![]() Südzucker AGMannheimKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2015 bis zum 29.02.2016Geschäftsbericht 2015-16NATÜRLICH NACHHALTIGSÜDZUCKER AGKURZPROFILSüdzucker hat sich vom regionalen Zuckererzeuger zu einer international agierenden Unternehmensgruppe entwickelt und ist mit den Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht eines der bedeutenden Unternehmen der Ernährungsindustrie. Im traditionellen Zuckerbereich ist die Gruppe in Europa größter Anbieter von Zuckerprodukten mit 29 Zuckerfabriken und zwei Raffinerien - von Frankreich im Westen über Belgien, Deutschland, Österreich bis hin zu den Ländern Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Moldau im Osten. Das Segment Spezialitäten mit den Bereichen funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Tiernahrung (BENEO), Tiefkühl- / Kühlprodukte (Freiberger), Portionsartikel (PortionPack Europe) und Stärke ist auf dynamischen Wachstumsmärkten tätig. Das Segment CropEnergies umfasst die Bioethanolaktivitäten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien. Mit dem Segment Frucht ist die Unternehmensgruppe weltweit tätig, im Bereich Fruchtzubereitungen Weltmarktführer und bei Fruchtsaftkonzentraten in Europa in führender Position. Basis dieses Erfolgs sind unsere Kernkompetenzen, allen voran das breit angelegte Know-how in der großtechnischen Verarbeitung verschiedenster agrarischer Rohstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten, insbesondere zu Lebensmitteln für Industriekunden und Endverbraucher, aber auch zu Futtermitteln und weiteren Nebenprodukten. Auf der Vermarktungsseite liegt unser Fokus im Business-to-Business-Bereich. Die stabile Eigentümerstruktur schafft einen verlässlichen Rahmen für die Unternehmensentwicklung. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Aktionären, den Lieferanten, den Kunden und den Mitarbeitern verantwortungsvoll an der Gestaltung der Zukunft zu arbeiten, aufbauend auf einem umfassenden Nachhaltigkeitsgedanken weiter profitabel zu wachsen, eine Prämie auf unsere Kapitalkosten zu erwirtschaften und damit den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Die in diesem Bericht dargestellten Themen mit Bezug zu Nachhaltigkeit sind jeweils mit dem Symbol → versehen. KONZERN 2015/16
ÜBERBLICK SEGMENTE 2015/16ZUCKERSegment Zucker weist Umsatzrückgang und negatives Ergebnis durch im Geschäftsjahresdurchschnitt nochmals deutlich gesunkene Quotenzuckererlöse aus.
Europäischer Marktführer
SPEZIALITÄTENSegment Spezialitäten erreicht durch Umsatzanstieg und geringere Kosten einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses.
BENEO:
FREIBERGER:
PORTIONPACK EUROPE:
STÄRKE:
CROPENERGIESSegment CropEnergies erzielt trotz Umsatzrückgang eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses aufgrund im Jahresdurchschnitt höherer Ethanolerlöse, gesunkener Nettorohstoffkosten und des Wegfalls der operativen Vorjahresverluste der Bioethanolanlage in Wilton/Großbritannien seit der temporären Stilllegung der Anlage im Februar 2015.
FRUCHTSegment Frucht verzeichnet leichten Umsatzanstieg sowie einen moderaten Ergebnisrückgang aufgrund gesunkener Margen im Fruchtsaftkonzentratbereich.
AUSBLICK 2016/17
KONZERNZAHLENscroll
TABELLE 001
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Umsatz nach Segmentenscroll
TABELLE 002 Operatives Ergebnis nach Segmentenscroll
TABELLE 003 NATÜRLICH NACHHALTIGDie Verarbeitung großer Mengen von Agrarrohstoffen setzt einen verantwortlichen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen voraus. Nachhaltigkeit ist daher natürlich Grundlage unseres Geschäfts. Dieses Verständnis zieht sich konsequent durch alle Unternehmensbereiche. Und gerade auf höchster Ebene ist der Nachhaltigkeitsgedanke stets nah, wenn es um Unternehmensentscheidungen geht. Wie nah - das zeigt der Südzucker-Vorstand auf einer "virtuellen Reise" durch Landschaften, die eng mit den Nachhaltigkeitsaspekten Wasser, Energie, Emissionen und Abfall verknüpft sind. Ausführlich berichten wir darüber in unserem Lagebericht. VIER NACHHALTIGKEITSASPEKTE IM FOKUSWasser, Energie, Emissionen und Abfall sind vier wesentliche Themen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Südzucker die wir in allen unseren Segmenten im Blick haben. CO2Die Reduktion von Emissionen zählt zu den wichtigsten internationalen Klimazielen. ABFALLRohstoffe möglichst vollständig zu verwerten, ist eine Schlüsselkompetenz nachhaltigen Wirtschaftens. WASSERWasser ist die Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten. ENERGIEDie Erzeugung regenerativer Energien schont die Ressourcen der Erde. "WASSER IST EINE WERTVOLLE LEIHGABE DER NATUR - WIR NUTZEN ES UND GEBEN ES ZURÜCK."DR. WOLFGANG HEER VORSITZENDER DES VORSTANDS Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten. Ohne Wasser wachsen auch keine Rüben, kein Getreide, keine Früchte. Ohne Wasser kann keine unserer Fabriken produzieren. Deshalb geht Südzucker sehr sorgfältig damit um! Das von uns eingesetzte Wasser wird - soweit erforderlich - aufbereitet und anschließend wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Nachhaltigkeit ab Seite 30 sowie in den Kapiteln zu den Segmenten. "GETREIDE WÄCHST SCHNELL NACH, WALD LANGSAM, ERDÖL GAR NICHT."DR. THOMAS KIRCHBERG MITGLIED DES VORSTANDS Die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien schont die Ressourcen der Erde. Diesen Ansatz verfolgt Südzucker mit der Produktion von Biokraftstoffen aus nachhaltig angebauten Rohstoffen. Das von uns verwendete Getreide wird in Europa angebaut, ist zertifiziert und liefert neben der Energie wertvolle Futtermittel. Dafür werden keine Wälder gerodet. Und gleichzeitig kann ein Teil der endlichen Ressource Öl durch Bioethanol ersetzt werden. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Nachhaltigkeit ab Seite 30 sowie im Segment CropEnergies. "DIE BILANZ MUSS STIMMEN - IM FINANZBEREICH UND BEIM KLIMA."THOMAS KÖLBL MITGLIED DES VORSTANDS Die Reduktion von Emissionen zählt zu den wichtigsten internationalen Klimazielen. Nicht nur, damit wir auch in Zukunft noch Gletscher haben. Südzucker investiert gezielt in hocheffiziente Produktions- und Energieanlagentechnik, Biomassekraftwerke und Biogasanlagen. Unser Beitrag für das Klima. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Nachhaltigkeit ab Seite 30 sowie in den Kapiteln zu den Segmenten. "BEI DER VERARBEITUNG UNSERER ROHSTOFFE ORIENTIEREN WIR UNS AN BEKANNTEN VORBILDERN."JOHANN MARIHART MITGLIED DES VORSTANDS Rohstoffe möglichst vollständig zu verwerten, ist eine Schlüsselkompetenz nachhaltigen Wirtschaftens. Wenn dabei etwas abfällt, muss es noch lange kein Abfall sein. Das Kreislaufprinzip einer Streuobstwiese, wo Fallobst zu natürlichem Dünger oder zu Futter für Wildtiere wird, ist ein gutes Vorbild aus der Natur. Bei Südzucker verwerten wir eingesetzte Agrarrohstoffe wie Zuckerrüben, Getreide oder Äpfel möglichst vollständig. So entstehen bei unserer Produktion nahezu keine Abfälle. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Nachhaltigkeit ab Seite 30 sowie in den Kapiteln zu den Segmenten. AN UNSERE AKTIONÄREBRIEF AN DIE AKTIONÄREMANNHEIM, 25. APRIL 2016Sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre,deutlich besser als erwartet, aber nicht wirklich gut - so könnte man das abgelaufene Geschäftsjahr 2015/16 überschreiben. Im April 2015 sind wir von einem Umsatz von 6,0 bis 6,3 Mrd. € und einem operativen Ergebnis von 50 bis 150 Mio. € ausgegangen. Diese Werte konnten wir erfreulicherweise mit einem Konzernumsatz von 6,4 Mrd. € und einem operativen Ergebnis von 241 Mio. € deutlich übertreffen. Dennoch dürfen wir uns von diesen Zahlen nicht täuschen lassen: Von unserer früheren Stärke sind wir - noch - weit entfernt. Sorgen bereiteten uns unter anderem die EU-Zuckerpreise, die nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau liegen. Auch die Nachfrage nach Bioethanol hat sich nicht wesentlich belebt. Aber es gibt auch positive Impulse, wie niedrige Rohstoffkosten, Signale für ansteigende Zuckerpreise oder die Nachfrage nach unseren Produkten im Spezialitätensegment. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde wieder deutlich, dass sich Unsicherheiten und Preisschwankungen auf den Rohstoff- und Absatzmärkten verstärkt auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken und so verlässliche Prognosen erschweren. Ungeachtet dessen ist es weiterhin unser Ziel, den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit frühzeitig über unsere Erwartungen zu informieren. So gehen wir für das Geschäftsjahr 2016/17 von einem steigenden Konzernumsatz zwischen 6,4 und 6,6 Mrd. € und einem höheren operativen Ergebnis von 250 bis 350 Mio. € aus. Der Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, gemeinsam von Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegte Dividendenvorschlag von 0,30 (0,25) €/Aktie orientiert sich an der beschriebenen Entwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr, der Erwartung für das Geschäftsjahr 2016/17 und an den Grundsätzen unserer Dividendenpolitik. → Erstmals haben wir unserem Geschäftsbericht in diesem Jahr ein Motto gegeben: "Natürlich nachhaltig". Schon seit der Unternehmensgründung im 19. Jahrhundert ist Südzucker ein der Natur stark verbundenes Unternehmen, dessen Handeln traditionell durch Nachhaltigkeit bestimmt ist. Mit unseren Statements zu Beginn des Berichts wollen wir auf die Bedeutung dieses Handelns für unser Unternehmen aufmerksam machen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, noch stärker als bisher auf nachhaltige Produktionsbedingungen, auch in den vorgelagerten Wertschöpfungsketten, zu achten. Ein ausführliches Kapitel Nachhaltigkeit sowie weitere zahlreiche Informationen, die in die jeweiligen Segmentberichte integriert sind, stellen das Nachhaltigkeits-Engagement der Südzucker-Gruppe vor. Wir haben uns hierbei an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) G4 Core orientiert, wollen diese Art der Berichterstattung künftig weiter verfolgen und Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, damit über die reine Finanzberichterstattung hinaus ein umfangreiches und möglichst vollständiges Bild unseres Unternehmens vermitteln. Damit können wir auch dem Anspruch der Konsumenten und unserer Kunden, für die der Nachweis von Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette eines Produkts zu einem wesentlichen Qualitäts- bzw. Kaufkriterium geworden ist, gerecht werden. Doch nun zurück zum abgelaufenen Geschäftsjahr, das für das Segment Zucker wohl eines der schwierigsten in der Unternehmensgeschichte war. Bei einem deutlichen Umsatzrückgang auf 2,9 (3,2) Mrd. € mussten wir erstmals ein negatives operatives Ergebnis von - 79 (7) Mio. € ausweisen. Die Preise für Quotenzucker in Europa erreichten im Sommer 2015 mit 414 €/t ihren Tiefststand und lagen Ende Januar 2016 bei knapp 429 €/t; auch bei den Weltmarktpreisen ist noch keine nachhaltige Besserung in Sicht. Es bleibt abzuwarten, ob die zu Beginn dieses Jahres zu beobachtende moderate Preiserholung den Anfang einer stabilen Trendumkehr bedeutet oder lediglich die kurzfristigen Auswirkungen einer in der letzten Kampagne geringeren europäischen Produktion sind. Gleichzeitig sind aufgrund marktordnungsrechtlicher Regelungen die Rübenpreise noch bis 2017 wenig veränderbar. Wir müssen unsere Anstrengungen, die Kosten weiter zu senken, fortführen. Kostenführerschaft ist auch im Hinblick auf die Zeit nach 2017 das erklärte Ziel. So erstreckt sich unser Effizienz- und Kostensparprogramm auf alle Aktivitäten vom Acker bis zum Kunden und betrifft alle Bereiche des Segments, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis hin zur Vermarktung und Logistik des Zuckers sowie der Nebenprodukte. Auch in der Verwaltung wurden die notwendigen Anpassungen umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Ein Beispiel auf dem Gebiet der Rohstoffbeschaffung ist die erfolgreiche Einführung der reduzierten Probennahme zur Ermittlung der Rübenqualität in den deutschen Zuckerfabriken in der Kampagne 2015. Dadurch konnte die Anzahl der Proben um rund 30 % gesenkt werden, was zu einer erheblichen organisatorischen Vereinfachung und entsprechenden Kostensenkung geführt hat. Ein weiteres Maßnahmenpaket konzentriert sich auf die Optimierung der Produktionsstrukturen. Hierunter fallen auch die schmerzlichen Entscheidungen zur Schließung der Rohzuckerraffination in Marseille und der Zuckerabpackung in Regensburg. Der schwierige Übergang in die Zeit ohne Zuckerquoten ist in vollem Gang. Strategisches Ziel ist es, auf Basis der Kostenführerschaft die bestehende Marktführung auszubauen. Hierfür ist es notwendig, die vorhandenen Produktionskapazitäten voll auszunutzen. Grundlage für die künftig geplante hohe Auslastung der Produktionskapazitäten unserer Zuckerfabriken ist die zuverlässige Belieferung mit Zuckerrüben. Hier arbeiten wir zum einen daran, den Kontakt zu den Anbauern noch weiter zu intensivieren, um beispielsweise mit dem Südzucker-Rohstoff-Service die notwendige Unterstützung für bestmögliche Zuckererträge zu leisten. Zum anderen gilt es, durch die frühzeitige Festlegung der Vertragsbedingungen für alle Seiten verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Hierbei sind wir auf einem guten Weg. Richtungweisend ist das Produktionskonzept am Standort Zeitz. Es sieht vor, die Stoff- und Energieströme der neuen Weizenstärkeanlage so in die bereits bestehenden Zucker- und Bioethanolproduktionsanlagen zu integrieren, dass alle Ressourcen vollständig und effizient genutzt werden. Mit der Testphase bzw. dem Probebetrieb einzelner Komponenten der Weizenstärkeanlage wurde begonnen. Die dort künftig produzierten Glukosesirupe ergänzen das Produktsortiment der Südzucker-Gruppe im Segment Spezialitäten. Mit unseren vielfältigen funktionellen Inhaltsstoffen in diesem Segment liegen wir voll im Trend: Produkteigenschaften wie präbiotisch, clean label, Bio, gentechnik-, gluten-, laktose- oder allergenfrei, um nur einige zu nennen, treffen die Wünsche der Verbraucher. Höhere Absatzmengen in allen Divisionen bestätigen unsere Strategie, sowohl für den Food- als auch Non-Food-Bereich flexibel auf neue Trends zu reagieren und entsprechende Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Damit konnten im Segment Spezialitäten sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis auf 1,8 (1,7) Mrd. € bzw. auf 171 (120) Mio. € gesteigert werden. Auch die Entwicklung im Segment CropEnergies hat uns viel Freude bereitet. Vor allem durch die deutlich bessere Marktsituation auf den europäischen Bioethanolmärkten mit entsprechend höheren Preisen konnte CropEnergies 87 (- 11) Mio. € zum operativen Konzernergebnis beitragen. Der Umsatz blieb durch geringere Absatzmengen bei Ethanol, Lebens- und Futtermitteln mit 0,7 (0,8) Mrd. € unter dem Vorjahr. Und auch wenn die Impulse für eine steigende Nachfrage noch ausbleiben und die Ethanolpreise gegenwärtig wieder deutlich sinken, sind wir zuversichtlich. Die Grundlagen für die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Transportsektor sind gelegt und ohne eine flächendeckende Nutzung von E10 wird es nicht möglich sein, die Klimaziele der EU zu erreichen. Unser Segment Frucht hat sich im vergangenen Geschäftsjahr als stabiles Standbein bestätigt und bei einem Umsatz von 1,1 (1,1) Mrd. € mit 62 (65) Mio. € einen guten Beitrag zum operativen Konzernergebnis geliefert. Insbesondere die Division Fruchtzubereitungen war sehr erfolgreich und erreichte ihr bisher bestes Ergebnis. In der Division Fruchtsaftkonzentrate soll die Herstellung von Aromen und Getränkegrundstoffen nach einem schwachen Geschäftsjahr neue Impulse geben. Über alle Segmente betrachtet hat sich die Richtigkeit unserer Strategie der Diversifizierung bestätigt: Gute bzw. stabile Ergebnisse in den Segmenten Spezialitäten, CropEnergies und Frucht konnten so den Einbruch bei Zucker zwar nicht auffangen, aber doch erheblich abmildern. Die Herausforderungen im vergangenen Geschäftsjahr waren enorm und sie werden in den kommenden Jahren sicherlich nicht kleiner. Wir sind sehr dankbar, dass wir uns auf die Leistungsbereitschaft und Loyalität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen können: Leistungsbereitschaft, mit der sie den Herausforderungen im Tagesgeschäft begegnen, Loyalität, mit der sie auch die Veränderungen im Unternehmen mit viel Engagement tragen. Sie, sehr geehrte Damen und Herren, sind unserem Unternehmen auch in diesen schwierigen Zeiten als Aktionäre treu geblieben und haben uns begleitet. Ihr Zuspruch ist unser Ansporn.
Südzucker AG Mit freundlichen Grüßen Vorstand DR. WOLFGANG HEER VORSITZENDER DR. THOMAS KIRCHBERG THOMAS KÖLBL JOHANN MARIHART VORSTAND*DR. WOLFGANG HEERLUDWIGSHAFEN AM RHEIN VORSITZENDER Erstbestellung: 1. März 2008 Vorsitzender seit 20. November 2012 Bestellt bis: 28. Februar 2018 Jahrgang 1956. Ab 1978 Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Karlsruhe. 1987 Beginn der Tätigkeit bei der Süddeutschen Zucker-Aktiengesellschaft in der Hauptverwaltung Mannheim. 1991 Bestellung zum Gründungsmitglied der Geschäftsführung der Südzucker GmbH Zeitz. 1995 Leiter der Zentralabteilung Betriebswirtschaft der Südzucker AG. Ab 1997 Vorsitzender der Geschäftsführung der Freiberger Lebensmittel GmbH in Berlin. Von 2009 bis 2012 Sprecher und seit 2012 Vorsitzender des Vorstands der Südzucker AG. RESSORTS
DR. THOMAS KIRCHBERGOCHSENFURT Erstbestellung: 1. September 2007 Bestellt bis: 31. August 2017 Jahrgang 1960. Studium der Landwirtschaft in Göttingen. 1989 Eintritt in die Südzucker AG in Ochsenfurt. Im Jahr 1991 Ernennung zum kommissarischen und 1995 zum Leiter der Gebietsdirektion Mitte. Ab 1997 Geschäftsführer der Südzucker International in Polen und ein Jahr später ebenfalls für Moldau zuständig. 2004 Ernennung zum Vorstandssprecher der Südzucker Polska. Seit September 2007 Mitglied des Vorstands der Südzucker AG. RESSORTS
THOMAS KÖLBLSPEYER Erstbestellung: 1. Juni 2004 Bestellt bis: 31. Mai 2019 Jahrgang 1962. Berufsausbildung zum Industriekaufmann, anschließend Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Beginn der Südzucker-Laufbahn im Jahr 1990. Vor der Bestellung zum Vorstand im Jahr 2004 als Direktor für die Zentralabteilung strategische Unternehmensplanung, Konzernentwicklung und Beteiligungen zuständig. Seit 2005 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG. RESSORTS
JOHANN MARIHARTLIMBERG, ÖSTERREICH Erstbestellung: 31. Januar 1994 Bestellt bis: 31. Januar 2019 Jahrgang 1950. Studium der technischen Chemie an der Technischen Universität in Wien, Fachrichtung Biotechnologie und Lebensmittelchemie. Nach dem beruflichen Start in einem Pharmaunternehmen Beginn der AGRANA-Laufbahn ab 1976 in der Stärkefabrik Gmünd. Seit 1988 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG, seit 1992 deren Vorstandsvorsitzender. Seit 1994 im Vorstand der Südzucker AG. RESSORTS
AUFSICHTSRAT*DR. HANS-JÖRG GEBHARDVorsitzender Eppingen Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. FRANZ-JOSEF MÖLLENBERG**1.stv. Vorsitzender Rellingen Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ERWIN HAMESEDER2.stv. Vorsitzender Mühldorf / Österreich Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. DR. JOCHEN FENNERGelchsheim Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. HELMUT FRIEDLEgling a. d. Paar Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. YÜKSEL GEDIAGAC**Berlin Gesamtbetriebsratsvorsitzender Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG VERONIKA HASLINGERWien Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. RALF HENTZSCHELPanschwitz-Kuckau Vorsitzender des Präsidiums des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V. WOLFGANG KIRSCHKönigstein Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG GEORG KOCHWabern Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. SUSANNE KUNSCHERTStuttgart Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG GÜNTHER LINK**Oberickelsheim Betriebsratsvorsitzender Werk Ochsenfurt Südzucker AG BERND MAIWEG**Bellheim Referatsleiter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten JOACHIM RUKWIEDEberstadt Präsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. RONNY SCHREIBER**Einhausen Betriebsratsvorsitzender Hauptverwaltung Mannheim Südzucker AG PETRA SCHWALBE**Berlin Vorsitzende des Landesbezirks Ost der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NADINE SEIDEMANN**Donauwörth Mitglied des Betriebsrats Werk Rain Südzucker AG FRANZ-RUDOLF VOGEL**Worms Gesamtbetriebsratsvorsitzender Südzucker AG WOLFGANG VOGL**Bernried Leiter der Werke Plattling und Rain Südzucker AG ROLF WIEDERHOLD**Wabern Betriebsratsvorsitzender Werk Wabern Südzucker AG
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Stand: 29. Februar 2016. Eine Aufstellung
mit den Mandaten findet sich ab Seite 176 des Geschäftsberichts. BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Damen und Herren,mit diesem Bericht geben wir Ihnen einen Überblick über die Tätigkeit des Aufsichtsrats im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16. Bevor wir auf die Details eingehen, lassen Sie uns das weiterhin bestimmende Thema benennen: die Vorbereitung des Unternehmens auf die einschneidenden Veränderungen im Kerngeschäft Zucker. Die Entscheidung der EU-Kommission im Juni 2013, die seit 1968 geltenden Regelungen für den europäischen Zuckermarkt im Jahr 2017 ersatzlos auslaufen zu lassen, stellt einen historischen Wendepunkt dar. Ziel dieser Marktordnung war es, einen verlässlichen Rahmen für Rübenanbauer, Zuckerfabriken und Kunden zu schaffen und gleichzeitig die Versorgung der europäischen Bevölkerung mit Zucker nachhaltig zu sichern. Nach fast 50 Jahren wird dieses System abgeschafft und Europas Zuckermarkt zu dem am wenigsten regulierten Zuckermarkt weltweit. Alle übrigen wesentlichen Zucker produzierenden Länder fördern ihre Zuckerwirtschaft. Bereits mit der Entscheidung der EU-Kommission hat sich der europäische Markt verändert. Erste Auswirkungen waren bereits im Geschäftsjahr 2013/14 erkennbar und auch das negative Zuckerergebnis 2015/16 ist in diesem Kontext zu sehen. Frühzeitig haben sich Vorstand und Aufsichtsrat mit den notwendigen Veränderungen beschäftigt. Südzucker hat die notwendigen Maßnahmen in allen Bereichen des Segments - von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion, Vermarktung und Logistik des Zuckers und der Nebenprodukte bis zur Verwaltung - erfolgreich eingeleitet und wird weitere Schritte folgen lassen. Erklärtes Ziel von Aufsichtsrat und Vorstand ist es, das Unternehmen mittelfristig auf ein operatives Konzernergebnisniveau von rund 550 Mio. € zurückzuführen. Auch im Geschäftsjahr 2015/16 haben wir die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit mit dem Vorstand fortgesetzt und ausführlich die Rahmenbedingungen, die Ausrichtung und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens diskutiert. Dabei sind wir den Aufgaben nachgekommen, für die wir nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung verantwortlich sind: den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten. Bei allen die Südzucker-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden und wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Südzucker-Gruppe - einschließlich der Risikolage - sowie über Risikomanagement und Compliance unterrichtet. Der Vorstand berichtete in allen Sitzungen des Aufsichtsrats über den Gang der Geschäfte und die Lage des Unternehmens sowie zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats mündlich und schriftlich über alle bedeutenden Geschäftsvorgänge. Gegenstand dieser Berichte waren im Wesentlichen die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung -jeweils bezogen auf die Südzucker AG und die Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus nahm der Aufsichtsratsvorsitzende an Vorstandssitzungen teil und wurde vom Vorstandsvorsitzenden in zahlreichen Arbeitsgesprächen laufend über alle wichtigen Geschäftsvorgänge informiert. Aufsichtsratssitzungen und BeschlussfassungenDer Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2015/16 - jeweils unter Teilnahme des Vorstands - in vier ordentlichen und zwei außerordentlichen Sitzungen. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat - jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung - zugestimmt. Gegenstand der Bilanzsitzung am 20. Mai 2015 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Südzucker AG sowie des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2015. Der Abschlussprüfer berichtete über die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Bericht des Aufsichtsrats wurden beschlossen. Es wurde auch die ordentliche Hauptversammlung 2015 vorbereitet: Der Aufsichtsrat beschloss die Tagesordnung und die Beschlussvorschläge, insbesondere den Kandidatenvorschlag für die Zuwahl zum Aufsichtsrat und die vorgesehenen Satzungsänderungen zum genehmigten Kapital 2015. Weiter genehmigte der Aufsichtsrat eine Finanzanlage und beschloss turnusmäßig eine Anpassung der Vorstandsvergütung. In der Sitzung am 15. Juli 2015 - am Tage vor der Hauptversammlung - genehmigte der Aufsichtsrat den Investitionsplan 2016/17, das Langfristinvestitionsprogramm und die Investitionsnachträge. Es wurde die Mittelfristplanung vorgestellt. Er genehmigte auch ein Grundstücksvorhaben in Belgien. Der Aufsichtsrat legte außerdem die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand fest. Schließlich erfolgte die Wahl von Herrn Georg Koch - als Nachfolger von Herrn Erhard Landes - zum Mitglied des Landwirtschaftlichen Ausschusses. In der Sitzung am 19. November 2015 wurde die Ergebnishochrechnung 2015/16 vorgestellt. Wie stets in der November-Sitzung behandelte der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch und beschloss die Entsprechenserklärung 2015. Es wurde weiter eine redaktionelle Änderung in § 8 Abs. 3 der Satzung beschlossen. Der Aufsichtsrat genehmigte ein Finanzierungsvorhaben, den Anteilsverkauf der PortionPack Belgium, ein Freiberger-Beteiligungsvorhaben und Investitionsnachträge sowie einen Grundstückstausch. In der Sitzung am 26. Januar 2016 wurde die aktuelle Ergebnishochrechnung 2015/16 präsentiert. Der Aufsichtsrat genehmigte den Ausbau der AGRANA-Maisstärkefabrik in Aschach und weitere Investitionsnachträge sowie ein AGRANA-Beteiligungsvorhaben. Weiter wurde die Anpassung der Geschäftsordnung des Vorstands an eine neue Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex beschlossen. Schließlich wurde das Thema Ruhestandsleistungen an Führungskräfte behandelt. Die außerordentliche Sitzung am 30. April 2015 fand aus Anlass der Amtsniederlegung des Vorstandsmitglieds Dr. Lutz Guderjahn statt. Einziger Tagesordnungspunkt der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 25. Januar 2016 war die Organverantwortung im Zusammenhang mit dem Kartellbußgeld 2014. In den Sitzungen am 20. Mai 2015 und am 19. November 2015 fehlten jeweils zwei Mitglieder des Aufsichtsrats entschuldigt. Die fehlenden Mitglieder nahmen aber mittels schriftlicher Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teil. In der außerordentlichen Sitzung am 30. April 2015 fehlten drei Mitglieder des Aufsichtsrats entschuldigt. Ansonsten waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich in den Sitzungen anwesend. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm nur an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse teil. Ausschüsse des AufsichtsratsZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse (Präsidium, Vermittlungsausschuss, Prüfungsausschuss, Landwirtschaftlicher Ausschuss und Sozialausschuss) gebildet, die sich jeweils paritätisch aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats. Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2015/16 dreimal. Es behandelte stets strategische Themen und auch die Nachfolgeplanung für den Vorstand. In der Sitzung am 30. April 2015 ging es außerdem um die Amtsniederlegung des Vorstandsmitglieds Dr. Lutz Guderjahn. In der Sitzung am 20. Mai 2015 wurde auch die Anpassung der Vorstandsvergütung vorbesprochen. In der Sitzung am 19. November 2015 wurde ferner der Stand der Prüfung der Organverantwortung im Zusammenhang mit dem Kartellbußgeld 2014 erörtert. Der Prüfungsausschuss kam im vergangenen Geschäftsjahr fünfmal - in drei Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen -zusammen. In seiner Sitzung am 11. Mai 2015 befasste er sich in Gegenwart des Abschlussprüfers mit dem Jahresabschluss der Südzucker AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser - nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers und prüfte hierzu dessen Unabhängigkeit. In der Sitzung am 15. Juli 2015 erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für den Prüfungsauftrag und erteilte - vorbehaltlich der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung am 16. Juli 2015 - den Prüfungsauftrag. In der Sitzung am 6. Oktober 2015 befasste er sich, wie vom Aufsichtsrat beauftragt, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung des Halbjahresberichts. In den Telefonkonferenzen am 6. Juli 2015 und am 11. Januar 2016 erörterte der Prüfungsausschuss die Quartalsberichte Q1 bzw. Q3 2015/16 mit dem Vorstand. In den Sitzungen und Telefonkonferenzen des Prüfungsausschusses waren alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet. Der Landwirtschaftliche Ausschuss tagte am 19. November 2015. Es wurde über Aktuelles aus dem Geschäftsbereich Landwirtschaft und die Situation auf den Rohstoffmärkten sowie über das Thema "Big Data in der Landwirtschaft" berichtet und diskutiert. Über die Ausschusssitzungen berichtete deren Vorsitzender jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung. Der Vermittlungsausschuss musste auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Ebenso hat der Sozialausschuss nicht getagt. Effizienzprüfung des AufsichtsratsDer Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 19. November 2015. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. ComplianceAm 14. Januar 2016 fand das turnusmäßige Fraud-Gespräch zwischen Vorstand, Abschlussprüfer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie des Prüfungsausschusses statt. Es wurde dort über die Einschätzung von Geschäftsrisiken, Maßnahmen zur Begrenzung des Fraud-Risikos sowie Reaktionen auf Fraud-Fälle informiert und anschließend diskutiert. Corporate GovernanceEine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei Südzucker einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der - von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen - Entsprechenserklärung 2015 ist dem Corporate-Governance-Bericht zu entnehmen. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ Corporate-Governance/ zur Verfügung. Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Südzucker-Gruppe; auch hierüber hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen. Dem Aufsichtsrat wurde die Möglichkeit gegeben, an einer Informationsveranstaltung zum Thema Corporate Governance teilzunehmen. Dem Aufsichtsrat ist im Berichtszeitraum von keinem seiner Mitglieder ein Interessenkonflikt - insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte - mitgeteilt worden. JahresabschlussDie von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr 2015/16, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2015/16 geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet erscheint, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Der Vorstand hat im Hinblick auf die Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, dass die SZVG über 50 % der Stimmrechte an der Südzucker AG hält, einen Bericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung nicht unangemessen hoch war und keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen. Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 4. Mai 2016 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 18. Mai 2016 teil und berichtete ausführlich über Verlauf und Ergebnis seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Südzucker AG und den Konzernabschluss der Südzucker-Gruppe in seiner Sitzung am 18. Mai 2016; der Jahresabschluss der Südzucker AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,30 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an. PersonaliaIm Aufsichtsrat gab es im Geschäftsjahr 2015/16 folgende Wechsel: Der Aktionärsvertreter Erhard Landes hat sein Aufsichtsratsmandat - entsprechend der Regelung in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat - mit Wirkung zum Zeitpunkt der Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung am 16. Juli 2015 niedergelegt. Wir bedanken uns bei Herrn Erhard Landes herzlich für seinen langjährigen Einsatz zum Wohle des Unternehmens. Anstelle von Herrn Erhard Landes wurde Herr Helmut Friedl (Landwirtschaftlicher Betriebsleiter und Lehrer an der Technikerschule für Agrarwirtschaft in Landsberg am Lech) durch die ordentliche Hauptversammlung am 16. Juli 2015 zum weiteren Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Herr Georg Koch wurde vom Aufsichtsrat am 15. Juli 2015 als Nachfolger für Herrn Erhard Landes mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 16. Juli 2015 in den Landwirtschaftlichen Ausschuss gewählt. Im Vorstand gab es im Geschäftsjahr 2015/16 folgende Veränderung: Herr Dr. Lutz Guderjahn legte sein Vorstandsamt mit Wirkung zum 30. April 2015 nieder und beendete seine Tätigkeit für das Unternehmen. Seine verantworteten Ressorts wurden von den Vorstandsmitgliedern Dr. Wolfgang Heer, Dr. Thomas Kirchberg, Thomas Kölbl und Johann Marihart übernommen. Die Südzucker AG dankt Herrn Dr. Lutz Guderjahn für die geleistete Arbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute. Gemeinsam mit dem Vorstand gedenkt der Aufsichtsrat aller im Berichtsjahr verstorbenen Mitarbeiter und ehemaligen Mitarbeiter der Südzucker-Gruppe. Dem Vorstand und allen Mitarbeitern der Südzucker AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen spricht der Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus.
