![]() Südzucker AGMannheimGeschäftsbericht Südzucker AG 2018/19Geschäftsbericht 2018/19Südzucker AG1. März 2018- 28. Februar 2019veröffentlicht am 16. März 2019Über diesen BerichtDer Geschäftsbericht liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Website www.suedzucker.de stehen PDF-Dateien des Geschäftsberichts sowie des Jahresabschlusses der Südzucker AG zum Download zur Verfügung. Im Interesse einer leichteren Lesbarkeit differenzieren wir nicht geschlechtsspezifisch. Die gewählte Form schließt immer sowohl weibliche wie männliche Personen ein. Das Geschäftsjahr der Südzucker AG weicht vom Kalenderjahr ab und betrifft den Zeitraum 1. März bis 28./29. Februar. Zahlen in Klammern beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen können Rundungsdifferenzen auftreten. Finanzkalenderscroll
Herausgeber: Südzucker AG Maximilianstraße 10 68165 Mannheim Südzucker AGKurzprofil"Wir sind ein verlässlicher Produzent von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie Bioethanol, die wir großtechnisch aus den verschiedensten agrarischen Rohstoffen gewinnen. Unser Ziel ist es, ein profitables Wachstum zu erreichen, unserer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden sowie den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern." Südzucker - eine international agierende Unternehmensgruppe - ist mit den Segmenten Zucker, Spezialitäten und Frucht ein bedeutendes Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie sowie mit dem Segment CropEnergies der führende Hersteller von Bioethanol in der EU. Im Zuckerbereich betreibt die Gruppe derzeit 29 Zuckerfabriken und zwei Raffinerien in Europa. Das Segment Spezialitäten ist auf dynamischen Wachstumsmärkten tätig und gliedert sich in die Bereiche funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Futtermittel (BENEO), Tiefkühl-/Kühlprodukte (Freiberger), Portionsartikel (PortionPack Europe) und Stärke. Mit den Ethanolaktivitäten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien ist CropEnergies der führende Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol in Europa. Mit dem Segment Frucht ist die Unternehmensgruppe weltweit tätig, im Bereich Fruchtzubereitungen Weltmarktführer und bei Fruchtsaftkonzentraten in Europa in führender Position. Unsere Kernkompetenzen sind das breit angelegte Know-how in der großtechnischen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten, insbesondere zu Lebensmitteln für Industriekunden und Endverbraucher, aber auch zu Futtermitteln und weiteren Produkten für den Food- und Non-Food-Bereich. Auf der Vermarktungsseite liegt unser Fokus im Business-to-Business-Bereich. Die stabile Eigentümerstruktur schafft einen verlässlichen Rahmen für die Unternehmensentwicklung. Konzernzahlenscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. TABELLE 001 Umsatz nach Segmentenscroll
TABELLE 002 Operatives Ergebnis nach Segmentenscroll
TABELLE 003 Südzucker-Konzernscroll
Segment Zucker2.588 [3.017] Mio. UMSATZ -239 [139] Mio. OPERATIVES ERGEBNIS 2.653 [3.299] Mio. CAPITAL EMPLOYED -9,0 [4,2] % ROCE AUSBLICK 2019/206,7 bis 7,0 Mrd. € KONZERNUMSATZ erwartet 0 bis 100 Mio. € OPERATIVES KONZERNERGEBNIS erwartet Anstieg des CAPITAL EMPLOYED ROCE bis zu 1,5 % EUROPÄISCHER MARKTFÜHRER29,3 Mio. t RÜBENVERARBEITUNG 4,7 Mio. t ZUCKERERZEUGUNG (inkl. Rohzuckerraffination) STANDORTEÜber 100 PRODUKTIONSSTANDORTE in 33 Ländern ![]() 29
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| 9 Deutschland | 2 Österreich |
| 2 Belgien | 1 Rumänien |
| 4 Frankreich | 1 Slowakei |
| 5 Polen | 2 Tschechien |
| 2 Moldau | 1 Ungarn |
1 Bosnien-Herzegowina
1 Rumänien
2.294 [1.997] Mio.
UMSATZ
156 [158] Mio.
OPERATIVES ERGEBNIS
2.133 [2.055] Mio.
CAPITAL EMPLOYED
7,3 [7,7] %
ROCE
Funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel, Tiernahrung, Non-Food und Pharmazie
Tiefgekühlte und gekühlte Pizza sowie tiefgekühlte Pastagerichte und Snacks
Portionsartikel
Stärke für den Food- und Non-Food-Bereich sowie Bioethanol
| 6 Deutschland | 1 Rumänien |
| 2 Belgien | 1 Spanien |
| 4 Großbritannien | 1 Tschechien |
| 1 Italien | 1 Chile |
| 2 Niederlande | 5 USA |
| 4 Österreich |
693 [808] Mio. €
UMSATZ
33 [72] Mio. €
OPERATIVES ERGEBNIS
456 [452] Mio.
CAPITAL EMPLOYED
7, 2 [15,9] %
ROCE
Führender Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol in Europa, überwiegend für den Kraftstoffsektor
1,2 Mio. m 3
BIOETHANOL
Anlage zur Gewinnung von flüssigem Kohlendioxid in Lebensmittelqualität
1 Deutschland
1 Belgien
1 Frankreich
1 Großbritannien
1.179 [1.161] Mio.
UMSATZ
77 [76] Mio. €
OPERATIVES ERGEBNIS
830 [844] Mio. €
CAPITAL EMPLOYED
9,3 [9,0] %
ROCE
Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne (z. B. Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie) und führender Produzent von Fruchtsaftkonzentraten in Europa
| 2 Österreich | 1 Argentinien |
| 2 Deutschland | 1 Australien |
| 2 Frankreich | 1 Brasilien |
| 7 Polen | 3 China |
| 1 Rumänien | 1 Fidschi |
| 1 Russland | 1 Indien |
| 1 Serbien | 1 Marokko |
| 1 Türkei | 1 Mexiko |
| 3 Ukraine | 1 Südafrika |
| 5 Ungarn | 1 Südkorea |
| 1 Ägypten | 4 USA |
| 1 Algerien |
Das vielfältige Geschäft der Südzucker-Gruppe bietet unzählige Ansätze für überraschende und kuriose Vergleiche und Gegensätze. Wir haben uns umgeschaut und einige ausgewählt, die selbst für Südzucker-Experten noch neu sein dürften ...
Mit ungewöhnlichen Vergleichen aus unserem Unternehmen ...
... lassen sich spannende Geschichten erzählen.
Viele auf den ersten Blick nüchterne Zahlen aus dem Südzucker-Universum werden gleich viel greifbarer, wenn man sie in Relation setzt. Denn dann bieten sie auf einmal viel Raum für ebenso überraschende wie spannende Parallelen und Vergleiche. (→)
0042
Ganz vorn dabei: Die Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft zahlte 1926 als Vorgängerin der Handelsregistereintrag.
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Auf weit über
700.000
Einträge ist das Handelsregister bis heute angewachsen. So hat z. B. unsere Tochtergesellschaft CropEnergies die Nummer 700 509.
1926
Gründungsjahr der direkten Südzucker AG-Vorgängerin Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft
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1926
Ein Gründungsjahr in bester Gesellschaft, denn 1926 ist das Geburtsjahr von Queen Elisabeth II.
Mitarbeiter 20.000
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ø 200
Mitarbeiter an jedem unserer gut 100 Produktionsstandorte.
Tatsächlich arbeiten in der Biogasanlage in Rackwitz drei Mitarbeiter, an unserem größten Standort in Offstein rund 650.
4,7 Mio. t
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926 km
lang - also einmal von Mannheim bis Marseille - wäre ein mit dieser Menge beladener Güterzug (umgerechnet auf die 1-Kilo-Packung von Südzucker).
204.183.292
Stück
mit je 1 Euro Nennwert
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408 km
hoch - also bis zur internationalen Raumstation ISS - würde der entsprechende 1-Euro-Münzstapel reichen.
>100
in 33 Ländern
→
Das heißt, Südzucker produziert in jedem sechsten, Land weltweit.
Spannend ist auch, was eine einzelne Maus alles leisten kann ...
MANNHEIM, 24. APRIL 2019
ein Thema hat im abgelaufenen Geschäftsjahr alle anderen überlagert: die Entwicklungen auf den globalen und europäischen Zuckermärkten und deren Auswirkungen auf unser Zuckersegment.
Seit 2013 auf EU-Ebene die politische Entscheidung getroffen wurde, wesentliche Regelungen der europäischen Zuckermarktordung Ende September 2017 auslaufen zu lassen, haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, den Zuckerbereich fit zu machen für die kommenden Herausforderungen; dazu gehörte unter anderem zur besseren Kapazitätsauslastung durch längere Kampagnen auch der Ansatz, größere Zuckermengen außerhalb Europas zu vermarkten. Schon damals war klar, dass sich Mengen- und Preisschwankungen des Weltmarkts stärker als bisher auf den europäischen Zuckermarkt auswirken würden. In welcher Heftigkeit sich aber sowohl auf dem Weltmarkt als auch in Europa die Mengen nach oben und die Preise nach unten bewegen würden, damit konnte nicht gerechnet werden. Ebenso wenig war zu erwarten, dass die Zuckerpreise so lange auf Werten deutlich unter 350 €/t verharren würden - einem Preisniveau, zu dem aus unserer Sicht Zucker nicht nachhaltig und wirtschaftlich produziert werden kann.
Mit unseren bisherigen Kostensenkungs- und Effizienzprogrammen haben wir zwar viel erreicht, die erwarteten Effekte wurden von den Marktverwerfungen aber weit mehr als aufgezehrt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: So weiteten beispielsweise wichtige Erzeugerländer wie Indien und Pakistan die Zuckererzeugungsmengen massiv aus und setzten sie mit Exportsubventionen auf dem Weltmarkt ab. Politische Eingriffe verzerren aber nicht nur die Situation auf dem Weltmarkt, sondern auch die in der EU. So gewähren elf EU-Mitgliedsstaaten gekoppelte Prämien für den Rübenanbau, was dem Grundsatz eines einheitlichen europäischen Agrarmarkts widerspricht. Ein weiterer Widerspruch findet sich in dem unterschiedlichen Umgang bei der Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln innerhalb der EU. Kurz gesagt, haben wir es mit einem von massiven Wettbewerbsverzerrungen geprägten Marktumfeld zu tun.
Die Folgen zeigen sich dramatisch in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19: Zwar ist der Umsatz im Segment Zucker "nur" um 14 % auf 2,6 Mrd. € zurückgegangen. Beim Ergebnis mussten wir jedoch einen operativen Verlust von 239 Mio. € hinnehmen, der vollständig in der zweiten Geschäftsjahreshälfte entstand, als sich der historische Tiefpreis innerhalb der EU auf die Kontrakte mit den Zuckerkunden im Zuckerwirtschaftsjahr 2018/19 auswirkte.
Vor diesem Hintergrund mussten wir die Rahmenbedingungen neu bewerten und die Strategie für das Segment Zucker anpassen. Ausgangspunkte dafür sind die künftig stärkere Ausrichtung der Zuckerproduktion am europäischen Bedarf bei weiterhin hoher Auslastung unserer Zuckerfabriken. Dadurch werden wir pro Jahr rund 700.000 t weniger Zucker produzieren und Fabriken stilllegen. Betroffen sind zwei Fabriken in Deutschland - Brottewitz und Warburg -, zwei Fabriken der französischen Tochtergesellschaft Saint Louis Sucre - Cagny und Eppeville - und eine Fabrik der polnischen Tochtergesellschaft Südzucker Polska - Strzyzow. Damit einher geht eine entsprechende Anpassung der Verwaltungsstrukturen in den Tochtergesellschaften und bei der Südzucker AG. Der gesamte Kosteneinsparungseffekt kann sich in den nächsten Jahren in Abhängigkeit vom Zuckerweltmarktpreis auf bis zu 100 Mio. € jährlich belaufen.
Dieser Entschluss, den wir eingehend mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, ist uns nicht leicht gefallen. Dies gilt insbesondere, da wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Rübenanbauern in der Rekordkampagne 2017 unter Beweis gestellt hatten, dass alle Maßnahmen im Rübenanbau, in der Zuckerproduktion, -logistik und -vermarktung für die Zeit nach dem Quotenende umgesetzt waren und die Bewährungsprobe bestanden haben.
Die anhaltend schwierige Situation zwingt uns nun zu drastischen Entscheidungen. Uns ist bewusst, dass durch die Stilllegung von Fabriken Rübenanbauer und Mitarbeiter in besonderem Maße betroffen sind. Wir sind jedoch der festen Überzeugung, dass der richtige Zeitpunkt zur Entscheidung über die Strukturanpassung gekommen war und weiteres Abwarten im Interesse des Gesamtunternehmens nicht zu verantworten gewesen wäre.
Im Segment Spezialitäten verlief die Entwicklung weitgehend stabil. Angetrieben auch durch die zusätzlichen Umsätze im US-amerikanischen Pizzamarkt infolge der Akquisition des dortigen Marktführers im Pizza-Eigenmarkengeschäft, Richelieu Foods Inc., konnte der Umsatz im gesamten Segment um 15 % auf 2,3 Mrd. € gesteigert werden. Im Segmentergebnis von 156 Mio. € spiegelt sich dies jedoch nicht so deutlich wider wie erhofft. Zum einen wurden in den zwei Vorjahren Rekordergebnisse erzielt, zum anderen strahlt der Preisverfall beim Zucker auf einzelne Produktgruppen im Segment Spezialitäten aus. Wir verfolgen im Segment Spezialitäten, in dem wir unsere Aktivitäten in den Bereichen funktionelle Lebensmittelzutaten, Tiefkühl-Pizza, Stärke und Portionsartikel bündeln, den eingeschlagenen Weg weiter. Es waren frühzeitige Schritte, den Konzern neben dem Zuckergeschäft auf weitere Standbeine zu stellen. Diese Strategie zahlt sich heute aus.
Im Gegensatz zum Segment Zucker haben wir für das Segment CropEnergies auf europäischer Ebene positive politische Signale erhalten: Die im Dezember 2018 in Kraft getretene Anschlussregelung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie bietet die Chance, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe langfristig zum Klimaschutz beitragen werden. Darin ist festgeschrieben, dass der Anteil an erneuerbaren Energien im Transportsektor auf 14 % steigen soll. Das bedeutet auch eine künftig steigende Nachfrage nach Kraftstoffen aus Ackerpflanzen, wie CropEnergies sie herstellt.
Ein Vorteil im Vergleich zum Segment Zucker besteht darin, die Produktionskapazitäten relativ kurzfristig an die Nachfrage- und Erlössituation anpassen zu können. Diese Flexibilität haben wir genutzt und die Produktion am britischen Standort Wilton vorübergehend ausgesetzt. Dennoch haben heftige und kurzfristige Schwankungen der Ethanolpreise sowie leicht gestiegene Rohstoffpreise ihre Spuren hinterlassen: Bei einem Segmentumsatz von 693 Mio. € halbierte sich das operative Ergebnis auf 33 Mio. €.
Das Segment Frucht konnte sich nach einem schwachen Start ins Geschäftsjahr 2018/19 in der zweiten Hälfte besser behaupten. Der erzielte Umsatz von 1,2 Mrd. € und das operatives Ergebnis von 77 Mio. € lagen leicht über dem Vorjahresniveau. Die Strategie, großen Kunden in deren Wachstumsmärkte zu folgen, hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter bewährt. Dabei spielen zwei Erfolgsfaktoren eine wesentliche Rolle. Der erste besteht darin, eine globale Präsenz aufzubauen. Auf diesem Weg ist AGRANA Fruit bei der Produktion von Fruchtzubereitungen bereits sehr weit vorangekommen. Neue Standorte kamen im Juli 2018 mit der Beteiligung in Höhe von 49 % an Elafruits in Algerien und im März 2019 mit der Inbetriebnahme eines zweiten Werks in China hinzu. Damit produziert AGRANA Fruit an 28 Standorten in 21 Ländern. Auch AUSTRIA JUICE vermarktet ihre Produkte weltweit. Der zweite Erfolgsfaktor ist die Fähigkeit, Kunden innovative Lösungen anzubieten und damit Verbrauchertrends unmittelbar zu bedienen.
Auch wenn sich einzelne Konzernbereiche sehr positiv entwickelt haben, zeigt sich die von uns erwartete schwierige Phase der Unternehmensentwicklung nun leider auch deutlich in den Finanzkennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018/19. Der hohe Verlust im Segment Zucker hinterlässt tiefe Spuren und führt zu einem operativen Konzernergebnis von gerade einmal 27 Mio. € bei einem Konzernumsatz von 6,8 Mrd. €. Mit dem oben beschriebenen Restrukturierungsplan ging eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte des Segments Zucker einher, die zu einem Wertberichtigungsbedarf von rund 670 Mio. € geführt hat. Daneben fallen im Konzern weitere rund 140 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen an, die mit rund 110 Mio. € Wertberichtigungen auf Sachanlagen betreffen.
Gleichwohl haben wir beschlossen, für das Geschäftsjahr 2018/19 die Ausschüttung einer Dividende von 0,20 (0,45) € je Aktie vorzuschlagen, was einer Ausschüttungssumme von 41 Mio. € entspricht. Grund hierfür ist eine weiterhin auf Kontinuität und nachhaltige Ergebnisentwicklung ausgerichtete Dividendenpolitik. Den Dividendenvorschlag werden wir gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Hauptversammlung - also Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre -zur Abstimmung vorlegen.
In diesen schwierigen Zeiten halten Sie Südzucker als Aktionäre die Treue, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken. Ihr Vertrauen ist uns Ansporn. Dessen ungeachtet wollen Sie natürlich wissen, wohin die Reise mit Ihrer Südzucker geht. Für das Segment Zucker können wir Ihnen noch keine wirklich erfreulichen Signale geben. Wir befinden uns inmitten der von uns angekündigten schwierigen Übergangsphase, die - wie wir immer deutlich gemacht haben - mindestens zwei Jahre andauern wird. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass sich fundamentale Anpassungen auf dem Zuckermarkt über mehrere Jahre ziehen. Wir arbeiten daran, das Zuckersegment zu stabilisieren, zu stärken und weiterzuentwickeln. Dabei ist der beschlossene Restrukturierungsplan ein wichtiger Baustein.
Dazu beitragen werden auch unsere Projekte zur Erhöhung der Veredelungstiefe, wie beispielsweise die Produktion von flüssigen Futtermitteln oder von Fleischersatz aus Proteinen. Aus Zuckerrübenmelasse wollen wir natürliches kristallines Betain gewinnen, das in Futtermitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Sportgetränken aber auch in Kosmetika verwendet wird. Eine von AGRANA entwickelte neuartige Biokunststoff-Verbindung aus Stärke, die zu 100 % im Hauskompost abbaubar ist, bedient den gesellschaftlichen Trend zur Plastikvermeidung.
Die Prognose für das jetzt laufende Geschäftsjahr 2019/20 steht vor dem Hintergrund sehr volatiler Zucker- und Ethanolmärkte. Aktuell sehen wir einen Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 Mrd. € und ein operatives Konzernergebnis in einer Bandbreite von 0 bis 100 Mio. €.
Der im Segment Zucker eingeleitete Restrukturierungsplan wird nicht unmittelbar Effekte zeigen. Das liegt zum einen daran, dass wir erst mit der Umsetzung begonnen haben und ist zum anderen der Tatsache geschuldet, dass der Zuckermarkt mit zeitlicher Verzögerung reagiert. Die Preissituation wird sich in der ersten Geschäftsjahreshälfte nicht erholen, wir gehen aber von einer Erlösverbesserung für das Zuckerwirtschaftsjahr 2019/20 aus. Inwiefern unsere Anstrengungen durch Entwicklungen auf dem Weltmarkt oder in der EU durchkreuzt werden, bleibt an dieser Stelle noch offen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir einen weiteren operativen Verlust in Höhe von - 200 bis - 300 Mio. €. Wie bereits im Geschäftsjahr 2018/19 werden die Segmente Spezialitäten und Frucht zuverlässig ihren Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Wir gehen in beiden Bereichen von Ergebnissteigerungen aus. CropEnergies arbeitet im Spannungsfeld zwischen der Entwicklung an den Getreidemärkten und dem Auf und Ab des Ethanolpreises. Deshalb steht für das operative Ergebnis ebenfalls eine große Bandbreite von 20 bis 70 Mio. € im Raum.
Wir steuern das Unternehmen Südzucker durch turbulente Zeiten, die für viele mit dem Unternehmen verbundenen Menschen zum Teil sehr tiefe Einschnitte bedeuten. Doch gerade in dieser Situation sind wir auf Ihrer aller Engagement und Vertrauen angewiesen, um die geplanten Veränderungen umzusetzen. Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr unter diesen schwierigen Bedingungen engagiert und zuverlässig für "ihre" Südzucker gearbeitet haben. Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, werden wir auch diese schwierige Phase im Segment Zucker meistern und wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren Aktionäre, danken wir für Ihre Verbundenheit.
Mit freundlichen Grüßen
Südzucker AG
Vorstand
DR. WOLFGANG HEER VORSITZENDER
DR. THOMAS KIRCHBERG
THOMAS KÖLBL
JOHANN MARIHART
Jahrgang 1956. Ab 1978 Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Karlsruhe. 1987 Beginn der Tätigkeit bei der Süddeutschen Zucker-Aktiengesellschaft in der Hauptverwaltung Mannheim. 1991 Bestellung zum Gründungsmitglied der Geschäftsführung der Südzucker GmbH, Zeitz. 1995 Leiter der Zentralabteilung Betriebswirtschaft der Südzucker AG. Ab 1997 Vorsitzender der Geschäftsführung der Freiberger Lebensmittel GmbH in Berlin. Von 2009 bis 2012 Sprecher und seit 2012 Vorsitzender des Vorstands der Südzucker AG.
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Verkauf |
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Strategie |
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Öffentlichkeitsarbeit |
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Compliance |
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Personal |
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Organisation/IT |
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Revision |
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Qualitätsmanagement |
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Convenience Food / Functional Food |
Jahrgang 1960. Studium der Landwirtschaft in Göttingen. 1989 Eintritt in die Südzucker AG in Ochsenfurt. Im Jahr 1991 Ernennung zum kommissarischen und 1995 zum Leiter der Gebietsdirektion Mitte. Ab 1997 Geschäftsführer der Südzucker International, ein Jahr später ebenfalls für Moldau zuständig. 2004 Ernennung zum Vorstandssprecher der Südzucker Polska. Seit September 2007 Mitglied des Vorstands der Südzucker AG.
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Agrarrohstoffe |
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Produktion |
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Forschung und Entwicklung |
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Co-Produkte |
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Landwirtschaftliche Betriebe |
Jahrgang 1962. Berufsausbildung zum Industriekaufmann, anschließend Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Beginn der Südzucker-Laufbahn im Jahr 1990. Vor der Bestellung zum Vorstand im Jahr 2004 als Direktor für die Zentralabteilung strategische Unternehmensplanung, Konzernentwicklung und Beteiligungen zuständig. Seit 2005 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG.
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Finanzen/Rechnungswesen |
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Investor Relations |
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Recht |
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Steuern |
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Einkauf |
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Liegenschaften/Versicherungen |
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Bioethanol (CropEnergies) |
Jahrgang 1950. Studium der technischen Chemie an der Technischen Universität in Wien, Fachrichtung Biotechnologie und Lebensmittelchemie. Nach dem beruflichen Start in einem Pharmaunternehmen Beginn der AGRANA-Laufbahn ab 1976 in der Stärkefabrik Gmünd. Seit 1988 Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG, seit 1992 deren Vorstandsvorsitzender. Seit 1994 im Vorstand der Südzucker AG und dort verantwortlich für die Ressorts innerhalb der AGRANA-Gruppe.
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Zucker (AGRANA) |
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Stärke (AGRANA) |
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Frucht |
1
Eine Aufstellung mit den Mandaten findet sich ab Seite 193.
| Dr. Hans-Jörg Gebhard Vorsitzender Eppingen Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V. | Georg Koch Wabern Vorstandsvorsitzender des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel e. V. | Joachim Rukwied Eberstadt Präsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. |
| Franz-Josef Möllenberg 2 1. stv. Vorsitzender Rellingen Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten | Susanne Kunschert Stuttgart Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG | Bernd Frank Sachse 2 Zeitz Betriebsratsvorsitzender Werk Zeitz Südzucker AG |
| Erwin Hameseder 2. stv. Vorsitzender Mühldorf / Österreich Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. | Walter Manz 3 Dexheim Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hessich-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e. V. | Nadine Seidemann 2 Donauwörth Stv. Betriebsratsvorsitzende Werk Rain Südzucker AG |
| Thomas Bernhard 2 Wunstorf Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten | Julia Merkel Wiesbaden Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG | Dr. Stefan Streng Uffenheim Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e. V. |
| Helmut Friedl Egling a. d. Paar Vorstandsvorsitzender des Verbands bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V. | Sabine Möller 2 Hamburg Referatsleiterin Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten | Wolfgang Vogl 2 Bernried Leiter der Werke Plattling und Rain Südzucker AG |
| Ulrich Gruber 2 Plattling Stv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Südzucker AG | Angela Nguyen 2 Biederitz Stv. Betriebsratsvorsitzende Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG | Rolf Wiederhold 2 Wabern Gesamtbetriebsratsvorsitzender Südzucker AG |
| Veronika Haslinger Wien / Österreich Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. | Ulrike Rösch 2 Bellheim Stv. Betriebsratsvorsitzende Hauptverwaltung Mannheim Südzucker AG |
1
Eine Aufstellung mit den Mandaten findet sich ab Seite 193.
2
Arbeitnehmervertreter.
3
Die Bestellung von Herrn Walter Manz als Nachfolger von Herrn Ralf Hentzschel, der
sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt hatte, erfolgte nach dem Ende des Geschäftsjahres
2018/19 durch das Registergericht Mannheim.
die Arbeit des Aufsichtsrats ist bekanntermaßen geprägt von Diskussionen und Auseinandersetzungen, die am Ende zu Entscheidungen führen, die für das Unternehmen und dessen Zukunft unerlässlich sind. Dabei gibt es immer wieder Themen, die besonders herausstechen, weil sie die Unternehmensentwicklung nachhaltig beeinflussen oder auch - und da wird die Verantwortung des Aufsichtsrats deutlich - die mit dem Unternehmen verbundenen Menschen unmittelbar berühren. So ein Thema war im Geschäftsjahr 2018/19 der Restrukturierungsplan für das Segment Zucker. Gemeinsam mit dem Vorstand war der Aufsichtsrat gefordert, die bislang eingeschlagene Strategie im Segment Zucker neu zu bewerten, nachdem sich abzeichnete, dass sich die Rahmenbedingungen - entgegen der ursprünglichen Erwartung - nachhaltig verschlechtert haben. Nach sorgfältiger Prüfung hat der Vorschlag des Vorstands, Produktionskapazitäten aus dem Markt zu nehmen und sich damit auf den EU-Markt zu konzentrieren, im Aufsichtsrat letztlich Zustimmung erfahren. Im Bewusstsein der Verantwortung für das Unternehmen mussten wir uns zu dieser Entscheidung durchringen, die Mitarbeiter und Rübenanbauer unmittelbar betrifft. Die positiven Effekte aus den beschlossenen Maßnahmen werden zum Teil erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung entstehen.
Auch bei allen anderen Belangen hat der Aufsichtsrat die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit mit dem Vorstand im Geschäftsjahr 2018/19 fortgesetzt. Wichtige strategische Entscheidungen wurden nach ausführlicher Diskussion getroffen und umgesetzt. Dabei sind wir den Aufgaben nachgekommen, für die wir nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung verantwortlich sind: den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten.
Bei allen die Südzucker-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über alle relevanten Fragen der Unternehmensplanung und der strategischen Entwicklung, über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der SüdzuckerGruppe - einschließlich der Risikolage - sowie über Risikomanagement und Compliance unterrichtet.
Der Vorstand berichtete in allen Sitzungen des Aufsichtsrats über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats über die aktuelle Entwicklung und alle bedeutenden Geschäftsvorgänge. Gegenstand dieser Berichte waren im Wesentlichen die Lage und Entwicklung des Unternehmens, die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung - jeweils bezogen auf die Südzucker AG und die Südzucker-Gruppe. Darüber hinaus nahm der Aufsichtsratsvorsitzende an Vorstandssitzungen teil und wurde vom Vorstandsvorsitzenden in zahlreichen Arbeitsgesprächen laufend über alle wichtigen Geschäftsvorgänge informiert.
Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2018/19 - jeweils unter Teilnahme des Vorstands - in vier ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat - jeweils nach gründlicher Prüfung und Beratung in der Sitzung - zugestimmt.
Beschlussfassungen des Aufsichtsrats im schriftlichen Verfahren fanden im Geschäftsjahr 2018/19 nicht statt.
Schwerpunkt der Bilanzsitzung am 16. Mai 2018 war die Prüfung und Billigung des Jahresabschlusses der Südzucker AG sowie des Konzernabschlusses zum 28. Februar 2018. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) berichtete über die Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen sowie den Bericht des Aufsichtsrats beschlossen. Der Aufsichtsrat bereitete die ordentliche Hauptversammlung 2018 vor und verabschiedete deren Tagesordnung sowie die Beschlussvorschläge. Außerdem beschloss er, gestützt auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, den Vorschlag an die Hauptversammlung für die Wahl des Abschlussprüfers. Turnusmäßig wurde das Thema Compliance behandelt. Der Aufsichtsrat genehmigte Nachträge zu Investitionen. Die Vorstandsbestellung von Herrn Marihart wurde um zwei Jahre verlängert.
In der Sitzung am 18. Juli 2018 - am Tag vor der Hauptversammlung - genehmigte der Aufsichtsrat die Investitionspläne 2019/20, die Langfristinvestitionsprogramme sowie Investitionsnachträge. Der Finanzvorstand stellte die Mittelfristplanung vor. Der Aufsichtsrat genehmigte den Erwerb von CustomPack Ltd durch PortionPack Europe und einen Grundstücksverkauf in Polen. Er beauftragte den Abschlussprüfer PwC mit der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung für das Geschäftsjahr 2018/19. Die Vorstandsbestellung von Herrn Kölbl wurde um weitere fünf Jahre verlängert.
In der Sitzung am 15. November 2018 stellte der Finanzvorstand die aktualisierte Ergebnishochrechnung 2018/19 vor. Wie stets in der November-Sitzung behandelte der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch und beschloss die Entsprechenserklärung 2018. Der Aufsichtsrat genehmigte außerdem die Aufnahme eines langfristigen Bankendarlehens, Investitionsnachträge und ein AGRANA-Beteiligungsvorhaben.
In der Sitzung am 30. Januar 2019 präsentierte der Finanzvorstand die aktuelle Ergebnishochrechnung 2018/19. Schwerpunkte der Sitzung waren das Thema "Organverantwortung im Zusammenhang mit dem Kartellbußgeld 2014" -ohne Teilnahme des Vorstands - und die vom Vorstand vorgetragenen Strategieüberlegungen für das Segment Zucker.
Außerdem wurden Investitionsanträge und ein Grundstückvorhaben genehmigt. Der Aufsichtsrat beschloss turnusmäßig eine Anpassung der Vorstandsvergütung.
In der außerordentlichen Sitzung am 25. Februar 2019 wurde vom Finanzvorstand kurz die aktuelle Ergebniserwartung vorgetragen. Anlass und Schwerpunkt der Sitzung war der Restrukturierungsplan für das Segment Zucker. Das Thema wurde intensiv diskutiert und die gestellten Fragen vom Vorstand ausführlich beantwortet. Der Aufsichtsrat stimmte dem Strukturprogramm für das Segment Zucker schließlich zu.
In der Sitzung des Aufsichtsrats am 16. Mai 2018 fehlte ein Mitglied entschuldigt; es nahm mittels schriftlicher Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teil. In der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats am 25. Februar 2019 fehlten zwei Mitglieder entschuldigt; ein fehlendes Mitglied nahm mittels schriftlicher Stimmabgabe an den Beschlussfassungen teil. Ansonsten waren alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich in den Sitzungen anwesend. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm nur an der Hälfte oder an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse teil.
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat fünf Ausschüsse (Präsidium, Vermittlungsausschuss, Prüfungsausschuss, Landwirtschaftlicher Ausschuss und Sozialausschuss) gebildet, die sich jeweils paritätisch aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt.
Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Das Präsidium des Aufsichtsrats tagte im Geschäftsjahr 2018/19 siebenmal - im Vorfeld der Sitzungen am 16. Mai 2018, am 18. Juli 2018, am 9. Oktober 2018, am 30. Januar 2019 und am 25. Februar 2019, außerdem am 7. und am 15. November 2018. Es ging in den Sitzungen um die Personalplanung für den Vorstand, das Thema Organverantwortung, die Vorstandsvergütung und die Strategie für das Segment Zucker.
Der Prüfungsausschuss kam im vergangenen Geschäftsjahr fünfmal - in drei Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen -zusammen.
In seiner Sitzung am 8. Mai 2018 befasste er sich in Gegenwart des Abschlussprüfers PwC mit dem Jahresabschluss der Südzucker AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser - nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers, prüfte dessen Unabhängigkeit und empfahl dem Aufsichtsrat die Bestellung von PwC zum Abschlussprüfer. Er befasste sich außerdem mit dem Thema Compliance. In der Sitzung am 18. Juli 2018 erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für den Prüfungsauftrag und erteilte - vorbehaltlich der Wahl des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung am 19. Juli 2018 - den Prüfungsauftrag für die Abschlussprüfung und die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung (Limited Assurance). In der Sitzung am 9. Oktober 2018 befasste er sich, wie vom Aufsichtsrat beauftragt, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Erörterung des Halbjahresberichts.
In den Telefonkonferenzen am 10. Juli 2018 und am 8. Januar 2019 erörterte der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand die Quartalsmitteilungen Q1 bzw. Q3 2018/19. In der Telefonkonferenz am 10. Juli 2018 gab der Prüfungsausschuss auch seine Empfehlung an den Aufsichtsrat bezüglich Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung durch den Abschlussprüfer PwC (Limited Assurance) ab.
In den Sitzungen und Telefonkonferenzen des Prüfungsausschusses waren alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet.
Der Landwirtschaftliche Ausschuss tagte am 15. November 2018. Es wurde aus dem Geschäftsbereich Landwirtschaft der Südzucker AG Bericht erstattet sowie über das Versuchsgut Kirschgartshausen informiert. Außerdem wurden Forschungsthemen im Rübenanbau behandelt.
Über die Ausschusssitzungen berichteten deren Vorsitzende in der jeweils folgenden Aufsichtsratssitzung.
Der Vermittlungsausschuss musste auch im Geschäftsjahr 2018/19 nicht einberufen werden. Ebenso hat der Sozialausschuss nicht getagt.
Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebogen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 15. November 2018. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse.
Am 8. Januar 2019 fand das turnusmäßige Gespräch zu Betrugs- und Korruptionsrisiken zwischen Vorstand, Abschlussprüfer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie des Prüfungsausschusses statt. Es wurde dort über die Einschätzung von Geschäftsrisiken und Maßnahmen zur Begrenzung der Betrugs- und Korruptionsrisiken informiert und anschließend diskutiert.
Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei Südzucker einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der - von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen - Entsprechenserklärung 2018 findet sich im Corporate-Governance-Bericht. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ Corporate-Governance/ zur Verfügung.
Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und fristgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Südzucker-Gruppe; auch darüber hat sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen.
Zu dem in der außerordentlichen Sitzung am 25. Februar 2019 behandelten Restrukturierungsplan für das Segment Zucker hatte ein Mitglied des Aufsichtsrats vorab einen Interessenkonflikt mitgeteilt, deshalb nicht an der Sitzung teilgenommen und seine Stimme auch nicht schriftlich abgegeben. Ansonsten wurde dem Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2018/19 von keinem seiner Mitglieder sowie keinem der Mitglieder des Vorstands ein Interessenkonflikt - insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte - mitgeteilt.
Der von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte Abschlussprüfer PwC hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr 2018/19, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2018/19 geprüft und jeweils mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. PwC prüft seit dem Geschäftsjahr 2003/04 den Konzern- und Einzelabschluss. Der für die Südzucker AG verantwortliche Wirtschaftsprüfer bei PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2016/17 Herr Michael Conrad.
Der Vorstand hat im Hinblick auf die Mitteilung der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, dass die SZVG aus Eigen- und Fremdbesitz über 50 % der Stimmrechte an der Südzucker AG hält, einen Bericht gemäß § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung nicht unangemessen hoch war und bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.
Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers PwC wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Vertreter des Abschlussprüfers PwC nahmen an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 7. Mai 2019 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 15. Mai 2019 teil und berichteten ausführlich über Verlauf und Ergebnis der Abschlussprüfung sowie der Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung (Limited Assurance). Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers PwC nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Südzucker AG und den Konzernabschluss der SüdzuckerGruppe in seiner Sitzung am 15. Mai 2019; der Jahresabschluss der Südzucker AG ist damit festgestellt.
Dem Vorschlag des Vorstands vom 27. März 2019 zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,20 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an.
Im Aufsichtsrat gab es im Geschäftsjahr 2018/19 folgende personelle Veränderungen:
Auf der Arbeitnehmerseite trat Herr Günter Link, Betriebsratsvorsitzender des Werks Ochsenfurt der Südzucker AG, am 1. Mai 2018 in den Ruhestand und schied damit aus dem Aufsichtsrat aus. Sein Nachfolger ist Herr Ulrich Gruber, Betriebsratsvorsitzender des Werks Plattling der Südzucker AG, der bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat 2017 als Ersatzkandidat für Herrn Link gewählt wurde. Am 31. Oktober 2018 schied Frau Dr. Melanie Frerichs, Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten aus beruflichen Gründen aus dem Aufsichtsrat aus. Als Nachfolgerin wurde Frau Sabine Möller, Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, vom Registergericht Mannheim bestellt. Herr Franz-Rudolf Vogel, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG und Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats, ist am 31. Dezember 2018 in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Herr Frank Sachse, Betriebsratsvorsitzender des Werks Zeitz der Südzucker AG. Er wurde bei der Wahl der Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat 2017 als Ersatzkandidat für Herrn Vogel gewählt.
Auf der Aktionärsseite legte Herr Ralf Hentzschel, selbstständiger Landwirt in Panschwitz-Kuckau, sein Aufsichtsratsmandat am 13. März 2019 nieder. Als Nachfolger wurde am 12. April 2019 Walter Manz vom Registergericht Mannheim -befristet bis zum Ablauf der Hauptversammlung am 18. Juli 2019 - bestellt.
Als Nachfolger in den Ausschüssen wurden vom Aufsichtsrat gewählt: Herr Ulrich Gruber für Herrn Günther Link in den Landwirtschaftlichen Ausschuss und für Herrn Franz-Rudolf Vogel in den Prüfungsausschuss sowie Herr Rolf Wiederhold für Herrn Franz-Rudolf Vogel ins Präsidium, in den Vermittlungsausschuss und den Sozialausschuss.
Der Aufsichtsrat dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern Frau Dr. Frerichs, Herrn Hentzschel, Herrn Link und Herrn Vogel herzlich für ihren engagierten Einsatz zum Wohle des Unternehmens.
Gemeinsam mit dem Vorstand gedenkt der Aufsichtsrat aller im Berichtsjahr verstorbenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehemaligen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Aufsichtsratsmitgliedern der Südzucker-Gruppe. Dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Südzucker AG und der mit ihr verbundenen Unternehmen spricht der Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus.
Mannheim, 15. Mai 2019
Für den Aufsichtsrat
DR. HANS-JÖRG GEBHARD, VORSITZENDER
Nach einem sehr erfolgreichen Börsen- und Wirtschaftsjahr 2017 markierte das Jahr 2018 eine Trendwende. Es waren insbesondere politische Risiken, wie der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Unsicherheit rund um den Brexit, die in Europa die Marktstimmung eintrübten, die Wirtschaftsdynamik und in der Folge die Aktienmärkte in eine zunehmend volatile Abwärtsbewegung tendieren ließen. Auch am Jahresanfang 2019 zeichnete sich noch keine Lösung der zahlreichen Konflikte ab.
In Deutschland schlugen sich der Stimmungswandel und die Konjunkturabkühlung insbesondere bei exportorientierten Branchen nieder; zahlreiche international orientierte Börsenunternehmen des DAX(r) veröffentlichten in der zweiten Jahreshälfte Gewinnwarnungen.
Nach einem Rekordhoch im Januar 2018 erlitt der DA X (r) über das Jahr 2018 einen erheblichen Kursverlust von 18 % und ging am 28. Februar 2019 mit 11.516 Punkten aus dem Handel. Die amerikanischen Börsenindizes Dow Jones und Nasdaq setzten Anfang Oktober 2018 Rekordmarken, bevor sie ebenfalls in den Abwärtssog gerieten. Die globalen Aktienmärkte erfuhren zu Beginn des Jahres 2019 insbesondere durch Technologieaktien eine starke Kurserholung.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ den Leitzins bei 0 % und setzte damit die Niedrigzinspolitik fort. Staats- und Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Rating-Bereich wurden weiter angekauft. Die Anleihen im Bestand der EZB werden weiter refinanziert, sodass den Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkten weiterhin Liquidität zugeführt wird.
An den Rentenmärkten fielen die zehnjährigen Bundesanleihen vom Zweijahreshoch bei 0,77 % Anfang Februar 2018 auf 0,18 % am 28. Februar 2019.
Die Auswirkungen der am 1. Oktober 2017 in Kraft getretenen Liberalisierung des EU-Zuckermarkts veranlassten Südzucker am 26. März 2018 zur Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung, mittels derer der Kapitalmarkt auf die operativen Verluste im Segment Zucker im Geschäftsjahr 2018/19 vorbereitet wurde.
Nach der am 10. Januar 2019 veröffentlichten Mitteilung für das 3. Quartal 2018/19 stieg die Südzucker-Aktie deutlich, da sich im europäischen und Weltzuckermarkt eine bessere Mengenbilanz abzeichnete.
Infolge der Ad-hoc-Mitteilung vom 29. Januar 2019 zu dem Restrukturierungsplan für das Segment Zucker verzeichnete der Kurs einen weiteren Anstieg. Nach der zweiten Ad-hoc-Mitteilung vom 25. Februar 2019 ging der Kurs auf 12,86 € am 28. Februar 2019 zurück.
Insgesamt war im Betrachtungszeitraum ein Kursrückgang von 10 % zu verzeichnen. Der SDAX(r) gab im Vergleichszeitraum um 11 % auf 10.805 Punkte nach.
1. März 2018 bis 28. Februar 2019 Aktienkurs in €

GRAFIK 001
| 2018/19 | 2017/18 | ||
| Marktkapitalisierung 1 | Mio. € | 2.625 | 3.014 |
| Streubesitz-Marktkapitalisierung 1 | Mio. € | 892 | 1.025 |
| Ausgegebene Stückaktien a 1 € 1 | Mio. Stück | 204,2 | 204,2 |
| Xetra(r)-Schlusskurs 1 | € | 12,86 | 14,76 |
| Höchstkurs (Xetra(r)) | € | 15,51 | 24,27 |
| Tiefstkurs (Xetra(r)) | € | 10,99 | 14,73 |
| Durchschnittliches Handelsvolumen / Tag 2 | Tsd. Stück | 851 | 1.222 |
| Börsenumsatz kumuliert | Mio. € | 2.832 | 5.575 |
| Schlusskurs SDAX(r) / Vorjahr: MDAX(r) 1 | Punkte | 10.805 | 26.275 |
| Performance Südzucker-Aktie (1. März bis 28. Februar) 3, 4 | % | - 9,7 | - 37,2 |
| Performance SDAX(r) / Vorjahr: MDAX(r) (1. März bis 28. Februar) 4 | % | - 11,0 | 12,5 |
| Dividende 5 | €/Aktie | 0,20 | 0,45 |
| Dividendenrendite | % | 1,6 | 3,0 |
| Ergebnis je Aktie | € | - 4,14 | 1,00 |
1
Bilanzstichtag.
2
Gesamter Tagesumsatz an allen dt. Börsen, an denen die Aktie zum Handel zugelassen
ist.
3
Südzucker-Total-Return-Index, d. h. Berücksichtigung von Kursentwicklung und Dividendenausschüttung.
4
Seit dem Geschäftsjahr 2018/19 ist die Südzucker-Aktie im SDAX(r) gelistet; bis zum
Ende des Geschäftsjahres 2017/18 war die Südzucker-Aktie im MDAX(r) gelistet, daher
wird die Performance der Südzucker-Aktie im Geschäftsjahr 2018/19 mit der Performance
des SDAX(r) verglichen, die des vergangenen Jahres der des MDAX(r) gegenübergestellt.
5
2018/19: Vorschlag.
TABELLE 004
Die Südzucker AG verfügt unverändert über zwei langfristig orientierte Großaktionäre. Der Anteilsbesitz der SZVG aus Eigen- und Fremdbesitz an der Südzucker AG lag zum 28. Februar 2019 bei 58,2 %. Die Zucker Invest GmbH, der zweite Großaktionär, der die österreichischen Anteilseigner der Raiffeisengruppe repräsentiert, hielt einen Anteilsbesitz von 10,3 %. Der Streubesitz von 31,5 % verteilte sich auf Privatanleger sowie Investmentfonds, Pensionskassen und Versicherungen überwiegend in Europa und Nordamerika.
1. März 2014 bis 28. Februar 2019 Index in %

GRAFIK 002
Am 5. März 2018 beschloss die Deutsche Börse Veränderungen ihrer Aktienindizes. Danach schied das MDAX(r)-Gründungsmitglied Südzucker mit Wirkung zum 19. März 2018 aufgrund der vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung aus dem MDAX(r) aus und wurde in den SDAX(r) aufgenommen. Seit der Indexreform am 24. September 2018 umfasst der SDAX(r) die 70 (vorher 50) größten und meistgehandelten Unternehmen unterhalb des MDAX(r).
Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Die konservative Finanzpolitik ist auf die Sicherung starker Bilanz- und Cashflow-Kennzahlen ausgerichtet.
Seit 1991 beauftragt Südzucker die Ratingagentur Moody's mit der Bewertung und Veröffentlichung des Unternehmenskreditprofils. Seit 2003 bewertet zusätzlich Standard & Poor's (S&P) die Bonität des Konzerns und der Anleihen. Südzucker erhielt stets ein Investment-Grade-Rating, was dem Unternehmen eine hohe Kreditwürdigkeit sowie nachhaltige Cashflow- und Ertragskraft bescheinigt.
| Anleihe | Coupon | Volumen | ISIN | Börsenzulassung |
| Hybrid-Anleihe 2005 Perpetual NC 10 1 | Variabel | 700 Mio. € | XS0222524372 | Luxemburg (regulierter Markt) |
| Anleihe 2016/2023 | 1,250 % | 300 Mio. € | XS1524573752 | Luxemburg (regulierter Markt) |
| Anleihe 2017/2025 | 1,000 % | 500 Mio. € | XS1724873275 | Luxemburg (regulierter Markt) |
TABELLE 005
Moody's bestätigte das Unternehmens- und Anleiherating am 5. April 2018 mit Baa2 und änderte den Ausblick auf negativ. Am 12. Dezember 2018 wurde das Rating unter Beibehaltung des negativen Ausblicks auf Baa3 gesenkt. Der nachrangigen Hybrid-Anleihe spricht Moody's unverändert 75 % Eigenkapitalcharakter zu.
S&P bestätigte am 31. Mai 2018 das langfristige Unternehmensrating von BBB und veränderte den Ausblick auf negativ. Am 18. Januar 2019 wurde das Unternehmensrating auf BBB-gesenkt und der Ausblick auf stabil geändert. Die nachrangige Hybrid-Anleihe wird zu 50 % als Eigenkapital eingestuft.
Die Konzernentwicklung wurde Investoren, Analysten und sonstigen Marktteilnehmern von Vorstand und Investor Relations an zahlreichen Finanzplätzen Europas erläutert. Wichtige Informationen veröffentlicht Südzucker transparent und zeitnah auf ihrer Website.
| ISIN | DE 000 729 700 4 |
| WKN | 729 700 |
| Handelsplätze | Xetra (r) , Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Hannover (Freiverkehr) |
| Börsenkürzel | SZU |
| Tickersymbol Reuters | SZUG.DE (Xetra(r)), SZUG.F (Frankfurt) |
| Tickersymbol Bloomberg | SZU GY (Xetra(r)) |
TABELLE 006
Mäuse sind bei uns geschätzt ...
... aber nur in ihrer mechanischen Variante.
Ropa Maus 5 "Lade-Maus"
DIE SPEKTAKULÄRE MAUS
Eine spezielle Maus macht sich in der Saison auf den Zuckerrübenfeldern breit: die Lade-Maus, ein tonnenschweres Arbeitsgerät. Ein Vergleich mit dem kleinen tierischen Namensvetter lädt daher besonders zum Schmunzeln ein. Übrigens hat sich der Begriff "Lade-Maus" nur in Deutschland durchgesetzt. (→)
Feldmaus "Microtus arvalis"
DER FURCHTLOSE ENTDECKER
31 t
Das heißt, eine Lade-Maus wiegt so viel wie gut eine Million kleine Mäuse.
→
~30 g
40 km/h
→
8 km/h
Die Lade-Maus ist zwar fünfmal so schnell, aber aus dem Staub machen können sich Feldmäuse trotzdem schneller.
9 m
Gegengewichtsarm
→
~35 mm
Schwanz
Rost
→
Schleiereule
frisst circa 2.200 Mäuse pro Jahr.
32 Jahre
1987 Markteintritt
→
145 Mio. Jahre
Rattenmaus aus dem Zeitalter der Dinosaurier
14,97 m
Gesamtlänge, wenn sie auf eine Breite von 3 Meter zusammengefaltet ist.
→
11 cm
Für die Länge der Lade-Maus müssten 136 Feldmäuse eine Kette bilden.
Wie kommt ein riesiges und schweres landwirtschaftliches Gerät wie ein Rübenlader zur Bezeichnung Maus? Der Name geht zurück auf die beiden Konstrukteure Erich Fischer und Hermann Paintner. In der Entwicklungsphase hatten sie noch keinen Namen für das Gerät, mit dem sie sehr viel Zeit verbrachten. So entstand scherzhaft der Kosename "Maus" - und dabei ist es geblieben. Später wurden dann auch weitere Geräte wie Rübenvollernter nach Tieren benannt: Vor der Maus rücken "Tiger" oder "Panther" an ...
Welche durchaus außergewöhnlichen Kunden unsere Produkte schätzen ...
Die Südzucker AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Mannheim, ist die Muttergesellschaft der Südzucker-Gruppe und gleichzeitig die größte operative Gesellschaft. In den Konzernabschluss sind - neben der Muttergesellschaft Südzucker AG - 156 (158) Gesellschaften einbezogen, bei denen die Südzucker AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält. Die At-Equity-Bewertung wurde bei 16 (17) Gesellschaften angewendet. Weitere Details zu Beteiligungen finden sich unter Ziffer (38) "Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 Abs. 2 HGB" des Konzernanhangs in diesem Geschäftsbericht.
Die Südzucker-Gruppe umfasst die vier Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Dabei sind die Segmente Zucker, Spezialitäten und Frucht in insgesamt zehn Divisionen untergliedert, die das operative Tagesgeschäft steuern. Das Segment CropEnergies wird als eigenständige Unternehmenseinheit geführt.
Zentralabteilungen verantworten die Bereiche Controlling, Co-Produkte, Einkauf, Finanzen / Rechnungswesen, Forschung und Entwicklung, Investor Relations, Landwirtschaftliche Forschung, Liegenschaften / Versicherungen, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation / IT, Personal, Qualitätsmanagement, Recht, Revision, Steuern sowie Strategie. Die Geschäftsbereichsleitung Zucker verantwortet die Bereiche Zucker / Verkauf, Zucker / Produktion sowie Zucker / Rübe in Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen. Daneben sind administrative Aufgaben in Shared-Finance-Centern sowie Forschungsaktivitäten an mehreren Forschungsstandorten zusammengefasst.
Im Segment Zucker werden Zucker und Zuckerspezialitäten sowie Futtermittel produziert und vermarktet. Das Segment umfasst die Division Geschäftsbereich Zucker mit den vier Produktionsgesellschaften in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wroctaw) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.R.L., Chisinau) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Loberaue Agrar GmbH, Rackwitz; Terra Sömmerda GmbH, Sömmerda). At Equity einbezogen werden das britische Handelshaus ED&F Man Holdings Limited, die AGRANA-Studen-Gruppe (einschließlich Zuckerproduktion in Bosnien) und das italienische Vertriebs-Joint-Venture Maxi S. r. l.
| ― |
Geschäftsbereich Zucker Belgien: 2 Zuckerfabriken Deutschland: 9 Zuckerfabriken Frankreich: 4 Zuckerfabriken Polen: 5 Zuckerfabriken |
| ― |
Moldau: 2 Zuckerfabriken |
| ― |
Landwirtschaft |
| ― |
AGRANA Zucker Österreich: 2 Zuckerfabriken Rumänien: 1 Zuckerfabrik, 1 Raffinerie Slowakei: 1 Zuckerfabrik Tschechien: 2 Zuckerfabriken Ungarn: 1 Zuckerfabrik |
| ― |
ED&F man, Großbritannien (35 %-Beteiligung) |
| ― |
Agrana-Studen (Raffinerie Bosnien, 50 %-Joint-Venture) |
| ― |
Funktionelle Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Tiernahrung, Non-Food und Pharmazie |
| ― |
5 Produktionsstandorte |
| ― |
Tiefgekühlte und gekühlte Pizza sowie tiefgekühlte Pastagerichte und Snacks |
| ― |
12 Produktionsstandorte |
| ― |
Portionsartikel |
| ― |
6 Produktionsstandorte |
| ― |
Stärke für den Food- und Non-Food-Bereich sowie Bioethanol |
| ― |
4 Produktionsstandorte |
| ― |
Maisstärke-, Isoglukose- und Bioethanolfabrik Hungrana Kft. (50 %-Joint-Venture) |
| ― |
Weizenstärkeanlage in Zeitz |
| ― |
Einer der führenden europäischen Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol, überwiegend für den Kraftstoffsektor, sowie von hocheiweißhaltigen Futtermitteln |
| ― |
4 Produktionsstandorte |
| ― |
Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne 28 Produktionsstandorte weltweit |
| ― |
Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) Fruchtsaftkonzentrate, Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Getränkegrundstoffe und Direktsäfte für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie 15 Produktionsstandorte in Europa und China |
Das Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus natürlichen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft in Europa und in den USA. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Bioethanolgeschäft der AGRANA mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Bioethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet, die operativ vom Geschäftsbereich Zucker geführt wird. Die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana-Gruppe in Ungarn werden at Equity einbezogen.
Die Bioethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Brasilien und Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte AG geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2in Lebensmittelqualität betreibt; diese Gesellschaft wird at Equity einbezogen.
Das Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Getränkeindustrie.
Der Vorstand der Südzucker AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird dabei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Die Segmente Zucker und Spezialitäten führt der Vorstand gemeinsam, die Segmente CropEnergies und Frucht sind einzelnen Vorstandsmitgliedern zugeordnet. Zudem leiten die einzelnen Vorstandsmitglieder die ihnen zugewiesenen Divisionen und Konzernfunktionen im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Die Geschäftsordnung für den Vorstand bestimmt die nähere Ausgestaltung der Vorstandsarbeit. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der Südzucker AG für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.
Der Vorstand hat für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen Sorge zu tragen. Ebenso ist er für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen verantwortlich. Des Weiteren hat der Vorstand für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance).
Auch für die Leitungsorgane auf Ebene der Segmente und Divisionen ist Compliance die Basis für das Führen des operativen Tagesgeschäfts. Im Rahmen einer Matrixorganisation werden sie von zentralen Konzernfunktionen, die mit einem fachlichen Weisungsrecht ausgestattet sind, unterstützt und beraten.
Im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Rahmen des Wertmanagements strebt Südzucker in den Segmenten und Divisionen an, mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital eine Prämie über die Kapitalkosten hinaus zu erzielen und dadurch einen Mehrwert für die Aktionäre zu schaffen.
Südzucker setzt ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet, darauf aufbauend, zentral definierte Kennzahlen an. Wesentliche Kennzahl auf Konzern- und Segmentebene ist das operative Ergebnis sowie ausschließlich auf Konzernebene die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - kurz ROCE).
Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn- und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Das eingesetzte Kapital (Capital Employed) umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- und Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag. Der ROCE entspricht dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Südzucker ermittelt die Kapitalkosten für das eingesetzte operative Vermögen als Durchschnitt der gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die Kapitalkosten werden für die Segmente und Divisionen spezifiziert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden. Diese finanziellen Leistungsindikatoren stellen für die Südzucker-Gruppe derzeit die wesentlichen steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren dar.
Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Südzucker verfolgt die Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen. Im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung nutzt Südzucker eine optimierte Struktur von Finanzinstrumenten wie Hybrid-Eigenkapital, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden vorrangig durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms von insgesamt 600 Mio. € sowie syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien gewährleistet.
Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an den für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Faktoren. Die im Finanzmanagement von Südzucker verwendeten Kenngrößen für die Kapitalstruktur sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme).
Weitere Erläuterungen zu den operativen Ergebnissen je Segment sowie zu den Kennzahlen zur Kapitalstruktur werden im Kapitel "Wirtschaftsbericht" gegeben. Die Ableitung der Kapitalkosten ist im Konzernanhang unter Ziffer (21) "Immaterielle Vermögenswerte" dargestellt. Weitere Angaben zum Finanzmanagement sowie Einzelheiten zu den eingesetzten Finanzinstrumenten werden im Konzernanhang unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" gemacht.
Das Geschäftsmodell von Südzucker umfasst die Beschaffung von Agrarrohstoffen, deren großtechnische Verarbeitung und Veredelung zu hochwertigen Lebensmitteln, Futtermitteln und Biokraftstoffen sowie ihren Absatz.
Die Südzucker-Gruppe produziert Zucker und Zuckerspezialitäten, funktionelle Lebensmittelzutaten, tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Portionsartikel, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukte, Bioethanol, Futtermittel sowie Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate.
Südzucker ist mit den Divisionen BENEO, Freiberger und Fruchtzubereitungen weltweit tätig. Die Produktion von Zucker, Stärke, Stärkeverzuckerungsprodukten, Bioethanol und Portionsartikeln ist auf Europa fokussiert.
Mit diesen Produkten bedienen wir kundenorientiert und zuverlässig die Nahrungsmittelindustrie, den Handel, die Futtermittel- und die Mineralölindustrie, wobei in den jeweiligen Marktsegmenten die Kosten- und Marktführerschaft oder eine starke Marktposition angestrebt wird.
Unsere Rohstoff- und Absatzmärkte sind weltweit verbunden und unterliegen Preisschwankungen, die wir kaum beeinflussen können. Unsere breite Produktpalette in vier Segmenten und regional unterschiedliche Märkte sorgen für einen Risikoausgleich. Langfristig profitieren wir von einer wachsenden Weltbevölkerung und steigenden Einkommen.
Unser Geschäftsmodell basiert auf Nachhaltigkeit im Umgang mit Agrarrohstoffen. Wir produzieren ressourcenschonend und verwenden die Agrarrohstoffe möglichst vollständig. Die Einbindung in ländliche Regionen, europäische Standards bei Compliance, Menschenrechten und Arbeitsbedingungen sowie die Beachtung der Anforderungen an eine gesunde und sichere Ernährung sind Grundlage unseres Geschäfts.
Unsere Mitarbeiter bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein. Das Wissen, die Fähigkeiten und die Vielfalt unserer Mitarbeiter machen uns erfolgreich. Diversität ist ein gelebter Bestandteil der Unternehmenskultur.
Unser Ziel ist es, ein profitables Wachstum zu erreichen, unserer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden sowie den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern.
Deshalb haben wir im Segment Zucker die Strategie angepasst. Vor dem Hintergrund des anhaltend schwierigen Marktumfelds mit weltweit steigenden Produktionsmengen und extrem niedrigen Preisen wollen wir den Fokus auf die Belieferung von Kunden in Europa setzen und unsere Marktposition hier weiter ausbauen. Damit bekommt die Belieferung des Weltmarkts mit wesentlichen Zuckermengen aus europäischer Produktion für uns künftig eine untergeordnete Bedeutung. Dies erfordert auch eine Anpassung der Produktions- und Verwaltungsstrukturen. Dementsprechend wollen wir fünf Werke schließen, um die Zuckerproduktionskapazitäten zu reduzieren und gleichzeitig die verbleibenden Werke voll auszulasten. Weitere Kostensparmaßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden intensiviert.
Unsere Konzernstrategie gilt unverändert für alle Segmente:
Die globalen Megatrends wachsende Weltbevölkerung und höhere Einkommen führen zu einer steigenden Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie erneuerbarer Energie. Daneben verstärken sich die Trends zu alternativen und funktionellen Lebensmittelzutaten sowie zu Convenience-Produkten. Wir richten unsere Geschäftsfelder weiterhin daran aus.
Mit ihren vier Segmenten ist die Südzucker-Gruppe in Bereichen tätig, die auch mittel- bis langfristig von diesen Megatrends profitieren. So wird sich insbesondere auch in den Schwellenländern die Nachfrage nach unseren Produkten weiter erhöhen.
In unseren Geschäftsfeldern wollen wir jeweils führende Positionen behaupten bzw. ausbauen. Ziel ist es, die Nummer 1 oder eine starke Nummer 2 zu sein. Dafür nutzen wir Gelegenheiten zu Akquisitionen ebenso wie organisches Wachstum.
Wir legen den Fokus auf unsere Kernkompetenzen, die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen und die damit verbundene Logistik mit dem Ziel, dieses Know-how ständig weiterzuentwickeln, um alle Produktströme vollständig zu nutzen und die Wertschöpfung zu erhöhen. Dafür forschen wir intensiv - insbesondere zu den Themen Rohstoffsicherung, Verarbeitungstechnologie, Rezepturen, Anwendungskonzepte sowie neue Produkte und Technologien. So arbeiten wir beispielsweise an der Veredelung von Kohlenhydraten und Ethanol zu Biochemikalien (→ Kapitel Forschung und Entwicklung).
| In den einzelnen Segmenten liegt der Fokus auf folgenden Themen: | |||
| Zucker | Spezialitäten | CropEnergies | Frucht |
| Kapazitäten am europäischen Markt ausrichten Marktposition in der EU weiter ausbauen Strukturen verbessern, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken | BENEO: Markttrends zur Erhöhung des Absatzvolumens nutzen, Kapazitäten entsprechend ausweiten, Innovationen vorantreiben Freiberger: Marktposition EU halten / USA ausbauen, Profitabilität steigern, klare Differenzierung zu den Wettbewerbern Stärke: Fokus auf Spezialitätenprodukte, Kapazitätsausbau PortionPack Europe: Produktportfolio ausbauen, neue Märkte erschließen | Führende Marktposition festigen Standorte gezielt weiterentwickeln Produktionskapazitäten voll auslasten Effizienz weiter steigern Diversifizierung vorantreiben F&E-Aktivitäten stärken | Globale Wachstumstrends nutzen Neue Märkte gemeinsam mit Kunden erschließen Regionale Diversifizierung vorantreiben Innovationen entwickeln Weitere Kostensenkungsmaßnahmen Interne/externe Wachstumsmöglichkeiten nutzen |
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Mit der breiten Basis unseres Portfolios sowie einer Diversifizierung in verschiedenen Regionen und Märkten sorgen wir für ein ausgeglichenes Risikoprofil. Diesen Ansatz verfolgen wir weiter.
Wachstumsaktivitäten orientieren sich an unseren Kernkompetenzen, um Synergien über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinweg - von der Rohstoffgewinnung über die Veredelungsstufen bis zum Endkunden - nutzen zu können.
Erreicht wird dies insbesondere durch die Stärkung von Verbundstandorten, an denen für unterschiedliche Segmente produziert wird. So haben wir beispielsweise am Standort Wanze in Belgien eine neue Anlage zur Weiterverarbeitung pflanzlicher Proteine eingeweiht, die an die bestehenden Produktionsanlagen für Zucker und Ethanol angebunden ist. Dies schont die natürlichen Ressourcen, reduziert die Kosten und trägt damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei.
Wir verfolgen eine solide Finanzierungsstrategie. Ziel ist, die nachhaltige Cashflow-Kraft des Südzucker-Konzerns zu stärken und stabile Beziehungen zu den Aktionären zu pflegen. Ein Investment-Grade-Rating sichert uns den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und Banken (-> Kapitel Konzernsteuerung/Finanzmanagement).
Zur Sicherung des zukünftigen Wachstums werden wir alle Geschäftsfelder weiter stärken. Neben Ersatzinvestitionen und Investitionen für Kapazitätserweiterungen wird in Anlagen investiert, die eine höhere Wertschöpfung aus den Produkten erzielen, wie beispielsweise in eine Anlage zur Betain-Kristallisation oder den schrittweisen Ausbau der Produktion in den verschiedenen Produktkategorien der BENEO-Gruppe. Gleichzeitig wird die Internationalisierungsstrategie in Form der ständigen Prüfung von Akquisitionsmöglichkeiten unverändert fortgeführt.
Die Unternehmensführung bekennt sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens, in deren Kern der sorgfältige Umgang mit allen genutzten Ressourcen steht. Kein Geschäft ist es wert, die Partnerschaft mit der Natur zu gefährden (→ Kapitel Nachhaltigkeit).
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Wir wahren Integrität im Geschäftsverkehr. |
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Wir produzieren sichere Produkte von hoher Qualität. |
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Wir gehen verantwortungsvoll mit unserer Umwelt um. |
| ― |
Wir schützen unsere Informationen. |
| ― |
Wir kommunizieren vollständig, korrekt und klar. |
| ― |
Wir behandeln unsere Mitarbeiter fair und respektvoll. |
Die Einhaltung dieser Leitlinien wie auch der Regelungen des Südzucker-Verhaltenskodex ist ein wesentlicher Bestandteil für das Auftreten von Südzucker als vertrauenswürdiger und verlässlicher Partner.
Wir richten unsere Personalpolitik so aus, dass die Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens unterstützen und in der Lage sind, unter den sich verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu agieren (→ Kapitel Mitarbeiter).
Bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie bauen wir auf unsere Stärken:
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Vielseitigkeit bei Unternehmensstruktur, Produktportfolio, Märkten und Mitarbeitern |
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Kompetenz bei der großtechnischen Verarbeitung von Agrarrohstoffen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Unsere Expertise bezieht die gesamte Wertschöpfungskette von unseren Lieferanten bis zu unseren Kunden ein -einschließlich der entsprechenden Logistik und der Verwendung unserer Produkte. Dabei können wir auf gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter bauen. Sie sind Träger unseres Know-hows, unserer Erfahrung und unserer Innovationskraft bei Produktion, Vermarktung und Logistik. |
| ― |
Nachhaltigkeit, insbesondere ressourcenschonende Produktion und möglichst vollständige Verwendung der Agrarrohstoffe. |
Südzucker ist seit der Unternehmensgründung ein der Landwirtschaft und damit der Natur stark verbundenes Unternehmen. Kern unseres Geschäftsmodells ist die Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu hochwertigen Produkten. Um die wirtschaftlichen Grundlagen des Unternehmens mittel- und langfristig zu erhalten ist es essenziell, die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe dauerhaft zu sichern. Nachhaltigkeit zählt darüber hinaus zu den Unternehmenswerten unserer Kunden und beeinflusst zunehmend die Einkaufsentscheidungen der Verbraucher.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist traditionell ein fester und gelebter Bestandteil der Unternehmensstrategie. Nachhaltiges Handeln ist in allen Unternehmensteilen und Regionen jeweils auf allen Ebenen - vom Management bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter - verankert.
Wir richten unser Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom agrarischen Rohstoff bis zum fertigen Produkt im Sinne der Nachhaltigkeit aus. So beginnt ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur bereits bei der sorgfältigen Auswahl der zu verarbeitenden Agrarprodukte. Südzucker stellt hohe Qualitätsanforderungen an die eingesetzten Rohstoffe. Nachhaltigkeit und Qualitätsführerschaft bestimmen die Verarbeitung der Agrarrohstoffe zu Zucker, Futtermitteln, funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung, Bioethanol sowie zu Stärke- und Fruchtprodukten.
Dabei legen wir in allen Segmenten besonderen Wert auf:
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Möglichst vollständige Nutzung der verwendeten Agrarrohstoffe |
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Ständige Weiterentwicklung der Produktionstechnologien mit dem Ziel der Ressourcenschonung und Energieeffizienz - Effiziente Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagementsysteme |
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Beachtung der Interessen der für Südzucker wesentlichen Stakeholder |
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Langfristige Partnerschaften z. B. mit Rohstofflieferanten und Kunden |
Als Unternehmen sind wir gefordert, unsere Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf wesentliche Auswirkungen auf Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft zu analysieren, darzustellen und die Entwicklung zu verfolgen.
Die in der Vergangenheit erhobenen Stakeholdergruppen und Dialogformen (Tabelle 007) wurden im Wesentlichen bestätigt.
| Wesentliche Stakeholder | Wesentliche Dialogformen |
| Anbauer (Rohstoffe) Lieferanten (Energie, Wasser, Investitionsgüter, Hilfs- und Betriebsstoffe, Dienstleistungen, Rohstoffe) | Informationsveranstaltungen (Anbauerversammlungen, Feldtage, Messen, Lieferantenforen); Internetplattformen (Rohstoffportal); Lieferantengespräche (Vergabeverhandlungen, Anbauberatung) |
| Kunden (Endverbraucher, Handel, Industrie) | Kundenberatung Anwendungstechnische Unterstützung / Serviceleistungen Produktspezifikationen, Zertifizierungen |
| Mitarbeiter Gewerkschaften | Betriebsversammlungen, Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterzeitungen, Newsletter, Intranet, Schulungen |
| Aktionäre, Kapitalmarkt, Finanzinstitute, Investoren | Finanzberichterstattung, Hauptversammlung, Analystenkonferenzen, Roadshows, Conference Calls, Gespräche mit Ratingagenturen, Analysten und Aktionärsvertretern Südzucker-Website |
| Gesellschaft und Öffentlichkeit (Anlieger, Behörden, Branchen- / Interessenverbände, Forschungs- / Wissenschaftseinrichtungen, Journalisten, Medien, Nachbarn, Parteien, Politiker, Schulen, Universitäten) | Presseinformationen und -gespräche Werksbesichtigungen (rund 30.000 Besucher / Jahr) Forschungskooperationen und -projekte Politische Dialoge, Sitzungen, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen Südzucker-Website |
TABELLE 007
Ausgewählte Stakeholder wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse befragt, welche Sachverhalte innerhalb der einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte (Umweltbelange, Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Menschenrechte sowie Bestechungs- und Korruptionsvermeidung) sie bei der Bewertung der Südzucker-Gruppe als hoch bzw. sehr hoch einschätzen. Kunden sind für Südzucker eine besonders bedeutsame Stakeholdergruppe. Entsprechend hat Südzucker im abgelaufenen Geschäftsjahr für das Segment Zucker eine Kundenbefragung durchgeführt. Hierbei wurden die wichtigsten Kunden zu ihren Erwartungen hinsichtlich Nachhaltigkeit befragt und die Zufriedenheit mit den Südzucker-Aktivitäten bewertet. Die Ergebnisse sind in die bereits bestehende Wesentlichkeitsanalyse eingeflossen.

