Aumann AGBeelenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022Halbjahresfinanzbericht 30. Juni 2022Aumann AG, BeelenAumann in Zahlen scrollen
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* Hinsichtlich der Bereinigungen verweisen wir
auf die Ausführungen innerhalb der Ertrags-, Finanz-
und Vermögenslage.
In diesem Bericht können bei Prozentangaben und Zahlen Rundungsdifferenzen auftreten. Inhaltsverzeichnis Aumann in Zahlen Inhaltsverzeichnis Grußwort des Vorstands Konzernzwischenlagebericht Beschreibung des Geschäftsmodells Geschäfts- und Rahmenbedingungen Marktentwicklung Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Segmententwicklung Mitarbeiter Bericht über Chancen und Risiken Prognosebericht IFRS-Konzernzwischenabschluss 2022 Erläuternde Angaben zum Konzernzwischenabschluss Rechnungslegung Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Geschäfts- oder Firmenwert Segmentberichterstattung Veränderungen Eventualverbindlichkeiten Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prüferische Durchsicht Versicherung der gesetzlichen Vertreter Finanzkalender Kontakt Impressum Grußwort des Vorstands Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, aufgrund unserer erfolgreichen E-mobility Strategie haben wir mit einem Rekordauftragsbestand von rund 250 Mio. € den Umsatz der kommenden zwölf Monate bereits heute in unseren Büchern. Und das ist aus zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen war die Welt selten so unberechenbar wie heute. Nach der COVID-19 Pandemie stellt nun auch der unsägliche Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine jedes Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Diese zeigen sich als anhaltende Lieferengpässe, deutlich gestiegene Inflationsraten oder gefährdete Energieversorgungen. Zum anderen versetzt uns dieser hervorragende Auftragsbestand in die komfortable Lage, trotz aller Herausforderungen unseren strategischen Kurs halten zu können. Dies bedeutet, dass wir im Zuge unseres begonnenen Wachstumskurses unsere Kapazitäten und Kompetenzen weiter ausbauen werden. Außerdem ist es unser Anspruch, die steigende Profitabilität des Unternehmens fortwährend unter Beweis zu stellen. Zudem sind wir am Puls der Technik und oft sogar einen Schritt voraus. Aumann liefert als etablierter Turn-Key Anbieter die Produktionslösungen für sämtliche Schlüsselkomponenten der Elektromobilität und sichert damit die benötigten Produktionskapazitäten der Automobilindustrie. So trugen im ersten Halbjahr 2022 akquirierte Aufträge für Großserienproduktionslinien für Batteriepacks und Batteriemodule zur positiven Geschäftsentwicklung bei. Gleiches gilt für technologisch neuartige Produktionslösungen rund um das sogenannte Cell-to-Pack Verfahren. Im Kompetenzfeld Wasserstoff verhalf Aumanns Erfahrung in der Brennstoffzellenfertigung zum Gewinn eines ersten Auftrags für eine Serienproduktionsanlage im Bereich der Elektrolyse, also dem Prozess der Erzeugung von Wasserstoff aus elektrischer Energie. Wir sind stolz darauf, dass Aumann auch hier seine Marktposition weiter ausbaut. Die Geschäftszahlen verdeutlichen Aumanns Erfolg. Der Auftragseingang legte im ersten Halbjahr um 59,1 % auf 165,6 Mio. € zu. Klarer Wachstumstreiber war erneut das Segment E-mobility mit einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 70,4 % auf 127,8 Mio. €. Über die vergangenen vier Quartale summiert sich der Auftragseingang auf 298,1 Mio. €, sodass Aumann zum 30. Juni 2022 einen Rekord-Auftragsbestand verzeichnen kann, der im Vergleich zum Vorjahreswert um 85,4 % auf 249,2 Mio. € angestiegen ist. Im Segment E-mobility sprang der Auftragsbestand sogar um 142,3 % auf 189,3 Mio. €. Der Umsatz