Siltronic AGMünchenGesonderter nichtfinanzieller Bericht außerhalb des LageberichtsNichtfinanzieller Bericht 2021(Umsetzung der Anforderungen aus §§ 315b, 315c i.V.m. 289b bis 289e HGB)Interview mit dem Vorstand
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| Dr. Christoph von Plotho | Rainer Irle |
| CEO | CFO |
Unter Nachhaltigkeit verstehen wir, durch heutiges
Handeln künftige Bedingungen im ökologischen,
ökonomischen und gesellschaftlichen Bereich positiv zu
beeinflussen. Den Hintergrund für diesen
Nichtfinanziellen Bericht bzw. diesen
Nachhaltigkeitsbericht bildet daher die Frage, wie
Siltronic zur Verbesserung oder Verschlechterung von
ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Bedingungen auf lokaler, regionaler und globaler Ebene
beiträgt.
Wir glauben, dass positiv nachhaltiges Handeln für
Siltronic selbst Vorteile bringt. Indem wir die Effizienz
des Rohstoffeinsatzes oder die Effizienz des
Energieeinsatzes steigern, sichern wir unsere Ertragskraft.
Die Ertragskraft ist wichtig, um unserer Belegschaft
überdurchschnittliche Sozialleistungen zu
gewähren und ein breites Spektrum von
Weiterbildungsmaßnahmen anbieten zu können. Eine
dadurch engagierte und gebildete Belegschaft ist
leistungsfähiger, um in Forschung und Entwicklung
Neues zu entdecken. Mittel- und langfristig wirkt dies
vorteilhaft auf unsere Ertragskraft. Es entsteht ein
Kreislauf, der nicht nur positiv für die
Interessengruppen und die Umwelt ist, sondern auch für
Siltronic.
Mit diesem Nachhaltigkeitsbericht bzw. diesem
Nichtfinanziellen Bericht ergänzen wir die im
Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht
dargelegten ökonomischen Aspekte um ökologische
und gesellschaftliche Aspekte und erläutern, wie wir
diese in Einklang bringen.
Der vorliegende Bericht ist der zusammengefasste,
gesonderte Nichtfinanzielle Bericht für das
Geschäftsjahr 2021 und gilt sowohl für den
Siltronic-Konzern als auch die Siltronic AG. Informationen,
die nur für die Siltronic AG gelten, sind im Text
kenntlich gemacht. Der Öffentlichkeit ist der
Nichtfinanzielle Bericht in den Sprachen Deutsch und
Englisch durch Veröffentlichung im Internet unter
https://www.siltronic.com/de/unternehmen/nachhaltigkeit.html
zugänglich gemacht.
Die im vorliegenden Bericht enthaltenen
nichtfinanziellen Informationen wurden in Anlehnung an die
Sustainability Reporting Standards der Global Reporting
Initiative (GRI) erstellt und orientieren sich an den
Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und
dem Code of Conduct der Responsible Business Alliance
(RBA). Darüber hinaus werden in dem vorliegenden
Bericht Informationen zu unserer sozialen Verantwortung
gegeben, wenn sie für die Berichterstattung über
den Fortschritt des Global Compact der Vereinten Nationen
relevant sind ("Fortschrittsbericht 2021"). Der
Berichtszeitraum entspricht dem des Konzernabschlusses und
es wurden alle Konzerngesellschaften einbezogen. Der
Nichtfinanzielle Bericht wird jährlich erstellt. GRI
102-50, -52
Dieser Nichtfinanzielle Bericht 2021 ist vom
Aufsichtsrat der Siltronic AG geprüft. Des Weiteren
hat der Aufsichtsrat einer
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen entsprechenden
Prüfungsauftrag erteilt. Die KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat hiernach den
Nichtfinanziellen Bericht unter Anwendung des Standards
ISAE 3000 zur Erlangung einer begrenzten
Prüfungssicherheit ("Limited Assurance")
bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c
HGB i. V. m. §§ 289b bis 289e HGB geforderten
Angaben geprüft. GRI 102-56
Wir sind ein global agierender Hersteller von Wafern,
Scheiben aus hochreinem Silizium. Da Wafer den Grundstoff
für Halbleiterchips bilden, sind fast alle unsere
Kunden Chiphersteller. GRI 102-2
Wafer werden hergestellt, indem hochreines Silizium
geschmolzen und aus der Schmelze über ein
Ziehverfahren ein Kristall gewonnen wird. Der Kristall wird
in einzelne Scheiben gesägt, die anschließend
poliert und nach einer Endkontrolle verpackt werden. Die
Herstellungskosten entfallen (in abnehmender Reihenfolge)
auf Personal, Hilfs- und Betriebsstoffe, Abschreibungen,
Rohstoffe und Energie. GRI 102-9
Der Anlagenpark besteht zu weiten Teilen aus Maschinen
zum Ziehen von Kristallen, Öfen, Messgeräten,
Reinigungsanlagen und Maschinen zur mechanischen und
chemischen Behandlung der Waferoberfläche. Die
Herstellung von Wafern erfolgt zu wesentlichen Teilen in
Reinräumen. Von unseren vier Produktionsstandorten in
Deutschland, Singapur und den USA versenden wir unsere
Wafer direkt zu den Chipfabriken unserer Kunden, die (in
alphabetischer Reihenfolge) in Europa, Festland China,
Israel, Japan, Korea, Malaysia, Singapur, Taiwan und den
USA liegen. An den vier größten Standorten
befinden sich jeweils Produktion, Verwaltung und Vertrieb.
Zusätzlich betreiben wir kleine Vertriebs- oder
Verwaltungseinheiten in weiteren sechs Ländern, davon
in Asien (Festland China, Japan, Südkorea und Taiwan)
und Europa (Frankreich und Italien). GRI 1024, -6, -9
Weitere Informationen zum Geschäftsmodell des
Unternehmens sind im Lagebericht enthalten.
Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um
wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Damit die
Geschäfte von Siltronic verantwortungsvoll und in
Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Vorgaben
durchgeführt werden, haben wir verschiedene Leitlinien
entwickelt. Zu diesen zählen insbesondere: GRI 102-16
| ― |
Code of Conduct: Wir haben für unseren Konzern einen Kodex aufgestellt, der einen verbindlichen Orientierungsrahmen für eigenverantwortliches und gesetzestreues Verhalten bildet. Die Beachtung des Kodex ist für jeden Mitarbeiter verpflichtend. Der Code of Conduct behandelt insbesondere die Themen Verhalten untereinander, Führen als Vorbild, Umgang mit Geschäftspartnern, Umgang mit Informationen, Trennung von Privat- und Unternehmensinteressen, Qualität, Sicherheit, Gesundheit und Umwelt sowie gesellschaftliche Verantwortung und Compliance-Meldungen. GRI 102-17 |
| ― |
Selbstverpflichtungen: Siltronic setzt die zehn Prinzipien der Global Compact Initiative der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um und veröffentlicht dazu jährlich einen Fortschrittsbericht. Wir sind als Unterzeichner der Charta der Vielfalt beigetreten und verpflichten uns damit, Chancengleichheit und Vielfalt im Unternehmen aktiv umzusetzen und zu fördern. Siltronic orientiert sich als Zulieferer der Elektronikindustrie an dem Verhaltenskodex der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA), über den führende Unternehmen der Elektronikindustrie weltweit soziales und ökologisches Verantwortungsbewusstsein sowie ethische Geschäftspraktiken fordern und fördern. Siltronic ist Mitglied der Responsible Business Alliance (RBA). Weiter ist Siltronic der Science Based Targets Initiative (SBTi) beigetreten. SBTi treibt ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen im Privatsektor voran, indem sie es Unternehmen ermöglicht, wissenschaftsbasierte Ziele zur Reduktion von Emissionen zu setzen. GRI 102-12, -13 |
Die oben genannten Leitlinien wirken auf die Aufbau- und
Prozessorganisation von Siltronic. Die wesentlichen
organisatorischen Maßnahmen zur Umsetzung der
ethischen Grundsätze sind (a) ein Integriertes
Managementsystem, (b) die zentrale Steuerung der Corporate
Responsibility Themen mit einer neuen Stabstelle und
direktem Berichtsweg an den Vorstand, (c) die Koordination
der EHS-Themen aus einer gesonderten Abteilung, die sich um
die Aspekte Umweltschutz, Gesundheitsschutz,
Anlagensicherheit und Arbeitssicherheit kümmert, und
(d) die Struktur der wiederkehrenden Berichterstattung an
Vorstand und Aufsichtsrat.
Die operativen Prozesse steuern wir über unser
Integriertes Managementsystem "IMS". Das IMS beschreibt
Abläufe sowie Verantwortlichkeiten und definiert
konzernweit Standards, unter anderem in Hinblick auf
Qualität, Energie, Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Sicherheit von Anlagen.
Die Standards basieren auf nationalen und internationalen
Normen, Gesetzen, Kundenanforderungen und eigenen
Grundsätzen. Das Integrierte Management-System IMS
lassen wir durch einen weltweit tätigen Dienstleister
zertifizieren. Die Zertifizierungen betreffen die Normen
ISO 14001:2015 für Umweltschutz, ISO 45001:2018
für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, ISO
50001:2018 für das Energiemanagement der deutschen
Standorte und IATF 16949:2016 für
Qualitätsmanagementsysteme.
Um die Vielzahl möglicher Risiken, die mit der
Geschäftstätigkeit verbunden sind, zu
identifizieren und zu steuern, hat der Vorstand ein
systematisches Risikomanagement implementiert, das
ausführlich im zusammengefassten Lagebericht im
Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" erläutert ist.
Compliance-System: Wir haben ein Compliance-System
installiert, um unternehmensbezogene
Rechtsverstöße zu vermeiden, zu identifizieren,
aufzuarbeiten und, wenn notwendig, zu sanktionieren.
Verantwortlich dafür ist die Compliance-Organisation
von Siltronic. Das Unternehmen hat dazu in allen aktiven
Einheiten Compliance-Beauftragte eingesetzt. Als
geschützten Weg zur Meldung von Verstößen
haben wir zudem einen externen Ombudsmann bestellt, an den
unsere Belegschaft und auch Dritte anonym
Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften melden
können. Der Chief Compliance Officer berichtet an den
Vorstandsvorsitzenden der Siltronic AG. GRI 102-17
Als Unternehmen mit komplexen chemischen und
mechanischen Prozessen haben wir eine besondere
Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen sowie
für den Schutz von Menschen und Umwelt. Deshalb gibt
es an den Produktionsstandorten Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen, die im Bereich Umweltschutz,
Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit und Arbeitssicherheit
speziell ausgebildet sind. Diese sind in lokalen
Abteilungen für Qualitätsmanagement &
Nachhaltigkeit zusammengefasst. Da die Muttergesellschaft
in Deutschland die konzernweite Verantwortung für
Qualitäts- und Nachhaltigkeitssysteme hat, definiert
die Abteilung in Deutschland die konzernweit gültigen
Systeme und Richtlinien. Diese Abteilung berichtet direkt
an den Vorstandsvorsitzenden. Die Ressortverteilung der
Vorstandsmitglieder ist im Lagebericht dargestellt. GRI
102-11
Zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats und zu dessen
Zusammenarbeit mit dem Vorstand verweisen wir auf die
Ausführungen im Corporate-Governance-Bericht und im
Bericht des Aufsichtsrats. Informationen zu den
Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat sind im
Vergütungsbericht enthalten.
Die Steuerung der Siltronic-Organisation basiert auf
finanziellen Leistungsindikatoren. Die wichtigsten
Kennzahlen werden lokal und konzernweit monatlich erhoben
und in Berichtssysteme eingegeben, wo sie mit zuvor
festgelegten Zielen verglichen werden.
Analog zu den finanziellen Leistungsindikatoren sind
auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren
entsprechend ihrer Wesentlichkeit hierarchisch
strukturiert. Auf der obersten Ebene hat der Vorstand sechs
strategische Leistungsindikatoren festgelegt, über die
er im Rahmen des routinemäßigen Berichtswesens
informiert wird. Diese Leistungsindikatoren werden mittels
kurzfristiger Jahresziele und langfristiger Ziele bis 2030
(Basisjahr 2015) überwacht.
Zu den sechs strategischen nichtfinanziellen
Leistungsindikatoren im Bereich Nachhaltigkeit wurden
für das Jahr 2021 die folgenden Jahresziele
festgelegt: § 289c Abs. 3 Nr. 5 HGB
| ― |
Ziel 1 | Rohstoffe - der spezifische Siliziumertrag (je Wafermenge; normiert auf Basisjahr 2015) beträgt mindestens 104. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 99,0 nicht erreicht. |
| ― |
Ziel 2 | Energie/Klimawandel - der spezifische Energieverbrauch (je Waferfläche; normiert auf das Basisjahr 2015) ist um durchschnittlich 1,5 Prozent jährlich reduziert und beträgt im Jahr 2021 höchstens 91,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 88,9 erreicht. |
| ― |
Ziel 3 | Abfall - die Verwertungsrate von Abfällen ist um durchschnittlich 1,5 Prozent erhöht (Basisjahr 2015) und beträgt im Jahr 2021 mindestens 109,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 113,4 erreicht. |
| ― |
Ziel 4 | Wasser - die spezifische Entnahmemenge von Wasser für Produktionsprozesse (spezifisch je Waferfläche; Basisjahr 2015) ist um durchschnittlich 1,5 Prozent reduziert und beträgt im Jahr 2021 höchstens 91,3. Das Ziel wurde im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 89,7 erreicht. |
| ― |
Ziel 5 | Arbeitssicherheit - die Rate der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen beträgt maximal 2,0 (spezifisch je 1 Million Arbeitsstunden). Das Ziel wurde mit einem Ergebnis von 4,4 nicht erreicht. |
| ― |
Ziel 6 | Arbeitssicherheit - es ereignen sich keine Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen mit Chemikalien. Das Ziel wurde mit einem Ergebnis von 2 nicht erreicht. |
Diese nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden
laufend überwacht und quartalsweise an den Vorstand
berichtet. Bei negativen Abweichungen werden die Ursachen
analysiert, um anschließend Maßnahmen zur
Verbesserung in die Wege zu leiten.
