STEMMER IMAGING AGPuchheimHalbjahresfinanzbericht 2020 zum 30.06.2020H1HALBJAHRESBERICHTFÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020KONZERN KENNZAHLENscroll
scroll
STEMMER IMAGING IN ZAHLEN EUR 53,2 Mio. Auftragseingang EUR - 0,82 Ergebnis pro Aktie 67,5 % Eigenkapitalquote > 5.000 Kunden 379 Mitarbeiter, davon ca. 70 % mit technischem Hintergrund (Stichtag 30.06.2020) 15 Tochtergesellschaften in > 20 Ländern vertreten (Stichtag 30.06.2020) Diesen Bericht, Resultate aus den vergangenen Geschäftsjahren sowie englische Sprachversionen
finden Sie zum Download auf: www.stemmer-imaging.com An die AktionäreLIEBE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE, das erste Halbjahr 2020 war in ganz besonderem Maße außergewöhnlich. Die weltweite
Covid-19-Pandemie hat die Grenzen des Vorstellbaren stark verschoben und wir alle
haben die Auswirkungen in unterschiedlicher Ausprägung in unserem Alltag, aber auch
im geschäftlichen Umfeld unmittelbar zu spüren bekommen. Für unser Unternehmen standen in den letzten Monaten die Verantwortung gegenüber
unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unseren Geschäftspartnern sowie der
damit verbundene Gesundheitsschutz an oberster Stelle. Wir haben schnell und konsequent
Maßnahmen ergriffen, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Hierzu zählten
beispielsweise die teilweise Umstellung auf Homeoffice-Betrieb, die Einführung von
partiellem Schichtbetrieb und diverse Digitalisierungsmaßnahmen. Durch das zeitnahe
Überprüfen unserer Lieferketten und temporäre Anpassungen unserer Lagerbestände konnten
wir unsere Kundennachfrage jederzeit decken. Dabei waren Flexibilität, Entschlossenheit und Agilität - Eigenschaften, die wir
auch sonst im Mittelpunkt unseres Handelns sehen - in diesen zurückliegenden Monaten
besonders wichtig, um sich den neuen Gegebenheiten schnell anzupassen und unsere Verantwortung
gegenüber unseren Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Geschäftspartnern umfassend
wahrzunehmen. Für unser Geschäft hat die Covid-19-Pandemie eine hohe Reduzierung im Auftragseingang
und in der Umsatzentwicklung bewirkt. Der zweistellige prozentuale Rückgang unseres
Geschäftes in Europa im ersten Halbjahr ist vor dem Hintergrund des vom VDMA ausgewiesenen
Branchenumsatz von - 20 % (Europa ohne Deutschland) zu bewerten. Denn wir haben durch
unsere strategisch Position in Bereichen der Artificial Vision wie Medical & Lifescience,
Pharma, Lebensmittel, Logistik und Packing weiterhin eine stabil gute Geschäftssituation
verzeichnen können. Überwogen haben im Gesamtergebnis aber die Nachfrageverschiebungen
in den industriellen Bereichen und auch im für uns wichtigen Kundensegment Sport &
Entertainment. Diesem Geschäftsrückgang konnten wir mit einem entschlossenen Kostenmanagement
begegnen, sodass unser EBITDA für das Halbjahr mit EUR 2,3 Mio. abgefedert werden
konnte. Uns zeichnet auch in diesen unsicheren Zeiten unsere Erfahrung und Stabilität aus.
Unsere starke Marktposition, die Kompetenz unserer Mitarbeiter, unsere starke Kundenorientierung
sowie unsere solide finanzielle Basis waren und bleiben gute Voraussetzungen, dieser
Krise zu begegnen. Als Team haben wir uns im vergangenen Jahr auf den Weg in eine
erfolgreiche Zukunft gemacht. Dazu haben wir uns nicht nur mit einer strategischen
Roadmap auf das Mittelfrist-Ziel von EUR 200 Mio. Umsatz ausgerichtet, sondern auch
das Fundament aus gemeinsamen Unternehmenswerten, einer erneuerten, sicheren IT-Infrastruktur
und hohem Fokus auf die Weiterentwicklung unserer Mehrwertdienste mit innovativen
eigenen Software-Komponenten weiter gestärkt. Trotz des absehbar schwieriger werdenden Marktumfeldes bleibt Bildverarbeitung ein
Wachstumsthema, das durch die aktuellen Veränderungen noch an Bedeutung gewinnen wird.
