, und weltweit auf Fragen der Öffentlichkeit einzugehen. Nur so entsteht das gesellschaftliche Vertrauen, das Unternehmen brauchen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aus diesem Grund übernimmt Siltronic gesellschaftliche Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner Standorte. Unsere Konzepte hierzu sind über die oben ausgeführten globalen Initiativen Responsible Business Alliance und UN Global Compact hinaus:

Bekämpfung von Rechtsverstößen, insbesondere Korruption und Bestechung

Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International "CPI" ist Siltronic überwiegend in Ländern geschäftlich aktiv, die ein mittleres bis geringes Korruptionsrisiko aufweisen.

Wir treten jeglicher Form von Gesetzesverstößen entschieden entgegen. Unabhängig von länderbezogenen Eintrittswahrscheinlichkeiten soll unser bereits erläutertes Compliance-System in jedem Markt, in dem wir tätig sind, Compliance-Verstöße in Form von Korruption, Betrug, Verstöße gegen Wettbewerbsregeln und andere Erscheinungsformen der Wirtschaftskriminalität vermeiden bzw. verhindern, identifizieren und sanktionieren.

Bei beobachteten Verstößen sind die Mitarbeitenden angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Weiterhin können unsere Mitarbeitenden und Dritte anonym Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften an einen von Siltronic bestellten externen Ombudsmann melden. Jedem begründeten Verdacht geht Siltronic nach, untersucht den Vorgang und definiert Maßnahmen zur Behebung identifizierter Schwachstellen und gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen. Vergeltungsmaßnahmen gleich welcher Art gegen Personen, die in gutem Glauben Compliance-Vorgänge melden, sind untersagt. Der Vorstand der Siltronic AG wird durch den Chief Compliance Officer monatlich und anlassbezogen informiert. Weiter berichtet der Chief Compliance Officer im Rahmen der Prüfungsausschusssitzungen an den Aufsichtsrat.

Im Jahr 2021 haben wir keine Compliance-Meldungen zu den Themenbereichen Korruption und Bestechung erhalten. GRI 205-3

Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales Hinweisgebersystem installiert, über das Hinweisgeber Meldungen über Gesetzesverstöße und (drohende) Menschenrechtsverletzungen anonym über ein sicheres elektronisches Postfach abgeben können.

Mitarbeitende mit Kontakt zu Geschäftspartnern sind verpflichtet, eine E-Learning-Fortbildung zu Compliance zu absolvieren. Produktionsmitarbeiter erhalten eine auf sie zugeschnittene Präsenzschulung durch Führungskräfte. Alle Mitarbeiter in Vertrieb und Marketing müssen zudem eine Onlineschulung zum Kartellrecht durchlaufen. GRI 102-17

Menschenrechte

Unsere vier Produktionsstandorte liegen in hoch entwickelten Industrieländern, in denen im Vergleich zu weniger entwickelten Ländern ein niedriges Risiko von Menschenrechtsverletzungen besteht. Da wir der Verletzung von Menschenrechten bei uns sowie in der vor- und nachgelagerten Lieferkette aktiv entgegentreten wollen, haben wir Maßnahmen ergriffen, um eventuelle Verstöße zu erkennen.

Über unseren Code of Conduct nehmen wir ausdrücklich Bezug auf die zehn Prinzipien der Global Compact Initiative der Vereinten Nationen. Die ersten beiden Prinzipien des Global Compact haben die Unterstützung der Menschenrechte und den Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen zum Inhalt. Aus dem ersten Prinzip des Global Compact "Unterstützung der Menschenrechte" und dem zweiten Prinzip "Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen" sind insbesondere folgende Maßnahmen bei Siltronic implementiert:

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Im Rahmen unserer Einkaufsbedingungen erwarten wir von unseren Lieferanten die Einhaltung der Prinzipien unseres Code of Conduct, der auch menschenrechtliche Anforderungen umfasst.

Wir schulen unsere Belegschaft in einschlägigen Sitzungen darin, die Einhaltung international gültiger Menschenrechte zu beachten.

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Wenn uns potenziell kritische Aspekte im Bereich der Menschenrechte bekannt werden, analysieren wir diese. Sollte sich ein Sachverhalt auch nach der Analyse als kritisch herausstellen, ergreifen wir Maßnahmen.

Wir verpflichten uns in unserem Code of Conduct und gegenüber unseren Kunden zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen.

