![]() Südzucker AGMannheimQuartalsmitteilung 1. - 3. Quartal 2019/20Q31. März - 30. November 2019KONZERNUMSATZ5.028 [5.192] Mio. OPERATIVES KONZERNERGEBNIS113 [116] Mio. PROGNOSE FÜR GESAMTJAHR 2019/20:KONZERNUMSATZ6,7 bis 7,0 [2018/19: 6,8] Mrd. € OPERATIVES KONZERNERGEBNIS70 bis 130 [2018/19: 27] Mio. € FINANZKALENDERBilanzpresse- und AnalystenkonferenzGeschäftsjahr 2019/20 14. Mai 2020 Q 1 - Quartalsmitteilung1. Quartal 2020/21 9. Juli 2020 HauptversammlungGeschäftsjahr 2019/20 16. Juli 2020 Q 2 - Halbjahresfinanzbericht1. Halbjahr 2020/21 8. Oktober 2020 Q 3 - Quartalsmitteilung1.-3. Quartal 2020/21 14. Januar 2021 IM ÜBERBLICK1. - 3. Quartal 2019/20
Prognose für das Gesamtjahr 2019/20
TABELLE 01Konzernzahlen zum 30. November 2019scroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. WIRTSCHAFTSBERICHTKonzernertragslageUmsatz, EBITDA und operatives ErgebnisDer Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 verminderte
sich auf 5.028 (5.192) Mio. €. Während der Umsatz im Segment Zucker deutlich zurückging,
lag er im Segment Frucht auf Vorjahresniveau und stieg in den Segmenten Spezialitäten
und Crop-Energies an. Das Konzern-EBITDA erhöhte sich auf 373 (345) Mio. € infolge der erstmaligen Anwendung
von IFRS 16 zum 1. März 2019 und der damit verbundenen bilanziellen Aktivierung und
Abschreibung der bisher im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesenen Leasingverhältnisse. Das operative Konzernergebnis lag nach neun Monaten mit 113 (116) Mio. € auf Vorjahresniveau.
Das Segment Zucker weist zwar wie erwartet einen Verlust aus, war aber im 3. Quartal
deutlich besser als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Während sich der Ergebnisrückgang
im Segment Frucht fortsetzte, konnte der Ergebniszuwachs in den Segmenten Spezialitäten
und CropEnergies im 3. Quartal nochmals verstärkt werden. Ergebnis der BetriebstätigkeitDas Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 43 (139) Mio. € umfasst das operative
Ergebnis von 113 (116) Mio. €, das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen
in Höhe von - 12 (7) Mio. € sowie das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen
von - 58 (16) Mio. €. Ergebnis aus Restrukturierung und SondereinflüssenDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von - 12 (7) Mio. € resultierte
nahezu ausschließlich aus dem Segment Zucker und betraf insbesondere das Angebot von
Südzucker an die Rübenanbauer der Werke Warburg und Brottewitz zur Rückgabe ihrer
Lieferrechte bei großen Frachtentfernungen sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit
der Schließung des Zuckerexportbüros in Antwerpen / Belgien im November 2019. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in den Segmenten Zucker und Spezialitäten
belief sich auf - 58 (16) Mio. €. TABELLE 02Geschäftsentwicklung im Konzernscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. FinanzergebnisDas Finanzergebnis der ersten neun Monate von - 31 (- 22) Mio. € umfasst ein Zinsergebnis
von - 19 (- 16) Mio. € sowie ein sonstiges Finanzergebnis von - 12 (- 6) Mio. €. Steuern vom Einkommen und vom ErtragBei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 12 (117) Mio. € beliefen sich die Steuern
vom Einkommen und vom Ertrag auf - 47 (- 81) Mio. €. Hier wirken insbesondere die
Verluste im Segment Zucker, für die keine Aktivierung von latenten Steuern erfolgte. JahresüberschussVom Jahresüberschuss von - 35 (36) Mio. € entfielen - 87 (- 3) Mio. € auf die Aktionäre
der Südzucker AG, 10 (10) Mio. € auf das Hybrid-Eigenkapital und 42 (29) Mio. € auf
die sonstigen nicht beherrschenden Anteile, die im Wesentlichen die Miteigentümer
der AGRANA- sowie der CropEnergies-Gruppe betreffen. Ergebnis je AktieDas Ergebnis je Aktie belief sich auf - 0,42 (- 0,01) € für das 1. - 3. Quartal 2019/20.
Der Ermittlung lag der zeitlich gewichtete Durchschnitt von 204,2 (204,2) Mio. ausstehenden
Aktien zugrunde. TABELLE 03Gewinn-und-Verlust-Rechnungscroll
KonzernfinanzlageCashflowDer Cashflow erreichte 283 Mio. € nach 293 Mio. € im Vorjahreszeitraum bzw. 5,6 (5,6)
% der Umsatzerlöse. Working CapitalDer Mittelabfluss aus der Zunahme des Working Capitals von - 41 Mio. € - nach einem
Mittelzufluss von 195 Mio. € in der Vorperiode - resultierte maßgeblich aus dem Aufbau
der Vorratsbuchwerte in den Segmenten Zucker, Spezialitäten und Frucht sowie höheren
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese Entwicklung wurde durch einen gleichzeitigen
Aufbau der Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern teilweise kompensiert. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in Sachanlagen (einschließlich immaterieller Vermögenswerte) beliefen
sich in den ersten neun Monaten auf 224 (254) Mio. €. Im Segment Zucker entfielen
sie in Höhe von 73 (103) Mio. € überwiegend auf Ersatzinvestitionen, vor allem im
Bereich Elektroinstallationen und Automatisierung, sowie auf die Verbesserung der
Logistik und die Erfüllung von gesetzlichen oder behördlichen Vorgaben. Das Investitionsvolumen
im Segment Spezialitäten in Höhe von 101 (109) Mio. € betraf im Wesentlichen die Schaffung
neuer Produktionskapazitäten in der Division Stärke sowie Anlagenerweiterungen und
Optimierungen bei BENEO und bei Freiberger. Die Investitionen im Segment CropEnergies
in Höhe von 20 (9) Mio. € dienten dem Ersatz und der Effizienzsteigerung von Produktionsanlagen.
