![]() Südzucker AGMannheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2017 bis zum 28.02.2018Lagebericht UND JAHRESABSCHLUSS ZUM 28. FEBRUAR 2018 (HGB)DER SÜDZUCKER AGBERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Damen und Herren,viele von Ihnen kennen und begleiten "Ihre" Südzucker seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. In dieser Zeit gab es immer wieder einschneidende Veränderungen -im vergangenen Jahr waren es der Wegfall der Rübenmindestpreise und Zuckerproduktionsquoten. Um auf diese neue Situation im Kerngeschäft Zucker vorbereitet zu sein, hat Südzucker ihre Marktposition und ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt -sowohl auf dem europäischen Markt als auch international. Diesen bereits seit einigen Jahren laufenden Prozess hat der Aufsichtsrat begleitet, ebenso wie weitere Bestrebungen sowohl organisch als auch durch gezielte Akquisitionen in Europa aber auch global zu wachsen. Aktuelle Beispiele hierfür sind Kapazitätserweiterungen in verschiedenen Geschäftsfeldern sowie Zukäufe in der Division Freiberger und im Segment Frucht. Veränderungen gab es auch im Aufsichtsrat: Neu im Aufsichtsrat sind zwei Aktionärsvertreter und fünf Vertreter der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaft. Damit können wir auf eine bewährte Mischung aus Kontinuität und neuer Expertise bauen. Vor dem Hintergrund aller geschilderten Veränderungen konnte die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit mit dem Vorstand auch im Geschäftsjahr 2017/18 fortgesetzt werden und gerade in dieser Phase der Unternehmensentwicklung wichtige strategische Entscheidungen nach ausführlicher Diskussion getroffen und umgesetzt werden. Dabei sind wir den Aufgaben nachgekommen, für die wir nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung verantwortlich sind: den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten. Bei allen die Südzucker-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Weiterentwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Südzucker-Gruppe -einschließlich der Risikolage - sowie über Risikomanagement und Compliance unterrichtet. Der Vorstand berichtete in allen Sitzungen des Aufsichtsrats über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats über die aktuelle Entwicklung und alle bedeutenden Geschäftsvorgänge. Gegenstand dieser Berichte waren im Wesentlichen die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung -jeweils bezogen auf die Südzucker AG und die Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus nahm der Aufsichtsratsvorsitzende an Vorstandssitzungen teil und wurde vom Vorstandsvorsitzenden in zahlreichen Arbeitsgesprächen laufend über alle wichtigen Geschäftsvorgänge informiert. Aufsichtsratssitzungen und BeschlussfassungenDer Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2017/18 - jeweils unter Teilnahme des Vorstands -in fünf ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung. Außerdem fanden drei Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im schriftlichen Verfahren statt. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat -jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung in der Sitzung - zugestimmt. Am 2. Mai 2017 genehmigte der Aufsichtsrat den Erwerb des deutschen Tiefkühlpizzaherstellers HASA GmbH durch Freiberger und einen Grundstückskauf im schriftlichen Verfahren. Gegenstand der Bilanzsitzung am 17. Mai 2017 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Südzucker AG sowie des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2017. Der Abschlussprüfer berichtete über die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen sowie den Bericht des Aufsichtsrats beschlossen. Der Aufsichtsrat bereitete weiter die ordentliche Hauptversammlung 2017 vor und verabschiedete die Tagesordnung sowie die Beschlussvorschläge. Er befasste sich, gestützt auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, mit dem Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers und insbesondere mit den Kandidatenvorschlägen für die Wahl der Aktionärsvertreter in den Aufsichtsrat; hierzu stellte sich ein Kandidat vor. Turnusmäßig wurde das Thema Compliance behandelt. Außerdem legte der Aufsichtsrat Ziele für die Geschlechterquote im Vorstand fest. Er genehmigte Nachträge zu Investitionen sowie Beteiligungsvorhaben, Finanzierungsvorhaben und Grundstückskäufe. Weiter wurde die Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Heer um weitere drei Jahre verlängert. Am 9. Juni 2017 genehmigte der Aufsichtsrat ein AGRANA-Beteiligungsvorhaben im schriftlichen Verfahren. In der Sitzung am 19. Juli 2017 -am Tag vor der Hauptversammlung -genehmigte der Aufsichtsrat den Investitionsplan 2018/19, das Langfristinvestitionsprogramm und Investitionsnachträge. Der Finanzvorstand stellte die Mittelfristplanung vor. Der Aufsichtsrat genehmigte außerdem ein Beteiligungsvorhaben. In der Sitzung am 20. Juli 2017 -im Anschluss an die Hauptversammlung -konstituierte sich der neu gewählte Aufsichtsrat. Es wurden der Vorsitzende des Aufsichtsrats und seine zwei Stellvertreter wiedergewählt sowie die Ausschüsse des Aufsichtsrats besetzt. In der außerordentlichen Sitzung am 23. Oktober 2017 wurden der Erwerb des US-Pizzaherstellers Richelieu Foods Inc. durch Freiberger sowie ein weiteres Beteiligungsvorhaben behandelt und genehmigt. In der Sitzung am 16. November 2017 stellte der Finanzvorstand die aktualisierte Ergebnishochrechnung 2017/18 vor. Wie stets in der November-Sitzung behandelte der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch. Der Aufsichtsrat benannte konkrete Ziele für seine Zusammensetzung und erarbeitete ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium. Es wurde die Entsprechenserklärung 2017 beschlossen. Der Aufsichtsrat genehmigte außerdem ein Finanzierungsvorhaben, Investitionsnachträge und einen Grundstücksverkauf. In der Sitzung am 31. Januar 2018 wurde die aktuelle Ergebnishochrechnung 2017/18 präsentiert. Der Aufsichtsrat genehmigte Investitionsnachträge, ein Finanzierungsvorhaben und einen Grundstückskauf. Er beauftragte den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt/Main (PwC), mit der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung mit begrenzter Sicherheit für das Geschäftsjahr 2017/18. Am 22. Februar 2018 genehmigte der Aufsichtsrat zwei AGRANA-Beteiligungsvorhaben im schriftlichen Verfahren. In den Sitzungen am 17. Mai 2017 und am 31. Januar 2018 fehlte jeweils ein Mitglied, in der außerordentlichen Sitzung am 23. Oktober 2017 und in der Sitzung am 16. November 2017 fehlten jeweils zwei Mitglieder des Aufsichtsrats -stets entschuldigt. Die fehlenden Mitglieder nahmen aber mittels schriftlicher Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teil. Ansonsten waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich in den Sitzungen anwesend. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm nur an der Hälfte oder an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse teil. Ausschüsse des AufsichtsratsZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse (Präsidium, Vermittlungsausschuss, Prüfungsausschuss, Landwirtschaftlicher Ausschuss und Sozialausschuss) gebildet, die sich jeweils paritätisch aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats. Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2017/18 viermal im Vorfeld der Aufsichtsratssitzungen am 17. Mai 2017, am 19. Juli 2017, am 16. November 2017 und am 31. Januar 2018. Es ging jeweils um strategische Themen und die Personalplanung für Aufsichtsrat bzw. Vorstand. Der Prüfungsausschuss kam im vergangenen Geschäftsjahr fünfmal -in drei Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen -zusammen. In seiner Sitzung am 9. Mai 2017 befasste er sich in Gegenwart des Abschlussprüfers mit dem Jahresabschluss der Südzucker AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser -nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses -den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers, prüfte hierzu dessen Unabhängigkeit und hat dem Aufsichtsrat die Bestellung von PwC zum Abschlussprüfer empfohlen. Er befasste sich außerdem mit dem Thema Compliance. In der Sitzung am 20. Juli 2017 -im Anschluss an die Hauptversammlung -erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für den Prüfungsauftrag und erteilte den Prüfungsauftrag. In der Sitzung am 10. Oktober 2017 befasste er sich, wie vom Aufsichtsrat beauftragt, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung des Halbjahresberichts. Man befasste sich auch mit neuen IFRS Bilanzierungsstandards, der nichtfinanziellen Erklärung und Neuerungen im Umfeld der Abschlussprüfung. In den Telefonkonferenzen am 11. Juli 2017 und am 9. Januar 2018 erörterte der Prüfungsausschuss den Quartalsbericht Q1 bzw. die Quartalsmitteilung Q3 2017/18 mit dem Vorstand. In der Telefonkonferenz am 9. Januar 2018 gab der Prüfungsausschuss auch seine Empfehlung an den Aufsichtsrat bezüglich Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung durch den Abschlussprüfer ab. In der Telefonkonferenz am 11. Juli 2017 fehlte ein Mitglied entschuldigt. Ansonsten waren in den Sitzungen und Telefonkonferenzen alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet. Der Landwirtschaftliche Ausschuss tagte am 31. Januar 2018. Es wurde aus dem Geschäftsbereich Landwirtschaft, über den Versuchsbetrieb Kirschgartshausen und aktuelle agrarpolitische Themen berichtet und diskutiert. Über die Ausschusssitzungen berichtete deren Vorsitzender jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung. Der Vermittlungsausschuss musste auch im Geschäftsjahr 2017/18 nicht einberufen werden. Ebenso hat der Sozialausschuss nicht getagt. Effizienzprüfung des AufsichtsratsDer Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 16. November 2017. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse. ComplianceAm 9. Januar 2018 fand das turnusmäßige Fraud-Gespräch zwischen Vorstand, Abschlussprüfer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie des Prüfungsausschusses statt. Es wurde dort über die Einschätzung von Geschäftsrisiken und Maßnahmen zur Begrenzung des Fraud-Risikos informiert und anschließend diskutiert. Corporate GovernanceEine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei Südzucker einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der -von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen -Entsprechenserklärung 2017 finden Sie im Corporate-Governance-Bericht. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ Corporate-Governance/ zur Verfügung. Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und fristgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Südzucker-Gruppe; auch hierüber hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen. Dem Aufsichtsrat ist im Berichtszeitraum von keinem seiner Mitglieder sowie keinem der Mitglieder des Vorstands ein Interessenkonflikt -insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte -mitgeteilt worden. JahresabschlussDer von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte Abschlussprüfer PwC hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr 2017/18, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2017/18 geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. PwC prüft seit dem Geschäftsjahr 2003/04 den Konzern- und Einzelabschluss. Der für die Südzucker verantwortliche Wirtschaftsprüfer bei PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2016/17 Michael Conrad. Der Vorstand hat im Hinblick auf die Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, dass die SZVG aus Eigen- und Fremdbesitz über 50 % der Stimmrechte an der Südzucker AG hält, einen Bericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung nicht unangemessen hoch war und bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen. Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 8. Mai 2018 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 16. Mai 2018 teil und berichtete ausführlich über Verlauf und Ergebnis seiner Abschlussprüfung sowie der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung (Prüfung mit begrenzter Sicherheit). Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Südzucker AG und den Konzernabschluss der Südzucker-Gruppe in seiner Sitzung am 16. Mai 2018; der Jahresabschluss der Südzucker AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands vom 26. März 2018 zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,45 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an. PersonaliaIm Vorstand gab es im Berichtszeitraum keine Veränderungen. Im Aufsichtsrat gab es folgende Veränderungen: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder endete mit Beendigung der Hauptversammlung am 20. Juli 2017. Die Amtszeit des neuen Aufsichtsrats, also der am 6. April 2017 von der Belegschaft gewählten Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter sowie der von der Hauptversammlung am 20. Juli 2017 gewählten Aktionärsvertreter läuft jeweils für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt, also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022. Auf Aktionärsseite gab es zwei Wechsel: Die Herren Dr. Jochen Fenner und Wolfgang Kirsch sind mit Beendigung der Hauptversammlung am 20. Juli 2017 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Frau Julia Merkel aus Wiesbaden, Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG, und Herr Dr. Stefan Streng aus Uffenheim, selbständiger Landwirt und Saatzuchtunternehmer, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Auf der Arbeitnehmerseite gab es vier Wechsel: Frau Petra Schwalbe und die Herren Yüksel Gediagac, Bernd Maiweg und Ronny Schreiber sind mit Beendigung der Hauptversammlung am 20. Juli 2017 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Frau Dr. Melanie Frerichs aus Hamburg, Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Frau Angela Nguyen aus Biederitz, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG, Frau Ulrike Rösch aus Bellheim, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Südzucker Hauptverwaltung Mannheim und Herr Thomas Bernhard aus Wunsthof, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt. Am 1. Mai 2018 ist Herr Günter Link, Betriebsratsvorsitzender des Werks Ochsenfurt der Südzucker AG, in den Ruhestand getreten und damit aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Sein Nachfolger ist Herr Ulrich Gruber, Betriebsratsvorsitzender des Werks Plattling der Südzucker AG, der bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat am 6. April 2017 als Ersatzkandidat für Herrn Link gewählt wurde. Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern Frau Schwalbe und den Herren Dr. Fenner, Gediagac, Kirsch, Link, Maiweg und Schreiber herzlich für ihren langjährigen Einsatz zum Wohle des Unternehmens. In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 20. Juli 2017 wurde Herr Dr. Hans-Jörg Gebhard zum Vorsitzenden und die Herren Franz-Josef Möllenberg und Erwin Hameseder zu stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Gemeinsam mit dem Vorstand gedenkt der Aufsichtsrat aller im Berichtsjahr verstorbenen Mitarbeiter und ehemaligen Mitarbeiter der Südzucker-Gruppe. Dem Vorstand und allen Mitarbeitern der Südzucker AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen spricht der Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus.
Mannheim, 16. Mai 2018 Für den Aufsichtsrat Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender LageberichtGrundlagen des UnternehmensKonzernstrukturDie Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind -neben der Muttergesellschaft Südzucker AG - 158 (152) Gesellschaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Weitere Details zu Beteiligungen finden sich ab Seite 76 "Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß §§ 285 Nr. 11 und 313 Abs. 2 HGB" des Anhangs in diesem Geschäftsbericht. Die Südzucker-Gruppe umfasst die vier Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Dabei sind die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht in insgesamt 13 Divisionen untergliedert, die das operative Tagesgeschäft steuern. Das Segment CropEnergies wird als eigenständige Unternehmenseinheit geführt. Zentralabteilungen verantworten die Bereiche Betriebswirtschaft/Controlling, Co-Produkte, Einkauf, Finanzen und Rechnungswesen, Forschung und Entwicklung, Investor Relations, Landwirtschaftliche Forschung, Liegenschaften/Versicherungen, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation/IT, Personal, Recht, Revision, Steuern, sowie Strategie. Die Geschäftsbereichsleitung Zucker (Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen) verantwortet die Bereiche Zucker/Verkauf, Zucker/Produktion sowie Zucker/Rübe. Daneben sind administrative Aufgaben in Shared-Finance-Centern sowie Forschungsaktivitäten an mehreren Forschungsstandorten zusammengefasst. SEGMENT ZUCKERIm Segment Zucker werden Zucker und Zuckerspezialitäten sowie Futtermittel produziert und vermarktet. Das Segment Zucker umfasst den Geschäftsbereich Zucker mit den vier Divisionen in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wrocław)) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.A., Chisinau) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Agrar und Umwelt AG Loberaue, Rackwitz; Terra eG, Sömmerda). SEGMENT SPEZIALITÄTENDas Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus verschiedenen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Bioethanolgeschäft der AGRANA mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Bioethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet. SEGMENT CROPENERGIESDie Bioethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Brasilien und Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte AG geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität betreibt. SEGMENT FRUCHTDas Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und alkoholfreien Getränkeindustrie. KonzernsteuerungDer Vorstand der Südzucker AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird hierbei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder führen die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand hat für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen Sorge zu tragen. Ebenso ist er für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen verantwortlich. Des Weiteren hat der Vorstand für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Auch für die Leitungsorgane auf Ebene der Segmente und Divisionen ist Compliance die Basis für das Führen des operativen Tagesgeschäfts. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fachlichen Weisungsrecht ausgestattet sind, unterstützt und beraten. WERTMANAGEMENTIm Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wertmanagements strebt Südzucker in den Segmenten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Kapitalkosten hinaus zu erzielen und hierdurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen. Zur Umsetzung der wertorientierten Unternehmensführung setzt Südzucker ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet, darauf aufbauend, zentral definierte Kennzahlen an; wesentliche Kennzahlen sind das operative Ergebnis und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed -kurz ROCE). Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Das eingesetzte Kapital (Capital Employed) umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Der ROCE entspricht dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leistungsindikatoren stellen für die Südzucker-Gruppe derzeit die wesentlichen steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren dar. FINANZMANAGEMENTDie Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Das Fundament der Finanzierung bildet das Investment-Grade-Rating, das den Zugang zu den Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungsinstrumenten sicherstellt. Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Finanzinstrumenten wie Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden vorrangig durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms von insgesamt 600 Mio. € sowie syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien gewährleistet. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an den für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwendeten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme). Für die Südzucker AG nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches bilden dagegen das Betriebsergebnis (HGB) und der Jahresüberschuss die finanziellen Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung. Geschäftsmodell und StrategieGeschäftsmodellDas Geschäftsmodell von Südzucker umfasst die Beschaffung von Agrarrohstoffen, deren großtechnische Verarbeitung und Veredelung zu hochwertigen Lebensmitteln, Futtermitteln und Biokraftstoffen sowie deren Absatz. Südzucker ist mit vier Segmenten (Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht) weltweit tätig, wobei die Produktion von Zucker, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukten und Bioethanol bislang auf Europa fokussiert ist. Die Südzucker-Gruppe produziert Zucker und Zuckerspezialitäten, funktionelle Lebensmittelzutaten, tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Portionsartikel, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukte, Bioethanol sowie Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. Mit diesen Produkten bedienen wir kundenorientiert und zuverlässig die Nahrungsmittelindustrie, den Handel, die Futtermittel- und die Mineralölindustrie, wobei in den jeweiligen Marktsegmenten die Kosten- und Marktführerschaft oder eine starke Marktposition angestrebt wird. Unsere Rohstoff- und Absatzmärkte sind weltweit verbunden und unterliegen Preisschwankungen, die wir kaum beeinflussen können. Unsere breite Produktpalette in vier Segmenten und unterschiedliche Märkte, die wir bedienen, sorgen für einen Risikoausgleich. Langfristig profitieren wir von einer wachsenden Weltbevölkerung und steigenden Einkommen. Unser Geschäftsmodell basiert auf Nachhaltigkeit im Umgang mit Agrarrohstoffen. Wir produzieren ressourcenschonend und verwenden die Agrarrohstoffe möglichst vollständig. Die Einbindung in ländliche Regionen, europäische Standards bei Compliance, Menschenrechten und Arbeitsbedingungen sowie die Beachtung der Anforderungen an eine gesunde und sichere Ernährung sind Grundlage unseres Geschäfts. Unsere Mitarbeiter bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein. Das Wissen, die Fähigkeiten und die Vielfalt unserer Mitarbeiter machen uns erfolgreich. Diversität ist ein gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur. StrategieUnser Ziel ist es, profitabel zu wachsen und dabei unserer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Damit steigern wir den Unternehmenswert nachhaltig. Wir orientieren uns an globalen MegatrendsDie globalen Megatrends wachsende Weltbevölkerung und steigende Einkommen führen zu einer steigenden Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie erneuerbarer Energie. Wir richten unsere Geschäftsfelder weiterhin daran aus. Mit ihren vier Segmenten ist die Südzucker-Gruppe in Bereichen tätig, die auch mittel- bis langfristig von diesen Megatrends profitieren. Diese werden Wachstumsmotoren bleiben und neue Perspektiven bieten. So wird sich insbesondere auch in den Schwellenländern die Nachfrage nach unseren Produkten weiter erhöhen. Beispielsweise wird damit gerechnet, dass der weltweite Zuckerverbrauch weiterhin um durchschnittlich rund 2 % pro Jahr steigt -von derzeit leicht über 180 Mio. t auf etwa 200 Mio. t im Jahr 2025. In unseren Geschäftsfeldern wollen wir unsere Position stärkenIn unseren Geschäftsfeldern wollen wir unsere Position auf den Inlands- und unseren Exportmärkten stärken und Maßstäbe setzen. Ziel ist es, die Nummer 1 oder eine starke Nummer 2 zu sein. Als Europas größter Anbieter von Rübenzucker mit leistungsfähigen Fabriken in den wettbewerbsfähigsten europäischen Rübenanbaugebieten können wir Kunden in ganz Europa mit Zuckerprodukten kostenoptimal beliefern. Nach der Aufhebung der Exportbeschränkungen für europäischen Rübenzucker haben wir die Zuckerproduktion zur Ausnutzung der bestehenden Kapazitäten ausgeweitet und nutzen die Vermarktungschancen auf dem Weltmarkt. Die globale Vertriebsstruktur soll weiter ausgebaut und die Logistik optimiert werden. Zusätzliche Vermarktungschancen für Weltmarktzucker nutzen wir durch die Zusammenarbeit mit dem britischen Handelshaus ED&F MAN, London. Mit dem Erwerb des deutschen Tiefkühlpizza-Produzenten HASA GmbH stärken wir die europäische Marktposition von Freiberger. In einem weiteren Schritt haben wir den US-amerikanischen Pizzaproduzenten Richelieu Foods Inc. übernommen, um die Position der Freiberger-Gruppe auch auf dem US-amerikanischen Markt, dem weltweit größten und am schnellsten wachsenden Pizzamarkt, auszubauen. Neben diesem Wachstum durch Akquisition streben wir ein organisches Wachstum unserer Geschäftsfelder in Europa aber auch weltweit an. So konnten wir beispielsweise eine Reihe von Kapazitätserweiterungen im Segment Frucht sowohl in China und Indien als auch in den USA verwirklichen. Wir legen den Fokus auf unsere KernkompetenzenWir legen den Fokus auf unsere Kernkompetenzen, die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen und die damit verbundene Logistik mit dem Ziel, dieses Know-how ständig weiterzuentwickeln. Dafür forschen wir intensiv -insbesondere zu den Themen Rohstoffsicherung, Verarbeitungstechnologie, Produktinnovationen sowie Nutzung und Veredelung von Produkten (->Forschung und Entwicklung). Wir verfügen über ein diversifiziertes Portfolio und nutzen SynergienMit der breiten Basis unseres Portfolios sowie einer Diversifizierung in verschiedenen Regionen und Märkten sorgen wir für ein ausgeglichenes Risikoprofil. Diesen Ansatz verfolgen wir weiter. Dabei sollen sich gezielte Wachstumsaktivitäten an unserer Kernkompetenz orientieren, um Synergien über den gesamten Wertschöpfungsprozess -von der Rohstoffgewinnung über die Veredelungsstufen bis zum Endkunden -nutzen zu können. Synergien nutzen wir insbesondere auch durch die Stärkung von Verbundstandorten, an denen für unterschiedliche Segmente produziert wird. Dies schont die natürlichen Ressourcen, reduziert die Kosten und trägt damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Solide FinanzierungsstrategieWir verfolgen eine solide Finanzierungsstrategie. Ziel ist, die nachhaltige Cashflow-Kraft des Südzucker-Konzerns zu stärken sowie stabile Beziehungen zu den Aktionären zu pflegen. Ein solides InvestmentGrade-Rating sichert uns den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und Banken. Gezielte wertorientierte InvestitionenZur Sicherung des zukünftigen Wachstums werden wir alle Geschäftsfelder weiter stärken. Neben Ersatzinvestitionen und Investitionen für Kapazitätserweiterungen wird in Anlagen investiert, die eine höhere Wertschöpfung aus den Produkten erzielen, wie beispielsweise in Cagny/Frankreich, wo wir gemeinsam mit ED&F Man eine Anlage für flüssige Futtermittel baue. Gleichzeitig wird die Internationalisierungsstrategie in Form der ständigen Prüfung von Akquisitionsmöglichkeiten unverändert fortgeführt. Nachhaltigkeit ist fester und gelebter Bestandteil unserer UnternehmensstrategieDie Unternehmensführung bekennt sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens, in deren Kern der sorgfältige Umgang mit allen genutzten Ressourcen steht. Kein Geschäft ist es wert, der Natur als unserem Partner Schaden zuzufügen . Wir fördern und fordern unsere MitarbeiterDie verschiedenen Maßnahmen der Personalpolitik werden so eingesetzt, dass die Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens unterstützen und in der Lage sind, unter den sich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren. Unsere StärkenVielseitigkeit - Vielseitigkeit bei Unternehmensstruktur, Produktportfolio, Märkten und Mitarbeitern ist eine starke Basis für unser Unternehmen. Kompetenz - Unsere Kernkompetenz ist die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Unsere Expertise bezieht die gesamte Wertschöpfungskette von unseren Lieferanten bis zu unseren Kunden ein. Nachhaltigkeit - Wir produzieren ressourcenschonend und nutzen die verwendeten Agrarrohstoffe möglichst vollständig. Vielseitigkeit, Kompetenz und Nachhaltigkeit verknüpfen sich bei Südzucker zu einer starken Marktposition. Unsere LeitlinienUnser Verhaltenskodex vereint geltende Gesetze mit internationalen Standards, betrieblichen Regelungen, Unternehmensrichtlinien der Südzucker sowie Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber Südzucker. Daraus abgeleitet sind unsere Leitlinien, die in Kurzform einen Rahmen für unser Verhalten geben:
Die Einhaltung dieser Leitlinien wie auch der Regelungen des Verhaltenskodex ist ein wesentlicher Bestandteil für das Auftreten von Südzucker als vertrauenswürdiger und verlässlicher Partner. MitarbeiterMit unseren weltweit tätigen Mitarbeitern, die eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten und Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker einbringen, wird Diversität gelebt. Ihr Know-how macht uns erfolgreich. Damit das so bleibt, wollen wir talentierte Mitarbeiter für Südzucker gewinnen, sie halten und sie dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln. Dafür bieten wir eine Arbeitsumgebung, die Inspiration fördert und miteinander verbindet. Wir behandeln unsere Mitarbeiter fair und respektvoll. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren bei der Südzucker AG 2.610 (2.501) Mitarbeiter beschäftigt. Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit - Die Altersstruktur zeigt nach wie vor ein relativ ausgeglichenes Bild. Mit einer hohen Ausbildungsquote gewinnen wir junge Mitarbeiter für das Unternehmen. Gleichzeitig wird sich durch die Heraufsetzung der gesetzlichen Altersgrenze jedoch der Anteil an älteren Arbeitnehmern in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Eine durchschnittliche Betriebszugehörigkeit im Konzern von über 10 Jahren ist Beleg für die Attraktivität von Südzucker als Arbeitgeber. Neben angemessener Vergütung und modernen Sozialleistungen sowie den entsprechenden Rahmenbedingungen für erfolgreiches Arbeiten liefert vor allem die Unternehmenskultur einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines guten Betriebsklimas. PERSONALENTWICKLUNG/AUS- UND WEITERBILDUNGZunehmende Vollbeschäftigung in qualifizierten Berufsfeldern sowie demografische Veränderungen machen das Recruiting anspruchsvoller. Durch gute Bewertungen in verschiedenen Arbeitgeber- und Ausbildungsrankings hat sich Südzucker eine vorteilhafte Position im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter erarbeitet. Gleichzeitig wird in Personalentwicklung, Weiterbildung und Nachwuchsarbeit investiert. Dazu gehören verschiedene internationale Trainee-Programme, Nachwuchsführungskräfte-Programme, International-On-Boarding-Programme wie auch zahlreiche Schulungen unmittelbar in den jeweiligen Betrieben ebenso wie Verhaltenstrainings -von Führungsseminaren bis zu Präsentationstrainings -, aber auch Fremdsprachenseminare oder Schulungen zum Thema IT-Sicherheit. Berufsausbildung in der Südzucker AG und in der Gruppe - In der Südzucker-Gruppe ist Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil der Nachwuchsarbeit und trägt zur Sicherung des Fachkräftebedarfs bei. Insgesamt waren zum 28. Februar 2018 rund 450 Auszubildende in der Südzucker-Gruppe tätig, davon 200 in Belgien, Frankreich, Großbritannien und Österreich. Weitere 243 erlernen bei der Südzucker AG und anderen Gesellschaften der Gruppe in Deutschland einen qualifizierten Ausbildungsberuf. Der hohe Standard der Berufsausbildung an den Werkstandorten spiegelt sich in Auszeichnungen sowohl für einzelne Standorte als auch für Auszubildende wider. DANK DES VORSTANDSDer Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeitern der Südzucker-Gruppe für die geleistete Arbeit, das Engagement und die Zuverlässigkeit. Den Belegschaftsvertretern gilt der Dank für die stets kooperative und konstruktive Zusammenarbeit. Forschung und EntwicklungKernaufgabe unserer Forschung ist es, alle Schritte des Wertschöpfungsprozesses vom Anbau der Rohstoffe über die Prozesstechnologie bis zu den Endprodukten kontinuierlich zu optimieren und weiterzuentwickeln. Ein weiterer Fokus liegt auf der Evaluierung neuer Rohstoff- und Produktkonzepte unter Einsatz neuer Technologien oder auf Basis neuer interessanter Rohstoffe, um das Produktportfolio zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Entsprechende Patentanmeldungen sichern das Know-how und stärken die Marktposition insbesondere in den Bereichen biobasierte Chemikalien, funktionelle Zutaten und Stärkederivate. Gruppenweit und länderübergreifend werden so Projekte für den gesamten Konzern -auch in Kooperationen mit externen Forschungseinrichtungen, anderen Unternehmen, staatlichen Institutionen oder Universitäten, gegebenenfalls im Rahmen von öffentlich geförderten Projekten -durchgeführt. Für den Bereich Forschung, Entwicklung und technologische Services arbeiten in der Südzucker AG 144 (143) Mitarbeiter. Das Gesamtbudget betrug 2017/18 insgesamt 20.387 (20.245) Tsd. €. ROHSTOFFSICHERUNGSchwerpunkt der landwirtschaftlichen Forschung sind Themen im Zusammenhang mit der Steigerung von Ertrag und Qualität, der nachhaltigen Produktion sowie der Bereitstellung agrarischer Rohstoffe. Steigerung von Zucker- und Inulingehalt- In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt wird versucht, den Zuckertransport innerhalb der Zuckerrübe zu verbessern und somit den Zuckergehalt zu erhöhen. Nach Abschluss der wissenschaftlichen Arbeiten sollen Feldversuche im Jahr 2020/21 den Machbarkeitsnachweis erbringen. Im Folgeprojekt wird an der Erhöhung der Frosttoleranz von Zuckerrüben gearbeitet. Bei Zichorien sollen durch neue Züchtungsmethoden die Inulinabbauenden Enzyme gehemmt werden. Dabei werden die entsprechenden Prozesse sowohl während der Wachstumsphase als auch bei der Lagerung untersucht. Optimierung der Erntequalität und Verbesserung der Langzeitlagerung -Die Kampagnen werden künftig länger andauern, weshalb eine effiziente und schonende Ernte sowie eine verlustarme Lagerung der Rohstoffe, wie z. B. Zuckerrüben am Feldrand, an Bedeutung zunehmen. Gemeinsam mit den Herstellern von Rodetechnik arbeiten wir an Lösungen für eine rübenschonende Ernte mit Hilfe von innovativer Sensortechnologie. Zum Thema Rübenlagerung wird untersucht, inwieweit der Einsatz antagonistisch wirkender Mikroorganismen das Wachstum fäulniserregender Pilze verringern und damit die Lagerung in Mieten positiv beeinflussen kann. Solche Pilze sind die Hauptursache für die Verschlechterung der Rübenqualität während der Lagerung. Sorten - Die Züchtung von Sorten mit Eigenschaften zur Kompensation sowohl biotischer (z. B. Befall mit Krankheiten und Schädlingen) als auch abiotischer (z. B. Trockenheit), für das Pflanzenwachstum negativer Einflussfaktoren gewinnt an Bedeutung. Wir unterstützen Forschungsvorhaben, die mit Hilfe der neuen Technologien des Genome Editing wie z. B. CRISPR/Cas9 schnell und zielgerichtet diese Eigenschaften in neue Sorten einbringen. Fruchtfolge - Durch die Integration möglichst verschiedener Feldfrüchte in die Rübenfruchtfolge soll das Bodenbiom gefördert und das Rübenwachstum verbessert werden. Gleichzeitig wird untersucht, ob mit diesen anbautechnischen Maßnahmen der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln reduziert werden kann. Pflanzenschutz - Zunehmende Resistenzen von Unkräutern, Krankheitserregern und Schädlingen in Verbindung mit der stetigen Abnahme der zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel erfordern neue Wege beim Pflanzenschutz. Entsprechend initiieren und begleiten wir Projekte zur mechanischen Kontrolle von Unkräutern, zum Einsatz von biologischen Mitteln als Zusatz oder Ersatz von rein chemischen Präparaten sowie Untersuchungen für eine nachhaltige Fruchtfolge als primären Baustein im Sinne eines integrierten Pflanzenbaus. Wir arbeiten an der Entwicklung neuer sowie der Optimierung bestehender Prognosemodelle zur gezielten Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen. Die Einbindung moderner Technologien -von hochsensiblen Sensoren bis hin zum Einsatz von autonomen Fahrzeugen mit punktgenauer Dosierung -bieten dabei neue Möglichkeiten, den Pflanzenschutz zu optimieren. Rohstoffe für Stärke - Die Untersuchung des Einflusses des Reifegrades von Getreiden, wie z. B. Mais, auf die Stärkeeigenschaften steht weiterhin im Fokus der Aktivitäten im Rohstoffbereich. Dabei wird der Rohstoff mit unterschiedlichen Reifegraden geerntet und sowohl im Labor- als auch Pilotmaßstab verarbeitet und die Stärke ausführlich charakterisiert. Als neuer Stärke-Rohstoff wurden Weizensorten mit hohem Amylopektingehalt mit Wachsmais als Maßstab verglichen. Wesentlich dabei ist auch die Analyse von Weizensorten unterschiedlicher Herkunft. VERARBEITUNGSTECHNOLOGIEUm in den Zuckerfabriken Kampagnen von mehr als 1 30 Tagen zuverlässig und möglichst störungsfrei fahren zu können, wird kontinuierlich an der Verbesserung von Produktionsprozessen gearbeitet. Dazu gehören auch Konzepte zur Verarbeitung von nicht optimalem Rübenmaterial, wie z. B. eine verbesserte Saftreinigung und Abtrennung störender Begleitstoffe, die dann als Rohstoff in einer Biogasanlage wiederverwertet werden können. Zur Bewertung der Effizienz einzelner Prozessabschnitte in der Zuckerproduktion werden kontinuierlich Rechenmodelle entwickelt und genutzt. Anschließend werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit angepasst an die einzelnen Werke umgesetzt. Im Bereich der funktionellen Kohlenhydrate konnten bei der Rückgewinnung von Prozesswasser und Produkt durch den Einsatz einer Pilot-Membrananlage Einsparpotenziale aufgezeigt werden. Die Integration dieser Technologie in wesentliche Verfahrensschritte des Palatinose(tm)- und Isomalt-Prozesses ist vorgesehen. Verfahrenstechnische und technologische Kompetenzen aus dem Bereich der Zuckertechnologie konnten zur Optimierung der PalatinoseTM-Kristallisation eingesetzt werden. In den Bioethanol-Produktionsanlagen soll ein möglichst breites Spektrum an Rohstoffen zur Fermentation eingesetzt werden. So steht weiterhin die Evaluierung neuer Aufschlusstechnologien sowie neuer Enzyme und Hefen auf ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Die kontinuierliche Prüfung neuer Enzyme und Hefen auf ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit hat das Ziel, die Bioethanolausbeute aus den eingesetzten Rohstoffen zu optimieren. Versuche mit neuen nicht gentechnisch veränderten Hefen zeigen bereits sehr positive Auswirkungen auf die Bioethanolausbeute. Für den Einsatz in der Produktion soll ein Hefestamm entwickelt werden, der speziell auf das Anlagendesign zugeschnitten ist. Ebenso wird eine Optimierung des Stärkeaufschlusses durch physikalische Methoden verfolgt. Eine vielversprechende technische Lösung wurde großtechnisch umgesetzt. Ebenso wurden weitere Studien und Untersuchungen zur Verwendung von verschiedenen Reststoffen als Rohstoff für die Fermentation durchgeführt. Im Rahmen dieser Evaluierungen wurden auch Konzepte mit lignocellulosehaltigen Materialien -sogenannte 2G-Konzepte -untersucht. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnte die Technologie zur Reduzierung der Aktivität von Mikroorganismen auf der Oberfläche der geernteten Früchte weiter verbessert werden. Die so behandelten Früchte können schonender weiterverarbeitet werden und schneiden besser bei der Bewertung der Eigenschaften Geruch, Geschmack, Aussehen und Farbe ab. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt lag im verbesserten Erhalt der Fruchttextur während der Verarbeitung. Diese Technologie soll während der gesamten Ernte und Verarbeitung eine gleichbleibende Produktqualität gewährleisten. Darüber hinaus kann die Optik der Früchte in Produkten erhalten bleiben. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien wurden neue Erkenntnisse hinsichtlich des "Best-Practice"-Anlagendesign zur Produktion von Fruchtzubereitungen gewonnen. Die Umsetzung im großtechnischen Format soll neben einer verringerten Schädigung der Früchte zu einer erhöhten Produktivität bei gleichzeitiger Energieeinsparung führen. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wurde die eigene Produktion von Kompositionsaromen für die Produktkategorien Getränkegrundstoffe und Aromen erfolgreich weiterentwickelt und diese Bereiche ausgebaut. PRODUKTE: REZEPTUREN UND ANWENDUNGSKONZEPTEIm Bereich Zucker und Zuckerspezialitäten wurden neue Rezepturen entwickelt, die mit der Verwendung natürlicher Zutaten dem Clean-Label-Trend Rechnung tragen. Daneben werden für den Einzelhandel auch exotische und weniger verarbeitete Zuckervarianten wie z. B. Bio-Kokosblütenzucker und Bio-Agaven-Süße bei der Markteinführung begleitet. Im Bereich funktionelle Lebensmittelzutaten wurden weitere Anwendungskonzepte -oft in Zusammenarbeit mit unseren Kunden -entwickelt: Für galenIQ stehen die Verwendungsmöglichkeiten in Tabletten, insbesondere Minitabletten, dragierten Produkten und Pulveranwendungen sowie neue Varianten mit speziellem Auflöse- und Zerfallszeitverhalten im Fokus. Für eine Vermarktung der ernährungsphysiologischen Vorzüge von Palatinose(tm), wie langanhaltende Energiefreisetzung oder verbessertes Blutglukosemanagement wurden entsprechende Rezepturen von Getränken, Backwaren und Milchprodukten entwickelt. Bei Inulin und Oligofruktose stehen weiterhin Formulierungen in Backwaren und Milchprodukten zur Zucker- und Fettreduktion im Vordergrund. Den Schwerpunkt bei Reisstärke und Reismehl bilden die Einsatzmöglichkeiten in Säuglingsnahrungsprodukten und Backwaren. Zudem kann Reisstärke in vielen Lebensmitteln den gewünschten Weißgrad von Coatings oder Glasuren erhöhen und dort Titandioxid ersetzen. Für diese Anwendung wurden spezielle Konzepte entwickelt. Pflanzliche Proteine, wie beispielsweise texturiertes Gluten, sind gefragte Zutaten für den dynamisch wachsenden Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel. Neben neuen Kombinationen aus Gluten und Reis- oder Weizenmehl mit unterschiedlichen Eigenschaftsprofilen wird an der nächsten Generation von Texturaten mit weiter verbessertem sensorischem Profil und Funktionalität gearbeitet. Im Bereich Stärke stehen die Markttrends vegan und Clean Label für die Entwicklung entsprechender Produkte für die Lebensmittelindustrie im Fokus. Ein Kichererbsenquellmehl wurde für den Einsatz in Hummus-Aufstrich entwickelt (Instant Hummus). Ein weiteres auf Basis von Kichererbsenquellmehl neu entwickeltes Produkt ist Agenovum(r), ein Ei-Ersatz, der insbesondere in Backwaren zu sehr guten Resultaten führte. Für den Ersatz von Gelatine in Gummiwaren konnte durch eine prozesstechnologische Adaptierung das Eigenschaftsprofil der eingesetzten Stärken weiter optimiert werden. Auch in den technischen Bereichen gewinnen Nachhaltigkeitskriterien zunehmend an Bedeutung und bestimmen die Anforderungen des Markts. Im technischen Stärkebereich stehen Prozessoptimierungen für das bestehende Stärkeportfolio sowie Entwicklungen für Biokunststoffe im Vordergrund. So konnte das Produktportfolio der biologisch abbaubaren Biokunststoffe um thermoplastische Stärken erweitert werden. Durch innovative Rezepturen können nun Produkte angeboten werden, die eine Verarbeitung von höheren Anteilen an thermoplastischer Stärke zulassen und auch zu transparenteren Folien führen. Der Schwerpunkt bei den Produkten für die Kosmetikindustrie lag in der Entwicklung von weiteren funktionalisierten Stärken, insbesondere für die Anwendung in Trockenshampoos. Für den Bereich Skin Care Naturkosmetik konnte eine Bio-Tapiokastärkevariante mit entsprechender COSMOS-Zertifizierung zur Marktreife gebracht werden. Für den Einsatz in Milchprodukten wurden zuckerreduzierte Fruchtzubereitungen mit natürlichen Süßungsmitteln entwickelt. Dem Trend zu mehr Natürlichkeit in Fruchtzubereitungen folgend, wurden Rezepturen ohne kennzeichnungspflichtige Verdickungsmittel erarbeitet. Mithilfe neuer Technologien konnten die Herstellungszeit verkürzt sowie viskositätsstabile Mischrezepturen von Mango, Apfel, Birne und Feige mit anderen Rohwaren erfolgreich umgesetzt werden. NEUE PRODUKTE UND TECHNOLOGIENFür die Südzucker-Gruppe ist die Valorisierung von Wertstoffen aus Nebenströmen für Lebensmittelanwendungen -sogenanntes Upcycling -von großem Interesse. Die meisten unserer Produktionsanlagen sind Bioraffinerien. Durch den Einsatz innovativer Prozesse und Technologien sollen weitere nutzbare Produkte aus den Stoffströmen gewonnen werden, um die Wertschöpfungskette zu erweitern. Konzepte für gekoppelte Nutzungspfade für die energetische und stoffliche Nutzung von Nebenströmen der Bioethanolproduktion werden weiterverfolgt. Proteine - Insbesondere an der Gewinnung von funktionellen Proteinen aus den Nebenströmen der Bioethanol-produktion wird geforscht. Es wurden drei Prozesskonzepte für die Herstellung neuer Proteinprodukte für Lebensmittelanwendungen konzipiert und hinsichtlich Produkteigenschaften, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bewertet. Im Rahmen von kleinen Produktionsphasen direkt in den Bioethanolanlagen konnten erste funktionelle Proteine bereitgestellt werden, die nun in verschiedenen Lebensmittelanwendungen getestet werden. Biobasierte Chemikalien - Bei den Forschungen zur stofflichen Nutzung von hochreinem Kohlendioxid aus der Bioethanolproduktion für so-genannte biobasierte Chemikalien wurden Fortschritte erzielt, so dass nun im nächsten Schritt ein industrielles Konzept erarbeitet werden kann. Biobasierte Chemikalien können als Alternative zu petrochemischen Produkten eingesetzt werden sowie einen positiven Beitrag für die Nachhaltigkeit und die Gesamtökonomie der Bioethanolanlagen leisten. Im Rahmen der Kohlendioxid-Verwertung in Kombination mit regenerativem Strom zur Wasserstofferzeugung wurden mehrere Forschungsprojekte, sogenannte "Power-to-X"-Ansätze, initiiert. Je nach Verfahren führt dies zu Wertstoffen, die entweder energetisch verwertet werden können, als Treibstoffzusatz dienen oder als biobasierte Chemikalien Anwendung finden. Ein weiteres Projekt ist die Entwicklung eines Zwischenprodukts für Polymere aus Kohlenhydraten. Nach Abschluss der Vorarbeiten im Labor wurde der Aufbau und Betrieb einer kontinuierlich arbeitenden Pilotanlage initiiert. Bioethanol als Chemierohstoff - An Konzepten zur Gewinnung von C4-Bausteinen als Rohstoff für die chemische Industrie wird weitergearbeitet; der Fokus liegt auf der chemischkatalytischen Umwandlung von Ethanol zu Butanol. Nach der Identifizierung geeigneter Katalysatoren wird nun eine kontinuierliche Pilotanlage betrieben, um Reaktionsparameter und Ausbeute zu optimieren. Lebensmittelsäuren und -stabilisatoren - In einem neuen Projekt wird die stoffliche Nutzung von Co-Produkten wie Zuckerrübenschnitzeln und Apfeltrester untersucht. Ziel ist die fermentative Umsetzung einiger Hauptkomponenten der Rohstoffe zu Produkten für die Nahrungsmittelindustrie, wie z. B. Säuerungsmittel oder Stabilisatoren. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenWELTZUCKERMARKTIn seiner ersten Schätzung der Weltzuckerbilanz für das Wirtschaftsjahr 2018/19 (1. Oktober bis 30. September) vom April 2018 erwartet das deutsche Analystenhaus F. O. Licht wie schon im Wirtschaftsjahr 2017/18 einen Überschuss. In den beiden vorhergegangenen Wirtschaftsjahren 2015/16 und 2016/17 hatten sich Produktionsdefizite ergeben. Nach dem Anstieg der Produktion im Wirtschaftsjahr 2017/18 wird auch für 2018/19 mit 192,7 (194,1) Mio. t Zucker eine Erzeugung auf hohem Niveau erwartet. Trotz des weiter wachsenden Verbrauchs von 186,6 (183,6) Mio. t soll es nochmals zu einem weiteren Aufbau der Bestände auf 80,9 (75,8) Mio. t kommen. Das Bestandsniveau im Verhältnis zum Jahresverbrauch liegt damit bei rund 43 (41) %. Die Erzeugung war im Wirtschaftsjahr 2017/18 insbesondere durch Produktionsausweitungen in der EU, in Thailand und anderen asiatischen Staaten sowie durch die Erholung der dürrebedingt im Vorjahr gefallenen Erzeugung in Indien gestiegen. Das Wachstum des Weltzuckerverbrauchs setzt sich auch 2018/19 moderat fort. Wachstumstreiber ist das Bevölkerungswachstum insbesondere in Afrika und Asien. Weltzuckerbilanzscroll
Quelle: F.O. Licht, 3. Schätzung der Weltzuckerbilanz, April 2018. In der Erwartung eines Produktionsüberschusses im Wirtschaftsjahr 2017/18 ging der Weltmarktpreis für Weißzucker seit Beginn des Geschäftsjahres 2017/18 im 1. Halbjahr von rund 500 €/t auf nahezu 300 €/t deutlich zurück. Seit Sommer 2017 bewegte er sich bei hoher Volatilität in einer Bandbreite von rund 300 bis 340 €/t, bevor er im Januar 2018 weiter abschwächte. Bei einem schwächeren US-Dollar gegenüber dem Euro notierte er seitdem zwischen 280 €/t und 300 €/t. Zum Ende des Berichtszeitraums lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei 296 €/t. Seither ist der Weltmarkpreis weiter rückläufig. EU-ZUCKERMARKTDas am 30. September 2017 beendete Zuckerwirtschaftsjahr (1. Oktober - 30. September) 2016/17 war das letzte im bisherigen Marktordnungsrahmen der Zuckerquotenregelung und Zuckerrübenmindestpreise. Für das am 1. Oktober 2017 begonnene Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 geht die EU-Kommission aufgrund einer deutlichen Anbauausweitung bei regional unterschiedlichen, aber insgesamt guten bis sehr guten Erträgen von einem Anstieg der Zuckererzeugung auf 21,8 (17,6) Mio. t aus. Mit dem Wegfall der Zuckerquotenregelung und der Zuckerrübenmindestpreise ab Oktober 2017 entfällt die Begrenzung der EU-Exporte. Die Produktionssteigerung führt zu einer Erhöhung der EU-Exporte auf 3,3 (1,4) Mio. t bei gleichzeitig rückläufigen Importmengen. Die EU wird damit wieder vom Netto-Importeur zum Netto-Exporteur. Während sich der Durchschnittspreis für Quotenzucker im Zuckerwirtschaftsjahr 2016/17 bei rund 500 €/t stabilisierte, schlug zu Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres 2017/18 der drastische Rückgang des Weltmarktpreises auch auf das EU-Preisniveau durch. Der EU-Preis für Zucker (Food und Non-Food) fiel im Oktober 2017 auf 420 €/t loser Zucker ab Werk und ging in den Folgemonaten weiter zurück. Im Februar 2018 erreichte der EU-Preis mit 369 €/t das historisch bislang niedrigste Niveau. ABSATZMÄRKTE ZUCKERDie bedeutendsten Absatzmärkte in den Produktionsländern Polen, Deutschland, Frankreich und Belgien sind die Bereiche Schokolade, Backwaren und Getränke. Hier wirkt sich besonders der Trend zu einem geringeren Zuckeranteil in verarbeiteten Lebensmitteln aus, der in Westeuropa im Zeitraum der letzten fünf Jahre um insgesamt 2,5 % zurückgegangen ist. ABSATZMÄRKTE CO-PRODUKTEDie Erzeugung von Melasseschnitzeln und Melasse ist 2017/18 weltweit gestiegen. Es wird eine Melasseproduktion von 65 (61) Mio. t erwartet, zu der auch der Produktionsanstieg in der EU von 3,2 auf 3,9 Mio. t beiträgt. Die weltweite Produktion von Rübenschnitzeln wird auf 16,7 (15,0) Mio. t (Trockenschnitzeläquivalent) geschätzt. Mit rund 8,0 (6,5) Mio. t stammt rund die Hälfte dieser Erzeugung aus der EU. Die Nachfrage nach zuckerhaltigen Co-Produkten entwickelt sich sowohl vor dem Hintergrund einer moderat steigenden Mischfutterproduktion in der EU als auch der stetigen Nachfrage in der Fermentations- und Alkoholindustrie weiter positiv. Rechtliche und politische RahmenbedingungenWTO-VERHANDLUNGENDie seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen der sogenannten Doha-Runde, mit dem vorrangigen Ziel, die Handelsaussichten der Entwicklungsländer zu verbessern, konnten nach wie vor nicht zum Abschluss gebracht werden. FREIHANDELSABKOMMENIm Rahmen der WTO-Verhandlungen wurde vereinbart, das EU-CXL-Importkontingent als Ausgleich für den Beitritt Kroatiens zur EU um 114.000 t auf 791.000 t aufzustocken. Davon entfallen auf Brasilien 78.000 t Rohrohrzucker zur Raffination. Der Zollsatz für diese zusätzlichen Mengen aus Brasilien ist in den ersten sechs Jahren auf 11 €/t Rohzucker festgelegt worden. Für die übrigen 36.000 t Rohzucker zur Raffination "erga omnes" beläuft sich der Zollsatz, wie bei allen anderen CXL-Importen, auf 98 €/t Rohzucker. Die zusätzlichen Einfuhrkontingente wurden am 1. Juli 2017 eröffnet. Neben den WTO-Gesprächen verhandelt die EU mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise dem MERCOSUR-Verbund , Mexiko und Australien, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren -entgegen der bisherigen Handelspraxis -nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden. Der Brexit kann Auswirkungen auf den Zuckerhandel haben, da zwischen dem Vereinigten Königreich (VK) und der kontinentaleuropäischen Zuckerwirtschaft enge Handelsverflechtungen bestehen: Die EU-27 exportiert rund 0,5 Mio. t Zucker jährlich in das VK und importiert im Gegenzug rund 0,2 Mio. t Zucker aus dem VK. Die europäische Zuckerwirtschaft strebt künftig einen ausgewogenen Marktzugang für Zucker aus der EU zum britischen Markt an. Darüber hinaus ist es wichtig, dass bestehende Marktzugangsverpflichtungen der EU-28 im Rahmen von Freihandelsvereinbarungen (z. B. Mittelamerika) und WTO-Verpflichtungen (CXL-Importe/AKP-LDC Importe) nach dem Brexit ausgewogen auf der Basis der vergangenen Handelsströme auf die verbleibenden EU-27 und auf Großbritannien aufgeteilt werden. Da das VK über die größte europäische Raffinerie für Rohzucker verfügt, sind bei den zukünftigen Handelsregelungen zwischen der EU und dem VK strenge Ursprungsregeln notwendig. ERNÄHRUNGSPOLITIKIn den vergangenen Jahren haben acht EU-Mitgliedsstaaten Steuern auf zuckerhaltige Getränke eingeführt, zumeist durch Erhöhung der entsprechenden Verbrauchssteuern. Auch weltweit haben einige Industrie- und Schwellenländer vergleichbare Regelungen getroffen. Angestoßen durch die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezüglich des Anteils von Zucker in der täglichen Ernährung verstärkt sich der Druck auf die EU-Kommission ebenso wie auf die EU-Mitgliedsstaaten, in Bezug auf Rezepturänderungen bei Produkten aktiv zu werden. Bereits 2016 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, dass bis 2020 -ausgehend vom Basisjahr 2015 -insgesamt 10% weniger sogenannter zugesetzter Zucker im gesamten Lebensmittelangebot enthalten sein soll. Darunter werden alle Zuckerarten und nicht nur Haushaltszucker verstanden, ebenso Fruchtzubereitungen, die Lebensmitteln zum Süßen zugesetzt werden. Rübenernte und KampagneverlaufDie Anbaufläche bei Südzucker AG in Deutschland wurde 2017 um 23 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die ersten Rübenpillen wurden bereits Anfang März bei frühlingshaften Temperaturen in Offstein gesät. Die Hauptaussaat startete in den West- und Südwerken Mitte März. Nach einer kurzen Regenperiode begann sie auch in den anderen Werken. Beendet wurde die Aussaat in der Südzucker AG Anfang bis Mitte April. Der Juli und August führten mit ausreichenden Niederschlägen und warmer Witterung zu einem enormen Rübenwachstum, das in dem doch eher trockenen, heißen Juni noch niemand erwartet hätte. Besonders im Einzugsgebiet um Ochsenfurt wirkte sich die Witterung in diesem Jahr sehr erfreulich auf den Rübenertrag und den Zuckergehalt aus. Durch die feuchtwarme Witterung im Sommer konnten sich durch Pilze verursachte Blattkrankheiten leicht ausbreiten. In Regionen mit hoher Rübendichte, z.B. im Einzugsgebiet von Plattling, oder Regionen mit klimabedingt hohem Blattkrankheitendruck, wie z.B. im Rheingraben, war der Befall mit Blattkrankheiten in diesem Jahr besonders hoch. Die hohen Ertragserwartungen bedingten einen frühen Kampagnestart. Zwischen dem 7. und 12. September öffneten alle 9 Werke der Südzucker AG ihre Tore. Bio-Rüben wurden wie in den Vorjahren vor den konventionellen Rüben im Werk Warburg vom 9. bis 21. September verarbeitet. Die Bedingungen für Rodung, Verladung und Transport der Rüben waren gut. Es wurde ein weit überdurchschnittlicher Rübenertrag von 90 (79) t/ha sowie ein Zuckergehalt von 17,9 (17,8) % erreicht. Die Kampagne hat im Durchschnitt aller 9 Werke 135 (100) Tage gedauert. GeschäftsentwicklungDie erste Hälfte des Geschäftsjahres 2017/18 war noch durch zufriedenstellende Zuckerpreise geprägt. Nach Wegfall der Zuckermarktordnung zum 1. Oktober 2017 sanken die Zuckererlöse im zweiten Halbjahr infolge des Mengendrucks durch die große Produktionsmenge der Kampagne 2017 mit bis zum Ende des Geschäftsjahres fortschreitender Tendenz erheblich. ERTRAGSLAGEscroll
Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017/18 von 1.278,6 Mio. € um 328,8 Mio. € bzw. 25,7 % auf 1.607,4 Mio. €. Das Umsatzwachstum beruht insbesondere auf Absatzsteigerungen im Zuckerexport ab Wegfall der Exportrestriktionen im Oktober 2017 sowie der damit einhergehenden Zentralisierung der Zucker-Exportaktivitäten der Südzucker Gruppe. In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 73,6 (28,2) Mio. € sind 29,2 (4,3) Mio. € periodenfremde Erträge enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus Rückerstattung von Produktionsabgaben aus Vorjahren sowie Buchgewinnen und der Auflösung von Rückstellungen. Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil in Höhe von 2,5 (1,3) Mio. €, Versicherungserstattungen für Schadensfälle und ein Gewinn aus der Anwachsung der Südprojekt Silo und Logistik GmbH & Co. KG enthalten. Der Anstieg der Materialaufwendungen um 145,7 Mio. € auf 1.133,8 (988,1) Mio. € resultierte aus den höheren Kosten für Energie und sonstige Betriebsstoffe, bedingt durch die gestiegene Erzeugung in der Kampagne 2017/18. Darüber hinaus erhöhte sich der Handelswareneinsatz durch die Zentralisierung der Zucker-Exportaktivitäten der Südzucker Gruppe. Der Personalaufwand erhöhte sich um 8,9 Mio. € auf 227,0 (218,1) Mio. €. Das ist insbesondere auf den Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter um 109 auf 2.610 (2.501) in Folge der langen Zuckerkampagne zurückzuführen. Die Abschreibungen lagen mit 62,5 (54,7) Mio. € über Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 57,7 Mio. € auf 253,7 (196,0) Mio. €. Die Steigerung resultierte aus den durch die korrespondierend zum Umsatzwachstum steigenden Vertriebs- und Transportkosten. Das Betriebsergebnis HGB verbesserte sich zwar gegenüber dem Vorjahr um 104,6 Mio. €, liegt aber mit 9,2 (-95,4) Mio. € deutlich unter unseren langfristigen Erwartungen. Das Beteiligungsergebnis lag mit 171,4 (210,0) Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Das Zinsergebnis verschlechterte sich um 1,5 Mio. € auf -32,6 (-31,1) Mio. €. Im Zinsergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 20,2 (20,6) Mio. € enthalten. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um 64,5 Mio. € auf 148,0 (83,5) Mio. €. scroll
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr 2017/18 betragen -52,2 (+11,9) Mio. €. Diese betreffen auch Steueraufwendungen für noch nicht durch die steuerliche Außenprüfung abgeschlossene Wirtschaftsjahre. Damit lag der Jahresüberschuss bei 95,8 (95,4) Mio. €. Im Geschäftsjahr erfolgte eine Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von 4,0 (im Vorjahr 3,5) Mio. €. Mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr von 0,1 (0,0) Mio. € ergibt sich ein Bilanzgewinn von 91,9 (91,9) Mio. €. INVESTITIONEN UND FINANZIERUNGIm Geschäftsjahr betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 73,9 (97,0) Mio. €. Investitionsschwerpunkte waren dabei Umwelt-, Ersatz- und Optimierungsmaßnahmen in den Zuckerfabriken. Nettofinanzschuldenscroll
Die Nettofinanzschulden erhöhten sich von 608,4 Mio. € im Vorjahr auf 632,4 Mio. € am 28. Februar 2018. Das ist im Wesentlichen in der Veränderung der Bezahlung der Rübenkosten an die Rübenlieferanten begründet. Der operative Cashflow beträgt 141,8 (im Vorjahr 119,6) Mio. €. Die Investitionen in Finanzanlagevermögen betrugen 0,0 (im Vorjahr 1 0,3) Mio. €. Die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2016/17 betrug 91,9 Mio. €. Südzucker hat zum 28. Februar 2018 folgende Anleihen ausstehen: scroll
Die Anleihen werden über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/ Niederlande, begeben und konzernweit verwendet. Südzucker AG hat für die Anleihen Garantien begeben. Zur saisonalen Kampagnefinanzierung steht als Ergänzung ein Commercial Paper (CP-) Programm im Volumen von 600 Mio. € zur Verfügung. Dieses wurde zum 28. Februar 2018 und im Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Zusätzlich sind die saisonalen Liquiditätsanforderungen durch die bis 2020 vereinbarte syndizierte Kreditlinie im Volumen von 600 Mio. € gesichert. Bezüglich der Erläuterungen zur Unternehmenssteuerung der Südzucker AG verweisen wir auf das Kapitel Konzernsteuerung. BILANZ - VERMÖGENSLAGEAKTIVAscroll
Die Bilanzsumme der Südzucker AG erhöhte sich zum 28. Februar 2018 auf 4.958,8 (4.917,0) Mio. €. Das Anlagevermögen lag mit 3.299,4 (3.319,0) Mio. € um 1 9,6 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die Erhöhung der Vorräte auf 467,4 (455,3) Mio. € ist auf die gegenüber dem Vorjahr höhere Erzeugung der Kampagne 2017/18 zurückzuführen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen mit 957,6 (965,2) Mio. € auf Vorjahresniveau. Während sich die Vergaben von konzerninternen Darlehen an verbundene Unternehmen gegenüber dem Vorjahr stark vermindert haben, stiegen aufgrund des Umsatzwachtums die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zusammen mit dem neuen Anspruch auf Rückerstattung von Produktionsabgaben aus Vorjahren in den sonstigen Vermögensgegenständen glichen sich Zu- und Abgänge fast aus. PASSIVAscroll