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Über die in den Nachhaltigkeitsaspekten zusammengefassten Sachverhalte, die damit verbundenen Leitlinien sowie die entsprechenden Managementansätze wird in den jeweiligen Kapiteln / Abschnitten des Lageberichts berichtet (-> Tabelle 008). Eine detaillierte Übersicht finden Sie im Kapitel Nichtfinanzielle Erklärung.
| Nachhaltigkeitsaspekte - Inhalt der nichtfinanziellen Erklärung | Kapitel / Abschnitt im Lagebericht |
| Umweltbelange | Umwelt Wirtschaftsbericht / Segmente jeweils im Abschnitt Produktion |
| Arbeitnehmerbelange | Mitarbeiter |
| Sozialbelange | Umwelt, Gesellschaft |
| Menschenrechte | Umwelt, Mitarbeiter, Gesellschaft |
| Bekämpfung von Bestechung und Korruption | Unternehmensführung und -Verantwortung / Compliance |
TABELLE 008
Seit 2013 nimmt die Südzucker-Gruppe am Nachhaltigkeitsbewertungssystem EcoVadis teil. EcoVadis ist eine französische Initiative, die Unternehmen hinsichtlich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung bewertet. Südzucker partizipiert aktiv und stellt EcoVadis regelmäßig umfangreiche Informationen zu Aspekten aus den Bereichen Umwelt, Arbeitsbedingungen, Compliance und Beschaffung zur Verfügung. Nach aktueller Bewertung zählt Südzucker zu den besten 30 % aller bewerteten Unternehmen und bekommt den Silber-Status zugesprochen. Die Ergebnisse sind für zahlreiche Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft von zunehmender Bedeutung.
Darüber hinaus befürworten und unterstützen Unternehmen der Südzucker-Gruppe weitere nachhaltigkeitsorientierte Initiativen und Organisationen (-> Tabelle 009).
Mitgliedschaften in nachhaltigkeitsbezogenen Organisationen
| Organisation | Sitz | Mitgliedsunternehmen | Seit | Ziel |
| Bonsucro(r) - Better Sugarcane Initiative Ltd. | London / Großbritannien | AGRANA Zucker GmbH | 2014 | Verbesserung der Nachhaltigkeit im Zuckerrohranbau sowie der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr |
| EcoVadis SAS | Paris / Frankreich | Südzucker AG 1 | 2013 | Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette |
| Fairtrade Deutschland / Transfair e. V. | Köln | Südzucker AG | 2006 | Förderung des fairen Handels |
| SAI - Sustainable Agriculture Initiative Platform | Genf / Schweiz | Südzucker AG 1 | 2014 | Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken |
| Sedex Information Exchange Limited | London / Großbritannien | AGRANA Beteiligungs-AG | 2009 | Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette |
TABELLE 009
1
Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen der Südzucker-Gruppe.
Die Südzucker-Gruppe verpflichtet sich, mit ihrer Umwelt- und Energiepolitik den Ressourcenbedarf und die Umweltauswirkungen der Geschäftstätigkeiten zu reduzieren und die Energieeffizienz der Produktionsprozesse kontinuierlich zu verbessern. Dies beinhaltet, dass
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alle gesetzlichen und selbst auferlegten Anforderungen eingehalten werden, |
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Anlagenkonzeptionen, Produktionsprozesse und zugehörige Lieferketten (inklusive Beschaffung) bezüglich ihrer Umweltauswirkungen und ihrer Energieeffizienz kontinuierlich überprüft und optimiert werden, |
| ― |
vom Management strategische und operative Ziele sowie Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung festgelegt werden, |
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die Zielerreichung systematisch überprüft und die Effektivität der festgelegten Maßnahmen regelmäßig bewertet werden, |
| ― |
die für die Durchführung dieser Maßnahmen und für die Erreichung der Ziele erforderlichen Ressourcen und Informationen vom Management zur Verfügung gestellt werden. |
An den deutschen Standorten von Südzucker, BENEO und CropEnergies wird das betriebliche Umweltmanagement innerhalb des Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001 geführt. Die Sicherstellung der Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen erfolgt durch Festlegung von Verantwortlichkeiten und Prozessabläufen sowie interne Audits durch die zentrale Umweltabteilung. Die kontinuierliche Reduktion der Umweltauswirkungen erfolgt durch Benchmarking insbesondere in Bezug auf Geruchs- und Lärmimmissionen, Luftschadstoff- und Abwasseremissionen, Frischwasserbedarf und Abfallmengen. Darüber hinaus werden auf Werksebene Ziele und Maßnahmen festgelegt, auch unter Einbindung der Mitarbeiter über das betriebliche Vorschlagswesen.
An den deutschen und österreichischen Produktionsstandorten von Südzucker, AGRANA, BENEO, Freiberger und CropEnergies ist das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zertifiziert. Gleiches gilt für die Zuckerproduktionsstandorte in Frankreich, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn, die übrigen Standorte in der Division Fruchtsaftkonzentrate in der EU sowie den Standort von Freiberger in Großbritannien. Der Standort von CropEnergies in Großbritannien ist nach dem Energy Savings Opportunity Scheme auditiert. An den Standorten von BENEO, CropEnergies und Raffinerie Tirlemontoise in Belgien wird der Energieeinsatz nach "Les accords de branche de seconde generation" zertifiziert.
Im Bereich Umwelt wird über Energieeinsatz, Treibhausgasemissionen, Wasserentnahme und Wassereinleitung sowie Abfall berichtet. Dem Einsatz erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energien und den damit verbundenen Treibhausgasemissionen messen wir herausragende Bedeutung zu.
Der Energiebedarf sowie die damit verbundenen Treibhausgasemissionen sollen insbesondere durch kontinuierliche Verbesserungen im Produktionsprozess weiter gesenkt werden.
Bei der Produktion zeichnet sich Südzucker durch effiziente Produktionsprozesse und moderne Energieversorgungsanlagen aus. So führen z. B. hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie Kaskadenschaltungen bei der Prozessenergienutzung zu einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz. Damit reduzieren wir den Brennstoffbedarf und senken gleichzeitig die Emissionen von Luftschadstoffen und klimarelevanten Treibhausgasen.

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Die Biogasanlage in Rackwitz erzeugt aus nachwachsenden Rohstoffen eigener Produktion ganzjährig Biomethan zur Einspeisung ins öffentliche Netz. Darüber hinaus wird in drei Zuckerfabriken Biogas aus Pressschnitzeln gewonnen.
Der Einsatz von Energie je Tonne Produkt, der Anteil an erneuerbarer Energie sowie die entstandenen Emissionen je Tonne Produkt sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben.
Wasser, die global gesehen bedeutendste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der Südzucker-Gruppe. Unsere Produktionsanlagen zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch Kreislaufführung des eingesetzten Wassers auf ein Minimum reduziert wird. Vielfach wird auch das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser - Zuckerrüben bzw. Äpfel bestehen zu rund 75 % bzw. 85 % aus Wasser - in den Prozessen genutzt. So wird z. B. ein großer Teil des Wassers, das eine Zuckerfabrik benötigt, schon mit dem Rohstoff Rübe in die Fabrik gebracht. Insgesamt kann der Wassergehalt in den verarbeiteten Feldfrüchten dazu führen, dass die Abwassermenge die Wasserentnahme übersteigt. Daneben können hohe Niederschläge ebenfalls zu einer gesteigerten Wassereinleitung führen.
| Mio. m 3 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Wasserentnahme | 39,7 | 34,1 | 36,0 | 39,7 | 42,4 |
| Wassereinleitung | 36,6 | 32,9 | 38,1 | 40,7 | 40,3 |
TABELLE 010
Von der gesamten Wasserentnahme entfallen über 60 % auf die Entnahme von Oberflächenwasser insbesondere aus Flüssen, das wiederum maßgeblich für die Durchlaufkühlung bei der Zuckerproduktion verwendet wird, d. h., das Wasser wird nur zur Kühlung von Prozessen eingesetzt und dann direkt wieder den Vorflutern zugeführt.
Der Anstieg der absoluten Menge an entnommenem und eingeleitetem Wasser ist im Wesentlichen auf neu hinzugekommene Produktionsstandorte in der Division Freiberger in den USA und Deutschland sowie die erstmalige Erfassung von bisher nicht aufgeführten Entnahmemengen am Standort Pischelsdorf zurückzuführen. Der Rückgang der Wassereinleitung ist durch geringere Niederschlagsmengen bedingt.
Durch integrierte Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Die Gesamtabfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Ursachen dafür waren unter anderem neu hinzugekommene Produktionsstandorte in der Division Freiberger sowie analog zu höheren Produktionsmengen im Segment Frucht gestiegene kompostierbare Abfälle.
| Tsd. t | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Recycling | 455,8 | 376,0 | 241,5 | 296,5 | 302,3 |
| Deponierung | 95,1 | 86,5 | 67,0 | 68,6 | 65,9 |
| Kompostierung | 69,6 | 60,2 | 56,4 | 75,3 | 91,2 |
| Energetische Verwertung | 14,9 | 22,6 | 19,6 | 24,7 | 25,8 |
| Übrige | 21,9 | 17,2 | 20,3 | 28,5 | 16,8 |
| davon gefährliche Abfälle 1 | 1,1 | 1,5 | 0,8 | 1,6 | 1,6 |
| Gesamt | 657,3 | 562,4 | 404,7 | 493,5 | 501,9 |
1
Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion.
TABELLE 011
Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen werden von der Südzucker-Gruppe unter Beachtung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Gesichtspunkte eingekauft.
Bestandteil der Ausschreibungsverfahren und Vertragsverhandlungen mit Lieferanten ist der Verhaltenskodex für Lieferanten, der Leitlinien für eine nachhaltige Beschaffung vorgibt sowie zu erfüllende Umwelt-, Arbeits- und Sozialstandards festlegt. Er gilt für Lieferanten der gesamten Wertschöpfungskette (www.suedzucker.de/de/Downloads/ Lieferantenmanagement/).
Die Beschaffungsbereiche werden im Rahmen verschiedener, auf den jeweiligen Beschaffungsbereich passender, jährlich stattfindender Audits, wie z. B. ISO 9001, International Food Standard, GMP+ oder SAI, geprüft und zertifiziert.
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden an den weltweit über 100 Produktionsstandorten insgesamt rund 36 Mio. t Agrarrohstoffe wie z. B. Zuckerrüben, Getreide, Mais, Zichorien sowie Früchte verarbeitet. Damit haben die nachwachsenden Agrarrohstoffe den weitaus größten Anteil am Beschaffungsvolumen.
Die von Südzucker verwendeten Agrarrohstoffe und Vorprodukte stammen überwiegend aus europäischer Produktion und erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung in der EU geltenden Grundsätze der Cross Compliance mit den entsprechenden Auflagen für die Landwirtschaft.
Mit der Reform der EU-Agrarpolitik 2013 wurde für die bis 2020 laufende Förderperiode ein Schwerpunkt auf umweltgerechte Landbewirtschaftung gelegt. Neben den Verpflichtungen aus dem Greening werden von Südzucker insbesondere eine Erweiterung der Fruchtfolge, der Zwischenfrucht- bzw. Leguminosenanbau, die Anlage von Blühstreifen und die Anlage von Gewässerrandstreifen praktiziert und gefördert.
Ein hoher Anteil der Agrarrohstoffe, die von Südzucker verarbeitet werden, stammt aus Vertragsanbau. So bezieht Südzucker Zuckerrüben ausschließlich von landwirtschaftlichen Betrieben im Umfeld der Zuckerfabriken. Dabei werden für jeweils ein Anbaujahr Rübenlieferverträge abgeschlossen, die Anbau-, Liefer- und Vergütungsbedingungen regeln.
Bei der Bioethanolherstellung werden Agrarrohstoffe verwendet, für die besondere Nachhaltigkeitskriterien gelten. Damit wird sichergestellt, dass der Anbau der Biomasse nicht auf schützenswerten Flächen oder zulasten der biologischen Vielfalt erfolgt. Um dies zu gewährleisten, wird nach von der EU anerkannten Zertifizierungssystemen wie z. B. REDcert EU, ISCC EU oder 2BSvs zertifiziert und extern auditiert. Die Einhaltung der Kriterien ist in den Verträgen mit Rohstofflieferanten verankert.
Südzucker ist Mitglied der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI), der führenden Initiative zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden auf globaler Ebene. Die Non-Profit-Organisation wurde 2002 gegründet und umfasst heute über 90 Mitglieder - vornehmlich große Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft, darunter zahlreiche Südzucker-Kunden. Mit der Zugehörigkeit zu SAI dokumentieren Lebensmittelhersteller und deren Rohstofflieferanten die Einhaltung umfassender Nachhaltigkeitskriterien.
Die Südzucker und ihre Zuckerrübenanbauer in Deutschland, Belgien, Frankreich und Polen konnten 2018 mit dem Erhalt des RedCert2-Zertifikats erneut die Einhaltung der Kriterien der SAI-Platform belegen. In Deutschland und Belgien wurde der Gold-Status, in Frankreich und Polen der SilberStatus erreicht.
AGRANA verwendet für den Nachweis nachhaltiger Agrarpraxis im Vertragsanbau für Zuckerrüben in Österreich, Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Rumänien, für Kartoffeln in Österreich sowie für Äpfel in Ungarn das von SAI entwickelte Farm Sustainability Assessment (FSA). Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde die bisher freiwillige Beantwortung des FSA-Fragebogens zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Auf Basis der Ergebnisse der drei Jahre gültigen externen Verifizierung darf AGRANA Zucker nach SAI-Vorgaben für mehr als 75 % aller Betriebe den Gold bzw. Silber-Status ausloben. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden die im Rahmen der externen Verifizierungen entdeckten Verbesserungspotenziale z. B. bezüglich Arbeitssicherheit bei den AGRANA-Zuckerrübenlieferanten durch Schulungen bearbeitet.
Südzucker stellt den Landwirten ein breites Know-how beispielsweise zu den Themen Bodenbearbeitung, Auswahl des Saatguts, Pflanzenschutz und Bodenfruchtbarkeit zur Verfügung, um sie bei einer modernen und nachhaltigen Landbewirtschaftung zu unterstützen. Das Ziel des neu gegründeten Versuchsguts in Kirschgartshausen ist die Förderung von Innovationen und Nachhaltigkeit im Zuckerrübenanbau. Dafür werden Exakt- und Großflächenversuche angelegt, Beispielanbau für Praxis und Öffentlichkeit betrieben und Zukunftsstrategien in Bezug auf die Produktionstechnik entwickelt.
Darüber hinaus werden von Südzucker Analysen von Bodenproben nach dem EUF-Verfahren als Grundlage für standortspezifische Düngeempfehlungen durchgeführt. Mit diesem Verfahren werden auch die Vorgaben der Düngeverordnung erfüllt. Ziel ist es, künftig auf Basis einer maschinellen GPS-gestützten Bodenprobenahme teilschlagspezifische Nährstoff- und Düngekarten zu erstellen. Ebenso sind Analysen und Empfehlungen für eine Optimierung des Nährstoffkreislaufs in den landwirtschaftlichen Betrieben möglich.
Im Jahr 2018 wurden auf einer Fläche von insgesamt rund 434.000 ha Zuckerrüben für die Südzucker-Gruppe angebaut. Für Südzucker ist es von Bedeutung, die Einhaltung der Fruchtfolge sicherzustellen und darüber hinaus einen positiven Beitrag zur Förderung von Biodiversität zu leisten. In der Südzucker-Gruppe werden daher zahlreiche Maßnahmen initiiert und gefördert, mit denen die Rohstofflieferanten ihren Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten. Seit 2014 werden in Deutschland, seit 2016 auch in Frankreich, Belgien und Polen Saatmischungen für Blühstreifen am Feldrand kostenlos zur Verfügung gestellt. In Österreich wird eine blühende Saatmischung als Alternative zu anderen Zwischenfrüchten verwendet. Auf den Feldern werden so der Boden gelockert, Nährstoffe mobilisiert und das Bodenleben aktiviert. Zusätzlich ergeben die blühenden Felder und Feldränder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide sowie ein attraktives Landschaftsbild.
Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb der Fabriken ist eine effiziente Logistik. Dies bedeutet zum einen, die Fabriken bedarfsgerecht mit Rohstoffen zu versorgen, zum anderen die erzeugten Produkte kontinuierlich auszuliefern -beides vor dem Hintergrund begrenzter Lagermöglichkeiten und einer optimalen Nutzung der Produktionskapazitäten. Wesentliche Maßnahmen sind eine IT-gestützte Logistiksteuerung sowie die Auswahl möglichst ressourcenschonender Transportmittel.
An der insgesamt verarbeiteten Menge von rund 36 Mio. t Agrarrohstoffe haben die für die Zucker- und Bioethanolgewinnung benötigten Rüben- und Getreidemengen mit rund 34 Mio. t den mit Abstand größten Anteil.
In Belgien, Deutschland, Frankreich, Moldau und Polen werden die Rüben mit LKWs direkt vom Acker in die Zuckerfabriken geliefert. Das gleiche System wird bei der Anlieferung der Zichorien in Belgien und Chile angewendet. Die neue Logistik-Anwendung farmpilot, die eine optimale Navigation der LKWs auch auf den Feldwegen ermöglicht, wurde nach Deutschland in der vergangenen Kampagne auch in Frankreich erfolgreich eingeführt, weitere Länder sind in Planung. Neben der Navigation ist mithilfe dieser App ein ständiger Informationsfluss zwischen den Rodern, den Lademäusen, den LKWs und der Zuckerfabrik möglich und damit die komplette Logistikkette vom Acker bis in die Fabrik vernetzt. Streckenführungen werden so kontinuierlich angepasst, unnötige Fahrten und Wartezeiten vermieden.
In den AGRANA-Produktionsländern wurden in der Kampagne 2018/19 unverändert rund 36 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert. Der Anteil der Bahntransporte lag in Ungarn mit rund 60 % am höchsten.
Der Anteil der Rüben, die am Feldrand vorgereinigt werden, konnte nochmals auf jetzt 92 % gesteigert werden. Damit bleibt möglichst viel Erde auf dem Acker. Gleichzeitig wird das Transportvolumen und -gewicht und damit die Anzahl der LKW-Fahrten vermindert. Weitere Maßnahmen sind Schulungen der LKW-Fahrer in umweltschonender und rücksichtsvoller Fahrweise sowie der Einsatz modernster LKWs mit hoher Ladekapazität und niedrigen Emissionen.
Die Bioethanolfabriken in Zeitz, Wanze / Belgien, Loon-Plage / Frankreich und Wilton / Großbritannien liegen in der Nähe großer Getreideanbaugebiete und / oder Häfen und Bahntrassen. Zum einen sind dadurch die Transportwege kurz, zum anderen kann die Belieferung zum Teil per Schiff und Bahn erfolgen. In Wanze werden beispielsweise die eingesetzten Rohstoffe überwiegend per Schiff angeliefert. Die Anlage in Zeitz befindet sich darüber hinaus im Verbund zur Zucker- und Stärkeherstellung und ist per Pipeline an diese angeschlossen.
Die Anlieferung von Reis für BENEO in Wijgmaal / Belgien erfolgt zunehmend durch Binnenschiffe. Auch im Segment Frucht werden die Rohstoffe zur Herstellung von Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten teilweise per Schiff bzw. Bahn angeliefert.
Die Auslieferung der in der Südzucker-Gruppe hergestellten Produkte stellt erhebliche Herausforderungen an die Vertriebslogistik dar. Ziel ist es, durch die Auswahl geeigneter Verkehrsmittel sowie die Optimierung der Wegstrecken den transportbedingten Ausstoß von CO2so weit wie möglich zu verringern. Wo möglich, werden die Produkte lose ausgeliefert, um unnötige Verpackungsabfälle zu vermeiden.
Für die Zuckertransporte wird ein neues Supply-Chain-Planungstool eingeführt, um die Transportbeziehungen optimal auszurichten. Die Transporte von losem Zucker in die Lager der Seehafenterminals in Belgien, Deutschland und Frankreich wurden größtenteils in Ganzzügen durchgeführt. Dies führte wie im Jahr zuvor zu einer deutlichen Entlastung des Straßenverkehrs. Ein weiterer Schwerpunkt der Verlagerung von der Straße auf die Schiene sind die Zuckertransporte nach Italien und Rumänien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 35 % der Menge auf der Schiene transportiert. Nur der sogenannte "letzte Kilometer" zum Kunden wird auf der Straße zurückgelegt. Mit 40 % ist der Anteil der Schienentransporte nach Italien am höchsten. Diese Transporte sollen weiter ausgebaut werden.
Rund 53 % des Gesamtzuckerabsatzes der Südzucker-Gruppe erfolgen in loser Form, vor allem an die verarbeitende Industrie. Somit kommt ein bedeutender Anteil des Mengenvolumens ohne zusätzliche Verpackung aus. Bei verpackter Ware ist unser Ziel, bis Mitte 2020 in allen Gesellschaften ausschließlich FSC-zertifiziertes Verpackungsmaterial im Einsatz zu haben.
Zur Reduzierung des Transportvolumens von Futtermitteln vermarkten wir seit der Kampagne 2018 auch in Ostdeutschland Pressschnitzel mit höherem Trockensubstanz-Gehalt. Zudem erfolgt die Auslieferung von Pressschnitzeln und Carbokalk in vielen Werken als Rückfracht nach Zuckerrübenlieferungen.
Im Segment CropEnergies erfolgt die Auslieferung der Produkte überwiegend per Schiff und Bahn.
Unsere Mitarbeiter sind weltweit tätig und bringen eine Vielfalt an Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Kulturen bei Südzucker ein. Das Know-how unserer Mitarbeiter und gelebte Diversität machen uns erfolgreich. Damit das so bleibt, wollen wir talentierte Mitarbeiter für Südzucker gewinnen, sie halten und sie dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln. Dafür bieten wir eine Arbeitsumgebung, die Inspiration und Zusammenarbeit fördert. Wir behandeln unsere Mitarbeiter fair und respektvoll.
Die Anzahl der in der Südzucker-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter stieg zum Stichtag 28. Februar 2019 um 3,8 % auf 19.219 (18.515). Dieser Zuwachs resultierte vornehmlich aus den Segmenten Frucht und Spezialitäten. Im Segment Frucht wurden die Mitarbeiter der neu erworbenen Gesellschaft in Algerien erstmals einbezogen. Außerdem waren in Marokko aufgrund deutlich höherer Verarbeitungsmengen mehr Mitarbeiter in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Im Segment Spezialitäten war der Anstieg vor allem auf den Erwerb der CustomPack Ltd, Telford / Großbritannien in der Division PortionPack Europe sowie auf die Division Freiberger zurückzuführen. Im Segment Zucker ist die Anzahl der Mitarbeiter leicht zurückgegangen, im Segment CropEnergies hat sie zugenommen.
| 28. Februar | 2019 | 2018 | + / - in % |
| Zucker | 6.950 | 7.034 | - 1,2 |
| Spezialitäten | 6.033 | 5.697 | 5,9 |
| CropEnergies | 433 | 414 | 4,6 |
| Frucht | 5.803 | 5.370 | 8,1 |
| Konzern | 19.219 | 18.515 | 3,8 |
TABELLE 012
Im Rahmen des zum Ende des Geschäftsjahres beschlossenen Restrukturierungsplans für das Segment Zucker sollen fünf Zuckerfabriken in Deutschland, Polen und Frankreich geschlossen werden. Damit einher geht ein Personalabbau in der Produktion und der Verwaltung um rund 10 % bzw. 700 Mitarbeiter; in diesem Zusammenhang werden weitere Zentralisierungsmaßnahmen vorgenommen.
| 28. Februar | 2019 | 2018 | + / - in % |
| Deutschland | 4.260 | 4.185 | 1,8 |
| Übrige EU | 9.185 | 8.913 | 3,1 |
| Übriges Ausland | 5.774 | 5.417 | 6,6 |
| 19.219 | 18.515 | 3,8 |
TABELLE 013
Im Geschäftsjahr 2018/19 war unverändert ein knappes Viertel aller Mitarbeiter in Deutschland tätig, etwas weniger als die Hälfte der Belegschaft ist in anderen EU-Ländern beschäftigt.
Grundlage für den Umgang von Südzucker mit Mitarbeitern, aber auch für das Verhalten der Mitarbeiter untereinander und nach außen ist der Südzucker-Verhaltenskodex, der geltende Gesetze mit internationalen Standards, betrieblichen Regelungen, Unternehmensrichtlinien von Südzucker sowie Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber Südzucker vereint. Die Beachtung des Südzucker-Verhaltenskodex wird durch Maßnahmen z. B. der internen Revision sowie ein anonymes Hinweisgebersystem gestützt.
Integrativer Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung von Südzucker ist die unbedingte Einhaltung der geltenden Vorschriften zum Schutz der Menschenrechte. Jeder Mitarbeiter hat die Würde und die persönlichen Rechte eines jeden anderen Mitarbeiters und Kollegen sowie Dritter, mit denen das Unternehmen in einer Geschäftsbeziehung steht, zu respektieren. Wir akzeptieren keine Form der Kinderarbeit, Zwangs- oder Pflichtarbeit. (-> Kapitel Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte).
Rund 85 (86) % der Mitarbeiter sind unbefristet beschäftigt. Nur 15 (14) % der Mitarbeiter stehen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Sie sind überwiegend saisonal, im Wesentlichen bei der Ernteunterstützung bzw. während der Verarbeitungskampagnen, beschäftigt. In Deutschland verfügen 4.062 von 4.676 Mitarbeitern über einen unbefristeten Arbeitsvertrag, in den übrigen Ländern Europas sind es 9.038 von 9.521 und außerhalb Europas 4.190 von 6.099 Mitarbeitern.
Mit einer Verbesserung der Flexibilität hinsichtlich Methoden und Formen der Arbeit sowie hinsichtlich der Arbeitszeiten erhalten die Mitarbeiter Spielräume für die konkrete Gestaltung ihrer Arbeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für die Umsetzung notwendig ist die Machbarkeit in der Arbeitsorganisation sowie Vertrauen. Werte wie Loyalität, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit und Verantwortung gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung. Der Anteil der in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiter lag konzernweit unverändert bei rund 4 %.
Zum 28. Februar 2019 stellt sich die Anzahl der Beschäftigten nach Beschäftigungsverhältnis und Geschlecht auf Konzernebene wie folgt dar:
| 28. Februar 2019 | Gesamt | Unbefristet | Befristet | |
| Vollzeit | Männer | 13.472 | 12.205 | 1.267 |
| Frauen | 6.118 | 4.440 | 1.678 | |
| Teilzeit | Männer | 123 | 96 | 27 |
| Frauen | 583 | 549 | 34 | |
| Gesamt | 20.296 | 17.290 | 3.006 | |
| 28. Februar 2018 | ||||
| Männer | 13.045 | 11.791 | 1.254 | |
| Vollzeit | Frauen | 5.644 | 4.184 | 1.460 |
| Teilzeit | Männer | 110 | 73 | 37 |
| Frauen | 472 | 456 | 16 | |
| Gesamt | 19.271 | 16.504 | 2.767 |
TABELLE 014
Südzucker beachtet selbstverständlich alle gesetzlichen Vorgaben - so auch die des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes mit dem Verbot von Diskriminierung. Mitarbeiter werden ausschließlich nach ihrer Eignung, Qualifikation sowie Leistungs- und Lernbereitschaft eingestellt und gefördert. Auch bei der Weiterentwicklung im Unternehmen haben Frauen und Männer die gleichen Chancen.
Durch die sehr starke Ausrichtung des Unternehmens auf Produktion und Technik ist jedoch auf allen Ebenen ein zum Teil noch deutlich höherer Anteil an männlichen Mitarbeitern zu verzeichnen. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Frauen bei der Ausbildung und im Studium für sogenannte MINT-Berufe (Studienfachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gestiegen. In den Trainee- und International-on-boarding-Programmen liegt der Anteil an Frauen inzwischen bei rund 40 %.
Management
| 28. Februar 2019 | Gesamt | Männer | Frauen |
| 1. Manangement-Ebene | 162 | 146 | 16 |
| 2. Management-Ebene | 375 | 294 | 81 |
| Gesamt | 537 | 440 | 97 |
| 28. Februar 2018 | |||
| 1. Manangement-Ebene | 163 | 148 | 15 |
| 2. Management-Ebene | 381 | 297 | 84 |
| Gesamt | 544 | 445 | 99 |
TABELLE 015
In der gesamten Südzucker-Gruppe lag der Anteil von Frauen in der Belegschaft Ende 2018/19 nahezu unverändert bei rund 33 (32) %, der Anteil von Frauen in Führungspositionen weiterhin bei rund 18 (18) %.
Die Altersstruktur zeigt unverändert ein relativ ausgeglichenes Bild. Allerdings wird sich die Heraufsetzung der gesetzlichen Altersgrenze künftig in einem höheren Anteil an älteren Arbeitnehmern niederschlagen. Durch Ausbildung und Traineeprogramme gewinnen wir junge Mitarbeiter für das Unternehmen.

GRAFIK 008
Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit im Konzern liegt gegenüber den Vorjahren ebenfalls nahezu unverändert bei über zehn Jahren und zeigt die Verbundenheit der Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen.

GRAFIK 009
Die nachstehende Gegenüberstellung von Neueinstellungen und Fluktuation bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen zeigt einen deutlichen Überhang der Zugänge. Die Zahl der Neueinstellungen liegt um rund 500 über der Fluktuation, die arbeitgeber- und arbeitnehmerseitige Kündigungen sowie Renteneintritte umfasst.
| 2018/19 | Gesamt | Männer | Frauen |
| Neueinstellungen | 2.337 | 1.550 | 787 |
| Fluktuation | 1.852 | 1.314 | 538 |
| 2017/18 | |||
| Neueinstellungen | 2.111 | 1.457 | 654 |
| Fluktuation | 1.108 | 811 | 297 |
TABELLE 016
Südzucker investiert in Personalentwicklung, Weiterbildung und Nachwuchsarbeit. Dazu gehören verschiedene internationale Trainee-Programme, Nachwuchsführungskräfte-Programme, International-On-Boarding-Programme wie auch zahlreiche Schulungen unmittelbar in den jeweiligen Betrieben ebenso wie Verhaltenstrainings, Fremdsprachenseminare oder Schulungen zum Thema IT-Sicherheit.
Mit einem Lern-Management-System, das konzernweit eingeführt wird, können Mitarbeiter einen großen Teil der bisher zu festen Zeiten in den Betrieben stattfindenden Schulungen individuell nutzen. Gleichzeitig werden damit auch gesetzliche Vorgaben beispielsweise in Bezug auf Arbeitssicherheitsthemen und Datenschutzvorgaben erfüllt.
Die Südzucker-Gruppe nutzt die Ansätze zur modernen Ausrichtung ihrer Arbeitswelten. Mit der konzernweiten Einrichtung einer "Digi Unit" wird eine Plattform für die Einbringung und Evaluierung von Ideen geschaffen. Mittels digitaler Transformation werden in zunehmendem Maße Routineprozesse standardisiert und die Werthaltigkeit der Arbeit erhöht. Notwendig für die Teams ist dabei der Einsatz von Arbeitsmethoden, die schnell zu lösungsorientierten Prototypen führen.
Das Ausbildungsangebot in der Südzucker-Gruppe ist ein wesentlicher Baustein zur langfristigen Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs. In der Südzucker-Gruppe waren zum 28. Februar 2019 insgesamt 423 (416) Auszubildende tätig. Bei der Südzucker AG, der Freiberger-Gruppe und AGRANA in Deutschland wurden im Durchschnitt des Geschäftsjahres 264 Auszubildende in den unterschiedlichen Berufen nach dem dualen System ausgebildet. In Österreich, der Slowakei, Frankreich, Brasilien, Belgien wird nach einem mit der deutschen Ausbildung vergleichbaren System ausgebildet. Die übrigen Auszubildenden sind in den Ländern Algerien, Argentinien, Großbritannien, Mexiko, Marokko und Polen nach den jeweils dort geltenden Ausbildungsmodalitäten beschäftigt.
| ― |
Lebensmitteltechniker/-in |
| ― |
Chemielaborant/-in |
| ― |
Industriekaufmann/-frau |
| ― |
Kaufmann/-frau für Büromanagement |
| ― |
Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik |
| ― |
Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung |
| ― |
Informationstechnologie-Techniker/-in |
| ― |
Elektrotechniker/-in |
| ― |
Elektroniker/-in Betriebstechnik |
| ― |
Elektrobetriebs- und Prozessleittechniker/-in |
| ― |
Elektroniker/-in Automatisierungstechnik |
| ― |
Metalltechniker/-in |
| ― |
Maschinenbautechniker/-in |
| ― |
Industriemechaniker/-in |
| ― |
Mechatroniker/-in; Elektromechaniker/-in |
| ― |
Fachkraft für Lagerlogistik |
| ― |
Maschinen- und Anlagenfahrer/-in |
| ― |
Landwirt/-in |
Südzucker verpflichtet sich, mit ihrer Arbeitsschutzpolitik ein hohes Maß an Sicherheit in den Produktionsanlagen sowie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Arbeitssicherheit hat im gesamten Südzucker-Konzern einen hohen Stellenwert. Dabei gilt es, den Hebel an beiden wesentlichen Aspekten anzusetzen: Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung sowie Schärfung des Bewusstseins jedes einzelnen Mitarbeiters für sicheres Verhalten.
Risiken im Arbeitsschutz und in der Anlagensicherheit werden regelmäßig ermittelt und bewertet. Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung sowie daraus abgeleitete Maßnahmen werden systematisch überprüft und die Effektivität der festgelegten Maßnahmen regelmäßig bewertet. Ein Arbeitsschutzmanagementsystem definiert die Vorgehensweisen bei der Gefährdungsermittlung, der Unterweisung sowie der Unfalluntersuchung und legt die Verantwortlichkeiten fest. Gleichzeitig entwickeln sich die gesetzlichen Anforderungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ständig weiter. Beispiele hierfür sind die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefahrstoffverordnung oder die Arbeitsstättenverordnung. Berichtet werden im Bereich der Arbeitssicherheit die Unfallhäufigkeit und damit verbundene Ausfallzeiten.
| 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | |
| Unfallquote | 13,1 | 11,5 | 12,6 | 11,6 | 12,1 |
| Unfallbedingte Ausfalltagequote | 194 | 210 | 236 | 223 | 189 |
TABELLE 017
Im Geschäftsjahr 2018/19 stieg die Unfallquote gegenüber dem Vorjahr leicht von 11,6 auf 12,1. Gleichzeitig reduzierte sich die unfallbedingte Ausfalltagequote von 223 auf 189, was einen deutlichen Rückgang bei der Schwere der Unfälle bedeutet. Alle Arbeitsunfälle wurden ausführlich untersucht und geeignete Maßnahmen festgelegt, um Wiederholungen künftig zu vermeiden. Über Unfälle und umgesetzte Maßnahmen werden auch nicht unmittelbar betroffene Werke informiert.
Die Ansätze zur Reduzierung der Arbeitsunfälle sind in den Segmenten bzw. Divisionen jeweils unterschiedlich, sie werden an die spezifischen Anforderungen angepasst. Im Mittelpunkt stehen Gefährdungsbeurteilungen sowie Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte. Darüber hinaus sollen die Kommunikation und der Informationsfluss verbessert werden. So werden die Standorte mit einem Newsletter und im Intranet zeitnah über aktuelle Entwicklungen und neue Regelungen informiert. Positiv hervorzuheben sind die von den Mitarbeitern im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens eingereichten Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.
Als Mitglied im Verein der Zuckerindustrie unterstützt Südzucker aktiv die zwischen diesem Arbeitgeberverband und der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie abgeschlossene Kooperationsvereinbarung zur "VISION ZERO. Null Unfälle - Gesund Arbeiten!".
Dies konnte für das Geschäftsjahr 2018/19 z. B. an folgenden Standorten des Segments Zucker erreicht werden: Nassandres, Ropczyce, Strzyzöw und Wijchen. Darüber hinaus blieben auch der BENEO-Standort in Offstein, aus der CropEnergies-Gruppe Biowanze in Wanze sowie zahlreiche Produktionsstandorte im Segment Frucht unfallfrei. Hervorzuheben ist der BENEO-Standort in Wijgmaal, der bereits seit über vier Jahre unfallfrei ist.
Zum Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter werden zahlreiche Maßnahmen - von der Prävention (beispielsweise Rückengymnastik) bis hin zur Re-Integration nach überstandener Krankheit - durchgeführt. Darüber hinaus sind gesundheitsbezogene Themen auch Bestandteil der jährlichen Mitarbeiterschulungen. Neben den physischen Anforderungen und Belastungen werden auch die psychischen Belastungen an den Arbeitsplätzen analysiert. Den Mitarbeitern werden Seminare und Trainings angeboten, mit denen sie lernen, ihr Leben und das Verhalten am Arbeitsplatz zu gestalten. Für ältere Arbeitnehmer werden Altersteilzeitprogramme angeboten, um den Übergang in den Ruhestand auf den Gesundheitszustand und die Belastbarkeit anzupassen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Krankheitsquote im Rahmen der Lohnfortzahlung unverändert bei 3,6 (3,6) %.
Südzucker ist ein mitbestimmtes Unternehmen. Das bedeutet, dass die Hälfte der Aufsichtsratsmandate von Arbeitnehmervertretern - zum Teil aus der eigenen Belegschaft und zum Teil von Gewerkschaftsvertretern - wahrgenommen wird. Damit sind die Vertreter der Arbeitnehmer in alle wesentlichen Unternehmensentscheidungen eingebunden.
Der soziale Dialog ist in der Südzucker-Gruppe durch die Existenz von Betriebsräten verankert. Ebenso bestehen für einen Großteil der Mitarbeiter Arbeitnehmervertretungen. An nahezu allen europäischen Standorten sowie an zahlreichen weltweiten Standorten sind Gewerkschaften in die Verhandlung ein- oder mehrjähriger Tarifverträge eingebunden. In Deutschland verfügen 70 % der Mitarbeiter über einen tarifgebundenen Arbeitsvertrag.
Bereits vor über 20 Jahren wurde in der Südzucker-Gruppe ein Europäischer Betriebsrat etabliert, der regelmäßig mit dem Vorstand Themen mit länderübergreifendem Charakter erörtert.
Der Vorstand dankt allen Mitarbeitern der Südzucker-Gruppe für die geleistete Arbeit, das Engagement und die Zuverlässigkeit in diesen schwierigen Zeiten. Den Arbeitnehmervertretern danken wir für die langfristig ausgerichtete kooperative und konstruktive Zusammenarbeit.
Unternehmerischer Erfolg und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung gehören für uns zusammen und stellen eine wichtige Voraussetzung nachhaltigen Wirtschaftens dar.
An erster Stelle steht die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern (→ Kapitel Mitarbeiter) sowie gegenüber den Verbrauchern, die unsere Produkte konsumieren. Weitere Aspekte sind eine hohe Wertschöpfung im ländlichen Raum, soziales Engagement, der Dialog mit unseren Stakeholdergruppen sowie die Einhaltung der Menschenrechte.
Wir übernehmen Verantwortung für Qualität und Produktsicherheit bei der Herstellung und Vermarktung unserer Lebens- und Futtermittel sowie von Bioethanol.
In allen Südzucker-Unternehmensbereichen sind Qualitätsmanagement-Systeme implementiert, um die Sicherheit und die gewünschte Qualität der Produkte zu gewährleisten - von der Entwicklungsphase eines Produkts über Beschaffung, Produktion und Transport bis hin zur Abgabe an den Kunden.
Nahezu alle Südzucker-Produktionsstätten, die Lebensmittel herstellen, verfügen heute über Zertifikate, die zur Global Food Safety Initiative GFSI äquivalent sind. Für einzelne Produktgruppen verfügen verschiedene Produktionsstandorte darüber hinaus - entsprechend besonderen Kundenanforderungen - über weitere spezifische Zertifikate wie z. B. Bio, Koscher, Halal oder Verzicht auf Gentechnik.
Kunden aus der Lebensmittelwirtschaft messen der Überprüfung von Sicherheit und Gesetzeskonformität unserer Produkte durch externe Zertifizierungsorganisationen eine große Bedeutung bei. Entsprechend orientieren sich unsere Produktionsprozesse an international anerkannten Standards mit umfangreichen Anforderungen und standardisierten Bewertungsverfahren, wie z. B. IFS Food, BRC Global Standard Food Safety und FSSC 22000.
Ein zentrales Element unseres Qualitätsmanagement-Systems für Lebens- und Futtermittel ist das HACCP-Konzept. Es stellt eine systematische Gefahrenanalyse dar, welche die Eigenschaften der Rohstoffe und der Endprodukte, jeden einzelnen Produktionsschritt sowie Transport- und Lagertätigkeiten umfasst. Auf Grundlage dieser Analyse werden gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Konsumenten eingeleitet.
In das System eingebunden ist auch die Analyse von Reklamationen als zusätzliche Informationsbasis für die ständige Verbesserung von Prozessen und Produkten.
Darüber hinaus tragen Rohstoffspezifikationen, Kenntnis der Herkunft, Qualitätsmanagement beim Lieferanten und Qualität der Lieferbeziehungen dazu bei, ein Höchstmaß an Sicherheit für den eigenen Produktionsprozess zu erhalten.
Zu einem gemeinsamen Verständnis in Bezug auf die Beschaffenheit der Produkte tragen die Rohstoff- bzw. Endproduktspezifikationen bei. Außerdem bietet Südzucker den Kunden anwendungstechnische Beratung sowie Unterstützung bei der Produktentwicklung.
Die Südzucker-Gruppe erzielt an ihren Produktionsstandorten eine überdurchschnittlich hohe Wirkung auf Wachstum und Beschäftigung. So generiert die Geschäftstätigkeit der gesamten Südzucker-Gruppe weltweit eine Bruttowertschöpfung von bis zu 4,5 Mrd. €. 1 Der Bruttowertschöpfungsmultiplikator, der den Einfluss auf die vorgelagerten Bereiche - insbesondere in der Landwirtschaft - misst, ist mit 4,4 im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich hoch. Die Anzahl von direkten, indirekten und induzierten Arbeitsplätzen liegt bei 90.000.
In Europa beträgt die Bruttowertschöpfung im Segment Zucker bis zu 3 Mrd. €, wovon rund 81 % im ländlichen Raum erwirtschaftet werden. In Deutschland generieren die Zuckerfabriken von Südzucker eine Bruttowertschöpfung von bis zu 1,2 Mrd. €. Hier entstehen außerdem mit 17.500 direkten, indirekten und induzierten Arbeitsplätzen beachtliche Beschäftigungseffekte. Der Beschäftigungsmultiplikator in Deutschland beträgt 7,2, was bedeutet, dass ein von Südzucker direkt geschaffener Arbeitsplatz mehr als sechs Arbeitsplätze in der vorgelagerten Wertschöpfungskette bewirkt.
1
2017, Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR, Darmstadt.
Auch in Zukunft ist es erklärtes Ziel von Südzucker, nachhaltig Wertschöpfung und Arbeitsplätze an den Produktionsstandorten, die zumeist im ländlichen Raum liegen, zu sichern. So soll beispielsweise die Rohstofferzeugung, die rund ein Drittel der Vorleistungen ausmacht, möglichst in der direkten Umgebung erfolgen. Umgekehrt ist es für die Südzucker-Produktionsstandorte von Bedeutung, dass das Umfeld wirtschaftlich prosperiert und attraktiv für qualifizierte Arbeitnehmer ist. Dies setzt funktionierende Wirtschaftsstrukturen in den jeweiligen Regionen voraus.
In vielen gemeinwohlorientierten Projekten und Initiativen tragen wir dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Schwerpunkte sind dabei die Förderung von Wissenschaft und Lehre unter anderem auch an Universitäten, die Pflege des historischen Erbes der Zuckerindustrie durch unsere "Museumszuckerfabrik" Oldisleben, Sportsponsoring sowie die Förderung lokaler Projekte unterschiedlicher Ausrichtung im direkten Umfeld der Produktionsstandorte, wie z. B. im Rahmen von "Südzucker für Kids". Hierbei werden von Südzucker-Mitarbeitern nominierte Initiativen, die sich insbesondere um das Kindeswohl sorgen, finanziell unterstützt.
An unseren Produktionsstandorten legen wir Wert auf ein gutes Verhältnis zu Nachbarn und Gemeinden. So beantwortet beispielsweise die jeweilige Werkleitung lokale Anfragen und Anliegen direkt und tauscht sich mit den lokalen politischen Gremien aus. Im Rahmen von Werksführungen in unseren Zuckerfabriken nehmen viele Bürger der jeweiligen Regionen die Gelegenheit wahr, sich vor Ort über die Produktion von Zucker aus heimischem Anbau zu informieren.
Südzucker steht als Unternehmen in engem Bezug zu verschiedenen gesellschaftlichen Interessengruppen. Wir sehen es als unsere Pflicht an, einen stetigen Dialog mit der Politik, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen zu führen sowie Branchenverbände durch aktiv gelebte Mitgliedschaften zu unterstützen (Tabelle 018). In diesem Zusammenhang wollen wir auch zur Schaffung tragfähiger und praxisgerechter Lösungen regulatorischer Fragestellungen beitragen. Unsere Kommunikation orientiert sich dabei stets an wissenschaftlich fundierten Sachpositionen.
Südzucker ist beim Transparenzregister der EU, das die Tätigkeit von Interessenvertretern auf europäischer Ebene erfasst, gelistet.
Für die gesamte Südzucker-Gruppe ist die Einhaltung der Menschenrechte in Verbindung mit angemessenen Arbeitsbedingungen selbstverständlich. Gesetzliche Regelungen zu Arbeitsbedingungen sowie zu Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit bilden die Mindestanforderungen. Daneben kommen die Regelungen der International Labour Organization (ILO) sowie der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) zur Anwendung.
Seit 2004 ist der Verhaltenskodex über die soziale Verantwortung der Unternehmen in der europäischen Zuckerindustrie in Kraft. Bei der Erstellung wurde auf anerkannte Standards wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR) oder die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) Bezug genommen.
Dieser Verhaltenskodex der Zuckerindustrie ist Basis für den konzernweit gültigen Verhaltenskodex der Südzucker-Gruppe, mit dem sich Südzucker verpflichtet, die Geschäftstätigkeit auf ethische, legale und verantwortungsvolle Art und Weise auszuüben (www.suedzucker.de/de/Unternehmen/ Verhaltenskodex/).
Gleichzeitig erwartet die Südzucker AG von ihren Lieferanten bzw. Vertragspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesen Richtlinien dargelegten Vorgaben verhalten (→ Kapitel Umwelt / Beschaffung).
Südzucker ist Mitglied der Online-Plattform SEDEX. Dadurch zeigen wir unseren Kunden und Partnern, dass die Grundsätze der ethischen und sozialen Nachhaltigkeit bei uns Priorität haben und geachtet werden. An zahlreichen Standorten der Südzucker-Gruppe werden Audits nach dem SMETA-(Sedex-Members-Ethical-Trade-Audit-)Leitfaden durchgeführt, beispielsweise an den Standorten des Segments Zucker sowie der Division BENEO in Deutschland, der Division Stärke in Österreich und des Segments Frucht in Österreich, Polen, der Türkei, Marokko, Brasilien und den USA. Die Auditberichte können je nach Anforderung Kunden zur Verfügung gestellt werden. Alle bei SEDEX registrierten Produktionsstandorte nehmen darüber hinaus jährlich ein SEDEX-Self-Assessment vor. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden an 51 (58) Standorten solche Audits durchgeführt.
| Branchen- und Interessenvertretung | Sitz | Mitgliedsunternehmen1 | Wirkungsbereich |
| AEBIOM - The European Biomass Association | Brüssel / Belgien | Biowanze S.A. | EU |
| BDBe - Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e. V. | Berlin | CropEnergies Bioethanol GmbH | Deutschland |
| BLL - Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. | Berlin | Südzucker AG | Deutschland |
| BVE - Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. | Berlin | Südzucker AG | Deutschland |
| CEFS - Comité Européen des Fabricants de Sucre | Brüssel / Belgien | Südzucker AG | EU |
| DLG - Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e. V. | Frankfurt am Main | Südzucker AG | Deutschland |
| dti - Deutsches Tiefkühlinstitut e. V. | Berlin | Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG | Deutschland |
| ELC - Federation of European Specialty Food Ingredients Industries | Brüssel / Belgien | BENEO GmbH | EU |
| ePURE - European Producers Union of Renewable Ethanol | Brüssel / Belgien | CropEnergies AG | EU |
| FoodDrinkEurope | Brüssel / Belgien | Südzucker AG | EU |
| Starch Europe | Brüssel / Belgien | AGRANA Stärke GmbH | EU |
| VdZ - Verein der Zuckerindustrie e. V. | Bonn | Südzucker AG | Deutschland |
| WVZ - Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e. V. | Bonn | Südzucker AG | Deutschland |
1
Stellvertretend für mehrere Mitgliedsunternehmen der Südzucker-Gruppe.
TABELLE 018
Zentrale Aufgabe unserer gruppenweit und länderübergreifend arbeitenden Forschung ist es, alle Schritte des Wertschöpfungsprozesses vom Anbau der Rohstoffe über die Prozesstechnologie bis zu den Endprodukten kontinuierlich zu optimieren und weiterzuentwickeln. Ziele sind dabei energetisch effiziente Verarbeitungsprozesse sowie die Verbesserung der Produktqualitäten. Ein weiterer Fokus liegt auf der Evaluierung neuer Rohstoff- und Produktkonzepte unter Einsatz neuer Technologien oder auf Basis neuer interessanter Rohstoffe, um das Produktportfolio zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Entsprechende Patentanmeldungen insbesondere in den Bereichen funktionelle Zutaten und Stärkederivate sichern das Know-how und stärken die Marktposition.
Zahlreiche Projekte werden konzernübergreifend - auch in Kooperationen mit externen Forschungseinrichtungen, anderen Unternehmen, staatlichen Institutionen oder Universitäten, gegebenenfalls im Rahmen von öffentlich geförderten Projekten - durchgeführt.
Im Konzern arbeiten 456 (431) Mitarbeiter für den Bereich Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen Bachelor-, Master- und Promotionsstudenten, die ihre akademischen Arbeiten in den Forschungszentren oder an den Produktionsstandorten der Südzucker-Gruppe durchführen. Das Gesamtbudget im Bereich Forschung und Entwicklung betrug 2018/19 insgesamt 44,9 (43,2) Mio. €.
Ziel der landwirtschaftlichen Forschung ist die Sicherung von Ertrag und Qualität der agrarischen Rohstoffe im Rahmen einer nachhaltigen Produktion. Im Fokus stehen aktuell Themen im Zusammenhang mit dem Verlust von Wirkstoffen im chemischen Pflanzenschutz.
Zunehmende Resistenzen von Unkräutern, Krankheitserregern und Schädlingen in Verbindung mit der stetigen Abnahme der zur Verfügung stehenden chemischen Pflanzenschutzmittel erfordern neue Wege beim Pflanzenschutz. Mit der Einbindung moderner Technologien - von hochsensiblen Sensoren bis hin zu autonomen Fahrzeugen mit punktgenauer Dosierung - bieten wir den Landwirten Möglichkeiten, den Pflanzenschutz zu optimieren. Konkretes Beispiel ist ein neu entwickeltes computergestütztes Prognosemodell, das wesentliche Informationen zur gezielten Bekämpfung von Blattkrankheiten zur Verfügung stellt.
Aktuell hat die Entwicklung eines Überwachungssystems zum rechtzeitigen Erkennen von virusübertragenden Blattläusen und einer daraus resultierenden Information an die Landwirte oberste Priorität, da es in einigen Ländern - unter anderem Deutschland - keine Notfallzulassungen für die Anwendung von Neonicotinoiden am Zuckerrübensaatgut gibt.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit werden die notwendigen Grundlagen erarbeitet, um die von Zikaden übertragene bakterielle Krankheit SBR (Syndrom Basses Richesses / Syndrom des niedrigen Zuckergehaltes) wirksam zu bekämpfen.
Ebenso wird - gemeinsam mit dem Wirkstoffinhaber - an der Registrierung eines wichtigen Wirkstoffs zur Unkrautbekämpfung in Zichorienkulturen gearbeitet.
Aufgrund des Verbots von zahlreichen Wirkstoffen für Pflanzenschutzmittel sowie durch extreme Witterungsbedingungen gewinnen Sorten mit entsprechenden Eigenschaften wie beispielsweise Resistenzen gegen Krankheiten und Schädlinge sowie erhöhte Stresstoleranz gegen Hitze oder Trockenheit immer mehr an Bedeutung.
Die wissenschaftlichen Arbeiten für das Projekt, den Zuckertransport innerhalb der Zuckerrübe zu verbessern und somit den Zuckergehalt zu erhöhen, sind abgeschlossen. Nun sollen Feldversuche den Machbarkeitsnachweis erbringen. Bei Zichorien haben die Forschungsaktivitäten zur Hemmung der inulinabbauenden Enzyme begonnen.
Lange Kampagnen stellen hohe Anforderungen an die Lagerung der Rohstoffe, z. B. der Zuckerrüben am Feldrand, um die Qualität zu erhalten und die Zuckerverluste zu minimieren. Die Versuche zum Einsatz antagonistisch wirkender Mikroorganismen, die das Wachstum fäulniserregender Pilze verringern und damit die Lagerung in Mieten positiv beeinflussen, werden fortgeführt. Zusätzlich experimentieren wir mit dem Einsatz von Kalk zur Sicherung der Rübenqualität während der Lagerung. Für eine Überwachung des Lagerstatus von Zuckerrübenmieten entwickeln wir aktuell Lösungen mit innovativer Sensortechnologie.
Biostimulanzien dienen der Gesunderhaltung von Pflanzen. In einer aktuellen Versuchsserie untersuchen wir die Auswirkungen verschiedener Biostimulanzien unter anderem auf Ertrag und Qualität von Zuckerrüben. Diese Versuche sind sowohl einjährig als auch im Rahmen einer klassischen Fruchtfolge angelegt.
Der Einfluss des Reifegrads unterschiedlicher Getreidesorten auf die Eigenschaften der daraus gewonnenen Stärke wird weiterhin analysiert. Dabei wird der jeweilige Rohstoff mit unterschiedlichen Reifegraden geerntet, im Labormaßstab verarbeitet sowie die gewonnene Stärke ausführlich charakterisiert.
Weizensorten mit hohem Amylopektingehalt sind ein neuer Rohstoff für die Stärkegewinnung. Diese Stärken wurden bereits hinsichtlich ihrer anwendungstechnischen Eigenschaftsprofile mit Stärken aus Wachsmais verglichen. Um auch die agrarischen Eigenschaften untersuchen zu können, werden nun Anbau und Ernte dieser neuen Weizensorten durchgeführt und ausgewertet.
Um in den Zuckerfabriken lange Kampagnen zuverlässig und möglichst störungsfrei fahren zu können, wird kontinuierlich an der Verbesserung von Produktionsprozessen gearbeitet.
Die Gesamtausbeute des Produktionsprozesses und die Qualität der Endprodukte werden maßgeblich durch die am Anfang stehenden Prozessschritte bestimmt. Hier konnten Prozessvarianten zur Erhöhung der Extraktionsausbeute entwickelt und etabliert werden, welche die Bildung unerwünschter Begleitstoffe mindern, die Produktqualität erhöhen und damit auch steigende gesetzliche Anforderungen an die Produktqualität erfüllen. Ebenso wurde ein verbessertes Saftreinigungsverfahren für den Einsatz bei schlechten Rübenqualitäten entwickelt. Die dabei abgetrennten Stoffe können in Biogasanlagen verwertet werden.
Im Bereich der funktionellen Kohlenhydrate wurden technologische Optimierungen bei den Palatinose(tm)- und Isomalt-Prozessen vorgenommen, außerdem werden die Fruktan- und Reisstärkeprozesse untersucht. Neben der Verbesserung von Produktqualitäten stehen auch Evaluierungen für den Einsatz neuer Technologien im Vordergrund.
In den Bioethanol-Produktionsanlagen soll ein möglichst breites Spektrum an Rohstoffen effizient zur Fermentation eingesetzt werden. Daher bildet weiterhin die Evaluierung neuer Enzyme und Hefen einen wesentlichen Schwerpunkt. Aktuell werden mit einer neuen, nicht gentechnisch veränderten Hefe Produktionsversuche vorbereitet.
Ebenso werden Studien und Untersuchungen zur Verwendung von verschiedenen Reststoffen als Rohstoff für die Fermentation fortgesetzt. Im Rahmen dieser Evaluierungen werden weiterhin auch Konzepte mit lignocellulosehaltigen Materialien - sogenannte 2G-Konzepte - untersucht.
Um den Primärenergiebedarf in den Anlagen zu senken, werden verschiedene Konzepte untersucht und innovative Automatisierungslösungen eingesetzt.
Im Bereich Fruchtzubereitungen wurde eine Technologie zur Reduktion von Mikroorganismen an der Oberfläche geernteter Früchte erfolgreich getestet; sie wird mit Beginn der Verarbeitungssaison großtechnisch implementiert. Die so behandelten Früchte können schonender weiterverarbeitet werden und erhalten in Bezug auf Geruch, Geschmack, Aussehen und Farbe eine bessere Bewertung als konventionell behandelte Früchte.
Gemeinsam mit einer Großmolkerei setzt AGRANA eine alternative Technologie zur Entkeimung von Früchten großtechnisch um. Damit werden signifikante Verbesserungen in der Organoleptik von Früchten erwartet. Erste Pilotversuche wurden im Zuge einer Machbarkeitsstudie durchgeführt.
Eine bestehende Technologie zur Verbesserung der Fruchttextur konnte weiter optimiert werden. Einsatzmöglichkeiten wurden gemeinsam mit den Fruchtwerken erarbeitet.
In Kooperation mit der Technischen Universität Wien konnten erstmals die Einwirkungen der Scherkräfte bestimmter Anlagenteile auf Fruchtzubereitungen quantifiziert und daraus Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden.
Für Fruchtsaftkonzentrate wurden innovative Aromen-Konzepte weiterentwickelt. Mit hochkonzentrierten Fruchtessenzen und Kompositionsaromen wird eine breite Produktpalette für die unterschiedlichsten Anwendungen in Getränken angeboten.
Im Bereich Zucker und Zuckerspezialitäten steht nach wie vor die Entwicklung neuer Rezepturen für Fondant und Compri-zucker im Vordergrund. Für den Einzelhandel wurden in unterschiedlichen Ländern neue Gelierzuckervarianten, Biorübenzucker und neue Würfelzucker im Markt platziert.
Für funktionelle Lebensmittelzutaten wurden - häufig in Zusammenarbeit mit unseren Kunden - weitere Anwendungskonzepte entwickelt. Da für eine Vermarktung dieser Produkte ernährungsphysiologische Auslobungen unverzichtbar sind, wird die vorteilhafte Wirkung von Palatinose(tm), Inulin und Oligofruktose anhand ernährungswissenschaftlicher Forschung und experimenteller Studien untermauert. Mehrere positive Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sogenannte Health Claims, bestätigen die Gesundheitsvorzüge von BENEO-Produkten.
Für die Verwendung von Palatinose(tm) in Getränke, Backwaren, Milchprodukten und Süßwaren wurden weitere Rezepturen entwickelt, die mit ernährungsphysiologischen Auslobungen wie lang anhaltende Energiefreisetzung oder verbessertes Blutglukosemanagement im Markt platziert werden.
Bei Inulin und Oligofruktose stehen weiterhin Formulierungen in Backwaren und Milchprodukten im Fokus. Ziel ist es, hier eine Zucker- und Fettreduktion zu erreichen.
Reisstärke und Reismehl werden vor allem in Clean- L a bel-Produkten verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert und reichen von Suppen und Saucen, über Backwaren, den Fleischbereich bis hin zu Säuglingsnahrungsprodukten.
Zudem kann Reisstärke als feinkörniges Produkt in vielen Lebensmitteln den gewünschten Weißgrad von Coatings oder Glasuren erhöhen und dort Titandioxid ersetzen. Für diese Anwendung wurden neue Konzepte entwickelt.
Für galenIQ(tm) wird die Zugabe von hydrophoben Wirkstoffen für die Verarbeitung zu Tabletten getestet. In Studien werden die Tablettierung, das Auflöse- und Zerfallszeitverhalten sowie Formulierungen für Minitabletten mit galenIQ(tm) untersucht.
Pflanzliche Proteine sind gefragte Zutaten für den dynamisch wachsenden Markt der vegetarischen und veganen Lebensmittel. Deshalb wird an der Veredlung proteinhaltiger Nebenströme, die in vielen Produktionsbereichen der Südzucker-Gruppe anfallen, geforscht.
So wird beispielsweise in dem EU-Projekt PROMINENT die Gewinnung funktioneller Proteine aus den Nebenströmen der Bioethanolproduktion untersucht. Gemeinsam mit europäischen Partnern aus Industrie und Wissenschaft konnten erste funktionelle Proteine isoliert und versuchsweise für Lebensmittelanwendungen eingesetzt werden.
Für Gluten, einem Nebenprodukt der Ethanolgewinnung, wurde die Verwendung als Fleischersatz weiterentwickelt. Die im Pilotversuch produzierten Rezepturen konnten erfolgreich auf die neu installierte Anlage in Wanze / Belgien übertragen und in größeren Mengen produziert werden.
Die Entwicklungen für die Verwendung von Stärke in Lebensmitteln orientieren sich weiterhin an den Markttrends vegan, natürlich, bio und Clean Label. Hier wurde unter anderem der vegane Ei-Ersatz Agenovum(r) weiterentwickelt und eine gluten-freie Variante in den Markt eingeführt.
Bei technischen Stärken bestimmt der Trend zu Nachhaltigkeit die Richtung der Innovationen. Um dem Anspruch des Marktes nach "grünen Lösungen" gerecht zu werden, wurden beispielsweise konservierungsmittelfreie Produkte entwickelt. Ebenso werden durch Änderungen im Herstellverfahren die modifizierten Stärken effizienter und somit ressourcenschonender produziert.
Im Klebstoffbereich liegt der Schwerpunkt in der Substitution petrobasierender Klebstoffe. Hier konnten durch entsprechende Modifizierung der Stärke neue Lösungsansätze gefunden werden, um dem Anspruch des Marktes nach Erhöhung der Nachhaltigkeit ohne Qualitätsverlust gerecht zu werden.
Im Bereich Kosmetik wurden neue Stärkeprodukte für Trockenshampoos entwickelt und eine neue Variante eines hydrophoben Compounds umgesetzt. Die jüngsten Produktentwicklungen können auch in neuen Applikationen unter anderem als Ersatz von Silikon und Synthetikas dienen.
Für die Verwendung in Milchprodukten wurden neue zuckerreduzierte Konzepte für Fruchtzubereitungen mit natürlichen und künstlichen Süßungsmitteln untersucht und Richtrezepturen erstellt.
Südzucker kooperiert mit dem israelischen Start-Up DouxMatok, das über eine innovative, patentierte Technologie zur Herstellung eines Zuckers verfügt, der die Süße-Geschmacksrezeptoren im Mund stärker anspricht. Durch den Einsatz dieses Zuckers ergeben sich für Hersteller insbesondere von Schokolade, Süßgebäck, Cerealien und Zuckerwaren neue Möglichkeiten zur Reformulierung mit verbessertem Nährwertprofil bei unverändertem Geschmack. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden gemeinsam die finale Produktlösung sowie die zugehörige, großindustrielle Produktionstechnologie entwickelt.
Auf Basis von invertiertem Biozucker-Sirup wurde ein Biobienenfutter entwickelt und im Markt eingeführt. Das neue Produkt BioVitabee(tm) weist eine optimale Kohlenhydratverteilung im Hinblick auf Futterakzeptanz bei Bienen auf und ist lagerstabil.
Die neu entwickelte Kartoffelfaser AgenaFiber(tm) wurde zur Ballaststoffanreicherung in verschiedenen Lebensmitteln wie z. B. Backwaren getestet. Dabei konnten die technologischen Vorteile wie eine verbesserte Wasseraufnahme und Feuchthaltung herausgearbeitet sowie Richtrezepturen entwickelt werden.
Mit AGENACOMP(r) wurde ein neuer Biokunststoff entwickelt, der zu 50 % aus thermoplastischer Stärke sowie einem biologisch abbaubaren Polyester besteht und zu 100 % im Hauskompost abbaubar ist - ein entscheidender Schritt zur Reduktion von Mikroplastik in der Umwelt. Die gesetzlichen Vorgaben für den Kontakt mit Lebensmitteln werden erfüllt, sodass dieser Kunststoff beispielsweise auch für Verpackungen von Obst und Gemüse verwendet werden kann.
Im Rahmen der CO2-Verwertung in Kombination mit Strom aus erneuerbaren Quellen zur Wasserstofferzeugung wurden mehrere Projekte im Rahmen dieser "Power-to-X"-Ansätze initiiert. Je nach Mikroorganismus oder katalytischem System führen diese Verfahren zu chemischen Wertstoffen, die entweder energetisch verwertet werden, als Kraftstoffzusatz dienen oder als biobasierter chemischer Rohstoff Anwendung finden können.
Für die stoffliche Nutzung von CO2aus der Bioethanolfermentation wurde im Labormaßstab ein Kultivierungsverfahren für einen Mikroorganismus entwickelt, der CO2 bindet und chemische Zwischenprodukte liefert. Die auf diese Weise gewonnenen biobasierten Chemikalien sollen als nachhaltige Alternative zu petrochemischen Produkten eingesetzt werden.
Im Rahmen eines BMBF-Förderprogrammes wird die Implementierung eines Power-to-Gas-Konzepts unter Nutzung des Fermentations-CO2analysiert. Im Fokus steht Umwandlung von CO2in Methan, die Ermittlung der technischen Voraussetzungen sowie die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit für die Integration einer solchen Technologie an einem Bioethanolproduktionsstandort.
In einem Power-to-X-Verbundprojekt wird ein Konzept zur Herstellung von sogenanntem "grünem Methanol" verfolgt. Auch hier soll die wirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung der standortspezifischen Gegebenheiten einer Bioethanolproduktionsanlage erfolgen.
Ein weiteres Projekt ist die Entwicklung eines fermentativen Verfahrens zur Herstellung von Polyhydroxyalkanoaten aus den Nebenströmen der Zuckerproduktion. In Zusammenarbeit mit Universitäten und industriellen Partnern wurde so ein Biokunststoff gewonnen und zu einem Pilotprodukt weiterverarbeitet.
Die Gewinnung von C2-Bausteinen aus Bioethanol als Rohstoff für die chemische Industrie steht unter dem Nachhaltigkeitsaspekt weiterhin im Fokus. In einem gemeinsamen Projekt mit der TU Darmstadt werden chemisch-katalytische Verfahren weiter optimiert und die Wirtschaftlichkeit in einer Modellbetrachtung bewertet.
Des Weiteren wird die Herstellung von C4-Bausteinen aus Bioethanol verfolgt. In Zusammenarbeit mit einem Technologieanbieter wird ein ausgearbeitetes Verfahren geprüft, bei dem das Produkt durch Direktsynthese isoliert werden kann.
Der Umbruch im EU-Zuckermarkt nach Abschaffung der EU-Quotenregelung zum 30. September 2017 hat sich wie erwartet auch im Geschäftsjahr 2018/19 fortgesetzt. Nach einem weiteren Preisrückgang seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres am 1. Oktober 2018 musste das Segment Zucker drastische operative Verluste hinnehmen. Die trockenheitsbedingt schlechte Rübenernte 2018 belastete die Ergebnisentwicklung zusätzlich. Mit dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres im Segment Zucker sind wir absolut nicht zufrieden.
Die veränderte Einschätzung zur Entwicklung im globalen und EU-Zuckermarkt bildete die Grundlage für den Restrukturierungsplan mit der geplanten Stilllegung von fünf Zuckerfabriken. Insbesondere diese Restrukturierungsmaßnahmen führten im Segment Zucker zu einem Einmalaufwand von 96 Mio. €. Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte des Segments Zucker führte zu einem Wertberichtigungsbedarf von 673 Mio. €.
Die Entwicklung im Segment CropEnergies war und bleibt weiter stark von volatilen Ethanol- und Rohstoffpreisen abhängig. Den schwierigen Marktverhältnissen hat CropEnergies durch einen Produktionsstillstand der Ethanolanlage am britischen Standort Wilton ab Dezember 2018 bis zum Wiederanfahren Anfang März 2019 Rechnung getragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Kapazitäten mit einer Erzeugung von 1,0 (1,1) Mio. m 3 Bioethanol dennoch gut genutzt werden. Trotz leicht gestiegener Getreidepreise konnte CropEnergies ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaften, das aber erwartungsgemäß hinter dem der letzten drei sehr guten Geschäftsjahre zurückblieb.
Die Segmente Spezialitäten und Frucht konnten ihre erfolgreiche Entwicklung insgesamt fortsetzen und damit ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Konzernergebnisse leisten. Lediglich die Ergebnisse der Division Stärke waren vom schwierigen Marktumfeld für Verzuckerungsprodukte und Ethanol ungünstig beeinflusst.
Die nicht zufriedenstellende Ergebnisentwicklung im Segment Zucker fand auch in einer Abschwächung des Cashflows auf 377 (693) Mio. € ihren Ausdruck. Die Wertminderung der Geschäfts- und Firmenwerte im Segment Zucker hat auch das Capital Employed im Konzern reduziert, dennoch konnte beim Return on Capital Employed (ROCE) nur 0,4 (6,7) % erzielt werden.
Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamte sich 2018 auf rund 3,6 (3,8) %. Dabei konnten die USA eine Steigerung auf 2,9 (2,2) % verzeichnen, da Unternehmen und Privatverbraucher von der großangelegten Steuerreform profitierten. Die Volkswirtschaft in China erhielt hingegen einen Dämpfer, unter anderem infolge der restriktiven Handelspolitik der USA. Im Euroraum verlangsamte sich das Wachstum auf 1,8 (2,4) %. Für die exportorientierte deutsche Industrie stellten der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die Brexit-Verhandlungen besondere Risiken dar. Deutschland verzeichnete mit 1,5 (2,5) % die schwächste Zuwachsrate seit 2013. In Großbritannien sorgten Investitionszurückhaltung und nachlassendes Verbrauchervertrauen im Vorfeld des drohenden Brexits für eine Abkühlung des Wachstums auf lediglich noch 1,4 (1,8) %. In Frankreich stellten landesweite Proteste die Reformprojekte infrage.
Die getrübte Geschäftserwartung bremste in Deutschland und weiteren Euroländern die Investitionstätigkeit ab. Gegen den Trend weitgehend stabil entwickelten sich das Verbrauchervertrauen und die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland, die sich nicht zuletzt auf die rekordhohe Erwerbstätigkeit stützten.
Geldpolitisch wurde die Zinswende in den USA fortgeschrieben, wobei die US-Notenbank den Leitzins in vier Zinsschritten auf 2,25 % erhöhte, während die EZB den Leitzins von 0 % und den negativen Einlagenzins für Banken von - 0,40 % beibehielt. Zudem führte die EZB das Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Rating-Bereich mit einem monatlichen Ankaufvolumen von 30 Mrd. € fort, ließ die Nettoanleihekäufe jedoch zum Jahresende 2018 auslaufen.
Der Euro zeigte sich zum Jahresauftakt 2018 fester. Spekulationen über eine frühere geldpolitische Wende der EZB führten zu einem Dreijahreshoch von 1,25 USD/€ am 15. Februar 2018. Der Haushaltskonflikt zwischen der Regierung in Italien und der EU-Kommission sowie die nachlassende Wirtschaftsleistung im Euroraum ließen den Euro jedoch auf 1,14 (1,22) USD/€ zum Geschäftsjahresende abwerten.
Der Weltmarktpreis für Weißzucker bewegte sich im Geschäftsjahr 2018/19 in einer Bandbreite zwischen 250 €/t (April 2018) und 340 €/t (Oktober 2018) und lag zum Ende des Berichtszeitraums bei 305 €/t. Das sich andeutende leichte Defizit im ZWJ 2019/20 auf dem Weltmarkt spiegelt sich damit noch nicht in einem Anstieg der Preise wider.
Die europäischen Ethanolpreise erwiesen sich im Geschäftsjahr 2018/19 als äußerst volatil und bewegten sich dabei in einer großen Bandbreite von 430 bis 620 €/m 3 . Die kurzfristigen Terminpreise gingen zunächst von rund 465 €/m 3 Anfang März 2018 auf rund 440 €/m 3 im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 zurück. Im weiteren Verlauf und dabei insbesondere in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres erholten sich die Ethanolpreise auf über 600 €/m 3 und lagen Ende Februar 2019 bei rund 560 €/m 3 .
Die globale Getreideernte und Lagerbestände werden im Getreidewirtschaftsjahr (GWJ; 1. Juli bis 30. Juni) 2018/19 die Rekordwerte des Vorjahrs zwar nicht ganz erreichen, dennoch ist von einer unverändert komfortablen Versorgungslage auszugehen. Für die EU erwartet die EU-Kommission, dass im GWJ 2018/19 aufgrund der ausgeprägten Trockenheit in weiten Teilen Europas deutlich weniger Getreide geerntet wird. Infolgedessen stieg der 1-Monats-Future für Mahlweizen an der Euronext in Paris von 167 €/t Anfang März 2018 bis Ende Juli 2018 auf rund 200 €/t und pendelt seitdem weitgehend um diese Marke. Ende Februar 2019 schloss die Notierung bei 193 €/t.
Im bedeutendsten Anwendungsfeld für Fruchtzubereitungen, den Joghurts, wird für löffelbare Joghurts global mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum bis 2023 von 1,1 %, für Trinkjoghurts von 6,0 % gerechnet. Der Markt für europäisches Apfelsaftkonzentrat war aufgrund der überdurchschnittlichen Ernte im 1. Halbjahr zunächst von deutlich sinkenden Preisen gekennzeichnet, bevor eine steigende Nachfrage aus den USA diese wieder steigen ließ.
Die Preise für Rohstoffe zur Verarbeitung in Fruchtzubereitungen lagen insgesamt unter dem Vorjahr, lediglich bei Erdbeeren gab es Preissteigerungen. Die verfügbaren Apfelmengen für Fruchtsaftkonzentrate lagen in Europa deutlich über, in China aufgrund eines Frühjahrsfrosts deutlich unter dem Vorjahr.
Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zu den Absatz- und Rohstoffmärkten wird auf die Erläuterungen zu den einzelnen Segmenten verwiesen.
Im Geschäftsjahr 2018/19 bewegte sich der Ölpreis in einer Bandbreite zwischen 54 und 86 USD/Barrel. Die weltweiten geopolitischen Spannungen, die schwelenden Handelskonflikte wie auch die deutlichen Produktionsschwankungen der erdölfördernden Länder sorgten für eine weiterhin hohe Volatilität der Preise. Am 28. Februar 2019 ging der Brent-Ölpreis mit 66 USD/Barrel und damit mit dem selben Wert wie ein Jahr zuvor aus dem Handel.
Im EU-Emissionshandel fand im Geschäftsjahr 2018/19 eine massive Neubewertung der EU-Allowances (EUA) statt. Zu Beginn des Geschäftsjahres lag der EUA-Preis am Spotmarkt noch bei rund 10 €/EUA. Dem folgte im Laufe des Jahres ein kontinuierlicher Preisanstieg. In der Spitze kosteten die Emissionszertifikate am Spotmarkt im September 2018 und Januar 2019 rund 25 €. Erstmals war der Preis damit wieder so hoch wie zu Beginn der zweiten Handelsperiode im Jahr 2008. Am 28. Februar 2019 notierten die EUA auf dem Spotmarkt bei rund 22 €.
Seit 2015 besteht eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Aufnahme von zugesetzten Zuckerarten wie Saccharose und Isoglukose auf unter 10 % der täglichen Energiezufuhr zu reduzieren. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich 2016 auf einen Richtwert für die Reduktion von zugesetztem Zucker in Lebensmitteln von mindestens 10 % verständigt. Ausgehend vom Basisjahr 2015 soll die Reduktion bis 2020 erfolgen. Dadurch verstärkt sich auch der Druck politische Vorgaben zu machen, um eine Verringerung des Zuckerkonsums zu erreichen. So haben in den vergangenen Jahren die EU-Länder durch eine Erhöhung der Verbrauchssteuern oder durch spezielle Herstellerabgaben vermehrt Steuern auf bestimmte zuckerhaltige Getränke eingeführt. Auch weltweit nimmt die Anzahl der Länder zu, die Zuckersteuern eingeführt haben.
Darüber hinaus besteht eine Vielzahl von Initiativen, die darauf abzielen, Rezepturänderungen bei Lebensmitteln zu erreichen oder die Nachfrage der Verbraucher mittels wertender Nährwertkennzeichnungssysteme wie die Ampelkennzeichnung in Großbritannien oder das in Frankreich etablierte Kennzeichnungssystem Nutri-Score zu beeinflussen.
In Deutschland hat die Bundesregierung Ende 2018 eine nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz verabschiedet, die von der Lebensmittelwirtschaft im Rahmen einer Selbstverpflichtung Zuckerreduktionen von mindestens 10 % für einzelne Produktgruppen (alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Frühstückscerealien und Milchprodukte) bis 2025 fordert.
| 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 6.754 | 6.983 | - 3,3 |
| EBITDA | Mio. € | 353 | 758 | - 53,3 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | - 326 | - 313 | 4,3 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 27 | 445 | - 93,9 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | Mio. € | - 810 | 20 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 22 | 2 | > 100 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | Mio. € | - 761 | 467 | - |
| EBITDA-Marge | % | 5,2 | 10,8 | |
| Operative Marge | % | 0,4 | 6,4 | |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | Mio. € | 379 | 361 | 5,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | Mio. € | 15 | 432 | - 96,5 |
| Investitionen gesamt | Mio. € | 394 | 793 | - 50,3 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 390 | 370 | 5,3 |
| Capital Employed | Mio. € | 6.072 | 6.650 | - 8,7 |
| Return on Capital Employed | % | 0,4 | 6,7 | |
| Mitarbeiter | 19.219 | 18.515 | 3,8 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 019
Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2018/19 sank auf 6.754 (6.983) Mio. €. Während der Umsatz in den Segmenten Zucker und CropEnergies deutlich zurückging, stieg er im Segment Spezialitäten deutlich an. Im Segment Frucht lag der Umsatz leicht über Vorjahresniveau.
Das operative Konzernergebnis verringerte sich erwartungsgemäß deutlich auf 27 (445) Mio. €. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die ab der 2. Geschäftsjahreshälfte im Segment Zucker eingetretenen hohen Verluste zurückzuführen. Auch im Segment CropEnergies sank das operative Ergebnis deutlich. Das operative Ergebnis im Segment Spezialitäten lag auf und im Segment Frucht leicht über Vorjahresniveau.
Das Capital Employed ging auf 6.072 (6.650) Mio. € zurück. Der deutliche Rückgang um 578 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte im Segment Zucker. Bei einem deutlich reduzierterten operativen Ergebnis von 27 (445) Mio. € lag der ROCE bei 0,4 (6,7) %.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
| Umsatzerlöse | 6.754 | 6.983 | - 3,3 |
| Operatives Ergebnis | 27 | 445 | - 93,9 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | - 810 | 20 | 0,0 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 22 | 2 | > 100 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | - 761 | 467 | - |
| Finanzergebnis | - 23 | - 41 | - 43,9 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | - 784 | 426 | - |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 21 | - 108 | - 80,1 |
| Jahresfehlbetrag / -überschuss | - 805 | 318 | - |
| davon Aktionäre der Südzucker AG | - 844 | 205 | - |
| davon Hybrid-Eigenkapital | 13 | 13 | 0,8 |
| davon sonstige nicht beherrschende Anteile | 26 | 100 | - 74,2 |
| Ergebnis je Aktie (€) | - 4,14 | 1,00 | - |
TABELLE 020
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Geschäftsjahres 2018/19 in Höhe von - 761 (467) Mio. € setzt sich aus dem operativen Ergebnis von 27 (445) Mio. €, dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 810 (20) Mio. € und dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von 22 (2) Mio. € zusammen.
Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von - 810 (20) Mio. € resultiert maßgeblich aus der beschlossenen Restrukturierung mit der geplanten Stilllegung von fünf Zuckerfabriken und der Wertberichtigung von Geschäfts- und Firmenwerten in dem Segment Zucker in Höhe von 673 Mio. €.
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen stieg auf 22 (2) Mio. €.
Das Finanzergebnis verbesserte sich auf - 23 (- 41) Mio. €. Es umfasst ein Zinsergebnis von - 22 (- 31) Mio. € und ein sonstiges Finanzergebnis von -1 (- 10) Mio. €.
Bei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von - 784 (426) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf -21 (- 108) Mio. €.
Vom Jahresfehlbetrag von - 805 (318) Mio. € entfielen - 844 (205) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG, 13 (13) Mio. € auf das Hybrid-Eigenkapital und 26 (100) Mio. € auf die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen.
Das Ergebnis je Aktie betrug - 4,14 (1,00) €. Der Ermittlung liegt der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 (204,2) Mio. ausstehenden Aktien zugrunde. Auf die Wertberichtigung der Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 673 Mio. € entfallen davon -3,30 €/Aktie.
Der Cashflow erreichte 377 Mio. € nach 693 Mio. € im Vorjahr bzw. 5,6 (9,9) % der Umsatzerlöse.
Der Mittelabfluss aus der Zunahme des Working Capitals belief sich auf 113 Mio. € und ergab sich aus einem mengenbedingten Rückgang der Vorräte im Segment Zucker, der aber durch einen Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen sowie der Verbindlichkeiten gegenüber den Rübenanbauern überkompensiert wurde.
Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 379 (361) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 145 (171) Mio. € weiterhin überwiegend auf Ersatzinvestitionen sowie Investitionen in den Bereichen Elektronik, Automatisierung und Logistik. Das Investitionsvolumen im Segment Spezialitäten in Höhe von 165 (121) Mio. € betrifft im Wesentlichen neue Produktionskapazitäten in der Division Stärke sowie Anlagenerweiterungen und Optimierungen bei BENEO und bei Freiberger. Im Segment CropEnergies wurden 13 (20) Mio. € in den Ersatz und die Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen investiert. Die Investitionen im Segment Frucht beliefen sich auf 56 (49) Mio. € und betrafen überwiegend die Installation weiterer Produktionskapazitäten in der Division Fruchtzubereitungen.
Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 15 (432) Mio. € betrafen im Wesentlichen den Erwerb von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade Kft., Nagykallö, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou, sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford. Im Vorjahr wurden der Pizzahersteller Richelieu Foods Inc., Braintree / Massachusetts / USA und der Tiefkühlpizzahersteller Hasa GmbH in Burg zu jeweils 100 % erworben.
Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 161 (164) Mio. € entfielen mit 92 (92) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 69 (72) Mio. € auf andere Gesellschafter.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
| Cashflow | 377 | 693 | - 45,5 |
| Zunahme (-) / Abnahme (+) des Working Capitals | - 113 | - 183 | - 37,9 |
| Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit | 262 | 501 | - 47,7 |
| Summe Investitionen in Sachanlagen 1 | - 379 | - 361 | 5,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | - 15 | - 432 | - 96,5 |
| Investitionen gesamt | - 394 | - 793 | - 50,3 |
| Sonstige Cashflows aus Investitionstätigkeit | 13 | 20 | - 35,0 |
| Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Investitionstätigkeit | - 381 | - 773 | - 50,6 |
| Aufstockungen an Tochterunternehmen (-) | 0 | - 3 | - 86,2 |
| Abstockungen an Tochterunternehmen (+) / Kapitalerhöhung (+) / bzw. -rückkauf (-) | 3 | 1 | > 100 |
| Gewinnausschüttungen | - 161 | - 164 | - 1,8 |
| Sonstige Cashflows aus Finanzierungstätigkeit | 52 | 428 | - 87,9 |
| Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit | - 106 | 262 | - |
| Sonstige Änderungen der flüssigen Mittel | - 6 | 14 | - |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) der flüssigen Mittel | - 231 | 4 | - |
| Flüssige Mittel am Anfang der Periode | 585 | 581 | 0,8 |
| Flüssige Mittel am Ende der Periode | 354 | 585 | - 39,5 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 021
Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 262 Mio. € beinhaltet den Cashflow von 377 Mio. € sowie einen Aufbau des Working Capitals mit einem Mittelabfluss von - 113 Mio. €. Die Finanzierung der Investitionen von 394 Mio. € sowie der Gewinnausschüttungen von 161 Mio. € führten zu einer Erhöhung der Nettofinanzschulden von 843 Mio. € um 286 Mio. € auf 1.129 Mio. € zum 28. Februar 2019.
Die langfristigen Vermögenswerte gingen um 682 Mio. € auf 4.471 (5.153) Mio. € zurück. Infolge der Wertberichtigung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Segment Zucker um 673 Mio. € reduzierten sich die immateriellen Vermögenswerte um 658 Mio. € auf 1.001 (1.659) Mio. €. Der Buchwert der Sachanlagen reduzierte sich um 40 Mio. € auf 2.951 (2.991) Mio. €, da planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen über den Investitionen lagen. Der Anstieg der übrigen Vermögenswerte um 16 Mio. € auf 519 (503) Mio. € resultierte insbesondere aus gestiegenen Beteiligungswerten der at Equity einbezogenen Unternehmen von 390 (370) Mio. €.
Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 464 Mio. € auf 3.717 (4.181) Mio. €. Dabei verzeichneten die Vorratsbestände einen Rückgang um 142 Mio. € auf 1.977 (2.119) Mio. €, der maßgeblich aus der geringeren Bestandsmenge im Segment Zucker resultierte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 973 (972) Mio. € auf Vorjahresniveau. Der Rückgang der übrigen Vermögenswerte um 323 Mio. € auf 767 (1.090) Mio. € ergab sich maßgeblich aus dem Abbau der flüssigen Mittel sowie der sonstigen Vermögenswerte; letztere enthielten im Vorjahr Forderungen an die EU infolge zu viel erhobener Produktionsabgaben für die Zuckerwirtschaftsjahre 1999/2000 und 2000/01.
Das Eigenkapital ging auf 4.018 (5.024) Mio. € und die Eigenkapitalquote auf 49 (54) % zurück. Das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG reduzierte sich um 980 Mio. € auf 2.476 (3.456) Mio. €, was maßgeblich aus dem anteiligen Jahresfehlbetrag resultiert. Die sonstigen nicht beherrschenden Anteile verzeichneten einen Rückgang um 26 Mio. € auf 888 (914) Mio. €.
| Mio. € | 28. Februar 2019 | 28. Februar 2018 | + / - in % |
| Aktiva | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.001 | 1.659 | - 39,7 |
| Sachanlagen | 2.951 | 2.991 | - 1,3 |
| Übrige Vermögenswerte | 519 | 503 | 3,2 |
| Langfristige Vermögenswerte | 4.471 | 5.153 | - 13,2 |
| Vorräte | 1.977 | 2.119 | - 6,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 973 | 972 | 0,1 |
| Übrige Vermögenswerte | 767 | 1.090 | - 29,6 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 3.717 | 4.181 | - 11,1 |
| Bilanzsumme | 8.188 | 9.334 | - 12,3 |
| Passiva | |||
| Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG | 2.476 | 3.456 | - 28,3 |
| Hybrid-Eigenkapital | 654 | 654 | 0,0 |
| Sonstige nicht beherrschende Anteile | 888 | 914 | - 2,8 |
| Eigenkapital | 4.018 | 5.024 | - 20,0 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 832 | 781 | 6,5 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.126 | 1.117 | 0,8 |
| Übrige Schulden | 440 | 353 | 24,6 |
| Langfristige Schulden | 2.398 | 2.251 | 6,5 |
| Finanzverbindlichkeiten | 501 | 456 | 10,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 786 | 946 | - 16,8 |
| Übrige Schulden | 485 | 657 | - 26,2 |
| Kurzfristige Schulden | 1.772 | 2.059 | - 14,0 |
| Bilanzsumme | 8.188 | 9.334 | - 12,3 |
| Nettofinanzschulden | 1.129 | 843 | 33,9 |
| Eigenkapitalquote in % | 49,1 | 53,8 | |
| Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) | 28,1 | 16,8 |
TABELLE 022
Die langfristigen Schulden stiegen um 147 Mio. € auf 2.398 (2.251) Mio. €. Dies resultierte u. a. aus dem Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 51 Mio. € auf 832 (781) Mio. € infolge der Bewertung mit dem gesunkenen Marktzinssatz von 1,95 % am 28. Februar 2019 nach 2,20 % am 28. Februar 2018. Die Finanzverbindlichkeiten lagen mit 1.126 (1.117) Mio. € leicht über Vorjahresniveau. Die übrigen Schulden stiegen um 87 Mio. € auf 440 (353) Mio. € infolge eines Anstiegs der sonstigen Rückstellungen bei einem gleichzeitigen Rückgang der Steuerschulden.
Die kurzfristigen Schulden wurden um 287 Mio. € auf 1.772 (2.059) Mio. € abgebaut. Dabei verzeichneten die Finanzverbindlichkeiten einen Anstieg um 45 Mio. € auf 501 (456) Mio. € Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 160 Mio. € auf 786 (946) Mio. € zurück; darin enthalten sind rückläufige Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern in Höhe von 196 (357) Mio. €. Der Rückgang war insbesondere mengenbedingt und ist teilweise auch auf höhere Anzahlungen zurückzuführen. Die übrigen Schulden, die sich aus sonstigen Rückstellungen, Steuerschulden und sonstigen Verbindlichkeiten zusammensetzen, gingen um 172 Mio. € auf 485 (657) Mio. € zurück.
Die Nettofinanzschulden sind zum 28. Februar 2019 um 286 Mio. € auf 1.129 (843) Mio. € gestiegen. Das Verhältnis der Nettofinanzschulden in Prozent des Eigenkapitals betrug 28,1 (16,8) %.
Die langfristigen Finanzierungserfordernisse des Konzerns sind zum 28. Februar 2019 durch 794 (793) Mio. € Anleihen, 7 (43) Mio. € Schuldscheindarlehen sowie 325 (281) Mio. € Bankdarlehen gedeckt.
Der kurzfristigen Finanzierung dienten am Bilanzstichtag 35 (0) Mio. € Schuldscheindarlehen, Bankdarlehen von 236 (54) Mio. € und Anleihen (einschließlich Commercial Paper) von 230 (400) Mio. Aus nicht genutzten syndizierten Kreditlinien und weiteren bilateralen Bankkreditlinien standen der Südzucker-Gruppe am Bilanzstichtag mit 1,3 (1,5) Mrd. € ausreichend Liquiditätsreserven zur Verfügung. Daneben bestanden flüssige Mittel sowie Anlagen in Wertpapieren von insgesamt 499 (730) Mio. €.
| 2018/19 | 2017/18 | 2016/17 | 2015/16 | 2014/15 | ||
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 27 | 445 | 426 | 241 | 181 |
| Capital Employed | Mio. € | 6.072 | 6.650 | 6.012 | 5.791 | 5.877 |
| Return on Capital Employed (ROCE) | % | 0,4 | 6,7 | 7,1 | 4,2 | 3,1 |
TABELLE 023
Das Capital Employed lag mit 6.072 (6.650) Mio. € um 578 Mio. € unter Vorjahresniveau, was insbesondere auf die Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte im Segment Zucker zurückzuführen ist. Bei einem deutlich reduzierten operativen Ergebnis von 27 (445) Mio. € ging der Return on Capital Employed (ROCE) von 6,7 auf 0,4 % im Geschäftsjahr 2018/19 zurück.
| 2018/19 | 2017/18 | 2016/17 | 2015/16 | 2014/15 | ||
| Verschuldungsfaktor | ||||||
| Nettofinanzschulden | Mio. € | 1.129 | 843 | 413 | 555 | 593 |
| Cashflow | Mio. € | 377 | 693 | 634 | 480 | 389 |
| Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow | 3,0 | 1,2 | 0,7 | 1,2 | 1,5 | |
| Verschuldungsgrad | ||||||
| Nettofinanzschulden | Mio. € | 1.129 | 843 | 413 | 555 | 593 |
| Eigenkapital | Mio. € | 4.018 | 5.024 | 4.888 | 4.473 | 4.461 |
| Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) | % | 28,1 | 16,8 | 8,4 | 12,4 | 13,3 |
| Eigenkapitalquote | ||||||
| Eigenkapital | Mio. € | 4.018 | 5.024 | 4.888 | 4.473 | 4.461 |
| Bilanzsumme | Mio. € | 8.188 | 9.334 | 8.736 | 8.133 | 8.474 |
| Eigenkapitalquote in % | % | 49,1 | 53,8 | 56,0 | 55,0 | 52,6 |
TABELLE 024
Am Bilanzstichtag betrug der Verschuldungsfaktor aus dem Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow 3,0 (1,2). Die Nettofinanzschulden lagen zum 28. Februar 2019 bei 28,1 (16,8) % des Eigenkapitals in Höhe von 4.018 (5.024) Mio. €. Die Eigenkapitalquote ging zum Bilanzstichtag auf 49 (54) % bei einer auf 8.188 (9.334) Mio. € gesunkenen Bilanzsumme zurück.
Die Dividendenpolitik bleibt auf Kontinuität und die nachhaltige Ergebnisentwicklung ausgerichtet. Gleichwohl hat der Vorstand unter Berücksichtigung der aktuellen Ergebnis- und Verschuldungssituation des Konzerns beschlossen, für das Geschäftsjahr 2018/19 eine Dividende von 0,20 (0,45) €/Aktie vorzuschlagen.
Die Entwicklung der Dividende je Aktie in Relation zu wesentlichen Ertragskennzahlen ist nachfolgend dargestellt.
| 2018/19 | 2017/18 | 2016/17 | 2015/16 | 2014/15 | ||
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 27 | 445 | 426 | 241 | 181 |
| Cashflow | Mio. € | 377 | 693 | 634 | 480 | 389 |
| Ergebnis je Aktie | € | - 4,14 | 1,00 | 1,05 | 0,53 | 0,10 |
| Dividende je Aktie 1 | € | 0,20 | 0,45 | 0,45 | 0,30 | 0,25 |
| Ausschüttungsquote | % | - | 45,0 | 42,9 | 56,6 | - |
TABELLE 025
Auf der Grundlage von 204,2 Mio. € ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 41 (92) Mio. €. Der Dividendenvorschlag steht unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats am 15. Mai 2019 und der Hauptversammlung am 18. Juli 2019.
| PRODUKTIONSSTANDORTE: | 29 Zuckerfabriken, 2 Raffinerien |
| ROHSTOFFE: | Zuckerrübe, Rohrrohzucker |
| PRODUKTE: | Zucker, Zuckerspezialitäten, Futtermittel |
| MÄRKTE: | Europa und Weltmarkt |
| KUNDEN: | Lebensmittelindustrie, Handel, |
| Landwirtschaft |
Während im Sommer 2018 für das laufende ZWJ 2018/19 noch mit einem Produktionsüberschuss gerechnet wurde, geht das deutsche Analystenhaus F. O. Licht in seiner Schätzung vom April 2019 für das ZWJ 2018/19 nun von einer nahezu ausgeglichenen Weltzuckerbilanz aus, für das ZWJ 2019/20 wird mit einem leichten Defizit von 1,5 Mio. t gerechnet.