Im Segment Frucht betrafen die Investitionen von in Höhe von 30 (33) Mio. € überwiegend
den Bereich Fruchtzubereitungen. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 10 (15) Mio. € betrafen im Wesentlichen
die Gründung des 50-%-Joint-Ventures Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, den Erwerb
einer Beteiligung von 3,5 % an DouxMatok Ltd., Petcha-Tikva / Israel, sowie die Aufstockung
der bestehenden Beteiligung am südafrikanischen Portionsartikelhersteller Collaborative
Packing Solutions [Pty] Ltd, Johannesburg, von 40 % auf 75 %. Im Vorjahr entfielen die Investitionen in Finanzanlagen maßgeblich auf den Erwerb
von 100 % der Anteile an dem ungarischen Fruchtsaftkonzentrathersteller Brix Trade
Kft., Nagykálló, im 1. Quartal, den Erwerb von 49 % der Anteile an dem algerischen
Fruchtzubereitungshersteller SPA AGRANA Fruit Algeria (vormals: Elafruits SPA), Akbou,
im 2. Quartal sowie die Akquisition von 100 % der Anteile des britischen Portionsartikelherstellers
CustomPack Ltd, Telford, im 3. Quartal. Entwicklung der NettofinanzschuldenDer Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 241 Mio. € beinhaltet den
Cashflow von 283 Mio. € sowie einen Aufbau des Working Capitals mit einem Mittelabfluss
von 41 Mio. €. Die Finanzierung der Investitionen von 234 Mio. € und der Gewinnausschüttungen
von 97 Mio. € sowie die Erfassung von Leasingverbindlichkeiten von 136 Mio. € zum
1. März 2019 in den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund der erstmaligen
Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) führten zu einer Erhöhung der Nettofinanzschulden
von 1.129 Mio. € am 28. Februar 2019 um 230 Mio. € auf 1.359 Mio. € am 30. November
2019. TABELLE 04Finanzierungsrechnungscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. KonzernvermögenslageTABELLE 05Bilanzscroll
Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte gingen um 740 Mio. € auf 4.496 (5.236) Mio. € zurück.
Dabei resultierte der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte um 676 Mio. € auf
1.000 (1.676) Mio. € maßgeblich aus der Wertberichtigung des Geschäfts oder Firmenwerts
im Segment Zucker zum Ende des Geschäftsjahres 2018/19. Der Buchwert der Sachanlagen
stieg um 14 Mio. € auf 3.039 (3.025) Mio. €. Erhöhend wirkte dabei - neben den laufenden
Investitionen - die Aktivierung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen in Höhe
von Kurzfristige VermögenswerteDie kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 191 Mio. € auf 3.907 (3.716) Mio. €. Dabei
verzeichneten die Vorratsbestände einen Anstieg um 262 Mio. € auf 2.094 (1.832) Mio.
€, der maßgeblich aus der Zahlung einer Rohstoffsicherungsprämie für Rüben der Kampagne
2020 sowie einem rübenpreisbedingten Anstieg der Vorratsbestände im Segment Zucker
resultierte. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 1.035 (1.015)
Mio. € leicht über Vorjahr. Der Rückgang der übrigen Vermögenswerte um 91 Mio. € auf
778 (869) Mio. € ergab sich insbesondere aus einem geringeren Bestand an Wertpapieren
und flüssigen Mitteln. EigenkapitalDas Eigenkapital ging auf 3.764 (4.911) Mio. € und die Eigenkapitalquote auf 45 (55)
% zurück. Das Eigenkapital der Aktionäre der Südzucker AG reduzierte sich um 1.137
Mio. € auf 2.229 (3.366) Mio. €, was maßgeblich aus dem anteiligen Jahresfehlbetrag
im weiteren Verlauf des Vorjahres resultierte, insbesondere aus der Wertminderung
der Geschäfts- oder Firmenwerte und Sachanlagen sowie den weiteren Aufwendungen im
Zusammenhang mit den Werksschließungen im Segment Zucker. Die sonstigen nicht beherrschenden
Anteile verzeichneten einen Rückgang um 10 Mio. € auf 881 (891) Mio. €. Langfristige SchuldenDie langfristigen Schulden erhöhten sich um 467 Mio. € auf 2.781 (2.314) Mio. €. Die
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen um 153 Mio. € auf
941 (788) Mio. € infolge der Bewertung mit dem gesunkenen Marktzinssatz von 1,25 %
am 30. November 2019 nach 2,20 % am 30. November 2018. Die Finanzverbindlichkeiten
verzeichneten einen Anstieg um 298 Mio. € auf 1.436 (1.138) Mio. € infolge der Erfassung
von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Erstanwendung von IFRS 16 sowie gestiegener
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die übrigen Schulden nahmen um 16 Mio.
