![]() Aumann AGBeelenHalbjahresfinanzbericht zum 30.06.2019Grusswort des VorstandesLiebe Aktionärinnen und Aktionäre, unser Marktumfeld ist seit einigen Monaten geprägt von einer erheblichen Investitionszurückhaltung der Automobilhersteller und deren Zulieferer. Hervorgerufen ist diese Zurückhaltung insbesondere durch rückläufige Fahrzeugabsätze und unsichere Absatzprognosen. Dies führte zu wiederholten Verschiebungen bei Auftragsvergaben, sodass unser Auftragseingang im ersten Halbjahr mit 86,1 Mio. € deutlich unter unseren Erwartungen lag. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2019 jüngst angepasst. Im ersten Halbjahr 2019 lag der Umsatz von Aumann mit 133,5 Mio. € geringfügig über dem Vorjahresniveau. Im E-mobility Segment konnte ein Umsatzwachstum von 16,0 % auf 56,6 Mio. € und damit ein Umsatzanteil von 42,4 % erzielt werden. Die EBIT-Marge im E-mobility Segment belief sich im Halbjahr auf 8,9 %, im Classic Segment lag die sie bei 8,1 %. Der Rückgang der Profitabilität ist insbesondere auf die Verschlechterung des Markumfeldes und die damit einhergehende Kostensensibilität unserer Kunden zurückzuführen. Vor dem Hintergrund unserer erfolgreichen Unternehmensentwicklung in den vergangenen Jahren sind wir mit dieser Situation natürlich nicht zufrieden. Auch wenn aktuell selbst im Bereich E-Mobility eine Investitionszurückhaltung spürbar ist, halten wir den langfristigen Trend zur Elektromobilität für ungebrochen. Bei unseren Kunden wird dies zwangsläufig einen Bedarf an neuen innovativen und hochautomatisierten Fertigungslösungen hervorrufen. Wir sind davon überzeugt, dass Aumann hierfür strategisch sehr gut aufgestellt ist und wir arbeiten täglich hart daran, diese Position weiter zu verbessern. Unsere außerordentlich hohe Eigenkapitalquote von 63,7 % und eine Nettoliquidität von 64,6 Mio. € bieten dafür ideale Voraussetzungen. Herzlichst
Rolf Beckhoff, Chief Executive Officer Sebastian Roll, Chief Financial Officer Aumann in Zahlen
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Bezogen auf die am 30. Juni 2019 im Umlauf befindlichen Aktien. KonzernzwischenlageberichtAumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit Fokus auf Elektromobilität. Das Unternehmen verbindet einzigartige Wickeltechnologie zur hocheffizienten Herstellung von Elektromotoren mit jahrzehntelanger Automatisierungserfahrung, insbesondere in der Automobilindustrie. Weltweit setzen führende Unternehmen auf Lösungen von Aumann zur Serienproduktion rein elektrischer und hybrider Fahrzeugantriebe, sowie zur Fertigungsautomatisierung. Auf Grund des langfristig dynamischen Marktwachstums im Bereich der Elektromobilität fokussiert sich Aumann mit seinen Produkten im E-mobility Segment auf die Entwicklung und Herstellung automatisierter Fertigungslinien für Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs. Dabei verfügt das Unternehmen sowohl für Elektromotoren als auch für Energiespeicher über teils einzigartige Technologien zur automatisierten Massenfertigung. Aumann deckt mit seinen Fertigungslösungen somit wesentliche Technologien für die entscheidenden Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs ab. Geschäfts- und RahmenbedingungenIn den aktuellen Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum mehren sich die Anzeichen einer spürbaren Verlangsamung. So kam es bei den letzten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht nur zu Abwärtsrevision des erwarteten Weltwirtschaftswachstums, es handelte sich vielmehr um die dritte Abwärtskorrektur in diesem Jahr. Insbesondere korrigierte der IWF seine Prognosen für das Wachstum der Schwellenländer teils deutlich nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum soll derweil in diesem Jahr lediglich um 1,3% steigen. Für Deutschland wird das Wachstum in 2019 wegen der deutlichen Exportabhängigkeit der Wirtschaft sogar nur mit 0,7% beziffert. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht eine Wachstumsverlangsamung in 2019 und korrigierte seine Prognose für das deutsche BIP-Wachstum zuletzt von 1,6 % auf 1,0 %. Die jüngsten wirtschaftlichen Stimmungsindikatoren stützen die verhaltene Gangart der Wirtschaftsentwicklung. Seit Anfang des Jahres liegt der EWU-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe unter der Marke von 50 Punkten und hat damit den kontraktiven Bereich erreicht, was auf eine Verlangsamung der EWU-Wirtschaft hindeutet. In Deutschland zeigte der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex, einer der wichtigsten deutschen Frühindikatoren, einen erneuten Rückgang. Er markiert aktuell den tiefsten Wert seit April 2013 und damit die zunehmend besorgniserregende Stimmung in der deutschen Industrie. Auch die Rahmenbedingungen unserer relevanten Kundenindustrien haben sich im abgelaufenen Quartal eingetrübt. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) kürzlich mitteilte, war die Entwicklung auf den internationalen Automobilmärkten im ersten Halbjahr überwiegend negativ. Insbesondere die großen Absatzregionen China, USA und Europa vermeldeten laut VDA teils deutlich rückläufige Absatzzahlen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018. Während die Rückgänge in den USA mit 1,9 % und in Europa mit 3,1 % noch vergleichsweise moderat ausfielen, bezifferte sich der Rückgang der verkauften Pkw in China im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 sogar auf 14,0 %. Die Erwartungen des Industrieverbandes für das Gesamtjahr 2019 bleiben verhalten. Auch der Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) rechnet für 2019 mit einem Produktionsminus und weist auf eine sich bereits deutlich abgeschwächte reale Produktion im Maschinenbau im bisherigen Jahresverlauf hin. Neben der zyklischen Abschwächung und geopolitischen Verwerfungen belastet die laufenden und künftigen Investitionsvorhaben, dass sich die Automobilindustrie in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet. Laut VDMA verunsichert dieser die Kunden soweit, dass Investitionen verschoben oder eingefroren werden. Per Saldo rechnet der Verband für 2019 mit einem realen Produktionsrückgang von mehr als 2,0 %. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageDer konsolidierte Umsatz des Aumann-Konzerns lag mit 133,5 Mio. € auf dem Vorjahresniveau (Vorjahreszeitraum 133,4 Mio. €). Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist in den ersten sechs Monaten um 18,4 % auf 13,9 Mio. € (Vorjahreszeitraum 17,0 Mio. €) gefallen. Nach Abschreibungen von 2,4 Mio. € ergibt sich ein EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) des Aumann-Konzerns von 11,5 Mio. € (Vorjahreszeitraum 14,2 Mio. €). Von diesen Abschreibungen entfallen 0,03 Mio. € auf Stille Reserven, die im Rahmen der Übernahme der Aumann Limbach-Oberfrohna GmbH aktiviert wurden. Bereinigt um diese Abschreibungen ergibt sich ein EBIT von 11,5 Mio. €. Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von minus 0,3 Mio. € ergibt sich ein EBT (Ergebnis vor Steuern) in Höhe von 11,2 Mio. € (Vorjahreszeitraum 13,9 Mio. €). Das Konzernergebnis beträgt 7,7 Mio. € (Vorjahreszeitraum 9,9 Mio. €) oder 0,51 € pro Aktie (bezogen auf 15.250.000 im Umlauf befindliche Aktien) in den ersten sechs Monaten. Der Auftragseingang lag zum Ende der ersten sechs Monate bei 86,1 Mio. €. Der Auftragsbestand erreichte per Ende Juni 156,9 Mio. €. Das Eigenkapital des Konzerns ist zum Ende der ersten sechs Monate mit 201,7 Mio. € (195,9 Mio. € zum 31. Dezember 2018) um 2,9 % gestiegen. Bezogen auf die Konzernbilanzsumme in Höhe von 316,9 Mio. € beträgt die Eigenkapitalquote 63,7 %. Das Working Capital ist seit dem 31. Dezember 2018 um 26,6 Mio. € gestiegen. Die Finanzverbindlichkeiten betragen zum 30. Juni 2019 23,1 Mio. € (23,1 Mio. € zum 31. Dezember 2018) und die liquiden Mittel inklusive Wertpapiere erreichen 87,7 Mio. € (116,5 Mio. € zum 31. Dezember 2018). Der Saldo aus den vorgenannten Verbindlichkeiten und Cash-Positionen beträgt somit 64,6 Mio. € (Net Cash) gegenüber 93,4 Mio. € am 31. Dezember 2018. SegmententwicklungAumann unterscheidet auf Grund der unterschiedlichen Marktperspektiven zwischen den Unternehmenssegmenten E-mobility und Classic, welche im Folgenden näher beschrieben werden. Im Segment E-mobility fertigt Aumann vorwiegend Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien mit Fokus auf die Automobilindustrie. Aumanns Angebote ermöglichen Kunden die hocheffiziente und technologisch fortschrittliche Massenfertigung von E-Motoren und Spulen. Zur Anwendung kommen dabei hochspezialisierte und zum Teil einzigartige Wickeltechnologien, mit der elektrische Komponenten mit Kupferdraht bewickelt werden. Ebenso wichtig sind modernste Automationslösungen für angrenzende Prozesse. Große Kunden aus den Bereichen Automotive und E-Bikes verwenden Aumann Technologie, um ihre neueste Generation von E-Motoren zu fertigen. Aumanns Angebot umfasst außerdem Spezialmaschinen und Fertigungslinien für die Herstellung von Energiespeichersystemen nebst produktbegleitenden Leistungen wie Wartung, Reparatur und Ersatzteillieferung. Im Segment E-mobility wuchs der Umsatz in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 16,0 % gewachsen und liegt damit bei 56,6 Mio. €. Das EBIT des Segments liegt nach sechs Monaten bei 5,0 Mio. €. Die EBIT-Marge des Segments beträgt 8,9 %. Der Rückgang der Profitabilität ist insbesondere auf die Verschlechterung des Markumfeldes und die damit einhergehende Kostensensibilität unserer Kunden zurückzuführen. Der Auftragseingang im Bereich E-mobility liegt bei 38,0 Mio. €. Im Segment Classic fertigt Aumann hauptsächlich Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien für die Bereiche Automotive, Verbraucherelektronik, Haushaltsgeräte, Luft- und Raumfahrt