Das Eigenkapital erhöhte sich auf 2.183,5 (2.179,5) Mio. €. Die Eigenkapitalquote beträgt 44,0 % (44,3 %). Das Anlagevermögen der Südzucker AG war wie im Vorjahr zum Bilanzstichtag vollständig durch mittel- bzw. langfristiges Kapital finanziert; der Anlagedeckungsgrad erhöhte sich durch die Begebung der Anleihe 2017/25 auf 124,3 % (121,5 %). Die Pensionsrückstellungen wurden insbesondere wegen der Anpassung des Abzinsungssatzes auf 3,61 (3,97) % sowie der Berücksichtigung von Gehalts- und Rentenanpassungen um 28,4 Mio. € auf 533,6 (505,2) Mio. € erhöht. Die übrigen Rückstellungen betreffen Steuern, Personalaufwendungen, Prozessrisiken und Rekultivierungsverpflichtungen. Die Verbindlichkeiten sind von 1.857,0 Mio. € um 62,9 Mio. € auf 1.794,1 Mio. € gefallen. Dies resultierte aus der Verringerung des Kapitalbedarfs von Tochterunternehmen. TATSÄCHLICHE UND PROGNOSTIZIERTE GESCHÄFTSENTWICKLUNGWie im letzten Prognosebericht erwartet, war vor dem Hintergrund des Auslaufens der Quoten- und Rübenmindestpreisregelungen im EU-Zuckermarkt zum 1. Oktober 2017 die Entwicklung 2017/18 von hoher Unsicherheit geprägt. Der Umsatz ist aufgrund der Zentralisierung der Zucker-Exportaktivitäten der Südzucker Gruppe und der positiven Preisentwicklung im ersten Halbjahr 2017/18 stärker als erwartet angestiegen. Aufgrund der Verbesserung der Kapazitätsauslastung war mit einem besseren, aber noch nicht positiven Betriebsergebnis gerechnet worden. Das ist im Grundsatz so eingetreten. Einmaleffekte, mit denen in der letztjährigen Prognose nicht gerechnet wurde, wie die Rückerstattung von Produktionsabgaben aus Vorjahren, ein Anwachsungsgewinn aus der Südprojekt Silo und Logistik GmbH & Co. KG sowie eine Versicherungsentschädigung für den Brand in Ochsenfurt führten dennoch zu einem positiven Betriebsergebnis von 9,2 Mio. €. Das Beteiligungsergebnis ist entgegen der Prognose geringer als das Vorjahr. Die Erwartung eines aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus verbesserten Zinsergebnisses hat sich durch die Erhöhung der durchschnittlichen Nettoverschuldung nicht bestätigt. Der Steueraufwand enthält Vorsorgen für noch nicht durch die steuerliche Außenprüfung abgeschlossene Wirtschaftsjahre. Insgesamt führten diese Effekte dazu, dass die Prognose eines leicht steigenden Jahresüberschusses für das Geschäftsjahr 2017/18 nicht erreicht wurde. PrognoseberichtFür das Geschäftsjahr 2018/19 erwarten wir aufgrund weiter rückläufiger Zuckerpreise ein deutlich negatives Betriebsergebnis. Positiv wirken eine Verbesserung des Zinsergebnisses, ein höheres Beteiligungsergebnis und ein deutlich rückläufiger Ertragsteueraufwand. Der Jahresüberschusses wird in Höhe des Berichtsjahres erwartet. Risiko- und ChancenberichtRisikomanagementsystemDie Geschäftspolitik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken aber auch Chancen zu erkennen und aktiv zu steuern, sind konzernweit Risikomanagementsysteme eingerichtet. RISIKO- UND CHANCENPOLITIKSüdzucker begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Südzucker künftige Entwicklungen beziehungsweise Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Südzucker setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt. RISIKOMANAGEMENTDas Risikomanagement hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie die Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der strategischen, operativen, rechtlichen und finanziellen Risiken. Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehört ein Überwachungssystem, das die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellt. RISIKOMANAGEMENTSYSTEMDer Vorstand hat die Verantwortung für das konzernweite Risikomanagementsystem sowie für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er wird dabei vom Risikomanagementausschuss unterstützt, der die Angemessenheit der bestehenden Risikomanagementregelungen regelmäßig prüft und diese gegebenenfalls fortentwickelt. Daneben beobachtet der Risikomanagementausschuss fortlaufend wesentliche, auch geschäftsübergreifende Risiken und zeigt -falls erforderlich - Handlungsbedarf auf. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems als Teil des Risikomanagementsystems. Die Divisionen und das Segment CropEnergies sowie die Zentralabteilungen sind für die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken sowie für das Risikomanagement verantwortlich. Sie ergreifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absicherung von Risiken aus dem operativen Geschäft sowie von finanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann einen erheblichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden die Divisionen, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risikokomitees eingerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisiken sowie Zinsrisiken werden durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zulässigen Instrumente zur Risikobegrenzung hat der Vorstand in einer Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Derivative Finanzinstrumente dürfen nur zur Sicherung von Grundgeschäften und nur mit Banken hoher Bonität oder an Terminbörsen abgeschlossen. Regelmäßige Berichterstattung und Dokumentation der operativen, finanziellen und strategischen Risiken erfolgen im Rahmen des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. Dabei stehen dem Vorstand und den zuständigen Geschäftsbereichen bzw. Divisionen auch monatliche Risikoberichte zur Verfügung, die Risiken und Sensitivitäten sowohl auf Geschäftsbereichs- bzw. Divisions- als auch auf Konzernebene beinhalten und auf das laufende und folgende Geschäftsjahr fokussieren. Dabei wird die Entwicklung der Risikoparameter -der aktuellen Markt- und Geschäftsentwicklung folgend -mit der Planung bzw. dem aktuellen Forecast verglichen, während die Risikobewertung durch Ermittlung der Auswirkungen auf das operative Ergebnis erfolgt. RISIKOKOMMUNIKATIONUnabdingbar für das Funktionieren eines Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher stellen der Vorstand, die Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsleitungen und die Konzernfunktionen eine offene und schnelle Kommunikation von Risiken sicher. Die Mitarbeiter sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Unter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwischen Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleistet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Geschäftsbereichs- bzw. Divisionsverantwortlichen tragen die Konzernfunktionen den Ressortvorständen regelmäßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwortungsbereichen vor. INTERNE REVISIONDie interne Konzernrevision nimmt ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse -auch mit dem Fokus, diese und die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse zu verbessern. RisikenÜBERSICHT DER UNTERNEHMENSRISIKENNachfolgend werden die für Südzucker wesentlichen Unternehmensrisiken beschrieben und entlang der Merkmale "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "Finanzielle Auswirkung" bezogen auf die mittelfristige Ergebniserwartung klassifiziert. Die Wirkung getroffener Gegensteuerungsmaßnahmen wurde dabei berücksichtigt. Die für die entsprechenden Kategorien "gering", "mittel" und "hoch" verwendeten relativen bzw. absoluten Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Die Bedeutung der Risiken ergibt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher finanzieller Auswirkung. scroll
Die Preisvolatilität von Rohstoffen, die Risiken von schwankenden Produktpreisen sowie Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen stellen derzeit die größten Einzelrisiken dar. Die finanziellen Auswirkungen der anderen dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von untergeordneter Bedeutung. scroll
STRATEGISCHE RISIKENRISIKEN AUS ÄNDERUNGEN DER RECHTLICHEN UND POLITISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN-Wie in den jeweiligen Abschnitten des Lageberichts zu den Segmenten erläutert, unterliegt die Geschäftstätigkeit sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Das Auslaufen der Regelungen zu Rübenmindestpreis und Quote zum 30. September 2017 wird zu einer Ausweitung der Rübenzucker- und Isoglukoseerzeugung in der EU führen. Die EU wird dadurch wieder zum Nettoexporteur von Zucker. Der hochvolatile Weltmarktpreis für Zucker ist zunehmend preisbestimmend für den EU-Zuckermarkt. Dadurch wird die Wettbewerbs intensität auf den Absatzmärkten zunehmen. Die Höhe des Zuckerpreises wird zukünftig die Verfügbarkeit des Rohstoffs Zuckerrübe beeinflussen, deren Anbau im Wettbewerb mit Alternativfrüchten steht. Gleichzeitig ergeben sich Wettbewerbsverzerrungen durch die Zahlung von an den Rübenanbau gekoppelten Prämien in einigen EU-Mitgliedstaaten. Die EU-Kommission hat am 30. November 2016 Gesetzgebungsvorschläge zur Umsetzung der Klima- und Energiepolitik der EU bis 2030 vorgelegt. Hierzu haben der Rat der EU im Dezember 2017 und das Europäische Parlament im Januar 2018 Stellung genommen und anschließend auf dieser Basis interinstitutionelle Verhandlungen über den finalen Richtlinientext aufgenommen. Aufgrund der laufenden Verhandlungen können noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden, wie sich etwaige geänderte rechtliche Rahmenbedingungen auf das Ethanolgeschäft langfristig auswirken könnten. Eine Differenzierung von Beimischungszielen nach Produktionstechnologien und/oder Rohstoffen kann zu Nachfrageverschiebungen führen, welche die Geschäftstätigkeit von CropEnergies belasten können. Zusätzliche Risiken bestehen, falls im Rahmen neuer bilateraler Freihandelsabkommen zusätzliche zollfreie Einfuhrkontingente für Zucker eröffnet werden oder der EU-Außenschutz verringert wird. Auch bei Bioethanol können z. B. die Einschränkung oder Förderung der Nutzung verschiedener Rohstoffe zur Herstellung von Bioethanol, die Erhöhung oder Verminderung nationaler Beimischungsquoten nach 2020, sowie die Regulierung der Nutzung von Anbauflächen zu zusätzlichen Chancen oder Risiken führen. Auch Änderungen in den Außenhandelsbeziehungen zu Drittstaaten, von in einigen EU-Ländern bestehenden gesetzlichen Vergütungssystemen für erzeugte erneuerbare Energien sowie von Zollsätzen können zu Chancen oder Risiken führen. Mögliche Änderungen internationaler und nationaler Handelsabkommen oder der Agrarmarktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und mit ihren Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Südzucker-Gruppe im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) kann Risiken für die Geschäftstätigkeit der Südzucker-Gruppe aus Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen mit sich bringen, die derzeit noch nicht abschätzbar sind. Änderungen der nationalen Steuer- und Zollsysteme sowie die Auslegung durch die regionalen Behörden stellen weitere Risiken im Bereich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen dar. GERSAMTWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN UND RISIKEN DURCH STRUKTURELLE VERÄNDERUNGEN DER ABSATZMÄRKTE- Die Produkte der Südzucker-Gruppe unterliegen dem Risiko von Nachfrageschwankungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Diese haben auf das Kerngeschäft -der Herstellung von Lebensmitteln und Tiernahrung -wegen der Bedeutung der Produkte für die menschliche Ernährung nur begrenzte Auswirkungen. Insbesondere in den entwickelten Industrieländern werden Nahrungsmittelproduktion und Ernährungsverhalten kritisch hinterfragt. Entsprechende Kundenwünsche können bei der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie zu veränderten Rezepturen oder einer zuckerreduzierten Ergänzung des Produktportfolios führen. Gleichwohl wächst der weltweite Zuckerverbrauch nach wie vor insbesondere durch die steigende Nachfrage in den Schwellenländern, die im Vergleich zu den Industrieländern den deutlich höheren Anteil am Weltzuckermarkt haben. OPERATIVE RISIKENRISIKEN AUS DER VERFÜGBARKEIT VON ROHSTOFFENInsgesamt werden in der Südzucker-Gruppe jährlich rund 40 bis 45 Mio. t landwirtschaftliche Rohstoffe von über 800.000 ha Anbaufläche verarbeitet. Dies sind neben Zuckerrüben auch Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien und Kartoffeln und Früchte. Südzucker ist als Verarbeiter dieser Rohstoffe -trotz regionaler Streuung - Beschaffungsrisiken ausgesetzt. Hier sind in erster Linie über das normale Maß hinausgehende Schwankungen der Ernteerträge durch Extremwetterereignisse (Klimawandel) sowie Pflanzenschädlinge und -krankheiten zu nennen. Risiken ergeben sich aus einer erhöhten Verdunstung sowie extremen Witterungsereignissen, wie beispielsweise lang anhaltende Trockenperioden und Überschwemmungen, Stürme und Hagel, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können. Zudem kann durch die geografische Verschiebung der Klimazonen bzw. Niederschläge die Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen regional negativ beeinflusst werden. Diesem Risiko wird durch eine entsprechende Anbauplanung sowie gezielte Anbauberatung und Forschung bestmöglich Rechnung getragen. Für den Zuckerrübenanbau in Europa ist der Klimawandel aber auch mit Chancen verbunden. Eine früher beginnende und verlängerte Vegetationszeit, weniger Frosttage sowie eine schnellere Bodenerwärmung führen tendenziell zu steigenden Erträgen. Beschaffungsrisiken im Zuckersegment bestehen im Wettbewerb des Rübenanbaus mit den übrigen Feldfrüchten. Züchterische Fortschritte stärken die Ertragskraft der Rübe. Die angebotenen Sorten werden auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft und ihr Anbau unter Berücksichtigung regional unterschiedlicher Standortbedingungen optimiert. Mit Hilfe des Versuchswesens und der Beratung im Zuckerrübenanbau sollen Beeinträchtigungen des Rübenertrags durch Krankheiten, Schädlinge oder Verunkrautung reduziert werden. Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Bioethanol aus allen unseren Anlagen erfüllt diese Anforderungen unter der Voraussetzung, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist. RISIKEN AUS DER PREISVOLATILITÄT VON ROHSTOFFENNeben den Beschaffungsrisiken unterliegen landwirtschaftliche Rohstoffe Preisschwankungen, die nicht in allen Fällen unmittelbar an den Markt weitergegeben werden können. Auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten sind die Preisschwankungen insbesondere durch die weltweiten und regionalen Fundamentaldaten von Angebot, Nachfrage und Lagerbeständen beeinflusst. Wenn die Lagerbestände eine kritische Grenze im Verhältnis zum jährlichen Verbrauch unterschreiten und Intransparenz über bestimmte Angebots- und Nachfragefaktoren besteht, reagieren die Märkte sensibel mit Preisschwankungen. Dies war bei einzelnen Produkten in den letzten Jahren wiederholt zu beobachten und wird auch in den nächsten Jahren grundsätzlich möglich sein. Durch den zunehmenden weltweiten Rohstoffhandel entspricht dabei die Preisvolatilität der globalen Märkte zunehmend derjenigen auf den europäischen und inländischen Märkten. Zudem können politische Maßnahmen wichtiger Exportländer wie z.B. Exportstopps die Volatilität kurzfristig verstärken. In der Südzucker-Gruppe erfolgt die Rübenpreisvergütung in Abhängigkeit von den im Zuckerwirtschaftsjahr erzielten Zuckererlösen, ohne einen Rübenmindestpreis zu garantieren. Daneben können bei der Vergütung weitere Faktoren, wie die Wettbewerbssituation des Rübenanbaus mit anderen Ackerkulturen berücksichtigt werden. Die Nutzung der Rohzucker-Raffinationskapazitäten an den Standorten Buzau/Rumänien und Brčko/Bosnien-Herzegowina ist preissensitiv. Zur Herstellung von Bioethanol werden kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zuckersirupe benötigt. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten. Zur Risikoeinschätzung wird bei der Herstellung von Bioethanol eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten sowie von Erlösen für Lebens- und Futtermittel (Steuerung nach Nettorohstoffkosten) vorgenommen. Da Veränderungen beim Getreidepreis überwiegend mit einer gleich gerichteten Änderung der Preise für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel einhergehen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse für diese Produkte kompensiert werden. CropEnergies verfolgt die Geschäftspolitik, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Daneben erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der Sicherungen im Einkauf von Rohstoffen mit dem Absatz von Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol. Dabei wird nach Marktlage über die Sicherungsquoten entschieden. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können. Die Rohstoffkosten sind auch in der Stärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Auch hier ist die Strategie, den geplanten Bedarf in einem adäquaten Ausmaß durch physische Lieferkontrakte abzudecken. In eingeschränktem Umfang werden auch Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Es besteht das Risiko, dass höhere Rohstoffkosten nur zu einem Teil kurzfristig an Kunden weitergegeben werden können. Das Beschaffungsrisiko im Segment Frucht wird durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie mögliche Pflanzenkrankheiten beeinflusst. Dadurch bedingte Ernteausfälle können sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf die Einstandspreise der Rohstoffe negativ auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und Kenntnisse über Beschaffungsmärkte möglich, in der Division Fruchtzubereitungen regionale Engpässe in der Versorgung bzw. Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Es werden zusätzlich, je nach Möglichkeit, sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen. In der Division Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert. Die Südzucker-Gruppe wirkt Energiepreisrisiken entgegen, indem Produktionsanlagen darauf ausgerichtet sind, verschiedene Energieträger situationsgerecht mit dem Ziel der Kostenoptimierung einsetzen zu können. Darüber hinaus werden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Für die in der Kampagne eingesetzten Energieträger erfolgen teilweise Mengen- und Preissicherungen in Form von langfristigen Lieferverträgen oder auch durch Derivate. Die kostenlose Zuteilung von CO2 -Zertifikaten im Rahmen der 3. Handelsperiode in der EU für die Jahre 2013 bis 2020 deckt den Verbrauch der Südzucker-Gruppe nicht. Gegenwärtig erfüllt die Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Bioethanol nach den aktuellen EU-Vorschriften die Carbon-Leakage-Kriterien, wonach CO2 -Zertifikate in begrenztem Umfang kostenlos zugeteilt werden; ein Wegfall des Carbon-Leakage-Status wird derzeit nicht erwartet. Für die kommende 4. Handelsperiode der Jahre 2021 bis 2030 muss auch bei einem unveränderten Carbon-Leakage-Status mit einer reduzierten kostenlosen Zuteilung von CO2 -Zertifikaten gerechnet werden. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Stands des EU-Gesetzgebungsverfahrens ist die tatsächliche kostenlose Zuteilung ab dem Jahr 2021 schwer vorauszusagen. RISIKEN AUS DER PREISVOLATILITÄT DER PRODUKTEIm Segment Zucker bestehen Absatzpreisrisiken infolge von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, dem EU-Binnenmarkt sowie den Futtermittelmärkten. Seit dem Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 steigen die EU Zuckerexporte. Dies erhöht die Risiken in Bezug auf Schwankungen des Weltmarktpreises. Auch für den EU-Binnenmarkt zeichnet sich eine zunehmende Abhängigkeit von der Entwicklung des Zuckerweltmarktpreises ab. Für direkt vom Weltmarktpreis abhängige Mengen werden je nach Marktlage Sicherungsgeschäfte in Form von Zucker-Futures an den Terminbörsen in London und New York abgeschlossen. Dem Absatzrisiko und dem Preisrisiko bei Futtermitteln wird insbesondere durch eine kontinuierliche Verkaufsstrategie sowie eine langfristig orientierte Kundenbindung Rechnung getragen. Ebenfalls unterliegen beispielsweise die Preise für Bioethanol in Europa verschiedenen Einflussfaktoren, wie z. B. Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen, und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit und -soweit möglich -durch derivative Instrumente sowie durch die flexible Nutzung der Bioethanolanlage am britischen Standort Wilton je nach Marktsituation und der hieraus resultierenden Kosten- und Ertragslage. Die europäischen Bioethanolpreise werden derzeit von Preisberichterstattungsagenturen auf Basis sehr geringer Volumina ermittelt. Eine hohe Volatilität der Preise ist die Folge. Anfang 2018 trat die EU Benchmark-Richtlinie in Kraft. Diese schreibt einen transparenten Preisfindungsmechanismus für Preisreferenzen an nicht regulierten Märkten vor. Die Auswirkung auf die Preisfindung ist noch nicht abzusehen. WECHSELKURSRISIKENWechselkursrisiken entstehen im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung anfallen. Im Segment Zucker unterliegen Zuckerexporte auf dem Weltmarkt US-Dollar-Wechselkursrisiken, die grundsätzlich vom Zeitpunkt des Abschlusses eines Zucker-Futures bis zum Zahlungseingang abgesichert werden. Die Rohzuckerraffination unterliegt Währungsrisiken durch den teilweisen Rohzuckereinkauf in US-Dollar. Im Segment Spezialitäten resultieren Fremdwährungsrisiken in der Division BENEO aus den Umsatzerlösen in US-Dollar, deren zugrunde liegende Herstellungskosten überwiegend in Euro und chilenischem Peso anfallen. Für Umsatzerlöse der Freiberger-Gruppe in Großbritannien und Kanada ergeben sich Währungsrisikoén aus dem britischen Pfund bzw. kanadischen Dollar. Im Segment CropEnergies erfolgen sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte überwiegend in Euro. Lediglich beim Einkauf von Rohalkohol in US-Dollar und beim Verkauf von Industriealkohol in Euro ergeben sich Währungsrisiken. Diese werden unmittelbar nach dem Einkauf des Rohalkohols über Devisentermingeschäfte abgesichert. Im Segment Frucht bestehen Währungsrisiken vorwiegend aus dem Absatz in Euro oder US-Dollar, während der Aufwand für Rohstoffe und Produktion in lokaler Währung entsteht. Sofern der Rohstoffeinkauf bzw. der Absatz in Fremdwährung erfolgen, wird das Währungsrisiko teilweise durch Devisentermingeschäfte abgesichert. PRODUKTQUALITÄTSRISIKEN UND LEBENSMITTELSICHERHEITBedeutende Ereignisse im Zusammenhang mit ernsten Verstößen gegen Sicherheitsstandards, die für Nahrungsmittel oder sonstige Bereiche gelten, könnten sich nachteilig auf die Reputation von Südzucker und den Absatz unserer Produkte auswirken. Zudem gehört es zu den Ansprüchen, die wir an uns selbst stellen, Kunden jederzeit mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, verfügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergriffen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risikominimierung. IT-RISIKENDie Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig. Dadurch ergeben sich Risiken insbesondere in Bezug auf den Ausfall von IT-Systemen, deren Sicherheit und Qualität. Es ist davon auszugehen, dass die Bedrohung durch externe Angriffe auf IT-Systeme der Südzucker-Gruppe weiter zunehmen wird. Die Optimierung, Aufrechterhaltung und insbesondere die Sicherheit der IT-Systeme werden sowohl durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten als auch durch entsprechende technische Maßnahmen gewährleistet. Vor diesem Hintergrund hat Südzucker Informationssysteme und Prozesse innerhalb der Südzucker-Gruppe weitreichend vereinheitlicht. PERSONALRISIKENDie Südzucker-Gruppe steht mit anderen Unternehmen in einem intensiven Wettbewerb um qualifiziertes Personal und ist so dem Risiko ausgesetzt, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können. Um die Position von Südzucker im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu sichern, betonen wir im Rahmen unserer Personalmanagement-Aktivitäten die Attraktivität der Südzucker-Gruppe als Arbeitgeber und zielen darauf ab, Fach- und Führungskräfte langfristig an den Konzern zu binden. Neben attraktiven Sozialleistungen und Vergütungssystemen setzen wir dabei auf breit gefächerte Perspektiven in der Südzucker-Gruppe wie Fort- und Weiterbildungsangebote, Trainee-Programme und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Konzerngesellschaften. Der Aufsichtsrat von Südzucker ist zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern aus der eigenen Belegschaft oder Gewerkschaften besetzt. In zahlreichen Ländern ist Südzucker an Tarifverträge gebunden und der soziale Dialog gelebte Praxis, was das Risiko von Arbeitsniederlegungen einschränkt. In regelmäßigen Betriebsversammlungen werden die Mitarbeiter informiert und der Dialog mit ihnen geführt. Daneben bestehen Risiken aus Krankenstand, langen Abwesenheiten und der damit verbundenen Mehrbelastung der anwesenden Mitarbeiter. Mit Betriebsärzten, Impfprogrammen, Wiedereingliederungsprogrammen und Informationsveranstaltungen sorgt sich Südzucker um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter. Damit verbunden sind auch umfassende Maßnahmen in der Arbeitssicherheit mit dem Ziel "Null Unfälle" sowie die intensive Analyse von Arbeitsunfällen. BONITÄTS- UND AUSFALLRISIKENSollten Kunden in größerem Umfang nicht in der Lage sein, die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Südzucker zu erfüllen, könnten uns hieraus entsprechende Verluste entstehen. Südzucker tritt diesen Bonitäts- und Ausfallrisiken für den Forderungsbestand entgegen, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden. Darüber hinaus wird das konzernweite Kreditmanagement weiter strikt umgesetzt. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt. Ausfallrisiken bestehen auch im Hinblick auf Finanzinstitute, mit denen Sicherungsgeschäfte für Preisrisiken abgeschlossen wurden. RISIKEN AUS DER INTEGRATION VON UNTERNEHMENDie Südzucker-Gruppe erwirbt Unternehmen, um ihre Geschäftstätigkeit zu erweitern. Im Geschäftsjahr 2017/18 übernahm Freiberger die Richelieu Foods Inc., den größten Hersteller von Private Label Kühl- und Tiefkühlpizza in USA sowie den deutschen Tiefkühlpizzahersteller HASA GmbH, Burg. Akquisitionen beinhalten das Risiko, dass strategische Ziele nicht erreicht werden oder sich die Umsetzung operativer Pläne verzögert. Außerdem bestehen Risiken im Rahmen der Integration von unterschiedlichen Unternehmenskulturen und Prozessen. Die Südzucker-Gruppe hält Beteiligungen wie Joint Ventures, assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen. Aufgrund der Beteiligungsquote ist die Möglichkeit der Integration dieser Gesellschaften eingeschränkt. WEITERE OPERATIVE RISIKENAus weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik sowie Forschung und Entwicklung liegen können, sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft abzusehen. Die mit unserer Produktion verbundenen Umweltrisiken beziehen sich hauptsächlich auf den Einsatz von Energie und Wasser sowie das Entstehen von Emissionen, Abwasser und Abfall. Südzucker begegnet diesen Umweltrisiken und auch den weiteren operativen Risiken durch ständige Überwachung und Verbesserung der Geschäftsprozesse. COMPLIANCE RISIKENALLGEMEINE RECHTLICHE RISIKENEs sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten gegen die Südzucker AG und ihre Konzerngesellschaften anhängig. Für diese Verfahren werden Prozesskostenrückstellungen gebildet. Für die Prozessrisiken erfolgt eine Rückstellungsbildung, wenn die Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind. Der endgültige Ausgang einzelner Verfahren kann zwar Einfluss auf das Ergebnis in einer bestimmten Berichtsperiode nehmen, die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen haben aber keinen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns. Südzucker ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) gilt ab dem 25. Mai 2018. Sie schafft ein einheitliches, unmittelbar geltendes Datenschutzrecht innerhalb der Mitgliedsstaaten der EU und sichert damit ein hohes Datenschutzniveau in Europa. Der umfangreiche Pflichtenkatalog ist bei Verstößen mit erheblichen Sanktionen bewehrt. Südzucker hat die seitens der EU-DSGVO ausgelösten Pflichten und Risiken analysiert und ergreift in Fortführung ihrer bereits bestehenden Datenschutzkultur risikobasiert erforderliche technische und organisatorische Maßnahmen, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und übriger Geschäftspartner gemäß geltendem Datenschutzrecht zu gewährleisten. KARTELLRECHTSRISIKENEs besteht das Risiko, dass Verhaltensweisen von Organen und Mitarbeitern als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen ausgelegt werden und Verfahren durch Wettbewerbsbehörden eingeleitet werden. Entsprechende Verfahren sind immer mit einem Reputationsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn diese unbegründet sind. Als gruppenweit geltender Rahmen für die Verhinderung von Kartellrechtsverstößen ist eine Richtlinie zur Einhaltung des Kartellrechts in der Südzucker-Gruppe (Wettbewerbs-Richtlinie) in Kraft. Ziel dieser Richtlinie ist es, Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen im Kartellrecht zu bewahren und praxisnahe Unterstützung bei der Anwendung der einschlägigen Vorschriften zu geben. Dies umfasst die Verpflichtung aller Mitarbeiter zur Einhaltung des Kartellrechts. Südzucker hat die Maßnahmen der Kartellrechts-Compliance auch im Geschäftsjahr 2017/18 -insbesondere durch Audits sowie im Bereich der Berichterstattung und Dokumentation -weiter intensiviert. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt. Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, hatte das deutsche Bundeskartellamt den deutschen Zuckerherstellern Südzucker AG, Nordzucker AG und Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG wettbewerbsbeschränkende Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen zur Last gelegt. Südzucker akzeptierte den am 18. Februar 2014 erlassenen Bußgeldbescheid im Rahmen eines Settlements, um das fast fünf Jahre laufende, auf Aussagen eines Kronzeugen basierende Verfahren zu beenden und dadurch Rechts- sowie Planungssicherheit zu erlangen. Das deutsche Kartellverfahren ist mit Zahlung der Geldbuße abgeschlossen. Nach dem Abschluss des deutschen Kartellverfahrens machen Kunden erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblicher kartellbedingter Preisaufschläge geltend. Diese Ansprüche werden von Südzucker und den beiden anderen mit einem Bußgeld belegten deutschen Zuckerherstellern grundsätzlich bestritten, zumal verschiedene Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass den Kunden in dem vom Bundeskartellamt zur Last gelegten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Verschiedene Kunden haben die betroffenen Zuckerhersteller -zumeist gesamtschuldnerisch -vor mehreren Gerichten in Deutschland auf Schadensersatz oder Auskunft verklagt. Alle Gerichtsverfahren befinden sich in einem frühen Stadium; Urteile zur Sache sind bislang nicht ergangen. Wie im Vorjahresbericht erläutert, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im September 2010 beim Kartellgericht Wien unter anderem gegen die AGRANA Zucker GmbH und die Südzucker AG die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellgesetz. Im Zusammenhang mit dem deutschen Kartellbußgeld wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen auch in Bezug auf Österreich vorgeworfen. Die Beklagten sehen den Bußgeld-Antrag vom Oktober 2011 durch die vom Kartellgericht bisher durchgeführte Beweisaufnahme -auch nach den letzten Zeugenvernehmungen im September 2014 -nicht bestätigt. Das Kartellgericht Wien hat noch keine Entscheidung verkündet, es ist auch nicht absehbar, wann eine solche ergeht. KORRUPTIONSRISIKENKorruptionsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der Südzucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von Südzucker anerkannte regulatorische Standards verstoßen und in der Folge das betroffene Unternehmen der Südzucker-Gruppe Vermögens- und Imageschäden erleidet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen. Die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation wurden auch im Geschäftsjahr 2016/17 weiterentwickelt sowie zur Stärkung der Compliance-Kultur die an Transparenz und den Unternehmensgrundsätzen orientierte Führungskultur fortlaufend verbessert. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters zu gewährleisten, wurden Schulungsmaßnahmen weiter intensiviert sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu ausgewählten Themenbereichen weiterentwickelt und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKENDie Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken. Hierzu zählen Risiken aus Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. Marktpreisrisiken aus Zuckerexporten, Bioethanolabsatz, Energieeinkäufen sowie Rohstoffeinkäufen bewerten wir als operative Risiken, die im entsprechenden Abschnitt dieses Risikoberichts beschrieben sind. ZINSÄNDERUNGSRISIKENAus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und -anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang kurzfristigen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahresverlauf stark schwankend. Langfristige Zinsänderungsrisiken sind aufgrund der geringen Verschuldung ebenfalls nur von untergeordneter Bedeutung. WECHSELKURSRISIKENFinanzwirtschaftliche Wechselkursrisiken resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. In Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe ihre Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. Daneben bestehen US-Dollar-Finanzierungen in Mexiko. In geringem Umfang haben auch Muttergesellschaften im Euroraum Finanzierungen an Tochtergesellschaften in deren abweichender Landeswährung gewährt. LIQUIDITÄTSRISIKENEin Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen benötigte Finanzmittel nicht oder nicht termingerecht beschafft werden können. Die Liquidität der Südzucker-Gruppe wird daher täglich überwacht. Soweit es ökonomisch sinnvoll ist, bestehen nationale oder länderübergreifende Cashpools. Daneben werden Liquiditätsüberschüsse auch gruppenintern angelegt. Über die Begebung langfristiger Anleihen sowie die Nutzung von Bankkrediten stellt Südzucker ein ausgewogenes Schuldenrückzahlungsprofil sicher und reduziert Refinanzierungsrisiken. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung, die integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund des Commercial-Paper-Programms sowie der von Banken verbindlich zugesagten Kreditlinien kann Südzucker kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen und die während der Zuckerkampagne bestehenden saisonalen Finanzierungserfordernisse jederzeit erfüllen. BONITÄTS- UND AUSFALLRISIKEN IM FINANZBEREICHBonitäts- und Ausfallrisiken im Finanzbereich bestehen in Bezug auf Finanzinstitute, mit denen Südzucker finanzielle Sicherungsgeschäfte abgeschlossen hat, bei denen Geldanlagen getätigt werden, Kreditlinien bestehen oder die Bürgschaften zugunsten von Südzucker stellen. Dieses Risiko hat sich aufgrund der Finanzkrise erhöht und wird dadurch limitiert, dass Finanzgeschäfte nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht. RISIKO DER RATINGHERABSTUFUNGDie Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzucker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings verpflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ratings könnten sich bei künftigen Finanzierungserfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. GesamtrisikopositionZu den wesentlichen Risiken für die zukünftige Entwicklung der Südzucker-Gruppe gehören neben den Risiken einer Veränderung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen insbesondere Risiken aus Schwankungen von Produkt- und Rohstoffpreisen. Im Segment Zucker hat der Einfluss des Weltmarktpreises auf das Preisniveau von Zucker in der EU zugenommen. Dieser wird sich in Zukunft noch verstärken; damit wird das Risiko aus Schwankungen des EU-Zuckerpreises zunehmen. Im Segment CropEnergies ist das Ergebnis vor allem vom Preisniveau der eingesetzten Rohstoffe -insbesondere Weizen - und von den Bioethanolerlösen abhängig. In Phasen rückläufiger Bioethanolpreise bei gleichbleibenden oder steigenden Getreidepreisen können Verluste entstehen, wenn Margen keinen ausreichenden Beitrag zur Fixkostendeckung liefern. Wenn die variablen Kosten nicht mehr gedeckt werden kann eine vorübergehende Stilllegung von Anlagen notwendig werden. Da sich die Märkte für Weizen und Bioethanol relativ unabhängig voneinander verhalten, ist die Prognose der Ergebnisentwicklung erschwert. Gleichwohl ist es nicht immer sinnvoll oder möglich, alle Preisrisiken im Voraus abzusichern, da damit auch die Chancen zukünftiger positiver Preisentwicklungen reduziert würden. Daneben begrenzt nicht ausreichende Liquidität bei Preissicherungsinstrumenten mit längeren Laufzeiten deren wirtschaftlich sinnvollen Einsatz. Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. ChancenDurch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie hat der Südzucker-Konzern zugleich eine Vielzahl von Chancen. Nachstehend werden die Chancen mit Blick auf die Geschäftstätigkeit der einzelnen Segmente bzw. Divisionen erläutert. Südzucker ist Europas führender Zuckerhersteller und hat in den Segmenten Spezialitäten (funktionelle Inhaltsstoffe für Lebens- und Futtermittel, Tiefkühlprodukte, Portionsartikel und Stärke), CropEnergies und Frucht (Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate) bedeutende Marktpositionen inne. Damit agiert die Südzucker-Gruppe inmitten der auch in Zukunft weltweit dynamisch wachsenden Märkte mit entsprechend höherer Nachfrage nach Agrarrohstoffen, Lebens- und Futtermitteln sowie Energie. Südzucker ist in Europa in vorteilhaften Naturräumen mit guten Böden, hohen Erträgen und im globalen Vergleich günstigen Witterungsverhältnissen positioniert; dies ist im weltweiten Wettbewerb eine stabile und verlässliche Ausgangsbasis. Die wachsende Weltbevölkerung wie auch der Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln insbesondere in Ländern mit steigendem Lebensstandard sollten zu einer Erhöhung von Marktchancen der Produkte von Südzucker führen. Mit ihrer Infrastruktur zur Erzeugung und Vermarktung von Bioethanol in Europa ist die Gruppe hervorragend positioniert, um vom wachsenden europäischen Markt für Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu profitieren. SEGMENT ZUCKERSüdzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen in Europa eine gute Wettbewerbsposition in der EU und kann das Auslaufen der Quotenregelung zur Stärkung ihrer Produktions- und Marktposition nutzen; logistische Vorteile ergeben sich vor allem aus der Produktion in den europäischen Kernmärkten und der Nähe zu den Industriekunden. Weitere Marktchancen können sich im Non-Food Markt z. B. der biobasierten Chemikalien ergeben. Chancen können sich auch aus dem Zuckerexport außerhalb der EU, der seit Oktober 2017 nicht mehr durch Exportrestriktionen begrenzt ist, ergeben. Mit dem Wegfall der Quotenregelung erhöhte Südzucker in der Kampagne 2017 die Kapazitätsauslastung durch längere Kampagnen. Wir rechnen damit, dass der weltweite Zuckerverbrauch von derzeit leicht über 180 Mio. t auf mehr als 200 Mio. t bis zum Jahr 2025 weiter ansteigt. Kurzfristig haben auch weitere Faktoren, insbesondere die Witterungsbedingungen in den Hauptanbaugebieten von Zuckerrohr und -rüben sowie Wechselkursentwicklungen oder die Positionen von Finanzinvestoren, einen wesentlichen Einfluss. Dies gilt insbesondere für den brasilianischen Real und die Ethanolpolitik der brasilianischen Regierung, die sich auf den Zuckerweltmarktpreis auswirken können. Darüber hinaus ergeben sich für Südzucker über die Beteiligung an ED&F Man zusätzliche Potenziale, an einem Marktwachstum zu partizipieren. Chancen ergeben sich auch aus dem stetig steigenden Zuckerertrag je Hektar im Rübenanbau. Der Ertragsanstieg der Rübe liegt sowohl über dem vergleichbarer Alternativfrüchte als auch über dem von Zuckerrohr. SEGMENT SPEZIALITÄTENDurch den Ausbau des Segments Spezialitäten besitzt Südzucker eine gute Position auf mehreren Wachstumsmärkten. Ein wichtiger Baustein des Segments Spezialitäten sind die Functional Food Produkte von BENEO, die vom langfristigen Trend zu gesünderem Ernährungsverhalten profitiert. BENEO ist mit ihren Produktlinien funktionelle Kohlenhydrate - Isomalt, Palatinose(tm) - sowie den Ballaststoffen Inulin und Oligofruktose ein weltweit führender Anbieter von funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, Getränke und Tierfutter. Eine klare Differenzierung im Markt bietet das besondere Produktspektrum der aus Reis hergestellten Zutaten, insbesondere aufgrund seiner hyperallergenen Eigenschaften. Zur Wahrnehmung von Wachstumschancen für den Konzern wird derzeit eine Ausweitung der Produktlinien für neue Anwendungen weiter vorangetrieben. Als Anbieter kundenindividueller Convenience-Produkte für die Eigenmarken internationaler Handelsunternehmen nutzt die Freiberger-Gruppe ihre europaweit führende Position, um das hieraus resultierende Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Neben den Vertriebsaktivitäten auf dem europäischen Markt wurden diese unter anderem auf den nordamerikanischen Markt ausgeweitet. Freiberger hat mit Richelieu Foods Inc. den US-Marktführer im Marktsegment Private Label-Pizza, der über einen etablierten Kundenstamm verfügt, erworben. Durch den Zukauf schafft Freiberger zudem eine Plattform, die beabsichtigte Expansion der deutschen Discounter auf dem nordamerikanischen Markt zu begleiten und Volumensteigerungen zu erzielen. Die erworbenen Produktionsstandorte, die etablierte Organisation der Richelieu Foods sowie die Innovationskraft und das technische Know-how von Freiberger stellen die geplante Expansion auf ein breiteres Fundament. PortionPack Europe ist europäischer Marktführer bei der Gestaltung, der Produktion und dem Vertrieb von Portionsartikeln. Das Produktsortiment umfasst schwerpunktmäßig den Food-Bereich, aber auch einige Non-Food-Artikel. Dabei liegen die Hauptmärkte insbesondere im Food-Service-Bereich wie Hotels, Gastronomie und Catering. PortionPack Europe kann seine Position im europäischen Markt durch internes und externes Wachstum, flexible Reaktion auf Kundenanforderungen sowie kontinuierliche Produktinnovationen festigen. Bei Stärke liegt der Schwerpunkt auf Spezialitätenprodukte, die eine hohe Veredelungstiefe aufweisen. Innovative, kundenorientierte Produkte mit entsprechender Anwendungsberatung, laufende Produktentwicklungen sowie ständige Kostenoptimierungen stehen dabei im Fokus. Beispiele sind die führende Position bei Bio-Stärken und GVO-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie oder im technischen Sektor die Führungsrolle bei Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Baustoffindustrie. SEGMENT CROPENERGIESDie weitere Unternehmensentwicklung und deren Profitabilität werden maßgeblich von der Erlösentwicklung bei Bioethanol, Lebens- und Futtermitteln sowie den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt. Chancen ergeben sich aus geringeren Getreidepreisen und/oder einem Preisanstieg von Bioethanol oder den gleichzeitig erzeugten Lebens- und Futtermitteln. CropEnergies kann sich der Volatilität der Getreidemärkte durch die Verwendung von Zuckersirupen als Rohstoff teilweise entziehen. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion. Mittelfristig geht CropEnergies davon aus, dass die Beschlüsse des Pariser Klima-Gipfels für weiteres Marktwachstum auch bei erneuerbaren Energien im Transportsektor sorgen werden. Anders wird das gesteckte Ziel, die Erderwärmung auf 2° C zu begrenzen und den Verbrauch fossiler Kraftstoffe zu senken, nicht erreicht werden können. Für den korrespondierenden Nachfrageanstieg ist die CropEnergies-Gruppe als einer der führenden Bioethanolhersteller Europas und aufgrund der Flexibilität und Kapazität ihrer Anlagen gut gerüstet. Ein Grund hierfür ist das erfolgreiche Wiederanfahren der Produktionsanlage in Wilton im Juli 201 6, wodurch CropEnergies nun die gesamte Produktionskapazität flexibel nach Markt- und Auftragslage nutzen kann. Weitere Chancen für CropEnergies könnten aus einer Konsolidierung der Anbieterstruktur auf dem europäischen Bioethanolmarkt entstehen, da CropEnergies aufgrund von Größe, Standorten und technologischer Führerschaft Vorteile gegenüber Wettbewerbern genießt. SEGMENT FRUCHTDas AGRANA-Fruchtsegment ist Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie sowie größter Produzent von Fruchtsaftkonzentraten aus Äpfeln, roten Früchten und Beeren auf dem europäischen Markt. Wachstumschancen ergeben sich in Ländern mit steigenden Einkommen, wie z. B. Russland, China und Brasilien. Auch der US-Markt, der nordafrikanische Raum und der Mittlere Osten werden intensiver bearbeitet. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und RisikomanagementsystemGRUNDZÜGEDas rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG hat zum Ziel, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung. IFRS-REPORTING-RICHTLINIEDie Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) stellen die konzernweit einheitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzucker-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie regelt die Südzucker-relevante Anwendung der IFRS und konkretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorgegeben und regelmäßig aktualisiert. INTERNES KONTROLLSYSTEM, BEZOGEN AUF DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSDer Konzernrechnungslegungsprozess beginnt in den Einzelgesellschaften des Konzerns. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Abschlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspielung in das Konsolidierungssystem an die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungslegungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar strukturierte Berechtigungskonzepte. Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -abschlusses auch den verbindlichen Konzernkontenrahmen und betreut die IT-Konsolidierungstools. Bei der Bewertung von Rückstellungen, im Wesentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmäßig externe Gutachter eingesetzt. Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstrennung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Geschäftsprozesse. Automatisierte Validierungsregeln und Plausibilitätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidierungssystem stellen die Vollständigkeit und Richtigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher. Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung sowie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen mit negativen Auswirkungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausgeschlossen werden. Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispielsweise die Analyse der Geschäftsentwicklung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollaktivitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Im Rahmen der Integration neu erworbener Gesellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst. INTERNE PRÜFUNGDer Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Compliance, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien sowie das Risikomanagementsystem. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei. EXTERNE PRÜFUNGDer Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von Südzucker geeignet ist, um bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hatte keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem. Unternehmensführung und -VerantwortungIm Folgenden wird gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens sowie im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b, 289c HGB über die Unternehmensverantwortung berichtet. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratNachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 3, 315d HGB. ALLGEMEINESDie Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. VORSTANDDer Vorstand der Südzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Geschäftsverteilung des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand in der Fassung vom 26. Januar 2016 geregelt. Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Österreich, besteht eine Vorstandsverschränkung: Der Vorsitzende des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG, Herr Johann Marihart, Limberg/Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und der Finanzvorstand der Südzucker AG, Herr Thomas Kölbl, Speyer, ist zugleich Mitglied des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind Mitglieder oder Vorsitzende in den Aufsichtsgremien der wesentlichen Tochtergesellschaften der Südzucker-Gruppe. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge -wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen -beinhaltet die Geschäftsordnung für den Vorstand ebenso wie die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend -schriftlich und in den turnusmäßigen Sitzungen - über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 16. November 2017 in Kraft. Zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt. ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATSDem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die derzeitigen Amtsperioden sind identisch: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder läuft für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022). DIVERSITÄTSKONZEPT DES AUFSICHTSRATSFür seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 16. November 2017 -unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit -an folgenden Zielen und Kompetenzprofilen für das Gesamtgremium:
Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird -aus Gründen der Kontinuität und langjähriger Expertise im Aufsichtsrat -nicht festgelegt. Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiterhin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren. Zum Stand der Umsetzung der Ziele und des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium ist Folgendes zu berichten: Am 16. April 2017 fand die Wahl der Arbeitnehmervertreter durch die Belegschaft und der Aktionärsvertreter durch die Hauptversammlung zum Aufsichtsrat statt. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören ihm seit 20. Juli 2017 mindestens zwei und damit eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der Internationalität. Dem Aufsichtsrat gehören sieben Frauen an, vier auf Arbeitnehmer- und drei auf Aktionärsseite. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG gehören dem Aufsichtsrat nicht an. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind mit dem Sektor, in dem die Südzucker AG tätig ist, vertraut. Financial Expert im Aufsichtsrat und im Prüfungsausschuss ist Frau Veronika Haslinger, Wien/Österreich. DIVERSITÄTSKONZEPT DES VORSTANDSDer Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 16. November 2017 -auch mit Blick auf die noch länger laufenden Vorstandsbestellungen -beschlossen, zunächst kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands bezüglich Aspekten wie Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund festzulegen. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Landwirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialausschuss und dem Vermittlungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mitgliedern und die übrigen Ausschüsse jeweils aus sechs Mitgliedern; sie sind paritätisch mit Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer besetzt. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 16. November 2017, für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung in der Fassung vom 21. Juli 2009. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses. AKTIONÄRE UND HAUPTVERSAMMLUNGDie Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme. Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Südzucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, im Vorfeld der Hauptversammlung auf der Internetseite der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Hauptversammlung/) ihre Stimme abzugeben bzw. Vollmacht an die Stimmrechtsvertreter der Südzucker AG oder Vollmacht an einen Dritten zu erteilen. RISIKOMANAGEMENTDer verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzucker-Konzern nutzen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Corporate-Governance-BerichtCorporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Der nachstehende Corporate-Governance-Bericht bezieht sich auf die Angaben gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 1,4, 315d HGB. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Mit Veröffentlichung dieses Corporate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG den gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) Rechnung. Bei Südzucker ist eine gute Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren gelebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Empfehlungen und Anregungen des Kodex ausgerichtet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat. Nach Ansicht von Südzucker ist der Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde -wie in den Vorjahren -auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate-Governance-Grundsätze verzichtet. Den Empfehlungen des Kodex wird mit den in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahmen gefolgt. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG 2017In der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2017 von Vorstand und Aufsichtsrat wurden -gegenüber Vorjahrestext -folgende Abweichungen von Empfehlungen hinzugefügt: Ziffer 4.1.3 - Compliance, HinweisgebersystemDas Compliance-System der Südzucker AG mit der derzeit bestehenden telefonischen Hotline zum Compliance Officer wird bis zum Jahresende 2017 um ein Hinweisgebersystem ergänzt, das Beschäftigten und Dritten die Möglichkeit eröffnen soll, die Unternehmensführung über ein elektronisches Hinweisgebersystem geschützt auf etwaige Rechtsverstöße im Unternehmen hinzuweisen. Da die technische Umsetzung heute noch nicht abgeschlossen ist, wird vorsorglich eine Abweichung von Ziffer 4.1.3 Satz 3 angezeigt. Der vollständige Wortlaut der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2017 von Vorstand und Aufsichtsrat ist -ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre -auf der Südzucker-Internetseite veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/Entsprechens-erklaerung/). GESCHLECHTERQUOTEDas durch das Geschlechterquoten-Gesetz geänderte Aktiengesetz sieht für börsennotierte und mitbestimmte Gesellschaften eine fixe Geschlechterquote von 30 % im Aufsichtsrat und die Festlegung von Zielgrößen für den Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt aktuell bei 35 %; die gesetzliche Quote ist somit erfüllt. Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 17. Mai 2017 unter Berücksichtigung aller relevanten Gesichtspunkte und insbesondere des derzeitigen Status Quo die Beibehaltung des Frauenanteils im Vorstand von 0 % bis 16. Mai 2022 festgelegt. Der Vorstand hat in der Sitzung am 12. Juni 2017 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 11. Juni 2022 -von derzeit 8,3 % bzw. 12,2 % -auf 9 bzw. 1 3 % angehoben werden soll. AUS- UND FORTBILDUNGDie Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie wurden dabei von Südzucker angemessen unterstützt; auch im Geschäftsjahr 2017/18 fand eine Informationsveranstaltung zu Corporate-Governance-Themen durch einen externen Fachanwalt statt, an der die Mehrzahl der Aufsichtsratsmitglieder teilnahm. Außerdem fand im Februar 2018 -insbesondere zur Information der neugewählten Mitglieder -eine Klausurtagung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit Vorträgen von Südzucker-Führungskräften zu grundsätzlichen Themen statt. VERGÜTUNGSBERICHTVORSTANDDas Vergütungssystem des Vorstands der Südzucker AG beinhaltet ein festes Jahresgehalt, eine variable Vergütung, die auf der durchschnittlichen Dividende der vorangegangenen drei Geschäftsjahre basiert, eine betriebliche Altersversorgung, die im Wesentlichen nach einem festen Anteil an der jährlichen Fixvergütung bemessen ist, sowie Sachbezüge. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile und vergleichbare langfristige Vergütungskomponenten sind nicht vorgesehen. Die Vergütung des Vorstands wird seit Inkrafttreten des VorstAG (Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung) durch das Plenum des Aufsichtsrats -nach Vorbereitung durch das Präsidium -festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Der durch das VorstAG geänderte § 87 Abs. 1 AktG sieht vor, dass die Vergütungsstruktur bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist; variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Der gesetzlich geforderten Mehrjährigkeit wird dadurch Rechnung getragen, dass die durchschnittliche Dividende von drei vorangegangenen Geschäftsjahren zugrunde gelegt wird. AUFSICHTSRATDie Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine Grundvergütung. Diese Grundvergütung besteht aus einer festen, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbaren Vergütung von 60.000,00 € sowie einer variablen Vergütung von 500,00 € für je angefangene 0,01 € ausgeschüttete Dividende auf die Stammaktie, die 0,50 € übersteigt. Bei der Berechnung der Vergütung werden steuerlich begründete Sonderdividenden nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstige Mitglieder des Präsidiums erhalten das Eineinhalbfache dieser Vergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grundvergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsausschuss. Die Südzucker AG verzichtet -wie in der Entsprechenserklärung näher dargestellt -auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, da diese Beeinträchtigung der Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht. Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand und Aufsichtsrat sind unter Ziffer (22) "Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder" im Anhang zum Jahresabschluss angegeben. VERMÖGENSSCHADEN-HAFTPFLICHTVERSICHERUNGDie Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der Deutsche Corporate Governance Kodex folgt dem als Empfehlung bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder. Die Selbstbehalte der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind in der D&O-Versicherung entsprechend angepasst. AKTIENBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT/ MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTEKein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % oder mehr des Grundkapitals repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt. ComplianceNachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zu den Compliance-Unternehmensgrundsätzen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 2, 315d HGB. COMPLIANCE-UNTERNEHMENSGRUNDSÄTZE UND VERHALTENSKODEXCompliance - also die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien -ist für Südzucker ein selbstverständlicher Standard guter Unternehmensführung. Dabei wird Compliance bei Südzucker nicht lediglich als Vorstandsaufgabe, sondern als Aufgabe des gesamten Managements aller Konzernfunktionen, Divisionen sowie Tochterunternehmen bzw. Beteiligungen der Südzucker-Gruppe gesehen und gelebt. Compliance ist im Unternehmen neben konzernweiten Richtlinien im Verhaltenskodex und in den Compliance-Unternehmensgrundsätzen verankert. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze stellen Schwerpunkte heraus, die in der Praxis besondere Bedeutung haben. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze sind auf der Südzucker-Website unter www.suedzucker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/ veröffentlicht, der Verhaltenskodex unter www.suedzucker.de/de/Verhaltenskodex/. Südzucker wendet das geltende Recht an und erwartet das Gleiche von Mitarbeitern und Geschäftspartnern. COMPLIANCE-MANAGMENT-SYSTEMIm Rahmen des Compliance-Management-Systems wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt und die verschiedenen compliance-relevanten Bereiche und Aufgabenfelder verbunden. Das Compliance-Management-System mit seinen Prinzipien "Kennen" (Informieren und Schulen), "Einhalten" (Kontrollieren und Dokumentieren) sowie "Verbessern" (Berichten und Handeln) soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden. "Kennen" Südzucker bietet ihren Mitarbeitern die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen sowie Beratung an, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln der Compliance-Unternehmensgrundsätze, des Verhaltenskodex, der unternehmensinternen Richtlinien sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Denn nur risikobewusste Beschäftigte können Risiken erkennen und diese auch erfolgreich vermeiden oder zumindest reduzieren. Compliance Officer und Compliance-Beauftragte gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden konzernweit durch Schulungen, Informationsmaßnahmen oder E-Learning zum Thema Korruptions- und Bestechungsprävention rund 5.000 Mitarbeiter erreicht, was rund 80 % des definierten Personenkreises (Angestellte einschließlich Management) abgedeckt hat. "Einhalten" Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen der Compliance-Unternehmensgrundsätze, des Verhaltenskodex, der unternehmensinternen Richtlinien sowie der gesetzlichen Vorschriften unverzüglich dem Compliance Officer, den Compliance-Beauftragten oder dem Vorstand mitzuteilen. Verstöße gegen externe und interne Bestimmungen werden nicht toleriert; sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen. "Verbessern" Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 wurden die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation kontinuierlich weiterentwickelt. SCHWERPUNKTE: KARTELLRECHT, BEKÄMPFUNG VON KORRUPTION UND BESTECHUNGSchwerpunkte der -mit länder- und gesellschaftsspezifischen Anpassungen -konzernweit geltenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind weiterhin die Compliance im Kartellrecht sowie die Korruptions- und Bestechungsprävention. Diese Grundsätze werden über Richtlinien konkretisiert. Vom Vorstand wurde bestimmt, dass alle Wettbewerberkontakte durch den zuständigen Vorgesetzten vorab zu genehmigen und stets zu dokumentieren sind. Der Vorstand erstattet regelmäßig über Compliance-Themen Bericht an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Südzucker AG. Übernahmerelevante AngabenDie folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS, STIMMRECHTEZum 28. Februar 2017 beträgt das gezeichnete Kapital 204.183.292 € und ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. STIMMRECHTE, ÜBERTRAGUNG VON AKTIENJede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 1 36 AktG). Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, und der Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien/Österreich, einer Gesellschaft der Unternehmensgruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien/Österreich. Daneben bestehen weitere Stimmbindungsverträge zwischen Unternehmen der Raiffeisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker Invest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vorkaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien. KAPITALBETEILIGUNGEN VON MEHR ALS 10 %Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschreiten: Die SZVG ist mit rund 56,5 % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligungen in Höhe von rund 67 % am gezeichneten Kapital bestehen. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERAKTIENAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG beteiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterliegen. ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDERDie Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 MitbestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 23. Dezember 2016 bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen. SATZUNGSÄNDERUNGENFür Satzungsänderungen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betreffen. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, INSBESONDERE ZU AKTIENAUSGABE UND AKTIENRÜCKKAUFDer Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 20.000.000 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2015 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. Die Hauptversammlung vom 16. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 15. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 16. Juli 2015. Von der Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien 2015 wurde bislang kein Gebrauch gemacht. KONTROLLWECHSEL- UND ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGENDie Südzucker AG hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600.000.000 € abgeschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen gemäß §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen auch keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels. Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats finden sich im Unterabschnitt "Vergütungsbericht" des Corporate-Governance-Berichts und sind Bestandteil des geprüften Lageberichts. Nichtfinanzielle Erklärung § 289b Abs. 1 HGBDie nichtfinanzielle Erklärung, die für den Konzern abgegeben wird und im Konzernlagebericht der Südzucker AG im Geschäftsbericht 2017/18 veröffentlicht wird, ist gleichermaßen für die Südzucker AG gültig. Die einschlägigen Leitlinien und dazugehörigen Managementansätze gelten für die gesamte Südzucker-Gruppe; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die Südzucker AG beschränkt sind. Die Angaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung der Südzucker AG gemäß §§ 289b ff. HGB sind enthalten. Vorschlag zur GewinnverwendungVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 19. Juli 2018 eine Dividende von 0,45 (0,45) € je Stückaktie vor. Bei einem dividendenberechtigten Kapital von 204,2 (204,2) Mio. € beträgt die Ausschüttungssumme 91,9 (91,9) Mio. €. Die Dividende soll am 24. Juli 2018 ausgezahlt werden. Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 Abs. 3 AktGLaut Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrüben-verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, errechnet sich aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft. Der im Hinblick hierauf abgegebene Bericht gemäß § 312 AktG schließt mit folgender Erklärung: " Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über Beziehungen zu der SZVG, dem Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Ochsenfurt, dessen Landesverbänden und den Rübenanbauern aufgeführten Rechtsgeschäften oder Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen sind oder die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und wurden dadurch, dass die Maßnahme getroffen wurde nicht benachteiligt." JahresabschlussBilanz zum 28. Februar 2018AKTIVA scroll
