![]() Aurubis AGHamburgQuartalsmitteilung 9 Monate 2018/191. Oktober 2018 bis 30. Juni 2019Auf einen Blickscroll
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Unter Berücksichtigung der vollständigen Einbeziehung der Deutsche Giessdraht GmbH. Im vorliegenden Bericht können sich aufgrund von Rundungen geringfügige Abweichungen
bei Summenangaben ergeben. HighlightsDie Aurubis AG hat am 22.05.2019 einen Kaufvertrag über den Erwerb der belgisch-spanischen
Recycling- und Raffinationsunternehmensgruppe Metallo unterzeichnet. In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 hat der Aurubis-Konzern ein operatives
Ergebnis vor Steuern (EBT) von 125 Mio. € erzielt (Vj. 264 Mio. €). Das operative
Ergebnis war wesentlich beeinflusst durch einen deutlich niedrigeren Konzentratdurchsatz,
deutlich niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer sowie Aufwendungen aufgrund des Stopps
des Future Complex Metallurgy Projekts. Der operative Return on Capital Employed (ROCE)
betrug 7,1 % (Vj. 14,6 %). Das IFRS-Ergebnis vor Steuern (EBT) aus fortgeführten Aktivitäten
(siehe Seite 6) lag bei 135 Mio. € (Vj. 313 Mio. €). Der Konzern erzielte in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 Umsatzerlöse
auf Vorjahresniveau in Höhe von 8.681 Mio. € (Vj. 8.747 Mio. €). Diese Entwicklung
war im Wesentlichen auf den niedrigeren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen.
Gegenläufig wirkten gestiegene Edelmetallpreise. Das operative EBT betrug 125 Mio. € (Vj. 264 Mio. €) und war negativ beeinflusst durch:
Positiv auf das operative EBT wirkten:
Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale)
lag bei 7,1 % (Vj. 14,6 %). Ursächlich für die Halbierung des operativen ROCE sind
die rückläufigen Quartalsergebnisse bei gleichzeitig deutlich angestiegenen Vorräten. Auf Basis IFRS wurde ein EBT aus fortgeführten Aktivitäten von 135 Mio. € (Vj. 313
Mio. €) erzielt. Der Netto-Cashflow zum 30.06.2019 lag bei -240 Mio. € (Vj. -100 Mio. €). Der deutliche
Rückgang ist nahezu vollständig auf die höheren Vorratsbestände bei Zwischenprodukten
aufgrund geplanter Wartungsstillstände zurückzuführen. Das operative EBT des Segments MRP lag im Berichtszeitraum mit 176 Mio. € deutlich
unter dem sehr guten Vorjahr (Vj. 289 Mio. €). Der Rückgang resultiert aus bereits
genannten Einflussfaktoren. Das Segment FRP erzielte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres ein operatives
Ergebnis vor Steuern (EBT) von 0 Mio. € (Vj. 7 Mio. €). Der im Vergleich zum Vorjahr
deutliche Ergebnisrückgang ist i.W. auf ein geringeres Absatzvolumen sowie ungünstigere
Konditionen im Beschaffungsmarkt zurückzuführen. Durch das laufende Effizienzsteigerungsprogramm
verhinderten wir ein weitergehenden Ergebnisrückgang. Aurubis prüft weiterhin die strategischen Optionen für das Segment FRP. Nach IFRS
wird das Segment FRP unverändert als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.
Die operative Berichterstattung bleibt davon unberührt. Der Kupferpreis lag zu Beginn des Berichtszeitraums bei 6.172 US$/t (LME-Settlement).
Nach einer deutlichen Abschwächung bis auf 5.811 US$/t Anfang Januar erholte sich
der Kupferpreis bis auf 6.572 US$/t am 01.03.2019, entwickelte sich dann jedoch erneut
rückläufig bis auf 5.756 US$/t am 17.06.2019. Ende Juni notierte Kupfer bei 5.972
US$/t. Im Durchschnitt des 3. Quartals 2018/19 erreichte die Notierung 6.113 US$/t
(Vj. 6.872 US$/t). In Euro lag der Preis im Durchschnitt bei 5.439 €/t (Vj. 5.768
€/t). Am internationalen Konzentratmarkt traf in den ersten 9 Monaten 2018/19 eine gute
Produktion der Minen auf eine insbesondere in China steigende Nachfrage der Hütten,
trotz vereinzelter Hüttenstillstände. Aufgrund geplanter und ungeplanter Stillstände
war Aurubis im gesamten Geschäftsjahr kaum am Spot-Markt aktiv. Nach einem guten Angebot an Altkupfer in Europa und den USA im 1. Halbjahr 2018/19
entwickelte sich der Markt auch im 3. Quartal 2018/19 weiter freundlich und war von
einem hohen Angebot gekennzeichnet. Dies lag u. a. an den relativ konstanten Metallpreisen
und einer noch immer relativ stabilen Wirtschaftslage. Durch unterschiedliche globale
Import- und Exportrestriktionen verändern sich die Materialströme auf dem Markt für
Recyclingstoffe. Aurubis stellt sich aktiv auf die veränderte Marktlage ein und konnte
die Produktionsanlagen im Berichtszeitraum voll mit Recyclingmaterialien zu guten
Konditionen versorgen. Der globale Markt für Schwefelsäure war im Berichtszeitraum durch eine anhaltend hohe
Nachfrage gekennzeichnet. Das Angebot an Schwefelsäure war begrenzt und vereinzelte
Hüttenstillstände, insbesondere in Südamerika und Asien, verstärkten die Situation.
Dies führte über weite Strecken des Berichtszeitraums zu einem sehr hohen Preisniveau
am Markt. Die Marktsituation in Europa war weiterhin stabil, kühlte jedoch zum Ende
des 3. Quartals merklich ab. Der Kathodenmarkt verzeichnete in den ersten 9 Monaten 2018/19 eine weiterhin gute
Nachfrage. Während sich die Spotprämien in Europa relativ stabil zeigten, lag die
Notierung in Shanghai weiter deutlich unter dem sehr hohen Niveau des letzten Jahres. Die Aurubis AG hat am 22.05.2019 einen Kaufvertrag über den Erwerb der Metallo unterzeichnet.
Metallo ist eine belgisch-spanische Recycling- und Raffinationsunternehmensgruppe
mit rund 530 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 1 Mrd. € (2018). Der Kaufpreis
beträgt 380 Mio. € und wird ohne Kapitalerhöhung finanziert. Die Zustimmung der Kartellbehörde
wird zum Ende des Kalenderjahres erwartet. Roland Harings, seit 1. Juli Vorstandsvorsitzender: "Unser Ergebnis im 3. Quartal ist durch mehrere außerordentliche Faktoren belastet.
