![]() Talanx AGHannoverJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011Talanx AG auf einen Blickscroll
Aus rechnerischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen von ± einer Einheit auftreten. Bericht des AufsichtsratsIm Geschäftsjahr 2011 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben jederzeit wahrgenommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, der Risikosituation und der strategischen Entwicklung der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften. Wir berieten den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens, überwachten die Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Im Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, die am 25. März, am 17. Mai, am 12. August und am 18. November 2011 stattfanden. Ferner trat der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung am 13. Dezember 2011 zusammen. Wie schon im Jahr zuvor hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihre gesetzlichen Befugnisse wahrgenommen und zu einer Sitzung zwei Vertreter entsandt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss und der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats traten jeweils viermal, der Nominierungsausschuss einmal zusammen. Sitzungen des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren auch im Jahre 2011 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand quartalsweise schriftlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Abs. 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende kontinuierlich mit dem Vorstandsvorsitzenden in Kontakt und wurde von ihm laufend über wesentliche Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx-Konzerns in Kenntnis gesetzt. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch nichtsdestoweniger entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist. Weitere Hauptpunkte der Berichterstattung waren grundsätzliche Fragen der Konzernstrategie, die Auswirkungen der Finanzkrise und der hohen Verschuldung einzelner EU-Staaten sowie das Erdbeben und der Tsunami in Japan und die daran anschließende Reaktorkatastrophe in Fukushima. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Schwerpunkte der Beratungen im PlenumDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Konzernsegmente, die Optimierung der Konzernstrukturen, die Neuausrichtung des Geschäftsfeldes Privat- und Firmenversicherung Deutschland, die Zusammenfassung der IT und der sonstigen Dienstleistungen in zwei Servicegesellschaften, Akquisitionen und Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2012 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden uns Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratung bildete das Risikomanagement im Konzern. Die Risikoberichterstattung des Vorstands war Gegenstand jeder Sitzung des Aufsichtsrats. Wir behandelten ferner eine Reihe von Erwerbs-, Veräußerungs- und Kooperationsvorhaben, die der Vorstand uns zur Erörterung und Beschlussfassung vorlegte. Namentlich genannt sei an dieser Stelle der Kauf von zwei Versicherungsgesellschaften in Polen (TU Europa und Warta), der Erwerb von drei Versicherungsgesellschaften in Lateinamerika, die Veräußerung der HDI-Gerling Rechtsschutz Versicherung AG und der Clarus AG und der Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an einer vietnamesischen Versicherungsgesellschaft. Ferner wurde über die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland und die Wachstumsstrategie des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung International im Aufsichtsrat beraten. In diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2011 verschiedene Erwerbsvorhaben, u. a. in Israel, in der Türkei und in Südamerika, geprüft; über den Stand der Überlegungen und Gespräche wurden wir jeweils unterrichtet gehalten. Mit Blick auf § 87 Abs. 1 AktG in der Fassung des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung befasste sich das Aufsichtsratsplenum mit der Festlegung der Tantiemen der Mitglieder des Vorstands und zog dabei auch horizontale und vertikale Vergütungsaspekte und -konzepte als Vergleich und Orientierung heran. Ferner wurde der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 18. November 2011 gemäß § 3 Abs. 5 der Versicherungs-Vergütungsverordnung über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme im Konzern unterrichtet. Die Frage der Angemessenheit des Vergütungssystems für Geschäftsleiter im Konzern wurde mit der Frage der Angemessenheit der Vergütungshöhe verknüpft und im Zusammenhang mit der Festlegung der Tantiemen in der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2012 behandelt. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. Dem Abschluss, der Änderung und der Beendigung von Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen im Konzern erteilte der Aufsichtsrat aufgrund der schriftlichen und der mündlichen Erläuterungen des Vorstands die erforderliche Zustimmung. Arbeit der AusschüsseDer Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte - neben der Vorbereitung der Erörterung und Beschlussfassung im Plenum - eingehend die freiwillig erstellten Quartalsabschlüsse der Gesellschaft, die seit Q3/2011 auch veröffentlicht werden. Ferner haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer aktuarischen Prüfung der Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx-Konzern sowie die Rentabilitätsentwicklung der einzelnen Konzerngesellschaften per 31. Dezember 2010 erörtert und uns mit dem internen Kontrollsystem, den Risikoberichten, der Arbeit des Risikomanagements und der internen Revision sowie dem Jahresbericht des Chief Compliance Officer befasst. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat sich ausführlich mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand befasst und die Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2012 festgelegt. Außerdem wurden im Zuge der Festlegung der Tantiemen der Vorstandsmitglieder auf der Grundlage der Neuregelung des Vergütungssystems Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. Der Nominierungsausschuss ist am 21. Juli 2011 zu einer Sitzung zusammengetreten und hat mit dem Ziel einer ausgewogenen, an dem Grundsatz der Vielfalt ausgerichteten Zusammensetzung des Aufsichtsrats eine Empfehlung für einen Wahlvorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung ausgesprochen. Corporate GovernanceBesondere Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat erneut dem Thema Corporate Governance. Entsprechend den Regelungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wurden die Satzung und die Geschäftsordnungen der Gesellschaft angepasst und auch im Übrigen den Empfehlungen des Kodex, soweit dies für eine noch nicht börsennotierte Gesellschaft sachgerecht erschien, Rechnung getragen. Hierzu gehört nicht zuletzt auch der erstmals erfolgende individualisierte Ausweis der Vorstands- und der Aufsichtsratsvergütung im Vergütungsbericht des Geschäftsberichts 2011. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx-Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards "IFRS") aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkte beim Jahresabschluss die Prüfung der Steuer- und der Pensionsrückstellungen sowie beim Konzernabschluss die Prüfung der Bewertung von Stufe 2 und 3 Assets, des Intercompany-True-up-Prozesses mit den Auslandseinheiten, der Umsetzung der IFRS-Improvements 2010 und die Prüfung der Kapitalflussrechnung. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung Gegenstand der Prüfungshandlungen der Wirtschaftsprüfer. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung und der Jahres- bzw. der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der KPMG wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 19. März 2012 und in der Aufsichtsratssitzung am 20. März 2012 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der KPMG Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht ausgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. Besetzung von Aufsichtsrat und VorstandMit Wirkung zum Ablauf des 31. Januar 2011 ist Herr Hans-Ulrich Hanke aufgrund seines Wechsels in die passive Altersteilzeit als Vertreter der Arbeitnehmer aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ausgeschieden. Mit Wirkung ab 1. Februar 2011 ist ihm Frau Jutta Hammer als Mitglied im Aufsichtsrat für den Rest der laufenden Mandatsperiode nachgefolgt. Ferner ist mit Wirkung zum Ablauf des 31. August 2011 Herr Bodo Uebber aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ausgeschieden. Am 22. August 2011 wählte die Hauptversammlung Frau Antonia Aschendorf mit Wirkung ab 1. September 2011 für den Rest der laufenden Mandatsperiode in den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat hat Herrn Hanke und Herrn Uebber für ihre konstruktive und engagierte Mitarbeit Dank und Anerkennung ausgesprochen. Dank an Vorstand und MitarbeiterVorstand und Mitarbeiter haben im abgelaufenen Geschäftsjahr mit großem persönlichen Einsatz gearbeitet und gehandelt. Hierfür gilt ihnen der besondere Dank des Aufsichtsrats.
Hannover, 20. März 2012 Für den Aufsichtsrat Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender Verwaltungsorgane der GesellschaftAufsichtsratWolf-Dieter BaumgartlVorsitzender ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG, Berg Ralf Riegerstv. Vorsitzender Angestellter, HDI-Gerling Vertrieb Firmen und Privat AG, Raesfeld Prof. Dr. Eckhard Rohkammstv. Vorsitzender ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG, Hamburg Antonia Aschendorf(seit 1. September 2011) Rechtsanwältin, Hamburg Karsten FaberZentralbereichsleiter, Hannover Rückversicherung AG, E+S Rückversicherung AG, Hannover Jutta Hammer(seit 1. Februar 2011) Angestellte, HDI-Gerling Leben Betriebsservice GmbH, Bergisch Gladbach Hans-Ulrich Hanke(bis 31. Januar 2011) Angestellter, HDI-Gerling Leben Betriebsservice GmbH, Brühl Gerald HerrmannGewerkschaftssekretär, Norderstedt Dr. Thomas LindnerVorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG, Albstadt Jutta MückAngestellte, HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Oberhausen Otto MüllerAngestellter, Hannover Rückversicherung AG, Hannover Dr. Hans-Dieter Petramehem. Mitglied des Vorstands der Deutsche Post AG, Inning Dr. Michael RogowskiVorsitzender des Stiftungsrats der Hanns-Voith-Stiftung, Heidenheim Katja Sachtleben-ReimannAngestellte, Talanx Service AG, Hannover Dr. Erhard Schipporeitehem. Mitglied des Vorstands der E.ON AG, Hannover Bodo Uebber(bis 31. August 2011) Mitglied des Vorstands der Daimler AG, Stuttgart Prof. Dr. Ulrike Wendeling-SchröderProfessorin an der Leibniz Universität, Hannover Werner Wenningehem. Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, Leverkusen AufsichtsratsausschüsseFinanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Aufgaben der AusschüsseFinanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
VorstandHerbert K. HaasVorsitzender Burgwedel Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Christian Hinschstv. Vorsitzender Burgwedel stv. Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Vorsitzender des Vorstands HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Torsten LeueHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx International AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Thomas NothHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx Systeme AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Immo QuernerCelle Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G.,Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Heinz-Peter RoßGräfelfing Vorsitzender des Vorstands Talanx Deutschland AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Ulrich WallinHannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rückversicherung AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Lagebericht.Geschäft und RahmenbedingungenDie Talanx AG übt die Funktion der Finanz- und Managementholding des Talanx-Konzerns aus, der weltweit mit eigenen Gesellschaften, Niederlassungen und Kooperationen aktiv ist. Die Gesellschaften des Talanx-Konzerns sind überwiegend in der Erst- und Rückversicherung, aber auch - vor allem im Inland - in der Finanzdienstleistung tätig. Die primäre Aufgabe der Talanx AG ist es, den Konzern zu leiten und zu steuern. Der Vorstand der Talanx AG bestimmt die Konzernstrategie und entscheidet über die geschäftspolitischen Ziele des Konzerns. Die Zielerreichung wird seitens der Talanx AG überwacht und durch Kapitalallokation, Zielvorgaben, Performance-Messung und geeignete Anreizsysteme gesteuert. Gleichzeitig verantwortet die Talanx AG die Eigen- und Fremdkapitaloptimierung für den Konzern. Mit der im Berichtsjahr umgesetzten Umstrukturierung hat der Konzern seinen Wandel von der Spartenorganisation zur Kundenorganisation im Erstversicherungsgeschäft vollzogen; er ist nun in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International und Rückversicherung tätig. Informationen zu den einzelnen Geschäftsbereichen sowie ihren Gesellschaften finden sich unter "Entwicklung der wichtigsten Beteiligungsgesellschaften". Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische RahmenbedingungenVolkswirtschaftliche EntwicklungDas beherrschende Thema im Berichtsjahr war die sich weiter verschärfende europäische Staatsschuldenkrise mit ihren Auswirkungen auf die Finanzbranche und insbesondere die Banken. Die daraus resultierende globale konjunkturelle Entwicklung zeichnete sich durch eine allgemeine Abkühlung aus, die insbesondere für die Eurozone spürbar wurde. Länder der Europeripherie, die zum Teil enorme Sparanstrengungen zu stemmen haben, erlitten deutliche Wachstumseinbußen. Im Zuge dieser kritischen Gemengelage kam es zu mitunter bedeutenden Ratingherabstufungen. So verloren die USA ihre Bestnote bei Standard & Poor's, und auch die Bonität mehrerer europäischer Staaten hat sich verschlechtert - hierbei sind Italien und Spanien als Schwergewichte zu nennen, deren Zinsaufschläge in der Folge neue Höchststände erreichten. Als Reaktion auf die Staatsschuldenkrise sind auf den vergangenen EU-Gipfeln etliche Maßnahmen beschlossen worden. Allerdings konnten weder die Initiative eines freiwilligen Griechenland-Forderungsverzichts des privaten Sektors noch die geforderte Rekapitalisierung der europäischen Banken oder die angestrebte Ausweitung des EFSF-Rettungsschirms die Märkte bislang nachhaltig beruhigen. Die von den europäischen Regierungschefs erzielte Einigung, einen separaten Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin abzuschließen, erscheint vielen dabei als unentbehrliche Maßnahme. Stabilisierend wirkten sich im vierten Quartal des Berichtsjahres die relativ robusten Konjunkturdaten in den USA aus. Die US-Wirtschaft wuchs nach Bloomberg-Angaben im vierten Quartal mit einer annualisierten Rate von 2,8 % gegenüber dem Vorquartal, und die Arbeitslosenquote markierte mit 8,5 % im Dezember 2011 ein Dreijahrestief. In der Eurozone verzeichnete das BIP im vierten Quartal einen Rückgang um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal und stieg somit nur noch um 0,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Innerhalb der Eurozone wies Deutschland zuletzt ein Wachstum von 1,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf. Die Geldpolitik der großen Zentralbanken war im Verlauf des Berichtsjahres unverändert expansiv. Als Reaktion auf die angespannte Situation am Geldmarkt senkten die globalen Zentralbanken in einer konzertierten Aktion den Zinssatz, zu dem Geldinstitute Dollar gegen Sicherheiten aufnehmen können. Seit Amtsantritt von Mario Draghi, dem neuen Präsidenten der EZB, nahm diese den Leitzins in zwei Schritten auf 1,0 % (interest rate on the main refinancing operations) zurück und begab im Dezember erstmals einen Dreijahrestender. Mit der Wiederaufnahme des Ankaufs europäischer Staatsanleihen ist die EZB erneut in einen Krisenmodus gewechselt. Die Inflationsraten in der Eurozone zogen im Jahresverlauf deutlich an und lagen Ende 2011 über dem ausgewiesenen Ziel der EZB. So kletterte die von der EZB für Dezember 2011 veröffentlichte jährliche Teuerungsrate auf 2,7 %; in den USA lag die Teuerungsrate im Dezember 2011 bei 3,0 %. Im Vereinigten Königreich pendelte sich die Teuerungsrate im Jahresverlauf auf Werte über 4 % ein. Während der Euro im ersten Halbjahr noch von der etwas restriktiveren Geldpolitik der EZB profitieren konnte - der Euro lag zeitweise über 1,45 USD je 1,00 EUR -, wertete er im Schlussquartal im Zuge der anhaltenden Euro-Schuldenkrise deutlich ab und fiel Ende 2011 unter die Marke von 1,30 USD je 1,00 EUR. Ähnlich gestaltete sich die Entwicklung des Euro zum britischen Pfund: Von einem Wechselkurs von rund 0,86 GBP je 1,00 EUR zu Jahresbeginn stieg der Euro zur Jahresmitte auf 0,90 GBP je 1,00 EUR und sackte zum Jahresende 2011 auf 0,83 GBP je 1,00 EUR ab. Im Zuge der Euroschwäche, die sich auch gegenüber dem Schweizer Franken niederschlug, hat die Schweizer Notenbank im September 2011 angekündigt, einen Wechselkurs unterhalb von 1,20 CHF je 1,00 EUR nicht mehr zu tolerieren. Zum Polnischen Zloty wertete der Euro im Jahresverlauf rund 13 % auf. KapitalmärkteDie Aktienmärkte präsentierten sich im Gesamtjahr 2011 äußerst volatil. Im ersten Quartal schickte die Tsunami-Katastrophe in Japan mit ihren verheerenden Folgen die Märkte kurzzeitig auf eine globale Talfahrt. Beflügelt durch eine starke Gewinnsaison erholten sich die Märkte im ersten Halbjahr jedoch wieder. Mit der Eskalation der europäischen Staatsschulden- und Bankenkrise kam es im dritten Quartal wieder zu großen Verlusten an den globalen Aktienmärkten. Der Deutsche Aktienindex DAX büßte innerhalb weniger Wochen nahezu 2.500 Punkte ein und gab damit rund ein Drittel seines Wertes ab; ähnlich deutlich gab der EURO STOXX 50 nach. Im Schlussquartal wurde ein Teil der Verluste wieder kompensiert. Dennoch fiel die Jahresbilanz in Europa tiefrot aus: Der DAX verlor fast 15 % und der EURO STOXX 50 gut 17 %. Deutlich besser schnitten die amerikanischen Indizes ab: Der Dow Jones konnte auf Jahressicht ein Plus von rund 5 % aufweisen, und der S&P 500 beendete das Jahr nahezu unverändert. Die Rentenmärkte wurden im Jahr 2011 primär von der ungelösten Schulden- bzw. Bonitätskrise der GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien) dominiert. Sowohl auf Seiten der betroffenen Staatsanleihen als auch in den nachgelagerten Anlageklassen Covered Bonds sowie Bank- und Unternehmensanleihen kam es zu zahlreichen Ratingherabstufungen. Im vierten Quartal hat sich die Situation trotz zweier großer EU-Gipfel nicht entspannt. Neben einer schlechter werdenden Stimmung gegenüber den "großen" GIIPS-Ländern, insbesondere Italien, ist eine drohende Bankenkrise wieder deutlich in den Marktfokus gerückt. Die Banken werden ihrer Intermediärfunktion unseres Erachtens vielfach nicht mehr gerecht, und ein Interbankenhandel findet kaum statt. Die Differenz zwischen besichertem und unbesichertem Geldhandel spricht nach unserer Auffassung wieder für ein Krisenszenario. Die Liquiditätsversorgung erfolgt überwiegend über ausgedehnte Zentralbanklinien, wie z. B. den Dreijahrestender zu 1 %, der mit einem Volumen von 489 Mrd. EUR in Anspruch genommen wurde. Die EZB war am Sekundärmarkt weiterhin mit dem Kauf von Peripherie-Staatsanleihen aktiv und setzte ein neues Covered-Bonds-Ankaufprogramm um. Die Notwendigkeit, das Vertrauen in den Bankensektor zu stützen, rückte zunehmend auch in den Fokus der Politik. Eine positive Jahresanfangsstimmung sorgte noch in den ersten Monaten des Berichtsjahres für leicht steigende Renditen: Die zehnjährige Bund-Rendite notierte Anfang April bei nahezu 3,5 %. Ab April trübte sich die Stimmung infolge der ungelösten Schuldenkrise jedoch deutlich ein; und die Renditen gingen sehr stark zurück. Mit Renditen von deutlich unter 2 % verschärfte sich diese Entwicklung im dritten Quartal noch, bevor der Markt Mitte des vierten Quartals drehte und im November wieder Renditen von ca. 2,3 % erzielt werden konnten. Richtung Jahresende sanken die Renditen in Erwartung eines sehr hohen Refinanzierungsbedarfes Anfang 2012 allerdings erneut deutlich. Zweijährige Bundesanleihen notierten per 31. Dezember 2011 bei 0,14 %, fünfjährige bei 0,76 % und zehnjährige bei 1,83 %. Im unterjährigen Bereich wurden zeitweise sogar negative Renditen ausgewiesen. Das spiegelt auch die Notenbankpolitik wider. Die Haltung der EZB ist nach der Zinserhöhung im Juli deutlich vorsichtiger geworden. Im November und Dezember gab es jeweils Leitzinssenkungen um 0,25 Prozentpunkte auf aktuell 1,00 % (interest rate on the main refinancing operations). Bei Staatsanleihen hielt der Trend zu bevorzugten Investitionen in die wenigen verbliebenen "Safe-Haven-Märkte" an. Andererseits hielten sich Anleihen von Kreditinstituten bis Ende Juli sehr stabil. Erst infolge der in den Fokus rückenden Bankenkrise kam es auch hier zu deutlichen Einbrüchen bei Emissionen von Banken, insbesondere bei Nachrangdarlehen. Der Neuemissionsmarkt zeigte sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 vor allem für Covered Bonds aktiv. Etwa 50 % der im gesamten Berichtsjahr erfolgten Emissionen wurden im ersten Quartal begeben. In der sich verschärfenden Krise kam der Neuemissionsmarkt jedoch in der Breite nahezu zum Erliegen; der anstehende Refinanzierungsbedarf wird von Kapitalmarktexperten als sehr hoch eingeschätzt. Versicherungswirtschaft2011 ist das vierte Jahr in Folge, das durch die Finanz- und Schuldenkrise geprägt wurde. Dank breit diversifizierter, langfristiger Kapitalanlagen und einem nur geringfügigen Engagement in Anleihen der sogenannten GIIPS-Staaten war die deutsche Versicherungsbranche in der Lage, negative Auswirkungen auf ihr Geschäft und ihre Kunden weitgehend abzufedern. Trotz Krise und einer im Jahresverlauf wieder nachlassenden konjunkturellen Erholung war die Geschäftsentwicklung der Branche im Berichtsjahr aus unserer Sicht zufriedenstellend. Der spartenübergreifend zu verzeichnende leichte Beitragsrückgang ist vor allem auf die Normalisierung des Einmalbeitragsgeschäfts in der Lebensversicherung zurückzuführen, das in den beiden Vorjahren einen signifikanten Anstieg erlebt hatte. Insgesamt vermeldete der GDV für die deutsche Versicherungswirtschaft 2011 mit 176,7 Mrd. EUR ihr historisch zweithöchstes Beitragsvolumen. Die von Erstversicherern erbrachten Versicherungsleistungen sind im Berichtsjahr gestiegen, wozu in der Lebensversicherung eine zunehmende Zahl regulärer Abläufe von Versicherungsverträgen sowie in der Schaden- und Unfallversicherung steigende Schadenaufwendungen beigetragen haben. Die deutsche Schaden- und Unfallversicherung hat im Berichtsjahr mit einem Zuwachs der Beitragseinnahmen von ca. 2,5 % das höchste Wachstum seit 2003 erreicht und damit den Aufwärtstrend des Vorjahres fortgesetzt. Vorrangig ist dies dem Prämienwachstum in der Kraftfahrtversicherung zu verdanken, welches im Jahr 2011 deutlich steigen konnte. In diesem Bereich konnten Beitragsanhebungen sowohl im Neugeschäft als auch im Bestandsgeschäft durchgesetzt werden. Von einer positiven Entwicklung wird auch in allen anderen Zweigen ausgegangen, wobei besonders die Transportversicherung und die Kreditversicherung solide zulegten. Schadenseitig hatte die Branche im Geschäftsjahr 2011 zwar einen prozentual nur geringfügigen Anstieg, absolut aber die seit dem Elbe-Hochwasser 2002 zweithöchste Belastung zu bewältigen. Als wesentliche Schadenereignisse haben hierzu die lange Frostperiode Anfang des Jahres sowie zwei Extremwetterfronten im August bzw. September beigetragen. Diese waren zwar regional begrenzt, brachten aber eine sehr hohe Schadenlast mit sich. In der Gesamtbetrachtung wirken sich die positiven Effekte des Beitragswachstums stärker aus als die gestiegenen Leistungen, sodass der versicherungstechnische Gewinn der Schaden- und Unfallversicherer 2011 erstmals seit zwei Jahren wieder wuchs. Für die kombinierte Schaden-/Kostenquote rechnet damit der GDV mit einer Verbesserung um voraussichtlich einen Prozentpunkt. Insgesamt kam es in der deutschen Lebensversicherung im Berichtsjahr zu einer Normalisierung der Geschäftsentwicklung. Die Jahre 2009 und 2010 waren vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise von einem extremen Trend zum Einmalbeitragsgeschäft geprägt gewesen. Dessen expansives Wachstum hat sich 2011 nicht fortgesetzt, sondern hat sich - unseres Erachtens erwartungsgemäß - spürbar zurückentwickelt. Im Gegensatz zum Einmalbeitragsgeschäft ist das für die nachhaltige Entwicklung der Branche bedeutendere Neugeschäft gegen laufenden Beitrag nach Rückgängen in den beiden Vorjahren 2011 um 8,1 % auf 6,1 Mrd. EUR gewachsen. Gemessen an der Beitragssumme - bei der die Verträge gegen laufenden Beitrag mit ihrer Laufzeit gewichtet werden -ergibt sich für das Berichtsjahr damit insgesamt ein Wachstum im Neugeschäft von 5,5 %. Die gesamten gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung haben sich hingegen infolge der Entwicklung der Einmalbeiträge im Berichtsjahr um 4,8 % verringert. Die Zahl der Vertragskündigungen ist ungeachtet der andauernden Finanzkrise erneut leicht zurückgegangen. Eine wachsende und ernstzunehmende Herausforderung für die deutschen Lebensversicherer stellt das nach wie vor niedrige Zinsumfeld dar. Ist es der Branche 2011 noch gelungen, eine auskömmliche Nettoverzinsung auf ihre Kapitalanlagen zu erwirtschaften, deuten die branchenweiten Ankündigungen zur Senkung der Überschussbeteiligungen darauf hin, dass sich dieses Umfeld bei Ausbleiben einer Trendwende in Zukunft auf die Leistungen der Lebensversicherer auswirken dürfte. Überblick über den GeschäftsverlaufDas gesamtwirtschaftliche Umfeld stellte sich im Berichtsjahr herausfordernd für die Versicherungswirtschaft dar. Zum einen war die Großschadenlast im Jahr 2011 außerordentlich hoch, zum anderen stellten die Staatsschuldenkrise und deren Auswirkungen auf den Kapitalmarkt eine besondere Belastung dar. Trotz dieses schwierigen Marktumfelds fiel das Ergebnis der Talanx AG im Berichtsjahr höher aus als im Vorjahr. Die Ergebnisabführung über die Erstversicherer in Summe lag deutlich über dem Vorjahr, und auch die Dividendenzahlung der Rückversicherungstochter Hannover Rückversicherung AG stieg im Vergleich zum Vorjahr, welches durch Sonderbelastungen des Konzernumbaus und der Verschmelzung der Aspecta Lebensversicherung AG auf die HDI-Gerling Lebensversicherung AG geprägt war. Die Umstrukturierung des Konzerns wurde und wird im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland fortgesetzt. Ziel ist es, die Geschäftsprozesse und Organisation an den Wünschen der Kunden und Vertriebspartner auszurichten, um einen besonders effizienten und stark auf den Kunden ausgerichteten Versicherer in Deutschland entstehen zu lassen. Das Berichtsjahr war durch erhebliche Restrukturierungskosten aus der Umstrukturierung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland belastet. Mit unserem strategischen Partner Meiji Yasuda streben wir an, Marktchancen zu nutzen, um gemeinsam im Ausland zu wachsen. Im Zentrum stehen dabei insbesondere Investitionen in Mittel- und Osteuropa sowie der Türkei und Lateinamerika. Die getätigten Akquisitionen in Polen mit der Europa Group und der Warta, deren Closing wir im Laufe des Jahres 2012 erwarten, werden gemeinsam mit Meiji Yasuda durchgeführt. Durch den Ausbau der HDI Seguros Madrid (Spanien) zur Drehscheibe für Industrieversicherungslösungen in Lateinamerika sowie der strategischen Partnerschaft mit PVI - dem führenden vietnamesischen Industrieversicherer - und durch die Übernahme der im zweiten Quartal 2011 erstmals einbezogenen niederländischen Gesellschaft Nassau Verzekering Maatschappij N. V., Rotterdam, setzen wir ebenfalls unsere Internationalisierung fort. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslageDie Ertragslage unserer Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Jahresüberschuss von 76 (10) Mio. EUR deutlich verbessert. Das Vorjahr war durch einmalige Sondereinflüsse geprägt, die sich auf verschiedene Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung unterschiedlich auswirken. Zum besseren Verständnis erläutern wir die Entwicklung des Geschäftsergebnisses daher in einer zusammenfassenden Darstellung, die der Holdingfunktion unserer Gesellschaft gerecht wird (vgl. Umschlagsinnenseite "Talanx AG auf einen Blick"). Das Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften errechnet, betrug im Geschäftsjahr 247 (360) Mio. EUR. Die Erträge aus Beteiligungen sanken deutlich auf 147 (591) Mio. EUR. Ein wesentlicher Grund hierfür war die nur im Vorjahr berücksichtigte Vereinnahmung einer Dividende der Talanx Deutschland AG in Höhe von 460 Mio. EUR, die aus der infolge von Verschmelzungsvorgängen angestiegenen Kapitalrücklage ausgeschüttet wurde. Allerdings waren im Vorjahr auch 431 Mio. EUR Verlustübernahmen von Tochtergesellschaften erforderlich, wovon allein 428 Mio. EUR auf die Verlustübernahme der Talanx Deutschland AG entfielen. Im Geschäftsjahr sind Aufwendungen aus Verlustübernahmen von insgesamt 89 Mio. EUR berücksichtigt, insbesondere von der Talanx Deutschland AG (wegen Restrukturierungskosten) und der Talanx International Holding AG, die beide von Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte geprägt sind. Gegenläufig stieg die Vereinnahmung der Dividende der Hannover Rück auf 139 (127) Mio. EUR; dies entspricht 2,30 (2,10) EUR je Anteilsschein. Die Ausschüttungen von sonstigen Gesellschaften, mit denen kein Ergebnisabführungsvertrag besteht, stiegen gegenüber dem Vorjahr: Dies betrifft die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. mit 2 (0) Mio. EUR aus den Gewinnen durch den Rückkauf der eigenen nachrangigen Schuldverschreibung sowie die Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG mit 2 (0) Mio. EUR aus der Vereinnahmung der Dividende aus den Jahren 2009 bis 2011. Die Ausschüttung aus dem direkt gehaltenen Anteil an der TARGO Lebensversicherung AG (5 %) blieb mit 2 Mio. EUR stabil. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sanken auf 189 (200) Mio. EUR. Sie entfielen mit 133 Mio. EUR auf die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, mit 33 Mio. EUR auf die Talanx Asset Management GmbH, mit 13 Mio. EUR auf Talanx Reinsurance Broker AG und mit 10 Mio. EUR auf die Talanx Service AG. Von der letzteren Gesellschaft kann aufgrund der Auflösung einer Drohverlustrückstellung für Leerstände ein Gewinn vereinnahmt werden. Das Zinsergebnis verschlechterte sich auf -144 (-109) Mio. EUR. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen erhöhten sich um 1 Mio. EUR auf 2 Mio. EUR, vor allem aus den Zinserträgen aus dem Anteil an der von der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. begebenen nachrangigen Schuldverschreibung. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge erhöhten sich um 5 Mio. EUR auf 21 Mio. EUR. Die Gründe hierfür lagen vor allem in dem während des Berichtsjahrs gestiegenen Zinsniveau für Fest- und Tagesgelder, dem ebenfalls höheren variablen Zinsertrag aus einem Swapgeschäft sowie der Weiterbelastung der Aufzinsung einer Pensionsrückstellung für die über den Schuldbeitritt hinzugekommenen Pensionsbestände. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten sich auf 168 (126) Mio. EUR. Dies resultierte insbesondere aus der ganzjährigen Berücksichtigung des Hybriddarlehens von Meiji Yasuda in Höhe von 23 (3) Mio. EUR, aus der Aufzinsung einer Pensionsrückstellung für die Gesellschaften, deren Bestände von der Talanx AG übernommen wurden, mit 5 (0) Mio. EUR, aus höherem Aufwand aus den variabel verzinsten Kreditlinien sowie aus Zinsaufwendungen auf Steuerverbindlichkeiten von 10 (0) Mio. EUR, insbesondere für Steuerrisiken sowie aus dem erstmals separaten Ausweis der Steuerzinsen und Steuern. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtsjahr um 16 Mio. EUR auf 103 Mio. EUR. Der Hauptgrund hierfür ist ein Ertrag aus der Entnahme eines Wertpapierpakets aus der Talanx Beteiligungs-GmbH & Co. KG mit entsprechender Reduktion des Beteiligungsbuchwertes von 42 Mio. EUR sowie ein Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen von 29 Mio. EUR. Im Vorjahr entfiel der Ertrag vornehmlich auf Veräußerungsgewinne, im Wesentlichen aus der Veräußerung der Euro International Reinsurance S. A. in Luxemburg sowie der HNG Hannover National Grundstücksverwaltung mbH & Co. KG. Alle übrigen Aufwendungen (Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen, Abschreibungen auf Sachanlagen) betrugen im Geschäftsjahr 103 (354) Mio. EUR. Der Rückgang entfiel mit 297 Mio. EUR zum überwiegenden Teil auf den Wegfall von im Jahr 2010 geleisteten Ertragszuschüssen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg damit auf 102 (-21) Mio. EUR. Im außerordentlichen Ergebnis sind 14 Mio. EUR außerordentlicher Aufwand aus dem Zuführungsbetrag zu Pensionsrückstellungen gemäß BilMoG angefallen. Es fielen im Berichtsjahr, wie im Vorjahr, nahezu keine Ertragsteuern aus dem laufenden Jahr an. Der Steueraufwand resultierte im Berichtsjahr allein aus Steuerrückstellungen für Steuerrisiken aus Vorjahren; im Vorjahr entstand ein Steuerertrag durch Auflösung von Steuerrückstellungen im Zuge eines positiven BFH-Urteils zur Hinzurechnungsbesteuerung von Kapitalerträgen irischer Tochtergesellschaften. Der Jahresüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um 66 Mio. EUR auf 76 (10) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 301 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 377 (301) Mio. EUR. FinanzlageDie Liquidität, die zur Bestellung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung gewährleistet. Diese Planung wird durch das Rechnungswesen vorgenommen, mindestens einmal monatlich, im Bedarfsfall auch in kürzeren Intervallen. Finanzmittel fließen der Talanx AG vor allem durch Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, durch Dividendenerträge und Zinserträge aus Ausleihungen zu. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden regelmäßig mit dem Konzerncontrolling die erwarteten Liquiditätsströme aus Ergebnisabführungen im Rahmen der laufend aktualisierten Planungsrechnungen abgestimmt. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten aufbringen. Aufgrund ihrer Holdingeigenschaft können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Liquidität generieren wir vornehmlich aus Erträgen aus unseren Beteiligungen an operativen Erst- und Rückversicherungsgesellschaften, der laufenden Verzinsung unserer Kapitalanlagen und aus Finanzierungsmaßnahmen. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass die Talanx AG jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Die Talanx AG nutzt außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente und geht verschiedene Verpflichtungen ein: Von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Vermögenslage sind hierbei Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements (69 Mio. EUR), darüber hinaus belaufen sich die Sonstigen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2011 auf 20 Mio. EUR. Bei der Auswahl der Kreditliniengeber hat die Gesellschaft auch in der Vergangenheit stets auf deren langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke geachtet. Infolge der Finanz- und Kreditkrise sind in den Jahren 2008/2009 mehrere große Bankhäuser notleidend geworden, fusionierten oder wurden staatlich auf verschiedenste Weise gestützt. Auch die gegenwärtige Schuldenkrise mehrerer Mitgliedsstaaten der Eurozone belastet einige Bankhäuser. Daher kommt der laufenden Überwachung der Kapitalstärke der Kreditliniengeber, die zentral von der Talanx Asset Management GmbH wahrgenommen wird, eine zunehmende Relevanz zu. VermögenslageDas Bilanzbild der Talanx AG wird - wie in den Vorjahren -weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme stieg um 4,5 % auf 7,1 (6,8) Mrd. EUR. Neben der Erhöhung des Buchwertes der Anteile an verbundenen Unternehmen um 3 % auf 6,1 Mrd. EUR stiegen die Finanzanlagen in Form der Ausleihungen an verbundene Unternehmen (+80 Mio. EUR) und Wertpapiere des Anlagevermögens (+62 Mio. EUR) überproportional an. Die Anteile an verbundenen Unternehmen an der Bilanzsumme blieben mit 87 (88) % auf einem konstant hohen Niveau. Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände stiegen Guthaben bei Kreditinstituten um 45 Mio. EUR auf 405 Mio. EUR nochmals deutlich an, während zu aktivierende Forderungen gegenüber Steuerbehörden auf Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer um 29 Mio. EUR auf 76 Mio. EUR zurückgingen. Die Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen gegen Tochtergesellschaften liegen mit 189 Mio. EUR knapp auf dem Niveau des Vorjahres (200 Mio. EUR). Die Talanx AG hat mit einem breiten Bankenkonsortium eine disponible variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Zum Bilanzstichtag wurde eine Tranche über insgesamt 550 Mio. EUR in Anspruch genommen. Der Nominalwert der Kreditlinie beträgt zum Stichtag 1,5 Mrd. EUR. Bereits 2011 hat die Talanx AG Vereinbarungen über zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien von 500 Mio. EUR bzw. 650 Mio. EUR jeweils über eine Laufzeit von fünf Jahren geschlossen. Es handelt sich um die Anschlussfinanzierung, die vertraglich erst dann zum Tragen kommt, wenn die bestehende Kreditlinie ausgelaufen ist oder gekündigt wurde oder mit Auszahlung der neuen Kreditlinie ausläuft. Die als Anschlussfinanzierung fungierenden, im Berichtsjahr neu vereinbarten beiden weiteren fünfjährigen Kreditlinien wurden mit keinem Betrag gezogen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 155 Mio. EUR auf 1.255 Mio. EUR an. Wesentliche Ursache hierfür waren um 87 Mio. EUR gestiegene Verbindlichkeiten aus Ergebnisausgleichsansprüchen von Tochtergesellschaften aus Ergebnisabführungsverträgen. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding: Von den Verbindlichkeiten in Höhe von 2.134 Mio. EUR, die zu 59 % auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen, dienen insbesondere die begebenen Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 809 Mio. EUR (38 %) der Erfüllung der Finanzierung der Beteiligungen. Diesen Verbindlichkeiten stehen im Wesentlichen die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 6.143 Mio. EUR gegenüber. Darüber hinaus finanziert sich Talanx insbesondere durch das Eigenkapital. Die Anleihen betreffen im Wesentlichen die von der Talanx am 18. November 2010 begebene nachrangige, mit grundsätzlich unbegrenzter Laufzeit ausgestaltete Schuldverschreibung mit einem Nominalwert von 300 Mio. EUR bei einem anfänglichen Festzins, die nach zehn Jahren erstmals ordentlich in Gänze gekündigt werden kann. Nach Ablauf dieses Zeitraums verzinst sich die Anleihe variabel und ist dann quartalsweise durch die Talanx AG jeweils in Gänze kündbar. Es besteht eine vertragliche Pflicht zur Wandlung in Aktien der Talanx AG zum Emissionskurs im Falle eines Börsengangs. Die im Vergleich zum Vorjahr mit 758 Mio. EUR etwas angestiegenen sonstigen Passiva setzen sich im Wesentlichen mit 576 Mio. EUR (447 Mio. EUR) aus Pensionsrückstellungen und mit 125 Mio. EUR (165 Mio. EUR) aus Körperschaft- und Gewerbesteuerrückstellungen zusammen. Die Eigenkapitalquote ist dementsprechend auf 59,0 (60,6) % etwas zurückgegangen. Aktiva ![]() Passiva ![]() Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Jahres 2011 als zufriedenstellend. Zwar konnte das geplante Beteiligungsergebnis nicht erreicht werden, jedoch stiegen die Zinserträge wie erwartet und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag wieder deutlich im positiven Bereich. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts ist die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft unverändert positiv. Bericht über Beziehungen zu verbundenen UnternehmenIn dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG wurden weder getroffen noch unterlassen. Auszugleichende Nachteile im Sinne des § 311 (1) AktG liegen nicht vor. GewinnverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2011 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 377 Mio. EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Entwicklung der wichtigsten BeteiligungsgesellschaftenIn diesem Kapitel beschreiben wir die Entwicklung und den Geschäftsverlauf der wichtigsten unter der Talanx AG zusammengefassten Gesellschaften. Diese Darstellungsform wurde gewählt, weil das Ergebnis der Talanx AG als Holdinggesellschaft maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt wird. Die Kennzahlen der Gesellschaften sind nach HGB ermittelt. Die Talanx International AG stellt ihr Geschäftsergebnis, das durch ihre ausländischen Tochtergesellschaften geprägt wird, nach der internationalen Rechnungslegung IFRS dar, um die Vergleichbarkeit untereinander zu ermöglichen. Die meisten inländischen Gesellschaften sind über Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge mit der Talanx AG verbunden. Eine Auflistung findet sich im Anhang unter "Sonstige Angaben/Wichtige Verträge". Die Umstrukturierung des Konzerns und die einhergehenden Namensänderungen der Einzelgesellschaften sind weitestgehend abgeschlossen. Die Darstellung in diesem Einzelabschluss orientiert sich an den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International und Rückversicherung sowie den Konzernfunktionen. Geschäftsbereich IndustrieversicherungDer Geschäftsbereich Industrieversicherung wird durch die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG geführt. Als international tätiger Industrieversicherer begleitet HDI-Gerling Industrie seine Kunden im In- und Ausland mit passgenauen Lösungen, die optimal auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt sind. Dabei reicht die Leistungspalette von der Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall- sowie Feuer- und Sachversicherung bis zu Transport und Luftfahrt, Special Lines und Technischen Versicherungen. HDI-Gerling Industrie Versicherung AGDie gebuchten Bruttobeiträge der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG stiegen im Berichtszeitraum deutlich um 8 % auf 2,7 (2,5) Mrd. EUR an. Die allgemein positive Entwicklung war in einzelnen Sparten unterschiedlich ausgeprägt: Während in Haftpflicht, Transport und Luftfahrt sowie auch in Feuer in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld Beitragsabriebe hingenommen werden mussten, konnten in anderen Sparten wie Kraftfahrt und den Technischen Versicherungen Beitragssteigerungen erzielt werden. Die verdienten Nettobeiträge reduzierten sich um 10 % auf 1,1 (1,2) Mrd. EUR; eine wesentliche Ursache war die Umgliederung der Veränderung der Rückstellung für die Wiederauffüllungsprämie in Höhe von 179 Mio. EUR aus den sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen in die Rückversicherungsbeiträge. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 33 % auf 2,2 (1,6) Mrd. EUR. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere ein durch mehrere Großschäden stark belasteter Geschäftsjahresschadenaufwand. Vor allem im übernommenen Geschäft prägten Großschäden aufgrund von Naturkatastrophen in Japan und Thailand den Bruttoschadenaufwand. Entsprechend deutlich erhöhte sich die Bruttoschadenquote auf 82,2 (64,9) %. Die Nettoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich um nahezu 17 % auf 1.035 (885) Mio. EUR. Insgesamt erhöhte sich die Nettoschadenquote auf 97,2 (75,1) %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote belief sich aufgrund der Zunahme der Schadenquoten auf brutto 101,1 (84,2) % und netto 122,7 (99,0) %. Das versicherungstechnische Nettoergebnis verbesserte sich um 104 Mio. EUR auf 58 (-46) Mio. EUR, wobei eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 159 (Zuführung von 39) Mio. EUR enthalten war. Ausschlaggebend für die hohe Entnahme war im Wesentlichen ein Effekt in Höhe von 73 Mio. EUR, der sich aus der Umgliederung des Gesamtbetrags der nicht liquiden Wiederauffüllungsprämien aus dem sonstigen versicherungstechnischen Aufwand in die Rückversicherungsprämien ergab; der sich aus der Umgliederung ergebende Einfluss auf die verdienten Nettobeiträge bedingte auch den überproportionalen Anstieg der Nettoschadenquoten. Das Kapitalanlageergebnis belief sich vor Abzug des technischen Zinses auf 202 (207) Mio. EUR. Insgesamt betrug die Nettoverzinsung im Berichtsjahr 3,3 (3,6) %. Steigende Prämieneinnahmen und ein zunehmendes Auslandsgeschäft untermauern die starke Position der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG im internationalen Wettbewerb. Im Geschäftsjahr 2012 will sie ihr Geschäft in Europa sowie in Lateinamerika und (Süd-)Ostasien ausbauen. Weiterhin ist für 2012 die Gründung von Niederlassungen in Singapur und auf der arabischen Halbinsel geplant. Für 2012 plant HDI-Gerling Industrie einen Anstieg der Bruttoprämie, vornehmlich aus dem Ausland. Es ist weiterhin mit einem harten Konkurrenzkampf im Industrieversicherungsmarkt zu rechnen, sodass Prämienanpassungen im Jahr 2012 nur in geringem Umfang durchsetzbar sein dürften. Trotz der vorsichtigen Annahmen bei den erwarteten Erlösen aus den Kapitalanlagen strebt die Gesellschaft an, das von der Schulden- und Finanzmarktkrise geprägte Kapitalanlageergebnis des Berichtsjahres im Jahr 2012 zu übertreffen. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung DeutschlandDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Aktivitäten der Gesellschaften des deutschen Privat- und Firmenkundengeschäfts, der Sachversicherung, der Lebensversicherung sowie der Bancassurance-Gesellschaften, die ihre Produkte über Bank- und Postkooperationen vertreiben. Der Geschäftsbereich wird von der Talanx Deutschland AG geführt und enthält als wesentliche Beteiligungen: HDI-Gerling Lebensversicherung AG, HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG und HDI Direkt Versicherung AG sowie die Bancassurance-Gesellschaften neue leben, TARGO Versicherungen und PB Versicherungen. Talanx Deutschland AGDie Talanx Deutschland AG (TD) hält Beteiligungen an inländischen Versicherungsgesellschaften und sonstigen Unternehmen. Die Kernfunktion der Gesellschaft ist die Koordination und Weiterentwicklung der Marken des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland unter einheitlicher Leitung im Inland. Im Berichtsjahr hat die TD einen Teil ihres Vermögens im Wege der Ausgliederung zur Neugründung auf die zu diesem Zweck im Juli 2011 errichtete Talanx Deutschland Bancassurance GmbH übertragen. Entsprechend dem Ausgliederungsplan wurden die von der TD gehaltenen 100 %-Beteiligungen an der PB Lebensversicherung AG, der PBV Lebensversicherung AG, der PB Pensionskasse AG, der PB Versicherung AG, der TARGO Versicherung AG sowie die mit 94,9 % gehaltenen Anteile an der TARGO Lebensversicherung AG und die 67,5 % Anteile an der neue leben Holding AG als Sacheinlage im Zuge der Gründung zu Buchwerten übertragen. Die Talanx Deutschland Bancassurance GmbH hat einen Ergebnisabführungsvertrag mit der TD abgeschlossen. Die TD war im Berichtsjahr im Geschäftsfeld Privat- und Firmenversicherung Deutschland aufgrund eines Dienstleistungsvertrages für Aufgaben in Werbung und Marketing sowie Teilbereiche von Recht und Kommunikation verantwortlich. Die im Rahmen dieser Dienstleistungen erzielten Umsatzerlöse beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 52 (40) Mio. EUR. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betrugen im Berichtsjahr 102 (25) Mio. EUR. Beteiligungserträge erzielte die Gesellschaft nach der im obigen Absatz erwähnten Umstrukturierung im Berichtsjahr nicht mehr (Vorjahr 96 Mio. EUR). Ergebnisbelastend wirkten insbesondere die Aufwendungen aus Verlustübernahme in Höhe von 76 (278) Mio. EUR, vorrangig von der HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG. Zudem waren Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen von 78 (231) Mio. EUR zu verkraften. Durch Wegfall von Sondereffekten des Vorjahres haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 41 (65) Mio. EUR reduziert. Es ergibt sich ein gegenüber dem Vorjahr deutlich geringerer Jahresfehlbetrag von 53 (428) Mio. EUR, der aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrages in voller Höhe von der Talanx AG übernommen wird. HDI-Gerling Lebensversicherung AGDie HDI-Gerling Lebensversicherung AG steht für umfassende Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie bietet ein breites Leistungsspektrum, das von der Basisrente über Riester und die betriebliche Altersversorgung bis hin zur klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung reicht und auch die nötige Risikovorsorge und Absicherung der Berufsunfähigkeit enthält. Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft stiegen von 395 Mio. EUR im Vorjahr auf 401 Mio. EUR. Erfreulich ist vor allem das Wachstum der für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft maßgeblichen laufenden Neugeschäftsbeiträge, die durch den erfolgreichen Vertrieb der "Two Trust"-Produkt-familie um 11 % auf 184 Mio. EUR gesteigert werden konnten. Die Einmalbeiträge gaben hingegen branchenkonform um 5 % auf 217 Mio. EUR nach. Wachstum konnte sowohl im Bereich der konventionellen Vorsorgeprodukte als auch bei den fondsgebundenen Kapital- und Rentenversicherungen erzielt werden. Die Neugeschäftsbeiträge der fondsgebundenen Produkte stiegen um 1,5 % auf 201 Mio. EUR. Mit 162 Mio. EUR waren die Rentenversicherungen der wichtigste Wachstumsträger. Die Neugeschäftsbeiträge der konventionellen Vorsorgeprodukte stiegen um 2 % auf 200 Mio. EUR an. Deutliche Zuwächse wurden auch bei den Risikoprodukten - Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen - erzielt, deren Neugeschäftsbeiträge um 5 % auf 24 Mio. EUR anstiegen. Ausschlaggebend war die Entwicklung der vielfach ausgezeichneten Berufsunfähigkeitsversicherungen mit einem Anstieg der Neugeschäftsbeiträge um 9 % auf 14 Mio. EUR. Die gebuchten Bruttobeiträge lagen erneut deutlich über 2 Mrd. EUR. Insgesamt wurde gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 12 % auf 2.290 Mio. EUR erzielt, welches durch die im Vorjahr infolge der unterjährigen Verschmelzung nur mit dem Schlussquartal berücksichtigten und im Berichtsjahr nun vollständig einbezogenen ehemaligen ASPECTA Lebensversicherung AG getrieben wurde. Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt auf 884 (863) Mio. EUR. Für das Berichtsjahr wurde damit eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Nettoverzinsung von 4,5 % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss von 8 (57) Mio. EUR erzielt werden. HDI-Gerling Firmen- und Privat Versicherung AGDie HDI-Gerling Firmen- und Privat Versicherung AG bietet Versicherungsschutz im Breitengeschäft für Privatpersonen, Einzelunternehmer und Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen in den Sparten der Haftpflicht-, Unfall-, Sach- und Kraftfahrzeugversicherungen. Mit der konzerneigenen Außendienstorganisation verfolgt die Gesellschaft einen ganzheitlichen Betreuungsansatz für ihre Kunden, da neben den eigenen Sachversicherungen auch Rechtsschutz-, Kredit-, Lebens- und Krankenversicherungen angeboten werden. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gesellschaft beliefen sich im Geschäftsjahr auf 757 (708) Mio. EUR und erhöhten sich damit um 7 %. Hauptursachen für diesen starken Beitragsanstieg waren der Kauf des Vermögenschadenhaftpflicht-Bestands der Nassau Versicherung sowie der Abschluss eines Konsortialgeschäfts in der Sparte Multi Risk. Beitragssteigernd wirkten sich ebenfalls der stabiler werdende Kraftfahrtmarkt sowie deutliche Zuwächse im Heilwesen- und Planungshaftpflichtgeschäft aus. Die verdienten Nettobeiträge stiegen aus denselben Gründen, zusätzlich sank die Rückversicherungsquote im Geschäftsjahr von 7,8 % auf 6,4 %. Die Nettobeiträge erhöhten sich auf 703 (653) Mio. EUR. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle wiesen im Berichtsjahr einen deutlichen Anstieg um 13 % auf 548 (484) Mio. EUR auf. Dies lag im Wesentlichen an Reserveverstärkungen im Bereich Haftpflicht. Die Nettoaufwendungen für Versicherungsfälle erhöhten sich mit fast 12 % von 460 Mio. EUR auf 515 Mio. EUR. Die Nettoschadenquote stieg somit um 3,0 Prozentpunkte auf 73,4 (70,4) % an. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb verringerten sich brutto um 3 Mio. EUR auf 281 (284) Mio. EUR, netto blieben sie mit 272 Mio. EUR nahezu unverändert. Die Kostenquoten sanken als Folge eines Kostensenkungsprogramms im Zuge der Konzernumstrukturierung brutto auf 37,2 (40,1) % bzw. 38,8 (41,7) % netto. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote stieg daher nur leicht auf 109,8 (108,4) % brutto bzw. 112,2 (112,1) % netto. Insgesamt ergab sich ein versicherungstechnisches Nettoergebnis in Höhe von -29 (-64) Mio. EUR; maßgeblich führte die Entnahme der Schwankungsrückstellung in Höhe von 55 (19) Mio. EUR zu dieser Ergebnisverbesserung. Das Kapitalanlageergebnis belief sich vor Abzug des technischen Zinses auf 52 (28) Mio. EUR, wobei im Vorjahresergebnis eine Verlustübernahme von 22 Mio. EUR für die HDI-Gerling Rechtsschutzversicherung AG das Ergebnis verschlechterte. Die HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG hat im Berichtsjahr ihre Produktpalette der privaten Sachversicherungen auf eine modulare Produktarchitektur ausgerichtet. Dies schafft nicht nur einen erhöhten Nutzen für den Versicherungsnehmer, sondern auch Kostenreduktionspotenziale für den Versicherungsträger und den Vertrieb. Ziel für 2012 ist es nun, den kompletten Sachversicherungsbestand auf ein im Berichtsjahr eingeführtes, neues Bestandssystem zu migrieren, um zukünftig Prozesse effizienter gestalten und IT-Kosten einsparen zu können. HDI Direkt Versicherung AGDie HDI Direkt Versicherung AG bietet Privatkunden ein umfangreiches Portfolio an Versicherungsprodukten von der privaten Haftpflicht- über die Kraftfahrzeugversicherung bis hin zu Unfall-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen. Sie versteht sich als Anbieter günstiger und transparenter Versicherungsprodukte für Privatkunden. Im Fokus stehen dabei besonders preis- und leistungsbewusste Endkunden, die sich selbstständig mithilfe neuer Medien am Markt orientieren. Ein Kernsegment stellt das firmenvermittelte Belegschaftsgeschäft dar. In diesem Geschäftssegment wird Mitarbeitern von Großunternehmen Versicherungsschutz zu besonderen Konditionen angeboten. Die HDI Direkt Versicherung AG konnte im Wesentlichen aufgrund von Beitragsanpassungen im Kraftfahrtbestand sowie durch Tarifanhebungen im Neugeschäft ihre Beitragseinnahmen steigern. Insgesamt lagen die gebuchten Bruttobeiträge mit 588 (562) Mio. EUR um 4 % über denen des Vorjahres. In einem stabiler werdenden Kraftfahrtmarkt konnten diese Tariferhöhungen durchgesetzt werden; das Neugeschäft lag nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Auch in den Sparten Privathaftpflicht und Verbundene Wohngebäudeversicherung kam es zu Prämienerhöhungen aufgrund von Beitragsanpassungen, allerdings in geringerem Ausmaß. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen brutto insgesamt um 9 Mio. EUR, bedingt durch den erhöhten Geschäftsjahresschadenaufwand. Der lange Winter führte wie im Vorjahr zu erheblichen wetterbedingten Schäden in der Kraftfahrt- und Wohngebäudeversicherung. Im Sommer belasteten einige Hagelschäden und Stürme die Geschäftsjahresschadenquote. Die Abwicklung verbesserte sich brutto gegenüber dem Vorjahr; die Bruttoschadenquote sank aufgrund des Anstiegs der Bruttobeiträge um 1,7 Prozentpunkte auf 70,8 (72,5) %. Das versicherungstechnische Nettoergebnis schloss mit einem Verlust von 8 (33) Mio. EUR, der Schwankungsrückstellung wurden 25 (9) Mio. EUR zugeführt. Das Kapitalanlageergebnis belief sich vor Abzug des technischen Zinses auf 47 (54) Mio. EUR. Insgesamt wurde für das Berichtsjahr eine Nettoverzinsung von 3,4 (4,0) % erreicht. Die Stabilisierung des Marktes in der Kraftfahrtversicherung hat sich weiter fortgesetzt. Das durchschnittliche Prämienniveau ist gegenüber dem Vorjahr um 2 % gestiegen. Die HDI Direkt Versicherung AG will sich auf dem Markt der Kraftfahrtversicherung auch zukünftig als preisgünstiger Anbieter positionieren. Besonderen Wert legt sie auch weiterhin auf den Ausbau der übrigen Versicherungssparten im Privatgeschäft. Hier können in den Sparten Haftpflicht, Unfall und Sachversicherungen besonders kundengerechte, modular gestaltete Produkte angeboten werden. Insgesamt ist eine leichte Steigerung der Beitragseinnahmen für 2012 geplant. Bancassurance-GesellschaftenDie Bancassurance umfasst in Deutschland drei Kooperationen mit Banken und Sparkassen: die neue leben-Gruppe, die PB Versicherungen und die TARGO Versicherungen. Diese Versicherungsgesellschaften sind insbesondere in den Bereichen Lebens-, Renten- und Unfallversicherungen tätig und haben ihre Standorte in Hamburg, Hameln und Hilden. neue leben Lebensversicherung AGDie neue leben Versicherungen positionieren sich als Vorsorgespezialisten und kompetente Partner der Sparkassen mit hoher Expertise in den Geschäftsfeldern private und betriebliche Vorsorge. Mit einem System aus leistungsstarken Produkten, flexiblen Vorsorgelösungen und maßgeschneiderten Zielgruppenkonzepten haben sie sich bei ihren Vertriebspartnern und Kunden als Innovatoren und Qualitätsanbieter im Vorsorgebereich etabliert. Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft stiegen im Berichtsjahr um 9 % auf 462 Mio. EUR. Die für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft maßgeblichen laufenden Neugeschäftsbeiträge nahmen dabei um 4 % auf 55 Mio. EUR zu. Die Einmalbeiträge konnten entgegen dem Markttrend sogar um 10 % auf 407 Mio. EUR gesteigert werden. Das Gewicht zwischen den Segmenten verlagerte sich von den konventionellen Vorsorgeprodukten weiter auf die fondsgebundenen Kapital- und Rentenversicherungen. Die Neugeschäftsbeiträge dieses Produktsegments stiegen um 64 % auf 98 Mio. EUR, wobei der Zuwachs sowohl aus den laufenden Beiträgen als auch aus den Einmalbeiträgen resultiert. Mit 97 Mio. EUR waren insbesondere die fondsgebundenen Rentenversicherungen - darunter vor allem die Hybridprodukte - der Wachstumsträger. Das Neugeschäft der konventionellen Vorsorgeprodukte verblieb mit einem Anstieg der Neugeschäftsbeiträge um 0,3 % auf 338 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Risikoprodukte - Risikolebens-, Restschuld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen -, deren Neugeschäftsbeiträge um 3 % auf 26 Mio. EUR gesteigert werden konnten, tragen nur in geringem Maße zum gesamten Neugeschäft bei. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen von 1.011 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.045 Mio. EUR im Berichtsjahr. Damit wurde gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 3 % erzielt. Die verdienten Beiträge für eigene Rechnung entwickelten sich mit 1.031 (996) Mio. EUR entsprechend. Das gesamte Kapitalanlageergebnis belief sich auf 351 (332) Mio. EUR. Für das Berichtsjahr wurde damit eine Nettoverzinsung von 4,5 (4,4) % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss vor Gewinnabführung von 18 (18) Mio. EUR verzeichnet werden. Das nach der Einstellung in die gesetzliche Rücklage verbleibende Ergebnis von 17 Mio. EUR wird an die neue leben Holding AG abgeführt. Die neue leben Holding AG ist die 100-prozentige Muttergesellschaft der neue leben Lebensversicherung AG und der neue leben Unfallversicherung AG. An der neue leben Pensionsverwaltung AG ist die neue leben Holding AG zu 49 % beteiligt, die wiederum zu 100 % an der neue leben Pensionskasse AG beteiligt ist. Im Berichtsjahr hat die neue leben Holding AG eine 50-prozentige Beteiligung an der nl-PS Betriebliche Vorsorge GmbH für 2 Mio. EUR erworben. Hauptaktionärin der neue leben Holding AG ist mit 67,5 % minus einer Aktie die Talanx Deutschland AG. Weitere Anteilseigner sind mit Beginn des Jahres 2011 mittelbar und unmittelbar drei Sparkassen. Im Geschäftsjahr 2011 ist der Jahresüberschuss der neue leben Holding AG um 0,7 Mio. EUR auf 22 (21) Mio. EUR gestiegen. Der maßgebliche Anteil resultiert aus der Gewinnabführung der neue leben Lebensversicherung AG. Die neue leben Lebensversicherung AG hat einen Bilanzgewinn von 17 (17) Mio. EUR erzielt, der in voller Höhe an die neue leben Holding AG abgeführt wird. Ebenso wurden bei der neue leben Holding AG Erträge aus Ergebnisabführung der neue leben Unfallversicherung AG in Höhe von 5 (4) Mio. EUR vereinnahmt. Die neue leben Pensionsverwaltung AG beendete das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von 0,8 Mio. EUR, dieser wird nach Verrechnung eines Verlustvortrages aus dem Vorjahr (0,3 Mio. EUR) zur Ausschüttung an die neue leben Holding AG verwendet. Der Bilanzgewinn der neue leben Holding AG beträgt im Geschäftsjahr nach Zuführung zu den Gewinnrücklagen 21 (20) Mio. EUR. TARGO Lebensversicherung AGDie TARGO Lebensversicherung AG ist exklusiver Versicherungspartner der TARGOBANK. Mit der langfristigen Ausrichtung der Kooperation bis 2025 zeigen beide Partner ihre Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit und schaffen die Grundlage für den weiteren kontinuierlichen Ausbau, deren Schwerpunkt im Bereich Schutz und Vorsorge liegt. Alle Produkte werden exklusiv für die Vertriebswege des Bankpartners entwickelt. Die Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft gingen im Berichtsjahr in einem schwierigen Marktumfeld um 17 % auf 491 Mio. EUR zurück. Die Einmalbeiträge sanken erwartungsgemäß um 23 % auf 385 Mio. EUR. In der Sparte Einzelleben konnte aber ein deutlicher Wechsel von Neugeschäft gegen Einmalbeitrag zu Neugeschäft gegen laufenden Beitrag vollzogen werden. Die laufenden Neugeschäftsbeiträge der Gesellschaft entwickelten sich daher positiv und stiegen um 12 % auf 106 Mio. EUR. Einen maßgeblichen Anteil an diesem Wachstum haben die konventionellen Vorsorgeprodukte, die einen Anstieg um 16 % auf 80 Mio. EUR verzeichneten. Bei den Restschuldversicherungen dagegen gingen die Neugeschäftsbeiträge um 3 % auf 6 Mio. EUR zurück. Im Berichtsjahr beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 862 (951) Mio. EUR. Diese Entwicklung resultiert ausschließlich aus dem erwartungsgemäßen Rückgang der Einmalbeiträge in Einzelleben. Der Anstieg der Beiträge in der Kreditlebensversicherung um 8 % konnte diesen Rückgang nicht überkompensieren. Bei den laufenden Bruttobeiträgen im selbst abgeschlossenen Geschäft konnte ein leichter Anstieg um 2 % auf 426 Mio. EUR verzeichnet werden. Das Kapitalanlageergebnis belief sich insgesamt auf 105 (108) Mio. EUR. Für das Berichtsjahr wurde damit eine Nettoverzinsung von 4,1 (4,6) % erreicht. Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss von 42 (40) Mio. EUR erzielt werden. PB Lebensversicherung AGGemeinsam mit ihrem Partner Deutsche Postbank AG bietet die PB Lebensversicherung AG Versicherungsprodukte an, die optimal auf die Bedürfnisse der Postbankkunden ausgerichtet sind. Die Kooperation verbindet die Vertriebskraft der Deutsche Postbank AG mit dem Versicherungs-Know-how der Talanx. Zur Verschlankung der Gesellschaftsstruktur wurde im Berichtsjahr die PBV Lebensversicherung AG, Hilden, auf die PB Lebensversicherung AG, Hilden, rückwirkend zum 1. Januar 2011 verschmolzen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden im Folgenden die für die beiden Gesellschaften zusammengefassten Vorjahreswerte zugrunde gelegt. Die Neugeschäftsbeiträge lagen mit 315 Mio. EUR leicht unter Vorjahresniveau. Während die laufenden Neugeschäftsbeiträge im Vergleich zum Vorjahr um 1 % auf 47 Mio. EUR gesteigert werden konnten, sanken die Einmalbeiträge (inklusive Kreditleben) geringfügig auf 268 (269) Mio. EUR. Im Berichtsjahr beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge der PB Lebensversicherung AG auf 759 (770) Mio. EUR. Die verdienten Nettobeiträge betrugen 716 Mio. EUR, nach 741 Mio. EUR im Vorjahr. Das Kapitalanlageergebnis konnte von 137 Mio. EUR auf 165 Mio. EUR gesteigert werden. Für das Berichtsjahr wurde eine Nettoverzinsung von 4,6 (4,4) % erreicht. Der Jahresüberschuss stieg leicht auf 26 Mio. EUR. Nach Dotierung der gesetzlichen Rücklage verblieb ein Bilanzgewinn von 25 Mio. EUR. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung InternationalDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International bündelt die Aktivitäten der Privat- und Firmenkunden-Gesellschaften der Bereiche Sachversicherung, Lebensversicherung sowie der Bancassurance im Ausland und ist in 15 Ländern mit über acht Millionen Kunden präsent. Geführt wird er durch die Talanx International AG. Talanx International AGDie Talanx International AG ist im Talanx-Konzern zuständig für die Steuerung der im Ausland angesiedelten, rechtlich selbstständigen Versicherungsgesellschaften, welche das Privat- und Firmenkundengeschäft der Marken HDI, HDI-Gerling, CiV und Magyar Posta betreiben. Die Talanx International AG nimmt eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, neue Märkte zu evaluieren und strategische Optionen auf internationaler Ebene zu identifizieren. Ziel der Talanx International AG mit ihren Beteiligungen ist es, wert- und ertragsorientiert zu wachsen. Dank ihrer auf langfristigen Erfolg ausgerichteten Wachstumsstrategie ist sie auf die Herausforderungen von sich stark verändernden Märkten gut vorbereitet. Das Augenmerk liegt dabei auf klar definierten Zielländern und -märkten: Osteuropa (inklusive Russland und der Türkei) sowie Lateinamerika. Die strategische Neuausrichtung auf das internationale Firmen- und Privatkundengeschäft wurde im Berichtsjahr mit der Schaffung des Geschäftsbereichs "Privat- und Firmenversicherung International" beendet. Im Berichtsjahr hat die Talanx International eine Gesellschaft in Argentinien, die Lebens- und Sachversicherungsgeschäft betreibt, sowie einen Sachversicherer in Uruguay und eine Gesellschaft in Mexiko erworben. Darüber hinaus hat sie für eine Gesellschaft (TU Europa) in Polen, die sowohl Lebens- als auch Sachversicherungsprodukte anbietet, den Kaufvertrag unterzeichnet und erwartet das Closing im laufenden Geschäftsjahr. Nach dem Bilanzstichtag, am 19. Januar 2012, hat die Talanx International einen Vertrag zum Erwerb der Anteile an der polnischen Warta unterzeichnet. Nach Vollzug, der die Genehmigung der zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden voraussetzt und ebenfalls im Laufe des laufenden Geschäftsjahres erwartet wird, wird die Talanx International 70 % und unser Partner Meiji Yasuda 30 % der Warta-Anteile halten. Zum 31. Dezember 2011 wurde dem Geschäftsbereich erstmals das Privat- und Firmenkundengeschäft der HDI Österreich zugerechnet. Insgesamt war die Talanx International zum Ende des Berichtsjahres in 15 Ländern mit Tochtergesellschaften vertreten. Der überwiegende Teil der internationalen Gesellschaften konnte sein Prämienvolumen im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs stiegen um 11 % gegenüber der Vergleichsperiode auf insgesamt 2,5 (2,2) Mrd. EUR. Im Berichtsjahr verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis von -136 Mio. EUR auf -43 Mio. EUR, da Sondereffekte, wie beispielsweise im Jahr 2010 die Flut- und Winterschäden in Polen oder das Erdbeben in Chile, im Berichtsjahr ausblieben. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei den internationalen Sachversicherungen lag bei 99 (105) % und damit um rund 6 Prozentpunkte besser als in der Vergleichsperiode. Aufgrund der Umstrukturierung des Talanx-Konzerns wurde zum 1. Januar 2011 das Neugeschäft der Aspecta-Gesellschaften in Luxemburg und Liechtenstein größtenteils eingestellt. Die Talanx International AG erzielte Erträge aus Dividendenzahlungen ihrer Beteiligungsgesellschaften in Höhe von insgesamt 14 (21) Mio. EUR sowie aus Zuschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte in Höhe von 8 Mio. EUR. Dem stehen Abschreibungen auf Beteiligungen in Höhe von 37 Mio. EUR und Holdingaufwendungen in Höhe von insgesamt 21 Mio. EUR gegenüber. Aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags erfolgt ein Verlustausgleich in Höhe von 36 Mio. EUR durch die Talanx AG; im Vorjahr konnten 21 Mio. EUR abgeführt werden. Auch für das Geschäftsjahr 2012 verfolgt das ausländische Privatkundengeschäft eine klare Expansionsstrategie und zielt dabei auf Wachstum bei angemessener Profitabilität ab. Geschäftsbereich RückversicherungDer Geschäftsbereich Rückversicherung des Talanx-Konzerns, in dem die Schaden- und Personen-Rückversicherung zusammengefasst ist, besteht hauptsächlich aus der Hannover Rück-Gruppe als einer der führenden Rückversicherungsgruppen der Welt. Die Talanx AG hält 50,2 % der Anteile an der Hannover Rückversicherung AG (Hannover Rück), die übrigen Aktien der börsennotierten Gesellschaft sind im Besitz institutioneller und privater Investoren. Die Hannover Rückversicherung AG zeichnet mit wenigen Ausnahmen seit dem 1. Januar 1997 die aktive Rückversicherung des Konzerns nur im Ausland. Ihre Tochtergesellschaft, die E+S Rückversicherung AG, ist hingegen für das Deutschlandgeschäft innerhalb des Hannover Rück-Konzerns zuständig. Ein regionaler Risikoausgleich zwischen Hannover Rück und E+S Rück wird durch gegenseitige Retrozession sichergestellt. Hannover Rückversicherung AGDie (Rück-)Versicherungswirtschaft sah sich im Berichtsjahr mit außerordentlich hohen Belastungen speziell aus Naturkatastrophen konfrontiert. Ferner sorgten die Staatsschulden einiger europäischer Länder für schwierige Bedingungen an den internationalen Kapitalmärkten, was die Kapitalanlageerträge der Unternehmen deutlich schmälerte. Angesichts dieser Umstände ist die Hannover Rück mit ihrer Geschäftsentwicklung zufrieden. Die Bruttoprämie für das Gesamtgeschäft erhöhte sich um 6 % auf 9,1 (8,6) Mrd. EUR. Der Selbstbehalt stieg von 76,4 % auf 77,5 %. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich um 9 % auf 7,0 (6,4) Mrd. EUR. Auch wenn die Hurrikansaison in Nord- und Mittelamerika erneut recht moderat verlief, so hatte die (Rück-)Versicherungswirtschaft im Berichtsjahr außergewöhnlich hohe Belastungen zu tragen. Größtes Schadenereignis für die Versicherungswirtschaft waren das Erdbeben in Japan und der daraus resultierende Tsunami, was für die Hannover Rück zu einer Nettobelastung von 114 Mio. EUR führte. Aber auch die Überschwemmungen in Thailand brachten hohe Schäden mit sich. Für die Hannover Rück entstanden hieraus Belastungen von 125 Mio. EUR. Diese und weitere Großschäden resultierten in einer Netto-Großschadenbelastung für das Berichtsjahr von 552 Mio. EUR. Die schweren Naturkatastrophen im ersten Quartal lösten eine gewisse Trendwende aus. Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan im März des Berichtsjahres ließen sich erwartungsgemäß Preiserhöhungen für nichtproportionale Erdbebendeckungen sowie Konditionsverbesserungen bei proportionalen Verträgen erzielen. Das Lebensrückversicherungsgeschäft entwickelte sich erfreulich. Die steigende Bedeutung für Versicherungsprodukte der Altersvorsorge bei den Versicherungsnehmern hat das Geschäft der Hannover Rück positiv beeinflusst. In diesem Segment konnten die Aktivitäten insbesondere in Großbritannien im Bereich der Vorzugsrenten weiter ausgebaut werden. Die Hannover Rück zählt damit zu den führenden Rückversicherern. Mit den Marktbedingungen in der Schaden-Rückversicherung ist die Hannover Rück überwiegend zufrieden. Die Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2012 verlief erfreulich. Angesichts des immer noch unsicheren Kapitalmarktumfelds und der damit verbundenen Schwierigkeiten, ausreichende Kapitalanlageerträge zu erzielen, war die Disziplin, risikogerechte Preise zu quotieren, unter den Rückversicherern hoch. Im Durchschnitt konnte die Hannover Rück bessere Konditionen und Raten erzielen als im vorigen Jahr. Angesichts dieses attraktiven Umfelds konnte sie ihr Prämienvolumen um rund 6 % steigern. Für ihre nationalen und internationalen Aktivitäten im Bereich der Lebens-, Renten- und Krankenrückversicherung erwartet die Hannover Rück auch für die Zukunft eine dynamische Geschäftsentwicklung. Die Alterung der Bevölkerung in den Industrieländern, die fortschreitende Globalisierung und auch die stetige Verbesserung des Lebensstandards in den Schwellenländern sind die wesentlichen Treiber für das Wachstum der weltweiten Personen-Rückversicherungsmärkte in den kommenden Jahren. Dabei fragen die Lebenserstversicherer vermehrt maßgeschneiderte, an ihre Bedürfnisse angepasste Rückversicherungslösungen nach. Als einer der führenden internationalen Personen-Rückversicherer stellt sich die Hannover Rück der Herausforderung, in einem kompetitiver werdenden Marktumfeld den individuellen Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden. Für das laufende Jahr strebt die Hannover Rück wieder ein steigendes Prämienvolumen an. Aufgrund der dargestellten zufriedenstellenden bis guten Marktbedingungen in der Schaden- sowie der Lebens- und Krankenrückversicherung und ihrer strategischen Ausrichtung dürfte 2012 für sie ein gutes Geschäftsjahr werden. E+S Rückversicherung AGDas Wachstum des internationalen Geschäfts der E+S Rück überkompensierte im Berichtsjahr einen leichten Rückgang im deutschen Portfolio und führte zu einem Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 21 Mio. EUR auf 2.524 (2.503) Mio. EUR. Insbesondere die Sparten Feuer, Haftpflicht, Kraftfahrt sowie die sonstigen Zweige verzeichneten steigende Prämieneinnahmen bei überwiegend auskömmlichen Raten und Konditionen, wodurch das rückläufige Geschäft der Sparten Leben und Kranken sowie Unfall, Transport und Luftfahrt mehr als ausgeglichen wurde. Die verdienten Nettoprämien der E+S Rück stiegen infolge eines erhöhten Selbstbehalts um 2,1 % auf 1.987 (1.946) Mio. EUR. Gleichzeitig sanken die Nettoschadenaufwendungen für Versicherungsfälle um 3 % auf 1.561 (1.613) Mio. EUR, vor allem bedingt durch niedrigere Aufwendungen in den Sparten Kraftfahrt, Haftpflicht, Unfall, Transport und Leben. Besonders bemerkenswert ist hierbei, dass sich die Nettoschadenaufwendungen trotz erhöhter Großschadenbelastung reduzierten. Auch wenn die Hurrikansaison in Nord- und Mittelamerika erneut recht moderat verlief, so hatte die (Rück-)Versicherungswirtschaft im Berichtsjahr doch außergewöhnlich hohe Belastungen zu tragen. Größtes Einzelereignis war für die E+S Rück das Erdbeben in Japan mit einer Nettobelastung von 25 Mio. EUR. Auch die Überschwemmungen in Thailand belasteten mit 17 Mio. EUR. Diese und andere Naturkatastrophen sowie eine Reihe von Frequenzschäden resultierten in einer Netto-Großschadenbelastung für das Berichtsjahr von 107 Mio. EUR. Dieser Wert übertraf den bereits überdurchschnittlich hohen Wert des Vorjahres von 78 Mio. EUR deutlich. Der - trotz der verbesserten Versicherungstechnik - durch die Erhöhung der Schwankungsrückstellung angefallene versicherungstechnische Verlust und ein geringeres positives Ergebnis der sonstigen Erträge und Aufwendungen sorgten trotz eines erfreulichen Kapitalanlageergebnisses für einen Rückgang des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit. Dank eines positiven Sondereffekts aus der Rückerstattung von zu viel gezahlten Steuern reduzierte sich dafür die Steuerlast im Berichtsjahr. Der Jahresüberschuss der E+S Rück lag mit 133 Mio. EUR zwar unter dem herausragenden Wert des Vorjahres von 176 Mio. EUR, ist aber dennoch insgesamt recht erfreulich. Für 2012 strebt die E+S Rück auf Grundlage der zufriedenstellenden bis guten Marktbedingungen in der Schaden- und Personen-Rückversicherung und ihrer strategischen Ausrichtung erneut ein erfreuliches Ergebnis an. Voraussetzungen dafür sind allerdings, dass sich die Großschäden im Bereich der Erwartungen bewegen und es zu keinen neuen Verwerfungen an den Finanzmärkten kommt. KonzernfunktionenDas Segment Konzernfunktionen umfasst neben der Talanx AG auch die internen Dienstleistungsgesellschaften Talanx Systeme AG für IT und Talanx Service AG - diese bündelt inländische Zentralfunktionen wie Rechnungswesen, Inkasso, Einkauf, Facility Management und Personal -, die Vermögensverwaltung über die Investment-Gesellschaften Talanx Asset Management GmbH (ehemals AmpegaGerling Asset Management GmbH), AmpegaGerling Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH (ehemals AmpegaGerling Immobilien Management GmbH) sowie den konzerninternen Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker AG (vormals Protection Reinsurance Broker). Die Talanx Asset Management GmbH erbringt ihre Finanzdienstleistungen ausschließlich im Rahmen des Konzernprivilegs, namentlich gegenüber konzerninternen Versicherungs- und sonstigen Unternehmen im Talanx-Konzern. Ihre Geschäftstätigkeit umfasst neben dem Asset-Management für die Gesellschaften des Talanx-Konzerns das vollständige Angebot administrativer Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung einschließlich Steuern und Meldewesen nach HGB und IFRS, Performance Measurement, Investment-/Risk-Controlling, Compliance, Investment-Reporting sowie Financial Analysis/Asset-Liability-Management in Abstimmung mit den Versicherungsträgern. Die Geschäftstätigkeit der Talanx Immobilien Management GmbH umfasst neben dem Asset-Management für die Versicherungsträger im Talanx-Konzern auch Leistungen in den Bereichen Investments und Entwicklung inklusive der dazugehörigen Abteilungen Vermietung und Projektmanagement. Die AmpegaGerling Investment GmbH (AIG) ist eine Kapitalanlagegesellschaft nach deutschem Recht gemäß § 2 Abs. 6 des Investmentgesetzes (InvG). Eigentümer der AIG sind zu 94,9 % die Talanx Asset Management GmbH (TAM) sowie zu 5,1 % die Alstertor Erste Beteiligungs- und Investitionssteuerungs-GmbH & Co. KG (Alstertor). Die AIG verwaltet richtlinienkonforme Sondervermögen, Immobiliensondervermögen, gemischte Sondervermögen, Altersvorsorge-Sondervermögen und betreibt außerdem die Finanzportfolioverwaltung für institutionelle Kunden. Zudem verwaltet sie Publikums- und Spezialfonds. Im Vordergrund stehen jedoch das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Die Absatzsituation der Investmentbranche war im Jahr 2011 stark geprägt von der Ausweitung der Finanzmarktkrise, die sich infolge der ungelösten Schuldenkrisen in den USA und Europa wieder deutlich verschärfte. Als Folge verzeichnet die Branche laut Statistik des Bundesverbandes BVI bei den Wertpapierfonds Nettomittelrückflüsse in Höhe von 13,4 Mrd. EUR mit Stand November 2011, wobei sich der negative Trend zum Jahresende hin verstärkte. In dieser schwierigen Situation hat sich die AmpegaGerling Investment GmbH vergleichsweise gut behauptet, da keine Nettomittelabflüsse über das Gesamtjahr zu verzeichnen sind und sogar im schwierigen vierten Quartal Mittelzuflüsse in Höhe von 33 Mio. EUR generiert werden konnten. Die AIG erzielte beim Geschäft mit externen Kunden im Berichtsjahr ein Nettomittelaufkommen in Höhe von 66 Mio. EUR. Das Gesamtvermögen der von der Ampega-Gerling Investment GmbH verwalteten Publikumsfonds lag -trotz des positiven Mittelaufkommens - zum Ende des Jahres 2011 mit 3,3 Mrd. EUR um 6 % unter dem Niveau vom Jahresende 2010 (3,5 Mrd. EUR). Ursache für die Reduzierung der selbst verwalteten Kapitalanlagen sind die im zweiten Halbjahr 2011 deutlich nachgebenden Kurse an den internationalen Aktienmärkten, durch die sich das Fondsvermögen vermindert hat. Ergänzend zum Retail-Geschäft betreibt die Gesellschaft das institutionelle Drittkundengeschäft und positioniert sich aufgrund des vorhandenen Know-how-Profils als Outsourcing-Partner für konzernfremde Erstversicherer. Talanx Reinsurance Broker AG ist im Talanx-Konzern dem Segment Konzernfunktionen zugeordnet und befindet sich zu 100 % im Besitz der Talanx AG. Im Berichtsjahr wurde die bis dahin unter Protection Re auftretende Gesellschaft umbenannt und firmiert seit dem 1. September 2011 als Talanx Reinsurance Broker. Die Gesellschaft ist der professionelle Berater und Vermittler für die Komposit-Rückversicherungsabgaben des Talanx-Konzerns. Das Kerngeschäft liegt in der umfassenden Beratung in allen Bereichen der ausgehenden Rückversicherung. Talanx Reinsurance Broker AG übernimmt für Konzernzedenten im jeweils geforderten Umfang die komplette Bandbreite des Geschäftsprozesses Rückversicherung - von der Portfolioanalyse über die Beratung bei der Strukturierung der Rückversicherungsprogramme bis zur Administration und Abwicklung der platzierten Vereinbarungen entwickeln und begleiten spezialisierte Teams tragfähige Lösungen, die die Konzernzedenten nachhaltig bei der Erreichung ihrer wirtschaftlichen Ziele unterstützen. Die notwendigen Rückversicherungskapazitäten für alle von Talanx Reinsurance Broker AG betreuten Konzernzedenten konnten auch für 2012 am Weltmarkt erfolgreich eingedeckt werden. Das operative Ergebnis 2011 beträgt 13 (8) Mio. EUR. Die 2009 in London gegründete Niederlassung der Gesellschaft wurde zum 31. Mai 2011 geschlossen. Das Geschäft wird nun wieder von Deutschland aus betreut. Besondere Ereignisse nach dem StichtagGroßschadenereignisseDer Brand der Bohrplattform KS Endeavor vor der Küste Nigerias am 16. Januar 2012 wird für unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück zu einem geschätzten Schaden in einem sehr niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen. Am 16. sowie am 23. Januar 2012 berichtete die Hannover Rückversicherung AG über die Auswirkungen der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia. Die Nettobelastung aus der Schiffskaskoversicherung beläuft sich auf ca. 30 Mio. EUR, Haftpflichtansprüche sind zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. Der Gesamtschaden für die Hannover Rück als einen der führenden Transportrückversicherer könnte sich auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen. Sonstige EreignisseMit Pressemitteilung vom 20. Januar 2012 hat unsere Tochtergesellschaft Talanx International AG, Hannover, den Erwerb von 100 % der TUiR Warta S. A. (Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji Warta S. A.) von der belgischen KBC-Gruppe zum Preis von 770 Mio. EUR bekannt gegeben. Der Erwerb steht u. a. unter dem Genehmigungsvorbehalt der zuständigen Behörden. Im Rahmen des Unternehmenserwerbs soll unser strategischer Partner Meiji Yasuda Life Insurance Company 30 % dieser Anteile übernehmen. Zur Warta-Gruppe gehört auch der Lebensversicherer Warta Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie S. A. Das Closing wird für die zweite Hälfte 2012 erwartet. Mit Pressemitteilung vom 26. Januar 2012 informierte die Hannover Rückversicherung AG über die erneute Beteiligung des Kapitalmarkts an (Natur-)Katastrophenrisiken durch eine Aufstockung der Schutzdeckung "K-Zession" (vormals "K6") in Höhe von umgerechnet rund 15 Mio. EUR auf 270 Mio. EUR. Die Schutzdeckung ist ein proportionales Retrozessionsprogramm, mit dem das traditionelle Schutzdeckungsprogramm zur Absicherung gegen Spitzenrisiken, wie beispielsweise Naturkatastrophen, ergänzt wird. Die Transaktion wurde weltweit bei institutionellen Investoren platziert und ist vollständig besichert. Die Zessionsrate beträgt rund 37 % und bezieht sich auf ein Portfolio aus nichtproportionalen Rückversicherungsverträgen der sechs Hauptzonen für Katastrophenrisiken sowie auf die Luftfahrt- und Transport- (inklusive Meerestechnik-)Sparten. RisikoberichtRisikostrategieDie aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Risikostrategie formuliert die Ziele und Strukturen des Risikomanagements. Voraussetzungen für die Übernahme von Risiken sind Vorgaben und Entscheidungen des Vorstands zum Risikobudget des Konzerns. Die Risikostrategie bildet als eigenständiges Regelwerk das Fundament für das konzernweite Risikomanagement. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist die Risikostrategie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider. Als international operierender Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzern gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit verbunden sind. Sowohl die Unternehmens- als auch die Risikostrategie unterliegen einem etablierten Überprüfungsprozess. Durch diese Überprüfung unserer Annahmen und eine gegebenenfalls daraus abgeleitete Adjustierung wollen wir die Adäquanz unserer strategischen Leitlinien und damit ein Handeln auf adäquater Informationsbasis sicherstellen. Funktionen innerhalb des RisikomanagementsystemsWesentlich für ein effizientes und effektives Risikomanagementsystem ist das Zusammenwirken der einzelnen (Risiko-) Funktionen und Gremien innerhalb des Gesamtsystems. Die Talanx hat die Rollen wie folgt definiert: scroll
Neben diesen (Risiko-)Funktionen und Gremien sind für gesonderte Themen auch organisatorische Strukturen, wie z. B. Krisenstäbe für die Bewältigung von Notfallereignissen und Krisenfällen, implementiert. RisikomanagementprozessAls Holding eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen trägt die Talanx AG nicht nur eigene unternehmerische Risiken, sondern ist auch an den Risiken ihrer Tochtergesellschaften beteiligt. Die Talanx AG und ihre Tochtergesellschaften arbeiten mit vielfältigen Verfahren und Instrumenten zur Risikobeobachtung und -steuerung. Die Talanx verfolgt einen zentral-dezentralen Ansatz. Im Rahmen des zukünftig zu verwendenden internen Modells (für Solvency II) obliegt die Verantwortung und in unwesentlichen Teilen auch der Betrieb von Modellen konzernweit relevanter Risikokategorien dem Konzern. In den Geschäftsbereichen erfolgt der Betrieb der Modelle, die versicherungstechnische Risiken abbilden. Deren Fortentwicklung erfolgt gemeinsam, wobei die Modellhoheit bei der Konzernholding liegt. Durch Auditierungen prüft der Konzern die Adäquanz der implementierten Modelle sowie die Einhaltung von Konzernrichtlinien. Der Risikomanagementprozess umfasst die Identifikation, Messung, Analyse, Bewertung, Limitierung, Überwachung und Steuerung von Risiken sowie die Risikoberichterstattung. Wir identifizieren konzernweit Risiken über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Durch zentrale Überprüfungsverfahren wird die Vollständigkeit der Risiken sowie die qualitative Analyse und Bewertung überprüft. Weiter gehende Analysen nehmen dann die Risikomanagementeinheiten der Geschäftsbereiche vor. Übergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Die maßgeblichen Methoden und Verfahren sind dokumentiert und Gegenstand der internen Angemessenheitsüberprüfungen sowie der Prüfungen seitens der internen Revision. Im Berichtsjahr wurde mit einer Weiterentwicklung in Richtung der konzernweiten Harmonisierung der Erfassungsmethode begonnen. Neben der softwarebasierten Risikoerfassung führt das Konzernrisikomanagement quartalsweise Gespräche mit dem dezentralen Risikomanagement der Geschäftsbereiche sowie den konzerninternen Dienstleistungsgesellschaften. Diese Risikogespräche unterstützen die Analyse und Bewertung der Risiken auf Ebene der Talanx AG. Für wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist ein Eskalationsverfahren auch in Richtung Konzernrisikomanagement vereinbart, sodass ein Ad-hoc-Risikomanagement auf Ebene der Talanx AG gewährleistet ist. Zur Messung, Analyse und Bewertung von Risiken leitet das Konzernrisikomanagement aus den dezentralen Risiken mithilfe eines internen Risikokapitalmodells die Risikosituation des Talanx-Konzerns ab. Mit diesem internen Risikokapitalmodell nehmen wir eine Bewertung der Risiken vor. Es lehnt sich im Berichtszeitraum noch in wesentlichen Bereichen (allerdings verfeinert) an das sogenannte GDV-Standardmodell an und dient der Risikoanalyse und -bewertung von Einzelrisiken sowie der gesamten Risikoposition des Konzerns. Ein zentrales Ziel der Risikoquantifizierung ist es, das Risikokapital auf der Basis eines 99,97-prozentigen Value at Risk zu berechnen. Der betrachtete Zeithorizont des Modells beträgt ein Kalenderjahr. Im Risikomodell werden Korrelationseffekte zwischen Konzerngesellschaften und Risikokategorien berücksichtigt. Parallel zu dem GDV-Modell erfolgte im Berichtsjahr die Berechnung des Solvenzkapitals für 2009 und 2010 auf Basis des internen Modells, das die Grundlage für die Umsetzung von Solvency II in der Talanx-Gruppe bildet. Seit 2008 befindet sich die Talanx-Gruppe in der Vorantragsphase. Im Zuge des Genehmigungsprozesses führte und führt die BaFin umfangreiche Prüfungen in allen Geschäftsbereichen durch. Im Rahmen der Risikolimitierung verfolgt die Vorgabe von Spitzenkennzahlen den Zweck, innerhalb unseres zentralen Limit- und Schwellenwertsystems Risiken des Konzerns zu steuern und zu überwachen. Limite und Schwellenwerte für quantitativ messbare Risiken sollen dabei die Risikosteuerung und -überwachung operationalisieren. Nicht oder schwer quantifizierbare wesentliche Risiken (z. B. operationale Risiken) überwachen und steuern wir primär durch Prozesse und Verfahren. Bei der Risikoüberwachung unterscheiden wir insbesondere zwischen der prozessintegrierten unabhängigen Überwachung und der prozessunabhängigen Überwachung. Die prozessintegrierte unabhängige Überwachung liegt vor allem bei dem Risikokomitee, dem Chief Risk Officer und den ihn unterstützenden Organisationseinheiten. Die prozessunabhängige Überwachung erfolgt insbesondere durch die interne Revision und den Aufsichtsrat. Unsere Risikoberichterstattung verfolgt das Ziel, systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren sowie eine ausreichende unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Die regelmäßige Berichterstattung zur aktuellen Geschäftsentwicklung sowie zum Risikomanagement verfolgt dabei das Ziel zu gewährleisten, dass der Vorstand der Talanx AG über Risiken laufend informiert ist und gegebenenfalls steuernd eingreifen kann; auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage informiert. Über wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist der Vorstand der Talanx AG ad hoc zu informieren. Mögliche Folgen von Risiken sind nicht nur zu dokumentieren, sondern haben auch in die Jahresplanungen der Konzernunternehmen einzufließen, sodass die Risiken der künftigen Entwicklung und entsprechende Gegenmaßnahmen zeitnah berücksichtigt werden. Die Planungen aller Konzernsegmente und des gesamten Konzerns werden im Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG diskutiert und verabschiedet. Die Talanx AG erstellt auf dieser Basis ihren eigenen Ergebnisplan. Ziel dieses Planungsprozesses ist, die zukünftige Entwicklung ebenso zu berücksichtigen wie die Interdependenzen zwischen den Plänen der Tochtergesellschaft und der Talanx AG. Im Rahmen des Performance-Management-Zyklus werden bei der Planung sowohl operative als auch strategische Aspekte berücksichtigt. Unsere Entscheidungs- und Überwachungsprozesse dienen nicht nur dem Zweck, die umfassenden Anforderungen des Versicherungsaufsichtsgesetzes an das Berichts- und Meldewesen zu erfüllen, sie beziehen sich vielmehr auch auf die Erstellung und Überprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, das interne Kontrollsystem und den Einsatz von Planungs- und Controllinginstrumenten. Im Berichtsjahr wurde unser Risikomanagement im Bereich der Erstversicherung von Standard & Poor's mit "adequate with positive trend" beurteilt. Das Risikomanagement der Hannover Rück wurde von S&P mit "strong" beurteilt. Bei der Talanx Asset Management sowie der AmpegaGerling Investment GmbH ist im Jahr 2009 und 2010 die Zertifizierung des US-amerikanischen Prüfungsstandards sas No. 70 ("Statement on Auditing Standards No. 70") erfolgt. Die Zertifizierung dient als Nachweis einer angemessenen Ausgestaltung des Kontrollsystems sowie einer wirksamen Umsetzung der Kontrollen. Im Berichtsjahr wurde die Prüfung nach dem Standard sas No. 70 durch die Prüfung nach dem internationalen Standard ISAE 3402 ersetzt. Risiken der künftigen EntwicklungDie Risiken, denen die Talanx AG ausgesetzt ist, haben wir in Risikogruppen zusammengefasst und auf Basis der bestehenden Standards analysiert und bewertet. Zu den Risikogruppen zählen:
Die globalen Risiken umfassen Risiken aus der Veränderung von sowohl politischen als auch wirtschafts- und steuerrechtlichen Bestimmungen. Diese werden vom Vorstand der Talanx AG und den entsprechenden Gremien für den gesamten Konzern erörtert und insbesondere durch Verbandstätigkeit, Informationsdatenbanken sowie den ständigen Austausch mit dem lokalen Management überwacht. Zu den Beteiligungsrisiken zählen insbesondere die Ergebnisentwicklung der einzelnen Tochterunternehmen, die Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und eine mögliche mangelnde Ausgewogenheit des Geschäfts. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Negative Ergebnisentwicklungen in den Tochtergesellschaften können zudem Abschreibungsbedarf auf die Beteiligungsbuchwerte bei der Talanx AG auslösen. Auch bezüglich jüngerer Auslandsakquisitionen unter Einbindung unseres Partners Meiji Yasuda als Minderheitsaktionär besteht das regulatorische Risiko, dass im Rahmen des internen Modells nach Solvency II zukünftig die Risiken aus diesen Beteiligungen 100-prozentig rechnerisch beim Ermitteln des erforderlichen Gruppensolvenzkapitals zu berücksichtigen sind, die Eigenmittel des Minderheitsaktionärs aber nicht korrelierend berücksichtigt werden dürfen (haircut). Unseres Erachtens sind grundsätzlich die Eigenmittel des Minderheitsaktionärs richtigerweise zu berücksichtigen bzw. der Risikoanteil, der auf das Minderheitsaktionariat entfällt, ist abzusetzen. Die Diskussionen hierüber sind unter dem laufenden Solvency II nicht abgeschlossen; der Ausgang der Diskussion ist ungewiss. Des Weiteren besteht das wesensimmanente Risiko, dass mit Blick auf die gesetzlichen Schutzrechte des Minderheitsaktionärs und auch auf vertraglich eingeräumte Schutzrechte bei Meinungsverschiedenheiten sogenannte Deadlock-Situationen im Beschlussfindungsprozess bestimmter Organe der erworbenen Gesellschaft entstehen, die nur durch Konsensfindung oder - in Ermangelung einer solchen - durch Anteilsübertragungen mit entsprechenden Liquiditätsbelastungen gelöst werden können. Risiken aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen begegnen wir mit geeigneten Instrumenten im Controlling, in der internen Revision und dem Risikomanagement. Durch das standardisierte Berichtswesen erhalten die Entscheidungsträger regelmäßig aktuelle Informationen über den Konzern und über die Geschäftsentwicklung in allen wichtigen Tochtergesellschaften. Sie können so kontinuierlich risikosteuernd eingreifen. Risiken mangelnder Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und mangelnder Ausgeglichenheit des Geschäfts reduzieren wir für die verschiedenen Risikoquellen vor allem durch segmentale und regionale Diversifizierung, geeignete Risikominderungs- und Risikoüberwälzungsstrategien sowie durch gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnisverstetigende Produkt- und Portfoliobereiche. Ziel bei der Gruppe der funktionalen Risiken ist es, das Risiko des Substanzverlusts von Zukäufen und deren ungenügender Rentabilität durch eingehende Due-Diligence-Prüfungen unter Mitwirkung unabhängiger professioneller Berater und Wirtschaftsprüfer sowie intensive Überwachung der Geschäftsentwicklung so gering wie möglich zu halten. Des Weiteren hat die Talanx auf Risiken aus der Finanzierung von Akquisitionen und des Kapitalbedarfs von Tochtergesellschaften sowie auf deren erwartete Rentabilität und Ausschüttungsfähigkeit zu achten. Der Überwachung des Finanzierungsrisikos dienen dabei regelmäßig aktualisierte Liquiditätsrechnungen und -prognosen sowie eine Festlegung der Rangfolge für die Mittelverwendung. Auch beim Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko ist die Talanx AG unmittelbar über die Ergebnisabführungsverträge und die Dividendenzahlungen an den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Der Verschuldungsgrad der Talanx AG ist daher regelmäßig zu überwachen. Im Jahr 2011 betrug das Verhältnis von Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Bilanzsumme 40,9 (39,4) %. Ein hoher Anteil der Rückstellungen betrifft die Pensionsrückstellungen. Talanx veranlasst daher eine regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf ihre Angemessenheit, um dem Risiko möglicher ungenügender Dotierung der Pensionsrückstellungen (z. B. durch Sterblichkeitsänderungen, Inflation und Zinsentwicklung) entgegenzusteuern. Die beschriebenen Instrumente und Verfahrensweisen zur Überwachung und Steuerung der Risiken beinhalten auch eine Planungskomponente, um auch die Risiken der künftigen Entwicklung im Fokus der Betrachtung behalten zu können. Zusammenfassende Einschätzung der RisikolageInsbesondere hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Banken- und Wirtschafts- bzw. Staatsschuldenkrise besteht ein hoher Grad an Unsicherheit, ob sich die diesbezüglichen Risiken nicht zukünftig weiter konkretisieren und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx-Konzerns nachhaltig beeinträchtigen. Die weitere Entwicklung der Krise kann vor allem auch nachhaltige Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherungsnehmer haben. Gleiches, d. h. große Unsicherheit, gilt für die weitere Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen unserer unternehmerischen Tätigkeit. Da die Risikosituation der Talanx AG maßgeblich durch die Risiken der Tochtergesellschaften beeinflusst wird, werden im Folgenden deren Risiken und die Risikomanagementmaßnahmen näher beschrieben. Die Risikolage der Tochtergesellschaften ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien:
Auswirkungen der Banken- und WirtschaftskriseDie Konjunkturlage der deutschen Wirtschaft erscheint uns weiterhin eher robust und zufriedenstellend. Allerdings wird durch das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft und Zweifel an der nachhaltigen Finanzierung einiger Staaten vielfach eine Konjunkturabkühlung prognostiziert. Nach dem langwierigen Schuldenstreit zwischen der US-Regierung und der Opposition hat die Ratingagentur Standard & Poor's die US-Bonität von der Bestnote AAA auf AA+ herabgestuft. Zugleich wurde der Ausblick als "negativ" bewertet. Damit könnte den USA eine weitere Abstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre drohen. Die Ratingagentur Moody's hat die langfristigen Kredite einiger US-Großbanken um eine Stufe schlechter bewertet, da die Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung in einem Krisenfall durch die Regierung als gering eingestuft wurde. Auch die Probleme aus der Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone sind ungelöst. Mittlerweile refinanzieren sich bereits Griechenland, Irland und Portugal über europäische und internationale Hilfsfonds. Insbesondere in Griechenland wird die dringend notwendige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte durch die tiefe und lang anhaltende Rezession in Verbindung mit weiter steigenden Staatsausgaben erschwert. Der Marktwert des Kapitalanlagebestands des Talanx-Konzerns in griechische Staatsanleihen belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2011 auf 3,3 Mio. EUR. Mit dem vom griechischen Parlament im Februar 2012 verabschiedeten Gesetz zum Schuldenschnitt realisiert sich für den Talanx-Konzern das Risiko weiterer Abschreibungen auf dieses Emittentenexposure. Aufgrund unseres zum Ende des Berichtsjahres sehr niedrig ausfallenden Bestandes wird der Abschreibungsbedarf im Jahr 2012 nur sehr geringen Einfluss auf das Kapitalanlageergebnis des Konzerns haben. Das Rating für Italien wurde im Berichtsjahr von der Ratingagentur Standard & Poor's herabgestuft und der Ausblick als negativ bewertet. Der Talanx-Konzern besitzt gegenüber den sogenannten GIIPS-Staaten Kapitalanlagen (Staats- und halbstaatliche Anleihen) zum 31. Dezember 2011 zu Marktwerten in Höhe von 1.297,2 Mio. EUR (davon Italien 634,3 Mio. EUR, Spanien 405,8 Mio. EUR, Irland 220,4 Mio. EUR und Portugal 33,5 Mio. EUR ohne Berücksichtigung der fondsgebundenen Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen), sodass hieraus bonitätsbedingte Ausfälle resultieren können. Durch Sicherungsmaßnahmen auf der europäischen Ebene (sogenannter Europäischer Rettungsschirm) droht bei den Anleihen insbesondere der GIIPS-Staaten jenseits Griechenlands derzeit noch kein erhöhtes Ausfallrisiko. In zunehmendem Maße zeigt sich in internationalen Märkten infolge der Banken- und Wirtschaftskrise sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalanforderungen seitens der Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte auch einzelne ausländische Tochtergesellschaften des Konzerns treffen und Kapitalmaßnahmen erfordern. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise diskutieren die G-20-Staaten ähnliche Eigenkapitalaufschläge für systemrelevante Versicherer wie Banken. Ob es zu derartigen Aufschlägen kommt und wie diese gegebenenfalls bei den Versicherern ausgestaltet werden sollten, ist noch unklar. Die Spannungen im arabischen und nordafrikanischen Raum führten zu gestiegenen Rohstoffpreisen. Engpässe in der globalen Versorgung mit elektrotechnischen Vorprodukten waren die direkte Folge der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan. Der schwelende Atomkonflikt mit dem Iran könnte bei einer Zuspitzung den Anstieg der Rohstoffpreise beschleunigen (und zu erheblichen Verwerfungen im weltweiten Anlegerverhalten und somit zu einer (erneuten) Krise an den Kapitalmärkten führen). Die Talanx unterwirft sich in ihrer Kapitalanlagerichtlinie einem genau definierten Netz von Limiten, um insbesondere existenzgefährdende Risiken in Abhängigkeit von einzelnen Schuldnern zu vermeiden. Im Zuge der fortschreitenden Banken- und Wirtschaftskrise an den Kapitalmärkten wurden in der Talanx-Gruppe die zuvor geltenden Risikolimite in wesentlichen Punkten verschärft. Sollte das derzeit niedrige Zinsniveau anhalten oder gar weiter absinken, ergäbe sich hieraus ein erhebliches Wiederanlagerisiko für die Lebensversicherungsgesellschaften mit klassischen Garantieprodukten, da es zunehmend schwerer würde, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, auch wenn der Konzern dieses Zinsgarantierisiko vor allem durch Zinssicherungsinstrumente (siehe hierzu "Wesentliche versicherungstechnische Risiken") reduziert. Zudem könnte es insbesondere im Zuge weiter sinkender Zinsen und höherer Volatilitäten Rückgänge beim Market Consistent Embedded Value (MCEV) der Leben-Erstversicherer geben. Der MCEV für 2011 wird im Laufe des ersten Halbjahres 2012 berechnet. Im Zuge der Bankenkrise waren im Markt eine Verknappung der Darlehensvergabe der Banken und damit einhergehende mögliche Probleme bei der Beschaffung von liquiden Mitteln zu beobachten. Die Staatsschuldenkrise im Euro-Währungsgebiet und die Befürchtungen hinsichtlich einer weltweiten Verminderung des wirtschaftlichen Wachstums prägen weiterhin das Marktumfeld. Zusätzliche Besorgnis im Bankenbereich entsteht nicht nur aus den möglichen Verlusten auf Anleihen und Kredite an die europäischen Peripherieländer (GIIPS), sondern auch aus den regulatorisch stark angehobenen Anforderungen an das Risikokapital, die zu einem erheblichen Bedarf an neuem Eigenkapital bei den Banken führen bzw. zur Verkürzung der Bilanzen. Eine Kreditverknappung seitens der Banken könnte auch die Talanx AG treffen und ein Liquiditätsrisiko darstellen. Das Liquiditätsrisiko hat für den Talanx-Konzern im Vergleich zur Kreditwirtschaft geschäftsmodellbedingt nur eine untergeordnete Bedeutung, da er durch die laufenden Prämienzahlungen und Zinserträge aus Kapitalanlagen sowie eine liquiditätsbewusste Anlagepolitik grundsätzlich über ausreichend flüssige Mittel verfügt. Zudem stehen dem Konzern umfangreiche ungenutzte Kreditlinien zur Verfügung, die im Geschäftsjahr zum überwiegenden Teil unterjährig verlängert werden können. Liquiditätsrisiken könnten sich jedoch insbesondere durch illiquide Kapitalmärkte ergeben sowie im Lebensversicherungsbereich durch ein erhöhtes Storno der Versicherungsnehmer, wenn zusätzliche Kapitalanlagen kurzfristig in großem Umfang liquidiert werden müssen. Wesentliche versicherungstechnische RisikenDie versicherungstechnischen Risiken in der Schaden- und Unfallversicherung werden getrennt von denen in der Lebensversicherung betrachtet, da sie sich deutlich voneinander unterscheiden. In der Schaden- und Unfallversicherung (Erst- und Rückversicherung) ergeben sich die versicherungstechnischen Risiken in erster Linie aus dem Prämien-/Schadenrisiko und dem Reserverisiko. Das Prämien-/Schadenrisiko ergibt sich daraus, dass aus im Voraus festgesetzten Versicherungsprämien später Entschädigungen zu leisten sind, deren Höhe jedoch zunächst unbekannt ist. So kann der tatsächliche vom erwarteten Schadenverlauf abweichen. Dies kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: das Zufallsrisiko und das Irrtumsrisiko. Beim Zufallsrisiko handelt es sich um die Tatsache, dass sowohl die Anzahl als auch die Höhe von Schäden zufallsbedingt sind und somit den Schadenerwartungswert übersteigen können. Dieses Risiko lässt sich auch bei bekannter Schadenverteilung nicht ausschließen. Das Irrtumsrisiko beschreibt die Gefahr, dass die tatsächliche Schadenverteilung von der angenommenen abweicht. Hier wird zwischen Diagnose- und Prognoserisiko unterschieden. Beim Diagnoserisiko besteht die Möglichkeit, dass der Ist-Zustand aufgrund des Datenmaterials falsch interpretiert wird. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn nur unvollständige Informationen über die Schadendaten vergangener Versicherungsperioden vorliegen. Das Prognoserisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Gesamtschadens nach dem Zeitpunkt der Schätzung unerwartet verändert hat, zum Beispiel durch eine höhere Inflationsrate. Das Prämien-/Schadenrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Talanx-Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Das zweite versicherungstechnische Risiko in der Schaden- und Unfallversicherung, das Reserverisiko, bezeichnet die Gefahr, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um noch nicht abgewickelte und noch nicht bekannte Schäden vollständig zu regulieren. Dies könnte zu einem Nachreservierungsbedarf führen. Zur Risikobeherrschung nehmen die Unternehmen des Talanx-Konzerns eine vorsichtige Rückstellungsbemessung vor. Dabei berücksichtigen die Unternehmen neben den von den Kunden genannten Angaben zu den Schäden auch die Erkenntnisse aus eigenen Schadenprüfungen und -erfahrungen. Außerdem wird eine sogenannte Spätschadenreserve für Schäden gebildet, die voraussichtlich eingetreten, aber noch nicht oder in unzureichender Höhe gemeldet worden sind. Um das Reserverisiko zu reduzieren, wird zusätzlich die Höhe der Rückstellungen regelmäßig auch von externen Aktuaren überprüft; darüber hinaus werden externe Reservegutachten angefertigt. Typische Risiken der Leben-Erstversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter (Zinsniveau, biometrische Annahmen) ändern. Dies gilt auch und vermehrt für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen unter "Wesentliche operationale Risiken" diskutiert werden. Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zur Berechnung von Prämien und Rückstellungen bereits zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich jedoch im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und dadurch zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellungen erforderlich machen. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten Risiken darstellen. Bei Rentenversicherungen resultiert das Risiko vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen, die die Langlebigkeit erhöhen, sodass die Versicherten länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Der dauernden Erfüllbarkeit dieser Verträge dienen Rückstellungen, deren Berechnung auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit beruht. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare stellen sicher, dass die Berechnungsgrundlagen auch Änderungsrisiken über Sicherheitszuschläge hinreichend berücksichtigen. Außerdem bergen Lebensversicherungsverträge Stornorisiken. Beispielsweise könnten bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen für Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte eine ungeplante Realisierung von Verlusten bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zur Folge haben. Daher legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurzlaufenden Kapitalanlagen an. Zusätzlich vergleichen und steuern sie regelmäßig die Duration der Aktiv- und der Passivseite. Des Weiteren können bei Storno Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsvermittlern entstehen, wenn die Forderungen gegenüber Vermittlern uneinbringlich sind. Daher werden die Vermittler sorgfältig ausgewählt. Bei Storno kann zudem ein Kostenrisiko entstehen, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. Das Kostencontrolling und ein Fokus auf variable Vertriebskosten durch Vertriebswege wie Makler begrenzen dieses Risiko. Bei Lebensversicherungsverträgen mit garantierten Zinsleistungen besteht ein Zinsgarantierisiko. Dieses Risiko entsteht, wenn bei Vertragsbeginn einer Lebensversicherung eine Garantieverzinsung auf den in der Prämie enthaltenen Sparanteil vereinbart ist. Das Zinsgarantierisiko hat sich mit der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes dahin gehend verschärft, dass den Versicherungsnehmern bei Vertragsbeendigung eine Beteiligung an den Bewertungsreserven der Kapitalanlagen zusteht. Um die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, müssen die Versicherungsprämien zu entsprechenden Konditionen am Kapitalmarkt angelegt werden. Der Kapitalmarkt verändert sich jedoch im Zeitablauf; zukünftige Kapitalanlagen unterliegen damit dem Risiko schlechterer Konditionen. Ferner ist die Laufzeit der Kapitalanlagen in der Regel meist kürzer als die Laufzeit der Versicherungsverträge, sodass außerdem ein Wiederanlagerisiko besteht. Ein Zinsänderungsrisiko besteht darüber hinaus im Zusammenhang mit garantierten Rückkaufswerten. So kann ein schnell steigendes Zinsniveau zur Bildung von stillen Lasten führen. Bei vorzeitigen Vertragsbeendigungen stünden den Versicherungsnehmern die garantierten Rückkaufswerte zu, und die Versicherungsnehmer wären nicht an den gegebenenfalls entstandenen stillen Lasten zu beteiligen. Bei Verkauf der entsprechenden Kapitalanlagen wären die stillen Lasten von den Lebensversicherungsgesellschaften zu tragen, und theoretisch wäre es denkbar, dass der Zeitwert der Kapitalanlagen nicht ausreicht, die garantierten Rückkaufswerte zu erreichen. Zudem führt die durch die VVG-Reform geänderte Verteilung der Abschlusskosten in der Anfangsphase zu höheren Rückkaufswerten. Das Zinsgarantierisiko reduziert der Konzern vor allem durch ständige Beobachtung der Kapitalanlagen und -märkte sowie Ergreifen entsprechender Steuerungsmaßnahmen. Zum Teil kommen Zinssicherungsinstrumente, sogenannte Swaptions und Book-Yield Notes sowie Vorkäufe, zum Einsatz. Für einen großen Teil unseres Lebensversicherungsportfolios ist das Zinsgarantierisiko durch vertragliche Bestimmungen reduziert. Die zusätzlich zum Garantiezins gezahlten Überschussbeteiligungen können der Kapitalmarktlage angepasst werden. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen liegen Anlagerisiken und -chancen grundsätzlich bei den Kunden. Allerdings könnten die Anlagerisiken infolge adverser rechtlicher Entwicklungen auf die Lebensversicherungsunternehmen rückverlagert werden. Ein dauerhaft niedriges Zinsniveau birgt für die Lebensversicherer im Konzern bezüglich der HGB-Bilanz das Risiko, dass eine Zinsnachreservierung erforderlich wird. Eine solche Änderung der handels- und aufsichtsrechtlichen Regelungen zur Reserveauffüllung der Deckungsrückstellung wurde mit der Änderung der Deckungsrückstellungsverordnung durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgenommen. Die Verordnung trat im März 2011 in Kraft. Die Reserveauffüllung beginnt danach für einen Bestand von Versicherungen mit dem Rechnungszins 4 % bereits, wenn die Marktzinsen im langjährigen Durchschnitt unter 4 % gesunken sind. Entsprechend den Planungsannahmen sowie weiterer Zinsanalyse zeigt sich die Notwendigkeit der Nachreservierung im Geschäftsjahr 2012. Um die Sicherheitsmargen im aufsichtsrechtlichen Altbestand zu erhöhen, werden teilweise Nachreservierungen schon im Geschäftsjahr 2011 vorgenommen. Für die Personen-Rückversicherung sind die beschriebenen biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung, insbesondere Katastrophenrisiken z. B. im Hinblick auf Pandemien. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung bemessen sich hauptsächlich nach den Meldungen unserer Zedenten und werden zusätzlich auf Basis von abgesicherten biometrischen Berechnungsgrundlagen festgelegt. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleistet der Konzern, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen (z. B. Verwendung von Sterbe- und Invaliditätstafeln, Annahmen zur Stornowahrscheinlichkeit) genügen. Das Neugeschäft zeichnet der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung der weltweit gültigen Zeichnungsrichtlinien, die detaillierte Regeln über Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken formulieren und jährlich überarbeitet werden. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden in speziellen Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem der Konzern die Einhaltung der entsprechenden Zeichnungsrichtlinien überwacht, reduziert er das potenzielle Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und bei der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen (z. B. von Stornorisiken) vorgenommen. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko nur von geringer Risikorelevanz in der Personen-Rückversicherung. Ein wesentliches Instrument des Risikomanagements im Bereich der Leben-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung ist die konsequente Beobachtung des MCEV. Sensitivitätsanalysen zeigen auf, in welchen Bereichen der Konzern exponiert ist, und geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem VersicherungsgeschäftForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfallrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Wertberichtigungen oder Abschreibungen der Forderungen wären die Folge. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern, indem er sie durch fachmännisch besetzte Kreditkomitees sorgfältig auswählt, fortlaufend auf ihre Bonität achtet und gegebenenfalls Maßnahmen zur Besicherung der Forderungen ergreift. Abhängig von der Art und der erwarteten Abwicklungsdauer des rückversicherten Geschäfts sowie einer geforderten Mindestkapitalausstattung werden bei der Auswahl der Rückversicherer und Retrozessionäre in Ergänzung zu eigenen Bonitätseinschätzungen Mindestratings der Ratingagenturen Standard & Poor's und A. M. Best zugrunde gelegt. Für die Einbeziehung der Ratingdaten wurde ein Ratinginformationssystem implementiert. Dem Ausfallrisiko für Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern wird vor allem mit einem effektiven Mahnwesen und einer Verminderung der Außenstände begegnet. Bei Vermittlern werden Bonitätsprüfungen durchgeführt. Zudem wird dem Forderungsausfallrisiko durch angemessene Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Wesentliche Risiken aus KapitalanlagenDie Kapitalanlagerisiken sind vor dem Hintergrund der Kapitalanlagepolitik zu betrachten. Diese ist im Talanx-Konzern auf Basis einer Konzernkapitalanlagerichtlinie in den einzelnen Gesellschaften gemäß dem für die jeweilige Gesellschaft gültigen aufsichtsrechtlichen Rahmen und durch interne Kapitalanlagerichtlinien geregelt. Insbesondere im Interesse der Versicherungsnehmer und um auch die zukünftigen Anforderungen des Kapitalmarktes zu berücksichtigen, ist die Kapitalanlagepolitik grundsätzlich an folgenden Zielen ausgerichtet:
Ein wesentlicher Baustein des Risikomanagements ist das Prinzip der Funktionstrennung zwischen Portfolio-Management, Wertpapierabwicklung und Risikocontrolling. Dem vom Portfolio-Management auch organisatorisch getrennten Risikocontrolling obliegen insbesondere die Überwachung sämtlicher Risikolimite und die Bewertung der Finanzprodukte. Die Steuerungs- und Kontrollmechanismen orientieren sich insbesondere an den von der BaFin bzw. von den jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörden erlassenen Vorschriften. Im Rahmen der Konzernrichtlinien bestehen für die einzelnen Gesellschaften detaillierte Kapitalanlagerichtlinien, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Diese Anlagerichtlinien dienen der Festlegung des Rahmens der Anlagestrategie. Das Konzern-Risikomanagement und das dezentrale Risikomanagement sowie der Finanzvorstand der jeweiligen Gesellschaft überwachen die in diesen Richtlinien aufgeführten Quoten und Limite. Jegliche wesentliche Änderung der Kapitalanlagerichtlinien und/oder der Kapitalanlagepolitik muss der Vorstand der jeweiligen Gesellschaft genehmigen und seinem Aufsichtsrat zur Kenntnis bringen. Die Risiken im Kapitalanlagebereich umfassen insbesondere Marktpreis-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken. Die Marktpreisrisiken entstehen aus dem potenziellen Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen und können auf Veränderungen des herrschenden Zinsniveaus und von Aktien- und Wechselkursen zurückgeführt werden. Bonitätsrisiken bestehen im Wertverlust von Kapitalanlagen aufgrund des Ausfalls von Schuldnern oder einer Änderung in deren Zahlungsfähigkeit. Im Bereich der partiarischen Darlehen besteht insbesondere das Risiko, dass Zinszahlungen ausfallen. Unter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in flüssige Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. So können wegen Illiquidität der Märkte Bestände nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Generell generiert der Konzern laufend signifikante Liquiditätspositionen dadurch, dass die Prämieneinnahmen in der Regel zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Wesentliche operationale RisikenHierunter verstehen wir die Gefahr von Verlusten aufgrund unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse sowie mitarbeiter- und systembedingter oder aber externer Vorfälle. Das operationale Risiko umfasst auch Rechtsrisiken. Ein vielfältiges und ursachenbezogenes Risikomanagement und ein effizientes internes Kontrollsystem vermindern solche Risiken, die mit jeder Art von Geschäftstätigkeit, den Mitarbeitern oder mit technischen Systemen verbunden sind. Für die Überwachung der Einhaltung von Gesetzen sowie externer und interner Richtlinien ist neben der internen Revision auch die Funktion Compliance zuständig. Rechtliche Risiken liegen in Verträgen und allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen wie insbesondere geschäftsspezifischen Unwägbarkeiten des Wirtschafts- und Steuerrechts eines international tätigen Personen- wie Nicht-Leben-(Rück-) Versicherers. Erst- und Rückversicherer sind auch von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den jeweiligen Märkten abhängig. Diese externen Risiken werden vom Talanx-Vorstand im ständigen Austausch mit dem lokalen Management kontinuierlich beobachtet. In verschiedenen Ländern ist eine Finanzsteuer (Finanztransaktionssteuer und Finanzaktivitätssteuer) zur zumindest teilweisen Finanzierung der Kosten der Bankenkrise geplant oder bereits umgesetzt. Es besteht das Risiko, dass eine solche Abgabe gegebenenfalls auch den Konzern trifft. Außerdem diskutieren die G-20-Staaten vor dem Hintergrund der Bankenkrise für Versicherer ähnliche Eigenkapitalaufschläge wie für systemrelevante Banken. Wie ein entsprechender Kapitalaufschlag bei den in Betracht kommenden Versicherern ausgestaltet werden soll, ist offenbar noch unklar. Überträgt man die Stoßrichtung der Bankenpläne allerdings auf die Assekuranz, könnten auf große Versicherer - und somit gegebenenfalls auch auf den Talanx-Konzern -neue hohe Kapitalanforderungen zukommen. Zudem haben Gerichtsurteile von obersten Instanzen weitreichende Folgen für das Kerngeschäft der Talanx-Tochtergesellschaften. Nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 1. März 2011 ist es Versicherungsunternehmen mit Wirkung ab 21. Dezember 2012 nicht mehr gestattet, das Geschlecht als einen von mehreren Risikofaktoren für die Berechnung von Prämien und Leistungen zuzulassen. Bezüglich bestehender Verträge könnte das Urteil Auswirkungen auf die verschiedenen, künftig noch ausübbaren vertraglichen Optionsrechte der Bestandskunden und die vertraglich vereinbarten künftigen Umrechnungen der Bestandsverträge haben. Zudem könnten sich Auswirkungen auf die Prämienkalkulation sowie Risiken durch Umdeckungen, erhöhtes Storno oder verringertes Neugeschäft ergeben. Abzuwarten ist, ob diese Rechtsprechung zukünftig auch auf andere in der Versicherungswirtschaft im Rahmen der Prämienkalkulation etablierte Unterscheidungsmerkmale erstreckt wird. Darüber hinaus gibt es gerichtlich anhängige Verfahren, insbesondere bezüglich der Lebensversicherung, die nach rechtskräftigem Abschluss Auswirkungen auf die gesamte deutsche Versicherungswirtschaft und somit auch auf den Talanx-Konzern haben könnten. Hierzu gehört beispielsweise das laufende Verfahren bezüglich der Unwirksamkeit von Klauseln der allgemeinen Versicherungsbedingungen zu den Rückkaufswerten und zur Verwendung der Abschlusskosten in Verträgen sowie die Frage der Behandlung der unterjährigen Zahlungsweise in Versicherungsverträgen. Bei der Behandlung der Ratenzahlungszuschläge existieren völlig unterschiedliche obergerichtliche Entscheidungen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs existiert (noch) nicht. Bei dem Neugeschäft wurden die bisher gerichtlich angefochtenen Aspekte aus Vorsicht und auch aus verbraucherfreundlichen Erwägungen angepasst. Für den Bestand ist das praktisch nicht möglich. Auch die ausländische Gesetzgebung führt zu Risiken. Im März 2010 wurde in den USA der "Foreign Account Tax Compliance Act" (FACTA) verabschiedet, der zum 1. Januar 2013 in Kraft tritt. Die neuen FATCA-Regelungen verschärfen das US-Steuer-Reporting von ausländischen Finanzinstitutionen (auch Versicherungsunternehmen) und haben das Ziel, Steuerhinterziehungen von US-Steuerpflichtigen über Kapitalanlagen im Ausland zu bekämpfen. Zurzeit ist noch nicht eindeutig geklärt, welche Versicherungsprodukte von den vorgesehenen Meldepflichten erfasst werden. Nach derzeitigem Stand sollen Risikolebensversicherungen, Sach- und Rückversicherungen von den Regelungen ausgenommen sein, wohingegen alle sogenannten Cash-Value-Produkte und Versicherungen mit Investmentkomponente einbezogen werden. Das Thema bleibt weiterhin unter Beobachtung. Des Weiteren sieht sich die gesamte Versicherungswirtschaft und auch der Talanx-Konzern vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden und teilweise bereits eingetretenen aufsichtsrechtlichen Neuerungen weitreichenden Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Rahmen von IFRS, Solvency II und den MaRisk für Versicherungen. Die bilanz- und aufsichtsrechtlichen Änderungen verfolgen wir eng und haben die damit verbundenen erhöhten Anforderungen identifiziert sowie Maßnahmen eingeleitet, um unser Risikomanagement entsprechend weiterzuentwickeln und damit den zukünftig komplexeren und umfangreicheren Vorgaben gerecht werden zu können. Neben den rechtlichen Risiken zählen zu den weiteren operationalen Risiken der Ausfall von Datenverarbeitungssystemen und die Datensicherheit, denn die Verfügbarkeit der Anwendungen, die Sicherung der Vertraulichkeit und die Integrität der verwendeten Daten sind von entscheidender Bedeutung für den Talanx-Konzern. Da der weltweite Austausch von Informationen zunehmend per elektronischer Datenübermittlung stattfindet, ist er auch durch Computerviren angreifbar. Gezielte Investitionen in die Sicherheit und Verfügbarkeit der Informationstechnologie erhalten und steigern das bestehende hohe Sicherheitsniveau. Betriebliche Risiken können auch im Personalbereich entstehen, z. B. durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, die für das zunehmend komplexer werdende Geschäft mit starker Kundenorientierung notwendig sind. Daher legt Talanx großen Wert auf Aus- und Fortbildung. So können sich Mitarbeiter durch individuelle Entwicklungsplanungen und angemessene Qualifizierungsangebote auf die aktuellen Marktanforderungen einstellen. Zudem fördern moderne Führungsinstrumente - wo tarifvertraglich möglich -wie adäquate monetäre ebenso wie nicht monetäre Anreizsysteme einen hohen Einsatz der Mitarbeiter. Dem Risiko, dass Mitarbeiter Vermögensdelikte zulasten des Unternehmens begehen, begegnet Talanx mit internen Kompetenz- und Bearbeitungsrichtlinien sowie mit regelmäßigen Fachkontrollen und Revisionen. Der Talanx-Konzern arbeitet im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Vermittlern, Maklern und mehreren Kooperationspartnern zusammen. Dabei besteht insbesondere bei Fremdvertrieben naturgemäß das immanente Risiko, dass Vertriebsvereinbarungen durch externe Einflüsse beeinflusst werden können - mit entsprechendem Verlustpotenzial im Neugeschäft und Bestandsabrieb. Sonstige wesentliche RisikenIm Bereich der sonstigen Risiken sind für uns hauptsächlich mögliche zukünftige Risiken ("Emerging Risks"), die strategischen Risiken und die Reputationsrisiken wesentlich. "Emerging Risks" (z. B. in der Nanotechnologie oder im Zuge des Klimawandels) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren Vertragsbestand, noch nicht verlässlich beurteilt werden kann. Die Risiken entwickeln sich allmählich von schwachen Signalen zu eindeutigen Tendenzen. Daher sind Risikofrüherkennung und anschließende Relevanzbestimmung von entscheidender Bedeutung. Zur Früherkennung haben wir einen effizienten geschäftsbereichsübergreifenden Prozess entwickelt und die Anbindung an das Risikomanagement sichergestellt, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können (z. B. laufende Überwachung und Bewertung, vertragliche Ausschlüsse oder die Entwicklung neuer [Rück-]Versicherungsprodukte). Strategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen oder eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. Das Reputationsrisiko ist das Risiko, das sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufes des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergibt. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. Corporate-Governance-BerichtDie Talanx AG versteht unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen künftiger Anleger, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Die Talanx AG orientiert sich bei der Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen, an den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), mit denen sie sich zwischenzeitlich weitgehend an die Standards börsennotierter Unternehmen angenähert hat. VorstandDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 9 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Derzeit besteht der Vorstand aus sieben Mitgliedern. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bestellungszeiträume sollen so bestimmt werden, dass diese spätestens in dem Monat enden, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands wird auf Seite 7 des Geschäftsberichts erläutert. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über die strategische Ausrichtung, die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrates:
Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsratsvorsitzenden wahrnehmen. AufsichtsratDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung der Gesellschaft. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen die Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben. Der Aufsichtsrat wird vom Vorstand regelmäßig und zeitnah über die Geschäftsentwicklung, die Umsetzung strategischer Entscheidungen, wesentliche Chancen und Risiken sowie die Planung der Gesellschaft unterrichtet. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement des Unternehmens zu beraten. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 und 6 des Geschäftsberichts erläutert. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht unter anderem vor, dass jedes Mitglied des Aufsichtsrats über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen muss und dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören soll. Mindestens ein unabhängiges Mitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung verfügen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats soll dem Grundsatz der Vielfalt Rechnung tragen. Es wird angestrebt, dass mindestens vier Mitglieder Frauen sind. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat fünf weibliche Personen an. Jedes Aufsichtsratsmitglied achtet darauf, dass ihm für die Wahrnehmung seines Mandats genügend Zeit zur Verfügung steht. Dem Aufsichtsrat dürfen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die jeweilige Geschäftsordnung für den Ausschuss festgelegten Kompetenzrahmen. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er bearbeitet ferner Fragen der Compliance und des Informationssystems für den Aufsichtsrat und erörtert die Quartalsberichte, die seit Q3/2011 veröffentlicht werden. Er bereitet die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise des Wirtschaftsprüfers zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage und bestehende Alternativen erläutern. Er befasst sich mit Fragestellungen der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie Beschlüsse zu ihrer Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Abs. 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Abs. 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Weitere Einzelheiten über die Aktivitäten der Aufsichtsratsausschüsse entnehmen Sie bitte den Darstellungen im Bericht des Aufsichtsrats ab Seite 2 des Geschäftsberichts. HauptversammlungIn der Hauptversammlung üben die Aktionäre ihre Rechte aus. Derzeit ist einziger Aktionär der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. Bei der Beschlussfassung gewährt jede Aktie eine Stimme. Die Hauptversammlung wählt die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner und beschließt über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Sie entscheidet über die Verwendung des Bilanzgewinns, über Kapitalmaßnahmen und die Zustimmung zu Unternehmensverträgen, ferner über die Vergütung des Aufsichtsrats und über Satzungsänderungen der Gesellschaft. Jedes Jahr findet eine ordentliche Hauptversammlung statt, in der Vorstand und Aufsichtsrat Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ablegen. Für besondere Fälle sieht das Aktiengesetz die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung vor. ComplianceAls selbstverständlich betrachtet der Talanx-Konzern die Einhaltung geltenden Rechts als Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. In diesem Zusammenhang werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Compliance-Beauftragten der Talanx unterstützt. Mit der Verhaltensrichtlinie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen wir Maßstäbe im Hinblick auf ein verantwortungsvolles und ethisches Verhalten auf allen Ebenen des Konzerns. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit dieser Richtlinie und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen in Einklang steht. Nicht nur die Qualität unserer Produkte und unserer Dienstleistungen bestimmt unseren Geschäftserfolg, sondern auch ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten unserer Mitarbeiter untereinander, gegenüber unseren Geschäftspartnern und in der Öffentlichkeit. Nur so schaffen wir Vertrauen, ein in unserer Branche nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor. Mithilfe von Schulungsveranstaltungen und -programmen bieten wir den Mitarbeitern Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Kenntnisse über ausgewählte Compliance-relevante Themen aufzufrischen, zu erweitern und zu vertiefen. Ein Hinweisgebersystem ermöglicht den Mitarbeitern, bestimmte gravierende Gesetzesverstöße auch anonym zu melden. Auf dieser Basis können die Compliance-Beauftragten tätig werden, den Schaden eindämmen und weitere Schäden vermeiden. Risikoüberwachung und -steuerungDas konzernweit gültige Risikomanagementsystem der Talanx AG basiert auf der Risikostrategie, die ihrerseits aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist. Wesentliches Element ist die systematische und vollständige Erfassung aller aus heutiger Sicht denkbaren ergebnis- und bestandsgefährdenden Risiken. Weitere Einzelheiten hierzu sind dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Risikobericht auf Seite 25 zu entnehmen. VergütungDie Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstandes ist im Einzelnen im Vergütungsbericht beschrieben. Erstmals wird die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats dort auch individualisiert ausgewiesen.