Aufgrund der umfangreichen Aktivitäten wirkt
Siltronic in vielfältiger Weise auf Einzelpersonen,
Gruppen, Unternehmen und öffentliche Stellen. Die
Festlegung der Anspruchsgruppen, die als die relevantesten
bewertet wurden, basiert insbesondere auf Anzahl und Umfang
von Interaktionen mit diesen Interessengruppen und der
Einbindung von internen Führungskräften. GRI
102-42
Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten
Anspruchsgruppen, Interaktionen und die Häufigkeit,
mit der der Austausch stattfindet. GRI 102-40, -43
Für die Festlegung der Berichtsinhalte wurden
wesentliche Themen ermittelt. Ein intern festgelegter
Prozess orientiert sich dabei an diesen Schritten:
| ― |
Themen und Informationen sammeln und zusammenfassen |
| ― |
Themen bewerten und relevante Themen festlegen |
| ― |
Ergebnisse kommunizieren |
| ― |
Maßnahmen bei Bedarf ableiten |
Zur Identifikation der für diesen Nichtfinanziellen
Bericht wesentlichen Themen zu den Aspekten Umweltbelange,
Personalbelange, Lieferkette (einschließlich
Menschenrechten), gesellschaftliche Verantwortung und
Sozialbelange (einschließlich Bekämpfung von
Korruption und Bestechung) haben wir in einem ersten
Schritt verschiedene Nachhaltigkeitsthemen ermittelt bzw.
aktualisiert. Die Identifikation der Nachhaltigkeitsthemen
basierte auf folgenden Informationsquellen:
| ― |
Zehn Prinzipien des "Global Compact" der Vereinten Nationen |
| ― |
"Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen |
| ― |
Anforderungen der Initiative Responsible Business Alliance |
| ― |
Anforderungen und Bewertungen von Kunden |
| ― |
Anforderungen und Bewertungen von Ratingagenturen |
| ― |
Austausch mit Netzwerkpartnern im Deutschen Global Compact Netzwerk und bei Responsible Business Alliance |
| ― |
unternehmensinternen Anforderungen und Festlegungen |
Diese gesamte Sammlung der Themen wurde für eine
strukturierte Bewertung in folgender Übersicht
zusammengefasst:
| ESG 3x9 Themen | ||
| Umwelt | Soziales | Governance |
| E1-Produktnachhaltigkeit | S1-Menschenrechte | G1 - Produktsicherheit |
| E2-Energie | S2-Nachhaltige Lieferkette | G2 - Transparenz |
| E3-Klimawandel | S3-Corporate Citizenship | G3 - Interessengruppen |
| E4-Abfall | S4-Vielfalt | G4 - Innovationsmanagement |
| E5-Wasser | S5-Gesundheit&Sicherheit | G5 - Compliance-Management |
| E6-Luftemissionen | S6-Kommunikation | G6 - Geschäftsstrategie |
| E7-Umweltrecht | S7-Konfliktmineralien | G7 - Datensicherheit |
| E8-Anlagensicherheit | S8-Human Resources | G8 - Faire Geschäftspartnerschaften |
| E9-Natürliche Ressourcen | S9-Nachhaltigkeit bei Kunden | G9 - Risikomanagement |
In einem zweiten Schritt wurden diese Themen nach
Wesentlichkeit bewertet und priorisiert, wobei dabei im
Sinne der doppelten Wesentlichkeit einerseits die Relevanz
der Themen für das Unternehmen als auch die Bedeutung
unserer unternehmerischen Tätigkeit in Bezug auf das
jeweilige Thema berücksichtigt wurden.
Für diese interne Bewertung der Themen nach
Wesentlichkeit wurden folgende Informationsquellen
einbezogen:
| ― |
frühere Bewertungsergebnisse |
| ― |
aktuelle Ergebnisse von internen Risikobewertungen |
| ― |
Unternehmensstrategie, langfristige Ziele und relevante Themen |
| ― |
strukturierte Abfrage zur Bewertung wesentlicher Themen bei internen Fachgruppen |
| ― |
Anforderungen und Bewertungen von Ratingagenturen |
| ― |
Austausch mit Netzwerkpartnern im Deutschen Global Compact Netzwerk und bei Responsible Business Alliance |
| ― |
unternehmensinterne Anforderungen und Festlegungen |
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2020 wurden
folgende 12 wesentliche Themen festgelegt und vom Vorstand
freigegeben, die für das Unternehmen und externe
Interessensgruppen relevant sind. Diese
Bewertungsergebnisse gelten auch weiterhin für das
Berichtsjahr 2021. GRI 102-46, -47
| Interessengruppen | ESG | ||||
| Wesentliche Themen | Unternehmen | Externe | Umwelt | Soziales | Governance |
| Produktnachhaltigkeit | x | x | x | ||
| Energie | x | x | x | ||
| Klimawandel | x | x | x | ||
| Abfall | x | x | x | ||
| Wasser | x | x | x | ||
| Umweltrecht und Compliance | x | x | x | ||
| Anlagensicherheit | x | x | x | ||
| Gesundheit und Arbeitssicherheit | x | x | x | ||
| Nachhaltigkeit bei Kunden | x | x | x | ||
| Compliance- Management | x | x | x | ||
| Unternehmensstrategie | x | x | x | ||
| Risikomanagement | x | x | x | ||
Um der Klimaerwärmung entgegenzutreten, hat die EU
in einem umfangreichen Projekt die Aktivitäten der
Wirtschaft auf ihren Ausstoß von Treibhausgasen
analysiert. Die Analyse bezog sich auf Aktivitäten,
die etwa 90 Prozent des Ausstoßes von Treibhausgasen
in die Umwelt verursachen. Anschließend hat die EU
eine Liste mit rund 90 Aktivitäten generiert, mit der
"taxonomiefähige" Wirtschaftsaktivitäten
festgelegt wurden. Diese Aktivitäten und die
Überlegungen hierzu hat die EU in einer Verordnung
zusammengefasst, die vereinfacht "EU-Taxonomie" genannt
wurde.
Von den rund 90 Aktivitäten entfallen lediglich 17
auf die Herstellung von physischen Gütern. Die anderen
Aktivitäten betreffen die Energiewirtschaft (25
Aktivitäten), den Verkehr (17 Aktivitäten),
Ver-/Entsorgungsunternehmen (12 Aktivitäten), den
Immobiliensektor (7 Aktivitäten), Forstwirtschaft /
Umweltschutz sowie Informationswesen / Dienstleistungen.
Eine taxonomiefähige Tätigkeit im Bereich der
Herstellung von physischen Gütern bedeutet nicht
notwendigerweise, dass die dabei entstandenen Produkte
"ökologisch nachhaltig" sind. Vereinfacht gesagt,
bedeutet eine taxonomiefähige
Wirtschaftsaktivität, dass die Herstellung aus Sicht
der EU eine relevante Bedeutung für den Ausstoß
von Treibhausgasen hat. Die Bedeutung kann sich durch die
Vermeidung von Treibhausgasen oder das Potenzial zu einer
starken Reduzierung ergeben.
Deswegen ist nicht nur die Produktion von
Elektrofahrzeugen oder Solaranlagen oder besonders
wärmedämmender Fenster taxonomiefähig,
sondern auch die äußerst energieintensive und
damit treibhausgasrelevante Herstellung von Zement,
Aluminium, Eisen/Stahl oder chemischer Grundstoffe. Von den
eingangs erwähnten 17 taxonomiekonformen
Aktivitäten, die für die Herstellung von
physischen Gütern infrage kommen, betreffen acht
solche mit äußerst energieintensiver und damit
treibhausgasrelevanter Produktion. Dass diese Produkte
taxonomiefähig sind, hat nichts damit zu tun, dass sie
klimafreundlich sind - im Gegenteil. Sie sind
taxonomiefähig, weil die EU ein Potenzial darin sieht,
dass sehr treibhausgasintensive Produkte im Lauf der Zeit
in weniger treibhausgasintensive gewandelt werden
können.
Die Produktion von Wafern findet sich weder direkt noch
indirekt in der EU-Liste mit taxonomiefähigen
Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund kann Siltronic
keine taxonomiefähigen Umsatzerlöse erzielen.
Unabhängig davon sind aufgrund deutschem Handelsrecht
Angaben zur EU-Taxonomie zu machen. Auf der Grundlage einer
umfassenden Analyse unserer Wirtschaftstätigkeiten
sind diese wie folgt: Da Siltronic keine
taxonomiefähigen Umsatzerlöse erzielt,
beträgt der Anteil der taxonomiefähigen
Umsatzerlöse 0 Prozent. Weil Wafer als Bezugspunkt
für die Taxonomiefähigkeit von Betriebsausgaben
und Investitionen ausscheiden, liegt der
taxonomiefähige Anteil der Betriebsausgaben und
Investitionen bei jeweils nahe 0 Prozent.
Wir bewerten jährlich unsere Umweltaspekte mit
einer ABC-Analyse und setzen auf Standortebene für die
relevanten Aspekte Ziele und Verbesserungsprogramme auf.
Für das Berichtsjahr 2021 haben wir folgende relevante
Umweltaspekte ermittelt: Luft: NOx-Emission; Wasser:
Wasserentnahme; Boden: Abfallmenge und Bodenverunreinigung;
Energie: Stromverbrauch.
Die Mengenangaben in diesem Kapitel beziehen sich auf
die Produktionsstandorte in Deutschland, Singapur und den
USA. Im Vergleich dazu sind mengenmäßig nicht
relevante Daten der Verwaltungsstandorte nicht enthalten.
Da Wafer zu fast 100 Prozent aus hochreinem Silizium
bestehen, ist Silizium der mit großem Abstand
wichtigste Rohstoff für uns. Silizium ist in der
Erdhülle das nach Sauerstoff am zweithäufigsten
vorkommende Element und ungiftig. Deswegen betrachten wir
Silizium langfristig als konkurrenzlosen Grundstoff
für Halbleiterbauelemente und unsere Produkte.
Wir sind bestrebt, Silizium möglichst effizient
einzusetzen. Damit leisten wir einen Beitrag zur
Reduzierung der Umweltbelastung und es hilft uns,
wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Leistungsindikator
"Effizienz des Einsatzes von Silizium" bewirkt
insbesondere, dass Siliziumreste erneut in unseren
Produktionskreislauf einfließen, dass
Produktionsverfahren mit dem Ziel der Ausbeutesteigerung
weiterentwickelt werden und dass in neue Maschinen
investiert wird. Wir legen für diese Kennzahl
jährlich einen Zielwert fest. Der Wille, die Ziele zu
erreichen, führt dazu, dass neue Ideen entstehen und
diese getestet werden. Wenn sich zeigt, dass der Einsatz in
der Produktion vielversprechend ist, werden Investitionen
zur Umsetzung getätigt.
Die nachfolgende Darstellung zeigt die jährliche
Entwicklung der Kennzahl "Effizienz des Einsatzes von
Silizium" (Basisjahr 2015 normiert):
Je weniger Energie Smartphones, Tablets, PCs,
Flachbildschirme und alle anderen Geräte mit Chips
während ihres Betriebs benötigen sollen, desto
anspruchsvoller fallen die physikalischen und chemischen
Spezifikationen der Kunden an unsere Wafer aus. Ein Grund
dafür ist, dass unsere Kunden aus Wafern mit
anspruchsvolleren technischen Spezifikationen Chips mit
geringerem Energieverbrauch herstellen. Die Chips mit
geringerem Strombedarf sind - anders als üblicherweise
angenommen - aber nicht leistungsschwächer, sondern
leistungsstärker. Der niedrigere Strombedarf bei
gleichzeitiger Leistungssteigerung gilt für die
gesamte Lebensdauer des Chips.
Die steigenden Ansprüche an die technischen
Spezifikationen wirken negativ auf die Effizienz des
Siliziumeinsatzes: Wir müssen tendenziell mehr
Silizium einsetzen, um Wafer herzustellen, die die
strengeren Spezifikationen einhalten. Von den
anspruchsvoller werdenden Spezifikationen sind zwar nicht
alle Wafertypen betroffen, aber sehr viele. Darüber
hinaus wirkt der Produktmix, der sich aus den Bestellungen
der Kunden ergibt, auf die Siliziumeffizienz.
Den Zielwert zur Kennzahl "Effizienz des Einsatzes von
Silizium" konnten wir aufgrund eines veränderten
Produktmix und einer sehr hohen Produktionsauslastung nicht
erreichen. Trotz des hohen Zielerreichungsgrads werden wir
nicht in unseren Anstrengungen nachlassen, den
Siliziumeinsatz weiter zu reduzieren.
Neben dem Rohstoff Silizium spielen in unserem
Produktionsprozess Hilfsstoffe wie Chemikalien, Gase und
Poliermittel eine Rolle. Da die einzelnen Hilfsstoffe im
Vergleich zu Silizium von geringerer Bedeutung für uns
sind, gibt es, anders als beim spezifischen
Siliziumverbrauch, keine Kennzahl, die an den Vorstand
berichtet wird. Wir arbeiten natürlich auch daran, die
Produktionsschritte mit dem Ziel eines geringeren
spezifischen Verbrauchs von Hilfsstoffen zu verändern.
Die spezifische Minderung ergibt sich in der Regel durch
Recycling (z. B. Reduzierungen von Poliermitteln und
Reinigungsbädern). Der Fortschritt wird in der Regel
mit quantitativen Größen erhoben und nach ein
bis zwei Jahren mit gesetzten Zielen verglichen.
Ein wesentlicher Teil des Transformationsprozesses des
eingekauften Siliziums zu einem Wafer erfolgt bei hohen
Temperaturen und in klimatisierten Reinräumen. Da
hierzu viel Energie benötigt wird, zählt die
Waferproduktion zu den energieintensiven Industriezweigen.
Im Jahr 2021 lag der Energieverbrauch bei insgesamt rund
770 GWh und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 6,9
Prozent angestiegen. Die mit Abstand wichtigste Bezugsform
von Energie ist Strom.
| in GWh | 2015 | 2019 | 2020 | 2021 |
| Strom | 574,0 | 571,0 | 606,1 | 650,0 |
| Dampf, Wärme | 72,0 | 69,0 | 68,2 | 70,9 |
| Erdgas | 40,0 | 42,7 | 43,6 | 48,6 |
| Diesel | 10,0 | 3,7 | 2,5 | 0,7 |
| Summe | 696,0 | 686,4 | 720,4 | 770,1 |
Siltronic bezieht Strom aus öffentlichen Netzen.
Etwa 51 Prozent des Stroms werden in Deutschland
verbraucht. Gemäß Bundesverband der Energie- und
Wasserwirtschaft (BDEW) entfallen 42 Prozent des Stroms,
der in Deutschland aus öffentlichen Netzen bezogen
wird, auf erneuerbare Energien (insbesondere gewonnen aus
Wind, Biomasse und Sonne).