GRAFIK 010
Im Geschäftsjahr 2018/19 bewegte sich der Weltmarktpreis für Weißzucker in einer Bandbreite zwischen 250 €/t (April 2018) und 340 €/t (Oktober 2018). Zum Ende des Berichtszeitraums lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei 305 €/t. Damit spiegelt sich das sich im ZWJ 2019/20 andeutende Defizit auf dem Weltmarkt noch nicht in einem Anstieg der Preise wider.
Die nebenstehende Tabelle gibt einen Überblick über die bedeutendsten Zuckerproduktions- und Verbrauchsländer sowie die größten Im- und Exportnationen.
1. März 2016 bis 31. März 2019 London, nächster gehandelter Terminmonat

GRAFIK 011
| Mio. t Rohwert | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20e |
| Top 5 Erzeuger | |||||
| Brasilien | 40,5 | 42,4 | 33,3 | 30,5 | 34,5 |
| Indien | 27,4 | 22,1 | 35,3 | 35,4 | 32,0 |
| EU | 15,1 | 17,5 | 21,4 | 18,0 | 18,8 |
| Thailand | 10,0 | 10,3 | 15,0 | 14,7 | 13,0 |
| China | 9,5 | 10,1 | 11,2 | 11,7 | 11,5 |
| Top 5 Verbraucher | |||||
| Indien | 27,0 | 26,7 | 27,6 | 28,3 | 28,8 |
| EU | 18,6 | 18,5 | 19,0 | 18,5 | 18,5 |
| China | 17,3 | 16,7 | 16,8 | 16,8 | 16,8 |
| Brasilien | 11,7 | 11,7 | 11,7 | 11,7 | 11,8 |
| USA | 10,9 | 11,2 | 11,1 | 11,1 | 11,1 |
| Top 5 Netto-Exporteure | |||||
| Brasilien | 29,8 | 29,6 | 23,2 | 19,3 | 22,2 |
| Thailand | 7,8 | 7,1 | 9,7 | 12,1 | 10,6 |
| Australien | 4,0 | 3,8 | 3,4 | 3,5 | 3,6 |
| Indien | 2,2 | - 0,4 | 0,2 | 3,0 | 3,5 |
| Guatemala | 2,1 | 2,0 | 1,8 | 2,0 | 2,0 |
| Top 5 Netto-Importeure 1 | |||||
| China | 6,0 | 4,0 | 4,4 | 4,9 | 5,0 |
| Indonesien | 4,7 | 5,1 | 5,0 | 4,8 | 5,0 |
| USA | 3,0 | 2,8 | 2,9 | 2,7 | 3,0 |
| Bangladesch | 2,2 | 2,4 | 2,1 | 2,4 | 2,4 |
| Algerien | 1,7 | 1,5 | 1,7 | 1,9 | 1,9 |
Quelle: F. O. Licht, Schätzung der Weltzuckerbilanz, April 2019.
1
Zucker, der im Land verbraucht wird, ohne Raffination von Rohzucker für Drittländer.
TABELLE 026
Das zurückliegende ZWJ 2017/18 war das erste nach Wegfall der Zuckerquotenregelung und der Zuckerrübenmindestpreise. Ein Anstieg der Anbaufläche und überdurchschnittliche Erträge führten zu einer EU-Erzeugung (inkl. Isoglukose) von 21,9 Mio. t Zucker. Bei rückläufigen Importen stiegen die Exporte der EU - erstmals seit 2006 - auf ein Niveau von 3,4 Mio. t.
Im Gegensatz dazu ging die Erzeugung im ZWJ 2018/19 bei nahezu unveränderter Anbaufläche deutlich zurück. Die Trockenheit in den großen Rübenanbaugebieten führte zu unterdurchschnittlichen Erträgen. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung vom April 2019 von einem Rückgang der Erzeugung (inkl. Isoglukose) um 3,9 Mio. t auf 18,1 (21,9) Mio. t aus. Sie erwartet bei weitgehend stabilen Importen einen deutlichen Rückgang der Exporte und der Bestände.
Zu Beginn des abgelaufenen ZWJ 2017/18 im Oktober 2017 fiel der EU-Preis für Zucker (Food und Non-Food) von rd. 500 €/t loser Zucker ab Werk zunächst auf 420 €/t und sank in den Folgemonaten auf unter 350 €/t. Seit Beginn des neuen ZWJ 2018/19 ging der Preis nochmals zurück. Mit 314 €/t im Februar 2019 blieb der Preis gegenüber dem historischen Tiefstwert von 312 €/t im Januar 2019 nahezu unverändert, wobei es große regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und Überschussregionen gibt.
Über 80 % des Zuckerabsatzes gehen an die verarbeitende Industrie. Auf die wesentlichen Abnehmergruppen Schokoladen-, Backwaren- und Getränkeindustrie entfallen davon knapp 65 %. Die Reduzierung des Zuckereinsatzes in der verarbeitenden Industrie in Westeuropa betrug zwischen 2012 und 2017 rund 2,5 %} Dieser Trend zur Verringerung des Zuckeranteils in den verarbeiteten Lebensmitteln wird sich fortsetzen und vermutlich noch beschleunigen. Auch im Absatzmarkt Lebensmitteleinzelhandel / Food Service macht sich seit mehreren Jahren ein Rückgang des Konsums bemerkbar. In beiden Absatzkanälen, verarbeitende Industrie und Lebensmitteleinzelhandel / Food Service, findet seit dem Wegfall der Zuckermarktordnung ein starker Verdrängungswettbewerb statt.
Die Erzeugung von Melasseschnitzeln und Melasse ist 2018/19 weltweit zurückgegangen, es wird eine Melasseproduktion von 65 (69) Mio. t erwartet. Mit 3,5 (4,0) Mio. t ist auch in der EU die Erzeugung niedriger ausgefallen. Die weltweite Produktion von Rübenschnitzeln wird auf 16,2 (17,0) Mio. t (Trockenschnitzeläquivalent) geschätzt. Mit 7,5 (8,2) Mio. t stammen rund 40 % dieser Erzeugung aus der EU.
Die Nachfrage nach zuckerhaltigen Co-Produkten entwickelte sich sowohl vor dem Hintergrund einer guten Nachfrage der Mischfutterindustrie als auch der stetigen Nachfrage in der Fermentations- und Alkoholindustrie weiter positiv.

1
Euromonitor International, 2017.
GRAFIK 012
1. März 2016 bis 28. Februar 2019

GRAFIK 013
Die EU hat einen der weltweit am wenigsten regulierten Zuckermärkte. Im Gegensatz zu anderen großen Erzeugerländern wird die Ausfuhr von Zucker nicht subventioniert. Damit steht die EU in keinem fairen Wettbewerb auf dem Weltzuckermarkt. Gegen Wettbewerbsverzerrungen, wie weitere Einfuhrzugeständnisse oder die Einfuhr unter Umgehung der Ursprungsregeln, wird seitens der EU-Kommission nicht scharf genug vorgegangen.
Auch innerhalb des europäischen Zucker-Binnenmarktes sind in den letzten Jahren erhebliche Wettbewerbsverzerrungen entstanden. Der Grund dafür sind die gekoppelten Prämien, die seit 2015 auch für Zuckerrüben gezahlt werden können. Dies passiert gegenwärtig in Finnland, Griechenland, Italien, Kroatien, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Spanien, Tschechien und Ungarn, d. h. in elf von 19 Rüben anbauenden EU-Ländern und betrifft knapp ein Drittel der EU-Anbaufläche. Diese Zahlungen erfolgen im Zuckerrübenanbau ohne regionale Differenzierung und konterkarieren die Ziele der Reformen der Zuckermarktordnung, mit denen wettbewerbsfähige Strukturen gefördert werden sollten. Damit gehen die an den Zuckerrübenanbau gekoppelten Direktzahlungen in schwächeren Regionen zulasten der wettbewerbsstarken Anbauregionen, in denen Südzucker überwiegend aktiv ist.
Vielen Wirkstoffen im chemischen Pflanzenschutz drohen in der EU Anwendungseinschränkungen oder Verbote. Gleichzeitig kommen immer weniger neue Wirkstoffe auf den Markt. Das liegt unter anderem an den im weltweiten Vergleich strengsten Anforderungen sowie ansteigenden Kosten für die Entwicklung und Zulassung neuer Wirkstoffe. Insbesondere das bereits bestehende Verbot für Neonicotinoide (Neonics) im Rübensaatgut und das mögliche Verbot von Glyphosat haben Konsequenzen für den Zuckerrübenanbau in der EU.
In Deutschland muss das Verbot von Neonics bereits ab 2019 umgesetzt werden. Andererseits haben 13 von 19 EU-Ländern die Anwendung von Neonics auch für 2019 durch Notfallzulassungen genehmigt. Diese Entwicklung hat weitere Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Länder ohne Notfallzulassungen zur Folge. Der Verzicht auf den Einsatz der Mittel kann zu signifikanten Ertragseinbußen bei den betroffenen Rübenanbauern führen und gefährdet damit auch die Rohstoffversorgung der belieferten Zuckerfabriken. Ursache hierfür ist, dass das Verbot ausgesprochen wurde, ohne dass Forschung und Wirtschaft Zeit gelassen wurde, passende Alternativen zu entwickeln. Damit müssen die Zuckerrübenanbauer auf weniger nachhaltige und kostenintensivere Alternativen ausweichen, was einen Rückschritt im Pflanzenschutz bedeutet und den Zielen eines nachhaltigen Pflanzenbaus widerspricht. Mit dieser Entscheidung gefährden steigende Kosten und die geringere Wirksamkeit alternativer Pflanzenschutzmittel die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus in den von der konsequenten Umsetzung des Verbots betroffenen Regionen.
Beim Zuckerrübenanbau kommt Glyphosat bei der Mulchsaat, einer pfluglosen Bodenbearbeitung, bei der die Zuckerrübensaat in die Reste der abgeernteten Vorfrucht oder der zur Gründüngung angebauten Zwischenfrucht eingesät wird, zum Einsatz. Dabei bleibt die Bodenstruktur weitgehend intakt, die Bodenerosion wird verringert, Bodenorganismen werden kaum beeinträchtigt und gleichzeitig werden Nährstoffe im Boden erhalten. Nicht abfrierende Zwischenfrüchte oder Unkräuter müssen entsprechend vor der Zuckerrübenaussaat mit Glyphosat bekämpft werden. Ein Glyphosat-Verbot würde bedeuten, dass wieder häufiger gepflügt werden müsste. Die EU-Länder haben Ende November 2017 der Zulassung von Glyphosat für weitere fünf Jahre zugestimmt. In Deutschland ist Glyphosat bis Ende 2022 erlaubt - die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag aber festgelegt, den Ausstieg schrittweise umzusetzen.
Insgesamt ist der WTO-Prozess infolge zunehmender nationaler protektionistischer Tendenzen in wichtigen Handelsnationen in der Krise. Daher gilt es derzeit als unwahrscheinlich, dass die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen der sogenannten Doha-Runde, mit dem vorrangigen Ziel, die Handelsaussichten der Entwicklungsländer zu verbessern, in naher Zukunft zum Abschluss gebracht werden.
Nach der Zustimmung des EU-Parlaments ist das Freihandelsabkommen mit Japan zum 1. Februar 2019 in Kraft getreten. Im Zuckerbereich wird Japan der EU vier Einfuhrkontingente von insgesamt 3.650 t pro Jahr einräumen, die EU ihre Zollsätze auf die Einfuhren von Zucker abschaffen. Japan ist derzeit Netto-Importeur von Zucker. Im Export werden vor allem die EU-Hersteller von zuckerhaltigen Produkten von geringeren japanischen Zöllen für verarbeiteten Zucker profitieren.
Im April 2018 erfolgte eine Grundsatzeinigung zwischen Mexiko und der EU über ein Freihandelsabkommen. Nunmehr wurde der Vertragsentwurf veröffentlicht. Für Rohzucker zur Raffination hat die EU ein sukzessive steigendes, zollbegünstigtes Importkontingent von 30.000 t pro Jahr ab dem dritten Jahr nach Inkrafttreten des Abkommens eingeräumt. Der Vertragsentwurf muss nun von den EU-Gremien verabschiedet werden. Die EU-Kommission geht davon aus, dass das Abkommen 2020 in Kraft treten könnte.
Neben den WTO-Gesprächen verhandelt die EU mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften, wie beispielsweise dem MERCOSUR-Verbund 1 und Australien, über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren - entgegen der bisherigen Handelspraxis - nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden.
Der Brexit kann Auswirkungen auf den Zuckerhandel haben, da zwischen dem Großbritannien und der kontinentaleuropäischen Zuckerwirtschaft enge Handelsverflechtungen bestehen: Die EU exportiert rund 0,5 Mio. t Zucker jährlich nach Großbritannien und importiert im Gegenzug rund 0,2 Mio. t Zucker aus Großbritannien. Die europäische Zuckerwirtschaft strebt künftig einen ausgewogenen Marktzugang für Zucker aus der EU zum britischen Markt an. Die bestehenden Marktzugangsverpflichtungen der EU im Rahmen von Freihandelsvereinbarungen (z. B. Mittelamerika) und WTO-Verpflichtungen (CXL-Importe / AKP-LDC Importe) nach dem Brexit wurden auf der Basis der vergangenen Handelsströme auf die verbleibenden EU-Staaten und auf Großbritannien aufgeteilt und so bei der WTO hinterlegt. Da Großbritannien über die größte europäische Raffinerie für Rohzucker verfügt, sind bei den zukünftigen Handelsregelungen zwischen der EU und Großbritannien strenge Ursprungsregeln notwendig.
Zum 1. Juni 2018 veröffentlichte die EU-Kommission ihre Vorschläge zur EU-Agrarpolitik für die Jahre 2021 bis 2027. Diese ergänzen die im Mai 2018 vorgelegten Vorschläge zum EU-Haushalt nach 2020. Es wird erwartet, dass die Vorschläge zu einer Reduzierung der staatlichen Zahlungen an Landwirte in Form von Direktzahlungen führen können, was den Anpassungsdruck in der Landwirtschaft weiter erhöhen würde. Daneben ist mit einer stärkeren nationalen Ausrichtung der Agrarpolitik zu rechnen. Diese Tendenz, die das Prinzip des gemeinsamen Marktes für Agrarprodukte und Zucker unterhöhlt, birgt das Risiko zunehmender wettbewerbsverzerrender nationaler Maßnahmen.
1
Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay.
Im Geschäftsjahr 2018/19 sank der Umsatz im Segment Zucker infolge deutlich niedrigerer Erlöse auf 2.588 (3.017) Mio. €. Während in der 1. Geschäftsjahreshälfte deutlich mehr Zucker als im Vorjahr abgesetzt wurde, ging der Zuckerabsatz im 2. Halbjahr infolge der trockenheitsbedingt geringeren Erzeugungs- und Exportmenge deutlich zurück und lag im Gesamtjahr nur noch leicht über Vorjahr.
Während im Vorjahr in der 1. Geschäftsjahreshälfte die Erlöse noch angestiegen waren, gingen diese seit Oktober 2017 deutlich zurück. Seit Oktober 2018 sanken die Erlöse nochmals. Die trockenheitsbedingt schlechtere Ernte 2018 belastete die Ergebnisentwicklung zusätzlich. Durch die geringere Erzeugungsmenge erhöhten sich einerseits die Produktionskosten und verminderte sich andererseits die Absatzmenge. Daher mussten wir operative Verluste von - 239 (139) Mio. € hinnehmen, die vollständig in der 2. Geschäftsjahreshälfte anfielen.
Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen belief sich auf - 769 (24) Mio. €.
Vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und des beschlossenen Restrukturierungsplans war zum Geschäftsjahresende eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der CGU Zucker durchzuführen (Triggering Event). Hierbei ergab sich bezüglich des Buchwerts der Geschäfts- und Firmenwerte von 780 Mio. € ein Wertberichtigungsbedarf von 673 Mio. €, da der Nutzungswert in entsprechender Höhe unter dem Buchwert lag.
Restrukturierungsaufwendungen von 96 Mio. € entfielen im Wesentlichen auf die vorgesehene Kapazitätsanpassung des durchschnittlichen jährlichen Zuckerproduktionsvolumens um insgesamt rund 700.000 t. Damit verbunden sind Wertminderungen der betroffenen Sachanlagen sowie Aufwendungen für Sozialpläne für den Personalabbau.
Im Vorjahr waren im Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 24 Mio. € im Wesentlichen Erträge aus zu viel erhobenen Produktionsabgaben für die Zuckerwirtschaftsjahre 1999/2000 und 2000/01, aus Grundstücksveräußerungen sowie aus Versicherungserstattungsansprüchen im Zusammenhang mit dem Brand in der Zuckerfabrik Ochsenfurt im Sommer 2017 enthalten. Dem standen Aufwendungen aus Restrukturierungs- und Reorganisationsmaßnahmen gegenüber.
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich im Segment Zucker auf 5 (- 28) Mio. € und betrifft - neben der AGRANA-Studen-Gruppe und Maxi S.r.l. - ED&F Man Holdings Limited, London / Großbritannien. Trotz der deutlichen Ergebnisverbesserung reflektiert der moderate Ergebnisbeitrag das weltweit weiterhin schwierige Umfeld im Bereich Zucker.
Das Capital Employed reduzierte sich um 646 Mio. € auf 2.653 (3.299) Mio. €. Der Rückgang resultierte maßgeblich aus der Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Sachanlagen der zu schließenden Zuckerfabriken. Bei einem operativen Ergebnis von - 239 (139) Mio. € ergab sich im Geschäftsjahr 2018/19 ein negativer ROCE von - 9,0 (4,2) %.
Ein Großteil der Investitionen in Höhe von 145 (171) Mio. € entfiel auf Ersatzinvestitionen im Bereich Elektro- und Prozessleittechnik. Zu den Investitionen in Effizienzverbesserungen zählen die Projekte Schlammsaftwärmetauscher in Offstein, die Erweiterung der Schnitzelpressenkapazität in Zeitz und Kaposvar / Ungarn sowie eine neue Kristallisation in Wanze / Belgien. Investitionen in Maßnahmen zum Umweltschutz wurden in Etrepagny / Frankreich, Ochsenfurt, Offstein und Plattling umgesetzt. Darüber hinaus wurden Logistik- und Infrastrukturprojekte wie beispielsweise bei den Gleisanschlüssen oder neuen Absackanlagen unter anderem in den Werken Ochsenfurt, Offenau, Rain und Zeitz umgesetzt.
| 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
|
| Umsatzerlöse Mio. € | 2.588 | 3.017 | - 14,2 |
| EBITDA Mio. € | - 102 | 278 | - |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Mio. € | - 137 | - 139 | - 0,7 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | - 239 | 139 | - |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen Mio. € | - 769 | 24 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € | 5 | - 28 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit Mio. € | - 1.003 | 135 | - |
| EBITDA-Marge % | - 3,9 | 9,2 | |
| Operative Marge % | - 9,2 | 4,6 | |
| Investitionen in Sachanlagen 1 Mio. € | 145 | 171 | - 15,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen Mio. € | 2 | 2 | - 10,0 |
| Investitionen gesamt Mio. € | 147 | 173 | - 15,0 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € | 326 | 308 | 5,9 |
| Capital Employed Mio. € | 2.653 | 3.299 | - 19,6 |
| Return on Capital Employed % | - 9,0 | 4,2 | |
| Mitarbeiter | 6.950 | 7.034 | - 1,2 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 027
In der Südzucker-Gruppe wurde die Rübenfläche 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % auf rund 434.000 (445.000) ha verringert. Hauptverantwortlich für die reduzierte Anbaufläche war der Rübenderbrüssler, der in Österreich über 8.000 ha vernichtet hat.
Aufgrund von Niederschlägen und winterlicher Witterung im März begann die Aussaat 2018 erst Anfang April und damit vergleichsweise spät. Mit den deutlich steigenden Temperaturen konnten die Rüben in allen Regionen unter guten Bedingungen gesät werden. Die Bodengare war durch den späten Frost in der Regel sehr gut.
Bis Juni 2018 profitierten die Rüben fast im gesamten Einzugsgebiet der Südzucker-Gruppe von warmen Temperaturen und ausreichenden Niederschlägen. Anschließend war es insbesondere in Deutschland, Frankreich, Belgien und SüdWest Polen heiß und ungewöhnlich trocken. Seltene regionale Schauer sowie unterschiedliche Bodeneigenschaften führten zu inhomogenen und regional sehr unterschiedlichen Rübenbeständen.
Die ausgeprägte Sommertrockenheit in den meisten Anbaugebieten der Südzucker-Gruppe spiegelte sich in unterdurchschnittlichen Rübenerträgen wieder. Insgesamt lag der Rübenertrag in der Südzucker-Gruppe mit 67,6 (80,9) t/ha unter dem fünfjährigen Mittel. Auf den Zuckergehalt hat sich die trockene Witterung hingegen positiv ausgewirkt. Ein überdurchschnittlicher Zuckergehalt von 18,2 (17,8) % führte zu einem Zuckerertrag von 12,3 (14,4) t/ha.

GRAFIK 014
Die unterdurchschnittlichen Rübenerträge haben zu einer geringeren Gesamtrübenmenge von 29,3 (36,0) Mio. t geführt. Die Rodung lief deutlich besser als man aufgrund der ausgetrockneten Böden erwartet hätte. Gelegentliche leichte Niederschläge im Verlauf der Kampagne wirkten sich positiv aus, Verladung und Transport verliefen problemlos. Allerdings war der Krautanteil in den Lieferungen höher als sonst, da die Herbizide wegen der Trockenheit nur eingeschränkt wirksam waren.
Bedingt durch die Trockenheit begann die Kampagne 2018 -abgesehen von Polen - etwa 10 Tage später als ursprünglich geplant. Fast alle Werke haben zwischen Ende September und Anfang Oktober 2018 mit der Kampagne begonnen. In Eppeville / Frankreich startete die Kampagne nach einem Feuer in einem Schaltraum mit einem Monat Verspätung. Die Verarbeitungsdauer in den einzelnen Werken lag zwischen 65 Tagen in Falesti / Moldau und 146 Tagen in Cagny / Frankreich. Im Schnitt aller Werke dauerte die Kampagne 115 (133) Tage.
An einigen Standorten der Gruppe wird Dicksaft als Zwischenprodukt in Tanks gelagert und in separaten Dicksaftkampagnen zu Zucker weiterverarbeitet. Teilmengen des gelagerten Dicksaftes werden auch an Kunden direkt verkauft.
Auf den Anbauflächen für Biorüben richtete der Rübenderbrüssler in Österreich 2018 große Schäden an, sodass die Biorübenmenge deutlich unter dem Vorjahr lag. Insgesamt sank die Menge des in den Werken Warburg, Hrusovany / Tschechien und Roman / Rumänien erzeugten Biozuckers.
Insgesamt sank die Zuckererzeugung im Konzern auf 4,7 (5,9) Mio. t, davon entfielen 4,6 (5,7) Mio. t auf die Zuckergewinnung aus Rüben und 0,1 (0,2) Mio. t auf Zucker aus Rohrrohzuckerraffination.

GRAFIK 015
Trotz der fast 20 % niedrigeren Rübenmenge wurden aufgrund eines höheren Melasseanfalls mit 1,7 (1,8) Mio. t eine ähnliche Menge an zuckerhaltigen Co-Produkten wie im Vorjahr produziert, insbesondere Melasseschnitzel und Melasse an den deutschen Standorten.
Der Energiebedarf in den Zuckerfabriken der Südzucker-Gruppe wird über hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) abgedeckt. Es wird ein Mix überwiegend fossiler Brennstoffe eingesetzt. Davon entfiel in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte auf Erdgas. Der eingesetzte Brennstoff richtet sich nach den lokalen Verfügbarkeiten. Die Versorgung der Fabriken erfolgt zum Teil bivalent, d. h., je nach Beschaffungspreisen kann sich der eingesetzte Brennstoff von Kampagne zu Kampagne ändern.
Das in den anaeroben Abwasserbehandlungsanlagen gewonnene Klärgas wird als Brennstoff in den Zuckerfabriken eingesetzt. Eine direkte Versorgung der Fabriken aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind ist nicht möglich, da vor allem Wärme in Form von Prozessdampf benötigt wird. Langfristig wäre - sofern lokal verfügbar und wirtschaftlich - auch die Aufnahme von Biomasse in den Energiemix eine Möglichkeit, den Anteil erneuerbarer Energie zu erhöhen.
Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Der Elektroenergiebedarf wird in der Regel direkt in hocheffizienten KWK-Anlagen in den jeweiligen Fabriken erzeugt.
An den Zuckerfabrikstandorten Strzelin / Polen und Kaposvar / Ungarn werden Biogasanlagen betrieben, die aus Biomasse -vor allem aus frischen bzw. silierten Rübenschnitzeln - erneuerbare Energie für die Zuckerfabriken erzeugen und ins öffentliche Netz einspeisen.

GRAFIK 016
Trotz einer kürzeren Kampagne und rohstoffbedingt teilweise sehr schwierigen Verarbeitungsbedingungen ist der spezifische Energieeinsatz je Tonne Produkt nur leicht gestiegen.
Die Wasserentnahme der Fabriken orientiert sich an den lokalen Wasserverfügbarkeiten und ist auf die möglichst effiziente Nutzung der wertvollen Ressource Wasser ausgelegt. Der Großteil des entnommenen Wassers - ca. 50 % - wird für Durchlaufkühlungen verwendet, d. h., das Wasser wird nur zur Kühlung von Prozessen eingesetzt und dann direkt wieder den Vorflutern zugeführt.
Die verarbeiteten Zuckerrüben bestehen zu etwa drei Vierteln aus Wasser. Dieses Wasser wird sowohl für die Wäsche der Zuckerrüben als auch für die Extraktion des Zuckers aus den Schnitzeln verwendet. Dabei bestehen Kreislaufführungen zur Mehrfachnutzung. Das Wasser aus dem Rohstoff Zuckerrübe deckt zu ca. 80 % den Frischwasserbedarf der Fabriken (exkl. Durchlaufkühlungen).
Die Südzucker-Gruppe verfügt an zahlreichen Produktionsstandorten über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen. Bei Letzteren wird das entstehende Klärgas energetisch verwertet.
| m 3 je t Produkt | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Wasserentnahme | 1,9 | 1,7 | 1,8 | 1,8 | 1,8 |
| Wassereinleitung | 1,9 | 1,8 | 2,0 | 2,0 | 1,9 |
TABELLE 028
Wasserentnahme und Wassereinleitung je Tonne Produkt blieben im Vergleich zu den Vorjahren auf konstant niedrigem Niveau.

GRAFIK 017
Bei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe nutzt Südzucker alle Rohstoffbestandteile, um daraus hochwertige Produkte herzustellen. Aus Zuckerrüben erzeugen wir z. B. neben dem Zucker ebenso Zuckerrübenschnitzel, Melasse und Carbokalk. Die Zuckerrübenschnitzel werden als Futtermittel bzw. als Rohstoff zur Erzeugung von Energie aus erneuerbarer Quelle verwendet, Melasse sowohl als Futtermittel als auch als Rohstoff für die Fermentationsindustrie zur Herstellung von z. B. Hefe, Ethanol oder Zitronensäure und Carbokalk als Kalkdüngemittel in der Landwirtschaft.
Die Verringerung des Erdanhangs während der Ernte und der Verladung hat sowohl auf die Transportmengen als auch auf den Aufwand bei der Aufbereitung von Rüben und Abwasser positive Auswirkungen. Deshalb ist die Vorreinigung der Rüben am Feldrand übliche Praxis. Dabei haben die Witterungsbedingungen einen wesentlichen Einfluss darauf, wie viel Erde nach der Reinigung an den Rüben haftet.
In der Kampagne 2018 lag der Erdanhang aufgrund der trockenen Bedingungen nur bei 4,5 (6,1) %. Die in der Fabrik abgewaschene Erde wird nach Sedimentation in Erdabsetzbecken als hochwertiger Boden zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit wieder auf die Felder verbracht. Dies erfolgt, um den Stoffkreislauf zu schließen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, da es sich bei Rübenerde um hochwertigen Ackerboden handelt.
| Tsd. t | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Recycling | 343,2 | 271,2 | 153,5 | 192,3 | 204,8 |
| Deponierung | 84,4 | 68,6 | 49,4 | 47,5 | 37,6 |
| Kompostierung | 9,9 | 14,3 | 8,6 | 11,1 | 20,7 |
| Energetische Verwertung | 2,2 | 9,7 | 1,8 | 3,0 | 2,8 |
| Übrige | 17,0 | 12,2 | 16,4 | 22,0 | 6,8 |
| davon gefährliche Abfälle 1 | 0,8 | 1,1 | 0,5 | 1,2 | 1,0 |
| Gesamt | 456,8 | 376,0 | 229,7 | 275,9 | 272,7 |
1
Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion.
TABELLE 029
Durch integrierte Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Entsprechend gering ist - gemessen an der Gesamtmenge verarbeiteter Rohstoffe - die Menge an Abfällen. Von den dennoch entstehenden Abfällen wird der überwiegende Anteil recycelt. Der leichte Rückgang der Gesamtabfallmenge ist im Wesentlichen auf die im Berichtsjahr leicht niedrigere Menge verarbeiteter Rohstoffe im Segment Zucker zurückzuführen.
Der konsolidierte Zuckerabsatz im Konzern lag im Geschäftsjahr 2018/19 mit 5,6 (5,4) Mio. t leicht über dem Vorjahresniveau.
Davon entfielen 5,3 (5,1) Mio. t Zucker auf die Gesellschaften in der EU, was einem Plus von 4,1 % entspricht. Innerhalb der EU wurden 4,5 (4,4) Mio. t abgesetzt, in Länder außerhalb der EU wurden 0,7 (0,8) Mio. t exportiert. Zu dem Wachstum trugen insbesondere gestiegene Absatzmengen in Belgien, Großbritannien, Italien, Irland, Polen, Rumänien und Tschechien bei.
Der Absatz der in der Republik Moldau und auf dem Westbalkan ansässigen Gesellschaften blieb mit 0,3 (0,3) Mio. t unverändert.
Insgesamt betrachtet, war das 1. Halbjahr geprägt von den Zuckermengen aus der Rekordernte des Vorjahres, wohingegen im 2. Halbjahr die deutlich nach unten korrigierten Ernteprognosen den Zuckerverkauf beeinflussten.
Aufgrund der geringeren Produktion der Ernte 2018/19 konnten die gesamten Melasseschnitzelmengen erfolgreich zu höheren Preisen als im Vorjahr an die Mischfutterindustrie und den Handel vermarktet werden. Die Erzeugung von Bioschnitzeln hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht, auch hier konnten höhere Preise als im Vorjahr erzielt werden.
Bei der Vermarktung der Melasse an die Fermentations- und die Mischfutterindustrie sowie den Handel lagen die Preise aufgrund der produzierten Mehrmengen - insbesondere in Frankreich und Polen - konzernweit leicht unter dem Vorjahresniveau. Auch die Erzeugung von Biomelasse hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Hier konnten Preise leicht über dem Vorjahr erzielt werden.
Nach den hohen Zuwachsraten in den Vorjahren konnten die Absatzmärkte des Segments Spezialitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt betrachtet weiter wachsen, allerdings reduzierte sich die Wachstumsdynamik in einigen Produktbereichen.
Die zunehmende Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse über den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit sowie steigendes Verbraucherinteresse für diese Thematik unterstützt die großen Ernährungstrends wie Zucker-, Salz- und Fettreduktion, Bio, glutenfrei, ballaststoffreich, vegetarisch oder vegan. Diese werden von der Ernährungsindustrie mit Produkten bedient, die ernährungsphysiologische Vorteile bieten und geschmacklich den Verbraucherwünschen entsprechen. Daraus ergab sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl in Europa, als auch in Asien und Nordamerika eine weiterhin steigende Nachfrage nach funktionalen Ballaststoffen, Kohlenhydraten und Proteinen. Auch in den Anwendungsbereichen Tiernahrung und Futtermittel zeigte sich ein klares Wachstum.
Der Absatz im deutschen und französischen Tiefkühlpizzamarkt zeigte im abgelaufenen Kalenderjahr eine stagnierende bis leicht rückläufige Entwicklung sowie wertmäßig niedrige Zuwachsraten. Demgegenüber konnte in Großbritannien der Absatz sowohl im Kühl-, als auch im Tiefkühlbereich erneut zulegen, wobei die Handelsmarken ein überproportionales Wachstum aufzeigten. Ebenso erwiesen sich die Handelseigenmarken in den USA als wesentlicher Wachstumstreiber und konnten in einem insgesamt wachsenden Markt weitere Marktanteilsgewinne erzielen.
Das Marktumfeld für Portionsartikel in Europa blieb hingegen weiterhin schwierig. Insgesamt zeigten die Absatzmärkte eine stagnierende, teils auch leicht rückläufige Entwicklung.
Die Verwerfungen auf dem europäischen Zuckermarkt wirkten sich deutlich auf Stärkeverzuckerungsprodukte aus, die aufgrund des geringen Preisniveaus von Zucker im Getränkebereich teils Marktanteile verloren, sodass die Absatzmengen erheblich hinter den Erwartungen und dem Durchschnitt der Vorjahre zurückblieben. Entsprechend hoch war auch der Druck auf die Preise in diesem Bereich. Demgegenüber erhöhten sich bei stabilem Absatz die Erlöse für native und modifizierte Stärken im Lebensmittelbereich und folgten somit den höheren Rohstoff- und Energiekosten. Im Bereich der technischen Stärken zeigte sich die Nachfrage aus der Papier- und Wellpappenindustrie auf hohem Niveau. Bei den mittel- und hochproteinhaltigen Nebenprodukten lagen die Erlöse ebenfalls über Vorjahr, wohingegen Maiskeime bedingt durch niedrige Pflanzenölpreise unter Preisdruck gerieten.
Die hohe Preisvolatilität im europäischen Ethanolmarkt setzte sich auch im abgelaufenen Jahr fort. Über die Entwicklung auf den internationalen Bioethanolmärkten und die politischen Rahmenbedingungen für Bioethanol berichten wir ausführlich im Segment CropEnergies.
Im Segment Spezialitäten veredeln wir unterschiedlichste landwirtschaftliche Rohstoffe zu hochwertigen Produkten für die Lebens- und Futtermittel- sowie die chemische / technische Industrie. Ein Großteil dieser Rohstoffe war im vergangenen Kalenderjahr von der langanhaltenden Hitze und Trockenheit in Europa betroffen.
Trotz dieser außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen war die Zichorienernte in Belgien im abgelaufenen Jahr von hohen Inulingehalten gekennzeichnet; in Chile folgte der Anbau der erhöhten Nachfrage. Auch beim Reismarkt war eine sichere Versorgung infolge international ausreichender Verfügbarkeit gegeben, wobei steigende Qualitätsanforderungen die Anbieterregionen weiter einschränkten.
Der Molkereimarkt war weiterhin durch Markteingriffe beeinflusst und von hohen Preisvolatilitäten gekennzeichnet. Bei hoher Nachfrage führten die begrenzten europäischen Produktionskapazitäten insbesondere bei Mozzarella gegen Ende des abgelaufenen Kalenderjahres zu Preissteigerungen.
| DIVISION | BENEO | Freiberger | PortionPack Europe | Stärke |
| ABSATZMÄRKTE | Weltweit | Europa, USA | Vorwiegend Europa | Zentral- und Osteuropa (Schwerpunkte Österreich, Deutschland), USA, VAE |
| KUNDENGRUPPEN | Industrie für Lebensmittel, Tiernahrung, Pharmazie | Lebensmitteleinzelhandel in Europa und Nordamerika | Hotels, Gastronomie, Catering (Food Service) | Industrie für Nahrungsmittel, Papier, Textilien, Bauchemie, Pharmazie, Kosmetik, Mineralöl, Tiernahrung |
Bei Stärkekartoffeln konnten die Kontraktmengen nicht vollständig erfüllt werden, was nur teilweise durch einen etwas höheren Stärkegehalt ausgeglichen wurde. Auch die Getreideproduktion der EU-28 hat sich infolge der Witterungsbedingungen gegenüber Vorjahr reduziert, wodurch die Preise für Weizen und Mais einen deutlichen Preisanstieg in den Sommermonaten verzeichneten. Über die Entwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten berichten wir im Segment CropEnergies.
Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte der Umsatz im Segment Spezialitäten deutlich auf 2.294 (1.997) Mio. € gesteigert werden. Der Umsatzzuwachs stammt dabei im Wesentlichen aus den im Vorjahr nur zeitanteilig enthaltenen Gesellschaften Richelieu Foods Inc., Braintree / Massachusetts / USA sowie HASA GmbH, Burg. Auch alle anderen Bereiche konnten den Umsatz steigern.
Das operative Ergebnis lag mit 156 (158) Mio. € auf Vorjahresniveau. Im Bereich Stärke standen stärkebasierte Verzuckerungsprodukte und Ethanol unter Preisdruck. Bei gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten führte dies zu einem deutlichen Ergebnisrückgang. Dieser konnte durch die insgesamt positive Ergebnisentwicklung der anderen Produktgruppen aber nahezu ausgeglichen werden.
Vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und des schwierigen Marktumfelds für Stärkeverzuckerungsprodukte wurden die Buchwerte der Sachanlagen der Stärkeproduktion am Standort Zeitz mit - 51 Mio. € wertberichtigt.
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 17 (30) Mio. € betraf im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der ungarischen Hungrana-Gruppe, die von dem schwierigen Marktumfeld ebenso negativ betroffen war.
| 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 2.294 | 1.997 | 14,9 |
| EBITDA | Mio. € | 268 | 255 | 4,9 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | - 112 | - 97 | 14,5 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 156 | 158 | - 1,1 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | Mio. € | - 51 | - 3 | > 100 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 17 | 30 | - 45,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | Mio. € | 122 | 185 | - 34,1 |
| EBITDA-Marge | % | 11,7 | 12,8 | |
| Operative Marge | % | 6,8 | 7,9 | |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | Mio. € | 165 | 121 | 35,7 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | Mio. € | 7 | 430 | - 98,2 |
| Investitionen gesamt | Mio. € | 172 | 551 | - 68,8 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 62 | 60 | 1,8 |
| Capital Employed | Mio. € | 2.133 | 2.055 | 3,8 |
| Return on Capital Employed | % | 7,3 | 7,7 | |
| Mitarbeiter | 6.033 | 5.697 | 5,9 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 030
Das Capital Employed erhöhte sich maßgeblich infolge gestiegener Vorratsbestände sowie investitionsbedingt - insbesondere im Bereich Stärke - auf 2.133 (2.055) Mio. €. Bei einem operativen Ergebnis von 156 (158) Mio. € sank der ROCE leicht auf 7,3 (7,7) %.
Die Investitionen im Segment Spezialitäten von 165 (121) Mio. € betrafen in der Division BENEO Kapazitätserweiterungen an allen Standorten bzw. deren Vorbereitung für die kommenden Jahre. Daneben sind auch Erweiterungen der Produktpalette wie beispielsweise durch die Agglomerations-Anlage bei Palatinit in Offstein / Deutschland oder die Anlage in Wanze/Belgien zur Produktion von texturiertem Weizenprotein als Bestandteil von pflanzlichen Alternativen zu Fleisch zu nennen.
Bei Freiberger standen Effizienz- sowie Produktqualitätsverbesserungen wie beispielsweise holzbefeuerte Steinbacköfen zur Herstellung besonders hochwertiger Pizzaböden im Mittelpunkt. Am Standort Westhoughton / Großbritannien wurden eine Produktionslinie erweitert sowie verschiedene Automatisierungsprojekte durchgeführt. An den Standorten von Richelieu in den USA laufen ebenfalls Automatisierungsprojekte und Erweiterungen von Produktionslinien.
In der Division Stärke wurden die Kapazitäten der Stärkefabrik in Pischelsdorf / Österreich und der Maisstärkefabrik in Aschach / Österreich ausgebaut sowie ein neuer Kartoffelstärke- und Kartoffelfasertrockner in Gmünd / Österreich errichtet.
Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 7 (430) Mio. € betrafen die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford, durch PortionPack Europe. Im Vorjahr wurden der Pizzahersteller Richelieu Foods Inc., Braintree / Massachusetts / USA und der Tiefkühlpizzahersteller Hasa GmbH in Burg zu jeweils 100 % durch Freiberger erworben.
In der Division BENEO erzeugen wir an fünf Produktionsstandorten hochwertige funktionale Zutaten für Lebensmittel und Tiernahrung. Mit der Verarbeitung von Rübenzucker, Zichorien und Reis zu Isomalt, Palatinose(tm), Inulin, Oligofruktose sowie Reisstärke wurden die Anlagen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einem hohen Niveau ausgelastet. Entsprechend der weiterhin positiven Markt- und Absatzerwartung laufen Projekte zur Kapazitätsanpassung.
Im Bereich Freiberger erhöhten sich die Produktionsmengen insbesondere durch die Akquisitionen der Gesellschaften HASA GmbH und Richelieu Foods Inc., die im Vorjahr nur anteilig enthalten waren. Das Produktsortiment reicht dabei von klassischer Steinofen- über Frischteigpizza bis hin zum Flammkuchen und umfasst sowohl gekühlte, als auch tiefgekühlte Produkte. Darüber hinaus runden tiefgekühlte Pastagerichte, Snacks, Baguettes und Saucen das Produktspektrum ab.
Die Übernahme der britischen Custom Pack Ltd. im Oktober 2018 führte zu einer Ausweitung der Erzeugungsmengen bei Portionsartikeln. An den nun sechs europäischen Standorten der PortionPack Europe wird nach individuellen Kundenanforderungen ein breites Produktspektrum von Einzelpackungen für Food- und Non-Food-Artikel hergestellt.
In der Division Stärke konnten die Rohstoffverarbeitungsmengen insbesondere infolge des Ausbaus der Kapazitäten in Aschach, aber auch durch eine höhere Auslastung der Anlage in Zeitz, gesteigert werden. Auch die Kartoffel- und Maisverarbeitungsmengen an den Standorten Gmünd / Österreich und Tandarei / Rumänien entwickelten sich positiv. Die erzeugten Stärken, Verzuckerungsprodukte, Ethanol und Nebenprodukte werden sowohl für Lebens- und Futtermittel als auch für unterschiedlichste technische Anwendungen eingesetzt.
| DIVISION | BENEO | Freiberger | PortionPack Europe | Stärke |
| PRODUKTIONSSTANDORTE | Deutschland (1), Belgien (2), Italien (1), Chile (1) | Deutschland (4), Großbritannien (2), Österreich (1), USA (5) | Großbritannien (2), Niederlande (2), Spanien (1), Tschechien (1) | Deutschland (1), Österreich (3), Rumänien (1) |
| ROHSTOFFE | Rübenzucker, Reis, Zichorienwurzeln | Mehl, Milch (Käse), Tomatenmark, Fleisch/ Salami | Fertigerzeugnisse (Süßwaren, Gebäck, Zucker) | Kartoffeln, Mais, Weizen |
Bedingt durch die Vielfalt der hergestellten Produkte gibt es im Segment Spezialitäten sehr unterschiedliche Herstellungsprozesse und dadurch unterschiedliche Arten des Energiebedarfs. Die Abdeckung des Wärmebedarfs erfolgt meist über Eigenerzeugung, der Elektroenergiebedarf wird sowohl durch Netzbezug als auch Eigenerzeugung in hocheffizienten KWK-Anlagen gedeckt. Als Brennstoff wird überwiegend Erdgas eingesetzt.

GRAFIK 018

GRAFIK 019
Die Menge der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoffmix abhängig. Perspektivische Reduktionsmöglichkeiten der CO2-Emissionen ergeben sich durch die weitere Steigerung der Energieeffizienz der Produktionsprozesse und - soweit lokal verfügbar und wirtschaftlich - die Erhöhung des Energieanteils aus erneuerbaren Quellen.
An unserem Produktionsstandort Pemuco in Chile läuft seit 2015 ein Biomassekessel, der im Wesentlichen aus Abfällen aus Forstwirtschaft und Holzverarbeitung Dampf und Elektrizität erzeugt.
Am Standort Pischelsdorf / Österreich wird das bei der Fermentation pflanzlicher Rohstoffe entstehende Kohlendioxid in speziellen Anlagen gereinigt, verflüssigt und als biogene Kohlensäure beispielsweise für die Getränkeherstellung vermarktet.
Der Energieeinsatz im Segment Spezialitäten konnte im Vergleich zum Vorjahr verringert werden, dies u. a. durch Inbetriebnahme eines neuen hocheffizienten Dampfkessels in der Maisstärkefabrik Aschach sowie durch Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz an unterschiedlichen Standorten. Darüber hinaus flossen in die Berechnung erstmals die neuen Standorte der Freiberger-Gruppe in den USA ein, die teilweise eine geringere Wertschöpfungstiefe aufweisen.
Die Wasserentnahme in den Fabriken des Segments Spezialitäten ist auf eine möglichst effiziente Nutzung der Ressource Wasser ausgerichtet. Sie hängt vom jeweiligen Herstellungsprozess ab und variiert dementsprechend stark. Es wird vornehmlich Grundwasser sowie Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung eingesetzt. Häufig verbleibt ein Teil des Wassers in den erzeugten Produkten. In der Division Stärke wird daneben auch Oberflächenwasser genutzt - dies vornehmlich zur Durchlaufkühlung.
| m 3 je t Produkt | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Wasserentnahme | 4,5 | 4,2 | 4,2 | 3,9 | 4,0 |
| Wassereinleitung | 4,6 | 4,1 | 4,3 | 3,6 | 3,1 |
TABELLE 031
Die Behandlung der Produktionsabwässer im Segment Spezialitäten erfolgt überwiegend in eigenen biologischen Betriebskläranlagen. Die verbleibende Menge wird in kommunale Kläranlagen bzw. Abwasserbehandlungsanlagen Dritter eingeleitet.
Während die Wasserentnahme nahezu konstant blieb, sank die Wassereinleitung aufgrund geringerer Niederschläge deutlich.
Bei der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in den Divisionen BENEO und Stärke nutzt Südzucker alle Bestandteile der eingesetzten Agrarrohstoffe, um daraus hochwertige Produkte herzustellen. In der Division Freiberger werden vorwiegend Zwischenprodukte wie z. B. Mehl, Tomatensauce und Käse verwendet, die bedarfsorientiert eingekauft werden.
Im Segment Spezialitäten werden unter anderem Zichorien verarbeitet, an denen trotz Vorreinigung eine geringe Menge Erde anhaftet, die mit der Lieferung in die Fabriken gelangt. Die dort von den Rohstoffen abgewaschene Erde wird entwässert und in der Regel wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt.
| Tsd. t | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Recycling | 5,0 | 5,6 | 8,0 | 18,2 | 8,0 |
| Deponierung | 2,9 | 7,2 | 5,1 | 4,0 | 8,2 |
| Kompostierung | 47,8 | 32,6 | 40,0 | 52,7 | 58,2 |
| Energetische Verwertung | 11,9 | 12,0 | 16,5 | 18,7 | 20,3 |
| Übrige | 4,3 | 4,0 | 3,4 | 5,1 | 9,1 |
| davon gefährliche Abfälle 1 | 0,1 | 0,3 | 0,2 | 0,1 | 0,2 |
| Gesamt | 71,8 | 61,4 | 73,0 | 98,8 | 103,8 |
1
Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion.
TABELLE 032
Die Gesamtabfallmenge ist aufgrund höherer Produktionsmengen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Der überwiegende Anteil an Abfällen wird kompostiert. Dabei handelt es sich insbesondere um Reisschalen und Vinasserückstände, die bei der Verarbeitung von Reis und Zichorien in der Division BENEO anfallen. Ein weiterer wesentlicher Teil der Abfälle wird energetisch verwertet, dies sind hauptsächlich an den Freiberger-Standorten anfallende Lebensmittelreste.
Trotz höheren Wettbewerbsdrucks bei einzelnen Produktgruppen hat sich der Absatz unserer funktionalen Lebens- und Futtermittel weiterhin positiv entwickelt. Wachstumstreiber waren insbesondere die Märkte in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. In den USA hat die dortige Lebensmittelbehörde FDA im Rahmen einer Novelle der Regularien zur Kennzeichnung von Lebensmitteln auf Basis der wissenschaftlich nachgewiesenen positiven physiologischen Effekte die Auslobung der BENEO-Produkte Inulin und Oligofruktose als Ballaststoffe bestätigt. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für weiteres Wachstum auf diesem wichtigen Markt gegeben.
Ebenso konnte der Absatz von Kühl- und Tiefkühlprodukten deutlich zulegen. Dies ist insbesondere auf die ganzjährige Konsolidierung der 2017 erworbenen Gesellschaften HASA GmbH und Richelieu Foods Inc. zurückzuführen. Aber auch das um die neu einbezogenen Gesellschaften bereinigte Absatzvolumen stieg, vor allem durch den stark wachsenden Bereich Backshops im Lebensmitteleinzelhandel, in denen aufgebackene Snacks angeboten werden.
Der Absatz von Portionsartikeln erholte sich nach dem leichten Rückgang im Vorjahr. Dazu trug auch der Absatz der seit Oktober 2018 enthaltenen Custom Pack Ltd. bei.
Bei den Stärkeprodukten für den Lebensmittelbereich waren stabile Absätze zu verzeichnen. Gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten standen höhere Verkaufspreise gegenüber. Im Bereich der technischen Stärken blieb die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau und auch bei Ethanol ergaben sich gegenüber dem Vorjahr leichte Absatzzuwächse. Demgegenüber wirkte der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck infolge der Liberalisierung des europäischen Zuckermarkts hemmend auf die Absatz- und Erlösentwicklung für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte und dabei insbesondere auf Isoglukose.
| DIVISION | BENEO | Freiberger | PortionPack Europe | Stärke |
| PRODUKTE/ VERTRIEBSARTIKEL | Functional Food Ingredients (Ballaststoffe, Zuckeraustauschstoffe, neue Zucker, Reisstärke/-mehle, funktionalisiertes Weizenprotein) | Convenience Food (tiefgekühlte und gekühlte Pizza, Pasta, Baguette, Bread-snacks, Saucen, Dressings) | Portionsartikel (Food und Non-Food) | Native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Ethanol, proteinhaltige Lebens-/ Futtermittel |
| MARKEN | Isomalt, Palatinose(tm), galenIQ(tm), Orafti(tm) Inulin, Orafti(tm) Oligofruktose | Alberto, Italissimo | Hellma, Van Oordt | ActiProt, BioAgnasol, AGENABEE, SüdzuckerStärke |
| VERTRIEBSSTANDORTE | 9 (Europa, Asien, USA) | 10 (Europa, USA) | 8 (Europa) | 7 (Europa) |
| STANDORTE: | 4 Produktionsstandorte in 4 Ländern, 2 Handelsniederlassungen in 2 Ländern |
| ROHSTOFFE: | Getreide, Zuckersirupe, Rohalkohol, Stärkereststoffe |
| PRODUKTE: | Kraftstoffethanol, Neutralalkohol, proteinreiche Lebens- und Futtermittel, flüssiges CO2 |
| MÄRKTE: | Europa und Südamerika |
| KUNDEN: | Mineralölhersteller und -händler, Lebens- und Futtermittelhersteller, Getränke- und Kosmetikhersteller, industrielle und pharmazeutische Unternehmen |
Die weltweite Ethanolerzeugung stieg im Jahr 2018 auf rund 126 (120) Mio. m 3 . Das Wachstum wurde dabei unverändert vom Kraftstoffsektor getragen, auf den über 85 % des weltweit erzeugten Alkohols entfallen. Dies entspricht über 7 Vol.-% des weltweiten Ottokraftstoffverbrauchs. Der restliche Alkohol wird in Getränken, Kosmetik sowie pharmazeutischen und industriellen Anwendungen eingesetzt. Im Jahr 2019 wird mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Ethanolproduktion gerechnet. Das auf das Kraftstoffsegment entfallende Wachstum soll dabei mit 1,3 (7,8) % jedoch überschaubar bleiben.
In der EU belief sich die Ethanolproduktion im Jahr 2018 auf 7,7 (7,5) Mio. m 3 . Hiervon entfielen auf Kraftstoffethanol 5,4 (5,3) Mio. m 3 . Der inländische Ethanolverbrauch lag bei 8,0 (7,8) Mio. m 3 , davon entfielen 5,4 (5,4) Mio. m 3 auf Kraftstoffethanol. Die Importe haben sich im Jahr 2018 mit 0,6 (0,5) Mio. m 3 kaum verändert. Die europäischen Ethanolpreise erwiesen sich im Berichtszeitraum als äußerst volatil und anfällig für Marktspekulationen. Im Fokus standen dabei zunächst Spekulationen über die Auswirkungen des Wegfalls der EU-Zuckermarktordnung im Oktober 2017, steigende Rohstoffkosten, Auslastungsgrade einzelner europäischer Anlagen und die Vorteilhaftigkeit von Importen sowie niedrig-wasserbedingte Logistikengpässe. Die kurzfristigen Terminpreise folgten zunächst den schwachen internationalen Vorgaben und gingen von rund 465 €/m 3 Anfang März 2018 auf rund 440 €/m 3 im 1. Quartal des Geschäftsjahrs 2018/19 zurück. Im weiteren Verlauf und dabei insbesondere in der 2. Hälfte des Geschäftsjahrs erholten sich die Ethanolpreise und lagen Ende Februar 2019 bei rund 560 €/m 3 .
Die Märkte für proteinhaltige Lebens- und Futtermittel werden vor allem vom Sojapreisniveau auf dem Weltmarkt sowie den europäischen Rapsschrotpreisen beeinflusst.
Die weltweite Sojabohnenernte 2018/19 wird dem Internationalen Getreiderat (IGC) zufolge mit 359 (341) Mio. t deutlich ansteigen und einen neuen Rekord markieren. Trotz einer steigenden Sojabohnennachfrage wird mit wachsenden Lagerbeständen von nunmehr 52 (45) Mio. t gerechnet. Diese Entwicklung führte dazu, dass der 1-Monats-Future für Sojabohnen an der CBOT Ende Februar 2019 bei 9 US-$/ Bushel 2 lag und damit deutlich unter dem Niveau von 10,60 US-$/Bushel Anfang März 2018. Im Gegensatz hierzu gingen die europäischen Preise für Rapsschrot im Jahresvergleich per Ende Februar 2019 nur leicht auf 220 (225) €/t zurück. Dies ist auf eine vor allem dürrebedingt geringere EU-Rapsernte 2018/19 von 20 (22) Mio. t zurückzuführen.
Die weltweite Getreideerzeugung (ohne Reis) soll im GWJ 2018/19 voraussichtlich 2.125 (2.142) Mio. t betragen. Bei einem Weltgetreideverbrauch von 2.170 (2.153) Mio. t wird mit einem Rückgang der Lagerbestände auf 604 (648) Mio. t gerechnet. Für 2019/20 wird mit einer weltweiten Getreideproduktion von 2.175 (2.125) Mio. t und einem weiter steigenden Getreideverbrauch von 2.204 (2.170) Mio. t gerechnet. Die weltweiten Getreidebestände Ende 2019/20 sollen entsprechend auf 575 (604) Mio. t zurückgehen.
1
Weitere Informationen stehen im aktuellen Geschäftsbericht 2018/19 der CropEnergies
AG zur Verfügung.
2
Ein Bushel Sojabohnen entspricht 27,216 kg Sojabohnen.
| Mio. m 3 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019e |
| Anfangsbestand | 2,4 | 2,2 | 2,1 | 2,1 |
| Erzeugung | 7,0 | 7,5 | 7,7 | 7,6 |
| davon Kraftstoffethanol | 4,8 | 5,3 | 5,4 | 5,2 |
| Import | 0,6 | 0,5 | 0,6 | 0,6 |
| Verbrauch | - 7,6 | - 7,8 | - 8,0 | - 8,0 |
| davon Kraftstoffethanol | - 5,2 | - 5,3 | - 5,4 | - 5,4 |
| Export | - 0,2 | - 0,2 | - 0,3 | - 0,3 |
| Endbestand | 2,2 | 2,1 | 2,1 | 2,1 |
Quelle: F. O. Licht. Schätzung der EU-Mengenbilanz Bioethanol, April 2019.
TABELLE 033
Für die EU erwartet die EU-Kommission im GWJ 2018/19 aufgrund der ausgeprägten Trockenheit in weiten Teilen der EU eine geringere Getreideernte von 291 (305) Mio. t. Der Verbrauch soll sich mit 287 (286) Mio. t auf Vorjahresniveau bewegen. Aufgrund der deutlichen Ernteausfälle stieg der 1-Monats-Future für Mahlweizen an der Euronext in Paris von 167 €/t Anfang März 2018 bis Ende Juli 2018 auf rund 200 €/t und pendelt seitdem weitgehend um diese Marke. Ende Februar 2019 schloss die Notierung bei 193 €/t. Für das Getreidewirtschaftsjahr 2019/20 geht die EU-Kommission davon aus, dass in der EU 308 Mio. t Getreide geerntet werden. Die Getreidenachfrage soll mit 287 Mio. t weiterhin stabil bleiben, wobei über 60 % des Getreides nach wie vor der Tierfütterung dient. Für die Herstellung von Kraftstoffethanol soll hingegen der Stärkeanteil von nur 13 Mio. t Getreide bzw. rund 4 % der EU-Ernte verwendet werden. In Anbetracht dessen, dass in den Bioraffinerien zur Ethanolherstellung vornehmlich Getreide geringer Qualität verarbeitet wird, welches kaum für den Export infrage kommt, wird die Ethanolindustrie auch 2019/20 zur Marktentlastung und landwirtschaftlichen Einkommenssicherung in diesem Segment beitragen.
Die am 24. Dezember 2018 in Kraft getretene Anschlussregelung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie bis 2030 bietet die Chance, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe auch nach 2020 zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen können. Der Anteil an erneuerbaren Energien soll im Transportsektor von 10 % bis 2020 auf 14 % bis 2030 steigen.
Hierzu können erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen unverändert einen wichtigen Anteil leisten. Ihr Beitrag soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Gleichzeitig soll die Nutzung von Biokraftstoffen, deren Rohstoffgewinnung zu einem Verlust an kohlenstoffreichen Gebieten (z. B. Regenwald) geführt hat, ab 2023 sukzessive reduziert und bis 2030 ganz eingestellt werden.
Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Darüber hinaus können diese Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer Strom im Straßenverkehr, mehrfach auf das Transportziel angerechnet werden.
Es ist nun an den EU-Mitgliedsstaaten, die europäischen Vorgaben auf nationaler Ebene so umzusetzen, dass der Verbrauch fossiler Kraftstoffe tatsächlich gesenkt und die Klimabilanz von Kraftstoffen verbessert wird. Hierfür haben die Mitgliedsstaaten bis zum 30. Juni 2021 Zeit.
Die Umsetzung der Anschlussregelung der Erneuerbare-Energie-Richtlinie in den EU-Mitgliedsstaaten sollte in der gesamten EU zu steigenden Ethanolabsätzen führen.
Um die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) in der Europäischen Union weiter zu reduzieren, gibt die Kraftstoffqualitätsrichtlinie vor, dass die mit dem Kraftstoffverbrauch verbundenen THG-Emissionen bis 2020 um mindestens 6 % gegenüber dem Basiswert von 94,1 g CO2Äq./MJ gesenkt werden müssen.
Erneuerbare Kraftstoffe müssen strenge Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Hierzu zählt der Nachweis, dass sie gegenüber fossilen Kraftstoffen, über die gesamte Wertschöpfungskette gerechnet, mindestens 50 % an THG-Emissionen einsparen; erneuerbares Ethanol aus europäischen Rohstoffen senkt die THG-Emissionen um über 70 %. Darüber hinaus muss die Herkunft der verwendeten Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion lückenlos dokumentiert werden.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 blieb der Umsatz mit 693 (808) Mio. € deutlich unter Vorjahr. Dies ist auf einen Rückgang der Produktions- und Absatzmengen sowie auf die insgesamt unter dem Vorjahr liegenden Ethanolerlöse zurückzuführen. Infolge der herausfordernden Marktbedingungen wurde die Kapazitätsauslastung angepasst und die Produktion in der Anlage in Wilton / Großbritannien ab Dezember 2018 bis Ende Februar 2019 eingestellt. Die Ethanolerlöse lagen im 1. Halbjahr noch unter dem hohen Erlösniveau im 1. Halbjahr des Vorjahres, erholten sich aber insbesondere im 4. Quartal deutlich.
Infolge der negativen Umsatzentwicklung verringerte sich das operative Ergebnis im Berichtszeitraum insgesamt auf 33 (72) Mio. €. Dabei wirkte neben einer reduzierten Absatzmenge sowie insgesamt niedrigeren Ethanolerlösen ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten belastend. Im 4. Quartal lag das operative Ergebnis erstmals über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Dies ist insbesondere auf deutlich höhere Ethanolerlöse zurückzuführen.
| 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 693 | 808 | - 14,2 |
| EBITDA | Mio. € | 72 | 111 | - 35,0 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | - 39 | - 39 | 0,3 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 33 | 72 | - 54,3 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | Mio. € | 10 | - 1 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 0 | 0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | Mio. € | 43 | 71 | - 39,1 |
| EBITDA-Marge | % | 10,4 | 13,7 | |
| Operative Marge | % | 4,7 | 8,9 | |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | Mio. € | 13 | 20 | - 32,3 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | Mio. € | 0 | 0 | - |
| Investitionen gesamt | Mio. € | 13 | 20 | - 32,3 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 2 | 2 | 10,5 |
| Capital Employed | Mio. € | 456 | 452 | 1,0 |
| Return on Capital Employed | % | 7,2 | 15,9 | |
| Mitarbeiter | 433 | 414 | 4,6 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 034
Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 10 (- 1) Mio. € betraf die Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken in Deutschland im Zusammenhang mit Ethanolverkäufen; das entsprechende Verfahren wurde erfolgreich abgeschlossen.
Das Capital Employed lag u. a. aufgrund eines Vorratsaufbaus mit 456 (452) Mio. € über Vorjahr. Durch das rückläufige operative Ergebnis von 33 (72) Mio. € sank der ROCE auf 7,2 (15,9) %.
Die Investitionen in Höhe von 13 (20) Mio. € dienten neben dem Ersatz technischer Anlagen insbesondere der Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen. Am Standort Wanze wurde der 2017/18 begonnene Ausbau der Vermahlungsleistung fortgesetzt, um die Produktionskapazität weiter erhöhen zu können; daneben wurde ein Investitionsprogramm zur Energieeinsparung gestartet. In der Anlage in Zeitz lag der Schwerpunkt auf der Erweiterung der Rohstoffverarbeitungskapazität, um Rohstoffe noch flexibler verarbeiten zu können.
Darüber hinaus wurde in die Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit und -sicherheit investiert. Bei Ensus in Wilton / Großbritannien sowie bei Ryssen in Loon-Plage / Frankreich wurden Investitionen zur Verbesserung der Prozessstabilität und Anlagenverfügbarkeit durchgeführt.
In Zeitz, Wanze und Wilton werden ausschließlich Agrarrohstoffe europäischer Herkunft verarbeitet. Bei der Rohstoffbeschaffung legt CropEnergies großen Wert auf den standortnahen und damit frachtkostengünstigen Bezug von Futtergetreide und Zuckersirupen.
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde die Ethanolerzeugung den schwierigen Marktbedingungen angepasst und ging auf 1,0 (1,1) Mio. m 3 zurück. Damit sank auch die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln auf 0,6 (0,7) Mio. t.
Der Produktionsrückgang ist in erster Linie in Wilton erfolgt. Nachdem die Anlage im Vorjahr nahezu durchgehend mit einer hohen Kapazitätsauslastung betrieben wurde, wurde aufgrund der schwierigen Marktbedingungen ab Dezember 2018 bis Ende Februar 2019 die Produktion unterbrochen. In Zeitz blieb die Produktionsmenge aufgrund einer temporären Kapazitätseinschränkung im Zuge laufender Investitionstätigkeiten unter Vorjahresniveau, was durch einen Produktionsanstieg in Wanze nahezu ausgeglichen wurde.
Die Anlage in Zeitz zur Herstellung von hochwertigem Neutralalkohol wurde entsprechend den Marktbedingungen auf kontinuierlich hohem Niveau betrieben. Eine hohe Auslastung der Neutralalkoholkapazität wurde auch in Loon-Plage / Frankreich erzielt.
Die Nachhaltigkeitsanforderungen für die Herstellung von Biokraftstoffen stellen sicher, dass vom Anbau der Biomasse bis zur Bioenergiegewinnung und -nutzung deutliche Einsparungen von Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Kraftstoffen erzielt werden. Alle Bioethanolanlagen von CropEnergies sind nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem als nachhaltig zertifiziert und werden jährlich auditiert. Mit den Zertifizierungen wird sichergestellt, dass das produzierte Kraftstoffethanol die Nachhaltigkeitskriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erfüllt. Dazu gehört auch, dass z. B. mindestens 50 % an Treibhausgasemissionen eingespart werden im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen. Diese gesetzliche Forderung wird bei CropEnergies deutlich übertroffen.
Dank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe bestmöglich und ressourcenschonend zu hochwertigen Produkten veredelt. Aus den nicht fermentierbaren Inhaltsstoffen der Rohstoffe werden proteinreiche Lebens- und Futtermittel hergestellt, die den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen mindern. In Zeitz und in Wilton wird zudem das bei der Fermentation entstehende Kohlendioxid gereinigt und verflüssigt. Es ersetzt beispielsweise in der Getränkeherstellung Kohlendioxid fossilen Ursprungs.
Die Anforderungen aus der Richtlinie zur Energieeffizienz (EED) wurden an allen Produktionsstandorten von Crop-Energies umgesetzt. In Zeitz wurde eine Zertifizierung gemäß ISO 50001 und in Loon-Plage sowie Wilton eine Auditierung nach dem ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme) durchgeführt. Der belgische Produktionsstandort Wanze nimmt an einem freiwilligen branchenspezifischen Abkommen zur Verbesserung der Energieeffizienz teil ("Accords de branche de deuxieme generation").
Der Anteil an eingesetzten erneuerbaren Brennstoffen liegt bei 24 %. In Wanze wird in einem Biomassekraftwerk ein Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie aus den Schalen des angelieferten Weizens, der Kleie, gewonnen. In Zeitz wird das in der Abwasseranlage entstehende Biomethan in einem Blockheizkraftwerk zu elektrischer und thermischer Energie umgewandelt und damit der Bedarf an fossilen Brennstoffen reduziert.
Die Höhe der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoff- und Energiemix abhängig.