€ auf 404 (388) Mio. € zu. Kurzfristige SchuldenDie kurzfristigen Schulden stiegen um 131 Mio. € auf 1.858 (1.727) Mio. €. Der Anstieg
der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 180 Mio. € auf 434 (254) Mio. € resultierte
aus der Erfassung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Erstanwendung von IFRS
16 sowie der zur Kampagnefinanzierung aufgenommenen Commercial Papers bei einem gleichzeitigen
Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der Anstieg der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen um 82 Mio. € auf 941 (859) Mio. € resultierte maßgeblich
aus dem rübenpreisbedingten Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Rübenanbauern
auf 346 (288) Mio. €. Bei den übrigen Schulden, die sich aus sonstigen Rückstellungen,
Steuerschulden und sonstigen Verbindlichkeiten zusammensetzen, war ein Rückgang um
131 Mio. € auf 483 (614) Mio. € zu verzeichnen. NettofinanzschuldenDie Nettofinanzschulden zum 30. November 2019 stiegen wie erwartet um 578 Mio. € auf
1.359 (781) Mio. €; sie entsprechen 36 (16) % des Eigenkapitals. MitarbeiterDie Zahl der im Konzern beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) zum Ende der
ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2019/20 war mit 19.947 (20.129) stabil. TABELLE 06Mitarbeiter zum Bilanzstichtag nach Segmentenscroll
SEGMENT ZUCKERMärkte und RahmenbedingungenWeltzuckermarktDas deutsche Analystenhaus F.O. Licht geht in seiner im Oktober 2019 veröffentlichten
Schätzung der Weltzuckerbilanz für das Wirtschaftsjahr 2019/20 (1. Oktober bis 30.
September) nun von einem nochmals höheren Produktionsdefizit in Höhe von rund 6,5
Mio. t aus. Dabei steht einem Rückgang der Zuckererzeugung seit der Rekordernte 2017/18
insbesondere in Brasilien und Europa, aber auch in Indien und Thailand, ein insgesamt
steigender Weltzuckerverbrauch gegenüber. Dies wird zu einem weiteren Rückgang des
hohen Bestandsniveaus und zum niedrigsten Verhältnis von Beständen zum Verbrauch seit
2016/17 führen. Diese Einschätzung von F.O. Licht wird auch von anderen Analysten
geteilt. GRAFIK 01Weltmarktpreise für Zucker1. Dezember 2016 bis 30. November 2019, London, nächster gehandelter Terminmonat ![]() Im Geschäftsjahr 2019/20 bewegte sich der Weltmarktpreis für Weißzucker bislang in
einer Bandbreite zwischen rund 260 und rund 315 €/t und lag zum Ende des Berichtszeitraums
bei 314 €/t. Die oben beschriebenen positiven Erwartungen zur Zuckerbilanz 2019/20
schlagen sich bisher allerdings nur sehr zögerlich in leicht steigenden Weltmarktpreisen
nieder. Ein deutlicherer Anstieg der Preise wird durch die hohen Lagerbestände in
Indien verhindert, die kurzfristig über staatliche Stützungsmaßnahmen auf dem Weltmarkt
vermarktet werden sollen. Dafür hat die indische Regierung für das Zuckerwirtschaftsjahr
2019/20 wieder hohe Exportsubventionen von rund 875 Mio. USD zur Ausfuhr von etwa
6 Mio. t Zucker freigegeben. 2018/19 wurden bereits rund 4 Mio. t mit ebenfalls hohen
Exportsubventionen exportiert. Gegen die indische Exportsubventionierung 2018/19 wurde in der Sitzung des WTO-Streitschlichtungsgremiums
am 15. August 2019 den drei Klagen (Panels) von Australien, Brasilien und Guatemala
stattgegeben. Die EU-Kommission nimmt zusammen mit weiteren zwölf WTO-Mitgliedern
nur als Drittpartei teil. Australien, Brasilien und Guatemala haben nun die Möglichkeit,
darzulegen, dass Indien tatsächlich seine Verpflichtungen aus den WTO-Abkommen verletzt
hat. Das Panel soll zwischen März und Juni 2020 seinen Bericht abgeben. Aufgrund der
aktuellen Blockade des Streitschlichtungsgremiums durch die USA kann es allerdings
zu Verzögerungen kommen. EU-ZuckermarktIm zurückliegenden Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ; 1. Oktober bis 30. September) 2018/19
fiel die Erzeugung in der EU trockenheitsbedingt um 3,7 Mio. t auf 18,2 (21,9) Mio.
t und lag damit unter dem Verbrauch von 19,1 (19,6) Mio. t. Aufgrund einer um rund 6 % gesunkenen Rübenanbaufläche und der auch im Sommer 2019
lange anhaltenden Trockenheit in wesentlichen Anbauregionen geht die EU-Kommission
für das laufende ZWJ 2019/20 von unterdurchschnittlichen Zuckererträgen aus. Daher
erwartet sie im ZWJ 2019/20 mit 18,1 (18,2) Mio. t eine Erzeugung (inklusive Isoglukose)
auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Damit wird auch im laufenden ZWJ 2019/20 die Erzeugung
erneut unter dem Verbrauch liegen, sodass Importe zur Versorgung des EU-Marktes erforderlich
sind. Der EU-Preis für Zucker (Food und Non-Food) fiel im Oktober 2018 nochmals und bewegte
sich im ZWJ 18/19 in einer Bandbreite zwischen 312 und 328 €/t für losen Zucker ab
Werk. Der letzte veröffentliche Wert vom Oktober 2019 lag bei 332 €/t. Dabei handelt
es sich nicht um einen einheitlichen Preis für Europa; es bestehen große regionale
Preisunterschiede zwischen den Defizit- und Überschussregionen. Im weiteren Verlauf
des ZWJ 2019/20 wird ein Anstieg der Preise erwartet. EnergiemarktDer Brent-Ölpreis lag Anfang September 2019 bei 59 USD / Barrel und ging Ende November
2019 mit 60 USD / Barrel aus dem Handel. Zwischenzeitlich stiegen die Preise für Brent-Öl
auf bis zu 69 USD / Barrel Mitte September. Der Preisanstieg im September resultierte
aus den Angriffen auf Öleinrichtungen in Saudi-Arabien und dem Absinken der OPEC-Produktion
auf ein Zehnjahrestief. Nachfolgend setzten die anhaltenden globalen Konjunktursorgen
und die mangelnde Förderdisziplin der anderen Öl produzierenden Länder die Ölpreise
wieder unter Druck. Rechtliche und politische RahmenbedingungenBrexit-VerhandlungenDas Vereinigte Königreich hat bis zum 31. Januar 2020 Zeit, das im Oktober 2019 neu
verhandelte Austrittsabkommen mit der EU im britischen Unterhaus zu ratifizieren.