folgte der dynamischen Auftragsentwicklung der vorausgehenden Quartale und verbesserte sich trotz fordernder Rahmenbedingungen in den ersten sechs Monaten um 26,8 % auf 92,2 Mio. €. Das EBITDA konnte auf 3,0 Mio. € ausgebaut werden. Die EBITDA-Marge stieg auf 3,3 % und entwickelte sich entsprechend der erwarteten schrittweisen Verbesserung der Profitabilität. Der Erfolg der Elektromobilität wird sich fortsetzen, davon sind wir überzeugt. Die Marktanteile der Elektrofahrzeuge wachsen kontinuierlich, die Ladeinfrastruktur wird konsequent ausgebaut und zahlreiche Fabriken für die Batterieproduktion befinden sich im Bau. In diesem Umfeld bestätigt der höchste Auftragsbestand der Firmengeschichte die strategisch und technologisch sehr gute Positionierung Aumanns. Gleichzeitig gibt er Visibilität hinsichtlich des eingeschlagenen Wachstumskurses bis weit in das nächste Jahr hinein. Eine Liquiditätsposition in Höhe von 97,3 Mio. € und eine Eigenkapitalquote von 62,9 % sichern zudem die Wachstumsperspektiven des Unternehmens. Bleiben Sie uns auch im aktuellen Umfeld gewogen und schreiten Sie mit uns voran im Wachstumsmarkt der Elektromobilität. Vielen Dank. Herzlichst
Sebastian Roll, Chief Executive Officer Jan-Henrik Pollitt, Chief Financial Officer KonzernzwischenlageberichtBeschreibung des Geschäftsmodells Aumann ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen Spezialmaschinen und automatisierten Fertigungslinien mit dem Fokus auf Elektromobilität. Mit den deutschen Standorten in Beelen, Espelkamp und Limbach-Oberfrohna in Europa sowie der chinesischen Gesellschaft in Changzhou und einem Standort in Clayton in den USA verfügt das Unternehmen über fünf Standorte in den drei wichtigsten Märkten. Die gesamte Automobilindustrie befindet sich in einer kontinuierlichen Transformation, weg vom komplexen, mechanischen Antriebskonzept rund um den Verbrennungsmotor, hin zu einem deutlich schlankeren elektrischen Antriebskonzept. Aus diesem Grund hat Aumann bereits Vorjahren seine Strategie und sein Portfolio auf die Bedürfnisse des Megatrends Elektromobilität ausgerichtet. Aumanns Produktionslösungen ermöglichen die hocheffiziente und technologisch fortschrittliche Großserienherstellung eines breiten Spektrums von Einzelkomponenten und Modulen. Dazu gehören Energiespeicher- und Umwandlungssysteme (Batterie und Brennstoffzelle), der elektrische Traktionsantrieb, power-on-demand Aggregate, Hilfsmotoren sowie Elektronikbauteile im Bereich der Sensorik und Steuerung. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Die geopolitischen Rahmenbedingungen und das konjunkturelle Umfeld haben sich im Jahresverlauf 2022 verschlechtert. Die bereits von der COVID-19 Pandemie gebeutelte Weltwirtschaft erfuhr mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine einen zusätzlichen Schock. Weiterhin zerrüttete Produktionsketten, deutlich erhöhte Inflationsraten oder potenziell gefährdete Energieversorgungen haben eine anhaltende Wachstumsabschwächung der Weltwirtschaft zur Folge, schüren Rezessionsängste und belasten die Stimmung von Unternehmen und Verbrauchern. Die Wachstumsraten schmolzen im zweiten Quartal 2022 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) weltweit dahin. Die Länder des Euroraums wuchsen gemäß Daten des Statistikamtes Eurostat im zweiten Quartal 2022 bereits schwächer, konnten mit 0,7 % im Vergleich zum Vorquartal jedoch noch wachsen. Vergleichsweise stark wuchs dabei mit 1,1 % die spanische Wirtschaft. In Italien stieg das BIP um 1,0 % und in Frankreich um 0,5 %. Während das BIP in Deutschland im ersten Quartal noch leicht um 0,8 % wachsen konnte, kam die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal über eine Stagnation im Vergleich zum ersten Quartal nicht mehr hinaus. Die Wirtschaft in den USA rutschte mit einem erneut um 0,2 % rückläufigen BIP im zweiten Quartal sogar in eine technische Rezession. Die Wirtschaftsleistung in China sank im zweiten Quartal 2022 sogar um 2,6 % gegenüber dem Vorquartal. Die erhöhten Unsicherheiten bezüglich der globalen Wirtschaftsaktivität spiegeln sich auch in den aktuellen Prognosen des Internationale Währungsfonds (IWF) wider, der seine Wachstumsprognosen im Juli erneut reduziert hat. Für die Weltwirtschaft wird für 2022 nur noch ein BIP-Wachstum von 3,2 % erwartet (zuvor 3,6 %). Für 2023 wurde die Prognose von 3,6 % auf 2,9 % reduziert. Die USA werden dabei nach Einschätzungen der IWF-Volkswirte nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,3 % in 2022 und von 1,0 % in 2023 erreichen können. Die Prognosen für die Eurozone wurden für die gleichen Zeiträume auf 2,6 % und 1,2 % gesenkt, für China wird nur noch ein Wachstum von 3,3 % bzw. 4,6 % erwartet. Zudem betont der IWF in seiner Mitteilung, dass zusätzliche erhebliche ökonomische Abwärtsrisiken wie das Risiko eines Stopps russischer Gaslieferungen bestünden, die das globale Wachstum weiter reduzieren könnten. Auch im allgemeinen Industriesektor hinterlassen die genannten Belastungsfaktoren deutliche Spuren, wie das Beispiel der deutschen Maschinenbauer zeigt. Gemäß Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) generierten die Verbandsunternehmen im ersten Halbjahr 2022 im Schnitt nur noch ein Auftragsplus von etwas über 2 %. Der Verband fasst die Lage so zusammen, dass noch immer viele Kunden in neue Maschinen und Anlagen investieren, die Zurückhaltung aber steige. Bestätigend sanken die Auftragseingänge im Juni um real 9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat ab. Aus dem Inland kamen dabei 11 % weniger Aufträge, die Bestellungen aus dem Ausland gingen um 8 % zurück. Marktentwicklung Die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie haben sich seit Jahresbeginn deutlich eingetrübt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fasst zusammen, dass weiter die schwierige Verfügbarkeit von Vorprodukten und Rohstoffen, insbesondere der Halbleitermangel, die Märkte bestimmen. Darüber hinaus verschlechtern die steigenden Preise und die Zinswende in den USA sowie in Europa die Finanzierungskonditionen für die Verbraucher. Entsprechend zurückhaltend ist auch die Prognose des VDA. Für den Weltmarkt erwartet der VDA für das laufende Jahr ein Volumen von 70,2 Mio. Pkw (-1 %). Bislang wurde noch ein leichtes Wachstum von 1 % erwartet. Das Marktvolumen des Vor-Corona-Jahres 2019 wird mit den neuen Werten um 13 % unterschritten, das Volumen des Rekordjahres 2017 sogar um 17 %. Auf den ersten Blick bestätigen die Zulassungszahlen des ersten Halbjahres 2022 diese Schwäche. In Summe über alle Antriebssegmente hinweg gingen die Neuzulassungen in der EU im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 14,0 % zurück und beliefen sich gemäß Zahlen des Verbands der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) auf insgesamt rund 4,6 Millionen Einheiten. Alle großen Märkte der Region verzeichneten zweistellige prozentuale Rückgänge: Italien (-22,7%), Frankreich (-16,3%), Deutschland (-11,0%) und Spanien (-10,7%). Die differenziertere Betrachtung zeigt für die Absatzzahlen bei den alternativen Antriebsformen dagegen ein gänzlich anderes Bild. So sind die Märkte für Elektrofahrzeuge entgegen dem allgemein rückläufigen Marktrend erneut gewachsen. Nach Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) waren in Europa im ersten Halbjahr 11,6 % aller Neuzulassungen reine Elektrofahrzeuge. Im selben Zeitraum 