GRAFIK 020

GRAFIK 021
Die Produktionsanlagen zeichnen sich dadurch aus, dass der erforderliche Frischwasserbedarf durch Kreislaufführung und damit mehrfache Nutzung des eingesetzten Wassers stark reduziert wird. Kläranlagen stellen eine umweltgerechte Behandlung der Abwässer sicher. Das gereinigte Wasser wird in die benachbarten Flüsse abgeleitet.
| m 3 je t Produkt | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Wasserentnahme | 3,7 | 4,0 | 3,1 | 2,8 | 3,3 |
| Wassereinleitung | 2,3 | 2,6 | 3,1 | 2,5 | 2,7 |
TABELLE 035
Dank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig verarbeitet, sodass Abfälle nur in geringem Umfang anfallen. Die in den Rohstoffen enthaltenen Bestandteile, die nicht der Herstellung von Ethanol dienen, werden zu protein- oder kohlenhydratreichen Produkten veredelt.
Der überwiegende Teil der Abfälle wird recycelt, kompostiert oder energetisch verwendet.
| Tsd. t | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Recycling | 73,5 | 67,4 | 68,8 | 73,8 | 76,0 |
| Kompostierung | 8,5 | 9,2 | 7,8 | 8,7 | 6,7 |
| Deponierung | 0,0 | 1,0 | 1,5 | 1,6 | 3,9 |
| Energetische Verwertung | 0,5 | 0,4 | 0,4 | 2,1 | 1,7 |
| Übrige | 0,5 | 1,0 | 0,5 | 0,7 | 0,5 |
| davon gefährliche Abfälle 1 | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,1 |
| Gesamt | 83,0 | 79,0 | 79,0 | 86,9 | 88,7 |
1
Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion.
TABELLE 036
Das bedeutendste Anwendungsgebiet für Fruchtzubereitungen sind Molkereiprodukte, insbesondere Joghurts. Für löffelbare Joghurts rechnet Euromonitor global mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum bis 2023 von 1,1 %. Dabei stagnieren die Märkte in den Regionen Westeuropa und Nordamerika, positive Absatztendenzen verzeichnen der asiatischpazifische Raum mit 5 % bis 2023 und der Mittlere Osten sowie Afrika mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,1 % bis 2023. Der Absatzmarkt für Trinkjoghurts weist mit 6,0 % für denselben Zeitraum ein deutlich höheres durchschnittliches jährliches Wachstum auf. Weitere wesentliche Absatzmärkte für Fruchtzubereitungen sind Backwaren und Speiseeis, für die auf globaler Ebene moderate Wachstumsraten prognostiziert werden.
Wesentliche Konsumtrends in den oben genannten Produktkategorien sind Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss sowie Convenience. Darüber hinaus besteht eine hohe Nachfrage nach Natürlichkeit und dem weitgehenden Verzicht auf Zusatzstoffe, die sich insbesondere im Trend zu Clean Labelling, einer kurzen und für den Konsumenten verständlichen Zutatenliste, widerspiegelt.
Im Fruchtsatzkonzentratgeschäft ist weiterhin ein Trend zu Getränken mit geringeren Fruchtanteilen zu verzeichnen. Damit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Globales Wachstum verzeichnet der Markt für Cider.
Die Preise für Apfelsaftkonzentrat waren aufgrund einer überdurchschnittlichen Apfelernte 2018 in Europa deutlich niedriger als im Vorjahr. Dadurch sowie durch geringe Produktionsmengen und gestiegene Preise in China ergaben sich gute Absatzmöglichkeiten für europäische Ware in den USA. Verbunden mit der stetigen Nachfrage europäischer Verbraucher führte dies im Ernteverlauf wieder zu steigenden Preisen.
Auch bei allen Früchten für Buntsaftkonzentrate fiel die Ernte höher aus als im Vorjahr. Entsprechend war der Markt während der Kampagne von Preissenkungen geprägt.
Die Rohstoffpreise für Fruchtzubereitungen lagen insgesamt unter dem Vorjahr. Günstiger war der Einkauf von Himbeeren, Kirschen, Brombeeren und tropischen Früchten. Preiserhöhungen gab es bei Heidelbeeren und im Wesentlichen bei Erdbeeren, für die sich die Preise insgesamt betrachtet gegenüber dem Vorjahr um 7 % erhöhten. Für Pfirsiche aus europäischer Ernte waren die Preise gegenüber dem Vorjahr stabil.
Die verfügbaren Apfelmengen für Fruchtsaftkonzentrate lagen in den Hauptverarbeitungsregionen in Europa signifikant über jenen des Vorjahres - in Polen wurde eine Rekordernte eingefahren. In China fiel die Apfelernte durch einen Frühjahrsfrost deutlich geringer aus, wodurch die Produktionsmenge unter dem Vorjahr und den Erwartungen lag. Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von einer guten Mengenverfügbarkeit bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Rohstoffe lagen unter dem Vorjahresniveau.
| DIVISION | Fruchtzubereitungen | Fruchtsaftkonzentrate |
| PRODUKTIONSSTANDORTE | 28 Produktionsstandorte in 21 Ländern für Fruchtzubereitungen | 15 Werke in 7 Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten |
| ROHSTOFFE | Hauptrohstoff: Erdbeere | Hauptrohstoff: Apfel |
| PRODUKTE | Fruchtzubereitungen | Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe |
| MÄRKTE | Weltweit | Schwerpunkt Europa |
| KUNDEN | Molkereien, Eishersteller, Backwarenindustrie, Food Services | Getränkeindustrie |
1
Weitere Informationen stehen im aktuellen Geschäftsbericht 2018/19 der AGRANA zur
Verfügung.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2018/19 lag mit 1.179 (1.161) Mio. € leicht über Vorjahresniveau. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten rückläufige Erlöse durch Absatzsteigerungen mehr als ausgeglichen werden. Durch deutlich gestiegene Erlöse wurde im Fruchtsaftkonzentratbereich trotz geringerer Absatzmengen ebenfalls ein Umsatzzuwachs erzielt.
Für das Gesamtjahr ergibt sich ein leichter Zuwachs des operativen Ergebnisses auf 77 (76) Mio. €. Die Division Fruchtzubereitungen verzeichnete hauptsächlich währungsbedingt eine Ergebnisverschlechterung. Diese konnte durch bessere Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2017 und die gestiegene Kapazitätsauslastung mehr als ausgeglichen werden.
Bei einem Capital Employed von 830 (844) Mio. € und einem operativen Ergebnis von 77 (76) Mio. € ergibt sich ein leicht verbesserter ROCE von 9,3 (9,0) %.
Die Investitionen im Segment Frucht beliefen sich auf 56 (49) Mio. €. In der Division Fruchtzubereitungen standen Ersatzinvestitionen an, außerdem wurde das neue Werk in Changzhou / China fertiggestellt und eine weitere Produktionslinie in Central Mangrove / Australien installiert. In der Division Fruchtsaftkonzentrate standen der Bau einer Grundstoffanlage für Aromen in Kröllendorf /Österreich und die neue Produktionslinie für Karottensaftkonzentrat in Ungarn im Fokus. Daneben bildeten Ersatzinvestitionen, Produktionsoptimierungen und Investitionen aus Marktanforderungen weitere Schwerpunkte.
| 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.179 | 1.161 | 1,5 |
| EBITDA | Mio. € | 115 | 114 | 1,6 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | - 38 | - 38 | 0,3 |
| Operatives Ergebnis | Mio. € | 77 | 76 | 2,2 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | Mio. € | 0 | 0 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 0 | 0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | Mio. € | 77 | 76 | 2,2 |
| EBITDA-Marge | % | 9,8 | 9,7 | |
| Operative Marge | % | 6,6 | 6,5 | |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | Mio. € | 56 | 49 | 13,8 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | Mio. € | 6 | 0 | - |
| Investitionen gesamt | Mio. € | 62 | 49 | 25,5 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | Mio. € | 0 | 0 | - |
| Capital Employed | Mio. € | 830 | 844 | - 1,6 |
| Return on Capital Employed | % | 9,3 | 9,0 | |
| Mitarbeiter | 5.803 | 5.370 | 8,1 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
Die Verarbeitung von Rohstoffen für Fruchtzubereitungen stieg 2018/19 im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf insgesamt 375.000 t. Den größten Anteil daran hatten - wie in den Vorjahren - mit 65.500 t Erdbeeren. Für die Verarbeitung in Europa und Osteuropa sind Spanien, die Maghreb-Staaten und Polen die Hauptbeschaffungsmärkte, in den USA verwendet AGRANA primär mexikanische Erdbeeren, vorwiegend aus der eigener Produktion, aber auch ägyptische und marokkanische Ware. China, Korea und Australien werden zum Großteil mit chinesischer Ware versorgt. Für den Rohstoffbedarf des neuen chinesischen Werkes wurde bereits vor drei Jahren mit einem Projekt zum Anbau neuer, verbesserter Sorten südwestlich von Shanghai begonnen. Mit strategischen Partnern sollen neue Greenfield-Projekte in vollkommen neuen Anbauregionen wie z. B. in Westafrika etabliert werden, um das Beschaffungsrisiko zu minimieren und die Preise gegenüber dem Wettbewerb niedriger zu halten.
Die zweitgrößte Verarbeitungsmenge entfiel mit 17.200 t auf Pfirsiche. Hauptbeschaffungsmärkte sind Griechenland und Spanien, gefolgt von China.
In der Apfelkampagne 2018 führte eine ausgezeichnete Rohstoffverfügbarkeit in den europäischen Hauptanbauländern zu einer hohen Kapazitätsauslastung der Fruchtsaftkonzentrat-Werke.
Dem Trend zu Getränken mit niedrigeren Fruchtanteilen folgend richtet sich die Division Fruchtsaftkonzentrate strategisch auf die verstärkte Produktion von Getränkegrundstoffen und Aromen aus.
Im Juli 2018 erweiterte AGRANA mit dem Erwerb von 49 % der Anteile an Elafruits SPA, einem algerischen Hersteller von Fruchtzubereitungen, ihre Präsenz in Afrika. In dem in Akbou, rund 200 km östlich von Algier gelegenen Werk werden neben Standard-Fruchtzubereitungen für Joghurts und Speiseeis auch Fruchtpürees und Grundstoffe für die Getränkeindustrie hergestellt.
Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde im März 2019 der zweite Produktionsstandort für Fruchtzubereitungen in China in Betrieb genommen. Das Werk in Changzhou soll jährlich rund 30.000 t Fruchtzubereitungen vor allem mit Erdbeeren, Heidelbeeren oder Pfirsichen für die Fruchtjoghurt-, Backwaren- und Speiseeisindustrie sowie für Food Services herstellen. Die Produktionsstätte befindet sich in unmittelbarer Nähe zu bedeutenden Molkerei-Kunden.
Der Energiebedarf der weltweiten Produktionsstandorte der Divisionen Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate wird überwiegend mit Erdgas als Energieträger gedeckt, an einigen Standorten wird auch selbst produziertes Biogas eingesetzt. Daneben beziehen die Produktionsstandorte Strom aus externen Quellen. Die Menge der CO2-Emissionen ist in erster Linie vom Gesamtenergiebedarf abhängig. Die spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segments Frucht sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Die Ursachen liegen bei neu hinzugekommenen Standorten in Indien und Algerien sowie bei der Veränderung des Produktportfolios hin zu energieintensiveren Produkten am Standort in Argentinien.

GRAFIK 022

GRAFIK 023
Das in den Produktionsprozessen eingesetzte Wasser stammt zu rund zwei Dritteln aus Brunnen und zu einem Drittel aus der kommunalen Wasserversorgung. Es wird in der Division Fruchtzubereitungen z. B. zum Waschen frischer Früchte in den Erstverarbeitungswerken und zur Reinigung von Anlagen und Transportbehältnissen genutzt. Darüber hinaus verbleibt Wasser teilweise auch im fertigen Produkt. Wo es möglich ist - wie beispielsweise bei der Herstellung von Apfelsaftkonzentrat -, wird das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in den Herstellungsprozessen genutzt und im Kreislauf geführt.
Die Mehrzahl der Produktionsstandorte des Segments Frucht verfügt über aerobe und anaerobe Betriebskläranlagen, die verbleibenden Standorte nutzen kommunale Kläranlagen zur Aufbereitung des Abwassers. Der spezifische Wassereinsatz im Segment Frucht sank im Berichtsjahr leicht, dies aufgrund des effizienteren Wassereinsatzes in den Fruchtsaftkonzentratwerken. Die spezifische Wasserabgabe blieb nahezu konstant.
| m 3 je t Produkt | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Wasserentnahme | 4,2 | 4,3 | 4,3 | 4,4 | 4,2 |
| Wassereinleitung | 4,0 | 4,0 | 4,1 | 4,0 | 4,1 |
TABELEE 038
Während bei der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare agrarische Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte Trester, weiter aufbereitet. Sie finden als Ballaststofflieferanten Einsatz z. B. in Müsli- und Snack-Produkten. Weitere Produkte sind unter anderem Aromen oder Apfelmehl. Anfallende Stiele und Blätter werden an die Anbauer der Rohstoffe abgegeben und dort als biologischer Dünger eingesetzt.
| Tsd. t | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 |
| Recycling | 34,1 | 31,8 | 11,2 | 12,2 | 13,5 |
| Deponierung | 7,8 | 9,7 | 11,0 | 15,5 | 16,2 |
| Kompostierung | 3,4 | 4,1 | 0,0 | 2,8 | 5,6 |
| Energetische Verwertung | 0,3 | 0,4 | 0,9 | 0,9 | 1,0 |
| Übrige | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,7 | 0,4 |
| davon gefährliche Abfälle 1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 0,3 |
| Gesamt | 45,7 | 46,0 | 23,0 | 31,9 | 36,7 |
1
Im Wesentlichen verbrauchte Schmierstoffe aus der Produktion.
TABELLE 039
Der mengenmäßig überwiegende Anteil an Abfällen im Segment Frucht besteht aus Verpackungen und Produktionsabfällen und wird sachgerecht deponiert oder wiederverwendet bzw. recycelt. Der Anstieg der Gesamtabfallmenge ist u. a. der Hinzurechnung der neuen Standorte sowie deutlich höheren Verarbeitungsmengen geschuldet.
Die Division Fruchtzubereitungen konnte insgesamt höhere Absätze erzielen. Dies gelang trotz des rückläufigen Marktes auch in der EU, der umsatzmäßig bedeutendsten Region. Die Diversifizierung in Richtung globale Convenience-Food-Ketten oder Eiscremekomponenten für globale Marken wurde weiter forciert, die Absatzmengen in diesen Bereichen konnten gesteigert werden. Diese Produktbereiche stellen nachhaltige Wachstumschancen für die Zukunft dar.
Für Apfelsaftkonzentrat aus europäischer Produktion ergaben sich durch die überdurchschnittliche Apfelernte 2018 in Europa sowie durch geringe Produktionsmengen und gestiegene Preise in China gute Absatzmöglichkeiten in den USA.
Die Verkäufe von Apfelsaftkonzentrat zur Herstellung von Cider sind weiterhin stabil, der Ciderkonsum wächst global.
| Prognose 2018/191 | Ist 2018/19 | Ist 2017/18 | |
| Konzern | |||
| Umsatz Mrd. € | 6,8 bis 7,1 | 6,8 | 7,0 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | Deutlicher Rückgang auf 100 bis 200 | 27 | 445 |
| Return on Capital Employed % | Deutlicher Rückgang | 0,4 | 6,7 |
| Segment Zucker | |||
| Umsatz Mio. € | Deutlicher Rückgang | 2.588 | 3.017 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | Operativer Verlust von - 100 bis - 200 | - 239 | 139 |
| Segment Spezialitäten | |||
| Umsatz Mio. € | Deutlicher Anstieg | 2.294 | 1.997 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | Deutlicher Anstieg | 156 | 158 |
| Segment CropEnergies | |||
| Umsatz Mio. € | 760 bis 820 | 693 | 808 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | 30 bis 70 | 33 | 72 |
| Segment Frucht | |||
| Umsatz Mio. € | Deutlicher Anstieg | 1.179 | 1.161 |
| Operatives Ergebnis Mio. € | Deutlicher Anstieg | 77 | 76 |
TABELLE040
In der vorstehenden Tabelle ist die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2018/19 der Prognose für 2018/19, die mit dem Konzernabschluss 2017/18 veröffentlicht wurde, gegenübergestellt.
Am 17. Mai 2018 wurde mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2017/18 in der Bilanzpresse- und Analystenkonferenz bekannt gegeben, dass Südzucker für das Geschäftsjahr 2018/19 von einem Konzernumsatz von 6,8 bis 7,1 Mrd. € (Geschäftsjahr 2017/18: 7,0 Mrd. €) ausgeht. Beim operativen Ergebnis sah Südzucker einen deutlichen Rückgang auf eine Bandbreite von 100 bis 200 Mio. € (Geschäftsjahr 2017/18: 445 Mio. €), insbesondere zurückzuführen auf das Segment Zucker. Es wurde davon ausgegangen, dass der drastische Rückgang der Zuckerpreise auf ein historisch niedriges Niveau bei Weitem nicht durch geringere Herstellkosten und höhere Verkaufsvolumina ausgeglichen werden kann, weshalb ein operativer Verlust im Segment Zucker in einer Bandbreite von -100 bis - 200 Mio. € (Geschäftsjahr 2017/18: 139 Mio. €) erwartet wurde. Im Segment Spezialitäten wurde mit einem deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (Geschäftsjahr 2017/18: 158 Mio. €) gerechnet. Für das Segment CropEnergies wurde bei einer weiterhin hohen Kapazitätsauslastung und konstanten Absatzmengen von einem operativen Ergebnis in der Bandbreite von 30 bis 70 Mio. € (Geschäftsjahr 2017/18: 72 Mio. €) ausgegangen. Im Segment Frucht erwartete Südzucker einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (Geschäftsjahr 2017/18: 76 Mio. €).
Mit der Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2018/19 wurde die Prognose der Bandbreiten im Segment CropEnergies beim Umsatz auf 730 bis 780 Mio. € bzw. beim operativen Ergebnis auf 25 bis 55 Mio. € gesenkt. Hintergrund war das unterdurchschnittliche 1. Quartal 2018/19 aufgrund deutlich unter Vorjahr liegender Ethanolpreise. Im Segment Frucht wurde beim Umsatz nun von einem moderaten Anstieg ausgegangen. Die Prognose für die übrigen Segmente und den Konzern wurde bestätigt.
Mit der Ad-hoc-Meldung vom 20. September 2018 wurde die Prognose für den Konzernumsatz auf eine Bandbreite von 6,6 bis 6,9 Mrd. € und für das operative Konzernergebnis auf eine Bandbreite von 25 bis 125 Mio. € nach unten korrigiert. Ursächlich hierfür war das weiter schwierige Marktumfeld für Zucker, Verzuckerungsprodukte (Stärke) und Ethanol. Mit der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2018/19 am 11. Oktober 2018 wurde nunmehr im Segment Zucker ein operatives Ergebnis in einer Bandbreite von - 150 bis - 250 Mio. € und im Segment Spezialitäten ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Im Übrigen blieb die Prognose für die einzelnen Segmente unverändert.
Mit der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 3. Quartal 2018/19 am 10. Januar 2019 wurde im Segment CropEnergies die Umsatzbandbreite mit 690 bis 720 Mio. € und die Bandbreite für das operative Ergebnis mit 25 bis 40 Mio. € konkretisiert. Im Segment Frucht wurde nunmehr ein leichter Anstieg des Umsatzes und des operativen Ergebnisses erwartet.
Der Internationale Währungsfonds IWF prognostiziert einen Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums auf 3,3 (3,6) % im Jahr 2019. In den entwickelten Volkswirtschaften bleiben die USA der Haupttreiber, wenngleich mit 2,3 (2,9) % auf niedrigerem Niveau. Für die Schwellenländer wird ein Wachstum von insgesamt 4,4 (4,5) % erwartet, hier sind weiterhin vor allem Indien mit 7,3 (7,1) % und China mit 6,3 (6,6) % ausschlaggebend.
Für den Euroraum geht die EU-Kommission von einer weiteren Abschwächung des Wirtschaftswachstums aus. Nach 1,9 % im Jahr 2018 wird für 2019 und 2020 ein Wachstum von 1,3 % bzw. 1,6 % erwartet.
Der Weltmarktpreis für Zucker sank aufgrund der globalen Überschüsse am Weltmarkt seit dem Frühjahr 2017 bis heute um mehr als 200 €/t. Gleichzeitig hat nach Abschaffung des EU-Quotensystems der Einfluss des Weltmarktpreises auf das europäische Preisniveau weiter zugenommen. Das moderate Wachstum des Weltzuckerverbrauchs soll sich trotz der starken temporären, regionalen Schwankungen fortsetzen.
In der EU soll der Ethanolverbrauch 2019 (einschließlich traditioneller Anwendungen) auf 8,0 (7,9) Mio. m 3 ansteigen. Diese Nachfrage soll größtenteils durch die inländische Produktion von 7,6 Mio. m 3 gedeckt werden. Für das Geschäftsjahr 2019/10 rechnet CropEnergies mit Ethanolpreisen leicht über dem niedrigen Vorjahresdurchschnitt. Diese Einschätzung beruht auf der Erwartung, dass die tatsächliche Ethanolnachfrage in der EU im Zuge höherer Beimischungsverpflichtungen in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten moderat ansteigen wird.
Das bedeutendste Anwendungsgebiet für Fruchtzubereitungen sind Molkereiprodukte, insbesondere Joghurts. Für löffelbare Joghurts rechnet Euromonitor global mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum bis 2023 von 1,1 %. Der Absatzmarkt für Trinkjoghurts weist mit 6,0 % für denselben Zeitraum ein deutlich höheres durchschnittliches jährliches Wachstum auf. Weitere wesentliche Absatzmärkte für Fruchtzubereitungen sind Backwaren und Speiseeis, für die auf globaler Ebene moderate Wachstumsraten prognostiziert werden.
Für das GWJ 2019/20 wird mit einer weltweiten Getreideproduktion von 2.175 (2.125) Mio. t und einem weiter steigenden Getreideverbrauch von 2.204 (2.170) Mio. t gerechnet. Die weltweiten Getreidebestände sollen Ende 2019/20 entsprechend auf 575 (604) Mio. t zurückgehen.
Einzelheiten zu den branchenbezogenen Rahmenbedingungen werden in den Segmentberichten erläutert.
Für das Geschäftsjahr 2019/20 erwarten wir einen Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 (Vorjahr: 6,8) Mrd. €. Dabei gehen wir im Segment Zucker von einem moderaten Umsatzrückgang aus. Im Segment CropEnergies sehen wir den Umsatz in einer Bandbreite von 720 bis 820 (Vorjahr: 693) Mio. €. Im Segment Spezialitäten rechnen wir mit einem leicht steigenden, im Segment Frucht mit einem moderat steigenden Umsatz.
Beim operativen Konzernergebnis gehen wir von einer Bandbreite von 0 bis 100 (Vorjahr: 27) Mio. € aus. Dabei rechnen wir im Segment Zucker mit einem nochmaligen operativen Verlust in Höhe von - 200 bis - 300 Mio. €. Demgegenüber gehen wir im Segment Spezialitäten von einer moderaten und im Segment Frucht von einer deutlichen Ergebnissteigerung aus. Im Segment CropEnergies wird ein operatives Ergebnis zwischen 20 und 70 (Vorjahr: 33) Mio. € erwartet.
Wir gehen von einem Anstieg des Capital Employed aus, der maßgeblich aus der Anwendung des neuen IFRS-Standards zur Leasingbilanzierung resultiert. Auf Basis der genannten operativen Ergebnisbandbreite rechnen wir mit einem ROCE von bis zu 1,5 % (Vorjahr: 0,4 %).
Das operative Ergebnis des 1. Quartals des Geschäftsjahres 2019/20 wird deutlich unter Vorjahresniveau erwartet.
Im Geschäftsjahr 2019/20 gehen wir von einer Fortsetzung des schwierigen Marktumfelds für Zucker aus. Neben dem derzeit niedrigen weltweiten und europäischen Erlösniveau tragen insbesondere politische Entscheidungen in der EU zu inakzeptablen Wettbewerbsverzerrungen bei. Insbesondere sind hier für einige EU-Länder der über staatliche Anbauprämien - sogenannte gekoppelte Prämien - subventionierte Rübenanbau oder die Ausnahmeregelungen bei Neonikotinoidverboten zu nennen. Die überwiegende Zahl der rübenanbauenden Mitgliedsstaaten machen mittlerweile von diesen Möglichkeiten Gebrauch.
Basierend auf den seit Oktober 2018 laufenden Verkaufskontrakten für das ZWJ 2018/19 gehen wir nach hohen operativen Verlusten im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2018/19 auch für das 1. Halbjahr 2019/20 von nochmals hohen operativen Verlusten aus. Ab Oktober 2019, dem Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres, rechnen wir mit einer erlösbedingten Ergebnisverbesserung. Diese Entwicklung wird durch den in der EU eingetretenen Bestandsabbau nach der Kampagne 2018 und die Erwartung einer nochmaligen Reduzierung der Exporte aufgrund einer durch Anbaueinschränkungen weitgehend stabilen Erzeugung 2019 unterstützt. Ergebnisverbesserungen aus dem angekündigten Restrukturierungsplan im Segment Zucker sind hierbei nur in sehr geringem Ausmaß berücksichtigt, da sich diese erst ab dem 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 auswirken werden. Die Kosteneinsparungen aus dem Restrukturierungsplan sollen sich in Abhängigkeit vom Weltmarktpreis auf bis zu 100 Mio. € jährlich belaufen.
Bei rückläufigen Absatzmengen gehen wir trotz durchschnittlich höherer Erlöse für das Geschäftsjahr 2019/20 von einem moderaten Umsatzrückgang (Vorjahr: 2,6 Mrd. €) im Segment Zucker aus. Bei einem im Geschäftsjahresdurchschnitt weiterhin unbefriedigenden Preisniveau, rückläufigen Absatzmengen und steigenden Herstellkosten erwarten wir einen operativen Verlust im Segment Zucker in einer Bandbreite von - 200 bis - 300 Mio. € (Vorjahr: - 239 Mio. €).
Die Prognose im Segment Zucker ist in einem sich weiterhin stark verändernden Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt.
Im Segment Spezialitäten rechnen wir mit einer Ausweitung der Produktions- und Absatzmengen in sämtlichen Divisionen. Damit sollte ein leichter Umsatzanstieg (Vorjahr: 2,3 Mrd. €) auch zu einem moderaten Anstieg des operativen Ergebnisses (Vorjahr: 156 Mio. €) führen.
Im Geschäftsjahr 2019/20 wird die Geschäftsentwicklung bei CropEnergies maßgeblich von der Preisentwicklung auf den Bioethanolmärkten abhängen. CropEnergies rechnet mit Ethanolpreisen, die sich - ausgehend von dem zum Teil sehr niedrigen Preisniveau des Vorjahres - insgesamt oberhalb des Vorjahresniveaus bewegen dürften. CropEnergies erwartet einen Umsatz von 720 bis 820 Mio. € (Vorjahr: 693 Mio. €) und ein operatives Ergebnis in einer Bandbreite von 20 bis 70 Mio. € (Vorjahr: 33 Mio. €).
Wir erwarten für das Segment Frucht im Geschäftsjahr 2019/20 einen moderaten Anstieg des Umsatzes (Vorjahr: 1,2 Mrd. €) und einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (Vorjahr: 77 Mio. €). In der Division Fruchtzubereitungen rechnen wir aufgrund steigender Absatzmengen mit einer positiven Umsatzentwicklung und einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses. In der Division Fruchtsaftkonzentrate wird von einer stabilen Entwicklung von Umsatz und operativem Ergebnis ausgegangen.
Die Geschäftspolitik der Südzucker-Gruppe ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften sowie den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern. Um Risiken, aber auch Chancen zu erkennen und aktiv zu steuern, ist ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet.
Die Südzucker-Gruppe begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko bzw. Chance versteht Südzucker künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Die Südzucker-Gruppe setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung eines internen Kontrollsystems. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt.
Das Risikomanagement hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Damit geht eine Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie die Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern einher. Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der strategischen, operativen, Compliance bzw. rechtlichen sowie finanziellen Risiken.
Zum Risikomanagement der Südzucker-Gruppe gehören Überwachungssysteme, die die Einhaltung aller getroffenen Maßnahmen sicherstellen.
Der Vorstand hat die Verantwortung für das konzernweite Risikomanagementsystem - insbesondere für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er wird dabei vom Risikomanagementausschuss unterstützt, der die Angemessenheit der bestehenden Risikomanagementregelungen regelmäßig prüft und diese gegebenenfalls fortentwickelt. Daneben beobachtet der Risikomanagementausschuss fortlaufend wesentliche, auch geschäftsübergreifende Risiken und zeigt - falls erforderlich -Handlungsbedarf auf. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems als Teil des Risikomanagementsystems.

