![]() Südzucker AG Mannheim/OchsenfurtMannheimKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2011 bis zum 29.02.2012Geschäftsbericht Südzucker AGFinanzkalenderscroll
Der Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Internetseite www.suedzucker.de stehen pdf-Dateien des Geschäftsberichts (deutsch und englisch) sowie des Jahresabschlusses der Südzucker AG zum Download. Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. ÜBERBLICK 2011/12
Ausblick 2012/13
Konzernzahlenscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Umsatz nach Segmenten![]() Operatives Ergebnis nach Segmenten![]() Konzernbericht über das Geschäftsjahr 2011/12 1. März 2011 bis 29. Februar 2012Gute Nachrichten von SüdzuckerTäglich sind wir von unzähligen Nachrichten umgeben - meist sind diese aber nicht so erfreulich. Im Südzucker-Nachrichtenstudio wollen wir Ihnen heute etwas Besonderes präsentieren: gute Nachrichten. Dafür schalten wir in einige unserer zahlreichen Geschäftsfelder und informieren Sie zu besonders spannenden Themen. Gleichzeitig bieten wir Ihnen Zahlen und Fakten zu dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12. Unternehmensstrategie und LeitlinienUnser Ziel als europäischer Konzern ist es, gemeinsam mit unseren Partnern verantwortungsvoll an der Gestaltung der Zukunft zu arbeiten, aufbauend auf dem Nachhaltigkeitsgedanken weiter profitabel zu wachsen und den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Der Fokus liegt dabei auf der großtechnischen Verarbeitung und Veredelung von Agrarrohstoffen und der Vermarktung im Business-to-Business-Bereich. Südzucker ist heute Europas führender Anbieter von Zuckerprodukten und hat in den Segmenten Spezialitäten (Functional Food Ingredients, Stärke, Tiefkühl-/Kühlprodukte und Portionsartikel), CropEnergies (Bioethanol) und Frucht (Fruchtzubereitungen/Fruchtsaftkonzentrate) starke Marktpositionen. Basis dieses Erfolgs sind unsere Kernkompetenzen, allen voran das breit angelegte Know-how in der Verarbeitung verschiedenster agrarischer Rohstoffe. In unseren Geschäftsfeldern setzen wir Maßstäbe. Die Interessen der Aktionäre, der Kunden, der Lieferanten, der Menschen im Unternehmen und zukünftiger Generationen werden angemessen berücksichtigt. Dabei bestimmt traditionell Nachhaltigkeit unser Handeln - beginnend bei der landwirtschaftlichen Produktion des Rohstoffs über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die konzerninterne Forschungskompetenz, aber auch Kooperationen stärken die Innovationskraft, die fundierte Erfahrung in Vermarktung und Logistik macht uns zu einem verlässlichen Partner. Als Voraussetzung für den Markterfolg sehen wir auch die fachliche Kompetenz, die Erfahrungen, die sozialen Fähigkeiten und das Engagement unserer Mitarbeiter - einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Unternehmen. Deshalb stehen Mitarbeiterförderung und Weiterbildung immer im Mittelpunkt. Wachstumschancen wollen wir effektiv nutzen. Bedeutend hierfür ist, dass unser Investment-Grade-Rating den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten sichert. Wir stehen für Transparenz und einen offenen Dialog mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Unsere strategischen Schritte richten wir kontinuierlich an den jeweiligen Rahmenbedingungen aus. Eine immer weiter steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln durch eine weiter wachsende Weltbevölkerung und sich insbesondere durch steigende Einkommen wandelnde Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern begreifen wir als Perspektive. Wir sehen darin die Chance, neben dem traditionellen Zuckergeschäft weitere neue, profitable Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette zu erschließen. Dies kann durch organisches Wachstum, Kooperationen wie auch Akquisitionen erfolgen. Wir schaffen Werte für eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Segmente des Südzucker- KonzernsSegment Zuckerscroll
Konzern
Deutschland
Belgien
Bosnien
Frankreich
Moldawien
Österreich
Polen
Rumänien
Slowakei
Tschechien
Ungarn
Segment Spezialitätenscroll
BENEO
Freiberger
PortionPack Europe
Stärke
Segment CropEnergiesscroll
CropEnergies AG
Segment Fruchtscroll
Fruchtzubereitungen
Fruchtsaftkonzentrate
Aufsichtsrat und Vorstand*AufsichtsratDr. Hans-Jörg GebhardVorsitzender Eppingen Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Dr. Christian KonradStv. Vorsitzender Wien, Österreich Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien Franz-Josef Möllenberg**Stv. Vorsitzender Rellingen Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Dr. Ralf BethkeDeidesheim Ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S Aktiengesellschaft Ludwig EidmannBis 21. Juli 2011 Groß-Umstadt Dr. Jochen FennerGelchsheim Vorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. Manfred Fischer**Feldheim Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Erwin HamesederMühldorf, Österreich Generaldirektor der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien Hans Hartl**Ergolding Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Bayern Ralf HentzschelSeit 21. Juli 2011 Panschwitz-Kuckau Vorsitzender des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V. Reinhold Hofbauer**Deggendorf Betriebsratsvorsitzender Werk Plattling Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Wolfgang KirschKönigstein Vorsitzender des Vorstands DZ BANK AG Georg KochWabern Vorsitzender des Vorstands Verband der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. Klaus Kohler**Bad Friedrichshall Betriebsratsvorsitzender Werk Offenau Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Erhard LandesDonauwörth Vorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. Bernd Maiweg**Gütersloh Referatsleiter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Joachim RukwiedEberstadt Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg e. V. Ronny Schreiber**Einhausen Betriebsratsvorsitzender Hauptverwaltung Mannheim Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Franz-Rudolf Vogel**Worms Betriebsratsvorsitzender Werk Offstein Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Wolfgang Vogl**Bernried Leiter der Werke Plattling und Rain Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Roland Werner**Saxdorf Betriebsratsvorsitzender Werk Brottewitz Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt
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Eine Aufstellung mit den Mandaten findet sich
ab Seite 150 des Geschäftsberichts. VorstandDr. Wolfgang Heer(Sprecher) Ludwigshafen Zuckerverkauf Strategische Unternehmensplanung/ Konzernentwicklung/Beteiligungen Öffentlichkeitsarbeit Organisation/IT Lebensmittelrecht/Verbraucherpolitik/ Qualitätssicherung Personal- und Sozialangelegenheiten Marketing Revision Dr. Thomas KirchbergOchsenfurt Agrarrohstoffe Futtermittel/Nebenprodukte Landwirtschaftliche Betriebe/ Rohstoffmärkte Forschung und Entwicklung im landwirtschaftlichen Bereich Agrarpolitische Aufgaben Thomas KölblSpeyer Finanzen/Rechnungswesen Investor Relations/Compliance Betriebswirtschaft/Controlling Operative Unternehmensplanung Steuern Rechtsangelegenheiten Liegenschaften/Versicherungen Einkauf Hilfs- und Betriebsstoffe Prof. Dr. Markwart KunzWorms Produktion/Technik Forschung/Entwicklung/Services Einkauf Investitions-/Instandhaltungsgüter und Dienstleistungen Functional Food Bioethanol Dipl.-Ing. Johann MarihartLimberg, Österreich Vorsitzender des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG Nachwachsende Rohstoffe Stärke Frucht Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das vergangene Geschäftsjahr hat mehr als deutlich gezeigt, dass sich die Rahmenbedingungen, sei es für Staaten, Unternehmen oder jeden Einzelnen, immer schneller und vor allem unberechenbarer entwickeln. Mechanismen, die bis vor wenigen Jahren allgemein anerkannt gültig waren, funktionieren so nicht mehr, Vorgänge der Finanzwirtschaft laufen entkoppelt von denen der Realwirtschaft ab. Schlagworte, die alle mit "-krise" endeten, bestimmten die Nachrichten. Umso erfreulicher, dass sich Südzucker in diesem Umfeld strategisch richtig und gut positioniert hat und einen sehr guten Abschluss präsentieren kann. Dass das Segment Zucker hierzu den größten Beitrag leisten konnte, ist zu einem wesentlichen Teil auch auf die verlässlichen Rahmenbedingungen der europäischen Zuckerpolitik zurückzuführen. Die politische Forderung, das Quotensystem, das wesentlicher Garant für den nachhaltigen Zuckerrübenanbau und damit auch für die nachhaltige Zuckerproduktion aus Rüben in Europa ist, im Jahr 2015 ersatzlos auslaufen zu lassen, konterkariert die ökonomische Wirklichkeit. Zeigt sich doch bei der Bewältigung der gesamtwirtschaftlichen Krise, dass Regeln und Regulierungen verantwortliches Wirtschaften durchaus fordern und fördern können. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen beeinflussten in besonderer Weise die Arbeit des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr. Offen wurde mit dem Vorstand die Wirkung der Rahmenbedingungen, die Ausrichtung und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens diskutiert, wobei die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit auch im Geschäftsjahr 2011/12 fortgesetzt werden konnte. Dabei sind wir den Aufgaben nachgekommen, für die wir nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung verantwortlich sind: den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten. Bei allen die Südzucker-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden und wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Südzucker-Gruppe (einschließlich der Risikolage) sowie über das Risikomanagement unterrichtet. Der Vorstand berichtete zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats mündlich und schriftlich über alle bedeutenden Geschäftsvorgänge. Gegenstand dieser Berichte waren im Wesentlichen die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung, jeweils bezogen auf die Südzucker AG und die Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus nahm der Aufsichtsratsvorsitzende an Vorstandssitzungen teil und wurde vom Sprecher des Vorstands in zahlreichen Arbeitsgesprächen laufend über alle wichtigen Geschäftsvorgänge informiert. Aufsichtsratssitzungen und Beschlussfassungen |Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2011/12 - jeweils unter Teilnahme des Vorstands - in vier ordentlichen Sitzungen. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat - jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung - zugestimmt. Gegenstand der Bilanzsitzung am 17. Mai 2011 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Südzucker AG sowie des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2011. Der Abschlussprüfer berichtete über die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die sich auch auf das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem bezog. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Er behandelte in dieser Sitzung auch die Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung 2011 (einschließlich Zuwahl zum Aufsichtsrat und Zustimmung zu einem Unternehmensvertrag) und beschloss ein Investitions- sowie zwei Beteiligungsvorhaben. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Wolfgang Vogl als Nachfolger von Herrn Dr. Arnd Reinefeld zum weiteren Mitglied in den Landwirtschaftlichen Ausschuss. In der Aufsichtsratssitzung am 20. Juli 2011 wurde die 5-Jahres-Planung diskutiert und der Investitionsplan 2012/13, das Langfristinvestitionsprogramm sowie Investitionsnachträge wurden verabschiedet. Außerdem wurde ein Grundstücks- und ein Beteiligungsvorhaben behandelt und beschlossen. Der Aufsichtsrat genehmigte den modifizierten Ergebnisverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Wahl von Herrn Dr. Jochen Fenner als Nachfolger von Herrn Ludwig Eidmann in den Prüfungsausschuss, den Landwirtschaftlichen Ausschuss und den Sozialausschuss. Der Aufsichtsrat genehmigte am 15. September 2011 im Wege des schriftlichen Verfahrens ein Grundstücksvorhaben. In der Sitzung am 22. November 2011 wurde dem Aufsichtsrat die Ergebnishochrechnung 2011/12 präsentiert. Wie stets in der November-Sitzung, wurde schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance behandelt. Der Aufsichtsrat führte auch die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch und beschloss die Entsprechenserklärung 2011. Weiter wurde der Neubau bzw. die Sanierung der Hauptverwaltung Mannheim genehmigt. Der Aufsichtsrat verlängerte die Ende August 2012 auslaufende Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Kirchberg um weitere fünf Jahre. In der Aufsichtsratssitzung am 1. Februar 2012 wurde die Ergebnishochrechnung 2011/12 vorgestellt. Der Aufsichtsrat befasste sich mit Investitions- und einem Grundstücksvorhaben und stimmte Investitionsnachträgen für das Geschäftsjahr 2011/12 zu. Er bestellte Herrn Dr. Lutz Guderjahn ab Beendigung der Hauptversammlung der CropEnergies AG am 17. Juli 2012 für die Dauer von fünf Jahren zum ordentlichen Vorstandsmitglied; Herr Dr. Guderjahn soll ab Beendigung der Hauptversammlung 2013 Nachfolger von Herrn Prof. Dr. Markwart Kunz werden, der dann in den Ruhestand eintritt. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 20. Juli 2011 fehlten zwei Mitglieder und in den Sitzungen am 22. November 2011 und 1. Februar 2012 jeweils drei Mitglieder entschuldigt. Ansonsten nahmen alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich an den Sitzungen teil. Ausschüsse des Aufsichtsrats |Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse (Präsidium, Vermittlungsausschuss, Prüfungsausschuss, Landwirtschaftlicher Ausschuss und Sozialausschuss) gebildet, die sich jeweils paritätisch aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Die personelle Besetzung der Ausschüsse finden Sie im Geschäftsbericht auf Seite 152. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats. Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2011/12 zweimal. In der Sitzung am 22. November 2011 wurde die Verlängerung der Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Kirchberg und in der Sitzung am 1. Februar 2012 die Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Guderjahn besprochen. Das Präsidium stimmte sich ansonsten regelmäßig telefonisch ab. Es wurden dabei insbesondere aktuelle Themen der Unternehmensentwicklung und -strategie erörtert. Der Prüfungsausschuss kam im vergangenen Geschäftsjahr fünfmal - in drei Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen - zusammen. In seiner Sitzung am 5. Mai 2011 befasste er sich in Gegenwart des Abschlussprüfers intensiv mit dem Jahresabschluss der Südzucker AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser -nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Wirtschaftsprüfers und prüfte hierzu dessen Unabhängigkeit. In der Sitzung am 21. Juli 2011 im Anschluss an die Hauptversammlung erteilte der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer, diskutierte die bevorstehende Abschlussprüfung 2011/12 und wählte Herrn Dr. Jochen Fenner zu seinem neuen Vorsitzenden. In der Sitzung am 11. Oktober 2011 befasste er sich, wie vom Aufsichtsrat beauftragt, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung des Halbjahresberichts. In den Telefonkonferenzen am 12. Juli 2011 und 10. Januar 2012 erörterte der Prüfungsausschuss die Quartalsberichte Q1 und Q3 intensiv mit dem Vorstand. Der Landwirtschaftliche Ausschuss tagte am 20. Februar 2012. Es wurde über den aktuellen Stand im Geschäftsbereich Landwirtschaft/Rohstoffmärkte, die Situation auf den Rohstoffmärkten und die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2014 diskutiert. Über die Ausschusssitzungen berichtete deren Vorsitzender jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung. In der Sitzung des Prüfungsausschusses am 21. Juli 2011 fehlten zwei Mitglieder und am 11. Oktober 2011 ein Mitglied entschuldigt. Ansonsten nahmen alle Mitglieder persönlich an den Ausschusssitzungen teil. Der Vermittlungsausschuss musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Ebenso hat der Sozialausschuss nicht getagt. Effizienzprüfung des Aufsichtsrats |Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgte in der Sitzung am 22. November 2011. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. Corporate Governance |Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei Südzucker einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der - von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen - Entsprechenserklärung 2011 ist dem Corporate-Governance-Bericht (im Geschäftsbericht auf Seite 65) zu entnehmen. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.suedzucker. de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/ zur Verfügung. Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Südzucker-Gruppe; auch hierüber hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen. Dem Aufsichtsrat ist im Berichtszeitraum von keinem seiner Mitglieder ein Interessenskonflikt - insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte - mitgeteilt worden. Jahresabschluss |Die von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr 2011/12, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2011/12 geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet erscheint, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Der Vorstand hat im Hinblick auf die Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, dass die SZVG über 50 % der Stimmrechte an der Südzucker AG hält, einen Bericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichtes richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung nicht unangemessen hoch war und keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen. Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 3. Mai 2012 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 14. Mai 2012 teil und berichtete ausführlich über Verlauf und Ergebnis seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Südzucker AG und den Konzernabschluss der Südzucker-Gruppe in seiner Sitzung am 14. Mai 2012; der Jahresabschluss der Südzucker AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,70 € pro Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an. Personalia |Im Geschäftsjahr 2011/12 kam es im Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss zu folgenden personellen Veränderungen: Herr Ludwig Eidmann, Groß-Umstadt, Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat und Vorsitzender des Prüfungsausschusses, legte sein Amt aus Altersgründen zum Ende der Hauptversammlung 2011 nieder. Herr Ralf Hentzschel, Panschwitz-Kuckau, wurde von der Hauptversammlung 2011 als sein Nachfolger in den Aufsichtsrat gewählt. Der Prüfungsausschuss wählte in der Sitzung am 21. Juli 2011 (nach der Hauptversammlung) Herrn Dr. Jochen Fenner - als Nachfolger von Herrn Ludwig Eidmann - zu seinem Vorsitzenden. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Eidmann herzlich für seinen langjährigen Einsatz zum Wohle des Unternehmens. Herr Dr. Lutz Guderjahn wurde mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung der CropEnergies AG am 17. Juli 2012 für die Dauer von fünf Jahren zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Südzucker AG bestellt. Der Aufsichtsrat wünscht Herrn Dr. Guderjahn viel Erfolg bei seinen künftigen Aufgaben.
Mannheim, 14. Mai 2012 Für den Aufsichtsrat Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender Brief an die AktionäreSehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, Zucker hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 wiederum eine Hauptrolle gespielt: Rübenernte und Zuckererzeugung waren rekordverdächtig. Gleichzeitig wurden die Schlagzeilen in den Medien immer wieder beherrscht von den Themen Zuckerpreise und Zuckerknappheit. Doch dazu später mehr. Lassen Sie uns auf die Eckpunkte des Geschäftsjahres 2011/12 der gesamten Südzucker-Gruppe blicken: Mit einem Konzernumsatz von 7,0 (6,2) Mrd. €, einem operativen Konzernergebnis von 751 (521) Mio. € und einem Ergebnis je Aktie von fast 2 € wurde eine neue Dimension erreicht. Diese Ergebnisstärke, verbunden mit einem soliden Cashflow, der mit 823 Mio. € die Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens zeigt, begründet die Entscheidung von Aufsichtsrat und Vorstand, der Hauptversammlung eine Dividende von 0,70 € je Aktie vorzuschlagen. Die Erhöhung von 0,15 € spiegelt wie in der Vergangenheit die Kontinuität der Südzucker-Dividendenpolitik wider, die sich gleichermaßen an unserem Ergebnis und Cashflow wie auch der Unternehmensentwicklung orientiert. Für Südzucker spielt die langfristige Zuverlässigkeit eine umso bedeutendere Rolle, als wir uns in einem globalen Umfeld bewegen, in dem es wenig verlässliche Rahmenbedingungen gibt und die Auswirkungen einzelner Ereignisse auf die Weltwirtschaft unvorhersehbar und unberechenbar sind. Mit unseren vier Segmenten haben wir eine solide und stabile Basis geschaffen, um die steigende Nachfrage nach Nahrung und Energie zu bedienen. Innerhalb der einzelnen Segmente können wir schnell und flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren. Als Konzern haben wir die Möglichkeit, Schwächen in einzelnen Bereichen abzufedern. Werte wie Tradition, Zuverlässigkeit und Beständigkeit erleben in Zeiten, in denen die Zahlungsfähigkeit ganzer Staaten infrage gestellt wird, eine Renaissance. Die längste Tradition hat das Segment Zucker, das 2011/12 besonders erfolgreich war. Ein Umsatz von 3.728 (3.279) Mio. € und ein operatives Ergebnis, das sich auf 511 (285) Mio. € nahezu verdoppelt hat, präsentieren die finanzwirtschaftliche Seite - eine Rekordkampagne mit einer Zuckererzeugung von insgesamt 5,4 Mio. t die realen Vorgänge, die dahinter stehen. Sicherlich haben wir hier auch von dem Umfeld auf dem Weltzuckermarkt und den günstigen Witterungsbedingungen von der Aussaat bis zur Ernte profitiert. Es darf aber nicht vergessen werden, dass für Verarbeitung, Lagerung, Logistik und Verkauf dieser großen Mengen ein hohes Maß an Know-how und Einsatz erforderlich sind. Als Bindeglied zwischen der Landwirtschaft und dem Kunden stehen wir in der Verantwortung, unsere Produkte der weiterverarbeitenden Industrie und dem Endverbraucher verlässlich in bester Qualität zur Verfügung zu stellen. Dieses Gefüge basiert auf der europäischen Zuckerpolitik, deren Kernelemente einen Interessensausgleich zwischen Rübenanbauern, Zuckerindustrie, industriellen Verwendern und Endkunden herstellen. Die Eigenversorgung Europas mit dem Grundnahrungsmittel Zucker wurde - auch im Vertrauen auf weiterhin niedrige Weltmarktpreise - mit der Reform der Marktordnung im Jahr 2006 politisch gewollt aufgegeben sowie zollfreien Importen aus Entwicklungsländern Zugang zum europäischen Markt eingeräumt. Der Zuckerverbrauch in Europa kann zu 85 % durch die Produktionsquoten der europäischen Zuckerwirtschaft abgedeckt werden, 15 % müssen importiert werden. Da jedoch der Weltmarktpreis für Zucker im abgelaufenen Geschäftsjahr zum zweiten Mal in Folge nicht nur von starken Schwankungen geprägt war, sondern zeitweise deutlich über dem europäischen Preisniveau lag, blieben die benötigten Importe nach Europa vielfach aus; diese Zuckermengen konnten zu besseren Konditionen außerhalb der EU verkauft werden. Die EU-Kommission hat zwar im Rahmen der europäischen Zuckerpolitik mit entsprechenden Instrumenten die Verfügbarkeit von Zucker sichergestellt und z. B. zusätzliche Import-Tender eröffnet sowie - aufgrund der sehr guten europäischen Rübenernte und Zuckerproduktion - Nichtquotenzucker zur Vermarktung auf dem EU-Food-Markt freigegeben. Dennoch haben sich vor dem Hintergrund der hohen Weltmarktpreise und der Abhängigkeit von Zuckerimporten innerhalb Europas ansteigende Zuckerpreise durchgesetzt. Im Segment Spezialitäten, mit dem wir u. a. funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, aber auch Endverbraucherprodukte wie z. B. Pizzen liefern, bewegen wir uns in dem Spannungsumfeld zwischen Verfügbarkeit und steigendem Preisniveau für agrarische Rohstoffe einerseits und dem Preisdruck auf Endverbraucherprodukte andererseits; durch das teilweise schwierige wirtschaftliche Umfeld in vielen Staaten greifen die Verbraucher oftmals zu preiswerten Artikeln. Trotzdem ist es gelungen, den Umsatz auf 1.806 (1.575) Mio. € zu steigern, das operative Ergebnis lag mit 149 (144) Mio. € - entgegen der ursprünglichen Erwartung - leicht über dem Vorjahr. Dies verdanken wir insbesondere der Division Stärke, in der es gelungen ist, bei einem hohen Absatz das gestiegene Rohstoffpreisniveau am Markt weiterzugeben. Unsere Erwartungen übertroffen hat auch CropEnergies. Produktivität und Auslastung unserer Bioethanolfabriken in Wanze und Zeitz haben sich sehr positiv entwickelt. Gleichzeitig konnten für unsere Produkte Ethanol, Lebens- und Futtermittel höhere Erlöse erzielt und damit Umsatz und operatives Ergebnis mit 529 (437) Mio. € bzw. 53 (46) Mio. € deutlich gesteigert werden. CropEnergies hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen weiteren strategisch wichtigen Schritt vollzogen: Mit der Gründung einer Handelsniederlassung in Houston/Texas ist das Unternehmen im Zentrum der US-amerikanischen Mineralölindustrie präsent. Daneben verfügt das Unternehmen schon seit Längerem über eine Handelsniederlassung in Brasilien. Mit diesen beiden Standorten ist CropEnergies in den weltweit größten Bioethanolmärkten vertreten. Im Segment Frucht konnten die gestiegenen Rohstoffkosten in der Division Fruchtsaftkonzentrate besser verarbeitet werden als bei den Fruchtzubereitungen. Insgesamt musste aber trotz eines Umsatzanstiegs auf 929 (870) Mio. € ein Rückgang des operativen Ergebnisses auf 38 (46) Mio. € hingenommen werden. Lassen Sie uns noch einen kurzen Blick auf das laufende Geschäftsjahr werfen: Wir wollen in allen vier Segmenten auch in Zukunft weiter profitabel wachsen. Neben dem internen Wachstum setzen wir auch zukünftig auf Joint Ventures, Vertriebskooperationen und Akquisitionen. So wurde im Mai 2011 mit dem britischen Handelshaus ED&F Man eine Vereinbarung über den Erwerb einer strategischen Beteiligung von 25 % getroffen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der wettbewerbsbehördlichen Zustimmung; die Entscheidungsfrist der Kommission läuft bis zum 22. Mai 2012. Im Zuckerbereich ist ED&F Man weltweit zweitgrößter Händler. Von dieser globalen Position werden wir in Zukunft profitieren können. Das Thema Rohstoffpreise beeinflusst auch unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Wir rechnen für 2012/13 mit einem leichten Anstieg des Umsatzes, welcher von allen Segmenten getragen wird, sowie mit einem operativen Ergebnis von über 800 Mio. €. An diesem Ziel arbeiten wir Tag für Tag. Auch der Erfolg des Geschäftsjahres 2011/12 wäre ohne das Engagement und den Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit nicht möglich gewesen. In allen Bereichen wurden exzellente Leistungen erbracht. Dafür bedanken wir uns und bauen gleichzeitig auch für die Zukunft auf das gegenseitige Vertrauen. Gemeinsam werden wir auch 2012/13 Werte schaffen und für unsere Aktionäre bewahren, mit deren Kapital wir verantwortungsvoll wirtschaften. Wir bedanken uns bei Ihnen für die kritische und doch positive Begleitung durch das abgelaufene Geschäftsjahr. Ihr Vertrauen ist unser Antrieb auch für 2012/13.
Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Mit freundlichen Grüßen Vorstand Dr. Wolfgang Heer, Sprecher Dr. Thomas Kirchberg Thomas Kölbl Prof. Dr. Markwart Kunz Johann Marihart Anhaltend gute ErgebnisseMannheim, 15. Mai 2012 Die Südzucker-Gruppe hat heute in Mannheim ihre Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2011/12 vorgelegt und mit einem glänzenden Abschluss die Prognose übertroffen. Die Umsatzsteigerung auf rund 7 Milliarden Euro wurde dabei von allen Segmenten getragen. Auch die Südzucker-Aktie behauptete sich an der Börse in einem rauen Umfeld positiv. Gute Nachrichten von Südzucker.+ Operatives Ergebnis +44 % auf 751 Mio. € +++ Ergebnis je Aktie +50 % +++ Dividendenvorschlag 0,70 € +++ Schlusskurs Bilanzstichtag 21,75 € ++++ SÜDZUCKER-AKTIE UND KAPITALMARKTKapitalmarktumfeldDas Kapitalmarktumfeld im Geschäftsjahr 2011/12 war geprägt durch die anhaltende EU-Schuldenkrise, die für Unsicherheit bei den Anlegern und hohe Kursschwankungen sorgte. Die hohe Staatsverschuldung und die mangelnde Reformbereitschaft einiger Staaten des Euroraums ließen die Risikoprämien für Staatsanleihen dieser Länder auf ein bislang unbekanntes Maß ansteigen. Einige der hochverschuldeten EU-Staaten waren gezwungen, für ihre Staatsanleihen Zinsen von deutlich mehr als 6 % p. a. zu bieten, um sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Auf der anderen Seite ließen die hohe Kreditwürdigkeit und die stabile Haushaltslage Deutschlands den Refinanzierungssatz für 10-jährige Bundesanleihen auf ein Rekordtief von 1,7 % im September 2011 sinken. Die Refinanzierungsengpässe der hochverschuldeten Eurostaaten stellten die europäischen Regierungen vor neue Herausforderungen, so dass die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro und der Staatshaushalte der betroffenen Mitgliedsländer verstärkt werden mussten. Weiterhin einigte sich der Europäische Rat auf eine Ergänzung der europäischen Verträge zur Schaffung einer europäischen Fiskal- und Stabilitätsunion, die u. a. die feste Verankerung von Schuldenbremsen in den einzelnen Staatshaushalten vorschreibt. Der Euro kletterte angesichts der zunächst als noch gravierender eingeschätzten US-Haushaltskrise von 1,34 USD am Jahresanfang 2011 auf einen Jahreshöchststand von 1,48 USD im Mai 2011, bevor die Verschärfung der europäischen Finanz- und Bankenkrise den Euro auf 1,30 USD zum Jahresende 2011 drückte. Die deutschen Börsenbarometer MDAX® und DAX® spiegelten im Verlauf des 1. Halbjahres 2011 die robuste Konjunktur der deutschen Wirtschaft und die optimistischen Ausblicke deutscher Unternehmen wider. MDAX® und DAX® verzeichneten seit Jahresbeginn 2011 einen kontinuierlichen Aufwärtstrend und Indexhöchststände Anfang Juli, bis die dramatische Zuspitzung der Eurokrise Anfang August, insbesondere das drohende Übergreifen der staatlichen Schuldenkrise von den Peripherie-Staaten des Euroraumes auf Banken und Konjunktur der stabilen Euroländer, eine scharfe Börsenkorrektur mit kurzfristigen Kursverlusten von bis zu 20 % auslöste. Bei hoher Volatilität pendelten die deutschen Börsenindizes bis zum Jahresende 2011 seitwärts. Das Stimmungsbild drehte sich in den Monaten Januar und Februar 2012, als besser als erwartete volkswirtschaftliche Rahmendaten für die Eurozone, konkrete Beschlüsse zu ESM und Stabilitätspakt, sowie das von der EZB etablierte 3-Jahres-Programm zur Refinanzierung europäischer Banken das Marktsentiment erheblich verbesserten. DAX® und MDAX® setzten Anfang Januar 2012 zu einer Rally an und notierten am 29. Februar 2012, dem letzten Börsentag des Südzucker-Geschäftsjahres, bei 6.856 (7.272) respektive 10.429 (10.924) Punkten. Der Euro erholte sich auf 1,33 USD. Kursentwicklung der Südzucker-AktieNach der ersten XETRA®-Notierung des Geschäftsjahres bei 20,09 € am 1. März 2011 formte die Südzucker-Aktie ab Mitte März 2011 einen stabilen Aufwärtstrend bis zum Juli 2011 aus. Dieser Trend wurde zunächst von einem positiven Konzern-Ausblick für das Geschäftsjahr 2011/12 getragen, der am 18. Mai 2011 veröffentlicht wurde. Die positive Entwicklung auf den globalen und europäischen Zucker- und Bioethanol-Märkten sowie das für Südzucker sehr erfreuliche 1. Quartal 2011/12 veranlasste uns bereits am 22. Juni 2011, die Jahresprognose zu erhöhen. Die soliden Ertragszahlen, die mehrheitlich auf "Kaufen" lautenden Analysteneinschätzungen und der Anstieg des Weißzucker-Weltmarktpreises auf ein Rekordniveau von 876 USD/t bzw. 623 €/t am 13. Juli 2011 führten den Südzucker-Kurs auf ein Allzeithoch von 26,11 € am 18. Juli 2011. Die zweite deutliche Erhöhung der Südzucker-Ergebnisprognose am 22. November 2011 führte die Aktie nach einer zwischenzeitlich etwas schwächeren Phase wieder in einen stabilen Aufwärtskanal auf deutlich über 20 € zurück. In den Monaten Januar und Februar 2012 bestimmten die Berichte zahlreicher Börsenunternehmen sowie die Entspannung der EU-Schuldenkrise die Nachrichtenlage, was zu einer massiven Trendverschiebung von defensiven in zyklische Börsentitel führte. In der Folge tendierte die Südzucker-Aktie bis zum Bilanzstichtag seitwärts. Das Geschäftsjahr 2011/12 schloss die Südzucker-Aktie am 29. Februar 2012 mit einer XETRA®-Notierung von 21,75 €. Kursentwicklung Südzucker-Aktie vs. MDAX®*![]() Kursentwicklung der Südzucker-Aktie im Vergleich zu DAX® und MDAX®![]() Der absolute Wertzuwachs der Aktie (unter Berücksichtigung der Kursentwicklung und der Dividenden-Ausschüttung) betrug im Südzucker-Geschäftsjahr 11 %, während der MDAX® im gleichen Zeitraum 1 % zulegte und der DAX® 6 % nachgab. Zudem verzeichnet die Südzucker-Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich geringere Kursschwankungen. Die niedrigere Schwankungsbreite im Vergleich zum MDAX® ist am 52-Wochen-Beta-Faktor von 0,53 abzulesen. Marktkapitalisierung und IndizesDie Marktkapitalisierung am letzten Börsenhandelstag des Geschäftsjahres 2011/12 belief sich auf 4,1 Mrd. € bei einem XETRA®-Schlusskurs von 21,75 € je Aktie und 189,4 Millionen Inhaber-Stammaktien. Die Streubesitz-Marktkapitalisierung von rund 1,4 Mrd. € am 29. Februar 2012 bedeutete eine Gewichtung von 1,8 % im MDAX®. Zudem war die Südzucker-Aktie am Bilanzstichtag in folgenden Börsenindizes enthalten: MSCI® Germany/Europe, FTSE® Eurofirst 300 sowie STOXX® Europe 600. Letzterer bildet die 600 größten Unternehmen Europas, gemessen an der Streubesitz-Marktkapitalisierung, ab. Der durchschnittliche Börsentagesumsatz der Südzucker-Aktie betrug an allen deutschen Börsenplätzen rund 0,9 Mio. Aktien bzw. rund 20,1 Mio. € pro Handelstag1 . Der Börsenumsatz stieg damit im Vergleich zum Vorjahres-Geschäftsjahr deutlich von 3,3 auf 5,2 Mrd. €. AktionärsstrukturDie Aktionärsstruktur ist gekennzeichnet durch Stabilität bei einer zunehmenden Internationalisierung des Streubesitzes (Free Float). Auf Ebene der Großaktionäre erhöhte die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) ihren Aktienbesitz geringfügig von rund 55 auf 56 %. Der zweite Großaktionär, die Zucker Invest GmbH, die österreichische Anteilseigner repräsentiert, hielt unverändert rund 10 % an der Südzucker AG. Abzüglich des Festbesitzes der beiden Großaktionäre belief sich der Free Float der ausstehenden Südzucker-Aktien zum Bilanzstichtag 29. Februar 2012 auf 34 %. Kenndaten der Südzucker-Aktiescroll
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Vorschlag. Börsendaten der Südzucker-Aktiescroll
Investor RelationsDas Investor-Relations-Team richtete den Kommunikations-Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2011/12 auf die globalen Entwicklungen der Zucker- und Bioethanolmärkte, auf die EU-Sondermaßnahmen zur Regelung des europäischen Zuckerangebotes nach einer lediglich durchschnittlichen Ernte 2010/11 sowie auf die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013, in die auch die EU-Zuckerpolitik nach 2015 eingebettet ist. Das Investor-Relations-Team hat die Geschäftsentwicklung sowie die strategischen und operativen Weichenstellungen der Südzucker-Gruppe gegenüber Aktionären bzw. Anleihe-Investoren zeitnah, kontinuierlich und transparent kommuniziert und erläutert. Die Berichterstattung gegenüber den Kapitalmärkten erfolgte über zahlreiche Einzelgespräche, Telefonate und schriftliche Korrespondenz mit institutionellen und privaten Anlegern, Analysten und Ratingagenturen. Fester Bestandteil der Kapitalmarktkommunikation war die Teilnahme an Investorenkonferenzen in Frankfurt, Paris und New York, unsere jährliche Analystenkonferenz in Frankfurt sowie Telefonkonferenzen anlässlich der Quartalsberichterstattung. Um der zunehmenden Internationalisierung des Investorenkreises Rechnung zu tragen, haben wir die Investoren-Roadshows zu den europäischen und US-amerikanischen Finanzzentren ausgeweitet. Die Berichterstattung von Bankanalysten über die Südzucker-Aktie wurde im ab gelaufenen Geschäftsjahr weiter verstärkt und hat durch die erstmaligen Veröffentlichungen der Banken Berenberg, Hauck & Aufhäuser, Exane BNP Paribas und Silvia Quandt & Cie. AG sowie durch die Wiederaufnahme der Banken Barclays und Metzler eine qualitative Bereicherung erfahren. Zur Abrundung der Investor-Relations-Kommunikation stellen wir Daten, Präsentationen und Nachrichten auf der Südzucker-Internetseite www.suedzucker.de/de/Investor-Relations allen Anlegern und Interessenten zeitnah zur Verfügung. Ferner werden die Quartals- und Geschäftsberichte ab Veröffentlichungsdatum zur Einsicht und zum Download bereitgestellt. Als Informationsquelle für alle Anleger stellen wir zudem die auf Roadshows und Kapitalmarktkonferenzen gezeigten Präsentationen zeitnah zur Verfügung. RatingSüdzucker zählt zum Kreis von rund 40 börsennotierten Unternehmen in Deutschland, die von den internationalen Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) hinsichtlich der Kreditwürdigkeit der Gesamtunternehmung und der börsennotierten Anleihen beurteilt werden. Das Rating ist ein geeigneter Katalysator für eine effiziente Kapitalmarktrefinanzierung zu risikoadäquaten Kapitalkosten und eröffnet Südzucker Finanzierungsspielräume über die bilateralen Bankkreditlinien hinaus. Südzucker verfügt seit Aufnahme des Unternehmensratings im Jahr 1991 (Moody's) bzw. 2003 (S&P) über ein Investment-Grade-Rating, das dem Konzern im Vergleich zu Unternehmen mit Non-Investment-Grade-Rating eine erhöhte Kreditwürdigkeit bescheinigt. Institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen sind oftmals per Gesetz oder interner Anlagerichtlinien verpflichtet, ausschließlich Finanzinstrumente von Unternehmen mit Investment-Grade-Rating zu erwerben, die am Kapitalmarkt mit geringeren Risikoaufschlägen gehandelt werden. Anleihen der Südzucker AGscroll
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Kündigungsrecht durch Südzucker erstmals Juni
2015. Langfristige Wertentwicklung![]() Die Südzucker-Aktie zeichnet sich als langfristig stabiles Investment aus und erzielte im Geschäftsjahr 2011/12 einen Wertzuwachs. Ein Aktionär, der am 1. März 1988 - im Jahr der Fusion der Süddeutsche Zucker-AG mit der Zuckerfabrik Franken GmbH - ein fiktives Depot an Südzucker-Aktien mit einem Betrag von 10.000 € für den Erwerb von 1.589 Stammaktien zu einem Kurs von umgerechnet 6,29 € je Aktie anlegte, die Bardividenden (ohne Steuergutschrift) in neue Aktien investierte und sich an Kapitalerhöhungen durch Ausübung seines Bezugsrechts, d. h. ohne Einbringung zusätzlicher Finanzmittel, beteiligte, erzielte per 29. Februar 2012 einen Vermögenszuwachs von kumuliert 1.038 % und einen Depotwert von 113.800 €1 . Die jährliche Durchschnittsrendite des Südzucker-Depots belief sich im betrachteten Zeitraum auf 11 % im Vergleich zu einer durchschnittlichen MDAX®-Rendite von 10 % und einer DAX®-Rendite von 8 % p. a. Südzucker wurde im Geschäftsjahr 2011/12 wie in den vergangenen Geschäftsjahren von Moody's und S&P gerated. Moody's erhöhte am 31. Januar 2012 das Kreditrating (Unternehmens- und Anleiherating) mit Investment Grade von Baa2 auf Baa1, nachdem bereits am 11. August 2011 der Ausblick von stabil auf positiv erhöht wurde. Das Rating der Südzucker-Hybridanleihe wurde ebenfalls angehoben von Ba2 auf Ba1. Der für die Berechnung der Ratingkennzahlen anerkannte Eigenkapitalanteil in Höhe von 75 % wurde bestätigt. Mit der Erhöhung des Investment-Grade-Ratings bei stabilem Ausblick würdigte Moody's den fortgesetzten Aufwärtstrend der ratingrelevanten Südzucker-Kennzahlen. S&P stufte das Kreditrating von Südzucker am 2. Dezember 2011 unverändert mit Investment Grade von BBB bei stabilem Ausblick ein. Der Hybridanleihe sprach S&P einen Eigenkapitalanteil in Höhe von 50 % zu. Dividende für das Geschäftsjahr 2011/12Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der für den 19. Juli 2012 anberaumten Hauptversammlung eine Dividende von 0,70 € je Aktie zur Beschlussfassung vor. Bei einem unveränderten Grundkapital, eingeteilt in 189,4 Mio. Stückaktien, resultiert daraus eine Ausschüttungssumme in Höhe von 132,6 Mio. €. Im Falle einer entsprechenden Beschlussfassung durch die Hauptversammlung am 19. Juli 2012 errechnet sich für die Südzucker-Aktie per Bilanzstichtag 29. Februar 2012 eine Dividendenrendite von 3,22 %. Dem Langfristtrend folgend übertrifft die Südzucker-Dividendenrendite die vergleichbare Dividendenrendite des MDAX® von 2,7 %1 .
