Splendid Medien AGKölnHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT
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| Content | Services | |
| Splendid Film GmbH
100% |
WVG Medien GmbH
90% |
Enteractive GmbH
85% |
| Splendid Film B.V.
100% |
Splendid Entertainment
GmbH
100% |
Splendid Synchron GmbH
100% |
| Polyband Medien GmbH
100% |
Splendid Studios GmbH
100% |
|
| Videociety GmbH
100% |
Seit Anfang 2022 beträgt der Geschäftsanteil
der Splendid Entertainment GmbH an der Splendid Studios
GmbH 100%.
Im Verlauf des ersten Halbjahres 2022 haben sich
bezüglich des Geschäftsmodells, der Ziele und
Strategien sowie der Steuerungssysteme der Splendid Gruppe
keine Veränderungen ergeben. Wir verweisen hierzu auf
unsere Ausführungen im Geschäftsbericht 2021, S.
18 ff.
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine sorgte seit Ende
Februar 2022 für erhebliche Unsicherheiten,
insbesondere mit Blick auf die Risiken eines weitgehenden
Lieferstopps von russischem Gas und den Auswirkungen einer
wachsenden Inflation im ersten Halbjahr, welche die
Kaufkraft der privaten Haushalte belastete. Die Niederlande
und Belgien verzeichneten ebenfalls hohe Inflationsraten.
Die Filmbranche war im ersten Halbjahr 2022 weiterhin
von den Auswirkungen der Maßnahmen im Zusammenhang
mit der COVID-19-Pandemie betroffen. Zudem beeinflusst seit
Ende Februar 2022 der Krieg in der Ukraine und die
daraufhin verhängten Sanktionsmaßnahmen gegen
Russland die Verbraucherpreise. Die Branchenentwicklung
für unsere Auswertungsstufen stellt sich im ersten
Halbjahr 2022 wie folgt dar:
Nachdem in den ersten Monaten des Jahres 2022 für
den Besuch in deutschen Kinos noch weitgehend strenge
Hygienekonzepte mit entsprechenden
Kapazitätsbeschränkungen galten, konnte der
Besucherrückstand auf den (Vor-Corona)
Vergleichzeitraum 2019 gegen Ende des ersten Halbjahres
2022 verringert werden. Dies gilt auch für die
Niederlande und Belgien.
Der physische Videomarkt (DVD, Blu-ray) ging um knapp 8%
auf EUR 157 Mio. (Vorjahr: EUR 170 Mio.) zurück. Der
Gesamtmarkt (inklusive digitales Home Entertainment, ohne
Umsätze aus Subscriptional Video-on-Demand "SVoD") war
um 1% rückläufig (EUR 365 Mio., Vorjahr: EUR 369
Mio.). Der Umsatzanteil des digitalen Videomarktes liegt
bei 57,0% (Vorjahr: 53,7%).
Der Markt für PayTV und SVoD setzt seinen
Wachstumskurs insbesondere beim Branchenumsatz weiter fort.
Im gesamten deutschsprachigen Raum rechnet der
Branchenverband VAUNET für 2022 mit einem Marktvolumen
von EUR 6,1 Mrd. (2021: EUR 5,6 Mrd.) Für das laufende
Jahr 2022 erwartet VAUNET mit rund 8,1 Millionen eine
Anzahl von Pay-TV-Abonennten in Deutschland auf
Vorjahreshöhe. Die Zahl der SVoD-Konsumenten soll laut
Prognose in 2022 auf über 21 Millionen ansteigen
(2021: 19,3 Mio.).
Die Geschäftsmodelle der SVoD-Portale
verändern sich: Anfang August 2022 startete der
werbefinanzierte AVoD-Dienst ("Advertising", d.h.
werbefinanziertes Portal anstelle von Abo-VoD) "Freevee"
von Amazon. Netflix erklärte unter dem Eindruck
rückläufiger Abonnentenzahlen die Einführung
eines werbefinanzierten Tarifs noch in diesem Jahr. Auch
der Konkurrent Disney, der im Gegensatz zu Netflix ein
Abonnentenwachstum vermelden konnte, verfolgt konkrete
Pläne zur Einführung preiswerterer Tarife mit
Werbeeinblendungen.
Im Branchenbereich Postproduktion, in dem wir
schwerpunktmäßig Synchronisations- und
Digitalisierungsdienstleistungen erbringen, bestimmen die
vorstehend geschilderten Marktentwicklungen die
Auftragslage. Die Branche ist in den vergangenen Jahren
durch die Nachfrage der SVoD-Plattformen und Sender positiv
beeinflusst, sieht sich jedoch einem Kostendruck und hohen
Anforderungen der Kunden an die technischen und
organisatorischen Abläufe in der Auftragsbearbeitung
gegenübergestellt. Zudem tritt in der Branche
zunehmend der Fachkräftemangel zutage. Dies gilt
insbesondere auch für den Bereich der
(Auftrags)-Produktion.
Das erste Halbjahr 2022 verlief positiv für die
Splendid Gruppe. Wir steigerten den Konzernumsatz um EUR
1,0 Mio. auf EUR 20,8 Mio. (Vorjahr: EUR 19,8 Mio.) und
erwirtschafteten erneut ein deutlich positives Konzern-EBIT
in Höhe von EUR 2,7 Mio (Vorjahr: EUR 2,7 Mio.). Das
Konzernperiodenergebnis lag mit EUR 2,4 Mio. über dem
Vorjahreswert (EUR 2,3 Mio.) und das Ergebnis je Aktie
belief sich damit auf EUR 0,24 (Vorjahr: EUR 0,24).
Ursächlich für die Geschäftsentwicklung war
insbesondere der gegenüber dem Vorjahr veränderte
Umsatzmix. Während sich in den Auswertungsstufen
Auftragsproduktion und Kino Umsatzzuwächse ergaben,
waren in der Auswertungsstufe Home Entertainment
Umsatzrückgänge zu verzeichnen - sowohl im
physischen als auch im digitalen Bereich. Es fehlten, auch
vor dem Hintergrund der in den zurückliegenden
Pandemiejahren zu verzeichnenden Produktionsausfälle,
Lieferverzögerungen sowie nicht oder nur
eingeschränkt möglichen, publikumswirksamen
Kinoveröffentlichungen - umsatzstarke Programme. Im
Vorjahreszeitraum hatten wir im Home Entertainment,
entgegen dem rückläufigen Markttrend, deutliche
Zuwächse im physischen und digitalen Home
Entertainment erwirtschaftet. Im Bereich Services ergab
sich im ersten Halbjahr 2022 eine deutliche
Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Konzern-Eigenkapital stieg zum Bilanzstichtag
aufgrund des Konzernperiodenergebnisses auf EUR 7,4 Mio.
(31.12.2021: EUR 5,1 Mio.). Die Eigenkapitalquote liegt bei
25,1% (31.12.2021: 17,4 %).
Zum Bilanzstichtag verfügte die Splendid Gruppe
über einen Gesamtfinanzierungsrahmen in Höhe von
EUR 8,5 Mio, der mit EUR 2,0 Mio. in Anspruch genommen
wurde. Die aktuellen Finanzierungsvereinbarungen haben eine
Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022. Der Vorstand führt
aktuell Verhandlungen im Hinblick auf die Finanzierung der
Gesellschaft über den 31. Dezember 2022 hinaus und
geht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus,
dass diese kurzfristig erfolgreich zum Abschluss gebracht
werden können.
Auch wenn der Einfluss der Rahmenbedingungen auf die
Geschäftsentwicklung der Splendid Gruppe vor dem
Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie sowie des
fortgesetzten Krieges in der Ukraine schwer zu
prognostizieren ist, erwartet der Vorstand, trotz der
widrigen Umstände, im Gesamtjahr weiterhin einen
Konzernjahresumsatz in einer Bandbreite zwischen EUR 42,0
Mio. und EUR 45,0 Mio. sowie ein Konzern-EBIT in der
Bandbreite von EUR 2,0 Mio. bis EUR 3,0 Mio..
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 | Veränderung |
| Umsatzerlöse | 20.822 | 19.796 | 1.026 |
| Herstellungskosten | -12.860 | -12.585 | -275 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 7.962 | 7.211 | 751 |
| Vertriebskosten | -2.810 | -2.165 | -645 |
| Verwaltungskosten | -3.087 | -3.150 | 63 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 496 | 990 | -494 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -2 | -178 | 176 |
| Währungsergebnis | 174 | 4 | 170 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2.734 | 2.712 | 22 |
| Finanzergebnis | -201 | -331 | 130 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 2.533 | 2.381 | 152 |
| Ertragsteuern | -176 | -66 | -110 |
| Konzernperiodenergebnis | 2.357 | 2.315 | 42 |
Der Konzernumsatz der Splendid Gruppe erhöhte sich
im ersten Halbjahr 2022 um EUR 1,0 Mio. auf EUR 20,8 Mio.
(Vorjahr: EUR 19,8 Mio.).
In den Konzernsegmenten entwickelte sich der Umsatz wie
folgt:
Im Segment Content erhöhte sich im ersten Halbjahr
2022 der Umsatz auf EUR 17,7 Mio. (Vorjahr: EUR 17,5 Mio.),
Der Anteil des Segments am Konzernumsatz lag bei 85%
(Vorjahr: 88%). Positiv beeinflusst wurde der Segmentumsatz
im Wesentlichen durch Zuwächse in den
Auswertungsstufen Auftragsproduktion und Kino.
In der Auswertungsstufe Kinoverleih erwirtschafteten wir
mit der Veröffentlichung von Kinofilmen in
Deutschland, Österreich und in den Benelux-Staaten
einen Umsatz von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,1 Mio.). Das
erste Halbjahr des Vorjahres war von Corona-bedingten
Kinoschließungen und
Kapazitätsbeschränkungen stärker betroffen.
In der Auswertungsstufe Home Entertainment
erwirtschafteten wir mit der Veröffentlichung von
Blu-ray, DVD, aus digitalem Vertrieb (VoD, EST) sowie aus
Vertriebsdienstleistungen für nationale und
internationale Vertriebspartner einen Umsatz von insgesamt
EUR 9,4 Mio. (Vorjahr EUR 10,3 Mio.), davon EUR 4,8 Mio.
(Vorjahr EUR 4,9 Mio.) aus dem Umsatz mit physischen
Bildtonträgern (DVD, Blu-ray). Die Umsatzerlöse
im digitalen Vertrieb (VoD und EST) lagen bei EUR 4,6 Mio.
(Vorjahr: EUR 5,4 Mio.). Die rückläufige
Entwicklung im ersten Halbjahr geht insbesondere auf
fehlendes umsatzstarkes Programm zurück - eine Folge
der in den zurückliegenden Pandemiejahren zu
verzeichnenden Produktionsausfälle und
Lieferverzögerungen, die auch in unseren geringeren
Investitionsvolumina der vergangenen zwei Jahre ihren
Ausdruck fanden. Darüber hinaus fehlten durch die
pandemiebedingt nicht oder nur eingeschränkt
möglichen Kinoveröffentlichungen
publikumswirksame Kinofilme mit starkem Folgepotential in
den kommenden Auswertungsstufen. Daneben war im
Berichtzeitraum auch ein höheres Retourenaufkommen zu
verzeichnen, das mit der Bereinigung von älteren
Beständen des Einzelhandels im Nachgang zu den
pandemiebedingt eingeschränkten
Abverkaufsmöglichkeiten im Zusammenhang steht, jedoch
durch Inanspruchnahme von Retourenvorsorge teils
kompensiert werden konnte. Im Vorjahreszeitraum hatten wir
im Home Entertainment, entgegen dem rückläufigen
Markttrend, deutliche Zuwächse im physischen und
digitalen Home Entertainment erwirtschaftet. Der Anteil des
digitalen Vertriebs am Gesamtumsatz der Auswertungsstufe
Home Entertainment lag bei 48,5 % (Vorjahr: 52,5%).
Neben dem Ausbau der Vermarktung unserer Programme im
VoD und EST über alle relevanten Internet-Plattformen
sind Umsatzbeiträge unserer eigenen Portale videociety
und maxdome sowie aus unserem B2B-Portalgeschäft
"meinVoD", insbesondere aus der langfristig angelegten
Zusammenarbeit mit der mobilcom-debitel GmbH, einer
Tochtergesellschaft der freenet AG, im digitalen Vertrieb
enthalten.
Der Umsatzbeitrag aus der Vermarktung und
Veröffentlichung von Musik sowie aus dem
Merchandising-Geschäft unseres Labels VERY US war auch
im ersten Halbjahr 2022 geringfügig.
In der Auswertungsstufe Lizenzverkäufe erzielte die
Splendid Gruppe im ersten Halbjahr 2022 mit der
Lizenzierung von Filmen an TV-Sender und SVoD-Anbieter
Umsatzerlöse auf Vorjahreshöhe (EUR 5,4 Mio.).
Neben Lizenzverkäufen an TV-Sender im
deutschsprachigen Raum und in Benelux wurden wie im Vorjahr
Umsätze aus Lizenzverträgen mit Pay-TV-Sendern
und SVoD-Anbietern realisiert, darunter Amazon, freenet
Video und Netflix. Im Berichtszeitraum wurden weitere
Lizenzverträge mit TV-Sendern und SVoD-Anbietern
verhandelt bzw. abgeschlossen, die in den Folgeperioden
umsatzwirksam werden, darunter auch ein Lizenzpaket
für den neuen, werbefinanzierten AVoD-Dienst von
Amazon.
Im Geschäftsbereich Auftragsproduktion
konzentrierten wir uns planmäßig vorrangig auf
die Herstellung von "Die Wollnys" für RTLZWEI. Die
Umsatzerlöse stiegen im ersten Halbjahr auf EUR 2,5
Mio. (Vorjahr: EUR 1,7 Mio.)
Im Segment Services erwirtschafteten wir im ersten
Halbjahr 2022 einen deutlichen Zuwachs (knapp 31%) im
Außenumsatz mit konzernfremden Auftraggebern auf EUR
3,1 Mio. (Vorjahr: EUR 2,3 Mio.). Der Zuwachs entstand im
Wesentlichen bei der Splendid Synchron. Aber auch der
Umsatz im Servicebereich Digitalisierung unserer
Konzerngesellschaft Enteractive GmbH nahm gegenüber
dem Vorjahr zu. Die Innenumsätze des Segments mit
Konzerngesellschaften lagen mit EUR 1,1 Mio. auf dem Niveau
des Vorjahres. Der Anteil der mit externen Auftraggebern
erzielten Umsatzerlöse stieg im ersten Halbjahr 2022
auf 74% (Vorjahr: 68%).
Die Herstellungskosten erhöhten sich auf EUR 12,9
Mio. (Vorjahr: EUR 12,6 Mio.). Es wurden
planmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR
3,6 Mio. verrechnet (Vorjahr: EUR 4,2 Mio.). Die
turnusmäßigen Impairment Tests für das
Filmvermögen ergaben wie im Vorjahreszeitraum einen
Wertminderungsbedarf von EUR 0,1 Mio. Die
Herstellungskosten insbesondere in der Auftragsproduktion
und im Servicesegment stiegen umsatzbedingt auf EUR 3,8
Mio. (Vorjahr: EUR 3,0 Mio.). Auch die Personalkosten
erhöhten sich auf EUR 2,4 Mio. (Vorjahr: EUR 2,2
Mio.). Durch insgesamt unterproportionale
Kostenverläufe sank die Herstellungskostenquote auf
61,8% (Vorjahr: 63,6%).
Die Vertriebskosten stiegen auf EUR 2,8 Mio. (Vorjahr:
EUR 2,2 Mio.), im Wesentlichen bedingt durch höhere
Werbeausgaben für den digitalen Home
Entertainment-Bereich. Die Vertriebskostenquote betrug
13,5% (Vorjahr: 10,9%).
Die Verwaltungskosten verringerten sich auf EUR 3,1 Mio.
(Vorjahr: EUR 3,2 Mio.) leicht. Die Verwaltungskostenquote
sank auf 14,8% (Vorjahr: 15,9%).
Die Sonstigen betrieblichen Erträge umfassten mit
EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.) insbesondere
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
sowie aus Filmverleihförderungen. Sonstige
betriebliche Aufwendungen wurden in geringfügiger
Höhe verbucht (gerundet EUR 0 Mio., Vorjahr: EUR 0,2
Mio.).
Im Berichtszeitraum entstand ein positives
Währungsergebnis in Höhe von EUR 0,2 Mio.
(Vorjahr: TEUR 4). Die saldierten Nettogewinne umfassen
sowohl realisierte Ergebnisse als auch stichtagsbezogene
Wechselkurseffekte aus US-Dollar-Termingeschäften.
Bei einem verbesserten Bruttoergebnis vom Umsatz (EUR
8,0 Mio; Vorjahr: EUR 7,2 Mio.) lag das Konzern-EBIT
(Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern) unter
Berücksichtigung des Holding-Ergebnisses sowie
erhöhter Vertriebskosten und verminderter sonstiger
betrieblicher Erträge mit EUR 2,7 Mio. (Vorjahr: EUR
2,7 Mio.) auf Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge des Konzerns
lag im Berichtszeitraum bei 13,1% (Vorjahr: 13,7%).
Der größte Ergebnisbeitrag entstand im
Segment Content. Hier wurde im ersten Halbjahr 2022 ein
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von EUR 3,6 Mio.
(Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) erwirtschaftet, daraus resultierend
eine EBIT-Marge von 20,1% (Vorjahr: 21,7%).
Im Segment Services wurde das EBIT gegenüber dem
Vorjahreszeitraum auf EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: TEUR 16)
deutlich gesteigert. Die EBIT-Marge des Segments lag im
Berichtszeitraum bei 12,8% (Vorjahr: 0,7%).
Die Finanzaufwendungen und damit das negative
Finanzergebnis verringerten sich gegenüber dem Vorjahr
auf EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.), i.W. aus
verminderter Inanspruchnahme der Kreditlinien. Wie im
Vorjahr sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Abschluss
von Factoring enthalten (TEUR 37, Vorjahr: TEUR 123).
Der Ertragsteueraufwand beläuft sich auf TEUR 176
(Vorjahr: TEUR 66).
Das Konzernperiodenergebnis liegt mit EUR 2,4 Mio.
über dem Vorjahreswert (EUR 2,3 Mio.). Das Ergebnis je
Aktie betrug zum Bilanzstichtag EUR 0,24 (Vorjahr: EUR
0,24).
| in TEUR | 30.6.2022 | 31.12.2021 | Veränderung |
| Aktiva | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 12.238 | 11.923 | 315 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 17.399 | 17.243 | 156 |
| Summe Aktiva | 29.637 | 29.166 | 471 |
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 7.443 | 5.086 | 2.357 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 341 | 618 | -277 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 21.853 | 23.462 | -1.609 |
| Summe Passiva | 29.637 | 29.166 | 471 |
Die Konzernbilanz der Splendid Medien AG
verlängerte sich zum 30. Juni 2022 auf EUR 29,7 Mio.
(31.12.2021: EUR 29,2 Mio.). Der Erhöhung des
Eigenkapitals aufgrund des Konzernperiodenergebnisses stand
der Abbau kurz- und langfristiger Verbindlichkeiten
gegenüber.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
um EUR 0,3 Mio. auf EUR 12,2 Mio. (31.12.2021: EUR 11,9
Mio.). Dabei standen einem Anstieg des Filmvermögens
um EUR 1,6 Mio. auf EUR 7,4 Mio. (31.12.2021: EUR 5,9 Mio.)
ein Abbau der langfristigen Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen auf EUR 0,6 Mio. (31.12.2021: EUR 1,3 Mio.)
sowie die planmäßige Minderung der
Nutzungsrechte (Leasingverhältnisse) auf EUR 0,9 Mio.
(31.12.2021: EUR 1,2 Mio.) gegenüber.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
auf EUR 17,4 Mio. (31.12.2021: EUR 17,2 Mio.). Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe von EUR
8,9 Mio. (31.12.2021: EUR 9,3 Mio.) ausgewiesen. Die
Vorräte setzen sich aus fertigen und unfertigen
Beständen aus dem Produktionsgeschäft sowie aus
dem Home Entertainment-Bereich zusammen. Unter
Berücksichtigung von Filmförderungen für die
Filmproduktion "Operation Napoleon" erhöhten sich die
Vorräte auf TEUR 1,9 Mio. (Vorjahr: EUR 0,9 Mio.) Im
Zusammenhang mit dem Abschluss von Factoring, mit
Zahlungszufluss nach dem Bilanzstichtag, sind Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 0,4
Mio. mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die
liquiden Mittel beliefen sich auf EUR 6,4 Mio. (31.12.2021:
EUR 6,9 Mio.).
Das Eigenkapital des Konzerns nahm aufgrund des
Konzernperiodenergebnis zum Stichtag deutlich auf EUR 7,4
Mio. (31.12.2021: EUR 5,1 Mio.) zu. Die Eigenkapitalquote
erhöhte sich damit auf 25,1% (31.12.2021: 17,4%).
Die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich
gegenüber dem Vorjahresende auf EUR 0,3 Mio.
(31.12.2021: EUR 0,6 Mio.). Ein Teil der
Leasingverbindlichkeiten war zwischenzeitlich als
kurzfristig einzustufen und ist dort ausgewiesen.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gingen auf EUR 21,9
Mio. zurück (31.12.2021: EUR 23,5 Mio.). Es wurden
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber dem
finanzierenden Bankenkonsortium zurückgeführt und
die Inanspruchnahme der Kreditlinien reduziert, sodass die
Bankverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag auf EUR 2,0 Mio.
(31.12.2021: EUR 2,8 Mio.) sanken. Die
Vertragsverbindlichkeiten (erhaltene Anzahlungen)
verminderten sich auf EUR 0,7 Mio. (31.12.2021: EUR 1,6
Mio.). Die Rückstellungen beliefen sich auf EUR 8,7
Mio. (31.12.2021: EUR 9,4 Mio.). Hierin enthalten sind im
Wesentlichen Rückstellungen für Remissionen aus
dem physischen Home Entertainment-Geschäft sowie
Verpflichtungen aus Lizenzverträgen. Die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die
sonstigen Verbindlichkeiten (i.W. gegenüber Lizenz-
und Vertriebspartnern) erhöhten sich auf EUR 9,6 Mio.
(31.12.2021: EUR 8,6 Mio.).
Das Finanzmanagement des Konzerns stellt sicher, dass
die Unternehmen der Splendid Gruppe dauerhaft liquide sind,
überwacht finanzielle Risiken und steuert
Finanzströme im Konzern. Die Splendid Medien AG
erbringt diese Aufgaben zentral für den Gesamtkonzern.
Ziel ist es, den Finanzbedarf der Gesellschaften
kostengünstig und möglichst über die
vorhandenen internen und externen
Finanzierungsmöglichkeiten zu decken. Dies gilt sowohl
für das operative Geschäft als auch für
Investitionen. Bei der Auswahl der Finanzprodukte
orientiert sich die Splendid Medien AG grundsätzlich
an der Art sowie der voraussichtlichen Laufzeit des
zugrunde liegenden Geschäfts. Grundlage für das
Finanzmanagement ist die kontinuierliche Überwachung
der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows sowie
der Bankguthaben und der freien und in Anspruch genommenen
Linien bei den finanzierenden Kreditinstituten.
Das Geschäftsmodell der Splendid Gruppe erfordert
eine ausreichende Kapitalausstattung, insbesondere zur
Finanzierung der erworbenen Filmlizenzen sowie zur
Finanzierung der mit der Filmvermarktung verbundenen
Betriebsmittel. Die Splendid Gruppe strebt hierfür ein
angemessenes Verhältnis von Eigen-und Fremdkapital an.
Die Kapitalstruktur zum Bilanzstichtag weist eine
Eigenkapitalquote von 25,1% (31.12.2021: 17,4%) aus. Damit
wurde die Eigenkapitalquote gegenüber dem
Vorjahresstichtag deutlich erhöht. Die langfristigen
Verbindlichkeiten haben sich in Relation zur Bilanzsumme
auf 1,2 % (31.12.2021: 2,1%) verringert. Auch der Anteil
der kurzfristigen Verbindlichkeiten sank - i.W. aufgrund
der verringerten Vertragsverbindlichkeiten,
Rückführung von Darlehensverbindlichkeiten und
Rückstellungen - auf 73,7% (31.12.2021: 80,4%).
In den Verbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag
zinstragende Bankverbindlichkeiten in Höhe von EUR 2,0
Mio. (31.12.2021: EUR 2,8 Mio.) sowie
Leasingverbindlichkeiten von EUR 1,0 Mio. (31.12.2021: EUR
1,3 Mio.) enthalten.
Die Splendid Gruppe finanziert sich auf der
Fremdkapitalseite überwiegend über zwei
Finanzierungsvereinbarungen mit einem Bankenkonsortium
unter Führung der NATIONAL-BANK AG. Per 30. Juni 2022
verfügte die Splendid Gruppe aus den
Finanzierungsvereinbarungen über einen
Gesamtkreditrahmen von EUR 8,5 Mio., der zum Bilanzstichtag
mit EUR 2,0 Mio. durch Tilgungsdarlehen und
Geldmarktkredite in Anspruch genommen wurde. Die auf den
Kreditrahmen anrechenbaren Avalkredite beliefen sich zum
Stichtag auf EUR 0,3 Mio.
Daneben bestehen Darlehensverträge mit dem
Mehrheitsaktionär der Splendid Medien AG über ein
Volumen von EUR 2,5 Mio.. Die Darlehen wurden mit Wirkung
zum 1.1.2022 vereinbart und haben eine feste Laufzeit bis
zum 31.12.2022.
Zu weiteren Details der bestehenden Bankenfinanzierung
verweisen wir auf die Angaben unter VI.4.1 "Finanzierung
und Liquidität in den Konzerngesellschaften" im
Geschäftsbericht 2021, S. 38.
Die Splendid Gruppe entwickelt ihren Cashflow nach der
indirekten Methode ausgehend vom Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (EBIT). Dieses wird um nicht zahlungswirksame
Vorgänge bereinigt. Ergänzend werden die
Zahlungsströme berücksichtigt, die aus der
Veränderung von Bilanzposten abgeleitet werden.
Die Entwicklung der Cashflows im Berichtszeitraum stellt
sich wie folgt dar:
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 | Veränderung |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 4.894 | 6.455 | -1.561 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -6.238 | -4.841 | -1.397 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 886 | -4.225 | 5.111 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -459 | -2.611 | 2.152 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 6.905 | 7.281 | -376 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 6.446 | 4.670 | 1.776 |
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit des
Konzerns hat sich im ersten Halbjahr auf EUR 4,9 Mio.
(Vorjahr: EUR 6,5 Mio.) reduziert, im Wesentlichen bedingt
durch Veränderungen im Working Capital. Der Cashflow
aus der Investitionstätigkeit umfasst vor allem
Zahlungsabflüsse aus Investitionen in das
Filmvermögen sowie in unfertige Leistungen für
die Filmproduktion "Operation Napoleon" in Höhe von
EUR 6,2 Mio. (Vorjahr: EUR 4,8 Mio.). Bei dem Cashflow aus
der Finanzierungstätigkeit in Höhe von EUR 0,9
Mio. (Vorjahr: EUR -4,2 Mio.) stehen Zuflüssen aus
laufenden Kreditanspruchnahmen und
Darlehensgewährungen (darunter des
Mehrheitsaktionärs) Abflüsse aus
planmäßiger Rückführung (Nettoeffekt
in Höhe von EUR 1,2 Mio.) sowie Tilgungen von
Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0,3 Mio.
gegenüber.
Der Finanzmittelbestand der Splendid Gruppe umfasst den
Kassenbestand sowie Bankguthaben. Insgesamt betrug der
Finanzmittelbestand zum Bilanzstichtag EUR 6,4 Mio.
(31.12.2021: EUR 6,9 Mio.).
Im ersten Halbjahr 2022 investierte die Splendid Gruppe
EUR 5,3 Mio. in das Filmvermögen (Vorjahr: EUR 4,2
Mio.). Die Auszahlungen für Investitionen beinhalten
auch Anzahlungen für Filmrechte, die nach
Vertragsabschluss bzw. zu Drehbeginn geleistet werden.
Es wurde weiterhin vorwiegend in ein breites Portfolio
von weniger kapitalintensiven Filmen insbesondere für
die digitalen Plattformen investiert. In der ersten
Jahreshälfte 2022 schloss die Splendid Gruppe weitere
Einkaufsverträge für die Auswertung im
deutschsprachigen Raum und Benelux ab, die in den kommenden
Monaten investitionswirksam werden.
Die Gesamtzahl der fest angestellten Mitarbeiter (ohne
Vorstand) betrug zum 30. Juni 2022 147 (31.12.2020: 148
Mitarbeiter). Zum Bilanzstichtag waren 10 (31.12.2021: 3)
Mitarbeiter kurzfristig bzw. projektbezogen
beschäftigt.
Zum Bilanzstichtag ergibt sich die Anzahl der
angestellten Mitarbeiter in den Segmenten wie folgt:
| 31.6.2022 | 31.12.2021 | |
| Content | 70 | 71 |
| Services | 63 | 62 |
| Holding | 14 | 15 |
| Gesamt | 147 | 148 |
Die Mehrzahl der Konzernmitarbeiter verfügt
über langjährige Branchenerfahrung bzw.
Konzernzugehörigkeit. Mitarbeiter in
Schlüsselpositionen, allen voran die
Geschäftsführer der Tochtergesellschaften, sind
über Bonisysteme und/oder Beteiligungen am
Geschäftserfolg beteiligt.
Die Berichterstattung über Vorgänge von
besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlusstichtag
eingetreten sind, erfolgt in den ergänzenden
Konzern-Anhangangaben dieses Konzernzwischenabschlusses.
Auf die Ausführungen dort wird verwiesen.
Die Finanzierungs- und Liquiditätssituation der
Splendid Gruppe stellt sich unter Berücksichtigung der
verfügbaren Kreditlinien und der gewährten
Gesellschafterdarlehen als auskömmlich dar. Die
aktuellen Finanzierungsvereinbarungen haben eine Laufzeit
bis zum 31. Dezember 2022. Der Vorstand führt aktuell
Verhandlungen im Hinblick auf die Finanzierung der
Gesellschaft über den 31. Dezember 2022 hinaus und
geht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus,
dass diese kurzfristig erfolgreich zum Abschluss gebracht
werden können.
Der Krieg in der Ukraine hat massive Auswirkungen auf
Lieferketten, Energiepreise sowie die Inflationsentwicklung
insbesondere im Euroraum und damit letztendlich auf das zur
Verfügung stehende Einkommen und das Konsumverhalten
der Verbraucher. Des Weiteren sind im weiteren
Jahresverlauf Einschränkungen in Absatz und
Serviceleistungen sowie programmliche Engpässe durch
Verschiebung oder Absagen von Filmproduktionen in unseren
relevanten Märkten aufgrund des Infektionsgeschehens
durch Corona nicht gänzlich auszuschließen.
Trotz der kürzlich durch die Bundesregierung
beschlossenen Maßnahmen mit Geltung ab Herbst, in der
zunächst keine weitreichenden Einschränkungen im
Geschäftsbetrieb von Unternehmen vorgesehen sind,
können dennoch notwendige behördliche
Maßnahmen sowie infektionsbedingte
Einschränkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht
gänzlich ausgeschlossen werden. Dies gilt für
alle unseren relevanten Absatzmärkte (Deutschland,
Österreich, Benelux). Diese Entwicklungen können
Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der
Splendid Gruppe und damit Umsatz- und Ergebnisbelastungen
zur Folge haben, deren Ausmaß derzeit nicht oder
nicht hinreichend und abschließend abgeschätzt
werden kann. Die Entwicklungen werden in den kommenden
Monaten weiterhin regelmäßig überprüft
und deren Auswirkungen auf unser Geschäft
kontinuierlich bewertet (vgl. dazu Kapitel V. Ausblick auf
den Rest des Geschäftsjahres).
Die Splendid Gruppe akquiriert Filmlizenzen in
wesentlichem Umfang auf den internationalen Märkten,
mit Fakturierung in US-Dollar. Die Kalkulation der
Investitionen erfolgt auf der Grundlage von Plankursen. Die
Bilanzierung der Anschaffungskosten im Filmvermögen
erfolgt zu Tageskursen USD/EUR. Durch Schwankungen und
negative Entwicklungen des USD/EUR-Wechselkurses
insbesondere aufgrund von Inflation und Krieg in der
Ukraine ist das Risiko höherer Anschaffungskosten
für die Akquisition von Filmvermögen bzw.
höhere Aufwendungen für
Kurssicherungsmaßnahmen gestiegen.
Wir verweisen des Weiteren auch auf die Angaben unter V.
Risikobericht der Splendid Gruppe im Geschäftsbericht
2021, S. 35ff. Die dortigen Ausführungen haben bis auf
die oben beschriebenen Veränderungen weiterhin
Gültigkeit.
Die Bundesregierung hat für das laufende Jahr 2022
angesichts des Krieges in der Ukraine die
Konjunkturprognose für das Bruttoinlandsprodukt auf
2,2% deutlich gesenkt. Noch im Januar war ein Wachstum in
Höhe von 3,6% für 2022 prognostiziert worden. Die
Europäische Kommission geht für den
EU-Währungsraum von einem Wachstum in Höhe von
2,6% in 2022 und 1,4% in 2023 aus. Begleitet wird die
Entwicklung durch einen historischen Höchststand der
jährlichen durchschnittlichen Inflationsrate in
Höhe von 7,6% im Euro-Währungsgebiet in 2022. Die
Konjunktur- und Inflationsprognose ist in hohem Maße
von der Entwicklung des Krieges und insbesondere von dessen
Auswirkungen auf die Gaslieferungen nach Europa
abhängig.
Die Rückkehr zu den Umsatzniveaus der
Vor-Coronazeit ist in großen Teilen der Film- und
Medienbranche mühsam. Die Pandemie beeinflusste die
Herstellung und Auswertung insbesondere von Kinofilmen
maßgeblich und der Transformationsprozess der Branche
wurde durch die Pandemie zusätzlich beschleunigt.
Aktuell sind die Auswirkungen der i.W. durch den Krieg in
der Ukraine ausgelösten Inflation auf die
Verbraucherstimmung kaum verbindlich abzusehen. Auch
dürfen die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine
nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die
Corona-Pandemie noch nicht vorüber ist. So bleibt die
Prognose über die Geschäftsentwicklung der
Splendid Gruppe vor dem Hintergrund der anhaltenden
Unsicherheiten weiterhin erschwert.
Die Splendid Gruppe erwirtschaftete im ersten Halbjahr
2022 ein Umsatzwachstum gegenüber dem
Vorjahreszeitraum sowie ein verbessertes
Konzernperiodenergebnis. Für die zweite
Jahreshälfte 2022 erwartet der Vorstand die
Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung, wenn
auch bei nachlassender Dynamik.
Im Einzelnen ergeben sich die Segmentumsatzplanungen
für das zweite Halbjahr 2022 wie folgt:
In der zweiten Jahreshälfte 2022 haben wir in
Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten Filme
für die Kinoauswertung vorgesehen, die verschiedene
Genres abdecken, darunter unsere Kopoduktion "De
Allergrootste Slijmfilm", der Anfang Juli in den
niederländischen Kinos startete. Wir erwarten aus den
anstehenden Kinoauswertungen einen höheren
Umsatzbeitrag als im ersten Halbjahr. Für das
Gesamtjahr 2022 rechnen wir in der Auswertungsstufe Kino
weiterhin mit einem höheren Umsatz als im Vorjahr.
Die Auswertungsstufe Home Entertainment planen wir auf
Basis der vorgesehenen Veröffentlichungen für die
zweite Jahreshälfte mit einem gegenüber der
ersten Jahreshälfte höheren Umsatz. Auch in der
zweiten Jahreshälfte werden sich jedoch die
Engpässe bei der Zulieferung von Neuprogrammen der
vergangenen beiden Jahre weiter auf die Umsatzentwicklung
auswirken, sodass wir, auch resultierend aus der
Entwicklung in der ersten Jahreshälfte, für das
Gesamtjahr 2022 mit einem Umsatzrückgang
gegenüber dem Vorjahr rechnen.
In der Auswertungsstufe Lizenzen, wird sich die
Umsatzentwicklung durch die Lizenzierung von SVoD-, Pay-TV
und Free-TV-Rechten gegenüber der ersten
Jahreshälfte voraussichtlich verbessern. Für das
Gesamtjahr rechnen wir wie prognostiziert weiterhin mit
einem Umsatzrückgang gegenüber 2021.
In der zweiten Jahreshälfte 2022 werden wir uns im
Geschäftsfeld Auftragsproduktion weiterhin vorrangig
auf die Herstellung von "Die Wollnys" im Auftrag von
RTLZWEI konzentrieren. Die Umsatzdynamk wird in der zweiten
Jahreshälfte nachlassen, sodass wir auf Jahressicht
weiterhin mit einem sinkenden Umsatz gegenüber dem
Vorjahr rechnen.
Die Geschäftsentwicklung im Segment Services war in
der ersten Jahreshälfte 2022 durch ein hohes
Umsatzwachstum gekennzeichnet, das sich voraussichtlich in
der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird.
Für das Gesamtjahr rechnen wir weiterhin mit einem
Umsatzzuwachs gegenüber 2021.
Die erste Jahreshälfte 2022 verlief erfolgreich
für die Splendid Gruppe. Der weitere
Geschäftsverlauf 2022 ist jedoch vor allem von den
Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die
Lieferketten, Energiepreise, Inflation und deren Einfluss
auf das Konsumverhalten der Verbraucher abhängig. Auch
die Auswirkungen des Infektionsgeschehens sowie weiterer
möglicher Schutzmaßnahmen im Rahmen der
Corona-Krise auf die Wirtschaftslage erschweren eine
zuverlässige Prognose. Wir werden daher in den
kommenden Monaten die Entwicklungen beobachten und die
Auswirkungen auf unser Geschäft kontinuierlich
bewerten.
Unter Berücksichtigung der Segmentumsatzplanungen
erwarten wir für 2022 nach wie vor einen Konzernumsatz
in einer Bandbreite zwischen EUR 42,0 Mio. und EUR 45,0
Mio.
In der zweiten Jahreshälfte rechnen wir auf der
Grundlage der erwarteten Umsatzsteigerungen in den
Bereichen Kino, Home Entertainment und Lizenzen
insbesondere mit höheren Herstellungs- und
Vertriebskosten als in der ersten Jahreshälfte. Auf
der Basis der aktuellen Umsatz- und Kostenplanungen
erwarten wir insgesamt für das Jahr 2022 weiterhin ein
Konzern-EBIT in der Bandbreite von EUR 2,0 Mio. bis EUR 3,0
Mio.
Auf der Grundlage der aktuell vorgesehenen Produktions-
und Auslieferungszeitpunkte bereits kontrahierter Filme
plant der Vorstand weiterhin mit einem gegenüber 2021
deutlich erhöhten Investitionsvolumen in das
Filmvermögen. Die Finanzierung erfolgt aus dem
operativen Cashflow sowie aus dem bestehenden
Finanzierungsrahmen. Daneben werden wir die
Möglichkeiten des Verkaufs von Teilen der
Kundenforderungen (Factoring) prüfen.
Hinsichtlich der übrigen Prämissen sowie der
Risiken für die Jahresprognose verweisen wir auf die
Ausführungen im Geschäftsbericht 2021, S. 44.
Die Splendid Gruppe veröffentlicht nur Umsatz- und
Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr. Unterjährig
kann es in Abhängigkeit von den
Veröffentlichungszeitpunkten zu starken Schwankungen
bei Umsatz und Ergebnis in den einzelnen Berichtsperioden
kommen.
Köln, 24. August 2022
Splendid Medien AG
Der Vorstand
| Dr. Dirk Schweitzer | Björn Siecken |
| Vorstandsvorsitzender | Vorstand Finanzen |
| in TEUR | 30.6.2022 | 31.12.2021 |
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| I. Sachanlagevermögen | 792 | 826 |
| II. Immaterielle Vermögenswerte | 1.331 | 1.472 |
| III. Nutzungsrechte | 899 | 1.233 |
| IV. Filmvermögen | 7.417 | 5.855 |
| V. Geschäfts- oder Firmenwert | 872 | 872 |
| VI. Latente Steueransprüche | 327 | 412 |
| VII. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 600 | 1.253 |
| 12.238 | 11.923 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| I. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6.446 | 6.905 |
| II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 8.902 | 9.314 |
| III. Vertragsvermögenswerte | 125 | 161 |
| IV. Vorräte | 1.926 | 863 |
| 17.399 | 17.243 | |
| Summe Aktiva | 29.637 | 29.166 |
| in TEUR | 30.6.2022 | 31.12.2021 |
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 9.790 | 9.790 |
| II. Kapitalrücklage | 396 | 396 |
| III. Gewinnrücklagen | 15.748 | 15.748 |
| IV. Konzernbilanzverlust | -18.533 | -20.882 |
| V. Minderheitenanteile | 42 | 34 |
| 7.443 | 5.086 | |
| B. Langfristige Verbindlichkeiten | ||
| I. Leasingverbindlichkeiten | 341 | 618 |
| 341 | 618 | |
| C. Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||
| I. Bankverbindlichkeiten | 2.049 | 2.852 |
| II. Leasingverbindlichkeiten | 621 | 655 |
| III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 9.578 | 8.646 |
| IV. Vertragsverbindlichkeiten | 677 | 1.612 |
| V. Rückstellungen | 8.698 | 9.416 |
| VI. Ertragsteuerschulden | 230 | 281 |
| 21.853 | 23.462 | |
| Summe Passiva | 29.637 | 29.166 |
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| 1. Umsatzerlöse | 20.822 | 19.796 |
| 2. Herstellungskosten | -12.860 | -12.585 |
| 3. Bruttoergebnis vom Umsatz | 7.962 | 7.211 |
| 4. Vertriebskosten | -2.810 | -2.165 |
| 5. Verwaltungskosten | -3.087 | -3.150 |
| 6. Sonstige betriebliche Erträge | 496 | 990 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | -1 | -178 |
| 8. Währungsgewinne / -Verluste | 174 | 4 |
| 9. Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2.734 | 2.712 |
| 10. Finanzergebnis | -201 | -331 |
| 11. Ergebnis vor Steuern | 2.533 | 2.381 |
| 12. Ertragsteuern | -176 | -66 |
| 13. Konzernperiodenergebnis | 2.357 | 2.315 |
| - davon entfallen auf Anteilseigner | 2.349 | 2.301 |
| - davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 8 | 14 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert) in Euro | 0,24 | 0,24 |
| Ergebnis je Aktie (verwässert) in Euro | 0,24 | 0,24 |
| Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) | 9.789.999 | 9.789.999 |
| Durchschnittliche im Umlauf befindliche Aktien (verwässert) | 9.789.999 | 9.789.999 |
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Konzernperiodenergebnis | 2.357 | 2.315 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 |
| Konzerngesamtergebnis | 2.357 | 2.315 |
| - davon entfallen auf Anteilseigner | 2.349 | 2.301 |
| - davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 8 | 14 |
| 2.357 | 2.315 |
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Konzernverlust | Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | Gesamt |
| Stand 1.1.2022 | 9.790 | 396 | 15.748 | -20.882 | 34 | 5.086 |
| Konzerngesamtergebnis | 2.349 | 8 | 2.357 | |||
| Einstellung in die Gewinnrücklagen | ||||||
| Stand 30.6.2022 | 9.790 | 396 | 15.748 | -18.533 | 42 | 7.443 |
| in TEUR | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Konzernverlust | Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | Gesamt |
| Stand 1.1.2021 | 9.790 | 396 | 15.748 | -23.194 | -7 | 2.733 |
| Konzerngesamtergebnis | 2.301 | 14 | 2.315 | |||
| Einstellung in die Gewinnrücklagen | ||||||
| Stand 30.6.2021 | 9.790 | 396 | 15.748 | -20.892 | 7 | 5.049 |
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2.734 | 2.712 |
| -/+ Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen | -66 | -15 |
| + Abschreibungen und Wertminderungen auf Filmvermögen | 3.742 | 4.319 |
| + Abschreibungen auf Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte | 514 | 478 |
| +/- Zunahme/Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen | -1.268 | -383 |
| -/+ Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen | -2 | 0 |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 1.261 | 1.371 |
| +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -1.728 | -1.629 |
| - Gezahlte Steuern | -92 | -66 |
| - Gezahlte Zinsen | -201 | -331 |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 4.894 | 6.455 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | -2 | -88 |
| - Auszahlungen für Investitionen in das Filmvermögen | -6.236 | -4.753 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -6.238 | -4.841 |
| - Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten | -2.268 | -6.155 |
| + Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 3.465 | 2.267 |
| - Tilgung Leasingverbindlichkeit | -311 | -337 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 886 | -4.225 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -459 | -2.611 |
| + Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 6.905 | 7.281 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 6.446 | 4.670 |
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 ist in
Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 in
verkürzter Form nach den Vorschriften der am
Abschlussstichtag gültigen und von der
Europäischen Union anerkannten International Financial
Reporting Standards (IFRS) des International Accounting
Standards Board, London, sowie den Interpretationen des
IFRS Interpretations Committee erstellt worden. Die
Erläuterungen im Anhang des Konzernabschlusses 2021
gelten - mit Ausnahme der im laufenden Geschäftsjahr
erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften oder
geänderter Bilanzierungsmethoden - insbesondere im
Hinblick auf die wesentlichen Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden entsprechend.
Der Konzernzwischenabschluss wurde mit Beschluss des
Vorstands vom 24. August 2022 zur Veröffentlichung
freigegeben.
Der Konzernzwischenabschluss einschließlich des
Zwischenlageberichts wurde nicht geprüft.
Alle ab dem 1. Januar 2022 geltenden Auslegungen und
Interpretationen des International Financial Reporting
Interpretations Committee (IFRIC) werden angewendet, sofern
deren Anwendung verpflichtend ist.
Die Gesellschaft hat die folgenden, ab dem 1.1.2022
geltenden neuen oder überarbeiteten Standards und
Interpretationen erstmalig angewendet:
| Standard/Interpretation | Titel/Regulierungsinhalt |
| IFRS 3, IAS 16 und IAS 37 | Verweise auf das Rahmenkonzept |
| Diverse Standards | Jährliche Verbesserungen (2018-2020) |
Durch die Anwendung der ab dem Geschäftsjahr 2022
geltenden Änderungen der IFRS haben sich keine
wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben.
In den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurden
neben dem Mutterunternehmen Splendid Medien AG die
folgenden Unternehmen einbezogen.
| Verbundene Unternehmen | Sitz | Anteil in % |
| Splendid Film GmbH | Köln | 100 |
| Polyband Medien GmbH | München | 100 |
| WVG Medien GmbH | Hamburg | 90 |
| eNterActive GmbH | Hamburg | 85 |
| Splendid Synchron GmbH | Köln | 100 |
| Videociety GmbH | Köln | 100 |
| Splendid Entertainment GmbH | Köln | 100 |
| Splendid Studios GmbH | Köln | 100 |
| Splendid Film B.V. | Amsterdam | 100 |
| Early Learning Group GmbH i.L. | Hamburg | 100 |
Die Aufstellung von Konzernabschlüssen in
Übereinstimmung mit den Regelungen des IFRS erfordert
Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen,
welche Einfluss auf Ansatz und Bewertung von
Vermögenswerten und Schulden, ausgewiesene
Erträge und Aufwendungen des Berichtszeitraums haben.
Den Ermessensentscheidungen, Annahmen und
Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf
dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand beruhen.
Insbesondere wurden bezüglich der erwarteten
künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt
der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses vorliegenden
Umstände ebenso wie die als realistisch unterstellte
zukünftige Entwicklung des globalen und
branchenbezogenen Umfelds zugrunde gelegt.
Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb
des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen
dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden
Beträge von den ursprünglich erwarteten
Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche
Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die
Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der
betreffenden Vermögenswerte und Schulden entsprechend
angepasst.
Für das Markenrecht wird von einer unbestimmten
Nutzungsdauer ausgegangen. Die Berechnung des Markenrechts
basiert auf den Cashflows aus der Nutzung des Markenrechts.
Mindestens einmal jährlich wird eine
Werthaltigkeitsprofung durchgeführt und ggf. wird ein
außerplanmäßiger Wertminderungsaufwand
erfasst.
Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und gemindert
um Retouren, Rabatte, Preisnachlässe und weitere
Erlösminderungen (z.B. Werbekostenzuschüsse)
ausgewiesen. Für Remissionsverpflichtungen aus
DVD/Blu-ray Auswertungen werden Rückstellungen
gebildet, die zu entsprechenden Umsatzminderungen
führen.
Umsatzerlöse im Bereich Auftragsproduktion werden
zeitraumbezogen erfasst. Der Fertigstellungsgrad der
Aufträge wird aufgrund der angefallenen Kosten zum
Stichtag im Verhältnis zu den erwarteten
Gesamtprojektkosten ermittelt. Wenn das Ergebnis eines
Fertigungsauftrages nicht verlässlich bestimmt werden
kann, werden Auftragserlöse nur bis zur Höhe der
angefallenen Auftragskosten erfasst, soweit diese
wahrscheinlich einbringlich sind. In Arbeit befindliche
Auftragsproduktionen werden als Vertragsvermögenswerte
erfasst.
Gegenüber dem letzten Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2021 wurden keine wesentlichen Änderungen bei
den Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
sowie wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
getroffen, die eine entsprechende Auswirkung auf die
Vermögens- und Ertragslage haben.
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Personalkosten | 1.538 | 1.451 |
| Werbung | 942 | 332 |
| GEMA / Filmförderabgabe | 109 | 113 |
| Verkaufsprovisionen | 72 | 208 |
| Reisekosten | 62 | 14 |
| Sonstiges | 87 | 47 |
| Gesamt | 2.810 | 2.165 |
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Personalkosten | 1.431 | 1.383 |
| Rechts- und Beratungskosten | 661 | 795 |
| Kommunikation, IT, Bürokosten | 317 | 292 |
| Abschreibungen auf Anlagevermögen | 214 | 195 |
| Mietneben- und Betriebskosten | 194 | 208 |
| Versicherungen, Beiträge | 72 | 73 |
| Public Relation, Investor Relations, HV | 38 | 53 |
| Kfz-Kosten | 35 | 45 |
| Sonstiges | 125 | 106 |
| Gesamt | 3.087 | 3.150 |
In den Personalkosten sind Tantieme-Rückstellungen
für die im Vergütungsystem vorgesehene
mehrjährige variable Vorstandsvergütung (Long
Termin Incentives - LTI) des Vorstandes gemäß
der aktuellen Vorstandsverträge berücksichtigt.
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Auflösung von Rückstellungen | 264 | 302 |
| Filmverleihförderungen | 141 | 16 |
| Erstattung Lohnfortzahlung | 23 | 17 |
| Herabsetzung von Wertberichtigungen / aus abgeschriebenen Forderungen | 20 | 124 |
| Schadenersatz | 3 | 6 |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 0 | 254 |
| Ertrag aus Rechtsstreitigkeiten | 0 | 206 |
| Ertrag aus Anlagenabgang | 0 | 1 |
| Sonstige | 45 | 64 |
| Gesamt | 496 | 990 |
| in TEUR | 1. Halbjahr 2022 | 1. Halbjahr 2021 |
| Finanzerträge | ||
| Bankguthaben | 0 | 0 |
| Summe Finanzerträge | 0 | 0 |
| Finanzaufwendungen | ||
| Bankverbindlichkeiten | 105 | 312 |
| Leasingverbindlichkeiten | 21 | 21 |
| Ausgleichsansprüche nicht beherrschender Gesellschafter | 0 | -43 |
| Sonstige | 75 | 41 |
| Summe Finanzaufwendungen | 201 | 331 |
| Finanzergebnis | -201 | -331 |
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| in TEUR | Stand 1.1.2022 | Zugänge | Abgänge | Umbuchungen | 30.06.2022 |
| Filmvermögen | |||||
| 1. Filmrechte | 249.967 | 2.334 | 3.266 | 1.028 | 250.063 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 1.856 | 2.970 | 0 | -1.028 | 3.798 |
| 3. Eigenproduktionen | 2.864 | 0 | 0 | 0 | 2.864 |
| Summe Filmvermögen | 254.687 | 5.304 | 3.266 | 0 | 256.725 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| in TEUR | Stand 1.1.2022 | Zugänge | Abgänge | Zuschreibung | 30.06.22 |
| Filmvermögen | |||||
| 1. Filmrechte | 245.563 | 3.742 | 3.266 | 0 | 246.039 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 473 | 0 | 0 | 0 | 473 |
| 3. Eigenproduktionen | 2.796 | 0 | 0 | 0 | 2.796 |
| Summe Filmvermögen | 248.832 | 3.742 | 3.266 | 0 | 249.308 |
| Restbuchwerte | ||
| in TEUR | 30.06.2022 | Stand 31.12.2021 |
| Filmvermögen | ||
| 1. Filmrechte | 4.024 | 4.404 |
| 2. Geleistete Anzahlungen | 3.325 | 1.383 |
| 3. Eigenproduktionen | 68 | 68 |
| Summe Filmvermögen | 7.417 | 5.855 |
Die Zahlungsmittel verringerten sich auf TEUR 6.446
(31.12.2021: TEUR 6.905) i.W. aufgrund der
Rückführung der kurzfristigen
Bankverbindlichkeiten.
Die lang- und kurzfristigen Forderungen haben sich zum
Stichtag um TEUR 1.065 verringert.
Das Eigenkapital des Konzerns nahm aufgrund des
Konzernperiodenergebnis zum Stichtag zu (TEUR 7.443,
31.12.2021: TEUR 5.086). Die Eigenkapitalquote betrug 25,1%
(31.12.2021: 17,4 %).
Die Darlehensverbindlichkeiten des finanzierenden
Bankenkonsortiums wurden zurückgeführt und die
Inanspruchnahme der Kreditlinien reduziert, sodass sich die
Bankverbindlichkeiten auf EUR 2.049 (31.12.2021: TEUR
2.852) verminderten.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich um TEUR
932 erhöht. Dies resultiert aus stichtagsbedingt
höheren Herstellungs- und Vertriebskosten.
Im Abschluss sind latente Steueransprüche auf
abzugsfähige temporäre Differenzen lediglich
insoweit gebildet worden, als diesen latente Steuern aus zu
versteuernden temporären Differenzen
gegenüberstehen.
Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
haben kurze Restlaufzeiten, so dass deren zu Nominalwerten
angesetzte Buchwerte zum Abschlussstichtag
grundsätzlich nahezu dem Zeitwert entsprechen.
Bezüglich der abgezinst angesetzten langfristigen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gibt es
ebenfalls keine Anzeichen dafür, dass der Buchwert vom
Fair Value abweicht.
Zum 30. Juni 2022 waren im Zusammenhang mit dem
Abschluss einer Factoringvereinbarung auch
ausgewählte, zum Verkauf bestimmte Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen in die Kategorie "zum
beizulegenden Zeitwert zu bewerten" umzuklassifizieren.
Die Bewertung zum Zeitwert erfolgte ergebniswirksam
anhand des voraussichtlichen Transaktionspreises unter
Berücksichtigung vereinbarter Gebühren,
Abschläge etc.
Die im Zusammenhang mit dem Abschluss von Factoring bzw.
der auf dieser Grundlage erfolgten Bewertung der
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstandenen
Aufwendungen beliefen sich auf insgesamt TEUR 37 und wurden
sämtlich im Finanzergebnis ausgewiesen. Auf die
Ausführungen zur Ergebnisentwicklung auf S. 12f. des
Zwischenlageberichts wird verwiesen.
Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum
Stichtag TEUR 409.
Sämtliche übrigen finanziellen
Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten
waren als "zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet" zu klassifizieren.
Der Hauptentscheidungsträger der Splendid Gruppe
betrachtet das Geschäft in erster Linie aus einer
produktbezogenen Perspektive, wobei der Vermarktungserfolg
des einzelnen Films bzw. Inhaltes über alle
Auswertungsstufen im Mittelpunkt steht.
Die operative Geschäftstätigkeit der Splendid
Gruppe unterteilt sich in die Segmente Content und
Services. Das Segment Content umfasst den Lizenzhandel mit
Filmrechten, Film- und Programmauswertungen im Kino und
Home Entertainment (DVD, Blu-ray Disc, Video-on-Demand VoD,
Electronic Sell-Through EST) sowie die Film- und
TV-Produktion. Im Segment Services werden umfangreiche
Dienstleistungen für die Film- und Fernsehindustrie
mit Schwerpunkten bei der Digitalisierung und
Synchronisation erbracht.
Bei der Darstellung der Segmente wurden nur solche
Posten berücksichtigt, die einem Segment direkt
zugeordnet bzw. auf vernünftiger Grundlage auf
bestimmte Segmente aufgeteilt werden konnten. Innerhalb
eines Segmentes anfallende Aufwendungen und Erträge
wurden eliminiert. Die Segmentangaben beinhalten Gewinne
aus Lieferungen und Leistungen an andere Segmente, etwaige
Zwischengewinne hieraus werden in der
Überleitungsspalte eliminiert.
Wesentliche Kennzahlen der Segmente sind:
| in TEUR | Content | Services | Holding | Überleitung | Gesamt |
| Umsätze Gesamt | 17.768 | 4.149 | 595 | 22.512 | |
| Konzerninterne Umsätze | -2 | -1.093 | -595 | -1.690 | |
| Umsätze Konzern | 17.766 | 3.056 | 0 | 20.822 | |
| EBITDA | 7.649 | 621 | -1.075 | -205 | 6.990 |
| Abschreibungen und Wertminderungen Filmvermögen | -3.892 | 0 | 0 | 150 | -3.742 |
| Abschreibungen und Wertminderungen Sachanlagen | -170 | -231 | -113 | -514 | |
| EBIT | 3.587 | 390 | -1.188 | -55 | 2.734 |
| Finanzergebnis | -201 | ||||
| Ertragsteuern | -176 | ||||
| Konzernperiodenergebnis | 2.357 | ||||
| Beschäftigte | 71 | 63 | 15 | 0 | 149 |
| in TEUR | Content | Services | Holding | Überleitung | Gesamt |
| Umsätze Gesamt | 17.497 | 3.439 | 600 | 21.536 | |
| Konzerninterne Umsätze | -40 | -1.100 | -600 | -1.740 | |
| Umsätze Konzern | 17.457 | 2.339 | 0 | 19.796 | |
| EBITDA | 8.692 | 257 | -1.054 | -386 | 7.509 |
| Abschreibungen und Wertminderungen Filmvermögen | -4.700 | 0 | 0 | 381 | -4.319 |
| Abschreibungen und Wertminderungen Sachanlagen | -203 | -241 | -34 | -478 | |
| EBIT | 3.790 | 16 | -1.089 | -5 | 2.712 |
| Finanzergebnis | -331 | ||||
| Ertragsteuern | -66 | ||||
| Konzernperiodenergebnis | 2.315 | ||||
| Beschäftigte | 71 | 62 | 14 | 147 |
Mitglieder des Vorstands sind:
| ― |
Dr. Dirk Schweitzer, Vorsitzender |
| ― |
Björn Siecken, Vorstand Finanzen |
| ― |
Herr Dr. Ralph Drouven, Rechtsanwalt und Partner bei CMS Hasche Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern mbB, Köln, Vorsitzender; weiteres Aufsichtsratsmandat: Joblinge gemeinnützige AG Rheinland, Köln |
| ― |
Herr Bernd Kucera, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater und Gesellschafter der Kucera & Hüttner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Bonn, stellvertretender Vorsitzender; weiteres Aufsichtsratsmandat: LUCOBIT Aktiengesellschaft, Wesseling (Vorsitzender) |
| ― |
Frau Malisa Scott, Unternehmensberaterin, Gesellschafterin der LINKR GmbH, München; Gesellschafterin der OCG Holdings, UK; Gesellschafterin der Logical Golf Global Investments GmbH, Hamburg |
| ― |
Herr Thies G.J. Goldberg, Unternehmensberater und geschäftsführender Gesellschafter der GOLDBERG CONSULTING GmbH, Hamburg, der RAPTOR Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg und der MonsAurum Beteiligungsverwaltung GmbH, Hamburg, Vorsitzender, weitere Aufsichtsratsmandate: ANSARES AG, Berlin (Vorsitzender), HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH, Hamburg |
| ― |
Herr Hans-Jörg Mellmann, selbständiger Unternehmensberater, Bornheim, stellvertretender Vorsitzender |
| ― |
Frau Sandra Münstermann, Head of Institutional International Client Management bei der DZ Bank AG, Frankfurt, weiteres Aufsichtsratsmandat: FMR Frankfurt Main Research AG, Frankfurt |
Das Grundkapital der Splendid Medien AG beträgt zum
30. Juni 2022 9.789.999,00 Euro und ist eingeteilt in
9.789.999 Inhaber-Stammaktien.
Zum 30. Juni 2022 liegt kein Aktienbesitz der
Organmitglieder vor.
Der Aktienbesitz der Organmitglieder umfasste im Vorjahr
(zum 30. Juni 2021):
| 30. Juni 2021 | ||
| Name | Anzahl der Aktien | % Anteil am Grundkapital |
| Aufsichtsrat | ||
| Dr. Ralph Drouven | 3.060 | 0,03 |
Als nahestehende Personen und Unternehmen
gemäß IAS 24 gelten für die Splendid Gruppe
die Personen bzw. Unternehmen, die die Gruppe beherrschen
bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diese
ausüben oder durch die Splendid Gruppe beherrscht bzw.
maßgeblich beeinflusst werden. Der
Mehrheitsaktionär Andreas R. Klein ist gem. IAS 24.13
als beherrschend einzustufen. Wir verweisen auf die Angaben
unter Punkt VI. "Übernahmerelevante Angaben nach
§§ 280a Absatz 1 und 315a Absatz 1 HGB und
erläuternder Bericht" im Geschäftsbericht 2021,
S. 45ff.
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der
Splendid Medien AG sowie die durch diese beherrschten bzw.
maßgeblich beeinflussten Unternehmen als nahestehende
Personen definiert.
Geschäftsvorfälle mit wesentlichen
Tochtergesellschaften werden im Zuge der Konsolidierung
eliminiert und nicht weiter erläutert. Neben den
Geschäftsbeziehungen zu den wesentlichen
Tochtergesellschaften bestanden folgende
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und
Unternehmen:
| in TEUR | Betrag | davon Aufwand | davon offen | Art der Tätigkeit | Abrechnung |
| Andreas R. Klein | 73 | 73 | 12 | Darlehensgewährung* | Zinsen gem. Vertrag |
| Andreas R. Klein | 190 | 190 | 63 | Beratung inkl. Nebenkosten | gem. Vertrag |
| Dr. Ralph Drouven (CMS Hasche Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern mbB) | 89 | 89 | 3 | Beratung | Abrechnung nach Stunden |
Es lagen keine berichtspflichtigen Tatsachen vor.
Köln, 24. August 2022
Splendid Medien AG
Der Vorstand
| Dr. Dirk Schweitzer | Björn Siecken |
| Vorstandsvorsitzender | Vorstand Finanzen |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
der Splendid Medien AG, Köln, zum 30. Juni 2022 ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der
voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind.
Köln, 24. August 2022
Der Vorstand
| Dr. Dirk Schweitzer | Björn Siecken |
| Vorstandsvorsitzender | Vorstand Finanzen |