Intelligente Bilddaten in der Automatisierung, auch außerhalb von Produktionsanlagen,
bilden die Basis für die weitergehende Digitalisierung unserer Welt. STEMMER IMAGING
hat sich mit dem strategischen Fokus auf Artificial Vision, also der Orientierung
auf nicht-industrielle Anwendungsbereiche, konsequent ausgerichtet. Die sich ergebenden
Chancen, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel, Sport & Entertainment, Logistik
sowie Medical & Lifescience, bieten durch die derzeitigen tiefgreifenden Veränderungen
überdurchschnittliche Wachstumschancen, die wir nutzen wollen. Unseren Wachstumskurs
auf der Basis von innovativen Mehrwertdiensten in unseren drei Säulen des Geschäfts,
dem Komponenten-, dem Subsystem- und dem Projektgeschäft, werden wir mit Leidenschaft
und positivem Antrieb weiter beschreiten. Wir haben die Phase der Veränderungen dazu genutzt, unsere strategische Ausrichtung
auf die sich abzeichnenden Veränderungen nach Covid-19 zu überprüfen und unsere Prioritäten
weiter zu schärfen. Mit einem dezidierten Programm, das wir im zweiten Quartal vorbereitet
haben und im zweiten Halbjahr 2020 umsetzen werden, orientieren wir unsere Organisation
noch deutlicher auf unsere Zukunftsziele. Wir sind daher überzeugt, dass STEMMER IMAGING
gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird. Zusammen mit den Erholungstendenzen zum
Ende des ersten Halbjahres sehen wir unsere Gesamtjahresprognose weiterhin als realistisch
erreichbar. Wir bedanken uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes Engagement
im ersten Halbjahr 2020 und ihre Solidarität zur Unternehmensgruppe. Puchheim, den 12. August 2020 scroll
Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Halbjahresbericht gleichgestellt;
lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurde in Teilen des Berichts die männliche
Form gewählt. STEMMER IMAGING AM KAPITALMARKTKAPITALMARKTUMFELD Die weltweiten Aktienmärkte standen im ersten Halbjahr 2020 unter dem Einfluss der
Covid-19-Pandemie. Nach einem anfänglich freundlichen Jahresstart kam es im Zuge der
weltweiten Ausbreitung des Coronavirus zu einem deutlichen Kurseinbruch auf breiter
Front. Die weltweiten Eindämmungsmaßnahmen führten zu einer deutlichen Abschwächung
der weltwirtschaftlichen Konjunktur. Erst durch die erfolgreiche Eindämmung der Pandemie
und vor allem die expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken sowie die staatlichen
milliardenschweren Konjunkturprogramme erholten sich die Börsen von ihren Tiefständen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) war im Vergleich zum Schlusskurs vom 30. Dezember
2019 (13.249,01 Punkte) um 7,1 % rückläufig. Der DAX startete am 2. Januar 2020 in
die erste Hälfte des Börsenjahres 2020 mit 13.233,71 Punkten und schloss den Berichtszeitraum
am 30. Juni mit 12.310,93 Punkten. Der für STEMMER IMAGING vergleichbare Technologiewerteindex
TecDAX verzeichnete im Berichtszeitraum ein Minus von 2,0 %. 1 AKTIENINFORMATIONENscroll
Am 2. Januar 2020 eröffnete die Aktie der STEMMER IMAGING AG mit einem Kurs von EUR
26,60 den Handel und schloss am 30. Juni 2020 bei EUR 16,33. Das entspricht einem
Rückgang von 38,4 % gegenüber dem Schlusskurs am 30. Dezember 2019 von EUR 26,50.
Den Höchstkurs im Berichtszeitraum markierten die Papiere am 11. Februar 2020 bei
EUR 29,20 und ihren Tiefststand am 19. März 2020 bei EUR 9,96. Auf Basis des Schlusskurses
von EUR 16,33 zum 30. Juni 2020 betrug die Marktkapitalisierung der STEMMER IMAGING
AG EUR 106,1 Mio. bei insgesamt 6.500.000 ausgegebenen Aktien (30. Dezember 2019:
bei gleicher Aktienanzahl und einem Kurs von EUR 26,50 am 30. Dezember 2019 bei EUR
172,3 Mio. (alle Angaben auf Basis von Xetra-Kursen)). 2
1
https://www.boerse-frankfurt.de/index/tecdax AKTIE: KURSVERLAUF UND HANDELSVOLUMENKURSVERLAUF DER AKTIE VON JANUAR BIS ENDE JUNI 2020 in EUR![]() Im ersten Halbjahr 2020 erhöhte sich das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen
auf 8.898 Stück, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 (2.676 Aktienstück). KURSENTWICKLUNGscroll
ORDENTLICHE HAUPTVERSAMMLUNG Am 22. Juni 2020 informierte der Vorstand der STEMMER IMAGING AG die Aktionäre auf
der ersten virtuellen Hauptversammlung über den Verlauf des Rumpfgeschäftsjahres 2019
und stellte sich deren Fragen. Zum Zeitpunkt der Abstimmung waren 82,9 % des Grundkapitals
vertreten. Die Aktionäre zeigten sich mit der Entwicklung des Unternehmens zufrieden
und folgten allen Beschlussvorschlägen der Verwaltung mit großen Mehrheiten. Dazu
zählte auch die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns. Die Abstimmungsergebnisse der ordentlichen Hauptversammlung können auf www.stemmer-imaging.com/Hauptversammlung
eingesehen werden. AKTIONÄRSSTRUKTUR Die Gesellschaft verfügt über ein ausgewogenes Verhältnis von Freefloat und Mehrheitsbeteiligung
eines strategischen Ankerinvestors. Zum 30. Juni 2020 befanden sich 46,0 % der Aktien
im Streubesitz. ANALYSTEN-RESEARCH Die Aktien der STEMMER IMAGING AG notieren seit dem 10. Mai 2019 im Prime Standard
der Frankfurter Wertpapierbörse und werden regelmäßig von qualifizierten Wertpapieranalysten
bewertet. Aktuell befindet sich die Aktie bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers, Warburg
Research sowie der Berenberg Bank in der Coverage. Alle drei Analysten sehen das mittel-
und langfristige Potenzial der STEMMER IMAGING AG positiv und vergeben ein "Kaufen"-Rating
mit einem durchschnittlichen Kursziel von EUR 30,27, wie die aktuellen Analystenempfehlungen
der STEMMER IMAGING Aktie zum 30. Juni 2020 zeigen. ANALYSTEN - BEWERTUNGENscroll
Detaillierte Informationen stehen interessierten Anlegern unter www.stemmer-imaging.com