GRAFIK 024
Darüber hinaus befasst sich der Aufsichtsrat im Rahmen der Überwachung des Vorstands mit der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.
Die operativen Einheiten (Divisionen und Segment CropEnergies) sowie die Zentralabteilungen sind als Risikoverantwortliche für die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken sowie für das Risikomanagement in ihren Verantwortungsbereichen verantwortlich. Sie ergreifen Maßnahmen zur Reduzierung und Absicherung von Risiken aus dem operativen Geschäft sowie von finanziellen und rechtlichen Risiken. Die Veränderung von Marktpreisen kann einen erheblichen positiven bzw. negativen Einfluss auf das operative Ergebnis haben. Daher wurden in den operativen Einheiten, in denen das operative Ergebnis wesentlich von volatilen Marktpreisen beeinflusst wird, Risikokomitees eingerichtet, die Entscheidungen über den Umgang mit diesen Risiken vorbereiten. Marktpreisrisiken aus Rohstoff- und Absatzpreisen, Währungsrisiken sowie Zinsrisiken werden durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt. Die zulässigen Instrumente zur Risikobegrenzung hat der Vorstand in einer Richtlinie zum Management operativer Preisrisiken vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regelt. Derivative Finanzinstrumente dürfen nur zur Sicherung von Grundgeschäften und nur mit Banken hoher Bonität oder an Terminbörsen abgeschlossen werden.
Regelmäßige Berichterstattung und Dokumentation der operativen, finanziellen und strategischen Risiken erfolgen im Risikomanagementausschuss und in den Risikokomitees, sowie im Rahmen des wertorientierten Führungs- und Planungssystems in allen relevanten operativen Einheiten und Konzernfunktionen. Alle wesentlichen Unternehmensrisiken werden hierbei regelmäßig von den Risikoverantwortlichen erfasst und dokumentiert. Neu eintretende Einzelrisiken oder Veränderungen der Risikostruktur sind darüber hinaus ad hoc an den Vorstand zu berichten. Im Rahmen der Risikoinventur werden die Einzelrisiken dann durch den Risikomanagementausschuss in einem gruppenweiten Risikoregister zusammengeführt. Hierbei findet auch eine konzernweite Risikoaggregation und die Identifizierung gegebenenfalls vorhandener bestandsgefährdender Risiken statt.
Die interne Konzernrevision nimmt als prozessunabhängige Überwachung ihre Kontrollaufgaben in der Muttergesellschaft sowie in den Konzerngesellschaften wahr. Sie ist dem Vorstandsvorsitzenden direkt zugeordnet und bewertet im Rahmen unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse -auch mit dem Fokus, diese und die zugrundeliegenden Geschäftsprozesse zu verbessern.
Unabdingbar für das Funktionieren des Risikomanagementsystems ist die offene Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Daher stellen der Vorstand, die Verantwortlichen der operativen Einheiten und der Zentralabteilungen eine offene und schnelle Kommunikation von Risiken sicher. Die Mitarbeiter sind angehalten, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen. Unter anderem durch regelmäßige Besprechungen der Ergebnisentwicklung und der Planungen zwischen Divisionsverantwortlichen und Vorstand ist ein unmittelbarer Informationsfluss gewährleistet. Für identifizierte strategische oder operative Risiken werden in diesem Rahmen Maßnahmen definiert und initiiert. Neben den Verantwortlichen der operativen Einheiten tragen die Konzernfunktionen den Ressortvorständen regelmäßig aktuelle Entwicklungen aus ihren Verantwortungsbereichen vor.
Nachfolgend werden die für Südzucker wesentlichen Unternehmensrisiken beschrieben und nach den Merkmalen "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "finanzielle Auswirkung", bezogen auf die mittelfristige Ergebniserwartung, klassifiziert. Die Wirkung getroffener Gegensteuerungsmaßnahmen wird dabei berücksichtigt.
Die für die entsprechenden Kategorien "gering", "mittel" und "hoch" verwendeten relativen bzw. absoluten Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Die Bedeutung der Risiken ergibt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher finanzieller Auswirkung.
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Finanzielle Auswirkung | |
| gering | < 10 % | < 5 Mio. € |
| mittel | 10 - 50 % | 5 - 50 Mio. € |
| hoch | > 50 % | > 50 Mio. € |
TABELLE 041
Die Preisvolatilität von Rohstoffen, die Risiken von schwankenden Produktpreisen, Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie strukturelle Veränderungen der Absatzmärkte stellen derzeit die größten Einzelrisiken dar. Die finanziellen Auswirkungen der anderen dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von geringerer Bedeutung.
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche finanzielle Auswirkung | |
| Strategische Risiken | ||
| Risiken aus Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen | mittel | hoch |
| Gesamtwirtschaftliche Risiken | mittel | mittel |
| Risiken durch strukturelle Veränderungen der Absatzmärkte | mittel | hoch |
| Operative Risiken | ||
| Risiken aus der Verfügbarkeit von Rohstoffen | mittel | mittel |
| Risiken aus der Preisvolatilität von Rohstoffen | hoch | hoch |
| Risiken aus der Preisvolatilität der Produkte | hoch | hoch |
| Wechselkursrisiken | mittel | mittel |
| Produktqualitätsrisiken und Lebensmittelsicherheit | gering | mittel |
| IT-Risiken | mittel | mittel |
| Personalrisiken | mittel | mittel |
| Bonitäts- und Ausfallrisiken | mittel | mittel |
| Risiken aus Unternehmensakquisitionen | mittel | hoch |
| Weitere operative Risiken | mittel | hoch |
| Compliancerisiken | ||
| Allgemeine rechtliche Risiken | mittel | mittel |
| Kartellrechtsrisiken | gering | hoch |
| Betrugs- und Korruptionsrisiken | gering | mittel |
| Finanzrisiken | ||
| Zinsänderungsrisiken | mittel | mittel |
| Wechselkursrisiken | mittel | mittel |
| Liquiditätsrisiken | gering | hoch |
| Bonitäts- und Ausfallrisiken | gering | hoch |
| Risiko der Ratingherabstufung | mittel | mittel |
TABELLE 042
Wie in den jeweiligen Abschnitten des Lageberichts zu den Segmenten erläutert, unterliegt die Geschäftstätigkeit sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen.
Die Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie für die Zeit nach 2020 trat am 24. Dezember 2018 in Kraft. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen die neue Richtlinie bis zum 30. Juni 2021 in nationales Recht umsetzen. Der Anteil erneuerbarer Energien soll in der EU in allen Sektoren bis 2030 auf mindestens 32 % ansteigen, wobei eine spezifische Zielgröße von mindestens 14 % für den Transportsektor vorgegeben wird. Erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen können hierzu bis zu 1 % über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau, maximal jedoch 7 %, beitragen. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Darüber hinaus können diese Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer Strom im Straßenverkehr, mehrfach auf das Transportziel angerechnet werden. Eine Differenzierung von Beimischungszielen nach Produktionstechnologien und / oder Rohstoffen kann zu Nachfrageverschiebungen führen, welche das Bioethanolgeschäft belasten können.
Bei Bioethanol können z. B. die Einschränkung oder Förderung der Nutzung verschiedener Rohstoffe zur Herstellung von Bioethanol, die Regulierung der Nutzung von Anbauflächen sowie Änderungen der in einigen EU-Ländern bestehenden gesetzlichen Vergütungssysteme für erzeugte erneuerbare Energien zu zusätzlichen Chancen oder Risiken führen. Darüber hinaus können Änderungen in den Rahmenbedingungen der für die Bioethanolproduktion relevanten Zertifizierungssysteme einen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des von der Südzucker-Gruppe produzierten Ethanols haben.
Zusätzliche Risiken können entstehen, wenn im Rahmen neuer bilateraler Freihandelsabkommen zusätzliche zollfreie Einfuhrkontingente eröffnet werden oder der EU-Außenschutz verringert wird. Mögliche Änderungen internationaler und nationaler Handelsabkommen oder der Agrarmarktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und mit ihren Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Südzucker-Gruppe im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Dabei spielen neben unmittelbar auf das Geschäft der Südzucker-Gruppe wirkenden Änderungen des politischen Rahmens auch indirekt wirksame Veränderungen eine Rolle. Hierzu gehören beispielsweise international eine Zunahme der Subventionierung der Zuckererzeugung in maßgeblichen Erzeugernationen (wie z. B. Indien), aber auch im europäischen Rahmen eine Re-Nationalisierung der EU-Agrarpolitik etwa durch Flächenbeihilfen für den Anbau von Zuckerrüben. Beides führt zu einer Verzerrung der Wettbewerbsbedingungen zwischen den Erzeugern in verschiedenen Staaten auf globaler bzw. europäischer Ebene und kann damit Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Südzucker-Gruppe haben.
Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) kann Risiken für die Geschäftstätigkeit der SüdzuckerGruppe mit sich bringen, die derzeit schwer abschätzbar sind. Nachdem die Verhandlungen über die Bedingungen des Austritts zunächst schleppend liefen, konnten sich Großbritannien und die EU am 25. November 2018 auf ein Abkommen zu einem geregelten Austritt Großbritanniens einigen. Dieses Abkommen kann jedoch erst in Kraft treten, wenn es im britischen Unterhaus mehrheitlich Zustimmung findet. Dies ist bis dato nicht geschehen. Ein Austritt Großbritanniens ohne Abkommen könnte zu einem konjunkturellen Abschwung führen und den Warenhandel mit Kontinentaleuropa durch beidseitige Einfuhrzölle erschweren.
Änderungen der nationalen Steuer- und Zollsysteme sowie die Auslegung durch die regionalen Behörden stellen weitere Risiken im Bereich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen dar.
Die Produkte der Südzucker-Gruppe unterliegen dem Risiko von Nachfrageschwankungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sollte sich das Wirtschaftswachstum schwächer als in der Prognose dargestellt entwickeln, könnte auch der Absatz hinter unseren Erwartungen zurückbleiben. Die Nachfrage nach Lebensmitteln ist allerdings nur teilweise von der Konjunktur abhängig, sodass die Auswirkungen auf das Kerngeschäft in der Regel nur begrenzt sind. In den Industrieländern werden Nahrungsmittelproduktion und Ernährungsverhalten zunehmend kritisch hinterfragt. Entsprechende Kundenwünsche können bei der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie zu veränderten Rezepturen oder einer zuckerreduzierten Ergänzung des Produktportfolios führen.
Die Südzucker-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2018/19 insgesamt 36 Mio. t landwirtschaftliche Rohstoffe von über 1.000.000 ha Anbaufläche verarbeitet. Dies sind neben Zuckerrüben auch Mais, Weizen, Gerste, Reis, Triticale, Zichorien, Kartoffeln und Früchte.
Südzucker ist als Verarbeiter dieser Rohstoffe - trotz regionaler Streuung - Beschaffungsrisiken ausgesetzt. Hier sind in erster Linie über das normale Maß hinausgehende Schwankungen der Ernteerträge durch Extremwetterereignisse (Klimawandel) sowie Pflanzenschädlinge und -krankheiten zu nennen. In diesem Zusammenhang kann es auch durch das Verbot des Einsatzes von bestimmten Pflanzenschutzmitteln (bspw. Neonikotinoide) zur verminderten Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen kommen. Risiken ergeben sich aus extremen Witterungsereignissen, wie beispielsweise langanhaltende Trockenperioden und Überschwemmungen, Stürme und Hagel, die in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können.
Zudem kann durch die geografische Verschiebung der Klimazonen bzw. Niederschläge die Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen regional negativ beeinflusst werden. Diesem Risiko wird durch eine entsprechende Anbauplanung sowie gezielte Anbauberatung und Forschung bestmöglich Rechnung getragen.
Beschaffungsrisiken im Zuckersegment bestehen im Wettbewerb des Rübenanbaus mit den übrigen Feldfrüchten. Züchterische Fortschritte stärken die Ertragskraft der Rübe. Die angebotenen Sorten werden auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft und ihr Anbau unter Berücksichtigung regional unterschiedlicher Standortbedingungen optimiert. Mithilfe des Versuchswesens und der Beratung im Zuckerrübenanbau sollen Beeinträchtigungen des Rübenertrags durch Krankheiten, Schädlinge, Verunkrautung oder gesetzlich vorgegebene Einschränkungen im Pflanzenschutz reduziert werden.
Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Bioethanol aus allen unseren Anlagen erfüllt diese Anforderungen unter der Voraussetzung, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist.
Neben den Beschaffungsrisiken unterliegen landwirtschaftliche Rohstoffe Preisschwankungen, die nicht in allen Fällen unmittelbar an den Markt weitergegeben werden können. Auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten sind die Preisschwankungen insbesondere durch die weltweiten und regionalen Fundamentaldaten von Angebot, Nachfrage und Lagerbeständen beeinflusst. Wenn die Lagerbestände eine kritische Grenze im Verhältnis zum jährlichen Verbrauch unterschreiten und Intransparenz über bestimmte Angebots- und Nachfragefaktoren besteht, reagieren die Märkte sensibel mit Preisschwankungen. Dies war bei einzelnen Produkten in den letzten Jahren wiederholt zu beobachten und wird auch in den nächsten Jahren möglich sein. Durch den zunehmenden weltweiten Rohstoffhandel folgen die inländischen und europäischen Märkte der Preisvolatilität der globalen Märkte.
Zudem können politische Maßnahmen wichtiger Exportländer, wie z. B. Exportstopps, die Volatilität kurzfristig verstärken.
In der Südzucker-Gruppe erfolgt die Rübenpreisvergütung in Abhängigkeit von den im Zuckerwirtschaftsjahr erzielten Zuckererlösen, ohne einen Rübenmindestpreis zu garantieren. Daneben können bei der Vergütung weitere Faktoren, wie die Wettbewerbssituation des Rübenanbaus mit anderen Ackerkulturen berücksichtigt werden. Die Nutzung der Rohzucker-Raffinationskapazitäten an den Standorten Buzäu / Rumänien und Brcko / Bosnien-Herzegowina wird in Abhängigkeit der Absatzchancen in der EU und der erzielbaren Rohmargen gesteuert.
Zur Herstellung von Bioethanol werden kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zuckersirupe benötigt. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten.
Zur Risikoeinschätzung wird bei der Herstellung von Bioethanol eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten sowie von Erlösen für Lebens- und Futtermittel (Steuerung nach Nettorohstoffkosten) vorgenommen. Da Veränderungen beim Getreidepreis überwiegend mit einer gleichgerichteten Änderung der Preise für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel einhergehen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse für diese Produkte kompensiert werden.
Bei der Bioethanolproduktion wird die Geschäftspolitik verfolgt, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie dem Einsatz von alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Daneben erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der Sicherungen im Einkauf von Rohstoffen mit dem Absatz von Lebens- und Futtermitteln sowie Ethanol. Dabei wird nach Marktlage über die Sicherungsquoten entschieden. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.
Die Rohstoffkosten sind auch in der Stärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Auch hier ist die Strategie, den geplanten Bedarf in einem adäquaten Ausmaß durch physische Lieferkontrakte oder durch Sicherungsgeschäfte abzudecken. Es besteht das Risiko, dass kurzfristig steigende Rohstoffpreise nur zu einem Teil an Kunden weitergegeben werden können.
Das Beschaffungsrisiko im Segment Frucht wird durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie mögliche Pflanzenkrankheiten beeinflusst. Dadurch bedingte Ernteausfälle können sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf die Einstandspreise der Rohstoffe negativ auswirken. Der Division Fruchtzubereitungen ist es durch ihre weltweite Präsenz und Kenntnisse über Beschaffungsmärkte möglich, regionale Engpässe in der Versorgung bzw. Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Es werden zusätzlich, je nach Möglichkeit, sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen. In der Division Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert.
Insbesondere bei der Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Bioethanol ist neben den Rohstoffkosten der Energieeinsatz ein wesentlicher Kostenfaktor. Preisschwankungen wirken sich unmittelbar auf die Herstellungskosten aus. Dies gilt für die originären Energieträger sowie für CO2-Zertifikate, die zugekauft werden müssen, wenn die kostenlosen Zuteilungen den Bedarf nicht abdecken.
Die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Rahmen der 3. Handelsperiode in der EU für die Jahre 2013 bis 2020 deckt den Verbrauch der Südzucker-Gruppe nicht. Gegenwärtig erfüllt die Produktion von Zucker, Stärke, Inulin und Bioethanol nach den aktuellen EU-Vorschriften die Carbon-Leakage-Kriterien, wonach CO2-Zertifikate in begrenztem Umfang kostenlos zugeteilt werden; ein Wegfall des Carbon-Leakage-Status wird derzeit nicht erwartet. Für die kommende 4. Handelsperiode der Jahre 2021 bis 2030 muss auch bei einem unveränderten Carbon-Leakage-Status mit einer reduzierten kostenlosen Zuteilung von CO2-Zertifikaten gerechnet werden. Vor dem Hintergrund der erforderlichen EU-weiten Datenerhebung bei den im EU-Emissionshandel einbezogenen Emittenten und der daraus abgeleiteten Menge der kostenlosen Zuteilungen in den einzelnen EU-Ländern ist die tatsächliche kostenlose Zuteilung für die Südzucker-Gruppe ab dem Jahr 2021 schwer vorauszusagen. Gleichzeitig wird auch davon ausgegangen, dass während der laufenden 4. Handelsperiode Unsicherheiten hinsichtlich der kostenlosen Zuteilung für künftige Jahre bestehen, da Aktivitätsraten dann in die Bemessung der kostenlosen Zuteilung eingehen. Das Volumen der gegenwärtigen und künftig erwarteten EU-weiten kostenlosen Zuteilungen wird unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Preise der CO2-Zertifikate haben.
Die Südzucker-Gruppe wirkt Energiepreisrisiken entgegen, indem Produktionsanlagen teilweise darauf ausgerichtet sind, verschiedene Energieträger situationsgerecht mit dem Ziel der Kostenoptimierung einsetzen zu können. Darüber hinaus werden Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Im Rahmen einer vorausschauenden Einkaufspolitik erfolgen für die in der Kampagne eingesetzten Energieträger teilweise Mengen- und Preissicherungen in Form von langfristigen Lieferverträgen oder auch durch Derivate.
Am 31. Januar 2019 hat die Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (WSB)" - auch Kohlekommission genannt - ihren Schlussbericht der Bundesregierung vorgelegt. Der Schlussbericht ist ein Baustein in der Frage der Umsetzung der Ziele der Pariser Klimakonferenz und beinhaltet Politikempfehlungen zur Dekarbonisierung des Energiesektors in Deutschland, insbesondere die Beendigung der Kohleverstromung möglichst im Jahr 2035, spätestens aber in 2038. Für die Geschäftstätigkeit der Südzucker-Gruppe in der EU sind mit Blick auf die Produktion die Umsetzung der Klimaziele für den Industriesektor relevant; für den Absatz von Bioethanol auch die Umsetzung der Klimaziele im Sektor "Verkehr / Mobilität". Für den Industriesektor überlässt es die EU den Mitgliedsstaaten, welchen Energieträgermix sie zukünftig zulassen. So legt beispielsweise der Entwurf des deutschen Klimaschutzgesetzes (KSG) vom 26. Februar 2019 für die Sektoren linear fallende Emissionskontingente für 2021-30 fest. Mit der Umsetzung der angekündigten Schließung von Zuckerfabriken werden vier Anlagen mit Kohlekesseln stillgelegt. Für die verbliebenen Standorte verbleiben langfristige Risiken, bis wann fossile Brennstoffe verwendbar bzw. verfügbar sind und zu welchem Preis.
Im Segment Zucker bestehen Absatzpreisrisiken infolge von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, dem EU-Binnenmarkt sowie den Futtermittelmärkten. Falls das erwartete moderate Wachstum des Weltzuckerverbrauchs ausbleiben sollte, ist in zunehmendem Maße mit Preisdruck auf dem Weltmarkt zu rechnen.
Für direkt vom Weltmarktpreis abhängige Mengen werden je nach Marktlage Sicherungsgeschäfte in Form von Zucker-Futures an den Terminbörsen in London und New York abgeschlossen. Dem Absatzrisiko und dem Preisrisiko bei Futtermitteln wird insbesondere durch eine kontinuierliche Verkaufsstrategie sowie eine langfristig orientierte Kundenbindung Rechnung getragen.
Ebenfalls unterliegen beispielsweise die Preise für Bioethanol in Europa verschiedenen Einflussfaktoren, wie z. B. Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen, und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Die Steuerung dieser Risiken erfolgt durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit und - soweit möglich - durch derivative Instrumente sowie durch die flexible Nutzung der Bioethanolanlage am britischen Standort Wilton je nach Marktsituation und der hieraus resultierenden Kosten- und Ertragslage
Wechselkursrisiken entstehen im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung anfallen.
Im Segment Zucker unterliegen Zuckerexporte auf dem Weltmarkt US-Dollar-Wechselkursrisiken, die grundsätzlich vom Zeitpunkt des Abschlusses eines Zucker-Futures bis zum Zahlungseingang abgesichert werden. Die Rohzuckerraffination unterliegt Währungsrisiken durch den teilweisen Rohzuckereinkauf in US-Dollar.
Im Segment Spezialitäten resultieren Fremdwährungsrisiken in der Division BENEO aus den Umsatzerlösen in US-Dollar, deren zugrundeliegende Herstellungskosten überwiegend in Euro und chilenischem Peso anfallen. Für Umsatzerlöse der Freiberger-Gruppe in Großbritannien und Kanada ergeben sich Währungsrisiken aus dem britischen Pfund bzw. kanadischen Dollar.
Im Segment CropEnergies erfolgen sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte überwiegend in Euro. Lediglich beim Einkauf von Rohalkohol in US-Dollar und beim Verkauf von Industriealkohol in Euro ergeben sich Währungsrisiken. Diese werden unmittelbar nach dem Einkauf des Rohalkohols über Devisentermingeschäfte abgesichert.
Im Segment Frucht bestehen Währungsrisiken vorwiegend aus dem Absatz in Euro oder US-Dollar, während der Aufwand für Rohstoffe und Produktion in lokaler Währung entsteht. Sofern der Rohstoffeinkauf bzw. der Absatz in Fremdwährung erfolgen, wird das Währungsrisiko teilweise durch Devisentermingeschäfte abgesichert.
Bedeutende Ereignisse im Zusammenhang mit ernsten Verstößen gegen Sicherheitsstandards, die für Nahrungsmittel oder sonstige Bereiche gelten, könnten sich nachteilig auf die Gesundheit der Verbraucher, die Reputation von Südzucker und den Absatz unserer Produkte auswirken. Zudem gehört es zu den Ansprüchen, die wir an uns selbst stellen, Kunden jederzeit mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu beliefern. Um dies zu gewährleisten, verfügt Südzucker über ein Qualitätsmanagement, in dem Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe festgelegt sind. Das Qualitätsmanagement umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden.
Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird die Einhaltung der Anforderungen intern und extern regelmäßig überprüft. Erforderlichenfalls werden Maßnahmen mit dem Ziel der Optimierung ergriffen; dies leistet einen Beitrag zur weiteren Risikominimierung.
Die Steuerung unseres Konzerns ist maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig, welche zunehmend Informationssicherheitsrisiken von internen und externen Quellen ausgesetzt ist. Mit der Implementierung von angemessenen Prozessen und Maßnahmen schützen wir die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität von Daten, datenverarbeitenden Systemen sowie sonstigen geschäftsrelevanten Informationen. Die Prozesse und Maßnahmen basieren auf einschlägigen Standards, werden durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten betrieben und stetig optimiert. Vor diesem Hintergrund werden die Informationssysteme und Prozesse innerhalb der SüdzuckerGruppe weiter vereinheitlicht.
Die Südzucker-Gruppe steht mit anderen Unternehmen in einem intensiven Wettbewerb um qualifiziertes Personal und ist so dem Risiko ausgesetzt, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können. Um die Position von Südzucker im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter zu sichern, wird im Rahmen der Personalmanagement-Aktivitäten die Attraktivität der Südzucker-Gruppe als Arbeitgeber betont und darauf abgezielt, Fach- und Führungskräfte langfristig an den Konzern zu binden. Neben attraktiven Sozialleistungen und Vergütungssystemen setzen wir dabei auf breit gefächerte Perspektiven in der Südzucker-Gruppe wie Fort- und Weiterbildungsangebote, Trainee-Programme und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Konzerngesellschaften. Der Aufsichtsrat von Südzucker ist zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern aus der eigenen Belegschaft oder Gewerkschaften besetzt. In zahlreichen Ländern ist Südzucker an Tarifverträge gebunden und der soziale Dialog gelebte Praxis, was das Risiko von Arbeitsniederlegungen einschränkt. In regelmäßigen Betriebsversammlungen werden die Mitarbeiter informiert und der Dialog mit ihnen geführt.
Daneben bestehen Risiken aus Krankenstand, langen Abwesenheiten und der damit verbundenen Mehrbelastung der anwesenden Mitarbeiter. Mit Betriebsärzten, Wiedereingliederungsprogrammen und Informationsveranstaltungen sorgt sich Südzucker um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter. Damit verbunden sind auch umfassende Maßnahmen in der Arbeitssicherheit mit dem Ziel "Null Unfälle" sowie die intensive Analyse von Arbeitsunfällen.
Sollten Kunden in größerem Umfang nicht in der Lage sein, die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Südzucker zu erfüllen, könnten uns hieraus entsprechende Verluste entstehen.
Südzucker tritt diesen Bonitäts- und Ausfallrisiken für den Forderungsbestand entgegen, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden. Darüber hinaus wird das konzernweite Kreditmanagement weiter strikt umgesetzt. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt.
Ausfallrisiken bestehen auch im Hinblick auf Finanzinstitute, mit denen Sicherungsgeschäfte für Preisrisiken abgeschlossen wurden. Dieses Risiko hat sich aufgrund der Finanzkrise erhöht und wird dadurch limitiert, dass Finanzgeschäfte nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht.
Die Südzucker-Gruppe erwirbt Unternehmen, um ihre Geschäftstätigkeit zu erweitern. Akquisitionen beinhalten das Risiko, dass strategische Ziele nicht erreicht werden oder sich die Umsetzung operativer Pläne verzögert. Außerdem bestehen Risiken im Rahmen der Integration von unterschiedlichen Unternehmenskulturen und Prozessen.
Die Südzucker-Gruppe hält zudem Beteiligungen wie Joint Ventures, assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen. Aufgrund der Beteiligungsquote ist die Möglichkeit der Integration dieser Gesellschaften eingeschränkt.
Weitere operative Risiken können in den Bereichen Produktion und Investitionen, Logistik sowie Forschung und Entwicklung liegen. Ungeplante Anlagenabschaltungen - insbesondere im Kampagnebetrieb - versuchen wir durch umfassende Wartung und kontinuierliche Verbesserung unserer Anlagen zu vermeiden. Risiken aus Investitionen, wie beispielsweise technische Störungen oder Kosten- und Terminüberschreitungen, begegnen wir mit erfahrenem Projektmanagement und -controlling.
Bei angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass über die erwarteten Kosten hinaus Mehraufwendungen jeglicher Art entstehen können. Die Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen beinhaltet Risiken, die auch Auswirkungen auf die betroffenen Geschäfts- und Produktionsprozesse haben können.
Die Verfügbarkeit von geeigneten Transportmitteln zur fristgerechten Lieferung von Rohstoffen sowie Endprodukten unterliegt ebenfalls Schwankungen. So erreichte etwa im Sommer und Herbst 2018 der Wasserpegel des Rheins aufgrund langanhaltender Trockenheit historische Tiefststände. Dies führte zu begrenzter Verfügbarkeit und Ladekapazität von Binnenschiffen sowie höheren Kosten.
Die mit unserer Produktion verbundenen Umweltrisiken beziehen sich hauptsächlich auf den Einsatz von Energie und Wasser sowie das Entstehen von Emissionen, Abwasser und Abfall. Südzucker begegnet diesen Umweltrisiken und auch den weiteren operativen Risiken durch ständige Überwachung und Verbesserung der Geschäftsprozesse.
Es sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten gegen die Südzucker AG und ihre Konzerngesellschaften anhängig. Für diese Verfahren werden Prozesskostenrückstellungen gebildet. Für die Prozessrisiken erfolgt eine Rückstellungsbildung, wenn die Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind. Der endgültige Ausgang einzelner Verfahren kann zwar Einfluss auf das Ergebnis in einer bestimmten Berichtsperiode nehmen, die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen haben aber keinen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns.
Südzucker ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfelds, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt. Derartige Risiken werden zeitnah erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns evaluiert und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen eingeleitet.
Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) ist im Geschäftsjahr 2017/18 wirksam geworden. Sie hat ein einheitliches, unmittelbar geltendes Datenschutzrecht innerhalb der Mitgliedsstaaten der EU geschaffen und sichert damit ein hohes Datenschutzniveau in Europa. Der umfangreiche Pflichtenkatalog ist bei Verstößen mit erheblichen Sanktionen bewehrt. Südzucker hat die seitens der EU-DSGVO ausgelösten Pflichten und Risiken analysiert und ergreift in Fortführung ihrer bereits bestehenden Datenschutzkultur risikobasiert erforderliche technische und organisatorische Maßnahmen, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und übriger Geschäftspartner zu gewährleisten.
Es besteht das allgemeine Risiko, dass Verhaltensweisen von Organen und Mitarbeitern als Verstoß gegen Wettbewerbsbestimmungen ausgelegt werden und Verfahren durch Wettbewerbsbehörden eingeleitet werden. Entsprechende Verfahren sind immer mit einem Reputationsverlust verbunden, können zum Erlass von hohen Bußgeldern führen und dann zusätzlich Ersatzansprüche von Dritten nach sich ziehen, auch wenn sie unbegründet sind.
Als gruppenweit geltender Rahmen für die Verhinderung von Kartellrechtsverstößen ist eine Richtlinie zur Einhaltung des Kartellrechts in der Südzucker-Gruppe (Wettbewerbs-Richtlinie) in Kraft. Ziel dieser Richtlinie ist es, Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen im Kartellrecht zu bewahren und praxisnahe Unterstützung bei der Anwendung der einschlägigen Vorschriften zu geben. Dies umfasst die Verpflichtung aller Mitarbeiter zur Einhaltung des Kartellrechts. Südzucker hat die Maßnahmen der Kartellrechts-Compliance auch im Geschäftsjahr 2018/19 - insbesondere durch Audits und im Bereich des internen Meldewesens - weiter intensiviert. Zur Vermeidung von Kartellverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, hatte das Bundeskartellamt den deutschen Zuckerherstellern Südzucker AG, Nordzucker AG und Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG wettbewerbsbeschränkende Gebiets-, Quoten- und Preisabsprachen zur Last gelegt. Südzucker akzeptierte den im Februar 2014 erlassenen Bußgeldbescheid im Rahmen eines Settlements, um das fast fünf Jahre laufende, auf Aussagen eines Kronzeugen basierende Verfahren zu beenden und dadurch Rechts- sowie Planungssicherheit zu erlangen. Das deutsche Kartellverfahren ist mit Zahlung der Geldbuße abgeschlossen.
Nach dem Abschluss des deutschen Kartellverfahrens machen Kunden erwartungsgemäß Schadensersatzansprüche wegen angeblich kartellbedingter Preisaufschläge geltend. Diese Ansprüche werden von Südzucker und den beiden anderen mit einem Bußgeld belegten deutschen Zuckerherstellern grundsätzlich bestritten, zumal verschiedene Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass den Kunden in dem vom Bundeskartellamt zur Last gelegten Zeitraum keine Nachteile entstanden sind. Ein Teil der Kunden hat die betroffenen Zuckerhersteller - zumeist gesamtschuldnerisch - auf Schadensersatz oder Auskunft verklagt. Die Klagen sind bei verschiedenen deutschen Landgerichten anhängig und unterschiedlich weit fortgeschritten. Die in all diesen Gerichtsverfahren erforderliche Beweisaufnahme ist aufwendig und langwierig. Sie ist auch bei den ältesten (ab Sommer 2014 begonnenen) Verfahren noch nicht abgeschlossen. Urteile zur Sache sind daher bislang nicht ergangen.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im September 2010 beim Kartellgericht Wien unter anderem gegen die AGRANA Zucker GmbH und die Südzucker AG die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellgesetz. Im Zusammenhang mit dem deutschen Kartellbußgeld wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen auch in Bezug auf Österreich vorgeworfen. Die Beklagten sehen den Bußgeldantrag der Bundeswettbewerbsbehörde durch die vom Kartellgericht durchgeführte Beweisaufnahme und insbesondere durch die letzten Zeugenvernehmungen vom September 2014 nicht bestätigt. Das Kartellgericht Wien hat noch keine Entscheidung verkündet; es ist auch nicht absehbar, wann eine solche ergeht.
Betrugs- und Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Mitarbeiter oder Führungskräfte der Südzucker-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von Südzucker anerkannte regulatorische Standards verstoßen. Ebenso können unternehmensexterne Personen mit betrügerischer Absicht versuchen, mittels gefälschter Identitäten Zahlungen auszulösen oder Lieferungen anzuweisen. In der Folge kann das betroffene Unternehmen der Südzucker-Gruppe Vermögens- und Imageschäden erleiden. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten oder auf Betrugsversuche wird nachgegangen. Die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation wurden auch im Geschäftsjahr 2018/19 weiterentwickelt sowie zur Stärkung der Compliance-Kultur die an Transparenz und den Compliance-Unternehmensgrundsätzen orientierte Führungskultur fortlaufend verbessert. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters zu gewährleisten, wurden Schulungsmaßnahmen weiter intensiviert sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu ausgewählten Themenbereichen weiterentwickelt und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.
Die Südzucker-Gruppe unterliegt aufgrund der weltweiten Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken. Hierzu zählen Risiken aus Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze, Liquiditätsrisiken sowie Bonitäts- und Ausfallrisiken. Marktpreisrisiken aus Zuckerexporten, Bioethanolabsatz, Energieeinkäufen sowie Rohstoffeinkäufen werden als operative Risiken bewertet, die im entsprechenden Abschnitt dieses Risikoberichts beschrieben sind.
Aus variabel verzinslichen oder kurzfristig fälligen Finanzverbindlichkeiten und -anlagen ist die Südzucker-Gruppe in begrenztem Umfang kurzfristigen Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Der Umfang dieser Verbindlichkeiten bzw. Anlagen ist aufgrund des kampagnebezogenen Finanzbedarfs im Jahresverlauf stark schwankend.
Finanzwirtschaftliche Wechselkursrisiken resultieren überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung. In USA und Osteuropa finanziert die Südzucker-Gruppe einige Tochterunternehmen mit konzerninternen Euro-Darlehen. Daneben bestehen US-Dollar-Finanzierungen in Mexiko. In geringem Umfang haben auch Konzerngesellschaften im Euroraum Finanzierungen an ihre Tochtergesellschaften in deren abweichender Landeswährung gewährt.
Ein Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen benötigte Finanzmittel nicht oder nicht termingerecht bereitgestellt werden können. Die Liquidität der Südzucker-Gruppe wird daher täglich überwacht. Soweit es wirtschaftlich sinnvoll ist, bestehen nationale oder länderübergreifende Cashpools. Daneben werden Liquiditätsüberschüsse auch gruppenintern angelegt. Über die Begebung langfristiger Anleihen sowie die Nutzung von Bankkrediten stellt Südzucker ein ausgewogenes Schuldenrückzahlungsprofil sicher und reduziert Refinanzierungsrisiken. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung, die integrierter Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund des Commercial-Paper-Programms sowie der von Banken verbindlich zugesagten Kreditlinien kann Südzucker auch kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen und die während der Zuckerkampagne bestehenden saisonalen Finanzierungserfordernisse jederzeit erfüllen.
Bonitäts- und Ausfallrisiken im Finanzbereich bestehen in Bezug auf Finanzinstitute, mit denen Südzucker finanzielle Sicherungsgeschäfte abgeschlossen hat, bei denen Geldanlagen getätigt werden, Kreditlinien bestehen oder die Bürgschaften zugunsten von Südzucker stellen. Dieses Risiko hat sich aufgrund der Finanzkrise erhöht und wird dadurch limitiert, dass Finanzgeschäfte nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht.
Die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Südzucker. Dabei sieht sich Südzucker der Erhaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings verpflichtet. Herabstufungen der vergebenen Ratings könnten sich bei künftigen Finanzierungserfordernissen negativ auf die Kapitalkosten des Konzerns auswirken. Im April 2019 wurde von den Ratingagenturen mitgeteilt, die Ratings im Hinblick auf eine Herabstufung zu überprüfen.
Weitere Informationen zu Kredit-, Liquiditäts-, Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken einschließlich des Einsatzes derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken sind im Anhang zum Konzernjahresabschluss unter Ziffer (31) "Risikomanagement in der Südzucker-Gruppe" zu finden.
Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie hat der Südzucker-Konzern zugleich eine Vielzahl von Chancen. Nachstehend werden die Chancen mit Blick auf die Geschäftstätigkeit der einzelnen Segmente bzw. Divisionen in Bezug auf die mittelfristige Ergebnisentwicklung erläutert.
Südzucker ist Europas führender Zuckerhersteller und hat in den Segmenten Spezialitäten (funktionelle Inhaltsstoffe für Lebens- und Futtermittel, Tiefkühlprodukte, Portionsartikel und Stärke), CropEnergies und Frucht (Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate) bedeutende Marktpositionen inne.
Damit agiert die Südzucker-Gruppe inmitten der auch in Zukunft weltweit dynamisch wachsenden Märkte mit entsprechend höherer Nachfrage nach Agrarrohstoffen, Lebens- und Futtermitteln sowie Energie. Südzucker ist in Europa in vorteilhaften Naturräumen mit guten Böden, hohen Erträgen und im globalen Vergleich günstigen Witterungsverhältnissen positioniert; dies ist im weltweiten Wettbewerb eine stabile und verlässliche Ausgangsbasis. Die wachsende Weltbevölkerung wie auch der Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln insbesondere in Ländern mit steigendem Lebensstandard sollten zu einer Erhöhung von Marktchancen der Produkte von Südzucker führen. Mit ihrer Infrastruktur zur Erzeugung und Vermarktung von Bioethanol in Europa ist die Gruppe hervorragend positioniert, um vom wachsenden europäischen Markt für Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu profitieren.
Südzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen in Europa eine gute Wettbewerbsposition in der EU. Mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Produktion, Qualität und auf die Kunden ausgerichtete Produktentwicklung und Service kann Südzucker die attraktive Marktposition weiter stärken; logistische Vorteile können im Verbund der Produktionsstandorte in den europäischen Kernmärkten und der Nähe zu den Industriekunden genutzt werden. Weitere Marktchancen können sich im Non-Food-Markt z. B. bei biobasierten Chemikalien ergeben.
Chancen ergeben sich auch aus dem über einen langen Zeitraum beobachtbaren, stetig steigenden Zuckerertrag je Hektar im Rübenanbau. Der Ertragsanstieg der Rübe lag dabei sowohl über dem vergleichbarer Alternativfrüchte als auch über dem von Zuckerrohr. Falls sich diese Entwicklung fortsetzt, führt dies zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Wettbewerbsstellung der Rübenzuckererzeugung. Die zentrale Forschung, das Engineering und Investitionsprojekte zur Verbesserung der Produktionsprozesse leisten einen weiter wichtigen Beitrag zur Kostenführerschaft. Digitalisierungsprojekte im Bereich von Produktion und Verwaltung können Potenziale zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Effizienz erschließen.
Durch den Ausbau des Segments Spezialitäten besitzt Südzucker eine gute Position auf mehreren Wachstumsmärkten.
Ein wichtiger Baustein des Segments Spezialitäten sind die Functional Food Produkte von BENEO, die vom langfristigen Trend zu gesünderem Ernährungsverhalten profitiert. BENEO ist mit ihren Produktlinien funktionelle Kohlenhydrate -Isomalt, Palatinose(tm) - sowie den Ballaststoffen Inulin und Oligofruktose ein weltweit führender Anbieter von funktionellen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, Getränke und Tierfutter. Eine klare Differenzierung im Markt bietet das besondere Produktspektrum der aus Reis hergestellten Zutaten, insbesondere aufgrund seiner hyperallergenen Eigenschaften. Zur Wahrnehmung von Wachstumschancen für den Konzern wird derzeit eine Ausweitung der Produktlinien für neue Anwendungen weiter vorangetrieben.
Als Anbieter kundenindividueller Convenience-Produkte für die Eigenmarken internationaler Handelsunternehmen nutzt die Freiberger-Gruppe ihre europaweit führende Position, um das hieraus resultierende Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Neben den Vertriebsaktivitäten auf dem europäischen Markt wurden diese unter anderem auf den nordamerikanischen Markt ausgeweitet. Freiberger hat mit Richelieu Foods Inc. den US-Marktführer im Marktsegment Private Label-Pizza, der über einen etablierten Kundenstamm verfügt, erworben. Durch den Zukauf schafft Freiberger zudem eine Plattform, die beabsichtigte Expansion der deutschen Discounter auf dem nordamerikanischen Markt zu begleiten und Volumensteigerungen zu erzielen. Die erworbenen Produktionsstandorte, die etablierte Organisation der Richelieu Foods sowie die Innovationskraft und das technische Know-how von Freiberger stellen diese Expansion auf ein breiteres Fundament.
PortionPack Europe ist europäischer Marktführer bei der Gestaltung, der Produktion und dem Vertrieb von Portionsartikeln. Das Produktsortiment umfasst schwerpunktmäßig den Food-Bereich, aber auch einige Non-Food-Artikel. Dabei liegen die Hauptmärkte insbesondere im Food-Service-Bereich wie Hotels, Gastronomie und Catering. Chancen ergeben sich für PortionPack Europe im Ausbau ihrer Position im europäischen Markt durch internes und externes Wachstum, flexible Reaktion auf Kundenanforderungen sowie kontinuierliche Produktinnovationen.
Bei Stärke liegt der Schwerpunkt auf Spezialitätenprodukten, die eine hohe Veredelungstiefe aufweisen. Wachstumspotenziale versprechen die Fokussierung auf innovative, kundenorientierte Produkte mit entsprechender Anwendungsberatung, laufende Produktentwicklungen sowie ständige Kostenoptimierungen. Beispiele sind die führende Position bei Bio-Stärken und GVO-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie oder im technischen Sektor die Führungsrolle bei Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Baustoffindustrie.
Die weitere Unternehmensentwicklung und deren Profitabilität werden maßgeblich von der Erlösentwicklung bei Bioethanol, Lebens- und Futtermitteln sowie den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt.
Chancen ergeben sich aus geringeren Getreidepreisen und / oder einem Preisanstieg von Bioethanol oder den gleichzeitig erzeugten Lebens- und Futtermitteln. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion.
Mittelfristig geht CropEnergies davon aus, dass die Umsetzung der Erneuerbare-Energie-Richtlinie durch EU-Mitgliedsstaaten für weiteres Marktwachstum auch bei erneuerbaren Energien im Transportsektor sorgen wird.
Für den korrespondierenden Nachfrageanstieg ist die CropEnergies-Gruppe als einer der führenden Bioethanolhersteller Europas und aufgrund der Flexibilität und Kapazität ihrer Anlagen gut gerüstet.
Das AGRANA-Fruchtsegment ist Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Eiscreme- und Backwarenindustrie sowie größter Produzent von Fruchtsaftkonzentraten aus Äpfeln, roten Früchten und Beeren auf dem europäischen Markt. Wachstumschancen ergeben sich in Ländern mit steigenden Einkommen, wie z. B. Russland, China und Brasilien. Auch der US-Markt, der nordafrikanische Raum und der Mittlere Osten werden intensiver bearbeitet.
Die wesentlichen Einflussgrößen für die zukünftige Entwicklung der Südzucker-Gruppe liegen in der Preisentwicklung der eingesetzten Agrarrohstoffe und der daraus hergestellten Zucker-, Bioethanol- und Stärkeprodukte. Die Zucker-, Bioethanol- und Stärkepreise sind volatil und können empfindlich auf internationale Veränderungen von Angebot und Nachfrage reagieren. Die wichtigsten Faktoren für diese Veränderung sind begrenzt durch das Unternehmen beeinflussbar, wie z. B. Anbau- und Verkaufsentscheidungen von Landwirten, staatliche Agrarprogramme und -politik, globale Lagerbestände, Wetter- und Erntebedingungen, die Klimapolitik und Beimischungsziele für nachwachsende Rohstoffe sowie die Nachfrage nach und das Angebot von konkurrierenden Rohstoffen und Ersatzstoffen. Steigende Energiepreise und Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Energieträgern können die Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit von Zucker, Bioethanol und Stärke belasten.
Die Wettbewerbsintensität in der EU-Zuckerproduktion hat zugenommen. Notwendige Kapazitätsanpassungen in nicht wettbewerbsfähigen EU-Ländern werden durch national gekoppelte Prämien für den Anbau von Zuckerrüben behindert. Südzucker will fünf Zuckerfabriken mit einer Gesamtkapazität von jährlich 700.000 t stilllegen und setzt Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstrukturen kontinuierlich fort. Die Divisionen BENEO, Freiberger und das Segment Frucht leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Chancen- und Risikoprofils der Südzucker-Gruppe. Im Segment CropEnergies ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Verabschiedung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie das Risiko für die Zeit nach 2020 gesunken und die Chancen auf weiteres Marktwachstum haben sich erhöht.
Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar.
Ziel des Risikomanagementsystems im Rechnungslegungsprozess ist die Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die einer regelkonformen Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses entgegenstehen. Dementsprechend hat das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der Südzucker AG die Aufgabe, die Ordnungsmäßigkeit, Verlässlichkeit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sicherzustellen und damit zu jeder Zeit ein Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, das den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Das System ist in den zugrundeliegenden Geschäftsprozessen in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wesentliche Bestandteile sind Grundsätze, Verfahren sowie Kontrollen, wie beispielsweise konzerneinheitliche Kontierungs-, Bewertungs- und Bilanzierungsvorgaben sowie Prozesse zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Finanzberichterstattung.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften in der Südzucker-Gruppe einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) stellen die konzernweit einheitliche Bilanzierung und Bewertung sämtlicher Geschäftsvorfälle der in den Südzucker-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften sicher. Die interne IFRS-Reporting-Richtlinie regelt die für Südzucker relevante Anwendung der IFRS und konkretisiert Bilanzierungssachverhalte. Der Inhalt der IFRS-Reporting-Richtlinie wird zentral vorgegeben und regelmäßig aktualisiert.
Der Konzernrechnungslegungsprozess beginnt in den Einzelgesellschaften des Konzerns. Hierbei werden in den einzelnen Organisationseinheiten die Abschlüsse erstellt, kontrolliert und mit der Einspielung in das Konsolidierungssystem an die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG übermittelt. Für alle im Konzernrechnungslegungsprozess eingesetzten IT-Systeme bestehen klar strukturierte Berechtigungskonzepte.
Die zentrale Konsolidierungsstelle der Südzucker AG verantwortet neben der Durchführung der zentralen Konsolidierungsmaßnahmen sowie der Erstellung des Konzernlageberichts und -abschlusses auch den verbindlichen Konzernkontenrahmen und betreut die IT-Konsolidierungstools.
Bei der Bewertung von Rückstellungen, im Wesentlichen Personalrückstellungen, werden im Rahmen des Jahresabschlussprozesses regelmäßig externe Gutachter eingesetzt.
Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Kontrollsystems der Südzucker-Gruppe; ein wichtiger Fokus liegt auf der Funktionstrennung und dem Vier-Augen-Prinzip sowie der Einhaltung der Richtlinien für wesentliche Geschäftsprozesse.
Automatisierte Validierungsregeln und Plausibilitätsprüfungen insbesondere im IT-Konsolidierungssystem stellen die Vollständigkeit und Richtigkeit von Eingabedaten der Einzelgesellschaften sicher.
Die Trennung von Funktionen wie Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung sowie deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen schränken die Möglichkeiten zu kriminellen Handlungen weitgehend ein. Allerdings können insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen mit negativen Auswirkungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder andere Umstände nie vollständig ausgeschlossen werden.
Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen weiterhin beispielsweise die Analyse der Geschäftsentwicklung anhand spezifischer Kennzahlenanalysen, aber auch die Detailanalyse von Einzelsachverhalten. Auf Konzernebene umfassen diese Kontrollaktivitäten die Analyse und gegebenenfalls Anpassung der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbesprechungen.
Im Rahmen der Integration neu erworbener Gesellschaften werden die vorhandenen internen Kontrollsysteme zügig an den hohen Standard der Südzucker-Gruppe angepasst.
Die interne Revision prüft das interne Kontrollsystem, die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und konzerninternen Richtlinien sowie das Risikomanagementsystem. Sie entwickelt bei Bedarf entsprechende Empfehlungen und Prozessänderungen und trägt damit zu einer stetigen Verbesserung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bei.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates befasst sich insbesondere mit der Compliance, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems.
Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschlussprüfung bestätigt, dass das Risikofrüherkennungssystem von Südzucker geeignet ist, um bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Abschlussprüfer hatte keine Feststellungen zu wesentlichen Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem.
Im Folgenden wird gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens sowie im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b, 289c HGB über die Unternehmensverantwortung berichtet.
Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 3, 315d HGB.
Die Südzucker AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die jeweils mit eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand der Südzucker AG besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Geschäftsverteilung des Vorstands ist in der Geschäftsordnung für den Vorstand in der Fassung vom 26. Januar 2016 geregelt.
Mit der Tochtergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG, Wien / Österreich, besteht eine Vorstandsverschränkung: Der Vorsitzende des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG, Herr Johann Marihart, Limberg / Österreich, ist zugleich Mitglied des Vorstands der Südzucker AG und der Finanzvorstand der Südzucker AG, Herr Thomas Kölbl, Speyer, ist zugleich Mitglied des Vorstands der AGRANA Beteiligungs-AG.
Die Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind Mitglieder oder Vorsitzende in den Aufsichtsgremien der wesentlichen Tochtergesellschaften der Südzucker-Gruppe.
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in allen Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen - beinhaltet die Satzung der Gesellschaft und die Geschäftsordnung für den Vorstand Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat zeitnah und umfassend - schriftlich und in den turnusmäßigen Sitzungen - über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung sind die Themen Risikomanagement und Compliance. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 16. November 2017 in Kraft. Zur Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen tagen die Vertreter der Aktionäre und der Arbeitnehmer regelmäßig getrennt.
Dem Aufsichtsrat der Südzucker AG gehören gemäß Satzung 20 Mitglieder an, von denen jeweils zehn von den Aktionären und den Arbeitnehmern gewählt werden. Die derzeitigen Amtsperioden sind identisch: Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder läuft für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022).
Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 16. November 2017 - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Zielen und Kompetenzprofilen für das Gesamtgremium (Diversitätskonzept des Aufsichtsrats):
| ― |
Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausreichende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen und darauf achten, dass für die Wahrnehmung der Aufgaben im Aufsichtsrat genügend Zeit zur Verfügung steht. |
| ― |
Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen. |
| ― |
Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats sollen "unabhängig" im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sein. Nicht unabhängig ist danach insbesondere, wer in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann. |
| ― |
Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. |
| ― |
Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei Mitglieder mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehören. |
| ― |
Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll über Sachverstand im Bereich der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert). |
| ― |
Der Aufsichtsrat ist auf der Seite der Anteilseignervertreter und der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens drei Frauen und mindestens drei Männern zu besetzen. |
| ― |
Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidaten vorgeschlagen werden, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten. |
Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird - aus Gründen der Kontinuität und langjährigen Expertise im Aufsichtsrat - nicht festgelegt.
Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiterhin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren.
Zum Stand des Diversitätskonzepts des Aufsichtsrats ist Folgendes zu berichten:
Am 16. April 2017 fand die Wahl der Arbeitnehmervertreter durch die Belegschaft und am 29. Juli 2017 die der Aktionärsvertreter durch die Hauptversammlung zum Aufsichtsrat statt. In der Zwischenzeit hat es vier Wechsel im Aufsichtsrat (drei Arbeitnehmervertreter und ein Aktionärsvertreter) gegeben. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören dem Aufsichtsrat derzeit mindestens zwei und damit eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der Internationalität. Dem Aufsichtsrat gehören sieben Frauen an, vier auf Arbeitnehmer- und drei auf Aktionärsseite. Ehemalige Vorstandsmitglieder der Südzucker AG gehören dem Aufsichtsrat nicht an. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind mit dem Sektor, in dem die Südzucker AG tätig ist, vertraut. Financial Expert im Aufsichtsrat und im Prüfungsausschuss ist Frau Veronika Haslinger, Wien / Österreich.
Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 16. November 2017 beschlossen, zunächst kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands bezüglich Aspekten wie Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund festzulegen.
Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss, dem Landwirtschaftlichen Ausschuss, dem Sozialausschuss und dem Vermittlungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Das Präsidium sowie der Vermittlungsausschuss bestehen aus vier Mitgliedern und die übrigen Ausschüsse jeweils aus sechs Mitgliedern; sie sind paritätisch mit Vertretern der Aktionäre und der Arbeitnehmer besetzt. Die Aufgaben des Präsidiums und der übrigen Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 16. November 2017; für den Prüfungsausschuss gilt darüber hinaus dessen Geschäftsordnung in der Fassung vom 21. Juli 2009. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (37) "Aufsichtsrat und Vorstand" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses.
Die Aktionäre der Südzucker AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Bei den Abstimmungen gewährt jede Aktie eine Stimme.
Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der Südzucker AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, im Vorfeld der Hauptversammlung auf der Website der Südzucker AG (www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/Hauptversammlung/) ihre Stimme abzugeben bzw. Vollmacht an die Stimmrechtsvertreter der Südzucker AG oder Vollmacht an einen Dritten zu erteilen.
Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Der Vorstand der Südzucker AG und das Management im Südzucker-Konzern nutzen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung; er prüft die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Risiko- und Chancenbericht dargestellt.
Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Der nachstehende Corporate-Governance-Bericht bezieht sich auf die Angaben gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 1, 4 bis 6, 315d HGB. Eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bildet dabei die Basis für Transparenz und den Anspruch, Aktionäre und Öffentlichkeit schnell und umfassend zu informieren. Mit Veröffentlichung dieses Corporate-Governance-Berichts trägt die Südzucker AG den gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) Rechnung.
Bei Südzucker ist eine gute Corporate Governance Teil des Selbstverständnisses und seit Jahren gelebte Praxis. Sie wurde konsequent an den Empfehlungen und Anregungen des Kodex ausgerichtet und ist bedeutende Aufgabe von Vorstand und Aufsichtsrat.
Nach Ansicht von Südzucker ist der Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017 1 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde - wie in den Vorjahren - auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate-Governance-Grundsätze verzichtet. Den Empfehlungen des Kodex wird mit den in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahmen gefolgt.
In der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2018 von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG wurde - gegenüber dem Vorjahrestext - folgende Abweichung von Empfehlungen aktualisiert:
| ― |
Ziffer 4.1.3 - Compliance, Hinweisgebersystem |
Das Compliance-System der Südzucker AG wurde im April 2018 um ein elektronisches Hinweisgebersystem ergänzt, das Beschäftigten und Dritten die Möglichkeit eröffnet, die Unternehmensführung geschützt auf etwaige Rechtsverstöße im Unternehmen hinzuweisen. Da die technische Umsetzung während des Erklärungszeitraums 2018 erfolgte, wird vorsorglich eine Abweichung von Ziffer 4.1.3 Satz 3 angezeigt.
Der vollständige Wortlaut der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2018 von Vorstand und Aufsichtsrat ist - ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre - auf der Südzucker-Website veröffentlicht (www.suedzucker.de/de/ Entsprechenserklaerung/).
Das Aktiengesetz sieht für börsennotierte und mitbestimmte Gesellschaften eine fixe Geschlechterquote von 30 % im Aufsichtsrat und die Festlegung von Zielgrößen für den Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt aktuell bei 35 %; die gesetzliche Quote ist somit erfüllt.
Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 17. Mai 2017 unter Berücksichtigung aller relevanten Gesichtspunkte und insbesondere des derzeitigen Status quo die Beibehaltung des Frauenanteils im Vorstand von 0 % bis 16. Mai 2022 festgelegt.
Der Vorstand hat in der Sitzung am 12. Juni 2017 beschlossen, dass in der Südzucker AG der Frauenanteil auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand bis 11. Juni 2022 -von (damals) 8,3 % bzw. 12,2 % - auf 9 bzw. 13 % angehoben werden soll.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie werden dabei von Südzucker angemessen unterstützt:
Im Geschäftsjahr 2019/20 ist wieder eine Informationsveranstaltung zu Corporate-Governance-Themen mit einem externen Fachanwalt vorgesehen.
Das Vergütungssystem des Vorstands der Südzucker AG beinhaltet ein festes Jahresgehalt, eine variable Vergütung, die auf der durchschnittlichen Dividende der vorangegangenen drei Geschäftsjahre basiert, eine betriebliche Altersversorgung, die im Wesentlichen nach einem festen Anteil an der jährlichen Fixvergütung bemessen ist, sowie Sachbezüge. Aktienbasierte Vergütungsbestandteile und vergleichbare langfristige Vergütungskomponenten sind nicht vorgesehen. Die Vergütung des Vorstands wird durch das Plenum des Aufsichtsrats - nach Vorbereitung durch das Präsidium - festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. § 87 Abs. 1 AktG sieht vor, dass die Vergütungsstruktur bei börsennotierten Gesellschaften auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten ist; variable Vergütungsbestandteile sollen daher eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben. Der Mehrjährigkeit wird in der Südzucker AG dadurch Rechnung getragen, dass die durchschnittliche Dividende von drei vorangegangenen Geschäftsjahren zugrunde gelegt wird.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Südzucker AG geregelt.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine Grundvergütung. Diese Grundvergütung besteht aus einer festen, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbaren Vergütung von 60.000 € sowie einer variablen Vergütung von 500 € je angefangene 0,01 € ausgeschüttete Dividende auf die Stammaktie, die 0,50 € übersteigt. Bei der Berechnung der Vergütung werden steuerlich begründete Sonderdividenden nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache und dessen Stellvertreter sowie sonstige Mitglieder des Präsidiums erhalten das Anderthalbfache dieser Vergütung. Pro Ausschussmitgliedschaft erhöht sich die Grundvergütung um 25 %, für Ausschussvorsitzende um 50 %; dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat, und gilt nicht für die Mitgliedschaft im Präsidium und im Vermittlungsausschuss. Die Südzucker AG verzichtet - wie in der Entsprechenserklärung näher dargestellt - auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung, da diese Beeinträchtigung der Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen steht.
Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand und Aufsichtsrat sind unter Ziffer (36) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" im Anhang zum Konzernabschluss angegeben.
Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. Der Deutsche Corporate Governance Kodex folgt dem als Empfehlung bezüglich der Aufsichtsratsmitglieder. Die Selbstbehalte der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind in der D&O-Versicherung entsprechend angepasst.
Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der Südzucker AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % oder mehr des Grundkapitals repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden der Südzucker AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt.
Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf die Angaben zu den Compliance-Unternehmensgrundsätzen gemäß §§ 289f Abs. 2 Nr. 2, 315d HGB.
Compliance - also die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien - ist für Südzucker ein selbstverständlicher Standard guter Unternehmensführung. Dabei wird Compliance bei Südzucker nicht lediglich als Vorstandsaufgabe, sondern als Aufgabe des gesamten Managements aller Konzernfunktionen, Divisionen sowie Tochterunternehmen bzw. Beteiligungen der SüdzuckerGruppe gesehen und gelebt.
Compliance ist im Unternehmen neben konzernweiten Richtlinien im Verhaltenskodex und in den Compliance-Unternehmensgrundsätzen verankert. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze stellen Schwerpunkte heraus, die in der Praxis besondere Bedeutung haben. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze sind auf der Südzucker-Website unter www.suedzucker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/ veröffentlicht, der Verhaltenskodex unter www.suedzucker.de/de/ Unternehmen/Verhaltenskodex/.
Südzucker wendet das geltende Recht an und erwartet das Gleiche von Mitarbeitern und Geschäftspartnern.
Im Rahmen des Compliance-Management-Systems wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt und die verschiedenen compliance-relevanten Bereiche und Aufgabenfelder verbunden. Das Compliance-Management-System mit seinen Prinzipien "Kennen" (Informieren und Schulen), "Einhalten" (Kontrollieren und Dokumentieren) sowie "Verbessern" (Berichten und Handeln) soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden.
Südzucker bietet ihren Mitarbeitern die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen sowie Beratung an, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln des Verhaltenskodex, der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Richtlinien sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Denn nur risikobewusste Beschäftigte können Compliance-Risiken erkennen und diese auch erfolgreich vermeiden oder zumindest reduzieren.
Compliance Officer und Compliance-Beauftragte gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden konzernweit durch Schulungen, Informationsmaßnahmen oder E-Learning zu Themen wie Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, Datenschutz oder IT-Sicherheit rund 6.000 Mitarbeiter erreicht, was rund 85 % des definierten Personenkreises (Angestellte einschließlich Management) abgedeckt hat.
Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen des Verhaltenskodex, der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Richtlinien sowie der gesetzlichen Vorschriften unverzüglich dem Compliance Officer, den Compliance-Beauftragten oder dem Vorstand mitzuteilen. Verstöße gegen externe und interne Bestimmungen werden nicht toleriert; sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen.
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 wurden die Compliance-Aktivitäten und die Compliance-Organisation kontinuierlich weiterentwickelt.
Schwerpunkte der - mit länder- und gesellschaftsspezifischen Anpassungen - konzernweit geltenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind weiterhin die Compliance im Kartellrecht sowie die Korruptions- und Bestechungsprävention. Diese Grundsätze werden über Richtlinien konkretisiert. Vom Vorstand wurde bestimmt, dass alle Wettbewerberkontakte durch den zuständigen Vorgesetzten vorab zu genehmigen und stets zu dokumentieren sind.
Der Vorstand berichtet regelmäßig über Compliance-Themen an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Südzucker AG.
Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts.
Zum 28. Februar 2019 beträgt das gezeichnete Kapital 204.183.292 € und ist in 204.183.292 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien.
Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG).
Es besteht ein Stimmbindungsvertrag zwischen der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, und der Zucker Invest GmbH (Zucker Invest), Wien / Österreich, einer Gesellschaft der Unternehmensgruppe der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich. Daneben bestehen weitere Stimmbindungsverträge zwischen Unternehmen der Raiffeisen-Gruppe. Ferner besteht ein Vorkaufsrecht der SZVG hinsichtlich 18.797.796 von Zucker Invest gehaltener Südzucker-Aktien und ein Vorkaufsrecht der Zucker Invest hinsichtlich 246.368 von SZVG gehaltener Südzucker-Aktien.
Der Südzucker AG sind zwei unmittelbare Beteiligungen an ihrem Kapital bekannt, die 10 % überschreiten: Die SZVG ist mit 58,2 % am Grundkapital beteiligt, die Zucker Invest mit 10,3 %. Über die Zucker Invest sind die Raiffeisen-Holding und die mit ihr verbundenen Unternehmen mittelbar beteiligt. Die Beteiligungen werden den Gesellschaften wechselseitig zugerechnet, sodass nach dem Wertpapierhandelsgesetz jeweils Beteiligungen in Höhe von rund 68,5 % am gezeichneten Kapital bestehen.
Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen bei Südzucker nicht. Es sind keine Arbeitnehmer am Kapital der Südzucker AG beteiligt, die einer Stimmrechtskontrolle unterliegen.
Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84, 85 AktG, 31 MitbestG. Nach § 5 Nr. 2 der Satzung der Südzucker AG in der aktuellen Fassung vom 19. Juli 2018 bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Vorstandsmitglieder; der Aufsichtsrat hat auch die Befugnis, stellvertretende Vorstandsmitglieder zu bestellen.
Für Satzungsänderungen gelten die §§ 179 ff. AktG. Der Aufsichtsrat ist nach § 22 der Satzung (aktuelle Fassung vom 19. Juli 2018) ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die lediglich die Fassung betreffen.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 15. Juli 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 20 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Der Vorstand kann dabei mit Zustimmung des Aufsichtsrats und nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen ausschließen, wobei die unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten dürfen, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Die Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Abs. 4 der Satzung. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2015 wurde bislang kein Gebrauch gemacht.
Die Hauptversammlung vom 16. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 15. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können unter anderem zum Zwecke der Einziehung zulasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 16. Juli 2015. Von der Ermächtigung zum Erwerb von eigenen Aktien 2015 wurde bislang kein Gebrauch gemacht.
Die Südzucker AG hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. € abgeschlossen. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen. Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen gemäß §§ 289a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8, 315a Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 HGB, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen. Es bestehen auch keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels.
Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats finden sich im Unterabschnitt "Vergütungsbericht" des Corporate-Governance-Berichts und sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts.
Die Erhebung und Darstellung der für die Geschäftstätigkeit von Südzucker wesentlichen nichtfinanziellen Informationen erfolgt in Übereinstimmung mit den GRI-Standards der Global Reporting Initiative (GRI), CORE, als internationales Rahmenwerk, die am Ende dieses Geschäftsberichts weiter erläutert werden. In dem vorliegenden Konzernlagebericht sind die nichtfinanziellen Angaben im Sinne von §§ 315b, 315c HGB in Verbindung mit § 289e HGB integriert. Die Verweise auf die Angaben zu den Inhalten der nichtfinanziellen Erklärung sind in der Tabelle am Ende dieses Abschnitts dargestellt.
In den jeweiligen Kapiteln werden die Konzepte - also Leitlinien, Grundsätze und Managementansätze - für die Aspekte beschrieben. Dies schließt auch die Darstellung von Zielen und deren Erreichung ein.
Die finanziellen Leistungsindikatoren sind im Kapitel Wertmanagement beschrieben. Deren erwartete Entwicklung ist im Prognosebericht dargestellt. Auf Ebene der SüdzuckerGruppe bestehen derzeit keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Sinne von § 289c Abs. 3 Nr. 5 HGB.
Der Risiko- und Chancenbericht gibt eine Übersicht über die finanziellen und nichtfinanziellen Unternehmensrisiken. Nichtfinanzielle Unternehmensrisiken bestehen bei Südzucker durch Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf Umwelt, Arbeitnehmer und Sozialbelange. Gleiches gilt für die mit der Tätigkeit verbundenen Geschäftsbeziehungen. Exemplarisch sind hier der Energieeinsatz insbesondere aufgrund der großtechnischen Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, die Achtung der Rechte von Gewerkschaften und der soziale Dialog sowie die Auswirkung der Produkte auf die Verbraucher zu nennen. Zur Reduktion dieser nichtfinanziellen Risiken und zur Vermeidung von negativen Auswirkungen hat Südzucker umfangreiche Maßnahmen getroffen. Daher bestehen aufgrund der getroffenen Maßnahmen wie beispielsweise in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Qualitätssicherung keine wesentlichen nichtfinanziellen Unternehmensrisiken, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und den Produkten von Südzucker verknüpft sind.
Die nichtfinanzielle Erklärung, die für den Konzern abgegeben wird, ist gleichermaßen für die Südzucker AG gültig. Die einschlägigen Leitlinien und dazugehörigen Managementansätze gelten für die gesamte Südzucker-Gruppe; es bestehen keine nichtfinanziellen Zielvorgaben, die nur auf die Südzucker AG beschränkt sind. Die Angaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung der Südzucker AG gemäß §§ 289b ff. HGB sind enthalten.
Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wurde vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, gemäß § 317 Abs. 2 Satz 4 HGB geprüft, dass die nichtfinanzielle Erklärung abgegeben wurde. Zusätzlich beauftragte der Aufsichtsrat PwC, die nichtfinanzielle Erklärung einer betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit (limited assurance) gegen die Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes zu unterziehen. Ein uneingeschränkter Vermerk wurde erteilt.
| Aspekte nichtfinanzielle Angaben lt. §289 HGB | Sachverhalte lt. Wesentlichkeitsmatrix | Kapitel | Seite |
| Geschäftsmodell | - | Grundlagen des Konzerns / Geschäftsmodell, Strategie, Nachhaltigkeit / Nachhaltigkeitsstrategie | 30 ff |
| Nachhaltigkeit | - | Nachhaltigkeit / Verankerung im Unternehmen, Externe Nachhaltigkeitsbewertung | 33 35 |
| Wesentlichkeitsmatrix | - | Grundlagen des Konzerns / Nachhaltigkeit / Nachhaltigkeitsmanagement | 33 |
| Umweltbelange | Energieeinsatz / Emissionen in der Produktion Wassereinsatz in der Produktion | Umwelt / Leitlinie, Produktion Wirtschaftsbericht: | 36 f |
| Abwasser in der Produktion | Segment Zucker / Umwelt Segment Spezialitäten / Umwelt | 65 f 70 f | |
| Abfälle in der Produktion | Segment CropEnergies / Umwelt Segment Frucht / Umwelt | 75 f 79 f | |
| Umweltaspekte bei Beschaffung / Lieferantenauswahl | Umwelt / Beschaffung Umwelt / Logistik / Managementansatz, Beschaffungslogistik | 37 f 39 | |
| Umweltaspekte bei Logistik / Vertrieb | Umwelt / Logistik / Managementansatz, Vertriebslogistik | 39 | |
| Biodiversität | Umwelt / Beschaffung / Biodiversität | 38 | |
| Arbeitnehmerbelange | Einhaltung der Menschenrechte an allen Standorten | Mitarbeiter / Managementansatz Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte | 40 46 |
| Geschlechtergleichstellung / Diversität | Mitarbeiter / Gleichstellung der Geschlechter und Diversität | 40 ff | |
| Ausbildung / Personalentwicklung | Mitarbeiter / Personalentwicklung / Aus- und Weiterbildung | 42 | |
| Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz | Mitarbeiter / Sicherheit am Arbeitsplatz und Gesundheitsschutz | 43 | |
| Rechte der Gewerkschaften, Vereinigungsfreiheit und sozialer Dialog | Mitarbeiter / Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften | 44 | |
| Rahmenbedingungen wie z. B. Tarifverträge | Mitarbeiter / Dialog mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften | 44 | |
| Sozialbelange | Soziale Aspekte bei Beschaffung / Lieferantenauswahl | Umwelt / Beschaffung | 37 f |
| Produktsicherheit / Verbraucherschutz | Gesellschaft / Produktverantwortung und Qualität | 44 f | |
| Wertschöpfung / Arbeitsplätze | Gesellschaft / Wertschöpfung im ländlichen Raum | 45 | |
| Dialog auf kommunaler Ebene und Beachtung lokaler Belange | Gesellschaft / Dialog auf kommunaler Ebene, gesellschaftliches und soziales Engagement | 45 | |
| Dialog mit politischen Institutionen, politische Interessenvertretung | Gesellschaft / Dialog mit Politik und Institutionen | 45 | |
| Achtung der Menschenrechte | Beschaffung / Lieferantenauswahl | Umwelt / Beschaffung | 37 |
| Einhaltung der Menschenrechte an allen Standorten | Mitarbeiter / Managementansatz Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte | 40 46 | |
| Verbot von Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit | Mitarbeiter / Managementansatz Gesellschaft / Einhaltung der Menschenrechte | 40 46 | |
| Bekämpfung von Korruption und Bestechung | Beschaffung / Lieferantenauswahl | Umwelt / Beschaffung | 37 f |
| Korruptions- / Bestechungsprävention | Unternehmensführung und -verantwortung / Compliance | 100 f |
TABELLE043
Die Kunst,(tm) Pferde zu stärken ...
... beherrschen wir in allen Leistungsstufen.
PORSCHE 911 GT3 CUP
485 PS
1.246 mm
Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring (120 Runden): 1.275 l Hochleistungskraftstoff ADVANCE20 10 l reraffiniertes Racing Oil
Fährt gern seine Rennen mit ADVANCE20, einem von CropEnergies entwickelten Hochleistungskraftstoff mit 20 % Ethanolanteil.
1.200 kg
285 km/h
4.564 mm
Die vom Standort BioWanze jährlich produzierte Bioethanol-Menge von 300 Mio. Liter ermöglicht dem Porsche im extremen Renntempo unvorstellbare 240 Mio. Runden auf dem Nürnburgring zu drehen.
Futtergetreide kann ganz schön Beine machen. Bei unserer Ethanolproduktion verwenden wir dazu das Getreidekorn komplett. Und bringen so edle Vierbeiner und Hochleistungssportwagen in Fahrt.
~ 1.800 mm
Tagesration für ein Reitpferd (600 kg) bei mittlerer Arbeit: Wiesenheu 5,5 kg, Futterstroh 1,5 kg, Hafer 2,5 kg, Ergänzungsmittel, darunter Kleie 1 kg, Mineralfutter 0,05 kg
Frisst gern täglich Futter mit Kleie, die wir als weiteres Produkt bei der Ethanolherstellung gewinnen.
1 PS
> 60 km/h
~ 2.400 mm
Die vom Standort BioWanze jährlich vermarktete Kleie-Menge von 600 t reicht, um die in der Wiener Stallburg untergebrachten Lippizanerhengste fast 23 Jahre mit der empfohlenen Futtermenge von 1 kg Kleie am Tag zu versorgen.
C2H5OH
Die Formel für Ethanol, umgangssprachlich auch Alkohol genannt, steht für eine besondere Verbindung zwischen dem Rennsportteam Four Motors und CropEnergies. Das Resultat nennt sich ADVANCE20: einer der leistungsfähigsten Kraftstoffe der Welt mit 20 % Ethanol-Beimischung - der Treibstoff für Rennwagen des Teams wie den Porsche 911 GT3 Cup. E20 ist die ideale Kombination für heutige Ottomotoren, denn bei dieser Mischung kommen die Vorteile des Ethanols am besten zum Tragen. Ethanol verursacht über 70 % weniger CO2und 60 % weniger Feinstaub im Vergleich zu gängigem Superbenzin. Dazu kommen Leistungsvorteile durch die deutlich höhere Kühlung von Ethanol. Aber auch mit dem E10-Kraftstoff von der Tankstelle stoßen Fahrzeuge bereits rund 5 % weniger CO2und 23 % weniger Feinstaub aus.
Genauso leistungsorientiert sind wir bei sehr beliebten flachen Teigscheiben ...
| Mio. € | Anhang | 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
| Gewinn- und-Verlust-Rechnung | ||||
| Umsatzerlöse | (6) | 6.754,1 | 6.982,9 | - 3,3 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | (7) | - 188,5 | 34,6 | - |
| Sonstige betriebliche Erträge | (8) | 122,8 | 135,7 | - 9,5 |
| Materialaufwand | (9) | - 4.460,4 | - 4.556,5 | - 2,1 |
| Personalaufwand | (10) | - 975,4 | - 927,0 | 5,2 |
| Abschreibungen | (11) | - 435,5 | - 312,9 | 39,2 |
| Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten | (11) | - 673,1 | 0,0 | - |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (12) | - 926,8 | - 891,8 | 3,9 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | (13) | 22,1 | 2,1 | > 100 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | (14) | - 760,7 | 467,1 | - |
| Finanzerträge | (15) | 44,5 | 62,1 | - 28,3 |
| Finanzaufwendungen 1 | (15) | - 67,7 | - 103,6 | - 34,7 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern 1 | - 783,9 | 425,6 | - | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 | (16) | - 21,4 | - 107,5 | - 80,1 |
| Jahresfehlbetrag / -überschuss | (18) | - 805,3 | 318,1 | - |
| davon Aktionäre der Südzucker AG | - 844,3 | 205,1 | - | |
| davon Hybrid-Eigenkapital | 13,2 | 13,1 | 0,8 | |
| davon sonstige nicht beherrschende Anteile | 25,8 | 99,9 | - 74,2 | |
| Ergebnis je Aktie (€) | (18) | - 4,14 | 1,00 | - |
| Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen | ||||
| Jahresfehlbetrag / -überschuss | - 805,3 | 318,1 | - | |
| Marktbewertung Sicherungsinstrumente (Cashflow Hedge) nach latenten Steuern | - 10,8 | 13,8 | - | |
| Erfolgsneutrale Änderung | - 4,0 | 68,5 | - | |
| Erfolgswirksame Realisierung | - 11,4 | - 49,0 | - 76,7 | |
| Latente Steuern | 4,6 | - 5,7 | - | |
| Marktbewertung Schuldinstrumente (im Vorjahr: Wertpapiere Available for Sale) nach latenten Steuern 2 | 0,0 | - 0,1 | - 80,0 | |