Der Vorstand hat zudem im September 2021 einen Menschenrechtsbeauftragten bestellt, der Maßnahmen zur Beachtung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten definiert. Der Menschenrechtsbeauftragte ermittelt die menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken von Siltronic und den unmittelbaren Zulieferern. Auf Basis der Risikoanalyse unterstützt er die Entwicklung der Menschenrechtsstrategie des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales Hinweisgebersystem installiert, das Personen zukünftig auch ermöglicht, auf Verletzungen relevanter menschenrechtlicher oder umweltbezogener Risiken hinzuweisen, die durch wirtschaftliches Handeln des Unternehmens oder eines unmittelbaren Zulieferers entstanden sind.

Gemeinnützige Zwecke und "Corporate Volunteering"

Im Berichtsjahr 2021 hat Siltronic insgesamt 50 Aktivitäten in Deutschland, den USA und Singapur finanziell unterstützt. Das gesamte Spendenaufkommen betrug TEUR 542 (Vorjahr: TEUR 142). Dabei lag ein besonderer Schwerpunkt der Hilfsaktionen auf der Unterstützung bedürftiger Einzelpersonen und Familien in Singapur, sowie der Hochwasserhilfe in Ahrweiler, Deutschland.

In Singapur unterstützt Siltronic das South West Community Development Council (CDC) bei den Programmen "My schooling needs" und "Food connect". Mit dem Programm "My schooling needs" werden seit 2010 benachteiligte Familien und Schüler zu Schulbeginn unterstützt und die Aktion "Food connect", gegründet 2010, unterstützt bedürftige Haushalte mit monatlichen Essensrationen.

"In Deutschland hat die Siltronic AG die Hochwasserhilfe Ahrweiler nach der Flutkatastrophe unterstützt.

Die Belegschaft an den deutschen Standorten nimmt an einem Centspendenprogramm eines Hilfsfonds der Wacker Chemie AG teil. Dabei willigt der Mitarbeiter ein, seine monatliche Gehaltszahlung auf den nächstniedrigeren Eurobetrag abzurunden. Die übrigen Centbeträge werden gespendet.

Siltronic-Mitarbeitende am Standort Freiberg engagieren sich jedes Jahr unter anderem bei dem im Herbst stattfindenden Nepallauf. Aufgrund der Corona-Pandemie fand dieser Benefizlauf als virtuelle Veranstaltung statt, so dass sich Siltronic-Mitarbeitende weltweit an dieser Aktion beteiligen konnten. Der von einer Schule nahe dem Standort Freiberg organisierte Spendenlauf hat zum Ziel, Geld für den Aufbau von Schulen in der nepalesischen Region Gati zu sammeln.

Bereits seit etwa 20 Jahren unterstützen Mitarbeitende hilfsbedürftige Menschen in der Region Portland gemeinsam mit dem Doernbecher Children's Hospital. Mit einem Spendenprogramm unserer Mitarbeiter konnten im Jahr 2021 insgesamt 10 Familien unterstützt werden.

Im Berichtsjahr hat Siltronic am Standort Portland insgesamt 18 Initiativen in den Bereichen Armut und Ernährung, sowie Umweltschutz unterstützt.

Beziehungen zu Verbänden und in die Politik

Gegenüber politischen Parteien und Nichtregierungsorganisationen bekennen wir uns zu verantwortungsbewusstem Verhalten. Wir vertreten unsere politischen Interessen in Einklang mit den von uns öffentlich geäußerten Positionen. Unser Umgang mit der Politik orientiert sich an Sachpositionen, wobei wir offen sind für den Dialog mit allen demokratischen Parteien. Spenden an politische Parteien bedürfen der Zustimmung des Vorstands der Siltronic AG.

Wir nehmen in keinem Verband und in keiner Organisation, in der wir Mitglied sind, eine besondere Stellung ein. Siltronic hat sich nicht an Gesetzgebungsverfahren beteiligt. GRI 415-1

Dialog auf regionalen Ebenen

An unseren Standorten pflegen wir mit den Behörden einen regelmäßigen Austausch im Bereich des Umweltschutzes.

Unsere Produktionsgesellschaft in den USA ist dafür im Jahr 2020 mit dem "Gold level for Sustainability at work" von den Behörden der Stadt Portland/​ Oregon ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung ist bis 2023 gültig. Im Jahr 2020 haben wir zudem den "Gold award for No pretreatment violations" von den Behörden der Stadt Port-land/​ Oregon erhalten.