Gewinn- und Verlustrechnung 1. März 2017 bis 28. Februar 2018scroll
Anhang zum JahresabschlussAnwendung der RechnungslegungsvorschriftenDer Jahresabschluss der Südzucker AG (Registergericht: Amtsgericht Mannheim HRB 0042) wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung wurden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Der Abschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. €) bzw. Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden im Anhang regelmäßig in Klammern dargestellt. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeGeschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Kursgewinne bzw. Kursverluste aufgrund abweichender Devisenkassamittelkurse zwischen dem Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls und dem Bilanzstichtag werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. AnlagevermögenDie immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Werteverzehr des Anlagevermögens, dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen angemessene Teile der notwendigen Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelten planmäßigen Abschreibungen erfolgen nach der degressiven oder linearen Methode. Immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode abgeschrieben. Die Nutzungsdauer des Geschäftswertes wurde durch die wirtschaftlich zu erwartende Nutzungsdauer bestimmt und orientiert sich insbesondere an der durch die Akquisition erworbenen Nutzungsdauer des 'Know-hows' (Mitarbeiter, Prozesse). Für ab dem 1. Januar 2001 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung ein Satz von maximal 20 % verrechnet. Für ab dem 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2007 angeschaffte Sachanlagen wurde bei der degressiven Abschreibung entsprechend den steuerlichen Vorschriften ein Satz von maximal 30 % verrechnet. Für nach dem 31. Dezember 2008 angeschaffte Gegenstände des Anlagevermögens wurde bei der degressiven Abschreibung ein Satz von maximal 2 5 % verrechnet. Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt zu dem Zeitpunkt, in dem der auf die Restnutzungsdauer in gleichen Jahresbeträgen verteilte Restbuchwert zu höheren Abschreibungsquoten führt. Für ab dem 1. März 2010 angeschaffte bzw. hergestellte Gegenstände des Anlagevermögens kam ausschließlich die lineare Methode zum Ansatz. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB wird ausgeübt. Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Jahr des Zugangs sofort im Aufwand erfasst, sofern ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten 250 € (bis 31.12.2017 150 €) nicht übersteigen. Für nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte oder hergestellte, abnutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 250 € (bis 31.12.2017 150 €) aber nicht 1.000 € übersteigen, wurden Sammelposten gebildet. Sammelposten werden einheitlich über fünf Jahre abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Beteiligungen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet. Die Bewertung von Wertpapieren des Anlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Geschäftsjahresende. Niedrigeren beizulegenden Werten von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Wertaufholungen werden vorgenommen, wenn die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen. UmlaufvermögenDie Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt gemäß den Grundsätzen der Einzel- bzw. Festbewertung zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Darüber hinaus wird bei eingeschränkter Verwertbarkeit jeweils ein angemessener Bewertungsabschlag vorgenommen. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt gemäß §§ 253 bis 256 HGB zu Herstellungskosten bzw. zu den vom Verkaufspreis abgeleiteten erzielbaren Reinerlösen unter Beachtung des Prinzips einer verlustfreien Bewertung. Dabei wird die FIFO-Methode bei der Bewertung der fertigen Erzeugnisse angewandt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für Zucker werden der Werteverzehr des Anlagevermögens, die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten sowie angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten berücksichtigt. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Die Bilanzierung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Geschäftsjahresende. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bzw. gegebenenfalls abgezinst bilanziert. Zweifelhafte Forderungen werden in Höhe des geschätzten Ausfallrisikos einzelwertberichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Unentgeltlich zugeteilte CO2 -Emissionszertifikate werden mit einem Anschaffungswert von Null, entgeltlich erworbene Zertifikate werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert. Sofern die CO2 - Emissionen die zugeteilten Zertifikate überschreiten, werden Rückstellungen in Höhe der Anschaffungskosten der Zertifikate gebildet. Flüssige Mittel werden zum Nominalwert bewertet. Aktiver RechnungsabgrenzungspostenAls aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Der rechnerische Wert von erworbenen eigenen Anteilen wird in der Vorspalte offen von dem Posten gezeichnetes Kapital abgesetzt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten eigener Aktien wird mit den frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet. Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand des Geschäftsjahres ausgewiesen. Sonderposten mit RücklageanteilBis zum 28. Februar 2010 wurden Sonderposten mit Rücklageanteil für Unterschiede aus steuerlich zulässigen erhöhten Abschreibungen und Sonderabschreibungen sowie den linearen oder degressiven Normalabschreibungen gebildet. Das Beibehaltungswahlrecht nach Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB wurde ausgeübt. RückstellungenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch auf Grundlage biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Dabei wurde von einer künftigen Gehaltssteigerung von 2,50 (2,50) %, von einem Beitragsbemessungsgrenze-Trend von 2,50 (2,50) %, einer künftigen Rentensteigerungsrate von 1,50 (1,50) % und einer durchschnittlichen Fluktuation von 1,0 (1,0) % ausgegangen. Bei der Abzinsung der Pensionsverpflichtungen zum 28. Februar 2018 wurde ein Rechnungszins von 3,61 (3,97) % zugrunde gelegt. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes und Zeitwertänderungen des Deckungsvermögens werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Für rückgedeckte Verpflichtungen aus Entgeltumwandlungen wird der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung angesetzt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit vorhandenen Deckungsvermögen (Rückdeckungsvermögen) verrechnet, das mit dem Zeitwert bilanziert wurde. Bei dem Zeitwert des Deckungsvermögens handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert der Rückdeckungsversicherung, der den historischen Anschaffungskosten entspricht. Bei der Bemessung der Rückstellung für die Altersteilzeitverpflichtungen werden die Aufstockungsbeträge entsprechend der Regelungen des gültigen IDW RS HFA 3 als Zahlungen mit Entlohnungscharakter behandelt. Der Abzinsungssatz für Rückstellungen für Altersteilzeitguthaben beträgt 1,50 (1,90) % sowie für Jubiläumsansprüche 2,72 (3,16) %. Der Gehaltstrend entspricht dem der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Übrige Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Ferner werden Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungsaufwendungen gebildet, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden. Die Bemessung der übrigen Rückstellungen erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags, der auch Preis- und Kostensteigerungen enthält. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abgezinst. VerbindlichkeitenSämtliche Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Latente SteuernLatente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Neben den zeitlichen Buchungsunterschieden werden auch steuerliche Verlustvorträge und Zinsvorträge berücksichtigt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Südzucker AG von derzeit 29,1 %. Der kombinierte Ertragsteuersatz beinhaltet Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Sofern die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steuern überwiegen, wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, keine aktiven latenten Steuern zu bilanzieren. Im Geschäftsjahr ergab sich insgesamt eine -nicht bilanzierte -aktive latente Steuer. Forschungs- und EntwicklungskostenDas Wahlrecht der Aktivierung von Entwicklungskosten wird nicht in Anspruch genommen. Forschungskosten werden als nicht aktivierungsfähige Aufwendungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bildung von Bewertungseinheiten bei SicherungsinstrumentenDie Bilanzierung von Bewertungseinheiten beruht auf dem Prinzip, dass vergleichbare Risiken aus einem Grundgeschäft durch gegenläufige Wertänderungen oder Zahlungsströme eines Sicherungsgeschäfts wirtschaftlich neutralisiert werden. Deshalb sind nicht realisierte Gewinne und Verluste in dem Umfang und für den Zeitraum unberücksichtigt, in dem sich die gegenläufigen Wertänderungen oder Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft ausgleichen. Sicherungsinstrumente werden als eine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft betrachtet, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Für die Angabe der Marktwerte wird der Betrag herangezogen, welcher der Südzucker AG bei einer unterstellten Auflösung des Sicherungsgeschäfts zum Bilanzstichtag zu- bzw. abfließen würde. Da die Sicherungsgeschäfte marktübliche, handelbare Finanzinstrumente umfassen, wird der Marktwert aus Marktnotierungen ohne Verrechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrunde liegenden Grundgeschäften abgeleitet. Soweit sich aus der Verrechnung der Wertänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument, die sich auf das abgesicherte Risiko beziehen, ein Verlustüberhang ergibt, ist dieser aufwandswirksam in eine Rückstellung für Bewertungseinheiten einzustellen. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten erfolgt grundsätzlich nach der Einfrierungsmethode. Erläuterungen zur Bilanz(1) AnlagevermögenImmaterielle Vermögensgegenständescroll
Sachanlagenscroll
Finanzanlagenscroll
Der Abgang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betrifft die Anwachsung der Südprojekt Silo und Logistik GmbH & Co. KG auf die Südzucker AG. (2) Vorrätescroll
Der Anstieg der fertigen Erzeugnisse zum 28. Februar 2018 ist auf höhere Zuckerbestände als im Vorjahr zurückzuführen. Teilweise waren fertige Erzeugnisse auf erwartete niedrigere Verkaufserlöse abzuwerten. (3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenständescroll
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 169.670 (99.497) Tsd. € sind mit 12.334 (1 0.656) Tsd. € einzelwertberichtigt. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Finanzforderungen aus Konzern-Darlehen in Höhe von 164.871 (280.175) Tsd. €, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 82.959 (53.288) Tsd. € sowie sonstige Forderungen in Höhe von 432.997 (471.300) Tsd. €, die die kurzfristige Konzernfinanzierung (Cash-Pooling) der Tochtergesellschaften betreffen. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 97.074 (60.868) Tsd. € enthielten zum Stichtag Forderungen auf Rückerstattung von Produktionsabgaben aus Vorjahren in Höhe von 29.261 (0) Tsd. €. Weiterhin sind hier Umsatzsteuerforderungen sowie Energiesteuer- und Versicherungs-Erstattungsansprüche erfasst. Aus der zentralisierten Exportaktivität resultierten positive Marktwerte aus Zuckerderivaten von 2.436 (20.695) Tsd. €. (4) Wertpapierescroll
In den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind Aktien der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien/Österreich, ausgewiesen. (5) RechnungsabgrenzungspostenDer Posten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Zinsaufwendungen. (6) EigenkapitalEigenkapitalspiegelscroll
Zum 28. Februar 2018 betrug das gezeichnete Kapital 204.183.292 €. Es ist in 204.183.292 Stückaktien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. Zum 28. Februar 2018 übersteigen die frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags den Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge. Daher besteht keine Ausschüttungssperre in Bezug auf den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres. Die Südzucker AG hat keine Bilanzierungswahlrechte in Anspruch genommen, die eine Ausschüttungssperre auslösen. (7) Sonderposten mit RücklageanteilDer Sonderposten mit Rücklageanteil betrifft ausschließlich steuerliche Sonderabschreibungen. (8) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenIn den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden Verpflichtungen aus laufenden Renten und Anwartschaften ausgewiesen. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 535.868 (507.615) Tsd. € wurde mit Deckungsvermögen (Rückdeckungsvermögen) in Höhe von 2.293 (2.464) Tsd. € verrechnet. Bei dem Deckungsvermögen handelt es sich um den versicherungsmathematischen Aktivwert von Rückdeckungsversicherungen; dabei entspricht der Zeitwert den historischen Anschaffungskosten. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt 79.028 T€. (9) Übrige Rückstellungenscroll
Die Steuerrückstellungen erhöhten sich durch die Zuführung von Steueraufwendungen für das laufende Geschäftsjahr und für noch nicht durch die steuerliche Außenprüfung abgeschlossene Wirtschaftsjahre. Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen betrafen Rechtsstreitigkeiten aus Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisken einschließlich Bußgeld und Schadensersatz. Die sonstigen Rückstellungen umfassen Verpflichtungen für Personalaufwendungen, Aufwendungen für Rübenerdeausfuhr und Rekultivierung von Schlammteichen bzw. Erdarbeiten zur Bodenbearbeitung und -verbesserung, und Risikovorsorge. Darüber hinaus bestanden Rückstellungen für im Berichtsjahr unterlassene Instandhaltungsaufwendungen, die durch Maßnahmen in den ersten drei Monaten des Folgejahres nachgeholt werden. Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde für bereits abgeschlossene und zum Bilanzstichtag fest vereinbarte Altersteilzeitverträge gebildet. Sie beinhaltet Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsrückstände der Gesellschaft. (10) Verbindlichkeitenscroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 146.826 (208.648) Tsd. €. Davon hatten 9.425 (36.663) Tsd. € eine Restlaufzeit über 5 Jahren. Unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden Verpflichtungen gegenüber den Rübenanbauern von 115.140 (205.252) Tsd. € ausgewiesen. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Anzahlungen bis zum Bilanzstichtag deutlich gestiegen sind, weil diese nicht nur auf Quotenrüben, sondern auf die gesamte Rübenmenge geleistet wurden. Für die Bemessung der Verbindlichkeiten wurde ein Rübenpreis gemäß vertraglicher Formel mit Ableitung aus dem Zuckerpreis der Kampagne 2017/18 angesetzt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.343.138 (1.283.958) Tsd. € betrafen im Wesentlichen Mittelaufnahmen über die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, sowie über die Tiense Suikerraffinaderij Services g.c.v., Brüssel/Belgien. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthielten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungseinrichtungen, Steuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Sämtliche Verbindlichkeiten sind ungesichert. (11) Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und derivative FinanzinstrumenteVon den künftigen Verpflichtungen aus Pacht-, Miet- und Leasingverträgen sind 15,9 (9,5) Mio. € innerhalb von bis zu einem Jahr, 39,7 (37,0) Mio. € über einem Jahr, davon 10,0 (12,8) Mio. € nach mehr als fünf Jahren fällig; davon betreffen 0,2 (0,5) Mio. € verbundene Unternehmen, die innerhalb von bis zu einem Jahr fällig sind. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus offenen Bestellungen betrugen zum Bilanzstichtag 27,9 (11,9) Mio. €. Zu Gunsten der Gläubiger der von der Südzucker Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, begebenen Anleihen hat die Südzucker AG Garantien über insgesamt 1.200,0 (700,0) Mio. € und im Falle der nachrangigen Hybrid-Anleihe eine nachrangige Garantie in Höhe von 700,0 (700,0) Mio. € abgegeben. Die Abgabe einer weiteren Garantie erfolgte zu Gunsten der Gläubiger der BENEO Orafti Chile S.A. für eine Kreditlinie von maximal 25,0 (25,0) Mio. USD; zum Bilanzstichtag war die Kreditlinie seitens der Gesellschaft nicht (3,4) Mio. USD in Anspruch genommen. Eine Inanspruchnahme aus den begebenen Garantien wird derzeit aufgrund der finanziellen Situation der Gesellschaften nicht erwartet. Für einen Kredit der Rackwitzer Biogas GmbH von 10 Mio. € haftet die Südzucker AG gesamtschuldnerisch. Das Darlehen valutierte am Bilanzstichtag mit 4,7 (5,4) Mio. € Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der finanziellen Situation der Rackwitzer Biogas GmbH nicht zu rechnen. Neben den dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnissen existieren keine außerbilanziellen Geschäfte, die für die Finanzlage der Gesellschaft von Bedeutung wären. Für ein Darlehen in Höhe von 12,5 Mio. GBP an eine Tochtergesellschaft hat die Südzucker AG CrossCurrency-Swaps abgeschlossen, um das Währungsrisiko aus Zinszahlungen und Tilgung abzusichern. Das Grundgeschäft (Darlehensvergabe in Fremdwährung) und das Sicherungsinstrument (Cross-Currency-Swap) werden als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend erfolgt keine währungsbedingte Abwertung der GBP-Forderung und im Fall eines negativen Marktwerts des Sicherungsinstruments wird keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Am Bilanzstichtag hatten die Cross-Currency-Swaps einen negativen Marktwert von 0,2 (0,5) Mio. €, was der Höhe der Risiken entspricht, die mit den am Abschlussstichtag bestehenden Bewertungseinheiten abgesichert wurden. Die Sicherungsinstrumente haben Laufzeiten bis zum 21. Oktober 2021 bzw. 27. März 2019. Für Zuckerverkaufsverträge mit weltmarktpreisbasierter Preisableitung werden Preissicherungen mittels Zuckerterminkontrakten (Zuckerfutures) und Währungssicherungsgeschäften (FX-Forwards) abgeschlossen. Das Grundgeschäft (Zuckerverkaufsverträge) und die Sicherungsinstrumente (Zuckerfutures und FX-Forwards) werden als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Marktwerts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2018 waren Zuckerterminkontrakte (Zuckerfutures) für die Preissicherung von Zuckerverkäufen mit weltmarktpreisbasierter Preisanpassung offen. Der positive Marktwert beträgt +31,5 (+26,5) Mio. €, der negative Marktwert beträgt -9,9 (-17,1) Mio. €. Für damit verbundene Währungssicherungsgeschäfte (FX-Forwards) bestehen positive bzw. negative Marktwerte von +3,0 (+1,7) bzw. -0,5 (-1 4,8) Mio. €. Zur Rohstoffpreissicherung für die in Zeitz errichtete Weizenstärkeanlage setzt Südzucker neben längerfristigen Lieferverträgen auch derivative Sicherungsinstrumente (Weizenfutures) ein. Hierbei wird der zukünftige Rohstoffbedarf bzw. die entsprechenden Rahmenverträge als Grundgeschäft zusammen mit den Sicherungsinstrumenten als Bewertungseinheit (Micro Hedge) betrachtet, da die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sind. Entsprechend wird im Fall eines negativen Marktwerts der Sicherungsinstrumente keine Rückstellung gebildet (Einfrierungsmethode). Zum 28. Februar 2018 waren Weizenterminkontrakte für Lieferungen im Geschäftsjahr 2018/1 9 mit einem Marktwert von -0,3 (+0,2) Mio. € offen. Die Übereinstimmung dieser Parameter wird prospektiv überprüft und im Rahmen des Risikomanagementsystems wird die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung regelmäßig beurteilt. Im Rahmen der Effektivitätstests wurde festgestellt, dass die wesentlichen wertbestimmenden Parameter (Critical-Terms) wie Nominalbeträge, Währung, Beginn, Fälligkeit, etc. von Grund- und Sicherungsgeschäft jeweils übereinstimmen, weshalb davon ausgegangen wird, dass sich die gegenläufigen Zahlungsströme in Zukunft vollständig ausgleichen werden. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung(12) Umsatzerlösescroll