2021 waren es noch 7,6 %. Innerhalb Europas war Deutschland mit 167.503 batterieelektrischen Pkw (BEV) und einem Zuwachs von 12,5 % der größte Einzelmarkt. Dahinter folgten das Vereinigte Königreich (115.249 BEV, +56,0 %), Frankreich (93.344 BEV, +28,7 %) und Norwegen (54.177 BEV, +12,7 %). Der US- amerikanische BEV-Markt stieg im ersten Halbjahr 2022 um 78,2 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2021. In China summieren sich die NEV-Verkäufe (batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride) im laufenden Jahr auf 2,467 Millionen Fahrzeuge, was einem signifikanten Anstieg von 122,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 entspricht. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Der konsolidierte Umsatz des Aumann-Konzerns stieg um 26,8 % und lag bei 92,2 Mio. € (Vorjahreszeitraum 72,8 Mio. €). Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich per Juni auf 3,0 Mio. € (Vorjahreszeitraum -0,9 Mio. €). Nach Abschreibungen von 2,5 Mio. € ergab sich ein EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) des Aumann-Konzerns von 0,6 Mio. € (Vorjahreszeitraum -3,2 Mio. €). Das Finanzergebnis der ersten sechs Monate betrug -0,3 Mio. €, so dass sich ein EBT (Ergebnis vor Steuern) von 0,2 Mio. € ergab (Vorjahreszeitraum -3,5 Mio. €). Der Konzernjahresüberschuss betrug 0,1 Mio. € (Vorjahreszeitraum -2,6 Mio. €) oder 0,01 € pro Aktie (bezogen auf 15.250.000 im Umlauf befindliche Aktien) in den ersten sechs Monaten. Im Geschäftsjahr 2020 wurden im Rahmen der Restrukturierungmaßnahmen zur Reduzierung der Fertigungstiefe Sonderabschreibungen auf das Sachanlagevermögen vorgenommen, welche ergebnisverbessernd im bereinigten EBIT dargestellt wurden. In der Berichtsperiode konnten sonstige betriebliche Erträge aus dem Verkauf einiger dieser Sachanlagen erzielt werden. Aus diesem Grund wird nun ein gegenläufiger Effekt in Höhe von 437,8 T€ ergebnisverschlechternd im bereinigten EBITDA ausgewiesen. Im Zusammenhang mit dem Aktienoptionsprogramm wurden Personalaufwendungen in Höhe von 372,1 T€ bereinigt (Vorjahr: 0 T€). Das adjustierte EBITDA betrug somit 3,0 Mio. € (Vorjahr: -0,9 Mio. €). Des Weiteren wurden Abschreibungen auf Vermögenswerte, die im Rahmen der Kaufpreisallokation der Aumann Limbach-Oberfrohna GmbH aktiviert wurden, in Höhe von 30,5 T€ adjustiert. Das bereinigte EBIT lag somit bei 0,5 Mio. € (Vorjahr: -3,2 Mio. €). Der Auftragseingang bis Juni 2022 betrug 165,6 Mio. €. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni 2022 insgesamt 249,2 Mio. €. Das Eigenkapital des Konzerns betrug am 30. Juni 2022 184,0 Mio. € (189,3 Mio. € zum 31. Dezember 2021). Bezogen auf die Konzernbilanzsumme in Höhe von 292,7 Mio. € lag die Eigenkapitalquote entsprechend bei 62,9 %. Das Working Capital ist seit dem 31. Dezember 2021 um 5,2 Mio. € gesunken. Durch die Umgliederung eines ungenutzten Grundstücks sowie Gebäudes, für welches aktuell ein Verkaufsprozess läuft und eine Kaufabsichtserklärung vorliegt, stiegen die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte zum 30. Juni 2022 auf 1,8 Mio. € (0,0 Mio. € zum 31. Dezember 2021). Die Finanzverbindlichkeiten sind um 2,1 Mio. € gefallen und betrugen zum 30. Juni 2022 10,8 Mio. € (12,9 Mio. € zum 31. Dezember 2021). Die liquiden Mittel inklusive Wertpapiere erreichten 97,3 Mio. € (103,3 Mio. € zum 31. Dezember 2021). Der Net Cash, also der Saldo aus den vorgenannten Verbindlichkeiten und Cash-Positionen betrug somit 86,5 Mio. € gegenüber 90,3 Mio. € am 31. Dezember 2021. Vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten hat die Aumann AG ihren Bestand an Aktien und Wertpapieren vollumfänglich veräußert. In der Konzernkapitalflussrechnung