Der Standort Freiberg engagiert sich für "Weltoffenheit" und ist seit dem Jahr 2019 Mitglied des Vereins "Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen". Das Netzwerk will die Integration von Zuzug und Zuwanderung begleiten und konkret fördern und damit zu mehr Wirtschaftsleistung in Sachsen beitragen.

Partnerschaften und Mitgliedschaften mit/​bei Verbänden und Initiativen

Wir haben uns im Jahr 2021 bei folgenden Initiativen engagiert:

CDP Klimawandel, Wassersicherheit

Im Jahr 2021 haben wir zum vierten Mal an den Bewertungsprogrammen des CDP zu Klimawandel und Wassersicherheit teilgenommen und wurden mit B und B bewertet (in einer Skala von A, beste Bewertung, bis D, schlechteste Bewertung).

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Programm 2020 2021
CDP Klimawandel B B
CDP Wassersicherheit B B

UN Global Compact

Die Siltronic AG beteiligt sich seit 2017 am UN Global Compact und hat im Jahr 2021 einen aktuellen Fortschrittsbericht veröffentlicht. Zusätzlich hat sich das Unternehmen an einem globalen Programm des UN Global Compact Netzwerks beteiligt (Climate Ambition Accelerator).

Responsible Business Alliance (RBA)

Die Siltronic AG ist seit April 2019 Mitglied der Initiative "Responsible Business Alliance" und hat sich an Netzwerktreffen zu relevanten Themen der Initiative beteiligt.

Charta der Vielfalt und Charta der Gleichstellung

Die Siltronic AG hat nach der Charta der Vielfalt (2018) auch die Charta der Gleichstellung der IG BCE (2019) unterzeichnet. Siltronic verpflichtet sich mit der Unterzeichnung der Charta, Chancengleichheit aktiv umzusetzen und zu fördern.

Science Based Targets Initiative (SBTi)

SBTi ist eine Kooperation zwischen CDP, dem United Nations Global Compact (UNGC), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF) mit dem Ziel, einen Rahmen für ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen zu geben. Unternehmen können ihre wissenschaftsbasierten Ziele hier veröffentlichen und validieren lassen.

Siltronic beteiligt sich an der Science Based Targets Initiative (SBTi) und hat sich zur Reduktion der CO 2-Emissionen Scope 1 und 2 um 50 Prozent bis 2030 (Basisjahr 2021) verpflichtet.

Erläuterungen zu SBTi sind unter Ambitious corporate climate action - Science Based Targets im Internet veröffentlicht.

Steuern

Angaben zur Steuerstrategie, zur Beachtung des Steuerrechts ("Tax Compliance") und zum hierfür eingerichteten Überwachungssystem GRI 207-1, -2, -3

Siltronic AG hat eine Steuerstrategie, die als Teil der Steuerrichtlinie schriftlich festgehalten ist. Die Richtlinie richtet sich an die Leiter und Mitarbeiter aller Bereiche und Einheiten, die steuerliche Aufgaben wahrnehmen. Die Steuerrichtlinie wird nicht veröffentlicht. Zweck der Steuerrichtlinie sind die Festlegung der Verantwortung für steuerliche Themen im Siltronic-Konzern sowie die Vermittlung der Unternehmenskultur in Bezug auf Steuern. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Konzern seinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommt. Dies entspricht inhaltlich dem Code of Conduct von Siltronic, der auch die Steuerintegrität von Siltronic zum Inhalt hat. Die Steuerrichtlinie wird mit dem Finanzvorstand der Siltronic AG mindestens einmal jährlich besprochen.

Die Steuerstrategie von Siltronic basiert auf der Unternehmensstrategie. Unternehmensentscheidungen werden auf Basis von wirtschaftlichen Faktoren getroffen. Siltronic verfolgt keine Gestaltungen, die nach herrschender Meinung in aggressiver Form auf die Minderung oder Vermeidung von Steuern abzielen. Siltronic verfolgt einen offenen und proaktiven Kommunikationsstil mit Steuerbehörden. Bei der Bearbeitung von steuerlichen Themen greift Siltronic auch auf die Meinung von außenstehenden Experten zurück.