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Quelle: Deutsche Bank "The Deutsche Bank German
Equities Universe" Zuckerrüben satt, Nachfrage hochBei nahezu idealen Witterungsbedingungen konnte von März bis September eine Rekordrübenmenge heranwachsen - dadurch hatten die Rübenernter im Herbst 2011 mehr zu tun als sonst. Auch die anschließende Rübenverarbeitung in den Fabriken lief bestens. So ist nachhaltig produzierter Zucker in Europa ausreichend vorhanden. Über diese gute Nachricht freuen sich nicht nur Rübenanbauer und Südzucker. Gute Nachrichten von Südzucker .+ Anbaufläche +6 % +++ Rübenmenge +20 % +++ Gesamtzuckermenge +26 % +++ Kampagnedauer +20 Tage ++++ Anbaufläche +6 % +++ KonzernlageberichtErtrags-, Finanz- und VermögenslageGeschäftsentwicklung Konzernscroll
Umsatz und operatives Ergebnis Konzern |Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 konnte die zu Beginn des Geschäftsjahres gegebene Prognose für Umsatz und Ergebnis übertroffen werden. Zum Anstieg des Konzernumsatzes um gut 13 % auf 6.992 (6.161) Mio. € trugen alle Segmente bei. Auch beim operativen Konzernergebnis wurde mit 751 (521) Mio. € nochmals ein deutlicher Zuwachs erzielt - insbesondere getragen vom Segment Zucker. Aber auch die Segmente Spezialitäten und CropEnergies erzielten eine Steigerung des operativen Ergebnisses. Im Segment Frucht konnte das Vorjahr nicht erreicht werden. Ergebnis der Betriebstätigkeit |Das um 246 Mio. € höhere Ergebnis der Betriebstätigkeit von 759 (513) Mio. € folgt dem gegenüber dem Vorjahr um 230 Mio. € gesteigerten operativen Ergebnis von 751 (521) Mio. €. Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen |Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen belief sich auf 8 (-8) Mio. €. Es umfasst u. a. Erträge aus dem Verkauf von Grundstücken in Vorjahren stillgelegter Werke. Dem standen Aufwendungen aus rechtlichen Risiken und Marktordnungsrisiken bei BENEO gegenüber. Im Vorjahr enthielt das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen im Wesentlichen Aufwendungen für Umstrukturierungsmaßnahmen und rechtliche Risiken im Segment Spezialitäten. Gewinn-und-Verlust-Rechnungscroll
Finanzergebnis |Das Finanzergebnis belief sich auf -100 (-74) Mio. €. Hierbei verschlechterte sich das Zinsergebnis von -73 Mio. € auf -80 Mio. €. Der Anstieg der Zinsaufwendungen beruhte im Wesentlichen auf einer Erhöhung der Bruttofinanzschulden infolge der Emission der 400-Mio.-Euro-Anleihe 2011/2018 im März 2011 zur frühzeitigen Refinanzierung der im Februar 2012 fällig gewordenen 500-Mio.-Euro-Anleihe 2002/2012. Der Anstieg der Zinserträge aus den kurzfristigen Anlagen bei niedrigem Euro-Geldmarktzinsniveau konnte den Anstieg der Zinsaufwendungen nur teilweise ausgleichen. Das sonstige Finanzergebnis reduzierte sich von -1 Mio. € auf -19 Mio. €. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus gefallenen Marktwerten von Zinsderivaten sowie der Auflösung von Zinssicherungen aus der vorzeitigen Rückzahlung des variablen Teils des Schuldscheindarlehens. Die nicht realisierten zahlungsunwirksamen Kursverluste aus der Euro-Finanzierung osteuropäischer Tochtergesellschaften insbesondere infolge der Abschwächung des polnischen Zlotys und des ungarischen Forints beliefen sich auf -3 (-1) Mio. €. Steuern vom Einkommen und Ertrag |Nach einem deutlich gestiegenen Ergebnis vor Ertragsteuern von 660 (443) Mio. € haben sich die Steuern vom Einkommen und Ertrag entsprechend von -97 Mio. € auf -145 Mio. € erhöht; die Konzern-Steuerquote lag damit unverändert bei 22 %. Jahresüberschuss |Vom Jahresüberschuss von 515 (346) Mio. € entfallen 377 (252) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG, 26 (26) Mio. € auf die Hybrid-Eigenkapitaleigner und 112 (68) Mio. € auf die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen. Ergebnis je Aktie |Das Ergebnis je Aktie beträgt 1,99 (1,33) €. Der Ermittlung wurde der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 189,2 (189,4) Mio. ausstehenden Aktien zugrunde gelegt. Wertbeitragscroll
Wertbeitrag |Der ROCE konnte 2011/12 von 9,8 % auf 13,2 % gesteigert werden, was auf das deutlich gestiegene operative Ergebnis von 751 (521) Mio. € zurückzuführen ist. Das Capital Employed erhöhte sich um 7 % auf 5.707 (5.314) Mio. €. Hierfür zeichnen die deutliche Erhöhung des Working Capitals infolge der von 4,2 auf 5,4 Mio. t gestiegenen Zuckererzeugung sowie gestiegene Herstellungskosten verantwortlich. Die Investitionen in Sachanlagen lagen mit 276 (245) Mio. € über den Abschreibungen. Da keine wesentlichen vollkonsolidierten Akquisitionen im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgten, blieben auch die Goodwill-Buchwerte nahezu unverändert. FinanzierungsrechnungCashflow |Der Anstieg des Cashflows um 217 Mio. € auf 823 (606) Mio. € folgt der guten Entwicklung des operativen Ergebnisses. Working Capital |Die Mittelbindung durch die Zunahme des Working Capitals stieg auf 306 Mio. € nach 14 Mio. € im Vorjahr. Dies ist auf eine deutliche mengen- und preisbedingte Zunahme der Vorräte sowie einen preisbedingten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -insbesondere im Segment Zucker - zurückzuführen. Finanzierungsrechnungscroll
Investitionen in Sachanlagen |Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) erhöhten sich auf 276 Mio. € nach 245 Mio. € im Vorjahr. Im Segment Zucker betrafen die Investitionen in Höhe von 145 (125) Mio. € im Wesentlichen den Bau des Zuckersilos in Tulln/Österreich mit rund 70.000 t Lagerkapazität, die Umsetzung eines Silos am Standort Rain/Deutschland sowie Ersatzinvestitionen. Die Investitionen im Segment Spezialitäten von 74 (67) Mio. € entfielen u. a. auf den Bau einer Abwasseraufbereitungsanlage bei BENEO-Orafti in Oreye/Belgien. Die Investitionen im Segment CropEnergies in Höhe von 14 (22) Mio. € dienten vor allem der weiteren Anlagenoptimierung und der Effizienzsteigerung. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 43 (31) Mio. € u. a. die Anschaffung von Edelstahlcontainern für den Transport von Fruchtzubereitungen, das Fertigwarenlager und die Kapazitätserweiterung am Standort Serpuchov/ Russland sowie die neuen Werke in Kairo/Ägypten und Johannesburg/Südafrika. Investitionen in Finanzanlagen |Die Investitionen in Finanzanlagen von 10 (6) Mio. € betrafen den vollständigen Erwerb des ursprünglichen Joint Ventures Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City/China. Darüber hinaus hat die Südzucker Polska S.A., Breslau/Polen, zwei landwirtschaftliche Betriebe erworben. Gewinnausschüttungen |Die Gewinnausschüttungen von 168 (143) Mio. € enthalten die an die Südzucker-Aktionäre im Juli 2011 für das Geschäftsjahr 2010/11 ausgeschüttete Dividende von 0,55 €/Aktie bzw. 104 Mio. €. Die übrigen Gewinnausschüttungen betrafen das Hybrid-Eigenkapital sowie die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe umfassen. Bilanzstrukturscroll
Die Bilanzsumme liegt mit 8.289 (7.260) Mio. € um 1.029 Mio. € deutlich über Vorjahr. Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 9 Mio. € leicht auf 4.037 (4.046) Mio. € zurück. Der Buchwert der Sachanlagen blieb mit 2.554 (2.555) Mio. € infolge insgesamt ausgeglichener Investitionen, Jahresabschreibungen und Buchwertabgängen nahezu unverändert. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 1.038 Mio. € auf 4.252 (3.214) Mio. € ist auf den preis- und mengenbedingten Anstieg der Vorräte um 615 Mio. € auf 2.324 (1.709) Mio. € und die überwiegend preisbedingte Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 87 Mio. € auf 806 (719) Mio. € zurückzuführen. Daneben wurden die flüssigen Mittel um 251 Mio. € auf 501 (250) Mio. € aufgebaut, um die gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Zahlungsverpflichtungen nach dem Bilanzstichtag, die insbesondere gegenüber den Rübenanbauern bestehen, zu erfüllen. Das Eigenkapital ist um 282 Mio. € auf 3.969 (3.687) Mio. € angestiegen; die Eigenkapitalquote lag jedoch - bedingt durch die höhere Bilanzsumme - mit rund 48 (51) % unter Vorjahresniveau. Zum 29. Februar 2012 hielt die Südzucker AG 400.020 eigene Aktien. Die Anschaffungskosten von 8,4 Mio. € wurden mit dem Eigenkapital verrechnet. Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 443 Mio. € auf 1.805 (1.362) Mio. €. Die Erhöhung beinhaltet zum einen die im März 2011 platzierte Südzucker-Anleihe mit einem Nominalvolumen von 400 Mio. €; die Anleihe mit einem Coupon von 4,125 % ist am 29. März 2018 fällig. Daneben stiegen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 69 Mio. € auf 546 (477) Mio. € insbesondere infolge der Reduzierung des Abzinsungssatzes von 5,00 % auf 4,50 %. Der Anstieg der kurzfristigen Schulden um 304 Mio. € auf 2.515 (2.211) Mio. € resultiert maßgeblich aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber den Rübenanbauern um 423 Mio. € auf 795 (372) Mio. €. Demgegenüber haben sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 238 Mio. € auf 574 (812) Mio. € reduziert. Am 27. Februar 2012 wurde die Südzucker-Anleihe mit einem Nominalvolumen von 500 Mio. € zurückgezahlt. Im Gegenzug wurden Commercial Papers in Höhe von 150 Mio. € begeben. Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten erhöhten sich um 112 Mio. € auf 397 (285) Mio. €. Die Nettofinanzschulden konnten um 63 Mio. € auf 791 (854) Mio. € abgebaut werden. Dabei hat sich das Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital von 23 % auf 20 % verbessert. Infolge des deutlich auf 823 (606) Mio. € gestiegenen Cashflows hat sich das Verhältnis von Cashflow zu Nettofinanzschulden von 1,4 auf 1,0 deutlich verbessert. Vorschlag zur GewinnverwendungDer Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von 0,70 (0,55) €/Aktie trägt der deutlichen Ergebnissteigerung Rechnung. Auf der Grundlage von 189,4 Mio. ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme in Höhe von 132,6 (104,1) Mio. €. Segment ZuckerWirtschaftliches Umfeld, RahmenbedingungenWeltmarktFür das Kampagnejahr 2011/12 geht F. O. Licht von einem Anstieg der Zuckererzeugung auf 176,9 (165,4) Mio. t und einem Wachstum des Verbrauchs auf 164,9 (160,4) Mio. t aus. Die prognostizierte Produktions- und Verbrauchsentwicklung führt zu einer Erhöhung der Bestände auf 70,5 (62,8) Mio. t Zucker; diese liegen mit 42,8 (39,1) % eines Jahresverbrauchs nach wie vor auf niedrigem Niveau. Die hohe Preisvolatilität am Zuckerweltmarkt setzte sich auch im zurückliegenden Geschäftsjahr fort. Nach einem historischen Höhepunkt im Februar 2011 von 845 USD/t bzw. 612 €/t Weißzucker gaben die Notierungen zunächst stark nach, erreichten Anfang Mai 582 USD/t bzw. 401 €/t Weißzucker, um im Juli auf ein neues Allzeithoch mit 876 USD/t bzw. 623 €/t Weißzucker anzusteigen. Seither bewegen sich die Weltmarktpreise in einer Bandbreite von 600 bis 700 USD/t. Ende Februar 2012 lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei 652 USD/t bzw. 485 €/t. Weltzuckerbilanz1scroll
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Quelle: F. O. Licht, Schätzung der Weltzuckerbilanz
2011/12. Weltmarktpreise für Zucker![]() Europäische UnionEU-Binnenmarkt |Durch die Reform der EU-Zuckerpolitik wurde die EU weltweit vom zweitgrößten Zuckerexporteur zu einem der größten Nettoimporteure. Wesentliche Gründe waren die Zuckerquotenreduktion und der vollständige Abbau der Zölle gegenüber LDCs und AKP-Ländern zum 1. Oktober 2009. Der strukturelle Selbstversorgungsgrad liegt bei nur noch rund 85 %. Dadurch ist die Marktversorgung in der EU von Weltmarktimporten abhängig. Seit Beginn des zurückliegenden Zuckerwirtschaftjahres (ZWJ: 1. Oktober bis 30. September) 2010/11 gab es keinen ausreichenden Anreiz für die - zur strukturellen Marktversorgung notwendigen - Importe aus den Präferenzstaaten (AKP/LDC) in die EU. Aufgrund der hohen Weltmarktpreise lag in weiten Phasen der Importpreis für Weltmarktzucker über dem EU-Binnenmarktpreisniveau. Um dem erwarteten rückläufigen Zuckerimportangebot entgegenzuwirken, hat die EU-Kommission im zurückliegenden ZWJ 2010/11 und im laufenden ZWJ 2011/12 verschiedene Maßnahmen ergriffen. Im November 2010 wurden die Zölle für Rohzuckerimportkontingente aus Nichtpräferenzstaaten ausgesetzt. Zudem wurde im Februar 2011 erstmals die Vermarktung von 0,5 Mio. t Nichtquotenzucker auf dem EU-Food-Markt zugelassen. In den Monaten März und Mai 2011 wurden zusätzliche, zollfreie Importkontingente in Höhe von insgesamt 0,5 Mio. t eröffnet. Darüber hinaus hat die EU-Kommission von Juli bis September 2011 in mehreren Tranchen weitere Importe von Roh- und Weißzucker zu reduzierten Zöllen in Höhe von rund 0,35 Mio. t ermöglicht. Nach diesen Maßnahmen lag der Quotenzuckerbestand in der EU zum 30. September 2011 deutlich über dem des Vorjahres. Im laufenden ZWJ 2011/12 geht die EU-Kommission aufgrund der nach wie vor hohen Weltmarktpreise weiterhin nicht von einem signifikanten Anstieg von Importen aus Präferenzstaaten aus. Die Gesamtrübenzuckererzeugung in der EU beziffert die EU-Kommission auf 18,3 (15,4) Mio. t bei stabiler Quotenrübenzuckererzeugung. Damit hat sich die Nichtquotenzuckererzeugung nahezu verdoppelt. Vor diesem Hintergrund wurden im Dezember 2011 bereits 0,4 Mio. t und im April 2012 weitere 0,25 Mio. t Nichtquotenzucker zur Vermarktung auf dem EU-Food-Markt freigegeben. Darüber hinaus wurde für das ZWJ 2011/12 ein Import-Tenderverfahren eröffnet, in dem seit Dezember 2011 bislang rund 0,2 Mio. t Importe - ausschließlich Rohzucker - zu reduzierten Zöllen zugeteilt wurden. Dadurch hat sich die Versorgungslage in der EU verbessert, so dass die EU-Kommission im Januar 2011 die verbliebenen Importtender für Januar und Februar 2012 aussetzte. EU-Exporte |Aufgrund von WTO-Verpflichtungen sind die Exportmöglichkeiten der EU auf knapp 1,4 Mio. t Zucker beschränkt. Für das zurückliegende ZWJ 2010/11 wurden in zwei Tranchen insgesamt 1,4 Mio. t Zucker zum Export freigegeben, davon 0,7 Mio. t im Zeitraum September bis Dezember 2011. Für das laufende ZWJ 2011/12 wurde bereits im März 2011 beschlossen, 0,65 Mio. t Exportlizenzen ab Januar 2012 zuzuteilen, im November 2011 wurde der Export weiterer 0,7 Mio. t Zucker ermöglicht. Für das kommende ZWJ 2012/13 wurde bereits im April 2012 die Möglichkeit von Exporten in Höhe von 0,65 Mio. t festgelegt. Für Nichtquotenzucker zur Verwendung in der chemischen, pharmazeutischen und Fermentationsindustrie sowie der Bioethanolherstellung wurde seit dem ZWJ 2008/09 regelmäßig eine zollfreie Weltmarktimportquote in Höhe von 0,4 Mio. t p. a. eröffnet, die bisher aber nur in geringem Umfang ausgenutzt wurde. Angesichts hoher Zuckerweltmarktpreise und Logistikkosten dürfte die Nutzung auch im ZWJ 2011/12 gering sein. Gemeinsame Agrarpolitik 2013 |Wesentliche Teile der Binnenmarktregeln zum EU-Zuckermarkt laufen zum 30. September 2015 aus. Im Kontext der derzeit diskutierten Ausrichtung der allgemeinen EU-Agrarpolitik ab 2014 werden auch Optionen für die Regelungen zum EU-Zuckermarkt ab dem ZWJ 2015/16 geprüft. So hat die EU-Kommission dem Agrarministerrat und dem EU-Parlament im Oktober 2011 einen Legislativ-Vorschlag vorgelegt, die geltenden Quoten- und Rübenmindestpreisregelungen zum 30. September 2015 zu beenden. Demgegenüber hatte sich das EU-Parlament bereits im Juni 2011 für eine unveränderte Fortsetzung der bisherigen Regelungen bis mindestens 2020 ausgesprochen. Die derzeitigen Regelungen schützen den EU-Zuckermarkt vor Mengenvolatilitäten und garantieren ein hohes Maß an Versorgungssicherheit für Verarbeiter und Verbraucher. Sie erlauben es, effektiv und flexibel sowohl auf Überschuss-als auch auf Knappheitssituationen zu reagieren. Die Entwicklungen der letzten zwei Jahre auf dem internationalen Zuckermarkt haben gezeigt, wie wichtig ein ausreichender Selbstversorgungsgrad insbesondere zur Dämpfung der Preisschwankungen ist. Das bestehende Mengenmanagement ist deshalb in Verbindung mit den Rübenmindestpreisen weiterhin ein unverzichtbares Instrument. Südzucker hält - wie das EU-Parlament - eine Verlängerung der aktuellen EU-Zuckerpolitik bis mindestens 2020 für notwendig, um in Europa - unabhängig von der Entwicklung am Weltmarkt - die sichere Versorgung der Verbraucher und der Weiterverarbeiter zu gewährleisten. WTO-II-Verhandlungen |Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen konnten bislang nicht zum Abschluss gebracht werden. Auch für das Jahr 2012 wird aufgrund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen nicht mit einem Abschluss der Doha-Runde gerechnet. Freihandelsabkommen |Parallel zur WTO-II-Runde verhandelt die EU-Kommission mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise dem MERCOSUR-Verbund, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren - entgegen der bisherigen Handelspraxis - nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig erhebliche zusätzliche Zuckermengen in die EU zollfrei importiert werden. Die EU-Kommission hat den Andenstaaten Kolumbien und Peru sowie Staaten aus Mittelamerika wie Costa Rica, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama und El Salvador ein zollfreies Importkontingent von insgesamt 0,3 Mio. t Zucker und stark zuckerhaltigen Erzeugnissen eingeräumt. Darüber hinaus wurde eine jährliche Erhöhung der zollfreien Importkontingente um jeweils 3 % der Importquote vereinbart. Diese Abkommen müssen noch vom Europäischen Parlament und vom Europäischen Rat bestätigt werden. Dies wird für 2012 erwartet. Energie |Die politischen Unruhen in Nordafrika lösten zum Jahresbeginn 2011 zunächst eine ausgeprägte Ölpreishausse aus. Der Preis für die Rohölsorte Brent stieg von 95 USD/Barrel Anfang 2011 auf einen Spitzenwert von 127 USD/Barrel Anfang April 2011, den höchsten Stand seit August 2008. Wachsende Konjunktursorgen und die Abschwächung der Ölnachfrage in den entwickelten Industrieländern korrigierten den Ölpreis nachfolgend bis auf 105 USD/Barrel, wobei steigende Nachfrageerwartungen in den Schwellenländern und die vorübergehende US-Dollar-Schwäche das Korrekturausmaß begrenzten. Der Preis für Brent-Rohöl blieb noch Anfang November bei 116 USD/ Barrel stabil, da Asien, Brasilien und der Mittlere Osten eine steigende Nachfrage verzeichneten. Die Euro-Schuldenkrise und steigende Risikoaversion bei Anlegern sowie der festere US-Dollar drückten den Ölpreis auf 112 USD/Barrel Ende November 2011. Zu Jahresbeginn 2012 beflügelten besser als erwartete Konjunkturdaten in Deutschland und den USA den Ölpreis, doch wirkte ein deutlicher Lageraufbau von Rohöl und Benzin in den USA offenbar preisberuhigend. Bis zum Stichtag des Südzucker-Geschäftsjahres pendelte Brent unter hohen Schwankungen in der Bandbreite zwischen 105 und 126 USD/Barrel. Die Gaspreise gewannen im Frühjahr 2011 infolge der gestiegenen Nachfrage und der Atomkatastrophe von Fukushima zunächst deutlich. Die warme Witterung zu Winteranfang 2011 ließ die Erdgasvorräte in Europa ansteigen und leitete eine Preiskorrektur ein. Der harte Wintereinbruch im Februar 2012 führte wieder zu einem Preisanstieg. Emmissionshandel |Für die dritte Handelsperiode ab 2013 bis 2020 erfüllt die Zuckerindustrie nach aktuellen EU-Vorschriften die Carbon-Leakage-Kriterien, wonach die Zuteilung von CO2 -Zertifikaten - für den Wärmeanteil der vorhandenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen - kostenlos erfolgen kann, allerdings unter Berücksichtigung möglicher Kürzungen in noch unbekannter Höhe. Dies gilt auch für die Produktion von Stärke, Inulin und Ethanol. Allerdings sollen die Carbon-Leakage-Kriterien 2015 überprüft werden. Aus heutiger Sicht gehen wir bereits ab 2013 insgesamt von einer Zuteilung aus, die den erwarteten Verbrauch nicht decken wird. GeschäftsverlaufDie Zahlen für das Segment Zucker beziehen sich auf die Zuckeraktivitäten von Südzucker AG, Südzucker Polska, Südzucker Moldova, Raffinerie Tirlemontoise, Saint Louis Sucre und AGRANA. Diese Gesellschaften erzeugten in 29 Zuckerfabriken und drei Raffinerien 5,4 (4,2) Mio. t Zucker in Deutschland, Belgien, Bosnien, Frankreich, Moldawien, Polen, Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. Darüber hinaus sind dem Segment u. a. die Bereiche Landwirtschaft, Futtermittel und Bodengesundheitsdienst zugeordnet. Um zukünftig eine Plattform für den weiteren Ausbau des Zuckergeschäftes außerhalb Europas zu haben, strebt Südzucker eine Beteiligung am britischen Handelshaus ED&F Man, London, in Höhe von 25 % minus einer Aktie im Zuge einer Kapitalerhöhung an. ED&F Man hat eine führende Position im weltweiten Handel mit verschiedenen Agrarrohstoffen wie Zucker, Kaffee und Melasse. Im Zuckerbereich ist ED&F Man weltweit zweitgrößter Händler mit einem Handelsvolumen von rund 8,8 Mio. t im Jahr 2011. Ferner hält ED&F Man über Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen Produktions- und Raffinationskapazitäten in Höhe von rund 2,5 Mio. t Zucker. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der wettbewerbsbehördlichen Zustimmung; die Entscheidungsfrist der Kommission läuft bis zum 22. Mai 2012. Umsatz und operatives Ergebnis |Umsatz und Ergebnis im Segment Zucker waren im Geschäftsjahr 2011/12 maßgeblich von der Entwicklung auf dem Weltmarkt geprägt. So beeinflussten die hohen Weltmarktpreise aufgrund des Nettoimporteurstatus der EU auch das Binnenmarktpreisniveau innerhalb der EU. Der Umsatz im Segment Zucker erhöhte sich deutlich auf 3.728 (3.279) Mio. €. Ausschlaggebend dafür war der Anstieg der Zuckererlöse sowohl im europäischen Zuckermarkt als auch auf dem Weltmarkt, bei einem gegenüber dem hohen Vorjahresniveau leicht zurückgegangenen Absatz. Mit einem Anstieg auf 511 (285) Mio. € war das operative Ergebnis im Segment Zucker der Wachstumsmotor für das Konzernergebnis. Infolge des - bei hoher Volatilität - anhaltend hohen Weltmarktpreisniveaus stiegen die Zuckererlöse zunächst in Osteuropa, später in der gesamten EU deutlich an; auch die Erlöse für Exporte auf den Weltmarkt profitierten von dem hohen Weltmarktpreisniveau. Damit konnten der rückläufige Zuckerabsatz sowie der Rohstoffpreisanstieg deutlich überkompensiert werden. Geschäftsentwicklung im Segment Zuckerscroll
ZuckererzeugungFür die Unternehmen der Südzucker-Gruppe wurden in der Kampagne 2011 von rund 412.000 (388.000) ha Anbaufläche 31,3 (26,1) Mio. t Rüben geerntet. Bei einem theoretischen Zuckerertrag von 13,4 (11,3) t/ha ergibt sich eine aus Rüben gewonnene Zuckermenge von 4,9 (3,9) Mio. t. In den Raffinerien Marseille (Frankreich, Saint Louis Sucre), Buzau (Rumänien, AGRANA) sowie Brcko (Bosnien-Herzegowina, AGRANA) wurden 0,5 (0,3) Mio. t Rohrrohzucker raffiniert. Die Gesamtzuckererzeugung einschließlich Raffination beträgt 5,4 (4,2) Mio. t. Zuckererzeugung nach Regionen![]() Anbaufläche |Trotz attraktiver Preise für andere Kulturen war in nahezu allen EU-Ländern ein Anstieg der Rübenanbaufläche zu verzeichnen. Insgesamt wurde die Anbaufläche in der Südzucker-Gruppe gegenüber dem Vorjahr um rund 6 % auf 412.000 (388.000) ha ausgedehnt. Gründe hierfür waren der deutliche Rückgang der Übertragung aus dem Vorjahr in einigen Gesellschaften sowie die positiven Aussichten auf dem Zuckermarkt. Auch der Anbau von Zuckerrüben nach den Richtlinien des ökologischen Anbaus nahm bei der Südzucker AG und der AGRANA deutlich zu. Anbaufläche![]() Aussaat |Die Aussaat der Rüben begann 2011 im gesamten Südzucker-Gebiet sehr früh. In Frankreich und im Einzugsgebiet der Fabriken Offstein und Offenau in Deutschland wurden bereits Anfang März die ersten Rüben gedrillt. Zu Beginn der zweiten Märzdekade war bereits ein Viertel der Rüben gesät. Erstmals war Ende der ersten Aprildekade die Aussaat in der gesamten Südzucker-Gruppe bereits nahezu abgeschlossen. Lediglich in Moldawien und Rumänien setzte der Frühling verspätet ein, starker Wind, kühle Temperaturen und Niederschläge bremsten hier die Aussaat. Weiterer Vegetationsverlauf |Gute Witterungsbedingungen nach der Aussaat sorgten für ein zügiges Wachstum und in den meisten Gebieten für eine nahezu optimale Entwicklung. Dank gemäßigter Temperaturen und regelmäßiger, ergiebiger Niederschläge über den Sommer zeichneten sich früh sehr gute Erträge und Rübenqualitäten ab. Erträge |Die Rübenerträge erreichten in den meisten Gesellschaften der Südzucker-Gruppe Rekordhöhen bei guten Zuckergehalten. So wurde pro Hektar Anbaufläche rund eine Tonne mehr Zucker gewonnen als im bisherigen Rekordjahr 2009. Überdurchschnittlich waren auch die Erträge bei den Biorüben, die in den Werken Warburg/Deutschland und Hrusovany/Tschechien zu Biozucker verarbeitet wurden. Kampagne |Die Kampagne 2011 startete aufgrund der erwarteten großen Rübenmenge früh. So nahmen die beiden belgischen Fabriken bereits am 6. September 2011 die Rübenverarbeitung auf. Die längsten Kampagnen gab es bei Südzucker Polska, wo die drei schlesischen Fabriken nach durchschnittlich 147 Tagen am 5. Februar 2012 die Verarbeitung beendeten. Im Mittel aller Werke der Südzucker-Gruppe dauerte die Kampagne mit 123 (103) Tagen wesentlich länger als im Vorjahr. Ideale Rodebedingungen in fast allen Anbaugebieten wurden von den meisten Anbauern genutzt, so dass die Ernte, auch in den Spätrodungsgebieten, bereits Ende November 2011 abgeschlossen war. Bis zu diesem Zeitpunkt fielen nur geringe Niederschlagsmengen, wovon auch die Rübentransporte profitierten. Gute Bedingungen zur Mietenanlage hielten den Erdanteil auf einem niedrigen Niveau. Durch die ungewöhnlich milde Witterung bis Mitte/Ende Januar 2012 verlief die Rübenversorgung der Fabriken ohne Probleme. Trotz des Frosteinbruchs im Februar 2012 gab es keine frostgeschädigten Rüben, was den guten Witterungsbedingungen bei der Einlagerung und der konsequenten Mietenabdeckung zu verdanken ist. Trotz der extrem langen Kampagne mit hohen Verarbeitungsleistungen traten insgesamt wenig Störungen in den Fabriken auf, was auch der guten Arbeit und dem Engagement aller Mitarbeiter zu verdanken ist. Dicksaftkampagnen 2011 |Die Dicksaftkampagnen 2011 wurden erfolgreich abgeschlossen. Die verarbeitete Menge lag aufgrund der niedrigeren Anbaufläche und damit geringeren Rübenmenge im Jahr 2010 unter Vorjahr. Schulungsmaßnahmen und ausgefeilte Logistik für sichere RübentransporteFür den Transport der Zuckerrüben in die Fabriken werden gut ausgebildete Fahrer benötigt, die auch bei schwierigen Straßenverhältnissen und zunehmender Verkehrsdichte in der Lage sind, das Fahrzeug sicher zu führen. Südzucker sieht sich hier in der Verantwortung und bezuschusst seit Anfang der 1990er-Jahre Schulungen und Trainings hinsichtlich der spezifischen Anforderungen der Rübenanfuhr. Dabei werden von zertifizierten Fahrschulen vielfältige Themenbereiche aus Theorie und Praxis geschult. Daneben tragen auch eine ausgefeilte Rübenlogistik, das Anbringen von Leuchtfolien auf den Rübenfahrzeugen sowie der Einsatz von modernen, leisen und sparsamen Fahrzeugen mit hohem Ladevolumen dazu bei, die Verkehrsbelastungen zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen. Zur Kampagne 2011 wurde die schlagbezogene Anfuhrplanung in allen Werken der Südzucker AG umgesetzt. Durch die optimale Abholreihenfolge auf Basis jedes einzelnen Rübenschlags wurden die Rübentransporte -unterstützt durch moderne geografische Informationssysteme - noch effizienter durchgeführt. Gleichzeitig können sich alle Beteiligten, wie Rübenanbauer, Ladegeräte- und LKW-Fahrer, im Südzucker-Rohstoffportal jederzeit über Anpassungen im Abfuhrplan und die aktuelle Kampagnesituation informieren. ZuckerabsatzZuckerabsatz leicht zurückgegangenDer konsolidierte Gesamtzuckerabsatz aller Südzucker-Konzerngesellschaften - inklusive Nichtquotenzucker für die Non-Food-Industrie und den Export - ist im Geschäftsjahr 2011/12 um 4,6 % auf 5,1 (5,3) Mio. t Zucker zurückgegangen. Davon entfielen insgesamt 4,9 (5,1) Mio. t auf die Gesellschaften in der EU und 0,2 (0,2) Mio. t auf die Gesellschaften in Bosnien und Moldawien. Steigende Weltmarktpreise beeinflussen Verfügbarkeit von Quotenzucker in der EUSteigende Weltmarktpreise haben in vielen Importregionen der Welt bis September 2011 schneller zu höheren Inlandspreisen geführt als innerhalb der EU. Dadurch wurden Zuckermengen aus LDCs und AKP-Ländern nicht in die EU, sondern in andere Importregionen wie z. B. den Mittleren Osten geliefert. Es wurde deutlich, dass die Verfügbarkeit von Quotenzucker bei gegebener EU-Zuckerquote hauptsächlich von den Importen aus LDCs und AKP-Ländern abhängt. Spätestens seit Oktober 2011 trägt das Preisniveau für Quotenzucker dem gestiegenen Weltmarktpreis EU-weit Rechnung. Damit hat die Attraktivität des EU-Markts für LDCs und AKP-Länder wieder erheblich zugenommen. Die EU-Kommission hat darüber hinaus durch die Freigabe von Nichtquotenzucker zur Vermarktung auf dem EU-Food-Markt sowie die Eröffnung von Importmöglichkeiten zu reduziertem Zoll für ein zusätzliches Zuckerangebot gesorgt. Die EU-Zuckerproduzenten ihrerseits haben die Versorgungslage durch einen sehr frühen Beginn der Kampagne 2011/12 entspannt. Die Südzucker-Gruppe hat sich sowohl an den Importausschreibungen erfolgreich beteiligt als auch die Kampagne bereits Anfang September 2011 gestartet. Die große Zuckererzeugung der Kampagne 2011/12 in der EU führte zu einer deutlichen Mehrmenge an Nichtquotenzucker, der ohne Genehmigung der EU-Kommission nicht auf dem EU-Food-Markt verkauft werden darf. Auch die Südzucker-Gruppe hat höhere Nichtquotenzucker-Bestände als im vergangenen Jahr aufgebaut. Große Zuckermengen ausgelagertDie große Rübenernte und damit auch Zuckermenge der Kampagne 2011/12 stellte die Südzucker-Gruppe vor allem zwischen September 2011 und Januar 2012 logistisch vor große Herausforderungen. Da die Lagerkapazitäten in den Zuckerfabriken begrenzt sind, wurden große Mengen extern gelagert - in Lagern in der Nähe der Zuckerfabriken, in europäischen Häfen wie Antwerpen und Le Havre sowie in Lagern in den Absatzmärkten Italien, Griechenland und Spanien. Auch die Beschaffung der für den Transport dieser Mengen benötigten Kapazitäten auf der Straße und Schiene gestaltete sich schwierig, da hohe Anforderungen an die Ladungssicherheit, die EU-weit gute Zuckerrübenernte sowie das speziell in Deutschland gute Wirtschaftsklima das Angebot verknappt haben. Quotenzuckerabsatz mit leichtem MinusNach den deutlichen Absatzsteigerungen des vergangenen Geschäftsjahres, die auf dem konsequenten Ausbau unserer Marktpositionen in EU-Ländern, die spätestens mit der Zuckermarktreform zu Defizitmärkten wurden, beruhten, konnte die Südzucker-Gruppe ihre Marktposition in der EU mit insgesamt 4,1 (4,2) Mio. t verfügungsbedingt nicht ganz halten. Dabei stellt sich die Entwicklung je nach Kundengruppe unterschiedlich dar. Leicht gestiegen - um 1,1 % - ist der Absatz an die Zucker verarbeitende Industrie in den Ländern, in denen die Gruppe über eigene Produktionsstätten verfügt. Importe von Fruchtsaftkonzentraten und anderen stark zuckerhaltigen Mischungen spielten auch 2011/12 keine Rolle, da die Verwendung von Weltmarktzucker für diese Produkte keine preislichen Vorteile gegenüber der Verwendung von EU-Zucker bringt. Erfreulich entwickelt hat sich auch der Absatz an den Handel mit einem Anstieg um 3,4 %. Im Frühjahr und Sommer 2011 kam es zu zusätzlichen Abverkäufen insbesondere in Deutschland und Österreich durch Konsumenten aus Osteuropa. Der Absatz in die EU-Länder, in denen sich die Südzucker-Gruppe teils durch eigene Vertriebsgesellschaften, teils durch das Key Account Management in den letzten Jahren eine gute Marktstellung aufgebaut hat, lag um 11,9 % unter dem Vorjahr. Dabei wurden Lieferungen in manche Länder wie z. B. ins Baltikum drastisch reduziert. Ziel ist, unter Berücksichtigung der Verfügbarkeiten, die Absatzströme innerhalb der EU zu optimieren und daneben weitere Bezugsquellen zu erschließen. Trend zu längerfristigen KontraktenDie Südzucker-Gruppe konnte die Preise für Industrie und Handel in Abhängigkeit der Laufzeit bestehender Kontrakte anpassen. In Ländern wie Belgien, Deutschland und Frankreich, in denen Jahreskontrakte für Oktober bis September vorherrschen, stiegen die Preise ab Anfang Oktober 2011 deutlich an. Kunden in anderen Ländern, wie in Osteuropa, aber zum Teil auch in Italien, handelten bislang meist Kontrakte mit Laufzeiten von deutlich unter einem Jahr aus. Dort erfolgten Preisanpassungen schrittweise bereits seit dem Frühjahr 2011. Viele Kunden gingen dort seit Oktober 2011 auch auf Jahreskontrakte über; die Versorgungssicherheit gewinnt auch hier an Bedeutung. Nichtquotenzuckerabsatz deutlich gesunkenDer Absatz von Nichtquotenzucker weist mit 0,8 (0,9) Mio. t ein deutliches Minus von 12,2 % aus. Dabei ging der Export in Drittländer um 9,4 % zurück, da zwischen März und September 2011 kaum Exporte möglich waren. Erst seit Oktober 2011 stehen wieder Exportlizenzen zur Verfügung, die ein umfangreiches Exportprogramm ermöglichen. Die Verwendung des Nichtquotenzuckers innerhalb der EU und damit in der Non-Food-Industrie sank um 14,4 %. Auch in diesem Marktsegment gibt es zwei sehr unterschiedliche Betrachtungszeiträume: Zwischen März und September 2011 fielen die Lieferungen mangels Verfügbarkeit sehr niedrig aus, Absätze in die Ethanolindustrie fanden in diesen Monaten praktisch nicht statt. Ab Oktober 2011 dagegen wurden die Absätze wieder forciert, da eine große Kampagne anlief. Trotz des großen Angebots konnten hohe Preise erzielt werden. Die Versorgungslage innerhalb der EU bei Nichtquotenzucker ist bis Ende September 2012 und vermutlich auch darüber hinaus gesichert. Mit Importen ist deshalb nicht zu rechnen. Flexibles Logistikkonzept weiterentwickeltSüdzucker ist in nahezu allen europäischen Märkten präsent und hat ihre Kunden im Geschäftsjahr 2011/12 zuverlässig beliefert. Das Logistiknetz der Südzucker-Gruppe ist engmaschig und umfasst die gesamte Europäische Union. Die Gruppe nutzt - neben dem Verkehrsweg Straße - die wichtigen Häfen der EU ebenso wie die zahlreichen logistischen Knotenpunkte der Bahn. Damit sind wir für die nächsten Jahre gut gerüstet, um auf Veränderungen in einzelnen Absatzmärkten und damit der Lieferströme schnell zu reagieren. Landwirtschaft / RohstoffmärkteDer Geschäftsbereich Landwirtschaft/Rohstoffmärkte beschäftigt sich neben der Steuerung seiner landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland im Wesentlichen mit Versuchen zur Weiterentwicklung von Anbaumethoden, Produktionstechnik und Bodenbearbeitung. Weiterhin gehören der Aufbau, die Weiterentwicklung und Unterstützung von landwirtschaftlichen Betrieben in Moldawien, Chile und Polen ebenso zu den Kernaufgaben wie die Analyse von Rohstoffmärkten und die Entwicklung von Konzepten zur konzernweiten Rohstoffsicherung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die landwirtschaftlichen Betriebe der Südzucker AG in Deutschland witterungsbedingt nur eine mengenmäßig deutlich unterdurchschnittliche Getreideernte mit jedoch guten bis sehr guten Qualitäten einbringen. Auch der Raps litt erheblich unter den Witterungsbedingungen. Aufgrund der frühzeitigen Vermarktung der Ernte 2011 wurden höhere Erlöse als im Vorjahr erzielt. Rund die Hälfte der erwarteten Ernte 2012 konnte ebenfalls auf diesem Preisniveau kontrahiert werden; inzwischen sind die Getreidepreise teilweise stark gefallen. Die Rekordzuckerrübenernte in Verbindung mit einem deutlich über dem Vorjahr liegenden Preisniveau gleicht auf der Erlösseite die mengenmäßig schwächere Getreideernte mehr als aus. Der Geschäftsbereich Landwirtschaft plant als zusätzliches Standbein mit der Agrar und Umwelt AG Loberaue eine Biogasanlage am Standort Zschortau. Derzeit werden die notwendigen behördlichen Genehmigungen eingeholt, Baubeginn ist im Herbst 2012. In Polen konnte Südzucker Polska erneut landwirtschaftliche Flächen übernehmen. Die Weiterentwicklung dieses landwirtschaftlichen Betriebs wird ebenfalls intensiv vom Geschäftsbereich Landwirtschaft unterstützt. Im Themenbereich Rohstoffmärkte wurden wiederum zahlreiche Analysen und Abschätzungen der Entwicklungen auf den wichtigsten Agrarrohstoffmärkten ausgearbeitet. Zudem gewinnen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Beitrag der europäischen Landwirtschaft zur Sicherung der Welternährung an Bedeutung. FuttermittelDer Bereich Futtermittel ist verantwortlich für die Vermarktung von zuckerhaltigen Futtermitteln und Nebenprodukten, die bei der Herstellung von Zucker im Konzern anfallen. Gleichzeitig werden die Verkäufe länderübergreifend koordiniert, um Synergieeffekte zu nutzen sowie eine zuverlässige Belieferung und höchste Qualitätsstandards zu garantieren. Melasseschnitzel und Melasseschnitzel-Pellets |Der Getreidemarkt war im gesamten Geschäftsjahr 2011/12 von hoher Volatilität geprägt. Hauptgründe hierfür waren -neben der Eurokrise, den US-Finanzproblemen und politischen Unruhen im Nahen Osten - zuletzt auch unsichere Ernteprognosen aufgrund von Trockenheit in Teilen Südamerikas und der anhaltenden, extremen Kälte in Russland und der Ukraine. In der Folge decken Handel und Mischfutterindustrie zunehmend auch bei Melasseschnitzel-Pellets nur ihren unmittelbaren Bedarf. Terminkontrakte wie in der Vergangenheit werden immer zögerlicher abgeschlossen. Trotz der Unsicherheit der Märkte konnten kurzfristige Verkaufsmöglichkeiten genutzt werden, so dass in allen Schnitzel produzierenden Ländern des Konzerns sehr gute und teilweise erheblich über Vorjahr liegende Verkaufserlöse erzielt werden konnten. Rübenmelasse |Der zu Anfang des Geschäftsjahres noch sehr feste Melassemarkt zeigte im Sommer und Herbst letzten Jahres aufgrund weltweit gefallener Rohrmelassepreise und der erwarteten Rübenrekordernte 2011 zunächst Schwächetendenzen, stabilisierte sich danach aber wieder zunehmend. Gründe hierfür waren die unerwartet hohe Bioethanolerzeugung der traditionellen Rohrmelasse-Exportländer in Fernost sowie ein witterungsbedingt relativ geringer Melasseanfall vieler europäischer Zuckerfabriken. Aufgrund der frühen Kontraktabschlüsse in allen Ländergesellschaften des Konzerns konnten - trotz Preisschwankungen - das vor allem im 1. Quartal noch hohe Melassepreisniveau genutzt und sehr gute Erlöse erzielt werden. Bodengesundheitsdienst30 Jahre EUF-Bodenuntersuchung und -DüngeberatungDie BGD-Bodengesundheitsdienst GmbH (BGD) ist eine Servicegesellschaft mit dem Hauptbetätigungsfeld Bodenuntersuchungen mittels Elektro-Ultrafiltration (EUF) zur Düngeberatung für alle Früchte. Des Weiteren werden Untersuchungen auf Humusgehalt sowie Nährstoffvergleiche gemäß Düngeverordnung angeboten und Analysen von organischen Düngern sowie zu Rübennematoden in Böden, Bakteriosen bei Pflanzkartoffeln und Viren bei Rebenpflanzgut durchgeführt. Das Justus-Liebig-Labor in Rain gehört heute zu den modernsten Serienlabors der Welt; inzwischen werden dort jährlich Proben von rund 150.000 ha analysiert - in den vergangenen 30 Jahren wurden mehr als 1,5 Millionen Bodenproben für Düngeempfehlungen untersucht. Beispiel ZuckerrübeDie Inhaltsstoffe α-Amino-Stickstoff, Kalium und Natrium sowie der Zuckergehalt, welche die innere Qualität der Zuckerrübe bestimmen, werden auch durch die Düngung beeinflusst. Über intensive Feldversuche wurde die Anpassung der Düngung an standortspezifische Anforderungen erarbeitet und nach Prüfung verschiedener Düngeberatungssysteme in den 70er-Jahren die schlagspezifische Düngeberatung nach dem EUF-Verfahren (EUF) 1982 in die landwirtschaftliche Praxis eingeführt. Kein anderes Verfahren bietet routinemäßig eine Untersuchung aller wichtigen Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium, Schwefel und Bor. Seit dem Jahr 2006 werden zusätzlich Spurenelemente wie Mangan, Eisen, Kupfer und Zink untersucht und entsprechende Düngeempfehlungen gegeben. Die EUF-eigene Forschung begleitet die Weiterentwicklung der Düngeempfehlung bei Schwefel, Bor sowie weiteren Spurenelementen und untersucht mögliche Wechselwirkungen zwischen Nährstoffen. Die heute für die Praxis gültigen Grenzen der Nährstoffversorgung wurden seit Beginn der EUF-Düngeberatung in Vorreiterfunktion erarbeitet und umgesetzt. Nur bei der EUF-Analyse werden die direkt verfügbaren und im Laufe der Vegetation nachlieferbaren Nährstoffe getrennt gemessen. Insbesondere die Bestimmung des löslichen organischen Stickstoffs als Vorstufe des mineralisierbaren und direkt verfügbaren Nitrats sind Besonderheiten in der Stickstoffdüngeberatung. Die EUF-Methode ist somit ein ganzheitlicher Ansatz. Die EUF-Düngeberatung bringt finanzielle Vorteile für den Landwirt und hat dazu beigetragen, die Qualität der Zuckerrübe erheblich zu verbessern. Gleichzeitig wird die Umwelt geschont. Die Zuckerrübe zählt seit vielen Jahren zu den Ackerkulturen mit den niedrigsten Rest-Nitratgehalten nach der Ernte. Die Rübe gilt heute als "Gesundungsfrucht" - ein Ergebnis einer nachhaltigen und umweltverträglichen Pflanzenproduktion. Bildung für Kinder in NotEine Pizza von Kindern für Kinder - das war die Idee. Gemeinsam mit der UNESCO-Stiftung und dem Pizzahersteller Freiberger haben Kinder aus verschiedenen Nationen eine Pizza entwickelt, die Kindern schmeckt und Kindern hilft. Seit Oktober 2011 ist sie bereits im Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels zu finden. 50 Cent pro verkaufte Pizza gehen an die Stiftung UNESCO - Bildung für Kinder in Not, um damit Schulen in Entwicklungsländern zu bauen und so die Grundlage für eine hoffnungsvollere Zukunft zu schaffen. Ganz klar: Eine runde Sache! Gute Nachrichten von Südzucker.+ Projekt "Pizza von Kindern für Kinder" angelaufen +++ 50 Cent je Pizza für Bildung +++ Ziel: 20 neue Schulen in Entwicklungsländern ++++ Projekt Segment SPEZIALITÄTENGeschäftsverlaufDas Segment Spezialitäten umfasst die Aktivitäten in den Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe sowie die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der AGRANA. Aufgrund der Vielzahl und Vielfältigkeit der Divisionen innerhalb des Segments Spezialitäten berichten wir zu den Themen wirtschaftliches Umfeld, Rahmenbedingungen und Marktentwicklung jeweils innerhalb der Darstellung der Division. Geschäftsentwicklung Segment Spezialitätenscroll