Zur Reduzierung der Energieintensität werden
Projekte angestoßen und umgesetzt mit dem Ziel, den
spezifischen Energieverbrauch zu mindern. Nachhaltige
Minderungen wurden in den vergangenen Jahren insbesondere
durch Verbesserungsprojekte in den Bereichen Beleuchtung,
Anpassung des Kühlwasserbedarfs und weitere
Prozessoptimierungen erzielt.
Die Kennzahl "Effizienz des Energieeinsatzes" wird
regelmäßig an den Vorstand berichtet und es
werden jährlich Zielwerte festgelegt. Siltronic hat
sich das strategische Energieziel gesetzt, eine
durchschnittliche Minderung des spezifischen
Energieeinsatzes von 1,5 Prozent pro Jahr (Basisjahr 2015)
zu erreichen. Daraus leiten wir mit der geplanten
Produktionsmenge absolute Energieeinsparziele in MWh
für die einzelnen Standorte und absolute Ziele
für die Produktionsbereiche ab.
Zur Zielerreichung 2021 haben zahlreiche
Energieeffizienzmaßnahmen beigetragen, die in Summe
einer Minderung des Energieeinsatzes von nachhaltig 4,8 GWh
jährlich und einem Gegenwert von rund EUR 2,5 Mio.
bzw. 1.737 Tonnen CO
2eq entsprechen. Das Jahresziel einer
durchschnittlichen Reduzierung der Energieintensität
von 1,5 Prozent wurde im Jahr 2021 erreicht.
Das unternehmensweite Energiemanagementsystem ist an den
Standorten Burghausen, Freiberg und München nach der
Norm ISO 50001:2018 zertifiziert.
Um Verpackungsabfall zu vermeiden, verwenden wir bereits
seit 2006 beim Versand von Wafern zu unseren Kunden ein
System von Mehrwegverpackungen. Diese kommen insbesondere
bei 300 mm-Wafern zum Einsatz. Dieses wiederverwertbare
Verpackungssystem besteht aus einer Innenverpackung mit
einem Behälter, der Wafer aufnimmt (FOSB - Front
Opening Shipping Box), und einem Transportbehälter
(Hybox), der bis zu zwölf FOSB aufnehmen kann. Da
beide Elemente dieser Mehrwegverpackungen auf den
Produktionsprozess beim Kunden wirken, muss der Kunde der
Verwendung dieses Mehrwegsystems zustimmen.
Transportbehälter (Hybox) - im Jahr 2021 wurden 91
Prozent unserer 300 mm-Wafer in
Mehrwegtransportbehältern zu unseren Kunden versandt.
Durch dieses Mehrwegkonzept konnten wir im Berichtsjahr
2021 das Transportvolumen um 21.434 m
3 (Vorjahr: 18.070 m
3) reduzieren und 2.022 Tonnen Abfall durch
Einwegverpackungen vermeiden (Vorjahr: 1.705 Tonnen).
Innenverpackung (FOSB) - zusätzlich sind wir
bestrebt, den Anteil an wiederverwendbaren Waferhorden
(FOSB) zu erhöhen. Das angestrebte Ziel einer
Wiederverwendungsrate von mindestens 40 Prozent konnten wir
im Jahr 2021 mit einem Ergebnis von 50 Prozent deutlich
übertreffen. Da diese Waferhorden auch im Reinraum
verwendet werden, ist die technologische Hürde
für den Einsatz wiederverwendeter Waferverpackungen
sehr hoch. Daher bleibt die Erreichung dieses Ziels auch
weiterhin sehr anspruchsvoll.
Abfälle unterscheiden wir nach Behandlungswegen und
Gefährlichkeit. Dabei ist insbesondere die Entsorgung
von gefährlichem Abfall bedeutsam. Die Zusammensetzung
des Abfalls und dessen Entsorgungswege waren im
Berichtsjahr wie folgt:
Die Entsorgungswege wie auch die Einstufung von
Abfällen in die Kategorien "gefährlich" und
"nicht gefährlich" basieren auf lokalen gesetzlichen
oder quasigesetzlichen Regelungen.
Im Jahr 2021 wurden an den Produktionsstandorten
insgesamt 17.477 Tonnen Abfall verwertet oder
entsorgt, davon entfielen 37 Prozent auf die Standorte in
Deutschland und 63 Prozent auf die Produktionsstandorte in
Singapur und den USA.
| in % der Abfallmenge | 2015 | 2019 | 2020 | 2021 |
| Verwertungsrate | 63,8 | 69,2 | 70,3 | 72,4 |
Die Verwertungsrate des Abfalls betrug im Berichtsjahr
72,4 Prozent. Das strategische Ziel, die Verwertungsrate
von Abfall um 1,5 Prozent im Jahr 2021 zu erhöhen,
wurde erreicht. Seit dem Basisjahr 2015 konnte die
Verwertungsrate bei unveränderter
Abfallintensität um mehr als 13 Prozent gesteigert
werden.
| in t | Nicht gefährlich | Gefährlich | Gesamt |
| Verwertung | 7.186 | 5.465 | 12.651 |
| Beseitigung | 521 | 4.305 | 4.826 |
| Summe | 7.707 | 9.770 | 17.477 |
Wasser wird in unserem Herstellungsprozess vor allem zur
Reinigung und zur Kühlung verwendet. Dabei achten wir
auf den sparsamen Umgang und den Schutz natürlicher
Wasserressourcen. Entsprechend der Risikobewertung mit dem
Tool Water Risk Filter (WWF) liegt kein Standort in einem
Wassereinzugsgebiet mit hohem Wasserrisiko.
| Wasserrisikobewertung je Standort (Water Risk Filter) | Burghausen | Freiberg | Portland | Singapur |
| Gesamtrisiko | Mittel | Mittel | Niedrig | Mittel |
An den Standorten Burghausen, Freiberg und Singapur
wurden im Jahr 2021 Projekte zum Gewässerschutz
durchgeführt. In Burghausen minimieren wir die Nutzung
von Brunnenwasser durch interne Betriebsoptimierungen.
Die nachfolgende Darstellung zeigt die jährliche
Entwicklung der Kennzahl "Wasserverwendung in der
Produktion" (Basisjahr 2015, normiert).
Das strategische Ziel zur Reduzierung der verwendeten
Wassermenge in den Produktionsprozessen im Verhältnis
zur Produktionsmenge beträgt mindestens 1,5 Prozent
jährlich, bezogen auf das Basisjahr 2015. Der
spezifische Wasserverbrauch ist im Jahr 2021 gegenüber
dem Vorjahr um 9,7 Prozent gesunken: Das Ziel wurde
aufgrund der Wasseroptimierungsprojekte und der hohen
Auslastung der Produktionsanlagen erreicht. Seit dem
Basisjahr 2015 konnte die spezifische Wassermenge in der
Produktion um mehr als 10 Prozent reduziert werden.
Für unsere Produktionsprozesse benötigen wir
Reinstwasser in höchster Qualität, um die
geforderte Produktqualität zu erreichen. Im Jahr 2021
haben wir 6 Mio. m
3 Reinstwasser verwendet.
Um Wasser mehrfach zu verwenden, führen wir -
soweit möglich - in einem Produktionsprozess
verwendetes Wasser weiteren Prozessen zu. Im Berichtsjahr
2021 konnte auf diese Weise Wasser mit einem Volumen von
2,5 Mio. m
3 wiederverwendet oder recycelt werden (Vorjahr:
2,3 Mio. m
3).
Die Wasserrecyclingrate betrug im Jahr 2021 im gesamten
Unternehmen 35,6 Prozent (Vorjahr: 35,6 Prozent).
| in % des verwendeten Prozesswassers | 2015 | 2019 | 2020 | 2021 |
| Wasserrecyclingrate | 32,3 | 36,1 | 35,6 | 35,6 |
Im Jahr 2021 haben wir 6,3 Mio. m
3 (Vorjahr: 6,6 Mio. m
3) betriebliches Abwasser (ohne Kühlwasser)
externen Abwasserbehandlungsanlagen zugeführt. Etwa 53
Prozent dieser betrieblichen Abwässer entfallen auf
Deutschland. Als relevanten Abwasserparameter
überwachen wir den chemischen Sauerstoffbedarf (CSB).
Im Berichtsjahr 2021 betrug der CSB insgesamt 725 Tonnen.
Gegenüber dem Basisjahr 2015 entspricht dies einer
Steigerung um 13 Prozent.
| 2015 | 2019 | 2020 | 2021 | |
| Indirekte Einleitung in Mio. m 3 | 7,6 | 6,6 | 6,6 | 6,3 |
| CSB gesamt in t. | 641,4 | 714,2 | 755,1 | 724,6 |
Die Emission von Stickoxiden wurde ebenfalls als
relevanter Umweltaspekt bewertet. Daher wurden zu diesen
Luftemissionen Reduktionsprojekte geplant und umgesetzt.
Die NOx-Emissionen beliefen sich im Jahr 2021 auf 92 Tonnen
(Vorjahr: 92 Tonnen). Trotz einer deutlichen Steigerung der
Produktionsmenge blieben im Vergleich zum Vorjahr die
NOx-Emissionen unverändert. Um unsere NOx-Emissionen
zu minimieren, setzen wir an allen Standorten geeignete
Absaug- und Wäschersysteme ein. An den Standorten
Burghausen und Portland wurden in den letzten beiden Jahren
NOx-Wäscheranlagen in Betrieb genommen.
NMVOC und Staub wurden nicht als relevante Umweltaspekte
eingestuft, werden jedoch weiterhin intern überwacht.
Im Jahr 2021 haben wir 58 Tonnen NMVOC und 2,3 Tonnen Staub
emittiert.
| Luftemissionen in t | 2015 | 2019 | 2020 | 2021 |
| NOx | 77 | 85 | 92 | 92 |
| NMVOC | 38 | 42 | 53 | 58 |
| Staub | 1,5 | 1,7 | 2,3 | 2,3 |
Die Investitionen in umweltbezogene
Verbesserungsmaßnahmen betrugen im Berichtsjahr 2021
EUR 1,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2 Mio.). Diese Investitionen
ordnen wir entsprechend den Umweltaspekten zu; dabei
entfielen auf Luft EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) und
auf Abfall EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,5 Mio.), auf Wasser
EUR 0,8 Mio. (Vorjahr: EUR 0.1 Mio.) und auf Klimaschutz
EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.).
Als wesentliche Verbesserungsmaßnahmen wurden im
Jahr 2021 am Standort Freiberg die Optimierung der
Abgaswäscher in der Epitaxie und am Standort
Burghausen eine Erneuerung der Sauerwasserleitungen
umgesetzt. Am Standort Portland wurde eine
Abluftreinigungsanlage installiert, um zukünftig
klimarelevante Emissionen von N2O und NF3 deutlich zu
reduzieren und am Standort Singapur wurden die Tanks zur
Wasserspeicherung erweitert.
Unser Standort in Portland ist in einem Gebiet gelegen,
das seit rund 100 Jahren industriell genutzt wird. Aufgrund
von erkannten Verunreinigungen in Boden und angrenzendem
Fluss haben Behörden Auflagen für die Beobachtung
und Beseitigung von Umweltlasten erlassen. Als
Eigentümer eines Grundstücks, in dessen Boden
Verunreinigungen festgestellt wurden und das an den Fluss
grenzt, unterliegt Siltronic in Portland seit vielen Jahren
besonderen Umweltauflagen. Um diese Auflagen
vollständig zu erfüllen, beschäftigen wir
einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um die
Umsetzung der Umweltauflagen kümmert. Diese
Maßnahme stellt sicher, dass notwendige Abstimmungen
mit den Behörden erfolgen, Auflagen erfüllt
werden, qualifizierte Dienstleister beauftragt werden und
die Sanierung koordiniert erfolgt.
Die konzernweite CO
2-Bilanz ist ein wesentliches Element, den
Klimaschutz zu verbessern. Dabei ermitteln wir neben den
direkten Treibhausgasemissionen entsprechend Scope 1 auch
die indirekten Emissionen aus dem Zukauf von Energie
entsprechend Scope 2, sowie die Emissionen in der
Wertschöpfungskette (Scope 3). Die ermittelten
Treibhausgasemissionen berichten wir jährlich im
Rahmen der Bewertung bei CDP.
| Bezeichnung gemäß GHG Protocol, Verursachung und Hauptquellen (in t CO 2 eq.) | 2015 | 2019 | 2020 | 2021 | ||
| Scope 1 | direkte Emission | Erdgas, Treibstoff, klimawirksame Gase | 12.501 | 12.579 | 14.707 | 13.395 |
| Scope 2 (Location-based) | indirekte Emission | Strom, Wärme | 282.549 | 242.408 | 248.598 | 252.570 |
| Scope 2 (Market-based) | indirekte Emission | Strom, Wärme | - | 216.495 | 228.228 | 225.247 |
| Scope 3 (Upstream) | indirekte Emission | - | - | 1.434.373 | 1.758.772 | |
| Scope 3 (Downstream) | indirekte Emission | - | - | 1.853.718 | 1.732.218 | |
Die Methodik der Erfassung entspricht den Leitfäden
zur Berichterstattung des GHG-Protokolls für Scope 1
und 2 sowie Scope 3. Zur Berechnung der
Treibhausgasemissionen verwenden wir aktuelle
Emissionsfaktoren von IEA, DEFRA, EPA, UBA und dem
IPCC-Bericht AR5.
Bei der Berechnung wurden alle Konzerngesellschaften
einbezogen.
Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen entstehen an den
Standorten überwiegend durch die Verbrennung von
Erdgas und Diesel, sowie durch die Verwendung von
klimarelevanten Gasen als Kühlmittel. Im Jahr 2021
konnten die direkten Emissionen um 9 Prozent auf 13.395 t
CO
2eq. reduziert werden. Dabei sind die CO
2-Emissio-nen aus Verbrennungsprozessen um 5
Prozent angestiegen, während die Emissionen
klimarelevanter Gase um 32 Prozent reduziert werden
konnten. Wir arbeiten kontinuierlich an einer effektiveren
Nutzung und an der Substitution durch Gase mit geringerer
Treibhausbelastung.
Scope 2: Indirekte Emissionen entstehen durch die
Erzeugung und Bereitstellung von Energie (Strom,
Wärme) bei unseren Energieversorgern. Bisher wurden
Scope-2-Emissionen nach dem "Location-based"-Ansatz
veröffentlicht, also basierend auf Emissionsfaktoren
des jeweiligen Landes. Seit dem Jahr 2020 berichten wir die
Scope 2-Emissionen auch nach dem "Market-based"-Ansatz,
also basierend auf Emissionsfaktoren unserer
Energielieferanten.