Hannover, im März 2012
VergütungsberichtIm Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2011 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Vorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 285 (9) und (10) HGB) bzw. des Lageberichts (§ 289 (5) HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der im Jahr 2010 in Kraft getretenen Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Vergütung des VorstandsDie Festlegung der Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen. Der Aufsichtsrat hat das Vergütungssystem für den Vorstand auf Grundlage der neuen gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben für die Vorstandsvergütung überprüft und dessen Struktur grundlegend neu ausgerichtet. Die neue Vergütungsstruktur gilt mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011 für alle aktiven Vorstandsmitglieder. Struktur der VorstandsvergütungDas Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 44 % bis 68 %. Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. Vorstandsvergütungsmodell ab 1. Januar 2011![]() Stv. Vorstandsvorsitzender: 50 % Konzernergebnis, 30% Geschäftsbereichsergebnis, 20 % individuelle Performance Geschäftsbereichsverantwortliche: 40% Konzernergebnis, 40% Geschäftsbereichsergebnis, 20% individuelle Performance Chief Information Officer: 40 % Konzernergebnis, 60 % individuelle
Performance2)Split durch gesetzliche Mindestanforderungen
vorgegeben Bemessungsgrundlagen/Voraussetzungen für Zahlung der variablen Vergütung ab 2011scroll
Auszahlungsmodalitäten der variablen Gesamtvergütungscroll
Negative variable Gesamttantieme = Auszahlung von 0 EUR variable Vergütung. Ein etwaiger Minuswert der variablen Gesamttantieme eines Geschäftsjahres wird vollständig in die Bonusbank (siehe Spalte "mittelfristig") übernommen. Komponenten der VorstandsvergütungFestvergütungDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausbezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung wird durch den Aufsichtsrat regelmäßig, mindestens in Zeitabständen von zwei Jahren, überprüft. Sachbezüge/NebenleistungenDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Reisekosten und sonstige Aufwendungen im Interesse der Gesellschaft werden dem Vorstandsmitglied in angemessenem Rahmen ersetzt. Bemessung der variablen VergütungDie Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich -einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. KonzernbonusAls Konzernbonus wird ein individuell bestimmter Betrag je 0,1 Prozentpunkt, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) den risikofreien Zinssatz übersteigt, vergütet. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkt Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der Höchstbetrag des Konzernbonus wie auch der maximale Malusbetrag sind individuell vereinbart. Die Regelung über den Konzernbonus kann angepasst werden, sofern sich der risikofreie Zinssatz in einem Umfang verändert, dass sich eine Abweichung (absolut) von mindestens 1 Prozentpunkt ergibt. Der risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. GeschäftsbereichsbonusDer Geschäftsbereichsbonus soll sich an der im jeweils abgelaufenen Drei-Jahres-Zeitraum erreichten durchschnittlichen Intrinsic Value Creation (IVC) für den von dem jeweiligen Vorstandsmitglied verantworteten Geschäftsbereich orientieren. Ein allgemein gültiges Konzept zur Messung des IVC wird derzeit noch weiter verfeinert. Die Regelung zur Berechnung der Geschäftsbereichsperformance auf der Grundlage des Geschäftsbereichs-IVC soll erstmals für das Geschäftsjahr 2013 Anwendung finden. Bis eine solche Regelung finalisiert ist, wird der Geschäftsbereichsbonus vom Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen festgesetzt. Dabei wird der Aufsichtsrat insbesondere folgende Kriterien berücksichtigen: relative Veränderung des IVC im Vergütungsjahr, absolute Höhe des IVC im Vergütungsjahr, IVC im Vergütungsjahr im Vergleich zum Zielwert, Ausschüttungs- bzw. Ergebnisabführungsquote des Geschäftsbereichs im Vergleich zum Zielwert, allgemeines Marktumfeld. Bei vollständiger Erfüllung der Kriterien wird der für 100 % Kriterienerfüllung individuell festgelegte Betrag erreicht. Über- bzw. Untererfüllung der Kriterien führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der geringste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Erfüllung der Kriterien. IndividualbonusFerner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle, im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungskompetenz, Innovationskompetenz und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika, sein. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Betrag für 100 % Zielerfüllung wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. Gesamthöhe der variablen Vergütung Die Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Ergibt sich als Folge der Addition der Einzelbeträge ein Negativ-Betrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativ-Betrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung. Auszahlung der variablen Vergütung Von dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausbezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausbezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine "Bonusbank" eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. BonusbankIn die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausbezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr - gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. Share AwardsDer weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach einem Börsengang der Talanx AG nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der Xetra-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Solange die Aktien der Talanx noch nicht börsennotiert sind, gilt als Wert je Aktie der Talanx AG der Buchwert des Eigenkapitals je Aktie, wie er sich aus dem nach internationalen Rechnungslegungsstandards im Sinne von § 315a HGB aufgestellten Konzernabschluss für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr ergibt. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, ab Börsennotierung der Talanx AG aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für je ein Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Fortzahlung bei ArbeitsunfähigkeitBei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. Vorzeitige Beendigung der VorstandstätigkeitBei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. den Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. den bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfalles hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels oder aus anderen Gründen sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 in Ziffer 4.2.3 Abs. 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Eine vorzeitige Beendigung des Anstellungsvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder der Verlängerung des jeweiligen Dienstvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Zwar werden in der juristischen Literatur Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert, die eine rechtssichere Umsetzung der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 4 erlauben. Es ist allerdings zweifelhaft, ob qualifizierte Kandidaten für einen Posten im Vorstand der Gesellschaft entsprechende Klauseln akzeptieren würden. Darüber hinaus wird der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 4 des Deutschen Corporate Governance Kodex abzuweichen. Höhe der VorstandsvergütungDie Gesamtbezüge des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG betrugen 7.883 (6.017) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß DRS 17 dargestellten Komponenten. Die Vorstandsbezüge werden im Geschäftsjahr 2011 in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften auf freiwilliger Basis erstmals individualisiert angegeben. Etwaige Vergütungen für Mandate in verbundenen Unternehmen und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die variable Vergütung angerechnet und sind in der Übersicht gesondert dargestellt. Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 (geändert 2010)scroll
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Zum Bilanzstichtag 2011 lag noch kein Organbeschluss
über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2011 vor. Der
Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend gebildeten
Rückstellungen Dem aktiven Vorstand im Berichtsjahr tatsächlich zugeflossene Barvergütungenscroll
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Im Berichtsjahr für das Geschäftsjahr 2010
ausgezahlte erfolgsabhängige Vergütung Betriebliche AltersversorgungDie Dienstverträge der Vorstandsmitglieder mit der Talanx AG beinhalten - mit einer Ausnahme, wo ein jährlicher Finanzierungsbeitrag in Relation zur Festvergütung gewährt wird -Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet ("Defined Benefit"). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt je nach Vertrag zwischen 35 % und 65 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. In einem Fall besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System ("Defined Contribution") beruht. In diesem Fall wird ein jährlicher Finanzierungsbeitrag in Höhe von 20 % des versorgungsfähigen Einkommens (feste jährliche Bezüge zum Stichtag 1. Juli eines jeden Jahres) von der Gesellschaft geleistet. In beiden Vertragsvarianten ("Defined Benefit" und "Defined Contribution") werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). HinterbliebenenversorgungStirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 25. bzw. 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. AnpassungenFür Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. Höhe der AltersversorgungDie Pensionszusagen der Gesellschaft für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.289 (1.338) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Änderung des Wertansatzes der Pensionsverpflichtungen gemäß BilMoG) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 816 (6.435) TEUR. Die Angaben zur Höhe der Altersversorgung für den Vorstand der Talanx AG werden im Berichtsjahr erstmals namentlich individualisiert angegeben. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr elf Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 362 (1.897) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 20.818 (20.769) TEUR. Pensionsanwartschaften des aktiven Vorstandsscroll
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Wert des vereinbarten jährlichen Maximal-Ruhegehalts
bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres Vergütung des AufsichtsratsDie Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach § 13 der Satzung der Talanx AG. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats seit dem Geschäftsjahr 2010 jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Mio. EUR, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Abs. 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, die seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Abs. 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrages. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrates und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrates neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrates oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 1.821 (1.694) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. Die Bezüge werden im Berichtsjahr erstmals namentlich individualisiert angegeben. Individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsratsscroll
Individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsratsscroll
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Die Vergütung für das Geschäftsjahr wird
jeweils mit Ablauf der Hauptversammlung fällig, die über die Entlastung
des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr beschließt. Für die Vergütung
sind die gebildeten Rückstellungen angegeben Darlehen an Organmitglieder und HaftungsverhältnisseZur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Zum Bilanzstichtag bestand ein Hypothekendarlehen eines Mitglieds des Aufsichtsrats bei der HDI-Gerling Lebensversicherung AG in Höhe von 64 (80) TEUR. Im Berichtsjahr wurden 15 TEUR getilgt, die Restlaufzeit des Darlehens beträgt vier Jahre und drei Monate, der vereinbarte Zinssatz beläuft sich auf nominal 4,2 (effektiv 4,3) %. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des KonzernvorstandsDie Vergütungsstrategie des Talanx-Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Für den Personenkreis der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, existieren in der Talanx-Gruppe in den einzelnen Geschäftsbereichen separate Vergütungssysteme, welche der Vergütungsstrategie des Konzerns entsprechen. Unterschiede in der Ausgestaltung sollen den spezifischen Rahmenfaktoren der Geschäftsbereiche Rechnung tragen und deren Wettbewerbsfähigkeit fördern. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Im Durchschnitt lag die variable Vergütung im Jahr 2011 bei 30 %. Im Berichtsjahr bildete die weitere Vereinheitlichung der Vergütungs- und Zielvereinbarungssysteme einen wesentlichen Schwerpunkt der Personalarbeit im Konzern. Zum einen wurde ein neues Vergütungssystem für Risikoträger eingeführt und zum anderen die konzernweite Anpassung der variablen Vergütung für Führungskräfte vorbereitet. Höhe und Struktur der Vergütung tragen einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung, sind marktgerecht und wettbewerbsfähig. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems in der Erstversicherung ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 35 % am Zielgehalt aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung und in Konzernfunktionen unterschiedlich gewichtet. Im Teilkonzern Hannover Rück gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2012 für alle Konzernführungskräfte im In- und Ausland ein einheitliches Vergütungssystem. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert auch hier auf den Elementen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsziele und individuelle Ziele. Die Gewichtung der Elemente richtet sich danach, ob Verantwortung entweder im Marktbereich oder im Servicebereich getragen wird. Die Geschäftsbereichsziele und individuellen Ziele sowie deren Zielerreichungsgrad werden im Rahmen des Zielvereinbarungsverfahrens festgelegt. Bei der Neuausrichtung des Vergütungssystems wird auch die aktienbasierte Vergütung des Vorstands (Share-Award-Programm) auf die Führungskräfte ausgedehnt. Nicht finanzielle LeistungsindikatorenMitarbeiterinnen und MitarbeiterInsgesamt waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 187 (97) Mitarbeiter beschäftigt. Zum Jahresende betrug die Zahl der Mitarbeiter 200 (99), dies entspricht 182,2 (93,8) Vollzeitstellen (MAK). Der hohe Anstieg der Mitarbeiterzahl ist zurückzuführen auf den Ausbau der Talanx AG zur Finanz- und Managementholding zum 1. Januar 2011. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere verschiedene Zentralfunktionen in der Holding gebündelt und Bereiche wie das Risikomanagement, die Revision und die Konzernentwicklung vergrößert und gestärkt. Um den sich in immer kürzeren Abständen vollziehenden Veränderungen der wirtschaftlichen, technologischen und sozialen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen und die erforderliche Anpassungsfähigkeit zu erreichen, wird seit 2011 der operative Teil der Personalarbeit des Talanx-Konzerns in Deutschland mit Ausnahme der Hannover Rück durch die Talanx Service AG erbracht. Der zentrale Personalbereich der Talanx AG, deren wesentliche Aufgabe die Leitung und Steuerung des Konzerns ist, koordiniert ausschließlich die konzernrelevanten Themen. Dies sind insbesondere die betriebliche Mitbestimmung auf Konzernebene und die betriebliche Altersversorgung für die Mitarbeiter des Konzerns. Das Berichtsjahr war personalpolitisch geprägt von der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Umsetzung der im Vorjahr beschlossenen organisatorischen Neuaufstellung des Konzerns, die den Wandel von der bisherigen Sparten- zu einer Kundenausrichtung im Erstversicherungsbereich und die Zentralisierung von Querschnittsfunktionen im Rahmen eines Multistandortkonzepts beinhaltet. Die Talanx-Stiftung, die im Jahr 2009 mit dem Ziel gegründet wurde, leistungsstarke Studierende versicherungsnaher Fachbereiche und Institute an ausgewählten Hochschulen finanziell zu unterstützen, hat im Jahr 2011 weitere 16 Studienstipendien vergeben. Die Stipendien wurden zunächst für ein Jahr gewährt und können bis zu zwei Mal um jeweils ein weiteres Jahr bis zum Ende der Regelstudienzeit verlängert werden. Darüber hinaus hat die Talanx AG im Berichtsjahr fünf Stipendien an Studierende der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover vergeben und fördert seit dem Wintersemester 2011/2012 zehn Studierende im Rahmen des Deutschlandstipendiums an der Universität Hannover. Mit diesem Engagement will die Talanx AG ihre Verantwortung für gesellschaftliche Belange mit dem von ihr gesetzten Schwerpunkt "Bildung und Ausbildung" wahrnehmen. Der Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Talanx AG für ihr Engagement und für ihre Leistung im vergangenen Geschäftsjahr. Öffentlichkeitsarbeit und WerbungDie Marke Talanx richtet sich vorrangig an die Financial Community - Analysten, Banken und Fondsmanager - sowie Wirtschaftsjournalisten. Klassische Werbung betreibt die Talanx AG daher kaum. Als Holdinggesellschaft bietet die Talanx AG keine Versicherungsprodukte unter eigenem Namen an und verfügt auch nicht über ein eigenes Marketing. Auch die seit 2011 den Namensbestandteil Talanx tragenden Tochtergesellschaften sind entweder intern tätig wie Talanx Asset Management GmbH, Talanx Service AG und Talanx Systeme AG oder treten als Geschäftsbereichsgesellschaften nicht nach außen in Erscheinung, wie Talanx Deutschland AG und Talanx International AG. Etwas anders verhält es sich mit der Talanx Reinsurance Broker AG, die unter dieser Marke im internationalen Rückversicherungsmarkt auftritt. Die Konzerngesellschaften und Marken der Talanx-Gruppe führen in verschiedenen Medien Kampagnen durch, die auf ihre jeweiligen Kunden zugeschnitten sind. PrognoseberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenWir halten im aktuellen Jahr eine weitere Verlangsamung der Wachstumsdynamik in den entwickelten Ländern für möglich, wie sie sich bereits im Schlussquartal 2011 abzuzeichnen begann. Das konjunkturelle Umfeld, insbesondere in der Eurozone, schätzen wir für 2012 als kritisch ein. Da die Mittel sowohl der Fiskal- als auch der Geldpolitik zunehmend ausgeschöpft erscheinen, ist eine Stimulierung der Wirtschaft durch Konjunkturpakete oder Zinssenkungen in Zukunft wohl nunmehr schwerer möglich. Insbesondere die Arbeitsmärkte in den Euro-Peripherieländern dürften nicht zuletzt aufgrund deutlicher Sparanstrengungen unter Druck bleiben. Ob es den USA gelingen wird, sich von dieser Entwicklung abzukoppeln, bleibt vor dem Hintergrund eines sich verlangsamenden Wachstums in den Schwellenländern abzuwarten. Im Zuge einer globalen Abkühlung sehen wir trotz weiterer geldpolitischer Maßnahmen keinen Preisdruck. Insgesamt dürften für 2012 die Verschärfung der europäischen Staatsschulden- und Bankenkrise (samt anstehender Rekapitalisierungsanforderungen) sowie die Diskussionen um ein Auseinanderbrechen der Eurozone die zentralen Risikofaktoren bleiben. Inwiefern die Schwellenländer weiterhin in dem Maße wie bisher als stabilisierendes Element wirken können, ist fraglich. KapitalmärkteDie letztlich ungelöste Verschuldungsproblematik, die negative Stimmung im Bankensektor sowie die deutlich eingetrübten Konjunkturerwartungen lassen zumindest für das erste Halbjahr 2012 ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld befürchten. Nach den Zinssenkungen im November und Dezember 2011 gehen wir im ersten Halbjahr von einer weiteren Zinssenkung in der Eurozone aus. Die USA haben sich quasi verpflichtet, die Leitzinsen in den nächsten zwei Jahren auf dem niedrigen Niveau zu belassen, falls sich nicht eine deutliche konjunkturelle Erholung zeigt. Eine Stabilisierung der allgemeinen Risikosituation wird vermutlich nur zu erreichen sein, wenn es der Politik durch entsprechend akzeptierte Maßnahmen und Rahmenbedingungen gelingt, bei den Marktteilnehmern wieder nachhaltiges Vertrauen zu schaffen. Wir nehmen für die Aktienmärkte 2012 eine durch hohe Volatilität gekennzeichnete Seitwärtsbewegung an. Belastend wirkt der zwingend erforderliche globale Schuldenabbau. Dies dürfte - auch hinsichtlich neuer Rekapitalisierungsvorschriften - Werte aus dem Finanzsektor in besonderem Maße treffen. Eine makroökonomische Abkühlung würde zudem zu sinkenden Unternehmensgewinnen führen. Aufgrund von deutlich zurückgeführter Verschuldung und vergleichsweise gesunden Bilanzen scheinen die Unternehmen jedoch auf eine Abkühlung gut vorbereitet zu sein. Auch die bereits historisch günstige fundamentale Bewertung dürfte das Risiko eines Kursrückgangs abmildern. Künftige BranchensituationDie Ausführungen zur künftigen Branchensituation stützen sich insbesondere auf Veröffentlichungen des ifo Instituts, des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und von Swiss Re sigma. Vor dem Hintergrund anhaltender konjunktureller Risikofaktoren sind Prognosen zwangsläufig mit Unsicherheiten behaftet. Trotz aller Unwägbarkeiten sollte es aber für die Versicherungsbranche insgesamt im Jahr 2012 eine Verbesserung der Beitragsentwicklung geben. Die Versicherungsnachfrage ruht gemäß Aussagen des GDV weiterhin auf einer stabilen Basis. Aktuelle Herausforderungen der Branche, wie die Intensivierung des Wettbewerbs oder die Veränderung regulatorischer Rahmenbedingungen, sollten für eine weitere Verschiebung in den Marktpositionen der einzelnen Anbieter sorgen. Gleichzeitig bieten Entwicklungen wie die zunehmende Ausdifferenzierung von Kundengruppen und der demografische Wandel in Deutschland in dem herrschenden Kontext einer hohen Marktdurchdringung grundsätzlich neue Geschäftsmöglichkeiten für Versicherer. Dies sollte sich in weiteren Veränderungen der Produktlandschaft und einer steigenden Vielfalt bei Vertriebsstrukturen niederschlagen. Bei aller bestehenden Unsicherheit gehen wir für die kommenden beiden Jahre von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung im Allgemeinen aus, die sich allerdings gegenüber dem Niveau des Berichtsjahres etwas abschwächen könnte. So sind - nach Angaben des ifo Instituts - einerseits dem weiteren Wachstum durch die in vielen Sparten bereits hohe Marktdurchdringung Grenzen gesetzt, und das allgemeine Wirtschaftswachstum sollte sich verlangsamen. Gleichwohl rechnen wir für das Jahr 2012 mit einem konjunkturellen Umfeld, das sich stabilisierend auf das Geschäft in der Schaden- und Unfallversicherung auswirken dürfte. Die zukünftige Geschäftsentwicklung in der Lebensversicherung dürfte von gegenläufigen Einflussfaktoren geprägt sein. Positiv schlagen nach Berichten des GDV die relativ gute wirtschaftliche Lage der privaten Haushalte, die nach wie vor gute Wettbewerbssituation der Lebensversicherer gegenüber anderen Anlageformen sowie die anerkannte Notwendigkeit einer Ausweitung der privaten Altersvorsorge zu Buche. Dämpfend wirkt das seit längerem anhaltende Abwarten der privaten Haushalte im Hinblick auf längerfristige Geldanlagen. Diese Vorsichtshaltung wurde durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die Euro-Krise noch verstärkt und steht einer stärkeren Ausweitung der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge entgegen. Als entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Lebensversicherung betrachten wir jedoch das Zinsumfeld. In dem aktuellen, bereits seit längerem anhaltenden Niedrigzinsumfeld wird es zunehmend schwieriger, die in den Versicherungsbeständen der vergangenen Jahre abgegebenen Garantien hinsichtlich einer Mindestverzinsung zu verdienen. Die deutsche Lebensversicherungsbranche verfügt über eine solide Kapitalisierung und entsprechende Reserven sowie über diversifizierte, langfristige Kapitalanlagen. Diese Umstände gestatten es ihr, das niedrige Zinsniveau gegebenenfalls noch für einige Jahre zu verkraften. Ausrichtung der Gesellschaft in den folgenden zwei GeschäftsjahrenFür die Geschäftsjahre 2012 und 2013 ist eine Ergebnisprognose aufgrund der aktuellen Unsicherheit an den Kapitalmärkten naturgemäß besonders schwierig. Die derzeitige Staatsschulden- und Finanzmarktkrise ist eine der wesentlichen Herausforderungen der nächsten zwei Jahre. Der im Jahr 2009 begonnene Konzernumbau mit der Zusammenführung zentraler Aufgaben konnte im Berichtsjahr erfolgreich umgesetzt werden. Unser Ziel ist es, durch die neu implementierten Strukturen bis Ende 2012 erste Synergieeffekte realisieren zu können. Darüber hinaus legen wir in den nächsten zwei Jahren einen Schwerpunkt auf die Beseitigung von Kostennachteilen insbesondere im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft. Um diesen Bereich zukunftsfähig aufzustellen, ist es notwendig, die Prozesse effizienter zu gestalten und gesellschaftsübergreifende, gemeinsame Lösungen umzusetzen. Im ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft streben wir hingegen ein profitables Wachstum in den strategischen Zielmärkten Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa an. Erwartete Ertrags- und Finanzlage der GesellschaftErgebnisentwicklungDas Ergebnis der Talanx AG ist wesentlich durch die Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen ihrer Tochtergesellschaften und somit durch die Entwicklungen im Talanx-Konzern geprägt. Für den Talanx-Konzern streben wir - trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen auf den Kapitalmärkten - eine weitere Verbesserung des Ergebnisses in den kommenden zwei Geschäftsjahren an. Wir gehen davon aus, dass nahezu sämtliche Geschäftsbereiche zu diesem Wachstum beitragen. Lediglich für den Geschäftsbereich Industrieversicherung halten wir im kommenden Jahr einen vorübergehenden Rückgang des Ergebnisses aufgrund der sich aktuell abzeichnenden Verlangsamung der wirtschaftlichen Wachstumsdynamik sowie positiver außerordentlicher Sondereffekte im Berichtsjahr für möglich. FinanzlageDie Barmittel und die Liquiditätssituation der Talanx AG sind auf die absehbaren Zahlungsströme ausgerichtet. Die Neuakquisitionen Europa Group und TUiR Warta S. A. (Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji Warta S. A.) in Polen können hinsichtlich des auf die Talanx entfallenden Anteils durch zur Verfügung stehende Kreditlinien finanziert werden. Darüber hinaus ist eine weitere Optimierung der Kapitalausstattung und somit der Finanzlage durch geeignete Maßnahmen aus allen verfügbaren Quellen geplant, wie z. B. auch durch die Emission von Hybridkapital. Chancen-ManagementDie Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses und bereits seit Jahren fest in der Unternehmenskultur und dem ganzheitlichen Steuerungsansatz des Talanx-Konzerns verankert. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Herausforderung an, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt. Das Kernelement unseres Chancen-Management-Prozesses bildet die integrierte, nach dem Schema einer Balanced Scorecard aufgebaute Performancemetrik. Dies gilt über sämtliche Hierarchieebenen hinweg - von der Konzernspitze bis in einzelne Funktionsbereiche der Konzerngesellschaften. Sie stellt auch das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancen-Management dar. Im strategischen Chancen-Management werden zu Beginn des jährlich neu stattfindenden Performance-Management-Prozesses die auf Basis der Dachstrategie identifizierten strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Geschäftsbereiche anschließend im Rahmen einer strategischen Programmplanung spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem verbindlichen strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, welches den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancen-Managements bildet. Im operativen Chancen-Management werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen die integrierte Performancemetrik zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich wiederum vorwärtsgerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancen-Management-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancen-Managements im Talanx-Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. Einschätzung künftiger Chancen und HerausforderungenChancen aus der Entwicklung der RahmenbedingungenDemografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel, ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: Zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem klassischen "Rentner der Vergangenheit" gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen, ausgegangen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie ihre vertriebliche Aufstellung überdurchschnittlich vom Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft schwerpunktmäßig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Mit dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg bis 2022 sind die Weichen für dieses Ziel gestellt. Die Energiewende ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Es gilt, die erneuerbaren Energien flächendeckend zugänglich zu machen; gleichzeitig müssen neue Wege gefunden werden, um Energie zu sparen bzw. effizienter zu nutzen. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch das neue Energiesystem, welches zum wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz erneuerbarer Energien. Neben der Förderung von Windparks, Photovoltaikanlagen, Bio- und Wasserkraftwerken kommt dem Netzausbau eine zentrale Bedeutung zu. Als langfristige Investition haben wir im Sommer 2011 zusammen mit einem Käuferkonsortium Anteile an der RWE-Netztochter Amprion gekauft. Wir sehen diese Beteiligung als nachhaltiges Engagement und wollen zukünftig derartige Investments weiter ausbauen. Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt worden. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Aktienmärkten ein hoher Grad an Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, welche auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien hatten sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Die klassische deutsche Lebensversicherung, bei der Garantien für die gesamte Laufzeit gegeben werden, steht auf dem Prüfstand. Aufgrund hoher Eigenmittelanforderungen für diese Geschäfte ist es zukünftig grundsätzlich vorstellbar, die Garantien auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen. Aufsichtsrechtliche Änderungen: Die gesamte Versicherungswirtschaft sieht sich vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden und teilweise bereits eingetretenen aufsichtsrechtlichen Neuerungen weitreichenden Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Rahmen von IFRS, Solvency II und einer Flut diesbezüglicher europäischer und deutscher Umsetzungsvorschriften. Die bilanz- und aufsichtsrechtlichen Änderungen verfolgen wir eng und haben die damit verbundenen erhöhten Anforderungen identifiziert und Maßnahmen eingeleitet. Dies bietet gleichzeitig die Chance, unser Risikomanagement entsprechend weiterzuentwickeln und damit den zukünftig komplexeren und umfangreicheren Vorgaben gerecht zu werden. Zur Bewertung von Risikokategorien sowie der gesamten Risikoposition des Konzerns wird derzeit ein internes, Solvency-II-gerechtes stochastisches Risikokapitalmodell implementiert, das die talanxweite Verwendung von internen Modellen ermöglicht und sich bereits im Genehmigungsprozess durch die BaFin befindet. In Europa besteht für Rückversicherungskonzerne die Chance, dass die Nachfrage der Zedenten nach Rückversicherungslösungen aufgrund der Kapitalanforderungen unter Solvency II zunimmt, da der Risikotransfer an die Rückversicherer mit guten Ratings eine wirtschaftlich attraktive Alternative bietet. Im Unternehmen begründete ChancenUm unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen sowie Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. So führen wir beispielsweise eine neue, modulare Produktstruktur ein, mit der Kunden ihren Versicherungsschutz individuell zusammenstellen können - durch fest definierte Bausteine reduziert sich dabei auch unser Verwaltungsaufwand. Darüber hinaus verbessern wir unsere interne Zusammenarbeit. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen. Hinsichtlich der Rentabilität arbeiten wir daran, vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend zu nutzen. Effizient arbeiten wir, wenn die eingesetzten Mittel in einem ordentlichen Verhältnis zu den Ergebnissen stehen. Hier haben wir angesichts komplexer Prozesse sowie zu hoher Kosten bereits einige Initiativen gestartet. Mit der Integrierten Jahresplanung haben wir beispielsweise ein zentrales Steuerungsinstrument für die Vertriebs-, Betriebs-, Marketing- und Produktmaßnahmen eingeführt. Damit wird es in Zukunft möglich sein, ressortübergreifend markt-, ressourcen- und budgeteffizient zu arbeiten. Weitere Beispiele sind ein neues SAP-Bestandsführungssystem sowie die digitale Sachbearbeitung. Die Neuausrichtung erfordert auch die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur wollen wir aktiv fördern. So wird an einem konzernweiten variablen Vergütungssystem für Führungskräfte der ersten Ebene gearbeitet. Auch jährliche Feedbackgespräche mit allen Mitarbeitern sollen helfen, über gegenseitige Erwartungen strukturiert zu sprechen. Vielversprechende VertriebswegeBancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx-Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Die Versicherungsunternehmen der Talanx-Bancassurance konzentrieren sich dabei nicht nur auf den deutschen Markt, sondern haben das Bancassurance-Modell bereits nach Ungarn, in die Türkei und nach Russland exportiert. Dies wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx-Bancassurance-Modells beruht im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum einen dem Aufbau exklusiver Versicherungsgesellschaften; für jede Kooperation wird eine eigene Versicherungsgesellschaft gegründet und mit langfristigen exklusiven Kooperationsverträgen - mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren - an den Partner gebunden. Dabei werden die Versicherungsprodukte nur über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft; zum zweiten auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Internet: Die zunehmende Digitalisierung und der damit verbundene problemlose Zugang zu Informationen haben dazu geführt, dass sich die überwiegende Zahl der Verbraucher vor Abschluss eines Versicherungsvertrages vorab im Internet informiert. Das Internet bietet die Chance, insbesondere jüngere Zielgruppen anzusprechen, und ist zu einem wichtigen Medium für Kunden und Versicherungsunternehmen geworden. Die HDI Direkt Versicherung AG hat aus diesen Gründen gemeinsam mit anderen Versicherern im Berichtsjahr das Verbraucherportal Transparo ins Leben gerufen. Hier können Interessierte Versicherungs-, Finanz- und Energiedienstleistungen vergleichen. Kernelemente von Transparo sind mehrere webbasierte Vergleichsrechner, die Preise und Leistungen aller verfügbaren Tarife gegenüberstellen. Wir streben an, zukünftig weiteres Wachstum über diesen Vertriebsweg generieren zu können. Auch im Bereich der Industrieversicherung bietet das Internet neue Zukunftschancen. So hat die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG zusammen mit anderen renommierten Partnern bereits im Jahr 2010 die Plattform inex24 gegründet. Es ist die weltweit erste, neutrale Kollaborationsplattform für den Industrieversicherungssektor. inex24 stellt Industrieunternehmen, Vermittlern und Risikoträgern eine neutrale, hochsichere Webplattform mit einer Vielzahl leistungsstarker Werkzeuge zur Verfügung. Verhandlungen und Abschlüsse von Industrieversicherungen können so schneller, einfacher und sicherer abgewickelt werden. Makler: Trotz der zunehmenden Bedeutung des Internetvertriebs bleibt der persönliche Kontakt zum Kunden auch in Zukunft ein wichtiger Erfolgsfaktor. Insbesondere dem Vertrieb über Makler messen wir zukünftig ein hohes Wachstumspotenzial bei. Die Talanx AG ist mit der Swiss Life eine enge Partnerschaft eingegangen und hält einen dauerhaften Aktienanteil von knapp 10 %. Als Teil dieser Kooperation soll Talanx ein wichtiger Produktpartner des Finanzdienstleisters AWD werden. Des Weiteren hält Talanx knapp 10 % am Finanzdienstleister MLP. Sowohl MLP als auch die AWD-Gruppe, die mittlerweile zur Swiss Life gehört, sind bedeutende Partner im Maklervertrieb. Diese Beteiligungen sind eine Chance, die bereits bestehenden Geschäftsverbindungen zu den betreffenden Maklern zu stärken und weiter auszubauen. Jahresabschluss.Bilanz zum 31.12.2011Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung 1.1.- 31.12.2011scroll
AnhangAllgemeine AngabenDer Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 wurde nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt. Angaben zur Bilanzierung und BewertungBewertung AktivaImmaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt worden. Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten aktiviert. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wurde mit den Anschaffungskosten aktiviert und um Abschreibungen gemindert. Die Abschreibungen erfolgten nach der linearen Methode; die Nutzungsdauer beträgt drei bis 20 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 150 EUR werden sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 410 EUR werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Für frühere Jahre (2008 und 2009) wurde für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellkosten über 150 EUR bis 1.000 EUR ein Sammelposten gebildet, der über fünf Jahre abgeschrieben wird. Anteile an verbundenen Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Der Zeitwert der Holdinggesellschaften wurde im Rahmen einer sogenannten "Sum-of-parts"-Bewertung bestimmt, innerhalb derer die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit den jeweiligen Zeitwerten angesetzt wurden. Die Ermittlung der Zeitwerte für die Beteiligungen an operativen Gesellschaften erfolgt bei Kompositgesellschaften und Finanzdienstleistern mittels des Ertragswertverfahrens. Bei Lebensversicherungsgesellschaften wird der Marktwert überwiegend anhand fortgeschriebener Embedded Values ermittelt. In begründeten Einzelfällen wurden Gesellschaften mit ihrem Buchwert, insbesondere im Falle von anschaffungsnahen Vorgängen, angesetzt. Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten bzw. dem Nominalwert aktiviert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen auf den zum Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurde zum 31. Dezember 2011 mit 99.081 TEUR und der Zeitwert mit 94.513 TEUR angegeben. Eine nachhaltige Wertminderung liegt nicht vor, da es momentan keine Gründe gibt, die gegen eine Nennwertrückzahlung sprechen. Beteiligungen wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um Kapitalrückzahlungen und Abschreibungen auf den beizulegenden Wert, bilanziert. Wertpapiere des Anlagevermögens wurden mit den Anschaffungskosten erfasst. Der Buchwert der Wertpapiere wurde zum 31. Dezember 2011 mit 62.292 TEUR und der Zeitwert mit 56.228 TEUR angegeben. Die Aktien sind eine langfristige Beteiligung im Anlagevermögen. Eine nachhaltige Wertminderung liegt nicht vor, da der Kurs der Papiere sich zum Bilanzstichtag bereits wieder erholt hat. Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, gemindert um Abschreibungen, erfasst. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Einlagen bei Kreditinstituten sowie laufende Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt. Aufgrund des vor dem Bilanzstichtag erfolgenden Kostenschlusses werden Kostenbuchungen, die nach dem Abgrenzungsstichtag anfielen, unter den sonstigen Forderungen erfasst. Der Abgrenzungsposition stehen Kostenschätzungen für den Zeitraum zwischen Kostenschluss und Bilanzstichtag gegenüber, die in den übrigen Rückstellungen gezeigt werden. Ansprüche aus der Rückdeckung von Versorgungsleistungen wurden mit dem Barwert ausgewiesen. Mit Übergang auf die nach BilMoG geltenden Bestimmungen sind Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten und mit den entsprechenden Altersversorgungsverpflichtungen zu verrechnen. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens den Betrag der Altersversorgungsverpflichtungen, ist der übersteigende Betrag entsprechend § 266 Abs. 2 HGB unter dem gesonderten Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" zu aktivieren. Bewertung PassivaEs wird das Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB in Anspruch genommen, den erforderlichen Zuführungsbetrag zu den Pensionsrückstellungen auf maximal 15 Jahre zu verteilen und jeweils als außerordentlichen Aufwand zu erfassen. Verpflichtungen aus Pensionen wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und entsprechend § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem von der Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsVO) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Pensionsrückstellungen für arbeitgeberfinanzierte Zusagen und für nicht wertpapiergebundene arbeitnehmerfinanzierte Zusagen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf der Grundlage der Rechnungsgrundlagen der Richttafeln "2005G" von Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Die Leistungsanpassung aufgrund einer Überschussbeteiligung aus Rückdeckungsversicherungen bei Entgeltumwandlungen, die an die Überschussbeteiligung von Rückdeckungsversicherungen gekoppelt sind, wird in Höhe von 0,75 % p. a. berücksichtigt. Nachstehende Annahmen wurden der Berechnung zugrunde gelegt: scroll
Der zum 31. Dezember 2011 angesetzte Zinssatz wurde zum Inventurstichtag 30. September 2011 gemäß Bundesbankveröffentlichung festgelegt. Die berücksichtigte Fluktuation entspricht den nach Alter und Geschlecht diversifizierten unternehmensindividuellen Wahrscheinlichkeiten. Bei den wertpapiergebundenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen handelt es sich ausschließlich um leistungskongruent rückgedeckte Versorgungszusagen, deren Bewertung entsprechend IDW RS HFA 30 Rz. 74 nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB zu erfolgen hat. Für diese Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag mithin dem Zeitwert des Deckungskapitals des Lebensversicherungsvertrags zzgl. Überschussbeteiligung. Bei der Berechnung der Rückstellung für Altersteilzeit wurden alle Mitarbeiter der Gesellschaft berücksichtigt, die die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben bzw. die voraussichtlich die Altersteilzeitregelung in Anspruch nehmen werden. Die möglichen Inanspruchnahmen wurden mit Annahmequoten gewichtet, die auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit gewählt wurden. Die Berechnungen wurden mithilfe der Richttafeln 2005G von Dr. Klaus Heubeck durchgeführt. Es wurde die Ausscheideordnung der Aktiven zugrunde gelegt. Dabei wurde unter der Annahme einer mittleren Restlaufzeit von drei Jahren ein Rechnungszins von 4,08 % angesetzt. Als Gehaltstrend wurden 2,75 % angenommen. Die Rückstellung ist gem. § 253 HGB mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie setzt sich zusammen aus der Rückstellung für rückständiges Arbeitsentgelt, der Rückstellung für Aufstockungsbeträge, der Rückstellung für den zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und der Rückstellung für Abfindung. Die Jubiläumsrückstellungen sind nach der Betriebszugehörigkeit und den bestehenden Anspruchsvoraussetzungen unter Berücksichtigung des Anwachsens der entsprechenden Anwartschaften gebildet worden. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank in Übereinstimmung mit der RückAbzinsVO ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Die nachrangigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Nennbetrag bilanziert. Die anderen Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. WährungsumrechnungWenn Fremdwährungspositionen vorliegen, erfolgt die Bewertung zum Bilanzstichtag für Positionen der Bilanz zum Stichtagskurs und für Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Gliederung einzelner Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wurde abweichend vom gesetzlichen Gliederungsschema dargestellt, um mit den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Posten den Besonderheiten einer Holding Rechnung zu tragen. Dazu wurden die Erträge aus Beteiligungen wegen ihrer großen Bedeutung an den Anfang gestellt. SonstigesDer Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge beträgt 14 TEUR. Er resultiert aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Wert. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen diesen Betrag (Hinweis auf § 268 Abs. 8 HGB). Im Berichtsjahr wurden Zinserträge aus Deckungsvermögen für Rückstellungen für Altersteilzeit von 4 TEUR mit Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Altersteilzeit von 21 TEUR saldiert. Angaben zur Bilanz - AktivaEntwicklung des Anlagevermögensscroll
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Angaben zur Bilanz - PassivaSonstige Rückstellungenscroll
1)
Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellung
betrug 544 TEUR Erläuterungen zur Bilanz - AktivaA.I.1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und WertenErworbene Software wurde in Höhe von 4.225 TEUR bilanziert. A.III.1. Anteile an verbundenen UnternehmenDer Zugang ergibt sich im Wesentlichen aus den freiwilligen Zuzahlungen in die Kapitalrücklage bei der Talanx International AG in Höhe von 145.800 TEUR und bei der HDI-Gerling Lebensversicherung AG in Höhe von 84.909 TEUR. Da die Talanx nur mittelbar an der HDI-Gerling Lebensversicherung AG beteiligt ist, wurde der Buchwert an der Talanx Deutschland AG entsprechend erhöht. scroll
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1)
Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16
Abs. 2 und 4 AktG A.III.2. Ausleihungen an verbundene UnternehmenEs handelt sich um nachrangige Schuldverschreibungen in Höhe von 48.081 TEUR gegenüber der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. Außerdem wurde im Rahmen der Übernahme von Pensionsverpflichtungen von der HDI-Gerling Lebensversicherung AG ein nachrangiges Darlehen in Höhe von 51.000 TEUR gewährt. A.III.3. BeteiligungenDieser Betrag enthält die an der IGEPA Industrie- und Gewerbepark GmbH & Co. KG gehaltene Beteiligung unter Berücksichtigung planmäßiger Kapitalrückzahlungen in Höhe von 26.878 TEUR. B.I.1.Forderungen gegen verbundene Unternehmenscroll
Diese Position enthält im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen und Forderungen aus dem laufenden Geschäftsverkehr. B.I.2. Sonstige Vermögensgegenständescroll
Die übrigen Forderungen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt. C. Rechnungsabgrenzungspostenscroll
Hier wird neben abgegrenzten Verwaltungskosten ein Disagio ausgewiesen, das durch Darlehensaufnahmen bei der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG und der HDI-Gerling Lebensversicherung AG entstanden ist. Das Disagio wird zeitanteilig aufgelöst. D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnungscroll
Ab dem Geschäftsjahr 2010 werden für die Rückstellung für Altersteilzeit und die dafür ausgesonderten Wertpapiere gemäß § 246 Abs. 2 HGB saldiert. Die als Gegenposten zu den Rückstellungen ausgesonderten Wertpapiere wurden mit dem Zeitwert (159 TEUR) ausgewiesen, dieser liegt aktuell über den historischen Anschaffungskosten (145 TEUR). Alle zur Besicherung der Rückstellung für Altersteilzeit gehaltenen Assets werden in einer separaten Depotstelle geführt. Dies ist sowohl für die Unterscheidung zwischen "regulären" und "Treuhandverein"-Anteilen an den o. g. Assets notwendig als auch zur Vermeidung einer Mischkursbildung über den Gesamtbestand dieser Fonds. Sämtliche Anteile am Treuhandverein gehören zum restlichen Vermögen, da sie aufgrund der Widmung zur Besicherung der Altersteilzeitverpflichtungen nicht sicherungsvermögensfähig sind. Erläuterungen zur Bilanz - PassivaA.I. Gezeichnetes Kapitalscroll
Das Grundkapital besteht aus 260.000 auf den Namen lautende Stückaktien. Am Aktienkapital unserer Gesellschaft ist der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover, zu 100 % beteiligt. A.II. Kapitalrücklagescroll
A.III. Gewinnrücklagenscroll
Bei dem ausgewiesenen Betrag handelt es sich in voller Höhe um andere Gewinnrücklagen. A.IV. Bilanzgewinnscroll
Dieser Posten setzt sich zusammen aus 300.691 TEUR des Bilanzgewinns 2010, der aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. Mai 2011 auf neue Rechnung vorgetragen wurde, und aus 75.907 TEUR als Gewinn des laufenden Jahres. B.1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungenscroll
Dieser Posten enthält den Teil der Pensionsrückstellung, der nicht mit saldierungsfähigen Aktivwerten verrechnet wurde. Der Posten ermittelte sich zum 31. Dezember 2011 wie folgt: scroll
Beim saldierungsfähigen Deckungsvermögen handelt es sich um Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen, für die die fortgeführten Anschaffungskosten und damit der Zeitwert im Sinne des § 255 Abs. 4 Satz 4 HGB dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung entsprechen. Der Erfüllungsbetrag der arbeitgeberfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 586.634 TEUR. Der Zeitwert betrug 10.454 TEUR zum 31. Dezember 2011. scroll