Umsatz und operatives Ergebnis |Die Entwicklung im Segment Spezialitäten war vor allem von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen beeinflusst, die nur teilweise am Markt weitergegeben werden konnten. Der Umsatz wurde im Geschäftsjahr 2011/12 auf 1.806 (1.575) Mio. € gesteigert. Auch das operative Ergebnis übertraf - entgegen der ursprünglichen Erwartung - mit 149 (144) Mio. € das gute Vorjahr. Dazu hat die Division Stärke mit einem weiterhin hohen Absatz bei höheren Erlösen wesentlich beigetragen. In den anderen Divisionen gelang die Weitergabe gestiegener Rohstoffpreise am Markt nicht vollständig, so dass höhere Preise bzw. Absatzsteigerungen die gestiegenen Kosten nicht kompensieren konnten. Entwicklung in den UnternehmenBENEOBENEO produziert und vermarktet funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, Getränke und Tierfutter, die dazu beitragen, diese sowohl ernährungsphysiologisch als auch technologisch zu verbessern. Hergestellt werden diese Inhaltsstoffe aus den pflanzlichen Rohstoffen Zichorienwurzel, Rübenzucker, Reis und Weizen. BENEO beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und betreibt Produktionsstätten in Belgien, Chile, Deutschland und Italien. Verkaufsniederlassungen finden sich in Belgien, Brasilien, Deutschland, Spanien, Singapur und den USA. Im Geschäftsjahr 2011/12 konnte BENEO die Marktposition erfolgreich behaupten. Die sehr unterschiedliche wirtschaftliche Situation in den einzelnen Ländern führte teilweise zu einem leichten Nachfragerückgang, der aber durch die positiven Entwicklungen in den wichtigsten Verkaufsregionen kompensiert werden konnte. Insgesamt steigt bei den Verbrauchern das Gesundheitsbewusstsein und damit die Tendenz, zu Lebensmitteln mit Gesundheitsnutzen zu greifen. Den hohen Rohstoffpreisen und steigenden Energiepreisen begegnen wir mit internen Optimierungsprozessen und der Anpassung der Verkaufspreis-Struktur. Im Rahmen der Harmonisierung gesundheitsbezogener Aussagen zu Lebensmitteln nach der European Health Claims Regulation wurden über 80 % der eingereichten Claims von der zuständigen Behörde (EFSA) abgelehnt, was die Entwicklung von Lebensmitteln mit verbessertem Nährwert beeinträchtigt. Umso erfreulicher ist es, dass BENEO mit den Claims für Isomalt und Palatinose™ erfolgreich war und Zahnfreundlichkeit sowie niedrige Blutzuckerwirkung ausloben darf. Um jedoch alle BENEO-Inhaltsstoffe entsprechend ihrer ernährungsphysiologischen Vorteile zu positionieren und damit ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, sind weitere ernährungswissenschaftliche Studien erforderlich. Die Strategie von BENEO richtet sich auf die Entwicklung, die Produktion und die Vermarktung von Inhaltsstoffen mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorteilen für Lebensmittel und Tiernahrung. Aus diesem Grund wurde das Klebstoff-Geschäft für Flaschenetikettierung veräußert. Produkte und MärkteBENEO unterstützt ihre Kunden bei der erfolgreichen Produktpositionierung mit Informationen zu den komplexen Zusammenhängen zwischen Ernährungsverhalten und ernährungsphysiologischen Aspekten von Inhaltsstoffen, Anwendungstechnologie sowie Markt- und Verbraucherforschung. Die Ballaststoffe Inulin und Oligofruktose aus der Chicoreewurzel dürfen nach der European Health Claim Regulation in Europa nicht mehr als prebiotisch ausgelobt werden. BENEO investiert hier in die ernährungswissenschaftliche Erforschung der Darmgesundheit und treibt Anwendungen voran, die auf den Nutzen der Ballaststoffanreicherung abzielen. Die Tatsache, dass in den meisten Ländern weltweit die Ballaststoffaufnahme unterhalb nationaler oder internationaler Empfehlungen liegt, zeigt das Potenzial von Inulin und Oligofruktose, Lebensmittel durch gezielte Ballaststoffanreicherung ernährungsphysiologisch aufzuwerten. Die wichtigsten Marktsegmente sind hier weiterhin Molkereiprodukte sowie Babynahrung, Backwaren und Cerealien. Trotz des regulatorischen Umfelds können hier stabile Verkaufsraten verzeichnet werden. Das technologisch funktionale Weizenprotein BENEOPro VWG (Vital Wheat Gluten) konnte auch im Jahr nach der Markteinführung zweistellige Wachstumsraten verzeichnen. Im Lebensmittelbereich verbessert BENEOPro VWG die Qualität von Brot. Im Bereich Fischfutter wird dieses Produkt immer häufiger als Proteinquelle eingesetzt. Trotz weiterer Konzentrationen in der Süßwarenindustrie und eines starken Wettbewerbsumfelds konnte Isomalt seine Marktführerschaft behaupten und das Verkaufsvolumen auf hohem Niveau stabilisieren. Produkte mit optimiertem ernährungsphysiologischem Profil stoßen beim Verbraucher auf Akzeptanz, während Kunden unsere Unterstützung von der Produktentwicklung bis hin zur Markteinführung schätzen. Die positive Entwicklung von galenIQ™, dem pharmazeutischen Grad von Isomalt, konnte sowohl bei den verschreibungspflichtigen als auch den frei verkäuflichen Medikamenten fortgesetzt werden. Palatinose™, das zur Zeit einzige langsam verfügbare und zahnfreundliche Kohlenhydrat, konnte seinen Marktanteil mit stabilen Wachstumsraten im Getränkemarkt sowie in der Spezial- und Sportlerernährung ausbauen. Multinationale Lebensmittelkonzerne haben ihre Test- und Entwicklungstätigkeiten mit Palatinose™ intensiviert und prüfen derzeit eingehend ihre Marktchancen. Palatinose™ hat genau wie Isomalt eine positive EFSA-Bewertung für Zahngesundheit und niedrige Blutzuckerwirkung erhalten. BENEO unterstützt industrielle Kunden bei der Rezepturentwicklung mit fundierter lebensmittelrechtlicher Beratung, um den Innovationswillen der Unternehmen zu fördern. Ein weiterer Ansatz ist, die Süßungsmittel von BENEO mit dem neu zugelassenen Intensivsüßstoff Stevia zu kombinieren. Reisderivate werden weiter stark nachgefragt, da sie vielseitig einsetzbar sind, dem Trend zu Produkten aus natürlichen Rohstoffen entsprechen und Eigenschaften wie "Clean Label", "glutenfrei", "laktosefrei" oder "allergenfrei" bieten. Auch die Babynahrungsindustrie zeigt starkes Interesse an der Entwicklung von Rezepturen mit Inhaltsstoffen auf Reisbasis, die höchste Ansprüche an Reinheit und Natürlichkeit erfüllen. Außerdem wurde das Produktportfolio um den auf Reisbasis hergestellten Ballaststoff RemyLive erweitert. Auf der Rohstoffseite sind starke Preisschwankungen und teilweise unsichere Verfügbarkeit, wie z. B. durch die Flut in Thailand, zu verzeichnen. ProduktionDank günstiger Wetterverhältnisse war die Chicoreekampagne 2011 in Belgien außergewöhnlich gut. In Pemuco/ Chile lief die Produktionsanlage für Inulin und Oligofruktose während der Kampagne 2011 stabil. Das Werk in Offstein/ Deutschland erzielte im ersten Audit eines internationalen Kunden für galenIQ™ Höchstbewertungen hinsichtlich Kundenerwartung sowie geltender organisatorischer und technologischer Anforderungen. FreibergerDie Freiberger-Gruppe ist ein international tätiger Hersteller von tiefgekühlten und gekühlten Pizzen, Nudelgerichten und Snacks. Durch die Entwicklung maßgeschneiderter Produkte mit individuellen Rezepturen sowie die Erfahrung als Spezialist für Handelsmarken entwickelte sich Freiberger in den letzten Jahrzehnten zum führenden Pizzahersteller in Europa mit Produktionsstandorten in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Weitere Vertriebsstandorte befinden sich in Frankreich, Polen, Russland, China und den USA. Auf dem europäischen Markt für tiefgekühlte und gekühlte Pizza besteht weiterhin ein Wachstumstrend. In Großbritannien trägt der neu konzipierte Produktionsstandort mit einer hohen Auslastung zu einer positiven Entwicklung und einem deutlichen Ausbau der Position auf dem britischen Markt bei. Für den US-amerikanischen Markt, den Freiberger mit einer im Vorjahr gegründeten Vertriebsgesellschaft bearbeitet, wird mit einer deutlichen Ausweitung des Handelsmarkenanteils gerechnet. Konsequente Kundenorientierung, Innovation, Qualität und zuverlässige Distribution stehen bei Freiberger im Fokus. Gemeinsam mit den Kunden werden Konzepte, Produkte sowie Verpackungen entwickelt und stetig optimiert. Aufgrund deutlich gestiegener Rohstoffkosten konnte Freiberger im Geschäftsjahr 2011/12 jedoch insgesamt nicht an die gute Geschäftsentwicklung des Vorjahres anknüpfen. PortionPack EuropeDie PortionPack Europe-Gruppe ist spezialisiert auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von qualitativ hochwertigen Portionspackungen, insbesondere für den Foodservice-Bereich. Mit einem breiten Sortiment von klassischen Zuckerportionen über Gebäck, Schokolade, Süßstoffe, Gewürze bis hin zu Brotaufstrichen hat die Unternehmensgruppe mit Gesellschaften in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, England, Spanien, Tschechien, Polen und Österreich eine führende Position in Europa inne. Der Kundenstamm liegt im Wesentlichen in den Bereichen Hotel, Gastronomie und Catering und wird direkt oder indirekt über Großhändler, Kaffeeröster und andere Partner beliefert. Die Entwicklung der PortionPack Europe-Gruppe war im Geschäftsjahr 2011/12 von einem deutlichen Anstieg der Rohstoffkosten geprägt. In der zweiten Jahreshälfte sorgte die schwierigere Wirtschaftslage in vielen Ländern für einen steigenden Wettbewerbsdruck. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Integration der im Vorjahr erworbenen Union Edel Chocolade B.V. sowie weitere Maßnahmen zur Optimierung der Werksstruktur umgesetzt werden. StärkeDie Division Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien, wie auch das Geschäftsfeld Bioethanol in Österreich und Ungarn. Im Geschäftsjahr 2011/12 konnten in der Division Stärke Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert werden, was hauptsächlich auf höhere Verkaufspreise bei allen wesentlichen Haupt- und Nebenproduktgruppen zurückzuführen war. Gleichzeitig sorgte die physische Verknappung am Zuckermarkt für eine Belebung des Geschäftes mit Stärkeverzuckerungsprodukten. Sämtliche Mais-Stärkefabriken liefen mit voller Auslastung; die Produktion im Bereich Bioethanol wurde weiter optimiert, um bei der Einführung von E10 in Österreich den Bedarf decken zu können. Die EU-Marktordnung für Kartoffelstärke mit Produktionsquoten und Rohstoffmindestpreisen läuft mit Ende des Getreidewirtschaftsjahres per Ende Juni 2012 aus. Die bisher an die Produktion gekoppelten Beihilfen für die Jahre 2012 und 2013 werden ab der Ernte 2012 in entkoppelter Form an die Produzenten ausbezahlt. Die gesamte Isoglukose-Quote in der EU beträgt im Wirtschaftsjahr 2011/12 rund 690.000 t. Den größten Anteil davon hält die ungarische Beteiligungsgesellschaft Hungrana mit 220.000 t. Maisstärke |Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken (inkl. 50 %-Anteil Hungrana) in Österreich, Ungarn und Rumänien erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf rund 747.000 (724.000) t, davon rund 161.000 (188.700) t erntefrischer Nassmais. Der Anteil an Spezialmais, wie z. B. Wachsmais, Bio-Mais und GVO-freier Mais, erhöhte sich dabei auf rund 57.000 (44.000) t. Kartoffelstärke |In der Kampagne 2011/12 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 145 (114) Tagen rund 235.500 (186.300) t Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 19,2 % zu 52.100 (40.100) t Kartoffelstärke verarbeitet und damit die österreichische Kartoffelstärkequote um 9 % überschritten. Der Bio-Anteil stieg auf rund 6 (3) %. Für das Anbaujahr 2012 kommt die EU-Marktordnung nicht mehr zur Anwendung; der Wegfall der bisherigen Quote soll zu einer Aufstockung der Kontraktmenge um 20 % genutzt werden. Aus rund 25.000 t Speiseindustriekartoffeln wurden wie im Vorjahr rund 4.600 t Kartoffeldauerprodukte produziert, der Bio-Anteil lag unverändert bei rund 25 %. Stärke Österreich |Der Absatz blieb mit 1.179.300 (1.170.300) t weitgehend stabil. Allerdings konnten die Verkaufspreise der Hauptprodukte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Der Absatz von Nebenprodukten - inklusive Futtermittel-Handelswaren - lag mit 705.000 (708.600) t knapp unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war. Stärke Ungarn |Die Absatzmenge lag mit insgesamt 500.100 (503.800) t leicht unter dem Vorjahr. Die deutlich höheren Verkaufspreise konnten die gestiegenen Rohstoffpreise sowie die leicht gesunkenen Verkaufsmengen überkompensieren. Stärke Rumänien |Die Verkaufsmengen lagen mit 41.300 t, bedingt durch geringere Verkäufe von Handelswaren (inkl. Rohstoffverkäufe), um 3.800 t unter dem Vorjahr. Auch hier konnten die höheren Verkaufspreise für die Hauptprodukte die höheren Rohstoffpreise überkompensieren. Bioethanol |AGRANA betreibt eine Bioethanolfabrik in Pischelsdorf/Österreich und im Rahmen ihrer 50 %-Beteiligung an Hungrana eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyhaza/Ungarn. Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke beträgt rund 400.000 m3 . Der eigene Absatz von Bioethanol stieg um rund 24.400 m3 auf 331.300 m3 . Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter angehoben werden. Für die Bioethanolherstellung in Österreich werden vor allem Weizen, Mais und Triticale als Rohstoffe eingesetzt. Neben Bioethanol wird das hochwertige Eiweißfuttermittel ActiProt® erzeugt. Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Bei Hungrana wurden rund 206.000 t Mais für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt. Bioethanol: Energiequelle mit PerspektiveE10 können Sie in Deutschland mit gutem Gewissen tanken: Bioethanol von CropEnergies ist zertifiziert nachhaltig und spart CO2 -Emissionen. Außerdem werden bei der Erzeugung hochwertige Lebens- und Futtermittel gewonnen. Man kann also sagen: "Für Teller, Trog und Tank". So ist dann auch ein Marktanteil von inzwischen über 12 % eine gute Nachricht. Und damit die Freude am Fahren nicht zu kurz kommt: Unabhängige Tests haben bewiesen, dass E10 sogar die Motorleistung steigern kann! Gute Nachrichten von Südzucker.+ Positive Geschäftsentwicklung bei CropEnergies +++ Umsatz +21 % +++ Operatives Ergebnis +16 % +++ E10-Marktanteil in Deutschland>12 % ++++ Segment CropEnergies1Wirtschaftliches Umfeld, RahmenbedingungenDas Klima- und Energiepaket der EU befindet sich in der Umsetzung. Für Biokraftstoffe sind insbesondere die Erneuerbare-Energien-Richtlinie und die Kraftstoffqualitätsrichtlinie von Bedeutung. Erneuerbare-Energien-Richtlinie |Zentrales Element der Erneuerbare-Energien-Richtlinie ist die verbindliche Vorgabe, dass im Jahr 2020 im Transportsektor 10 % der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen müssen. Die Aktionspläne der Mitgliedsstaaten verdeutlichen das große Wachstumspotenzial, das sich hieraus für den EU-Bioethanolmarkt ergibt. Demnach wird sich die Nachfrage nach Bioethanol in der EU bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2011 auf rund 15 Mio. m3 Bioethanol mehr als verdoppeln. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Erneuerbare-Energien-Richtlinie sind die Nachhaltigkeitskriterien. Um als Biokraftstoff angerechnet zu werden, muss ein Produkt u. a. mindestens 35 Gew.-%, ab 2017 sogar 50 Gew.-% der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen einsparen. Biokraftstoffe aus neuen Anlagen, die nach dem 1. Januar 2017 errichtet werden, müssen ab dem Jahr 2018 Treibhausgaseinsparungen von mindestens 60 Gew.-% nachweisen. Neben dieser Mindesteinsparung von Treibhausgasen müssen Biokraftstoffe weitere Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Die am 19. Juli 2011 durch die EU-Kommission erfolgte Zulassung von sieben EU-weit gültigen Zertifizierungssystemen hat den Mitgliedsstaaten eine rasche Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien auf nationaler Ebene erleichtert und den Implementierungsprozess beschleunigt. Weitere Zertifizierungssysteme befinden sich derzeit im Evaluierungs- und Zulassungsprozess. Dazu zählte auch das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für Deutschland anerkannte Zertifizierungssystem REDcert. Neben Deutschland und Österreich haben mittlerweile weitere Mitgliedsstaaten, wie z. B. Großbritannien, Italien, die Niederlande, Schweden, die Slowakei, Tschechien und Ungarn, Nachhaltigkeitsbestimmungen für Biokraftstoffe gesetzlich verankert. Trotz der Fortschritte in einzelnen Mitgliedsstaaten wurden die Vorgaben jedoch noch nicht EU-weit umgesetzt. Landnutzungsänderungen |Klärungsbedarf besteht weiterhin bezüglich der Berücksichtigung indirekter Landnutzungsänderungen (iLUC) bei der Berechnung der Treibhausgaseinsparungen. Angesichts der hohen Unsicherheiten der bisher verfügbaren Modellberechnungen prüft die EU-Kommission in einer Folgenabschätzung mögliche Handlungsoptionen. Auf dieser Basis wird die EU-Kommission gegebenenfalls gesetzgeberische Maßnahmen vorschlagen, über die der Europäische Rat und das Europäische Parlament dann zu entscheiden hätten. Das Europäische Parlament hat sich am 15. März 2012 für die Einführung von zusätzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen für bestimmte Kategorien von aus Drittländern eingeführten Biokraftstoffen ausgesprochen, um einen angemessenen Schutz der Umwelt zu fördern. Das Europäische Parlament teilt somit die Auffassung der deutschen Biokraftstoffindustrie, die sich bereits frühzeitig für eine regionale Behandlung von Landnutzungsänderungen ausgesprochen hat, um Fehlentwicklungen in Drittländern zu verhindern. Kraftstoffqualitätsrichtlinie |Mit der Novellierung der Kraftstoffqualitätsrichtlinie hat die EU die technische Voraussetzung für die europaweite Einführung von E10-Kraftstoff, d. h. die Beimischung von 10 Vol.-% Bioethanol zu Ottokraftstoff, geschaffen. In Deutschland ist E10 seit dem 1. Januar 2011 zugelassen und ist mittlerweile im gesamten Bundesgebiet verfügbar. Im 2. Halbjahr 2011 hat sich E10 mit einem Anteil von ca. 10 % vor Super-Plus und Normal-Benzin als zweitwichtigster Kraftstoff im deutschen Ottokraftstoffmarkt etabliert. Anti-Dumping- sowie Anti-Subventionsverfahren |Die EU-Kommission hat am 25. November 2011 ein Anti-Dumping- sowie ein Anti-Subventionsverfahren eingeleitet. Die Verfahren wurden vom europäischen Bioethanolverband ePURE beantragt, da die sprunghaft gestiegenen Bioethanoleinfuhren aus den USA die Bioethanolpreise in Europa negativ beeinflusst und zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für die europäische Bioethanolindustrie geführt haben. Angesichts eines Angebotsüberschusses in den USA verstärkten staatliche Förderungen, die ursprünglich auf eine vermehrte Nutzung von Bioethanol als Kraftstoff in den USA abzielten, die Exportaktivitäten amerikanischer Unternehmen und wirkten sich somit zunehmend handelsverzerrend aus. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob diese Praktiken zu einer wesentlichen Schädigung der europäischen Bioethanolindustrie geführt haben. Die EU-Kommission wird bis spätestens 24. August 2012 über die Einführung von vorläufigen Ausgleichszöllen entscheiden. MarktentwicklungWeltmarkt und EU |Im Jahr 2011 ging die weltweite Erzeugung von Bioethanol erstmals seit mehr als zehn Jahren zurück, und zwar um 1,5 % auf 102,3 (103,9) Mio. m3 . Von dieser Menge entfielen 83,5 (85,2) Mio. m3 und damit 82 (82) % auf den Kraftstoffsektor. Erste Schätzungen für das Jahr 2012 gehen von einem Anstieg der Produktion auf 107,3 Mio. m3 Bioethanol aus, wobei das größte Wachstum in Brasilien erwartet wird. Die USA haben ihre Rolle als weltweit größter Produzent von Bioethanol im Jahr 2011 durch eine Erhöhung der Produktion um 3,8 % auf 53,5 (51,5) Mio. m3 weiter ausgebaut. Dagegen sank die Produktion in Brasilien um 19 % auf 22,6 (28,0) Mio. m3 Bioethanol, so dass zur Deckung des anhaltend hohen Inlandsbedarfs 1,1 (0,1) Mio. m3 Bioethanol - vorwiegend aus den USA - eingeführt werden mussten, nachdem in den vergangenen Jahren noch große Mengen exportiert worden waren. In der EU wuchs die Bioethanolproduktion um 2,3 % auf 6,5 (6,4) Mio. m3 wovon 4,4 Mio. m3 bzw. 68 % für Kraftstoffanwendungen bestimmt waren. Für das Jahr 2012 erwarten Marktbeobachter in der EU eine weitere Steigerung der Gesamtproduktion auf rund 7,2 Mio. m3 Bioethanol. EU-Mengenbilanz Bioethanol1scroll
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Quelle: F. O. Licht, Februar 2012 (Daten 2012:
Schätzung). Die europäischen Bioethanolpreise gingen im Berichtszeitraum von 650 €/m3 Anfang März 2011 auf rund 568 €/m3 Ende Februar 2012 zurück. Dabei lagen sie bis Mitte November 2011 zunächst nahezu kontinuierlich über 600 €/m3 FOB Rotterdam, bis dann niedrigere Rohstoffpreise sowie ein großes Angebot an europäischer Ware und sprunghaft gestiegene Importe aus den USA dazu führten, dass die Preise wieder deutlich unter diese Marke fielen. Rohstoffe |Das US-Landwirtschaftsministerium erwartet aufgrund guter Bedingungen in wichtigen Anbauregionen, insbesondere in der EU und den GUS-Staaten, für die Ernte 2011/12 eine Steigerung der Weltgetreideproduktion (ohne Reis) um 5 % auf 1.838 (1.751) Mio. t sowie des Verbrauchs um 2,6 % auf 1.835 (1.788) Mio. t. Für die EU rechnet die EU-Kommission im Getreidewirtschaftsjahr 2011/12 mit einem Anstieg der Getreideernte um 3,4 % auf 284 (275) Mio. t. Die Getreideerzeugung wird somit den Gesamtverbrauch in Höhe von 275 Mio. t leicht übersteigen. Nahezu zwei Drittel der Getreideproduktion in der EU werden zur Tierfütterung eingesetzt, auf die Herstellung von Bioethanol entfallen lediglich 3,3 %. Die hohe Verfügbarkeit von Getreide führte im Geschäftsjahr 2011/12 zu einem Rückgang des 1-Monats-Futures für Mahlweizen an der NYSE Liffe in Paris. So fielen die Weizenpreise, die im März 2011 noch bei 257 €/t lagen, bewegten sich aber mit 213 €/t im Februar 2012 weiterhin auf hohem Niveau. Gründe dafür waren vor allem die knappe Maisversorgungslage, die die Weizenpreise stabilisiert, Spekulationen über witterungsbedingte Ernteeinbußen in Südamerika und Europa sowie hohe Öl- und damit Energiepreise. Für das Getreidewirtschaftsjahr 2012/13 wird in der EU eine überdurchschnittliche Getreideernte von 288 (284) Mio. t Getreide erwartet. GeschäftsverlaufIn der CropEnergies-Gruppe sind die Bioethanolaktivitäten in Deutschland, Belgien und Frankreich gebündelt. Das Unternehmen ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol in Europa und verfügt über eine Gesamtkapazität von über 700.000 m3 Bioethanol sowie über 500.000 t Lebens- und Futtermittel pro Jahr. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz seit 2010 eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität mit einer Jahreskapazität von 100.000 t betreibt. Geschäftsentwicklung im Segment CropEnergiesscroll
Umsatz und operatives Ergebnis |Im Segment CropEnergies setzte sich die positive Geschäftsentwicklung weiter fort. Der Umsatz konnte deutlich auf 529 (437) Mio. € gesteigert werden, wozu zum einen höhere Bioethanolerlöse und zum anderen absatz- und erlösbedingte Umsatzsteigerungen bei den Nebenprodukten beigetragen haben. Das operative Ergebnis konnte nochmals verbessert werden und erreichte mit 53 (46) Mio. € einen neuen Höchstwert. Maßgeblich für die Verbesserung waren die gestiegenen Produktions- und Absatzmengen der Kuppelprodukte sowie verbesserte Produkterlöse. Demgegenüber konnte ein Anstieg der Rohstoffkosten infolge der Preissteigerungen an den Getreidemärkten durch frühzeitige Preisabsicherungen und eine Optimierung des Rohstoffeinsatzes gemindert werden. Rohstoffe |CropEnergies hat den Rohstoffeinsatz weiterhin an die Bedingungen auf den Rohstoffmärkten angepasst. Das Beschaffungsmanagement für die Anlagen in Zeitz und Wanze konzentrierte sich auf den standortnahen und frachtgünstigen Bezug der benötigten Rohstoffe. Um das Preisrisiko bei Getreide zu begrenzen, setzte CropEnergies als Ergänzung zu Fixpreiskontrakten derivative Finanzinstrumente ein. Die Versorgung mit Zuckersirupen ist durch zum Teil langfristige Lieferverträge gewährleistet. Zur Umsetzung der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung in Deutschland arbeitet CropEnergies intensiv mit den Rohstofflieferanten zusammen, um die Versorgung der Fabriken mit als nachhaltig zertifizierter Biomasse jederzeit sicherzustellen. Produktion |Im Geschäftsjahr 2011/12 hat die CropEnergies-Gruppe mit einer Produktion von 692.000 (687.000) m3 Bioethanol das Vorjahr leicht übertroffen. Die dabei erzeugte Menge an getrockneten Lebens- und Futtermitteln konnte überproportional um 8,0 % auf 328.000 (303.000) t gesteigert werden. Als weitere Kuppelprodukte fielen flüssige Eiweißfuttermittel und biogenes Kohlendioxid an. In Zeitz lag die Produktion von Bioethanol aufgrund eines geänderten Rohstoffmixes leicht unter dem Vorjahresniveau. In der Bioethanolanlage in Wanze konnte die Kapazitätsauslastung durch Optimierung der Produktionsabläufe weiter erhöht werden. Kontrollaudits im April 2011 bestätigten, dass die Bioethanolanlagen in Wanze und Zeitz weiterhin alle Anforderungen der deutschen Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung erfüllen. Die Anlage in Loon-Plage erreichte die vorgegebenen Produktionsziele. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme einer Pipeline Ende Juli 2011 kann der Rohalkohol von den am Hafen von Dünkirchen ankommenden Seeschiffen direkt zum Tanklager in Loon-Plage gefördert werden, was die Logistikkosten erheblich reduzierte. Absatz Bioethanol |Der Bioethanolabsatz erreichte mit 700.000 (705.000) m3 das Vorjahresniveau. Der Kundenstamm besteht sowohl aus großen und mittelständischen Mineralölgesellschaften als auch aus unabhängigen ETBE-Produzenten im In- und Ausland. CropEnergies konzentrierte sich weiterhin auf Binnendestinationen, die mit dem geschaffenen Logistiknetzwerk frachtgünstig versorgt werden konnten. Schwerpunkte im Vertrieb waren die Förderung der Markteinführung von E10-Kraftstoff, die Entwicklung des belgischen Bioethanolmarkts und die Festigung der starken Marktposition in Osteuropa. CropEnergies hat die führende Position auf dem deutschen Markt für E85, ein Bioethanol-Benzin-Gemisch für Flexible Fuel Vehicles, weiter ausgebaut und den Absatz von Crop-Power85 um fast 46 % gesteigert. Derzeit vertreiben rund 30 % der E85-Tankstellen in Deutschland CropPower85. Über die Ryssen Alcools SAS vermarktet die CropEnergies-Gruppe qualitativ hochwertige Alkohole für traditionelle und technische Anwendungen an namhafte Unternehmen der Getränke-, Kosmetik-, Pharma- und Chemieindustrie. Darüber hinaus wurden die Vertriebsaktivitäten im Kraftstoffbereich ausgeweitet. Seit Oktober 2011 vertreibt Ryssen auch den am Standort Loon-Plage aufbereiteten Rohalkohol von Saint Louis Sucre. In diesem Zusammenhang bestätigte das französische Zertifizierungssystem 2BSvs (Biomass Biofuels Sustainability voluntary scheme) im Dezember 2011, dass Ryssen die Nachhaltigkeitskriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erfüllt. Im Oktober 2011 hat die CropEnergies Inc., Houston/USA, ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Mit der neu gegründeten Gesellschaft erweitert CropEnergies das Handelsnetzwerk und stärkt die eigene Marktposition. Darüber hinaus erhält CropEnergies Informationen über die Entwicklungen in den USA auf dem weltweit größten Bioethanolmarkt aus erster Hand und kann damit deren Auswirkungen auf den europäischen Markt frühzeitig einschätzen. Absatz Lebens- und Futtermittel |Das Produktportfolio der CropEnergies-Gruppe umfasst das getrocknete und pelletierte Eiweißfuttermittel ProtiGrain®, das flüssige Eiweißfuttermittel ProtiWanze® sowie Gluten. ProtiGrain® ist ein fester Bestandteil in der qualitätsorientierten europäischen Tierfütterung und erzielte im Zuge des Preisanstiegs bei Ölschroten attraktive Erlöse. Die Hauptabsatzgebiete sind neben Deutschland weiterhin die großen Futtermittelmärkte in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Dänemark, wobei der Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten im Geschäftsjahr 2011/12 auf der Entwicklung des regionalen Futtermittelmarkts lag, um die Kunden frachtgünstig von Zeitz aus beliefern zu können. In Wanze produziert und vermarktet CropEnergies die Kuppelprodukte Gluten und CDS (Condensed Distillers' Solubles). Gluten, das insbesondere in der Lebensmittelindustrie und in speziellen Tierfuttermitteln Verwendung findet, wird über BENEO vertrieben. Das nach dem International Food Standard zertifizierte Gluten wird zunehmend auch im preislich attraktiven Lebensmittelsektor vermarktet. CDS, ein flüssiges Futtermittel mit hohem Eiweißgehalt für Rinder und Schweine, vertreibt CropEnergies unter dem Markennamen ProtiWanze®. Das große Interesse von Nutztierhaltern insbesondere aus den Beneluxländern ist auf die vorzügliche Qualität und die hohe Wettbewerbsfähigkeit von ProtiWanze® im Vergleich zu Sojaschrot und anderen proteinreichen Futtermitteln zurückzuführen. Daneben wurden im Geschäftsjahr 2011/12 weitere Vermarktungschancen identifiziert und erschlossen. Segment Frucht1Wirtschaftliches Umfeld, RahmenbedingungenIm Gegensatz zu früheren Jahren stagnierte der weltweite Markt für Fruchtjoghurts im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dabei lagen die Wachstumsraten in den außereuropäischen Märkten bei etwas über 2 %, während der Markt in West- und Zentraleuropa um 1 bis 2,5 % zurückging. Ursachen für diese Marktstagnation lagen einerseits in den stark gestiegenen Preisen für Molkereiprodukte aufgrund hoher Milchpreise und in der Verunsicherung der Konsumenten durch das makroökonomische Umfeld. Andererseits gab es bei den Produzenten von Fruchtjoghurt aufgrund der hohen Herstellkosten umfangreiche Einsparungen. Dieses schwierige Marktumfeld betraf gleichermaßen entwickelte Märkte mit hohem und Schwellenländer mit niedrigem Pro-Kopf-Verbrauch. Im Konzentratgeschäft hat sich der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt und Getränken mit reduziertem Kalorien- und damit geringerem Fruchtsaftgehalt fortgesetzt. Diese Entwicklung wurde durch die Konzentratpreissteigerungen noch zusätzlich gefördert. Marktbestimmend war auch der Preisdruck im Handelsmarkengeschäft, wodurch Abfüller Schwierigkeiten hatten, die Konzentratpreissteigerungen an die Handelsketten weiterzugeben. Bedingt durch eine geringere Ernte in Polen, gestiegene Rohstoffkosten in China und weltweit niedrige Lagerbestände sind die Weltmarktpreise bei allen Konzentraten ab der Ernte 2010 erheblich gestiegen und auch während der Ernte 2011 nicht mehr wesentlich gesunken. In China hat sich in den letzten vier Jahren der Absatz von frischen Früchten überdurchschnittlich entwickelt, wodurch erhebliche Fruchtmengen für die Konzentratverarbeitung fehlen. Dies führte zu einem geringen Angebot am Weltmarkt und damit zu höheren Preisen. Der Absatz in den GUS-Staaten hat sich nach der Krise wieder erholt, das Marktwachstum liegt aber bislang unter den Erwartungen, der Trend zu billigeren Getränken mit geringerem Saftgehalt machte sich auch hier bemerkbar. GeschäftsverlaufDie AGRANA J&F Holding GmbH hält mittelbar alle nationalen und internationalen Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich, für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate durch die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich. AGRANA hat im Geschäftsjahr 2011/12 den in den Vorjahren eingeschlagenen Kurs zur Verbreiterung des Kundenportfolios und zur Erschließung neuer Absatzregionen erfolgreich fortgeführt und damit die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Märkten verringert; auch Preisschwankungen konnten dadurch besser ausgeglichen werden. Dies war umso bedeutsamer, da das abgelaufene Geschäftsjahr von deutlich gestiegenen Preisen bei den Basisrohstoffen wie Zucker, Stärke und Flüssigzucker sowie einer angespannten Versorgungslage bei Früchten geprägt war und gleichzeitig auf allen relevanten Beschaffungsmärkten eine erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen festzustellen war. AGRANA verstärkt die umfangreichen Maßnahmen, um das Fruchtzubereitungsgeschäft, insbesondere in Europa, durch Prozessverbesserungen effizienter zu machen und durch Mengensteigerungen die Produktionsstrukturen optimal auszulasten. Der Fokus in den außereuropäischen Ländern liegt weiterhin auf Wachstum und dem Ausbau der führenden Position auf dem Weltmarkt. Geschäftsentwicklung im Segment Fruchtscroll
Die EU-Kommission hat am 4. April 2012 die Zustimmung zur Fusion der AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf/Österreich, mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/ Österreich, im Rahmen eines Joint Ventures erteilt. Das neu gegründete Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH wird seinen Firmensitz in Kröllendorf/Österreich haben und über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China verfügen. Produziert werden neben Fruchtsaftkonzentraten auch Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Direktsäfte für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie. Das Joint Venture mit einem Umsatz von rund 350 Mio. € wird durch AGRANA voll konsolidiert werden. Umsatz und operatives Ergebnis |Im Segment Frucht lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 929 (870) Mio. € über dem Vorjahr. Dieser Anstieg konnte trotz geringerer Absatzmengen durch höhere Erlöse erzielt werden. Der Anstieg der Erlöse folgte den gestiegenen Rohstoffkosten. Das operative Ergebnis im Segment Frucht erreichte mit 38 (46) Mio. € nicht das Vorjahresniveau. Während in der ersten Jahreshälfte noch verbesserte Margen bei Fruchtsaftkonzentraten die rückläufigen Absatzmengen bei Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten kompensieren konnten, war dies in der zweiten Jahreshälfte durch weiter angestiegene Rohstoffkosten nicht möglich. Entwicklung in den UnternehmenAGRANA Fruit |AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betreibt die Gruppe 27 Produktionsstandorte in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte die Inbetriebnahme von zwei neuen Werken. Im Juni 2011 eröffnete AGRANA einen kleinen Standort in Ägypten, Anfang November 2011 erweiterte der Konzern seine Präsenz in Südafrika mit einem Werk in Johannesburg. Im Bereich Fruchtzubereitungen ging der Absatz in einem schwierigen Marktumfeld gegenüber dem Vorjahr zurück. Dieser Rückgang stammt aus den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres. Neben teilweise rückläufigen Märkten lag dies am Eintritt eines neuen Wettbewerbers in Russland und Marktanteilsverlusten in Westeuropa und Nordamerika. Im besonders wettbewerbsintensiven Markt Zentraleuropa sowie in Südamerika konnte sich AGRANA gut behaupten und den Marktanteil halten. In Asien wurde ein leichter Marktanteilsanstieg verzeichnet; der Rückgang in China aufgrund niedriger Preise und neuer Joghurtprodukte ohne Fruchtanteil konnte durch Erfolge in Südkorea, Australien und Südafrika wettgemacht werden. Seit August 2011 konnte der Mengenrückgang gestoppt werden und die Absätze liegen wieder auf Vorjahresniveau. Die Preise für Fruchtzubereitungen sind im Durchschnitt leicht gestiegen. Der größte Teil der Preiserhöhungen erfolgte im Laufe der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres. Neben diesen Steigerungen gab es auch negative Sortimentseffekte zugunsten billigerer Produkte und eine fortschreitende Kundenkonzentration. Beginnend mit der Winterernte 2011 in Mexiko, Südamerika, Marokko und Ägypten etablierte sich durch die starke Nachfrage in allen Anbauregionen ein sehr hohes Preisniveau. Das Preisrisiko konnte zwar einerseits durch eine spezifische Deckungspolitik und andererseits durch ein weltweit dichtes, hochqualifiziertes Lieferantennetzwerk reduziert werden. Ein Teil der massiven Preiserhöhungen konnte jedoch im wettbewerbsintensiven Marktumfeld nicht weitergegeben werden und belastete das Ergebnis. Aktuelle Anzeichen sprechen dafür, dass das Jahr 2011/12 einen Höhepunkt bei den Preisentwicklungen für Früchte darstellte und man nunmehr von einer gewissen Entspannung am Markt, wenngleich auch auf relativ hohem Niveau, ausgehen kann. AGRANA Juice |Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Zum 1. August 2011 wurde das bis dahin gemeinschaftlich geführte Unternehmen Yongji Andre Juice Co., Ltd., an Yantai North Andre abgegeben und seitens AGRANA endkonsolidiert. Gleichzeitig übernahm AGRANA das bisherige Joint-Venture-Unternehmen Xianyang Andre Juice Co., Ltd., zu 100 % und bezog es erstmals in die Vollkonsolidierung ein. Der nunmehr einzige chinesische Juice-Standort der Gruppe liegt in der größten Apfelanbauregion der Welt. Der Preis für europäisches Apfelsaftkonzentrat ist während der letzten 12 Monate bei einer durchschnittlichen europäischen Ernte leicht gesunken. Der Preis für chinesisches Apfelsaftkonzentrat hingegen kletterte auf ein historisch hohes Niveau, da infolge der großen Nachfrage nach Tafeläpfeln auch die Preise von Pressäpfeln in China stark anstiegen. Insgesamt zeigten sich die Verkaufspreise bei Fruchtsaftkonzentraten weiterhin auf hohem Niveau stabil, die Verkaufsmengen hingegen waren vor allem in den letzten Monaten etwas rückläufig. Das Absatzziel bei Fruchtsaftkonzentraten wurde nicht ganz erreicht. Bedingt durch die höheren Rohwarenpreise waren auch höhere Verkaufspreise am Markt durchzusetzen, dadurch konnte eine deutliche Umsatzsteigerung erzielt werden. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem europäischen und internationalen Markt. Die europäische Kern- und Beerenobsternte 2011/12 lag bei einzelnen Früchten um bis zu 25 % unter einer durchschnittlichen Erntesaison. Dadurch gab es besonders bei Erdbeeren-, Schwarze-Johannisbeeren- und Sauerkirschenkonzentrat einen erheblichen Rohwarenpreisanstieg. Es gelang AGRANA Juice, die Rohstoffkostensteigerungen an die Konzentratkunden weiterzugeben. Für 2012 wird bei einem normalen Witterungsverlauf auch eine Entspannung auf den Rohstoffmärkten für Fruchtsaftkonzentrathersteller erwartet. Mit der richtigen Mischung zum ErfolgDie Vielfalt der Früchte ist beeindruckend: Insgesamt über 40 verschiedene Sorten werden von AGRANA weltweit zu Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten verarbeitet. Dabei den Geschmack der Verbraucher zu treffen -daran forschen und arbeiten unsere Experten. Das Erfolgsrezept ist die richtige Mischung. Gute Nachrichten von Südzucker.+ AGRANA baut Marktposition aus +++ Zwei neue Werke für Fruchtzubereitungen +++ Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GMBH gegründet InvestitionenIm Geschäftsjahr 2011/12 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 276 (245) Mio. €. Davon entfielen auf das Segment Zucker 145 (125) Mio. €, auf das Segment Spezialitäten 74 (67) Mio. €, im Segment CropEnergies wurden 14 (22) Mio. € investiert und im Segment Frucht 43 (31) Mio. €. Im Folgenden werden wesentliche Investitionen erläutert. Segment ZuckerDeutschland |Investitionsschwerpunkt in den deutschen Zuckerfabriken waren Umwelt-, Ersatz- und Optimierungsmaßnahmen. So wurde in Brottewitz ein neuer Gaswäscher zur Reduzierung der Ammoniakemissionen aus der Saftreinigung in Betrieb genommen. In Ochsenfurt sorgt die dritte Rübenerdepresse für die vollständige Abpressung der Rübenerde aus dem Schwemmwasserkreislauf. Ebenfalls in Ochsenfurt wurde der erste Bauabschnitt der Sanierung eines Zuckersilos abgeschlossen. In Offstein ist die den neuesten Standards entsprechende Reinigungshalle für LKW-Flüssigtankfahrzeuge in Betrieb gegangen. In Plattling wurde der Antrag zur Erhöhung der Rübenverarbeitungskapazität auf maximal 17.000 t pro Tag genehmigt. Im Werk Rain erfolgte Mitte Oktober 2011 die erste Einlagerung von Zucker in das neue Zuckersilo. In Zeitz sind die Nachprodukt-Zentrifugen in Betrieb gegangen. Belgien |In Belgien liegt der Schwerpunkt bei Umweltinvestitionen. So wurde in Tienen der Auftrag für die Investitionen zur NOx-Reduzierung der Kesselabgase vergeben und in Longchamps die Abwasserreinigungsanlage verbessert. In Tienen wurden außerdem eine neue 1-kg-Abpackmaschine sowie ein Palettierer in Betrieb genommen. Frankreich |In Frankreich stehen weiterhin Investitionen zum Aufbau eines zentralen Abpack- und Logistikstandortes in Roye im Mittelpunkt: Das Hochregallager mit 15.000 Palettenstellplätzen wird im Sommer 2012 in Betrieb gehen, mit der Installation von zwei Würfelzuckerlinien wurde begonnen. In Etrepagny konnte durch den Ersatz des Leitsystems am Kohlekessel der Primärenergieeinsatz reduziert werden. Moldawien |In den Werken Drochia und Falesti wurden verschiedene Maßnahmen zur Produktionsoptimierung erfolgreich durchgeführt. Polen |Die Erweiterung des Zuckerlagers in Cerekiew wurde im Januar 2012 abgeschlossen. In Schlesien wurde die Produktionsstruktur aufgrund der geänderten Rübenallokation überarbeitet; den neuen Anforderungen wird mit Investitionen in eine schrittweise Kapazitätserhöhung in Swidnica sowie in die Einführung der Dicksaftverarbeitung nach der Kampagne 2013 in Strzelin Rechnung getragen. Eine Biogasanlage für die Verarbeitung von Pressschnitzeln soll planmäßig zur Kampagne 2012 in Betrieb gehen. Österreich/Bosnien-Herzegowina/Rumänien/Slowakei/ Tschechien/Ungarn |In Tulln/Österreich wurde der Neubau des Zuckersilos fertiggestellt, welches ab Oktober 2011 befüllt wurde. Zahlreiche Einzelinvestitionen an den Standorten in Bosnien-Herzegowina, Rumänien, der Slowakai, Tschechien und Ungarn wurden erfolgreich in Betrieb genommen. Segment SpezialitätenBENEO |Bei BENEO-Orafti in Oreye wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die neue aerobe Abwasseraufbereitungsanlage, die neue Auflösestation für Rohinulin sowie ein neuer Kalkofen in Betrieb genommen. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Eliminierung von Kapazitätsengpässen sowie zur Energieeinsparung geplant und umgesetzt. In Chile wurden Investitionen zur Einführung eines neuen Produktionsverfahrens zur Herstellung eines Inulin-Zwischenprodukts erfolgreich abgeschlossen. Nach der Inbetriebnahme weiterer Ionenaustauscherkolonnen erfolgen zusätzliche Schritte zur Kapazitätssteigerung. Bei BENEO-Remy läuft ein Investitionsprogramm zum Ausbau der Kapazität für Reisstärkeprodukte. Die Brunnenwasseraufbereitungsanlage befindet sich im Bau. Der Markt für Palatinose™ entwickelt sich und erfordert zusätzliche Investitionen bei BENEO-Palatinit. Die Integration von Palatinose™ im Sicht- und Versandbereich wird gerade realisiert. Durch die Implementierung von Wärmerückgewinnungsschaltungen im Bereich der Hydrieranlagen wurden weitere Energieeinsparungen erzielt. Freiberger |Neben einer neuen Teigpresse für den Standort Oberhofen standen eine neue Verpackungslinie mit Traypacker für Pastaprodukte im Werk Berlin sowie die Erweiterung einer Pizzalinie in Muggensturm und die Kapazitätserweiterung in Osterweddingen im Mittelpunkt der Investitionsvorhaben. PortionPack Europe |Bei PortionPack Europe wurde vor allem in Maßnahmen zur Standortoptimierung sowie in die Modernisierung und Anpassung verschiedener Verpackungsanlagen an sich verändernde Kundenanforderungen investiert. Stärke |In Gmünd wurde die Anlagentechnik in der Produktionsanlage für Kartoffeldauerprodukte erneuert und Vorbereitungen für eine Dosenabfülllinie für Säuglingsmilchnahrung wurden getroffen. Am Standort Aschach fand die Inbetriebnahme der Anwärmung des Maisquellwassers statt, zudem sind die Fundamente der zusätzlichen Maissilos zur Lagerung von Spezialmais errichtet. In der ungarischen Maisstärkefabrik der Hungrana in Szabadegyhaza wurden der Biomassekessel für die Strohverfeuerung und der Dampfkessel montiert sowie mit dem Ausbau der Maisverarbeitungsleistung auf 3.500 t pro Tag begonnen. Die Kapazitätserweiterung der rumänischen Maisstärkefabrik Tandarei auf eine Maisverarbeitungskapazität von 150 t pro Tag ist abgeschlossen. Die Vorbereitungen für den Bau der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf sind in vollem Gange, erste Beauftragungen für die Lieferung von Anlagen sind bereits erfolgt. Segment CropEnergiesWanze |Die Investitionen in Wanze dienten der weiteren Anlagenoptimierung und der Effizienzsteigerung. Ein Schwerpunkt lag auf Investitionen in der Glutenproduktion, -lagerung und -verladung. Ein weiteres Projekt war die Abtrennung sehr kleiner Weizenkörner im vorderen Produktionsabschnitt sowie die Errichtung eines Silos mit angeschlossener Verladestation für diesen Weizen, der direkt als Futtermittel verwertet wird. Im Bereich der Energieversorgung wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Biomasseverbrennung umgesetzt, um die störungsfreie Laufzeit zu verlängern. Zeitz |Bei der CropEnergies Bioethanol GmbH in Zeitz lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit wiederum auf Ersatzinvestitionen und Optimierungsmaßnahmen, um sowohl die Energieeffizienz als auch die Treibhausgasbilanz der Bioethanolanlage weiter zu verbessern. Hier wurden erfolgreich Konzepte umgesetzt, die insbesondere zur Einsparung von Elektroenergie geführt haben. Weitere Investitionen betrafen die Verbesserung der Anlagensicherheit und des Abwasserbereichs. Loon-Plage |Wesentliches Projekt war der Bau einer Pipeline, mit der seit August 2011 Rohalkohol von den im Hafen in Dünkirchen ankommenden Seeschiffen direkt zum Tanklager in Loon-Plage gefördert wird. Segment FruchtFruchtzubereitungen |Wesentliche Investitionen in der Division Fruchtzubereitungen sind die Anschaffung von Edelstahlcontainern für den Transport von Fruchtzubereitungen sowie das Fertigwarenlager und die Kapazitätserweiterung am Standort Serpuchov/Russland. In dem neuen Werk in Kairo/Ägypten wird seit November erfolgreich im 2-Schicht-Betrieb produziert. In China wurde der erste Bauabschnitt des neuen Fruchtzubereitungswerks in Dachang fertiggestellt, Produktionsstart am neuen Standort ist für Mitte des Geschäftsjahres 2012/13 vorgesehen. Die zweite Fabrik in Südafrika am Standort Johannesburg hat den Betrieb im Oktober 2011 erfolgreich aufgenommen. Fruchtsaftkonzentrate |Schwerpunkte waren Ersatzinvestitionen vor allem zur Erfüllung von Kundenanforderungen, aber auch gesetzlicher Vorschriften, wie z. B. die Verbesserung bestehender Abwasserreinigungsanlagen. Forschung und Entwicklung, Produktsicherheit, QualitätsmanagementÜberblick/SchwerpunkteDie Arbeiten der Südzucker-Gruppe im Bereich Forschung, Entwicklung und technologische Dienstleistungen konzentrieren sich auf die Entwicklung neuer Produkte für den Nahrungsmittelbereich und die Erarbeitung von Konzepten, um unsere Lebensmittelzutaten erfolgreich im Markt zu etablieren. Für den Non-Food-Bereich werden maßgeschneiderte Produktlösungen auf Basis von Kohlenhydraten für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete bereitgestellt. Ein Großteil der Aktivitäten befasst sich mit der Verbesserung der Produktqualität und der Optimierung der Fertigungsprozesse. Die Erweiterung der Produktlinien gekoppelt mit der Bewertung und Implementierung neuer Technologien führt zu modernen und leistungsfähigen Produktionsanlagen. Neben den produktrelevanten werden auch energetische und damit ökologische Aspekte umfassend berücksichtigt. Das Arbeitsspektrum umfasst Themen im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Produktion, Futtermitteln bis hin zu Entwicklungen in den unterschiedlichen Produktbereichen, wie Zucker und Zuckerspezialitäten, funktionelle Kohlenhydrate (z. B. Isomalt und Palatinose™, Inulin, Fruktooligosaccharide) sowie reisbasierte Produkte, Weizen-Gluten, Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Bioethanol und Stärke. Die Aufgaben werden gruppenweit wahrgenommen. Dadurch können Konzepte länderübergreifend verfolgt und Synergien genutzt werden, um die einzelnen Geschäftsfelder der Südzucker-Gruppe in den Bereichen Business Development, Marketing, Einkauf und Verkauf zielgerichtet zu unterstützen. Patentanmeldungen sichern das Know-how und stärken die Marktposition. Bei den Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und anderen Unternehmen stehen neben Themen aus dem Lebensmittelbereich jetzt verstärkt die energetische und stoffliche Nutzung insbesondere von Prozessnebenströmen im Fokus der gemeinsamen Aktivitäten. Die Aufgaben im Bereich Forschung, Entwicklung und technologische Dienstleistung werden von 363 (351) Mitarbeitern wahrgenommen; das Gesamtbudget für Forschung, Entwicklung und technologische Dienstleistungen betrug 2011/12 insgesamt 37,6 (35,4) Mio. €. Eine Darstellung der wesentlichen Projekte und Aktivitäten schließt sich an. Zucker/Spezialitäten auf ZuckerbasisProzesstechnologie |Die Tätigkeiten auf dem Gebiet der Prozesstechnologie erstrecken sich über vielfältige verfahrenstechnische Bereiche wie Extraktion, Saftreinigung, Kristallisation sowie Lagerung und Transport von Weißzucker. Die intensive Unterstützung laufender und in Planung befindlicher Projekte garantiert die Einhaltung des hohen technologischen Standards in den Produktionsstätten der Südzucker-Gruppe. Qualitätsrelevante Fragen zu Rohstoffen und Produkten werden bearbeitet und deren Wechselwirkungen mit dem Prozess bewertet. Steigende Energie- und Rohstoffkosten verlangen eine permanente Optimierung bestehender Prozessschritte bzw. Umgestaltung einzelner Prozesse für die Nutzung alternativer Hilfs- und Betriebsstoffe. So konnten in den letzten Jahren zunehmend Kalkschachtöfen auf den Betrieb mit Anthrazit als Festbrennstoff umgestellt werden, wodurch die Abhängigkeit von Koks, der einem erheblichen Preisanstieg unterliegt, verringert wurde. Mit einer internationalen Arbeitsgruppe des Scientific Committees of European Society for Sugar Technology untersuchen wir neue futtermittelrechtliche Regelungen und ihre Relevanz für den Zuckergewinnungsprozess. Fondant |International vermarktete Fondantglasuren mit funktionellen Eigenschaften wie Farbe, aromatisierter Geschmack oder Gefrier-Tau-Stabilität wurden weiterentwickelt und die Rezepturen an die steigenden Anforderungen von Kunden nach Clean Labelling bzw. allergenfreien Rohstoffen angepasst. Einen weiteren Schwerpunkt der Entwicklung stellten fondantbasierte Füllungen für Tafelschokolade als Ersatz für Fettfüllungen dar. Gleichzeitig stand die technologische Unterstützung bei der Optimierung von Produktionsprozessen, der Prozessüberwachung und -kontrolle sowie bei Verbesserungen innerhalb der Beschaffungskette von Rohstoffen im Vordergrund. Karamell |Die technologischen Möglichkeiten einer neuen Brenntechnik werden genutzt, um bestehende Karamellprodukte weiterzuentwickeln. Anwendungsgebiete sind insbesondere Backwaren und Getränke. Compri-Zucker |Das im letzten Jahr vorgestellte Konzept von mit Farbe und Aromen beschichteten Zuckerkristallen wurde von der Süßwarenbranche angenommen. Produkte wurden an spezielle Kundenwünsche angepasst und zur Marktreife entwickelt. Einzelhandelsprodukte |Einzelhandelsprodukte wurden sowohl für die Südzucker-Marke als auch für Handelsmarken entwickelt. Bei der Übertragung von Produktkonzepten für die einzelnen regionalen Märkte wurden konsequent Synergien genutzt und gruppenweit verfolgt. Funktionelle Kohlenhydrate/ Functional FoodErnährungsphysiologische AspekteDie ernährungswissenschaftliche Forschung fokussierte sich auf die Untermauerung der physiologischen Eigenschaften und gesundheitsbezogenen Aussagen für die Produkte der BENEO-Gruppe. Palatinose™ |Die niedrige Blutglukose-Wirkung von Palatinose™ wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) positiv bewertet und kann somit ausgelobt werden. Die vielversprechende Wirkung von Palatinose™ auf Fettstoffwechsel und Körpergewicht wird experimentell in Studien weiterverfolgt. Inulin |Die Anwendung medizinischer Kriterien bei der Bewertung ernährungswissenschaftlicher Eigenschaften durch die EFSA hat bei den Ballaststoffen zu einer für Kunden und Verbraucher nicht nachvollziehbaren Situation geführt: Gemäß den europäischen Ernährungsempfehlungen wird der Verzehr von Inulin und Fruktooligosacchariden als Ballaststoff im Rahmen einer gesunden Ernährung empfohlen. Dagegen wird für gesundheitsbezogene Einzelaussagen verlangt, dass die Effekte für jeden Ballaststoff isoliert nach pharmakologischen Kriterien belegt werden. Hierzu laufen umfangreiche Studien. Darüber hinausgehend wird speziell die unterstützende Rolle von Inulin und Fruktooligosacchariden bei der Bekämpfung und Vermeidung von Übergewicht weiterverfolgt. Hier konnte in einer jüngsten Studie eine vielversprechende Wirkung von Orafti®Synergy1 auf die Sättigung und damit die Verringerung der Kalorienzufuhr bestätigt werden. Anwendungstechnologie/Produkt- und ProzessentwicklunggalenIQ™ |Die technologischen Eigenschaften und das sensorische Profil von galenIQ™ bei der Tablettenherstellung oder in Sachetformulierungen wurden auf pharmazeutischen Fachmessen vorgestellt. Eine neue Technologie zum Umhüllen von Tabletten wurde als weitere Anwendungsform für galenIQ™ entwickelt. Inulin |Die anwendungstechnische Umsetzung zur Verbesserung der geschmacklichen Eigenschaften und der Konsistenz bei Milchprodukten, Backwaren, auf Cerealien basierenden Produkten und Fleischprodukten bildete den Schwerpunkt der Entwicklungen. Isomalt |Die technologischen Vorteile von Isomalt bei der Herstellung von Kaugummis unterschiedlicher Art, wie Streifen, dragierte oder gefüllte Varianten, wurden weiter herausgearbeitet. Erste Isomalt enthaltende Produktneueinführungen von gefüllten Kaugummis werden genutzt, die ausgearbeiteten Konzepte zu prüfen und zu verfeinern. Palatinose™ |Die positiven Ergebnisse einer Zusammenarbeit mit Universitäten und weiteren Kooperationspartnern im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Optimierung des biotechnologischen Prozessschrittes der Palatinose™-Herstellung konnten vom Labor in die Produktion übertragen werden. Die Schwerpunkte der anwendungstechnischen Entwicklung von Palatinose™ lagen im Bereich der Weichkaramellen und Backwaren. Reisstärke |Spezielle Reisstärken mit strukturgebenden Eigenschaften wurden für Milchprodukte, Käse und Fleischwaren entwickelt. Gluten |Die Einführung von Gluten für Anwendungen in Lebensmitteln konnte insbesondere für die Verwendung in Backwaren erfolgreich begleitet werden. Reisprotein |Für ein gegen Oxidation stabilisiertes Reisprotein verbesserter Qualität wurden die grundlegenden Anwendungseigenschaften in unterschiedlichen Nahrungsmittelsystemen beschrieben. Vor allem in Wurst- und Fleischwaren eignet sich dieses Produkt als Ergänzung des Proteinspektrums. Neue TechnologienBioenergie/Biogas |Biogas ist ein wichtiger Baustein für die Versorgung mit Bioenergie. Zur Erreichung der bundesdeutschen Klimaziele soll Biomethan, d. h. aufbereitetes Biogas, in das Erdgasnetz eingespeist werden. Dies gelingt zunehmend mit industriellen Biogasanlagen entsprechender Dimension und industriellen Standards. Die Rohstoffvielfalt sowie die Effektivität stehen im Vordergrund der Südzucker-Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit dem Ziel der Nutzung von Zuckerrüben oder Kuppelprodukten als Fermentationsrohstoffe. Das Thema Biogas wird auch im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "Bioraffinerie 2021" verfolgt. In einem leistungsstarken Konsortium u. a. mit Wissenschaftlern der TU Hamburg-Harburg wird die Entwicklung einer integrierten und nachhaltigen Bioraffinerie angestrebt, die auf dem Einsatz von lignocellulosehaltigen Rohstoffen wie z. B. Stroh oder Weizenkleie aufbaut. Die Wirtschaftlichkeit soll durch die Erzeugung von Biogas, Biokraftstoffen sowie weiterer Wertstoffe sichergestellt werden. Proteine |Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bei Reis- und Weizenproteinen konzentrieren sich u. a. auf proteinhaltige pflanzliche Prozessströme, um das Produktportfolio um funktionelle Proteine zu erweitern. Die Gesamtkonzeption steht in engem Zusammenhang mit den vorher beschriebenen Bioraffinerie-Konzepten. BioethanolOptimierungsarbeiten und Prozessverbesserungen in den Bioethanolproduktionsanlagen zur Verbesserung der Treibhausgasbilanz, Steigerung der Produktivität, weiteren Reduktion des Gesamtenergiebedarfs und Erhöhung der Energieeffizienz wurden vorangetrieben. Weitere Themen waren verkaufsorientierte technologische Fragestellungen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Zumischungsraten von Ethanol sowie die besonderen technologischen Vorteile von Ethanol als Kraftstoffkomponente. Forschungsarbeiten mit der Zielsetzung, Bioethanol aus lignocellulosehaltigen Rohstoffen unter fermentativer Nutzung von Hemicellulosen herzustellen, werden mit Kooperationspartnern sowie im Rahmen von öffentlich geförderten Projekten intensiv verfolgt. Ziel ist - neben der Entwicklung integrierter Produktionskonzepte - die Evaluierung von Kuppelprodukten hinsichtlich ihres weiteren Wertschöpfungspotenzials. Die Entwicklung von Brennstoffzellen, welche die in Bioethanol chemisch gebundene Energie direkt in elektrischen Strom wandeln, wurde abgeschlossen. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf unterschiedliche Reformierverfahren, um aus Ethanol ein elektrochemisch nutzbares Brenngas zu erzeugen. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft wurden die Grundlagen geschaffen, eine mit Ethanol betriebene Hochtemperaturbrennstoffzelle bis zur Marktreife zu entwickeln und in den Markt einzuführen. Auch die Entwicklung von Direkt-Ethanol-Brennstoffzellen wird im Rahmen eines europäischen Gemeinschaftsforschungsprojekts unterstützt. Weiterhin werden Systemanbietern anwendungstechnische und produktspezifische Kenntnisse zur Verfügung gestellt, um den Weg zur Einführung von Ethanolbrennstoffzellen zu ebnen. StärkeDurch konsequente Produktentwicklung in Kooperation mit den Kunden positioniert sich die Südzucker-Gruppe mit Stärke-Spezialitäten im Food- und Non-Food-Bereich weiterhin erfolgreich im Markt. In den Bereichen Bio- und Reisstärken ist die Südzucker-Gruppe internationaler Marktführer. Food |Bei Lebensmittelstärken lag der Fokus auf der Entwicklung von speziellen Bindemitteln und Verdickersystemen, die als Stabilisatoren für Bio-Produkte und Clean Labelling eingesetzt werden können. Gleichzeitig wurden die Aktivitäten in den bestehenden Pilotanlagen am Forschungsstandort Tulln z. B. zur Herstellung von Spezialnahrungen mit höchsten Qualitätsansprüchen verstärkt. Non-Food |Für den wachsenden Klebstoff verarbeitenden Sektor wurden spezielle Stärkeprodukte entwickelt, die die Herstellung von nachhaltigen und biologisch abbaubaren Klebstoffsystemen erlauben. Der Einsatz dieser Systeme, z. B. in bestimmten Dispersionsleimen, bietet neben dem ökologischen Aspekt auch wirtschaftliche Vorteile. Für den Einsatz im Hochleistungsbereich der Flaschenetikettierung konnte in Zusammenarbeit mit Kunden eine neue modifizierte Stärke als vollständiger Ersatz von Kasein in Fertigleimen entwickelt und international zum Patent angemeldet werden. Weitere Aktivitäten waren die Entwicklung modifizierter amylopektinreicher Stärkeether als neue High-Performance-Produkte für Fliesenkleber, neuer Stärkeethertypen als Stabilisatoren für Beton sowie einer speziellen thermoplastischen Stärke für biologisch abbaubare Kunststoffe. TierernährungBeneoCarb® S |Im Bereich Tierernährung wurde insbesondere die Eignung von BeneoCarb® S, einem isomaltulosereichen Sirup aus der Palatinose™- und Isomalt-Produktion, für die Wiederkäuerernährung untersucht. ProduktsicherheitHauptarbeitsgebiet der Produktsicherheit ist die Sicherstellung adäquater Qualität der Roh- und Hilfsstoffe sowie der Bedarfsgegenstände für die Produktion der Segmente Zucker, CropEnergies und BENEO. Ein weiterer Schwerpunkt betraf die gruppenweite Harmonisierung und Umsetzung des Produktsicherheitskonzepts. Darüber hinaus wurden für alle Geschäftsbereiche zahlreiche, unterschiedlichste kundenspezifische Fragestellungen geprüft und bearbeitet, welche die Produktsicherheit im weitesten Sinne betreffen; die Themen reichen von Positionen zu Umweltkontaminanten, Gentechnik und Gentechnikfreiheit sowie Allergenen bis zu produktspezifischen Mikroorganismen. QualitätsmanagementREDcert-Zertifizierung |Neben den Zuckerfabriken in Brottewitz und Zeitz sowie der CropEnergies Bioethanol GmbH und der BioWanze S.A. wurde im vergangenen Geschäftsjahr die Zuckerfabrik im belgischen Tienen im September 2011 erstmals gemäß den REDcert-Vorgaben zertifiziert und kann damit nachweislich nachhaltig produzierten Dicksaft an die BioWanze S.A. liefern. IFS-/BRC-Zertifizierung |Anfang 2011 hat die Global-Food-Safety-Initiative ein neues Richtlinien-Dokument herausgegeben. Darin sind Anforderungen an die für Südzucker wichtigen Lebensmittelsicherheitsstandards wie IFS Food oder BRC beschrieben. Die Umsetzung der hieraus resultierenden neuen Versionen der beiden Systeme wird nun erfolgen. Eine neue Forderung im IFS ist das Thema "Food Defense", die Abwehr einer beabsichtigten Kontamination von Lebensmitteln z. B. durch Bioterrorismus. Harmonisierung QM und HACCP |Im Rahmen des Projekts Harmonisierung im Bereich Zucker QM (Qualitätsmanagement) und HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) wurden bereits einheitliche Vorgaben für das Krisenmanagement und den Import von Weißzucker erarbeitet. Ein Zucker mit SportsgeistDa freuen sich nicht nur die Naschkatzen unter uns: Palatinose™ von BENEO sorgt für natürliche, milde Süße und ist außerdem leichtverdaulich und zahnfreundlich. Das funktionelle Kohlenhydrat wird aus der Zuckerrübe gewonnen und kann aufgrund seiner stabileren Glukoseverbindung vom Körper nur langsam abgebaut werden. Blutzucker- und Insulinspiegel steigen weniger stark an -deshalb ist Palatinose™ die ideale Zuckeralternative. In Functional und Wellness Food sowie Energydrinks eingesetzt, sorgt sie für einen langen Atem. Gute Nachrichten von Südzucker.+ Seit 2005 erfolgreich am Markt +++ Ausgewogene und lange Glukosebereitstellung +++ Zahnschonend +++ Glykämischer Index: 32 ++++ Seit 2005 MitarbeiterDie Zahl der Mitarbeiter des Südzucker-Konzerns blieb im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2011/12 mit 17.489 (17.658) nahezu unverändert. Dabei stand einem Rückgang im Segment Frucht auf 4.822 (5.118) Mitarbeiter eine leichte Zunahme in den Segmenten Spezialitäten auf 4.381 (4.259) und CropEnergies auf 310 (303) gegenüber. Im Segment Zucker blieb die Zahl der Mitarbeiter konstant. Mitarbeiter im Konzern (Jahresdurchschnitt)scroll
Personalpolitik |Die Bedingungen, unter denen sich Unternehmen im Wettbewerb bewegen, ändern sich zunehmend schneller. Damit werden die Aufgaben und Arbeitsbereiche für viele Mitarbeiter umfangreicher und komplexer; vorausschauendes und kompetentes Handeln, aber auch Flexibilität, die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, Kommunikation und Vernetzung sind unerlässlich. Nur wer hervorragende Mitarbeiter hat, kann in diesem Umfeld erfolgreich sein. Südzucker hat hoch motivierte und gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wesentliche Stützen des geschäftlichen Erfolgs der Unternehmensgruppe sind. Wichtiges Ziel der Personalarbeit ist daher, die Attraktivität von Südzucker als Arbeitgeber fortzuschreiben, um auch in Zukunft einerseits diese Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und andererseits neue Mitarbeiter zu gewinnen. Ein Schwerpunkt wurde im vergangenen Geschäftsjahr auf die Themen "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" und "Gesundheit" gerichtet. Gleichzeitig wurde der Auftritt in sozialen Netzwerken, auf Arbeitgeberportalen und der Homepage stark ausgebaut, um Südzucker zu präsentieren und direkt mit möglichen Bewerbern kommunizieren zu können. Seit vielen Jahren werden Qualifizierungsmaßnahmen, Einführungs- und Einsteigerprogramme mit internationaler Ausrichtung als Instrumente genutzt. Die stärkere Ausrichtung auf Feedback- und Performance-Themen, wie das Aufzeigen von Entwicklungsmöglichkeiten und damit die gemeinsame Verantwortung für die Perspektiven von Mitarbeitern, wird gefördert. Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist z. B. das International On-Boarding Program, das Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich grenzüberschreitend über Zusammenhänge im Konzern, Strategie, Kommunikation, sowie länderund bereichsübergreifende Erfahrungen auszutauschen. Europäischer Betriebsrat |Bereits seit 1996 besteht in der Südzucker-Gruppe ein europäischer Betriebsrat, in dem Themen mit länderübergreifendem Charakter erörtert werden. Im Berichtsjahr haben die 14 Vertreter aus 8 Ländern am Standort der Hauptverwaltung Mannheim mit dem Vorstand über relevante Themen und die aktuelle Situation der Unternehmensgruppe diskutiert. Arbeitssicherheit |Die Gesundheit der Mitarbeiter ist für Südzucker ein wichtiges Ziel. Deshalb bilden Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Rahmen eines integrierten Managementsystems einen Schwerpunkt. Sowohl die Führungskräfte als auch jeder einzelne Mitarbeiter sind aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen, und nehmen regelmäßig an Weiterbildungen und Unterweisungen zu bestehenden Vorschriften, Arbeitsanweisungen und gesundheitlichen Belastungen teil. Zahlreiche präventive Maßnahmen, die auf den Beurteilungen der Gefährdungen an den Arbeitsplätzen und auf Prozesssicherheitsbetrachtungen basieren, oder die regelmäßige Prüfung der Arbeitsmittel sind ebenfalls fester Bestandteil des Arbeitssicherheitskonzepts. Betriebliches Vorschlagswesen |Die Anzahl der bei Südzucker AG, CropEnergies AG und BENEO-Palatinit GmbH eingereichten Verbesserungsvorschläge ist angestiegen und zeigt die Motivation der Mitarbeiter, Arbeitsabläufe laufend zu optimieren, aber auch die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz weiter zu verbessern. Dank des Vorstands |Die Herausforderungen an ein weltweit in sehr unterschiedlichen Bereichen tätiges Unternehmen sind vielfältig und anspruchsvoll. So fordert z. B. eine so lange Kampagne, wie wir sie im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten, von allen Mitarbeitern über einen langen Zeitraum ein weit überdurchschnittliches Engagement. Wir können stolz darauf sein, dass wir Mitarbeiter haben, die diese Aufgaben einmal mehr sehr erfolgreich gelöst haben, was sich auch in einem glänzenden Jahresabschluss widerspiegelt. Der Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und ihre Leistungen sowie den Arbeitnehmervertretern für die von Vertrauen und einem positiven Grundkonsens getragene Zusammenarbeit. WertmanagementIm Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes. Zur Umsetzung einer solchen wertorientierten Unternehmensführung setzt Südzucker ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet darauf aufbauend zentral definierte Steuerungsgrößen an. Diese Steuerungsgrößen sind das operative Ergebnis und die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Operatives Ergebnis |Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um Sondereinflüsse bereinigt. Eine entsprechende Ableitung des operativen Ergebnisses je Segment kann der Segmentberichterstattung im Anhang entnommen werden. Rendite auf das eingesetzte Kapital |Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - kurz ROCE) entspricht dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Das Capital Employed umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Eine detaillierte Herleitung des Capital Employed kann ebenfalls der Segmentberichterstattung im Anhang entnommen werden. Im Rahmen unseres Wertmanagements streben wir in jedem Segment an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) eine Prämie über unsere Kapitalkosten hinaus zu erzielen und hierdurch einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Kapitalkosten |Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die Eigenkapitalkosten entsprechen der über eine Anlage höchster Bonitätseinstufung hinausgehenden unternehmensspezifischen Renditeerwartung des Kapitalmarkts bei einer Investition in die Südzucker-Aktie. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den langfristigen Finanzierungskonditionen im Südzucker-Konzern und berücksichtigen die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen (Tax Shield). Insgesamt ergeben sich für 2011/12 Kapitalkosten für den Südzucker-Konzern von rund 8,6 (8,0) % vor Steuern und entsprechende Kapitalkosten nach Steuern von 6,4 (6,0) %. FinanzmanagementFinanzstrategie |Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Das Fundament der Finanzierung bildet das Investment-Grade-Rating, das den Zugang zu den Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sicherstellt. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz zeitnaher finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Reporting- als auch die Unternehmensplanungsprozesse bestimmt. Südzucker hat durch einen verlässlichen Zugang zum Kapitalmarkt bei Investitionsentscheidungen Finanzierungsvorteile gegenüber Wettbewerbern. Gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung gegenüber unseren Kapitalgebern bewusst. Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Finanzinstrumenten: Hybrid-Eigenkapital, Wandelanleihen, Anleihen, Commercial-Paper-Programme, Schuldscheindarlehen und syndizierte bzw. bilaterale Bankkreditlinien. Diese Instrumente werden in der Regel durch die niederländische Finanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V. unter Garantie der Südzucker AG bereitgestellt und konzernweit verwendet. Die Finanzierung von Akquisitionen und Investitionen wird unter Berücksichtigung der für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Relationen vorgenommen. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms mit einem Volumen von 600 Mio. € bzw. einer syndizierten Kreditlinie von 600 Mio. €, die in 2011 für weitere fünf Jahre erneuert wurde, gewährleistet. Daneben stehen der Unternehmensgruppe bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Südzucker verfolgt eine konservative Finanzierungspolitik, die auf eine Absicherung von Rentabilität, Liquidität und Stabilität des Unternehmens abzielt und durch konsequentes Finanzmanagement (Cash- und Liquiditätsmanagement) sowie ein integriertes Risikomanagement flankiert wird. Die Grundsätze unserer Finanzierungspolitik lauten wie folgt:
Kapitalstruktur und Verschuldung |Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an den für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die wesentlichen von Südzucker verwendeten Kenngrößen zur Steuerung der Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). In den Jahren bis 2009 waren umfangreiche außerordentliche Finanzierungserfordernisse im Zuge der Reform des europäischen Zuckermarkts eingetreten (u. a. Entrichtung von Restrukturierungsabgaben in Höhe von rund 1,5 Mrd. €). In deren Folge stieg der Verschuldungsfaktor auf 3,2 zum 28. Februar 2009. Seither konnte die Verschuldung kontinuierlich reduziert werden. Der Verschuldungsfaktor zum 29. Februar 2012 beträgt 1,0. scroll
Dividende |Südzucker verfolgt seit Jahren eine der Ergebnis- und Verschuldungssituation des Konzerns angepasste Dividendenpolitik, die auf Kontinuität ausgerichtet ist. Ausschüttungen orientieren sich in erster Linie an der nachhaltigen operativen Ergebnisentwicklung des Konzerns. Dem trägt der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2011/12 von 0,70 €/Aktie Rechnung. Die Dividende je Aktie in Relation zu wesentlichen Ertragskennzahlen hat sich wie folgt entwickelt: scroll
Erklärung zur UnternehmensführungIm Folgenden wird gemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens berichtet. Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate-Governance-Bericht sind auf der Südzucker-Internetseite veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/Corporate-Governance-Bericht_Erklaerung_ zur_Unternehmensfuehrung/). Corporate-Governance-BerichtCorporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Mit Veröffentlichung dieses Corporate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt den gesetzlichen Vorschriften und den 2010 novellierten Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex Rechnung. Bei Südzucker ist eine wirkungsvolle Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren gelebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ausgerichtet und ist bedeutsame Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Nach Ansicht von Südzucker ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 26. Mai 2010 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde - wie in den Vorjahren - auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate-Governance-Grundsätze verzichtet. Den Empfehlungen des Kodex wird mit den in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahmen gefolgt. Entsprechenserklärung 2011 |Die gemeinsame Entsprechenserklärung 2011 von Vorstand und Aufsichtsrat ist -ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre - auf der Südzucker-Internetseite veröffentlicht (www.suedzu-cker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/Ent-sprechenserklaerung/) und hat folgenden Wortlaut: "Vorstand und Aufsichtsrat haben am 22. November 2011 den Beschluss gefasst, folgende Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abzugeben: Den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Kodex-Fassung vom 26. Mai 2010 entspricht die Südzucker AG Mannheim/ Ochsenfurt (auch zukünftig) mit folgenden Ausnahmen: Ziffer 2.3.3 - Briefwahl HauptversammlungIn der Satzung der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt ist von der Möglichkeit, die Briefwahl in der Hauptversammlung zu gestatten, bislang kein Gebrauch gemacht. Der Empfehlung, die Aktionäre bei der Briefwahl zu unterstützen, kann deshalb nicht gefolgt werden. Ziffer 4.2.3 - Abfindungs-Cap in VorstandsverträgenDie Vorstandsverträge enthalten keinen Abfindungs-Cap. Wir sehen dafür auch in Zukunft keine Notwendigkeit, zumal gegen solche Vertragsklauseln erhebliche rechtliche Bedenken bestehen. Ziffer 4.2.4 - Individualisierte VorstandsvergütungDie Hauptversammlung der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt hat zuletzt am 20. Juli 2010 beschlossen, auf die individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren zu verzichten. Ziffer 5.3.3 - Nominierungsausschuss des AufsichtsratsFür die Einrichtung eines zusätzlichen Nominierungsausschusses, der die Kandidatenvorschläge des Aufsichtsrats vorbereiten soll, sehen wir keine Notwendigkeit. Es ist sachgerechter, dass - wie bisher - alle Aufsichtsratsmitglieder die Möglichkeit haben, gleichrangig an der Findung der Kandidaten für den Aufsichtsrat mitzuwirken. Ziffer 5.4.1 - Diversity-Ziele für Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat strebt eine hinreichende Vielfalt in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Der Aufsichtsrat wird aber weiterhin die Entscheidung hinsichtlich seiner Zusammensetzung prioritär nicht am jeweiligen Geschlecht, sondern an der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen ausrichten. Ziffer 5.4.6 - Individualisierte AufsichtsratsvergütungWir weisen die Aufsichtsratsvergütung aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogenen Komponenten aus. Ein Aktienoptionsprogramm existiert bei der Südzucker AG Mann-heim/Ochsenfurt nicht. Der Empfehlung des Kodex, die Aufsichtsratsbezüge individualisiert auszuweisen, folgen wir nicht. Unseres Erachtens stehen die damit verbundenen Eingriffe in die Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen einer solchen Praxis. Dementsprechend enthält der Corporate-Governance-Bericht auch keine individualisierte Darstellung der Aufsichtsratsbezüge." Vergütungsbericht |Das Vergütungssystem des Vorstands der Südzucker AG beinhaltet ein festes Jahresgehalt, variable Vergütungen, eine betriebliche Altersversorgung, bemessen nach einem Anteil der jährlichen Festvergütung, sowie Sachbezüge. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile und vergleichbare langfristige Vergütungskomponenten sind nicht vorgesehen. Die Vergütung des Vorstands wird seit Inkrafttreten des VorstAG (Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung) durch das Plenum des Aufsichtsrats - nach Vorbereitung durch das Präsidium - festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der durch das VorstAG geänderte § 87 Abs. 1 AktG sieht vor, dass die Vergütungsstruktur bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist; variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Die Neuregelung des variablen Teils der Vorstandsvergütung ist erfolgt. Der vom VorstAG geforderten Mehrjährigkeit wird dadurch Rechnung getragen, dass die durchschnittliche Dividende von drei vorangegangenen Geschäftsjahren - sukzessive beginnend mit der Dividende 2011/12 - zugrunde gelegt wird. Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2011/12 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand belaufen sich auf 3,2 (2,6) Mio. €. Die variable Vergütung beträgt 49 (43) % der Barbezüge; sie ist von der durch die Hauptversammlung 2012 noch zu beschließenden Dividende abhängig. Die dem Vorstand von Tochterunternehmen gewährten Bezüge betragen 1,5 (1,3) Mio. €. Die Altersversorgung des Vorstands bemisst sich nach einem Anteil an der Festvergütung. Für die Vorstandsmitglieder wurden 2,6 (2,4) Mio. € der Pensionsrückstellung zugeführt. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG festgelegt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 1.000 € sowie eine variable Vergütung von 1.000 € für je angefangene 0,01 € ausgeschüttete Dividende auf die Stammaktie, die 0,04 € übersteigt. Der Vorsitzende erhält das Doppelte, dessen Stellvertreter und die Vorsitzenden von Ausschüssen des Aufsichtsrats das 1,5-Fache dieser Vergütung. Ausschussmitglieder erhalten das 1,25-Fache der regulären Vergütung; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat. Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG belief sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 1,9 (1,6) Mio. €; davon wurden Vergütungen in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € von Tochterunternehmen gewährt. Die Südzucker AG verzichtet - wie in der Entsprechenserklärung näher dargestellt - auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, da diese Beeinträchtigung der Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung |Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). Der durch das VorstAG geänderte § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des 1,5-Fachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der Deutsche Corporate Governance Kodex folgt dem als Empfehlung bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder. Südzucker hat den Selbstbehalt der Vorstandsmitglieder fristgerecht an die neue gesetzliche Regelung angepasst. Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat; meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß § 15a WpHG |Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG, die 1 % des Grundkapitals oder mehr repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Südzucker wurden im Geschäftsjahr 2011/12 durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt. Grundsätze zur Unternehmensführung, Nachhaltigkeit und Umwelt, Compuance-UnternehmensgrundsätzeNachhaltigkeit und Umwelt |Südzucker ist seit Unternehmensgründung im 19. Jahrhundert ein der Landwirtschaft und damit der Natur stark verbundenes Unternehmen. Kernkompetenz ist seit jeher die Veredelung agrarischer Rohstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten für Ernährungsindustrie, Endverbraucher und industrielle Anwendungen. Daher ist Nachhaltigkeit traditionell ein wichtiger Baustein für den langfristigen Unternehmenserfolg und Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Südzucker-Gruppe zielt auf ein Gleichgewicht von Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, d. h., wir arbeiten - entlang der gesamten Wertschöpfungskette -, angefangen bei der landwirtschaftlichen Rohstoffbeschaffung über die industrielle Verarbeitung bis zur Auslieferung an unsere Kunden, an einer laufenden Optimierung des Energie- und Rohstoffeinsatzes sowie der möglichst vollständigen Nutzung sämtlicher Rohstoffbestandteile. Ressourcenschonender Umgang mit der Natur und Qualitätsführerschaft beginnen bei der sorgfältigen Auswahl der agrarischen Rohstoffe, wie z. B. Zuckerrüben, Getreide, Chicoree und Früchte. Südzucker stellt hohe Qualitätsanforderungen an die Rohstofflieferanten und berät diese u. a. bei der Optimierung von Anbau- und Erntemethoden. Die verwendeten agrarischen Rohstoffe entstammen überwiegend europäischer Produktion und erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung beispielsweise in der EU zwingend geltenden Grundsätze der Cross Compliance. Diese Grundsätze beinhalten Umweltschutzauflagen für die Landwirtschaft, die einen nachhaltigen Anbau von agrarischen Rohstoffen gewährleisten. Spezifische Nachhaltigkeitsanforderungen für Biokraftstoffe stellen zudem sicher, dass der Anbau der Biomasse für die Bioenergiegewinnung nicht auf schützenswerten Flächen oder zu Lasten der biologischen Vielfalt erfolgt. Nachhaltigkeit und Qualitätsführerschaft verwirklicht Südzucker auch bei der Verarbeitung der agrarischen Rohstoffe zu Zucker, Functional Food Ingredients, Bioethanol, Stärke- und Fruchtprodukten über ein effizientes Qualitätsmanagement und den Einsatz moderner Produktionstechnologien. Während des Erzeugungsprozesses achten wir darauf, dass auch Rohstoffbestandteile, die nicht für die Erzeugung des Hauptprodukts verwendet werden, zu Nebenprodukten weiterverarbeitet werden. So stellen wir z. B. Nebenprodukte der Zuckererzeugung wie Melasse und Zuckerrübenschnitzel dem Wirtschaftskreislauf in Form von hochwertigen Futtermitteln zur Verfügung. Bei der Produktion zeichnet sich Südzucker durch effiziente Produktionsprozesse und moderne Energiezentralen aus. Kraft-Wärme-Kopplung und mehrfache Energienutzung führen zu einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz. In der Bioethanolanlage im belgischen Wanze wird darüber hinaus in einem weltweit bislang einzigartigen Biomassekraftwerk der Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie durch Nutzung der Schalen des angelieferten Weizenkorns erzeugt. Auch bei der Logistik stellt sich Südzucker der Verantwortung gegenüber der Umwelt. Anbau- und Produktionsentscheidungen werden bereits so getroffen, dass z. B. im Verbund der Zuckerfabriken möglichst kurze Transportwege anfallen. Qualität und Sicherheit der Südzucker-Produkte werden durch hohe technische Standards gewährleistet, flankiert durch Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement (ISO 9001: 2008, ISO 22000: 2005, GFSI-äquivalente Standards, GMP+ International, Qualität & Sicherheit). Eine nachhaltige Unternehmenspolitik lässt sich nur auf der Grundlage langfristigen ökonomischen Erfolgs verwirklichen. Daher verfolgt Südzucker eine Strategie des wertorientierten, profitablen Wachstums, um auch in Zukunft die Finanzierung von Investitions- und Forschungsprojekten zu sichern, die zur Herstellung qualitativ hochwertiger und sicherer Produkte unabdingbar sind. Die Nachhaltigkeitsstrategie kann schließlich nur durch die Übernahme sozialer Verantwortung verwirklicht werden. Verankert ist die soziale Verantwortung u. a. in einem Verhaltenskodex zur Corporate Social Responsibility, den Südzucker sich in diesem Jahr gegeben hat. Er basiert auf einer entsprechenden Vereinbarung der europäischen Zuckerindustrie, die sich grundsätzlich zu Themen wie Menschenrechte, Ausbildung und Schulung, Gesundheit und Sicherheit, Bezahlung und Arbeitsbedingungen und dem Verhältnis zwischen den Sozialpartnern positioniert. Compliance |Compliance - also gesetzestreues Verhalten -ist für Südzucker ein selbstverständlicher Standard guter Unternehmensführung. Das Compliance-Programm der Südzucker soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden. Für Südzucker ist es dabei selbstverständlich, dass alle Maßnahmen im Einklang mit den Bestimmungen des Mitarbeiterdatenschutzes stehen. Schwerpunkte der - mit länder- und gesellschaftsspezifischen Anpassungen - konzernweit geltenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind die Compliance im Kartellrecht, die Korruptionsprävention, der Datenschutz, der Umweltschutz und die Kapitalmarkt-Compliance (insbesondere Insiderrecht und Ad-hoc-Publizität). Im Rahmen des Compliance-Programms wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt und die verschiedenen compliancerelevanten Bereiche und Aufgabenfelder verbunden. Der Vorstand erstattet regelmäßig über Compliance-Themen Bericht an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Südzucker AG. Compliance-Unternehmensgrundsätze |Südzucker will im Wettbewerb durch Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Fairness erfolgreich sein. Dabei müssen unternehmensspezifische und gesetzliche Regeln eingehalten werden. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze dienen hierfür als Grundlage. Sie stellen Schwerpunkte heraus, die in der Praxis besondere Bedeutung haben. Südzucker wendet das geltende Recht an und erwartet das Gleiche von ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Die Unternehmensgrundsätze benennen Schwerpunkte von besonderer Praxisrelevanz: ■ Fairness im WettbewerbSüdzucker bekennt sich ohne Einschränkung zum Wettbewerb mit fairen Mitteln und insbesondere zur strikten Einhaltung des Kartellrechts. ■ Integrität im GeschäftsverkehrKorruption wird nicht geduldet. Geschenke und Einladungen von Lieferanten oder Dienstleistungsunternehmen haben stets in einem angemessenen Verhältnis zur Geschäftsverbindung zu stehen. Solche Vergünstigungen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung des jeweiligen Vorgesetzten. Dies gilt für alle in verschiedenen Beschaffungsprozessen handelnden Beschäftigten. Die gleichen Grundsätze gelten in umgekehrter Form für die Mitarbeiter, die in den verschiedenen Verkaufsbereichen tätig sind, im Verhältnis zu unseren Kunden. ■ Prinzip der NachhaltigkeitSüdzucker ist sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Umwelt sowie der Gesundheit und Sicherheit der Menschen im und außerhalb des Unternehmens bewusst. ■ Einhaltung der Rechtsvorschriften für die Lebensmittel- und AgrarindustrieAlle für die Lebensmittel- und Agrarindustrie einschlägigen nationalen, europäischen und internationalen Bestimmungen, insbesondere des Lebensmittel- und Agrarrechts sind strikt zu befolgen. ■ Wahrung der Chancengleichheit im WertpapierhandelJeder Mitarbeiter ist verpflichtet, unternehmensinterne Informationen, die börsenkursrelevant sein können, vertraulich zu behandeln. ■ Ordnungsgemäße BelegführungIm Rahmen eines internen Kontrollsystems sind Geschäftsprozesse angemessen zu dokumentieren. Durch Kontrollen muss die vollständige und korrekte Erfassung der rechnungslegungsrelevanten Informationen sichergestellt werden. ■ Ordnungsgemäße und transparente FinanzberichterstattungSüdzucker bekennt sich unter Anwendung der internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu einer offenen und transparenten Finanzberichterstattung, die eine Gleichbehandlung aller Interessensgruppen gewährleistet. ■ Faire und respektvolle ArbeitsbedingungenVon jedem Mitarbeiter wird ein freundlicher, sachbetonter, fairer und respektvoller Umgang mit Kollegen und Dritten erwartet. Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art werden nicht geduldet. ■ Schutz unseres Wissensvorsprungs und Respektieren der Schutzrechte DritterBetriebsgeheimnisse dürfen nicht an Dritte weitergegeben oder gar öffentlich gemacht werden. Ebenso sind die erteilten Schutzrechte Dritter zu respektieren. ■ Trennung von Unternehmens- und PrivatinteressenAlle Mitarbeiter müssen stets ihre privaten Interessen und die des Unternehmens trennen. Auch bei Personalentscheidungen oder Geschäftsbeziehungen zu Dritten zählen nur sachliche Kriterien. ■ Kooperativer Umgang mit BehördenSüdzucker ist bestrebt, mit allen zuständigen Behörden ein offenes und kooperatives Verhältnis zu pflegen. Informationen sollen vollständig, richtig, rechtzeitig und verständlich zur Verfügung gestellt werden. Die Umsetzung der vorstehenden Compliance-Unternehmensgrundsätze erfolgt unter Berücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten. Den Mitarbeitern wird die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen sowie Beratung angeboten, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Regeln sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Der Compliance Officer und die Compliance-Beauftragten innerhalb der Südzucker-Konzernfunktionen gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen der Compliance-Unternehmensgrundsätze unverzüglich mitzuteilen. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratAllgemeines |Die Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die beide mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Vorstand |Der Vorstand der Südzucker AG besteht derzeit aus fünf Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Geschäftsverteilung des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand vom 30. Januar 2003 mit dem aktuellen Organigramm vom 1. November 2011 geregelt. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Österreich, besteht eine Vorstandsverschränkung. Der Vorsitzende des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG Johann Marihart ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und der Finanzvorstand der Südzucker AG Thomas Kölbl ist zugleich Mitglied des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind jeweils Mitglied oder Vorsitzender in den Aufsichtsgremien der wesentlichen Tochtergesellschaften der Südzucker-Gruppe. Aufsichtsrat |Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen - beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand ebenso wie die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 26. November 2009 in Kraft. Zur Vorbereitung der Sitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt. Zusammensetzung des Aufsichtsrats |Dem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung zwanzig Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Anteilseignern und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die Amtsperioden sind identisch. Entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Vertreter der Aktionäre bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 24. Juli 2007 einzeln gewählt. Im Geschäftsjahr 2011/12 hat es einen personellen Wechsel im Aufsichtsrat gegeben: Der Anteilseignervertreter und Vorsitzende des Prüfungsausschusses Ludwig Eidmann legte sein Amt aus Altersgründen zum Ende der Hauptversammlung 2011 nieder; Herr Ralf Hentzschel wurde von der Hauptversammlung 2011 als sein Nachfolger in den Aufsichtsrat gewählt. Bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird auf die zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen geachtet, ebenso wie auf die Vielfalt in der Zusammensetzung (Diversity). Der Financial Expert im Aufsichtsrat und im Prüfungsausschuss ist Herr Erwin Hameseder. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind nicht im Aufsichtsrat vertreten. Dem Gremium gehört eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand stehen. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit der ordentlichen Hauptversammlung 2012. Diversity-Ziele |Dem Aufsichtsrat gehören derzeit mindestens zwei unabhängige Mitglieder ("Unabhängige" sind i. S. v. Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex Personen, die in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand stehen, die einen Interessenkonflikt begründet) sowie mindestens zwei Mitglieder, die besonders das Kriterium "Internationalität" verkörpern, an. Im Gegensatz zu früheren Jahren gehören dem Aufsichtsrat aktuell keine Frauen an. Für seine zukünftige Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 22. November 2011 - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Diversity-Zielen:
Der Aufsichtsrat strebt eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Er hat insoweit kein konkretes Ziel festgelegt, da er seine Entscheidung prioritär nicht am jeweiligen Geschlecht, sondern an der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen ausrichtet. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht vor, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht länger im Amt bleiben sollen als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem sie das 70. Lebensjahr vollenden. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung weiterhin die Kandidaten vorschlagen, die er als am besten geeignet für das Aufsichtsratsamt hält, wobei die vorstehenden Diversity-Ziele berücksichtigt werden. Ausschüsse des Aufsichtsrats |Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem landwirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialausschuss und dem Vermittlungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mitgliedern und die übrigen Ausschüsse jeweils aus sechs Mitgliedern; sie sind paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat, für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung vom 19. Mai 2003. Aktionäre und Hauptversammlung |Die Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Südzucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben beziehungsweise auch die Stimmrechtsvertreter der Südzucker AG per Internet zu beauftragen. Hauptversammlung 2012 |Die Einladung zur Hauptversammlung, die für den 19. Juli 2012 anberaumt ist, sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ Hauptversammlung/) zur Verfügung gestellt. Risikomanagement |Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Dem Vorstand der Südzucker AG und dem Management im Südzucker-Konzern stehen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und der internen Revision. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen- und Risikobericht dargestellt. Rechnungslegung und Abschlussprüfung |Die Südzucker AG stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Jahresabschluss der Südzucker AG wird nach deutschem Handelsrecht (HGB) aufgestellt. Der Jahres- und der Konzernabschluss der Südzucker AG werden vom Vorstand aufgestellt und von dem Abschlussprüfer, dem Prüfungsausschuss sowie dem Aufsichtsrat geprüft. Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss fest und billigt den Konzernabschluss. Die Zwischenberichte sowie der Halbjahresfinanzbericht werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert und anschließend vom Vorstand wenige Tage vor der Veröffentlichung freigegeben; die Freigabe durch den Vorstand beendet den Aufstellungszeitraum für die jeweilige Zwischenberichtsperiode. Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss der Südzucker AG wurden von dem durch die Hauptversammlung 2011 gewählten Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Die Prüfung erfolgte nach den International Standards on Auditing (den Konzernabschluss betreffend), den deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung; sie umfasste auch das Risikofrüherkennungssystem. Der Aufsichtsrat hat im Rahmen des Auftrags mit dem Abschlussprüfer vereinbart, dass dieser den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung unterrichtet. Hierzu gab es im Rahmen der Prüfungen für das Geschäftsjahr 2011/12 keinen Anlass. Kapitalmarkt und Transparenz |Südzucker setzt die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit unverzüglich, regelmäßig und zeitgleich über die wirtschaftliche Lage des Konzerns und neue Tatsachen in Kenntnis. Der Geschäftsbericht, der Halbjahresfinanzbericht sowie die Zwischenberichte zu den Quartalen werden im Rahmen der dafür vorgegebenen Fristen veröffentlicht. Anlässlich der Quartalsberichterstattung finden Telefonkonferenzen mit Investoren und Analysten statt. Allen Anlegern steht zeitnah eine Audio-Aufzeichnung dieser Telefonkonferenzen (einschließlich der zugehörigen Präsentationen) auf der Südzucker-Internetseite www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ zur Verfügung. Über aktuelle Ereignisse und neue Entwicklungen informieren Presse- und kapitalmarktrechtliche Meldungen und gegebenenfalls Ad-hoc-Mitteilungen. Alle Informationen stehen zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden in gedruckter Form sowie über geeignete elektronische Medien wie E-Mail und Internet publiziert. Die Internetseite www.suedzucker. de bietet darüber hinaus umfangreiche Informationen zum Südzucker-Konzern und zur Südzucker-Aktie. Finanzkalender |Die geplanten Termine der wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffentlichungen - wie Hauptversammlung, Geschäftsbericht und Zwischenberichte - sind in einem Finanzkalender zusammengestellt. Der Kalender wird mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf veröffentlicht und auf der Internetseite der Südzucker AG dauerhaft zur Verfügung gestellt. Er ist auch auf der Umschlagseite dieses Geschäftsberichts abgedruckt. Angaben zu Aktienkapital und Übernahmehindernissen gemäss § 315 ABS. 4 HGBZum 29. Februar 2012 beträgt das gezeichnete Kapital rund 189,4 Mio. € und ist in 189.353.608 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt. Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag 400.020 Stück eigene Aktien. Zum Tage der Hauptversammlung gehaltene eigene Aktien sind nicht stimm- und dividendenberechtigt. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Vertragliche Beschränkungen in Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung der Aktien sind uns nicht bekannt. Folgende Beteiligungen am Kapital der Südzucker AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns mitgeteilt worden: Für die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt, errechnet sich aus deren Eigenbesitz und den treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien eine Mehrheitsbeteiligung von rund 56 % des gezeichneten Kapitals. Von der Zucker Invest GmbH, Tulln/Österreich, werden weitere rund 10 % des gezeichneten Kapitals gehalten. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG beteiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterliegen. Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84 und 85 AktG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt in der aktuellen Fassung vom 20. Juli 2010 (www.suedzucker. de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/Satzung/) bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen. Für Satzungsänderungen gilt § 179 AktG. Die Hauptversammlung vom 29. Juli 2008 hatte das Grundkapital weiter um bis zu 15 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 15 Mio. neuen Aktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II). Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die bedingte Kapitalerhöhung insoweit durchzuführen, wie es zur Bedienung der Wandlungs- bzw. Optionsrechte aus Genussscheinen bzw. Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die bis zum 28. Juli 2013 ausgegeben werden können, notwendig ist. Auf dieser Grundlage wurde am 30. Juni 2009 über die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/ Niederlande, eine Wandelschuldverschreibung im Nennbetrag von 283,45 Mio. € und mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2016 begeben. Bislang wurden keine Wandlungsrechte geltend gemacht. Die Hauptversammlung vom 21. Juli 2009 hatte ein genehmigtes Kapital in Höhe von 15 Mio. € (Genehmigtes Kapital 2009) geschaffen, um den Handlungsspielraum der Gesellschaft bezüglich etwaiger Kapitalerhöhungen zu erweitern. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis 30. Juni 2014 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2009 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 20. Juli 2010 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis 19. Juli 2015 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde zum Bilanzstichtag im Umfange von 400.020 Stück Gebrauch gemacht. Für die Wandelanleihe, die Südzucker am 30. Juni 2009 mit einem Nominalvolumen von 283,45 Mio. € begeben hat und die am 30. Juni 2016 fällig wird, sind unter § 16 der Anleihebedingungen Regelungen getroffen, die für den Fall eines Kontrollwechsels eine vorzeitige Rückzahlung nach Wahl der Anleihegläubiger bzw. eine Anpassung des Wandlungspreises nach Kontrollwechsel vorsehen. Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstandes oder von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels bestehen nicht. Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht im Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung", der Bestandteil des Lageberichts ist, dargelegt. RisikoberichtRisikomanagementsystemDie Geschäftspolitik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. In allen Geschäftsfeldern können Risiken sowohl durch eigenes unternehmerisches Handeln als auch durch externe Faktoren bedingt sein. Um Risiken zu erkennen und aktiv zu steuern, sind konzernweit Risikomanagementsysteme eingerichtet. Risikopolitik |Südzucker begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Dieser Anspruch zeigt sich auch in der Nutzung von Chancen, die der Sicherung und dem Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit dienen. Südzucker setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. Risikomanagement |Das Risikomanagementsystem ist in das wertorientierte Führungs- und Planungssystem der Südzucker-Gruppe eingebettet. Das Risikomanagement hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie der Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Die Divisionen und Konzernfunktionen ergreifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absicherung von Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehört ein Überwachungssystem, das die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellt. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen. So bestehen währungsbedingte Risiken aus Absatz- und Beschaffungsvorgängen sowie konzerninternen Finanzierungen, denen wir im Rahmen unseres Währungsmanagements durch Sicherungsgeschäfte entgegenwirken. Weitere Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen sowie Zinsrisiken werden ebenfalls durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zulässigen Instrumente hat der Vorstand in einer Risikomanagementrichtlinie vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Die Sicherungsinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken eingesetzt. Die Finanzgeschäfte werden nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen. Die Einhaltung von geltendem Recht, Unternehmensrichtlinien und vom Unternehmen anerkannten regulatorischen Standards ist integrierter Bestandteil der Unternehmenskultur und damit Aufgabe und Verpflichtung eines jeden Mitarbeiters. Zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens haben wir ein konzernweites Compliance-Programm etabliert. Die Risikoeinschätzung erfolgt sowohl für einen kurzfristigen wie auch für einen mittelfristigen Betrachtungszeitraum. Dabei wird die Entwicklung der Risikoparameter im Vergleich zum Vorjahr und zu vorherigen Planungen bewertet. Der aktuellen Marktentwicklung folgend werden Risikoszenarien in Bezug auf die Planung bzw. den aktuellen Forecast bewertet. Die Risikobewertung erfolgt durch Ermittlung der Auswirkungen auf das operative Ergebnis bzw. das Finanzergebnis. Risikofrüherkennungssystem |Der Vorstand hat konzernweit die Verantwortung der Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Er wird dabei vom Risikomanagementausschuss unterstützt. Das Risikomanagementsystem der Divisionen liegt in der Verantwortung der Leiter der Divisionen; dabei erfolgen Vorgaben von den Zentralabteilungen mit Konzernfunktionen. Südzucker hat ein Überwachungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG eingerichtet, um Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, und auch sonstige Risiken frühzeitig zu erkennen, zu steuern und zu überwachen. Der externe Konzernabschlussprüfer beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das von der Südzucker-Gruppe an Veränderungen des rechtlichen und wirtschaftlichen Umfelds angepasst wird. Risikokommunikation |Unabdingbar für das Funktionieren eines Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher ist das Management verpflichtet, eine offene und schnelle Kommunikation von Risiken sicherzustellen. Die Mitarbeiter sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Regelmäßiges Reporting und regelmäßige Dokumentation der operativen und strategischen Risiken erfolgen im Rahmen des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. In regelmäßigen Durchsprachen der Ergebnisentwicklung und Planungen zwischen Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleistet. Für dabei identifizierte operative oder strategische Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen analysiert und initiiert. Neben den Geschäftsbereichen tragen die Konzernfunktionen regelmäßig aktuelle Entwicklungen ihrer Verantwortungsbereiche den Ressortvorständen vor. Interne Revision |Die interne Konzernrevision versieht ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie den Beteiligungsgesellschaften. Sie ist dem Sprecher des Vorstands direkt zugeordnet, prüft und bewertet die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsabläufe sowie als Hauptaufgabe die Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme und des Risikomanagementsystems. RisikenRegulatorische RisikenWie in den jeweiligen Abschnitten "Wirtschaftliches Umfeld, Rahmenbedingungen" des Lageberichts zu den Segmenten erläutert, ist die Geschäftstätigkeit sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Daraus können zusätzliche Chancen erwachsen, z. B. wenn die Ausfuhren von Zucker angehoben oder bei Bioethanol die nationalen bzw. europäischen Beimischungsquoten erhöht werden. Ebenso können Änderungen dieser Rahmenbedingungen Risiken mit sich bringen, wenn beispielsweise die EU im Rahmen neuer bilateraler Freihandelsabkommen zusätzliche zollfreie Einfuhrkontingente für Zucker zugesteht oder bei Bioethanol die Beimischungsziele auf europäischer Ebene reduziert werden sollten. Mögliche Änderungen internationaler und nationaler Handelsabkommen oder der Argrarmarktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und mit ihren Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Südzucker-Gruppe im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Risiken aus dem operativen GeschäftVerfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen |Südzucker ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoffe Beschaffungsrisiken ausgesetzt, die ihre Ursache auch in Witterungseinflüssen haben können. Hierdurch können landwirtschaftliche Rohstoffe - trotz regionaler Streuung -unter Umständen nur in geringer Menge verfügbar sein. Auch können diese Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen, die nicht unmittelbar an den Markt weitergegeben werden können. Diese Risiken betreffen alle Segmente der Südzucker-Gruppe. Beschaffungsrisiken im Zuckersegment bestehen im Wettbewerb des Rübenanbaus mit den übrigen Feldfrüchten. Die Planung unserer Rübenanbauer ist darauf ausgerichtet, die ausgegebenen Lieferrechte für Quotenrüben und Ethanolrüben sicher zu erfüllen. Für die Rohzucker-Raffination in Frankreich, Rumänien und Bosnien-Herzegowina wird der Rohzuckerbedarf mengen- und preismäßig abgesichert. CropEnergies benötigt zur Herstellung von Bioethanol kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Zuckersirupe und Getreide. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten. Da Veränderungen beim Getreidepreis in der Regel mit einer gleichgerichteten Änderung der Preise für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel einhergehen, kann CropEnergies Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch Verkaufserlöse für eiweißhaltige Futtermittel wie Gluten, ProtiGrain® und ProtiWanze® kompensieren ("natural hedge"). Das Rohstoffrisiko der Bioethanolerzeugung reduziert sich durch diese Kuppelprodukterlöse. Zur Risikoeinschätzung nimmt CropEnergies eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten und Kuppelprodukterlösen vor ("Nettorohstoffkosten"). Neben der Möglichkeit von Kuppelprodukterlösen kann CropEnergies die Auswirkungen eines möglichen Anstiegs der Getreidepreise auf die Rohstoffkosten durch eine vorausschauende Einkaufspolitik und die Nutzung von Zuckersirupen reduzieren. Dabei verfolgt CropEnergies das Ziel, die für eingegangene Lieferverpflichtungen notwendigen Rohstoffmengen zeitnah zu sichern. Dies gilt auch für den Einkauf und die Weiterverarbeitung von Rohalkohol. Auch in Zukunft verfolgt CropEnergies die Geschäftspolitik, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können. Die deutsche Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse seit dem 1. Januar 2011 an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Bioethanol aus den Anlagen in Zeitz und Wanze erfüllt alle Anforderungen der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung. Jedoch ist CropEnergies zur Herstellung nachhaltigen Bioethanols auf die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe angewiesen. Die Rohstoffkosten sind auch in der Stärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Höhere Rohstoffkosten können zu einem Teil kurzfristig an den Kunden weitergegeben werden. Auch hier ist es die Strategie, einen möglichst großen Teil des geplanten Bedarfs durch physische Lieferkontrakte abzudecken. Ungünstige Witterungsverhältnisse und Pflanzenkrankheiten können im Segment Frucht zu gravierenden Ernteausfällen führen und infolge dessen einen Anstieg der Rohstoffpreise bewirken. Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte ermöglichen es AGRANA, Engpässe in der Versorgung und Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenzuwirken. AGRANA hat im Segment Frucht eine zentrale Einkaufsorganisation aufgebaut, die die Rohstoffmärkte global analysiert und somit gezielt auf Rohstoffengpässe und Qualitätsunterschiede reagieren kann. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch kann gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden. Südzucker wirkt Energiepreisrisiken entgegen, indem die Produktionsanlagen darauf ausgerichtet sind, verschiedene Energieträger situationsgerecht, mit der Zielsetzung der Kostenoptimierung einsetzen zu können. Darüber hinaus werden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Für die in der Kampagne eingesetzten Energieträger erfolgen teilweise Mengen- und Preissicherungen. Im Rahmen des EU-Emissionshandels wurden der Südzucker-Gruppe in der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 Emissionszertifikate ausreichend zugeteilt. Der Prozess der Zuteilung von Emissionszertifikaten für die dritte Handelsperiode von 2013 bis 2020 ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. Derzeit erfüllt die Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Bioethanol nach aktuellen EU-Vorschriften die Kriterien von Carbon Leakage, wonach CO2 -Zertifikate in begrenztem Umfang kostenlos zugeteilt werden. Allerdings sollen die Carbon-Leakage-Kriterien in 2015 überprüft werden. Aus heutiger Sicht gehen wir ab 2013 insgesamt von einer Zuteilung aus, die den erwarteten Verbrauch nicht decken wird, was zu einem Anstieg der Produktionskosten führen wird. Absatzmärkte und Produktpreise |Die wichtigsten Absatzmärkte für Zucker, Functional Food, Tiefkühlprodukte, Bioethanol, Stärke und Frucht zeichnen sich durch eine vergleichsweise stabile Nachfrage aus. Hinweise auf mögliche Änderungen des Konsumentenverhaltens werden frühzeitig erfasst. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie durch strategische Neuausrichtung, Kosten- und Kapazitätsanpassungen. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet Südzucker durch fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft. Im Segment Zucker bestehen Absatzpreisrisiken in Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, auf dem Quoten- und Industriezuckermarkt in der EU sowie auf den Futtermittelmärkten. Ebenfalls unterliegen beispielsweise die Preise für Bioethanol in Europa verschiedenen Einflussfaktoren wie z. B. Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Soweit sich aus Lieferverträgen schwankende Bioethanolpreise ergeben können, setzt CropEnergies zur Absicherung der Preisänderungsrisiken in begrenztem Umfang derivative Absicherungen ein. Der Bau neuer Bioethanolanlagen und die Erweiterung bestehender Anlagen könnten jedoch in den kommenden Jahren zu einem signifikanten Anstieg der Produktionskapazitäten für Bioethanol in der EU führen. Dieser Zuwachs könnte einen verstärkten Wettbewerb unter den Bioethanolproduzenten auslösen. Darüber hinaus steht CropEnergies im Wettbewerb mit außereuropäischen Bioethanolproduzenten. Aufgrund der lokalen Produktionsbedingungen und den dort geltenden politischen Rahmenbedingungen können sich Wettbewerbsvorteile gegenüber europäischen Herstellern ergeben mit der Folge einer Zunahme von Importen und niedrigeren Preisen für Bioethanol in der EU. Produktqualität |Zu den Ansprüchen, die wir an uns selbst stellen, gehört es, Kunden mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, verfügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergriffen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risikominimierung. IT-Risiken |Die operative und strategische Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich abhängig von einer komplexen Informationstechnologie. Die Optimierung und Aufrechterhaltung der IT-Systeme wird sowohl durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten als auch durch entsprechende technische Maßnahmen sichergestellt. Vor diesem Hintergrund hat Südzucker Informationssysteme und Prozesse innerhalb der Südzucker-Gruppe weitreichend vereinheitlicht. Personalrisiken |Die Südzucker-Gruppe steht mit anderen Unternehmen in einem intensiven Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Um die Position von Südzucker im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu sichern, betonen wir im Rahmen unserer Personalmanagement-Aktivitäten die Attraktivität der Südzucker-Gruppe als Arbeitgeber und zielen darauf ab, Fach- und Führungskräfte langfristig an den Konzern zu binden. Neben attraktiven Sozial- und Vergütungssystemen setzen wir dabei auf breitgefächerte Perspektiven in der Südzucker-Gruppe wie Fort- und Weiterbildungsangebote, Trainee-Programme und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Konzerngesellschaften. Weitere operative Risiken |Aus weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik sowie Forschung und Entwicklung liegen können, kommen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft zu. Südzucker begegnet Risiken durch ständige Überwachung sowie kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse. Rechtliche RisikenEs sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten gegen die Südzucker AG und ihre Konzerngesellschaften anhängig. Für diese Verfahren werden Prozesskosten-Rückstellungen gebildet. Für die Prozessrisiken erfolgt eine Rückstellungsbildung, wenn die Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind. Der endgültige Ausgang einzelner Verfahren kann zwar einen Einfluss auf das Ergebnis in einer bestimmten Berichtsperiode haben, die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen haben aber keinen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Südzucker ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen abgeleitet. Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, hat das deutsche Bundeskartellamt im März 2009 ein Verfahren gegen die Südzucker AG und andere eingeleitet. Im Berichtsjahr und auch bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses kam es zu keiner Substantiierung der Vorwürfe durch die Behörde. Entsprechendes gilt für die in diesem Zusammenhang durch die Kartellbehörden in der Slowakei und in Ungarn eingeleiteten Verfahren gegen Tochtergesellschaften von AGRANA. Wie im Vorjahresbericht erläutert, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im September 2010 beim Kartellgericht Wien u. a. gegen AGRANA Zucker GmbH und Südzucker die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellgesetz. Es wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen im Bezug auf Österreich vorgeworfen. Die Beklagten halten die zugrunde liegende Beschuldigung weiterhin für unbegründet und sehen den Bußgeld-Antrag vom Oktober 2011 durch die vom Kartellgericht bisher durchgeführte Beweisaufnahme nicht bestätigt. Finanzwirtschaftliche RisikenSüdzucker unterliegt finanzwirtschaftlichen Risiken durch Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze. Die Währungs- und Zinsrisiken werden in begrenztem Umfang durch derivative Instrumente abgesichert. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb fest geregelter Limits und unterliegt einer ständigen Kontrolle. Weitere Informationen zum Einsatz derivativer Instrumente sind im Anhang zum Konzern-Jahresabschluss (31) "Derivative Instrumente" zu finden. LiquiditätsrisikenDie Liquidität der Südzucker-Gruppe wird täglich überwacht. Soweit es ökonomisch sinnvoll ist, bestehen nationale oder länderübergreifende Cashpools. Daneben werden Liquiditätsüberschüsse auch gruppenintern angelegt. Über die Begebung langfristiger Anleihen sowie die Nutzung von Bankkrediten stellen wir ein ausgewogenes Schuldenrückzahlungsprofil sicher und reduzieren Refinanzierungsrisiken. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung, die integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund des Commercial-Paper-Programms sowie von Banken verbindlich zugesagter Kreditlinien kann Südzucker kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen und die während der Zuckerkampagne bestehenden saisonalen Finanzierungserfordernisse jederzeit darstellen. Bonitäts- und AusfallrisikenSüdzucker tritt Ausfallrisiken für den Forderungsbestand entgegen, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden. Darüber hinaus wird das konzernweite Kreditmanagement weiter strikt umgesetzt. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt. Ausfallrisiken bestehen auch im Hinblick auf Finanzinstitute, mit denen wir Sicherungsgeschäfte abgeschlossen haben, bei denen Geldanlagen getätigt werden, Kreditlinien bestehen oder die Bürgschaften zugunsten von Südzucker stellen. Dieses Risiko hat sich aufgrund der Finanzkrise erhöht und wird dadurch limitiert, dass Finanzgeschäfte nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht. Ausführliche Informationen zu Kredit-, Liquiditäts-, Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken sind im Anhang zum Konzern-Jahresabschluss (34) "Risikomanagement in der Südzucker-Gruppe" zu finden. RatingDie Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzucker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings verpflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ratings könnten sich bei künftigen Finanzierungserfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. GesamtrisikopositionDie Gesamtrisikoposition des Konzerns ist bei weiterhin hoher Volatilität von Produkt- und Rohstoffpreisen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. ChancenberichtDurch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie hat der Südzucker-Konzern zugleich eine Vielzahl von Chancen. Südzucker ist Europas führender Zuckerhersteller und hat in den Segmenten Spezialitäten (Functional Food, Stärke, Tiefkühlprodukte und Portionsartikel), CropEnergies und Frucht (Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate) bedeutende Marktpositionen inne. Damit agiert die Südzucker-Gruppe inmitten der auch in Zukunft weltweit dynamisch wachsenden Märkte für Agrarrohstoffe sowie Lebens- und Futtermittel. Sowohl die steigende Nachfrage aus aufstrebenden Ländern wie China und Indien als auch das weltweit begrenzte Potenzial zur Steigerung der Agrarproduktion lassen ein positives globales Umfeld für das Unternehmen erwarten. Südzucker ist in Europa in vorteilhaften Naturräumen positioniert, dies ist im weltweiten Wettbewerb eine verlässliche Ausgangsbasis. Auch der überall erkennbare Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sollte insbesondere in Ländern mit steigenden Lebensstandards zu einer Erhöhung von Marktchancen der Produkte von Südzucker führen. Mit ihrer Infrastruktur zur Erzeugung und Vermarktung von Bioethanol in Europa ist die Gruppe hervorragend positioniert, um vom wachsenden europäischen Markt für Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu profitieren. Zucker |Südzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen eine gute Wettbewerbsposition; logistische Vorteile ergeben sich vor allem aus der Nähe zu den Industriezuckerkunden. Durch die Kooperation mit Mauritius vermarktet Südzucker exklusiv bis zu rund 400.000 t Weißzucker und Rohzucker jährlich aus dem AKP-Land in der EU. Die importierten Zuckermengen stärken die europäische Vertriebsplattform. Weitere Chancen können sich aus der Erzeugung von Industriezucker Non-Food und aus dem Zuckerexport außerhalb der EU ergeben. Beim weltweiten Zuckerverbrauch wird von einer Steigerung um rund 2,2 % pro Jahr von derzeit 164 Mio. t auf etwa 200 Mio. t für das Jahr 2020 gerechnet. Aufgrund der Finanzkrise fiel es in den vergangenen Jahren weltweit schwer, die notwendigen Investitionen in die Erweiterung von Anbauflächen und Zuckerproduktionsanlagen durchzuführen. Dies kann als Indikation für ein weiterhin positives Umfeld für den Weltmarktzuckerpreis interpretiert werden. Allerdings haben auch weitere Faktoren, insbesondere die klimatischen Bedingungen in den Hauptanbaugebieten von Zuckerrohr und -rüben, einen wesentlichen Einfluss. BENEO |Daneben besitzt Südzucker durch den Ausbau des Segments Spezialitäten eine gute Position auf mehreren Wachstumsmärkten. Ein wichtiger Baustein des Segments Spezialitäten ist die Division BENEO, die vom langfristigen Trend hin zu gesünderem Ernährungsverhalten profitiert. BENEO ist ein weltweit führender Anbieter von funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, Getränke und Tierfutter und mit ihrer Palatinit-Produktlinie der weltweit führende Hersteller von auf Zucker basierenden Zuckeraustauschstoffen. Zur Wahrnehmung von Wachstumschancen für den Konzern wird derzeit eine Ausweitung der Produktlinien für neue Anwendungen weiter vorangetrieben. Freiberger |Tiefkühlprodukte gehören in Europa zu den stetig wachsenden Segmenten der Nahrungsmittelbranche. Ein Ende dieses Trends zu Convenience Food ist nicht absehbar. Die im Bereich tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlter Pasta und Snacks tätige Freiberger-Gruppe nutzt ihre europaweit führende Position als Anbieter kundenindividueller Convenience-Produkte für die Eigenmarken internationaler Handelsunternehmen, um das hieraus resultierende Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Neben den Vertriebsaktivitäten auf dem europäischen und dem asiatischen Markt werden diese auf den nordamerikanischen Markt ausgeweitet. PortionPack Europe |Der europäische Marktführer gestaltet, produziert und vertreibt Portionsartikel. Das Produktsortiment umfasst schwerpunktmäßig den Food-Bereich, aber auch einige Non-Food-Artikel. Dabei liegen die Hauptmärkte insbesondere im Food-Service-Bereich wie Hotels, Gastronomie und Catering, die der jeweiligen Konjunkturlage besonders ausgesetzt sind. PortionPack festigt seine Position im europäischen Markt durch internes und externes Wachstum sowie kontinuierliche Produktinnovationen. Stärke |Die Division Stärke ist anerkannter Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Bauindustrie. Diese Nischenstrategie erlaubt eine Differenzierung vom Wettbewerb und eröffnet - unter Nutzung der konzerninternen Forschungsinfrastruktur -weiteres Wachstumspotenzial. Ein weiterer Fokus der Division Stärke liegt auf Bio-Stärke und GVO-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie. CropEnergies |Die Profitabilität wird maßgeblich von der Erlösentwicklung für Bioethanol und den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt. Chancen ergeben sich aus geringeren Getreidepreisen und/oder einem Preisanstieg von Bioethanol und den zu Lebens- und Futtermitteln veredelten Kuppelprodukten. CropEnergies kann sich der Volatilität der Getreidemärkte durch die Verwendung von Zuckersirupen als Rohstoff teilweise entziehen. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion. Versorgungssicherung mit Energieträgern, Klimaschutz und die Stärkung der regionalen Strukturen sind die Ziele der EU, die mit dem Ausbau des europäischen Bioethanolmarkts erreicht werden sollen. Hierfür wurden weitere Rahmenbedingungen geschaffen, die die verstärkte Nutzung von Bioethanol im Kraftstoffsektor fördern. Aus dem daraus resultierenden Marktwachstum können sich Chancen ergeben. CropEnergies hat durch den Kapazitätsausbau in Deutschland, Belgien und Frankreich und der Internationalisierung des Handels- und Logistiknetzwerks die Grundlage geschaffen, um vom künftigen Marktwachstum als einer der leistungsfähigsten europäischen Hersteller von Bioethanol zu profitieren. Frucht |Das AGRANA-Fruchtsegment ist Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie und größter Anbieter von Apfelsaftkonzentrat auf dem europäischen Markt. Wachstumschancen ergeben sich in Ländern mit steigenden Einkommen, wie MOEL, Russland, China und Brasilien. Auch der nordafrikanische Raum und der Mittlere Osten werden intensiver bearbeitet. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (§ 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)Organisation der Rechnungslegung |Die Erstellung des Konzernabschlusses der Südzucker-Gruppe erfolgt in einem mehrstufigen Prozess mithilfe eines gruppenweit einheitlichen IT-Konsolidierungssystems mit klar strukturierten Zugriffsberechtigungen. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten Abschlüsse vorkonsolidiert und an die zentrale Stelle bei der Südzucker AG übermittelt. Diese verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen, der Erstellung des Konzernlageberichts und -abschlusses auch den verbindlichen Konzernkontenrahmen und betreut die IT-Konsolidierungstools. Dem Prozess der Konzernabschlusserstellung liegen gruppenweit einheitliche Richtlinien, Prozesse und Termine zugrunde, die verbindliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften, Südzucker-spezifische Parameter sowie Anweisungen für die Abschlussarbeiten einschließlich konzerninterner Abstimmarbeiten beinhalten. Soweit Informationen mit Relevanz für die Rechnungslegung bzw. Abschlusserstellung nicht unmittelbar aus dem IT-Konsolidierungssystem entwickelt werden können, erfolgt die Abfrage der relevanten Angaben bei den einbezogenen Gesellschaften durch ein webbasiertes Erfassungstool. Daneben werden umfassende Daten zu allen Beteiligungen der Südzucker-Gruppe in einem Anteilsbesitz-Management-Informationssystem erfasst und laufend aktualisiert; mit diesem System wird die Anteilsbesitzliste generiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) stellen die einheitliche Bilanzierung und Bewertung der in den Südzucker-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Dabei kommen lediglich solche IFRS zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Aufstellung von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen wurden und im betreffenden Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren. Die Prozesse und Bilanzierungsvorschriften, die in den Ist-Abschlüssen Anwendung finden, werden vergleichbar bei der Erstellung von jährlich drei Forecasts, dem Budget sowie der 5-Jahres-Planung zugrunde gelegt. Die Erstellung des Jahresabschlusses der Südzucker AG erfolgt ebenfalls in einem mehrstufigen Prozess mithilfe eines ERP-Systems mit klar strukturierten Zugriffsberechtigungen. Die Abbildung laufender Prozesse in der Buchhaltung sowie die Erstellung der Abschlüsse sind in funktionale Prozessschritte gegliedert, in denen automatisierte bzw. manuelle Kontrollen wesentliche Bestandteile sind. Darüber hinaus stellen neben den bestehenden gesetzlichen Vorgaben Richtlinien sicher, dass die Abbildung laufender Geschäftsvorfälle sowie die Erstellung der Abschlüsse vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem |Interne Kontrollen sind in der Südzucker-Gruppe integraler Bestandteil der Rechnungslegungsprozesse und umfassen die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Dabei setzt sich das interne Kontrollsystem der Südzucker-Gruppe aus dem internen Steuerungs- und dem internen Überwachungssystem zusammen. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf dem Prinzip der Funktionstrennung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der für wichtige integrative Geschäftsprozesse definierten Leitsätze und Richtlinien. Neben maschinellen IT-Prozesskontrollen sind automatisierte Validierungs- und Plausibilitätsprüfungen ein wesentlicher Teil der prozessabhängigen Kontrollen. Das interne Kontrollsystem der Südzucker-Gruppe ermöglicht durch die festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten einschließlich deren zutreffender Darstellung in der Konzernrechnungslegung. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen beispielsweise die Analyse der Geschäftsentwicklung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. die hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Daneben gewährleistet das interne Kontrollsystem auch die Abbildung und Plausibilisierung von Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld der Südzucker-Gruppe sowie die Anwendung neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften zur Rechnungslegung. Die auf Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung sowie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen mit negativen Auswirkungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausgeschlossen werden. Neue Erkenntnisse aus Fällen der eingeschränkten Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontrollsystems führen zu entsprechenden Empfehlungen und Prozessänderungen und damit zu einer stetigen Verbesserung der Systeme. Im Rahmen der Integration neu erworbener Gesellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. Die Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems obliegt dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien sowie das Risikomanagementsystem. Sie entwickelt bei Bedarf Maßnahmen, die vom Management initiiert werden. Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können; zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. NachtragsberichtDie EU-Kommission hat am 4. April 2012 der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Österreich, und der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien, die Zustimmung zur Fusion ihrer im Bereich Fruchtsaftkonzentrat tätigen Tochtergesellschaften AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf/Österreich, und Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Österreich, im Rahmen eines Joint Ventures erteilt. Damit sind die wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen für eine Finalisierung dieses Vorhabens gegeben. Das Closing ist für Anfang Juni 2012 geplant. Das neu gegründete Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GMBH wird seinen Firmensitz in Kröllendorf/ Österreich haben und über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China verfügen. Produziert werden neben Fruchtsaftkonzentraten auch Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Direktsäfte für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie. Das Joint Venture mit einem Umsatz von rund 350 Mio. € wird durch AGRANA voll konsolidiert werden. PrognoseberichtIm Geschäftsjahr 2012/13 erwarten wir höhere Umsätze in allen Segmenten und damit einen leichten Anstieg des Konzernumsatzes auf über 7 Mrd. €. Für das operative Konzernergebnis gehen wir von einer Steigerung auf über 800 Mio. € aus, die vor allem vom Segment Zucker getragen werden soll. Im Segment Spezialitäten rechnen wir mit der Bestätigung des hohen Vorjahresniveaus, im Segment CropEnergies soll nach einem schwächeren Jahresauftakt an das Rekordergebnis des Vorjahres angeknüpft werden. Im Segment Frucht sehen wir eine leichte Ergebnissteigerung. Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld trotz Euro- und Staatsschuldenkrise nicht verschlechtert. Segment ZuckerDie Vermarktung der überdurchschnittlich großen Zuckermenge aus der Ernte 2011 wird das Geschäftsjahr 2012/13 im Segment Zucker prägen. Dabei ist der Fortbestand ausgeglichener Mengenverhältnisse in der EU von entscheidender Bedeutung. Bei einem nach wie vor hohen Weltmarktpreisniveau gehen wir von einem stabilen EU-Preisniveau für Quotenzucker aus und erwarten neben einem Quotenzuckerabsatz auf Vorjahreshöhe eine Ausweitung des Nichtquotenzuckerabsatzes. Insgesamt rechnen wir bei Umsatz und operativem Ergebnis mit einer nochmaligen Steigerung. Segment SpezialitätenIm Segment Spezialitäten erwarten wir wiederum einen moderaten Anstieg des Umsatzes. Dabei gehen wir bei Stärke von einem etwas niedrigeren Umsatz, in allen anderen Divisionen von einem Umsatzanstieg aus. Beim operativen Ergebnis rechnen wir damit, das hohe Vorjahresniveau bestätigen zu können. Hierzu tragen vor allem die Divisionen Freiberger, BENEO und PortionPack Europe bei, wo bei weiter wachsendem Absatz die bereits eingetretenen Belastungen aus Rohstoffkostensteigerungen teilweise wieder ausgeglichen werden sollen. In der Division Stärke wird ein operatives Ergebnis unter dem außergewöhnlich starken Vorjahr erwartet. Segment CropEnergiesIm Segment CropEnergies gehen wir bei einer Erhöhung der Produktions- und Absatzmengen an Bioethanol sowie an Lebens- und Futtermitteln von einem weiteren Umsatzanstieg aus. Allerdings ist das europäische Erlösniveau für Bioethanol noch durch den Import subventionierter Ethanolmengen aus den USA beeinträchtigt; im weiteren Jahresverlauf 2012 wird jedoch mit einer Entspannung gerechnet. Das operative Ergebnis soll sich auf mehr als 50 Mio. € belaufen und damit nach einem schwächeren Jahresauftakt im weiteren Jahresverlauf an das Rekordniveau des Vorjahres anknüpfen. Segment FruchtIm Segment Frucht erwarten wir eine Umsatzsteigerung sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch bei Fruchtsaftkonzentraten. Das operative Ergebnis wird sich 2012/13 leicht verbessern. Dabei gehen wir einerseits von einer Stabilisierung des erreichten Niveaus bei Fruchtsaftkonzentraten und andererseits von einer Erholung der zuletzt schwachen Absatzentwicklung bei Fruchtzubereitungen im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres aus. Für zusätzliches Wachstum wird die geplante Fusion des Fruchtsaftkonzentratbereichs mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sorgen, mit deren Vollzug im zweiten Quartal 2012/13 gerechnet wird. InvestitionenNach Jahren der Investitionszurückhaltung stiegen die Investitionen im Geschäftsjahr 2011/12 an. Für die kommenden Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14 planen wir ein ansteigendes Investitionsvolumen in Sachanlagen, das die Basis für weiteres internes Wachstum und Kosteneinsparungen legen wird. Mittelfristige PerspektiveFür das Geschäftsjahr 2013/14 erwarten wir einen Konzernumsatz auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/13 bei einer stabilen Umsatzentwicklung in allen Segmenten. Für das operative Konzernergebnis 2013/14 gehen wir aus heutiger Sicht ebenfalls von einer stabilen Entwicklung gegenüber 2012/13 aus. Im Segment Zucker planen wir einerseits mit einem reduzierten Beitrag der in 2012/13 temporär möglichen Erträge aus der Vermarktung von Nichtquotenzucker aus der Kampagne 2011, andererseits sehen wir ein stabiles Ergebnisniveau beim Quotenzuckerabsatz. In den Segmenten Spezialitäten, CropEnergies und Frucht planen wir - bei einem gleichbleibenden Rohstoffpreisniveau - ein moderates Ergebniswachstum gegenüber 2012/13. Dieser Zuwachs wird bei Spezialitäten von einem weiterhin stabilen Absatzwachstum und bei CropEnergies von weiteren Auslastungs- und Effizienzsteigerungen getragen. Im Segment Frucht gehen wir von einer Fortsetzung des Absatzwachstums aus. Konzernjahresabschluss Konzern-Gesamtergebnisrechnung 11. März 2011 bis 29. Februar 2012scroll