Mit dem deutlichen Wahlsieg der Konservativen Partei am 12. Dezember 2019, die das
neue Austrittsabkommen mit der EU ausgehandelt hatte, ist eine termingerechte Ratifizierung
wahrscheinlich. Nach der Ratifizierung folgt eine Übergangsphase bis 31. Dezember 2020, in der ein
neues Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU abgeschlossen
werden soll. Bis dahin werden die derzeitigen Handelsregelungen beibehalten. Ob der
Abschluss eines Freihandelsabkommens bis Ende Dezember 2020 erfolgt, ist ungewiss.
Eine Verlängerung der Übergangsphase ist zwar möglich, aber schon heute umstritten. Sollte bis zum Ende der Übergangsphase kein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen
werden, gehen wir davon aus, dass sich der Marktzugang für europäischen Weißzucker
zum britischen Markt erschweren wird. Die britische Regierung hatte für den Fall eines
EU-Austritts ohne Austrittsabkommen Zölle von generell 150 €/t importierten Weißzucker
jeglicher Herkunft festgesetzt. Rohzuckerimporte werden mit 339 €/t Zoll belegt, jedoch
nicht für ein zollfreies Einfuhrkontingent von 260.000 t Rohzucker jeglicher Herkunft
und für Lieferungen im Rahmen von bestehenden Partnerschaftsabkommen, wie z. B. mit
den AKP-Staaten und LDCs. Mercosur-AbkommenDie Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay) und die EU-Kommission
haben am 28. Juni 2019 eine Grundsatzeinigung über ein neues Freihandelsabkommen erzielt.
Diese Grundsatzeinigung sieht vor, dass die EU den Einfuhrzoll für einen Teil des
bestehenden CXL-Einfuhrkontingents von 98 €/t auf null absenkt. Brasilien kann derzeit
412.054 t Rohrohrzucker für die Raffination in die EU ausführen, darunter 334.054
t zum Zollsatz von 98 €/t und 78.000 t zum Zollsatz von 11 €/t. Mit der vorliegenden
Einigung soll Brasilien 180.000 t der 334.054 t zollfrei ab dem Inkrafttreten des
Abkommens exportieren können. Darüber hinaus hat die EU-Kommission Paraguay ein neues
Einfuhrkontingent von 10.000 t Biozucker pro Jahr gewährt. Das Abkommen muss noch
vom europäischen Parlament und von den Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Ob es zu
einer Ratifizierung kommt, ist momentan insbesondere aufgrund der zahlreichen Brandrodungen
im Amazonasgebiet und der kontroversen Diskussionen in der EU fraglich. Darüber hinaus haben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen der im
Geschäftsbericht 2018/19 (Konzernlagebericht, Wirtschaftsbericht, Segment Zucker)
auf den Seiten 61 und 62 dargestellten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen
ergeben. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisDer Umsatzrückgang im Segment Zucker hat sich im 3. Quartal abgeschwächt. Nach neun
Monaten lag der Umsatz bei 1.739 (2.060) Mio. €. Der Rückgang ist auf niedrigere Erlöse
und eine deutlich geringere Absatzmenge infolge der trockenheitsbedingt unterdurchschnittlichen
Ernten 2018 und 2019 zurückzuführen. Im Berichtszeitraum ergab sich im Segment Zucker wie erwartet ein operativer Verlust
in Höhe von - 146 (- 83) Mio. €. Die wesentlichen Ursachen waren einerseits ein nicht
kostendeckendes Preisniveau im EU-Zuckermarkt und andererseits eine nach den trockenheitsbedingt
geringeren Ernten 2018 und 2019 deutlich geringere Absatzmenge, insbesondere im Export.
Entlastend wirkte im 1. Halbjahr 2019/20, dass bereits im Jahresabschluss 2018/19
die Vorräte auf die erwarteten Nettoverkaufserlöse abgewertet und damit Verluste vorweggenommen
wurden. Während im 3. Quartal des Vorjahres die Preise nochmals sanken, zeigte sich
im laufenden Geschäftsjahr seit Oktober 2019 eine Erholung der Preise. Der Preiserholung
standen allerdings bedingt durch höhere Rübenpreise gestiegene Produktionskosten gegenüber.