Die Verantwortung für die Umsetzung und Überwachung der Einhaltung von steuerlichen Vorgaben liegt bei der Steuerabteilung der Siltronic AG, an die die im Konzern für Steuern Verantwortlichen berichten. Die Steuerabteilung der Siltronic AG berichtet an den Finanzvorstand.

Die Siltronic AG hat ein Tax-Compliance-Management-System eingerichtet, das die einschlägigen steuerrechtlichen Vorgaben umsetzt. Bestandteile dieses Tax-CMS sind eine Analyse der Steuerrisiken, die Implementierung von Prozessen, Kontrollmaßnahmen und Meldewegen. Im Rahmen des Tax-Compliance-Management-Systems berichten Konzerneinheiten Verstöße gegen steuerliche Obliegenheiten an die Steuerabteilung der Siltronic AG. Darüber hinaus gibt es als Teil des allgemeinen Compliance-Systems die Möglichkeit, sich mit Verstößen gegen steuerliche Pflichten an den Compliance Officer oder den externen Ombudsmann zu wenden.

Das Tax-CMS wird einmal jährlich einer kritischen Durchsicht unterzogen und aktualisiert, um die Wirksamkeit und die Effizienz des Systems und der implementierten Kontrollen zu bewerten. Die kritische Durchsicht erfolgt durch die Steuerabteilung, die das Ergebnis mit dem Finanzvorstand bespricht.

Länderspezifische Angaben GRI 207-4

Die nachfolgende Tabelle fasst die Konzerneinheiten nach Steuerjurisdiktionen zusammen: Auf Deutschland entfällt der in Deutschland gelegene Teil von Siltronic AG, auf Singapur entfallen Siltronic Singapore Pte. Ltd., Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. und eine in Singapur gelegene Betriebsstätte von Siltronic AG, auf die USA die Siltronic Corp., auf Taiwan eine dort gelegene Betriebsstätte von Siltronic AG, auf Japan die Siltronic Japan Corp., auf Korea die Siltronic Korea Ltd. und auf Festland China die Siltronic Shanghai Corporation. Darüber hinaus besteht jeweils eine Vertriebseinheit in Form einer Betriebsstätte von Siltronic AG in Italien und Frankreich. In den Betriebsstätten ist jeweils ein Mitarbeiter angestellt. Aus Wesentlichkeitsgründen sind diese zwei Einheiten nicht in der Tabelle aufgenommen.

In Singapur liegt der Aufwand für Ertragsteuern unter dem Wert, der sich bei Anwendung des lokalen Steuersatzes ergibt. Grund dafür ist, dass eine Einheit aufgrund der hohen Investitionen in ihre Fabrik noch von der Steuer befreit ist.

Erstattungen von Steuern resultieren aus Überzahlungen des Vorjahrs. Diese können verursacht sein durch Verlustvorträge oder durch Schätzungen. In vielen Ländern fußen Steuerzahlungen auf Schätzungen, die vor dem Jahresende für das Jahr vorgenommen werden.

Zahlenmäßige Abweichungen, die sich in der folgenden Tabelle zwischen Einzelposten und Summen ergeben, sind auf Rundungen zurückzuführen.

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Steuerjurisdiktion
Geschäftsjahr 2021
Mitarbeiter (a) Materielles Vermögen ohne Liquidität (b)
EUR Mio.
Umsatz mit Konzernfremden
EUR Mio.
Umsatz mit Konzerneinheiten
EUR Mio.
Ergebnis vor Ertragssteuern (c)
EUR Mio.
Aufwand (+) /​ Ertrag (-) für Ertragsteuern (d)
EUR Mio.
Produktion
Deutschland 2.584 798 436 607 75 14
Singapur 1.123 945 533 384 233 12
USA 355 71 132 102 12 3
Zwischensumme 4.062 1.814 1.101 1.093 320 29
Vertrieb
Taiwan 15 28 177 1 2 1
Japan 16 14 89 0 2 1
Andere (e) 24 10 38 4 2 0
Zwischensumme 55 52 304 5 6 2
Konsolidierung 1.098 -8 -2
Konzernabschluss 4.117 1.866 1.405 0 318 29
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SteuerjurisdiktionGeschäftsjahr 2021 Gezahlte (+) /​ erstattete (-) Steuern
EUR Mio.
Produktion
Deutschland -3
Singapur 17
USA -1
Zwischensumme 13
Vertrieb
Taiwan 0
Japan 0
Andere (e) 0
Zwischensumme 0
Konsolidierung
Konzernabschluss 13