Unter Ziffer (6) bis (19) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung gegeben. Konzern-Kapitalflussrechnung 11. März 2011 bis 29. Februar 2012scroll
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Unter Ziffer (20) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung gegeben. Konzern-Bilanz 129. Februar 2012scroll
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 11. März 2011 bis 29. Februar 2012scroll
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Unter Ziffer (16) und (21) bis (32) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Konzern-Bilanz gegeben. Unter Ziffer (26) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zum Konzern-Eigenkapital gegeben. Entwicklung der erfolgsneutral im Konzern-Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen11. März 2011 bis 29. Februar 2012scroll
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Unter Ziffer (19) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zu den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen gegeben. KonzernanhangSegmentberichterstattungSegmentierung nach Geschäftsbereichenscroll
Die Berichtssegmente der Südzucker-Gruppe sind entsprechend IFRS 8 (Operative Segmente) an der internen Berichtsstruktur ausgerichtet. Die Südzucker-Gruppe berichtet in den vier Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Das Segment Zucker enthält das Zucker-Kerngeschäft mit Zuckerproduktionsgesellschaften in Belgien, Bosnien, Deutschland, Frankreich, Moldawien, Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn, Zuckervertriebsgesellschaften in England, Griechenland, Italien und Spanien, Zuckerhandelsgesellschaften in Brasilien und Belgien sowie den Geschäftsbereich Landwirtschaft. Im Segment Spezialitäten sind die Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack und Stärke zusammengefasst. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus natürlichen Rohstoffen für Lebens- und Futtermittel mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pasta-Gerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft. Die PortionPack Europe-Gruppe ist spezialisiert auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln. Die Division Stärke umfasst neben der österreichischen Kartoffel- und Maisstärkeproduktion auch Stärkeunternehmen in Ungarn und Rumänien sowie die Bioethanolproduktion in Österreich und Ungarn. CropEnergies, dargestellt im gleichlautenden Segment, ist einer der marktführenden europäischen Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor. Das Segment Frucht umfasst die Bereiche Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. Südzucker fokussiert ihre Strategie auf Business to Business, was unter Berücksichtigung der Produktvolumina eine Abhängigkeit der Geschäftspartner untereinander, aber auch nachhaltige Geschäftsbeziehungen auf der Grundlage eines gegenseitigen respektvollen Umgangs begründet. Die Segmente Zucker, CropEnergies und Frucht sowie die Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack und Stärke des Segments Spezialitäten werden entsprechend der spezifischen Produktions- und Marktstrukturen operativ eigenständig organisiert und geführt. Die Finanz- und Administrationsstrukturen hingegen sind segmentübergreifend konzernweit bzw. in nationalen Shared Service Centers organisiert. Das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der Betriebstätigkeit setzt sich aus dem operativen Ergebnis und dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen zusammen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit ist dabei eine Kennzahl, die eine Vergleichsgröße für Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzstrukturen und Steuersystemen darstellt, indem der Jahresüberschuss um das Finanzergebnis, das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen und den Steueraufwand bereinigt wird. Die Überleitung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit auf den Jahresüberschuss kann der Gesamtergebnisrechnung entnommen werden. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis der Betriebstätigkeit wiederum führt zum operativen Ergebnis. Sondereinflüsse sind im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßig wiederkehrende wie auch aperiodische Ergebniseinflüsse bzw. Ergebniseffekte, deren Ausweis gesondert erfolgt, um das operative Ergebnis nicht zu beeinträchtigen. Das operative Ergebnis dient als Basis der internen Unternehmenssteuerung. Die operative Marge errechnet sich als Quotient aus operativem Ergebnis und Umsatzerlösen. Das Capital Employed spiegelt das in den Segmenten und im Konzern gebundene operative Kapital wider. Es setzt sich aus dem Sachanlagevermögen einschließlich immaterieller Vermögenswerte sowie dem Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen) zusammen. Zur besseren Darstellung des aus Konzernsicht tatsächlich gebundenen Kapitals werden die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Segment Frucht wie auf Ebene der unmittelbaren Muttergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG voll aufgedeckt. Das Working Capital umfasst nur originär unverzinsliche Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Gesamtkapitalrendite ROCE (Return on Capital Employed) bezieht das operative Ergebnis auf das Capital Employed; sie stieg auf Konzernebene im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 13,2 % nach 9,8 % im Vorjahr. scroll
Zur Erläuterung des operativen Ergebnisses und des Capital Employed wird auf die Angaben zu den einzelnen Segmenten sowie auf das Kapitel "Wertmanagement" im Konzernlagebericht verwiesen. Die Geschäfte zwischen den Segmenten - mit Umsatzerlösen von 298,3 (287,0) Mio. € - erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Segmentierung nach Regionenscroll
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Die Umsatzerlöse mit Dritten bestimmen sich nach der Lieferdestination. Die regionale Zuteilung des Segmentvermögens und der Investition erfolgt nach den Ländern, in denen die Tochterunternehmen der Südzucker-Gruppe ihren Sitz haben. Allgemeine Erläuterungen(1) Grundlagen für die Aufstellung des KonzernabschlussesDie Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt hat ihren Sitz in der Theodor-Heuss-Anlage 12 in 68165 Mannheim/Deutschland; die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB-Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 20. Juli 2010 ist der Gegenstand des Unternehmens die Herstellung von Zucker, dessen Verkauf, die Verwertung der sich ergebenden Nebenerzeugnisse und der Betrieb der Landwirtschaft. Die Gesellschaft ist berechtigt, sich auch an anderen Unternehmungen zu beteiligen, solche zu erwerben und alle Geschäfte zu unternehmen, welche zur Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar als dienlich erscheinen. Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Südzucker AG sowie ihre Tochterunternehmen. Südzucker hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der Südzucker AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der Konzernabschluss 2011/12 wurde durch den Vorstand am 3. Mai 2012 aufgestellt und durch den Prüfungsausschuss am 3. Mai 2012 geprüft. Prüfung und Freigabe durch den Aufsichtsrat erfolgen in der Sitzung am 14. Mai 2012. Südzucker erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro; alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben. Neben der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Bilanz wird die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht etwas anderes berichtet wird. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011/12 waren von Südzucker folgende vom IASB überarbeiteten bzw. neu herausgegebenen Standards und Interpretationen verpflichtend anzuwenden; sie haben keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den Südzucker-Konzernabschluss:
Im Mai 2010 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvements-Project" den dritten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" (Verbesserung der IFRSs 2010). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen. Nachfolgend eine Übersicht über die Standards und Interpretationen, die ab dem Geschäftsjahr 2012/13 anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben: scroll
Im November 2011 wurde IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben - 2010) von der EU in europäisches Recht übernommen. Die Änderung des IFRS 7 betrifft Angaben zur Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten bei Übertragung. Der geänderte Standard ist von Südzucker erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2012/13 verpflichtend anzuwenden; die Änderungen sind für Südzucker nicht einschlägig. Folgende Standards, Interpretationen und Änderungen wurden vom IASB veröffentlicht, aber noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen. Die in der Tabelle angeführten geänderten und neuen Standards und Interpretationen betreffen nachfolgende Änderungen:
Das IASB hat im Oktober 2010 IFRS 9 (Finanzinstrumente) erneut herausgegeben. Dieser Standard beinhaltet die erste Phase des dreiphasigen IASB-Projekts, den derzeit gültigen IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zu ersetzen. Der neue Standard IFRS 9 sieht künftig nur noch zwei Kategorien zur Einordnung finanzieller Vermögenswerte vor - die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Das bisherige differenzierte Klassifizierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. In der zweiten Version von IFRS 9 wurden neue Vorschriften für die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten aufgenommen und die Vorschriften für die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus IAS 39 übernommen. Der IASB hat im Dezember 2011 veröffentlicht, dass der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, verschoben wird. Die Verzögerung resultiert aus den noch ausstehenden Publikationen der zweiten Phase (Wertminderung) und dritten Phase (Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung) des IFRS 9. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat die Empfehlung der Übernahme von IFRS 9 verschoben, um sich mehr Zeit für die Begutachtung der Ergebnisse des IASB-Projekts zur Verbesserung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten zu nehmen. Südzucker bilanziert weitgehend wie unter den neuen Standards vorgesehen, so dass keine wesentlichen Auswirkungen auf den Südzucker-Konzernabschluss erwartet werden. Am 12. Mai 2011 publizierte das IASB den IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) gemeinsam mit dem überarbeiteten IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen). Mit den neuen Vorschriften werden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen - gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen - definiert. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschafft. Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens haben verpflichtend die Equity-Bilanzierung anzuwenden. Die Regelungen für Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschriften für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Südzucker prüft die Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Am 16. Juni 2011 wurde vom IASB der überarbeitete IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) veröffentlicht. Die wesentliche Änderung besteht darin, dass versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort bei Entstehung vollständig erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis des Eigenkapitals zu erfassen sind. Die bisher zulässige Abgrenzung nach dem Korridoransatz und auch eine sofortige Erfassung in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sind nicht mehr zulässig. Daneben darf künftig der Ertrag aufgrund der erwarteten Verzinsung des Planvermögens lediglich in Höhe des Diskontierungssatzes erfasst werden, was somit zu einem Netto-Zinsaufwand bzw. -ertrag für einen Verpflichtungsüberhang bzw. einen Planüberschuss führt. Im Übrigen werden die Anhangsangaben deutlich ausgeweitet; insbesondere sind Angaben zur Risikostruktur der betrieblichen Versorgungswerke und Sensitivitätsanalysen hinsichtlich der Schwankungsbreite der Pensionsverpflichtungen bei Änderung der Bewertungsannahmen zu machen. Darüber hinaus enthält die Neuregelung des IAS 19 Klarstellungen zum Inhalt von "kurzfristig fälligen" und "sonstigen langfristigen Leistungen", zu "Plankürzungen", zur Verteilung des "nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands" sowie zur Definition von Zahlungen mit Abfindungscharakter. Aus diesen Änderungen können sich insbesondere Auswirkungen auf den Zeitpunkt der aufwandswirksamen Erfassung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit- und ähnlichen Programmen ergeben. Bei fristgerechter Übernahme in europäisches Recht ist der geänderte IAS 19 von Südzucker ab dem Geschäftsjahr 2013/14 erstmalig verpflichtend anzuwenden. Am 16. Dezember 2011 wurden vom IASB weitere Änderungen von IFRS 9 und IFRS 7 (Verpflichtender Anwendungszeitpunkt und Anhangsangaben bei Übergang) sowie Änderungen von IAS 32 und IFRS 7 (Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden) verabschiedet. Diese Änderungen sind voraussichtlich ab dem Geschäftsjahr 2013/14 erstmalig verpflichtend anzuwenden. Anpassungen gemäß IAS 8Zur Verbesserung der Vergleichbarkeit der Berichterstattung zu Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen hat Südzucker beschlossen, im Rahmen des derzeit gültigen IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) versicherungsmathematische Gewinne und Verluste vollständig in der Periode zu erfassen, in der sie entstehen; dies führt zum vollständigen Ausweis der Netto-Verpflichtungshöhe und somit zu einer erhöhten Transparenz. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden ab dem Geschäftsjahr 2011/12 - unter Berücksichtigung latenter Steuern - in den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Änderung der Bilanzierung wurde rückwirkend vorgenommen und hat Auswirkungen auf die Konzern-Gesamtergebnisrechnung und auf die Konzern-Bilanz, nicht aber auf die Zwischensummen der Konzern-Kapitalflussrechnung. Mit Ausnahme der beschriebenen Änderungen bezüglich der Bilanzierung und Bewertung der Pensionsverpflichtungen hat Südzucker keine weiteren Änderungen bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen. Bei rückwirkend angewendeten Änderungen der Bilanzierung verlangt IAS 8 die zusätzliche Angabe der Eröffnungsbilanz der frühesten Vergleichsperiode. Entsprechend ist eine Bilanz zum 28. Februar 2010 angegeben. Die zum 1. März 2010 bzw. zum 28. Februar 2011 vorgenommenen Anpassungen der betroffenen Posten in der Konzern-Bilanz sowie in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2010/11 sind nachfolgend dargestellt: scroll
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Wäre im Geschäftsjahr 2011/12 weiterhin die Korridormethode bei der Bilanzierung der Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen angewandt worden, wäre ein Aufwand aus der Amortisation von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, vor Berücksichtigung latenter Steuern, in Höhe von 3,7 Mio. € angefallen. Bei bilanziell nicht berücksichtigten versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten von 141,2 Mio. € hätte die Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen am Bilanzstichtag 404,9 Mio. € betragen. (2) KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss wurden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der Südzucker AG alle in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Südzucker AG unmittelbar oder mittelbar über die Beherrschung verfügt. Zum Bilanzstichtag wurden 156 (151) Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung im Konzernabschluss erfasst. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden zehn Unternehmen erstmals einbezogen, vier Unternehmen wurden verschmolzen und ein Unternehmen wurde liquidiert. Es wurde kein Unternehmen veräußert. Die Abgabe des Klebstoff-Geschäfts zur Flaschenetikettierung in der Division BENEO wurde als Asset Deal erfasst und war insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Bei den zehn erstmals einbezogenen Unternehmen handelt es sich in drei Fällen um Neugründungen und in zwei Fällen um Neuerwerbe. In vier Fällen wurden bestehende Beteiligungen erstmalig in die Vollkonsolidierung aufgenommen und in einem Fall wechselte ein Unternehmen von der Quoten- in die Vollkonsolidierung. Die Auswirkung der Veränderung des Konsolidierungskreises einschließlich quotenkonsolidierter Unternehmen auf den Konzernabschluss stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Entkonsolidierungen waren von untergeordneter Bedeutung und betrafen im Wesentlichen Liquidationen und Verschmelzungen. Mit dem Erwerb von zwei landwirtschaftlichen Betrieben Anfang März 2011 hat die Südzucker Polska S.A., Breslau/Polen, den landwirtschaftlichen Betrieb im südpolnischen Lewin Brzeski ergänzt. Die Transaktion umfasste die Übernahme von Agrarflächen sowie der vorhandenden Technik. Der Kaufpreis betrug insgesamt 1,7 Mio. €; daneben sind aufwandswirksame Anschaffungsnebenkosten in Höhe von rund 0,1 Mio. € angefallen. Mit der Zusammenfassung der drei Betriebe soll ein landwirtschaftlicher Betrieb für den Rübenanbau in Polen mit effizienten Strukturen in der Nähe der Zuckerfabrik Strzelin entstehen. Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres beliefen sich auf rund 0,7 Mio. €. Ende Juli 2011 wurde die Auflösung von zwei chinesischen Joint-Venture-Verträgen abgeschlossen. Die beiden Gemeinschaftsunternehmen, die in China Apfelsaftkonzentrat produzieren, waren bis dahin quotal konsolidiert. AGRANA hat im Zuge der Vertragsauflösung 100 % der Anteile an der bisherigen Joint-Venture-Gesellschaft Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City/China übernommen; diese wird seit dem 1. August 2011 voll konsolidiert. Der Wert des von AGRANA vollständig abgegebenen Anteils an der bisherigen Joint-Venture-Gesellschaft Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City/China, wurde auf Basis eines externen Bewertungsgutachtens mit 6,0 Mio. € bestimmt, der von AGRANA übernommene Anteil an der Xianyang Andre Juice Co., Ltd., mit 11,5 Mio. €; die Yongji Andre Juice Co., Ltd., wurde zum 1. August 2011 entkonsolidiert. Als Wertausgleich musste AGRANA 5,5 Mio. € an den ehemaligen Joint-Venture-Partner Yantai North Andre leisten, der nun 100 % an der zweiten vormaligen Joint-Venture-Gesellschaft Yongji Andre Juice Co., Ltd., hält. Der Wertausgleich wird als Investition in Finanzanlagen in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Die Xianyang Andre Juice Co., Ltd., wurde nach Abschluss der Maßnahmen in AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD, umfirmiert. Das Nettovermögen der Xianyang Andre Juice Co., Ltd., zum Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung und der sich aus der Akquisition ergebende Goodwill sind nachfolgend ersichtlich: scroll
Zusammen mit dem durch die Entkonsolidierung der Yongji Andre Juice Co., Ltd., abgehenden Goodwill von 4,5 Mio. € kam es aus der Gesamttransaktion zu einer Goodwillerhöhung von 10,6 Mio. € und einem Verlust von 1,4 Mio. €, der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Die seit der erstmaligen Vollkonsolidierung zum 1. August 2011 einbezogenen Umsatzerlöse beliefen sich auf rund 8,3 Mio. €. Die Quotenkonsolidierung wurde bei 8 (10) Joint-Venture-Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen) angewendet. scroll
Die Equity-Bewertung wurde unverändert bei einem Unternehmen angewendet. scroll
(3) KonsolidierungsmethodenNach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis des erworbenen Tochterunternehmens wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wird. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden erfolgswirksam aufgelöst. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Gemäß IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) werden Geschäftswerte nicht planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen (Impairment-Only-Approach). Die Konsolidierung der Anteile des Konzerns an gemeinschaftlich geführten Unternehmen erfolgt nach der Quotenkonsolidierung. Im Rahmen der Quotenkonsolidierung werden bei Joint-Venture-Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen) die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Kapitalflussrechnung postenweise nur mit dem Anteil in den Konzernabschluss einbezogen, wie er auf den Konzern entfällt. Anteile des Konzerns an Gewinnen und Verlusten der Gemeinschaftsunternehmen, die beim Erwerb von Vermögenswerten durch den Konzern entstehen, werden vom Konzern so lange nicht angesetzt, bis sie an ein nicht zum Konzern gehörendes Unternehmen weiter veräußert worden sind. Verluste aus solchen Transaktionen werden jedoch sofort realisiert, wenn der Verlust als sicherer Hinweis darauf aufzufassen ist, dass der Nettoveräußerungswert von kurzfristigen Vermögenswerten reduziert ist oder eine Wertminderung vorliegt. Die quotale Kapitalkonsolidierung und die Behandlung eines möglichen Goodwills erfolgen analog der Vorgehensweise bei der Einbeziehung von Tochterunternehmen. Die Abschlüsse der Joint-Venture-Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für das gleiche Berichtsjahr aufgestellt wie der Abschluss des Konzerns. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind auf der Grundlage der Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen; hierunter werden auch Vertriebs-Joint-Ventures erfasst. Im Fall von sukzessiven Unternehmenserwerben (business combination achieved in stages) werden die Anteile des zu erwerbenden Unternehmens nacheinander in verschiedenen Tranchen erworben, d. h., die Erlangung der Beherrschung über ein Unternehmen erfolgt stufenweise in mehreren Schritten. IFRS 3 ist auf den Zusammenschluss dann anzuwenden, sobald der Erwerber die Beherrschung erlangt hat. Vor Erlangung der Beherrschung wird die Beteiligung nach IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen), IAS 31 (Anteile an Gemeinschaftsunternehmen) oder IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) bilanziert (je nachdem, welcher Standard einschlägig ist). Zu dem Zeitpunkt, zu dem Kontrolle erlangt wird, wird der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes des erworbenen Unternehmens neu bestimmt, mit der Wahlmöglichkeit, den gesamten Geschäfts- oder Firmenwert (Full-Goodwill-Methode) oder nur den auf Basis des anteiligen neubewerteten Nettovermögens hergeleiteten Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren (Purchased-Goodwill-Methode). Die Erlangung der Beherrschung löst eine vollständige Neubewertung aller Vermögenswerte und Schulden aus. Jegliche Anpassungen eines zuvor bereits gehaltenen Eigenkapitalanteils werden bei Kontrollerlangung erfolgswirksam durchgeführt. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt. (4) WährungsumrechnungFremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von monetären Vermögenswerten und Schulden werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Die Jahresabschlüsse sind in der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft erstellt. Als funktionale Währung einer Gesellschaft wird die Währung des wirtschaftlichen Umfelds bezeichnet, in dem die Gesellschaft ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreibt. Mit Ausnahme der Vertriebsgesellschaft BENEO-Palatinit PTE Ltd. in Singapur, die in Euro geführt wird, stimmt die Funktionalwährung der Tochterunternehmen mit der Währung des Landes überein, in dem die jeweilige Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Sofern die Jahresabschlüsse ausländischer Konzernunternehmen in anderen Funktionalwährungen aufgestellt werden als dem Euro - der Berichtswährung von Südzucker-, erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und der Schulden zu Mittelkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Die Mittelkurse entsprechen den durchschnittlichen Geld- und Briefkursen zum Ende der jeweiligen Stichtage. Im Fall der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung erfolgt die Umrechnung zum Durchschnittskurs. Wenn jedoch die Anwendung des Jahresdurchschnittskurses zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung zu einem angepassten Durchschnittskurs. Die übrigen Aufwendungen und Erträge werden zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €): scroll
Unterschiede aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldpositionen gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden erfolgsneutral behandelt und in der Gesamtergebnisrechnung als Zusatzangabe zu den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen. Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Zusatzangabe zu den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen als Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen. (5) Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeErworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäftswert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Andere entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte werden insoweit aktiviert, als die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllt sind. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnebezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung oder Herstellung sogenannter qualifizierter Vermögenswerte (Bau neuer Produktionsstätten bzw. wesentliche Ergänzungsinvestitionen mit einer Bauzeit von mindestens einem Jahr) zugerechnet werden können, werden bis zur Fertigstellung als Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Der Fremdkapitalkostensatz ermittelt sich als gewogener Durchschnitt der Fremdkapitalkosten der aufgenommenen Fremdfinanzierung bzw. auf Basis der spezifischen Finanzierungskosten bei speziell für die Beschaffung qualifizierter Vermögenswerte aufgenommener Fremdfinanzierung. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die allgemeinen Aktivierungskriterien wie Nutzenzufluss und Bestimmbarkeit der zurechenbaren Kosten erfüllt sind. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden nach IAS 36 (Wertminderungen von Vermögenswerten) vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten bzw. Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus der Nutzung des Vermögenswerts (Value in Use) ermittelt. Sind die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen, werden die Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben, wobei die Wertaufholung nicht den Buchwert übersteigen darf, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Als Leasingverhältnis gilt eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es wird zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden. Als Finanzierungsleasing werden Leasingtransaktionen behandelt, bei denen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum eines Vermögenswerts verbundenen Chancen und Risiken trägt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing bezeichnet. Das Finanzierungsleasing ist in der Südzucker-Gruppe von untergeordneter Bedeutung. Beim Operating Leasing erfasst die Südzucker-Gruppe die als Leasingnehmer zu zahlende Leasingrate als Aufwand. Dem Operating Leasing werden Mietaufwendungen für Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Hardware sowie Bürotechnik zugerechnet. Voraussetzung ist, dass ein Mietvertrag vorliegt, in dem periodische Mietzahlungen sowie eine Mindestmietzeit und/oder eine Kündigungsfrist vereinbart sind. Hiervon abzugrenzen sind Serviceverträge, die auch die Nutzung von Gegenständen umfassen, die im Eigentum von Dritten sind, bei denen aber die Serviceleistung und nicht das genutzte Objekt im Vordergrund steht. Die Anteile an Unternehmen, bei denen aufgrund eines Stimmrechtsanteils zwischen 20 und 50 % ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, werden nach der Equity-Methode einbezogen. Dabei werden diese Unternehmen zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeführten anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert ist im Beteiligungsansatz enthalten und unterliegt einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung entsprechend den Vorschriften von IAS 36 (Wertminderungen von Vermögenswerten). Die Wertpapiere des langfristigen Vermögens sowie die sonstigen Beteiligungen gehören fast ausnahmslos der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" (Available for Sale) an. In diese Kategorie werden Finanzinstrumente eingeordnet, die weder Kredite und Forderungen darstellen, noch bis zur Endfälligkeit gehalten werden, noch erfolgswirksam mit dem Marktwert bewertet werden. Sie werden sowohl bei Erstbilanzierung als auch in den Folgeperioden mit dem Marktwert angesetzt, sofern dieser Wert verlässlich ermittelbar ist; ansonsten erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten. Die Erstbewertung findet am Erfüllungstag statt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in der Neubewertungsrücklage des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung wird der Gewinn oder Verlust ergebniswirksam. Liegen wesentliche objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswertes vor, wird dieser erfolgswirksam abgewertet. Ausleihungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittswertverfahren oder die Fifo-Methode (First in - first out) zum Ansatz. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt. Dabei wird grundsätzlich der Nettoveräußerungswert des Endprodukts zugrunde gelegt. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungserlös gestiegen ist, wird in diesem Umfang eine Wertaufholung vorgenommen. Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Dezember. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen überwiegend im 3. Quartal des Südzucker-Geschäftsjahres (August bis November) an. Die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zur Produktionsvorbereitung werden unterjährig in der betroffenen Aufwandsart erfasst und innerhalb der Vorräte als unfertige Erzeugnisse über die Bestandsveränderung aktiviert. Die ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden (Held for Trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten; dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Die übrigen Wertpapiere des kurzfristigen Vermögens werden als "zur Veräußerung bestimmte Wertpapiere" (Available for Sale) gehalten. Diese werden ebenfalls zum Marktwert bewertet, wenn dieser Wert verlässlich ermittelbar ist; ansonsten erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in der Neubewertungsrücklage des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung wird der Gewinn oder Verlust ergebniswirksam. Liegen wesentliche objektive Hinweise für eine Wertminderung eines Vermögenswertes vor, wird dieser erfolgswirksam abgewertet. Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht; sie umfassen Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Wertaufholungen im Bereich des lang- und kurzfristigen Vermögens werden mit Ausnahme von Geschäftswerten sowie Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, bei Wegfall der ursprünglichen Gründe für Wertminderungen vorgenommen. Die Bilanzierung der CO2 -Emissionsrechte erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen CO2 -Emissionsrechte sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2 -Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. Aus den Anleihebedingungen des im Sommer 2005 begebenen Hybrid-Eigenkapitals ergibt sich gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) eine Bilanzierung als Eigenkapital der Südzucker-Gruppe. Entsprechend wird die steuerlich abzugsfähige Verzinsung nicht innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern analog zu den Dividendenzahlungen gegenüber den Aktionären der Südzucker AG behandelt. Kapitalbeschaffungskosten wurden unter Berücksichtigung von Steuern direkt vom Hybrid-Eigenkapital abgesetzt. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden um das Vermögen der zur Deckung der Pensionsverpflichtungen gebildeten Planvermögen gekürzt. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Zinsaufwand aus der Aufzinsung und die erwarteten Fondserträge werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen beziehungsweise aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, sofern die Änderungen des Pensionsplans nicht vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen für einen festgelegten Zeitraum abhängen (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit). In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Übrige Rückstellungen werden insoweit erfasst, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung ergibt, die Höhe der Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist und diese zuverlässig geschätzt werden kann. Dies bedeutet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % betragen muss. Die Bewertung erfolgt auf Basis des Erfüllungsbetrages mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit oder bei Gleichverteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten mit dem Erwartungswert der Erfüllungsbeträge. Rückstellungen werden nur für rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet; hierunter fallen auch Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläumsrückstellungen. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Auflösung von Rückstellungen erfolgt in den Aufwand, aus dem sie gebildet wurde. Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Steuerabgrenzungen werden auf temporäre unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktivische und passivische Steuerabgrenzungen sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden. Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen direkt im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Langfristige Schulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verträgen werden mit dem Barwert ausgewiesen. Der Ansatz von kurzfristigen Verbindlichkeiten erfolgt zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten. Die Finanzverbindlichkeiten aus Anleihen werden gekürzt um Disagio und Transaktionskosten ausgewiesen. Die Aufzinsung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Zur Bilanzierung und Bewertung der Finanzinstrumente verweisen wir auf die Erläuterungen unter (30) bis (32). Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Vepflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualschulden werden in der Bilanz nur dann erfasst, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden. Die im Anhang angegebenen Verpflichtungsvolumina der Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlung erloschen sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt, d. h. alle im Vertrag genannten finanziellen Verpflichtungen beglichen wurden, aufgehoben sind oder ausgelaufen sind. Die Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Erzeugnissen und Waren im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer, Rabatte, Preisnachlässe und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden und der Übergang der wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt ist. Für Entwicklungskosten gilt, dass Kosten für die Entwicklung neuer Produkte aktiviert werden, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Aufwand erfasst. Zinserträge und nicht nach IAS 23 (Fremdkapitalkosten) aktivierungspflichtige Zinsaufwendungen werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Die Vereinnahmung von Dividenden erfolgt, wenn der Anspruch rechtlich entstanden ist. Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte: Bei bestimmten Verträgen ist zu entscheiden, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind. Finanzielle Vermögenswerte sind einzuordnen in die Kategorien "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen", "Kredite und Forderungen", "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" und "Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden" Bei "Zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten" ist zu entscheiden, ob und wann eine Wertminderung als außerplanmäßige Abschreibung erfolgswirksam zu erfassen ist. In der Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu den Finanzinstrumenten wird beschrieben, welche Entscheidungen in der Südzucker-Gruppe hinsichtlich dieser Sachverhalte getroffen wurden. Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken. Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist u. a. der Abzinsungssatz eine wichtige Schätzgröße. Der Abzinsungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmens- und Bankanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Basis von Prognoserechnungen für die Cashflows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes. Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen unserer Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung(6) UmsatzerlöseBezüglich der Zusammensetzung der Umsatzerlöse verweisen wir auf die Darstellungen in der Segmentberichterstattung und die Erläuterungen zur Ertragslage sowie zu den einzelnen Segmenten im Konzernlagebericht. (7) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungenscroll
Die Zuckerbestandsmengen liegen nach der überdurchschnittlichen Kampagneerzeugung im ZWJ 2011/12 über dem Vorjahr. Dies führte zusammen mit deutlich gestiegenen Zuckerherstellungskosten zu einer Erhöhung des Zuckerbestandswertes um 443,9 Mio. €. Die Bestandserhöhung in den Segmenten Spezialitäten und Frucht ist Folge der gestiegenen Rohstoffkosten. (8) Sonstige betriebliche Erträgescroll
Die Erträge aus Sondereinflüssen von 24,2 (2,1) Mio. € enthalten u. a. Erträge aus dem Verkauf von Grundstücken stillgelegter Zuckerfabriken. Im letzten Geschäftsjahr waren unter den Erträgen aus Sondereinflüssen überwiegend Versicherungserstattungen aufgrund eines Feuerschadens während der Kampagne 2009 in der polnischen Zuckerfabrik in Strezlin ausgewiesen. (9) Materialaufwandscroll
(10) Personalaufwandscroll
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter:scroll
Die Zahl der im Konzern durchschnittlich Beschäftigten reduzierte sich im Geschäftsjahr 2011/12 leicht um 169 auf 17.489 (17.658) Mitarbeiter. Dabei lag der Personalstand in den Segmenten Zucker und CropEnergies auf Vorjahresniveau. Der Rückgang der Mitarbeiter im Segment Frucht ist maßgeblich bestimmt durch einen niedrigeren Bedarf an saisonalen Arbeitskräften in der Ukraine und Mexiko. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen, die quotal einbezogen werden (50 %), betrug zum Bilanzstichtag 221 (390). (11) Abschreibungenscroll
(12) Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Die Aufwendungen aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 15,8 (30,4) Mio. € betrafen überwiegend Umstrukturierungsmaßnahmen, Marktordnungsrisiken bei BENEO, rechtliche Risiken sowie Umweltrisiken. (13) Ergebnis der Betriebstätigkeitscroll
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 759,0 (513,2) Mio. € setzt sich aus dem operativen Ergebnis von 751,3 (521,3) Mio. € und dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 7,7 (-8,1) Mio. € zusammen. Die Aufteilung des operativen Ergebnisses nach Segmenten erfolgt in der Segmentberichterstattung. Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen wird in der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Konzern-Lagebericht erläutert. (14) Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmenscroll
(15) Finanzerträge und -aufwendungenscroll
Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf -99,5 (-74,1) Mio. €. Hierbei verschlechterte sich das Zinsergebnis von -73,4 Mio. € auf -80,1 Mio. €. Darin enthalten sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 27,3 (27,1) Mio. €. Der Anstieg der Zinsaufwendungen beruhte im Wesentlichen auf einer Erhöhung der Bruttofinanzschulden infolge der Emission der 400-Mio.-Euro-Anleihe 2011/2018 im März 2011 zur frühzeitigen Refinanzierung der im Februar 2012 fällig gewordenen 500-Mio.-Euro-Anleihe 2002/2012. Der Anstieg der Zinserträge aus den kurzfristigen Anlagen konnte den Anstieg der Zinsaufwendungen aufgrund des niedrigen Euro-Geldmarktzinsniveaus nur teilweise ausgleichen. Das sonstige Finanzergebnis verschlechterte sich von -0,7 Mio. € auf -19,4 Mio. €. Der Anstieg der sonstigen Finanzaufwendungen um -14,1 Mio. € auf -30,7 (-16,6) Mio. € resultierte im Wesentlichen aus gefallenen Marktwerten von Zinsderivaten sowie der Auflösung von Zinssicherungen aus der vorzeitigen Rückzahlung des variablen Teils des Schuldscheindarlehens. Die nicht realisierten zahlungsunwirksamen Kursverluste aus der Euro-Finanzierung osteuropäischer Tochtergesellschaften insbesondere infolge der Abschwächung des polnischen Zlotys und des ungarischen Forints beliefen sich auf -3,4 (-1,0) Mio. €. (16) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer im Geschäftsjahr 2011/12 zu berücksichtigende theoretische Steueraufwand von 29,1 % ergibt sich aus dem deutschen Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,8 % sowie der Gewerbesteuer von 13,3 %. Der tatsächliche Ertragsteueraufwand von 145,5 (96,8) Mio. € war um 46,8 (32,3) Mio. € niedriger als der theoretische Ertragsteueraufwand von 192,3 (129,1) Mio. €. Vom theoretischen zum ausgewiesenen Ertragsteueraufwand ist wie folgt überzuleiten: scroll
Der Steueraufwand von 145,5 (96,8) Mio. € setzte sich aus laufenden gezahlten oder geschuldeten Steuern von 142,6 (75,8) Mio. € und latentem Steueraufwand von 2,9 (20,2) Mio. € zusammen. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Abweichungen zwischen steuerbilanziellen Wertansätzen und den gemäß IFRS bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Für steuerliche Verlustvorträge, deren Nutzung in Zukunft wahrscheinlich ist, wurden insgesamt 155,3 (182,2) Mio. € Steuerlatenzen aktiviert. Latente Steueransprüche in Höhe von 105,2 (127,2) Mio. € wurden nicht aktiviert, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Von den nicht aktivierten latenten Steueransprüchen auf Verlustvorträge entfielen 92,9 (118,7) Mio. € auf zeitlich unbegrenzt nutzbare Verlustvorträge. Auf in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurde durch eine Änderung belgischer Steuerbestimmungen eine Wertberichtigung in Höhe von 1,0 Mio. € vorgenommen. Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist. Im Berichtsjahr wurde das Eigenkapital durch die erfolgsneutrale Erfassung von Aufwendungen und Erträgen aus latenten Steuern mit dem Other Comprehensive Income um 23,8 Mio. € erhöht, nach einer Reduktion um 3,6 Mio. € im Vorjahr. Wesentliche Einflussgröße waren dabei latente Steuerforderungen aus erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die zu einem eigenkapitalerhöhenden Effekt in Höhe von 19,2 Mio. € (0,3 Mio. €) führten. Die erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfassten Ertragsteuern beliefen sich im Geschäftsjahr auf 0,0 (0,0) Mio. €. Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt: scroll
(17) Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wurden von 363 (351) Mitarbeitern wahrgenommen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 37,6 (35,4) Mio. €. (18) Ergebnis je Aktiescroll
Aus dem Konzernjahresüberschuss von 514,9 (346,4) Mio. € entfällt auf die Inhaber des Hybridkapitals ein Ergebnisanteil in Höhe von unverändert 26,2 (26,2) Mio. €. Die sonstigen nicht beherrschenden Anteile umfassen mit 112,4 (68,3) Mio. € im Wesentlichen die außenstehenden Gesellschafter der AGRANA-Gruppe und CropEnergies-Gruppe. Auf die Aktionäre der Südzucker AG entfällt damit ein Konzernjahresüberschuss von 376,3 (251,9) Mio. €. Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) lag der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 189,2 Mio. ausstehenden Aktien zugrunde. Dabei wurden 400.020 eigene Aktien zeitanteilig berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,99 (1,33) €/ Aktie. Aus der am 25. Juni 2009 begebenen Wandelanleihe wurden im Berichtszeitraum keine Aktien gewandelt. Unter der Annahme der Wandlung der Aktien betrug das verwässerte Ergebnis je Aktie 1,89 €. Der Berechnung liegt die theoretische Wandlung von 15 Mio. Aktien bzw. eine Gesamtzahl von 204,2 Mio. Aktien zugrunde. (19) Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungenscroll
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen beliefen sich insgesamt auf -71,8 Mio. € Nettoaufwand in 2011/12 nach 33,1 Mio. € Nettoertrag im Vorjahr. Wesentliche Einflussgröße auf die im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus der Bewertung leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen um -45,5 Mio. €, die maßgeblich aus der Anpassung des Abzinsungssatzes von 5,00 % auf 4,50 % sowie von Parametern wie Gehalts- und Rentenanpassungen resultiert. Daneben waren die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen durch konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen von -10,4 Mio. €, insbesondere infolge der Abschwächung des ungarischen Forints und des polnischen Zlotys (Stichtagskurs) gegenüber dem Euro, belastet. Im Vorjahr hatte sich insbesondere ein Kursanstieg des chilenischen Pesos positiv ausgewirkt. Von den konsolidierungsbedingten Währungsdifferenzen wurden in 2011/12 im Zusammenhang mit dem Abgang des quotal konsolidierten Joint Ventures Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City/China, 0,9 Mio. € erfolgswirksam realisiert. Zudem sind Aufwendungen aus Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in Polen in Höhe von -2,7 Mio. € angefallen. Die erfolgsneutralen Änderungen aus Cashflow Hedges von -10,0 Mio. € resultieren im Wesentlichen aus der Erfassung von negativen Marktwerten aus Devisentermingeschäften und Bioethanolswaps, denen die Erfassung von positiven Marktwerten bei Weizen- und Maistermingeschäften gegenüberstanden. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung(20) Erläuterungen und sonstige AngabenDie Kapitalflussrechnung, die nach den Vorschriften des IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestands der Südzucker-Gruppe aus den drei Bereichen laufende Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow im Geschäftsjahr 2011/12 betrug 822,8 (606,0) Mio. €. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen von 20,1 (18,0) Mio. € betrafen im Wesentlichen nicht zahlungswirksame Zinseffekte in Verbindung mit der Wandelanleihe sowie Währungskurseffekte. Die Mittelbindung durch die Zunahme des Working Capitals stieg auf 305,9 Mio. € nach 14,4 Mio. € im Vorjahr. Dies war durch eine deutliche mengen- und preisbedingte Zunahme der Vorräte sowie einen preisbedingten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - insbesondere im Segment Zucker - bedingt. Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) erhöhten sich nach 245,4 Mio. € im Vorjahr auf 276,1 Mio. €. Im Segment Zucker betrafen die Investitionen in Höhe von 145,5 (126,2) Mio. € im Wesentlichen den Bau eines Zuckersilos in Tulln/Österreich mit rund 70.000 t Lagerkapazität, die Umsetzung eines Silos am Standort Rain/ Deutschland sowie Ersatzinvestitionen. Die Investitionen im Segment Spezialitäten von 73,7 (66,8) Mio. € entfielen u. a. auf den Bau einer Abwasseraufbereitungsanlage bei BENEO-Orafti in Oreye/Belgien. Die Investitionen im Segment CropEnergies in Höhe von 14,4 (21,6) Mio. € dienten vor allem der weiteren Anlagenoptimierung und der Effizienzsteigerung. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen mit einem Volumen von 42,5 (30,8) Mio. € u. a. die Anschaffung von Edelstahlcontainern für den Transport von Fruchtzubereitungen, das Fertigwarenlager und die Kapazitätserweiterung am Standort Serpuchov/ Russland sowie die neuen Werke in Kairo/Ägypten und Johannesburg/Südafrika. Die Investitionen in Finanzanlagen von 10,1 (5,8) Mio. € betrafen den vollständigen Erwerb des ursprünglichen Joint Ventures Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City/China. Darüber hinaus hat die Südzucker Polska S.A., Breslau/Polen, zwei landwirtschaftliche Betriebe erworben. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von zusammen 168,0 (143,4) Mio. € entfielen mit 104,1 (85,2) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 63,9 (58,2) Mio. € auf andere Gesellschafter. Die Tilgung und Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten setzt sich im Wesentlichen aus der Aufnahme der Anleihe mit einem Nominalvolumen von 400 Mio. € im März 2011, der Tilgung der Anleihe 2002/2012 mit einem Volumen von 500 Mio. € am 27. Februar 2012 sowie der Begebung von 150,0 Mio. € Commercial Papers zusammen. Daneben hat sich der Saldo der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 90,4 Mio. € erhöht und schließt die vorzeitige Tilgung des variabel verzinslichen Teils des Schuldscheindarlehens von 105,0 Mio. € im Oktober 2011 ein. Die Mittelabflüsse aus Steuerzahlungen waren der laufenden Geschäftstätigkeit sowie Steuernachzahlungen für Vorjahre zuzuordnen. Die deutlich höheren Zinsauszahlungen im Vorjahr hängen mit dem Zinszahlungstermin des Coupons der 500-Mio.-Euro-Anleihe 2002/2012 zusammen. In 2010 fiel der 27. Februar auf einen Samstag, womit der Coupon am folgenden Werktag, Montag, 1. März 2010 fällig war. Somit waren im Geschäftsjahr 2010/11 die Auszahlungen für 2010 und 2011 enthalten. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz(21) Immaterielle Vermögenswertescroll
Geschäfts- oder FirmenwerteDer Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte lag mit 1.140,7 (1.131,4) Mio. € aufgrund der Vollkonsolidierung der Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City/China, zum 1. August 2011 über dem Vorjahreswert. Gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) und IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) werden Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern unterliegen regelmäßigen Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment-Only-Approach). Werthaltigkeitsprüfungen sind jährlich oder, falls sich Ereignisse oder veränderte Umstände ergeben, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, auch häufiger durchzuführen. Dabei werden die Buchwerte von "Zahlungsmittel generierenden Einheiten" (Cash Generating Units [CGU]) mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag, d. h. dem höheren Wert aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei Südzucker), verglichen. Eine Wertminderung ist vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag (Recoverable Amount) einer CGU niedriger als deren Buchwert ist. Wertminderungen, die auf den Goodwill einer CGU vorgenommen wurden, dürfen in späteren Perioden nicht rückgängig gemacht werden. Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests sind die Geschäfts- oder Firmenwerte den Zahlungsmittel generierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzuordnen. Südzucker hat ihre CGUs entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im Südzucker-Konzern sind die CGUs mit Geschäfts- oder Firmenwerten die Segmente Zucker und Frucht sowie die Divisionen BENEO, Freiberger und PortionPack. Die Buchwerte jeder Einheit werden durch Zuordnung der operativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäftswerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Übersteigt der identifizierte Abwertungsbedarf den der CGU zugeordneten Goodwill, sind die übrigen Vermögenswerte der Einheit im Verhältnis ihrer Buchwerte abzuschreiben. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer Zahlungsmittel generierenden Einheit erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand genehmigten und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen 5-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung. Die 5-Jahres-Planung berücksichtigt wirtschaftliche Daten allgemeiner Art und basiert auf der erwarteten Entwicklung der aus externen volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleiteten gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten. Darüber hinaus werden insbesondere länderspezifische Annahmen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Verbraucherpreise und der Nominallöhne getroffen. Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten zu berechnen. Die Eigenkapitalkosten sind aus den Renditeerwartungen der Südzucker-Aktionäre, die verwendeten Fremdkapitalkosten aus den Finanzierungskonditionen überwiegend des Südzucker Kapitalmalmarktumfelds abgeleitet. Die angesetzte Zielkapitalstruktur entspricht einem Verhältnis von 70 % Eigenkapital zu 30 % Fremdkapital. Der verwendete Kapitalkostensatz vor Steuern betrug für die CGUs zwischen 8,0 und 8,2 % (7,4 und 7,5 %) im August 2011. Südzucker verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in den CGUs eine konstante Wachstumsrate von 1,5 (1,5) %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten Wachstumsraten und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Investitionsquoten des Detailplanungszeitraumes stützen sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit und berücksichtigen im Planungszeitraum vorgesehene Ersatzbeschaffungen von Produktionsmitteln sowie erforderliche Investitionen in das Nettoumlaufvermögen zur Flankierung des Mengenwachstums. Die Buchwerte der Geschäfts- und Firmenwerte entwickelten sich wie folgt: scroll
Im Geschäftsjahr 2011/12 ergab sich weder aus der regelmäßigen jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGUs jeweils über dem Buchwert lag. Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Für möglich gehaltene Änderungen der wesentlichen Annahmen werden aus heutiger Sicht nicht dazu führen, dass die Buchwerte der CGUs ihren erzielbaren Betrag (Nutzungswert) überschreiten und deshalb im nächsten Geschäftsjahr angepasst werden müssen. Zum Bewertungsstichtag lagen die Nutzungswerte deutlich über den Buchwerten der CGUs. Für die CGU Zucker bestimmen sich die wichtigsten Planannahmen auf Basis des EU-Zuckermarktes und der regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Schlüsselannahmen der Marktentwicklung sind dabei die Einschätzungen der EU-Rübenzuckerproduktion, der Rohzuckerraffination und der Entwicklung der Zuckerimporte. Die wesentlichen Kostenelemente der Planung der CGU Zucker sind die Rohstoff- und Energiekosten. Nach dem Ende der Umstrukturierungsphase des EU-Zuckermarkts sind ausgeglichene Marktverhältnisse im EU-Zuckermarkt insbesondere von der weiteren Entwicklung der Importe aus den AKP-Staaten und LDCs in den EU-Zuckermarkt abhängig. Diese Importe werden maßgeblich von der weiteren Preisentwicklung am Weltzuckermarkt bestimmt und von der Frage, inwieweit die von der EU-Kommission geschaffenen Schutzklauseln greifen. Die EU-Kommission hat mit dem Hinweis auf die angespannte Versorgungslage für die Zuckerwirtschaftsjahre 2011/12 und 2012/13 keine Marktrücknahme vorgenommen, für das ZWJ 2011/12 eine begrenzte Vermarktung von Nichtquotenzucker im Foodmarkt zugelassen und in begrenztem Maße weitere Weltzucker-Exportmöglichkeiten für EU-Zucker eröffnet. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche RechteDie Buchwerte der Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte reduzierten sich auf 50,9 (56,7) Mio. € u. a. aufgrund der erhöhten Abschreibung von Marken und Konzessionen. (22) Sachanlagenscroll
Der Buchwert der Sachanlagen lag mit 2.554,1 (2.554,9) Mio. € auf Vorjahresniveau. Dabei beliefen sich die Investitionen auf 267,0 (234,4) Mio. €, die Jahresabschreibungen auf 247,3 (237,3) Mio. € und die Abgänge von Sachanlagen (Abgänge von Anschaffungskosten reduziert um Abgänge von Abschreibungen und Wertminderungen) auf 14,1 (16,3) Mio. €. Letztere betrafen, neben den regelmäßigen Abgängen verbrauchter Wirtschaftsgüter, insbesondere die Verwertung von Sachanlagen aus stillgelegten Werken. Die wechselkursbedingten Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus der Abschwächung des polnischen Zlotys sowie des ungarischen Forints (Stichtagskurs) und haben den Buchwert der Sachanlagen um 6,1 Mio. € reduziert. Im Vorjahr hatte insbesondere der Kursanstieg des chilenischen Pesos (Stichtagskurs) zu einer Aufwertung des Buchwerts der Sachanlagen um 19,4 Mio. € geführt. Einzelheiten zu den Investitionen finden sich in den Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung in diesem Konzern-Anhang sowie im Kapitel Investitionen im Konzern-Lagebericht. scroll
(23) Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen, Wertpapiere, sonstige Beteiligungen und Ausleihungenscroll
(24) Vorrätescroll
Die Vorräte lagen mit 2.323,7 (1.708,9) Mio. € um 614,8 Mio. € deutlich über Vorjahresniveau, was im Wesentlichen durch einen Anstieg der Rohstoffpreise, aber auch durch höhere Bestandsmengen verursacht ist. Der deutliche Aufbau fertiger und unfertiger Erzeugnisse im Segment Zucker ist Ergebnis der gestiegenen Rübenpreise sowie gestiegener Bestandsmengen. Der Anstieg der Waren von 91,6 Mio. € auf 118,3 Mio. € resultiert maßgeblich aus dem Segment Zucker und reflektiert die gesteigerten Handelsaktivitäten. Im Segment Zucker waren Abwertungen auf den Nettoveräußerungserlös in Höhe von 4,5 (0,0) Mio. € im Rahmen der Rohzuckerraffination, im Segment Spezialitäten von 6,9 (5,7) Mio. € und im Segment Frucht von 0,7 (0,2) Mio. € vorzunehmen; im Segment CropEnergies waren wie im Vorjahr keine Abwertungen erforderlich. (25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswertescroll
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 86,6 Mio. auf 805,8 (719,2) Mio. € gestiegen, was bei verbesserten Zahlungszielen im Wesentlichen aus Preissteigerungen im Segment Zucker resultiert. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Vermögenswerte auf 228,7 (141,1) Mio. € betrifft überwiegend gestiegene Forderungen aus Zuckerlieferungen an die at Equity einbezogene italienische Zuckervertriebsgesellschaft Maxi S.r.l., Bozen/Italien. Die nicht-finanziellen Vermögenswerte von 70,2 (93,0) Mio. € betreffen im Wesentlichen geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt: scroll
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt: scroll
Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen 805,8 (719,2) Mio. €; davon waren 659,0 (547,9) Mio. € noch nicht fällig. Die überfälligen Forderungen strukturieren sich wie nachfolgend dargestellt: scroll
Hinsichtlich der weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum 29. Februar 2012 keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Südzucker reduziert Ausfallrisiken, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlinien festgelegt werden. Außerdem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt. Das konzernweite Kreditmanagement wurde weiter vereinheitlicht und ausgebaut. (26) EigenkapitalZum 29. Februar 2012 beträgt das ausgegebene gezeichnete Kapital unverändert zum Vorjahr 189,4 Mio. € und ist in 189.353.608 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1,00 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien. Zum Bilanzstichtag hielt die Südzucker AG 400.020 eigene Aktien. Die Anschaffungskosten von 8,4 Mio. € wurden mit 0,4 Mio. € vom gezeichneten Kapital abgesetzt und mit 8,0 Mio. € mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Das ausstehende gezeichnete Kapital beträgt somit nach Absetzung des Bestands eigener Aktien 189,0 Mio. €. Die Kapitalrücklage betrifft die Südzucker AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen und der Optionsprämie der nachstehend beschriebenen Wandelschuldverschreibung bestehen. Die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, hat am 30. Juni 2009 eine Wandelschuldverschreibung im Nennbetrag von 283,45 Mio. € und mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2016 begeben. Die damit verbundene Optionsprämie in Höhe von 51,7 Mio. € wurde in der Kapitalrücklage im Eigenkapital erfasst. Bislang wurden keine Wandlungsrechte geltend gemacht. Weitere Angaben zum Eigenkapital werden im Konzerlagebericht im Kapitel "Angaben zu Aktienkapital und Übernahmehindernissen gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB" gemacht. Südzucker hat im Sommer 2005 eine Hybridanleihe mit einem Gesamtvolumen von 700 Mio. € und einem Zinssatz von 5,25 % p. a. emittiert. Dieses Finanzinstrument zeichnet sich insbesondere durch eine nicht begrenzte Laufzeit, die einseitige Kündigungsoption von Südzucker nach 10 Jahren sowie die Dividendenabhängigkeit der Couponzahlung und die Nachrangigkeit der Gläubigeransprüche aus. Sollte die Kündigungsoption seitens Südzucker nicht ausgeübt werden, verzinst sich die Hybridanleihe variabel. Mit dieser Ausgestaltung konnte Südzucker die volle Anerkennung als Eigenkapital nach IFRS erreichen. Die Gewinnrücklagen umfassen die Neubewertungsrücklage, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen, sowie die thesaurierten Periodenergebnisse und sind um das Aufgeld aus den erworbenen eigenen Aktien gekürzt. Die Neubewertungsrücklage beinhaltet die erfolgsneutrale Bewertung von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) sowie von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (Available for Sale) und die Währungsumrechnung aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Die erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen sind unter Textziffer (19) erläutert. (27) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenZur Verbesserung der Vergleichbarkeit der Berichterstattung zu Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen hat Südzucker beschlossen, im Rahmen des derzeit gültigen IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) versicherungsmathematische Gewinne und Verluste vollständig in der Periode zu erfassen, in der sie entstehen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden ab dem Geschäftsjahr 2011/12 - unter Berücksichtigung latenter Steuern - in den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Entsprechend den Vorschriften von IAS 8 erfolgte die Anpassung rückwirkend zum 1. März 2010: Weitere Angaben - insbesondere zu den Vorjahresanpassungen - werden unter Ziffer (1) gemacht. Die nachstehenden Vorjahreszahlen sind, soweit erforderlich, angepasst. Südzucker zahlt im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie beliefen sich im Konzern auf 31,0 (32,7) Mio. €. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Pensionsähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzernunternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet. Die betriebliche Altersversorgung im Südzucker-Konzern beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt: scroll
Der Abzinsungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen mit einer der mittleren Laufzeit der Pensionsverpflichtungen entsprechenden Duration ermittelt. Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfluktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln - wie in Deutschland die Richttafeln Heubeck 2005 G - verwendet. Der Aufwand für die betriebliche Altersversorgung setzt sich wie folgt zusammen: scroll
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche sowie die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen beliefen sich auf 3,5 (4,8) Mio. €. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollständig und periodengerecht erfasst. Sie werden außerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Aufstellung der im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen. Die bilanzierte Nettoverpflichtung der Südzucker-Gruppe resultiert aus der Gegenüberstellung von Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen und dem Zeitwert des Planvermögens, angepasst um noch nicht erfasste nachzuverrechnende Dienstzeitaufwendungen, und leitet sich wie folgt ab: scroll
Vom Anwartschaftsbarwert in Höhe von 654,3 (584,4) Mio. € sind 107,3 (98,9) Mio. € teilweise oder vollständig mit Planvermögen gedeckt. Die bilanzierten Rückstellungen haben sich im Zeitablauf wie folgt entwickelt: scroll
Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgten Pensionszahlungen in Höhe von 29,0 Mio. €; für das Geschäftsjahr 2012/13 werden Pensionszahlungen in vergleichbarer Größenordnung von rund 32 Mio. € erwartet. Die bis zum 29. Februar 2012 entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste ohne Berücksichtigung latenter Steuern wurden in Höhe von -151,4 (28. Februar 2011: 86,7 Mio. €; 1. März 2010: 84,5 Mio. €) mit den Gewinnrücklagen verrechnet; somit beliefen sich die im Geschäftsjahr in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste auf -64,7 (-2,2) Mio. €. Die deutliche Erhöhung resultiert maßgeblich aus der Anpassung des Abzinsungssatzes von 5,00 % auf 4,50 % sowie von Parametern wie Gehalts- und Rentenanpassungen. Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar: scroll
Das prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Daher besteht das Planvermögen überwiegend aus festverzinslichen Wertpapieren, deren Risikostruktur langfristig die Erfüllung der Verpflichtungen gewährleistet. Daneben sind Eigenkapitaltitel und Versicherungsverträge sowie in geringem Umfang Immobilienanteile enthalten. Im Fall der festverzinslichen Wertpapiere orientieren sich die Renditeerwartungen an Staatsanleihen. Im Fall von Versicherungsverträgen wird mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien. Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert: scroll
Während der Berichtsperiode hat sich der Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen wie folgt verändert: scroll
In den vergangenen fünf Jahren haben sich der Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen, der Zeitwert des Planvermögens und der durch Rückstellungen finanzierte Teil des Anwartschaftsbarwerts wie folgt entwickelt: scroll
In den zurückliegenden Jahren haben sich die folgenden erfahrungsbedingten Anpassungen des Barwerts aller leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen und des Zeitwerts des Planvermögens ergeben: scroll
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungspflichten insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle. (28) Entwicklung der sonstigen Rückstellungenscroll
Während der Berichtsperiode haben sich die übrigen Rückstellungen wie folgt entwickelt: scroll
Die personalbezogenen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen aus überwiegend langfristigen Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen und Rückstellungen für Altersteilzeit sowie überwiegend kurzfristigen Rückstellungen für Sozialpläne zusammen und liegen mit 70,9 Mio. € unter Vorjahresniveau. Von dem Gesamtbetrag von 70,9 Mio. € werden voraussichtlich 18,6 Mio. € in 2012/13 und 52,3 Mio. € in den Folgejahren verbraucht. Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Marktordnungsrisiken bei BENEO, Risiken im Zusammenhang mit Umsatzsteuernachzahlungen für Zuckerlieferungen nach Italien in den Jahren 1994 bis 1995 sowie Umweltrisiken. Von dem Gesamtbetrag von 116,3 Mio. € werden voraussichtlich 105,5 Mio. € in 2012/13 und 10,8 Mio. € in den Folgejahren verbraucht. Die Steuerrückstellungen in Höhe von 93,3 Mio. € umfassen im Wesentlichen Risiken aus Betriebsprüfungen für frühere Geschäftsjahre und sind ausschließlich langfristig. Die übrigen sonstigen Rückstellungen reduzierten sich von 82,9 Mio. € auf 76,7 Mio. €. Diese betreffen im Wesentlichen die überwiegend langfristigen Rückstellungen für Rückbaumaßnahmen sowie lang- und kurzfristige Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltverpflichtungen. Für das Geschäftsjahr 2012/13 wird ein Verbrauch von 59,5 Mio. € und in den Folgejahren in Höhe von 17,2 Mio. € erwartet. (29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeitenscroll
Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern von 372,0 Mio. € auf 794,6 Mio. € resultiert maßgeblich aus den gestiegenen Rübenpreisen. Die Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Tantiemen, Prämien, Urlaubs- und Arbeitszeitguthaben. Der Anstieg der übrigen sonstigen Verbindlichkeiten auf 204,1 (208,2) Mio. € resultiert u. a. aus der Zinsabgrenzung auf die im März 2011 begebene 400-Mio.-Euro-Anleihe sowie höheren Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen. (30) Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)scroll
Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sind von 1.359,7 Mio. € um 145,7 Mio. € auf 1.505,4 Mio. € angestiegen. Die Anlagen in Wertpapiere und flüssige Mittel wurden von 506,2 Mio. € auf 714,7 Mio. € aufgebaut. Korrespondierend haben sich die Nettofinanzschulden um 62,8 Mio. € auf 790,7 (853,5) Mio. € reduziert. Von den Finanzschulden in Höhe von 1.505,4 Mio. € stehen der Südzucker-Gruppe 931,4 Mio. € bzw. 61,9 % langfristig zur Verfügung. Südzucker finanziert sich als aktiver Teilnehmer an den internationalen Kapitalmärkten mit den folgenden Finanzinstrumenten:
Zur saisonalen Kampagnefinanzierung stehen ein Commercial-Paper-Programm sowie eine syndizierte Kreditlinie zur Verfügung. In begrenztem Umfang werden auch für längerfristige Finanzierungen Bankkreditlinien in Anspruch genommen. Die Finanzinstrumente werden in der Regel über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland, Niederlande, begeben und dienen der Finanzierung der Südzucker AG und ihrer Tochtergesellschaften. Commercial-Paper-ProgrammDas Commercial-Paper-Programm (CP-Programm) dient der kurzfristigen Finanzierung am Kapitalmarkt. Investoren in CP sind institutionelle Anleger. Das CP-Programm weist einen Rahmen von insgesamt 600 Mio. € auf und ermöglicht es der Südzucker AG, direkt oder unter ihrer Haftung über die niederländische Konzernfinanzierungsgesellschaft, Südzucker International Finance B.V., kurzfristige Schuldverschreibungen je nach Bedarf und Marktlage zu begeben. Zum 29. Februar 2012 waren 150,0 (0,0) Mio. € Commercial Papers mit einer Laufzeit zwischen ein und drei Monaten unter dem Programm ausstehend, die unter den Anleihen ausgewiesen sind. Syndizierte KreditlinieIm Juni 2011 vereinbarte Südzucker eine revolvierende Kreditfazilität über 600 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und als Back-up-Kreditlinie für das CP-Programm. Die syndizierte Kreditlinie hat eine Laufzeit von fünf Jahren bis 2016 und zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Der neue Rahmen wird von 18 Banken, die den Kernbankenkreis der Südzucker Gruppe bilden, zur Verfügung gestellt. Neben der Südzucker AG und Südzucker International Finance B.V. kann die CropEnergies AG als alternativer Kreditnehmer diese Kreditlinie bis zu einem Betrag von 100 Mio. € nutzen. Zum 29. Februar 2012 wurde die Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Hybrid-AnleiheDie Südzucker International Finance B.V. emittierte im Juli und August 2005 eine unendliche, nachrangige Hybridanleihe im Volumen von 700 Mio. €. Die Nachranganleihe verzinst sich in den ersten zehn Jahren mit einem festen Coupon von 5,25 %. Ab dem 30. Juni 2015 kann die Anleihe erstmals zurückgezahlt werden (Schuldnerkündigungsrecht). Südzucker hat nach den ersten zehn Jahren in der Folge außerdem vierteljährlich die Möglichkeit, die Anleihe zum Nominalwert zu kündigen. Sofern sie nicht zurückgezahlt wird, schließt sich für die weitere Laufzeit eine variable, vierteljährliche Verzinsung an (Drei-Monats-Euribor plus 310 Basispunkte). Die Couponzahlungen sind jeweils nachträglich fällig. Ferner sehen die Anleihebedingungen vor, dass Südzucker im Fall eines Dividenden- bzw. Cashflow-Ereignisses die Option bzw. die Verpflichtung zur Aufschiebung der Zinscouponzahlungen hat. Eine optionale (freiwillige) Couponaussetzung kann eintreten, falls auf der letzten Hauptversammlung keine Dividende für Aktien der Südzucker AG beschlossen wurde. Ein Cashflow-Ereignis liegt vor, sofern der konsolidierte Brutto-Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Zum 29. Februar 2012 erreichte der Brutto-Cashflow mit 822,8 Mio. € 12 % des konsolidierten Umsatzes von 6.991,9 Mio. €. Die Nachranganleihe wird von Moody's zu 75 % und von Standard & Poor's zu 50 % als Eigenkapital bewertet und verbessert dadurch die kreditratingrelevanten Verschuldungskennziffern des Konzerns. Die Nachranganleihe ist gemäß IFRS voll als Eigenkapital auszuweisen - vergleiche auch Erläuterungen zu Ziffer (26) Eigenkapital. Weitere Informationen zur Hybrid-Anleihe stehen auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Anleihenscroll
WandelanleiheDie Südzucker International Finance B.V. hat am 30. Juni 2009 eine durch die Südzucker AG gesicherte Wandelanleihe in Höhe von 283,45 Mio. € begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von bis zu sieben Jahren bis zum 30. Juni 2016. Die Anleihe ist in 5.669 Teilschuldverschreibungen mit einem Nennwert von jeweils 50.000 € und einem jährlichen Zinssatz in Höhe von 2,50 % eingeteilt. Daraus ergab sich ein anfängliches Wandlungsverhältnis von 2.646 Stammaktien pro Anleihe. Der Zinscoupon ist jährlich am 30. Juni fällig. Die Anleihe ist wandelbar in ursprünglich 15 Millionen Stückaktien aus dem bedingten Kapital. Der ursprüngliche Wandlungspreis in Höhe von 18,90 € wurde aufgrund der Verwässerungsschutzklausel für die Anleihegläubiger infolge der in den Geschäftsjahren 2009/10, 2010/11 und 2011/12 ausgeschütteten Dividende gemäß den Anleihebedingungen auf derzeit 17,46 € angepasst. Daraus ergibt sich ein fortgeführtes Wandlungsverhältnis von 2.863 Stammaktien pro Anleihe. Die Ankündigung einer vorzeitigen Rückzahlung durch Südzucker kann erstmalig zum 10. Juli 2013 erfolgen, unter der Voraussetzung, dass das Xetra®-Kursniveau der Südzucker-Aktie zuvor an 20 von 30 Handelstagen 130 % des fortgeführten Wandlungspreies übersteigt. Die im Eigenkapital erfasste Optionsprämie betrug 51,7 Mio. €; der Fremdkapitalanteil ist unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag mit 246,1 Mio. € ausgewiesen. Weitere Informationen zur Wandelanleihe stehen auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Anleihe 2011/2018Am 22. März 2011 hat Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert in Höhe von 400 Mio. € und einem Coupon von 4,125 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren bis März 2018; sie diente der Refinanzierung der am 27. Februar 2012 zurückgezahlten 5,75 %-Anleihe 2002/2012 mit einem Nominalwert in Höhe von 500 Mio. €. Weitere Informationen zur 4,125 %-Anleihe (400 Mio. €) stehen auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Die sonstigen Anleihen mit einem Nominalwert von 34,9 (33,6) Mio. € und mit einem Durchschnittszins von 1,64 (2,50) % wurden von Raffinerie Tirlemontoise S.A., Brüssel/Belgien, begeben und haben Fälligkeiten von 2013 bis 2018. Insgesamt betrug der Nominalwert der Anleihen am Bilanzstichtag 868,4 Mio. € und der Marktwert 1.001,2 Mio. €. Von den gesamten Anleihen mit einem Buchwert von 827,3 Mio. € waren Anleihen in Höhe von 819,3 Mio. € festverzinslich und Anleihen in Höhe von 8,0 Mio. € variabel verzinslich. Daneben sind unter den Anleihen die begebenen Commercial Papers mit einem Nominalwert von 150,0 (0,0) Mio. € ausgewiesen; der Buchwert sowie der Marktwert betrugen 149,8 Mio. €. SchuldscheindarlehenIm April 2009 hat Südzucker als alternative Kapitalmarktfinanzierungsquelle ein Schuldscheindarlehen im Volumen von 150,5 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis April 2014 begeben. Das Darlehen wurde in einem nicht öffentlichen Emissionsprozess bei institutionellen Investoren wie Sparkassen, Versicherungen und Pensionskassen platziert. Vom Gesamtvolumen waren 45,5 Mio. € fest und 105,0 Mio. € variabel verzinslich. Der variable Teil wurde in 2011/12 seitens Südzucker vorzeitig gekündigt und am 17. Oktober 2011 an die Investoren zurückgezahlt. Der verbliebene fest verzinsliche Teil von 45,5 Mio. € ist unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitutenscroll
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Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen am Bilanzstichtag 677,8 (587,4) Mio. € und waren durchschnittlich mit 3,10 (3,50) % zu verzinsen; sie enthalten auch den verbliebenen festverzinslichen Teil (5,9 %) von 45,5 Mio. € des vorgenannten Schuldscheindarlehens. Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 214,5 (300,9) Mio. €; variabel verzinslich waren 463,3 (286,5) Mio. €. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2,0 (2,0) Mio. € durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 19,4 (22,0) Mio. € durch sonstige Pfandrechte gesichert. FinanzierungsleasingVon den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing von 0,3 (0,3) Mio. € sind 0,1 (0,1) Mio. € innerhalb von einem Jahr und 0,2 (0,2) Mio. € innerhalb von ein bis fünf Jahren fällig. Die Leasinggegenstände (Gebäude, technische Anlagen und Maschinen) sind mit Buchwerten von 0,3 (0,3) Mio. € in den Sachanlagen ausgewiesen. Der Nominalwert der Mindestleasingzahlungen betrug 0,4 (0,4) Mio. €. Wertpapiere und flüssige MittelDie Anlagen in Wertpapiere von insgesamt 213,2 (256,2) Mio. € erfolgten überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere. Gegenüber dem Vorjahr wurden die flüssigen Mittel von 250,0 Mio. € um 251,5 Mio. € auf 501,5 Mio. € aufgebaut. Diese Mittel werden im Rahmen des täglichen Finanzmanagements in marktübliche Tages- und Termingelder angelegt. FinanzmanagementBezüglich der Erläuterungen zum Finanzmanagement der Südzucker-Gruppe verweisen wir auf das gleichlautende Kapitel im Konzernlagebericht. (31) Derivative InstrumenteDie Südzucker-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und dem geplanten Finanzbedarf aus Investitionen in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Dabei sichert sich der Südzucker-Konzern im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab: Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben. Währungsrisiken, die im Wesentlichen aus Verkäufen von Zucker, Isomalt, Palatinose™, Raftiline®/Raftilose® sowie Fruchtsaftkonzentraten/Fruchtzubereitungen in US-Dollar wie auch dem Zukauf von Rohzucker und Rohalkohol in US-Dollar resultieren. Weitere Währungsrisiken ergeben sich aus der Finanzierung von osteuropäischen Unternehmen mit Euro-Darlehen. Commoditypreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie-, Getreide-, Bioethanol- sowie Fruchtpreise. Zur Sicherung dieser Risiken werden marktübliche Instrumente wie Zinsswaps, Forwardzinsswaps sowie Währungstermingeschäfte verwendet. Daneben kommen Zucker-, Weizen- und Maisfutures sowie Bioethanol-, Mineralöl- und Kohleswaps zum Einsatz. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft. Als Nominalvolumen eines derivativen Sicherungsgeschäftes bezeichnet man die rechnerische Bezugsgröße, aus der sich die Zahlungen ableiten. Sicherungsgegenstand und Risiko sind nicht das Nominalvolumen selbst, sondern nur die darauf bezogenen Preis- bzw. Zinsänderungen. Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die Südzucker-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt. Kreditrisiken ergeben sich aus positiven Marktwerten der Derivate. Diese Kreditrisiken werden minimiert, indem Finanzderivate nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Die Nominalvolumen und die Netto-Marktwerte der derivativen Instrumente sowie deren Kreditrisiken innerhalb des Südzucker-Konzerns stellen sich wie folgt dar: scroll
Das Nominalvolumen der Zinsswaps im Geschäftsjahr 2011/12 betrug 358,9 (192,2) Mio. €. Insbesondere hat die Südzucker AG im September 2010 einen Forwardzinsswap mit einem Volumen von 200 Mio. € und einer Laufzeit vom 27. Februar 2012 bis 27. Februar 2017 abgeschlossen. Südzucker zahlt gegen den Erhalt des 6-Monats-EURIBOR einen jährlichen Festzinssatz von 2,38 %. Hintergrund war die Zinssicherung einer Anschlussfinanzierung für die Fälligkeit der 500-Mio.-Euro-Anleihe 2002/2012 zum 27. Februar 2012. Bis zum 27. Februar 2012 erfolgte die Bewertung erfolgsneutral. Zum 27. Februar 2012 ist aufgrund der guten Cashflow-Situation keine langfristige Anschlussfinanzierung erfolgt. Somit wurde der Zinsswap erfolgswirksam bewertet. Der Anstieg des Nominalvolumens der Währungstermingeschäfte um 283,4 Mio. € auf 461,1 (177,7) Mio. € ist auf das gegenüber dem Vorjahr gestiegene Absicherungsvolumen von überwiegend Zuckerverkaufserlösen in US-Dollar sowie die Bewertung einer US-Dollar-Zahlungsverpflichtung zurückzuführen. Das Nominalvolumen der Zuckerfutures erhöhte sich deutlich um 34,7 Mio. € auf 81,1 (46,4) Mio. € infolge gestiegener Zuckerexportmengen nach der großen Zuckererzeugung 2011. Das Nominalvolumen der Weizen- und Maisterminkontrakte lag mit 74,8 (75,0) Mio. € auf Vorjahresniveau infolge vergleichbarer Bioethanolproduktionsmengen. Die Bioethanolswaps mit einem Gesamtvolumen von 232,6 (167,6) Mio. € betrafen Bioethanol-Verkaufsverträge, die sich an einem variablen Energiepreis orientieren. Die Preisrisiken dieser Geschäfte werden durch ein entgegengerichtetes Sicherungsinstrument minimiert. Hieraus resultierte ein Marktwert von -7,1 (0,0) Mio. €. Des Weiteren wurden Ölswaps mit einem Nominalvolumen von 18,5 (6,1) Mio. € abgeschlossen, die der Preissicherung des physischen Energieeinkaufs für die Produktion von Inulin und Oligofruktose am chilenischen Standort Pemuco von BENEO-Orafti dienen. Daneben wurden Kohleeinkäufe für Saint Louis Sucre S.A., Paris/Frankreich, in einem Volumen von 1,6 Mio. € gesichert. Die Währungs- und Commodityderivate sichern Zahlungsströme überwiegend bis zu einem Jahr. Die Zinsswaps haben eine Laufzeit von ein bis zu sieben Jahren. Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 29. Februar 2012 betrug 0,2 (13,6) Mio. €. Die erfolgswirksame Vereinnahmung von zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Marktwertänderungen erfolgt zum Zeitpunkt der Realisierung. Wie im Vorjahr waren sämtliche Cashflow Hedges effektiv, da sich die Relation der Marktwertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften innerhalb des vorgesehenen Intervalls von 80 bis 125 % bewegten. Es waren keine Ineffektivitäten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen. Der Marktwert der am 29. Februar 2012 abgeschlossenen Derivatinstrumente würde sich bei einer Erhöhung des Marktzinses um einen Prozentpunkt sowie einer Aufwertung der Währungen (US-Dollar, britisches Pfund, australischer Dollar, polnischer Zloty, tschechische Krone, rumänischer Leu und ungarischer Forint), einer Erhöhung der Weizen-, Mais- und Mineralölpreise bzw. der Reduzierung der Zucker- und Bioethanolpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität): scroll
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Diese Marktwertänderungen hätten das Eigenkapital um 7,8 (19,9) Mio. € und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 20,8 Mio. € erhöht bzw. das Ergebnis vor Ertragsteuern im Vorjahr um 0,5 Mio. € reduziert. Sonstige Erläuterungen(32) Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenBuch- und beizulegende Zeitwerte von FinanzinstrumentenDie nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten je Bewertungskategorie nach IAS 39 dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird. scroll
Summe je Bewertungskategorie nach IAS 39scroll