im Bereich Investor Relations/Aktie zur Verfügung. INVESTOR RELATIONS-AKTIVITÄTEN Der Vorstand intensivierte im ersten Halbjahr 2020 den Kontakt mit den Kapitalmarktteilnehmern
auf zahlreichen virtuellen Roadshows und virtuellen Anlegerkonferenzen. AKTIVITÄTENscroll
Zudem führte der Vorstand einen kontinuierlichen und konstruktiven Dialog mit Investoren,
Analysten sowie der Finanz- und Wirtschaftspresse. Im Bereich Investor Relations auf
der Website der STEMMER IMAGING AG - stemmer-imaging.com/investor-relations - bietet
die Gesellschaft umfassende Informationen zur Geschäftslage, aktuelle Nachrichten
und einen Überblick über künftige Events. Als Designated Sponsor fungierte auch im berichteten Halbjahr die Hauck & Aufhäuser
Privatbankiers AG und unterstützte die angemessene Handelbarkeit der STEMMER IMAGING
Aktie kontinuierlich durch verbindliche Geld- und Briefkurse. KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTWIRTSCHAFTSBERICHTALLGEMEINE KONJUNKTURENTWICKLUNG Die Weltwirtschaft rutschte im Laufe des ersten Halbjahres 2020 durch die Verbreitung
der Covid-19-Pandemie in die Rezession ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF)
spricht von der schwersten globalen Rezession seit fast 100 Jahren, welche mit einem
gleichzeitigen Angebots- und Nachfrageschock von besonderer Natur ist. Auf der Angebotsseite
mussten die Produktion und das Angebot in vielen Industriebereichen und Dienstleistungssektoren
aufgrund der Lockdown-Maßnahmen heruntergefahren werden. Zeitgleich ging auch die
Nachfrage massiv zurück. Zu Jahresbeginn 2020 ging der IWF noch von einem globalen
Wirtschaftswachstum von 3,3 % im laufenden Jahr und 3,4 % im Jahr 2021 aus. Im Anschluss
an die weltweite Verbreitung des Coronavirus und die darauffolgenden Eindämmungsmaßnahmen
korrigierte der IWF seine Konjunkturprognose jedoch so stark wie noch nie. Im jüngsten
World Economic Outlook per Juni 2020 gehen die IWF-Volkswirte für das Gesamtjahr 2020
von einem Minus von 4,9 % der globalen Wirtschaftsleistung aus. Die aktuellen Daten
zur Industrieproduktion weisen dementsprechend einen beispiellosen Einbruch aus: Im
April 2020 lag die Industrieproduktion um 22 % unter dem bereits deutlich eingebrochenen
Wert vom März 2020. Die Wirtschaftsleistung war zum Jahresauftakt 2020 in sämtlichen Regionen rückläufig.
Vor allem in China, dem Ursprungsland der Pandemie, kam es im ersten Quartal im Jahresvergleich
zu einem Einbruch der Wirtschaft um 6,8 %. Größter Verlierer in den Industriestaaten
waren die USA mit - 5,0 % beim Bruttoinlandsprodukt. Die Länder Lateinamerikas, die
bereits vor der Ausbreitung von Covid-19 von einer schwachen Konjunktur gekennzeichnet
waren, sind weltweit eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen.
Die zwei größten Volkswirtschaften, Brasilien und Mexiko, werden Prognosen zufolge
im Jahr 2020 um 9,1 bzw. 10,5 % schrumpfen. 1 Einen ebenfalls starken Rückgang verzeichnete die Euro-Zone. Per Ende März lag das
Minus bei der Wirtschaftsleistung bei 3,2 %. Den größten Einbruch erlebten dabei die
Volkswirtschaften in Südeuropa. Dabei lagen Italien mit - 5,3 % und Spanien mit -
5,2 % an der Spitze. Die deutsche Wirtschaft verbuchte ein Minus von 2,2 %. Auch in
den Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Wirtschaft deutlich geschrumpft. 2 Die Covid-19-Pandemie hatte auch starke Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Obwohl die Ausbreitung des Coronavirus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar
nicht wesentlich beeinträchtigte, waren die Auswirkungen der Pandemie bereits im ersten
Quartal 2020 gravierend: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist gegenüber dem vierten
Quartal 2019 um 2,2 % und im Jahresvergleich um 1,9 % gesunken. Im zweiten Quartal
2020 fiel das Bruttoinlandsprodukt (preis-, saison- und kalenderbereinigt) sogar um
10,1 % im Vergleich zum Vorquartal. Im Vorjahresvergleich war das BIP im zweiten Quartal
2020 preisbereinigt um 11,7 % niedriger als ein Jahr zuvor. 3 Selbst in den Jahren der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008 - 2009 gab es nicht
so starke Rückgänge. Ursächlich dafür ist einerseits die rückläufige Produktion aufgrund
der coronabedingt unterbrochenen Lieferketten und andererseits die durch die Beschränkungen
des öffentlichen Lebens einhergehende Konsumzurückhaltung: Stark rückläufig waren
im ersten Quartal 2020 die privaten Konsumausgaben. Auch die Investitionen in Ausrüstungen
- also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - nahmen deutlich ab. Die privaten
Konsumausgaben gingen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zurück. Dagegen stützten die
staatlichen Konsumausgaben mit einem Plus von 2,2 % die Wirtschaft. Von der Auslandsnachfrage
gab es keine positiven Impulse: Nach vorläufigen Berechnungen wurden im ersten Quartal
2020 preisbereinigt 3,2 % weniger Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert
als im entsprechenden Quartal 2019. Die Importe gingen im selben Zeitraum mit - 1,7
% nicht ganz so stark zurück.4 Im zweiten Quartal 2020 sind neben den privaten Konsumausgaben vor allem die Exporte
und Importe von Waren und Dienstleistungen massiv eingebrochen. Im Vergleich zum Februar
2020, vor dem Beginn der Corona-Pandemie, gingen die Exporte (kalender- und saisonbereinigt)
um 16,0 % zurück, die Importe um 12,5 % zurück.5 BRANCHENENTWICKLUNG Für den Maschinenbau hatten sich die Auswirkungen der Coronakrise in den Monaten
Januar und Februar 2020 zunächst kaum niedergeschlagen. Das hat sich im März schlagartig
geändert, wie die jüngsten Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
zeigen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 gingen die gesamten Auftragseingänge
(aus dem Inland und aus dem Ausland) im Vergleich zur Vorjahrsperiode um 16 % zurück.