Unsere internen Aktivitäten zur Minderung dieser
Emissionen konzentrieren sich auf die Steigerung der
Effizienz des Energieeinsatzes. Im Jahr 2021 konnten wir
Einsparprojekte mit einer nachhaltigen Reduktion des
Energieverbrauchs von 4,8 GWh umsetzen (Vorjahr: 7,1 GWh).
Damit tragen diese Maßnahmen zu einer nachhaltigen
Reduktion von 1.737 Tonnen CO
2eq bei (Vorjahr: 3.428 Tonnen CO
2eq.). Darüber hinaus erwarb der Standort
Portland Windenergiezertifikate in Höhe von 12,7
Prozent seines Stromverbrauchs (Vorjahr: 11,3 Prozent).
Damit konnten wir unsere CO
2-Emissionen (Scope 1 und 2) je produzierte
Waferfläche gegenüber dem Basisjahr 2015 um
jährlich 4,6 Prozent reduzieren. Die absolute Menge an
CO
2-Emissionen konnten wir seit dem Jahr 2015 um
jährlich 1,6 Prozent bzw. insgesamt 29.084 Tonnen CO
2eq. reduzieren.
Scope 3: Diese Emissionen wurden für alle 15
Kategorien des GHG-Protokolls für das Jahr 2021
ermittelt. Dazu wurden für die einzelnen Kategorien
Hybridansätze, Durchschnittsdaten-Methoden und
ausgabenbasierte, sowie lieferanten- und kundenspezifische
Methoden angewendet. Für nicht wesentliche Kategorien
kommen auch vereinfachende Annahmen zur Anwendung. Für
die Berechnung verwenden wir aktuell verfügbare Daten;
diese beziehen sich teilweise auf das Vorjahr.
Folgende wesentliche Kategorien wurden ermittelt: 3.1
Eingekaufte Güter, 3.10 Verarbeitung der Produkte und
3.11 Nutzung der verkauften Produkte.
Wir motivieren und unterstützen unsere Belegschaft,
möglichst umweltfreundlich und sicher zum Arbeitsplatz
zu kommen. Dazu unterstützt das Unternehmen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen finanziell bei einem
Fahrradleasingangebot und setzt am Standort Burghausen
Zubringerbusse für die Belegschaft ein. Am Standort in
Portland (USA) gewähren wir unserer Belegschaft
Zuschüsse für Fahrkarten des öffentlichen
Nahverkehrs und in Singapur bietet Siltronic Shuttlebusse
vom Betrieb in verschiedene Regionen an.
Der Bedarf an Wafern ergibt sich vor allem durch die
Nachfrage in den Bereichen Mobilkommunikation, Computer und
Server, Speicherung von Daten auf lokalen Geräten und
in der Cloud und in elektronischen Bauteilen in
Automobilen, sowie der Industrie. Durch den Klimawandel
sehen wir unser Geschäftsmodell nicht negativ
beeinträchtigt. Im Gegenteil: Ohne Halbleiterbauteile
und damit Wafer ist die Elektromobilität nicht
möglich, die Einsteuerung von Strom aus Solar- und
Windparks undenkbar und viele intelligente Formen der
Reduzierung des Stromverbrauchs können nicht
realisiert werden. Zudem bedeutet die Datenspeicherung auf
Halbleiterbauelementen gegenüber anderen Formen der
Speicherung elektronischer Daten einen niedrigeren
Stromverbrauch. GRI 201-2
Siltronic konnte die Treibhausgasemissionen Scope 1 und
2 seit dem Jahr 2015 bereits deutlich reduzieren. Dazu
haben im Wesentlichen Energieeffizienzprojekte im
Unternehmen beigetragen. Um die Klimaerwärmung auf 1,5
Grad, oder zumindest auf deutlich unter 2 Grad entsprechend
dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zu beschränken sind
kurz- und mittelfristig weitere Reduktionen der CO
2-Emissionen notwendig.
Daher hat Siltronic beschlossen, die absoluten Scope-1-
und Scope-2-Emissionen jährlich um mehr als 5 Prozent
zu reduzieren und die aktuellen CO
2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zu
reduzieren (Basisjahr 2021). Siltronic veröffentlicht
die Klimaziele bei der Science Based Targets Initiative und
wird über den Fortschritt jährlich berichten.
Zur Erreichung der CO
2-Reduktionsziele werden neben dem Hebel der
Energieeffizienz die weiteren Hebel Eigenerzeugung von
regenerativer Energie sowie Beschaffung von Grünstrom
ab dem Jahr 2022 bewertet und umgesetzt.
Am 31. Dezember 2021 hatte der Siltronic-Konzern 4.117
Mitarbeitende (Vorjahr: 3.772), wovon 63 Prozent bei der
Siltronic AG in Deutschland beschäftigt waren, 28
Prozent in Asien und 9 Prozent in den USA.
| Männer | Frauen | Summe | Anteil an Gesamtzahl | |
| Europa (Deutschland und andere Länder) | 2.056 | 545 | 2.601 | 63% |
| davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis | 1.774 | 465 | 2.239 | |
| davon mit befristetem Arbeitsverhältnis | 282 | 80 | 362 | |
| Asien (Singapur und andere Länder) | 837 | 324 | 1.161 | 28% |
| davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis | 820 | 322 | 1.142 | |
| davon mit befristetem Arbeitsverhältnis | 17 | 2 | 19 | |
| USA | 250 | 105 | 355 | 9% |
| davon mit unbefristetem Arbeitsverhältnis | 250 | 105 | 355 | |
| davon mit befristetem Arbeitsverhältnis | - | - | - | |
| Mitarbeitende im Konzern | 3.143 | 974 | 4.117 | 100% |
3.687 Mitarbeitende (Vorjahr: 3.334) waren in Vollzeit
und 430 in Teilzeit tätig (Vorjahr: 438). Von den
Teilzeitbeschäftigten waren 52 Prozent Frauen
(Vorjahr: 52 Prozent) und 98 Prozent der
Teilzeitbeschäftigten befanden sich in einem
unbefristeten Arbeitsverhältnis (Vorjahr: 98 Prozent).
GRI 102-8
Da die Halbleiterindustrie, historisch gesehen,
ausgeprägte Auf- und Abschwünge aufweist und wir
solche Veränderungen meistern müssen, verfolgen
wir bei unserer Personalplanung eine flexible Strategie. Zu
dieser Strategie gehört, in Deutschland einen
bestimmten Teil des Personals in der Produktion durch
Zeitarbeitnehmer zu decken; dies schützt auch die
Stammbelegschaft. Kommt es aufgrund eines ausgeprägten
Aufschwungs zu Produktionsspitzen, werden Zeitarbeitnehmer
eingesetzt. Sind umgekehrt wegen eines Abschwungs
Einsparungen beim Personalaufwand notwendig, so verringern
wir zunächst die Zahl der Zeitarbeitnehmer; sollte das
nicht hinreichend sein, werden in einer nächsten Stufe
befristete Arbeitsverträge nicht verlängert. Im
dritten Schritt prüfen wir die Einführung von
Kurzarbeit in den Bereichen, die von einem Abschwung
besonders betroffen sind.
Um rechtzeitig auf eine wesentliche Änderung der
Auftragslage zu reagieren, wird der aus Auftragseingang
resultierende Personalbedarf laufend mit dem aktuellen und
künftigen Personalbestand abgeglichen. Geplante
Maßnahmen zur wesentlichen Erhöhung oder
Reduzierung der Personalzahl besprechen Vertreter von
Arbeitgeber und Arbeitnehmern in einem strukturierten
Prozess.
Am 31. Dezember 2021 waren 355 Zeitarbeitnehmer bei
Siltronic tätig (Vorjahr: 330), davon 245 Männer
und 110 Frauen (Vorjahr: 247 bzw. 83).
Auf die Maßnahme Kurzarbeit musste zuletzt im Jahr
2012 zurückgegriffen werden. GRI 102-8
Der Siltronic Konzern arbeitet mit den
Arbeitnehmervertretern vertrauensvoll zusammen und es gibt
regelmäßige Besprechungen zwischen Arbeitgeber-
und Arbeitnehmervertretern.
Unsere Belegschaft ist vor allem in Deutschland seit
jeher stark gewerkschaftlich organisiert. Da Mitarbeitende
nicht verpflichtet sind, eine
Gewerkschaftszugehörigkeit mitzuteilen, und eine
Nachfrage seitens des Arbeitgebers unzulässig ist, ist
uns die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder unbekannt. 63
Prozent der Belegschaft sind in Einheiten tätig, die
durch Tarifverträge abgedeckt sind. Es handelt sich
dabei um die in Deutschland tätigen Mitarbeitenden.
GRI 102-41
Sofern eine arbeitgeberseitige Tarifbindung vorliegt,
verpflichtet sich Siltronic im Anstellungsvertrag,
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen so zu behandeln, als
würde der jeweilige Tarifvertrag Anwendung finden -
unabhängig von der Mitgliedschaft in einer
Gewerkschaft. An Standorten ohne etablierte betriebliche
Vertretung sind Mitarbeitende benannt, die als
Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange fungieren.
Neben dem Entgelt und der Arbeitszeit zählt zu den
wesentlichen Arbeitnehmerrechten in Deutschland der
Anspruch auf Elternzeit. Dieses Recht nehmen auch
Mitarbeitende von Siltronic in Deutschland in Anspruch: Am
31. Dezember 2021 befanden sich 21 Mitarbeitende in
Elternzeit (Vorjahr: 16), davon 19 Frauen (Vorjahr: 12) und
2 Männer (Vorjahr: 4).
An unserem Produktionsstandort Singapur
beschäftigten wir zum Stichtag 31. Dezember 2021
insgesamt 805 ausländische Mitarbeitende
überwiegend aus Malaysia (412), Festland China (165)
und Indien (105). Wir wenden im Einklang mit der
Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA)
deutlich über den gesetzlichen Standard hinausgehende
Regelungen zur Arbeitszeit und zu Vermittlungsgebühren
an. Wir verpflichten uns, relevante anfallende Aufwendungen
der ausländischen Arbeiter zu übernehmen,
insbesondere Reisekosten, Ausgaben für medizinische
Untersuchungen oder Visagebühren.
Siltronic informiert die Belegschaft
regelmäßig über aktuelle Entwicklungen, die
Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf haben
könnten. Die Mitarbeitenden erhalten zeitnahe und
umfassende Informationen zu wesentlichen betrieblichen
Veränderungen. Dabei halten wir die jeweiligen
nationalen und internationalen Informationspflichten ein.
Siltronic ist in Europa, den USA sowie Asien tätig
und damit in einem Umfeld unterschiedlicher Kulturen. Bei
der größten Konzerngesellschaft, der Siltronic
AG, waren an den deutschen Standorten im Berichtsjahr
Mitarbeitende aus 39 unterschiedlichen Nationen
beschäftigt (Vorjahr: 32).
Ein Schwerpunkt unserer Anstrengungen ist es, die
vorhandene Vielfalt der modernen Gesellschaft für uns
zu nutzen. Deswegen haben wir eine
Diversity-Verantwortliche bei der Siltronic AG ernannt. Die
Vielfalt der Belegschaft mit ihren unterschiedlichen
Fähigkeiten und Talenten eröffnet Chancen
für innovative und kreative Lösungen. Zur
Vielfalt gehören unter anderem Geschlecht,
Nationalität, ethnische Herkunft, Religion oder
Behinderung. Der Lagebericht enthält Angaben zu
Mitarbeitenden mit Einschränkungen.
Ungleichbehandlung oder Herabsetzung aufgrund von
Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder
Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder
Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten konzernweit
und sind als Teil unserer Unternehmenskultur schriftlich
verankert. Mögliche Diskriminierungen können
Mitarbeitende bei ihren Vorgesetzten melden, ebenso bei den
Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat, der
Personalabteilung oder einem Ombudsmann. Die Beschwerde
wird inhaltlich überprüft und der
Beschwerdeführer wird über das Ergebnis
informiert. Alle Mitarbeitenden der deutschen Standorte
sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit
dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu
machen. Die Fortbildung gilt für alle
Hierarchieebenen.
Unser langfristiges Ziel ist es, die Vielfalt der
Belegschaft bei Siltronic zu verbessern, auch durch die
Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen.
Ende 2021 war 1 von 14 Positionen in der ersten
Führungsebene von Frauen besetzt (Vorjahr: 2 von 15)
und in der zweiten Führungsebene 3 von 30 Positionen
(Vorjahr: 4 von 33). Der Corporate-Governance-Bericht
enthält zusätzliche Informationen zum
Frauenanteil.
Die folgende Tabelle zeigt den Anteil von Männern
und Frauen auf Managementebene bei der Siltronic AG:
| Männer | Frauen | Summe | |
| Mitarbeiter auf Managementebene in Deutschland | 40 | 4 | 44 |
| in Prozent | 91 | 9 | 100 |
| davon erste Führungsebene unterhalb des Vorstands | 13 | 1 | 14 |
| in Prozent | 93 | 7 | 100 |
| davon zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands | 27 | 3 | 30 |
| in Prozent | 90 | 10 | 100 |
Wir haben mittelfristige Zielgrößen für
den Anteil von Frauen in der ersten und zweiten
Führungsebene unterhalb des Vorstands festgelegt.
Demnach soll bis Ende Juni 2023 der Frauenanteil mindestens
21,4 Prozent in der ersten Führungsebene betragen und
mindestens 11,4 Prozent in der zweiten Führungsebene.
Die Siltronic AG hat nach der Charta der Vielfalt (2018)
auch die Charta der Gleichstellung der IG BCE (2019)
unterzeichnet. Siltronic verpflichtet sich mit der
Unterzeichnung der Charta, Chancengleichheit aktiv
umzusetzen und zu fördern. Es wird eine
Unternehmenskultur gepflegt, die von gegenseitigem Respekt
und Achtung jeder und jedes Einzelnen geprägt ist. Im
Jahr 2021 haben 25 Frauen aus der deutschen Organisation an
einer Umfrage teilgenommen. Ziel dieser Befragung war es,
Rückmeldungen zu Einschätzungen zum Unternehmen
zu erhalten und Maßnahmen daraus abzuleiten.
Beispielsweise gab es den Wunsch zusätzliche weibliche
Arbeitsjacken im Produktionsfeld anzubieten und ein
Frauenseminar anzubieten. Die Umsetzung beider Wünsche
wurde 2021 geplant und erfolgt 2022.