| Erfolgsneutrale Änderung | 0,0 | - 0,1 | - 76,9 | |
| Latente Steuern | 0,0 | 0,0 | - | |
| Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe nach latenten Steuern | 9,3 | - 3,5 | - | |
| Erfolgsneutrale Änderung | 13,5 | - 5,1 | - | |
| Latente Steuern | - 4,2 | 1,6 | - | |
| Währungsdifferenzen | - 1,7 | - 38,0 | - 95,6 | |
| Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 17,5 | - 36,5 | - | |
| Zukünftig in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen | (19) | 14,3 | - 64,3 | - |
| Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente (Wertpapiere) nach latenten Steuern 2 | 0,8 | 0,0 | - | |
| Erfolgsneutrale Änderung | 1,0 | 0,0 | - | |
| Latente Steuern | - 0,2 | 0,0 | - | |
| Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen nach latenten Steuern | (27) | - 62,8 | 33,4 | - |
| Erfolgsneutrale Änderung | - 42,2 | 46,1 | - | |
| Latente Steuern | - 20,6 | - 12,7 | 62,2 | |
| Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 0,3 | 1,5 | - 80,0 | |
| Zukünftig nicht in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen | (19) | - 61,7 | 34,9 | - |
| Sonstiges Ergebnis | (19) | -47,4 | - 29,4 | 61,3 |
| Gesamtergebnis | - 852,7 | 288,7 | - | |
| davon Aktionäre der Südzucker AG | - 888,2 | 195,3 | - | |
| davon Hybrid-Eigenkapital | 13,2 | 13,1 | 0,8 | |
| davon sonstige nicht beherrschende Anteile | 22,3 | 80,3 | - 72,3 |
1
Der Vorjahresbetrag wurde angepasst. Weitere Angaben werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs
gegeben.
2
Angepasst durch IFRS 9 (Finanzinstrumente). Weitere Angaben werden unter Ziffer (1)
des Konzernanhangs gegeben.
TABELLE 044
Unter Ziffer (6) bis (19) sowie (27) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung gegeben.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
| Jahresfehlbetrag / -überschuss | - 805,3 | 318,1 | - |
| Wertminderung (+) von Geschäfts- oder Firmenwerten | 673,1 | 0,0 | - |
| Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte einschließlich Finanzanlagen (+) | 435,5 | 312,9 | 39,2 |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) langfristiger Rückstellungen und (latenter) Steuerschulden sowie Abnahme (+) / Zunahme (-) latenter Steueransprüche | 76,1 | 4,2 | > 100 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Erträge (-) / Aufwendungen (+) | - 2,3 | 57,3 | - |
| Cashflow | 377,1 | 692,5 | -45,5 |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) der kurzfristigen Rückstellungen | - 102,2 | 16,9 | - |
| Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte | 243,4 | - 158,5 | - |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | - 254,6 | - 41,1 | > 100 |
| Zunahme (-) /Abnahme (+) des Working Capitals | - 113,4 | - 182,7 | - 37,9 |
| Gewinne (-) / Verluste (+) aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten / Wertpapieren | - 1,6 | - 8,5 | - 81,2 |
| I. Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit | 262,1 | 501,3 | -47,7 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (-) | - 378,7 | - 360,5 | 5,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen (-) | - 15,3 | - 432,0 | - 96,5 |
| Investitionen gesamt | - 394,0 | - 792,5 | - 50,3 |
| Einzahlungen aus Desinvestitionen (+) | 0,0 | 0,0 | - |
| Einzahlungen aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte (+) | 11,2 | 19,8 | - 43,4 |
| Aus- (-) / Einzahlungen (+) für den Kauf / Verkauf von sonstigen Wertpapieren | 1,4 | 0,0 | - |
| II. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Investitionstätigkeit | - 381,4 | - 772,7 | - 50,6 |
| Rückführung (-) der Anleihe 2011/2018 / Begebung (+) der Anleihe 2017/2025 | - 400,0 | 496,8 | - |
| Rückführung (-) / Begebung (+) von Commercial Papers | 230,0 | 0,0 | - |
| Sonstige Tilgungen (-) / Aufnahmen (+) | 222,8 | - 69,4 | - |
| Tilgung (-) /Aufnahme (+) von Finanzverbindlichkeiten | 52,8 | 427,4 | - 87,6 |
| Aufstockungen an Tochterunternehmen (-) | - 0,4 | - 2,9 | - 86,2 |
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung (+) bzw. -rückkauf (-) | 2,5 | 0,8 | > 100 |
| Gewinnausschüttungen (-) | - 160,7 | - 163,7 | - 1,8 |
| III. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit | - 105,8 | 261,6 | - |
| Veränderung der flüssigen Mittel (Summe aus I., II. und III.) | - 225,1 | - 9,8 | > 100 |
| Veränderung der flüssigen Mittel | |||
| aufgrund von Wechselkursänderungen | - 7,0 | 4,9 | - |
| aufgrund von Änderungen des Konsolidierungskreises / Sonstiges | 1,0 | 9,3 | - 89,2 |
| Abnahme (-) / Zunahme (+) der flüssigen Mittel | - 231,1 | 4,4 | - |
| Flüssige Mittel am Anfang der Periode | 585,2 | 580,8 | 0,8 |
| Flüssige Mittel am Ende der Periode | 354,1 | 585,2 | - 39,5 |
| Dividenden von at Equity einbezogenen Unternehmen / sonstigen Beteiligungen | 19,3 | 39,4 | - 51,0 |
| Zinseinzahlungen (20) | 14,4 | 16,6 | - 13,3 |
| Zinsauszahlungen (20) | - 36,0 | - 32,1 | 12,1 |
| Ertragsteuerzahlungen (20) | - 74,9 | - 126,1 | - 40,6 |
TABELLE 045
Unter Ziffer (20) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben.
Aktiva
| Mio. € | Anhang | 28. Februar 2019 | 28. Februar 2018 | + / - in % |
| Immaterielle Vermögenswerte | (21) | 1.000,7 | 1.659,0 | - 39,7 |
| Sachanlagen | (22) | 2.950,8 | 2.990,5 | - 1,3 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | (23) | 389,9 | 370,3 | 5,3 |
| Sonstige Beteiligungen | (23) | 23,1 | 23,0 | 0,4 |
| Wertpapiere | (30) | 18,8 | 18,7 | 0,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | (25) | 12,9 | 11,8 | 9,3 |
| Aktive latente Steuern | (16) | 74,5 | 79,7 | - 6,5 |
| Langfristige Vermögenswerte | 4.470,7 | 5.153,0 | - 13,2 | |
| Vorräte | (24) | 1.977,0 | 2.119,2 | - 6,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (25) | 972,7 | 972,1 | 0,1 |
| Sonstige Vermögenswerte | (25) | 256,8 | 346,5 | - 25,9 |
| Steuererstattungsansprüche | (16) | 31,0 | 32,7 | - 5,2 |
| Wertpapiere | (30) | 125,6 | 125,7 | - 0,1 |
| Flüssige Mittel | (30) | 354,1 | 585,2 | - 39,5 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 3.717,2 | 4.181,4 | - 11,1 | |
| Bilanzsumme | 8.187,9 | 9.334,4 | - 12,3 | |
|
Passiva |
||||
| Mio. € | Anhang | 28. Februar 2019 | 28. Februar 2018 | + / - in % |
| Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG | 2.476,1 | 3.455,7 | - 28,3 | |
| Hybrid-Eigenkapital | 653,7 | 653,7 | 0,0 | |
| Sonstige nicht beherrschende Anteile | 888,6 | 914,5 | - 2,8 | |
| Eigenkapital | (26) | 4.018,4 | 5.023,9 | - 20,0 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | (27) | 831,6 | 780,8 | 6,5 |
| Sonstige Rückstellungen 1 | (28) | 245,6 | 125,0 | 96,5 |
| Finanzverbindlichkeiten | (30) | 1.126,1 | 1.116,7 | 0,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | (29) | 13,5 | 15,6 | - 13,5 |
| Steuerschulden 1 | (16) | 22,6 | 48,5 | - 53,4 |
| Passive latente Steuern | (16) | 158,7 | 164,1 | - 3,3 |
| Langfristige Schulden | 2.398,1 | 2.250,7 | 6,5 | |
| Sonstige Rückstellungen | (28) | 147,7 | 249,9 | - 40,9 |
| Finanzverbindlichkeiten | (30) | 501,4 | 455,9 | 10,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (29) | 786,4 | 945,6 | - 16,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | (29) | 317,9 | 383,4 | - 17,1 |
| Steuerschulden | (16) | 18,0 | 25,0 | - 28,0 |
| Kurzfristige Schulden | 1.771,4 | 2.059,8 | - 14,0 | |
| Bilanzsumme | 8.187,9 | 9.334,4 | - 12,3 | |
| Nettofinanzschulden | 1.129,0 | 843,0 | 33,9 | |
| Eigenkapitalquote in % | 49,1 | 53,8 | ||
| Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) | 28,1 | 16,8 |
TABELLE 046
Unter den Ziffern (16) und (21) bis (30) des Konzernanhangs werden weitere Erläuterungen zur Bilanz gegeben.
| Mio. € | Ausstehendes gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Sonstige Rücklagen |
| 1. März 2017 | 204,2 | 1.614,9 | 1.582,7 |
| Jahresüberschuss | 205,1 | ||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | 45,7 | ||
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - 12,7 | ||
| Gesamtergebnis | 238,1 | ||
| Ausschüttungsverpflichtungen | - 91,9 | ||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Veränderungen | 5,2 | ||
| 28. Februar 2018 | 204,2 | 1.614,9 | 1.734,1 |
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | 204,2 | 1.614,9 | 1.734,1 |
| Anpassungen aus Erstanwendung von IFRS 9, IFRS 15 und IAS 29 1 | 0,0 | 0,0 | 2,7 |
| 1. März 2018 (angepasst) | 204,2 | 1.614,9 | 1.736,8 |
| Jahresfehlbetrag | - 844,3 | ||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - 39,0 | ||
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - 21,0 | ||
| Gesamtergebnis | - 904,3 | ||
| Ausschüttungsverpflichtungen | - 91,9 | ||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Veränderungen | - 3,2 | ||
| 28. Februar 2019 | 204,2 | 1.614,9 | 737,4 |
| Sonstige Eigenkapitalposten | |||
| Mio. € | Marktbewertung Sicherungsinstrumente (Cashflow Hedge) | Marktbewertung Schuldinstrumente (im Vorjahr: Wertpapiere Available for Sale) | Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe |
| 1. März 2017 | - 2,9 | 1,5 | - 13,6 |
| Jahresüberschuss | |||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | 20,1 | - 0,1 | - 5,1 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - 5,9 | 0,0 | 1,6 |
| Gesamtergebnis | 14,2 | - 0,1 | - 3,5 |
| Ausschüttungsverpflichtungen | |||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| 28. Februar 2018 | 11,3 | 1,4 | - 17,1 |
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | 11,3 | 1,4 | - 17,1 |
| Anpassungen aus Erstanwendung von IFRS 9, IFRS 15 und IAS 29 1 | 0,0 | - 1,4 | 0,0 |
| 1. März 2018 (angepasst) | 11,3 | 0,0 | - 17,1 |
| Jahresfehlbetrag | |||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - 16,2 | 0,0 | 13,5 |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | 4,8 | 0,0 | - 4,2 |
| Gesamtergebnis | - 11,4 | 0,0 | 9,3 |
| Ausschüttungsverpflichtungen | |||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | |||
| Sonstige Veränderungen | |||
| 28. Februar 2019 | - 0,1 | 0,0 | - 7,8 |
| Sonstige Eigenkapitalposten | ||||||
| Mio. € | Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen / Hochinflation | Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen | Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG | Hybrid-Eigenkapital | Sonstige nicht beherrschende Anteile | Eigenkapital |
| 1. März 2017 | - 42,4 | 2,7 | 3.347,1 | 653,1 | 887,9 | 4.888,1 |
| Jahresüberschuss | 205,1 | 13,1 | 99,9 | 318,1 | ||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | - 18,9 | - 34,5 | 7,2 | - 19,8 | - 12,6 | |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - 17,0 | 0,2 | - 16,8 | |||
| Gesamtergebnis | - 18,9 | - 34,5 | 195,3 | 13,1 | 80,3 | 288,7 |
| Ausschüttungsverpflichtungen | - 91,9 | - 13,1 | - 53,3 | - 158,3 | ||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | 0,0 | 0,6 | 0,2 | 0,8 | ||
| Sonstige Veränderungen | 5,2 | - 0,6 | 4,6 | |||
| 28. Februar 2018 | - 61,3 | - 31,8 | 3.455,7 | 653,7 | 914,5 | 5.023,9 |
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | - 61,3 | - 31,8 | 3.455,7 | 653,7 | 914,5 | 5.023,9 |
| Anpassungen aus Erstanwendung von IFRS 9, IFRS 15 und IAS 29 1 | 2,4 | 0,0 | 3,7 | 0,0 | 3,2 | 6,9 |
| 1. März 2018 (angepasst) | - 58,9 | - 31,8 | 3.459,4 | 653,7 | 917,7 | 5.030,8 |
| Jahresfehlbetrag | - 844,3 | 13,2 | 25,8 | - 805,3 | ||
| Sonstiges Ergebnis vor Steuern | 0,2 | 18,1 | - 23,4 | - 3,5 | - 27,0 | |
| Latente Steuern auf sonstiges Ergebnis | - 20,5 | 0,0 | - 20,4 | |||
| Gesamtergebnis | 0,2 | 18,1 | - 888,2 | 13,2 | 22,3 | - 852,7 |
| Ausschüttungsverpflichtungen | - 91,9 | - 13,2 | - 50,3 | - 155,4 | ||
| Abstockungen an Tochterunternehmen / Kapitalerhöhung | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | ||
| Sonstige Veränderungen | - 3,2 | - 1,1 | - 4,3 | |||
| 28. Februar 2019 | - 58,7 | - 13,7 | 2.476,1 | 653,7 | 888,6 | 4.018,4 |
1
Weitere Angaben zu den Anpassungen werden unter Ziffer (1) des Konzernanhangs gegeben.
Unter Ziffer (26) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zum Eigenkapital gegeben.
TABELLE 047
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 | + / - in % |
| Südzucker - Konzern | |||
| Umsatzerlöse (brutto) | 7.128,6 | 7.392,1 | - 3,6 |
| Konsolidierung | - 374,5 | - 409,2 | - 8,5 |
| Umsatzerlöse | 6.754,1 | 6.982,9 | - 3,3 |
| EBITDA | 353,5 | 757,4 | - 53,3 |
| EBITDA-Marge | 5,2 % | 10,8 % | |
| Abschreibungen | - 326,2 | - 312,9 | 4,3 |
| Operatives Ergebnis | 27,3 | 444,5 | - 93,9 |
| Operative Marge | 0,4 % | 6,4 % | |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | - 810,1 | 20,5 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 22,1 | 2,1 | > 100 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | - 760,7 | 467,1 | - |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | 378,7 | 360,5 | 5,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | 15,3 | 432,0 | - 96,5 |
| Investitionen gesamt | 394,0 | 792,5 | - 50,3 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | 389,9 | 370,3 | 5,3 |
| Capital Employed | 6.072,1 | 6.650,0 | - 8,7 |
| Return on Capital Employed | 0,4 % | 6,7 % | |
| Mitarbeiter | 19.219 | 18.515 | 3,8 |
| Segment Zucker | |||
| Umsatzerlöse (brutto) | 2.758,8 | 3.236,8 | - 14,8 |
| Konsolidierung | - 170,5 | - 220,3 | - 22,6 |
| Umsatzerlöse | 2.588,3 | 3.016,5 | - 14,2 |
| EBITDA | - 101,2 | 278,1 | - |
| EBITDA-Marge | - 3,9 % | 9,2 % | |
| Abschreibungen | - 137,7 | - 138,7 | - 0,7 |
| Operatives Ergebnis | - 238,9 | 139,4 | - |
| Operative Marge | - 9,2 % | 4,6 % | |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | - 769,7 | 24,4 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 5,3 | - 28,4 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | - 1.003,3 | 135,4 | - |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | 144,8 | 170,4 | - 15,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | 1,8 | 2,0 | - 10,0 |
| Investitionen gesamt | 146,6 | 172,4 | - 15,0 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | 326,3 | 308,0 | 5,9 |
| Capital Employed | 2.652,5 | 3.299,2 | - 19,6 |
| Return on Capital Employed | - 9,0 % | 4,2 % | |
| Mitarbeiter | 6.950 | 7.034 | - 1,2 |
| Segment Spezialitäten | |||
| Umsatzerlöse (brutto) | 2.411,6 | 2.111,4 | 14,2 |
| Konsolidierung | - 117,8 | - 114,5 | 2,9 |
| Umsatzerlöse | 2.293,8 | 1.996,9 | 14,9 |
| EBITDA | 267,6 | 255,2 | 4,9 |
| EBITDA-Marge | 11,7 % | 12,8 % | |
| Abschreibungen | - 111,5 | - 97,4 | 14,5 |
| Operatives Ergebnis | 156,1 | 157,8 | - 1,1 |
| Operative Marge | 6,8 % | 7,9 % | |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | - 50,5 | - 3,1 | > 100 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 16,6 | 30,6 | - 45,8 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 122,2 | 185,3 | - 34,1 |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | 164,5 | 121,2 | 35,7 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | 7,7 | 430,0 | - 98,2 |
| Investitionen gesamt | 172,2 | 551,2 | - 68,8 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | 61,5 | 60,4 | 1,8 |
| Capital Employed | 2.132,9 | 2.055,0 | 3,8 |
| Return on Capital Employed | 7,3 % | 7,7 % | |
| Mitarbeiter | 6.033 | 5.697 | 5,9 |
| Segment CropEnergies | |||
| Umsatzerlöse (brutto) | 778,6 | 882,0 | - 11,7 |
| Konsolidierung | - 85,5 | - 73,8 | 15,9 |
| Umsatzerlöse | 693,1 | 808,2 | - 14,2 |
| EBITDA | 72,1 | 110,9 | - 35,0 |
| EBITDA-Marge | 10,4 % | 13,7 % | |
| Abschreibungen | - 39,3 | - 39,2 | 0,3 |
| Operatives Ergebnis | 32,8 | 71,7 | - 54,3 |
| Operative Marge | 4,7 % | 8,9 % | |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | 10,1 | - 0,8 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 0,2 | - 0,1 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 43,1 | 70,8 | - 39,1 |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | 13,2 | 19,5 | - 32,3 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | 0,0 | 0,0 | - |
| Investitionen gesamt | 13,2 | 19,5 | - 32,3 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | 2,1 | 1,9 | 10,5 |
| Capital Employed | 456,3 | 451,7 | 1,0 |
| Return on Capital Employed | 7,2 % | 15,9 % | |
| Mitarbeiter | 433 | 414 | 4,6 |
| Segment Frucht | |||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.179,6 | 1.161,9 | 1,5 |
| Konsolidierung | - 0,7 | - 0,6 | 16,7 |
| Umsatzerlöse | 1.178,9 | 1.161,3 | 1,5 |
| EBITDA | 115,0 | 113,2 | 1,6 |
| EBITDA-Marge | 9,8 % | 9,7 % | |
| Abschreibungen | - 37,7 | - 37,6 | 0,3 |
| Operatives Ergebnis | 77,3 | 75,6 | 2,2 |
| Operative Marge | 6,6 % | 6,5 % | |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | 0,0 | 0,0 | - |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 0,0 | 0,0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 77,3 | 75,6 | 2,2 |
| Investitionen in Sachanlagen 1 | 56,2 | 49,4 | 13,8 |
| Investitionen in Finanzanlagen / Akquisitionen | 5,8 | 0,0 | - |
| Investitionen gesamt | 62,0 | 49,4 | 25,5 |
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen | 0,0 | 0,0 | - |
| Capital Employed | 830,4 | 844,1 | - 1,6 |
| Return on Capital Employed | 9,3 % | 9,0 % | |
| Mitarbeiter | 5.803 | 5.370 | 8,1 |
1
Einschließlich immaterieller Vermögenswerte.
TABELLE 048
Die Berichtssegmente der Südzucker-Gruppe sind entsprechend IFRS 8 (Operative Segmente) an der internen Berichtsstruktur gegenüber dem Gesamtvorstand ausgerichtet. Die Südzucker-Gruppe berichtet in den vier Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht.
Im Segment Zucker werden Zucker und Zuckerspezialitäten sowie Futtermittel produziert und vermarktet. Das Segment umfasst die Division Geschäftsbereich Zucker mit den vier Produktionsgesellschaften in Belgien (Raffinerie Tirlemontoise S.A., Tienen), Deutschland (Südzucker AG, Mannheim), Frankreich (Saint Louis Sucre S.A.S., Paris) und Polen (Südzucker Polska S.A., Wroctaw) sowie den Vertriebsgesellschaften in Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien und Spanien. In der Division AGRANA Zucker ist die Zuckerproduktion in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zusammengefasst. Des Weiteren bestehen die Divisionen Zuckerproduktion in Moldau (Südzucker Moldova S.R.L., Chiginäu) und Landwirtschaft (Südzucker AG, Geschäftsbereich Landwirtschaft; Loberaue Agrar GmbH, Rackwitz; Terra Sömmerda GmbH, Sömmerda). At Equity einbezogen werden das britische Handelshaus ED&F MAN Holdings Limited, die AGRANA-Studen-Gruppe (einschließlich Zuckerproduktion in Bosnien) und das italienische Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l.
Das Segment Spezialitäten beinhaltet die vier Divisionen BENEO, Freiberger, PortionPack Europe und Stärke. BENEO produziert und vermarktet Inhaltsstoffe aus verschiedenen Rohstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung mit ernährungsphysiologischen und technologischen Vorzügen. Die Freiberger-Gruppe ist Produzent von tiefgekühlter und gekühlter Pizza sowie tiefgekühlten Pastagerichten und Snacks mit klarem Fokus auf das Handelsmarkengeschäft in Europa und den USA. Die PortionPack-Europe-Gruppe ist auf die Entwicklung, Abpackung und Vermarktung von Portionsartikeln spezialisiert. Die Division Stärke umfasst das Stärke- und Bioethanolgeschäft der AGRANA-Gruppe mit der österreichischen Kartoffel-, Mais- und Weizenstärkeproduktion, der Maisstärkefabrik in Rumänien sowie der Bioethanolproduktion in Österreich. Der Division Stärke ist außerdem die Weizenstärkeanlage am Standort Zeitz zugeordnet, die operativ vom Geschäftsbereich Zucker geführt wird. Die Stärke- und Bioethanolaktivitäten der Hungrana-Gruppe in Ungarn werden at Equity einbezogen.
Die Bioethanolaktivitäten der Südzucker-Gruppe an den vier Produktionsstandorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien sowie die Handelsaktivitäten in Brasilien und Chile sind im Segment CropEnergies gebündelt und werden als börsennotierte Aktiengesellschaft geführt. CropEnergies ist einer der führenden Hersteller von nachhaltig erzeugtem Bioethanol für den Kraftstoffsektor in Europa sowie von Lebens- und Futtermitteln. Zudem ist CropEnergies zu 50 % an der CT Biocarbonic GmbH beteiligt, die in Zeitz eine Produktionsanlage zur Herstellung von flüssigem CO2in Lebensmittelqualität betreibt; diese Gesellschaft wird at Equity einbezogen.
Das Segment Frucht umfasst die beiden Divisionen Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) und Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE). Die weltweit tätigen Unternehmen des Segments Frucht beliefern internationale Lebensmittelkonzerne vor allem aus der Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Getränkeindustrie.
Das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene Ergebnis der Betriebstätigkeit setzt sich aus dem operativen Ergebnis, dem Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen und dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen zusammen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit ist dabei eine Kennzahl, die eine Vergleichsgröße für Unternehmen mit unterschiedlichen Finanzstrukturen und Steuersystemen darstellt, indem der Jahresüberschuss um das Finanzergebnis und den Steueraufwand bereinigt wird.
Das operative Ergebnis ist das um Sondereinflüsse und um die Effekte aus der at-Equity-Einbeziehung bereinigte Ergebnis der Betriebstätigkeit. Sondereinflüsse sind im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßig wiederkehrende wie auch aperiodische Ergebniseinflüsse. Das operative Ergebnis dient als Basis der internen Unternehmenssteuerung. Die operative Marge errechnet sich als Quotient aus operativem Ergebnis und Umsatzerlösen.
Das Capital Employed spiegelt das in den Segmenten und im Konzern gebundene operative Kapital wider. Es setzt sich aus dem Sachanlagevermögen einschließlich immaterieller Vermögenswerte sowie dem Working Capital (Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen) zusammen. Zur einheitlichen Darstellung des aus Konzernsicht tatsächlich gebundenen Kapitals werden die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Segment Frucht wie auf Ebene der unmittelbaren Muttergesellschaft AGRANA Beteiligungs-AG voll aufgedeckt. Das Working Capital umfasst nur originär unverzinsliche Forderungen und Verbindlichkeiten.
Die Geschäfte zwischen den Segmenten - mit Umsatzerlösen von 374,5 (409,2) Mio. € - erfolgten zu marktüblichen Konditionen.
Die Gesamtkapitalrendite ROCE (Return on Capital Employed) bezieht das operative Ergebnis auf das Capital Employed. Das Capital Employed leitet sich wie folgt ab:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Operatives Ergebnis | 27,3 | 444,5 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 842,7 | 1.502,1 |
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 270,5 | 269,5 |
| Sachanlagen | 2.950,8 | 2.990,5 |
| Unverzinsliche Forderungen | 1.223,4 | 1.268,6 |
| Vorräte | 1.977,0 | 2.119,2 |
| ./. Kurzfristige Rückstellungen | -147,7 | -249,9 |
| ./. Unverzinsliche Verbindlichkeiten | -1.044,6 | -1.250,0 |
| Working Capital | 2.008,1 | 1.887,9 |
| Capital Employed | 6.072,1 | 6.650,0 |
| Return on Capital Employed | 0,4 % | 6,7 % |
TABELLE 049
Nachstehend erfolgen Angaben zur Segmentierung nach Regionen:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) | ||
| Deutschland | 92,9 | 99,2 |
| Übrige EU | 233,5 | 225,9 |
| Übriges Ausland | 52,3 | 35,4 |
| 378,7 | 360,5 | |
| Buchwerte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) | ||
| Deutschland | 967,7 | 1.043,8 |
| Übrige EU | 1.663,2 | 1.653,2 |
| Übriges Ausland | 590,3 | 563,0 |
| 3.221,3 | 3.260,0 | |
| Mitarbeiter | ||
| Deutschland | 4.260 | 4.185 |
| Übrige EU | 9.185 | 8.913 |
| Übriges Ausland | 5.774 | 5.417 |
| 19.219 | 18.515 |
TABELLE 050
Die regionale Zuteilung des Segmentvermögens, der Investitionen und der Mitarbeiter erfolgt nach den Ländern, in denen die Tochterunternehmen der Südzucker-Gruppe ihren Sitz haben. Die Angaben zur Anzahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter erfolgen - sofern nichts anderes angegeben - grundsätzlich als Vollzeitäquivalent zum Bilanzstichtag. Die Aufgliederung der Umsatzerlöse mit Dritten nach Segmenten und Lieferdestination ist unter Ziffer (6) "Umsatzerlöse" dargestellt.
Die Südzucker AG hat ihren Sitz in der Maximilianstraße 10 in 68165 Mannheim / Deutschland; die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB-Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 19. Juli 2018 ist der Gegenstand des Unternehmens die Herstellung von Zucker, dessen Verkauf, die Verwertung der sich ergebenden Nebenerzeugnisse und der Betrieb der Landwirtschaft. Die Gesellschaft ist berechtigt, sich auch an anderen Unternehmungen in jeder zulässigen Form zu beteiligen, solche zu erwerben und alle Geschäfte zu unternehmen, welche zur Erreichung oder Förderung des Gesellschaftszwecks unmittelbar oder mittelbar als dienlich erscheinen.
Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Südzucker AG sowie ihre Tochterunternehmen. Südzucker hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der Südzucker AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.
Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2019 ist am 24. April 2019 vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Prüfung durch den Prüfungsausschuss erfolgt am 7. Mai 2019 und die Prüfung sowie die Billigung durch den Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 15. Mai 2019. Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses einschließlich des Konzernlageberichts (Geschäftsbericht) ist der 16. Mai 2019.
Südzucker erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro; alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben.
Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn- und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.
Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst und Zwischensummen eingefügt. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- -Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" nicht etwas anderes berichtet wird.
Im Geschäftsjahr 2018/19 waren die nachstehenden Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden.
| Standard | Verabschiedung durch den IASB | Anerkennung durch die EU | |
| IAS 40 | Als Finanzinvestition gehaltene Immobilie (Änderung) | 08.12.2016 | 14.03.2018 |
| IFRS 2 | Anteilsbasierte Vergütung | 20.06.2016 | 26.02.2018 |
| IFRS 4 | Versicherungsverträge | 12.09.2016 | 03.11.2017 |
| IFRS 9 (2014) | Finanzinstrumente | 24.07.2014 | 22.11.2016 |
| IFRS 9 (geändert 2017) | Finanzinstrumente (Änderung) | 12.10.2017 | 22.03.2018 |
| IFRS 15 | Erlöse aus Verträgen mit Kunden | 28.05.2014 | 22.09.2016 |
| IFRS 15 (geändert 2016) | Erlöse aus Verträgen mit Kunden (Änderung) | 12.04.2016 | 31.10.2017 |
| IFRIC 22 | Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Leistungen | 08.12.2016 | 28.03.2018 |
TABELLE 051
Die erstmalig anzuwendenden IAS 40 (Als Finanzinvestition gehaltene Immobilie), IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung) und IFRS 4 (Versicherungsverträge) und IFRIC 22 (Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Leistungen) sind für Südzucker nicht einschlägig; daher ergaben sich hieraus keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. die Angaben im Konzernanhang von Südzucker.
In Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften von IFRS 9 wurden die Übergangseffekte - ohne Anpassung der Vergleichsperioden - kumulativ zum 1. März 2018 in den sonstigen Rücklagen erfasst, was in der Entwicklung des Eigenkapitals abgebildet ist. Hierbei wurde IFRS 9 vollumfänglich einschließlich der Vorschriften zum Hedge-Accounting angewandt. Darüber hinaus wurden die Folgeänderungen zu IFRS 7 ausschließlich auf die Anhangsangaben für das Geschäftsjahr 2018/19 angewendet.
Durch die Überführung von Wertpapieren in Form von Eigenkapitalinstrumenten von der bisher geltenden Kategorie "zur Veräußerung verfügbar" in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bzw. in die Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" haben sich Verschiebungen in Höhe von 1,4 Mio. € von den sonstigen Eigenkapitalposten (Marktbewertung Wertpapiere) in die sonstigen Rücklagen ergeben. In der Kategorie "Kredite und Forderungen" waren auch Wertpapiere in Form von Schuldinstrumenten enthalten, die nun der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling)" zugeordnet sind.
Die sonstigen Beteiligungen umfassen - neben übrigen Beteiligungen - aufgrund fehlender Materialität nicht konsolidierte verbundene Unternehmen bzw. nicht at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Letztere fallen unter den Anwendungsbereich von IFRS 10 (Konzernabschlüsse) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen). Für die verbleibenden sonstigen Beteiligungen in Höhe von 1,0 Mio. € zum 1. Mai 2018 ist nach IFRS 9 die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" einschlägig.
Nunmehr beinhalten die Wertberichtigungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht nur Einzelwertberichtigungen für eingetretene Kreditrisiken, sondern auch eine Wertminderungsvorsorge für zukünftig erwartete Kreditverluste. Diese werden auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und getrennt nach betroffener Division ermittelt (portfoliobasierte Wertminderung). Aus der Neuregelung entstand ein zusätzlicher portfoliobasierter Wertminderungsbedarf von - 0,5 Mio. €, der zum 1. März 2018 in Höhe von - 0,4 Mio. € nach Steuern erfolgsneutral in den sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst wurde.
In der Gesamtergebnisrechnung wurde mit Einführung der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" für die Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten innerhalb der Zwischensumme "zukünftig nicht in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen" eine entsprechende neue Zeile eingefügt.
In der Gesamtergebnisrechnung ersetzt die Zeile "Marktbewertung Schuldinstrumente (Wertpapiere) nach latenten Steuern" innerhalb der Zwischensumme "zukünftig in der GuV zu erfassende Erträge und Aufwendungen" die bis zum 4. Quartal 2017/18 ausgewiesene Zeile "Marktbewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere nach latenten Steuern". Entsprechend betrifft der Vorjahresausweis die Bewertung von Wertpapieren der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar".
Gleiches gilt für die Entwicklung des Eigenkapitals. Dort wurde innerhalb der "sonstigen Eigenkapitalposten" die Spalte "Marktbewertung zur Veräußerung verfügbarer Wertpapiere" durch die Spalte "Marktbewertung Schuldinstrumente (Wertpapiere)" ersetzt.
Mit IFRS 15 kommt es im Zusammenhang mit Lieferungen an at Equity einbezogene Unternehmen zu einer früheren Erfassung von Umsatzerlösen bzw. der korrespondierenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; auf Basis der modifizierten retrospektiven Umstellungsmethode wird die sich hieraus zum 1. März 2018 ergebende Eigenkapitalmehrung von 1,6 Mio. € erfolgsneutral unter den sonstigen Rücklagen erfasst.
Daneben wurden bisher unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesene Lieferrechte in die sonstigen Vermögenswerte umgegliedert.
Der IFRS-Fachausschuss des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC) hat am 5. September 2018 die DRSC Interpretation 4 (IFRS) verabschiedet, die von der Südzucker AG und den vollkonsolidierten deutschen Tochtergesellschaften ab dem Geschäftsjahr 2018/19 verpflichtend anzuwenden ist. Die Interpretation betrifft den Anwendungsbereich von IAS 12 (Ertragsteuern) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen) auf ertragsteuerliche Nebenleistungen im deutschen Rechtsraum gemäß § 3 Abs. 4 Abgabenordnung (u. a. Zinsen). Diese sind nach IAS 37 zu bilanzieren, entsprechend kam es zu einer Umgliederung in der Bilanz von den langfristigen Steuerschulden in die langfristigen Rückstellungen. Analog kam es im Vorjahr zu einer Reduktion des Steueraufwands zulasten des sonstigen Finanzergebnisses in Höhe von 2,2 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2018/19 kam erstmalig IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) zur Anwendung, was zu entsprechenden Anpassungen führte. Weitere Details hierzu finden sich unter Ziffer (4) "Währungsumrechnung" dieses Konzernanhangs.
Insgesamt haben sich aus den zuvor beschriebenen Anpassungen folgende Auswirkungen auf die Bilanz des Vorjahres ergeben:
| Betrag veröffentlicht | Anpassungen | Betrag angepasst | Anpassungen | |||
| Mio. € | 28.02.2018 | IAS 12, IAS 37 | 28. Februar 2018 | IFRS 9 | IFRS 15 | IAS 29 |
| Aktiva | ||||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.659,0 | 1.659,0 | - 1,5 | 1,7 | ||
| Sachanlagen | 2.990,5 | 2.990,5 | 5,2 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | 11,8 | 11,8 | 0,5 | |||
| Aktive latente Steuern | 79,7 | 79,7 | 0,1 | - 0,6 | ||
| Langfristige Vermögenswerte | 5.153,0 | 0,0 | 5.153,0 | 0,1 | - 1,6 | 6,9 |
| Vorräte | 2.119,2 | 2.119,2 | - 9,3 | 0,9 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 972,1 | 972,1 | - 0,5 | 11,5 | ||
| Sonstige Vermögenswerte | 346,5 | 346,5 | 1,0 | |||
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.181,4 | 0,0 | 4.181,4 | - 0,5 | 3,2 | 0,9 |
| Bilanzsumme | 9.334,4 | 0,0 | 9.334,4 | - 0,4 | 1,6 | 7,8 |
| Passiva | ||||||
| Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG | 3.455,7 | 3.455,7 | - 0,3 | 1,6 | 2,4 | |
| Hybrid-Eigenkapital | 653,7 | 653,7 | ||||
| Sonstige nicht beherrschende Anteile | 914,5 | 914,5 | - 0,1 | 3,3 | ||
| Eigenkapital | 5.023,9 | 0,0 | 5.023,9 | - 0,4 | 1,6 | 5,7 |
| Sonstige Rückstellungen | 90,5 | 34,5 | 125,0 | |||
| Steuerschulden | 83,0 | - 34,5 | 48,5 | 2,1 | ||
| Langfristige Schulden | 2.250,7 | 0,0 | 2.250,7 | 0,0 | 0,0 | 2,1 |
| Bilanzsumme | 9.334,4 | 0,0 | 9.334,4 | - 0,4 | 1,6 | 7,8 |
| Betrag angepasst | |
| Mio. € | 01.03.2018 |
| Aktiva | |
| immaterielle Vermögenswerte | 1.659,2 |
| Sachanlagen | 2.995,7 |
| Sonstige Vermögenswerte | 12,3 |
| Aktive latente Steuern | 79,2 |
| Langfristige Vermögenswerte | 5.158,4 |
| Vorräte | 2.110,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 983,1 |
| Sonstige Vermögenswerte | 347,5 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.185,0 |
| Bilanzsumme | 9.343,4 |
| Passiva | |
| Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG | 3.459,4 |
| Hybrid-Eigenkapital | 653,7 |
| Sonstige nicht beherrschende Anteile | 917,7 |
| Eigenkapital | 5.030,8 |
| Sonstige Rückstellungen | 125,0 |
| Steuerschulden | 50,6 |
| Langfristige Schulden | 2.252,8 |
| Bilanzsumme | 9.343,4 |
TABELLE 052
Wäre im laufenden Geschäftsjahr weiterhin nach IAS 18 (Umsatzerlöse) statt nach IFRS 15 bilanziert worden, so hätten sich die oben zum Übergangszeitpunkt 1. März 2018 dargestellten Salden zu einem späteren Zeitpunkt während des Geschäftsjahres 2018/19 ergebniswirksam realisiert.
Die Überleitung der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte von den Bewertungskategorien gemäß IAS 39 auf die Bewertungskategorien nach IFRS 9 stellt sich wie folgt dar; hierbei werden unter der Bezeichnung "Änderung der Bewertungsparameter" die Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gezeigt:
| 28.02.2018 | 01.03.2018 | 28.02.2018 | ||
| Mio. € | Bewertungskategorie gemäß IAS 39 | Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 | Buchwert | Änderung der Bewertungskategorie |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Wertpapiere | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 18,7 | - 4,4 |
| Erfolgsneutral zum beizuglegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) | 0,0 | 4,7 | ||
| Langfristige Wertpapiere | 18,7 | 0,3 | ||
| Sonstige Beteiligungen | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten) | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 1,3 | - 0,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Kredite und Forderungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 972,1 | 0,0 |
| Forderungen an die EU | Kredite und Forderungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 56,2 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | Kredite und Forderungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 65,5 | 0,0 |
| Positive Martkwerte Derivate - kein Hedge Accounting | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 4,0 | 0,0 |
| Positive Marktwerte Derivate - Hedge Accounting | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis | 35,5 | 0,0 |
| Wertpapiere | Kredite und Forderungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 0,0 | 0,4 |
| Wertpapiere | Kredite und Forderungen | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling) | 125,0 | 0,0 |
| Wertpapiere | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 0,7 | - 0,4 |
| Kurzfristige Wertpapiere | 125,7 | 0,0 | ||
| Flüssige Mittel | Kredite und Forderungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 585,2 | 0,0 |
| 1.864,2 | 0,0 |
| 01.03.2018 | ||
| Mio. € | Änderung der Bewertungsparameter | Buchwert |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| Wertpapiere | 14,3 | |
| 4,7 | ||
| Langfristige Wertpapiere | 19,0 | |
| Sonstige Beteiligungen | 1,0 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 11,0 | 983,1 |
| Forderungen an die EU | 56,2 | |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 65,5 | |
| Positive Martkwerte Derivate - kein Hedge Accounting | 4,0 | |
| Positive Marktwerte Derivate - Hedge Accounting | 35,5 | |
| Wertpapiere | 0,4 | |
| Wertpapiere | 125,0 | |
| Wertpapiere | 0,3 | |
| Kurzfristige Wertpapiere | 125,7 | |
| Flüssige Mittel | 585,2 | |
| 11,0 | 1.875,2 |
TABELLE 053
Bei den finanziellen Verbindlichkeiten haben sich hingegen keine Veränderungen zwischen Bewertungskategorien nach IAS 39 und IFRS 9 ergeben. Mit Ausnahme der negativen Marktwerte von Derivaten werden sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Negative Marktwerte von Derivaten, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet, alle übrigen erfolgswirksam in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung.
In der nachfolgenden Übersicht sind die Standards und Interpretationen aufgeführt, die ab dem Geschäftsjahr 2019/20 oder später anzuwenden sind, da sie bereits von der EU anerkannt wurden bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. Südzucker hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für Südzucker von Relevanz sind; sofern künftig geltende Vorschriften für Südzucker nicht einschlägig sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.
| Verabschiedung durch den IASB | Anwendungspflicht für | ||
| Standard / Interpretation | Anerkennung durch die EU | Südzucker ab Geschäftsjahr | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf Südzucker |
| Rahmenkonzept (Änderung) | 29.03.2018 Nein | 2020/21 | Die Änderung ist für Südzucker nicht relevant. |
| IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) | 31.10.2018 Nein | 2020/21 | Mit der Änderung wurde die Definition von "wesentlich" konkretisiert. |
| IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) | 31.10.2018 Nein | 2020/21 | Mit der Änderung wird auf die Definition von "wesentlich" in IAS 1 verwiesen. |
| IAS 19 (geändert 2018) Leistungen an Arbeitnehmer | 07.02.2018 Nein | 2019/20 | Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden. Ferner wurden Ergänzungen zur Klarstellung aufgenommen, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt. Sofern keine entsprechenden Sachverhalte vorliegen, sind die Änderungen für Südzucker nicht relevant. |
| IAS 28 (geändert 2017) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) | 12.10.2017 08.02.2019 | 2019/20 | Mit der Änderung wird klargestellt, dass IFRS 9 (Finanzinstrumente) auf langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen oder Joint Ventures anzuwenden ist, sofern diese Teil einer Nettoinvestition sind und nicht at Equity einbezogen werden. Die Änderung ist für Südzucker nicht relevant. |
| IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (Änderung) | 22.10.2018 Nein | 2020/21 | Mit der Änderung wurde die Definition eines Geschäftsbetriebs, in Abgrenzung zu einem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten, angepasst. Die Änderungen können bei Unternehmenszusammenschlüssen ab dem Geschäftsjahr 2020/21 einschlägig werden. |
| IFRS 9 (geändert 2017) Finanzinstrumente (Änderung) | 12.10.2017 22.03.2018 | 2019/20 | Die Änderung regelt, dass bestimmte Finanzinstrumente mit symmetrisch ausgestalteten Kündigungs- und Entschädigungsklauseln (Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung) zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden können, die ansonsten erfolgswirksam zu bewerten wären. Die Änderung ist für Südzucker nicht relevant. |
| IFRS 16 Leasing | 13.01.2016 31.10.2017 | 2019/20 | Mit IFRS 16 werden Ansatz, Bewertung und Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Beim Leasingnehmer wird es künftig nur noch ein Bilanzierungsmodell geben, bei dem das Nutzungsrecht als Vermögenswert und die Verpflichtung als Verbindlichkeit in der Bilanz auszuweisen sind. Die Ersterfassung erfolgt mittels des modifizierten retrospektiven Ansatzes, bei dem die Leasingverbindlichkeit und der Vermögenswert mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen unter Berücksichtigung des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzkapitalisierungszinssatzes zugehen. Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse wird Südzucker das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch nehmen. Südzucker setzt Leasing im Bereich Logistik und in der Landwirtschaft mit der Pacht von Agrarflächen ein. Daneben bestehen langfristige Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion. Gegenwärtig wird mit einer Erfassung von Nutzungsrechten sowie der Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten von rund 130 Mio. € gerechnet. Dies entspricht im Wesentlichen dem Barwert der unter Ziffer (33) zum 28. Februar 2019 ausgewiesenen Zahlungsverpflichtungen aus Operating Leasing. Für das Geschäftsjahr 2019/20 resultieren hieraus Abschreibungen der Nutzungsrechte in Höhe von voraussichtlich rund 30 Mio. € sowie ein Zinsaufwand aus der Finanzverbindlichkeit von weniger als 5 Mio. €. In der Bilanz werden die Nutzungsrechte gemeinsam mit dem erworbenen Sachanlagevermögen ausgewiesen. |
| IFRS 17 Versicherungsverträge | 18.05.2017 Nein | 2021/22 | Der Standard ist für Südzucker nicht relevant. |
| Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS -Zyklus 2015 - 2017 | 12.12.2017 Nein | 2019/20 | Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. |
| IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung | 07.06.2017 23.10.2018 | 2019/20 | Mit IFRIC 23 wird die Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern klargestellt. Dabei steht es im Ermessen, ob steuerliche Sachverhalte einzeln oder gemeinsam beurteilt werden. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. |
| Diverse Rahmenwerk (selbst nicht Teil des EU-Endorsement-Prozesses, aber Änderungen an den Verweisen innerhalb der diversen IFRS) | 29.03.2018 n / a | 2020/21 | Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. |
TABELLE 054
In den Konzernabschluss wurden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung neben der Südzucker AG alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Südzucker AG unmittelbar oder mittelbar über die Beherrschung verfügt. Zum Bilanzstichtag wurden - neben der Südzucker AG - 156 (158) Unternehmen im Wege der Vollkonsolidierung im Konzernabschluss erfasst. Eine bestehende, vier erworbene und eine gegründete Gesellschaft wurden erstkonsolidiert, fünf Gesellschaften wurden verschmolzen und drei Gesellschaften liquidiert. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden keine vollkonsolidierten Tochterunternehmen veräußert.
Im 1. Quartal wurde die 100%ige Beteiligung an der ungarischen Gesellschaft Brix Trade Kft. für einen Kaufpreis von 1,5 Mio. € erworben. Die Gesellschaft produziert bzw. vertreibt Fruchtsaftkonzentrate und wird seit dem 1. Mai 2018 vollkonsolidiert; im 4. Quartal wurde die Gesellschaft verschmolzen. Im 2. Quartal folgte der Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA) für einen Kaufpreis von 4,4 Mio. €. Die Vollkonsolidierung seit dem 2. Juli 2018 ist mit der Stimmrechtsmehrheit aufgrund bestehender Managementverträge begründet. Am 19. September 2018 wurden 100 % der Anteile an dem Portionsartikelhersteller CustomPack Ltd, Telford / Großbritannien, für einen Kaufpreis von 5,9 Mio. € erworben; die Gesellschaft ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Portionsartikeln spezialisiert und wird seit dem 1. Oktober 2018 in den Konzernabschluss einbezogen. Am 27. Dezember 2018 wurde die 100%ige Beteiligung an dem landwirtschaftlichen Betrieb MAZURS-AGRO S.R.L. mit Sitz in Donduseni, Moldau, zu einem Kaufpreis von deutlich unter 0,1 Mio. € erworben. Mit einem Geschäfts- oder Firmenwert von insgesamt 2,7 Mio. € sind die Auswirkungen dieser Erwerbe auf den Südzucker-Konzernabschluss insgesamt von untergeordneter Bedeutung.
| Mio. € | Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt |
| Langfristige Vermögenswerte | 9,1 |
| Vorräte | 4,8 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 6,4 |
| Liquide Mittel und Wertpapiere | 1,0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 12,2 |
| Aktiva | 21,3 |
| ./. Langfristige Verbindlichkeiten | - 1,7 |
| ./. Kurzfristige Verbindlichkeiten | - 6,9 |
| Nettovermögen (Eigenkapital) | 12,7 |
| Abzüglich nicht beherrschende Anteile | - 3,6 |
| Goodwill | 2,7 |
| Kaufpreis | 11,8 |
TABELLE 055
Aufgrund des unterjährigen Erwerbs trugen die Unternehmen nur im Umfang von 13 Mio. € zum Konzernumsatz und in Höhe von weniger als 1 Mio. € zum Jahresüberschuss bei. Zeitanteilig hochgerechnet auf das gesamte Geschäftsjahr ergäbe sich eine Verdoppelung der Umsatzerlöse bei einem nahezu unveränderten Jahresüberschuss.
Die at-Equity-Bewertung wurde auf 16 (17) Gesellschaften angewendet. Dies betrifft die Joint-Venture-Gesellschaften der Hungrana- bzw. der AGRANA-Studen-Gruppe, die CT Biocarbonic GmbH, die Maxi S.r.l., die Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd sowie das assoziierte Unternehmen ED&F MAN Holdings Limited. Eine Gesellschaft wurde verschmolzen. Bei der at-Equity-Bewertung wird das anteilige Ergebnis erfolgswirksam erfasst; der auf Südzucker entfallende Effekt aus erfolgsneutralen Marktbewertungen und Wechselkursdifferenzen ist in den sonstigen Eigenkapitalposten abgebildet.
Nachstehend ist die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Joint-Venture-Gesellschaften dargestellt, wobei der wesentliche Anteil auf die Hungrana-Gruppe entfällt:
| 28. Februar | 2019 | 2018 | ||||
| Mio. € | Gesamt | Hungrana-Gruppe | Sonstige | Gesamt | Hungrana-Gruppe | Sonstige |
| Langfristige Vermögenswerte | 159,5 | 112,8 | 46,7 | 154,5 | 105,1 | 49,4 |
| Vorräte | 84,9 | 50,4 | 34,4 | 109,2 | 58,4 | 50,9 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 89,1 | 33,5 | 55,6 | 99,5 | 32,5 | 67,1 |
| Flüssige Mittel und Wertpapiere | 15,2 | 2,3 | 12,8 | 7,3 | 0,8 | 6,5 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 189,1 | 86,3 | 102,8 | 216,1 | 91,6 | 124,5 |
| Bilanzsumme Aktiva | 348,6 | 199,0 | 149,6 | 370,5 | 196,7 | 173,8 |
| Eigenkapital | 151,4 | 119,6 | 31,8 | 156,0 | 118,1 | 37,9 |
| Externe Finanzschulden | 0,4 | 0,0 | 0,4 | 1,0 | 0,0 | 1,0 |
| Sonstige Schulden | 7,4 | 1,9 | 5,5 | 7,6 | 2,0 | 5,6 |
| Langfristige Schulden | 7,7 | 1,9 | 5,8 | 8,7 | 2,0 | 6,6 |
| Externe Finanzschulden | 93,9 | 51,2 | 42,7 | 88,6 | 48,5 | 40,2 |
| Sonstige Schulden | 95,5 | 26,3 | 69,2 | 117,2 | 28,1 | 89,1 |
| Kurzfristige Schulden | 189,4 | 77,5 | 111,9 | 205,8 | 76,5 | 129,3 |
| Bilanzsumme Passiva | 348,6 | 199,0 | 149,6 | 370,5 | 196,7 | 173,8 |
| Umsatzerlöse | 623,0 | 280,1 | 342,9 | 746,1 | 319,2 | 426,9 |
| Abschreibungen | - 15,0 | - 10,9 | - 4,0 | - 17,4 | - 13,5 | - 3,9 |
| Sonstige Aufwendungen | - 569,1 | - 230,4 | - 338,6 | - 654,2 | - 234,9 | - 419,3 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 38,9 | 38,7 | 0,2 | 74,5 | 70,9 | 3,6 |
| Zinsertrag | 0,2 | 0,0 | 0,2 | 1,1 | 0,0 | 1,1 |
| Zinsaufwand | - 1,7 | - 0,7 | - 1,0 | - 2,4 | - 0,6 | - 1,8 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | - 0,3 | - 0,9 | 0,5 | - 1,0 | - 0,6 | - 0,3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 37,1 | 37,1 | 0,0 | 72,3 | 69,7 | 2,6 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 6,7 | - 4,8 | - 1,9 | - 10,2 | - 8,7 | - 1,5 |
| Jahresüberschuss | 30,4 | 32,4 | - 1,9 | 62,1 | 61,0 | 1,1 |
| Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | - 1,1 | - 0,8 | - 0,3 | - 1,8 | - 1,8 | 0,0 |
| Gesamtergebnis | 29,4 | 31,5 | - 2,2 | 60,3 | 59,2 | 1,1 |
TABELLE 056
Als einziges materielles assoziiertes Unternehmen wird zurzeit die ED&F MAN Holdings Limited, London / Großbritannien, mit der at Equity Methode einbezogen. Die Gesellschaft hat ein von Südzucker abweichendes Geschäftsjahr, das am 30. September endet, und erstellt die Konzernabschlüsse nach IFRS in US-Dollar. Zu den Südzucker-Abschlussstichtagen wird ein zwei Monate zurückliegender Zwischenabschluss des Teilkonzerns einbezogen. Die nachfolgend abgebildete zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ED&F MAN Holdings Limited bezieht sich somit auf den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember.
| Mio. € | 31. Dezember | 2018 | 2017 |
| Langfristige Vermögenswerte | 711,2 | 662,4 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 31.836,1 | 15.418,4 | |
| Bilanzsumme Aktiva | 32.547,3 | 16.080,8 | |
| Eigenkapital | 739,6 | 695,8 | |
| Langfristige Schulden | 651,5 | 596,6 | |
| Kurzfristige Schulden | 31.156,2 | 14.788,4 | |
| Bilanzsumme Passiva | 32.547,3 | 16.080,8 | |
| Umsatzerlöse | 6.665,7 | 9.060,3 | |
| - sonstige Aufwendungen | - 6.658,1 | - 9.216,5 | |
| = Jahresfehlbetrag / -überschuss | 7,6 | - 156,2 | |
| Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | 45,8 | - 92,4 | |
| Gesamtergebnis | 53,4 | - 248,6 |
TABELLE 057
Der Jahresüberschuss 2018 in Höhe von 7,6 Mio. € nach dem Jahresfehlbetrag 2017 von - 156,2 Mio. € reflektiert das weiterhin schwierige Umfeld insbesondere im Bereich Zucker. Daneben waren in 2018 Einmaleffekte aus Beteiligungsveräußerung und Wertberichtigungen enthalten. Diesen stand im Vorjahr eine Sonderbelastung von - 63 Mio. € gegenüber, da ED&F MAN Opfer einer Transaktion mit ungültigen Lagerscheinen war. Dieser Einmaleffekt war bereits im at-Equity-Ergebnis im Südzucker Geschäftsjahr 2016/17 enthalten.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen zeigen eine Entlastung von 45,8 Mio. € nach einer Belastung von - 92,4 Mio. € im Vorjahr und resultieren im Wesentlichen aus der Währungsumrechnung. Während der US-Dollar im Vorjahr eine Abschwächung gegenüber dem Euro um rund 15 % verzeichnete, trat im aktuellen Berichtsjahr eine Stärkung um rund 7 % ein.
Südzucker hält am Handelshaus ED&F MAN Holdings Limited eine Beteiligung in Höhe von rund 35 %. Der Stimmrechtsanteil ist zurzeit auf 24,99 % begrenzt, jedoch steht Südzucker eine satzungsmäßige Sperrminorität und ein Vetorecht bei wichtigen Geschäften zu.
Der Buchwert aller Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen beträgt 389,9 (370,3) Mio. €. Bedeutende Ereignisse bis zum Bilanzstichtag der Südzucker AG werden berücksichtigt. Für die beiden wesentlichen Beteiligungen, die ED&F MAN-Gruppe und die Hungrana-Gruppe, sind nachfolgend die Buchwerte abgeleitet:
| 28. Februar | 2019 | 2018 | ||
| Mio. € | ED&F MAN-Gruppe | Hungrana-Gruppe | ED&F MAN-Gruppe | Hungrana-Gruppe |
| Eigenkapital | 739,6 | 119,6 | 695,8 | 118,1 |
| + / - Anpassungen (z. B. Minderheiten) | - 8,0 | 0,0 | - 22,3 | 0,0 |
| = Eigenkapital der Anteilseigner | 731,6 | 119,6 | 673,5 | 118,1 |
| davon Südzucker-Anteil am Eigenkapital | 254,2 | 59,8 | 235,7 | 59,1 |
| + Goodwill | 52,9 | 0,4 | 49,5 | 0,4 |
| = Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (Buchwert) | 307,1 | 60,2 | 285,2 | 59,5 |
| Südzucker zugeflossene Dividende | 0,0 | 15,0 | 5,3 | 30,0 |
TABELLE 058
Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis für das erworbene Tochterunternehmen wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt wird. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie vom Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Negative Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung werden erfolgswirksam aufgelöst. Erwerbsbezogene Kosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst.
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern werden wie Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Kosten, die bei der Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollverlust entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
Die Beteiligungen an wesentlichen Joint-Venture-Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen) sowie an wesentlichen assoziierten Unternehmen sind auf der Grundlage der at-Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen. Als assoziiert gelten Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäftsführung ausgeübt werden kann und bei denen es sich nicht um Tochterunternehmen, Joint Ventures oder Joint Operations handelt. Regelmäßig liegt dies bei einem Stimmrechtsanteil zwischen 20 und 50 % vor.
Im Fall von sukzessiven Unternehmenserwerben (Business Combination achieved in Stages) werden die Anteile des zu erwerbenden Unternehmens nacheinander in verschiedenen Tranchen erworben, d. h., die Erlangung der Beherrschung über ein Unternehmen erfolgt stufenweise in mehreren Schritten. IFRS 3 ist auf den Zusammenschluss dann anzuwenden, sobald der Erwerber die Beherrschung erlangt hat. Vor Erlangung der Beherrschung wird die Beteiligung - in Abhängigkeit von den einschlägigen Regeln - als Anteil an assoziierten Unternehmen, als gemeinschaftliche Vereinbarung oder als Finanzinstrument bilanziert. Zu dem Zeitpunkt, zu dem Kontrolle erlangt wird, wird der beizulegende Zeitwert der Vermögenswerte und Schulden einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts des erworbenen Unternehmens neu bestimmt mit der bei Unternehmenserwerben grundsätzlich gegebenen Wahlmöglichkeit, den gesamten Geschäfts- oder Firmenwert (Full-Goodwill-Methode) oder nur den auf Basis des anteiligen neubewerteten Nettovermögens hergeleiteten Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren (Purchased-Goodwill-Methode). Die Erlangung der Beherrschung löst eine vollständige Neubewertung aller Vermögenswerte und Schulden aus. Jegliche Anpassungen eines zuvor bereits gehaltenen Eigenkapitalanteils werden bei Kontrollerlangung erfolgswirksam durchgeführt.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet.
Die Jahresabschlüsse sind in der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft erstellt. Mit Ausnahme der Vertriebsgesellschaften BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. in Singapur, die in Euro geführt wird, und S.Z.I.L. LTD, Kfar Saba/Israel, die in USD geführt wird, stimmt die Funktionalwährung der Tochterunternehmen mit der Währung des Landes überein, in dem die jeweilige Tochtergesellschaft ihren Sitz hat.
Sofern die Jahresabschlüsse ausländischer Konzernunternehmen in anderen Funktionalwährungen aufgestellt werden als dem Euro - der Berichtswährung von Südzucker -, erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und der Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Das Gesamtergebnis wird grundsätzlich mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Wenn jedoch die Anwendung der Jahresdurchschnittskurse zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung der betroffenen Posten zu einem angepassten Durchschnittskurs, während die übrigen Aufwendungen und Erträge unverändert zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt werden. Bei Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden sämtliche Aufwendungen und Erträge mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €):
| 1 € = Landeswährung | ||||||
| Stichtag | Durchschnitt | Stichtag | Durchschnitt | Stichtag | ||
| Land | Währungsabkürzung | 28.02.2019 | 2018/19 | 28.02.2018 | 2017/18 | 28.02.2017 |
| Ägypten | EGP | 19,95 | 20,68 | 21,52 | 20,54 | 16,64 |
| Argentinien | ARS | 44,56 | - | 24,55 | 19,93 | 16,36 |
| Australien | AUD | 1,60 | 1,58 | 1,56 | 1,50 | 1,38 |
| Brasilien | BRL | 4,27 | 4,36 | 3,96 | 3,71 | 3,28 |
| Chile | CLP | 741,43 | 760,29 | 724,80 | 739,58 | 689,12 |
| China | CNY | 7,63 | 7,79 | 7,73 | 7,71 | 7,28 |
| Großbritannien | GBP | 0,86 | 0,88 | 0,88 | 0,88 | 0,85 |
| Mexiko | MXN | 21,91 | 22,51 | 22,94 | 21,48 | 21,08 |
| Moldau | MDL | 19,55 | 19,66 | 20,56 | 20,71 | 21,17 |
| Polen | PLN | 4,31 | 4,28 | 4,18 | 4,23 | 4,32 |
| Rumänien | RON | 4,74 | 4,67 | 4,66 | 4,59 | 4,52 |
| Russland | RUB | 75,09 | 75,03 | 68,75 | 67,03 | 61,76 |
| Tschechien | CZK | 25,60 | 25,69 | 25,42 | 26,05 | 27,02 |
| Ukraine | UAH | 30,73 | 31,67 | 33,15 | 30,90 | 28,64 |
| Ungarn | HUF | 315,96 | 320,22 | 313,93 | 309,57 | 308,25 |
| USA | USD | 1,14 | 1,17 | 1,22 | 1,16 | 1,06 |
TABELLE 059
Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestition in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen in der Position Währungsdifferenzen aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen.
Seit Mitte des Jahres 2018 gilt Argentinien als Hochinflationsland; entsprechend werden die Abschlüsse der Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien gemäß IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) seit dem 3. Quartal angepasst.
Die Jahresabschlüsse der argentinischen Tochterunternehmen 1 wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden diese aufgrund der Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso) angepasst und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Dabei wurden die vom argentinischen "Instituto Nacional de Estadistica y Censos", dem nationalen Institut für Statistik und Zensus, veröffentlichten Verbraucherpreise herangezogen. Der Index veränderte sich im Geschäftsjahr 2018/19 wie folgt:
| 2018/19 | Indexveränderung in % |
| März | 2,3 |
| April | 2,7 |
| Mai | 2,1 |
| Juni | 3,7 |
| Juli | 3,1 |
| August | 3,9 |
| September | 6,5 |
| Oktober | 5,4 |
| November | 3,2 |
| Dezember | 2,6 |
| Januar | 2,9 |
| Februar | 4,0 |
TABELLE 060
Die Anwendung von IAS 29 führte zu einer Belastung des Währungsergebnisses als Bestandteil des sonstigen Finanzergebnisses von 1,3 Mio. €. Daneben war bei der Entwicklung des Eigenkapitals eine Anpassung des Anfangsbestands in Höhe von 5,7 Mio. € vorzunehmen. Die Anpassung des Anfangsbestands wird - wie auch die Effekte der fortlaufenden Indexierung - als Teil der konsolidierungsbedingten Währungsdifferenzen ausgewiesen.
1
Im 4. Quartal 2018/19 verschmolzen.
Bei der Erstellung der Konzernabschlüsse von den Konzerngesellschaften sind die einschlägigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS für gleichartige Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse in ähnlichen Umständen einheitlich anzuwenden. Eine Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt nur, soweit die einschlägigen Standards Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung vorsehen bzw. wenn die Grundsätze weiter konkretisiert werden. Insbesondere wird von einer Wiederholung der Texte der jeweiligen Standards bzw. von der Wiedergabe von Grundregeln abgesehen.
Bei der Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten waren für das Vorjahr die Vorschriften von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) einschlägig. Hinsichtlich deren Anwendung wird insbesondere auf die Erläuterungen im Konzernanhang des Geschäftsbericht 2017/18 unter Ziffer "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" auf den Seiten 126 ff. verwiesen.
Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering Events) für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt. Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die jeweilige Nutzungsdauer bemisst sich anhand der Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrags oder des voraussichtlichen Verbrauchs des Nutzungspotenzials des immateriellen Vermögenswerts. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer betreffen Markennamen, die im Rahmen von Akquisitionen erworben wurden. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten; einmal jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung.
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnebezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt.
Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Nutzungsdauern | Jahre |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 15 |
| Gebäude | 10 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 bis 25 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 15 |
TABELLE 061
Die Erstbewertung von Wertpapieren findet am Erfüllungstag zum Marktwert zuzüglich Transaktionskosten statt. Schuldtitel sind überwiegend der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling)", aber auch der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Für Eigenkapitaltitel stehen die Kategorien "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bzw. "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zur Verfügung. Wertpapiere werden grundsätzlich dem kurzfristigen Vermögen zugeordnet, da diese auch als Liquiditätsreserve dienen und somit auch zu Handelszwecken gehalten werden.
Die sonstigen Beteiligungen umfassen aufgrund fehlender Materialität nicht konsolidierte verbundene Unternehmen bzw. nicht at Equity einbezogene assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Diese fallen unter den Anwendungsbereich von IFRS 10 (Konzernabschlüsse) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen). Die übrigen sonstigen Beteiligungen sind der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei kommt die Durchschnittsmethode oder die Fifo-Methode (First in - first out) zum Ansatz. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt. Die Zuckerproduktion erfolgt überwiegend in den Monaten September bis Januar. Aus diesem Grund fallen die Abschreibungen kampagnegenutzter Anlagen überwiegend im 3. und 4. Quartal des Südzucker-Geschäftsjahres an. Soweit die vor der Zuckerkampagne angefallenen Material-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Produktionsvorbereitung der nachfolgenden Kampagne stehen, werden sie unterjährig über die Bestandsveränderung aktiviert und in der Bilanz unter den Vorräten als unfertige Erzeugnisse ausgewiesen. In der anschließenden Zuckerproduktion werden diese dann bei der Ermittlung der Herstellungskosten des erzeugten Zuckers berücksichtigt und damit als Bestandteil der fertigen Erzeugnisse unter den Vorräten ausgewiesen.
Die ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden beim erstmaligen Ansatz zu deren Transaktionspreis bewertet und die sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert zuzüglich Transaktionskosten erfasst; anschließend erfolgt die Bewertung mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen sowie auf Basis historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung und der betroffenen Division auch portfoliobasierte Wertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt.
Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen CO2-Emissionsrechte sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind.
Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Aus den Anleihebedingungen des im Sommer 2005 begebenen Hybrid-Eigenkapitals ergibt sich gemäß IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) eine Bilanzierung als Eigenkapital der Südzucker-Gruppe. Die Verzinsung ist vom Kapitalmarkt abhängig. Die steuerlich abzugsfähige Verzinsung wird nicht innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen, sondern analog zu den Dividendenzahlungen gegenüber den Aktionären der Südzucker AG behandelt.
Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten.
Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen.
Die sonstigen Rückstellungen decken, sofern die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist, auch Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Bei diesbezüglichen Angaben im Konzernanhang zur Rückstellungsentwicklung wurde von der Regelung des IAS 37.92 Gebrauch gemacht. Zur Beurteilung bzw. Schätzung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen.
Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen.
Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen bzw. voraussichtlich erstattet werden.
In der Bilanz werden die Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr unter den kurzfristigen Steuerschulden und Forderungen aus Vorauszahlungen unter den kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen ausgewiesen. Die langfristigen Steuerschulden beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume.
Latente Steuern werden auf temporär unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung vorliegt. Ein sich danach ergebender Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, unter anderem im Hinblick auf die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.
Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.
Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag galten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern.
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Erstbewertung zum Marktwert abzüglich Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Die Finanzverbindlichkeiten aus Anleihen werden gekürzt um Disagio und Transaktionskosten ausgewiesen. Die Aufzinsung erfolgt nach der Effektivzinsmethode.
Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und - unabhängig von ihrem Zweck -mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Werts werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. In diesem Fall richtet sich die Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nach der Art der Sicherungsbeziehung. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum Handelstag.
Mit Fair Value Hedges werden bilanzierte Vermögenswerte oder Schulden gegen das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts abgesichert. Hierbei werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte sowohl der Sicherungsgeschäfte als auch der dazugehörigen Grundgeschäfte in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Wenn Grund- und Sicherungsgeschäfte bereits originär mit den beizulegenden Zeitwerten erfolgswirksam bewertet werden, kann zur Erzielung der Fair-Value-Absicherung auf die Anwendung der Sonderregelungen des Fair-Value-Hedge-Accounting verzichtet werden.
Cashflow Hedges dienen der Absicherung des Risikos, dass die mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion verbundenen zukünftigen Zahlungsströme schwanken. Liegt ein Cashflow Hedge vor, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts - sofern effektiv - zunächst unter den sonstigen Eigenkapitalposten erfasst. Sie gehen erst dann in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung ein, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Führen die Transaktionen zum Ansatz von nichtfinanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, z. B. zum Erwerb von Vorräten, werden die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Beträge mit dem erstmaligen Wertansatz des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit verrechnet.
Die Umsatzerlöse werden in Höhe der für den Verkauf von Erzeugnissen und Waren im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit voraussichtlich zu erhaltenden Gegenleistung erfasst. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen, ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn die Kontrolle über die Erzeugnisse und Waren auf den Kunden übertragen wurde. Der Zeitpunkt dieses Übergangs wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, entsprechend kommt es grundsätzlich zu einer zeitpunktbezogenen Umsatzerfassung. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten. Neben Vertragsabschlüssen für Spot-Verkäufe liegen Kundenverträge insbesondere in Form von Jahres- bzw. Kampagneverträgen vor.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen werden sowie Schätzungen erfolgen. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken.
Bestimmte Verträge erfordern eine Einschätzung, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind.
Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist unter anderem der Diskontierungssatz eine wichtige Einflussgröße. Der Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Veränderungen einzelner versicherungsmathematischer Annahmen auf die Höhe der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird auf die Angaben zur Sensitivitätsanalyse unter Ziffer (27) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" verwiesen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen.
Bei der Bilanzierung von Rückstellungen oder der Angabe von Eventualverbindlichkeiten können sich Unsicherheiten ergeben, da - insbesondere im Zusammenhang mit anhängigen oder sich möglicherweise ergebenden Rechtsstreitigkeiten - Schätzungen und Annahmen z. B. über die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs von Verfahren sowie die Inanspruchnahme von Rückstellungen und damit die Bestimmung der Fristigkeit erforderlich sind. Auch beim Ansatz von Verbindlichkeiten kann es - allerdings in geringerem Ausmaß als bei der Bilanzierung von Rückstellungen - Unsicherheiten hinsichtlich Grund und Höhe der Zahlungspflicht und der Bemessung der Herstellungskosten geben, z. B. bei der Rübenbezahlung und der Ableitung der zuckererlösabhängigen Rübenkosten zum Bilanzstichtag.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Basis von Prognoserechnungen für die Cash-flows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an das Unternehmensrisiko angepassten Diskontierungssatzes. Auch die Bestimmung der Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens, des Nettoveräußerungspreises des Vorratsvermögens sowie des beizulegenden Zeitwerts von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Schulden basiert auf Schätzungen.
Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Ertragsteuern können in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe der erwarteten Steuerzahlung bzw. -erstattung einer Unsicherheit unterliegen, für die das Unternehmen eine Einschätzung vorzunehmen hat.
Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt.
Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen unseren Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden.
Nachstehend sind die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden - diese werden zeitpunktbezogen erfasst - nach den vier Segmenten und nach Lieferdestinationen aufgeteilt:
| Mio. € | Zucker | Spezialitäten | CropEnergies | Frucht | Konzern |
| 2018/19 | |||||
| Deutschland | 740,6 | 452,0 | 247,0 | 141,5 | 1.581,1 |
| Belgien | 188,5 | 58,1 | 64,3 | 77,5 | 388,4 |
| Frankreich | 320,3 | 84,2 | 49,6 | 99,4 | 553,5 |
| Österreich | 167,5 | 238,3 | 0,7 | 39,6 | 446,1 |
| Polen | 160,4 | 41,7 | 21,6 | 29,1 | 252,8 |
| Übrige EU | 700,8 | 729,0 | 285,5 | 135,7 | 1.851,0 |
| EU 28 | 2.278,1 | 1.603,3 | 668,7 | 522,8 | 5.072,9 |
| Übriges Ausland | 310,2 | 690,5 | 24,4 | 656,1 | 1.681,2 |
| Gesamt | 2.588,3 | 2.293,8 | 693,1 | 1.178,9 | 6.754,1 |
| 2017/18 | |||||
| Deutschland | 799,0 | 434,0 | 275,5 | 130,0 | 1.638,5 |
| Belgien | 217,7 | 45,3 | 65,4 | 78,1 | 406,5 |
| Frankreich | 378,2 | 94,3 | 54,0 | 104,1 | 630,6 |
| Österreich | 223,6 | 223,7 | 1,0 | 42,7 | 491,0 |
| Polen | 189,1 | 36,0 | 23,1 | 25,1 | 273,3 |
| Übrige EU | 846,1 | 780,4 | 357,2 | 138,4 | 2.122,1 |
| EU 28 | 2.653,7 | 1.613,7 | 776,2 | 518,4 | 5.562,0 |
| Übriges Ausland | 362,8 | 383,2 | 32,0 | 642,9 | 1.420,9 |
| Gesamt | 3.016,5 | 1.996,9 | 808,2 | 1.161,3 | 6.982,9 |
TABELLE 062
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | ||
| Zucker | - 203,9 | 28,1 |
| Spezialitäten | 26,2 | - 4,8 |
| CropEnergies | 4,0 | 0,7 |
| Frucht | - 20,3 | 5,2 |
| - 194,0 | 29,2 | |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 5,5 | 5,4 |
| - 188,5 | 34,6 |
TABELLE 063
Die Bestandsveränderungen enthalten auch Abwertungen von Vorräten auf den Nettoveräußerungserlös sowie Wertaufholungen; die entsprechenden Erläuterungen werden unter Ziffer (24) "Vorräte" gegeben.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Währungs- und Umrechnungsgewinne | 23,2 | 18,1 |
| Erträge aus dem Abgang von lang- und kurzfristigen Vermögenswerten | 5,3 | 4,3 |
| Erträge aus Derivaten | 2,8 | 5,4 |
| Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen | 2,3 | 2,6 |
| Erträge aus Sondereinflüssen | 22,9 | 43,7 |
| Sonstige Erträge | 66,3 | 61,6 |
| 122,8 | 135,7 |
TABELLE 064
In den sonstigen Erträgen in Höhe von 66,3 (61,6) Mio. € sind unter anderem Versicherungserstattungen und sonstige Entschädigungen, Agrar-Ausgleichszahlungen und Zuschüsse, Erträge aus erbrachten Serviceleistungen sowie aus Vermietung und Verpachtung, periodenfremde Erträge (ohne Steuern und Zinsen) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten.
Die Erträge aus Sondereinflüssen von 22,9 (43,7) Mio. € enthielten u. a. den Ertrag aus der Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken in Deutschland im Segment CropEnergies, nachdem das entsprechende Verfahren erfolgreich abgeschlossen war. Im Vorjahr waren hierin insbesondere Erträge aus zu viel von der EU erhobenen Produktionsabgaben für die Zuckerwirtschaftsjahre 1999/2000 und 2000/01, aus Grundstücksveräußerungen sowie aus Versicherungserstattungsansprüchen im Zusammenhang mit dem Brand in der Zuckerfabrik Ochsenfurt im Sommer 2017 enthalten.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 4.057,0 | 4.198,6 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 403,4 | 357,9 |
| 4.460,4 | 4.556,5 |
TABELLE 065
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Löhne und Gehälter | 770,0 | 725,6 |
| Beiträge zur gesetzlichen Altersversicherung | 51,5 | 50,0 |
| Übrige Sozialabgaben, Aufwendungen für betriebliche Altersversorgung und für Unterstützung | 153,9 | 151,4 |
| 975,4 | 927,0 |
TABELLE 066
Vom gesamten Personalaufwand in Höhe von 975,4 (927,0) Mio. € sind 33,6 (10,8) Mio. € im Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen ausgewiesen und betreffen ganz überwiegend Rückstellungen für Sozialpläne im Zusammenhang mit den geplanten Kapazitätsanpassungen in Deutschland, Frankreich und Polen im Segment Zucker. Auch im Vorjahr waren hierin insbesondere Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Zucker enthalten.
Aufgrund der Kampagneproduktion - bei Zucker, Stärke und Frucht - kommt es in der Südzucker-Gruppe zu einem saisonalen Verlauf der Mitarbeiterzahlen. Die unterjährige Entwicklung je Segment (ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten zum jeweiligen Quartalsstichtag) wird nachfolgend aufgezeigt und vermittelt einen Überblick über den durchschnittlichen Mitarbeiterbestand je Geschäftsjahr.
| Mitarbeiter | 31.05.2018 | 31.08.2018 | 30.11.2018 | 28.02.2019 |
| Zucker | 7.037 | 7.257 | 8.270 | 6.950 |
| Spezialitäten | 5.829 | 5.695 | 5.909 | 6.033 |
| CropEnergies | 411 | 417 | 425 | 433 |
| Frucht | 6.268 | 6.177 | 5.526 | 5.803 |
| Konzern | 19.545 | 19.546 | 20.129 | 19.219 |
| Mitarbeiter | 31.05.2017 | 31.08.2017 | 30.11.2017 | 28.02.2018 |
| Zucker | 6.963 | 7.123 | 8.385 | 7.034 |
| Spezialitäten | 4.751 | 4.903 | 4.889 | 5.697 |
| CropEnergies | 411 | 408 | 406 | 414 |
| Frucht | 6.291 | 5.596 | 5.121 | 5.370 |
| Konzern | 18.416 | 18.030 | 18.801 | 18.515 |
TABELLE 067
Die Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter lag zum 28. Februar 2019 mit 19.219 (18.515) um 704 Mitarbeiter über dem Vorjahr. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl im Segment Spezialitäten um 336 auf 6.033 (5.697) war insbesondere im Erwerb des Portionsartikelhersteller CustomPack Ltd, Telford / Großbritannien, begründet. Im Segment Frucht resultierte der Anstieg um 433 Mitarbeiter im Wesentlichen aus neu einbezogenen Gesellschaften.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 24,6 | 18,4 |
| Sachanlagen | 300,6 | 285,9 |
| Planmäßige Abschreibungen | 325,2 | 304,3 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 673,9 | 0,0 |
| Sachanlagen | 109,5 | 8,5 |
| Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen | 783,4 | 8,5 |
| Erträge aus Zuschreibungen | 0,0 | 0,1 |
| Netto-Abschreibungen | 1.108,6 | 312,9 |
| Operatives Ergebnis | 326,2 | 312,9 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | 782,4 | 0,0 |
| Netto-Abschreibungen | 1.108,6 | 312,9 |
| Wertminderungen nach Segmenten | ||
| Zucker | 732,0 | 5,7 |
| Spezialitäten | 50,8 | 2,4 |
| CropEnergies | 0,0 | 0,3 |
| Frucht | 0,6 | 0,1 |
| Gesamt | 783,4 | 8,5 |
TABELLE 068
Vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und der angepassten strategischen Ausrichtung (Triggering Event) war zum Geschäftsjahresende eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der Cash Generating Unit (CGU) Zucker durchzuführen. Hierbei ergab sich bezüglich des Buchwerts der Geschäfts- und Firmenwerte der CGU Zucker ein Wertberichtigungsbedarf von 673,1 Mio. €.
Die Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 110,3 (8,5) entfielen mit 58,9 (5,7) Mio. € auf das Segment Zucker. Sie betrafen im Wesentlichen die vorgesehene Kapazitätsanpassung um ein durchschnittliches jährliches Zuckerproduktionsvolumen von insgesamt rund 700.000 t. Nach der Kampagne 2019 sollen zwei Fabriken in Deutschland (Brottewitz und Warburg) und zwei der französischen Tochtergesellschaft Saint Louis Sucre (Cagny und Eppeville) stillgelegt werden. Das betroffene Werk der polnischen Tochtergesellschaft Südzucker Polska (Strzyzow) soll bereits früher stillgelegt werden. Die Buchwerte der Sachanlagen wurden bis auf die nach der geplanten Restnutzung noch zu erwartenden Verwertungserlöse wertberichtigt.
Auch im Segment Spezialitäten waren vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und des schwierigen Marktumfelds für Verzuckerungsprodukte die Buchwerte von Sachanlagen der Stärkefabrik am Standort Zeitz im Wert zu berichtigen; vom gesamten Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 50,8 (2,4) Mio. € entfielen 50,7 Mio. € auf den Standort Zeitz.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Vertriebs- und Logistikaufwendungen | 441,8 | 389,4 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 286,8 | 292,8 |
| Werbeaufwendungen | 33,2 | 44,8 |
| Aufwendungen aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | 13,4 | 9,6 |
| Aufwand aus Miet- und Serviceverträgen | 57,6 | 47,3 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des kurz- und langfristigen Vermögens | 3,9 | 5,0 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 2,1 | 4,5 |
| Währungs- und Umrechnungsverluste | 16,4 | 22,3 |
| Aufwendungen aus Derivaten | 4,6 | 5,3 |
| Sonstige Steuern | 24,7 | 27,6 |
| Übrige Aufwendungen | 42,3 | 43,2 |
| 926,8 | 891,8 |
TABELLE 069
Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung in Höhe von 286,8 (292,8) Mio. € umfassen unter anderem Büro-, Kommunikations- und Reisekosten, Beratungshonorare, Gebühren und Beiträge, Versicherungsprämien, Mitarbeiterschulungen, freiwillige Sozialleistungen sowie Fremdleistungen für Instandhaltungen und Reparaturen.
Die Aufwendungen aus Restrukturierung und Sondereinflüssen in Höhe von 13,4 (9,6) Mio. € betrafen unter anderem die Risikovorsorge für langlaufende Logistikverträge im Segment Zucker vor dem Hintergrund der geplanten Kapazitätsreduktion. Im Vorjahr waren hierin insbesondere die Aufwendungen für ein Reorganisationsprojekt bei AGRANA im Segment Zucker enthalten.
Die sonstigen Steuern in Höhe von 24,7 (27,6) Mio. € umfassen Besitz-, Verbrauchs- und Verkehrssteuern. Die übrigen Aufwendungen von 42,3 (43,2) Mio. € beinhalten unter anderem Forschungs- und Entwicklungskosten, Marktforschungshonorare, Lizenzgebühren sowie übrige bezogene Dienstleistungen.
Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen von 22,1 (2,1) Mio. € beinhaltet das anteilige Ergebnis der Joint-Venture-Gesellschaften der Hungrana-Gruppe, der AGRANA-Studen-Gruppe, der CT Biocarbonic GmbH, der Maxi S.r.l. und der Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd sowie des assoziierten Unternehmens ED&F MAN Holdings Limited. Es erhöhte sich infolge des positiven Ergebnisbeitrags im Segment Zucker. Weitere Erläuterungen zur Entwicklung des Ergebnisses aus at Equity einbezogenen Unternehmen finden sich unter Ziffer (2) "Konsolidierungskreis" im Rahmen der Angaben zu at Equity einbezogenen Unternehmen.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | - 760,7 | 467,1 |
| davon operatives Ergebnis | 27,3 | 444,5 |
| davon Ergebnis aus Restrukturierung / Sondereinflüssen | - 810,1 | 20,5 |
| davon Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 22,1 | 2,1 |
TABELLE 070
Die Aufteilung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit und dessen Komponenten nach Segmenten erfolgt in der Segmentberichterstattung.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Zinserträge | 16,2 | 18,3 |
| Zinsaufwendungen | - 38,2 | - 49,2 |
| Zinsergebnis | - 22,0 | - 30,9 |
| Sonstige Finanzerträge | 28,3 | 43,8 |
| Sonstige Finanzaufwendungen 1 | - 29,5 | - 54,4 |
| Sonstiges Finanzergebnis | - 1,2 | - 10,6 |
| Finanzergebnis | - 23,2 | -41,5 |
| davon Finanzerträge | 44,5 | 62,1 |
| davon Finanzaufwendungen | - 67,7 | - 103,6 |
TABELLE 071
Das Zinsergebnis verbesserte sich auf - 22,0 (- 30,9) Mio. €. Im Zinsergebnis sind auch der Nettoaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 16,5 (15,2) Mio. € sowie der Aufwand aus der Aufzinsung übriger langfristiger Rückstellungen und Verbindlichkeiten von 0,9 (0,9) Mio. € enthalten.