(13) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungenscroll
(14) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 29.191 (4.302) Tsd. €. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Rückerstattung von Produktionabgaben aus Vorjahren in Höhe von 1 1.708 (0) Tsd. € sowie aus Buchgewinnen und der Auflösung von Rückstellungen. Daneben sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 3.350 (118) Tsd. € enthalten. Ein gemäß § 285 Nr. 31 HGB außergewöhnlicher Ertrag in Höhe von 10.956 Tsd. € entstand im Rahmen der Anwachsung der Südprojekt Silo und Logistik GmbH & Co. KG. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil in Höhe von 2.522 (1.334) Tsd. € sowie Erträge aus Versicherungserstattungen für Schadensfälle enthalten. (15) Materialaufwandscroll
(16) Personalaufwandscroll
(17) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 909 (900) Tsd. €. Daneben sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 5.635 (3.705) Tsd. € enthalten. (18) Beteiligungsergebnisscroll
(19) Zinsergebnisscroll
Im Geschäftsjahr sind im Zinsergebnis Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Verpflichtungen in Höhe von 20.173 (20.632) Tsd. € erfasst. Diese resultieren maßgeblich aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 19.565 (19.940) Tsd. € bzw. langfristigen Personalrückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 608 ( 692) Tsd. €, die mit den Erträgen saldiert sind, die aus der Zeitwertbewertung des Deckungsvermögens von 2.293 (2.464) Tsd. € resultieren. (20) Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die Steueraufwendungen aus dem laufenden Geschäftsjahr und aus Vorjahren. Latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Rückstellungen ermittelt. Im Geschäftsjahr ergibt sich für den Organkreis der Südzucker AG ein Überhang von aktiven latenten Steuern. Dies begründet sich im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen für Pensions-, Altersteilzeit- und Jubiläumsrückstellungen sowie übrigen Rückstellungen. Das Wahlrecht zum Ansatz des Überhangs aktiver latenter Steuern wird von der Südzucker AG nicht ausgeübt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von 29,1 %. Sonstige Angaben(21) Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf 20.387 (20.245) Tsd. € und wurden vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. (22) Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstands- und AufsichtsratsmitgliederDie von der Südzucker AG im Geschäftsjahr 2017/18 gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand belaufen sich auf 2,9 (2,6) Mio. €. Die variable Vergütung beträgt 37 (31) % der Barbezüge; sie ist von der durch die von der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende abhängig. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihrer Hinterbliebenen wurden insgesamt 28,5 (33,1) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen betrugen 2,3 (2,6) Mio. €. Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG belief sich im Geschäftsjahr 2017/18 auf 1,6 (1,6) Mio. €. Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist im Vergütungsbericht im Konzern-Lagebericht in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben. (23) Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktGFür das Geschäftsjahr 2017/18 liegen keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte vor. (24) NachtragsberichtNach Schluss des Geschäftsjahres haben sich keine wesentlichen Änderungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beziehungsweise unserer Branchensituation ergeben. Es gibt auch keine anderweitigen für die Südzucker AG zu berichtenden Ereignisse von besonderer Bedeutung. (25) KonzernabschlussDie Südzucker AG als oberstes Mutterunternehmen des Südzucker Konzerns erstellt zum 28. Februar 2018 einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Dieser wird zur Veröffentlichung beim Betreiber des Bundesanzeigers hinterlegt. (26) AnteilsbesitzBei den deutschen Beteiligungen werden das Eigenkapital sowie das Jahresergebnis einheitlich nach HGB angegeben. Sofern mit der betreffenden Beteiligung ein Ergebnisabführungsvertrag besteht, wird das Jahresergebnis mit Null angegeben. Die Anteilsbesitzliste befindet sich auf den Seiten 76 ff. in diesem Anhang. Die Angaben erfolgen gemäß § 313 Abs. 2 und § 285 Nr. 11 HGB. (27) Aufsichtsrat und VorstandAUFSICHTSRATDr. Hans-Jörg Gebhard, EppingenVorsitzenderVorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Franz-Josef Möllenberg* , Rellingen1. stellv. VorsitzenderEhemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft NahrungGenuss-Gaststätten Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
Erwin Hameseder, Mühldorf, Österreich2. stellv. VorsitzenderObmann der Raiffeisen-Holding NiederösterreichWien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Konzernmandate
Thomas Bernhard* , Wunstorf (seit dem 20. Juli 2017)Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Dr. Jochen Fenner, Gelchsheim (bis zum 20. Juli 2017)Vorstandsvorsitzender der Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG und Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e.V. Dr. Melanie Frerichs* , Hamburg (seit dem 20. Juli 2017)Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Helmut Friedl, Egling a. d. PaarVorstandsvorsitzender des Verbands Bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Yüksel Gediagac* , Berlin (bis zum 20. Juli 2017)Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG Veronika Haslinger, Wien, ÖsterreichGeschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Konzernmandate im Konzern der Raiffeisen-Holding Niederösterreich - Wien reg.Gen.m.b. H.
Ralf Hentzschel, Panschwitz-KuckauVorsitzender des Präsidiums des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V. Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Wolfgang Kirsch, Königstein (bis zum 20. Juli 2017)Vorstandsvorsitzender der DZ Bank AG Georg Koch, WabernVorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e.V. und stellv. Vorstandsvorsitzender der Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG Susanne Kunschert, StuttgartGeschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Günther Link* , OberickelsheimBetriebsratsvorsitzender des Werks Ochsenfurt der Südzucker AG Bernd Maiweg*, Aarbergen (bis zum 20. Juli 2017)Referatsleiter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Julia Merkel, Wiesbaden (seit dem 20. Juli 2017)Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG Konzernmandate
Angela Nguyen* , Biederitz (seit dem 20. Juli 2017)Stellv. Betriebsratsvorsitzende von Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG, Osterweddingen Ulrike Rösch*, Bellheim (seit dem 20. Juli 2017)Stellv. Betriebsratsvorsitzende der Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG Joachim Rukwied, EberstadtPräsident des Deutschen Bauernverbands e.V. Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Ronny Schreiber* , Einhausen (bis zum 20. Juli 2017)Betriebsratsvorsitzender der Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG Petra Schwalbe*, Berlin (bis zum 20. Juli 2017)Vorsitzende des Landesbezirks Ost der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Nadine Seidemann* , DonauwörthMitglied des Betriebsrats des Werks Rain der Südzucker AG Dr. Stefan Streng, Uffenheim (seit dem 20. Juli 2017)Vorsitzender des Vorstands des Verbands Fränkischer Zuckerrübenanbauer e.V. Franz-Rudolf Vogel* , WormsGesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG Wolfgang Vogl*, BernriedLeiter der Werke Plattling und Rain der Südzucker AG Konzernmandate
Rolf Wiederhold* , WabernBetriebsratsvorsitzender des Werks Wabern der Südzucker AG VORSTANDDr. Wolfgang Heer (Vorsitzender), Ludwigshafen am Rhein (Wieder-Bestellung bis zum 28. Februar 2021)Konzernmandate
Dr. Thomas Kirchberg, Ochsenfurt (Wieder-Bestellung bis zum 31. August 2022)Konzernmandate
Thomas Kölbl, Speyer (Wieder-Bestellung bis zum 31. Mai 2019)Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
Konzernmandate
Dipl. Ing. Johann Marihart, Limberg, Österreich (Wieder-Bestellung bis zum 31. Januar 2019)Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
Konzernmandate
(28) Aufwendungen für Leistungen des AbschlussprüfersFür Leistungen des Abschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, sind im Geschäftsjahr 2017/18 für die Südzucker AG folgende Aufwendungen angefallen: scroll
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses sowie des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses der Südzucker AG. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen die Erteilung eines Comfort Letters sowie andere Testatsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen umfassen überwiegend Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen. (29) Entsprechenserklärung nach § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat haben am 16. November 2017 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben. Sie ist im Internet unter (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Corporate-Governance/) zugänglich gemacht. (30) Vorschlag für die GewinnverwendungDer Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 91.914 (91.940) Tsd. €. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 0,45 (0,45) € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: scroll
Soweit am Tag der Hauptversammlung eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei Ausschüttung von 0,45 € je dividendenberechtigter Stückaktie den entsprechend höheren verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Auszahlung der Dividende soll am 24. Juli 2018 erfolgen. Anteilsbesitzlistescroll
scroll
*
Ergebnisübernahme Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Mannheim, den 23. April 2018 DER VORSTAND Dr. Wolfgang Heer, Vorsitzender Dr. Thomas Kirchberg Thomas Kölbl Johann Marihart Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Südzucker AG, MannheimVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Südzucker AG, Mannheim, -bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 2 Sicherung von Zuckerverkäufen 3 Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Risikovorsorge Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1 Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen1 Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 2.764,5 Mio. ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Zur Ermittlung des beizulegenden Werts wird -soweit vorhanden -der Marktpreis der jeweiligen Finanzanlage herangezogen. Darüber hinaus werden die beizulegenden Werte der wesentlichen Beteiligungen als Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Discounted-Cashflow-Modellen ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der jeweiligen Finanzanlage. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der wesentlichen Beteiligungen sachgerecht mittels Discounted-Cashflow-Modellen unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" und "Anlagevermögen" des Anhangs enthalten. 2 Sicherung von Zuckerverkäufen1 Mit der Aufhebung der Quotenregelung und dem Wegfall der Exportbeschränkungen zum 1. Oktober 2017 wird die Preisentwicklung von Zucker immer stärker durch die Weltmarktpreisentwicklung bestimmt. Entsprechend hat auch die Bedeutung von Zuckerpreissicherungsgeschäften mittels derivativer Finanzinstrumente im Geschäftsjahr weiter zugenommen. Organisatorisch sind diese Anforderungen im Südzucker-Konzern zentral durch die Zusammenfassung der entsprechenden Konzernaktivitäten im Bereich "Global Markets" bei der Südzucker AG umgesetzt. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente wird durch eine konzernweite Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken geregelt. Zum Bilanzstichtag bestanden Zuckerderivate mit einem positiven Marktwert in Höhe von € 31,5 Mio sowie einem negativen Marktwert in Höhe von € - 9,9 Mio, die zur Absicherung des Preisrisikos aus weltmarktpreisbasierten Zuckerverkäufen dienen und in Bewertungseinheiten einbezogen sind. Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Währungsrisikos, das mit diesen Zuckerverkäufen verbunden ist. Diese sind ebenfalls in Bewertungseinheiten ein-bezogen und haben einen positiven Marktwert von € 3,0 Mio. und einen negativen Marktwert von € - 0,5 Mio. Dies hat zur Folge, dass Wert- oder Zahlungsstromänderungen der derivativen Finanzinstrumente über die Dauer der Sicherungsbeziehung unter Anwendung der Einfrierungsmethode bilanziell unberücksichtigt bleiben, soweit die Sicherungsbeziehung wirksam ist. Die Notwendigkeit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung für Bewertungseinheiten bestand nicht. Aufgrund des Wegfalls der Exportbeschränkungen im laufenden Geschäftsjahr und der damit verbundenen Zunahme der Transaktionen sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Berichterstattung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten von Corporate Treasury Solutions die Prozesse in Bezug auf die Sicherung von Zuckerverkäufen einschließlich der im Geschäftsjahr eingetretenen prozessualen und organisatorischen Veränderungen sowie die strategischen Entwicklungen im Risikomanagement aufgenommen und hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Neben der strategischen, organisatorischen und prozessualen Entwicklung des Zuckerpreismanagements haben wir die bilanzielle Abbildung des Zuckerhedgings auf Basis der von der Südzucker AG erstellten Dokumentation und vorliegenden Verträge gewürdigt. Daneben haben wir die zur Verfügung gestellten Buchungsunterlagen hinsichtlich ihres Einklangs mit den Vorgaben des Handelsrechts beurteilt. Dies beinhaltete unter anderem das Vorliegen der Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten, einschließlich entsprechender Effektivitätstests. Darüber hinaus haben wir die Vollständigkeit und Richtigkeit der im Anhang enthaltenen Beträge und Erläuterungen beurteilt. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten hinreichend begründet und dokumentiert sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu (derivativen) Finanzinstrumenten und der Bildung von Bewertungseinheiten sind insbesondere im Abschnitt "Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und derivative Finanzinstrumente" des Anhangs enthalten. 3 Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Risikovorsorge1 Im Jahresabschluss der Südzucker AG werden unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge in Höhe von € 163,6 Mio ausgewiesen. Diese betreffen Rechtsstreitigkeiten aus Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken einschließlich Bußgeldern und Schadensersatz. Die vorzunehmende Risikobeurteilung zum Verlauf von Rechtsstreitigkeiten und die Einschätzung, ob aufgrund eines vorliegenden Rechtsstreits die Passivierung einer Rückstellung zur Abdeckung des Risikos erforderlich, und ggfs. in welcher Höhe die gegenwärtige Verpflichtung zu bemessen ist, wird in hohem Maße durch die Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter geprägt. Vor diesem Hintergrund ist dieser Sachverhalt aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem den von der Gesellschaft eingerichteten Prozess, der die Erfassung, die Einschätzung hinsichtlich eines Verfahrensausgangs sowie die bilanzielle Darstellung eines Rechtsstreits sicherstellt, beurteilt. Diese Beurteilung umfasste auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den wesentlichen Rechtsrisiken. Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht und dass die Ansatz- und Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte Auswirkung auf das Jahresergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Wertansätze unter anderem durch Vergleich dieser Werte mit Vergangenheitswerten, Nachvollzug der stetig angewendeten Berechnungsmethodik und Einsichtnahme in zugrundeliegende Unterlagen gewürdigt. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Gespräche mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft, um uns die aktuellen Entwicklungen und Gründe, die zu den entsprechenden Einschätzungen geführt haben, erläutern zu lassen. Die Entwicklung der wesentlichen Rechtsstreitigkeiten einschließlich der Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der möglichen Verfahrensausgänge wird uns in schriftlicher Form durch die Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Zum Bilanzstichtag haben wir darüber hinaus externe Rechtsanwaltsbestätigungen eingeholt, die die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen stützen. Die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen zur Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und die damit einhergehende Risikovorsorge im Jahresabschluss konnten wir nachvollziehen. Wir halten die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen für sachgerecht. 3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge sind in Abschnitt "Übrige Rückstellungen" des Anhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Finanzberichts -ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Um-fang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 20. Juli 2017 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 20. Juli 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2003/2004 als Abschlussprüfer der Südzucker AG, Mannheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Conrad.
Frankfurt am Main, den 23. April 2018 PricewaterhouseCoopers GmbH Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer ppa. Christina Pöpperl, Wirtschaftsprüferin ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN/PROGNOSENDieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der Südzucker AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die anstehenden Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, Änderungen der EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die Südzucker AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. KONTAKTEInvestor RelationsNikolai Baltruschat investor.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-240 WirtschaftspresseDr. Dominik Risser public.relations@suedzucker.de Telefon: +49 621 421-428 Südzucker im InternetAusführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe erhalten Sie über die Internet-Adresse: www.suedzucker.de HERAUSGEBERSüdzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Telefon: +49 621 421-0 Druck und Weiterverarbeitung: ColorDruck Solutions Leimen (c) 2018 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||