Der operative Verlust im 3. Quartal lag mit - 54 (- 85) Mio. € deutlich unter dem
des Vorjahres. Dabei sind kaum Kosteneinsparungen aus dem Strukturprogramm enthalten;
diese werden überwiegend erst in der zweiten Hälfte des nächsten Geschäftsjahres wirksam. Ergebnis aus Restrukturierung und SondereinflüssenDas Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von -13 (- 3) Mio. € betraf
das Angebot von Südzucker an die Rübenanbauer der Werke Warburg und Brottewitz zur
Rückgabe ihrer Lieferrechte bei großen Frachtentfernungen. Beide Werke werden nach
der Kampagne 2019 geschlossen. Daneben sind insbesondere Aufwendungen für die Schließung
des Zuckerexportbüros in Antwerpen / Belgien im November 2019 enthalten. Die Schließung
steht im Zusammenhang mit der Konzentration des Zuckergeschäfts auf den europäischen
Markt; von der Schließung sind rund zehn Mitarbeiter betroffen. Die Belastungen infolge
des Streiks im französischen Werk Cagny, das nach der laufenden Kampagne geschlossen
wird, fallen dagegen erst im 4. Quartal an. TABELLE 07Geschäftsentwicklung im Segment Zuckerscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen belief sich im Segment Zucker
auf - 69 (2) Mio. € und betraf überwiegend die ED&F Man Holdings Limited (Beteiligungsquote
der Südzucker AG rund 35 %). Ein nur moderater Ergebnisbeitrag aus deren operativem
Geschäft, der insbesondere das unverändert schwierige Umfeld im Zuckermarkt reflektiert,
war im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 durch erhebliche nicht zahlungswirksame
Aufwendungen aus der strategischen Neuausrichtung der ED&F Man-Gruppe belastet. Im
Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung sollen verschiedene Industriebeteiligungen
außerhalb des eigentlichen Handelsgeschäfts veräußert werden, die bisher belastend
auf das Konzernergebnis einwirkten. Die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen soll
überwiegend im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Rübenanbau und Kampagne 2019Die erneute Trockenheit im vergangenen Sommer in den meisten unserer Anbaugebiete
spiegelt sich in insgesamt unterdurchschnittlichen Rübenerträgen in der Südzucker-Gruppe
wider. Anders als im Vorjahr ließen flächendeckende, ergiebige Niederschläge ab Ende
September die Rübenerträge zwar noch anziehen, jedoch sanken entsprechend die Zuckergehalte
stark ab. Insgesamt wird ein Zuckerertrag über dem Vorjahresniveau, jedoch unterhalb
des fünfjährigen Durchschnitts erwartet. Die Kampagne wird in den meisten Werken im
Januar 2020 beendet sein; in Frankreich werden infolge des Streiks in Cagny die Rüben
bis Mitte Februar 2020 in den übrigen Werken verarbeitet. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen der ersten neun Monate in Höhe von 73 (103) Mio. € entfielen überwiegend
auf Ersatzinvestitionen, vor allem in den Austausch von Prozessleittechnik und die
Anpassung von Elektroschalträumen. Daneben wurde in Maßnahmen zur Verbesserung der
Logistik investiert, wie beispielsweise die Errichtung einer neuen Absackanlage für
Foliensäcke im Werk Offenau oder die neuen Zucker-Verladeanlagen für Container in
den Werken Zeitz und Ochsenfurt. Zudem wurden im Werk Rain die Voraussetzungen zur
Biozuckerproduktion geschaffen und am französischen Standort Roye ein weiterer Dicksafttank
fertiggestellt. Weitere Schwerpunkte waren Investitionen in Umweltschutzmaßnahmen
in den Bereichen Abwasseraufbereitung und Emissionsreduktion. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen von 7 (2) Mio. € betrafen unter anderem die Gründung
des 50-%-Joint-Ventures Beta Pura GmbH, Wien / Österreich, das von der AGRANA Zucker
GmbH, Wien / Österreich, und dem US-amerikanischen Rübenzuckerhersteller The Amalgamated
Sugar Company, Boise / Idaho, gehalten wird. Dieses Joint Venture baut derzeit am
Standort Tulln / Österreich die weltweit dritte Produktionsanlage für kristallines
Betain. Daneben wurde eine Beteiligung von 3,5 % an DouxMatok Ltd., Petcha-Tikva /
Israel, erworben. Das Start-up ist Entwickler einer neuen Technologie für optimierte
Geschmacks- und Aromawahrnehmung. SEGMENT SPEZIALITÄTENGeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisIm Segment Spezialitäten hielt das Wachstum auch im 3. Quartal an, sodass der Umsatz
auf 1.796 (1.710) Mio. € weiter zulegen konnte. Dazu trugen insgesamt steigende Absätze
insbesondere im Bereich Stärke- und Verzuckerungsprodukte bei. Zudem lagen die Ethanolerlöse
- trotz eines bereits starken Anstiegs gegen Ende 2018 - weiterhin deutlich über Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis stieg im 3. Quartal überproportional an und erhöhte sich damit
nach neun Monaten deutlich auf 143 (118) Mio. €. Gestiegene Rohstoff- und Fixkosten
konnten durch die anhaltend positive Umsatzentwicklung mehr als kompensiert werden. Ergebnis aus at Equity einbezogenen UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von 11 (14) Mio. € betraf
im Wesentlichen das anteilige Ergebnis der Stärke- und Bioethanolaktivitäten der ungarischen
Hungrana-Gruppe. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen im Segment Spezialitäten von 101 (109) Mio. € betrafen in der Division
BENEO maßgeblich Kapazitätserweiterungen an allen Standorten, beispielsweise die Erweiterung
der Kristallisationskapazität sowie des Warenlagers am Standort Offstein. In Wijgmaal
/ Belgien wurde mit dem ersten Bauabschnitt einer dritten Nassstärkelinie für Reisproteine
begonnen. Bei der Division Freiberger wurde unter anderem in verschiedene Automatisierungsprojekte
zur Senkung der Produktionskosten vorranging an den Standorten von Richelieu in den
USA investiert. Maßgebliche Investitionen in der Division Stärke waren die Kapazitätserhöhung
durch den Ausbau der Stärkefabrik in Pischelsdorf / Österreich sowie der Ausbau der
Nassderivateanlage in Aschach / Österreich. Investitionen in FinanzanlagenDie Investitionen in Finanzanlagen von 2 (7) Mio. € betrafen die Aufstockung der bestehenden
Beteiligung am südafrikanischen Portionsartikelhersteller Collaborative Packing Solutions
[Pty] Ltd mit Sitz in Johannesburg von 40 % auf 75 %. Die Aufstockung erfolgte nach
erteilter Freigabe durch die südafrikanische Wettbewerbsbehörde im November 2019.