Kompetente Mitarbeiter halten unser Unternehmen
innovationsstark und wettbewerbsfähig. Wir
bestärken unsere Belegschaft darin, lebenslang zu
lernen und flexibel für Änderungen zu bleiben,
weil wir glauben, dass wir uns alle auf längere
Lebensarbeitszeiten einstellen müssen, um den
demografischen Wandel bewältigen zu können. Damit
die Belegschaft ihr Potenzial bestmöglich
ausschöpfen kann, offeriert Siltronic umfangreiche
Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Die
Maßnahmen zur Weiterbildung betreffen die
Persönlichkeits-, Management-, Sozial- und
Fachkompetenz.
An den Standorten Burghausen und Freiberg haben im Jahr
2021 sieben Jugendliche ihre Ausbildung bei Siltronic mit
Schwerpunkten Mechatronik, Automatisierungstechnik und
Industriemechanik begonnen. Des Weiteren haben wir sechs
duale Studenten der Fachrichtungen Informatik und
Elektrotechnik eingestellt. Für neue Mitarbeitende
bieten wir Onboarding-Seminare an, um das Unternehmen und
seine Unternehmenskultur kennenzulernen.
Mindestens einmal im Jahr im Rahmen der
Mitarbeitergespräche, besprechen Mitarbeitende und
Führungskräfte Entwicklungsmaßnahmen. Dies
gilt für alle Hierarchieebenen, Geschlechter und
Standorte.
Im Berichtsjahr erstellte die Personalentwicklung der
Siltronic AG ein hybrides Angebot von Präsenzseminaren
und virtuellen Trainings. Dazu zählten die
Durchführung von Gesprächsführungsseminaren
für Mitarbeitergespräche, Leadershiptrainings
für unterschiedliche Führungsgruppen (Shopfloor,
Angestelltenbereich) sowie zahlreiche Termine für das
Seminar "Führen ohne Vorgesetztenfunktion" und
Onboarding-Seminare für neue Mitarbeiter mit einem
Curriculum für unseren Herstellungsprozess
(Siliziumseminar). Pandemiebedingt bietet Siltronic
verstärkt E-Learnings an.
In Summe haben an Personalentwicklungsseminaren im Jahr
2021 an den deutschen Standorten 274 Mitarbeiter
teilgenommen. Alle Pflichtschulungen wurden in Form von
Onlineschulungen bzw. Verfahrensanweisungen im
E-Learning-Tool von 2.698 Mitarbeitern abgeschlossen. Im
Jahr 2021 haben am Standort Singapur insgesamt 1.144
Mitarbeiter und am Standort Portland 483 Mitarbeiter, 50
Zeitarbeiter und 347 Mitarbeiter von Partnerfirmen an den
angebotenen Trainingskursen teilgenommen. Aufgrund der
Fluktuation ist die Anzahl der geschulten Mitarbeiter nicht
mit der Anzahl der Mitarbeiter zum 31.12.2021 vergleichbar.
Am Jahresende 2021 lag das durchschnittliche Alter des
typisierten Beschäftigten bei 43,8 Jahren. Die
folgende Tabelle zeigt die Altersstruktur der
Siltronic-Belegschaft weltweit.
| Männer | Frauen | Gesamt | |
| bis 30 Jahre | 17% | 16% | 17% |
| 31 bis 50 Jahre | 47% | 53% | 48% |
| über 50 Jahre | 36% | 31% | 35% |
| Summe | 100% | 100% | 100% |
Um neue Mitarbeitende zu gewinnen und bestehende
Mitarbeitende zu halten, die wir beide für eine
erfolgreiche Zukunft benötigen, bieten wir eine
marktgerechte Vergütung an. Zum fixen Grundgehalt
erhalten Siltronic-Mitarbeitende in Deutschland eine
variable Vergütung, wenn das Unternehmen definierte
finanzielle Ziele erreicht. Diese freiwillige Leistung
kommt tariflichen und außertariflichen Mitarbeitenden
zugute. Auch im Ausland gibt es variable
Vergütungsbestandteile.
Zur Vergütung zählen neben dem fixen Gehalt
und einer variablen Vergütung verschiedene
betriebliche Leistungen, die über die gesetzlichen
Mindestanforderungen hinausgehen. Die Gewährung ist
unabhängig davon, ob ein Mitarbeiter in Vollzeit oder
Teilzeit tätig ist. Als wichtigste betriebliche
Leistungen sind in Deutschland insbesondere die
betriebliche Altersversorgung zu nennen, Programme zur
Altersteilzeit, Zuschuss zum Bus, Zuwendungen bei
Jubiläen, Kantinenzuschuss oder Programme zur
Gesundheitsvorsorge, sowie ein tariflicher Zukunftsbetrag
für Mitarbeitende an den deutschen Standorten für
die betriebliche Altersversorgung, Freistellung oder
Auszahlung. An unserem Standort in Portland (USA) werden
betriebliche Altersversorgung und Krankenversicherung
gewährt.
Im Anhang zum Konzernabschluss sind Angaben zum
Personalaufwand und zur Altersversorgung enthalten.
Die Fluktuationsrate bewerten wir als Kennzahl
dafür, wie gut es uns gelingt, Mitarbeitende zu halten
und attraktiv für neue Mitarbeitende zu sein. Im
Berichtsjahr wurden 861 Mitarbeiter eingestellt (Vorjahr:
508), wovon 381 auf Deutschland entfielen (Vorjahr: 144)
und 480 auf das Ausland (Vorjahr: 364). Die Einstellungen
entsprachen 21 Prozent der Belegschaft zum Bilanzstichtag.
Ausgeschieden sind 463 Mitarbeiter (Vorjahr: 320). Dies
entspricht 11 Prozent der Belegschaft zum Bilanzstichtag.
In 72 Fällen betraf das Ausscheiden Deutschland
(Vorjahr: 32) und in 391 Fällen das Ausland (Vorjahr:
288). Die Fluktuation war in Deutschland und den USA im
regionalen Vergleich gering und in Asien regionaltypisch
höher.
Im Berichtsjahr 2021 wurden an allen Standorten
Mitarbeitende für ihre langjährige
Unternehmenszugehörigkeit von bis zu 40 Jahren
ausgezeichnet. Am Standort Singapur wurden 6 Mitarbeiter
für ihr 20-jähriges Dienstjubiläum geehrt.
Insgesamt 74 Mitarbeiter sind bereits seit mehr als 20
Jahren für Siltronic Singapur tätig. Am Standort
Portland wurden 4 Mitarbeiter für ihr 40-jähriges
Jubiläum geehrt; insgesamt sind an diesem Standort 34
Mitarbeiter bereits seit mehr als 20 Jahren für
Siltronic tätig. An den Standorten der Siltronic AG
wurden im Jahr 2021 insgesamt 113 Mitarbeiter für ihre
25-jähriges Dienstjubiläum und 4 Mitarbeiter
für 40-jährige Treue zum Unternehmen
ausgezeichnet.
Uns ist es wichtig, Zeitarbeitnehmer fair zu behandeln.
Wir zahlen mindestens den Lohn gemäß
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für
Arbeitnehmerüberlassungen in der Chemischen Industrie
(TV BZ Chemie). Hinzu kommen Arbeitsplatz-, Schicht- und
weitere freiwillige Zulagen, die nach Betrieb und Standort
unterschiedlich hoch sein können. Darüber hinaus
erfüllt Siltronic die Anforderungen an ein
gleichwertiges Arbeitsentgelt nach dem
Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Wie die
Mitarbeitenden der Siltronic AG an Standorten in
Deutschland haben auch die Zeitarbeitnehmer, die an diesen
Standorten beschäftigt waren, im Jahr 2021 eine
Erfolgsbeteiligung für ihren Beitrag zum
Geschäftserfolg im Jahr 2020 erhalten.
Die Siltronic AG wurde im Jahr 2021 im Rahmen von
Marktstudien in Deutschland mit 19
Arbeitgeberauszeichnungen in den
Kategorien Aus- und Weiterbildung, Karrierechancen,
Gleichstellung, Reputation und
Vertrauenswürdigkeit bewertet
und ausgezeichnet.
Die Verantwortung gegenüber der Gesamtbelegschaft
im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spielt
bei Siltronic eine große Rolle. Dies
äußert sich in umfangreichen präventiven
Maßnahmen. Der Vorstand lässt sich
regelmäßig die Unfallhäufigkeit,
Unfälle mit Ausfalltagen und weitere relevante
Unfälle mit Ergebnissen von Ursachenanalysen und
Korrekturmaßnahmen berichten. Verletzungen mit
Chemikalien wird ein besonderes Augenmerk zuteil. Für
Arbeitsunfälle mit Chemikalien und Ausfalltagen gilt
dauerhaft der Zielwert 0.
Mit unserem Sicherheitsprogramm arbeiten wir
kontinuierlich daran, die Sicherheit der Arbeitsumgebung zu
verbessern. Dazu zählen insbesondere
Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsrundgänge,
Schulungen, Gespräche mit der Betriebsmannschaft und
Notfallübungen. Dies zielt darauf ab, unsichere
Handlungen zu erkennen und zu vermeiden - ob beim Bedienen
von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im
Büro oder auf dem Arbeitsweg. Trotz dieser
Maßnahmen treten Unfälle auf. Der Arbeits- und
Gesundheitsschutzstandard ISO 45001 ist als konzernweiter
Standard festgelegt und an unseren Standorten zertifiziert.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der
Kennzahlen zu Arbeitsunfällen, die der Vorstand als
strategische Zielgrößen festgelegt hat und die
regelmäßig berichtet werden.
| 2015 | 2019 | 2020 | 2021 | |
| Unfallhäufigkeit 1) | 2,1 | 2,5 | 2,1 | 4,4 |
| Arbeitsunfälle mit Chemikalien 2) - Anzahl betroffener Mitarbeiter | 1 | 5 | - | 2 |
1) Unfallhäufigkeit: Anzahl der
Arbeitsunfälle (von Mitarbeitern und
Zeitarbeitnehmern) mit Ausfalltagen je 1. Mio.
Arbeitsstunden.
2) Anzahl der Arbeitsunfälle (von
Mitarbeitern und Zeitarbeitnehmern) mit Ausfalltagen mit
Chemikalien.
Die Ziele für das Jahr 2021 lagen bei der
Unfallhäufigkeit bei 2,0 und bei den
Arbeitsunfällen mit Chemikalien und Ausfalltagen bei
0.
Bei den Arbeitsunfällen haben wir im Berichtsjahr
unsere Ziele nicht erreicht. Es ereigneten sich 34
Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen, die zu einem
berechneten Wert der Unfallhäufigkeit von 4,4 für
das Jahr 2021 führten. Es ereigneten sich keine
tödlichen Arbeitsunfälle in den letzten Jahren.
Im Jahr 2021 ereigneten sich 2 Arbeitsunfälle mit
Chemikalien und Ausfalltagen.
Die Anzahl der Unfälle mit Ausfalltagen hat
gegenüber dem Vorjahr stark zugenommen. Am Standort
Freiberg wurde daher eine Kommunikations- und
Ideenmanagementkampagne für mehr Sicherheit am
Arbeitsplatz gestartet. Mit der Kampagne sollen
Mitarbeitende stärker für die eigene Gesundheit
sensibilisiert werden. Auslöser für das Projekt
war eine Häufung von Arbeitsunfällen in einem
Bereich zu Beginn des Jahres. Um in den für die
Kampagne notwendigen offenen Dialog zu treten, geht der
Betrieb in der Kampagne einen neuen Weg. Mitarbeitende
haben zwei Möglichkeiten, sich aktiv an der
Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in seinem
Bereich zu beteiligen. Zum einen kann man in einem speziell
für den Betrieb eingerichteten IT-Tool Ideen und
Gefahrenhinweise einreichen, zum anderen kann jeder
Mitarbeitende ein persönliches Gespräch zum Thema
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz mit seinem
Sicherheitsbeauftragten führen. Flankiert wird die
Kampagne durch eine Plakataktion, die dazu anregen soll,
die eigene Gefährdungsabschätzung beim
täglichen Arbeiten im Betrieb zu überdenken.
Die Hauptursachen der Unfälle sind nach wie vor
verhaltensbedingt. Daher führen wir Initiativen fort,
die diese Ursachen besonders adressieren und unsere
Belegschaft vorbeugend bei der Unfallvermeidung
unterstützen sollen. Dazu zählen das Programm
Safety Plus sowie das Melden sicherheitskritischer
Situationen und Maßnahmen bei der Einarbeitung neuer
Mitarbeiter, da unsere internen Statistiken für diese
Gruppe ein höheres Unfallrisiko in den ersten Monaten
zeigen.
Die 2019 an den deutschen Standorten implementierte
"Sicherheits-beauftragten-Werkstatt" konnte 2021 aufgrund
der Pandemie nicht durchgeführt werden. Auch einige
Elemente unseres etablierten Safety-Plus-Programms, wie
Rundgänge, Vor-Ort-Gespräche mit Mitarbeitern und
TQM (Total Quality Management) Runden in den Betrieben
konnten nur mit Einschränkungen umgesetzt werden.
Für unfallfreie Arbeitszeiten von über 30
Jahren wurden auch im Jahr 2021 mehrere Betriebseinheiten
am Standort Burghausen ausgezeichnet.
Um Unfällen möglichst vorzubeugen, haben wir
weltweit ein System zur Meldung von Beinaheereignissen
aufgesetzt. Durch die systematische Bearbeitung dieser
Ereignisse wollen wir die tatsächlichen
Arbeitsunfälle möglichst vermeiden. Im Jahr 2021
wurden 1.392 Beinaheereignisse (Vorjahr: 1.415) aufgenommen
und analysiert.
Der sichere Betrieb unserer Produktionsanlagen ist ein
wesentliches Element unseres EHS-Managementsystems. Trotz
hoher Sorgfalt können Anlagenereignisse nicht
ausgeschlossen werden. Als Zielgröße haben wir
maximal zwei sicherheitsrelevante Anlagenereignisse
("process safety incident" [PSI] gemäß CEFIC-
und ICCA-Definition) festgelegt. Dieses Ziel haben wir mit
2 Ereignissen im Jahr 2021 erreicht. Kein Ereignis war als
Störfall einzustufen oder meldepflichtig im Sinne der
Störfallverordnung.
| 2015 | 2019 | 2020 | 2021 | |
| Anzahl Ereignisse | 3 | 2 | 2 | 2 |
Über unseren Management-of-Change-Prozess stellen
wir sicher, dass bei allen Neuerrichtungen oder
Änderungen von Anlagen die Sicherheitsvorgaben
eingehalten und die zuständigen Sicherheitsexperten
eingebunden werden. Zur Risikoermittlung verwenden wir
systematische Sicherheitsanalysen. Dabei analysieren wir
unter anderem, welchen Einfluss mögliche Einzelfehler
auf eine Ereigniskette bis hin zum Störfall oder
Unfall haben können, und legen Schutzmaßnahmen
fest.
