![]() Südzucker AGMannheimQuartalsmitteilung 1.- 3. Quartal 2018/19Q3QUARTALSMITTEILUNG1. März - 30. November 2018KONZERNUMSATZ5.192 [5.302] Mio. € OPERATIVES KONZERNERGEBNIS116 [384] Mio. PROGNOSE FÜR GESAMTJAHR 2018/19:KONZERNUMSATZ 6,6 bis 6,9 [2017/18: 7,0] Mrd. € OPERATIVES KONZERNERGEBNIS 25 bis 125 [2017/18: 445] Mio. € FINANZKALENDERVorläufige ZahlenGeschäftsjahr 2018/19 Bilanzpresse- und AnalystenkonferenzGeschäftsjahr 2018/19 Q 1 - Quartalsmitteilung1.Quartal 2019/20 HauptversammlungGeschäftsjahr 2018/19 Q2 - Halbjahresfinanzbericht1. Halbjahr 2019/20 Q3 - Quartalsmitteilung1.- 3. Quartal 2019/20 1. - 3. Quartal 2018/19
Prognose für das Gesamtjahr 2018/19
Konzernzahlen zum 30. November 2018scroll
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. WIRTSCHAFTSBERICHTKonzernertragslageUmsatz und operatives ErgebnisIn den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 verringerte sich der Konzernumsatz
leicht auf 5.192 (5.302) Mio. €. Während der Umsatz in den Segmenten Zucker und CropEnergies
deutlich zurückging, stieg er im Segment Spezialitäten deutlich an. Im Segment Frucht
lag der Umsatz auf Vorjahresniveau. Das operative Konzernergebnis verringerte sich in den ersten neun Monaten erwartungsgemäß
deutlich auf 116 (384) Mio. €. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die ab dem
3. Quartal im Segment Zucker eingetretenen Verluste zurückzuführen. Auch im Segment
CropEnergies sank das operative Ergebnis deutlich, jedoch im 3. Quartal weniger stark
als in den Vorquartalen. Das operative Ergebnis in den Segmenten Spezialitäten und
Frucht lag moderat über Vorjahresniveau. Ergebnis der BetriebstätigkeitDas Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 139 (380) Mio. € setzt sich aus dem
operativen Ergebnis von 116 (384) Mio. €, dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen
in Höhe von 7 (- 6) Mio. € sowie dem Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen Unternehmen
von 16 (2) Mio. € zusammen. Ergebnis aus Restrukturierung und SondereinflüssenDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 7 (- 6) Mio. €
ist im Wesentlichen im Segment CropEnergies angefallen. Es resultierte aus der Auflösung
einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für eine dem Grunde nach bestrittene Branntweinsteuerverbindlichkeit,
nachdem das entsprechende Verfahren im 3. Quartal erfolgreich abgeschlossen wurde. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen verbesserte sich auf 16 (2) Mio.
€. Dabei stand einem Ergebnisanstieg im Segment Zucker ein rückläufiges Ergebnis im
Segment Spezialitäten gegenüber. Geschäftsentwicklung im Konzernscroll
scroll
TABELLE 02 1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Gewinn- und-Verlust-Rechnungscroll
TABELLE 03 FinanzergebnisDas Finanzergebnis belief sich in den ersten neun Monaten auf - 22 (- 27) Mio. €.
Es umfasst ein verbessertes Zinsergebnis von - 16 (- 21) Mio. € infolge rückläufiger
Durchschnittszinsen - bei gestiegener Durchschnittsverschuldung. Das sonstige Finanzergebnis
von - 6 (- 6) Mio. € ist durch ein negatives Währungsergebnis belastet, das insbesondere
aus der Abschwächung des argentinischen Pesos resultiert. Argentinien gilt seit Mitte
des Jahres 2018 als Hochinflationsland, weshalb die einschlägigen Vorschriften von
IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) seit dem 3. Quartal zur Anwendung
kamen; dadurch wurde der Währungsverlust um 0,9 Mio. € reduziert. Steuern vom Einkommen und vom ErtragBei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 117 (353) Mio. € beliefen sich die Steuern
vom Einkommen und vom Ertrag auf - 81 (- 93) Mio. €. Der Anstieg der Konzernsteuerquote
auf 69 (26) % resultierte im Wesentlichen daraus, dass steuerliche Verluste im Segment
Zucker bilanziell nicht angesetzt wurden. JahresüberschussVom Jahresüberschuss von 36 (260) Mio. € entfielen - 3 (161) Mio. € auf die Aktionäre
der Südzucker AG, 10 (10) Mio. € auf das Hybrid-Eigenkapital und 29 (89) Mio. € auf
die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer
der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie betrug - 0,01 (0,79) € für das 1. - 3. Quartal 2018/19. Der
Ermittlung lag der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 (204,2) Mio. ausstehenden
Aktien zugrunde. KonzernfinanzlageCashflowDer Cashflow erreichte 293 Mio. € nach 532 Mio. € im Vorjahreszeitraum bzw. 5,7 (10,0)
% der Umsatzerlöse. Working CapitalDer Mittelzufluss aus der Abnahme des Working Capitals von 195 (186) Mio. € resultierte
maßgeblich aus dem Abbau der Vorräte aus der Kampagne 2017. Dem Aufbau der Vorräte
aus der neuen Kampagne 2018 steht ein gleichzeitiger Aufbau der Verbindlichkeiten
gegenüber Rübenanbauern entgegen. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen
sich in den ersten neun Monaten auf 254 (250) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen
sie in Höhe von 103 (121) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen sowie auf weitere
Optimierungen der Logistik und Effizienzverbesserungen in der Produktion. Das Investitionsvolumen
im Segment Spezialitäten in Höhe von 109 (85) Mio. € betraf im Wesentlichen die Errichtung
und Vorbereitungen von neuen Produktionsanlagen bzw. Kapazitätserweiterungen bei BENEO
und AGRANA Stärke. Die Investitionen im Segment CropEnergies in Höhe von 9 (15) Mio.
