Aurubis AGHamburgQuartalsmitteilung 9 Monate 2022/23Quartalsmitteilung 9 MONATE2022/23 1. Oktober 2022 bis 30. Juni 2023Aurubis-Konzern auf einen Blickscrollen
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1 Brutto-Marge = Summe der Ergebniskomponenten
Metallergebnis, Schmelz- und Raffinierlöhne sowie
Prämien und Produkte.
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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde bei
Personenbezeichnungen in der Regel die männliche Form
gewählt. Damit meinen wir selbstverständlich alle
Personen jeglichen Geschlechts (m/w/d).
"Wir haben auch im 3. Geschäftsquartal bewiesen:
Aurubis bleibt auf Erfolgskurs und erzielt
überzeugende Ergebnisse. Und das selbst in einem
Quartal, in dem ein 40-tägiger Wartungsstillstand in
unserem bulgarischen Werk durchgeführt wurde.
Anhaltend starke Nachfragetreiber wie die Mobilitäts-
und Energiewende, gepaart mit einer hohen
Anlagenverfügbarkeit, führten auch im 3. Quartal
zu einem hohen Absatz beim Gießwalzdraht. Wir
verfolgen aufmerksam die konjunkturellen Entwicklungen in
Europa, die in wichtigen Industrien eine abnehmende
Aktivität erwarten lassen. Zudem liegt unser Fokus
weiterhin darauf, durch aktives Energiemanagement unsere
Energiekosten weiter zu reduzieren und so unsere
internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Hierfür sind wir auf dauerhaft wettbewerbsfähige
Energiepreise für die Industrie angewiesen,
insbesondere in Deutschland."
ROLAND HARINGS, Vorstandsvorsitzender
Wirtschaftliche Entwicklung9 Monate 2022/23Der Aurubis-Konzern erzielte in den ersten 9 Monaten
2022/23 ein sehr gutes operatives Ergebnis vor Steuern
(EBT) in Höhe von 406 Mio. € (Vj. 426 Mio.
€). Das EBT war im Vergleich zum Vorjahr positiv
beeinflusst durch gestiegene Schmelz- und
Raffinierlöhne für Konzentrate und eine deutlich
höhere Aurubis-Kupferprämie bei weiterhin hoher
Nachfrage nach Gießwalzdraht. Gegenläufig
wirkten ein niedrigeres Metallergebnis, deutlich reduzierte
Schwefelsäureerlöse, inflationsbedingt gestiegene
Kosten im Konzern sowie Anlaufkosten für die in
Umsetzung befindlichen strategischen Projekte. Der
operative Return on Capital Employed (ROCE) betrug 15,1 %
(Vj. 17,1 %). Der Prognosekorridor für das
Geschäftsjahr 2022/23 für das operative EBT von
450 - 550 Mio. € wird bestätigt. Das
IFRS-Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 207 Mio. €
(Vj. 793 Mio. €).
Der Aurubis-Konzern hat in den ersten 9 Monaten des
Geschäftsjahres 2022/2023 Umsatzerlöse in
Höhe von 12.951 Mio. € (Vj. 14.277 Mio. €)
erzielt. Diese rückläufige Entwicklung war im
Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
gesunkenen Metallpreise, insbesondere für
Industriemetalle, zurückzuführen, bei einer
weiterhin hohen Nachfrage nach Gießwalzdraht.
Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) - als eine
unserer Konzernsteuerungsgrößen - betrug 406
Mio. € (Vj. 426 Mio. €) und war im Vergleich zum
sehr guten Vorjahr positiv beeinflusst durch:
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Gegenläufig wirkten:
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Anteil wesentlicher Ergebniskomponenten im Aurubis-Konzern zum 30.06. YTD 2022/23 (YTD Vorjahreswerte)
Für Erläuterungen zur Herleitung des operativen Ergebnisses auf Basis des Ergebnisses nach IFRS verweisen wir aufUnsere zweite Konzernsteuerungsgröße, der
operative ROCE (unter Berücksichtigung des operativen
EBIT der letzten 4 Quartale) reduzierte sich bei weiterhin
guter Ertragslage auf 15,1 % (Vj. 17,1 %). Temporär
hohe Vorrats bestände sowie hohe
Investitionsauszahlungen für die Umsetzung unserer
Wachstumsstrategie führten zu einem Anstieg des
eingesetzten Kapitals im Vergleich zum Vorjahresstichtag.
Eine Herleitung des ROCE ist auf Q Seite 12 dargestellt.
Im 3. Quartal 2022/23 wirkten neben den bereits
genannten Faktoren insbesondere niedrigere Energiekosten
aufgrund gesunkener Preise für Gas und Strom, aktives
Energiemanagement sowie zusätzlich eine
Versicherungserstattung im Zusammenhang mit der
Flutkatastrophe im Juli 2021 am Standort Stolberg in
Höhe von rund 15 Mio. € positv auf das Ergebnis.
Der Netto-Cashflow gestaltete sich in den ersten 9
Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 mit 73 Mio. €
positiv und lag somit bei weiterhin hohen
Vorratsbeständen über dem Niveau des Vorjahres
(Vj. 11 Mio. €). Der Netto-Cashflow unterliegt
unterjährigen Schwankungen, die sich im Laufe des
Geschäftsjahres wieder ausgleichen.
Segmente & MärkteDas Segment Multimetal Recycling (MMR) fasst die
Recyclingaktivitäten im Konzern und damit die
Verarbeitung von Altkupfer, organischen und anorganischen
metallhaltigen Recyclingrohstoffen sowie industriellen
Rückständen zusammen. Zum Segment zählen die
Recyclingaktivitäten der Standorte Lünen
(Deutschland), Olen und Beerse (beide Belgien) sowie der
Standort Berango (Spanien).
Das Segment MMR erzielte im Berichtszeitraum ein
operatives EBT von 143 Mio. € (Vj. 186 Mio. €).
Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis durch höhere
Raffinierlöhne aufgrund eines höheren Einsatzes
von Blisterkupfer und Elektronikschrotten. Ebenfalls
positiv wirkten höhere Raffinierlöhne für
sonstige Recyclingmaterialien. Gegenläufig wirkten im
Vergleich zum Vorjahr ein einsatzbedingt niedrigeres
Metallergebnis bei rückläufigen Metallpreisen,
insbesondere bei den Industriemetallen, inflationsbedingt
gestiegene Kosten sowie Anlaufkosten für die in
Umsetzung befindlichen strategischen Projekte (insbesondere
Aurubis Richmond). Der operative ROCE des Segments lag mit
15,8 % weiterhin über der Konzernzielgröße
von 15 %, jedoch unter dem sehr guten Vorjahreswert (Vj.
35,5 %). Im ROCE der Vorjahresvergleichsperiode wirkten
noch hohe Raffinierlöhne für Altkupfer auf die
Ertragslage. Ferner stieg das Capital Employed u. a.
aufgrund der hohen Wachstumsinvestitionen insbesondere in
Aurubis Richmond, USA, an.
Neben den bereits genannten Faktoren wirkten auch die im
3. Quartal 2022/23 deutlich niedrigeren Energiekosten
aufgrund gesunkener Preise für Gas und Strom sowie
aktives Energiemanagement positiv auf das Ergebnis.
Anteil wesentlicher Ergebniskomponenten
im Segment
|
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| in Mio. € | 30.06.2023 | 30.09.2022 |
| Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 167 | 167 |
| Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 40 | 42 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 207 | 209 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 23 | 106 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 10 | 12 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 33 | 118 |
| Finanzverbindlichkeiten | 240 | 327 |
Zum 30.06.2023 standen dem Konzern Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 243 Mio.
€ (30.09.2022: 706 Mio. €) zur Verfügung.
Die Netto-Finanzposition zum 30.06.2023 betrug somit 3
Mio. € (30.09.2022: 379 Mio. €) und stellte sich
wie folgt dar:
| in Mio. € | 30.06.2023 | 30.09.2022 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 243 | 706 |
| - Finanzverbindlichkeiten | 240 | 327 |
| Netto- Finanzposition | 3 | 379 |
Der Netto-Cashflow gestaltetete sich in den ersten 9
Monaten des Geschäftsjahres 2022/23 mit 73 Mio. €
positiv und lag somit bei weiterhin hohen
Vorratsbeständen über dem Niveau des Vorjahres
(Vj. 11 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief
sich auf -353 Mio. € (Vj. -141 Mio. €) und
beinhaltete vor allem Auszahlungen für Investitionen
in Sachanlagen in Höhe von insgesamt -348 Mio. €
(Vj. -208 Mio. €). Die hohe Investitionstätigkeit
erstreckte sich über den gesamten Konzern. In den Bau
der Recyclinganlage in Richmond (USA) flossen in den ersten
9 Monaten des Geschäftsjahres insgesamt
Investitionsmittel in Höhe von 129 Mio. €.
Unter Berücksichtigung von Zinsauszahlungen in
Höhe von -14 Mio. € und einer Dividendenzahlung
in Höhe von -79 Mio. € ergibt sich ein Free
Cashflow von -372 Mio. € (Vj. -211 Mio. €).
| in Mio. € | 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 |
| Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 1 | 73 | 11 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -353 | -141 |
| Zinsauszahlung | -14 | -11 |
| Dividendenzahlung | -79 | -70 |
| Free Cashflow | -372 | -211 |
| Aus- / Einzahlungen aus Finanzverbindlichkeiten (netto) | -90 | -284 |
| Veränderung der Zahlungsmittel | -462 | -495 |
| Zahlungsmittel zum Stichtag | 243 | 470 |
Der Return on Capital Employed (ROCE) stellt die
Verzinsung des im operativen Geschäft oder für
eine Investition eingesetzten Kapitals dar. Er wird unter
Berücksichtigung des operativen EBIT der letzten 4
Quartale ermittelt.
Der operative ROCE verringerte sich aufgrund hoher
Wachstumsinvestitionen sowie der temporär höheren
Vorratsbestände bei weiterhin guter Ertragslage auf
15,1 % gegenüber 17,1 % in der Vergleichsperiode.
| in Mio. € | 30.06.2023 | 30.06.2022 |
| Anlagevermögen ohne Finanzanlagen | 2.231 | 1.956 |
| Vorräte | 2.592 | 2.150 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 640 | 890 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 211 | 409 |
| - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -1.656 | -1.681 |
| - Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten | -562 | -744 |
| Eingesetztes Kapital (Capital Employed) zum Stichtag | 3.457 | 2.980 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 512 | 490 |
| Finanzergebnis | -13 | 11 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 1 | 500 | 500 |
| Beteiligungsergebnis At Equity | 24 | 9 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (EBIT) 1 - adjusted | 523 | 509 |
| Rendite auf das eingesetzte Kapital (operativer ROCE) | 15,1 % | 17,1 % |
Die Hauptversammlung der Aurubis AG hat am 16.02.2023
der vom Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Dividende
von 1,80 € je Aktie für das Geschäftsjahr
2021/22 zugestimmt.
Die Auszahlung der Dividende in Höhe von rund 79
Mio. € erfolgte am dritten Bankarbeitstag nach der
Hauptversammlung. Die Hauptversammlung der Aurubis AG hat
ferner einer Anpassung des Systems zur Vergütung der
Mitglieder des Vorstands der Aurubis AG mit Wirkung zum
01.10.2023 sowie Satzungsänderungen zur Amtszeit der
Aufsichtsratsmitglieder und zur virtuellen Hauptversammlung
zugestimmt.
Des Weiteren wurden die Anteilseignervertreter des
Aufsichtsrats neu gewählt, namentlich Frau Kathrin
Dahnke, Herr Gunnar Groebler, Herr Prof. Dr. Markus Kramer,
Herr Dr. Stephan Krümmer, Frau Dr. Sandra Reich und
Herr Prof. Dr. Fritz Vahrenholt.
Am 20.12.2022 informierte die Aurubis AG den
Kapitalmarkt über ein umfangreiches Wachstumspaket und
eine damit einhergehende flexiblere
Dividendenausschüttung. Die Finanzierung der
Wachstumsprojekte wird im Wesentlichen aus dem laufenden
Cashflow getragen werden. Gleichzeitig stellt Aurubis
sicher, dass die Aktionärinnen und Aktionäre
weiterhin angemenssen am Ergebnis der Gesellschaft
beteiligt werden.