Allein im Juni 2020 lagen die Auftragseingänge sogar 31 % unter dem Vorjahresniveau. In den ersten drei Monaten 2020 lagen die Maschinenexporte aus Deutschland in die
EU-27 nach Angaben des VDMA um 8,5 % unter dem Vorjahresniveau. Zwischen März und
Mai 2020 waren die Ausfuhren aus Deutschland mit 29,3 % unter Vorjahresniveau deutlich
stärker betroffen. Das Exportgeschäft mit den vom Coronavirus stark betroffenen Ländern,
wie Frankreich (- 14,8 %), Italien (- 16,1 %) und Spanien (- 13,9 %), war in diesem
Zeitraum besonders rückläufig. Die beiden wichtigsten Einzelmärkte für die deutschen
Maschinenexporteure, die Vereinigten Staaten und China, waren unterschiedlich stark
von der Coronaausbreitung betroffen. Die Vereinigten Staaten konnten ihren hohen Vorjahreswert
von Januar bis März sogar nochmals leicht um 0,5 % steigern. Das China-Geschäft nahm
bis März um 8,9 % ab. Ab März hat sich die Verunsicherung in der Branche durch die
Coronakrise mit aller Deutlichkeit bemerkbar gemacht. Im Drei-Monats-Zeitraum März
bis Mai 2020 sank der Auftragseingang um real 22 % zum Vorjahr. Aus dem Inland kamen
16 % weniger Bestellungen, die Auslandsaufträge blieben um 25 % unter ihrem Vorjahresniveau.
Dabei schrumpften die Orders aus den Euro-Ländern um 24 %, aus den Nicht-Euro-Länder
wurden 25 % weniger Bestellungen verbucht. Die VDMA Mitglieder korrigieren ihre Erwartungen für die Lateinamerika Region nach
unten und gehen für das Jahr 2020 von einem Geschäftsrückgang, je nach Teilbranche,
von 25 - 50 % aus.6Unter den Ländern in Lateinamerika ist Brasilien für den deutschen Maschinen- und
Anlagenbau der wichtigste Absatzmarkt und Produktionsstandort.7 Nach einem positiven Jahresbeginn ging auch der Import von Maschinen und Anlagen
in Brasilien zurück. Die Hersteller sind durch den Einbruch der Nachfrage aus dem
In- und Ausland aufgrund der Verbreitung des Coronavirus stark betroffen. Die Investitionen
haben sich aufgrund der Coronakrise und wegen der politischen Instabilität deutlich
verschlechtert. Seit März kündigen Unternehmen kaum neue Investitionen an. Laut Forschungsinstitut
IPEA sanken die Ausrüstungsinvestitionen im Vergleich zum Vormonat im März um rund
20 % und im April um fast 40 %.8
1
World Economic Outlook Update, June 2020 Anmerkung: Die Aussagen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau enthalten
zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts noch Schätzungen und stellen lediglich
vorläufige Ergebnisse dar. In der Folge war auch die Produktion deutlich rückläufig. In den ersten fünf Monaten
des Berichtsjahres verfehlte die Produktion ihr Vorjahresniveau nach vorläufigen Berechnungen
um 15,0 %. Die Produktion in der Maschinenbauindustrie sank in den ersten drei Monaten
des Berichtsjahres um 7,3 %. Im April und Mai, hingegen, ging die Produktion um 26,4
bzw. 26,2 % stark zurück. Wegen der zahlreichen Unwägbarkeiten hat der VDMA zurzeit
keine Prognose für 2020 aufgestellt. Die ursprüngliche Prognose von - 5 % wurde zurückgezogen.
9 Auch der Teilbereich Robotik und Automation konnte sich von den wirtschaftlichen
Folgen der Coronakrise nicht abkoppeln. Der VDMA rechnet derzeit mit einem Umsatzrückgang
von mindestens 20 %. Ursprünglich war für 2020 ein Rückgang von lediglich 10 % prognostiziert
worden. 10
9
https://vws.vdma.org/viewer/-/v2article/ render/50112820 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE Zum 30. Juni 2020 lag die Bilanzsumme des STEMMER IMAGING Konzerns mit EUR 92,0 Mio.