€ dienten neben Ersatzinvestitionen der Optimierung und Erweiterung der Produktionsanlagen.
Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von 33 (29) Mio. € überwiegend die Installation
weiterer Produktionskapazitäten im Bereich Fruchtzubereitungen. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 15 (48) Mio. € betrafen im Wesentlichen
den Erwerb von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller
Brix Trade Kft., Nagykallo, im 1. Quartal, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem
algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits
SPA), Akbou, im 2. Quartal sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen
Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford, im 3. Quartal. Im Vorjahr entfielen
die Investitionen in Finanzanlagen maßgeblich auf den 100%igen Erwerb des Tiefkühlpizzaherstellers
HASA GmbH in Burg / Sachsen-Anhalt im 2. Quartal 2017/18. Entwicklung der NettofinanzschuldenDie Nettofinanzschulden von 843 Mio. € am 28. Februar 2018 reduzierten sich um 62
Mio. € auf 781 Mio. € am 30. November 2018. Dabei wurden die Investitionen in Sach-
und Finanzanlagen von insgesamt 269 Mio. € und die Gewinnausschüttungen von 156 Mio.
€ vollständig aus dem Cashflow in Höhe von 293 Mio. € sowie dem Mittelzufluss aus
der Veränderung des Working Capitals von 195 Mio. € finanziert. Finanzierungsrechnungscroll
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Konzernvermögenslagescroll
TABELLE 05 Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte stiegen um 446 Mio. € auf 5.236 (4.790) Mio. €. Insbesondere
durch den Erwerb des Tiefkühlpizzaherstellers Richelieu Foods Inc., Braintree / Massachusetts
/ USA, im 4. Quartal 2017/18 erhöhten sich die immateriellen Vermögenswerte um 406
Mio. € auf 1.676 (1.270) Mio. €. Der Buchwert der Sachanlagen erhöhte sich bedingt
durch Investitionen sowie die Konsolidierungskreisänderungen um 82 Mio. € auf 3.025
(2.943) Mio. €. Der Rückgang der übrigen Vermögenswerte um 42 Mio. € auf 535 (577)
Mio. € resultierte insbesondere aus rückläufigen Beteiligungswerten der at Equity
einbezogenen Unternehmen von 395 (415) Mio. € und geringeren aktiven latenten Steuern
von 84 (106) Mio. €. Kurzfristige VermögenswerteDie kurzfristigen Vermögenswerte gingen um 811 Mio. € auf 3.716 (4.527) Mio. € zurück.
Die Vorratsbestände reduzierten sich um 27 Mio. € auf 1.832 (1.859) Mio. €, was maßgeblich
aus dem überwiegend mengenbedingten Rückgang im Segment Zucker resultierte. Die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen waren mit 1.015 (1.031) Mio. € um 16 Mio. € geringer.
Die übrigen Vermögenswerte, die auch die flüssigen Mittel umfassen, reduzierten sich
um 768 Mio. € auf 869 (1.637) Mio. €. Die Emission der 500-Mio.-€-Anleihe am 21. November
2017 mit siebenjähriger Laufzeit und einem Coupon von 1 % führte zu einem entsprechenden
Anstieg der flüssigen Mittel zum 30. November 2017. Im Folgenden reduzierten sich
die flüssigen Mittel insbesondere durch die Rückzahlung der 400-Mio.-€-Anleihe am
29. März 2018. EigenkapitalDas Eigenkapital lag mit 4.911 (4.962) Mio. € leicht unter Vorjahresniveau; bei einer
geringeren Bilanzsumme von 8.952 (9.317) Mio. € ergab sich eine Eigenkapitalquote
von 55 (53) %. Das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG lag mit 3.366 (3.403)
Mio. € ebenfalls leicht unter Vorjahresniveau; die sonstigen nicht beherrschenden
Anteile nahmen um 15 Mio. € auf 891 (906) Mio. € ab. Langfristige SchuldenDie langfristigen Schulden erhöhten sich um 167 Mio. € auf 2.314 (2.147) Mio. €. Dabei
reduzierten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um
42 Mio. € auf 788 (830) Mio. € infolge der Bewertung mit dem gestiegenen Marktzinssatz
von 2,20 % am 30. November 2018 nach 1,90 % am 30. November 2017. Die Finanzverbindlichkeiten
verzeichneten einen Anstieg um 110 Mio. € auf 1.138 (1.028) Mio. € durch gestiegene
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der Anstieg der übrigen Schulden um
99 Mio. € auf 388 (289) Mio. € resultiert maßgeblich aus den gestiegenen passiven
latenten Steuern. Kurzfristige SchuldenDie kurzfristigen Schulden reduzierten sich um 481 Mio. € auf 1.727 (2.208) Mio. €.
Dabei verzeichneten die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten einen Rückgang um 205
Mio. € auf 254 (459) Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gingen um 244 Mio. € auf 859 (1.103) Mio. € zurück; darin enthalten sind rückläufige
Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern in Höhe von 288 (577) Mio. €. Der Rückgang
war insbesondere mengenbedingt und zudem beeinflusst durch bereits Ende November 2018
geleistete Rübengeldzahlungen, die im Vorjahr erst Anfang Dezember anfielen. Bei den
übrigen Schulden, die sich aus sonstigen Rückstellungen, Steuerschulden und sonstigen
Verbindlichkeiten zusammensetzen, war ein Rückgang um 32 Mio. € auf 614 (646) Mio.