Mannheim, 18. Mai 2016 Für den Aufsichtsrat DR. HANS-JÖRG GEBHARD, VORSITZENDER SÜDZUCKER-AKTIE UND KAPITALMARKTKAPITALMARKTUMFELD WEITER VOLATILUnter dem Einfluss der lockeren Geldpolitik setzten die deutschen Börsen auch im Kapitalmarktjahr 2015/16 zunächst neue Rekordmarken. Am 22. Januar 2015 kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) ein umfangreiches Ankaufprogramm von Euro-Staatsanleihen im Wert von 1,14 Billionen € bis September 2016 an und löste damit eine liquiditätsgetriebene Kursrallye aus, innerhalb derer die deutschen Aktienindizes MDAX® und DAX® neue Allzeithochs im April 2015 erreichten. In der Folge sorgten die wieder aufkeimende Griechenland-Debatte, die Flüchtlingskrise und geopolitische Krisen für deutliche Kursschwankungen. Der Kurseinbruch an den chinesischen Börsen im August 2015 rief erhebliche Verunsicherung hinsichtlich der Perspektiven der chinesischen Wirtschaft hervor, was die europäischen Börsen von August bis September 2015 auf Talfahrt schickte. Die Eurozone bewegte sich mit einem Wachstum von + 1,5 % auf einem soliden Wachstumspfad. Angesichts einer Inflationsrate von durchschnittlich 0,0 % sah sich die EZB jedoch gezwungen, Ende Oktober 2015 eine Ausweitung des Anleiheankaufprogramms anzukündigen, was eine zweite Kursrallye auslöste, die bis zum EZB-Beschluss am 3. Dezember 2015 anhielt. Der EZB-Rat kündigte eine Verlängerung der Anleihekäufe von September 2016 bis März 2017 an. Auf diese Weise wurde den europäischen Märkten noch mehr Liquidität zugeführt; zudem sollten die europäischen Banken durch Senkung des Einlagesatzes zu erhöhter Kreditvergabe animiert werden. Das Ausmaß der geplanten zusätzlichen Anleihekäufe enttäuschte ebenso wie der Konjunkturausblick für die Weltwirtschaft, sodass die Aktienkurse einen Abwärtstrend formten. Kennzahlen der Südzucker-Aktiescroll
TABELLE 004
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Bilanzstichtag. Die Südzucker-Aktie erzielte im Kalenderjahr 2015 einen Wertzuwachs von 55,7 % (Kursentwicklung und Dividendenausschüttung), der MDAX® legte 22,7 % zu. Der Börsenauftakt im Jahr 2016 war der schwächste seit 25 Jahren, sodass die Performance per Südzucker-Geschäftsjahr (29. Februar) erheblich differierte: Südzucker-Aktie + 3,5 %, MDAX® - 3,3 %. Kursentwicklung der Südzucker-Aktie![]() GRAFIK 001 Anleihen der Südzucker AGscroll
TABELLE 005 → STABILE AKTIONÄRSSTRUKTURDie Südzucker AG verfügt unverändert über zwei langfristig orientierte Großaktionäre. Der Anteilsbesitz der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) an der Südzucker AG lag zum 29. Februar 2016 bei rund 56 %. Der zweite Großaktionär, Zucker Invest GmbH, österreichische Anteilseigner der Raiffeisengruppe repräsentierend, hielt seinen Anteilsbesitz unverändert bei rund 10 %. Der Streubesitz lag bei rund 34 %. BESTÄTIGUNG DES RATINGS ALS STRATEGISCHES ZIELSüdzucker bekennt sich zu einer konservativen Finanzpolitik mit dem Ziel der effizienten Kapitalmarktrefinanzierung. Seit 1991 lässt sich Südzucker von der Ratingagentur Moody's bewerten, seit 2003 auch von Standard & Poor's (S&P). Südzucker verfügt von Beginn an über ein Investment-Grade-Rating, das dem Konzern im Vergleich zu Unternehmen im Non-Investment-Grade-Bereich eine höhere Kreditwürdigkeit sowie stärkere Cashflow- und Ertragskraft bescheinigt. Das Rating im Geschäftsjahr 2015/16 stand unter dem Eindruck der volatilen Preisentwicklung im europäischen Zucker- und Bioethanolmarkt. Moody's bestätigte am 23. Januar 2015 das Investment-Grade-Rating (Rating des Unternehmens und der Senioranleihen) von Baa2, senkte aber den Ausblick von stabil auf negativ; bei der Berechnung der Ratingkennzahlen erkennt Moody's die nachrangige Hybridanleihe zu 75 % als Eigenkapital an. S&P bestätigte das Investment-Grade-Rating von BBB am 16. Januar 2015 und senkte den Ausblick von stabil auf negativ. Am 15. Juni 2015 wurde das Rating auf BBB- gesenkt bei stabilem Ausblick. Die Hybridanleihe bewertet S&P unverändert zu 50 % als Eigenkapital. Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Börsendaten der Südzucker-Aktiescroll
TABELLE 006 Kursentwicklung der Südzucker-Aktie im Vergleich zu DAX® und MDAX®1. März 2015 bis 29. Februar 2016![]() GRAFIK 002 Kursentwicklung Südzucker-Aktie vs. MDAX®1. März 2015 bis 29. Februar 2016![]() GRAFIK 003 KonzernlageberichtGRUNDLAGEN DES KONZERNSUnternehmensstrategie→ Verantwortungsvolles Handeln ist die Voraussetzung für langfristigen ökonomischen Erfolg. Daher verfolgt Südzucker eine Strategie des wertorientierten, profitablen Wachstums auf der Basis eines Gleichgewichts zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung und orientiert sich dabei an ihren Kernkompetenzen und Leitlinien. Damit bekennt sich die Unternehmensführung zu einer nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens, in deren Kern der sorgfältige Umgang mit allen genutzten Ressourcen steht. VON MEGATRENDS PROFITIERENDie Südzucker-Gruppe ist mit ihren vier Segmenten in Bereichen tätig, die auch mittel- bis langfristig von den globalen Megatrends wie wachsende Weltbevölkerung, steigende Einkommen insbesondere in den Schwellenländern mit entsprechend veränderten Ernährungsgewohnheiten und zunehmendem Bedarf an Lebens- und Futtermitteln sowie Energie profitieren. Diese Megatrends sind nach wie vor intakt, werden somit Wachstumsmotoren bleiben und neue Perspektiven bieten. So wird beispielsweise damit gerechnet, dass der weltweite Zuckerverbrauch weiterhin um durchschnittlich 2 % bis 3 % pro Jahr steigt - von derzeit 182 Mio. t auf etwa 200 Mio. t im Jahr 2020. Wir richten unsere Geschäftsfelder weiterhin auf die steigende Nachfrage nach Agrarrohstoffen, Nahrungs- und Futtermitteln sowie erneuerbarer Energie aus. MARKTPOSITION STÄRKENEin wesentlicher Wettbewerbsfaktor in unseren Märkten ist Größe. Deshalb wollen wir mit allen unseren Geschäftsfeldern die sich ergebenden Chancen nutzen; dies kann durch organisches Wachstum, Kooperationen wie auch Akquisitionen erfolgen. Unser Ziel bleibt, in den von uns besetzten Geschäftsfeldern die Nummer 1 oder eine starke Nummer 2 zu sein. Bedeutend hierfür sind auch die Cashflow-Kraft des Unternehmens und ein Investment-Grade-Rating, das uns einen guten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten sichert. Dabei steht eine solide Finanzierungsstrategie immer im Vordergrund. AUF KERNKOMPETENZEN FOKUSSIERENUnsere wesentliche Kernkompetenz ist die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen, die alle Schritte der Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Kenntnis der Märkte und Kundenbeziehungen umfasst. Dieses Wissen ständig weiterzuentwickeln, um das Handeln den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen und damit im Wettbewerb zu bestehen, steht im Fokus unserer täglichen Arbeit. UNSERE STRATEGIE![]() → UNSERE LEITLINIEN
WIR SCHAFFEN WERTE FÜR EINE NACHHALTIG ERFOLGREICHE UNTER NEHMENSENTWICKLUNG. DIVERSIFIZIERUNG WEITERENTWICKELN -SYNERGIEN NUTZENMit der breiten Basis unseres Portfolios sowie einer Diversifizierung in verschiedenen Regionen und Märkten sorgen wir für ein ausgeglichenes Risikoprofil. Diesen Ansatz verfolgen wir weiter. Dabei sollen sich Wachstumsaktivitäten an unserer Kernkompetenz orientieren, um Synergien über den gesamten Wertschöpfungsprozess -von der Rohstoffgewinnung über die Veredelungsstufen bis zum Endkunden - nutzen zu können. Dies schont die natürlichen Ressourcen und trägt zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Besonders deutlich zeigt sich das an den Standorten, an denen für unterschiedliche Segmente produziert wird. GEZIELTE WERTORIENTIERTE INVESTITIONENZur Sicherung des zukünftigen Wachstums werden wir alle Geschäftsfelder weiter stärken. Neben Ersatzinvestitionen und Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Zucker- und Ethanolbereich wird die Internationalisierungsstrategie im Segment Zucker in Form der ständigen Prüfung von Akquisitionsmöglichkeiten unverändert fortgeführt. Neuinvestitionen werden auch außerhalb der Segmente Zucker und CropEnergies umgesetzt. Ein Fokus liegt auf dem Auf- und Ausbau von Verbundstandorten, dort werden Investitionen segmentübergreifend realisiert. MITARBEITER FÖRDERNUnsere weltweit rund 16.500 Mitarbeiter tragen den Erfolg des Unternehmens durch ihre fachliche Kompetenz, die Erfahrungen, die sozialen Fähigkeiten und ihr Engagement. Die verschiedenen Maßnahmen der Personalpolitik werden so eingesetzt, dass sie die Strategie des Unternehmens stützen und die Mitarbeiter in die Position versetzen, unter den sich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren. AUSRICHTUNG IN DEN SEGMENTENNach dem Auslaufen der Regelungen zu Rübenmindestpreis und Quote am 30. September 2017 werden Mengen- und Preisschwankungen noch stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt wirken. Gleichzeitig wird durch die Aufhebung der Exportbeschränkungen für den europäischen Rübenzucker der Exportmarkt wieder vermehrt Vermarktungschancen bieten, die wir auch durch die Zusammenarbeit mit dem britischen Handelshaus ED&F Man Holdings Ltd., London, nutzen wollen. In diesem veränderten Marktumfeld sieht sich Südzucker als Europas größter Anbieter von Rübenzucker mit leistungsfähigen Fabriken in den wettbewerbsfähigsten europäischen Rübenanbaugebieten in einer guten Position. Ausgehend von der Produktion in den europäischen Kernmärkten und damit der Nähe zu den Industriekunden und den wichtigsten Zuckerverbrauchsmärkten, ist Südzucker bereits heute in der Lage, Kunden in ganz Europa mit Zuckerprodukten kostenoptimal zu beliefern. Zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verbessert Südzucker kontinuierlich die Kosten- und Logistikstrukturen im Zuckersegment; dazu gehört auch die künftige volle Auslastung der bestehenden Rübenzuckerfabriken. Neben dem Zuckersegment profitieren aber auch die übrigen Geschäftsfelder von einer weltweit steigenden Nachfrage nach Lebens- sowie Futtermitteln und Energie. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht werden die globale Positionierung und der Ausbau der Kernprodukte - auch durch eine größere Veredelungstiefe - als strategische Aufgabe angenommen. Im Segment CropEnergies wollen wir die Position in Europa festigen und die aufgebauten Kapazitäten langfristig ausschöpfen. Konzernstruktur→ Die Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind - neben der Muttergesellschaft Südzucker AG - 153 (157) Gesellschaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Die Equity-Bewertung wurde bei 16 (15) Gesellschaften angewendet. Weitere Details zu Beteiligungen finden sich unter Ziffer (38) "Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB" des Konzernanhangs in diesem Geschäftsbericht. Die Südzucker-Gruppe umfasst die vier Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Dabei sind die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht in insgesamt 13 Divisionen untergliedert, die das operative Tagesgeschäft steuern. Das Segment CropEnergies wird als eigenständige Unternehmenseinheit geführt. Konzernfunktionen werden in den Bereichen Betriebswirtschaft / Controlling, Einkauf Hilfs- und Betriebsstoffe, Einkauf Investitions-, Instandhaltungsgüter und Dienstleistungen, Finanzen und Rechnungswesen, Forschung /Entwicklung / Services, Futtermittel / Nebenprodukte, Ingenieurwesen, Investor Relations, Landwirtschaftliche Forschung, Lebensmittelrecht /Verbraucherpolitik / Qualitätssicherung, Liegenschaften / Versicherungen, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation / IT, Personal, Recht, Revision, Steuern, Strategische Unternehmensplanung / Konzernentwicklung / Beteiligungen, Zucker / Verkauf, Zucker / Produktion sowie Zucker / Rübe von den entsprechenden Geschäftsbereichen / Zentralabteilungen wahrgenommen. Daneben sind administrative Aufgaben in Shared-Finance-Centern sowie Forschungsaktivitäten an mehreren Forschungsstandorten zusammengefasst. SEGMENT ZUCKERDas Segment Zucker umfasst den Geschäftsbereich Zucker mit den vier Divisionen in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wroclaw) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.A., Chiçinãu) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Agrar und Umwelt AG Loberaue, Rackwitz). At Equity einbezogen werden das britische Handelshaus ED&F Man Holdings Ltd., die Studen-Gruppe (einschließlich Zuckerproduktion in Bosnien) und das italienische Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l. scroll
SEGMENT SPEZIALITÄTENDas Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus verschiedenen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Bioethanolgeschäft der AGRANA mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Bioethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet. Die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana in Ungarn werden at Equity einbezogen. scroll
SEGMENT CROPENERGIESDie Bioethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Brasilien und Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte AG geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität betreibt; diese Gesellschaft wird at Equity einbezogen. scroll
SEGMENT FRUCHTDas Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und alkoholfreien Getränkeindustrie. scroll
→ KonzernsteuerungDer Vorstand der Südzucker AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird hierbei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand sorgt für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und wirkt auf die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) hin. Er sorgt zudem für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen. Die Leitungsorgane auf Ebene der Segmente / Divisionen führen die operativen Tagesgeschäfte im Rahmen der nationalen gesetzlichen Vorschriften sowie konzerninterner Richtlinien und Vorgaben. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fachlichen Weisungsrecht ausgestattet sind, unterstützt und beraten. WERTMANAGEMENTIm Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wertmanagements strebt Südzucker in den Segmenten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Kapitalkosten hinaus zu erzielen und hierdurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Zur Umsetzung der wertorientierten Unternehmensführung setzt Südzucker ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet, darauf aufbauend, zentral definierte Kennzahlen an; wesentliche Kennzahlen sind das operative Ergebnis und die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Das eingesetzte Kapital (Capital Employed) umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - kurz ROCE) entspricht dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leistungsindikatoren stellen für die Südzucker-Gruppe derzeit die wesentlichen steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren dar. FINANZMANAGEMENTDie Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Das Fundament der Finanzierung bildet das Investment-Grade-Rating, das den Zugang zu den Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungsinstrumenten sicherstellt. Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Finanzinstrumenten wie Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden vorrangig durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms von insgesamt 600 Mio. € sowie syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien gewährleistet. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an den für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwendeten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). Weitere Erläuterungen zu den operativen Ergebnissen je Segment sowie zu den Kennzahlen zur Kapitalstruktur werden im Kapitel "Wirtschaftsbericht" gegeben. Die Ableitung der Kapitalkosten ist im Konzernanhang unter Ziffer (21) "Immaterielle Vermögenswerte" dargestellt. Weitere Angaben zum Finanzmanagement sowie Einzelheiten zu den eingesetzten Finanzinstrumenten werden im Konzernanhang unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" gemacht. → Nachhaltigkeit→ VERANKERUNG IM UNTERNEHMENSüdzucker ist seit der Unternehmensgründung im 19. Jahrhundert ein der Landwirtschaft und damit der Natur stark verbundenes Unternehmen. Kern unseres Geschäftsmodells ist die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Produkten für Ernährungsindustrie, Endverbraucher und industrielle Anwendungen - dies im großen Maßstab: Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden an den weltweit mehr als 90 Produktionsstandorten insgesamt rund 27 Mio. t Agrarrohstoffe wie z. B. Zuckerrüben, Getreide, Mais, Zichorien sowie Früchte verarbeitet. Zur mittel- und langfristigen Erhaltung der wirtschaftlichen Grundlage des Unternehmens ist es essenziell, die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe dauerhaft zu sichern. In diesem Bewusstsein ist das Prinzip der Nachhaltigkeit, bei der Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsbedürfnisse im Einklang stehen, traditionell ein fester und gelebter Bestandteil der Unternehmensstrategie. In der jüngeren Unternehmensgeschichte hat sich Südzucker vom regionalen Zuckerhersteller zum weltweit tätigen Konzern mit verschiedenen Geschäftsfeldern weiterentwickelt. Diese Entwicklung bringt die Herausforderung mit sich, nachhaltiges Handeln in allen Unternehmensteilen und Regionen zu verankern. → UNSERE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIEWir richten unser Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom agrarischen Rohstoff bis zum fertigen Produkt im Sinne der Nachhaltigkeit aus. So beginnt ressourcenschonender Umgang mit der Natur bereits bei der sorgfältigen Auswahl der zu verarbeitenden Agrarprodukte. Südzucker stellt hohe Qualitätsanforderungen an die Rohstofflieferanten. Nachhaltigkeit und Qualitätsführerschaft verwirklicht Südzucker ebenso bei der Verarbeitung der agrarischen Rohstoffe zu Zucker, Futtermitteln, funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung, Bioethanol sowie zu Stärke- und Fruchtprodukten. Ziel ist eine langfristig angelegte Verknüpfung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen. Besondere Beachtung finden bei Südzucker vor allem die folgenden, in allen Segmenten gültigen Aspekte:
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TABELLE 007 → UNSERE STAKEHOLDEREine weitere Aufgabe von zunehmender Bedeutung besteht darin, den Anforderungen der mit unserem Unternehmen in Beziehung stehenden Interessengruppen (Stakeholder) gerecht zu werden und über relevante Aspekte der Nachhaltigkeit strukturiert zu berichten. So zählt Nachhaltigkeit beispielsweise zu den Unternehmenswerten unserer Kunden und beeinflusst zunehmend deren Einkaufsentscheidungen. Südzucker hat auf der Grundlage der Erfahrungen aus der täglichen Arbeit die für die Unternehmensgruppe relevanten wesentlichen Stakeholder-Gruppen identifiziert und steht mit ihnen in unterschiedlicher Weise im Dialog. Dabei sind die Schwerpunkte der Kommunikation auf die Interessen der jeweiligen Gruppe ausgerichtet (Tabelle 007). → UNSERE WESENTLICHEN HANDLUNGSFELDERAls Unternehmen sind wir gefordert, unsere Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf wesentliche Auswirkungen in Bezug auf die Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens zu analysieren, darzustellen und die Entwicklung zu verfolgen. Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse hat Südzucker die Bedeutung einzelner Nachhaltigkeitsaspekte für sich und relevante Stakeholder-Gruppen beurteilt und den folgenden Handlungsfeldern zugeordnet:
Die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte werden nachfolgend in diesem Kapitel oder an anderer Stelle in diesem Bericht dargestellt. → BESCHAFFUNG AGRARISCHER ROHSTOFFEGrundsätze der BeschaffungEin Schwerpunkt der Südzucker-Nachhaltigkeitsaktivitäten liegt bereits in der der Produktion vorgelagerten Wertschöpfungskette und damit auf der Entwicklung einer Strategie zur Sicherstellung und Dokumentation von Nachhaltigkeitsaspekten im Rahmen der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Die bei Südzucker verwendeten agrarischen Rohstoffe entstammen überwiegend europäischer Produktion. Sie erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung in der EU geltenden Grundsätze der Cross Compliance mit den entsprechenden Auflagen für die Landwirtschaft, die einen nachhaltigen Anbau von agrarischen Rohstoffen gewährleisten. Mit der Reform der EU-Agrarpolitik im Jahr 2013 wurde für die bis 2020 laufende Förderperiode ein Schwerpunkt auf umweltgerechte Landbewirtschaftung gelegt. Die Anpassungen sind teilweise obligatorisch (Greening), teilweise freiwillig. Neben den Verpflichtungen aus dem Greening werden von Südzucker insbesondere eine Erweiterung der Fruchtfolge, der Zwischenfruchtanbau, der Leguminosenanbau, die Anlage von Blühstreifen, und die Anlage von Gewässerrandstreifen praktiziert und gefördert. Für die bei der Bioethanolherstellung verwendeten Agrarrohstoffe gelten besondere Nachhaltigkeitskriterien, mit denen sichergestellt wird, dass der Anbau der Biomasse nicht auf schützenswerten Flächen oder zulasten der biologischen Vielfalt erfolgt. Um dies zu gewährleisten, wird nach von der EU anerkannten Zertifizierungssystemen wie z. B. REDcert EU, ISCC EU oder 2BSvs zertifiziert und extern auditiert. Die Einhaltung der Kriterien ist in den Verträgen mit Rohstofflieferanten verankert. Ein hoher Anteil der Agrarrohstoffe, die von Südzucker verarbeitet werden, stammt aus Vertragsanbau. So bezieht Südzucker Zuckerrüben ausschließlich von landwirtschaftlichen Betrieben im Umfeld der Zuckerfabriken in den EU-Ländern und Moldau. Dabei werden Rübenlieferverträge für jeweils ein Anbaujahr abgeschlossen, die Anbau-, Liefer- und Vergütungsbedingungen regeln. Landwirtschaft im FokusVersuchsanbau, Bewirtschaftung eigener landwirtschaftlicher Betriebe und Wissenstransfer tragen sowohl zur Rohstoffsicherung als auch zur Effizienzsteigerung bei unseren Rohstofflieferanten bei. Eine konzernweite landwirtschaftliche Forschung setzt den Fokus auf die wissenschaftliche Unterstützung und Beratung für alle landwirtschaftlichen Rohstoffe innerhalb der Südzucker-Gruppe - im Mittelpunkt steht natürlich die Zuckerrübe. So führt Südzucker umfangreiche Versuche zur nachhaltigen Landbewirtschaftung durch. Dazu zählen seit Jahrzehnten großflächige Versuche, bei denen die verschiedenen Systeme der Bodenbearbeitung und deren langfristige Auswirkungen bis hin zur Entwicklung der Bodenlebewesen und der organischen Substanz untersucht werden. Weitere Fragestellungen sind die Streifenbearbeitung zu Zuckerrüben, Sorten- und Pflanzenschutzversuche sowie ein umfangreicher Anbau von verschiedenen Zwischenfrüchten und Zwischenfruchtmischungen vor Zuckerrüben auf unterschiedlichen Standorten. Darüber hinaus bewirtschaftet Südzucker eigene Flächen, um das Know-how in der Praxis anzuwenden und weiterzuentwickeln. Die Identifizierung und Bearbeitung von Themen, wie z. B. neue Anbauverfahren, Fruchtfolgegestaltung, integrierter Pflanzenschutz, standort- und fruchtartangepasste Düngung, aber auch Ernteverfahren und Optimierung der Lagerung spielen eine wesentliche Rolle. Beratung für moderne und nachhaltige LandbewirtschaftungAm Beispiel der Zuckerrübe lässt sich anschaulich zeigen, wie durch gemeinsame Wissens- und Forschungsplattformen von Landwirten, eigener Landwirtschaft und Forschung, Bodengesundheitsdienst und wissenschaftlichen Institutionen, wie z. B. das Institut für Zuckerrübenforschung in Göttingen oder das International Institute for Beet Research in Brüssel / Belgien, Anbau- und Erntemethoden optimiert werden. Dadurch können die Landwirte zu Themen wie z. B. Bodenbearbeitung, Auswahl des Saatguts, Düngung, Pflanzenschutz und Bodenfruchtbarkeit umfassend beraten und der Zuckerrübenanbau im besten Sinne der Nachhaltigkeit stets effizienter und wettbewerbsfähiger werden. Ziel der Beratungsinitiative Mont Blanc, die 2013 von Südzucker ins Leben gerufen wurde, ist die Intensivierung und Vernetzung der unterschiedlichsten regional abgestimmten Beratungstätigkeiten sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Konzerngesellschaften. Einen wichtigen Beitrag leistet der Bodengesundheitsdienst mit einer Vielzahl unterschiedlicher Analysen und darauf basierenden Empfehlungen für die Landwirtschaft. Vorrangig ist dabei die Untersuchung von Böden auf Nährstoffe mit dem Verfahren der Elektro-Ultrafiltration (EUF). Ziel ist es, die Düngung standortspezifisch zu optimieren, um die Qualität der Ernteprodukte zu verbessern, die Umwelt zu schonen und Düngekosten zu reduzieren. Teilschlagspezifische Bodenanalysen ermöglichen die Anpassung der Düngermengen für Teilbereiche der Äcker. Jedes Jahr stehen so für weit über 300.000 Hektar Zuckerrübenanbaufläche der Südzucker-Gruppe in Deutschland und den umliegenden europäischen Ländern Datengrundlagen zur Verfügung, mit denen die Anbauer ihren Düngereinsatz optimiert auf den Bedarf der Pflanze und umweltgerecht steuern können. So wurde unter anderem im Zuckerrübenanbau der Südzucker AG seit 1980 der mineralische Stickstoffaufwand mehr als halbiert. Damit gilt die Zuckerrübe heute unter den gängigen Ackerkulturen als Gesundungsfrucht in der Fruchtfolge. Darüber hinaus stehen Analysen und Empfehlungen zur Optimierung des Nährstoffkreislaufs in landwirtschaftlichen Betrieben im Fokus. Dazu gehört auch die Untersuchung von Böden auf den Humusgehalt. Mit der Untersuchung organischer Dünger auf Nährstoffe werden Empfehlungen für deren umweltgerechten Einsatz in der Landwirtschaft ausgesprochen. Untersuchungen auf Rübennematoden in Böden bieten dem Rübenanbauer die Möglichkeit, vorteilhafte Standorte sowie geeignete Anbaumaßnahmen und Sorten zu nutzen. Für tierhaltende Betriebe wird Grundfutter, wie Mais- und Grassilage, untersucht. Sustainable Agriculture Initiative PlatformDie Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) ist die führende Initiative zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden auf globaler Ebene. Die Non-Profit-Organisation wurde 2002 gegründet und umfasst heute über 80 Mitglieder - vornehmlich große Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, darunter zahlreiche Südzucker-Kunden. Im Juni 2015 trat Südzucker der SAI bei. Mit der Zugehörigkeit zu SAI dokumentieren Lebensmittelhersteller und deren Rohstofflieferanten die Einhaltung umfassender Nachhaltigkeitskriterien. Eines der wesentlichen von SAI angebotenen Instrumente ist ein weltweit anwendbarer Fragebogen, der es agrarischen Produzenten ermöglicht, eine Statusbeurteilung bezüglich nachhaltiger Produktionsbedingungen im eigenen Betrieb durchzuführen. Kunden dieser Betriebe erhalten durch die Ergebnisse der Selbsteinschätzung der Landwirte einen weltweit vergleichbaren Statusbericht. Für Südzucker bedeutet die Mitgliedschaft bei SAI zunächst, dass die Durchführung der Statusbeurteilung im eigenen Betrieb sukzessive in den Lieferverträgen mit Rübenanbauern in den Anbauländern festgeschrieben wird. Darüber hinaus wurde 2016 damit begonnen, die Ergebnisse der Beurteilungen extern auditieren zu lassen. BiodiversitätAls Verarbeiter agrarischer Rohstoffe ist Südzucker auf deren Verfügbarkeit und damit auf langfristig intakte Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund stellt Biodiversität für Südzucker einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt in der vorgelagerten Wertschöpfungskette dar. In der Südzucker-Gruppe werden zahlreiche Maßnahmen initiiert und gefördert, mit denen die Rohstofflieferanten ihren Beitrag zur Biodiversität leisten. So wurde bereits 2014 in Deutschland die Anlage von Blühstreifen am Feldrand initiiert und eine Saatmischung für rund 200 Blühstreifen ausgegeben. In Österreich wurde eine blühende Saatmischung als Alternative zu anderen Zwischenfrüchten verwendet. Auf den Feldern wird so der Boden gelockert, Nährstoffe werden mobilisiert und das Bodenleben wird aktiviert. Zusätzlich ergeben die blühenden Felder und Feldränder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide sowie ein attraktives Landschaftsbild. Für 2016 ist in Deutschland die Aufstellung von Hummelhäusern geplant, weitere Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sind in Vorbereitung. → UMWELT- UND ENERGIEASPEKTE IN DER PRODUKTIONGrundsätze der ProduktionBei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Produkten ist es unser Ziel, unter Beachtung höchster Qualitätsstandards den Ressourcenbedarf einschließlich des Energieeinsatzes und mögliche Umweltauswirkungen zu minimieren. Darüber hinaus streben wir ein bestmögliches Maß an Sicherheit in den Produktionsanlagen an, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Dies beinhaltet für uns, dass nicht nur alle gesetzlichen und selbstauferlegten Anforderungen eingehalten werden, sondern Anlagenkonzeptionen, Produktionsprozesse und zugehörige Lieferketten bezüglich ihrer Umweltauswirkungen, ihres Ressourcenverbrauchs und der Energieeffizienz kontinuierlich überprüft und optimiert werden. Risiken im Arbeitsschutz und in der Anlagensicherheit werden regelmäßig ermittelt und bewertet. Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung sowie daraus abgeleitete Maßnahmen werden systematisch überprüft und die Effektivität der festgelegten Maßnahmen regelmäßig bewertet. Zu den wichtigen Grundsätzen unserer Produktion zählt auch, innovative Herstellungsverfahren zu entwickeln und einzusetzen. Eine weitere Stärke besteht in der Konzeption und dem Betrieb von Verbundstandorten wie beispielsweise in Zeitz, wo wir aus Zuckerrüben und Getreide Zucker, Ethanol, proteinreiche Lebens- und Futtermittel sowie biogene Kohlensäure und ab dem Geschäftsjahr 2016/17 auch Weizenstärke herstellen. Über die nachfolgenden Umwelt- und Energieaspekte wird zusätzlich auf Segmentebene berichtet. Energie und EmissionenBei der Produktion zeichnet sich Südzucker durch effiziente Produktionsprozesse und moderne Energiezentralen aus. So führen z. B. Kraft-Wärme-Kopplung und mehrfache Energienutzung zu einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz. Ein zentraler Baustein im betrieblichen Umweltschutz ist für uns die Steigerung der Energieeffizienz unserer Produktionsprozesse. Damit reduzieren wir den Brennstoffbedarf und senken gleichzeitig die Emissionen von Luftschadstoffen und klimarelevanten Treibhausgasen. So werden einerseits Kosten reduziert, andererseits wird aber auch die Nachhaltigkeit der hergestellten Produkte verbessert. Viele Einzelmaßnahmen an unseren weltweit über 90 Produktionsanlagen tragen zur insgesamt spürbar verbesserten Umweltbilanz unserer Produktion bei: Beispielsweise wurden bereits 2014 an den Standorten Ochsenfurt und Rain Anlagen zur Vortrocknung der Zuckerrübenschnitzel mit bislang ungenutzter Abwärme in Betrieb genommen. An unserem Produktionsstandort Pemuco in Chile läuft seit 2015 ein Biomassekessel, der im Wesentlichen aus Abfallholz Dampf und Elektrizität erzeugt. In der Bioethanolanlage in Wanze/Belgien wird in einem bislang einzigartigen Biomassekraftwerk der Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie aus den Schalen des angelieferten Weizenkorns gewonnen. An den Zuckerfabrikstandorten Strzelin/Polen, Kaposvár/Ungarn und Drochia/Moldau werden Biogasanlagen betrieben, die aus Biomasse - vor allem frischen bzw. fermentierten/silierten Rübenschnitzeln - Energie für die Zuckerfabriken erzeugen und damit Energie aus fossilen Brennstoffen ersetzen. Die Anlage in Rackwitz erzeugt aus nachwachsenden Rohstoffen eigener Produktion ganzjährig Biomethan zur Einspeisung ins öffentliche Netz. Neben vielen individuellen Projekten wurde das Energiemanagementsystem ISO 50001 an den deutschen Produktionsstandorten von Südzucker, Freiberger, BENEO und CropEnergies eingeführt. In Österreich wurden die Standorte der Zuckerproduktion in Tulln und Leopoldsdorf sowie die Stärkeproduktionsstandorte Aschach, Gmünd und Pischelsdorf zertifiziert. Die Nachhaltigkeitsanforderungen für die Herstellung von Biokraftstoffen stellen sicher, dass vom Anbau der Biomasse bis zur Bioenergiegewinnung und -nutzung deutliche Einsparungen von Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Kraftstoffen erzielt werden. Am Standort Zeitz wird das bei der Fermentation pflanzlicher Rohstoffe entstehende Kohlendioxid in speziellen Anlagen gereinigt, verflüssigt und als biogene Kohlensäure beispielsweise für die Getränkeherstellung vermarktet. Wasser und AbwasserWasser, die global gesehen vielleicht bedeutendste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der Südzucker-Gruppe. Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. Südzucker nutzt vielfach das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. So wird z. B. ein großer Teil des Wassers, das eine Zuckerfabrik benötigt, schon mit dem Rohstoff Rübe in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75 % aus Wasser. Dieses Wasser wird sowohl für die Wäsche der Zuckerrüben als auch die Extraktion des Zuckers aus den Schnitzeln verwendet. Ähnliches gilt auch für die Saftkonzentratproduktion aus Äpfeln, die ca. 86 % Wasser enthalten. Unsere Produktionsanlagen zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch die mehrfache Nutzung des eingesetzten Wassers in einer Kreislaufführung auf ein Minimum reduziert wird. Abfall und ErdanhangDank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet, sodass Abfälle nur in sehr geringem Umfang anfallen. Dies erreichen wir durch integrierte und gekoppelte Produktionskonzepte, bei denen aus den Rohstoffen nicht nur z. B. Zucker und Bioethanol hergestellt werden, sondern auch weitere hochwertige Lebens- und Futtermittel, Rohstoffe für die Fermentationsindustrie sowie Düngemittel. Eine besondere Herausforderung stellt die Reduzierung des Erdanhangs dar, der mit der Anlieferung der Rüben in die Zuckerfabriken gelangt. Die Verringerung des Erdanhangs während der Ernte und der Verladung beeinflusst den später zu betreibenden Aufwand bei der Aufbereitung von Rüben und Abwasser. Wenngleich die Vorreinigung der Rüben am Feldrand in Zentraleuropa übliche Praxis ist, haben die Witterungsbedingungen bei der Ernte deutliche Auswirkungen auf den Erdanhang. Die noch anhaftende Erde wird bei der Rübenaufbereitung abgewaschen und nach Sedimentation in Erdabsetzbecken als hochwertiger Boden zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit wieder auf die Felder verbracht. → PRODUKTVERANTWORTUNG UND QUALITÄTQualitätsmanagement und ProduktsicherheitSüdzucker misst der Herstellung sicherer und qualitativ hochwertiger Produkte eine zentrale Bedeutung zu und ist sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst. Daher wurde ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das für alle Phasen der Produktion eine strukturierte und effektive Vorgehensweise regelt. Ebenfalls definiert es alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass beständig Produkte hergestellt werden, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und die Anforderungen unserer Kunden in Bezug auf Qualität, Produktspezifikationen und Kennzeichnung der Produkte erfüllen. Ein zentrales Element des Südzucker-Qualitätsmanagements ist das HACCP-Konzept. Mittels einer strukturierten Gefahrenanalyse wird jeder einzelne Produktionsschritt hinsichtlich potenzieller Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten überprüft. Auf Grundlage dieser Analyse werden gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Konsumenten eingeleitet. Weitere wesentliche Elemente des Qualitätsmanagements sind beständige Lieferantenbeziehungen, qualifizierte Mitarbeiter, beherrschte Produktionsverfahren und die enge Abstimmung mit den Kunden. Zu einem gemeinsamen Verständnis in Bezug auf die Beschaffenheit der Produkte tragen die Endproduktspezifikationen bei. Darüber hinaus bietet Südzucker den Kunden anwendungstechnische Beratung sowie Unterstützung bei der Produktentwicklung. In das System eingebunden ist auch die Analyse von Reklamationen als zusätzliche Informationsbasis für die ständige Verbesserung von Prozessen und Produkten. Die Prozesse und Anforderungen rund um produktberührte Anlagenteile wurden 2015 neu definiert. Die hieraus resultierenden Referenzdokumente sind konzernweit einheitlich und stehen für jeden Produktionsstandort in Landessprache elektronisch zur Verfügung. ZertifizierungenKunden aus der Lebensmittelwirtschaft messen der Überprüfung von Sicherheit und Gesetzeskonformität unserer Produkte durch externe Zertifizierungsorganisationen eine große Bedeutung zu. Entsprechend orientieren sich unsere Produktionsprozesse an international anerkannten Standards mit umfangreichen Anforderungen und standardisierten Bewertungsverfahren, wie z. B. IFS Food, BRC Global Standard Food Safety und FSSC 22000. Alle Südzucker-Produktionsstätten, die Lebensmittel herstellen, verfügen heute über Zertifikate, die äquivalent zum Global Food Safety Initiative Standard GFSI sind. Für einzelne Produktgruppen verfügen verschiedene Produktionsstandorte darüber hinaus - entsprechend besonderen Kundenanforderungen - über weitere spezifische Zertifikate wie z. B. koscher oder Halal. → GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNGUnternehmerischer Erfolg und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gehören für uns zusammen und stellen eine wichtige Voraussetzung nachhaltigen Wirtschaftens dar. Wir wollen als Unternehmen zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie beitragen. Ökologische NachhaltigkeitZu der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit gehören die im Handlungsfeld Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion beschriebenen Aspekte Energieeinsatz, Emissionen, Wasserentnahme, Abwasser und Abfall sowie das Thema Logistik bei Beschaffung und Distribution. Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb der Fabriken ist eine effiziente Logistik. Südzucker engagiert sich in der vorgelagerten Wertschöpfungskette mit einer Vielzahl von Maßnahmen, um die Belastungen aus dem Transport der Rohstoffe sowie der weiteren benötigten Stoffe möglichst gering zu halten. Die mit Abstand größten Rohstoffmengen in der Südzucker-Gruppe werden für die Zuckergewinnung und die Bioethanolgewinnung benötigt - im vergangenen Geschäftsjahr rund 26,7 Mio. t Rüben und Getreide. Südzucker entwickelte bereits in den 1990er-Jahren ein System, das eine effiziente Anfuhr der Zuckerrüben vom Acker bis in die Fabrik ermöglicht. Die Streckenführung wird stetig optimiert, unnötige Fahrten und Wartezeiten werden vermieden, Fahrer in umweltschonender und rücksichtsvoller Fahrweise geschult und moderne LKWs mit hoher Ladekapazität und niedrigen Emissionen eingesetzt. Gleichzeitig wird das Transportvolumen durch eine effiziente Reinigung der Rüben am Feldrand vermindert. Auch bei der Rohstoffversorgung der Bioethanolfabriken setzen wir auf die Reduzierung von Emissionen. Die Anlagen in Zeitz, Wanze/Belgien und Loon-Plage / Frankreich liegen in der Nähe großer Getreideanbaugebiete und / oder Häfen und Bahntrassen. Zum einen sind dadurch die Transportwege kurz, zum anderen kann die Belieferung per Schiff und Bahn erfolgen. In Wanze werden beispielsweise 67 % der eingesetzten Rohstoffe per Schiff und 8 % direkt über eine Leitung aus der benachbarten Zuckerfabrik angeliefert. Die effiziente und gut synchronisierte Distribution unserer Produkte zum Endkunden spielt eine immer größere Rolle für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Auch aus ökologischer Sicht ist es angesichts umfangreicher Warenströme von großer Bedeutung, die Distributionslogistik stetig zu optimieren. Im Segment Zucker setzen wir beispielsweise einen wöchentlich fahrenden Shuttlezug zur Lieferung von Zucker von Deutschland nach Italien ein. Damit entfallen insgesamt jährlich 1.900 LKW-Transporte. Zur Reduzierung des Transportvolumens von Futtermitteln vermarkten wir in Süddeutschland Pressschnitzel mit höherem Trockensubstanz-Gehalt. Die Auslieferung von Carbokalk erfolgt in vielen Werken als Rückfracht nach Zuckerrübenlieferungen. Mit Blick auf zusätzliche Exportmöglichkeiten für Zucker ab Oktober 2017 werden Transport- und Lagerkonzepte auf die zukünftigen Anforderungen ausgerichtet. Im Segment CropEnergies erfolgt die Auslieferung der Produkte überwiegend mit Schiff und Bahn. Soziale NachhaltigkeitDie soziale Dimension leben wir durch verantwortungsvollen Dialog mit Politik und Institutionen, vielfältiges gesellschaftliches Engagement sowie Beteiligung an dem Nachhaltigkeitsbewertungssystem EcoVadis. Der Dialog mit den Mitarbeitern und die Förderung des sozialen Engagements der Mitarbeiter sind uns wichtig. Dialog mit Politik und InstitutionenSüdzucker steht als Unternehmen in engem Bezug zu verschiedenen gesellschaftlichen Interessengruppen. Neben der strikten Einhaltung bestehender Gesetze und Regulierungen sehen wir es auch als unsere Pflicht an, einen stetigen Dialog mit der Politik, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen zu führen und Branchenverbände durch aktiv gelebte Mitgliedschaften zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist es unser Bestreben, zur Schaffung tragfähiger und praxisgerechter Lösungen regulatorischer Fragestellungen beizutragen. Dabei orientiert sich unsere Kommunikation stets an wissenschaftlich fundierten Sachpositionen; der objektiv-fachliche Dialog ist uns ein ernsthaftes Anliegen. Südzucker ist beim Transparenzregister der EU, das die Tätigkeit von Interessenvertretern auf europäischer Ebene erfasst und kontrolliert, gelistet. Gesellschaftliches EngagementUnternehmerischer Erfolg und gesellschaftliches Engagement gehören für Südzucker zusammen. In vielen gemeinwohlorientierten Projekten und Initiativen tragen wir - oft auch mit tatkräftiger Unterstützung unserer Mitarbeiter - dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Schwerpunkte sind dabei die Förderung von Wissenschaft und Lehre auch an Universitäten, die Pflege des historischen Erbes der Zuckerindustrie durch unsere "Museumszuckerfabrik" Oldisleben, Sportsponsoring sowie die Förderung lokaler Projekte unterschiedlicher Ausrichtung im direkten Umfeld der Produktionsstandorte. EcoVadisSüdzucker nimmt seit 2013 am Nachhaltigkeitsbewertungssystem EcoVadis teil. EcoVadis ist eine französische Initiative, die Unternehmen hinsichtlich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in unterschiedlichen Dimensionen bewertet. Die Ergebnisse finden zunehmend Beachtung bei zahlreichen Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft. Südzucker partizipiert aktiv und stellt jährlich umfangreiche Informationen zu Aspekten aus den Bereichen Umwelt, Arbeitsbedingungen, Compliance und Beschaffung zur Verfügung. Die Ergebnisse der Bewertung 2015 wurden im Dezember bekannt gegeben. Demnach zählt Südzucker zu den besten 30 % aller bewerteten Unternehmen und bekommt den Silber-Status zugesprochen. Mitgliedschaften in Branchen- und Interessensvereinigungenscroll
TABELLE 008
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Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen
der Südzucker-Gruppe. Ökonomische NachhaltigkeitDie ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit schließlich ist geprägt durch überdurchschnittlich hohe wachstums- und beschäftigungsorientierte Wirkung der Produktion der Südzucker-Gruppe im ländlichen Raum. Kennzeichnend für die meisten unserer Standorte ist, dass sie sich nah an der Rohstofferzeugung und damit im ländlichen Raum befinden. Dort leisten die Produktionsstätten nicht nur erhebliche volkswirtschaftliche Beiträge durch Bereitstellung langfristiger und qualifizierter Arbeitsplätze, sondern tragen auch zur Existenzsicherung der regionalen landwirtschaftlichen Betriebe bei. Wie hoch die tatsächlichen ökonomischen Effekte in Europa sind, zeigt eine von Südzucker für das Jahr 2013 in Auftrag gegebene Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFOR in Darmstadt, welche die Bedeutung der Geschäftstätigkeit des Geschäftsbereichs Zucker der Südzucker AG in der europäischen Volkswirtschaft quantifiziert. Demnach generierten beispielsweise die Südzucker-Werke in Europa eine direkte Bruttowertschöpfung von 1,1 Mrd. €. Einschließlich indirekter und induzierter Wertschöpfungseffekte lag der Wert bei 3,7 Mrd. €. Rund 87 % der gesamten Wertschöpfung wird im ländlichen Raum erwirtschaftet. Die direkten und indirekten Beschäftigungseffekte summierten sich zu rund 71.000 Arbeitsplätzen, 85 % davon im ländlichen Raum. Der Beschäftigungsmultiplikator lag bei 8,7 - auf jeden Arbeitsplatz bei Südzucker kamen demnach fast acht Arbeitsplätze in anderen Unternehmen. → ARBEITSBEDINGUNGEN UND MENSCHENRECHTEVerhaltenskodexSeit 2004 ist der Verhaltenskodex über die soziale Verantwortung der Unternehmen in der europäischen Zuckerindustrie, der vom Comité Européen des Fabricants de Sucre (CEFS) und der European Federation of Food, Agriculture und Tourism Trade Unions (EFFAT) unterzeichnet wurde, in Kraft. Zum Zeitpunkt der Verabschiedung Anfang 2003 handelte es sich um den ersten Verhaltenskodex auf Branchenebene und den ersten Vertrag dieser Art zwischen europäischen Sozialpartnern. Bei der Erstellung dieses Kodex wurde auf anerkannte Standards wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR) oder die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) Bezug genommen. Der Verhaltenskodex von Südzucker basiert auf diesem Verhaltenskodex der Zuckerindustrie. Südzucker verpflichtet sich, die Geschäftstätigkeit auf ethische, legale und verantwortungsvolle Art und Weise auszuüben. Dieser Kodex ist weltweit an allen Standorten respektiert. Gleichzeitig erwartet die Südzucker AG von ihren Lieferanten bzw. Vertragspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesen Richtlinien dargelegten Vorgaben verhalten. Den Verhaltenskodex finden Sie auf unserer Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Unternehmen/Unternehmensprofil/Strategische-Leitlinien/. SEDEXSüdzucker ist Mitglied der weltweit bekannten Online-Plattform SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange). Dadurch zeigen wir unseren Kunden und Partnern, dass die Grundsätze der ethischen und sozialen Nachhaltigkeit bei uns Priorität haben und geachtet werden. An zahlreichen Standorten der Südzucker-Gruppe werden Audits nach dem SMETA-(Sedex-Members-Ethical-Trade-Audit-)Leitfaden durchgeführt, beispielsweise an den Standorten des Segments Zucker sowie der Division BENEO in Deutschland, der Division Stärke in Österreich und des Segments Frucht in Österreich, Polen, der Türkei, Marokko, Brasilien und den USA. Die Auditberichte können je nach Anforderung Kunden zur Verfügung gestellt werden. Alle bei SEDEX registrierten Produktionsstandorte nehmen darüber hinaus jährlich ein SEDEX Self Assessment vor. In nachstehender Übersicht sind die nachhaltigkeitsorientierten Initiativen und Organisationen aufgeführt, die von Südzucker befürwortet und unterstützt werden. Mitgliedschaften in nachhaltigkeitsrelevanten Initiativenscroll
TABELLE 009
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Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen
der Südzucker-Gruppe. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGÜBERBLICK / SCHWERPUNKTEDer Fokus im Bereich Forschung, Entwicklung und Services liegt auf der Optimierung und Weiterentwicklung der unterschiedlichsten Verarbeitungsprozesse - unter anderem unter energetischen Gesichtspunkten -, der Erweiterung und Optimierung bestehender Produktlinien sowie der Entwicklung neuer Produkte und Produktkonzepte für den Food- und Non-Food-Bereich. Ausgehend von den agrarischen Rohstoffen über die Prozesstechnologie zur Gewinnung und Weiterverarbeitung unserer Produkte bis hin zu anwendungstechnischen Konzepten für Kunden werden Themen der gesamten Wertschöpfungskette intensiv bearbeitet. Dabei stehen auch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen im Vordergrund. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und anderen Unternehmen runden das Forschungsspektrum ab. Für den Bereich Forschung, Entwicklung und Services arbeiten 391 (409) Mitarbeiter; das Gesamtbudget betrug 2015/16 insgesamt 42,2 (40,4) Mio. €. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden zur Sicherung des Know-hows und zur Stärkung der Marktposition insbesondere im Bereich der funktionellen Zutaten und Stärkederivate weitere Patentanmeldungen eingereicht. ZUCKER→ ProzesstechnologieDer Schwerpunkt im Bereich Technologie ist durch den anstehenden Strukturwandel in der europäischen Zuckerindustrie geprägt. Im Vordergrund stehen weitere Verbesserungen in der Zuckerextraktion und beim Energieverbrauch sowie die Vorbereitung auf längere Kampagnen. Experten aus Zuckerproduktion und Forschung entwickeln gemeinsam Modelle zur Bewertung der Effizienz einzelner Prozessabschnitte, um anschließend gezielt technologische Maßnahmen zur Erhöhung der Zuckerausbeute, Energieeinsparung und Einsparung von Hilfsstoffen zu implementieren. Infolge der geplanten, künftig längeren Kampagnedauer ist mit nachlassender Qualität und Frostschädigung der Rüben zu rechnen. Ein vielversprechender Ansatz zur Verarbeitung derartiger Rohstoffe besteht in einem neuen, patentierten Saftreinigungsverfahren, das nachfolgende Prozessabschnitte entlastet und damit die Verarbeitungskapazität der Fabriken auch über lange Zeiträume aufrecht erhalten könnte. Die notwendigen Investitionen werden einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Mit der konzernweiten technologischen Harmonisierung des Rübenverarbeitungsprozesses innerhalb der Südzucker-Gruppe wurde begonnen. Unter Berücksichtigung lokaler Rahmenbedingungen und der verfügbaren technischen Ausstattung werden Optimierungspotenziale evaluiert, deren Umsetzung die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern wird. Produktentwicklung→ Um den Markttrends wie Clean-Labeling oder Verwendung von funktionellen Zutaten zu folgen, werden bestehende Rezepturen mit neuen Zutaten entwickelt. Einzelhandelsprodukte werden konzernweit sowohl für die Markenprodukte als auch für Handelsmarken entwickelt. Dabei stehen regionale und ländertypische Produkte für den europäischen Markt im Fokus. Auch an der Entwicklung und Implementierung neuer Produktionskonzepte für Kandis, Hagelzucker und Compri-Zucker wird intensiv gearbeitet. FUNKTIONELLE LEBENSMITTELZUTATENProzesstechnologieDie Herstellung von Palatinose™ aus Saccharose wird biochemisch katalysiert. Um den Rohstoff Saccharose möglichst optimal zu nutzen, wurde nach intensiver Analyse der Biokatalysator optimiert und in der Produktion eingesetzt. → Im Bereich funktionale Reisstärken und Reismehle konnten die Eigenschaften von nativen Reisstärken bzw. Reismehlen durch ausschließlich physikalische Behandlung so verbessert werden, dass ihr Anwendungsprofil dem von chemisch modifizierten Stärken entspricht. Damit sind diese Stärken für Clean-Label-Produkte von Interesse. Gegenwärtig werden die in der Pilotanlage gewonnenen Erkenntnisse in den Produktionsmaßstab umgesetzt. Ernährungsphysiologische AspekteAuf der Basis ernährungswissenschaftlicher Forschung und experimenteller Studien konnten weitere positive physiologische Eigenschaften und gesundheitsbezogene Aussagen zu Palatinose™, Inulin und Oligofruktose belegt werden. Ein Beispiel ist die nachweislich positive Wirkung von Orafti®Synergy1 auf das Sättigungsempfinden und damit auf die Kalorienaufnahme. ProduktentwicklungProduktentwicklungen im Bereich funktionelle Lebensmittelzutaten stellen eine große Bandbreite an Anforderungen dar. Dabei steht die optimale Anwendung der jeweiligen spezifischen Produkteigenschaften und -vorteile im Fokus. Für galenIQ werden die Verwendungsmöglichkeiten in Tabletten, dragierten Produkten und Pulveranwendungen weiterentwickelt. Bei Inulin stehen Formulierungen in Backwaren und Milchprodukten zur Zucker- oder Fettreduktion im Vordergrund. Die technologischen Vorteile von Isomalt für die unterschiedlichsten Kaugummiapplikationen - Kaugummimasse, dragierte Kaugummis, Streifenkaugummis und flüssig gefüllte Kaugummis - konnten systematisch herausgearbeitet werden. Außerdem wurde die Verwendung von Isomalt in Hartkaramellen gemeinsam mit Kunden weiterentwickelt, ebenso das neu eingeführte Konzept, Palatinose™ in Glasuren für Backwaren zur Verlängerung der Haltbarkeit und Reduzierung der Klebrigkeit einzusetzen. Darüber hinaus werden verschiedene Ansätze zur Verwendung von Palatinose™ in Desserts, Getränken und unterschiedlichen Süßwaren anwendungstechnisch untersucht. → Der wachsenden Nachfrage nach glutenfreien Lebensmitteln wird durch die Erarbeitung von Rezepturen mit Reisstärke und Reismehlen für glutenfreie Teige zur Herstellung von Brot, Kuchen, Nudeln oder Pizza Rechnung getragen. Mit der Optimierung von texturgebenden Eigenschaften von Reisstärke insbesondere in fermentierten Milchprodukten wurde begonnen. Texturiertes Gluten und Reismehl können fleischliche Proteine in Lebensmitteln ersetzen und damit Ressourcen schonen sowie die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Lebensmitteln bedienen. Entsprechende anwendungstechnische Entwicklungen gehen verstärkt in diese Richtung, erste Produkte wurden im Markt eingeführt. STÄRKERohstoffDie Gewinnung und analytische Charakterisierung spezieller Stärken aus neu gezüchteten Pflanzensorten wurde im Pilotmaßstab realisiert. Mit der Pilotanlage zur Verarbeitung dieser neuen Sorten können zwischen 150 und 700 kg Rohstoff pro Charge in seine Hauptbestandteile aufgetrennt werden. Somit können die neuartigen Stärken in handelsüblicher Qualität gewonnen und einer anwendungstechnischen Prüfung - vor allem für Lebensmittelanwendungen, aber auch technische Einsatzmöglichkeiten - zugeführt werden. FoodMit dem bisher gängigen Verfahren zur Herstellung von kaltquellenden Stärken für den Lebensmittelbereich ließen sich die Eigenschaftsprofile der fertigen Stärke nur begrenzt modifizieren. Eine neu entwickelte Technologie wurde im Pilotmaßstab erfolgreich implementiert und daraus ein breites Spektrum an verschiedensten kaltquellenden Stärken gewonnen. Erste Ergebnisse zeigen, dass die mit dem neuen Verfahren hergestellten Stärken sich im Vergleich zu walzengetrockneten Produkten durch ein besseres Löseverhalten und höhere Verdickungsleistung auszeichnen. Non-Food→ Nachhaltige Lösungen in technischen Anwendungsbereichen von Stärke gewinnen immer mehr an Bedeutung. Unter Nutzung von Synergien innerhalb des Konzerns ist es gelungen, maßgeschneiderte Stärkeprodukte zu entwickeln, die den Ansprüchen des weltweit stetig wachsenden Konsumenteninteresses an Natürlichkeit gerecht werden. Im Bereich der Veredelung von grafischen Papieren zu Hochglanzpapieren konnten im Rahmen eines von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Projekts neue Stärkeprodukte für den Top-Strich als Ersatz für erdölbasierte Latexlösungen entwickelt werden, womit Nachhaltigkeitsanforderungen an gestrichenes Papier erfüllt werden. Im Textildruck konnten für neue Technologien innovative Stärkeprodukte eingesetzt werden. Diese Stärken zeichnen sich durch ein exzellentes und stabiles Lösungsverhalten und hervorragende Druckergebnisse aus. Für den Klebstoffbereich wurden Prozesse entwickelt, um hochwertigere Klebstoffprodukte mit einem verbesserten Eigenschaftsprofil bei geringerem Auftrag herzustellen. Ein zukunftsweisendes Projekt sind biologisch abbaubare Kunststoffe basierend auf dem nachwachsenden Rohstoff Stärke. Durch entsprechende Modifikationen konnten neue thermoplastische Stärken entwickelt werden, die in den verschiedensten Verpackungsformen wie z. B. Folien und Hohlkörper eingesetzt werden können. Damit steht nun ein Stärke-Rohstoff für die Herstellung von nachhaltigen und biologisch abbaubaren Plastiktragetaschen zur Verfügung, der positiv ausgelobt werden kann. BIOETHANOLIn den Bioethanolproduktionsanlagen soll ein möglichst breites Spektrum an Rohstoffen zur Fermentation eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang stand die Evaluierung neuer kommerziell verfügbarer Enzyme und Hefen bei den biotechnologischen Prozessschritten weiterhin im Vordergrund. Ebenfalls im Fokus stehen die Identifizierung und Umsetzung von Energieeinsparpotenzialen. Weiterentwicklungen bei der Prozessoptimierung und -anpassung werden jeweils auf die verschiedenen Anlagen der CropEnergies-Gruppe übertragen. Darüber hinaus wurde eine Vielzahl an technologischen Optimierungen evaluiert und durchgeführt. Erreicht wurde dadurch unter anderem die Erhöhung der Bioethanol-Trocknungskapazitäten in Wanze/Belgien, die Verbesserung und Kapazitätserhöhung der DDGS-Pelletierung in Zeitz sowie die Optimierung der Glutentrockung. Weiterhin wurden verkaufsunterstützende Fragestellungen bearbeitet sowie der Normungsprozess von Ethanol und ethanolhaltigen Kraftstoffen auf deutscher und europäischer Ebene sowie Forschungsarbeiten, die den Einsatz von höheren Ethanolanteilen im Kraftstoff ermöglichen, unterstützt. Im Fokus steht die verbesserte Energieeffizienz solcher Kraftstoffe im Vergleich zu den bekannten Ottokraftstoffen. FRUCHTIm abgelaufenen Geschäftsjahr stand die Konsolidierung der einzelnen Projekte zur kontinuierlichen Qualitätssteigerung in der gesamten Wertschöpfungskette zur Herstellung und Vermarktung von Fruchtzubereitungen im Vordergrund. Die dabei verfolgte Innovationsstrategie liegt in der Umsetzung von marktnahen Projekten, die das gemeinsame Ziel verfolgen, die natürliche Textur der Fruchtstücke nicht zu verändern und das fruchteigene Aroma und die Farbe zu erhalten. Im Bereich der Rohstoffbeschaffung konnten entscheidende Fortschritte bei der mikrobiologischen Charakterisierung gemacht werden. Ebenfalls wurde damit begonnen, die mikrobiologischen Standards durch neuartige Behandlungsmethoden der Frucht-Rohmaterialien zu verbessern. Die Entwicklung und Einführung spezieller Trocknungstechnologien soll die Produktivität und Profitabilität bei der Herstellung von Fruchtzubereitungen erhöhen. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie mit dem Ziel, die Qualität bei Fruchtzubereitungen zu steigern, werden geprüft. Durch die Optimierung von Prozessparametern und Anlagendesign in Kooperation mit Universitäten wird eine deutliche Verbesserung der organoleptischen Eigenschaften von Fruchtzubereitungen angestrebt. Im Bereich Eiscreme liegt der Fokus - in Zusammenarbeit mit einem langjährigen Geschäftspartner - auf der Entwicklung marktrelevanter Produktinnovationen. NEUE PRODUKTE UND TECHNOLOGIEN→ ProteineSüdzucker verfolgt verstärkt die Integration neuer Prozesse und Prozesstechnologien nach dem Bioraffinerie-Konzept, um so die Wirtschaftlichkeit bestehender Anlagen und Prozesse weiter zu steigern. Dabei sind gekoppelte Nutzungspfade für die energetische und stoffliche Verwertung von Nebenströmen höchst erfolgversprechend. Gebündelt werden diese Aktivitäten in der Protein-Plattform. Durch eine enge Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern ist es gelungen, im Rahmen der Gemeinsamen Technologie initiative (Joint Technology initiative JTI) Bio-based Industries (BBI) ein Projekt zu initiieren, um neue proteinhaltige Produkte zu identifizieren. Aus den bisher nur als Futtermittel genutzten Prozessteilströmen sollen Produkte für den Nahrungsmittelsektor isoliert werden, um die Wertschöpfungspotenziale unserer Produktionsstätte noch besser ausnutzen zu können. → CO2 als RohstoffIm Zuge der Initiative "Innovationsallianz der industriellen Biotechnologie" hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Forschungsallianz ZeroCarb FP, in der Südzucker tätig ist, als förderungswürdig ausgezeichnet. Innerhalb des Konsortiums wurden sehr gute Resultate erzielt, die bereits die Nutzung von CO2 als Kohlenstoffquelle in fermentativen Prozessen aufzeigen. Im Fokus steht die Entwicklung eines Kultivierungsverfahrens für einen Mikroorganismus, der CO2 fixiert und chemische Zwischenprodukte liefert, die dann als nachhaltige biobasierte Rohstoffe für chemische Anwendungen vermarktet werden können. → AlgenDie Nutzung von Kohlendioxid aus der Bioethanolproduktion am Standort Zeitz zur Produktion von Algen wurde erfolgreich umgesetzt. Dieses vom BMBF geförderte Projekt hat wesentliche Erkenntnisse für die Kultivierung stärkebildender Algen in Photobioreaktoren erbracht. Es konnten Produkte isoliert und charakterisiert werden, die im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten sehr gute Eigenschaften zeigen. → LANDWIRTSCHAFTLICHE ROHSTOFFEWesentliche Themen der Forschung zu landwirtschaftlichen Rohstoffen - insbesondere der Zuckerrübe - in der Südzucker-Gruppe sind z. B. neue Anbauverfahren, Fruchtfolgegestaltung, integrierter Pflanzenschutz, standort- und fruchtart- angepasste Düngung, verlustarme Ernteverfahren sowie die Langzeitlagerung. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Vernetzung aller zur Verfügung stehender Betriebsdaten zur Optimierung der Produktionsverfahren (smart farming) sowie die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Gerade die beiden letztgenannten Themen sind hoch aktuell und bieten Chancen, in Kooperation mit anderen Firmen bzw. Universitäten, Effizienzsteigerungen bei allen landwirtschaftlichen Rohstoffen bei gleichzeitiger Kostenreduzierung zu realisieren. Im Rahmen des praxisorientierten Feldversuchswesens werden unter anderem neue Sorten mit hohem und stabilem Ertrag in Kombination mit Resistenzen gegen bedeutende Pathogene und Herbizide aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe getestet, der bedarfsorientierte, integrierte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforscht und Kontrollstrategien gegen neue Krankheitserreger und/oder Unkräuter entwickelt. Dabei sind die Versuchsfragen im Bereich Pflanzenschutz auf die zukünftigen Herausforderungen des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz der Bundesregierung abgestimmt, der unter anderem die Minimierung des Risikos bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zum Ziel hat. Der Wissenstransfer aus der Forschung in die landwirtschaftliche Produktion, die Koordination der Versuche unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Interessen und / oder Rahmenbedingungen sowie das Bereitstellen erarbeiteter Ergebnisse für alle Beteiligten in der Südzucker-Gruppe bilden die Grundlage für eine intensive Beratung unserer Rohstofflieferanten mit dem Ziel der umweltschonenden und nachhaltigen Effizienzsteigerung. → MITARBEITER1→ MITARBEITER NACH SEGMENTEN UND REGIONEN2Die Anzahl der in der Südzucker-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter lag am 29. Februar 2016 mit 16.486 (17.231) um 4,3 % unter dem Vorjahresstichtag. Den stärksten Rückgang verzeichnete das Segment Zucker aufgrund der überwiegend schon im Dezember beendeten kurzen Kampagne sowie der Stilllegung der Zuckerraffination in Marseille/Frankreich. Im Segment Spezialitäten erhöhte sich die Mitarbeiterzahl durch die neue Weizenstärkeanlage in Zeitz. Die Veränderungen im Segment Frucht sind auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Der Kampagnebetrieb in den Zuckerfabriken und Teilen des Segments Spezialitäten sowie die Saisonalität des Fruchtgeschäfts können zu Schwankungen der Mitarbeiterzahl im Verlauf eines Geschäftsjahres führen. Mitarbeiter nach Segmentenscroll
TABELLE 010 Bei der Betrachtung der Beschäftigung nach Regionen sind keine wesentlichen Veränderungen festzustellen. Nach wie vor ist ein knappes Viertel aller Mitarbeiter in Deutschland tätig; etwas mehr als die Hälfte der Belegschaft ist in anderen EU-Ländern beschäftigt. Knapp 9 % der Mitarbeiter arbeiten für Gesellschaften der Gruppe in osteuropäischen Ländern, knapp 15 % außerhalb Europas und damit in anderen Ländern weltweit. Mitarbeiter nach Regionenscroll
TABELLE 011
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Der Begriff Mitarbeiter steht im gesamten
Bericht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Betriebszugehörigkeit nach Jahren in %![]() GRAFIK 004 Mitarbeiter nach Altersgruppen in %![]() GRAFIK 005 → BESCHÄFTIGUNGSVERHÄLTNISSE UND FRAUENANTEILRund 72 % aller Mitarbeiter stehen in einem Beschäftigungsverhältnis, das durch einen Kollektivvertrag geregelt ist. Von den insgesamt beschäftigten Arbeitnehmern befinden sich rund 12 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Dies sind überwiegend saisonal beschäftigte Mitarbeiter, die im Wesentlichen bei der Ernteunterstützung bzw. in den Verarbeitungskampagnen tätig sind. Zum 29. Februar 2016 stellen sich die unbefristeten und befristeten Beschäftigungsverhältnisse in den einzelnen Segmenten wie folgt dar: Beschäftigungsverhältnisse nach Segmentenscroll
TABELLE 012 Bei der Einstellung und Entwicklung von Mitarbeitern spielen Qualifikation, Eignung sowie Lern- und Einsatzbereitschaft die zentrale Rolle, nicht das Geschlecht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Geschäftsfelder sehr stark technikorientiert sind und der Anteil an weiblichen Auszubildenden bzw. Studierenden in den hierfür benötigten Berufen sich weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau bewegt. In der gesamten Südzucker-Gruppe lag der Anteil von Frauen in der Belegschaft Ende 2015/16 bei 31 %, der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 20 %. In Deutschland setzt Südzucker das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst um. Für die Südzucker AG wurde beschlossen, dass der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene - von derzeit 9,7 % bzw. 6,8 % - auf jeweils 10 bis 15 % bis 30. Juni 2017 angehoben werden soll. Die Verantwortung der in der Matrix-Organisation verankerten Konzernfunktionen wird weiter gestärkt, der Ausbau der Internationalität und der von Diversity getragenen Personalentwicklung schreitet voran. Dies zeigt sich beispielsweise im Bereich des Zuckerverkaufs, wo diesem Trend schon bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften Rechnung getragen wird. Darüber hinaus wurden regionale Verkaufsaktivitäten stärker zentralisiert, um etwaige Schwankungen effizient ausgleichen zu können und die Vorbereitungen auf die mit dem Wegfall der Quoten einhergehenden Marktveränderungen fortzuschreiben. → ALTERSSTRUKTUR UND BETRIEBSZUGEHÖRIGKEITDie Altersstruktur zeigt weiterhin ein relativ ausgeglichenes Bild. Durch die Heraufsetzung der gesetzlichen Altersgrenze und den partiellen Wegfall von Vorruhestandsprogrammen wird sich jedoch der Anteil an älteren Arbeitnehmern in den kommenden Jahren erhöhen. Das Unternehmen ist sich dessen bewusst, dass entsprechende Maßnahmen zur Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen vorbereitet bzw. eingeführt werden müssen. Die nach wie vor hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit im Konzern von rund 13 Jahren ist auch Beleg für die Attraktivität von Südzucker als Arbeitgeber. Die Fluktuation, die arbeitgeber- und arbeitnehmerseitige Kündigungen einschließt, lag im Geschäftsjahr bei unter einem Prozent. Die Anzahl der neu eingestellten Mitarbeiter bewegt sich auf vergleichbarem Niveau. Zum wiederholten Male findet sich Südzucker auf den vorderen Plätzen von Rankings zur Arbeitgeberattraktivität in ihrer Branche. Neben angemessener Vergütung und modernen Sozialleistungen sowie den entsprechenden Rahmenbedingungen für die Arbeit liefert vor allem die Unternehmenskultur einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines guten Betriebsklimas, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen können. → PERSONALENTWICKLUNG/AUS- UND WEITERBILDUNGSchwerpunktmäßig werden insbesondere in den Gesellschaften im Segment Zucker zurzeit die Kostenstrukturen überprüft. Dies führt auch zu etwaigen Umstrukturierungen mit Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Gerade in solchen Phasen ist es wichtig, gut ausgebildete, motivierte und flexible Mitarbeiter zu haben. Unverändert werden Seminare, Trainings und Coachings angeboten, die sich vorwiegend dem Erwerb von sogenannten "Soft Skills" widmen. Darüber hinaus gilt das Augenmerk aber auch den übergreifenden Maßnahmen, mit denen den Mitarbeitern der Blick in die Weite des Konzerns geöffnet wird und durch die sie auch entsprechende Netzwerke schaffen können, um so den immer globaler werdenden Anforderungen an die Arbeit besser Rechnung tragen zu können. Die Ausbildung von Trainees im technischen, naturwissenschaftlichen und agrarwissenschaftlichen Umfeld ist weiterhin fester Bestandteil des Personalentwicklungsprogramms. Damit werden junge Mitarbeiter auf die Übernahme von Verantwortung im Konzern vorbereitet. Auf diesem Wege wird ein wesentlicher Grundstein für erfolgreiche Nachwuchsarbeit gelegt und eine gewisse Unabhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt erreicht. Berufsausbildung in der Südzucker AG und in der GruppeDie primäre Berufsausbildung wurde auf hohem Niveau fortgesetzt. Dies ist einerseits Beleg für die soziale Verantwortung des Unternehmens; andererseits werden damit die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um dem prognostizierten Fachkräftemangel zu begegnen. Im vergangenen Jahr wurden allein bei der Südzucker AG 225 Auszubildende in 10 Ausbildungsberufen gezählt. Die seit Jahren erreichte Ausbildungsquote von 10 % konnte damit noch leicht gesteigert werden. Insgesamt wurden in den deutschen und österreichischen Unternehmen der Südzucker-Gruppe im letzten Geschäftsjahr im Durchschnitt 309 (289) Auszubildende in 20 Ausbildungsberufen beschäftigt. Mit Beginn des neuen Schuljahres im September 2016 wird in Belgien ein Pilotprojekt zur Einführung der bisher nur in Deutschland und Österreich gängigen dualen Ausbildung gestartet, an dem die Raffinerie Tirlemontoise in Tienen beteiligt ist. → ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZUnverzichtbar für den nachhaltigen Erfolg der Südzucker-Gruppe ist der hohe Stellenwert, den die Maßnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einnehmen. Diese basieren auf einem Arbeitsschutzmanagementsystem, das die Vorgehensweisen bei der Gefährdungsermittlung, der Unfalluntersuchung und der Unterweisung definiert sowie Verantwortlichkeiten festlegt. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung werden neben den physischen Aspekten auch die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz analysiert. Dazu wird eine von der Universität Heidelberg entwickelte Methode angewandt. Besondere Bedeutung für die Arbeitssicherheit hat die Unterweisung der Mitarbeiter. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlich vorgeschriebenen wiederkehrenden Schulungen, sondern vor allem darum, das Thema Arbeitsschutz ständig im Gespräch und damit im Bewusstsein zu halten. Dafür werden jeden Monat Unterlagen zu einem Schwerpunktthema herausgegeben sowie an den einzelnen Standorten Aktionstage zum Arbeitsschutz durchgeführt. Auch die jährliche Auslobung eines Wanderpokals für Arbeitssicherheit sowie des Best-in-Safety-Awards stärken das Bewusstsein jedes einzelnen Mitarbeiters für die Bedeutung von Arbeitssicherheit. Als Mitglied im Verein der Zuckerindustrie unterstützt Südzucker aktiv die zwischen diesem Arbeitgeberverband und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie abgeschlossene Kooperationsvereinbarung zur "VISION ZERO. Null Unfälle - Gesund Arbeiten!". Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen bezogen auf eine Million geleistete Arbeitsstunden hat sich im Jahr 2015 auf 11,8 nach 13,7 im Vorjahr reduziert. Dabei erhöhte sich die Anzahl der durchschnittlichen Ausfalltage je Unfall von 13,3 im Vorjahr auf 17,1 im Berichtsjahr. Insgesamt ist die Anzahl von Unfallereignissen vergleichsweise niedrig, die unfallbedingten Arbeitsausfallzeiten befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Gesundheitsförderung ist ein wichtiges Thema in der Südzucker-Gruppe. Die Mitarbeiter können an verschiedenen Gesundheitskursen und Schulungsmaßnahmen teilnehmen. Die Krankheitsquote lag bei rund 4 %. → SÜDZUCKER ALS VERANTWORTUNGSBEWUSSTER ARBEITGEBERGrundlage für den Umgang von Südzucker mit Mitarbeitern ist der Südzucker-Verhaltenskodex, der unter anderem ein Verbot von Diskriminierung, Belästigung, Kinder- und Zwangsarbeit enthält sowie Bekenntnisse beispielsweise zu Versammlungsfreiheit, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beinhaltet. Dieser Kodex gilt als Bestandteil der Einkaufsbedingungen auch für unsere Lieferanten und Dienstleister. Darüber hinaus unterstützt Südzucker mit einer Vielzahl von Angeboten die Mitarbeiter, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Dazu gehören unter anderem flexible Arbeitsmodelle - insbesondere Vereinbarungen zu Gleitzeit, Teilzeit- oder Telearbeit. Auch das Angebot von Ferienbetreuung für Kinder von Mitarbeitern an verschiedenen Standorten oder ein Betriebskindergarten am Standort Wien/ Österreich tragen dazu bei. Südzucker Polska ist regionaler Sponsor kultureller und wohltätiger Veranstaltungen, darunter das Erntedankfest, der Kindertag, Festivals und der Nikolaustag. Außerdem werden Institutionen unterstützt, die sich um die Belange von Kindern kümmern. So hat Südzucker Polska in sieben psychologischen Beratungszentren in der Nähe der Zuckerfabriken und Büros sogenannte "Sweet Valleys" - speziell gestaltete Kinderecken mit bunten Möbeln und Spielzeug - eingerichtet. Die Fürsorge des Unternehmens spielt ebenfalls eine große Rolle. Dies drückt sich unter anderem in der betrieblichen Altersvorsorge aus, deren jüngste Reform neu bei der Südzucker AG eintretenden Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, zusätzlich durch Eigenleistungen im Wege der Entgeltumwandlung Versorgungsbeiträge aufzubauen, die dann vom Unternehmen bonifiziert werden. Bei der Raffinerie Tirlemontoise wird bereits seit vielen Jahren mit sogenannten Gesellschaften für geschützte Arbeitsplätze zusammengearbeitet. Diese beschäftigen Menschen mit eingeschränkter Erwerbsfähigkeit, die vorübergehend oder dauerhaft keine Anstellung auf dem regulären Arbeitsmarkt finden. → BETRIEBLICHES VORSCHLAGSWESENDie Anzahl der in Deutschland bei Südzucker AG, CropEnergies AG und BENEO-Palatinit GmbH eingereichten Verbesserungsvorschläge liegt seit vielen Jahren konstant auf einem hohen Niveau. Dies wie auch die Qualität der Vorschläge zeigen die Motivation der Mitarbeiter, ihre Fachkenntnisse erfolgreich einzubringen und damit Prozesse effizienter zu gestalten sowie Kosten zu senken. → DIALOG MIT DEN ARBEITNEHMERVERTRETERN -EUROPÄISCHER BETRIEBSRATDer Europäische Betriebsrat tagte im Berichtsjahr in Mannheim. Es nahmen Vertreter aus den Ländern Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Polen und Ungarn teil. Wie immer gab es einen interessanten Dialog zu Themen mit länderübergreifendem Charakter. → DANK DES VORSTANDSDie Mitarbeiter sind das Fundament des Unternehmens. Der Vorstand ist sich dessen sehr bewusst und bringt den Mitarbeitern Dank und Wertschätzung für die gerade in schwierigen Zeiten nicht immer leicht zu bewältigende Arbeit entgegen. Der Vorstand ist stolz auf seine loyalen und motivierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und auch auf die besonders in Zeiten des Wandels wichtige Kommunikation mit den Belegschaftsvertretern. Der Dank gilt daher auch den Betriebsräten für die offene Diskussionsbereitschaft und die konstruktive Zusammenarbeit. CORPORATE GOVERNANCEIm Folgenden wird gemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens berichtet. Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate-Governance-Bericht sind auf der Südzucker-Internetseite veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/ Erklaerung_Unternehmensfuehrung/). Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratNachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 289a Abs. 2 Nr. 3 HGB. ALLGEMEINESDie Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. VORSTANDDer Vorstand der Südzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Geschäftsverteilung des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand in der Fassung vom 26. Januar 2016 geregelt. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG, Wien / Österreich, besteht eine Vorstandsverschränkung: Der Vorsitzende des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG, Herr Johann Marihart, Limberg / Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und der Finanzvorstand der Südzucker AG, Herr Thomas Kölbl, Speyer, ist zugleich Mitglied des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind Mitglieder oder Vorsitzende in den Aufsichtsgremien der wesentlichen Tochtergesellschaften der Südzucker-Gruppe. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen - beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand ebenso wie die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend - schriftlich und in den turnusmäßigen Sitzungen - über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 26. November 2009 in Kraft. Zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt. ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATSDem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die derzeitigen Amtsperioden sind identisch: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder läuft für die Zeit bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2017, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2016/17 beschließt. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind im Aufsichtsrat nicht vertreten. Der Financial Expert im Aufsichtsrat und im Prüfungsausschuss - also ein Mitglied, das über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügt - ist Frau Veronika Haslinger, Wien/Österreich. DIVERSITY-ZIELEFür seine zukünftige Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 25. November 2010 und Bestätigung seitens des neu konstituierten Aufsichtsrats am 20. November 2012 - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Diversity-Zielen:
Die Zielfestlegung für eine angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat wurde - nach Inkrafttreten des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst am 1. Mai 2015 - aktualisiert. Diese Ziele werden im nachstehenden Corporate-Governance-Bericht erläutert. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht vor, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht länger im Amt bleiben sollen als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem sie das 70. Lebensjahr vollenden. Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung weiterhin die Kandidaten vorschlagen, die er als am besten geeignet für das Aufsichtsratsamt hält, wobei die vorstehenden Diversity-Ziele berücksichtigt werden. Zum Stand der Umsetzung der Diversity-Ziele ist Folgendes zu berichten: Im Jahr 2012 fand die turnusmäßige Wahl der Arbeitnehmervertreter durch die Belegschaft und der Aktionärsvertreter durch die Hauptversammlung statt; in den Hauptversammlungen 2014 und 2015 wurden Nachwahlen für ausgeschiedene Aktionärsvertreter durchgeführt. Seither gehören dem Aufsichtsrat mindestens zwei und damit eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an (nicht unabhängig i. S. v. Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist insbesondere, wer in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann). Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der Internationalität. Dem Aufsichtsrat gehören vier Frauen an - jeweils zwei auf der Arbeitnehmerseite und der Aktionärsseite. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Landwirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialausschuss und dem Vermittlungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mitgliedern und die übrigen Ausschüsse jeweils aus sechs Mitgliedern; sie sind paritätisch mit Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer besetzt. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 26. November 2009, für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung in der Fassung vom 21. Juli 2009. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNGDie Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Südzucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben bzw. die Stimmrechtsvertreter der Südzucker AG per Internet zu beauftragen. HAUPTVERSAMMLUNG 2016Die Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung, die für den 14. Juli 2016 vorgesehen ist, sowie die für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden gemäß den aktienrechtlichen Vorschriften veröffentlicht und auf der Internetseite der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Hauptversammlung/) zur Verfügung gestellt. RISIKOMANAGEMENTDer verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzucker-Konzern nutzen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Corporate-Governance-BerichtCorporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Der nachstehende Corporate-Governance-Bericht bezieht sich auf die Angaben gemäß § 289a Abs. 2 Nr. 1 HGB. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Mit Veröffentlichung dieses Corporate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG den gesetzlichen Vorschriften und den 2015 novellierten Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex Rechnung. Bei Südzucker ist eine wirkungsvolle Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren gelebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ausgerichtet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Nach Ansicht von Südzucker ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 5. Mai 2015 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde - wie in den Vorjahren - auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate-Governance-Grundsätze verzichtet. Den Empfehlungen des Kodex wird mit den in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahmen gefolgt. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2015In der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2015 von Vorstand und Aufsichtsrat wurden - in Ergänzung des Vorjahrestextes - noch folgende Abweichungen von Empfehlungen aufgenommen: - Ziffer 4.3.3 Satz 4 (Vorstand / Interessenkonflikte)Der neuen Kodex-Empfehlung, wesentliche Geschäfte mit einem Vorstandsmitglied nahestehenden Personen oder Unternehmungen nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vorzunehmen, wird die Südzucker AG nach entsprechender Anpassung der Geschäftsordnung für den Vorstand künftig entsprechen. Bis zur Umsetzung dieser neuen Anforderung in der Geschäftsordnung für den Vorstand wird vorsorglich eine Abweichung erklärt. Die entsprechende Ergänzung der Geschäftsordnung für den Vorstand ist durch Beschluss des Aufsichtsrats in der Sitzung am 26. Januar 2016 erfolgt. - Ziffer 5.4.1 (Diversity-Ziele, Zusammensetzung des Aufsichtsrats):Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird nicht festgelegt. Dadurch werden Kontinuität und die Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft ermöglicht. Der vollständige Wortlaut der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2015 von Vorstand und Aufsichtsrat ist - ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre - auf der Südzucker-Internetseite veröffentlicht (www.suedzucker.de/ de/Entsprechenserklaerung/). GESCHLECHTERQUOTEDie am 1. Mai 2015 in Kraft getretene Änderung des Aktiengesetzes sieht für börsennotierte und mitbestimmte Gesellschaften eine fixe Geschlechterquote von 30 % im Aufsichtsrat und für börsennotierte Gesellschaften die Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 15. Juli 2015 die Beibehaltung des Frauenanteils im Vorstand von 0 % bis 30. Juni 2017 festgelegt. Der Vorstand hat in der Sitzung am 21. September 2015 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 30. Juni 2017 - von derzeit 9,7 % bzw. 6,8 % - auf jeweils 10 bis 15 % angehoben werden soll. VERGÜTUNGSBERICHTVorstandDas Vergütungssystem des Vorstands der Südzucker AG beinhaltet ein festes Jahresgehalt, eine variable Vergütung, die auf der durchschnittlichen Dividende der vorangegangenen drei Geschäftsjahre basiert, eine betriebliche Altersversorgung, die im Wesentlichen nach einem festen Anteil an der jährlichen Fixvergütung bemessen ist, sowie Sachbezüge. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile und vergleichbare langfristige Vergütungskomponenten sind nicht vorgesehen. Die Vergütung des Vorstands wird seit Inkrafttreten des VorstAG (Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung) durch das Plenum des Aufsichtsrats - nach Vorbereitung durch das Präsidium - festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der durch das VorstAG geänderte § 87 Abs. 1 AktG sieht vor, dass die Vergütungsstruktur bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist; variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Der gesetzlich geforderten Mehrjährigkeit wird dadurch Rechnung getragen, dass die durchschnittliche Dividende von drei vorangegangenen Geschäftsjahren zugrunde gelegt wird. AufsichtsratDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine Grundvergütung. Diese Grundvergütung besteht aus einer festen, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbaren Vergütung von 60.000,- € sowie einer variablen Vergütung von 500,- € für je angefangene 0,01 € ausgeschüttete Dividende auf die Stammaktie, die 0,50 € übersteigt. Bei der Berechnung der Vergütung werden steuerlich begründete Sonderdividenden nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstige Mitglieder des Präsidiums erhalten das Anderthalbfache dieser Vergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grundvergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat, und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsausschuss. Die Südzucker AG verzichtet - wie in der Entsprechenserklärung näher dargestellt - auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, da diese Beeinträchtigung der Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht. Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand und Aufsichtsrat sind unter Ziffer (36) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" im Anhang zum Konzernabschluss angegeben. VERMÖGENSSCHADEN-HAFTPFLICHTVERSICHERUNGDie Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der Deutsche Corporate Governance Kodex folgt dem als Empfehlung bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder. Die Selbstbehalte der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind in der D&O-Versicherung entsprechend angepasst. AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT; MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE GEMÄSS § 15A WPHGKein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG, die 1 % des Grundkapitals oder mehr repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt. ComplianceNachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zu den Compliance-Unternehmensgrundsätzen gemäß § 289a Abs. 2 Nr. 2 HGB. COMPLIANCE-MANAGEMENTSYSTEMCompliance - also die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien - ist für Südzucker ein selbstverständlicher Standard guter Unternehmensführung. Dabei wird Compliance bei Südzucker nicht lediglich als Vorstandsaufgabe, sondern als Aufgabe des gesamten Managements aller Konzernfunktionen, Divisionen sowie Tochterunternehmen bzw. Beteiligungen der Südzucker-Gruppe gesehen und gelebt. Das Compliance-Management soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden. Vor diesem Hintergrund wird es kontinuierlich fortentwickelt und regelmäßig auf die geltenden Anforderungen hin überprüft. Im Rahmen des Compliance-Management-Systems wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt und die verschiedenen compliance-relevanten Bereiche und Aufgabenfelder verbunden. Das Compliance-Management-System fußt auf den Prinzipien "Kennen" (informieren und schulen), "Einhalten" (kontrollieren und dokumentieren) sowie "Verbessern" (berichten und handeln). Verstöße gegen externe und interne Bestimmungen werden nicht toleriert; sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation weiter fortentwickelt. Zur weiteren Stärkung der Compliance-Kultur wurde auch 2015/16 die an Transparenz und den Unternehmensgrundsätzen orientierte Führungskultur kontinuierlich weiterentwickelt. Schwerpunkte der - mit länder- und gesellschaftsspezifischen Anpassungen - konzernweit geltenden nachstehenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind die Compliance im Kartellrecht sowie die Korruptionsprävention. Zudem werden diese Grundsätze insbesondere über Richtlinien konkretisiert. Exemplarisch genannt werden sollen hier die Richtlinie zur Einhaltung des Kartellrechts in der Südzucker-Gruppe sowie die Richtlinie für den Umgang mit Geschenken und Einladungen im Verhältnis zu Geschäftspartnern der Südzucker-Gruppe. Ziel dieser Vorgaben ist es, Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen zu bewahren sowie sinnvolle und anschauliche Unterstützung zur Anwendung der gesetzlichen Vorschriften und Unternehmensrichtlinien zu geben. Praxisnah erläuterte Verhaltensempfehlungen und Schulungen geben zusätzliche Sicherheit in den Schwerpunktthemen. → Die Compliance-Maßnahmen wurden in der Südzucker-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2015/16 - unter anderem unter Berücksichtigung der aus dem Kartellverfahren gewonnenen Erkenntnisse - fortentwickelt. Es fanden weitere Schulungen der von den Schwerpunkt-Themenbereichen betroffenen Mitarbeiter aller wesentlichen Konzerngesellschaften statt. Vom Vorstand wurde bestimmt, dass alle Wettbewerberkontakte durch den zuständigen Vorgesetzten vorab zu genehmigen und stets zu dokumentieren sind. Der Vorstand erstattet regelmäßig über Compliance-Themen Bericht an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Südzucker AG. → COMPLIANCE-UNTERNEHMENSGRUNDSÄTZESüdzucker will im Wettbewerb durch Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Fairness erfolgreich sein. Dabei müssen unternehmensspezifische und gesetzliche Regeln eingehalten werden. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze dienen hierfür als Grundlage. Sie stellen Schwerpunkte heraus, die in der Praxis besondere Bedeutung haben. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze sind auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/ veröffentlicht. Südzucker wendet das geltende Recht an und erwartet das Gleiche von ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Südzucker bietet seinen Mitarbeitern die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen sowie Beratung an, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Regeln sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Denn nur risikobewusste Beschäftigte können Risiken erkennen und diese auch erfolgreich vermeiden oder zumindest reduzieren. Compliance Officer und Compliance-Beauftragte gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen der Compliance-Unternehmensgrundsätze unverzüglich dem Compliance Officer, den Compliance-Beauftragten oder dem Vorstand mitzuteilen. Übernahmerelevante AngabenDie folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS, STIMMRECHTEZum 29. Februar 2016 beträgt das gezeichnete Kapital 204.183.292 € und ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. STIMMRECHTE, ÜBERTRAGUNG VON AKTIENJede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, und der Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien / Österreich, einer Gesellschaft der Unternehmensgruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich. Daneben bestehen weitere Stimmbindungsverträge zwischen Unternehmen der Raiffeisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker Invest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vorkaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien. KAPITALBETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 %Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschreiten: Die SZVG ist mit rund 56 % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest mit rund 10 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligungen in Höhe von rund 66 % am gezeichneten Kapital bestehen. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERAKTIENAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG beteiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterliegen. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDERDie Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 MitbestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 18. Dezember 2015 bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen. SATZUNGSÄNDERUNGENFür Satzungsänderungen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betreffen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, INSBESONDERE ZU AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUFDer Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals um bis zu insgesamt 20.000.000 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2015 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 16. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 15. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 16. Juli 2015. KONTROLLWECHSEL- UND ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGENDie Südzucker AG hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600.000.000 € abgeschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen gemäß § 315 Abs. 4 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen auch keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels. Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats finden sich im Unterabschnitt "Vergütungsbericht" des Corporate-Governance-Berichts und sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. WIRTSCHAFTSBERICHTGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenWIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND WÄHRUNGENDas globale Wirtschaftswachstum verlangsamte sich im Jahr 2015 auf + 2,4 % und verzeichnete damit den geringsten Zuwachs seit der globalen Finanzkrise 2009. Hauptursache waren die Entwicklung in den Schwellenländern, allen voran die Konjunkturabkühlung in China, sowie die schwere Rezession in Russland und Brasilien. Zusätzlich brachten geopolitische Krisen den Welthandel ins Stocken. Die Eurozone befand sich dennoch mit + 1,5 % auf einem soliden Wachstumskurs. Ausschlaggebend war die robuste Konjunktur in Deutschland und Spanien. Die US-Wirtschaft erzielte statistisch annähernd Vollbeschäftigung und zeigte mit + 2,4 % erneut ein dynamisches Wachstum. Der Euro entwickelte sich im Spannungsbogen zwischen der erwarteten Leitzinserhöhung in den USA und der Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone. Die Ankündigung eines umfangreichen Anleiheankaufprogramms der EZB am Jahresanfang 2015 führte zu einer deutlichen Abwertung des Euros um - 12 % auf 1,05 USD/€. Trotz geldpolitischer Sondermaßnahmen und Wirtschaftswachstum verharrte die Inflationsrate - auch infolge des einbrechenden Ölpreises - bei 0,0 % und damit deutlich unter dem Ziel der EZB von 2,0 %. Der EZB-Rat signalisierte Ende Oktober 2015 eine weitere geldpolitische Lockerung. Am 3. Dezember 2015 wurde die Verlängerung des Anleiheprogramms bis März 2017 sowie die Erhöhung auf 1,8 Billionen € beschlossen. Der Euro blieb davon im Jahr 2015 unberührt und gab leicht von 1,12 USD/€ auf 1,08 USD/€ nach. Die US-Leitzinswende wertete den US-Dollar gegenüber den Währungen der Schwellenländer auf. Ferner setzten die Rezession in Brasilien und Russland sowie der Verfall der Rohstoffpreise für beispielsweise Zucker, aber auch für Öl, den brasilianischen Real und russischen Rubel unter Druck. Der Real wertete im Südzucker-Geschäftsjahr um 42 % von 2,84 auf 4,02 BRL/USD ab. Auch der chilenische und mexikanische Peso entwickelten sich schwächer. ABSATZ- UND ROHSTOFFMÄRKTEDer Weltmarktpreis für Zucker unterlag auch im Geschäftsjahr 2015/16 starken Schwankungen. Zu Beginn stieg er zunächst kurzzeitig an, fiel dann aber aufgrund der drastischen Abwertung des brasilianischen Reals gegenüber dem US-Dollar deutlich. Seit Ende September 2015 setzte sich bei den Marktteilnehmern für die Zuckerwirtschaftsjahre (ZWJ) 2015/16 und 2016/17 die Erwartung einer rückläufigen Weltzuckererzeugung bei weiter steigendem Weltzuckerverbrauch durch. Dadurch wird erstmals seit sechs Jahren wieder mit einem Abbau der Weltzuckerbestände gerechnet. Diese Annahme führte zu einem starken Anstieg der Weltmarktpreisnotierungen. Nach 450 €/m3 Anfang März 2015 sind die Ethanolpreise in Europa im Lauf des Jahres 2015 auf über 600 €/m3 gestiegen und nunmehr zu Ende Februar 2016 wieder auf 511 €/m3 gefallen. Diese Preisentwicklung folgte der Entwicklung auf dem Biodieselmarkt und reflektierte daneben eine temporär angespannte Versorgungslage am Haupthandelsplatz Rotterdam / Niederlande. Die Rekordernte von Sojabohnen im Wirtschaftsjahr 2015/16 sowie hohe Lagerbestände führten zu einem Sechs-Jahres-Tief der Sojanotierungen unter 9 USD/Bushel, sodass trotz einer rückläufigen EU-Rapsernte 2015/16 auch die Preise für Rapsschrot von rund 240 €/t Anfang März 2015 auf 180 €/t Ende Februar 2016 zurückgingen. Die Verkaufspreise der bei der Bioethanolherstellung auf Basis von Getreide als Nebenprodukte hergestellten Lebens- und Futtermittel werden vor allem von den Preisen für Soja- und Rapsschrot beeinflusst. In Erwartung einer guten Getreideernte fielen die Weizenpreise von rund 188 €/t Anfang März 2015 auf rund 147 €/t Ende Februar 2016. Bei den Fruchtzubereitungen stand ein weiterhin geringfügiger Nachfragerückgang in der EU einem leichten Wachstum auf den außereuropäischen Märkten gegenüber. Bei Apfelsaftkonzentraten sind die Preise in Europa aufgrund einer stabilen Nachfrage bei fehlenden Angebotsmengen im Vergleich zur Ernte 2014 zuletzt deutlich gestiegen. Für die Bereiche Fruchtzubereitungen und -saftkonzentrate hat nach guten Obsternten zu Beginn des Jahres 2015 und daraus resultierend einer guten Versorgungslage und moderaten Rohstoffpreisen insbesondere der ungewöhnlich heiße Sommer bei Beerenfrüchten zu Versorgungsengpässen mit empfindlichen Preiserhöhungen geführt. ENERGIE UND EMISSIONSHANDELDie Energiemärkte standen sowohl im Öl- als auch im Gassektor unter dem Einfluss anhaltender Überschussproduktion. Im Gassektor wirkten zusätzlich milde Wintertemperaturen preisdämpfend. Der Rohölmarkt verzeichnete bereits Anfang Mai 2015 aufgrund eines unerwartet deutlichen Abbaus der US-Lagerbestände die höchste Notierung im Geschäftsjahr 2015/16 bei 66 USD/Barrel1 für die Nordseesorte Brent. Trotz eines signifikanten Überangebots auf den Weltmärkten wurde die Rohölförderung in den OPEC-Staaten nicht gedrosselt. Als Folge geriet der Rohölpreis ab dem 2. Quartal 2015/16 in den Sog der weltweiten Baisse für Rohstoffpreise. Im Januar 2016 brach der Preis für Brent vorübergehend auf ein 15-Jahres-Tief von 26 USD/Barrel ein und ging am 29. Februar 2016 mit 36 (62) USD/Barrel aus dem Handel. Über das Südzucker-Geschäftsjahr gesehen brach der Brent-Ölpreis um 42 % ein.