Der Erfüllungsbetrag der arbeitnehmerfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 385 TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 378 TEUR zum 31. Dezember 2011. Der in der Bilanz nicht ausgewiesene Betrag der Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aus der Anwendung des Wahlrechtes gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB beträgt 182.123 TEUR. Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Versorgungsverpflichtungen i. S. v. Art. 28 Abs. 2 EGHGB beläuft sich auf 7 TEUR. Die in der GuV verrechneten Aufwendungen und Erträge, die aus den verrechneten Vermögensgegenständen und Schulden resultieren, beliefen sich auf 416 TEUR. C.1. AnleihenDie Talanx AG hat eine Kapital- und Geschäftskooperation mit Meiji Yasuda Life vereinbart. Die Kapitalbeteiligung von Meiji Yasuda Life hat die Form einer nachrangigen, nicht endfälligen Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 300.000 TEUR, die die Talanx AG emittiert hat. Die Bedingungen der Anleihe sind so ausgestaltet, dass eine Anerkennung als regulatorisches Tier-1-Kapital (Eigenkapitalersatz) nach unserer derzeitigen Einschätzung auch unter Solvency II gegeben ist. Im Falle eines Börsengangs der Talanx AG ist die Anleihe in Stammaktien der Gesellschaft umzuwandeln, und Meiji Yasuda Life wird ein wichtiger Aktionär der Talanx. Außerdem wird ein Anteil an der im Jahr 2003 begebenen Inhaberschuldverschreibung, der von einer nicht mehr zum Konzernkreis gehörenden Gesellschaft gehalten wird, ausgewiesen. Der Gesamtbetrag der Anleihen hat wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von über fünf Jahren. C.2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitutenscroll
Der Talanx AG wurde durch ein Bankenkonsortium unter der Führung der Bank of America ein Kreditrahmen in Höhe von 1.500.000 TEUR zur Verfügung gestellt. Davon wurden zum Bilanzstichtag 550.000 TEUR in Anspruch genommen. Im Geschäftsjahr wurden zwei weitere Kreditrahmen vereinbart, einer unter Führung von Barclays über 500.000 TEUR und einer unter Führung der Royal Bank of Scotland über 650.000 TEUR. In dem Gesamtbetrag sind keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren enthalten. C.4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmenscroll
Die Talanx AG hat marktgerecht verzinste Inhaberschuldverschreibungen begeben, die von verschiedenen Konzerngesellschaften gezeichnet worden sind. Zum Bilanzstichtag werden sie mit 696,0 Mio. EUR ausgewiesen. Die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. hat am 10. Februar 2005 nachrangige Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 20 Jahren, deren Rückzahlung durch die Talanx AG garantiert wird, begeben. Der Erlös aus der Begebung wurde der Talanx AG darlehensweise überlassen. Die Restschuld des Darlehens betrug zum Bilanzstichtag 269,6 Mio. EUR. Die Hannover Re (Bermuda) Ltd. hat der Talanx AG ein Darlehen über 50,0 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. Das Darlehen wird am 31. Mai 2012 fällig. Ferner werden weitere Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen, kurzfristig zur Verfügung gestellte Festgelder sowie Verbindlichkeiten aus dem laufenden Geschäftsverkehr mit Tochtergesellschaften ausgewiesen. In dem Gesamtbetrag sind Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über fünf Jahren in Höhe von 269,6 Mio. EUR (i. V. 426,3 Mio. EUR) enthalten. C.5. Sonstige Verbindlichkeitenscroll
Unter dieser Position werden überwiegend Zinsabgrenzungen aus Darlehen und Swapgeschäften gezeigt. Ein kleinerer Anteil entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber dem Pensionssicherungsverein. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Erträge aus Beteiligungenscroll
2. Sonstige betriebliche Erträgescroll
Mit der Übertragung auf die Talanx wurde die Neubewertung von Pensionen nach BilMoG nicht mehr auf 15 Jahre verteilt, sondern komplett in diesem Jahr auf das höhere Niveau reserviert. Dieser Effekt ist in den Kosten verarbeitet. Diesem Sachverhalt stehen außerhalb der Kosten Erträge von 18.770 EUR aus der Bildung von Forderungen gegenüber, da die Talanx nur den Zinsaufwand übernimmt. Die Talanx hat im Vorjahr die Talanx International AG von Aufwendungen freigestellt, die der Talanx International AG im Zusammenhang mit der Abwicklung des derzeitigen Versicherungsbestands und der Einstellung des Neugeschäfts der Aspecta Assurance International AG und der Aspecta International Luxembourg S. A. entstehen könnten. Die Gründe für die Freistellung hierfür sind weggefallen. Ein Betrag von 23.509 TEUR wurde aufgelöst. 3. Personalaufwandscroll
Dieser Posten enthält Vorstandsvergütungen und Gehälter in Höhe von 19.190 TEUR, soziale Abgaben sowie Pensionszahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder. Saldiert wurde die Veränderung der Pensionsrückstellung inklusive Freihalteansprüchen (vergleiche auch "Nr. 13 Außerordentliche Aufwendungen"). Im Vorjahr wurden insbesondere Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen von 16.866 TEUR aufgrund geänderter Trendannahmen (Absenkung des Gehalts- und Rententrends um jeweils 0,25 %) ausgewiesen. Durch konzerninterne Umstrukturierungen hat sich der Personalbestand deutlich erhöht. 5. Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Der größte Teil der Beratungsleistungen steht im Zusammenhang mit IT-Projekten und der Umstrukturierung des Konzerns. 6. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögensscroll
Der Ausweis betrifft überwiegend Zinserträge aus an verbundene Unternehmen gewährten Darlehen. 7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträgescroll
Hier werden im Wesentlichen die Zinserträge aus Tages- und Festgeldern, aus den Ergebnisabführungsverträgen, aus laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, aus Swapgeschäften sowie Erträge aus Dividenden ausgewiesen. 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungenscroll
Der Ansatz betrifft Darlehenszinsen sowie Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den in den Geschäftsjahren 2003 und 2006 ausgegebenen Anleihen an verschiedene Konzerngesellschaften, Zinsaufwendungen aus dem Darlehen gegenüber der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., Zinsen aus Swaps, Zinsen aus der Pflichtwandelanleihe Meiji Yasuda, Zinsen aus Darlehen von verbundenen Unternehmen, Zinsen, die aus der teilweisen Ziehung der Kreditlinie resultieren, Zinsen aus der Aufzinsung von Pensionen sowie Bereitstellungszinsen. 10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgenscroll
Diese Erträge stammen von den unter "Wichtige Verträge" genannten Gesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen wurden. 11. Aufwendungen aus Verlustübernahmenscroll
Diese Aufwendungen stammen von den unter "Wichtige Verträge" genannten Gesellschaften, mit denen Ergebnisabführungsverträge abgeschlossen wurden. 14. Außerordentliches Ergebnisscroll
Das außerordentliche Ergebnis beinhaltet ausschließlich die Anpassungsbuchungen der Pensionsrückstellungen aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG). 15. Steuern vom Einkommen und vom Ertragscroll
Für das Geschäftsjahr wird trotz des Jahresüberschusses kaum Steueraufwand ausgewiesen, weil wesentliche Erträge (z. B. Ausschüttungen der Hannover Rückversicherung AG) nahezu steuerfrei vereinnahmt werden können. Bei Talanx inkl. ihrer Organgesellschaften werden latente Steuern mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,83 % und einem Gewerbesteuersatz von 15,96 % bewertet. Passive latente Steuern, die insbesondere in den Bilanzposten Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen (wegen abweichender Bilanzansätze von Anteilen an Personengesellschaften) und wegen steuerlicher Rücklagen nach § 6b EStG bestehen, wurden mit aktiven latenten Steuern aus dem Bilanzposten Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle verrechnet. Über diese Saldierung hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Passive latente Steuern ergaben sich nach den Berechnungen für 2011 nicht. Sonstige AngabenGesellschafterDie Gesellschafteranteile werden zu 100 % vom HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover, als alleinigem Gesellschafter gehalten. Wichtige VerträgeEs bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge zwischen der Talanx und der
Syndizierte Kreditlinie in Höhe von 650 Mio. EUR vom 21. Dezember 2011Am 21. Dezember 2011 schlossen die Talanx AG, The Royal Bank of Scotland plc als Facility Agent und bestimmte andere Finanzinstitute als Darlehensgeber einen Vertrag über eine syndizierte Kreditfazilität ab, wonach die Darlehensgeber der Talanx AG und Gesellschaften des Talanx-Konzerns eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 650 Mio. EUR für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung stellen. Die Darlehensgeber dürfen die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h., wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Talanx AG ist weiter verpflichtet, Darlehen in der Höhe vorzeitig zurückzuzahlen, die den Nettoeinnahmen aus einer Veräußerung von Aktien der Hannover Rückversicherung AG an eine dritte Partei entspricht (wenn und soweit die Einnahmen einen Betrag in Höhe von 50 Mio. EUR p. a. oder in Höhe von 100 Mio. EUR über die Laufzeit der Vereinbarung überschreiten und vorausgesetzt, dass die Veräußerung zu einer Reduzierung der Beteiligung an der Hannover Rückversicherung AG unter 50 % führt oder, wenn die Beteiligung der Talanx bereits unter 50 % gefallen ist, weiter reduziert wird). Die Darlehensgeber können außerdem die Kreditlinie kündigen, wenn die Talanx AG oder wesentliche Tochtergesellschaften fällige Verbindlichkeiten nicht bedienen, soweit diese einen Betrag von 20 Mio. EUR überschreiten (sogenannter Cross Default). Die Talanx AG garantiert sämtliche Verpflichtungen aus der Kreditlinie. Weiter enthält der Vertrag marktübliche Beschränkungen (sogenannte Covenants) für die Talanx AG. Syndizierte Kreditlinie in Höhe von 500 Mio. EUR vom 13. Juli 2011Am 13. Juli 2011 schlossen die Talanx AG, Barclays Bank plc als Facility Agent und bestimmte andere Finanzinstitute als Darlehensgeber einen Vertrag über eine syndizierte Kreditfazilität ab, wonach die Darlehensgeber der Talanx AG und Gesellschaften des Talanx-Konzerns eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 500 Mio. EUR für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung stellen. Die Darlehensgeber dürfen die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h., wenn eine andere Person oder eine andere gemeinsam handelnde Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Talanx AG ist weiter verpflichtet, Darlehen in der Höhe vorzeitig zurückzuzahlen, die den Nettoeinnahmen aus einer Veräußerung von Aktien der Hannover Rückversicherung AG an eine dritte Partei entspricht (wenn und soweit die Einnahmen einen Betrag in Höhe von 50 Mio. EUR p. a. oder in Höhe von 100 Mio. EUR über die Laufzeit der Vereinbarung überschreiten und vorausgesetzt, dass die Veräußerung zu einer Reduzierung der Beteiligung an der Hannover Rückversicherung AG unter 50 % führt oder, wenn die Beteiligung der Talanx bereits unter 50 % gefallen ist, weiter reduziert wird). Die Darlehensgeber können außerdem die Kreditlinie kündigen, wenn die Talanx AG oder wesentliche Tochtergesellschaften fällige Verbindlichkeiten nicht bedienen, soweit diese einen Betrag von 20 Mio. EUR überschreiten (sogenannter Cross Default). Die Talanx AG garantiert sämtliche Verpflichtungen aus der Kreditlinie. Weiter enthält der Vertrag marktübliche Beschränkungen (sogenannte Covenants) für die Talanx AG. Syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,5 Mrd. EUR vom 1. August 2005Am 1. August 2005 schlossen die Talanx AG, Banc of America Securities Limited als Facility Agent und bestimmte andere Finanzinstitute als Darlehensgeber einen Vertrag über eine syndizierte Kreditfazilität ab, wonach die Darlehensgeber der Talanx AG und Gesellschaften des Talanx-Konzerns eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 1.500 Mio. EUR für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung stellen. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Talanx AG die Laufzeit zweimal verlängern kann. Dementsprechend wurde die Laufzeit zweimal für einen Zeitraum von je einem Jahr verlängert. Die Darlehensgeber können die Kreditlinie u. a. bei einem sogenannten Change of Control kündigen, d. h., soweit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nicht mehr direkt oder indirekt mehr als 50 % der Stimmrechte der Talanx AG zustehen oder er nicht mehr die Möglichkeit hat, mehr als 50 % der auf die Anteilseigner entfallenden Mitglieder des Aufsichtsrates zu bestellen oder wenn eine andere Person, die nicht direkt oder indirekt von dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. kontrolliert wird, die Möglichkeit erlangt, die Geschäftsführung und die Geschäftspolitik der Talanx AG zu bestimmen. Die Darlehensgeber können die Kreditlinie auch dann kündigen, wenn die Talanx AG oder ihre wesentlichen Tochtergesellschaften ihre fälligen Verbindlichkeiten nicht bedienen, soweit diese einen Betrag von 20 Mio. EUR überschreiten (sogenannter Cross Default). Die Talanx AG garantiert sämtliche Verpflichtungen aus der Kreditlinie. Weiter enthält der Vertrag marktübliche Beschränkungen (sogenannte Covenants) für die Talanx AG. Seit dem 17. April 2002 besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Magyar Posta Rt., um deren Kunden über ungarische Gemeinschaftsunternehmen (Tochterunternehmen der ProACTIV Holding AG) Lebens- und Sachversicherungsprodukte anbieten zu können. Mit der Citibank wurde am 22. Dezember 2006 eine Rahmenvereinbarung für Kooperationen auf ausländischen Märkten im Bancassurance-Bereich abgeschlossen und eine Zusammenarbeit in Russland und in der Türkei vereinbart. Am 18. Juli 2007 schloss die Talanx mit der Deutschen Postbank AG eine Kooperationsvereinbarung mit einer Laufzeit von 15 Jahren über den Vertrieb von Versicherungsprodukten der PB Versicherungen. Die Kooperationsvereinbarung knüpft an die Kooperation zwischen dem HDI V. a. G. und der Deutschen Postbank AG an und stellt sie auf eine neue Grundlage. Weiterhin besteht seit dem 4. Oktober 2010 eine strategische Kooperation mit dem japanischen Lebensversicherungsunternehmen Meiji Yasuda Insurance Company ("Meiji Yasuda") mit dem Ziel, gemeinsam Geschäftsmöglichkeiten in internationalen Versicherungsmärkten zu identifizieren und zu realisieren. Die Kooperation ist durch eine vom Kooperationspartner gezeichnete nachrangige Pflichtwandelanleihe der Talanx AG über 300 Mio. EUR unterlegt, die im Falle eines Börsengangs der Talanx AG in Stammaktien der Talanx umzuwandeln ist. Am 14. Dezember 2011 hat die Talanx International AG (TINT) gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Meiji Yasuda an der Warschauer Börse ein Übernahmeangebot über den Erwerb von 100 % der Anteile an der Towarzystwo Ubezpieczeń EUROPA S. A. ("TU Europa") abgegeben. Die hierfür erforderlichen Mittel werden TINT von der Talanx AG zur Verfügung gestellt. Hintergrund dieses Übernahmeangebotes ist ein mit gleichem Datum abgeschlossener Kaufvertrag zwischen der Talanx International AG und der bisherigen Mehrheitsaktionärin der TU Europa, der Getin Holding S. A., über den Erwerb von 50 % + 1 Aktie an der TU Europa. Getin Holding S. A. wird weiterhin 16,54 % der Anteile an der TU Europa halten; die übrigen aufgrund des Übernahmeangebotes zum Verkauf angebotenen Anteile an der TU Europa wird die Meiji Yasuda Insurance Company zeichnen. Das Übernahmeangebot ist bedingt durch eine Annahmequote von mindestens 50 % + 1 Aktie, die durch eine kaufvertragliche Verpflichtung der Getin Holding S. A. sichergestellt sein sollte. Ferner ist das Übernahmeangebot bedingt durch die Genehmigung durch die polnische Versicherungsaufsichtsbehörde und die EU-Kartellbehörde bzw. die polnische Kartellbehörde. Talanx International AG und Meiji Yasuda haben eine Konsortialvereinbarung zu Einzelheiten ihrer Kooperation als Aktionäre abgeschlossen. Hier wurden bereits der Squeeze-out eventuell verbleibender Minderheitsaktionäre außer Getin Holding S. A. und ein Delisting der Gesellschaft von der Warschauer Börse festgelegt. Letztlich werden daher neben der Talanx International AG als Mehrheitsaktionärin lediglich Meiji Yasuda und Getin Holding S. A. als weitere Aktionäre verbleiben. Flankiert wird der Erwerb der Anteile an der TU Europa durch den Abschluss von Bancassurance-Verträgen zwischen der TU Europa, TU Europa Life und Open Life einerseits sowie Getin Noble Bank, Idea Bank und Open Finance andererseits. Am 19. Januar 2012 hat sich des Weiteren die TINT in einem Auktionsverfahren zum Erwerb der Towarstzystwo Ubezspieczien I Reasekuracji Warta S. A. ("Warta") in Polen durchgesetzt und einen Anteilserwerbsvertrag mit der in Belgien ansässigen Gesellschaft KBC Verzekeringen NV ("KBC") als Veräußerin unterzeichnet. Die TINT erwirbt zusammen mit unserem Kooperationspartner Meiji Yasuda direkt Anteile an der Warta sowie indirekt an der Towarstzystwo Ubezspieczien na Życie Warta S. A. ("Warta TunZ") sowie verschiedenen kleinen Gesellschaften im Verhältnis 70 (Anteil TINT) zu 30 (Anteil Meiji Yasuda). Veräußerin ist KBC. Die Talanx AG ist bezüglich des zu leistenden Kaufpreises Gesamtschuldnerin. TINT erwirbt in einem ersten Schritt auf Basis eines mit der KBC am 19. Januar 2012 unterzeichneten SPA alle Aktien (100 %) der Warta. Der Vollzug des Anteilserwerbs steht unter den üblichen Zustimmungsvorbehalten verschiedener Behörden, d. h. der Freigabe durch die zuständige Versicherungsaufsichtsbehörde in Polen ("KNF") sowie durch die zuständige Wettbewerbsbehörde in Brüssel ("Europäische Kommission"). Ebenfalls am 19. Januar 2012 hat die TINT mit der Meiji Yasuda einen korrespondierenden Anteilserwerbsvertrag ("back-to-back SPA") über 30 % der Warta-Anteile abgeschlossen. Die aufsichts- und kartellrechtlichen Genehmigungsprocedere wurden auch insoweit unmittelbar nach dem 19. Januar 2012 in die Wege geleitet. Die Beziehungen zwischen den zukünftigen Aktionären regelt eine ebenfalls am 19. Januar 2012 zwischen TINT und Meiji Yasuda abgeschlossene Vereinbarung. Mitarbeiterscroll
Organe der GesellschaftDie Namen der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands finden sich im Lagebericht unter "Verwaltungsorgane der Gesellschaft". Bezüge der OrganeDie Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 7.883 TEUR. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 1.821 TEUR. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstände und ihrer Hinterbliebenen betrugen 362 TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 20.818 TEUR zurückgestellt. Beziehungen zu nahe stehenden PersonenIm Berichtsjahr bestanden keine für die Beurteilung der Vermögens- oder Ertragslage wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen. Gesamthonorare des AbschlussprüfersDie Vergütung der Abschlussprüfer ist - unterteilt nach Aufwendungen für Prüfungsleistungen, andere Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstige Leistungen - in den Konzernabschlüssen des HDI V. a. G. und der Talanx AG anteilig enthalten. Derivative FinanzinstrumenteDie Gesellschaft setzt Zinsswaps (Sicherungsinstrumente) ein, um Zahlungsströme bei bestimmten variabel verzinslichen Verbindlichkeiten über 550 Mio. EUR (Grundgeschäfte) gegen das Zinsänderungsrisiko abzusichern. Die "Plain-Vanilla"-Zinsswaps dienen dazu, sich vor negativen Effekten im Periodenergebnis bei steigenden Zinsen zu schützen. Den erhaltenen Zinszahlungen aus den Swapgeschäften (variable Zinsen) stehen in gleicher Höhe Zinszahlungen aus den Verbindlichkeiten gegenüber; darüber hinaus hat die Gesellschaft fixe Zinszahlungen über rund 27 Mio. EUR an die Swappartner zu leisten. Durch die Auswahl bonitätsmäßig hochwertiger Kontrahenten wird ein signifikantes Bonitätsrisiko vermieden. Der variable Zinssatz ist abhängig vom Drei-Monats-EURIBOR. Die Gesellschaft hält im Jahr 2011 Kurssicherungsgeschäfte für verschiedene Eigenkapitalinstrumente im Wert von umgerechnet 91 Mio. EUR. Sie hat in diesem Zusammenhang darüber hinaus im Jahr 2011 gegenläufige Währungsabsicherungsgeschäfte für einen Teil der auf Fremdwährung lautenden Eigenkapitalinstrumente abgeschlossen. Dabei wird das gegenüber dem Kontrahenten eingegangene Risiko vollständig an ein verbundenes Unternehmen weitergereicht. Angesetzte längste Laufzeit dieser Optionen ist der 31. Januar 2013. Sämtliche Sicherungsinstrumente werden in Bewertungseinheiten bilanziert. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Talanx AG hat gegenüber den Inhabern der im Februar 2005 von ihrer Tochtergesellschaft Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. begebenen nachrangigen Schuldverschreibung über ursprünglich 350 Mio. EUR eine nachrangige Garantie über die Zahlung der aus der Anleihe zu zahlenden Beträge wie Zinsen und Rückzahlungen abgegeben. Die Anleihe ist 2025 fällig. Die durch die Begebung der Anleihe aufgenommenen Mittel in Höhe von 350 Mio. EUR wurden der Talanx AG von der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. darlehensweise zur Verfügung gestellt. Bis Dezember 2011 hat die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. einen Teil der begebenen Anleihe im Nennwert von rund 85 Mio. EUR zurückerworben und entwertet, sodass die Schuldverschreibung zum Abschluss des Berichtsjahres noch in Höhe von rund 265 Mio. EUR Nennwert bestand. Die Talanx AG hat das ihr von der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. gewährte Darlehen teilweise zurückgeführt. Der Restbetrag des Darlehens in Höhe von rund 270 Mio. EUR ist in der Bilanz unter Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Talanx AG hält zum Ende des Berichtszeitraums weitere Teile der Anleihe mit einem Buchwert in Höhe von rund 48 Mio. EUR. Diese sind in der Bilanz unter Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen. Die Talanx AG hat ferner Bürgschaften für die nicht eingezahlten Teile von Kapitalerhöhungen bei den Tochtergesellschaften TARGO Lebensversicherung AG - vormals CiV Lebensversicherung AG - (59,0 Mio. EUR) und TARGO Versicherung AG - vormals CiV Versicherung AG - (8,9 Mio. EUR) übernommen. Darüber hinaus bestehen latente Einzahlungsverbindlichkeiten aus nicht voll eingezahlten Aktien der Talanx Reinsurance Broker AG (0,7 Mio. EUR). Resultierend aus der im Berichtsjahr vollzogenen Abspaltung verschiedener Beteiligungen von der Talanx Service AG (vormals HDI-Gerling Sach Serviceholding AG) auf unsere Gesellschaft haftet die Talanx AG als übernehmender Rechtsträger gemäß § 133 UmwG für die vor dem Wirksamwerden der Abspaltung am 4. August 2010 begründeten Verbindlichkeiten der Talanx Service AG mit dieser als Gesamtschuldner über einen Zeitraum von fünf bzw. für Versorgungsverpflichtungen aufgrund des Betriebsrentengesetzes von zehn Jahren. Der Gesamtbetrag dieser Verpflichtungen beträgt 20 Mio. EUR. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen 0 Mio. EUR. Als Trägerunternehmen der Gerling Versorgungskasse in Bezug auf Mitarbeiter der ehemaligen Gerling-Gesellschaften, die im Zuge der Gerling-Integration bei unserer Gesellschaft angestellt worden sind, haftet unser Unternehmen anteilig für eventuelle Fehlbeträge. KonzernabschlussDie Gesellschaft ist Konzerngesellschaft des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover. Der HDI (Mutterunternehmen) stellt nach § 341 i HGB einen Konzernabschluss auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Die Talanx AG, Hannover, stellt daneben auf freiwilliger Basis einen eigenen Konzernabschluss nach IFRS auf. Die Konzernabschlüsse werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gegeben.
Hannover, den 6. März 2012 Talanx Aktiengesellschaft Der Vorstand Haas Dr. Hinsch Leue Dr. Noth Dr. Querner Dr. Roß Wallin Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersAn die Talanx Aktiengesellschaft, Hannover:Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 6. März 2012 KPMG AG Dr. Ellenbürger, Wirtschaftsprüfer Husch, Wirtschaftsprüfer ImpressumTalanx AGRiethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 E-Mail info@talanx.com www.talanx.com Ansprechpartner für Presse-und ÖffentlichkeitsarbeitThomas von Mallinckrodt Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 E-Mail thomas.mallinckrodt@talanx.com Ansprechpartner für Investor RelationsDr. Wolfram Schmitt Telefon +49 511 3747-2185 Telefax +49 511 3747-2286 E-Mail wolfram.schmitt@talanx.com Veröffentlicht am: 22. März 2012 Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch. Geschäftsbericht im Internet:http://geschaeftsbericht2011.talanx.com Konzernstruktur Group StructureTalanx AG Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 E-Mail info@talanx.com www.talanx.com |
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