€ zu verzeichnen. NettofinanzschuldenDie Nettofinanzschulden zum 30. November 2018 erhöhten sich um 633 Mio. € auf 781
(148) Mio. € gegenüber dem Vorjahresstichtag; sie entsprachen 15,9 (3,0) % des Eigenkapitals.
Dabei wirkte sich insbesondere die Kaufpreiszahlung von 384 Mio. € für den Erwerb
des Tiefkühlpizzaherstellers Richelieu Foods Inc. am 1. Dezember 2017 aus. Am 5. April 2018 änderte Moody's den Ausblick von stabil auf negativ. Am 12. Dezember
2018 senkte Moody's das Unternehmens- und Anleihe-Rating von Baa2 auf Baa3 mit negativem
Ausblick. MitarbeiterDie Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag zum Ende
der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2018/19 mit 20.129 (18.801) über Vorjahr.
Im Segment Spezialitäten stieg die Mitarbeiterzahl um 1.020 auf 5.909 (4.889), was
insbesondere aus dem Mitarbeiterzuwachs im Rahmen der Erwerbe von Richelieu Foods
Inc., Braintree / Massachusetts / USA, im 4. Quartal 2017/18 und CustomPack Ltd, Telford
/ Großbritannien, im 3. Quartal 2018/19 resultierte. Mitarbeiter zum Bilanzstichtag nach Segmentenscroll
TABELLE 06 SEGMENT ZUCKERMärkte und RahmenbedingungenWeltzuckermarktDas deutsche Analystenhaus F. O. Licht rechnet in einer Aktualisierung der Schätzung
der Weltzuckerbilanz vom Dezember 2018 für das Wirtschaftsjahr 2018/19 (1. Oktober
bis 30. September) nun mit einem leichten Defizit. Auf Basis dieser aktualisierten
Schätzung wird aufgrund einer rückläufigen Produktion von 185,0 (193,3) Mio. t bei
einem weiter wachsenden Verbrauch von 186,3 (183,7) Mio. t ein leichter Rückgang der
Bestände auf 74,0 (75,7) Mio. t bzw. auf 39,7 (41,2) % eines Jahresverbrauchs erwartet.
Dieses nunmehr erwartete Bestandsniveau liegt rund 11 Mio. t und die nunmehr erwartete
Relation des Bestands zum Verbrauch rund 6 Prozentpunkte unter den Werten der August-Schätzung
2018. Nach Beginn des Geschäftsjahres 2018/19 ging der Weltmarktpreis für Weißzucker zunächst
von 296 €/t auf nahezu 250 €/t im April zurück. Unterstützt von einem stärkeren US-Dollar
erholte er sich im Mai wieder auf rund 300 €/t. Ab Mitte Juli fiel das Weltmarktpreisniveau
zunächst wieder und erreichte zeitweise nahezu 260 €/t, bevor es im Oktober auf rund
340 €/t - das höchste Preisniveau seit nahezu einem Jahr - anstieg, danach aber wieder
nachgab. Zum Ende des Berichtszeitraums lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei
307 €/t. EU-ZuckermarktDas zurückliegende Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ; 1. Oktober bis 30. September) 2017/18
war das erste nach Wegfall der Zuckerquotenregelung und der Zuckerrübenmindestpreise.
Bei sehr guten Erträgen stiegen die Zuckererzeugung und die nun wieder unbegrenzt
möglichen Exporte deutlich an, die Importe hingegen gingen zurück. Die Erzeugungserwartungen für das seit 1. Oktober 2018 laufende ZWJ 2018/19 sind aufgrund
der trockenheitsbedingt schlechteren Erträge in den großen europäischen Anbauregionen
deutlich geringer als im vorhergehenden Jahr. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung
vom September 2018 bei einer stabilen Rübenanbaufläche von einem Rückgang der Erzeugung
(inkl. Isoglukose) um 1,9 Mio. t auf 19,8 (21,7) Mio. t aus. Das Analystenhaus F.
O. Licht erwartet mittlerweile einen Erzeugungsrückgang in der EU um knapp 3 Mio.
t Weißzucker. Daher sollten die Exporte und die Bestände deutlich zurückgehen. Zu Beginn des abgelaufenen ZWJ 2017/18 im Oktober 2017 fiel der EU-Preis für Zucker
(Food und Non-Food) von rund 500 €/t loser Zucker ab Werk zunächst auf 420 €/t und
sank in den Folgemonaten auf knapp unter 350 €/t. Zu Beginn des neuen ZWJ 2018/19
ging der Preis nochmals um 27 €/t auf einen historischen Tiefstwert von nur noch 320
€/t im Oktober 2018 zurück. Der EU-Preis für Zucker liegt somit nunmehr rund 20 %
unter dem regulatorisch festgelegten Referenzschwellenwert von 404 €/t. EnergiemarktDie Ölpreisrallye setzte sich zu Beginn des 3. Quartals zunächst fort, als sich eine
Angebotsknappheit als Folge sanktionsbedingt rückläufiger Ölexporte aus dem Iran abzeichnete.