[a] Stand am Jahresende, Berechnung wie unter Abschnitt 5. Personalbelange
[b] Bilanzsummen (nach IFRS) der Einheiten abzüglich immateriellem Anlagevermögen, latenter Steuern und "Liquidität". Die Liquidität setzt sich zusammen aus Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten kurzfristigen Wertpapieren und kurzfristigen Festgeldern.
[c] Um die Transparenz zu erhöhen und mehrfache Zählung von Gewinnen zu vermeiden, sind Dividenden innerhalb des Siltronic-Konzerns nicht einbezogen.
[d] Wert wie in der Gewinn- und Verlustrechnung (nach IFRS) der Einheiten ausgewiesen. Dies berücksichtigt Abgrenzungen und latente Steuern. Latente Steuern bilden auf der Grundlage von Bilanzierungsregeln steuerliche Vorteile oder Nachteile ab. Vorteile werden berücksichtigt, wenn deren Realisierung innerhalb von drei Jahren erwartet wird.
[e] [Beinhaltet kleine Vertriebsbüros in Korea, (Festland) China, Frankreich und Italien. Diese Einheiten haben Steueraufwand und auch Steuern gezahlt, die in der Tabelle ausgewiesene Zahl resultiert lediglich aus der Abrundung 0 (Rundung auf volle Mio. Euro).

Fortschrittsbericht 2021 zur Teilnahme am UN Global Compact

Siltronic ist seit 2017 Teilnehmer beim UN Global Compact und berichtet hiermit über den jährlichen Fortschritt. Diese Übersicht referenziert zwischen den 10 Prinzipien des UN Global Compact und den Fortschritten in den jeweiligen Kapiteln des Berichts im Berichtsjahr 2021. GRI 102-12