Das Unternehmen unterstützt Programme zur
Gesundheitsvorsorge für unsere Belegschaft. An den
deutschen Standorten bietet das Unternehmen den
Mitarbeitenden Gesundheitstage, die Teilnahme am
Präventionsprogramm "Fit im Job" oder an einer
Gesundheitswoche an. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten
leider die meisten dieser Angebote auch im Jahr 2021
reduziert oder ganz abgesagt werden.
Durch die Corona-Pandemie sahen wir uns auch 2021
weltweit vor großen Herausforderungen. Wir haben an
allen Standorten unter Berücksichtigung der lokalen
Vorgaben Hygienemaßnahmen eingeführt. Dazu
gehören unter anderem die Pflicht zum Tragen von
Masken, neue bzw. angepasste Schichtmodelle, mobiles
Arbeiten und Webkonferenzen zur Vermeidung von Kontakten
sowie das Vermeiden von Geschäftsreisen auch zwischen
Siltronic-Standorten. Wir haben Impfaktionen für
unsere Mitarbeiter durchgeführt. Am Standort Singapur
wurde eine Impfquote von fast 100 Prozent erreicht. Dank
der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen und der
Flexibilität unserer Belegschaft gab es keine
Beeinträchtigungen der Produktionsmengen aufgrund der
Pandemie.
Unser Einkaufsvolumen betrug im Jahr 2021 EUR 1.011 Mio.
(Vorjahr: EUR 724 Mio.). Wir arbeiten weltweit mit knapp
3.900 Lieferanten zusammen, wobei 8 Prozent unserer
Lieferanten bereits circa 90 Prozent des Einkaufsvolumens
ausmachten. Das von uns weltweit eingekaufte
Beschaffungsvolumen verteilt sich in etwa zu zwei Dritteln
auf Europa/Nordamerika und zu einem Drittel auf Asien.
Unsere wichtigsten Lieferanten und Beschaffungsfelder
fokussieren sich auf den Rohstoff Polysilizium, spezifische
Hilfs- und Betriebsstoffe für unsere
Fertigungsprozesse, Energie, IT und Logistikleistungen,
sowie natürlich unsere Lieferanten von
Investitionsgütern. GRI 102-9
In unserem "Code of Conduct" dokumentieren wir unsere
Erwartungen an die Lieferanten zum sorgsamen Umgang mit
ihrer Belegschaft und der Umwelt und verpflichten sie
über unsere Einkaufsbedingungen, die Grundsätze
der Initiativen UN Global Compact und Responsible Business
Alliance (RBA) einzuhalten. Im Rahmen unserer
Lieferantenmanagementprozesse analysieren und bewerten wir
unsere Lieferkette bezüglich entsprechender
potenzieller Risiken und Einhaltung der Verpflichtungen.
Korrigierende oder verbessernde Maßnahmen werden,
wenn notwendig, mit den Lieferanten erarbeitet und
nachgehalten. Dabei arbeiten wir eng mit dem Leiter
Corporate Responsibility der Siltronic AG zusammen und
setzen so Maßnahmen zur Steigerung nachhaltigen
Handelns in unserer Lieferkette um. Der benannte
Menschenrechtsbeauftragte der Siltronic AG steht dabei auch
den Mitarbeitenden unserer Lieferanten als Anlaufstelle zur
Meldung von tatsächlichen oder bevorstehenden
Verletzungen von Menschenrechten zur Verfügung. Der
Erstkontakt kann dabei auch über die lokalen
Compliance Officer erfolgen. Im Jahr 2021 wurden von
Mitarbeitenden unserer Vertragspartnern keine
Verstöße gemeldet.
Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales
Hinweisgebersystem installiert, das Personen zukünftig
auch ermöglicht, auf Verletzungen relevanter
menschenrechtlicher oder umweltbezogener Risiken
hinzuweisen, die durch wirtschaftliches Handeln des
Unternehmens oder eines unmittelbaren Zulieferers
entstanden sind.
Darüber hinaus setzen wir uns auch mit der
Förderung von Gleichberechtigung und Diversität
in unserer Lieferkette auseinander. Unser Ziel, die
Beschaffung von und bei divers geführten Unternehmen
weiter zu steigern, wird auch auf unserer Internetseite
kommuniziert, über die divers geführten
Unternehmen ein direkter Kontakt- und Angebotsweg zur
Verfügung steht, um ihre Produkte oder
Dienstleistungen anzubieten. Siltronic kommuniziert
individuell und auf den regelmäßigen
Lieferantentagen seine Ziele und Maßnahmen im Bereich
Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility an die
Lieferanten.
Seit 2019 ist Siltronic Mitglied der Responsible
Business Alliance (RBA), des weltgrößten
Industrieverbunds mit dem Ziel, die soziale Verantwortung
in globalen Lieferketten weiter, besser und strukturierter
voranzutreiben und zu verankern.
Siltronic hat bereits seit vielen Jahren ein umfassendes
System zum Management seiner Lieferanten. Mit diesen
Prozessen soll sichergestellt werden, dass sich Lieferanten
in den Bereichen Qualität, Service, Lieferrisiken und
Kosten kontinuierlich verbessern und im Bereich
Nachhaltigkeit bezüglich Arbeitsbedingungen, ethischer
Standards, Sicherheitsstandards und beim Umgang mit lokalen
Ressourcen verantwortlich handeln.
Wir bewerten und beurteilen dabei kontinuierlich die
Leistung von über 100 Lieferanten weltweit. Diese
Lieferanten repräsentieren unser globales
Beschaffungsvolumen. Dazu stehen uns verschiedene
Ratingsysteme zur Verfügung, mit denen wir
Risikopotenziale und Leistungen unserer Partner beurteilen.
Wir führen regelmäßig Audits bei unseren
externen Partnern durch.
Siltronic hat im Jahr 2021 sein
Lieferantenmanagementsystem weiter ausgebaut und um
bedeutende Bausteine der Bereiche Environment, Social &
Governance (ESG) erweitert. Ein Meilenstein war dabei die
Erstellung einer diesbezüglichen, international
gültigen Verfahrensanweisung. Diese legt Regeln zur
vollumfänglichen Bewertung der ESG-Risiken unseres
Lieferantenstamms fest. Dabei berücksichtigen wir
sowohl die geografische Lage und die Art der
Geschäftstätigkeit unserer Partner als auch das
Volumen der Geschäfte, die wir mit den Partnern
tätigen. Die dabei betrachteten Risiken sind in
Kategorien gegliedert. Es werden sowohl
Beschäftigungspraktiken, Gesundheit & Sicherheit
und Umweltaspekte als auch Geschäftsethik sowie die
Reife der Managementsysteme berücksichtigt. Im Jahr
2021 konnten so die Risikopotenziale von unseren aktiven
Lieferanten, die mehr als 90 Prozent des Einkaufsvolumens
abdecken, bewertet werden.
Basierend auf den Ergebnissen dieser Risikoanalyse,
legen wir Fokuslieferanten für eine notwendige,
detailliertere Untersuchung fest. Neben Lieferanten mit
hohem Beschaffungsvolumen oder hohem Risikopotenzial sind
uns dabei auch Dienstleister besonders wichtig, deren
Mitarbeiter in unseren weltweiten Produktionsstätten
gemeinsam mit unserem eigenen Personal tätig sind.
Für die genaue Bewertung der Risiken dieser
Fokuslieferanten bedienen wir uns der umfangreichen
Onlineselbstauskunft (SAQ) der Responsible Business
Alliance (RBA). Wir haben bis zum Ende des Jahres 2021 von
zwei Dritteln unserer Fokuslieferanten SAQs erhalten und
bewertet und decken damit insgesamt bereits deutlich mehr
als ein Drittel unseres gesamten Einkaufsvolumens ab. Im
Mittel erreichen unsere Lieferanten 83 von 100
möglichen Punkten und keiner unserer Lieferanten
erzielt weniger als 66 Punkte.
Unabhängig von den risikobasierten Analysen unserer
Lieferanten nehmen wir Berichte über
Menschenrechtsverletzungen und Gesetzesänderungen zum
Anlass, unsere Lieferkette gezielt zu untersuchen und die
Einhaltung zu prüfen. Im Jahr 2021 haben wir dazu
unter anderem Analysen in unseren Lieferketten von
Reinraummaterial und Rohstoffen durchgeführt, um
Zwangsarbeit auszuschließen. Dies konnte im Ergebnis
entkräftet werden.
Zukünftig werden wir auch spezielle ESG-Audits bei
unseren Lieferanten durchführen. Abhängig von der
Bedeutung des Lieferanten und des Risikos für die
Siltronic AG werden wir dies mithilfe unabhängiger
Dritter (VAP-Audits der Responsible Business Alliance
(RBA)) oder mit unseren eigenen qualifizierten Auditoren
durchführen.
Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf,
dass unsere Lieferanten Zertifikate erwerben, mit denen sie
die Eignung ihrer Managementsysteme auch für soziale
und Umwelt-Aspekte extern bestätigen lassen. Diese
haben auch relevanten Einfluss auf die Bewertung unserer
Lieferanten. Wir beachten dabei Zertifikate zu Normen wie
ISO 14001, ISO 45001 und ISO 50001, aber auch die Mitarbeit
oder Mitgliedschaft in der RBA und vergleichbaren
Brancheninitiativen sowie Zertifizierungen im Bereich
Diversität, wie Women's Business Enterprise National
Council (WBENC) oder WEConnect. Mit wichtigen Lieferanten
schließen wir Verträge ab, in denen wir die
Erlangung und Aufrechterhaltung dieser Zertifikate
vereinbaren.
Unser Ziel in den kommenden Jahren ist es, mit diesen
Prozessen und Maßnahmen des Lieferantenmanagements
nachhaltiges Handeln in unserer Lieferkette weiter
voranzutreiben und diesbezügliche Risiken gemeinsam
mit unseren Lieferanten und Partnern zu reduzieren und
kontinuierlich zu verbessern.
Die Siltronic AG bezog im Jahr 2021 keine
Konfliktmineralien (Gold, Tantal, Wolfram, Zinn) aus Minen
in relevanten Konfliktregionen (§1502 Dodd-Frank Act,
in Verbindung mit der EU-Verordnung 2017/821). Dies
bestätigt Siltronic seinen externen Partnern mit der
aktuellen Berichtsvorlage für Konfliktmineralien (CMRT
6.01) der Responsible Business Alliance (RBA). Ebenso
berichten wir mit der Berichtsvorlage der Responsible
Business Alliance (RBA) über Kobalt und Glimmer (EMRT
1.0).
Obwohl keines unserer Produkte die genannten Stoffe
enthält, ist uns verantwortungsvolle Beschaffung sehr
wichtig. Wir haben daher eine Policy eingeführt, die
den Umgang mit Konfliktmineralien regelt und klare Regeln
für die Beschaffung festlegt. Jeder Lieferant, den wir
zur Anmeldung in unserem Lieferantensystem (SRM) einladen,
muss verpflichtende Angaben zur Nutzung bzw. Beschaffung
von Konfliktmineralien machen. Zusätzlich sind Fragen
zu Konfliktmaterialien in unserem Kriterienkatalog für
Lieferantenaudits enthalten.
Neben Speicherchips und Prozessoren beschäftigt
sich ein Großteil unserer Kunden mit dem Thema
Stromsteuerung. Entweder sind diese Kunden direkt an der
Entwicklung und Kommerzialisierung nachhaltiger Produkte
beteiligt (Elektroautos, Windkraftwerke) oder zielen auf
die aktive Stromeinsparung bei z.B. der Industrieproduktion
ab. Dabei handelt es sich um die Ebene von Endanwendungen.
Gleichzeitig ist technischer Fortschritt bzw. Innovation
im Zusammenspiel von Siltronic mit vielen Kunden von sehr
hoher Bedeutung, weil der technische Fortschritt in der
Halbleiterindustrie schneller voranschreitet als in vielen
anderen Industriezweigen. Der technische Fortschritt bei
Halbleiterherstellern zeigt sich vor allem darin, dass
Leiterbahnen verkleinert werden. Kleinere Leiterbahnen
machen Halbleiter leistungsfähiger bei gleichem
Stromverbrauch bzw. bieten gleiche Leistungsfähigkeit
bei sinkendem Stromverbrauch. Diese Entwicklung ist nur
möglich, wenn Wafer anspruchsvollere physikalische und
chemische Voraussetzungen erfüllen. Unsere Kunden
geben dabei den Entwicklungstakt vor. Die Taktung bezieht
sich dabei nicht nur auf Wafer-Spezifikationen, sondern
auch nachhaltige Rahmenbedingungen wie das Sicherstellen
von Klimazielen und nachhaltiger Rohstoffversorgung bei
uns, aber auch durch Überprüfungen bei unseren
Zulieferern. Um den Kundenerwartungen hier umfassend zu
entsprechen, haben wir deshalb in den letzten Jahren
zwischen fünf und sechs Prozent unseres Umsatzes
für Forschung und Entwicklung ausgegeben.
Unsere Kunden legen vermehrt Schwerpunkte auf eine
Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung bei ihren
Lieferanten. Dazu arbeiten wir mit vier unserer Kunden im
Rahmen der CDP-Bewertungen für Klimawandel und
Wassersicherheit zusammen, folgen RBA-Anforderungen und
beteiligen uns an einem mehrjährigen
Nachhaltigkeitsprogramm mit einem Kunden. Bei
jährlichen Lieferantenbewertungen durch unsere Kunden
sind wir im Jahr 2021 mehrfach für hervorragende
Leistungen ausgezeichnet worden.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch Transparenz
und Offenheit im Sinne einer Corporate Citizenship. Diese
beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Nachbarn.
Für Siltronic heißt das, offen über das zu
sprechen, was hinter den Werktoren geschieht, und weltweit
auf Fragen der Öffentlichkeit einzugehen. Nur so
entsteht das gesellschaftliche Vertrauen, das Unternehmen
brauchen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aus diesem
Grund übernimmt Siltronic gesellschaftliche
Verantwortung, vor allem im regionalen Umfeld seiner
Standorte. Unsere Konzepte hierzu sind über die oben
ausgeführten globalen Initiativen Responsible Business
Alliance und UN Global Compact hinaus:
Gemäß dem Korruptionswahrnehmungsindex von
Transparency International "CPI" ist Siltronic
überwiegend in Ländern geschäftlich aktiv,
die ein mittleres bis geringes Korruptionsrisiko aufweisen.
Wir treten jeglicher Form von
Gesetzesverstößen entschieden entgegen.