Neben den einmaligen Sonderbelastungen aus der Einstellung des FCM-Projektes blieb
die operative Performance unserer großen Produktionseinheiten hinter den Erwartungen
zurück. Auch der Nachfragerückgang auf den Produktmärkten wirkte sich im Mai/Juni
negativ auf unser Ergebnis aus. Trotz des Projektstopps bei FCM halten wir weiterhin
an unserer Multi-Metall-Strategie fest. Wir werden Teile der im FCM-Projekt erstellten
Pläne und Anlagenkonfigurationen nutzen können und diese bei der zukünftigen Umsetzung
unserer Strategie zum Einsatz bringen. Der im Mai geschlossene Kaufvertrag zum Erwerb
der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe ist ein weiterer wichtiger Baustein in der
Umsetzung unserer Strategie." Wirtschaftliche Entwicklung 9 Monate 2018/19Ertrags-, Vermögens- und FinanzlageUm den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von Bewertungseinflüssen
zur internen Steuerung abbilden zu können, erfolgt zusätzlich zur Darstellung der
Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage nach IFRS ergänzend die Erläuterung der Ertrags-
und Vermögenslage auf Basis operativer Werte. Aurubis prüft weiterhin die strategischen Optionen für das Segment Flat Rolled Products
(FRP). Somit sind für das Segment FRP unverändert die besonderen Ausweis- und Bewertungsvorschriften
des IFRS 5 zu berücksichtigen. Diese schließen u. a. einen aggregierten und gesonderten
Ausweis des Konzernergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung sowie einen aggregierten und gesonderten Ausweis der zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten in der
Konzernbilanz ein. Ferner sind zusätzliche Anhangangaben zu tätigen (siehe Seite 31
f.). Im Hinblick auf die Bewertung nach IFRS 5 sind u. a. die planmäßigen Abschreibungen
im Segment FRP sowie eine ergebniswirksame Fortschreibung von At Equity konsolidierten
Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG (Schwermetall)
im IFRS Konzernabschluss auszusetzen. Der Vorstand führt das Segment FRP als operatives Berichtssegment und damit einhergehend
wird die operative Finanzberichterstattung bis zum Zeitpunkt eines möglichen Verkaufs
des Segments FRP unverändert zur bisherigen Finanzberichterstattung fortgeführt. Infolgedessen werden in der Überleitung von der IFRS Berichterstattung zur operativen
Berichterstattung die bilanziellen Auswirkungen aus IFRS 5 rückgängig gemacht. In Bezug auf die Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Positionen
der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder separat ausgewiesen und für die Bewertung
werden die planmäßigen Abschreibungen sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der
At Equity konsolidierten Anteile wie bisher berücksichtigt. Zur Darstellung des operativen
Erfolgs des Aurubis-Konzerns werden anschließend die Bewertungseinflüsse im Vorrats-
und Anlagevermögen bereinigt. Zur Bereinigung der Bewertungseinflüsse im Vorratsvermögen aus der Anwendung des IAS
2 werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen
ebenso eliminiert wie stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Kupfervorratsbestände.
Darüber hinaus erfolgt die Bereinigung im Anlagevermögen um Effekte aus Kaufpreisallokationen
im Wesentlichen auf Sachanlagevermögen (Purchase Price Allocation = PPA) seit dem
Geschäftsjahr 2010/11. In Bezug auf die Überleitung der Konzern-Bilanz werden die zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerte und Schulden der nicht fortgeführten Aktivitäten wieder disaggregiert
ausgewiesen und die Bewertungseffekte auf die betroffenen Bilanzpositionen wie bisher
berücksichtigt. Anschließend werden zur Darstellung des operativen Erfolgs des Aurubis-Konzerns
ebenfalls Bewertungseinflüsse im Vorrats- und Anlagevermögen bereinigt. Ertragslage (operativ)Die nachfolgende Tabelle gibt die Ermittlung des operativen Ergebnisses der ersten
9 Monate des Geschäftsjahres 2018/19 und des Vorjahresvergleichszeitraums wieder. Das operative EBT in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres betrug 125 Mio. € und
leitet sich aus dem IFRS-Ergebnis vor Ertragsteuern der fortgeführten und nicht fortgeführten
Aktivitäten wie folgt ab: In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres erzielte Aurubis aus fortgeführten Aktivitäten
ein IFRS Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 135 Mio. € (Vj. 313 Mio. €). Das IFRS-Ergebnis
vor Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug 17 Mio. € (Vj. 38 Mio.
€), (siehe Seite 31). Überleitung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (in Mio. €)scroll
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Erläuterung zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten siehe Seite 6. Die bilanziellen Auswirkungen aus IFRS 5 sind zur Herleitung des operativen Ergebnisses
rückgängig gemacht worden. Dementsprechend sind planmäßige Abschreibungen (-11 Mio.
€) sowie die ergebniswirksame Fortschreibung der At Equity konsolidierten Anteile
an Schwermetall (-5 Mio. €) in der Überleitung zum operativen Ergebnis wie bisher
berücksichtigt worden. Zur Überleitung zum operativen Ergebnis sind überdies Bewertungseffekte im Vorratsvermögen
in Höhe von -13 Mio. € (Vj. -88 Mio. €) (Summe folgender Positionen: Veränderungen
des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen, Materialaufwand und Ergebnis
aus At Equity bewerteten Anteilen) sowie Effekte aus Kaufpreisallokationen in Höhe
von 2 Mio. € (Vj. 2 Mio. €) bereinigt worden, um zum operativen Ergebnis vor Steuern
von 125 Mio. € (Vj. 264 Mio. €) zu gelangen. Das operative EBT war negativ beeinflusst durch:
Positiv auf das operative EBT wirkten:
Die Umsatzerlöse im Konzern verminderten sich im Berichtszeitraum um 66 Mio. € auf
8.681 Mio. € (Vj. 8.747 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den niedrigeren
durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen. Gegenläufig wirkten gestiegene Edelmetallpreise. Die Bestandsveränderung in Höhe von 441 Mio. € (Vj. 307 Mio. €) war insbesondere durch
den Aufbau von Kupfer- und Edelmetallbeständen bedingt. Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondierend zur Bestandsveränderung von 8.171
Mio. € im Vorjahr auf 8.349 Mio. €. Andere aktivierte Eigenleistungen lagen mit 12 Mio. € (Vj. 11 Mio. €) leicht über
dem Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 15 Mio. € auf 50 Mio. € (Vj.
35 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Bilanzierung einer Forderung in
Höhe von 20 Mio. € aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP an die Wieland-Werke
AG. Es ergab sich ein Rohergebnis in Höhe von 835 Mio. € (Vj. 929 Mio. €). Der Personalaufwand stieg von 364 Mio. € im Vorjahr auf 375 Mio. €. Ursächlich waren
Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns insbesondere
im Hinblick auf Zukunftsthemen personell verstärkt. Dazu gehören insbesondere die
Bereiche Forschung & Entwicklung und IT. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 28 Mio. € von 198 Mio. €
im Vorjahr auf 226 Mio. €. Darin enthalten ist eine aufwandswirksame Verbuchung der
bisher aktivierten Projektkosten für das gestoppte Projekt Future Complex Metallurgy
in Höhe von rd. 30 Mio. €. Somit ergab sich insgesamt ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in
Höhe von 132 Mio. € (Vj. 269 Mio. €). Die Nettozinsaufwendungen lagen mit 11 Mio. € auf Vorjahresniveau. Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das operative Ergebnis vor Ertragsteuern
(EBT) 125 Mio. € (Vj. 264 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein operatives Konzernergebnis in
Höhe von 95 Mio. € (Vj. 201 Mio. €). Das operative Ergebnis je Aktie lag bei 2,10
€ (Vj. 4,46 €). Ertragslage (IFRS) aus fortgeführten AktivitätenAufgrund der Klassifizierung des Segments FRP als zur Veräußerung vorgesehene Aktivitäten
beziehen sich die nachfolgenden Kennzahlen zur Ertragslage ausschließlich auf die
fortgeführten Aktivitäten. Die Umsatzerlöse im Konzern erhöhten sich im Berichtszeitraum leicht um 18 Mio. €
auf 7.805 Mio. € (Vj. 7.787 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf gestiegene
Edelmetallpreise zurückzuführen. Die Bestandsveränderung in Höhe von 465 Mio. € (Vj. 320 Mio. €) war insbesondere durch
den Aufbau von Kupfer- und Edelmetallbeständen bedingt. Andere aktivierte Eigenleistungen lagen mit 12 Mio. € (Vj. 11 Mio. €) leicht über
dem Vorjahresniveau. Der Materialaufwand erhöhte sich von 7.315 Mio. € im Vorjahr auf 7.628 Mio. € korrespondierend
zur Bestandsveränderung. Die Erhöhung beinhaltet auch Effekte aus der Anwendung der
Durchschnittsmethode. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 15 Mio. € auf 49 Mio. € (Vj.