Das sonstige Finanzergebnis belief sich auf - 1,2 (- 10,6) Mio. €. Es ist durch ein negatives Währungsergebnis von - 4,8 (- 5,6) Mio. € belastet, das insbesondere aus der Abschwächung des argentinischen Pesos resultiert. Argentinien gilt seit Mitte des Jahres 2018 als Hochinflationsland, womit die einschlägigen Vorschriften von IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) seit dem 3. Quartal zur Anwendung kamen; hierdurch wurde der Währungsverlust um 1,3 Mio. € erhöht. Daneben umfasst das sonstige Finanzergebnis Erträge aus der Auflösungen von Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen.
Der Steueraufwand von 21,4 (107,5) Mio. € setzt sich aus laufenden gezahlten oder geschuldeten Steuern sowie dem latenten Steueraufwand bzw. -ertrag wie folgt zusammen:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Laufende Steuern | 49,3 | 85,6 |
| Latente Steuern | - 27,9 | 21,9 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 | 21,4 | 107,5 |
TABELLE 072
Der im Geschäftsjahr 2018/19 unverändert zu berücksichtigende theoretische Steueraufwand von 29,1 % ergibt sich aus dem deutschen Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 15,8 % sowie der Gewerbesteuer von 13,3 %. Die Überleitung vom theoretischen zum tatsächlichen Steueraufwand ist nachfolgend dargestellt:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | - 783,9 | 425,6 |
| Theoretischer Steuersatz | 29,1 % | 29,1 % |
| Theoretischer Steueraufwand (+) | - 228,3 | 124,0 |
| Abweichung vom theoretischen Steueraufwand durch: | ||
| Abweichende Steuersätze | 6,6 | - 9,3 |
| Steuerminderung durch steuerfreie Erträge | - 14,7 | - 9,1 |
| Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen | 208,0 | 12,5 |
| Steuern aus Vorjahren | - 27,0 | - 20,3 |
| Steuereffekte aus der Bewertung und dem Ansatz von Verlustvorträgen und temporären Differenzen | 74,3 | 10,4 |
| Sonstiges | 2,5 | - 0,7 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 | 21,4 | 107,5 |
| Steuerquote | - | 25,3 % |
TABELLE 073
Nach einem Ergebnis vor Ertragsteuern von -783,9 (425,6) Mio. € beliefen sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag auf 21,4 (107,5) Mio. €.
Der Posten Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen enthält im laufenden Geschäftsjahr ganz überwiegend den Effekt aus der Wertberichtigung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Segment Zucker welcher steuerlich nicht abzugsfähig ist.
Der Posten Steuereffekte aus der Bewertung und dem Ansatz von Verlustvorträgen und temporären Differenzen enthielt im Vorjahr einen Einmalertrag von 29,5 Mio. € aus der Neubewertung latenter Steuerverbindlichkeiten der Richelieu-Gruppe aufgrund der am 22. Dezember 2017 verabschiedeten US-Steuerreform mit Senkung der Körperschaftsteuer von 35 % auf 21 %. Im laufenden Jahr wirken insbesondere die Verluste im Segment Zucker für welche keine Aktivierung von latenten Steuern erfolgte.
Latente Steuern ergeben sich aus temporären Abweichungen zwischen steuerbilanziellen Wertansätzen und den gemäß IFRS bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Für steuerliche Verlustvorträge, deren Nutzung in Zukunft wahrscheinlich ist, wurden insgesamt 44,6 (47,4) Mio. € latente Steuern aktiviert. Latente Steueransprüche in Höhe von 225,5 (118,4) Mio. € wurden nicht aktiviert, da von einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist. Von diesen nicht angesetzten latenten Steueransprüchen sind 216,2 (112,4) Mio. € unbegrenzt vortragsfähig, vom übrigen Bestand in Höhe von 9,3 (6,0) Mio. € verfällt der wesentliche Teil innerhalb eines Zeitraums von bis zu sieben Jahren. Auf in Vorjahren gebildete aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurde eine Wertberichtigung in Höhe von 5,5 (41,3) Mio. € vorgenommen.
Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von 60,2 (69,2) Mio. € wurden keine latenten Steuerschulden gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.
Im Berichtsjahr haben latente Steuern die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen um 20,4 Mio. € bzw. im Vorjahr um 16,9 Mio. € vermindert. Wesentliche Einflussgröße waren dabei latente Steuerforderungen aus der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen, die zu einer Reduzierung des Eigenkapitals um 20,6 Mio. € bzw. im Vorjahr zu einer Reduzierung um 12,8 Mio. € führten. Im laufenden Geschäftsjahr wirkt hierbei insbesondere die unterlassene Aktivierung von erfolgsneutral gebildeten aktiven latenten Steuern auf entsprechende Bewertungsunterschiede. Darüber hinaus wurden 5,4 (5,4) Mio. € Ertragsteuern direkt im Eigenkapital erfasst.
Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt:
| Mio. € 28. Februar | 2019 | Aktive latente Steuern 2018 | 2019 | Passive latente Steuern 2018 |
| Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 9,2 | 12,5 | 207,4 | 210,3 |
| Vorräte | 9,5 | 10,8 | 26,1 | 22,9 |
| Übrige Vermögenswerte | 4,4 | 4,6 | 5,1 | 20,6 |
| Steuerliche Sonderposten | 0,3 | 0,2 | 30,7 | 40,4 |
| Rückstellungen | 105,2 | 123,9 | 7,6 | 13,6 |
| Verbindlichkeiten | 23,3 | 25,5 | 3,8 | 1,5 |
| Verlustvorträge | 44,6 | 47,4 | 0,0 | 0,0 |
| 196,5 | 224,9 | 280,7 | 309,3 | |
| Saldierungen | - 122,0 | - 145,2 | - 122,0 | - 145,2 |
| Bilanzposten | 74,5 | 79,7 | 158,7 | 164,1 |
| davon langfristig | 41,3 | 50,9 | 132,0 | 135,6 |
TABELLE 074
Die zum 28. Februar 2019 ausgewiesenen kurzfristigen Steuererstattungsansprüche reduzierten sich leicht auf 31,0 (32,7) Mio. € und umfassen insbesondere geleistete Steuervorauszahlungen.
Die langfristigen Steuerschulden in Höhe von 22,6 (48,5) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Hinsichtlich der Anpassung des Vorjahresbetrags wird auf die weiteren Angaben unter Ziffer (1) des Konzernanhangs verwiesen.
Die kurzfristigen Steuerschulden von 18,0 (25,0) Mio. € betreffen neben den Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr noch erwartete Nachzahlungen für Vorjahre.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wurden von 456 (431) Mitarbeitern wahrgenommen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen insgesamt 44,9 (43,2) Mio. € und waren in voller Höhe aufwandswirksam.
Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) war der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 Mio. ausstehenden Aktien zugrunde zu legen. Das Ergebnis je Aktie betrug - 4,14 (1,00) €. Darin enthalten ist insbesondere die Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte im Segment Zucker von - 673,1 Mio. € bzw. - 3,30 €/Aktie. Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie lag nicht vor.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Jahresfehlbetrag / -überschuss | - 805,3 | 318,1 |
| davon Anteil der Aktionäre der Südzucker AG | - 844,3 | 205,1 |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien | 204.183.292 | 204.183.292 |
| Ergebnis je Aktie (€) 1 | - 4,14 | 1,00 |
TABELLE 075
Das sonstige Ergebnis von - 47,4 (- 29,4) Mio. € umfasst erfolgsneutral erfasste Erträge und Aufwendungen im Eigenkapital der Südzucker-Aktionäre und der sonstigen nicht beherrschenden Anteile.
Die zukünftig in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Erträge und Aufwendungen in Höhe von 14,3 (- 64,3) Mio. € beinhalten die Marktbewertung von Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedge) und die Marktbewertung von Schuldinstrumenten, die Währungsumrechnung aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie den Anteil aus at Equity einbezogenen Unternehmen.
Die konsolidierungsbedingten Währungsdifferenzen von - 1,7 (- 38,0) Mio. € resultieren insbesondere aus der Schwächung des polnischen Zloty sowie des argentinischen und des chilenischen Pesos, denen eine Stärkung des US-Dollars und des britischen Pfunds gegenüberstand. Im Vorjahr waren die Währungsdifferenzen im Wesentlichen Ergebnis aus der Schwächung des US-Dollars, des argentinischen sowie des chilenischen Pesos, der eine Stärkung des polnischen Zloty und der tschechischen Krone gegenüberstand.
Bei den zukünftig nicht in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umzugliedernden Beträgen handelt es sich im Wesentlichen um die Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von - 62,8 (33,4) Mio. €. Die Anpassung des Diskontierungssatzes von 2,20 % zum 28. Februar 2018 auf 1,95 % für wesentliche Pensionspläne sowie geänderte demografische Annahmen zum 28. Februar 2019 führten im laufenden Geschäftsjahr zu einer Belastung des Eigenkapitals während im Vorjahr insbesondere die Änderung des Diskontierungssatzes zu einer Entlastung des Eigenkapitals beitrug.
Der Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit wird aus Transparenzgründen in zwei wesentliche Blöcke aufgeteilt. Diese dienen insbesondere dazu, einen mittelfristig nachhaltigen Cashflow aus dem operativen Geschäft und die deutlich saisonal bedingten Schwankungen des Working Capitals über die Quartale zu isolieren. Letzteres ist eine Besonderheit des Südzucker-Geschäftsmodells mit einem in verschiedenen Segmenten (z. B. Zucker) vorhandenen Kampagnebetrieb.
Der Cashflow erreichte 377,1 Mio. € nach 692,5 Mio. € im Vorjahr.
Der ausgewiesene Cashflow setzt sich aus Jahresüberschuss, Abschreibungen langfristiger Vermögenswerte, der bilanziellen Veränderung langfristiger Rückstellungen, (latenter) Steuerschulden und latenter Steuerforderungen sowie sonstigen zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen zusammen. Der Cashflow dient der Ermittlung der Kennzahl "Verschuldungsfaktor" (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow). In den Hybrid-Anleihe-Bedingungen ist vereinbart, dass eine Couponaussetzung eintritt, sofern der Cashflow 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Im Geschäftsjahr 2018/19 entsprach der Cashflow 5,6 (9,9) % der konsolidierten Konzernumsatzerlöse.
Der Mittelabfluss aus der Zunahme des Working Capitals belief sich auf 113,4 Mio. € und ergab sich aus einem mengenbedingten Rückgang der Vorräte im Segment Zucker, der aber durch einen Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen sowie der Verbindlichkeiten gegenüber den Rübenanbauern überkompensiert wurde.
Die Veränderung des Working Capitals setzt sich aus der Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen, Vorräte, Forderungen (aus Lieferungen und Leistungen) sowie der sonstigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammen; letztere umfassen auch langfristige Positionen von untergeordneter Bedeutung. Hierdurch werden die von der saisonalen Schwankung hauptsächlich betroffenen Posten im Ausweis separiert.
Die Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen sich auf 378,7 (360,5) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen sie in Höhe von 144,8 (170,4) Mio. € weiterhin überwiegend auf Ersatzinvestitionen sowie Investitionen in den Bereichen Elektronik, Automatisierung und Logistik. Das Investitionsvolumen im Segment Spezialitäten in Höhe von 164,5 (121,2) Mio. € betrifft nach wie vor im Wesentlichen neue Produktionskapazitäten in der Division Stärke sowie Anlagenerweiterungen und Optimierungen bei BENEO und bei Freiberger. Im Segment CropEnergies wurden 13,2 (19,5) Mio. € in den Ersatz und die Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen investiert. Die Investitionen im Segment Frucht beliefen sich auf 56,2 (49,4) Mio. € und betrafen überwiegend die Installation weiterer Produktionskapazitäten in der Division Fruchtzubereitungen.
Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 15,3 (432,0) Mio. € betrafen im Wesentlichen den Erwerb von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade Kft., Nagykallo, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou, sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers CustomPack Ltd, Telford.
Im Vorjahr entfielen die Investitionen in Finanzanlagen maßgeblich auf den 100%igen Erwerb des Pizzaherstellers Richelieu Foods Inc., Braintree, Massachusetts / USA, und den 100%igen Erwerb des Tiefkühlpizzaherstellers HASA GmbH in Burg / Sachsen-Anhalt.
Die Mittelabflüsse aus Aufstockungen von - 0,4 (- 2,9) Mio. € und die Mittelzuflüsse aus Abstockungen/Kapitalerhöhungen von 2,5 (0,8) Mio. € betrafen Anteilszukäufe bzw. -verkäufe von weiterhin vollkonsolidierten Tochtergesellschaften. Letztere enthalten im Vorjahr zudem die Zuflüsse aus der Rückplatzierung der Hybrid-Anleihe mit einem Nominalvolumen von 0,6 Mio. €.
Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgezahlten Gewinnausschüttungen im Konzern von insgesamt 160,7 (163,7) Mio. € entfielen mit 91,9 (91,9) Mio. € auf die Aktionäre der Südzucker AG sowie mit 68,8 (71,8) Mio. € auf andere Gesellschafter.
Im März 2018 wurde die Anleihe 2011/2018 mit einem Coupon von 4,125 % mit einem Volumen von 400 Mio. € getilgt. Überwiegend zur kurzfristigen saisonalen Finanzierung wurden Commercial Papers begeben in Höhe von 230 Mio. € und Bankkreditlinien in Höhe von 222,8 Mio. € in Anspruch genommen.
Der Saldo der Ertragsteuerzahlungen belief sich auf 74,9 (126,1) Mio. €. Die Mittelabflüsse aus Ertragsteuerzahlungen sind grundsätzlich der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet.
Die erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie die erhaltenen Dividenden werden dem Mittelzufluss/-abfluss der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet.
| Mio. € | Geschäfts- oder Firmenwerte | Kundenlisten, Marken, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | Gesamt |
| 2018/19 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | 1.978,3 | 456,5 | 2.434,8 |
| Anpassung aus Erstanwendung von IAS 29 / IFRS 15 | 0,0 | - 3,0 | - 3,0 |
| 1. März 2018 (angepasst) | 1.978,3 | 453,5 | 2.431,8 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | 2,8 | 0,1 | 2,9 |
| Währung | 11,0 | 14,4 | 25,4 |
| Zugänge | 0,0 | 10,1 | 10,1 |
| Umbuchungen | 0,0 | 2,7 | 2,7 |
| Abgänge | 0,0 | - 3,9 | - 3,9 |
| 28. Februar 2019 | 1.992,1 | 476,9 | 2.469,0 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | - 588,8 | - 187,0 | - 775,8 |
| Anpassung aus Erstanwendung von IAS 29 / IFRS 15 | 0,0 | 3,2 | 3,2 |
| 1. März 2018 (angepasst) | - 588,8 | - 183,8 | - 772,6 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | 0,0 | 0,1 | 0,1 |
| Währung | 0,0 | - 0,9 | - 0,9 |
| Jahresabschreibungen | 0,0 | - 24,6 | - 24,6 |
| Wertminderungen | - 673,1 | - 0,8 | - 673,9 |
| Umbuchungen | 0,0 | - 0,1 | - 0,1 |
| Abgänge | 0,0 | 3,7 | 3,7 |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 28. Februar 2019 | - 1.261,9 | - 206,4 | - 1.468,3 |
| Buchwert 28. Februar 2019 | 730,2 | 270,5 | 1.000,7 |
| Mio. € | Geschäfts- oder Firmenwerte | Kundenlisten, Marken, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | Gesamt |
| 2017/18 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| 1. März 2017 | 1.779,4 | 228,4 | 2.007,8 |
| Veränd. Kons.-Kreis/sonstige Veränderungen | 206,1 | 236,2 | 442,3 |
| Währung | - 7,2 | - 10,4 | - 17,6 |
| Zugänge | 0,0 | 8,9 | 8,9 |
| Umbuchungen | 0,0 | 2,9 | 2,9 |
| Abgänge | 0,0 | - 9,5 | - 9,5 |
| 28. Februar 2018 | 1.978,3 | 456,5 | 2.434,8 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||
| 1. März 2017 | - 588,8 | - 178,7 | - 767,5 |
| Veränd. Kons.-Kreis/sonstige Veränderungen | 0,0 | - 0,7 | - 0,7 |
| Währung | 0,0 | 1,4 | 1,4 |
| Jahresabschreibungen | 0,0 | - 18,4 | - 18,4 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge | 0,0 | 9,4 | 9,4 |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 28. Februar 2018 | - 588,8 | - 187,0 | - 775,8 |
| Buchwert 28. Februar 2018 | 1.389,5 | 269,5 | 1.659,0 |
TABELLE 076
Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden die Geschäfts- oder Firmenwerte im Südzucker-Konzern den Segmenten Zucker und Frucht sowie den Divisionen BENEO, Freiberger und PortionPack als relevante Zahlungsmittel generierende Einheiten bzw. Cash Generating Units (CGUs) zugeordnet. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests werden die jeweiligen Buchwerte der CGUs regelmäßig mit dem Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei Südzucker) verglichen, um eine mögliche Wertminderung zu identifizieren.
Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer CGU erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen Fünf-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung sowie der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten.
Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU zu berechnen. Die Eigenkapitalkosten sind aus den Renditeerwartungen der Südzucker-Aktionäre, die angesetzten Fremdkapitalkosten aus den langfristigen Refinanzierungskonditionen des Südzucker-Kapitalmarktumfelds abgeleitet.
Die Eigenkapitalkosten errechnen sich aus einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisikoaufschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite von Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,5 (6,5) % sowie dem für Südzucker gültigen Geschäftsrisiko, das aus Kapitalmarktinformationen abgeleitet wird. Die so abgeleiteten Eigenkapitalkosten werden für jede CGU individualisiert, indem die jeweiligen Länderrisiken und Geschäftsrisiken berücksichtigt werden.
Bei den Fremdkapitalkosten werden die aktuellen kalkulatorischen Refinanzierungskosten für Anleihen und das Hybridkapital sowie der Zinssatz für Pensionsverpflichtungen angesetzt. Dabei berücksichtigt der Renditezuschlag (Credit Spread) das Südzucker-Langfristrating von aktuell Baa3 (Moody's) bzw. BBB- (S&P).
Südzucker verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in den CGUs eine konstante Wachstumsrate. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der in der Fünf-Jahres-Planung angenommenen Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Investitionen des Planungszeitraums basieren auf den verabschiedeten Investitionsplänen und berücksichtigen die Ersatzinvestitionserfordernisse.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die getesteten Buchwerte der Geschäfts- und Firmenwerte und die in die jeweiligen Werthaltigkeitstests eingeflossenen Kapitalkosten vor Steuern zum regulären Bewertungsstichtag 31. August 2018. Hierbei ergab sich aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte kein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGUs jeweils über dem Buchwert lag.
| Mio. € | Geschäfts- oder Firmenwerte | Durchschnittliche Kapitalkosten | ||
| 28. Februar | 2019 | 2018 | 2018/19 | 2017/18 |
| CGU Freiberger | 369,0 | 357,8 | 5,6 % | 5,4 % |
| CGU BENEO | 84,9 | 84,9 | 6,6 % | 6,3 % |
| CGU PortionPack | 41,7 | 40,3 | 6,1 % | 5,9 % |
| CGU Frucht | 127,6 | 126,6 | 6,9 % | 6,1 % |
TABELLE 077
Die Kapitalkosten vor Steuern reflektieren die gegenüber dem Vorjahr gestiegene Rendite von Bundesanleihen im Zusammenhang mit dem EZB-Anleihekaufprogramm. Unter Berücksichtigung der EZB-Inflationserwartung, die die angenommene Wachstumsrate maßgeblich beeinflusst, ist mittelfristig von einer weiteren Erhöhung auszugehen.
Mit der Aufhebung der Quoten- und Rübenmindestpreisregelung in 2017 waren auch die Beschränkungen der Exportmöglichkeiten für Zucker entfallen. Mit dem Wegfall der Quotenregelung hatte Südzucker die Möglichkeit genutzt, die bestehenden Kapazitäten durch längere Kampagnen besser auszulasten. Dies führte zu einer Ausweitung der margenschwachen Drittland-Zuckerexporten. Die EU-Marktpreisentwicklung wird seither noch stärker durch die Weltmarktpreisentwicklung bestimmt.
Am 25. Februar 2019 hat der Südzucker-Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgestellten Restrukturierungsplan für das Segment Zucker vor dem Hintergrund des anhaltend schwierigen globalen und europäischen Marktumfelds mit einem historisch niedrigen Preisniveau innerhalb der EU zugestimmt. Der Restrukturierungsplan sieht Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor und dabei insbesondere die Anpassung der Produktions- und Verwaltungsstrukturen. Hierbei ist die Stilllegung von fünf Zuckerfabriken mit einem durchschnittlichen jährlichen Zuckerproduktionsvolumen von insgesamt rund 700.000 Tonnen vorgesehen, um die Kapazitäten stärker am Bedarf des europäischen Marktes auszurichten. Nach der Kampagne 2019 sollen zwei Fabriken in Deutschland (Brottewitz und Warburg) und zwei der französischen Tochtergesellschaft Saint Louis Sucre (Cagny und Eppeville) stillgelegt werden. Das betroffene Werk der polnischen Tochtergesellschaft Südzucker Polska (Strzyzöw) soll bereits früher stillgelegt werden. Daneben ist die weitere Reduzierung der Verwaltungskosten in Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen geplant.
Mit der beschlossenen Stilllegung von rund 15 % der Kapazitäten wurde die Ausweitung der Exporte nun zugunsten der Fokussierung auf die strategischen EU-Märkte zurückgeführt. An dem Ziel langer Kampagnen in den verbleibenden 24 Zuckerfabriken hält Südzucker unverändert fest. Südzucker besitzt durch die Konzentration auf die besten Rübenanbauregionen in Europa eine gute Wettbewerbsposition in der EU und fokussiert sich auf die Stärkung ihrer EU-Marktposition; logistische Vorteile ergeben sich vor allem aus der Produktion in den europäischen Kernmärkten und damit der Nähe zu den Industriekunden.
Vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und der angepassten strategischen Ausrichtung (Triggering Event) war zum Geschäftsjahresende eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der CGU Zucker durchzuführen. Hierbei ergab sich bezüglich des Buchwerts zum 28. Februar 2019 ein Wertberichtigungsbedarf von 673,1 Mio. €, da der Nutzungswert in entsprechender Höhe unter dem Buchwert lag. Die für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus verwendete Wachstumsrate beträgt 0,9 (1,5) %.
| Mio. € | Geschäfts- oder Firmenwerte | Durchschnittliche Kapitalkosten | ||
| 28. Februar | 2019 | 2018 | 2018/19 | 2017/18 |
| CGU Zucker | 107,0 | 779,9 | 7,2 % | 7,5 % |
TABELLE 078
Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen und Planungen, die den Nutzungswert der CGUs bestimmen. Die Höhe der jeweiligen Nutzungswerte ist abhängig von den zukünftigen Cashflows laut der Unternehmensplanung sowie den zugrunde gelegten Kapitalkosten. Bis auf die CGU Zucker, lagen zum Bewertungsstichtag in allen anderen CGUs die Nutzungswerte deutlich über den Buchwerten der Geschäfts- oder Firmenwerte. Aufgrund dieser Überdeckungen führen die in einer Sensitivitätsbetrachtung angenommene Reduktion der geplanten nachhaltigen Cashflows um 10 % oder eine Erhöhung der sich am Kapitalmarkt ergebenden Kapitalkosten nach Steuern - etwa aufgrund eines wieder steigenden Zinsniveaus - um einen Prozentpunkt in keiner dieser CGUs zur Notwendigkeit einer Wertberichtigung. In der CGU Zucker würde sich dagegen bereits bei einer angenommenen Reduktion der geplanten nachhaltigen Cashflows um 5 % oder einer leichten Erhöhung der sich am Kapitalmarkt ergebenden Kapitalkosten nach Steuern eine vollständige Wertminderung des zum Bilanzstichtag verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwerts von 107,0 Mio. € ergeben.
Für die CGU Zucker sind die Einschätzungen der EU-Rübenzucker- und Isoglukoseproduktion, der Entwicklung der Zuckerimporte und -exporte sowie der Zuckerpreise die wichtigsten Planannahmen. Die wesentlichen Kostenelemente der CGU sind die Rohstoff- und Energiekosten. Diese Einschätzungen berücksichtigen neben den aktuellen Marktentwicklungen auch eigene Einschätzungen der jeweiligen Fachbereiche.
| Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen im Bau | Gesamt |
| 2018/19 | |||||
| Anschaffungskosten | |||||
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | 2.081,0 | 5.283,6 | 455,1 | 112,6 | 7.932,3 |
| Anpassung aus Erstanwendung von IAS 29 | 4,2 | 7,4 | 0,4 | 0,0 | 12,0 |
| 1. März 2018 (angepasst) | 2.085,2 | 5.291,0 | 455,5 | 112,6 | 7.944,3 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | 3,0 | 7,7 | 3,7 | 0,0 | 14,4 |
| Währung | - 4,8 | - 3,0 | - 0,5 | 0,5 | - 7,8 |
| Zugänge | 41,9 | 144,1 | 30,7 | 151,8 | 368,5 |
| Umbuchungen | 17,7 | 53,2 | 7,6 | - 81,2 | - 2,7 |
| Abgänge | - 14,7 | - 71,3 | - 18,7 | - 0,5 | - 105,2 |
| 28. Februar 2019 | 2.128,3 | 5.421,7 | 478,3 | 183,2 | 8.211,5 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| 1. März 2018 (veröffentlicht) | - 987,5 | - 3.620,6 | - 333,3 | - 0,4 | - 4.941,8 |
| Anpassung aus Erstanwendung von IAS 29 | - 0,9 | - 5,6 | - 0,4 | 0,0 | - 6,8 |
| 1. März 2018 (angepasst) | - 988,4 | - 3.626,2 | - 333,7 | - 0,4 | - 4.948,6 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | - 1,4 | - 2,3 | - 2,0 | 0,0 | - 5,7 |
| Währung | 2,1 | 3,1 | 0,4 | 0,0 | 5,5 |
| Jahresabschreibungen | - 53,5 | - 215,1 | - 32,0 | 0,0 | - 300,6 |
| Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen | - 33,6 | - 75,0 | - 0,9 | 0,0 | - 109,5 |
| Umbuchungen | 0,1 | 2,1 | - 2,1 | 0,0 | 0,1 |
| Abgänge | 11,5 | 68,8 | 17,8 | 0,0 | 98,1 |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 28. Februar 2019 | - 1.063,2 | - 3.844,6 | - 352,5 | - 0,4 | - 5.260,7 |
| Buchwert 28. Februar 2019 | 1.065,0 | 1.577,1 | 125,9 | 182,8 | 2.950,8 |
Die Investitionen sind um staatliche Investitionszuschüsse in Höhe von 1,9 (1,3) Mio. € gekürzt. Wie im Vorjahr wurden keine Fremdkapitalzinsen aktiviert.
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurden die wechselkursbedingten Veränderungen in Höhe von 2,2 Mio. € maßgeblich durch die Schwächung des polnischen Zloty, des argentinischen sowie des chilenischen Pesos, denen die Stärkung des US-Dollars und des britischen Pfunds gegenüberstand, beeinflusst.
Die wechselkursbedingten Veränderungen im Vorjahr in Höhe von - 30,5 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus der Schwächung des US-Dollars, des argentinischen und des chilenischen Pesos bzw. der Stärkung des polnischen Zloty und der tschechischen Krone. Die Anwendung von IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) wird unter Ziffer (4) "Währungsumrechnung" dargestellt.
Die Wertminderungen inklusive Sondereinflüsse werden unter Ziffer (11) "Abschreibungen" erläutert.
| Mio. € | Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen im Bau | Gesamt |
| 2017/18 | |||||
| Anschaffungskosten | |||||
| 1. März 2017 | 2.033,7 | 5.052,4 | 427,9 | 150,0 | 7.664,0 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | 22,4 | 28,5 | 17,8 | 1,7 | 70,4 |
| Währung | - 17,5 | - 26,5 | - 4,5 | - 1,1 | - 49,6 |
| Zugänge | 57,0 | 172,2 | 27,7 | 94,7 | 351,6 |
| Umbuchungen | 25,8 | 97,2 | 6,0 | - 131,9 | - 2,9 |
| Abgänge | - 40,4 | - 40,2 | - 19,8 | - 0,8 | - 101,2 |
| 28. Februar 2018 | 2.081,0 | 5.283,6 | 455,1 | 112,6 | 7.932,3 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | |||||
| 1. März 2017 | - 967,8 | - 3.459,5 | - 313,3 | - 1,1 | - 4.741,7 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | - 1,9 | - 3,9 | - 10,5 | 0,0 | - 16,3 |
| Währung | 3,7 | 12,0 | 3,4 | 0,0 | 19,1 |
| Jahresabschreibungen | - 51,9 | - 203,4 | - 30,6 | 0,0 | - 285,9 |
| Wertminderungen inklusive Sondereinflüssen | - 6,0 | - 2,5 | 0,0 | 0,0 | - 8,5 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge | 36,4 | 36,7 | 17,7 | 0,7 | 91,5 |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 28. Februar 2018 | - 987,5 | - 3.620,6 | - 333,3 | - 0,4 | - 4.941,8 |
| Buchwert 28. Februar 2018 | 1.093,5 | 1.663,0 | 121,8 | 112,2 | 2.990,5 |
TABELLE 079
| Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen Mio. € |
2018/19 | 2017/18 |
| 1. März | 370,3 | 432,8 |
| Veränd. Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | - 4,1 | 12,4 |
| Währung | 18,5 | - 41,8 |
| Zugänge | 0,0 | 2,0 |
| Anteil am Gewinn | 22,1 | 2,1 |
| Umbuchungen | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge / Dividenden | - 16,9 | - 37,2 |
| Wertminderungen | 0,0 | 0,0 |
| Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 |
| 28. Februar | 389,9 | 370,3 |
TABELLE 080
Die at Equity einbezogenen Unternehmen umfassen im Segment Zucker die Beteiligungen am Handelshaus ED&F MAN Holdings Limited, London / Großbritannien, an der AGRANA-Studen-Gruppe, Wien / Österreich, und am Vertriebs-Joint-Venture Maxi S.r.l., Bozen / Italien, im Segment Spezialitäten die Beteiligung an der Hungrana-Gruppe, Szabadegyhaza / Ungarn, und der Collaborative Packing Solutions (Pty) Ltd, Johannesburg / Südafrika, sowie im Segment CropEnergies die Beteiligung an der CT Biocarbonic GmbH, Zeitz.
Unter den sonstigen Beteiligungen von 23,1 (23,0) Mio. € sind auch Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen ausgewiesen, die wegen insgesamt untergeordneter Bedeutung nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden.
| Mio. € | 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 457,8 | 382,4 | |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse | |||
| Segment Zucker | 1.008,3 | 1.222,0 | |
| Segment Spezialitäten | 267,0 | 232,0 | |
| Segment CropEnergies | 49,2 | 45,6 | |
| Segment Frucht | 132,1 | 151,3 | |
| Summe fertige und unfertige Erzeugnisse | 1.456,6 | 1.650,9 | |
| Waren | 62,6 | 85,9 | |
| 1.977,0 | 2.119,2 |
TABELLE 081
Die Vorräte lagen mit 1.977,0 (2.119,2) Mio. € um 142,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert, was im Wesentlichen durch geringere Bestände im Segment Zucker infolge der geringeren Ernte der Zuckerkampagne 2018 gegenüber 2017 bedingt ist. Der Anstieg der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist u. a. auf Anzahlungen im Juni 2018 für zukünftige Lieferzusagen (Rohstoffsicherungsprämie für den Rübenanbau in der Kampagne 2019) zurückzuführen.
Im Segment Zucker waren auf die Bestände zum 28. Februar 2019 Vorratsabwertungen in Höhe von 62,8 Mio. € vorzunehmen, die im Wesentlichen auf zum Bilanzstichtag gesunkene Nettoveräußerungserlöse zurückzuführen sind. Gegenläufig wirken sich die zum 28. Februar 2018 vorgenommenen Abwertungen auf gesunkene Nettoveräußerungserlöse von 24,9 Mio. € aus, die sich durch Abverkauf im Geschäftsjahr 2018/19 realisiert haben.
Außerdem waren Abwertungen im Segment Spezialitäten in Höhe von 0,5 (0,1) Mio. €, im Segment CropEnergies von 0,0 (0,1) Mio. € und im Segment Frucht in Höhe von 0,7 (0,8) Mio. € vorzunehmen.
Daneben waren zum 28. Februar 2019 auf Handelswarenbestände Abwertungen auf den Nettoveräußerungserlös im Segment Zucker in Höhe von 1,9 (3,7) Mio. € und im Segment Spezialitäten von 0,0 (0,1) Mio. € erforderlich.
| Mio. € | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
| 28. Februar | 2019 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | 2018 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 972,7 | 972,7 | 0,0 | 972,1 | 972,1 | 0,0 |
| Forderungen an die EU | 0,5 | 0,5 | 0,0 | 56,2 | 56,2 | 0,0 |
| Positive Marktwerte Derivate | 6,3 | 6,3 | 0,0 | 39,5 | 39,5 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 52,4 | 39,5 | 12,9 | 65,5 | 53,7 | 11,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 59,2 | 46,3 | 12,9 | 161,2 | 149,4 | 11,8 |
| Sonstige Steuererstattungsansprüche | 161,3 | 161,3 | 0,0 | 170,0 | 170,0 | 0,0 |
| Übrige nichtfinanzielle Vermögenswerte | 49,2 | 49,2 | 0,0 | 27,1 | 27,1 | 0,0 |
| Nicht-finanzielle Vermögenswerte | 210,5 | 210,5 | 0,0 | 197,1 | 197,1 | 0,0 |
| Sonstige Vermögenswerte | 269,7 | 256,8 | 12,9 | 358,3 | 346,5 | 11,8 |
TABELLE 082
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 972,7 (972,1) auf Vorjahresniveau.
Die Forderungen an die EU in Höhe von 0,5 (56,2) Mio. € betrafen im Vorjahr im Wesentlichen die Erstattungsansprüche aus zu viel erhobenen Produktionsabgaben für die Zuckerwirtschaftsjahre 1999/2000 und 2000/01.
Die übrigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 52,4 (65,5) Mio. € beinhalten maßgeblich Finanzforderungen gegen nicht einbezogene Unternehmen, Beteiligungen sowie Mitarbeiter und übrige Dritte.
Die übrigen nichtfinanziellen Vermögenswerte von 49,2 (27,1) Mio. € betreffen im Wesentlichen geleistete Anzahlungen, Abgrenzungen und zugekaufte CO2-Emissionszertifikate.
Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:
| Mio. € 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen | 989,7 | 1.022,3 |
| davon wertberichtigt | - 17,0 | - 50,2 |
| Buchwert | 972,7 | 972,1 |
TABELLE 083
Mit Einführung von IFRS 9 beinhalten die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht nur Einzelwertberichtigungen für eingetretene Kreditrisiken - z. B. bei Insolvenz des Kunden oder bei Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen ohne belastbare Informationen zur Wertsicherheit -, sondern nunmehr auch eine Wertminderungsvorsorge für zukünftig erwartete Kreditverluste. Die für zukünftig erwartete Kreditverluste erfassten Wertminderungen werden auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und getrennt nach betroffener Division ermittelt (portfoliobasierte Wertminderung). Außerdem wird die erwartete zukünftige Ausfallentwicklung berücksichtigt. Hieraus resultiert ein zusätzlicher portfoliobasierter Wertminderungsbedarf von 0,5 Mio. €, der mit der Erstanwendung von IFRS 9 als Anpassung des Anfangsbestands zum Beginn des Geschäftsjahres 2018/19 erfasst wurde. Insgesamt haben sich die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie folgt entwickelt:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| 1. März (veröffentlicht) | 50,2 | 49,5 |
| Anpassung aus Erstanwendung IFRS 9 | 0,5 | 0,0 |
| 1. März (angepasst) | 50,7 | 49,5 |
| Veränd. Kons.-Kreis / Währungsänderungen / sonstige Veränderungen | 0,1 | 0,2 |
| Zuführungen | 2,1 | 4,5 |
| Verbrauch | - 33,6 | - 1,4 |
| Auflösungen | - 2,3 | - 2,6 |
| 28. Februar | 17,0 | 50,2 |
TABELLE 084
Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich auf 972,7 (972,1) Mio. €; davon waren 893,7 (849,7) Mio. € noch nicht fällig. Die überfälligen Forderungen sowie die für die Ermittlung der portfoliobasierten Wertminderung genutzten Ausfallquoten strukturieren sich wie nachfolgend dargestellt:
| 28. Februar | 2019 | 2018 | |
| Mio. € | Ausfallquote | ||
| Noch nicht fällige Forderungen | 893,7 | < 0,1% | 849,7 |
| Überfällige Forderungen, die nicht einzelwertberichtigt sind | 79,0 | - | 122,4 |
| davon bis 30 Tage | 53,1 | 0,4 % | 79,6 |
| davon 31 bis 90 Tage | 11,3 | 0,9 % | 22,9 |
| davon über 90 Tage | 14,6 | - | 19,9 |
| Buchwert | 972,7 | 972,1 | |
| Portfoliobasierte Wertberichtigungen | 0,7 | - | |
| Einzelwertberichtigte Forderungen | 16,3 | 50,2 | |
| Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 989,0 | 1.022,3 | |
TABELLE 085
Südzucker reduziert Ausfallrisiken, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten von Schuldnern ständig überwacht und entsprechende Kreditlinien festgelegt werden. Außerdem werden Risiken im Wesentlichen durch Kreditversicherungen und in geringem Umfang durch Bankgarantien begrenzt. Hinsichtlich der weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum 28. Februar 2019 keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Bei den überfälligen, nicht wertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gehen wir von einem Zahlungseingang aus; daneben sind auch diese Forderungen im Warenkreditversicherungsprogramm der Südzucker-Gruppe enthalten.
Zum 28. Februar 2019 beträgt das ausgegebene gezeichnete Kapital 204.183.292 € und ist in 204.183.292 Stückaktien eingeteilt; dabei handelt es sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital. Die Gesellschaft hielt am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien, womit das ausgegebene gezeichnete Kapital dem ausstehenden gezeichneten Kapital entspricht.
Die Kapitalrücklage betrifft die Südzucker AG. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die sich aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen oder der Vereinbarung von Optionsprämien unter Berücksichtigung der nach IFRS verpflichtenden Kürzung um damit zusammenhängende Kosten einschließlich der darauf entfallenden Steuern ergaben.
Weitere Angaben zum Eigenkapital werden im Konzernlagebericht im Kapitel "Unternehmensführung und -verantwortung" im Abschnitt "Übernahmerelevante Angaben" gemacht.
Die sonstigen Rücklagen beinhalten die thesaurierten Periodenergebnisse, Beträge für Ausschüttungsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und aus Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern. Im Fall des Erwerbs eigener Aktien werden die sonstigen Rücklagen direkt um das Aufgeld gekürzt bzw. bei einer späteren Emission direkt wieder erhöht.
Die sonstigen Eigenkapitalposten umfassen die erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen der Aktionäre der Südzucker AG, die zukünftig in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung zu realisieren sind.
Das Hybrid-Eigenkapital von 653,7 (653,7) Mio. € beinhaltet die im Sommer 2005 emittierte Hybrid-Anleihe mit einem Nennbetrag von 700 Mio. €.
Weitere Informationen zur Hybrid-Anleihe stehen unter Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" sowie auf der Südzucker-Website zur Verfügung.
Die sonstigen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 888,6 (914,5) Mio. € betreffen mit 736,6 (758,9) Mio. € den Minderheitenanteil am Teilkonzern AGRANA und mit 152,0 (155,6) Mio. € überwiegend den Minderheitenanteil am Teilkonzern CropEnergies.
| Name der Muttergesellschaft des Teilkonzerns | Sitz | SZ-Anteil in % |
Sonstige nicht beherrschende Anteile in % |
Hauptgeschäftsfeld |
| AGRANA Beteiligungs-AG | Wien, Österreich | 41,9 | 58,1 | Zucker, Stärke, Frucht |
| CropEnergies AG | Mannheim, Deutschland | 69,2 | 30,8 | Bioethanol |
TABELLE 086
Südzucker hält 41,9 % der Anteile an der AGRANA Beteiligungs-AG in Höhe von 39,2 % mittelbar über die Z&S Zucker und Stärke Holding AG und 2,7 % unmittelbar. Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. An der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG ist - neben Südzucker - die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. mit 50 % abzüglich einer Aktie beteiligt, in der die österreichischen AGRANA-Miteigentümer (unter anderem die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien sowie Vertreter der österreichischen Rübenproduzenten) ihre Interessen zusammengefasst haben. Details der Zusammenarbeit zwischen Südzucker und der Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. sind in einer Syndikatsvereinbarung geregelt. Danach steht Südzucker eine jederzeit nutzbare Stimmrechtsmehrheit an der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG und damit ein beherrschender Einfluss über den Teilkonzern AGRANA zu. Bei Ausübung dieser Stimmrechtsmehrheit durch Südzucker verfügt die Zucker-Beteiligungsgesellschafts m.b.H. über vertraglich definierte Schutzrechte, gleichzeitig ist diese unter Einhaltung einer mindestens einjährigen Frist berechtigt, die Stimmengleichheit unter den Syndikatspartnern herzustellen.
Eine Übersicht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der beiden Teilkonzerne AGRANA und CropEnergies ist nachfolgend dargestellt:
| 28. Februar | 2019 | 2018 | ||
| Mio. € | AGRANA | CropEnergies | AGRANA | CropEnergies |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.252,1 | 382,7 | 1.161,0 | 406,8 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.137,3 | 203,0 | 1.195,4 | 185,5 |
| Summe Vermögenswerte | 2.389,4 | 585,7 | 2.356,4 | 592,3 |
| Langfristige Schulden | 393,0 | 48,5 | 419,4 | 47,0 |
| Kurzfristige Schulden | 586,5 | 88,5 | 483,0 | 99,6 |
| Summe Schulden | 979,5 | 137,0 | 902,4 | 146,6 |
| Nettovermögen | 1.409,9 | 448,7 | 1.454,0 | 445,7 |
| Umsatzerlöse | 2.443,0 | 778,6 | 2.566,3 | 882,0 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 66,6 | 43,1 | 190,6 | 70,8 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 51,2 | 42,5 | 176,2 | 69,8 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 20,8 | - 21,2 | - 33,6 | - 19,0 |
| Jahresüberschuss | 30,4 | 21,3 | 142,6 | 50,8 |
| Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | - 2,1 | 3,6 | - 31,2 | - 4,8 |
| Gesamtergebnis | 28,3 | 24,9 | 111,4 | 46,0 |
| Dividendenzahlungen im Geschäftsjahr | 71,5 | 21,8 | 69,8 | 26,2 |
| davon an Minderheiten außerhalb des Südzucker-Konzerns | 42,0 | 6,7 | 43,6 | 8,1 |
TABELLE 087
Die Daten entsprechen den veröffentlichten Konzernabschlüssen der jeweiligen Teilkonzerne. Weitere ausführliche Informationen stehen in den aktuellen Geschäftsberichten 2018/19 der AGRANA Beteiligungs AG, Wien/Österreich, und der CropEnergies AG, Mannheim, zur Verfügung.
Die Gesellschaften der Südzucker-Gruppe leisten im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie beliefen sich im Konzern auf 51,5 (50,0) Mio. €.
Die betriebliche Altersversorgung im Südzucker-Konzern beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Daneben bestehen pensionsähnliche Verpflichtungen insbesondere bei ausländischen Konzernunternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.
Die bilanzierte Nettoverpflichtung der Südzucker-Gruppe setzt sich aus dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten sowie fondsfinanzierten leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens zusammen:
| Mio. € 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 955,3 | 905,9 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 123,7 | - 125,1 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) | 831,6 | 780,8 |
| Abzinsungssatz in % | 1,95 | 2,20 |
TABELLE 088
Im Rahmen der Altersversorgung für Mitarbeiter in der Südzucker-Gruppe bestehen im Wesentlichen folgende Altersversorgungs- und Abfertigungspläne:
| Pensionspläne | ||||||
| Mio. € | Südzucker AG | Deutschland übrige | Belgien | Frankreich | Österreich | Übriges Ausland |
| 28. Februar 2019 | ||||||
| Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 712,8 | 55,2 | 56,3 | 21,4 | 43,5 | 6,8 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 2,3 | - 0,9 | - 65,2 | - 32,3 | - 14,4 | - 5,7 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) | 710,5 | 54,3 | - 8,9 | - 10,9 | 29,1 | 1,1 |
| 28. Februar 2018 | ||||||
| Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 670,6 | 49,0 | 54,2 | 24,8 | 42,2 | 6,5 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 2,3 | - 0,7 | - 65,5 | - 32,4 | - 15,4 | - 4,7 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) | 668,3 | 48,3 | - 11,3 | - 7,6 | 26,8 | 1,8 |
| Abfertigungspläne | ||
| Mio. € | Weltweit | Gesamt |
| 28. Februar 2019 | ||
| Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 59,3 | 955,3 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 2,9 | - 123,7 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) | 56,4 | 831,6 |
| 28. Februar 2018 | ||
| Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen | 58,6 | 905,9 |
| Zeitwert des Planvermögens | - 4,1 | - 125,1 |
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) | 54,5 | 780,8 |
TABELLE 089
Für die Mitarbeiter der Südzucker AG bestehen arbeitgeberfinanzierte Zusagen über Betriebsrenten, deren Höhe durch das Grundgehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt wird. Die Pensionsverpflichtungen der Südzucker AG sind rückstellungsfinanziert und stellen das mit Abstand größte Versorgungswerk in der Südzucker-Gruppe dar. Die übrigen deutschen Versorgungspläne von CropEnergies, BENEO und anderen sind in ihrer Ausgestaltung mit den Regelungen der Südzucker AG für aktive Mitarbeiter vergleichbar und sind ebenfalls nahezu ausschließlich rückstellungsfinanziert.
Für die Mitarbeiter der belgischen Gesellschaften Raffinerie Tirlemontoise S.A., BENEO-Orafti S.A. und Biowanze S.A. bestehen fondsfinanzierte Versorgungspläne. Die Zusagen über Betriebsrenten werden durch die Höhe des Grundgehalts und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt; die Auszahlungen erfolgen neben periodischen Rentenzahlungen auch durch Einmalzahlungen.
Ebenfalls fondsfinanziert ist der Versorgungsplan für die Mitarbeiter von Saint Louis Sucre S.A.S. in Frankreich. Die Leistung aus dem Versorgungsplan ermittelt sich als ein prozentualer Anteil eines vor Renteneintritt gezahlten Durchschnittsgehalts, von dem die staatliche Rente sowie andere Betriebsrenten abgezogen werden.
Hierunter fallen im Wesentlichen die geschlossenen Pläne der AGRANA Zucker GmbH und der AGRANA Stärke GmbH, die rückstellungsfinanziert sind. Das Planvermögen betrifft überwiegend die Pensionszusagen der AGRANA Beteiligungs-AG für aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder, die in eine Pensionskasse ausgelagert sind.
Die Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Vorsorgepläne für Abfertigungen. Neben den größten Abfertigungsplänen in Österreich und Frankreich bestehen entsprechende Zusagen auch in Mexiko, Polen, Rumänien, Russland, Südkorea, der Ukraine und den USA. Die Zusagen in Österreich und Frankreich stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf eine Einmalzahlung im Fall der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Renteneintritt oder Tod dar, nicht aber im Fall der Kündigung durch den Arbeitnehmer.
Die Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:
| Mio. € | Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen | Marktwert des Planvermögens | Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
| 1. März 2017 | 941,2 | - 118,7 | 822,5 |
| Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV) | |||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 25,7 | 25,7 | |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - 0,2 | - 0,2 | |
| Auswirkungen von Plankürzungen oder -abgeltungen | 0,0 | 0,0 | |
| Zinsaufwand (+) / -ertrag (-) | 17,4 | - 2,2 | 15,2 |
| 42,9 | - 2,2 | 40,7 | |
| Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen) | |||
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen | - 2,3 | - 2,3 | |
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen | - 0,5 | - 0,5 | |
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen | - 39,0 | - 39,0 | |
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-) und Verluste (+) | - 4,3 | - 4,3 | |
| - 43,8 | - 2,3 | -46,1 | |
| Pensionszahlungen, Beiträge, Veränderung Konsolidierungskreis u. a. | |||
| Veränderung Konsolidierungskreis u. a. | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Währungsumrechnung | - 0,4 | 0,2 | - 0,2 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0,0 | - 9,9 | - 9,9 |
| Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen | 0,3 | - 0,3 | 0,0 |
| Pensionszahlungen | - 34,3 | 8,1 | - 26,2 |
| - 34,4 | - 1,9 | - 36,3 | |
| 28. Februar 2018 | 905,9 | - 125,1 | 780,8 |
| Mio. € | Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen | Marktwert des Planvermögens | Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
| 1. März 2018 | 905,9 | - 125,1 | 780,8 |
| Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV) | |||
| Laufender Dienstzeitaufwand | 25,2 | 25,2 | |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - 0,7 | - 0,7 | |
| Auswirkungen von Plankürzungen oder -abgeltungen | - 0,2 | - 0,2 | |
| Zinsaufwand (+) / -ertrag (-) | 19,0 | - 2,5 | 16,5 |
| 43,3 | - 2,5 | 40,8 | |
| Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen) | |||
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen | 0,4 | 0,4 | |
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung demografischer Annahmen | 9,9 | 9,9 | |
| Gewinne (-) und Verluste (+) aus der Änderung finanzieller Annahmen | 37,0 | 37,0 | |
| Erfahrungsbedingte Gewinne (-) und Verluste (+) | - 5,1 | - 5,1 | |
| 41,8 | 0,4 | 42,2 | |
| Pensionszahlungen, Beiträge, Veränderung Konsolidierungskreis u. a. | |||
| Veränderung Konsolidierungskreis u. a. | 1,0 | 0,0 | 1,0 |
| Währungsumrechnung | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0,0 | - 3,9 | - 3,9 |
| Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen | 0,0 | - 0,3 | - 0,3 |
| Pensionszahlungen | - 36,7 | 7,7 | - 29,0 |
| - 35,7 | 3,5 | - 32,2 | |
| 28. Februar 2019 | 955,3 | - 123,7 | 831,6 |
TABELLE 090
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand als auch Auswirkungen aus Plankürzungen oder -abgeltungen werden im Personalaufwand berücksichtigt.
Die Neubewertung der Pensionsverpflichtung belief sich auf 42,2 (- 46,1) Mio. € und resultierte aus der Anpassung des Diskontierungssatzes von 2,20 % auf 1,95 % für wesentliche Pensionspläne, der Änderung demografischer Annahmen (u. a. erstmalige Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G für deutsche Pläne) sowie erfahrungsbedingten Anpassungen; die Neubewertung wurde erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Auch im Vorjahr resultierte die Veränderung insbesondere aus der Anpassung des Abzinsungssatzes sowie erfahrungsbedingten Anpassungen.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungsverpflichtungen insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrische Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet.
Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens der wesentlichen Pensionspläne wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt:
| in % | 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Abzinsungssatz | 1,95 | 2,20 | |
| Gehaltssteigerung | 2,50 | 2,50 | |
| Rentensteigerung | 1,50 | 1,50 |
TABELLE 091
Bei der Ermittlung der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in der Eurozone kamen insgesamt Zinssätze zwischen 1,55 und 2,25 (1,70 und 2,40) % zur Anwendung. Diese Zinssätze basieren auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlichen gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die Anwendung unterschiedlicher Zinssätze berücksichtigt die abweichenden Durationen von Plänen. Für Pläne mit überwiegendem Rentnerbestand (Duration um 10 Jahre) wurden 1,55 (1,70) %, für Pläne mit einem Mischbestand von aktiven Mitarbeitern und Rentnern (Duration um 18 Jahre) wurden 1,95 (2,20 %) und für Pläne mit weitgehendem Bestand an aktiven Mitarbeitern (Duration um 28 Jahre) wurden 2,25 (2,40) % zugrunde gelegt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen, anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln - wie in Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G - verwendet.
Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt.
| 28. Februar | 2019 | 2018 | |||
| Mio. € | Veränderung der versicherungsmathematischen Annahme | Leistungsorientierte Verpflichtung | + / - | Leistungsorientierte Verpflichtung | + / - |
| Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen | 955,3 | - | 905,9 | - | |
| Abzinsungssatz | Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte | 880,6 | - 7,8 % | 838,3 | - 7,5 % |
| Verringerung um 0,50 Prozentpunkte | 1.039,5 | 8,8 % | 983,8 | 8,6 % | |
| Gehaltssteigerung | Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte | 967,7 | 1,3 % | 918,5 | 1,4 % |
| Verringerung um 0,25 Prozentpunkte | 942,4 | - 1,4 % | 894,5 | - 1,3 % | |
| Rentensteigerung | Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte | 979,8 | 2,6 % | 929,1 | 2,6 % |
| Verringerung um 0,25 Prozentpunkte | 930,3 | - 2,6 % | 883,8 | - 2,4 % | |
| Lebenserwartung | Zunahme um ein Jahr | 991,0 | 3,7 % | 941,0 | 3,9 % |
| Abnahme um ein Jahr | 917,8 | - 3,9 % | 870,6 | - 3,9 % | |
TABELLE 092
Das prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Daher besteht das Planvermögen überwiegend aus Schuldverschreibungen, deren Risikostruktur langfristig die Erfüllung der Verpflichtungen gewährleistet. Daneben sind Eigenkapitaltitel und Versicherungsverträge sowie in geringem Umfang Immobilienanteile enthalten. Im Fall der Schuldverschreibungen orientieren sich die Renditeerwartungen an Staatsanleihen. Im Fall von Versicherungsverträgen wird mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert. Bei der Ermittlung der Zeitwerte des Planvermögens sind für die folgenden Vermögenskategorien im angegebenen Umfang Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten zugrunde gelegt worden:
| 28. Februar | 2019 | 2018 | ||
| Mio. € | Zeitwerte | davon Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten | Zeitwerte | davon Marktpreisnotierungen in aktiven Märkten |
| Schuldverschreibungen | 52,6 | 52,6 | 52,5 | 52,5 |
| Eigenkapitaltitel | 14,8 | 14,8 | 17,3 | 17,3 |
| Immobilienfonds | 0,7 | 0,0 | 0,7 | 0,0 |
| Versicherungsverträge | 51,6 | 0,4 | 50,7 | 0,7 |
| Sonstiges | 4,1 | 4,1 | 3,9 | 3,4 |
| Gesamt | 123,7 | 71,9 | 125,1 | 73,9 |
TABELLE 093
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die Südzucker-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation. Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten.
Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die Nettoverpflichtung aus den Pensionsplänen. Die Höhe der Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen könnten, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.
Die durchschnittliche gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwerts sämtlicher leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt 16,6 (16,1) Jahre. Im Geschäftsjahr 2019/20 werden Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen in Höhe von 5,0 (3,3) Mio. € erwartet. In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:
| Zeitraum | Mio. € |
| 2019/20 | 35,3 |
| 2020/21 | 35,8 |
| 2021/22 | 39,1 |
| 2022/23 | 40,7 |
| 2023/24 | 38,8 |
| 2024/25 bis 2028/29 | 211,3 |
| Gesamt | 401,1 |
TABELLE 094
| Mio. € | 28. Februar | 2019 | Kurzfristig | Langfristig | 2018 | Kurzfristig |
| Personalbezogene Rückstellungen | 112,6 | 21,8 | 90,8 | 86,3 | 24,4 | |
| Prozesse und Risikovorsorge | 178,9 | 72,5 | 106,4 | 179,6 | 173,7 | |
| Übrige Rückstellungen 1 | 101,8 | 53,4 | 48,4 | 109,0 | 51,8 | |
| Gesamt | 393,3 | 147,7 | 245,6 | 374,9 | 249,9 |
| Mio. € | Langfristig |
| Personalbezogene Rückstellungen | 61,9 |
| Prozesse und Risikovorsorge | 5,9 |
| Übrige Rückstellungen 1 | 57,2 |
| Gesamt | 125,0 |
TABELLE 095
Die Erfassung der sonstigen Rückstellungen als kurz- oder langfristig, wie in vorstehender Tabelle dargestellt, gibt eine Indikation, ob die Inanspruchnahme im Geschäftsjahr 2019/20 oder in den Folgejahren erwartet wird.
Während der Berichtsperiode haben sich die sonstigen Rückstellungen wie folgt entwickelt, wobei Zuführungen von insgesamt 40,4 Mio. € auf den Restrukturierungsplan im Segment Zucker entfielen:
| Mio. € | Personalbezogene Rückstellungen | Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge | Übrige Rückstellungen1 | Gesamt |
| 1. März 2018 | 86,3 | 179,6 | 109,0 | 374,9 |
| Veränderung Kons.-Kreis / sonstige Veränderungen | - 0,2 | 0,0 | 7,0 | 6,8 |
| Währung | - 0,2 | 0,0 | 0,0 | - 0,2 |
| Zuführungen und Aufzinsungen | 57,1 | 1,7 | 38,2 | 97,0 |
| Inanspruchnahme | - 23,7 | - 0,4 | - 10,4 | - 34,5 |
| Auflösungen | - 6,7 | - 2,0 | - 42,0 | - 50,7 |
| 28. Februar 2019 | 112,6 | 178,9 | 101,8 | 393,3 |
TABELLE 096
Die personalbezogenen Rückstellungen von 112,6 Mio. € setzten sich im Wesentlichen aus überwiegend langfristigen Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen, Rückstellungen für Altersteilzeit sowie überwiegend langfristigen Rückstellungen für Sozialpläne zusammen. Die Zuführungen resultieren mehrheitlich aus den Sozialplänen im Zusammenhang mit den geplanten Werksschließungen in Deutschland, Frankreich und Polen.
Die Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge von 178,9 Mio. € beinhalten Rückstellungen für Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken (Bußgelder und Schadensersatz). Aufgrund der bisherigen Verfahrensverläufe werden diese nunmehr überwiegend langfristig ausgewiesen; entsprechend ergab sich ein bilanzieller Anstieg der langfristigen Rückstellungen um 100,5 Mio. €.
Die übrigen Rückstellungen in Höhe von 101,8 Mio. € betreffen im Wesentlichen die mehrheitlich langfristigen Rückstellungen für Rückbaumaßnahmen, die Risikovorsorge für langlaufende Logistikverträge im Segment Zucker vor dem Hintergrund der geplanten Kapazitätsreduktion sowie lang- und kurzfristige Rückstellungen für Rekultivierungs- und Umweltverpflichtungen, die überwiegend im Zusammenhang mit der Zuckerproduktion stehen, sowie kurzfristige Rückstellungen für den entgeltlichen Erwerb von Emissionszertifikaten. Die Zuführungen betrafen die zuvor erläuterten Sachverhalte. Die Auflösungen betrafen u. a. eine in 2016/17 gebildete Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken in Deutschland im Segment CropEnergies; die Rückstellung konnte aufgelöst werden, nachdem das entsprechende Verfahren erfolgreich abgeschlossen war. Daneben waren Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen und Umsatzsteuerrisiken aufzulösen.
Die Zuführungen umfassen die Bildung neuer sowie die Anpassung bestehender Rückstellungen, die erfolgswirksam in den einschlägigen operativen Aufwandsarten erfasst werden. Daneben ist auch die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten, die im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen betrifft. Die Aufzinsungen sind im Zinsaufwand innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen und beliefen sich auf 0,9 (0,9) Mio. €.
| Mio. € | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
| 28. Februar | 2019 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | 2018 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern | 196,2 | 196,2 | 0,0 | 356,8 | 356,8 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen | 590,2 | 590,2 | 0,0 | 588,8 | 588,8 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 786,4 | 786,4 | 0,0 | 945,6 | 945,6 | 0,0 |
| Negative Marktwerte Derivate | 17,7 | 17,7 | 0,0 | 22,6 | 22,6 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen | 115,0 | 114,4 | 0,6 | 126,8 | 125,9 | 0,9 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 135,6 | 122,7 | 12,9 | 185,2 | 170,5 | 14,7 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 268,3 | 254,8 | 13,5 | 334,6 | 319,0 | 15,6 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit | 49,4 | 49,4 | 0,0 | 45,5 | 45,5 | 0,0 |
| Übrige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten | 13,7 | 13,7 | 0,0 | 18,9 | 18,9 | 0,0 |
| Nicht-finanzielle Verbindlichkeiten | 63,1 | 63,1 | 0,0 | 64,4 | 64,4 | 0,0 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 331,4 | 317,9 | 13,5 | 399,0 | 383,4 | 15,6 |
TABELLE 097
Die rückläufigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 786,4 (945,6) Mio. € entfielen mit 196,2 (356,8) Mio. € auf Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern. Der Rückgang war insbesondere mengenbedingt und ist auch teilweise auf höhere Anzahlungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen lagen mit 590,2 (588,8) Mio. € auf Vorjahresniveau.
Die Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 115,0 (126,8) Mio. € beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Tantiemen, Prämien, Urlaubs- und Arbeitszeitguthaben.
Unter den übrigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 13,7 (18,9) Mio. € sind im Wesentlichen erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von 5,9 (12,6) Mio. € sowie Rechnungsabgrenzungsposten erfasst.
| Mio. € | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
| 28. Februar | 2019 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | 2018 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Anleihen | 1.024,0 | 230,0 | 794,0 | 1.192,9 | 399,9 | 793,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 603,3 | 271,3 | 332,0 | 377,1 | 53,6 | 323,5 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 2,6 | 2,4 | 0,2 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.627,5 | 501,4 | 1.126,1 | 1.572,6 | 455,9 | 1.116,7 |
| Wertpapiere (langfristige Vermögenswerte) | - 18,8 | - 18,7 | ||||
| Wertpapiere (kurzfristige Vermögenswerte) | - 125,6 | - 125,7 | ||||
| Flüssige Mittel | - 354,1 | - 585,2 | ||||
| Wertpapiere und flüssige Mittel | -498,5 | - 729,6 | ||||
| Nettofinanzschulden | 1.129,0 | 843,0 | ||||
TABELLE 098
Von den Finanzschulden in Höhe von 1.627,5 Mio. € stehen der Südzucker-Gruppe 1.126,1 Mio. € bzw. 69 % langfristig zur Verfügung. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| 1. März | 1.572,6 | 1.138,3 |
| Zahlungswirksame Veränderung | 52,8 | 427,4 |
| Zahlungsunwirksame Veränderung | 2,1 | 6,9 |
| Erstkonsolidierung | 1,7 | 8,7 |
| Entkonsolidierung | 0,0 | 0,0 |
| Bewertungseffekte | 0,4 | - 1,8 |
| 28. Februar | 1.627,5 | 1.572,6 |
TABELLE 099
Die Finanzierung des Südzucker-Konzerns basiert auf der nachhaltigen Cashflow-Kraft, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Südzucker verfolgt die klare Strategie, das Investment-Grade-Rating zu bestätigen.
Südzucker nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und die Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Finanzinstrumenten: Hybrid-Anleihe, Anleihen, Commercial Paper, Schuldscheindarlehen und syndizierte bzw. bilaterale Bankkreditlinien. Die Anleihen werden durch die niederländische Finanzierungsgesellschaft Südzucker International Finance B.V. begeben und konzernweit verwendet. Die Finanzierung von Akquisitionen und Investitionen wird unter Berücksichtigung der für ein Investment-Grade-Rating erforderlichen Finanzrelationen vorgenommen.
Zur unterjährigen Finanzierung der der Zuckerbranche eigenen Saisonalität (Finanzierung der Rübengeldraten und Vorratsbestände) ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur. Diese kurzfristigen Finanzierungserfordernisse werden durch die Nutzung des Commercial-Paper-Programms mit einem Volumen von 600 Mio. € bzw. einer syndizierten Kreditlinie von 600 Mio. € von Südzucker sowie über syndizierte Kreditlinien von 450 Mio. € des AGRANA-Teilkonzerns gewährleistet. Daneben stehen der Unternehmensgruppe bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.
Südzucker finanziert sich derzeit im Wesentlichen durch die folgenden Finanzinstrumente:
Die Südzucker International Finance B.V. emittierte im Juli und August 2005 eine unendliche, nachrangige Hybrid-Anleihe im Volumen von 700 Mio. €. Seit dem 30. Juni 2015 kann die Anleihe durch Südzucker gekündigt und vorzeitig zum Nennwert zurückgezahlt werden (Schuldnerkündigungsrecht). Die Anleihe kann lediglich vollständig, aber nicht in Teilbeträgen gekündigt werden. Das Kündigungsrecht steht unter der Bedingung, dass Südzucker innerhalb von zwölf Monaten vor dem Wirksamwerden der Kündigung gleichrangige Wertpapiere und/oder nachrangige Wertpapiere mit ähnlicher Ausstattung ausgegeben hat, mit einem Ausgabeerlös in Höhe der aus der Kündigung der Hybrid-Anleihe zahlbaren Beträge (gemäß § 6 Abs. 5 und 6 der Anleihebedingungen). Die Voraussetzungen zur Kündigung und Rückzahlung der Anleihe durch Südzucker sind derzeit nicht erfüllt.
Die Hybrid-Anleihe verzinst sich seit dem 30. Juni 2015 vierteljährig variabel mit dem 3-Monats-Euribor plus 3,10 % p. a. Für den Zeitraum 31. Dezember 2018 bis 29. März 2019 (ausschließlich) wurde der Vergütungssatz auf 2,791 % festgesetzt. Die vierteljährlichen Couponzahlungen sind jeweils nachträglich fällig.
Ferner sehen die Anleihebedingungen vor, dass Südzucker im Fall eines Dividenden-Ereignisses die Option zur Aufschiebung der Zinscouponzahlungen hat. Eine optionale (freiwillige) Aussetzung der Zinscouponzahlungen kann eintreten, falls auf der letzten Hauptversammlung keine Dividende für Aktien der Südzucker AG beschlossen wurde. Bei einem Cashflow-Ereignis ist Südzucker verpflichtet, die Zinscouponzahlungen ausfallen zu lassen. Eine zwingende Couponaussetzung kann eintreten, sofern der konsolidierte Cashflow 5 % der konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns unterschreitet. Maßgeblich für die Bemessung ist der veröffentlichte konsolidierte Jahresabschluss der Südzucker AG. Zum 28. Februar 2019 erreichte der Cashflow mit 377,1 (692,5) Mio. € 5,6 (9,9) % des konsolidierten Umsatzes von 6.754,1 (6.982,9) Mio. €.
Die Nachranganleihe wird von den Ratingagenturen Moody's zu 75 % und Standard & Poor's zu 50 % als Eigenkapital bewertet und verbessert dadurch die kreditratingrelevanten Verschuldungskennziffern des Konzerns. Die Nachranganleihe ist gemäß IFRS voll als Eigenkapital auszuweisen - vergleiche auch Erläuterungen zu Ziffer (26) "Eigenkapital"
Am 22. November 2016 hat die Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert in Höhe von 300 Mio. € und einem Coupon von 1,25 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren bis 29. November 2023.
Am 21. November 2017 hat die Südzucker International Finance B.V. eine Anleihe mit einem Nominalwert von 500 Mio. € und einem Coupon von 1,00 % emittiert. Die Anleihe ist von der Südzucker AG garantiert und hat eine Laufzeit von acht Jahren bis 28. November 2025.
Weitere Informationen zu den vorgenannten Anleihen stehen auf der Südzucker-Website zur Verfügung.
Das Commercial-Paper-Programm (CP-Programm) dient der kurzfristigen Finanzierung am Kapitalmarkt. Investoren in CPs sind überwiegend institutionelle Anleger. Das CP-Programm von Südzucker im Rahmen von insgesamt 600 Mio. € ermöglicht es, kurzfristige Schuldverschreibungen je nach Bedarf und Marktlage zu begeben. Am 28. Februar 2019 waren CPs mit einem Volumen von 230,0 (0,0) Mio. € ausstehend.
| Mio. € | Fälligkeit | Zinssatz | Buchwert | Marktwert | Nominalwert |
| 28. Februar 2019 | |||||
| Anleihe 2016/2023 | 29.11.2023 | 1,250 % | 298,4 | 301,1 | 300,0 |
| Anleihe 2017/2025 | 28.11.2025 | 1,000 % | 495,6 | 485,6 | 500,0 |
| Commercial Paper | 230,0 | 230,0 | 230,0 | ||
| Anleihen | 1.024,0 | 1.016,7 | 1.030,0 | ||
| 28. Februar 2018 | |||||
| Anleihe 2011/2018 | 29.03.2018 | 4,125 % | 399,9 | 401,2 | 400,0 |
| Anleihe 2016/2023 | 29.11.2023 | 1,250 % | 298,1 | 306,3 | 300,0 |
| Anleihe 2017/2025 | 28.11.2025 | 1,000 % | 494,9 | 488,8 | 500,0 |
| Anleihen | 1.192,9 | 1.196,3 | 1.200,0 |
TABELLE 100
Die gesamten Anleihen mit einem Buchwert von 1.024,0 (1.192,9) Mio. € waren festverzinslich.
Am 5. April 2018 änderte Moody's den Ausblick für das Baa2-Rating von stabil auf negativ. Am 12. Dezember 2018 senkte Moody's das Unternehmens- und Anleihe-Rating von Baa2 auf Baa3 mit negativem Ausblick. Die nachrangige Hybrid-Anleihe bewertet Moody's unverändert zu 75 % als Eigenkapital.
Am 18. Januar 2019 änderte Standard & Poor's (S&P) das langfristige Unternehmensrating von BBB auf BBB- bei unverändert stabilem Ausblick. Die nachrangige Hybrid-Anleihe wird unverändert zu 50 % als Eigenkapital eingestuft.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen auf 603,3 (377,1) Mio. €. Von den festverzinslichen Bankverbindlichkeiten von 416,5 (354,9) Mio. € standen 242,1 (318,0) Mio. € langfristig zur Verfügung. Variabel verzinslich waren Darlehen von insgesamt 186,8 (22,2) Mio. €. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4,4 (3,9) Mio. € durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7,8 (7,8) Mio. € durch sonstige Pfandrechte gesichert.
| Mio. € | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
| 28. Februar | 2019 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | 2018 | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Fester Zinssatz | ||||||
| EUR | 404,3 | 169,9 | 234,4 | 354,7 | 36,7 | 318,0 |
| ARS | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 0,2 | 0,0 |
| CNY | 7,4 | 0,6 | 6,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| DZD | 2,2 | 1,3 | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| USD | 2,6 | 2,6 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 416,5 | 174,4 | 242,1 | 354,9 | 36,9 | 318,0 |
| Variabler Zinssatz | ||||||
| EUR | 178,6 | 88,7 | 89,9 | 15,0 | 9,5 | 5,5 |
| ARS | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,1 |
| EGP | 0,4 | 0,4 | 0,0 | 0,2 | 0,2 | 0,0 |
| HUF | 5,9 | 5,9 | 0,0 | 2,4 | 2,4 | 0,0 |
| INR | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,3 | 0,3 | 0,0 |
| KRW | 1,2 | 1,2 | 0,0 | 2,3 | 2,3 | 0,0 |
| TRY | 0,3 | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| USD | 0,4 | 0,4 | 0,0 | 2,0 | 2,0 | 0,0 |
| Summe | 186,8 | 96,9 | 89,9 | 22,2 | 16,7 | 5,5 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 603,3 | 271,3 | 332,0 | 377,1 | 53,6 | 323,5 |
| Mio. € | Durchschnittlicher Effektivzinssatz in % |
|
| 28. Februar | 2018/19 | 2017/18 |
| Fester Zinssatz | ||
| EUR | 1,09 | 1,20 |
| ARS | - | 28,75 |
| CNY | 5,00 | - |
| DZD | 5,68 | - |
| USD | 3,55 | - |
| Summe | 1,20 | 1,21 |
| Variabler Zinssatz | ||
| EUR | 0,89 | 1,51 |
| ARS | - | 32,27 |
| EGP | 12,00 | 8,50 |
| HUF | 2,00 | 2,00 |
| iNR | - | 9,75 |
| KRW | 3,32 | 3,17 |
| TRY | 22,85 | - |
| USD | 2,25 | 2,25 |
| Summe | 1,02 | 2,10 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1,14 | 1,27 |
TABELLE 101
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten Schuldscheindarlehen von AGRANA in Höhe von 42,5 Mio. € mit Fälligkeiten in 2019 sowie in 2022.
Südzucker steht eine revolvierende Kreditfazilität über 600 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung und als Back-up-Kreditlinie für das CP-Programm zur Verfügung. Die syndizierte Kreditlinie hat eine Laufzeit bis November 2020. Die Kreditlinie ist mit einem Bankenkonsortium von 17 Banken, die den Kernbankenkreis der Südzucker-Gruppe bilden, vereinbart. Neben der Südzucker AG kann die CropEnergies AG als alternativer Kreditnehmer diese Kreditlinie bis zu einem Betrag von 100 Mio. € nutzen. Wie im Vorjahr wurde die Kreditlinie zum 28. Februar 2019 nicht in Anspruch genommen.
AGRANA kann syndizierte Kreditfazilitäten über 300 bzw. 150 Mio. € zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung nutzen. Diese syndizierten Kreditlinien haben Laufzeiten bis August 2019 bzw. Juni 2021; der Kreditrahmen wird von fünf Banken zur Verfügung gestellt. Diese Kreditlinien wurden zum 28. Februar 2019 bzw. 2018 in Höhe von 75 (0) Mio. € in Anspruch genommen.
Die Anlagen in Wertpapieren von insgesamt 144,4 (144,4) Mio. € erfolgten überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren.
Der Konzern unterliegt Kreditrisiken (Ausfall- und Bonitätsrisiken) sowie Liquiditätsrisiken. Daneben ist die Südzucker-Gruppe in vielfältiger Weise auch Marktpreisrisiken ausgesetzt. Im operativen Bereich betrifft dies im Wesentlichen die Commoditypreisrisiken aus Zucker- und Bioethanolabsatz, Energie-, Getreide- und Maiseinkäufen sowie das mit Absatz und Beschaffung verbundene Währungsrisiko. Im Finanzbereich bestehen analoge Preisrisiken im Bereich Zins und Wechselkurs. Die Wertpapieranlagen, die einem Kursrisiko unterliegen, sind in der Südzucker-Gruppe unwesentlich. Zum Umgang mit diesen Risiken wurde das nachfolgend beschriebene Kreditrisikomanagement, Liquiditätsmanagement und Preisrisikomanagement konzernweit implementiert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Südzucker-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel.
Überfällige oder uneinbringliche Forderungen können den Erfolg der Südzucker-Gruppe beeinträchtigen. Südzucker hat Risikofrüherkennungssysteme eingerichtet, die drohende Forderungsausfälle frühzeitig signalisieren.
Die Grundsätze des Kreditrisikomanagements in der Südzucker-Gruppe sind:
| ― |
Bonitätsprüfung der potenziellen Neukunden sowie laufende Bonitätsprüfung bestehender Kunden |
| ― |
Abschluss von Warenkreditversicherungen pro Kunde im Rahmen eines internationalen Kreditversicherungsprogramms, die ggf. um zusätzliche Sicherheiten wie Bankgarantien bzw. Akkreditive ergänzt werden |
| ― |
Systemgestützte Kreditlimit-Prüfungen bei jeder Bestellung in den operativen Systemen |
| ― |
Standardisiertes Mahnwesen |
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse.
Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.
Für verbleibende Restrisiken aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen bei sich konkretisierendem Ausfallrisiko gebildet. Daneben erfolgt auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung der Ansatz einer portfoliobasierten Wertberichtigung. Die Wertansätze von Forderungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Das Kreditrisiko der jeweils offenen Gesamtforderungen beläuft sich im Wesentlichen auf den Selbstbehalt im Rahmen der abgeschlossenen Warenkreditversicherungen, der regelmäßig 10 % beträgt. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Ziffer (25) des Konzernanhangs angegeben.
Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung von Südzucker nicht wesentlich. Bedeutende Risikokonzentrationen sind nicht gegeben.
Im Finanzbereich bestehen im Wesentlichen bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen Kontrahentenrisiken. Das Hauptkriterium für die Auswahl einer Bank als Geschäftspartner ist hier insbesondere deren Short-Term-Deposit-Rating in Verbindung mit ihrem Langfrist-Rating, das regelmäßig überprüft wird.
Wesentliche Ziele des Liquiditätsmanagements sind die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, die rechtzeitige Erfüllung vertraglicher Zahlungsverpflichtungen sowie die Kostenoptimierung in der Südzucker-Gruppe.
Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements stellt die Südzucker International Finance B.V., Oud-Beijerland/Niederlande, die am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel den Konzernunternehmen zur Verfügung. Daneben bestehen Cashpools in nationalen Shared-Treasury-Centern.
Die Liquiditätsplanung ist in die Unternehmensplanung integriert und berücksichtigt die aufgrund der Zuckerkampagne besonderen saisonalen Finanzierungserfordernisse. Unterjährig wird die Planung durch drei Forecast-Planungen aktualisiert. Die strategische Finanzplanung erfolgt auf der Grundlage der Fünf-Jahres-Planung.
Die saisonalen Liquiditätserfordernisse werden durch Tages- bzw. Termingeldaufnahmen oder die Ausgabe von Commercial Papers kurzfristig finanziert. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Südzucker-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von syndizierten und bilateralen Kreditlinien, Wertpapieren und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.
Die langfristige Fremdkapitalfinanzierung erfolgt im Wesentlichen durch die Begebung von Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankdarlehen.
Hinsichtlich der Einzelheiten zu den von Südzucker eingesetzten Finanzinstrumenten verweisen wir auf Ziffer (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" in diesem Konzernanhang.
Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der finanziellen Verbindlichkeiten per 28. Februar 2019. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind nicht diskontiert und umfassen Zins- und Tilgungszahlungen.
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse | ||||||
| Mio. € | Buchwert | Gesamt | bis 1 Jahr | 1 bis 2 Jahre | 2 bis 3 Jahre | 3 bis 4 Jahre |
| 28. Februar 2019 | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||
| Anleihen | 1.024,0 | 848,8 | 8,8 | 8,8 | 8,8 | 8,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 603,3 | 617,3 | 275,6 | 40,3 | 41,6 | 44,5 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | 0,2 | 0,2 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 |
| 1.627,5 | 1.466,3 | 284,5 | 49,2 | 50,4 | 53,3 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern | 196,2 | 196,2 | 196,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 590,2 | 590,2 | 590,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 135,6 | 135,6 | 122,7 | 12,9 | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Auszahlungen | 7,3 | 720,3 | 707,8 | 0,4 | 12,1 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Einzahlungen | - | - 701,0 | - 700,4 | - 0,3 | - 0,3 | 0,0 |
| Zinsswaps Auszahlungen | 1,5 | 2,0 | 1,2 | 0,3 | 0,3 | 0,2 |
| Zinsswaps Einzahlungen | - | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Commodityderivate | 8,9 | 8,9 | 8,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 939,7 | 952,2 | 926,6 | 13,3 | 12,1 | 0,2 | |
| 2.567,2 | 2.418,5 | 1.211,1 | 62,5 | 62,5 | 53,5 | |
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse | ||
| Mio. € | 4 bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
| 28. Februar 2019 | ||
| Finanzverbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 308,8 | 505,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 109,6 | 105,7 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | 0,0 | 0,0 |
| 418,4 | 610,7 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 0,0 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Auszahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Einzahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Zinsswaps Auszahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Zinsswaps Einzahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Commodityderivate | 0,0 | 0,0 |
| 0,0 | 0,0 | |
| 418,4 | 610,7 | |
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse | ||||||
| Mio. € | Buchwert | Gesamt | bis 1 Jahr | 1 bis 2 Jahre | 2 bis 3 Jahre | 3 bis 4 Jahre |
| 28. Februar 2018 | ||||||
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||
| Anleihen | 1.192,9 | 1.269,0 | 425,3 | 8,8 | 8,8 | 8,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 377,1 | 389,9 | 57,7 | 81,7 | 37,0 | 37,3 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | 2,6 | 2,7 | 2,5 | 0,2 | 0,0 | 0,0 |
| 1.572,6 | 1.661,6 | 485,5 | 90,6 | 45,8 | 46,1 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern | 356,8 | 356,8 | 356,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen | 588,8 | 588,8 | 588,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 185,2 | 185,2 | 170,5 | 14,7 | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Auszahlungen | 3,2 | 546,3 | 530,8 | 3,4 | 0,4 | 11,7 |
| Währungstermingeschäfte Einzahlungen | - | - 528,4 | - 527,4 | - 0,4 | - 0,3 | - 0,3 |
| Zinsswaps Auszahlungen | 2,3 | 3,8 | 2,0 | 1,2 | 0,3 | 0,3 |
| Zinsswaps Einzahlungen | - | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Commodityderivate | 16,9 | 16,9 | 16,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 1.153,2 | 1.169,4 | 1.138,4 | 18,9 | 0,4 | 11,7 | |
| 2.725,8 | 2.831,0 | 1.623,9 | 109,5 | 46,2 | 57,8 | |
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsmittelabflüsse | ||
| Mio. € | 4 bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
| 28. Februar 2018 | ||
| Finanzverbindlichkeiten | ||
| Anleihen | 8,8 | 808,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 140,7 | 35,4 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | 0,0 | 0,0 |
| 149,4 | 844,2 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern | 0,0 | 0,0 |
| Verbindlichkeiten aus übrigen Lieferungen und Leistungen | 0,0 | 0,0 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Auszahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Währungstermingeschäfte Einzahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Zinsswaps Auszahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Zinsswaps Einzahlungen | 0,0 | 0,0 |
| Commodityderivate | 0,0 | 0,0 |
| 0,0 | 0,0 | |
| 149,4 | 844,2 | |
TABELLE 102
Die nicht diskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Annahme, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten zum frühesten Fälligkeitstermin erfolgt. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.
Das Preisrisikomanagement umfasst die Bereiche Währung, Zins und Commoditypreise. Bei den nachfolgenden Ausführungen werden Risiko- und Managementdetails bezüglich der drei genannten Teilbereiche weiter ausgeführt.
Währungsrisiken bestehen aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Südzucker-Konzerns, womit sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet sind. Die Kursrelationen mit wesentlichem Einfluss resultieren aus US-Dollar, britischem Pfund, polnischem Zloty, rumänischem Leu, moldauischem Leu bzw. argentinischem Peso gegenüber dem Euro sowie chilenischem Peso gegenüber dem US-Dollar.
Das Währungsrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse oder Material- bzw. Wareneinsatz abweichend von der lokalen Währung (funktionale Währung) anfallen. Im Finanzergebnis resultiert das Währungsrisiko überwiegend aus der konzerninternen Finanzierung von Tochterunternehmen, abweichend von deren Landeswährung.
Ziel des Währungsrisikomanagements ist die Reduktion der Wechselkursrisiken. Über Art und Umfang der operativen Währungsabsicherung entscheiden die Divisionen in Abstimmung mit der zentralen Finanzabteilung. Zur Absicherung der operativen Wechselkursrisiken werden Derivate in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Im Finanzbereich kommen auch Cross-Currency-Swaps zum Einsatz.
Die Sensitivitätsanalyse gibt an, welche Auswirkungen sich auf das Konzernergebnis bzw. Konzerneigenkapital vor Steuern ergeben hätten, wenn zum Bilanzstichtag bestehende Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit abweichenden Wechselkursen umzurechnen gewesen wären.
Dabei entspricht das Währungs-Exposure dem Nettobetrag der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten, die Währungsrisiken ausgesetzt sind. Diese setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Finanzierungstätigkeit zusammen und schließen konzerninterne Salden ein. Bestehende Währungssicherungen werden bei der Betrachtung nicht berücksichtigt, sofern sie nicht einer Forderung oder Verbindlichkeit exakt zugeordnet sind. Ein negativer Betrag bedeutet, dass ein Überhang an Verbindlichkeiten besteht.
Bei der Sensitivität wird unterstellt, dass die Währungen gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung zum 28. Februar 2019 um + 10 % abgewertet bzw. - 10 % aufgewertet hätten.
Nachstehend sind das Währungs-Exposure und die hypothetische Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern als Ertrag (+) bzw. Aufwand (-) dargestellt.
| Mio. € | Exposure | Sensitivität (+) | Sensitivität (-) | |||
| 28. Februar | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 |
| USD | 59,1 | 114,2 | - 5,4 | - 10,4 | 6,6 | 12,7 |
| GBP | 44,1 | 42,4 | - 4,0 | - 3,9 | 4,9 | 4,7 |
| PLN | 2,2 | 0,9 | - 0,2 | - 0,1 | 0,2 | 0,1 |
| CNY | 2,5 | 2,0 | - 0,2 | - 0,2 | 0,3 | 0,2 |
| HUF | - 0,7 | - 2,4 | 0,1 | 0,2 | - 0,1 | - 0,3 |
| Übrige Währungen | - 64,1 | - 72,1 | 5,8 | 6,6 | - 7,1 | - 8,0 |
TABELLE 103
Das Währungs-Exposure aus übrigen Währungen betrifft Euro-Forderungen bzw. -Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften in Ländern mit abweichender funktionaler Währung. In USA und Polen werden langfristige konzerninterne Euro-Darlehen in Höhe von 322,2 (334,1) Mio. € gewährt, die als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifiziert sind, weshalb die daraus resultierenden Währungsschwankungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar bzw. polnischen Zloty um 10 % abgewertet bzw. aufgewertet hätte, hätte sich das Eigenkapital vor Steuern um 29,3 (30,4) Mio. € erhöht bzw. um 35,8 (37,1) Mio. € verringert.