unter dem Niveau zum 31. Dezember 2019 (EUR 100,9 Mio.). Die langfristigen Vermögenswerte
verringerten sich zum 30. Juni 2020 auf EUR 36,2 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 42,8
Mio.). Die Reduzierung hängt hauptsächlich mit der Wertminderung des Geschäfts- oder
Firmenwertes in Höhe von EUR 4,3 Mio. zusammen. Weiterhin stehen laufende Abschreibungen
auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände inkl. Vertragswerte aus Leasing
gem. IFRS 16 lediglich geringfügigen Investitionen gegenüber. Zudem wurde eine außerplanmäßige
Abschreibung auf eine Beteiligung an Assoziierten Unternehmen in Höhe von EUR 0,6
Mio. vorgenommen. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken ebenfalls zum Ende der Berichtsperiode auf
EUR 55,8 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 58,1 Mio.). Die Verminderung resultiert insbesondere
aus dem niedrigeren Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (um EUR
3,3 Mio.). Das Eigenkapital betrug zum 30. Juni 2020 EUR 62,1 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 67,2
Mio.). Mit einer Eigenkapitalquote von 67,5 % (31. Dezember 2019: 66,6 %) ist der
STEMMER IMAGING Konzern solide finanziert. Zum 30. Juni 2020 sind die langfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 11,9 Mio. gegenüber
dem 31. Dezember 2019 (EUR 13,6 Mio.) gesunken. Begründung sind die Tilgungen des
langfristigen Bankdarlehens in Höhe von EUR 1,0 Mio. sowie der langfristigen Verbindlichkeiten
aus Leasing in Höhe von EUR 1,0 Mio. Ebenso verringerten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten
von EUR 20,1 Mio. auf EUR 18,0 Mio., was im Wesentlichen auf die Reduzierung der kurzfristigen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 2,0 Mio. zurückzuführen ist. Die aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Zahlungsmittel beliefen sich
im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 auf EUR 4,0 Mio. (1. Januar bis 30. Juni
2019: EUR 1,1 Mio.). Die Investitionen lagen mit EUR 0,3 Mio. deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug EUR - 1,8 Mio. (30. Juni 2019: EUR
0 Mio.). Dieser Mittelabfluss resultiert aus Tilgungen von Bankdarlehen sowie von
Verbindlichkeiten aus Leasing, denen erhaltene Zuschüssen von EUR 0,3 Mio. entgegen
standen. ERTRAGSLAGE Der Umsatz der STEMMER IMAGING Gruppe lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2020 mit EUR 52,2 Mio. um 10,3 % unter dem Vorjahreswert (1. Januar bis 30. Juni 2019:
EUR 58,2 Mio.). Die überwiegende Anzahl der Unternehmen der STEMMER IMAGING Gruppe
hatte in einem rückläufigen Marktumfeld gesunkene Umsätze zu verzeichnen. Der VDMA
weist in seinem Halbjahresbericht 2020 für die industrielle Bildverarbeitung einen
zweistelligen Umsatzrückgang in Europa aus, insbesondere für die europäischen Märkte
außerhalb Deutschlands einen massiven Branchenumsatzrückgang von 20 %. STEMMER IMAGING
profitierte somit erneut von seiner strategischen Position in Bereichen der Artifical
Vision wie Medical & Life Science, Pharma, Lebensmittel, Logistik und Packaging. Diese
Kundengruppen zeigten trotz der Coronakrise ein stabiles bis wachsendes Bestellverhalten.
Dies wirkte sich insbesondere in der Schweiz, Benelux und Österreich aus. Negativ
wirkten sich die Nachfrageverschiebungen insbesondere im Bereich Sport & Entertainment,
Infrastruktur und Automobil aus. Die Rohertragsmarge sank im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 leicht von 37,2
% im Vorjahreszeitraum auf 36,5 % bedingt durch die Verschiebung von Umsatzanteilen
zwischen den Ländern und deren typische Margensituation innerhalb der Unternehmensgruppe. Der Personalaufwand betrug in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 EUR
11,9 Mio. (1. Januar bis 30. Juni 2019: EUR 11,1 Mio.). Trotz temporärer Kostenmaßnahmen
führte der Umsatzrückgang zu einer erhöhten Personalaufwandsquote von 22,7 % (1. Januar
bis 30. Juni 2019: 19,0 %). Im Personalaufwand des Berichtszeitraumes enthalten sind
staatliche Zuschüsse im Rahmen der Unterstützungsmaßnahmen durch Bewilligung des Kurzarbeitergeldes
und ähnliche staatliche Zuschüsse. Der sonstige betriebliche Aufwand betrug EUR 6,2 Mio. (1. Januar bis 30. Juni 2019:
EUR 6,9 Mio.). Neben dem Anstieg durch das anorganische Wachstum und erhöhten Verwaltungskosten
vor allem im Rahmen von Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit, fielen auch
Effekte aus Währung (EUR - 0,8 Mio. - im Vorjahr normalisiert) und IFRS 16 (EUR 1,0
Mio. geringere Mietaufwendungen, dafür im Gegenzug EUR 1,0 Mio. höhere Abschreibungen
auf Sachanlagevermögen) ins Gewicht. Einsparungen konnten insbesondere bei Beratungskosten
realisiert werden. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 mit
EUR 2,3 Mio. (EBITDA-Marge: 4,4 %) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von EUR
4,2 Mio. (EBITDA-Marge: 7,1 %). Auch hier wurde die genannte Verschiebung aufgrund
der geänderten Bilanzierung durch IFRS 16 wirksam (EUR 1,0 Mio.). Das Betriebsergebnis
(EBIT) betrug in den sechs Monaten EUR - 4,3 Mio. (1. Januar bis 30. Juni 2019: EUR
3,4 Mio.). Damit ist die EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahreswert von 5,83 % auf - 8,21
% gesunken. Dieser Rückgang ist maßgeblich durch die Wertminderung aus dem Werthaltigkeitstest
für Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von EUR 4,3 Mio. verursacht. Im Finanzergebnis
von EUR - 0,7 Mio. EUR des ersten Halbjahres 2020 sind EUR 0,6 Mio. für außerplanmäßige
Abschreibung auf Beteiligungen an Assoziierten Unternehmen enthalten. Das Konzernergebnis
der STEMMER IMAGING Gruppe für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2020 lag bei
EUR - 5,3 Mio. (1. Januar bis 30. Juni 2019: EUR 2,6 Mio.). CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Als international tätiges Unternehmen bieten sich STEMMER IMAGING zahlreiche Chancen