34 Mio. €). Darin enthalten ist ein Ertrag aus der Bilanzierung einer Forderung in
Höhe von 20 Mio. € aus dem untersagten Verkauf des Segments FRP an die Wieland-Werke
AG. Es ergab sich ein Rohergebnis in Höhe von 703 Mio. € (Vj. 837 Mio. €). Die Veränderung des Rohergebnisses war, neben den bereits in der Erläuterung zur operativen
Ertragslage beschriebenen Ergebniseffekten, auch durch die Metallpreisentwicklung
begründet. Die Anwendung der Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen,
die nah an den Marktpreisen liegen. Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte Auswirkungen
auf Bestandsveränderungen/Materialaufwendungen und damit auf das IFRS-Rohergebnis.
Die Abbildung dieser Volatilität im IFRS-Rohergebnis ist nicht Cashflow-relevant und
spiegelt auch nicht die operative Performance von Aurubis wider. Der Personalaufwand stieg von 266 Mio. € im Vorjahr auf 275 Mio. €. Ursächlich waren
Tarifsteigerungen sowie eine gestiegene Mitarbeiterzahl. Wir haben uns insbesondere
im Hinblick auf viele Zukunftsthemen personell verstärkt. Dazu gehören insbesondere
die Bereiche Forschung & Entwicklung und IT. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 31 Mio. € von 160 Mio. €
im Vorjahr auf 191 Mio. €. Darin enthalten ist eine aufwandswirksame Verbuchung der
bisher aktivierten Projektkosten für das gestoppte Projekt Future Complex Metallurgy
in Höhe von rd. 30 Mio. €. Somit ergab sich insgesamt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 144 Mio.
€ (Vj. 322 Mio. €). Die Nettozinsaufwendungen lagen mit 9 Mio. € auf Vorjahresniveau. Nach Einbeziehung des Finanzergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragsteuern 135
Mio. € (Vj. 313 Mio. €). Unter Berücksichtigung von Ertragsteuern verblieb ein Konzernergebnis aus fortgeführten
Aktivitäten in Höhe von 102 Mio. € (Vj. 239 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten
Aktivitäten lag bei 2,26 € (Vj. 5,31 €). Vermögenslage (operativ)Die Tabelle auf Seite 11 gibt die Ermittlung der operativen Bilanz zum 30.06.2019
und zum 30.09.2018 wieder. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.077 Mio. € zum 30.09.2018 auf 4.230 Mio. € zum
30.06.2019. Ursächlich hierfür waren die um 549 Mio. € gestiegenen Vorratsbestände
in Höhe von 2.098 Mio. € zum 30.06.2019 gegenüber 1.549 Mio. € zum 30.09.2018. Der
Anstieg erfolgte insbesondere bei Zwischenprodukten. Gegenläufig reduzierten sich
die Zahlungsmittel in diesem Zeitraum deutlich um 408 Mio. € von 479 Mio. € auf 71
Mio. €. Das Eigenkapital des Konzerns verminderte sich um 32 Mio. € von 2.261 Mio. € zum Ende
des letzten Geschäftsjahres auf 2.229 Mio. € zum 30.06.2019. Der Rückgang war bedingt
durch die Dividendenzahlung in Höhe von 70 Mio. € sowie die im sonstigen Ergebnis
enthaltene Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 68 Mio. €. Positiv
wirkte sich das operative Konzernergebnis in Höhe von 95 Mio. € aus. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich einhergehend
mit den gestiegenen Vorratsbeständen um 108 Mio. € von 904 Mio. € auf 1.012 Mio. €.
Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 358 Mio. € zum 30.06.2019 ebenfalls leicht über
dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (314 Mio. €): scroll
Insgesamt lag die operative Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme)
somit bei 52,7 % gegenüber 55,5 % zum Ende des letzten Geschäftsjahres. Kapitalrendite (operativ)Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die Verzinsung des im operativen Geschäft
oder für eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter Berücksichtigung
des operativen EBIT der letzten 4 Quartale ermittelt. Ursächlich für die Halbierung des ROCE auf 7,1 % gegenüber 14,6 % in der Vergleichsperiode
sind die rückläufigen Quartalsergebnisse bei gleichzeitig deutlich angestiegenen Vorräten. Überleitung der Konzern-Bilanz (in Mio. €)scroll
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Erläuterungen zur Darstellung und zu den Bereinigungseffekten siehe Seite 6. Herleitung des Return on Capital Employed (ROCE)scroll
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rollierend letzte 4 Quartale Vermögenslage (IFRS)Aufgrund der Klassifizierung des Segments FRP als nicht fortgeführte Aktivitäten beziehen
sich die nachfolgenden Werte zur Vermögenslage des laufenden Jahres im Wesentlichen
auf die fortgeführten Aktivitäten im Konzern. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 4.502 Mio. € zum 30.09.2018 auf 4.662 Mio. € zum
30.06.2019. Ursächlich hierfür waren die um 545 Mio. € gestiegenen Vorratsbestände
in Höhe von 2.226 Mio. € zum 30.06.2019 gegenüber 1.681 Mio. € zum 30.09.2018. Der
Anstieg erfolgte insbesondere bei Zwischenprodukten. Gegenläufig reduzierten sich
die Zahlungsmittel in diesem Zeitraum deutlich um 398 Mio. € von 461 Mio. € auf 63
Mio. €. Das Eigenkapital des Konzerns verminderte sich leicht um 12 Mio. € von 2.566 Mio.
€ zum Ende des letzten Geschäftsjahres auf 2.554 Mio. € zum 30.06.2019. Der Rückgang
war bedingt durch die Dividendenzahlung in Höhe von 70 Mio € sowie die im sonstigen
Ergebnis -enthaltene Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 68 Mio.
€. Positiv wirkte sich das Konzernergebnis aus fortgeführten und nicht fortgeführten
Aktivitäten in Höhe von 114 Mio. € aus. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich einhergehend
mit den gestiegenen Vorratsbeständen um 111 Mio. € von 837 Mio. € auf 948 Mio. €.
Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 358 Mio. € zum 30.06.2019 ebenfalls leicht über
dem Niveau zum Ende des letzten Geschäftsjahres (314 Mio. €): scroll
Insgesamt lag die Eigenkapitalquote am 30.06.2019 bei 54,8 % gegenüber 57,0 % zum
Ende des letzten Geschäftsjahres. Kapitalrendite (IFRS)Die Steuerung des Konzerns basiert auf dem operativen Ergebnis. Der operative ROCE
wird im Abschnitt "Kapitalrendite (operativ)" erläutert. Finanzlage und InvestitionenDie nachfolgende Kommentierung bezieht sowohl die fortgeführten als auch die nicht
fortgeführten Aktivitäten ein. Der Netto-Cashflow zum 30.06.2019 lag mit -240 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres
(Vj. -100 Mio. €). Ursächlich hierfür war insbesondere der deutliche Anstieg der Vorratsbestände
bei Zwischenprodukten zur Vorbereitung von geplanten Wartungsstillständen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 128 Mio. € (Vj. 79 Mio.