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt. Für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unterscheidet man drei Bewertungslevel hinsichtlich der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte. Auf Bewertungslevel 1 erfolgt die Bewertung auf Basis unangepasster, auf aktiven Märkten verwendeter Marktpreise. Bei Bewertungslevel 2 wird die Bewertung mit Preisen vorgenommen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden. Bei Bewertungslevel 3 werden individuelle Bewertungsparameter zugrunde gelegt. Bei der Bewertung von Finanzinstrumenten kommt Bewertungslevel 3 in der Südzucker-Gruppe derzeit nicht zur Anwendung. Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung bestimmte Wertpapiere (Available for Sale). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen (Bewertungslevel 1). Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden (Held for Trading), erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen (Bewertungslevel 1). Für die zu Anschaffungskosten (Available for Sale at Cost) bewerteten Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens sowie Beteiligungen können keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren. Bei diesen Anteilen handelt es sich um nicht börsennotierte Unternehmen, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde. Es wird davon ausgegangen, dass der Buchwert dem Zeitwert entspricht. Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die positiven und negativen Marktwerte aus Währungs- und Commodityderivaten betreffen einerseits Cashflow Hedges. Dabei werden künftige Zahlungsströme aus festen Verpflichtungen oder aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen gegen Schwankungen abgesichert. Andererseits bestehen Währungs- und Commodityderivate in Form von Fair Value Hedges, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung des Fair Values eines Vermögenswertes oder einer Verbindlichkeit dienen und in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Die Ermittlung der Marktwerte von Commodityderivaten (Zucker-, Weizen- und Maisfutures sowie Mineralöl-, Kohle- und Bioethanolswaps) wird auf Basis von Stichtagsnotierungen vorgenommen (Bewertungslevel 1); der Marktwert dieser Derivate belief sich auf -3,9 (7,0) Mio. €. Die Bewertung der Währungstermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen (Bewertungslevel 2). Die abgeschlossenen Zinsderivate mit negativen Marktwerten werden teilweise zu Handelszwecken gehalten und betreffen auch Cashflow Hedges. Für diese Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt (Bewertungslevel 2). Die Marktwerte der Währungs- und Zinsderivate, die dem Bewertungslevel 2 unterliegen, betrugen insgesamt -19,7 (6,1) Mio. €. scroll
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Produktionsabgabe sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte börsennotierter Anleihen basieren auf den Kursnotierungen am letzten Handelstag im Geschäftsjahr. Bei nicht börsennotierten Anleihen einschließlich Commercial Papers wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt. Finanzinstrumente wurden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst: scroll
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach IFRS 7 umfasst Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (FLAC)" umfasst ausschließlich Zinsaufwendungen. In der Bewertungskategorie "Loans and Receivables (LaR)" sind Zinserträge in Höhe von 37,1 (32,0) Mio. € enthalten. (33) Risikomanagement in der Südzucker-GruppeDie Südzucker-Gruppe unterliegt im operativen Bereich im Wesentlichen Marktpreisrisiken für Zuckerexporte, Bioethanolabsatz, Energieeinkäufe sowie Getreide- und Maiseinkäufe. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditausfallrisiken (Ausfall- und Bonitätsrisiken) sowie Liquiditätsrisiken. Im Finanzbereich bestehen Zinsänderungsrisiken sowie Wechselkursrisiken aus der Finanzierung in Fremdwährung. Die Wertpapieranlagen, die einem Aktienkursrisiko unterliegen, sind in der Südzucker-Gruppe unwesentlich. KreditrisikomanagementDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Südzucker-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Ausstehende oder uneinbringliche Forderungen können den Erfolg der Südzucker-Gruppe beeinträchtigen. Südzucker hat Risikofrüherkennungssysteme eingerichtet, die drohende Forderungsausfälle frühzeitig signalisieren. Die Grundsätze des Kreditrisikomanagements in der Südzucker-Gruppe sind:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt. Für verbleibende Restrisiken der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze von Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird mit deren Buchwert wiedergegeben. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Ziffer (25) des Anhangs angegeben. Bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen bestehen Kontrahentenrisiken. Das Hauptkriterium für die Auswahl einer Bank als Geschäftspartner ist deren Short-Term-Deposit-Rating, das regelmäßig überprüft wird. Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch Südzucker unwesentlich. LiquiditätsmanagementWesentliches Ziel des Liquiditätsmanagements ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die rechtzeitige Erfüllung vertraglicher Zahlungsverpflichtungen sowie die Kostenoptimierung in der Südzucker-Gruppe. Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements stellt die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, die am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel den Konzernunternehmen zur Verfügung. Daneben bestehen nationale Cashpools in nationalen Shared-Treasury-Centern. Bei den Geldanlagen gibt es klare Regelungen mit dem Blick auf das Kontrahentenrisiko, Laufzeitenvorgaben sowie das Reporting an das Group Treasury. Hierunter fällt auch das Monitoring von Planvermögen für Pensionsverpflichtungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden die Risiken aus Zahlungsstromschwankungen frühzeitig erkannt. Die Liquiditätsplanung ist in die Unternehmensplanung integriert und berücksichtigt die aufgrund der Zuckerkampagne besonderen saisonalen Finanzierungserfordernisse. Die Liquiditätsplanung des Budgetjahres erfolgt auf Monatsbasis. Unterjährig wird die Planung durch drei Forecast-Planungen aktualisiert. Die strategische Finanzplanung erfolgt auf der Grundlage einer 5-Jahres-Planung. Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden Finanzierungen durch Tages- bzw. Termingeldaufnahmen, Festsatzdarlehen oder die Ausgabe von Commercial Papers im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Südzucker-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Die langfristige Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch die Begebung von Wandelanleihen, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankdarlehen. Hinsichtlich der Einzelheiten zu den von Südzucker eingesetzten Finanzinstrumenten verweisen wir auf Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" in diesem Anhang. Die Kreditlinien der Südzucker-Gruppe belaufen sich insgesamt auf 2.303 (2.229) Mio. €. Darin enthalten sind das CP-Programm mit einem Rahmen von insgesamt 600 Mio. € sowie die mit einem Bankenkonsortium bis Juni 2016 vereinbarte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. €. Im Rahmen des CP-Programmes waren am 29. Februar 2012 nominal 150,0 (0,0) Mio. € gezogen; wie im Vorjahr wurde die syndizierte Kreditlinie nicht in Anspruch genommen. Die übrigen Kreditlinien bei Kreditinstituten in Höhe von 1.103 (1.029) Mio. € wurden mit 641 (587) Mio. € in Anspruch genommen. Die Kreditlinien sowie deren Inanspruchnahme schließen auch Bankbürgschaften ein. Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2012. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind nicht diskontiert und umfassen Zins- und Tilgungszahlungen. scroll
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Die nicht diskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze. Risikomanagement im FremdwährungsbereichWährungsrisiken bestehen aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Südzucker-Konzerns, womit sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet sind. Die wesentlichen Einfluss nehmenden Kursrelationen resultieren aus US-Dollar, britischem Pfund, polnischem Zloty, ungarischem Forint, rumänischem Leu, ukrainischem Hrywnja bzw. russischem Rubel gegenüber dem Euro sowie US-Dollar gegenüber chilenischem Peso. Das Wechselkursrisiko des Südzucker-Konzerns entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung anfallen. Im Segment Zucker unterliegen Zuckerexporte auf den Weltmarkt US-Dollar-Wechselkursrisiken, die vom Zeitpunkt des Abschlusses eines Zuckerfutures bis zum Zahlungseingang durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden. Die Rohzuckerraffination unterliegt Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar. Im Segment Spezialitäten ergeben sich Fremdwährungsrisiken im Bereich BENEO aus den in US-Dollar generierten Umsatzerlösen, deren zugrunde liegende Herstellungskosten überwiegend in Euro und chilenischem Peso anfallen. Für Umsatzerlöse der Freiberger-Gruppe in Großbritannien ergibt sich ein Währungsrisiko aus dem britischen Pfund. Das Segment CropEnergies hat wegen des Absatzes in Euro keine Wechselkursrisiken. Bei der Rohstoffbeschaffung wird in geringem Umfang in Fremdwährung eingekauft. Im Segment Frucht bestehen Währungsrisiken in den osteuropäischen Unternehmen aus dem Absatz in Euro. Bei der Sensitivität wird eine Abwertung der nachstehenden Währungen gegenüber dem Euro um 10 % unterstellt; die Auswirkung auf das operative Ergebnis ist nachstehend dargestellt. Die Auswirkungen der übrigen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung. Währungsrisiko operatives Ergebnisscroll
Das Wechselkursrisiko im Finanzergebnis resultiert überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. In Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe ihre Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. In Polen wurde ein langfristiges konzerninternes Euro-Darlehen zur Finanzierung der Anteilsaufstockung an ostpolnischen und schlesischen Zuckerfabriken gewährt. Die daraus resultierenden Währungsschwankungen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Aus der Finanzierung des Konzerns resultierte im Geschäftsjahr 2011/12 ein Währungsergebnis von -3,4 (-1,0) Mio. €, das sich wie folgt zusammensetzt: Währungsergebnis Finanzierungscroll
Wenn die Währungen nachstehender Länder zum 29. Februar 2012 gegenüber dem Euro um 10 % abgewertet hätten, hätte sich das Finanzergebnis wie folgt verringert: Währungsrisiko Finanzierungscroll
Wenn der polnische Zloty um 10 % abgewertet hätte, hätte sich außerdem das Eigenkapital um 9,0 (9,0) Mio. € verringert. Eine Aufwertung der Währungen hätte zu vergleichbaren Ergebnis- bzw. Eigenkapitalverbesserungen geführt. Risikomanagement im ZinsbereichAus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten beziehungsweise Geldanlagen ist Südzucker Zinsrisiken ausgesetzt. Um die Zinsrisiken zu reduzieren, werden Zinsswaps sowie Zinsforwardswaps eingesetzt. Zinsänderungsrisiken werden mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und Zinsaufwendungen dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde: Anleihen und langfristige Bankschulden sind überwiegend mit fester Verzinsung vereinbart. Wäre das Marktzinsniveau um einen Prozentpunkt angestiegen, hätte dies, bezogen auf die am 28./29. Februar variabel verzinslichen Finanzinstrumente, eine Erhöhung des Zinsaufwands wie folgt gehabt: scroll
Ein Rückgang des Marktzinsniveaus um einen Prozentpunkt hätte eine vergleichbare Reduzierung des Zinsaufwands zur Folge gehabt. Risikomanagement im operativen BereichSüdzucker ist aufgrund volatiler Preise der Commodity-Märkte wesentlichen Risiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite ausgesetzt. Diese Risiken werden regelmäßig überwacht. Bei der Messung der Risiken werden Sensitivitäten und ein Earnings-at-Risk-Modell verwendet. Dabei ist es das Ziel, die zukunftsgerichtete Auswirkung der Marktpreisentwicklung einzelner Risikoträger auf das Ergebnis zu bestimmen. Die Analysen beruhen auf der statistischen Auswertung vergangener Marktpreisentwicklungen, wobei im Rahmen der jeweiligen Messung die Marktpreise der letzten zwölf Monate zugrunde gelegt werden. Auf Grundlage dieser Marktpreisentwickungen werden offene Absatz- oder Beschaffungspositionen bewertet. Unter Earnings at Risk versteht man die Aussage, dass mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit die Veränderung des Absatz- bzw. Zukaufwerts der offenen Menge des Risikoträgers bei einer definierten Haltedauer das derzeitige Niveau um einen bestimmten Betrag nicht über- oder unterschreitet. Dabei stellt Südzucker bei der Berechnung des Earnings-at-Risk-Modells auf eine Wahrscheinlichkeit von 95 % sowie eine Haltedauer von einem Monat ab, da innerhalb dieses Zeitraums sämtliche offenen Positionen mit Sicherungsgeschäften geschlossen werden könnten. Entsprechend erfolgt das Riskreporting monatlich. Als wesentliche Risikoträger wurden in der Südzucker-Gruppe Marktpreise im Zusammenhang mit dem Zuckerexport einschließlich damit verbundener Währungsrisiken, dem Absatz von Bioethanol sowie dem Einkauf von Energie und Getreide identifiziert. (34) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Haftungsverhältnisse, die nicht in der Konzernbilanz passiviert werden, stellen sich wie folgt dar: scroll
Die Bürgschaften betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Wir erwarten wie bei den Gewährleistungsverpflichtungen hieraus keine Inanspruchnahme. Südzucker unterliegt möglichen Verpflichtungen aus verschiedenen Ansprüchen oder Verfahren, die anhängig sind oder geltend gemacht werden könnten. Schätzungen über die künftigen Aufwendungen in diesem Bereich sind zwangsläufig zahlreichen Unsicherheiten unterworfen. Wenn ein Verlust wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet Südzucker Rückstellungen für diese Risiken. Die Bestellungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 91,3 (38,4) Mio. € sind im Wesentlichen für die in den Zuckerfabriken bis zu Beginn der nächsten Kampagne erforderlichen Investitionen erfolgt. Die Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen Mietverträge für Büroräume, Maschinen, Fahrzeuge, EDV-Anlagen sowie für Bürogeräte. Die Mindestleasingzahlungen haben folgende Fälligkeitsstruktur: scroll
(35) Aufwendungen für Leistungen des KonzernabschlussprüfersFür Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, fielen im Geschäftsjahr 2011/12 Aufwendungen für Abschlussprüfungen in Höhe von 0,8 (0,8) Mio. € für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Abschlüsse der Südzucker AG und ihrer inländischen Tochterunternehmen an. Die anderen Bestätigungsleistungen beliefen sich auf 0,1 (0,1) Mio. € und die sonstigen Beratungsleistungen auf 0,3 (0,0) Mio. €. Somit sind insgesamt 1,2 (0,9) Mio. € für Leistungen des Konzernabschlussprüfers angefallen. (36) Entsprechenserklärung nach § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat der Südzucker AG haben am 22. November 2011 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären der Südzucker AG im Internet unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/Entsprechenserklaerung/ dauerhaft zugänglich gemacht. Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 14. November 2011 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von CropEnergies unter www.cropenergies.com/de/investorrelations/Corporate_Governance/Entsprechenserklaerungen/ dauerhaft zugänglich gemacht. (37) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)Als "Related Parties" im Sinne von IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) kommt die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart (SZVG), in Betracht, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet. Eine "Related Party" stellt des Weiteren das Südzucker Unterstützungswerk, Frankenthal/Pfalz (SUW), dar, dessen Stiftungsvermögen zur Unterstützung von Mitarbeitern und Rentnern von Südzucker in besonderen Notfallsituationen und für soziale Zwecke verwendet wird. Dem Stiftungsrat gehören u. a. Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG an. Auf den für die SZVG und das SUW bei der Südzucker AG geführten Konten wurden im Geschäftsjahr 2011/12 Zahlungseingänge aus Dividenden und Zinsen aus dem laufenden Geschäftsverkehr verbucht. Über die Verzinsung dieser Konten bestehen Vereinbarungen mit marktüblichen Konditionen. Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten der Südzucker AG gegenüber der SZVG 1,6 (1,5) Mio. € und gegenüber dem SUW 5,9 (6,2) Mio. €. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhalten die Südzucker AG und ihre Tochterunternehmen Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen. Dazu gehören auch Joint Ventures und assoziierte Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen des Konzerns gelten. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden wie unter fremden Dritten abgewickelt. Das Volumen der Transaktionen der Südzucker-Gruppe mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen ergibt sich wie folgt: scroll
Zum Bilanzstichtag betragen die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen: scroll
Die von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2011/12 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand beliefen sich auf 3,2 (2,6) Mio. €. Die variable Vergütung betrug 49 (43) % der Barbezüge; sie berechnet sich nach der von der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende. Die dem Vorstand von Tochterunternehmen gewährten Bezüge betrugen 1,5 (1,3) Mio. €. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihren Hinterbliebenen wurden insgesamt 25,0 (24,5) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstände betrugen 17,1 (14,5) Mio. €; im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 2,6 (2,4) Mio. € zugeführt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen erreichten 2,4 (2,6) Mio. €. Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG belief sich im Geschäftsjahr 2011/12 auf 1,9 (1,6) Mio. €; davon wurden Vergütungen in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € von Tochterunternehmen gewährt. Daneben erhalten dijenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht. Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist im Corporate-Governance-Bericht/Erklärung zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht angegeben. (38) Aufsichtsrat und VorstandAufsichtsratDr. Hans-Jörg GebhardVorsitzender Eppingen Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Mandate1 SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Ochsenfurt (Vorsitzender) Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen VK Mühlen AG, Hamburg Dr. Christian KonradStv. Vorsitzender Wien, Österreich Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien Mandate2 BAYWA AG, München (Stv. Vorsitzender) RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien, Österreich RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Wien, Österreich UNIQA Versicherungen AG, Wien, Österreich Siemens Österreich AG, Wien, Österreich (Stv. Vorsitzender) SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Ochsenfurt Franz-Josef Möllenberg4Stv. Vorsitzender Rellingen Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Mandate1 Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main Dr. Ralf BethkeDeidesheim Ehem. Vorsitzender des Vorstands der K+S Aktiengesellschaft Mandate Benteler AG, Paderborn (Stv. Vorsitzender) Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG, Pullach (Vorsitzender) K+S Aktiengesellschaft, Kassel (Vorsitzender) SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Ochsenfurt Ludwig Eidmann (bis 21. Juli 2011)Groß-Umstadt Dr. Jochen FennerGelchsheim Vorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. Vorsitzender des Vorstands der SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG Manfred Fischer4Feldheim Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Erwin HamesederMühldorf, Österreich Generaldirektor der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien Mandate2 Flughafen Wien AG, Wien, Österreich UNIQA Versicherungen AG, Wien, Österreich Hans Hartl4Ergolding Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Bayern Mandate BATIG Gesellschaft für Beteiligungen mbH, Hamburg Brau Holding International GmbH & Co. KGaA, München (Stv. Vorsitzender) British American Tobacco (Germany) GmbH, Hamburg British American Tobacco (Industrie) GmbH, Hamburg Ralf Hentzschel (seit 21. Juli 2011)Panschwitz-Kuckau Vorsitzender des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V. Reinhold Hofbauer4Deggendorf Betriebsratsvorsitzender des Werks Plattling der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt
1
Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. Wolfgang KirschKönigstein Vorsitzender des Vorstands der DZ BANK AG Mandate3 Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main Österreichische Volksbanken-AG, Wien, Österreich SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Ochsenfurt Georg KochWabern Vorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. Klaus Kohler4Bad Friedrichshall Betriebsratsvorsitzender des Werks Offenau der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Erhard LandesDonauwörth Vorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. Bernd Maiweg4Gütersloh Referatsleiter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Joachim RukwiedEberstadt Präsident des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg e. V. Mandate AGRA-EUROPE Presse- und Informationsdienst GmbH, Bonn Buchstelle Landesbauernverband Baden Württemberg GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) Ronny Schreiber4Einhausen Betriebsratsvorsitzender der Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Franz-Rudolf Vogel4Worms Betriebsratsvorsitzender des Werks Offstein der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Wolfgang Vogl4Bernried Leiter der Werke Plattling und Rain der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt Roland Werner4Saxdorf Betriebsratsvorsitzender des Werks Brottewitz der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt
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Mandate neben den Funktionen im Konzern der
DZ-Bank, Frankfurt am Main. Ausschüsse des AufsichtsratsPräsidiumDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Franz-Josef Möllenberg (Stv. Vorsitzender) Dr. Christian Konrad (Stv. Vorsitzender) Manfred Fischer Landwirtschaftlicher AusschussDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Ludwig Eidmann (bis 21. Juli 2011) Dr. Jochen Fenner (ab 21. Juli 2011) Reinhold Hofbauer Klaus Kohler Erhard Landes Wolfgang Vogl (ab 17. Mai 2011) PrüfungsausschussLudwig Eidmann (Vorsitzender; bis 21. Juli 2011) Dr. Jochen Fenner (Vorsitzender; ab 21. Juli 2011) Manfred Fischer Dr. Hans-Jörg Gebhard Erwin Hameseder Franz-Josef Möllenberg Roland Werner SozialausschussDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Ludwig Eidmann (bis 21. Juli 2011) Dr. Jochen Fenner (ab 21. Juli 2011) Manfred Fischer Hans Hartl Dr. Christian Konrad Franz-Josef Möllenberg VermittlungsausschussDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Manfred Fischer Dr. Christian Konrad Franz-Josef Möllenberg VorstandDr. Wolfgang Heer (Sprecher)Ludwigshafen Dr. Thomas KirchbergOchsenfurt Thomas KölblSpeyer Mandate1 Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH, Stuttgart Prof. Dr. Markwart KunzWorms Dipl.-Ing. Johann MarihartLimberg, Österreich Mandate1 BBG Bundesbeschaffungsges. m. b. H., Wien, Österreich Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH, Wien, Österreich (Stv. Vorsitzender) Österreichische Nationalbank AG, Wien, Österreich Ottakringer Getränke AG, Wien, Österreich Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber, Wien, Österreich (Vorsitzender) TÜV Austria Holding AG, Wien, Österreich (Vorsitzender) Universität für Bodenkultur, Wien, Österreich
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Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. (39) Wesentliche Beteiligungen des Südzucker-Konzernsscroll
Die Zusammenstellung des gesamten Beteiligungsbesitzes (Anteilsbesitzliste) gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 und Abs. 3 HGB wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
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Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB. (40) NachtragsberichtAusführungen zu Ereignissen nach dem Bilanzstichtag enthält der Nachtragsbericht im Konzern-Lagebericht. (41) Vorschlag für die GewinnverwendungDer Bilanzgewinn der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt beträgt 132.553.376,49 €. Der Hauptversammlung am 19. Juli 2012 wird vorgeschlagen, eine Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: scroll
Soweit am Tag der Hauptversammlung eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei unveränderter Ausschüttung von 0,70 € je dividendenberechtigter Stückaktie den entsprechend höheren verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Auszahlung der Dividende erfolgt am 20. Juli 2012. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Mannheim, den 3. Mai 2012 DER VORSTAND Dr. Wolfgang Heer, Sprecher Dr. Thomas Kirchberg Thomas Kölbl Prof. Dr. Markwart Kunz Johann Marihart Der nach deutschen Bilanzierungsvorschriften aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, der von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden ist, werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der Lagebericht können bei der Gesellschaft angefordert werden. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, MannheimVermerk zum KonzernabschlussWir haben den beigefügten Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis 29. Februar 2012 geprüft. Verantwortung des Vorstands für den KonzernabschlussDer Vorstand der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt ist verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Verantwortung des AbschlussprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der vom Vorstand ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. PrüfungsurteilGemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2012 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr. Vermerk zum KonzernlageberichtWir haben den beigefügten Konzernlagebericht der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis 29. Februar 2012 geprüft. Der Vorstand der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des Konzernlageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des Konzernlageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernlageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt am Main, den 3. Mai 2012 PricewaterhouseCoopers Dr. Ralf Worster, Wirtschaftsprüfer Olav Krützfeldt, Wirtschaftsprüfer GlossarAAKP-Länder |Afrikanische, karibische und pazifische Länder. BBeta-Faktor |Der Beta-Faktor gibt die Beziehung zwischen der Kursentwicklung einer Aktie und einem Index an und zeigt die Sensitivität des Aktienkurses auf die Veränderung des Indexstands. Ein Beta-Faktor größer eins bedeutet, dass der Aktienkurs stärker schwankt als der Gesamtmarkt, ein Beta-Faktor von eins bedeutet, dass der Aktienkurs gleich stark schwankt und ein Beta-Faktor kleiner eins bedeutet, dass der Aktienkurs im Verhältnis zum Gesamtmarkt weniger stark schwankt. CCapital Employed |Das Capital Employed ist das im Konzern gebundene operative Kapital. Es umfasst das Sachanlagevermögen einschließlich immaterieller Vermögenswerte sowie das Working Capital (Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige, nicht verzinsliche Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen). Das Capital Employed wird je Segment angegeben. Carbon Leakage |Risiko der Verlagerung von CO2 -Emissionen. Energieintensive Sektoren, bei denen die Gefahr besteht, dass aufgrund des wirtschaftlichen Drucks des Emissionshandels CÜ2-Emissionsverlage-rungen, d. h. Verlagerungen von Produktionsstandorten/Arbeitsplätzen in Länder außerhalb der EU stattfinden könnten, sollen eine kostenlose Zuteilung von Berechtigungen erhalten. Die Kriterien zur Beurteilung, ob es ein solches Risiko gibt, sind in der Neufassung der Emissionshandelsrichtlinie vom 23. April 2009 festgehalten. Cashflow |Kapitalfluss. Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Sie zeigt an, in welcher Höhe der ausgewiesene Jahresüberschuss zu Mittelzuflüssen aus der betrieblichen Tätigkeit geführt hat. Südzucker errechnet den Cashflow, indem der Jahresüberschuss um nicht zahlungswirksame Vorgänge bereinigt wird. Hierfür werden neben den Ab- bzw. Zuschreibungen auf das Anlagevermögen auch die Veränderungen langfristiger Rückstellungen und passiver latenter Steuern sowie andere, nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen aus dem Konzernjahresüberschuss eliminiert. Der Mittelzufluss durch den Cashflow kann zur Finanzierung von Investitionen, zur Tilgung von Verbindlichkeiten oder zur Dividendenzahlung genutzt werden. Clean Labelling |Verzicht auf modifizierte Inhalts- und Zusatzstoffe in Lebensmittelrezepturen. Commercial Papers (CP) |Handelbare, unbesicherte Inhaberschuldverschreibungen, die zur kurzfristigen Fremdmittelaufnahme emittiert werden. CPs werden revolvierend mit einer typischen Laufzeit zwischen einer Woche bis zu 12 Monaten ausgegeben. Convenience Food |Convenience Food oder Convenience-Lebensmittel ist ein aus dem Englischen entlehnter Begriff für "bequemes Essen". Damit werden vorgefertigte Lebensmittel bezeichnet, bei denen der Nahrungsmittelhersteller bestimmte Be- und Verarbeitungsstufen übernimmt, um weitere Zubereitungen in Privathaushalten, Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegungen zu erleichtern. Die Südzucker-Tochtergesellschaft Freiberger ist Hersteller von gekühlten und tiefgekühlten Pizzas, Pastas und Snacks, die durch Blanchieren oder Vorbacken so weit verzehrfertig zubereitet sind, dass der Verbraucher sie für den Verzehr nur noch erwärmen muss. Convertible Bond |→ Wandelanleihe. DDerivate |Finanzprodukte, deren Marktwert entweder aus klassischen Basisinstrumenten wie Aktien oder Rohstoffen oder aus Marktpreisen wie etwa Zinssätzen oder Wechselkursen abgeleitet werden kann. Derivate existieren in vielfältigen Formen, so etwa als Termingeschäfte, Optionen oder Futures. Im Finanzmanagement der Südzucker AG werden Derivate zur Risikobegrenzung eingesetzt. Diversity |Englisch für Diversität, Vielfältigkeit; steht in der Volks- und Betriebswirtschaft für eine Strategie zur Risikominimierung durch verbesserte Nutzung der Humanressourcen. Diversity Management im Unternehmen ist ein Konzept, um die Vielfalt der Belegschaft als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Drittländer |Werden in diesem Bericht die Länder genannt, die nicht der EU angehören. EEarnings per Share (EPS) |→ Ergebnis je Aktie. EBIT |Earnings Before Interest and Taxes; Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Kennzahl, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens misst, indem aus dem Jahresüberschuss der Steueraufwand und das Finanzergebnis eliminiert werden. Dem EBIT kommt bei einem Vergleich von Unternehmen, die unterschiedliche Finanzstrukturen aufweisen oder nicht vergleichbaren Steuersystemen ausgesetzt sind, zentrale Bedeutung zu. Das von Südzucker ausgewiesene "Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit" entspricht weitgehend der Definition des EBIT (→ operatives Ergebnis). EBITDA |Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation; Operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Equity-Methode |Bewertungsmethode für Beteiligungen an Unternehmen, auf deren Geschäfts- und Finanzpolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Hierbei wird der Beteiligungsbuchwert des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben, indem dieser um anteilige Jahresüberschüsse oder -fehlbeträge erhöht bzw. vermindert wird. Ausschüttungen des Beteiligungsunternehmens mindern den Beteiligungsbuchwert, ohne in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung einzugehen. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen |Beinhaltet anteilige Jahresüberschüsse oder -fehlbeträge, die von Unternehmen erwirtschaftet werden, die im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bewertet werden. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit |→ EBIT. Ergebnis je Aktie |Den Aktionären der Südzucker AG zurechenbares Ergebnis nach Steuern, das auf eine Aktie entfällt. Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des Jahresergebnisses nach Minderheitenanteilen im Verhältnis zur Anzahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt. ETBE |Umweltfreundlicher, aus Bioethanol gewonnener Oktanzahlverbesserer. FForecast |Der Begriff steht im Zusammenhang mit der Unternehmensplanung im Finanzbereich. In den drei jährlich parallel zu den Quartalsabschlüssen erstellten Forecasts werden die jeweils aktualisierten, zum Jahresende kumulierten Ergebniserwartungen für das laufende Geschäftsjahr zusammengetragen. Functional Food |Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen. GGluten |Kleber oder Klebereiweiß, welches in Getreidekörnern enthalten ist. Gluten wird in der Industrie als Lebens- und Futtermittel verwendet. Glykämisch |Blutzucker steigernde Wirkung. HHemicellulose |Ein Bestandteil pflanzlicher Zellen, der meist in Verbindung mit Cellulose als Stütz- und Gerüstsubstanz dient. Hybridkapital |Nachrangige Unternehmensanleihe, die infolge grundsätzlich ewiger Laufzeit eigenkapitalähnliche Ausgestaltungsmerkmale aufweist. Da die Kündigung nur durch den Emittenten zu vorher festgelegten Terminen möglich ist, wird Hybridkapital nach IFRS dem Eigenkapital zugerechnet. IIAS |International Accounting Standards. Internationale Rechnungslegungsvorschriften, festgelegt durch das International Accounting Standards Board (IASB), ein 1973 in London gegründetes, unabhängiges und privat finanziertes Komitee. Die IAS bestehen innerhalb der seit 2005 in Europa verbindlichen IFRS weiter. IFRS |International Financial Reporting Standards. Internationale Rechnungslegungsvorschriften, die seit 2005 verbindliche Grundlage für die Aufstellung der Konzernabschlüsse sämtlicher börsennotierter europäischer Gesellschaften sind. Die IFRS beinhalten und ergänzen die bereits seit 1973 herausgegebenen International Accounting Standards (IAS). Industriezucker Non-Food |Zucker, der außerhalb der Quote erzeugt wird. Er findet Verwendung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und wird z. B. zur Erzeugung von Bioethanol, Hefe, Zitronensäure und Vitaminen genutzt. Inulin |Prebiotischer Ballaststoff aus der Chicoreewurzel mit nachweislich gesundheitsfördernden Eigenschaften. Wird darüber hinaus aufgrund seiner technologischen - insbesondere Textur gebenden - Eigenschaften in einer Vielzahl von Lebensmittelzubereitungen als Fettersatzstoff verwendet. Isomalt |Der einzige Zuckeraustauschstoff, der aus Zucker gewonnen wird und so natürlich schmeckt wie Zucker. Er ist zahnfreundlich, kalorienreduziert und hat kaum Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel; weltweit der am meisten eingesetzte Rohstoff in zuckerfreien Bonbons, findet auch Verwendung in Kaugummis, Schokolade und Backwaren. KKGV |Kurs-Gewinn-Verhältnis. Wichtige Kennzahl bei der Börsenbewertung von Aktien, insbesondere beim Vergleich von Unternehmen mit ähnlichen Geschäftsprofilen innerhalb einer Branche (Vergleichsunternehmen). Zur Ermittlung des KGVs wird der Börsenkurs ins Verhältnis zum Ergebnis je Aktie gesetzt. Analog errechnet sich das KGV als Quotient aus Marktkapitalisierung und Jahresüberschuss nach Minderheitenanteilen. Tendenziell gilt eine Aktie bei einem im Vergleich zum Durchschnitt der Vergleichsunternehmen niedrigeren KGV als günstig, bei einem höheren KGV als ungünstig bewertet. Konsolidierung |Der Konzernabschluss wird so aufgestellt, als ob alle Konzerngesellschaften ein rechtlich einheitliches Unternehmen bilden. Konsolidierung bezeichnet die buchhalterische Technik zur Eliminierung aller konzerninternen Vorgänge. LLDCs |Least Developed Countries; am wenigsten entwickelte Länder. Dies ist ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, den eine Gruppe von besonders armen Ländern überall in der Welt besitzt. Lignocellulose |Verbund aus Cellulose, → Hemicellulose und Lignin, der das Strukturgerüst der pflanzlichen Zellwand bildet. MMarktrücknahme |Mit diesem Instrument kann die EU-Kommission Zucker- und Isoglukosemengen vom Markt nehmen, um ein strukturelles Marktgleichgewicht zu erhalten. Eine präventive Marktrücknahme kann jährlich bis zum 16. März verkündet werden, damit die Erzeuger die Aussaatflächen entsprechend anpassen können und keine Überschüsse erzeugt werden. Der endgültige Rücknahmeprozentsatz von Quotenzucker wird spätestens am 31. Oktober des betreffenden ZWJ festgesetzt. MOEL |Abkürzung für mittel- und osteuropäische Länder - MOE, Mittel-/Osteuropa. NNichtquotenzucker |Zucker, der außerhalb der Produktionsquote erzeugt wird. Dieser kann u. a. als Industriezucker Non-Food vermarktet, in Drittländer exportiert oder ins nächste ZWJ übertragen werden. OOperatives Ergebnis |Während beim EBIT zur Vergleichbarkeit von Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzstrukturen und Steuersystemen der Jahresüberschuss um das Finanzergebnis und den Steueraufwand bereinigt wird, soll mit der Kennzahl "operatives Ergebnis" auch eine Bereinigung um im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßig wiederkehrende Ergebniseinflüsse erfolgen. Hiermit wird eine Größe geschaffen, die um Sondereffekte bereinigte Periodenvergleiche ermöglicht und als Basis der internen Unternehmenssteuerung dient. Optionen |Derivate, mit denen der Käufer das Recht erwirbt, einen Vermögenswert wie zum Beispiel eine Aktie in der Zukunft zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Da der Käufer im Gegensatz zum Verkäufer einer Option (sogenannter "Stillhalter") außer der Zahlung der Optionsprämie keine Verpflichtung eingeht, handelt es sich hierbei um ein bedingtes Termingeschäft. Optionen können neben Vermögenswerten auf Marktpreise wie etwa Wechselkurse oder Zinssätze oder beispielsweise auch auf agrarische Rohstoffe abgeschlossen werden. PPalatinose™ |Das einzige niedrig glykämische Kohlenhydrat, das dem Körper lang anhaltende Energie aus Glukose liefert. Darüber hinaus ist Palatinose™ zahnfreundlich und wird ausschließlich aus Zucker gewonnen. Hauptanwendungsgebiet sind Getränke im Functional-Food- und Wellness-Bereich. Produktionsabgabe |Die EU-Kommission erhebt seit dem ZWJ 2007/08 eine Produktionsabgabe in Höhe von 12 €/t Quotenzucker. ProtiGrain® |Markenname für das von CopEnergies aus Trockenschlempe produzierte Futtermittel. ProtiGrain® wird als hochwertiges Proteinfuttermittel vermarket. ProtiWanze® |Markenname für die von CopEnergies in Wanze/Belgien aus Schlempe, die bei der Bioethanolherstellung anfällt und eingedickt wird, produzierten Futtermittel. ProtiWanze® ist ein flüssiges Futtermittel mit hohem Einweißgehalt. QQuoten |Für jeden Mitgliedsstaat der EU festgesetzte Menge an Zucker und Isoglukose. Diese Mengen werden wiederum auf die Unternehmen aufgeteilt und Quoten genannt. Quoten dienen dazu, die Produktion zu begrenzen und Überschüsse zu vermeiden. Quotenrüben |Die Zuckerrüben, die zur Erzeugung der zugeteilten Zuckerquote benötigt werden. Quotenzucker |Zucker, der unter Anrechnung auf ein bestimmtes ZWJ im Rahmen der Quote erzeugt wird und vermarktet werden kann. RRating |An internationalen Kapitalmärkten übliche Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners und der von diesem Schuldner emittierten Anleihen durch Ratingagenturen anhand standardisierter Beurteilungskennziffern wie z. B. Cashflow und Verschuldungssituation. Das Bonitätsurteil wird auf einer Skala von z. B. AAA bzw. Aaa (höchste Bonitätsstufe bei Langfrist-Ratings) bis D bzw. C (niedrigste Bonitätsstufe bei Langfrist-Ratings) vorgenommen. Für Investoren stellen Ratings ein Hilfsmittel zur Beurteilung des Kreditrisikos des Unternehmens an sich sowie seiner zur Fremdmittelfinanzierung ausgegebenen kurz- und langfristigen Wertpapiere dar. Referenzpreis |Indikator für die Festlegung bestimmter Marktinstrumente. ROCE |Return on Capital Employed; Kapitalrendite; in der Südzucker-Gruppe für die Messung der Rentabilität eines Segments verwendet. Hier werden die erwirtschafteten operativen Ergebnisse ins Verhältnis zum eingesetzten Vermögen eines Segments gesetzt. Letzteres wird als Summe des langfristigen Vermögens (ohne Finanzanlagevermögen) und des Working Capitals errechnet → Capital Employed. UÜbertragung |Ein Unternehmen kann beschließen, den seine Zuckerquote überschreitenden Teil der Zuckererzeugung ganz oder teilweise auf das folgende Wirtschaftsjahr zu übertragen. Dieser Teil gilt dann als die erste im Rahmen der Quote des folgenden Wirtschaftsjahres erzeugte Menge. WWandelanleihe |Anleihe, die unter bestimmten, vorher festgelegten Wandlungsbedingungen zu einem vorher festgelegten Wandlungsverhältnis in Aktien des Emittenten umgetauscht werden kann. Weltmarktpreise |Preise für Wertpapiere oder Güter, bei denen sich ein Ausgleich von Angebot und Nachfrage einstellt. Bei handelbaren Werten in hochliquiden Märkten erfolgt die Ableitung des Weltmarktpreises aus der täglichen Börsennotierung. Working Capital |Differenz zwischen kurzfristigen Vermögenswerten und kurzfristigen, nicht verzinslichen Verbindlichkeiten. Das Working Capital umfasst Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige, nicht verzinsliche Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen. Der Wert bringt zum Ausdruck, inwieweit ein Unternehmen Kapital im Rahmen der Umsatzerzielung bindet. Im Fall eines positiven Working Capitals werden Vorprodukte bezahlt, bevor Zahlungseingänge aus der Vermarktung der Fertigprodukte erfolgen. WTO |World Trade Organisation, Welthandelsorganisation. ZZuckerexporte |Die gestützten Exporte sind durch die WTO-Verpflichtungen der EU auf eine Menge von 1,374 Mio. t begrenzt. Zucker-Rohwert |Bezieht sich auf noch nicht raffinierten Rohzucker. Zucker-Weißwert |Bezieht sich auf bereits raffinierten Zucker und ist 10 % niedriger als der Rohwert. Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) |Die Wirtschaftsjahre ab 2007/08 beginnen jeweils am 1. Oktober und enden am 30. September. Zukunftsgerichtete Aussagen/PrognosenDieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der Südzucker AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die anstehenden Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, Änderungen der EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die Südzucker AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Bildnachweis: Alexander Seeboth (Foto Seite 9), Hirschberg Satz und Gestaltung: trio-group, Mannheim Druck und Weiterverarbeitung: ColorDruck, Leimen Papier: heaven 42 softmatt © 2012 KontakteInvestor Relations Nikolai Baltruschat investor.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-240 Telefax: +49 621 421-321 Wirtschaftspresse Dr. Dominik Risser public.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-428 Telefax: +49 621 421-425 Südzucker im InternetAusführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe erhalten Sie über die Internet-Adresse: www.suedzucker.de HerausgeberSüdzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt Theodor-Heuss-Anlage 12 68165 Mannheim Telefon: +49 621 421-0 |
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