ist dieser Effekte im Cashflow aus der Investitionstätigkeit dargestellt. Segmententwicklung Aumann unterscheidet aufgrund der unterschiedlichen Marktperspektiven zwischen den Unternehmenssegmenten E-mobility und Classic, welche im Folgenden näher beschrieben werden. Im Segment E-mobility fertigt Aumann vorwiegend Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien mit Fokus auf die Automobilindustrie. Aumanns Angebote ermöglichen Kunden die hocheffiziente und technologisch fortschrittliche Massenfertigung eines breiten Spektrums von Einzelkomponenten und Modulen des elektrifizierten Antriebsstranges. Diese reichen von verschiedenen Energiespeichersystemen, über den E-Traktionsmotor bis hin zu power-on-demand-Aggregaten und Elektronikbauteilen. Ein besonderer strategischer Fokus liegt für Aumann auf hochautomatisierten Fertigungslinien für die Herstellung von Energiespeicher- und Umwandlungssystemen wie der Batterie und der Brennstoffzelle, wo Aumann mit namhaften Kunden bereits anspruchsvolle Produktions- und Montagelösungen realisiert hat. Ein weiterer strategischer Fokus liegt auf Fertigungslinien für E-Motor-Komponenten und deren Zusammenbau, die durch Produktionslösungen mit innovativen und effizienten Prozessabläufen die Großserienherstellung ermöglichen. Zur Anwendung kommen hierbei hochspezialisierte und zum Teil einzigartige Wickel- und Montagetechnologien, mit deren Hilfe Kupferdraht in elektrische Bauteile eingebracht wird. Namhafte Kunden der Automobilindustrie nutzen Aumann-Technologie, um ihre neuesten Generationen von Energiespeichersystemen, E-Traktionsmotoren sowie E-Hilfsmotoren in Großserie und mit höchster Qualität zu fertigen. Im Segment E-mobility stieg der Umsatz zum 30. Juni 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,8 % auf 58,3 Mio. €. Das EBITDA des Segments betrug nach sechs Monaten 2,5 Mio. € (Vorjahr -1,2 Mio. €). Das EBIT lag bei 0,9 Mio. € (Vorjahr -2,6 Mio. €). Der Auftragseingang im Bereich E-mobility erreichte 127,8 Mio. €. Im Segment Classic fertigt Aumann hauptsächlich Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien für die Bereiche Automotive, Verbraucherelektronik, Haushaltsgeräte und weitere Industriezweige. Aumanns Lösungen umfassen unter anderem Anlagen für die Produktion von Antriebs- (einschließlich gebauter Nockenwellen, Nockenwellenmodule und Zylinderabschaltungsmodule) und Leichtbaukomponenten, welche die CO 2 -Emission von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor reduzieren. Auf Basis der breiten Produkt- und Prozesskenntnisse aus der Automobilindustrie ist Aumann auch für Kunden aus anderen Branchen ein gefragter Anbieter für hochautomatisierte Fertigungs- und Montagelösungen. In den ersten zwei Quartalen des Jahres lag der Umsatz im Segment Classic bei 33,1 Mio. € (Vorjahreszeitraum 26,8 Mio. €). Das EBITDA des Segments betrug 1,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von -0,6 Mio. €. Das EBIT belief sich auf 0,7 Mio. € (Vorjahr -1,3 Mio. €). Der Auftragseingang im Classic Segment erreichte 37,8 Mio. €. Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeiter lag am 30. Juni 2022 ohne Leiharbeiter und Auszubildende bei 790. Bericht über Chancen und Risiken Chancen und Risiken für die geschäftliche Entwicklung der Aumann-Gruppe sind im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 beschrieben, der auf unserer Internetseite www.aumann.com verfügbar ist. Die Einschätzung hierzu bleibt unverändert. Das Risikomanagementsystem von Aumann ist darauf ausgelegt, Risiken frühzeitig zu erkennen und unmittelbar Maßnahmen zu ergreifen. Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine auf die Aumann-Gruppe sind vor allem indirekter Natur, da Aumann derzeit keine direkten Lieferbeziehungen mit russischen oder ukrainischen Geschäftspartnern unterhält. Die Gesellschaften der Aumann-Gruppe sind dennoch teilweise von den indirekten Folgen des Krieges, wie gestiegenen Energiekosten sowie internationalen Lieferengpässen betroffen. Im Fall, dass die Gasversorgung für Unternehmen im kommenden Winter rationiert oder unterbrochen würde, rechnen wir aktuell damit, dass Aumann davon unterdurchschnittlich betroffen wäre und die Situation beherrschbar bliebe. Prognosebericht Das Management erwartet, dass das Unternehmen in Anbetracht der guten Auftragslage für 2022 einen Umsatzanstieg auf über 200 Mio. € erreichen wird. Obwohl die Profitabilität im Auftragsbestand teilweise noch von der herausfordernden Marktsituation der letzten beiden Jahre geprägt ist, erwartet das Management für 2022 eine Steigerung der EBITDA-Marge auf 4 bis 5 %. Damit wird das Unternehmen im Verlauf des Geschäftsjahres schrittweise zur Profitabilität zurückkehren und seine Kapazitäten wieder ausbauen. Diese Prognose unterliegt der Tatsache, dass Aumann derzeit keine direkten Lieferbeziehungen mit russischen oder ukrainischen Geschäftspartnern unterhält und der Annahme, dass es zu keiner weiteren Eskalation des Kriegs in der Ukraine kommen wird.
Beelen, 12. August 2022 Sebastian Roll, Chief Executive Officer Jan-Henrik Pollitt, Chief Financial Officer IFRS-Konzernzwischenabschluss 2022scrollen
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Erläuternde Angaben zum Konzernzwischenabschluss Rechnungslegung Der Zwischenfinanzbericht des Aumann-Konzerns für den Zeitraum 1. Januar 2022 bis 30. Juni 2022 wurde auf Basis der vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standard (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Er ist in Übereinstimmung mit den Regelungen des IAS 34 aufgestellt. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021. Die Erstellung des Abschlusses ist beeinflusst von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie auf die Aufwands- und Ertragspositionen auswirken. Umsatzabhängige Sachverhalte werden unterjährig abgegrenzt. Geschäfts- oder Firmenwert Der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte beträgt unverändert 38.484 T€ (31. Dezember 2021: 38.484 T€). Segmentberichterstattung Das Management des Aumann-Konzerns grenzt die Segmente wie im Konzernzwischenlagebericht berichtet beschrieben ab. scrollen
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Veränderungen Eventualverbindlichkeiten Es liegen keine Veränderungen bei den Eventualverbindlichkeiten gegenüber dem 31. Dezember 2020 vor. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Die Geschäftsbeziehungen zwischen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften sowie mit anderen Gesellschaften des MBB Konzerns erfolgen zu unter Fremden üblichen Bedingungen. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor. Prüferische Durchsicht Der verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 und der Konzernzwischenlagebericht wurden weder nach § 317 HGB geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Versicherung der gesetzlichen Vertreter Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Beelen, 12. August 2022 Sebastian Roll, Chief Executive Officer Jan-Henrik Pollitt, Chief Financial Officer Finanzkalender Halbjahresfinanzbericht 2022 12. August 2022 Quartalsmitteilung Q3 2022 11. November 2022 Ende des Geschäftsjahres 31. Dezember 2022 Kontakt Aumann AG Dieselstraße 6 48361 Beelen Telefon +49 2586 888 7800 www.aumann.com info@aumann.com Impressum Aumann AG Dieselstraße 6 48361 Beelen Deutschland |
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