€). Die gestiegenen Investitionen in das Anlagevermögen beinhalten iW. im laufenden
Geschäftsjahr Auszahlungen für das mittlerweile gestoppte Projekt Future Complex Metallurgy
sowie für den Neubau eines Innovations- und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg.
Im Vorjahr wirkte sich zudem der Verkauf einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie
mit rd. 8 Mio. € positiv auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit aus. Nach Abzug des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 128 Mio.
€ sowie Dividenden- und Zinsauszahlungen in Höhe von insgesamt 80 Mio. € vom Netto-Cashflow
in Höhe von -240 Mio. € ergibt sich ein Free Cashflow von -448 Mio. € (Vj. -254 Mio.
€). Zum 30.06.2019 standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus
fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 71 Mio. € (zum 30.09.2018
in Höhe von 479 Mio. €) zur Verfügung. scroll
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Unter Berücksichtigung der vollständigen Einbeziehung der Deutsche Giessdraht GmbH Segment Metal Refining & ProcessingDas Segment Metal Refining & Processing (MRP) verarbeitet komplexe Metallkonzentrate,
Altkupfer und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen mit höchster Qualität. Unter
anderem werden an den Standorten Hamburg (Deutschland), Pirdop (Bulgarien), Olen (Belgien)
und Lünen (Deutschland) Kupferkathoden hergestellt, welche an den Standorten Hamburg
(Deutschland), Olen (Belgien), Emmerich (Deutschland) und Avellino (Italien) zu Gießwalzdraht
und Stranggussformaten weiterverarbeitet werden. Durch die Verarbeitung und optimale
Verwertung von Konzentraten sowie Recyclingrohstoffen mit komplexen Zusammensetzungen
verfügt das Segment über ein breites Produktportfolio. Es beinhaltet neben hochreinem
Kupfer unter anderem Gold, Silber, Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetalle, Metalle der Platingruppe
sowie eine Reihe anderer Produkte wie Schwefelsäure und Eisensilikat. Im Berichtszeitraum erzielte das Segment MRP Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau in Höhe
von 7.788 Mio. € (Vj. 7.775 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf den
niedrigeren durchschnittlichen Kupferpreis zurückzuführen. Gegenläufig wirkten gestiegene
Edelmetallpreise. Das operative EBT des Segments MRP lag im Berichtszeitraum mit 176 Mio. € deutlich
unter dem sehr guten Vorjahr (Vj. 289 Mio. €). Ein deutlich niedrigerer Konzentratdurchsatz
bei geringeren Schmelz- und Raffinierlöhnen für Kupferkonzentrate belasteten das operative
Ergebnis. Ein geplanter Wartungsstillstand an unserem Standort Pirdop im Mai/Juni
wirkte sich negativ mit 15 Mio. € aus. Im 1. Quartal 2018/19 hatten ungeplante Stillstände
an unseren Standorten Hamburg, Pirdop und Lünen zu einer Ergebnisbelastung von rd.
25 Mio. € geführt. Gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer
bei gutem Angebot sowie gestiegene Energiekosten wirkten sich zusätzlich negativ auf
das Ergebnis aus. Die Schwefelsäureerlöse erhöhten sich durch deutlich gestiegene
Absatzpreise trotz stillstandsbedingt geringerer Produktionsmengen. Während sich der
Absatz im Gießwalzdraht trotz eines sich abschwächenden konjunkturellen Marktumfeldes
auf dem Vorjahresniveau halten konnte, zeigte sich bei den Stranggussprodukten eine
schwächere Nachfrage, insbesondere getrieben durch den Flachwalzproduktbereich. Beiträge
aus unserem Effizienzsteigerungsprogramm wirkten sich positiv aus. Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale)
sank auf 10,5 % (Vj. 19,2 %), im Wesentlichen bedingt durch niedrigere Ergebnisbeiträge
sowie höhere Vorräte aufgrund von Wartungsstillständen. RohstoffeIn den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 traf eine gute Produktion der
Minen auf eine insbesondere in China steigende Nachfrage der Hütten, trotz vereinzelter
Hüttenstillstände. Aufgrund geplanter und ungeplanter Stillstände war Aurubis im gesamten
Geschäftsjahr kaum am Spot-Markt aktiv. Für 2019 liegt der Benchmark für den Schmelz- und Raffinierlohn (TC/RC) für die Verarbeitung
von Standard-Kupferkonzentraten bei 80,8 US$/t bzw. 8,08 cts/lb. Im Juli setzte das
China Smelter Purchase Team (CSPT) den sogenannten Buying floor für das dritte Quartal
2019 fest. Laut Nachrichtenagentur Reuters liegt dieser bei 55 US$/t bzw. 5,5 cts/lb.
Das im Vergleich zum Benchmark geringe Niveau deutet darauf hin, dass das CSPT im
Zuge des angekündigten Aufbaus von chinesischen Hüttenkapazitäten in Zukunft einen
engeren Konzentratmarkt erwartet. Aufgrund unserer langfristigen Versorgungsstrategie
sind wir nur in geringem Maße abhängig vom Spot-Markt. Auch wenn unsere langfristigen
Konzentratkontrakte eine grundsätzliche Korrelation mit dem Benchmark-Niveau aufweisen,
verfügt jedoch der wesentliche Teil unserer Verträge über Konditionen, die oberhalb
des Benchmarks liegen. Wir erreichen dies insbesondere dank unserer Fähigkeiten, unser
integriertes Hüttennetzwerk optimal zu nutzen und vermehrt komplexes Material einzusetzen.