für eine grundsätzlich positive Geschäftsentwicklung. Diesen Chancen stehen auch potenzielle
Risiken gegenüber. Sowohl Chancen als auch Risiken bedürfen besonderer Beachtung,
damit das Unternehmen diese angemessen und auch erfolgreich managen kann. Das Risikomanagement nimmt bei STEMMER IMAGING daher eine maßgebliche Rolle in der
strategischen Geschäftsausrichtung ein, verbunden mit dem Ziel eines nachhaltigen
Wachstums und einer kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswertes. Mögliche Risiken ergeben sich sowohl in Form von markt- und branchenbezogenen Risiken
als auch in Form von geschäftsbezogenen Risiken. Diese sind im Geschäftsbericht 2019
ausführlich beschrieben und haben genauso auch für das erste Halbjahr 2020 Gültigkeit. Die Abhängigkeit von der Konjunkturlage hat sich in den ersten beiden Quartalen aufgrund
der Covid-19-Pandemie deutlich gezeigt. Der Lockdown in vielen Ländern hat zu einer
erheblichen wirtschaftlichen Abschwächung im Absatz geführt - wobei das Unternehmen
maßgeblich eine Verschiebung von Aufträgen zahlreicher Kunden sowie die Verschiebung
von Projekten verzeichnet. Sollten diese Verschiebungen anhalten oder eine längerfristige
Rezession die Investitionsentscheidungen der Kunden von STEMMER IMAGING negativ beeinflussen,
könnte dies zu einem anhaltenden Umsatzrückgang führen. Zur Risikominimierung werden sowohl die Diversifizierung in weitere regionale Märkte
konsequent vorangetrieben als auch potenzielle Anwenderbranchen im nicht-industriellen
Bereich erschlossen, mit dem Ziel, eine Abhängigkeit von einzelnen Endmärkten weiterhin
gering zu halten. Weitere konjunkturelle Risiken bestehen zudem in den noch ungeklärten Auswirkungen
des Brexits sowie der möglichen Einführung von Zöllen- und Handelsbeschränkungen. Die geschäftsbezogenen Risiken im ersten Halbjahr 2020 bezogen sich überwiegend auf
mögliche Lieferkettenengpässe, Zahlungsausfälle bei Kunden, sowie einen Lockdown des
Unternehmens oder einzelner Bereiche des Unternehmens. Zur Risikominimierung findet
eine regelmäßige und engmaschige Lieferkettenüberprüfung statt. Die Lagerbestände
werden zudem laufend überprüft. Zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes hat STEMMER
IMAGING frühzeitig erfolgreich Maßnahmen ergriffen wie die teilweise Umstellung auf
Homeoffice- sowie Schichtbetrieb. Neben den Risiken sieht STEMMER IMAGING auch vielfältige Chancen für eine nachhaltig
positive Geschäftsentwicklung. Diese sind im Geschäftsbericht 2019 beschrieben und
gelten nach wie vor unverändert. Die Chancen für Wachstum bleiben in dem Bereich der industriellen Bildverarbeitung
grundsätzlich vorhanden, da Themen wie Automatisierung, Digitalisierung, Industrie
4.0 sowie der Bereich Artificial Vision weiter einer hohen Nachfrage unterliegen werden.
Davon kann auch STEMMER IMAGING profitieren. Insbesondere im Bereich Artificial Vision
bestehen für das Unternehmen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Diese sieht das Unternehmen
vor allem in Wachstumsmärkten im nicht-industriellen Bereich - insbesondere bei den
Segmenten Pharma, Medical & Life Science, Verkehr & Infrastruktur, Logistik, Lebensmittel,
Sport und Entertainment. Auch der Mehrwertansatz auf Basis einer skalierbaren Plattform zur effizienten Bereitstellung
von Dienstleistungen und Angeboten sowie der weitere Ausbau des eigenen Angebots für
Software und Subsysteme mit dem Potenzial zur weiteren Internationalisierung bietet
vielfältige Wachstumschancen. Vor dem Hintergrund der umfangreichen Marktchancen, die sich für STEMMER IMAGING
bieten, sowie der Basis eines stabilen finanziellen Hintergrunds strebt das Unternehmen
mittelfristig ein Umsatzwachstum im Konzern auf EUR 200 Mio. an. Die strategische
Roadmap dazu beinhaltet unter anderem Portfoliomaßnahmen und kann Akquisitionen einschließen. Insgesamt bleibt das derzeitige Marktumfeld aufgrund der globalen Covid-19-Pandemie
schwer einschätzbar. Die Nutzung der genannten Chancen basiert auf der Annahme, dass
es im weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie nicht zu einem umfangreichen zweiten
Lockdown kommt. PROGNOSEBERICHTKÜNFTIGE KONJUNKTUR- UND BRANCHENENTWICKLUNG Die Weltwirtschaft befindet sich laut OECD durch die Verbreitung der Covid-19-Pandemie
in der tiefsten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre. In vielen
Ländern ist das BIP im ersten Halbjahr um mehr als 20 % geschrumpft. Die Wachstumsaussichten
sind insbesondere aber von der weiteren Entwicklung der Pandemie, von der Dauer der
Shutdown-Maßnahmen und von ihren Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit sowie von
der Reaktion der Fiskal- und Geldpolitik abhängig. Sollte es zu einer erneuten Infektionswelle und infolgedessen einem erneuten Lockdown
kommen, wird die globale Wirtschaftsleistung den OECD-Berechnungen zufolge 2020 um
7,6 % einbrechen, bevor sie 2021 wieder um 2,8 % ansteigt. Das BIP im Euroraum sieht
die OECD in diesem Szenario für 2020 voraussichtlich um mehr als 11,5 % schrumpfen.
Kann eine zweite Infektionswelle verhindert werden, erwartet die OECD in ihrem Konjunkturausblick
für 2020 nur einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 6 %. Für das BIP im
Euroraum wird dann ein Minus von 9 % erwartet. Für die Wirtschaftsleistung der USA
gehen die Experten entsprechend der beiden Szenarien von einem Rückgang um 8,5 beziehungsweise
7,3 % aus. Der VDMA rechnet derzeit für die der industriellen Bildverarbeitung nahestehende
Branche Robotik und Automation mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 %. Ursprünglich
war für 2020 ein Rückgang von minus 10 % prognostiziert worden. Ungeachtet dessen
bescheinigt der VDMA der Branche für die Zeit nach Covid-19 ausgezeichnete Zukunftsaussichten.