Aus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten beziehungsweise Geldanlagen ist Südzucker Zinsrisiken ausgesetzt. Diese Zinsänderungsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen.
Südzucker nutzt eine auf den Liquiditätsbedarf optimierte Finanzierungsstruktur, diese beinhaltet zur Minimierung des Zinsänderungsrisikos auch Finanzinstrumente mit einer Zinsfestschreibung. Details hierzu können dem Kapitel (30) "Finanzverbindlichkeiten sowie Wertpapiere und flüssige Mittel (Nettofinanzschulden)" entnommen werden. Daneben werden in begrenztem Umfang derivative Instrumente wie Zinsswaps zum Zinsrisikomanagement eingesetzt.
Anleihen und langfristige Bankschulden sind überwiegend mit fester Verzinsung vereinbart. Wäre das Marktzinsniveau um einen halben Prozentpunkt angestiegen, hätte dies, bezogen auf die am 28. Februar 2019 variabel verzinslichen Finanzinstrumente und ohne Berücksichtigung von abgeschlossenen Zinsswaps, zu nachfolgender Erhöhung des Zinsaufwands geführt:
| Zinsensitivität | 2018/19 | 2017/18 | ||||
| Mio. € | Gesamt | davon variabel verzinslich | Effekt aus Zinssensitivität | Gesamt | davon variabel verzinslich | Effekt aus Zinssensitivität |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 603,3 | 186,8 | - 0,9 | 377,1 | 22,2 | - 0,1 |
TABELLE 104
Ein Rückgang des Marktzinsniveaus um einen halben Prozentpunkt hätte eine vergleichbare Reduzierung des Zinsaufwands zur Folge gehabt.
Südzucker ist im operativen Bereich aufgrund volatiler Preise der Commodity-Märkte wesentlichen Preisrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite ausgesetzt, die insbesondere Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie-, Getreide-, Bioethanol- sowie Fruchtpreise betreffen.
Die Basis eines risikoadäquaten Umgangs mit diesen Risiken ist ein standardisiertes und fortlaufendes Monitoring des Risikoexposures und der Risikoveränderung differenziert nach Produkten. Auf dieser Basis können Entscheidungen zur Risikoabsicherung von den regelmäßig tagenden Risikoausschüssen der Divisionen getroffen werden.
Als wesentliche Risikoträger wurden in der Südzucker-Gruppe Zuckerverkäufe und -importe einschließlich damit gegebenenfalls verbundener Währungsrisiken, der Verkauf von Bioethanol sowie der Einkauf von Energie und Getreide identifiziert. Weitere Ausführungen erfolgen im nachfolgenden Abschnitt zu derivativen Finanzinstrumenten.
Die Südzucker-Gruppe setzt zur Absicherung von Währungs-, Zins- und Commoditypreisrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzbereich in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Im operativen Bereich werden Commodityderivate - im Wesentlichen Zucker-/Weizenfutures und Derivate auf CO2-Emissionszertifikate - sowie Währungstermingeschäfte eingesetzt. Zur Sicherung der Risiken im Finanzbereich werden marktübliche Instrumente wie Zinsswaps und Währungstermingeschäfte verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Sowohl die Einhaltung dieser Richtlinien als auch die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.
Das Nominalvolumen und die Marktwerte der derivativen Instrumente stellen sich wie folgt dar:
| Mio. € | Nominalvolumen | Positive Marktwerte | Negative Marktwerte | |||
| 28. Februar | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 |
| Währungstermingeschäfte | 718,7 | 544,7 | 2,2 | 7,4 | - 7,3 | - 3,2 |
| Zinsswaps | 108,0 | 118,0 | 0,0 | 0,2 | - 1,5 | - 2,5 |
| Commodityderivate | 236,0 | 203,0 | 4,1 | 31,9 | - 8,9 | - 16,9 |
| Summe | 1.062,7 | 865,7 | 6,3 | 39,5 | - 17,7 | - 22,6 |
TABELLE 105
Im Fall von OTC-Derivaten (Zins-, Währungs- und Energiederivate sowie Derivate auf CO2-Emissionszertifikate) unterliegt Südzucker bei positiven Marktwerten einem Kreditrisiko. Die Kreditrisiken werden beschränkt, indem Derivate nur mit Banken und Partnern guter Bonität abgeschlossen werden. Aus Derivaten, die an Terminbörsen kontrahiert werden (Zucker-, Weizen-, Mais- und Bioethanolderivate), ergeben sich regelmäßig keine Kreditrisiken.
Der Marktwert der am 28. Februar 2019 abgeschlossenen Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinses um einen halben Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 %, einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Preise für Weizen, Mais, Öl bzw. Zucker und Bioethanol um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):
| Mio. € | Netto-Marktwerte | Sensitivität (+) | Sensitivität (-) | |||
| 28. Februar | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 | 2019 | 2018 |
| Währungstermingeschäfte | - 5,1 | 4,2 | 19,9 | 23,1 | - 17,3 | - 32,5 |
| Zinsswaps | - 1,5 | - 2,3 | 1,1 | 1,5 | - 4,0 | - 4,3 |
| Commodityderivate | - 4,8 | 15,0 | 0,7 | 8,9 | - 1,5 | - 8,9 |
| Summe | - 11,4 | 16,9 | 21,7 | 33,5 | - 22,8 | -45,7 |
TABELLE 106
Insbesondere Währungstermingeschäfte und Commodityderivate werden auch als Sicherungsbeziehung mittels Cashflow Hedge Accounting abgebildet. Wertänderung dieser Sicherungsinstrumente werden zunächst ergebnisneutral im Eigenkapital abgebildet und erst im Zeitpunkt der Ergebniswirkung des Grundgeschäfts im Umsatz (bei Verkaufsgeschäften) bzw. Materialaufwand (bei Einkaufsgeschäften) erfasst. Die Buchwerte der im Rahmen einer solchen Sicherungsbeziehung bilanzierten Derivate werden nachfolgend angegeben:
| Mio. € | Marktwerte | |
| 28. Februar 2019 | Positiv | Negativ |
| Währungstermingeschäfte | 0,5 | - 3,8 |
| Zinsswaps | 0,0 | - 0,6 |
| Commodityderivate | 3,5 | - 5,8 |
| Summe | 4,0 | - 10,2 |
TABELLE 107
Die entsprechenden Sicherungsbeziehungen betreffen ganz überwiegend die Absicherung der Preisrisikokomponente beim Zuckerverkauf. Das hierauf entfallende Nominalvolumen zum Bilanzstichtag beträgt bezüglich der Währungsabsicherung und der Zuckerpreisabsicherung 114,8 Mio. USD bei einem Sicherungskurs von 271,3 €/t. Die zum Geschäftsjahresende noch abgesicherten Transaktionen werden nahezu vollständig im nächsten Geschäftsjahr realisiert. Ineffektivitäten - diese könnten sich aus nicht deckungsgleichen Laufzeiten von Grund- und Sicherungsgeschäft oder dem Einfluss der "cross currency basis spreads" bei langlaufenden Währungssicherungen ergeben - wurden keine erfasst. Das nicht in eine Sicherungsbeziehung einbezogene Derivatevolumen wird erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet. Sämtliche Derivate werden in der Bilanz unter den Posten sonstige Vermögenswerte bzw. sonstige Verbindlichkeiten gezeigt. In Abhängigkeit von der Einbeziehung in eine Sicherungsbeziehung hätte eine Veränderung der Marktpreise um 10 % das Eigenkapital um 13,9 (13,6) Mio. € bzw. um - 20,2 (- 19,1) Mio. € und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 7,8 (19,9) Mio. € bzw. um 2,6 (- 26,6) Mio. € verändert.
Weitere Einzelheiten zu den Marktwerten getrennt nach Bewertungskategorie und Bewertungslevel werden unter Ziffer (32) "Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" gegeben.
Die nachstehenden Tabellen stellen die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten je Bewertungskategorie dar.
| 28. Februar | 2019 | ||
| Mio. € | Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte | |||
| Wertpapiere | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 13,1 | 13,1 |
| Wertpapiere | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) | 5,7 | 5,7 |
| Langfristige Wertpapiere | 18,8 | 18,8 | |
| Sonstige Beteiligungen | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 1,1 | 1,1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 972,7 | 972,7 |
| Forderungen an die EU | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 0,5 | 0,5 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 52,4 | 52,4 |
| Positive Martkwerte Derivate -kein Hedge Accounting | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 2,3 | 2,3 |
| Positive Marktwerte Derivate -Hedge Accounting | n. a. | 4,0 | 4,0 |
| Wertpapiere | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (mit Recycling) | 125,0 | 125,0 |
| Wertpapiere | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 0,2 | 0,2 |
| Wertpapiere | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 0,4 | 0,4 |
| Kurzfristige Wertpapiere | 125,6 | 125,6 | |
| Flüssige Mittel | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 354,1 | 354,1 |
| 1.531,5 | 1.531,5 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| Anleihen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 1.024,0 | 1.016,7 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 603,3 | 609,2 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 0,2 | 0,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 786,4 | 786,4 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | Zu fortgeführten Anschaffungskosten | 135,6 | 135,6 |
| Negative Marktwerte Derivate -kein Hedge Accounting | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 7,5 | 7,5 |
| Negative Marktwerte Derivate -Hedge Accounting | n. a. | 10,2 | 10,2 |
| 2.567,2 | 2.565,8 | ||
TABELLE 108
| 28. Februar | 2018 | ||
| Mio. € | Bewertungskategorie gemäß IAS 39 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte | |||
| Langfristige Wertpapiere | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 18,7 | 18,7 |
| Sonstige Beteiligungen | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten) | 23,0 | 23,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Kredite und Forderungen | 972,1 | 972,1 |
| Forderungen an die Eu | Kredite und Forderungen | 56,2 | 56,2 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | Kredite und Forderungen | 65,5 | 65,5 |
| Positive Marktwerte - Derivate zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und-Verlust-Rechnung | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 4,0 | 4,0 |
| Positive Marktwerte - Derivate, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind | Derivate, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | 35,5 | 35,5 |
| Wertpapiere | Kredite und Forderungen | 125,0 | 125,0 |
| Wertpapiere | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 0,7 | 0,7 |
| Kurzfristige Wertpapiere | 125,7 | 125,7 | |
| Flüssige Mittel | Kredite und Forderungen | 585,2 | 585,2 |
| 1.885,9 | 1.885,9 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten | |||
| Anleihen | Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 1.192,9 | 1.196,3 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten | 377,1 | 380,8 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzleasing | n. a. | 2,6 | 2,6 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten | 945,6 | 945,6 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 185,2 | 185,2 |
| Negative Marktwerte - Derivate zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und-Verlust-Rechnung | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 8,0 | 8,0 |
| Negative Marktwerte - Derivate, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind | Derivate, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | 14,6 | 14,6 |
| 2.726,0 | 2.733,1 | ||
TABELLE 109
Nachfolgend sind die Summen je Bewertungskategorie nach IFRS 9 bzw. IAS 39 sowie die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie angegeben.
| Mio. € | 28. Februar 2019 | 2018/19 | |
| Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Nettoergebnis |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 16,7 | 16,7 | 6,9 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (ohne Recycling) | 5,7 | 5,7 | 0,0 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (mit Recycling) | 125,0 | 125,0 | 6,9 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte | 1.380,1 | 1.380,1 | 30,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten | 2.549,3 | 2.547,9 | - 37,3 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 7,5 | 7,5 | - 11,3 |
| - | - | - 4,6 | |
TABELLE 110
| Mio. € | 28. Februar 2018 | 2017/18 | |
| Bewertungskategorie gemäß IAS 39 | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Nettoergebnis |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (zu Handelszwecken gehalten) | 4,0 | 4,0 | 11,4 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 19,4 | 19,4 | 0,0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten) | 23,0 | 23,0 | 3,1 |
| Kredite und Forderungen | 1.804,0 | 1.804,0 | 9,7 |
| Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 2.700,8 | 2.707,9 | - 40,6 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (zu Handelszwecken gehalten) | 8,0 | 8,0 | - 7,1 |
| - | - | - 23,5 | |
TABELLE 111
Die Nettoergebnisse je Bewertungskategorie umfassten Zinsen, Dividenden, Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten und Währungsergebnisse. Im Vorjahr waren hierunter auch die Zuführung und die Auflösung von Wertberichtigungen erfasst. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten" umfasste Zinsaufwendungen in Höhe von 18,5 (30,0) Mio. €. In der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte (Vorjahr: "Kredite und Forderungen") sind Zinserträge in Höhe von 14,0 (16,3) Mio. € enthalten. Das Nettoergebnis aus der Bewertungskategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (mit Recycling)" im Geschäftsjahr 2018/19 umfasst Zinserträge in Höhe von 6,9 Mio. €.
Für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unterscheidet man drei Bewertungslevel hinsichtlich der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte. Auf Bewertungslevel 1 erfolgt die Bewertung auf Basis unangepasster, auf aktiven Märkten verwendeter Marktpreise identischer Finanzinstrumente. Bei Bewertungslevel 2 wird die Bewertung mit Preisen vorgenommen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden. Für Bewertungslevel 3 erfolgt die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren, in denen mindestens ein wesentlicher nicht beobachtbarer Einflussfaktor enthalten ist.
Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Forderungen an die EU, der übrigen finanziellen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.
Die beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt, was einer Bewertung nach Level 2 entspricht. Das Kreditrisiko lässt sich verlässlich bestimmen.
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen übrigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeit die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.
Die beizulegenden Zeitwerte der börsennotierten Anleihen 2016/23 und 2017/2025 von insgesamt 1.046,7 (1.196,3) Mio. € basieren auf der Kursnotierung am letzten Handelstag im Geschäftsjahr. Dies entspricht Bewertungslevel 1.
Nachfolgende Finanzinstrumente wurden zu Zeitwerten bilanziert:
| Mio. € | Fair-Value-Hierarchie | |||||
| 28. Februar | 2019 | Bewertungslevel 1 | Bewertungslevel 2 | Bewertungslevel 3 | 2018 | Bewertungslevel 1 |
| Wertpapiere | 144,0 | 12,3 | 125,0 | 6,7 | 19,4 | 15,0 |
| Sonstige Beteiligungen | 1,1 | 1,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Positive Marktwerte - kein Hedge Accounting | 2,3 | 0,7 | 1,6 | 0,0 | 4,0 | 0,1 |
| Positive Marktwerte - Hedge Accounting | 4,0 | 3,4 | 0,6 | 0,0 | 35,5 | 31,8 |
| Positive Marktwerte | 6,3 | 4,1 | 2,2 | 0,0 | 39,5 | 31,9 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 151,4 | 17,5 | 127,2 | 6,7 | 58,9 | 46,9 |
| Negative Marktwerte - kein Hedge Accounting | 7,5 | 3,1 | 4,4 | 0,0 | 8,0 | 2,8 |
| Negative Marktwerte - Hedge Accounting | 10,2 | 5,9 | 4,3 | 0,0 | 14,6 | 14,1 |
| Negative Marktwerte / finanzielle Verbindlichkeiten | 17,7 | 9,0 | 8,7 | 0,0 | 22,6 | 16,9 |
| Mio. € | Fair-Value-Hierarchie | |
| 28. Februar | Bewertungslevel 2 | Bewertungslevel 3 |
| Wertpapiere | 0,0 | 4,4 |
| Sonstige Beteiligungen | 0,0 | 0,0 |
| Positive Marktwerte - kein Hedge Accounting | 3,9 | 0,0 |
| Positive Marktwerte - Hedge Accounting | 3,7 | 0,0 |
| Positive Marktwerte | 7,6 | 0,0 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 7,6 | 4,4 |
| Negative Marktwerte - kein Hedge Accounting | 5,2 | 0,0 |
| Negative Marktwerte - Hedge Accounting | 0,5 | 0,0 |
| Negative Marktwerte / finanzielle Verbindlichkeiten | 5,7 | 0,0 |
TABELLE 112
Die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten Eigenkapitaltitel, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet sind. Im Vorjahr waren zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte enthalten. Diese Titel werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen (Bewertungslevel 1). Soweit keine Notierungen an aktiven Märkten vorliegen, erfolgt die Bewertung mit Preisen, die aus Marktpreisen, die auf aktiven Märkten verwendet werden, abgeleitet werden (Bewertungslevel 2). Hierunter fällt im laufenden Jahr insbesondere ein unter den Wertpapieren ausgewiesener festverzinslicher Schuldtitel, der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (mit Recycling) bewertet wird. Wesentlicher Bewertungsfaktor ist hierbei das Kreditrisiko des Emittenten. Bei einer angenommenen Änderung des Kreditrisikos um 100 Basispunkte ergäbe sich ein Bewertungseffekt von rund +/-2 Mio. €. In den verbleibenden Fällen erfolgt die Ermittlung der Zeitwerte auf Basis von Bewertungsverfahren, deren Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Bewertungslevel 3).
Die positiven und negativen Marktwerte aus Währungs-, Zins- und Commodityderivaten betreffen einerseits Derivate, die wirksamer Teil einer Sicherungsbeziehung sind. Dabei werden künftige Zahlungsströme aus festen Verpflichtungen oder aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Transaktionen gegen Schwankungen abgesichert.
Andererseits bestehen Währungs-, Zins- und Commodityderivate in Form von Fair Value Hedges bzw. ohne formal designierte Hedgebeziehung, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung des Fair Values eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit dienen und in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst werden.
Die Ermittlung der Marktwerte von Commodityderivaten wie Zucker-, Weizen- oder Ethanolfutures, die auf liquiden Märkten gehandelt werden, erfolgt auf Basis von Stichtagsnotierungen (Bewertungslevel 1).
Für die Marktwerte der weiteren Commodityderivate wie z. B. Ölswaps basiert die Bewertung auf der Grundlage von Benzin- und Kohlenotierungen einschlägiger Handels- und Kursinformationsplattformen (Bewertungslevel 2).
Die Bewertung der Währungstermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen (Bewertungslevel 2).
Bei den abgeschlossenen Zinsderivaten handelt es sich ausschließlich um Zinsswaps. Für diese Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt (Bewertungslevel 2).
Die Haftungsverhältnisse, die nicht in der Konzernbilanz passiviert werden, stellen sich wie folgt dar:
| Mio. € | 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Bürgschaften | 45,9 | 43,6 | |
| davon für Gemeinschaftsunternehmen | 42,0 | 39,6 | |
| Gewährleistungsverpflichtungen | 1,4 | 1,4 |
TABELLE 115
Die Bürgschaften betreffen vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Segment Zucker bei AGRANA wie auch Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Wir erwarten, wie bei den Gewährleistungsverpflichtungen, hieraus keine Inanspruchnahme.
Es besteht eine Eventualverbindlichkeit aus einer Rückerstattungsforderung auf eine EU-Förderung in Ungarn in Höhe von 6,4 (6,4) Mio. €. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein.
Die Bestellungen für Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 151,1 (151,3) Mio. € betreffen insbesondere Investitionen bei Stärke in Österreich sowie die in den Zuckerfabriken bis zu Beginn der nächsten Kampagne erforderlichen Investitionen.
Die Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen insbesondere Mietverträge für Büroräume, Lagerstätten, Maschinen, Fahrzeuge, Eisenbahnwaggons, EDV-Anlagen sowie für Bürogeräte. Die nicht abgezinsten Mindestmietzahlungen in Folgeperioden belaufen sich auf 151,7 (147,9) Mio. €. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen sind wie folgt fällig:
| Mio. € | 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Fällig in bis zu einem Jahr | 42,3 | 39,6 | |
| Fällig in 1 bis 5 Jahren | 74,2 | 72,1 | |
| Fällig nach über 5 Jahren | 35,2 | 36,2 | |
| Gesamt | 151,7 | 147,9 |
TABELLE 114
Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, fielen im Geschäftsjahr 2018/19 Aufwendungen für nachstehende Leistungen an:
| Tsd. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Abschlussprüfungsleistungen | 750 | 691 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 95 | 151 |
| Steuerberatungsleistungen | 23 | 99 |
| Sonstige Leistungen | 0 | 0 |
| Gesamt | 868 | 941 |
TABELLE 115
Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses sowie des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabschlusses der Südzucker AG und die Konzern- und Jahresabschlüsse von deutschen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen diverse andere Testatsleistungen außerhalb der Jahresabschlussprüfung. Die Honorare für Steuerberatungsleistungen umfassen überwiegend Honorare für projektbezogene Beratungsleistungen.
Vorstand und Aufsichtsrat der Südzucker AG haben am 15. November 2018 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website von Südzucker unter www.suedzucker.de/ de/Entsprechenserklaerung/ dauerhaft zugänglich gemacht.
Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 12. November 2018 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären auf der Website von CropEnergies unter www.cropenergies.com/de/investorrelations/Corporate_Governance/Entsprechenserklaerungen/ dauerhaft zugänglich gemacht.
Als nahestehende Unternehmen kommen in Betracht:
Die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet.
Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.m.b.H. (Raiffeisen-Holding), Wien / Österreich, einschließlich ihrer Tochtergesellschaften, die über die Zucker Invest GmbH, Wien / Österreich, am Grundkapital beteiligt ist.
Das Südzucker-Unterstützungswerk (SUW), Frankenthal / Pfalz, dessen Stiftungsvermögen zur Unterstützung von Mitarbeitern und Rentnern von Südzucker in besonderen Notfallsituationen und für soziale Zwecke dient. Dem Stiftungsrat gehören unter anderem Mitglieder des Vorstands der Südzucker AG an.
Die Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen, die der gemeinschaftlichen Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Südzucker-Gruppe unterliegen.
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Südzucker AG sowie ihre Angehörigen sind nahestehende Personen.
Auf den für die SZVG und das SUW bei der Südzucker AG geführten Konten wurden im Geschäftsjahr 2018/19 Zahlungseingänge aus Dividenden und Zinsen aus dem laufenden Geschäftsverkehr verbucht. Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten der Südzucker AG gegenüber der SZVG 0,4 (0,2) Mio. € und gegenüber dem SUW 3,1 (3,4) Mio. €. Daneben bestanden Finanzforderungen in Höhe von 133,4 (144,9) Mio. € an die bzw. Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 41,7 (0,0) Mio. € gegenüber der Raiffeisen-Gruppe; die Finanzforderungen betreffen mit 125 Mio. € eine Nachranganleihe mit einem Zinssatz bis einschließlich 23. Februar 2021 von 5,53 %. Die übrigen Verzinsungen erfolgen ebenfalls zu marktüblichen Konditionen.
Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit bestehen zwischen der Südzucker AG und ihren Tochterunternehmen umfangreiche Geschäftsbeziehungen mit Joint-Venture-Gesellschaften und einem assoziierten Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden wie unter fremden Dritten abgewickelt. Das Volumen der Transaktionen der Südzucker-Gruppe mit wesentlichen nahestehenden Unternehmen ergibt sich wie folgt:
| Mio. € 1 | 2018/19 | 2017/18 |
| Joint Ventures | 207,2 | 278,8 |
| Assoziiertes Unternehmen | 74,9 | 52,4 |
| An nahestehende Unternehmen erbrachte Leistungen | 282,1 | 331,2 |
| Joint Ventures | 66,2 | 82,3 |
| Assoziiertes Unternehmen | 0,0 | 4,3 |
| Von nahestehenden Unternehmen bezogene Leistungen | 66,2 | 86,6 |
1
Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften.
TABELLE 116
Der Austausch der Lieferungen und Leistungen erfolgt im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit der Unternehmen. Zum Bilanzstichtag betragen die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Joint-Venture-Gesellschaften und assoziierten Unternehmen:
| Mio. € 1 | 28. Februar | 2019 | 2018 |
| Joint Ventures | 52,8 | 70,1 | |
| Assoziiertes Unternehmen | 10,9 | 11,7 | |
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen | 63,7 | 81,8 | |
| Joint Ventures | 6,0 | 7,9 | |
| Assoziiertes Unternehmen | 0,1 | 0,1 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen | 6,1 | 8,0 |
1
Nur Beziehungen mit voll konsolidierten Konzerngesellschaften.
TABELLE 117
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder der Südzucker AG sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Die variable Vergütung ist abhängig von der seitens der Hauptversammlung noch zu beschließenden Dividende; die Auszahlung erfolgt nach der jeweiligen Hauptversammlung.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Festvergütung | 3,2 | 3,2 |
| Variable Vergütung | 1,9 | 1,9 |
| Gesamtvergütung | 5,1 | 5,1 |
TABELLE 118
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Südzucker AG und ihren Hinterbliebenen wurden insgesamt 28,6 (28,5) Mio. € zurückgestellt. Die Pensionszahlungen an frühere Vorstandsmitglieder der Südzucker AG und ihre Hinterbliebenen beliefen sich auf 2,3 (2,3) Mio. €. Die Pensionsverpflichtungen für aktive Vorstände betrugen 25,7 (23,4) Mio. €; im Geschäftsjahr 2018/19 belief sich der zugeführte Dienstzeitaufwand auf 0,5 (0,5) Mio. €.
Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Südzucker AG ist in nachstehender Tabelle aufgeführt. Eine variable Vergütung erfolgt nur bei einer Dividende, die 0,50 € je Aktie übersteigt, und ist somit nicht angefallen.
| Mio. € | 2018/19 | 2017/18 |
| Festvergütung | 1,8 | 1,8 |
| Variable Vergütung | 0,0 | 0,0 |
| Gesamtvergütung | 1,8 | 1,8 |
TABELLE 119
Daneben erhalten diejenigen Vertreter im Aufsichtsrat, die auch Arbeitnehmer in der Südzucker-Gruppe sind, das ihnen vertraglich zustehende Arbeitsentgelt, das nicht im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat steht.
Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist im Kapitel "Unternehmensführung und -verantwortung" unter dem Abschnitt "Corporate-Governance-Bericht" im Konzernlagebericht angegeben.
Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen
Jahrgang 1955, Mitglied seit 3. Januar 1995
Vorsitzender seit 24. August 2000
Vorstandsvorsitzender des Verbands
Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.
| ― |
Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart (Vorsitzender) GoodMills Deutschland GmbH, Hamburg |
| ― |
Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen |
Franz-Josef Möllenberg 2 ,Rellingen
1. stellvertretender Vorsitzender
Jahrgang 1953, Mitglied seit 14. Mai 1992
1.stv. Vorsitzender seit 26. August 1992
Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten
Erwin Hameseder, Mühldorf / Österreich
2.stellvertretender Vorsitzender
Jahrgang 1956, Mitglied seit 31. Juli 2003
2. stv. Vorsitzender seit 17. Juli 2014
Obmann der Raiffeisen-Holding
Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H.
| ― |
UNIQA Insurance Group AG, Wien / Österreich (2. stv. Vorsitzender) |
| ― |
RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien / Österreich |
| ― |
RWA Raiffeisen Ware Austria Handel und Vermögensverwaltung eGen, Wien / Österreich |
Thomas Bernhard 2 , Wunstorf
Jahrgang 1961, Mitglied seit 20. Juli 2017
Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten
| ― |
Dussmann Stiftung & Co. KGaA, Berlin |
Dr. Melanie Frerichs 2 , Hamburg
Jahrgang 1975, Mitglied vom 20. Juli 2017 bis 31. Oktober 2018
Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
Helmut Friedl, Egling a. d. Paar
Jahrgang 1965, Mitglied seit 16. Juli 2015
Vorstandsvorsitzender des Verbands
bayerischer Zuckerrübenanbauer e. V.
Mandate
| ― |
BMG Donau-Lech eG, Mering |
Ulrich Gruber 2 , Plattling
Jahrgang 1972, Mitglied seit 1. Mai 2018
Stv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG
seit 1. Januar 2019
Veronika Haslinger, Wien / Österreich
Jahrgang 1972, Mitglied seit 17. Juli 2014
Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding
Niederösterreich-Wien reg. Gen. m. b. H.
| ― |
Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart |
Ralf Hentzschel, Panschwitz-Kuckau
Jahrgang 1964, Mitglied vom 21. Juli 2011 bis 13. März 2019 Vorsitzender des Präsidiums des Verbands Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e. V.
Georg Koch, Wabern
Jahrgang 1963, Mitglied seit 21. Juli 2009
Vorstandsvorsitzender des Verbands der
Zuckerrübenanbauer Kassel e. V.
Stv. Vorstandsvorsitzender der Süddeutschen
Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG
Susanne Kunschert, Stuttgart
Jahrgang 1970, Mitglied seit 17. Juli 2014
Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG
| ― |
Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe |
| ― |
Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart |
Günther Link 2 , Oberickelsheim
Jahrgang 1953, Mitglied vom 15. Juli 2013 bis 30. April 2018
Betriebsratsvorsitzender des Werks Ochsenfurt der
Südzucker AG
Walter Manz, Dexheim
Jahrgang 1964, Mitglied seit 12. April 2019
Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hessisch-
Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e. V.
Julia Merkel 4 , Wiesbaden
Jahrgang 1965, Mitglied seit 20. Juli 2017
Mitglied des Vorstands der R+V Versicherung AG
| ― |
Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart |
Sabine Möller 2 , Hamburg
Jahrgang 1964, Mitglied seit 31. Oktober 2018
Referatsleiterin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastätten
Angela Nguyen 2 , Biederitz
Jahrgang 1969, Mitglied seit 20. Juli 2017
Stv. Betriebsratsvorsitzende der
Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG
Ulrike Rösch 2 , Bellheim
Jahrgang 1970, Mitglied seit 20. Juli 2017
Stv. Betriebsratsvorsitzende der
Hauptverwaltung Mannheim der Südzucker AG
Joachim Rukwied, Eberstadt
Jahrgang 1961, Mitglied seit 24. Juli 2007
Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V.
| ― |
BAYWAAG, München |
| ― |
Buchstelle Landesbauernverband Baden-Württemberg GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) |
| ― |
Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main |
| ― |
LAND-DATA GmbH, Visselhövede (Vorsitzender) Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main (Vorsitzender) |
| ― |
LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, Stuttgart (Vorsitzender) |
| ― |
Messe Berlin GmbH, Berlin |
| ― |
R+V Versicherung AG, Wiesbaden |
Bernd Frank Sachse 2 , Zeitz
Jahrgang 1965, Mitglied seit 1. Januar 2019
Betriebsratsvorsitzender des Werks Zeitz der Südzucker AG
Nadine Seidemann 2 , Donauwörth
Jahrgang 1982, Mitglied seit 1. September 2013
Stv. Betriebsratsvorsitzende des Werks Rain der Südzucker AG
Dr. Stefan Streng, Uffenheim
Jahrgang 1968, Mitglied seit 20. Juli 2017
Vorstandsvorsitzender des Verbands Fränkischer Zuckerrübenbauer e.V.
Franz-Rudolf Vogel 2 , Worms
Jahrgang 1956, Mitglied vom 24. Juli 2007 bis 31. Dezember 2018
Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG
bis 31. Dezember 2018
Wolfgang Vogl 2 , Bernried
Jahrgang 1962, Mitglied seit 1. März 2011
Leiter der Werke Plattling und Rain der Südzucker AG
Rolf Wiederhold 2 , Wabern
Jahrgang 1969, Mitglied seit 1. März 2013
Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Südzucker AG
seit 1. Januar 2019
1
Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern.
2
Arbeitnehmervertreter.
3
Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern und im Konzern der Raiffeisen-Holding
Niederösterreich-Wien.
4
Mandate neben den Funktionen im Konzern der R+V Versicherung AG.
Dr. Hans-Jörg Gebhard
Franz-Josef Möllenberg
Erwin Hameseder
Franz-Rudolf Vogel bis 31. Dezember 2018
Rolf Wiederhold seit 1. Januar 2019
Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender)
Helmut Friedl
Ulrich Gruber seit 18. Juli 2018
Georg Koch
Günther Link bis 30. April 2018
Nadine Seidemann
Wolfgang Vogl
Helmut Friedl (Vorsitzender)
Dr. Hans-Jörg Gebhard
Ulrich Gruber seit 1. Januar 2019
Veronika Haslinger
Franz-Josef Möllenberg
Franz-Rudolf Vogel bis 31. Dezember 2018
Rolf Wiederhold
Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender)
Thomas Bernhard
Helmut Friedl
Erwin Hameseder
Franz-Josef Möllenberg
Franz-Rudolf Vogel bis 31. Dezember 2018
Rolf Wiederhold seit 1. Januar 2019
Dr. Hans-Jörg Gebhard (Vorsitzender)
Erwin Hameseder
Franz-Josef Möllenberg
Franz-Rudolf Vogel bis 31. Dezember 2018
Rolf Wiederhold seit 1. Januar 2019
Dr. Wolfgang Heer
Ludwigshafen am Rhein
Seit 20. November 2012; Mitglied des Vorstands
seit 1. März 2008; bestellt bis 28. Februar 2021
Dr. Thomas Kirchberg
Ochsenfurt
Seit 1. September 2007; bestellt bis 31. August 2022
| ― |
Ekosem-Agrar AG, Walldorf |
Thomas Kölbl
Speyer
Seit 1. Juni 2004; bestellt bis 31. Mai 2024
| ― |
K+S Aktiengesellschaft, Kassel |
Johann Marihart
Limberg, Österreich
Seit 31. Januar 1994; bestellt bis 28. Februar 2021
| ― |
BBG Bundesbeschaffungsges. m. b. H., Wien, Österreich |
| ― |
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH, Wien, Österreich (stv. Vorsitzender) |
| ― |
Ottakringer Getränke AG, Wien, Österreich |
| ― |
Spanische Hofreitschule - Bundesgestüt Piber, Wien, Österreich (Vorsitzender) |
| ― |
tecnet equity NÖ Technologiebeteiligungs-Invest GmbH, St. Pölten, Österreich |
| ― |
TÜV Austria Holding AG, Wien, Österreich (Vorsitzender) |
1
Mandate neben den Funktionen im Südzucker-Konzern.
| Kurzbezeichnung | Sitz | Land | Muttergesellschaft | % | |
| Segment Zucker | |||||
| Division Geschäftsbereich Zucker | |||||
| Südzucker und Vertriebsgesellschaften | |||||
| Südzucker AG | SZAG | Mannheim | Deutschland | ||
| Sudzucker Hellas E.P.E. | Agios Dimitrios | Griechenland | SZH | 99,94 | |
| SZV | 0,06 | ||||
| Sudzucker Iberica S.L.U. | Barcelona | Spanien | SZH | 100,00 | |
| SÜDZUCKER DO BRASIL S/A - IMPORTACAO E EXPORTACAO | Sao Paulo | Brasilien | SZH | 100,00 | |
| SZAG | 0,00 | ||||
| Südzucker United Kingdom Limited | Edinburgh | Großbritannien | SZH | 100,00 | |
| S.Z.I.L. LTD | Kfar Saba | Israel | SZH | 100,00 | |
| Zucker Belgien | |||||
| Raffinerie Tirlemontoise S.A. | RT | Bruxelles | Belgien | SZH | 99,41 |
| Nougat Chabert & Guillot SA | NC&G | Montelimar | Frankreich | SOGELAF | 99,75 |
| S.C.I. DU MARINET | Montelimar | Frankreich | SOGELAF | 99,75 | |
| NC&G | 0,25 | ||||
| Rafti B.V. | Wijchen | Niederlande | TSNH | 100,00 | |
| S.O.G.E.L.A.F. SARL | SOGELAF | Paris | Frankreich | RT | 100,00 |
| Tiense Suikerraffinaderij Nederland Holding B.V. | TSNH | Wijchen | Niederlande | RT | 100,00 |
| Tiense Suikerraffinaderij Services g.c.v. | Bruxelles | Belgien | RT | 100,00 | |
| AGS | 0,00 | ||||
| Zucker Frankreich | |||||
| Saint Louis Sucre S.A.S. | SLS | Paris | Frankreich | SZH | 99,96 |
| Zucker Polen | |||||
| Südzucker Polska S.A. | SZPL | Wroctaw | Polen | SZH | 99,59 |
| "POLTERRA" Sp. z o.o. | Wroctaw | Polen | SZPL | 100,00 | |
| Przedsiebiorstwo Rolne "KLOS" Sp. z o.o. | Wroctaw | Polen | SZPLN | 100,00 | |
| Südzucker Polska Nieruchomosci Sp. z o.o. | SZPLN | Wroctaw | Polen | SZPL | 100,00 |
| Division AGRANA Zucker | |||||
| Zucker Österreich | |||||
| AGRANA Zucker GmbH | AZ | Wien | Österreich | AB | 98,91 |
| AMV | 1,09 | ||||
| AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH | Wien | Österreich | AZ | 100,00 | |
| Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. | Wien | Österreich | AZ | 86,00 | |
| Zucker Rumänien | |||||
| AGRANA AGRO S.r.l. | Roman | Rumänien | AGR | 99,00 | |
| AZ | 1,00 | ||||
| AGRANA BUZÄU S.r.l. | Buzäu | Rumänien | AGR | 99,00 | |
| AZ | 1,00 | ||||
| AGRANA Romania S.R.L. | AR | Bukarest | Rumänien | AZ | 100,00 |
| AGRANA TANDAREI S.r.l. | Tandarei | Rumänien | AGR | 99,00 | |
| AZ | 1,00 | ||||
| Zucker Slowakei | |||||
| Slovenske Cukrovary s.r.o. | Sered | Slowakei | AZ | 100,00 | |
| Zucker Tschechien | |||||
| Moravskoslezske Cukrovary A.S. | Hrusovany | Tschechien | AZ | 100,00 | |
| Zucker Ungarn | |||||
| AGRANA Magyarorszag Ertekesitesi Kft. | AME | Budapest | Ungarn | MCeF | 99,70 |
| AZ | 0,30 | ||||
| Biogaz Fejlesztö Kft. | Kaposvar | Ungarn | AME | 100,00 | |
| Koronas Irodahaz Szolgaltato Korlatolt Felelössegü Tarsasag | Budapest | Ungarn | MCeF | 100,00 | |
| Magyar Cukorgyarto es Forgalmazo Zrt. | MCeF | Budapest | Ungarn | AZ | 87,60 |
| Zucker Bulgarien | |||||
| AGRANA Trading EOOD | Sofia | Bulgarien | AZ | 100,00 | |
| Zucker Bosnien | |||||
| AGRANA BIH Holding GmbH | ABIH | Wien | Österreich | AZ | 75,00 |
| SZH | 25,00 | ||||
| AGRANA d.o.o. | Brcko | BosnienHerzegowina | ABIH | 100,00 | |
| AGRANA Holding / Sonstige | |||||
| AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft | AB | Wien | Österreich | Z&S | 78,34 |
| SZAG | 2,74 | ||||
| AGRANA Group-Services GmbH | AGS | Wien | Österreich | AB | 100,00 |
| AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. | AMV | Wien | Österreich | AB | 100,00 |
| Agrana Research & Innovation Center GmbH | Wien | Österreich | AB | 100,00 | |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. | Wien | Österreich | AB | 66,67 | |
| Division Zucker Moldau | |||||
| Südzucker Moldova S.R.L. | SZM | Chijinäu | Moldau | SZH | 99,97 |
| Agro Credit S.R.L. | Drochia | Moldau | SZH | 100,00 | |
| Agro-SZM S.R.L. | Drochia | Moldau | SZM | 100,00 | |
| MAZRUS-AGRO S.R.L. | Donduseni | Moldau | SZM | 100,00 | |
| Division Landwirtschaft | |||||
| Loberaue Agrar GmbH | LOB | Rackwitz | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| Rackwitzer Biogas GmbH | Rackwitz | Deutschland | LOB | 100,00 | |
| Terra Sömmerda GmbH | Sömmerda | Deutschland | SZVW | 100,00 | |
| Wolteritzer Agrar GmbH | Rackwitz | Deutschland | LOB | 100,00 | |
| Zschortauer Agrar GmbH | Rackwitz | Deutschland | LOB | 100,00 | |
| Zschortauer Futtermittel GmbH | Rackwitz | Deutschland | LOB | 74,00 | |
| Zucker übrige | |||||
| AHG Agrar-Holding GmbH 2 | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG 1 | AZS | Wien | Österreich | SZAG | 50,00 |
| Z & S Zucker und Stärke Holding AG | Z&S | Wien | Österreich | AZS | 100,00 |
| AiH Agrarindustrie-Holding GmbH | AiH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| BGD Bodengesundheitsdienst GmbH 2 | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Sächsisch-Thüringische Zuckerfabriken Verwaltungsgesellschaft mbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südzucker Holding GmbH 2 | SZH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| Südzucker international Finance B.V. | Oud-Beijerland | Niederlande | SZAG | 100,00 | |
| Südzucker Tiefkühl-Holding GmbH 2 | SZTK | Ochsenfurt | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 51,00 | |
| Südzucker Verwaltungs GmbH 2 | SZVW | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| Segment Spezialitäten | |||||
| Division BENEO | |||||
| BENEO GmbH 2 | B | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 |
| BENEO Asia Pacific Pte. Ltd. | Singapore | Singapur | BP | 100,00 | |
| BENEO iberica S.L. Unipersonal | Barcelona | Spanien | BO | 100,00 | |
| BENEO inc. | Parsippany | USA | BP | 100,00 | |
| BENEO india Private Limited | New Delhi | indien | BP | 99,99 | |
| B | 0,01 | ||||
| BENEO Latinoamerica Coordenacao Regional Ltda. | Sao Paulo | Brasilien | BO | 100,00 | |
| BP | 0,00 | ||||
| BENEO-Orafti S.A. | BO | Oreye | Belgien | BR | 100,00 |
| B | 0,00 | ||||
| BENEO-Palatinit GmbH 2 | BP | Mannheim | Deutschland | B | 85,00 |
| SZAG | 15,00 | ||||
| BENEO-Remy N.V. | BR | Wijgmaal (Leuven) | Belgien | B | 100,00 |
| BP | 0,00 | ||||
| Orafti Chile S.A. | Pemuco | Chile | BO | 99,99 | |
| BP | 0,01 | ||||
| REMY ITALIA S.P.A. | Confienza (PV) | Italien | BR | 66,70 | |
| Veniremy N.V. | Wijgmaal (Leuven) | Belgien | BR | 100,00 | |
| Division Freiberger | |||||
| Freiberger Holding GmbH 2 | FH | Berlin | Deutschland | SZTK | 90,00 |
| SZAG | 10,00 | ||||
| Alberto Lebensmittel GmbH | Berlin | Deutschland | FLG KG | 100,00 | |
| Crestar Crusts inc. | Braintree | USA | RF | 100,00 | |
| Favorit Lebensmittel-Vertriebs GmbH | Berlin | Deutschland | FLM | 100,00 | |
| Feinschmecker Eiscreme und Tiefkühlkost GmbH | Berlin | Deutschland | FH | 100,00 | |
| Feinschmecker Feinkost GmbH | FF | Berlin | Deutschland | FLM | 100,00 |
| Freiberger France S.A.R.L. | St. Didier au Mont d'Or | Frankreich | FLM | 100,00 | |
| Freiberger GmbH | Berlin | Deutschland | FLG KG | 100,00 | |
| Freiberger Lebensmittel GmbH 2 | FLM | Berlin | Deutschland | FLG KG | 100,00 |
| Freiberger Lebensmittel GmbH & Co. Produktions- und Vertriebs KG 3 | FLG KG | Berlin | Deutschland | FH | 100,00 |
| Freiberger Osterweddingen GmbH & Co. KG 3 | Sülzetal | Deutschland | FLG KG | 100,00 | |
| Freiberger Polska Sp.z o.o. | Warszawa | Polen | FLM | 99,00 | |
| FF | 1,00 | ||||
| Freiberger UK Ltd. | Spalding | Großbritannien | FLM | 100,00 | |
| Freiberger USA inc. | FLU | Parsippany | USA | FLM | 100,00 |
| HASA GmbH 2 | Burg | Deutschland | FLG KG | 100,00 | |
| Prim AS Tiefkühlprodukte Gesellschaft m.b.H. | Oberhofen | Österreich | FLM | 100,00 | |
| Richelieu Foods inc. | RF | Braintree | USA | RH | 100,00 |
| Richelieu Group LLC | Braintree | USA | RF | 100,00 | |
| Richelieu Holdco inc. | RH | Braintree | USA | FLU | 100,00 |
| Sandhof Limited | SL | Westhoughton | Großbritannien | FLM | 100,00 |
| Stateside Foods Ltd. | Westhoughton | Großbritannien | SL | 100,00 | |
| Willow Foods LLC | Braintree | USA | RF | 100,00 | |
| Division PortionPack Europe | |||||
| PortionPack Europe Holding B.V. | PPEH | Oud-Beijerland | Niederlande | SZAG | 100,00 |
| CustomPack Ltd | Telford / Shropshire | Großbritannien | SSL | 100,00 | |
| Elite Portion Pack Belgium NV | Herentals | Belgien | PPEH | 100,00 | |
| PPH | 0,00 | ||||
| Hellma Gastronomicky Servis Praha spol. s.r.o. | Praha | Tschechien | PPEH | 100,00 | |
| Hellma Gastronomie-Service GmbH 2 | Nürnberg | Deutschland | PPEH | 100,00 | |
| Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Gesellschaft m.b.H | Wien | Österreich | PPEH | 100,00 | |
| PortionPack Holland B.V. | PPH | Oud-Beijerland | Niederlande | PPEH | 100,00 |
| SAES The Portion Company, S.L. | La Llagosta (Barcelona) | Spanien | PPEH | 100,00 | |
| Single Source Limited | SSL | Telford / Shropshire | Großbritannien | PPEH | 100,00 |
| Van Oordt Drukkerij B.V. | Oud-Beijerland | Niederlande | VOP | 100,00 | |
| Van Oordt Landgraaf B.V. | Landgraaf | Niederlande | PPH | 100,00 | |
| Van Oordt the portion company B.V. | VOP | Oud-Beijerland | Niederlande | PPH | 100,00 |
| Division Stärke | |||||
| AGRANA Stärke GmbH | AS | Wien | Österreich | AB | 98,91 |
| AMV | 1,09 | ||||
| S.C. A.G.F.D. Tandarei S.r.l. | Tandarei | Rumänien | AS | 100,00 | |
| Segment CropEnergies | |||||
| CropEnergies AG | CEAG | Mannheim | Deutschland | SZAG | 69,19 |
| Biowanze S.A. | Bruxelles | Belgien | CEAG | 100,00 | |
| CEB | 0,00 | ||||
| Compagnie Financiere de l'Artois SA | CF | Loon-Plage | Frankreich | CEAG | 100,00 |
| CropEnergies Beteiligungs GmbH | CEBet | Mannheim | Deutschland | CEAG | 100,00 |
| CropEnergies Bioethanol GmbH | CEB | Zeitz | Deutschland | CEBet | 85,00 |
| CEAG | 15,00 | ||||
| CropEnergies inc. | Houston | USA | CEBet | 100,00 | |
| Ensus UK Limited | Yarm | Großbritannien | CEBet | 100,00 | |
| RYSSEN ALCOOLS SAS | RYS | Loon-Plage | Frankreich | CF | 100,00 |
| Ryssen Chile SpA | Lampa, Santiago de Chile | Chile | RYS | 100,00 | |
| Segment Frucht | |||||
| Division Fruchtzubereitungen (AGRANA Fruit) | |||||
| AGRANA Fruit S.A.S. | AF | Mitry-Mory | Frankreich | FA | 100,00 |
| ARANA Fruit Algeria Holding GmbH | AFAH | Wien | Österreich | AiV&A | 55,00 |
| AGRANA Fruit Argentina S.A. | Buenos Aires | Argentinien | AF | 91,76 | |
| AFSS | 8,24 | ||||
| AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. | AF Aus | Sydney | Australien | AF | 100,00 |
| AGRANA Fruit Austria GmbH | AFA | Gleisdorf | Österreich | AF | 99,98 |
| AiV&A | 0,02 | ||||
| AGRANA Fruit Brasil indüstria, Comercio, importacao e Exportacao Ltda. | Cabreüva | Brasilien | AF | 99,99 | |
| AFA | 0,01 | ||||
| AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. | Dachang | China | AF | 75,00 | |
| AFK | 25,00 | ||||
| AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. | Sigatoka | Fidschi | AF | 100,00 | |
| AF Aus | 0,00 | ||||
| AGRANA Fruit France S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | AF | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Germany GmbH | Konstanz | Deutschland | AF | 100,00 | |
| AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED | Pune | Indien | AF | 99,99 | |
| AFSG | 0,01 | ||||
| AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. | Istanbul | Türkei | AF | 100,00 | |
| AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited | Xinbei Zone, Changzhou | China | AF | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. | AFK | Seoul | Südkorea | AF | 100,00 |
| AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. | Michoacan | Mexiko | AF | 99,99 | |
| AFSG | 0,01 | ||||
| AGRANA Fruit Luka TOV | Vinnitsa | Ukraine | AF | 99,97 | |
| AGRANA Fruit Management Australia Pty Limited | Sydney | Australien | AF Aus | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Mexico, S.A. de C.V. | Michoacan | Mexiko | AFUS | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. | Ostroleka | Polen | AF | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Services GmbH | AFSG | Wien | Österreich | AF | 100,00 |
| AGRANA Fruit Services S.A.S. | AFSS | Mitry-Mory | Frankreich | AF | 100,00 |
| AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. | Johannesburg | Südafrika | AF | 100,00 | |
| AGRANA Fruit Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | AF | 99,80 | |
| AGRANA Fruit US, inc. | AFUS | Brecksville | USA | AF | 100,00 |
| AGRANA Nile Fruits Processing SAE | Qalyoubia | Ägypten | AF | 51,00 | |
| Dirafrost FFI N. V. | DFFI | Lummen | Belgien | AF | 100,00 |
| Dirafrost Maroc SARL | Larach | Marokko | DFFi | 100,00 | |
| Financiere Atys S.A.S. | FA | Mitry-Mory | Frankreich | AiV&A | 100,00 |
| o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region | Serpuchov | Russland | AF | 100,00 | |
| SPA AGRANA Fruit Algeria 1 | Akbou | Algerien | AFAH | 48,97 | |
| Yube d.o.o. | Pozega | Serbien | DFFi | 100,00 | |
| Division Fruchtsaftkonzentrate (AUSTRIA JUICE) | |||||
| AUSTRiA JUiCE GmbH | AJU | Allhartsberg | Österreich | AiV&A | 50,01 |
| AGRANA JUiCE (XiANYANG) CO., LTD | Xianyang City | China | AJU | 100,00 | |
| AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH | AJS&M | Bingen | Deutschland | AJU | 100,00 |
| AUSTRIA JUICE Germany GmbH | Bingen | Deutschland | AJS&M | 100,00 | |
| AUSTRIA JUICE Hungary Kft. | Väsärosnameny | Ungarn | AJU | 100,00 | |
| AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o | Chelm | Polen | AJU | 100,00 | |
| AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. | Vaslui | Rumänien | AJU | 100,00 | |
| AUSTRIA JUICE Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | AJU | 100,00 | |
| Frucht übrige | |||||
| AGRANA internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH | AiV&A | Wien | Österreich | AB | 98,91 |
| AMV | 1,09 |
1
Stimmrechtsmehrheit.
2
Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift von § 264 Absatz 3 HGB.
3
Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift von § 264b HGB.
TABELLE 120
| Kurzbezeichnung | Sitz | Land | Muttergesellschaft | % | |
| Segment Zucker | |||||
| Division Geschäftsbereich Zucker | |||||
| Südzucker und Vertriebsgesellschaften | |||||
| Maxi S.r.l. | Bolzano | italien | SZH | 50,00 | |
| Division AGRANA Zucker | |||||
| Zucker Bosnien | |||||
| "AGRAGOLD" d.o.o. | Brcko | BosnienHerzegowina | ASB | 100,00 | |
| AGRAGOLD d.o.o. | Zagreb | Kroatien | ASB | 100,00 | |
| AGRAGOLD dooel Skopje | Skopje | Nordmazedonien | ASB | 100,00 | |
| AGRAGOLD trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | ASB | 100,00 | |
| AGRANA Studen Sugar Trading GmbH | Wien | Österreich | ABiH | 50,00 | |
| AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. | Tirane | Albanien | ASB | 100,00 | |
| AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH | ASB | Wien | Österreich | ABiH | 50,00 |
| AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. | Prishtina | Kosovo | ASB | 100,00 | |
| Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd | Beograd | Serbien | ASB | 100,00 | |
| STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. | Brcko | BosnienHerzegowina | ASB | 100,00 | |
| Zucker übrige | |||||
| ED&F MAN Holdings Limited | London | Großbritannien | SZH | 34,55 | |
| Segment Spezialitäten | |||||
| Division PortionPack Europe | |||||
| Collaborative Packing Solutions [Pty] Ltd | Johannesburg | Südafrika | PPEH | 40,00 | |
| Division Stärke | |||||
| GreenPower Services Kft. | Szabadegyhaza | Ungarn | HK | 100,00 | |
| HUNGRANA Kemenyitö- es isocukorgyarto es Forgalmazo Kft. | HK | Szabadegyhaza | Ungarn | AS | 50,00 |
| Segment CropEnergies | |||||
| CT Biocarbonic GmbH | Zeitz | Deutschland | CEBet | 50,00 |
TABELLE 121
| Kurzbezeichnung | Sitz | Land | Muttergesellschaft | % | |
| Verbundene Unternehmen (nicht einbezogen) | |||||
| Segment Zucker | |||||
| Division AGRANA Zucker | |||||
| Zucker Bosnien | |||||
| AGRANA Croatia d.o.o. | Zagreb | Kroatien | AZ | 100,00 | |
| AGRANA Makedonija DOOEL Skopje | Skopje | Nordmazedonien | AZ | 100,00 | |
| Zucker übrige | |||||
| Agücar e Älcool do Sul Participagöes Ltda. | Säo Paulo | Brasilien | SZH | 100,00 | |
| AiH | 0,00 | ||||
| Arbeitsgemeinschaft für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau Zeitz GmbH | Kretzschau | Deutschland | SZAG | 80,00 | |
| Sächsisch-Thüringische Zuckerfabriken GmbH & Co. KG | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südprojekt Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südtrans GmbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südzucker Beteiligungs GmbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südzucker International GmbH | Ochsenfurt | Deutschland | SZH | 100,00 | |
| Südzucker Reise-Service GmbH | Mannheim | Deutschland | SZAG | 100,00 | |
| Südzucker Verkauf GmbH | SZV | Mannheim | Deutschland | SZH | 100,00 |
| Segment Spezialitäten | |||||
| Division Stärke | |||||
| AGRANA Skrob s.r.o. v likvidaci | Hrusovany | Tschechien | AS | 100,00 | |
| AGRANA Amidi srl | Sterzing (BZ) | italien | AS | 100,00 | |
| Gemeinschaftsunternehmen / assoziierte Unternehmen (nicht einbezogen) | |||||
| Segment Zucker | |||||
| Division Geschäftsbereich Zucker | |||||
| Zucker Belgien | |||||
| Food Port N.V. | Tienen | Belgien | RT | 35,71 | |
| Zucker Frankreich | |||||
| Sucrerie et Distillerie de Souppes-Ouvre Fils S.A. | Paris | Frankreich | SLS | 44,50 | |
| Zucker übrige | |||||
| Felix Koch Offenbach Couleur und Karamel GmbH | Offenbach | Deutschland | SZH | 25,10 | |
| Liquid Feed Europe Holding B.V. | LFEH | Oud-Beijerland | Niederlande | SZH | 50,00 |
| Liquid Feed France S.A.S. | Cagny | Frankreich | LFEH | 100,00 | |
| Maritime Investment Holdings Pte. Ltd | MiH | Singapore | Singapur | SZH | 25,00 |
| Division Landwirtschaft | |||||
| Zschortauer-Glesiener Rübenrode GmbH | Schkeuditz | Deutschland | LOB | 45,83 | |
| Segment Spezialitäten | |||||
| Division BENEO | |||||
| INVITA Australia PTE Ltd | Balgowlah | Australien | BP | 35,00 | |
| Sonstige Beteiligungen > 20 % (nicht einbezogen) | |||||
| Segment Zucker | |||||
| Division Geschäftsbereich Zucker | |||||
| Zucker Frankreich | |||||
| GARDEL S.A. | Le Moule | Frankreich | SLS | 24,28 | |
| Division AGRANA Zucker | |||||
| Zucker Ungarn | |||||
| Cukoripari Egyesüles | Budapest | Ungarn | MCeF | 44,27 |
TABELLE 122
Der Bilanzgewinn der Südzucker AG beträgt 40,9 Mio. €. Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende in Höhe von 0,20 € je Aktie auszuschütten und damit den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
| 2018/19 | ||
| Ausgegebene Stückaktien | Stück | 204.183.292 |
| Dividende | € | 0,20 |
| Ausschüttungsbetrag | € | 40.836.658,40 |
| Vortrag auf neue Rechnung | € | 86.665,71 |
| Bilanzgewinn | € | 40.923.324,11 |
TABELLE 121
Soweit am Tag der Hauptversammlung eigene Aktien vorhanden sind, wird der Beschlussvorschlag dahingehend modifiziert, bei unveränderter Ausschüttung von 0,20 € je dividendenberechtigte Stückaktie den entsprechend höheren verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Die Hauptversammlung findet am 18. Juli 2019 statt; die Auszahlung der Dividende erfolgt am 23. Juli 2019.
Seit dem 28. Februar 2019 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Mannheim, den 24. April 2019
DER VORSTAND
DR. WOLFGANG HEER, VORSITZENDER
DR. THOMAS KIRCHBERG
THOMAS KÖLBL
JOHANN MARIHART
Der nach deutschen Bilanzierungsvorschriften aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht der Südzucker AG, die von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sind, werden beim Betreiber des Bundesanzeigers (Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Köln) eingereicht und im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der Lagebericht können bei der Gesellschaft angefordert werden.
An die Südzucker AG, Mannheim
Wir haben den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Südzucker AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
| ― |
Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte |
| ― |
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Risikovorsorge |
| ― |
Restrukturierungsplan |
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:
1 Sachverhalt und Problemstellung
2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3 Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1 In dem Konzernabschluss der Südzucker AG werden unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" insgesamt Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 730,2 Mio. € ausgewiesen. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Auf dieser Basis werden jährlich sowie anlassbezogen von der Gesellschaft Werthaltigkeitstests ("Impairment Tests") durchgeführt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich anhand des Nutzungswerts. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted Cashflow-Modellen ermittelt. Die vorgenommenen Bewertungen werden für jede Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus der aktuellen von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten 5-Jahres-Planung abgeleitet. Die Abzinsung erfolgt mittels der gewichteten Kapitalkosten der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Am 25. Februar 2019 hat der Südzucker-Aufsichtsrat dem vom Vorstand vorgestellten Restrukturierungsplan für das Segment Zucker vor dem Hintergrund des anhaltend schwierigen globalen und europäischen Marktumfelds mit einem historisch niedrigen Preisniveau innerhalb der EU zugestimmt. Der Restrukturierungsplan sieht Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor und dabei insbesondere die Anpassung der Produktions- und Verwaltungsstrukturen. Vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und der angepassten strategischen Ausrichtung war zum Geschäftsjahresende eine erneute Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwertes der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Segment Zucker durchzuführen (Triggering Event). Als Ergebnis des durchgeführten Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung bei den Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Segment Zucker zu Wertminderungen von insgesamt 673,1 Mio. €. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der zugrundeliegenden Komplexität der Bewertungsmodelle war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung der Impairment Tests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem durch Abgleich dieser Angaben mit den aus der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten 5-Jahres-Planung abgeleiteten aktuellen Planungsrechnungen sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der auf diese Weise ermittelten Geschäftswerte haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Aufgrund der materiellen Bedeutung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie aufgrund der Tatsache, dass die Bewertung derselben auch von volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt, die außerhalb der Einflussmöglichkeit der Gesellschaft liegen, haben wir die ergänzenden Sensitivitätsanalysen der Gesellschaft nachvollzogen und festgestellt, dass die Geschäfts- oder Firmenwerte in allen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Ausnahme des Segments Zucker ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in Abschnitt 21 des Konzernanhangs enthalten.
1 Im Konzernabschluss der Südzucker AG werden Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge in Höhe von 178,9 Mio. € unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" ausgewiesen. Diese betreffen Rechtsstreitigkeiten aus Marktordnungsverfahren, Verfahren aus operativen Vertragsbeziehungen und Kartellrechtsrisiken einschließlich Bußgeldern und Schadensersatz. In den anhängigen Gerichtsverfahren gehen die gesetzlichen Vertreter nun davon aus, dass rechtskräftige Urteile erst in mehreren Jahren vorliegen werden und somit nicht von einem Abfluss von Ressourcen innerhalb der nächsten zwölf Monate auszugehen ist. Diese Neueinschätzung zur Fristigkeit hat ganz überwiegend zum Anstieg der langfristig ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorgen um 100,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahr beigetragen. Die vorzunehmende Risikobeurteilung zum Verlauf von Rechtsstreitigkeiten und die Einschätzung, ob aufgrund eines vorliegenden Rechtsstreits die Passivierung einer Rückstellung zur Abdeckung des Risikos erforderlich, und ggfs. in welcher Höhe die gegenwärtige Verpflichtung zu bemessen ist, wird in hohem Maße durch die Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter geprägt. Vor diesem Hintergrund ist dieser Sachverhalt aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung.
2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem den von der Gesellschaft eingerichteten Prozess, der die Erfassung, die Einschätzung hinsichtlich eines Verfahrensausgangs sowie die bilanzielle Darstellung eines Rechtsstreits sicherstellt, beurteilt. Diese Beurteilung umfasste auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit den wesentlichen Rechtsrisiken. Mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Risiko falscher Angaben in der Rechnungslegung besteht und dass die Ansatz- und Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte Auswirkung auf das Konzernergebnis haben, haben wir die Angemessenheit der Wertansätze unter anderem durch Vergleich dieser Werte mit Vergangenheitswerten, Nachvollzug der stetig angewendeten Berechnungsmethodik und Einsichtnahme in zugrundeliegende Unterlagen gewürdigt. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Gespräche mit der Rechtsabteilung der Gesellschaft, um uns die aktuellen Entwicklungen und Gründe, die zu den entsprechenden Einschätzungen geführt haben, erläutern zu lassen. Die Entwicklung der wesentlichen Rechtsstreitigkeiten einschließlich der Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der möglichen Verfahrensausgänge wird uns in schriftlicher Form durch die Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Zum Bilanzstichtag haben wir darüber hinaus externe Rechtsanwaltsbestätigungen eingeholt, die die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen stützen. Die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen zur Bilanzierung und Bewertung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und die damit einhergehende Risikovorsorge im Konzernabschluss konnten wir nachvollziehen. Wir halten die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Einschätzungen für sachgerecht.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für Prozesse und Risikovorsorge sind in Abschnitt 28 des Konzernanhangs enthalten.
1 Im Geschäftsjahr 2018/19 erfolgte durch den Vorstand der Südzucker AG eine Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und eine angepasste strategische Ausrichtung mit einer Anpassung der Produktions- und Verwaltungsstrukturen. Diese soll, basierend auf einem Restrukturierungsplan, unter anderem durch die Stilllegung von fünf Zuckerfabriken in Deutschland, Frankreich und Polen erreicht werden.
Im Konzernabschluss der Südzucker AG werden "Sachanlagen" in Höhe von insgesamt 2.950,8 Mio. € (36,0 % der Konzernbilanzsumme) ausgewiesen. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnebezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsplan wurden im Geschäftsjahr 2018/19 die Buchwerte der aufgrund des Restrukturierungsplans nicht mehr dauerhaft genutzten Sachanlagen der betroffenen Zuckerfabriken auf ihre Werthaltigkeit überprüft und unter Berücksichtigung des verbleibenden Zeitraums für den Kampagnebetrieb 2019/20 und den erwarteten Verwertungserlösen in Höhe von 57,5 Mio. € wertberichtigt.
Im Bereich Spezialitäten war für die zahlungsmittelgenerierende Einheit der Stärkeproduktion in Deutschland vor dem Hintergrund der Neueinschätzung des Zuckermarktumfelds und des schwierigen Marktumfelds für Stärkeverzuckerungsprodukte ebenso ein anlassbezogener Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 vorzunehmen. Die Buchwerte der betroffenen Sachanlagen wurden proportional in Höhe von 50,7 Mio. € wertberichtigt.
Für den Restrukturierungsplan sind Rückstellungen nach IAS 37 zu bilden. Voraussetzung für den Ansatz einer Restrukturierungsrückstellung ist, dass die Definition einer Restrukturierungsmaßnahme i.S.v. IAS 37.10 erfüllt ist. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung haben die für die Genehmigung der Betriebsänderung zuständigen Unternehmensorgane bis zum Abschlussstichtag einen Restrukturierungsplan beschlossen. Darauf basierend hat die Gesellschaft aufwandswirksam Restrukturierungs- und Drohverlustrückstellungen in Höhe von 40,4 Mio. € angesetzt, die im Konzernabschluss unter dem Bilanzposten "Sonstige Rückstellungen" ausgewiesen werden. Diese beinhaltet auch die Risikovorsorge für Sozialpläne im Zusammenhang mit den geplanten Werksschließungen in Deutschland, Frankreich und Polen.
Die Ergebnisse der Ermittlung der Wertminderungen sowie die Bewertung der Restrukturierungsrückstellung sind in hohem Maße von den Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Erwartungen des Zuckermarktes abhängig und dadurch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der vorgenommenen Bewertungen waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
2 Zum besseren Verständnis des Restrukturierungsplans haben wir Einsicht in die Vorstands- und Aufsichtsratsprotokolle genommen und die entsprechenden Beschlüsse gewürdigt. Im Rahmen unserer Prüfung der Sachanlagen haben wir unter anderem die von der Südzucker AG eingerichteten Prozesse und Kontrollen in der Anlagenwirtschaft, die die Einhaltung der Vorgaben zur Bilanzierung sicherstellen, beurteilt. Des Weiteren haben wir im Rahmen unserer Prüfung unter anderem das methodische Vorgehen zur Berechnung der Wertminderungen nachvollzogen und gewürdigt. Die Angemessenheit der Ermittlung der Wertminderungsbeträge im Bereich Zucker aufgrund von Werksschließungen haben wir unter Beachtung der relevanten Bilanzierungsstandards mit den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Annahmen insbesondere durch Abstimmung mit anderen bereits erfolgten Werkschließungen beurteilt. Für die Wertminderungen im Bereich Spezialitäten haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen und die Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten beurteilt. Die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem durch Abgleich dieser Angaben mit den aus der von den gesetzlichen Vertretern verabschiedeten und vom Aufsichtsrat gebilligten Planungen abgeleiteten aktuellen Planungsrechnungen sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der auf diese Weise ermittelten Geschäftswerte haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern einschließlich der durchschnittlichen Kapitalkosten beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass die Wertminderungen einen großen Anteil an Schätzunsicherheiten enthalten, haben wir uns intensiv mit der Berechnung beschäftigt.
Im Hinblick auf die gebildeten Rückstellungen für Restrukturierung haben wir im Rahmen unserer Prüfung die allgemeinen Ansatz- und Bewertungskriterien für Rückstellungen und die diese weiter konkretisierenden Kriterien aus IAS 37.70 ff. beurteilt. Anschließend haben wir mit der Kenntnis, dass bei geschätzten Werten ein erhöhtes Fehlerrisiko in der Rechnungslegung besteht und die Bewertungsentscheidungen der gesetzlichen Vertreter eine direkte Auswirkung auf das Konzernergebnis haben, auch die sachgerechte Bewertung der Restrukturierungs- und Abfindungsrückstellungen beurteilt. Hierzu haben wir uns entsprechende Nachweise von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft und den von ihnen beauftragten Mitarbeitern vorlegen lassen und diese gewürdigt. Sofern bei der Ermittlung der Höhe der Rückstellungen für Restrukturierung auf Erfahrungswerte aus vorherigen Restrukturierungsmaßnahmen zurückgegriffen wurde, haben wir die sachgerechte Verwendung der Vergangenheitswerte prüferisch nachvollzogen. Ergänzend haben wir Gespräche mit den gesetzlichen Vertretern und den verantwortlichen Bereichen der Konzerngesellschaften zur Erläuterung der Annahmen, auf denen die jeweiligen Einschätzungen resultieren, geführt.
Wir konnten uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen insgesamt geeignet sind, um die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie den Ansatz und die Bewertung der Rückstellungen für Restrukturierung sachgerecht vorzunehmen.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Abschreibungen sind im Abschnitt 11 und zu den Sonstigen Rückstellungen sind in Abschnitt 28 des Konzernanhangs enthalten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
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die in Abschnitt "Unternehmensführung und -verantwortung" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB |
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den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (mit Ausnahme des Vergütungsberichts) |
| ― |
die in Abschnitt "Unternehmensführung und -verantwortung" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung nach § 315b Abs. 1 HGB einschließlich der in den Konzernlagebericht integrierten zugehörigen Angaben |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
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anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
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holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
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beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Juli 2018 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 19. Juli 2018 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2003/2004 als Konzernabschlussprüfer der Südzucker AG, Mannheim, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Conrad.
Frankfurt am Main, den 24. April 2019
PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
MICHAEL CONRAD, Wirtschaftsprüfer
CHRISTINA PÖPPERL, Wirtschaftsprüferin
Für den
Appetit eiliger Genießer ...
... ist uns keine Herausforderung zu groß.
TEMPERATURUNTERSCHIED
Heißester Ort
400 °C
in den Pizza-Backöfen: entscheidend für eine knusprige,
krosse und herzhafte finale Pizza in Bestform
PRO TAG
4,2 Mio. Packungen
Tagesproduktion bei Freiberger
pro Jahr
72.000 t
Tomatenverbrauch bei Freiberger
LIEBLINGSZPIZZA
Freiberger-Lieblingspizza Deutschland
Salami-Pizza
1976
Erste Tiefkühlpizza von Freiberger in Berlin
1889 BESICHTIGTE DER
ITALIENISCHE KÖNIG UMBERTO I. mit:
seiner Frau Margherita sein Reich. In Neapel sahen sie überall auf den Straßen Leute stehen, die das runde flache "Brot" aßen. Neugierig geworden, orderten sie drei Pizzen von Raffaele Esposito, dem Besitzer der Pizzeria Pietro il Pizzaiolo. Die einfache Variante mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum, die mit ihren Farben Rot, Weiß und Grün die italienische Landesflagge aufgriff, fand bei Königin Margherita besonderen Anklang. Die "Pizza Margherita" war geboren.
Die Herstellung eines der absoluten internationalen Lieblingsessen ist bei uns in besten Händen: Seit 1976 ist die SüdzuckerTochter Freiberger vor allem Spezialist für tiefgefühlte und gekühlte Pizzen. In unseren zwölf Werken in Deutschland, Österreich, England und den USA beherrschen wir nicht nur extreme Temperaturunterschiede, sondern auch die Verarbeitung riesiger Mengen.
MAN GEHT DAVON AUS, dass bereits die alten Griechen und Etrusker flache Teigscheiben gebacken haben und sie dann mit Olivenöl und anderen Zutaten würzten. Die Römer übernahmen das Rezept und verbreiteten es in ganz Italien. Besonders beliebt war es in der Gegend um Neapel. Diese ursprüngliche Form der Pizza blieb jahrhundertelang ein Arme-Leute-Essen. Erst mit der Einführung der Tomate um 1520 wurde aus dem trockenen Brot die saftigere Pizza.
Kältester Ort
-196 °C
im Rohteigpizza-Stickstoffbad: entscheidend für die spätere Qualität
2,1 Mio Pizzen
Tagesbedarf ganz Italiens. Die Nachfrage der rund 60 Millionen pizzabegeisterten Einwohner des Landes könnte von Freiberger also gleich doppelt abgedeckt werden.
WEITERE ZEITGESCHICHTLICHE MEILENSTEINE: 1948 erfolgte der Verkauf des ersten Fertig-Pizza-Teigs und 1957 die Markteinführung der ersten tiefgefrorenen Fertigpizza durch die italo-amerikanischen Celentano-Brüder. Heute essen allein in Deutschland gut 70 % der Bevölkerung wöchentlich mindestens ein Stück Pizza.
TOMATEN
Erntemenge in Deutschland 2017
96.560 t
Das heißt, Freiberger bräuchte knapp 75 % der deutschen Ernte.
Freiberger-Lieblingspizza Frankreich
Käse-Pizza
GESCHICHTE
1830
Erste Pizzeria
in Neapel
Südzucker berichtet in diesem Geschäftsbericht konzernweit zu Nachhaltigkeitsthemen. Die Erhebung und Darstellung der für die Geschäftstätigkeit von Südzucker wesentlichen Daten erfolgt in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative, CORE.
Soweit verfügbar, erfolgt die Angabe von Daten in Tabellen und Grafiken unter der Einbeziehung von vier Vorjahren. Soweit dies nicht der Fall ist, bleibt die Angabe auf das abgelaufene Geschäftsjahr bzw. Kalenderjahr beschränkt.
Grundsätzlich umfassen die in diesem Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsinformationen alle vollkonsolidierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe.
Die Angaben zu Energie, Emissionen, Wasser und Abfall beziehen sich ausschließlich auf Produktionsstandorte. Im Segment Zucker sind dies unverändert die Zuckerfabriken in der EU sowie die INSTANTINA Nahrungsmittel- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien / Österreich. Im Segment Spezialitäten umfasst die Berichterstattung die Produktionsstandorte der Divisionen BENEO, Freiberger und Stärke. In der Division Freiberger sind die Standorte der im Geschäftsjahr 2017/18 erworbenen Gesellschaften HASA GmbH, Burg, und Richelieu Foods Inc., Braintree, Massachusetts / USA erstmals enthalten. Im Segment Crop-Energies sind sämtliche Produktionsstandorte einbezogen. Im Segment Frucht wurde der Kreis der einbezogenen Produktionsstandorte um die Gesellschaft für Fruchtzubereitungen in Indien, die Ende des Geschäftsjahres 2017/18 die Produktion aufgenommen hat, ergänzt. Die Gesellschaft für Fruchtzubereitungen in Changzhou City/ China, die erst gegen Ende des Geschäftsjahres 2018/19 die Produktion aufgenommen hat, sowie der im Laufe des Geschäftsjahres 2018/19 erworbene Fruchtsaftkonzentratstandort in Nagykallö / Ungarn sind noch nicht enthalten.
Aufgrund der Bedeutung der agrarischen Rohstoffe für die Produktion beschränkt Südzucker die Berichterstattung auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe (Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln, Früchte) und auf Vorlieferanten aus der Lebensmittelindustrie (z. B. Molkereiprodukte, Gemüse, Fleischverarbeitungsunternehmen für die Pizzaproduktion, tiefgefrorene Fruchtstücke).
Da Südzucker agrarische Rohstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw. Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetations- und Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, kann der mit der Produktion verbundene spezifische Energieeinsatz variieren. Entsprechend können Angaben über den Gesamtenergieeinsatz bzw. -emissionen zwischen einzelnen Berichtsperioden deutlich schwanken.
Die Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen entsprechend GRI betrifft den Produktionsbereich und beschränkt sich auf direkte und indirekte energiebezogene Emissionen im Rahmen von Scope 1 und Scope 2 gemäß Definition durch das Greenhouse Gas Protocol. Direkte energiebezogene Emissionen (Scope 1) umfassen den unmittelbaren Einsatz von fossilen Energieträgern (Gas, Öl und Kohle) sowie erneuerbaren Energieträgern (Biomasse) zur Erzeugung von Strom und Prozesswärme in den eigenen Kraftwerken. Indirekte energiebezogene Emissionen (Scope 2) betreffen den Verbrauch zugekaufter Energie wie elektrischen Strom oder Dampf, der zu mittelbaren energiebezogenen Emissionen beiträgt.
An Verbundstandorten bestehen segmentübergreifende Energieflüsse. Um Doppelzählungen von Emissionen als Scope 1 und Scope 2 aufgrund der segmentweisen Berichterstattung zu vermeiden, wurden bei der Erhebung entsprechende Anpassungen vorgenommen.
Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette im Zusammenhang mit der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden nicht berichtet.
In Abweichung zu den heterogenen lokalen abfallrechtlichen Vorschriften erfolgt eine konzernweit einheitliche Abgrenzung zwischen Produkten und Abfällen. Danach werden z. B. Pressschnitzel, Carbokalk oder Trester dann nicht als Abfall sondern als Produkt erfasst, wenn eine Nutzung als hochwertiges Futter- oder Düngemittel erfolgt.
Die Angaben der Intensitäten bei Energieeinsatz, Emissionen, Wasserentnahme und -einleitung beziehen sich auf die Gesamtmenge der erzeugten Produkte. Dabei wird nicht weiter zwischen Haupt- und Nebenprodukten unterschieden.
Für das Geschäftsjahr 2018/19 wurde die Nachhaltigkeitsberichterstattung wiederum in den Finanzbericht integriert. Die Berichterstattung ist auf wesentliche Nachhaltigkeitsthemen sowie -aktivitäten beschränkt und folgt den Prinzipien von Ausgewogenheit, Klarheit, Genauigkeit, Aktualität, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit. Die Inhalte und Daten dieses Berichts wurden auf Basis interner Prozesse ermittelt. Sie stammen aus vorhandenen Management- und Reportingsystemen und wurden in den operativen Einheiten der Segmente bzw. Divisionen abgefragt. Die Berichtsinhalte wurden von fachlich zuständigen Mitarbeitern geprüft.
Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Angaben zu Nachhaltigkeitsthemen im Rahmen der nichtfinanziellen Erklärung inhaltlich mit begrenzter Sicherheit (limited assurance) geprüft.
| GRI | Beschreibung | Seite |
| GRI 102: Allgemeine Angaben | ||
| Organisationsprofil | ||
| 102-1 | Name der Organisation | 28 |
| 102-2 | Aktivitäten, Marken, Produkte und Dienstleistungen | Umschlagklappe |
| 102-3 | Ort des Hauptsitzes | 28 |
| 102-4 | Betriebsstätten | Umschlagklappe |
| 102-5 | Eigentum und Rechtsform | 21 |
| 102-6 | Bediente Märkte | 59, 67, 72, 77 |
| 102-7 | Größenordnung der Organisation | Umschlagklappe |
| 102-8 | Informationen über Angestellte und andere Mitarbeiter | 40 ff |
| 102-9 | Lieferkette | 37 ff |
| 102-10 | Signifikante Änderungen in der Organisation und ihrer Lieferkette | - |
| 102-11 | Vorsorgeprinzip oder Vorsichtsmaßnahmen | 33 ff, 84ff |
| 102-12 | Freiwillige Mitgliedschaft in externen Initiativen | 35 |
| 102-13 | Mitgliedschaften in Verbänden | 45 |
| Strategie | ||
| 102-14 | Aussagen der Führungskräfte | 8 ff |
| Ethik und Integrität | ||
| 102-16 | Werte, Richtlinien, Standards und Verhaltensnormen | 31 - 46, 100 f |
| Unternehmensführung | ||
| 102-18 | Führungsstruktur | 12 ff, 28 ff |
| Stakeholdereinbeziehung | ||
| 102-40 | Liste der Stakeholdergruppen | 33 |
| 102-41 | Tarifverhandlungen | 44 |
| 102-42 | Bestimmen und Auswählen von Stakeholdern | 33 |
| 102-43 | Ansatz für die Stakeholdereinbeziehung | 33 |
| 102-44 | Schlüsselthemen und Anliegen | 33 ff |
| Berichtsprofil | ||
| 102-45 | Entitäten, die in den Konzernabschlüssen erwähnt werden | 219 |
| 102-46 | Bestimmung des Berichtsinhalts und Themenabgrenzung | 219 |
| 102-47 | Liste der wesentlichen Themen | 33 ff |
| 102-48 | Neuformulierung der Informationen | - |
| 102-49 | Änderungen bei der Berichterstattung | 219 |
| 102-50 | Berichtszeitraum | 01.03. - 28./29.02. |
| 102-51 | Datum des aktuellsten Berichts | 24. April 2019 |
| 102-52 | Berichtszyklus | Jährlich |
| 102-53 | Kontakt für Fragen zum Bericht | Umschlag |
| 102-54 | Aussagen zur Berichterstattung in Übereinstimmung mit den GRI-Standards | 219 |
| 102-55 | GRI-Inhaltsindex | 220 ff |
| 102-56 | Externe Prüfung | 220 |
| GRI 103: Managementansatz | ||
| 103-1 | Erklärung der wesentlichen Themen und ihre Abgrenzungen | 30 - 46, 219 f |
| 103-2 | Der Managementansatz und seine Komponenten | 30 - 46, 219 f |
| 103-3 | Prüfung des Managementansatzes | 30 - 46, 219 f |
| GRI 200: Themenspezifische Standards: Wirtschaft | ||
| Wirtschaftliche Leistung | ||
| 201-2 | Durch den Klimawandel bedingte finanzielle Folgen und andere Risiken und Chancen | 86 ff |
| Beschaffungspraktiken | ||
| 204-1 | Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten | 45 |
| Korruptionsbekämpfung | ||
| 205-1 | Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden | 100 f |
| 205-3 | Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen | - 1 |
| Wettbewerbswidriges Verhalten | ||
| 206-1 | Gesamtanzahl von Verfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten oder Kartell- und Monopolbildung | 91 f |
| GRI 300: Themenspezifische Standards: Ökologie | ||
| Materialien | ||
| 301-1 | Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen | 37 ff |
| Energie | ||
| 302-3 | Energieintensität | 36, 65, 70, 75, 79 |
| Wasser | ||
| 303-1 | Wasserentnahme nach Quelle Auslassungen: Eine Aufteilung nach Quellen erfolgt nicht, da diese Daten derzeit nicht vollständig im Konzern erhoben werden. | 37, 65, 70, 76, 80 |
| Emissionen | ||
| 305-4 | Intensität der THG-Emissionen | 36, 65, 70, 75, 79 |
| Abwasser und Abfall | ||
| 306-1 | Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort | 37, 65, 70, 76, 80 |
| 306-2 | Abfall nach Art und Entsorgungsmethode | 37, 66, 71, 76, 80 |
| Umweltbewertung der Lieferanten | ||
| 308-1 | Neue Lieferanten, die anhand von Umweltkriterien überprüft wurden | 37 f |
| 308-2 | Negative Umweltauswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen | 37 ff |
| GRI 400: Themenspezifische Standards: Soziales | ||
| Beschäftigung | ||
| 401-1 | Neu eingestellte Angestellte und Angestelltenfluktuation Auslassungen: Angaben zu den Zu- und Abgängen von Mitarbeitern werden nicht nach Regionen unterteilt, da dies als vertraulich eingestuft wird. | 42 |
| Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | ||
| 403-2 | Art und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Arbeitsausfalltage und Abwesenheit sowie Zahl der arbeitsbedingten Todesfälle Auslassungen: Bei der Datensammlung für Angaben zu Arbeitsunfällen werden aus datenschutzrechtlichen Gründen keine geschlechtsspezifischen Daten erfasst. Da die angegebenen Kenngrößen z. B. aufgrund regionaler Gesetzgebungen nur bedingt durch Südzucker beeinflusst werden können, unterbleibt auch eine Angabe nach Regionen. Über den Krankenstand wird aus Vertraulichkeitsgründen nur auf Konzernebene berichtet. Daten zu Berufskrankheiten werden ebenfalls nicht erhoben; dies obliegt regelmäßig den Berufsgenossenschaften. Die Unfallzahlen der engagierten Partnerfirmen werden aktuell nicht erfasst. | 43 |
| Vielfalt und Chancengleichheit | ||
| 405-1 | Vielfalt in Leitungsorganen und der Angestellten Auslassungen: Es werden keine Mitarbeiterzahlen nach Funktionsbereichen erhoben. Angaben zum Management werden nicht nach Regionen unterteilt, da dies als vertraulich eingestuft wird. | 12 f, 40 ff, 193 f |
| Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte | ||
| 412-1 | Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde | 46 |
| Soziale Bewertung der Lieferanten | ||
| 414-1 | Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien überprüft wurden | 37 f |
| Kundengesundheit und Kundensicherheit | ||
| 416-1 | Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit | 44 f |
| Marketing und Kennzeichnung | ||
| 417-2 | Verstöße im Zusammenhang mit den Produkt- und Dienstleistungsinformationen und der Kennzeichnung | 2018/19: null |
1
Im Berichtsjahr sind keine wesentlichen Korruptionsfälle bekannt geworden.
TABELLE 124
Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Ein Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht in diesem Geschäftsbericht. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
Nikolai Baltruschat
investor.relations@suedzucker.de
Telefon: +49 621 421-240
Telefax: +49 621 421-449
Dr. Dominik Risser
public.relations@suedzucker.de
Telefon: +49 621 421-428
Telefax: +49 621 421-425
Dr. Volker Proffen
sustainability@suedzucker.de
Telefon: +49 621 421-574
Telefax: +49 621 421-399
Ausführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe
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