Auch für die Zukunft streben wir an, das Volumen der Verträge, die ausschließlich
auf den Benchmark-Konditionen beruhen, weiter zu reduzieren. Nach einem guten Angebot an Altkupfer in Europa und den USA im 1. Halbjahr 2018/19
entwickelte sich der Markt auch im 3. Quartal 2018/19 weiter freundlich und war von
einem hohen Angebot gekennzeichnet. Dies lag u. a. an den relativ konstanten Metallpreisen
und einer weiterhin allgemein stabilen Wirtschaftslage. Die Verfügbarkeit komplexer Recyclingmaterialien, darunter industrielle Rückstände
sowie Elektro- und Elektronikschrotte, blieb trotz eines intensiven Wettbewerbsumfeldes
stabil. Durch unterschiedliche globale Import- und Exportrestriktionen verändern sich die
Materialströme auf dem Markt für Recyclingstoffe. Aurubis stellt sich aktiv auf die
veränderte Marktlage ein und konnte die Produktionsanlagen im Berichtszeitraum mit
Recyclingmaterialien zu guten Konditionen versorgen. ProduktionDer Konzentratdurchsatz lag nach 9 Monaten 2018/19 bei 1.659.000 t und damit deutlich
unter dem sehr guten Durchsatz des Vorjahres (1.913.000 t). Neben ungeplanten Stillständen
im 1. Quartal 2018/19 wirkte sich ein geplanter, im Mai/Juni 2019 an unserem Standort
in Pirdop durchgeführter Wartungsstillstand negativ auf den Konzentratdurchsatz aus. Konzentratdurchsatz im Q3 2018/19 beeinflusst durch geplanten Wartungsstillstand in PirdopKonzentratdurchsatz Aurubis-Konzern (in 1.000 t)![]() Kathodenproduktion in Q3 2018/19 vorlaufbedingt unter VorjahrKathodenproduktion Aurubis-Konzern (in 1.000 t)![]() Die Schwefelsäureproduktion lag aufgrund des geringeren Konzentratdurchsatzes ebenfalls
deutlich unter dem Vorjahresniveau. Kupfergießwalzdrahtproduktion leicht über sehr gutem VorjahresquartalGießwalzdrahtproduktion (in 1.000 t)![]() *
unter Berücksichtigung der vollständigen Einbeziehung der Deutsche Giessdraht GmbH Stranggussproduktion nachfragebedingt deutlich unter VorjahrStranggussproduktion (in 1.000 t)![]() Der KRS-Durchsatz am Standort Lünen war beeinflusst durch einen ungeplanten Stillstand
im 1. Quartal 2018/19 sowie einen geplanten Wartungsstillstand im März/April 2019. Die Produktion von Kupfergießwalzdraht lag mit 620.000 t nach 9 Monaten 2018/19 leicht
über dem sehr guten Niveau des Vorjahres (595.000 t). ProduktmärkteNach einer robusten Nachfrage nach Kupfergießwalzdraht im 1. Halbjahr 2018/19 hat
sich diese zum Ende des 3. Quartals abgeschwächt. Auch im Bereich hochreiner Stranggussformate blieb die Nachfrage im 3. Quartal 2018/19
hinter der Dynamik des 1. Halbjahres 2018/19 deutlich zurück. Dies lag an der allgemeinen
wirtschaftlichen Entwicklung und der damit verbundenen schwächeren Nachfrage. Der Kathodenmarkt verzeichnete in den ersten 9 Monaten 2018/19 eine weiterhin gute
Nachfrage. Während sich die Spotprämien in Europa relativ stabil zeigten, lag die
Notierung in Shanghai weiter deutlich unter dem sehr hohen Niveau im letzten Jahr.
Die Aurubis-Kupferprämie für das Kalenderjahr 2019 liegt mit 96 US$/t um 10 US$/t
über dem Vorjahreswert. Wir konnten diese in den ersten 9 Monaten 2018/19 im Wesentlichen
über unsere Produkte durchsetzen. Der globale Markt für Schwefelsäure war im Berichtszeitraum durch eine anhaltend hohe
Nachfrage gekennzeichnet. Das Angebot an Schwefelsäure war begrenzt und vereinzelte
Hüttenstillstände, insbesondere in Südamerika und Asien, verstärkten die Situation.
Dies führte über weite Strecken des Berichtszeitraums zu einem sehr hohen Preisniveau
am Markt. Die Marktsituation in Europa war weiterhin stabil, kühlte jedoch zum Ende
des 3. Quartals merklich ab. Im Rahmen unserer Multi-Metall-Strategie berichten wir seit 2017/18 neben Gold und
Silber auch über die Verkaufsmengen von Blei, Nickel, Zinn, Nebenmetallen und Metallen
der Platin-Gruppe. scroll
Das Ausbringen unserer Metalle ist abhängig von den Inhalten in den verarbeiteten
Kupferkonzentraten und Recyclingmaterialien. Stillstandsbedingt niedrigere Konzentratdurchsätze
wirken sich somit auch auf die Ausbringungsmengen aus. Ein Teil der Metalle wird in
Form von Zwischenprodukten veräußert. InvestitionenIn dem Segment MRP wurden Investitionen in Höhe von 115 Mio. € (Vj. 98 Mio. €) getätigt.
Wesentliche Einzelinvestitionen waren Investitionen in den Neubau eines Innovations-
und Ausbildungszentrums am Standort Hamburg, im Zusammenhang mit dem durchgeführten
Wartungsstillstand in Pirdop sowie Investitionen zur Vorbereitung des geplanten Wartungsstillstandes
in Hamburg (Oktober 2019). scroll
scroll
Segment Flat Rolled ProductsIm Segment Flat Rolled Products (FRP) erfolgt eine Weiterverarbeitung von Kupfer und
Kupferlegierungen - im wesentlichen Messing, Bronze und Hochleistungslegierungen -
zu Flachwalzprodukten und Spezialdrahtprodukten. Die wichtigsten Produktionsstandorte
hierfür sind Stolberg (Deutschland), Pori (Finnland), Zutphen (Niederlande) und Buffalo
(USA). Zum Segment gehören zudem Schneid- und Servicecenter in Birmingham (UK), Dolny
Kubin (Slowakei) und Mortara (Italien) sowie Vertriebsbüros weltweit. Die Umsatzerlöse des Segments lagen im Berichtszeitraum mit 999 Mio. € unter Vorjahresniveau
(Vj. 1.106 Mio. €). Ursache für den niedrigeren Umsatz ist insbesondere eine reduzierte
Absatzmenge. Das Segment FRP erzielte in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres ein operatives
Ergebnis vor Steuern (EBT) von 0 Mio. € (Vj. 7 Mio. €). Der im Vergleich zum Vorjahr
deutliche Ergebnisrückgang ist i.W. auf ein geringeres Absatzvolumen sowie ungünstigere
Konditionen im Beschaffungsmarkt zurückzuführen. Durch das laufende Effizienzsteigerungsprogramm
verhinderten wir ein weitergehenden Ergebnisrückgang. Der operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4 Quartale)
betrug 3,9 % (Vj. 3,0 %). Aurubis prüft weiterhin die strategischen Optionen für das Segment FRP. Nach IFRS
wird das Segment FRP unverändert als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.
Die operative Berichterstattung bleibt davon unberührt. ProduktmärkteDer europäische Markt für Flachwalzprodukte hat sich im Berichtszeitraum im Zuge sich
verschlechternder konjunktureller Rahmenbedingungen deutlich abgekühlt. Betroffen
war insbesondere die Nachfrage nach Steckverbindern aus der europäischen Automobilindustrie.
Im amerikanischen Markt blieben ebenfalls einzelne Absatzsegmente hinter den Erwartungen
zurück. Die anhaltenden Handelskonflikte zwischen den USA und verschiedenen Handelspartnern
wirken sich belastend auf die Nachfrage aus. RohstoffeDie Verfügbarkeit von Einsatzmaterialien war in den ersten 9 Monaten 2018/19 gut.
Gegenüber dem sehr guten Vorjahr haben sich die Konditionen allerdings verschlechtert. ProduktionDie Produktion von Flachwalzprodukten und Spezialdrähten reduzierte sich nachfragebedingt
auf 163.000 t (Vj. 178.000 t). An allen Standorten wurde weiter an der Umsetzung der
Programme zur Effizienzverbesserung und zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung
gearbeitet. Flachwalz- und Spezialdrahtproduktion auch in Q3 2018/19 nachfragebedingt deutlich unter VorjahrFlachwalzprodukte und Spezialdrahtproduktion (in 1.000 t)![]() InvestitionenIm Segment FRP wurden Investitionen in Höhe von 8 Mio. € (Vj. 13 Mio. €) getätigt.