Der Brent-Rohölpreis verteuerte sich Anfang Oktober 2018 auf ein Vierjahreshoch von
86 USD/Barrel. Die Marktstimmung kippte jedoch, als Rekord-Ölproduktionen in Saudi-Arabien
und Russland sowie ein starker Produktionsanstieg in den USA bekannt wurden. Zudem
ging die Nachfrage zurück, weil der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt und sinkende
Wachstumsprognosen für die Eurozone zunehmend negative Konjunktursignale aussendeten.
Erst die Aussicht auf Produktionskürzungen in Saudi-Arabien und Russland bremste den
Preisrückgang am Quartalsende. Der Brent-Ölpreis ging am 30. November mit 59 USD/Barrel
aus dem Handel. EU-Agrar- und Zuckerpolitik, WTO-Verhandlungen und FreihandelsabkommenZum 1. Juni 2018 veröffentlichte die EU-Kommission ihre Vorschläge zur EU-Agrarpolitik
nach 2020. Diese ergänzen die im Mai vorgelegten Budgetvorschläge zum EU-Haushalt
nach 2020. Es wird erwartet, dass die Vorschläge zu einer Reduzierung der staatlichen
Zahlungen in Form von Direktzahlungen führen können, was den Anpassungsdruck in der
Landwirtschaft weiter erhöhen würde. Darüber hinaus ist mit einer stärkeren nationalen
Ausrichtung der Agrarpolitik zu rechnen. Diese Tendenz, die das Prinzip des gemeinsamen
Marktes für Agrarprodukte und Zucker unterhöhlt, birgt das Risiko zunehmender wettbewerbsverzerrender
nationaler Maßnahmen. So gehen die bereits heute in einigen EU-Ländern an den Zuckerrübenanbau
gekoppelten Direktzahlungen zulasten der wettbewerbsstarken Anbauregionen, in denen
Südzucker überwiegend aktiv ist. Neben den seit Jahren stockenden WTO-Gesprächen verhandelt die EU mit verschiedenen
Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise dem MERCOSUR-Verbund und Australien,
über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren - entgegen
der bisherigen Handelspraxis - nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten
künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden. Nach der Zustimmung des EU-Parlaments zum Freihandelsabkommen mit Japan wird mit dessen
Inkrafttreten zum 1. Februar 2019 gerechnet. Im Zuckerbereich wird Japan vier Einfuhrkontingente
von insgesamt 3.650 t pro Jahr einräumen und die EU ihre Zollsätze auf die Einfuhren
von Zucker ab dem Inkrafttreten des Abkommens abschaffen. Japan ist derzeit Netto-Importeur
von Zucker. Im April 2018 erfolgte eine Grundsatzeinigung zwischen Mexiko und der EU über ein
Freihandelsabkommen. Nunmehr wurde der Vertragsentwurf veröffentlicht. Für Rohzucker
zur Raffination hat die EU ein sukzessive steigendes zollbegünstigtes Importkontingent
von 30.000 t pro Jahr ab dem dritten Jahr nach Inkrafttreten des Abkommens eingeräumt.
Der Vertragsentwurf muss nun von den EU-Gremien verabschiedet werden. Die EU-Kommission
geht davon aus, dass das Abkommen 2020 in Kraft treten könnte. Darüber hinaus haben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen der im
Geschäftsbericht 2017/18 (Konzernlagebericht, Wirtschaftsbericht, Segment Zucker)
auf den Seiten 61 und 62 dargestellten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen
der EU-Zuckerpolitik, WTO-Verhandlungen und Freihandelsabkommen ergeben. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisDer Umsatz im Segment Zucker sank in den ersten drei Quartalen infolge deutlich niedrigerer
Erlöse auf 2.060 (2.349) Mio. €. Trotz im 3. Quartal unter Vorjahr liegender Exportmengen
infolge der trockenheitsbedingt geringeren Ernte lag der Absatz im gesamten Berichtszeitraum
noch deutlich über Vorjahr, was den Erlösrückgang aber nicht kompensieren konnte. Während im Vorjahr in der ersten Geschäftsjahreshälfte die Erlöse noch angestiegen
waren, gingen diese seit Oktober 2017 deutlich zurück. Im Oktober 2018 sanken die
Erlöse wie erwartet nochmals. Seit dem 3. Quartal belastet darüber hinaus auch die
trockenheitsbedingt schlechtere Ernte 2018 die Ergebnisentwicklung. Daher ging das
operative Ergebnis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 auf -83
(150) Mio. € zurück. Während das erste Geschäftshalbjahr noch ausgeglichen war, ist
im 3. Quartal ein Verlust von -85 (38) Mio. € angefallen. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich im Segment Zucker
auf 2 (- 25) Mio. € und betrifft -neben der AGRANA-Studen-Gruppe und Maxi S.r.l. -
ED&F Man Holdings Limited. Trotz der deutlichen Ergebnisverbesserung reflektiert der
moderate Ergebnisbeitrag das weiterhin schwierige Umfeld im Bereich Zucker. Rübenanbau und Kampagne 2018Die ausgeprägte Sommertrockenheit in den meisten unserer Anbaugebiete spiegelt sich
in insgesamt unterdurchschnittlichen Rübenerträgen in der Südzucker-Gruppe wider.
Dagegen liegt der erwartete Zuckergehalt über dem Durchschnitt der letzten Jahre.