Die Aurubis AG hat am 21.04.2023 in einer
Ad-hoc-Mitteilung vorläufige Ergebnisse des 2.
Quartals 2022/23 und die Erhöhung der
Gesamtjahresprognose 2022/23 veröffentlicht. Der
Aurubis-Konzern erwartet nun für das
Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen 450
Mio. € und 550 Mio. € (zuvor: 400 - 500 Mio.
€) und einen ROCE von 14 - 18 % (zuvor: 11 - 15 %).
Im Segment Multimetal Recycling wird für das
Geschäftsjahr 2022/23 nun ein operatives EBT zwischen
110 und 170 Mio. € (zuvor: 100 - 160 Mio. €) und
ein operativer ROCE zwischen 13 - 17 % (zuvor: 11 - 15 %),
erwartet.
Im Segment Custom Smelting & Products wird nun
für das Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT
zwischen 390 und 450 Mio. € (zuvor: 350 - 410 Mio.
€) und ein operativer ROCE zwischen 18 - 22 % (zuvor:
15 - 19 %), erwartet.
Für zusätzliche Informationen verweisen wir
auf unsere Angaben im Geschäftsbericht 2021/22 sowie
den Zwischenbericht 6 Monate 2022/23.
Grundsätzlich haben sich die im
Geschäftsbericht 2021/22 und im Zwischenbericht zum 1.
Halbjahr dargestellten Risiken im 3. Quartal 2022/23 nicht
verändert.
Unsere Produkte und Prozesse sind Eckpfeiler der
Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Die
Nachfrage nach unseren Metallen steigt kontinuierlich. Mit
unseren Wachstumsprojekten schaffen wir neue
Kapazitäten in Europa und den USA und bauen unsere
führende Rolle als nachhaltigster und effizientester
Hüttenverbund der Welt weiter aus.
Am 13.06.2023 informierte die Aurubis im Rahmen eines
Capital Market Days über die Umsetzung der Strategie
"Metals for Progress: Driving Sustainable Growth", aktuelle
Marktentwicklungen und Prognosen sowie die Einzigartigkeit
des Aurubis-Hüttennetzwerks und dessen weitere
Optimierung durch die in der Umsetzung befindlichen
Investitionsprojekte. Durch die gezielte Nutzung von
Skaleneffekten im Hüttennetzwerk wird durch optimierte
Materialflüsse der Anteil vermarktbarer Metalle weiter
gesteigert, Abfallströme minimiert und aus allen
Einsatzmaterialien werthaltige Produkte erzeugt. Die
konsequente Umsetzung der Aurubis Strategie zeigte Aurubis
am Beispiel der drei wesentlichen Wachstumsprojekte Aurubis
Richmond, Complex Recycling Hamburg (CRH) und
Batterierecycling auf. Nachhaltigkeit ist Teil der
Aurubis-Strategie. Hierzu wurden Maßnahmen zur
Senkung der Scope 1- und 2-Emission bis 2030 um 50 %
erläutert. Der größte Anteil soll dabei
durch Reduktion der Scope-2-Emissionen über eine
Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im
Strommix und direkte Maßnahmen für eine
höhere Energieeffizienz kommen. Darüber hinaus
wird für die Reduktion der Scope 1-Emissionen
beispielsweise der Einsatz von Ammoniak als CO
2-neutraler Brennstoff in der Hamburger
Drahtanlage getestet.
Zudem steht Aurubis derzeit vor der Inbetriebnahme einer
Pilotanlage zum Einsatz von Ultrahochtemperaturhydrolyse,
bei der kohlenstoffhaltige Recyclingmaterialien zur
Gewinnung von synthetischem Gas und der direkten Separation
von Kohlenstoff genutzt werden. Das Hydrolyse-Verfahren
besitzt das Potenzial, den externen Bezug von Erdgas
erheblich zu reduzieren, CO2-Emissionen aus
kohlenstoffhaltigen Recyclingmaterialien direkt zu
reduzieren und damit Scope 1-Emissionen und auch
Energiekosten zu senken. Ferner trägt die industrielle
Abwärme der Aurubis mit einem CO2-Einsparpotenzial von
bis zu 120.000 t entscheidend dazu bei, dass die Stadt
Hamburg die ambitionierten Ziele bei der
Fernwärmeversorgung erreichen wird. In Kooperation mit
dem Energieversorger enercity beliefert Aurubis bereits
seit 2018 den Hamburger Stadtteil HafenCity Ost mit
Wärme. Mit dem Unternehmen Wärme Hamburg werden
ab der Heizperiode 2024/25 weitere Teile der Hansestadt
über die CO2-freie Industriewärme der Aurubis
versorgt.
Aurubis wird bis Endes des Geschäftsjahres 2025/26
in acht strategische Wachstumsprojekte rund 1,2 Mrd. €
investieren. Die acht Projekte (Aurubis Richmond I & II
(USA), Complex Recycling (Hamburg), BOB, ASPA (beide
Belgien), Industriewärme II (Hamburg) sowie dem Ausbau
der Photovoltaik in Bulgarien) werden bereits ab dem
Geschäftsjahr 2024/25 positive EBITDA-Beiträge
liefern, die bis zum Geschäftsjahr 2029/30 kumuliert
auf 1,3 Mrd. € ansteigen und damit die
Investitionsausgaben übertreffen. Die Umsetzung dieser
strategischen Wachstumsprojekte wird sich positiv auf die
BruttoMarge des Konzerns auswirken. Aurubis finanziert
diese und zukünftige Investitionen vor allem aus
eigenen Mitteln und kann auf eine sehr solide
Bilanzstruktur zurückgreifen. Bis die derzeit acht
Wachstumsprojekte umgesetzt sind, wird Aurubis weiterhin
kaum Verschuldung aufweisen (Anstieg Debt Coverage von
aktuell -0,2 auf maximal 1,0). Das Unternehmen plant mit
einer Eigenkapitalquote von oberhalb 45 % (aktuell: ~57,5
%).
Zusätzlich zu den acht in Umsetzung befindlichen
Wachstumsprojekten verfügt Aurubis über eine
attraktive Projektpipeline und berücksichtigt in der
Mittelfristplanung bereits weitere potenzielle
Wachstumsinitiativen mit einem zusätzlichen
Investitionsvolumen von rund 280 Mio. €, die bis Ende
des laufenden Jahrzehnts umgesetzt werden könnten.