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Ein Barrel entspricht 158,987 Liter. Auf dem Gasmarkt zeichneten verhältnismäßig leere Gasspeicher in Europa sowie die weltweiten geopolitischen Krisen im 1. Quartal 2015/16 für eine Seitwärtsbewegung der Gaspreise bei zwischenzeitlich starken Preisschwankungen verantwortlich. In den Sommermonaten war der übliche, witterungsbedingte Abwärtstrend der Gaspreise zu verzeichnen. Danach setzte sich dieser für die Jahreszeit jedoch untypische Abwärtstrend der Gaspreise fort. Gründe hierfür waren unter anderem das deutliche Überangebot sowie die milde Witterung. Für den europäischen Emissionshandel (ETS) wurde im Jahr 2015 die Marktstabilitätsreserve (MSR) beschlossen, was zu einer umfassenden Neubewertung der European Emission Allowances (EUA)-Preisperspektiven führte. Mit der MSR soll sichergestellt werden, dass Preisausschläge im Emissionshandel durch Kürzung oder Erhöhung der im Rahmen von Versteigerungen angebotenen EUA-Mengen begrenzt werden. Zusätzlich wirkten sich der beschlossene Verbleib Griechenlands im Euroraum im Sommer 2015 sowie die anhaltend sinkenden Kohlepreise preissteigernd auf den EUA-Markt aus. Trotz der Klimaziele, die auf der Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015 beschlossen wurden, gaben die EUA-Preise mit Abschluss des Gipfels deutlich nach. Der Preiseinbruch verschärfte sich weiter zu Beginn des Jahres 2016; am 29. Februar 2016 notierten die EUA auf dem Spotmarkt bei 4,98 €. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zu den branchenbezogenen Rahmenbedingungen wird auf die Erläuterungen zu den einzelnen Segmenten verwiesen. Geschäftsentwicklung der Südzucker-Gruppe - ErtragslageUMSATZ UND OPERATIVES ERGEBNISIm Geschäftsjahr 2015/16 ging der Konzernumsatz aufgrund der Entwicklung in den Segmenten Zucker und CropEnergies deutlich auf 6.387 (6.778) Mio. € zurück. In den Segmenten Spezialitäten und Frucht lag der Umsatz leicht über Vorjahr. Das operative Konzernergebnis stieg auf 241 (181) Mio. €, insbesondere aufgrund der deutlichen Ergebnissteigerung in den Segmenten CropEnergies und Spezialitäten. Dem stand der erwartete deutliche Ergebnisrückgang im Segment Zucker gegenüber. Das operative Ergebnis im Segment Frucht lag unter Vorjahr. CAPITAL EMPLOYED UND RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)Das Capital Employed lag mit 5.791 (5.877) Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Hierbei übertraf der Rückgang in den Segmenten Zucker und CropEnergies den investitionsbedingten Anstieg im Segment Spezialitäten und den Anstieg im Segment Frucht aufgrund einer gestiegenen Working-Capital-Bindung. In Verbindung mit dem höheren operativen Ergebnis von 241 (181) Mio. € stieg der ROCE auf 4,2 (3,1) %. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEITDas Ergebnis der Betriebstätigkeit des Geschäftsjahres 2015/16 in Höhe von 277 (159) Mio. € setzt sich aus dem operativen Ergebnis von 241 (181) Mio. €, dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 19 (- 44) Mio. € und dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von 55 (22) Mio. € zusammen. ERGEBNIS AUS RESTRUKTURIERUNG UND SONDEREINFLÜSSENDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 19 (- 44) Mio. € enthält im Segment Zucker Erträge aus dem Rückerstattungsanspruch auf die in den ZWJ 2001/02 bis 2005/06 zu viel erhobene Produktionsabgabe der EU. Im Segment Spezialitäten sind Aufwendungen aus der Testphase bzw. dem Probebetrieb einzelner Komponenten der Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz angefallen, denen Erträge unter anderem bei BENEO aus Vermögenssteuererstattungen für Vorjahre gegenüberstanden. Die Aufwendungen im Segment CropEnergies betrafen die angefallenen Fixkosten der vorübergehend stillgelegten Bioethanolfabrik am Standort Wilton / Großbritannien. Im Segment Frucht fielen Aufwendungen für den im Vorjahr geschlossenen Standort Herk-De-Stad / Belgien an. Umsatz und operatives Ergebnisscroll
TABELLE 013
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Gewinn-und-Verlust-Rechnungscroll
TABELLE 014 Im Vorjahr waren im Segment Zucker Restrukturierungsaufwendungen für ein Vorruhestandsprogramm bei der Raffinerie Tirlemontoise sowie für die Schließung der Rohzuckerraffination von Saint Louis Sucre in Marseille / Frankreich und der Abpackung in Regensburg enthalten. Daneben waren Erträge aus dem Verkauf eines ehemaligen Werksgeländes sowie aus dem Abschluss von Verfahren im Zusammenhang mit Umsatzsteuerzahlungen und Abwasserabgaben angefallen. Die Aufwendungen im Segment CropEnergies betrafen die vorübergehende Stilllegung der Bioethanolfabrik in Wilton. Im Segment Frucht waren Restrukturierungsaufwendungen unter anderem für die Einstellung der Fruchtzubereitungsproduktion am Standort Kröllendorf / Österreich entstanden. ERGEBNIS AUS AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMENDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich auf 55 (22) Mio. €. Es entfiel mit 32 (- 5) Mio. € auf das Segment Zucker und betraf insbesondere das anteilige Ergebnis des britischen Handelshauses ED&F Man Holdings Ltd., der Studen-Gruppe und der Vertriebs-Joint-Venture-Gesellschaft Maxi S.r.l. Im Segment Spezialitäten ist hierunter mit 23 (27) Mio. € das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana ausgewiesen. FINANZERGEBNISDas Finanzergebnis verschlechterte sich auf - 50 (- 32) Mio. €. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf - 27 (- 34) Mio. €. Dagegen belief sich das sonstige Finanzergebnis auf - 23 ( 2) Mio. € und war insbesondere durch bewertungsbedingte Währungsverluste aus der Finanzierung mittel- und südamerikanischer Tochtergesellschaften belastet. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAGBei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 227 (127) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf - 46 (- 53) Mio. €. Die Steuerquote lag bei 20 (42) %; im Vorjahr resultierte der Anstieg der Konzernsteuerquote maßgeblich aus zusätzlichen Steuerbelastungen im Zusammenhang mit der vorübergehenden Stilllegung der Bioethanolanlage am Standort Wilton. JAHRESÜBERSCHUSSVom Jahresüberschuss von 181 (74) Mio. € entfielen 109 (20) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG, 18 (26) Mio. € auf das Hybrid-Eigenkapital und 54 (28) Mio. € auf die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen. DAS ERGEBNIS JE AKTIEDas Ergebnis je Aktie betrug 0,53 (0,10) €. Der Ermittlung liegt der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 (204,2) Mio. ausstehenden Aktien zugrunde. Investitionen und Finanzierung - FinanzlageFinanzierungsrechnungscroll
TABELLE 015
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. CASHFLOWDer Cashflow folgte dem verbesserten Jahresüberschuss und erreichte 480 Mio. € nach 389 Mio. € im Vorjahr. Damit erreichte der Cashflow 7,5 (5,7) % der Umsatzerlöse. WORKING CAPITALDer Mittelzufluss aus der Abnahme des Working Capitals von 114 Mio. € resultierte maßgeblich aus mengenbedingt geringeren Zuckervorratsbeständen sowie den preisbedingt geringeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei gleichzeitig reduzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. INVESTITIONEN IN SACHANLAGENDie Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 371 (386) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 181 (186) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen sowie auf Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Logistik wie beim Abpackzentrum der AGRANA in Kaposvár / Ungarn. Das Investitionsvolumen im Segment Spezialitäten in Höhe von 131 (125) Mio. € betraf im Wesentlichen den Bau der Stärkeanlage in Zeitz, die Inbetriebnahme des Biomassekessels am BENEO-Standort Pemuco / Chile sowie die Kapazitätserweiterung der Stärkeanlage in Aschach / Österreich. Die Investitionen im Segment CropEnergies in Höhe von 17 (32) Mio. € dienten vorrangig der Optimierung der Produktionsanlagen. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 42 (43) Mio. € überwiegend die Division Fruchtzubereitungen und hierbei die Installation weiterer Produktionskapazitäten wie in Lysander / USA. KAPITALRÜCKKAUF/AUFSTOCKUNGEN AN TOCHTERUNTERNEHMENIm laufenden Geschäftsjahr hat Südzucker Hybrid-Eigenkapital in Höhe von 29 Mio. € zurückgekauft. Die Aufstockungen an Tochterunternehmen im Vorjahr entfielen auf den Erwerb der Minderheitenanteile an der AGRANA Bioethanol GmbH durch die AGRANA Stärke GmbH. GEWINNAUSSCHÜTTUNGENDie im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 129 (173) Mio. € entfielen mit 51 (102) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 78 (71) Mio. € auf andere Gesellschafter. ENTWICKLUNG DER NETTOFINANZSCHULDENDer Cashflow von 480 Mio. € sowie der Mittelzufluss aus dem weiteren Abbau des Working Capitals von 114 Mio. € haben den Mittelabfluss aus Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 371 Mio. €, aus dem Kapitalrückkauf des Hybridkapitals in Höhe von 29 Mio. € sowie aus den Gewinnausschüttungen in Höhe von 129 Mio. € übertroffen. Entsprechend konnten die Nettofinanzschulden von 593 Mio. € um 38 Mio. € auf 555 Mio. € zum 29. Februar 2016 abgebaut werden. Bilanz - VermögenslageLANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTEDie langfristigen Vermögenswerte stiegen um 24 Mio. € auf 4.534 (4.510) Mio. €. Während sich der Buchwert der Sachanlagen investitionsbedingt um 35 Mio. € auf 2.825 (2.790) Mio. € erhöhte, gingen die übrigen Vermögenswerte um 13 Mio. € auf 520 (533) Mio. € zurück. Die immateriellen Vermögenswerte lagen - bei einem unveränderten Geschäfts- oder Firmenwert - mit 1.189 (1.187) Mio. € leicht über Vorjahr. Bilanzscroll
TABELLE 016 KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTEDie kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 365 Mio. € auf 3.599 (3.964) Mio. €. Wesentliche Ursache hierfür war der Rückgang der Vorratsbestände - insbesondere im Segment Zucker - um 231 Mio. € auf 1.897 (2.128) Mio. €. Daneben haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen preisbedingt um 87 Mio. € auf 783 (870) Mio. € abgebaut. Der Rückgang der übrigen Vermögenswerte um 47 auf 919 (966) Mio. € resultierte maßgeblich aus dem Rückgang der flüssigen Mittel. EIGENKAPITALDas Eigenkapital stieg um 12 Mio. € auf 4.473 (4.461) Mio. €; die Eigenkapitalquote lag bei gesunkener Bilanzsumme mit 55 (53) % über Vorjahresniveau. Das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG lag mit 3.158 (3.125) Mio. € über dem Vorjahr; gleichzeitig erhöhten sich die nicht beherrschenden Anteile um 10 Mio. € auf 662 (652) Mio. €. Das Hybrid-Eigenkapital von 653 (684) Mio. € wurde in einem Nominalvolumen von 32 Mio. € zurückgekauft. LANGFRISTIGE SCHULDENDie langfristigen Schulden haben sich um 74 Mio. € auf 1.811 (1.885) Mio. € reduziert. Dies resultiert aus dem Rückgang der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 28 Mio. € auf 798 (826) Mio. € infolge des gestiegenen Zinssatzes von 1,75 % auf 1,95 % bei wesentlichen Pensionsplänen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten wurden um 40 Mio. € auf 734 (774) Mio. € abgebaut. Die übrigen Schulden gingen um 6 Mio. € auf 279 (285) Mio. € zurück. Darin enthalten sind Steuerschulden in Höhe von 99 (79) Mio. €. KURZFRISTIGE SCHULDENDie kurzfristigen Schulden gingen um 279 Mio. € auf 1.849 (2.128) Mio. € zurück. Diese Entwicklung folgt dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 155 Mio. € auf 801 (956) Mio. €, die in Höhe von 354 (435) Mio. € Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern enthalten. Gleichzeitig reduzierten sich die Finanzverbindlichkeiten um 75 Mio. € auf 425 (500) Mio. €. Die übrigen Schulden, die sich aus sonstigen Rückstellungen, Steuerschulden und sonstigen Verbindlichkeiten zusammensetzen, gingen um 49 Mio. € auf 623 (672) Mio. € zurück. NETTOFINANZSCHULDENDie Nettofinanzschulden sind zum 29. Februar 2016 um 38 Mio. € auf 555 (593) Mio. € zurückgegangen. Das Verhältnis der Nettofinanzschulden in Prozent des Eigenkapitals betrug 12,4 (13,3) %. Die langfristigen Finanzierungserfordernisse des Konzerns sind zum 29. Februar 2016 durch 399 (410) Mio. € Anleihen, 126 (126) Mio. € Schuldscheindarlehen sowie 207 (238) Mio. € langfristige Bankdarlehen gedeckt. Zur kurzfristigen Finanzierung waren am Bilanzstichtag kurzfristige Schuldverschreibungen in Höhe von 164 (227) Mio. € ausgegeben, die mit 125 (200) Mio. € Commercial Papers mit dreimonatiger Restlaufzeit enthalten. Aus den nicht genutzten syndizierten Kreditlinien und weiteren bilateralen Bankkreditlinien standen der Südzucker-Gruppe am Bilanzstichtag mit 1,4 (1,4) Mrd. € ausreichend Liquiditätsreserven zur Verfügung. Wertbeitrag, Kapitalstruktur und DividendeWertbeitragscroll
TABELLE 017 Das Capital Employed lag mit 5.791 (5.877) Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Der Return on Capital Employed (ROCE) stieg 2015/16 von 3,1 auf 4,2 %, was auf das verbesserte operative Ergebnis von 241 (181) Mio. € zurückzuführen ist. Die Sachanlagen erhöhten sich investitionsbedingt. Dem stand eine Reduzierung des Working Capitals - im Wesentlichen im Segment Zucker - infolge geringerer Vorratsbestände sowie geringerer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei gleichzeitig reduzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden keine vollkonsolidierten Akquisitionen vorgenommen; der Goodwill-Buchwert blieb unverändert. Am Bilanzstichtag betrug der Verschuldungsfaktor aus dem Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow 1,2 (1,5). Die Nettofinanzschulden lagen zum 29. Februar 2016 bei 12,4 (13,3) % des Eigenkapitals in Höhe von 4.473 (4.461) Mio. €. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich zum Bilanzstichtag auf 55,0 (52,6) % bei einer Bilanzsumme, die sich auf 8.133 (8.474) Mio. € reduzierte. Kapitalstrukturscroll
TABELLE 018 Südzucker verfolgt seit Jahren eine transparente, der Ergebnis- und Verschuldungssituation des Konzerns angepasste Dividendenpolitik, die auf Kontinuität ausgerichtet ist. Ausschüttungen orientieren sich in erster Linie an der nachhaltigen operativen Ergebnisentwicklung des Konzerns. Die Entwicklung der Dividende je Aktie in Relation zu wesentlichen Ertragskennzahlen ist in Tabelle 019 dargestellt. Der Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat von 0,30 (0,25) €/Aktie berücksichtigt zum einen die deutliche Reduzierung des Ergebnisses aus Restrukturierung und Sondereinflüssen und zum anderem das positive Ergebnismomentum des Geschäftsjahres 2015/16, das sich auch 2016/17 fortsetzen soll. Der Dividendenvorschlag trägt auch dem fortgeführten Ansatz der Dividendenkontinuität Rechnung. Auf der Grundlage von 204,2 Mio. ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme in Höhe von 61,3 Mio. €. Im Vorjahr belief sich die Ausschüttungssumme auf 51,0 Mio. €. Dividendescroll
TABELLE 019 Segment Zuckerscroll
Marktentwicklung und wirtschaftliches UmfeldWELTZUCKERMARKTIm Wirtschaftsjahr 2015/16 (1. Oktober bis 30. September) erwartet das deutsche Analystenhaus F. O. Licht in seiner 2. Schätzung der Weltzuckerbilanz vom Februar 2016 erstmals seit sechs Jahren wieder ein Defizit. Während der Verbrauch auch 2015/16 mit 181,7 (178,9) Mio. t weiter zunimmt, geht die Zuckererzeugung mit 176,9 (181,7) Mio. t erstmals seit 2012/13 auf unter 180 Mio. t zurück. Trotz der Erwartung eines Anstiegs der brasilianischen Zuckererzeugung wegen des in lokaler Währung attraktiven Weltmarktpreises ist die Weltzuckererzeugung insbesondere aufgrund der geringeren Ernten in der EU, aber auch in Indien und Thailand rückläufig. Unter Berücksichtigung sonstiger Mengenveränderungen kommt es nun zum ersten Mal seit sechs Jahren zu einem Abbau der Bestände auf 72,0 (78,4) Mio. t Zucker bzw. 39,6 (43,9) % eines Jahresverbrauchs. Auch im Verlauf des Geschäftsjahres 2015/16 unterlag die Weltmarktpreisentwicklung starken Schwankungen. Zu Beginn des Geschäftsjahres stieg der Weltmarktpreis für Weißzucker von 331 €/t zunächst kurzzeitig auf rund 350 €/t an, fiel dann aber aufgrund der drastischen Abwertung des brasilianischen Real - der Währung des weltgrößten Zuckerproduzenten und -exporteurs - gegenüber dem US-Dollar zeitweise sogar auf unter 300 €/t. Im weiteren Verlauf des Jahres gewann die Erwartung des Weltmarktdefizits in 2015/16 an Bedeutung, sodass seit Ende September eine deutliche Erholung des Zuckerpreises auf nahezu 400 €/t einsetzte. Bei hoher Volatilität lag der Weltmarktpreis für Weißzucker zum Ende des Berichtszeitraums bei 374 €/t. Weltzuckerbilanz![]() GRAFIK 006 Quelle: F. O. Licht Einen Überblick über die bedeutendsten Zuckerproduktions- und Verbrauchsländer sowie die größten Import- und Exportnationen gibt die Tabelle 020. Brasilien ist mit einem Anteil von rund 22 % nach wie vor der größte Zuckererzeuger und mit 25,5 Mio. t der mit Abstand größte Zuckerexporteur. Weltzuckerbilanzscroll
TABELLE 020 EU-ZUCKERMARKTIm laufenden ZWJ 2015/16 (1. Oktober bis 30. September) wurde nach der Rekordernte des Vorjahres aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nichtquotenzucker die Anbaufläche EU-weit erheblich reduziert. Gleichzeitig liegen die Erträge der Kampagne 2015 unter dem Rekordniveau des Vorjahres, in weiten Teilen Europas sogar unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Daher wird mit einem deutlichen Rückgang der Zuckerproduktion in der EU (inklusive Isoglukose) auf 15,6 (20,3) Mio. t gerechnet. Dies führt zu einem Rückgang der Bestände an Nichtquotenzucker. Die EU ist bei Quotenzucker Netto-Importeur. Für einen Anstieg der Präferenzimporte wäre ein Preisniveau in der EU notwendig, das die Vermarktung der Importe mindestens kostendeckend ermöglichen würde. Bei Verarbeitungsprodukten wie Schokolade oder Süßwaren, in denen Zucker ein wesentlicher Bestandteil ist, wird erwartet, dass der im Vorjahr nochmals gestiegene Exportsaldo von 0,8 Mio. t Zucker auf diesem Niveau bleibt. Zum Ende des ZWJ 2015/16 wird nochmals ein Rückgang der Quotenzuckerbestände erwartet (Tabelle 022). Im abgelaufenen ZWJ 2014/15 wurde bei europaweiten Rekorderträgen die EU-Zuckerquote erfüllt und eine sehr hohe Nichtquotenzuckermenge erzeugt. Aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nichtquotenzucker wurde diese teilweise auf das ZWJ 2015/16 übertragen. Infolge drastisch gesunkener Zuckerpreise in der EU blieben die Präferenzimporte im zurückliegenden ZWJ unter dem Vorjahr. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Quotenzuckerbestände zum Ende des ZWJ 2014/15. Für das ZWJ 2015/16 wurden - wie im Vorjahr - Exportlizenzen für Nichtquotenzucker in Höhe von 1,35 Mio. t freigegeben. Laut EU-Preis-Reporting stabilisierten sich die Durchschnittspreise nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr. Von März bis September 2015 bewegten sie sich in einer Bandbreite von 414 bis 419 €/t loser Zucker (ab Werk) und stiegen seither moderat auf zuletzt 429 €/t im Januar 2016 an (Grafik 008). RECHTLICHE UND POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGENWTO-VerhandlungenDie seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen der sogenannten Doha-Runde, mit dem Ziel, die Handelsaussichten der Entwicklungsländer zu verbessern, konnten bislang nicht zum Abschluss gebracht werden. scroll
TABELLE 021
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Zucker, der im Land verbraucht wird, ohne
Raffination von Rohzucker für Drittländer. Quelle: F. O. Licht, 2. Schätzung der Weltzuckerbilanz, Februar 2016. Weltmarktpreise für Zucker![]() GRAFIK 007 EU-Zuckerbilanzscroll
TABELLE 022 Quelle: EU-Kommission, AGRI C4, Schätzung der EU-Zuckerbilanz 2015/16, März 2016. Am 19. Dezember 2015 hat die WTO-Ministerkonferenz beschlossen, die Exportsubventionen für Agrargüter früher als ursprünglich vorgesehen abzuschaffen. Für Zuckerexporte aus der EU hat dies durch das Auslaufen der Quoten- und Mindestpreisregelung im Oktober 2017 keine unmittelbaren negativen Auswirkungen. In der EU produzierter Rübenzucker kann nach Oktober 2017 ohne Mengenbegrenzung auf dem Weltmarkt exportiert werden. FreihandelsabkommenNeben den WTO-Gesprächen finden Verhandlungen mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise dem MERCOSUR-Verbund und Australien, übermögliche Freihandelsabkommen statt. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren - entgegen der bisherigen Handelspraxis - nicht als sensible Produkte eigestuft werden, könnten künftig erhebliche zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden. Im vergangenen ZWJ 2014/15 wurde ein Freihandelsabkommen über die Möglichkeit der zollfreien Lieferung von 20.000 t Zucker zwischen der EU und Vietnam abgeschlossen. EU-Initiative zur Zuckerreduktion in LebensmittelnAngestoßen durch die Empfehlung der World Health Organisation (WHO) bezüglich des Anteils von Zucker in der täglichen Ernährung wird der Druck auf die EU-Kommission ebenso wie auf die EU-Mitgliedsstaaten immer größer, in Bezug auf Rezepturänderungen bei Produkten aktiv zu werden. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich darauf verständigt, dass bis 2020 - ausgehend vom Basisjahr 2015 - insgesamt 10 % weniger sogenannter zugesetzter Zucker im gesamten Lebensmittelangebot enthalten sein soll. Darunter werden alle Zuckerarten und nicht nur Haushaltszucker verstanden, ebenso Fruchtzubereitungen, die Lebensmitteln zum Süßen zugesetzt werden. EU-Preis-Reporting![]() GRAFIK 008 Quelle: EU-Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. GeschäftsentwicklungUMSATZ UND OPERATIVES ERGEBNISDer Umsatz im Segment Zucker lag mit 2.855 (3.228) Mio. € deutlich unter Vorjahr. Wesentliche Ursache war der nochmalige Rückgang der durchschnittlichen Quotenzuckererlöse. Während zu Geschäftsjahresbeginn die Erlöse infolge des Preisrückgangs im ZWJ 2014/15 deutlich unter Vorjahresniveau lagen, stiegen sie mit Beginn des ZWJ 2015/16 moderat an. Die Erlöse für Nichtquotenzucker waren niedriger als im Vorjahr. Darüber hinaus ging der Zuckerabsatz insbesondere aufgrund geringerer Exportmengen zurück. Im Geschäftsjahr 2015/16 ergab sich im Segment Zucker erwartungsgemäß ein operativer Verlust von - 79 (7) Mio. €. Dieser wurde insbesondere durch die im Geschäftsjahresdurchschnitt nochmals gesunkenen Quotenzuckererlöse verursacht. Denen standen im Geschäftsjahresdurchschnitt nur unterproportional geringere Rohstoffkosten gegenüber, da aufgrund der marktordnungsrechtlichen Mindestpreisregelungen seit dem ZWJ 2014/15 die Rübenpreise nicht im erforderlichen Umfang sanken. Darüber hinaus war das Ergebnis 2015/16 infolge der geringeren Zuckererzeugung in der Kampagne 2015 von höheren fixen Stückkosten belastet. ERGEBNIS AUS RESTRUKTURIERUNG UND SONDEREINFLÜSSENDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 4 (- 7) Mio. € enthält im Wesentliche Erträge aus dem Rückerstattungsanspruch auf die in den ZWJ 2001/02 bis 2005/06 zu viel erhobene Produktionsabgabe. Im Vorjahr waren Restrukturierungsaufwendungen für ein Vorruhestandsprogramm bei der Raffinerie Tirlemontoise sowie für die Schließung der französischen Rohzuckerraffination am Standort Marseille und der Abpackung in Regensburg enthalten, denen Erträge aus dem Verkauf des ehemaligen Werksgeländes in Groß-Gerau sowie aus dem Abschluss von Verfahren im Zusammenhang mit Umsatzsteuerzahlungen und Abwasserabgaben gegenüberstanden. ERGEBNIS AUS AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMENDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich im Segment Zucker auf 32 (- 5) Mio. € und betrifft - neben den anteiligen Ergebnissen der Studen-Gruppe sowie des italienischen Vertriebs-Joint-Ventures Maxi S.r.l. - insbesondere das anteilige Ergebnis des britischen Handelshauses ED&F Man Holdings Ltd., London. Im Rahmen eines öffentlichen Angebots konnte ED&F Man auf eine Anteilsmehrheit in Höhe von rund 92 % an Empresas lansa S.A., Santiago de Chile, dem führenden Zuckerhersteller auf dem chilenischen Markt, aufstocken. Aufgrund des historisch niedrigen Aktienkurses unterhalb des Nettovermögens wurde ein Erwerbsgewinn im Zuge der erstmaligen Vollkonsolidierung der Beteiligung erfasst. Dieser ist Teil des at Equity einbezogenen Ergebnisses von ED&F Man. Geschäftsentwicklung im Segment Zuckerscroll
TABELLE 023
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. CAPITAL EMPLOYED UND RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)Das Capital Employed ging infolge gesunkener Zuckerbestände auf 3.041 (3.199) Mio. € zurück. Infolge des operativen Verlusts von - 79 (7) Mio. € war der ROCE im Geschäftsjahr 2015/16 mit - 2,6 (0,2) % negativ. INVESTITIONENDie Investitionen im Geschäftsjahr in Höhe von 181 (186) Mio. € entfielen überwiegend auf Ersatzinvestitionen und auf Investitionen zur Verbesserung der technologischen Effizienz. Beispiele dafür sind die Melasse-Entzuckerung in Tulln / Österreich, die Pressschnitzelaufbereitung in Roye / Frankreich und die Schneidmaschinenstation in Offstein. Weitere Schwerpunktthemen sind Energieeinsparungen, die mit der Erneuerung der Verdampfstation in Leopoldsdorf / Österreich sowie mit der neuen Zuckertrocknung in Tienen / Belgien ermöglicht werden. Projekte wie das Pack- und Versandgebäude in Plattling, die Sicht- und Versandstation in Tienen und das zentrale Abpackzentrum in Kaposvár / Ungarn ermöglichen effizientere Logistikabläufe. Erwähnenswert sind auch Infrastrukturprojekte wie der Kraftwerksverbund, die 110-kV-Anbindung am Verbundstandort Zeitz sowie die Investitionen in neue Produktionsanlagen für Hagel- und Würfelzucker in Tienen. Als Umweltinvestitionen zu nennen sind Rauchgasentstaubungsanlagen für mehrere Dampferzeuger in Polen, die Rauchgasentschwefelungsanlage am Standort Tienen und die Tankanlagen für die Brennstofflagerung in den Werken der Südzucker AG. Unter dem Gesichtspunkt der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen ist die Investition in die Biogasproduktion aus Pressschnitzeln bei gleichzeitiger Einspeisung ins Erdgasnetz am Standort Kaposvár / Ungarn besonders hervorzuheben. Rohstoff und ProduktionANBAUFLÄCHEDie Zuckerrübenanbaufläche in der Südzucker-Gruppe wurde im Jahr 2015 um rund 13,5 % auf 350.000 (405.000) ha zurückgenommen, nachdem im Vorjahr aufgrund hoher Zuckererträge für viele Rübenanbauer eine Übertragung notwendig war. AUSSAAT UND VEGETATIONSVERLAUFDie Aussaat begann 2015 ähnlich früh wie in den Vorjahren bei mittleren bis guten Aussaatbedingungen, zog sich jedoch über einen deutlich längeren Zeitraum - bis Mitte April - hin. Die bereits im Frühjahr vorherrschende Trockenheit setzte sich im Sommer 2015 fort. Gleichzeitig waren Temperaturen von bis zu 40 °C keine Seltenheit, was die Zuckerrüben im gesamten Einzugsgebiet der Südzucker-Gruppe unter Trockenstress leiden ließ. Abhängig von der Bodengüte und regional unterschiedlich verteilten Gewitterschauern präsentierten sich die Rüben sehr ungleich. Anbau und Erzeugung![]() GRAFIK 009 Zuckererzeugung nach Regionen![]() GRAFIK 010 ERTRÄGEDie trockene, heiße Witterung führte vor allem in Polen, Deutschland und Österreich zu unterdurchschnittlichen Rübenerträgen. In Belgien und Frankreich setzten im August Niederschläge ein, sodass in Frankreich das Ertragsniveau durchschnittlich, in Belgien sogar überdurchschnittlich war. Da der fünfjährige Durchschnittsrübenertrag von zwei Rekordjahren (2011 und 2014) geprägt ist, liegt der Rübenertrag im Schnitt der gesamten Südzucker-Gruppe mit 69 (84) t/ha um rund 6 % unter dem fünfjährigen Mittel. Auf den Zuckergehalt hat sich die trockene Witterung hingegen positiv ausgewirkt. In der gesamten Südzucker-Gruppe liegt dieser für die Kampagne 2015 mit rund 17,5 (16,5) % über dem fünfjährigen Mittel. KAMPAGNE 2015Sowohl die deutlich reduzierte Anbaufläche als auch der unterdurchschnittliche Rübenertrag haben zu einem deutlichen Rückgang der Gesamtrübenmenge auf 23,7 (34,0) Mio. t geführt. Dank höherer Zuckergehalte der Rüben konnten dennoch 3,8 (5,0) Mio. t Zucker aus Rüben gewonnen werden. Bei einer Verarbeitungsleistung nahezu auf Vorjahresniveau dauerte die Kampagne im Schnitt aller Werke 89 (127) Tage, die Verarbeitungsdauer in den einzelnen Werken lag zwischen 36 Tagen in Falesti / Moldau und 129 Tagen in Sered / Slowakei. Aufgrund der sehr milden und meist trockenen Witterung verlief die Kampagne in allen Werken bis in den Winter hinein problemlos. In den Werken Wanze / Belgien und Eppeville / Frankreich führte ein weitgehend störungsfreier, günstiger Kampagneverlauf zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Verarbeitungsleistung. In Ochsenfurt bewirkte der hohe Zuckergehalt der Rüben einen Rückgang der täglich verarbeiteten Rübenmenge, da der maximale Zuckerausstoß der Fabrik erreicht wurde. Im österreichischen Werk Leopoldsdorf musste die Verdampfstation aufgrund von Belägen mehrere Tage ausgekocht werden. Auch dies führte zu einem Rückgang der Verarbeitungsleistung. An mehreren Standorten wird während der Rübenkampagne Dicksaft als Zwischenprodukt in Tanks gelagert und in separaten Dicksaftkampagnen zu Zucker weiterverarbeitet, direkt an Kunden verkauft oder innerhalb des Konzerns zur Ethanolherstellung eingesetzt. In den Raffinerien der Südzucker-Gruppe wurden 0,37 (0,35) Mio. t Zucker aus Rohrrohzucker erzeugt. Dazu hat letztmals auch die Raffinerie in Marseille / Frankreich beigetragen, die Ende 2015 geschlossen wurde. → In den Werken Warburg und Hrusovany/Tschechien wurden in separaten Kampagnen Biorüben zu Bioprodukten verarbeitet. Während in Warburg deutlich weniger Rüben als im Vorjahr verarbeitet wurden, konnte dank eines höheren Zuckergehalts der Rüben in Hrusovany sogar etwas mehr Biozucker als im Jahr zuvor erzeugt werden. → ENERGIEEINSATZ UND EMISSIONENDer Energiebedarf in den Zuckerfabriken der Südzucker-Gruppe wird über hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) abgedeckt. Es wird ein Mix überwiegend fossiler Brennstoffe eingesetzt. Davon entfiel in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte auf Erdgas. Der eingesetzte Brennstoff richtet sich nach den lokalen Verfügbarkeiten. Die Versorgung der Fabriken erfolgt zum Teil bivalent, d. h., je nach Beschaffungspreisen kann sich der eingesetzte Brennstoff von Kampagne zu Kampagne ändern. Bereits heute wird das in den anaeroben Abwasserbehandlungsanlagen gewonnene Biogas als Brennstoff in den Zuckerfabriken eingesetzt. Eine Versorgung der Fabriken aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind ist nicht möglich, da vor allem Wärme in Form von Prozessdampf benötigt wird. Langfristig wäre - sofern lokal verfügbar und wirtschaftlich - die Aufnahme von Biomasse in den Energiemix eine Möglichkeit, den Anteil erneuerbarer Energie zu erhöhen. Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Der Elektroenergiebedarf in den Zuckerfabriken wird in der Regel direkt in den jeweiligen Fabriken in hocheffizienten KWK-Anlagen erzeugt. Energieeinsatz im Segment Zucker![]() GRAFIK 011 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Zucker![]() GRAFIK 012 WASSERENTNAHME UND ABWASSERDie Wasserentnahme der Fabriken orientiert sich an den lokalen Wasserverfügbarkeiten und ist auf die möglichst effiziente Nutzung der wertvollen Ressource Wasser ausgelegt. Der Großteil des entnommenen Wassers (ca. 75 %) wird für Durchlaufkühlungen verwendet, d. h., das Wasser wird nur zur Kühlung von Prozessen eingesetzt und dann direkt wieder den Vorflutern zugeführt. Die verarbeiteten Zuckerrüben bestehen zu etwa drei Vierteln aus Wasser. Dieses Wasser wird in Form von Prozesswasser bei der Zuckergewinnung genutzt. Dabei bestehen Kreislaufführungen zur Mehrfachnutzung. Das Wasser aus dem Rohstoff Zuckerrübe deckt zu ca. 80 % den Frischwasserbedarf der Fabriken (exkl. Durchlaufkühlungen). Die Südzucker-Gruppe verfügt an zahlreichen Produktionsstandorten über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen. Bei Letzteren wird das entstehende Biogas energetisch verwertet. Segment Zucker - Wasserentnahme / Abwasserscroll
TABELLE 024 VERWERTUNG DER ROHSTOFFEBei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe nutzt Südzucker alle Rohstoffbestandteile, um daraus hochwertige Produkte und Nebenprodukte herzustellen. Aus Zuckerrüben erzeugen wir z. B. neben dem Zucker ebenso Zuckerrübenschnitzel, Melasse und Carbokalk. Die Zuckerrübenschnitzel werden als Futtermittel bzw. als Rohstoff zur Erzeugung von Energie aus erneuerbarer Quelle verwendet, Melasse sowohl als Futtermittel als auch als Rohstoff für die Fermentationsindustrie zur Herstellung von z. B. Hefe, Ethanol oder Zitronensäure und Carbokalk als Kalkdüngemittel in der Landwirtschaft. ERDEBei der Ernte der Zuckerrüben werden die Rüben bereits auf dem Acker vorgereinigt, um die Erdmengen, die in Fabriken geliefert werden, zu minimieren. Der an den Rüben verbleibende Erdanhang lag in der Kampagne 2015 bei 4,7 %. Die Zuckerrüben werden in der Fabrik gewaschen. Die abgewaschene Erde wird entwässert und in der Regel wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt. Dies erfolgt, um den Stoffkreislauf zu schließen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, da es sich bei Rübenerde um hochwertigen Ackerboden handelt. ABFALLDer mengenmäßig überwiegende Anteil an Abfällen wird recycelt. Dabei handelt es sich vor allem um Schlacken und Aschen aus dem Einsatz von Kohle in den eigenen KWK-Anlagen. Von den gesamten Abfallmengen sind 0,3 (0,2) % gefährliche Abfälle; dabei handelt es sich im Wesentlichen um verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion. Segment Zucker - Abfälle nach Entsorgungsartenscroll
TABELLE 025 AbsatzGESAMTZUCKERABSATZDer konsolidierte Gesamtabsatz aller Konzerngesellschaften - inkl. Nichtquotenzucker an die Non-Food-Industrie und in den Export - ging im Geschäftsjahr 2015/16 um 2,7 % auf 5,2 (5,4) Mio. t zurück. Der Absatz in den EU-Gesellschaften sank um 2,4 % auf 5,1 (5,3) Mio. t. Innerhalb der EU war der Markt von dem näher rückenden Ende der Regelungen für den EU-Zuckermarkt im September 2017, niedrigen Weltmarkpreisen sowie dem laut EU-Preis-Reporting bisher niedrigsten Zuckerpreis von 414 €/t geprägt. Die mittlerweile eingetretene leichte Erholung wird von dem in den letzten Monaten gestiegenen Weltmarktpreis gestützt. Außerhalb der EU ging der Absatz der Gesellschaft in Moldau um rund 20 % zurück. QUOTENZUCKERDer Gesamtabsatz von Quotenzucker lag mit 4,3 (4,3) Mio. t -trotz geringerer Absätze aus der Vertriebskooperation Mauritius (Mauritius Sugar Syndicate) - auf Vorjahresniveau. Dabei ging der Absatz in den Ländern, in denen die Südzucker-Gruppe Zucker produziert, um 3,2 % zurück, wovon gleichermaßen die Absätze an Industrie und Handel betroffen waren. Diese Märkte litten auch unter einem besonders intensiven Preiskampf, wobei Südzucker gezielt auf manche Preisforderungen nicht eingegangen ist. Dagegen konnte der Absatz in den EU-Ländern, in denen die Südzucker-Gruppe keine Produktionsstandorte hat, jedoch durch eigene Vertriebsstrukturen in den letzten Jahren eine gute Marktstellung mit einem breiten Kundenportfolio aufgebaut hat, um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. NICHTQUOTENZUCKERDer Absatz von Nichtquotenzucker weist mit 0,9 (1,0) Mio. t ein Minus von 12,9 % aus. Dabei lag die Verwendung innerhalb der EU - und damit an die Non-Food-Industrie - um 2,7 % über dem Vorjahr. Der Export in Drittländer ging hingegen um 34,1 % zurück, zum einen da seit Oktober 2015 weniger Exportlizenzen zur Verfügung stehen, zum anderen da auch ohne große Exporte die Läger zu Beginn der neuen Kampagne komplett geräumt sein werden. FUTTERMITTELDie Menge der bei der Zuckergewinnung anfallenden Futtermittel und Nebenprodukte entwickelte sich entsprechend der geringeren Rübenverarbeitungsmenge in der Kampagne 2015 rückläufig. So stand eine gegenüber dem Vorjahr wesentlich geringere Menge an Melasseschnitzeln und Melasseschnitzel-Pellets zur Vermarktung zur Verfügung. Obwohl die fehlenden Mengen in Futtermischungen von den Kunden durch günstiges Getreide ersetzt werden konnten, wurden für Melasseschnitzel und Melasseschnitzel-Pellets Preise auf Vorjahresniveau erzielt. Bei weiterhin stabilen Rohrmelassepreisen ist die Melasseproduktion aus Rüben in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 21 % gefallen. Dadurch konnten Kontrakte zu bisherigen Bestpreisen in nahezu allen Kundensegmenten geschlossen werden. Auch in den osteuropäischen Ländern wurden hoch-preisige Abschlüsse getätigt. Segment SpezialitätenGeschäftsentwicklungUMSATZ UND OPERATIVES ERGEBNISIm Segment Spezialitäten konnte der Umsatz auf 1.791 (1.724) Mio. € gesteigert werden. Dies ist insbesondere auf höhere Absatzmengen in sämtlichen Divisionen zurückzuführen. Darüber hinaus wurde die Umsatzentwicklung von der Abwertung des Euros positiv beeinflusst. Das operative Ergebnis verbesserte sich deutlich von 120 auf 171 Mio. €. Sämtliche Divisionen trugen zum Ergebnisanstieg bei. Neben der vorteilhaften Absatz- und Wechselkursentwicklung wirkten sich die über Vorjahr liegenden Ethanolerlöse sowie die weiterhin niedrigen Rohstoffkosten positiv aus. ERGEBNIS AUS RESTRUKTURIERUNG UND SONDEREINFLÜSSENDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von - 2 (- 3) Mio. € enthielt Aufwendungen aus der Testphase bzw. dem Probebetrieb einzelner Komponenten der Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz, denen Erträge unter anderem bei BENEO aus Vermögenssteuererstattungen für Vorjahre gegenüberstanden. ERGEBNIS AUS AT EQUITY EINBEZOGENEN UNTERNEHMENDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 23 (27) Mio. € betrifft im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana-Gruppe. CAPITAL EMPLOYED UND RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)Das Capital Employed erhöhte sich investitionsbedingt auf 1.436 (1.377) Mio. €. Durch die deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses auf 171 (120) Mio. € erhöhte sich der ROCE auf 11,9 (8,7) %. Das Capital Employed umfasst auch die Investitionen in die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz, die im Berichtszeitraum keinen Beitrag zum operativen Ergebnis erbracht hat. Geschäftentwicklung im Segment Spezialitätenscroll
TABELLE 026
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. INVESTITIONENDie Investitionen im Segment Spezialitäten von 131 (126) Mio. € betrafen in der Division BENEO maßgeblich Effizienzsteigerungen in der Produktionsanlage in Oreye / Belgien sowie das Biomassekraftwerk zur Verbesserung der Energiewirtschaft am Standort Pemuco / Chile. Investitionen in die Produktentwicklung von Reisderivaten bei Remy unterstützen weiterhin die Marktposition. In der Division Stärke entfiel der maßgebliche Investitionsumfang vorrangig auf die Weizenstärkeanlage in Zeitz. Des Weiteren ist die Investition in eine neue Produktionsanlage für Säuglingsmilchnahrung in Gmünd /Österreich zu nennen. Bei Freiberger stand die Erweiterung der Produktionskapazität von Stateside Foods am britischen Standort Westhoughton im Vordergrund. Division BENEOscroll
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND RAHMENBEDINGUNGENSowohl der wissenschaftlich bewiesene Zusammenhang zwischen ausgewogener Ernährung und einem geringeren Risiko für sogenannte Zivilisationskrankheiten als auch die zunehmende Alterung der Gesellschaft in zahlreichen Ländern wirken sich positiv auf die Nachfrage nach Produkten mit gesundheitlichem Zusatznutzen aus. Verstärkt wird dies durch Ernährungstrends wie beispielsweise Zucker- oder Fettreduktion, glutenfrei, vegetarisch oder vegan - immer verbunden mit dem Wunsch nach natürlichen Zutaten. Herausforderungen in diesem grundsätzlich positiven Umfeld bleiben ein sich konzentrierender Wettbewerb und eine verstärkte Regulierung lebensmittelrechtlicher Rahmenbedingungen in vielen Ländern, die innovative Produktentwicklungen erschweren. GESCHÄFTSENTWICKLUNGTrotz zunehmenden Wettbewerbs konnte BENEO im Geschäftsjahr 2015/16 ihre Marktposition weiterhin erfolgreich behaupten. Unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Märkten haben sich insgesamt ausgeglichen. Unerlässlich für weiteres Wachstum in Europa ist die Anerkennung sogenannter Claims mit Aussagen zu Produkteigenschaften, die jedoch oft erst nach langjährigen Bewertungsprozessen durch die European Food Safety Authority (EFSA) zugelassen werden. Hier war BENEO im Januar 2016 mit einem neuen, exklusiven Claim zur Auslobung einer verbesserten Darmregulierung mit dem Ballaststoff Inulin erfolgreich. Diese positive Bewertung zeigt, dass BENEO mit seiner kontinuierlichen Investition in Forschung und Studien zur Einreichung von Claim-Dossiers auf dem richtigen Weg ist, der Lebensmittelindustrie innovative Produkte anzubieten, die Natürlichkeit und Funktionalität vereinen. Nachdem in Europa das Thema gesunde Verdauung bereits seit einigen Jahren etabliert ist, zeigt sich nun ein steigendes Interesse in den USA und Asien. Es gilt, dieses Marktpotenzial für die funktionellen Ballaststoffe Inulin und Oligofruktose mit den positiven Eigenschaften wie präbiotischer Effekt, Unterstützung einer gesunden Darmflora sowie Verbesserung der Calciumaufnahme zu nutzen. Die Entwicklungsarbeiten in der Lebensmitteltechnologie konzentrieren sich auf die Verwendung in Molkereiprodukten, Backwaren, Cerealien und Babynahrung. Trotz starken Wettbewerbs und weiterer Konzentration in der Süßwarenindustrie konnte das Verkaufsvolumen von Isomalt - dem einzigen Zuckeraustauschstoff aus Zucker - auf hohem Niveau ausgebaut werden. Mit seinen technologischen, geschmacklichen und ernährungsphysiologischen Vorteilen für Zahngesundheit und Kalorienreduktion bleibt es weltweit die Zutat Nummer 1 in zuckerfreien Bonbons und Kaugummis. Für Palatinose™, einen zahnfreundlichen Zucker, der langsam verstoffwechselt wird, bieten neben Spezial-, Baby- und Sportlerernährung auch lebensmitteltechnologische Anwendungen weiteres Potenzial. Der Produktbereich Reisderivate mit seinen Auslobungen "clean label", "glutenfrei", "laktosefrei" oder "allergenfrei" befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die für 2016 vorgesehene Produkteinführung von Remypure, einer neuen funktionalisierten Reisstärke, wird diese Position unterstreichen. BENEO Pro VWG, ein technologisch funktionales Weizenprotein, wird sowohl im Bereich Tiernahrung als auch verstärkt in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Division Freibergerscroll
MARKTENTWICKLUNGDie Nachfrage nach Tiefkühlpizzen zog in Deutschland wieder an. Allerdings führt die insgesamt gestiegene Kaufkraft dazu, dass die Verbraucher verstärkt zu Markenartikeln greifen. Diese Tendenz übt Druck auf die Discountketten des Lebensmitteleinzelhandels aus, Markenartikel in ihr Sortiment aufzunehmen. In Frankreich konnten die Markenartikelhersteller - insbesondere durch preisaggressives Auftreten - ihren Marktanteil um 4 % erhöhen. Entsprechend verloren die Handelseigenmarken insgesamt 3,4 %, während Freiberger lediglich rund 0,6 % einbüßte. Das dynamische Wachstum der deutschen Discounter in Großbritannien setzte sich 2015/16 fort und brachte den angestammten britischen Lebensmitteleinzelhandel weiter in Bedrängnis. Insgesamt legte die Nachfrage in Großbritannien sowohl bei Kühl- wie Tiefkühlpizzen weiter zu. Freiberger konnte davon profitieren und seinen Marktanteil ausbauen. GESCHÄFTSENTWICKLUNGFreiberger verstärkte im vergangenen Geschäftsjahr seine Verbraucher- und Sortimentsanalysen zur Steuerung der eigenen Sortimentsstrategie und nutzte sie als Service für seine Handelskunden. Die Entwicklung neuer Produktkonzepte wurde kontinuierlich fortgesetzt. Gleichzeitig wurden die Einsatzmöglichkeiten der Produktionslinien erhöht und die Produktionskapazitäten in Großbritannien erweitert. Vor diesem Hintergrund konnte sich Freiberger im Markt behaupten und seine Position als führender Handelseigenmarkenhersteller festigen. Division PortionPack Europescroll
Im Geschäftsjahr 2015/16 bewegte sich PortionPack Europe in einem insgesamt leicht verbesserten, aber in den meisten Ländern weiterhin schwierigen Marktumfeld. Als einziges Land verzeichnete Deutschland ein nennenswertes Wachstum im Außer-Haus-Geschäft. Zur Erweiterung der Produktpalette und zur Qualitätssicherung wurde in die Produktionsanlagen investiert. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die PortionPack-Europe-Gruppe einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Division Stärkescroll
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD UND RAHMENBEDINGUNGENÜber die Entwicklung auf den internationalen Getreidemärkten und die politischen Rahmenbedingungen für Bioethanol berichten wir ausführlich in den Kapiteln "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" sowie "Segment CropEnergies". ABSATZ- UND ROHSTOFFMÄRKTEDas Marktumfeld in der Division Stärke war bestimmt von stabilen bzw. fallenden Getreidepreisen, einem Überangebot von Zucker sowie dem hohen Preisniveau für Bioethanol auf dem europäischen Markt. Obwohl das Angebot bei Getreide und Ölfrüchten durch die Dürre des Sommers 2015 regional wesentlich beeinflusst wurde, sorgten die international hohen Ernten bei Getreide, Eiweiß- und Ölfrüchten für einen Marktdruck auf die Nebenprodukterlöse. Die Rohstoffpreisentwicklung war weiterhin volatil, anhaltende Trockenheit im Sommer führte lokal zu deutlichen Ernteausfällen bei Herbstfrüchten wie Mais und Kartoffeln und damit zu zwischenzeitlich höheren Preisen. GESCHÄFTSENTWICKLUNGDer Umsatz in der Division Stärke stieg im Geschäftsjahr 2015/16 um 3,1 %. Hauptgrund waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Ethanolpreise. Auch die Weiterentwicklung des Produkt- und Marktportfolios in Richtung umsatz- und margenstärkere Stärkederivate hat sich positiv ausgewirkt. Die Absatzsituation bei Stärken für technische Anwendungen (vor allem für Papier und Wellpappe) ist auf hohem Niveau stabil. Auch bei Säuglingsmilchnahrung und Bioprodukten konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Dagegen konnte der Umsatz mit Verzuckerungsprodukten trotz Mehrmengen aufgrund des Preisdrucks das Vorjahresniveau nicht erreichen. Infolge des niedrigen Getreide- und Sojapreisniveaus lagen die Nebenprodukterlöse ebenfalls leicht unter dem Vorjahreswert. Auf der Kostenseite konnten bei der Rohstoff- und Energiebeschaffung Einsparungen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Die Marktposition auf dem europäischen Stärkemarkt konnte durch die Ergänzung des Portfolios um Weizenstärke deutlich ausgeweitet werden. PRODUKTIONIn den österreichischen Werken wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die gesamte Wertschöpfungskette weiter optimiert. Durch Verbesserung der Produktionsprozesse und Organisationsänderungen mit dem Ziel einer stärkeren Kundenorientierung konnte die Effizienz weiter gesteigert werden. In der Kampagne 2015 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 104 (122) Tagen trotz gleichbleibendem Kontraktumfang eine deutlich unter dem Vorjahr liegende Stärkekartoffelmenge verarbeitet. Ursache waren witterungsbedingt geringere durchschnittliche Erträge von rund 26 (40) t/ha, der durchschnittliche Stärkegehalt lag mit 17,3 % auf Vorjahresniveau. Leicht gestiegen ist der Bio-Anteil mit rund 4 (3) %. Im Bereich Speiseindustriekartoffeln wurde für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten eine mit dem Vorjahr vergleichbare Rohstoffmenge verarbeitet, wobei der Bio-Anteil bei rund 26 (21) % lag. Die Maisverarbeitungsmenge in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich und Rumänien lag aufgrund der witterungsbedingt geringeren Nassmaisverarbeitung leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, zertifiziert gentechnikfreier Mais) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 31 %. Bei der HUNGRANA in Ungarn konnte die Maisverarbeitung leicht gesteigert werden. In der Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf /Österreich wurde im Vergleich zum Vorjahr eine um 14 % höhere Rohstoffmenge zu Weizenstärke verarbeitet. Erstmals wurde auch biozertifizierter Weizen eingesetzt. Im Bioethanolwerk Pischelsdorf lag die Verarbeitung von Mais, Weizen und Triticale etwas unter dem Vorjahresniveau. In der neuen Weizenstärkeanlage in Zeitz wurde mit der Testphase bzw. dem Probebetrieb einzelner Komponenten begonnen. → Produktion im Segment Spezialitäten→ ENERGIEEINSATZ UND EMISSIONENBedingt durch die Vielfalt der hergestellten Produkte gibt es im Segment Spezialitäten sehr unterschiedliche Herstellungsprozesse und dadurch unterschiedliche Arten des Energiebedarfs. Die Abdeckung des Wärmebedarfs erfolgt meist über Eigenerzeugung, der Elektroenergiebedarf wird sowohl durch Netzbezug als auch Eigenerzeugung in hocheffizienten KWK-Anlagen gedeckt. Als Brennstoff wird überwiegend Erdgas eingesetzt. Am BENEO-Standort in Chile wird seit Inbetriebnahme des Biomassekessels in Pemuco Anfang 2015 ein erheblicher Teil des bisher eingesetzten fossilen Brennstoffs durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt. Entsprechend stieg der Anteil an Energie aus erneuerbaren Energien im Segment Spezialitäten an. Energieeinsatz im Segment Spezialitäten![]() GRAFIK 013 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Spezialitäten![]() GRAFIK 014 Die Menge der CO2 -Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Perspektivische Reduktionsmöglichkeiten bzgl. CO2-Emissionen ergeben sich über die weitere Steigerung der Energieeffizienz der Produktionsprozesse und - soweit lokal verfügbar und wirtschaftlich - die Erhöhung des Energieanteils aus erneuerbaren Quellen. → WASSERENTNAHME UND ABWASSERDie Wasserentnahme in den Fabriken des Segments Spezialitäten ist auf eine möglichst effiziente Nutzung der Ressource Wasser ausgerichtet. Sie hängt vom jeweiligen Herstellungsprozess ab und variiert dementsprechend stark. Es wird vornehmlich Grundwasser sowie Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung eingesetzt. Häufig verbleibt ein Teil des Wassers in den erzeugten Lebensmitteln sowie weiteren Produkten. In der Division Stärke wird daneben auch Oberflächenwasser genutzt, dies vornehmlich zur Durchlaufkühlung. Segment Spezialitäten - Wasserentnahme / Abwasserscroll
TABELLE 027 Die Behandlung der Produktionsabwässer im Segment Spezialitäten erfolgt überwiegend in eigenen biologischen Betriebskläranlagen. In den verbleibenden Fällen erfolgt die Einleitung in kommunale Kläranlagen bzw. Abwasserbehandlungsanlagen Dritter. → VERWERTUNG DER ROHSTOFFEBei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in den Divisionen BENEO und Stärke nutzt Südzucker alle Bestandteile der eingesetzten Agrarrohstoffe, um daraus hochwertige Produkte und Nebenprodukte herzustellen. In der Division Freiberger werden vorwiegend Zwischenprodukte wie z. B. Mehl, Tomatensauce und Käse verwendet, die bedarfsorientiert eingekauft werden. → ERDEIm Segment Spezialitäten werden unter anderem Zichorien verarbeitet, an denen trotz Vorreinigung eine geringe Menge Erde anhaftet, die mit der Lieferung in die Fabriken gelangt. Die dort von den Rohstoffen abgewaschene Erde wird entwässert und in der Regel wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt. → ABFALLDer mengenmäßig überwiegende Anteil an Abfällen wird kompostiert. Dabei handelt es sich insbesondere um Reisschalen und Vinasserückstände, die bei der Verarbeitung von Reis und Zichorien in der Division BENEO anfallen. Ein weiterer wesentlicher Teil der Abfälle wird der energetischen Verwertung zugeführt, hauptsächlich in der Division Freiberger. Bei 0,4 (0,2) % der Abfälle handelt es sich um gefährliche Abfälle. Diese bestehen im Wesentlichen aus verbrauchten Schmierstoffen aus der Produktion. Segment Spezialitäten - Abfälle nach Entsorgungsartenscroll
TABELLE 028 Segment CropEnergies1scroll
Marktentwicklung und wirtschaftliches UmfeldABSATZMÄRKTEBioethanolIm Jahr 2015 stieg die weltweite Erzeugung von Bioethanol um 2,7 % auf 115,1 (112,1) Mio. m3 an. Davon waren 84,4 (84,1) % für den Kraftstoffsektor und 15,6 (15,9) % für Getränke, Kosmetik, medizinische oder industrielle Anwendungen bestimmt. Die weltweite Erzeugung von Bioethanol für den Kraftstoffsektor von rund 97,1 (94,2) Mio. m3 entspricht einem Anteil von rund 5 % des weltweiten Ottokraftstoffmarkts. Im Jahr 2016 soll die Weltbioethanolproduktion mit 114,2 Mio. m3 nahezu konstant bleiben. Die Produktion von Kraftstoffethanol soll bei 96,7 Mio. m3 liegen. In den USA stieg die Bioethanolproduktion im Jahr 2015 um 3,2 % und erreichte 57,5 (55,8) Mio. m3. Angesichts eines höheren Inlandsverbrauchs von 54,5 (52,6) Mio. m3 sind die Nettoexporte von Bioethanol um 2,3 % auf 2,7 (2,8) Mio. m3 gesunken. Für das Jahr 2016 wird mit lediglich geringen Veränderungen und einem anhaltend hohen Produktionsüberschuss gerechnet. In Brasilien soll die Bioethanolproduktion im ZWJ 2015/16 aufgrund einer besseren Zuckerrohrernte um 3,6 % auf 30,0 (29,0) Mio. m3 steigen. Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Inlandsnachfrage um 10,7 % auf 29,7 (26,8) Mio. m3 wird eine weitgehend ausgeglichene Versorgungsbilanz erwartet. In der EU wird für das Jahr 2015 unter Berücksichtigung von Alkohol für traditionelle und technische Anwendungen mit einem leicht unter dem Vorjahr liegenden Gesamtethanolverbrauch von 7,7 (7,8) Mio. m3 gerechnet. Fehlende Nachfrageimpulse schlagen sich auch in einer auf 7,1 (7,2) Mio. m3 gesunkenen Ethanolproduktion nieder. Angesichts eines tendenziell geringeren Verbrauchs von Ottokraftstoffen und ohne Impulse durch höhere Beimischungsvorgaben ging der Verbrauch von Kraftstoffethanol in der EU im Jahr 2015 um 2,6 % auf 5,2 (5,4) Mio. m3 zurück. Für 2016 erwarten Marktbeobachter einen weiteren Rückgang des Kraftstoffethanolverbrauchs auf 5,1 Mio. m3. Bei einem leichten Anstieg der Inlandsproduktion könnte daraus erstmals ein geringer Produktionsüberschuss von Kraftstoffethanol resultieren. Das Potenzial von Bioethanol für eine schnelle und kostengünstige Senkung von Treibhausgasemissionen wird damit weiter nicht ausgeschöpft. Eine zeitnahe E10-Einfüh-rung in weiteren EU-Mitgliedsstaaten würde die Dekarbonisierung des Transportsektors beschleunigen und dessen Klimabilanz deutlich verbessern. EU-Mengenbilanz Bioethanolscroll
Tabelle 029 Quelle: F.O. Licht. Schätzung der EU-Mengenbilanz Bioethanol, April 2016. Die brasilianischen Ethanolpreise lagen Ende Februar 2016 bei umgerechnet 487 €/m3. Im Vergleich zu Anfang März 2015 ergab sich zwar nur ein moderater Anstieg von 40 €/m3. Im Jahresverlauf waren aber auch zwischenzeitlich Preise von deutlich unter 400 €/m3 zu beobachten. In den USA bewegte sich der 1-Monats-Future an der Chicago Board of Trade weitgehend seitwärts und pendelte dabei um die Marke von 1,50 USD/Gallone1. Zuletzt sank der Ethanolpreis aber auch unter 1,40 USD/Gallone und notierte Ende Februar 2016 bei umgerechnet 335 €/m3. Gründe für die niedrigen Preise in den USA waren die weiterhin niedrigeren Rohstoff- und Energiekosten, die hohen Lagerbestände sowie ein weiterer Rückgang der Ölpreise. Diese lagen Ende Februar 2016 bei 30 USD/Barrel für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI). In Europa stiegen die Ethanolpreise von 450 €/m3 fob Rotterdam Anfang März 2015 auf 511 €/m3 Ende Februar 2016 deutlich an. Zwischenzeitlich lag das Preisniveau über 600 €/m3, auch als Folge der Preissteigerung auf dem Biodieselmarkt und einer zeitweise knappen Versorgungslage am europäischen Haupthandelsplatz für Bioethanol in Rotterdam. Entwicklung der europäischen Ethanol- und Benzinpreise![]() Grafik 015 ProteinmärkteDie Verkaufspreise der bei der Bioethanolherstellung auf Basis von Getreide als Nebenprodukte hergestellten wertvollen Lebens- und Futtermittel werden vor allem von den Preisen für Soja- und Rapsschrot beeinflusst. Die globale Sojabohnenernte im Wirtschaftsjahr 2015/16 wird nach der Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums vom 12. April 2016 mit 320 (320) Mio. t den Rekordwert des Vorjahres erreichen. Entsprechend den Erwartungen einer hohen Produktion sowie hoher Lagerbestände unterschritt der 1-Monats-Future für Sojabohnen an der CBOT im August 2015 erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 9 USD/Bushel und bewegt sich seitdem auf diesem niedrigen Niveau. Umgerechnet in Euro entsprach dies im Geschäftsjahr 2015/16 einem Rückgang um rund 15 % auf 288 €/t Ende Februar 2016. Die EU-Rapsernte soll im Wirtschaftsjahr 2015/16 auf 21,5 (24,3) Mio. t zurückgehen. Angesichts der international niedrigeren Proteinpreise sind die Preise für Rapsschrot aber dennoch von rund 240 €/t Anfang März 2015 auf 180 €/t Ende Februar 2016 zurückgegangen. ROHSTOFFMÄRKTEDas US-Landwirtschaftsministerium rechnet in seiner Schätzung vom 12. April 2016 für das Getreidewirtschaftsjahr 2015/16 mit einer nur leicht unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegenden Weltgetreideproduktion (ohne Reis) von 1.994 (2.029) Mio. t. Der Weltgetreideverbrauch soll um 0,4 % auf 1.969 Mio. t steigen. Die Produktion liegt damit erneut über dem Verbrauch. Die weltweiten Lagerbestände sollen sich daher um 5,6 % auf 484 Mio. t erhöhen und damit sogar das bisherige Rekordniveau aus dem Getreidewirtschaftsjahr 1986/87 übertreffen. Für die EU erwartet die EU-Kommission im Getreidewirtschaftsjahr 2015/16 einen Rückgang der Getreideernte um 5,5 %. Mit 310 (328) Mio. t liegt sie jedoch weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und über dem erwarteten Getreideverbrauch von 283 (282) Mio. t. Die Erwartungen einer weltweit guten Getreideernte führten zu einem Rückgang des 1-Monats-Futures für Mahlweizen an der Euronext in Paris. So fielen die Weizenpreise von 188 €/t Anfang März 2015 auf 147 €/t Ende Februar 2016. Rechtliche und politische RahmenbedingungenERNEUERBARE-ENERGIEN-RICHTLINIEDie Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU definiert unverändert die rechtlichen Grundlagen für das verbindliche Ziel von 10 % erneuerbaren Energien im Transportsektor im Jahr 2020. Wesentliche Voraussetzung für den Marktzugang von Biokraftstoffen in der EU ist die Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien, die z. B. Mindestanforderungen für eine nachhaltige Biomasseerzeugung und -verarbeitung setzen. So müssen Biokraftstoffe z. B. im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 35 Gew.-% - ab 2018 mindestens 50 Gew.-% - an Treibhausgasemissionen einsparen. Darüber hinaus ist die Herkunft der verarbeiteten Biomasse lückenlos zu dokumentieren. KRAFTSTOFFQUALITÄTSRICHTLINIEDarüber hinaus gibt die Kraftstoffqualitätsrichtlinie vor, dass bis 2020 auf den gesamten Kraftstoffverbrauch gerechnet 6 Gew.-% der Treibhausgase eingespart werden müssen. Die am 24. April 2015 veröffentlichte Richtlinie zur Festlegung von Berechnungsverfahren und Anforderungen an die Berichterstattung von Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen schreibt vor, dass die Treibhausgaseinsparung von 6 Gew.-% auf Basis der durchschnittlichen Treibhausgasintensität der im Jahr 2010 verbrauchten Kraftstoffe zu berechnen ist. Diese lag bei 94,1 g CO2äq/MJ. Bei Kraftstoffen aus unkonventionellen Ölquellen, wie z. B. aus Teersanden, Ölschiefer oder Tiefseebohrungen, fallen jedoch tatsächlich noch deutlich höhere Treibhausgasemissionen an, die nicht berücksichtigt werden. NOVELLIERUNG DER RICHTLINIEN 2015Im September 2015 wurde die sogenannte iLUC-Richtlinie veröffentlicht, die konkrete Vorgaben zur Erreichung der Ziele der Erneuerbare-Energien-Richtlinie und der Kraftstoffqualitätsrichtlinie macht. Die Umsetzung in nationales Recht muss innerhalb von zwei Jahren erfolgen. Die Neuregelungen sehen unter anderem vor, dass bis zu 7 % der vorgegebenen 10 % an erneuerbaren Energien im Transportsektor aus nachhaltig zertifizierten konventionellen Biokraftstoffen stammen können. Die restlichen 3 % sollen zum einen durch die Doppelanrechnung von Biokraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen erreicht werden. Diese werden mit einer Unterquote von mindestens 0,5 % zusätzlich gefördert. Zum anderen wird die im Schienen- und Straßenverkehr genutzte Elektrizität, sofern diese aus erneuerbaren Quellen stammt, mehrfach angerechnet. Da der Anfall von Treibhausgasemissionen aus indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) nur aus Hypothesen abgeleitet und damit weiter unklar ist, sollen die Mitgliedsstaaten künftig zwar über diese vermuteten indirekten Effekte berichten, jedoch werden diese den einzelnen Biokraftstoffen weiterhin nicht direkt zugerechnet. Bedauerlich ist, dass die iLUC-Richtlinie eine fiktive Doppelanrechnung von Biokraftstoffen aus sogenannten Abfällen und Reststoffen ermöglicht. Als Folge ist nicht nur ein internationaler Abfalltourismus zu beobachten, sondern darüber hinaus wird die Menge an erneuerbaren Kraftstoffen reduziert und ein starker Anreiz zum Mehrverbrauch fossiler Kraftstoffe geschaffen. Gleiches ergibt sich durch eine Mehrfachanrechnung von Elektrizität im Transportsektor. PARISER KLIMAVERTRAGIm Dezember 2015 haben sich 195 Länder bei der UN-Klimakonferenz in Paris erstmals auf einen rechtlich verbindlichen Weltklimavertrag geeinigt, der im Jahr 2020 in Kraft treten wird und das Ziel setzt, die Erderwärmung auf weniger als 2 °C zu begrenzen. Dafür wäre in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts eine Senkung der Nettotreibhausgasemissionen auf null nötig. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert langfristig den Ausstieg aus fossilen Energiequellen. Hierzu leisten Biokraftstoffe, die durch Photosynthese auf die in der Atmosphäre befindlichen Kohlenstoffvorräte zurückgreifen, einen unverzichtbaren Beitrag. Obwohl die bisher zugesagten nationalen Beiträge nicht genügen, um das Ziel zu erreichen, und der Vertrag keinen Sanktionsmechanismus enthält, ist das Abkommen dennoch ein wichtiger Schritt für die Gestaltung der künftigen Energie- und Klimaschutzpolitik. KLIMA- UND ENERGIEPAKET 2030In der EU wurden die Gespräche über ein Klima- und Energiepaket für 2020 bis 2030 fortgesetzt. Als Eckpunkte hatte der Europäische Rat bereits im Oktober 2014 eine verbindliche Gesamteinsparung von Treibhausgasemissionen von 40 % im Vergleich zu 1990, einen auf EU-Ebene und über alle Sektoren hinweg verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien von 27 % und eine Verbesserung der Energieeffizienz um 27 % festgelegt. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission bis Ende 2016 einen Vorschlag über rechtliche Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele veröffentlichen wird. In diesem Zusammenhang hat die EU-Kommission auch den Auftrag, die Förderung nachhaltiger Biokraftstoffe nach 2020 auf technologieneutrale Weise im Rahmen der Klima- und Energiepolitik bis 2030 zu prüfen. Angesichts des immer höheren Anteils des Transportsektors an den gesamten Treibhausgasemissionen in der EU sind die ambitionierten Klimaschutzziele, für die sich insbesondere die EU beim Pariser Klimagipfel eingesetzt hat, nicht einzuhalten. TREIBHAUSGASMINDERUNGSQUOTEN IN DEUTSCHLANDIn Deutschland wurde zum 1. Januar 2015 die energetische Biokraftstoffquote durch ein Treibhausgasminderungsziel ersetzt. Demnach sollen auf den gesamten Kraftstoffverbrauch gerechnet 3,5 Gew.-% der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Ab 2017 soll dieses Einsparziel auf 4,0 Gew.-% und ab 2020 auf 6,0 Gew.-% steigen. Die Anstrengungen der Biokraftstoffhersteller zur Senkung von Treibhausgasemissionen haben dazu geführt, dass die spezifischen Treibhausgaseinsparungen von Biokraftstoffen im Jahr 2015 nach vorläufigen Daten im Durchschnitt auf mehr als 60 % im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen gestiegen sind. Gleichzeitig wurde jedoch das Volumen der Biokraftstoffbeimischung entsprechend reduziert, sodass der Anteil fossiler Kraftstoffe wieder anstieg. Damit wird das Ziel untergraben, die Treibhausgasemissionen im Transportsektor zu senken. Die deutsche Biokraftstoffindustrie hat daher bereits gefordert, die vorgesehene Anhebung des Treibhausgasminderungsziels von 4 Gew.-% nicht erst ab 2017 durchzuführen. Ferner sollte das Einsparziel in den Folgejahren schrittweise angehoben werden. Hieraus würde sich ein kontinuierlicher Anreiz zum Ersatz fossiler Kraftstoffe ergeben und sichergestellt, dass das ab 2020 geltende Treibhausgasminderungsziel von 6 Gew.-% auch tatsächlich erreicht wird. GeschäftsentwicklungIm Geschäftsjahr 2015/16 gingen die Produktions- und Absatzmengen von CropEnergies wie erwartet durch eine insgesamt geringere Kapazitätsauslastung zwar zurück, gestiegene Bioethanolerlöse und leicht rückläufige Rohstoffpreise führten jedoch zu einer deutlich besseren Ertragslage. Trotz des günstigeren Marktumfelds trägt CropEnergies den fortbestehenden Unsicherheiten durch Maßnahmen zur Verbesserung der Kosten- und Ertragsstruktur Rechnung. Obwohl über die Notwendigkeit zur Senkung der Treibhausgasemissionen im Verkehr kein Zweifel besteht, bleibt die Nachfrage nach Kraftstoffethanol in Europa verhalten. Mit Blick auf die immer kürzere Zeit bis zum Jahr 2020 wird es aber für die Mitgliedsstaaten immer drängender, ihre Pläne zum Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energien im Transportsektor in die Tat umzusetzen. Ambitioniertere Beimischungsziele und die Einführung von E10 in weiteren Mitgliedsstaaten würden es CropEnergies ermöglichen, das volle Produktionspotenzial zu nutzen. UMSATZ UND OPERATIVES ERGEBNISIm Segment CropEnergies reduzierte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf 658 (764) Mio. €. Dabei lagen die Ethanolerlöse noch bis zum Ende des Geschäftsjahres über dem niedrigen Vorjahresniveau. Dem standen jedoch rückläufige Absatzmengen bei Ethanol, Lebens- und Futtermitteln infolge der geringeren Erzeugung durch die temporäre Stilllegung der Anlage in Wilton / Großbritannien sowie der Revisionsphase in Wanze / Belgien gegenüber. Das operative Ergebnis konnte deutlich auf 87 (- 11) Mio. € verbessert werden. Maßgeblich hierfür waren höhere Ethanolerlöse sowie geringere Nettorohstoffkosten. Darüber hinaus führte die temporäre Stilllegung der Anlage in Wilton zu Kosteneinsparungen sowie einer Verbesserung der operativen Kostenstruktur. ERGEBNIS AUS RESTRUKTURIERUNG UND SONDEREINFLÜSSENDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 18 (- 28) Mio. € betraf die angefallenen Fixkosten der vorübergehend stillgelegten Bioethanolfabrik am Standort Wilton. CAPITAL EMPLOYED UND RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)Der Rückgang des Capital Employed auf 490 (518) Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem deutlich über dem Investitionsvolumen liegenden Abschreibungsniveau. Durch die Steigerung des operativen Ergebnisses auf 87 (- 11) Mio. € erholte sich der ROCE auf 17,7 (- 2,2) %. INVESTITIONENDie Investitionen im Geschäftsjahr beliefen sich auf 17 (32) Mio. € und dienen insbesondere mit der Neutralalkohol-Anlage in Zeitz der Verbreiterung des Produktportfolios sowie mit der Installation von Kleie-Nachbehandlungsanlagen in Wanze der Effizienzsteigerung der Produktionsanlagen. Investitionen in zusätzliche Abgasreinigungsanlagen des Biomassekessels in Wanze steigern die wirtschaftliche Anlageneffizienz ebenso wie der Austausch vorhandener Ressourcen durch eine gemeinsame Elektroverbindung zwischen der Ethanol-Anlage und der Zuckerfabrik am Standort Wanze. Geschäftsentwicklung im Segment CropEnergiesscroll
TABELLE 030
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Rohstoff und ProduktionIn Zeitz, Wanze und Wilton werden Agrarrohstoffe europäischer Herkunft verarbeitet. Bei der Rohstoffbeschaffung legt CropEnergies großen Wert auf den standortnahen und damit frachtgünstigen Bezug. Um das Preisrisiko bei Getreide zu begrenzen, setzte CropEnergies als Ergänzung zu Fixpreiskontrakten derivative Sicherungsinstrumente ein. In Loon-Plage / Frankreich lag der Fokus auf kostengünstigem Bezug von Rohalkohol. Im Geschäftsjahr 2015/16 ging die Bioethanolproduktion in der CropEnergies-Gruppe durch die temporäre Stilllegung der Anlage in Wilton / Großbritannien erwartungsgemäß auf 0,8 (1,1) Mio. m3 zurück. In der Folge verringerte sich auch die Erzeugung von getrockneten Lebens- und Futtermitteln auf 0,4 (0,5) Mio. t. Die CT Biocarbonic GmbH konnte die Produktion von biogenem Kohlendioxid weiter steigern. In Zeitz wurde der Rohstoffeinsatz bei hoher Kapazitätsauslastung kontinuierlich an die jeweiligen Marktbedingungen angepasst. Die Anfang 2015 in Betrieb genommene Anlage zur Herstellung von Neutralalkohol wurde bereits nach kurzer Zeit dauerhaft mit hoher Kapazitätsauslastung betrieben. Die Bioethanolanlage in Wanze / Belgien lief ebenfalls mit hoher Auslastung, wobei im Zuge realisierter Optimierungen höhere Ausbeuten erzielt wurden. Maßnahmen zur Reduktion des spezifischen Energieeinsatzes führten zudem zu höheren Treibhausgaseinsparungen. In der Bioethanolanlage in Wilton wurde der temporäre Stillstand für Instandhaltungsmaßnahmen genutzt. Zugleich fanden Optimierungsarbeiten statt, die die Verfügbarkeit und Effizienz der Anlage steigern. In Loon-Plage wurden die Vergällungsmöglichkeiten erweitert und die Verladungseinrichtungen optimiert. Zudem konnte die Verfügbarkeit der Produktionsanlage in Loon-Plage erhöht werden. → ENERGIEEINSATZ UND EMISSIONENDer spezifische Energieeinsatz hängt neben der Prozessführung und den angewandten Technologien unter anderem auch von der Art und der Qualität der eingesetzten Rohstoffe ab. Aufgrund der Flexibilität der Anlagen ist CropEnergies in der Lage, den Rohstoffeinsatz an die jeweiligen Marktbedingungen anzupassen. Die Qualität und Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen wird dabei nicht zuletzt von den jeweils herrschenden Witterungs- und damit Aufwuchsbedingungen bestimmt. Als Energieträger werden neben konventionellen Brennstoffen auch Kleie und Biogas eingesetzt. Der Anteil an erneuerbaren Energien beträgt rund 25 %. In Wanze wird der Bedarf an Prozessenergie nahezu vollständig in einem Biomassekraftwerk aus Kleie, d. h. aus den Schalen des angelieferten Weizens, erzeugt. Energieeinsatz im Segment CropEnergies![]() GRAFIK 016 Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Aufgrund von Strom- und Dampfexporten ist ein Teil der Emissionen Dritten zuzuordnen. Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment CropEnergies![]() GRAFIK 017 → WASSERENTNAHME UND ABWASSERDie Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. Die Produktionsanlagen von CropEnergies zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch Kreislaufführung und damit mehrfache Nutzung des eingesetzten Wassers auf ein Minimum reduziert wird. Werkseigene Kläranlagen stellen eine umweltgerechte Aufbereitung der Abwässer und damit die Einhaltung der jeweils gültigen Grenzwerte sicher. Das gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wasser wird in die benachbarten Flüsse abgeleitet. Segment CropEnergies - Wasserentnahme / Abwasserscroll
TABELLE 031 → ABFALLDank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet, sodass Abfälle nur in sehr geringem Umfang anfallen. Die in den Rohstoffen enthaltenen Bestandteile, die nicht der Herstellung von Ethanol dienen, werden veredelt und zu hochwertigen Lebens- und Futtermitteln weiterverarbeitet. Segment CropEnergies - Abfälle nach Entsorgungsartenscroll
TABELLE 032 Der überwiegende Teil der Abfälle wird recycelt, kompostiert oder energetisch verwendet. Bei 0,2 (0,2) % der Abfälle handelt es sich um gefährliche Abfälle. Diese bestehen überwiegend aus Fuselölen und verbrauchten Schmierstoffen aus der Produktion. AbsatzABSATZ BIOETHANOLDer Bioethanolabsatz ging infolge geringerer Produktionsmengen erwartungsgemäß auf 1,0 (1,3) Mio. m3 zurück. Davon entfielen 0,2 (0,2) Mio. m3 auf Handelsmengen. Wichtigster Absatzmarkt war nach wie vor Deutschland, jedoch verfügt CropEnergies mit Tanklagern an den Produktionsstandorten sowie in Rotterdam und Duisburg über ein einzigartiges europäisches Logistiknetzwerk, das europaweit frachtgünstige Belieferungen ermöglicht. CropEnergies hat in den letzten Jahren die Aktivitäten in den Marktsegmenten außerhalb des Kraftstoffmarkts ausgebaut. So zählen namhafte Unternehmen der Getränke-, Kosmetik-, Pharma- und Chemieindustrie zu den Abnehmern von Neutralalkohol. Mit der neuen Neutralalkoholanlage in Zeitz und der Produktionsanlage in Loon-Plage verfügt CropEnergies über attraktive Absatzmöglichkeiten in diesen Marktsegmenten. Der Vertrieb von Neutralalkohol wurde auch bei Ryssen Chile SpA vorangetrieben und die Marktposition in Chile gefestigt. Aufgrund der internationalen Preisentwicklungen und der Einführung eines Anti-Dumping-Zolls auf Bioethanol aus den USA gibt es weiterhin kaum Bioethanoleinfuhren aus Brasilien und den USA in die EU. ABSATZ LEBENS- UND FUTTERMITTELDas Produktportfolio der CropEnergies-Gruppe umfasst getrocknete Eiweißfuttermittel (ProtiGrain®, DDGS), das flüssige Eiweißfuttermittel ProtiWanze® sowie Gluten für Lebens- und Futtermittelanwendungen. Entsprechend dem geringeren Produktionsvolumen ging auch die Absatzmenge an getrockneten Lebens- und Futtermitteln im Geschäftsjahr 2015/16 auf 0,4 (0,5) Mio. t zurück. Angesichts einer geringeren Rapsernte in Europa und der Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar konnte CropEnergies im Vergleich zu den Getreidepreisen weiterhin attraktive Erlöse für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel erzielen. → Segment Frucht1scroll
Marktentwicklung, wirtschaftliches Umfeld und RahmenbedingungenIm Geschäftsjahr 2015/16 standen vor allem die Trends Gesundheit, Naturbelassenheit, Genuss und Convenience im Fokus. Konsumenten suchen nach neuen Geschmacksvariationen und legen besonderen Wert auf Produkte, die natürliche Inhaltsstoffe und einen hohen Fruchtanteil aufweisen. Des Weiteren werden auch Produkte nachgefragt, die einen natürlichen Energieschub bieten und den gesunden Lebensstil unterstreichen. Auch der "Greek"-Trend bestimmt weiterhin den Joghurtmarkt, vor allem durch die vielseitige Einsetzbarkeit. Neben dem Gesundheitstrend tritt mit sogenannten "Brown Flavors" (Schokolade, Karamell, Nougat) für Desserts der Genuss in den Vordergrund. Insgesamt steht bei Fruchtzubereitungen einem weiterhin geringfügigen Nachfragerückgang in der EU ein leichtes Wachstum in den außereuropäischen Märkten gegenüber. In Russland, in der Ukraine, Weißrussland, im Nahen und Mittleren Osten und in Argentinien verlangsamen makroökonomische und politische Probleme die Marktentwicklung. Bei Trink- und Fruchtjoghurts zeigte sich im Kalenderjahr 2015 weltweit ein durchschnittliches Wachstum von rund 4 %2, wobei der Konsum in West- und Osteuropa - dort insbesondere in Russland und in der Ukraine - sowie im asiatisch-pazifischen Raum einen Rückgang aufwies.
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Weitere ausführliche Informationen stehen
im aktuellen Geschäftsbericht 2015/16 der AGRANA zur Verfügung. Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt ungebrochen. Bei hochfruchtsaft-haltigen Getränken ist die Konsumentwicklung in Westeuropa weiterhin leicht rückläufig, konnte sich aber im für Apfelsaftkonzentrat wichtigsten Markt Deutschland stabilisieren. Das Preisniveau für Fruchtsaftkonzentrate hat sich in Europa trotz sehr guter Ernteprognosen im Jahr 2015 sowie handelspolitischer Einflüsse auf die Rohstoffmärkte (Ukraine und Russland) und deren Preisgefüge im Herbst 2015 erholt, was aber erst im Geschäftsjahr 2016/17 Wirkung zeigen wird. GeschäftsentwicklungUMSATZ UND OPERATIVES ERGEBNISIm Segment Frucht konnte der Umsatz leicht auf 1.083 (1.062) Mio. € zulegen. Der Absatzrückgang bei Fruchtsaftkonzentraten bei gleichzeitig deutlich rückläufigem Erlösniveau für Apfelsaftkonzentrate konnte durch Absatz- und Erlöszuwächse im Bereich Fruchtzubereitungen mehr als ausgeglichen werden. Trotz eines Ergebniszuwachses im letzten Quartal verringerte sich das operative Ergebnis auf 62 (65) Mio. €. Dabei konnte die weiterhin positive Geschäftsentwicklung im Bereich Fruchtzubereitungen den erlösbedingten Margen- und Absatzrückgang im Fruchtsaftkonzentratgeschäft nicht vollständig kompensieren. ERGEBNIS AUS RESTRUKTURIERUNG UND SONDEREINFLÜSSENDie im Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen ausgewiesenen Aufwendungen von - 3 (- 6) Mio. € betrafen im Wesentlichen den geschlossenen Standort Herk-De-Stad / Belgien. Im Vorjahr waren auch Aufwendungen für die Einstellung der Fruchtzubereitungsproduktion am Standort Kröllendorf / Österreich enthalten. CAPITAL EMPLOYED UND RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)Das Capital Employed erhöhte sich infolge des gestiegenen Vorratsvermögens von 782 auf 823 Mio. €. In Verbindung mit dem Rückgang des operativen Ergebnisses auf 62 (65) Mio. € verringerte sich der ROCE auf 7,5 (8,4) %. INVESTITIONENDie Investitionen beliefen sich auf 42 (43) Mio. €. In der Division Fruchtzubereitung wurden Investitionen im Bereich Kapazitätserweiterung vorgenommen. Dies unter anderem durch die Installation weiterer Produktionslinien in den Fruchtzubereitungswerken in Lysander / USA und in Michoácan / Mexico. Weitere effizienzsteigernde Investitionsprojekte in Form von Behälter-Reinigungseinrichtungen wurden in Central Mangrove /Australien und in Gleisdorf / Österreich umgesetzt. Die Investitionen im Bereich der Division Fruchtsaftkonzentrate wurden vorrangig durch Ersatzmaßnahmen und durch Marktanforderungen begründet. AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg, was einerseits auf höhere Verkaufspreise verstärkt durch vorteilhafte Fremdwährungseffekte und andererseits auf eine Absatzsteigerung zurückzuführen war. Umsatztreiber waren insbesondere die Regionen Nordamerika und Asien / Australien, Absatzzuwächse gab es in allen AGRANA-Regionen mit Ausnahme von Nordamerika. Erfreulich ist, dass in der EU als umsatzmäßig bedeutendste Region trotz des rückläufigen Markts höhere Mengen abgesetzt werden konnten. Auch durch einen guten Produktportfoliomix wuchs vor allem das Geschäft in Frankreich. In Nordamerika lag der Absatz auf Vorjahresniveau, die Volumina im Eiscremebereich konnten aber erhöht werden. Der "Greek Yoghurt"-Trend bietet nach wie vor gute Wachstumsmöglichkeiten. In der Region Osteuropa gab es ein differenziertes Bild; während in Russland mehr Mengen verkauft wurden, lagen die Absätze in der Ukraine unter dem Vorjahr. In Lateinamerika wurden im Jahresvergleich mehr Fruchtzubereitungen verkauft. Dazu hat vor allem Mexiko beigetragen, während sich die wirtschaftliche Situation in Brasilien negativ auf die Absatzentwicklung auswirkte. Mit dem Ziel der Verbesserung der Effizienz in der Produktion von gefrorenen Früchten und Fertigprodukten wurde ein Teil der Aktivitäten von Dirafrost in Belgien eingestellt und verlagert. Das Kundenportfolio wurde erfolgreich weiterentwickelt, sodass sowohl im Bereich Molkereien als auch bei Food-Service-, Backwaren- und Eiscreme-Kunden Umsatz und Absatz gesteigert werden konnten. Geschäftsentwicklung im Segment Fruchtscroll
TABELLE 033
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Insgesamt verzeichnete der Bereich Fruchtzubereitungen in Bezug auf die Ergebnisentwicklung über alle Regionen hinweg einen deutlich positiven Geschäftsverlauf. Die Rohstoffbeschaffung für Fruchtzubereitungen war im Geschäftsjahr 2015/16 durch außergewöhnliche Volatilitäten und zum Teil kritische Versorgungssituationen gekennzeichnet. So hat nach guten Ernten zu Beginn des Kalenderjahres 2015 und daraus resultierend einer guten Versorgungslage und moderaten Rohstoffpreisen vor allem bei Beeren- und Steinfrüchten der ungewöhnlich heiße Sommer zu Versorgungsengpässen mit Preiserhöhungen geführt. Die Währungsentwicklung des Euros gegenüber dem US-Dollar hat den Einkauf von tropischen Früchten sowie von weltweit bezogenen Ingredienzien wie z. B. Pektin verteuert. Währungsrisiken im Einkauf in anderen Ländern mit hoher Inflation wie in Russland, der Ukraine oder Lateinamerika konnten durch ein lokales Rohstoffmanagement ausgeglichen werden. AUSTRIA JUICE (Fruchtsaftkonzentrate)Der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war im Geschäftsjahr 2015/16 deutlich rückläufig. Dies war hauptsächlich auf den Preisverfall bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2014, aber auch auf niedrigere Absatzmengen zurückzuführen. Die Fruchtsaftkonzentratpreise waren im abgelaufenen Geschäftsjahr volatil, wobei in Summe eine stark sinkende Tendenz, vor allem bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2014, festzustellen war. In der Kampagne 2015 verzeichnete AUSTRIA JUICE sowohl bei den Rohstoffpreisen als auch bei den Marktpreisen eine Stabilisierung. Dieser Trend war auch bei Buntsaftkonzentraten zu beobachten. In der Division Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen Polen und Ungarn unter den Mengen des Vorjahres. Die trockenen Frühlings- und Sommermonate führten zu erheblichen Rohstoffpreissteigerungen zu Beginn der Apfelverarbeitungssaison. Gegen Ende des Geschäftsjahres war allerdings wieder ein Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen zu beobachten. Die europäischen Fruchtsaftkonzentratwerke waren in der Kampagne 2015 durchschnittlich ausgelastet. In China verlief die Produktionssaison im Wesentlichen plangemäß auf Vorjahresniveau. Die Beerenverarbeitungssaison war von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Rohstoffe - Erdbeere, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere; ausgenommen Himbeere - lagen über dem Vorjahr. → Produktion→ ENERGIEEINSATZ UND EMISSIONENDer Energiebedarf der weltweiten Produktionsstandorte der Divisionen Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate wird zu über 90 % mit Erdgas als Energieträger gedeckt, an einigen Standorten wird auch selbst produziertes Biogas eingesetzt. Daneben beziehen die Produktionsstandorte Strom aus externen Quellen. Die Menge der CO2-Emissionen ist in erster Linie vom Gesamtenergiebedarf abhängig. Energieeinsatz im Segment FruchtGigajoule je Tonne Haupt- und Nebenprodukt ![]() GRAFIK 018 Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment FruchtTonne CO2-Äquivalent je Tonne Haupt- und Nebenprodukt ![]() GRAFIK 019 → WASSERENTNAHME UND ABWASSERDas in den Produktionsprozessen eingesetzte Wasser stammt zu rund zwei Dritteln aus Brunnen und zu einem Drittel aus der kommunalen Wasserversorgung. Es wird in der Division Fruchtzubereitungen z. B. zum Waschen frischer Früchte in den Erstverarbeitungswerken und zur Reinigung von Anlagen und Transportbehältnissen genutzt. Darüber hinaus verbleibt Wasser teilweise auch im fertigen Produkt. Wo es möglich ist - wie beispielsweise bei der Herstellung von Apfelsaftkonzentrat-, wird das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in den Herstellungsprozessen genutzt und im Kreislauf geführt. Die Mehrzahl der Produktionsstandorte des Segments Frucht verfügt über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen, die verbleibenden Standorte nutzen kommunale Kläranlagen zur Aufbereitung des Abwassers. Segment Frucht - Wasserentnahme / Abwasserscroll
TABELLE 034 → VERWERTUNG DER ROHSTOFFEWährend in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwertbare agrarische Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte Trester, weiter zu hochwertigen Nebenprodukten aufbereitet. Sie finden als Ballaststofflieferanten z.B. Einsatz in Müsli- und Snack-Produkten. Weitere Nebenprodukte sind unter anderem Aromen oder Apfelmehl. Anfallende Stiele und Blätter werden an die Anbauer der Rohstoffe abgegeben und dort als biologischer Dünger eingesetzt. → ABFALLDer mengenmäßig überwiegende Anteil an Abfällen besteht aus Verpackungen und Produktionsabfällen und wird wiederverwendet bzw. recycelt. Im Bereich Fruchtzubereitungen besteht ein nennenswerter Anteil des Abfalls aus Produktionsresten, die energetisch verwertet oder kompostiert werden. Bei 0,1 (0,0) % handelt es sich um gefährliche Abfälle wie in der Produktion eingesetzte Schmierstoffe. Segment Frucht - Abfälle nach Entsorgungsartenscroll
TABELLE 035 Tatsächliche und prognostizierte Geschäftsentwicklungscroll
TABELLE 036
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Veröffentlicht in der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz
(Konzernlagebericht 2014/15) am 20. Mai 2015. In der vorstehenden Tabelle ist die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2015/16 der Prognose für 2015/16, die mit dem Konzernabschluss 2014/15 veröffentlicht wurde, gegenübergestellt. Am 10. April 2015 wurde bekannt gegeben, dass Südzucker für das Geschäftsjahr 2015/16 von einem weiteren Rückgang des Konzernumsatzes auf 6,0 bis 6,3 Mrd. € ausgeht. Beim operativen Ergebnis wurde ein nochmaliger deutlicher Rückgang auf eine Bandbreite von 50 bis 150 Mio. € erwartet. Diese Erwartung war auf die zu diesem Zeitpunkt weiterhin unbefriedigende Erlössituation im europäischen Zucker- und Bioethanolmarkt zurückzuführen. Im Rahmen der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz am 20. Mai 2015 mit der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2014/15 wurde diese Prognose beibehalten. Mit der Zwischenberichterstattung zum 1. Quartal 2015/16 wurde diese Prognose erneut bestätigt. Die positive Entwicklung der Bioethanolerlöse im 2. Quartal hat zu einer Anhebung der Prognose der Umsatzerlöse auf 6,2 bis 6,4 Mrd. € und des operativen Konzernergebnisses auf eine Bandbreite von 180 bis 230 Mio. € geführt, die am 22. September 2015 bekannt gegeben und im Rahmen der Halbjahresberichterstattung bestätigt wurde. Am 19. November 2015 wurde die Prognose konkretisiert und mit der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 3. Quartal 2015/16 am 13. Januar 2016 bestätigt. Danach wurde ein Rückgang des Konzernumsatzes auf 6,3 bis 6,5 Mrd. € und ein operatives Konzernergebnis in einer Bandbreite von 200 bis 240 Mio. € erwartet. Für das Segment Zucker wurde bei deutlichem Umsatzrückgang von einem operativen Verlust in einer Bandbreite von nunmehr 60 bis 80 Mio. € ausgegangen. Für das Segment Spezialitäten wurden eine leichte Umsatzerhöhung und ein operatives Ergebnis über 145 Mio. € unterstellt. Im Segment CropEnergies war infolge der Stabilisierung der Kassapreise für Bioethanol deutlich über Vorjahrsniveau die Prognose erneut anzuheben. Die Erwartung lag nun bei einem Umsatz von über 600 Mio. € sowie einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von 70 bis 90 Mio. €. Für das Segment Frucht wurde unverändert von einem Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau, aber nun von einem Rückgang des operativen Ergebnisses ausgegangen. Die tatsächlichen Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2015/16 lagen mit 371 Mio. € unter der Prognose von rund 400 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2015/16 war das operative Konzernergebnis mit 241 (181) Mio. € trotz der Verbesserung gegenüber dem Vorjahr nicht befriedigend, insbesondere aufgrund der anhaltend angespannten Situation auf den Zuckermärkten. NACHTRAGSBERICHTSeit dem 29. Februar 2016 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist. RISIKO- UND CHANCENBERICHTRisikomanagementsystemDie Geschäftspolitik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken, aber auch Chancen zu erkennen und aktiv zu steuern, sind konzernweit Risikomanagementsysteme eingerichtet. RISIKO- UND CHANCENPOLITIKSüdzucker begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Südzucker künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Südzucker setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt. RISIKOMANAGEMENTDas Risikomanagement hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie der Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehört ein Überwachungssystem, das die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellt. RisikomanagementsystemDer Vorstand hat die Verantwortung für das konzernweite Risikomanagementsystem sowie für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er wird dabei vom Risikomanagementausschuss unterstützt, der die Angemessenheit der bestehenden Risikomanagementregelungen regelmäßig prüft und diese gegebenenfalls fortentwickelt. Daneben beobachtet der Risikomanagementausschuss fortlaufend wesentliche, auch geschäftsübergreifende Risiken und zeigt - falls erforderlich - Handlungsbedarf auf. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems. Das Risikomanagementsystem der Geschäftsbereiche bzw. Divisionen sowie der Zentralabteilungen mit Konzernfunktion liegt in der Verantwortung von deren Leitern. Diese ergreifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absicherung von Risiken aus dem operativen Geschäft sowie von finanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann wesentlichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden in den Geschäftsbereichen und Divisionen, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risikokomitees eingerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisiken sowie Zinsrisiken werden durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zulässigen Instrumente hat der Vorstand in einer Risikomanagementrichtlinie vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Die Sicherungsinstrumente werden vornehmlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Spekulationszwecken eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden nur mit Banken hoher Bonität oder an Terminbörsen abgeschlossen. Regelmäßige Berichterstattung und Dokumentation der operativen, finanziellen und strategischen Risiken erfolgen im Rahmen des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. Dabei stehen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsbereichen bzw. Divisionen auch monatliche Risikoberichte zur Verfügung, die Risiken und Sensitivitäten sowohl auf Geschäftsbereichs- bzw. Divisions- als auch auf Konzernebene beinhalten und auf das laufende und folgende Geschäftsjahr fokussieren. Dabei wird die Entwicklung der Risikoparameter - der aktuellen Markt- und Geschäftsentwicklung folgend - mit der Planung bzw. dem aktuellen Forecast verglichen, während die Risikobewertung durch Ermittlung der Auswirkungen auf das operative Ergebnis erfolgt. RISIKOMANAGEMENTSYSTEM![]() RISIKOKOMMUNIKATIONUnabdingbar für das Funktionieren eines Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher stellen der Vorstand, die Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsleitungen und die Konzernfunktionen eine offene und schnelle Kommunikation von Risiken sicher. Die Mitarbeiter sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Unter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwischen Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleistet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsverantwortlichen tragen die Konzernfunktionen den Ressortvorständen regelmäßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwortungsbereichen vor. INTERNE REVISIONDie interne Konzernrevision nimmt ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse - auch mit dem Fokus, diese und die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse zu verbessern. RisikenÜBERSICHT DER UNTERNEHMENSRISIKENNachfolgend werden die für Südzucker wesentlichen Unternehmensrisiken beschrieben und entlang der Merkmale "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "Finanzielle Auswirkung", bezogen auf die mittelfristige Ergebniserwartung, klassifiziert. Die Wirkung getroffener Gegensteuerungsmaßnahmen wurde dabei berücksichtigt. scroll
TABELLE 037 Die für die entsprechenden Kategorien "gering", "mittel" und "hoch" verwendeten relativen bzw. absoluten Werte sind der Tabelle 037 zu entnehmen. Die Bedeutung der Risiken ergibt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher finanzieller Auswirkung. Die Preisvolatilität von Rohstoffen, die Risiken von schwankenden Produktpreisen sowie Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen stellen derzeit die größten Einzelrisiken dar. Die finanziellen Auswirkungen der anderen dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von untergeordneter Bedeutung. scroll
TABELLE 038 STRATEGISCHE RISIKENWie in den jeweiligen Abschnitten des Lageberichts zu den Segmenten erläutert, unterliegt die Geschäftstätigkeit sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Das Auslaufen der Regelungen zu Rübenmindestpreis und Quote zum 30. September 2017 wird zu weiteren Änderungen des europäischen Zuckermarkts führen. Bei Wegfall der Quotenregelung wird mit einer Ausweitung der Rübenzucker- und Isoglukoseerzeugung in der EU gerechnet. Dadurch wird die Wettbewerbsintensität auf den Absatzmärkten zunehmen. Die Höhe der Rübenpreise wird zukünftig die Verfügbarkeit des Rohstoffs Zuckerrübe maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig ergeben sich Wettbewerbsverzerrungen durch die Zahlung von an den Rübenanbau gekoppelten Prämien in einigen EU-Mitgliedstaaten. Zusätzliche Risiken bestehen, falls im Rahmen neuer bilateraler Freihandelsabkommen zusätzliche zollfreie Einfuhrkontingente für Zucker eröffnet werden oder der EU-Außenschutz verringert wird. Auch bei Bioethanol können z. B. die Erhöhung oder Verminderung nationaler Beimischungsquoten nach 2020, die Einschränkung oder Förderung der Nutzbarkeit verschiedener Rohstoffe sowie die Regulierung der Nutzung von Anbauflächen zu zusätzlichen Chancen oder Risiken führen. Auch Änderungen in den Außenhandelsbeziehungen zu Drittstaaten, von in einigen EU-Ländern bestehenden gesetzlichen Vergütungssystemen für erzeugte erneuerbare Energien sowie von Zollsätzen können zu Chancen oder Risiken führen. Mögliche Änderungen internationaler und nationaler Handelsabkommen oder der Agrarmarktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und mit ihren Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Südzucker-Gruppe im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Daneben unterliegen die Produkte der Südzucker-Gruppe dem Risiko von Nachfrageschwankungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder Änderungen im Verbraucherverhalten. OPERATIVE RISIKEN→ Risiken aus der Verfügbarkeit von RohstoffenInsgesamt werden in der Südzucker-Gruppe jährlich rund 30 bis 35 Mio. t landwirtschaftliche Rohstoffe von über 800.000 ha Anbaufläche verarbeitet. Dies sind neben Zuckerrüben auch Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien und Kartoffeln. Hinzu kommen noch die im Fruchtsegment verarbeiteten Rohstoffe. Südzucker ist als Verarbeiter dieser Rohstoffe - trotz regionaler Streuung - Beschaffungsrisiken ausgesetzt. Hier sind in erster Linie über das normale Maß hinausgehende Schwankungen der Ernteerträge durch Extremwetterereignisse (Klimawandel) sowie Pflanzenschädlinge und -krankheiten zu nennen. Risiken ergeben sich aus einer erhöhten Verdunstung sowie extremen Witterungsereignissen, wie beispielsweise lang anhaltende Trockenperioden und Überschwemmungen, Stürme und Hagel, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können. Zudem kann durch die geografische Verschiebung der Klimazonen bzw. Niederschläge die Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen regional negativ beeinflusst werden. Diesem Risiko wird durch eine entsprechende Anbauplanung sowie gezielte Anbauberatung und Forschung bestmöglich Rechnung getragen. Für den Zuckerrübenanbau in Europa ist der Klimawandel aber auch mit Chancen verbunden. Eine früher beginnende und verlängerte Vegetationszeit, weniger Frosttage sowie eine schnellere Bodenerwärmung führen tendenziell zu steigenden Erträgen. Beschaffungsrisiken im Zuckersegment bestehen im Wettbewerb des Rübenanbaus mit den übrigen Feldfrüchten. Die Planung unserer Rübenanbauer ist darauf ausgerichtet, die ausgegebenen Lieferrechte für Quotenrüben und Ethanolrüben sicher zu erfüllen. Risiken aus der Preisvolatilität von RohstoffenNeben den Beschaffungsrisiken unterliegen landwirtschaftliche Rohstoffe Preisschwankungen, die nicht in allen Fällen unmittelbar an den Markt weitergegeben werden können. Auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten sind die Preisschwankungen insbesondere durch die weltweiten und regionalen Fundamentaldaten von Angebot, Nachfrage und Lagerbeständen beeinflusst. Wenn die Lagerbestände eine kritische Grenze im Verhältnis zum jährlichen Verbrauch unterschreiten und Intransparenz über bestimmte Angebots- und Nachfragefaktoren besteht, reagieren die Märkte sensibel mit Preisschwankungen. Dies war bei einzelnen Produkten in den letzten Jahren wiederholt zu beobachten und wird auch in den nächsten Jahren grundsätzlich möglich sein. Durch den zunehmenden weltweiten Rohstoffhandel entspricht dabei die Preisvolatilität der globalen Märkte zunehmend der auf den europäischen und inländischen Märkten. Zudem können politische Maßnahmen wichtiger Exportländer, wie z. B. Exportstopps die Volatilität kurzfristig verstärken. Für Zuckerrüben werden in den jeweiligen Anbaugebieten Rübenlieferverträge jeweils für ein Anbaujahr abgeschlossen. Für die ZWJ 2015/16 und 2016/17 reflektieren diese für Quotenrüben die marktordnungsrechtlichen Vorgaben bezüglich Mindestpreisen und Beteiligung der Rübenanbauer an höheren Erlösen. Für Nichtquotenrüben werden die Rübenpreise teilweise aus den Zuckererlösen abgeleitet. Hinsichtlich der Rübenbezahlung ab 2017/18 befindet sich Südzucker in Gesprächen mit den Anbauern; eine Rübenpreisableitung aus den Zuckererlösen wird angestrebt. An den Raffinationsstandorten Brčko / Bosnien und Buzču / Rumänien wird Rohzucker aus externer Produktion zu Weißzucker verarbeitet. Hier wird das Risiko schwankender Einkaufspreise für Rohzucker durch Warentermingeschäfte abgesichert. Zur Herstellung von Bioethanol werden kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zuckersirupe benötigt. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten. Zur Risikoeinschätzung wird bei der Herstellung von Bioethanol eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten sowie von Erlösen für Lebens- und Futtermittel (Steuerung nach Nettorohstoffkosten) vorgenommen. Da Veränderungen beim Getreidepreis überwiegend mit einer gleich gerichteten Änderung der Preise für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel einhergehen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse für diese Produkte kompensiert werden. CropEnergies verfolgt die Geschäftspolitik, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Daneben erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der Sicherungen im Einkauf von Rohstoffen mit dem Absatz von Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol. Dabei wird nach Marktlage über die Sicherungsquoten entschieden, wobei der Grundsatz beachtet wird, dass die Ethanolsicherung die Sicherung des Rohstoffeinsatzes nicht übersteigt. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können. Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Bioethanol aus allen unseren Anlagen erfüllt diese Anforderungen unter der Voraussetzung, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist. Die Rohstoffkosten sind auch in der Stärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Auch hier ist die Strategie, den geplanten Bedarf in einem adäquaten Ausmaß durch physische Lieferkontrakte abzudecken. In eingeschränktem Umfang werden auch Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Es besteht das Risiko, dass höhere Rohstoffkosten nur zu einem Teil kurzfristig an Kunden weitergegeben werden können. Das Beschaffungsrisiko im Segment Frucht wird durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie mögliche Pflanzenkrankheiten beeinflusst. Dadurch bedingte Ernteausfälle können sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf die Einstandspreise der Rohstoffe negativ auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und Kenntnisse über Beschaffungsmärkte möglich, in der Division Fruchtzubereitungen regionale Engpässe in der Versorgung bzw. Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Es werden zusätzlich je nach Möglichkeit sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen. In der Division Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert. Die Südzucker-Gruppe wirkt Energiepreisrisiken entgegen, indem Produktionsanlagen darauf ausgerichtet sind, verschiedene Energieträger situationsgerecht mit dem Ziel der Kostenoptimierung einsetzen zu können. Darüber hinaus werden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Für die in der Kampagne eingesetzten Energieträger erfolgen teilweise Mengen- und Preissicherungen in Form von langfristigen Lieferverträgen oder auch durch Derivate. Die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Rahmen der 3. Handelsperiode in der EU für die Jahre 2013 bis 2020 deckt den erwarteten Verbrauch der Südzucker-Gruppe nicht. Für die Jahre 2013 bis 2019 erfüllt die Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Bioethanol nach den aktuellen EU-Vorschriften die Carbon-Leakage-Kriterien, wonach CO2-Zertifikate in begrenztem Umfang kostenlos zugeteilt werden. Die Erfüllung der Carbon-Leakage-Kriterien wird in einem künftig fünfjährigen Turnus überprüft; die nächste Überprüfung betrifft die Zuteilungsjahre 2020 bis 2024. Der Wegfall des Carbon-Leakage-Status ab 2020 der jeweiligen Industriesektoren, in denen Südzucker tätig ist, hätte eine deutliche Kürzung der jährlichen Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate zur Folge; ein Wegfall des Carbon-Leakage-Status wird derzeit nicht erwartet. Für die kommende 4. Handelsperiode der Jahre 2021 bis 2030 wird - auch beim Erhalt des Carbon-Leakage-Status - davon ausgegangen, dass die kostenlose Zuteilung weiter deutlich reduziert wird. Risiken aus der Preisvolatilität der ProdukteDie wichtigsten Absatzmärkte für Zucker, funktionelle Inhaltsstoffe für Lebens- und Futtermittel, Tiefkühlprodukte, Stärke, Bioethanol und Frucht zeichnen sich durch eine vergleichsweise stabile bzw. wachsende Nachfrage aus. Hinweise auf mögliche Änderungen des Konsumentenverhaltens werden frühzeitig erfasst. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Anpassungen der Unternehmensstrategie durch Neuausrichtung, Kosten- und Kapazitätsanpassungen. Südzucker ist bestrebt, die Abhängigkeit von Schwankungen der Absatzpreise zu reduzieren. Die Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft leistet hierbei einen Beitrag zur Stabilisierung der Ergebnismargen. Gleichwohl bestehen Risiken in Bezug auf Absatzmärkte und Produktpreise in allen Segmenten. Im Segment Zucker bestehen Absatzpreisrisiken infolge von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, dem EU-Binnenmarkt sowie den Futtermittelmärkten. In begrenztem Umfang stellt die EU im ZWJ 2015/16 Exportlizenzen zur Verfügung. Ab 2017 wird aufgrund der Freigabe des Exports nach dem Ende des Quotensystems im Zusammenhang mit einer steigenden Produktionsmenge mit einer Erhöhung der Exporte gerechnet. Dies wird die Risiken in Bezug auf Schwankungen des Weltmarktpreises erhöhen. Auch für den EU-Binnenmarkt zeichnet sich eine zunehmende und unmittelbare Abhängigkeit vom Weltmarkt ab. Für direkt vom Weltmarktpreis abhängige Mengen schließen wir je nach Marktlage Sicherungsgeschäfte in Form von Zucker-Futures an den Terminbörsen in London und New York ab. Dem Absatzrisiko und dem Preisrisiko bei Futtermitteln wird insbesondere durch eine kontinuierliche Verkaufsstrategie sowie eine langfristig orientierte Kundenbindung Rechnung getragen. Ebenfalls unterliegen beispielsweise die Preise für Bioethanol in Europa verschiedenen Einflussfaktoren, wie z. B. Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen, und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit und - soweit möglich - durch derivative Instrumente. Die europäischen Bioethanolpreise werden derzeit von Preisberichterstattungsagenturen auf Basis sehr geringer Volumina ermittelt. Eine hohe Volatilität der Preise ist die Folge. Im Dezember 2015 einigte sich der Trilog der Europäischen Union auf die Umsetzung der Benchmark-Richtlinie. Diese schreibt einen transparenten Preisfindungsmechanismus für Preisreferenzen an nicht regulierten Märkten vor. Die Mitgliedsstaaten der EU haben für die Umsetzung der Richtlinie zwei Jahre Zeit. Es ist zu erwarten, dass die Umsetzung auch zu mehr Transparenz bei der Feststellung des Bioethanolpreises und somit zu weniger Volatilität und mehr Liquidität in der Preisnotierung führen wird. WechselkursrisikenWechselkursrisiken entstehen im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung anfallen. Im Segment Zucker unterliegen Zuckerexporte auf dem Weltmarkt US-Dollar-Wechselkursrisiken, die grundsätzlich vom Zeitpunkt des Abschlusses eines Zucker-Futures bis zum Zahlungseingang abgesichert werden. Die Rohzuckerraffination unterliegt Währungsrisiken durch den teilweisen Rohzuckereinkauf in US-Dollar. Im Segment Spezialitäten resultieren Fremdwährungsrisiken in der Division BENEO aus den Umsatzerlösen in US-Dollar, deren zugrunde liegende Herstellungskosten überwiegend in Euro und chilenischem Peso anfallen. Für Umsatzerlöse der Freiberger-Gruppe in Großbritannien ergibt sich ein Währungsrisiko aus dem britischen Pfund. Im Segment CropEnergies erfolgen sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte überwiegend in Euro. Lediglich beim Einkauf von Rohalkohol in US-Dollar und beim Verkauf von Industriealkohol in Euro ergeben sich Währungsrisiken. Diese werden unmittelbar nach dem Einkauf des Rohalkohols über Devisentermingeschäfte abgesichert. Im Segment Frucht bestehen Währungsrisiken vorwiegend aus dem Absatz in Euro oder US-Dollar, während der Aufwand für Rohstoffe und Produktion in lokaler Währung entsteht. Sofern der Rohstoffeinkauf bzw. der Absatz in Fremdwährung erfolgen, wird das Währungsrisiko teilweise durch Devisentermingeschäfte abgesichert. ProduktqualitätsrisikenBedeutende Ereignisse im Zusammenhang mit ernsten Verstößen gegen Sicherheitsstandards, die für Nahrungsmittel oder sonstige Bereiche gelten, könnten sich nachteilig auf die Reputation von Südzucker und den Absatz unserer Produkte auswirken. Zudem gehört es zu den Ansprüchen, die wir an uns selbst stellen, Kunden jederzeit mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, verfügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergriffen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risikominimierung. IT-RisikenDie Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig. Dadurch ergeben sich Risiken insbesondere in Bezug auf den Ausfall von IT-Systemen, deren Sicherheit und Qualität. Die Optimierung und Aufrechterhaltung der IT-Systeme werden sowohl durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten als auch durch entsprechende technische Maßnahmen sichergestellt. Vor diesem Hintergrund hat Südzucker Informationssysteme und Prozesse innerhalb der Südzucker-Gruppe weitreichend vereinheitlicht. PersonalrisikenDie Südzucker-Gruppe steht mit anderen Unternehmen in einem intensiven Wettbewerb um qualifiziertes Personal und ist so dem Risiko ausgesetzt, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können. Um die Position von Südzucker im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu sichern, betonen wir im Rahmen unserer Personalmanagement-Aktivitäten die Attraktivität der Südzucker-Gruppe als Arbeitgeber und zielen darauf ab, Fach- und Führungskräfte langfristig an den Konzern zu binden. Neben attraktiven Sozialleistungen und Vergütungssystemen setzen wir dabei auf breit gefächerte Perspektiven in der Südzucker-Gruppe wie Fort- und Weiterbildungsangebote, Trainee-Programme und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Konzerngesellschaften. Bonitäts- und AusfallrisikenSollten Kunden in größerem Umfang nicht in der Lage sein, die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Südzucker zu erfüllen, könnten uns hieraus entsprechende Verluste entstehen. Südzucker tritt diesen Bonitäts- und Ausfallrisiken für den Forderungsbestand entgegen, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden. Darüber hinaus wird das konzernweite Kreditmanagement weiter strikt umgesetzt. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt. Ausfallrisiken bestehen auch im Hinblick auf Finanzinstitute, mit denen wir Sicherungsgeschäfte für Preisrisiken abgeschlossen haben. Weitere operative RisikenAus weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik sowie Forschung und Entwicklung liegen können, sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft abzusehen. Südzucker begegnet auch den weiteren operativen Risiken durch ständige Überwachung sowie kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse. COMPLIANCERISIKENAllgemeine rechtliche RisikenEs sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten gegen die Südzucker AG und ihre Konzerngesellschaften anhängig. Für diese Verfahren werden Prozesskosten-Rückstellungen gebildet. Für die Prozessrisiken erfolgt eine Rückstellungsbildung, wenn die Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind. Der endgültige Ausgang einzelner Verfahren kann zwar Einfluss auf das Ergebnis in einer bestimmten Berichtsperiode nehmen, die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen haben aber keinen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Südzucker ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. → KartellrechtsrisikenEs besteht das Risiko, dass Verhaltensweisen von Organen und Mitarbeitern als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen ausgelegt werden und Verfahren durch Wettbewerbsbehörden eingeleitet werden. Entsprechende Verfahren sind immer mit einem Reputationsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn diese unbegründet sind. Auch im Geschäftsjahr 2015/16 hat Südzucker die Maßnahmen der Kartellrechts-Compliance weiter intensiviert. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden Schulungen durchgeführt und turnusgemäß wiederholt. Die Maßnahmen werden - unter Berücksichtigung der aus dem im Jahr 2014 beendeten Kartellverfahren gegen mehrere Unternehmen der Zuckerindustrie in Deutschland gewonnenen Erkenntnisse -intensiv fortgeführt. Als gruppenweit geltender Rahmen für die Verhinderung von Kartellrechtsverstößen ist seit 1. Dezember 2014 eine Richtlinie zur Einhaltung des Kartellrechts in der Südzucker-Gruppe (Wettbewerbs-Richtlinie) in Kraft. Ziel dieser Richtlinie ist es, Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen im Kartellrecht zu bewahren und praxisnahe Unterstützung bei der Anwendung der einschlägigen Vorschriften zu geben. Dies umfasst insbesondere die Verpflichtung aller Mitarbeiter zur Einhaltung des Kartellrechts. Wie im Vorjahresbericht dargestellt, hatte das deutsche Bundeskartellamt den deutschen Zuckerherstellern Südzucker AG, Nordzucker AG und Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG wettbewerbsbeschränkende Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen zur Last gelegt. Südzucker akzeptierte den am 18. Februar 2014 erlassenen Bußgeldbescheid im Rahmen eines Settlements, um das seit fast fünf Jahren anhängige, auf Aussagen eines Kronzeugen basierende Verfahren zu beenden und dadurch Rechts- sowie Planungssicherheit zu erlangen. Das deutsche Kartellverfahren ist mit Zahlung der Geldbuße abgeschlossen. Nach dem Abschluss des deutschen Kartellverfahrens machen Kunden erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblicher kartellbedingter Preisaufschläge geltend. Diese Ansprüche werden von Südzucker und den beiden anderen mit einem Bußgeld belegten deutschen Zuckerherstellern grundsätzlich bestritten, zumal verschiedene Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass den Kunden in dem vom Bundeskartellamt zur Last gelegten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Verschiedene Kunden haben die deutschen Zuckerhersteller - zumeist gesamtschuldnerisch - auf Schadensersatz oder Auskunft verklagt. Alle Gerichtsverfahren befinden sich noch in einem frühen Stadium; Urteile zur Sache sind bislang nicht ergangen. Wie im Vorjahresbericht erläutert, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im September 2010 beim Kartellgericht Wien unter anderem gegen die AGRANA Zucker GmbH und die Südzucker AG die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellgesetz. Es wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen im Bezug auf Österreich vorgeworfen. Die Beklagten sehen den Bußgeld-Antrag vom Oktober 2011 durch die vom Kartellgericht bisher durchgeführte Beweisaufnahme - auch nach weiteren Zeugenvernehmungen im September 2014 - nicht bestätigt. Das Kartellgericht Wien hat noch kein Urteil verkündet. KorruptionsrisikenKorruptionsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der Südzucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von Südzucker anerkannte regulatorische Standards verstoßen und in der Folge das betroffene Unternehmen der Südzucker-Gruppe Vermögens- und Imageschäden erleidet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen. Die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation wurden auch im Geschäftsjahr 2015/16 weiterentwickelt sowie zur Stärkung der Compliance-Kultur die an Transparenz und den Unternehmensgrundsätzen orientierte Führungskultur fortlaufend verbessert. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters zu gewährleisten, wurden Schulungsmaßnahmen weiter intensiviert sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu ausgewählten Themenbereichen weiterentwickelt und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENDie Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken. Hierzu zählen Risiken aus Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. Marktpreisrisiken aus Zuckerexporten, Bioethanolabsatz, Energieeinkäufen sowie Rohstoffeinkäufen bewerten wir als operative Risiken, die im entsprechenden Abschnitt dieses Risikoberichts beschrieben sind. ZinsänderungsrisikenAus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und -anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang kurzfristigen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahresverlauf stark schwankend. Langfristige Zinsänderungsrisiken sind aufgrund der geringen Verschuldung ebenfalls nur von untergeordneter Bedeutung. WechselkursrisikenFinanzwirtschaftliche Wechselkursrisiken resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. In Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe ihre Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. Daneben bestehen US-Dollar-Finanzierungen in Chile und Mexiko. In geringem Umfang haben auch Muttergesellschaften im Euroraum Finanzierungen an Tochtergesellschaften in deren abweichender Landeswährung gewährt. LiquiditätsrisikenEin Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen benötigte Finanzmittel nicht oder nicht termingerecht beschafft werden können. Die Liquidität der Südzucker-Gruppe wird daher täglich überwacht. Soweit es ökonomisch sinnvoll ist, bestehen nationale oder länderübergreifende Cashpools. Daneben werden Liquiditätsüberschüsse auch gruppenintern angelegt. Über die Begebung langfristiger Anleihen sowie die Nutzung von Bankkrediten stellt Südzucker ein ausgewogenes Schuldenrückzahlungsprofil sicher und reduziert Refinanzierungsrisiken. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung, die integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund des Commercial-Paper-Programms sowie der von Banken verbindlich zugesagten Kreditlinien kann Südzucker kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen und die während der Zuckerkampagne bestehenden saisonalen Finanzierungserfordernisse jederzeit erfüllen. Bonitäts- und Ausfallrisiken im FinanzbereichBonitäts- und Ausfallrisiken im Finanzbereich bestehen in Bezug auf Finanzinstitute, mit denen Südzucker finanzielle Sicherungsgeschäfte abgeschlossen hat, bei denen Geldanlagen getätigt werden, Kreditlinien bestehen oder die Bürgschaften zugunsten von Südzucker stellen. Dieses Risiko hat sich aufgrund der Finanzkrise erhöht und wird dadurch limitiert, dass Finanzgeschäfte nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht. Risiko der RatingherabstufungDie Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzucker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung eines stabilen Investment-GradeRatings verpflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ratings könnten sich bei künftigen Finanzierungserfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. Weitere Informationen zu Kredit-, Liquiditäts-, Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken einschließlich des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken sind im Anhang zum Konzernjahresabschluss unter Ziffer (31) "Risikomanagement in der Südzucker-Gruppe" zu finden. GesamtrisikopositionZu den wesentlichen Risiken für die zukünftige Entwicklung der Südzucker-Gruppe gehören neben den Risiken einer Veränderung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen insbesondere Risiken aus Schwankungen von Produkt- und Rohstoffpreisen. Im Segment Zucker hat der Einfluss des Weltmarktpreises auf das Preisniveau von Zucker in der EU zugenommen. Dieser wird sich in Zukunft noch verstärken; damit wird das Risiko aus Schwankungen des EU-Zuckerpreises zunehmen. Im Segment CropEnergies ist das Ergebnis vor allem vom Preisniveau der eingesetzten Rohstoffe - insbesondere Weizen - und von den Bioethanolerlösen abhängig. In Phasen rückläufiger Bioethanolpreise bei gleichbleibenden oder steigenden Getreidepreisen können Verluste entstehen, wenn Margen keinen ausreichenden Beitrag zur Fixkostendeckung liefern. Wenn die variablen Kosten nicht mehr gedeckt werden, kann eine vorübergehende Stilllegung von Anlagen notwendig werden. Da sich die Märkte für Weizen und Bioethanol relativ unabhängig voneinander verhalten, ist die Prognose der Ergebnisentwicklung erschwert. Gleichwohl ist es nicht immer sinnvoll oder möglich, alle Preisrisiken im Voraus abzusichern, da damit auch die Chancen zukünftiger positiver Preisentwicklungen reduziert würden. Daneben begrenzt nicht ausreichende Liquidität bei Preissicherungsinstrumenten mit längeren Laufzeiten deren wirtschaftlich sinnvollen Einsatz. Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. ChancenDurch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie hat der Südzucker-Konzern zugleich eine Vielzahl von Chancen. Nachstehend werden die Chancen mit Blick auf die Geschäftstätigkeit der einzelnen Segmente bzw. Divisionen erläutert. → Südzucker ist Europas führender Zuckerhersteller und hat in den Segmenten Spezialitäten (funktionelle Inhaltsstoffe für Lebens- und Futtermittel, Tiefkühlprodukte, Portionsartikel und Stärke), CropEnergies und Frucht (Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate) bedeutende Marktpositionen inne. Damit agiert die Südzucker-Gruppe inmitten der auch in Zukunft weltweit dynamisch wachsenden Märkte mit entsprechend höherer Nachfrage nach Agrarrohstoffen, Lebens- und Futtermitteln sowie Energie. Südzucker ist in Europa in vorteilhaften Naturräumen mit guten Böden, hohen Erträgen und im globalen Vergleich stabilen Witterungsverhältnissen positioniert; dies ist im weltweiten Wettbewerb eine stabile und verlässliche Ausgangsbasis. Die wachsende Weltbevölkerung wie auch der Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln insbesondere in Ländern mit steigendem Lebensstandard sollten zu einer Erhöhung von Marktchancen der Produkte von Südzucker führen. Mit ihrer Infrastruktur zur Erzeugung und Vermarktung von Bioethanol in Europa ist die Gruppe hervorragend positioniert, um vom wachsenden europäischen Markt für Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu profitieren. SEGMENT ZUCKERSüdzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen in Europa eine gute Wettbewerbsposition in der EU und kann das Auslaufen der Quotenregelung zur Stärkung ihrer Produktions- und Marktposition nutzen; logistische Vorteile ergeben sich vor allem aus der Produktion in den europäischen Kernmärkten und der Nähe zu den Industriekunden. Im europäischen Süßungsmittelmarkt können sich ab 2017 zusätzliche Absatzmöglichkeiten im Bereich Isoglukose ergeben. Weitere Chancen können sich aus dem Zuckerexport außerhalb der EU, der ab 2017 nicht mehr durch Exportrestriktionen begrenzt sein wird, ergeben. Mit dem Wegfall der Quotenregelung ergibt sich die Möglichkeit der Erhöhung der Kapazitätsauslastung durch längere Kampagnen. Beim weltweiten Zuckerverbrauch wird mit einer Steigerung um 2 bis 3 % pro Jahr von derzeit 182 Mio. t auf rund 200 Mio. t für das Jahr 2020 gerechnet. Diese Aussichten stützen den Zuckerweltmarktpreis. Allerdings haben kurzfristig auch weitere Faktoren, insbesondere die Witterungsbedingungen in den Hauptanbaugebieten von Zuckerrohr und -rüben sowie Wechselkursentwicklungen oder die Positionen von Finanzinvestoren, einen wesentlichen Einfluss. Dies gilt insbesondere für den brasilianischen Real und die Ethanolpolitik der brasilianischen Regierung, die sich auf den Zuckerweltmarktpreis auswirken können. Darüber hinaus ergeben sich für Südzucker über die Beteiligung an ED&F Man zusätzliche Potenziale, an einem Marktwachstum zu partizipieren. SEGMENT SPEZIALITÄTENDurch den Ausbau des Segments Spezialitäten besitzt Südzucker eine gute Position auf mehreren Wachstumsmärkten. BENEOEin wichtiger Baustein des Segments Spezialitäten ist die Division BENEO, die vom langfristigen Trend zu gesünderem Ernährungsverhalten profitiert. BENEO ist mit ihren Produktlinien funktionelle Kohlenhydrate - Isomalt, Palatinose™ - sowie den Ballaststoffen Inulin und Oligofruktose ein weltweit führender Anbieter von funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, Getränke und Tierfutter. Eine klare Differenzierung im Markt bietet das besondere Produktspektrum der aus Reis hergestellten Zutaten, insbesondere aufgrund seiner hyperallergenen Eigenschaften. Zur Wahrnehmung von Wachstumschancen für den Konzern wird derzeit eine Ausweitung der Produktlinien für neue Anwendungen weiter vorangetrieben. FreibergerDie Freiberger-Gruppe nutzt ihre europaweit führende Position als Anbieter kundenindividueller Convenience-Produkte für die Eigenmarken internationaler Handelsunternehmen, um das hieraus resultierende Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Neben den Vertriebsaktivitäten auf dem europäischen Markt wurden diese unter anderem auf den nordamerikanischen Markt ausgeweitet. PortionPack EuropeDer europäische Marktführer gestaltet, produziert und vertreibt Portionsartikel. Das Produktsortiment umfasst schwerpunktmäßig den Food-Bereich, aber auch einige Non-Food-Artikel. Dabei liegen die Hauptmärkte insbesondere im Food-Service-Bereich wie Hotels, Gastronomie und Catering. PortionPack kann seine Position im europäischen Markt durch internes und externes Wachstum, flexible Reaktion auf Kundenanforderungen sowie kontinuierliche Produktinnovationen festigen. StärkeDie Division Stärke legt den Schwerpunkt auf Spezialitätenprodukte, die eine hohe Veredelungstiefe aufweisen. Innovative, kundenorientierte Produkte mit entsprechender Anwendungsberatung, laufende Produktentwicklungen sowie ständige Kostenoptimierungen stehen dabei im Fokus. Beispiele sind die führende Position bei Bio-Stärken und GVO-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie oder im technischen Sektor die Führungsrolle bei Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Baustoffindustrie. SEGMENT CROPENERGIESDie weitere Unternehmensentwicklung und deren Profitabilität werden maßgeblich von der Erlösentwicklung bei Bioethanol, Lebens- und Futtermitteln sowie den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt. Chancen ergeben sich aus geringeren Getreidepreisen und / oder einem Preisanstieg von Bioethanol oder den gleichzeitig erzeugten Lebens- und Futtermitteln. CropEnergies kann sich der Volatilität der Getreidemärkte durch die Verwendung von Zuckersirupen als Rohstoff teilweise entziehen. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion. Versorgungssicherung mit Energieträgern, Klimaschutz und die Stärkung der regionalen Strukturen sind die Ziele der EU, die mit dem Ausbau des europäischen Bioethanolmarkts erreicht werden sollen. Hierfür wurden Rahmenbedingungen geschaffen, welche die verstärkte Nutzung von Bioethanol im Kraftstoffsektor fördern. Aus dem daraus resultierenden Marktwachstum können sich Chancen ergeben. Sollte die Einführung von E10 europaweit an Fahrt gewinnen, kann sich das Absatzvolumen für Bioethanol erheblich ausweiten. Daraus ergäben sich für CropEnergies weitere Wachstumschancen. Mit der Errichtung und Inbetriebnahme der Produktionsanlage für Neutralalkolhol in Zeitz bietet sich für CropEnergies die Chance, margenträchtige Anwendungen für Bioethanol zu erschließen. Weitere Chancen für CropEnergies könnten aus einer Konsolidierung der Anbieterstruktur auf dem europäischen Bioethanolmarkt entstehen, da CropEnergies aufgrund von Größe, Standorten und technologischer Führerschaft Vorteile gegenüber Wettbewerbern genießt. SEGMENT FRUCHTDas AGRANA-Fruchtsegment ist Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie sowie größter Produzent von Fruchtsaftkonzentraten aus Äpfeln, roten Früchten und Beeren auf dem europäischen Markt. Wachstumschancen ergeben sich in Ländern mit steigenden Einkommen, wie z. B. Russland, China und Brasilien. Auch der US-Markt, der nordafrikanische Raum und der Mittlere Osten werden intensiver bearbeitet. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und RisikomanagementsystemGRUNDZÜGEDas rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG hat zum Ziel, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung. IFRS-REPORTING-RICHTLINIEDie Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) stellen die konzernweit einheitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzucker-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie regelt die Südzucker-relevante Anwendung der IFRS und konkretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorgegeben und regelmäßig aktualisiert. INTERNES KONTROLLSYSTEM, BEZOGEN AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSDer Konzernrechnungslegungsprozess beginnt in den Einzelgesellschaften des Konzerns. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Abschlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspielung in das Konsolidierungssystem an die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungslegungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar strukturierte Berechtigungskonzepte. Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -abschlusses auch den verbindlichen Konzernkontenrahmen und betreut die IT-Konsolidierungstools. Bei der Bewertung von Rückstellungen, im Wesentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmäßig externe Gutachter eingesetzt. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstrennung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Geschäftsprozesse. Automatisierte Validierungsregeln und Plausibilitätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidierungssystem stellen die Vollständigkeit und Richtigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher. Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung sowie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen mit negativen Auswirkungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausgeschlossen werden. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispielsweise die Analyse der Geschäftsentwicklung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollaktivitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Im Rahmen der Integration neu erworbener Gesellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. INTERNE PRÜFUNGDer Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Compliance, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien sowie das Risikomanagementsystem. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei. EXTERNE PRÜFUNGDer Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von Südzucker geeignet ist, um bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hatte keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem. PROGNOSEBERICHTGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDas weltweite Wirtschaftswachstum wird im Jahr 2016 voraussichtlich bei 2,2 (2,4) % liegen. Hierbei gehen wir von einer Abschwächung des Wachstums in den USA und Asien, insbesondere aber in China und Südamerika aus. Für die EU wird mit einem Wachstum von +1,7 % gerechnet. ABSATZ- UND ROHSTOFFMÄRKTEHinsichtlich detaillierter Einzelheiten zu den branchenbezogenen Rahmenbedingungen wird auf die Erläuterungen in den einzelnen Segmenten verwiesen. ZuckerDer Weltmarkt für Zucker soll im ZWJ 2015/16 erstmals seit sechs Jahren ein Defizit aufweisen. Auch für das darauffolgende Wirtschaftsjahr erwartet das deutsche Analystenhaus F.O. Licht einen weiteren Abbau der Weltzuckerbestände. Auf dieser Basis und bei weitgehend stabilen Währungsverhältnissen, insbesondere zum brasilianischen Real, ist von höheren Weltmarktpreisen für Zucker auszugehen. Im zurückliegenden ZWJ war das EU-Preisniveau so niedrig, dass der Importbedarf der EU nicht voll gedeckt werden konnte. Ein Preisanstieg im EU-Zuckermarkt ist daher notwendig, um die erforderlichen Importe kostendeckend zu vermarkten und die europäische Zuckerbilanz auszugleichen. BioethanolIn der EU wird für 2016 mit einem weiteren Rückgang des Kraftstoffethanolverbrauchs auf 5,1 Mio. m3 gerechnet. Das Potenzial von Bioethanol für eine schnelle und kostengünstige Dekarbonisierung des Transportsektors wird damit bei Weitem nicht ausgeschöpft. Nach Abschluss der Diskussionen über die zukünftige Ausgestaltung der politischen Rahmenbedingungen in der EU wird mittelfristig mit der europaweiten Einführung von E10 gerechnet, so soll beispielsweise E10 ab Januar 2017 in Belgien verfügbar sein. Der Bedarf an Kraftstoffethanol in der EU soll auch im Jahr 2016 vor allem durch inländische Produktion gedeckt werden. Marktbeobachter rechnen mit einem Anstieg der europäischen Produktion auf 5,1 Mio. m3. Für die Bioethanolmärkte außerhalb des Kraftstoffbereichs wird mit keiner signifikanten Änderung von Angebot und Nachfrage gerechnet. Für das Jahr 2016 rechnet CropEnergies in Europa mit Bioethanolpreisen unterhalb des Vorjahresniveaus. Diese Einschätzung beruht darauf, dass die tatsächliche Bioethanolnachfrage weiterhin deutlich unter den Prognosen der Nationalen Aktionspläne der EU-Mitgliedsstaaten liegt, auf deren Grundlage der Ausbau der Produktionskapazitäten in der EU erfolgte. Bei moderater Entwicklung der Bioethanolimporte wird insgesamt damit gerechnet, dass sich die europäischen Bioethanolpreise vor allem an den zuletzt gesunkenen Rohstoffkosten in Europa orientieren werden. FruchtEs wird erwartet, dass der Markt für Fruchtzubereitungen mengenmäßig global weiter wachsen wird. Insbesondere die Regionen Lateinamerika und Asien sollten sich hierbei positiv entwickeln. Bei Fruchtsaftkonzentraten wird nach der durchschnittlichen Ernte 2015 und den dadurch deutlich über dem Erntejahr 2014 liegenden Preisen im kommenden Jahr von einer stabilen bis geringfügig steigenden Nachfrageentwicklung ausgegangen. GetreideNach einer Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom 12. April 2016 wird sich die Weltgetreideproduktion (ohne Reis) im Getreidewirtschaftsjahr 2015/16 auf 1.994 Mio. t und damit nur leicht unter dem Rekordniveau des Vorjahres bewegen. Aufgrund der guten Versorgungslage sollen die Lagerbestände um 5,6 % auf 484 Mio. t anwachsen, was gegen einen merklichen Anstieg der Getreidepreise spricht. Erste Prognosen des Internationalen Getreiderats für das Getreidewirtschaftsjahr 2016/17 gehen bei einer kaum veränderten Anbaufläche und normalen Erträgen erneut von einer überdurchschnittlichen Getreideernte und damit einer weiterhin sehr guten Versorgungslage aus. KonzernWir gehen für das Geschäftsjahr 2016/17 von einem Konzernumsatz von 6,4 bis 6,6 (2015/16: 6,4) Mrd. € aus. Hierbei erwarten wir für das Segment Zucker einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Für das Segment Spezialitäten rechnen wir mit einem leichten Anstieg. Im Segment CropEnergies erwarten wir einen Umsatz in einer Bandbreite von 550 bis 625 Mio. € und im Segment Frucht rechnen wir mit einem deutlichen Zuwachs. Beim operativen Ergebnis sehen wir einen weiteren Anstieg. Es sollte sich in einer Bandbreite von 250 bis 350 (2015/16: 241) Mio. € bewegen. Wesentlicher Treiber wird der Ergebnisanstieg im Segment Zucker sein. In den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies wird nach dem Rekordjahr 2015/16 jeweils mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Im Segment Frucht erwarten wir einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Wir gehen von einem leichten Anstieg des Capital Employed aus. Aufgrund der Erhöhung des operativen Ergebnisses rechnen wir mit einer Verbesserung des ROCE (2015/16: 4,2 %). Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2016/17 soll sich auf 300 bis 350 (2015/16: 371) Mio. € belaufen. Das operative Ergebnis des 1. Quartals des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 wird deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Segment ZuckerIm Segment Zucker gehen wir von einer Stabilisierung des Umsatzes aus. Die durchschnittlichen Zuckererlöse sollten -über das gesamte Geschäftsjahr betrachtet - über denen des Vorjahres liegen, sodass die fehlenden Umsatzbeiträge aus der beendeten Vertriebskooperation mit Mauritius (Mauritius Sugar Syndicate) und der Beendigung der Rohzuckerraffination am Standort Marseille / Frankreich kompensiert werden. Nach einem operativen Verlust im Geschäftsjahr 2015/16 gehen wir aufgrund des erwarteten Erlösanstiegs im Jahresverlauf von einem positiven operativen Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr aus. Hierzu wird in der 2. Geschäftsjahreshälfte auch die erwartete höhere Auslastung der Zuckerfabriken in der Kampagne 2016 beitragen. Die Umsetzung der Kosteneinsparungsmaßnahmen erfolgt wie geplant. Bei stabilem Capital Employed wird nach dem operativen Verlust des Vorjahres wieder ein positiver ROCE (2015/16: - 2,6 %) erwartet. Segment SpezialitätenIm Segment Spezialitäten erwarten wir einen leichten Umsatzanstieg. Beim operativen Ergebnis gehen wir von einem deutlichen Rückgang gegenüber dem sehr hohen Vorjahresniveau aus. Dies berücksichtigt unter anderem die deutlich rückläufig erwarteten Ethanolerlöse sowie Belastungen aus dem Anfahrbetrieb der neuen Stärkeanlage in Zeitz, die im 1. Halbjahr 2016/17 in Betrieb gehen wird. Bei leicht ansteigendem Capital Employed und einem niedrigeren operativen Ergebnisbeitrag wird der ROCE (2015/16: 11,9 %) sinken. Segment CropEnergiesFür das Geschäftsjahr 2016/17 erwartet CropEnergies aufgrund derzeit stabiler Terminpreise zunächst weiter niedrige Preise für Bioethanol. Die Einführung von E10 in weiteren Ländern sollte die Nachfrage nach Bioethanol im Jahresverlauf beleben und zu einer Preisnormalisierung beitragen. Unter diesen Annahmen soll die Erzeugung sowohl von Bioethanol als auch von Lebens- und Futtermitteln in etwa der des Geschäftsjahres 2015/16 entsprechen; einschließlich des Handelsgeschäfts soll dies ein Absatzvolumen an Bioethanol von rund 1 Mio. m3 sicherstellen. Dies führt zu einer Umsatzerwartung von 550 bis 625 Mio. €. Vor dem Hintergrund konstanter Absatzmengen und unter dem guten Vorjahr liegender Bioethanolpreise rechnet CropEnergies für das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von 30 bis 70 Mio. €. Daneben entsteht während der temporären Stillstandszeit der Bioethanolanlage in Wilton ein Sonderaufwand von bis zu 17 Mio. € p. a. Der ROCE (2015/16: 17,7 %) wird bei stabilem Capital Employed und einem rückläufigen operativen Ergebnis sinken. Segment FruchtFür das Segment Frucht sehen wir einen deutlichen Umsatzanstieg und ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau. In der Division Fruchtzubereitungen rechnen wir aufgrund steigender Absatzmengen mit einem Umsatzanstieg. Die gute Versorgungslage bei Früchten führt zu einer stabilen Entwicklung des operativen Ergebnisses. In der Division Fruchtsaftkonzentrate wird die Umsatzsteigerung durch den erwarteten Absatz- und Erlösanstieg getragen, der auch zu einer Erhöhung des operativen Ergebnisses führen wird. Bei einem moderat steigenden Capital Employed und einem steigenden operativen Ergebnis erwarten wir einen ROCE (2015/16: 7,5 %) über Vorjahresniveau. KONZERN-ABSCHLUSSGESAMTERGEBNISRECHNUNG1. März 2015 bis 29. Februar 2016scroll
TABELLE 039 Unter Ziffer (6) bis (19) sowie (27) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung gegeben. KAPITALFLUSSRECHNUNG1. März 2015 bis 29. Februar 2016scroll
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TABELLE 040 Unter Ziffer (20) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben. Bilanz29. Februar 2016Aktiva scroll
TABELLE 041 Unter den Ziffern (16) und (21) bis (30) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Bilanz gegeben. ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS1. März 2015 bis 29. Februar 2016scroll
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TABELLE 042 Unter Ziffer (26) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zum Eigenkapital gegeben. KonzernanhangSegmentberichtscroll
TABELLE 043
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Die Berichtssegmente der Südzucker-Gruppe sind entsprechend IFRS 8 (Operative Segmente) an der internen Berichtsstruktur ausgerichtet. Die Südzucker-Gruppe berichtet in den vier Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Segment ZuckerDas Segment Zucker umfasst den Geschäftsbereich Zucker mit den vier Divisionen in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wrocław) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.A., Chişinču) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Agrar und Umwelt AG Loberaue, Rackwitz). At Equity einbezogen werden das britische Handelshaus ED&F Man Holdings Ltd., die Studen-Gruppe (einschließlich Zuckerproduktion in Bosnien) und das italienische Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l. Segment SpezialitätenDas Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus verschiedenen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Bioethanolgeschäft der AGRANA-Gruppe mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Bioethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet. Die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana in Ungarn werden at Equity einbezogen. Segment CropEnergiesDie Bioethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Brasilien und Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte Aktiengesellschaft geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität betreibt; diese Gesellschaft wird at Equity einbezogen. Segment FruchtDas Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und alkoholfreien Getränkeindustrie. Ergebnis der BetriebstätigkeitDas in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der Betriebstätigkeit setzt sich aus dem operativen Ergebnis, dem Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen und dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen zusammen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit ist dabei eine Kennzahl, die eine Vergleichsgröße für Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzstrukturen und Steuersystemen darstellt, indem der Jahresüberschuss um das Finanzergebnis und den Steueraufwand bereinigt wird. Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis ist das um Sondereinflüsse und um die Effekte aus der At-Equity-Einbeziehung bereinigte Ergebnis der Betriebstätigkeit. Sondereinflüsse sind im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßig wiederkehrende wie auch aperiodische Ergebniseinflüsse. Das operative Ergebnis dient als Basis der internen Unternehmenssteuerung. Die operative Marge errechnet sich als Quotient aus operativem Ergebnis und Umsatzerlösen. Capital EmployedDas Capital Employed spiegelt das in den Segmenten und im Konzern gebundene operative Kapital wider. Es setzt sich aus dem Sachanlagevermögen einschließlich immaterieller Vermögenswerte sowie dem Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen) zusammen. Zur einheitlichen Darstellung des aus Konzernsicht tatsächlich gebundenen Kapitals werden die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Segment Frucht wie auf Ebene der unmittelbaren Muttergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG voll aufgedeckt. Das Working Capital umfasst nur originär unverzinsliche Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Geschäfte zwischen den Segmenten - mit Umsatzerlösen von 361,6 (379,2) Mio. € - erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Gesamtkapitalrendite ROCEDie Gesamtkapitalrendite ROCE (Return on Capital Employed) bezieht das operative Ergebnis auf das Capital Employed. Das Capital Employed leitet sich wie folgt ab: scroll
TABELLE 044 Nachstehend erfolgen Angaben zur Segmentierung nach Regionen: scroll
TABELLE 045 Die Umsatzerlöse mit Dritten richten sich nach der Lieferdestination. Die regionale Zuteilung des Segmentvermögens, der Investitionen und der Mitarbeiter erfolgt nach den Ländern, in denen die Tochterunternehmen der Südzucker-Gruppe ihren Sitz haben. Die Angaben zur Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter erfolgt - sofern nichts anderes angegeben - grundsätzlich als Vollzeitäquivalent zum Bilanzstichtag. Allgemeine Erläuterungen(1) Grundlagen für die Aufstellung des KonzernabschlussesDie Südzucker AG hat ihren Sitz in der Maximilianstraße 10 in 68165 Mannheim / Deutschland; die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB-Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 18. Dezember 2015 ist der Gegenstand des Unternehmens die Herstellung von Zucker, dessen Verkauf, die Verwertung der sich ergebenden Nebenerzeugnisse und der Betrieb der Landwirtschaft. Die Gesellschaft ist berechtigt, sich auch an anderen Unternehmungen in jeder zulässigen Form zu beteiligen, solche zu erwerben und alle Geschäfte zu unternehmen, die zur Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar als dienlich erscheinen. Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Südzucker AG sowie ihre Tochterunternehmen. Südzucker hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der Südzucker AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der Konzernabschluss zum 29. Februar 2016 ist am 25. April 2016 vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Prüfung durch den Prüfungsausschuss erfolgt am 4. Mai 2016 und die Prüfung sowie die Billigung durch den Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 18. Mai 2016. Datum der Veröffentlichung ist der 19. Mai 2016. Südzucker erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro; alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben. Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht etwas anderes berichtet wird. Erstmals angewendete IFRS und IFRICIm Geschäftsjahr 2015/16 war IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), die im Rahmen der Annual Improvements Projects 2011 - 2013 sowie 2010 - 2012 geänderten Standards und IFRIC 21 (Abgaben) erstmals verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Südzucker. Zukünftig anzuwendende IFRS und IFRICIn der nachfolgenden Übersicht sind die Standards und Interpretationen aufgeführt, die ab dem Geschäftsjahr 2016 / 17 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. Südzucker hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für Südzucker von Relevanz sind; sofern künftig geltende Vorschriften für Südzucker nicht einschlägig sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet. scroll
TABELLE 046 Anpassungen gemäß IAS 8Mit Beginn des Geschäftsjahres 2015 / 16 wurde die Darstellung der Gesamtergebnisrechnung im Bereich der Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen um die Zeile "Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen" ergänzt. Hierin enthalten sind die Beträge, die aus erfolgsneutralen Marktbewertungen und Währungsdifferenzen bei at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren. Diese waren zuvor den Zeilen Marktbewertungen und Währungsdifferenzen zugeordnet. Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals wurde dahingehend angepasst, dass die einzelnen Komponenten der sonstigen Eigenkapitalposten, soweit sie auf das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG entfallen, direkt ausgewiesen werden, wobei auch hier die Beträge in einer Spalte isoliert werden, die aus erfolgsneutralen Marktbewertungen und Währungsdifferenzen bei at Equity einbezogenen Unternehmen resultieren. (2) KonsolidierungskreisVollkonsolidierte TochterunternehmenIn den Konzernabschluss wurden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der Südzucker AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Südzucker AG unmittelbar oder mittelbar über die Beherrschung verfügt. Zum Bilanzstichtag wurden - neben der Südzucker AG - 153 (157) Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung im Konzernabschluss erfasst. Vier Unternehmen wurden verschmolzen und drei Gesellschaften wurden liquidiert. Daneben erfolgte die erstmalige Einbeziehung des AGRANA-Tochterunternehmens AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien / Österreich, mit einem Unterschiedsbetrag von 3,6 Mio. €, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen ist. Darüber hinaus wurden zwei neu gegründete Vertriebsgesellschaften erstkonsolidiert. Eine Gesellschaft erfüllt die Voraussetzungen zur Einstufung als zur Veräußerung gehalten. Die Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises auf den Konzernabschluss stellen sich wie folgt dar: scroll
TABELLE 047 At Equity einbezogene UnternehmenDie Equity-Bewertung wurde sowohl auf 15 (14) Joint-Venture-Gesellschaften der Hungrana-Gruppe und der Studen-Gruppe, die CT Biocarbonic GmbH, die Maxi S.r.l. sowie die Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd als auch auf das assoziierte Unternehmen ED&F Man Holdings Ltd. angewendet. Hierbei wird das anteilige Ergebnis erfolgswirksam erfasst; der auf Südzucker entfallende Effekt aus Marktbewertungen und Wechselkursdifferenzen ist erfolgsneutral in den sonstigen Eigenkapitalposten abgebildet. Nachstehend ist die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Joint-Venture-Gesellschaften dargestellt, wobei der wesentliche Anteil auf die Hungrana-Gruppe entfällt: scroll
TABELLE 048 Die nachfolgend abgebildete zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der assoziierten Unternehmen betrifft derzeit ausschließlich die ED&F Man Holdings Ltd.: scroll
TABELLE 049 ED&F Man Holdings Ltd. hat ein von Südzucker abweichendes Geschäftsjahr, das am 30. September endet. Die Gesellschaft erstellt die Konzernabschlüsse nunmehr ebenfalls nach den IFRS. Zu den Südzucker-Abschlussstichtagen wird ein zwei Monate zurückliegender Zwischenabschluss des Teilkonzerns einbezogen, wobei bedeutende Ereignisse zwischen diesen Stichtagen berücksichtigt werden. Somit ist in diesen Konzernabschluss die Eigenkapitalentwicklung der ED&F Man Holdings Ltd. vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 einbezogen. Der Buchwert aller Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen beträgt 333,3 (333,1) Mio. €. Für die beiden wesentlichen Beteiligungen - dies sind die ED&F Man Holdings Ltd. und die Hungrana-Gruppe - ist nachfolgend der Buchwert abgeleitet: scroll
TABELLE 050 (3) KonsolidierungsmethodenKonsolidierung nach der ErwerbsmethodeNach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis für das erworbene Tochterunternehmen wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wird. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden -unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden erfolgswirksam aufgelöst. Erwerbsbezogene Kosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Kosten, die bei der Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollverlust entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Equity-BewertungDie Beteiligungen an Joint-Venture-Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen) sowie an assoziierten Unternehmen sind auf der Grundlage der Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen. Als assoziiert gelten Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäftsführung ausgeübt werden kann und bei denen es sich nicht um Tochterunternehmen, Joint Ventures oder Joint Operations handelt. Regelmäßig liegt dies bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 % vor. Sukzessiver UnternehmenserwerbIm Fall von sukzessiven Unternehmenserwerben (Business Combination achieved in Stages) werden die Anteile des zu erwerbenden Unternehmens nacheinander in verschiedenen Tranchen erworben, d. h., die Erlangung der Beherrschung über ein Unternehmen erfolgt stufenweise in mehreren Schritten. IFRS 3 ist auf den Zusammenschluss dann anzuwenden, sobald der Erwerber die Beherrschung erlangt hat. Vor Erlangung der Beherrschung wird die Beteiligung - in Abhängigkeit von den einschlägigen Regeln - als Anteil an assoziierten Unternehmen, als gemeinschaftliche Vereinbarung oder als Finanzinstrument bilanziert. Zu dem Zeitpunkt, zu dem Kontrolle erlangt wird, wird der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts des erworbenen Unternehmens neu bestimmt, mit der bei Unternehmenserwerben grundsätzlich gegebenen Wahlmöglichkeit, den gesamten Geschäfts- oder Firmenwert (Full-Goodwill-Methode) oder nur den auf Basis des anteiligen neubewerteten Nettovermögens hergeleiteten Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren (Purchased-Goodwill-Methode). Die Erlangung der Beherrschung löst eine vollständige Neubewertung aller Vermögenswerte und Schulden aus. Jegliche Anpassungen eines zuvor bereits gehaltenen Eigenkapitalanteils werden bei Kontrollerlangung erfolgswirksam durchgeführt. Eliminierung von konzerninternen TransaktionenKonzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt. (4) WährungsumrechnungFremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Jahresabschlüsse sind in der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft erstellt. Mit Ausnahme der Vertriebsgesellschaft BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. in Singapur, die in Euro geführt wird, stimmt die Funktionalwährung der Tochterunternehmen mit der Währung des Landes überein, in dem die jeweilige Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Sofern die Jahresabschlüsse ausländischer Konzernunternehmen in anderen Funktionalwährungen aufgestellt werden als dem Euro - der Berichtswährung von Südzucker -, erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und der Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Das Gesamtergebnis wird grundsätzlich mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Wenn jedoch die Anwendung der Jahresdurchschnittskurse zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung der betroffenen Posten zu einem angepassten Durchschnittskurs. Die übrigen Aufwendungen und Erträge werden zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €): scroll
TABELLE 051 Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen in der Position Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen. (5) Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeBei der Erstellung der Konzernabschlüsse von den Konzerngesellschaften sind die einschlägigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS für gleichartige Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse in ähnlichen Umständen einheitlich anzuwenden. Eine Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt nur, soweit die einschlägigen Standards Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung vorsehen bzw. wenn die Grundsätze weiter konkretisiert werden. Insbesondere wird von einer Wiederholung der Texte der jeweiligen Standards bzw. von der Wiedergabe von Grundregeln abgesehen. Immaterielle VermögenswerteErworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt. SachanlagenDie Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnebezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: Nutzungsdauernscroll
TABELLE 052 WertpapiereDie Bilanzierung von Wertpapieren des lang- und kurzfristigen Vermögens erfolgt unabhängig von deren Fälligkeit. Die Erstbewertung findet am Erfüllungstag zum Marktwert zuzüglich Transaktionskosten statt. Die Einteilung wird in die Kategorien "Zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (Held for Trading)", "Zur Veräußerung verfügbar (Available for Sale)" und "Kredite und Forderungen" vorgenommen. Sonstige BeteiligungenDie Erstbewertung basiert auf den Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten. Die Folgebewertung der sonstigen Beteiligungen, für die kein an einem aktiven Markt notierter Wert existiert und für die der beizulegende Zeitwert nicht zuverlässig ermittelt werden kann, erfolgt zu Anschaffungskosten. FinanzforderungenLang- und kurzfristige Finanzforderungen im Sinne von verzinslichen Darlehen werden in die Kategorie "Kredite und Forderungen" eingeordnet und zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen angesetzt. VorräteDie Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei kommt die Durchschnittsmethode oder die Fifo-Methode (First in - first out) zum Ansatz. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt. Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Januar. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen überwiegend im 3. Quartal des Südzucker-Geschäftsjahres an. Soweit die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Produktionsvorbereitung der nachfolgenden Kampagne stehen, werden sie unterjährig über die Bestandsveränderung aktiviert und in der Bilanz unter den Vorräten als unfertige Erzeugnisse ausgewiesen. In der anschließenden Zuckerproduktion werden diese dann bei der Ermittlung der Herstellungskosten des erzeugten Zuckers berücksichtigt und damit als Bestandteil der fertigen Erzeugnisse unter den Vorräten ausgewiesen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige VermögenswerteDie ausgewiesenen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. CO2-EmissionsrechteDie Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen CO2-Emissionsrechte sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. Hybrid-EigenkapitalAus den Anleihebedingungen des im Sommer 2005 begebenen Hybrid-Eigenkapitals ergibt sich gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) eine Bilanzierung als Eigenkapital der Südzucker-Gruppe. Entsprechend wird die steuerlich abzugsfähige Verzinsung nicht innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern analog zu den Dividendenzahlungen gegenüber den Aktionären der Südzucker AG behandelt. Kapitalbeschaffungskosten wurden unter Berücksichtigung von Steuern direkt vom Hybrid-Eigenkapital abgesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenBei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen decken, sofern die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist, auch Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Bei diesbezüglichen Anhangangaben zur Rückstellungsentwicklung wurde von der Regelung des IAS 37.92 Gebrauch gemacht. Zur Beurteilung bzw. Schätzung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen. ErtragsteuernAls Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen. Laufende ErtragsteuernDie ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen bzw. voraussichtlich erstattet werden. Die erstmalige Erfassung und Folgebewertung erfolgt vollständig im Steueraufwand. Steuererstattungsansprüche und -schuldenIn der Bilanz werden die Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr unter den kurzfristigen Steuerschulden und Forderungen aus Vorauszahlungen unter den kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen ausgewiesen. Die langfristigen Steuerschulden beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Die Auf- und Abzinsung der Steuerschulden wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag erfasst. Latente SteuernLatente Steuern werden auf temporär unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung vorliegt. Ein sich danach ergebender Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, unter anderem über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag galten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle VerbindlichkeitenLang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Erstbewertung zum Marktwert abzüglich Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. FinanzverbindlichkeitenDie Finanzverbindlichkeiten aus Anleihen werden gekürzt um Disagio und Transaktionskosten ausgewiesen. Die Aufzinsung erfolgt nach der Effektivzinsmethode. Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und - unabhängig von ihrem Zweck -mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Werts werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. In diesem Fall richtet sich die Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art der Sicherungsbeziehung. Mit Fair Value Hedges werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Hierbei werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte sowohl der Sicherungsgeschäfte als auch der dazugehörigen Grundgeschäfte in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Wenn Grund- und Sicherungsgeschäfte bereits originär mit den beizulegenden Zeitwerten erfolgswirksam bewertet werden, kann zur Erzielung der Fair-Value-Absicherung auf die Anwendung der Sonderregelungen des Fair-Value-Hedge-Accounting verzichtet werden. Cash Flow Hedges dienen der Absicherung des Risikos, dass die mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion verbundenen zukünftigen Zahlungsströme schwanken. Liegt ein Cash Flow Hedge vor, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts zunächst unter den sonstigen Eigenkapitalposten erfasst. Sie gehen erst dann in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Führen die Transaktionen zum Ansatz von nicht finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, z. B. zum Erwerb von Sachanlagevermögen, werden die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit verrechnet. UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Erzeugnissen und Waren im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen, ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden und der Übergang der wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt ist. Der Übergang der Chancen und Risiken auf den Käufer wird gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt. Ermessensentscheidungen, Annahmen und SchätzungenDie Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen werden sowie Schätzungen erfolgen. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken. Bestimmte Verträge erfordern eine Einschätzung, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind. Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist unter anderem der Diskontierungssatz eine wichtige Einflussgröße. Der Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Veränderungen einzelner versicherungsmathematischer Annahmen auf die Höhe der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird auf die Angaben zur Sensitivitätsanalyse unter Ziffer (27) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" verwiesen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen. Für die Bilanzierung von Rückstellungen oder die Angabe von Eventualverbindlichkeiten können sich Unsicherheiten ergeben, da es - insbesondere im Zusammenhang mit anhängigen oder sich möglicherweise ergebenden Rechtsstreitigkeiten - erforderlich ist, Schätzungen und Annahmen z. B. über die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs von Verfahren vorzunehmen. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Basis von Prognoserechnungen für die Cashflows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an das Unternehmensrisiko angepassten Diskontierungssatzes. Auch die Bestimmung der Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens, des Nettoveräußerungspreises des Vorratsvermögens sowie des beizulegenden Zeitwerts von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Schulden basiert auf Schätzungen. Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Ertragsteuern können in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der erwarteten Steuerzahlung bzw. -erstattung einer Unsicherheit unterliegen, für die das Unternehmen eine Einschätzung vorzunehmen hat. Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen unseren Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung(6) UmsatzerlöseBezüglich der Zusammensetzung der Umsatzerlöse verweisen wir auf die Darstellungen in der Segmentberichterstattung. (7) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungenscroll
TABELLE 053 Die Bestandsveränderungen enthalten auch die Abwertungen von Vorräten auf den Nettoveräußerungserlös sowie Wertauf-holungen; die entsprechenden Erläuterungen werden unter Ziffer (24) "Vorräte" gegeben. (8) Sonstige betriebliche Erträgescroll
TABELLE 054 Die Erträge aus Sondereinflüssen von 12,2 (42,4) Mio. € enthalten unter anderem Erträge aus dem Rückerstattungsanspruch auf die in den Zuckerwirtschaftsjahren 2001/02 bis 2005/06 zu viel erhobene Produktionsabgabe sowie bei BENEO aus Vermögenssteuererstattungen für Vorjahre. Im Vorjahr waren hierin die Erträge aus dem Verkauf eines ehemaligen Werksgrundstücks, aus der Beendigung eines Rechtsstreits im Zusammenhang mit Umsatzsteuerzahlungen für Zuckerlieferungen nach Italien sowie aus einem beigelegten Verfahren gegen die Raffinerie Tirlemontoise in Belgien enthalten. In den sonstigen Erträgen in Höhe von 71,8 (58,4) Mio. € sind unter anderem Versicherungserstattungen und sonstige Entschädigungen, Agrar-Ausgleichszahlungen und Zuschüsse, Erträge aus erbrachten Serviceleistungen sowie aus Vermietung und Verpachtung, periodenfremde Erträge (ohne Steuern und Zinsen) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten. (9) Materialaufwandscroll
TABELLE 055 (10) Personalaufwandscroll
TABELLE 056 Die Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag zum Ende des Geschäftsjahres 2015/16 mit 16.486 (17.231) um 745 Mitarbeiter unter dem Vorjahr. Vom gesamten Personalaufwand in Höhe von 831,5 (839,1) Mio. € sind 11,7 (33,2) Mio. € im Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen ausgewiesen und betrafen insbesondere das Personal der vorübergehend stillgelegten britischen Bioethanolanlage sowie die Neueinstellungen der Stärkefabrik Zeitz. Im Vorjahr waren hierunter im Wesentlichen die Aufwendungen aus dem Personalabbau im Segment Zucker in Belgien, Deutschland und Frankreich sowie im Segment Frucht in Belgien und Österreich enthalten. Von der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl entfielen 7.461 (7.814) auf das Segment Zucker, 4.333 (4.266) auf das Segment Spezialitäten, 423 (435) auf das Segment CropEnergies und 5.455 (5.405) auf das Segment Frucht. (11) Abschreibungenscroll
TABELLE 057 Die Wertminderungen von insgesamt 7,8 (8,8) Mio. € entfielen insbesondere auf das Segment CropEnergies und betrafen neben Abwertungen auf den Nutzungswert im Wesentlichen die regelmäßigen Abschreibungen des vorübergehend geschlossenen Produktionsstandorts in Großbritannien, die im Sonderergebnis ausgewiesen sind. Im Vorjahr betrafen die Wertminderungen maßgeblich die Schließung der Rohzuckerraffination in Frankreich. (12) Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
TABELLE 058 Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung in Höhe von 262,9 (276,2) Mio. € umfassen unter anderem Büro-, Kommunikations- und Reisekosten, Beratungshonorare, Gebühren und Beiträge, Versicherungsprämien, Mitarbeiterschulungen, freiwillige Sozialleistungen sowie Fremdleistungen für Instandhaltungen und Reparaturen. Die Aufwendungen aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 9,9 (41,2) Mio. € entfielen maßgeblich auf die vorübergehende Stilllegung der Bioethanolfabrik von CropEnergies am Standort Wilton / Großbritannien im Februar 2015 sowie auf die Testphase bzw. den Probebetrieb einzelner Komponenten der Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz. Von den sonstigen Steuern in Höhe von 25,5 (29,3) Mio. € entfällt ein wesentlicher Teil auf Substanzsteuern. Die übrigen Aufwendungen von 75,8 (79,0) Mio. € beinhalten unter anderem Forschungs- und Entwicklungskosten, Marktforschungshonorare, Lizenzgebühren sowie übrige bezogene Dienstleistungen. (13) Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von 55,0 (21,8) Mio. € beinhaltet das anteilige Ergebnis der JointVenture-Gesellschaften der Hungrana-Gruppe, der Studen-Gruppe, der CT Biocarbonic GmbH, der Maxi S.r.l. und der Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd sowie des assoziierten Unternehmens ED&F Man Holdings Ltd. (14) Ergebnis der Betriebstätigkeitscroll
TABELLE 059 Die Aufteilung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit und dessen Komponenten nach Segmenten erfolgt in der Segmentberichterstattung. (15) Finanzerträge und -aufwendungenscroll
TABELLE 060 Das Zinsergebnis konnte trotz einer gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Durchschnittsverschuldung aufgrund der weiter gesunkenen Zinssätze von - 33,8 Mio. € auf - 26,9 Mio. € zurückgeführt werden. Im Zinsergebnis sind auch der Netto-Aufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 13,8 (21,3) Mio. € sowie der Aufwand aus der Aufzinsung der übrigen langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten von 1,1 (1,5) Mio. € enthalten. Das sonstige Finanzergebnis belief sich auf - 23,3 (1,9) Mio. €. Das darin enthaltene Währungsergebnis verschlechterte sich von 4,6 Mio. € auf - 21,5 Mio. € und war insbesondere durch bewertungsbedingte Währungsverluste aus der Finanzierung mittel- und südamerikanischer sowie osteuropäischer Tochtergesellschaften belastet. (16) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer Steueraufwand von 45,8 (53,5) Mio. € setzt sich aus laufenden gezahlten oder geschuldeten Steuern sowie dem latenten Steueraufwand bzw. -ertrag wie folgt zusammen: scroll
TABELLE 061 Der im Geschäftsjahr 2015/16 unverändert zu berücksichtigende theoretische Steueraufwand von 29,1 % ergibt sich aus dem deutschen Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,8 % sowie der Gewerbesteuer von 13,3 %. Die Überleitung vom theoretischen zum tatsächlichen Steueraufwand ist nachfolgend dargestellt: scroll
TABELLE 062 Nach einem gestiegenen Ergebnis vor Ertragsteuern von 226,7 (127,3) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 45,8 (53,5) Mio. €. Die Normalisierung der Steuerquote auf 20,2 (42,0) % resultiert maßgeblich aus den im Vorjahr angefallenen zusätzlichen Steuerbelastungen im Zusammenhang mit der vorübergehenden Stilllegung der Bioethanolanlage am Standort Wilton / Großbritannien. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Abweichungen zwischen steuerbilanziellen Wertansätzen und den gemäß IFRS bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Für steuerliche Verlustvorträge, deren Nutzung in Zukunft wahrscheinlich ist, wurden insgesamt 148,4 (135,4) Mio. € latente Steuern aktiviert. Latente Steueransprüche in Höhe von 112,1 (112,2) Mio. € wurden nicht aktiviert, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Von den nicht angesetzten latenten Steueransprüchen verfallen 13,9 (18,6) Mio. € innerhalb eines Zeitraums von bis zu sieben Jahren, 98,2 (93,6) Mio. € sind unbegrenzt vortragsfähig. Auf in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und auf abzugsfähige temporäre Differenzen wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 0,7 (12,9) Mio. € vorgenommen. Für Gesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis gezeigt haben, wurden zum Bilanzstichtag aktive latente Steuern in Höhe von 54,7 (0,0) Mio. € bilanziert, da die Realisierung des Steueranspruchs aufgrund der steuerlichen Ergebnisplanung insoweit wahrscheinlich ist. Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 48,8 (46,9) Mio. € wurden keine latenten Steuerschulden gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist. Im Berichtsjahr haben latente Steuern die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen um 6,3 Mio. € vermindert bzw. im Vorjahr um 42,4 Mio. € erhöht. Wesentliche Einflussgröße waren dabei latente Steuerforderungen aus der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen, die zu einer Verminderung des Eigenkapitals um 10,7 Mio. € bzw. im Vorjahr zu einer Erhöhung des Eigenkapitals um 43,7 Mio. € führten. Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt: scroll
TABELLE 063 Die zum 29. Februar 2016 ausgewiesenen kurzfristigen Steuererstattungsansprüche reduzierten sich auf 36,0 (38,9) Mio. € und umfassen neben Steuervorauszahlungen noch den verbliebenen Erstattungsanspruch aufgrund eines abgeschlossenen Gerichtsverfahrens zum Außensteuergesetz. Die langfristigen Steuerschulden in Höhe von 98,6 (78,9) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Die Auf- und Abzinsung der Steuerschulden wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag erfasst. Die kurzfristigen Steuerschulden von 60,6 (99,4) Mio. € betreffen neben den Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr noch erwartete Nachzahlungen für Vorjahre. (17) Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wurden von 391 (409) Mitarbeitern wahrgenommen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen insgesamt 42,2 (40,4) Mio. € und waren in voller Höhe aufwandswirksam. (18) Ergebnis je Aktiescroll
TABELLE 064 Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) war der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 Mio. ausstehenden Aktien zugrunde zu legen. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,53 (0,10) €; eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie lag nicht vor. (19) Sonstiges ErgebnisDas sonstige Ergebnis von - 46,2 (- 70,3) Mio. € umfasst erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen im Eigenkapital der Südzucker-Aktionäre und der sonstigen nicht beherrschenden Anteile. Die zukünftig in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Erträge und Aufwendungen in Höhe von - 73,2 (48,6) Mio. € beinhalten die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge), zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere (Available for Sale), die Währungsumrechnung aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie den Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen. Die konsolidierungsbedingten Währungsdifferenzen von - 56,6 (18,4) Mio. € resultieren insbesondere aus der Schwächung des polnischen Zloty, des chilenischen Pesos, des britischen Pfunds sowie des mexikanischen Pesos. Im Vorjahr waren hierin Erträge aus der Stärkung des chilenischen Pesos, des US-Dollars und des britischen Pfunds sowie der Abschwächung des ukrainischen Hrywnja, des moldauischen Leu und des russischen Rubels (Stichtagskurs) gegenüber dem Euro enthalten. Der Anteil aus at Equity einbezogen Unternehmen betrug - 4,9 (27,9) Mio. € und resultierte im Wesentlichen aus ED&F Man Holdings Ltd. und Hungrana. Bei den zukünftig nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Beträgen in Höhe von 27,0 (- 118,9) Mio. € handelt es sich um die Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen. Die Anhebung des Diskontierungssatzes von 1,75 % zum 28. Februar 2015 auf 1,95 % für wesentliche Pensionspläne zum 29. Februar 2016 führte zu einer Entlastung des Eigenkapitals in Höhe von 27,0 Mio. €. Im Vorjahr hatten die Änderung des Diskontierungssatzes, der Parameter Gehalts- bzw. Rententrend sowie erfahrungsbedingte Anpassungen zu einem Aufwand von 118,9 Mio. € geführt. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung(20) Angaben zur KapitalflussrechnungCashflowDer Cashflow liegt mit 480,4 (388,8) Mio. € über dem Vorjahr und folgt dem verbesserten Jahresüberschuss. Veränderung des Working CapitalsDie Mittelfreisetzung durch die Abnahme des Working Capitals um 114,2 (131,3) Mio. € war maßgeblich durch geringere Vorratsbestände sowie geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei gleichzeitig reduzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen begründet. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 370,8 (386,2) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 181,1 (186,5) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen sowie auf Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Logistik wie beim Abpackzentrum der AGRANA in Kaposvár / Ungarn. Das Investitionsvolumen im Segment Spezialitäten in Höhe von 131,2 (124,8) Mio. € betraf im Wesentlichen den Bau der Stärkeanlage in Zeitz, die Inbetriebnahme des Biomassekessels am BENEO-Standort Pemuco / Chile sowie die Kapazitätserweiterung der Stärkeanlage in Aschach / Österreich. Die Investitionen im Segment CropEnergies in Höhe von 16,8 (31,9) Mio. € dienten vorrangig der Optimierung der Produktionsanlagen. Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 41,7 (43,0) Mio. € überwiegend die Division Fruchtzubereitungen und hierbei die Installation marktbedingter Produktionskapazitätserweiterungen wie beispielsweise in Lysander / USA. Kapitalrückkauf / Aufstockungen an TochterunternehmenIm laufenden Geschäftsjahr hat Südzucker Hybrid-Eigenkapital in Höhe von 29,1 Mio. € zurückgekauft. Die Aufstockungen an Tochterunternehmen im Vorjahr entfielen auf den Erwerb der Minderheitenanteile an der AGRANA Bioethanol GmbH durch die AGRANA Stärke GmbH. GewinnausschüttungenDie im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 129,2 (173,0) Mio. € entfielen mit 51,0 (102,1) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 78,2 (70,9) Mio. € auf andere Gesellschafter. SteuerzahlungenDer Saldo der Steuerzahlungen belief sich auf 79,0 (38,4) Mio. €. Die Mittelabflüsse aus Steuerzahlungen sind grundsätzlich der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Zinszahlungen und DividendenDie erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie die erhaltenen Dividenden werden den Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Erläuterungen zur Bilanz(21) Immaterielle Vermögenswertescroll
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TABELLE 065 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTEZur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden die Geschäfts- oder Firmenwerte im Südzucker-Konzern den Segmenten Zucker und Frucht sowie den Divisionen BENEO, Freiberger und PortionPack als relevante Zahlungsmittel generierende Einheiten bzw. Cash Generating Units (CGUs) zugeordnet. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests werden die jeweiligen Buchwerte der CGUs regelmäßig mit dem Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei Südzucker) verglichen, um eine mögliche Wertminderung zu identifizieren. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer Zahlungsmittel generierenden Einheit erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand genehmigten bzw. vom Aufsichtsrat verabschiedeten und zum Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen Fünf-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung sowie der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten. Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU zu berechnen. Die Eigenkapitalkosten sind aus den Renditeerwartungen der Südzucker-Aktionäre, die angesetzten Fremdkapitalkosten aus den langfristigen Refinanzierungskonditionen des Südzucker-Kapitalmarktumfelds abgeleitet. Die Eigenkapitalkosten errechnen sich aus einem risikolosen Basiszinssatz von 1,5 (1,8) %, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisikoaufschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite von Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 20 Jahren herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,5 (6,5) % sowie dem für Südzucker gültigen Geschäftsrisiko, das aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet wird. Die so abgeleiteten Eigenkapitalkosten werden für jede CGU individualisiert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Bei den Fremdkapitalkosten werden die aktuellen kalkulatorischen Refinanzierungskosten für Anleihen und das Hybridkapital sowie der Zinssatz für Pensionsverpflichtungen angesetzt. Dabei berücksichtigt der Renditezuschlag (Credit Spread) das aktuelle Südzucker-Langfristrating von Baa2 (Moody's) bzw. BBB- (S&P). Südzucker verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in den CGUs eine konstante Wachstumsrate von 1,5 (1,5) %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der in der Fünf-Jahres-Planung angenommenen Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Investitionen des Planungszeitraums basieren auf den verabschiedeten Investitionsplänen und berücksichtigen die Ersatzinvestitionserfordernisse. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die getesteten Buchwerte der Geschäfts- und Firmenwerte und die in die jeweiligen Werthaltigkeitstests eingeflossenen Kapitalkosten vor Steuern: scroll
TABELLE 066 Im Geschäftsjahr 2015/16 ergab sich aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte kein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGUs jeweils über dem Buchwert lag. Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen und Planungen, die den Nutzungswert der CGUs bestimmen. Die Höhe der jeweiligen Nutzungswerte ist abhängig von den zukünftigen Cashflows laut der Unternehmensplanung sowie den zugrunde gelegten Kapitalkosten. Zum Bewertungsstichtag lagen in allen CGUs die Nutzungswerte deutlich über den Buchwerten der Geschäfts- oder Firmenwerte. Aufgrund dieser Überdeckungen führen die in einer Sensitivitätsbetrachtung angenommene Reduktion der geplanten nachhaltigen Cashflows um 10 % oder eine Erhöhung der sich am Kapitalmarkt ergebenden Kapitalkosten nach Steuern um einen Prozentpunkt in keiner CGU zur Notwendigkeit einer Wertberichtigung. Für die CGU Zucker mit dem wesentlichen Bestand an Geschäfts- oder Firmenwerten bestimmen sich die wichtigsten Planannahmen auf Basis des EU-Zuckermarktes und der regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Schlüsselannahmen der Marktentwicklung sind dabei die Einschätzungen der EU-Rübenzucker- und Isoglukoseproduktion, der Entwicklung der Zuckerimporte und -exporte sowie der Zuckerpreise. Die wesentlichen Kostenelemente der CGU sind die Rohstoff- und Energiekosten. Diese Einschätzungen berücksichtigen neben den aktuellen Marktentwicklungen auch regulatorische Veränderungen sowie eigene Einschätzungen der jeweiligen Fachbereiche. Mit der Aufhebung der Quoten- und Rübenmindestpreisregelung 2017 wird auch das Ende der bisherigen Beschränkung der Exportmöglichkeiten für Zucker einhergehen. Damit wird sich ein neues Marktgleichgewicht aus EU-Rübenzucker- und Isoglukoseproduktion sowie Zuckerimporten und -exporten einstellen. Die EU-Marktpreisentwicklung wird noch stärker durch die Weltmarktpreisentwicklung bestimmt. Allgemein wird damit gerechnet, dass der weltweite Zuckerverbrauch weiterhin um 2 bis 3 % pro Jahr von derzeit 182 Mio. t auf etwa 200 Mio. t im Jahr 2020 ansteigt. Diese Aussichten stützen den Zuckerweltmarktpreis. Südzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen in Europa eine gute Wettbewerbsposition in der EU und kann das Auslaufen der Quotenregelung zur Stärkung ihrer Produktions- und Marktposition nutzen; logistische Vorteile ergeben sich vor allem aus der Produktion in den europäischen Kernmärkten und damit der Nähe zu den Industriekunden. Mit dem Wegfall der Quotenregelung wird Südzucker die Möglichkeit nutzen, die Kapazitäten durch längere Kampagnen besser auszulasten. Weitere Chancen ergeben sich aus dem Wegfall der Begrenzung der Zuckerexporte außerhalb der EU. Durch die Zusammenarbeit mit dem britischen Handelshaus ED&F Man Holdings Ltd., London, werden zusätzliche Potenziale erschlossen, um an diesem Marktwachstum zu partizipieren. Darüber hinaus hat Südzucker schon heute in den Bereichen Stärke und Stärkeverzuckerungsprodukte eine führende Marktposition in Europa inne, die entsprechend den Marktentwicklungen weiter ausgebaut werden wird. (22) Sachanlagenscroll
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TABELLE 067 Die Investitionen sind um staatliche Investitionszuschüsse in Höhe von 0,2 (2,9) Mio. € reduziert. Im Gegenzug wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von 1,0 (1,9) Mio. € aktiviert. Bei der Berechnung der Fremdkapitalkosten wurde der jeweilige Zinssatz des für die betroffene Investition aufgenommenen Darlehens bzw. die allgemeinen Refinanzierungskosten in Höhe von 0,8 bis 3,6 % zugrunde gelegt. Die wechselkursbedingten Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus der Schwächung mittel- und südamerikanischer sowie osteuropäischer Währungen gegenüber dem Euro; sie reduzierten den Buchwert der Sachanlagen um 38,5 Mio. €. Im Vorjahr übertrafen die Stärkung des US-Dollars, des britischen Pfunds und des chilenischen Pesos die Effekte aus der Abwertung des ukrainischen Hrywnja, des moldauischen Leu und des russischen Rubels deutlich (Stichtagskurs); hierdurch erhöhte sich der Buchwert der Sachanlagen um 37,6 Mio. €. (23) Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen, Wertpapiere und sonstige Beteiligungenscroll
TABELLE 068 Die at Equity einbezogenen Unternehmen umfassen im Wesentlichen im Segment Zucker die Beteiligungen am Handelshaus ED&F Man Holdings Limited, London / Großbritannien, an der Studen-Gruppe, Wien / Österreich, und am Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l., Bozen / Italien, im Segment Spezialitäten die Beteiligung an der Hungrana-Gruppe, Szabadegyháza / Ungarn, sowie im Segment CropEnergies die Beteiligung an der CT Biocarbonic GmbH, Zeitz. Die sonstigen Beteiligungen umfassen auch Tochterunternehmen, die wegen insgesamt untergeordneter Bedeutung nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden. (24) Vorrätescroll
TABELLE 069 Die Vorräte lagen mit 1.897,2 (2.127,6) Mio. € um 230,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert, was im Wesentlichen durch den Abbau der fertigen und unfertigen Erzeugnisse im Segment Zucker infolge der geringeren Ernte der Zuckerkampagne 2015 bedingt ist. Im Segment Zucker waren auf die Bestände zum 29. Februar 2016 Vorratsabwertungen in Höhe von 2,5 (13,7) Mio. € vorzunehmen, die im Wesentlichen auf zum Bilanzstichtag gesunkene Nettoveräußerungserlöse sowohl für Quotenzucker als auch für Nicht-Quotenzucker zurückzuführen sind. Im Segment Spezialitäten waren Abwertungen in Höhe von 0,8 (0,6) Mio. € und im Segment Frucht Abwertungen in Höhe von 0,8 (1,4) Mio. € vorzunehmen. Im Segment CropEnergies bestand nach 2,0 Mio. € im Vorjahr im Berichtsjahr kein Abwertungsbedarf. Daneben waren zum 29. Februar 2016 auf die Handelswarenbestände im Segment Zucker Abwertungen auf den Nettoveräußerungserlös in Höhe von 2,0 (0,6) Mio. € und im Segment Frucht von 0,3 (0,0) Mio. € erforderlich. (25) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswertescroll
TABELLE 070 Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 86,8 Mio. auf 782,8 (869,6) Mio. € zurückgegangen und folgten damit der rückläufigen Umsatzentwicklung. Die übrigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 79,9 (92,8) Mio. € beinhalten maßgeblich Finanzforderungen gegen nicht einbezogene Unternehmen, Beteiligungen sowie Mitarbeiter und übrige Dritte. Die übrigen nicht-finanziellen Vermögenswerte von 69,0 (54,6) Mio. € betreffen im Wesentlichen geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen. Daneben sind hierunter Vermögenswerte von 10,8 Mio. € enthalten, die auf die zur Veräußerung stehenden belgischen Standorte Herentals (PortionPack) und Herk-de-Stad (Fruchtzubereitungen) entfallen. Mit einem hierdurch in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu erfassenden Bewertungsaufwand von 0,6 Mio. € sind diese für den Konzernabschluss von untergeordneter Bedeutung. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt: scroll
TABELLE 071 Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt: scroll
TABELLE 072 Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf 782,8 (869,6) Mio. €; davon waren 667,7 (749,7) Mio. € noch nicht fällig. Die überfälligen Forderungen strukturieren sich wie nachfolgend dargestellt: scroll
TABELLE 073 Südzucker reduziert Ausfallrisiken, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlinien festgelegt werden. Außerdem werden Risiken im Wesentlichen durch Kreditversicherungen und in geringem Umfang durch Bankgarantien begrenzt. Hinsichtlich der weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum 29. Februar 2016 keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Bei den überfälligen, nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gehen wir von einem Zahlungseingang aus; daneben sind auch diese Forderungen im Warenkreditversicherungsprogramm der Südzucker-Gruppe enthalten. (26) EigenkapitalGezeichnetes KapitalZum 29. Februar 2016 beträgt das ausgegebene gezeichnete Kapital 204.183.292 € und ist in 204.183.292 Stückaktien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien, womit das ausgegebene gezeichnete Kapital dem ausstehenden gezeichneten Kapital entspricht. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage betrifft die Südzucker AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die sich aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen oder der Vereinbarung von Optionsprämien unter Berücksichtigung der nach IFRS verpflichtenden Kürzung um damit zusammenhängende Kosten einschließlich der darauf entfallenden Steuern ergaben. Weitere Angaben zum Eigenkapital werden im Konzernlagebericht unter "Corporate Governance" im Abschnitt "Übernahmerelevante Angaben" gemacht. Sonstige Rücklagen und sonstige EigenkapitalpostenDie sonstigen Rücklagen beinhalten die thesaurierten Periodenergebnisse, Beträge für Ausschüttungsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und aus Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern. Im Fall des Erwerbs eigener Aktien werden die sonstigen Rücklagen direkt um das Aufgeld gekürzt bzw. bei einer späteren Emission direkt wieder erhöht. Die sonstigen Eigenkapitalposten umfassen die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen der Aktionäre der Südzucker AG, die zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu realisieren sind. Hybrid-EigenkapitalDas Hybrid-Eigenkapital von 653,1 (683,9) Mio. € beinhaltet die im Sommer 2005 emittierte Hybrid-Anleihe mit einem Nennbetrag von 700 Mio. €. Im Laufe des Geschäftsjahres 2015/16 hat Südzucker Rückkäufe mit einem Nominalvolumen von 31,6 Mio. € vorgenommen; die sich hieraus ergebenden Effekte wurden erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet. Weitere Informationen zur Hybrid-Anleihe stehen unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" sowie auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Sonstige nicht beherrschende AnteileDie sonstigen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 661,4 (652,2) Mio. € betreffen mit 525,9 (527,6) Mio. € die Miteigentümer des Teilkonzerns AGRANA. Die übrigen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 135,5 (124,6) Mio. € entfallen überwiegend auf den Minderheitenanteil am Teilkonzern CropEnergies. scroll
TABELLE 074 Die Südzucker AG hält eine Direktbeteiligung an der AGRANA Beteiligungs-AG von 6,5 (6,5) %, von denen bis zu 5 % wieder platziert werden sollen, um den Streubesitz der an der Wiener Börse notierenden AGRANA Beteiligungs-AG zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Daneben werden 86,1 (86,1) % an der AGRANA Beteiligungs-AG durch die Z&S Zucker und Stärke Holding AG gehalten. Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. An der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG ist - neben Südzucker - mit 50 % abzüglich einer Aktie die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. beteiligt, in der die österreichischen AGRANA-Miteigentümer (unter anderem die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien sowie Vertreter der österreichischen Rübenproduzenten) ihre Interessen zusammengefasst haben. Details der Zusammenarbeit zwischen Südzucker und der Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. sind in einer Syndikatsvereinbarung geregelt. Danach steht Südzucker eine jederzeit nutzbare Stimmrechtsmehrheit an der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG und damit ein beherrschender Einfluss über den Teilkonzern AGRANA zu. Bei Ausübung dieser Stimmrechtsmehrheit durch Südzucker verfügt die Zucker-Beteiligungsgesellschafts m.b.H. über vertraglich definierte Schutzrechte, gleichzeitig ist diese unter Einhaltung einer mindestens einjährigen Frist berechtigt, die Stimmengleichheit unter den Syndikatspartnern herzustellen. Der durchgerechnete Konzernanteil der Südzucker AG am AGRANA-Teilkonzern beträgt 49,6 (49,6) %. Somit ist in Höhe von 50,4 (50,4) % das Eigenkapital der AGRANA als Minderheitenanteil im Südzucker-Konzernabschluss auszuweisen. Eine Übersicht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der beiden Teilkonzerne AGRANA und CropEnergies ist nachfolgend dargestellt: scroll
TABELLE 075 Die Daten entsprechen den veröffentlichten Konzernabschlüssen der jeweiligen Teilkonzerne. Weitere ausführliche Informationen stehen in den aktuellen Geschäftsberichten 2015/16 der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien / Österreich, und der CropEnergies AG, Mannheim, zur Verfügung. (27) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenBeitragsorientierte PensionspläneDie Gesellschaften der Südzucker-Gruppe leisten im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie beliefen sich im Konzern auf 42,1 (42,0) Mio. €. Leistungsorientierte PensionspläneDie betriebliche Altersversorgung im Südzucker-Konzern beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Daneben bestehen pensionsähnliche Verpflichtungen insbesondere bei ausländischen Konzernunternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet. Die bilanzierte Nettoverpflichtung der Südzucker-Gruppe setzt sich aus dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten sowie fondsfinanzierten leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens zusammen: scroll
TABELLE 076 Im Rahmen der Altersversorgung für Mitarbeiter in der Südzucker-Gruppe bestehen im Wesentlichen folgende Altersversorgungs- und Abfertigungspläne: DeutschlandFür die Mitarbeiter der Südzucker AG bestehen arbeitgeberfinanzierte Zusagen über Betriebsrenten, deren Höhe durch das Grundgehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt wird. Die Pensionsverpflichtungen der Südzucker AG sind in Höhe von 689,6 (711,9) Mio. € rückstellungsfinanziert und stellen das mit Abstand größte Versorgungswerk in der Südzucker-Gruppe dar. Die übrigen deutschen Versorgungspläne von CropEnergies, BENEO und anderen sind in ihrer Ausgestaltung mit den Regelungen der Südzucker AG für aktive Mitarbeiter vergleichbar und sind ebenfalls mit einer Nettoverpflichtung in Höhe von insgesamt 41,9 (39,4) Mio. € nahezu ausschließlich rückstellungsfinanziert. BelgienFür die Mitarbeiter der belgischen Gesellschaften Raffinerie Tirlemontoise S.A., BENEO-Orafti S.A. und Biowanze S.A. bestehen fondsfinanzierte Versorgungspläne, bei denen ein Anwartschaftsbarwert von insgesamt 50,3 (51,6) Mio. € einem Planvermögen von insgesamt 56,6 (55,3) Mio. € gegenübersteht. Die Zusagen über Betriebsrenten werden durch die Höhe des Grundgehalts und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt; die Auszahlungen erfolgen neben periodischen Rentenzahlungen auch durch Einmalzahlungen. FrankreichEbenfalls fondsfinanziert ist der Versorgungsplan für die Mitarbeiter von Saint Louis Sucre S.A.S. in Frankreich, bei dem ein Anwartschaftsbarwert von 26,3 (29,0) Mio. € einem Planvermögen von 32,7 (32,3) Mio. € gegenüberstand. Die Leistung aus dem Versorgungsplan ermittelt sich als ein prozentualer Anteil eines vor Renteneintritt gezahlten Durchschnittsgehalts, von dem die staatliche Rente sowie andere Betriebsrenten abgezogen werden. AbfertigungspläneDie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Vorsorgepläne für Abfertigungen. Neben den größten Abfertigungsplänen in Österreich und Frankreich bestehen entsprechende Zusagen auch in Mexiko, Polen, Russland, Südkorea, der Ukraine und den USA. Die Zusagen in Österreich und Frankreich stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf eine Einmalzahlung im Fall der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Renteneintritt oder Tod dar, nicht aber im Fall der Kündigung durch den Arbeitnehmer. Insgesamt stand einem Anwartschaftsbartwert von insgesamt 55,8 (58,4) Mio. € ein Planvermögen von insgesamt 6,7 (11,0) Mio. € gegenüber. Entwicklung der NettoschuldDie Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt: scroll
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TABELLE 077 Aufwand für betriebliche AltersversorgungDie Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Auswirkungen aus Plankürzungen oder -abgeltungen sind im Personalaufwand enthalten. Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste NeubewertungDie erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung der Pensionsverpflichtung belief sich auf - 37,7 (162,6) Mio. € und resultierte aus der Anpassung des Diskontierungssatzes von 1,75 % auf 1,95 % für wesentliche Pensionspläne sowie erfahrungsbedingten Anpassungen. Im Vorjahr resultierte die Veränderung - neben der Anpassung der Parameter für Gehalts- und Rentensteigerungen sowie erfahrungsbedingten Anpassungen - insbesondere aus der Reduzierung des Abzinsungssatzes. Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungspflichten insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrische Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle. AnnahmenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens der wesentlichen Pensionspläne wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt: scroll
TABELLE 078 Bei der Ermittlung der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in der Eurozone kamen insgesamt Zinssätze zwischen 1,80 und 2,60 (1,40 und 2,00) % zur Anwendung. Diese Zinssätze basieren auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlichen gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die Anwendung unterschiedlicher Zinssätze berücksichtigt die abweichenden Durationen von Gruppen von Plänen. Für Pläne mit überwiegendem Rentnerbestand (Duration um zehn Jahre) wurden 1,80 (1,40) %, für Pläne mit einem Mischbestand von aktiven Mitarbeitern und Rentnern (Duration um 17 Jahre) wurden 1,95 (1,75) % und für Pläne mit weitgehendem Bestand an aktiven Mitarbeitern (Duration um 26 Jahre) wurden 2,15 (2,00) % zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln - wie in Deutschland die Richttafeln Heubeck 2005 G - verwendet. SensitivitätsanalyseDie im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt. scroll
TABELLE 079 PlanvermögenDas prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Daher besteht das Planvermögen überwiegend aus Schuldverschreibungen, deren Risikostruktur langfristig die Erfüllung der Verpflichtungen gewährleistet. Daneben sind Eigenkapitaltitel und Versicherungsverträge sowie in geringem Umfang Immobilienanteile enthalten. Im Fall der Schuldverschreibungen orientieren sich die Renditeerwartungen an Staatsanleihen. Im Fall von Versicherungsverträgen wird mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien. Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert. Bei der Ermittlung der Zeitwerte des Planvermögens sind für die folgenden Vermögenskategorien im angegebenen Umfang Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten zugrunde gelegt worden: scroll
TABELLE 080 RisikenIm Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die Südzucker-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation. Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten. Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die Nettoverpflichtung aus den Pensionsplänen. Die Höhe der Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann. Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen könnten, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen. Duration und künftige ZahlungenDie durchschnittliche gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwerts sämtlicher leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt 16,6 (16,9) Jahre. Im Geschäftsjahr 2016/17 werden Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen in Höhe von 2,6 (2,8) Mio. € erwartet. In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet: Künftige Pensions- und Abfertigungszahlungenscroll
TABELLE 081 (28) Sonstige Rückstellungenscroll
TABELLE 082 Während der Berichtsperiode haben sich die sonstigen Rückstellungen wie folgt entwickelt: scroll
TABELLE 083 Personalbezogene RückstellungenDie personalbezogenen Rückstellungen setzten sich im Wesentlichen aus überwiegend langfristigen Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen und Rückstellungen für Altersteilzeit sowie überwiegend kurzfristigen Rückstellungen für Sozialpläne zusammen und liegen mit 86,9 Mio. € unter Vorjahresniveau. Von dem Gesamtbetrag von 86,9 Mio. € werden voraussichtlich 21,4 Mio. € in 2016/17 und 65,5 Mio. € in den Folgejahren in Anspruch genommen. Rückstellungen für Prozesse und RisikovorsorgeDie Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge von 153,7 Mio. € beinhalten Rückstellungen für Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken (Bußgelder und Schadensersatz). Die Inanspruchnahme von 9,0 Mio. € betraf im Wesentlichen ein Marktordnungsverfahren von BENEO. Von dem Gesamtbetrag von 153,7 Mio. € werden voraussichtlich 144,1 Mio. € in 2016/17 und 9,6 Mio. € in den Folgejahren in Anspruch genommen. Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen reduzierten sich von 117,3 Mio. € auf 71,1 Mio. €. Diese betreffen im Wesentlichen die mehrheitlich langfristigen Rückstellungen für Rückbaumaßnahmen sowie lang- und kurzfristige Rückstellungen für Rekultivierungs- und Umweltverpflichtungen, die überwiegend im Zusammenhang mit der Zuckerproduktion stehen, sowie die Rückstellung für die vorübergehende Stilllegung der Bioethanolanlage am britischen Standort Wilton. Des Weiteren werden Rückstellungen im Zusammenhang mit der Zuteilung von Emissionszertifikaten durch die Deutsche Emissionshandelsstelle und vergleichbare Behörden in der Europäischen Union gebildet, sofern die verbrauchte Menge die kostenlos zugeteilten Zertifikate übersteigt. Für das Geschäftsjahr 2016 / 17 wird eine Inanspruchnahme von 43,2 Mio. € und in den Folgejahren in Höhe von 27,9 Mio. € erwartet. Zuführungen und AufzinsungenDie Zuführungen umfassen die Bildung neuer sowie die Anpassung bestehender Rückstellungen, die erfolgswirksam in den einschlägigen operativen Aufwandsarten erfasst werden. Daneben ist auch die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten, die im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen betrifft. Die Aufzinsungen sind im Zinsaufwand innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen und beliefen sich auf 1,1 (1,5) Mio. €. (29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeitenscroll
TABELLE 084 Aufgrund der gesunkenen Erntemenge gingen die Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern von 434,8 Mio. € auf 353,7 Mio. € zurück. Die Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 105,9 (106,7) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Tantiemen, Prämien, Urlaubs- und Arbeitszeitguthaben. Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 154,5 (166,0) Mio. € umfassen unter anderem Zinsabgrenzungen. Unter den übrigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 20,0 (12,8) Mio. € sind im Wesentlichen Rechnungsabgrenzungsposten und erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen erfasst. Daneben sind hierunter Schulden von 2,8 Mio. € enthalten, die auf den zur Veräußerung stehenden belgischen Standort Herentals (PortionPack) entfallen. Weitergehende Erläuterungen können dem Abschnitt (25) "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte" entnommen werden. (30) Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)scroll
TABELLE 085 Von den Finanzschulden in Höhe von 1.158,4 Mio. € stehen der Südzucker-Gruppe 733,8 Mio. € bzw. 63,3 % langfristig zur Verfügung. FinanzmanagementDie Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Das Fundament der Finanzierung bildet das Investment-Grade-Rating, das den Zugang zu den Eigen- und Fremdkapital-finanzierungsinstrumenten sicherstellt. Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von langfristigen Finanzinstrumenten: Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Commercial-Paper-Programme, Schuldscheindarlehen und syndizierte bzw. bilaterale Bankkreditlinien. Diese Instrumente werden durch die niederländische Finanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V. bzw. die Südzucker AG bereitgestellt und konzernweit verwendet. Die Finanzierung von Akquisitionen und Investitionen wird unter Berücksichtigung der für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Finanzrelationen vorgenommen. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms mit einem Volumen von 600 Mio. € bzw. einer syndizierten Kreditlinie von 600 Mio. € der Südzucker sowie über syndizierte Kreditlinien von 450 Mio. € des AGRANA-Teilkonzerns gewährleistet. Daneben stehen der Unternehmensgruppe bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Südzucker finanziert sich derzeit im Wesentlichen durch die folgenden Finanzinstrumente: Hybrid-AnleiheDie Südzucker International Finance B.V. emittierte im Juli und August 2005 eine unendliche, nachrangige Hybrid-Anleihe im Volumen von 700 Mio. €. Seit dem 30. Juni 2015 kann die Anleihe durch Südzucker gekündigt und vorzeitig zum Nennwert zurückgezahlt werden (Schuldnerkündigungsrecht). Die Anleihe kann lediglich vollständig, aber nicht in Teilbeträgen gekündigt werden. Das Kündigungsrecht steht unter der Bedingung, dass Südzucker innerhalb von zwölf Monaten vor dem Wirksamwerden der Kündigung gleichrangige Wertpapiere und / oder nachrangige Wertpapiere mit ähnlicher Ausstattung ausgegeben hat, mit einem Ausgabeerlös in Höhe der aus der Kündigung der Hybrid-Anleihe zahlbaren Beträge (gemäß § 6 Abs. 5 und 6 der Anleihebedingungen). Die Voraussetzungen zur Kündigung und Rückzahlung der Anleihe durch Südzucker sind derzeit nicht erfüllt. Ein Rückkauf der Hybrid-Anleihe - auch in Teilbeträgen - ist jederzeit gemäß § 6 Abs. 7 der Anleihebedingungen möglich. Im Laufe des Geschäftsjahres 2015/16 hat Südzucker Rückkäufe mit einem Nominalvolumen von 31,6 Mio. € vorgenommen. Ein Rückkauf in einem auf bis zu 10 % des Nominalvolumens begrenzten Umfang ist weiterhin möglich. Die Hybrid-Anleihe verzinst sich variabel mit dem Angebotssatz im Interbankenmarkt der Eurozone für Drei-Monats-Einlagen zuzüglich 3,10 % (3-Monats-Euribor plus 3,10 % p. a.). Die Couponzahlungen sind vierteljährlich jeweils nachträglich fällig. Ferner sehen die Anleihebedingungen vor, dass Südzucker im Fall eines Dividenden-Ereignisses die Option zur Aufschiebung der Zinscouponzahlungen hat. Eine optionale (freiwillige) Couponaussetzung kann eintreten, falls auf der letzten Hauptversammlung keine Dividende für Aktien der Südzucker AG beschlossen wurde. Bei einem Cashflow-Ereignis ist Südzucker verpflichtet, die Zinscouponzahlung ausfallen zu lassen. Eine zwingende Couponaussetzung kann eintreten, sofern der konsolidierte Cashflow 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Zum 29. Februar 2016 erreichte der Cashflow mit 480,4 (388,8) Mio. € 7,5 (5,7) % des konsolidierten Umsatzes von 6.387,0 (6.777,6) Mio. €. Die Nachranganleihe wird von den Ratingagenturen Moody's zu 75 % und Standard & Poor's zu 50 % als Eigenkapital bewertet und verbessert dadurch die kreditratingrelevanten Verschuldungskennziffern des Konzerns. Die Nachranganleihe ist gemäß IFRS voll als Eigenkapital auszuweisen - vergleiche auch Erläuterungen zu Ziffer (26) "Eigenkapital" Weitere Informationen zur Hybrid-Anleihe stehen auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Anleihe 2011/2018Am 22. März 2011 hat die Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert in Höhe von 400 Mio. € und einem Coupon von 4,125 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren bis 29. März 2018. Weitere Informationen zur 4,125 %-Anleihe 2011/18 stehen auf der Südzucker-Internetseite unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Anleihen/ zur Verfügung. Sonstige AnleihenDie sonstigen Anleihen mit einem Nominalwert von 38,6 (38,6) Mio. € und mit einem Durchschnittszins von 0,33 (0,65) % wurden von Raffinerie Tirlemontoise S.A., Brüssel / Belgien, begeben und haben Fälligkeiten von 2016 bis 2017. Commercial-Paper-ProgrammDas Commercial-Paper-Programm (CP-Programm) dient der kurzfristigen Finanzierung am Kapitalmarkt. Investoren in CPs sind überwiegend institutionelle Anleger. Das CP-Programm von Südzucker im Rahmen von insgesamt 600 Mio. € ermöglicht es, kurzfristige Schuldverschreibungen je nach Bedarf und Marktlage zu begeben. Am 29. Februar 2016 waren CPs mit 125,0 (200,0) Mio. € ausstehend. scroll
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TABELLE 086 Von den gesamten Anleihen mit einem Buchwert von 562,3 (636,7) Mio. € waren Anleihen in Höhe von 562,3 (625,0) Mio. € festverzinslich und Anleihen in Höhe von 0,0 (11,7) Mio. € variabel verzinslich. Das aktuelle Emittenten-Rating von Südzucker ist Baa2/P-2 (Moody's) bzw. BBB-/A-3 (Standard & Poor's). Das Rating der Hybrid-Anleihe ist mit Ba3 (Moody's) bzw. B+ (Standard & Poor's) eingestuft. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten auch Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 126,0 (126,0) Mio. €, die nachstehend erläutert sind. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1,1 (2,6) Mio. € durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7,8 (7,9) Mio. € durch sonstige Pfandrechte gesichert. scroll
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TABELLE 087 SchuldscheindarlehenAGRANA hatte im April 2012 Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 110 Mio. € platziert und im November 2014 auf 126 Mio. € erhöht. Vom Gesamtvolumen in Höhe von 126 Mio. € sind 72 Mio. € variabel und 54 Mio. € fest verzinst mit Fälligkeiten ab 2017 bis 2022. Syndizierte KreditlinienSüdzucker steht eine revolvierende Kreditfazilität über 600 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und als Back-up-Kreditlinie für das CP-Programm zur Verfügung. Die syndizierte Kreditlinie hat eine Laufzeit bis November 2020. Die Kreditlinie ist mit einem Bankenkonsortium von 17 Banken, die den Kernbankenkreis der Südzucker-Gruppe bilden, vereinbart. Neben der Südzucker AG kann die CropEnergies AG als alternativer Kreditnehmer diese Kreditlinie bis zu einem Betrag von 100 Mio. € nutzen. Wie im Vorjahr wurde die Kreditlinie zum 29. Februar 2016 nicht in Anspruch genommen. AGRANA kann syndizierte Kreditfazilitäten über 300 bzw. 150 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung nutzen. Diese syndizierten Kreditlinien haben Laufzeiten bis 2020 bzw. 2018; der Kreditrahmen wird von fünf Banken zur Verfügung gestellt. Wertpapiere und flüssige MittelDie Anlagen in Wertpapieren von insgesamt 144,3 (145,6) Mio. € erfolgten überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren. Aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen bestehen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel von Tochterunternehmen von 18,2 (17,0) Mio. € in China und der Ukraine. Sonstige Erläuterungen(31) Risikomanagement in der Südzucker-GruppeDer Konzern unterliegt Kreditrisiken (Ausfall- und Bonitätsrisiken) sowie Liquiditätsrisiken. Daneben ist die Südzucker-Gruppe in vielfältiger Weise auch Marktpreisrisiken ausgesetzt. Im operativen Bereich betrifft dies im Wesentlichen die Commoditypreisrisiken aus Zucker- und Bioethanolabsatz, Energie-, Getreide- und Maiseinkäufen sowie das mit Absatz und Beschaffung verbundene Währungsrisiko. Im Finanzbereich bestehen analoge Preisrisiken im Bereich Zins und Wechselkurs. Die Wertpapieranlagen, die einem Aktienkursrisiko unterliegen, sind in der Südzucker-Gruppe unwesentlich. Zum Umgang mit diesen Risiken wurde das nachfolgend beschriebene Kreditrisikomanagement, Liquiditätsmanagement und Preisrisikomanagement konzernweit implementiert. KREDITRISIKOMANAGEMENTDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Südzucker-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Überfällige oder uneinbringliche Forderungen können den Erfolg der Südzucker-Gruppe beeinträchtigen. Südzucker hat Risikofrüherkennungssysteme eingerichtet, die drohende Forderungsausfälle frühzeitig signalisieren. Die Grundsätze des Kreditrisikomanagements in der Südzucker-Gruppe sind:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt. Für verbleibende Restrisiken der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen orientieren sich am tatsächlichen Ausfallrisiko. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze von Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Das Kreditrisiko der jeweils offenen Gesamtforderungen beläuft sich im Wesentlichen auf den Selbstbehalt im Rahmen der abgeschlossenen Warenkreditversicherungen, der regelmäßig 10 % beträgt. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Ziffer (25) des Anhangs angegeben. Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch Südzucker nicht wesentlich. Bedeutende Risikokonzentrationen sind nicht gegeben. Im Finanzbereich bestehen im Wesentlichen bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen Kontrahentenrisiken. Das Hauptkriterium für die Auswahl einer Bank als Geschäftspartner ist hier insbesondere deren Short-Term-Deposit-Rating in Verbindung mit ihrem Langfrist-Rating, das regelmäßig überprüft wird. LIQUIDITÄTSMANAGEMENTWesentliches Ziel des Liquiditätsmanagements sind die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die rechtzeitige Erfüllung vertraglicher Zahlungsverpflichtungen sowie die Kostenoptimierung in der Südzucker-Gruppe. Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements stellt die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland / Niederlande, die am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel den Konzernunternehmen zur Verfügung. Daneben bestehen Cashpools in nationalen Shared-Treasury-Centern. Bei den Geldanlagen gibt es neben den Regelungen für das Kontrahentenrisiko im Rahmen des Kreditrisikomanagements auch Vorgaben bezüglich der Laufzeiten sowie des vereinheitlichten Reportings an das Group Treasury. Hierunter fällt auch das Monitoring von Planvermögen für Pensionsverpflichtungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden die Risiken aus Zahlungsstromschwankungen frühzeitig erkannt. Die Liquiditätsplanung ist in die Unternehmensplanung integriert und berücksichtigt die aufgrund der Zuckerkampagne besonderen saisonalen Finanzierungserfordernisse. Die Liquiditätsplanung des Budgetjahres erfolgt auf Monatsbasis. Unterjährig wird die Planung durch drei Forecast-Planungen aktualisiert. Die strategische Finanzplanung erfolgt auf der Grundlage der Fünf-Jahres-Planung. Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden Finanzierungen durch Tages- bzw. Termingeldaufnahmen oder die Ausgabe von Commercial Papers im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Südzucker-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von syndizierten und bilateralen Kreditlinien, Wertpapieren und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Die langfristige Fremdkapitalfinanzierung erfolgt im Wesentlichen durch die Begebung von Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankdarlehen. Hinsichtlich der Einzelheiten zu den von Südzucker eingesetzten Finanzinstrumenten verweisen wir auf Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" in diesem Anhang. Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der finanziellen Verbindlichkeiten per 29. Februar 2016. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind nicht diskontiert und umfassen Zins- und Tilgungszahlungen. scroll
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TABELLE 088 Die nicht diskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Annahme, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten zum frühesten Fälligkeitstermin erfolgt. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze. PREISRISIKOMANAGEMENTDas Preisrisikomanagement umfasst die Bereiche Währung, Zins und Commoditypreise. Bei den nachfolgenden Ausführungen werden Risiko- und Managementdetails bezüglich der drei genannten Teilbereiche weiter ausgeführt. WÄHRUNGSRISIKOWährungsrisiken bestehen aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Südzucker-Konzerns, womit sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet sind. Die wesentlichen Einfluss nehmenden Kursrelationen resultieren aus US-Dollar, britischem Pfund, polnischem Zloty, ungarischem Forint, ukrainischem Hrywnja, rumänischem und moldauischem Leu bzw. russischem Rubel gegenüber dem Euro sowie chilenischem bzw. mexikanischem Peso und brasilianischem Real gegenüber dem US-Dollar. Das Währungsrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung (funktionale Währung) anfallen. Im Finanzergebnis resultiert das Währungsrisiko überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. WährungsrisikomanagementZiel des Währungsrisikomanagements ist die Reduktion der Wechselkursrisiken. Über Art und Umfang der operativen Währungsabsicherung entscheiden die Geschäftsbereiche und Divisionen in Abstimmung mit der zentralen Finanzabteilung. Zur Absicherung der operativen Wechselkursrisiken werden Derivate in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Im Finanzbereich kommen auch Cross-Currency-Swaps zum Einsatz. SensitivitätsanalyseDie im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse gibt an, welche Auswirkungen sich auf das Konzernergebnis bzw. Konzerneigenkapital vor Steuern ergeben hätten, wenn zum Bilanzstichtag bestehende Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit abweichenden Wechselkursen umzurechnen gewesen wären. Dabei entspricht das Währungs-Exposure dem Nettobetrag der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten, die Währungsrisiken ausgesetzt sind. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzierungstätigkeit zusammen und schließen konzerninterne Salden ein. Bestehende Währungssicherungen werden bei der Betrachtung nicht berücksichtigt, sofern sie nicht einer Forderung oder Verbindlichkeit exakt zugeordnet sind. Ein negativer Betrag bedeutet, dass ein Überhang an Verbindlichkeiten besteht. Bei der Sensitivität wird unterstellt, dass die Währungen gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung zum 29. Februar 2016 um + 10 % abgewertet bzw. - 10 % aufgewertet hätten. Nachstehend sind das Währungs-Exposure und die hypothetische Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern als Ertrag (+) bzw. Aufwand (-) dargestellt. scroll
TABELLE 089 Das Währungs-Exposure aus dem Euro betrifft Euro-Forderungen bzw. -Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften in Ländern mit abweichender funktionaler Währung. In Polen wird seit 2005 ein langfristiges konzerninternes Euro-Darlehen in Höhe von 99,1 Mio. € gewährt, das als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifiziert ist, weshalb die daraus resultierenden Währungsschwankungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Wenn der Euro gegenüber dem polnischen Zloty um 10 % abgewertet bzw. aufgewertet hätte, hätte sich das Eigenkapital vor Steuern um 9,0 (9,0) Mio. € erhöht bzw. um 11,0 (11,0) Mio. € verringert. ZINSRISIKOAus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten bzw. Geldanlagen ist Südzucker Zinsrisiken ausgesetzt. Diese Zinsänderungsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen. ZinsrisikomanagementSüdzucker nutzt eine auf den Liquiditätsbedarf optimierte Finanzierungsstruktur, diese beinhaltet zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos auch Finanzinstrumente mit einer Zinsfestschreibung. Details hierzu können dem Kapitel (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" entnommen werden. Daneben werden in begrenztem Umfang derivative Instrumente wie Zinsswaps zum Zinsrisikomanagement eingesetzt. SensitivitätsanalyseAnleihen und langfristige Bankschulden sind überwiegend mit fester Verzinsung vereinbart. Wäre das Marktzinsniveau um einen halben Prozentpunkt angestiegen, hätte dies, bezogen auf die am 29. Februar 2016 variabel verzinslichen Finanzinstrumente und ohne Berücksichtigung von abgeschlossenen Zinsswaps, zu nachfolgender Erhöhung des Zinsaufwands geführt: scroll
TABELLE 090 Ein Rückgang des Marktzinsniveaus um einen halben Prozentpunkt hätte eine vergleichbare Reduzierung des Zinsaufwands zur Folge gehabt. RISIKEN AUS COMMODITYPREISENSüdzucker ist im operativen Bereich aufgrund volatiler Preise der Commodity-Märkte wesentlichen Preisrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite ausgesetzt, die insbesondere Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie-, Getreide-, Bioethanol- sowie Fruchtpreise betreffen. Management von CommoditypreisrisikenDie Basis eines risikoadäquaten Umgangs mit diesen Risiken ist ein standardisiertes und fortlaufendes Monitoring des Risikoexposures und der Risikoveränderung differenziert nach Produkten. Auf dieser Basis können Entscheidungen zur Risikoabsicherung durch die regelmäßig tagenden Risikoausschüsse der Divisionen getroffen werden. SensitivitätsanalyseBei der Messung der Risiken werden Sensitivitäten und ein Earnings-at-Risk-Modell verwendet. Im Rahmen der Anwendung des Earnings-at-Risk-Modells ist es das Ziel, die Auswirkung der Marktpreisentwicklung einzelner Risikoträger auf das künftige operative Ergebnis zu bestimmen. Südzucker stellt bei der Berechnung des Earnings-at-Risk-Modells auf eine Haltedauer von einem Monat ab, da innerhalb dieses Zeitraums sämtliche offenen Positionen mit Sicherungsgeschäften geschlossen werden könnten. Entsprechend erfolgt das Risikoberichtswesen monatlich. Als wesentliche Risikoträger wurden in der Südzucker-Gruppe Zuckerexporte und -importe einschließlich damit verbundener Währungsrisiken, der Verkauf von Bioethanol sowie der Einkauf von Energie und Getreide identifiziert. Weitere Ausführungen erfolgen im nachfolgenden Abschnitt zu derivativen Finanzinstrumenten. DERIVATIVE INSTRUMENTE ZUR ABSICHERUNG VON PREISRISIKENDie Südzucker-Gruppe setzt zur Absicherung von Währungs-, Zins- und Commoditypreisrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzbereich in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Die im operativen Bereich eingesetzten Commodityderivate umfassen Zucker-, Weizen-, Mais- und Bioethanolfutures, Weizenoptionen, Benzinderivate und Kohle- und Ölswaps sowie Währungstermingeschäfte. Zur Sicherung der Risiken im Finanzbereich werden marktübliche Instrumente wie Zinsswaps und Währungstermingeschäfte verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Sowohl die Einhaltung dieser Richtlinien als auch die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft. Die Nominalvolumen und die Marktwerte der derivativen Instrumente stellen sich wie folgt dar: scroll
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TABELLE 091 Im Fall von OTC-Derivaten (Zins-, Währungs- und Energiederivate) unterliegt Südzucker bei positiven Marktwerten einem Kreditrisiko. Die Kreditrisiken werden beschränkt, indem Derivate nur mit Banken und Partnern guter Bonität abgeschlossen werden. Aus Derivaten, die an Terminbörsen kontrahiert werden (Zucker-, Weizen-, Mais- und Bioethanolfutures), ergeben sich regelmäßig keine Kreditrisiken. Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in den sonstigen Eigenkapitalposten und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihre positiven bzw. negativen Marktwerte zum 29. Februar 2016 betrugen 3,1 (1,0) Mio. € bzw. - 13,7 (- 2,2) Mio. €. Die erfolgswirksame Vereinnahmung von zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Marktwertänderungen erfolgt zum Zeitpunkt der Realisierung. Wie im Vorjahr waren sämtliche Cashflow Hedges effektiv, da sich die Relation der Marktwertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäften innerhalb des vorgesehenen Intervalls von 80 bis 125 % bewegten. Es waren keine Ineffektivitäten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen. Daneben bestehen Sicherungsbeziehungen, die durch die Anwendung des Fair Value Hedge Accounting oder durch Klassifizierung als Handelsgeschäft wirtschaftlich als Fair Value Hedge abgebildet werden, indem die Marktwerte der offenen Positionen erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Diese betreffen im Wesentlichen Derivate im Zusammenhang mit Zuckerexporten und damit verbundene Währungssicherungen sowie Zinssicherungen. Ihr positiver bzw. negativer Marktwert zum 29. Februar 2016 belief sich auf 2,4 (3,1) Mio. € bzw. - 9,4 (- 14,3) Mio. €. Der Marktwert der am 29. Februar 2016 abgeschlossenen Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinses um einen Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 %, einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais-, Kohle-, Ölpreise bzw. der Zucker- und Bioethanolpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität): scroll
TABELLE 092 Diese entsprechende Veränderung der Marktpreise hätte das Eigenkapital um 2,4 (3,5) Mio. € bzw. um - 9,4 (- 6,7) Mio. € und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 17,3 (12,7) Mio. € bzw. um - 16,2 (- 11,8) Mio. € verändert. (32) Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenBuch- und beizulegende Zeitwerte von FinanzinstrumentenDie nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten je Bewertungskategorie dar. scroll
TABELLE 093 Summe je Bewertungskategorie nach IAS 39scroll
TABELLE 094 BewertungslevelFür Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unterscheidet man drei Bewertungslevel hinsichtlich der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte. Auf Bewertungslevel 1 erfolgt die Bewertung auf Basis unangepasster, auf aktiven Märkten verwendeter Marktpreise. Bei Bewertungslevel 2 wird die Bewertung mit Preisen vorgenommen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden. Für Bewertungslevel 3 erfolgt die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren, in denen mindestens ein wesentlicher nicht beobachtbarer Einflussfaktor enthalten ist. Bei der Bewertung von Finanzinstrumenten kommt Bewertungslevel 3 in der Südzucker-Gruppe derzeit nicht zur Anwendung. Die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte. Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen (Bewertungslevel 1). Soweit keine Notierungen an aktiven Märkten vorliegen, erfolgt die Bewertung mit Preisen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden (Bewertungslevel 2). Für die zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Wertpapiere (Eigenkapitalinstrumente) und sonstigen Beteiligungen des langfristigen Vermögens, für die keine an einem aktiven Markt notierten Werte existieren und für die die beizulegenden Zeitwerte nicht zuverlässig ermittelt werden können, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Bei den sonstigen Beteiligungen handelt es sich um Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde, da die Cashflows nicht zuverlässig bestimmbar sind. Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Forderungen an die EU, der übrigen finanziellen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die positiven und negativen Marktwerte aus Währungs- und Commodityderivaten betreffen einerseits Derivate, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind. Dabei werden künftige Zahlungsströme aus festen Verpflichtungen oder aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen gegen Schwankungen abgesichert. Andererseits bestehen Währungs-, Zins- und Commodityderivate in Form von Fair Value Hedges bzw. ohne Hedgebeziehung, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung des Fair Values eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit dienen und in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Die Ermittlung der Marktwerte von Commodityderivaten wird auf Basis von Stichtagsnotierungen vorgenommen (Bewertungslevel 1); die positiven bzw. negativen Marktwerte dieser Derivate beliefen sich auf 2,9 (1,5) Mio. € bzw. 13,9 (0,4) Mio. €. Für die Marktwerte der weiteren Commodityderivate - Benzinderivate sowie Kohleswaps - basiert die Bewertung auf der Grundlage von Benzin- und Kohlenotierungen einschlägiger Handels- und Kursinformationsplattformen (Bewertungslevel 2). Die Bewertung der Währungstermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen (Bewertungslevel 2). Bei den abgeschlossenen Zinsderivaten mit negativen Marktwerten handelt es sich ausschließlich um Zinsswaps. Für diese Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt (Bewertungslevel 2). Die positiven bzw. negativen Marktwerte der Benzinderivate und Kohleswaps sowie der Währungs- und Zinsderivate, die dem Bewertungslevel 2 unterliegen, betrugen insgesamt 2,6 (2,6) Mio. € bzw. 9,2 (16,1) Mio. €. Der beizulegende Zeitwert der börsennotierten Anleihe 2011/2018 in Höhe von 427,6 (440,3) Mio. € basiert auf der Kursnotierung am letzten Handelstag im Geschäftsjahr. Dies entspricht Bewertungslevel 1. Bei den nicht börsennotierten Anleihen einschließlich Commercial Papers wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Restlaufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt, was einer Bewertung nach Level 2 entspricht. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Produktionsabgabe sowie den kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeit die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Nachfolgende Finanzinstrumente wurden zu Zeitwerten bilanziert:scroll
TABELLE 095 Nettoergebnis je BewertungskategorieFinanzinstrumente wurden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst: scroll
TABELLE 096 Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach IFRS 7 umfasst Zinsen, Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten" umfasst Zinsaufwendungen in Höhe von 29,1 (30,1) Mio. €. In der Bewertungskategorie "Kredite und Forderungen" sind Zinserträge in Höhe von 17,1 (20,1) Mio. € enthalten. (33) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Haftungsverhältnisse, die nicht in der Konzernbilanz passiviert werden, stellen sich wie folgt dar: scroll
TABELLE 097 Bürgschaften, Gewährleistungsverpflichtungen und EventualverbindlichkeitenDie Bürgschaften betreffen vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Segment Zucker bei AGRANA wie auch Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Wir erwarten, wie bei den Gewährleistungsverpflichtungen, hieraus keine Inanspruchnahme. Es besteht eine Eventualverbindlichkeit aus einer Rückerstattungsforderung auf eine EU-Förderung in Ungarn in Höhe von 6,4 (6,6) Mio. €. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein. Bestellungen für Investitionen in SachanlagenDie Bestellungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 98,7 (154,7) Mio. € betreffen die in den Zuckerfabriken bis zu Beginn der nächsten Kampagne erforderlichen Investitionen. Verpflichtungen aus Operating LeasingDie Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen Mietverträge für Büroräume, Maschinen, Fahrzeuge, EDV-Anlagen sowie für Bürogeräte. Die nicht abgezinsten Mindestmietzahlungen in Folgeperioden belaufen sich auf 45,3 (42,3) Mio. €. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen sind wie folgt fällig: scroll
TABELLE 098 (34) Aufwendungen für Leistungen des KonzernabschlussprüfersFür Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, fielen im Geschäftsjahr 2015/16 Aufwendungen für nachstehende Leistungen an: scroll
TABELLE 099 (35) Entsprechenserklärungen nach § 161 AktGSüdzucker AGVorstand und Aufsichtsrat der Südzucker AG haben am 19. November 2015 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären der Südzucker AG im Internet unter www.suedzucker.de/ de/Entsprechenserklaerung/ dauerhaft zugänglich gemacht. CropEnergies AGVorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 9. November 2015 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von CropEnergies unter www.cropenergies.com/de/investorrelations/Corporate_Governance/Entsprechenserklaerungen/ dauerhaft zugänglich gemacht. (36) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNahestehende UnternehmenAls nahestehende Unternehmen kommen in Betracht: Die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart (SZVG), aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet. Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich, einschließlich ihrer Tochtergesellschaften, die über die Zucker Invest GmbH, Wien / Österreich, am Grundkapital beteiligt ist. Das Südzucker-Unterstützungswerk, Frankenthal / Pfalz (SUW), dessen Stiftungsvermögen zur Unterstützung von Mitarbeitern und Rentnern von Südzucker in besonderen Notfallsituationen und für soziale Zwecke dient. Dem Stiftungsrat gehören unter anderem Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG an. Die Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen, die der gemeinschaftlichen Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Südzucker-Gruppe unterliegen. Nahestehende PersonenDie Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Südzucker AG sowie ihre Angehörigen sind nahestehende Personen. Auf den für die SZVG und das SUW bei der Südzucker AG geführten Konten wurden im Geschäftsjahr 2015/16 Zahlungseingänge aus Dividenden und Zinsen aus dem laufenden Geschäftsverkehr verbucht. Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten der Südzucker AG gegenüber der SZVG 0,3 (0,3) Mio. € und gegenüber dem SUW 4,4 (4,7) Mio. €. Daneben bestanden Finanzforderungen in Höhe von 132,7 (169,1) Mio. € an die bzw. Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 54,7 (98,9) Mio. € gegenüber der Raiffeisen-Gruppe; die Finanzforderungen betreffen mit 125 Mio. € eine Nachranganleihe 2016-2031/2/PP mit einem Zinssatz bis einschließlich 23. Februar 2021 von 5,53 %. Die übrigen Verzinsungen erfolgen ebenfalls zu marktüblichen Konditionen. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen zwischen der Südzucker AG und ihren Tochterunternehmen umfangreiche Geschäftsbeziehungen mit Joint-Venture-Gesellschaften und einem assoziierten Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden wie unter fremden Dritten abgewickelt. Das Volumen der Transaktionen der Südzucker-Gruppe mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen ergibt sich wie folgt: scroll
TABELLE 100
1
Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften. Zum Bilanzstichtag betragen die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen: scroll
TABELLE 101
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Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften. VorstandsvergütungDie Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Die variable Vergütung ist abhängig von der seitens der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende; die Auszahlung erfolgt nach der jeweiligen Hauptversammlung. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihren Hinterbliebenen wurden insgesamt 34,7 (35,2) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen beliefen sich auf 3,5 (2,7) Mio. €. Die Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstände betrugen 22,0 (23,8) Mio. €; im Geschäftsjahr 2015/16 belief sich der zugeführte Dienstzeitaufwand auf 0,7 (0,8) Mio. €. scroll
TABELLE 102 AufsichtsratsvergütungDie Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG ist in nachstehender Tabelle aufgeführt. Die variable Vergütung ist abhängig von der seitens der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende. Daneben erhalten diejenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht. scroll
TABELLE 103 Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist im Corporate-Governance-Bericht im Konzernlagebericht angegeben. (37) Aufsichtsrat und VorstandAufsichtsratDR. HANS-JÖRG GEBHARD, EPPINGENVorsitzender Jahrgang 1955, Mitglied seit 3. Januar 1995, Vorsitzender seit 24. August 2000 Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. MANDATE1
FRANZ-JOSEF MÖLLENBERG2 , RELLINGEN1. stellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1953, Mitglied seit 14. Mai 1992, 1.stv. Vorsitzender seit 26. August 1992 Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ERWIN HAMESEDER, MÜHLDORF / ÖSTERREICH2. stellvertretender Vorsitzender Jahrgang 1956, Mitglied seit 31. Juli 2003, 2. stv. Vorsitzender seit 17. Juli 2014 Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. MANDATE3
DR. JOCHEN FENNER, GELCHSHEIMJahrgang 1952, Mitglied seit 11. Mai 2005 Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. Vorstandsvorsitzender der SZVG Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG HELMUT FRIEDL, EGLING A. D. PAARJahrgang 1965, Mitglied seit 16. Juli 2015 Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. YÜKSEL GEDIAGAC2 , BERLINJahrgang 1968, Mitglied seit 19. Juli 2012 Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG VERONIKA HASLINGER, WIEN / ÖSTERREICHJahrgang 1972, Mitglied seit 17. Juli 2014 Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H. MANDATE3
RALF HENTZSCHEL, PANSCHWITZ-KUCKAUJahrgang 1964, Mitglied seit 21. Juli 2011 Vorsitzender des Präsidiums des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V. MANDATE
WOLFGANG KIRSCH, KÖNIGSTEIN IM TAUNUSJahrgang 1955, Mitglied seit 24. Juli 2007 Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG MANDATE4
GEORG KOCH, WABERNJahrgang 1963, Mitglied seit 21. Juli 2009 Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. SUSANNE KUNSCHERT, STUTTGARTJahrgang 1970, Mitglied seit 17. Juli 2014 Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG MANDATE
ERHARD LANDES, DONAUWÖRTHJahrgang 1950, Mitglied vom 29. Juli 2004 bis 16. Juli 2015 Ehem. Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. GÜNTHER LINK2 , OBERICKELSHEIMJahrgang 1953, Mitglied seit 15. Juli 2013 Betriebsratsvorsitzender des Werks Ochsenfurt der Südzucker AG BERND MAIWEG2 , BELLHEIMJahrgang 1953, Mitglied seit 13. Februar 2009 Referatsleiter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten JOACHIM RUKWIED, EBERSTADTJahrgang 1961, Mitglied seit 24. Juli 2007 Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V. MANDATE
RONNY SCHREIBER2 , EINHAUSENJahrgang 1969, Mitglied seit 29. Juli 2004 Betriebsratsvorsitzender der Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG PETRA SCHWALBE2 , BERLINJahrgang 1953, Mitglied seit 19. September 2013 Vorsitzende des Landesbezirks Ost der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten MANDATE
NADINE SEIDEMANN2 , DONAUWÖRTHJahrgang 1982, Mitglied seit 1. September 2013 Mitglied des Betriebsrats des Werks Rain der Südzucker AG FRANZ-RUDOLF VOGEL2 , WORMSJahrgang 1956, Mitglied seit 24. Juli 2007 Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG WOLFGANG VOGL2 , BERNRIEDJahrgang 1962, Mitglied seit 1. März 2011 Leiter der Werke Plattling und Rain der Südzucker AG MANDATE
ROLF WIEDERHOLD2 , WABERNJahrgang 1969, Mitglied seit 1. März 2013 Betriebsratsvorsitzender des Werks Wabern der Südzucker AG
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Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. Ausschüsse des AufsichtsratsPRÄSIDIUMDr. Hans-Jörg Gebhard Franz-Josef Möllenberg Erwin Hameseder Franz-Rudolf Vogel LANDWIRTSCHAFTLICHER AUSSCHUSSDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Dr. Jochen Fenner Erhard Landes (bis 16. Juli 2015) Georg Koch (seit 16. Juli 2015) Günther Link Ronny Schreiber Wolfgang Vogl PRÜFUNGSAUSSCHUSSDr. Jochen Fenner (Vorsitzender) Dr. Hans-Jörg Gebhard Veronika Haslinger Franz-Josef Möllenberg Franz-Rudolf Vogel Rolf Wiederhold SOZIALAUSSCHUSSDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Dr. Jochen Fenner Erwin Hameseder Bernd Maiweg Franz-Josef Möllenberg Franz-Rudolf Vogel VERMITTLUNGSAUSSCHUSSDr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender) Erwin Hameseder Franz-Josef Möllenberg Franz-Rudolf Vogel VorstandDR. WOLFGANG HEERVORSITZENDER Ludwigshafen am Rhein Mitglied des Vorstands seit 1. März 2008 Vorsitzender des Vorstands seit 20. November 2012; bestellt bis 28. Februar 2018 DR. LUTZ GUDERJAHNOffstein Bis 30. April 2015 DR. THOMAS KIRCHBERGOchsenfurt Seit 1. September 2007; bestellt bis 31. August 2017 THOMAS KÖLBLSpeyer Seit 1. Juni 2004; bestellt bis 31. Mai 2019 MANDATE1
JOHANN MARIHARTLimberg / Österreich Seit 31. Januar 1994; bestellt bis 31. Januar 2019 MANDATE1
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Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern. (38) Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGBI. Verbundene Unternehmen (vollkonsolidiert)scroll
TABELLE 104
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Stimmrechtsmehrheit. II. Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen (at Equity einbezogen)scroll
TABELLE 105 III. Unternehmen von untergeordneter Bedeutung und sonstige Beteiligungen > 20 % (nicht einbezogen)scroll
TABELLE 106 (39) Vorschlag für die GewinnverwendungDer Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 61.327.383,28 €. Der Hauptversammlung am 14. Juli 2016 wird vorgeschlagen, eine Dividende in Höhe von 0,30 € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: scroll
TABELLE 107 Soweit am Tag der Hauptversammlung eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei unveränderter Ausschüttung von 0,30 € je dividendenberechtigte Stückaktie den entsprechend höheren verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Auszahlung der Dividende erfolgt am 15. Juli 2016. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Mannheim, den 25. April 2016 DER VORSTAND DR. WOLFGANG HEER, Vorsitzender DR. THOMAS KIRCHBERG THOMAS KÖLBL JOHANN MARIHART Der nach deutschen Bilanzierungsvorschriften aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der Südzucker AG, die von PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sind, werden beim Betreiber des Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der Lagebericht können bei der Gesellschaft angefordert werden. Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Südzucker AG, MannheimVermerk zum KonzernabschlussWir haben den beigefügten Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, Kapitalflussrechnung, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals und Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. März 2015 bis 29. Februar 2016 - geprüft. Verantwortung des Vorstands für den KonzernabschlussDer Vorstand der Südzucker AG ist verantwortlich für die Aufstellung dieses Konzernabschlusses. Diese Verantwortung umfasst, dass dieser Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt wird und unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Verantwortung des AbschlussprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung eines Konzernabschlusses, der ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden und der Vertretbarkeit der von dem Vorstand ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. PrüfungsurteilGemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernabschlusses zu keinen Einwendungen geführt hat. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2016 sowie der Ertragslage für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr. Vermerk zum KonzernlageberichtWir haben den beigefügten Konzernlagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2015 bis 29. Februar 2016 geprüft. Der Vorstand der Südzucker AG ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 2 HGB und unter Beachtung der für die Prüfung des Konzernlageberichts vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach ist die Prüfung des Konzernlageberichts so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung des Konzernlageberichts zu keinen Einwendungen geführt hat. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts gewonnenen Erkenntnisse steht der Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt am Main, den 25. April 2016 PricewaterhouseCoopers DR. RALF WORSTER, Wirtschaftsprüfer PPA. OLAV KRÜTZFELDT, Wirtschaftsprüfer WEITERE INFORMATIONENSEITE 193 - SEITE 198GLOBAL REPORTING INITIATIVESüdzucker berichtet in diesem Geschäftsbericht erstmals konzernweit zu Nachhaltigkeitsthemen. Bei der Erstellung und Wiedergabe der für die Geschäftstätigkeit von Südzucker wesentlichen Daten orientiert sich Südzucker an der Leitlinie der Global Reporting Initiative (Version G4, CORE). Der Erstellung dieses Berichts vorausgegangen ist die Ermittlung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von Südzucker sowie der Erwartungen und Beurteilungen der Stakeholder. Die dabei identifizierten Themenfelder wurden in zwei große Gruppen eingeordnet: Die erste Gruppe beinhaltet alle wesentlichen Aspekte - zugeordnet zu den Handlungsfeldern - , für die gilt, dass die Relevanz sowohl für Südzucker als auch für ihre Stakeholder sehr hoch ist.
Über diese Themen wird in den entsprechenden Kapiteln berichtet. Zur zweiten Gruppe gehören Themen, die entweder für Südzucker oder ihre Stakeholder nicht die höchste Relevanz haben, aber dennoch beachtet und / oder auf weitere Verbesserungspotenziale geprüft werden:
ORGANISATORISCHE UND INHALTLICHE BERICHTSGRENZENSoweit verfügbar, erfolgt die Angabe von Daten in Tabellen und Grafiken unter der Einbeziehung von zwei Vorjahren. Soweit dies nicht der Fall ist, bleibt die Angabe auf das abgelaufene Geschäftsjahr bzw. Kalenderjahr beschränkt. Organisatorische BerichtsgrenzenGrundsätzlich umfassen die in diesem Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsinformationen alle vollkonsolidierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe. Die Angaben zu Energie, Emissionen, Wasser und Abfall beziehen sich ausschließlich auf Produktionsstandorte. Im Segment Zucker sind dies die Zuckerfabriken in der EU. Im Segment Spezialitäten umfasst die Berichterstattung die Produktionsstandorte der Divisionen BENEO, Freiberger und Stärke. Im Segment CropEnergies betreffen die Angaben sämtliche Produktionsstandorte und im Segment Frucht die weltweiten Produktionsstandorte mit Ausnahme des Werks in Xianyang City. Inhaltliche Berichtsgrenzen(1) Bewertung von Lieferanten bezüglich Menschenrechtsaspekten, Arbeitspraktiken und ökologischer AspekteAufgrund der Bedeutung der agrarischen Rohstoffe für die Produktion beschränkt Südzucker die Berichterstattung auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe (Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln, Früchte) und auf Vorlieferanten aus der Lebensmittelindustrie (z. B. Molkereiprodukte, Gemüse, Fleischverarbeitungsunternehmen für die Pizzaproduktion, tiefgefrorene Fruchtstücke). (2) Energieeinsatz und EmissionenDa Südzucker agrarische Rohstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw. Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetations- und Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, kann der mit der Produktion verbundene spezifische Energieeinsatz variieren. Entsprechend können Angaben über den Gesamtenergieeinsatz bzw. -emissionen zwischen einzelnen Berichtsperioden deutlich schwanken. Die Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen entsprechend GRI betreffen den Produktionsbereich und beschränken sich auf direkte und indirekte energiebezogene Emissionen im Rahmen von Scope 1 und Scope 2 gemäß Definition durch das Greenhouse Gas Protocol. Direkte energiebezogene Emissionen (Scope 1) umfassen den unmittelbaren Einsatz von fossilen Energieträgern (Gas, Öl und Kohle) sowie erneuerbaren Energieträgern (Biomasse) zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme in den eigenen Kraftwerken. Indirekte energiebezogene Emissionen (Scope 2) betreffen den Verbrauch zugekaufter Energie wie elektrischen Strom oder Dampf, der zu mittelbaren energiebezogenen Emissionen beiträgt. Um Doppelerfassungen zu vermeiden, werden konzerninterne Lieferungen von Strom und Dampf an Verbundstandorten bei den Strom und Dampf erzeugenden Konzerngesellschaften erfasst (Scope 1). Der Energieverbrauch und damit verbundene indirekte Emissionen in den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsbereichen außerhalb von Südzucker (Scope 3) werden nicht dargestellt. (3) Wasser- und AbwasserKennzahlen zur Wassernutzung in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette in Bezug auf die Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden nicht berichtet. (4) AbfallBei den Angaben des Gesamtgewichts des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode wird auf die tatsächliche Abfallbeseitigung abgestellt. Entsprechend werden die als Nebenprodukte vertriebenen oder kostenfrei abgegebenen Futter- und Düngemittel nicht als Abfall ausgewiesen, auch wenn diese in bestimmten Fällen aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen in einigen Ländern als Abfall zu deklarieren sind. BERICHTSPROFIL UND PRÜFUNGFür das Geschäftsjahr 2015/16 wurde erstmals eine Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Finanzbericht integriert. Dies soll auch künftig so erfolgen. Die Berichterstattung ist auf wesentliche Nachhaltigkeitsthemen sowie -aktivitäten beschränkt und folgt den Prinzipien von Ausgewogenheit, Klarheit, Genauigkeit, Aktualität, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit. Die Inhalte und Daten dieses Berichts wurden auf Basis interner Prozesse ermittelt. Sie stammen aus vorhandenen Management- und Reportingsystemen und wurden in den operativen Einheiten der Segmente bzw. Divisionen abgefragt. Die Berichtsinhalte wurden von fachlich zuständigen Mitarbeitern geprüft. Die in diesem Bericht veröffentlichten Daten wurden mit größter Sorgfalt erhoben und verarbeitet. Eine separate externe Prüfung der nachhaltigkeitsbezogenen Angaben ist nicht erfolgt. MANAGEMENTANSATZDie nachstehenden Angaben sollen darstellen, mit welchem Managementansatz jeweils auf die wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen in Bezug auf wesentliche Aspekte eingegangen wird. scroll
TABELLE 108 VERZEICHNIS DER IM BERICHT DARGESTELLTEN GRI-STANDARDANGABENscroll
TABELLE 109
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Im Berichtsjahr ereigneten sich keine tödlichen
Arbeitsunfälle in der Südzucker-Gruppe. Zukunftsgerichtete Aussagen / PrognosenDieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Einen Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht in diesem Geschäftsbericht. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren. KontakteInvestor RelationsNikolai Baltruschat investor.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-240 Telefax: +49 621 421-449 WirtschaftspresseDr. Dominik Risser public.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-428 Telefax: +49 621 421-425 Südzucker im InternetAusführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe erhalten Sie über die Internet-Adresse: www.suedzucker.de HerausgeberSüdzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Telefon: +49 621 421-0 Konzept, Gestaltung und RealisationMPM Corporate Communication Solutions, Mainz www.mpm.de BildnachweisAlexander Seeboth; Fotolia (Titel, S. 2), Gettyimages (S. 2 / 3, 4 / 5, 8 / 9), VISUM (S. 6 / 7) Druck und WeiterverarbeitungColorDruck Solutions GmbH, Leimen Papier: Heaven 42 softmatt © 2016 FinanzkalenderQ1BERICHT 1. QUARTAL 2016/17 7. Juli 2016 HAUPTVERSAMMLUNGGESCHÄFTSJAHR 2015/16 14. Juli 2016 Q2BERICHT 1. HALBJAHR 2016/17 13. Oktober 2016 Q3BERICHT 1. - 3. QUARTAL 2016/17 12. Januar 2017 BILANZPRESSE- UND ANALYSTENKONFERENZGESCHÄFTSJAHR 2016/17 18. Mai 2017 Q1BERICHT 1. QUARTAL 2017/18 13. Juli 2017 HAUPTVERSAMMLUNGGESCHÄFTSJAHR 2016/17 20. Juli 2017 Der Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Internetseite www.suedzucker.de stehen PDF-Dateien des Geschäftsberichts (deutsch und englisch) sowie des Jahresabschlusses der Südzucker AG zum Download bereit. Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Südzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Telefon: + 49 621 421 - 0 |
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