Das bisher at Equity einbezogene Gemeinschaftsunternehmen wird ab dem 1. Dezember
2019 vollkonsolidiert. TABELLE 08Geschäftsentwicklung im Segment Spezialitätenscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. SEGMENT CROPENERGIESMärkteEthanolmarktDie Ethanolpreise in Europa sind im 3. Quartal 2019/20 von rund 560 €/m3 Anfang September 2019 auf 650 €/m3 Ende November 2019 gestiegen. Die Spotpreise zeigten sich dabei weitaus volatiler
in einer Bandbreite von 545 €/m3 bis 715 €/m3. Der Preisanstieg war insbesondere auf eine höhere Nachfrage zurückzuführen. Am 1.
Oktober 2019 erfolgte in den Niederlanden die Einführung von E10, Dänemark, die Slowakische
Republik und Ungarn werden am 1. Januar 2020 E10 einführen. Hinzu kommen in zahlreichen
europäischen Staaten höhere Beimischungsziele für das Jahr 2020. So wird z.B. in Deutschland
das Treibhausgasminderungsziel von 4 Gew.-% auf 6 Gew.-% erhöht. Im Zuge der Nachfrageentwicklung steigen 2019 die Ethanolimporte voraussichtlich auf
1,0 (0,6) Mio. m3. Den Einfuhren stehen eine Inlandsproduktion von 7,6 (7,8) Mio. m3 und ein Inlandsverbrauch von 8,2 (8,1) Mio. m3 gegenüber. Die Produktion von Kraftstoffethanol soll mit 5,2 (5,4) Mio. m3 unter dem Verbrauch von 5,6 (5,5) Mio. m3 liegen. GetreidemarktDem Internationalen Getreiderat (IGC) zufolge soll die Weltgetreideproduktion (ohne
Reis) 2019/20 auf 2.162 (2.143) Mio. t steigen. Bei einem erwarteten Getreideverbrauch
von 2.188 (2.172) Mio. t wird mit einem Rückgang der Bestände auf 594 (620) Mio. t
gerechnet. Für die EU geht die EU-Kommission von einem Anstieg der Getreideernte 2019/20
auf 316 (290) Mio. t aus. Der Verbrauch soll sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändern
und bei 290 (288) Mio. t liegen. Trotz der sehr guten Versorgungslage sind die europäischen
Weizenpreise an der Euronext in Paris im Laufe des 3. Quartals von rund 165 €/t auf
185 €/t angestiegen. Der Preisanstieg kann in erster Linie auf witterungsbedingte
Aussaatverzögerungen in Teilen Europas zurückgeführt werden. Rechtliche und politische RahmenbedingungenMercosur-AbkommenDie Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay) und die EU-Kommission
haben am 28. Juni 2019 eine Grundsatzeinigung über ein neues Freihandelsabkommen erzielt.
Diese Grundsatzeinigung sieht den begünstigten Import von rund 820.000 m3 Bioethanol vor. Davon sollen rund 570.000 m3 Bioethanol für Anwendungen in der chemischen Industrie zollfrei importiert werden
dürfen. Der verbleibende Anteil von rund 250.000 m3 soll für andere Anwendungen wie den Einsatz als Kraftstoffethanol mit einer Ermäßigung
um zwei Drittel des gegenwärtigen Zolltarifs in die EU eingeführt werden dürfen. Ob
es zu einer Ratifizierung kommt, ist momentan insbesondere aufgrund der zahlreichen
Brandrodungen im Amazonasgebiet und der kontroversen Diskussionen in der EU fraglich. KlimaschutzverordnungMit der Klimaschutzverordnung strebt die EU an, die Treibhausgasemissionen in den
Sektoren, die nicht unter den EU-Emissionshandel fallen, bis 2030 um 30 % zu senken.
Zu diesem Nicht-ETS-Bereich gehören neben Gebäuden und Landwirtschaft insbesondere
der Verkehr. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im November 2019 das Klimaschutzgesetz
(KSG) und das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) verabschiedet. Das BEHG sieht
ab 2021 eine Bepreisung von fossilen Treibhausgasemissionen im Transport- und Wärmesektor
vor. Nachhaltig erzeugte, erneuerbare Kraftstoffe wurden von der CO2-Bepreisung ausgenommen, da sie zur Senkung der Treibhausgasemissionen beitragen. Darüber hinaus haben sich im Berichtszeitraum keine wesentlichen Änderungen der im
Geschäftsbericht 2018/19 (Konzernlagebericht, Wirtschaftsbericht, Segment CropEnergies)
auf Seite 73 dargestellten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen ergeben. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisDas Segment CropEnergies verzeichnete in den ersten neun Monaten einen deutlichen
Umsatzanstieg auf 604 (532) Mio. €. Aufgrund deutlich höherer Ethanolerlöse setzte
sich das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum auch im 3. Quartal fort. Der Ergebniszuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte im 3. Quartal weiter vergrößert
werden. In den ersten neun Monaten konnte das operative Ergebnis auf 70 (19) Mio.
€ mehr als verdreifacht werden. Dabei konnte die deutliche Verbesserung der Ethanolerlöse
gestiegene Nettorohstoffkosten mehr als ausgleichen. Ergebnis aus Restrukturierung und SondereinflüssenIm Vorjahr betraf das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 10 Mio.