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Zehn Prinzipien des UN Global Compact Verweis auf Kapitel im Bericht Ausgewählte Maßnahmen und Fortschritte im Berichtsjahr 2021
Menschenrechte
Prinzip 1
Unterstützung der Menschenrechte
Prinzip 2
Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen
• Unternehmensethik bei Siltronic
• Wirkung der ethischen Grundsätze auf die Organisation von Siltronic
• Menschenrechte
• Partnerschaften
•Menschenrechte: Wir haben einen Menschenrechtsbeauftragten benannt, der zukünftig das Thema Menschenrechte verantwortlich koordiniert und direkt an den Vorstand berichtet.
• Schulungen: wir haben unsere Mitarbeiter generell und entsprechend ihren Aufgaben geschult, die Einhaltung international gültiger Menschenrechte zu beachten.
• Lieferanten: Siltronic erwartet von seinen Partnern die Einhaltung menschenrechtlicher Anforderungen und hat dies im Rahmen der Liefermanagement Prozesse überprüft. Wir bezogen oder verwendeten keine Konfliktmineralien.
• Kunden: Siltronic hat sich gegenüber seinen Kunden zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen verpflichtet.
• Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann.
• RBA: Siltronic ist weiterhin Mitglied der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA) und hat Selbstbewertungen an den Produktionsstandorten durchgeführt.
Arbeitsnormen
Prinzip 3
Wahrung der Vereinigungsfreiheit
Prinzip 4
Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit
Prinzip 5
Abschaffung von Kinderarbeit
Prinzip 6
Vermeidung von Diskriminierung
• Verhältnis zu Mitarbeitervertretungen und Arbeitnehmerrechte
• Vielfalt
• Nachhaltigkeit in Bezug auf Kunden
• Menschenrechte
• Partnerschaften
• Menschenrechte: Wir haben einen Menschenrechtsbeauftragten benannt, der zukünftig das Thema Menschenrechte verantwortlich koordiniert und direkt an den Vorstand berichtet.
• Mitarbeiterrechte: Ein Großteil der Mitarbeiter ist an Standorten tätig, an denen unabhängige Arbeitnehmervertretungen tätig sind.
• Mitarbeiter Vielfalt: Siltronic hat sich an der Charta der Vielfalt und der Charta der Gleichberechtigung beteiligt und Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils bis 2023 festgelegt.
• Kunden: Siltronic hat sich gegenüber seinen Kunden zur Wahrung der Vereinigungsfreiheit, zur Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit, zur Abschaffung von Kinderarbeit und zur Vermeidung von Diskriminierung verpflichtet.
• Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann.
• RBA: Siltronic ist weiterhin Mitglied der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA) und hat Selbstbewertungen an den Produktionsstandorten durchgeführt.
Umweltschutz
Prinzip 7
Vorsorgender Umweltschutz
Prinzip 8
Initiativen für größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt
Prinzip 9
Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien
• Klimawandel
• Maßnahmen zum Umweltschutz
• Wirkung der ethischen Grundsätze auf die Organisation von Siltronic
• Dialog auf regionalen Ebenen
• Einfluss durch den Klimawandel
• Klimastrategie: Siltronic hat eine Klimastrategie entwickelt und Klimaziele festgelegt: die CO 2- Emissionen werden bis 2030 um 50% reduziert. Wir haben uns zur Zielerreichung bei der Science-based-target Initiative verpflichtet.
• Schulung: wir haben am Trainingsprogramm Climate Ambition Accelerator teilgenommen.
• Maßnahmen: relevante Investitionen zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes bei den Aspekten Luft, Abfall, Wasser und Klimaschutz wurden umgesetzt.
Siltronic hat Energieeffizienzprogramme umgesetzt, die zu einer dauerhaften Reduktion des Energieverbrauchs führen.
• Managementsystem, Ziele: das Siltronic Managementsystem ist weltweit zertifiziert nach den Normen IATF 16949 für Qualität, ISO 14001 für Umwelt und ISO45001 für Sicherheit sowie nach ISO 50001 für Energie an den deutschen Standorten. Nichtfinanzielle Ziele sind implementiert, um den Rohstoffeinsatz, den Energieeinsatz und die Wasserverwendung zu reduzieren sowie die Verwertungsrate von Abfällen zu erhöhen.
• Dialog: der Nachhaltigkeitsbericht wurde erstellt und einer externen Prüfung unterzogen (Nichtfinanzieller Bericht). Siltronic hat sich bei einer nationalen Peer-Learning Gruppe des Deutschen Global Compact Netzwerks engagiert.
• Klimawandel: Siltronic hat bei Forschung und Entwicklung neuer Technologien die Grundlage für die Produktion kleinerer und energieeffizienterer Bauteile geschaffen und zu Ressourcenschonung und Klimaschutz beigetragen.
Antikorruption
Prinzip 10
Maßnahmen gegen Korruption
• Unternehmensethik bei Siltronic
• Bekämpfung von Rechtsverstößen, insbesondere Korruption
• Schulungen: wir haben unsere Mitarbeiter generell und entsprechend ihren Aufgaben geschult, die Einhaltung geltender Regeln gegen Korruption zu beachten.
• Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen bezüglich Korruption an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann.

Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts

An den Aufsichtsrat der Siltronic AG, München

Wir haben den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der Siltronic AG, München (im Folgenden "Gesellschaft" oder "Siltronic AG"), und den mit ihm zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht des Mutterunternehmens (im Folgenden "zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und mit Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/​852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/​2088 (im Folgenden "EU-Taxonomie-Verordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren in Abschnitt "EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten eigenen Auslegung der in der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffe.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Die EU-Taxonomie-Verordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomie-Verordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht abzugeben.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

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Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von Siltronic AG zu erlangen

Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Siltronic AG in der Berichtsperiode

Beurteilung der Eignung der intern entwickelten Definitionen

Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten, zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Befragungen von Mitarbeitern auf Gruppenebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due-Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind

Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente

Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Gruppenebene von allen Standorten gemeldet wurden

Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort Burghausen in Deutschland

Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben

Befragung von verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung relevanter Wirtschaftsaktivitäten gemäß EU-Taxonomie-Verordnung zu erlangen

Nachvollziehen der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umsatz, Investitionsausgaben und Betriebsaufwendungen für die taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten

Beurteilung des Prozesses zur Identifikation der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivtäten und der entsprechenden Angaben im zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht

Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise hinreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers

Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie des IDW-Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet.

Prüfungsurteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Siltronic AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und mit der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung aufgestellt worden ist.

Verwendungsbeschränkung/​AAB-Klausel

Dieser Vermerk ist an den Aufsichtsrat der Siltronic AG, München, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung.

Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der Siltronic AG erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde (https:/​/​www.kpmg.de/​bescheinigungen/​lib/​aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der Allgemeinen Auftragsbedingungen ) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.

München, den 8. März 2022

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Hanshen Vogl
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin