Aurubis AG

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Aurubis AG ist ein weltweit tätiger Anbieter von Nichteisenmetallen. Als integrierter Konzern verarbeiten wir komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen höchster Reinheit. Neben unserem Kernmetall Kupfer umfasst unser Metallportfolio zudem Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetalle wie Tellur oder Selen sowie Metalle der Platingruppe.

Der Sitz des Unternehmens, an dem auch wesentliche Produktionsanlagen vorhanden sind, befindet sich in Hamburg (Deutschland). Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in Europa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.

GESCHÄFTSMODELL

Im Einklang mit unserer Vision 2025 werden wir unser bisheriges, auf Kupfer fokussiertes Geschäftsmodell in Zukunft konsequent um einen breiteren Multi-Metall-Ansatz erweitern. Das bedeutet, dass neben Kupfer auch verstärkt andere Metalle aus zielgerichtet eingekauften Rohstoffen und Zwischenprodukten extrahiert und mit Wertzuwachs zu verkaufsfähigen Produkten verarbeitet werden.

Hierfür verarbeiten wir Kupferkonzentrate, die aus Erzen gewonnen und am Weltmarkt von Minengesellschaften und Handelsgesellschaften angeboten werden. Die benötigten Rohstoffe für unsere beiden Primärhütten in Hamburg und Pirdop werden eingekauft, wir verfügen über keine eigenen Minen oder Beteiligungen an Minen. Als Käufer steht Aurubis hier im Wettbewerb mit anderen Primärkupferhütten, die ihre Standorte vor allem in China und Japan haben. Die Kupferkonzentrate für den Hamburger Standort erreichen uns vornehmlich auf dem Seeweg und werden über unser Hafenterminal in Brunsbüttel umgeschlagen. Dort findet zudem eine Vormischung der verschiedenen Kupferkonzentrate statt, entsprechend den Anforderungen unserer Produktion. Am Standort Pirdop in Bulgarien erreichen uns die Konzentrate sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg.

Neben Kupferkonzentraten setzen wir Altkupfer und weitere metallhaltige Recyclingmaterialien sowie zugekaufte Zwischenprodukte ein. Wir beschaffen Altkupfer und metallhaltige Recyclingrohstoffe für unsere beiden Sekundärhütten in Lünen (Deutschland) und Olen (Belgien) überwiegend im europäischen Markt. Auf der Anbieterseite sind vor allem die Unternehmen des Metallhandels vertreten, ein Teil der Recyclingrohstoffe erreicht uns aber auch auf dem direkten Weg von Produktherstellern. Nachfrageseitig konkurrieren wir vor allem mit anderen Kupfer- und Metallhütten sowie Metallverarbeitern, die ebenfalls Recyclingmaterialien einsetzen. Altkupferschrotte erreichen uns überwiegend auf dem Landweg.

Geschäftsmodell im Geschäftsjahr 2017/18

Standorte und Mitarbeiter

Alle in der Tabelle aufgeführten Gesellschaften sind vollkonsolidiert, mit Ausnahme der als nicht konsolidiert gekennzeichneten Gesellschaften.

Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg (DE), 308 Mitarbeiter, nicht konsolidiert, Anzahl Mitarbeiter nicht in der Tabelle berücksichtigt.

1 Nicht konsolidierte Gesellschaft.
2 Agentur/Selbständige Vertriebsmitarbeiter, nicht konsolidiert.

Rohstoffe

Konzentrate und Recyclingmaterialien sind die Rohstoffe, aus denen Kupfer erzeugt wird.

Vertriebsnetzwerk

Ein internationales Vertriebsnetzwerk sorgt für die Vermarktung unserer Produkte.

Produkte

Das Kupfer wird zu Produkten weiterverarbeitet. Einige Produkte gehen bereits aus der Kupfererzeugung hervor.

Schneidcenter

Kundennah positionierte ServiceCenter schneiden Bänder auf gewünschtes Maß.

Stand: 30. September 2018

Im Zuge unserer Produktionsprozesse verarbeiten wir Kupferkonzentrate und Altkupfer zu Kupferkathoden. Sie sind das Produktformat des Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen. Kupferkathoden sind außerdem das Ausgangsprodukt für die Herstellung weiterer Kupferprodukte, können aber auch direkt verkauft werden. Unser Produktangebot beinhaltet im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen. In der Weiterverarbeitung verfügen wir über Herstellungskapazitäten für Kupfergießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile.

Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Rohstoffen enthaltenen Begleitelemente von Kupfer. Dazu zählen insbesondere Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetalle wie Tellur oder Selen sowie Metalle der Platingruppe. Darüber hinaus produzieren wir Eisensilikat und Schwefelsäure. Letzteres entsteht in unseren Prozessen als Kuppelprodukt. Der Kreis der Abnehmer und Wettbewerber ist breit gefächert. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Chemischen Industrie, der Düngemittel- und der Minenindustrie.

Die Absatzmärkte für unsere Produkte weisen teilweise eine deutliche Fragmentierung auf. Zum direkten Kundenkreis von Aurubis gehören Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Kabel- und der Drahtindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.

Um den Wertstoffkreislauf für Kupfer und andere Metalle zu schließen, messen wir dem "Closing the Loop"-Ansatz einen hohen Stellenwert bei. Im Zentrum des Interesses stehen unter anderem Produktionsabfälle und Reststoffe, die entlang der Kupferwertschöpfungskette, beispielsweise bei unseren Kunden, in der Produktion anfallen. Die Materialien reichen von Altkupfer mit sehr hohen Kupfergehalten, das bei uns direkt wieder in der Kupferherstellung eingesetzt werden kann, bis hin zu Materialien von hochkupfer- und auch edelmetallhaltigen Stanzabfällen über legierte Schrotte bis hin zu Schlacken aus Gießereien und anderen industriellen Rückständen.

KONZERNSTRUKTUR

Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2017/18 an dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell orientiert. Zwei operative Segmente bilden das organisatorische Grundgerüst des Konzerns, auf dessen Basis auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 für das Geschäftsjahr 2017/18 erfolgt: das Segment Metal Refining & Processing und das Segment Flat Rolled Products.

Das Segment Metal Refining & Processing (MRP) verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altkupfer und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen mit höchster Qualität. Das Segment MRP umfasst organisatorisch die Ressorts Commercial und Operations. Das Ressort Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten. Das Ressort Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten. Unter anderem werden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Pirdop (Bulgarien), Olen (Belgien) und Lünen (Deutschland) Kupferkathoden hergestellt, die an den Standorten Hamburg (Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden.

Im zweiten Segment Flat Rolled Products (FRP) erfolgt eine Weiterverarbeitung und Vermarktung von Kupfer und Kupferlegierungen - im Wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen - zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten. Die wichtigsten Produktionsstandorte hierfür sind Zutphen (Niederlande), Buffalo (USA), Stolberg (Deutschland) und Pori (Finnland). Zum Segment gehören weiterhin Schneid- und Servicecenter in Birmingham (UK), Dolný Kubín (Slowakei) und Mortara (Italien) sowie Vertriebsbüros weltweit. Für das Segment FRP haben wir im Geschäftsjahr 2017/18 einen Vertrag mit der Wieland-Werke AG zum Verkauf des Segments geschlossen. Dieser steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die EU-Kartellbehörden. Somit sind die Voraussetzung für die Darstellung des Segments als nicht fortgeführte Aktivitäten gemäß IFRS 5 gegeben. Mit dem Verkauf planen wir uns vom Bandgeschäft zu trennen und unsere strategische Ausrichtung auf das Multi-Metall-Geschäft weiter zu stärken.

Eingerahmt wird der organisatorische Kern, der sich an der Wertschöpfungskette orientiert, von den beiden Funktionen Corporate Development und Technology sowie von Unterstützungseinheiten wie z. B. Human Resources oder Finance & Controlling.

Der Anteilsbesitz gemäß § 313 (2) HGB zum 30.09.2018 ist im Konzernanhang aufgelistet.

WESENTLICHE GESCHÄFTSRELEVANTE EINFLUSSGRÖSSEN

Wesentliche geschäftsspezifische Größen sind die Schmelz- und Raffinierlöhne für Rohstoffe, der Kupferpreis, die Kupferprämien und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure. Zudem kann durch effizientes Metallmehrausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt entstehen.

Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus ein Richtwert und bildet die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft.

Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern handelt es sich um Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.

Die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer dient als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte. Der Prämienaufschlag sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises.

Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung

Schematische Darstellung

Unsere Geschäftsentwicklung wird zudem von externen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen unter anderem der Konjunkturverlauf in Schlüsselländern und das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten, des Weiteren die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Veränderungen im Wechselkurs- und Zinsniveau sowie die Lage an unseren relevanten Märkten.

Unternehmenssteuerung

STEUERUNGSSYSTEM

Die Unternehmenssteuerung verfolgt das maßgebliche Ziel, den Unternehmenswert des Aurubis-Konzerns zu steigern. Zu diesem Zweck soll über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet werden.

KONZERNSTEUERUNGSKENNZAHLEN

Um im Rahmen der wertorientierten Unternehmenssteuerung den mittel- und langfristigen finanziellen Erfolg zu messen, verwendet Aurubis die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:

das operative Konzernergebnis vor Steuern = operatives EBT (Earnings before Taxes),

die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital = operativer ROCE (Return on Capital Employed) des Konzerns.

Diese Kennzahlen werden dem Vorstand regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt. Auch die variable Vergütung des Vorstands orientiert sich an diesen Kennzahlen.

Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Die in der Vergangenheit erfolgte Änderung des IAS 2 auf eine ausschließliche Anwendung der FIFO- oder Durchschnittsmethode wurde vom Aurubis-Konzern für interne Steuerungszwecke nicht umgesetzt, um die aus der Bewertung nach der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen zu vermeiden. Dabei handelt es sich um Bewertungseffekte, die unseres Erachtens für das Verständnis der Geschäftstätigkeit sowie des Ergebnisses des Aurubis-Konzerns aus operativer Perspektive zu eliminieren sind. Darüber hinaus sind aus Kaufpreisallokationen Einmaleffekte entstanden, die ebenso zu einer Verzerrung in der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Aurubis-Konzerns führen würden.

Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns erfolgt auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von diesen Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können.

Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:

Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5,

Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände,

Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen im Wesentlichen Sachanlagevermögen seit dem Geschäftsjahr 2010/11.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

scroll
in Mio. € 30.09.2018 30.09.2017
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile 1.406 1.375
Vorräte 1.549 1.387
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 374 357
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 191 216
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -904 -905
- Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -371 -388
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.246 2.042
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 329 298
Finanzergebnis 3 10
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 332 308
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 14,8 % 15,1 %

Der operative ROCE bezeichnet das Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) zum eingesetzten Kapital am Bilanzstichtag (operatives Capital Employed) und stellt die Rendite auf das eingesetzte Kapital dar.

Korrespondierend zur Ermittlung des operativen Ergebnisses erfolgt die Herleitung des operativen Capital Employed durch die Bereinigung der Bilanzpositionen nach IFRS um die vorgenannten Effekte.

Eine Überleitung der Bilanz und der GuV von IFRS auf "operativ" wird im Wirtschaftsbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Forschung, Entwicklung und Innovation

Im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation konzentrierten wir uns im Berichtszeitraum im Wesentlichen auf zwei große Arbeitsfelder: Zum einen arbeiteten wir an neuen Verfahrensentwicklungen für komplexe Materialien im Zuge der neuen Multimetall-Strategie und zum anderen zielten mehrere Projekte darauf ab, die bestehenden Kernprozesse weiter zu optimieren.

Für uns ist der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation ein wesentlicher Baustein, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. Daher haben wir uns in diesem Bereich weiter verstärkt und beschäftigten dort im Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt 78 Mitarbeiter (Vj. 67 Mitarbeiter). Diese verteilen sich auf die Standorte in Buffalo, Hamburg, Lünen, Olen, Pirdop, Pori, Stolberg, Finspång und Zutphen. Wir fördern einen intensiven Austausch zwischen den Standorten.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit war auch im Geschäftsjahr 2017/18 das strategische Projekt Future Complex Metallurgy (FCM). Wir entwickeln hier einen flexiblen Prozess samt industrieller Anlage, die die schnelle Ausbringung von Metallen aus komplexen Rohstoffen und Zwischenprodukten mit hoher Selektivität ermöglicht. Hierfür haben wir 2017/18 eine Vielzahl von Versuchen in den F&E-Pilotanlagen durchgeführt, die dazu beitragen, den metallurgischen Prozess für das Projekt zu validieren und weiterzuentwickeln. Die Versuche zielen zudem darauf ab, die Anlaufphase der neuen Anlagen zu unterstützen und kontinuierlich zu optimieren. Auch für das kommende Geschäftsjahr sind Versuche geplant, die die wichtigsten Prozessparameter identifizieren sollen, um einen stabilen Prozess zu liefern. Aus dem FCM-Projekt ergeben sich weitere Folgeprojekte, die die nachgelagerten Prozesse betreffen. Wir überprüfen hier beispielsweise die bestehenden Anlagen hinsichtlich ihrer Kapazitäten und Ausbringungszeiten.

Im Zuge unserer Bestrebungen, die bestehenden Kernprozesse im Bereich der Primär- und der Sekundärkupfererzeugung weiter zu optimieren, setzen wir verstärkt Sensorik ein. Zusammen mit der mineralogischen Charakterisierung des Einsatzmaterials verbessern wir damit die Stabilität und die Kontrolle der Kernprozesse und wollen so die Metallausbringung steigern. Um speziell diese Themen - die sich unter dem Schlagwort "Digitalisierung" zusammenfassen lassen - weiter voranzutreiben, haben wir unser Team in diesem Kompetenzbereich 2017/18 weiter ausgebaut. Unser Ziel ist es, die komplexen operativen Prozesse mit Methoden der Advanced Analytics zu unterstützen. Nur bei einer hinreichenden Datengrundlage, können wir Verbesserungen nachhaltig umsetzen. Ein Beispiel hierfür ist die datengestützte Vorhersage des Energieverbrauchs am Standort Hamburg. Sie soll uns ermöglichen, flexibler auf schwankende Energiepreise zu reagieren.

Mit dem Ziel, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, haben wir im Teilbereich der mathematischen Modellierung Prototypen zur Unterstützung der operationalen Produktionsplanung angefertigt und sind aktuell dabei, sie zu implementieren. Zusätzlich wurden weitere Modelle entwickelt, um die Produktion zu unterstützen. Wir planen, hiermit z. B. unser Energiemanagement zu verbessern, und arbeiten hierfür gemeinsam mit externen Instituten daran, ein praktikables, stabiles, effizientes und flexibles Energiesystem zu entwickeln.

Wie schon im vergangenen Geschäftsjahr haben wir auch 2017/18 an einer Verbesserung der Metallausbringung aus der Eisensilikatschlacke gearbeitet. Wir forschen in diesem Zusammenhang an einer neuen Prozessmetallurgie, die die selektive Ausbringung der enthaltenen Metalle ermöglicht. Diese verbesserte Ausbringung soll sich auch positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Primärkupfererzeugung auswirken.

Für das Segment Flat Rolled Products haben wir im Berichtsjahr an der Weiterentwicklung und Vermarktung bleifreier Zerspanungswerkstoffe gearbeitet. Für den Draht-Bereich sind wir dabei verschiedene Legierungsvarianten aus der BlueBrass-Familie zu entwickeln.

Im Produktbereich Steckverbinder arbeiteten wir im Berichtsjahr an der Bemusterung von niedriglegierten, hochleitfähigen Kupferlegierungen.

Wir haben uns im Geschäftsjahr 2017/18 zudem mit Grundlagenforschung auf den Gebieten der Batterietechnologie und der Leistungselektronik beschäftigt. Wir tun dies unter anderem im Rahmen öffentlich geförderter Projekte gemeinsam mit universitären und industriellen Partnern. Erste Entwicklungsergebnisse aus dem Geschäftsbereich Leistungselektronik haben wir erfolgreich in Form von Patentanmeldungen umgesetzt.

Im Geschäftsjahr 2017/18 betrugen die F&E-Aufwendungen im gesamten Aurubis-Konzern 12 Mio. €, verglichen mit 11 Mio. € im Berichtsjahr 2016/17.

F&E-Aufwendungen

in Mio. €

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Am 30.09.2018 arbeiteten in der Aurubis-Gruppe weltweit 6.673 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren 56,6 % an deutschen Standorten und 43,4 % im Ausland beschäftigt. Wir haben uns im Berichtsjahr insbesondere im Hinblick auf viele Zukunftsthemen personell verstärkt. Dazu gehören Bereiche wie Forschung, Entwicklung und Innovation, Technologie oder das interne Wachstumsprojekt Future Complex Metallurgy.

Im Wesentlichen haben sich unsere Mitarbeiter auf folgende Länder verteilt: Deutschland (3.780), Bulgarien (866), USA (647), Belgien (609), Niederlande (311), Finnland (262) und Italien (123).

Mitarbeiter im Aurubis-Konzern

Anzahl am 30.09.

1 Ohne Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG.

Mitarbeiterstruktur Aurubis-Konzern

Anzahl am 30.09.2018

Umwelt- und Gesundheitsschutz

UMWELTSCHUTZ IM KONZERN

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt und den Schutz des Klimas. Für unsere Produktion setzen wir daher auf moderne und energieeffiziente Anlagentechnik, die zudem sehr hohen Umweltschutzstandards gerecht wird. Auf diese Weise schonen wir die natürlichen Ressourcen und erhalten eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, entsprechende Kennzahlen definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft.

Umweltschutzinvestitionen im Bereich der Kupfererzeugung

in Mio. €

Die kontinuierliche Verbesserung des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes ist Voraussetzung für einen nachhaltigen Umweltschutz. Daher wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 560 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen in der Primär- und Sekundärkupfererzeugung investiert.

GESUNDHEITSSCHUTZ IM KONZERN

Die Aufgabe des Gesundheitsschutzes im Konzern ist es, die technischen, organisatorischen und menschlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden.

Die Unfallhäufigkeit wird mit der Kennzahl LTIFR (1-n) ausgedrückt. Es steht für Lost Time Injury Frequency Rate = Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einer ausgefallenen Schicht, pro 1 Mio. gearbeitete Stunden.

Nachdem die Unfallhäufigkeit in den zurückliegenden Jahren deutlich und kontinuierlich gesenkt werden konnte, mussten wir im Geschäftsjahr 2017/18 einen Rückschritt verzeichnen. Bezogen auf die Aurubis-Mitarbeiter, belief sich die LTIFR (1-n) im Geschäftsjahr 2017/18 auf 6,1 nach 4,8 im Vorjahr. Die absolute Anzahl der Unfälle betrug 60, nach 47 im Vorjahr.

Seit 2010 setzen wir uns kurz- und mittelfristige Ziele im Bereich der Arbeitssicherheit und arbeiten an der Verwirklichung unserer langfristigen Vision Zero, sprich: einer vollständig unfallfreien Arbeitsumgebung. Unser mittelfristiges Ziel ist es, bis 2022 eine LTIFR (1-n) von ≤ 1,0 zu erreichen.

Unfallhäufigkeit

LTIFR = Lost Time Injury Frequency Rate

LTIFR (1-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mindestens einer vollständigen Schicht
LTIFR (4-n) - Unfälle mit Zeitausfall von mehr als drei vollständigen Schichten

Gesonderter nichtfinanzieller Bericht

Weiterführende Informationen zu den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energie und Klima sowie Gesundheitsschutz sind dem Abschnitt Nachhaltigkeit zu entnehmen.

Die Aurubis AG berichtet über den Aurubis-Konzern sowie über die Aurubis-AG in Form eines zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts, dessen Inhalte ebenfalls in dem Abschnitt Nachhaltigkeit enthalten sind.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2017/18 grundsätzlich positiv. Der Internationale Währungsfonds (IWF www.imf.org) geht in seiner Herbstprognose für das globale Wirtschaftswachstum 2018 von einer Steigerung in Höhe von 3,7 % aus und liegt damit nur leicht unter seiner Frühjahrsprognose.

Laut IWF kommen die stärksten Wachstumsimpulse aus Asien, insbesondere aus China und Indien, sowie den USA. Die anhaltenden Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China sehen die Währungshüter allerdings auch als einen der größten Risikofaktoren für das globale Wachstum.

Erwartetes BIP-Wachstum 2018

in %

Quelle: International Monetary Fund, Okt. 2018

Hinsichtlich der Eurozone prognostiziert der IWF für 2018 ein weiterhin solides Wachstum von 2,0 %, unter anderem getrieben von Deutschland mit einem vorhergesagten Wachstumsplus von 1,9 %. Beide Werte liegen allerdings etwas niedriger als zunächst in der Frühjahrsprognose angenommen. Als wesentliche Treiber nennt der IWF eine anhaltend hohe Inlandsnachfrage bei niedrigen Arbeitslosenzahlen sowie die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Für die USA sagt der IWF ein Wirtschaftswachstum von 2,9 % für 2018 voraus. Ein wesentlicher Treiber für das gute Wachstum sind weiterhin die fiskalpolitischen Maßnahmen. Die größten Risiken für die amerikanische Wirtschaft sieht der IWF im Kurs der US-Regierung - speziell im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit China.

Die Wirtschaft in China soll auch 2018 anhaltend kräftig wachsen. Mit 6,6 % wird das Wirtschaftswachstum voraussichtlich auf dem Niveau der April-Einschätzung liegen.

Die globalen Finanzmärkte zeigten sich 2018 überwiegend freundlich. In den USA hob die US-Zentralbank den Leitzins im Laufe des Jahres mehrfach an. Im September lag dieser bei 2,00 bis 2,25 %. In Europa hielt die Europäische Zentralbank an ihrer Nullzinspolitik fest, kündigte aber an, ab Ende 2018 keine Anleihekäufe mehr zu tätigen.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Wir sind überwiegend im internationalen Kupfermarkt und in seinen Teilmärkten aktiv. In diesen ergaben sich im Geschäftsjahr 2017/18 folgende Entwicklungen:

Der internationale Markt für Kupferkonzentrate war 2018 von einer hohen Minenproduktion und damit einer guten Konzentratverfügbarkeit gekennzeichnet. Trotz einer Reihe von Tarifverhandlungen zwischen Minen und Gewerkschaften speziell in Südamerika kam es zu keinen wesentlichen Produktionsausfällen durch Streiks. Auch die Auswirkungen unfallbedingter oder witterungsbedingter Produktionsausfälle blieb gering. Die Quote an Produktionsausfällen insgesamt - die auf die vorgenannten Gründe zurückgehen - ging laut dem Research-Unternehmen Wood Mackenzie von 5,5 % im Vorjahr auf 1,8 % für das laufende Jahr 2018 zurück. Neben den geringen Produktionsausfällen trugen Minenerweiterungen und Wiederinbetriebnahmen von zuvor stillgelegten Minen zu der höheren Produktion bei. Als Folge wird die Minenproduktion von Kupfer 2018, nach Angaben der International Copper Study Group (ICSG), voraussichtlich um etwa 2 % höher ausfallen und sich auf 20,5 Mio. t belaufen (Kupferinhalt).

Auf Seiten der Hüttenindustrie kam es hingegen 2018 zu vermehrten Stillständen im asiatischen Raum, vornehmlich aufgrund von Umweltauflagen. Angesichts von Produktionseinschränkungen reduzierte sich zusätzlich die Nachfrage einiger Hütten in Asien nach Kupferkonzentrat.

Der europäische Markt für Recyclingrohstoffe hat sich im Geschäftsjahr 2017/18 für Hütten erneut als Käufermarkt erwiesen. Das Mengenangebot an Altkupfer war insbesondere im Herbst 2017 sehr hoch und das in allen bedeutenden Schrotthandelsregionen. Die gestiegenen Kupferpreise in Kalenderjahr 2017 sorgten für einen guten Mengenfluss aus den Sammel- und Aufbereitungsaktivitäten des Metallhandels. Auf der Nachfrageseite stand dem eine gute Versorgungslage von Hütten und anderen Konsumenten gegenüber. Aufgrund der von China eingeführten Restriktionen bei der Einfuhr von Kupferschrotten mit hohen Verunreinigungen war im Verlauf des Kalenderjahres 2018 eine stärkere Nachfrage chinesischer Konsumenten nach hochreinen Kupferschrotten aus Europa spürbar. Gepaart mit dem im Jahr 2018 zeitweise rückläufigen Kupferpreis führte dies zunächst zu einer Verknappung am Altkupfermarkt. Gegenläufig wirkte ein höheres Angebot an Recyclingmaterialien aus den USA, aufgrund der Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China. Die vom Research-Unternehmen CRU veröffentlichten Verarbeitungsentgelte für Altkupfer in Europa blieben allerdings im Vergleich zu den vergangenen Jahren auf einem anhaltend guten Niveau. Komplexe Recyclingrohstoffe wie Elektro- und Elektronikschrotte standen am Markt ausreichend zur Verfügung.

Die Produktion von raffiniertem Kupfer war im Geschäftsjahr 2017/18 vornehmlich von zwei Faktoren beeinflusst. Auf der einen Seite die bereits genannten Produktionsstillstände bei Hütten in Asien, darunter Indien, China und Japan sowie vereinzelte Hüttenstillstände in Chile. Diesen standen Kapazitätserweiterungen in der Volksrepublik China und eine mit rund 85 % gute Auslastung der weltweiten Raffinierkapazitäten im Zeitraum Januar bis Juli 2018 gegenüber. Entscheidend war auch die gute Verfügbarkeit von Altkupfer, die nach Einschätzung der ICSG im Jahr 2018 zu einem Anstieg der Sekundärproduktion um 6 % führen wird. Insgesamt geht die ICSG davon aus, dass die Weltproduktion von raffiniertem Kupfer im Jahr 2018 um 2,7 % über der des Vorjahres liegen wird und damit bei rund 24,2 Mio. t.

Auf der Nachfrageseite für raffiniertes Kupfer hat es in den ersten sieben Monaten 2018 nur wenig Veränderung gegenüber dem Vorjahr gegeben. Mit 13,8 Mio. t liegt das Niveau leicht über dem Wert des Vergleichszeitraums 2017. Für das Gesamtjahr rechnet die ICSG mit einem Anstieg der Weltnachfrage um 2,1 % auf 24,3 Mio. t. Größere Unsicherheiten sind hierbei mit der Ermittlung der Kupfernachfrage in China verbunden.

Die Höhe der Börsenbestände an Kupferkathoden zeigte sich im Verlauf 2018 deutlich rückläufig. Nach rund 577.000 t am Anfang des Geschäftsjahres waren zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 bei den Metallbörsen LME, COMEX und SHFE insgesamt rund 495.000 t eingelagert. Zusätzlich reduzierten sich die Kupferbestände in chinesischen Zolllagern am Ende des Geschäftsjahres um rund 13 % auf 430.000 t.

Am Weltmarkt für raffiniertes Kupfer gab es in den ersten sechs Monaten 2018 nach Angaben der ICSG ein leichtes Produktionsdefizit von 51.000 t. Auch für das Gesamtjahr 2018 erwartet die ICSG ein leichtes Defizit von rund 90.000 t.

Der internationale Markt für Gießwalzdraht, der weltweit rund 75 % der globalen Kathodenproduktion aufnimmt, entwickelte sich im ersten Halbjahr 2018 weiter stabil. Wir liefern unseren Gießwalzdraht vornehmlich nach Europa. Hier zog das Wachstum im ersten Halbjahr 2018 mit einem Plus von über 4 % deutlich an. Neben der anhaltend guten Konjunktur lag dies unter anderem an der niedrigen Vergleichsperiode 2017. Diese war beeinflusst durch Bestandskorrekturen im Kabelbereich aufgrund einer Normänderung für Kabel innerhalb der Europäischen Union im Hinblick auf ihre Feuerbeständigkeit, die zu Unsicherheiten bei Abnehmern führte. Während sich die Nachfrage in Nordeuropa stabil entwickelte, konnte das Wachstum in Südeuropa deutlich zulegen. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet CRU ein europäisches Nachfragewachstum von rund 4 %.

Der globale Markt für Schwefelsäure entwickelte sich im Geschäftsjahr 2017/18 sehr erfreulich. Eine hohe Nachfrage einerseits und die Stillstände auf Hüttenseite andererseits führten zu einer Marktverengung und damit zu steigenden Preisen. Die gleitenden Durchschnittswerte lagen nach Angaben des Branchendienstleisters ICIS zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 für mehrere Notierungen weltweit auf einem Mehrjahreshoch. Nachfragezuwächse kamen aus der Metallindustrie, wo Schwefelsäure im Bergbau zur Verarbeitung bestimmter Erze eingesetzt wird, sowie aus der Düngemittelindustrie.

Der LME-Kupferpreis war im Geschäftsjahr 2017/18 von hoher Volatilität gekennzeichnet, vornehmlich geprägt durch Spekulationen zum Ausgang der Tarifverhandlungen zwischen Minen und Gewerkschaften sowie den Fortgang der Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China. Nach einem Kupferpreis von 6.455 US$/t (Settlement) Anfang Oktober 2017 und einer von Kursschwankungen gekennzeichneten Entwicklung schloss das Geschäftsjahr mit einem LME-Kupferpreis von 6.180 US$/t (Settlement). Der Tiefstwert des Jahres lag bei 5.823 US$/t (04.09.2018), knapp drei Monate vorher lag der Höchstwert bei 7.263 US$/t (08.06.2018). Im Geschäftsjahresdurchschnitt ergab sich ein Wert von 6.684 US$/t (Vj. 5.781 US$/t).

Kupferpreis und Kupfer-Börsenbestände

vom 01.10.2017 bis 30.09.2018

Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns

ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DES AURUBIS-KONZERNS

Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt ergänzend zur Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS die Erläuterung der Ertrags- und Vermögenslage auf Basis operativer Werte.

Nach IFRS sind mit Unterzeichnung des Termsheets am 12.02.2018 die Voraussetzungen für die Darstellung des Segments Flat Rolled Products (FRP) als nicht fortgeführte Aktivitäten gegeben. Die Aurubis AG und die Wieland-Werke AG haben am 29.03.2018 den Vertrag zum Verkauf des Segments FRP unterzeichnet. Der Vollzug des Kaufvertrages steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Eine finale Entscheidung wird für Anfang 2019 erwartet.

Für das Segment FRP sind somit im Geschäftsjahr 2017/18 die besonderen Ausweis- und Bewertungsvorschriften des IFRS 5 zu berücksichtigen. Diese schließen unter anderem einen aggregierten und gesonderten Ausweis des Konzernergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen aggregierten und gesonderten Ausweis der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten in der Konzernbilanz ein. Ferner sind zusätzliche Anhangangaben zu tätigen. Im Hinblick auf die Bewertung nach IFRS 5 sind unter anderem die planmäßigen Abschreibungen im Segment FRP sowie eine ergebniswirksame Fortschreibung von At Equity konsolidierten Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG (Schwermetall) im IFRS-Konzernabschluss auszusetzen.

Der Vorstand führt das Segment FRP weiterhin als operatives Berichtssegment und damit einhergehend wird die operative Finanzberichterstattung bis zum Zeitpunkt des Vollzugs der Verkaufstransaktion unverändert zur bisherigen Finanzberichterstattung fortgeführt.

Infolgedessen werden in der Überleitung von der IFRS-Berichterstattung zur operativen Berichterstattung die bilanziellen Auswirkungen aus IFRS 5 rückgängig gemacht.

In Bezug auf die Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden daher die Positionen der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder separat ausgewiesen und für die Bewertung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile wie bisher berücksichtigt. Zur Darstellung des operativen Erfolgs des Aurubis-Konzerns werden anschließend die Bewertungseinflüsse im Vorrats- und Anlagevermögen bereinigt.

Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse im Vorratsvermögen aus der Anwendung des IAS 2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände. Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung im Anlagevermögen um Effekte aus Kaufpreisallokationen im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen (Purchase Price Allocation = PPA) seit dem Geschäftsjahr 2010/11.

In Bezug auf die Überleitung der Konzernbilanz werden die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder disaggregiert ausgewiesen und die Bewertungseffekte auf die betroffenen Bilanzpositionen wie bisher berücksichtigt. Anschließend werden zur Darstellung des operativen Erfolgs des Aurubis-Konzerns ebenfalls Bewertungseinflüsse im Vorrats- und Anlagevermögen bereinigt.

Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2017/18 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder.

Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

scroll
12 Monate 2017/18
Bereinigungseffekte
in Mio. € IFRS aus fortgeführten Aktivitäten nicht fortgeführten Aktivitäten Vorräte PPA operativ
Umsatzerlöse 10.424 1.270 0 0 11.694
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0 -1 -7 0 -8
Andere aktivierte Eigenleistungen 19 0 0 0 19
Sonstige betriebliche Erträge 43 2 0 0 45
Materialaufwand -9.464 -1.039 -33 0 -10.536
Rohergebnis 1.022 232 -40 0 1.214
Personalaufwand -352 -132 0 0 -484
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -119 -14 0 3 -130
Sonstige betriebliche Aufwendungen -217 -51 0 0 -268
Betriebsergebnis (EBIT) 334 35 -40 3 332
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 0 13 -2 0 11
Zinserträge 3 0 0 0 3
Zinsaufwendungen -16 -2 0 0 -18
Übrige finanzielle Erträge 1 0 0 0 1
Übrige finanzielle Aufwendungen 0 0 0 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 322 46 -42 3 329
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -59 -16 14 -3 -64
Konzernergebnis 263 30 -28 0 265
scroll
12 Monate 2016/17
Bereinigungseffekte
in Mio. € IFRS aus fortgeführten Aktivitäten nicht fortgeführten Aktivitäten Vorräte PPA operativ
Umsatzerlöse 9.880 1.160 0 0 11.040
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -17 22 -70 0 -65
Andere aktivierte Eigenleistungen 9 0 0 0 9
Sonstige betriebliche Erträge 47 0 0 0 47
Materialaufwand -8.826 -948 -88 0 -9.862
Rohergebnis 1.093 234 -158 0 1.169
Personalaufwand -338 -132 0 0 -470
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -121 -14 0 3 -132
Sonstige betriebliche Aufwendungen -210 -49 0 0 -259
Betriebsergebnis (EBIT) 424 39 -158 3 308
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 0 11 -3 0 8
Zinserträge 3 0 0 0 3
Zinsaufwendungen -18 -2 0 0 -20
Übrige finanzielle Erträge 0 0 0 0 0
Übrige finanzielle Aufwendungen -1 0 0 0 -1
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 408 48 -161 3 298
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -90 -14 43 -1 -62
Konzernergebnis 318 34 -118 2 236

Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten

ERTRAGSLAGE (OPERATIV)

Das operative EBT des Geschäftsjahres beträgt 329 Mio. € und leitet sich aus den fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten des IFRS-Ergebnisses vor Ertragsteuern wie folgt ab:

Im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte der Aurubis-Konzern aus fortgeführten Aktivitäten ein IFRS-Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 322 Mio. € (Vj. 408 Mio. €). Das IFRS-Ergebnis vor Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten beträgt 46 Mio. € (Vj. 48 Mio. €).

Die bilanziellen Auswirkungen aus dem IFRS 5, der auf das Segment FRP seit Anfang März angewendet wird, sind zur Herleitung des operativen Ergebnisses rückgängig gemacht worden. Dementsprechend sind planmäßige Abschreibungen (-8 Mio. €) sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile an Schwermetall (9 Mio. €) in der Überleitung zum operativen Ergebnis wie bisher berücksichtigt worden.

Zur Überleitung zum operativen Ergebnis sind überdies Bewertungseffekte im Vorratsvermögen in Höhe von -42 Mio. € (Vj. -161 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie Effekte aus Kaufpreisallokationen in Höhe von 3 Mio. € (Vj. 3 Mio. €) bereinigt worden, um zum operativen Ergebnis vor Steuern von 329 Mio. € (Vj. 298 Mio. €) zu gelangen.

Das operative EBT war positiv beeinflusst durch:

einen höheren Konzentratdurchsatz aufgrund guter Performance der beiden Standorte Hamburg und Pirdop. Das Vorjahr war belastet durch einen geplanten Wartungsstillstand in Hamburg im 1. Quartal 2016/17,

deutlich gestiegene Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot,

höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Absatzpreise,

ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Kupferpreisen,

einen deutlich höheren Absatz bei Gießwalzdrahtprodukten,

einen höheren Absatz bei Flachwalzprodukten sowie

weitere positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm.

Gegenläufig wirkte der schwächere US-Dollar.

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 654 Mio. € auf 11.694 Mio. € (Vj. 11.040 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den durchschnittlich höheren Kupferpreis zurückzuführen.

Aufteilung Umsatzerlöse

scroll
in % 2017/18 2016/17
Inland 34 35
Europäische Union 37 36
Übriges Europa 4 5
Sonstige 25 24
Gesamt 100 100

Die Bestandsveränderung betrug -8 Mio. €. Die Bestandsveränderung des Vorjahres in Höhe von -65 Mio. € resultierte im Wesentlichen aus der Verminderung von Kupferbeständen.

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen um 674 Mio. € von 9.862 Mio. € im Vorjahr auf 10.536 Mio. €.

Andere aktivierte Eigenleistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr um 10 Mio. € auf 19 Mio. € (Vj. 9 Mio. €). Die Erhöhung betrifft im Wesentlichen Tätigkeiten für das Projekt Future Complex Metallurgy.

Nach Einbeziehung der sonstigen betrieblichen Erträge ergab sich ein Rohergebnis in Höhe von 1.214 Mio. € (Vj. 1.169 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg von 470 Mio. € im Vorjahr auf 484 Mio. €. Ursächlich waren Tarifsteigerungen sowie eine leicht gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns im Berichtsjahr insbesondere im Hinblick auf viele Zukunftsthemen personell verstärkt. Dazu gehören Bereiche wie Forschung, Entwicklung und Innovation, Technologie oder das Projekt Future Complex Metallurgy. Gegenläufig wirkten wechselkursbedingt niedrigere Personalkosten am Standort Buffalo, USA.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 130 Mio. € leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj. 132 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 268 Mio. € im Vergleich zu 259 Mio. € im Vorjahr.

Umsatzentwicklung nach Produkten

in Mio. €

Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 332 Mio. € (Vj. 308 Mio. €).

Die Netto-Zinsaufwendungen lagen mit 15 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (17 Mio. €). Der Rückgang resultierte aus der reduzierten Bruttoverschuldung im Zusammenhang mit der Tilgung von Schuldscheindarlehen.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 329 Mio. € (Vj. 298 Mio. €).

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in Höhe von 265 Mio. € (Vj. 236 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 5,87 € (Vj. 5,21 €).

ERTRAGSLAGE (IFRS) AUS FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN

Aufgrund der Klassifizierung des Segments FRP als zur Veräußerung vorgesehene Aktivitäten beziehen sich die nachfolgenden Kennzahlen zur Ertragslage ausschließlich auf die fortgeführten Aktivitäten.

Der Aurubis-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2017/18 ein Konzernergebnis in Höhe von 263 Mio. € (Vj. 318 Mio. €).

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

scroll
in Mio. € 2017/18 IFRS 2016/17 IFRS
Umsatzerlöse 10.424 9.880
Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen 19 -8
Sonstige betriebliche Erträge 43 47
Materialaufwand -9.464 -8.826
Rohergebnis 1.022 1.093
Personalaufwand -352 -338
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -119 -121
Sonstige betriebliche Aufwendungen -217 -210
Betriebsergebnis (EBIT) 334 424
Finanzergebnis -12 -16
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 322 408
Ertragsteuern -59 -90
Konzernergebnis 263 318

Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum um 544 Mio. € auf 10.424 Mio. € (Vj. 9.880 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den durchschnittlich höheren Kupferpreis zurückzuführen.

Andere aktivierte Eigenleistungen erhöhten sich im Geschäftsjahr um 10 Mio. € auf 19 Mio. € (Vj. 9 Mio. €). Die Erhöhung betrifft im Wesentlichen Tätigkeiten für das Projekt Future Complex Metallurgy.

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zu den Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen um 638 Mio. € von 8.826 Mio. € im Vorjahr auf 9.464 Mio. €.

Nach Einbeziehung der sonstigen betrieblichen Erträge ergab sich ein Rohergebnis in Höhe von 1.022 Mio. € (Vj. 1.093 Mio. €).

Die Veränderung des Rohergebnisses war, neben den bereits in der Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten, auch durch die Metallpreisentwicklung begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen, die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis. Die Abbildung dieser Volatilität im IFRS-Rohergebnis ist nicht Cashflow-relevant und spiegelt auch nicht die operative Performance von Aurubis wider.

Der Personalaufwand stieg von 338 Mio. € im Vorjahr auf 352 Mio. €. Ursächlich waren Tarifsteigerungen sowie eine leicht gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns im Berichtsjahr insbesondere im Hinblick auf viele Zukunftsthemen personell verstärkt. Dazu gehören Bereiche wie Forschung, Entwicklung und Innovation, Technologie oder das Projekt Future Complex Metallurgy.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen mit 119 Mio. € leicht unter dem Vorjahresniveau (Vj. 121 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 217 Mio. € im Vergleich zu 210 Mio. € im Vorjahr.

Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 334 Mio. € (Vj. 424 Mio. €).

Die Netto-Zinsaufwendungen lagen mit 13 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (15 Mio. €). Der Rückgang resultierte aus der reduzierten Bruttoverschuldung im Zusammenhang mit der Tilgung von Schuldscheindarlehen.

Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 322 Mio. € (Vj. 408 Mio. €).

Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 263 Mio. € (Vj. 318 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten lag bei 5,81 € (Vj. 7,04 €).

VERMÖGENSLAGE (OPERATIV)

Die Tabelle Überleitung der Konzernbilanz gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.09.2018 und zum 30.09.2017 wieder.

Die Bilanzsumme erhöhte sich, insbesondere aufgrund gestiegener Vorratsbestände, von 3.975 Mio. € zum 30.09.2017 auf 4.077 Mio. € zum 30.09.2018.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 174 Mio. € von 2.087 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.261 Mio. € zum 30.09.2018. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das operative Konzernergebnis von 265 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenzahlung in Höhe von 67 Mio. € sowie das sonstige Ergebnis aus Marktbewertungen von Sicherungsgeschäften von 27 Mio. € aus.

Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) somit bei 55,5 % gegenüber 52,5 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

scroll
in Mio. € 30.09.2018 30.09.2017
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 248 317
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 33 23
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 281 340
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 8
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 33 11
Finanzverbindlichkeiten 314 351

Die Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 314 Mio. € lagen zum 30.09.2018 unter dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (351 Mio. €). Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Tilgung von Schuldscheindarlehen im Februar 2018.

Überleitung der Konzernbilanz

scroll
30.09.2018
Bereinigungseffekte
in Mio. € IFRS aus fortgeführten Aktivitäten nicht fortgeführten Aktivitäten Vorräte PPA operativ
AKTIVA
Anlagevermögen 1.354 174 -13 -32 1.483
Latente Steuern 3 1 25 0 29
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 28 2 0 0 30
Vorräte 1.681 274 -406 0 1.549
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 385 122 0 0 507
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 461 18 0 0 479
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 590 -590 0 0 0
Summe Aktiva 4.502 1 -394 -32 4.077
PASSIVA
Eigenkapital 2.566 1 -281 -25 2.261
Latente Steuern 188 16 -113 -7 84
Langfristige Rückstellungen 254 34 0 0 288
Langfristige Verbindlichkeiten 281 1 0 0 282
Kurzfristige Rückstellungen 34 8 0 0 42
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.017 103 0 0 1.120
Verbindlichkeiten aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 162 -162 0 0 0
Summe Passiva 4.502 1 -394 -32 4.077
scroll
30.09.2017
Bereinigungseffekte
in Mio. € IFRS Vorräte PPA operativ
AKTIVA
Anlagevermögen 1.489 -11 -34 1.444
Latente Steuern 6 25 0 31
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 32 0 0 32
Vorräte 1.752 -366 0 1.386
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 511 0 0 511
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 571 0 0 571
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 0 0 0 0
Summe Aktiva 4.361 -352 -34 3.975
PASSIVA
Eigenkapital 2.366 -254 -25 2.087
Latente Steuern 205 -98 -9 98
Langfristige Rückstellungen 307 0 0 307
Langfristige Verbindlichkeiten 344 0 0 344
Kurzfristige Rückstellungen 39 0 0 39
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.100 0 0 1.100
Verbindlichkeiten aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 0 0 0 0
Summe Passiva 4.361 -352 -34 3.975

Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten Ertrags- Vermögens- und Finanzlage des Konzerns.

KAPITALRENDITE (OPERATIV)

Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten vier Quartale ermittelt.

Aufgrund des angestiegenen eingesetzten Kapitals lag der operative ROCE bei 14,8 % gegenüber 15,1 % in der Vergleichsperiode.

Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) operativ

scroll
in Mio. € 30.09.2018 30.09.2017
Anlagevermögen ohne Finanzanlagen und At Equity bewertete Anteile 1.406 1.375
Vorräte 1.549 1.387
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 374 357
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 191 216
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -904 -905
- Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten -371 -388
Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag 2.246 2.042
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 329 298
Finanzergebnis 3 10
Ergebnis vor Ertragsteuern und Finanzergebnis (EBIT) 332 308
Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) 14,8 % 15,1 %

VERMÖGENSLAGE (IFRS)

Aufgrund der Klassifizierung des Segments FRP als nicht fortgeführte Aktivitäten beziehen sich die nachfolgenden Werte zur Vermögenslage des laufenden Jahres im Wesentlichen auf die fortgeführten Aktivitäten im Konzern.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.361 Mio. € zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 4.502 Mio. € zum 30.09.2018, insbesondere aufgrund gestiegener Vorratsbestände zum Bilanzstichtag.

Bilanzstruktur des Konzerns

scroll
in % 30.09.2018 30.09.2017
Anlagevermögen 30 34
Vorräte 37 40
Forderungen etc. 10 13
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 13 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10 13
100 100
Eigenkapital 57 54
Rückstellungen 10 13
Verbindlichkeiten 29 33
Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 4 0
100 100

Das Eigenkapital des Konzerns stieg um 200 Mio. € von 2.366 Mio. € zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.566 Mio. € zum 30.09.2018. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 263 Mio. € sowie aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 29 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich die Dividendenzahlung in Höhe von 67 Mio. € sowie das sonstige Ergebnis aus Marktbewertungen von Sicherungsgeschäften von 27 Mio. € aus.

Insgesamt lag die Eigenkapitalquote am 30.09.2018 bei 57,0 % gegenüber 54,2 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten dar:

Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten

scroll
in Mio. € 30.09.2018 30.09.2017
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 248 317
Langfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 33 23
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 281 340
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 8
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3 3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 33 11
Finanzverbindlichkeiten 314 351

Die Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 314 Mio. € lagen zum 30.09.2018 unter dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (351 Mio. €). Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Tilgung von Schuldscheindarlehen im Februar 2018.

KAPITALRENDITE (IFRS)

Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE wird unter Kapitalrendite erläutert.

FINANZLAGE DES AURUBIS-KONZERNS

Die nachfolgende Kommentierung bezieht sowohl die fortgeführten als auch die nicht fortgeführten Aktivitäten ein.

Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den kurz- und langfristigen Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Diese Schwankungen resultieren insbesondere aus dem operativen Geschäft und dienen im Wesentlichen der Finanzierung des Net Working Capital.

Die Entwicklung der Liquiditätsposition des Aurubis-Konzerns wird zeitnah und regelmäßig verfolgt. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen. Im Berichtsjahr haben wir fälligkeitsbedingt zwei Schuldscheindarlehen zurückgeführt.

Die wesentliche Kennzahl für die Steuerung der Verschuldung bildet die Schuldendeckung, die die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten, vermindert um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) ins Verhältnis zum Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) setzt und darstellt, wie viele Perioden für eine Tilgung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten aus den Erträgen des Unternehmens bei unveränderter Ertragslage benötigt würden.

Die Kennzahl Zinsdeckung gibt Auskunft über die Abdeckung des Zinsergebnisses durch das Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA).

Langfristig soll eine ausgewogene Verschuldungsstruktur erreicht werden. Hierbei erachten wir eine Schuldendeckung von < 3 und eine Zinsdeckung von > 5 als ausgewogen.

Für die Steuerung des Konzerns verwenden wir das operative Ergebnis, dementsprechend stellen sich die operativen Finanzkennzahlen des Konzerns wie folgt dar:

Finanzkennzahlen des Konzerns operativ

scroll
30.09.2018 30.09.2017
Schuldendeckung = Netto-Finanzverbindlichkeiten/EBITDA -0,4 -0,5
Zinsdeckung = EBITDA/Zinsergebnis 32,3 26,1

Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

LIQUIDITÄTS- UND FINANZIERUNGSANALYSE

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zahlungsströme im Konzern. Sie macht deutlich, wodurch Zahlungsmittel generiert wurden und wofür sie verwendet worden sind.

Der operative Netto-Cashflow zum 30.09.2018 lag mit 203 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 480 Mio. €). Ursächlich hierfür waren insbesondere die höheren edelmetallhaltigen Rohstoffbestände zum Bilanzstichtag.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 143 Mio. € (Vj. 155 Mio. €). Die Investitionen in das Anlagevermögen beinhalten im Geschäftsjahr Auszahlungen für die Projekte Industriewärme sowie Future Complex Metallurgy. Der Verkauf einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie wirkte sich mit rund 8 Mio. € positiv auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit in der Berichtsperiode aus. Der Mittelabfluss im Vorjahr war beeinflusst durch eine größere Einzelinvestition im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom.

Nach Abzug des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 143 Mio. € vom Netto-Cashflow in Höhe von 203 Mio. € ergibt sich ein Free Cashflow von 60 Mio. € (Vj. 325 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 151 Mio. € (Vj. 225 Mio. €) und resultiert sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr im Wesentlichen aus der Tilgung von Schuldscheindarlehen.

Zum 30.09.2018 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 479 Mio. € (zum 30.09.2017 in Höhe von 571 Mio. €) zur Verfügung. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit wie auch der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten.

Mittelherkunft und -verwendung

in Mio. €

Das Netto-Finanzguthaben zum 30.09.2018 betrug 165 Mio. € (Vj. 220 Mio. €).

Netto-Finanzverbindlichkeiten im Konzern

scroll
in Mio. € 30.09.2018 30.09.2017
Finanzverbindlichkeiten 314 351
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 479 571
Netto-Finanzverbindlichkeiten (Minus = Guthaben) -165 -220

Neben den liquiden Mitteln verfügt der Aurubis-Konzern über ungenutzte Kreditlinien und besitzt damit ausreichende Liquiditätsreserven. Parallel dazu setzt der Konzern auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

SEGMENT METAL REFINING & PROCESSING

Kennzahlen

scroll
in Mio. € 2017/18 operativ 2016/17 operativ
Gesamtumsätze 10.407 9.866
EBIT 359 347
EBT 353 337
Investitionen 152 161
Abschreibungen -118 -119
Operativer ROCE 19,4 % 20,9 %
Capital Employed 1.852 1.657
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 4.473 4.423

GESCHÄFTSVERLAUF UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Wesentliche Ergebnistreiber des Segments Metal Refining & Processing (MRP) sind Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs), die als Abschläge vom Metalleinkaufspreis für die Umwandlung von Rohstoffen und Recyclingmaterialien in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle verhandelt werden. Weitere Ergebnisbestandteile sind die Erlöse des Edelmetall- und Schwefelsäureverkaufs sowie das Metallmehrausbringen. Darüber hinaus sind die Aurubis-Kupferprämie und die sogenannten Formataufpreise, die für die Veredelung von Kupferkathoden zu Kupferprodukten erhoben werden, wesentliche Ertragskomponenten.

Das Segment MRP erzielte im Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 353 Mio. € (Vj. 337 Mio. €). Das operative EBT des Vorjahres war mit rund 15 Mio. € belastet durch einen am Standort Hamburg im 1. Quartal 2016/17 durchgeführten geplanten Wartungsstillstand.

Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis im Geschäftsjahr 2017/18 durch höhere Konzentratdurchsätze aufgrund der guten Performance der beiden Hüttenstandorte Hamburg und Pirdop, durch wesentlich gestiegene Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot, höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich höhere Absatzpreise, ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Kupferpreisen, wesentlich höhere Absätze bei Gießwalzdrahtprodukten sowie positive Beiträge aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm. Negativ wirkte sich der schwächere US-Dollar auf das Ergebnis aus.

Insgesamt steigerte das Segment MRP im Berichtsjahr das operative Ergebnis um 4,8 % auf 353 Mio. € (Vj. 337 Mio. €). Das Ergebnis lag somit auf Vorjahresniveau und entsprach damit der ursprünglichen Prognose aus dem Geschäftsbericht 2016/17. Ungeplante Wartungsstillstände an den Produktionsstandorten Hamburg und Lünen im 4. Quartal 2017/18 belasteten das Ergebnis und führten zu einem niedrigeren Ergebnis als noch bei der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung 9 Monate 2017/18 erwartet.

Der operative ROCE des Segments lag mit 19,4 % (Vj. 20,9 %) auf dem sehr hohen Vorjahresniveau und entsprach ebenfalls der Gesamtjahresprognose aus dem Geschäftsbericht 2016/17.

Das Segment MRP erzielte im Berichtszeitraum Gesamtumsatzerlöse in Höhe von 10.407 Mio. € (Vj. 9.866 Mio. €). Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf höhere Kupferpreise zurückzuführen.

ROHSTOFFMÄRKTE

Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate auf zufriedenstellendem Niveau

Im Geschäftsjahr 2017/18 herrschte eine weiterhin gute Versorgungslage mit Kupferkonzentraten, insbesondere aufgrund hoher Produktionsmengen der Minen und vereinzelter Stillstände anderer Kupferhütten. Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Kupferpreis diente im Berichtszeitraum als starker Anreiz für die Minenindustrie, die Produktion zu maximieren und weitere Minenerweiterungen voranzubringen. Davon profitierte auch die Aurubis, die sich im Berichtsjahr ausreichend mit Kupferkonzentraten versorgen konnte.

Der erste größere Abschluss eines Jahresvertrages für 2018 zwischen einem führenden Minenunternehmen und einer größeren chinesischen Kupferhütte erfolgte laut Reuters zu Benchmark-TC/ RCs von 82,25 US$/t / 8,225 cts/lb (Vj. 92,50 US$/t / 9,25 cts/lb). Anfang 2018 etablierte sich zunächst ein niedrigeres Niveau bei Spot-Geschäften; speziell zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 stiegen die Spot-TC/RCs dann auf Werte oberhalb der Benchmark-TC/RCs für das Kalenderjahr 2018. Wesentliche Gründe hierfür waren die gute Versorgungslage mit Kupferkonzentraten aufgrund der hohen Produktion durch die Minen einerseits und reibungslos verlaufender Tarifgespräche zwischen Minen und Gewerkschaften andererseits, die zu keinen nennenswerten Streiks führten. Zusätzlich reduzierte sich die Nachfrage nach Kupferkonzentrat von Hütten insbesondere in Asien aufgrund von Stillständen und Produktionseinschränkungen.

Raffinierlöhne für Altkupfer weiterhin auf hohem Niveau

Im Geschäftsjahr 2017/18 lagen die europäischen Raffinierlöhne für Altkupfer nach unserer Einschätzung weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau, mit entsprechend positiven Auswirkungen auf unser Ergebnis. Folgende Entwicklungen beeinflussten den Markt: Zu Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 lagen die Raffinierlöhne für Altkupfer in Europa aufgrund gestiegener Metallpreise auf einem sehr guten Niveau. Über den Geschäftsjahresverlauf hinweg machten sich erst witterungsbedingt negative Einflüsse und anschließend eine höhere Nachfrage aus China nach Altkupfer mit hohen Kupferinhalten bemerkbar. Gegenläufig wirkte ein höheres Angebot an Recyclingmaterialien aus den USA in Europa, aufgrund der zunehmenden Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China. Die beschriebenen Entwicklungen führten in Summe zu einer leichten Verengung des Marktes. Aufgrund der Flexibilität bei Einsatzmaterialien konnten wir unsere Produktionsanlagen aber ausreichend versorgen.

Die Verfügbarkeit komplexer Recyclingmaterialien, darunter industrielle Rückstände sowie Elektro- und Elektronikschrotte, war trotz eines intensiven Wettbewerbsumfeldes stabil.

PRODUKTION

Durchsatz leicht über dem sehr guten Vorjahr

Die gute Versorgung mit Kupferkonzentraten, Alt- und Blisterkupfer sowie Recyclingmaterialien sicherte während des gesamten Geschäftsjahres 2017/18 die Auslastung unserer Produktionsanlagen.

Die gute Performance der beiden Hüttenstandorte Hamburg und Pirdop führte zu einem Konzentratdurchsatz von 2.522.000 t, der damit um 4 % über dem sehr guten Vorjahr lag. In Pirdop wirkten erstmals vollumfänglich die Optimierungsmaßnahmen aus dem Fit for Future-Programm.

Der Konzentratdurchsatz des 3. Quartals 2017/18 in Hamburg war beeinflusst durch einen geplanten Reparaturstillstand des Anodenofens. Darüber hinaus wirkten sich im 4. Quartal ungeplante Stillstände an den Produktionsstandorten Hamburg und Lünen negativ auf den Konzentratdurchsatz aus. Im Vorjahr war der Konzentratdurchsatz durch den geplanten Wartungsstillstand im 1. Quartal 2016/17 am Standort Hamburg belastet.

Konzentratdurchsatz

in Mio. t

Im Recyclingwerk in Lünen lag der Durchsatz im Kayser Recycling System (KRS) aufgrund unseres Einsatzmixes und der Verfügbarkeit von Recyclingmaterialien auf dem guten Niveau des Vorjahres.

KRS-Durchsatz

in Tsd.t

Am Standort Olen verfügen wir ebenfalls über Recyclinganlagen und eine Elektrolyse zur Herstellung von Kupferkathoden. Im Berichtsjahr profitierten beide Recyclingstandorte von den guten Raffinierlöhnen für Altkupfer, Blisterkupfer und andere Recyclingstoffe. In Summe lag der konzernweite Einsatz von Alt- und Blisterkupfer im Geschäftsjahr 2017/18 weiterhin auf dem guten Niveau des Vorjahres.

Alt- und Blisterkupfereinsatz im Konzern

in Tsd.t

Schwefelsäureproduktion auf Vorjahresniveau

Die Schwefelsäureproduktion lag analog zum Konzentratdurchsatz mit 2.374.00 0 t leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der globale Markt für Schwefelsäure war durch eine anhaltend hohe Nachfrage gekennzeichnet. Die allgemeine Verfügbarkeit von Schwefelsäure war sehr begrenzt und vereinzelte Hüttenstillstände, insbesondere in Asien, verstärkten die Situation. Dies führte im Berichtszeitraum zu deutlich höheren Preisen am Spotmarkt.

Stabile Kathodenproduktion

Die Kathodenmärkte verzeichneten im Berichtsjahr 2017/18 eine weiterhin gute Nachfrage bei leicht verbesserten Spotprämien. Die Aurubis-Kupferprämie für das Kalenderjahr 2018 entspricht mit 86 US$/t der Kupferprämie des Vorjahres. Wir konnten diese im Berichtszeitraum im Wesentlichen über unsere Produkte durchsetzen.

Die Kupferkathodenproduktion im Segment Metal Refining & Processing betrug im Berichtsjahr 1.162.000 t und lag damit knapp über dem Vorjahr mit 1.156.000 t.

Kathodenproduktion im Konzern

in Tsd.t

Kathodenproduktion im Konzern nach Standorten

in Tsd.t

Unsere neue Vielfalt: Multi-Metall

Im Rahmen unserer Multi-Metall-Strategie berichten wir seit Beginn des Geschäftsjahres neben Gold und Silber auch über die Verkaufsmengen von Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetallen und Metallen der Platingruppe.

Das Ausbringen unserer Metalle ist abhängig von den Inhalten in den verarbeiteten Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien. Ein Teil der Metalle wird in Form von Zwischenprodukten veräußert.

Verkaufsmengen anderer Metalle

scroll
2017/18 2016/17
Gold t 48 42
Silber t 877 1.026
Blei t 19.527 19.624
Nickel t 3.022 2.828
Zinn t 1.851 1.547
Nebenmetalle t 918 899
Platingruppe (PGM) kg 8.821 9.335

Gießwalzdraht-Produktion übertrifft das Vorjahr deutlich

Gießwalzdraht wird als Vorprodukt zur Weiterverarbeitung bevorzugt in der Kabel- und Drahtindustrie sowie für spezielle Halbzeuge eingesetzt. Die Nachfrage nach Gießwalzdraht zeigte im Berichtsjahr einen anhaltend positiven Trend. Die Gießwalzdrahtproduktion im europäischen Markt wuchs im 1. Halbjahr um über 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Neben Nachholeffekten aus dem Vorjahr, aufgrund einer Normänderung im Kabelbereich, wurde das Wachstum insbesondere von der robusten Nachfrage getragen. Nachfrageimpulse kamen aus dem Bausektor, der Automobilbranche und der Lackdrahtindustrie. Eine gute Nachfrage bestand zudem für Energiekabel. Speziell unsere europäischen Kernmärkte zeigten im Geschäftsjahr 2017/18 ein verstärktes Nachfragewachstum.

In einem guten Marktumfeld konnten wir weitere Marktanteile hinzugewinnen und übertrafen mit einer Gießwalzdraht-Produktion von 774.000 t deutlich die Produktion des Vorjahres (719.000 t) um 8 %.

Gießwalzdrahtproduktion

in Tsd.t

Stranggussproduktion auf sehr hohem Niveau

Eine hohe europäische Nachfrage nach Flachwalzprodukten führte zu einer positiven Nachfrageentwicklung im Bereich hochreiner Stranggussformate. Die Stranggussproduktion lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 bei 196.000 t (Vj. 190.000 t) gut 3 % über dem Vorjahresniveau.

Stranggussproduktion

in Tsd.t

Produktion von Stangen und Profilen deutlich gesteigert

Bei den Stangen und Profilen, die ausschließlich am Standort Olen hergestellt werden, lag die Produktionsmenge mit 14.600 t rund 2.100 t bzw. 17 % über dem Vorjahr (Vj. 12.500 t). Insbesondere im Zuge der Neukundenakquise erzielten wir zusätzliches Absatzvolumen.

Investitionen

Im Segment MRP wurden Investitionen in Höhe von 152 Mio. € (Vj. 161 Mio. €) getätigt. Wesentliche Einzelinvestitionen waren Infrastrukturmaßnahmen in Hamburg und Bulgarien, Investitionen für das Industriewärmeprojekt Hamburg HafenCity Ost und Erweiterungsmaßnahmen in Bulgarien. Die Investitionen des Vorjahres waren beeinflusst durch Investitionen im Zusammenhang mit dem langfristigen Bezug von Strom.

SEGMENT FLAT ROLLED PRODUCTS

Kennzahlen

scroll
in Mio. € 2017/18 operativ 2016/17 operativ
Gesamtumsätze 1.452 1.348
EBIT 18 2
EBT 21 2
Investitionen 17 14
Abschreibungen -11 -11
Operativer ROCE 5,2 % 0,7 %
Capital Employed 352 351
Mitarbeiterzahl (Durchschnitt) 1.768 1.746

GESCHÄFTSVERLAUF UND ERGEBNISENTWICKLUNG

Im Segment Flat Rolled Products (FRP) erfolgt eine Weiterverarbeitung von Kupfer und Kupferlegierungen - im Wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen - zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten. Die wichtigsten Produktionsstandorte hierfür sind Stolberg (Deutschland), Pori (Finnland), Zutphen (Niederlande) und Buffalo (USA). Zum Segment gehören weiterhin Schneid- und Servicecenter in Birmingham (UK), Dolný Kubín (Slowakei) und Mortara (Italien) sowie Vertriebsbüros weltweit.

Das Segment FRP erzielte im Berichtsjahr ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 21 Mio. € (Vj. 2 Mio. €). Die deutliche Ergebnisverbesserung beruht im Wesentlichen auf den positiven Effekten aus dem laufenden Effizienzsteigerungsprogramm, höheren Produktions- und Absatzmengen sowie einer guten Marktlage. Die Prognose zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 wurde damit voll erreicht.

Der operative ROCE betrug 5,2 % (Vj. 0,7 %). Die Prognose zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 wurde damit übertroffen.

Die Umsatzerlöse des Segments lagen im Geschäftsjahr 2017/18 mit 1.452 Mio. € deutlich über Vorjahresniveau (Vj. 1.348 Mio. €). Ursachen für den höheren Umsatz sind insbesondere eine gestiegene Absatzmenge und ein durchschnittlich höherer Kupferpreis für die abgesetzten Mengen.

Die Aurubis AG und die Wieland-Werke AG haben am 29.03.2018 den Vertrag zum Verkauf des Segments FRP unterzeichnet. Der Vollzug des Kaufvertrages steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Eine finale Entscheidung wird für Anfang 2019 erwartet.

PRODUKTMÄRKTE

Der Markt für Flachwalzprodukte entwickelte sich insbesondere in Europa weiter positiv. Die Kapazitätsauslastung ist gut, der Absatz erhöhte sich im Segment um 3 % gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsimpulse wurden insbesondere bei Steckverbinder- und Kabelherstellern verzeichnet.

ROHSTOFFE

Die Verfügbarkeit von Einsatzmetallen und deren Konditionen waren im Geschäftsjahr 2017/18 gut. Auch die im 4. Quartal des Geschäftsjahres deutlich gesunkenen Metallpreise führten nicht zu einem Engpass bei der Versorgung mit Einsatzmetallen.

PRODUKTION

Flachwalzproduktion gesteigert

Die Produktion von Flachwalzprodukten und Spezialdrähten erhöhte sich nachfragebedingt auf 235.325 t (Vj. 230.180 t). Die Produktionserhöhung konzentrierte sich auf die europäischen Werke. An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzsteigerung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.

Flachwalzprodukte und Spezialdrahtproduktion

in Tsd.t

INVESTITIONEN

Im Segment FRP wurden Investitionen in Höhe von 17 Mio. € (Vj. 14 Mio. €) getätigt. Dabei handelte es sich überwiegend um Ersatzinvestitionen.

Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2017/18 des Aurubis-Konzerns durch den Vorstand

Der Aurubis-Konzern erzielte eines der besten Ergebnisse in seiner Geschichte. Im Geschäftsjahr 2017/18 erwirtschafteten wir ein Ergebnis, das moderat über dem des Vorjahres liegt. Wir steigerten unser operatives Ergebnis vor Steuern um rund 10 % auf 329 Mio. € (Vj. 298 Mio. €). Der im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte operative ROCE liegt mit 14,8 % auf dem sehr guten Niveau des Vorjahres (Vj. 15,1 %).

Mit dem Geschäftsbericht 2016/17 haben wir folgende Prognose veröffentlicht: Insgesamt erwarteten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2017/18 ein auf Vorjahresniveau liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE gegenüber dem Berichtsjahr. Im Zuge des Zwischenberichts 6 Monate 2017/18 haben wir die Prognose angehoben: Der Aurubis-Konzern erwartete nun im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016/17 ein moderat höheres operatives EBT und einen auf Vorjahresniveau liegenden ROCE. In Summe lagen damit im Berichtsjahr sowohl das operative Konzern-EBT als auch der operative ROCE innerhalb der Prognose.

Dazu trugen günstige Entwicklungen in Teilmärkten und Ergebnisbeiträge aus dem Effizienzsteigerungsprogramm bei: Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis im Geschäftsjahr 2017/18 durch höhere Konzentratdurchsätze aufgrund der guten Performance der beiden Hüttenstandorte Hamburg und Pirdop, durch wesentlich gestiegene Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot, höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Absatzpreise, ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Kupferpreisen und deutlich höhere Absätze bei Gießwalzdrahtprodukten. Das für das Geschäftsjahr festgelegte Ziel des Effizienzsteigerungsprogramms, einen Projekterfolg von 30 Mio. € zu erzielen, wurde erreicht.

Die Geschäftsentwicklung des Segments MRP war von einem sehr guten Angebot an Einsatzmaterialien und einer entsprechend guten Versorgungslage geprägt. Die Versorgung der Anlagen war - mit zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen -stets gesichert. Die Konzentratverarbeitung in unseren Primärhütten erreichte mit über 2,5 Mio. t einen erneuten Höchststand. Im Berichtsjahr profitierten wir von den guten Raffinierlöhnen für Altkupfer, Blisterkupfer und anderen Recyclingstoffen sowie höheren Schwefelsäureerlösen durch deutlich gestiegene Absatzpreise. Die Menge produzierter Kathoden blieb auf dem guten Niveau des Vorjahres. Ein weiterer ergebnisrelevanter Faktor für das Ergebnis des Segments MRP war das höhere Metallmehrausbringen bei gestiegenen Metallpreisen.

Auch das Segment FRP profitierte von positiven Effekten aus dem Effizienzsteigerungsprogramm, einer guten Verfügbarkeit an Einsatzmetallen und deren Konditionen im Geschäftsjahr 2017/18. Die Produktion von Flachwalzprodukten und Spezialdrähten erhöhte sich nachfragebedingt um rund 2 % auf über 235.000 t. An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der Programme zur Effizienzsteigerung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung gearbeitet.

Der operative Netto-Cashflow zum 30.09.2018 lag mit 203 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (Vj. 480 Mio. €). Ursächlich hierfür waren insbesondere der Aufbau der Vorräte und die höheren Bestände an edelmetallhaltigen Rohstoffen zum Bilanzstichtag.

Die Eigenkapitalquote (operativ) lag zum 30.09.2018 bei 55,5 % (Vj. 52,5 %). Das Netto-Finanzguthaben zum 30.09.2018 betrug 165 Mio. € (Vj. 220 Mio. €). Damit ist die Bilanzstruktur des Aurubis-Konzerns weiterhin sehr robust.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Aurubis AG

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Ergänzend zur Berichterstattung zum Aurubis-Konzern erläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Aurubis AG. Die Aurubis AG ist das Mutterunternehmen des Aurubis-Konzerns mit Sitz in Hamburg sowie Produktionsstandorten in Hamburg und Lünen. Die Geschäftstätigkeit umfasst neben der Steuerung des Aurubis-Konzerns insbesondere auch die Primärkupfererzeugung und das Recycling sowie die Produktion von Kupferprodukten und Edelmetallen. Der Einzelabschluss der Aurubis AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die wesentlichen Unterschiede zu dem nach IFRS-Grundsätzen aufgestellten Konzernabschluss liegen in der Bilanzierung des Anlagevermögens, der Bewertung des Vorratsvermögens, der Bewertung der Finanzinstrumente sowie der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen.

Die Steuerung im Aurubis-Konzern erfolgt gesellschaftsübergreifend auf Konzernebene nach Segmenten mit den finanziellen Leistungsindikatoren operatives EBT sowie operativer ROCE. Dies trifft auch auf die operativen Aktivitäten der Aurubis AG zu, die ein wesentlicher Bestandteil des Konzerns sind. Insofern repräsentieren die Entwicklung und die Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren auf Ebene der Segmente und des Gesamtkonzerns gleichzeitig die Entwicklung und die Prognose der Aurubis AG als Einzelgesellschaft.

Die Analyse der Entwicklung der genannten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr sowie deren Prognose für das Folgejahr sind im Wirtschaftsbericht sowie im Prognosebericht für den Gesamtkonzern dargestellt. Aussagen zur Risikosituation und zu den Chancen finden sich im Risiko- und Chancenbericht des Konzerns.

ERTRAGSLAGE

Gewinn- und Verlustrechnung

scroll
in Mio. € 2017/18 2016/17
Umsatzerlöse 7.968 7.511
Bestandsveränderungen/ aktivierte Eigenleistungen 30 -42
Sonstige betriebliche Erträge 82 76
Materialaufwand -7.474 -6.948
Rohertrag 606 597
Personalaufwand -245 -240
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -51 -51
Sonstige betriebliche Aufwendungen -163 -159
Betriebsergebnis (EBIT) 147 147
Finanzergebnis 24 50
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) 171 197
Steuern -51 -48
Jahresüberschuss 120 149

Der Geschäftsverlauf (Rohertrag) der Aurubis AG im Geschäftsjahr 2017/18 war gegenüber dem Vorjahr durch höhere Raffinierlöhne auf den Altkupfermärkten sowie durch ein höheres Metallmehrausbringen positiv beeinflusst. Der Konzentratdurchsatz lag im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau bei zufriedenstellenden Schmelz- und Raffinierlöhnen. Darüber hinaus wirkten sich im Geschäftsjahr höhere Schwefelsäureerlöse durch deutlich gestiegene Absatzpreise positiv auf das Ergebnis aus.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Berichtsjahr um 457 Mio. € auf 7.968 Mio. € (Vj. 7.511 Mio. €). Ursächlich für diese Entwicklung sind im Wesentlichen preisbedingt gestiegene Verkaufserlöse für Kupferprodukte.

Bei einer Materialaufwandsquote (Materialaufwand/(Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen)) auf Vorjahresniveau und unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung, der aktivierten Eigenleistungen und der sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich der Rohertrag leicht um 9 Mio. € auf 606 Mio. € (Vj. 597 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5 Mio. € auf 245 Mio. € (Vj. 240 Mio. €). Die Erhöhung ist wie auch im Vorjahr insbesondere auf Tarifsteigerungen und eine gestiegene Anzahl von Mitarbeitern zurückzuführen.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen blieben mit 51 Mio. € (Vj. 51 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergab sich ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 147 Mio. € (Vj. 147 Mio. €).

Das Finanzergebnis betrug im Berichtsjahr 24 Mio. € (Vj. 50 Mio. €). Hierin enthalten sind neben Dividenden von Tochterunternehmen in Höhe von 52 Mio. € (Vj. 14 Mio. €) das Netto-Zinsergebnis in Höhe von -28 Mio. € (Vj. -26 Mio. €) sowie Zuschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 2 Mio. € (Vj. 7 Mio. €). Im Vorjahr wurden darüber hinaus auch Zuschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte in Höhe von 55 Mio. € verbucht.

Nach Berücksichtigung eines Steueraufwands von 51 Mio. € (Vj. 48 Mio. €) ergibt sich ein Jahresüberschuss von 120 Mio. € (Vj. 149 Mio. €).

VERMÖGENSLAGE

Das Anlagevermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr insbesondere durch Investitionen in Sachanlagen um 55 Mio. € auf 2.120 Mio. € (Vj. 2.065 Mio. €). Hierbei handelt es sich unter anderem um Investitionen im Zusammenhang mit dem Projekt Industriewärme, dem Neubau des Innovations- und Ausbildungszentrums sowie dem Projekt Future Complex Metallurgy. Daneben hat Aurubis im abgelaufenen Geschäftsjahr die von der Codelco Kupferhandel GmbH gehaltenen Anteile an der Deutschen Giessdraht erworben, sodass Aurubis nun 100 % der Anteile hält.

Der Anstieg des Vorratsvermögens um 69 Mio. € auf 822 Mio. € (Vj. 753 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Beständen an Rohstoffen durch den Aufbau von komplexen edelmetallhaltigen Konzentraten sowie aus einem Anstieg an edelmetallhaltigen Zwischenprodukten.

Insgesamt stieg die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 66 Mio. € auf 3.809 Mio. €. Damit beträgt der Anteil des Anlagevermögens im Vergleich zum Vorjahr 56 % (Vj. 55 %), der Anteil der Vorräte 22 % (Vj. 20 %) und der Anteil der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände an der Bilanzsumme 12 % (Vj. 11 %).

Das Eigenkapital erhöhte sich ergebnisbedingt um 54 Mio. € auf 1.510 Mio. € (Vj. 1.456 Mio. €). Die Eigenkapitalquote blieb mit 40 % auf Vorjahresniveau.

Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 23 Mio. € auf 284 Mio. €. Ursächlich für den Anstieg waren gestiegene Pensionsrückstellungen sowie erhöhte Personal- und Steuerrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken bedingt durch die Rückzahlung von zwei Schuldscheindarlehen um 49 Mio. € auf 278 Mio. € (Vj. 327 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 64 Mio. € auf 469 Mio. €. Die zum 30.09.2017 ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren aufgrund zum Stichtag noch nicht bezahlter Blisterkupferlieferungen auf einem leicht höheren Niveau. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten, die sich im Rahmen des üblichen Finanzverkehrs von 1.012 Mio. € auf 1.129 Mio. € erhöhten. Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen unverändert 20 Mio. €.

Bilanzstruktur der Aurubis AG

scroll
in % 30.09.2018 30.09.2017
Anlagevermögen 56 55
Vorräte 22 20
Forderungen etc. 12 11
Flüssige Mittel 10 14
100 100
Eigenkapital 40 39
Rückstellungen 7 7
Verbindlichkeiten 53 54
100 100

Aurubis setzt Anlagengegenstände ein, die im Rahmen von Leasingverträgen genutzt und nicht bilanziert werden. Die finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen betrugen 9 Mio. €. Daneben bestanden finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Lager- und Umschlagsverträgen in Höhe von 106 Mio. €.

FINANZLAGE

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen zum 30.09.2018 bei 744 Mio. € (Vj. 638 Mio. €). Sie ergaben sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 278 Mio. € (Vj. 327 Mio. €), aus den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Refinanzierung gegenüber Tochterunternehmen von 890 Mio. € (Vj. 830 Mio. €) und unter Abzug der liquiden Mittel von 424 Mio. € (Vj. 519 Mio. €).

LIQUIDITÄTS- UND FINANZIERUNGSANALYSE

Im Geschäftsjahr 2017/18 sank der Netto-Cashflow um 116 Mio. € auf 70 Mio. €. Grund hierfür war insbesondere der Aufbau von Working Capital aufgrund gestiegener Vorratsbestände sowie gesunkener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Der Mittelabfluss für Investitionen in das Anlagevermögen betrug 111 Mio. € (Vj. 108 Mio. €). Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 86 Mio. € betrafen im Wesentlichen das Projekt Industriewärme, den Neubau des Innovations- und Ausbildungszentrums sowie das Projekt Future Complex Metallurgy. Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 19 Mio. € sind auf den Zukauf der Anteile an der Deutsche Giessdraht GmbH von der Codelco Kupferhandel GmbH zurückzuführen.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit von 49 Mio. € (Vj. Mittelzufluss 8 Mio. €) resultierte aus der Rückführung von zwei Schuldscheindarlehen von 71 Mio. € sowie aus der Zahlung einer Dividende in Höhe von 65 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Aufnahme von Darlehen gegenüber Tochterunternehmen im Rahmen der bestehenden Cash Pool-Vereinbarungen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode betrugen 424 Mio. € (Vj. 519 Mio. €). Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verfügte die Aurubis AG über ungenutzte Kreditlinien und damit über ausreichende Liquiditätsreserven. Darüber hinaus nutzte die Aurubis AG den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen als Finanzierungsinstrument.

Investitionen

An den Standorten Hamburg und Lünen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 111 Mio. € (Vj. 108 Mio. €) investiert. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen folgende Projekte: das Industriewärmeprojekt, den Neubau des Innovations- und Ausbildungszentrums in Hamburg, das Projekt Future Complex Metallurgy, das Ausbildungszentrum in Lünen sowie den Zukauf der Anteile an der Deutsche Giessdraht GmbH von der Codelco Kupferhandel GmbH. Daneben wurden Investitionen in diverse Infrastruktur- und Verbesserungsmaßnahmen in den Werken Hamburg und Lünen vorgenommen.

Risiko- und Chancenbericht

Integriertes Risiko- und Chancenmanagement

Risiken und Chancen sind Bestandteile unserer wirtschaftlichen Aktivitäten, ohne die ein unternehmerischer Erfolg nicht möglich ist. Im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit sowie der strategischen Steuerung wägen wir Chancen und Risiken gegeneinander ab und achten darauf, dass sie insgesamt in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Chancen und Risiken versuchen wir möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu evaluieren.

Die Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG ist wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Aurubis AG.

Risikomanagementsystem

Unser Risikomanagement hat zum Ziel, die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken mithilfe eines auf unsere Aktivitäten abgestimmten Risikomanagementsystems (RMS) zu steuern und zu überwachen. Das frühzeitige Erkennen und die Beobachtung der Entwicklung sind dabei von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus streben wir danach, negative Ergebniseinflüsse aus dem Eintreten dieser Risiken grundsätzlich durch geeignete und betriebswirtschaftlich sinnvolle Gegenmaßnahmen zu begrenzen.

Das Risikomanagement ist Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse und umfasst alle wesentlichen Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen des Aurubis-Konzerns. Das Planungs- und Steuerungssystem, die Risikoberichterstattung, eine offene Kommunikationskultur sowie Risikoreviews an den Standorten schaffen Risikobewusstsein und Transparenz bezüglich unserer Risikosituation.

Für die Standorte, Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen sind Risikomanagementbeauftragte benannt, die miteinander vernetzt sind. Die Steuerung des Netzwerks erfolgt über die Konzernzentrale. Das RMS ist in einer Konzernrichtlinie dokumentiert.

Die standardmäßige Risikoberichterstattung erfolgt quartalsweise "bottom-up" anhand eines konzernweit einheitlichen Berichtsformats. Hierin sind die identifizierten und über einem definierten Schwellenwert liegenden Risiken zu erläutern, anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der betriebswirtschaftlichen Bedeutung zu beurteilen sowie eingesetzte Instrumente und Maßnahmen zu deren Steuerung zu nennen. Die an die Konzernzentrale gemeldeten Risiken werden durch die Konzern-Risikomanagementfunktion zu wesentlichen Risikoclustern qualitativ aggregiert und an den Gesamtvorstand berichtet. Der Bericht stellt gleichzeitig die Grundlage für den Bericht an das Audit Committee sowie die externe Risikoberichterstattung dar.

Potenzieller Ergebniseffekt

scroll
in Mio. € >1 >5 >20 >50
Wahrscheinlichkeit
hoch mittel mittel hoch hoch
mittel gering mittel mittel hoch
gering gering gering mittel mittel
unwahrscheinlich gering gering gering mittel

Im Bericht an den Vorstand sowie an das Audit Committee werden die qualitativ aggregierten Risikocluster unter Berücksichtigung der risikosteuernden Maßnahmen (Nettobetrachtung) anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des potenziellen Ergebniseffekts gemäß den in der Tabelle skizzierten Bandbreiten beurteilt und als gering, mittel oder hoch klassifiziert.

Unabhängige Überwachung

Das RMS unterliegt einer regelmäßigen Überwachung und Prüfung. So überwacht die Interne Revision durch systematische Prüfungen das Risikomanagement und die Einhaltung des internen Kontrollsystems. Als prozessunabhängige Instanz trägt sie zur Ordnungsmäßigkeit sowie Verbesserung der Geschäftsprozesse und Wirksamkeit der installierten Systeme und Kontrollen bei.

Daneben prüft der Abschlussprüfer unser Risikofrüherkennungssystem auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Er berichtet das Prüfungsergebnis an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat (Audit Committee).

Darüber hinaus befasst sich das Audit Committee intensiv mit Fragen des Risikomanagements. Zusammen mit dem Vorstand informiert der Risikomanagementbeauftragte das Gremium regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen.

Erläuterung der relevanten Risiken

Im Folgenden werden die mit unserem Geschäft verbundenen Risiken gemäß unseren Risikoclustern erläutert. Zudem werden wesentliche Maßnahmen und Instrumente dargestellt, mit denen wir diesen entgegentreten. Auf Risiken sowie risikorelevante Sachverhalte, die wir nach heutiger Einschätzung potenziell als mittel bis hoch klassifizieren, wird gesondert hingewiesen.

VERSORGUNG UND PRODUKTION

Die Versorgung unserer Produktionsanlagen mit Rohstoffen und die Verfügbarkeit dieser Anlagen sind für den Aurubis-Konzern von zentraler Bedeutung. Die damit verbundenen Risiken begrenzen wir mit folgenden Maßnahmen:

Um die Versorgung unserer Anlagen mit Kupferkonzentraten abzusichern, haben wir langfristige Verträge mit einer Vielzahl von Konzentratlieferanten aus unterschiedlichen Ländern abgeschlossen. Auf diese Weise gelingt es uns, das Risiko von Produktionsbeeinträchtigungen durch mögliche Lieferausfälle zu reduzieren. Durch den langfristigen Charakter der Verträge wird zudem das Risiko volatiler Schmelz- und Raffinierlöhne auf den Spotmärkten begrenzt.

Die Recyclinganlagen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr -aufgrund unseres umfangreichen internationalen Lieferantennetzwerks - insgesamt gut versorgt werden. Aus heutiger Sicht erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2018/19 eine vollständige Versorgung und Auslastung der Anlagen. Volatilitäten in den Raffinierlöhnen resultieren weiterhin insbesondere aus der allgemeinen Entwicklung der Metallpreise, dem Sammelverhalten und dem Bestandsmanagement des Metallhandels, der internationalen Konjunkturentwicklung sowie dem Wettbewerb um die für Aurubis relevanten Sekundärrohstoffe.

Wir begegnen Risiken im Rahmen der Lieferkette insbesondere mit unserem Business Partner Screening. Mit diesem Instrument werden bestehende und potenzielle Geschäftspartner unter anderem auf ihre Integrität in Bezug auf soziale und ökologische Kriterien analysiert. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Themenbereiche wie Compliance, Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltaspekte. Die Entscheidung über eine Vertragsaufnahme mit Geschäftspartnern mit erhöhtem Risiko wird erst nach eingehender Prüfung und in Abstimmung mit den Abteilungen Nachhaltigkeit und Compliance getroffen.

Die Materialversorgung der Anlagen zur Herstellung von Kupferprodukten erfolgt hauptsächlich mit den im eigenen Konzern hergestellten Kupferkathoden. Dies ermöglicht uns, eine höhere Wertschöpfung zu generieren und gleichzeitig die Qualität der Kupferprodukte während des gesamten Prozesses zu steuern. Kupferhaltige Vorstoffe für den Einsatz in den Produktionsanlagen des Segments Flat Rolled Products konnten ebenfalls in ausreichender Menge beschafft werden. Auch hier gehen wir für das folgende Geschäftsjahr von einer ähnlichen Situation aus.

Die Anlagenverfügbarkeit war insgesamt zufriedenstellend. Im Laufe des Geschäftsjahres kam es zu kleineren, ungeplanten Stillständen.

Wir haben organisatorische Maßnahmen ergriffen, die der Bewältigung potenzieller Betriebsstörungen dienen, die beispielsweise durch Ereignisse wie Hochwasser oder Feuer entstehen können. Hierzu zählen unter anderem Alarmpläne oder regelmäßige Übungen mit dem Ziel, unsere Mitarbeiter zu schulen. Außerdem begegnen wir dem Risiko von Betriebsstörungen mit regelmäßigen Wartungsarbeiten und dem Vorhalten kritischer Ersatzteile.

Unter Berücksichtigung unserer beschriebenen Maßnahmen stufen wir aus heutiger Sicht das Risiko einer unzureichenden Versorgung als "mittel" und das Risiko einer stark eingeschränkten Verfügbarkeit unserer Produktionsanlagen als "gering" ein.

Logistikrisiken begegnen wir durch ein sorgfältiges, mehrstufiges Auswahl- und Bewertungsverfahren für Dienstleister, durch weitestgehende Vermeidung von Single Sourcing und den präventiven Aufbau von Back-up-Lösungen. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk an qualifizierten Dienstleistern zurück und beugen z. B. wetterbedingten Risiken in der Transportkette vor, indem wir Ausfallrisiken durch vertragliche Regelungen zum Vorhalten entsprechender Alternativen minimieren.

ABSATZ

Neben Versorgungs- und Produktionsrisiken bestehen für den Aurubis-Konzern Absatzrisiken, die wir als "mittel" klassifizieren.

Grundsätzlich können sich Risiken aus negativen Abweichungen von unseren Einschätzungen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung der Märkte ergeben, die wir im Abschnitt Prognosebericht dargestellt haben. Insbesondere ein Abschwächen der Gesamtwirtschaft in Europa kann negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach unseren Produkten nach sich ziehen. Dies gilt sowohl für unsere Absatzmengen an Kupferprodukten wie Gießwalzdraht und Stranggussprodukte sowie Flachwalzprodukte des Segments Flat Rolled Products als auch für die Schwefelsäure.

Mithilfe von Analysen zum wirtschaftlichen Umfeld und Einschätzungen zur konjunkturellen Entwicklung sind wir in der Lage, unsere jeweilige Absatzstrategie gegebenenfalls rechtzeitig an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen und auf diese Weise den Risiken zu begegnen.

Kathoden, die Aurubis nicht intern weiterverarbeitet hat, werden auf dem internationalen Kupferkathodenmarkt abgesetzt.

Geschäftspartner auf der Absatzseite werden ebenfalls mithilfe des Business Partner Screenings beurteilt, sodass auf die im vorherigen Abschnitt "Versorgung und Produktion" gemachten Ausführungen verwiesen werden kann.

ENERGIE UND KLIMA

Die Energiepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen. Durch den seit 2010 gültigen Stromvertrag haben wir langfristig auf internationalem Wettbewerbsniveau die Strompreise gesichert. Diese Absicherung bezieht sich auf den wesentlichen Anteil unseres Strombedarfs und deckt die wichtigsten deutschen Standorte ab. Darüber hinaus befassen wir uns mit der grundsätzlichen Versorgungssicherheit sowie den Potenzialen und Grenzen der Flexibilisierung der Energieabnahme, die durch die steigende volatile Einspeisung erneuerbarer Energien zunehmend erforderlich wird.

Aufgrund der nach wie vor unsicheren Rechtslage und sich ändernder politischer Rahmenbedingungen lassen sich Belastungen durch Veränderungen bei potenziellen Kostentreibern wie z. B. dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem Emissionshandel, den Netzentgelten oder der Ökosteuer nur schwer verlässlich quantifizieren. Durch die EEG- und KWKG-Novelle (Kraft-Wärme-Kopplung) 2017 sowie das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) erwarten wir mittelfristig eine steigende Belastung. Aus der für Aurubis negativen Entscheidung der EU-Kommission vom 28.05.2018 im Beihilfeprüfverfahren hinsichtlich der Netzentgeltbefreiung zu vorangegangenen Perioden ergibt sich eine Rückforderung von rund 3 Mio. € zzgl. Zinsen, die wir im Geschäftsjahr ergebniswirksam zurückgestellt haben.

Die grundsätzliche Beibehaltung des Carbon-Leakage-Sonderstatus für die kupferproduzierende Industrie ab dem Jahr 2021 hinsichtlich der Zuteilung von Emissionshandelszertifikaten zeichnet sich politisch ab. Der Abschluss des Entscheidungsprozesses steht aber noch aus. Die Ausgestaltung der Zuteilungsregeln ab 2021 ist derzeit nur schwer einschätzbar, tendenziell erwarten wir aufgrund der politischen Zielsetzung im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eine sinkende freie Zuteilung für Carbon-Leakage-gefährdete Unternehmen. Der CO2 -Preis ist im vergangenen Jahr stark angestiegen; in der kommenden Handelsperiode soll das Angebot von CO2 -Zertifikaten signifikant verknappt werden und die Preise sollten sich dadurch deutlich erhöhen. Der politische Entscheidungsprozess zur Ausgestaltung und Höhe der Kompensation von indirekten CO2 -Kosten im Strom ab 2021 wird erst Mitte des kommenden Jahres beginnen. Wir erwarten auch hier eine Verschärfung der Regelungen, die zu einer Reduktion der gewährten Kompensation führen kann. Insgesamt gehen wir mittelfristig von stark steigenden Kosten durch das EU-Emissionshandelsystem aus, die zu hohen Belastungen führen könnten.

Kundenseitig steigende Anforderungen an die Transparenz über die Zielsetzung und die Strategie bezüglich effektiver Produktionsprozesse, Energie- und CO2 -Effizienz können zukünftig einen Einfluss auf den Absatz von Kupferprodukten haben, insbesondere hinsichtlich Kundenakquisition und Kundenbindung. Dem begegnen wir unter anderem mit der jährlichen Teilnahme am Klimareporting und der Bewertung dieses Reportings durch das CDP (ehemals Carbon Disclosure Project).

Das Thema Energie und die damit einhergehenden Risiken, die derzeit als "mittel" eingestuft werden, bleiben auch zukünftig für Aurubis als stromintensives Unternehmen sehr bedeutend.

FINANZEN UND FINANZIERUNG

Metallpreis- und Währungskursschwankungen stellen ein potenzielles Risiko beim Metallein- und -verkauf dar. Durch Devisen- und Metallpreisabsicherungen (Hedging) wird dieses Risiko maßgeblich reduziert. Metallüberhänge werden täglich durch Finanzinstrumente wie Spot- und Forward-Kontrakte abgesichert. Gleiches geschieht durch Abschluss von Kassa- und Devisentermingeschäften zur Fremdwährungsabsicherung. Devisenrisiken aus Wechselkursschwankungen für Metallgeschäfte in Fremdwährung werden so ebenfalls täglich minimiert. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, wählen wir nur bonitätsmäßig gute Gegenparteien für Sicherungsgeschäfte aus.

Wir sichern erwartete Mittelzuflüsse aus Fremdwährungen, insbesondere US-Dollar, teilweise durch Optionen und Devisentermingeschäfte ab. Wir setzen dies auch zukünftig fort und gehen davon aus, die Risiken aus Metallpreis- und Währungskursschwankungen mit diesen Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduzieren zu können.

Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert. Eigenrisiken werden nur sehr begrenzt und nach Prüfung zugelassen. Die Entwicklung der ausstehenden Forderungen werden eng verfolgt. Im Berichtszeitraum kam es zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen. Wir sehen auch zukünftig keine erhöhten Risiken.

Die Versorgung mit Liquidität ist für den Aurubis-Konzern von hoher Bedeutung und war im abgelaufenen Geschäftsjahr sichergestellt. Die Kreditlinien seitens der Banken waren ebenfalls ausreichend. Auch im neuen Geschäftsjahr verfügt der Aurubis-Konzern über eine stabile Finanzlage und kann die Finanzierung von möglichen Schwankungen aus dem operativen Geschäft durch die Kreditlinien darstellen. Insgesamt stufen wir die Risiken aus Finanzen und Finanzierung als "mittel" ein.

UMWELTSCHUTZ UND SONSTIGES

Grundsätzlich besteht das Risiko, dass sich umweltrechtliche oder regulatorische Bestimmungen verschärfen und so entsprechende Kosten entstehen oder es zu Einschränkungen bei der Produktion und Vermarktung von Produkten kommt. So besteht das Risiko, dass die sich weiter verschärfende Umweltgesetzgebung die Vermarktung von Eisensilikat einschränkt. Unter anderem wollen wir durch die Erweiterung unserer Granulationskapazitäten eine größere Flexibilität auf dem Absatzmarkt erreichen.

Außerdem können Umweltrisiken, die beispielsweise aus der möglichen Nichteinhaltung von Grenzwerten resultieren, ebenso wie Verstöße gegen Auflagen zu rechtlichen Konsequenzen führen. Auch um dem zu begegnen, sorgen wir für einen umweltfreundlichen Betrieb unserer Produktionsanlagen. Im Umweltschutz sind wir international führend, dies belegen z. B. die jährlichen Zertifizierungen nach DIN EN ISO 14001 und EMAS. Wir sehen uns hier auch für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl können betriebliche Störungen, die zu Beeinträchtigungen der Umwelt führen könnten, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Insgesamt stufen wir die Umweltrisiken als "mittel" ein.

In einem Betrieb mit komplexen Prozessen ist das Fachwissen der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor, um die Leistungsqualität sicherzustellen. Damit Aurubis auch weiterhin auf das Know-how der Mitarbeiter zählen kann, haben wir verschiedene Maßnahmen im Hinblick auf die Rekrutierung und Entwicklung unserer Mitarbeiter etabliert, die ineinandergreifen. Dazu zählen unter anderem Kooperationen mit Hochschulen, durch die wir Verbindungen zu qualifizierten Nachwuchskräften aufbauen, und Qualifizierungsmaßnahmen, mittels derer wir die Entwicklung von Fach- und Führungskräften innerhalb des Unternehmens fördern.

Die Bereiche Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben bei uns einen hohen Stellenwert. Unser Augenmerk liegt auf der Verantwortung des Einzelnen, detaillierten Gefährdungsbeurteilungen, Fortbildung sowie kurz- und mittelfristigen Zielen zur Erreichung unserer Vision Zero - also keine Unfälle.

Der Verstoß gegen Gesetze kann sowohl für Aurubis als Konzern als auch für seine Mitarbeiter und Geschäftspartner schwere Folgen haben. Daher halten wir uns konsequent an alle gesetzlichen Regelungen. Wesentliche Compliance-Risiken werden durch das Compliance-Management identifiziert, analysiert und adressiert. Rechts- und Steuerrisiken begegnen wir mit organisatorischen Maßnahmen und klaren Führungsstrukturen. Die politische Diskussion zu Steuerthemen, wie z. B. Finanztransaktions- und Vermögensteuer, sowie deren mögliche Auswirkungen werden durch uns eng verfolgt.

Außerdem unterliegt Aurubis IT-Risiken, die sich z. B. in den Bereichen Versorgung, Produktion und Absatz niederschlagen können und dort in ihrer Risikoeinschätzung entsprechend berücksichtigt wurden. Aus heutiger Perspektive sind sie aufgrund der fortfolgend beschriebenen eingesetzten risikominimierenden Maßnahmen jedoch von nachgelagerter Bedeutung.

Verfügbarkeitsrisiken unserer IT-Systeme begegnen wir durch kontinuierliches Monitoring, redundante Auslegung und stetige Anpassung an den Stand moderner IT-Technologie. Wir begegnen Risiken aus möglichen Störungs- oder Katastrophenfällen durch die redundante Auslegung unserer IT-Infrastrukturen sowie mittels Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätsplänen. Risiken, die aus unbefugten Zugriffen auf Unternehmensdaten sowie CyberRisiken entstehen können, minimieren wir durch restriktive Vergabe von Zugriffsberechtigungen, durch Sicherheitsüberprüfungen und durch den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien.

Zudem werden ausgesuchte Risiken über Versicherungen weitgehend abgedeckt. Hierbei bedienen wir uns der Expertise eines externen Versicherungsmaklers.

NICHTFINANZIELLE RISIKEN IM RAHMEN DER NICHTFINANZIELLEN ERKLÄRUNG

Die Risikobewertung für nichtfinanzielle Risiken wurde analog zum CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) durchgeführt. Dabei wurden keine nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die nach § 289c Abs. 3 HGB sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Arbeitnehmer- und Umweltbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung und Sozialbelange haben werden. Uns ist es jedoch wichtig, nichtfinanziellen Risiken zu begegnen, auch wenn sie nach der strengen Definition des CSR-RUG als nicht wesentlich bewertet wurden. Wir haben entsprechende Managementansätze entwickelt und implementiert, die diesen nichtfinanziellen Risiken begegnen.

Internes Kontrollsystem, bezogen auf den Konzern-/Rechnungslegungsprozess

(Bericht gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB)

Ziel des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, zu gewährleisten, dass ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird. Aurubis verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, in dem Strukturen und Prozesse, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Damit wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung verlässlich und ordnungsmäßig ist, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden und dass gesetzliche Normen und interne Richtlinien zur Rechnungslegung eingehalten werden. Änderungen von Gesetzen und Rechnungslegungsstandards werden fortlaufend auf ihre Relevanz für den Konzern-/Jahresabschluss analysiert und daraus resultierende Änderungen in die internen Prozesse und Systeme aufgenommen.

GRUNDLAGEN DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLLSYSTEMS

Die Aurubis AG stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss des Aurubis-Konzerns auf. Diesem Prozess vorgelagert ist die Finanzberichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften, die ihre Abschlüsse lokal erstellen und über ein konzerneinheitlich definiertes Datenmodell an die Abteilung Corporate Accounting übermitteln. Die Verantwortung für die Einhaltung der konzernweit gültigen Richtlinien und Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme liegt bei den Konzerngesellschaften.

Das interne Kontrollsystem beinhaltet folgende wesentliche Grundlagen:

Sicherstellung der normgerechten Bilanzierung bei der Erstellung des Einzelabschlusses der Aurubis AG durch systemseitig implementierte Kontrollen, die ergänzt werden durch manuelle Kontrollen der Rechnungslegung und weitere Genehmigungs- und Freigabeverfahren (Funktionstrennungen, Zugriffsregelungen und -beschränkungen, Anwendung des Vieraugenprinzips, Regelungen zum Zahlungsverkehr).

Sicherstellung konzerneinheitlicher Bilanzierung nach IFRS durch die Anwendung einheitlicher Bilanzierungsvorschriften und Richtlinien, zentrale Prüfung der Reporting Packages, Abweichungsanalyse zum Budget und quartalsweise Berichterstattung im Rahmen von zentral stattfindenden Ergebnisdurchsprachen.

Erfassung der externen Rechnungslegung und der internen Berichterstattung durch alle Konzerngesellschaften in einem einheitlichen Konsolidierungs- und Berichtssystem.

Gesamtkonsolidierung des Konzernabschlusses durch das Corporate Accounting, das die Konsolidierungsmaßnahmen, Abstimmungsarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben zentral durchführt.

Unterstützung der lokalen Gesellschaften in Fragen der Rechnungslegung durch zentrale Ansprechpartner im Corporate Accounting.

Klärung von speziellen fachlichen Fragestellungen und komplexen Sachverhalten fallbezogen unter Einbeziehung externer Sachverständiger.

INTERNE REVISION ALS PROZESSUNABHÄNGIGE RISIKOBETRACHTUNG

Die Interne Revision prüft unter anderem die Zuverlässigkeit des Rechnungswesens auf lokaler und Corporate-Ebene. Dabei werden insbesondere bestehende interne Regelwerke der Prozesse und deren Einhaltung in der Praxis überprüft. Bei ihren Prüfungen informiert die Interne Revision in ihren Berichten über Risiken, die aus festgestellten Abweichungen entstehen, und empfiehlt Anpassungsmaßnahmen.

Chancenmanagementsystem

Neben dem Risikomanagement ist auch das Chancenmanagement ein wichtiger Bestandteil der zentralen und dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse des Aurubis-Konzerns. Das Ziel besteht darin, interne und externe Chancen, die sich positiv auf unseren wirtschaftlichen Erfolg auswirken können, frühzeitig zu identifizieren. Diese Chancen werden beurteilt und gegen die mit ihnen einhergehenden Risiken abgewogen. Im nächsten Schritt werden Initiativen und Maßnahmen definiert, mit deren Hilfe die Potenziale realisiert werden können. Der Prozess der Identifizierung und Beurteilung von Chancen ist Teil unseres jährlichen integrierten Strategie- und Planungsprozesses.

Um sich bietende Chancen zeitnah zu erkennen, beobachten und analysieren wir kontinuierlich unsere Märkte auf der Angebots- und Nachfrageseite, das Wettbewerbsumfeld sowie die globalen Trends. Die Identifizierung von potenziellen Chancen ist tägliche Managementaufgabe - sowohl auf Ebene der operativen Bereiche als auch des Konzerns.

Erläuterung der wesentlichen Chancen

STEIGENDE WELTWEITE NACHFRAGE NACH KUPFER UND TECHNOLOGIEMETALLEN

Kupfer ist einer der wichtigsten metallischen Rohstoffe. Die Nachfrage nach Kupfer richtet sich nach dem weltweiten Wirtschaftswachstum, insbesondere in der Elektro-, Elektronik-, Bau- und Automobilindustrie. Globale Trends wie steigende Energieknappheit, zunehmende Urbanisierung, Wachstum der globalen Mittelschicht, Digitalisierung und Elektromobilität werden nicht nur den Kupferbedarf langfristig weiter erhöhen, sondern auch die Nachfrage nach Technologiemetallen wie beispielsweise Tellur, Nickel, Platin und Palladium. Sollte sich die Konjunktur und Nachfrage nach unseren Produkten in den für uns relevanten Märkten günstiger entwickeln als derzeit erwartet, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

POSITIVE ENTWICKLUNG DER SCHMELZ- UND RAFFINIERLÖHNE SOWIE DER MARKTPREISE FÜR UNSERE PRODUKTE

Die Ergebnislage des Aurubis-Konzerns wird wesentlich bestimmt von der Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate sowie Altkupfer und Recyclingmaterialien und durch die Marktpreise für unsere Produkte wie Schwefelsäure. Sollten sich die Schmelz- und Raffinierlöhne sowie die Marktpreise der Produkte positiver entwickeln als derzeit prognostiziert, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

STEIGENDE BEDEUTUNG VON NACHHALTIGKEIT UND RESSOURCENEFFIZIENZ

Aurubis ist der weltweit führende Recycler für Kupfer und komplexe Sekundärrohstoffe. Angesichts der unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit steigenden Bedeutung von Ressourceneffizienz gehen wir von einem weiter wachsenden Bedarf an Recyclinglösungen aus. Dies wird durch zunehmend strengere nationale und internationale Gesetzgebungen unterstützt und gefordert. Dank unserer Multimetall-Recyclingaktivitäten und des Zugangs zu unseren Kupferproduktkunden sehen wir uns in der Lage, erweiterte Lösungen für geschlossene Kreislaufsysteme anzubieten. Sollten sich die nationalen und internationalen Vorschriften für Recycling ausweiten und die Nachfrage nach Recyclinglösungen in unseren Märkten stärker als erwartet wachsen, könnte sich dies positiv auf die Beschaffungs- und damit Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns auswirken.

WEITERENTWICKLUNG DER KOMPETENZEN ZUR VERARBEITUNG KOMPLEXER ROHSTOFFE

Sowohl primäre als auch sekundäre Rohstoffe werden insofern komplexer, als die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen. Eine besondere Stärke von Aurubis liegt bereits heute darin, komplexe Primär- und Sekundärrohstoffe zu verarbeiten. Das Projekt FCM trägt dazu bei, effiziente und ressourcenschonende Verarbeitungsprozesse für die Rohstoffe der Zukunft zu erreichen. Sollten wir darüber hinaus zusätzliche Kompetenzen aufbauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

KONTINUIERLICHE VERBESSERUNG DER PROZESSE UND KOSTENPOSITION SOWIE REALISIERUNG VON SYNERGIEN

In unseren Märkten stehen wir in einem globalen Wettbewerb. Operative Exzellenz ist daher für uns von hoher Bedeutung. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu optimieren und unsere Kostenposition zu verbessern. Außerdem identifizieren und realisieren wir kontinuierlich Synergiepotenziale, die sich aus unserer Aufstellung entlang der Wertschöpfungskette ergeben. Sollten wir die mit den eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen verbundenen Ziele übertreffen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

KAPAZITÄTSERWEITERUNG VERBUNDEN MIT INTERNATIONALISIERUNG

Weiteres Wachstumspotenzial sehen wir in einer Expansion unserer Verarbeitungskapazitäten in Regionen mit vorteilhaften Rahmenbedingungen sowie in der Nähe zu unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten. Wir werden weiterhin an unseren bestehenden Standorten investieren, streben aber auch an, unser Lieferanten- und Produktionsnetzwerk weiter auszubauen. Sollten wir in der Lage sein, unsere Kapazitäten stärker und/oder mit geringerem Kapitaleinsatz als erwartet auszubauen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

WEITERENTWICKLUNG VON LÖSUNGEN FÜR INDUSTRIEKUNDEN UND LIEFERANTEN

Auf allen Stufen unserer Wertschöpfungskette arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten und Kunden zusammen. Dies beinhaltet beispielsweise kundenindividuelle Produktentwicklungen, zusätzliche Services, Verarbeitung spezifischer Rohstoffe und ein erweitertes Angebot geschlossener Kreislauflösungen. Sollte die Nachfrage unserer Kunden und Lieferanten nach unseren Lösungen über der prognostizierten Nachfrage liegen, könnte dies einen positiven Einfluss auf die Ergebnissituation des Aurubis-Konzerns haben.

INNOVATIONEN AUS KÜNFTIGEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAKTIVITÄTEN

Im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten arbeiten wir an Innovationen, um uns in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. So arbeiten wir z. B. daran, unsere Verarbeitungsprozesse noch ressourcenschonender zu gestalten und unsere Kompetenz, komplexe Materialien zu verarbeiten und zusätzliche Metalle auszubringen, weiter auszubauen.

Beurteilung der Risiko- und Chancensituation des Aurubis-Konzerns

Im Berichtszeitraum sind keine wesentlichen Risiken eingetreten. Es haben sich keine besonderen strukturellen Veränderungen in den Risiken des Konzerns ergeben. Nach unserer heutigen Einschätzung ergeben sich keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken.

Sowohl das Audit Committee als auch der Abschlussprüfer haben festgestellt, dass Vorstand und Aufsichtsrat die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen in geeigneter Form getroffen haben und das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungssystem alle Anforderungen erfüllt.

Für ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Tätigkeiten sind neben den Risiken auch die Chancen des Konzerns zu betrachten. Die bestehende Chancenlage des Aurubis-Konzerns ist dabei mit der des Vorjahres vergleichbar. Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund unseres Geschäftsportfolios, unserer Kompetenzen und unserer Innovationsfähigkeit die sich ergebenden Chancen realisieren können. Gleichzeitig versetzen uns diese Faktoren in die Lage, den entstehenden Risiken erfolgreich zu begegnen. Ferner sind wir davon überzeugt, dass wir über geeignete Abläufe, Maßnahmen und Instrumente zur Identifizierung wichtiger Chancen und zur Beherrschung der relevanten Risiken verfügen.

Prognosebericht

Die im Kapitel "Prognosebericht" getroffenen Aussagen basieren auf unserer Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung am globalen Kupfermarkt sowie der Rohstoff- und Produktmärkte von Aurubis. Diese haben Analysen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Organisationen und Branchenverbänden sowie interne Marktanalysen zur Grundlage. Die dargestellten Einschätzungen für den zukünftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an den Zielsetzungen der Segmente sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen im Prognosezeitraum 01.10.2018 bis 30.09.2019 bieten. Die Chancen und Risiken, die den Aurubis-Konzern betreffen, sind im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert. Unsere Prognosen werden regelmäßig angepasst. Die im Nachfolgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand von Dezember 2018.

Für den Aurubis-Konzern ergeben sich aus heutiger Sicht folgende besondere Faktoren, die Einfluss auf unsere Märkte nehmen könnten: Dazu zählen neben der Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums insbesondere die politische Situation in den USA, deren Geldpolitik sowie deren Handelsbeziehungen zu China. In China betrifft dies vor allem die weitere Entwicklung des Wirtschaftswachstums. In Europa können ebenfalls die Geldpolitik, die Haushaltspolitik in Italien sowie der Brexit, also das Votum der Briten zum Austritt aus der EU, mit seinen begleitenden Erscheinungen und Folgen Wirkung zeigen. Einfluss könnten zudem ein zunehmender weltweiter Protektionismus sowie die politischen Krisen in der MENA-Region (Middle East & North Africa) haben.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der IWF schätzt, dass die Weltwirtschaft 2019 um 3,7 % wachsen wird. Die Prognose liegt nur leicht unter früheren Schätzungen dieses Jahres und deutlich höher als im Zeitraum zwischen 2012 und 2016. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass Risiken fortbestehen, die vor allem die Unsicherheit politischer Entwicklungen betreffen. Hier sind insbesondere ein zunehmender Protektionismus zu nennen sowie Entwicklungen, die wegführen von multilateralen und auf festen Regeln beruhenden Handelsbeziehungen.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden 2019 erneut das größte Wachstum aufweisen. Der IWF prognostiziert für diese Ländergruppe eine Wachstumsrate von 4,7 %. Den Rückgang der Wachstumserwartungen im Vergleich zu früheren Prognosen führt der IWF auf die negativen Einflüsse der Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China zurück. Hinzu kommen erneute Sanktionen der USA gegen die Türkei oder den Iran. Darüber hinaus haben sich die Wirtschaftsaussichten für größere lateinamerikanische Volkswirtschaften wie Argentinien oder Brasilien zuletzt eingetrübt. Der Konjunkturanstieg der asiatischen Länder, darunter das für den Kupfermarkt wichtige China, dürfte 2019 leicht unter dem Vorjahr liegen und einen Zuwachs von 6,3 % erreichen.

Für die entwickelten Länder sind die Aussichten hingegen insgesamt gedämpfter, was sich in einer reduzierten Wachstumsrate von 2,1 % ausdrückt. Das Wirtschaftswachstum in den USA soll 2019 mit 2,5 % niedriger ausfallen als im Vorjahr, insbesondere aufgrund anhaltender Handelsauseinandersetzungen und des sich langsam abschwächenden Effekts der Steuererleichterungen für Unternehmen. In der Eurozone sieht der IWF das Wirtschaftswachstum 2019 auf dem Niveau des Vorjahres und setzt es mit 1,9 % an. Die Wirtschaft in Deutschland soll laut IWF 2019 entsprechend um 1,9 % wachsen. Die konkreten Auswirkungen des Brexit sind in der Europäischen Union weiterhin ein bedeutender Risikofaktor.

Einzelne Branchen wie die elektrotechnische Industrie, die Automobilindustrie und der Bausektor sind wichtige Abnehmer von Kupferprodukten. Für die einzelnen Branchenkonjunkturen zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:

Der Zentralverband der elektrotechnischen Industrie hat in seinem letzten Ausblick auf den Weltelektromarkt, der von Mitte 2018 datiert, der Branche ein Wachstum von jeweils 5 % bzw. 4 % für die Jahre 2018 und 2019 attestiert. Erfasst werden hierbei 53 Länder, die rund 97 % des globalen Marktes umfassen. Europa macht 16 % des Weltmarktes aus. Hier soll es 2019 zu einem Wachstum von 3 % kommen. Diese Wachstumsrate gilt auch für Deutschland.

In der EU hat die Nachfrage nach Pkw während der ersten neun Monate 2018 um 2,5 % zugenommen, mit rund 12 Mio. registrierten Fahrzeugen, so der Europäische Automobilverband. Im Herbst 2018 zeigt sich eine etwas verminderte Nachfrage, insbesondere im europäischen Automobilsektor. Temporäre Risiken für das künftige Wachstum der Pkw-Produktion ergeben sich aus der Umstellung auf das neue Pkw-Testverfahren WLTP (Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure). Wir erachten dies als eine vorübergehende Entwicklung und erwarten für das Geschäftsjahr 2018/19 eine gute Nachfrage- und Absatzsituation. Wir erwarten zudem positive Wachstumsimpulse aus der sich intensivierenden Diskussion um E-Mobilität.

Die Baukonjunktur hat sich nach Angaben der deutschen Bauindustrie im Jahr 2018 besser als erwartet entwickelt. Für das Gesamtjahr 2018 wird ein Anstieg der nominalen Umsätze im Bauhauptgewerbe von 6 % erwartet. Für 2019 geht der Branchenverband von einem Anstieg in gleicher Höhe aus. Positive Treiber sind der akute Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und steigende kommunale Investitionen.

Basierend auf diesen Prognosen erwarten wir in den drei wichtigsten Branchen für den Einsatz von Kupferanwendungen im Jahr 2019 eine stabile bis gute Entwicklung. Politische und konjunkturelle Entwicklungen können die jeweilige Marktlage allerdings entscheidend beeinflussen.

Im Einzelnen kaum prognostizierbar sind die für uns wichtigen Einflüsse aus dem Bereich der europäischen und deutschen Energie- und Umweltschutzpolitik.

Branchenentwicklung

Die fundamentale Situation des Kupfermarktes bietet für Analysten ausreichend Grund zu der Annahme, dass auch 2019 mit einem hohen Kupferpreisniveau gerechnet werden kann. Laut der Marktumfrage von Thomson Reuters unter Marktexperten soll der Kupferpreis 2019 im Durchschnitt bei 6,699 US$/t liegen.

Erneut wird viel davon abhängen, wie sich die Produktionsentwicklung der Kupferhütten darstellt. Im Fokus steht weiterhin China. Nach Angaben des Nachrichtendienstes CRU ist 2019 mit weiteren Inbetriebnahmen von Hüttenprojekten in China zu rechnen, teilweise sollen diese aber bestehende ältere Schmelzkapazitäten ersetzen. Nach Angaben von CRU wird sich der Ausbau von Schmelzkapazitäten in China in den kommenden Jahren abflachen. Verschärfte Umweltbedingungen in China erschweren außerdem die Realisierung geplanter Hüttenprojekte. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Phase der Inbetriebnahme in der Regel lang andauert, bevor eine volle Kapazitätsnutzung erreicht wird.

Die International Copper Study Group (ICSG) rechnet für 2019 mit einem weiteren Anstieg der Weltproduktion von raffiniertem Kupfer um 2,7 % (2018: 2,7 %). Sie führt dies unter anderem auf die Wiederaufnahme von zeitweise stillgelegter Produktion zurück, gegenläufig wirkten Stillstände auf der Hüttenseite - insbesondere in Asien.

Für 2019 kann von einer guten Nachfrage nach raffiniertem Kupfer ausgegangen werden, da das Metall für die Wirtschaftsentwicklung in Kernbranchen wie der Elektro- und der Autoindustrie oder dem Bauwesen ein essenzieller Werkstoff ist. Das solide Wirtschaftswachstum in Ländern mit dem größten Bedarf, darunter China, die USA und Europa, gibt hier die Richtung vor.

China wird 2019 für rund die Hälfte der Kupfernachfrage weltweit stehen (2019e: 49,8 %). Ein Großteil des Bedarfs wird von Infrastrukturinvestitionen getragen, darunter auch solche in das für den Kupfereinsatz relevante Energienetz. Hervorzuheben ist hier das "One Belt, One Road"-Programm der chinesischen Regierung. In der Entwicklung des chinesischen Maschinenbau- und Transportsektors liegt ebenfalls Wachstumspotenzial für Kupferanwendungen. Die ICSG geht davon aus, dass Chinas Kupferbedarf 2019 um etwa 3 % zunehmen wird.

Insgesamt wird der globale Markt für raffiniertes Kupfer nach Angaben der ICSG 2019 voraussichtlich ein geringes Produktionsdefizit aufweisen. Es soll bei 65.0 0 0 t liegen, was vor dem Hintergrund eines 24 Mio. t-Marktes einem weitgehend ausgeglichenen Verhältnis gleichkommt. Wie in der Vergangenheit können unvorhergesehene Entwicklungen zu größeren Veränderungen führen. Aus heutiger Sicht erscheint die Erwartung eines geringen Produktionsdefizits angesichts der absehbaren Entwicklungen auf der Produktions- und Nachfrageseite jedoch gerechtfertigt. Auch andere Marktbeobachter, wie der internationale Industrieverband der Hersteller von Kupfer und Kupferlegierungsprodukten, das International Wrought Copper Council oder die Research-Unternehmen CRU International und Wood Mackenzie, sehen den Kupfermarkt 2019 als weitgehend ausgeglichen an bzw. gehen von einem kleinen Produktionsdefizit aus.

Rohstoffmärkte

KUPFERKONZENTRATE

Auf den Konzentratmärkten werden 2019 in gewissem Umfang Neuprojekte erwartet. Insbesondere aufgrund der Prognosen zur Entwicklung des durchschnittlichen Kupferpreises 2019 ist davon auszugehen, dass die Minen ihre Produktionskapazitäten voll auslasten werden. Eine Reihe erfolgreicher Tarifverhandlungen zwischen Minen und Gewerkschaften im Jahr 2018 reduziert tendenziell die Wahrscheinlichkeit von Störungen durch Streiks im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Auch aufgrund unserer Positionierung am Markt und unserer Lieferantendiversifizierung sind wir zuversichtlich, erneut eine gute Versorgung sicherstellen zu können. Wir rechnen weiterhin mit einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten am Weltmarkt. Die zu erwartenden Schmelz- und Raffinierlöhne dürften sich auf einem zufriedenstellenden Niveau bewegen.

RECYCLING

Nach einer zwischenzeitlichen Verengung des Marktes für Altkupfer zu Beginn des Geschäftsjahres 2017/18, aufgrund höherer Nachfrage aus China, zeigte sich der Markt für Altkupfer zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 wieder freundlicher. Der weiterhin hohe Kupferpreis führt zu ausreichend Sammelaktivitäten im Altkupferbereich in Europa. Höhere Metall- und Kupferpreise, wie sie von Analysten zum Teil erwartet werden, könnten jedoch dazu führen, dass sich das Angebot verbessert.

Trotzdem ist bei Altkupfer und Blisterkupfer die Angebotsentwicklung nicht abzuschätzen. Das Geschäft ist insbesondere bei Altkupfer kurzfristiger Natur und damit von Einflüssen abhängig, die nur schwer prognostizierbar sind. Sinkende Metallpreise könnten kurzfristig zu einer Marktveränderung mit rückläufigen Raffinierlöhnen führen. Auch hier federt unsere breite Marktaufstellung Versorgungsrisiken ab. Im ersten Quartal 2018/19 sind wir mit ausreichend Material zu guten Raffinierlöhnen versorgt.

Produktmärkte

MÄRKTE FÜR KUPFERPRODUKTE

Qualifizierte Aussagen über die Entwicklung des Kupferproduktgeschäfts im neuen Geschäftsjahr sind nur begrenzt möglich, da die Verhandlungssaison über Jahresverkaufsverträge 2019 noch nicht beendet ist.

Ein bereits bekannter Faktor ist die von Aurubis für das kommende Kalenderjahr festgesetzte Kupferprämie für europäische Gießwalzdraht- und Stranggussformatkunden. Aurubis hat diese auf 96 US$/t für seine europäischen Kunden festgesetzt (2018: 86 US$/t). Die höhere Kupferprämie ist Ausdruck der deutlich gestiegenen Nachfrage und der erwarteten Nachfrage unserer europäischen Kunden.

Angesichts der gut laufenden Branchenkonjunkturen rechnen wir damit, die Verhandlungssaison für Kupferprodukte mit für uns positiven Abschlüssen beenden zu können. Die gute Kundenbindung in unseren Kernmärkten unterstützt dies. Außerdem werden wir den Ausbau unseres Neukundengeschäfts fortsetzen.

KATHODEN

Der Absatz von freien Kathodenmengen am Markt orientiert sich an der geplanten Weiterverarbeitung unserer Kathodenproduktion im Konzern.

KUPFERGIESSWALZDRAHT

Bei Kupfergießwalzdraht ist das erste Quartal eines neuen Geschäftsjahres üblicherweise, saisonal bedingt, von einem etwas schwächeren Geschäft gekennzeichnet. Für das restliche Geschäftsjahr erwarten wir indes eine stabile bis leicht bessere Nachfrage in Europa. Die Konjunktur in den wichtigen Abnehmerindustrien sollte weiter auf gutem Niveau bleiben. Wir erwarten eine unverändert gute Nachfrage von Kabelproduzenten. Der Erwerb der restlichen Anteile an der Deutsche Giessdraht GmbH im Geschäftsjahr 2017/18 wird sich positiv auf unsere Produktionsmengen auswirken.

KUPFERSTRANGGUSSFORMATE

Hinsichtlich der Marktentwicklung bei Kupferstranggussformaten erwarten wir eine leicht höhere Produktnachfrage als im Vorjahr. Diese wird unter anderem getrieben durch eine höhere Nachfrage unserer Kunden aus den Bereichen der Industrierohre sowie der Flachwalzprodukte. Die positive Nachfragetendenz nach sauerstoffärmeren und höher legierten Werkstoffen setzt sich aus heutiger Sicht fort.

SPECIALITIES

Im Produktbereich Specialities, zu dem auch Stangen und Profile gehören, ist die Situation stabil. Bei Standardprodukten erwarten wir 2019 einen stärkeren Wettbewerbsdruck, der Absatz von Spezialanwendungen und Legierungen bleibt allerdings weiterhin gut.

FLACHWALZPRODUKTE

Für Flachwalzprodukte ergeben sich folgende Entwicklungen: Die Wirtschaft in den USA, deren Entwicklung für unser dortiges Werk von hoher Bedeutung ist, wird für 2019 als weiterhin robust eingeschätzt. Dies könnte das dortige Kupfergeschäft unterstützen. Im europäischen Markt für Flachwalzprodukte erwarten wir eine stabile Nachfragesituation auf hohem Niveau, mit weiteren Wachstumschancen in wichtigen Teilbereichen. Im Herbst 2018 zeigt sich eine etwas verminderte Nachfrage, insbesondere im europäischen Automobilsektor. Wir erachten dies als eine vorübergehende Entwicklung und erwarten für das Gesamtgeschäftsjahr 2018/19 eine gute Nachfrage- und Absatzsituation. Weitere Wachstumsimpulse erwarten wir weiterhin aus dem Steckverbindermarkt sowie einem Anstieg der Elektromobilität.

SCHWEFELSÄURE

Der Absatz von Schwefelsäure ist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig, was sich in der Laufzeit der Verträge widerspiegelt. Zusätzlich sind die Absatzmöglichkeiten regional sehr unterschiedlich mit entsprechend variierenden Konditionen. Aurubis beliefert den globalen Schwefelsäuremarkt mit den Schwerpunkten Europa, Nordamerika und Nordafrika. Das Verhältnis von lokalem Absatz und Exporten schwankt entsprechend den Marktgegebenheiten.

Nach einer Verengung des Schwefelsäuremarktes mit entsprechend höheren Preisen im Geschäftsjahr 2017/18 gehen Marktbeobachter wie ICIS oder CRU davon aus, dass diese Marktverengung auch im Jahr 2019 weiter anhalten könnte. Auch die bisher für das erste Quartal 2018/19 vorliegenden Erkenntnisse signalisieren eine stabile Situation mit sehr guten Preisen.

Geschäfts- und Ergebniserwartung des Aurubis-Konzerns

GESCHÄFTSERWARTUNG

Wir haben im Geschäftsjahr 2017/18 verschiedene Initiativen und Einzelmaßnahmen angestoßen, um Aurubis weiter zu stärken. Sie sind im Transformationsprogramm ONE Aurubis mit der Strategie Growth, Efficiency & Responsibility enthalten, mit dem wir die Vision 2025 erreichen wollen. Aktuell ist Aurubis in vielen Bereichen Marktführer - diese Positionen sollen langfristig weiter ausgebaut werden.

Die größte interne Wachstumsmaßnahme ist das Projekt Future Complex Metallurgy. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Multi-Metall-Ansatzes und mit größeren Investitionen verbunden. Darüber hinaus plant das Unternehmen, in Zukunft auch über Zukäufe weiterzuwachsen. Aurubis wird sich in den nächsten Jahren von einem Kupferkonzern zu einem Multi-Metall-Konzern entwickeln. Damit verbunden berichten wir seit dem 2. Quartal 2017/18 neben Informationen über unsere Kupferprodukte auch die Verkaufsmengen von Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, der Metalle der Platingruppe sowie Nebenmetalle.

Die Aurubis AG und die Wieland-Werke AG haben am 29.03.2018 den Vertrag zum Verkauf des Segments FRP unterzeichnet. Der Vollzug des Kaufvertrages steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Eine finale Entscheidung wird für Anfang 2019 erwartet. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Anhang.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 sind folgende geplante Wartungsstillstände vorgesehen:

An unserem Standort in Lünen werden wir im März und September 2019 zwei geplante gesetzliche Wartungsstillstände mit einer Länge von 17 und 25 Tagen durchführen. Die Stillstände werden unser EBT nach aktuellen Planungen in Summe mit rund 8 Mio. € belasten.

An unserem Standort in Pirdop (Bulgarien) werden wir im Mai und Juni 2019 einen geplanten gesetzlichen 18-tägigen Wartungsstillstand durchführen. Dieser wird unser EBT nach aktuellen Planungen mit rund 12 Mio. € belasten.

ERGEBNISERWARTUNG

Aufgrund der Natur unseres Geschäftsmodells unterliegt unser Ergebnis quartalsweisen Schwankungen. Dies hat saisonale Gründe, kann aber auch durch Störungen bei Aggregaten oder in den Betriebsabläufen verursacht sein. Gerade das erste Quartal eines Geschäftsjahres zeichnet sich im Geschäftsverlauf durch periodenbedingte Besonderheiten aus, zu denen beispielsweise eine zurückhaltende Ordertätigkeit bei Kunden oder Veränderungen in den Rohstofflieferungen zählen.

Die künftige Entwicklung und Prognose der Aurubis AG deckt sich mit der für den Aurubis-Konzern getroffenen Gesamtaussage.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 erfolgt auf Basis folgender Prämissen:

Wir erwarten, gestützt auf Branchenprognosen, eine stabile bis gute Kupferproduktnachfrage.

Für Jahresverträge 2019 stehen die Rahmenbedingungen am Markt für Kupferkonzentrate zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht fest.

Für Altkupfer und Schwefelsäure bleibt die Marktentwicklung im Geschäftsjahr 2018/19 wegen der Kurzfristigkeit des Geschäfts weiterhin schwer prognostizierbar.

Die Kupferprämie wurde auf 96 US$/t für 2019 festgesetzt (Vj. 86 US$/t).

Wesentliche Teile unserer Einnahmen sind US-Dollar basiert. Im Rahmen unserer Hedging-Strategie mildern wir daraus resultierende Risiken ab.

Wir kalkulieren mit weiteren 60 Mio. € Projekterfolg, verglichen mit dem Basisjahr 2014/15, aus dem Effizienzsteigerungsprogramm. Wir verfolgen damit das Ziel, alle unsere Standorte weiter zu optimieren.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 gehen wir von einer leicht unter dem Vorjahr liegenden Anlagenverfügbarkeit aus. Gründe hierfür sind insbesondere geplante Stillstände und verschleißbedingte Anlagenausfälle, denen wir im Zuge geplanter Instandhaltungsmaßnahmen entgegenwirken werden.

Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2018/19 ein moderat unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE gegenüber dem Berichtsjahr.

Im Segment Metal Refining & Processing erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018/19 ein moderat unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE im Vergleich zum Vorjahr.

Im Segment Flat Rolled Products planen wir für das Geschäftsjahr 2018/19 mit einem deutlich über dem Vorjahr liegenden operativen EBT und einem leicht höheren operativen ROCE im Vergleich zum Vorjahr.

Erwartete Finanzlage

Aurubis hielt zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 Barmittelbestände in Höhe von 479 Mio. € (30.09.2017: 571 Mio. €). Zusätzlich stehen dem Unternehmen als weitere Liquidität ungenutzte Kreditlinien aus einem Konsortialkreditvertrag über 350 Mio. € zur Verfügung, der eine Laufzeit bis 2023 hat. Somit verfügt Aurubis über ausreichend Liquidität, die aus heutiger Sicht nicht gefährdet ist.

Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir aus dem operativen Geschäft eine weiterhin stabile Finanzlage. Die im Geschäftsjahr 2018/19 planmäßig fälligen Tilgungen beabsichtigen wir aus vorhandener Liquidität zu bestreiten. Im kommenden Geschäftsjahr werden keine Schuldscheine fällig.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Aurubis-Konzerns

Insgesamt gehen wir davon aus, im Geschäftsjahr 2018/19 an die erfolgreiche Entwicklung des Berichtsjahres anknüpfen zu können. Wie die Ausführungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung auf unseren Rohstoff- und Produktmärkten zeigen, wird das Geschäftsjahr 2018/19 des Aurubis-Konzerns aus heutiger Sicht erneut von einem guten Marktumfeld beeinflusst. Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2018/19 ein moderat unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen leicht niedrigeren operativen ROCE gegenüber dem Berichtsjahr.

Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen ROCE

scroll
Delta ROCE Prozentpunkte
auf Vorjahresniveau ± 0 bis 1,0
leicht ± 1,1 bis 4,0
deutlich > ± 4,0

Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für das operative EBT

scroll
Veränderung operatives EBT
auf Vorjahresniveau ± 0 bis 5,0 %
moderat ± 5,1 bis 15,0 %
deutlich > ± 15,0 %

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie "antizipieren", "annehmen", "glauben", "einschätzen", "erwarten", "beabsichtigen", "können/könnten", "planen", "projizieren", "sollten" und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere die politische Entwicklung in den USA, Europa und China, eine Verengung des Rohstoffangebots und ein Rückgang der Nachfrage in den wichtigen Kupferabsatzmärkten. Des Weiteren zählen dazu eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, ein Akzeptanzverlust unserer Produkte mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Verarbeitungs- und Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Energie und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien sowie der Ausgang rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesem Geschäftsbericht unter der Überschrift "Risiko- und Chancenbericht" beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.

Rechtliche Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Vergütungsbericht sind Teil des zusammengefassten Lageberichts. Beide sind im vorderen Teil dieses Geschäftsberichts abgedruckt und auf der Website der Gesellschaft abrufbar.

Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen

Erläuternder Bericht des Vorstands der Aurubis AG, Hamburg, gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG zu den übernahmerechtlichen Angaben nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB zum Bilanzstichtag 30.09.2018.

Im Folgenden sind die nach den §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) geforderten übernahmerechtlichen Angaben zum 30.09.2018 dargestellt.

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Aurubis AG betrug zum Bilanzstichtag 115.089.210,88 € und war in 44.956.723 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € eingeteilt.

Jede Aktie gewährt gleiche Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Es bestehen keine unterschiedlichen Aktiengattungen.

10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDE KAPITALBETEILIGUNGEN

Es besteht zum Bilanzstichtag (30.09.2018) eine indirekte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschritten hat:

Die Salzgitter AG, Salzgitter, hat der Gesellschaft gemäß § 33 Abs. 1 WpHG am 11.04.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Aurubis AG am 11.04.2018 die Schwelle von 20 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 20,0000009 % der Stimmrechte (entsprechend 8.991.345 Stimmen) beträgt. Davon sind der Salzgitter AG 20,0000009 % der Stimmrechte (entsprechend 8.991.345 Stimmen) von der Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, zuzurechnen.

Dementsprechend besteht zum Bilanzstichtag (30.09.2018) eine direkte Beteiligung am Kapital der Aurubis AG, die 10 % der Stimmrechte überschritten hat: Die Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter, hielt gemäß Mitteilung der Salzgitter AG, Salzgitter, vom 11.04.2018 seit dem 11.04.2018 20,0000009 % der Stimmrechte (entsprechend 8.991.345 Stimmen).

ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDER, SATZUNGSÄNDERUNGEN

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG ergibt sich aus den §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) in Verbindung mit § 6 Abs. 1 der Satzung. Die Änderung der Satzung wird von der Hauptversammlung beschlossen. Der Beschluss der Hauptversammlung bedarf einer Mehrheit, die mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst; die §§ 179 ff. AktG sind anwendbar. Nach § 11 Abs. 9 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen. Der Aufsichtsrat ist ferner ermächtigt, § 4 der Satzung nach vollständiger oder teilweiser Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals entsprechend der jeweiligen Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals und nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen. Er ist auch ermächtigt, die Fassung von § 4 Abs. 1 und 3 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausgabe der neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente), die aufgrund der von der Hauptversammlung am 02.03.2017 unter Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Ermächtigung von der Gesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften gegen Barleistung begeben werden und ein Wandlungs- bzw. Optionsrecht auf neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft gewähren bzw. eine Wandlungspflicht begründen, anzupassen. Entsprechendes gilt im Falle der Nichtausnutzung der Ermächtigung zur Ausgabe von Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ablauf des Ermächtigungszeitraums sowie im Falle der Nichtausnutzung des bedingten Kapitals nach Ablauf der Fristen für die Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten bzw. für die Erfüllung von Wandlungs- bzw. Optionspflichten.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE

Gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ein- oder mehrmalig auszuschließen,

a) soweit es erforderlich ist, um etwaige Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen.

b) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlage ausgegeben werden.

c) bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 11.508.920,32 € oder, sollte dieser Betrag niedriger sein, von insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der erstmaligen Ausübung dieser Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss (der "Höchstbetrag") bestehenden Grundkapitals (jeweils unter Anrechnung der etwaigen Ausnutzung anderweitiger Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß oder in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG), wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bereits börsennotierten Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet.

Auf den Höchstbetrag ist das auf diejenigen Aktien entfallende Grundkapital anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen ausgegeben werden oder auszugeben sind, die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder die nach dem 24.02.2016 in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe von Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen gemäß § 221 Abs. 4 Satz 2, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Veräußerung von eigenen Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8, § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.

d) bis zu einem rechnerischen Nennbetrag in Höhe von insgesamt 23.017.840,64 €, soweit es erforderlich ist, um Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft ausgegebenen Options- oder Wandlungsrechte auf Aktien ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung des Options- bzw. Wandlungsrechts zustehen würde.

Durch Beschluss vom 09.02.2016 hat der Vorstand der Aurubis AG im Rahmen einer Selbstverpflichtung erklärt, von den in § 4 Abs. 2 der Satzung vorgesehenen Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre während der Laufzeit der Ermächtigung nur insoweit Gebrauch zu machen, als die auszugebenen Aktien 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind bis zur bezugsrechtsfreien Ausgabe neuer Aktien etwaige eigene Aktien anzurechnen, die unter Bezugsrechtsausschluss veräußert werden, sowie solche Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrecht bzw. Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %-Grenze geführt hat, diese Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die erfolgte Anrechnung.

Diese Selbstverpflichtung wurde auf der Internetseite der Aurubis AG für die Laufzeit der Ermächtigung zugänglich gemacht.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUM AKTIENRÜCKKAUF

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 01.03.2018 wurde die Gesellschaft bis zum 28.02.2023 ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien ist ausgeschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund dieser Ermächtigung erworben werden, zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken, insbesondere auch zu den folgenden Zwecken, zu verwenden:

a) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels eines Angebots an sämtliche Aktionäre veräußert werden, wenn die Aktien gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien gleicher Ausstattung der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Als maßgeblicher Börsenkurs im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der Mittelwert der Schlusskurse für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten fünf Handelstagen der Frankfurter Wertpapierbörse vor der Eingehung der Verpflichtung zur Veräußerung der Aktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Diese Ermächtigung gilt jedoch nur mit der Maßgabe, dass die unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG veräußerten Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung (die "Höchstgrenze"). Auf diese Höchstgrenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden. Ferner sind auf diese Höchstgrenze diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/ oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) ausgegeben werden bzw. auszugeben sind, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aufgrund einer Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden. Eine erfolgte Anrechnung entfällt, soweit Ermächtigungen zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG oder zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG nach einer Ausübung solcher Ermächtigungen, die zur Anrechnung geführt haben, von der Hauptversammlung erneut erteilt werden.

b) Die erworbenen eigenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder mittels Angebot an sämtliche Aktionäre veräußert werden, soweit dies gegen Sachleistung Dritter, insbesondere im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Teilen von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen durch die Gesellschaft selbst oder durch von ihr abhängige oder in ihrem Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen, sowie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen geschieht oder zur Erfüllung von Umtauschrechten oder -pflichten von Inhabern bzw. Gläubigern aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen der Gesellschaft ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) erfolgt, insbesondere - aber nicht ausschließlich - aufgrund der unter Punkt 6 der Tagesordnung der Hauptversammlung vom 02.03.2017 beschlossenen Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist jeweils ausgeschlossen.

c) Die erworbenen eigenen Aktien können ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise eingezogen werden. Sie können auch im vereinfachten Verfahren ohne Kapitalherabsetzung durch Anpassung des anteiligen rechnerischen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft eingezogen werden. Die Einziehung kann auf einen Teil der erworbenen Aktien beschränkt werden. Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Verfahren, ist der Vorstand zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

Die insgesamt unter den vorstehenden Ermächtigungen gemäß lit. a) und b) unter Ausschluss des Bezugsrechts veräußerten eigenen Aktien dürfen 20 % des Grundkapitals nicht überschreiten, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch im Zeitpunkt ihrer Ausnutzung. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind anzurechnen: (i) neue Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben wurden und (ii) diejenigen Aktien, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungsrecht, Optionsrecht oder Wandlungspflicht oder Andienungsrecht der Gesellschaft) auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zur bezugsrechtsfreien Veräußerung der eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind. Sofern und soweit die Hauptversammlung nach Ausübung einer Ermächtigung, die zur Anrechnung auf die vorgenannte 20 %-Grenze geführt hat, die betreffende Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss neu erteilt, entfällt die bereits erfolgte Anrechnung.

Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 01.03.2018 ist unter Tagesordnungspunkt 8 in der im Bundesanzeiger vom 22.01.2018 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2018 wiedergegeben.

BEFUGNIS DES VORSTANDS ZUR AUSGABE VON WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN UND VON AKTIEN AUS BEDINGTEM KAPITAL

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2017). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. von Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 nur gegen bar ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger der von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 02.03.2017 bis zum 01.03.2022 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen (bzw. Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungspflicht) ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten, durch die Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten oder durch die Ausübung von Andienungsrechten entstehen, am Gewinn teil. Soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG festlegen.

Der vollständige Wortlaut des Ermächtigungsbeschlusses vom 02.03.2017 ist unter Tagesordnungspunkt 6 in der im Bundesanzeiger vom 17.01.2017 veröffentlichten Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 2017 wiedergegeben.

WESENTLICHE KONDITIONIERTE VEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT

Für den Fall, dass eine Einzelperson oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen die Kontrolle über mehr als 50 % der Aktien oder der Stimmrechte an der Aurubis AG erwirbt, hat jeder Kreditgeber aus dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Vertrag über eine Kreditlinie von 350 Mio. € (der "Konsortialkredit"), der im Wesentlichen der Finanzierung des Umlaufvermögens des Konzerns dient, jeweils einzeln das Recht, seine Beteiligung an dem Konsortialkredit zu kündigen und sofortige Rückzahlung der ihm darunter geschuldeten Beträge zu fordern.

Im Rahmen von diversen Schuldverschreibungen in Höhe von insgesamt 229 Mio. € steht den Darlehensgebern jeweils ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Wechsels der Kontrolle über die Darlehensnehmerin zu.

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Hamburg

Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor Segment

Metal Refining & Processing

Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019

Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien, bis zum 31.07.2018

Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger

Vorstand

Segment Flat Rolled Products

Bestellt seit dem 19.04.2008 bis ursprünglich zum 30.04.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien, bis zum 30.04.2018

Chairman of the Board of Directors

Dr. Thomas Bünger, Lüneburg

Geb.: 02.07.1968, deutscher Staatsbürger

Technischer Vorstand

Bestellt seit dem 01.10.2018 bis zum 30.09.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien

Director

Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, Bulgarien

Board of Directors

Aurubis Italia Srl, Avellino, Italien

Chairman of the Board of Directors

Rainer Verhoeven, Duisburg

Geb.: 02.12.1968, deutscher Staatsbürger

Vorstand Finanzen

Segment Flat Rolled Products, seit dem 01.08.2018

Bestellt seit dem 01.01.2018 bis zum 31.12.2020

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien, seit 01.05.2018

Chairman of the Board of Directors

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg

Vorsitzender seit dem 01.03.2018

Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg

Encavis AG (vormals Capital Stage AG), Hamburg1

Mitglied des Aufsichtsrats

Renate Hold-Yilmaz, Hamburg2

Stellvertretende Vorsitzende

Kfm. Angestellte

Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter

Vorsitzender des Aufsichtsrats bis zum 01.03.2018

Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter1

Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

KHS GmbH, Dortmund3

Vorsitzender des Aufsichtsrat

Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr3

bis zum 21.12.2017

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Peiner Träger GmbH, Peine3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats

Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats

TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Burkhard Becker, Hattingen, bis zum 01.03.2018

Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter1

EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr3

Mitglied des Aufsichtsrats

KHS GmbH, Dortmund3

bis zum 31.10.2017

Mitglied des Aufsichtsrats

Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr3

Mitglied des Aufsichtsrats

Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr3

bis zum 21.12.2017

Mitglied des Aufsichtsrats

Peiner Träger GmbH, Peine3

Mitglied des Aufsichtsrats

Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter3

Mitglied des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf3

Mitglied des Aufsichtsrats

Nord/LB Asset Management AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Andrea Bauer, Dortmund, seit dem 22.06.2018

Mitglied der Geschäftsführung VDM Metals Holding GmbH, Werdohl

Commerzbank, Düsseldorf

Mitglied des Regionalbeirats West

Dr. Bernd Drouven, Hamburg, bis zum 01.03.2018

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG

NITHH gGmbH, Hamburg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg2, bis zum 01.03.2018

Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG

Karl-Heinz Hamacher, Stolberg2, seit dem 01.03.2018

Angestellter bei der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg Betriebsratsvorsitzender

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Dinslaken, seit dem 01.03.2018

Vorsitzender des Vorstands der RWTÜV e. V., Essen

Albert-Schweitzer-Einrichtungen für Behinderte gGmbH, Dinslaken

Mitglied des Aufsichtsrats

RWTÜV GmbH, Essen

Vorsitzender des Aufsichtsrats

TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Van Ameyde International BV, Rijswijk, Niederlande

Mitglied des Board of Supervisory Directors

Universitätsklinikum Essen, Essen

Mitglied des Aufsichtsrats

Knappschaft Kliniken GmbH, Bochum

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Jan Koltze, Kummerfeld2

Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg

ESSO Deutschland GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Stephan Krümmer, Hamburg, seit dem 01.03.2018

Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit

Dr. Elke Lossin, Buchholz in der Nordheide2, seit dem 01.03.2018

Betriebsleiterin im Analytischen Labor der Aurubis AG, Hamburg

Dr. Sandra Reich, Gräfelfing

Direktorin, NKI Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH, München

Stefan Schmidt, Lüdinghausen2, seit dem 01.03.2018

Leiter Services/Produktionsleiter Schmelzbetriebe der Aurubis AG, Lünen

Edna Schöne, Hamburg, ab 01.03.2018 bis zum 15.06.2018

Mitglied des Vorstands der Euler Hermes AG, Hamburg, verantwortlich für das Bundesgeschäft sowie Legal & Compliance

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck2, bis zum 01.03.2018

Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG

Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg

Rolf Schwertz, Datteln2, bis zum 01.03.2018

Maurer und Kesselwärter

Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen

Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen

Melf Singer, Schwarzenbek2, seit dem 01.03.2018

Tagschichtmeister Produktion Säurebetriebe der Aurubis AG, Hamburg

Ralf Winterfeldt, Hamburg2, bis zum 01.03.2018

Energieanlagenelektroniker

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG

Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund, bis zum 01.03.2018

Selbstständiger Berater

1 Börsennotiertes Unternehmen.
2 Von der Belegschaft gewählt.
3 Konzerngesellschaften der Salzgitter AG.

Ausschüsse des Aufsichtsrats bis zur Hauptversammlung (01.03.2018)

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Dr. Sandra Reich

Ralf Winterfeldt

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Jan Koltze

Renate Hold-Yilmaz

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Dr. Bernd Drouven

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Ralf Winterfeldt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg

Technikausschuss

Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Ausschüsse des Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung (01.03.2018)

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Edna Schöne bis zum 15.06.2018

Andrea Bauer seit dem 10.07.2018

Melf Singer

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Dr. Sandra Reich

Renate Hold-Yilmaz

Jan Koltze

Dr. Elke Lossin

Personalausschuss

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob

Renate Hold-Yilmaz

Karl-Heinz Hamacher

Stefan Schmidt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob

Dr. Stephan Krümmer

Corporate Governance

Bericht zur Corporate Governance und Erklärung zur Unternehmensführung (Teil des zusammengefassten Lageberichts)

Die Prinzipien verantwortungsbewusster und nachhaltiger Unternehmensführung bestimmen das Handeln der Leitungs- und Kontrollgremien der Aurubis AG. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG UND BERICHTERSTATTUNG ZUR CORPORATE GOVERNANCE

§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Aktiengesellschaft, einmal jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und aus welchem Grund nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat haben sich im Geschäftsjahr 2017/18 mehrfach mit Themen der Corporate Governance beschäftigt und am 05.11.2018 gemeinsam die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Erklärung wurde der Öffentlichkeit unter www.aurubis.com/de/uber-aurubis/corporate-governance dauerhaft zugänglich gemacht. Dort sind auch die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sowie die Erfüllung der Kodexvorgaben im Detail permanent öffentlich zugänglich.

WORTLAUT DER ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

"Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG erklären gemäß § 161 AktG, dass seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 06.11.2017 den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer Fassung vom 07.02.2017 mit Ausnahme der nachfolgend genannten Empfehlungen aus den dortigen Gründen entsprochen wurde und wird:

Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 4

(Vergütung des Vorstands)

Die Vergütungsstruktur der Vorstände wird bei Neuabschluss von Vorstandsverträgen ab dem 01.10.2017 grundsätzlich variable Vergütungsbestandteile, deren Bemessungsgrundlage mehrjährig und im Wesentlichen zukunftsbezogen ist, sowie einen Abfindungs-Cap aufweisen. Dies gilt jedoch nicht für den Vertrag von Herrn Schachler. Insoweit besteht Bestandsschutz.

Ziffer 5.4.1 Abs. 2

(Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat)

Der Aufsichtsrat hat bzw. wird bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung unter Beachtung seines Kompetenzprofils im Rahmen der dann jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere unter Beachtung der Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes, die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten in den Vordergrund stellen. Dabei ist es selbstverständlich, dass im Rahmen der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die vom Aufsichtsrat festgelegte Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und die ebenfalls vom Aufsichtsrat festgelegte Altersgrenze sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigt werden. Hierzu ist es nicht erforderlich, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer im Aufsichtsrat festzulegen.

 

Hamburg, den 5. November 2018

Für den Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Rainer Verhoeven, Mitglied

 

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender

ANGABEN ZU RELEVANTEN UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

Für die Aurubis AG bilden die einschlägigen Rechtsvorschriften, vor allem das Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht, die Satzung, der Deutsche Corporate Governance Kodex sowie die Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und des Vorstands, die Grundlagen für die Ausgestaltung von Führung und Kontrolle im Unternehmen. Über die gesetzlichen Pflichten hinaus hat Aurubis Werte und daraus abgeleitete Verhaltensgrundsätze definiert, die den Rahmen für das Verhalten und die Entscheidungen verbindlich vorgeben und Orientierung für das unternehmerische Handeln bieten. Die Werte und die Verhaltensgrundsätze sind auf der Website des Unternehmens im Bereich "Verantwortung" veröffentlicht. Jeder Mitarbeiter wird mit diesen konzernweit geltenden Werten und Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct) sowie den sich daraus ableitenden Unternehmensrichtlinien vertraut gemacht. Zu speziellen Themen finden Pflichtschulungen für (potenziell) betroffene Mitarbeiter statt (z. B. Kartellrecht, Antikorruption, Umweltschutz und Arbeitssicherheit).

FÜHRUNGSSTRUKTUR

Die Aurubis AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, auf dem auch der Deutsche Corporate Governance Kodex beruht. Ein Grundprinzip des deutschen Aktienrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet und mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zum Wohle des Unternehmens zusammen.

ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT SOWIE DEREN ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE

DER VORSTAND

ARBEITSWEISE

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung frei von Weisungen Dritter nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und seiner Geschäftsordnung sowie unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Hauptversammlung. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft gegenüber Dritten.

Der Vorstand als Leitungsorgan führt die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung der Belange aller Stakeholder. Dabei gilt der Grundsatz der Gesamtverantwortung, d. h., die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die nähere Ausgestaltung der Zusammenarbeit des Vorstands der Aurubis AG ist in einer vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand zusammengefasst. Diese regelt vor allem die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die Beschlussfassung, namentlich erforderliche Beschlussmehrheiten sowie die Rechte und Pflichten des Vorsitzenden des Vorstands.

Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Sie sind in einem Katalog festgelegt. So entscheidet der Aufsichtsrat beispielsweise über Beteiligungen an anderen Unternehmen - soweit die Maßnahme für den Konzern von wesentlicher Bedeutung ist - sowie über wesentliche Investitionen.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Strategie, die Planung, die Geschäftsentwicklung, bedeutende Geschäftsvorfälle und die Risikolage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über die Compliance, also die Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von früher aufgestellten Planungen und Zielen sind vom Vorstand ausführlich zu erläutern und zu begründen.

ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE (DIVERSITÄTSKONZEPT)

Der Vorstand der Aurubis AG bestand im Geschäftsjahr zunächst aus zwei Mitgliedern (Herrn Jürgen Schachler als Vorsitzender sowie Herrn Dr. Stefan Boel). Herr Rainer Verhoeven wurde mit Wirkung zum 01.01.2018 zum neuen Finanzvorstand bestellt. Herr Dr. Stefan Boel hat die Gesellschaft zum 30.07.2018 im besten gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat verlassen.

Zum 01.10.2018 wurde Herr Dr. Thomas Bünger zum technischen Vorstand bestellt.

Bei der Zusammensetzung des Vorstands orientiert sich der Aufsichtsrat in erster Linie an fachlichen Kenntnissen und persönlicher Eignung. Der Vorstand soll aufgrund seiner Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen in der Lage sein, seine Aufgaben in einem Unternehmen der Kupfer-/Metallbranche zu erfüllen und das Ansehen des Aurubis-Konzerns in der Öffentlichkeit zu wahren.

Des Weiteren hat der Aufsichtsrat für die Zusammensetzung des Vorstands am 11.09.2018 ein Diversitätskonzept verabschiedet. Dieses berücksichtigt Aspekte wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. So soll bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern neben deren Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz möglichst ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen abgedeckt werden. Als weiteres Kriterium seines Diversitätskonzepts soll der Vorstand in seiner Gesamtheit eine ausgewogene Altersstruktur aufweisen und damit sowohl jüngere Persönlichkeiten, die neueren Fachkenntnissen und Führungsmethoden näherstehen, als auch ältere Persönlichkeiten, die über größere Berufs-, Lebens- und Führungserfahrung verfügen, vorsehen. Bei gleicher Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz sollen möglichst sowohl weibliche als auch männliche Persönlichkeiten im Vorstand vertreten sein. Der Aufsichtsrat hat gemäß § 111 Abs. 5 AktG bis zum 30.06.2022 eine Mindestzielquote für den Frauenanteil im Vorstand von 25 % beschlossen.

Mit diesem Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, eine größtmögliche Vielfalt hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund zu erreichen. Neben der höchstmöglichen individuellen Eignung der einzelnen Mitglieder sollen dadurch möglichst vielfältige Perspektiven in die Leitung des Unternehmens einfließen.

Mit welcher Persönlichkeit eine konkrete Vorstandsposition besetzt werden soll, entscheidet der Aufsichtsrat im Unternehmensinteresse und unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls.

STAND DER UMSETZUNG DER ZIELE

Der Aufsichtsrat hat sich allgemein und bei personellen Veränderungen im Vorstand sehr intensiv mit Vielfalt im Vorstand beschäftigt. Das Diversitätskonzept wurde dabei so weit wie möglich umgesetzt. So weist die Zusammensetzung des Vorstands unterschiedliche Altersgruppen unter Berücksichtigung der fachlichen Kenntnisse und persönlichen Eignung auf. Die Vorstandsmitglieder verfügen ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Bildungs- und Berufshintergründen: Ein Teil von ihnen hat wirtschaftsbezogene Studien abgeschlossen, ein anderer Teil technische Studien.

Dagegen ist es bisher trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, den angestrebten Frauenanteil zu erreichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es seit dem Zeitpunkt der Festlegung der Zielgröße von 25 % am 07.06.2017 nur zwei personelle Veränderungen (Bestellung Herr Rainer Verhoeven und Herr Dr. Thomas Bünger) im Vorstand gab. Letztlich wurde mit Herrn Verhoeven der Kandidat ausgewählt, der nach Einschätzung des Aufsichtsrats die Position des Finanzvorstands aufgrund seiner fachlichen Qualifikation am besten ausfüllt. Für die Position des technischen Vorstands gab es keine Bewerberin.

Der Aufsichtsrat strebt weiterhin eine angemessene Berücksichtigung von Frauen im Vorstand an und hält an seiner Zielsetzung fest.

Darüber hinaus bestehen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gemäß § 76 Abs. 4 AktG auch Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands. Der Vorstand hat sich mit Beschluss vom 12.06.2017 das Ziel gesetzt, für die erste Führungsebene einen Frauenanteil von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 25 % zu erreichen. Die genannten Ziele sollen bis zum 30.06.2022 erreicht werden. Für den Konzern ist es ein wichtiges Ziel, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern -unabhängig von gesetzlichen Regelungen.

Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug zum Berichtsstichtag (30.09.2018) 11,8 % (Vj. 19,4 %), in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands 20 % (Vj. 20,4 %). Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene hat damit zum Berichtsstichtag abgenommen, die Quote in der zweiten Ebene blieb nahezu unverändert.

Am 01.10.2018 betrug der Frauenanteil in der ersten Führungsebene 23,8 % und in der zweiten Führungsebene 16 %. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass sich mit der Bestellung des technischen Vorstands die Geschäftsordnung nebst Geschäftsverteilungsplan geändert hat.

In der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands waren nur wenige Stellen zu besetzen. Hierfür wurden gleichermaßen Männer und Frauen in Betracht gezogen. Letztlich wurden die vakanten Stellen an Bewerber vergeben, die am besten geeignet erschienen.

Der Vorstand strebt weiterhin eine angemessene Berücksichtigung von Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene an und hält an seinen Zielsetzungen fest.

Der Vorstand hatte im Geschäftsjahr 2017/18 keine Ausschüsse gebildet.

DER AUFSICHTSRAT

ARBEITSWEISE

Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Hierbei berücksichtigt der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der relevanten Gesamtbelegschaft sowie die Marktstellung des Unternehmens. Ebenso definiert er bei Versorgungszusagen für die Vorstände das angestrebte Versorgungsniveau. Der Personalausschuss unterbreitet dem Aufsichtsratsplenum entsprechende Vorschläge.

Der Aufsichtsrat wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für Geschäfte von grundlegender Bedeutung, besonders solche, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens grundlegend verändern, hat der Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte zugunsten des Aufsichtsrats festgelegt. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand.

Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer in der Regel getrennt.

ZUSAMMENSETZUNG UND ZIELE (DIVERSITÄTSKONZEPT UND KOMPETENZPROFIL)

Dem mitbestimmten Aufsichtsrat der Aurubis AG gehören gemäß Satzung zwölf Mitglieder an, von denen nach Maßgabe des Mitbestimmungsgesetzes jeweils sechs von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch. Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Vertreter der Aktionäre bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 01.03.2018 einzeln gewählt. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließen wird.

Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium im Einklang mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erarbeitet. Die Ziele und das Kompetenzprofil wurden auf www.aurubis.com/de/uber-aurubis/konzern/aufsichtsrat dauerhaft zugänglich gemacht.

Des Weiteren hat der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung am 11.09.2018 ein Diversitätskonzept festgelegt. Dieses berücksichtigt Aspekte wie Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund. So soll der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit eine ausgewogene Altersstruktur aufweisen und damit sowohl jüngere Persönlichkeiten als auch ältere, berufs- und lebenserfahrene Persönlichkeiten umfassen.

Bei Aufsichtsratswahlen ist zusätzlich zu der Eignung nach persönlicher und fachlicher Kompetenz darauf zu achten, dass sowohl weibliche als auch männliche Persönlichkeiten im Aufsichtsrat vertreten sind und sich dieser nach der gesetzlichen Vorgabe zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammensetzt.

Das Diversitätskonzept sieht vor, dass sich der Aufsichtsrat aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die zum einen aufgrund ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenz geeignet sind und die zum anderen möglichst verschiedene Bildungshintergründe (unter anderem technische, kaufmännische, juristische und andere geisteswissenschaftliche Ausbildungen) sowie verschiedene Berufshintergründe (unter anderem Angehörige technischer, kaufmännischer und geisteswissenschaftlicher Berufe) aufweisen können.

Der Aufsichtsrat verfolgt mit den Zielen für seine Zusammensetzung die Absicht, soweit er darauf Einfluss nehmen kann, eine größtmögliche Vielfalt hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund zu erreichen. Dadurch sollen möglichst vielfältige Perspektiven, Kenntnisse und Erfahrungen in die Arbeit des Aufsichtsrats der Aurubis AG einfließen.

Der Aufsichtsrat wirkt darauf hin, das Diversitätskonzept für seine Zusammensetzung umzusetzen, indem er bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner die in seinem Konzept enthaltenen Diversitätsaspekte berücksichtigt. Die letztendliche Entscheidung über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats obliegt den Aktionären der Aurubis AG in der Hauptversammlung.

STAND DER UMSETZUNG DER ZIELE

Aufsichtsrat und Nominierungsausschuss haben die Kriterien des Kompetenzprofils bei den Vorschlägen zur Aufsichtsratswahl auf der Hauptversammlung 2018 und 2019 berücksichtigt.

Das Diversitätskonzept wurde so weit wie möglich umgesetzt: Nach Ansicht des Aufsichtsrats weist die Seite der Anteilseigner eine ausgewogene Altersstruktur mit jüngeren und älteren Persönlichkeiten auf. Der Aufsichtsrat setzt sich nach der gesetzlichen Vorgabe zu mindestens 30 % aus Frauen bzw. Männern zusammen. Dem Aufsichtsrat gehören Mitglieder mit unterschiedlichen Ausbildungen und Berufshintergründen an. Weitere Informationen zu den persönlichen und fachlichen Kompetenzen können den Lebensläufen der Aufsichtsratsmitglieder entnommen werden, die auf www.aurubis.com/de/uber-aurubis/ konzern/aufsichtsrat dauerhaft zugänglich sind.

Gemäß Ziffer 5.4.2. des Deutschen Corporate Governance Kodex waren im Geschäftsjahr 2017/18 nach Einschätzung des Aufsichtsrats Herr Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Herr Dr. Stephan Krümmer, Frau Dr. Sandra Reich, Frau Edna Schöne (bis zur Niederlegung des Mandats am 15.06.2018), Frau Andrea Bauer (ab dem 22.06.2018) sowie Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt als unabhängige Mitglieder der Anteilseigner anzusehen.

Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehören dem Gremium somit fünf unabhängige Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner und damit eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die nicht in einer persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zur Gesellschaft, zu deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Personalausschuss, dem Prüfungsausschuss (Audit Committee), dem Nominierungsausschuss und dem Vermittlungsausschuss vier Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Aufgaben der Ausschüsse sowie ihre Zusammensetzung und Arbeit sind teilweise in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats festgelegt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse im Geschäftsjahr ist in diesem Geschäftsbericht aufgeführt. Die Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien werden ebenfalls in diesem Geschäftsbericht genannt.

Personalausschuss

Der sechsköpfige Personalausschuss ist paritätisch besetzt. Er befasst sich in Vorbereitung der erforderlichen Aufsichtsratsbeschlüsse mit der Struktur und Höhe der Vergütung für den gesamten Vorstand, der Vorbereitung von Vorstandsverträgen und der Auswahl von geeigneten Kandidaten für die Besetzung von Vorstandspositionen. Vorsitzender des Personalausschusses ist der Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Prüfungsausschuss

Aufgabe des sechsköpfigen, paritätisch besetzten Prüfungsausschusses ist hauptsächlich die Überwachung der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, der Abschlussprüfung sowie der Compliance.

Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine Präferenz und eine begründete Empfehlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Kandidaten umfasst. Der Prüfungsausschuss überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und befasst sich darüber hinaus mit den von ihm zusätzlich erbrachten Leistungen, mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Berichtsjahr, Herr Dr. Stephan Krümmer, verfügt aus seiner beruflichen Praxis über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Er ist kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete.

Nominierungsausschuss

Der Nominierungsausschuss ist gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Seine Aufgabe ist es, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern zu benennen.

Vermittlungsausschuss

Der Vermittlungsausschuss tagte im Berichtsjahr nicht.

AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNG

Die Aktionäre der Aurubis AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Es gibt keine unterschiedlichen Gattungen von Aktien.

Die Hauptversammlung wählt die von den Anteilseignern ohne Bindung an Wahlvorschläge zu wählenden Mitglieder des Aufsichtsrats und beschließt über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats sowie über Satzungsänderungen der Gesellschaft. In besonderen Fällen sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor.

Jeder Aktionär, der sich rechtzeitig anmeldet und seine Berechtigung zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts ordnungsgemäß nachweist, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können oder wollen, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Aurubis AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben. Nähere Einzelheiten gibt die Aurubis AG in der Einberufung der Hauptversammlung bekannt.

Die Einladung zur Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der Aurubis AG in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT SOWIE COMPLIANCE

Zu einer guten Corporate Governance gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Im Rahmen unseres werteorientierten Konzernmanagements sorgt ein angemessenes Risikomanagement dafür, dass Risiken frühzeitig erkannt und Risikopositionen minimiert werden. Das Risikomanagement berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Einzelheiten zum Risikomanagement der Aurubis AG sind im Risikobericht dargestellt. Darin ist der gemäß §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geforderte Bericht zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem enthalten.

Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf die Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Das Compliance-Management-System wurde auch im Geschäftsjahr 2017/18 weiter ausgebaut, um den sich aus den gesetzlichen Anforderungen und dem Verhaltenskodex ergebenden Anforderungen gerecht zu werden.

Compliance wird im Unternehmen durch Prävention, Kontrolle und Sanktion sichergestellt. Präventive Maßnahmen sind interne Richtlinien, die Beratung und besonders die Schulung von Mitarbeitern. Sollten Verstöße gegen Gesetze oder interne Richtlinien festgestellt werden, greifen arbeits-, zivil-, aber auch strafrechtliche Sanktionen.

Der Chief Compliance Officer des Unternehmens ist zentraler Ansprechpartner für alle compliancerelevanten Fragen. Er berichtet regelmäßig dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. An den einzelnen Standorten des Konzerns stehen den Mitarbeitern auch lokale Compliance-Verantwortliche als Ansprechpartner zur Verfügung.

Beschäftigten wird über eine "Whistleblower-Hotline" eines externen Dienstleisters die Möglichkeit eingeräumt, auch anonym Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Möglichkeit kann auch von Dritten genutzt werden.

MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE SOWIE AKTIENBESITZ DER ORGANMITGLIEDER

Gemäß Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG und bestimmte Mitarbeiter in Führungspositionen sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.

Im Geschäftsjahr 2017/18 gab es keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Aurubis AG stellt ihren Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Aurubis AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) und nach Aktiengesetz (AktG) aufgestellt. Jahres- und Konzernabschluss sowie Konzernlagebericht werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Die Aurubis AG veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2017/18 einen zusammengefassten Lagebericht für die Aurubis AG und den Konzern. Der Zwischenbericht sowie die Quartalsmitteilungen werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert.

Die Wahl des Abschlussprüfers der Gesellschaft erfolgte gemäß den aktienrechtlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. Prüfer des Konzernabschlusses 2017/18 und des zusammengefassten Lageberichts sowie des HGB-Abschlusses 2017/18 der Aurubis AG war die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2017/18 damit das zehnte Mal geprüft.

Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war im Geschäftsjahr 2017/18 Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft zum zweiten Mal geprüft hat. Der Aufsichtsrat hat vor Unterbreitung des Wahlvorschlags die vom Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehene Erklärung der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu deren Unabhängigkeit eingeholt. Die Prüfungen erfolgten nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung; ergänzend wurden die International Standards on Auditing beachtet. Sie umfassten auch das Risikomanagement und die Einhaltung der Berichtspflichten zur Corporate Governance nach § 161 AktG.

Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet.

 

Hamburg, im Dezember 2018

Für den Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Rainer Verhoeven, Mitglied

Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat

der Aurubis AG

Der nachfolgende Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Er erläutert die Struktur und Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung der Aurubis AG.

VERGÜTUNG DES VORSTANDS

Der Aufsichtsrat setzt auf Vorschlag des Personalausschusses die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest, er beschließt und überprüft regelmäßig das Vergütungssystem für den Vorstand.

Der Aufsichtsrat hatte das Vergütungssystem unter Einbeziehung eines unabhängigen externen Vergütungsexperten zuletzt im Jahr 2017 grundlegend überarbeitet. Das neue Vergütungssystem entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex, insbesondere Ziffer 4.2.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Hauptversammlung hat das neue System zur Vergütung des Vorstands am 01.03.2018 gemäß § 120 Abs. 4 AktG gebilligt.

Aufgrund der Rückmeldungen von Investoren hat der Aufsichtsrat entschieden, die Zusammensetzung des Jahresbonus zu ändern. Die Anpassung hat der Aufsichtsrat am 11.09.2018 beschlossen.

Namentlich berechnet sich der Jahresbonus ab dem 01.10.2018 mit einer höheren Gewichtung von 60 % (zuvor 50 %) nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer niedrigeren Gewichtung von 40 % (zuvor 50 %) nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds.

Vor dem Hintergrund der grundlegenden Überarbeitung des Deutschen Corporate Governance Kodex und des veröffentlichten Referentenentwurfs zur Umsetzung der 2. Aktionärsrechterichtlinie (EU 2017/828, ARUG II) sieht der Aufsichtsrats derzeit von einer weitergehenden Überarbeitung des Vergütungssystems ab. Sowohl der Entwurf des Deutschen Corporate Governance Kodex als auch der Referentenentwurf zum ARUG II sehen umfassende Regelungen zur Vergütung der Organe der börsennotierten Gesellschaft vor. Nach derzeitiger Einschätzung wird sowohl der neue Deutsche Corporate Governance Kodex als auch das ARUG II im Sommer 2019 verabschiedet.

Im Hinblick auf eine aus diesen Gründen ohnehin erforderliche Überprüfung und Anpassung des Vergütungssystems für Vorstandsmitglieder und einer damit verbundenen Wiedervorlage an die Hauptversammlung sieht die Gesellschaft auf der Hauptversammlung 2019 von einer erneuten Abstimmung ab.

Das neue Vergütungssystem gilt für den Finanzvorstand Herrn Rainer Verhoeven und für den zum 01.10.2018 bestellten technischen Vorstand Herrn Dr. Thomas Bünger. Für die Vorstände Herrn Jürgen Schachler (bis 30.06.2019) und Herrn Dr. Stefan Boel (Vorstand bis 31.07.2018) galt bzw. wird zunächst das alte Vergütungssystem weitergelten.

ALTES VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND

Die Vergütung ist in den Anstellungsverträgen festgelegt und besteht aus aufeinander abgestimmten Vergütungsbestandteilen.

Im Einzelnen handelt es sich um Festbezüge, variable Bezüge sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen.

Fixe Komponenten

Der fixe Teil der Vergütung besteht aus den Festbezügen, den Nebenleistungen und den Pensionszusagen. Die jährlichen Festbezüge betragen für den Vorstandsvorsitzenden 600.000 € sowie für das ordentliche Vorstandsmitglied 420.000 € und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

Zusätzlich erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.

Die Herren Schachler und Dr. Boel erhalten von der Gesellschaft eine beitragsorientierte Pensionszusage, für die jährlich ein Beitrag in Höhe von 140.000 € für Herrn Schachler und 100.000 € für Herrn Dr. Boel an ein Versicherungsunternehmen gezahlt wird bzw. wurde.

Beide Vorstände erhalten zusätzlich eine beitragsorientierte betriebliche Altersvorsorge. Diese Altersvorsorge ist als Kapitalzusage ausgestaltet. Zum Ende eines jeden Geschäftsjahres werden für den Vorstandsvorsitzenden 120.000 € und für das ordentliche Vorstandsmitglied 80.000 € in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.

Der jeweilige Vorstand kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.

Variable Komponenten

Das alte System zur variablen Vergütung umfasst zwei Komponenten, die jährlich zur Auszahlung kommen: Die erste Komponente (Komponente I) ist abhängig von einer jährlichen Zielerreichung, bezogen auf ein bereinigtes, durchschnittliches EBT (Earnings Before Taxes) des Konzerns von drei Jahren, und zwar jeweils bezogen auf das laufende sowie die beiden dem jeweiligen Geschäftsjahr vorangegangenen Geschäftsjahre. Zielwert ist ein aus einem ROCE (Return on Capital Employed) von 15 % abgeleitetes EBT. Wenn das EBT unterhalb von 40 % des Zielwerts liegt, entfällt eine Zahlung aus der Komponente I. Der Zielbonus der Komponente I kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Der maximal zu erreichende Betrag aus dieser Komponente beträgt bei 100 % Zielerreichung 750.000 € für den Vorstandsvorsitzenden sowie 500.000 € für das ordentliche Vorstandsmitglied.

Die Komponente II sieht eine jährliche Beurteilung der gesamthaften (Komponente II a) und individuellen (Komponente II b) Leistung des Vorstands durch den Aufsichtsrat vor. Beide Komponenten basieren auf einer qualitativen, kriteriengestützten Beurteilung der nachhaltigen Unternehmensführung. Der Zielbonus der Komponente II kann zu maximal 100 % erreicht werden (Cap). Eine Auszahlung von mindestens 50 % des Zielbonus erfolgt immer, es sei denn, die Gewährung wäre unbillig im Sinne des § 87 Abs. 2 AktG. Der maximal zu erreichende Betrag aus den Komponenten II a und II b beträgt für den Vorstandsvorsitzenden jeweils 250.000 € sowie für das ordentliche Vorstandsmitglied jeweils 175.000 €.

Der Zielbonus der Komponente I beträgt 60 %der gesamten variablen Bezüge, der Zielbonus der Komponente II 40 %.

Vorzeitige Beendigung

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.

ERLÄUTERUNG DES NEUEN VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DEN VORSTAND

Auch das neue Vergütungssystem setzt sich aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Die Vergütungsstruktur beinhaltet insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsbestandteile betragsmäßige Höchstgrenzen. Das neue Vergütungssystem gilt für den Finanzvorstand Herrn Verhoeven und für den zum 01.10.2018 bestellten technischen Vorstand Herrn Dr. Bünger.

Die variablen Vergütungsbestandteile enthalten ein- und mehrjährige variable Vergütungsbestandteile. Zu den unterschiedlichen Vergütungsbestandteilen im Detail:

Fixe Komponenten

Die fixen Bestandteile der Vergütung bestehen aus den Festbezügen, den Pensionszusagen und Nebenleistungen.

Die jährlichen Festbezüge betragen für Herrn Verhoeven 420.000 € und werden monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

Die Pensionszusagen haben sich im Vergleich zum alten Vergütungssystem nicht verändert.

Herr Verhoeven erhält eine Versorgungszusage zur betrieblichen Altersversorgung in Form einer Ruhegeldzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt 100.000 € pro Jahr. Die Beträge werden in Rückdeckungsversicherungen eingezahlt.

Zusätzlich erhält Herr Verhoeven eine beitragsorientierte betriebliche Altersversorgung in Form einer Kapitalzusage. Der Versorgungsbeitrag der Aurubis AG beträgt für ihn 80.000 € pro Jahr. Herr Verhoeven kann frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, über den angesammelten Kapitalbetrag verfügen.

Zusätzlich erhält Herr Verhoeven Nebenleistungen in Form von Sachbezügen, die im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert für Versicherungsprämien und der Dienstwagennutzung bestehen.

Der Aufsichtsrat kann für außerordentliche Leistungen, die durch die reguläre Vergütung nicht abgegolten sind, nach seinem Ermessen eine Sondervergütung gewähren, die im Anstellungsvertrag vorzusehen ist. Insgesamt darf der Gesamt-Cap jedoch nicht überschritten werden. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde keine Sondervergütung gewährt. Der Aufsichtsrat hatte zuletzt und bisher einmalig eine Sondervergütung im Geschäftsjahr 2015/16 gewährt. Mit dieser hatte der Aufsichtsrat die interimsmäßige Übernahme zusätzlicher Aufgaben im Vorstand durch Herrn Faust als Sprecher des Vorstands und Herrn Dr. Boel abgegolten, bis Herr Schachler am 01.07.2016 die vakante Position des Vorstandsvorsitzenden übernommen hatte.

Variable Komponenten

Das System zur variablen Vergütung umfasst sowohl eine einjährige variable Vergütung ("Jahresbonus") als auch eine mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung. Die mehrjährige, in die Zukunft gerichtete variable Vergütung setzt sich aus einem "Performance Cash Plan" über drei Geschäftsjahre sowie einem "Aktien-Deferral" (virtuelle Aktien) über zwei Geschäftsjahre zusammen. Das Verhältnis mehrjähriger zu einjähriger variabler Vergütung beträgt 60:40.

Variable Vergütung

Jahresbonus

Die einjährige variable Vergütung (der Jahresbonus) wird zu 2/3 nach Ablauf des Geschäftsjahres ausbezahlt und beträgt für Herrn Verhoeven bei 100 % Zielerreichung 272.000 € (max. 340.000 €). Das verbleibende Drittel des Jahresbonus wird in ein virtuelles Aktien-Deferral mit zweijähriger Laufzeit überführt.

Der Jahresbonus berechnete sich bis zum 30.09.2018 mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer Gewichtung von 50 % nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung, beides multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert.

Ab dem 01.10.2018 berechnet sich der Jahresbonus für Herrn Verhoeven mit einer Gewichtung von 60 % nach der für das Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung für die operative EBT-Komponente sowie mit einer Gewichtung von 40 % nach der für das jeweilige Geschäftsjahr vorgenommenen Beurteilung der individuellen Leistung des Vorstandsmitglieds, beides multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert.

Funktionsweise Jahresbonus

Kalibrierung der Erfolgsziele - EBT

Die Zielerreichung für das operative EBT ermittelt sich auf Basis eines Ist/Ist-Vergleichs. Der Istwert des operativen EBT im jeweiligen Geschäftsjahr wird mit dem Istwert des operativen EBT des diesem Geschäftsjahr vorausgehenden Geschäftsjahres ("Vorjahr") verglichen. Bei einem gleichbleibenden operativen EBT gegenüber dem Vorjahr beträgt die Zielerreichung 100 %. Wird das operative EBT um 20 % gesteigert, so wird der Maximalwert von 125 % der Zielerreichung erreicht. Bei einem operativen EBT von minus 40 % gegenüber dem Vorjahr wird der Mindestwert von 62,5 % der Zielerreichung erreicht. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (62,5 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des operativen EBT zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Wird der Mindestwert unterschritten, beträgt die Zielerreichung 0 %. Ist das operative EBT sowohl im Vorjahr als auch im jeweiligen Geschäftsjahr negativ, ist der Aufsichtsrat berechtigt, die Zielerreichung nach billigem Ermessen festzusetzen. Wird im Vorjahr ein positives operatives EBT erzielt und im jeweiligen Geschäftsjahr ein negatives EBT, so beträgt die Zielerreichung 0 %. Durch den Vergleich mit dem Vorjahres-EBT wird im Jahresbonus ein Wachstum des operativen Konzernergebnisses und somit eine Stärkung der Ertragskraft des Unternehmens honoriert.

Die individuelle Leistung wird durch den Aufsichtsrat beurteilt und beruht auf zuvor im Anstellungsvertrag definierten Kriterien. Als Kriterien für die individuelle Leistung sind zurzeit die strategische Unternehmensentwicklung, Mitarbeiter und Führung sowie die Corporate Social Responsibility festgelegt worden. Der Grad der Zielerreichung kann vom Aufsichtsrat zwischen 0 % und 125 % festgelegt werden. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Jahresbonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).

Der Jahresbonus sieht für Herrn Verhoeven einen Cap bei 125 % des Zielwerts vor. Der Jahresbonus kann daher maximal 510.000 € betragen.

Die Auszahlung von zwei Dritteln des Jahresbonus erfolgt direkt nach Ablauf des Geschäftsjahres. Das letzte Drittel fließt in das Aktien-Deferral, das nachfolgend erläutert wird. Auch für die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral gilt ein Cap.

Aktien-Deferral

Um eine Aktienorientierung der variablen Vergütung zu gewährleisten, fließt ein Drittel des erreichten Jahresbonus in ein virtuelles Aktien-Deferral. Das Aktien-Deferral sieht eine zweijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor und beträgt für Herrn Verhoeven bei 100 % Zielerreichung 136.000 €.

Die Anzahl der virtuellen Aktien zu Beginn der zweijährigen Sperrfrist berechnet sich durch Division eines Drittels des erreichten Jahresbonus durch den Startaktienkurs. Der Startaktienkurs bezeichnet dabei das arithmetische Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der zweijährigen Laufzeit des Deferrals.

Funktionsweise Aktien-Deferral

1 Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie ander Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Beginn der Sperrfrist.
2 Arithmetisches Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie ander Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage vor Ende der Sperrfrist.

Nach Ablauf der zweijährigen Laufzeit wird die Anzahl an virtuellen Aktien mit dem Endaktienkurs multipliziert. Der Endaktienkurs ergibt sich ebenfalls aus dem arithmetischen Mittel des Xetra-Schlusskurses der Aurubis-Aktie an der Frankfurter Börse über die letzten 30 Handelstage, diesmal vor Ende der Laufzeit. Der resultierende Betrag wird in bar am Ende der zweijährigen Laufzeit an die Vorstandsmitglieder ausbezahlt. Die Auszahlungshöhe ist jedoch auf 150 % des Ausgangswerts (entspricht einem Drittel des erreichten Jahresbonus) begrenzt. Damit ist die Auszahlung aus dem Aktien-Deferral für Herrn Verhoeven auf einen Betrag von 255.00 0 € begrenzt.

Performance Cash Plan

Der Performance Cash Plan sieht eine dreijährige, zukunftsbezogene Bemessungsgrundlage vor. Maßgebliches Erfolgsziel ist der im Geschäftsbericht ausgewiesene durchschnittliche operative Return on Capital Employed (ROCE) über die dreijährige Periode. Der Auszahlungsbetrag errechnet sich aus der am Ende der dreijährigen Periode festgestellten Zielerreichung für den operativen ROCE, multipliziert mit dem im Vorstandsvertrag festgelegten Zielwert des Performance Cash-Plan. Der Zielwert beträgt für Herrn Verhoeven derzeit 272.00 0 €. Der ermittelte Auszahlungsbetrag ist auf 125 % des Zielwerts begrenzt und kann daher maximal 340.000 € betragen. Darüber hinaus kann der Aufsichtsrat im Falle ungewöhnlicher, nicht vorhersehbarer Entwicklungen den Performance Cash Bonus nach billigem Ermessen reduzieren (§ 87 Abs. 1 Satz 3 Halbsatz 2 AktG).

Zur Feststellung der endgültigen Zielerreichung des Performance Cash Plan wird am Ende der dreijährigen Periode der Durchschnitt des während der Periode jährlich nach Ende der jeweiligen Geschäftsjahre erreichten operativen ROCE bestimmt. Der Aufsichtsrat legt einen Wert bei 100 % Zielerreichung ("Zielwert") für den durchschnittlichen operativen ROCE sowie Werte für 50 % Zielerreichung ("Mindestwert") und 125 % Zielerreichung ("Maximalwert") fest. Der Zielwert des durchschnittlichen operativen ROCE für den dreijährigen Zeitraum der Geschäftsjahre 2017/18 bis einschließlich 2019/20 beträgt 12 %, der Mindestwert 6 % und der Maximalwert 15 %. Die gleichen Zielwerte gelten auch für den nächsten dreijährigen Zeitraum 2018/19 bis einschließlich 2020/21. Eine Zielerreichung zwischen diesen Punkten (50 %, 100 %, 125 %) wird linear interpoliert. Wird der Mindestwert unterschritten, findet keine Auszahlung aus dem Performance Cash Plan statt. Wird der Maximalwert erreicht, so führen weitere Steigerungen des durchschnittlichen operativen ROCE zu keinem zusätzlichen Anstieg der Zielerreichung. Der Performance Cash Plan incentiviert durch einen ambitionierten ROCE-Zielkorridor die Erwirtschaftung eines positiven Wertbeitrags. Die Auszahlung findet am Ende der jeweiligen dreijährigen Periode in bar statt.

Funktionsweise Performance Cash-Plan

Kalibrierung der Erfolgsziele - ROCE

Gesamt-Cap

Insgesamt (Festbezüge und variable Komponenten) ist die Vergütung für Herrn Verhoeven begrenzt auf einen Betrag von 1.355.000 €. Nebenleistungen und Versorgungsbeiträge aus Pensionszusagen fallen nicht unter den Gesamt-Cap.

Vorzeitige Beendigung

Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund wird im Rahmen des neuen Vergütungssystems eine Abfindung gezahlt, die entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf zwei Jahresgesamtvergütungen begrenzt ist und keinen längeren Zeitraum als die Restlaufzeit des Dienstvertrags vergütet. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder enthalten keine Change-of-Control-Klauseln.

HÖHE DER VERGÜTUNG DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2017/18

Insgesamt betrug die Vergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Gj 2017/18 3.812.280 € einschließlich Versorgungsaufwand (570.000 €) sowie Aufwendungen für ein virtuelles Aktien-Deferral (93.149 €).

Herr Dr. Boel hat die Gesellschaft mit Ablauf des 31.07.2018 im besten gegenseitigen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat verlassen. Der Aufhebungsvertrag sieht die Zahlung der fixen und variablen Bestandteile des Gehalts bis zum 31.07.2018 vor. Die Auszahlung der variablen Bestandteile erfolgt im Januar 2019. Des Weiteren erhielt Herr Dr. Boel eine Einmalzahlung in Höhe von 1.600.000 € brutto. Die Beiträge zur beitragsorientierten Pensionszusage sowie zur beitragsorientierten betrieblichen Altersvorsorge sind für Herrn Dr. Boel anteilig bis zum 31.07.2018 entrichtet worden.

Für die Pensionsansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft auf Basis von IFRS Pensionsrückstellungen gebildet. Im Berichtsjahr betrugen die Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder 570.000 €. Dieser Betrag entspricht den Beiträgen an eine externe Altersversorgung.

Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten im Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt 2.246.373 €, die Rückstellungen für ihre Pensionsansprüche betragen insgesamt 27.403.439 € nach HGB bzw. 32.259.232 nach IAS.

Einzelheiten ergeben sich in individualisierter Form aus den nachfolgenden Tabellen:

Gewährte Zuwendungen

scroll
in € Feste Vergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung
Jürgen Schachler 2016/17 570.000 19.586 589.586 475.000 686.850
Vorstandsvorsitzender seit 01.07.2016 2017/18 600.000 22.474 622.474 500.000 504.750
Min 600.000 22.474 622.474 250.000 0
Max 600.000 22.474 622.474 500.000 750.000
Dr. Stefan Boel2 2016/17 399.000 18.389 417.389 332.500 457.900
Vorstand vom 19.04.2008 bis 31.07.2018 2017/18 350.000 15.651 365.651 291.667 280.417
Min 350.000 15.651 365.651 145.834 0
Max 350.000 15.651 365.651 291.667 416.667
Rainer Verhoeven3 2016/17 0
Vorstand seit 01.01.2018 2017/18 315.000 10.754 325.754 199.594
Min 315.000 10.754 325.754 0
Max 315.000 10.754 325.754 255.000
Summe 2016/17 969.000 37.975 1.006.975 807.500 1.144.750
2017/18 1.265.000 48.879 1.313.879 991.261 785.167
Min 1.265.000 48.879 1.313.879 395.834 0
Max 1.265.000 48.879 1.313.879 1.046.667 1.166.667
scroll
in € Mehrjährige variable Vergütung Aktien-Deferral Mehrjährige variable Vergütung Performance Cash-Plan Gesamtsumme Versorgungsaufwand1 Gesamtvergütung
Jürgen Schachler 2016/17 1.751.436 260.000 2.011.436
Vorstandsvorsitzender seit 01.07.2016 2017/18 1.627.224 260.000 1.862.224
Min 872.474 260.000 1.132.474
Max 1.872.474 260.000 2.132.474
Dr. Stefan Boel2 2016/17 1.207.789 180.000 1.387.789
Vorstand vom 19.04.2008 bis 31.07.2018 2017/18 937.735 150.000 1.087.735
Min 511.485 150.000 661.485
Max 1.073.985 150.000 1.223.985
Rainer Verhoeven3 2016/17 0 0
Vorstand seit 01.01.2018 2017/18 99.797 240.720 865.865 160.000 1.025.864
Min 0 0 325.754 160.000 485.754
Max 191.250 255.000 1.027.004 160.000 1.187.004
Summe 2016/17 2.959.225 440.000 3.399.225
2017/18 99.797 240.720 3.430.824 570.000 4.000.824
Min 0 0 1.709.713 570.000 2.279.713
Max 191.250 255.000 3.973.463 570.000 4.543.463

Zufluss

scroll
in € Feste Vergütung Nebenleistungen Summe Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung
Jürgen Schachler Vorstandsvorsitzender 2016/17 570.000 19.586 589.586 475.000 686.850
seit 01.07.2016 2017/18 600.000 22.474 622.474 475.000 559.500
Dr. Stefan Boel Vorstand 2016/17 399.000 18.389 417.389 299.250 460.750
vom 19.04.2008 bis 31.07.2018 2017/18 350.000 15.651 365.651 262.500 310.833
Rainer Verhoeven Vorstand 2016/17 0 0 0 0 0
seit 01.01.2018 2017/182 315.000 10.754 325.754 227.419 0
2016/17 969.000 37.975 1.006.975 774.250 1.147.600
Summe 2017/18 1.265.000 48.879 1.313.879 964.919 870.333
scroll
in € Mehrjährige variable Vergütung Aktien-Deferral Mehrjährige variable Vergütung Performance Cash-Plan Gesamtsumme Versorgungsaufwand1 Gesamtvergütung
Jürgen Schachler Vorstandsvorsitzender 2016/17 1.751.436 260.000 2.011.436
seit 01.07.2016 2017/18 1.656.974 260.000 1.916.974
Dr. Stefan Boel Vorstand 2016/17 1.177.389 180.000 1.357.389
vom 19.04.2008 bis 31.07.2018 2017/18 938.984 150.000 1.088.984
Rainer Verhoeven Vorstand 2016/17 0 0 0
seit 01.01.2018 2017/182 04 0 553.173 160.000 713.173
2016/17 2.928.825 440.000 3.368.825
Summe 2017/18 3.149.131 570.000 3.719.131

1 Nach HGB ergab sich ein Versorgungsaufwand von 150.000 € (Vj. 180.000 €) für Dr. Stefan Boel, 160.000 € für Rainer Verhoeven und 260.000 € (Vj. 260.000 €) für Jürgen Schachler.
2 Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 01.10.2017 bis 31.07.2018.
3 Hierbei handelt es sich um die Vergütung für den Zeitraum 01.01.2018 bis 30.09.2018.
4 Der beizulegende Zeitwert basierend auf Plandaten beträgt 93.149 €. Für das Aktien-Deferral 2017/18 besteht ein Bezugsrecht von 1.883 virtuellen Aktien.

Herr Dr. Boel erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung eine Abfindung in Höhe von 1.600.000 €.

Die variable mehrjährige Vergütung für das Geschäftsjahr 2017/18 bemisst sich nach dem Verhältnis des operativen Ist- zum Soll-EBT, bezogen auf den Aurubis-Konzern und den Durchschnitt der Geschäftsjahre 2015/16, 2016/17 und 2017/18. Das durchschnittliche Ist-EBT beträgt 280 Mio. € und bedeutet eine Zielerreichung von 75 %.

VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS

Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2017/18

scroll
Name
in €
Feste Vergütung Vergütung für Ausschusstätigkeit Sitzungsgeld Insgesamt
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
2017/18 162.945 44.489 17.000 224.434
Renate Hold-Yilmaz 2016/17 150.000 25.000 14.000 189.000
2017/18 150.000 25.000 18.000 193.000
Andrea Bauer 2016/17
2017/18 20.753 1.706 2.000 24.459
Burkhard Becker 2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
2017/18 31.233 9.370 10.000 50.603
Dr. Bernd Drouven 2016/17 75.000 30.000 11.000 116.000
2017/18 31.233 12.494 6.000 49.727
Dr.-Ing. Joachim Faubel 2016/17 75.000 0 5.000 80.000
2017/18 31.233 0 6.000 37.233
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 2016/17 225.000 50.000 12.000 287.000
2017/18 137.466 46.911 19.000 203.377
Karl-Heinz Hamacher 2016/17
2017/18 43.973 8.795 5.000 57.768
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob 2016/17
2017/18 43.973 13.192 9.000 66.165
Jan Koltze 2016/17 75.000 15.000 9.000 99.000
2017/18 75.000 15.000 14.000 104.000
Dr. Stephan Krümmer 2016/17
2017/18 43.973 21.986 8.000 73.959
Dr. Elke Lossin 2016/17
2017/18 43.973 8.795 7.000 59.768
Dr. Sandra Reich 2016/17 75.000 7.500 5.000 87.500
2017/18 75.000 11.898 13.000 99.898
Stefan Schmidt 2016/17
2017/18 43.973 8.795 8.000 60.768
Edna Schöne 2016/17
2017/18 21.986 2.199 1.000 25.185
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 2016/17 75.000 22.500 11.000 108.500
2017/18 31.233 9.370 6.000 46.603
Rolf Schwertz 2016/17 75.000 0 5.000 80.000
2017/18 31.233 0 6.000 37.233
Melf Singer 2016/17
2017/18 43.973 4.397 5.000 53.370
Ralf Winterfeldt 2016/17 75.000 22.500 8.000 105.500
2017/18 31.233 9.370 6.000 46.603
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 2016/17 75.000 37.500 11.000 123.500
2017/18 31.233 15.616 10.000 56.849
Insgesamt 2016/17 1.125.000 255.000 113.000 1.493.000
2017/18 1.125.619 269.383 176.000 1.571.002

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde durch die Hauptversammlung mit Wirkung zum 01.10.2015 neu festgelegt und ist in § 12 der Satzung der Aurubis AG geregelt. Sie orientiert sich an der unterschiedlichen Beanspruchung im Aufsichtsrat und in seinen Ausschüssen.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz der bei der Ausübung seines Amtes entstandenen Auslagen eine feste Vergütung von 75.000 €/Geschäftsjahr. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache, sein Stellvertreter das Doppelte dieses Betrags.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Personal- und/oder Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 15.000 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die den weiteren Ausschüssen des Aufsichtsrats angehören, erhalten zusätzlich eine feste Vergütung in Höhe von 7.500 €/Geschäftsjahr pro Ausschuss. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem Ausschuss des Aufsichtsrats den Vorsitz innehaben, erhalten pro Vorsitz in einem Ausschuss das Doppelte des Betrags/Geschäftsjahr.

Die feste Vergütung für die Ausschusstätigkeiten wird gemäß § 12 Abs. 2 der Satzung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats auf 25.000 €/Geschäftsjahr begrenzt. Die Begrenzung für jeden Vorsitzenden eines Ausschusses beträgt 50.000 €/Geschäftsjahr.

Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat oder einem seiner Ausschüsse nicht während des vollen Geschäftsjahres angehören, erhalten die Vergütung entsprechend der Dauer ihres Amtes.

Des Weiteren erhalten die Aufsichtsratsmitglieder für jede Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats und eines seiner Ausschüsse ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 €.

Auf dieser Basis erhielten die Aufsichtsratsmitglieder insgesamt 1.571.002 €.

 

Hamburg, den 10. Dezember 2018

Für den Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Rainer Verhoeven, Mitglied

 

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

scroll
in T€ Anhang-Nr. 12 Monate 2017/18 12 Monate 2016/17
Umsatzerlöse 1 10.423.748 9.879.723
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2 440 -16.537
Andere aktivierte Eigenleistungen 3 18.923 8.484
Sonstige betriebliche Erträge 4 43.398 47.281
Materialaufwand 5 -9.464.700 -8.825.650
Rohergebnis 1.021.809 1.093.301
Personalaufwand 6 -351.942 -338.159
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 7 -119.470 -120.715
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -216.799 -210.589
Betriebsergebnis (EBIT) 333.598 423.838
Zinserträge 9 3.592 2.680
Zinsaufwendungen 9 -15.775 -17.732
Übrige finanzielle Erträge 10 689 219
Übrige finanzielle Aufwendungen 10 -51 -720
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 322.053 408.285
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 11 -59.547 -90.057
Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 262.506 318.228
Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 28.908 34.156
Konzernergebnis 291.414 352.384
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis 12 290.253 350.883
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzernergebnis 12 1.161 1.501
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €)
Aus fortgeführten Aktivitäten je Aktie (in €) 13 5,81 7,04
Aus nicht fortgeführten Aktivitäten je Aktie (in €) 0,65 0,76
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €)
Aus fortgeführten Aktivitäten je Aktie (in €) 13 5,81 7,04
Aus nicht fortgeführten Aktivitäten je Aktie (in €) 0,65 0,76

Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

scroll
in T€ 12 Monate 2017/18 12 Monate 2016/17
Konzernergebnis 291.414 352.384
Positionen, die zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen -26.795 25.688
Marktbewertung von Finanzinvestitionen 3.410 6.728
Veränderungen aus der Währungsumrechnung -1.050 -452
Ertragsteuern 6.107 -6.110
Anteil am sonstigen Ergebnis - aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1.347 -1.364
Positionen, die nicht in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar sind
Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Verpflichtungen 11.615 77.837
Ertragsteuern -3.768 -25.139
Anteil am sonstigen Ergebnis - aus nicht fortgeführten Aktivitäten 4.103 2.743
Sonstiges Ergebnis -5.031 79.931
Konzern-Gesamtergebnis 286.383 432.315
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzern-Gesamtergebnis 285.222 430.478
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Konzern-Gesamtergebnis 1.161 1.837

Konzernbilanz nach IFRS

Aktiva

scroll
in T€ Anhang-Nr. 30.09.2018 30.09.2017
Immaterielle Vermögenswerte 14 123.049 131.618
Sachanlagen 15 1.198.042 1.269.836
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 16 0 7.955
Finanzanlagen 17 32.929 29.680
At Equity bewertete Anteile 18 0 50.223
Latente Steuern 24 2.742 5.747
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 21 27.930 30.094
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 21 764 2.226
Langfristige Vermögenswerte 1.385.456 1.527.379
Vorräte 19 1.680.698 1.752.272
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20 274.501 357.403
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 21 71.419 100.096
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 21 39.850 53.300
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22 461.045 570.569
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 589.500 0
Kurzfristige Vermögenswerte 3.117.013 2.833.640
Summe Aktiva 4.502.469 4.361.019

Passiva

in T€ Anhang-Nr. 30.09.2018 30.09.2017
Gezeichnetes Kapital 23 115.089 115.089
Kapitalrücklage 23 343.032 343.032
Erwirtschaftetes Konzern-Eigenkapital 23 2.090.677 1.870.573
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 23 16.974 33.955
Eigenkapital der Aktionäre der Aurubis AG 2.565.772 2.362.649
Nicht beherrschende Anteile 23 556 3.097
Eigenkapital 2.566.328 2.365.746
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 25 199.006 243.682
Sonstige langfristige Rückstellungen 26 55.575 63.678
Latente Steuern 24 187.768 205.134
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 27 280.864 340.266
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 27 68 2.752
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27 0 1.213
Langfristige Schulden 723.281 856.725
Kurzfristige Rückstellungen 26 33.776 39.013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27 836.748 905.083
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 27 9.662 19.959
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 27 32.812 11.068
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 27 113.950 129.729
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 27 23.840 33.696
Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 162.072 0
Kurzfristige Schulden 1.212.860 1.138.548
Summe Passiva 4.502.469 4.361.019

Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01.10. bis 30.09. nach IFRS

scroll
in T€ 12 Monate 2017/18 12 Monate 2016/17
Ergebnis vor Ertragsteuern 367.439 456.063
Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 125.408 135.210
Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte 683 1.768
Veränderung langfristiger Rückstellungen -1.399 1.276
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 744 3.070
Bewertung von Derivaten -17.735 10.187
Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis 5.206 4.404
Aufwendungen und Erträge aus dem Finanzergebnis 9.225 5.361
Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern -77.593 -62.384
Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte -9.469 -129.288
Veränderung der Vorräte (inkl. Bewertungseffekte) -200.701 -57.023
Veränderung kurzfristiger Rückstellungen 2.946 6.713
Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) -2.251 104.506
Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 202.503 479.863
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -168.174 -165.045
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 1.021 680
Einzahlungen aus dem Verkauf von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 7.842 0
Einzahlungen aus der Tilgung von Dritten gewährter Kredite und Darlehen 6.529 0
Zinseinzahlungen 3.631 2.715
Erhaltene Dividenden 6.374 6.169
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -142.777 -155.481
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 32.507 109.582
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Finanzverbindlichkeiten -85.552 -263.163
Auszahlungen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile -19.244 0
Zinsauszahlungen -12.278 -14.066
Dividendenzahlungen -66.557 -57.705
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -151.124 -225.352
Veränderung der Zahlungsmittel -91.398 99.030
Veränderungen aus Wechselkursänderungen 52 -335
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 570.569 471.874
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 479.223 570.569
abzgl. Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus nicht fortgeführten Aktivitäten am Ende der Periode 18.178 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode aus fortgeführten Aktivitäten 461.045 570.569

Für weiterführende Informationen siehe Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

scroll
in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Konzern Eigenkapital
Stand am 30.09.2016 115.089 343.032 1.520.781
Dividendenzahlung 0 0 -56.196
KonzernGesamtergebnis 0 0 405.988
davon Konzernergebnis 0 0 350.883
davon sonstiges Ergebnis 0 0 55.105
Stand am 30.09.2017 115.089 343.032 1.870.573
Stand am 30.09.2017 115.089 343.032 1.870.573
Dividendenzahlung 0 0 -65.187
Erwerb nicht beherrschender Anteile 0 0 -16.912
KonzernGesamtergebnis 0 0 302.203
davon Konzernergebnis 0 0 290.253
davon sonstiges Ergebnis 0 0 11.950
Stand am 30.09.2018 115.089 343.032 2.090.677
scroll
Kumuliertes sonstiges Ergebnis1
in T€ Marktbewertung von Cashflow-Sicherungen Marktbewertung von Finanzinvestitionen Währungsänderungen
Stand am 30.09.2016 -5.944 5.092 10.561
Dividendenzahlung 0 0 0
KonzernGesamtergebnis 25.688 6.728 -1.816
davon Konzernergebnis 0 0 0
davon sonstiges Ergebnis 25.688 6.728 -1.816
Stand am 30.09.2017 19.744 11.820 8.745
Stand am 30.09.2017 19.744 11.820 8.745
Dividendenzahlung 0 0 0
Erwerb nicht beherrschender Anteile 0 0 0
KonzernGesamtergebnis -26.795 3.410 297
davon Konzernergebnis 0 0 0
davon sonstiges Ergebnis -26.795 3.410 297
Stand am 30.09.2018 -7.051 15.230 9.042
scroll
Kumuliertes sonstiges Ergebnis1
in T€ Ertragsteuern Anteile der Aktionäre der Aurubis AG Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Stand am 30.09.2016 -244 1.988.367 2.769 1.991.136
Dividendenzahlung 0 -56.196 -1.509 -57.705
KonzernGesamtergebnis -6.110 430.478 1.837 432.315
davon Konzernergebnis 0 350.883 1.501 352.384
davon sonstiges Ergebnis -6.110 79.595 336 79.931
Stand am 30.09.2017 -6.354 2.362.649 3.097 2.365.746
Stand am 30.09.2017 -6.354 2.362.649 3.097 2.365.746
Dividendenzahlung 0 -65.187 -1.370 -66.557
Erwerb nicht beherrschender Anteile 0 -16.912 -2.332 -19.244
KonzernGesamtergebnis 6.107 285.222 1.161 286.383
davon Konzernergebnis 0 290.253 1.161 291.414
davon sonstiges Ergebnis 6.107 -5.031 0 -5.031
Stand am 30.09.2018 -247 2.565.772 556 2.566.328

1 Die enthaltenen Positionen sind zukünftig in den Gewinn/Verlust reklassifizierbar.

Für Erläuterungen zum Eigenkapital siehe Eigenkapital.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterungen

Die Aurubis AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland.

Der vorliegende Konzernabschluss zum 30.09.2018 ist in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards i. V. m. § 315e Abs. 1 HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Die Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden berücksichtigt.

Die Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung erfolgte nach Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat am 10.12.2018.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden sämtliche Beträge in Währungseinheiten von Tausend ausgewiesen.

Die Bilanz wurde nach kurzfristigen und langfristigen Vermögenswerten und Schulden gegliedert. Dabei sind kurzfristige Vermögenswerte und Schulden jene, von denen erwartet wird, dass sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden, oder die primär zu Handelszwecken gehalten werden.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Bewertung derivativer Finanzinstrumente, als Finanzinvestitionen gehaltener Immobilien und zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum Zeitwert.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS ist es ferner nötig, dass der Vorstand und die durch ihn beauftragten Mitarbeiter in wesentlichen Teilbereichen Schätzungen und Annahmen vornehmen. Diese haben Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der hiermit verbundenen Erträge und Aufwendungen.

Bereiche, die im besonderen Maße die Anwendung von Schätzungen und Annahmen erfordern, sind unter Wesentliche Schätzungen und Annahmen dargestellt.

Im vorliegenden Bericht können sich aufgrund von Rundungen geringfügige Abweichungen bei Summenangaben ergeben.

Wesentliche Grundsätze der Rechnungslegung

KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss wurden, wie im vorangegangenen Geschäftsjahr, zum Bilanzstichtag neben der Muttergesellschaft Aurubis AG, Hamburg, 22 weitere Gesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen, bei denen die Aurubis AG, Hamburg, direkt oder indirekt über die Mehrheit der Stimmrechte und somit über die Beherrschung verfügt. Der Konzernabschlussstichtag entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses der Aurubis AG, Hamburg, und aller einbezogenen Tochtergesellschaften mit Ausnahme von drei einbezogenen Unternehmen. Der Abschlussstichtag dieser Tochterunternehmen ist der 31.12. Für den Konzernabschluss wurden von diesen Unternehmen Zwischenabschlüsse zum Konzernabschlussstichtag erstellt.

Damit sind die Abschlüsse aller wesentlichen Tochterunternehmen, die die Aurubis AG beherrscht, Teil dieses Konzernabschlusses.

Gemäß IFRS 11.24 i. V. m. IAS 28 wurde die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, Hersteller von Vorwalzbändern, an der eine Beteiligung von 50 % besteht, unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert. Sie wird mit einem weiteren Partner gemeinschaftlich geführt (Gemeinschaftsunternehmen). Im Geschäftsjahr ist diese Beteiligung den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet.

KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Einzelabschlüsse der Gesellschaften werden einheitliche, für den Aurubis-Konzern geltende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen wesentlichen Unternehmen sind von unabhängigen Wirtschaftsprüfern geprüft worden.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein sich aus der Verrechnung ergebender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und einer mindestens jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Entsprechend IAS 36 werden keine planmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird nach erneuter Prüfung der Zeitwerte sofort ergebniswirksam erfasst.

Konzerninterne Forderungen, Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse sowie Umsätze, andere Erträge und Aufwendungen zwischen Konzerngesellschaften werden eliminiert. Durch Transaktionen innerhalb des Konzerns entstandene Zwischengewinne werden, falls nicht unwesentlich, bereinigt.

In den Konzernabschluss werden neben acht inländischen Gesellschaften 15 ausländische Gesellschaften einbezogen. Der Jahresabschluss von Tochterunternehmen in Fremdwährung wurde nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, welches die Berichtswährung der Aurubis AG darstellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neubewertungen in die funktionale Währung umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen erfolgen insbesondere in US-Dollar. Der durchschnittliche US-Dollar-Kurs des Geschäftsjahres 2017/18 betrug 1,19014 US-$/€, der Kurs zum 30.09.2018 betrug 1,15760 $/€. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung von Fremdwährungstransaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Materialaufwand erfasst, es sei denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges oder Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb zu berücksichtigen. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährung von insgesamt -1,1 Mio. € (netto) ertragswirksam erfasst. Vermögenswerte und Schulden der Bilanz von in Fremdwährung berichtenden Tochtergesellschaften werden in Ausübung der Regelung des IAS 21 mit den Mittelkursen zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnung mit den Durchschnittskursen des Geschäftsjahres umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen hieraus werden bis zu einem möglichen Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Die Bilanzierung von Gemeinschaftsunternehmen erfolgt nach IFRS 11 unter Verwendung der Equity-Methode. Zwischenergebnisse aus Up-/Downstream-Transaktionen mit Konzernunternehmen werden anteilig eliminiert.

ERTRAGSREALISIERUNG

Umsatzerlöse werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Metallen und Kupferprodukten erzielt. Dabei werden die Umsatzerlöse zum Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle und der wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Kunden erfasst, insofern der Betrag der Umsatzerlöse verlässlich bestimmt werden kann und der wirtschaftliche Nutzenzufluss aus der Transaktion wahrscheinlich ist. Im Geschäftsjahr gewährte Boni werden umsatzmindernd erfasst.

FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.

Finanzielle Vermögenswerte umfassen in diesem Zusammenhang insbesondere die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, an anderen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalinstrumente (z. B. Beteiligungen, Aktienbestände), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen und derivative Finanzinstrumente. Im Konzern werden marktübliche Käufe und Verkäufe von originären Finanzinstrumenten grundsätzlich zum Erfüllungstag, d. h. zum Zeitpunkt der Lieferung und des Eigentumsübergangs erfasst. Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen.

Finanzielle Vermögenswerte werden angesetzt, wenn Aurubis ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte von einem anderen Unternehmen zu erhalten. Der erstmalige Ansatz erfolgt immer zum beizulegenden Zeitwert. Dabei sind bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte, sofern diese unmittelbar durch Rückgriff auf einen aktiven Markt verfügbar sind. Ansonsten erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Verfahren (Bewertungsmodelle) unter Zugrundelegung instrumentenspezifischer Marktparameter. Unverzinsliche finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Für finanzielle Vermögenswerte mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird davon ausgegangen, dass der Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Finanzielle Vermögenswerte in Fremdwährung sind zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken übertragen werden. Veräußerte finanzielle Vermögenswerte, für die kein Regressanspruch besteht, wurden ausgebucht.

Die in den "übrigen Finanzanlagen" ausgewiesenen langfristigen Forderungen sind der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet und werden, falls wesentlich, unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden aufgrund ihrer kurzen Laufzeit mit dem Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen bewertet. Die Wertberichtigungen berücksichtigen angemessen die Ausfallrisiken, die aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt werden. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen.

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden über ein Wertberichtigungskonto erfasst. Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderungen berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab.

Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Darunter fallen die derivativen Finanzinstrumente, die nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind und damit zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert werden müssen.

Daneben werden im Aurubis-Konzern Lieferverträge über Nichteisenmetalle (NE-Metalle) sowohl zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen als auch für den Verkauf von Fertigprodukten abgeschlossen. Dabei kann es aufgrund von Bedarfsänderungen auch zu Schließungen der physischen Lieferverträge durch Vornahme von Ausgleichszahlungen kommen. Daher sind auch preisfixierte Metalllieferverträge als derivative Finanzinstrumente bilanziert. Da diese nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, sind sie ebenfalls als "zu Handelszwecken gehalten" klassifiziert.

Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust aus "zu Handelszwecken gehaltenen" finanziellen Vermögenswerten wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet und werden - sofern langfristig - unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit dem Nominalwert bewertet.

Die Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" stellt im Aurubis-Konzern die Residualgröße der originären finanziellen Vermögenswerte dar, die in den Anwendungsbereich des IAS 39 fallen und keiner anderen Kategorie zugeordnet wurden. Darunter fallen die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen, sonstigen Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich mit dem aus dem Börsenkurs abgeleiteten beizulegenden Zeitwert, sofern ein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dies gilt nicht, wenn es sich um dauerhafte bzw. wesentliche Wertminderungen handelt, die erfolgswirksam zu erfassen sind. Erst mit dem Abgang der finanziellen Vermögenswerte werden die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne und Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen, werden die Anteile mit den Anschaffungskosten (ggf. abzüglich Wertminderungen) bewertet.

Umwidmungen von Finanzinstrumenten in andere Bewertungskategorien lagen weder im Geschäftsjahr 2017/18 noch im Geschäftsjahr 2016/17 vor.

Ein Wertminderungsaufwand wird im Aurubis-Konzern erfasst, wenn der Buchwert eines finanziellen Vermögenswerts höher ist als der Barwert der zukünftigen Cashflows. Die Überprüfung, ob ein Wertminderungsbedarf besteht, wird zu jedem Bilanzstichtag vorgenommen. Um eine Wertminderung objektiv nachweisbar festzustellen, werden Auslöser wie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners herangezogen.

Für die Frage einer Wertminderung sind die bestehenden Kreditverhältnisse zu analysieren, die der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden und deren Folgebewertung somit zu fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen wird. Zum jeweiligen Bilanzstichtag ist zu überprüfen, inwieweit objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, die bilanziell zu berücksichtigen sind. Die Höhe des Verlustes berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem originären Effektivzinssatz des Finanzinstruments (erzielbarer Betrag). Dabei werden Cashflows aus kurzfristigen Forderungen aus Vereinfachungsgründen nicht diskontiert. Der Buchwert des Vermögenswerts ist durch Direktabschreibung oder durch Nutzung eines Wertberichtigungskontos erfolgswirksam auf den erzielbaren Betrag zu reduzieren.

Für Eigenkapitalinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" wird eine Wertminderung vorgenommen, wenn bedeutende nachteilige Änderungen im Umfeld des Emittenten vorliegen oder der beizulegende Zeitwert über einen längeren Zeitraum erheblich unter den Anschaffungskosten liegt. Der Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen beizulegenden Zeitwert und dem Buchwert des Finanzinstruments. Während Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten ergebniswirksam vorzunehmen sind, dürfen sie bei Eigenkapitalinstrumenten nur erfolgsneutral erfolgen.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine vertragliche Verpflichtung vorliegt, einem anderen Unternehmen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder andere finanzielle Vermögenswerte zu übertragen. Der erstmalige Ansatz erfolgt immer zum beizulegenden Zeitwert. Davon werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die direkt zurechenbaren Transaktionskosten in Abzug gebracht und unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert. Finanzielle Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden zum Zeitpunkt der Erstbewertung mit dem gültigen Tageskurs und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten, darunter fallen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten, werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist, werden unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr abgezinst. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr wird unterstellt, dass der Zeitwert dem Rückzahlungsbetrag entspricht.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem niedrigeren Wert aus Barwert der Miet- bzw. Leasingraten und Zeitwert des Miet- oder Leasinggegenstands angesetzt. In den Folgeperioden mindern die in den Miet- bzw. Leasingraten enthaltenen Tilgungsanteile die entsprechende Verbindlichkeit.

Nicht in effektive Sicherungsbeziehungen eingebundene derivative Finanzinstrumente sind zwingend als "zu Handelszwecken gehalten" einzustufen und damit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Sind diese negativ, führt dies zum Ansatz einer finanziellen Verbindlichkeit.

Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie zur Absicherung von Warenpreisrisiken ein.

Die derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser entspricht dem Marktwert und kann sowohl positiv als auch negativ sein. Wenn ein Marktwert nicht vorliegt, wird dieser mit Barwert- und Optionspreismodellen errechnet. Als Eingangsparameter für diese Modelle werden, soweit wie möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze verwendet, die aus anerkannten Quellen bezogen werden.

Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten werden entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dabei ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine effektive Sicherungsbeziehung eingebunden ist oder nicht. Liegt kein Cashflow Hedge Accounting vor, sind die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte sofort erfolgswirksam zu erfassen. Besteht hingegen eine wirksame Cashflow-Sicherungsbeziehung, werden diese erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bilanziert.

Um Schwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von abgesicherten Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten zu vermeiden, enthält IAS 39 spezielle Vorschriften zum Hedge Accounting. Ziel dieser Hedge Accounting-Vorschriften ist es, die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente und der abgesicherten Geschäfte weitgehend kompensierend zu erfassen.

Neben der Dokumentation verlangt IAS 39 für die Anwendung der Regelungen des Hedge Accounting den Nachweis eines effektiven Sicherungszusammenhangs. Hedge-Effektivität bedeutet, dass die Fair Value-Änderungen (für Fair Value Hedges) oder die Cashflow-Änderungen (für Cashflow Hedges) des abgesicherten Grundgeschäfts durch die gegenläufigen Fair Value-Änderungen oder Cashflow-Änderungen des Sicherungsinstruments ausgeglichen werden - jeweils bezogen auf das gesicherte Risiko.

Derivate, die im Rahmen eines Cashflow Hedge als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden, dienen der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme. Ein Risiko hinsichtlich der Höhe zukünftiger Cashflows besteht insbesondere für variabel verzinsliche Kredite und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende geplante Transaktionen. Im Rahmen des Cashflow Hedge-Accounting eingesetzte derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Das Bewertungsergebnis wird in einen effektiven und einen ineffektiven Teil zerlegt. Der effektive Teil ist der Teil des Bewertungsergebnisses, der eine wirksame Sicherung gegen das Cashflow-Risiko darstellt. Dieser wird erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern in einer gesonderten Position im Eigenkapital (Cashflow Hedge-Rücklage) erfasst. Der ineffektive Teil des Bewertungsergebnisses wird hingegen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Für die den gesicherten Zahlungsströmen zugrunde liegenden Geschäfte ist die bilanzielle Behandlung unverändert. Nach Beendigung der Sicherungsbeziehung werden die in der Rücklage erfassten Beträge immer dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Grundgeschäft erfolgswirksam werden oder mit dem tatsächlichen Eintritt des Grundgeschäfts nicht mehr gerechnet wird.

Der Aurubis-Konzern geht darüber hinaus Sicherungsbeziehungen ein, die nicht den strengen Anforderungen des IAS 39 genügen und somit nicht nach den Regeln des Hedge Accounting bilanziert werden können. Nichtsdestotrotz entsprechen diese Sicherungsbeziehungen aus ökonomischer Sicht den Grundsätzen des Risikomanagements. Weiterhin wird bei der Fremdwährungsabsicherung bilanzierter monetärer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ebenfalls kein Hedge Accounting angewendet, da die aus der Währungsumrechnung gemäß IAS 21 erfolgswirksam zu realisierenden Gewinne und Verluste der Grundgeschäfte mit den Gewinnen und Verlusten der derivativen Sicherungsinstrumente einhergehen und sich entsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung näherungsweise ausgleichen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die in den Anwendungsbereich des IAS 39 fallen, können unter bestimmten Voraussetzungen bei Zugang unwiderruflich der Subkategorie "Fair Value Option" zugeordnet werden. Der Aurubis-Konzern hat weder bei den finanziellen Vermögenswerten noch bei den finanziellen Verbindlichkeiten Gebrauch von der Fair Value Option gemacht.

Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt gemäß den Regelungen des IFRS 13 zur Fair Value-Bewertung. Der beizulegende Zeitwert von in aktiven Märkten notierten Finanzinstrumenten wird auf Grundlage der Preisnotierung ermittelt, sofern diese im Rahmen von regelmäßigen und aktuellen Transaktionen verwendete Preise darstellen. Der Aurubis-Konzern verwendet Bewertungsverfahren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, sofern keine in aktiven Märkten notierten Preise verfügbar sind. Folglich basieren in Bewertungsverfahren verwendete Eingangsparameter wenn möglich auf beobachtbaren Daten, die von Preisen relevanter, in aktiven Märkten gehandelter Finanzinstrumente abgeleitet werden. Die Anwendung dieser Bewertungsverfahren erfordert Schätzungen und Annahmen seitens des Aurubis-Konzerns, deren Umfang von der Preistransparenz in Bezug auf das Finanzinstrument und dessen Markt sowie von der Komplexität des Instruments abhängt. Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte verwendeten Methoden und Einflussfaktoren werden regelmäßig durch das Management hinsichtlich ihrer Eignung analysiert. Weitere Informationen zu den bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten wesentlichen Schätzungen und Annahmen finden sich im Abschnitt Finanzinstrumente.

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Soweit immaterielle Vermögenswerte erworben wurden, werden diese zu Anschaffungskosten aktiviert. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die wirtschaftlich nutzbar sind, werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert, wenn die Kriterien für die Aktivierung erfüllt sind. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Diese beträgt zwischen drei und acht Jahren. Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem langfristig abgeschlossenen Stromliefervertrag werden planmäßig über die Vertragslaufzeit erfasst und unter den Materialaufwendungen ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bestehen mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte im Konzernabschluss nicht.

SACHANLAGEN

Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen bewertet, sofern sie länger als ein Jahr dem Geschäftsbetrieb dienen. Hierzu zählen auch Ersatzteile und Wartungsgeräte, die länger als eine Periode genutzt werden. Technische Sockelbestände sind als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Hierbei handelt es sich um Materialmengen, die Metalle enthalten und notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Sockelbestände werden nicht planmäßig abgeschrieben, da sie keiner Abnutzung und keinem Alterungsprozess unterliegen.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Anlagengegenstand zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden aktiviert. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 288 T€ (Vj. 27 T€) bei einem Finanzierungskostensatz von 1,7 % (Vj. 1,7 %) aktiviert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear. Hierbei entsprechen die zugrunde gelegten Abschreibungsdauern den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Konzern. Im Wesentlichen wurden folgende Nutzungsdauern angesetzt:

scroll
Gebäude 25 bis 40 Jahre
Grundstückseinrichtungen 10 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 20 Jahre
Technische Sockelbestände unbegrenzte Nutzungsdauer
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 20 Jahre

Generalüberholungen oder Instandhaltungsmaßnahmen, die zum Ersatz von Komponenten führen, werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können.

LEASING

Gemietete oder geleaste Anlagengegenstände werden im Anlagevermögen bilanziert, soweit sie die Voraussetzungen des IAS 17 für ein Finanzierungsleasing erfüllen. Dies ist der Fall, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem wirtschaftlichen Eigentum in Verbindung stehen, bei der betreffenden Gesellschaft liegen. Anlagengegenstände, bei denen dies der Fall ist, werden zum Zeitwert bzw. zum niedrigeren Barwert der Mindestmiet- und Leasingzahlungen aktiviert. Ihre Abschreibung erfolgt linear über die Laufzeit des Miet- bzw. Leasingvertrags oder über die wirtschaftliche Nutzungsdauer, wenn ein Eigentumsübergang am Ende der Vertragslaufzeit erwartet wird. Die aus den künftigen Miet- und Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind in Höhe des Barwerts bzw. Zeitwerts als Verbindlichkeit passiviert. Die Leasingrate wird in eine Zins- und eine Tilgungskomponente aufgeteilt, sodass die Leasingverbindlichkeit konstant verzinst wird. Der langfristige Teil der Leasingverpflichtung wird unter den langfristigen und der kurzfristige unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten erfasst. Der Zinsanteil der Leasingrate wird aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, sodass sich eine konstante Verzinsung über die Laufzeit des Leasingvertrags ergibt.

ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden und nicht zur Herstellung oder Lieferung von Gütern bzw. zur Erbringung von Dienstleistungen oder für Verwaltungszwecke; oder die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens verkauft werden.

Die im Vorjahr bei Aurubis als Finanzinvestition gehaltene Immobilie betraf ein Grundstück mit aufstehendem Gebäude bei der Aurubis Switzerland SA. Die Bilanzierung erfolgte zum beizulegenden Zeitwert der Immobilie.

WERTMINDERUNG VON NICHT FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, wie beispielsweise Geschäfts- oder Firmenwerte, werden nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Darüber hinaus wird an jedem Abschlussstichtag eingeschätzt, ob Anhaltspunkte vorliegen, dass der Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Ebenso werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Da für die im Sockelbestand enthaltenen Metalle die Möglichkeit der Rückgewinnung gegeben ist und das Nutzungspotenzial des Sockelbestands mangels Verbrauch im Produktionsprozess keiner Abnutzung unterliegt, wird von einer unbegrenzten Nutzungsdauer ausgegangen. Demgemäß erfolgt keine planmäßige Abschreibung der Sockelbestände, sondern bei Vorliegen von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen könnten, eine Überprüfung der Werthaltigkeit im Zusammenhang mit den jeweiligen Produktionsanlagen.

Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert ggf. nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (sogenannte zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts wird für nicht monetäre Vermögenswerte, für die in der Vergangenheit eine Wertminderung gebucht wurde, zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob ggf. eine Wertaufholung zu erfolgen hat.

VORRÄTE

Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei umfassen die Herstellungskosten sämtliche direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie systematisch zugeordnete Anteile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten von Kupferkonzentraten und Recyclingrohstoffen erfolgt, indem vom Metalleinkaufspreis die mit dem Lieferanten verhandelten Schmelz- und Raffinierlöhne abgezogen werden. Bei den Schmelz- und Raffinierlöhnen handelt es sich um Abschläge, die aufgrund der Verarbeitung von Erzkonzentraten und Recyclingrohstoffen zu Kupfer und Edelmetallen vorgenommen werden.

In den Hüttenbetrieben erfolgt die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, indem zunächst die Metallgehalte bewertet werden. Hiervon wird der Gegenwert der bis zur Ausbringung des Feinmetalls noch anfallenden Verarbeitung abgesetzt. Es kommt damit über den Zeitraum des Produktionsprozesses zu einer sukzessiven Berücksichtigung der Produktionskosten als Bestandteil der Herstellungskosten. Hiervon betroffen ist die Produktion von Kupfer, Edel- und Nebenmetallen.

Bei der Herstellung von Kupferprodukten werden zur Bewertung der fertigen Erzeugnisse neben der Metallkomponente die angefallenen Kosten der Weiterverarbeitung in besondere Formate wie z. B. in Gießwalzdraht, Stranggussformate und Walzprodukte im Wege der Zuschlagskalkulation berücksichtigt.

Die Vorratsbewertung erfolgt nach der Durchschnittsmethode nach IAS 2. Dabei erfolgt der Ansatz zum Bilanzstichtag zu dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert. Die Bestimmung des Nettoveräußerungswerts geschieht auf der Basis der Börsen- oder Marktpreise zum Bilanzstichtag.

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Soweit Risiken bestehen, wird diesen durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

ERTRAGSTEUERN

Ertragsteuern setzen sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Der Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Soweit Sachverhalte direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden auch die darauf entfallenden Ertragsteuern direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.

Die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns sind in einer Vielzahl von Ländern weltweit ertragsteuerpflichtig. Der Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird unter Anwendung der zum Bilanzstichtag geltenden Steuervorschriften der einzelnen Länder berechnet.

Aktive und passive latente Steuern resultieren aus temporären Differenzen zwischen den steuerbilanziellen und den im IFRS-Abschluss berücksichtigten Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden oder aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften. Der Ermittlung der latenten Steuern liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Diese Steuersätze basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

Latente Steueransprüche auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steuergutschriften werden in dem Umfang bei den Unternehmenseinheiten aktiviert, für den latente Steuerverbindlichkeiten vorhanden sind. Übersteigen latente Steueransprüche latente Steuerschulden, erfolgt der Ansatz in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Nutzung dieser Steueransprüche verfügbar sein wird. Die aktivierten latenten Steuern werden individuell jährlich auf ihre Realisierbarkeit überprüft.

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung besteht und wenn es sich bei den aktiven und passiven latenten Steuern um Ertragsteuern handelt, die von derselben Steuerbehörde gegenüber derselben Gesellschaft erhoben werden.

NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird und der Geschäftsbereich einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt sowie Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung ist.

Die Bewertung erfolgt gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Es wurden keine Abwertungen vorgenommen.

Das Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung getrennt von den Aufwendungen und Erträgen aus fortgeführten Aktivitäten berichtet; Vorjahresangaben werden auf vergleichbarer Basis dargestellt. In der Konzern-Kapitalflussrechnung sind nicht fortgeführte Aktivitäten in den Mittelzuflüssen/-abflüssen aus der betrieblichen, der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit enthalten; Vorjahresangaben werden auf vergleichbarer Basis dargestellt. Darüber hinaus wird in der Konzernbilanz über zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden in Form eines aggregierten Ausweises berichtet.

Die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss beziehen sich, soweit sie Bezug auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nehmen, auf fortgeführte Aktivitäten (ausgenommen Abschnitt Akquisitionen und nicht fortgeführte Aktivitäten).

RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage des nach IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahrens auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten unter Anwednung der "Richttafeln 2005 G" der Heubeck AG ermittelt. Dabei werden die verwendeten demografischen Annahmen sowie die erwarteten Einkommens- und Rententrends und der anzuwendende Zinssatz auf der Grundlage aktueller Schätzungen zum Bilanzstichtag bestimmt. Hierdurch können sich versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Abweichungen der tatsächlichen Parameter zum Bilanzstichtag gegenüber den Rechnungsannahmen ergeben. Diese versicherungsmathematischen Ergebnisse sowie Erträge aus Planvermögen, die nicht in den Nettozinsen enthalten sind, werden sofort und vollständig bei ihrer Entstehung erfolgsneutral erfasst und innerhalb des erwirtschafteten Konzern-Eigenkapitals ausgewiesen. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort aufwandswirksam erfasst.

Zur Ermittlung der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen wird der beizulegende Zeitwert des Planvermögens vom Barwert der Pensionsverpflichtungen abgezogen.

Für alle übrigen ungewissen Verpflichtungen und Risiken des Aurubis-Konzerns werden sonstige Rückstellungen gebildet. Voraussetzung ist dabei, dass eine Verpflichtung gegenüber Dritten aus einem in der Vergangenheit liegenden Ereignis besteht, ein Mittelabfluss hieraus wahrscheinlich ist und dieser zuverlässig geschätzt werden kann. Langfristige Rückstellungen werden hierbei mit ihrem Barwert angesetzt, sofern der Zinseffekt nicht unwesentlich ist.

SONSTIGE NICHT FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Wesentliche Schätzungen und Annahmen

Die Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss wird von zahlreichen Schätzungen und Annahmen beeinflusst. Diese basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie auf weiteren Faktoren einschließlich Erwartungen über künftige Ereignisse. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Neubewertung. Die Verwendung von Schätzungen und Annahmen ist insbesondere in folgenden Bereichen notwendig:

WERTHALTIGKEIT DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTS

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mindestens jährlich auf Wertminderung untersucht. Der erzielbare Betrag wird dabei auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt. Die Ermittlung des Nutzungswerts erfordert insbesondere Schätzungen der zukünftigen Cashflows auf der Grundlage von Planungsrechnungen. Der Wertminderungstest der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) Kupferprodukte Aurubis Hamburg führte sowohl im aktuellen als auch im vorangegangenen Geschäftsjahr zu dem Ergebnis, dass keine Abwertung des Geschäfts- oder Firmenwerts vorliegt. Eine Verringerung der prognostizierten Cashflows um 10 % oder eine Erhöhung des WACC nach Steuern von 6,1 % um 0,5 Prozentpunkte auf 6,6 % würde ebenfalls zu keinem Wertberichtigungsbedarf führen.

BEIZULEGENDE ZEITWERTE IM RAHMEN DER UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

Bei der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen werden die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dabei kommen häufig discounted cashflow (DCF)-basierte Verfahren zur Anwendung, deren Ergebnisse von den angenommenen künftigen Cashflows und anderen Annahmen abhängen. Die Bewertung von Eventualschulden hängt wesentlich von den Annahmen hinsichtlich der künftigen Ressourcenabflüsse und der Eintrittswahrscheinlichkeiten ab.

BEIZULEGENDER ZEITWERT VON DERIVATEN UND ANDEREN FINANZINSTRUMENTEN

Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, für die keine in einem aktiven Markt quotierten Preise vorliegen, werden auf der Grundlage von finanzmathematischen Verfahren ermittelt und sind von instrumentenspezifischen Annahmen beeinflusst. Schätzungen haben insbesondere dann einen wesentlichen Einfluss, wenn der Zeitwert für Finanzinstrumente bestimmt werden soll, für die zumindest ein wesentlicher Parameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten basiert (Level 3 der Fair Value-Hierarchie). Die Auswahl und Anwendung angemessener Parameter und Annahmen bedürfen einer Beurteilung durch das Management. Insbesondere wenn Daten aus selten vorkommenden Markttransaktionen stammen, müssen Extra- und Interpolationsverfahren angewendet werden. Detailinformationen hierzu finden sich im Abschnitt Finanzinstrumente.

BILANZIERUNG VON VORRATSVERMÖGEN

Im Zusammenhang mit der Bilanzierung des Vorratsvermögens werden verschiedene Schätzungen angewendet. So kommen bei der Bestandserhebung des Vorratsvermögens durch Inventur als auch bei der Bestimmung der ausbringbaren Metallinhalte vereinzelt Schätzverfahren zur Anwendung.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Für die betriebliche Altersversorgung der beschäftigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen.

Die Bewertung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungsplänen erfolgt nach versicherungsmathematischen Verfahren. Diese Verfahren basieren auf einer Reihe versicherungsmathematischer Annahmen, wie beispielsweise dem Rechnungszinsfuß, der erwarteten Einkommens- und Rentenentwicklung, Mitarbeiterfluktuationen sowie der Lebenserwartung. Bei der Ermittlung des Rechnungszinsfußes werden hochwertige laufzeit- und währungsadäquate Unternehmensanleihen herangezogen. Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung von den zu Beginn der Berichtsperiode getroffenen Annahmen führen zur Neubewertung der Nettoschuld.

Bei der Bilanzierung von sonstigen Rückstellungen werden Annahmen hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit, der Höhe und des Zeitpunkts des Ressourcenabflusses getroffen, die naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet sind.

Weitere wesentliche Schätzungen betreffen die Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Gegenständen des Sachanlagevermögens, die Einbringlichkeit von Forderungen sowie die Bewertung von Bestandsrisiken im Vorratsvermögen.

NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

Die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivitäten erfolgt gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Es wurden keine Abwertungen vorgenommen.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen

Folgende Standards, die Auswirkungen auf den Konzern hatten, wurden im Geschäftsjahr 2017/18 erstmals angewendet.

Erstmals verpflichtende Anwendung von Standards und Interpretationen

scroll
Standards/Interpretationen Anwendungspflicht in der EU Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IAS 7 Änderungen: Kapitalflussrechnung 01.01.2017 06.11.2017 Die erweiterten Angaben zu Veränderungen in den Schulden aus Finanzierungstätigkeit werden in einer Überleitungstabelle dargestellt, siehe auch Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung.
IAS 12 Ansatz aktiver latenter Steuern auf unrealisierte Verluste Folgeprojekt aus den Verbesserungen an den IFRS (2012-14) 01.01.2017 06.11.2017 keine Auswirkungen
IFRS 12 Verbesserungen an den IFRS (2014-16) 01.01.2017 07.02.2018 keine Auswirkungen

Folgende Standards sind auf die Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 01.10.2017 beginnen. Sie wurden im Konzernabschluss nicht vorzeitig angewendet.

Nicht vorzeitig angewendete Standards und Interpretationen

scroll
Standards/Interpretationen Anwendungspflicht in der EU Übernahme durch EU-Kommission Auswirkungen
IFRS 9 Finanzinstrumente - Klassifizierung und Bewertung 01.01.2018 22.11.2016 detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 01.01.2018 22.09.2016 detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht
IFRS 15 Änderungen: Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 01.01.2018 31.10.2017 detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht
IFRS 1, IAS 28 Verbesserungen an den IFRS (2014-16) 01.01.2018 07.02.2018 keine Auswirkungen
IFRS 2 Änderungen: Aanteilsbasierte Vergütung 01.01.2018 26.02.2018 keine Auswirkungen
IFRS 4 Änderungen: Versicherungsverträge 01.01.2018 03.11.2017 keine Auswirkungen
IAS 40 Änderungen: als Finanzinstrument gehaltene Immobilien 01.01.2018 14.03.2018 keine Auswirkungen
IFRIC 22 Transaktion in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 01.01.2018 28.03.2018 Umrechnung von Fremdwährungsvorauszahlungen in die funktionale Währung mit dem Kassakurs am Tag der Zahlung. Aurubis erwartet keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRIC 23 Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern 01.01.2019 23.10.2018 keine Auswirkungen
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 31.10.2017 detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht
IFRS 9 Änderungen: Finanzinstrumente 01.01.2019 22.03.2018 detaillierte Beschreibung nach der tabellarischen Übersicht
IAS 19 Änderungen: Leistungen an Arbeitnehmer 01.01.2019 offen keine Auswirkungen
IAS 28 Änderungen: Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 01.01.2019 offen keine Auswirkungen
Diverse Verbesserungen an den IFRS (2015-1l) 01.01.2019 offen keine Auswirkungen
Framework 01.01.2020 offen Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2021 offen Der Standard regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. IFRS 17 ersetzt den bis dahin gültigen Standard IFRS 4. Aurubis erwartet auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse keine wesentlichen Auswirkungen.

IFRS 9

IFRS 9 "Finanzinstrumente" ändert die Bilanzierungsvorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten, für Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten und für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.

Die Klassifizierung und die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten werden anhand des betriebenen Geschäftsmodells und der Struktur der Zahlungsströme bestimmt. Ein finanzieller Vermögenswert wird dabei zum erstmaligen Ansatz entweder als "zu fortgeführten Anschaffungskosten", als "zum beizulegenden Zeitwert mit erfolgsneutraler Erfassung der Wertänderungen im Sonstigen Ergebnis" oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" klassifiziert.

Die Klassifizierung orientiert sich dabei zunächst an der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte entsprechend dem Geschäftsmodell. Aurubis hat hierzu die finanziellen Vermögenswerte untersucht und bestimmt, welche gehalten werden, um vertragliche Zahlungsmittel zu vereinnahmen (held to collect) bzw. zu vereinnahmen und zu verkaufen (held to collect and sell), oder keiner der beiden Kategorien zugeordnet werden können (other).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen des Factoring zum Verkauf stehen, werden der Klassifizierung "held to collect and sell" zugeordnet. Diese Forderungen werden demnach zum Marktwert bewertet.

Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht der Kategorie "held for trading" zugeordnet werden, kann optional die Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert" (FVOCI) gewählt werden. Wenn diese Eigenkapitalinstrumente veräußert werden, dann werden die bis zu diesem Zeitpunkt unrealisierten Gewinne und Verluste aus diesen Instrumenten in die Gewinnrücklagen umgebucht und nicht in der GuV gezeigt. Aurubis wird die Wertpapiere des Anlagevermögens der Kategorie FVOCI zuordnen.

Neben der Zuordnung zum Geschäftsmodell erfolgte auch eine Analyse im Hinblick auf die Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme der zugrunde liegenden finanziellen Vermögenswerte anhand der sogenannten Solely Payment of Principal and Interest (SPPI)-Kriterien. Somit wurde bei den finanziellen Vermögenswerten untersucht, ob die vertraglichen Cashflows ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Die Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten unter IFRS 9 erfolgt unverändert zu den derzeitigen Bilanzierungsvorschriften nach IAS 39.

Im Bereich der Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erwartet Aurubis einen Umstellungseffekt in Höhe von 24,6 Mio. € aus der Anwendung der Option zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Wertpapiere des Anlagevermögens.

Die Ermittlung von Wertminderungen und die Bildung von Risikovorsorgen verändern sich von einem Modell bereits eingetretener Kreditausfälle (Incurred Loss-Modell) zu einem Modell erwarteter Kreditausfälle (Expected Credit Loss-Modell). Das Modell erwarteter Kreditausfälle ist auf alle Finanzinstrumente anzuwenden, die entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wie beispielsweise Bankguthaben, Darlehensforderungen und sonstige Forderungen, oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Hierbei wird im Zugangszeitpunkt der Finanzinstrumente sogleich eine Risikovorsorge für die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments gebildet. Der allgemeine Ansatz (General Approach) sieht ein dreistufiges Vorgehen zur Ermittlung der Risikovorsorge vor. In Abhängigkeit des Kreditausfallrisikos des Kontrahenten erfordert das Modell ein unterschiedliches Ausmaß an Wertberichtigung in den unterschiedlichen Stufen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der vereinfachte Ansatz (Simplified Approach) zur Erfassung von Wertminderungen angewendet. Hierbei werden die erwarteten Kreditverluste über ein sogenanntes Kohortenmodell berechnet, das auf Daten der letzten drei Geschäftsjahre basiert. Die tatsächlichen historischen Forderungsausfälle werden unter Beachtung von zukunftsgerichteten Informationen (Forward Looking Information) auf die offenen Forderungsbestände angewendet.

Auf Basis unserer Untersuchungen ergibt sich kein wesentlicher Effekt aus der Anwendung des Expected Credit Loss-Modells.

Im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wird die Möglichkeit zur Designation von Risikokomponenten bei nichtfinanziellen Grundgeschäften geregelt. Darüber hinaus entfallen mit IFRS 9 die quantitativen Grenzen für den Effektivitätstest. Die Anforderungen an Dokumentation und Offenlegung werden ausgeweitet.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, bestimmte Komponenten von Derivaten, wie z. B. Zeitwerte von Optionen, von der Designation in einer Sicherungsbeziehung auszunehmen und die Änderungen der Zeitwerte dieser Komponenten erfolgsneutral abzugrenzen.

Im Bereich von Hedge Accounting ergeben sich für Aurubis keine wesentlichen Auswirkungen.

Der Übergang auf IFRS 9 erfolgt retrospektiv ohne Änderung der Vorjahreszahlen zum 01.10.2018. Ausgenommen hiervon ist die erfolgsneutrale Abgrenzung bestimmter, nicht designierter Komponenten von Derivaten, die rückwirkend auf die Vergleichszahlen anzuwenden ist. Umstellungseffekte werden zum Erstanwendungszeitpunkt kumulativ im Eigenkapital erfasst.

IFRS 15

IFRS 15 regelt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe Umsatzerlöse aus Kundenverträgen zu erfassen sind sowie Erläuterungen zum Umfang erforderlicher Anhangangaben. Der neue Standard unterscheidet nicht zwischen unterschiedlichen Auftrags- und Leistungsarten, sondern stellt einheitliche Kriterien auf, wann eine Leistungserbringung zu realisieren ist. Demnach sind Umsatzerlöse dann zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter und Dienstleistungen erlangt und Nutzen aus diesen ziehen kann. Die Umsatzerlöse sind mit dem Betrag der Gegenleistung zu bewerten, die das Unternehmen erwartet zu erhalten. Die Ermittlung der Umsatzerlöse basiert dabei auf einem fünfstufigen Modell, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist.

Die Betroffenheitsanalyse sowie die Ermittlung des Anpassungsbedarfs wurden im vergangenen Geschäftsjahr abgeschlossen.

Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse im Hinblick auf eine Änderung der Bilanzierung unter IFRS 15 betreffen im Wesentlichen den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Kontrollübergangs bzw. des Zeitpunkts des Übergangs der Verfügungsmacht.

Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Aurubis in der Regel zeitpunktbezogen, da sich die Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen auf die Übertragung von Gütern beziehen. Der Zeitpunkt der Realisierung wird sich mit der neuen Regelung geringfügig nach hinten verlagern.

Des Weiteren wird der Bewertungseffekt aus Preisanpassungen für Verträge mit Kunden, die zum vorangegangenen Bilanzstichtag noch nicht fixiert waren, separat im Anhang genannt werden.

Durch die Anwendung von IFRS 15 auf den Aurubis-Konzern werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erwartet.

Der Übergang auf IFRS 15 erfolgt retrospektiv ohne Änderung der Vorjahreszahlen zum 01.10.2018. Die Umstellungseffekte werden somit zum Erstanwendungszeitpunkt kumulativ erfasst. Die Forderungen aus Kundenverträgen werden sich zu diesem Zeitpunkt im einstelligen Millionenbereich vermindern. Gegenläufig werden sich unter Beachtung von Steuereffekten die Vorräte und das Eigenkapital verändern.

IFRS 16

Der Standard regelt die Bilanzierung von Leasingverhältnissen. IFRS 16 ersetzt den bisher gültigen Standard IAS 17 sowie drei leasingbezogene Interpretationen. Die Anwendung von IFRS 16 ist für alle IFRS-Anwender verpflichtend und gilt grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse. IFRS 16 sieht für den Leasingnehmer ein einziges Bilanzierungsmodell vor. Demnach sind in der Bilanz des Leasingnehmers Vermögenswerte für Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen zu erfassen, es sei denn, die Laufzeit beträgt zwölf Monate (oder weniger) oder es handelt sich um einen geringwertigen Vermögenswert (Wahlrecht). Aurubis wird von den Wahlrechten Gebrauch machen.

Für den Leasinggeber unterscheidet sich das Bilanzierungsmodell von IFRS 16 nicht wesentlich von den Vorgaben in IAS 17. Für Bilanzierungszwecke ist hier auch weiterhin zwischen Finanzierungs- und Mietleasingvereinbarungen (finance und operate lease) zu unterscheiden.

Die Erstanwendung des IFRS 16 erfolgt bei Aurubis mit Beginn des Geschäftsjahres am 01.10.2019.

Für den Übergang auf IFRS 16 gehen wir derzeit von der Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode aus.

Die Auswirkungen der Anwendung von IFRS 16 auf den Aurubis-Konzern werden derzeit ausführlich geprüft. Nach aktuellem Kenntnisstand wird eine Bilanzverlängerung im mittleren zweistelligen Millionenbereich sowie eine geringfügige Veränderung der Hauptsteuerungsgrößen EBT und ROCE erwartet.

Akquisitionen und nicht fortgeführte Aktivitäten

AKQUISITIONEN

Die Aurubis AG und die Codelco Kupferhandel GmbH haben am 19.01.2018 einen Kaufvertrag zur Übernahme aller Anteile an der Deutsche Giessdraht GmbH in Emmerich am Rhein durch Aurubis unterzeichnet. Das Bundeskartellamt hat am 13.07.2018 die Freigabe für die geplante Übernahme der ausstehenden Anteile (40 %) erteilt. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde ist Voraussetzung für den Vollzug der Übernahme. Der Abschluss der Transaktion (Closing) erfolgte zum 31.07.2018. Die Aufstockung des Eigentumsanteils der Aurubis AG an der Deutsche Giessdraht GmbH von vormals 60 % auf 100 % führt nicht zu einer Veränderung des Beherrschungsverhältnisses. Gemäß IFRS 10 wurde der Erwerb der nicht beherrschenden Anteile als Transaktion unter Gesellschaftern abgebildet. Die Auswirkungen können der folgenden Aufstellung entnommen werden.

scroll
in Mio. €
Buchwert der erworbenen nicht beherrschenden Anteile 2
Gezahlter Kaufpreis an nicht beherrschende Anteile inkl. Nebenkosten des Erwerbs -19
Rückgang des Eigenkapitals der Eigentümer des Mutterunternehmens -17

NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN

Die im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 begonnenen Verhandlungen über den Verkauf des Segments FRP an die Wieland-Werke AG führten am 12.02.2018 zur Unterzeichnung des Termsheets über die wesentlichen Eckpunkte eines beabsichtigten Verkaufs. Ab diesem Datum ist das Segment FRP als nicht fortgeführte Aktivitäten gem. IFRS 5 klassifiziert. Der Vertrag zum Verkauf des Segments FRP wurde am 29.03.2018 unterschrieben. Der Vollzug des Kaufvertrags steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden.

Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten

scroll
in Mio. € 12 Monate 2017/18 12 Monate 2016/17
Umsatzerlöse 1.270 1.160
Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -1 22
Aufwendungen -1.224 -1.134
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 45 48
Steuern vom Einkommen und Ertrag -16 -14
Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 29 34
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 29 34

Konzerninterne Aufwendungen und Erträge werden bei der Ermittlung des Konzernergebnisses aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten vollständig eliminiert. Die Eliminierung der konzerninternen Transaktionen erfolgt dabei nach der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, d. h. unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen des Aurubis-Konzerns. Der Konzern wird nach dem Verkauf des Segments FRP bestehende Lieferbeziehungen mit dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich aufrechterhalten. Die Eliminierung der Umsatzerlöse der Aurubis AG und ihrer Tochtergesellschaften aus Lieferungen an den nicht fortgeführten Geschäftsbereich erfolgte daher vollständig dort.

Buchwerte der Hauptgruppen der als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden

scroll
in Mio. € 30.09.2018
Aktiva
Anlagevermögen 173
Latente Steuern 1
Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2
Vorräte 274
Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 122
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 590
Passiva
Latente Steuern 16
Langfristige Rückstellungen 34
Langfristige Verbindlichkeiten 1
Kurzfristige Rückstellungen 8
Kurzfristige Verbindlichkeiten 103
Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 162
scroll
in Mio. € 12 Monate 2017/18 12 Monate 2016/17
Cashflows aus nicht fortgeführten Aktivitäten
Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 18 13
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -16 -14
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -1 -1

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. UMSATZERLÖSE

scroll
Aufgliederung nach Produktgruppen
in T€
2017/18 2016/17
Gießwalzdraht 4.282.959 3.740.631
Edelmetalle 2.383.450 2.419.959
Kupferkathoden 2.211.942 2.328.930
Strangguss 892.383 802.644
Bänder, Profile und Formate 349.968 328.056
Chemikalien und Sonstiges 303.046 259.503
10.423.748 9.879.723

Eine weitere Untergliederung der Umsatzerlöse des Aurubis-Konzerns nach Konzernsegmenten findet sich im Rahmen der Segmentberichterstattung.

2. VERÄNDERUNG DES BESTANDS AN FERTIGEN UND UNFERTIGEN ERZEUGNISSEN

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Fertige Erzeugnisse -67.518 -13.578
Unfertige Erzeugnisse 67.958 -2.959
440 -16.537

Die Bestandsveränderungen im laufenden Jahr sind auf gestiegene Zwischenproduktmengen zurückzuführen, die durch gegenläufige Mengeneffekte bei Fertigprodukten nahezu kompensiert wurden. Die Bestandsänderungen im Vorjahr waren im Wesentlichen auf gesunkene Vorratsmengen, die nicht vollständig durch gegenläufige Preiseffekte kompensiert werden konnten, zurückzuführen.

3. ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

Die anderen aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 18.923 T€ (Vj. 8.484 T€) umfassen im Wesentlichen Fertigungskosten und bezogene Materialien und beziehen sich überwiegend auf die Projekte Industriewärme und Future Complex Metallurgy.

4. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Erträge aus Kostenerstattungen 22.297 25.844
Erträge aus Provisionen und erstatteten Frachtauslagen 9.941 7.800
Schadenersatz und Entschädigungen 370 1.641
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.585 415
Übrige Erträge 9.205 11.581
43.398 47.281

5. MATERIALAUFWAND

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 9.212.758 8.587.965
Bezogene Leistungen 251.942 237.685
9.464.700 8.825.650

Die Materialaufwandsquote, als Verhältnis des Materialaufwands zu Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen, lag bei 90,8 % (Vj. 89,5 %).

6. PERSONALAUFWAND UND MITARBEITER

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Löhne und Gehälter 281.957 265.895
Soziale Ausgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 69.985 72.264
351.942 338.159

Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen.

Die Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:

scroll
2017/18 2016/17
Gewerbliche Arbeitnehmer 4.096 4.057
Angestellte 2.219 2.159
Auszubildende 256 261
6.571 6.477

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfallen 4.803 (Vj. 4.730) beschäftigte Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt.

Die Gesamtvergütung der ab dem Geschäftsjahr 2017/2018 neu bestellten Vorstandsmitglieder der Aurubis AG enthält unter anderem eine anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich.

Auf diese Vergütungskomponente sind die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IFRS 2 anzuwenden. Es handelt sich hierbei um ein virtuelles Aktien-Deferral mit einer zweijährigen zukunftsbezogenen Bemessungsgrundlage, wobei die Bemessungsgrundlage in Abhängigkeit der Zielerreichung der operativen EBT-Komponente und der individuellen Leistung festgelegt wird. Das virtuelle Aktien-Deferral beinhaltet keine Dividendenzahlungen und der Auszahlungsbetrag ist auf 150 % des Ausgangswerts beschränkt. Zur Ermittlung des Zeitwerts der Beschränkung der Aktienkursentwicklung wird der Wert einer europäischen Call-Option mithilfe der Black-Scholes-Formel berechnet.

Die folgenden Parameter wurden bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts des virtuellen Aktien-Deferrals zu Grunde gelegt:

scroll
30.09.18
Aktienkurs (in €) 60,24
Ausübungspreis (in €) 90,59
Erwartete Volatilität (gewichteter Durchschnitt, in %) 27,00
Erwartete Laufzeit (gewichteter Durchschnitt, in Jahren)
Erwartete Dividende (in %) 2,41
Risikoloser Zinsatz (basierend auf Staatsanleihen, in %) 0,50
Beizulegender Zeitwert (in T€) 93

Die erwartete Volatilität basiert auf einer Beurteilung der historischen Volatilität des Aktienkurses des Unternehmens, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht.

Die Personalaufwendungen für das Aktien-Deferral beliefen sich im Geschäftsjahr auf 93 T€ (Vj. 0 T€), die in gleicher Höhe in den Rückstellungen zum Bilanzstichtag enthalten sind.

7. ABSCHREIBUNGEN

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern betrugen insgesamt 119.470 T€ (Vj. 120.715 T€). Sie bestehen aus Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 117.279 T€ (Vj. 118.750 T€) sowie auf immaterielle Vermögenswerte von 2.191 T€ (Vj. 1.965 T€).

Im aktuellen und vorangegangenen Geschäftsjahr wurden keine Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen vorgenommen.

Die im Anlagenspiegel ausgewiesenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 124.677 T€ enthalten Abschreibungen auf Investitionen im Zusammenhang mit einem Stromliefervertrag in Höhe von 5.207 T€, die unter den Materialaufwendungen ausgewiesen werden.

Eine genaue Darstellung der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erfolgt in der Übersicht zur Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen im Konzern.

8. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Vertriebsaufwendungen 88.349 84.922
Verwaltungsaufwendungen 71.021 70.037
Sonstige betriebliche Steuern 2.514 2.548
Übrige Betriebsaufwendungen 54.915 53.082
216.799 210.589

Bei den Vertriebsaufwendungen handelt es sich hauptsächlich um Frachtkosten.

9. ZINSEN

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Zinserträge 3.592 2.680
Zinsaufwendungen -15.775 -17.732
-12.183 -15.052

Die Zinserträge ergeben sich hauptsächlich aus verzinslichen Kundenforderungen.

Die Zinsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den Finanzverbindlichkeiten. In den Zinsaufwendungen sind unter anderem auch die Nettozinsen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 3.647 T€ (Vj. 3.080 T€) enthalten.

10. ÜBRIGES FINANZERGEBNIS

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Übrige finanzielle Erträge 689 219
Übrige finanzielle Aufwendungen -511 -720
638 -501

Die übrigen finanziellen Erträge resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Wertpapiererträgen.

11. ERTRAGSTEUERN

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag umfassen sowohl die laufenden Ertragsteuern als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten und -forderungen enthalten Verpflichtungen bzw. Ansprüche aus in- und ausländischen Ertragsteuern aus den Vorjahren und aus dem laufenden Jahr. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Laufender Steueraufwand (-ertrag) 64.168 71.664
Latenter Steueraufwand (-ertrag) -4.621 18.393
Steuern vom Einkommen und Ertrag 59.547 90.057

Vorjahreswerte angepasst aufgrund IFRS 5.

Aus früheren Geschäftsperioden entfallen 426 T€ Steuerertrag (Vj. Steueraufwand 994 T€) auf die laufenden Steuern sowie 280 T€ Steueraufwand (Vj. Steueraufwand 282 T€) auf die latenten Steuern.

Der Unterschied zwischen dem latenten Steuerertrag von 4.621 T€ und dem latenten Steueraufwand von 18.393 T€ im Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der Steuersatzänderung in Belgien und der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede und Verlustvorträge.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht einen Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vj. 15 %) zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 % (Vj. 5,5 %) vor. Der Gewerbesteuersatz beträgt bei der Aurubis AG 16,59 % (Vj. 16,59 %). Bei den anderen deutschen Konzerngesellschaften kommen Gewerbesteuersätze zwischen 11,09 % und 16,45 % (Vj. 11,09 % und 16,45 %) zur Anwendung. Die für die ausländischen Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10 % und 33,99 % (Vj. 10 % und 33,99 %).

Dabei erfolgt die Bewertung anhand der am Bilanzstichtag festgesetzten oder in Kürze geltenden Steuersätze. Durch die Verabschiedung der US-Steuerreform am 22.12.2017 reduzieren sich die Steuersätze für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2017 beginnen, von 35,98 % bzw. 34 % auf 23,37 % bzw. 21 %. Für 2017/18 wurde ein Mischsteuersatz von 26,52 % bzw. 24,25 % verwendet. In Belgien beträgt der Steuersatz für Wirtschaftsjahre, die am 31.12.2018 oder später enden, 29,58 % (bisher 33,99 %) und für Wirtschaftsjahre, die am 31.12.2020 und später enden, 25 %. Somit legen wir für die Berechnung von tatsächlichen Steuern 33,99 % und für kurzfristige latente Steuern 29,58 % sowie für langfristige latente Steuern 25 % zugrunde. Hierdurch entstehen Einmaleffekte aus der Neubewertung der latenten Steueransprüche und -schulden.

Die Konzernsteuern beinhalten in nennenswertem Umfang Steuereffekte aus ausländischen Gesellschaften. Dem wird dadurch Rechnung getragen, dass als rechnerischer Konzernsteuersatz nicht der Steuersatz der deutschen Muttergesellschaft mit 32,41 %, (Vj. 32,41 %), sondern ein konzernweiter Mischsteuersatz in Höhe von 23,18 % (Vj. 21,73 %) zur Anwendung kommt. Wie im Vorjahr kommen die wesentlichen Ergebnisbeiträge von der Aurubis AG und der Aurubis Bulgaria AD.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 59.547 T€ (Vj. 90.057 T€) sind um 15.094 T€ niedriger (Vj. 1.354 T€ höher) als der erwartete Ertragsteueraufwand in Höhe von 74.641 T€ (Vj. 88.703 T€). Der Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Steueraufwand ist auf Ursachen zurückzuführen, die folgender steuerlicher Überleitungsrechnung zu entnehmen sind:

Überleitungsrechnung

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Ergebnis vor Steuern 322.053 408.285
Erwarteter Steueraufwand mit 23,18 % (Vj. 21,73 %) 74.641 88.703
Veränderungen des erwarteten Steueraufwands aufgrund:
- Steuersatzänderungen -15.662 -152
- Nichtansatz und Korrektur latenter Steuern 137 495
- Steuern aus Vorjahren -146 1.276
- nicht abzugsfähiger Aufwendungen 1.952 2.400
- steuerfreier Erträge/ gewerbesteuerlicher Kürzungen -733 -217
- Notional Interest Deduction (Belgien) -585 -2.763
- Outside Basis Differences -56 293
- Sonstige -1 22
Steuern vom Einkommen und Ertrag 59.547 90.057

Vorjahreswerte angepasst aufgrund IFRS 5.

Die Effekte aus der Steuersatzänderung in Höhe von -15.662 T€ resultieren im Wesentlichen aus der Steuersatzänderung in Belgien für die Berechnung der kurz- und langfristigen latenten Steuern.

Die Effekte aus dem Nichtansatz von latenten Steuern resultieren aus den nicht angesetzten Verlustvorträgen in Höhe von 126 T€ (Vj. 393 T€).

Als wesentliche Besonderheit im belgischen Steuerrecht ist die "Notional Interest Deduction" zu beachten, die zu einer Verringerung der Bemessungsgrundlage der laufenden Steuern der Aurubis Belgium NV/SA im Berichtszeitraum in Höhe von 1.720 T€ (Vj. 8.129 T€) führte.

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf Outside Basis Differences (OBD):

scroll
30.09.20181 30.09.2017
in T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 5.918 202 7.896 204
Sachanlagen 1.029 81.283 974 109.460
Finanzanlagen 0 0 2 371
At Equity bilanzierte Finanzanlagen 0 0 105 3.135
Vorräte 7.182 168.277 23.257 188.989
Forderungen und sonst. Vermögenswerte 2.900 29.309 5.911 32.750
Pensionsrückstellungen 43.220 55 61.962 3.647
Sonstige Rückstellungen 5.662 174 8.875 579
Verbindlichkeiten 32.021 2.960 31.912 5.960
Steuerliche Verlustvorträge 196 0 5.764 0
Outside Basis Differences 0 894 0 950
Saldierung -95.386 -95.386 -140.911 -140.911
Konzernbilanz 2.742 187.768 5.747 205.134

1 nur fortgeführter Bereich.

Von den aktiven latenten Steuern realisieren sich 10.082 T€ (Vj. 29.168 T€) und von den passiven latenten Steuern 197.586 T€ (Vj. 221.740 T€) innerhalb der nächsten zwölf Monate. Nach mehr als zwölf Monaten realisieren sich aktive latente Steuern in Höhe von 88.046 T€ (Vj. 117.490 T€) und passive latente Steuern in Höhe von 85.568 T€ (Vj. 124.305 T€). Bei diesen Angaben handelt es sich um die Werte vor Saldierung.

Die im Eigenkapital (Other Comprehensive Income) zu berücksichtigenden Ertragsteuern verteilen sich auf die folgenden Bereiche:

scroll
30.09.20181 30.09.20171 30.09.2017
in T€ Bestand Veränderung Bestand geändert Bestand Veränderung
Latente Steuern
Derivate 1.620 6.283 -4.663 -4.663 -6.314
Pensionsrückstellungen 10.732 -3.769 14.501 12.281 -26.484
Summe 12.352 2.514 9.838 7.618 -32.798
darin enthalten: Währungsdifferenzen 0 0 0 -619 -26
Laufende Steuern -1.880 -189 -1.691 -1.691 204

1 Nur fortgeführter Bereich.

Unter Berücksichtigung der prognostizierten Unternehmensplanung bzw. Gewinnerwartungen der Tochtergesellschaften ist eine Realisierung der latenten Steueransprüche als hinreichend wahrscheinlich anzusehen.

Es bestehen Verlustvorträge von insgesamt 35.474 T€ (Vj. 45.415 T€). Für ertragsteuerliche Verluste in Höhe von 882 T€ (Vj. 2.383 T€) wurden aktive latente Steuern in Höhe von 196 T€ (Vj. 523 T€) gebildet, soweit passive latente Steuern vorliegen oder bei diesen Gesellschaften eine positive Ergebnisplanung vorliegt.

Auf Verlustvorträge in Höhe von 34.567 T€ (Vj. 43.032 T€) ist keine aktive latente Steuer gebildet worden, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Die nicht werthaltigen Verlustvorträge sind unbeschränkt vortragsfähig.

Auf Unterschiedsbeträge zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaften in der Steuerbilanz der jeweiligen Muttergesellschaft (sogenannte Outside Basis Differences) wurden zum Stichtag passive latente Steuern von 894 T€ (Vj. 950 T€) gebildet. Für Outside Basis Differences aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 15.722 T€ (Vj. 16.114 T€) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.

12. AUF NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE ENTFALLENDES KONZERNERGEBNIS

Von dem ausgewiesenen Konzernüberschuss des Geschäftsjahres 2017/18 in Höhe von 291.414 T€ (Vj. 352.384 T€) steht ein Überschussanteil in Höhe von 1.161 T€ (Vj. 1.501 T€) anderen Gesellschaftern als den Aktionären der Aurubis AG, Hamburg, zu. Dieser betrifft zum einen den auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Konzernüberschuss an der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, und zum anderen die bis zum Zeitpunkt der Anteilsaufstockung an der Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich, erwirtschafteten Ergebnisse.

13. ERGEBNIS JE AKTIE

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des Konzernergebnisses ohne nicht beherrschende Anteile durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienanzahl.

scroll
2017/18 2016/17
Auf Aktionäre der Aurubis AG entfallendes Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (in T€) 261.345 316.727
Gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl (in Tsd. Stück) 44.957 44.957
Unverwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten (in €) 5,81 7,04
Verwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten (in €) 5,81 7,04

Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird der Durchschnitt der im Geschäftsjahr in Umlauf befindlichen Aktien um die Anzahl der Aktien erhöht, die bei Ausübung aller Wandlungsrechte aus Wandelanleihen maximal ausgegeben werden könnten. Soweit vorhanden, werden gleichzeitig dem Konzernergebnis die für Wandelanleihen angefallenen Zinsaufwendungen abzüglich der entsprechenden Steuern hinzugerechnet.

Da weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Wandlungsrechte aus Wandelanleihen bestanden, entspricht für den Aurubis-Konzern das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Erläuterungen zur Bilanz

14. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten und der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:

Anschaffungs- und Herstellungskosten

scroll
in T€ 01.10.2017 Nicht fortgeführte Aktivitäten Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 155.750 -4.326 1.741 -7.781 654 146.038
Geschäfts- oder Firmenwerte 43.170 0 0 0 0 43.170
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 4.312 0 5.147 0 -654 8.805
203.232 -4.326 6.888 -7.781 0 198.013

Wertberichtigungen

scroll
in T€ 01.10.2017 Nicht fortgeführte Aktivitäten Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen 30.09.2018
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen -47.092 2.866 -7.398 1.182 0 -50.442
Geschäfts- oder Firmenwerte -24.522 0 0 0 0 -24.522
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0
-71.614 2.866 -7.398 1.182 0 -74.964

Buchwert

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 95.596 108.658
Geschäfts- oder Firmenwerte 18.648 18.648
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 8.805 4.312
123.049 131.618

Anschaffungs- und Herstellungskosten

scroll
in T€ 01.10.2016 Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2017
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 105.802 49.521 -885 1.312 155.750
Geschäfts- oder Firmenwerte 43.170 0 0 0 43.170
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.594 4.031 0 -1.312 4.312
150.566 53.552 -885 0 203.232

Wertberichtigungen

scroll
in T€ 01.10.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen 30.09.2017
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen -41.304 -6.674 885 0 -47.092
Geschäfts- oder Firmenwerte -24.522 0 0 0 -24.522
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 0 0 0 0 0
-65.826 -6.674 885 0 -71.614

Buchwert

scroll
in T€ 30.09.2017 30.09.2016
Immaterielle Vermögenswerte
Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 108.658 64.498
Geschäfts- oder Firmenwerte 18.648 18.648
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 4.312 1.594
131.618 84.740

Bei den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um entgeltlich erworbene Nutzungsrechte, im Wesentlichen im Zusammenhang mit einem langfristigen Stromliefervertrag, sowie um im Rahmen der Konsolidierung im Aurubis-Konzern entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte.

Die Zugänge des Vorjahres beinhalteten eine große Einzelinvestition (46.981 T€) im Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom.

Der Geschäfts- oder Firmenwert entfällt im Wesentlichen, wie im Vorjahr, auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) Kupferprodukte der Aurubis Hamburg (17.439 T€).

Die Aurubis führt mindestens jährlich einen Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses profitiert. Übersteigt der Buchwert der ZGE, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund der Wertminderung entsprechend wertberichtigt.

Für die ZGE Kupferprodukte Aurubis Hamburg bestand, wie im Vorjahr, kein Wertberichtigungsbedarf.

Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Aurubis ermittelt den erzielbaren Betrag auf der Basis des Nutzungswerts. Der Nutzungswert wird mittels Abzinsung zukünftiger Cashflows nach Steuern mit einem risikoangepassten Diskontierungszinssatz (WACC) nach Steuern ermittelt (Discounted Cashflow-Methode). Aufgrund der ermittelten Cashflows nach Steuern wird auch ein Kapitalkostensatz nach Steuern verwendet.

Die Cashflow-Schätzungen umfassen einen Planungshorizont von vier Jahren, bevor in die ewige Rente übergegangen wird. Die Cashflows wurden im Rahmen eines qualifizierten Planungsprozesses unter Heranziehung unternehmensinterner Erfahrungswerte und umfangreicher Marktkenntnisse aufgestellt und berücksichtigen die Beurteilung und Einschätzungen des Managements zur zukünftigen Entwicklung des regionalen Marktes.

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Berechnung des Nutzungswerts verwendet wurden, sind neben den gewichteten Kapitalkosten die prognostizierte Ergebnisentwicklung sowie die nachhaltige Wachstumsrate des Endwerts (Terminal Value) mit 1 %. Die Wachstumsrate wurde aus Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreitet die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten der jeweiligen Märkte nicht.

Zum 30.09.2018 betrug der WACC für die vorgenommene Diskontierung 6,1 % nach Steuern bzw. 8,6 % vor Steuern (Vj. 5,1 % nach Steuern bzw. 7,2 % vor Steuern).

Bei den immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer ergab sich, wie im Vorjahr, kein Abwertungsbedarf.

Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 673 T€ (Vj. 381 T€) aktiviert. Forschungsaufwendungen werden im Ergebnis der jeweiligen Periode erfasst.

15. SACHANLAGEN

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen des Sachanlagevermögens setzen sich wie folgt zusammen:

Anschaffungs- und Herstellungskosten

scroll
in T€ 01.10.2017 Nicht fortgeführte Aktivitäten Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umbuchungen
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 662.485 -42.581 -469 4.959 -3.419 7.281
Technische Anlagen und Maschinen 2.115.720 -220.228 -579 29.495 -38.252 32.527
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 92.455 -14.916 -25 6.307 -3.958 2.141
Anlagen in Finanzierungsleasing* 43.999 -348 0 13.748 0 0
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 62.740 -6.236 -29 104.454 -184 -41.949
2.977.399 -284.309 -1.102 158.963 -45.813 0
scroll
in T€ 30.09.2018
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 628.256
Technische Anlagen und Maschinen 1.918.683
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 82.004
Anlagen in Finanzierungsleasing* 57.399
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 118.796
2.805.138

Wertberichtigungen

scroll
in T€ 01.10.2017 Nicht fortgeführte Aktivitäten Währungsdifferenzen Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten -372.588 11.851 395 -17.261 3.268 0
Technische Anlagen und Maschinen -1.250.734 148.141 576 -90.618 37.433 928
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -64.805 11.843 25 -6.256 3.837 0
Anlagen in Finanzierungsleasing* -19.015 348 0 -3.144 0 0
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau -421 0 29 0 0 -928
-1.707.563 172.183 1.025 -117.279 44.538 0
scroll
in T€ 30.09.2018
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten -374.335
Technische Anlagen und Maschinen -1.154.274
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -55.356
Anlagen in Finanzierungsleasing* -21.811
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau -1.320
-1.607.096

Buchwert

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 253.921 289.897
Technische Anlagen und Maschinen 764.409 864.986
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 26.648 27.650
Anlagen in Finanzierungsleasing* 35.588 24.984
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 117.476 62.319
1.198.042 1.269.836

* Bei den Anlagen in Finanzierungsleasing handelt es sich im Wesentlichen um Bauten sowie technische Anlagen und Maschinen.

Anschaffungs- und Herstellungskosten

scroll
in T€ 01.10.2016 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Umbuchungen 30.09.2017
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 650.508 -536 10.015 -4.570 7.068 662.485
Technische Anlagen und Maschinen 2.057.740 -3.453 32.431 -28.777 57.779 2.115.720
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 90.880 -363 6.719 -5.776 995 92.455
Anlagen in Finanzierungsleasing* 34.678 0 9.600 -279 0 43.999
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 66.593 -220 62.209 0 -65.842 62.740
2.900.398 -4.572 120.974 -39.402 0 2.977.399

Wertberichtigungen

scroll
in T€ 01.10.2016 Währungsdifferenzen Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Umbuchungen 30.09.2017
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten -357.174 74 -19.591 4.103 0 -372.588
Technische Anlagen und Maschinen -1.174.399 1.644 -103.657 25.678 0 -1.250.734
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -63.212 329 -7.516 5.594 0 -64.805
Anlagen in Finanzierungsleasing* -17.037 0 -2.257 279 0 -19.015
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau -422 1 0 0 0 -421
-1.612.244 2.048 -133.021 35.654 0 -1.707.563

Buchwert

scroll
in T€ 30.09.2017 30.09.2016
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten 289.897 293.334
Technische Anlagen und Maschinen 864.986 883.341
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27.650 27.668
Anlagen in Finanzierungsleasing* 24.984 17.641
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau 62.319 66.171
1.269.836 1.288.155

* Bei den Anlagen in Finanzierungsleasing handelt es sich im Wesentlichen um Bauten sowie technische Anlagen und Maschinen.

In den Abschreibungen des aktuellen Geschäftsjahres sind keine Wertminderungen enthalten.

Gemietete oder geleaste Sachanlagen machten am Anlagevermögen einen Anteil von 35.588 T€ (Vj. 24.984 T€) aus.

Der Zugang im Geschäftsjahr in Höhe von 13.748 T€ resultiert aus neuen Leasinganlagen im Zusammenhang mit der Einlagerung und dem Umschlag von Kupferkonzentraten in Bulgarien. Der Buchwert der Leasinganlagen beläuft sich zum 30.09.2018 auf 21.388 T€. Den Verträgen liegen feste Laufzeiten und fixierte Raten zugrunde. Sicherheiten wurden nicht begeben.

Zudem beinhaltet der Buchwert der Leasinganlagen Buchwerte für Schiffe für den Transport von Kupferkonzentraten sowie Schwefelsäure in Höhe von 4.747 T€ (Vj. 5.268 T€) sowie Buchwerte für die Lagerhalle zur Einlagerung von Kupferkonzentraten in Brunsbüttel in Höhe von 3.654 T€ (Vj. 4.097 T€). Ein Teil der Leasingraten wird jährlich an die indexierte Preisentwicklung für gewerbliche Produkte angepasst. Den Leasingverträgen liegen im Wesentlichen feste Mietvereinbarungen zugrunde. Sicherheiten wurden hierfür nicht gestellt.

Zum 30.09.2018 und zum 30.09.2017 war im Konzern kein Sachanlagevermögen als Kreditsicherheit begeben. Das Bestellobligo für Gegenstände des Anlagevermögens betrug zum 30.09.2018 105.554 T€ (Vj. 69.335 T€).

In den technischen Anlagen und Maschinen werden Sockelbestände als Komponenten der jeweiligen technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Bei Sockelbeständen handelt es sich um Materialmengen, die notwendig sind, um die bestimmungsgemäße Funktionsfähigkeit der Produktionsanlagen herzustellen und diese in der Folge zu gewährleisten. Zum 30.09.2018 entfielen auf den technischen Sockelbestand 291.359 T€ (Vj. 291.381 T€).

16. ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN

Die im Vorjahr als Finanzinvestition gehaltene Immobilie der Aurubis Switzerland SA wurde im Geschäftsjahr veräußert.

Der beizulegende Zeitwert der Immobilie betrug zum 30.09.2017 7.955 T€. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Marktdaten bzw. nicht direkt am Markt beobachtbaren Daten und Bewertungsparametern (wie Marktmiete und Rendite) wurde die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dem Level 3 der Bewertungshierarchie nach IFRS 13 zugeordnet.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Buchwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Stand 01.10. 7.955 8.515
Abgang aus der Veräußerung -7.842 0
Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts 0 -135
Wechselkursänderungen -113 -425
Stand 30.09. 0 7.955

17. FINANZANLAGEN

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.321 1.419
Beteiligungen 115 174
Übrige Finanzanlagen 31.493 28.087
32.929 29.680

Die in den Finanzanlagen enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 1.436 T€ (Vj. 1.593 T€) sind als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. Im Geschäftsjahr wurden sämtliche Anteile an verbundenen Unternehmen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da eine verlässliche Ermittlung des Marktwerts nur im Rahmen von konkreten Verkaufsverhandlungen möglich ist. Diese Anteile sind nicht börsennotiert und es besteht kein aktiver Markt. Eine Veräußerung der Anteile ist zurzeit nicht vorgesehen.

Eine Übersicht des bei der Aurubis AG, Hamburg, unter den Finanzanlagen bilanzierten Anteilsbesitzes befindet sich am Ende dieses Berichts.

In den übrigen Finanzanlagen sind insbesondere Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten, bei denen es sich im Wesentlichen um Anteile an der Salzgitter AG, Salzgitter, handelt und die als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert sind.

18. NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE ANTEILE

Bei der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg, handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Aurubis zu 50 % beteiligt ist. Sie wird mit einem weiteren Partner als Gemeinschaftsunternehmen betrieben und ist dem Segment FRP zugeordnet. Der Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Herstellung und der Vertrieb von Vorwalzbändern aus Kupfer und Kupferlegierungen. Gemäß IFRS 11.24 i. V. m. IAS 28 wird die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG unter Verwendung der Equity-Methode bilanziert. Die Anteile sind den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet und werden in den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesen.

Die nachstehende Tabelle leitet das Nettovermögen der Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG auf den Beteiligungsbuchwert über.

Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Nettovermögen 01.10. 100.976 89.007
Gewinn/Verlust der Periode (im Geschäftsjahr 5 Monate) 7.395 23.317
Sonstiges Ergebnis 0 552
Ausschüttung -11.376 -11.900
Nettovermögen 30.09. 96.995 100.976
Anteil an Gemeinschaftsunternehmen (50 %) 48.498 50.489
Eliminierung des nicht realisierten Zwischenergebnisses 149 149
Effekte aus Ertragsteuern -415 -415
Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -48.232 0
Buchwert 0 50.223

19. VORRÄTE

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 812.866 702.605
Unfertige Erzeugnisse 605.346 642.922
Fertige Erzeugnisse, Waren 262.216 405.363
Geleistete Anzahlungen 270 1.382
1.680.698 1.752.272

Zum Stichtag wurden Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 29.920 T€ (Vj. 10.248 T€) vorgenommen.

20. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum 30.09.2018 und zum 30.09.2017 innerhalb eines Jahres fällig.

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

scroll
davon: zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
in T€ Buchwert davon: zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig weniger als 30 Tage zwischen 30 und 180 Tagen mehr als 180 Tage
zum 30.09.2018 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 274.501 230.928 39.209 1.480 2.884
zum 30.09.2017 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357.403 304.694 42.460 6.695 3.554

Die Wertberichtigungen auf den nicht warenkreditversicherten Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Einzelwertberichtigungen Stand 01.10. 3.048 2.946
Nicht fortgeführte Aktivitäten -1.228 0
Wertänderung der Periode -28 102
Zuführung 57 105
Auflösung -71 0
Wechselkursänderungen -14 -3
Stand 30.09. 1.792 3.048

Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Ausfallrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden weitgehend durch Warenkreditversicherungen abgesichert.

21. ÜBRIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte unterteilen sich in sonstige finanzielle und sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte.

Die langfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr)
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 14.530 5.195
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 0 3.459
Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte 13.400 21.440
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 27.930 30.094
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 764 2.226
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 764 2.226

Die kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Kurzfristig (mit Restlaufzeit von unter 1 Jahr)
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 40.727 28.089
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 2.145 18.878
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 2.096 19.187
Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 26.451 33.942
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 71.419 100.096
Forderungen aus Ertragsteuern 2.492 6.842
Übrige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 37.358 46.458
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 39.850 53.300

Bei den übrigen kurzfristigen nicht finanziellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerforderungen der Aurubis Bulgaria AD, Pirdop.

Bei den im Vorjahr ausgewiesenen Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen gegen die Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg. Der Rückgang resultiert unter anderem aus der Zuweisung der Gesellschaft zu den nicht fortgeführten Aktivitäten.

In den übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ist ein Continuing Involvement aus Delkredererisiken bei Factoringgesellschaften sowie aus Spätzahlungs- und Währungsrisiken von kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 13.358 T€ (Vj. 22.210 T€) enthalten. Die Höhe des Continuing Involvement entspricht dabei dem maximalen Verlustrisiko, dem im Wesentlichen die Annahme zugrunde liegt, dass sämtliche am Bilanzstichtag offenen Forderungen, die verkauft wurden, über den gesamten Zeitraum, für den Aurubis für das Spätzahlungsrisiko in Anspruch genommen werden kann, unbeglichen bleiben.

Im Zusammenhang mit dem Continuing Involvement wurde eine Verbindlichkeit in Höhe von 13.372 T€ (Vj. 23.719 T€) erfasst. Sämtliche an Factoringgesellschaften verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von unter einem Jahr, sodass der Fair Value des Continuing Involvement und der verbundenen Verbindlichkeit jeweils dem Buchwert entspricht.

Forderungen aus zwei Factoringverträgen, bei denen die wesentlichen Chancen und Risiken auf den Forderungskäufer übergegangen sind, wurden vollständig ausgebucht.

Bei einem dieser Verträge, der dem nicht fortgeführten Bereich zugewiesen ist, ist der maximal von Aurubis zu tragende Verlust aus Kreditrisiken dabei auf einen Kaufpreisabschlag begrenzt. Dieser wird bei Verkauf der Forderungen vom Käufer einbehalten und schließlich in Höhe des nicht genutzten Teils zurückerstattet. Der Kaufpreisabschlag für die verkauften und ausgebuchten Forderungen (Nominalvolumen 12.664 T€) belief sich im Vorjahr auf 1.500 T€ und ist in den übrigen finanziellen Vermögenswerten enthalten. Aus dem Verkauf der Forderungen wurden im Vorjahr insgesamt 434 T€ aufwandswirksam erfasst.

Insgesamt waren zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 285.807 T€ (Vj. 252.863 T€) an Factoringunternehmen verkauft.

Mit Ausnahme von Zinsderivaten besteht für keine Forderung und keinen sonstigen Vermögenswert ein Zinsänderungsrisiko. Nähere Erläuterungen zu den Zinsderivaten finden sich unter Finanzinstrumente.

Im Geschäftsjahr bestanden keine Wertberichtigungen auf die übrigen finanziellen Vermögenswerte (Vj. 1.089 T€).

Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an sonstigen finanziellen Vermögenswerten deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

22. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbeständen und Schecks. Bei den Guthaben bei Kreditinstituten handelt es sich vor allem um Euro-Guthaben.

23. EIGENKAPITAL

Das Grundkapital beträgt 115.089.210,88 € und ist eingeteilt in 44.956.723 Inhaberstückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 2,56 € pro Aktie. Das Grundkapital ist voll eingezahlt.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 23.02.2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder in mehreren Teilbeträgen um bis zu 57.544.604,16 € zu erhöhen.

Das Grundkapital ist um bis zu 57.544.604,16 € durch die Ausgabe von bis zu 22.478.361 neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem auf die einzelne Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von 2,56 € pro Aktie bedingt erhöht (bedingte Kapitalerhöhung). Es dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungs- und/oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. einer Kombination dieser Instrumente), die bis zum 01.03.2022 begeben werden können.

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital setzt sich aus dem Konzernergebnis, den Gewinnrücklagen aller Konzernunternehmen, den kumulierten einbehaltenen Jahresergebnissen der Tochterunternehmen seit deren erstmaliger Einbeziehung sowie kumulierten Beträgen aus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen zusammen. Darüber hinaus enthalten sind auch die erfolgsneutral abzubildenden Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern).

Außerdem enthalten ist die gesetzliche Rücklage in Höhe von 6.391 T€, die für eine Ausschüttung nicht zur Verfügung steht. Die Veränderung des erwirtschafteten Konzerneigenkapitals von 1.870.573 T€ zum 30.09.2017 auf 2.090.677 T€ zum 30.09.2018 beinhaltet die Dividendenzahlung in Höhe von 65.187 T€, den Erwerb nicht beherrschender Anteile in Höhe von 16.912 T€, erfolgsneutral abzubildende Effekte aus der Neubewertung der Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen (nach Steuern) von 11.950 T€ und das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2017/18 in Höhe von 290.253 T€.

Die Veränderung des kumulierten sonstigen Ergebnisses von insgesamt -16.981 T€ (Vj. 24.490 T€) entfällt mit -26.795 T€ (Vj. 25.688 T€) im Wesentlichen auf Marktbewertungen von Sicherungsgeschäften und wurde zum Teil durch Ertragsteuern und die Marktbewertung von Finanzinvestitionen kompensiert.

Während der Periode wurde aus dem sonstigen Ergebnis ein Betrag von 17.201 T€ (Vj. -10.677 T€) in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt, der sich im Wesentlichen im Materialaufwand niederschlägt.

Bei den nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 556 T€ (Vj. 3.097 T€) handelt es sich um die Anteile konzernfremder Minderheitsgesellschafter am Eigenkapital bei einer (Vj. zwei) von der Aurubis AG vollkonsolidierten Gesellschaft. Zum 30.09.2018 betrifft dies nur noch die Aurubis Bulgaria AD, Pirdop. Im Geschäftsjahr wurde der Eigentumsanteil an der Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich, von 60 % auf 100 % aufgestockt.

Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile beinhaltet anteilig die Dividendenzahlung in Höhe von 1.370 T€ sowie den Erwerb nicht beherrschender Anteile in Höhe von 2.332 T€. Gegenläufig wirkte sich das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2017/18 in Höhe von 1.161 T€ aus.

Eine vollständige Darstellung der Entwicklung des Eigenkapitals befindet sich in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.

GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der Einzelabschluss der Aurubis AG, Hamburg, wurde nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) aufgestellt.

scroll
Jahresüberschuss der Aurubis AG 119.660.056,48 €
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 74.967.948,39 €
Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen 59.800.000,00 €
Bilanzgewinn 134.828.004,87 €

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn der Aurubis AG in Höhe von 134.828.004,87 € zur Zahlung einer Dividende von 1,55 € je Stückaktie (= 69.682.920,65 €) zu verwenden und 65.145.084,22 € auf neue Rechnung vorzutragen.

Die Gesellschaft hält derzeit keine eigenen Aktien. Sollte sich die Anzahl der dividendenberechtigten Stückaktien bis zur Hauptversammlung verändern, wird der Hauptversammlung bei unveränderter Ausschüttung von 1,55 € je dividendenberechtigter Stückaktie ein entsprechend angepasster Gewinnverwendungsvorschlag unterbreitet.

Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde eine Dividende von 1,45 € je Aktie gezahlt, das sind insgesamt 65.187.248,35 €.

ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZUM KAPITALMANAGEMENT

Das maßgebliche Ziel der Unternehmenssteuerung liegt in der Steigerung des Unternehmenswerts des Aurubis-Konzerns, indem über die Kapitalkosten hinaus ein positiver Gesamtwertbeitrag des Unternehmens erwirtschaftet wird. Die Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist durch das Zusammenspiel des Cashflows des Konzerns mit den Fremdfinanzierungen und den verfügbaren Kreditlinien unserer Banken gewährleistet. Durch vorhandene Kreditmittel und Kreditlinien können Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung jederzeit überbrückt werden. Eine ausgewogene Verschuldungsstruktur des Konzerns soll langfristig gewährleistet werden. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt anhand definierter Kennzahlen. Mittel- und kurzfristig werden die Nettoverschuldung und die Liquidität anhand von regelmäßigen Cashflow-Forecasts gesteuert.

Eine wesentliche Kennzahl zur Ermittlung und vergleichbaren Darstellung der Rentabilität ist der ROCE (Return on Capital Employed), der die Verzinsung des im operativen Geschäft oder für eine Investition eingesetzten Kapitals beschreibt. Der ROCE bezeichnet das Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) zum eingesetzten Kapital am Stichtag (Capital Employed). Das Capital Employed setzt sich aus dem Eigenkapital und den zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zusammen.

Der operative ROCE des Aurubis-Konzerns verminderte sich geringfügig von 15,1 % im Vorjahr auf 14,8 % im aktuellen Geschäftsjahr. Dies ist insbesondere auf das gestiegene eingesetzte Kapital (Capital Employed) zurückzuführen.

Alle externen Anforderungen im Rahmen von Financial Covenants wurden im aktuellen Geschäftsjahr erfüllt.

24. LATENTE STEUERN

Eine Erläuterung der Zusammensetzung der Rückstellungen für latente Steuern erfolgt unter Ertragsteuern.

25. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Für die betriebliche Altersversorgung der versorgungsberechtigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen.

Die Mehrzahl der im Aurubis-Konzern vorhandenen leistungsorientierten Zusagen besteht in Deutschland sowie den USA (Defined Benefit Plans). Zum einen handelt es sich um einzelvertraglich ausgestaltete Direktzusagen. Zum anderen gewährt der Konzern leistungsorientierte Versorgungszusagen innerhalb von Kollektivplänen. Hierbei kommen sowohl rückstellungs- als auch extern finanzierte Versorgungssysteme zur Anwendung. Dabei werden die US- amerikanischen Tochtergesellschaften den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet, sodass die Verpflichtungen aus diesen Zusagen zum Stichtag nicht mehr innerhalb der Rückstellungen für Pensionen, sondern innerhalb der Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten ausgewiesen sind. In den nachfolgenden Überleitungen ist der Umgliederungseffekt jeweils in der Zeile "nicht fortgeführte Aktivitäten" enthalten.

In Deutschland gewährt der Konzern seinen versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowohl Pensionsleistungen als auch Leistungen der Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen des Aurubis-Konzerns verwendet werden darf.

In der Regel bestimmt sich die Höhe der Rentenleistung pro anrechnungsfähiges Dienstjahr als prozentualer Anteil an einem pensionsfähigen Gehalt. In Deutschland erfolgt alle drei Jahre eine Überprüfung der Renten und ggf. eine Anpassung entsprechend der Preisindexentwicklung.

In Deutschland wurde die betriebliche Altersversorgung für nach dem 29.09.2003 neu eingetretene Mitarbeiter auf beitragsorientierte Zusagen umgestellt. Die Durchführung erfolgt über eine externe Pensionskasse sowie eine Versicherung.

Darüber hinaus gewährt eine Tochtergesellschaft in den USA ihren Mitarbeitern unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen sowohl Pensionsleistungen als auch Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Diese Altersversorgungsleistungen basieren auf Sammelvereinbarungen, die ausschließlich gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter umfassen. Es handelt sich um lebenslange Pensionsleistungen, deren Höhe an den Beschäftigungszeitraum gebunden ist. Eine Gehaltsabhängigkeit in Bezug auf die Leistungshöhe besteht nicht. Die Gesundheitsfürsorgeleistungen werden nach dem Ausscheiden der Mitarbeiter bis zu einem festgeschriebenen Mindestalter erbracht. Während die Pensionszusagen im Wesentlichen durch ausgesonderte Vermögenswerte eines Pensionsfonds finanziert werden, besteht für die Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen in den USA kein gesondertes Fondsvermögen.

Für sämtliche Versorgungsverpflichtungen im Konzern wurden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt, die unter Berücksichtigung einer konzernweit einheitlichen Bilanzierung den länderspezifischen Besonderheiten Rechnung tragen.

Die Gesellschaft verzichtet für den Stichtag 30.09.2018 auf eine Anwendung der am 04.10.2018 veröffentlichten neuen "Richttafeln 2018 G" von der Heubeck AG, da zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses die abschließende inhaltliche Validierung und Implementierung der neuen Richttafeln noch nicht abgeschlossen waren, und wendet weiterhin die "Richttafeln 2005 G" der Heubeck AG an.

Daneben waren folgende Marktzinssätze, Lohn-/Gehalts- und Rententrends Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:

scroll
30.09.2018 30.09.2017
Rechnungszinsfuß 1,70 % 1,80 %
Erwartete Einkommensentwicklung 2,75 % 2,75 %
Erwartete Rentenentwicklung 1,60 % 1,60 %

Für die Bewertung der Pensionsrückstellung der Aurubis Buffalo Inc., Buffalo, wurde im Vorjahr die Annahme eines Rechnungszinsfußes von 3,67 % zugrunde gelegt. Einkommens- und Rentenentwicklung sind für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft nicht relevant. Aurubis Buffalo Inc., Buffalo, ist im Geschäftsjahr den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. Für die Bewertung der innerhalb der Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten enthaltenen Pensionsrückstellungen wurde ein Rechnungszins von 4,11 % verwendet.

Die in der Konzernbilanz ausgewiesene Netto-Pensionsrückstellung für leistungsorientierte Pensionszusagen zum 30.09.2018 bzw. zum 30.09.2017 stellt sich wie folgt dar:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Barwert der Versorgungszusagen 509.158 570.537
davon fondsfinanziert 409.156 442.188
- Zeitwert des Planvermögens 310.152 326.855
Netto-Bilanzwert am 30.09. 199.006 243.682
davon: bilanziert als Aktiva 0 0
davon: bilanziert als Passiva 199.006 243.682

Die Nettoschuld für Leistungszusagen unter Berücksichtigung separater Überleitungen für den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung sowie das Planvermögen lässt sich wie folgt herleiten:

Entwicklung Barwert der Versorgungszusagen

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Barwert der rückstellungsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 128.349 141.999
Barwert der fondsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 442.188 496.440
Barwert der Versorgungszusagen zum 01.10. 570.537 638.439
Nicht fortgeführte Aktivitäten -68.758 0
Laufender Dienstzeitaufwand 8.618 13.794
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 377
Verlust aus Planabgeltungen 64 20
Zinsaufwand auf die Verpflichtungen 8.778 8.202
Neubewertungen 7.977 -62.616
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus demografischen Annahmen 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus finanziellen Annahmen 8.159 -67.676
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingter Anpassung -182 5.060
Gezahlte Versorgungsleistungen -18.058 -19.708
Auszahlungen für Planabgeltungen 0 -4.837
Währungsdifferenz 0 -3.136
= Barwert der Versorgungszusagen zum 30.09. 509.158 570.537

Im Vorjahr beinhaltete der Barwert der Versorgungszusagen Verpflichtungen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 54.473 T€, wobei 16.517 T€ auf Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungszusagen entfielen.

Entwicklung Planvermögen

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.10. 326.855 316.439
Nicht fortgeführte Aktivitäten -36.147 0
Zinserträge 5.131 4.238
Neubewertungseffekte 19.594 19.623
Gezahlte Versorgungsleistungen -12.619 -12.983
Auszahlungen für Planabgeltungen 0 -4.837
Beiträge des Arbeitgebers 7.338 6.309
Währungsdifferenz 0 -1.934
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 30.09. 310.152 326.855

Entwicklung Nettoschuld

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Nettoschuld zum 01.10. 243.682 322.000
Nicht fortgeführte Aktivitäten -32.611 0
Laufender Dienstzeitaufwand 8.618 13.794
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 377
Verlust aus Planabgeltungen 64 20
Nettozinsergebnis 3.647 3.964
Neubewertungseffekte -11.617 -82.239
Gezahlte Versorgungsleistungen -5.439 -6.725
Arbeitgeberbeiträge zum Plan -7.338 -6.309
Währungsdifferenz 0 -1.200
Nettoschuld zum 30.09. 199.006 243.682

Die Neubewertungseffekte werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und im erwirtschafteten Konzerneigenkapital ausgewiesen. Das Nettozinsergebnis wird innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die übrigen Komponenten des Pensionsaufwands (laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie der Verlust aus Planabgeltungen) werden dagegen im Personalaufwand erfasst.

In Deutschland werden die leistungsorientierten Pensionspläne im Wesentlichen über die Durchführungswege der Pensionskasse sowie der Unterstützungskasse verwaltet. Die Pensionskasse steht dabei unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Richtlinien in Bezug auf das Kapitalanlagenportfolio der Pensionskasse werden durch die "Verordnung über die Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung)" bestimmt. So ergibt sich die zulässige quantitative Streuung und Mischung der Kapitalanlagen für die Pensionskasse aus der Anlageverordnung. Ein Großteil des Vermögens der Pensionskasse ist in einem segmentierten Spezialfonds investiert. Die Berechnung der Beitragszuwendungen erfolgt nach dem jeweils gültigen technischen Geschäftsplan.

Die Risikokapitalanlagen (Eigenkapitalinstrumente und Schuldinstrumente mit einem geringeren Rating als Investment Grade) dürfen maximal 35 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens betragen. Die Immobilienquote beträgt höchstens 25 % des Buchwerts des Sicherungsvermögens. Derivate werden im Wesentlichen nur zum Zwecke der Absicherung eingesetzt. Dem Langlebigkeitsrisiko wird nach Prüfung durch den Aktuar ggf. durch eine Anpassung der biometrischen Parameter Rechnung getragen.

Die Unterstützungskasse orientiert sich hinsichtlich der zulässigen Kapitalanlagen ebenfalls an der Anlagenverordnung. Die Zuwendungen erfolgen im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten.

Das Planvermögen im Konzern setzt sich wie folgt zusammen:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.592 3.173
Eigenkapitalinstrumente 37.997 71.193
Schuldinstrumente 108.375 115.527
Immobilien 148.839 126.782
Rückdeckungsversicherungen 4.509 3.857
Sonstiges kurzfristiges Nettovermögen 5.840 6.323
Summe Planvermögen 310.152 326.855

Das Planvermögen enthält weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien. Die über Wertpapierfonds gehaltenen Eigenkapital- und Schuldinstrumente werden in der Übersicht den entsprechenden Anlageklassen zugeordnet.

Für die Eigenkapitalinstrumente stehen infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt in der Regel Marktpreise zur Verfügung. Der beizulegende Zeitwert im Vorjahr beinhaltete Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 20.117 T€.

Auch die Schuldinstrumente werden regelmäßig an einem aktiven Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert im Vorjahr beinhaltete Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 13.129 T€.

Immobilien werden direkt gehalten und befinden sich ausschließlich im Inland. Es existieren keine Marktpreise an einem aktiven Markt. Für sämtliche Immobilien im Planvermögen wurden Bewertungsgutachten eingeholt.

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Die Gesellschaft ist insbesondere den allgemeinen versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko, dem Zinssatzänderungsrisiko, dem Marktpreisrisiko und im geringeren Maße dem Inflationsrisiko ausgesetzt.

SENSITIVITÄTSBETRACHTUNG

Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkung von Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert, d. h., bei der Variation eines Parameters wurden die übrigen Parameter konstant gehalten. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt:

scroll
Auswirkung auf Verpflichtung
30.09.2018 30.09.2017
in T€ Parameteränderung Anstieg Absenkung Anstieg Absenkung
Rechnungszins ± 50 Basispunkte -39.124 44.649 -43.905 48.699
Erwartete Einkommensentwicklung ± 50 Basispunkte 9.493 -8.998 9.224 -9.902
Erwartete Rentenentwicklung ± 50 Basispunkte 30.708 -32.859 30.307 -28.863
Lebenserwartung ± 1 Jahr 23.605 -23.625 24.270 -25.558

Zukünftig werden folgende Fälligkeiten der undiskontierten Zahlungen für Pensionen erwartet:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Weniger als 1 Jahr 19.055 21.145
Zwischen 1 und 5 Jahren 79.086 92.586
Mehr als 5 Jahre 586.785 701.948
Summe 684.926 815.679

Die durchschnittliche gewichtete Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beläuft sich zum 30.09.2018 auf 16,6 Jahre (Vj. 16,5 Jahre).

Für beitragsorientierte Zusagen der betrieblichen Altersversorgung wurden im Berichtsjahr 20.179 T€ (Vj. 19.140 T€) aufgewendet. Diese beinhalten sowohl freiwillige Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

26. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

scroll
Langfristig Kurzfristig Summe
in T€ 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017
Personalrückstellungen 41.803 45.539 19.915 24.469 61.718 70.008
Rückstellungen für belastende Verträge 0 0 3.213 3.777 3.213 3.777
Umweltrückstellungen 11.966 16.470 603 2.181 12.569 18.651
Übrige 1.806 1.669 10.045 8.586 11.851 10.255
55.575 63.678 33.776 39.013 89.351 102.691

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelten sich die einzelnen Gruppen von Rückstellungen wie folgt:

scroll
in T€ Stand 01.10.2017 Nicht fortgeführte Aktivitäten Inanspruchnahme Auflösungen Zuführungen Zinseffekt
Personalrückstellungen 70.008 -9.436 -18.722 -64 19.637 328
Rückstellungen für belastende Verträge 3.777 0 -3.772 0 3.208 0
Umweltrückstellungen 18.651 -6.819 -1.918 -1.300 3.930 87
Übrige 10.255 -1.377 -4.803 -221 7.997 0
102.691 -17.632 -29.215 -1.585 34.772 415
scroll
in T€ Währungsdifferenz Stand 30.09.2018
Personalrückstellungen -33 61.718
Rückstellungen für belastende Verträge 0 3.213
Umweltrückstellungen -62 12.569
Übrige 0 11.851
-95 89.351

Die Personalrückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern für Jubiläumszuwendungen, Überbrückungsgeld und aus Altersteilzeitverträgen gebildet. Die für Umweltrisiken gebildeten Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Sanierungsmaßnahmen am Standort Lünen. Die Laufzeiten der Rückstellungen betragen bis zu 23 Jahre. Die Ermittlung der zu erwartenden Kosten erfolgte unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus vergleichbaren Fällen, vorhandenen Gutachten sowie Sanierungsmethoden, die nach gegenwärtigem Kenntnisstand eingesetzt werden.

Die Erhöhung der übrigen sonstigen Rückstellungen ist im Wesentlichen auf gestiegene Rückstellungen für Klageverfahren zurückzuführen.

27. VERBINDLICHKEITEN

Die finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 247.540 317.297
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 33.324 22.969
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 280.864 340.266
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 68 1.007
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 0 950
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 0 795
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 68 2.752
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 280.932 343.018
Kurzfristig (mit Restlaufzeit von unter 1 Jahr)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 836.748 905.083
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 836.748 905.083
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.767 8.467
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.045 2.601
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 32.812 11.068
Derivative Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 27.111 32.368
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 1.136 1.139
Derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting 9.065 0
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 76.638 96.222
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 113.950 129.729
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 983.510 1.045.880

Die übrigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Personalverpflichtungen wie Weihnachtsgratifikationen, ausstehende Urlaubsansprüche und Erfolgsvergütungen.

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen entsprechen den Barwerten der Leasingraten sowie deren vertraglich festgeschriebenen Restwerten bei Vertragsende. Zahlungen hierfür werden folgendermaßen fällig:

scroll
30.09.2018
in T€ unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre gesamt
Erwartete Leasingzahlungen 5.051 18.276 30.194 53.521
Zinsanteil 2.006 6.705 8.441 17.152
Tilgungsanteil 3.045 11.571 21.753 36.369
scroll
30.09.2017
in T€ unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre gesamt
Erwartete Leasingzahlungen 3.752 13.377 16.668 33.797
Zinsanteil 1.151 3.696 3.380 8.227
Tilgungsanteil 2.601 9.681 13.288 25.570

Die Finanzierungsleasingverträge beinhalten sowohl Verlängerungs- und Kaufoptionen als auch Preisanpassungsklauseln.

Aus der folgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie die diskontierten Nettozahlungsströme der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert des Aurubis-Konzerns ersichtlich.

Aus Devisentermingeschäften mit negativem Marktwert stehen zum 30.09.2018 Auszahlungen in Höhe von 328.229 T€ (Vj. 378.819 T€) Einzahlungen in Höhe von 317.716 T€ (Vj. 373.340 T€) gegenüber. Derivate mit positiven Marktwerten stellen Vermögenswerte dar und werden daher hier nicht berücksichtigt.

scroll
Zahlungen
in T€ Buchwert zum 30.09.2018 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 277.307 29.767 243.840 3.700
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 36.369 3.045 11.571 21.753
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 836.748 836.748 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 1.136 1.136 0 0
Derivate der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 27.179 27.111 68 0
Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind 9.065 9.065 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 76.638 76.638 0 0
Gesamt 1.264.442 983.510 255.479 25.453
scroll
Zahlungen
in T€ Buchwert zum 30.09.2017 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 325.764 8.467 317.297 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 25.570 2.601 9.681 13.288
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 905.083 905.083 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 2.089 1.139 950 0
Derivate der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" 33.375 32.368 1.007 0
Derivate, die als Sicherungsinstrument für Hedge Accounting designiert sind 795 0 795 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 96.222 96.222 0 0
Gesamt 1.388.898 1.045.880 329.730 13.288

Die vorstehende Darstellung zeigt die Finanzinstrumente, die am 30.09.2018 bzw. 30.09.2017 im Bestand waren und für die vertragliche Vereinbarungen über die Zahlungen bestehen. Fremdwährungsbeträge sind mit dem Stichtagskurs umgerechnet worden.

Aurubis hat keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Grundpfandrechte und Anlagengegenstände besichert. Finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden nicht gestellt.

Die nicht finanziellen Verbindlichkeiten stellten sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar.

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Langfristig (mit Restlaufzeit von über 1 Jahr)
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 0 1.213
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 0 1.213
Kurzfristig (mit Restlaufzeit von unter 1 Jahr)
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 9.662 19.959
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 9.662 19.959
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 4.941 13.289
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 9.163 8.526
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.252 4.884
Übrige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 4.484 6.998
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23.840 33.697
Kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 33.502 53.656

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten.

28. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN UND EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Bestellobligo aus Investitionsaufträgen 105.554 69.335
Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen 200.862 237.331
Gewährleistungsverpflichtungen 1.184 1.285
Wechselobligo 1.324 1.341
308.924 309.292

Das Bestellobligo aus Investitionsaufträgen betrifft im Wesentlichen Gegenstände des Sachanlagevermögens.

Die Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen beziehen sich im Wesentlichen auf die Erbringung von Transport- und Umschlagsleistungen verschiedener Dienstleister.

Daneben besteht für den Bezug von über einer Milliarde Kilowattstunden Strom pro Jahr mit einem Energieversorger ein Vertrag auf Kostenbasis mit einer 30-jährigen Laufzeit, beginnend ab dem Jahr 2010.

Darüber hinaus bestehen im Konzern langfristige Verträge zur Versorgung verschiedener Standorte mit Sauerstoff.

FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN AUS MIET- UND LEASINGVERHÄLTNISSEN

Zum 30.09.2018 bestanden Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 27.780 T€ (Vj. 31.305 T€). Diese sind wie folgt fällig:

scroll
in T€ unter 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre gesamt
30.09.2018 Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen 8.543 14.887 4.350 27.780
30.09.2017 Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen 9.165 15.252 6.888 31.305

Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Miet- und Leasingzahlungen in Höhe von 7.170 T€ (Vj. 8.078 T€) aufwandswirksam erfasst.

Es bestehen zum 30.09.2018 Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 1.683 T€ (Vj. 0 T€), die aus Steuerrisiken resultieren.

29. FINANZINSTRUMENTE

Der Aurubis-Konzern ist durch den Einsatz von Finanzinstrumenten Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und Ausfallrisiken ausgesetzt.

MARKTRISIKEN

Marktrisiken entstehen aus einer möglichen Veränderung von Risikofaktoren, die zu einer Verringerung des Marktwerts der diesen Risikofaktoren unterliegenden Transaktionen führt. Für das Unternehmen sind die folgenden Gruppen von allgemeinen Risikofaktoren von Relevanz: Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken sowie sonstige Preisrisiken.

WECHSELKURSRISIKEN

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Änderungen von Wechselkursen können zu Wertverlusten bei Finanzinstrumenten führen. Um Währungsrisiken zu begrenzen, werden Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig US-Dollar. Hierbei wird die Fremdwährungsposition aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen werden durch Devisenderivate glattgestellt. Bei sämtlichen Devisensicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Devisentermingeschäfte und Devisenoptionsgeschäfte zur Sicherung künftiger Einnahmen abgeschlossen. Im vorliegenden Abschluss sind -soweit die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt waren - die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Grundsätzliche Verschiebungen der Devisenrelationen - insbesondere des Verhältnisses des Euro zum US-Dollar - können dabei jedoch nur auf begrenzte Zeit gesichert werden.

Ausführungen zur Steuerung von Wechselkursrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Das Fremdwährungsrisiko tritt als Cashflow-Risiko auf und stellt die Risikoposition für die folgende Periode dar. Diese entspricht dem Nettobetrag des Nominalvolumens der im Bestand befindlichen originären und derivativen Finanzinstrumente, die Wechselkursrisiken ausgesetzt sind. Außerdem werden geplante Umsatztransaktionen der folgenden Perioden insoweit einbezogen, als diese im Währungsrisikomanagement zur Darstellung der Risikoposition für die folgende Periode berücksichtigt werden.

Fremdwährungsrisiko

scroll
EUR/USD
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Risikoposition aus gebuchten Transaktionen -756.824 -845.444
Geplante Umsätze 453.640 539.182
Forward-Fx-Transaktionen 499.927 601.500
Put-Optionsgeschäfte -30.883 -132.136
Netto-Exposure 165.860 163.102

Der IFRS 7 fordert zur Darstellung von Marktrisiken eine Sensitivitätsanalyse für jede Risikoart. Durch die Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand zum Bilanzstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand am Bilanzstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Für das Wechselkursrisiko wird eine Sensitivitätsanalyse für die Fremdwährung vorgenommen, die ein signifikantes Risiko für das Unternehmen darstellt. Dabei handelt es sich um den US-Dollar. Bei der Sensitivitätsanalyse für die Währungen wurde angenommen, dass sich der Kurs des Euro zum US-Dollar jeweils um ±10 % verändert.

Wenn am 30.09.2018 bzw. 30.09.2017 der Euro gegenüber dem US-Dollar um 10 % stärker bzw. schwächer gewesen wäre als der vorherrschende Stichtagskurs, wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis bezogen auf das Fremdwährungsrisiko wie auf die in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind alle relevanten Fremdwährungspositionen sowie die im Fremdwährungsrisiko berücksichtigten geplanten Umsätze der folgenden Periode eingegangen.

Währungssensitivitäten

scroll
EUR/USD
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Stichtagskurs 1,1576 1,1806
Abwertung (EUR ggü. USD) 1,0418 1,0625
Ergebniseffekt 50.162 57.466
davon entfallen auf geplante Umsätze 50.404 59.909
davon entfallen auf originäre Geschäfte 22.248 27.258
davon entfallen auf derivative Geschäfte -22.490 -29.701
Eigenkapitaleffekt -22.601 -22.030
Aufwertung (EUR ggü. USD) 1,2734 1,2987
Ergebniseffekt -40.199 -49.101
davon entfallen auf geplante Umsätze -41.240 -49.017
davon entfallen auf originäre Geschäfte -17.360 -24.385
davon entfallen auf derivative Geschäfte 18.401 24.301
Eigenkapitaleffekt 18.058 23.021

ZINSÄNDERUNGSRISIKEN

Zinsänderungsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei festverzinslichen Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten zu Zinszahlungsschwankungen führen. Auftretende Zinsrisiken werden durch Zinsswaps abgesichert. Zinsänderungsrisiken sind im finanzwirtschaftlichen Bereich von wesentlicher Bedeutung. Soweit im Rahmen der Absicherung variabler Zinszahlungen die Voraussetzungen für Cashflow Hedges erfüllt sind, werden die Ergebnisse aus diesen Sicherungsgeschäften in Höhe des effektiven Teils des Sicherungsgeschäfts zunächst im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Berücksichtigung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt, sobald das abgesicherte Grundgeschäft im betreffenden Geschäftsjahr erfolgswirksam wird. Im Geschäftsjahr erfolgte eine vorzeitige Rückführung der variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und eine Auflösung der damit verbundenen Zinsswaps.

Ausführungen zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Nachfolgend wird das Netto-Exposure für variabel verzinsliche Risikopositionen dargestellt.

Variabel verzinsliche Risikopositionen

scroll
Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre
in T€ 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017
Ausleihungen/ Festgelder 424.429 526.309 424.429 526.309 0 0
Sonstige Risikopositionen -269.014 -299.050 -269.014 -228.050 0 -71.000
davon zinsgesichert 0 71.000 0 0 0 71.000
Netto-Exposure 155.415 298.259 155.415 298.259 0 0
scroll
mehr als 5 Jahre
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Ausleihungen/ Festgelder 0 0
Sonstige Risikopositionen 0 0
davon zinsgesichert 0 0
Netto-Exposure 0 0

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Eigenkapital dar.

Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Zinssätze um 100 Basispunkte (50 Basispunkte) wären das Eigenkapital und das Jahresergebnis zum 30.09.2018 bzw. 30.09.2017 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind die gleichen Positionen eingegangen wie bei der Ermittlung des zuvor dargestellten Netto-Exposure.

Zinssensitivitäten

scroll
30.09.2018 30.09.2017
in T€ +100 BP -50 BP +100 BP -50 BP
Ergebniseffekt 2.478 -2.019 3.758 -2.533
Eigenkapitaleffekt 0 0 1.286 -660

SONSTIGE PREISRISIKEN

Durch seine operative Geschäftstätigkeit ist der Aurubis-Konzern Warenpreisrisiken ausgesetzt. Um Preisrisiken zu begrenzen, werden unter anderem NE-Metalltermingeschäfte abgeschlossen. Diese betreffen schwerpunktmäßig die Absicherung des Kupferpreises. Hierfür werden ein- und ausgehende Metallmengen aus Grundgeschäften täglich gegeneinander aufgerechnet und verbleibende Spitzenmengen durch Börsengeschäfte glattgestellt. Bei sämtlichen Metallsicherungsgeschäften arbeiten wir ausschließlich mit Partnern guter Bonität zusammen.

Soweit preisfixierte Metalllieferverträge über NE-Metalle zur Deckung des erwarteten Bedarfs an Rohstoffen bzw. des erwarteten Verkaufs von Fertigprodukten als derivative Finanzinstrumente bilanziert werden, kommt es zu einer ergebniswirksamen Berücksichtigung von Marktwertänderungen. Gewinne und Verluste aus der gegenläufigen Entwicklung der Marktwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte sind folglich unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Ausführungen zur Steuerung von Metallpreisrisiken finden sich im Risikobericht des Lageberichts.

Der Aurubis-Konzern hat seine Stromverbräuche durch einen langfristigen Vertrag mit einem Energieversorger gesichert. Aus der Bewertung eines Teils dieses Vertrags ist Aurubis einem Strompreisrisiko ausgesetzt.

Nachfolgend ist das Nominalvolumen für derivative Finanzinstrumente für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO2 dargestellt, das sich aus der unsaldierten Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte ergibt.

Nominalvolumen der Derivate

scroll
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Kupfer 1.323.799 1.186.467
Silber 82.665 91.615
Gold 274.114 368.403
Strom, Kohle, CO2 111.723 82.869
1.792.301 1.729.354

Warenpreisrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte einer Änderung der Warenpreise auf das Periodenergebnis dar.

Durch einen Anstieg (Rückgang) aller relevanten Warenpreise um 10 % (10 %) wäre das Jahresergebnis zum 30.09.2018 bzw. 30.09.2017 in der in der folgenden Tabelle dargestellten Weise verändert worden. In die Berechnung sind sämtliche zum Stichtag vorhandene Derivate für Kupfer, Silber, Gold sowie Strom, Kohle und CO2 eingeflossen.

Warenpreissensitivitäten

scroll
Kupfer Silber Gold
in T€ 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017 30.09.2018 30.09.2017
Preisanstieg
Ergebniseffekt 36.662 37.720 6.085 6.367 19.180 25.232
Preisrückgang
Ergebniseffekt -36.662 -37.720 -6.085 -6.367 -19.180 -25.232
scroll
Strom, Kohle, CO2
in T€ 30.09.2018 30.09.2017
Preisanstieg
Ergebniseffekt 4.434 3.876
Preisrückgang
Ergebniseffekt -4.434 -3.876

Die bei den Warenpreissensitivitäten ausgewiesenen Ergebniseffekte werden bei den Metallen durch die Bewertung der noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien ganz oder teilweise wieder kompensiert, da diese Positionen provisorisch mit dem jeweiligen Stichtagskurs bewertet werden.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Der Aurubis-Konzern setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkurs-, Zins- und sonstigen Preisrisiken ein. Sofern die Voraussetzungen für die Anwendung von Hedge Accounting erfüllt sind, werden diese im Rahmen von Cashflow Hedges abgebildet.

Finanzderivate

scroll
Aktiva
30.09.2018 30.09.2017
in T€ Buchwert Nominalvolumen Buchwert Nominalvolumen
Zinsswaps
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 9.802 845.222 5.229 572.747
als Cashflow Hedges 2.014 58.053 20.123 260.325
Devisenoptionsgeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 131 27.918 2.214 140.390
Metalltermingeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 30.754 900.503 23.010 725.486
als Cashflow Hedges 0 0 0 0
sonstige Geschäfte
ohne Hedge-Beziehung 14.701 231.950 5.045 79.357
als Cashflow Hedges 0 0 0 0

Passiva

scroll
30.09.2018 30.09.2017
in T€ Buchwert Nominalvolumen Buchwert Nominalvolumen
Zinsswaps
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 0 0 795 71.000
Devisentermingeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 1.448 130.537 5.479 378.628
als Cashflow Hedges 9.065 187.397 0 0
Devisenoptionsgeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 0 0 0 0
als Cashflow Hedges 0 0 0 0
Metalltermingeschäfte
ohne Hedge-Beziehung 25.279 838.578 27.818 1.002.548
als Cashflow Hedges 0 0 0 0
sonstige Geschäfte
ohne Hedge-Beziehung 452 837 78 3.536
als Cashflow Hedges 0 0 0 0

Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente besteht aus der Summe der Nominalbeträge der einzelnen Ein- und Verkaufskontrakte. Der beizulegende Zeitwert errechnet sich dagegen aus der Bewertung sämtlicher Kontrakte zu den Preisen des Bewertungsstichtags. Er gibt an, wie sich das Ergebnis bei prompter Glattstellung der Derivatekontrakte - losgelöst von den Grundgeschäften - zum Stichtag verändert hätte.

Die Ergebnisauswirkungen der Marktwertveränderungen von Finanzderivaten, die sich auf einen Cashflow Hedge beziehen, werden in Höhe des effektiven Teils erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gebucht.

Der effektive Teil der Wertveränderungen derivativer Finanzinstrumente, der in der Berichtsperiode erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst wurde, beträgt -9.594 T€ (Vj. 15.010 T€). Der Betrag, der während der Periode aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung im Rahmen von Cashflow Hedge Accounting überführt wurde, beträgt 17.201 T€ (Vj. -10.677 T€) und schlägt sich im Wesentlichen in der GuV-Position "Materialaufwand" nieder.

Der ineffektive Teil der Marktwertänderung wird dagegen direkt ergebniswirksam gebucht.

Im Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine zu berücksichtigenden ineffektiven Teile der Marktwertänderung der Sicherungsinstrumente identifiziert.

Die folgenden beiden Tabellen zeigen, wann die Zahlungsströme aus Cashflow Hedges eintreten und wann sie die GuV beeinflussen:

Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2018

scroll
GuV-Wirkung und Eintritt
in T€
Buchwert Nominalvolumen bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Zinsswaps
Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte
Vermögenswerte 2.014 58.053 58.053 0 0
Verbindlichkeiten 9.065 187.397 187.397 0 0
Devisenoptionsgeschäfte
Vermögenswerte 131 27.918 27.918 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0

Darstellung der Cashflow Hedges 30.09.2017

scroll
GuV-Wirkung und Eintritt
in T€
Buchwert Nominalvolumen bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
Zinsswaps
Vermögenswerte 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 795 71.000 0 71.000 0
Devisentermingeschäfte
Vermögenswerte 20.123 260.325 217.609 42.716 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0
Devisenoptionsgeschäfte
Vermögenswerte 2.214 140.390 140.390 0 0
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0

LIQUIDITÄTSRISIKEN

Das Liquiditätsrisiko stellt das Risiko dar, dass das Unternehmen seinen eigenen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann. Die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten sind in Abschnitt Verbindlichkeiten dargestellt.

Die ausreichende Versorgung des Konzerns mit liquiden Mitteln ist sowohl durch den Cashflow des Konzerns als auch durch die vorhandenen kurz- und langfristigen Kreditlinien seitens unserer Banken gewährleistet. Schwankungen in der Cashflow-Entwicklung können somit aufgefangen werden. Ein eigenständiger Führungskreis verfolgt zeitnah und regelmäßig die Entwicklung der Liquiditätsposition von Aurubis und berichtet an den Vorstand. Weitere Steuerungsmaßnahmen im Rahmen der Liquiditätsrisiken werden im Risikobericht des Lageberichts dargestellt.

AUSFALLRISIKEN

Ausfallrisiken existieren für alle Klassen von Finanzinstrumenten, insbesondere für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Konzentration des Bonitätsrisikos ist aufgrund des breiten und heterogenen Kundenstamms begrenzt. Die betragsmäßig größten Kundenforderungen werden regelmäßigen Überprüfungen unterzogen. Das Bonitätsrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten ist dadurch begrenzt, dass entsprechende Kontrakte lediglich mit Vertragsparteien bzw. Kreditinstituten mit gutem Bonitätsrating bestehen.

Im Rahmen des Kreditrisikomanagements erfolgte eine Einteilung von Kunden in Bonitätsklassen, wobei jedem Kunden ein bestimmtes Limit eingeräumt wird.

Die Buchwerte der bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, abzüglich jeglicher Wertberichtigungen, stellen das höchstmögliche Ausfallrisiko dar, ohne dabei den Wert erhaltener Sicherheiten oder anderer risikomindernder Vereinbarungen einzubeziehen.

Um darüber hinaus Ausfallrisiken so gering wie möglich zu halten, verfolgen wir regelmäßig die bestehenden Forderungen gegenüber unseren Geschäftspartnern. Neben marktüblichen Instrumenten, wie z. B. Akkreditiven und Garantien, nutzen wir insbesondere Warenkreditversicherungen zur Absicherung potenzieller Forderungsausfälle. Soweit Forderungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen veräußert werden, geschieht dies regresslos.

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

scroll
2017/18
Wertansatz Bilanz nach IAS 39
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien
in T€
Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert 30.09.2018 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam Wertansatz Bilanz nach IAS 17
Aktiva
Anteile an verbundenen Unternehmen AfS 1.321 1.321 0 0 0
Beteiligungen AfS 115 115 0 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens AfS 31.448 0 31.448 0 0
Übrige Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen LaR 45 45 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 274.501 274.501 0 0 0
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen LaR 2.096 2.096 0 0 0
Übrige finanzielle Vermögenswerte LaR 39.851 39.851 0 0 0
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung FAHfT 55.257 0 0 55.257 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 2.145 0 2.145 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 461.045 461.045 0 0 0
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 277.307 277.307 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing n/a 36.369 0 0 0 36.369
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 836.748 836.748 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen FLAC 1.136 1.136 0 0 0
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 76.638 76.638 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung FLHfT 27.179 0 0 27.179 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) n/a 9.065 0 9.065 0 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen (LaR) 777.538 777.538 0 0 0
Zur Veräußerung verfügbar (AfS) 32.884 1.436 31.448 0 0
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) 55.257 0 0 55.257 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 1.191.829 1.191.829 0 0 0
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) 27.179 0 0 27.179 0
scroll
2017/18 2016/17
Wertansatz Bilanz nach IAS 39
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien
in T€
Fair Value 30.09.2018 Buchwert 30.09.2017 Fortgeführte Anschaffungskosten Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam Wertansatz Bilanz nach IAS 17
Aktiva
Anteile an verbundenen Unternehmen n/a 1.419 1.419 0 0 0
Beteiligungen n/a 174 174 0 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens 31.448 28.039 0 28.039 0 0
Übrige Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 45 48 48 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 274.501 357.403 357.403 0 0 0
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 2.096 19.187 19.187 0 0 0
Übrige finanzielle Vermögenswerte 39.851 55.382 55.382 0 0 0
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 55.257 33.284 0 0 33.284 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 2.145 22.337 0 22.337 0 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 461.045 570.569 570.569 0 0 0
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 285.969 325.764 325.764 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 36.369 25.570 0 0 0 25.570
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 836.748 905.083 905.083 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 1.136 2.089 2.089 0 0 0
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 76.638 96.221 96.221 0 0 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 27.179 33.375 0 0 33.375 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 9.065 795 0 795 0 0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen (LaR) 777.538 1.002.589 1.002.589 0 0 0
Zur Veräußerung verfügbar (AfS) 31.448 29.632 1.593 28.039 0 0
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) 55.257 33.284 0 0 33.284 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 1.200.491 1.329.157 1.329.157 0 0 0
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) 27.179 33.375 0 0 33.375 0
scroll
2016/17
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien
in T€
Fair Value 30.09.2017
Aktiva
Anteile an verbundenen Unternehmen n/a
Beteiligungen n/a
Wertpapiere des Anlagevermögens 28.039
Übrige Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 48
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 357.403
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 19.187
Übrige finanzielle Vermögenswerte 55.382
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 33.284
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 22.337
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 570.569
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 335.898
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 25.570
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 905.083
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 2.089
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 96.221
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 33.375
Derivate mit Hedge-Beziehung (Hedge Accounting) 795
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen (LaR) 1.002.589
Zur Veräußerung verfügbar (AfS) 28.039
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) 33.284
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 1.339.291
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) 33.375

Bei zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzierenden Finanzinstrumenten wird der Marktwert grundsätzlich anhand von Börsenkursen ermittelt. Sofern keine Börsenkurse vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung der marktüblichen Verfahren (Bewertungsmethoden) unter Zugrundelegung instrumentspezifischer Marktparameter und Zinssätze, die von anerkannten Quellen bezogen werden.

Wenn beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig verfügbar sind, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis angemessener Bewertungsmethoden ermittelt. Dies betrifft im Aurubis-Konzern insbesondere die Extrapolation von Marktdaten für Strom und Kohle unter Berücksichtigung von Marktinformationen über Preisbildung und Liquiditätsüberlegungen. Falls keine ausreichenden Marktinformationen verfügbar sind, wird die beste Schätzung des Managements für einen bestimmten Eingangsparameter verwendet, um den Wert zu bestimmen. Wenn auf dem Markt beobachtbare Eingangsparameter nicht oder nicht vollständig zur Verfügung stehen, wird die Bewertung somit wesentlich von der Verwendung von Schätzungen und Annahmen beeinflusst.

Aufgrund der überwiegend kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der weiteren Forderungen der Kategorie "Loans and Receivables", der Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen sowie der sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Für Anteile an Personengesellschaften und nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften ist angenommen worden, dass der Buchwert dem Marktwert entspricht. Eine verlässliche Ermittlung eines Marktwerts wäre nur im Rahmen von konkreten Verkaufsverhandlungen möglich.

Gemäß IFRS 13 zeigen die folgenden Tabellen die Bewertungsmethoden für den beizulegenden Zeitwert nach Level 1, Level 2 und Level 3 sowie die wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter, die zur Bewertung verwendet worden sind.

Die einzelnen Level sind dabei gemäß IFRS 13 wie folgt definiert:

Level 1: quotierte (nicht angepasste) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.

Level 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind.

Level 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 1

scroll
Art Bewertungsmethode
Wertpapiere des Anlagevermögens Börsenkurse

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2

scroll
Art Bewertungsmethode und verwendete Input-Parameter
Devisentermingeschäfte Par-Methode unter Berücksichtigung von aktiv gehandelten Forward-Rates sowie der aktuell geltenden Zinsen zur Diskontierung auf den Stichtag
Devisenoptionen Black Scholes-Modell. Ermittlung auf Basis der Devisenkurse zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung erwarteter Volatilität des jeweiligen Devisenkurses während der Optionslaufzeit sowie marktüblicher Zinsen
Zinsswaps Discounted Cashflow-Methode. Diese addiert den Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme und diskontiert diese unter Berücksichtigung eines marktgerechten Zinssatzes
Metalltermingeschäfte Discounted Cashflow-Methode unter Berücksichtigung von aktiv gehandelten Metallterminkursen und marktgerechten Zinssätzen zur Diskontierung auf den Stichtag
Sonstige Geschäfte Discounted Cashflow-Methode. Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme über die Restlaufzeit der Kontrakte auf Basis aktueller Marktzinsen

Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 2

scroll
Art Bewertungsmethode und verwendete Input-Parameter
Finanzverbindlichkeiten Discounted Cashflow-Methode. Abzinsung der erwarteten künftigen Zahlungsströme mit aktuell geltenden Zinsen für Finanzverbindlichkeiten, die vergleichbare Konditionen und Restlaufzeiten haben

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente aus Level 3

scroll
Art Bewertungsmethode Wesentliche, nicht beobachtbare Bewertungsparameter Interdependenz zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren Bewertungsparametern und beizulegendem Zeitwert
Energieversorgungsvertrag Discounted Cashflow-Methode Extrapolation von Marktdaten für Strom und Kohle Der beizulegende Zeitwert wäre höher (niedriger), wenn: -der Preis für Strom stärker (schwächer) ansteigen würde als erwartet -der Preis für Kohle schwächer (stärker) ansteigen würde als erwartet

Sofern die zur Bewertung herangezogenen Parameter in verschiedene Level der Bewertungshierarchie fallen, erfolgt die Einordnung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit im tiefsten Level, dem ein Inputparameter zuzuordnen ist, der sich signifikant auf den beizulegenden Zeitwert in seiner Gesamtheit auswirkt.

Soweit Umgliederungen in andere Level der Bewertungshierarchie erfolgen, werden diese vom Aurubis-Konzern zu Beginn des betreffenden Geschäftsjahres ausgewiesen.

Die folgende Übersicht stellt für die zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten und im Anhang angegebenen Finanzinstrumente dar, auf welchen wesentlichen Parametern die Bewertung basiert.

Hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 zum 30.09.2018

scroll
Aggregiert nach Klassen
in T€
Beizulegender Zeitwert 30.09.2018 Level 1 Level 2 Level 3
Wertpapiere des Anlagevermögens 31.448 31.448 0 0
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 55.257 0 41.987 13.270
Derivate mit Hedge-Beziehung 2.145 0 2.145 0
Vermögenswerte 88.850 31.448 44.132 13.270
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 285.969 0 285.969 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 27.179 0 27.179 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 9.065 0 9.065 0
Verbindlichkeiten 322.213 0 322.213 0

Hierarchische Einstufung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 zum 30.09.2017

scroll
Aggregiert nach Klassen
in T€
Beizulegender Zeitwert 30.09.2017 Level 1 Level 2 Level 3
Wertpapiere des Anlagevermögens 28.039 28.039 0 0
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 33.284 0 29.088 4.196
Derivate mit Hedge-Beziehung 22.337 0 22.337 0
Vermögenswerte 83.660 28.039 51.425 4.196
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 335.898 0 335.898 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 33.375 0 33.375 0
Derivate mit Hedge-Beziehung 795 0 795 0
Verbindlichkeiten 370.068 0 370.068 0

Sowohl im Geschäftsjahr 2017/18 als auch im Vorjahr wurden keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Leveln vorgenommen.

Die folgende Übersicht stellt eine Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten und in Level 3 klassifizierten Finanzinstrumente dar:

Überleitung der Finanzinstrumente in Level 3 zum 30.09.2018

scroll
Aggregiert nach Klassen
in T€
Stand 01.10.2017 Veräußerungen/ Käufe in der GuV erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) Stand 30.09.2018 Gewinne (+)/ Verluste (-) für am Bilanzstichtag gehaltene Derivate
Derivate Vermögenswerte ohne Hedge-Beziehung 4.196 6.222 2.852 13.270 2.852

Überleitung der Finanzinstrumente in Level 3 zum 30.09.2017

scroll
Aggregiert nach Klassen
in T€
Stand 01.10.2016 Veräußerungen/ Käufe in der GuV erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) Stand 30.09.2017 Gewinne (+)/ Verluste (-) für am Bilanzstichtag gehaltene Derivate
Derivate Verbindlichkeiten ohne Hedge-Beziehung -16.776 14.135 2.641 0 0
Derivate Vermögenswerte ohne Hedge-Beziehung 0 1.598 2.598 4.196 2.598

Gewinne und Verluste der als Level 3 klassifizierten derivativen Finanzinstrumente betreffen einen Teil eines Energieversorgungsvertrags und schlagen sich in der GuV-Position "Materialaufwand" nieder. In Zusammenhang mit unserer Vereinbarung zum langfristigen Bezug von Strom wurde ein neues Derivat erworben.

Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente basiert zum Teil auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern, die im Wesentlichen den Preis für Strom und Kohle betreffen. Hätte der Aurubis-Konzern am 30.09.2018 zur Bewertung der betreffenden Finanzinstrumente angemessene mögliche Alternativen der Bewertungsparameter zugrunde gelegt, hätte sich bei einer Steigerung des Strompreises sowie einer Reduzierung des Kohlepreises um jeweils 20 % zum Laufzeitende der ausgewiesene beizulegende Zeitwert um 10.728 T€ (Vj. 7.056 T€) erhöht bzw. bei einer Reduzierung des Strompreises sowie einer Steigerung des Kohlepreises um jeweils 20 % zum Laufzeitende um 7.179 T€ (Vj. 5.866 T€) verringert. Um diese maximalen Auswirkungen zu berechnen, die sich aus der relativen Unsicherheit bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten ergeben können, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Parametern basiert, bewertet der Aurubis-Konzern diese Finanzinstrumente neu, indem für die nicht beobachtbaren Eingabedaten Parameter herangezogen werden, die am äußeren Ende der Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Da es jedoch unwahrscheinlich ist, dass ein Szenario eintritt, bei dem alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende der Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen, sollten die vorgenannten Schätzwerte die tatsächlichen Unsicherheitsfaktoren bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Bilanzstichtag übertreffen. Somit stellen die vorliegenden Angaben auch keine Vorhersage oder Indikation für künftige Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dar.

AUFRECHNUNGSMÖGLICHKEITEN DERIVATIVER FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN

Die von Aurubis abgeschlossenen Finanzinstrumente unterliegen Saldierungsvereinbarungen mit Finanzinstitutionen, die ein beidseitiges Recht zur Saldierung beinhalten. Diese Vereinbarungen erfüllen allerdings nicht die Kriterien für eine Aufrechnung in der Bilanz, da das Recht zur Aufrechnung nur bei Ausfall einer Vertragspartei durchsetzbar ist.

In der folgenden Tabelle werden die im Aurubis-Konzern bestehenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt, die Saldierungsmöglichkeiten unterliegen.

Aufrechnungsmöglichkeiten derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Finanzielle Vermögenswerte
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Vermögenswerte 57.402 55.621
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren 0 0
Nettobilanzwerte der finanziellen Vermögenswerte 57.402 55.621
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen -18.262 -13.192
Gesamtnettowert der finanziellen Vermögenswerte 39.140 42.429
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Verbindlichkeiten -36.244 -34.170
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren 0 0
Nettobilanzwerte der finanziellen Verbindlichkeiten -36.244 -34.170
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen 18.262 13.192
Gesamtnettowert der finanziellen Verbindlichkeiten -17.982 -20.978

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Kredite und Forderungen (LaR) -23.889 20.011
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) 277 -281
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (FAHfT und FLHfT) 10.542 64.455
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 5.805 -15.022
-7.265 69.163

Im Nettoergebnis der zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumente wird im Wesentlichen das Ergebnis der Börsen-Metalltermingeschäfte und der Devisentermingeschäfte ausgewiesen. Darüber hinaus werden auch die preisfixierten Metallliefergeschäfte berücksichtigt, die als Derivate behandelt werden. Hierin nicht enthalten sind die noch nicht fixierten Kauf- oder Verkaufspartien, aus denen sich aufgrund der provisorischen Bewertung mit den jeweiligen Stichtagskursen jedoch teilweise ein kompensierender Effekt ergibt. In der Berechnung sind Dividenden, jedoch keine Zinsen enthalten. Das im Geschäftsjahr 2017/18 im Nettoergebnis erfasste Fremdwährungsergebnis der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Positionen beläuft sich auf -17.643 T€ (Vj. 5.049 T€).

Im Rahmen der erfolgsneutralen Erfassung der Wertveränderung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wurden im Geschäftsjahr 2017/18 Bewertungsergebnisse von netto 3.410 T€ (Vj. 6.728 T€) im sonstigen Ergebnis erfasst.

30. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden im Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2017/18 10.227 T€ (Vj. 11.330 T€) erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr wurden darüber hinaus Entwicklungskosten in Höhe von 673 T€ (Vj. 381 T€) aktiviert.

Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung stellt die Zahlungsströme des Aurubis-Konzerns im Geschäftsjahr 2017/18 sowie die Zahlungsströme im Vergleichszeitraum des Vorjahres dar. Gemäß IAS 7 wird hierbei zwischen dem Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit, dem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit und dem Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, das Finanzergebnis (bestehend aus dem Ergebnis aus At Equity bilanzierten Anteilen, Zinsaufwendungen und -erträgen sowie den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen), Auszahlungen für Ertragsteuern sowie Veränderungen des Working Capital korrigiert, um den Mittelzufluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) herzuleiten.

Der Netto-Cashflow zum 30.09.2018 lag bei 203 Mio. € gegenüber 480 Mio. € im Vorjahr. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere höhere Vorratsbestände zum Bilanzstichtag.

Die Investitionen in das Anlagevermögen betrugen im Berichtszeitraum 168 Mio. € (Vj. 165 Mio. €). Die größten Einzelinvestitionen betreffen im Wesentlichen die Projekte Industriewärme sowie Future Complex Metallurgy. Der Verkauf einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie wirkte sich hingegen positiv auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit aus.

Nach Abzug des Mittelabflusses aus Investitionstätigkeit vom Netto-Cashflow ergab sich ein Free Cashflow von 60 Mio. € (Vj. 325 Mio. €). Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 143 Mio. € (Vj. 155 Mio. €).

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 151 Mio. € (Vj. 225 Mio. €) und resultiert sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr im Wesentlichen aus der Tilgung von Schuldscheindarlehen. Darüber hinaus erfolgten Auszahlungen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile in Höhe von 19 Mio. €.

Zum 30.09.2018 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 479 Mio. € (Vj. 571 Mio. €) zur Verfügung.

Die untere Tabelle stellt die zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten dar.

scroll
Zahlungswirksam Zahlungsunwirksam
in Mio. € Stand 01.10.2017 Zugang Finanzierungsleasing Stand 30.09.2018
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 325 -48 0 277
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 26 -5 15 36
351 -53 15 313

Segmentberichterstattung

scroll
Segment Metal Refining & Processing Segment Flat Rolled Products Sonstige
in T€ 2017/18 operativ 2016/17 operativ 2017/18 operativ 2016/17 operativ 2017/18 operativ 2016/17 operativ
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze 10.407.246 9.866.337 1.452.014 1.347.530 17.488 14.396
Intersegmentumsätze 161.037 178.933 19.216 6.502 2.646 2.728
Außenumsätze 10.246.209 9.687.404 1.432.798 1.341.028 14.842 11.668
EBITDA 476.772 466.270 29.874 13.908 -43.807 -40.103
Abschreibungen -118.204 -119.282 -11.460 -11.454 -1.124 -1.162
EBIT 358.568 346.988 18.414 2.454 -44.931 -41.265
Zinserträge 14.241 11.934 1.576 1.967 0 91
Zinsaufwendungen -20.116 -21.220 -9.697 -9.437 -323 -195
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 0 0 10.868 7.468 0 0
Übrige finanzielle Erträge 357 0 0 0 332 219
Übrige finanzielle Aufwendungen -38 -720 0 0 -13 0
Ergebnis vor Ertragsteuern 353.012 336.982 21.161 2.452 -44.935 -41.149
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss
Return on Capital Employed (ROCE) in % 19,4 20,9 5,2 0,7
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 152.081 160.535 17.435 13.984 12.383 0
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 4.473 4.423 1.768 1.746 330 307
scroll
Summe Überleitung/Konsolidierung Effekte aus nicht fortgeführten Aktivitäten
in T€ 2017/18 operativ 2016/17 operativ 2017/18 IFRS 2016/17 IFRS 2017/18 IFRS 2016/17 IFRS
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze
Intersegmentumsätze
Außenumsätze 11.693.850 11.040.100 0 0 -1.270.102 -1.160.377
EBITDA 462.839 440.075 39.993 157.627 -49.764 -53.148
Abschreibungen -130.788 -131.897 -2.579 -3.313 13.897 14.495
EBIT 332.051 308.177 37.414 154.314 -35.867 -38.653
Zinserträge 15.817 13.992 -12.186 -11.277 -39 -35
Zinsaufwendungen -30.136 -30.852 12.185 11.277 2.176 1.843
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 10.868 7.468 1.691 3.464 -12.559 -10.932
Übrige finanzielle Erträge 689 219 0 0 0 0
Übrige finanzielle Aufwendungen -51 -720 0 0 0 0
Ergebnis vor Ertragsteuern 329.238 298.284 39.104 157.778 -46.289 -47.778
Ertragsteuern
Konzernjahresüberschuss
Return on Capital Employed (ROCE) in %
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 181.899 174.519 0 0 -16.048 -13.984
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 6.571 6.477 0 0 -1.768 -1.746
scroll
Konzern fortgeführte Aktivitäten
in T€ 2017/18 IFRS 2016/17 IFRS
Umsatzerlöse
Gesamtumsätze
Intersegmentumsätze
Außenumsätze 10.423.748 9.879.723
EBITDA 453.068 544.553
Abschreibungen -119.470 -120.715
EBIT 333.598 423.838
Zinserträge 3.592 2.680
Zinsaufwendungen -15.775 -17.732
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 0 0
Übrige finanzielle Erträge 689 219
Übrige finanzielle Aufwendungen -51 -720
Ergebnis vor Ertragsteuern 322.053 408.285
Ertragsteuern -59.547 -90.057
Konzernjahresüberschuss 262.506 318.228
Return on Capital Employed (ROCE) in %
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 165.851 160.535
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 4.803 4.731

Vorjahreswerte hinsichtlich der Zuordnung zwischen den Segmenten z. T. angepasst.

Bezüglich der grundsätzlichen Herleitung des ROCE verweisen wir auf den zusammengefassten Lagebericht.

Seit dem 01.10.2017 gilt für Aurubis eine neue Organisationsstruktur. Berichtet wird seitdem nach den zwei operativen Geschäftssegmenten Metal Refining & Processing (MRP) und Flat Rolled Products (FRP):

Das Segment MRP verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altkupfer und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen mit höchster Qualität. Es umfasst organisatorisch die Bereiche Commercial und Operations. Der Bereich Commercial vereint alle marktrelevanten Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten. Der Bereich Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten.

Im Segment FRP erfolgt eine Weiterverarbeitung und Vermarktung von Kupfer und Kupferlegierungen - im Wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen - zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten.

Beim Segment FRP handelt es sich um einen nicht fortgeführten Geschäftsbereich, über den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz nach IFRS 5 aggregiert und gesondert zu berichten ist. Da die operative Geschäftstätigkeit des Segments FRP unverändert fortgeführt und vom Vorstand des Aurubis-Konzerns überwacht und gesteuert wird, erfüllt dieser Unternehmensbereich auch nach der Einstufung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich die Definition eines berichtspflichtigen Segments und wird bis zum Vollzug der Verkaufstransaktion entsprechend in der Segmentberichterstattung separat ausgewiesen.

Vorjahresangaben werden auf vergleichbarer Basis dargestellt.

Über die Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Gesamtvorstand der Aurubis AG identifiziert.

Der Aurubis-Konzern ist in zwei berichtspflichtige Segmente unterteilt, die sich bezüglich des Produktionsverfahrens oder der Produkte unterscheiden und eigenständig geführt werden. Unter Sonstige werden zentrale Erlöse und Kosten der Verwaltung ausgewiesen, die keinem der berichtspflichtigen Segmente direkt zugeordnet werden können.

Die interne Berichterstattung basiert grundsätzlich auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses nach IFRS. Für die interne Steuerung wird eine Überleitung vom IFRS-Ergebnis auf das operative Ergebnis vorgenommen. Das operative Ergebnis des Konzerns und der jeweiligen Segmente ergibt sich nach Bereinigung der Ergebnisse nach IFRS um:

Effekte aus der Anwendung des IFRS 5. Die Positionen der nicht fortgeführten Aktivitäten werden wieder separat ausgewiesen und für die Bewertung werden die planmäßigen Abschreibungen sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile fortgeführt,

Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2. Dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände,

Effekte aus Kaufpreisallokationen, i. W. auf Sachanlagevermögen, ab dem Geschäftsjahr 2010/11.

Die Überleitung auf den Konzernabschluss nach IFRS wird in der Spalte Überleitung/Konsolidierung dargestellt. Dabei entfallen im Ergebnis vor Steuern (EBT) auf die Konsolidierung -491 T€ (Vj. -423 T€) und auf die Überleitung zum EBT nach IFRS 39.596 T€ (Vj. 158.201 T€).

Der in der Spalte "Effekte aus nicht fortgeführten Aktivitäten" erfasste Eliminierungsbetrag der Außenumsätze in Höhe von 1.270.102 T€ (Vj. 1.160.377 T€) entspricht dem Außenumsatz des Segments FRP abzüglich der vollständig im aufgegebenen Geschäftsbereich eliminierten konzerninternen Umsätze des Segments MRP mit dem Segment FRP in Höhe von 162.664 T€ (Vj. 180.594 T€). Im Hinblick auf die Bewertung nach IFRS 5 sind die planmäßigen Abschreibungen (7.959 T€) im Segment FRP sowie eine ergebniswirksame Fortschreibung von At Equity konsolidierten Anteilen an einem Gemeinschaftsunternehmen (-8.862 T€) auszusetzen.

Der Konzern realisiert den größten Teil seiner Umsätze mit Geschäftspartnern in Ländern der Europäischen Union. Die Aufteilung der Außenumsätze auf Regionen erfolgt nach Standort der Kunden und stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
Inland 3.927.859 3.913.465
Übrige Europäische Union 4.347.272 3.936.135
Übriges Europa 439.037 517.530
Asien 1.324.856 1.168.391
Amerika 1.099.237 1.067.605
Sonstige 555.589 436.974
Konzern gesamt 11.693.850 11.040.100

Die Aufteilung der Investitionen sowie langfristigen Vermögenswerte auf Regionen wurde entsprechend den jeweiligen Standorten der Vermögenswerte vorgenommen:

scroll
Investitionen1 Anlagevermögen1
in T€ 2017/18 2016/17 2017/18 2016/17
Inland 108.906 118.054 896.181 866.018
Bulgarien 45.719 32.021 338.767 334.955
Belgien 13.237 11.933 171.935 169.655
Weiteres Europa 5.730 7.104 69.608 75.660
Nordamerika 8.307 5.407 50.566 43.023
Konzern gesamt 181.899 174.519 1.527.057 1.489.311

1 Die Angaben beziehen sich auf den Gesamtkonzern inklusive der nicht fortgeführten Aktivitäten.

Bei den Standorten im weiteren Europa handelt es sich im Wesentlichen um Betriebsstätten innerhalb der Europäischen Union.

SEGMENTDATEN

Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente setzen sich aus Intersegmentumsätzen und aus Umsätzen mit Kunden außerhalb des Konzerns zusammen. Die Summe der Außenumsätze der einzelnen Segmente ergibt die Umsatzerlöse des Konzerns. Die Preise und Konditionen für die zwischen den Konzerngesellschaften und Segmenten ausgetauschten Produkte und Dienstleistungen entsprechen denen mit fremden Dritten.

Die Aufgliederung der Umsätze nach Produktgruppen wird bei den Angaben zu Umsatzerlöse dargestellt.

Das operative EBIT (Earnings before Interest and Taxes) stellt das operative Ergebnis vor Ertragsteuern, bereinigt um das dem Segment zuzuordnende Finanzergebnis, dar. Darauf aufbauend gibt das operative EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) das um die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Segments bereinigte operative EBIT wieder.

Insgesamt wurden Wertberichtigungen auf Vermögenswerte in Höhe von 3.856 T€ (Vj. 10.614 T€) vorgenommen, von denen 3.865 T€ (Vj. 9.298 T€) auf das Segment MRP und Wertaufholungen in Höhe von 9 T€ (Vj. Wertberichtigungen von 1.316 T€) auf das Segment FRP entfielen. Die im Segment MRP vorgenommenen Wertberichtigungen ergeben sich, wie im Vorjahr, ausschließlich aus Wertberichtigungen auf kurzfristige Vermögenswerte. Im Segment FRP entfielen im aktuellen Geschäftsjahr ebenfalls sämtliche Wertaufholungen, im Vorjahr Wertberichtigungen, auf kurzfristige Vermögenswerte.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter der Segmente berücksichtigt alle Mitarbeiter der Unternehmen, die im vorliegenden Konzernabschluss voll konsolidiert wurden.

Sonstige Angaben

ANGABEN ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Entsprechend IAS 24 gelten als nahestehende Unternehmen und Personen sämtliche Einzelpersonen oder Unternehmen, die vom Unternehmen beeinflusst werden können, oder aber solche, die selbst das Unternehmen beeinflussen können.

Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ist für ihr Beschäftigungsverhältnis bei der Aurubis AG eine Vergütung in marktüblicher Höhe gezahlt worden.

Innerhalb des Aurubis-Konzerns beziehen und erbringen verschiedene Konzernunternehmen im Rahmen ihrer normalen Geschäftstätigkeit unterschiedliche Leistungen von bzw. für nahestehende Unternehmen. Solche Liefer- und Leistungsbeziehungen werden zu Marktpreisen abgewickelt. Soweit es sich dabei um Dienstleistungen handelt, werden diese auf Basis bestehender Verträge abgerechnet.

Dabei entfallen auf ein nach der Equity-Methode bilanziertes Gemeinschaftsunternehmen, das in den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wird, folgende Beträge:

30.09.2018

scroll
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 106.480 29.908 0 775

30.09.2017

scroll
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 120.050 29.863 7.848 887

Auf die nicht konsolidierten nahestehenden Unternehmen entfallen folgende Beträge:

30.09.2018

scroll
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Gemeinschaftsunternehmen 1 0 0 1.300
Tochterunternehmen 11.003 1.493 4.371 1.149

30.09.2017

scroll
in T€ Erträge Aufwendungen Forderungen Verbindlichkeiten
Gemeinschaftsunternehmen 122 0 109 0
Tochterunternehmen 7.894 1.164 3.289 1.141

Einzelne Aktionäre der Aurubis AG, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Aurubis-Konzern ausüben könnten, existieren bis auf die Salzgitter AG nicht.

Auf Unternehmen der Salzgitter-Gruppe entfallen im Geschäftsjahr Aufwendungen von 2.455 T€ (Vj. 2.758 T€) sowie Erträge von 47 T€ (Vj. 0 T€). Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten von 119 T€ (Vj. 3 T€) sowie Forderungen von 3 T€ (Vj. 0 T€).

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Patronatserklärungen gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen.

NACHTRAGSBERICHT

Im Rahmen des für den Verkauf des Segments Flat Rolled Products von der Aurubis AG (Aurubis) an die Wieland Werke AG (Wieland) laufenden fusionskontrollrechtlichen Verfahrens hat die Europäische Kommission nach dem Bilanzstichtag gegenüber Aurubis und Wieland mitgeteilt, dass eine Freigabe der Transaktion unter den vorgeschlagenen Zusagen wahrscheinlich nicht zu erreichen ist. Der Vorstand hat daher in einer Ad-hoc-Mitteilung am 10.10.2018 dargestellt, dass er den Vollzug dieser Transaktion mit Wieland für derzeit nicht mehr überwiegend wahrscheinlich hält.

Die Parteien sind übereingekommen, das Verfahren bei der Europäischen Kommission fortzuführen, um insbesondere auf Basis einer geänderten wettbewerbsrechtlichen Einschätzung die fusionskontrollrechtliche Freigabe noch zu erhalten. Auch wenn Aurubis dieses Vorgehen vollumfänglich unterstützt, hat der Vorstand für den Fall der vollständigen oder teilweisen kartellbehördlichen Untersagung der Veräußerung an Wieland als Vorsichtsplanung aktiv strategische Verkaufsalternativen für das Segment FRP identifiziert.

Der Vorstand sieht die Veräußerung des FRP-Segments im Ganzen oder in mehreren Teilen aufgrund des am Markt von unterschiedlichen Teilnehmern vorhandenen Kaufinteresses weiterhin als höchstwahrscheinlich an und beabsichtigt die Verkaufstransaktion im Geschäftsjahr 2018/19 abzuschließen.

Die Klassifizierung des Segments FRP als zur Veräußerung gehalten wird daher beibehalten mit der Folge, dass die Bewertung der Veräußerungsgruppe weiterhin zu dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Wert abzüglich Veräußerungskosten erfolgt.

ANGABEN ZU VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Hamburg

Geb.: 31.07.1954, deutscher Staatsbürger

Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor

Segment Metal Refining & Processing

Bestellt seit dem 01.07.2016 bis zum 30.06.2019

Dr. Stefan Boel, Hamme, Belgien, bis zum 31.07.2018

Geb.: 09.06.1966, belgischer Staatsbürger

Vorstand

Segment Flat Rolled Products

Bestellt seit dem 19.04.2008 bis ursprünglich zum 30.04.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien, bis zum 30.04.2018

Chairman of the Board of Directors

Dr. Thomas Bünger, Lüneburg

Geb.: 02.07.1968, deutscher Staatsbürger

Technischer Vorstand

Bestellt seit dem 01.10.2018 bis zum 30.09.2021

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien

Director

Aurubis Bulgaria AD, Pirdop, Bulgarien

Board of Directors

Aurubis Italia Srl, Avellino, Italien

Chairman of the Board of Directors

Rainer Verhoeven, Duisburg

Geb.: 02.12.1968, deutscher Staatsbürger

Vorstand Finanzen

Segment Flat Rolled Products, seit dem 01.08.2018

Bestellt seit dem 01.01.2018 bis zum 31.12.2020

Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel, Belgien, seit 01.05.2018

Chairman of the Board of Directors

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Hamburg

Vorsitzender seit dem 01.03.2018

Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Hamburg

Encavis AG (vormals Capital Stage AG), Hamburg1

Mitglied des Aufsichtsrats

Renate Hold-Yilmaz, Hamburg2

Stellvertretende Vorsitzende

Kfm. Angestellte

Vorsitzende des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter

Vorsitzender des Aufsichtsrats bis zum 01.03.2018

Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter1

Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

KHS GmbH, Dortmund3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr3

bis zum 21.12.2017

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Peiner Träger GmbH, Peine3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim/Ruhr3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf3

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats

Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, Braunschweig

Mitglied des Aufsichtsrats

TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Burkhard Becker, Hattingen, bis zum 01.03.2018

Mitglied des Vorstands der Salzgitter AG, Salzgitter1

EUROPIPE GmbH, Mülheim/Ruhr3

Mitglied des Aufsichtsrats

KHS GmbH, Dortmund3

bis zum 31.10.2017

Mitglied des Aufsichtsrats

Mannesmann Precision Tubes GmbH, Mülheim/Ruhr3

Mitglied des Aufsichtsrats

Mannesmannröhren-Werke GmbH, Mülheim/Ruhr3

bis zum 21.12.2017

Mitglied des Aufsichtsrats

Peiner Träger GmbH, Peine3

Mitglied des Aufsichtsrats

Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter3

Mitglied des Aufsichtsrats

Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf3

Mitglied des Aufsichtsrats

Nord/LB Asset Management AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Andrea Bauer, Dortmund, seit dem 22.06.2018

Mitglied der Geschäftsführung VDM Metals Holding GmbH, Werdohl

Commerzbank, Düsseldorf

Mitglied des Regionalbeirats West

Dr. Bernd Drouven, Hamburg, bis zum 01.03.2018

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG

NITHH gGmbH, Hamburg

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dr.-Ing. Joachim Faubel, Hamburg2, bis zum 01.03.2018

Angestellter im Konzerncontrolling der Aurubis AG

Karl-Heinz Hamacher, Stolberg2, seit dem 01.03.2018

Angestellter bei der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg

Betriebsratsvorsitzender

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob, Dinslaken, seit dem 01.03.2018

Vorsitzender des Vorstands der RWTÜV e. V., Essen

Albert-Schweitzer-Einrichtungen für Behinderte gGmbH, Dinslaken

Mitglied des Aufsichtsrats

RWTÜV GmbH, Essen

Vorsitzender des Aufsichtsrats

TÜV Nord AG, Hannover

Mitglied des Aufsichtsrats

Van Ameyde International BV, Rijswijk, Niederlande

Mitglied des Board of Supervisory Directors

Universitätsklinikum Essen, Essen

Mitglied des Aufsichtsrats

Knappschaft Kliniken GmbH, Bochum

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Jan Koltze, Kummerfeld2

Bezirksleiter IG BCE Hamburg-Harburg

ESSO Deutschland GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

ExxonMobil Central Europe Holding GmbH, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Stephan Krümmer, Hamburg, seit dem 01.03.2018

Derzeit keine ausgeübte Berufstätigkeit

Dr. Elke Lossin, Buchholz in der Nordheide2, seit dem 01.03.2018

Betriebsleiterin im Analytischen Labor der Aurubis AG, Hamburg

Dr. Sandra Reich, Gräfelfing

Direktorin, NKI Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH, München

Stefan Schmidt, Lüdinghausen2, seit dem 01.03.2018

Leiter Services/Produktionsleiter Schmelzbetriebe der Aurubis AG, Lünen

Edna Schöne, Hamburg, ab 01.03.2018 bis zum 15.06.2018

Mitglied des Vorstands der Euler Hermes AG, Hamburg, verantwortlich für das Bundesgeschäft sowie Legal & Compliance

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek, Lübeck2, bis zum 01.03.2018

Leiter Gesundheitsschutz Konzern der Aurubis AG

Mitglied des Sprecherausschusses der Aurubis AG, Hamburg

Rolf Schwertz, Datteln2, bis zum 01.03.2018

Maurer und Kesselwärter

Mitglied des Betriebsrats der Aurubis AG, Lünen

Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Aurubis AG, Lünen

Melf Singer, Schwarzenbek2, seit dem 01.03.2018

Tagschichtmeister Produktion Säurebetriebe der Aurubis AG, Hamburg

Ralf Winterfeldt, Hamburg2, bis zum 01.03.2018

Energieanlagenelektroniker

Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Aurubis AG

Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der Aurubis AG, Hamburg

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg, Dortmund, bis zum 01.03.2018

Selbstständiger Berater

1 Börsennotiertes Unternehmen.
2 Von der Belegschaft gewählt.
3 Konzerngesellschaften der Salzgitter AG.

Ausschüsse des Aufsichtsrats bis zur Hauptversammlung (01.03.2018)

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Dr. Sandra Reich

Ralf Winterfeldt

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Jan Koltze

Renate Hold-Yilmaz

Personalausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Dr. Bernd Drouven

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Ralf Winterfeldt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender)

Burkhard Becker

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg

Technikausschuss

Dr. Bernd Drouven (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Renate Hold-Yilmaz

Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek

Ausschüsse des Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung (01.03.2018)

Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende)

Edna Schöne bis zum 15.06.2018

Andrea Bauer seit dem 10.07.2018

Melf Singer

Prüfungsausschuss (Audit Committee)

Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Dr. Sandra Reich

Renate Hold-Yilmaz

Jan Koltze

Dr. Elke Lossin

Personalausschuss

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob

Renate Hold-Yilmaz

Karl-Heinz Hamacher

Stefan Schmidt

Nominierungsausschuss

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender)

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob

Dr. Stephan Krümmer

GESAMTVERGÜTUNG

Die Gesamtsumme der zugeflossenen Vergütung der aktiven Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2017/18 beträgt 3.149.131 € und beinhaltet für das abgelaufene Geschäftsjahr neben einem festen Anteil in Höhe von 1.265.000 € Nebenleistungen von 48.879 € und einen variablen Anteil von 1.835.252 €. Darüber hinaus wurden Aufwendungen für Altersversorgungen in Höhe von 570.000 € sowie für ein virtuelles Aktien-Deferral in Höhe von 93.149 € aufwandswirksam erfasst.

Herr Boel erhält im Rahmen der Vertragsbeendigung eine Einmalzahlung in Höhe von 1.600.000 €, die Festvergütung für die Zeit vom 01.10.2017 bis 31.07.2018 in Höhe von 350.000 € sowie die einjährige variable Vergütung in Höhe von 262.500 € und die mehrjährige variable Vergütung in Höhe von 310.833 €.

Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene erhielten insgesamt 2.246.373 €, für ihre Pensionsansprüche sind 27.403.439 € zurückgestellt.

Die Gesamtvergütung der ab dem Geschäftsjahr 2017/18 neu bestellten Vorstandsmitglieder der Aurubis AG enthält eine anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich sowie einen Performance Cash Plan.

Auf die anteilsbasierte Vergütungskomponente mit Barausgleich sind die Ansatz- und Bewertungsvorschriften des IFRS 2 anzuwenden. Es handelt sich hierbei um ein virtuelles Aktien-Deferral. Die sich ergebende Verpflichtung besteht in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der virtuellen Aktien. Die Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 93 T€ (Vj. 0 T€). Auch der Buchwert der Rückstellungen zum Geschäftsjahresende beträgt 93 T€ (Vj. 0 T€).

Darüber hinaus sind Aufwendungen für den Performance Cash Plan in Höhe von 241 T€ (Vj. 0 T€) erfasst worden, die in gleicher Höhe in den Rückstellungen zum Bilanzstichtag enthalten sind.

Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betragen für das Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt 1.571.002 €.

Die individuellen Vergütungen der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder des Aufsichtsrats werden im Vergütungsbericht dargestellt und erläutert.

MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE

AKTIENGESCHÄFTE DER ORGANMITGLIEDER

Nach Art. 19 Marktmissbrauchsverordnung (EU Nr. 596/2014) müssen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft offenlegen. Dies gilt nicht, sofern die Gesamtsumme der Geschäfte je Person den Betrag von 5.000 € pro Kalenderjahr nicht erreicht.

In der Zeit vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018 wurden keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte gemeldet.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX NACH § 161 AKTG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung ist vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht worden.

MITTEILUNG GEMÄSS § 160 ABS. 1 NR. 8 AKTG

Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses lagen der Aurubis AG nach § 33 Abs. 1 WpHG folgende Stimmrechtsmitteilungen von Aktionären bezüglich der Über- und Unterschreitung der relevanten Meldeschwellen vor:

Aktionärsstruktur

scroll
Aktionäre Schwelle
in %
Anteil
in %
Datum der Schwellenberührung Datum der Veröffentlichung
Dimensional Holdings Inc., Santa Monica, USA > 3 3,01 21.01.2008 04.02.2008
Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3 < 20 15,751 25.10.2017 27.10.2017
Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3 > 20 20,0000009 09.04.2018 11.04.2018
Salzgitter Mannesmann GmbH, Salzgitter3 gem. § 43 WpHG 27.04.2018 27.04.2018
UBS AG, Zürich, Schweiz < 5 4,99 04.03.2013 20.03.2013
Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main < 5 4,87 13.07.2017 17.07.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 5 4,99 04.12.2017 08.12.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 5 5,02 11.12.2017 15.12.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 5 4,91 12.12.2017 18.12.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 5 5,12 15.12.2017 21.12.2017
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 5 4,94 26.02.2018 02.03.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 5 5,20 12.03.2018 16.03.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 5 4,85 14.03.2018 20.03.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 5 5,10 03.04.2018 09.04.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 5 4,75 04.04.2018 10.04.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 3 2,997 31.10.2018 06.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 3 3,04 01.11.2018 07.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 3 2,98 09.11.2018 15.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 3 3,02 14.11.2018 20.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 3 2,999 15.11.2018 21.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 > 3 3,004 19.11.2018 23.11.2018
BlackRock, Inc., Wilmington, DE, USA2 < 3 2,95 20.11.2018 26.11.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,01 15.12.2017 19.12.2017
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,99 18.12.2017 20.12.2017
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,01 21.12.2017 22.12.2017
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,98 23.01.2018 25.01.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,08 09.02.2018 14.02.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,76 23.02.2018 27.02.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,01 16.08.2018 20.08.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,96 17.08.2018 21.08.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,02 10.09.2018 12.09.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,97 13.09.2018 18.09.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 > 3 3,53 14.09.2018 18.09.2018
Norges Bank, Oslo, Norwegen1 < 3 2,85 20.09.2018 24.09.2018

1 Die Anteile sind dem Staat Norwegen, vertreten durch das Finanzministerium über die Norges Bank, zuzurechnen.
2 Direkt oder indirekt gehalten über Tochtergesellschaften.
3 Die Anteile sind der Salzgitter AG, Salzgitter, zuzurechnen.

Die Stimmrechtsmitteilungen sind unter www.aurubis.com/de/uber-aurubis/ corporate-governance/stimmrechtsmitteilungen verfügbar.

Mittellungen aus früheren Geschäftsjahren sind unter

www.aurubis.com/de/uber-aurubis/corporate-governance/ stimmrechtsmitteilungen verfügbar.

ANGABEN ÜBER DAS ABSCHLUSSPRÜFERHONORAR

Für das Geschäftsjahr 2017/18 bzw. das Vorjahr wurden folgende Honorare für Dienstleistungen des weltweiten Netzwerks von PricewaterhouseCoopers als Aufwand erfasst:

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
für die Abschlussprüfung 1.140 1.107
für sonstige Bestätigungsleistungen 50 32
für Steuerberatungsleistungen 150 128
für sonstige Leistungen 171 38
Summe 1.511 1.305

Davon entfielen folgende Honorare auf die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft:

scroll
in T€ 2017/18 2016/17
für die Abschlussprüfung 710 693
für sonstige Bestätigungsleistungen 49 32
für Steuerberatungsleistungen 146 118
für sonstige Leistungen 110 10
Summe 1.015 853

Die Steuerberatungsleistungen entfielen hauptsächlich auf Beratungen im Zusammenhang mit konzerninternen Verrechnungspreisen. Darüber hinaus wurden weitere vertraglich vereinbarte oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer erbracht. Bei den sonstigen Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Transaktionsberatung.

Anteilsbesitz gem. § 313 (2) HGB am 30.09.2018

scroll
Name und Sitz der Gesellschaften unmittelbarer und mittelbarer Anteil
in %
gehalten über
1 Aurubis AG
Vollkonsolidierte Gesellschaften
2 Aurubis Belgium NV/SA, Brüssel 100 1
3 Aurubis Holding Sweden AB, Stockholm 100 2
4 Aurubis Sweden AB, Finspäng 100 3
5 Aurubis Finland Oy, Pori 100 2
6 Aurubis Holding USA LLC, Buffalo 100 2
7 Aurubis Buffalo Inc., Buffalo 100 6
8 Aurubis Netherlands BV, Zutphen 100 2
9 Aurubis Mortara S.p.A., Mortara 100 2
10 Cumerio Austria GmbH, Wien 100 1
11 Aurubis Bulgaria AD, Pirdop 99,86 10
12 Aurubis Engineering EAD, Sofia 100 10
13 Aurubis Italia Srl, Avellino 100 1
14 Aurubis Switzerland SA, Yverdon-les-Bains 100 1
15 Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG, Stolberg 100 1
16 Aurubis U.K. Ltd., Smethwick 100 15
17 Aurubis Slovakia s.r.o., Dolný Kubín 100 15
18 CABLO Metall-Recycling & Handel GmbH, Fehrbellin 100 1
19 Peute Baustoff GmbH, Hamburg 100 1
20 RETORTE GmbH Selenium Chemicals & Metals, Röthenbach 100 1
21 E. R. N. Elektro-Recycling NORD GmbH, Hamburg 100 1
22 Aurubis Product Sales GmbH, Hamburg 100 1
23 Deutsche Giessdraht GmbH, Emmerich 100 1
At Equity einbezogene Gesellschaften
24 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg 50 15
Nicht konsolidierte Gesellschaften
25 Aurubis Stolberg Verwaltungs-GmbH, Stolberg 100 1
26 Hüttenbau-Gesellschaft Peute mbH, Hamburg 100 1
27 Aurubis Hong Kong Ltd., Hong Kong 100 2
28 Aurubis Metal Products (Shanghai) Co., Ltd, Shanghai 100 27
29 Aurubis Rus LLC, St. Petersburg 100 2
30 Aurubis Canada Metals Inc., Vancouver 100 1
31 BCPC B.V., Zutphen 100 1
32 Retorte do Brasil, Joinville 51 20
33 C.M.R. International N.V., Antwerpen 50 1
34 Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG, Stolberg 50 15
35 JoSeCo GmbH, Kirchheim/Schwaben 50 20
36 Aurubis Middle East FZE, Dubai 100 22
37 Aurubis Turkey Kimya Anonim Sirketi, Istanbul 100 11

 

Hamburg, den 10. Dezember 2018

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Dr. Thomas Bünger, Mitglied

Rainer Verhoeven, Mitglied

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Hamburg, den 10. Dezember 2018

Der Vorstand

Jürgen Schachler, Vorsitzender

Dr. Thomas Bünger, Mitglied

Rainer Verhoeven, Mitglied

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Aurubis AG, Hamburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der Aurubis AG, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2018, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Aurubis AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 BILANZIERUNG VON SICHERUNGSINSTRUMENTEN

2 HERLEITUNG UND DARSTELLUNG FINANZIELLER MESSGRÖSSEN

3 PENSIONSVERPFLICHTUNGEN UND PLANVERMÖGEN

4 DARSTELLUNG DES SEGMENTS FLAT ROLLED PRODUCTS (FRP) ALS ABGANGSGRUPPE UND AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssach-verhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssach-verhalte dar:

1 BILANZIERUNG VON SICHERUNGSINSTRUMENTEN

1 Die Gesellschaften des Aurubis-Konzerns schließen eine Vielzahl unterschiedlicher derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Währungs-, Warenpreis- und Zinsänderungsrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb ab. Basis dafür ist die von den gesetzlichen Vertretern vorgegebene Sicherungspolitik, die in entsprechenden internen Richtlinien dokumentiert ist. Das Währungsrisiko resultiert im Wesentlichen aus Umsatzerlösen und Materialaufwendungen in Fremdwährung. Das Warenpreisänderungsrisiko betrifft schwerpunktmäßig den Kupferpreis im Metallein- und -verkauf. Das Zinsänderungsrisiko resultiert aus variabel verzinslichen Finanzierungen. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bilanziert. Die positiven Marktwerte der insgesamt zur Sicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente betragen zum Bilanzstichtag € 42,0 Mio; die negativen Marktwerte betragen € 32,4 Mio.

Soweit die vom Aurubis-Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wirksame Sicherungsgeschäfte künftiger Zahlungsströme im Rahmen von Sicherungsbeziehungen nach den Vorschriften des IAS 39 sind, werden die entsprechenden Wertänderungen über die Dauer der Sicherungsbeziehung erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zum Bilanzstichtag war kumuliert ein positiver Saldo von € 7,1 Mio an erfolgsneutralen Aufwendungen und Erträgen vor Ertragsteuern erfasst. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und Anzahl der Sicherungsinstrumente sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Bewertung durch den IAS 39 von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2 Für die Prüfung der Bilanzierung einschließlich der Eigenkapital- und Ergebniseffekte aus den diversen Sicherungsinstrumenten haben wir unsere Spezialisten aus unserem Bereich Corporate Treasury Solutions (CTS) hinzugezogen. Mit diesen gemeinsam haben wir uns unter anderem ein Verständnis von den Prozessen im Bereich der derivativen Finanzinstrumente verschafft und das eingerichtete interne Kontrollsystem einschließlich der internen Überwachung der Einhaltung der Sicherungspolitik beurteilt.

Bei der Prüfung der beizulegenden Zeitwerte haben wir auch die angewendeten Berechnungsmethodiken auf Basis von Marktdaten und den vertraglichen Basisdaten nachvollzogen. Hinsichtlich der Absicherung erwarteter Zahlungsströme haben wir im Wesentlichen rückblickend die Sicherungsgrade in der Vergangenheit und die erwarteten Sicherungsgrade in der Zukunft sowie die entsprechenden Effektivitätstests beurteilt.

Zur Beurteilung der Vollständigkeit und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der erfassten Geschäfte haben wir Bank- und Brokerbestätigungen erhalten sowie eigene Berechnungen durchgeführt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Bilanzierung und Bewertung der Sicherungsinstrumente insgesamt sachgerecht ist.

3 Die Angaben zu Sicherungsinstrumenten sind im Abschnitt "29 Finanzinstrumente" des Konzernanhangs enthalten.

2 HERLEITUNG UND DARSTELLUNG FINANZIELLER MESSGRÖSSEN

1 Für Steuerungs- und Analysezwecke des Aurubis-Konzerns werden die finanziellen Messgrößen "operatives Ergebnis vor Steuern (Earnings before Taxes - EBT)" und "operative Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed -ROCE)" herangezogen. Beide Messgrößen ergeben sich gemäß der jeweiligen in den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung dargestellten Definition und Vorgehensweise nach der Bereinigung der entsprechenden Ergebnisse nach IFRS um die folgenden Bewertungseinflüsse: Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2 und Effekte aus Kaufpreisallokationen. Im Konzernabschluss der Aurubis AG werden Bereinigungen des EBT in Höhe von € 39,6 Mio und des eingesetzten Kapitals zur Ermittlung des ROCE in Höhe von € 293,3 Mio (indirekt über die Anpassung von einzelnen Bilanzposten ohne die at Equity bewerteten Anteile) dargestellt. Das EBT und der ROCE werden von der Gesellschaft im Rahmen ihrer Kapitalmarktkommunikation als zentrale finanzielle Leistungsindikatoren verwendet. Weiterhin werden diese Messgrößen als ein Grad der Zielerreichung für die jährliche Erfolgsvergütung der Mitarbeiter des Aurubis-Konzerns herangezogen. Vor diesem Hintergrund waren die Bereinigungen des operativen Ergebnisses vor Steuern und der operativen Rendite auf das eingesetzte Kapital im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da diese auf Basis der internen Richtlinien des Aurubis-Konzerns vorgenommen werden und ein Risiko zur einseitigen Ausübung von Ermessensspielräumen durch die gesetzlichen Vertreter besteht.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die Ermittlung des EBT und des ROCE nachvollzogen und uns mit der Identifikation und Definition der von den gesetzlichen Vertretern berücksichtigten nicht operativen Bewertungseinflüsse kritisch auseinandergesetzt. Damit einhergehend haben wir anhand der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse und der uns erteilten Auskünfte der gesetzlichen Vertreter untersucht, ob die vorgenommenen Bereinigungen gemäß der jeweiligen in den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung dargestellten Definition und Vorgehensweise erfolgten. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Bereinigungen des EBT und ROCE in Einklang mit den Erläuterungen in der Segmentberichterstattung stehen und stetig durchgeführt wurden.

3 Die Angaben zur Herleitung und Darstellung finanzieller Messgrößen sind in Abschnitt "Wirtschaftliche Entwicklung des Aurubis-Konzerns" des Konzernlageberichts dargestellt.

3 PENSIONSVERPFLICHTUNGEN UND PLANVERMÖGEN

1 Im Konzernabschluss werden Pensionsrückstellungen in Höhe von € 199,0 Mio ausgewiesen, die sich als Saldo aus Verpflichtungen aus verschiedenen Pensionsplänen in Höhe von € 509,2 Mio und den beizulegenden Zeitwerten der Planvermögen in Höhe von € 310,2 Mio zusammensetzen. Der überwiegende Anteil entfällt davon auf Alters- und Übergangsversorgungszusagen in Deutschland. Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über den langfristigen Gehalts- und Rententrend, die durchschnittliche Lebenserwartung und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist der Abzinsungssatz aus der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen abzuleiten, die währungs- und fristenkongruent zu den entsprechenden Verpflichtungen sind. Änderungen dieser Bewertungsannahmen sind als Neubewertungen erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Das Planvermögen setzt sich zu großen Teilen aus Immobilienvermögen zusammen. Die Bewertung erfolgt zu Zeitwerten auf Basis von Immobilienbewertungsgutachten. Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieser insgesamt betragsmäßig bedeutsamen Posten in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten gewürdigt. Angesichts der spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen haben uns dabei Pensionsspezialisten aus unserem Bereich People & Organisation (T&L P&O) unterstützt. Zur Verwertung der Gutachten für unsere Prüfung haben wir die fachliche Qualifikation der externen Gutachter sowie die verwendeten Bewertungsverfahren und -annahmen beurteilt. Darauf aufbauend haben wir unter anderem das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, die Rückstellungsberechnung sowie die Darstellungen in Konzernbilanz und Konzernanhang auf Basis der Gutachten nachvollzogen. Für die Prüfung der Zeitwerte der Planvermögen lagen uns insbesondere Immobilienbewertungsgutachten, Bank- und Fondsbestätigungen sowie andere Vermögensnachweise vor, die wir prüferisch gewürdigt haben. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben zu Pensionsverpflichtungen und Planvermögen sind im Abschnitt "26 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" des Konzernanhangs enthalten.

4 DARSTELLUNG DES SEGMENTS FLAT ROLLED PRODUCTS (FRP) ALS ABGANGSGRUPPE UND AUFGEGEBENER GESCHÄFTSBEREICH

1 Im Konzernabschluss werden unter den Bilanzposten "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" mit € 589,5 Mio und "Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" mit € 162,1 Mio die Vermögenswerte und Schulden des Berichtssegments Flat Rolled Products (FRP) ausgewiesen. Die Aurubis AG hat am 12. Februar 2018 ein Term Sheet mit der Wieland-Werke Aktiengesellschaft, Ulm, über den Verkauf der Gesellschaften des FRP-Segments unterzeichnet. Der Kaufvertrag wurde am 29. März 2018 geschlossen und steht unter dem Vorbehalt der Freigabe im Rahmen des fusionskontrollrechtlichen Verfahrens durch die Europäische Kommission. Nach Mitteilung der Europäischen Kommission an die Aurubis AG, dass die Freigabe der Transaktion in der vorgelegten Fassung wahrscheinlich nicht zu erreichen ist, hat der Vorstand in einer Ad Hoc Meldung am 10. Oktober 2018 mitgeteilt, dass nach seiner Einschätzung der Abschluss der Transaktion mit der Wieland-Werke Aktiengesellschaft, Ulm, in der der Europäischen Kommission vorgelegten Fassung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überwiegend wahrscheinlich ist. Aurubis AG und die Wieland-Werke Aktiengesellschaft, Ulm, sind übereingekommen, das Verfahren bei der Europäischen Kommission fortzuführen. Für den Fall der vollständigen oder teilweisen Untersagung des Verkaufs an die Wieland-Werke Aktiengesellschaft, Ulm, hat der Vorstand aktiv Verkaufsalternativen identifiziert. Der Vorstand sieht die Veräußerung des FRP-Segments aufgrund des am Markt von unterschiedlichen Teilnehmern bekundeten Kaufinteresses weiterhin als höchstwahrscheinlich an. Der Ausweis und die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des FRP-Segments als Abgangsgruppe und aufgegebener Geschäftsbereich werden daher auch nach dem Abschlussstichtag beibehalten. Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund der hohen Komplexität der bilanziellen Abbildung war der Sachverhalt von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services (CMAAS) zunächst ein Verständnis der zugrundeliegenden vertraglichen Vereinbarungen verschafft und deren Auswirkungen auf den Ausweis der Vermögenswerte und Schulden des FRP-Segments gewürdigt. Damit einhergehend haben wir unter anderem die bilanzielle Behandlung des FRP-Segments als Abgangsgruppe und aufgegebener Geschäftsbereich nach IFRS 5 beurteilt. Zur Einschätzung der Erfüllung der Voraussetzungen für die unterjährige Klassifizierung als Abgangsgruppe und aufgegebener Geschäftsbereich, insbesondere die Einstufung des Vollzugs einer Verkaufstransaktion als höchstwahrscheinlich auch unter Berücksichtigung der Ad Hoc Meldung vom 10. Oktober 2018, haben wir darüber hinaus Gespräche mit an der Transaktion beteiligten verantwortlichen Personen des Aurubis-Konzerns geführt und weitere Nachweise eingeholt. Dabei haben wir unter anderem auch anhand von Protokollen aus Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen sowie Korrespondenz mit potentiellen Käufern beurteilt, ob ein entsprechendes Kaufinteresse am Markt vorhanden ist. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Annahmen, die der Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich und der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des FRP-Segments zugrunde liegen hinreichend dokumentiert und begründet und der Ausweis als Abgangsgruppe und aufgegebener Geschäftsbereich sowie die zugehören Angaben sachgerecht sind.

3 Die Angaben zur geplanten Veräußerung des FRP-Segments sind in den Abschnitten "Akquisitionen und nicht fortgeführte Aktivitäten" sowie "Nachtragsbericht" des Konzernanhangs enthalten.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

die in Abschnitt "Rechtliche Angaben" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex

den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

ÜBRIGE ANGABEN GEMÄSS ARTIKEL 10 EU-APRVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 1. März 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 13. Juni 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2008/2009 als Konzernabschlussprüfer der Aurubis AG, Hamburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Claus Brandt.

 

Hamburg, den 10. Dezember 2018

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Claus Brandt, Wirtschaftsprüfer

Alexander Fernis, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärnnen und Aktionäre,

der Aurubis-Konzern hat im Geschäftsjahr 2017/18 ein operatives Ergebnis vor Steuern (operatives EBT) von 329 Mio. € erwirtschaftet. Die Leistungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, des Führungspersonals und des Vorstands verdienen erneut unsere Anerkennung.

Im Geschäftsjahr 2017/18 waren wichtige Einflussfaktoren für das operative Ergebnis im Berichtszeitraum ein höherer Konzentratdurchsatz aufgrund guter Performance der Standorte Hamburg und Pirdop sowie positive Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm. Am bulgarischen Standort kamen erstmals Optimierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung zum Tragen.

Ebenso profitierte Aurubis von deutlich gestiegenen Raffinierlöhnen bei Altkupfer bei gleichzeitig gutem Angebot sowie höheren Schwefelsäureerlösen durch deutlich gestiegene Absatzpreise. Ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Kupferpreisen, einen deutlich höheren Absatz bei Gießwalzdrahtprodukten und ein höherer Absatz von Flachwalzprodukten zahlten überdies auf das gute Ergebnis ein.

Negativ beeinflusst wurde das operative Ergebnis durch den schwächeren US-Dollar.

ZUSAMMENWIRKEN VON AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts der Aurubis AG und ihrer Konzerngesellschaften.

Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse haben den Vorstand auch 2017/18 in der Leitung des Unternehmens eng begleitet, sorgfältig überwacht, ihm beratend zur Seite gestanden sowie die ihnen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Recht- und Zweckmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat, wie nachfolgend näher erläutert, rechtzeitig und unmittelbar eingebunden.

Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend und detailliert über die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Segmente sowie über die Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen hat der Vorstand ausführlich erläutert und deren Gründe sowie die eingeleiteten Maßnahmen mit dem Aufsichtsrat diskutiert.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend mittels eines schriftlichen Monatsberichts sowie in mündlicher Form über alle für das Unternehmen relevanten Angelegenheiten informiert. Hierzu zählen die Unternehmensstrategie, die Planung sowie wichtige Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie Fragen der Compliance.

Die für Aurubis bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.

Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Kontakt zum Vorstand, vor allem zum Vorstandsvorsitzenden, und hat sich mit ihm über aktuelle Entwicklungen ausgetauscht.

BERATUNGEN IM AUFSICHTSRAT

Im Geschäftsjahr 2017/18 fanden sechs ordentliche Aufsichtsratssitzungen und vier außerordentliche Aufsichtsratssitzungen statt. Im schriftlichen Umlaufverfahren wurden drei Beschlüsse gefasst. Die Teilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder lag bei rund 96 %. Der Aufsichtsrat tagte in fünf Sitzungen zeitweise und in zwei weiteren Sitzungen ohne die Anwesenheit des Vorstands.

Herr Karl-Heinz Hamacher fehlte krankheitsbedingt bei einer ordentlichen und einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung sowie bei einer Personalausschusssitzung; Herr Jan Koltze war bei einer Aufsichtsratssitzung entschuldigt. Frau Edna Schöne fehlte entschuldigt bei zwei Aufsichtsratssitzungen. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Teilnahmequote der Mitglieder an den Aufsichtsratssitzungen und an den jeweiligen Ausschüssen in der Zusammensetzung vor und nach der Aufsichtsratswahl am 01.03.2018.

Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme bis 01.03.2018

scroll
Sitzungsanwesenheit Anwesenheit
Aufsichtsratsplenum 3 ordentliche/ 2 außerordentliche Sitzungen
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) 5/5 100 %
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) 5/5 100 %
Burkhard Becker 5/5 100 %
Dr. Bernd Drouven 5/5 100 %
Dr.-Ing. Joachim Faubel 5/5 100 %
Jan Koltze 5/5 100 %
Dr. Sandra Reich 5/5 100 %
Dr. med. Dipl.-Chem. Thomas Schultek 5/5 100 %
Rolf Schwertz 5/5 100 %
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 5/5 100 %
Ralf Winterfeldt 5/5 100 %
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 5/5 100 %
Personalausschuss tagte nicht
Prüfungsausschuss (Audit Committee) 2 Sitzungen
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender) 2/2 100 %
Burkhard Becker 2/2 100 %
Renate Hold-Yilmaz 2/2 100 %
Jan Koltze 2/2 100 %
Nominierungsausschuss 2 Sitzungen
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorsitzender) 2/2 100 %
Burkhard Becker 2/2 100 %
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt 2/2 100 %
Dr.-Ing. Ernst J. Wortberg 2/2 100 %
Technikausschuss tagte bis 01.03. nicht
Vermittlungsausschuss tagte im Geschäftsjahr nicht

Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme ab 01.03.2018

scroll
Sitzungsanwesenheit Anwesenheit
Aufsichtsratsplenum 3 ordentliche/ 2 außerordentliche Sitzungen
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender) 5/5 100 %
Renate Hold-Yilmaz (stellvertretende Vorsitzende) 5/5 100 %
Andrea Bauer (ab 22.06.2018) 2/2 100 %
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 5/5 100 %
Karl-Heinz Hamacher1 3/5 60 %
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob 5/5 100 %
Jan Koltze1 4/5 80 %
Dr. Stephan Krümmer 5/5 100 %
Dr. Elke Lossin 5/5 100 %
Dr. Sandra Reich 5/5 100 %
Stefan Schmidt 5/5 100 %
Edna Schöne (bis 15.06.2018) 1/3 33 %
Melf Singer 5/5 100 %
Personalausschuss 3 Sitzungen
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender) 3/3 100 %
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 3/3 100 %
Karl-Heinz Hamacher1 2/3 66 %
Renate Hold-Yilmaz 3/3 100 %
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob 3/3 100 %
Stefan Schmidt 3/3 100 %
Prüfungsausschuss (Audit Committee) 2 Sitzungen
Dr. Stephan Krümmer (Vorsitzender) 2/2 100 %
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 2/2 100 %
Renate Hold-Yilmaz 2/2 100 %
Jan Koltze 2/2 100 %
Dr. Elke Lossin 2/2 100 %
Dr. Sandra Reich 2/2 100 %
Nominierungsausschuss 1 Sitzung
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Vorsitzender) 1/1 100 %
Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann 1/1 100 %
Prof. Dr. Karl Friedrich Jakob 1/1 100 %
Dr. Stephan Krümmer 1/1 100 %
Vermittlungsausschuss tagte im Geschäftsjahr nicht

1 Fehlte krankheitsbedingt.

Gegenstand regelmäßiger Beratung im Plenum des Aufsichtsrats waren der Geschäftsverlauf, die Beschäftigung im Konzern und die Entwicklungen des Ergebnisses sowie der Rohstoff- und Devisenmärkte. Der Aufsichtsrat befasste sich ebenfalls mit der Finanzlage und dem Stand der Investitionen. Insbesondere begleitete der Aufsichtsrat die Planung des Großprojekts Future Complex Metallurgy (FCM) und des Transformationsprogramms ONE Aurubis. Weitere Schwerpunkte waren der Verkauf des Segments Flat Rolled Products sowie die Übernahme der restlichen Anteile an der Deutsche Giessdraht GmbH. In den Sitzungen wurde von den Vorsitzenden des Personal-, des Prüfungs- und des Nominierungsausschusses über deren Arbeit, die beschlossenen Vorschläge sowie die erzielten Ergebnisse berichtet.

In der Sitzung am 05.10.2017 wurde das neue Vorstandsvergütungssystem beschlossen. In derselben Sitzung wurde das vom Personalausschuss erarbeitete Kompetenzprofil für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erläutert und beschlossen. Der Aufsichtsrat genehmigte final das Projekt FCM sowie die Investitionsplanung und das Budget für das Geschäftsjahr 2017/18. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat die Konzernstrategie vor.

In der Sitzung am 12.12.2017 hat der Aufsichtsrat die Vergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016/17 auf Basis der ermittelten Zielerreichung festgelegt. Einzelheiten sind im Vergütungsbericht erläutert. In derselben Sitzung standen die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2016/17 mit dem darin enthaltenen Corporate-Governance-Bericht sowie die Vorbereitung der Hauptversammlung 2018 und der Aufsichtsratswahl im Mittelpunkt der Beratung. Der Vorsitzende des Nominierungsausschusses berichtete über den Vorschlag für die Wahl der Anteilseignervertreter und erläuterte Werdegang und Kompetenzen der Kandidaten.

In der außerordentlichen Sitzung am 16.01.2018 wurde erneut über die Kandidaten für die Aufsichtsratswahl beraten und die finalen Wahlvorschläge wurden beschlossen.

In der außerordentlichen Sitzung am 09.02.2018 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Verkauf des Segments Flat Rolled Products an die Wieland-Werke AG.

In der Sitzung am 28.02.2018 berichtete der Vorstand zum laufenden Geschäft und zum Projekt FCM. Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Ausschreibung des Prüfungsmandats für den Konzernbzw. Jahresabschluss. Der Vorsitzende des Audit Committee erläuterte die Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung, die erstmals für das Geschäftsjahr 2017/18 erforderlich ist. Des Weiteren stimmte der Aufsichtsrat dem Verkauf des Segments Flat Rolled Products an die Wieland-Werke AG zu.

In der Sitzung am 01.03.2018 haben sich der durch die Hauptversammlung neu gewählte Aufsichtsrat und dessen Ausschüsse konstituiert.

In der außerordentlichen Sitzung am 26.03.2018 stand die einvernehmliche Beendigung der Bestellung von Herrn Dr. Stefan Boel zum Ablauf des 31.07.2018 im Mittelpunkt.

In der Sitzung am 13.06.2018 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Stand der Neuinvestitionen. Er genehmigte den geplanten Regelstillstand in Hamburg 2019 und beschloss die neue Nachhaltigkeitsstrategie.

In der außerordentlichen Sitzung am 08.08.2018 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Entwicklung des weltweiten Recyclinggeschäfts und mit einem potenziellen Akquisitionsprojekt.

In der Sitzung am 11.09.2018 wurde Herr Dr. Thomas Bünger mit Wirkung zum 01.10.2018 zum neuen technischen Vorstand bestellt. Aufgrund dieser Bestellung wurde zugleich die Änderung der Geschäftsverteilung beschlossen. Der Vorsitzende des Audit Committee erläuterte die Empfehlungen und die Präferenz zur Auswahl des zukünftigen Abschlussprüfers. Der Aufsichtsrat folgte der Präferenz, die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Hauptversammlung zur Wahl als zukünftigen Abschlussprüfer vorzuschlagen. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat je ein Diversitätskonzept zur Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Details sind in der Erklärung zur Unternehmensführung, die Teil des zusammengefassten Lageberichts ist, erläutert. Der Aufsichtsrat reduzierte zugunsten der EBT-Komponente die individuelle Komponente zur Festlegung des einjährigen Bonus der neuen Vorstandsvergütung mit Wirkung ab dem 01.10.2018.

AUSSCHÜSSE

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hatte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt vier Ausschüsse gebildet, um die Arbeit im Plenum effektiv zu unterstützen. Die Ausschüsse bereiteten die Beschlüsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln waren. Der Vermittlungsausschuss gem. § 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz hat im Berichtsjahr nicht getagt.

Allgemeine Ausführungen zur Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse finden sich ebenso in der diesjährigen Erklärung zur Unternehmensführung.

ARBEIT DES NOMINIERUNGSAUSSCHUSSES

Der Nominierungsausschuss tagte im Berichtszeitraum dreimal. Die Mitglieder befassten sich mit den Kandidatenvorschlägen für die Wahl der Anteilseignervertreter auf der Hauptversammlung am 01.03.2018 und beschlossen am 13.06.2018, Frau Andrea Bauer als Nachfolgerin für Frau Edna Schöne, die aus persönlichen Gründen ihr Mandat niedergelegt hatte, für eine befristete gerichtliche Bestellung zu nominieren.

ARBEIT DES PERSONALAUSSCHUSSES

Der Personalausschuss trat im Berichtszeitraum dreimal zusammen. Er befasste sich mit der Beendigung des Vorstandsvertrags von Herrn Dr. Stefan Boel und mit der Suche nach einem neuen technischen Vorstand (COO). In der Sitzung am 11.09.2018 beschloss der Personalausschuss, dem Aufsichtsrat Herrn Dr. Thomas Bünger als technischen Vorstand vorzuschlagen. Aufgrund der Rückmeldungen von Investoren zum neuen Vergütungssystem überprüfte der Personalausschuss die Vorstandsvergütung und empfahl die Absenkung der individuellen Komponente zugunsten der EBT-Komponente.

ARBEIT DES TECHNIKAUSSCHUSSES

Nach der Genehmigung des Projekts FCM tagte der Technikausschuss in Geschäftsjahr 2017/18 nicht. Auf eine Wiedereinrichtung wurde verzichtet.

ARBEIT DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES (AUDIT COMMITTEE)

Der Prüfungsausschuss trat im Berichtszeitraum viermal zusammen.

In allen Sitzungen prüfte er die Quartalsberichte bzw. den Konzern- und Jahresabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres und erörterte diese mit dem Vorstand. Er befasste sich außerdem mit der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll- und des Revisionssystems sowie mit dem Risiko- und Compliance-Management des Konzerns. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2017/18. Der Prüfungsausschuss ermächtigte den Vorstand, den Abschlussprüfer in einem begrenzten Rahmen ab dem 01.10.2017 auch mit zulässigen Nichtprüfungsleistungen zu beauftragen.

Der Prüfungsausschuss befasste sich auch mit der erstmaligen Ausschreibung des Abschlussprüfers nach der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 für den Konzern- und Jahresabschluss und legte dem Aufsichtsrat oben genannte Präferenz vor.

Die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Herr Dr. Ernst J. Wortberg (Vorsitzender bis zum 01.03.2018) und Herr Dr. Stephan Krümmer verfügen über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Sie sind unabhängig und keine ehemaligen Vorstandsmitglieder der Gesellschaft.

Neben der Erteilung des Prüfungsauftrags und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer legte der Ausschuss die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung 2017/18 fest, und zwar:

Prüfung der bilanziellen Darstellung der nicht fortgeführten Aktivitäten des Segments Flat Rolled Products

Einführung des neuen Kontenplans bei der Aurubis AG

Anhangangaben zu den Auswirkungen neuer Standards auf den IFRS-Konzernabschluss

Der letzte Schwerpunkt ist auch ein Prüfungsschwerpunkt der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e. V. für das Jahr 2018.

Ferner überwachte der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, holte die nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlene Erklärung zu dessen Unabhängigkeit ein und befasste sich mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Der vorgesehene Abschlussprüfer verpflichtete sich in diesem Zusammenhang, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- und Befangenheitsgründe unverzüglich zu unterrichten.

Vertreter des Abschlussprüfers haben an zwei Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen und berichteten über die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses.

CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Die regelmäßige Effizienzprüfung wurde vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 11.09.2018 vorgenommen. Der Aufsichtsrat stellte nach ausführlicher Diskussion seine Effizienz fest.

Über die Corporate Governance bei der Aurubis AG berichtete der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Erklärung zur Unternehmensführung und im Bericht zur Corporate Governance, die Teil des Lageberichts sind.

Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG haben am 05.11.2018 die aktualisierte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und unter www.aurubis.com dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Die Aurubis AG entspricht den Kodexempfehlungen mit zwei Ausnahmen. Nähere Informationen hierzu können der Entsprechenserklärung entnommen werden.

INTERESSENKONFLIKTE

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten nicht auf. Wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied bzw. nahestehenden Personen oder Unternehmungen gab es keine.

PRÜFUNG DES ABSCHLUSSES DER AURUBIS AG UND DES KONZERNS

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der Gesellschaft und der nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018 sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 01.03.2018 und der anschließenden Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft. Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer war Herr Claus Brandt, der den Konzern und die Gesellschaft das zweite Mal geprüft hat. Der Abschlussprüfer erteilte jeweils uneingeschränkte Bestätigungsvermerke. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, ist seit dem Geschäftsjahr 2008/09 als Abschlussprüfer bestellt und hat Aurubis mit Prüfung des Geschäftsjahres 2017/18 das zehnte Mal geprüft.

Am 10.12.2018 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Alle Aufsichtsratsmitglieder erhielten rechtzeitig vor dieser Sitzung die Jahresabschlussunterlagen und Prüfungsberichte sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und alle sonstigen Vorlagen. Diese Unterlagen wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer nahm an dieser Sitzung teil, berichtete ausführlich über den Prüfungsverlauf und die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte und Diskussionen der Unterlagen sowie seiner ergänzenden Ausführungen zur Verfügung.

Nach ausführlicher Besprechung der Prüfungsergebnisse und nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Bericht des Abschlussprüfers sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und auf Basis seiner eigenen Prüfung und Erörterung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern stimmte der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und billigte in der Bilanzsitzung gemäß den Empfehlungen des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss, der damit festgestellt ist, sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an.

PRÜFUNG DES GESONDERTEN NICHTFINANZIELLEN BERICHTS

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat im Auftrag des Aufsichtsrats eine inhaltliche Prüfung des gesonderten nichtfinanziellen Berichts der Aurubis AG vorgenommen.

Die Prüfer haben auf dieser Basis keine Einwendungen gegen die Berichterstattung und die Erfüllung der daran gestellten gesetzlichen Anforderungen erhoben und erteilten ein uneingeschränktes Urteil mit eingeschränkter Sicherheit, dass der gesonderte nichtfinanzielle Bericht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315 c HGB in Verbindung mit §§ 289b bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Zum 01.01.2018 wurde Herr Rainer Verhoeven zum neuen Finanzvorstand bestellt. Herr Dr. Stefan Boel ist zum 31.07.2018 im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Herr Dr. Thomas Bünger wurde mit Wirkung zum 01.10.2018 zum neuen technischen Vorstand bestellt.

Die Herren Burkhard Becker, Dr. Bernd Drouven, Dr. Joachim Faubel, Dr. Thomas Schultek, Rolf Schwertz sowie Ralf Winterfeldt sind mit Ablauf der Hauptversammlung am 01.03.2018 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.

Wir danken den Aufsichtsräten sowie Herrn Dr. Stefan Boel für ihr langjähriges, erfolgreiches Wirken zum Wohle des Aurubis-Konzerns.

Von der Hauptversammlung neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Herr Prof. Karl Friedrich Jakob, Herr Dr. Stephan Krümmer und Frau Edna Schöne. Die Arbeitnehmer wählten Herrn KarlHeinz Hamacher, Frau Dr. Elke Lossin sowie die Herren Stefan Schmidt und Melf Singer neu in den Aufsichtsrat.

Frau Edna Schöne hat ihr Mandat aus persönlichen Gründen zum 15.06.2018 niedergelegt. Auf Vorschlag des Nominierungsausschusses und auf Antrag des Vorstands hat das Amtsgericht Hamburg Frau Andrea Bauer mit Wirkung zum 22.06.2018 zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt. Die gerichtliche Bestellung ist bis zum Ablauf der kommenden Hauptversammlung befristet. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung vorschlagen, Frau Andrea Bauer für die Dauer bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021/22 (01.10.2021 bis 30.09.2022) beschließen wird, als Vertreterin der Anteilseigner in den Aufsichtsrat zu wählen. Wir danken Frau Edna Schöne für ihren Einsatz.

 

Hamburg, Dezember 2018

Der Aufsichtsrat

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit

Veröffentlichung als Anlage zum zusammengefassten Lagebericht 2017/18 gemäß EntgTransG

Gemäß Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern hat die Aurubis AG alle fünf Jahre einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit als Anlage zum zusammengefassten Lagebericht zu erstellen.

Abweichend vom Berichtszeitraum für den Jahresabschluss und den zusammenfassten Lagebericht ist für den ersten Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit im Jahr 2018 gemäß der gesetzlichen Vorgabe das Kalenderjahr 2016 das relevante Berichtsjahr.

Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und deren Wirkungen

Wir bekennen uns zur Chancengleichheit. Dies haben wir auch in unserem Verhaltenskodex festgeschrieben.

Entsprechend dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen hat sich die Aurubis AG Ziele für den Anteil von Frauen auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands gesetzt. Auf der ersten Führungsebene wird eine Quote von 20 % und auf der zweiten Führungsebene von 25 % angestrebt. Die Ziele sollen bis zum 30.06.2022 erreicht werden.

Die Vereinbarkeit und das Verhältnis von Privatem und Beruflichem ist uns wichtig: Nur Menschen, die über ausreichend Zeit für Familie, Freunde und persönliche Interessen verfügen, bleiben auf Dauer motiviert. Um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, unterstützen wir zudem die Vereinbarkeit von Familienleben und beruflicher Tätigkeit. Auch in der Nachhaltigkeitsstrategie hat Aurubis festgelegt, sich den Bedürfnissen von Mitarbeitern hinsichtlich Arbeitszeitregelungen zu widmen und eine Diversitätspolitik zu entwickeln. Wir helfen unseren Mitarbeitern bei der Koordination der Kinderbetreuung und wir machen Angebote für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen.

Der Standort in Lünen ist seit 2012 als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert.

Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer

Unsere Mitarbeiter werden grundsätzlich auf der Grundlage ihrer Qualifikation und ihrer Fähigkeiten ausgesucht, eingestellt und gefördert. Die Entgeltgleichheit wird durch eine tarifvertragliche Entgeltstruktur sowie innerbetriebliche Prozesse sichergestellt.

Für die Aurubis AG kommen die zwischen BAVC (Bundesarbeitgeberverband Chemie) und IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) abgeschlossenen Tarifverträge der chemischen Industrie zur Anwendung. Der Bundesentgelttarifvertrag mit einer Entgeltstruktur von 13 Entgeltgruppen enthält den Grundsatz, dass Arbeitnehmer ausschließlich nach der von ihnen ausgeübten Tätigkeit einzugruppieren sind. Das Geschlecht oder z. B. die berufliche Bezeichnung sind hingegen nicht maßgebend.

Im außertariflichen Bereich wird die Entgeltgleichheit u. a. durch die Gesamtbetriebsvereinbarung zur außertariflichen Vergütungssystematik sichergestellt. Der Prozess zur Bewertung der außertariflichen Funktionenlegt legt fest, dass die außertariflichen Funktionen unter Mitwirkung der Arbeitnehmervertreter einem der definierten und jeweils am Markt orientierten Gehaltsbänder zugewiesen werden. Die Zuordnung der Funktionen erfolgt dabei ausschließlich in Abhängigkeit von objektiven Faktoren. Die Bewertung der Stelle ist unabhängig von Person, Geschlecht oder individueller Leistung des Stelleninhabers

scroll
Durchschnittliche Anzahl von FTE*(Full Time Equivalent) im Kalenderjahr 2016 der Aurubis AG (Hamburg + Lünen) Männlich Weiblich
Teilzeit 15 56
Vollzeit 2.344 210
Summe 2.359 266

* ausgenommen sind Auszubildende, Praktikanten, Langzeiterkrankte, Mitarbeiter in Elternzeit und Mitarbeiter in der passiven Alterteilzeit.