und Industrie. Aumanns Lösungen umfassen beispielsweise Anlagen für die Produktion von Antriebskomponenten, welche die CO2-Emission von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor reduzieren. Außerdem bietet Aumann hochautomatisierte Fertigungs- und Montagelösungen für die Unterhaltungselektronik- und Haushaltsgeräteindustrie sowie spezifische Lösungen für andere Sektoren. Im Segment Classic liegt der Umsatz in den ersten sechs Monaten bei 76,9 Mio. € (Vorjahreszeitraum 84,6 Mio. €). Einer der wesentlichen Gründe für den aktuellen Umsatzrückgang des Classic Segments liegt in der Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie. Das EBIT des Segments beträgt in den ersten sechs Monaten 6,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 8,7 Mio. €. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 8,1 %. Der Auftragseingang im Classic Segment beträgt 48,2 Mio. €. MitarbeiterDie Zahl der Mitarbeiter lag am 30. Juni 2019 ohne Leiharbeiter und Auszubildende bei 1.118. Bericht über Chancen und RisikenEine ausführliche Darstellung der Chancen und Risiken des Unternehmens findet sich im Geschäftsbericht 2018, welcher unter www.aumann.com verfügbar ist. Seit Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2018 haben sich die Chancen und Risiken nicht wesentlich verändert. Aumanns Risikomanagementsystem ist dazu geeignet, Risiken frühzeitig zu erkennen und unmittelbar Maßnahmen zu ergreifen. PrognoseberichtAumann hat im abgelaufenen Quartal eine vorsichtige Neueinschätzung der Umsatz- und Ergebniserwartung für das Geschäftsjahr 2019 vorgenommen. Wiederholte Verschiebungen von Auftragsvergaben mit signifikantem Volumen führten zu einem enttäuschenden Auftragseingang von 86,1 Mio. € im ersten Halbjahr. Vor diesem Hintergrund wird nunmehr für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatz von 240 bis 260 Mio. € erwartet. Das adj. EBIT wird mit bis zu 22 Mio. € prognostiziert, kann sich jedoch abhängig von der weiteren Marktentwicklung auf 16 Mio. € reduzieren. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind insbesondere der rückläufige Fahrzeugabsatz und die daraus resultierende Verunsicherung in der Automobilindustrie, welche sich in erheblicher Investitionszurückhaltung und Kostendisziplin bei Herstellern und Zuliefern niederschlagen. Aumann erwartet ein Fortbestehen dieser Faktoren über das laufende Geschäftsjahr hinaus, hält den mittelfristigen E-mobility Trend jedoch für ungebrochen. IFRS - Konzernzwischenabschluss 2019IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung
IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung
IFRS-Konzern-Gesamtergebnisrechnung
BilanzAktiva (IFRS)
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Erläuternde Angaben zum KonzernzwischenabschlussRechnungslegungDer Zwischenfinanzbericht des Aumann-Konzerns für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019 wurde auf Basis der vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standard (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Er ist in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 aufgestellt. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2018. Die Erstellung des Abschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie auf die Aufwands- und Ertragspositionen auswirken. Umsatzabhängige Sachverhalte werden unterjährig abgegrenzt. SegmentberichterstattungDas Management des Aumann-Konzerns grenzt die Segmente wie im Konzernzwischenlagebericht berichtet beschrieben ab.
Veränderungen EventualverbindlichkeitenEs liegen keine Veränderungen bei den Eventualverbindlichkeiten gegenüber dem 31. Dezember 2018 vor. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und PersonenDie Geschäftsbeziehungen zwischen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften sowie mit anderen Gesellschaften des MBB Konzerns erfolgen zu unter Fremden üblichen Bedingungen. Ereignisse nach dem BilanzstichtagBesondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor. Prüferische DurchsichtDer verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2019 und der Konzernzwischenlagebericht wurden weder nach § 317 HGB geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Beelen, 23. August 2019 Rolf Beckhoff, Chief Executive Officer Sebastian Roll, Chief Financial Officer FinanzkalenderEnde des Geschäftsjahres31. Dezember 2019 KonferenzenCommerzbank Sector ConferenceFrankfurt, Deutschland 28. August 2019 Berenberg/Goldmann Sachs ConferenceMünchen, Deutschland 24. September 2019 Deutsches EigenkapitalforumFrankfurt, Deutschland 25. November 2019 Berenberg European ConferencePennyhill, Großbritannien 02. Dezember 2019 KontaktAumann AG Dieselstraße 6 48361 Beelen Telefon +49 2586 888 7800 www.aumann.com info@aumann.com ImpressumAumann AG Dieselstraße 6 48361 Beelen Deutschland |
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