Die Coronakrise hat verdeutlicht, wie verwundbar die industrielle Produktion in globalen
Wertschöpfungsketten geworden ist. Das zieht mittelfristig einen gesteigerten Automatisierungsgrad
nach sich. Hinzu kommen beträchtliche Nachholeffekte aus zuvor verschobenen Investitionen,
was in Summe laut VDMA die Nachfrage nach Lösungen im Bereich Robotik und Automation
befeuern wird. 1
1
https://www.vdma.org/v2viewer/-/v2article/ render/49257709 PROGNOSE FÜR DEN STEMMER IMAGING KONZERN Der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie und die Folgen auf die Geschäftsentwicklung
von STEMMER IMAGING werden fortlaufend überwacht. Der Auftragseingang bei STEMMER IMAGING ist originär geprägt von mittelfristigen
Rahmenaufträgen. Aufgrund von vorsichtigen Planungen und Liquiditätsmanagement auf
Kundenseite gab es bis zur Hälfte des zweiten Quartals 2020 vorwiegend Bestellungen
für kurzfristige Bedarfsdeckungen. Dies führte beim Auftragseingang bis zur Hälfte
des zweiten Quartals zu einer merklichen Nachfrageverschiebung. Zusätzlich waren einzelne
Branchen wie Sport & Entertainment massiv von den Auswirkungen des Lockdowns betroffen.
Ab Ende des zweiten Quartals dehnen die Kunden ihren Planungshorizont wieder aus und
platzieren entsprechende Rahmenaufträge. STEMMER IMAGING geht aktuell davon aus, dass es beim Auftragseingang im weiteren
Jahresverlauf zu einem gewissen Nachholeffekt aus dem zweiten Quartal 2020 kommen
wird, der sich in einer steigenden Umsatzrealisierung in der zweiten Jahreshälfte
2020 auswirken wird. STEMMER IMAGING rechnet damit, dass sich die positive Entwicklung
des ersten Halbjahres in den Bereichen Medical & Life Science, Pharma, Lebensmittel,
Logistik und Packaging auch im zweiten Halbjahr 2020 fortsetzen wird. Die Aussichten
im Bereich Automobil sehen dahingegen eine weitere schwache Nachfrageentwicklung voraus.
Für den Bereich Sport & Entertaiment erwartet das Unternehmen aufgrund des Auftragsbestandes
den Umsatzausfall der ersten Jahreshälfte im zweiten Halbjahr nachholen zu können.
Insgesamt erwartet das Unternehmen eine leichte Verzögerung im Wiederanlaufen der
Auftragseingänge. Der Vorstand der STEMMER IMAGING AG bestätigt die für das Geschäftsjahr 2020 prognostizierte
Umsatzspanne von EUR 105 bis 120 Mio. Die Gewinnprognose (EBITDA) von EUR 3,0 bis
7,0 Mio. wird ebenfalls bestätigt. Der Vorstand erwartet sowohl Umsatz als auch EBITDA eher in der unteren Hälfte der
angegebenen Prognosespannen. Die Prognose basiert grundsätzlich auf der Annahme, dass es im weiteren Verlauf der
Covid-19-Pandemie nicht zu einem umfangreichen zweiten Lockdown kommt und Lieferketten
weitgehend intakt bleiben. Die Prognosebandbreiten berücksichtigen dabei bereits gewisse
negative Entwicklungen auf Kunden- und Lieferantenseite. Ebenfalls mitberücksichtigt
in der Prognosebestätigung sind Einmalaufwendungen in Höhe von EUR 1,5 Mio., die für
das zweite Halbjahr zur weiteren Fokussierung auf die strategische Ausrichtung der
Gesellschaft und für strukturelle Kosteneinsparungsmaßnahmen geplant sind. KONZERNBILANZ ZUM 30. JUNI 2020AKTIVAin TEURscroll
PASSIVAin TEURscroll
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGENTWICKLUNG VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020 in TEURscroll
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGENTWICKLUNG VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020 in TEURscroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020in TEURscroll
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGVOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI in TEURscroll
scroll
VERKÜRZTER KONZERNANHANG FÜR DEN HALBJAHRESABSCHLUSS ZUM 30. JUNI 2020GRUNDLAGE DER AUFSTELLUNG DES HALBJAHRESBERICHTES Der vorliegende verkürzte konsolidierte Zwischenbericht wurde in Übereinstimmung
mit den Regelungen des IAS 34 aufgestellt. Der Zwischenabschluss wurde in Euro aufgestellt. Der Zwischenbericht umfasst nicht alle Anhangangaben, die üblicherweise in einem
Abschluss für ein Geschäftsjahr enthalten sind. Entsprechend ist der vorliegende Zwischenbericht
in Verbindung mit dem Jahresabschluss für das (Rumpf-)Geschäftsjahr zum 31. Dezember
2019 und allen sonstigen öffentlichen Verlautbarungen von STEMMER IMAGING während
der Berichtsperiode zu lesen. Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen denen des vorherigen Geschäftsjahres
und der dazugehörigen Zwischenberichtsperiode sowie der erstmaligen Anwendung neuer
und geänderter Standards, wie nachstehend erläutert. In der aktuellen Berichtsperiode traten einige neue oder geänderte Standards in Kraft,
aus denen sich jedoch keine Auswirkungen auf die Rechnungslegungsmethoden des Konzerns
oder die Notwendigkeit rückwirkender Anpassungen ergaben. Die Konzernbilanz zum 30. Juni 2020 sowie die Konzern-Gewinn-und -verlustrechnung,
die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und
die Konzern-Kapitalflussrechnung für die zum 30. Juni 2020 und 2019 endenden Berichtszeiträume
sowie der verkürzte Konzernanhang sind weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht
unterzogen worden. WESENTLICHE ÄNDERUNGEN IN DER AKTUELLEN BERICHTSPERIODE1. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND STEMMER IMAGING hat während der letzten sechs Monate aufgrund der Belastungen, die
mit Covid-19 einhergegangen sind, Kurzarbeitergeld oder ähnliche staatliche Zuschüsse
beantragt und erhalten.