Aufgrund der insgesamt geringeren Erntemengen wird die Kampagne durchschnittlich kürzer
als im Vorjahr dauern. Die letzten Fabriken werden ihre Verarbeitung Anfang Februar
beenden. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen der ersten neun Monate in Höhe von 103 (121) Mio. € entfielen überwiegend
auf Ersatzinvestitionen, Effizienzverbesserungen in der Produktion sowie Investitionen
im Bereich Lager und Logistik. Dazu zählen Maßnahmen wie weitere Abpackmaschinen und
Lagerhallen, aber auch deren Anbindung an die Infrastruktur. Weitere Schwerpunkte
bildeten Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen wie Abwasserreinigung, in Emissionsreduktionen
bei der Dampferzeugung sowie in den Lärmschutz. Hervorzuheben sind zudem Projekte
zur Erneuerung der Prozessleitsysteme in den Werken der Südzucker AG. Erweiterungen
von Lagerkapazitäten für Dicksaft oder Melasse sowie Fertigwarenlager sind wesentliche
Logistikbausteine für die mittlerweile längeren Rüben- und Dicksaftkampagnen. Geschäftsentwicklung im Segment Zuckerscroll
scroll
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Tabelle 7 SEGMENT SPEZIALITÄTENGeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisAuch im 3. Quartal legte der Umsatz im Segment Spezialitäten weiterhin deutlich zu
und erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 1.710 (1.447) Mio. €. Zum Umsatzwachstum
trugen insbesondere die Umsatzbeiträge des im Vorjahr noch nicht enthaltenen Tiefkühlpizzaherstellers
Richelieu Foods Inc., USA, bei. Das operative Ergebnis lag mit 118 (116) Mio. € leicht über dem Vorjahreswert. Damit
konnte der Ergebnisrückgang aus dem 1. Halbjahr im 3. Quartal mehr als aufgeholt werden.
Der Bereich Stärke profitierte dabei insbesondere von zuletzt deutlich höheren Ethanolerlösen,
während diese im Verlauf des 3. Quartals des Vorjahres erheblich nachgaben. Die übrigen
Produktbereiche zeigten weiterhin eine insgesamt positive Entwicklung. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 14 (27) Mio. € betraf
im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der ungarischen
Hungrana-Gruppe, die von den negativen Marktpreisentwicklungen bei Bioethanol und
- als größter europäischer Hersteller von Isoglukose - bei Verzuckerungsprodukten
besonders getroffen wurde. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen im Segment Spezialitäten von 109 (85) Mio. € betrafen in der Division
BENEO vorrangig Maßnahmen zur Erfüllung von Marktanforderungen im Bereich Säuglingsnahrung.
Daneben werden in allen Geschäftsfeldern der BENEO-Gruppe die Anlagen zur Kapazitätssteigerung
optimiert bzw. erweitert. Dazu werden zum Teil neue Produktionslinien errichtet. In
der Division Stärke entfiel der maßgebliche Investitionsumfang an den österreichischen
Standorten auf die Steigerung der Kartoffelverarbeitung u. a. durch die Errichtung
neuer Trockneranlagen für Kartoffelstärke und Kartoffelfasern in Gmünd sowie auf die
Erweiterung der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf. In Aschach wurde u. a. in den
Ausbau der Energieversorgung investiert. Die Investitionen in der Division Freiberger
fielen überwiegend für die Effizienzverbesserung bestehender Anlagen in Großbritannien
an. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen von 7 (46) Mio. € betrafen im Wesentlichen den
Erwerb von 100 % der Anteile an dem Portionsartikelhersteller CustomPack Ltd, Telford
/ Großbritannien, im 3. Quartal. Im Vorjahr entfielen die Investitionen in Finanzanlagen
auf den 100%igen Erwerb des Tiefkühlpizzaherstellers HASA GmbH in Burg / Sachsen-Anhalt
im 2. Quartal 2017/18. Geschäftsentwicklung im Segment Spezialitätenscroll
scroll
TABELLE 08 1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. SEGMENT CROPENERGIESMärkte und RahmenbedingungenEthanolmarktIn den USA ist der 1-Monats-Future für Ethanol an der Chicago Board of Trade (CBOT) im 3. Quartal 2018/19 von umgerechnet 292 €/m3 weiter auf 285 €/m3 gesunken. Der anhaltend hohe Preisdruck ist insbesondere auf die zunehmenden Produktionsüberschüsse zurückzuführen. Die bisherigen Daten zeigen, dass in den USA im Jahr 2018 über 7,5 (6,9) Mio. m3 Ethanol mehr produziert als im Inland verbraucht wurden. Infolgedessen waren in den USA im Jahr 2018 nicht nur durchgehend hohe Lagerbestände zu verzeichnen, sondern es wurden nach vorläufigen Handelsdaten auch mehr als 6,0 (5,2) Mio. m3 Ethanol in Drittstaaten exportiert. In Brasilien zogen die Ethanolpreise von 350 €/m3 Anfang September 2018 auf 425 €/m3 Ende November 2018 an. Im aktuellen Zuckerwirtschaftsjahr 2018/19 wird ein Anstieg der Ethanolproduktion auf 31,5 (27,8) Mio. m3 erwartet. Die deutliche Ausweitung der Produktion wird von einer ebenfalls dynamischen Nachfrageentwicklung begleitet. Der Inlandsverbrauch soll auf 31,2 (28,4) Mio. m3 steigen, sodass in Anbetracht einer weitgehend ausgeglichenen Versorgungsbilanz mit keinen wesentlichen Nettoexporten Brasiliens zu rechnen ist. EU-Mengenbilanz Bioethanolscroll
Quelle: F. O. Licht. Schätzung der EU-Mengenbilanz Bioethanol, Dezember 2018. TABELLE 09 Die Ethanolpreise in Europa setzten im Berichtszeitraum ihre Berg- und-Tal-Fahrt fort. Nach 505 €/m3 Anfang September 2018 gingen die Preise bis Mitte Oktober 2018 auf rund 475 €/m3 zurück. Die Spotpreise wiesen dabei im Vergleich zu kurzfristigen Terminkursen nochmals zusätzliche Abschläge von ca. 30 €/m3 auf. Bis Ende November 2018 erholten sich die Ethanolpreise deutlich und schlossen letztlich bei 531 €/m3 , wobei die Spotpreise sogar rund 590 €/m3 erreichten. Zu der hohen Volatilität trugen insbesondere Spekulationen über die Auslastung europäischer Anlagen sowie die Vorteilhaftigkeit von Importen bei. Im Jahr 2018 sollen unverändert 0,5 (0,5) Mio. m3 Ethanol importiert werden. Den Einfuhren stehen dabei eine Inlandsproduktion von 7,7 (7,5) Mio. m3 und ein Inlandsverbrauch von 7,9 (7,9) Mio. m3 gegenüber. Die Produktion von Kraftstoffethanol soll mit 5,4 (5,3) Mio. m3 den Verbrauch von 5,3 (5,4) Mio. m3 leicht übersteigen. GetreidemarktDem US-Landwirtschaftsministerium zufolge soll die Weltgetreideproduktion (ohne Reis)
2018/19 auf 2.107 (2.120) Mio. t fallen. Bei einem erwarteten Getreideverbrauch von
2.153 (2.117) Mio. t wird mit einem Rückgang der Bestände auf 603 (649) Mio. t gerechnet. Aufgrund der ausgeprägten Trockenheit in weiten Teilen der EU rechnet die EU-Kommission
mit einem Rückgang der Getreideernte 2018/19 auf 285 (305) Mio. t. Der Verbrauch soll
sich im Vergleich zum Vorjahr unverändert auf 286 (286) Mio. t belaufen. Die europäischen
Weizenpreise an der Euro-next in Paris bewegten sich im 3. Quartal 2018/19 weiterhin
auf hohem Niveau und pendelten dabei in einer engen Bandbreite um die Marke von 200
€/t. Erneuerbare-Energien-Richtlinie nach 2020Nach der Zustimmung von Europäischem Parlament und Rat trat die neugefasste Erneuerbare-Energien-Richtlinie
am 24. Dezember 2018 in Kraft. Der Anteil an erneuerbaren Energien in der EU soll
demnach bis 2030 auf mindestens 32 % ansteigen. Im Transportsektor ist ein Anteil
von mindestens 14 % vorgesehen. Dazu können erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen
unverändert beitragen. Ihr Beitrag soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im
Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Gleichzeitig soll die Nutzung von Biokraftstoffen,
deren Rohstoffgewinnung zu einem Verlust an kohlenstoffreichen Gebieten (z. B. Regenwald)
führt, ab 2023 sukzessive reduziert werden. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen
und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen.
Darüber hinaus können diese Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer Strom, im Straßenverkehr
mehrfach auf das Transportziel angerechnet werden. Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie bis 2030 bietet die Chance, dass nachhaltig hergestellte,
erneuerbare Kraftstoffe nun auch nach 2020 zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen
können. Auf dem Weg dorthin ist es nun notwendig, dass die EU-Mitgliedsstaaten bei
der flächendeckenden E10-Einführung ohne weitere Verzögerungen voranschreiten. Kritisch
zu beurteilen ist die mehrfache Anrechnung von bestimmten Kraftstoffen und Energieträgern.
Durch die damit verbundene virtuelle Erhöhung des Erneuerbare-Energien-Anteils werden
weder der Verbrauch fossiler Kraftstoffe noch die damit verbundenen Emissionen gesenkt.
In den kommenden Jahren wird es an den EU-Mitgliedsstaaten liegen, mit einer sachgerechten
Umsetzung der europäischen Vorgaben auf nationaler Ebene den Verbrauch fossiler Kraftstoffe
zu senken und die Klimabilanz von Kraftstoffen zu verbessern. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisIm Segment CropEnergies blieb der Umsatz im Berichtszeitraum mit 532 (622) Mio. €
deutlich unter dem Vorjahr. Dies ist auf eine deutlich reduzierte Absatzmenge sowie
geringere Ethanolerlöse zurückzuführen. Die Ethanolerlöse lagen im 1. Halbjahr noch
unter dem überdurchschnittlich hohen Erlösniveau im 1. Halbjahr des Vorjahres. Hingegen
übertrafen die gestiegenen Ethanolerlöse im 3. Quartal bereits die Erlöse im Vorjahreszeitraum. Geschäftsentwicklung im Segment CropEnergiesscroll
scroll
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 10 Infolge der negativen Umsatzentwicklung verringerte sich auch das operative Ergebnis
im Berichtszeitraum auf 19 (59) Mio. €. Dabei wirkte neben einer reduzierten Absatzmenge
sowie niedrigeren Erlösen ein Anstieg der Rohstoffstoffkosten belastend. Aufgrund des starken Preisrückgangs für Bioethanol im Oktober 2018 entschloss sich
CropEnergies, in der Anlage in Wilton / Großbritannien ab Ende November 2018 eine
Produktionspause einzulegen. Ergebnis aus Restrukturierung und SondereinflüssenDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 10 (0) Mio. € betraf
im Wesentlichen die Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken
in Deutschland im Zusammenhang mit Ethanolverkäufen; das entsprechende Verfahren wurde
im 3. Quartal erfolgreich abgeschlossen. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in den ersten neun Monaten von 9 (15) Mio. € dienten neben dem Ersatz
von Grundaggregaten insbesondere der Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen, u.
a. durch die Maßnahmen zum flexiblen Rohstoffeinsatz in Zeitz. Auch an den anderen
Standorten wurden verschiedene Investitionen zur Optimierung in den Bereichen Energie
und Entwicklung neuartiger Produkte vorgenommen. Daneben wurden auch Projekte zur
allgemeinem Prozessverbesserung durchgeführt. SEGMENT FRUCHTMärkte und RahmenbedingungenAbsatzmärkteDie marktbestimmenden globalen Konsumtrends sind weiterhin Natürlichkeit, Nachhaltigkeit,
Genuss sowie Gesundheit. Dies zeigt sich im Joghurtmarkt vor allem durch zwei Trendrichtungen:
einerseits durch die Lancierung von Produkten mit starkem Fokus auf das Tierwohl (z.
B. Einsatz von Heumilch, Weidehaltung), andererseits boomen auch weiterhin vegane
Milchalternativen (z. B. Soja), da viele Kunden den Konsum von tierischen Produkten
entweder einschränken oder zur Gänze aufgeben möchten. Das Clean Labelling, der Kundenwunsch
nach Produkten mit möglichst kurzer und verständlicher Zutatenliste sowie Produkten
ohne E-Nummer, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer Trend sind kleinere Portions-
oder Packungsgrößen sowie die Kombination von nährwertreichen Produkten (Joghurt mit
Protein) mit neuen Geschmacksrichtungen (z. B. Karamell, Kaffee). Bei Apfelsaftkonzentrat ließen außergewöhnlich hohe Erntemengen in den Hauptanbaugebieten
in Polen, Ungarn, Deutschland und Italien die Konzentratpreise gegenüber dem Vorjahr
deutlich sinken. Bedingt durch den Frühjahrsfrost in China sowie die Einführung eines
US-Importzolls auf Apfelsaftkonzentrat chinesischen Ursprungs konnten signifikante
Apfelsaftkonzentratmengen aus Europa in den USA abgesetzt werden. Die in der Verarbeitungssaison 2018 produzierten Fruchtsaftkonzentrate aus Äpfeln
und Beeren sind bereits überwiegend kontrahiert. RohstoffmärkteBei Äpfeln konnte im Erntejahr 2018 in Europa bedingt durch den guten Vegetationsverlauf
eine überdurchschnittlich große Ernte verzeichnet werden. Dies führte zu sehr guten
Werksauslastungen der europäischen Standorte, während in China aufgrund von Frühjahrsfrost
mit deutlich geringeren Apfelmengen gerechnet wird. Die Erdbeerernte wurde in allen Regionen abgeschlossen. In den Hauptbeschaffungsmärkten
Marokko, Ägypten, Spanien und Mexiko konnten die geplanten Volumen kontrahiert werden,
die Preise lagen moderat über dem Vorjahr. Im Allgemeinen sind die Ernten der übrigen für das Fruchtzubereitungsgeschäft relevanten
Früchte (z. B. Himbeere, Sauerkirsche und Ananas) deutlich höher ausgefallen als im
Vorjahr. Ausnahme ist die Heidelbeere. Geschäftsentwicklung im Segment Fruchtscroll
scroll
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 11 Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate verlief die Beerensaison 2018 sehr zufriedenstellend
und die Rohstoffverfügbarkeit war gut. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisDer Umsatz im Segment Frucht blieb im Berichtszeitraum mit 890 (884) Mio. € stabil.
Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten rückläufige Erlöse durch Absatzsteigerungen
ausgeglichen werden. Der Bereich Fruchtsaftkonzentrate erzielte trotz geringerer Mengen
durch deutlich gestiegene Erlöse einen Umsatzzuwachs. Das operative Ergebnis stieg in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2018/19
moderat auf 62 (59) Mio. €. In der Division Fruchtsaftkonzentrate ist dies auf erlösbedingt
höhere Margen zurückzuführen. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten erlösbedingt
rückläufige Margen sowie gestiegene Kosten nicht durch Absatzsteigerungen ausgeglichen
werden. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in den ersten drei Quartalen beliefen sich auf 33 (29) Mio. €. In
der Division Fruchtzubereitungen wurden neben Ersatzinvestitionen auch Investitionen
im Bereich Kapazitätserweiterung u. a. durch den Neubau des Fruchtzubereitungswerks
in Jiangsu / China vorgenommen. Daneben wurde in die Installation einer weiteren Produktionslinie
im Fruchtzubereitungswerk in Australien investiert. In der Division Fruchtsaftkonzentrate
lag der Fokus auf dem Bau der Grundstoffanlage für Aromen in Österreich. Daneben bildeten
Ersatzinvestitionen, Produktionsoptimierungen und Investitionen aus Marktanforderungen
die weiteren Themenschwerpunkte. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 6 (0) Mio. € betrafen den Erwerb von
100 % der Anteile am ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade Kft., Nagykallo,
im 1. Quartal sowie den Erwerb von 49 % der Anteile am algerischen Fruchtzubereitungshersteller
SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou, im 2. Quartal. PROGNOSEBERICHTKonzernFür das Geschäftsjahr 2018/19 erwarten wir einen Konzernumsatz von 6,6 bis 6,9 (Vorjahr:
7,0) Mrd. €. Dabei gehen wir im Segment Zucker von einem deutlichen Umsatzrückgang
aus. Im Segment CropEnergies sehen wir den Umsatz in einer Bandbreite von 690 bis
720 Mio. €. Im Segment Spezialitäten rechnen wir mit einem deutlichen und im Segment
Frucht mit einem leichten Umsatzanstieg. Beim operativen Konzernergebnis gehen wir von einer Bandbreite von 25 bis 125 (Vorjahr:
445) Mio. € aus. Der Ergebnisrückgang wird weitgehend auf die erwarteten Verluste
im Segment Zucker zurückzuführen sein. Auch im Segment CropEnergies wird mit einem
deutlichen Rückgang gerechnet. Im Segment Spezialitäten erwarten wir ein Ergebnis
auf Vorjahresniveau. Im Segment Frucht rechnen wir mit einem leicht steigenden operativen
Ergebnis. Wir gehen von einem weiteren Anstieg des Capital Employed aus. Aufgrund des sinkenden
operativen Ergebnisses rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang des ROCE (Vorjahr:
6,7 %). Segment ZuckerAufgrund der erwartungsgemäß weiter sinkenden Zuckerpreise gehen wir bei einer infolge
der trockenheitsbedingt geringeren Ernte im Gesamtjahr nahezu stabilen Absatzmenge
von einem deutlichen Umsatzrückgang (Vorjahr: 3,0 Mrd. €) im Segment Zucker aus. Neben dem drastischen Rückgang der Zuckerpreise auf ein historisch niedriges Niveau
wird die Ergebnisentwicklung in der zweiten Geschäftsjahreshälfte aufgrund der trockenheitsbedingt
geringeren Ernte durch eine geringere Auslastung der Produktionskapazitäten sowie
sinkende Exportmengen belastet. Die sich seit einigen Wochen auf den Spotmärkten abzeichnende
Erholung der Zuckererlöse infolge der europaweit knappen Ernte hat wegen der mit Zuckerkunden
geschlossenen Jahreskontrakte auf das laufende Geschäftsjahr keinen wesentlichen Einfluss
mehr. Daher erwarten wir im Segment Zucker einen operativen Verlust in einer Bandbreite
von - 150 bis - 250 Mio. € (Vorjahr: 139 Mio. €). Auch vor diesem Hintergrund wird die bereits angekündigte Prüfung und Neubewertung
der bisherigen Strategie im Segment intensiviert. Segment SpezialitätenIm Segment Spezialitäten rechnen wir mit einem deutlichen Umsatzanstieg (Vorjahr:
2,0 Mrd. €). Beim operativen Ergebnis erwarten wir ein Ergebnis auf Vorjahresniveau
(Vorjahr: 158 Mio. €). Die Prognose basiert auf einem sehr schwierigen Marktumfeld
für Verzuckerungsprodukte (Stärke) sowie sehr volatilen, zuletzt wieder höheren Ethanolerlösen,
während in allen anderen Produktbereichen unverändert von einer planmäßigen Entwicklung
ausgegangen wird. Segment CropEnergiesDie wesentlichen Ursachen für den Rückgang von Umsatz und Ergebnis in den ersten drei Quartalen sind der deutlich unter Vorjahr liegende Ethanolpreis, die geringere Absatzmenge sowie der Anstieg der Rohstoffkosten. In den letzten Wochen unterlag der Ethanolpreis in Europa großen Schwankungen. Während er Mitte Oktober 2018 bei rund 475 €/m3 notierte, stieg er bis Mitte Dezember 2018 auf rund 615 €/m3 . Da sich Preisänderungen unmittelbar auf Umsatz und Ergebnis niederschlagen, erwarten wir einen Umsatz in einer Bandbreite von 690 bis 720 (Vorjahr: 808) Mio. €. Das operative Ergebnis soll in einer Bandbreite von 25 bis 40 (Vorjahr: 72) Mio. € liegen. Segment FruchtWir erwarten für das Segment Frucht im Geschäftsjahr 2018/19 einen leichten Anstieg
des Umsatzes (Vorjahr: 1,2 Mrd. €) und des operativen Ergebnisses (Vorjahr: 76 Mio.
€). In der Division Fruchtzubereitungen rechnen wir aufgrund steigender Absatzmengen
in allen Geschäftsbereichen mit einer positiven Umsatzentwicklung, aber aufgrund von
negativen Währungseffekten mit einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses.
In der Division Fruchtsaftkonzentrate wird bei einem stabilen Umsatz von einem deutlichen
Anstieg des operativen Ergebnisses ausgegangen. Zukunftsgerichtete Aussagen / PrognosenDiese Quartalsmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen
basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den
ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht
als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen.
Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl
von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf
Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Einen Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht im Geschäftsbericht
2017/18 auf den Seiten 83 bis 94. Unter Berücksichtigung aller bekannten Sachverhalte
haben wir keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit
den Fortbestand der Südzucker-Gruppe gefährden. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten
Aussagen zu aktualisieren. Über diesen BerichtDiese Quartalsmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Der Vorstand der Südzucker AG hat diese Quartalsmitteilung am 28. Dezember 2018 aufgestellt. Dieses Dokument liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Website
stehen PDF-Dateien der Zwischenmitteilungen zum Download zur Verfügung: www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ bzw. Das Geschäftsjahr der Südzucker AG weicht vom Kalenderjahr ab. Das 1. - 3. Quartal
erstreckt sich über den Zeitraum 1. März bis 30. November. Die auf den vorangegangenen Seiten in Klammern gesetzten Zahlen betreffen grundsätzlich
den entsprechenden Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen
können Rundungsdifferenzen auftreten. Druck- und Satzfehler vorbehalten. HerausgeberSüdzucker AG Veröffentlicht am 10. Januar 2019 KontakteInvestor Relations Wirtschaftspresse Südzucker im InternetAusführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||