Unabhängig von länderbezogenen
Eintrittswahrscheinlichkeiten soll unser bereits
erläutertes Compliance-System in jedem Markt, in dem
wir tätig sind, Compliance-Verstöße in Form
von Korruption, Betrug, Verstöße gegen
Wettbewerbsregeln und andere Erscheinungsformen der
Wirtschaftskriminalität vermeiden bzw. verhindern,
identifizieren und sanktionieren.
Bei beobachteten Verstößen sind die
Mitarbeitenden angehalten, ihre Vorgesetzten, die
Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die
Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren.
Weiterhin können unsere Mitarbeitenden und Dritte
anonym Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften
an einen von Siltronic bestellten externen Ombudsmann
melden. Jedem begründeten Verdacht geht Siltronic
nach, untersucht den Vorgang und definiert Maßnahmen
zur Behebung identifizierter Schwachstellen und
gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen.
Vergeltungsmaßnahmen gleich welcher Art gegen
Personen, die in gutem Glauben Compliance-Vorgänge
melden, sind untersagt. Der Vorstand der Siltronic AG wird
durch den Chief Compliance Officer monatlich und
anlassbezogen informiert. Weiter berichtet der Chief
Compliance Officer im Rahmen der
Prüfungsausschusssitzungen an den Aufsichtsrat.
Im Jahr 2021 haben wir keine Compliance-Meldungen zu den
Themenbereichen Korruption und Bestechung erhalten. GRI
205-3
Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales
Hinweisgebersystem installiert, über das Hinweisgeber
Meldungen über Gesetzesverstöße und
(drohende) Menschenrechtsverletzungen anonym über ein
sicheres elektronisches Postfach abgeben können.
Mitarbeitende mit Kontakt zu Geschäftspartnern sind
verpflichtet, eine E-Learning-Fortbildung zu Compliance zu
absolvieren. Produktionsmitarbeiter erhalten eine auf sie
zugeschnittene Präsenzschulung durch
Führungskräfte. Alle Mitarbeiter in Vertrieb und
Marketing müssen zudem eine Onlineschulung zum
Kartellrecht durchlaufen. GRI 102-17
Unsere vier Produktionsstandorte liegen in hoch
entwickelten Industrieländern, in denen im Vergleich
zu weniger entwickelten Ländern ein niedriges Risiko
von Menschenrechtsverletzungen besteht. Da wir der
Verletzung von Menschenrechten bei uns sowie in der vor-
und nachgelagerten Lieferkette aktiv entgegentreten wollen,
haben wir Maßnahmen ergriffen, um eventuelle
Verstöße zu erkennen.
Über unseren Code of Conduct nehmen wir
ausdrücklich Bezug auf die zehn Prinzipien der Global
Compact Initiative der Vereinten Nationen. Die ersten
beiden Prinzipien des Global Compact haben die
Unterstützung der Menschenrechte und den Ausschluss
von Menschenrechtsverletzungen zum Inhalt. Aus dem ersten
Prinzip des Global Compact "Unterstützung der
Menschenrechte" und dem zweiten Prinzip "Ausschluss von
Menschenrechtsverletzungen" sind insbesondere folgende
Maßnahmen bei Siltronic implementiert:
| ― |
Im Rahmen unserer Einkaufsbedingungen erwarten wir von unseren Lieferanten die Einhaltung der Prinzipien unseres Code of Conduct, der auch menschenrechtliche Anforderungen umfasst. |
| ― |
Wir schulen unsere Belegschaft in einschlägigen Sitzungen darin, die Einhaltung international gültiger Menschenrechte zu beachten. |
| ― |
Wenn uns potenziell kritische Aspekte im Bereich der Menschenrechte bekannt werden, analysieren wir diese. Sollte sich ein Sachverhalt auch nach der Analyse als kritisch herausstellen, ergreifen wir Maßnahmen. |
| ― |
Wir verpflichten uns in unserem Code of Conduct und gegenüber unseren Kunden zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. |
Der Vorstand hat zudem im September 2021 einen
Menschenrechtsbeauftragten bestellt, der Maßnahmen
zur Beachtung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen
Sorgfaltspflichten definiert. Der Menschenrechtsbeauftragte
ermittelt die menschenrechtlichen und umweltbezogenen
Risiken von Siltronic und den unmittelbaren Zulieferern.
Auf Basis der Risikoanalyse unterstützt er die
Entwicklung der Menschenrechtsstrategie des Unternehmens.
Im Geschäftsjahr 2022 wird ein Digitales
Hinweisgebersystem installiert, das Personen zukünftig
auch ermöglicht, auf Verletzungen relevanter
menschenrechtlicher oder umweltbezogener Risiken
hinzuweisen, die durch wirtschaftliches Handeln des
Unternehmens oder eines unmittelbaren Zulieferers
entstanden sind.
Im Berichtsjahr 2021 hat Siltronic insgesamt 50
Aktivitäten in Deutschland, den USA und Singapur
finanziell unterstützt. Das gesamte Spendenaufkommen
betrug TEUR 542 (Vorjahr: TEUR 142). Dabei lag ein
besonderer Schwerpunkt der Hilfsaktionen auf der
Unterstützung bedürftiger Einzelpersonen und
Familien in Singapur, sowie der Hochwasserhilfe in
Ahrweiler, Deutschland.
In Singapur unterstützt Siltronic das South West
Community Development Council (CDC) bei den Programmen "My
schooling needs" und "Food connect". Mit dem Programm "My
schooling needs" werden seit 2010 benachteiligte Familien
und Schüler zu Schulbeginn unterstützt und die
Aktion "Food connect", gegründet 2010,
unterstützt bedürftige Haushalte mit monatlichen
Essensrationen.
"In Deutschland hat die Siltronic AG die Hochwasserhilfe
Ahrweiler nach der Flutkatastrophe unterstützt.
Die Belegschaft an den deutschen Standorten nimmt an
einem Centspendenprogramm eines Hilfsfonds der Wacker
Chemie AG teil. Dabei willigt der Mitarbeiter ein, seine
monatliche Gehaltszahlung auf den nächstniedrigeren
Eurobetrag abzurunden. Die übrigen Centbeträge
werden gespendet.
Siltronic-Mitarbeitende am Standort Freiberg engagieren
sich jedes Jahr unter anderem bei dem im Herbst
stattfindenden Nepallauf. Aufgrund der Corona-Pandemie fand
dieser Benefizlauf als virtuelle Veranstaltung statt, so
dass sich Siltronic-Mitarbeitende weltweit an dieser Aktion
beteiligen konnten. Der von einer Schule nahe dem Standort
Freiberg organisierte Spendenlauf hat zum Ziel, Geld
für den Aufbau von Schulen in der nepalesischen Region
Gati zu sammeln.
Bereits seit etwa 20 Jahren unterstützen
Mitarbeitende hilfsbedürftige Menschen in der Region
Portland gemeinsam mit dem Doernbecher Children's Hospital.
Mit einem Spendenprogramm unserer Mitarbeiter konnten im
Jahr 2021 insgesamt 10 Familien unterstützt werden.
Im Berichtsjahr hat Siltronic am Standort Portland
insgesamt 18 Initiativen in den Bereichen Armut und
Ernährung, sowie Umweltschutz unterstützt.
Gegenüber politischen Parteien und
Nichtregierungsorganisationen bekennen wir uns zu
verantwortungsbewusstem Verhalten. Wir vertreten unsere
politischen Interessen in Einklang mit den von uns
öffentlich geäußerten Positionen. Unser
Umgang mit der Politik orientiert sich an Sachpositionen,
wobei wir offen sind für den Dialog mit allen
demokratischen Parteien. Spenden an politische Parteien
bedürfen der Zustimmung des Vorstands der Siltronic
AG.
Wir nehmen in keinem Verband und in keiner Organisation,
in der wir Mitglied sind, eine besondere Stellung ein.
Siltronic hat sich nicht an Gesetzgebungsverfahren
beteiligt. GRI 415-1
An unseren Standorten pflegen wir mit den Behörden
einen regelmäßigen Austausch im Bereich des
Umweltschutzes.
Unsere Produktionsgesellschaft in den USA ist dafür
im Jahr 2020 mit dem "Gold level for Sustainability at
work" von den Behörden der Stadt Portland/ Oregon
ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung ist bis 2023
gültig. Im Jahr 2020 haben wir zudem den "Gold award
for No pretreatment violations" von den Behörden der
Stadt Port-land/ Oregon erhalten.
Der Standort Freiberg engagiert sich für
"Weltoffenheit" und ist seit dem Jahr 2019 Mitglied des
Vereins "Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen". Das
Netzwerk will die Integration von Zuzug und Zuwanderung
begleiten und konkret fördern und damit zu mehr
Wirtschaftsleistung in Sachsen beitragen.
Wir haben uns im Jahr 2021 bei folgenden Initiativen
engagiert:
Im Jahr 2021 haben wir zum vierten Mal an den
Bewertungsprogrammen des CDP zu Klimawandel und
Wassersicherheit teilgenommen und wurden mit B und B
bewertet (in einer Skala von A, beste Bewertung, bis D,
schlechteste Bewertung).
| Programm | 2020 | 2021 |
| CDP Klimawandel | B | B |
| CDP Wassersicherheit | B | B |
Die Siltronic AG beteiligt sich seit 2017 am UN Global
Compact und hat im Jahr 2021 einen aktuellen
Fortschrittsbericht veröffentlicht. Zusätzlich
hat sich das Unternehmen an einem globalen Programm des UN
Global Compact Netzwerks beteiligt (Climate Ambition
Accelerator).
Die Siltronic AG ist seit April 2019 Mitglied der
Initiative "Responsible Business Alliance" und hat sich an
Netzwerktreffen zu relevanten Themen der Initiative
beteiligt.
Die Siltronic AG hat nach der Charta der Vielfalt (2018)
auch die Charta der Gleichstellung der IG BCE (2019)
unterzeichnet. Siltronic verpflichtet sich mit der
Unterzeichnung der Charta, Chancengleichheit aktiv
umzusetzen und zu fördern.
SBTi ist eine Kooperation zwischen CDP, dem United
Nations Global Compact (UNGC), dem World Resources
Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF)
mit dem Ziel, einen Rahmen für ambitionierte
Klimaschutzmaßnahmen zu geben. Unternehmen
können ihre wissenschaftsbasierten Ziele hier
veröffentlichen und validieren lassen.
Siltronic beteiligt sich an der Science Based Targets
Initiative (SBTi) und hat sich zur Reduktion der CO
2-Emissionen Scope 1 und 2 um 50 Prozent bis
2030 (Basisjahr 2021) verpflichtet.
Erläuterungen zu SBTi sind unter Ambitious
corporate climate action - Science Based Targets im
Internet veröffentlicht.
Siltronic AG hat eine Steuerstrategie, die als Teil der
Steuerrichtlinie schriftlich festgehalten ist. Die
Richtlinie richtet sich an die Leiter und Mitarbeiter aller
Bereiche und Einheiten, die steuerliche Aufgaben
wahrnehmen. Die Steuerrichtlinie wird nicht
veröffentlicht. Zweck der Steuerrichtlinie sind die
Festlegung der Verantwortung für steuerliche Themen im
Siltronic-Konzern sowie die Vermittlung der
Unternehmenskultur in Bezug auf Steuern. Dadurch soll
sichergestellt werden, dass der Konzern seinen steuerlichen
Verpflichtungen nachkommt. Dies entspricht inhaltlich dem
Code of Conduct von Siltronic, der auch die
Steuerintegrität von Siltronic zum Inhalt hat. Die
Steuerrichtlinie wird mit dem Finanzvorstand der Siltronic
AG mindestens einmal jährlich besprochen.
Die Steuerstrategie von Siltronic basiert auf der
Unternehmensstrategie. Unternehmensentscheidungen werden
auf Basis von wirtschaftlichen Faktoren getroffen.
Siltronic verfolgt keine Gestaltungen, die nach
herrschender Meinung in aggressiver Form auf die Minderung
oder Vermeidung von Steuern abzielen. Siltronic verfolgt
einen offenen und proaktiven Kommunikationsstil mit
Steuerbehörden. Bei der Bearbeitung von steuerlichen
Themen greift Siltronic auch auf die Meinung von
außenstehenden Experten zurück.
Die Verantwortung für die Umsetzung und
Überwachung der Einhaltung von steuerlichen Vorgaben
liegt bei der Steuerabteilung der Siltronic AG, an die die
im Konzern für Steuern Verantwortlichen berichten. Die
Steuerabteilung der Siltronic AG berichtet an den
Finanzvorstand.
Die Siltronic AG hat ein
Tax-Compliance-Management-System eingerichtet, das die
einschlägigen steuerrechtlichen Vorgaben umsetzt.
Bestandteile dieses Tax-CMS sind eine Analyse der
Steuerrisiken, die Implementierung von Prozessen,
Kontrollmaßnahmen und Meldewegen. Im Rahmen des
Tax-Compliance-Management-Systems berichten
Konzerneinheiten Verstöße gegen steuerliche
Obliegenheiten an die Steuerabteilung der Siltronic AG.
Darüber hinaus gibt es als Teil des allgemeinen
Compliance-Systems die Möglichkeit, sich mit
Verstößen gegen steuerliche Pflichten an den
Compliance Officer oder den externen Ombudsmann zu wenden.
Das Tax-CMS wird einmal jährlich einer kritischen
Durchsicht unterzogen und aktualisiert, um die Wirksamkeit
und die Effizienz des Systems und der implementierten
Kontrollen zu bewerten. Die kritische Durchsicht erfolgt
durch die Steuerabteilung, die das Ergebnis mit dem
Finanzvorstand bespricht.
Die nachfolgende Tabelle fasst die Konzerneinheiten nach
Steuerjurisdiktionen zusammen: Auf Deutschland
entfällt der in Deutschland gelegene Teil von
Siltronic AG, auf Singapur entfallen Siltronic Singapore
Pte. Ltd., Siltronic Silicon Wafer Pte. Ltd. und eine in
Singapur gelegene Betriebsstätte von Siltronic AG, auf
die USA die Siltronic Corp., auf Taiwan eine dort gelegene
Betriebsstätte von Siltronic AG, auf Japan die
Siltronic Japan Corp., auf Korea die Siltronic Korea Ltd.
und auf Festland China die Siltronic Shanghai Corporation.
Darüber hinaus besteht jeweils eine Vertriebseinheit
in Form einer Betriebsstätte von Siltronic AG in
Italien und Frankreich. In den Betriebsstätten ist
jeweils ein Mitarbeiter angestellt. Aus
Wesentlichkeitsgründen sind diese zwei Einheiten nicht
in der Tabelle aufgenommen.