€ im Wesentlichen die Auflösung einer in 2016/17 gebildeten Rückstellung für Branntweinsteuerrisiken
in Deutschland im Zusammenhang mit Ethanolverkäufen, nachdem das entsprechende Verfahren
im 3. Quartal 2018/19 erfolgreich abgeschlossen wurde. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in den ersten neun Monaten beliefen sich auf 20 (9) Mio. € und dienten
neben dem Ersatz technischer Anlagen wie Wärmetauscher, Pumpen, Trockner über den
gesamten Produktionsprozess an allen Standorten insbesondere der Effizienzsteigerung
von Produktionsanlagen. TABELLE 09Geschäftsentwicklung im Segment CropEnergiesscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. SEGMENT FRUCHTMärkte und RahmenbedingungenAbsatzmärkteDer globale Markt für Joghurt wird für das Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr eine voraussichtliche
Absatzsteigerung von über 4 % verzeichnen, wobei dieses Wachstum von den Bereichen
Trink- und Naturjoghurt getrieben werden sollte. Der eigentliche Hauptabsatzmarkt
des Geschäftsfelds Fruchtzubereitungen - löffelbares Fruchtjoghurt - soll im selben
Zeitraum global nur leicht wachsen, wobei unsere größten Märkte Westeuropa und Nordamerika
rückläufig sein werden. Das Wachstum in Gebieten wie z. B. Südamerika, Mittlerer Osten,
Europa und Nordamerika wird zudem konjunkturbedingt geringer erwartet. Daneben liegt der Schwerpunkt weiterhin auf alternativen Wachstumssegmenten wie z.
B. Eiscremes und Milchalternativen, bei denen Fruchtzubereitungen ebenso Anwendung
finden wie in Molkereiprodukten. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika wächst dieser
Markt deutlich stärker als der Markt für klassische Milchprodukte. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wird bei erntebedingt begrenzter Verfügbarkeit von
einer weiter guten Nachfrage bei Apfelsaftkonzentrat im Frühjahr 2020 ausgegangen,
was zu einer stabilen Preiserwartung führt. RohstoffmärkteBei Erdbeeren, der mengenmäßig bedeutendsten Frucht für Fruchtzubereitungen, konnten
die geplanten Mengen auf den Hauptbeschaffungsmärkten Marokko, Ägypten, Spanien und
Mexiko aus der Ernte 2019 kontrahiert werden. Moderate Preisanstiege von rund 5 %
gab es in den mediterranen Regionen; dagegen stiegen die Preise in Mexiko aufgrund
unterdurchschnittlicher Ernteerträge bis zu 30 %. Sorten aus Polen, der Ukraine und
China werden bedingt durch ein generell höheres Preisniveau in erster Linie für regionale
Produkte sowie im Bio-Bereich eingesetzt. Aufgrund einer anhaltend starken Nachfrage nach tiefgefrorenen Früchten - insbesondere
aus Europa und den USA - wird mit einer Ausweitung der Anbauflächen und auch einer
Steigerung der Rohstoffpreise in Ägypten sowie Marokko gerechnet. Unterdurchschnittliche Ernteerträge bei Himbeeren und Kirschen aufgrund ungünstiger
Witterungsbedingungen in den europäischen Hauptanbaugebieten führten zu deutlichen
Preissteigerungen von bis zu 60 % gegenüber dem Vorjahr. Bei der Hauptfrucht Apfel im Bereich des Fruchtsaftkonzentratgeschäfts lag die Verfügbarkeit
in den wesentlichen Ernteregionen witterungsbedingt deutlich unter dem Vorjahr. In
China konnte eine zufriedenstellende Versorgung verzeichnet werden. Die Buntsaftkonzentratproduktion 2019 war von geringerer Verfügbarkeit bei den Hauptfrüchten
geprägt und damit auch von deutlich über dem Vorjahr liegenden Buntsaftkonzentratpreisen. GeschäftsentwicklungUmsatz und operatives ErgebnisDer Umsatz im Segment Frucht lag im Berichtszeitraum mit 889 (890) Mio. € auf Vorjahresniveau.
Im Bereich Fruchtzubereitungen konnte der Umsatz bei geringfügig gestiegenen Absatzmengen
leicht gesteigert werden, während im Bereich Fruchtsaftkonzentrate rückläufige Erlöse
nicht vollständig durch deutlich gestiegene Absätze kompensiert werden konnten. Das operative Ergebnis verringerte sich deutlich auf 46 (62) Mio. €. Höhere Kosten
im Bereich Fruchtzubereitungen konnten nicht durch die leicht gestiegenen Absatzmengen
kompensiert werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate konnten rückläufige Erlöse nicht
vollständig durch gestiegene Absätze und niedrigere Rohstoffkosten ausgeglichen werden. Investitionen in SachanlagenDie Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 30 (33) Mio. €. Im Bereich Fruchtzubereitungen
wurden überwiegend Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen, aber auch Investitionen im
Bereich Kapazitätserweiterung unter anderem durch die Installation einer weiteren
Produktionslinie im Fruchtzubereitungswerk in Serpuchov / Russland vorgenommen, deren
Inbetriebnahme ansteht. In Gleisdorf / Österreich soll die Chocosplit-Anlage zum Geschäftsjahresende
in Betrieb genommen werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag der Schwerpunkt ebenfalls
auf Ersatzinvestitionen und Produktionsoptimierungen wie z. B. Investitionen in einen
Brüdenverdichter am Standort Białobrzegi / Polen, der neben Energieeinsparungen auch
eine Erhöhung der Kapazität am Standort bewirkt. TABELLE 10Geschäftsentwicklung im Segment Fruchtscroll
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Einschließlich immaterieller Vermögenswerte. PROGNOSEBERICHTKonzernFür das Geschäftsjahr 2019/20 erwarten wir einen Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 (Vorjahr:
6,8) Mrd. €. Dabei gehen wir nun im Segment Zucker von einem deutlichen Umsatzrückgang
aus (bisherige Prognose: moderater Rückgang; Vorjahr: 2,6 Mrd. €). Im Segment CropEnergies
sehen wir nun einen Umsatz von circa 810 (bisherige Prognose1: 740 bis 780; Vorjahr: 693) Mio. €. Im Segment Spezialitäten rechnen wir nun mit
einem moderaten Umsatzanstieg (bisherige Prognose: leichter Umsatzanstieg; Vorjahr:
2,3 Mrd. €) und im Segment Frucht mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1,2
Mrd. €). Beim operativen Konzernergebnis gehen wir nunmehr von einer Bandbreite von 70 bis
130 (bisherige Prognose2: 50 bis 130; Vorjahr: 27) Mio. € aus. Dabei rechnen wir im Segment Zucker mit einem
nochmaligen operativen Verlust in Höhe von - 200 bis - 260 (Vorjahr: - 239) Mio. €.