Dabei handelte es sich überwiegend um Ersatzinvestitionen. Corporate GovernanceDie Europäische Kommission hat am 06.02.2019 den Verkauf des Segments FRP von der
Aurubis AG an die Wieland-Werke AG untersagt. Daraufhin teilte die Aurubis AG mit,
dass nun weitere strategische Optionen für das Segment FRP geprüft würden. Die Hauptversammlung der Aurubis AG hat am 28.02.2019 der vom Vorstand und Aufsichtsrat
vorgeschlagenen Dividende von 1,55 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18 zugestimmt.
Zudem wählte die Hauptversammlung der Aurubis AG Andrea Bauer als Vertreterin der
Anteilseigner neu in den Aufsichtsrat. Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, wurde durch die Hauptversammlung
zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018/19 bestellt. Am 16.04.2019 hat der Aufsichtsrat der Aurubis AG im Rahmen einer außerordentlichen
Sitzung beschlossen, dass Roland Harings bereits mit Wirkung zum 20.05.2019 in den
Vorstand berufen und die Funktion des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ausüben
wird. Seit 01.07.2019 hat er den Vorstandsvorsitz inne. Am 26.04.2019 hat die Aurubis AG veröffentlicht, dass die Aurubis AG nach vorläufigen
Ergebnissen im 2. Quartal 2018/19 ein operatives EBT von 63 Mio. € erzielte und die
Gesamtjahresprognose gesenkt hat. Die Aurubis AG erwartet gemäß aktueller Einschätzungen
für das Geschäftsjahr 2018/19 ein deutlich unter dem Vorjahr liegendes operatives
EBT, das bedeutet einen Rückgang um mehr als 15 % (operatives EBT 2017/18: 329 Mio.
€). Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Renate Hold-Yilmaz und Ralf Winterfeldt
haben ihre Aufsichtsratsmandate Ende April 2019 niedergelegt. Daraufhin hat das Amtsgericht
Hamburg Deniz Filiz Acar als Ersatz für Renate Hold-Yilmaz und Christian Ehrentraut
als Ersatz für Ralf Winterfeldt als neue Mitglieder des Aufsichtsrates bestellt. Die Aurubis AG hat am 22.05.2019 einen Kaufvertrag mit Metallo Holdings 3 B.V. über
den 100-prozentigen Erwerb der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe ("Metallo") unterzeichnet.
Metallo Holdings gehört Fonds, die durch TowerBrook Capital Partners, einer führenden
transatlantischen Investmentfirma, verwaltet werden. Der Kaufpreis beträgt 380 Mio.
€ (Unternehmenswert/Enterprise Value). Der Kaufpreis wird vollständig fremdfinanziert.
Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem
Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und wird voraussichtlich
zum Jahresende erfolgen. Prof. Dr. Fritz Vahrenholt hat der Gesellschaft mitgeteilt, dass er 2.500 Stückaktien
der Gesellschaft am 23.05.2019 erworben hat. Am 24.05.2019 hat Roland Harings 10.000 Stückaktien der Aurubis AG gekauft. Die Aurubis AG hat am 12.06.2019 bekannt gegeben, dass das aktuelle konjunkturelle
Umfeld das Ergebnis des 3. Quartals 2018/19 (op. EBT Vj. 78 Mio. €) und das Gesamtjahresergebnis
(op. EBT Vj. 329 Mio. €) belasten wird. Außerdem haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen,
das interne Investitionsprojekt Future Complex Metallurgy (FCM) zu stoppen. Die bisher
angefallenen aktivierten Investitionskosten des Projektes haben das Ergebnis des 3.
Quartals 2018/19 infolgedessen mit rd. 30 Mio. € zusätzlich belastet. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in seiner ordentlichen Sitzung am 12.06.2019 einstimmig
den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schachler mit sofortiger Wirkung freigestellt. Ebenfalls in der ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am 12.06.2019 wurde Stefan
Schmidt als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats bestellt. Am 26.06.2019 hat die Aurubis AG veröffentlicht, dass Silchester International Investors
LLP, London, mit Datum vom 24.06.2019 einen Anteil an der Aurubis in Höhe von 5,17
% hält. Für zusätzliche Informationen verweisen wir auf unsere Angaben im Geschäftsbericht
2017/18 sowie im Zwischenbericht 6 Monate 2018/19 sowie auf unsere Internetseite. Risiko- und ChancenmanagementDie im Geschäftsbericht 2017/18 und im Zwischenbericht 6 Monate 2018/19 dargestellten
Risiken und Chancen haben sich im 3. Quartal 2018/19 grundsätzlich nicht verändert. Maßnahmen zur UnternehmensentwicklungUnsere Strategie umfasst drei Schwerpunkte: Wachstum, Effizienz und Verantwortung.
Mit ihr wollen wir einerseits unsere führende Position im Standard-Kupfergeschäft
mittels struktureller Optimierungen und einer hohen Kostenwettbewerbsfähigkeit stärken
und andererseits den Ausbau des Multi-Metall-Geschäfts mithilfe unserer ausgeprägten
Prozess- und Metallurgie-Kompetenz und innovativen Industrielösungen vorantreiben.
Ziel ist es, die Verkaufsmengen von Nichtkupfermetallen weiter zu steigern und vermehrt
komplexe Inputmaterialien einzusetzen. So soll der Mengenzuwachs beim direkten Bezug
komplexer Recyclingmaterialien im Aurubis-Konzern bis 2022/23 verdoppelt werden (im
Vergleich zu 2016/17). Neben internem Wachstum wollen wir uns durch Zukäufe von außen
verstärken. Die Aurubis AG hat am 22.05.2019 einen Kaufvertrag über den Erwerb der belgisch-spanischen
Metallo-Gruppe unterzeichnet und setzt damit ihre Strategie konsequent fort. Metallo
gehört Fonds, die durch TowerBrook Capital Partners, einer führenden transatlantischen
Investmentfirma, verwaltet werden. Metallo ist ein Recycling- und Raffinationsunternehmen,
das sich auf die Rückgewinnung von Nichteisenmetallen aus überwiegend niedrig-metallhaltigen
Recyclingmaterialien spezialisiert hat. Das Unternehmen beschäftigt rund 530 Mitarbeiter
an Standorten in Belgien und Spanien. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte Metallo einen Umsatz von ca. 1 Mrd. €. Der Kaufvertrag
sieht einen Kaufpreis von 380 Mio. € vor, der ohne eine Kapitalerhöhung finanziert
wird. Die Übernahme von Metallo mit seinem attraktiven Wachstumspotenzial stärkt das Metall-Portfolio
von Aurubis, insbesondere für die Schlüsselmetalle Kupfer, Nickel, Zinn, Zink und
Blei. Metallos "Zero Waste"-Geschäftsmodell hat zum Ziel, alle eingesetzten Materialien
zu werthaltigen und marktfähigen Produkten zu verarbeiten und damit einen wichtigen
Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten. Dadurch steigt Aurubis' Beitrag zur Nachhaltigkeit. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen
Kartellbehörden und wird voraussichtlich zum Jahresende erfolgen. Am 12.06.2019 haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, das interne Investitionsprojekt
Future Complex Metallurgy (FCM) zu stoppen. Als Ergebnis des Basic Engineerings ergaben
sich deutlich höhere Investitionskosten. Damit war die ursprüngliche Wirtschaftlichkeit
des Projektes nicht mehr gegeben. Interne Wachstumsoptionen zur Weiterentwicklung der Aurubis zu einem Multimetallunternehmen,
auch im Zuge der Metallo-Übernahme, werden mit der Zielsetzung der Weiterentwicklung
des integrierten Hüttennetzwerkes der Aurubis AG geprüft. Nachdem die Transaktion über den Verkauf des Segments FRP am 06.02.2019 untersagt
wurde, prüft Aurubis nun weitere strategische Optionen für das Segment FRP. AusblickRohstoffmärkteWir gehen bis zum Ende des Geschäftsjahres von einem guten Angebot an Kupferkonzentraten
mit Schmelz- und Raffinierlöhnen auf zufriedenstellendem Niveau aus. Aufgrund geplanter und ungeplanter Stillstände sowie einer marktgerechten Eindeckung
sind wir ausreichend mit Konzentrat aus bestehenden Verträgen versorgt und daher nicht
am Spot Markt aktiv. Auf dem Altkupfermarkt erwarten wir ein stabiles Angebot bei einem anhaltend guten
Preisniveau. Unsere Anlagen sind für das 4. Quartal 2018/19 zu guten Konditionen versorgt.
Allerdings könnten rückläufige Metallpreisentwicklungen zu einer kurzfristigen Verringerung
des Altkupferangebots und damit zu niedrigeren Raffinierlöhnen in der Zukunft führen. ProduktmärkteKupferprodukteFür die nächsten Monate gehen wir für Kupfergießwalzdraht von einer abgeschwächten
Nachfrage von Seiten der Kabelproduzenten aus. Bei Kupferstranggussformaten erwarten wir eine deutlich geringere Nachfrage im Vergleich
zum Vorjahr, auch bedingt durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und der
damit verbundenen schwächeren Nachfrage. Die Nachfrage nach Flachwalzprodukten, insbesondere im europäischen Automobilsektor,
ist seit Herbst 2018 rückläufig. Die Nachfrageschwäche wird sich über das gesamte
Geschäftsjahr hinweg fortsetzen. Insgesamt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018/19
eine deutlich unter dem sehr guten Vorjahr liegende Nachfrage- und Absatzsituation. SchwefelsäureDer Absatz von Schwefelsäure ist von kurzfristigen Entwicklungen abhängig und daher
schwer prognostizierbar. Nach einem deutlichen Rückgang der Preise zum Ende des 3.
Quartals 2018/19 wird nach vorliegenden Erkenntnissen auch das 4. Quartal von einem
niedrigeren Preisniveau geprägt sein. KupferproduktionWir erwarten für das laufende Geschäftsjahr aufgrund geplanter und ungeplanter Stillstände
eine unter dem Vorjahr liegende Anlagenverfügbarkeit und damit einhergehend eine deutlich
unter dem Vorjahr liegende Verarbeitungsmenge für Kupferkonzentrate. Auch die Kathodenproduktion
wird voraussichtlich unter der Produktion des Vorjahres liegen. Bis zum Ende des Kalenderjahres 2019 sind folgende weitere Wartungsstillstände zu
berücksichtigen: An unserem Standort in Lünen werden wir im September 2019 einen geplanten Wartungsstillstand
mit einer Länge von 25 Tagen durchführen. Der Stillstand wird unser operatives EBT
nach aktuellen Planungen mit rund 3 Mio. € belasten. An unserem Standort Hamburg werden wir im Oktober/November 2019 einen geplanten Wartungsstillstand
mit einer Länge von 36 Tagen durchführen. Der Stillstand wird unser operatives EBT
nach derzeitiger Planung mit rd. 30 Mio. € belasten. ErgebniserwartungDie unterdurchschnittliche Anlagenverfügbarkeit und die vorbereitenden Maßnahmen für
den geplanten Stillstand in Hamburg könnten die operative Performance unserer Anlagen
bis zum Geschäftsjahresende weiter belasten. Standortübergreifende Task Forces erarbeiten
Lösungen zur langfristigen Steigerung der Anlagenverfügbarkeit. Gleichwohl gehen wir für Aurubis bis zum Ende des Geschäftsjahres bei Konzentraten,
trotz eines leicht reduzierten Benchmarks 2019, von zufriedenstellenden Schmelz- und
Raffinierlöhnen aus. Da wir für das laufende Geschäftsjahr ausreichend mit Konzentrat
aus bestehenden Verträgen eingedeckt sind und wir daher nicht am Spot Markt aktiv
sind, wirken sich derzeit rückläufige Preise am Spot Markt nicht auf unser Ergebnis
aus. Für Altkupfer rechnen wir auch für die nächsten Monate mit einem zufriedenstellenden
Mengenangebot bei Raffinierlöhnen auf weiterhin gutem Niveau. Für das Kalenderjahr 2019 hat Aurubis die Kupferprämie auf 96 US$/t festgesetzt (Vj.
86 US$/t). Wir erwarten, diese Prämie über unsere Produkte größtenteils durchsetzen
zu können. Aufgrund der konjunkturell schwächeren Rahmenbedingungen gehen wir für das Gesamtjahr
bei Kupfergiesswalzdraht von einem Absatz leicht unter dem Vorjahresniveau und bei
Kupferstranggussformaten von einem deutlich geringeren Absatz als im Vorjahr aus. Für Flachwalzprodukte rechnen wir für das Geschäftsjahr mit einer deutlich schwächeren
Nachfragesituation. Bei den Schwefelsäureerlösen erwarten wir eine gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahr
positive Entwicklung. Wir erwarten aus dem Effizienzsteigerungsprogramm weitere 60 Mio. € Projekterfolg
in diesem Geschäftsjahr, verglichen mit dem Basisjahr 2014/15. Gleichwohl haben sich
die Marktkonditionen in der Primärkupfererzeugung im Vergleich zum Basisjahr verschlechtert,
so dass die Erreichung des Gesamtprojekterfolges sehr anspruchsvoll sein wird. Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im Geschäftsjahr 2018/19 ein deutlich
unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen deutlich niedrigeren operativen
ROCE im Vergleich zum Vorjahr. Im Segment Metal Refining & Processing erwarten wir für das Geschäftsjahr 2018/19
ein deutlich unter dem Vorjahr liegendes operatives EBT und einen deutlich niedrigeren
operativen ROCE im Vergleich zum Vorjahr. Im Segment Flat Rolled Products planen wir für das Geschäftsjahr 2018/19 mit einem
deutlich unter dem Vorjahr liegenden operativen EBT und einem leicht niedrigeren operativen
ROCE im Vergleich zum Vorjahr. Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für das operative EBTscroll
Qualifiziert komparative Prognose laut Aurubis-Definition für den operativen ROCEscroll
Konzern-Zwischenabschluss 9 Monate 2018/19Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
(IFRS, in T€)scroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
(IFRS, in T€)scroll
Konzern-Bilanz
(IFRS, in T€)AKTIVAscroll
PASSIVAscroll
Konzern-Kapitalflussrechnung
(IFRS, in T€)scroll
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
(IFRS, in T€)scroll
scroll
Ausgewählte erläuternde AnhangangabenAllgemeine GrundlagenDie vorliegende Quartalsmitteilung der Aurubis AG wurde auf der Grundlage eines Zwischenabschlusses
nach IFRS erstellt. Eine prüferische Durchsicht ist nicht erfolgt. Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und InterpretationenErstmals angewendete Standards und InterpretationenDie von der Europäischen Union im Februar 2018 in europäisches Recht übernommenen
und für am oder nach dem 01.01.2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwendenden jährlichen
Verbesserungen an den IFRS -Zyklus 2014-2016 - behandeln kleinere Änderungen und Klarstellungen
an den IFRS. Diese haben im Aurubis-Konzern keine Auswirkungen. Die von der Europäischen Union im Februar und März 2018 in europäisches Recht übernommenen
und für am oder nach dem 01.01.2018 beginnende Geschäftsjahre anzuwendenden Änderungen
an IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung) und an IFRIC 22 (Transaktion in fremder Währung
und im Voraus gezahlte Gegenleistungen) führen zu keinen wesentlichen Auswirkungen
im Aurubis-Konzern. IFRS 9 und IFRS 15Zum 01.10.2018 wurden IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen
mit Kunden" retrospektiv ohne Änderung der Vorjahreszahlen erstmals angewendet. Die
Effekte aus der Erstanwendung auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis sind
kumulativ in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. IFRS 9Die Ausübung des Wahlrechts zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
der Wertpapiere des Anlagevermögens führte im Umstellungszeitpunkt zu einer korrespondierenden
Erhöhung der Gewinnrücklagen um 24,6 Mio. € Die Einführung des Modells erwarteter Kreditausfälle im Rahmen von IFRS 9 verminderte
im Umstellungszeitpunkt die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen
finanziellen Vermögenswerte um 0,3 Mio. €. Für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen wendet Aurubis die Vorschriften von
IFRS 9 ab 01.10.2018 prospektiv an. Davon ausgenommen ist die erfolgsneutrale Abgrenzung
der Änderungen der beizulegenden Zeitwerte nicht-designierter Zeitwertkomponente von
Optionen. Der daraus resultierende Umstellungseffekt betrug 0,4 Mio. €. Nach Berücksichtigung von latenten Steuern in Höhe von 0,1 Mio. € ergab sich aus den
Anpassungen am 01.10.2018 insgesamt eine ergebnisneutrale Verminderung des Konzerneigenkapitals
in Höhe von 0,2 Mio. €. IFRS 15Die Änderung der Bilanzierung unter IFRS 15 betrifft bei Aurubis im Wesentlichen den
Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht.
Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Aurubis in der Regel zeitpunktbezogen, da sich
die Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen auf die Übertragung von Gütern beziehen.
Der Zeitpunkt der Realisierung erfolgt mit der neuen Regelung zum Teil später. Im Umstellungszeitpunkt ergab sich hieraus eine Verminderung der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 6,1 Mio. € sowie eine Erhöhung der Vorräte um 5,8 Mio.
€. Nach Berücksichtigung von latenten Steuern in Höhe von 0,1 Mio. € ergab sich aus den
Anpassungen am 01.10.2018 insgesamt eine ergebnisneutrale Verminderung des Konzerneigenkapitals
in Höhe von 0,3 Mio. €. Nicht vorzeitig angewendete Standards und InterpretationenIFRS 16Die Auswirkungen der Anwendung von IFRS 16 auf den Aurubis-Konzern werden derzeit
ausführlich geprüft. Nach aktuellem Kenntnisstand erwarten wir eine Bilanzverlängerung
im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Bezüglich der Veränderung der Hauptsteuerungsgrößen EBT und ROCE erwarten wir ebenfalls
nur geringfügige Auswirkungen durch die Anwendung des IFRS 16. Nicht fortgeführte Aktivitäten und zur Veräußerung gehaltene VermögenswerteDas Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten wird in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung getrennt von den Aufwendungen und Erträgen aus fortgeführten Aktivitäten
berichtet; Vorjahresangaben werden auf vergleichbarer Basis dargestellt. In der Konzern-Kapitalflussrechnung
sind nicht fortgeführte Aktivitäten in den Mittelzuflüssen-/abflüssen aus der betrieblichen,
der Investitions- und der Finanzierungstätigkeit enthalten; Vorjahresangaben werden
auf vergleichbarer Basis dargestellt. Darüber hinaus wird in der Konzern-Bilanz über
zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden in Form eines aggregierten Ausweises
berichtet. Konzerninterne Aufwendungen und Erträge werden bei der Ermittlung des Konzernergebnisses
aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten vollständig eliminiert. Die
Eliminierung der konzerninternen Transaktionen erfolgt dabei nach der wirtschaftlichen
Betrachtungsweise, d. h. unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen
des Aurubis-Konzerns. Der Konzern wird nach einem möglichen Verkauf des Segments FRP
bestehende Lieferbeziehungen mit dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich aufrechterhalten.
Die Eliminierung der Umsatzerlöse der Aurubis AG und ihrer Tochtergesellschaften aus
Lieferungen an den nicht fortgeführten Geschäftsbereich erfolgte daher vollständig
dort. Konzernergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitätenscroll
Buchwerte der Hauptgruppen der als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schuldenscroll
scroll
Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitätenscroll
Vorratsvermögen nach IFRSZum 30.06.2019 wurden Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen der fortgeführten
Aktivitäten in Höhe von 32,4 Mio. € (30.09.2018: 29,9 Mio. €) vorgenommen. DividendeDer Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2017/18 der Aurubis AG in Höhe von 134.828.004,87
€ wurde in Höhe von 69.682.920,65 € zur Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,55 €
je Stückaktie verwendet. Ein Betrag von 65.145.084,22 € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Wesentliche Ereignisse nach dem BilanzstichtagWesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht aufgetreten. Konzern-SegmentberichterstattungDie Aurubis berichtet nach den zwei operativen Geschäftssegmenten Metal Refining &
Processing (MRP) und Flat Rolled Products (FRP). Das Segment MRP umfasst organisatorisch
die Bereiche Commercial und Operations. Der Bereich Commercial vereint alle marktrelevanten
Organisationseinheiten, also den Einkauf von Rohstoffen und den Verkauf von Produkten.
Der Bereich Operations steht für die Produktion aller Basisprodukte und Metalle sowie
deren Weiterverarbeitung zu anderen Produkten, wie Gießwalzdraht und Stranggussformaten. Beim Segment FRP handelt es sich um einen nicht fortgeführten Geschäftsbereich, über
den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzern-Bilanz nach IFRS
5 aggregiert und gesondert zu berichten ist. Der Vorstand führt das Segment FRP weiter
als operatives Berichtssegment und damit einhergehend die Segmentberichterstattung
bis zum Zeitpunkt eines möglichen Verkaufs des Segments FRP unverändert fort. Da die operative Geschäftstätigkeit des Segments FRP unverändert fortgeführt und vom
Vorstand des Aurubis-Konzerns überwacht und gesteuert wird, erfüllt dieser Unternehmensbereich
auch nach der Einstufung als nicht fortgeführter Geschäftsbereich die Definition eines
berichtspflichtigen Segments und wird entsprechend in der Segmentberichterstattung
separat ausgewiesen. Der in der Spalte "Effekte aus nicht fortgeführten Aktivitäten" erfasste Eliminierungsbetrag
der Außenumsätze in Höhe von 876.248 T€ (Vj. 959.845 T€) entspricht dem Außenumsatz
des Segments FRP abzüglich der vollständig im aufgegebenen Geschäftsbereich eliminierten
konzerninternen Umsätze des Segments MRP mit dem Segment FRP in Höhe von 110.325 T€
(Vj. 130.750 T€). Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen ist der Tabelle auf Seite 34
zu entnehmen. scroll
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Die Segmentierung erfolgt entsprechend der Definition der Segmente im Konzern. Termine und KontakteFinanzkalenderscroll
Wenn Sie mehr Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an:Aurubis AG, Hovestrasse 50, 20539 Hamburg Angela Seidler Christoph Tesch Elke Brinkmann |
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