Aurubis wird sich weiterhin auf ein beschleunigtes
Wachstum konzentrieren. Insbesondere im US-Markt sieht
Aurubis großes strategisches Wachstumspotential.
Aurubis Richmond ist für Aurubis der erste Schritt auf
dem Weg zu einem auch in Nordamerika vollintegrierten
Kupferproduzenten. Durch künftige Investitionen in die
nachgelagerte Kupfer-Wertschöpfungskette wäre
Aurubis in der Lage, die Kreislaufwirtschaft in den USA
weiter zu stärken.
Aurubis ist ideal positioniert, um am künftigen
Wachstum im Batterierecycling zu partizipieren - einem
attraktiven Markt, der mittel- und langfristig hohe
Wachstumspotenziale bietet. In einer Pilotanlage für
Batterie-Recycling hat Aurubis überzeugende Ergebnisse
erzielt. Wir gehen davon aus, dass das verfügbare
Angebot an sogenannter Schwarzer Masse insbesondere durch
eine Zunahme von verfügbaren Altbatterien für
Elektrofahrzeuge (EV-Batterien) nicht nur in Europa ab 2028
stark ansteigen wird - und damit in das industrielle
Recycling von Altbatterien. Aktuell arbeiten wir an dem Bau
einer Demoanlage, mit der wir ab 2024 die ersten
kommerziellen Aktivitäten im Batterie-Recycling
umsetzen werden.
Wie im Dezember 2022 bekanntgegeben, wird die
Dividendenpolitik von Aurubis zukünftig flexibler
gestaltet, um dem beschleunigten Wachstumskurs Rechnung zu
tragen. Gleichzeitig sollen Aktionäre auch
zukünftig angemessen am Unternehmensgewinn
partizipieren. Die zukünftige Kapitalallokation wird
zudem stärker auf strategisches Wachstum ausgerichtet,
wobei Aurubis sein langfristiges Ziel bestätigt, auch
weiterhin einen konzernweiten operativen Return on Capital
Employed (ROCE) von mindestens 15 % zu erwirtschaften.
Zudem soll der operative ROCE auch während der
Hochlaufphase oberhalb der gewichteten Kapitalkosten des
Konzerns liegen.
Für ausführliche Erläuterungen zu unserer
Strategie verweisen wir auf den Geschäftsbericht
2021/22, den Zwischenbericht 6 Monate 2022/23 sowie
insbesondere den Capital Market Day. Eine Aufzeichnung des
Webcasts und die Präsentation zum Capital Market Day
finden Sie auf der Website der Aurubis AG. Q
www.aurubis.com/investor-relations/publikationen/
capital-market-day
Am 22.06.2023 erfolgte der Spatenstich für den
Neubau einer hochmodernen Produktionsanlage bei der
Aurubis-Tochter RETORTE in Röthenbach a.d.Pegnitz.
RETORTE ist seit Jahren ein erfolgreiches Unternehmen im
Spezialmarkt der Selenproduktion und ein wichtiger Baustein
des Aurubis MultimetallWertstoffkreislaufes. In Summe
investiert RETORTE rund 7 Mio. € in die neue
Produktionsanlage für die Synthese, Trocknung und
Mischung von Selenprodukten mit einem jährlichen
Durchsatzvolumen von ca. 50 t.
Im Zuge des geplanten Wartungsstillstands hat Aurubis
seine Produktionsanlagen im Werk Pirdop auf den neuesten
Stand der Technik gebracht und weitere Verbesserungen
implementiert. Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten
laufen die Anlagen in Pirdop seit 28.06.2023 wieder im
Vollbetrieb. Bei dem 40-tägigen, technisch und
logistisch hochkomplexen Großprojekt wurden mehr als
130 Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in allen
wesentlichen Produktionsbereichen des Werkes umgesetzt. Das
Projekt mit einem gesamten Investitionsvolumen von rund 60
Mio. € wurde im geplanten Zeit- und Budgetrahmen
abgeschlossen. Neben der Implementierung von
Investitionsprojekten und Optimierungen, die die
Energieeffizienz des Werkes weiter steigern, wurde ein
zweites Anodengießrad inklusive sämtlicher
Zuleitungen zu den Anodenöfen montiert. Hierdurch wird
die Anlagenverfügbarkeit und damit die Stabilität
der Produktion weiter erhöht. Damit zahlt der
Großstillstand neben den Faktoren Sicherheit und
Prozesseffizienz vor allem auf die Umweltbilanz des
Standortes ein: Die Effizienzmaßnahmen, die im Zuge
der Arbeiten umgesetzt wurden, verringern die CO
2-Emissionen des Werkes um weitere 2.100 t pro
Jahr und verbessern gleichzeitig die Energieeffizienz der
Produktion. Diese Investitionen tragen auch zum
Nachhaltigkeitsziel der Aurubis bei, die CO2-Emissio-nen
aus der Produktion und dem Energieeinsatz (Scope 1 & 2)
bis 2030 um 50 % zu senken.
Als eine der ersten Kupferhütten weltweit kann das
Hamburger Werk der Aurubis in Anodenöfen künftig
Wasserstoff anstelle von Erdgas zur Reduktion einsetzen.
Mit der Investition von rund 40 Mio. € geht Aurubis
einen weiteren wichtigen Schritt in der Transformation zur
Klimaneutralität: Die neue Technologie bedeutet ein
Einsparpotenzial von rund 5.000 t CO2 pro Jahr bei
vollständigem Einsatz von Wasserstoff. Mit dem
Austausch der Anodenöfen, der im Rahmen des für
Frühjahr 2024 angesetzten turnusmäßigen
Wartungsstillstands des Werks erfolgt, realisiert Aurubis
einen weiteren Meilenstein seiner
Dekarbonisierungsstrategie. Auch bevor ausreichend
Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Konditionen auf dem
Markt zur Verfügung steht, tragen die neuen
Anodenöfen bereits zur Dekarbonisierung der Produktion
bei: Die neuen Anlagen arbeiten effizienter und verbrauchen
zukünftig rund 30 % weniger Erdgas, das bedeutet ein
Einsparpotenzial von fast 1.200 t CO2 pro Jahr.
Zusätzlich zur Dekarbonisierung der Produktion
verbessern die neuen Öfen auch die Flexibilität
der Prozessführung. Im Vergleich zu den heutigen
Anlagen befähigt die neue Ofentechnologie zur
Verarbeitung komplexerer metallhaltiger Kupferkonzentrate.
So kann Aurubis in Deutschland künftig mehr wertvolle
Rohstoffe noch effizienter gewinnen, um den steigenden
Bedarf aus beispielsweise der Elektromobilität zu
befriedigen.
Renommierte Research Institute gehen, wie Aurubis,
weiter von einem nachfrage- und angebotsseitigen Wachstum
des Marktes für Kupferkonzentrate im Kalenderjahr 2023
aus. Durch das Kapazitätswachstum in bestehenden Minen
weltweit sowie durch das Hochfahren neuer Projekte wird ein
Wachstum der globalen Minenproduktion erwartet, welches das
Wachstum der globalen Hüttenwerkskapazitäten
übersteigt.
Im November 2022 wurde ein Benchmarkabschluss für
Jahresverträge in 2023 zu 88 US$/t und 8,8 cts/lb.
(Vj. 65 US$/t und 6,5 cts/lb.) abgeschlossen. Dies
entspricht einem Anstieg von 35 % gegenüber dem Jahr
2022. Seit dem Referenzabschluss haben sich die Spotraten
für die Verarbeitung von reinen Kupferkonzentraten
weitestgehend stabil im Bereich zwischen 80 - 91 US$/t
bewegt. Aurubis ist durch seine Positionierung am Markt mit
langfristigen Vertragsstrukturen nur in geringem Umfang am
Spotmarkt aktiv. Wir sind an unseren Primärstandorten
Hamburg und Pirdop bereits bis über das 4. Quartal des
Geschäftsjahres 2022/23 hinaus mit Konzentraten zu
guten Schmelz- und Raffinierlöhnen versorgt.
Das Geschäft mit Altkupfer und sonstigen
Recyclingmaterialien ist von kurzfristiger Natur und weiter
von vielfältigen Einflüssen wie Metallpreisen und
Sammelaktivitäten der Recyclingindustrie
abhängig. Grundsätzlich erwarten wir sowohl bei
Altkupfer als auch den sonstigen Recyclingmaterialien
für den restlichen Verlauf des Geschäftsjahres
ein weitestgehend stabiles Marktumfeld mit guten
Raffinierlöhnen. Wir sind in unserem
Hüttennetzwerk bis weit in das 4. Quartal hinein mit
Recyclingmaterial mit guten Raffinierlöhnen versorgt.
Vereinzelte Materialgruppen, wie bspw. Schreddermaterialien
werden im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres
aufgrund geringerer Abwrackaktivitäten von Automobilen
im reduzierten Umfang am Markt verfügbar sein. Unsere
breite Marktaufstellung und ein diversifiziertes
Lieferantennetzwerk federn etwaige Versorgungsrisiken ab.
Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres
2022/23 erwartet Aurubis eine weiterhin hohe Nachfrage nach
Kupferkathoden und Gießwalzdraht in unseren
Abnehmermärkten, wobei die Nachfrage in einzelnen
Branchen, insbesondere der Bauindustrie unverändert
schwach ist. Die Nachfrage nach Stranggussformaten und
Flachwalzprodukten erwarten wir auf gegenüber Vorjahr
reduziertem Niveau.
In Nordwesteuropa erwarten die Researchinstitute ICIS
und CRU weiter eine reduzierte Nachfrage von der in Europa
ansässigen chemischen und Düngemittelindustrie.
Auch in unseren Exportmärkten USA und Südamerika
gehen wir von einem gegenüber dem Vorjahr reduzierten
Preisniveau aus. In Summe planen wir mit einer negativen
Entwicklung der Erlössituation der Schwefelsäure
gegenüber dem außerordentlich guten Vorjahr.
Für das laufende Geschäftsjahr 2022/23
antizipieren wir unter Berücksichtigung der geplanten
und durchgeführten Wartungsstillstände,
insbesondere an unserem Standort in Pirdop, einen leicht
geringeren Durchsatz an Konzentraten.
Unser Ergebnis unterliegt quartalsweisen Schwankungen.
Dies hat saisonale und marktbezogene Gründe, kann aber
auch durch geplante Wartungsstillstände der Anlagen
sowie Störungen einzelner Aggregate verursacht sein.
Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022/23 erfolgt
auf Basis von Markteinschätzungen und folgenden
Prämissen:
| ― |
Ein gegenüber dem Vorjahr erhöhter Benchmarkabschluss für Kupferkonzentrate zu 88 US$/t und 8,8 cents/lb wird zu höheren Schmelz- und Raffinierlöhnen im verbleibenden Geschäftsjahr 2022/23 führen. |
| ― |
Für Altkupfer bleibt das Geschäft von kurzfristiger Natur und schwer prognostizierbar. Wir erwarten grundsätzlich ein weitestgehnd stabiles Marktumfeld für den restlichen Verlauf des Geschäftsjahres. |
| ― |
Wir gehen von einem gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierten Ergebnisbeitrag der Schwefelsäure aufgrund der aktuellen Marktsituation aus. |
| ― |
Wir erwarten grundsätzlich eine weiter hohe Nachfrage nach den von Aurubis produzierten Metallen. |
| ― |
Wesentliche Teile des zu erwartenden Metallmehrausbringens haben wir bereits preislich durch Hedging-Aktivitäten gesichert. |
| ― |
Die Aurubis-Kupferprämie wurde auf 228 US$/t für das Kalenderjahr 2023 festgesetzt (Vj. 123 US$/t). |
| ― |
Trotz der aktuell gesunkenen Energiepreise gehen wir auch für das Geschäftsjahr 2022/23 von hohen Energiekosten aus. Durch Hedging-Aktivitäten federn wir Preisrisiken teilweise ab. Zusätzlich wirken CO 2-Strompreiskompensatio-nen und die Strompreisdeckelung in Bulgarien zeitversetzt. |
| ― |
Wesentliche Teile unserer Einnahmen sind US-Dollarbasiert. Im Rahmen unserer Hedging-Strategie haben wir wesentliche Teile der US-Dollar-Ergebnisse bereits abgesichert. |
Insgesamt erwarten wir für den Aurubis-Konzern im
Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen 450
Mio. € bis 550 Mio. € und einen operativen ROCE
zwischen 14 % und 18 %.
Im Segment Multimetal Recycling erwarten wir für
das Geschäftsjahr 2022/23 ein operatives EBT zwischen
110 Mio. € und 170 Mio. € und einen operativen
ROCE zwischen 13 % und 17 %. Der im Vergleich zum Vorjahr
geringere ROCE ergibt sich u. a. durch die deutlich
gestiegene Investitionstätigkeit.
Im Segment Custom Smelting & Products planen wir
für das Geschäftsjahr 2022/23 mit einem
operativen EBT zwischen 390 Mio. € und 450 Mio. €
und einem operativen ROCE zwischen 18 % und 22 %.
| operatives EBT | operativer ROCE | |
| in Mio. € | in % | |
| Konzern 1 | 450 - 550 | 14 - 18 |
| Segment Multimetal Recycling | 110 - 170 | 13 - 17 |
| Segment Custom Smelting & Products | 390 - 450 | 18 - 22 |
Die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns
erfolgen auf Grundlage eines operativen Ergebnisses, um den
Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von
Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung abbilden
zu können. Die Herleitung des operativen Ergebnisses
aus der IFRS-Ertragslage erfolgt durch:
| ― |
Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung des IAS 2; dabei werden die aus der Anwendung der Durchschnittsmethode resultierenden Metallpreisschwankungen eliminiert. Ebenso werden nicht dauerhafte stichtagsbezogene Abwertungen und Zuschreibungen auf Metallvorratsbestände eliminiert |
| ― |
Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von Metallderivategeschäften, bezogen auf die Hauptmetallbestände |
| ― |
Bereinigung um nicht realisierte stichtagsbedingte Effekte aus Marktbewertungen von energiebezogenen Derivategeschäften |
| ― |
Eliminierung von nicht zahlungswirksamen Effekten aus Kaufpreisallokationen |
| ― |
Bereinigung um Effekte aus der Anwendung des IFRS 5 |
Zum 30.09.2022 wurde die Herleitung des operativen
Ergebnisses angepasst. Für Vergleichszwecke wurden die
Vorjahreswerte angepasst.
Für zusätzliche Informationen verweisen wir
auf unsere Angaben im Q Geschäftsbericht 2021/22.
Das IFRS EBT in Höhe von 207 Mio. € (Vj. 793
Mio. €) hat das Vorjahr deutlich unterschritten. Die
Veränderung war, neben den bereits in der
Erläuterung zur operativen Ertragslage beschriebenen
Ergebniseffekten, durch die Metall- und
Energiepreisentwicklung begründet. Die Anwendung der
Durchschnittsmethode führt zu Metallpreisbewertungen,
die nah an den Marktpreisen liegen.
Metallpreisvolatilitäten haben daher direkte
Auswirkungen auf
Bestandsveränderungen/Material-aufwendungen und somit
auf das IFRS-Rohergebnis.
Das IFRS-Rohergebnis beinhaltet in den ersten 9 Monaten
des Geschäftsjahres 2022/23 Bewertungseffekte im
Vorratsvermögen aus der Anwendung des IAS 2 in
Höhe von -88 Mio. € (Vj. 239 Mio. €). Die
Abbildung dieser Volatilität ist nicht
Cashflow-relevant und spiegelt auch nicht die operative
Performance von Aurubis wider.
Die Herleitung der operativen Ergebnisse der ersten 9
Monate des Geschäftsjahres 2022/23 und des
Vorjahresvergleichszeitraums aus der IFRS-Gewinn- und
Verlustrechnung wird in der nachfolgenden Tabellen
dargestellt.
| 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 | |||||
| in Mio. € | IFRS | Bereinigungseffekte | operativ | IFRS | Bereinigungseffekte | operativ |
| Umsatzerlöse | 12.951 | 0 | 12.951 | 14.277 | 0 | 14.277 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 282 | 15 | 297 | 108 | -1 | 107 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 34 | 0 | 34 | 20 | 0 | 20 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 149 | 0 | 149 | 149 | 0 | 149 |
| Materialaufwand | -12.378 | 180 | -12.198 | -12.953 | -356 | -13.309 |
| Rohergebnis | 1.038 | 195 | 1.233 | 1.601 | -357 | 1.244 |
| Personalaufwand | -435 | 0 | -435 | -439 | 0 | -439 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -148 | 2 | -146 | -140 | -1 | -141 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -255 | 0 | -255 | -233 | 0 | -233 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 200 | 197 | 397 | 789 | -358 | 431 |
| Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen | 14 | 2 | 16 | 11 | -9 | 2 |
| Zinserträge | 8 | 0 | 8 | 6 | 0 | 6 |
| Zinsaufwendungen | -15 | 0 | -15 | -13 | 0 | -13 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) | 207 | 199 | 406 | 793 | -367 | 426 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -40 | -44 | -84 | -204 | 108 | -96 |
| Konzernergebnis | 167 | 155 | 322 | 589 | -259 | 330 |
Vorjahreswerte angepasst.
Die IFRS Bilanzsumme reduzierte sich von 7.447 Mio.
€ zum 30.09.2022 auf 7.323 Mio. € zum 30.06.2023.
Ursächlich für die leichte Verminderung
gegenüber dem letzten Geschäftsjahr war die im
Vergleich zur operativen Bilanz aufgrund von
Bewertungseffekten geringer ausgeprägte Erhöhung
der Vorratsbestände. Darüber hinaus wirkten
negative Bewertungseffekte aus Energie bezogenen
Derivategeschäften.
Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich um 57
Mio. € von 4.258 Mio. € zum Ende des letzten
Geschäftsjahres auf 4.315 Mio. € zum 30.06.2023.
Die Erhöhung erfolgte einhergehend mit dem
Konzerngesamtergebnis in Höhe von 136 Mio. €.
Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung in Höhe
von -79 Mio. €. Insgesamt lag die
IFRS-Eigenkapitalquote am 30.06.2023 bei 58,9 %
gegenüber 57,2 % zum Ende des letzten
Geschäftsjahres.
Die Herleitung der operativen Bilanz zum 30.06.2023 und
des Vergleichsstichtags 30.09.2022 aus der IFRS Bilanz wird
in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| 30.06.2023 | 30.09.2022 | |||||
| in Mio. € | IFRS | Bereinigungseffekte | Operativ | IFRS | Bereinigungseffekte | Operativ |
| Aktiva | ||||||
| Anlagevermögen | 2.281 | -30 | 2.251 | 2.069 | -34 | 2.035 |
| Latente Steuern | 12 | 1 | 13 | 18 | 1 | 19 |
| Langfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 44 | -2 | 42 | 172 | -114 | 58 |
| Vorräte | 3.907 | -1.315 | 2.592 | 3.553 | -1.351 | 2.202 |
| Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 836 | -39 | 797 | 929 | -23 | 906 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 243 | 0 | 243 | 706 | 0 | 706 |
| Summe Aktiva | 7.323 | -1.385 | 5.938 | 7.447 | -1.521 | 5.926 |
| Passiva | ||||||
| Eigenkapital | 4.315 | -898 | 3.417 | 4.258 | -1.056 | 3.202 |
| Latente Steuern | 583 | -387 | 196 | 638 | -431 | 207 |
| Langfristige Rückstellungen | 123 | 0 | 123 | 121 | 0 | 121 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 315 | -98 | 217 | 225 | -5 | 220 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 57 | 0 | 57 | 68 | 0 | 68 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.930 | -2 | 1.928 | 2.137 | -29 | 2.108 |
| Summe Passiva | 7.323 | -1.385 | 5.938 | 7.447 | -1.521 | 5.926 |
Vorjahreswerte angepasst.
| in Mio. € | 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 207 | 793 |
| (Zu-) Abschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens | 148 | 140 |
| Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1 | 0 |
| Veränderung langfristiger Rückstellungen | -3 | 4 |
| Ergebnis im Zusammenhang mit der Investitionstätigkeit | 1 | 0 |
| Bewertung von Derivaten | 166 | -14 |
| Sonstiges nicht zahlungswirksames Ergebnis | 4 | 4 |
| Aufwendungen und Erträge aus dem Finanzergebnis | -7 | -4 |
| Zinseinzahlungen 1 | 8 | 6 |
| Ein-/Auszahlungen für Ertragsteuern | -56 | -67 |
| Brutto-Cashflow | 470 | 860 |
| Veränderung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte | 3 | -410 |
| Veränderung der Vorräte (inkl. Bewertungseffekte) | -367 | -711 |
| Veränderung kurzfristiger Rückstellungen | -11 | -13 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) | -22 | 283 |
| Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) | 73 | 11 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | -368 | -216 |
| Auszahlungen aus der Gewährung von Krediten und Darlehen an nahestende Unternehmen | -1 | 0 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 10 | 66 |
| Einzahlungen aus der Tilgung von nahestehenden Unternehmen gewährten Krediten und Darlehen | 0 | 1 |
| Erhaltene Dividenden | 6 | 9 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -353 | -141 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 26 | 16 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und Finanzverbindlichkeiten | -116 | -300 |
| Zinsauszahlungen | -14 | -11 |
| Dividendenzahlungen | -79 | -70 |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit | -182 | -365 |
| Veränderung der Zahlungsmittel | -461 | -496 |
| Veränderungen aus Wechselkursänderungen | -1 | 0 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | 706 | 965 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 243 | 470 |
| Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte am Ende der Periode | 0 | -21 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode (Konzernbilanz) | 243 | 449 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| in Mio. € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Eigene Anteile | Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital | Marktbewertung von Cashflow Sicherungen | Kosten der Absicherung |
| Stand am 01.10.2021 | 115 | 343 | -60 | 3.025 | 18 | 0 |
| Verkauf von Finanzinvestitionen | 0 | 0 | 0 | 12 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | -70 | 0 | 0 |
| Konzerngesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 626 | 7 | -1 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 588 | 0 | 0 |
| davon sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 38 | 7 | -1 |
| Stand am 30.06.2022 | 115 | 343 | -60 | 3.594 | 25 | -1 |
| Stand am 01.10.2022 | 115 | 343 | -60 | 3.794 | 47 | -1 |
| Verkauf von Finanzinvestitionen | 0 | 0 | 0 | 6 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | -79 | 0 | 0 |
| Konzerngesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 163 | -21 | 1 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 167 | 0 | 0 |
| davon sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 0 | -4 | -21 | 1 |
| Stand am 30.06.2023 | 115 | 343 | -60 | 3.885 | 26 | 0 |
| Kumuliertes sonstiges Ergebnis | ||||||
| in Mio. € | Marktbewertung von Finanzinvestitionen | Währungsänderungen | Ertragsteuern | Anteile der Aktionäre der AurubisAG | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
| Stand am 01.10.2021 | -5 | 13 | -7 | 3.442 | 1 | 3.443 |
| Verkauf von Finanzinvestitionen | -12 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | -70 | 0 | -70 |
| Konzerngesamtergebnis | 19 | 9 | -4 | 656 | 0 | 656 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 588 | 0 | 589 |
| davon sonstiges Ergebnis | 19 | 9 | -4 | 68 | 0 | 68 |
| Stand am 30.06.2022 | 2 | 22 | -11 | 4.029 | 1 | 4.029 |
| Stand am 01.10.2022 | 1 | 36 | -18 | 4.258 | 1 | 4.258 |
| Verkauf von Finanzinvestitionen | -6 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenzahlung | 0 | 0 | 0 | -79 | 0 | -79 |
| Konzerngesamtergebnis | 5 | -20 | 8 | 135 | 0 | 136 |
| davon Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 167 | 0 | 167 |
| davon sonstiges Ergebnis | 5 | -20 | 8 | -32 | 0 | -32 |
| Stand am 30.06.2023 | 0 | 16 | -11 | 4.314 | 1 | 4.315 |
| 9 Monate 2022/23 | ||||||
| Segment Multimetal Recycling | Segment Custom Smelting & Products | Sonstige | Summe | Überleitung/ Konsolidierung | Konzern gesamt | |
| in Mio. € | operativ | operativ | operativ | operativ | IFRS | IFRS |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Gesamtumsätze | 4.166 | 13.043 | 0 | |||
| Intersegmentumsätze | 3.801 | 457 | 0 | |||
| Außenumsätze | 365 | 12.586 | 0 | 12.951 | 0 | 12.951 |
| EBIT | 141 | 314 | -57 | 397 | -197 | 200 |
| EBT | 143 | 322 | -58 | 406 | -199 | 207 |
| ROCE (%) | 15,8 | 17,5 | ||||
Die Segmentierung erfolgt entsprechend der Definition
der Segmente im Konzern.
| 9 Monate 2021/22 | ||||||
| Segment Mutimetal Recycling | Segment Custom Smelting & Products | Sonstige | Summe | Überleitung/ Konsolidierung | Konzern gesamt | |
| in Mio. € | operativ | operativ | operativ | operativ | IFRS | IFRS |
| Umsatzerlöse | ||||||
| Gesamtumsätze | 4.559 | 14.227 | 0 | |||
| Intersegmentumsätze | 4.067 | 442 | 0 | |||
| Außenumsätze | 492 | 13.785 | 0 | 14.277 | 0 | 14.277 |
| EBIT | 186 | 294 | -49 | 431 | 357 | 788 |
| EBT | 186 | 290 | -49 | 426 | 366 | 793 |
| ROCE (%) | 35,5 | 13,3 | ||||
Vorjahresergebnisse teilweise angepasst.
Die Aufgliederung der Außenumsätze nach
Produktgruppen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.
| Segment Multimetal Recycling | Segment Custom Smelting & Products | Summe | ||||
| in Mio. € | 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 | 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 | 9 Monate 2022/23 | 9 Monate 2021/22 |
| Gießwalzdraht | 0 | 0 | 5.094 | 5.793 | 5.094 | 5.793 |
| Kupferkathoden | 123 | 128 | 2.293 | 2.005 | 2.416 | 2.133 |
| Edelmetalle | 0 | 0 | 2.701 | 2.710 | 2.701 | 2.710 |
| Strangguss | 0 | 0 | 979 | 1.381 | 979 | 1.381 |
| Bänder, Profile und Formate | 0 | 0 | 1.005 | 1.291 | 1.005 | 1.291 |
| Sonstige | 242 | 364 | 513 | 605 | 755 | 969 |
| Gesamt | 365 | 492 | 12.586 | 13.785 | 12.951 | 14.277 |
Es ergaben sich keine wesentliche Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag.
Blisterkupfer: (auch "Blasenkupfer") Unraffiniertes,
blasiges Kupfer; die Blasen (englisch: Blister) entstehen
durch Ausscheiden der Gase beim Erstarrungsprozess; wird
auch als Rohstoff eingekauft.
Formataufpreis: Entgelt für die Verarbeitung von
Kupferkathoden zu Kupferprodukten.
Gießwalzdraht: In einem kontinuierlichen Verfahren
hergestelltes Vorprodukt für die Produktion von
Kupferdrähten.
Komplexe Materialien: Sowohl primäre als auch
sekundäre Rohstoffe werden in dem Sinne komplexer, als
die Gehalte an Kupfer abnehmen und die Konzentrationen an
Begleitelementen und Verunreinigungen zunehmen.
Kupferkathoden: Qualitätsprodukt der
Kupferelektrolyse (Kupfergehalt 99,99 %) und erstes
börsenfähiges Produkt der Kupfererzeugung.
Kupferkonzentrat: Produkt aus der Aufbereitung
(Anreicherung) von Kupfererzen, Hauptrohstoff bei Aurubis.
Da Kupfer in seinen Erzen fast ausschließlich
chemisch gebunden ist und in niedrigen Konzentrationen
(zumeist unter 1 %) vorliegt, werden die Erze nach
Förderung in der Mine in Aufbereitungsanlagen zu
Konzentraten angereichert (Kupfergehalt 25 % bis 40 %).
Kupferprämie: Aufpreis für qualitativ
hochwertige Kathoden, die unter anderem in der Produktion
von Gießwalzdraht und Stranggussformate zum Einsatz
kommen.
Metallergebnis: Metallmehrausbringen bewertet mit den
entsprechenden Metallpreisen.
Metallmehrausbringen: Menge an Metallen, die eine
Hütte über den bezahlten Metallinhalt der
eingesetzten Rohstoffe hinaus ausbringen kann.
Primärhütte: Anlage zur Produktion von Kupfer
aus Kupferkonzentraten.
Recyclingmaterialien: Materialien aus der
Kreislaufführung von Stoffen. Sie entstehen als
Reststoffe in Produktionsprozessen oder bei der
Aufbereitung von Alt- und Fehlprodukten.
Schmelzlöhne (TC/RCs), Raffinierlöhne (RCs):
Treatment and Refining Charges (TC/RCs) und Refining
Charges (RCs) sind Abschläge vom Metalleinkaufspreis
für die Umwandlung von Rohstoffen in das
Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.
Sekundärhütte: Anlage zur Produktion von
Kupfer aus Recyclingmaterialien.
Spotmarkt: Tagesgeschäft; Markt für prompte
Lieferungen.
Stranggussformate: Entstehen durch ein kontinuierliches
Gießverfahren, bei dem endlose Stränge erzeugt
werden. Die Stranggussformate werden durch Walzen und
Strangpressen zu Blechen, Folien, Profilen und Rohren
weiterverarbeitet.
Sie finden den Quartalsbericht 9 Monate 2022/23 sowie
den Live-Webcast zur Veröffentlichung online
www.aurubis.com/investor-relations/
publikationen/Quartalsberichte
| Bericht zum Geschäftsjahr 2022/23 | 6. Dezember 2023 |
| Hauptversammlung | 15. Februar 2024 |
Aurubis AG, Hovestrasse 50, 20539 Hamburg
Angela Seidler
Vice President Investor Relations & Corporate
Communications
Telefon +49 40 7883-3178
a.seidler@aurubis.com
Ferdinand von Oertzen
Specialist Investor Relations
Telefon +49 40 7883-3179
f.vonoertzen@aurubis.com
Elke Brinkmann
Head of Investor Relations
Telefon +49 40 7883-2379
e.brinkmann@aurubis.com