Außerdem war der Konzern von Zuschüssen für Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen
in Höhe von TEUR 102 im Berichtszeitraum begünstigt. 2. GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE Zum Zuge der Covid-19-relevanten Geschäftsvorfälle wurde bei STEMMER IMAGING abweichend
von der üblichen Vorgehensweise ein Wertminderungstest gemäß IAS 36 vorgenommen. Das
Vorliegen bestimmter Indikatoren verlangt diese Überprüfung. Die Corona-Pandemie hat
Einfluss auf die Ergebnisprognosen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU)
von STEMMER IMAGING. Damit liegt ein "Triggering Event" nach IAS 36 vor. Zum 30. Juni
2020 beträgt der Geschäfts- oder Firmenwert TEUR 19.501 (31. Dezember 2019: TEUR 23.850). Um die Werthaltigkeit zu testen wurden die Finanzbudgets der CGUs überprüft und ein
erneuter Werthaltigkeitstest zum 30. Juni 2020 durchgeführt. Dabei wurde der erzielbare
Betrag der fünf zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils auf der Basis der Berechnung
eines Nutzungswerts unter Verwendung von abgezinsten Cashflow-Prognosen abgeleitet,
die auf den vom Vorstand bewilligten Finanzbudgets für einen Detailplanungszeitraum
von fünf Jahren und einem je zahlungsmittelgenerierender Einheit individuellen Abzinsungssatz
beruhen. Diese Modelle verwenden mehrere wesentliche Annahmen, darunter Schätzungen
der künftigen Umsatzvolumina, Preise, Kosten der betrieblichen Tätigkeit, nachhaltige
Wachstumsraten und durchschnittlich gewichtete Kapitalkosten (Abzinsungszinssatz). Die Zahlungsstromprognosen beruhen auf prognostizierten Bruttomargen unter Berücksichtigung
von regionen- und produktspezifischen Veränderungen. Die Zahlungsstromreihe wurde
für einen Zeitraum nach dem fünften Jahr unter Zugrundelegung einer konstanten jährlichen
Wachstumsrate von 1 % extrapoliert. Folgende Abzinsungssätze vor Steuern wurden in den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten zugrunde gelegt:
Die dabei ermittelten erzielbaren Beträge unterschreiten nur bei der INFAIMON S.
L. U. den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Nach Durchführung des
Werthaltigkeitstest wurde eine Wertminderung i. H. v. TEUR 4.349 im Konzernabschluss
des ersten Halbjahres 2020 erfasst. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten,
denen wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind, wurde zusätzlich
eine separate Risikobetrachtung auf die Cashflow-Prognosen angewendet und gleichzeitig
die Nachsteuer-Zinssätze um 2 % erhöht. Als Ergebnis dieser Sensitivitätsanalyse wäre
bei Eintreten der Sensitivitätsparameter eine Abwertung beim Geschäfts- oder Firmenwert
für INFAIMON S. L. U. i. H. v. TEUR 7.055 zu erfassen. 3. BETEILIGUNGEN AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN Zum Bilanzstichtag wurde auf den Buchwert eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe
von TEUR 600 vorgenommen. Der niedrige beizulegende Wert beträgt TEUR 0. Aufgrund
der durch die Covid-19-Pandemie verschlechterten Ertragsprognosen verschiebt sich
die Gewinnschwelle der Perception Park GmbH, Graz/Österreich weiter in die Zukunft. 4. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (KURZFRISTIG) Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen Wertminderungen gemäß
IFRS 9. Das Zahlungsverhalten der Kunden wurde zum Stichtag turnusmäßig überprüft.
Aus dieser Überprüfung ergab sich zum Stichtag keine Annahme zur Änderung der Verfahren.
STEMMER IMAGING wendet das Expected Loss Model wie bei der Aufstellung des Konzernabschlusses
zum 31. Dezember 2019 an. BEDEUTENDE EREIGNISSE UND GESCHÄFTSVORFÄLLE Der Aufsichtsrat der STEMMER IMAGING AG hat Uwe Kemm mit Wirkung zum 1. April 2020
zum Vorstand des Unternehmens bestellt. Als Vorstandsmitglied (COO) verantwortet er
neben operativen Organisationseinheiten die weitere Entwicklung und Implementierung
wichtiger Initiativen im Rahmen der Unternehmensstrategie. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Zur weiteren Fokussierung auf die strategische Unternehmensausrichtung und für strukturelle
Kosteneinsparungsmaßnahmen plant das Unternehmen für das zweite Halbjahr 2020 Einmalaufwendungen
i. H. v. EUR 1,5 Mio. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzern-Halbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Puchheim, den 12. August 2020 scroll
FINANZKALENDER 1scroll
1
Daten können sich kurzfristig ändern. IMPRESSUM STEMMER IMAGING AG Gutenbergstraße 9 - 13 82178 Puchheim Deutschland Telefon: +49 89 80902-0 Fax: +49 89 80902-116 de.info@stemmer-imaging.com Vorstand: Arne Dehn (Vorsitzender), Uwe Kemm (Chief Operating Officer) Aufsichtsratsvorsitzender: Klaus Weinmann Handelsregister: München HRB 237247 USt.-ID. (VAT): DE 128 245 559 Verantwortlich: STEMMER IMAGING AG Text und Redaktion: STEMMER IMAGING AG Konzept und Gestaltung: Anzinger und Rasp Kommunikation GmbH Titelbild: MAD Werbeagentur GmbH & Co.KG KONTAKT Arne Dehn Vorstandsvorsitzender ir@stemmer-imaging.com www.stemmer-imaging.com/de-de/investor-relations/ Der Halbjahresbericht der STEMMER IMAGING AG ist erhältlich in Deutsch und Englisch. Die deutsche Fassung ist rechtlich verbindlich. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||