Im Segment Spezialitäten gehen wir nun von einer deutlichen Ergebnissteigerung aus
(bisherige Prognose: moderater Anstieg; Vorjahr: 156 Mio. €). Im Segment CropEnergies
wird nun ein operatives Ergebnis in der Größenordnung von 100 (bisherige Prognose1: 70 bis 90; Vorjahr: 33) Mio. € erwartet. Im Segment Frucht rechnen wir mit einem
deutlichen Ergebnisrückgang (Vorjahr: 77 Mio. €). Wir gehen von einem Anstieg des Capital Employed aus, der maßgeblich aus der Anwendung
des neuen IFRS-Standards zur Leasingbilanzierung resultiert. Auf Basis der genannten
operativen Ergebnisbandbreite rechnen wir mit einem ROCE von bis zu 2 % (Vorjahr:
0,4 %). Segment ZuckerBei rückläufigen Absatzmengen und reduzierter Ernteerwartung gehen wir trotz durchschnittlich
höherer Erlöse für das Geschäftsjahr 2019/20 von einem deutlichen Umsatzrückgang im
Segment Zucker aus. Bei einem im Geschäftsjahresdurchschnitt unbefriedigenden Preisniveau,
rückläufigen Absatzmengen und in der Kampagne 2019 deutlich steigenden Herstellkosten,
insbesondere durch die gezahlte Rohstoffsicherungsprämie für die Lieferung von Rüben
der Kampagne 2019, erwarten wir einen operativen Verlust im Segment Zucker in einer
Bandbreite von - 200 bis - 260 Mio. €. Diese Prognose im Segment Zucker ist in einem
sich weiterhin verändernden Marktumfeld von Unsicherheit geprägt. Ergebnisverbesserungen aus dem Restrukturierungsplan im Segment Zucker werden sich
erst nach Stilllegung der Werke ab dem 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 auswirken. Segment SpezialitätenIm Segment Spezialitäten rechnen wir mit einer Ausweitung der Produktions- und Absatzmengen
in sämtlichen Divisionen. Damit wird nun ein moderater Umsatzanstieg realisiert. Die
fortgesetzt sehr positive Entwicklung im Ethanolmarkt mit einem weiterhin stabil hohen
Erlösniveau trägt zu einem nun erwarteten deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses
bei. Segment CropEnergiesAufgrund der weiterhin robusten Nachfrage nach klimaschonenden Alternativen zu fossilen
Kraftstoffen und fortgesetzt deutlich über Vorjahr liegenden Erlösen für erneuerbares
Ethanol aus europäischer Wertschöpfung erwarten wir für das Segment CropEnergies nun
einen Umsatz von circa 810 Mio. € und ein operatives Ergebnis in der Größenordnung
von 100 Mio. €. Segment FruchtWir erwarten für das Segment Frucht im Geschäftsjahr 2019/20 einen Umsatz auf Vorjahresniveau
und einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses. In der Division Fruchtzubereitungen
rechnen wir bei leicht steigenden Absatzmengen mit stagnierenden Umsätzen sowie einer
deutlichen Verschlechterung des operativen Ergebnisses. In der Division Fruchtsaftkonzentrate
wird von stabilen Umsätzen ausgegangen. Das operative Ergebnis wird aufgrund einer
geringeren Auslastung durch die niedrigere Apfelverfügbarkeit deutlich unter dem Vorjahr
liegen.
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Die CropEnergies AG hat diese Prognose am 16. Dezember 2019 angepasst. Zukunftsgerichtete Aussagen / PrognosenDiese Zwischenmitteilung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen
basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den
ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht
als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen.
Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl
von Faktoren; sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf
Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Einen Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht im Geschäftsbericht
2018/19 auf den Seiten 84 bis 96. Unter Berücksichtigung aller bekannten Sachverhalte
haben wir keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit
den Fortbestand der Südzucker-Gruppe gefährden. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten
Aussagen zu aktualisieren. Über diesen BerichtDiese Quartalsmitteilung unterlag keiner Prüfung und keiner prüferischen Durchsicht.
Der Vorstand der Südzucker AG hat diese Quartalsmitteilung am 27. Dezember 2019 aufgestellt. Dieses Dokument liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Auf der Südzucker-Website
stehen PDF-Dateien der Zwischenmitteilungen zum Download zur Verfügung: www.suedzucker.de/de/Investor-Relations/ bzw. www.suedzucker.de/en/Investor-Relations/ Das Geschäftsjahr der Südzucker AG weicht vom Kalenderjahr ab. Das 1. - 3. Quartal
erstreckt sich über den Zeitraum 1. März bis 30. November. Die auf den vorangegangenen Seiten in Klammern gesetzten Zahlen betreffen grundsätzlich
den entsprechenden Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt. Bei Prozentangaben und Zahlen
können Rundungsdifferenzen auftreten. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Veröffentlicht am 14. Januar 2020 KontakteInvestor Relations Wirtschaftspresse BildnachweisFour Motors / Swoosh Communications (U1) Südzucker im InternetAusführliche Informationen zur Südzucker-Gruppe HerausgeberSüdzucker AG |
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