In Singapur liegt der Aufwand für Ertragsteuern
unter dem Wert, der sich bei Anwendung des lokalen
Steuersatzes ergibt. Grund dafür ist, dass eine
Einheit aufgrund der hohen Investitionen in ihre Fabrik
noch von der Steuer befreit ist.
Erstattungen von Steuern resultieren aus
Überzahlungen des Vorjahrs. Diese können
verursacht sein durch Verlustvorträge oder durch
Schätzungen. In vielen Ländern fußen
Steuerzahlungen auf Schätzungen, die vor dem
Jahresende für das Jahr vorgenommen werden.
Zahlenmäßige Abweichungen, die sich in der
folgenden Tabelle zwischen Einzelposten und Summen ergeben,
sind auf Rundungen zurückzuführen.
| Steuerjurisdiktion
Geschäftsjahr 2021 |
Mitarbeiter (a) | Materielles
Vermögen ohne Liquidität (b)
EUR Mio. |
Umsatz mit
Konzernfremden
EUR Mio. |
Umsatz mit
Konzerneinheiten
EUR Mio. |
Ergebnis vor
Ertragssteuern (c)
EUR Mio. |
Aufwand (+) / Ertrag
(-) für Ertragsteuern (d)
EUR Mio. |
| Produktion | ||||||
| Deutschland | 2.584 | 798 | 436 | 607 | 75 | 14 |
| Singapur | 1.123 | 945 | 533 | 384 | 233 | 12 |
| USA | 355 | 71 | 132 | 102 | 12 | 3 |
| Zwischensumme | 4.062 | 1.814 | 1.101 | 1.093 | 320 | 29 |
| Vertrieb | ||||||
| Taiwan | 15 | 28 | 177 | 1 | 2 | 1 |
| Japan | 16 | 14 | 89 | 0 | 2 | 1 |
| Andere (e) | 24 | 10 | 38 | 4 | 2 | 0 |
| Zwischensumme | 55 | 52 | 304 | 5 | 6 | 2 |
| Konsolidierung | 1.098 | -8 | -2 | |||
| Konzernabschluss | 4.117 | 1.866 | 1.405 | 0 | 318 | 29 |
| SteuerjurisdiktionGeschäftsjahr 2021 | Gezahlte (+) /
erstattete (-) Steuern
EUR Mio. |
| Produktion | |
| Deutschland | -3 |
| Singapur | 17 |
| USA | -1 |
| Zwischensumme | 13 |
| Vertrieb | |
| Taiwan | 0 |
| Japan | 0 |
| Andere (e) | 0 |
| Zwischensumme | 0 |
| Konsolidierung | |
| Konzernabschluss | 13 |
[a] Stand am Jahresende, Berechnung wie unter
Abschnitt 5. Personalbelange
[b] Bilanzsummen (nach IFRS) der Einheiten
abzüglich immateriellem Anlagevermögen, latenter
Steuern und "Liquidität". Die Liquidität setzt
sich zusammen aus Zahlungsmitteln,
Zahlungsmitteläquivalenten kurzfristigen Wertpapieren
und kurzfristigen Festgeldern.
[c] Um die Transparenz zu erhöhen und
mehrfache Zählung von Gewinnen zu vermeiden, sind
Dividenden innerhalb des Siltronic-Konzerns nicht
einbezogen.
[d] Wert wie in der Gewinn- und Verlustrechnung
(nach IFRS) der Einheiten ausgewiesen. Dies
berücksichtigt Abgrenzungen und latente Steuern.
Latente Steuern bilden auf der Grundlage von
Bilanzierungsregeln steuerliche Vorteile oder Nachteile ab.
Vorteile werden berücksichtigt, wenn deren
Realisierung innerhalb von drei Jahren erwartet wird.
[e] [Beinhaltet kleine Vertriebsbüros in
Korea, (Festland) China, Frankreich und Italien. Diese
Einheiten haben Steueraufwand und auch Steuern gezahlt, die
in der Tabelle ausgewiesene Zahl resultiert lediglich aus
der Abrundung 0 (Rundung auf volle Mio. Euro).
Siltronic ist seit 2017 Teilnehmer beim UN Global
Compact und berichtet hiermit über den jährlichen
Fortschritt. Diese Übersicht referenziert zwischen den
10 Prinzipien des UN Global Compact und den Fortschritten
in den jeweiligen Kapiteln des Berichts im Berichtsjahr
2021. GRI 102-12
| Zehn Prinzipien des UN Global Compact | Verweis auf Kapitel im Bericht | Ausgewählte Maßnahmen und Fortschritte im Berichtsjahr 2021 |
| Menschenrechte
Prinzip 1 Unterstützung der Menschenrechte Prinzip 2 Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen |
• Unternehmensethik
bei Siltronic
• Wirkung der ethischen Grundsätze auf die Organisation von Siltronic • Menschenrechte • Partnerschaften |
•Menschenrechte:
Wir haben einen Menschenrechtsbeauftragten benannt,
der zukünftig das Thema Menschenrechte
verantwortlich koordiniert und direkt an den Vorstand
berichtet.
• Schulungen: wir haben unsere Mitarbeiter generell und entsprechend ihren Aufgaben geschult, die Einhaltung international gültiger Menschenrechte zu beachten. • Lieferanten: Siltronic erwartet von seinen Partnern die Einhaltung menschenrechtlicher Anforderungen und hat dies im Rahmen der Liefermanagement Prozesse überprüft. Wir bezogen oder verwendeten keine Konfliktmineralien. • Kunden: Siltronic hat sich gegenüber seinen Kunden zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen verpflichtet. • Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann. • RBA: Siltronic ist weiterhin Mitglied der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA) und hat Selbstbewertungen an den Produktionsstandorten durchgeführt. |
| Arbeitsnormen
Prinzip 3 Wahrung der Vereinigungsfreiheit Prinzip 4 Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit Prinzip 5 Abschaffung von Kinderarbeit Prinzip 6 Vermeidung von Diskriminierung |
• Verhältnis
zu Mitarbeitervertretungen und Arbeitnehmerrechte
• Vielfalt • Nachhaltigkeit in Bezug auf Kunden • Menschenrechte • Partnerschaften |
• Menschenrechte:
Wir haben einen Menschenrechtsbeauftragten benannt,
der zukünftig das Thema Menschenrechte
verantwortlich koordiniert und direkt an den Vorstand
berichtet.
• Mitarbeiterrechte: Ein Großteil der Mitarbeiter ist an Standorten tätig, an denen unabhängige Arbeitnehmervertretungen tätig sind. • Mitarbeiter Vielfalt: Siltronic hat sich an der Charta der Vielfalt und der Charta der Gleichberechtigung beteiligt und Ziele zur Erhöhung des Frauenanteils bis 2023 festgelegt. • Kunden: Siltronic hat sich gegenüber seinen Kunden zur Wahrung der Vereinigungsfreiheit, zur Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit, zur Abschaffung von Kinderarbeit und zur Vermeidung von Diskriminierung verpflichtet. • Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann. • RBA: Siltronic ist weiterhin Mitglied der Brancheninitiative Responsible Business Alliance (RBA) und hat Selbstbewertungen an den Produktionsstandorten durchgeführt. |
| Umweltschutz
Prinzip 7 Vorsorgender Umweltschutz Prinzip 8 Initiativen für größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt Prinzip 9 Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien |
• Klimawandel
• Maßnahmen zum Umweltschutz • Wirkung der ethischen Grundsätze auf die Organisation von Siltronic • Dialog auf regionalen Ebenen • Einfluss durch den Klimawandel |
• Klimastrategie:
Siltronic hat eine Klimastrategie entwickelt und
Klimaziele festgelegt: die CO
2- Emissionen werden bis 2030 um 50%
reduziert. Wir haben uns zur Zielerreichung bei der
Science-based-target Initiative verpflichtet.
• Schulung: wir haben am Trainingsprogramm Climate Ambition Accelerator teilgenommen. • Maßnahmen: relevante Investitionen zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes bei den Aspekten Luft, Abfall, Wasser und Klimaschutz wurden umgesetzt. Siltronic hat Energieeffizienzprogramme umgesetzt, die zu einer dauerhaften Reduktion des Energieverbrauchs führen. • Managementsystem, Ziele: das Siltronic Managementsystem ist weltweit zertifiziert nach den Normen IATF 16949 für Qualität, ISO 14001 für Umwelt und ISO45001 für Sicherheit sowie nach ISO 50001 für Energie an den deutschen Standorten. Nichtfinanzielle Ziele sind implementiert, um den Rohstoffeinsatz, den Energieeinsatz und die Wasserverwendung zu reduzieren sowie die Verwertungsrate von Abfällen zu erhöhen. • Dialog: der Nachhaltigkeitsbericht wurde erstellt und einer externen Prüfung unterzogen (Nichtfinanzieller Bericht). Siltronic hat sich bei einer nationalen Peer-Learning Gruppe des Deutschen Global Compact Netzwerks engagiert. • Klimawandel: Siltronic hat bei Forschung und Entwicklung neuer Technologien die Grundlage für die Produktion kleinerer und energieeffizienterer Bauteile geschaffen und zu Ressourcenschonung und Klimaschutz beigetragen. |
| Antikorruption
Prinzip 10 Maßnahmen gegen Korruption |
• Unternehmensethik
bei Siltronic
• Bekämpfung von Rechtsverstößen, insbesondere Korruption |
• Schulungen: wir
haben unsere Mitarbeiter generell und entsprechend
ihren Aufgaben geschult, die Einhaltung geltender
Regeln gegen Korruption zu beachten.
• Beschwerdemechanismus: Siltronic hat Prozesse aufgesetzt, nach denen sich Mitarbeiter oder betroffene Geschäftspartner wegen Verletzung gegen Arbeitsnormen bezüglich Korruption an interne oder externe Stellen wenden können. Neben dem direkten Vorgesetzten sind dies die an jedem Standort tätigen Compliance-Beauftragten, der Betriebsrat, die Personalabteilung und ein externer Ombudsmann. |
Wir haben den gesonderten nichtfinanziellen Bericht der
Siltronic AG, München (im Folgenden "Gesellschaft"
oder "Siltronic AG"), und den mit ihm zusammengefassten
nichtfinanziellen Bericht des Mutterunternehmens (im
Folgenden "zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller
Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2021 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter
Sicherheit unterzogen.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind
verantwortlich für die Aufstellung des
zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts in
Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V.
m. 289b bis 289e HGB und mit Artikel 8 der VERORDNUNG (EU)
2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom
18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur
Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur
Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden
"EU-Taxonomie-Verordnung") und den hierzu erlassenen
delegierten Rechtsakten sowie mit deren in Abschnitt
"EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten
nichtfinanziellen Berichts dargestellten eigenen Auslegung
der in der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu
erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen
Formulierungen und Begriffe.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der
Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener
Methoden zur Aufstellung des zusammengefassten gesonderten
nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen
und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die internen Kontrollen, die sie als notwendig
bestimmt haben, um die Aufstellung des zusammengefassten
gesonderten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen,
die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.
Die EU-Taxonomie-Verordnung und die hierzu erlassenen
delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und
Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten
unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall
Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die
gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der
EU-Taxonomie-Verordnung und der hierzu erlassenen
delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie" des
zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts
niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die
Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten
Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich
ausgelegt werden können, ist die
Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten
behaftet.
Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns
durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil
mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten
gesonderten nichtfinanziellen Bericht abzugeben.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung
mit dem International Standard on Assurance Engagements
(ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than
Audits or Reviews of Historical Financial Information",
herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement
durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu
planen und durchzuführen, dass wir mit einer
begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns
keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der
Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste
gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft im
Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in
allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB
und der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen
delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt
"EU-Taxonomie" des zusammengefassten gesonderten
nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch
die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Dies
bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates
Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung
zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die
durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu
einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden
Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine
erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird.
Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im
pflichtgemäßen Ermessen des
Wirtschaftsprüfers.
Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem
folgende Prüfungshandlungen und sonstige
Tätigkeiten durchgeführt:
| ― |
Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen von Siltronic AG zu erlangen |
| ― |
Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung von Siltronic AG in der Berichtsperiode |
| ― |
Beurteilung der Eignung der intern entwickelten Definitionen |
| ― |
Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten, zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung |
| ― |
Befragungen von Mitarbeitern auf Gruppenebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due-Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind |
| ― |
Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente |
| ― |
Analytische Beurteilung der Daten und Trends der quantitativen Angaben, welche zur Konsolidierung auf Gruppenebene von allen Standorten gemeldet wurden |
| ― |
Einschätzung der lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie der Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung am Standort Burghausen in Deutschland |
| ― |
Einschätzung der Gesamtdarstellung der Angaben |
| ― |
Befragung von verantwortlichen Mitarbeitern auf Gruppenebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung relevanter Wirtschaftsaktivitäten gemäß EU-Taxonomie-Verordnung zu erlangen |
| ― |
Nachvollziehen der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umsatz, Investitionsausgaben und Betriebsaufwendungen für die taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten |
| ― |
Beurteilung des Prozesses zur Identifikation der taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivtäten und der entsprechenden Angaben im zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht |
Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der
Angaben gemäß Artikel 8 der
EU-Taxonomie-Verordnung unbestimmte Rechtsbegriffe
auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass
unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden
können, sind die Rechtskonformität der Auslegung
und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung
mit Unsicherheiten behaftet.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise hinreichend und angemessen sind, um
als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die
Anforderungen an Unabhängigkeit und
Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen
Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen,
insbesondere der Berufssatzung für
Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie
des IDW-Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an
die Qualitätssicherung in der
Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet.
Auf der Grundlage der durchgeführten
Prüfungshandlungen und der erlangten
Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass
der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht
der Siltronic AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis
31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V.
m. 289b bis 289e HGB und mit der EU-Taxonomie-Verordnung
und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der
in Abschnitt "EU-Taxonomie" des zusammengefassten
gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten
Auslegung aufgestellt worden ist.
Dieser Vermerk ist an den Aufsichtsrat der Siltronic AG,
München, gerichtet und ausschließlich für
diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir
insoweit keine Verantwortung.
Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend
benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der Siltronic
AG erbracht haben, lagen die Allgemeinen
Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017
zugrunde (https://www.kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf).
Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk
enthaltenen Informationen bestätigt jeder
Empfänger, die dort getroffenen Regelungen
(einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der
Allgemeinen Auftragsbedingungen ) zur Kenntnis genommen zu
haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns
an.
München, den 8. März 2022
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Hanshen | Vogl |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüferin |