![]() Talanx AktiengesellschaftHannoverKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015Konzern-Geschäftsbericht 2015ENTWICKLUNG UND ERGEBNISSEFINANZ-HIGHLIGHTSGEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN 31,8 MRD. EURWACHSTUM BRUTTOPRÄMIEN (WÄHRUNGSBEREINIGT) +4,8 %KAPITALANLAGERENDITE 3,6 %OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) 2,2 MRD. EURDIVIDENDENVORSCHLAG JE AKTIE 1,30 EURDER TALANX-KONZERN AUF EINEN BLICK1 KONZERNKENNZAHLENscroll
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Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis
und Ergebnis aus Investmentverträgen zu durchschnittlichem selbst
verwalteten Kapitalanlagebestand Brief des Vorstandsvorsitzenden» Einmal mehr bestätigt das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres unsere in den vergangenen Jahren eingeschlagene Strategie der Internationalisierung und Diversifizierung. «Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, meine Damen und Herren,auch im Geschäftsjahr 2015 musste sich der Talanx-Konzern einem sehr herausfordernden Umfeld stellen. Die anhaltende Phase äußerst niedriger Zinsen in Europa, verbunden mit einer hohen Volatilität der globalen Finanzmärkte, weltweit zunehmende und intensivere Regulierung, zudem die geopolitischen Krisen und die dadurch ausgelöste Flüchtlingsbewegung sowie hoher Wettbewerbsdruck und sich ändernde Kundenbedürfnisse beeinflussten unser unternehmerisches Handeln. In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen ist unser Konzernergebnis von 734 Mio. EUR ein gutes Ergebnis. Bereinigt um die vollumfängliche Abschreibung des Goodwills im deutschen Lebensgeschäft von 155 Mio. EUR ergibt sich sogar ein Rekordergebnis von 889 Mio. EUR. Getragen wurde dieser Erfolg von einem kräftigen Bruttoprämienwachstum um etwa 10 % auf nunmehr rund 32 Mrd. EUR, verbunden mit Verbesserungen in der versicherungstechnischen Rechnung unserer Geschäftsbereiche. Auch das Kapitalanlageergebnis mit einer für das Niedrigzinsumfeld sehr erfreulichen Kapitalanlagerendite von 3,6 % hat zu dieser erfolgreichen Entwicklung beigetragen. Einmal mehr bestätigt das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres unsere in den vergangenen Jahren eingeschlagene Strategie der Internationalisierung und Diversifizierung. Zu diesem Erfolg haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit engagiertem und kompetentem Einsatz maßgeblich beigetragen - im Namen des Vorstandes danke ich allen Beschäftigten für ihr hohes Engagement für unseren Konzern. Ebenfalls bedanke ich mich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unseren Kunden für ihre Loyalität. An diesen guten Ergebnissen sollen Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, erneut partizipieren: Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG schlagen der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 1,30 EUR pro Aktie vor - ein Plus von 5 Cent oder rund 4 %. Damit würde sich, bezogen auf den Durchschnittskurs der Talanx-Aktie im Kalenderjahr 2015, eine attraktive Dividendenrendite von 4,6 % ergeben. Dieser Vorschlag unterstreicht unser Ziel, an unsere Aktionäre eine stabile und verlässliche Dividende auszuschütten. Seit dem Börsengang im Jahre 2012 haben wir unsere Ausschüttung jährlich steigern können. Kumuliert über die vergangenen vier Jahre hat sich die Dividende pro Aktie um 25 Cent oder rund 24 % erhöht. 2015 sind große Naturkatastrophen weitgehend ausgeblieben. Der größte Einzelschaden für den Konzern war die Explosion im chinesischen Hafen Tianjin mit einer Belastung von 154 Mio. EUR. Insgesamt verzeichneten wir Großschäden in Höhe von 922 Mio. EUR nach 782 Mio. EUR im Vorjahr. Diese blieben aber trotz der Steigerung unterhalb der erwarteten Großschadenbelastung von 980 Mio. EUR. Insgesamt setzte die Talanx-Gruppe 2015 den Kurs der Internationalisierung fort. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung sollen bis 2019 mindestens 65 % der Prämien im Ausland generiert werden. Derzeit sind es bereits 60 %. Zur weiteren Expansion wird auch die lokale Präsenz durch neue Büros in Australien, Italien, der Schweiz und Frankreich ausgebaut. Vor dem Hintergrund dieser zunehmenden globalen Präsenz hat die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG in HDI Global SE umfirmiert. » Für das laufende Geschäftsjahr gilt es nun, diese Maßnahmen konsequent und Schritt für Schritt umzusetzen. « Besonderen Fokus legt der Geschäftsbereich auf eine Verbesserung der versicherungstechnischen Ergebnisse im Feuer-, Transport- und Kraftfahrzeuggeschäft. Zudem automatisiert und digitalisiert auch die Industrieversicherung in Bereichen, in denen Effizienzgewinne realisiert und ein höherer Kundennutzen generiert werden können. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International schloss die Übernahme der chilenischen Versicherungsgruppe Inversiones Magallanes ab. Durch den Zukauf wird Talanx auch zu einem führenden Versicherer in Chile. Zudem verstärkte sich der Konzern mit der Übernahme der Versicherungsgesellschaften der italienischen Bankengruppe Gruppo Banca Sella im Bancassurance-Geschäft in Italien. Die Gruppo Banca Sella ist bereits seit acht Jahren Bankpartner der italienischen HDI Assicurazioni S.p.A. im Schaden/Unfallgeschäft. Mit dieser arrondierenden Akquisition erweitert sich diese Kooperation nun auch auf das Lebensgeschäft. In allen Kernmärkten des internationalen Geschäfts mit Privat- und Firmenkunden verzeichnet Talanx erfreuliches Wachstum. Die Gesellschaften in Brasilien, Mexiko, Polen und der Türkei verzeichnen trotz widriger Marktverhältnisse eine sehr erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Insgesamt hat sich dieser Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren durch organisches und fokussiertes anorganisches Wachstum zu einer wichtigen Säule des Konzerns entwickelt. Mit einem Investitions-, Wachstums- und Effizienzsteigerungsprogramm stellte der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland 2015 die Weichen für eine nachhaltige Ertragsverbesserung. Der Geschäftsbereich beschloss, traditionelle klassische Lebensversicherungen durch Produkte der modernen Klassik zu ersetzen. Weitreichende Maßnahmen werden den Automatisierungsgrad bei Talanx Deutschland deutlich erhöhen, zudem investiert der Geschäftsbereich in die Digitalisierung. Bis einschließlich 2020 soll sich die Kostenbasis um rund 240 Mio. EUR jährlich reduzieren. In den Schaden/ Unfallversicherungssparten des Geschäftsbereiches werden die im Jahr 2013 begonnenen Maßnahmen zur risikogerechten Prämienanpassung konsequent weitergeführt. Gleichzeitig gilt es, den in diesen Sparten erlittenen Bestandsabrieb zu stoppen und wieder auf einen Wachstumskurs zurückzukehren. Das Niedrigzinsniveau in Europa stellt uns als institutionellen Investor vor die Herausforderung, für unsere Stakeholder auskömmliche Kapitalanlagerenditen bei vertretbarem Kapitalanlagerisiko zu erzielen. Vor diesem Hintergrund mischen wir unserem Kapitalanlageportfolio verstärkt Unternehmensanleihen guter Bonität bei. Zusätzlich haben wir unsere Investitionen in Infrastrukturprojekten erheblich ausgebaut. Zum Ende des Geschäftsjahres 2015 beliefen sich diese auf 1,13 Mrd. EUR. Da wir mittlerweile ein mit dieser Anlageform erfahrenes Team aufgebaut haben und die Renditen in dieser Assetklasse noch auskömmlich sind, könnte sich das Volumen auf etwa 2 Mrd. EUR erhöhen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 haben wir insbesondere in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung sowie Privat- und Firmenversicherung Deutschland viele wichtige strategische Weichenstellungen vorgenommen und die zur Umsetzung notwendigen Maßnahmen erarbeitet. Für das laufende Geschäftsjahr gilt es nun, diese Maßnahmen konsequent und Schritt für Schritt umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, den Wert Ihres Konzerns langfristig und nachhaltig zu steigern. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen Herbert K. Haas VORSTANDHerbert K. HaasVorsitzender Burgwedel Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Christian Hinschstv. Vorsitzender Burgwedel stv. Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a.G., Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Global SE, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Torsten LeueHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx International AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Immo QuernerCelle Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Ulrich WallinHannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Jan WickeHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx Deutschland AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für
AUFSICHTSRATZUSAMMENSETZUNG ZUM 31. DEZEMBER 2015Wolf-Dieter BaumgartlVorsitzender Berg ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG Ralf Rieger*stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI Vertriebs AG Prof. Dr. Eckhard Rohkammstv. Vorsitzender Hamburg ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG Antonia AschendorfHamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands der APRAXA eG Karsten Faber*Hannover Zentralbereichsleiter Hannover Rück SE, E+S Rückversicherung AG Jutta Hammer*Bergisch Gladbach Angestellte HDI Kundenservice AG Dr. Hermann JungHeidenheim Mitglied der Geschäftsführung der Voith GmbH Dr. Thomas LindnerAlbstadt Vorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG Dirk LohmannForch, Schweiz Präsident des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsführung der Secquaero Advisors AG Christoph Meister*Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Jutta Mück*Oberhausen Angestellte HDI Global SE Otto Müller*Hannover Angestellter Hannover Rück SE Katja Sachtleben-Reimann*Hannover Angestellte Talanx Service AG Dr. Erhard SchipporeitHannover ehem. Mitglied des Vorstands der E.ON AG Prof. Dr. Jens Schubert*Potsdam Leiter Recht, ver.di-Bundesverwaltung Norbert SteinerBaunatal Vorsitzender des Vorstands der K+S AG Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Bericht der Talanx AG. AUFSICHTSRATSAUSSCHÜSSEZUSAMMENSETZUNG ZUM 31. DEZEMBER 2015Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
AUFGABEN DER AUSSCHÜSSEDie detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat". Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Damen und Herren, der Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2015 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten uneingeschränkt nachgekommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, der Risikosituation und der strategischen Entwicklung der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften im Inland sowie in den ausländischen Kernmärkten. Wir berieten den Vorstand in allen für das Unternehmen wichtigen Belangen, überwachten kontinuierlich seine Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Im Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, die am 21. März, am 8. Mai, am 11. August und am 11. November 2015 stattfanden. An einer Sitzung nahmen routinemäßig zwei Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teil. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu vier und der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten zu drei Sitzungen zusammen. Sitzungen des Nominierungsausschusses sowie des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahre 2015 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsabschlüsse schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen eilbedürftige, zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese, nach Anordnung des Verfahrens durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx-Konzerns aus. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist, über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und sonstigen Großschäden, den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten sowie weitere wesentliche Entwicklungen in der Gesellschaft, im Konzern sowie im regulatorischen Umfeld (Solvency II, Fit- und-Proper-Anforderungen). Wie bereits im Vorjahr ließen wir uns erneut laufend über den Stand des Genehmigungsverfahrens des internen Modells informieren. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Alle Sitzungen des Aufsichtsrats wurden in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder abgehalten. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUMDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Geschäftsbereiche, die strategische Ausrichtung und der Business Case des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland, die Herausforderungen im deutschen Lebensversicherungsgeschäft infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase und speziell das Strategiekonzept für die HDI Lebensversicherung AG, ferner die Situation in der deutschen Sachversicherung, speziell die künftige Positionierung der HDI Versicherung AG, mögliche Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2016 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für abgelaufene Quartale wurden uns jeweils Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. Ferner ließen wir uns eine Bestandsaufnahme zur IT geben. Der Vorstand erläuterte dem Aufsichtsrat zudem das Geschäftsmodell der Talanx Reinsurance (Dublin) und den Wechsel der Rechtsform und die Änderung des Namens der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG in HDI Global SE. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratung bildete erneut das Risikomanagement im Konzern. Die Risikoberichterstattung des Vorstands war Gegenstand jeder Sitzung des Aufsichtsrats. Wir ließen uns die Hintergründe des Berichts zum Own Risk and Solvency Assessment (ORSA) erläutern und erörterten den Stellenwert dieses Berichts für die künftige Arbeit des Aufsichtsrats. Wir befassten uns ferner mit einer Reihe von Akquisitionsvorhaben, ließen uns über die Kostensituation im Wettbewerbsvergleich berichten und nahmen Desinvestments in Ländern, in denen ein weiteres Engagement unter wirtschaftlichen Aspekten zweifelhaft erschien, zur Kenntnis. Des Weiteren wurde die Umsetzung des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst diskutiert und entsprechend Beschluss gefasst. Dem Abschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages und der Änderung von Unternehmensverträgen, jeweils im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland, stimmte der Aufsichtsrat zu. Turnusgemäß erörterte der Aufsichtsrat Fragen der Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern. Er beschloss die Verlängerung der jeweils im Jahr 2016 auslaufenden Vorstandsmandate von Herrn Dr. Querner und Herrn Dr. Hinsch. Mit Blick auf § 87 Absatz 1 AktG befasste sich das Aufsichtsratsplenum mit der Festlegung der Geschäftsbereichsziele 2016 sowie mit der Festsetzung der Tantiemen der Mitglieder des Vorstands und zog dabei auch externe Stellungnahmen für die Beurteilung der Angemessenheit und Struktur der Vorstandsvergütung heran. Darüber hinaus fand eine Überprüfung der Festbezüge von zwei Vorstandsmitgliedern statt, bei der auch horizontale und vertikale Vergütungsaspekte und -konzepte als Vergleich und Orientierung herangezogen wurden. Die Frage der Angemessenheit des Vergütungssystems für Geschäftsleiter im Konzern wurde in den Aufsichtsratssitzungen am 21. März 2015 und am 8. Mai 2015 behandelt. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. ARBEIT DER AUSSCHÜSSEZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse gebildet: den Finanz- und Prüfungsausschuss mit sechs Mitgliedern, den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und den Vermittlungsausschuss mit jeweils vier Mitgliedern sowie den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Ausschüsse bereiten die Beratung und Beschlussfassung im Plenum vor. Darüber hinaus sind den Ausschüssen auch eigene Beschlusszuständigkeiten übertragen. Die Niederschriften über die Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten werden auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt, die nicht diesen Ausschüssen angehören. Wie sich die Ausschüsse zusammensetzen, ist im Geschäftsbericht auf Seite 10 dargestellt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte -neben der Vorbereitung der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum - in vertiefter Form die Quartalsabschlüsse der Gesellschaft und des Konzerns sowie die Ergebnisse der prüferischen Durchsicht durch die Abschlussprüfer. Des Weiteren haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer externen aktuarischen Prüfung der Brutto- und Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx-Konzern sowie die Rentabilitätsentwicklung der einzelnen Konzerngesellschaften per 31. Dezember 2014 erörtert. Routinemäßig beschäftigten wir uns mit den Risikoberichten und gaben eine Analyse zum Status des Risikomanagements im Talanx-Konzern in Auftrag. Der Ausschuss nahm ferner die Jahresberichte der vier Schlüsselfunktionen (Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision und Compliance) entgegen, die jeweils von den verantwortlichen Leitern dieser Funktionen erstattet und erläutert wurden. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat - neben der Vorbereitung der Erörterung und Beschlussfassung, insbesondere zu Wiederbestellungen, im Plenum - die kurz- und mittel- bis langfristige Personalplanung für den Vorstand erörtert sowie die persönlichen Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 einstweilen vorgegeben. Außerdem wurden im Zuge der Festlegung der Vorstandstantiemen, der Überprüfung der Festbezüge sowie der Bestimmung der Geschäftsbereichsziele 2016 für die für Geschäftsfelder verantwortlichen Mitglieder des Vorstands Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNGErneut widmete der Aufsichtsrat dem Thema Corporate Governance große Aufmerksamkeit. So befasste er sich mit den Neuerungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 5. Mai 2015 und hat in diesem Zusammenhang eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat festgelegt. Ferner wurden die Corporate-Governance-Grundsätze der Talanx AG überarbeitet, die entsprechend im Aufsichtsrat erörtert und verabschiedet wurden. Zudem nahm der Aufsichtsrat einen Bericht über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme gemäß § 3 Absatz 5 Versicherungsvergütungsverordnung sowie die Risikoberichte entgegen. Die Gesellschaft bot 2015 allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eine interne Schulungsveranstaltung an. Ein Großteil der Mitglieder nutzte die Gelegenheit, sich über die regulatorischen Anforderungen, die sich nach den neuen im Zuge von Solvency II erlassenen Gesetzen und Regelwerken im Allgemeinen und speziell für den Aufsichtsrat ergeben, zu informieren und seine Kenntnisse in dieser Materie zu vertiefen. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung zumisst, hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK zum Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, in Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK zum Vorsitz im Prüfungsausschuss und in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK zu möglicherweise nötigen betragsmäßigen Höchstgrenzen bei der Auszahlung von Talanx Share Awards nicht zu entsprechen. Die Begründung hierfür findet sich in der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Website der Talanx AG zugänglich. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNGDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx-Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards "IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkte beim Konzernabschluss die Prüfung der Bewertung der Deferred Acquisition Costs (DAC), des Present Value of Future Profits (PVFP) und des Value of Business Acquired (VOBA) vor dem Hintergrund der Niedrigzinsproblematik in der Lebensversicherung, die Überprüfung des Deposit Accounting in den polnischen Tochtergesellschaften des Konzerns und in der Personen-Rückversicherung sowie die Prüfung der Inter Hannover, einer Tochtergesellschaft der Hannover Rück. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung und der Jahres- bzw. der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der KPMG wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 17. März 2016 und in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2016 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der KPMG Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. BESETZUNG VON AUFSICHTSRAT UND VORSTANDDie Zusammensetzung des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse und des Vorstands hat sich im Berichtsjahr nicht geändert. DANK AN VORSTAND UND MITARBEITERDer Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeitern weltweit. Sie haben mit ihrer engagierten Arbeit zu einem wiederum erfreulichen Geschäftsergebnis der Gesellschaft und des Konzerns beigetragen.
Hannover, 18. März 2016 Für den Aufsichtsrat Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender DIE TALANX-AKTIEKAPITALMARKTUMFELDDas Kapitalmarktumfeld war im Berichtsjahr weiterhin geprägt von internationalen politischen Konflikten bei einer gleichzeitig moderaten wirtschaftlichen Entwicklung in Teilen der Eurozone. Unverändert setzte die EZB ihre expansive Geldpolitik fort. In den USA kam es hingegen im Dezember 2015 zur ersten Anhebung der Leitzinsen seit dem Jahr 2006, allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Zinsniveau. Die Renditen auf Staatsanleihen lagen in der Eurozone in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, begleitet von einer Erhöhung der Risikoaufschläge auf Spread-Papiere. Die Aktienmärkte verzeichneten im Laufe des Berichtsjahres überwiegend zweistellige Gewinne, allerdings verbunden mit deutlich zunehmender Volatilität. Der DAX schloss das Jahr 2015 mit einem Plus von 9,6 % ab, der MDAX konnte sogar um 22,7 % zulegen, vor allem gestützt durch die Aussicht auf weiterhin niedrige Kapitalmarktzinsen und eine Abschwächung des Euro gegenüber den meisten internationalen Hauptwährungen, wie zum Beispiel dem US-Dollar. Auch die Aktienkurse im Versicherungssektor entwickelten sich überdurchschnittlich gut. Der STOXX Europe 600 Insurance stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Jahresende 2014 um 14,0 % (Basis 2014: 250,55). KURSENTWICKLUNG DER TALANX-AKTIEDie Talanx-Aktie hat mit einem Wertzuwachs von 13,0 % (Schlusskurs XETRA 2014: 25,27 EUR) eine zweistellige prozentuale Kurssteigerung vorzuweisen. Bei Hinzurechnung der im Mai 2015 gezahlten Dividende von 1,25 EUR ergibt sich somit eine Gesamtwertschöpfung von 17,9 % für das Jahr 2015 und damit eine Outperformance gegenüber dem deutschen Leitindex DAX, während die stärker exportorientierten Titel des MDAX im Laufe des Jahres überproportional von der Schwäche des Euro profitierten. Im ersten Viertel des Jahres stieg der Aktienkurs signifikant an und erreichte Mitte März ein neues Rekordhoch auf Basis des XETRA-Tagesschlusskurses von 31,40 EUR. Dieses Niveau konnte im Verlauf des Jahres jedoch nicht gehalten werden, sodass die Aktie - auch bedingt durch den Dividendenabschlag von 1,25 EUR - bis zum Ende des Jahres in einem von hoher Volatilität geprägten Gesamtmarktes wieder leicht an Wert verlor. Der Jahresschlusskurs 2015 betrug 28,55 EUR (XETRA). INDEXZUGEHORIGKEIT UND BÖRSENPLÄTZEDie Talanx-Aktie ist seit 2012 im MDAX, dem zweitwichtigsten deutschen Leitindex, vertreten und im Prime Standard der Frankfurter Börse und an der Börse Hannover gelistet. Das macht sie für indexorientierte Investoren interessant und trägt zu einer guten Präsenz in den Medien und somit auch in der breiten Öffentlichkeit bei. Seit April 2014 ist sie zudem auch an der Warschauer Börse notiert. Der Bedeutung des polnischen Versicherungsmarktes als zweitem Kernmarkt trug Talanx durch dieses Listing Rechnung. Für polnische Investoren und insbesondere polnische Pensionsfonds wurde so die Möglichkeit geschaffen, die Aktien der Talanx AG auch an ihrer Heimatbörse zu handeln. Im Juli des Berichtsjahres hat der langfristige Aktionär Meiji Yasuda Life Insurance Company der Talanx AG mitgeteilt, dass er seinen Anteil an der Talanx AG unter die Schwelle von 5,0 % des Grundkapitals reduziert hat. Der Anteil des Streubesitzes der Talanx AG hat sich durch diese Maßnahme im abgelaufenen Jahr - nach der Definition der Deutschen Börse - auf 21 % erhöht (Ende 2014: 14,5 %). Die Anteile der Minderheitsaktionäre der Talanx AG sind erfreulicherweise mittlerweile stark international gestreut. Deutsche Investoren machen nur rund 20 % der Minderheitenanteile aus. Knapp ein Fünftel der Aktien aus dem Streubesitz wird in Nordamerika gehalten. Der hohe Anteil asiatischer Minderheitsaktionäre erklärt sich zum Großteil aus dem Aktienbesitz der Meiji Yasuda, die gemäß Stimmrechtsmitteilung zwischen 3 % und 5 % der Talanx-Aktien hält. KAPITALMARKTKOMMUNIKATIONAuch im Berichtsjahr war das Ziel unserer Investor-Relations-(IR)-Arbeit, die Talanx AG und ihre Equity Story im Kapitalmarkt, insbesondere im Ausland, noch bekannter zu machen und bestehende Investorenkontakte zu vertiefen. Unsere Ambition war es hierbei auch, sukzessiv weitere Investoren für die Talanx-Aktie zu gewinnen. Den Aktionären, potenziellen Investoren und den übrigen Interessenten an unserer Aktie legten wir kontinuierlich Rechenschaft über die Unternehmensentwicklung ab. Der Vorstand der Talanx AG nahm 2015 an zwölf Investorenkonferenzen an internationalen Finanzplätzen teil, etwa New York, London, Frankfurt, Rom, Berlin und München. Im Rahmen von Roadshows besuchte er gezielt Investoren u. a. in New York, Boston, Frankfurt, Paris, Dublin, Luxemburg und Kopenhagen. Darüber hinaus nahmen die IR-Manager der Talanx AG an weiteren Investorenkonferenzen und Roadshows im In- und Ausland teil. Insgesamt fanden so im Berichtsjahr Treffen mit rund 200 institutionellen Investoren statt. Darüber hinaus nahmen Mitarbeiter der Investor-Relations-Abteilung an mehreren größeren Veranstaltungen zur Erweiterung des Bekanntheitsgrades der Talanx-Aktie bei Privatkunden aktiv teil. Im September 2015 lud Talanx zu einem Capital Markets Day zum Unternehmenssitz nach Hannover ein. Der Vorstand des Talanx-Konzerns gab dort u. a. gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der oberen Führungsebene einen detaillierten Einblick insbesondere in den Geschäftsbereich Industrieversicherung und erläuterte dabei u. a. zukünftige strategische Maßnahmen von Geschäftsbereich und Talanx-Gruppe insgesamt. Rund 25 Analysten und Investoren besuchten die Veranstaltung, die live auf unserer IR-Internetseite mitzuerleben war; als Aufzeichnung ist sie dort weiterhin abrufbar. Für den November 2016 lädt die Talanx AG Analysten und Investoren zu einem weiteren Capital Markets Day nach Frankfurt ein. Schwerpunktthema wird dabei voraussichtlich das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland sein. Analysten, institutionellen Investoren sowie Privatanlegern stehen wir täglich zur Verfügung; sie können uns telefonisch, per E-Mail oder per Briefpost erreichen. Darüber hinaus haben wir auf unserer Website www.talanx.com eine informative IR-Rubrik eingerichtet, die wir fortlaufend erweitern und aktualisieren. Die Research-Berichte von Banken und Brokerhäusern stellen eine wichtige Informationsquelle für Anleger dar und erhöhen die Transparenz für Investoren. Wir widmen den Finanzanalysten, die öffentlich und unabhängig Gewinnschätzungen und Aktienempfehlungen für uns erstellen, deshalb hohe Aufmerksamkeit. Zum Ende des Berichtsjahres haben 20 (im Vorjahr: 21) Analysten eine Anlageempfehlung für die Talanx-Aktie ausgesprochen. DIVIDENDENPOLITIKZu den Zielen der Talanx AG gehört u. a. die Dividendenkontinuität. So bleibt das vom Börsengang bekannte Ziel einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45% des Konzernergebnisses gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) nach Steuern und Minderheiten unverändert gültig. Für das Geschäftsjahr 2014 zahlte die Talanx AG eine Dividende von 1,25 EUR; das entspricht einer Ausschüttungsquote von 41,1 %. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung der Talanx AG eine Dividende von 1,30 EUR je Aktie vorschlagen. Bezogen auf den Jahresdurchschnittskurs von 27,98 EUR ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 4,6 %. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie, beträgt 44,8 % bzw. - bei Bereinigung um die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes von 155 Mio. EUR im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland - 37,0 %. Die Jahreshauptversammlung findet am Mittwoch, den 11. Mai 2016 im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum (HCC) statt. 5 BASISINFORMATIONEN ZUR TALANX-AKTIEscroll
Kurse: XETRA
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Auf XETRA-Tagesschlusskursbasis 1 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTGRUNDLAGEN DES KONZERNSDER TALANX-KONZERNGESCHÄFTSMODELLDer Talanx-Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2015 weltweit 21.965 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die seit 2012 börsennotierte Finanz- und Managementholding Talanx AG mit Sitz in Hannover. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 79,0 % der HDI V. a. G., ein seit über 100 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Der strategische Partner aus Japan und bislang größter Minderheitsaktionär, die Meiji Yasuda Life Insurance Company, hat im Berichtsjahr seinen Anteil an der Talanx von vormals 6,5 % unter die Schwelle von 5,0 % am Grundkapitel gesenkt. Inklusive Mitarbeiteraktien in Höhe von 0,1 % befinden sich nun 21,0 (14,5) % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Lebensversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Kraftfahrtversicherung, Luftfahrtversicherung (einschließlich der Raumfahrtversicherung), Rechtsschutzversicherung, Feuerversicherung, Einbruchdiebstahl-(ED-) und Raub-Versicherung, Leitungswasser-(Lw-)Versicherung, Glasversicherung, Sturmversicherung, verbundene Hausratversicherung, verbundene Wohngebäudeversicherung, Hagelversicherung, Tierversicherung, technische Versicherungen, Einheitsversicherung, Transportversicherung, Kredit- und Kautionsversicherung (nur Rückversicherung), Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage-[EC-]Versicherung), Betriebsunterbrechungsversicherung, Beistandsleistungsversicherung, Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung, sonstige Sachversicherung, sonstige Schadenversicherung. Talanx ist auf allen Kontinenten mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten. Im Privat- und Firmenkundengeschäft liegen die Schwerpunkte auf Deutschland sowie international vor allem auf den Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inkl. der Türkei) und Lateinamerika. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt rund 150 Ländern. Die Geschäftsbereiche des Talanx-Konzerns verantworten jeweils eigene Geschäftsprozesse. Diese Aufgaben, die arbeitsteilig von mehreren Organisationseinheiten ausgeführt werden, liefern einen Beitrag zur Wertschöpfung im Konzern. Die Kernprozesse in der Industrieversicherung sind beispielsweise Produktentwicklung, Vertrieb und Underwriting inklusive der jeweiligen Fachaufsicht. Die internationale Ausrichtung in der Industrieversicherung wird durch die Umfirmierung in eine SE gestärkt: Aus HDI-Gerling Industrie Versicherung AG wird HDI Global SE. Bei den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung gehören zu den Kernprozessen Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Bei den beiden Rückversicherungssegmenten sind ebenfalls Vertrieb, Produktentwicklung und Underwriting maßgeblich. Das Segment Konzernfunktionen ist aus Konzernsicht zuständig für Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal und weitere Dienstleistungen. RECHTLICHE UND REGULATORISCHE RAHMENBEDINGUNGENErst- und Rückversicherungsgesellschaften, Banken und Kapitalanlagegesellschaften unterliegen zum Schutz ihrer Kunden weltweit komplexen rechtlichen Regelungen zur Regulierung ihrer Geschäftstätigkeit. In den zurückliegenden Jahren war, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der ersten Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2010, eine starke Tendenz zu einer Weiterentwicklung und damit stets einhergehender Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an beaufsichtigte Unternehmen und damit auch Versicherungsunternehmen zu beobachten. Mit dieser Entwicklung waren die Versicherungsgesellschaften des Talanx-Konzerns als auch die konzernzugehörige Kapitalanlagegesellschaft Ampega Investment GmbH konfrontiert. Die Einhaltung geltenden Rechts sehen die Gesellschaften des Talanx-Konzerns als Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Insbesondere der Beachtung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der fortlaufenden Anpassung und Weiterentwicklung des Geschäfts und ihrer Produkte an etwaige Neuerungen widmen die Gesellschaften immer große Aufmerksamkeit. Sie haben zudem entsprechende Mechanismen installiert, um künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten und die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen. Die lang erwartete Umsetzung der europäischen Solvency-II-Richtlinie in unmittelbar geltendes deutsches Recht ist nunmehr zum 1. Januar 2016 vollzogen worden. Das neu gefasste Versicherungsaufsichtsgesetz ist in Kraft getreten. Die ebenfalls ab dem 1. Januar 2016 zu beachtenden delegierten Rechtsakte der Europäischen Kommission wurden bereits am 17. Januar 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Mit Solvency II wird, ähnlich dem Ansatz von Basel II für Banken, ein Drei-Säulen-Ansatz verfolgt. Die (quantitative) Säule I regelt Einzelheiten zur notwendigen Kapitalausstattung der Versicherungsunternehmen. Zur Berechnung des konkreten Kapitalbedarfs können die Unternehmen entweder auf ein gesetzlich vorgegebenes Standardmodell zurückgreifen oder aber ein eigenes internes Modell nutzen. Die Talanx-Gruppe startete bereits im Jahr 2007 in enger Konsultation mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit der Entwicklung eines eigenen, auf die besondere Risikosituation der Talanx-Gruppe zugeschnittenen internen Gruppenmodells und setzte dies bereits seit Längerem im Risikomanagement und in der ökonomischen Unternehmenssteuerung erfolgreich ein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat dieses Gruppenmodell im November 2015 genehmigt und damit bestätigt, dass die dem Modell zugrunde liegenden Methoden und Verfahren Solvency-II-konform sind. Säule II betrifft das qualitative Risikomanagement-System und beinhaltet vor allem Anforderungen an die Geschäftsorganisation des Versicherungsunternehmens. Im Rahmen der Säule III werden Berichterstattungspflichten der Versicherungsunternehmen geregelt, insbesondere Berichtspflichten gegenüber Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit. Zusätzlich werden durch die Umsetzung von Solvency II Neuerungen im Bereich der Beaufsichtigung von Versicherungsgruppen eingeführt, die auch Auswirkungen auf die Talanx-Gruppe haben werden. So besteht unter dem neuen Aufsichtsrecht eine Gruppenaufsicht, in deren Rahmen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als nationale Versicherungsaufsicht des obersten Mutterunternehmens (und Gruppenaufsichtsbehörde), die nationalen Aufsichtsbehörden der jeweiligen ausländischen Konzerngesellschaften und die European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) in einem gemeinsamen Aufsichtskollegium zusammenarbeiten werden. Die EIOPA veröffentlicht im Zusammenhang mit der Solvency-Il-Umsetzung unverändert zahlreiche Konsultationsdokumente für Leitlinien und technische Durchführungsstandards. Der Umfang dieser Veröffentlichungen und ihr Detailgrad führen branchenweit zu einem erheblichen, teilweise kaum noch überschaubaren Anstieg der zu beachtenden aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Die Leitlinien richten sich an nationale Aufsichtsbehörden, die dann im Rahmen eines "Comply-or-explain"-Verfahrens entscheiden, welche Leitlinien sie auf nationaler Ebene umsetzen wollen. Die technischen Durchführungs- und Regulierungsstandards werden von der EIOPA vorgeschlagen und formell von der Europäischen Kommission angenommen und mittels Verordnung oder Beschluss erlassen. Somit sind diese unmittelbar bindend. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften ferner der Kapitalmarktaufsicht, neben Deutschland etwa in Polen und Luxemburg. KONZERNSTRUKTURDie Struktur des Konzerns mit seinen sechs Segmenten haben wir im Berichtsjahr nicht verändert. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei spartenübergreifend ausgerichteten Konzernsegmenten Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden dieser Geschäftsbereiche zeichnet jeweils ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist so weit wie möglich unabhängig von Dritten und befähigt, internationale Konsortien zu führen. Im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland sind die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen zusammengefasst. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert hauptsächlich auf die strategischen Kernmärkte Lateinamerika - in Chile und Peru baut der Geschäftsbereich sein Geschäft durch eine Akquisition aus - sowie Mittel- und Osteuropa inklusive der Türkei und Russland. Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der Globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung ist gegliedert in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und keine eigene operative Geschäftstätigkeit betreibt. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften; ferner der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker, die Talanx Reinsurance (Ireland) Limited und der Bereich Finanzdienstleistungen, der insbesondere mit der Talanx Asset Management GmbH, der Ampega Investment GmbH und der Talanx Immobilien Management GmbH vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns betreut. STRATEGIEDer Talanx-Konzern ist weltweit aktiv im Erst- und Rückversicherungsgeschäft sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum globalen Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir insbesondere auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit professionellen Partnern. Im Talanx-Konzern optimieren wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass die Talanx in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügt, um Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte zu erschließen. Dadurch sichern wir unsere Unabhängigkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Investoren, Kunden, Mitarbeiter und weitere Stakeholder. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx-Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx in erster Linie auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Gesellschaften die hohe internationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine hoch entwickelte Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste professionelle Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Schlanke, effiziente und einheitliche Geschäftsprozesse, verbunden mit einer modernen und einheitlichen IT-Struktur, unterstützen die Konzernstrategie als ein wesentlicher Erfolgsfaktor. STRATEGISCHE ZIELE DER TALANXDie Konzernpolitik und ihre obersten strategischen Zielsetzungen setzen auf verlässliche Kontinuität, starke Finanzkraft und nachhaltiges profitables Wachstum und sind damit auf langfristige Wertsteigerung ausgerichtet. Dieses Leitmotiv ist die Basis für alle weiteren Konzernziele. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Unsere Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Weitere Erfolgsfaktoren" Seite 61 ff., ausführlich beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht" Seite 92 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. GEWINNZIELDer Talanx-Konzern setzt sich eine langfristig überdurchschnittliche Rentabilität zum Ziel. Unser Maßstab dafür ist die Eigenkapitalrendite nach IFRS. Dabei vergleichen wir uns mit den 20 größten Versicherungsunternehmen in Europa. Das Mindestziel unseres Konzerns in Bezug auf den Konzerngewinn nach Steuern und Minderheitsanteilen ist eine Eigenkapitalrendite nach IFRS, die 750 Basispunkte über dem durchschnittlichen risikofreien Zins liegt. Dieser ist definiert als der durchschnittliche Marktzins der letzten fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen. Aus diesem Gewinnziel leiten wir die Zielvorgaben ab, anhand derer wir die operativen Geschäftsbereiche steuern. Wir rechnen damit, dass die Gesamtheit der individuellen Ertragsziele in den Geschäftsbereichen mindestens der definierten Eigenkapitalzielrendite des Konzerns entspricht. Mit einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses nach IFRS streben wir an, eine attraktive und wettbewerbsfähige Dividende an unsere Aktionäre auszuschütten. KAPITALMANAGEMENTDas Kapitalmanagement des Talanx-Konzerns zielt auf eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur zur Stärkung der Finanzkraft der Gruppe ab. Dies geschieht durch zwei Ansätze: Einerseits optimieren wir durch den Einsatz von geeigneten Eigenkapitalsubstituten und Finanzierungsinstrumenten die Kapitalstruktur. Andererseits richten wir die Eigenmittelausstattung des Talanx-Konzerns so aus, dass sie mindestens den Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein "AA"-Rating genügt. Darüber hinausgehende Eigenmittel werden nur gebildet, wenn sie dadurch unser Ertragspotenzial über die Verzinsung der thesaurierten Mittel hinaus steigern, z. B. durch eine verbesserte Bereitstellung von Risikokapazität und -schutz oder durch eine höhere Unabhängigkeit von den Rückversicherungs-/ Retrozessionsmärkten. Die Allokation von Kapitalressourcen erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, jene Bereiche auszustatten, die mittelfristig den jeweils höchsten risikoadjustierten Nachsteuerertrag erwarten lassen. Dabei berücksichtigen wir die angestrebte Portfolio-Diversifizierung und das benötigte Risikokapital sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. WACHSTUMSZIELIm Talanx-Konzern streben wir unter Berücksichtigung des Chancen-Risiko-Profils und eines diversifizierten Portfolios nachhaltig profitables Wachstum an. Dabei wachsen wir organisch, durch strategische und ergänzende Akquisitionen sowie durch Kooperationen. Überdurchschnittlich wachsen wollen wir vor allem in der Industrieversicherung und der Privat- und Firmenversicherung International. Der Anteil der im Ausland generierten Bruttoprämie aus der Erstversicherung (Industrie- sowie Privat- und Firmenversicherung) soll dabei langfristig die Hälfte der gesamten Erstversicherungsbruttoprämie betragen. Im Bereich der Industrieversicherung sind wir ein anerkannter Führungsversicherer in Europa und bauen unsere globale Präsenz aus. Den Ausbau unserer Aktivitäten in der Firmen- und Privatversicherung im Ausland konzentrieren wir vornehmlich auf Regionen Mittel- und Osteuropas einschließlich der Türkei sowie Lateinamerikas. Im deutschen Privat- und Firmenversicherungsgeschäft wollen wir eine Erhöhung der Profitabilität und fokussiertes Wachstum erzielen. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Die weitergehende Ausgestaltung dieses strategischen Rahmens im Hinblick auf Produkte, Kundengruppen, Vertriebswege und Länder bestimmt unsere einzelnen Geschäftsbereiche. UNTERNEHMENSSTEUERUNGIm Talanx-Konzern sehen wir es als unsere nachhaltig zu erfüllenden Kernaufgaben an, unsere Kunden verlässlich zu begleiten, in allen Marktphasen über ausreichend unabhängige Kapazitäten zu verfügen, neue Märkte zu erschließen und die Werthaltigkeit des Konzerns für Anteilseigner langfristig zu sichern und zu erhöhen. Gleichzeitig vergrößert sich das Anforderungsspektrum an die Versicherungskonzerne aus dem regulatorischen Umfeld sowie vonseiten der Kapitalmärkte und Ratingagenturen. Die von diesen internen und externen Einflussfaktoren bestimmte Ausgangssituation resultiert für uns in folgenden Zielen:
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: Kapital-, Performance- und Risikomanagement sowie Mergers & Acquisitions. Das dominierende strategische Ziel nachhaltiger ökonomischer Wertschaffung messen wir im Konzern mit der strategischen Steuerungsgröße Intrinsic Value Creation (IVC), die wir in einer mehrjährigen Perspektive als Fünfjahresdurchschnitt betrachten, damit Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren. Der IVC bemisst den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten (Berechnung vgl. Abb. L3). Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüber-schuss weitere Marktwertadjustierungen sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik, wie z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts in Nicht-Leben und Veränderung des nicht aktivierten Bestandswerts in Leben. Unter den Kapitalkosten werden in Nicht-Leben die Kosten für das aufsichtsrechtlich notwendige Risikokapital (Solvency Capital Required) sowie die Kosten für das darüber hinausschießende Excess Capital (Überschusskapital) berücksichtigt. Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen sowie einem friktionalen Kostensatz von 2 % und, bezogen auf das Solvency Capital Required, einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze gelten auf Basis eines Value at Risk von 99,5 %, der dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. Im Lebensversicherungsgeschäft betrachten wir im Rahmen der MCEV-Kalkulation den sogenannten Roll Forward (die im Marktwertkalkül enthaltene Überrendite gegenüber dem risikofreien Zins) als Kapitalkosten; er spiegelt die ökonomisch erwartete Bestandswertentwicklung wider. PERFORMANCE-MANAGEMENTDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Da Fehlsteuerungen sehr häufig in einer unzureichenden Umsetzung der Strategie begründet sind, legen wir besonderes Augenmerk auf die Prozessschritte für eine konsequente Ausrichtung des unternehmerischen Handelns an den strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Der Fokus der Zielindikationen liegt auf den strategischen Steuerungsgrößen des Konzerns und auf konzernweiten strategischen Initiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen im Talanx-Konzern gehören Eigenkapitalrendite (RoE), Wertschaffung (IVC) und Dividende. Mit einem ebenfalls vorgegebenen Risikobudget und einer Mindest-Kapitaladäquanz werden flankierende Rahmenbedingungen für diese Steuerungsgrößen gesetzt. Damit wird durch die Zielindikationen des Holding-Vorstands das für ein jedes Planjahr geltende Anspruchsniveau des Konzerns im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau explizit definiert. Im Nachgang der Zielindikation stellt jeder Geschäftsbereich als weiteren wesentlichen Schritt der Strategieumsetzung eine strategische Programmplanung auf. Dabei werden die strategischen Ziele in Teilziele heruntergebrochen, die durch konkrete Maßnahmen und Aktionsprogramme unterlegt sind. In Dialogen zwischen Holding- und Geschäftsbereichsvorständen werden die zugelieferten strategischen Programme vor dem Hintergrund der Konzernstrategie kritisch hinterfragt. Durch die Aggregation der abgestimmten strategischen Programmplanungen der Geschäftsbereiche ergibt sich das vom Holding-Vorstand zu verabschiedende strategische Gesamtprogramm des Konzerns. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur strategischen Steuerung des Geschäfts vor allem das Instrument der Performance-Metrik; es basiert auf Indikatoren, die eine nachhaltige Zielerreichung in der Zukunft signalisieren. Neben der finanziellen Perspektive adressiert es auch zusätzliche Dimensionen, wie die Markt- und Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Mitarbeiterperspektive. Hierdurch fließen die Belange unterschiedlicher Stakeholdergruppen in die Steuerung mit ein. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Performance-Metrik erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Dies geschieht in den Geschäftsbereichen über die in Tabelle L4 dargestellten operativen Steuerungsgrößen. Auch die operativen Steuerungsgrößen unterliegen sowohl in der internen als auch der externen Berichterstattung regelmäßigen Performance-Reviews. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich Strategieumsetzung und Zielerreichung, ergänzt um wertorientierte Anpassungen des IFRS-Rechenwerks, werden wiederum gezielt als vorwärtsgerichtete Informationen für den in einem mehrjährigen Rhythmus stattfindenden Prozess der Strategieüberprüfung genutzt. L4 DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICKscroll
Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt)Veränderung der gebuchten Bruttoprämien im Vergleich zum Vorjahr in Prozent (währungsbereinigt) SelbstbehaltGebuchte Nettoprämien/gebuchte Bruttoprämien Neugeschäftsmarge (Leben)Neugeschäftswert/Barwert der Neugeschäftsprämien Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Embedded Values zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen Wachstum des Neugeschäftswerts (Leben)Veränderung des Neugeschäftswerts (Leben) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Vergleich zum Vorjahr in Prozent Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Summe aus Schaden- und Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses/verdiente Nettoprämien (Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung) EBIT-MargeOperatives Ergebnis (EBIT)/verdiente Nettoprämien EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter/durchschnittliches Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter AusschüttungsquoteAusschüttung im Folgejahr/Konzernergebnis des Jahres KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen/durchschnittlicher selbst verwalteter Kapitalanlagebestand FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls Holdinggesellschaft betreibt die Talanx AG keine eigene produktbezogene Forschung und Entwicklung. In der Gesellschaft arbeiten wir aber laufend an der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen, die zur Erfüllung des Geschäftszwecks erforderlich sind, insbesondere im Bereich des Risikomanagements: Talanx hat die Genehmigung für das Talanx-interne Gruppenrisikomodell gemäß Solvency II seitens der BaFin im November 2015 erhalten, siehe auch Seite 18 ff. im Abschnitt "Der Talanx-Konzern, rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen" sowie Seite 93 ff. im Abschnitt "Risikobericht". In unseren Geschäftsbereichen analysieren wir Entwicklungen wie Demografie, Klimawandel oder technische Neuerungen, z. B. die Nanotechnologie, und entwickeln auf Märkte und Kunden abgestimmte Produkte. WIRTSCHAFTSBERICHTMÄRKTE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENVOLKSWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGDie Weltwirtschaft blieb auch im Jahr 2015 geprägt durch eine stark heterogene Entwicklung. Während der moderate Aufschwung in der entwickelten Welt anhielt und die zyklischen Auftriebskräfte im Euroraum zunahmen, wirkte die Abschwächung in den Schwellenländern belastend für den globalen Aufschwung. Der Euroraum zeigte mit verbesserten Konjunkturdaten eine ordentliche Entwicklung im Jahresverlauf 2015. Die US-Wirtschaft zeichnete sich erneut durch solides Wachstum aus, während sich die chinesische Konjunktur im Vergleich zum Vorjahr abkühlte. Im Euroraum wies die Wirtschaft über das Jahr durchweg positive Wachstumsraten auf und wuchs im dritten Quartal um 0,3 %. Ähnlich entwickelte sich die deutsche Konjunktur, die das Jahr ebenfalls mit einem Wachstum von 0,3 % beschloss. Spanien überzeugte in allen drei Quartalen mit hohen Wachstumsraten, während die italienische Wirtschaft sich im Jahresverlauf leicht eintrübte. Die Konjunktur im Vereinigten Königreich entwickelte sich 2015 stabil und legte im dritten Quartal um 0,4 % zu. Die Konjunktur im Euroraum erhielt vor allem Rückenwind durch die niedrigeren Rohölpreise und den schwächeren Euro, was die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen merklich verbessert hat. Der private Konsum war ein zentraler Wachstumstreiber. Entspannung ließ sich auch am europäischen Arbeitsmarkt erkennen, wo sich die Arbeitslosenquote seit Beginn des Jahres von 11,2 % auf 10,7 % reduzierte. L5 VERÄNDERUNG DES REALEN BRUTTOINLANDSPRODUKTS IN % GEGENÜBER VORJAHRscroll
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Bloomberg-Konsensprognosen, Stand 18. Januar
2016; 2015: vorläufige Werte Nach einer kleinen Wachstumsdelle zu Beginn des Jahres entwickelte sich die US-Konjunktur dynamisch und legte im dritten Quartal annualisiert um 2,0 % zu. Beachtlich war erneut die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosenquote fiel kontinuierlich und erreichte mit 5,0 % im November den tiefsten Stand seit 2008. Geringe Arbeitslosenquoten, ein stabiler Aktienmarkt und steigende Häuserpreise spiegelten sich auch im Konsumentenvertrauen wider. In China setzte sich die Wachstumsabkühlung weiter fort. Die hohe Verschuldung im Zuge des kräftigen Kreditwachstums in den letzten Jahren blieb ein Risikofaktor. Die Geldpolitik der großen Zentralbanken war bis ins vierte Quartal sehr expansiv. Im Januar 2015 gab die EZB ihr Anleihekaufprogramm über 60 Mrd. EUR pro Monat bekannt, das im März startete. Im Dezember kam es seitens der US-Notenbank Fed zur Abkehr von der Nullzinspolitik mit einer Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte. Der globale Disinflationstrend setzte sich im Jahresverlauf 2015 fort. Die Inflationsraten unterschritten die Zentralbankzielraten mitunter deutlich, was u. a. den fallenden Energiepreisen geschuldet war. Im Euroraum schwankte die Teuerungsrate im Jahresverlauf um die 0 %, im Dezember lag die Inflation bei 0,2 %. Auch das Vereinigte Königreich konnte sich dem globalen Disinflationstrend nicht entziehen, im Dezember lag die Inflation bei 0,1 %. In den USA waren die Inflationsraten im Gesamtjahr niedrig mit Schwankungen um 0 %. Erst im Dezember wurde mit 0,5 % erstmals wieder eine leicht zunehmende Teuerung beobachtet. KAPITALMÄRKTEIm Jahresverlauf 2015 wurden die Rentenmärkte wie beschrieben wesentlich von der Zentralbankpolitik bestimmt. Zusätzlich haben die folgenden Ereignisse die Marktentwicklung beeinflusst: Die Schweizer Nationalbank gab bekannt, das Wechselkursziel von 1,20 CHF je EUR nicht mehr aufrechterhalten zu wollen. Die EZB kündigte an, ab März 2015 bis mindestens September 2016 monatlich Staatsanleihen zu kaufen. Die österreichische Finanzmarktaufsicht beschloss Anfang März ein Moratorium für die HETA, die Nachfolgegesellschaft der Hypo Alpe Adria. Hiervon sind mit einem Volumen von ca. 7 Mrd. EUR insbesondere deutsche Banken und Versicherungen betroffen. Die stark sinkenden Rohölnotierungen lösten Befürchtungen einer globalen Nachfrageschwäche aus. In Verbindung mit dem langsameren Wachstumstempo in China setzte eine erneute Flucht in Staatsanleihen bester Bonität ein. Ein weiteres Thema am Kapitalmarkt bleibt Griechenland: Nach vorübergehender Einigung mit der EU geriet es im dritten Quartal etwas in den Hintergrund, trotz im September anstehender Wahlen. Stattdessen wurde das Quartal von der Währungsabwertung des Renminbi und Aktienmarktturbulenzen in China dominiert. Auch die US-Notenbank Fed ließ sich von diesem negativen Umfeld beeinflussen und hielt die Zinsen in der Septembersitzung unverändert. Im zweiten Halbjahr standen idiosynkratische Risiken im Vordergrund, z. B. der VW-Skandal sowie die schwächelnden Rohstoffwerte. Ein weiterer Fokus lag auf der Geldpolitik der Zentralbanken und der Entscheidung der Fed im Dezember, den Zins anzuheben. Der Primärmarkt - der Markt für die Erstausgabe von Wertpapieren -zeigte starke Aktivität, die das Vorjahresvolumen jedoch nicht überstieg. Die Nachfrage nach Rendite war ungebrochen, insbesondere Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten, Emittenten aus dem höher verzinslichen Segment sowie nachrangige Bankenemissionen waren stark vertreten. Für Covered Bonds zeigte sich eine durchschnittliche Neuemissionsaktivität. Wie schon im Vorjahr war das Nettoemissionsvolumen hier leicht negativ. Das vierte Quartal präsentierte sich für die globalen Aktienmärkte durchwachsen. Hoffnung auf eine noch expansivere Geldpolitik der EZB, robuste US-Konjunkturdaten und die Aussicht auf einen gemäßigten Zinspfad der amerikanischen Notenbank verhalfen zu Beginn des Quartals zu einer Erholung. Der DAX legte im Gesamtjahr um 9,6 % zu, der EURO STOXX 50 um 3,9 %. Etwas schwächer ging der S& P 500 mit -0,7 % aus dem Börsenjahr, während der Nikkei ein Plus von 9,1 % verzeichnen konnte. DEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFTSCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGNach dem starken Beitragswachstum im Vorjahr konnte die deutsche Versicherungswirtschaft auch 2015 ein Prämienwachstum verzeichnen, wenngleich auf einem etwas niedrigeren Niveau. Im Verlauf der anhaltenden Niedrigzinsphase deutet dies auf weiterhin diszipliniertes Underwriting der Schaden- und Unfallversicherer hin; die Zuwächse sind auf steigende Prämien zurückzuführen. Von den Winterstürmen des ersten Halbjahres, die sich insbesondere auf Nordeuropa ausgewirkt haben, waren auch deutsche Sachversicherer betroffen. Insgesamt verschlechterte sich die Bilanz der Sachversicherer für Zahlungen aufgrund der Folgen von Naturgewalten 2015 leicht gegenüber dem Vorjahr. Schadenträchtigstes Einzelereignis war der Wintersturm Niklas, der allein gut ein Drittel der Schäden verursachte und zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997 zählt. Die kombinierte Netto-Schaden-/ Kostenquote für die gesamte Schaden- und Unfallversicherung bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres. LEBENSVERSICHERUNGNach der positiven Entwicklung im Vorjahr sind die Beitragseinnahmen im Berichtsjahr zurückgegangen. Dies war insbesondere auf einen starken Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen. Trotz der seit Längerem rückläufigen Zinsen gelang es der deutschen Versicherungswirtschaft auch 2015, eine Gesamtverzinsung über dem Garantiezins zu erwirtschaften. INTERNATIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEDer Talanx-Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung ist Talanx bereits ein führender Versicherer in Europa; seine Präsenz baut der Konzern in diesem Geschäftsbereich jedoch weltweit, u. a. auch in Asien, weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGDie internationale Schaden- und Unfallversicherung wies für 2015 insgesamt ein abgeschwächtes Prämienwachstum aus: In den entwickelten Versicherungsmärkten ging das reale Wachstum auf leicht unter Vorjahresniveau zurück. Das Wachstum in den Schwellenländern fiel weiterhin deutlich stärker aus, verringerte sich aber im Vergleich zum Vorjahr. Trotz einer Häufung von Naturkatastrophen war der Schadenaufwand für die Versicherungswirtschaft geringer als 2014 und lag auch deutlich unter dem Durchschnittswert für die vorangegangenen zehn Jahre. Höher als im Vorjahr fielen dagegen die sogenannten "Man-made"-Schäden aus. Das schadenträchtigste Einzelereignis und Asiens bisher teuerster versicherter Schaden in dieser Kategorie war die Serie von Explosionen im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin. Die Ertragslage der Versicherer stand aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen weiterhin unter Druck. Im Ergebnis verschlechterte sich die Profitabilität in der internationalen Schaden- und Unfallversicherung im Vergleich zum Vorjahr. In den westeuropäischen Märkten schwächte sich das Prämienwachstum in der Schaden- und Unfallversicherung 2015 insgesamt leicht ab, wenngleich in einzelnen Ländern moderate Prämienerhöhungen zu verzeichnen waren. Auf dem US-Markt zog das Beitragswachstum im Berichtsjahr wieder an, nachdem es im Vorjahr leicht rückläufig gewesen war. Im Bereich der Unternehmensversicherung war in den meisten Sparten ein sich verschlechterndes Prämienniveau zu beobachten. In Mittel- und Osteuropa kam es im Berichtsjahr insgesamt zu einem Prämienrückgang in der Schaden- und Unfallversicherung, der auf die nachlassende konjunkturelle Dynamik zurückgeführt werden kann. Am stärksten ausgeprägt war der Rückgang rezessionsbedingt in Russland. In Polen schrumpften die Prämien im vierten Jahr in Folge, 2015 allerdings nur in einem geringen Ausmaß. In Lateinamerika kam es insgesamt zu einem leichten Prämienrückgang. Dieser war im Wesentlichen auf einen starken Wachstumsrückgang in Brasilien und Venezuela im Zuge des dortigen sich vertiefenden konjunkturellen Abschwungs zurückzuführen und konnte auch durch Verbesserungen in Mexiko, Argentinien und Chile und das beständige Wachstum in Kolumbien und Peru nicht ganz ausgeglichen werden. Das Prämienwachstum in den Schwellenländern insgesamt wurde im Wesentlichen in Asien generiert. Insbesondere China, Indien, Vietnam und die Philippinen wiesen solide Wachstumsraten auf. Die Schaden-Rückversicherung konnte 2015 starke versicherungstechnische Ergebnisse ausweisen. Dies ist zum einen auf geringer als erwartet ausgefallene Verluste aus Naturkatastrophen zurückzuführen. Zum anderen verringerte sich die Schadenquote der Schaden-Rückversicherung aber auch durch die Auflösung nicht genutzter Schadenreserven aus den Vorjahren. Viele Schadenereignisse, wie das starke Erdbeben im April in Nepal oder wie Dürren, extreme Hitzeperioden und Flächenbrände in Ländern Asiens, Nordafrikas und des Mittleren Ostens, betrafen Regionen mit geringer Versicherungsdurchdringung und verursachten daher teils hohe Opferzahlen und humanitäre Katastrophen, jedoch relativ geringe versicherte Schäden. LEBENSVERSICHERUNGTrotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch anhaltend niedrige Zinsen, sich ändernde regulatorische Rahmenbedingungen und Volatilität an den Finanzmärkten gekennzeichnet ist, haben die Prämieneinnahmen auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten im Vergleich zum Jahr 2014 zugenommen. Während sich das reale Prämienwachstum in den entwickelten Versicherungsmärkten im Vergleich zum Vorjahr verlangsamte, nahm es in den Schwellenländern zu. Die Profitabilität in der internationalen Lebensversicherung hat sich im Berichtsjahr weiterhin verbessert. In Mittel- und Osteuropa waren die Prämieneinnahmen im Vergleich zum Jahr 2014 rückläufig. Dies lag maßgeblich an einem Rückgang in Russland, wo sich der konjunkturelle Abschwung, eine hohe Inflation und nachlassende Kreditvergabe wachstumshindernd auswirkten. Zu einem Prämienwachstum kam es dagegen in Polen. In Lateinamerika hat sich das Prämienwachstum im Vergleich zum Jahr 2014 verbessert. Diese Entwicklung spiegelte zu einem Teil das zu Jahresbeginn starke Wachstum im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung in Brasilien, das Mitte des Jahres im Zuge der sich verschärfenden Rezession jedoch einbrach. Mit Blick auf weitere Länder stand einem beschleunigten Wachstum in Mexiko ein starker Prämienrückgang in Venezuela gegenüber. Das höchste Prämienwachstum für die Schwellenländer war in Asien zu verzeichnen und hier insbesondere in China, dem mit nahezu der Hälfte aller Prämieneinnahmen bedeutendsten Schwellenmarkt. Indien wies nach Jahren einer rückläufigen bzw. stagnierenden Entwicklung wieder ein beschleunigtes Wachstum auf, was durch eine Belebung bei fondsgebundenen Produkten und Performanceverbesserungen in der Bancassurance ausgelöst wurde. In der traditionellen Personen-Rückversicherung nahmen die Prämieneinnahmen im Vergleich zum Jahr 2014 leicht zu. Ähnlich wie in der Erstversicherung fiel das Wachstum in den Schwellenländern - insbesondere in Asien und Lateinamerika - deutlich höher aus als in den entwickelten Märkten. In Letzteren wurden positive Entwicklungen auf den europäischen Rückversicherungsmärkten durch eine Schrumpfung in den USA konterkariert. GESCHÄFTSENTWICKLUNGDas Jahr 2015 war für den Talanx-Konzern erfolgreich: Sowohl die Bruttoprämie als auch das operative Ergebnis konnten wir gegenüber dem Vorjahr weiter verbessern. Damit haben wir Rekordwerte erreicht. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland beginnen die Restrukturierungsmaßnahmen zu greifen. Alle Geschäftsbereiche trugen zur guten Entwicklung bei. Das Konzernergebnis lag u. a. dank guter Ergebnisse in den Geschäftsbereichen Rückversicherung und Privat- und Firmenversicherung International auf einem weiter hohen Niveau. TALANX FORCIERT AUSLANDSWACHSTUM IN DER INDUSTRIEVERSICHERUNG UND SANIERT DAS INLÄNDISCHE FEUERGESCHÄFTDer Geschäftsbereich Industrieversicherung setzt das ertragreiche Wachstum im Auslandsgeschäft fort: Bis zum Jahr 2019 erwartet Talanx in diesem Geschäftsbereich etwa zwei Drittel der Bruttoprämien im Ausland; im Inland fördert der Geschäftsbereich die Profitabilität durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket, unter anderem eine strikt am Ertrag orientierte Zeichnungspolitik. Im Feuer- und Kfz-Geschäft erzielt er erste Sanierungserfolge. STREUBESITZ DER TALANX-AKTIE ERHÖHTDer Ankeraktionär der Talanx, die japanische Meiji Yasuda Life Insurance Company, hat seinen Anteil von 6,5 % an Talanx auf unter 5,0 % des Grundkapitals reduziert; langfristig will Meiji Yasuda bei Talanx investiert bleiben. Der Streubesitz der Talanx-Aktie steigt infolge dieser Platzierung von 14,5 % auf 21,0 %. TALANX RICHTET LEBENSVERSICHERUNGSGESCHÄFT IN DEUTSCHLAND NEU AUSDie Sparten Leben und Schaden/Unfall werden organisatorisch getrennt; daraus resultiert die vollständige Abschreibung des auf das Lebensversicherungsgeschäft entfallenden Geschäfts- und Firmenwerts. Talanx konzentriert sich auf kapitaleffiziente Produkte und will den Absatz von Biometrie- und Risikoversicherungen forcieren und in Automatisierung und Digitalisierung investieren. KOOPERATION BEI ALTERNATIVEN KAPITALANLAGENDer Talanx-Konzern, die NORD/LB Norddeutsche Landesbank und das Bankhaus Lampe gehen eine Kooperation im Bereich Alternative Kapitalanlagen ein. Dazu übernimmt Talanx 45 % der Anteile am Investmentdienstleister Caplantic GmbH. Die Gesellschafter wollen Caplantic zu einem in Deutschland führenden Anbieter für Alternative Asset Management und Financial Solutions ausbauen. GESCHÄFTSVERLAUF KONZERN
L9 WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN IN MIO. EURscroll
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Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zuquantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Konzerns stiegen deutlich auf den neuen Rekord von 31,8 (29,0) Mrd. EUR. Zu diesem Wachstum von 9,7 % (währungsbereinigt 4,8 %) trugen die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung International und vor allem Rückversicherung bei. In der Schaden-Rückversicherung stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 18,2 % und in der Personen-Rückversicherung um 19,7 %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 8,8 % auf 25,9 (23,8) Mrd. EUR. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis konnte in allen Segmenten verbessert werden. Vor allem im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland legte das Ergebnis durch einen Anstieg um rund 25 % (490 Mio. EUR) deutlich zu. Die Großschadenlast in der Rückversicherung schlug mit 573 (426) Mio. EUR stärker zu Buche als im Vorjahr, blieb jedoch unter dem Budget von 690 (670) Mio. EUR. Die Großschadenbelastung in der Erstversicherung lag mit 349 Mio. EUR über dem Großschadenbudget von 290 Mio. EUR. Dies führte insgesamt für den Konzern zu einer Großschadenbelastung von 922 (782) Mio. EUR, die unterhalb des Konzernbudgets von 980 Mio. EUR lag. Der größte Einzelschaden war die Explosion im Hafen im chinesischen Tianjin mit einer Belastung von 154 Mio. EUR. Konzernweit stieg das versicherungstechnische Ergebnis um 33,4 % auf -1,4 (-2,1) Mrd. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kosten-quote des Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr bei leicht rückläufiger Kostenquote auf 96,0 (97,9) %. KAPITALANLAGEERGEBNISIm Berichtsjahr sank das Kapitalanlageergebnis um 5,1 % auf 3,9 (4,1) Mrd. EUR. Im Vorjahr hatte der positive Sondereffekt aus dem Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der restlichen Anteile an Swiss Life das Kapitalanlageergebnis beeinflusst. Der Anstieg der ordentlichen Erträge, im Wesentlichen aus Private Equity und Immobilien, konnte den Rückgang im außerordentlichen Ergebnis, vor allem in den Segmenten Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International sowie Konzernfunktionen, nicht kompensieren. Die Kapitalanlagerendite lag bei 3,6 % und blieb damit hinter dem Vorjahreswert (4,1 %) zurück. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15,3 % auf 2,2 (1,9) Mrd. EUR, trotz der vollumfänglichen Abschreibung des Goodwills auf das deutsche Lebensgeschäft von 155 Mio. EUR im zweiten Quartal. Die Abschreibung konnte durch das insgesamt deutlich verbesserte versicherungstechnische Ergebnis kompensiert werden. Beim operativen Ergebnis stach der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland heraus, der sein operatives Ergebnis um 102,6 % verbessern konnte. Das Konzernergebnis lag mit 734 (769) Mio. EUR um 4,6 % unter dem Wert des Vorjahres. Dies ist das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Ohne die Abschreibung des Goodwills im deutschen Lebensgeschäft hätte Talanx ein Rekordergebnis von 889 Mio. EUR ausgewiesen. Die Eigenkapitalrendite lag mit 9,0 % unter dem Vorjahresniveau (10,2 %). Die Ausschüttungsquote im Berichtsjahr beträgt 44,8 % des Konzernergebnisses auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL11 STEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERN IN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) Das im Berichtsjahr erzielte Bruttoprämienwachstum im Konzern belief sich währungsbereinigt auf 4,8 %; es lag damit deutlich über dem für 2015 vorgegebenen Mindestziel von 1 % bis 3 %. Dies ist hauptsächlich auf den Beitrag der Segmente Privat- und Firmenversicherung International und Schaden-Rückversicherung zurückzuführen. Mit 734 Mio. EUR haben wir das Ziel erreicht, ein Konzernergebnis von mindestens 700 Mio. EUR auszuweisen. Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei, insbesondere der Geschäftsbereich Rückversicherung (neutralisiert man die Goodwillabschreibung, liegt das Konzernergebnis sogar höher). Für 2015 lag die Prognose für die Konzern-Eigenkapitalrendite bei rund 9 %, wir haben ihr mit 9,0 % genau entsprochen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,30 EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie., beträgt 44,8 % bzw. - bei Bereinigung um die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes von 155 Mio. EUR im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland - 37,0 %; sie liegt damit im vierten vollen Jahr nach dem Börsengang wieder im Zielkorridor (35 %-45 %). Die Kapitalanlagerendite beläuft sich auf 3,6 % und liegt damit über der für 2015 ausgegebenen Prognose von mehr als 3 %. ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSBEREICHE IM KONZERNDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sechs berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". INDUSTRIEVERSICHERUNG
L13 WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT INDUSTRIEVERSICHERUNG IN MIO. EURscroll
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MARKTENTWICKLUNGDas Umfeld in unserem Kernmarkt Deutschland zeigt eine weiterhin hohe Konkurrenz im Industrieversicherungsmarkt. Während sich das Wachstum in den entwickelten Versicherungsmärkten verringerte, fiel es in den Schwellenländern deutlich stärker aus. Die anhaltende Staatsschuldenkrise im Euroraum, geopolitische Krisen, wie z. B. in der Ukraine, sowie die verhaltene Erholung der Weltwirtschaft stellen weiterhin ein herausforderndes Umfeld für Versicherungsunternehmen dar. In den Schwellenländern gewann die Konjunktur wieder an Dynamik, jedoch mit uneinheitlicher regionaler Ausrichtung. Angesichts der schon hohen inländischen Marktdurchdringung wird das Wachstum vornehmlich in unseren ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften generiert. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 4,3 (4,0) Mrd. EUR und stiegen somit um 6,5 % (währungsbereinigt um 2,5 %). Beeinflusst durch positive Währungskurseffekte konnten die ausländischen Niederlassungen der HDI Global SE (vormals HDI-Gerling Industrie Versicherung AG) und die HDI Global Insurance Company (vormals HDI-Gerling America Insurance Company) in den USA deutliche Prämiensteigerungen erzielen. Das anhaltende Wachstum zeigt sich vorwiegend in den Sachsparten. Die Steigerung der Selbstbehaltsquote im Geschäftsbereich auf 51,8 (50,9) % wurde insbesondere durch höhere Abgaben an den konzerninternen Rückversicherer Talanx Reinsurance Ltd. hervorgerufen. Höhere Aufwendungen für Wiederauffüllungsprämien belasteten hingegen die Selbstbehaltsquote. Die verdienten Nettoprämien stiegen, getrieben durch das Bruttowachstum und die Selbstbehaltserhöhung, um 9,4 % auf 2,2 (2,0) Mrd. EUR. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Nettoergebnis des Geschäftsbereichs verbesserte sich auf 18 (-61) Mio. EUR. Hierbei konnte die starke Großschadenbelastung durch die gestiegenen Nettoprämien kompensiert werden. Die Nettokostenquote lag mit 22,7 (21,7) % über dem Vorjahreswert und war durch erhöhte Buchungen von Wiederauffüllungsprämien im Berichtsjahr beeinflusst, die die Nettobeiträge negativ belasteten. Die Schadenquote (netto) reduzierte sich deutlich auf 76,5 (81,2) %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs Industrieversicherung betrug 99,2 % (103,0) %. Die HDI Global SE als dominierende Gesellschaft im Segment erwirtschaftete ein versicherungstechnisches Nettoergebnis von 11 (-48) Mio. EUR. Wie schon im Jahr 2014 ereignete sich im abgelaufenen Geschäftsjahr eine hohe Anzahl von Einzelschäden, vor allem in der Feuerversicherung. Erste Sanierungserfolge im Inland konnten sowohl im Feuer- als auch im Kraftfahrtgeschäft erzielt werden. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis verringerte sich aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase deutlich um 23,1 % auf 206 (268) Mio. EUR. Im Vorjahreszeitraum konnte bei der HDI Global SE trotz des kapitalmarktbedingten Rückgangs im Bereich festverzinsliche Wertpapiere eine deutliche Ertragssteigerung durch höhere Realisate aus dem Verkauf von Kapitalanlagen erwirtschaftet werden. Hier wurde zu Beginn des Vorjahres die positive Entwicklung am Kapitalmarkt genutzt, um entsprechende Zusatzerträge zu generieren und zugleich Risiken aus dem Bestand zu reduzieren. Im Berichtsjahr belasteten zudem Wertberichtigungen auf einen Bond der Heta Asset Resolution AG (ehemals Hypo Alpe Adria) das Ergebnis mit rund 5 Mio. EUR. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis des Geschäftsbereichs stieg aufgrund der vorgenannten Entwicklungen, insbesondere durch das bessere versicherungstechnische Ergebnis, auf 208 (182) Mio. EUR. Das Konzernergebnis - also das auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Ergebnis - erhöhte sich auf 127 (121) Mio. EUR. Durch die Steigerung des operativen Ergebnisses stieg die EBIT-Marge im Segment auf 9,4 (9,0) %, während die Eigenkapitalrendite mit 6,2 (6,3) % leicht unter dem Vorjahresniveau lag. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL15 STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT INDUSTRIEVERSICHERUNG IN %scroll
Das Bruttoprämienwachstum entspricht dank der positiven Geschäftsentwicklung der HDI Global SE und der amerikanischen Tochtergesellschaft mit 6,5 % (währungsbereinigt 2,5 %) den Erwartungen für 2015. Der Anstieg des Selbstbehalts auf 51,8 % liegt ebenfalls im Rahmen der Erwartungen und ist beeinflusst durch die Aufwendungen für Wiederauffüllungsprämien. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag aufgrund der starken Großschadenbelastung 2015 insbesondere durch Einzelschäden über der Prognose. Die EBIT-Marge entspricht mit 9,4 % den Erwartungen, während die Eigenkapitalrendite leicht unter der Prognose liegt. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND
L16 WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND IN MIO. EURscroll
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MARKTENTWICKLUNGDer deutsche Lebensversicherungsmarkt war im Berichtsjahr vom niedrigen Zinsniveau weiterhin stark belastet. Dies veranlasste Marktteilnehmer, von klassischen Lebensversicherungsprodukten mit Verzinsungsgarantie Abstand zu nehmen und neue Produkte mit Beitragsgarantie anzubieten. In der Schaden/Unfallversicherung stiegen, wie bereits im Vorjahr, die Beitragseinnahmen in der Sparte Kraftfahrt und bei den verbundenen Wohngebäudeversicherungen. MASSNAHMEN ZUR ZUKUNFTSSICHERUNG DES GESCHÄFTSBEREICHSDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, den Betrieb im Geschäft mit Schaden-/ Unfallversicherungen zu stabilisieren und seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Schwerpunkte bei der Umsetzung sind die Optimierung der Geschäftsprozesse und die Erhöhung der Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner. Hierzu gehören die Modernisierung der IT sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung, die Digitalisierung sowie die Erhöhung der Transparenz über Bestandsdaten und Kosten. Zudem soll eine wettbewerbsfähige Kostensituation erreicht werden. PRÄMIENVOLUMEN UND NEUGESCHÄFTDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - lagen im Jahr 2015 mit 6,7 (6,9) Mrd. EUR vor allem aufgrund einer bewussten Begrenzung des Einmalbeitragsgeschäfts unter dem Vorjahr. In der Schaden/Unfallversicherung reduzierten sich die Beitragseinnahmen um -2,5 % auf 1,5 (1,5) Mrd. EUR. Dies war vor allem auf Beitragsanpassungen in der Kraftfahrtversicherung der HDI Versicherung AG zur Profitabilisierung der Bestände zurückzuführen. Die Vertragsstückzahlen der HDI Versicherung AG reduzierten sich um -3,3 %, während der Bestandsbeitrag lediglich um -1,0 % zurückging. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der Schaden/Unfallversicherer am gesamten Geschäftsbereich leicht auf 22,5 (22,3) %. Die gebuchten Bruttobeiträge unserer Lebensversicherer - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - gingen aufgrund einer bewussten Begrenzung des Einmalbeitragsgeschäfts um -3,4 % auf 5,2 (5,4) Mrd. EUR zurück. Die Selbstbehaltsquote des Geschäftsbereichs erhöhte sich leicht auf 95,8 (95,3) %. Unter Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge lagen die verdienten Nettoprämien mit 5,4 (5,6) Mrd. EUR entsprechend unter dem Vorjahr. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - lag bedingt durch den Rückgang des Einmalbeitragsgeschäfts mit 455 (470) Mio. EUR unter dem des Vorjahres. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -1,5 (-2,0) Mrd. EUR; es wird maßgeblich von der Beteiligung des Versicherungsnehmers am Kapitalanlageergebnis und der Aufzinsung versicherungstechnischer Rückstellungen bei den Lebensversicherungsgesellschaften bestimmt. Diesen Aufwendungen stehen die Erträge aus dem Kapitalanlageergebnis gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind. Im Vorjahr waren aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus am Kapitalmarkt Sonderabschreibungen auf erworbene Versicherungsbestände (PVFP) erforderlich. Das versicherungstechnische Ergebnis unseres Sachversicherungsgeschäfts konnte nach dem Wegfall von Sonderbelastungen im Vorjahr (Reservestärkungen im Schadenbereich sowie Ablösung von Rückversicherungsverträgen bei der HDI Versicherung AG) insbesondere durch die Erhöhung der Bestandsqualität deutlich verbessert werden. Dies führte zu einer ebenfalls starken Verbesserung der kombinierten Schaden-/Kostenquote netto um 9,3 Prozentpunkte auf 99,3 %. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs ging um 8,8 % auf 1,7 (1,9) Mrd. EUR zurück. Es wurde zu 95 % von den Lebensversicherungsgesellschaften bestimmt. Der Rückgang des außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses wird im Wesentlichen durch ein geringeres Abgangsergebnis bestimmt. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge lagen leicht über dem Vorjahr, da die niedrigeren Wiederanlagekonditionen durch einen höheren Kapitalanlagebestand ausgeglichen wurden. Zur Finanzierung der Zinszusatzreserve und der Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven wurden stille Reserven auf Kapitalanlagen realisiert. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISWährend das Vorjahr bei den Lebensversicherungsgesellschaften durch Sonderabschreibungen auf erworbene Versicherungsbestände (PVFP) betroffen war, machte im Geschäftsjahr das weiterhin niedrige Zinsniveau die vollständige Abschreibung des Goodwills im Lebensgeschäft erforderlich. Dagegen konnte das Ergebnis des Sachversicherungsgeschäfts neben dem Wegfall der Sonderbelastungen im Vorjahr vor allem durch Verbesserung der Bestandsqualität gesteigert werden, sodass insgesamt ein positives operatives Ergebnis von 3 (-115) Mio. EUR erzielt wurde und die EBIT-Marge sich entsprechend auf 0,1 (-2,0) % erhöhte. Nach Berücksichtigung von Finanzierungskosten und Ertragsteuern - keine steuerliche Abzugsfähigkeit der Goodwillabschreibung -verbesserte sich das Konzernergebnis auf -76 (-84) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite im Geschäftsjahr betrug somit -2,7 (-2,9) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL18 STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND IN %scroll
Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gingen die Bruttoprämieneinnahmen im Jahr 2015 aufgrund der bewussten Begrenzung des Einmalbeitragsgeschäftes zwar zurück, jedoch geringer als prognostiziert. Im Sachversicherungsgeschäft konnte durch eine Verbesserung der Bestandsqualität eine kombinierte Schaden-/Kostenquote unter 100 % erreicht werden, die somit unter dem Ziel von ca. 100 % blieb. Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus war im zweiten Quartal im Zuge der Notwendigkeit, die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten innerhalb des Segments neu abzugrenzen (vgl. Seite 175), eine vollständige Abschreibung des Goodwills im Lebensgeschäft erforderlich. Der damit verbundene deutliche Ergebnisrückgang hatte zur Folge, dass sowohl die prognostizierte EBIT-Marge als auch die Eigenkapitalrendite verfehlt wurden. WEITERE KENNZAHLENL19 SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND IM ÜBERBLICK IN MIO. EURscroll
PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL
L20 WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IN MIO. EURscroll
L21 STEUERUNGSGRÖSSEN IN %scroll
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Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) Der Geschäftsbereich legt bei seinen Aktivitäten den Schwerpunkt auf zwei strategische Zielregionen und dort wiederum auf jeweils zwei wachstumsstarke Kernmärkte: In Lateinamerika ist er in den beiden auf die Prämieneinnahmen bezogen größten Ländern Brasilien und Mexiko aktiv. In Zentral- und Osteuropa agiert der Geschäftsbereich mit Polen und der Türkei in zwei der drei Märkte mit dem höchsten Beitragsaufkommen. Die Berichtsperiode war von der Akquisition und der Integration der Mehrheitsbeteiligung an der chilenischen Magallanes-Versicherungsgruppe geprägt. Zum 13. Februar 2015 wurde der Erwerb einer Holding, zweier Sachversicherungsgesellschaften sowie einer Lebensversicherungsgesellschaft in Chile und eines Sachversicherers in Peru zum Abschluss gebracht. Der chilenische Versicherungsmarkt gilt als stabil und chancenreich. Der Talanx-Konzern konnte durch die Übernahme seine Position im chilenischen Sachversicherungsmarkt per 30. September 2015 auf den vierten und im Kraftfahrtversicherungsmarkt auf den zweiten Platz verbessern. Im August 2015 erfolgte die Verschmelzung der Holdinggesellschaften Inversiones Magallanes S. A. und Inversiones HDI Ltda. Der Zusammenschluss der Sachversicherungsgesellschaften Aseguradora Magallanes S. A. und HDI Seguros S. A. ist für das erste Halbjahr 2016 geplant. Mit dem Ziel des Ausbaus des Bankvertriebs-Geschäftes in Italien hat sich der Geschäftsbereich in der Berichtsperiode über die Versicherungsgesellschaften der italienischen Bankengruppe Gruppo Banca Sella verstärkt. Über die italienische Tochtergesellschaft HDI Assicurazioni S. p. A. übernimmt der Talanx-Konzern das Lebensversicherungsunternehmen CBA Vita S. p. A. und dessen Tochtergesellschaft Sella Life Ltd. jeweils zu 100 % sowie die übrigen 49 % der Sachversicherung InChiaro Assicurazioni S. p. A. An allen drei Unternehmen hält der Konzern nun 100 % der Anteile. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Behörden wird mit der Übernahme im ersten Halbjahr 2016 gerechnet. MARKTENTWICKLUNGFür die beiden Zielregionen des Geschäftsbereichs wird für 2015 eine rückläufige Entwicklung des Sachversicherungsmarktes prognostiziert. Der für 2015 erwartete Prämienrückgang im Sachversicherungsmarkt liegt inflationsbereinigt für Lateinamerika bei 0,2 % (Vorjahr: Anstieg um 4,8 %) und für Zentral- und Osteuropa bei 4,4 % (Vorjahr: ca. -2,5 %). Im Lebensversicherungsmarkt wird für 2015 für Zentral- und Osteuropa analog dem Vorjahr ein Rückgang um etwa 1,8 % angenommen. In Lateinamerika war die Entwicklung der Beitragseinnahmen vor allem durch die verbreitete wirtschaftliche Abschwächung beeinflusst. So wird für das Jahr 2015 für Lateinamerika ein Rückgang des inflationsbereinigten Wirtschaftswachstums um 0,3 % (Vorjahr: Anstieg um 1,3 %) erwartet, während die Wirtschaft in Zentral- und Osteuropa inflationsbereinigt um 3,0 % wächst (Vorjahr: +2,8 %). Die gegenüber der Vorjahresperiode gesunkenen Beitragseinnahmen im Bereich der Sachversicherung in Lateinamerika waren unter anderem von der Abschwächung des brasilianischen Real getrieben. In Brasilien wird für 2015 der Rückgang des inflationsbereinigten Bruttoinlandsproduktes um 3,6 % prognostiziert, während die Inflation zum Jahresende auf 10,7 % anstieg. Zum Ende des dritten Quartals 2015 stiegen die Kraftfahrzeugprämien trotz der deutlich geringeren Neuwagenzulassungen vor allem aufgrund von Tariferhöhungen nominal um 3,9 %, während sich die Prämieneinnahmen aus der sonstigen Sachversicherung im selben Zeitraum um 4,8 % erhöhten. In Mexiko hingegen werden eine Erhöhung des inflationsbereinigten Bruttoinlandsproduktes vor allem aufgrund positiver Impulse aus dem wirtschaftlichen Aufschwung im Nachbarland USA um 2,3 % und ein Rückgang der Inflation auf 2,8% prognostiziert. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen aus der Sachversicherung per 30. September 2015 um 18,0 % nach einem Rückgang um 1,2 % im Vorjahreszeitraum, unter anderem getrieben von der positiven Entwicklung in der Kraftfahrtversicherung, deren Beitragseinnahmen um 9,1 % stiegen. In Zentral- und Osteuropa hingegen konnte die rückläufige Entwicklung der Beitragseinnahmen aus der Sachversicherung nicht vollständig vom Prämienwachstum in Polen und der Türkei kompensiert werden. Auf dem polnischen Versicherungsmarkt war der Talanx-Konzern per 30. September 2015 der nach Beitragseinnahmen zweitgrößte Marktteilnehmer. Die Sachversicherungsprämien des Marktes lagen zu diesem Zeitpunkt um 2,4 % über dem Vorjahreszeitraum (Vorjahr: Rückgang um 2,5 %). Im Bereich der Kraftfahrtversicherung war ein verschärfter Preiswettbewerb festzustellen. Dennoch konnten die Kraftfahrtversicherungsprämien zum Ende des dritten Quartals 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,7 % gesteigert werden. Die Beiträge in der Lebensversicherung gingen um 1,8 % zurück (Vorjahr: -8,7 %). Insgesamt wirkten verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Anfang 2016 eingeführte Vermögensteuer für Banken und Versicherungen dämpfend auf den Geschäftsverlauf. In der Türkei entwickelte sich der Versicherungsmarkt positiv. Zum 30. November 2015 erhöhten sich die Sachversicherungsprämien im Vergleich zur Vorjahresperiode inflationsbereinigt um 10,3 % (nominal: 18,7 %), was im Wesentlichen auf die positive Entwicklung der Kraftfahrtversicherung im Zusammenhang mit der Erhöhung der Anzahl versicherter Fahrzeuge zurückzuführen war. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,6 (4,5) Mrd. EUR. Die Bruttoprämien erhöhten sich währungsbereinigt gegenüber der Vergleichsperiode um 7,6 %, vor allem da im Geschäftsjahr 2015 erstmals die neuen chilenischen Gesellschaften mit 242 Mio. EUR im Prämienvolumen enthalten waren. Insgesamt stieg der Anteil der gebuchten Bruttoprämien aus den strategischen Zielregionen Lateinamerika und Zentral- und Osteuropa im Geschäftsjahr 2015 auf rund 80 (75) %. Die Entwicklung der gebuchten Bruttoprämien war beeinflusst von einem zweistelligen prozentualen Wachstum des Sachversicherungsgeschäfts - hier erhöhten sich die Prämien um 11,4 % (währungsbereinigt um 16,7 %) auf 3,2 Mrd. EUR -, wozu neben den neuen Magallanes-Gesellschaften insbesondere die mexikanische HDI Seguros S.A., die TUiR WARTA S.A. und die türkische HDI Sigorta beitrugen. Das stark von Einmalprämien abhängige Lebensversicherungsgeschäft reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 9,4 % (währungsbereinigt um -9,5 %) auf 1,4 Mrd. EUR. Die geringeren Einmalprämien aus dem Bankvertrieb bei der italienischen HDI Assicurazioni konnten nicht durch die positive Entwicklung des polnischen Lebensversicherers TUnŻ WARTA S. A. kompensiert werden. Das Wachstum des Neugeschäftswertes (Leben) für das Geschäftsjahr 2015 ist ein vorläufiger Wert, der aus dem Prämienanstieg der polnischen TUnŻ WARTA S. A. sowie der Verbesserung der Neugeschäftsmarge sowohl der polnischen TUnŻ WARTA S. A. als auch der italienischen HDI Assicurazioni resultiert. Rund 60 % des in der Zielregion Lateinamerika erzielten Prämienvolumens entfielen auf die brasilianische HDI Seguros S. A., die insbesondere in der Kraftfahrtversicherung tätig ist. Unter Berücksichtigung von Währungskurseffekten reduzierten sich die gebuchten Beiträge der Gesellschaft gegenüber der Vergleichsperiode um 1,8 % auf 884 Mio. EUR. Währungsbereinigt betrug die Beitragssteigerung 16,1 %, was vor allem auf den Abschluss von zahlreichen Neuverträgen zurückzuführen war. Dies führte zu einem Anstieg des Kraftfahrtpolicenportfolios der Gesellschaft um 17,3 % auf insgesamt 1,9 Mio. Stück. Im Zuge strategischer Wachstumsprojekte konnte die mexikanische HDI Seguros die gebuchten Bruttobeiträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 38,0 % auf 264 Mio. EUR steigern. Dies gelang dank des höheren Neugeschäfts sowohl in der Kraftfahrtsparte als auch in der sonstigen Sachversicherung, wobei sich insbesondere der Agentenvertrieb positiv entwickelte. Währungsbereinigt betrug das Beitragswachstum ebenfalls 38,0 %. Der Anteil der polnischen Gesellschaften an den gebuchten Beiträgen des Geschäftsbereichs betrug 34,2 (35,1) %. Das Prämienvolumen der TUiR WARTA S. A. aus der Sachversicherung stieg um 7,8 % (währungsbereinigt um 7,8 %) auf 854 Mio. EUR, hauptsächlich dank der positiven Entwicklung der sonstigen Sachversicherung. Das Kraftfahrtversicherungsportfolio konnte trotz des wettbewerbsintensiven Marktumfelds weitgehend stabil gehalten werden. Der Lebensversicherer TUnŻ WARTA S. A. steigerte die gebuchten Bruttobeiträge um 14,0 % (währungsbereinigt um 13,9 %) auf 371 (325) Mio. EUR insbesondere durch die Steigerung des Einmalbeitragsgeschäfts aus fondsgebundener Lebensversicherung infolge von neuen Bankvertriebskooperationen. Die Prämieneinnahmen der TU-Europa-Gruppe betrugen aus der Lebens- und Sachversicherung zusammen 363 Mio. EUR nach 448 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2014. Der Rückgang resultiert aus geringeren Einmalbeiträgen sowohl aus der Lebensversicherung als auch aus der Schaden/Unfallversicherung. Die gebuchten Bruttoprämien der türkischen Sachversicherung HDI Sigorta stiegen unter Berücksichtigung von Währungskurseffekten um 15,0 % auf 232 Mio. EUR; währungsbereinigt betrug die Beitragssteigerung 19,9 %. Dabei konnte in der sonstigen Sachversicherung bei den gebuchten Beiträgen in Lokalwährung ein Zuwachs von 18,8 % erzielt werden, während sich die Vertragsstückzahlen um 8,1 % erhöhten. In der Kraftfahrtversicherung war in Lokalwährung ein Prämienanstieg um 21,1 % zu verzeichnen, der auf den um 24,2 % gestiegenen Durchschnittsbeitrag pro Police zurückzuführen war. Die italienische HDI Assicurazioni konnte sich in einem weiterhin insgesamt rückläufigen und wettbewerbsorientierten Sachversicherungsmarkt gut behaupten. Während marktweit die Beitragseinnahmen aus der Sachversicherung per 30. September 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,2 % sanken, konnte die Gesellschaft die gebuchten Bruttoprämien zum Geschäftsjahresende um 4,2 % steigern, wobei die um 6,7 % höhere Vertragsstückzahl in der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung die um 5,3 % gesunkene Durchschnittsprämie pro Police überkompensieren konnte. Die Lebensversicherungsprämien hingegen sanken gegenüber der Vergleichsperiode um 20,0 % aufgrund niedrigerer Einmalprämien aus dem Bankvertrieb. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDie kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften verbesserte sich gegenüber der Vergleichsperiode um 0,1 Prozentpunkte auf 96,3 %. Zu dieser Entwicklung trug der Rückgang der Schadenquote um 0,4 Prozentpunkte bei, was insbesondere auf die TUiR WARTA S. A. und die HDI Assicurazioni zurückzuführen war. Demgegenüber erhöhte sich die Kostenquote um 0,4 Prozentpunkte, was auf der Entwicklung sowohl der Abschlusskostenquote als auch der Verwaltungskostenquote beruhte. Während der Anstieg der Abschlusskostenquote auf 24,9 % aus der Diversifikationsstrategie des Geschäftsbereichs resultierte, war die Steigerung der Verwaltungskostenquote auf 6,5 % von den neuen Magallanes-Gesellschaften beeinflusst; ohne deren Berücksichtigung wäre die Verwaltungskostenquote auf 6,0 % gesunken. Getrieben durch das Sachversicherungsgeschäft verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis im Geschäftsbereich insgesamt auf -7 (-11) Mio. EUR. KAPITALANLAGEERGEBNISZum Ende des Geschäftsjahres 2015 wurde im Geschäftsbereich mit 338 Mio. EUR ein gegenüber der Vergleichsperiode um 5,3 % höheres Kapitalanlageergebnis erzielt. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis erhöhte sich vor allem infolge höherer Kapitalanlagebestände gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,8 %. Der Rückgang des Zinsniveaus insbesondere in Polen und Italien mit den im Geschäftsbereich höchsten Kapitalanlagevolumina führte jedoch zu einem Rückgang der durchschnittlichen Rendite der selbst verwalteten Kapitalanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4 %. Das Kapitalanlageergebnis enthält das Ergebnis aus Investmentverträgen in Höhe von 9 (10) Mio. EUR. Bei den Investmentverträgen handelt es sich um Policen, die nach IFRS einen zu geringen Risikoschutz bieten, um als Versicherungsverträge klassifiziert zu werden. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2015 mit 217 Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahr um 4,3 % (währungsbereinigt um 9,7 %) gestiegenes operatives Ergebnis (EBIT). Diese Entwicklung war sowohl auf die verbesserte kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften als auch auf das gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegene Kapitalanlageergebnis zurückzuführen und mündete in einem Anstieg der EBIT-Marge um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 %. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 21,3 % (währungsbereinigt um 28,4 %) auf 148 (122) Mio. EUR. Infolgedessen stieg die Eigenkapitalrendite gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozentpunkte auf 7,9 %. Der Anstieg resultiert vor allem aus dem gestiegenen Konzernergebnis. Zudem wirkt ein steuerlicher Sonderertrag im Zusammenhang mit der Verschmelzung der erworbenen Magallanes positiv (latenter Steuerertrag in Höhe von 18 Mio. EUR). VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL22 STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2015 ein Bruttoprämienwachstum von 7,6 % (währungsbereinigt) und konnte damit die im letztjährigen Prognosebericht veröffentlichte Spanne von 4 % bis 8 % erreichen. Ursächlich hierfür war vor allem die erstmalige Berücksichtigung der neuen chilenischen Gesellschaften. Das Wachstum des Neugeschäftswertes (Leben) entwickelte sich infolge der geringer als geplanten Einmalprämien bei der polnischen TUiR WARTA S. A. unterhalb der Erwartungen. Die Entwicklung der kombinierten Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen lag im Bereich der Prognose. Die EBIT-Marge konnte vor allem als Ergebnis der positiven Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses im Vergleich zur mittelfristigen Erwartung um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 % gesteigert werden. Aufgrund des über der Prognose liegenden Konzernergebnisses lag die Eigenkapitalrendite ebenfalls oberhalb der prognostizierten Spanne. WEITERE KENNZAHLENL23 SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK IN MIO. EURscroll
SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG
L24 WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG IN MIO. EURscroll
L25 STEUERUNGSGRÖSSEN IN %scroll
L26 STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT IN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGIm Geschäftsjahr 2015 war das Segment Schaden-Rückversicherung erneut von einem intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Angesichts ausgebliebener marktverändernder Großschäden ist die Kapitalisierung unserer Zedenten weiterhin hoch, sodass einige unserer Kunden weniger Risiken in den Rückversicherungsmarkt gegeben haben. Andererseits konnten wir eine vermehrte Nachfrage nach zusätzlicher Rückversicherung feststellen. Zudem führte der Zufluss von Kapital aus dem Markt für Katastrophenanleihen (ILS) - insbesondere im US-Naturkatastrophengeschäft - zu weiterem Preisabrieb. Allerdings konnten wir im Laufe des Jahres ein gegenüber dem Vorjahr verringertes Überangebot an Rückversicherungskapazität feststellen. Vor allem die anziehende Konjunktur in den USA konnte in den entwickelten Märkten positive Signale für die Prämienentwicklung setzen. Angesichts unserer ertragsorientierten Zeichnungspolitik sind wir gut auf die herausfordernden Marktbedingungen eingestellt. Unverändert weiten wir nur dort unser Geschäft aus, wo die Margen risikoangemessen sind. In Regionen und Sparten, in denen die Preise unseren Profitabilitätsansprüchen nicht genügen, reduzieren wir dagegen unsere Anteile konsequent. Diese Strategie des aktiven Zyklusmanagements führt dazu, dass wir trotz weicher Marktbedingungen die hohe Ratenqualität unseres Portefeuilles weitgehend erhalten können. Mit den Ergebnissen der einzelnen Vertragserneuerungsrunden im Berichtsjahr sind wir überwiegend zufrieden. Dabei ist die Erneuerung zum 1. Januar traditionell die volumenstärkste - hier wurden 2015 knapp zwei Drittel unserer Verträge verlängert. Zwar waren in vielen Märkten Ratenreduzierungen und teilweise verschlechterte Konditionen zu konstatieren, jedoch konnten in Verträgen, die 2014 von Schäden belastet waren, auch Ratenerhöhungen erzielt werden. Dies galt insbesondere für unseren Heimatmarkt. Weniger positiv verlief die Ratenentwicklung trotz der signifikanten Schäden in der Luftfahrtsparte. Aufgrund der unverändert hohen Verfügbarkeit von Versicherungskapazitäten blieb die Ratenentwicklung begrenzt, sodass wir in dieser Sparte unser Prämienvolumen reduziert haben. Insgesamt konnten wir unser Portefeuille stabil halten. In den unterjährigen Vertragsverlängerungen setzte sich die Entwicklung im Großen und Ganzen so fort, wobei sich einzelne Anzeichen für eine Stabilisierung der Rückversicherungspreise zeigten. Vor diesem Hintergrund waren wir auch mit den Erneuerungsrunden zum 1. Juni/1. Juli 2015 zufrieden. Zu diesem Zeitpunkt stehen insbesondere Teile des Nordamerikageschäfts, der Bereich der landwirtschaftlichen Risiken sowie Geschäft aus Lateinamerika zur Erneuerung an. Dabei konnten wir unser Geschäft zu auskömmlichen Raten ausweiten. Des Weiteren stand auch die Haupterneuerung des Geschäfts in Australien an, die für uns angesichts eines erzielten höheren Marktanteils mit langjährigen Kunden sehr erfolgreich verlaufen ist. Insgesamt konnten wir auch im Berichtsjahr von ihren beständigen Kundenbeziehungen sowie ihrer Position als einer der weltweit führenden und finanzkräftigsten Rückversicherungsgruppen profitieren. PRÄMIENENTWICKLUNGVor diesem Hintergrund stiegen die Bruttoprämien im Berichtsjahr deutlich um 18,2 % auf 9,3 (7,9) Mrd. EUR an. Bei konstanten Währungskursen hätte das Wachstum 8,1 % betragen. Hiermit haben wir unsere Prognose übertroffen, die von einem stabilen währungskursbereinigten Prämienvolumen ausgegangen war. Der Selbstbehalt reduzierte sich auf 89,3 (90,6) %. Die verdienten Nettoprämien stiegen um 15,5 % auf 8,1 (7,0) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 6,4 % betragen. ERGEBNISENTWICKLUNGWie schon in den Vorjahren blieben die Belastungen aus Großschäden moderat: Auch 2015 verlief die Hurrikansaison in Nordamerika und der Karibik sehr unauffällig. Allerdings waren eine höhere Anzahl von Naturkatastrophen, wie beispielsweise die Überflutungen in England und der Sturm "Niklas", in Europa zu verzeichnen. Zudem kam es zu einer Häufung von Man-made-Schäden. Größter Einzelschaden für die Versicherungsindustrie und auch für uns war das verheerende Explosionsunglück im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin im August 2015. Hieraus resultierte für uns eine Schadenbelastung von 111 Mio. EUR netto. Dieser und weitere Großschäden führten zu einer Netto-Großschadenbelastung von 573 (426) Mio. EUR. Damit liegen wir zwar deutlich über dem Wert des Vorjahres, aber immer noch unterhalb unseres Erwartungswerts von 690 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote fiel im Berichtsjahr mit 94,5 (94,7)% besser aus als der angestrebte Zielwert von 96 %. Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal auf 427 (349) Mio. EUR. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis im Segment Schaden-Rückversicherung stieg um erfreuliche 11,4 % auf 966 (867) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte im Berichtsjahr mit 1.391 (1.219) Mio. EUR eine neue Rekordmarke. Dies bedeutet einen Zuwachs von 14,1 %. Die EBIT-Marge betrug 17,2 (17,4) % und lag folglich deutlich über unserem Zielwert von mindestens 10 %. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 13,7 % auf 456 (401) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt konnten wir im Berichtsjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 16,1 (15,8) % steigern. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL27 STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG IN %scroll
L28 STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT IN %scroll
Das Segment Schaden-Rückversicherung erzielte im Berichtsjahr ein währungsbereinigtes Bruttoprämienwachstum von 8,1 %, es liegt damit deutlich oberhalb der im Vorjahr veröffentlichten Erwartung ("stabil"). Die kombinierte Schaden-/Kostenquote entwickelte sich dank einer geringeren Großschadenlast gut und blieb klar unterhalb des für 2015 prognostizierten Wertes. Die EBIT-Marge übertraf aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung die Erwartung von mindestens 10,0 % mit 17,2 % deutlich. Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung übertraf die Prognose für 2015 um gut 4 Prozentpunkte. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG
L29 WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG IN MIO. EURscroll
L30 STEUERUNGSGRÖSSEN IN %scroll
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Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) L31 STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT IN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGIn den einzelnen Quartalen des zurückliegenden Berichtsjahres haben sich die Ergebnisse des Personen-Rückversicherungsgeschäfts teilweise volatil entwickelt. Dies resultierte unter anderem aus unterschiedlichen Entwicklungen in den verschiedenen Märkten. In Europa hat die Vorbereitung auf die Einführung von Solvency II zum Beginn des Geschäftsjahres 2016 die Versicherungsindustrie maßgeblich beeinflusst. Die Versicherungsgesellschaften haben sich intensiv mit den zukünftigen Kapital- und Berichtsanforderungen auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang haben wir gemeinsam mit unseren Erstversicherungskunden bereits diverse Möglichkeiten zur Schaffung einer optimalen Kapital- und Solvenzsituation erarbeitet. Als weiterer bedeutender Schritt in der zurückliegenden Berichtsperiode ist der Markteintritt in den kanadischen Lebensrückversicherungsmarkt mit der Gründung einer Niederlassung zu nennen. Neben der Schaffung neuer Geschäftspotenziale trägt dies zur weiteren Diversifikation unseres Geschäfts bei. Die asiatischen und zentral- sowie osteuropäischen Märkte zeigen ein gestiegenes Interesse an automatisierten Underwriting-Systemen sowie an innovativen Lebensversicherungskonzepten. PRÄMIENENTWICKLUNGInsgesamt hat sich das Berichtsjahr sehr zufriedenstellend entwickelt. Wir konnten für das abgelaufene Berichtsjahr Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von 7,7 (6,5) Mrd. EUR erzielen. Dies entspricht einem Zuwachs von 19,7 %. Um Währungskursschwankungen bereinigt lag das Wachstum bei 9,5 %. Das vergleichbare Bruttoprämienwachstumsziel zwischen 5 % und 7 % haben wir somit deutlich überschritten. Der Selbstbehalt hat sich ebenfalls plangemäß entwickelt und betrug 84,2 (83,9) %. Das Nettoprämienvolumen belief sich auf 6,5 (5,4) Mrd. EUR. Die währungskursbereinigte Entwicklung lag bei 10,0 %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis im Segment Personen-Rückversicherung belief sich auf 709 (613) Mio. EUR. Das Anlageergebnis beinhaltet zum einen unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen und zum anderen die bei Zedenten hinterlegten Depots. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen trugen im zurückliegenden Berichtsjahr 333 (257) Mio. EUR bei. Für die bei Zedenten hinterlegten Depots wurde ein Ergebnis von 376 (356) Mio. EUR erreicht. Vor dem Hintergrund des unverändert niedrigen Zinsniveaus an den Kapitalmärkten ist der leichte Anstieg des Ergebnisses besonders hoch einzuschätzen und spiegelt eine solide Anlagestrategie wider. Das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Personen-Rückversicherung erreichte einen sehr erfreulichen Wert von 411 (268) Mio. EUR. Unterstützt wurde der Ergebniszuwachs durch die erfreuliche Entwicklung des Financial Solutions-Geschäfts. Insgesamt war das sehr gute unterliegende Ergebnis einerseits durch positive Einmaleffekte beeinflusst, wie z. B. durch die vorzeitige Auflösung eines Vertrages im ersten Quartal 2015 in Höhe von 39 Mio. EUR. Andererseits waren auch negative Einmaleffekte wie etwa in unserer Niederlassung in Frankreich zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund stieg das Konzernergebnis im Segment Personen-Rückversicherung um 40,2 % auf 150 (107) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt konnten wir im Berichtsjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 16,1 (15,8) % steigern. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2015 ABGEGEBENEN PROGNOSEL32 STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG IN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) L33 STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT IN %scroll
Im Segment Personen-Rückversicherung konnten wir im Berichtsjahr ein währungskursbereinigtes Bruttoprämienwachstum von 9,5 % erzielen und haben damit das Bruttoprämienwachstumsziel deutlich überschritten. Aufgrund der partnerschaftlichen Beziehungen zu unseren Kunden und unserer weltweiten Präsenz konnten wir ausreichend Möglichkeiten für ein nachhaltiges Wachstum wahrnehmen. Den Neugeschäftswert (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) prognostizierten wir für 2015 mit mehr als 90 Mio. EUR, der vorläufige Wert für 2015 lag mit 273 Mio. EUR deutlich darüber. Die EBIT-Marge für das Financial-Solutions/ Longevity-Geschäft konnte dank des profitablen unterliegenden Geschäfts den Zielwert von 2,0 % mit 11,0 % substanziell übertreffen, die für das Mortality/Morbidity-Geschäft erreichte den prognostizierten Wert von 6,0 % jedoch nicht und lag bei 3,6 %. Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung übertraf die Prognose für 2015 um gut 4 Prozentpunkte. KONZERNFUNKTIONEN
Die Talanx-Gruppe, die NORD/LB Norddeutsche Landesbank und das Bankhaus Lampe sind eine Kooperation im Bereich alternative Kapitalanlagen eingegangen. Dazu hat die Talanx 45 % der Anteile am Investmentdienstleister Caplantic GmbH übernommen. Die Gesellschafter wollen Caplantic zu einem in Deutschland führenden Anbieter für Alternative Asset Management und Financial Solutions ausbauen. Das Joint Venture eröffnet Talanx den Zugang zu Infrastruktur-Darlehen und anderen alternativen Assetklassen des NORD/LB-Konzerns sowie zur Ratingexpertise der RSU Rating Service Unit GmbH & Co. KG, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der deutschen Landesbanken. Zudem soll Caplantic auch die Rolle eines Dienstleisters für den Bereich Private Equity im Investment-Management der Talanx übernehmen. Die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. hat ihre 2005 mit der Endfälligkeit 2025 begebene Nachranganleihe zum ersten möglichen Termin zuzüglich aufgelaufener Stückzinsen zum 30. Juni 2015 vollständig zurückgezahlt. Die Schuldverschreibung hat einen Gesamtnennbetrag von 350 Mio. EUR mit einem Kupon von 4,50 % zum Nennbetrag von 1.000 EUR. RÜCKVERSICHERUNGSSPEZIALISTEN IM KONZERNIm Segment Konzernfunktionen weisen wir seit 2013 versicherungstechnisches Geschäft aus, das über unsere Tochtergesellschaft Talanx Reinsurance (Ireland) Ltd. gezeichnet wird. Mit dieser gruppeninternen Rückversicherung streben wir eine Erhöhung des Selbstbehalts sowie eine Optimierung der Kapitalauslastung an. Das von Talanx Re (Ireland) gezeichnete konzerninterne Geschäft wird teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet, um Diversifikationsvorteile im jeweiligen Segment zu nutzen. Im Segment Konzernfunktionen weisen wir darüber hinaus jenes Geschäft aus, das zusätzliche segmentübergreifende Diversifikationsvorteile beinhaltet. Im Berichtsjahr betrugen die gebuchten Bruttoprämien aus diesem Geschäft 35 (50) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Aus diesem Geschäft wies die Talanx Re (Ireland) für das Segment Konzernfunktionen ein operatives Ergebnis von 8 (4) Mio. EUR aus. Die Talanx Reinsurance Broker GmbH befindet sich zu 100 % im Eigentum der Talanx AG und übernimmt für Konzernzedenten die komplette Bandbreite des Geschäftsprozesses Rückversicherung. Die notwendigen Rückversicherungskapazitäten für alle von ihr betreuten Konzernzedenten konnten auch für 2015 am Weltmarkt erfolgreich eingedeckt werden. Im Rahmen unserer Segmentverteilung wird ab dem Jahr 2015 das Ergebnis den geschäftsabgebenden Segmenten vollständig wieder zugerechnet, während im Jahr 2014 im Segment Konzernfunktionen aus dieser Gesellschaft noch ein Ergebnisbeitrag von 2 Mio. EUR verblieb. KAPITALANLAGESPEZIALISTEN IM KONZERNDie Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Der Beitrag der beiden Gesellschaften und der Talanx Immobilien Management GmbH in Summe zum operativen Ergebnis im Segment betrug im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 55 (40) Mio. EUR. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfolio-Management und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Die Investmentbranche sammelte im Jahr 2015 Anlagegelder in einer bis dahin noch nie erreichten Höhe ein. Sowohl die für institutionelle Anleger aufgelegten Spezialfonds als auch die Publikumsfonds verzeichneten starke Absatzerfolge. Ursache für den Aufschwung ist die andauernde Niedrigzinsphase, in deren Folge es immer schwieriger wird, auskömmliche Renditen zu erzielen. Deshalb vertrauen sowohl institutionelle Kapitalsammelstellen, wie Versicherungen und Pensionskassen, als auch Privatanleger ihr Geld in einem zunehmenden Ausmaß Fondsgesellschaften zur professionellen Verwaltung in Spezial- und Publikumsfonds an. Das Gesamtvolumen des von Ampega verwalteten Vermögens stieg im Geschäftsjahr 2015 um 15,4 % auf 19,3 (16,7) Mrd. EUR. Davon wurde in etwa die Hälfte, nämlich 9,5 (9,4) Mrd. EUR, im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 4,2 (3,1) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 5,5 (4,2) Mrd. EUR auf das Privatkundengeschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte, wie die fondsgebundene Lebensversicherung, angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen reduzierte sich im Geschäftsjahr 2015 auf 13 (213) Mio. EUR, insbesondere aufgrund der Veräußerung der restlichen Anteile an der Swiss Life Holding AG im Vorjahr. Aus dieser Transaktion ergab sich im Jahr 2014 ein Ergebnis vor Steuern von 214 Mio. EUR. Das im Geschäftsjahr 2015 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug -51 (132) Mio. EUR. VERMÖGENS- UND FINANZLAGEVERMÖGENSLAGE
HÖHE UND ZUSAMMENSETZUNG DES VERMÖGENSDie Erhöhung unserer Bilanzsumme um 5,5 Mrd. EUR auf 152,8 Mrd. EUR ist in erster Linie auf den Zuwachs des Kapitalanlagebestands inklusive der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (+3,4 Mrd. EUR) zurückzuführen. Der Zuwachs bei den Kapitalanlagen resultierte im Wesentlichen aus dem Bestandswachstum bei den "jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten" (+5,1 Mrd. EUR) und den "übrigen Finanzinstrumenten" (+1,0 Mrd. EUR). Gegenläufig hierzu sind die "Depotforderungen" (-1,8 Mrd. EUR) und die "bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinstrumente" (-1,2 Mrd. EUR) im Bestand gesunken. Weiterführende Angaben erläutern wir nachfolgend im Abschnitt "Kapitalanlageentwicklung". Das Wachstum des Kapitalanlagebestands inklusive der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen resultiert im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung (+1,8 Mrd. EUR) und Privat- und Firmenversicherung Deutschland (+1,7 Mrd. EUR). Die in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte von 2,0 (2,1) Mrd. EUR entfallen einerseits mit 953 (1.006) Mio. EUR auf sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP), andererseits sind aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte mit 1.037 (1.090) Mio. EUR enthalten. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden im Konzern zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: L34 NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEIL IN MIO. EURscroll
Korrespondierend mit dem Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten ,Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 0,7 Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. L35 VERMÖGENSSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUM IN MIO. EURscroll
In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag das assoziierte Unternehmen C-QUADRAT Investment AG, Wien, Österreich, aus. Das Vorjahr enthielt unter anderem das Tochterunternehmen HDI STRAKHUVANNYA, Kiew, Ukraine, das im Berichtsjahr entkonsolidiert wurde. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Veräußerung der HDI Zastrahovane AD, Sofia, Bulgarien, im vierten Quartal des Geschäftsjahres. Nähere Erläuterungen der einzelnen Vorgänge siehe Konzernanhang "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen". KAPITALANLAGEMANAGEMENT UND -ZIELEDas abgelaufene Geschäftsjahr war weiterhin geprägt durch ein Niedrigzinsumfeld und eine äußerst expansive Geldpolitik der EZB. Der Leitzins im Euroraum blieb bei dem historischen Tiefstand von 0,05 % bestehen. Nach der Ankündigung der EZB, Staatsanleihen und Sub-Sovereigns zu kaufen, sank die zehnjährige Bundesrendite im zweiten Quartal auf 0,05 %. Zum Ende des zweiten Quartals drehte das Zinsumfeld dann deutlich. In der Spitze führte dies am 10. Juni zu einer zehnjährigen Bundesrendite von 1,05 %. Bis zum Ende des Jahres sank diese wieder auf 0,60 %. Die Zinsentwicklung auf den Märkten war 2015 insgesamt volatil. Für die zwei- und fünfjährigen Bundesanleihen konnte im Laufe des Jahres ein kontinuierlicher Rückgang der bereits negativen Zinsen beobachtet werden. Die zweijährigen Bundesanleihen fielen um ca. 26 Basispunkte und lagen bei -0,38 % und die fünfjährigen um 5 Basispunkte auf -0,05 %. Neben den Zinseffekten wirkte sich die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Kurs lag am 31. Dezember 2014 bei 1,21 USD je EUR. In der ersten Hälfte des Jahres fiel der Kurs mit Schwankungen auf Werte von 1,05 USD. Ende des zweiten Quartals lag der Kurs bei 1,11 USD. Bis zum Jahresende sank der Wechselkurs auf 1,09 USD je EUR. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 20,0 Mrd. EUR und entsprach 20 % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und wohlfunktionierenden Schnittstelle zum Portfolio-Management befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer ständigen Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Diverse bestehende Instrumente zur Risikomessung und -steuerung wurden an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. 78 % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen, deren risikoreduzierende Wirkung sich auch in der Krise des Euroraums bewährt hat. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Assetklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb weiterhin die wichtigste Anlageklasse. KAPITALANLAGEENTWICKLUNGDer gesamte Kapitalanlagebestand nahm im Laufe des Geschäftsjahres um 2,4 % zu und betrug 115,6 Mrd. EUR. Dabei stieg der Bestand an Investmentverträgen um 9,1 % auf 2,2 Mrd. EUR und der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen um 4,5 % auf 100,8 Mrd. EUR, während die Depotforderungen um 12,6 % auf 12,6 Mrd. EUR sanken. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist im Wesentlichen durch die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Auch 2015 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten, unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur, im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Anteil an festverzinslichen Wertpapieren betrug 78 % am Gesamtbestand. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 2,9 Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. Die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) lag zum Jahresende bei 1,2 %. Das Aktienengagement im Geschäftsbereich Rückversicherung wurde dabei moderat angehoben. L38 ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSEN IN MIO. EURscroll
1)
Derivate nur mit positiven Marktwerten FESTVERZINSLICHE WERTPAPIEREAuch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 stand der Kapitalmarkt maßgeblich unter dem Einfluss der Zentralbanken. Zusätzlich rückten geopolitische Risiken in den Vordergrund der Rentenmärkte. Der Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) stieg im Jahr 2015 um 2,6 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 90,5 Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 78 %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die Kapitalanlage erfolgte im Bereich festverzinsliche Wertpapiere im Wesentlichen in den klassischen Anlageklassen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie Pfandbriefe. Im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland wurden Anleihen veräußert, um Gewinne zu realisieren, die zur Stärkung der Zinszusatzreserve nach HGB und zur Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven verwendet wurden. Die freigewordenen Mittel wurden verstärkt in lang laufenden Anleihen investiert. Zur Umsetzung dieser Strategie wurden insbesondere besicherte Anleihen mit guter Bonität und Staatsanleihen gewählt, die zu einer Erhöhung der Duration des Portfolios beitrugen. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere", deren Volatilität sich im Eigenkapital niederschlägt, sind mit 59,4 Mrd. EUR und 66 % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere weiter angestiegen (+4,5 Mrd. EUR). Dabei wurde hauptsächlich in Pfandbriefen und Unternehmensanleihen investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven - sind aufgrund des leicht gestiegenen Zinsniveaus für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2014 von 4,6 Mrd. EUR auf 2,9 Mrd. EUR gefallen. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden in der Kategorie "Darlehen und Forderungen" im Wesentlichen Staatspapiere oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Somit betrug der Bestand an Staatspapieren oder ähnlich sicheren Papieren in dieser Haltekategorie 9,7 Mrd. EUR. Den wesentlichen Bestand stellen weiterhin Pfandbriefe dar. Der Gesamtbestand in der Kategorie "Darlehen und Forderungen" (mit Hypotheken- und Policendarlehen) betrug zum Jahresende 29,8 (30,6) Mrd. EUR und stellt damit 33 % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven verringerten sich von 5,9 Mrd. EUR auf 4,9 Mrd. EUR. Der Konzernbestand der Kapitalanlagekategorie "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente" beträgt im Jahr 2015 1,3 (2,5) Mrd. EUR. Die Absicht und die Fähigkeit, die Kapitalanlagen bis zur Endfälligkeit zu halten, ermöglicht es den Gesellschaften, die bilanziellen Volatilitäten aufgrund von Zinsbewegungen zu reduzieren. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2015 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 34,8 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von 38 (35) % am Gesamtbetrag der festverzinslichen Wertpapiere und Darlehen. Der Konzern verfolgt eine konservative Anlagepolitik. So besitzen 78 % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Zu weiterführenden Angaben zur Kreditqualität unserer Kapitalanlagen siehe "Risikobericht" im Konzernlagebericht. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 3,7 Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 3,7 % (weitere Informationen im Risikobericht im Abschnitt "Kreditrisiken"). AKTIEN UND AKTIENFONDSDer europäische Aktienmarkt startete 2015 außerordentlich positiv. Die Kurse fielen im zweiten Quartal insbesondere wegen der Griechenland-Schuldenkrise. Auch im dritten Quartal waren die Aktienmärkte aufgrund negativer Marktmeldungen rückläufig. Das letzte Quartal zeigte Anzeichen einer Erholung, die sich in der zweiten Quartalshälfte durch weitere negative Marktdaten nicht festigen konnte. Somit schloss der DAX mit 10.743 Punkten. Dies entspricht bei diesem Index einem Anstieg seit Jahresbeginn von 9,6 %. Der EURO STOXX 50 erreichte zum Jahresultimo 3.268 Punkte und lag damit 3,9 % über dem Stand zum Jahresbeginn. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") erhöhten sich um 27 Mio. EUR und betragen nunmehr 125 (98) Mio. EUR. IMMOBILIEN INKLUSIVE ANTEILE AN IMMOBILIENFONDSZum Stichtag beträgt der Bestand an fremd genutzten Immobilien 2,2 (1,9) Mrd. EUR. Hinzu kommen 724 (624) Mio. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Der deutsche Immobilienmarkt ist angesichts des Niedrigzinsumfelds weiterhin von einem enormen Anlagedruck privater und institutioneller Investoren mit steigendem Transaktionsvolumen bei einem Mangel an geeigneten Objekten geprägt. Die hohe Marktliquidität führt insbesondere bei Core-Immobilien zu entsprechenden Preiseffekten. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremd genutzten Immobilienbestand in Höhe von 39 Mio. EUR und außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 8 Mio. EUR vorgenommen. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 9 Mio. EUR. Dem standen Zuschreibungen in Höhe von 7 Mio. EUR gegenüber. Die Immobilienquote einschließlich der Investments in Immobilienfonds beträgt 3 (2) %. ALTERNATIVE INVESTMENTSDie Bestände in der Anlageklasse "Alternative Investments" werden weiter kontinuierlich ausgebaut. Die Anlageklasse trägt zur Renditeanreicherung und Diversifikation des Portfolios bei. Talanx Asset Management ist mit 45 % an der Caplantic GmbH beteiligt, die gemeinsam mit der Nord/LB Norddeutsche Landesbank und dem Bankhaus Lampe geführt wird. Ziel des Investments ist es, die Gesellschaft zu einem führenden Anbieter für alternatives Asset-Management und Financial Solutions auszubauen und sich somit Zugang zu Infrastrukturdarlehen und anderen alternativen Assetklassen des Nord/LB-Konzerns zu eröffnen. Im Berichtsjahr hat Talanx als Konsortialführer einer Gruppe institutioneller Anleger eine Anleihe im Volumen von 556 Mio. EUR zur Finanzierung des Offshore-Windparks Gode Wind 1 koordiniert. Talanx stellt von den 556 Mio. EUR einen Anteil an Fremdkapital in Höhe von bis zu 296 Mio. EUR zur Verfügung. Darüber hinaus hat der Talanx-Konzern einen Vertrag über die Beteiligung an der Finanzierung eines Bauprojektes für sieben irische Gerichtsgebäude in Höhe von 73 Mio. EUR abgeschlossen. Der Erwerb der Wertpapiere im Rahmen dieser Transaktion erfolgt im ersten Quartal 2016. Weiterhin wurden verstärkt Direktinvestitionen im Bereich Infrastruktur getätigt, u. a. durch den Erwerb mehrerer Windparks in Deutschland und Frankreich und der Beteiligung an einem Wasserversorger in Portugal (zu weiterführenden Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel "Konsolidierung"). Bezüglich der Entwicklung der technischen Sachanlagen aus Infrastrukturinvestments verweisen wir auf unsere Angaben in Anmerkung 10 "Übrige Kapitalanlagen" im Konzernanhang. KAPITALANLAGEERGEBNISL40 ENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSES IN MIO. EURscroll
Das Kapitalanlageergebnis des Berichtsjahres betrug 3,9 Mrd. EUR; es liegt somit unter dem Vorjahresniveau. Die laufenden Erträge aus Zinsen lagen konstant bei 2,9 Mrd. EUR und bilden weiterhin den wesentlichen Bestandteil des Ergebnisses. Realisierte Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen lagen bei 527 Mio. EUR und somit deutlich unter dem Vorjahreswert von 851 Mio. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge betrugen zum Jahresende 3.444 (3.202) Mio. EUR. Das sinkende Kapitalmarktzinsniveau führte zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 3,4 %, es liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 3,6 %. Dabei konnte im Rahmen der Reinvestitionen der Abwärtstrend des allgemeinen Zinsniveaus durch verstärkte Investitionen abgefedert werden, die selektiv im Rahmen unseres qualitativen Investmentprozesses in Produkten mit entsprechendem Mehrertrag erfolgten. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland, eingesetzt. Maßgeblich zum Anstieg der ordentlichen Erträge trugen zudem höhere laufende Erträge aus Immobilien und Private-Equity-Investments im Segment Schaden-Rückversicherung bei. Darüber hinaus enthalten die Kapitalanlageerträge einen Sondereffekt aus dem Segment Personen-Rückversicherung aus dem ersten Quartal. Aufgrund eines von Kundenseite initiierten Rückzugs aus einer US-amerikanischen Einzeltransaktion (derivatives Finanzinstrument) aus dem Bereich Financial Solutions wurde eine Gebühr in Höhe von 39 Mio. EUR fällig. Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr insgesamt deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau und betrug in saldo 527 (851) Mio. EUR. Die positiven Realisate resultieren aus der regelmäßigen Portfolioumschichtung in allen Segmenten und zusätzlich aus der Anforderung zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (HGB) der Lebensversicherungen und Pensionskassen. Die realisierten Gewinne im Vorjahr enthielten einen einmaligen Effekt aus der Veräußerung der Anteile an der Swiss Life Holding AG in Höhe von 214 Mio. EUR (davon 19 Mio. EUR aus Währungskursgewinnen, die im übrigen Ergebnis bilanziert werden). Im Vergleich zu 2014 waren im abgelaufenen Geschäftsjahr per saldo höhere Abschreibungen erforderlich. Diese betragen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen insgesamt 214 (66) Mio. EUR. Auf Gesamtkonzernebene erhöhten sich die Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere von 16 Mio. EUR auf 62 Mio. EUR. Im Wesentlichen sind die Abschreibungen auf festverzinsliche Titel der HETA ASSET RESOLUTION AG zurückzuführen (zu näheren Erläuterungen verweisen wir auf die Ausführungen zu den Rechtsstreitigkeiten im Konzernanhang im Abschnitt "Sonstige Angaben"). Weitere Abschreibungen in Höhe von 53 (12) Mio. EUR wurden bei Aktien vorgenommen und 52 (17) Mio. EUR für sonstige Kapitalanlagen. Darüber hinaus wurden erstmals planmäßige Abschreibungen auf technische Anlagen der Infrastrukturinvestments bilanziert. Diesen Abschreibungen standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von 12 Mio. EUR entgegen. Darin enthalten sind 7 Mio. EUR für Immobilien und 5 Mio. EUR für festverzinsliche Wertpapiere. Das unrealisierte Ergebnis verbesserte sich per saldo von -4 Mio. EUR auf 20 Mio. EUR, es wurde auch durch die beiden Rückversicherungssegmente beeinflusst. Hier stieg das unrealisierte Ergebnis von -33 Mio. EUR auf -1 Mio. EUR. Darin enthalten ist unter anderem das unrealisierte Ergebnis aus ModCo-Derivaten, das sich um 19 Mio. EUR auf -26 (-7) Mio. EUR reduzierte. Dieser Effekt wurde durch die Veränderung der Zeitwerte der übrigen erfolgswirksam bewerteten Bestände überkompensiert. Das Ergebnis aus Depotzinserträgen und -aufwendungen belief sich auf 378 (358) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". FINANZLAGEANALYSE DER KAPITALSTRUKTUR
L41 KAPITALSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUM IN MIO. EURscroll
WÄHRUNGSEINFLÜSSEAufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx-Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 20 % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund und australischen Dollar gehalten, die in Summe 5 % aller Kapitalanlagen ausmachen. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: ENTWICKLUNG DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGENDer Anstieg der gesamten Verbindlichkeiten von 134,4 Mrd. EUR auf 139,3 Mrd. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungen um 5,7 Mrd. EUR auf 106,8 Mrd. EUR. Diese Erhöhung entfiel mit 0,8 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für Prämienüberträge, unter denen die noch nicht fälligen Beitragsanteile für nachfolgende Versicherungsperioden ausgewiesen werden. Darüber hinaus wuchsen die Deckungsrückstellungen (+4 % bzw. 2,2 Mrd. EUR) sowie die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (+8 % bzw. 3,1 Mrd. EUR). Insgesamt werden die versicherungstechnischen Verpflichtungen von der Deckungsrückstellung (54,8 [52,7] Mrd. EUR) sowie der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (40,4 [37,2] Mrd. EUR) dominiert. Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen 87,1 (84,8) % - einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 14,6 (16,8) Mrd. EUR. Die Rückstellungen stehen dem Konzern im Rahmen der jeweiligen Restlaufzeit zur Verfügung. Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf den Konzernanhang (Anmerkungen 19 bis 23). AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTEDie bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen" erläutert. ASSET-LIABILITY-MANAGEMENTDie Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Position gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 103. Die sogenannte Macaulay-Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 7,7 (7,7). Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Modified Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 10,8 im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,3 relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Talanx Asset Management GmbH wird die aktivische Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". KAPITALMANAGEMENTL43 KAPITALMANAGEMENTPROZESSTRANSPARENZSCHAFFUNGIST-KAPITALISIERUNG → BESTIMMUNG KAPITALBEDARF → OPTIMIERUNG KAPITALBEDARF → OPTIMIERUNG KAPITALSTRUKTUR → DURCHFÜHRUNG KAPITALMASSNAHMEN Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Wir unterscheiden folgende Kapitalbegriffe: Basic Own Funds oder besser Basiseigenmittel und Solvency Capital Required. Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Assets über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz und unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) um offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern und beinhalten Hybridkapital und Surplus Funds. Die Schadenreserven der Solvenzbilanz berücksichtigen nach Solvency II einen Schadenreservediskont und eine Risikomarge. Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts aufsichtsrechtlich notwendig ist. Es berechnet sich gemäß Solvency II mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird auf Basis des genehmigten partiellen internen Kapitalmodells berechnet. Auf Konzern- bzw. Gesellschaftsebene kommen das genehmigte interne Modell bzw. das Standardmodell zum Tragen. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required (ökonomische Solvabilitätskapitalanforderung) zeigt darüber hinaus die ökonomische Kapitaladäquanz an. Für den Talanx-Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) bezogen auf die ökonomische Kapitaladäquanz ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %). Das generelle Ziel des Kapitalmanagements im Talanx-Konzern -eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur der Gruppe - ist explizit in der Strategie festgeschrieben (Seite 21 f.). Außer nach der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio der Talanx. Hierdurch werden Investitionen, auch unter dem Gedanken der Diversifikation, in präferierte Wachstumsmärkte/ Geschäftssegmente kanalisiert. Somit besteht eine zentrale Aufgabe des Kapitalmanagements darin, das Kapital zu identifizieren, das über das benötigte Risikokapital auf dem definierten Sicherheitsniveau hinausgeht - oder es im gegenläufigen Fall unterschreitet. Das SCR als Differenz aus Value at Risk - er definiert den geschätzten maximalen Verlust, der innerhalb einer gegebenen Haltedauer mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird - und dem Erwartungswert der Prognoseverteilung dient hierbei als Risikomaßzahl. Falls eine Über- oder Unterkapitalisierung besteht, wird sie in einem nächsten Schritt durch geeignete Korrekturmaßnahmen behoben oder zumindest abgemildert. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig hinreichender Kapitaladäquanz und unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Dies setzen wir zum Beispiel mit dem Aufbau einer eigenen Konzern-Rückversicherungseinheit in Irland um. Durch die konzerninterne Abgabe von Versicherungsrisiken kann der Konzern seinen Kapitalbedarf optimieren, während die konzerneigene Rückversicherung ihr Kapital durch Diversifikation optimal auslasten kann. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital, sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Kapitalverzinsung für die Aktionäre entsprechend der Talanx-Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Unternehmensebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst und effizient umgeht. Mit der Konzernsteuerungsfunktion Kapitalmanagement sind wir somit in der Lage,
EIGENKAPITALEIGENKAPITALQUOTE UND EIGENKAPITALRENDITEDie Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, hat sich wie folgt entwickelt: L44 ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTE IN MIO. EURscroll
Unter Berücksichtigung der zusätzlichen aufsichtsrechtlich anerkannten Eigenmittel, wie nachrangige Verbindlichkeiten, stellt sich die modifizierte Eigenkapitalquote wie folgt dar: L45 ZUSÄTZLICHE EIGENMITTEL UND MODIFIZIERTE EIGENKAPITALQUOTE IN MIO. EURscroll
L46 ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITE IN MIO. EURscroll
1)
Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital Hinsichtlich der Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht, Kapitel "Wirtschaftsbericht". ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALSIn der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 531 Mio. EUR - dies entspricht einem Anstieg von 4,1 % - auf 13.431 (12.900) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 8.282 (7.998) Mio. EUR. Der Anstieg um 284 Mio. EUR (+3,6 %) ist einerseits auf das Periodenergebnis zurückzuführen, das in Höhe von 734 Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Andererseits hatten die Verringerung der nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2014 um 130 Mio. EUR auf 489 Mio. EUR sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 316 Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums eine gegenläufige Wirkung. Die Entwicklung der "übrigen Rücklagen" (-130 Mio. EUR) ist hauptsächlich durch zwei sich teilweise aufhebende Effekte begründet. Zum einen ist der deutliche Rückgang der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen um 1.095 Mio. EUR auf 2.443 (3.538) Mio. EUR für die Verringerung der übrigen Rücklagen ursächlich, der aus Kursrückgängen bei Unternehmens- und Staatsanleihen infolge gestiegener Zinssätze resultiert. Zum anderen hat der Anstieg der übrigen Eigenkapitalveränderungen um 887 Mio. EUR auf -2.367 (-3.254) Mio. EUR diesen Effekt größtenteils aufgefangen. Ein wesentlicher Teil dieser Veränderung entfällt mit 693 Mio. EUR auf Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (insbesondere Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Kursverlusten der Kapitalanlagen) und mit 189 Mio. EUR auf versicherungstechnische Gewinne oder Verluste aus Pensionsrückstellungen (bedingt hauptsächlich durch das leicht gestiegene Zinsniveau zum Ende der Berichtsperiode). Die kumulierten Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung verbesserten sich infolge von Wechselkursentwicklungen von Fremdwährungen gegenüber dem Euro im Berichtsjahr um +90 Mio. EUR von -33 Mio. EUR auf 57 Mio. EUR. Der Anstieg hier resultiert vornehmlich aus der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und wurde hauptsächlich durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem brasilianischen Real teilweise gedämpft. Die Rücklagen aus Cashflow-Hedges betragen 356 (368) Mio. EUR und haben sich in der Berichtsperiode nicht nennenswert verändert (-12 Mio. EUR). Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 247 Mio. EUR - dies entspricht 5,0 % - auf 5,1 Mrd. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenüberschuss beläuft sich auf 675 (599) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 337 (246) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. L47 DARSTELLUNG DES SEGMENTEIGENKAPITALS1) EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER IN MIO. EURscroll
1)
Das Segmenteigenkapital ist definiert als
Residualgröße aus Segmentaktiva und -passiva Anmerkung: Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter am Eigenkapital für den Geschäftsbereich Rückversicherung werden vereinfacht aus den Konzernminderheiten an Hannover Rück SE abgeleitet; zu diesem Zweck werden die beiden Rückversicherungssegmente zusammengefasst dargestellt Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.069 (1.239) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 112 (147) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. ENTWICKLUNG DER NICHT BILANZIERTEN BEWERTUNGSRESERVENIn der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 4,9 (5,9) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterung zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremd genutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Kapitalanlagen/Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen". L48 EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVEN IN MRD. EURscroll
GRUPPENSOLVABILITÄTDie Talanx AG unterliegt als Versicherungsholding den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen gemäß § 1b VAG. Für den Konzern erfolgt eine Beaufsichtigung durch die BaFin auf Gruppenebene. Hierzu meldet der Mutterkonzern HDI V. a. G. nach den Vorschriften der bereinigten Solvabilität ergänzende Informationen an die BaFin. Diese erfolgt letztmals auf Grundlage der ab 2016 durch Solvency II verdrängten Vorschriften gemäß der Solva-I-Gruppensolvabilität. Solvabilität bezeichnet die Fähigkeit eines Versicherers, Verpflichtungen, die er in seinen Verträgen eingegangen ist, dauerhaft zu erfüllen. Dabei geht es vor allem um eine definierte Mindestausstattung mit Eigenmitteln. Die Vorschriften zur bereinigten Solvabilität zielen darauf ab, eine Mehrfachbelegung von Eigenmitteln mit Risiken aus dem Versicherungsgeschäft auf verschiedenen Stufen der Konzernhierarchie zu vermeiden. Um die bereinigte Solvabilität zu berechnen, werden auf der Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses die Eigenmittel, die je nach Geschäftsumfang mindestens vorzuhalten sind (Solvabilitäts-Soll), den tatsächlich vorhandenen Eigenmitteln (Solvabilitäts-Ist) gegenübergestellt. Für die Ermittlung der berücksichtigungsfähigen Eigenmittel wird das Eigenkapital nach IFRS angepasst und insbesondere um die anrechnungsfähigen Teile der nachrangigen Verbindlichkeiten sowie nicht im Eigenkapital enthaltene Bewertungsreserven erhöht bzw. um die immateriellen Vermögensgegenstände verringert. Die anrechenbaren Eigenmittel des Talanx-Konzerns sind mehr als doppelt so hoch wie gesetzlich gefordert. L49 ABGELEITETE SOLVABILITÄT1) IN MIO. EURscroll
1)
Aus der bereinigten Solvabilität des HDI-Konzerns
analog für Talanx ermittelt Der Rückgang des Bedeckungssatzes von 228,2 % auf 219,1 % im Jahr 2015 resultiert zum einen aus dem Anstieg der berücksichtigungsfähigen Eigenmittel um 384 Mio. EUR und zum anderen aus der Erhöhung der Solvabilitätsspanne um 347 Mio. EUR. Der Anstieg der Konzerneigenmittel ergibt sich vor allem aus der Erhöhung des Konzerneigenkapitals unter Berücksichtigung des Konzernergebnisses (734 Mio. EUR) sowie gegenläufig dazu aus der Dividendenzahlung (316 Mio. EUR). Zudem wirkte sich die Reduzierung der stillen Reserven aus Darlehen und Forderungen um 120 Mio. EUR belastend auf die berücksichtigungsfähigen Eigenmittel aus. Die Erhöhung der Solvabilitätsspanne stammt mit 190 Mio. EUR aus dem Rückversicherungsgeschäft und mit 157 Mio. EUR aus dem Erstversicherungsgeschäft. LIQUIDITÄT UND FINANZIERUNGDie liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx-Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx-Konzerns weiter erhöht. Zum Bilanzstichtag bestehen zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien über einen Nominalbetrag von 1,25 Mrd. EUR, die unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen wurden. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen siehe Konzernanhang "Sonstige Angaben -Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen". Weitere Informationen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiken" ANALYSE FREMDKAPITALMit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". L50 ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALS IN MIO. EURscroll
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" und 26 "Begebene Anleihen und Darlehen", sowie die Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung. ANALYSE DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGFür den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. L51 ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSES IN MIO. EURscroll
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, der auch erhaltene Zahlungen aus den Kapitalerträgen enthält, ist im Jahresvergleich von 5.827 Mio. EUR auf 6.107 Mio. EUR gestiegen. Bei der Ermittlung wird das Jahresergebnis von 1.409 (1.368) Mio. EUR im Wesentlichen um die Verminderung der "Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen" um 0,9 Mrd. EUR sowie die Verminderung der "Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten" um 1,5 Mrd. EUR korrigiert. Die Auszahlungen für den Erwerb von Kapitalanlagen bestimmten den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit. Wie auch im Vorjahr überstiegen die Auszahlungen aus dem Kauf von Kapitalanlagen die Einzahlungen aus Verkauf und Endfälligkeit um 2.565 (2.941) Mio. EUR. Auch bei den Immobilien übersteigen die Mittelabflüsse für Neuinvestitionen die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf. Per saldo betrug der Mittelabfluss durch Verkäufe und Neuinvestitionen von Grundbesitz (einschließlich Immobilienobjektgesellschaften) 317 (237) Mio. EUR. Die Mittelabflüsse der Investitionstätigkeit beliefen sich in der Berichtsperiode insgesamt auf 4.481 (4.733) Mio. EUR und lagen damit unter dem Vorjahresniveau. Beim Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit stiegen die Dividendenzahlungen im Berichtsjahr um 104 Mio. EUR auf 653 (549) Mio. EUR. Die "Veränderung aus sonstigen Finanzierungstätigkeiten" (-932 [-307] Mio. EUR) im Berichtsjahr ergab sich maßgeblich durch die Rückzahlungen einer von der Hannover Finance (Luxembourg) S.A. emittierten Anleihe (nominal 500 Mio. EUR), der von der HDI Lebensversicherung AG emittierten Anleihe (ausstehendes Nominal 110 Mio. EUR) und einer von der Talanx Finanz (Luxembourg) S.A. emittierten Anleihe (nominal 209 Mio. EUR, davon 96 Mio. EUR konzernintern vergeben) innerhalb der nachrangigen Verbindlichkeiten. Für weitere Erläuterungen siehe auch Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten". Unter diesem Posten werden ebenfalls Zinszahlungen in Höhe von 186 (213) Mio. EUR ausgewiesen. Im Saldo erhöhte sich der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit verglichen mit der Vorperiode um 729 auf 1.585 (856) Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, insgesamt um 91 Mio. EUR auf 2,2 Mrd. EUR erhöht. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen Währungseffekte (56 Mio. EUR) und die Veränderungen aus den Kapitalflüssen (41 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelbestand zum Ende der Berichtsperiode beinhaltet 0 (7) Mio. EUR für Veräußerungsgruppen nach IFRS 5. RATINGS DER GRUPPEVon den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und A. M. Best haben der Talanx-Konzern und seine Gesellschaften im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell unterscheidet man zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating), das primär die Fähigkeit beurteilt, den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachzukommen, und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating, das Investoren ein Urteil über die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft liefert. L52 FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNEscroll
1)
Bezeichnung bei a. m. Best: "HDI V. a. G.,
the ultimate mutual parent company of Talanx AG, and various subsidiaries." Das S&P-Rating des Teilkonzerns Hannover Rück und der Talanx Primary Insurance Group blieb - ebenso wie jeweils der stabile Ausblick - unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P ihm ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P das Rating der Hannover Rück, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Hier ragte bei den Teilergebnissen insbesondere das Geschäftsrisikoprofil heraus. Besonders erfreulich ist die Einstufung des Risikomanagements, das für den Erstversicherungsbereich mit "strong" und für die Hannover Rück mit "very strong" beurteilt wird. Die S&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Erstmalig hat unsere mexikanische Tochter HDI Seguros S.A. de C.V. ein Finanzstärkerating erhalten: ihr wurde von Standard & Poor's im September des Berichtsjahres ein lokales Rating von mxAAA mit stabilem Ausblick zuerkannt. Gemäß der Gruppenmethodik wird die HDI Seguros damit als strategisch wichtig innerhalb der Talanx-Erstversicherungsgruppe bewertet. Auf der globalen Rating-Skala würde dieses Rating mindestens einem BBB+ entsprechen. Bei A. M. Best sind die gerateten Erstversicherungsgesellschaften im Talanx-Konzern mit einem Finanzstärkerating von A (Excellent) mit stabilem Ausblick bewertet; nennenswerte Änderungen gab es im Berichtsjahr nicht. Die finanzielle Stabilität der Hannover Rück wird mit A+ (Superior) bei einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete die unverändert sehr gute Ratingvergabe für die beiden Teilkonzerne mit der guten Ertragssituation, der ausgezeichneten Kapitalisierung und der sehr guten Risikomanagementkultur. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Website der Talanx AG, detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rückversicherung und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Website der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)L53 EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)scroll
Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen gut bewertet. S&P hat im Berichtsjahr das Emittentenrating der Talanx AG mit A-, bei stabilem Ausblick bestätigt; dies entspricht der drittbesten Kategorie auf der S&P-Ratingskala. Bei A. M. Best wird das Emittentenrating (Issuer Credit Rating) mit a-, stable bewertet, was ebenfalls der drittbesten Kategorie auf der Emittentenrating-Skala entspricht. Verglichen mit den Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften schneidet die Talanx AG etwas schlechter ab; dies ist auf den üblichen "Holdingabschlag" zurückzuführen. Demzufolge erhalten Gesellschaften, die ausschließlich als Holding fungieren und nicht selbst im operativen Geschäft tätig sind, gemäß den allgemeinen Analysekriterien der Ratingagenturen eine Abstufung gegenüber dem Finanzstärkerating einer vergleichbaren Versicherungsgesellschaft. Des Weiteren existieren diverse Ratings für die von Konzernunternehmen emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten (Emissionsratings). Sie sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" im Anhang aufgeführt. TALANX AG (KURZFASSUNG NACH HGB)Ergänzend zur Berichterstattung über den Talanx-Konzern erläutern wir in diesem Abschnitt die Entwicklung der Talanx AG. Die Talanx AG ist die Obergesellschaft des Talanx-Konzerns. Sie übt die Funktion der Finanz- und Management-Holding des Konzerns aus, der weltweit mit eigenen Gesellschaften, Niederlassungen und Kooperationen aktiv ist. Die Gesellschaften des Talanx-Konzerns sind überwiegend in der Erst- und Rückversicherung, aber auch - vor allem im Inland -in der Kapitalanlage tätig. Der Jahresabschluss der Talanx AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt im Gegensatz zum Konzernabschluss, der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) steht, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2015 anzuwenden sind. Die Talanx AG leistet als börsennotiertes Unternehmen die Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der Gesellschaft. Eine wesentliche operative Steuerungsgröße für die Talanx AG ist daher der Jahresüberschuss nach HGB. VERMÖGENSLAGEDas Bilanzbild der Talanx AG wird - wie in den Vorjahren - weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme reduzierte sich um 4,5 % auf 8.474 (8.871) Mio. EUR. Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erhöhte sich um 4,2 % auf 7.519 (7.216) Mio. EUR und die Ausleihungen an verbundene Unternehmen um 16,3 % auf 164 (141) Mio. EUR. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich um 40,2 % auf 415 (694) Mio. EUR. Die Guthaben bei Kreditinstituten reduzierten sich um 43,1 % auf 216 (380) Mio. EUR. Die übrigen Aktiva reduzierten sich u. a. durch den Abgang festverzinslicher Wertpapiere des Umlaufvermögens um 63,6 % auf 160 (440) Mio. EUR. Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am EURIBOR, zuzüglich eines Aufschlags. Zum 31. Dezember 2015 wurde keine davon in Anspruch genommen. Die Nominalwerte der Kreditlinien betrugen zum Stichtag 550 Mio. EUR bzw. 700 Mio. EUR, sodass insgesamt 1.250 Mio. EUR ungenutzt waren. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.347 (5.318) Mio. EUR. Der Anstieg um 29 Mio. EUR resultiert vollständig aus dem Bilanzgewinn. Die Verbindlichkeiten betragen 2.211 (2.644) Mio. EUR und beinhalten als wesentliche Positionen 1.124 (1.557) Mio. EUR Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie 1.065 (1.065) Mio. EUR Verbindlichkeiten aus Anleihen. Die wesentliche Ursache für die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren geringere Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführungsverträgen gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von 260 (483) Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg der sonstigen Passiva um 0,8 % auf 916 (909) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus einer vornehmlich zinsinduzierten Erhöhung der Pensionsrückstellungen auf 697 (649) Mio. EUR, während sich die Steuerrückstellungen um 23,8 % auf 112 (147) Mio. EUR reduzierten. FINANZLAGEDie Liquidität, die zur Bedienung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung gewährleistet. Diese Planung wird durch das Rechnungswesen vorgenommen, mindestens einmal monatlich. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass die Talanx AG jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Finanzmittel fließen der Talanx AG vor allem durch Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, durch Beteiligungserträge und Zinserträge aus Ausleihungen zu. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden regelmäßig mit dem Konzerncontrolling die erwarteten Liquiditätsströme aus Ergebnisabführungen im Rahmen der laufend aktualisierten Planungsrechnungen abgestimmt. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen aufbringen. Aufgrund ihrer Holdingeigenschaft können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Bei der Auswahl der Kreditgeber hat die Gesellschaft bereits in der Vergangenheit stets auf ihre langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke geachtet. Der laufenden Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber, die zentral von der Talanx Asset Management GmbH wahrgenommen wird, wird eine hohe Relevanz beigemessen. ERTRAGSLAGEL56 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB) IN MIO. EURscroll
Wir erläutern die Entwicklung des Geschäftsergebnisses in einer zusammenfassenden Darstellung, die der Holdingfunktion unserer Gesellschaft gerecht wird. Die Talanx AG stellt ihren Jahresabschluss in Euro auf. Da in den vereinnahmten Ergebnissen der Tochtergesellschaften auch Beteiligungserträge in ausländischen Währungen enthalten sind, ist ihr Ergebnis mittelbar von Währungsschwankungen beeinflusst: Ein schwächerer Euro führt tendenziell zu einem höheren Beteiligungsergebnis. Auch eine Zinsänderung kann das Ergebnis der Talanx AG beeinflussen. Das Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, betrug im Geschäftsjahr 129 (-4) Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Übernahme des Verlustes der Talanx Deutschland AG von -260 (-483), der infolge von deren Abschreibungen von Beteiligungsbuchwerten sowohl im aktuellen Geschäftsjahr als auch im Vorjahr entstand. Im Vorjahr konnten außerdem außerordentliche Beteiligungserträge aus dem Verkauf einer Beteiligung durch die Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. vereinnahmt werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich auf 412 (641) Mio. EUR. Der darin enthaltene Abgangsgewinn aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen reduzierte sich auf 386 (600) Mio. EUR. Außerdem enthält das aktuelle Geschäftsjahr einen Abgangsertrag aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 6 Mio. EUR, während im Vorjahr eine Erstattung von einem verbundenen Unternehmen in Höhe von 20 Mio. EUR berücksichtigt war. Darüber hinaus werden in dieser Position die Erträge aus der konzerninternen Dienstleistungsverrechnung berücksichtigt, die etwas unter dem Vorjahr liegen. Die Abschreibungen reduzierten sich auf 1 (8) Mio. EUR, insbesondere durch geringere Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 112 (105) Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist insbesondere die zinsinduzierte Anpassung der Pensionsrückstellungen. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -104 (-125) Mio. EUR. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen reduzierten sich auf 121 (153) Mio. EUR, insbesondere durch die vorzeitige Ablösung der internen Talanx-Inhaberschuldverschreibung mit einem Volumen von 155 Mio. EUR im Vorjahr sowie durch geringere Zinsaufwendungen für Steuerverbindlichkeiten. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge reduzierten sich auf 5 (18) Mio. EUR, insbesondere durch geringere Zinserträge auf Steuerguthaben. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen erhöhten sich auf 13 (10) Mio. EUR, insbesondere durch gewährte Darlehen an verbundene Unternehmen im Geschäftsjahr. Im außerordentlichen Ergebnis sind 14 Mio. EUR außerordentlicher Aufwand aus dem ratierlichen Zuführungsbetrag zu Pensionsrückstellungen gemäß BilMoG berücksichtigt. Im Berichtsjahr fiel ein Steuerertrag in Höhe von -35 (-13) Mio. EUR an, der insbesondere aus der Anpassung steuerlicher Rückstellungen für Vorjahre resultiert. Der Steuerertrag im Jahr 2014 resultierte insbesondere aus der steuerlichen Betriebsprüfung der Jahre 2002 bis 2005. Der Jahresüberschuss sank gegenüber dem Vorjahr auf 345 (398) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 390 (308) Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 735 (706) Mio. EUR. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAGVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Talanx AG in Höhe von 734.966.586,10 EUR wie folgt zu verwenden:
ZIELGRÖSSEN GEMÄSS §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTGHinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. VERGÜTUNGSBERICHTDas Vergütungssystem der Talanx AG entspricht dem im Talanx-Konzernbericht ausführlich dargestellten Vergütungssystem für den Talanx-Konzern. Die dort im Vergütungsbericht dargestellten Beträge geben die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr aus der Tätigkeit für den Talanx-Konzern wieder. Die dargestellten Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx-Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. RISIKOBERICHTAls Holding eines Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risikoquellen wie die Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTDa die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Mit der durch den Bundestag am 18. Februar 2016 beschlossenen Änderung des Referenzzeitraums für die Ermittlung der Abzinssätze für Altersversorgungsverpflichtungen (Änderung des Durchschnitts von sieben Jahren auf zehn Jahre) könnte sich für 2016 eine spürbare Steigerung des Jahresüberschusses gegenüber 2015 ergeben. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGEDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahres vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und herausfordernden branchenspezifischen Umfelds als erfolgreich. Die Bruttoprämie, das EBIT und auch das Konzerneigenkapital lagen erneut über den Werten des Vorjahres, das Konzernergebnis als zweitbestes Ergebnis der Unternehmensgeschichte blieb nur leicht darunter. Ohne die vollumfängliche Abschreibung des Goodwills im deutschen Lebensgeschäft hätte die Talanx AG ein Rekordergebnis erzielt. Unsere Geschäftsbereiche trugen zum Ergebnis in unterschiedlicher Weise bei - wobei sich alle Geschäftsbereiche operativ verbessert haben. Bis auf die Privat- und Firmenversicherung Deutschland waren alle Geschäftsbereiche am Wachstum der Bruttoprämien beteiligt, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Das operative Ergebnis lag in den Geschäftsbereichen meist leicht über dem des Vorjahres, der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland erreichte nach dem deutlich negativen Ergebnis des Vorjahres wieder ein positives EBIT. Die Schaden-/Kostenquote lag trotz einer hohen Schadenlast - vor allem in den Segmenten Industrieversicherung und Schaden-Rückversicherung - innerhalb des erwarteten Rahmens. Die Konzerneigenkapitalrendite lag genau bei unserem Zielwert, den die einzelnen Geschäftsbereiche jedoch uneinheitlich erfüllten. Die Finanzkraft ist hoch und die Solvabilitätsquote weiterhin deutlich höher als gesetzlich gefordert. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Lage des Konzerns als robust ein; die Verfestigung des auch zentralbankpolitisch motivierten Niedrigzinsumfeldes wird eine Belastung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten bleiben. WEITERE ERFOLGSFAKTORENMITARBEITERINNEN UND MITARBEITERZiel unserer Personalarbeit ist es, nachhaltiges, profitables Wachstum für unser Unternehmen sicherzustellen. Dies erreichen wir mit den richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am richtigen Ort und in der richtigen Aufgabenstellung. Wir fördern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Grundsätze werteorientierter Führung und eine Kultur des Miteinanders. Für den Wettbewerb um die Top-Talente der Zukunft und die Herausforderungen des demografischen Wandels braucht es effektive und effiziente Personalprozesse und -dienstleistungen. Personalbetreuung, Personalmarketing, berufliche Erstausbildung und Personalentwicklung sind elementare Bestandteile der konzernweiten Personalarbeit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen sich durch hohe Professionalität, überdurchschnittliches Engagement, Kreativität, Flexibilität und Werteorientierung aus. DIE TALANX-WERTE - BASIS UNSERER UNTERNEHMENSKULTURUnsere Unternehmenskultur ist geprägt durch das tägliche und aktive Leben der Talanx-Werte. Sie sind zentraler Bestandteil des Talanx-Leitbildes und geben den Rahmen für unsere konzernweite Zusammenarbeit. Indem sie ein gemeinsames Verständnis schaffen, sichern sie den nachhaltigen Erfolg unseres Konzerns und bieten Orientierung; auch Unternehmensprozesse und Personalinstrumente richten sich an ihnen aus. Nach erfolgreicher Initiierung eines konzernweiten Dialogs über die Bedeutung der Talanx-Werte in Form von Workshop-Reihen wurden im Berichtsjahr verschiedene Folgeaktivitäten umgesetzt. Diese weiterführenden Aktivitäten tragen zur Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns bei - das gegenseitige Verständnis und der Zusammenhalt in den Teams werden so effektiv und nachhaltig gefördert. Ferner wird im Sommer 2016 erstmals ein Talanx-Werte-Award zur Auszeichnung beispielhafter Engagements verliehen, bei denen einer oder mehrere unserer Talanx-Werte besonders erfolgreich umgesetzt und mit Leben gefüllt wurden. AUSGEWÄHLTE PERSONALKENNZAHLENZum Jahresende 2015 beschäftigte der Talanx-Konzern 21.965 (21.371) Mitarbeiter, davon 8.096 (7.588) im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International. Auf ihn entfiel mit 37 (35) % der größte Anteil der Belegschaft innerhalb des Konzerns. Der Zugang im Segment Privat- und Firmenversicherung International resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb der Magallanes-Gruppe, Chile. Weltweit sind Mitarbeiter in über 40 Ländern und auf fünf Kontinenten für uns tätig. In Deutschland verteilen sich gut drei Viertel der 11.178 (11.142) Mitarbeiter auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, und im Ausland beschäftigt der Talanx-Konzern 10.787 (10.229) Mitarbeiter. Bei den Mitarbeitern in Deutschland betrug der Anteil der weiblichen Mitarbeiter 48 (47) % und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 18 (17) %; damit liegen beide Werte auf dem Niveau der Vorjahre. Unter den außertariflich entlohnten Mitarbeitern in Deutschland sind 33 (32) % weiblich, bei den leitenden Angestellten beträgt dieser Anteil 18 (18) %. DIVERSITY - VIELFALT BEWUSST NUTZENDie Vielfalt unserer Mitarbeiter ist Teil unserer Unternehmensidentität. Unsere Mitarbeiter bringen ihre unterschiedlichen Talente auf allen Kontinenten in den verschiedenen Gesellschaften für unseren geschäftlichen Erfolg und zur Zufriedenheit unserer Kunden ein. Es liegt in der Natur unseres internationalen Geschäfts, dass wir unter dem gemeinsamen Konzerndach viele verschiedenartige Unternehmenskulturen mit einer ausgewogenen Mehrmarkenstrategie vereinen - und dies für breit gefächerte Kundengruppen, Regionen und Geschäftsbereiche. Bei Talanx arbeiten Frauen und Männer jedes Alters mit den unterschiedlichsten nationalen, ethnischen und religiösen Hintergründen ebenso wie Menschen mit und ohne Behinderung. Wir pflegen eine von Respekt, Wertschätzung und gegenseitiger Akzeptanz geprägte Unternehmenskultur. Als öffentliches Bekenntnis zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur hat der Konzernvorstand bereits 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Dabei ist es unser Ziel, nicht nur für ein von Offenheit und Integration geprägtes Arbeitsklima zu sorgen, sondern Vielfalt aktiv und bewusst zu nutzen, um den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen. Diversity-Management bedeutet deshalb für uns, die Vielfalt unter den Beschäftigten bewusst zu fördern, damit sich die Kraft der Vielfalt entfalten kann. Dazu gehört auch die Schaffung von Bedingungen, die es allen Personen ermöglichen, ihre individuellen Potenziale, Talente und ihre Leistungsfähigkeit unabhängig von Herkunft, Alter, Erfahrung oder der persönlichen Lebenssituation voll zu entfalten. Hierbei konzentrieren wir uns überwiegend auf die Handlungsfelder Demografie, Geschlecht und Migration. Zur Schaffung geeigneter Bedingungen gehören u. a. flexible Arbeitszeitmodelle sowie die aktive Unterstützung der Kinderbetreuung nach Rückkehr aus der Elternzeit. FRAUEN BEI TALANXEin wichtiges Anliegen des Talanx-Konzerns ist es, die Anzahl von Frauen in Führungspositionen kontinuierlich zu steigern. In Deutschland streben wir an, zukünftig mindestens 25% der vakanten Führungspositionen in allen Hierarchieebenen mit weiblichen Mitarbeitern zu besetzen. Hierbei unterstützen wir Mitarbeiterinnen mit Potenzial für die Übernahme weiterführender Aufgaben und Positionen durch ein konzernweites Mentoring. Zusätzlich existiert das Netzwerk Frauen@Talanx - ein Forum, das sich aktiv für die Gestaltung einer Unternehmenskultur einsetzt, in der Frauen in ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung gefördert werden. PERSONALENTWICKLUNG BEI TALANX - TALENTE SELBST AUSBILDENBERUFLICHE ERSTAUSBILDUNGWichtig für die Nachwuchssicherung ist insbesondere die berufliche Erstausbildung. Dies spiegelt sich insbesondere in unserer konstanten Übernahmequote wider, die seit Jahren bei über 90 % liegt. Zum 31. Dezember 2015 waren im Talanx-Konzern in der Erstversicherung im Inland 401 (405) Auszubildende beschäftigt. Die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen genießt im Talanx-Konzern ein besonders hohes Ansehen. Themen wie Handlungsorientierung und selbstständiges Arbeiten im Team kommt in dieser gesellschaftsübergreifenden Ausbildung große Bedeutung zu. Den Auszubildenden bietet sich nach erfolgreichem Abschluss eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten. Ein Baustein zur erfolgreichen Nachwuchssicherung ist neben dem Berufsbild Kaufmann für Versicherungen und Finanzen das duale Studium zum Bachelor of Arts (Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung Versicherungswirtschaft) sowie zum Bachelor of Science (Wirtschaftsinformatik). Innerhalb des Studiengangs der Betriebswirtschaftslehre besteht die Möglichkeit, den Schwerpunkt entweder auf das industrielle Versicherungsgeschäft oder den Vertrieb im Privat- und Firmenkundengeschäft zu legen. Dazu wurden die Kooperationen mit den jeweiligen Fachhochschulen ausgeweitet. Um die Internationalisierung des Konzerns zu unterstützen, wurde Studierenden auch im Jahr 2015 die Möglichkeit geboten, Praxiseinsätze in ausländischen Tochtergesellschaften oder Niederlassungen zu absolvieren. Seit 2005 wurde die Ausbildung bei Talanx insgesamt sechsmal mit einem Bildungspreis der deutschen Versicherungswirtschaft ausgezeichnet. Talanx ist das einzige Unternehmen, das sich seit Einführung dieses Bildungspreises jedes Jahr mit mindestens einem Beitrag beworben hat; hierbei handelt es sich überwiegend um Projekte, bei denen soziale Einrichtungen unterstützt werden. Dadurch wird bei den Auszubildenden nicht nur auf Fach- und Methodenkompetenz, sondern in einem großen Umfang auch auf Sozialkompetenz geachtet. Im Jahr 2015 wurde Talanx für sein Projekt "TalApp - more than just training" mit dem InnoWard 2015 des Berufsbildungswerks der Versicherungswirtschaft ausgezeichnet. In der Kategorie "Berufliche Erstausbildung" wurde das Projekt mit dem zweiten Platz prämiert. "TalApp" ist ein deutschlandweites firmeninternes Ausbildungsnetzwerk, das selbstständig entwickelt wurde - von Auszubildenden für Auszubildende. PERSONALMARKETINGDie Aufgabe des Personalmarketings ist es, qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Konzern zu gewinnen, indem wir Talanx als interessanten Arbeitgeber präsentieren. Dabei setzen wir weiterhin auf die Teilnahme an zielgruppenrelevanten Karrieremessen und Veranstaltungen für Studierende und Absolventen. Außerdem finden Tagesveranstaltungen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Talanx-Talent-Netzwerkes, der Talanx-Stiftung und des Deutschlandstipendiums statt, bei denen wir den Kontakt mit Studierenden pflegen. Darüber hinaus bringen redaktionelle Beiträge, Erfahrungsberichte und Interviews mit Mitarbeitern aus allen Bereichen des Unternehmens dem Zielpublikum in Hochschul- und Karrieremagazinen die verschiedenen Berufsfelder und Karriereaussichten näher. Zentraler Anlaufpunkt für unsere Bewerber und potenziellen Bewerber ist die Karriereseite des Talanx-Konzerns. Mit dem vollumfänglichen Relaunch des Karrierebereichs zu Ende 2015 wurde ein weiterer Meilenstein in Richtung moderner und dynamischer Außendarstellung gelegt. Bei der Erneuerung des Auftritts standen die erhöhte Sichtbarkeit des Konzerns als Mehrmarkenanbieter, die Präsenz der eigenen Mitarbeiter und die erstmalige Nutzung kurzer Filmbeiträge mit Mitarbeiterporträts als Beispiel für unterschiedliche Karrierepfade innerhalb des Talanx-Konzerns und seiner Gesellschaften im Vordergrund. NACHWUCHS- UND FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNGAuch die strategisch ausgerichtete Personalentwicklung hat ihre erfolgreiche Arbeit fortgesetzt: Mitarbeiter und Führungskräfte werden durch diverse Weiterbildungsmaßnahmen und Personalentwicklungsprogramme systematisch für ihre aktuellen oder zukünftigen Aufgaben qualifiziert. Im Rahmen der Nachwuchsförderung bieten wir Potenzial- und Leistungsträgern ein bereichsbezogenes Entwicklungsprogramm und ein übergreifendes Potenzial-Entwicklungsprogramm an. Darauf aufbauend werden Mitarbeiter bei der Übernahme einer ersten Führungsfunktion durch Programme mit Schwerpunkt auf Führungsverhalten und Zusammenarbeit unterstützt: Entwicklungsprogramme für neue Führungskräfte, für Experten sowie das Entwicklungsprogramm zum zertifizierten Projektleiter sind anerkannte und gefragte Maßnahmen mit zahlreichen Teilnehmern. Führungskräfte mit Potenzial für weiterführende Aufgaben können am Management-Entwicklungsprogramm teilnehmen. Dieses Programm wurde im Berichtsjahr erneut mit aus- und inländischen Teilnehmern gestartet. In gemeinsamen Veranstaltungen wird der internationale Austausch zielgerichtet gefördert. Diese Maßnahmen unterstreichen und unterstützen die Strategie des Talanx-Konzerns, Führungspositionen überwiegend mit eigenen Mitarbeitern zu besetzen. Dieser Grundsatz zeigt, wie wichtig es ist, eigene Mitarbeiter weiterzuentwickeln, um die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen in Zeiten der Veränderung langfristig sicherzustellen. Das gesamte Angebot an AUS- und Weiterbildung passen wir fortlaufend an aktuelle und zukünftige Anforderungen an - außerdem führen wir vielfältige Versicherungs- und Fachseminare, Methoden- und Verhaltenstrainings, Führungstrainings, IT- und Sprachkurse durch. TALANX CORPORATE ACADEMY - ZENTRALES INSTRUMENT ZUR STRATEGIEWEITERENTWICKLUNGDie Talanx Corporate Academy ist als zentrales Instrument zur Strategieimplementierung und Kulturentwicklung innerhalb des Konzerns erfolgreich etabliert. Sie vermittelt strategisch relevante Themen in Form eines inhaltlich hochwertigen und dabei praxisorientierten Programms für die oberste Managementebene aller Geschäftsbereiche konzernweit. Als Katalysator für Veränderungsprozesse und als Plattform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch hat die Talanx Corporate Academy innerhalb des Berichtszeitraums mit zahlreichen Teilnehmern maßgeblich dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen und den Konzernfunktionen zu fördern. Innerhalb der Talanx Corporate Academy wurden in Diskussionen mit dem obersten Management weltweit u. a. die Talanx-Werte entwickelt. Im Jahr 2014 wurde die Talanx Corporate Academy mit dem InnoWard des Berufsbildungswerkes der Deutschen Versicherungswirtschaft ausgezeichnet. 2015 wurden strategisch relevante Themen aus den vergangenen Jahren wieder aufgegriffen, im November startete das aktuelle Programm "Die Lernende Organisation". 360°-FEEDBACK FÜR FÜHRUNGSKRÄFTEEine ausgeprägte und konstruktive Feedback-Kultur erhöht die Leistungsfähigkeit des Einzelnen und des Teams, verbessert die Qualität der Führung und Zusammenarbeit und stärkt insgesamt die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns. Ein Baustein dieser Feedback-Kultur ist das 360°-Feedback. Mithilfe dieses Instruments erhalten Führungskräfte Rückmeldungen von Vorgesetzten, Führungskollegen und Mitarbeitern zu ihrem Führungsverhalten und zur Zusammenarbeit. Auf Basis der Rückmeldungen werden im Austausch mit den Beteiligten konkrete Verbesserungsmaßnahmen identifiziert. Somit bietet das Verfahren eine sinnvolle Möglichkeit für die Feedback-Geber, die Qualität der Führung und Zusammenarbeit aktiv mitzugestalten. PERSONALENTWICKLUNG IN DEN GESCHÄFTSBEREICHENIm Geschäftsbereich Industrieversicherung haben wir die im Rahmen der systematischen Nachwuchsförderung etablierten Traineeprogramme für Account Manager und Underwriter in den verschiedenen Industriesparten weitergeführt. In diesen im Regelfall einjährigen Ausbildungen eignen sich die Teilnehmer fundierte Kenntnisse über unterschiedliche Aufgabenbereiche in der Industrieversicherung an. Hiermit wollen wir wie schon in der Vergangenheit unsere Spezialisten so weit wie möglich aus den eigenen Reihen entwickeln. Im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland haben wir den "Werkraum Führung" als Unterstützungsformat für alle Führungskräfte fortgesetzt. In dieser Veranstaltungsreihe werden in einem jährlichen Zyklus strategische Themen diskutiert und daraus konkrete Umsetzungsmaßnahmen abgeleitet. Mit dem "Werkraum Führung" setzte sich der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland die Ziele, eine kontinuierliche und systematische Begleitung im Rahmen von Veränderungsprozessen sowie ein gemeinsames Verständnis für das Führungsverhalten in einem derartigen Prozess zu verankern. Die Reflexion der eigenen Führungsrolle bildete auch 2015 einen der Schwerpunkte dieser Weiterbildungsmaßnahme. Im Jahr 2015 wurde der "Werkraum Führung" auf die Talanx Service AG und die Talanx Systeme AG ausgeweitet. Der Geschäftsbereich Rückversicherung hat im Jahr 2015 erstmals eine internationale, gruppenweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Schwerpunkte der Befragung bildeten die Themen Bekanntheit und Umsetzungsgrad der Werte und Führungsgrundsätze, die Verbundenheit und Motivation der Mitarbeiter sowie die Qualität der (internationalen) Zusammenarbeit. Insgesamt ergaben sich eine solide Beteiligung von knapp unter 70 % aller befragten Mitarbeiter und eine sehr hohe Gesamtzufriedenheit. Besonders erfreulich war die zum Ausdruck gebrachte hohe Motivation und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter. Einen weiteren Schwerpunkt der Aktivitäten bildete die Einführung eines zeitgemäßen Lernmanagement-Systems. Hiermit ist es nun möglich, allen Mitarbeitern die Seminarangebote aus dem Personal- und IT-Bereich übersichtlich in Form eines einheitlichen Weiterbildungskatalogs zu präsentieren und sämtliche Buchungs-, Genehmigungs- und Verwaltungsprozesse über ein System erfolgen zu lassen. Weiterhin fungiert das Lernmanagement-System als Plattform für den Betrieb der E-Learning-Programme, die seit einigen Jahren erfolgreich im Blended-Learning-Format in der internationalen Basisausbildung neuer Mitarbeiter eingesetzt werden. Eine besondere Auffrischung erfuhren die Aktivitäten zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Der Karriereteil der Internetseite erscheint nun in einem zeitgemäßen und frischen Design - verbunden mit einem nochmals verbesserten Informationsgehalt. Als neue Elemente wurden ein zielgruppengerechtes Personalmarketing-Video und vier Testimonials eingeführt, die den anzusprechenden Bewerbergruppen die für sie wichtigen Informationen übersichtlich und ansprechend vermitteln. DANK AN MITARBEITER UND GREMIENDer Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren wiederum durch hohes persönliches Engagement geprägten Beitrag zum Konzernergebnis. Dem Konzernbetriebsrat sowie allen anderen betriebsrätlichen Gremien dankt der Vorstand für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. NACHHALTIGKEIT UND CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY (CSR)Der Talanx-Konzern integriert ökologische, soziale und Governance-Aspekte in seine Geschäftstätigkeit. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor verschreiben wir uns einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung. Auch unsere Kunden gehen mit uns überwiegend langfristige Beziehungen ein. Wir handeln deshalb mit vorausschauender Perspektive, um Leistungsversprechen, die wir unseren Kunden geben, auch in Zukunft erfüllen zu können. Im Jahr 2014 hat Talanx eine Nachhaltigkeitsstrategie und ein Nachhaltigkeitsmanagement entwickelt, die aus der Dachstrategie des Konzerns abgeleitet sowie mit seinem Leitbild und seinen Werten verknüpft sind. Zudem berücksichtigen sie die Anforderungen und Interessen unserer Anspruchsgruppen, die wir über eine Stakeholder-Befragung ermittelt haben. Befragt wurden dabei u. a. unsere Kunden, Geschäftspartner, Investoren und Beschäftigten. Neben einer Steigerung der unternehmerischen Nachhaltigkeit dienen diese Schritte der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung, die sich an den anerkannten Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert. Weitere Informationen finden sich auch auf der Unternehmenswebsite. HANDLUNGSFELDER DER NACHHALTIGKEITSSTRATEGIENeben den übergeordneten Bereichen Strategie und Governance sowie Dialog und Bericht strebt der Talanx-Konzern eine Berichterstattung sowie die Festlegung und Erreichung von Zielen in den folgenden Handlungsfeldern an. Das Handlungsfeld Compliance und Transparenz umfasst als Querschnittsfunktion die Einhaltung von gesetzlichen und rechtlichen Vorschriften sowie des eigenen Verhaltenskodex über den gesamten Konzern und alle Handlungsfelder hinweg. Von dieser Grundlage für rechtlich korrektes, verantwortungsbewusstes und ethisches Handeln bei Talanx hängen das Vertrauen in den Konzern und seine Wettbewerbsfähigkeit ab. Neben Themen wie Geldwäsche und Anti-Korruption zählen hierzu z. B. auch Datenschutz und Steuer-Compliance. Der Talanx-Konzern möchte bezüglich dieser und weiterer Aspekte Transparenz herstellen. Mit dem Handlungsfeld Betriebsablauf und Beschaffung zielen wir auf eine nachhaltigkeitsorientierte Gestaltung des Tagesgeschäfts und des Einkaufs. Dazu zählen zum Beispiel der sorgsame Umgang mit Ressourcen, die Beschaffung umweltfreundlicher Produkte, die Wahrung von Mitarbeiter- und Menschenrechten auch entlang der Lieferkette sowie eine Reduktion der von uns direkt und indirekt verursachten CO2 -Emissionen. Auch die Talanx-Beschäftigten möchten wir zur Ressourcenschonung und zur Beachtung der Nachhaltigkeit in ihrem täglichen Handeln anregen, z. B. bei Dienstreisen. Das Handlungsfeld Arbeit und Beschäftigte spiegelt den Wunsch wider, die Interessen unserer weltweit über 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen und ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbilder zu sein. Der Talanx-Konzern engagiert sich für die Weiterbildung und -entwicklung seiner Beschäftigten und fördert Diversity und Chancengleichheit, indem z. B. der Anteil von Frauen in Führungspositionen durch gezielte Maßnahmen gesteigert werden soll. Kapitalanlage und Produkte:Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit betrifft im Talanx-Konzern besonders die Kapitalanlage und die Versicherungsprodukte. Durch die Hebelwirkung unseres Geschäfts liegt hier ein großes Potenzial, einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung zu leisten. Daher streben wir an, Nachhaltigkeitsaspekte langfristig bei Kapitalanlagen, Versicherungsprodukten und Dienstleistungen zu berücksichtigen, wobei Aspekte wie Transparenz, verständliche Aufklärung und faire Beratung eine wichtige Rolle spielen. Mit dem Handlungsfeld Corporate Citizenship begegnen wir einem wichtigen Bestandteil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, indem wir uns für das Gemeinwohl engagieren und gemeinnützige Projekte und Initiativen unterstützen. Aktuell engagieren sich der Talanx-Konzern und insbesondere die dafür ins Leben gerufene Stiftung für die Themen Bildung und Ausbildung, sowohl am Standort Hannover als auch darüber hinaus. Aufbauend auf diesen Aktivitäten möchte der Konzern eine Citizenship-Strategie entwickeln, an der wir unser gesellschaftliches Engagement ausrichten. Der Talanx-Konzern engagiert sich bereits in verschiedenen Bereichen für das Thema Nachhaltigkeit, etwa bei der Kapitalanlage sowie durch die Wahrnehmung unserer gesellschaftlichen Verantwortung. NACHHALTIGKEIT BEI DER KAPITALANLAGEIn allen aktuellen Fondspolicen bietet der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland ein aktiv gemanagtes Portfolio an, das dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet ist. Dieses Portfolio aus der "lSP"-Produktfamilie enthält nachhaltige und ökologische Investments, deren Fokus nicht nur auf das Erzielen einer möglichst hohen Rendite abzielt, sondern auch ethische, soziale und ökologische Aspekte bei der Titelauswahl berücksichtigt. Grundgedanke hierbei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Die Klassifizierung und Auswahl der Zielfonds in diesem internen Versicherungsfonds wird mithilfe unabhängiger Research-Agenturen wie der Feri EuroRating Service AG, Morningstar Deutschland GmbH und oekom research AG sichergestellt. Ampega Investment, die Kapitalverwaltungsgesellschaft der Talanx, bietet Publikumsfonds an, für die das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls ein wichtiges Investmentkriterium ist. Als nachhaltige Geldanlage offeriert sie neben dem Ampega Responsibility Fonds auch die Sondervermögen terrAssisi Renten I AMI und terrAssisi Aktien I AMI. Die Fonds investieren in Zielfonds bzw. Unternehmen und Emittenten, die neben ökonomischen auch Umwelt- und Sozialkriterien dauerhaft in ihre Firmenstrategie einbeziehen und unter dem Gesichtspunkt Zukunftsverantwortung zu den Vorreitern zählen. Die Titelanalyse auf Basis der Nachhaltigkeitskriterien wird von unabhängigen Research-Agenturen wie der oekom research AG erbracht. GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNGUnser gesellschaftliches Engagement ist sehr vielseitig. So fördern einerseits Geschäftsbereiche eigene Projekte, andererseits engagieren sich einzelne Mitarbeiter individuell durch zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten. Auf Konzernebene haben wir uns insbesondere des Bereichs "Bildung und Ausbildung" angenommen. Als zentrale Maßnahme vergibt die Talanx-Stiftung bis zu 15 Studienstipendien je Semester an leistungsstarke Studierende versicherungsnaher Fachbereiche in ganz Deutschland. Darüber hinaus fördern wir wieder Studierende der Leibniz Universität Hannover sowie zwei Studierende der Hochschule Hannover im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Neben der finanziellen Unterstützung bieten wir den Stipendiatinnen und Stipendiaten regelmäßig Veranstaltungen und Workshops im Unternehmen. Die Themenbandbreite reicht dabei von Fachvorträgen bis hin zu Trainings in sogenannten Schlüsselkompetenzen. Des Weiteren unterstützt Talanx das internationale Studentennetzwerk Enactus auf mannigfaltige Weise. Enactus ist eine Non-Profit-Organisation, die weltweit in fast 40 Ländern an über 1.600 Universitäten tätig ist. In selbstbestimmten Praxisprojekten helfen die Studierenden benachteiligten Personen oder Organisationen, ihre Situation zu verbessern und nachhaltig aus eigener Kraft zu stabilisieren. Die Studierenden bereiten dabei ihre sozialen, ökologischen, karitativen und kulturellen Projekte selbst vor und führen sie in Eigenregie durch. Zielorientierung, Budgetplanung und Erfolgsmessung sind integraler Bestandteil jedes Enactus-Projekts. Talanx bietet den Studenten neben finanzieller Förderung auch fachliche Unterstützung bei ihrer Arbeit an: Mitarbeiter wirken als sogenannte Business Advisor in den Projekten mit und steigern mit ihrem Expertenwissen, ihrer Erfahrung und ihren Netzwerken die Qualität der Arbeit. MARKETING UND WERBUNG, VERTRIEBDas Mehrmarkenprinzip im Talanx-Konzern spiegelt sich in der breit gefächerten Kommunikation wider, mit der die Tochtergesellschaften mit verschiedenen Marken über maßgeschneiderte Marketing- und Werbemaßnahmen ihre jeweiligen Kundensegmente adressieren. Die Erstversicherer im Konzern - wie die HDI Versicherungen - wenden sich an die breite Öffentlichkeit und setzen dafür beispielsweise TV-Werbespots, Anzeigenkampagnen oder Sponsoring ein. Unser Geschäftsbereich Rückversicherung (Marke Hannover Re) und das Asset-Management (Marke Ampega) sprechen fokussiert ihre speziellen Zielgruppen an. Die Kommunikation der Talanx AG wiederum richtet sich besonders an die erweiterte Financial Community und Wirtschaftspresse. Die Vertriebswege, die die Gesellschaften in der Gruppe nutzen, sind äußerst vielfältig: Sie reichen von eigenen Ausschließlichkeitsorganisationen und der Präsenz vor Ort durch Niederlassungen und Geschäftsstellen über die Einschaltung von Maklern und freien Vermittlern bis hin zu hoch spezialisierten Bankenkooperationen. Weitere Informationen dazu finden sich in den Abschnitten zum jeweiligen Konzernsegment. WEITERE BERICHTE UND ERKLÄRUNGENCORPORATE GOVERNANCEERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHTERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289A HGBENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGVorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben: Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden ("comply or explain"). I Deutscher Corporate Governance Kodex 2015Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG bei der Umsetzung des DCGK in der Fassung vom 5. Mai 2015 in drei Punkten von den Kodexempfehlungen abweicht: 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen)Die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird zum Teil in Form von Talanx Share Awards gewährt. Die maximale Anzahl der gewährten Share Awards bei der Zuteilung hängt von der Gesamthöhe der variablen Vergütung ab, die der Höhe nach begrenzt ist (sogenannter Cap), d. h., die Zuteilung von Share Awards unterliegt der Höchstgrenze. Die Share Awards unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist. Dadurch nehmen die Vorstandsmitglieder während dieses Zeitraums an positiven wie auch negativen Entwicklungen der Gesellschaft, wie sie sich im Aktienkurs widerspiegeln, teil. Nach Ablauf der Sperrfrist wird der Gegenwert der Share Awards an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich nach dem zum Auszahlungszeitpunkt gültigen Aktienkurs der Talanx-Aktie zuzüglich eines Betrages in Höhe der insgesamt während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividende je Aktie. Damit folgen die Share Awards der wirtschaftlichen Entwicklung der Talanx-Aktie. Der sich aus der Gewährung der Share Awards ergebende Betrag der variablen Vergütung ist somit im Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards begrenzt, nicht jedoch noch einmal im Zeitpunkt der Auszahlung. Eine weitere Begrenzung des aus der Gewährung der Share Awards resultierenden Betrags der variablen Vergütung im Auszahlungszeitpunkt hält die Gesellschaft vor dem Hintergrund des mit den Share Awards angestrebten Gleichlaufs der Interessen zwischen Aktionären und Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG nicht für sinnvoll. Aus Sicht der Gesellschaft handelt es sich bei dem Auszahlungsweg über die Talanx Share Awards wirtschaftlich betrachtet um ein Zwangsinvestment in Talanx-Aktien mit vierjähriger Haltefrist. Die Talanx AG erklärt daher formal und höchst vorsorglich ein Abweichen von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)Eine vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden wäre zudem bei einem vereinbarten Abfindungs-Cap eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK abzuweichen. 3. Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK (Vorsitz im Prüfungsausschuss [Audit Committee])Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Wenngleich auch andere Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen, so ist allein der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses die ganze Zeit seines Berufslebens in der Versicherungsbranche tätig gewesen. Er blickt zurück auf 29 Jahre in Vorständen von Versicherungs- und Versicherungsholdinggesellschaften, davon 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender in direkter Mitverantwortung für die bilanzielle Ergebnissituation und -darstellung der jeweiligen Gesellschaft. In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Eine Machtkonzentration in seiner Person ist damit weder im Finanz- und Prüfungsausschuss noch im Gesamtaufsichtsrat verbunden: In beiden Gremien verfügt er jeweils wie die übrigen Mitglieder über eine Stimme. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK abzuweichen. II. Deutscher Corporate Governance Kodex 2014Vorstand und Aufsichtsrat erklären weiterhin gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG seit der zuletzt abgegebenen Entsprechenserklärung vom 25. Februar 2015 folgenden Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 24. Juni 2014 nicht gefolgt ist: 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen)Zu den Gründen der Abweichung von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 siehe oben I.1. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)Zu den Gründen der Abweichung von Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK siehe oben I.2. 3. Ziffer 5. 2 Absatz 2 DCGK (Vorsitz im Prüfungsausschuss (Audit Committee))Zu den Gründen der Abweichung von Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK siehe oben I.3. Abgesehen von den vorgenannten Ausnahmen wird die Gesellschaft auch weiterhin den Empfehlungen des DCGK entsprechen.
Hannover, den 29. Februar 2016 Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-governance. Sie finden dort ebenfalls den aufgrund der Zweitnotierung der Talanx AG an der Warschauer Wertpapierbörse erforderlichen Bericht zum "Code of Best Practice for Warsaw Stock Exchange Listed Companies" ZIELGRÖSSEN GEMÄSS §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTG; GESETZLICHE QUOTE FÜR DEN AUFSICHTSRAT GEMÄSS § 96 ABSATZ 2 AKTGNach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst war der Aufsichtsrat der Talanx AG verpflichtet, bis zum 30. September 2015 festzulegen, welcher Anteil von Frauen im Vorstand der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. Juni 2017 angestrebt wird. Nach eingehender Beratung hat der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung des Bestellungszeitraums der laufenden Vorstandsmandate und -dienstverträge beschlossen, innerhalb des genannten Zeitraums -ohne Präjudiz für mögliche anlassbezogene anderweitige Entscheidungen zu gegebener Zeit - einen Frauenanteil im Vorstand der Talanx AG von voraussichtlich weiterhin null festzulegen. Im Falle einer anlassbezogenen, heute nicht absehbaren Neubestellung von Vorstandsmitgliedern wird der Aufsichtsrat bei gleicher persönlicher und fachlicher Qualifikation einer möglichen weiblichen Kandidatin den Vorzug geben. Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit 30 % vorgegeben; sie gilt für erforderlich werdende Neuwahlen und Entsendungen ab dem 1. Januar 2016 zur Besetzung einzelner oder mehrerer Aufsichtsratssitze. Ferner war nach dem vorgenannten Gesetz der Vorstand verpflichtet, den Anteil von Frauen in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG festzulegen. Für die erste Führungsebene wurde eine Quote von 9,1 % beschlossen, in der zweiten Führungsebene eine Quote von 28,6 %. CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)UNSER VERSTÄNDNIS VON CORPORATE GOVERNANCEVorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst (http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-govemance). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG. UNTERNEHMENSVERFASSUNGGute Corporate Governance ist für die Talanx AG unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter identifizieren sich mit den beschlossenen Corporate-Governance-Grundsätzen, die sich am DCGK orientieren. Dem steht auch nicht entgegen, dass im Berichtsjahr erneut Empfehlungen des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den im DAX und MDAX vertretenen Unternehmen ein. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. VORSTANDDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bestellungszeiträume sollen so bestimmt werden, dass diese spätestens in dem Monat enden, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 8 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx AG" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:
Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 9 f. des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Er befasst sich mit Fragestellungen der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, eines Konzernunternehmens oder des Talanx-Konzerns ausüben. Weitere Einzelheiten über die Aktivitäten der Aufsichtsratsausschüsse sind den Darstellungen im Bericht des Aufsichtsrats ab Seite 11 ff. des Geschäftsberichts zu entnehmen. Bei der Auswahl der Kandidaten, die der Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, wird darauf geachtet, dass es sich um Personen handelt, die über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Des Weiteren wird bei der Auswahl dem Grundsatz der Vielfalt Rechnung getragen. Derzeit sind vier Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Eine davon ist auch Mitglied des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die nächste, im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter -2019 beginnende Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Im Hinblick auf die aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass ihm zwei unabhängige Mitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 DCGK angehören sollen. Derzeit erfüllt der Aufsichtsrat diese Zielsetzung. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind hierbei nicht berücksichtigt. Ein Unternehmen, an dem ein Aufsichtsratsmitglied der Anteilseignervertreter einen Aktienanteil von 25,93 % hält, verfügt über geschäftliche Beziehungen zu der Talanx AG und der Hannover Rück SE (vgl. Seite 90 des Geschäftsberichts). VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATEine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 74 ff. MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS)Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die diesen nahe stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach § 15a Absatz 4 Wertpapierhandelsgesetz erforderlichen Veröffentlichungen und Mitteilungen sicher, sondern veröffentlicht die Directors' Dealings ebenfalls auf ihrer Internetseite. ANTEILSBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2015 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. COMPLIANCECompliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist bei der Talanx eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Bereits seit 2011 gibt es eine eigene Compliance-Abteilung, die sukzessive die bestehende Compliance-Organisation konzernweit ausgebaut und weiterentwickelt hat. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist, und weiteren Compliance Officern, die für die einzelnen Geschäftsbereiche (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück, der über eine eigene Compliance-Organisation verfügt, die in einem engen Austausch mit dem Compliance-Bereich der Talanx steht) zuständig sind. An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx-Konzerns. Gleichzeitig enthält er die hohen ethischen und rechtlichen Standards, nach denen der Konzern sein Handeln weltweit ausrichtet. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite abrufbar. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit diesem Kodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen in Einklang steht. Eine Compliance-Richtlinie konkretisiert den Kodex und gibt Mitarbeitern im In- und Ausland Leitlinien für ein korrektes und angemessenes Verhalten im geschäftlichen Verkehr. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über das Internet weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Auf dieser Basis kann Compliance tätig werden, den Schaden eingrenzen und weitere Schäden vermeiden. Der Konzern ist Mitglied des im Januar 2015 konstituierten CCO-Forums, das sich aus den Chief Compliance Officern international tätiger Versicherungsunternehmen zusammensetzt. Die Arbeit im Forum dient neben der Identifizierung gemeinsamer Standpunkte auch der Möglichkeit, frühzeitig Entwicklungen im regulatorischen Umfeld von Compliance zu erkennen und entsprechend zu würdigen. Der Vorstand hat dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht für das Kalenderjahr 2015 vor Feststellung des Jahresabschlusses vorgelegt, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten der Talanx in diesem Zusammenhang dargestellt werden. RISIKOÜBERWACHUNG UND -STEUERUNGDas konzernweit gültige Risikomanagement-System der Talanx AG basiert auf der Risikostrategie, die ihrerseits aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist. Wesentliches Element ist die systematische und vollständige Erfassung aller aus heutiger Sicht denkbaren ergebnis- und bestandsgefährdenden Risiken. Weitere Einzelheiten hierzu sind dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Risikobericht ab Seite 92 ff. zu entnehmen. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGENZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSDie Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17 "Eigenkapital", erläutert. STIMMRECHTS- UND ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGENSoweit Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms vergünstigte Mitarbeiteraktien erworben haben, unterliegen diese einer Sperrfrist, die am 30. November 2017 endet. Vor Ablauf dieser Sperrfrist dürfen die übertragenen Aktien von den Mitarbeitern grundsätzlich nicht veräußert werden. DIREKTE UND INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDer HDI V. a. G., Riethorst 2, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENEs gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERBETEILIGUNG AM KAPITALEs sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315 Absatz 4 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND SATZUNGSBESTIMMUNGEN ÜBER BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN UND ÜBER SATZUNGSÄNDERUNGENDie Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsholdinggesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFENDie Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2012 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 28. September 2017, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 14. Mai 2017 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 28. August 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. August 2017 einmal oder mehrfach sowohl Wandelschuldverschreibungen als auch Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechte zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen und Genussrechte Options- oder Wandlungsrechte einzuräumen. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. November 2011 aufzuheben und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. September 2017 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 146 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, sofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 1. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Im Zuge der Ausübung der Greenshoe-Option vom 8. Oktober 2012 im Rahmen des Börsengangs reduzierte sich das genehmigte Kapital satzungsgemäß auf 143 Mio. EUR. Im Zuge des Mitarbeiteraktienprogramms erfolgte eine Reduzierung des genehmigten Kapitals um 0,2 Mio. EUR. Nach der teilweisen Ausnutzung beträgt das genehmigte Kapital noch 142.307.260 EUR, wovon 785.060 EUR weiter für Belegschaftsaktien verwendet werden können. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER TALANX AG MIT CHANGE-OF-CONTROL-KLAUSELNNach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTSEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. VERGÜTUNGSBERICHTIm Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2015 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und beinhaltet Angaben, die nach den Erfordernissen des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" Bestandteil des Anhangs zum Konzernjahresabschluss 2015 sind. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 314 HGB) bzw. des Lageberichts (§ 315 HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Ein unabhängiges Gutachten bestätigt, dass das Vergütungssystem den Anforderungen des Art. 275 Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 an eine geschäfts- und strategiekonforme sowie risikoadjustierte Vergütungspolitik entspricht. VERGÜTUNG DES VORSTANDSDie Festlegung der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich. STRUKTUR DER VORSTANDSVERGÜTUNGDas Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen, langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 50 % bis 70 %. FestvergütungDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung gilt für den gesamten Bestellungszeitraum. Sachbezüge/NebenleistungenDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Variable VergütungDie Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich - einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. KonzernbonusAls Konzernbonus wird ein individuell bestimmter und im Dienstvertrag festgelegter Betrag je 0,1 Prozentpunkt vergütet, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkt Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der zugrunde gelegte Fünfjahresdurchschnitt des risikofreien Zinssatzes beträgt seit dem Geschäftsjahr 2014 1,8 %. Der Höchstbetrag des Konzernbonus beläuft sich auf das Doppelte des bei Erreichen der Kalkulationsgrundlage gewährten Betrags und der maximale Malusbetrag auf -100 %. Die Regelung über den Konzernbonus kann angepasst werden, sofern sich der risikofreie Zinssatz in einem Umfang verändert, dass sich eine Abweichung vom zugrunde gelegten Referenzwert um mindestens einen Prozentpunkt ergibt. Der risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. GeschäftsbereichsbonusFür die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus für die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International werden seit dem Geschäftsjahr 2013 folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: Bruttoprämienwachstum, Entwicklung der kombinierten Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende an die Talanx AG. Die Festsetzung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat auf Basis des jeweiligen Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien nach pflichtgemäßem Ermessen. Seit 2015 wird die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine 100 %-Zielerfüllung individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht. IndividualbonusFerner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Der Betrag für eine 100 %-Zielerfüllung wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu-bzw. Abschlägen. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. Gesamthöhe der variablen VergütungDie Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Erhält man als Folge der Addition der Einzelbeträge einen Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. L63 BEMESSUNGSGRUNDLAGEN/VORAUSSETZUNGEN FÜR ZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNGscroll
L64 AUSZAHLUNGSMODALITÄTEN DER VARIABLEN GESAMTVERGÜTUNGscroll
Negative variable Gesamttantieme = Auszahlung von 0 EUR variable Vergütung. Ein etwaiger Minuswert der variablen Gesamttantieme eines Geschäftsjahres wird vollständig in die Bonusbank übernommen (siehe Spalte "mittelfristig"). Auszahlung der variablen VergütungVon dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausgezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausgezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. BonusbankIn die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausgezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/ Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr - gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. Share AwardsDer weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie (Cap). Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Bei einem Vorstandsmitglied werden zusätzlich virtuelle Share Awards gewährt, deren Gesamtzahl sich nach dem Wert je Aktie der Hannover Rück im Zeitpunkt der Zuteilung bestimmt. Der Wert je Aktie der Hannover Rück richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück SE für das abgelaufene Geschäftsjahr (Cap). In diesem Fall wird für je einen Share Award nach Ablauf der Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Hannover Rück-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Nach dem bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Vergütungsmodell wurden dem betreffenden Vorstandsmitglied Aktienwert-Beteiligungsrechte (ABR) der Hannover Rück SE zugeteilt. Die Zuteilung der ABR erfolgte letztmals im Jahr 2011 für das Geschäftsjahr 2010. Der virtuelle Aktienoptionsplan mit ABR bleibt so lange in Kraft, bis alle zugeteilten ABR ausgeübt oder verfallen sind. Die detaillierten Bedingungen werden im Anhang dieses Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Aktienbasierte Vergütung" erläutert. VerwässerungsschutzFür den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Programms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken, und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen. Fortzahlung bei ArbeitsunfähigkeitBei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. Vorzeitige Beendigung der VorstandstätigkeitBei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. der Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. der bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalls oder Todesfalls hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Die in den Dienstverträgen enthalten Regelungen zur vorzeitigen Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Dienstvertrags sehen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung eines sogenannten Übergangsgeldes vor, das sich nach dem für das Ruhegehalt erreichten Prozentsatz der Festbezüge errechnet. Es besteht in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren. Anderweitige Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit werden bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres in Höhe von 50 % auf das Übergangsgeld angerechnet. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich sowie hinsichtlich der in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung und ihrer variablen Vergütungsteile auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung", Seite 67 in diesem Konzerngeschäftsbericht. Nebentätigkeiten der VorstandsmitgliederDie Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet. Höhe der VorstandsvergütungDie Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG und die mit ihr verbundenen Unternehmen betrugen 9.788 (10.097) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß DRS 17 dargestellten Komponenten. L65 GESAMTBEZÜGE DES AKTIVEN VORSTANDS GEMÄSS DRS 17 (GEÄNDERT 2010) IN TEURscroll
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1)
Zum Bilanzstichtag 2015 lag noch kein Organbeschluss
über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2015 vor. Der
Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend festgelegten
Rückstellungen In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des aktiven Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 zu sehen. L66 GESAMTAUFWAND FÜR DIE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES AKTIVEN VORSTANDS IN TEURscroll
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1)
Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen
Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit von der individuellen Restlaufzeit
des Dienstvertrags erfasst BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNGDie Dienstverträge von fünf Vorstandsmitgliedern der Talanx AG beinhalten Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet ("Defined Benefit"). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt je nach Vertrag zwischen 50 % und 65 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. Für ein Vorstandsmitglied besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System ("Defined Contribution") beruht. Danach wird eine lebenslange Altersrente gewährt, wenn das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet hat und aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. Die Höhe der monatlichen Altersrente berechnet sich nach dem Stichtagsalter (Jahr des Stichtags abzüglich Geburtsjahr) und dem Finanzierungsbeitrag am Stichtag. Der jährliche Finanzierungsbeitrag für diesen Vertrag wird in Höhe von 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (feste jährliche Bezüge zum Stichtag 1. Mai eines jeden Jahres) von der Gesellschaft geleistet. In den Vertragsvarianten "Defined Benefit" und "Defined Contribution" werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). HINTERBLIEBENENVERSORGUNGStirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. ANPASSUNGENFür Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. HÖHE DER ALTERSVERSORGUNGDie Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.531 (1.633) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.594 (1.203) TEUR. Diese Angaben sind in der nachfolgenden Tabelle individualisiert dargestellt und erläutert. L67 PENSIONSANWARTSCHAFTEN DES AKTIVEN VORSTANDS IN TEURscroll
1)
Wert des vereinbarten jährlichen Ruhegehalts
bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 7 (7) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 750 (749) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 17.937 (21.217) TEUR. In den folgenden beiden Tabellen werden die den aktiven Mitgliedern des Vorstands gewährten und zugeflossenen Zuwendungen gemäß Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt. L68 WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (1. SPIEGELSTRICH) DCGK IN TEURscroll
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1)
Zielwert L69 ZUFLUSS IM BZW. FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (2. SPIEGELSTRICH) DCGK IN TEURscroll
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1)
Zufluss (Auszahlungsbetrag) im Berichtsjahr VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach § 13 der Satzung der Talanx AG. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Million Euro, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, der seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrags. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.414 (2.412) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. L70 INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS1) IN TEURscroll
1)
Beträge ohne erstattete USt. DARLEHEN AN ORGANMITGLIEDER UND HAFTUNGSVERHÄLTNISSEZur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Zum Bilanzstichtag bestand ein Hypothekendarlehen eines Mitglieds des Aufsichtsrats bei der HDI Lebensversicherung AG in Höhe von 3 (18) TEUR. Im Berichtsjahr wurden 15 (16) TEUR getilgt, die Restlaufzeit des Darlehens beträgt drei Monate, der vereinbarte Zinssatz beläuft sich auf nominal 4,2 (effektiv 4,3) %. Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist Geschäftsführer und Präsident des Verwaltungsrats der Secquaero Advisors AG, Zürich, und hält an dieser Gesellschaft einen Aktienanteil von 25,93 %. Die Secquaero Advisors AG war im Berichtsjahr für die Hannover Rück SE in verschiedenen Bereichen beratend tätig; in diesem Zusammenhang wurden Honorare in Höhe von 205 TEUR für das Jahr 2015 an die Gesellschaft gezahlt. Weitere nach IAS 24 angabepflichtige Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen gab es im Berichtsjahr nicht. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: L71 MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24 IN TEURscroll
1)
Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr
in die Bonusbank einzustellenden Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung
der Mitglieder des Vorstands VERGÜTUNG DER GESCHÄFTSLEITER UND FÜHRUNGSKRÄFTE UNTERHALB DES KONZERNVORSTANDSDie Vergütungsstrategie des Talanx-Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Durchschnittlich lag der Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2014, die im Juli 2015 zur Auszahlung gekommen ist, bei 24,5 %. Im Bereich der Erstversicherung und der zugehörigen Konzernfunktionen gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig, und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auch für die leitenden Angestellten der zweiten Berichtsebene umgesetzt. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 20 % oder 30 % des Zielgehalts aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung mit 10 %, 30 % und 60 % gewichtet. In den Konzernfunktionen werden die individuellen Ziele mit 70 % und das Konzernergebnis zu 30 % berücksichtigt. Führungskräfte der ersten Berichtsebene im Vertrieb haben einen durchschnittlichen variablen Gehaltsbestandteil in Höhe von 30 % des Zielgehalts, der sich zu je 10 % auf das Konzernergebnis und das Geschäftsbereichsergebnis bezieht und zu 80 % auf individuelle Ziele. In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung. Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung, die sich aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Award-Programm, zusammensetzt. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert in den Marktbereichen auf den Elementen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsziele und individuelle Ziele mit einer entsprechenden Gewichtung von 20 %, 40 % und 40 %. Für Führungskräfte mit Verantwortung im Servicebereich richtet sich die variable Vergütung zu 40 % nach dem Konzernergebnis und zu 60 % nach der individuellen Zielerreichung. Geschäftsbereichsziele und individuelle Ziele sowie deren Zielerreichungsgrad werden im Rahmen des Zielvereinbarungsverfahrens festgelegt. NACHTRAGSBERICHTEreignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 244, beschrieben. RISIKOBERICHTRISIKOSTRATEGIEDie Risikostrategie ist Ausgangspunkt für die konzernweite Umsetzung des Risikomanagements. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist sie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider. Sie ist aus der Konzernstrategie abgeleitet und formuliert die Ziele des Risikomanagements bzw. des Vorstands. Als international operierender Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzern gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst und kontrolliert ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit und den entsprechenden Chancen verbunden sind. Dabei ist unser Risikoverständnis ganzheitlich: Für uns bedeutet "Risiko" das gesamte Spektrum positiver und negativer Entwicklungen über den jeweiligen betrachteten Zeithorizont der geplanten oder erwarteten Werte. Von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement sind jene negativen Entwicklungen, bei denen wir die Möglichkeit des erheblichen und nachhaltigen Nichterreichens eines explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Zieles sehen. Entscheidende Bezugsgröße für unser Risikomanagement ist der Schutz des ökonomischen Kapitals des Konzerns. Dies setzt einen bewussten Umgang mit Risiken unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus. Die vom Talanx-Vorstand in Konsistenz mit der Geschäftsstrategie festgelegte Risikostrategie bringt die grundsätzliche Haltung zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken und Chancen zum Ausdruck. Vorrangiges Ziel ist es, mittels des Risikobudgets die Einhaltung der strategisch definierten Risikoposition sicherzustellen. Diese ist durch die drei folgenden Festlegungen bestimmt.
Als Nebenbedingung zur Kapitalausstattung verfolgt die Talanx eine Ziel-Kapitaladäquanzquote, die im Kapitalmodell von S&P der Kategorie AA entspricht. Zusätzlich müssen aufsichtsrechtliche Erfordernisse erfüllt werden. Die in der Konzernstrategie festgelegten Grundsätze finden ihren Niederschlag in risikostrategischen Maßnahmen bzw. daraus abgeleiteten Aktivitäten des Risikomanagements. Dieses unterstützt, überwacht und berichtet über die Erreichung dieser strategischen Zielsetzungen. Ein wesentliches Instrument im strategischen Risikomanagement ist das Risikobudget. Das Risikobudget legt auf Basis der Risikotragfähigkeit und der strategisch definierten Risikoposition das maximal auszuschöpfende Risikopotenzial für den Konzern fest. Es spiegelt somit die Risikoneigung des Talanx-Vorstands wider. Das Risikobudget wird im Rahmen der strategischen Programmplanung für das darauf folgende Jahr auf die einzelnen Geschäftsbereiche im Konzern verteilt und stellt für diese die Obergrenze für das zur Verfügung stehende Risikokapital dar. Darüber hinaus werden im Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem für den Konzern und die Geschäftsbereiche Limite und Schwellenwerte für die Kapitaladäquanzquote festgelegt, die das angestrebte Zielrating gemäß S&P und das damit verbundene Konfidenzniveau berücksichtigen. Das gewählte Sicherheitsniveau für die ökonomische Kapitalbasis stellt sicher, dass auch neu hinzukommende Risiken durch den Konzern getragen werden können. Mit 99,97 % liegt es deutlich über dem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Niveau von 99,5 %. Sowohl die Konzern- als auch die Risikostrategie unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Durch dieses Überprüfen unserer Annahmen und ein erforderlichenfalls daraus abgeleitetes Adjustieren wollen wir die Angemessenheit und Aktualität unserer strategischen Leitlinien und ein Handeln auf einer angemessenen Informationsbasis sicherstellen. ABBILDUNG ALLER RISIKOKATEGORIEN IN TERMUm nach Inkrafttreten von Solvency II mit Beginn des Jahres 2016 den Solvenzkapitalbedarf (SCR) unter Anwendung eines internen Gruppenmodells (Talanx Enterprise Risk Model, "TERM") für alle Risiken mit Ausnahme der operationellen Risiken zu bestimmen, hat der Konzern bzw. der HDI V. a. G. als oberstes Mutterunternehmen für die Gruppe sowie für wesentliche Tochterunternehmen einen Antrag auf Genehmigung von TERM als das den Standardansatz substituierende partielle interne Modell gestellt. Dieser wurde mit Schreiben vom 19. November 2015 von der BaFin genehmigt. Das Teilgruppenmodell der Hannover Rück wurde mit Schreiben vom 30. Juli 2015 genehmigt. Lediglich für operationelle Risiken erfolgt zurzeit noch die Bestimmung des SCR für regulatorische Zwecke auf Basis der Standardformel. TERM liegt die Idee zugrunde, für jede konsolidierte Gesellschaft eine stichtagsbezogene Solvenzbilanz auf der Basis von Marktwerten zu erstellen. Diese Bilanz wird 10.000 Mal über einen Einjahreszeitraum projiziert, um so eine Verteilungsfunktion der in der Marktwertbilanz enthaltenen Eigenmittel oder Shareholders' Net Assets (SNA) sowie der anderen nach Solvency II relevanten Eigenmittelgrößen zu erhalten. Die im Konzern entwickelte Definition des SNA nach Minderheiten entspricht den dem jeweiligen Aktionär zuzurechnenden Basiseigenmitteln ohne Nachrangverbindlichkeiten und nach Minderheitsbeteiligungen. Die Nicht-Lebensversicherer im Konzern bewerten ihre einzelnen Vermögenswerte und Verpflichtungen zum Marktwert des Berichtsstichtags; bei den Lebensversicherern entspricht das SNA dem MCEV. Im internen Modell werden für die Zwecke der ökonomischen Steuerung alle wesentlichen (und mit mathematischen Methoden messbaren) Risikokategorien der Gruppe abgebildet. Neben dem Marktrisiko, dem Naturkatastrophenrisiko und dem Prämien- und Reserverisiko beeinflusst die Diversifikation maßgeblich das SCR der Gruppe. Unter Diversifikation fassen wir sowohl die Diversifikation zwischen den Risikokategorien als auch die Diversifikation zwischen den in die Gruppe einbezogenen Gesellschaften. Hierbei ist die Diversifikation kein explizit zu bestimmender Modellparameter, sondern ein Modellergebnis, das sich aus dem gemeinsamen Verhalten der Risikoquellen ergibt. Die Berechnung erfolgt auf Basis sorgfältig gewählter, dem Vorsichtsprinzip Rechnung tragender Parameter. Das TERM zugrunde liegende Konzept ermöglicht, neben der zur Steuerung verwendeten ökonomischen Sichtweise auch die aufsichtsrechtlich geforderte regulatorische Sicht abzubilden. Aufsichtsrechtlich wird dabei der Annahme gefolgt, dass die Gruppe eine rechtliche Einheit bis einschließlich der Konzernobergesellschaft darstellt, die die ihr zugehörigen Einheiten in Form einer Vollkonsolidierung, d. h. vor Berücksichtigung von Minderheiten, einbezieht. Das SCR für das operationelle Risiko wird hier im Unterschied zur ökonomischen Sichtweise unter Heranziehen der Standardformel berücksichtigt. Die um qualifiziertes Nachrangkapital, Surplus Funds und ggf. um im Rahmen der Solvency-II-Übergangsvorschriften zulässige Komponenten ergänzten ausweisbaren Eigenmittel unterliegen Verfügbarkeitsbeschränkungen (insbesondere die Minderheitsanteile). Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2015 liegen noch nicht vor. Es ist geplant, sie zeitnah nach ihrer Fertigstellung im zweiten Quartal 2016 auf der Internetseite der Talanx zu veröffentlichen. WESENTLICHE ROLLEN UND AUFGABEN IM RAHMEN DES RISIKOMANAGEMENTSWesentlich für ein effizientes Risikomanagement-System ist das Zusammenwirken der einzelnen Funktionen und Gremien innerhalb des Gesamtsystems. Die Talanx hat die Rollen wie folgt definiert: L72 RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IM KONZERNscroll
Der Konzern hat mit diesen Rollen auch die explizit im Versicherungsaufsichtsgesetz genannten Schlüsselfunktionen Compliance, Revision, Risikomanagement und Versicherungsmathematik eingerichtet. Für jede dieser Funktionen wurden Aufgaben, Prozesse und Berichtspflichten festgelegt, um ein effizientes und konsistentes Konzern-(Governance-)System zu etablieren. Neben diesen (Risiko-)Funktionen und Gremien sind für gesonderte Themen spezielle organisatorische Strukturen implementiert, wie z. B. Krisenstäbe für die Bewältigung von Notfallereignissen und Krisenfällen. RISIKOMANAGEMENT-PROZESSDer Konzern deckt mit seinen Geschäftsbereichen ein umfangreiches Produktspektrum ab - von Versicherungen bis zu Finanz- und sonstigen Dienstleistungen. Daher arbeiten die Talanx AG und ihre Tochtergesellschaften mit vielfältigen Verfahren und Instrumenten zur Risikobeobachtung und -steuerung. Der Konzern verfolgt einen zentral-dezentralen arbeitsteiligen Ansatz. Im Rahmen des internen Modells (für Solvency II) liegt die Verantwortung in Teilen auch bei der Konzernobergesellschaft. In den Geschäftsbereichen erfolgt nicht nur der Betrieb von Modellen, die die speziellen Risiken der Risikoträger abbilden, sondern auch die Beistellung von Modellkomponenten für den Gesamtkonzern. Damit sichert sich die Talanx komparative Vorteile zur Modellierung von Risiken. Die Fortentwicklung erfolgt gemeinsam, wobei die Holding die methodische Konsistenz des Modells sicherstellt. Durch Validierungen und Auditierungen stellen wir die Adäquanz der implementierten Modelle sowie die Einhaltung von Konzernrichtlinien sicher. Der gesamthafte Risikomanagement-Prozess umfasst die Identifikation, Bewertung, Analyse, Steuerung und Kontrolle der Risiken sowie die interne Überwachung dieser Abläufe und die Risikoberichterstattung. Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken werden mithilfe eines konzernweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch gesammelt. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Um sicherzustellen, dass alle Risiken identifiziert werden, erfolgt eine Abstimmung mit einer umfassenden Talanx-spezifischen Risikokategorisierung, die als Grundlage für die Risikoidentifikation dient. Die maßgeblichen Methoden und Verfahren sind dokumentiert und Gegenstand der Angemessenheitsvalidierungen sowie der Prüfungen seitens der Konzernrevision. Neben der softwarebasierten Risikoerfassung geht das Konzern-Risikomanagement in einen engen, mindestens monatlichen institutionalisierten Austausch, der eine zeitnahe Reaktion auf Veränderung der Risiko- oder Solvenzsituation sicherstellt. Für wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist ein Eskalationsverfahren auch in Richtung Konzernrisikomanagement etabliert, das ein Sofort-Risikomanagement auf Ebene der Talanx AG gewährleistet. Zur Bewertung und Analyse von Risiken leitet das Konzern-Risikomanagement aus den identifizierten zentralen und dezentralen Risiken mithilfe eines internen Risikokapitalmodells (TERM) die Risikosituation des Konzerns ab. Mit diesem internen Risikokapitalmodell wird eine Messung der Risiken vorgenommen. Seit dem Jahr 2012 basiert die führende Risikomessung auf dem internen Modell TERM. TERM berücksichtigt grundsätzlich alle wesentlichen quantifizierbaren Risiken für die ökonomische Steuerung (in der regulatorischen Sicht wurden operationelle Risiken mit der Standardformel modelliert). Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt im Wesentlichen mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein mit der Ausnahme, dass die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt werden. Die veröffentlichten Ergebnisse des internen Modells zum 31. Dezember 2014 sowie die unterjährigen Berechnungen des Jahres 2015 zeigen eine hinreichend komfortable Kapitalausstattung des Konzerns. Risiken, die potenziell existenzgefährdend sein könnten, werden mit unserem zentralen Limit- und Schwellenwertsystem begrenzt, gesteuert und überwacht. Bei der Risikoüberwachung unterscheiden wir insbesondere zwischen der prozessintegrierten unabhängigen Überwachung und der prozessunabhängigen Überwachung. Die prozessintegrierte unabhängige Überwachung liegt vor allem bei dem Risikokomitee, dem Chief Risk Officer und den ihn unterstützenden Organisationseinheiten. Die prozessunabhängige Überwachung erfolgt insbesondere durch den Aufsichtsrat, die Compliance-Funktion sowie die Konzernrevision, die auch das Risikomanagement-System regelmäßig prüft. Unsere Risikoberichterstattung verfolgt das Ziel, systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Die regelmäßige Berichterstattung zum Risikomanagement verfolgt dabei das Ziel, zu gewährleisten, dass der Vorstand der Talanx AG über Risiken laufend informiert ist und gegebenenfalls steuernd eingreifen kann; auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage informiert. Über wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist der Vorstand der Talanx AG sofort zu informieren. Mögliche Folgen von Risiken sind nicht nur zu dokumentieren, sondern haben auch in die Jahresplanungen der Konzernunternehmen einzufließen, sodass die Risiken der künftigen Entwicklung und entsprechende Gegenmaßnahmen zeitnah berücksichtigt werden. Die Planungen aller Konzernsegmente und des gesamten Konzerns werden im Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG diskutiert und verabschiedet. Die Talanx AG erstellt auf dieser Basis ihren eigenen Ergebnisplan. Ziel dieses Planungsprozesses ist, die zukünftige Entwicklung ebenso zu berücksichtigen wie die Interdependenzen zwischen den Plänen der jeweiligen Tochtergesellschaft und der Talanx AG. Im Rahmen des Performance-Management-Zyklus werden bei der Planung sowohl operative als auch strategische Aspekte berücksichtigt. Unsere Entscheidungs- und Überwachungsprozesse dienen nicht nur dem Zweck, die umfassenden regulatorischen Anforderungen an das Berichts- und Meldewesen zu erfüllen, sie beziehen sich vielmehr auch auf die Erstellung und Überprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, das interne Kontrollsystem und den Einsatz von Planungs- und Controllinginstrumenten und bedienen sich der Möglichkeiten, die die Modellierung mit internen Modellen bietet. Die aktuelle Finanzkraftbewertung der Talanx-Erstversicherungsgruppe wird durch Standard & Poor's (S&P) mit A+ (strong, stabiler Ausblick) und durch A.M. Best mit A (excellent, stabiler Ausblick) bewertet. Das Risikomanagement wird von S&P mit "strong" beurteilt. Zudem wurde im Rahmen der Analyse das interne Kapitalmodell begutachtet. Als Ergebnis dieser Begutachtung berücksichtigt S&P die Ergebnisse des internen Kapitalmodells der Gruppe bei der Bestimmung des Ratingzielkapitals. Die mit der Verwaltung der Kapitalanlagen beauftragten Gesellschaften Talanx Asset Management GmbH und Ampega Investment GmbH lassen sich regelmäßig nach dem internationalen Prüfungsstandard ISAE 3402 (International Standards for Assurance Engagements, vorher: SAS 70) zertifizieren. Die Zertifizierung dient als Nachweis der angemessenen Ausgestaltung des Kontrollsystems und seiner wirksamen Umsetzung. Diese Prüfung wurde auch im Jahr 2015 wieder erfolgreich durchgeführt. RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMDas Risikomanagement im Konzern ist geprägt durch seine zentrale wie dezentrale Elemente enthaltende Organisationsstruktur. Die Zuständigkeiten sind aufgeteilt in ein dezentrales Risikomanagement auf Ebene der Geschäftsbereiche und ein zentrales Risikomanagement auf Konzernebene. Die zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
Die Prozesse zur Organisation und Durchführung der Konsolidierungsarbeiten und zur Erstellung des Konzernabschlusses einschließlich des Konzernlageberichts der Talanx AG sowie zugehörige Kontrollen sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt, die regelmäßig auch unter Compliance-Aspekten überprüft und optimiert wird. Mögliche Risiken, die aus dem Konzernrechnungslegungsprozess resultieren, werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert und bewertet. Falls erforderlich, werden hieraus Handlungsbedarfe abgeleitet. Die Risiken fließen in die Risikoerhebung des Konzerns ein und werden vom Konzern-Risikomanagement überwacht. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben sind in einem Bilanzierungshandbuch gesammelt, das allen Konzerngesellschaften IT-gestützt zur Verfügung steht und allen Mitarbeitern vorliegt, die mittelbar oder unmittelbar an der Erstellung der Konzernabschlüsse mitwirken. Ziel des Handbuchs ist es, die konzernweit einheitliche und richtige Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards zu gewährleisten. Es wird regelmäßig aktualisiert und an die sich fortentwickelnden Vorschriften angepasst. Um das Einhalten der Vorschriften des Handbuchs sicherzustellen, betreuen die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens die dezentralen Rechnungsweseneinheiten der Tochtergesellschaften. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird auf der Grundlage der von den einbezogenen Tochtergesellschaften angeforderten und empfangenen Meldedaten (IFRS-Packages) am Standort der Konzernmutter in Hannover erstellt. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich; die Verwaltung der Kapitalanlagen erfolgt für die inländischen und einen Großteil der ausländischen Tochtergesellschaften grundsätzlich zentral durch die Talanx Asset Management GmbH. Für die Berichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird eine internetbasierte IT-Anwendung eingesetzt. Die in einer Datenbank abgelegten Posten aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang sowie konsolidierungsrelevante Daten werden mittels Schnittstellen in das Konsolidierungssystem eingelesen und dort verarbeitet. Konzerninterne Transaktionen werden durch vorangehende Abstimmprozesse überprüft und, sofern erforderlich, konsolidiert. Hierfür bestehen schriftliche Anweisungen, die ein sachgerechtes Vorgehen gewährleisten. Des Weiteren ist im Konsolidierungssystem ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen implementiert, der unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen eine Einhaltung des Vieraugenprinzips sicherstellt. Die Konzernabschlüsse der Talanx AG werden zum Bilanzstichtag vom Abschlussprüfer geprüft; die Quartalsabschlüsse des Konzerns des Jahres 2015 sowie die IFRS-Packages der einbezogenen Unternehmen unterliegen prüferischer Durchsicht. RISIKEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNGDie Risikolage des Konzerns ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien, die sich am Deutschen Rechnungslegungs Standard DRS 20 orientieren und in der Risikostrategie des Konzerns verankert sind:
Identifizierte Risiken werden anhand vom Vorstand festgelegter quantitativer und qualitativer Kriterien auf Wesentlichkeit geprüft und entsprechend behandelt. Die Ergebnisse der Market-Consistent-Embedded-Value (MCEV)-Berechnungen sowie der Bewertung der Risiken mit unserem internen Risikokapitalmodell TERM per Jahresende 2015 liegen im Laufe des ersten Halbjahres 2016 vor und werden zeitnah nach ihrer Fertigstellung auf der Internetseite des Konzerns veröffentlicht. WESENTLICHE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKENDie versicherungstechnischen Risiken in der Schaden- und Unfallversicherung werden getrennt von denen in der Lebensversicherung betrachtet, da sie sich deutlich voneinander unterscheiden. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN DER SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGIn der Schaden- und Unfallversicherung (Erst- und Rückversicherung) ergeben sich die versicherungstechnischen Risiken in erster Linie aus dem Prämien-/Schadenrisiko und dem Reserverisiko. Prämien- und SchadenrisikenDas Prämien-/Schadenrisiko ergibt sich daraus, dass aus im Voraus festgesetzten Versicherungsprämien später Entschädigungen zu leisten sind, deren Höhe jedoch zunächst unbekannt ist. So kann der tatsächliche vom erwarteten Schadenverlauf abweichen. Dies kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: das Zufalls- und das Irrtumsrisiko. Beim Zufallsrisiko handelt es sich um die Tatsache, dass sowohl die Anzahl als auch die Höhe von Schäden zufallsbedingt sind und somit den Schadenerwartungswert übersteigen können. Dieses Risiko lässt sich auch bei bekannter Schadenverteilung nicht ausschließen. Das Irrtumsrisiko beschreibt das Risiko, dass die tatsächliche Schadenverteilung von der angenommenen abweicht. Hier wird zwischen Diagnose- und Prognoserisiko unterschieden. Beim Diagnoserisiko besteht die Möglichkeit, dass der Ist-Zustand aufgrund des Datenmaterials unzureichend interpretiert wird. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn nur unvollständige Informationen über die Schadendaten vergangener Versicherungsperioden vorliegen. Das Prognoserisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Gesamtschadens nach dem Zeitpunkt der Schätzung unerwartet verändert, z. B. durch eine höhere Inflationsrate. Das Prämien-/Schadenrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" im Anhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Forderungsausfallrisiken" angegeben. Dem übernommenen Prämien-/Schadenrisiko begegnen wir unter anderem durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. L73 SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
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L74 SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
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Der Anstieg der Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland wurde im Vorjahr wesentlich durch Reservestärkungen im Schadenbereich sowie Ablösung von Rückversicherungen bei der HDI Versicherung AG beeinflusst, sodass sich die Schadenquote im Berichtsjahr ohne diese Effekte deutlich um 9,9 Prozentpunkte auf 64,2 % reduzierte. Im Jahr 2015 konnte zudem das versicherungstechnische Ergebnis durch die Erhöhung der Bestandsqualität deutlich verbessert werden. Trotz einer hohen Großschadenbelastung von 316 (331) Mio. EUR verbesserte sich die Schadenquote im Segment Industrieversicherung um 4,7 Prozentpunkte auf 76,5 %, was im Wesentlichen auf die gestiegenen Nettoprämien zurückzuführen ist. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International reduzierte sich die Quote um 0,4 Prozentpunkte. Hier wirkte sich insbesondere der niedrige Schadenaufwand bei den Schaden/Unfallversicherern in Polen und Italien positiv aus. Gegenläufig dazu stieg die Schadenquote im Segment Schaden-Rückversicherung um 0,4 %. Insgesamt ging die Schadenquote im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozentpunkte auf 69,1 % zurück. Die moderate Höhe der Schadenquoten in den vergangenen Jahren ist zudem Ausdruck unserer vorsichtigen Zeichnungspolitik und der Erfolge im aktiven Schadenmanagement. Großschäden sind solche Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder andere Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend dargestellt sind die Geschäftsjahres-Großschäden (netto) in Mio. EUR, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/ Kostenquote des Konzerns: L75 GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO)1)scroll
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Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden
über 10 Mio. EUR brutto, für den Anteil des Konzerns Versicherungstechnische Risiken können daraus entstehen, dass unrichtige Kalkulationsannahmen, eine ungenügende Kumulkontrolle oder Fehleinschätzungen des Schadenverlaufs dazu führen, dass wesentliche Zahlungsströme von den Erwartungen abweichen, die bei der Kalkulation der Prämie zugrunde gelegt wurden. Für den Konzern spielen in diesem Zusammenhang insbesondere Naturgefahrenrisiken eine bedeutende Rolle. Besonders der klimatische Wandel kann zu häufigen und schweren Wetterereignissen (z. B. Überflutungen oder Stürmen) mit entsprechenden Schäden führen. Bei industriellen Sachversicherungsverträgen können durch große Einzelschadenereignisse hohe Schäden entstehen. Zur Eingrenzung der Risiken beobachten wir kontinuierlich ein eventuelles Abweichen des tatsächlichen vom erwarteten Schadenverlauf und präzisieren gegebenenfalls die Kalkulationen. Beispielsweise haben die Konzerngesellschaften bei der Erneuerung von Verträgen die Möglichkeit, die Preise an eine veränderte Risikosituation anzupassen. Auch steuern sie diese Risiken durch die Zeichnungspolitik: Hier kommen ebenfalls Zeichnungsausschlüsse und -limite zur Anwendung, die als Kriterium für die Risikoselektion gelten. In einigen Sparten gelten außerdem Selbstbehalte. Spitzenbelastungen durch hohe Einzel- und Kumulrisiken werden durch sorgfältig gewählten Rückversicherungsschutz verringert. Um Naturgefahrenkumule insbesondere für eigene Rechnung frühzeitig zu identifizieren, werden vor allem für den Hannover Rück-Konzern umfangreiche Szenarioanalysen angestellt. Basierend auf diesen Auswertungen werden das maximale Engagement, das die Hannover Rück für derartige Risiken übernehmen wird, und der entsprechende Retrozessionsbedarf bestimmt. Die Retrozession -also die Weitergabe von Risiken an andere sorgfältig ausgewählte Rückversicherer mit langfristig bewährter Bonität - ist ein weiteres wichtiges Instrument, die versicherungstechnischen Risiken zu begrenzen. ReserverisikenDas zweite versicherungstechnische Risiko in der Schaden- und Unfallversicherung, das Reserverisiko, bezeichnet die Gefahr, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um noch nicht abgewickelte und noch nicht bekannte, aber bereits eingetretene Schäden vollständig zu regulieren. Dies könnte zu einem Nachreservierungsbedarf führen. Zur Risikobeherrschung nehmen die Unternehmen des Konzerns eine vorsichtige Rückstellungsbemessung vor. Dabei berücksichtigen die Unternehmen neben den von den Kunden genannten Angaben zu den Schäden auch die Erkenntnisse aus eigenen Schadenprüfungen und -erfahrungen. Außerdem wird eine sogenannte Spätschadenreserve für Schäden gebildet, die voraussichtlich eingetreten, aber noch nicht oder in unzureichender Höhe gemeldet worden sind. Um das Reserverisiko zu reduzieren, wird zusätzlich die Höhe der Rückstellungen regelmäßig auch von externen Aktuaren überprüft; hierzu werden externe Reservegutachten angefertigt. Um die jederzeitige Erfüllbarkeit der gegebenen Leistungsversprechen gewährleisten zu können, werden entsprechende Rückstellungen gebildet, die fortlaufend hinsichtlich ihrer Angemessenheit mittels aktuarieller Methoden analysiert werden. Hieraus ergeben sich auch Rückschlüsse auf die Qualität der gezeichneten Risiken, ihre Verteilung über einzelne Zweige mit unterschiedlicher Risikoexponierung sowie die künftig zu erwartenden Schadenzahlungen. Darüber hinaus unterliegen unsere Bestände einem aktiven Schadenmanagement. Analysen hinsichtlich der Verteilung von Schadenhöhen und Schadenhäufigkeiten lassen dabei eine gezielte Steuerung der Risiken zu. Die auf Basis aktuarieller Methoden ermittelten Schadenreserven werden gegebenenfalls um Zusatzreserven auf der Grundlage eigener aktuarieller Schadeneinschätzungen und um die sogenannte Spätschadenreserve für Schäden, die bereits eingetreten, aber noch nicht bekannt geworden sind, ergänzt. Insbesondere für Haftpflichtschäden werden aufgrund der langen Abwicklungsdauer Spätschadenreserven gestellt, die nach Risikoklassen und Regionen differenziert errechnet werden. Die hinreichende Bemessung der Schadenreserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist sehr komplex, da zwischen Schadenverursachung und Schadenmeldung zum Teil Jahre oder sogar Jahrzehnte liegen können. Die Exponierung des Konzerns im Hinblick auf asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist jedoch relativ gering. Die Angemessenheit dieser Reserven wird üblicherweise mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 26,9 (28,2) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 239 (223) Mio. EUR. Zur konsistenten Einschätzung der für den Konzern wesentlichen Katastrophenrisiken aus Naturgefahren (Erdbeben, Stürme, Überschwemmung) kommen lizenzierte wissenschaftliche Simulationsmodelle zum Einsatz, die durch die Expertise der entsprechenden Fachbereiche ergänzt werden. Zur Risikoermittlung des Portfolios werden ferner verschiedene Szenarien in Form von Wahrscheinlichkeitsverteilungen ermittelt. Die Überwachung der Naturgefahrenexponierung des Portfolios (Kumulkontrolle) wird durch realistische Extremschadenszenarien vervollständigt. Die Angemessenheit der Einschätzungen und der eingesetzten Simulationsmodelle insgesamt ist Gegenstand eines umfangreichen und unabhängigen Validierungsprozesses. Das heißt, dass unabhängig von risikonehmenden Einheiten eine Validierung durch die unabhängige Risikokontrollfunktion erfolgt. In dem nachstehenden Abschnitt "Konzentrationsrisiken" werden anhand ausgewählter relevanter Kumulszenarien von Naturgefahren Abschätzungen für Netto-Schadenbelastungen aus diesen Szenarien ausgewiesen. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle"). Eine Qualitätssicherung unserer eigenen aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve erfolgt jährlich zusätzlich durch externe Aktuariats- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Zur teilweisen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE - wie auch verschiedene andere Konzerngesellschaften - inflationsgeschützte Anleihen in ihrem Bestand. Mittels dieser Anleihen werden Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken abgesichert. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 491 (441) Mio. EUR mindern. Zinsrisiken in der Schaden- und UnfallversicherungEine besondere Betrachtung erfordert hier die Rentendeckungsrückstellung. Für die Teilrückstellung beobachten wir auch die Zinsentwicklung, da sich aufgrund der Diskontierung ein Zinsrisiko manifestieren kann. Eine Senkung des Rechnungszinses könnte dabei zu einer Ergebnisbelastung durch eine Rückstellungsbildung führen. KonzentrationsrisikenIn der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den "man made"-Katastrophen. Wir analysieren Extremszenarien bzw. Kumule, die zu hohen Schäden führen können. Im Rahmen von Solvency II ist ein einheitliches Global Event Set aufgebaut worden, um Naturgefahrenkumule zu analysieren. Für den Konzern ergeben sich auf der Grundlage der zuletzt ermittelten Werte folgende Abschätzungen für die Netto-Schadenbelastungen nachfolgender Kumulszenarien von Naturgefahren: L76 KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, VOR STEUERN1)IN Mio. EURscroll
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Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren
können von den Modellannahmen abweichen Darüber hinaus werden auch weitere Kumulszenarien regelmäßig überprüft. Durch sorgfältig und individuell gewählten Rückversicherungsschutz werden zudem die Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken abgesichert. So gelingt es uns, hohe Einzelschäden sowie die Auswirkungen von Kumulereignissen wirksam zu begrenzen und damit planbar zu machen. Nachfolgende Tabelle zeigt die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen sowohl brutto als auch netto (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen). L77 RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE1) IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Den Schwerpunkt des von uns betriebenen Versicherungsgeschäfts in der Schaden/Unfall-Erstversicherung, unterteilt nach wesentlichen Versicherungsarten und -zweigen, zeigt folgende Tabelle. L78 PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN1) IN MIO. EURscroll
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Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN DER LEBENSVERSICHERUNGIn der Leben-Erstversicherung wird der Versicherer durch den Versicherungsvertrag entweder zu einer einmaligen oder zu einer regelmäßig wiederkehrenden Leistung verpflichtet. Die Prämienkalkulation beruht hier auf einem rechnungsmäßigen Zins und auf biometrischen Grundlagen, die u. a. vom Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn, von der Vertragsdauer und von der Höhe der Versicherungssumme abhängen. Versicherungsfälle sind vor allem der Tod der versicherten Person oder Ablauf (Erleben) eines vereinbarten Termins. Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter (Zinsniveau, biometrische Annahmen) ändern. Dies gilt auch und vermehrt für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen unter "Wesentliche operationelle Risiken" diskutiert werden. Biometrische Risiken, Storno- und ZinsgarantierisikenBiometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zur Berechnung von Prämien und Rückstellungen bereits zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich jedoch im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und dadurch zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellungen erforderlich machen. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten Risiken darstellen. Bei Rentenversicherungen resultiert das Risiko vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie überraschenden medizinischen Innovationen, die die Langlebigkeit erhöhen, sodass die Versicherten länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Aufgrund der vorgenannten Risiken können sich die Kalkulationsgrundlagen und unsere Erwartungen als unzureichend herausstellen. Unsere Lebensversicherer nutzen verschiedene Instrumente, um dem gegenzusteuern.
Der dauernden Erfüllbarkeit dieser Verträge dienen Rückstellungen, deren Berechnung u. a. auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit beruht. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare stellen sicher, dass die Berechnungsgrundlagen auch Änderungsrisiken über Sicherheitszuschläge hinreichend berücksichtigen. Außerdem bergen Lebensversicherungsverträge Stornorisiken. Beispielsweise könnten bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen für Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte eine ungeplante Realisierung von Verlusten bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zur Folge haben. Daher legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Zusätzlich vergleichen und steuern sie regelmäßig die Duration der Aktiv- und der Passivseite. Des Weiteren können bei Storno Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsvermittlern entstehen. Daher werden die Vermittler sorgfältig ausgewählt. Bei Storno kann zudem ein Kostenrisiko entstehen, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. In diesem Zusammenhang werden Tendenzen aus der Finanzmarktkrise und dem Versicherungsumfeld kritisch betrachtet. Das allgemeine Marktumfeld ist insbesondere im Bereich der Vorsorgeprodukte schwierig und von einer tendenziell rückläufigen Neugeschäftsentwicklung geprägt. Das Kostencontrolling und ein Fokus auf variable Vertriebskosten durch Vertriebswege wie Makler begrenzen dieses Risiko. Bei Lebensversicherungen wird zwischen fondsgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins unterschieden, wobei die traditionellen Verträge den überwiegenden Teil des Bestandes der Gruppe ausmachen. Während bei fondsgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer bei traditionellen Verträgen den Kunden eine garantierte Verzinsung der Sparanteile der Prämie zu. Das bedeutendste Risiko der deutschen Lebensversicherung besteht darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 % und 1,25 % pro Jahr. Der durchschnittliche Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2015 liegt nach Berücksichtigung der Zinszusatzreserve bei 2,61 (2,82) %. Das seit einigen Jahren niedrige bzw. aktuell extrem niedrige Zinsniveau - u. a. verursacht durch die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise im Euro-Währungsgebiet und die damit verbundene Niedrigzinspolitik - erhöht das Zinsgarantierisiko deutlich. Hält das derzeit niedrige Zinsniveau an oder sinkt gar weiter ab, verstärkt sich hieraus das ohnehin erhebliche Wiederanlagerisiko für die Lebensversicherungsgesellschaften mit klassischen Garantieprodukten immer weiter. Denn es wird dann zunehmend schwerer, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, auch wenn der Konzern dieses Zinsgarantierisiko vor allem durch Zinssicherungsinstrumente sowie eine Verlängerung der Duration auf der Aktivseite unter maßvoller Beimischung höherrentierlicher Papiere, einschließlich ausgewählter GIIPS-Emissionen, reduziert. Dem Zinsgarantierisiko trägt der Konzern vor allem durch regelmäßige Asset-Liability-Analysen, ständige Beobachtungen der Kapitalanlagen und -märkte sowie Ergreifen entsprechender Steuerungsmaßnahmen Rechnung. Zum Teil kommen Zinssicherungsinstrumente, wie beispielsweise Vorkäufe, zum Einsatz. Für einen großen Teil unseres Lebensversicherungsportfolios ist das Zinsgarantierisiko durch vertragliche Bestimmungen reduziert. Zumindest die zusätzlich zum Garantiezins gezahlten Überschussbeteiligungen können an die Kapitalmarktlage angepasst werden. Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben die vertragliche Zinsgarantie für den Kunden durch verschiedene Gesetze, Verordnungen und Urteile noch erweitert. So wurden beispielsweise sowohl der Rückkaufswert einer traditionellen Lebensversicherung bei einer vorzeitigen Beendigung von Verträgen als auch Mindestleistungen bei planmäßiger Beendigung eines Vertrages zugunsten des Kunden neu geregelt (Versicherungsvertragsgesetz VVG, Lebensversicherungsreformgesetz LVRG). Die Lebensversicherungsgesellschaften sind in zweierlei Weise einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Lebensversicherungsverträge haben teilweise sehr lange Laufzeiten. Aufgrund des begrenzten verfügbaren Angebots an langlaufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent zu bedecken. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung der Aktivseite regelmäßig kürzer sein kann als diejenige der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Daraus resultiert ein Zinsänderungsrisiko, das sich bei anhaltend niedrigem Zinsniveau oder weiter rückläufigen Zinsen negativ auf die betroffenen Konzerngesellschaften und damit auf den Konzern auswirken kann. Daneben existieren bei den bestehenden traditionellen Lebensversicherungen jedoch auch Risiken bei einem schnellen, deutlichen Zinsanstieg. Zum einen resultiert dies aus den Regelungen für die garantierten Rückkaufswerte bei vorzeitiger Beendigung von Versicherungsverträgen. So kann ein schnell steigendes Zinsniveau zu stillen Lasten bei festverzinslichen Wertpapieren führen. Im Fall vorzeitiger Vertragsbeendigung stünden den Versicherungsnehmern die garantierten Rückkaufswerte vollumfänglich zu; die Versicherungsnehmer wären aber nach geltendem Recht nicht an den gegebenenfalls entstandenen stillen Lasten zu beteiligen. Bei Verkauf der entsprechenden Kapitalanlagen wären die stillen Lasten vielmehr ausschließlich von den Gesellschaften zu tragen. Theoretisch wäre denkbar, dass der Zeitwert der Kapitalanlagen in bestimmten Zinsanstiegsszenarien nicht ausreicht, die garantierten Rückkaufswerte zu erreichen. Zudem führt die durch die VVG-Reform geänderte Verteilung der Abschlusskosten in der Anfangsphase zu höheren Rückkaufswerten. Dieser Effekt wird durch das LVRG seit 2015 noch verschärft. Zum anderen resultieren Risiken bei einem schnellen Zinsanstieg aus der für die Höhe der Leistungsverpflichtungen maßgeblichen Bilanzierung nach HGB. Die Abbildung der Leistungsverpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern wird in der HGB-Rechnungslegung im Wesentlichen durch die Deckungsrückstellungsverordnung geregelt. Seit 2011 ist es erforderlich, eine Zinszusatzreserve (ZZR) für diejenigen Tarifgenerationen zu bilden, deren Rechnungszins über dem aus einem gleitenden Durchschnitt gebildeten Markt-Referenzzins liegt. Der Aufwand zur Bildung der Zinszusatzreserve erfordert hohe Verzinsungen der Kapitalanlagen, die teilweise nur durch Realisierung von Bewertungsreserven gestellt werden können. Im Falle eines schnellen Zinsanstiegs besteht das Risiko, dass aufgrund des verwendeten gleitenden Durchschnitts beim Referenzzins weiterhin hohe Zuführungen zur Zinszusatzreserve erforderlich sind, hierfür aber keine Bewertungsreserven mehr realisiert werden können. Um das daraus resultierende Risiko eines erheblichen Eigenmittelverlustes zu reduzieren, wurde mit Einführung des LVRG die Möglichkeit eröffnet, auch Kosten- und Risikogewinne für die Zuführung zur Zinszusatzreserve einzusetzen. Das längerfristige Fortbestehen des Niedrigzinsniveaus, die damit verbundene Finanzierung der Zinszusatzreserve und die gleichzeitige Ausschüttung von Bewertungsreserven sowie die Aufrechterhaltung einer auskömmlichen Solvabilitätsquote führen insgesamt zu deutlichen Belastungen der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften und Pensionskassen sowie der Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung und stellen mithin auch ein bedeutendes Risiko und ggf. Belastung für den Konzern dar. Für die Personen-Rückversicherung sind die beschriebenen biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung, insbesondere Katastrophenrisiken, z. B. im Hinblick auf Pandemien. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung bemessen sich hauptsächlich nach den Meldungen unserer Zedenten und werden zusätzlich auf Basis von abgesicherten biometrischen Berechnungsgrundlagen festgelegt. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen überprüft der Konzern, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen (z. B. Verwendung von Sterbe- und Invaliditätstafeln, Annahmen zur Stornowahrscheinlichkeit) genügen. Das Neugeschäft zeichnet der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung der weltweit gültigen Rahmen-Zeichnungsrichtlinien, die detaillierte Regeln über Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken formulieren und jährlich überarbeitet werden. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden in speziellen Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem der Konzern die Einhaltung der entsprechenden Rahmen-Zeichnungsrichtlinien überwacht, reduziert er das potenzielle Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und bei der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen (z. B. von Stornorisiken) vorgenommen. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko nur von geringer Risikorelevanz in der Personen-Rückversicherung. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. L79 SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
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SensitivitätsanalyseEin Instrument des Risikomanagements im Bereich der Leben-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung ist die Beobachtung des Market Consistent Embedded Value (MCEV). Er bezeichnet den Barwert der künftigen Aktionärserträge zuzüglich Eigenkapital abzüglich Kapitalkosten des Geschäfts der Personen-Erst- und -Rückversicherer nach angemessener Berücksichtigung aller Risiken, die diesem Geschäft zugrunde liegen. Der Embedded Value ist "Market Consistent", d. h., er ist mit einer Kapitalmarktbewertung erstellt, die innerhalb der Reichweite effizienter Marktinstrumente bestimmten Anforderungen genügt: Arbitragefrei, risikoneutral, die modelltechnische Abbildung der Finanzinstrumente liefert die aktuellen Marktpreise. Sensitivitätsanalysen zeigen auf, in welchen Bereichen der Konzern exponiert ist, und geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. MCEV-Kalkulationen erfolgen auf der Basis von Modellen, die die Wirklichkeit naturgemäß nur unvollständig abbilden können und auf Annahmen beruhen. Die stochastischen ökonomischen Szenarien für die Erstversicherer wurden von einer externen Finanzberatungsgesellschaft erstellt und mit Marktdaten zum Bewertungsdatum kalibriert. Die Betriebsannahmen, zum Beispiel für Biometrie, Storno und Kosten, werden von den jeweiligen Gesellschaften als beste Schätzwerte zum Bewertungsdatum auf der Grundlage vergangener, gegenwärtiger und erwarteter zukünftiger Erfahrungen vorgenommen. Insofern unterliegen die Instrumente des Risikomanagements ihrerseits einem Abbildungs- und Annahmerisiko. Der MCEV wird innerhalb unseres Konzerns nach geltenden Branchenkonventionen gebildet. Bei der Diskontierung von Verpflichtungen über 20 Jahre wird entsprechend der Vorgehensweise der EIOPA mit einer Extrapolation auf eine Ultimate-Forward-Rate in Höhe von 4,2 % nach weiteren 40 Jahren kalkuliert. Der MCEV wird für unsere großen Leben-Erstversicherer sowie für das Personen-Rückversicherungsgeschäft der Hannover Rück SE ermittelt. Sensitivitätsanalysen zeigen auf, in welchen Bereichen die Lebensversicherer des Konzerns und damit der Konzern im Bereich Personenversicherung als Ganzes exponiert sind. Ferner geben diese Analysen Hinweise, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. Im Rahmen der Analysen werden Sensitivitäten zu Sterblichkeiten, Stornowahrscheinlichkeiten, Verwaltungskosten sowie zum Zins- bzw. Aktienkursniveau betrachtet. Die Sensitivitäten des MCEV für das Rückversicherungsgeschäft werden durch das versicherungstechnische Risiko bestimmt. Während Veränderungen der Sterblichkeit/Morbidität, Storno- oder Kostenannahmen einen starken Einfluss auf den MCEV haben, ist der Effekt aus den Veränderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen hier gering. Im Gegensatz dazu wird der MCEV im Erstversicherungsgeschäft hauptsächlich durch die ökonomischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Der Haupttreiber ist die Veränderung des Zinssatzes; versicherungstechnische Risiken beeinflussen den MCEV des Erstversicherungsgeschäftes weniger. In Einklang mit der Vorschrift IFRS 4 erläutern wir nachfolgend die relevanten Sensitivitäten und deren Auswirkungen auf den MCEV ausschließlich qualitativ. Sensitivitäten zu SterblichkeitenDie Exponiertheit der Lebensversicherer im Konzern unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. So hat eine gegenüber der Erwartung geringere Sterblichkeit einen positiven Einfluss auf Produkte mit überwiegendem Todesfall- bzw. Invaliditätsrisiko und einen negativen Einfluss auf Produkte mit Langlebigkeitsrisiko mit entsprechenden Auswirkungen auf den MCEV. Sensitivitäten zu StornowahrscheinlichkeitenBei Verträgen mit Rückkaufsrecht ist die bilanzierte Deckungsrückstellung mindestens so hoch wie der zugehörige Rückkaufswert. Daher ist die wirtschaftliche Auswirkung des Stornoverhaltens eher durch die Höhe der Stornoabschläge und andere Produktmerkmale bestimmt. Eine gegenüber der Erwartung höhere Stornowahrscheinlichkeit würde sich zum Teil negativ auf den MCEV auswirken. Sensitivitäten zu VerwaltungskostenGegenüber der Erwartung höhere Verwaltungskosten würden zu einer Minderung des MCEV führen. Sensitivitäten zum Zins- und AktienkursniveauEs besteht in der Leben-Erstversicherung ein erhebliches Zinsgarantierisiko, das sich durch die Verpflichtung ergibt, jeweils die Mindestverzinsung für die vertraglich garantierten Leistungen zu erwirtschaften. Die festverzinslichen Kapitalanlagen haben in der Regel eine kürzere Duration als die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen (Durations-Mismatch). Die versicherungstechnischen Rückstellungen sind gegliedert nach den erwarteten Laufzeiten, die Kapitalanlagen nach den vertraglichen Restlaufzeiten. Hierin enthalten ist eine Duration (Macaulay-Duration) der bilanzierten Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns von 9,6 (9,5) und von 7,7 (7,7) Jahren für die festverzinslichen Wertpapiere (inkl. Zinsderivate). Daraus resultieren ein Wiederanlagerisiko für bereits akkumulierte Guthaben und ein Neuanlagerisiko für die zukünftigen Beiträge. Bleiben die Kapitalerträge über die restliche Abwicklungsdauer der Verbindlichkeiten hinter den Zinsforderungen aus den Garantien zurück, so führt dies zu einer entsprechenden Ertragsminderung und der MCEV sinkt. Aufgrund der Ausgestaltung der Lebensversicherungsverträge sind insbesondere deutsche Lebensversicherer und mithin auch der Konzern vom Zinsgarantierisiko betroffen. Für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG beträgt der - anhand der Bruttorückstellungen der Gesellschaften gewichtete - durchschnittliche Garantiezins 2,61 (2,82) % im Jahr 2015. Aufgrund der teilweise langen Laufzeiten der Lebensversicherungsverträge reagiert der MCEV auch sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen, die jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet sind, sondern derjenigen Branchenkonvention folgen, die auch im Solvency-Il-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzt der MCEV die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders langlaufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die MCEVs die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen. Ein Rückgang des Aktienkursniveaus hätte ebenfalls einen negativen Einfluss auf den MCEV, der jedoch aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering ist. Im Hinblick auf das Ergebnis der MCEV-Berechnungen zum Jahresende 2015 wird erwartet, dass insgesamt der leichte Zinsanstieg durch eine Ausweitung der Credit Spreads kompensiert wird. Da die entsprechenden Modellierungen und Berechnungen zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht abgeschlossen sind, sind diese Effekte sowie die übrigen Entwicklungen aufgrund von Neugeschäft, Portfolio-Entwicklung, Modelländerungen usw. zurzeit noch nicht abschließend bemessbar. Der MCEV-Bericht 2015 wird im zweiten Quartal 2016 auf der Internetseite der Talanx veröffentlicht. KonzentrationsrisikenIn der Lebensversicherung werden die Konzentrationsrisiken dominiert von dem Zinsgarantierisiko. Hierzu verweisen wir auf den Abschnitt "Sensitivitätsanalyse" und die Ausführungen zu "Sensitivitäten zum Zins- und Aktienkursniveau". Hinsichtlich der geografischen Konzentration verweisen wir auf die folgende Tabelle, die die Verteilung der Deckungsrückstellung sowohl brutto als auch netto (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) nach Regionen für die Personenversicherung beschreibt. L80 DECKUNGSRÜCKSTELLUNG NACH REGIONEN1) IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sindIn den Versicherungsprodukten der Leben-Erstversicherer können folgende wesentliche Optionen seitens des Versicherungsnehmers enthalten sein, sofern sie bei Vertragsabschluss vereinbart wurden: Mindestverzinsung/Garantiezins: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn das aktuelle Zinsniveau deutlich unterhalb des für die Kalkulation der Versicherungsleistungen verwendeten Diskontzinssatzes liegt. In diesem Fall können die erwirtschafteten Zinserträge gegebenenfalls nicht ausreichen, um den Aufzinsungsbetrag zu decken. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags: Es besteht zum einen das potenzielle Risiko, dass durch den Rückkauf die entsprechende Versicherungsleistung liquide an den Versicherungsnehmer zu zahlen ist, und zum anderen, dass im Zuge der Beitragsfreistellung keine weiteren Liquiditätszuflüsse mangels Beitragszahlung durch die Versicherungsnehmer erfolgen. Diesem Risiko wird durch eine angemessene Liquiditätsplanung Rechnung getragen. Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung - überwiegend mit den dann jeweils gültigen Rechnungsgrundlagen bezüglich Biometrie und Garantieverzinsung (Dynamikanpassung, Nachversicherungsgarantien bei bestimmten Änderungen der Lebenssituation): Insoweit besteht das potenzielle Risiko darin, dass der Versicherungsnehmer sich zu einer günstigeren Prämie versichern kann, als es seinem gesundheitlichen Risiko entspricht, da gegebenenfalls mögliche Zuschläge nicht erhoben werden. Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn bei einem Zinsniveau deutlich oberhalb des für die Kalkulation der Renten verwendeten Diskontzinssatzes unerwartet viele Versicherungsnehmer ihr Wahlrecht ausüben. Jedoch besteht keine unmittelbare Zins- und Marktsensitivität durch die Wahlrechtsausübung, da die vorhandenen Versicherungskomponenten durch individuelle Faktoren der Versicherungsnehmer wesentlich beeinflusst werden. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt. Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der entsprechenden Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. Weitere eingebettete Derivate sind wirtschaftlich unwesentlich. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. Diesbezüglich verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". FORDERUNGSAUSFALLRISIKENForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Wertberichtigungen oder Abschreibungen der Forderungen wären die Folgen. Die Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und gegenüber Versicherungsvermittlern sind grundsätzlich ungesichert. Das Ausfallrisiko dieser Forderungen unterliegt einer laufenden Beobachtung im Rahmen unseres Risikomanagements. Es handelt sich hierbei um eine Vielzahl von Forderungen mit verhältnismäßig niedrigen Einzelhöhen, die gegenüber einer diversifizierten Schuldnerschaft bestehen. Diese Forderungen bestehen im Allgemeinen gegenüber Versicherungsnehmern, die über kein Rating verfügen. Allein Firmenkunden ab einer gewissen Größenordnung verfügen über externe Einschätzungen ihrer Bonität. Bei den Versicherungsvermittlern handelt es sich um einzelne Makler oder Maklerorganisationen, die in der Regel ebenfalls über kein Rating verfügen. Gegen mögliche Verzögerungen oder Ausfälle der Prämienzahlungen im Direkt- wie im Vermittlerinkasso betreiben die Konzerngesellschaften jeweils ein effektives Mahnverfahren mit dem Ziel einer Verminderung der Außenstände. Darüber hinaus werden bei Vermittlern Bonitätsprüfungen durchgeführt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären, weil das abgeschlossene Bruttogeschäft nicht immer vollständig im Selbstbehalt bleibt, sondern nach Bedarf weiter (retro-)zediert wird. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig auswählt und fortlaufend bezüglich ihrer Bonität beobachtet. Die konsistente und einheitliche Verwendung von stichtagsbezogenen Ratinginformationen wird über ein konzernweit zugängliches Ratinginformationssystem sichergestellt. Um Konzentrationen zu beschränken, sind Obergrenzen für den Anteil an Schadenrückstellungen pro Rückversicherungskonzern festgelegt. Zur Vermeidung bzw. Begrenzung von Ausfallrisiken aus dem Rückversicherungsgeschäft werden Abgabenlimite für einzelne Rückversicherungspartner vorgegeben sowie im Bedarfsfall geeignete Maßnahmen zur Besicherung eventueller Forderungen bzw. anderer vertraglicher Verpflichtungen dieser Rückversicherungspartner ergriffen. Ausstehende Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre sind im Konzernanhang ersichtlich. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen in Anmerkung 14 "Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft". Die Steuerung der vertraglichen Rückversicherungsabgaben erfolgt im Erstversicherungsbereich insbesondere bei unserem konzerneigenen Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH über operative Sicherungsrichtlinien und Platzierungsrichtlinien. Neben der klassischen Retrozession in der Schaden-Rückversicherung transferiert die Hannover Rück SE auch Risiken in den Kapitalmarkt. Die aus der passiven Rückversicherung, d. h. der Abgabe der von uns übernommenen Risiken, resultierenden Ansprüche - die Anteile der Rückversicherer - beliefen sich auf 8,4 (7,4) Mrd. EUR. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen sind mit erhaltenen Sicherheiten wie Depots oder Avalbürgschaften in Höhe von 2,3 (1,7) Mrd. EUR unterlegt. Bei einem Großteil unserer Retrozessionäre sind wir auch Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht meist ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der erhaltenen Sicherheiten verbleibt ein Betrag in Höhe von 6,2 (5,7) Mrd. EUR. Dabei ergibt sich folgende Ratingstruktur: Innerhalb des unbesicherten Bestandes sind 81 (74) % unserer Rückversicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen - , stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Besicherungen (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Besicherungen verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich in gleichem Maß die versicherungstechnischen Rückstellungen. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -764 (-396) Mio. EUR. MARKTRISIKENDie Marktrisiken umfassen hauptsächlich das Marktpreisrisiko, das Kreditrisiko sowie das Liquiditätsrisiko, wobei das Marktpreisrisiko die Risiken aus Änderungen des Zinsniveaus, Änderungen der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten, Währungsrisiken sowie Risiken aus Kursänderungen beinhaltet. Die Marktrisiken stellen eine für den Konzern wesentliche Risikokategorie dar. Insbesondere im Interesse der Versicherungsnehmer und um auch die zukünftigen Anforderungen des Kapitalmarkts zu berücksichtigen, ist die Kapitalanlagepolitik grundsätzlich an folgenden Zielen ausgerichtet:
Ein wesentlicher Baustein des Risikomanagements der Kapitalanlagen ist das Prinzip der Funktionstrennung zwischen Portfolio-Management, Wertpapierabwicklung und Risikocontrolling. Dem vom Portfolio-Management auch organisatorisch getrennten Risikocontrolling obliegen insbesondere die Überwachung sämtlicher Risikolimite und die Bewertung der Finanzprodukte. Die Steuerungs- und Kontrollmechanismen orientieren sich insbesondere an den von der BaFin bzw. von den jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörden erlassenen Vorschriften. Für die einzelnen Gesellschaften bestehen detaillierte Kapitalanlagerichtlinien, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Diese Anlagerichtlinien dienen der Festlegung des Rahmens der Anlagestrategie und orientieren sich im Berichtszeitraum so an den Prinzipien des § 54 vag, dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht wird. Das Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH und der Finanzvorstand der jeweiligen Gesellschaft überwachen die in diesen Richtlinien aufgeführten Quoten und Limite. Jegliche wesentliche Änderung der Kapitalanlagerichtlinien und/oder der Kapitalanlagepolitik muss der Vorstand der jeweiligen Gesellschaft genehmigen und seinem Aufsichtsrat zur Kenntnis bringen. Zur Überprüfung der strategischen Asset-Allokation wird regelmäßig die Struktur der selbst verwalteten Kapitalanlagebestände (ohne Depotforderungen) überprüft. Über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem gelten die folgenden Rahmenwerte für wesentliche Kapitalanlageklassen auf Marktwertbasis: L82 GEWICHTUNG WESENTLICHER KAPITALANLAGEKLASSEN IN %scroll
Das Limit für Immobilien wurde im Jahr 2014 um 2,5 Prozentpunkte auf 7,5 % erhöht. Die Limite unterscheiden sich zwischen den Geschäftsbereichen der Erstversicherungsgruppe und dem Rückversicherungsbereich. Die dargestellten Rahmenwerte beziehen sich auf die Erstversicherungsgruppe, die Auslastung auf den Konzern. Die Quoten für Renten, Aktien und Immobilien per 31. Dezember 2015 bewegen sich im Rahmen definierter Limite. MARKTPREISRISIKENMarktpreisrisiken entstehen aus dem potenziellen Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen und können auf Veränderungen des herrschenden Zinsniveaus sowie von Aktien- und Wechselkursen zurückgeführt werden. Diese können zu Wertberichtigungsbedarf oder zu realisierten Verlusten bei der Veräußerung von Finanzinstrumenten führen. Der Bestand der festverzinslichen Wertpapiere ist allgemein dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Ergänzend ist das Credit-Spread-Risiko zu nennen. Als Credit Spread wird die Zinsdifferenz zwischen einer risikobehafteten und einer risikolosen Anleihe bei gleichbleibender Bonität bezeichnet. Änderungen dieser am Markt beobachtbaren Risikoaufschläge führen analog der Änderungen der reinen Marktrenditen zu Marktwertänderungen der korrespondierenden Wertpapiere. Auch kann ein Absinken des Zinsniveaus geringere Kapitalanlageerträge bewirken. Zu dem daraus resultierenden Zinsgarantierisiko in der Lebensversicherung siehe Abschnitt "Wesentliche versicherungstechnische Risiken" Aktienkursrisiken resultieren aus ungünstigen Wertveränderungen von im Bestand gehaltenen Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivaten. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen - insbesondere dann, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Bei der Steuerung des Währungsrisikos wird überwacht, ob eine kongruente Währungsbedeckung gegeben ist. Das Risiko wird begrenzt, indem Kapital möglichst in den Währungen angelegt wird, in denen die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu erfüllen sind. Indem wir das Prinzip der kongruenten Währungsbedeckung konsequent verfolgen, können wir dem Währungsrisiko im Konzern deutlich entgegensteuern. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: L83 KAPITALANLAGEN IN %scroll
Die Investitionen in alternativen Assetklassen wie Private-Equity-Fonds und Infrastruktur-Investments werden durch ein konservatives Regelsystem limitiert und regelmäßig überwacht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen von direkt oder über Fondsanteile gehaltenen Immobilien ergeben. Diese können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall (z. B. eine Immobilienkrise) hervorgerufen werden. Bei direkten Investitionen in Immobilien werden auf Objekt- und Portfolio-Ebene regelmäßig die Rendite und weitere wesentliche Performance-Kennzahlen (z. B. Leerstände/Rückstände) gemessen. Bei indirekten Immobilieninvestitionen wird das Risiko wie bei den Private-Equity-Fonds durch regelmäßiges Beobachten der Fondsentwicklung und -performance kontrolliert. Die Marktpreisrisiken werden primär über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-Ebene festgelegt. Das Überschreiten von Limiten (Limitbruch) führt zu definierten Eskalationsprozessen. Ein wichtiges Element der Überwachung und Steuerung der Marktpreisrisiken ist die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR), wobei neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt werden (ALM-VaR). Der ALM-VaR basiert auf historischen Marktdaten und stellt eine modellbasierte Prognose für den innerhalb einer vorgegebenen Haltedauer (z. B. zehn Tage) maximal zu erwartenden Verlust dar, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Bei der Berechnung des ALM-VaR werden ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde gelegt. Das heißt, dass dieses geschätzte Verlustpotenzial innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten wird. Als Eingangsdaten fließen täglich fortgeschriebene Bestandsdaten für die Kapitalanlagen in die Berechnung ein. Neben den Bestandsdaten für die Kapitalanlagen werden zusätzlich replizierende Portfolios für die prognostizierten Cashflows aus den versicherungstechnischen Verpflichtungen in Form von Zahlungsverpflichtungen (sogenannte Short-Positionen) berücksichtigt, um Abhängigkeiten zwischen Kapitalanlagen und versicherungstechnischen Leistungen sowie einen gegebenenfalls bestehenden Duration Gap in der Kapitalanlage berücksichtigen und überwachen zu können. Als Duration Gap bezeichnet man eine Inkongruenz in der Zinsbindungsdauer zwischen Anlagen und Verpflichtungen. Der Umfang der Marktdatenhistorie für das verwendete ALM-VaR-Modell beträgt 521 Wochen. Darauf basierend werden 520 Wochenänderungen für die relevanten Marktparameter wie z.B. Aktienkurse, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze berechnet, die dann zur ALM-VaR-Ermittlung herangezogen werden. Die Aktualisierung der Zeitreihen, auf deren Basis die Risikoparameter berechnet werden, erfolgt monatlich. Dabei werden die Marktparameter der ältesten vier Wochen entfernt und durch diejenigen der letzten vier Wochen ersetzt. Basierend auf den aktualisierten Marktdaten wird also monatlich eine Rekalibrierung des Modells vorgenommen. Das verwendete Modell basiert auf einem Multifaktorenmodell. Dieses Modell fußt auf einer Vielzahl repräsentativer Zeitreihen wie z. B. Zinsen, Wechselkursen und Aktienindizes. Aus diesen Zeitreihen lassen sich mithilfe einer Hauptkomponentenanalyse alle risikorelevanten Faktoren ermitteln. Die zwischen den Zeitreihen bestehenden Korrelationen fließen in die Gewichtung der Risikofaktoren ein. Dadurch werden Kumulations- und Diversifikationseffekte bei der Risikoschätzung berücksichtigt. Die einzelnen Bestandteile des Portfolios werden gegen diese Faktoren regressiert. Die dabei ermittelten Faktorladungen stellen einen Zusammenhang zwischen den Bewegungen der Faktoren, die aus den Bewegungen der repräsentativen Zeitreihen abgeleitet wurden, und den Bewegungen der Wertpapiere her. Durch die Simulation der Faktorentwicklungen werden die Risiken der Wertpapiere abgeleitet. Das Risiko von Derivaten wie z. B. Optionen wird durch eine vollständige Neubewertung während der Risikosimulation abgeleitet. Hierdurch werden auch nicht lineare Zusammenhänge zwischen Optionspreisen und den Preisbewegungen der zugrunde liegenden Basiswerte berücksichtigt. Der Ermittlung des ALM-VaR liegen Normalszenarien der Märkte, abgeleitet aus der Vergangenheit, zugrunde. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2015 betrug 1.453 (1.433) Mio. EUR, das entspricht 1,4 (1,4) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die ALM-VaR-Quote nur marginal. Neben der eher langfristig ausgelegten Überwachung der Risikotragfähigkeit der mit den Kapitalanlagen verbundenen Marktrisiken kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der lediglich die letzten 180 Wochenrenditen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis, womit wir das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen abschätzen. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die folgende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag. Bei der Darstellung handelt es sich um eine Bruttodarstellung; insbesondere werden bei den gezeigten Effekten die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung nicht berücksichtigt. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Beachtung dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. L84 SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAG IN MIO. EURscroll
1)
Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung) Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab, um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, um den späteren Erwerb von Wertpapieren vorzubereiten oder um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. In geringem Umfang werden im Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die zu einem Kontrahentenrisiko führen. Zudem wurden bei der Hannover Rück zur Absicherung eines Teils der Inflationsrisiken der versicherungstechnischen Schadenreserven Inflationsswaps genutzt. Über Art und Umfang der Investitionen in derivativen Finanzinstrumente entscheiden die Gesamtvorstände der Konzerngesellschaften. Interne Richtlinien regeln den Einsatz derivativer Produkte, um einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zu gewährleisten und um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden laufend überwacht. Derivatpositionen und -transaktionen werden im Reporting detailliert aufgeführt. Durch die Anwendung von Netting und Sicherheitsvereinbarungen wird das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten reduziert. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente können der Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz -Aktiva" entnommen werden. KREDITRISIKENAdressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiken bestehen in der potenziellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Schuldnern und der daraus resultierenden Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder bonitätsbedingter Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Unter Adressenausfallrisiko für Kapitalanlagen subsumiert der Konzern folgende Risiken:
Die Adressenausfallrisiken werden primär über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und z. T. auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im Portfolio sicherstellen. Das Überschreiten von Limiten (Limitbruch) führt zu definierten Eskalationsprozessen. Wesentliche Voraussetzung für die Investitionsentscheidung ist die Bonität des Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen wie Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder im Einzelfall einer anderen Ratingagentur ergänzt werden. Die Neuanlage ist im Wesentlichen auf Investment-Grade-Positionen konzentriert. Zur frühzeitigen Erkennung erster Krisensignale bei Unternehmen sowie zur Identifizierung potenzieller Migrationsrisiken ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (insbesondere zu Credit Spreads und zu Aktienkursen) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen und produktübergreifende Rahmenverträge vereinbart, die sowohl Netting als auch Kollateralleistungen umfassen (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting"). Weiterhin nutzen wir Credit Default Swaps zur Absicherung von Kreditrisiken. Das Adressenausfallrisiko im Konzern charakterisieren wir auf Einzeladressenebene anhand folgender Hauptrisikokomponenten:
Für das Exposure berechnen wir unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote einen erwarteten Verlust und auf Portfolio-Ebene zusätzlich einen unerwarteten Verlust (also eine mögliche Abweichung vom erwarteten Verlust) sowie einen Credit VaR. Der Credit VaR berücksichtigt zu den spezifischen Merkmalen für die Einzelkreditrisikobeurteilung auch Portfolio-Konzentrationen (Branchen, Länder, Schuldnergruppen) und Korrelationen der einzelnen Ebenen untereinander. Der Credit VaR zeigt die kreditrisikobedingte Wertminderung des betrachteten Bestands an Kapitalanlagen, der mit einer definierten Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Das Konfidenzniveau des Credit VaR beträgt 99,5 %. Das so definierte Verfahren der Risikoberechnung stellt sicher, dass unter Beachtung von Klumpungseffekten risikoreichere Positionen tatsächlich ein deutlich höheres Risiko zugewiesen bekommen als risikoärmere Positionen. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und sind die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2015 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 4.755 (4.231) Mio. EUR bzw. 4,6 (4,2) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Credit-VaR-Quote von 4,2 % um 0,4 Prozentpunkte. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst und damit auch Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell in Solvency II als risikofrei angesehen werden. Der absolute Anstieg des Credit VaR ist primär auf den Zuwachs der Kapitalanlagen und Marktwertgewinne zurückzuführen. Darüber hinaus wurden selektiv Risiken mit leicht höheren Credit Spreads eingegangen sowie der Anteil der Investments in Infrastruktur erhöht, die aufgrund ihrer relativ langen Laufzeiten mit leicht überdurchschnittlichen Risikoanrechnungsfaktoren im Credit VaR Berücksichtigung finden. Die im Credit-VaR-Stress beobachtbaren relativen Veränderungen entsprechen weitgehend den Werten aus 2014. L85 CREDIT-VAR-STRESS IN MIO. EURscroll
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des Kreditportfolios für bestimmte Kreditszenarien, gemessen als Credit VaR. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem alle anderen Parameter konstant gehalten werden. Zur Minderung des Konzentrationsrisikos wird weiterhin eine breite Mischung und Streuung der einzelnen Assetklassen beachtet. Das Konzentrationsrisiko wird über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht, um existenzgefährdende Risiken in Abhängigkeit von einzelnen Schuldnern zu vermeiden. Darüber hinaus darf in stärker risikobehafteten Kapitalanlagen nur in begrenztem Umfang investiert werden. Die aufgeführten Messungs- und Überwachungsmechanismen korrelieren mit unserer vorsichtigen und breit diversifizierten Anlagestrategie. So beträgt die Exponierung des Konzerns innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- auf Marktwertbasis 3,7 Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 3,7 %. L86 EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A- IN MIO. EURscroll
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Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Die Kapitalanlagen werden von den Schuldnern regelmäßig bedient. Sicherheiten bestehen vor allem bei den hypothekarisch bzw. dinglich gesicherten Schuldverschreibungen sowie bei den Hypothekendarlehen, die grundpfandrechtlich besichert sind. Im Konzern dienen insgesamt 749 (713) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 90 (79) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Für bestehende Geschäfte mit Derivaten haben wir Sicherheiten mit einem beizulegenden Zeitwert von 21 (13) Mio. EUR erhalten. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 593 (574) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen des Konzerns bzw. im Rahmen des Geschäfts erhaltenen Sicherheiten werden unter "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" im Kapitel "Sonstige Angaben" erläutert. Zum Bilanzstichtag befanden sich, mit Ausnahme der Hypothekendarlehen, keine überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden. Die Hypothekendarlehen weisen Rückstände von insgesamt 1 (2) Mio. EUR auf; darunter fällige Forderungen über zwölf Monate in Höhe von 1 (1) Mio. EUR. Diese Forderungen sind ausreichend durch Grundpfandrechte besichert, sodass auf eine Wertberichtigung verzichtet wurde. Die vertraglichen Regelungen sehen vor, dass eine Verwertung nur im Falle von Leistungsstörungen möglich ist. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen verweisen wir auf Anmerkung 30, Seite 225. Bonitätsstruktur der Kapitalanlagen: Zum Ende des Berichtszeitraums waren Schuldner von 95 (95) % unserer Kapitalanlagen in festverzinslichen Wertpapieren mit einem sogenannten Investment-Grade-Rating klassifiziert (d. h. einem Rating innerhalb der Spanne von AAA bis BBB), 78 (81) % verfügten über ein Rating der Kategorie A und besser. Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen erhalten bei Anschaffung ein internes Rating, das, so weit wie möglich, vom Emittentenrating abgeleitet wird. Von den kurzfristigen Geldanlagen, überwiegend Fest- und Tagesgelder sowie Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr (Position: übrige Kapitalanlagen), weisen rund 53 (57) % ein Rating der Kategorie A und besser auf. Die Ratingstrukturen unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, sowie der Investmentverträge und kurzfristigen Geldanlagen stellen wir in den jeweiligen Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" dar. LIQUIDITÄTSRISIKENUnter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in flüssige Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. So können wegen Illiquidität der Märkte Bestände nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Generell generiert der Konzern laufend signifikante Liquiditätspositionen dadurch, dass die Prämieneinnahmen in der Regel zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Den Liquiditätsrisiken begegnen wir durch regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie durch kontinuierliche Abstimmung der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass der Konzern jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, die die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen. Zur Überwachung der Liquiditätsrisiken ist jede Wertpapiergattung mit einem Liquiditätskennzeichen versehen, das den Grad der Liquidierbarkeit des Titels zu marktgerechten Preisen angibt. Diese Kennzeichen werden vom Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH regelmäßig überprüft, unter Berücksichtigung von Marktdaten und einer Einschätzung des Portfolio-Managements plausibilisiert und, falls angezeigt, modifiziert. Die Daten fließen anschließend in das standardisierte Bestandsreporting an die Finanzvorstände der Versicherungsunternehmen ein. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos liegt in der Verantwortung der operativen Versicherungsunternehmen. Hierzu verwenden sie angemessene Systeme, die die Besonderheiten der unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Konzern entsprechend reflektieren. Auf diese Weise erzielen wir die größtmögliche Flexibilität bei der gesamten Liquiditätshaltung. Für die einzelnen Gesellschaften im Konzern existieren individuelle Mindestlimite für den Bestand an Papieren mit hoher Liquidität sowie Höchstlimite für den Bestand an Papieren mit geringer Liquidität. Insbesondere die Mindestlimite leiten sich aus dem zeitlichen Charakter der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen ab. So weisen Schaden/Unfall-Versicherer im Konzern aufgrund der kürzeren Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen in der Regel höhere Mindestlimite für den Bestand von Papieren mit hoher Liquidität aus als Lebensversicherer, die in der Regel eine höhere Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen vorweisen. Überschreitungen von Risikolimiten werden den Finanzvorständen und dem Portfolio-Management unverzüglich zur Kenntnis gebracht. Zur Abfederung kurzfristig im Konzern auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor, die in Geldmarktanlagen bei ausgewählten Kreditinstituten platziert wird. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Die Talanx AG hält einen Bestand an liquiden Aktiva, die - falls nötig - veräußert werden können, und sie unterhält derzeit zwei syndizierte Kreditlinien in einem Volumen von insgesamt 1.250 Mio. EUR. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang des Konzerns zu lang- und ggf. auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Dieser Zugang ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie den allgemeinen Kapitalmarktbedingungen und der eigenen Bonitätseinstufung. Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich für die Talanx AG in Form von Eigen- und Fremdkapital. Eigenkapital kann durch die Emission von Namensaktien generiert werden. Die Beschaffung von Fremdkapital erfolgt über die Begebung erst- und nachrangiger Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Im Zuge der Finanzkrise waren im Markt eine Verknappung der Darlehensvergabe der Banken und damit einhergehende mögliche Probleme bei der Beschaffung von liquiden Mitteln zu beobachten. Zusätzliche Besorgnis im Bankenbereich entstand nicht nur aus den möglichen Verlusten auf Anleihen und Kredite an die GIIPS-Staaten, sondern auch aus den regulatorisch stark angehobenen Anforderungen an das Risikokapital, die zu einem erheblichen Bedarf an neuem Eigenkapital bei den Banken bzw. zur Verkürzung der Bilanzen führen. Eine Kreditverknappung seitens der Banken könnte auch die Talanx AG treffen und ein Liquiditätsrisiko darstellen. Das Liquiditätsrisiko hat für den Konzern im Vergleich zur Kreditwirtschaft geschäftsmodellbedingt eine im Grundsatz geringere Bedeutung, da er durch die laufenden Prämienzahlungen und Zinserträge aus Kapitalanlagen sowie eine liquiditätsbewusste Anlagepolitik grundsätzlich kontinuierlich über ausreichend flüssige Mittel verfügt. Zudem stehen dem Konzern ungenutzte Kreditlinien zur Verfügung. Liquiditätsrisiken könnten sich jedoch insbesondere durch illiquide Kapitalmärkte ergeben sowie im Lebensversicherungsbereich durch eine erhöhte Stornoquote der Versicherungsnehmer, wenn zusätzliche Kapitalanlagen kurzfristig in großem Umfang liquidiert werden müssen. Zur Darstellung der Kapitalanlagen und der wesentlichen Bruttorückstellungen (Deckungsrückstellung, Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle) sowie der Rückversicherungsanteile (nach ihren erwarteten bzw. vertraglichen Laufzeiten gegliedert) verweisen wir auf die Erläuterungen zu den entsprechenden Bilanzposten im Konzernanhang. Schaden/Unfallversicherung: Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber. Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv. L87 ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT1) IN MIO. EURscroll
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Darstellung nach Eliminierung konzerninterner
Beziehungen zwischen den Segmenten Personenversicherung:Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet. Auf der Ebene der Talanx AG kann sich ein Liquiditätsrisiko im Wesentlichen durch Inkongruenzen zwischen Zahlungsein- und -ausgängen aus zwei Anlässen ergeben: der Refinanzierung fällig werdender Fremdverbindlichkeiten sowie der Anforderung von Kapital durch Tochtergesellschaften. Bezüglich der Refinanzierung besteht insbesondere das Risiko, dass liquide Mittel nur noch zu erhöhten Zinssätzen beschafft werden können bzw. Vermögensgegenstände nur zu erhöhten Abschlägen veräußert werden können. Zur Steuerung der Liquidität hat die Talanx AG ihre jederzeitige Zahlungsfähigkeit im Normalbetrieb sowie in möglichen Krisensituationen sicherzustellen. Hierzu wird die Liquiditätsposition auf Tagesbasis überwacht und eine Liquiditätsplanung über zwölf Monate sowie eine Liquiditätsvorschau über einen Zeitraum von drei Jahren erstellt und in regelmäßigen Abständen dem Konzernvorstand vorgelegt. Für den Fall des Auftretens ungeplanter Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG einen hohen Bestand an Liquiditätsreserven bzw. liquiden Aktiva sowie an verbindlich zugesagten Kreditlinien von Banken bereit. Sonstige finanzielle Rahmenbedingungen:Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva hat der Konzern weiterhin folgende Kreditlinien, die bei Bedarf gezogen werden können: Es bestehen per 31. Dezember 2015 zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien über einen Nominalbetrag von 1,25 Mrd. EUR. Zum Bilanzstichtag sind diese wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, das heißt, wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Mit verschiedenen Kreditinstituten bestehen seitens der Hannover Rück SE Fazilitäten für Letters of Credit (LoC). Eine im Jahr 2011 abgeschlossene syndizierte Fazilität über umgerechnet 915 (823) Mio. EUR wurde im Januar 2016 beendet und durch bilaterale Kreditverträge teilweise refinanziert. Auf bilateraler Ebene bestehen zudem mit Kreditinstituten LoC-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 2,6 (2,6) Mrd. EUR mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten bis maximal zum Jahr 2022. Wir verweisen zu den gestellten LoC auf unsere Ausführungen im Kapitel "Sonstige Angaben", Abschnitt "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen", Seite 242. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung des Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. Weiterhin hält die Talanx AG einen Bestand an liquiden Aktiva, die - falls nötig - veräußert werden können. WESENTLICHE OPERATIONELLE RISIKENUnter operationellen Risiken fassen wir Risiken, die aus internen Prozessen sowie mitarbeiter- und systembedingten oder externen Vorfällen entstehen. Sie umfassen auch rechtliche Risiken und Compliance-Risiken. Strategische Risiken und Reputationsrisiken fallen nicht in diese Risikokategorie. Die Gesellschaften im Konzern identifizieren und bewerten ihre operationellen Risiken auf Basis einer strukturierten regelmäßigen Einzelrisikoerhebung im Risikoerfassungssystem in Verbindung mit vierteljährlichen Instrumenten wie Risikogesprächen. Für die Identifikation und Bewertung der Risiken sind die Risikoverantwortlichen der jeweiligen Fachbereiche auf der Geschäftsbereichs- und Konzernebene zuständig. Diese melden und bewerten ihre operationellen Risiken inkl. dazugehöriger risikomindernder Maßnahmen. Die Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken erfolgt primär durch angemessene Prozesse und Verfahren des internen Kontrollsystems. Relevante Risiken werden in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Ein vielfältiges und ursachenbezogenes Risikomanagement und ein effizientes internes Kontrollsystem vermindern solche Risiken, die mit jeder Art von Geschäftstätigkeiten, mit den Mitarbeitern oder mit technischen Systemen verbunden sind. Für die laufende Überwachung des Vorliegens schlüssiger Konzepte für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der innerhalb des Konzerns geltenden Regeln ist die Funktion Compliance zuständig. Die Revision kontrolliert im Rahmen ihrer Funktion als Third Line of Defence. Rechtliche Risiken liegen in Verträgen und allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie insbesondere geschäftsspezifischen Unwägbarkeiten des Wirtschafts- und Steuerrechts eines international tätigen Personen- wie Nicht-Leben-(Rück-)Versicherers. Erst- und Rückversicherer sind auch von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den jeweiligen Märkten abhängig. Rechtliche Risiken stellen insbesondere für den Lebensversicherungsbereich des Talanx-Konzerns bedeutende Risiken dar. Rechtliche Neuerungen, z. B. im Rahmen von IFRS und Solvency II, werden frühzeitig identifiziert, um den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Zudem werden insbesondere Entwicklungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung oder gesetzliche Änderungen, die die Konzerngesellschaften betreffen, eng durch konzerninterne Juristen überwacht. Beispiele: In verschiedenen Ländern ist eine Finanztransaktionssteuer zur zumindest teilweisen Finanzierung der Kosten der Bankenkrise geplant oder bereits umgesetzt. Die EU-Kommission hat im Februar 2013 einen Richtlinienvorschlag für eine Finanztransaktionssteuer vorgelegt. Da eine Einigung über eine EU-weite Einführung nicht erzielt werden konnte, haben 2014 Deutschland und zehn weitere EU-Staaten beschlossen, ab 2016 eine Finanztransaktionssteuer im Rahmen der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit einzuführen. Die Abgabe soll schrittweise in Kraft treten, wobei in einem ersten Schritt voraussichtlich nur der Handel mit Aktien und einigen Derivaten besteuert werden soll. Da insoweit allerdings noch keine Einigkeit besteht, ist noch offen, ob eine Einführung der Steuer tatsächlich bereits 2016 erfolgen wird. Auch in weiteren Schritten möglicherweise erfolgende Modifizierungen der Finanztransaktionssteuer, insbesondere die Einbeziehung von Altersvorsorgeprodukten und damit verbundenen Kapitalanlagen, sind weiterhin unklar. Es besteht das Risiko, dass eine solche Abgabe gegebenenfalls auch den Konzern trifft. Berechnungen des GDV gehen unter Annahme der Mindeststeuersätze von einer jährlichen Belastung in der Größenordnung von zehn Basispunkten der relevanten Kapitalanlagen aus. Steuerliche Risiken können sich für den Konzern zudem aus der Neuregelung des Pauschalverfahrens zur Bewertung der Schadenrückstellungen ergeben. Die bisherige Regelung, die auf vor dem 1. Januar 2014 endende Wirtschaftsjahre begrenzt war, hat das Bundesministerium der Finanzen zunächst um zwei Jahre verlängert. Mit dem Auslauf der Pauschalregelung ist für die Talanx-Gesellschaften das Risiko einer nur steuerlichen Gewinnerhöhung verbunden. Darüber hinaus gibt es gerichtlich anhängige Verfahren, die nach rechtskräftigem Abschluss Auswirkungen auf die gesamte deutsche Versicherungswirtschaft und somit auch auf den Konzern haben könnten. Dies gilt insbesondere auch für den Lebensversicherungsbereich. Der Europäische Gerichtshof hatte am 19. Dezember 2013 eine Rechtsfrage geklärt, die im Zusammenhang mit dem von 1994 bis 2007 für Versicherungsverträge geltenden Policenmodell steht. Das Gericht erklärte dabei eine seinerzeit geltende gesetzliche Frist (§ 5a Absatz 2 Satz 4 VVG a. F.) für europarechtswidrig, nach deren Ablauf Versicherungsnehmer den Versicherungsvertrag nicht mehr widerrufen konnten (zu Einzelheiten siehe Talanx-Konzerngeschäftsbericht 2013). Zu den Rechtsfolgen dieses Urteils hat der BGH am 7. Mai 2014 entschieden und mit Urteil vom 17. Dezember 2014 bestätigt, dass ein Versicherungsnehmer im Falle einer unzureichenden Widerspruchsbelehrung bzw. einer unterbliebenen Verbraucherinformation oder einer unterbliebenen Aushändigung der Versicherungsbedingungen in der Lebensversicherung das Widerspruchsrecht auch noch nach Ablauf der Jahresfrist des § 5a Absatz 2 Satz 4 VVG a. F. geltend machen kann. Mit einem weiteren Urteil vom 16. Juli 2014 hat der BGH allerdings klargestellt, dass Versicherungsnehmern, die bei Vertragsabschluss nach dem Policenmodell ordnungsgemäß belehrt wurden und den Vertrag jahrelang durchgeführt haben, kein Widerspruchsrecht und dementsprechend auch kein Bereicherungsanspruch zustehe. Der BGH hat am 15. April 2015 die bislang offene und umstrittene Frage entschieden, wann die Verjährung von Rückforderungsansprüchen infolge eines Widerspruchs im Policenmodell nach § 5a VVG a. F. zu laufen beginnt. Er hat sich dabei der Ansicht angeschlossen, wonach die dreijährige Verjährungsfrist des Bereicherungsanspruchs erst im Jahr der Ausübung des Widerspruchsrechts beginnt. Der BGH erteilte damit den Ansichten eine Absage, wonach die Verjährung bereits mit Zahlung der jeweiligen Prämie, jedenfalls aber mit Klärung der zuvor unklaren Rechtslage durch den BGH am 7. Mai 2014 beginnt/begonnen hat. Der Vertrag ist im Falle eines wirksamen Widerspruchs nach bereicherungsrechtlichen Grundsätzen rückabzuwickeln. Über Einzelheiten hierzu hat der BGH in einem Urteil vom 29. Juli 2015 entschieden. Der BGH hat bestätigt, dass der Versicherungsnehmer im Falle eines wirksamen Widerrufs grundsätzlich alle gezahlten Prämien zurückverlangen kann. Dabei muss er sich jedoch den bis zur Kündigung genossenen Versicherungsschutz anrechnen lassen. Weitere Kosten des Versicherers, wie etwa Abschluss- und Verwaltungskosten oder Ratenzahlungszuschläge, kann der Versicherer nicht in Abzug bringen. In dem diesem Urteil zugrunde liegenden Fall hatte der Versicherer dem Versicherungsnehmer bereits den Rückkaufswert ausgezahlt. Der BGH bestätigte die Auffassung des Versicherers, dass sich der Versicherungsnehmer zusätzlich die hierbei an das Finanzamt abgeführte Kapitalertragsteuer nebst Solidaritätszuschlag als Vermögensvorteil anrechnen lassen muss. Schließlich stellte der BGH mit Urteil vom 11. November 2015 fest, dass sich der Versicherungsnehmer im Rahmen der Rückabwicklung eines fondsgebundenen Lebensversicherungsvertrages eine negative Fondsentwicklung entgegenhalten lassen müsse und der Bereicherungsanspruch dementsprechend zu mindern sei. Zudem sei in der Regel davon auszugehen, dass der Versicherer aus den erhaltenen Abschluss- und Verwaltungskosten keine Nutzungen gezogen habe, sodass Nutzungen tatsächlich nur aus dem Sparanteil der Prämie gezogen werden können. Zwar haben die neuesten BGH-Urteile einige offene Fragen beantwortet, sodass sich die Höhe eines Anspruchs des Versicherungsnehmers nach einem wirksamen Widerspruch besser abschätzen lässt. Allerdings sind immer noch nicht sämtliche Rechtsfragen zur Wirksamkeit der Belehrung und zur Höhe eines eventuellen Anspruchs geklärt. Dies schließt eine verlässliche Aussage zur Anzahl der Versicherungsnehmer aus, die einen wirksamen Widerruf erklären können und wollen. Aufgrund der im Konzern gelebten Belehrungspraxis wird aber von einer geringen Inanspruchnahme ausgegangen. Darüber hinaus wurden mit dem "Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistung für Lebensversicherte" (Lebensversicherungsreformgesetz) neben einer Entlastung bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven auch für die Versicherungsbranche nachteilige Änderungen verabschiedet. Die Anforderungen des Lebensversicherungsreformgesetzes werden mit hoher Priorität umgesetzt. Laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sind die Versicherungsnehmer im Sinne des § 153 III VVG neben den laufenden/jährlichen Überschüssen und den Schlussüberschüssen an den Bewertungsreserven (BWR) zu beteiligen, soweit kein Ausschluss besteht. Der Großteil der Lebensversicherer gewährt eine "Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven", die unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Bewertungsreserven bei Beendigung des Vertrags fällig wird. Bei relativ hohen Bewertungsreserven wird der Kunde bei Vertragsbeendigung über die Mindestbeteiligung hinaus eine Beteiligung an den Bewertungsreserven erhalten. Bei niedrigen Bewertungsreserven ist es möglich, dass lediglich die Mindestbeteiligung fällig wird. Diese Praxis wurde von Verbraucherschützern und Kunden verstärkt kritisiert, sodass aus Rechtsprechung oder regulatorischer Reaktion Nachzahlungen gefordert werden können. Die Wahrscheinlichkeit für einen Eintritt dieses Risikos wird derzeit als gering eingeschätzt. Auch die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen zeigt, dass die Rechtsauffassung im Konzern gut fundiert und im Fall einer rechtlichen Auseinandersetzung valide ist. Das hier betrachtete Risiko bezieht sich auf bereits zugeteilte Bewertungsreserven. Durch die Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes steigt der potenzielle Schaden nicht mehr nennenswert an. Eine Entscheidung des BGH vom 11. Februar 2015 (AZ.: IV ZR 213/14), die einen vergleichbaren Vorgang eines Mitbewerbers betraf, stützt die im Konzern angewendete Praxis der Bedienung von Ansprüchen auf Überschussbeteiligung. Als Reaktion auf die Finanzkrise wurde durch die EU mit der Richtlinie 2014/59/EU zur Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (BRRD) die Grundlage für die Beteiligung von Anteilseignern und Gläubigern an der Rekapitalisierung sanierungsbedürftiger Banken geschaffen ("Bail-in"-Regel). Österreich hat als erster Mitgliedsstaat die (allein) auf Banken bezogene EU-Vorgabe mit dem "Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken" (BaSAG) in nationales Recht umgesetzt. Auf dieser Basis hat die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA für die Heta Asset Resolution ("Heta") am 1. März 2015 ein Zahlungsmoratorium verhängt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Heta allerdings weder über eine Banklizenz, noch hatte sie am EZB-Stresstest teilgenommen, weshalb sich die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der FMA allein schon aus diesem Grund gravierenden Zweifeln ausgesetzt sieht. Durch die - erstmals erfolgte - Anwendung dieser "Bail-in"-Regeln wurde eine "klassische" Insolvenz der Heta und damit auch ein Rückgriff auf den Bürgen, das österreichische Bundesland Kärnten, verhindert. Die Belastung des Periodenergebnisses für die Aktionäre der Talanx AG beläuft sich zum Jahresende 2015 auf einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. Weiterhin bestehen Unsicherheiten und Unklarheiten, wie die europäische Bankensanierungs- und -Abwicklungsrichtlinie (BRRD) in nationales Recht umgesetzt wird. In den einzelnen Mitgliedsstaaten werden verschiedene Vorschläge diskutiert. Im Hinblick auf die angestrebte Harmonisierung (Bankenunion) ist auch eine einheitliche Umsetzung vorstellbar. In mehreren Staaten erfolgt daher die Implementierung nicht zum 1. Januar 2016. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts bzw. einer Zahlung über die bilanzierten Rückstellungen hinaus wird im Konzern als gering eingeschätzt. Weitere mögliche Entwicklungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung oder gesetzliche Änderungen, die die Konzerngesellschaften betreffen können, werden durch hausinterne Syndikusanwälte für das Management eng überwacht. Unabhängig von der Frage der rechtlichen Bindungswirkung können aus einzelnen Gerichtsurteilen Reputationsrisiken entstehen. Die gesamte Versicherungswirtschaft und auch der Konzern sehen sich vor dem Hintergrund der aufsichtsrechtlichen Neuerungen fundamentalen Veränderungen ausgesetzt, insbesondere im Rahmen von IFRS und Solvency II. Die bilanz- und aufsichtsrechtlichen Änderungen verfolgen wir eng und haben die damit verbundenen erhöhten Anforderungen identifiziert sowie unsere Risikomanagement- und Governance-Struktur entsprechend weiterentwickelt, um damit den zukünftig komplexeren und umfangreicheren Vorgaben gerecht zu werden. Dies begleiten die zentrale Rechtsabteilung sowie der Compliance-Bereich des Konzerns eng, mit dem Ziel einer konzernweit konsistenten Auslegung der rechtlichen Vorgaben an das Risikomanagement und die Geschäftsorganisation. In zunehmendem Maße zeigt sich infolge der Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalanforderungen seitens der Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte auch Gesellschaften des Konzerns treffen und Kapitalmaßnahmen erfordern. So hat das Financial Stability Board (FSB) eine Liste mit Versicherungsunternehmen veröffentlicht, die als global systemrelevant eingestuft werden. Diese Versicherungsunternehmen stehen unter "erweiterter Aufsicht" und müssen bis Ende 2014 Sanierungs- und Abwicklungspläne erstellen. Auch Kapitalzuschläge für systemrelevante Risiken sind geplant. Der Konzern ist vom FSB nicht als global systemrelevant eingestuft worden. Sollte sich dies ändern, können nicht geplante Kosten für den Konzern entstehen. Auf der Liste des FSB stehen derzeit noch keine Rückversicherungsunternehmen. Über deren Systemrelevanz soll zeitnah entschieden werden. Unabhängig von der globalen systemischen Relevanz arbeiten FSB und IAIS (International Association of Insurance Supervisors) an Insurance Capital Standards für international agierende Versicherer. Hieraus können sich Diskrepanzen zu den aus Solvency II abgeleiteten Solvenzanforderungen für den Konzern ergeben. Zurzeit erarbeitet die IAIS umfassende Assessmentkriterien. Auf eine Verschärfung von Solvenzanforderungen scheinen auch die Bestrebungen des ESRB (European Systemic Risk Board) hinauszulaufen, das soeben seinen Bericht zu systemischen Risiken in der Versicherungswirtschaft veröffentlicht hat. Neben den rechtlichen Risiken zählen zu den weiteren bedeutenden operationellen Risiken für den Konzern der Ausfall von Datenverarbeitungssystemen und die Datensicherheit, denn die Verfügbarkeit der Anwendungen, die Sicherung der Vertraulichkeit und die Integrität der verwendeten Daten sind von entscheidender Bedeutung für den Konzern. Da der weltweite Austausch von Informationen zunehmend per elektronischer Datenübermittlung stattfindet, ist er auch durch Computerviren angreifbar (Cyber-Risiko). Gezielte Investitionen in die Sicherheit und Verfügbarkeit der Informationstechnologie erhalten und steigern das bestehende hohe Sicherheitsniveau. Der Talanx-Konzern und die IBM Deutschland GmbH haben einen Vertrag zum Betrieb des Rechenzentrums der Erstversicherungsgruppe in Deutschland unterzeichnet. Die Konsolidierung der Rechenzentren trägt zur Verbesserung der Betriebsstabilität der IT-Infrastruktur bei, ermöglicht eine höhere Flexibilität und ist ein wichtiger Schritt, um die Infrastrukturkosten der Gruppe zu verringern. Die Transformation auf die neue Umgebung soll bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Mit dem Übergang verbundene Risiken werden eng überwacht. Betriebliche Risiken können auch im Personalbereich entstehen, z. B. durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, die für das zunehmend komplexer werdende Geschäft mit starker Kundenorientierung sowie die Umsetzung wichtiger Projekte notwendig sind. Daher legt der Konzern großen Wert auf AUS- und Fortbildung. So können sich Mitarbeiter durch individuelle Entwicklungspläne und angemessene Qualifizierungsangebote auf die aktuellen Marktanforderungen einstellen. Zudem fördern moderne Führungsinstrumente und - wo tarifvertraglich möglich - adäquate monetäre ebenso wie nicht monetäre Anreizsysteme einen hohen Einsatz der Mitarbeiter. Dem Risiko, dass Mitarbeiter Vermögensdelikte zulasten des Unternehmens begehen, begegnet Talanx mit internen Kompetenz- und Bearbeitungsrichtlinien sowie mit regelmäßigen Fachkontrollen und Revisionen. Die Arbeitssituation im Bereich Betrieb Sach war in den vergangenen Monaten zurückreichend bis 2014 durch erhebliche Rückstände (Vorgänge außerhalb des Servicelevels) gekennzeichnet. Mithilfe des im September 2014 initiierten Projektes "Sofortmaßnahmen" ist es gelungen, die Rückstände zum 30. Oktober 2015 vollständig abzubauen. Damit hat Betrieb Sach vor Beginn der Kraftfahrtvertragserneuerungsperiode im vierten Quartal eine gute Ausgangssituation geschaffen, um in den traditionell posteingangsstarken Monaten von November 2015 bis April 2016 (Jahresendgeschäft Kfz und dessen Auswirkungen) eine stabile Arbeitssituation und eine angemessene telefonische Erreichbarkeit sicherzustellen. Risiken aus Störungen der Gebäudeinfrastruktur, die zu Betriebsunterbrechungen führen können, reduzieren wir u. a. durch die Einhaltung von Sicherheits-/Wartungsvorschriften und Brandschutzmaßnahmen. Zudem ermöglichen im Falle einer Störung vorhandene Notfallplanungen eine schnellstmögliche Rückkehr in den Normalbetrieb. Zur Steuerung und Koordination der Maßnahmen zur Wiederherstellung des Normalbetriebs wurden sowohl auf Ebene der Talanx als auch in den Konzerngesellschaften Krisenstäbe gebildet. Risiken aus ausgegliederten Funktionen oder Dienstleistungen sind grundsätzlich in den Risikomanagement-Prozess eingebunden und werden identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und fließen in die Risikoberichterstattung ein, auch wenn die Dienstleistung nur konzernintern erfolgt. Zudem werden vor Ausgliederung von Tätigkeiten/Bereichen initiale Risikoanalysen durchgeführt. Vertriebliche Risiken können sich aus dem allgemeinen Marktumfeld (Konjunktur, Inflation, Biometrie etc.) und dem Versicherungsumfeld (Konkurrenzverhalten, Kunden-, Vermittler-, Mitarbeiterbedürfnisse etc.) ergeben. Grundsätzlich arbeitet der Konzern im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Vermittlern, Maklern und Kooperationspartnern zusammen. Dabei besteht insbesondere bei Fremdvertrieben naturgemäß das immanente Risiko, dass Vertriebsvereinbarungen durch externe Einflüsse geprägt werden können - mit entsprechendem Verlustpotenzial im Neugeschäft und Bestandsabrieb. EMERGING RISKS"Emerging Risks" (z. B. in der Nanotechnologie oder im Zuge des Klimawandels) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren Vertragsbestand, noch nicht verlässlich beurteilt werden kann. Die Risiken entwickeln sich allmählich von schwachen Signalen zu eindeutigen Tendenzen. Daher sind Risikofrüherkennung und anschließende Relevanzbestimmung von entscheidender Bedeutung. Zur Früherkennung haben wir einen effizienten geschäftsbereichsübergreifenden Prozess entwickelt und die Anbindung an das Risikomanagement sichergestellt, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können (z. B. laufende Überwachung und Bewertung, vertragliche Ausschlüsse oder die Entwicklung neuer [Rück-]Versicherungsprodukte). STRATEGISCHE RISIKENStrategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. REPUTATIONSRISIKENReputationsrisiken sind Risiken, die sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergeben. Diese können z. B. aus der unzureichenden Umsetzung gesetzlicher Vorgaben oder auch aus der verspäteten oder fehlerhaften Veröffentlichung von Geschäftszahlen resultieren. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. MODELLRISIKENAuf der Konzernebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partieller oder fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Der Begriff "Modell" umfasst in diesem Zusammenhang quantitative Methoden, Verfahren und Vorgehensweisen, die statistische, ökonomische, finanzwirtschaftliche oder mathematische Theorien, Techniken und Prämissen verwenden, um Input-Daten (auch qualitative Daten/Expertenschätzungen) zu quantitativen Schätzungen zu verarbeiten. Sensitivitätsanalysen quantifizieren - insbesondere in Hinblick auf Expertensetzungen - das immanente Modellrisiko und geben Anhaltspunkte für die Robustheit der Kennziffer "SCR". Bei der Anwendung von Modellen werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen vom Management getroffen bzw. Parameter verwendet, die auf Schätzungen und Annahmen beruhen, die Eingang in die Modellrechnungen finden und im Nachhinein von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen können. Zudem sind wir bei einzelnen Bewertungsvorgängen auf die Abschätzung künftiger Modellrechnungen angewiesen, da bestimmte Berechnungen erst nach der Aufstellung der Konzernbilanz fertig gestellt werden können. Hierzu wurden im Zuge des Antragsverfahrens mit der BaFin sogenannte Modelländerungsleitlinien abgestimmt, die festlegen, welche Änderungen das Unternehmen am Modell vornehmen kann. Der Modelländerungsprozess hat eine beherrschbare kontinuierliche Verbesserung zum Ziel. Das in Solvency II vorgesehene Prinzip des "Full Fair Value" führt für die langfristigen Garantien der deutschen Lebensversicherer zu starken Schwankungen im Kapitalbedarf. Im Rahmen der Ermittlung des Marktwertes der versicherungstechnischen Verpflichtungen sind die langfristigen Garantien zu berücksichtigen und mit Eigenkapital zu hinterlegen. Infolge des lang anhaltend niedrigen Zinsniveaus verschärft sich die Situation zusätzlich, da die Lebensversicherer vor der immer größeren Herausforderung stehen, die vertraglich zugesagte Rendite für Verpflichtungen mit hohen Zinsgarantien zu erwirtschaften. Noch verschärft durch die Unwägbarkeiten der marktkonsistenten Abbildung langfristiger Garantiezusagen nach Solvency II ist daher ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf oder die Notwendigkeit eines Abbaus der Nettorisiken für Lebensversicherer auch in näherer Zukunft nicht auszuschließen. SONSTIGE WESENTLICHE RISIKENDie sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Risiken aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen begegnet der Konzern mit geeigneten Instrumenten im Controlling, in der Konzernrevision und dem Risikomanagement. Durch das standardisierte Berichtswesen erhalten die Entscheidungsträger regelmäßig aktuelle Informationen über den Konzern und über die Geschäftsentwicklung in allen wichtigen Tochtergesellschaften. Sie können so kontinuierlich risikosteuernd eingreifen. Risiken mangelnder Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und fehlender Ausgeglichenheit des Geschäfts reduziert der Konzern für die verschiedenen Risikoquellen vor allem durch segmentale und regionale Diversifizierung, geeignete Risikominderungs- und Risikoüberwälzungsstrategien sowie gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnisverstetigende Produkt- und Portfolio-Bereiche. Die Risiken der Tochtergesellschaften, die zu einer Realisation der Beteiligungsrisiken der Talanx AG führen können, werden in den Risikomanagement-Systemen der Tochtergesellschaften identifiziert, überwacht und gesteuert. Dem Risiko des Substanzverlusts von Zukäufen oder deren ungenügender Rentabilität steuern wir durch eingehende Due-Diligence-Prüfungen unter Mitwirkung des Risikomanagements und unabhängiger professioneller Berater und Wirtschaftsprüfer sowie durch eine intensive Überwachung der Geschäftsentwicklung entgegen. Der Verlauf des Mergers & Acquisitions (M&A)-Prozesses sowie Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sind in einer M&A-Richtlinie geregelt. Des Weiteren achtet die Talanx auf Risiken aus der Finanzierung von Akquisitionen und dem Kapitalbedarf von Tochtergesellschaften sowie auf deren erwartete Rentabilität und Ausschüttungsfähigkeit. Der Überwachung des Finanzierungsrisikos dienen dabei regelmäßig aktualisierte Liquiditätsrechnungen und -prognosen sowie eine Festlegung der Rangfolge für die Mittelverwendung. Aus den Pensionsverpflichtungen, die die Talanx AG im Zuge der Gerling-Übernahme übernommen hat, kann sich weiterer Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren oder gar weiter sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Talanx stellt eine regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf ihre Angemessenheit an, um dem Risiko möglicher ungenügender Dotierung der Pensionsrückstellungen (z. B. durch Sterblichkeitsänderungen, Inflation und Zinsentwicklung) entgegenzusteuern. GESAMTBILD DER RISIKOLAGEEs sind bislang keine konkreten Risiken erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen könnten. Jedoch könnte die kumulierte Materialisierung von Risiken mit der Anpassungsnotwendigkeit bestimmter immaterieller Vermögenswerte und Buchwerte verbunden sein. So könnte u. a. eine lang anhaltende Niedrigzinsphase bei Teilen des Lebensversicherungsbereiches aufgrund des erhöhten Zinsgarantie- und Wiederanlagerisikos zu erheblichen Belastungen der Ertragslage und der Solvabilität führen. Insbesondere birgt es für die Lebensversicherer sowie die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung im Konzern bezüglich der HGB-Bilanz das Risiko weiterer Zinsnachreservierungen. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Staatsschuldenkrise besteht weiterhin zumindest abstrakt ein beachtlicher Grad an Unsicherheit, ob sich diesbezügliche Risiken nicht zukünftig weiter konkretisieren und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nachhaltig beeinträchtigen werden. Große Unsicherheit besteht zudem - wie ausgeführt - für die weitere Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen unserer unternehmerischen Tätigkeit. Begründet durch die im Zeitablauf veränderten Interpretationen der Gesetzeslage sehen wir uns einer Unsicherheit hinsichtlich der künftigen praktischen Auslegung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen (Solvency II) ausgesetzt. Die derzeit aufsichtsrechtlich gültigen Solvabilitätsanforderungen werden vom Konzern erfüllt, siehe Wirtschaftsbericht, Kapitel "Vermögens- und Finanzlage", Abschnitt "Gruppensolvabilität". PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENIn den kommenden Quartalen dürfte sich die heterogene Entwicklung der Weltwirtschaft fortsetzen. Die USA befinden sich auf einem stabilen Wachstumspfad. Die solide konjunkturelle Entwicklung zeigt sich insbesondere am sehr robusten Arbeitsmarkt und am Immobilienmarkt. Dieser und die besseren Arbeitsmarktbedingungen sollten dem Konsum der privaten Haushalte nachhaltig weiter Auftrieb verleihen. Einhergehend mit gestiegenen Vermögenswerten und geringen Inflationsraten hat das verfügbare Einkommen der US-Haushalte deutlich zugenommen, und die Aufwendungen für den Schuldendienst sind spürbar gesunken. Der private Verbrauch sollte in den kommenden Quartalen der zentrale Wachstumstreiber in den USA bleiben. Die konjunkturelle Erholung in der Eurozone sollte sich in den kommenden Quartalen fortsetzen. Neben der weiterhin sehr expansiven Geldpolitik der EZB dürfte sich auch der niedrige Kurs des Euro weiter unterstützend auswirken. Die zuletzt positive Arbeitsmarktdynamik sollte weiter bestehen und in Verbindung mit der geringen Teuerung die Realeinkommen erhöhen und so zu mehr Konsum führen. Ebenfalls unterstützend auf den privaten Konsum sollten sich in den nächsten Monaten die niedrigen Rohstoffpreise auswirken. In den Schwellenländern hat sich die zuletzt negative Dynamik weiter beschleunigt. Wir sehen sie vor strukturellen und zyklischen Herausforderungen. Allerdings dürften die Wachstumsraten auch zukünftig sehr heterogen ausfallen. Die strukturellen Probleme in China, u. a. die hohe Verschuldung, sollten negative Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Die heterogene wirtschaftliche Entwicklung zwischen der entwickelten Welt und den Schwellenländern führt zunehmend zu einer Asynchronität von Konjunktur- und damit einhergehend Inflations- und Zinszyklen. In den USA dürfte über eine Lohn-Preis-Spirale Inflation entstehen, die eine kontinuierliche "Normalisierung" der Geldpolitik erforderlich macht. Der geldpolitische Kurs der EZB dürfte hingegen aufgrund niedriger Inflationsraten, teilweise hoher Arbeitslosigkeit und heterogener, mitunter sehr moderater Wachstumsraten sehr expansiv bleiben. Die Inflationsraten im Euroraum dürften in den kommenden Monaten weiter sehr niedrig bleiben. KAPITALMÄRKTENiedrige Inflationserwartungen, anhaltende geopolitische Risiken und die im Dezember 2015 nochmals forcierte expansive Geldpolitik der EZB lassen mittelfristig weiter ein niedriges Zinsumfeld erwarten. Ein Ende dieser expansiven Geldpolitik ist im Berichtsjahr nicht zu erwarten. Im vierten Quartal verzeichneten Bundesanleihen mit Laufzeiten bis ca. acht Jahre neue historische Tiefstände. In den USA hat die Fed im Dezember 2015 die Leitzinsen angehoben. Die Fed hält bis Ende 2016 ein Zinsniveau von 1,375 % für angemessen, was drei bis vier weitere Zinsschritte für 2016 erwarten lässt. Rechtlicher und politischer Druck auf die Ratingagenturen lässt auch künftig vorsichtige Ratingaktionen und im Zweifel eher niedrigere Ratingeinstufungen erwarten. Die Griechenland-Thematik könnte trotz der im Juli 2015 erreichten Einigung auch im Berichtsjahr wieder akut werden, wie auch die Wachstumsschwäche in China mit negativen Auswirkungen auf die Schwellenländer. Im vierten Quartal 2015 zeigten sich deutliche Aktivitäten im Primärmarkt, insbesondere nachrangige Bankenanleihen stehen im Fokus der Emittenten. Wir gehen davon aus, dass das Neuemissionsvolumen im Jahr 2016 gegenüber 2015 stabil bleibt. Aktuell verzeichnen die Aktienmärkte in den USA und Europa relativ hohe Bewertungsniveaus. Das Gewinnwachstum dürfte in Europa noch Nachholpotenzial haben. Gleichzeitig sind die geringen Rohstoffpreise hier wahrscheinlich noch nicht vollständig eingepreist, was zusätzlich zu steigenden Gewinnen führen könnte. Insgesamt erwarten wir für die globalen Aktienmärkte eine neutrale bis unterdurchschnittliche Wertentwicklung bis zum Jahresende. KÜNFTIGE BRANCHENSITUATIONDie Prognosen zu den Versicherungsmärkten stützen sich insbesondere auf Veröffentlichungen des Rückversicherungsunternehmens Swiss Re und der Ratingagentur Fitch Ratings. DEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFTAngesichts der bereits seit Längerem bestehenden und auch 2016 andauernden konjunkturellen Risikofaktoren sind Prognosen generell mit einem Vorbehalt behaftet. Unter der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern, wird die Versicherungswirtschaft nach Einschätzung des GDV 2016 ein gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstantes Beitragsvolumen erreichen. Für das Jahr 2016 rechnen wir in der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland mit steigenden Prämieneinnahmen. Das Beitragswachstum dürfte sich gegenüber dem Niveau des Berichtsjahres jedoch weiter abschwächen. Diese Einschätzung spiegelt die erwartete Entwicklung in der Kraftfahrtversicherung, dem wesentlichen Treiber für die positive Beitragsentwicklung in den letzten Jahren. Nachdem das Beitragsvolumen - insbesondere das des Einmalbeitragsgeschäfts - der deutschen Lebensversicherer im Berichtsjahr rückläufig war, geht der GDV für 2016 von einem weiteren leichten Rückgang der Beiträge aus. Die anhaltend niedrigen Zinsen und ihre negativen Auswirkungen auf die Gesamtverzinsung dürften die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer 2016 weiterhin belasten. INTERNATIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEIn der internationalen Schaden- und Unfallversicherung erwarten wir für 2016 ein geringfügiges reales Wachstum der Prämieneinnahmen. Während für die entwickelten Märkte von einer leichten Verlangsamung des Prämienwachstums auszugehen ist, rechnen wir für die Schwellenländer mit einer deutlichen Steigerung. Angesichts von zu erwartenden leicht nachgebenden Prämien in entwickelten Märkten und einer sich lediglich geringfügig verbessernden konjunkturellen Entwicklung gehen wir davon aus, dass sich die Profitabilität 2016 etwas verschlechtern wird. Für den Euroraum wie auch die USA gehen wir angesichts tendenziell positiver konjunktureller Aussichten für 2016 von einem weiter steigenden Prämienaufkommen aus, das sich im Niveau gegenüber dem Vorjahr aber abschwächen dürfte. Nach einem rückläufigen Prämienwachstum im Jahr 2015 rechnen wir für 2016 in Mittel- und Osteuropa mit einer langsamen Erholung, ausgehend von einer sich verbessernden wirtschaftlichen Entwicklung. Auch für Lateinamerika erwarten wir nach einem verhaltenen Jahr 2015 eine leichte Erholung des Prämienwachstums 2016, wenngleich auf einem niedrigeren Niveau. Bremsend dürften hier die ungünstige makroökonomische Entwicklung in Brasilien und der Übergang zu einem an Solvency II orientierten Rahmenwerk in Mexiko wirken. In den asiatischen Schwellenländern gehen wir auch für 2016 von einem weiterhin starken Prämienwachstum aus, insbesondere in China, Indien und Südostasien. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten erwarten wir eine weitere Steigerung des realen Prämienwachstums, und zwar sowohl in den entwickelten Märkten als auch in den Schwellenländern. Angesichts des herausfordernden Umfelds anhaltend niedriger Zinsen, volatiler Finanzmärkte, zunehmender regulatorischer Anforderungen und moderater globaler Wachstumserwartungen bleibt deren Profitabilität jedoch unter Druck. In Mittel- und Osteuropa gehen wir im Zuge der wieder anspringenden wirtschaftlichen Entwicklung von einer Zunahme des Prämienwachstums aus. Insbesondere in einigen EU-Mitgliedsstaaten sind die Aussichten angesichts eines sich verbessernden Konsumklimas, niedriger Inflation und günstigerer Arbeitsmarktbedingungen positiv. In Lateinamerika erwarten wir nach der positiven Entwicklung 2015 eine weitere Erholung des realen Prämienwachstums für 2016, allerdings unter der Voraussetzung, dass in Kernländern wie Brasilien oder Argentinien ein Nachlassen der Rezession erfolgt. In Asien gehen wir von einer anhaltend starken Entwicklung des Prämienwachstums aus, insbesondere in China. AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2016Wir beschreiben auf den folgenden Seiten die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben herausfordernd, weil die weitere Entwicklung wichtiger Rahmenbedingungen, wie der Staatsschulden- und Finanzmarktkrise und insbesondere des anhaltend niedrigen Zinsumfelds, weiterhin schwierig einzuschätzen ist. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung wollen wir unsere strikt am Ertrag orientierte Zeichnungspolitik im Inlandsgeschäft fortsetzen sowie unser ertragreiches Geschäft im Ausland weiter ausbauen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir unser 2015 gestartetes Programm zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit fort. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International steht vor allem eine erfolgreiche Integration der im November 2015 übernommenen Lebensversicherungsgesellschaften CBA Vita S. p. A. und deren Tochtergesellschaft Sella Life Ltd. im Vordergrund. Weiterhin bleiben die regulatorischen Änderungen in Polen herausfordernd. In der Schaden-Rückversicherung erwarten wir auf der Basis unveränderter Währungskurse ein leicht rückläufiges Prämienvolumen. Diese Annahme beruht unter anderem auf unserer selektiven Zeichnungspolitik, weitgehend nur das Geschäft zu zeichnen, das unsere Margenanforderungen erfüllt. In der Personen-Rückversicherung sehen wir auch im laufenden Jahr gute Geschäftschancen. L88 AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IN DEN WESENTLICHEN GESCHÄFTSBEREICHEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGENscroll
VORAUSSICHTLICHE FINANZIELLE ENTWICKLUNG DES KONZERNSWir gehen von folgenden Annahmen aus:
TALANX-KONZERNFür den Talanx-Konzern erwarten wir 2016 - auf Basis konstanter Wechselkurse - ein stabiles Bruttoprämienvolumen. Die IFRS-Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens 3 % liegen. Wir streben ein Konzernergebnis von rund 750 Mio. EUR an. Damit dürfte die Eigenkapitalrendite im Jahr 2016 über 8,5 % liegen, womit wir unser strategisches Ziel von 750 Basispunkten über dem durchschnittlichen risikofreien Zins erreichen würden. Dieses Ergebnisziel steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten. Unser erklärtes Ziel ist es, einen Anteil von 35 % bis 45 % vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten. INDUSTRIEVERSICHERUNGErhebliches Potenzial für profitables Wachstum sieht die HDI Global SE, die den Geschäftsbereich führt, weiter im internationalen Geschäft. Daher soll auch 2016 der Ausbau des internationalen Geschäftes der HDI Global SE weiter vorangetrieben werden. Europaweit streben wir den Ausbau unseres Industriegeschäfts in den Bereichen Lokalgeschäft, Mittelstand und internationale Versicherungsprogramme an. Unsere Zielregionen außerhalb Europas sind weiterhin Lateinamerika, (Süd-)Ostasien und MENA (Middle East und North Africa). Aufgrund der weiteren Profitabilisierung des Inlandsgeschäftes erwarten wir insgesamt ein stabiles bis leicht wachsendes Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt). Um im Ergebnis überproportional vom Prämienwachstum zu profitieren, wird auch 2016 das strategische Ziel verfolgt, den Selbstbehalt sukzessive zu steigern. Wir streben an, eine Selbstbehaltsquote mindestens auf Vorjahresniveau und damit von mindestens 52 % zu erzielen. Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir für das Jahr 2016 eine Normalisierung des Großschadenaufkommens und demzufolge eine geringere kombinierte Schaden-/Kostenquote von 97 % bis 98 %. Hierzu dürften auch die erfolgreichen Profitabilisierungsmaßnahmen in der deutschen Feuerversicherung sowie im Flotten- und Transportgeschäft beitragen. Damit dürfte 2016 die EBIT-Marge bei 9 % bis 10 % und die Eigenkapitalrendite bei rund 7 % liegen. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDFür das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland gehen wir für 2016 insbesondere aufgrund von Vertragsabläufen sowie einem voraussichtlich verhalteneren Neugeschäft infolge der Umstellung des Produktportfolios von klassischen Garantieprodukten hin zu modernen, kapitaleffizienten Produkten von einem Abrieb der gebuchten Bruttoprämien von 3 % bis 5 % aus. Erste Erfolge dieser Produktumstellung spiegeln sich in der Erwartung der Neugeschäftsmarge von rund 1 % für 2016 wider. Wir erwarten eine kombinierte Schaden-/Kostenquote, die aufgrund der investiven Phase des Geschäftsbereichsprogramms leicht über 100 % liegen dürfte. Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Zinsrückgängen kommt, erwarten wir für 2016 eine EBIT-Marge von 1 % bis 2 %. Die Eigenkapitalrendite sollte somit 2016 bei rund 2 % liegen. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALFür das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2016 ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien von rund 10 % an, unter der Voraussetzung, dass es zu keinen unvorhergesehenen Schwankungen der Wechselkurse kommt. Hierbei ist auch der Erwerb der italienischen Lebensversicherungsgesellschaften CBA Vita S. p. A. und deren Tochtergesellschaft Sella Life Ltd. berücksichtigt. Für 2016 gehen wir davon aus, dass das Wachstum des Neugeschäftswertes zwischen 5 % und 10 % sowie die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei rund 96 % liegen dürfte. Wir erwarten eine EBIT-Marge von rund 6 %. Außerdem gehen wir für 2016 von einer Eigenkapitalrendite von rund 6 % aus. SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIn der Schaden-Rückversicherung erwarten wir auf der Basis unveränderter Währungskurse ein leicht rückläufiges Prämienvolumen. Diese Annahme basiert zum einen auf unserer selektiven Zeichnungspolitik, nach der wir weitgehend nur das Geschäft zeichnen, das unsere Margenanforderungen erfüllt, und zum anderen darauf, dass 2016 volumenstarke Quotenverträge wegfallen, die chinesische Zedenten im Berichtsjahr noch verstärkt nachfragten. In den unterjährigen Erneuerungsrunden gehen wir dennoch davon aus, dass wir dank unserer guten Ratings und langjährigen stabilen Kundenbeziehungen erneut gute Ergebnisse erzielen können. Auch wenn davon auszugehen ist, dass die Marktbedingungen in der Schaden-Rückversicherung weiter weich bleiben, erwarten wir ein versicherungstechnisches Ergebnis, das sich in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2015 bewegt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Großschadenlast im Rahmen unserer Erwartungen bleibt. Als Ziel für unsere Schaden-/Kostenquote streben wir unverändert einen Wert unterhalb von 96 % an. Die EBIT-Marge für die Schaden-Rückversicherung sollte mindestens 10 % betragen. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIn der Personen-Rückversicherung sehen wir auch im laufenden Jahr gute Geschäftschancen. Unser Anspruch ist es weiterhin, unseren Kunden neben der traditionellen Risikoübernahme einen umfänglichen Rückversicherungsservice zu bieten. Für die Bruttoprämie in der Personen-Rückversicherung erwarten wir währungskursbereinigt ein leichtes Wachstum. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Veränderungen bei einzelnen sehr prämienstarken Verträgen erhebliche Auswirkungen auf das Prämienvolumen haben, die sowohl positiv als auch prämienreduzierend sein können. Der Neugeschäftswert (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) sollte oberhalb von 110 Mio. EUR liegen. Unverändert sind die Ziele für die EBIT-Marge des Financial-Solutions- und Longevity-Geschäfts (2 %) sowie des Mortality- und Morbidity-Geschäfts (6 %). GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTAls Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx-Konzern für das Jahr 2016 - im Rahmen des strategischen Ziels von 900 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (risikofrei) - mindestens 10 %. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDSDer Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx-Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und machen sie so zur Kompassnadel unserer schlanken Struktur. Die Hauptstoßrichtung ist profitables Wachstum mit dem Ziel, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx-Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland überdurchschnittlich erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter Talanx International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. CHANCENMANAGEMENTDie Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses und seit Jahren fest in der Unternehmenskultur und dem ganzheitlichen Steuerungsansatz des Talanx-Konzerns verankert. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Herausforderung an, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet die integrierte, nach dem Schema einer Balanced Scorecard aufgebaute Performance-Metrik. Dies gilt über sämtliche Hierarchieebenen hinweg - von der Konzernspitze bis in einzelne Funktionsbereiche der Konzerngesellschaften. Sie stellt auch das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden zu Beginn des jährlich neu stattfindenden Performance-Management-Prozesses die auf Basis der Dachstrategie identifizierten strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Geschäftsbereiche anschließend im Rahmen einer strategischen Programmplanung spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancenmanagements bildet. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen die integrierte Performance-Metrik zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich wiederum vorwärtsgerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx-Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. EINSCHÄTZUNG KÜNFTIGER CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGENCHANCEN AUS DER ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGENDemografischer Wandel in Deutschland:Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen, ausgegangen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende:Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll weiter fortgesetzt werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen, Windparks sowie Wasserversorgungsunternehmen wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktstabilität:Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt worden. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Kapitalmärkten ein anhaltend hoher Grad an Belastung und Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien hatten sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Die klassische deutsche Lebensversicherung, bei der Garantien für die gesamte Laufzeit gegeben werden, steht auf dem Prüfstand. Aufgrund hoher Eigenmittelanforderungen unter Solvency II für diese Produktkategorie halten wir es grundsätzlich für sinnvoll, diese Garantien zukünftig kapitaleffizienter darzustellen und perspektivisch entsprechende Produkte zu entwickeln. Sollte sich das Finanzmarktumfeld deutlicher stabilisieren und die Produktinnovationen schneller Akzeptanz finden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum, die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. IM UNTERNEHMEN BEGRÜNDETE CHANCENInterne Prozesse:Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir das Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse kundenfreundlicher und effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen. Wir arbeiten daran, vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend zu nutzen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur wollen wir aktiv fördern. Sollte die Neuordnung der internen Prozesse schneller als derzeit erwartet voranschreiten, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Digitalisierung:Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung werden Geschäftsprozesse und -modelle mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. So sollen die Geschäftsprozesse im Konzernsegment Privat- und Firmenversicherung Deutschland effizienter gestaltet und die Dunkelverarbeitungsquote erhöht werden. Des Weiteren soll im Industrieversicherungssegment die Prozess- und IT-Landschaft länderübergreifend harmonisiert werden. Dadurch wollen wir ein global führender Anbieter von Industrieversicherungen werden. Durch die Digitalisierung ergeben sich zahlreiche Chancen. So ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Weiterhin ermöglicht die Digitalisierung die gezielte Auswertung umfangreicher Datenmengen. Dadurch können angemessenere Preise festgesetzt und Kunden gezielt angesprochen werden. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. VERTRIEBLICHE CHANCENBancassurance:Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx-Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx-Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Ungarn und in Russland etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx-Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoachs der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften in Polen vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten schneller ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Internet:Durch die zunehmende Digitalisierung führen CyberAngriffe via Internet vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem die in jüngster Vergangenheit bekannt gewordenen Spionagetätigkeiten der Geheimdienste zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Internetrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. GESAMTBILD DER CHANCENLAGEDer Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend sich verändernde äußere Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf reagieren zu können. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. 2 KONZERNABSCHLUSSKonzernbilanz DER TALANX AG ZUM 31. DEZEMBER 2015A1 KONZERNBILANZ - AKTIVA IN MIO. EURscroll
A2 KONZERNBILANZ - PASSIVA IN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015A3 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG IN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015A4 KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG IN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. AUFSTELLUNG DER VERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSA5 VERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS IN MIO. EURscroll
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1)
Die übrigen Veränderungen enthalten die Gewinnbeteiligungen
Versicherungsnehmer/Shadow Accounting sowie sonstige Veränderungen Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015A6 KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG IN MIO. EURscroll
1)
Die Ertragsteuerzahlungen sowie erhaltene
Dividenden und erhaltene Zinsen werden dem Kapitalfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen Dividenden beinhalten
ebenfalls dividendenähnliche Gewinnbeteiligungen aus Investmentfonds
sowie Private-Equity-Gesellschaften, insofern ergeben sich Abweichungen
zu unserer Darstellung in der Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis" Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KonzernanhangALLGEMEINE INFORMATIONENDer Konzernabschluss umfasst die Talanx AG, mit Sitz in Hannover, Deutschland, und deren Tochterunternehmen (zusammen Talanx-Konzern oder Talanx Gruppe). Die Gruppe ist weltweit über Konzernunternehmen und Kooperationen in rund 150 Ländern aktiv und bietet Versicherungsdienstleistungen sowohl im Schaden/Unfall- als auch im Lebensversicherungsgeschäft, in der Rückversicherung sowie Geschäfte im Bereich Asset-Management an. Die Talanx AG ist als Finanz- und Management-Holdinggesellschaft selbst jedoch nicht im Versicherungsgeschäft tätig. Die Talanx AG gehört mit 79,0 % mehrheitlich dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Obergesellschaft), Hannover, (HDI V. a. G.) und ist Muttergesellschaft für alle zum HDI V. a. G. gehörenden Konzerngesellschaften. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR Hannover B 52546 mit der Adresse "Riethorst 2, 30659 Hannover" eingetragen. Der HDI V. a. G. ist nach § 341i HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen, in den die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochtergesellschaften einbezogen sind. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt gegeben. ALLGEMEINE AUFSTELLUNGSGRUNDSÄTZE UND ANWENDUNG DER IFRSDer Konzernabschluss der Talanx AG wurde auf der Grundlage des § 315a Absatz 1 HGB und in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Die in § 315a Absatz 1 HGB genannten handelsrechtlichen Vorschriften wurden vollständig beachtet. Im Rahmen des Konzernabschlusses wurden alle zum 31. Dezember 2015 geltenden IFRS-Vorschriften berücksichtigt, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2015 bindend ist und die von der EU übernommen wurden. Die versicherungsspezifischen Geschäftsvorfälle, in denen die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) auf dem Stand der Erstanwendung des IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert und bewertet. Nach IFRS 4 sind Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Versicherungsverträgen und nach IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" analoge Ausführungen zu Risiken aus Finanzinstrumenten erforderlich. Zusätzlich fordert § 315 Absatz 2 Nummer 2 HGB bei Versicherungsunternehmen für den Lagebericht ebenfalls Angaben zum Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken. Die aus diesen Vorschriften resultierenden Angaben sind im Risikobericht enthalten. Auf eine zusätzliche inhaltsgleiche Darstellung im Anhang haben wir verzichtet. Um einen Gesamtüberblick über die Risiken zu erhalten, denen der Konzern ausgesetzt ist, sind daher sowohl der Risikobericht als auch die entsprechenden Angaben im Anhang zu berücksichtigen. Wir verweisen entsprechend im Risikobericht bzw. im Anhang auf die jeweils korrespondierenden Erläuterungen. Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, aus Gründen der Transparenz sind Betragsangaben in Tausend Euro (TEUR) erforderlich. Dadurch kann es in den Tabellen dieses Berichts zu Rundungsdifferenzen kommen. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. NEU ANZUWENDENDE STANDARDS/INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN VON STANDARDSDer Konzern hat die folgenden geänderten bzw. neuen IFRS-Vorschriften zum 1. Januar 2015 übernommen:
Diese Übernahme hatte keinen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE 2015 NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE VOM KONZERN NICHT FRÜHZEITIG ANGEWANDT WERDENA) EU-ENDORSEMENT IST BEREITS ERFOLGTDie folgenden Änderungen von Standards und Interpretationen wurden vom IASB veröffentlicht und sind bereits von der EU übernommen worden. Sie werden keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben: A7 NEU ANZUWENDENDE STANDARDS - ENDORSEDscroll
1)
Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
jeweiligen Datum beginnen B) EU-ENDORSEMENT IST NOCH AUSSTEHENDDas IASB hat am 29. Januar 2016 die Änderung an IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" herausgegeben. Danach hat ein Unternehmen Angaben über die Veränderungen solcher finanzieller Verbindlichkeiten und Vermögenswerte zu machen, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2017 anzuwenden. Die freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet. Die Auswirkungen dieser Neuerung auf den Konzernabschluss werden noch untersucht. Am 13. Januar 2016 hat das IASB die neuen Vorschriften zur Leasingbilanzierung IFRS 16 "Leasingverhältnisse" veröffentlicht. Die wesentlichen Neuerungen betreffen vor allem die Bilanzierung beim Leasingnehmer. Grundsätzlich erfasst der Leasingnehmer künftig für alle Leasingverhältnisse eine Leasingverbindlichkeit. Gleichzeitig aktiviert er ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert. IFRS 16 ersetzt den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung (IAS 17) sowie die zugehörigen Interpretationen (IFRIC 4, SIC-15 und SIC-27). Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Die freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet, jedoch nur wenn zu diesem Zeitpunkt auch IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Kundenverträgen" angewendet wird. Die Auswirkungen des neuen Standards auf den Konzernabschluss werden noch untersucht. Der am 24. Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung", IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig. Der Konzern untersucht derzeit die Auswirkungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die Neuerungen u. a. Einfluss auf die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Das IASB veröffentlichte zudem im Dezember 2015 einen Entwurf zur Änderung des IFRS 4 "Versicherungsverträge" hinsichtlich eines Aufschubs der Regelungen des IFRS 9 für Versicherungsunternehmen. Es handelt sich nicht um eine komplette Erneuerung der Bilanzierung, sondern um eine Übergangsregelung: Versicherer sollen einen Aufschub für die Bilanzierung ihrer Finanzinstrumente auf der Aktivseite bis höchstens 2021 bekommen, da derzeit die Bilanzierung der versicherungstechnischen Rückstellungen auf der Passivseite komplett neu geregelt wird. Das IASB hat am 28. Mai 2014 die neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Kundenverträgen" veröffentlicht. IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 "Umsatzerlöse", IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme". Die Änderungen sind erstmals zwingend für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig, jedoch nicht geplant. Der Konzern befindet sich derzeit noch in einem sehr frühen Stadium der Einführung von IFRS 15. Auf Versicherungsverträge findet der neue Standard keine Anwendung. Mögliche Auswirkungen auf Konzerngesellschaften, die Umsatzerlöse außerhalb des Versicherungsgeschäfts realisieren, sind derzeit noch nicht absehbar. Zusätzlich zu den oben aufgeführten veröffentlichten Rechnungslegungsvorschriften wurden folgende Änderungen von Standards vom IASB herausgegeben. A8 NEU ANZUWENDENDE STANDARDS - NOCH NICHT ENDORSEDscroll
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Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
jeweiligen Datum beginnen Es wird erwartet, dass die Übernahme dieser Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Tochtergesellschaften und strukturierten Unternehmen unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, deren Anwendung das Prinzip der Stetigkeit zugrunde liegt. Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, im Jahr 2015 durchgeführte signifikante Änderungen von Schätzungen sowie die wesentlichen Ermessensentscheidungen und Schätzungen erläutert. Die im Geschäftsjahr 2015 neu anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sind im Kapitel "Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS", die Konsolidierungsgrundsätze im Kapitel "Konsolidierung" (Seiten 137 f. und 162 ff.) beschrieben. ÄNDERUNGEN VON SCHÄTZUNGEN IN DER BERICHTSPERIODEMit Wirkung zum ersten Quartal 2015 hat die Hannover Rück SE ihre Schätzverfahren auf ein weiteres Teilportefeuille ausgedehnt. Diese Erweiterung, die sich auf unterjährige Schätzgrößen aus noch nicht abgerechneten Rückversicherungsverträgen und deren Abgrenzung bezieht, hat zu einer Verbesserung der Schätzgenauigkeit beigetragen. Dabei handelt es sich um die Änderung einer rechnungslegungsbezogenen Schätzung, die gemäß IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" prospektiv im Berichtszeitraum ohne Anpassung der Vergleichsangaben für Vorperioden vorzunehmen war. Unter Beibehaltung der bis zum 31. Dezember 2014 verwendeten Parameter und Verfahren hätten sich im Berichtszeitraum eine um 90 Mio. EUR niedrigere Bruttoprämie, eine um 29 Mio. EUR niedrigere verdiente Prämie für eigene Rechnung sowie ein um 15 Mio. EUR niedrigeres operatives Ergebnis ergeben. Die Auswirkungen, die diese Anpassung in zukünftigen Berichtsperioden hätte, wären nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand ermittelbar. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNGENZur Erstellung des Konzernabschlusses werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen ausgeübt bzw. Schätzungen und Annahmen getroffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Angaben zu Eventualverbindlichkeiten betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen unterliegen einer laufenden Überprüfung und basieren in Teilen auf historischen Erfahrungen sowie weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen bezüglich zukünftiger Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig erscheinen. Die im Konzern installierten Prozesse auf Ebene der Tochtergesellschaften wie auch auf Konzernebene sind darauf ausgerichtet, die Wertansätze unter Berücksichtigung der relevanten Informationen möglichst zuverlässig zu ermitteln. Daneben wird -u. a. durch konzerneinheitliche Rechnungslegungsrichtlinien -sichergestellt, dass die vom Konzern vorgegebenen Standards angemessen und konsistent angewendet werden. Informationen über Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten, durch die ein signifikantes Risiko entstehen kann, das innerhalb des am 31. Dezember 2016 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich wird, sind insbesondere bei den folgenden Positionen von Bedeutung und werden in den zugehörigen Anhangangaben bzw. relevanten Abschnitten in der "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" dargestellt:
ZUSAMMENFASSUNG WESENTLICHER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENBILANZIERUNG VON VERSICHERUNGSVERTRÄGENIFRS 4 "Versicherungsverträge" beinhaltet Grundprinzipien -jedoch keine weitergehenden Regelungen zur Bewertung - für die Bilanzierung von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen, die ein Unternehmen als Versicherer abschließt. Daher werden alle Versicherungsverträge nach den einschlägigen Bestimmungen der US GAAP auf den Stand der Erstanwendung der IFRS am 1. Januar 2005 bilanziert, sofern IFRS 4 keine gesonderten Vorschriften vorhält. Wir zitieren einzelne Regelungen der US GAAP unter Verwendung der zu diesem Zeitpunkt gültigen Bezeichnung (Statement of Financial Accounting Standard [SFAS]). Das versicherungstechnische Geschäft ist in Versicherungs- und Investmentverträge zu klassifizieren. Ein Versicherungsvertrag liegt vor, wenn der Konzern ein signifikantes Versicherungsrisiko von Versicherungsnehmern übernimmt. Investmentverträge, also Verträge ohne signifikantes versicherungstechnisches Risiko und ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, werden wie Finanzinstrumente nach dem IAS 39 behandelt. Investmentverträge, die mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung ausgestattet sind, werden nach den Regelungen der US GAAP bilanziert. AKTIVSEITEImmaterielle VermögenswerteDer aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Planmäßige Abschreibungen wie auch Wertaufholungen sind unzulässig. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist für Zwecke des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) zuzuordnen (siehe Anmerkung 1 "Geschäfts- oder Firmenwert" dieses Anhangs, Seite 175 ff.). Eine CGU darf nicht größer sein als ein Geschäftssegment. Zur Ermittlung eines möglichen Abschreibungsbedarfs (Impairment) wird der erzielbare Betrag als höherer Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten einer CGU/Gruppen von CGUs ermittelt und mit den Konzernbuchwerten einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts dieser CGU/Gruppen von CGUs verglichen. Übersteigen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, ist eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte:Der Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (PVFP) ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Versicherungs-/Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen im Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuern gebildet werden, und einem Versicherungsnehmeranteil (nur bei Lebensversicherungsverträgen) zusammen. Die Versicherungsbestände werden entsprechend der Realisierung der Überschüsse, die der Berechnung zugrunde liegen, und unter Beachtung der Laufzeiten der erworbenen Verträge amortisiert (zur Aufteilung nach Laufzeiten der Bestände siehe Anmerkung 2 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" des Anhangs, Seite 180 ff.). Eine Überprüfung der Werthaltigkeit bzw. der verwendeten Bewertungsparameter erfolgt mindestens einmal jährlich; gegebenenfalls werden dann die Amortisationsverläufe angepasst oder es hat eine Wertminderung zu erfolgen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. Die Amortisation des PVFP aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis (im "Ergebnis aus Investmentverträgen") aus. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer sowie eigenentwickelte Software werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Sie werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauern abgeschrieben. Diese beträgt bei Software (lineare Abschreibung) in der Regel drei bis zehn Jahre. Erworbene Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen schreiben wir im Wesentlichen über eine geschätzte Nutzungsdauer von vier bis 16 Jahren ab. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (z. B. erworbene Markennamen) werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen, die im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind, werden auf die versicherungsspezifischen Funktionsbereiche verteilt; sofern eine Zuordnung auf die Funktionsbereiche nicht möglich ist, werden sie unter den sonstigen Aufwendungen im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. Zuschreibungen bilanzieren wir in den sonstigen Erträgen. KapitalanlagenDen fremd genutzten Grundbesitz setzen wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen und kumulierte Wertminderungen, an. Er wird linear über die erwartete Nutzungsdauer, maximal über 50 Jahre, abgeschrieben. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelte Verkehrswert (erzielbarer Betrag) den Bilanzwert um mehr als die planmäßige Abschreibung eines Kalenderjahres unterschreitet. Bewertungen, die auf dem Ertragswertverfahren beruhen, führen für den direkt gehaltenen Bestand grundsätzlich konzerninterne Gutachter durch (alle fünf Jahre wird ein externes Gutachten erstellt). Bei Immobilienspezialfonds wird alle zwölf Monate - Stichtag ist das Datum der Erstbewertung - ein externes Marktwertgutachten eingeholt. Ergebnisse aus dem Abgang einer Immobilie, Unterhaltungskosten und Reparaturen wie auch Abschreibungen und etwaige Wertminderungen/Zuschreibungen werden im Gewinn oder Verlust (im Kapitalanlageergebnis) berücksichtigt. Werterhöhende Aufwendungen, die nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten darstellen, werden aktiviert und können im Einzelfall die Nutzungsdauer verlängern. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen ausschließlich die nach der Equity-Methode, auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals, bewerteten wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Der den Konzern betreffende Anteil am Ergebnis dieser Unternehmen ist im Gewinn oder Verlust des Anteils an der erfolgsneutralen Veränderung des Eigenkapitals im sonstigen Ergebnis enthalten. Die Bilanzierungsgrundsätze dieser Beteiligungen werden, soweit erforderlich, angepasst, um eine einheitliche Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzern zu gewährleisten. Zu jedem Stichtag überprüft der Konzern, ob Anhaltspunkte einer Wertminderung vorliegen. In diesem Fall wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung im Kapitalanlageergebnis erfasst. Weitere Angaben sind dem Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" im Kapitel "Konsolidierung" zu entnehmen. Finanzielle Vermögenswerte/Verpflichtungen einschließlich der derivativen Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 bei Erwerb oder Veräußerung grundsätzlich zum Erfüllungstag angesetzt/ ausgebucht. Finanzaktiva werden bei Zugang in die vier Kategorien "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente", entsprechend dem jeweiligen Zweck, eingeteilt. Finanzpassiva sind entweder als "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" oder zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. In Abhängigkeit von der Kategorisierung werden gegebenenfalls Transaktionskosten erfasst, die mit dem Erwerb in direkter Verbindung stehen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach jeweiliger Zweckbestimmung (s. o.) und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value (beizulegender Zeitwert). Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der ergebniswirksamen Amortisierung von Agien und Disagien nach der Effektivzinsmethode und etwaigen Wertminderungen und Zuschreibungen. Unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden Anteile an Tochtergesellschaften sowie an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen - die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode bewertet werden - sowie sonstige Beteiligungen erfasst. Der Ausweis erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, soweit es sich um Anteile handelt, die börsennotiert sind; andere Anteile werden zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen, bewertet. Darlehen und Forderungen sind nicht derivative Finanzinstrumente mit festen oder bestimmbaren Zahlungsströmen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind und nicht kurzfristig veräußert werden sollen. Dabei handelt es sich in erster Linie um festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und Hypothekendarlehen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Die Werthaltigkeit der einzelnen Forderungen wird zum Bilanzstichtag überprüft. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn mit der Rückzahlung eines Darlehens/einer Forderung nicht bzw. nicht mehr in voller Höhe zu rechnen ist (siehe auch unsere Erläuterungen im Abschnitt "Wertberichtigung [Impairment]" in diesem Kapitel). Eine Wertminderung/Wertaufholung erfolgt im Gewinn oder Verlust. Die Obergrenze der Zuschreibung bilden die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich zum Bewertungszeitpunkt ohne Wertminderungen ergeben hätten. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente sind Finanzinstrumente, die bestimmte oder bestimmbare Zahlungsströme und einen Fälligkeitstermin aufweisen, jedoch keine Darlehen oder Forderungen sind. Der Konzern hat für die hier ausgewiesenen Wertpapiere die Absicht und die Fähigkeit, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten. Bei der Bewertung und der Überprüfung der Werthaltigkeit wird wie bei den "Darlehen und Forderungen" vorgegangen. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente enthalten festverzinsliche und nicht festverzinsliche Finanzinstrumente, für die der Konzern keine unmittelbare Verkaufsabsicht hat und die keiner anderen Kategorie zuzuordnen sind. Diese Wertpapiere werden mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Agien und Disagien werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, latenten Steuern und der Beträge, die bei Lebensversicherern im Zuge der Realisierung den Versicherungsnehmern zustehen (Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung), im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital (übrige Rücklagen) ausgewiesen. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente umfassen den Handelsbestand sowie solche Finanzinstrumente, die im Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden. Die Handelsbestände (zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente) beinhalten alle festverzinslichen und nicht festverzinslichen Wertpapiere, die der Konzern erworben hat, um mit ihnen zu handeln und kurzfristig Gewinne zu erzielen. Des Weiteren werden unter dieser Position alle derivativen Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten einschließlich trennungspflichtiger eingebetteter Derivate hybrider Finanzinstrumente sowie Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen ausgewiesen, sofern sie nicht als Hedges (Hedge-Accounting nach IAS 39) qualifiziert sind. Derivate mit negativen Marktwerten bilanzieren wir unter den übrigen Verbindlichkeiten. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente betreffen strukturierte Produkte, die unter Anwendung der Fair Value Option des IAS 39 ausgewiesen werden. Hierbei werden trennungspflichtige strukturierte Finanzinstrumente - deren Fair Value zuverlässig ermittelbar ist - erfasst, die bei einem Ausweis in den anderen Kategorien in ihre Bestandteile (Basisvertrag und ein oder mehrere eingebettete Derivate) zerlegt werden müssten. Der Konzern nutzt die Fair Value Option ausschließlich für ausgewählte Teilbestände der Kapitalanlagen. Alle erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt. Liegen als Marktwerte keine Börsenkurse vor, bestimmen sich die Wertansätze nach anerkannten Bewertungsmethoden. Alle unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dieser Bewertung erfassen wir, wie die realisierten Ergebnisse, im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis). Derivate, die als Sicherungsinstrumente in Form von Bewertungseinheiten nach IAS 39 (Hedge-Accounting) designiert werden, sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten oder übrigen Verbindlichkeiten angesetzt. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten in der Folgebewertung ist abhängig von der Art des abgesicherten Risikos. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte (Fair-Value-Hedge) und als Sicherung gegen bestimmte mit einer bilanzierten Verbindlichkeit/einem bilanzierten Vermögenswert oder einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundene Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow-Hedge); weitere Informationen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte: Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde; d. h., es handelt sich um einen Abgangspreis. Die Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich auf Basis aktueller, öffentlich verfügbarer, nicht adjustierter Marktpreise. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, wird deren Geldkurs zur Bewertung herangezogen; finanzielle Verbindlichkeiten werden mit dem Briefkurs zum Stichtag bewertet. Für Wertpapiere, für die kein aktueller Marktpreis zur Verfügung steht, wird ein Bewertungskurs mithilfe gängiger finanzmathematischer Modelle auf Basis aktueller und beobachtbarer Marktdaten ermittelt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet wurden. Finanzielle Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Finanzinstrumente der Zeitwerthierarchiestufe 3), werden überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen, z. B. geprüfter Net Asset Value, bewertet, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen worden sind. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Anmerkung 12 "Bewertungshierarchie der Zeitwertbewertung der Finanzinstrumente" in diesem Anhang. A9 BEWERTUNGSMODELLE DER FAIR-VALUE-ERMITTLUNGscroll
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NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert) Wertberichtigung (Impairment):Der Konzern prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob bei den finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuft sind, objektive Hinweise auf eine Wertberichtigung vorliegen. Hierzu enthält IAS 39.59 eine Liste objektiver Hinweise, die zu einer Wertminderung finanzieller Vermögenswerte führen. Bei gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten gilt ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter deren Anschaffungskosten als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Der Konzern hält einen Rückgang um 20 % für signifikant und einen Zeitraum von neun Monaten für länger anhaltend. Diese Regelungen wenden wir analog auch bei Beteiligungen an Fonds an, die in privatem Beteiligungskapital ("Private Equity") investieren. Um dem spezifischen Charakter dieser Fonds Rechnung zu tragen (hier anfänglich negativer Rendite- und Liquiditätsverlauf aus dem sogenannten "J-Curve"-Effekt während der Investitionsperiode der Fonds), schreiben wir erstmals nach einer zweijährigen Karenzphase bei Vorliegen einer signifikanten oder nachhaltigen Wertminderung auf den Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwertes ab. Indikatoren einer Wertminderung bei den festverzinslichen Wertpapieren und Darlehen sind insbesondere finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten/Schuldners, die Nichterhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalerträgen sowie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent/Schuldner in Insolvenz geht. Hierbei wird eine qualitative Einzelbetrachtung vorgenommen. Dabei beziehen wir in erster Linie das Rating des Papiers, das Rating des Emittenten bzw. des Kreditnehmers sowie die individuelle Markteinschätzung in die Beurteilung ein. Wertberichtigungen werden aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst und erfolgen auf den beizulegenden Zeitwert, das heißt grundsätzlich auf den öffentlich notierten Börsenkurs. Dabei setzen wir die Wertminderungen auf Kapitalanlagen grundsätzlich aktivisch von den betroffenen Positionen ohne Nutzung eines Wertberichtigungskontos ab. Wertaufholungen bei Schuldtiteln werden bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten im Gewinn oder Verlust vorgenommen. Wertaufholungen bei Eigenkapitaltiteln werden hingegen über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und mit dem jeweiligen Nettobetrag bilanziert, wenn ein entsprechender Rechtsanspruch (Gegenseitigkeit, Gleichartigkeit und Fälligkeit) besteht oder vertraglich ausdrücklich vereinbart ist, also die Absicht besteht, solche Positionen auf einer Nettobasis auszugleichen oder diesen Ausgleich simultan herbeizuführen. Wertpapiere, die im Rahmen der Wertpapierleihe verliehen werden, werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, unverändert im Konzern verbleiben. Im Rahmen echter Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung, diese zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem festgelegten Rückkaufswert zurückzunehmen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verbleiben, bilanzieren wir weiterhin diese Kapitalanlagen. Die Rückgabeverpflichtung der erhaltenen Zahlung weisen wir in den "übrigen Verbindlichkeiten" aus; ein erhaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis) gezeigt. Übrige Kapitalanlagen werden in erster Linie mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt; es gelten die Ausführungen zu "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" analog. Sofern diese Finanzinstrumente nicht an öffentlichen Märkten gelistet sind (z. B. Beteiligungen an Private-Equity-Gesellschaften), werden sie mit dem letzten verfügbaren Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwerts bilanziert. In dieser Position enthaltene Darlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Anlagevermögen aus Infrastrukturinvestments (vornehmlich aus vollkonsolidierten Windparkprojektgesellschaften) bilanzieren wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Eine zu bilanzierende Rückstellung für Rückbauverpflichtungen weisen wir unter den übrigen Verbindlichkeiten aus. Außerdem überprüfen wir diese Bestände zum Stichtag auf ihre Werthaltigkeit. Wertminderungen/ Zuschreibungen/planmäßige Abschreibungen wie auch Umsatzerlöse aus diesen Anlagen erfassen wir im Kapitalanlageergebnis. Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. In diesem Zusammenhang werden keine Prämien, sondern Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente ausgewiesen. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen, Position: "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", als eigenständige Bilanzposition aus; Finanzpassiva - also Investmentverträge mit Versicherungsnehmern - werden in dem Passivposten "übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Unsere Ausführungen zur Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (s. o.) gelten analog. Die aus diesen Verträgen resultierenden Ergebniseffekte (z. B. Wertschwankungen der Finanzaktiva/-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar. Die sich ergebenden Zahlungsströme werden in der Kapitalflussrechnung unter der operativen Tätigkeit gezeigt. Depotforderungen und -verbindlichkeiten und Verträge ohne ausreichendes versicherungstechnisches RisikoDepotforderungen sind Forderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft an unsere Kunden. Die Depotverbindlichkeiten repräsentieren die von unseren Retrozessionären bei uns gestellten Bardepots. Depotforderungen/-verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten (Nominalbetrag) bilanziert, Bonitätsrisiken werden entsprechend berücksichtigt. Versicherungsverträge, die zwar dem nach IFRS 4 geforderten signifikanten Risikotransfer an den Rückversicherer genügen, jedoch den nach US GAAP geforderten Risikotransfer nicht erfüllen, werden unter Anwendung der "Deposit Accounting"-Methode bilanziert und aus der versicherungstechnischen Rechnung eliminiert. Das aus diesen Verträgen vereinnahmte Entgelt für die Risikoübertragung wird im Gewinn oder Verlust (Position: übriges Ergebnis) ausgewiesen. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von LebensversicherungspolicenDiese Position beinhaltet Kapitalanlagen der Versicherungsnehmer aus fondsgebundenen Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistungen aus diesen Versicherungsverträgen sind an die Anteilswerte von Investmentfonds oder an ein Portfolio von gesonderten Finanzinstrumenten gebunden. Die Anlagen werden getrennt von den anderen Kapitalanlagen geführt und angelegt. Sie werden zum Marktwert bilanziert. Den nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten stehen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Die Versicherungsnehmer haben Anspruch auf die erzielten Gewinne; sie tragen in gleicher Weise die anfallenden Verluste. Anteil der Rückversicherer an den versicherungstechnischen RückstellungenDie Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen aus den versicherungstechnischen Bruttorückstellungen ermittelt. Bonitätsrisiken werden berücksichtigt. ForderungenForderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die sonstigen Forderungen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt; sofern erforderlich, nehmen wir auf Basis einer Einzelbetrachtung Wertberichtigungen vor. Wertberichtigungen auf eine Gruppe gleichartiger Forderungen bilanzieren wir, soweit keine Einzelwertberichtigung gebildet wurde bzw. eine solche nicht ermittelbar ist. Für die Wertberichtigung auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft verwenden wir Wertberichtigungskonten, alle anderen Wertminderungen werden direkt gegen den zugrunde liegenden Bestand gebucht. Entfallen Gründe für die Wertberichtigung, nehmen wir eine Zuschreibung (im Gewinn) direkt oder durch Anpassung des Wertberichtigungskontos maximal auf die ursprünglichen fortgeführten Anschaffungskosten vor. Abgegrenzte AbschlusskostenIn den aktivierten Abschlusskosten werden Provisionen und andere variable Kosten abgegrenzt, die in engem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss oder der Erneuerung von Verträgen stehen. Für die Schaden/Unfall-Erstversicherungsgesellschaften und die Schaden-Rückversicherung werden Abschlusskosten in der Regel linear über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert. Bei kurzfristigen Verträgen erfolgt die Tilgung entsprechend der Vereinnahmung der Beiträge und folgt somit der zeitproportionalen Auflösung der Prämienüberträge. Im Bereich der Personen-Erstversicherung einschließlich der Personen-Rückversicherung werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt. Die Höhe der Tilgung hängt dabei im Allgemeinen von den Bruttomargen der jeweiligen Verträge ab, die für das entsprechende Jahr der Vertragslaufzeit errechnet wurden. Die Tilgung erfolgt je nach Vertragstyp entweder proportional zu den Beitragseinnahmen oder proportional zu den erwarteten Ertragsmargen. Bei als Universal-Life-Type-Verträge klassifizierten Personen-Rückversicherungsverträgen werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge auf der Basis der erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Für diese Verträge wurde ein Diskontierungszins verwendet, der auf dem Zins für mittelfristige Staatsanleihen basiert. Für Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag beziehen sich diese Werte auf die erwartete Vertragslaufzeit oder Rentenzahlungszeit. Die aktivierten Abschlusskosten werden regelmäßig im Rahmen eines Angemessenheitstests auf ihre Werthaltigkeit hin untersucht. Darüber hinaus erfolgt eine laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen; gegebenenfalls hat eine Anpassung zu erfolgen. Aktive SteuerabgrenzungAktive latente Steuern müssen nach IAS 12 "Ertragsteuern" bilanziert werden, wenn Aktivposten in der Konzernbilanz niedriger oder Passivposten höher anzusetzen sind als in der Steuerbilanz der betreffenden Konzerngesellschaft und diese als temporäre Differenzen in der Zukunft zu Steuerminderbelastungen führen. Ebenso werden aktive latente Steuern bei Vorliegen von "Tax Credits" und auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Nicht werthaltige aktive Steuerlatenzen werden wertberichtigt. Die Ermittlung der aktiven Steuerabgrenzungen wird in den jeweiligen Staaten von den lokalen Steuer- und Finanzfachleuten vorgenommen. Die Ergebnisplanungen beruhen auf Geschäftsplänen, die in einem ordentlichen Verfahren geprüft und genehmigt wurden und die auch für die Unternehmenssteuerung verwendet werden. Ein besonders aussagekräftiger Nachweis wird entsprechend konzerneinheitlichen Grundsätzen verlangt, wenn das betreffende Konzernunternehmen aktuell oder in einer Vorperiode einen Verlust erlitten hat. Der Ansatz und die Werthaltigkeit wesentlicher aktiver Steuerabgrenzungen werden von der Konzernsteuerabteilung geprüft. Latente Steuern basieren auf den aktuellen landesspezifischen Steuersätzen. Falls sich die der Berechnung zugrunde liegenden Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderung verabschiedet wird. Buchungen auf Konzernebene berücksichtigen grundsätzlich den Konzernsteuersatz von 31,6 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind. Eine Saldierung aktiver latenter Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und die latenten Steueransprüche und die latenten Steuerschulden sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde entweder für (i) dasselbe Steuersubjekt oder für (ii) unterschiedliche Steuersubjekte erhoben werden. Sonstige Vermögenswerte bilanzieren wir grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Derivate als Sicherungsinstrumente (Hedge-Accounting), die einen positiven Marktwert aufweisen, bewerten wir mit dem beizulegenden Zeitwert. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nutzungsdauer bei selbst genutzten Immobilien liegt bei max. 50 Jahren; bei Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Nutzungsdauer in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. Hinsichtlich der Bewertung bzw. Prüfung der Werthaltigkeit von eigengenutztem Grundbesitz gelten grundsätzlich die Aussagen analog der Darstellung zu fremd genutzten Immobilien. Abschreibungen/Wertminderungen werden auf die versicherungstechnischen Funktionsbereiche verteilt oder im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand werden zum Nominalbetrag bilanziert. Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5Langfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) werden nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Der Verkauf muss höchst wahrscheinlich sein. Diese Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet und in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Planmäßige Abschreibungen werden bis zum Tag der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten berücksichtigt. Wertminderungen sind im Gewinn oder Verlust zu erfassen, wobei ein späterer Anstieg zu einer Gewinnrealisierung bis zur Höhe des kumulativen Wertminderungsaufwands führt. Übersteigt der Wertminderungsbedarf für eine Veräußerungsgruppe den Buchwert der zugehörigen langfristigen Vermögenswerte, wird die Notwendigkeit einer Rückstellungsbildung geprüft. KAPITALFLUSSRECHNUNGDie Kapitalflussrechnung wird hinsichtlich des Kapitalflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit nach der indirekten Methode dargestellt. Der Finanzmittelfonds ist auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente begrenzt und entspricht grundsätzlich der Bilanzposition "Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand". In der Kapitalflussrechnung werden Wechselkurseffekte auf den Finanzmittelfonds sowie Einflüsse aus Veränderungen des Konsolidierungskreises gesondert gezeigt. Der Erwerb neuer Tochtergesellschaften wird in der Zeile "Mittelabfluss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen" dargestellt; hier wird die Summe der bezahlten Kaufpreise abzüglich der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. PASSIVSEITEIm Eigenkapital werden das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklagen, die Gewinnrücklagen und die übrigen Rücklagen ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen enthalten die von den Aktionären der Talanx AG auf die Aktien eingezahlten Beträge. Die mit der Ausgabe von neuen Aktien direkt verbundenen Kosten werden in der Kapitalrücklage netto nach Steuern als Abzug vom Emissionserlös bilanziert. In der Gewinnrücklage werden neben den Zuführungen aus dem Jahresergebnis thesaurierte Gewinne ausgewiesen, die Konzernunternehmen sowie konsolidierte strukturierte Unternehmen seit ihrer Konzernzugehörigkeit erzielt haben. Darüber hinaus wird bei einer retrospektiven Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Anpassungsbetrag für frühere Perioden im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Übrige Rücklagen:Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Veränderungen der Zeitwerte von jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten werden in den nicht realisierten Kursgewinnen/-verlusten aus Kapitalanlagen gezeigt; die aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen resultierenden Umrechnungsdifferenzen sowie die unrealisierten Gewinne/Verluste aus der Equity-Bewertung werden ebenfalls in den übrigen Rücklagen ausgewiesen. Zudem werden Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare nicht festverzinsliche Wertpapiere in dieser Eigenkapitalposition bilanziert. Im Berichtsjahr wurden verschiedene Derivate als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Cashflow-Hedges eingesetzt. Den effektiven Teil der Wertschwankungen dieser Derivate bilanzieren wir in einer gesonderten Rücklage im Eigenkapital. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresergebnis werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Jahresergebnis ausgewiesen. Dem folgend werden die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital als Bestandteil des Eigenkapitals gesondert bilanziert. Es handelt sich dabei um die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen. Nachrangige Verbindlichkeiten sind finanzielle Verpflichtungen, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Versicherungstechnische RückstellungenDie versicherungstechnischen Rückstellungen werden in der Bilanz brutto ausgewiesen, also vor Abzug des Anteils, der auf die Rückversicherer entfällt. Der Rückversicherungsanteil wird anhand der einzelnen Rückversicherungsverträge ermittelt und bilanziert. Die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen basiert auf Grundlage der US GAAP (SFAS 60, SFAS 97 und SFAS 120). Bei den kurzfristigen Versicherungsverträgen werden die bereits vereinnahmten auf künftige Risikoperioden entfallenden Prämien zeitanteilig abgegrenzt und als Rückstellungen für Prämienüberträge bilanziert. Insofern werden diese Prämien über die Laufzeit der Versicherungsverträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und somit als Ertrag erfasst. Die Prämieneinnahmen werden für Verträge grundsätzlich taggenau abgegrenzt (vornehmlich in der Erstversicherung); in der Rückversicherung werden Annahmen getroffen, soweit die für eine zeitanteilige Berechnung erforderlichen Daten nicht verfügbar sind. Die Deckungsrückstellung wird in der Lebensversicherung für die Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung bzw. der Zedenten in der Personen-Rückversicherung anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Sie errechnet sich als Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. In die Berechnung gehen Annahmen in Bezug auf Mortalität und Invalidität, Storno, der Kapitalanlageverzinsung sowie zu Kosten ein. Die dabei verwendeten Rechnungsgrundlagen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geschätzt und umfassen eine adäquate Sicherheitsmarge, die das Änderungs-, Irrtums- und Zufallsrisiko berücksichtigt. Die Methode stützt sich bei Lebensversicherungsverträgen ohne Überschussbeteiligung auf Annahmen (resultierend aus Kunden- und Branchendaten) gemäß bester Schätzung unter Einschluss einer Risikomarge. Bei Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung wird auf Annahmen zurückgegriffen, die vertraglich garantiert sind oder der Bestimmung der Rückkaufswerte zugrunde liegen. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen basieren auf aktuellen Sterbetafeln; sofern keine unternehmensindividuellen Sterbetafeln verfügbar sind, erfolgt ein Rückgriff auf Branchentafeln. Die Bewertung der Deckungsrückstellung ist von der jeweiligen Produktkategorie abhängig. Demnach müssen die Lebensversicherungsprodukte in die folgenden Kategorien unterteilt werden: Bei Verträgen der Lebensversicherung mit "natürlicher" Gewinnbeteiligung (SFAS 120) setzt sich die Deckungsrückstellung aus den Teilrückstellungen für Versicherungsleistungen (Net Level Premium Reserve) und einer Rückstellung für Schlussüberschussanteile zusammen. Die Net Level Premium Reserve ergibt sich aus dem Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (inklusive erworbener Boni, aber ohne Schadenregulierungsaufwendungen) abzüglich des Barwerts der zukünftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie ermittelt sich als Nettoprämie abzüglich des für die Deckung des Regulierungsaufwands vorgesehenen Prämienanteils. Die Rückstellung für Schlussüberschussanteile wird im Allgemeinen aus einem festen Anteil des im Geschäftsjahr erwirtschafteten Bruttogewinns aus dem Versicherungsbestand aufgebaut. Für Verträge der Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung (SFAS 60) berechnet sich die Deckungsrückstellung aus dem Unterschiedsbetrag des Barwerts der künftigen Leistungen und des Barwerts der künftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie (Net Level Premium) entspricht dem Anteil des Bruttobeitrags, der zur Finanzierung künftiger Versicherungsleistungen angesetzt wird. Bei Verträgen der Lebensversicherung nach dem Universal-Life-Modell, fondsgebundenen Lebensversicherungen oder ähnlichen Lebensrückversicherungsverträgen (SFAS 97) wird ein separates Konto geführt, auf dem die Prämienzahlungen abzüglich Kosten und zuzüglich Zinsen gutgeschrieben werden. Die Deckungsrückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, weisen wir gesondert im Passivposten D aus. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird für Zahlungsverpflichtungen aus Erst- und Rückversicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Sie werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und solche für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (IBNR-Reserve). Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basieren grundsätzlich auf anerkannten versicherungsmathematischen Schätzverfahren, anhand derer künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten geschätzt werden, soweit keine einzelfallbezogenen Schätzungen zu berücksichtigen sind. Sie sind nach "Best Estimate"-Grundsätzen in Höhe ihrer wahrscheinlichen Inanspruchnahme bilanziert. Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen werden bei der Ermittlung des "Best Estimate" berücksichtigt. Zur Bemessung der "Ultimate Liability" werden im Bereich der Schaden-Rückversicherung, aber auch der Schaden-Erstversicherung für alle Sparten die erwarteten Endschadenquoten mittels aktuarieller Verfahren, z. B. Chain-Ladder-Verfahren, berechnet. Dabei wird auf Basis statistischer Dreiecke die Entwicklung aller Schäden pro Anfalljahr bis zu ihrer Abwicklung prognostiziert. Es wird grundsätzlich von der Annahme ausgegangen, dass sich die zukünftige Inflation der Schadenabwicklung analog dem Durchschnitt der in den Daten enthaltenen vergangenen Inflation darstellt. Die jüngeren Zeichnungsjahre bzw. Anfalljahre aktuarieller Projektionen unterliegen einer größeren Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen reduziert wird. Insbesondere für die Rückversicherung gilt, dass zwischen dem Eintritt des versicherten Schadens, seiner Meldung durch den Erstversicherer und der anteiligen Bezahlung des Schadens durch den Rückversicherer ein längerer Zeitraum liegen kann. Bilanziert wird daher der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag ("Best Estimate"), der sich grundsätzlich aus den Aufgaben der Zedenten ergibt. Erfahrungen aus der Vergangenheit und Annahmen über die zukünftige Entwicklung unter Berücksichtigung von Marktinformationen fließen in die Wertfindung ein. Die Höhe der Rückstellungen und ihre Verteilung auf die Schadenanfalljahre werden durch Anwendung anerkannter Prognoseverfahren der Schadenversicherungsmathematik ermittelt. Die Rückstellungen für das übernommene Geschäft werden dabei grundsätzlich für das Konzerngeschäft nach Vorgaben der Vorversicherer bzw. für das Nichtkonzerngeschäft mittels aktuarieller Analysen gebildet. Hinsichtlich der einzelfallspezifischen Abwicklung von Großschäden liegen hier teilweise keine ausreichenden statistischen Daten vor. In diesen Fällen werden nach Analyse des mit diesen Risiken behafteten Portfolios und gegebenenfalls nach Einzelbetrachtungen angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen entsprechen bestmöglichen Schätzungen des Konzerns. Darüber hinaus wird für einen Teil der bekannten Versicherungsfälle eine individuell bestimmte Rückstellung dotiert. Diese Schätzungen basieren auf den Tatsachen, die zum Zeitpunkt ihrer Dotierung bekannt sind. Sie erfolgen durch die mit der Schadenregulierung betrauten Mitarbeiter fallweise unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Versicherungspraxis, der Situation im Schadenfall sowie des vereinbarten Versicherungsumfangs. Die Rückstellungen werden beim Vorliegen neuerer Erkenntnisse regelmäßig neu bewertet. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird mit Ausnahme weniger Teilrückstellungen wie bspw. der Rentendeckungsrückstellungen grundsätzlich nicht abgezinst. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wird in der Lebensversicherung für Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gebildet, die am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeordnet sind. Sie setzt sich aus den Beträgen zusammen, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, und den Beträgen, die aus zeitlich begrenzten Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB, Shadow-RfB) und sich in künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken werden. Wir überprüfen regelmäßig - mindestens einmal jährlich - alle versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen eines Angemessenheitstests nach IFRS 4. Sofern die Überprüfung ergibt, dass künftige Einnahmen die erwarteten Ausgaben auf Ebene der Berechnungscluster voraussichtlich nicht decken, wird nach Auflösung der zugehörigen abgegrenzten Abschlusskosten und PVFP eine Drohverlustrückstellung gebildet. Die Berechnung auf Basis des aktuell realistisch geschätzten künftigen Erfüllungsbetrags orientiert sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge und der Schadenrückstellung grundsätzlich an dem Geschäftsmodell der Sparten und berücksichtigt künftige Konditionsanpassungen, Rückversicherungsschutz sowie gegebenenfalls die Steuerung der Profitabilität einzelner Vertragsbeziehungen. Kapitalerträge werden bei dieser Berechnung nicht einbezogen. Bei der Deckungsrückstellung prüfen wir die Angemessenheit auf Basis aktueller Annahmen der Rechnungsgrundlagen einschließlich des anteiligen Kapitalanlageergebnisses wie auch (wenn relevant) künftiger Überschussbeteiligungen. Schattenbilanzierung (Shadow Accounting):IFRS 4 erlaubt die Einbeziehung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus Zeitwertänderungen der "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumente in die Bewertung versicherungstechnischer Positionen. Diese Vorgehensweise wird angewandt, damit nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise wie realisierte Gewinne und Verluste behandelt werden, u. a. bei der Bestimmung der Ertragsverläufe. Hiervon können folgende Positionen betroffen sein: abgegrenzte Abschlusskosten, PVFP, Rückstellungen für Schlussgewinnanteile der Versicherungsnehmer, Rückstellungen für abzugrenzende Kosten sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Die resultierenden Anpassungen werden als sogenannte Shadow Adjustments der betroffenen Positionen analog zu den begründenden Wertentwicklungen als Gegenposten im sonstigen Ergebnis abgebildet. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wirdBei Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen (z. B. in der fondsgebundenen Lebensversicherung), spiegeln die Deckungsrückstellung und sonstige versicherungstechnische Rückstellungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider; diese Rückstellungen werden gesondert ausgewiesen. Wir verweisen auf die Erläuterungen zum Aktivposten "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", Seite 145. Andere RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen:Die Unternehmen des Konzerns haben ihren Mitarbeitern beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Art und Höhe der Versorgungszusagen richten sich dabei nach der im Zeitpunkt der Zusage gültigen Versorgungsordnung. Sie basieren im Wesentlichen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter. Darüber hinaus besteht seit Langem in verschiedenen deutschen Gesellschaften die Möglichkeit, Pensionszusagen durch Gehaltsverzicht zu erlangen. Die in den Rückstellungen für Pensionsanwartschaften enthaltenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen werden durch Versicherungsverträge mit verschiedenen Lebensversicherungen - im Wesentlichen Konzerngesellschaften - rückgedeckt. Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber (z. B. eines Fonds oder durch externe Vermögen gedeckte Leistungszusagen), die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionsversprechen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögenswerte die zugehörigen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird dieser Nettobetrag, angepasst um Effekte aus der Aktivierungsobergrenze (Asset Ceiling), als sonstige Forderung ausgewiesen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dabei erfolgt die Bewertung der Pensionsverpflichtungen gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Es werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Anwartschaften und laufenden Renten bewertet, sondern auch deren zukünftige Entwicklung wird berücksichtigt. Der Zinssatz, mit dem die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientiert sich an den Zinssätzen, die für hochrangige Unternehmensanleihen entsprechend der Währung und der Duration der Pensionsverpflichtungen gelten. Die Kostenkomponenten aus der Veränderung der leistungsorientierten Pläne werden, soweit sie den Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf die Nettoschuld betreffen, im Gewinn oder Verlust der Periode berücksichtigt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Plankürzungen sowie Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen werden im Zeitpunkt ihres Eintritts im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis bilanziert und im Eigenkapital ausgewiesen. Die Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen umfassen zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste aus den Bruttopensionsverpflichtungen und zum anderen den Unterschied zwischen der tatsächlich realisierten Planvermögensrendite und den rechnungsmäßigen Zinserträgen auf Planvermögen. Im Falle einer Überdotierung von Plänen fließt in die Neubewertungskomponente außerdem die Differenz zwischen dem Zins auf die Auswirkung der Vermögensobergrenze und der gesamten Veränderung des Nettovermögens aus der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) ein. Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert angesetzt. Im sogenannten Blockmodell wird in der Arbeitsphase in Höhe des noch nicht vergüteten Anteils der erbrachten Arbeitsleistung eine Rückstellung für Erfüllungsrückstände aufgebaut. Aufstockungsleistungen werden ratierlich bis zum Ende der Arbeitsphase des Arbeitnehmers angesammelt. In den Perioden, in denen der Arbeitnehmer entsprechend der Teilzeitregelung entlohnt wird, ohne eine Arbeitsleistung zu erbringen, erfolgt die Auflösung des Schuldpostens. Der Zeitwert des Planvermögens wird für die Ermittlung des Fehlbetrags (Nettoschuld) von der Verpflichtung aus Altersteilzeit abgezogen. Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und Restrukturierungsrückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet. Eine Abzinsung dieser Rückstellungen erfolgt, wenn die Wirkung des Zinseffektes wesentlich ist. Restrukturierungsrückstellungen werden dann angesetzt, wenn ein detaillierter formeller Plan für die Restrukturierung durch den Konzern genehmigt wurde und die wesentlichen Details der Restrukturierung öffentlich angekündigt wurden. Die Rückstellungen beinhalten u. a. Annahmen hinsichtlich der Anzahl der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter, der Höhe der Abfindungszahlungen wie auch Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen. Aufwendungen, die mit den zukünftigen Geschäftstätigkeiten zusammenhängen (z. B. Versetzungskosten), werden nicht bei der Dotierung der Rückstellungen berücksichtigt. VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten einschließlich der "begebenen Anleihen und Darlehen", soweit es sich nicht um Verbindlichkeiten aus Derivaten und den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten finanziellen Verpflichtungen aus Investmentverträgen handelt, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Verbindlichkeiten aus Derivaten bewertet der Konzern zum beizulegenden Zeitwert. Für geschriebene Verkaufsoptionen auf nicht beherrschende Anteile bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts des Rückkaufbetrags der Anteile. Die Einbuchung erfolgt zulasten des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital; Effekte aus der Folgebewertung werden ergebniswirksam im "übrigen Ergebnis" bilanziert. Die Aufzinsung dieser finanziellen Verbindlichkeiten weisen wir unter den Finanzierungszinsen aus. Die beizulegenden Zeitwerte von Investmentverträgen werden grundsätzlich mittels Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Daneben nutzt der Konzern für einen selektiven Bestand die Fair Value Option, um eine Bewertungs- oder Ergebniserfassungsinkongruenz (sogenannter Accounting Mismatch) in Bezug auf die die Verbindlichkeiten deckenden Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu beseitigen oder wesentlich zu verringern. Ergebniseffekte aus der Bewertung dieser Verbindlichkeiten weisen wir im "Ergebnis aus Investmentverträgen" im Kapitalanlageergebnis aus. Anteilsbasierte Vergütungen werden im Konzern ausschließlich in bar abgegolten. Die Schulden der in bar zu erfüllenden Vergütungspläne werden zu jedem Stichtag und am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld bestimmt. Der Zeitwert jedes dieser Pläne wird als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Passive Steuerabgrenzungen werden bilanziert, wenn ein Aktivposten in der Konzernbilanz höher oder ein Passivposten niedriger anzusetzen ist als in der Steuerbilanz und dies als temporäre Differenz in der Zukunft zu Steuermehrbelastungen führt; wir verweisen auf die Erläuterungen zur aktiven Steuerabgrenzung. Es besteht ein Ansatzverbot für passive latente Steuern beim erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwertes. ANHANGANGABEN VON FINANZINSTRUMENTENNachfolgende Tabelle leitet die im Konzern gebildeten Klassen von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 auf die Bilanzpositionen über bzw. informiert über die entsprechende Bewertungsgrundlage. Die Klassenbildung unserer Finanzinstrumente orientiert sich an den Belangen unseres Bestands; die Detaillierungstiefe der angegebenen Klassen kann zulässigerweise je nach geforderter Angabe variieren. A10 KLASSEN VON FINANZINSTRUMENTEN, BILANZPOSTEN UND BEWERTUNGSGRUNDLAGENscroll
WESENTLICHE ERFOLGSGRÖSSENUnter der gebuchten Prämie wird der Betrag ausgewiesen, der im Geschäftsjahr für die Gewährung des Versicherungsschutzes entweder einmal oder laufend durch den Versicherer fällig gestellt wurde. In die Prämien fließen Ratenzahlungszuschläge sowie Nebenleistungen, aber auch Geldleistungen für übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen (Portfolioeintritte) ein. Darüber hinaus werden Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen sowie stornierten Prämienforderungen und Erträge aus der Auflösung bzw. Verminderung von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Versicherungsnehmer unter diesem Posten ausgewiesen. Erhöhungen der Wertberichtigungen werden von den gebuchten Prämien abgesetzt. Durch Abzug der gebuchten Rückversicherungsprämien ergeben sich die gebuchten Prämien für eigene Rechnung (netto). Prämien für Versicherungsverträge werden über die Laufzeit der Verträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Bei den verdienten Prämien handelt sich um den Teil der gebuchten Prämien, der entsprechend den Bedingungen der Versicherungsverträge über die Zeit abzugrenzen ist. Von den verdienten Prämien sind die Sparanteile aus Lebensversicherungsverträgen abgesetzt. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen zur Rückstellung für Prämienüberträge. Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen beinhalten die Zahlungen für Schadenfälle des Geschäftsjahres wie auch die für Schadenfälle der Vorjahre (einschließlich der Schlussüberschüsse in der Lebensversicherung). Ferner werden die Veränderungen der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie die Veränderungen der Deckungsrückstellung erfasst. Ebenfalls werden unter dieser Position die Aufwendungen für Beitragsrückerstattung ausgewiesen. Diese bestehen neben der Direktgutschrift aus der Zuführung für die RfB nach den Regelungen des deutschen Handelsrechts (HGB) sowie der erfolgswirksamen Veränderung der latenten RfB inklusive der Amortisation des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer. Wir verweisen auf die entsprechenden versicherungstechnischen Passivposten. Die Abschlussaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Provisionszahlungen an die mit dem Vertrieb der Versicherungsprodukte betrauten Personen/Organisationen, die gezahlten Rückversicherungsprovisionen sowie die Veränderungen der aktivierten Abschlusskosten und der Provisionsrückstellungen. Darüber hinaus werden unter den Abschlusskosten weitere Kostenbestandteile ausgewiesen, die eng mit der Akquise von neuen Versicherungsverträgen bzw. mit der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge verbunden sind, beispielsweise Kosten der medizinischen aus den Aufwendungen für die Vertragsverwaltung wie z. B. das Einziehen der fälligen Prämien. Hierbei werden sämtliche Kosten, beispielsweise Personalkosten, Abschreibungen und Mieten, die direkt auf diesen Funktionsbereich entfallen, als Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Prämien, Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen werden jeweils brutto und netto, d. h. nach Berücksichtigung der Rückversicherungspositionen, bilanziert. Die Zusammensetzung des Kapitalanlageergebnisses wie auch des übrigen Ergebnisses ist der jeweiligen Anmerkung im Konzernanhang zu entnehmen. Ertragsteuern:Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensergebnisse der Konzernunternehmen, auf die die jeweiligen lokalen Steuersätze angewendet werden, sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen oder Strafen, die an die Steuerbehörden zu zahlen sind, werden im übrigen Ergebnis ausgewiesen. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDer Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung des Mutterunternehmens darstellt. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden im übrigen Ergebnis (Gewinn- und Verlustrechnung) ausgewiesen. Währungsumrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Änderungen ihrer beizulegenden Zeitwerte erfolgswirksam erfasst werden, sind mit diesen als Gewinn oder Verlust aus Marktwertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bilanzieren. Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus nicht monetären Posten, wie z. B. Eigenkapitalinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert und erst mit ihrer Abwicklung bzw. bei einer Wertminderung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Die in Landeswährung aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Konzernunternehmen werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss übernommen. Die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den Bilanzposten der Einzelgesellschaften, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes, sowie die Übernahme dieser Posten in den Konzernabschluss erfolgen zu den Devisenmittelkursen des Bilanzstichtags. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital bilanziert, soweit die Währungskursdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist. Eine erfolgswirksame Umgliederung wird vorgenommen, wenn der Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf einer ausländischen Tochtergesellschaft erfasst wird. A11 UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGENscroll
SEGMENTBERICHTERSTATTUNGBESTIMMUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEDie Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt - in Übereinstimmung mit IFRS 8 "Geschäftssegmente" - der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet. Der Konzern hat danach die geschäftlichen Aktivitäten in die Bereiche Versicherungsgeschäft und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten sind weiter in fünf berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt. Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung sind aufgrund der spartenübergreifenden und nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) ausgerichteten Steuerung in die drei berichtspflichtigen Segmente "Industrieversicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland" und "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand. Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt. Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rück SE ordnen wir allerdings dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx-Konzernabschluss hingegen den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rück SE: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, von denen im Abschluss der Hannover Rück SE unvermeidlich. Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen. Industrieversicherung:Im Segment Industrieversicherung weisen wir das globale Industriegeschäft als eigenständiges Segment aus. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Sach-, Rechtsschutz-, Transport-, Financial-Lines- und Technischen Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt. Privat- und Firmenversicherung Deutschland:In diesem berichtspflichtigen Segment werden spartenübergreifend die Versicherungsaktivitäten für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts - d. h. der Vertrieb von Versicherungspolicen mittels Partnerbanken - gesteuert. Im Bereich Lebensversicherung erbringt das Segment Versicherungsdienstleistungen grenzüberschreitend auch in Österreich. Das Produktspektrum reicht von Sachversicherungen über alle Sparten der Lebensversicherung und Altersvorsorge bis hin zu Komplettlösungen für mittelständische Unternehmen sowie freie Berufe. Die Gruppe nutzt ein breites Spektrum an Vertriebskanälen, wozu sowohl eine eigene Ausschließlichkeitsorganisation als auch der Vertrieb über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten, der Direktvertrieb sowie Bankkooperationen zählen. Privat- und Firmenversicherung International:Der Umfang des Geschäftsbetriebs umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die Produktpalette umfasst u. a. Angebote der Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Lebensversicherung. Das Auslandsgeschäft wird zu einem großen Anteil über Makler und Agenten abgewickelt. Zusätzlich nutzen viele Gesellschaften in diesem Segment Postfilialen sowie Banken als Vertriebskanäle. Schaden-Rückversicherung1) :Die wichtigsten Aktivitäten sind das private, geschäftliche und industrielle Schaden- und Haftpflichtgeschäft vor allem im US-amerikanischen und im deutschen Markt, das Transport- und Luftfahrtgeschäft, das Kredit-/Kautions-geschäft, strukturierte Rückversicherung, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft. Personen-Rückversicherung1) :Das Segment fasst die weltweiten Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in allen Sparten der Lebens-, Kranken- und Rentenversicherung sowie der privaten Unfallversicherung, sofern sie von Personenversicherern gezeichnet werden, zusammen. Zusätzlich zeichnet die Gruppe schariakonforme Retakaful-Rückversicherung. Konzernfunktionen:Das Segment Konzernfunktionen umfasst, in Abgrenzung zu den fünf operativen Segmenten, die Steuerung sowie weitere funktionelle Tätigkeiten zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs der Gruppe, vor allem durch die Bereiche Kapitalanlageverwaltung, und für die Erstversicherung die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben (Talanx Reinsurance Broker GmbH, Hannover) einschließlich konzerninterner Rückversicherung (Talanx Reinsurance Ltd., Dublin) sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für private und institutionelle Investoren der Ampega Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Bereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten -wie z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen - auf Kostenerstattungsbasis, vorwiegend für die Erstversicherer im Inland, ausführen. Das konzernintern gezeichnete Geschäft der Talanx Reinsurance Ltd. sowie das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker GmbH werden im Rahmen der Segmentverteilung teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet. BEWERTUNGSGRUNDLAGEN FÜR DEN ERFOLG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEBewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise, wie sie auch bei Geschäften mit Dritten Anwendung finden. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden hingegen im jeweiligen Segment eliminiert. Die Segment-Gewinn- und Verlustrechnung haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Segment- bzw. Konzernbilanz. Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern zu beurteilen, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performance-Maße genutzt, wobei als einheitliche Bemessungsgrundlage das operative Ergebnis (EBIT) - ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen - herangezogen wird. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung (Finanzierungszinsen) bereinigt. ÄNDERUNG DER SEGMENT-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGIm Berichtsjahr weisen wir aus Gründen der Übersichtlichkeit die Segment-Gewinn- und Verlustrechnung ohne jegliche Davon-Vermerke aus, mit Ausnahme der Position: Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode. Dieser geänderte Detaillierungsgrad steht auch im Einklang mit unserer internen Berichterstattung. Die gemäß IFRS 8 erforderlichen segmentspezifischen Angaben finden sich in den entsprechenden Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung". A12 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG. BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2015 IN MIO. EURAktiva scroll
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A13 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG. BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2015 IN MIO. EURscroll
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Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" des
Konzernanhangs A14 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 IN MIO. EURscroll
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KAPITALANLAGEN (OHNE DEPOTFORDERUNGEN UND OHNE KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN) NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT1)A15 SELBST VERWALTETE KAPITALANLAGEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT IN MRD. EURscroll
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTAls langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) sowie der eigen- und fremd genutzte Grundbesitz. A16 LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT IN MRD. EURscroll
GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT (GRUNDSÄTZLICH NACH SITZ DES KUNDEN)1)Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen. A17 GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT IN MIO. EURscroll
DARSTELLUNG DER GEBUCHTEN BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN AUF KONZERNEBENE1)A18 GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN IN MRD. EURscroll
KONSOLIDIERUNGKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEDer Konzernabschluss ist nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse wurden überwiegend auf den Stichtag 31. Dezember aufgestellt. Eine Erstellung von Zwischenabschlüssen für Konzerngesellschaften mit abweichenden Stichtagen war nach IFRS 10 nicht zwingend erforderlich, da ihre Abschlussstichtage nicht mehr als drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag lagen. Die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle zwischen den abweichenden Abschlussstichtagen und dem Konzernabschlussstichtag wurden berücksichtigt. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er direkt oder indirekt die Entscheidungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über ein Konzernunternehmen hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen aus dem Konzernunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsmacht beeinflussen kann. Diese Merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Darüber hinaus können weitere Faktoren zur Beherrschung führen, beispielsweise das Vorliegen einer Prinzipal-Agent-Beziehung. In einem solchen Fall handelt eine andere Partei mit Entscheidungsrechten als Agent für den Konzern, beherrscht aber das Beteiligungsunternehmen nicht, da sie lediglich Entscheidungsrechte ausübt, die durch den Konzern (Prinzipal) delegiert wurden. Bei sämtlichen Tochterunternehmen hält der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung besteht, werden potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, wenn diese Rechte substanziell sind. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode, sobald der Konzern Beherrschung erlangt hat. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Akquisitionsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Sind die Anschaffungskosten geringer als das ermittelte Nettovermögen, wird der Unterschiedsbetrag unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nicht beherrschende Anteile am erworbenen Unternehmen werden im Allgemeinen anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ausgewiesen. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, bilanzieren wir als Eigenkapitaltransaktion. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, werden die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital ausgebucht. Jeder entstehende Gewinn und Verlust wird im übrigen Ergebnis (Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet. Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die aus dem konzerninternen Finanz- und Leistungsverkehr stammenden Aufwendungen, Erträge und Zwischenergebnisse werden im Rahmen der Schulden-, Erfolgs- und Zwischenergebniskonsolidierung eliminiert. Transaktionen zwischen Veräußerungsgruppen und den fortgeführten Geschäftsbereichen des Konzerns werden gleichfalls eliminiert. Gesellschaften, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen im Allgemeinen unter Anwendung der Equity-Methode nach IAS 28 bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch die Transaktionskosten zählen. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn eine Gesellschaft des Konzerns direkt oder indirekt mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Diese Unternehmen werden gemäß IFRS 11 grundsätzlich nach der Equity-Methode einbezogen. Die Equity-Konsolidierung endet mit der Aufgabe des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Strukturierte Unternehmen im Sinne des IFRS 12 sind Unternehmen, die so ausgestaltet sind, dass Stimmrechte oder vergleichbare Rechte bei der Beurteilung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind; so z. B. wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Ebenso wie bei Tochterunternehmen sind Geschäftsbeziehungen mit strukturierten Unternehmen nach IFRS 10 in Verbindung mit IFRS 12 hinsichtlich ihrer Konsolidierungspflicht zu untersuchen. Im Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung von strukturierten Unternehmen im Rahmen einer Analyse geprüft, die sowohl Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch ihn mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, als auch solche, bei denen er mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen, mindestens jedoch jährlich, überprüft. Zum Stichtag werden 2 (3) strukturierte Unternehmen voll konsolidiert. Die Auflistung aller konsolidierten strukturierten Unternehmen ist Bestandteil der Anteilsbesitzliste. KONSOLIDIERUNGSKREISIn den Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, die von der Talanx AG direkt oder indirekt beherrscht werden. Dazu zählen auch wesentliche strukturierte Unternehmen. Wesentliche assoziierte Unternehmen und wesentliche Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode konsolidiert. Von der Vollkonsolidierung oder der Equity-Konsolidierung ausgenommen sind lediglich Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Ob ein Konzernunternehmen von untergeordneter Bedeutung ist, beurteilt der Konzern anhand der Bilanzsumme und des Jahresergebnisses der Gesellschaft im Verhältnis zu den entsprechenden durchschnittlichen Konzernwerten der letzten drei Jahre. Vor diesem Hintergrund werden im Berichtsjahr 39 (37) Tochtergesellschaften, deren Geschäftszweck überwiegend die Erbringung von Dienstleistungen für die Versicherungsgesellschaften der Gruppe ist, nicht konsolidiert. Weitere 8 (7) assoziierte Unternehmen und 2 (2) Gemeinschaftsunternehmen werden wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt insgesamt weniger als 1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme des Konzerns der letzten drei Jahre; das Ergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf insgesamt weniger als 2 % des durchschnittlichen Ergebnisses des Konzerns der letzten drei Jahre. In den Folgeperioden werden die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Konsolidierung/Equity-Konsolidierung aufgrund geänderter Abschätzung der Wesentlichkeit geboten ist. Bezüglich der Angaben zur Zusammensetzung des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf das separate Kapitel dieses Konzernanhangs, Seite 236 ff. Angaben zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind der Anmerkung 5 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu entnehmen. A19 KONSOLIDIERUNGSKREISscroll
1)
85 (79) Einzelgesellschaften und zwei (zwei)
Unternehmen, die in einem (einem) Teilkonzern vollkonsolidiert werden ANGABEN ZU ART UND UMFANG ERHEBLICHER BESCHRÄNKUNGENGesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Zum Stichtag bestanden bei folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen erhebliche Beschränkungen (im Sinne des IFRS 12.13) aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner. A20 MASSGEBLICHE BESCHRÄNKUNGEN BEI WESENTLICHEN TOCHTERUNTERNEHMENscroll
Nationale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen oder aufsichtsrechtliche Anforderungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte zwischen Unternehmen des Konzerns zu transferieren. Diese Beschränkungen resultieren im Wesentlichen aus lokalen Mindestkapital- und Solvabilitätsanforderungen sowie in geringerem Ausmaß aus Devisenbeschränkungen. Zur Besicherung unserer versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und als Sicherheitsleistungen für Verbindlichkeiten aus bestehenden Derivatgeschäften hat der Konzern in bestimmten Ländern Sperrdepots und Treuhandkonten gestellt sowie für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Immobilientransaktionen, wie im Rahmen dieser Transaktionen üblich, Vermögenswerte zugunsten konzernfremder Parteien verpfändet. Zu näheren Informationen verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Kapitel "Sonstige Angaben", Abschnitt "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" des Konzernanhangs. ANGABEN ZU TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILENAnteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften, die nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehen, werden gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Sie belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 5.149 (4.902) Mio. EUR. A21 TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN1)IN MIO. EURscroll
1)
Alle Angaben beziehen sich auf Finanzinformationen
vor Konsolidierung WESENTLICHE ZU- UND ABGÄNGE DER VOLLKONSOLIDIERTEN TOCHTERUNTERNEHMEN SOWIE SONSTIGE GESELLSCHAFTSRECHTLICHE VERÄNDERUNGENZU- UND ABGÄNGEInnerhalb des zur Hannover Rück-Gruppe gehörenden Teilkonzerns Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika (HRGSA), hat die Compass Insurance Company Ltd., Johannesburg, in Form eines sukzessiven Unternehmenszusammenschlusses mit Wirkung zum 1. Januar 2015 60 % der Anteile und damit die Kontrolle an der Commercial & Industrial Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg ("CIA"), zur Sicherung des durch die Gesellschaft vermittelten Versicherungsportfolios erworben, die zuvor bereits nach der Equity-Methode in den Teilkonzernabschluss der HRGSA einbezogen wurde, da 40 % der Anteile durch die Lireas Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, gehalten wurden. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet 4 Mio. EUR und enthält bedingte Kaufpreiszahlungen. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden immaterielle Vermögensgegenstände in Form von Kundenbeziehungen mit einem Wert von 5 Mio. EUR identifiziert. Der Goodwill aus diesem Unternehmenszusammenschluss beträgt 1 Mio. EUR. In einer ähnlichen Transaktion hat die Lireas Holdings (Pty) Ltd. mit Kontrollübernahme zum 28. November 2015 ihre Anteile an der zuvor nach der Equity-Methode konsolidierten Firedart Engineering Underwriting Managers Proprietary Limited ("Firedart"), Johannesburg, um 16,2 % auf insgesamt 70 % erhöht. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet 200 TEUR. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden immaterielle Vermögensgegenstände in Form von Kundenbeziehungen mit einem Wert von 1 Mio. EUR identifiziert. Der Goodwill aus diesem Unternehmenszusammenschluss beträgt vorläufig 0,3 Mio. EUR. Mit Kaufvertrag vom 23. Dezember 2014 übernimmt der Konzern die beiden Windparkprojekte Ferme Eolienne du Confolentais S. A. R. L. und Ferme Eolienne des Mignaudieres S. A. R. L. mit Sitz in Toulouse, Frankreich. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 10. Februar 2015 erfüllt wurden (Erwerbszeitpunkt). Bei den Gesellschaften handelt es sich um Windparkprojektgesellschaften . Die TD Real Assets GmbH &Co. kg, Köln (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland), hat indirekt sämtliche Anteile an der Ferme Eolienne du Confolentais S. A. R. L. und die HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH & Co. KG (vormals HG-I Alternative Investments Beteiligungs-GmbH & Co. KG), Köln (Segment Industrieversicherung), hat indirekt sämtliche Anteile an der Ferme Eolienne des Mignaudières S. A. R. L. erworben. Der Kaufpreis für die Gesellschaften beträgt jeweils 1 Mio. EUR. Die Bilanzsumme der erworbenen Unternehmen in Höhe von jeweils 8 Mio. EUR entfällt im Wesentlichen auf technische Anlagen der Windparks, die durch Eigenkapital und Darlehen finanziert werden. Wesentliche immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte bestehen nicht. Es wurden keine Eventualverbindlichkeiten, bedingten Leistungen oder separaten Transaktionen im Sinne des IFRS 3 identifiziert. Beide Gesellschaften wurden im ersten Quartal 2015 erstmals konsolidiert. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 47 Mio. EUR. Beide erworbenen Gesellschaften wurden am 10. Februar 2015 wirksam in französische offene Handelsgesellschaften (SNC) formgewechselt. Mit Kaufvertrag vom 17. Dezember 2014 hat die Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile (Segment Privat- und Firmenversicherung International), im Rahmen eines Tenderverfahrens mit Wirkung zum 13. Februar 2015 99,9959 % der Anteile an der Inversiones Magallanes S. A. - die Magallanes-Gruppe erworben. Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen bildet der Konzern den Erwerb zum 13. Februar 2015 ab (Erstkonsolidierungszeitpunkt). Der Anteil des Konzerns an den Stimmrechten entspricht den gehaltenen Anteilen. Die notwendige Genehmigung der chilenischen Aufsicht SVS (Superintendencia Valores y Seguros) wurde am 9. April 2015 erteilt. Die Gruppe besteht aus der Holdinggesellschaft Inversiones Magallanes S. A., Santiago, Chile, und aus den drei operativen Versicherungsgesellschaften Aseguradora Magallanes S.A., Santiago, Chile (Schaden/Unfall-Geschäft), HDI Seguros de Garantía y Crédito S. A. (vormals Aseguradora Magallanes de Garantía y Crédito S. A.), Santiago, Chile (Kredit-/Kautionsgeschäft) und HDI Seguros de Vida S. A. (vormals Aseguradora Magallanes de Vida S. A.), Santiago, Chile (Lebensversicherungsgeschäft). Zudem ist ein auf Schaden/Unfall-Geschäft fokussiertes Start-up in Peru, die HDI Seguros S.A. (vormals Aseguradora Magallanes del Perú S. A.), Lima, Peru, Teil der Transaktion. Nach Abschluss der Transaktion stellen sich die im Konzern gehaltenen Anteile an den Gesellschaften der Magallanes-Gruppe wie folgt dar:
Der vollständig aus Zahlungsmitteln beglichene Kaufpreis für die Magallanes-Gruppe beträgt umgerechnet zum Stichtagskurs per 13. Februar 2015 193 Mio. EUR. Effektiv hat die Talanx International AG jedoch aufgrund einer günstigen Währungsabsicherung lediglich 180 Mio. EUR als Kapitalerhöhung bei der Inversiones HDI Limitada, Chile, für den Erwerb der Magallanes-Gruppe investiert. Einen weiteren Betrag in Höhe von ca. 3 Mio. EUR entnahm die Inversiones HDI Limitada aus den eigenen Mitteln. Der Goodwill aus dem Erwerb beträgt 122 Mio. EUR und spiegelt neben erheblichen Synergieeffekten und erwarteten Cross-Selling-Effekten auch das erwartete Wachstum, im Wesentlichen im Kraftfahrzeuggeschäft, wider. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten (0,6 Mio. EUR) sind im "übrigen Ergebnis" enthalten. Durch die am 25. August 2015 erfolgte Verschmelzung der Holdinggesellschaften Inversiones Magallanes S. A. und Inversiones HDI Ltda. sowie der geplanten Verschmelzung der Sachversicherungsgesellschaften Aseguradora Magallanes S. A. und HDI Seguros S. A., Chile wurden bereits Teilbeträge der stillen Reserven aus der Erstkonsolidierung auch für steuerliche Zwecke aufgedeckt und stehen als steuerlich abzugsfähiges Abschreibungsvolumen in zukünftigen Perioden zur Verfügung. A22 ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER MAGALLANES-GRUPPE PER 13. FEBRUAR 2015 NACH IFRS IN MIO. EURscroll
1)
Die Bruttoforderungen aus dem Versicherungsgeschäft
vor Wertberichtigung betragen 152 Mio. EUR Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte beinhalten Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen sowie den Markennamen. Es wurden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind. Darüber hinaus wurden ebenfalls keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert, deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Die Bruttoprämien der Gesellschaft gingen mit 242 Mio. EUR und das Jahresergebnis mit 8 Mio. EUR in den Abschluss ein. Wäre der Erwerb der Gruppe bereits zum 1. Januar 2015 erfolgt, hätten die einzubeziehenden Bruttoprämien 265 Mio. EUR und das einzubeziehende Jahresergebnis 8 Mio. EUR betragen. Im Rahmen des Windparkprojektes "WPD" übernahm der Konzern mit Kaufverträgen vom 23. März 2015 die WP Sandstruth GmbH, Bremen, die Windpark Vier Fichten GmbH, Bremen, sowie die WPD Windparks Mittleres Mecklenburg GmbH, Bremen, die die alleinige Kommanditistin der Windpark Dalwitz GmbH & Co. KG, Bremen, ist. Bei den Gesellschaften handelt es sich um Windparkprojektgesellschaften. Der Vollzug des Erwerbs der drei Windparkgesellschaften stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 1. April 2015 erfüllt wurden (Erwerbszeitpunkt). Die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln, hat 100 % der Gesellschaftsanteile an der WP Sandstruth GmbH und der WPD Windparks Mittleres Mecklenburg GmbH erworben und die HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH & Co. KG hat 100 % der Gesellschaftsanteile an der Windpark Vier Fichten GmbH gekauft. Neue Komplementärin der Windpark Dalwitz GmbH & Co. KG ist die Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH, Köln. Der Anteil des Konzerns an den Stimmrechten entspricht den gehaltenen Anteilen. Der vollständig aus Zahlungsmitteln beglichene Kaufpreis für das gesamte Windparkprojekt beträgt 44 Mio. EUR und unterteilt sich auf folgende Einzeltransaktionen:
Aus dem Erwerb entstand kein Goodwill. Erwerbsbezogene Kosten (0,5 Mio. EUR) sind im "übrigen Ergebnis" enthalten. A23 ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DES WINDPARK-PROJEKTES "WPD" PER 1. APRIL 2015 NACH IFRS IN MIO. EURscroll
Der Betrag der bilanzierten Forderungen (7 Mio. EUR; Position "Sonstige Vermögenswerte") entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Es wurden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind. Darüber hinaus wurden ebenfalls keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert, deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Der Umsatz der Gesellschaften (enthalten in den Kapitalanlageerträgen) ging mit 11 Mio. EUR und das Jahresergebnis mit -0,4 Mio. EUR in den Abschluss ein. Wäre der Erwerb der Unternehmen bereits zum 1. Januar 2015 erfolgt, hätten der einzubeziehende Umsatz 15 Mio. EUR und das einzubeziehende Jahresergebnis 1 Mio. EUR betragen. Mit Kaufvertrag vom 4. September 2014 übernahm der Konzern die Windparkprojektgesellschaft Windfarm Bellheim GmbH & Co. KG, Aurich. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die durch die Eintragung im Handelsregister am 10. April 2015 erfüllt wurden. Die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln, hat 85 % der Kommanditanteile und die HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Köln, 15 % der Kommanditanteile an der Gesellschaft erworben. Neue Komplementärin ist die Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH, Köln. Der Kaufpreis für die Gesellschaft beträgt 10 TEUR. Die Bilanzsumme des erworbenen Unternehmens in Höhe von 32 Mio. EUR entfällt im Wesentlichen auf technische Anlagen des Windparks, die durch Eigenkapital und Darlehen finanziert werden. Wesentliche immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts- oder Firmenwerte bestehen nicht. In dem von der Hannover Rück SE zu 95,1 % gehaltenen US-amerikanischen Teilkonzern Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. sind im zweiten und vierten Quartal 2015 über die Tochtergesellschaft GLL HRE Core Properties, LP, Wilmington, jeweils 100 % der Anteile an drei Objektgesellschaften zugegangen. Der Geschäftszweck der Gesellschaften ist das Halten und Verwalten jeweils einer Immobilie. Die Immobilien sind am 1. und 24. Juli sowie am 23. November 2015 zu einem Kaufpreis in Höhe von umgerechnet insgesamt 207 Mio. EUR erworben worden. Es wurden keine Eventualverbindlichkeiten und bedingten Leistungen im Sinne von IFRS 3 identifiziert. Mit Wirkung zum 3. Juli 2015 hat die Hannover Reinsurance Africa Limited, Johannesburg, Südafrika, eine Tochtergesellschaft des Hannover Rück SE-Teilkonzerns Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd., weitere Anteile an der Lireas Holdings (Pty) Ltd., ebenfalls Johannesburg, zu einem Kaufpreis in Höhe von umgerechnet 3 Mio. EUR von einem konzernfremden Dritten erworben. Im Wege einer Anteilsaufstockung um 19,0 % ohne Änderung des Kontrollstatus hält die Hannover Reinsurance Africa Limited mit Abschluss der Transaktion 70,0 % der Anteile an der Lireas Holdings. Die Auswirkungen aus der Änderung der Beteiligungsquote wurden im Konzernabschluss gemäß IFRS 10 als Eigenkapitaltransaktion erfasst. Die HDI Global SE (vormals: HDI-Gerling Industrie Versicherung AG) hat ihre Anteile (100 %) an der HDI-Gerling Assurances S. A., Luxemburg, Luxemburg, an die Baloise (Luxemburg) Holding S. A., Luxemburg, Luxemburg, verkauft; die Übertragung der Anteile wurde am 3. September 2015 vollzogen. Aus der Entkonsolidierung resultiert ein Gewinn von 0,2 Mio. EUR, der im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung des Gewinns ist ein mit dem Abgang der Gesellschaft verbundener ausscheidender Geschäfts- oder Firmenwert von 0,4 Mio. EUR (zahlungsmittelgenerierende Einheit "Industrieversicherung") berücksichtigt. Im Rahmen des Windparkprojektes "RP Global" übernahm der Konzern mit Kaufverträgen vom 4. August 2015 die drei Windparkprojektgesellschaften Les Vents de Malet SAS, Lille, Frankreich, Le Souffle des Pellicornes SAS, Lille, Frankreich, und Le Chemin de La Milaine SAS, Lille, Frankreich. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 9. September 2015 erfüllt wurden (Erwerbszeitpunkt). Die HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Köln, hat indirekt sämtliche Anteile an der Le Souffle des Pellicornes SAS und die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln, hat indirekt sämtliche Anteile an der Les Vents de Malet SAS sowie der Le Chemin de La Milaine SAS erworben. Der Anteil des Konzerns an den Stimmrechten entspricht den gehaltenen Anteilen. Der vollständig aus Zahlungsmitteln beglichene Kaufpreis für das gesamte Windparkprojekt beträgt 25 Mio. EUR und unterteilt sich auf folgende Einzeltransaktionen:
Aus dem Erwerb entstand kein Goodwill. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten (< 0,5 Mio. EUR) sind im "übrigen Ergebnis" enthalten. Der Einbezug der Gesellschaften erfolgte zunächst auf vorläufiger Basis. Innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt sind die vorläufigen Wertansätze der in dieser Transaktion übernommenen Vermögenswerte und Schulden zu analysieren und möglicherweise in Teilen anzupassen. A24 ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DES WINDPARK-PROJEKTES "RP GLOBAL" PER 9. SEPTEMBER 2015 NACH IFRS (VORLÄUFIG) IN MIO. EURscroll
Es wurden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind. Darüber hinaus wurden ebenfalls keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert, deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Da sich die Windparks noch in der Bauphase befinden, sind seit dem 1. Januar 2015 noch keine wesentlichen Umsätze oder Jahresergebnisse entstanden. Über die HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG, München, eine Tochtergesellschaft der Hannover Re Euro RE Holdings GmbH, Hannover, sind im Geschäftsjahr 2015 100 % der Anteile an einer neuen Objektgesellschaft zugegangen. Der Geschäftszweck der Gesellschaft ist das Halten und Verwalten einer Immobilie. Die Immobilie ist am 30. Oktober 2015 zum Kaufpreis in Höhe von 104 Mio. EUR erworben worden. Es wurden keine Eventualverbindlichkeiten und bedingten Leistungen im Sinne von IFRS 3 identifiziert. Wir haben im vierten Quartal 2015 die Gesellschaften HDI STRAKHUVANNYA, Kiew, Ukraine, und HDI Zastrahovane AD, Sofia, Bulgarien, (beide Segment Privat- und Firmenversicherung International) entkonsolidiert. Zu Einzelheiten verweisen wir auf das Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen". WESENTLICHE UMFIRMIERUNGENMit Eintragung im Handelsregister am 8. Januar 2016 wurden die Umfirmierung der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Hannover, sowie die Umwandlung in eine SE (Societas Europaea/Europäische Aktiengesellschaft) zu HDI Global SE wirksam. Im Rahmen eines einheitlichen Marktauftrittes wurden in- und ausländische Tochtergesellschaften der HDI Global SE entsprechend umfirmiert. ANGABEN ZU KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENZum Stichtag wurden die folgenden strukturierten Unternehmen konsolidiert:
Die Hannover Re PCC (Guernsey) Ltd., eine "Protected Cell Company" nach dem "Protected Cell Companies Ordinance 1997", wurde nach der bereits im Vorjahr erfolgten vollständigen Abwicklung des Geschäfts mit Wirkung zum 9. Juli 2015 liquidiert und aus dem Handelsregister von Guernsey gelöscht. Kaith Re Ltd. ist eine "Segregated Accounts Company" (SAC), deren einziger Zweck in der Verbriefung von Rückversicherungsrisiken in Kapitalanlageprodukte liegt. Im Rahmen dieser Transformation findet in jedem Fall ein vollständiger Risikotransfer auf den jeweiligen Investor statt. In einer SAC existieren unter einem "General Account" weitere "Segregated Accounts", die haftungsrechtlich vollständig voneinander und von dem General Account getrennt sind und in denen die o. g. Verbriefungen für die Investoren stattfinden. Gemäß IFRS 10 sehen wir das General Account und die Segregated Accounts als separate Einheiten an, auf die die Grundsätze des sogenannten Silo-Accounting angewendet werden. Diesem Konzept folgend hat die Hannover Rück SE das General Account der Kaith Re Ltd. zu konsolidieren und trägt vertragsgemäß die Honorare für externe Dienstleister, die aus den Eigenmitteln des General Accounts zu decken sind. Jedes einzelne Segregated Account ist getrennt von den beteiligten Parteien (Investoren) im Hinblick auf die Konsolidierungspflicht zu untersuchen und abhängig von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung zu konsolidieren. Die LI RE ist ein mit Wirkung zum 16. Oktober 2014 etabliertes Segregated Account der Kaith Re Ltd., dessen Zweck wie bei allen Segregated Accounts unter Kaith Re Ltd. in der Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken besteht. Im Unterschied zu den anderen Segregated Accounts ist der alleinige Investor und damit Risikoträger der LI RE die Hannover Rück SE. Zum Stichtag hat der Konzern keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für ein konsolidiertes strukturiertes Unternehmen geleistet. Der Konzern beabsichtigt nicht, finanzielle oder anderweitige Unterstützung für eines oder mehrere dieser Unternehmen zu leisten, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. ANGABEN ZU NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENZur Durchführung der Geschäftsaktivitäten nutzt der Konzern weitere strukturierte Unternehmen. Diese Unternehmen werden nicht konsolidiert, da die Beherrschungskriterien des IFRS 10 nicht einschlägig sind. Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beinhalten die folgenden Transaktionsarten: A25 NICHT KONSOLIDIERTE STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN EINSCHLIESSLICH DER DARSTELLUNG DES VERLUSTRISIKOSscroll
Die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden aus den genannten Transaktionen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. A26 GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMEN IN MIO. EURscroll
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Die Erträge und Aufwendungen aus Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden, soweit sie aus allgemeiner Investitionstätigkeit oder Investitionen aus Katastrophenanleihen resultieren, im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen und, soweit sie auf Retrozessionen und Verbriefungen entfallen, in der versicherungstechnischen Rechnung erfasst. Zum Stichtag haben Gesellschaften des Konzerns keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für diese nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen geleistet. Es bestehen aktuell keine Absichten zur Erteilung finanzieller oder anderer Unterstützung an diese Unternehmen, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. Zusagen, die wir nicht als Unterstützung betrachten, wie z. B. Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements, stellen wir im Kapitel "Sonstige Angaben" (Abschnitt: "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen") dar. ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN/GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN - BEWERTET NACH DER EQUITY-METHODEWESENTLICHE ZU- UND ABGÄNGEMit Dividendenbeschluss der bisher nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen ASPECTA Assurance International AG, Vaduz, Liechtenstein, vom 25. März 2015 wurde eine Kaufoption des Mehrheitsaktionärs ausübbar. Infolgedessen hat die Hannover Rück-Gruppe ihren maßgeblichen Einfluss über die Gesellschaft verloren, sodass die Equity-Konsolidierung beendet worden ist. Bis zur Rückgabe der Anteile an den Mehrheitsaktionär am 4. Mai 2015 wurde die Gesellschaft unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen. Mit Kaufvertrag vom 1. Oktober 2014 übernahm der Konzern 49,94 % der Aktien des größten privaten Wasserversorgers in Portugal, der Indaqua Indústria e Gustão de Águas S. A., Matosinhos, Portugal. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die per 16. April 2015 erfüllt wurden (Erwerbszeitpunkt). Der Erwerb erfolgt über die für diesen Zweck separat erworbene Gesellschaft Talanx Infrastructure Portugal GmbH (ehemals INOS 14-003 GmbH), München, an der die TD Real Assets GmbH & Co. KG 70 % der Anteile und die HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH & Co. KG 30 % der Anteile erworben hat. Der Kaufpreis für die Beteiligung an dem assoziierten Unternehmen belief sich auf 51 Mio. EUR. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND VERÄUSSERUNGSGRUPPENC-QUADRAT INVESTMENT AG, WIEN, ÖSTERREICH (SEGMENT KONZERNFUNKTIONEN)Der Konzern hat am 15. Januar 2016 einen Vertrag über die Veräußerung der Minderheitsbeteiligung der C-QUADRAT Investment AG, Wien, Österreich unterzeichnet. Das assoziierte Unternehmen wird zum Bilanzstichtag als ein zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswert mit einem Buchwert von 19 Mio. EUR ausgewiesen. Der Vollzug der Transaktion, der unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Aufsichtsbehörden steht, wird im laufenden Jahr 2016 mit einem Veräußerungsgewinn von rund 25 Mio. EUR nach Steuern erwartet. Die Veräußerung stellt keinen Strategiewechsel der Gruppe dar, weshalb die langfristige Kooperation mit C-QUADRAT fortgesetzt und weiter ausgebaut werden soll. Zwischen der Vertragsunterzeichnung und dem Closing besteht eine Treuhandabrede, wobei in diesem Zeitraum sowohl das rechtliche als auch das wirtschaftliche Eigentum im Konzern verbleiben. HDI STRAKHUVANNYA, KIEW, UKRAINE (SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL)Zum 31. Dezember 2014 haben wir die HDI STRAKHUVANNYA, Kiew, Ukraine, gemäß IFRS 5 als Veräußerungsgruppe klassifiziert. Mit dem Verkauf der Gesellschaft strafft der Konzern sein Portfolio in Osteuropa. Die Veräußerung der Anteile erfolgte am 19. Februar 2015, zu einem Kaufpreis im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Nach Erhalt des gesamten Kaufpreises wurden zunächst 10 % der Anteile minus einer Aktie an der Gesellschaft an den Käufer übertragen. Die verbleibenden Anteile sind nach erforderlicher kartell- und aufsichtsrechtlicher Genehmigung der Transaktion an den Käufer zu übertragen. Die kartellrechtliche Genehmigung erfolgte inzwischen, die aufsichtsrechtliche Genehmigung steht noch aus. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns haben wir die Gesellschaft im vierten Quartal 2015 entkonsolidiert. Aus dem Abgang ergab sich ein Verlust von 5 Mio. EUR, der im übrigen Ergebnis gezeigt wird. Die Veräußerungsgruppe enthielt Vermögenswerte in Höhe von 11 Mio. EUR sowie Verbindlichkeiten von 4 Mio. EUR. HDI ZASTRAHOVANE AD, SOFIA, BULGARIEN (SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL)Im Januar 2015 hat der Konzern beschlossen, zusammen mit der HDI STRAKHUVANNYA, Kiew, Ukraine, die HDI Zastrahovane AD, Sofia, Bulgarien, zu veräußern. Der Verkauf steht im Einklang mit der Straffung des Beteiligungsportfolios in Osteuropa. Der Vollzug der Transaktion erfolgte im vierten Quartal 2015 mit einem geringfügigen Veräußerungsverlust, den der Konzern im übrigen Ergebnis bilanziert. Die Veräußerungsgruppe enthielt Vermögenswerte in Höhe von 18 Mio. EUR sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 19 Mio. EUR. IMMOBILIENZum Stichtag bestehen keine als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Immobilienbestände. Zum 31. Dezember 2014 wiesen wir Immobilienbestände in Höhe von 11 Mio. EUR als zur Veräußerung gehalten aus. Davon entfielen auf das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland 3 Mio. EUR und auf das Segment Industrieversicherung 8 Mio. EUR. Dem Gesamtbestand standen Marktwerte (entsprechend erwarteten Verkaufspreisen) von 11 Mio. EUR gegenüber. Die Ermittlung der Zeitwerte führten wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertverfahren sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Sofern ein Verkauf verbindlich vereinbart wurde, wird der Kaufpreis herangezogen. Die Verkaufsabsichten begründeten sich durch individuelle Immobilienmarkt- und Objektgegebenheiten in Abwägung aktueller und künftiger Chancen-Risiko-Profile. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ - AKTIVA(1) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTA27 SEGMENTAUFTEILUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES IN MIO. EURscroll
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Im Zuge einer Neuausrichtung ihres deutschen Lebensversicherungsgeschäfts hat die Talanx Deutschland AG am 1. Mai 2015 die Vorstandsverantwortlichkeiten für die Sparten Lebensversicherung und Schaden/Unfallversicherung spartenorientiert aufgeteilt. Als Folge dieser Reorganisation wurde die Überwachung des Goodwills im zweiten Quartal 2015 angepasst. Wurde die Werthaltigkeit des Goodwills bisher auf Ebene des CGU-identischen gesamten Segments überprüft, wird dieser seit dem zweiten Quartal 2015 durch die neu geschaffenen Ressortverantwortlichkeiten "Schaden/Unfall Deutschland" und "Leben Deutschland" unterhalb der Talanx Deutschland AG überwacht. Diese Änderung in der Überwachung hat im zweiten Quartal 2015 die Zusammensetzung der bisher zugrunde gelegten CGU "Privat- und Firmenversicherung Deutschland" (entsprach dem Segment "Privat- und Firmenversicherung Deutschland") geändert, was eine Neuzuordnung des Goodwills erforderte. Vor der Reallokation der Geschäfts- oder Firmenwerte ist ein Goodwill-Impairment-Test auf Basis der "alten Struktur" durchzuführen. Erst im zweiten Schritt wird der Goodwill aufgeteilt und der Goodwill-Impairment-Test getrennt für die CGU "Schaden/Unfall Deutschland" und "Leben Deutschland" vorgenommen. Aus dem im zweiten Quartal 2015 durchgeführten Impairment-Test ergab sich im ersten Schritt keine Wertminderung. Im zweiten Schritt wurden die Geschäfts- und Firmenwerte der alten CGU "Privat- und Firmenversicherung Deutschland" in Höhe von 403 Mio. EUR nach Maßgabe der relativen Werte auf die neuen CGUs "Schaden/Unfall Deutschland" in Höhe von 248 Mio. EUR und "Leben Deutschland" in Höhe von 155 Mio. EUR verteilt. Der anteilig zugeordnete Goodwill der SGU "Leben Deutschland" in Höhe von 155 Mio. EUR war nach erfolgter Werthaltigkeitsprüfung im zweiten Quartal 2015 vollständig abzuschreiben. Die Wertminderung wurde entsprechend im zweiten Quartal 2015 aufwandswirksam in der Position "Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert" erfasst. Der erzielbare Betrag der CGU "Leben Deutschland" betrug zum Zeitpunkt des Impairment-Tests 888 Mio. EUR und wurde auf Basis des Nutzungswertes ermittelt. Zur Bestimmung des Nutzungswertes der CGU "Leben Deutschland" haben wir die MCEV-Werte aus den MCEV-Berichten zum 31. Dezember 2014 mit ihren dokumentierten Zinssensitivitäten auf die Zinsentwicklung reorganisationsstichtagsnah fortgeschrieben. Die bei der Ermittlung der MCEV-Werte 2014 zugrunde gelegte Zinsswapkurve war marktüblich auf Vorgaben der EIOPA basierend jenseits der verlässlich schätzbaren Marktinformationen nach 20 Jahren auf eine nach insgesamt 60 Jahren erreichte langfristige Gleichgewichtsrate (Ultimate Forward Rate) von 4,2 % extrapoliert worden. Der Nutzungswert wurde mit einer Anpassung der Zinsentwicklung um -22 BP auf die dokumentierten Zinssensitivitäten der MCEV und für den Neugeschäftswert ermittelt. Die Wertminderung im zweiten Quartal 2015 war daher vorwiegend auf den weiteren Rückgang der Zinsen bis zum Zeitpunkt der Werthaltigkeitsprüfung im ohnehin bestehenden Niedrigzinsumfeld zurückzuführen. Durch die Reorganisation innerhalb der Talanx Deutschland AG wurde weder die spartenübergreifende Unternehmenssteuerung des Segments noch das interne Reporting an den Konzernvorstand der Talanx AG geändert, daher blieb die Segmentberichterstattung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland auch unverändert. Die Talanx International AG hat im Oktober 2015 beschlossen zukünftig die Steuerung, Planung, Zielvergabe und Berichterstattung innerhalb des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung International auf Ebene der geografischen Regionen "Europa", "Lateinamerika" und "Andere" vorzunehmen. Mit dieser Entscheidung wurde weder die Unternehmenssteuerung des Segments insgesamt noch die Zusammensetzung der CGUs im Geschäftsbereich verändert. Infolgedessen bleibt auch die Berichterstattung an den Konzernvorstand der Talanx AG unverändert. Allerdings hat sich die niedrigste Ebene der Goodwillüberwachung von der CGU-Ebene (Auslandsmärkte) auf die Ebene der geografischen Regionen verändert, sodass Goodwill auf der Ebene der entsprechenden Gruppen von CGUs - "Europa" und "Lateinamerika" - und nicht mehr auf der Ebene einzelner CGUs auf Impairment zu testen ist. Die Goodwills der einzelnen CGUs wurden auf der neuen Ebene zusammengelegt, die Gruppe von CGUs "Andere" beinhaltet keinen Goodwill. Weder aus dem vor der Reallokation der Geschäfts- und Firmenwerte auf Basis der "alten Struktur" durchzuführenden Goodwill-Impairment-Test noch aus dem anschließenden Goodwill-Impairment-Test auf der neuen niedrigsten Ebene der Goodwillüberwachung hat sich ein Wertminderungsbedarf ergeben. Der Reduzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes durch die Wertminderung in Höhe von 155 Mio. EUR im zweiten Quartal 2015 wirkte im Wesentlichen ein Goodwillzugang in Höhe von 122 Mio. EUR aus dem Erwerb der Magallanes-Gruppe im ersten Quartal 2015 (vgl. Kapitel "Konsolidierung") entgegen. IMPAIRMENT-TEST (WERTHALTIGKEITSPRÜFUNG)Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) bzw. Gruppen von CGUs aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGUs bzw. Gruppen von CGUs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen (in Form von Zahlungsströmen) ziehen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Unternehmensebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Der Konzern hat daher sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet. Die CGUs entsprechen für die Segmente Industrieversicherung sowie Schaden-Rückversicherung den gleichlautenden Segmenten im Sinne von IFRS 8. Im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland entsprechen die CGUs den Ressorts (Schaden/Unfall und Leben) unterhalb der Talanx Deutschland AG. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International stellt grundsätzlich jeder Auslandsmarkt eine separate CGU dar, die niedrigste Goodwillüberwachungsebene entspricht jedoch den geografischen Regionen, die entsprechende Gruppen von CGUs darstellen. A28 GOODWILL TRAGENDE CGUs IN MIO. EUR (BEWERTET ZUM STICHTAGSKURS)scroll
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Aufgrund der infolge der Reorganisation bei
der Talanx Deutschland AG erfolgten Reallokation des Geschäfts- oder
Firmenwerts ist kein direkter Vorjahresvergleich möglich Der Konzern führt den Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßig im vierten Quartal auf Basis des Zahlenwerks zum Stichtag 30. September eines jeden Jahres durch. Zum Bilanzstichtag lagen, bis auf die Gruppe von CGUS "Europa", für keine CGUS bzw. Gruppen von CGUS Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor. Für die Gruppe von CGUS "Europa" wurde der Impairment-Test auf den Stichtag 31. Dezember 2015 anlassbezogen wiederholt und hat keinen Wertminderungsbedarf ergeben. Ein möglicher Wertminderungsbedarf ergibt sich aus der wertmäßigen Gegenüberstellung des Buchwerts der CGU bzw. der Gruppe von CGUS einschließlich des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts zu ihrem erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag ist dabei das Maximum aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für alle CGUS bzw. Gruppen von CGUS mit Ausnahme der Rückversicherungssegmente wird der erzielbare Betrag grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt, der vom Konzern auf der Grundlage eines anerkannten Bewertungsverfahrens - der Ertragswertmethode bzw. für einzelne Lebensversicherer MCEV-basiert - ermittelt wird. In Einzelfällen, so aktuell für die CGU Schaden/Unfall Deutschland, wird auch der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten herangezogen. Soweit CGUS bzw. Gruppen von CGUS aus mehr als einer Konzerngesellschaft bestehen, kommt eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung zur Anwendung. Der erzielbare Betrag im Rückversicherungssegment wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Fair-Value-Stufe 1) bestimmt. Wesentliche Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren BetragsNutzungswertFür die Bewertung der Schaden/Unfallversicherer sowie der Lebensversicherer nach dem Ertragswertverfahren bilden die vom jeweiligen Management der Gesellschaften verabschiedeten Planergebnisrechnungen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ertragswerts. Die Planrechnungen werden unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens, im Allgemeinen mit unverändertem Konzept, auf sogenannter Standalone-Basis erstellt und erfassen im Regelfall das Nachsteuerergebnis der fünf Folgejahre sowie eine Fortschreibung ab dem sechsten Jahr als ewige Rente. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus werden, auf Basis konservativer Annahmen, die unten dargestellten konstanten Wachstumsraten verwendet. Die Bancassurance-Sach- und -Lebensversicherer werden mit ihrem Ertragswert bewertet, wobei nur die künftigen Ergebnisse bis zum Ende des jeweiligen Kooperationszeitraumes in die Bewertung einfließen. Im Anschluss werden ein über drei Jahre konstantes Ergebnis sowie ein fiktiver Liquidationserlös unterstellt. Im Rahmen der Prognose der zukünftigen unternehmensspezifischen Cashflows für die einzelnen CGUS bzw. Gruppen von CGUS wurden makroökonomische Annahmen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Marktumfeld zugrunde gelegt, die mit den Wirtschaftsprognosen für die jeweiligen Länder der zu bewertenden Einheiten korrespondieren und im Einklang mit den Markterwartungen und Branchenprognosen stehen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote als ein Indikator für die Entwicklung des Geschäfts im Bereich Schaden/Unfallversicherung ergibt sich aus den Planungen zur Prämienentwicklung und zu Aufwendungen. Somit drückt sie kumuliert die getroffenen Annahmen zur Prämien- sowie Schaden- und Kostenentwicklung aus. Bei der Planung der Prämien und Aufwendungen werden insbesondere die Möglichkeiten des Wachstums im Marktumfeld sowie die Schaden- und Kostenentwicklung im Kontext geplanter Maßnahmen auf Gesellschaftsebene eingeschätzt. Die Projektion der Kapitalanlageerträge wird in Bezug auf das jeweilige Assetportfolio einschließlich der jeweiligen Laufzeitenstruktur und Währungsaufteilung vorgenommen und basiert auf den Annahmen hinsichtlich der Zinsentwicklung. Die Kapitalanlagerendite fällt daher, abhängig vom Zinsniveau des jeweiligen Währungsraums, je CGU bzw. Gruppe von CGUS sehr unterschiedlich aus. Im Bereich Lebensversicherung stellt die Annahme über die Zinsentwicklung die wesentliche Planungsannahme dar. Die oben dargestellten wesentlichen Annahmen resultieren aus der Aggregation der Einzelunternehmenspläne der Gesellschaften einer CGU bzw. Gruppe von CGUS. Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die den Annahmen über die Zinsentwicklung pro Land zugewiesenen Werte werden konzerneinheitlich festgelegt und sind aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen abgeleitet. Die gegebenenfalls in Lokalwährung ermittelten Barwerte werden mit dem Währungskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei der Bewertung der Lebensversicherungsgesellschaften (relevant nur für die Gruppe von CGUS "Europa") wird grundsätzlich das Ertragswertverfahren zur Bewertung angewandt. Um die Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäfts zu berücksichtigen, wird zudem das marktgängige Appraisal-Value-Verfahren, wenn ein ermittelter MCEV-Wert vorhanden ist, zur Verplausibilisierung der Werthaltigkeit herangezogen. Der MCEV ist eine branchenspezifische Bewertungsmethode zur Bestimmung des Zeitwerts von bestehenden Versicherungsbeständen. Der Wert des Bestands ergibt sich somit als Differenz aus dem Barwert der künftigen Gewinne und der Summe aus Kapitalkosten, Optionen und Garantien sowie nicht absicherbaren Restrisiken. Die Schätzung der barwertigen Gewinne aus dem Bestand sowie die Bewertung der Optionen und Garantien erfolgen marktkonsistent gemäß den Vorgaben des CFO-Forums (das CFO-Forum ist eine internationale Organisation der Chief Financial Officers [CFO] großer Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen) und unter weitgehende Beachtung der erwarteten Solvency-II-Vorgaben, d. h. analog zur Wertermittlung von Finanzderivaten. Zu diesem Zweck werden versicherungstechnische Verbindlichkeiten mithilfe von Replikationsportfolios (darunter versteht man die Nachbildung der Auszahlungsstruktur eines Portfolios durch ein anderes Portfolio) bewertet. Aus dieser Heranziehung des Appraisal-Value-Verfahrens für Plausibilisierungszwecke ergaben sich im Berichtsjahr - mit Ausnahme einer italienischen Lebensversicherungsgesellschaft innerhalb der Gruppe von CGUS "Europa" -keine weiteren Anwendungsfälle. Der Abzinsungsfaktor (Kapitalisierungszinssatz) für die Konzerngesellschaften wird auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt. Die der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes zugrunde liegenden Annahmen, einschließlich des risikofreien Basiszinssatzes, der Marktrisikoprämie und des Betafaktors, werden auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen bzw. Kapitalmarktdaten ermittelt. Die verwendeten konstanten langfristigen Wachstumsraten sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreiten nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmen tätig sind. A29 KAPITALISIERUNGSZINSSÄTZE UND LANGFRISTIGE WACHSTUMSRATE1) IN %scroll
Beizulegender Zeitwert abzüglich der VeräußerungskostenDer für die CGU "Schaden/Unfall Deutschland" ermittelte erzielbare Betrag wurde auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten bestimmt. Bei der Zeitwertbestimmung wird das durch die Fair-Value-Bewertung seiner Vermögenswerte und Schulden ermittelte Nettovermögen des Unternehmens herangezogen. Die wesentlichen Annahmen bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags stellen hinsichtlich versicherungstechnischer Rückstellungen, die den überwiegenden Teil der Schulden ausmachen, das Reservierungsniveau und der Diskontierungssatz dar. Die wesentlichen Annahmen bezogen auf die Vermögenswerte, die überwiegend Finanzinstrumente der Fair-Value-Stufe 2 umfassen, stellen das Emittenten- bzw. Kreditrisiko und die Zinsentwicklung dar. Zu den einzelnen relevanten Bewertungstechniken (NAV-Methode, erweitertes Ertragswertverfahren sowie alle für festverzinsliche Wertpapiere aufgeführten) und diesen zugrunde liegenden Parametern verweisen wir auf die Ausführungen zu Bewertungsmodellen der Fair-Value-Ermittlung für Finanzinstrumente auf Seite 143 im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet und basieren auf Vergangenheitswerten von externen und internen Quellen. Die Bewertung der CGU zum beizulegenden Zeitwert wurde, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechnik, insgesamt als ein beizulegender Zeitwert der Fair-Value-Stufe 3 eingeordnet. Für die CGUS Schaden- und Personen-Rückversicherung, die in Summe der Hannover Rück-Gruppe entsprechen, wird für Zwecke des Impairment-Tests in einem ersten Schritt der Börsenkurs der Hannover Rück-Aktie zum Bilanzstichtag herangezogen. Der Börsenwert der Hannover Rück SE wird auf der Grundlage der durchschnittlichen Umsatzrendite der vergangenen drei Jahre auf die beiden CGUS verteilt. Der auf diese Weise ermittelte erzielbare Betrag wird dem Nettobuchwert der CGU inklusive des der jeweiligen CGU zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts gegenübergestellt. Sollte der Börsenkurs der Hannover Rück-Aktie zu einem Bilanzstichtag durch Faktoren, die nicht die nachhaltige Ertragsposition der Hannover Rück-Gruppe widerspiegeln, kurzfristig deutlich negativ beeinflusst sein, kann alternativ ein Ertragswertverfahren zur Anwendung kommen. Wertminderungen der BerichtsperiodeÜber die im zweiten Quartal 2015 erfolgte Vollabschreibung des Geschäfts- und Firmenwerts der CGU "Leben Deutschland" hinaus waren zum Bilanzstichtag keine weiteren Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich. SensitivitätsanalysenDer Konzern hat in Bezug auf die wichtigsten Parameter bei der Ermittlung der erzielbaren Beträge für alle goodwilltragenden CGUS bzw. Gruppen von CGUS Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken bei der Ermittlung des Nutzungswerts wie versicherungstechnisches Risiko (Schaden-/ Kostenquote), Zinsparameter (Zinsänderungsrisiko), Währungsparameter (Wechselkursrisiko) und Aktienparameter (Equity-Risiko) wurden verschiedene für möglich gehaltene Szenarien mit jeweiligen Parameterveränderungen definiert und im Einzelnen untersucht. Dabei wurde jeweils ein Parameter bei der Ermittlung des Nutzungswertes verändert (ceteris paribus), die übrigen Annahmen (in den Mittelfristplanungen und der Extrapolation) unverändert belassen und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwertes ermittelt. Basis der Berechnungen ist der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests ermittelte Nutzungswert. Für die CGU Schaden/Unfall Deutschland, für die der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten entspricht, wurden Sensitivitätsanalysen hinsichtlich des versicherungstechnischen Risikos (Reservierungsniveaus bzw. Schaden-/Kostenquote), Kreditrisikos der gehaltenen Kapitalanlagen und Zinsänderungsrisikos durchgeführt. Dabei wurde jeweils ein Parameter verändert (ceteris paribus) und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwerts ermittelt. Soweit nicht im Folgenden anders angegeben, haben die Berechnungen zu den für möglich gehaltenen Änderungen von Parametern zu keiner potenziellen Wertminderung geführt. Für die Gruppen von CGUS "Lateinamerika" und "Europa" übersteigt der als Nutzungswert bestimmte erzielbare Betrag den Buchwert um 151 Mio. EUR bzw. 389 Mio. EUR entsprechend. Der Detailplanung wurden je nach Land Schaden-/Kostenquoten von ca. 90 % - 100 % für die wesentlichen Gesellschaften der jeweiligen Gruppe von CGUS zugrunde gelegt. Eine Veränderung der Schaden-/Kostenquote um +2,35 Prozentpunkte für die Gruppe von CGUS "Lateinamerika" und eine Veränderung der Schaden-/Kostenquote um +2,43 Prozentpunkte oder eine Minderung der den Kapitalerträgen zugrunde liegenden Zinssätze um 97 Basispunkte für die Gruppe von CGUS "Europa" in der Detailplanung hätte zu einer Annäherung des erzielbaren Betrags der jeweiligen Gruppe von CGUS an ihren Buchwert geführt. Der Detailplanung der Gruppe von CGUS "Europa" liegen Kapitalerträge basierend auf Zinssätzen von 0,7 % bis 8,7 %, je nach Land und Währung, zugrunde. (2) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEA30 ENTWICKLUNG DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE IN MIO. EURscroll
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Die "versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte" (= PVFP) resultieren aus dem Erwerb von Versicherungsbeständen aus Vorjahren. Der PVFP setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuer gebildet wird, und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen und wird aktiviert, um die Belastung des Konzerneigenkapitals nach IFRS beim Erwerb eines Versicherungsbestandes gleichmäßig entsprechend der Amortisation über die zukünftigen Perioden zu verteilen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. A31 PVFP LEBEN-ERSTVERSICHERUNGSGESELLSCHAFTEN IN MIO. EURscroll
Die Abschreibungen/Amortisationen der versicherungsbezogenen immateriellen Vermögenswerte von insgesamt 88 (406) Mio. EUR entfallen mit 56 (218) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil - davon auf Investmentverträge 12 (10) Mio. EUR - und mit 32 (188) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil und betreffen im Wesentlichen die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland in Höhe von 63 (390) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung International in Höhe von 19 (13) Mio. EUR und Personenrückversicherung von 5 (3) Mio. EUR. Der in den Abschreibungen/Amortisationen enthaltene Anteil der außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund der Änderungen der Annahmen über das langfristige Zinsniveau sowie im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit zum Stichtag in Höhe von 65 (250) Mio. EUR entfällt mit 23 (124) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 42 (126) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil und betrifft das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Amortisation des PVFP aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis unter "Ergebnis aus Investmentverträgen" aus. Die Abschreibungen/Amortisation auf den Aktionärsanteil (ohne Investmentverträge) bilanzieren wir in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "sonstige versicherungstechnische Aufwendungen". A32 PVFP NACH LAUFZEIT IN MIO. EURscroll
Die erworbenen Markennamen in Höhe von 38 (32) Mio. EUR (im Wesentlichen "WARTA" [31 Mio. EUR]) sind immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, da es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren (darunter voraussichtliche Nutzung, Verfügungsgewalt, Abhängigkeit von anderen Vermögenswerten) keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows erzeugen wird. Die Markennamen wurden einem Werthaltigkeitstest unterzogen; ein Wertminderungsbedarf ergab sich nicht. (3) FREMD GENUTZTER GRUNDBESITZA33 FREMD GENUTZTER GRUNDBESITZ IN MIO. EURscroll
Die Zugänge im Berichtsjahr betreffen insbesondere die Segmente Schaden-Rückversicherung (314 Mio. EUR), Industrieversicherung (21 Mio. EUR) sowie Privat- und Firmenversicherung Deutschland (20 Mio. EUR). Der Zeitwert des fremd genutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 2.418 (2.051) Mio. EUR. Davon entfallen 13 (8) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 2.405 (2.043) Mio. EUR auf die Stufe 3. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertberechnungen sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Die direkt zurechenbaren betrieblichen Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung) belaufen sich bei vermieteten Objekten auf 64 (51) Mio. EUR; auf Objekte, mit denen keine Mieterträge erzielt werden, sind 5 (7) Mio. EUR an betrieblichen Aufwendungen angefallen. Bei dem fremd genutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2015 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 785 (714) Mio. EUR. Vertragliche Verpflichtungen, fremd genutzten Grundbesitz zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln, oder solche für Reparaturen, Instandhaltungen oder Verbesserungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 44 (43) Mio. EUR. (4) ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGENA34 ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGEN IN MIO. EURscroll
(5) ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENDer Bilanzposten umfasst die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals bewertet werden. Die Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sind jeweils zusammengefasst angegeben, da keines dieser Unternehmen individuell wesentlich für den Konzern im Sinne von IFRS 12.21 ist. A35 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND A35 GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN IN MIO. EURscroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen belief sich zum Jahresende auf 126 (85) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden Anteile an den Verlusten von 0 (0) Mio. EUR bilanziell nicht erfasst. Für Informationen zum Kapitalanteil des Konzerns an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie zur Höhe des Eigenkapitals und des Geschäftsjahresergebnisses dieser Gesellschaften verweisen wir auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes, Seite 245 ff. Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bestehen zum Stichtag nicht. A36 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN IN MIO. EURscroll
A37 ANTEILE AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN IN MIO. EURscroll
(6) DARLEHEN UND FORDERUNGENA38 DARLEHEN UND FORDERUNGEN IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der Darlehen und Forderungen ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 13.434 (13.563) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). A39 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
A40 RATINGSTRUKTUR DER DARLEHEN UND FORDERUNGEN IN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Bei den ungerateten Darlehen und Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um Hypotheken- und Policendarlehen. (7) BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTEA41 BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinstrumente ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 440 (805) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). A42 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
A43 RATINGSTRUKTUR DER BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDEN FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (8) JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTEA44 JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. Die unrealisierten Gewinne/Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den übrigen Rücklagen im Eigenkapital ausgewiesen. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 7.725 (7.489) Mio. EUR enthalten (85 [85] %). A45 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE IN MIO. EURscroll
A46 RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE IN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (9) ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEA47 ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 0 (0) Mio. EUR enthalten (- [-] %). A48 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE IN MIO. EURscroll
A49 RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE IN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente (ohne Handelsabsicht) beinhalten unter anderem strukturierte Produkte, bei denen die Fair Value Option nach IAS 39 angewendet wurde. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderungen des Kreditrisikos der finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, beträgt in der Berichtsperiode 1 (0) Mio. EUR und in kumulativer Form 2 (8) Mio. EUR. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (10) ÜBRIGE KAPITALANLAGENA50 KLASSIFIZIERUNG VON ÜBRIGEN KAPITALANLAGEN IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der Darlehen und Forderungen ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. Der Zeitwert der Darlehen und Forderungen entspricht im Wesentlichen dem Bilanzwert. A51 JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. Die unrealisierten Gewinne/Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den übrigen Rücklagen im Eigenkapital ausgewiesen. In den kurzfristigen Geldanlagen sind überwiegend Fest- und Tagesgelder mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei diesen Einlagen daher weitgehend den Buchwerten. A52 RATINGSTRUKTUR DER SONSTIGEN KURZFRISTIGEN GELDANLAGEN IN MIO. EURscroll
Die erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen angekaufte Lebensversicherungspolicen. Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments beinhaltet Windparkanlagen. Für die Anlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen als Sicherheit. A53 INFRASTRUKTURINVESTMENTS IN MIO. EURscroll
Darüber hinaus enthält das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments Anlagen im Bau in Höhe von 84 (23) Mio. EUR. (11) KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENA54 KLASSIFIZIERUNG DER KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN IN MIO. EURscroll
DARLEHEN UND FORDERUNGENA55 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
A56 RATINGSTRUKTUR IN MIO. EURscroll
JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTEA57 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATEA58 VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
A59 RATINGSTRUKTUR IN MIO. EURscroll
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderung des Kreditrisikos bedingt ist, ist unwesentlich. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (12) BEWERTUNGSHIERARCHIE DER ZEITWERTBEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTEFAIR-VALUE-HIERARCHIEFür die Angaben nach IFRS 13 sind neben den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten auch diejenigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts im Rahmen der Geschäftsberichtserstattung vorgesehen ist (nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente). Die Zeitwerthierarchie spiegelt Merkmale der für die Bewertung verwendeten Preisinformationen bzw. Eingangsparameter wider und ist wie folgt gegliedert:
Werden für die Bewertung eines Finanzinstruments Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen herangezogen, ist die Stufe des niedrigsten Inputfaktors maßgeblich, der für die Bewertung wesentlich ist. Eine Überprüfung der Zuordnung zu den Stufen der Fair-Value-Hierarchie erfolgt mindestens zum Ende einer Periode. Die Darstellung von Transfers erfolgt, als ob der Transfer zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt wäre. AUFTEILUNG DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTEZum Bilanzstichtag betrug der Anteil der Stufe 1 zugeordneten Finanzinstrumente am Gesamtbestand der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente 6 (6) %. Insgesamt werden zum Bilanzstichtag 89 (90) % der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente der Stufe 2 zugeordnet. Zum Bilanzstichtag weist der Konzern 5 (4) % der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente der Stufe 3 zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren Wertpapiere mit einem Zeitwert von 24 (20) Mio. EUR nicht mehr der Stufe 2, sondern der Stufe 1 zuzuordnen. Die Umgliederung war vor allem infolge der gestiegenen Marktaktivität der Instrumente vorzunehmen. Die Umgliederung betrifft im Wesentlichen festverzinsliche Wertpapiere der Klasse "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente". Der angegebene Umgliederungsbetrag bezieht sich auf den bilanzierten Buchwert der Investments zum Periodenanfang. Zum Stichtag bestehen Schulden in Höhe von 6 Mio. EUR, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes wider. A60 ZEITWERTHIERARCHIE ZUM ZEITWERT BEWERTETER FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
ANALYSE DER FINANZINSTRUMENTE, FÜR DIE SIGNIFIKANTE EINGANGSPARAMETER NICHT AUF BEOBACHTBAREN MARKTDATEN BERUHEN (STUFE 3)Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung der in Stufe 3 kategorisierten Finanzinstrumente (im Folgenden: FI) zu Beginn der Berichtsperiode auf den Wert per 31. Dezember des Geschäftsjahres. A61 ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE1) (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2015 IN MIO. EURscroll
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1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt A62 ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE1) (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2015 IN MIO. EURscroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen der Periode einschließlich der Gewinne oder Verluste auf am Ende der Berichtsperiode im Bestand gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 werden in der folgenden Tabelle gezeigt. A63 DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) INMIO.EURscroll
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1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt A64 DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE1) IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) IN MIO. EURscroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt A65 WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE BEWERTUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN DER STUFE 3 IN MIO. EURscroll
1)
Diese Finanzinstrumente werden in die Stufe
3 eingeordnet, da bei der Bewertung nicht beobachtbare Parameter verwendet
werden Sofern zur Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 3 Modelle verwendet werden, bei denen die Anwendung vernünftiger alternativer Eingangsparameter zu einer wesentlichen Änderung des Zeitwerts führt, verlangt IFRS 7 eine Offenlegung der Auswirkungen dieser alternativen Annahmen. Von den Finanzinstrumenten der Stufe 3 mit Zeitwerten zum Bilanzstichtag von insgesamt 3,5 (2,9) Mrd. EUR bewertet der Konzern Finanzinstrumente mit einem Volumen von 2,9 (2,3) Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der Nettovermögenswertmethode, bei der alternative Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu ermitteln sind. Darüber hinaus bestehen Vermögenswerte aus Investmentverträgen in Höhe von 186 (163) Mio. EUR, denen in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gegenüberstehen. Da sich die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe gegenüberstehen und sich im Wert ähnlich entwickeln, haben wir auf eine Szenarioanalyse verzichtet. Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik werden in Höhe von 239 (248) Mio. EUR in der Stufe 3 ausgewiesen. Die Wertentwicklung dieser Verträge steht in Abhängigkeit vom Risikoverlauf einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Aus der Anwendung alternativer Eingangsparameter und Annahmen ergibt sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Für die verbleibenden Finanzinstrumente der Stufe 3 mit einem Volumen von 28 (27) Mio. EUR sind die Auswirkungen alternativer Eingangsparameter und Annahmen nicht wesentlich. BEWERTUNGSPROZESSDer Bewertungsprozess ist darauf ausgerichtet, für die Zeitwertermittlung von Finanzanlagen öffentlich verfügbare Preisstellungen auf aktiven Märkten oder Bewertungen mit ökonomisch anerkannten Modellen, die auf beobachtbaren Eingangsfaktoren beruhen, heranzuziehen (Stufe-1- und Stufe-2-Positionen). Für Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Stufe-3-Positionen), werden die Bewertungen überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen (z. B. geprüfter Net Asset Value) vorgenommen, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen wurden. Die mit der Bewertung von Kapitalanlagen betraute Organisationseinheit ist unabhängig von den Organisationseinheiten, die die Kapitalanlagerisiken eingehen, wodurch eine Funktions- und Aufgabentrennung gewährleistet wird. Die Bewertungsprozesse und Bewertungsmethoden sind vollständig dokumentiert. Entscheidungen über Bewertungsfragen trifft das monatlich tagende Talanx-Bewertungskomitee. Die Möglichkeit der Portfolio-Bewertung im Sinne des IFRS 13.48 wird nicht angewandt. AUFTEILUNG DER NICHT ZUM BEIZULEGEN DEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTE MIT ZEITWERTANGABEN IM ANHANGA66 FAIR-VALUE-HIERARCHIE - NICHT ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
(13) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGE-ACCOUNTINGDERIVATEDerivative Finanzinstrumente setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und sonstigen Marktpreisrisiken ein sowie in geringem Umfang auch zur Optimierung von Erträgen oder um Kauf- bzw. Verkaufsabsichten zu realisieren. Dabei werden die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften wie auch die Vorgaben der konzerninternen Anlagerichtlinien strikt eingehalten und stets erstklassige Kontrahenten ausgewählt. Darüber hinaus werden eingebettete Derivate in strukturierten Produkten und Versicherungsverträgen - sofern nach den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bzw. IFRS 4 .Versicherungsverträge" erforderlich - von den zugrunde liegenden Basisverträgen getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Fair Value. Hinsichtlich der angewandten Bewertungstechniken verweisen wir auf den Abschnitt "Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 142 ff. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument gemäß Hedge-Accounting nach IAS 39 eingesetzt wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens/Risikos. Bei Derivaten, die keine Sicherungsinstrumente sind, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Diese Vorgehensweise gilt auch für separierte eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzinstrumenten und aus Versicherungsverträgen. A67 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE NACH BILANZPOSITIONEN IN MIO. EURscroll
Im Geschäftsjahr ergab sich aus den derivativen Finanzinstrumenten - ohne Sicherungsinstrumente - ein unrealisierter Verlust in Höhe von 22 (29) Mio. EUR; das realisierte Ergebnis der im Jahr 2015 geschlossenen Positionen beträgt -36 (-10) Mio. EUR. In der Tabelle A68 werden die beizulegenden Zeitwerte einschließlich der zugehörigen Nominalwerte unserer offenen Derivatepositionen zum Stichtag differenziert nach Risikoarten und Fälligkeiten dargestellt. Positive und negative Marktwerte werden in der Tabelle saldiert. Zum Bilanzstichtag bestanden danach offene Positionen aus Derivaten in Höhe von 32 (85) Mio. EUR; das entspricht 0,02 % (0,06) % der Bilanzsumme. Im Geschäftsjahr hielt der Konzern im Bereich der Rückversicherung derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Inflationsrisiken innerhalb der Schadenreserven. Im zweiten Quartal 2015 sind diese derivativen Finanzinstrumente mit einem Gesamtvolumen von 68 Mio. EUR, unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffekts von 4 Mio. EUR, abgegangen. Der Ausweis dieser derivativen Finanzinstrumente erfolgte im Vorjahr in Höhe von 64 Mio. EUR bei den übrigen Verbindlichkeiten. ANGABEN ZUR SALDIERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITENDer Konzern schließt derivate Geschäfte auf Basis standardisierter Rahmenverträge ab, die Globalnettingvereinbarungen beinhalten. Die in der Tabelle A69 aufgeführten Aufrechnungsvereinbarungen erfüllen die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz in der Regel nicht, da der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf eine Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf Saldierung ist grundsätzlich nur bei Eintritt bestimmter künftiger definierter Ereignisse durchsetzbar. Gestellte bzw. erhaltene Sicherheiten werden je Kontrahent maximal bis zur Höhe der jeweiligen Nettoverbindlichkeit bzw. des jeweiligen Nettovermögenswerts berücksichtigt. HEDGE-ACCOUNTINGIm Rahmen des Hedge-Accountings versucht der Konzern, die sich aus Marktpreisänderungen ergebenden Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme eines Grundgeschäfts durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments (Derivat) zu kompensieren, dessen Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme sich annähernd gegenläufig entwickeln. Die Absicherung erfolgt dabei auf Einzelgeschäftsebene (Mikro-Hedge). Bei Abschluss der Transaktion dokumentieren wir die Sicherungsbeziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, das Ziel des Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Absicherungsstrategie. Zudem findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die Sicherungsinstrumente die entsprechenden Änderungen der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Der Nachweis der Effektivität der Hedge-Beziehungen wurde erbracht. A68 LAUFZEITSTRUKTUR DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
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A69 AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGEN IN MIO. EURscroll
Cashflow-HedgesIm Jahr 2015 hat der Konzern künftige Transaktionen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten, gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In diesem Zusammenhang werden Bewertungseinheiten aus Wertpapiertermingeschäften (Vorkäufen) und geplanten Wertpapierkäufen gebildet. Mit den Vorkäufen wird das Risiko abgesichert, bei jetzt schon feststehenden Wiederanlagen in der Zukunft durch fallende Zinsen niedrige Renditen für die Wiederanlagen erzielen zu können. Das Grundgeschäft zu den Sicherungsinstrumenten ist die Anlage in der Zukunft zu den dann geltenden Renditen/Kursen. Die Sicherung geplanter Transaktionen wird nach IAS 39 als Cashflow-Hedge abgebildet. Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des Share-Award-Plans gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten hat die Hannover Rück SE seit dem Jahr 2014 Sicherungsinstrumente in Form sogenannter Equity Swaps erworben (Cashflow-Hedge). Der effektive Teil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Sicherungsinstrumente wird im Eigenkapital in der Rücklage für Cashflow-Hedges unter Berücksichtigung latenter Steuern und gegebenenfalls der Beteiligung der Versicherungsnehmer bilanziert. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sofern es sich bei den abgesicherten Grundgeschäften um ein Finanzinstrument handelt (Absicherung der geplanten Transaktionen). Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt (Absicherung der Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten). Führen die abgesicherten Transaktionen zum Ansatz finanzieller Vermögenswerte, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge über die Laufzeit des erworbenen Vermögenswerts amortisiert. Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung der Rücklage für Cashflow-Hedges (vor Steuern und vor Beteiligung der Versicherungsnehmer) dar. A70 ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGES IN MIO. EURscroll
Die Cashflow-Hedge-Rücklage veränderte sich im Berichtsjahr um -5 (385) Mio. EUR (vor Steuern) bzw. -7 (371) Mio. EUR (nach Steuern). Im Rahmen fälliger Vorkäufe wurde 2015 ein Betrag von insgesamt 11 (-1) Mio. EUR ergebniserhöhend (ergebnismindernd) amortisiert (Position: Kapitalanlageergebnis). Ein Betrag in Höhe von -4 (-2) Mio. EUR wurde im Berichtsjahr aufgrund von Ineffektivitäten der Cashflow-Hedges ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Die Zahlungsströme aus den Cashflow-Hedges werden wie folgt erwartet, siehe Tabelle A72. Im Jahr 2015 lagen keine prognostizierten Transaktionen, die zuvor als Sicherungsbeziehung erfasst wurden, vor, die in Zukunft nicht mehr eintreten dürften. Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen GeschäftsbetriebDer Konzern hielt zum Bilanzstichtag im Bereich der Rückversicherung derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe abgeschlossen wurden. Ein Betrag in Höhe von -1 (-) Mio. EUR wurde im Berichtsjahr aufgrund von Ineffektivitäten der Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Beizulegende Zeitwerte der SicherungsinstrumenteDer beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Hedge-Accounting designierten derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag beträgt: A71 SICHERUNGSINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste der Sicherungsderivate betrugen im Berichtsjahr 6 (-3) Mio. EUR und betreffen die Amortisation der Eigenkapitalbeträge aus fälligen Vorkäufen (11 [-1] Mio. EUR) sowie die ergebniswirksam erfassten Wertänderungen aufgrund der Ineffektivität (-5 [-2] Mio. EUR). A72 ZAHLUNGSSTRÖME DER ABGESICHERTEN GEPLANTEN TRANSAKTIONEN IN MIO. EURscroll
DERIVATE IM ZUSAMMENHANG MIT VERSICHERUNGSVERTRÄGENEine Anzahl von Verträgen im Segment der Personen-Rückversicherung weist Merkmale auf, die die Anwendung der Vorschriften des IFRS 4 zu eingebetteten Derivaten erfordern. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte in Rückversicherungsverträgen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag ("Host Contract") zu trennen, separat gemäß IAS 39 zu bilanzieren und unter den Kapitalanlagen auszuweisen. Im Rahmen der Bilanzierung von "Modified Coinsurance"- und "Coinsurance Funds withheld"(ModCo)-Rückversicherungsverträgen, bei denen Wertpapierdepots von den Zedenten gehalten und Zahlungen auf Basis des Ertrags bestimmter Wertpapiere des Zedenten geleistet werden, sind die Zinsrisikoelemente klar und eng mit den unterliegenden Rückversicherungsvereinbarungen verknüpft. Folglich resultieren eingebettete Derivate ausschließlich aus dem Kreditrisiko des zugrunde gelegten Wertpapierportfolios. Die Hannover Rück SE ermittelt die Marktwerte der in die ModCo-Verträge eingebetteten Derivate unter Verwendung der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Marktinformationen auf Basis einer "Credit Spread"-Methode, bei der das Derivat zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses einen Wert von null aufweist und im Zeitablauf aufgrund der Veränderungen der Credit Spreads der Wertpapiere schwankt. Das Derivat hat zum Bilanzstichtag einen positiven Wert in Höhe von 23 (45) Mio. EUR. Im Jahresverlauf ergab sich ein Aufwand aus der Marktwertveränderung des Derivates in Höhe von 26 (7) Mio. EUR vor Steuern. Eine Reihe von im Vorjahr gezeichneten Transaktionen des Geschäftsfelds Personen-Rückversicherung, bei denen Gesellschaften der Hannover Rück SE ihren Vertragspartnern Deckung für Risiken aus möglichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Sicherungsinstrumenten bieten, sind ebenfalls als derivative Finanzinstrumente zu klassifizieren. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren aus vertraglich definierten Ereignissen und beziehen sich auf die Entwicklung einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Die Verträge sind als freistehende Kreditderivate gemäß IAS 39 einzuordnen und zu bilanzieren. Bei ihrem Erstansatz wurden diese derivativen Finanzinstrumente erfolgsneutral erfasst, da in gleicher Höhe Forderungen anzusetzen waren. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente betrug am Bilanzstichtag 156 (137) Mio. EUR und wird unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Wertentwicklung in den Folgeperioden erfolgt in Abhängigkeit vom Risikoverlauf und führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung von 18 (6) Mio. EUR. Insgesamt führte die Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik zum Bilanzstichtag zu einem Ausweis von Vermögenswerten in Höhe von 25 (51) Mio. EUR sowie zu einem Ausweis von Verbindlichkeiten aus den aus versicherungstechnischen Posten resultierenden Derivaten in Höhe von 163 (142) Mio. EUR. Aus allen separat zu bewertenden Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik waren im Berichtsjahr Ergebnisverbesserungen in Höhe von 19 (11) Mio. EUR sowie Ergebnisbelastungen in Höhe von 30 (8) Mio. EUR zu verzeichnen. FINANZIELLE GARANTIENIm Segment Personen-Rückversicherung wurden zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X-bzw. AXXX-Reserven) US-amerikanischer Zedenten strukturierte Transaktionen abgeschlossen. Die Strukturen erforderten jeweils den Einbezug einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaften tragen von den Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehalts und übertragen diese Risiken mittels eines fixen/variablen Swaps auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück SE. Die Summe der vertraglich vereinbarten Kapazitäten der Transaktionen beträgt umgerechnet 3.544 (3.079) Mio. EUR, mit Stand zum Bilanzstichtag wurden davon umgerechnet 2.483 (1.887) Mio. EUR gezeichnet. Die von Gesellschaften der Hannover Rück SE garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaften decken deren Leistungsverpflichtungen. Bei einem Teil der Transaktionen werden die aus den Swaps im Leistungsfall resultierenden Zahlungen über Entschädigungsvereinbarungen von den Muttergesellschaften der Zedenten rückvergütet. Die Rückvergütungsansprüche aus den Entschädigungsvereinbarungen sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren. Nach IAS 39 sind diese Transaktionen als Finanzgarantien zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rück SE legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der beizulegende Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwerts aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall. (14) FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTA73 FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT IN MIO. EURscroll
A74 FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT, DIE ZUM BILANZSTICHTAG ÜBERFÄLLIG, ABER NICHT WERTGEMINDERT WAREN IN MIO. EURscroll
Bei den überfälligen Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft handelt es sich um Forderungen, die zum Fälligkeitstag nicht bezahlt wurden und am Bilanzstichtag weiterhin offen waren. Bei den Erstversicherungsgesellschaften bestanden am Bilanzstichtag Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern, die seit mehr als 90 Tagen fällig waren, in Höhe von insgesamt 346 (251), davon sind 100 (71) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig. Dies entspricht einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 4,3 (3,3) %. Die zusammengefasste durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre belief sich auf 1,0 (1,1) %. Die Ausfallquote im Jahr 2015 liegt bei 1,1 (1,2) %. Aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich die Abrechnungsforderungen mit einem Rückstand von mehr als 90 Tagen auf einen Betrag von insgesamt 741 (679) Mio. EUR, davon sind 406 (271) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig, was einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 10,9 (8,8) % entspricht. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus dem Rückversicherungsgeschäft beträgt 0,7 (0,6) %. Die wertberichtigten Forderungen stellen sich wie folgt dar: A75 AUS VERSICHERUNGSVERTRÄGEN RESULTIERENDE EINZELN WERTGEMINDERTE VERMÖGENSWERTE IN MIO. EURscroll
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, die wir auf separaten Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt: A76 WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT IN MIO. EURscroll
Die Ausfallrisiken der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft wurden grundsätzlich durch Einzelbetrachtung ermittelt. Auf eine Wertberichtigung wurde insoweit verzichtet, als das Ausfallrisiko der Vermögenswerte durch Sicherheiten (z. B. Letters of Credit, Bardepots, Wertpapierdepots) vermindert ist. Der Anteil der wertgeminderten Forderungen belief sich auf 2,3 (2,7) %. Die Abrechnungsforderungen an dem passiven Rückversicherungsgeschäft in den drei Erstversicherungssegmenten betragen (nach Abzug von Wertberichtigungen) 510 (423) Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag weisen 64 (56) % dieser Abrechnungsforderungen ein Rating der Kategorie A oder besser auf. Bezogen auf den Gesamtbestand der Abrechnungsforderungen von 3,7 (3,1) Mrd. EUR weisen 44 (42) % ein Rating der Kategorie A oder besser auf. A77 WERTBERICHTIGUNGSQUOTEN IN %scroll
A78 JÄHRLICHE AUSFALLQUOTEN IN %scroll
(15) ABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTENA79 ABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTEN IN MIO. EURscroll
(16) SONSTIGE VERMÖGENSWERTEA80 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE IN MIO. EURscroll
Der Zeitwert des eigengenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 702 (759) Mio. EUR. Davon entfallen 132 (131) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 570 (628) Mio. EUR auf die Stufe 3. Diese Zeitwerte wurden im Wesentlichen auf Basis der Ertragswertmethode berechnet. Bei dem eigengenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2015 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 497 (423) Mio. EUR. Die aktivierten Ausgaben für Sachanlagen im Bau betragen zum Bilanzstichtag 14 (2) Mio. EUR. Die vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 192 (108) Mio. EUR. A81 ENTWICKLUNG DES EIGENGENUTZTEN GRUNDBESITZES IN MIO. EURscroll
A82 ENTWICKLUNG DER BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG IN MIO. EURscroll
A83 ÜBRIGE VERMÖGENSWERTE IN MIO. EURscroll
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ - PASSIVA(17) EIGENKAPITALEIGENKAPITALENTWICKLUNG UND ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERA84 DARSTELLUNG DER EIGENKAPITALZUSAMMENSETZUNG IN MIO. EURscroll
Die Gewinnrücklagen enthalten 1.684 (1.580) Mio. EUR Schwankungsrückstellungen (nach latenter Steuer). Die übrigen Rücklagen enthalten 57 (-33) Mio. EUR Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung. A85 IN DEN ÜBRIGEN RÜCKLAGEN ENTHALTENE UNREALISIERTE A85 GEWINNE UND VERLUSTE1) IN MIO. EURscroll
1)
Hierin enthalten: erfolgsneutral gebildete
Rückstellungen für latente Beitragsrückerstattung Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns. A86 AUSGLEICHSPOSTEN FÜR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITAL IN MIO. EURscroll
Die eigenkapitalwirksamen Bewegungen der Finanzinstrumente, die der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" im Konzern zugeordnet sind, vor Berücksichtigung von Versicherungsnehmern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und latenten Steuern stellen sich wie folgt dar. A87 EFFEKT DER ZEITWERTBEWERTUNG AUF DAS SONSTIGE ERGEBNIS IN MIO. EURscroll
GEZEICHNETES KAPITALDas Grundkapital beträgt unverändert 316 Mio. EUR und ist eingeteilt in 252.797.634 auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals". BEDINGTES KAPITALIn der Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 78 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 62.400.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital Il). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 14. Mai 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 4. Juni 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. Ferner wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 28. August 2012 beschlossen, das Grundkapital um bis zu 26 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 20.800.000 neuen Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1,25 EUR bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Wandel- und Optionsanleihen, Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten und von Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten sowie Maßnahmen im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms, die aufgrund der in derselben Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigung bis zum 27. August 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung zum 5. September 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. GENEHMIGTES KAPITALIn der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. November 2011 aufzuheben und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. September 2017 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 146 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, sofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 1. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen und ist damit wirksam. Im Zuge der Ausübung der Greenshoe-Option vom 8. Oktober 2012 im Rahmen des Börsengangs reduzierte sich das genehmigte Kapital satzungsgemäß auf 143 Mio. EUR. Im Zuge des Mitarbeiteraktienprogramms erfolgte eine Reduzierung des genehmigten Kapitals um 0,2 Mio. EUR. Nach der teilweisen Ausnutzung beträgt das genehmigte Kapital noch 142.307.260 EUR, wovon 785.060 EUR weiter für Belegschaftsaktien verwendet werden können. KAPITALMANAGEMENTGemäß IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" sind im Anhang Angaben zu veröffentlichen, die den Abschlussadressaten ein Verständnis über Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements ermöglichen und die Informationen zur Konzerneigenkapitalentwicklung ergänzen. Wir verweisen insoweit auf unsere nachfolgenden Ausführungen sowie zusätzlich auf unsere Angaben im Kapitel Vermögens- und Finanzlage im Lagebericht. Im Rahmen des Kapitalmanagements wird das ökonomische Kapital betrachtet, das sich aus dem Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz der Talanx-Gruppe, einschließlich nachrangiger Verbindlichkeiten, ergibt. Eine wesentliche strategische Zielsetzung des Konzerns zielt auf eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur zur Stärkung der Finanzkraft des Konzerns ab. Diese Zielsetzung wird durch eine konsequente Ausrichtung der Eigenmittelausstattung des Talanx-Konzerns an folgende Kriterien ausgerichtet:
Die Allokation von Kapitalressourcen erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, jene Bereiche auszustatten, die mittelfristig den jeweils höchsten risikoadjustierten Nachsteuerertrag erwarten lassen. Dabei berücksichtigen wir die angestrebte Portfolio-Diversifizierung und das benötigte Risikokapital sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Hinsichtlich der Kapitalausstattung erfüllt der Konzern die Erwartungen der den Konzern beurteilenden Ratingagenturen. Darüber hinaus unterliegen einzelne Konzerngesellschaften nationalen Kapital- und Solvabilitätsanforderungen. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. (18) NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITENVerschiedene Konzernunternehmen haben in der Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil börsennotierte Verbindlichkeiten aufgenommen, um die Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die erforderliche (aufsichtsrechtliche) Liquidität (Solvabilität) zu gewährleisten. A88 ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAPITALS IN MIO. EURscroll
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1)
Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem
Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten (im
Konzernabschluss konsolidiert) A89 ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITEN IN MIO. EURscroll
Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten Verbindlichkeiten basiert im Allgemeinen auf notierten aktiven Marktpreisen. Wenn derartige Preisinformationen nicht verfügbar waren, wurden die Zeitwerte auf Basis der anerkannten Effektivzinsmethode berechnet oder z. B. anhand von anderen Finanzinstrumenten mit vergleichbaren Bonitäts-, Laufzeit- und Renditeeigenschaften geschätzt. Bei der Effektivzinsmethode werden stets die aktuellen Marktzinsniveaus in den relevanten Zinsbindungslaufzeitbereichen als Basis unterstellt. Das Nettoergebnis in Höhe von -131 (-153) Mio. EUR der nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 128 (150) Mio. EUR und Aufwendungen aus der Amortisation (3 [3] Mio. EUR). A90 NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN: RESTLAUFZEITEN IN MIO. EURscroll
Die im Jahr 2005 von der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. emittierte nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 500 Mio. EUR wurde mit Wirkung zum ersten ordentlichen Rückzahlungstermin in Höhe des gesamten Nominalbetrags von der Emittentin gekündigt und am 1. Juni 2015 zurückgezahlt. Die 2005 begebenen Nachranganleihen der HDI Lebensversicherung AG (nominal ausstehend 120 Mio. EUR; davon 10 Mio. EUR konzernintern vergeben) und der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. (nominal 209 Mio. EUR; davon 96 Mio. EUR konzernintern vergeben) wurden am 30. Juni 2015, jeweils zum ersten Rückzahlungstermin vollumfänglich zurückgezahlt. (19) RÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGEA91 RÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGE IN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Prämienüberträge umfasst den Teil der gebuchten Bruttoprämien, der als Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag dem/den folgenden Geschäftsjahr(en) zuzurechnen ist. Da es sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge im Wesentlichen nicht um zukünftige liquiditätswirksame Zahlungsströme handelt, haben wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet. (20) DECKUNGSRÜCKSTELLUNGA92 DECKUNGSRÜCKSTELLUNG IN MIO. EURscroll
Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Deckungsrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. A93 DECKUNGSRÜCKSTELLUNG IN MIO. EURscroll
(21) RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLEA94 RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE IN MIO. EURscroll
ABWICKLUNG DER NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNGDie Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können. Die von den Berichtseinheiten gelieferten Schadenabwicklungsdreiecke wurden um die Währungseffekte aus der Umrechnung der jeweiligen Transaktions- in die lokale Berichtswährung bereinigt dargestellt. Die in Fremdwährung gelieferten Abwicklungsdreiecke der Berichtseinheiten werden zum aktuellen Stichtagskurs in Euro umgerechnet, um währungsbereinigte Abwicklungsergebnisse darstellen zu können. In den Fällen, in denen der ursprünglich geschätzte Endschaden mit dem tatsächlichen Endschaden in Originalwährung übereinstimmt, wird auch nach Umrechnung in die Konzernberichtswährung (Euro) sichergestellt, dass kein rein währungsindiziertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen wird. In den nachfolgenden Tabellen werden die Netto-Schadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Jahre 2005 bis 2015 getrennt nach unseren wesentlichen Sachversicherungsgesellschaften in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung dargestellt (sogenanntes Schadenabwicklungsdreieck). Die Übersichten zeigen die Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellungen, die sich aus den Rückstellungen für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzt. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen. Die Darstellung der Netto-Schadenrückstellung und ihrer Abwicklung erfolgt jeweils für Erstversicherungssegmente einschließlich der Konzernfunktionen und des Segments Schaden-Rückversicherung nach Konsolidierungseffekten für den jeweiligen Darstellungsbereich, jedoch vor Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und Rückversicherung. Die für das Bilanzjahr 2005 berichteten Werte beinhalten außerdem die nicht mehr separat im Schadenabwicklungsdreieck dargestellten Werte der Vorjahre. Die veröffentlichten Abwicklungsergebnisse reflektieren die im Geschäftsjahr 2015 für die einzelnen Abwicklungsjahre entstandenen Endschadenveränderungen. Die noch nicht abgewickelten Netto-Schadenrückstellungen im Konzern belaufen sich auf insgesamt 34,8 (32,0) Mrd. EUR. Davon entfallen auf unsere Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich einschließlich der Konzernfunktionen sowie das Segment Schaden-Rückversicherung 8,8 (8,5) Mrd. EUR bzw. 21,8 (19,7) Mrd. EUR. Weitere 4,2 (3,8) Mrd. EUR verteilen sich auf das Segment Personen-Rückversicherung (3,3 [2,9] Mrd. EUR) und das Leben-Erstversicherungsgeschäft (0,9 [0,9] Mrd. EUR). NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONENA95 NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONEN IN MIO. EURscroll
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Im Berichtsjahr verzeichnete der Konzern in seinen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen ein positives Abwicklungsergebnis von 466 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGA96 NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG IN MIO. EURscroll
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Im Geschäftsjahr 2015 verzeichnete die Schaden-Rückversicherung ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von insgesamt 512 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. Der Bilanzwert der Rückversicherungsanteile an den Schadenrückstellungen in Höhe von 5,6 (5,2) Mrd. EUR enthält kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,1 (0,2) Mio. EUR. Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schadenrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. A97 LAUFZEITEN DER RÜCKSTELLUNG IN MIO. EURscroll
(22) RÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNGA98 RÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNG IN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) umfasst die gesetzlichen oder vertraglichen Ansprüche der Versicherungsnehmer aus der Überschussbeteiligung, soweit sie am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeteilt und ausgezahlt wurden, sowie die Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung. Letztere betrifft die auf die Versicherungsnehmer entfallenden Anteile aus den Bewertungsunterschieden zwischen nationalen Vorschriften und IFRS, die ergebniswirksam in der GuV oder erfolgsneutral (z. B. unrealisierte Kapitalerträge aus den "jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten") unter Berücksichtigung latenter Steuern in das Eigenkapital (im sonstigen Ergebnis) eingestellt werden (Shadow-RfB). Im Wesentlichen ist daher eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Versicherungsverträgen und zu den Restlaufzeiten nicht möglich. Von den Bruttorückstellungen für Beitragsrückerstattung entfallen 1.217 (1.271) Mio. EUR auf Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung und 2.921 (3.213) Mio. EUR auf latente Beitragsrückerstattung einschließlich der Shadow-RfB. (23) RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGENDie Konzernunternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Die Art der Versorgungszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung. Der betragsmäßig überwiegende Teil der Versorgungszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen. Zum größten Teil handelt es sich um dienstzeitabhängige Endgehaltspläne, die vollständig arbeitgeberfinanziert sind und Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente im Wesentlichen ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes vorsehen. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Prozentsatz des letzten Arbeitseinkommens, wobei zum einen die Anzahl der bis zum Eintritt des Versorgungsfalles vollendeten Dienstjahre und zum anderen die Höhe des Gehaltes bei Eintritt des Versorgungsfalles (gegebenenfalls als Durchschnitt über mehrere Jahre) in die Berechnung einfließen. Teilweise werden die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung unterschiedlich gewichtet. Diese Pensionspläne sind für neu eintretende Arbeitnehmer/-innen geschlossen. Bestehende Zusagen wurden teilweise auf gehaltsdynamische Besitzstände eingefroren. Die Pläne werden weitestgehend nicht mit Planvermögen finanziert. Bei den Plänen auf Basis jährlicher Rentenbausteine handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Summe jährlicher Versorgungsbausteine, die über eine Transformationstabelle hergeleitet werden. Berücksichtigt werden dabei der Beschäftigungsgrad, die Höhe des maßgeblichen Gehaltes und teilweise das Geschäftsergebnis der die Zusage erteilenden Arbeitgebergesellschaft. Die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung werden unterschiedlich gewichtet. Der betragsmäßig bedeutendste Pensionsplan dieses Typs ist für Neuaufnahmen geschlossen und nicht mit Planvermögen finanziert. Jedoch wurden für einen großen Teilbestand Rückdeckungsversicherungen geschlossen. Bei den beitragsbasierten Plänen mit Garantien handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente über die "HDI Unterstützungskasse". Anstelle einer Altersrente kann ein einmaliges Versorgungskapital verlangt werden. Es handelt sich um beitragsorientierte Leistungszusagen im Sinne des deutschen Arbeitsrechtes, die wirtschaftlich als Leistungszusage (Defined Benefit Plan) klassifiziert werden. Dieser Versorgungsplan ist der einzige inländische arbeitgeberfinanzierte Plan, der für neu eintretende Mitarbeiter offen ist. Der vom Arbeitgeber an die Unterstützungskasse zugewendete Versorgungsbetrag wird von dieser als Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt (kongruente Rückdeckung). Die zugesagten Leistungen ergeben sich aus dem Tarif der Rückdeckungsversicherung. Das diesbezügliche Vermögen der HDI Unterstützungskasse wird als Planvermögen ausgewiesen. Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen auf eine Kapitalleistung im Todes- und Erlebensfall bei Erreichen der Altersgrenze aus einmaliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter. Dabei wird der Verzichtsbetrag als einmaliger Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt. Ein Rentenwahlrecht besteht nicht. Diesen Zusagen ist kein Planvermögen zugeordnet. Für die Mitarbeiter besteht zusätzlich die Möglichkeit der versicherungsförmigen Entgeltumwandlung. Hierbei handelt es sich wirtschaftlich um beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution Plan), für die keine Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden. Die sich aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergebenden Risiken umfassen die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko und biometrische Risiken. Ungewöhnliche Risiken oder erhebliche Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar. A99 FINANZIERUNGSSTATUS DER PENSIONSPLÄNE IN MIO. EURscroll
Die Veränderung der Nettoschuld und des Nettovermögenswertes für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns verdeutlicht die nachstehende Tabelle. Neben den Hauptbestandteilen Defined Benefit Obligation (DBO) und Planvermögen ist die Veränderung der Vermögenswertanpassung aus der Berechnung der Obergrenze des aus einer Planüberdeckung resultierenden Vermögenswertes angegeben. Die Überprüfung der Realisierbarkeit des mit einer Planüberdeckung einhergehenden wirtschaftlichen Nutzens wird auf Ebene des einzelnen Pensionsplans durchgeführt und machte sowohl zum 31. Dezember 2015 als auch zum 31. Dezember 2014 eine Kürzung des Buchwertes für den Nettovermögenswert erforderlich. A100 VERÄNDERUNG DER NETTOSCHULD UND DES NETTOVERMÖGENSWERTS FÜR DIE VERSCHIEDENEN LEISTUNGSORIENTIERTEN PENSIONSPLÄNE IN MIO. EURscroll
Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportfolios setzt sich wie folgt zusammen. A101 PORTFOLIOSTRUKTUR DES PLANVERMÖGENS IN %scroll
Für alle Eigenkapitalinstrumente, festverzinslichen Wertpapiere und Wertpapierfonds stehen infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt Marktpreise zur Verfügung. Die Vermögenswerte dieser Anlagekategorien werden fast ausschließlich in einem britischen Pension Scheme Trust verwaltet. Im Zeitwert des Planvermögens sind keine Beträge für eigene Finanzinstrumente enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 1 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden Erträge von 38 Mio. EUR verbucht. Die gewichteten Annahmen für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: A102 ANNAHMEN FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE VERPFLICHTUNGENBEWERTUNGSPARAMETER/ANNAHMEN GEWICHTET, IN %scroll
Als biometrische Rechnungsgrundlage der inländischen Pensionszusagen wurden die Richttafeln "2005G" von Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich auf 15 (17) Jahre. SENSITIVITÄTSANALYSENEin Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2015 folgende Auswirkung: A103 AUSWIRKUNG DER VERÄNDERUNG DER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN ANNAHMEN IN MIO. EURscroll
Daneben ist eine Änderung hinsichtlich der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise der zugrunde gelegten Lebenserwartung möglich. Zur Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos wurden die zugrunde gelegten Sterbetafeln durch eine Absenkung der Sterblichkeiten um 10 % angepasst. Diese Verlängerung der Lebenserwartung hätte zum Ende des Geschäftsjahres zu einer um 70 (91) Mio. EUR höheren Pensionsverpflichtung geführt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt durch die Differenzbildung zwischen den Pensionsverpflichtungen unter geänderten versicherungsmathematischen Annahmen und den Pensionsverpflichtungen unter unveränderten versicherungsmathematischen Annahmen. Die Ermittlung wurde für die als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen. Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 6 (6) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Beitragsorientierte Pensionszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 20 (19) Mio. EUR, davon entfällt im Geschäftsjahr ein Betrag von 1 (1) Mio. EUR auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Zusätzlich wurden Beiträge zu staatlichen Pensionsplänen in Höhe von 49 (54) Mio. EUR gezahlt. (24) STEUERRÜCKSTELLUNGENA104 ZUSAMMENSETZUNG DER STEUERRÜCKSTELLUNGEN IN MIO. EURscroll
(25) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENA105 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN IN HÖHE DER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHME IN MIO. EURscroll
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Die im Abschluss ausgewiesenen Rückstellungen für Restrukturierung betreffen im Wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Umsetzung der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Zum Bilanzstichtag beläuft sich diese Rückstellung auf 88 (26) Mio. EUR. Im Berichtsjahr wurden dieser Rückstellung 64 Mio. EUR zugeführt, der Zinseffekt beläuft sich auf -1 Mio. EUR und 3 Mio. EUR wurden in Anspruch genommen. Die übrigen Rückstellungen (300 [251] Mio. EUR) beinhalten eine Vielzahl unterschiedlichster Sachverhalte, die nicht den vorstehenden Kategorien zugeordnet werden können. Sie betreffen insbesondere Rückstellungen für Nachzahlungszinsen aus Steuern in Höhe von 117 (89) Mio. EUR, Provisionsrückstellungen in Höhe von 48 (34) Mio. EUR, Rückstellungen für drohende Verluste von 4 (14) Mio. EUR sowie Rückstellungen für Verwaltungskosten in Höhe von 11 (13) Mio. EUR. Des Weiteren sind in dieser Position Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (vgl. hierzu Abschnitt "Rechtsstreitigkeiten"), ausstehende Beiträge zur Unterstützungskasse und Schwerbehindertenabgaben enthalten. A106 LAUFZEITEN SONSTIGER RÜCKSTELLUNGEN IN MIO. EURscroll
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Angabe des gewichteten Durchschnitts (26) BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENUnter diesem Bilanzposten werden die nachfolgenden Sachverhalte zum Bilanzstichtag ausgewiesen: A107 BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN IN MIO. EURscroll
Bereits 2011 und mit Nachtrag aus dem Jahr 2012 hatte die Talanx AG Vereinbarungen über zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien mit einem gesamten Nominalbetrag von 1,2 Mrd. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren geschlossen. Eine dieser beiden Kreditlinien aus dem Jahr 2011 (über 500 Mio. EUR) wurde im ersten Quartal 2014 durch eine neue Kreditlinie mit ebenfalls fünf Jahren Laufzeit zu verbesserten Konditionen und mit einem auf 550 Mio. EUR erhöhten Volumen abgelöst. Damit bestehen per 31. Dezember 2015 Kreditlinien über einen Nominalbetrag von 1,25 Mrd. EUR. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme. Das Nettoergebnis aus den begebenen Anleihen und Darlehen beträgt insgesamt 42 (35) Mio. EUR und umfasst neben den Zinsaufwendungen aus den Anleihen der Talanx AG (29 Mio. EUR) auch das Nettoergebnis aus Hypothekendarlehen (12 Mio. EUR) und Darlehen aus Infrastrukturinvestments (2 Mio. EUR). Demgegenüber bestanden Erträge aus Amortisationen aus Hypothekendarlehen in Höhe von 1 (1) Mio. EUR. A108 BEGEBENE ANLEIHEN IN MIO. EURscroll
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1)
(Debt Rating a. m. Best; Debt Rating S&P) A109 ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHEN IN MIO. EURscroll
A110 BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN: RESTLAUFZEITEN IN MIO. EURscroll
(27) ÜBRIGE VERBINDLICHKEITENA111 ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN IN MIO. EURscroll
ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN)In den Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen sind unterjährige Ausschüttungen in Höhe von 127 (115) Mio. EUR aus Anteilen an Fonds enthalten, die in privatem Beteiligungskapital investieren ("Private-Equity-Fonds") und die zum Bilanzstichtag noch nicht ergebniswirksam zu vereinnahmen waren. Die Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 241 (300) Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken sowie vom zugrunde liegenden Versicherungsvertrag getrennten zum Marktwert bilanzierten eingebetteten Derivaten. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Anhang. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die Restlaufzeiten der übrigen Verbindlichkeiten ohne die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und ohne die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft dar, da die beiden letztgenannten Verbindlichkeiten direkt im Zusammenhang mit den Versicherungsverträgen stehen und somit nicht getrennt davon betrachtet werden können. A112 ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN)1) : RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENDie sonstigen Verpflichtungen aus Investmentverträgen werden bei Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrages zugeordnet werden können, angesetzt. In den Folgeperioden werden diese Verträge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. A113 SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN, BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN: RESTLAUFZEITEN IN MIO. EURscroll
Die Ermittlung der Zeitwerte aus Investmentverträgen wird im Wesentlichen mittels der Rückkaufswerte für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". A114 ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATE1) : RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch Änderungen des Kreditrisikos der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, ist unwesentlich. (28) AKTIVE UND PASSIVE STEUERABGRENZUNGA115 VERÄNDERUNG DER LATENTEN STEUERN IN DER BILANZ WÄHREND DES JAHRES IN MIO. EURscroll
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Im Vorjahr wurde die Veränderung der latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten im Wesentlichen in Höhe von 47 Mio. EUR als Ertrag im Gewinn und Verlust sowie in Höhe von 282 Mio. EUR eigenkapitalmindernd im sonstigen Ergebnis erfasst. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG(29) VERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNGA116 VERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNG IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (30) KAPITALANLAGEERGEBNISA117 KAPITALANLAGEERGEBNIS DER BERICHTSPERIODE IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle A118 KAPITALANLAGEERGEBNIS DER VORPERIODE IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Von den Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 175 (52) Mio. EUR entfallen 62 (16) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere, 53 (12) Mio. EUR auf Aktien, 17 (16) Mio. EUR auf Immobilien und Immobilienfonds und 38 (6) Mio. EUR auf privates Beteiligungskapital. Dem gegenüber standen Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene Kapitalanlagen in Höhe von insgesamt 12 (20) Mio. EUR. Diese entfielen mit 5 (9) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere. Daneben waren Zuschreibungen in Höhe von 7 (11) Mio. EUR auf fremd genutzte Immobilien vorzunehmen. Das saldierte Ergebnis aus dem Abgang von Wertpapieren betrug 527 (851) Mio. EUR und resultierte im Wesentlichen aus der Veräußerung von Bestandspapieren im Rahmen der regelmäßigen Portfolioumschichtung. Darüber hinaus führte die Veräußerung der Anteile an der Swiss Life Holding AG im Vorjahr zu einer einmaligen Erhöhung der positiven Realisate. Zum Bilanzstichtag befanden sich darüber hinaus keine überfälligen nicht wertberichtigten Wertpapiere im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden. A119 ZINSERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN IN MIO. EURscroll
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGENDie in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Nettogewinne und -verluste aus Kapitalanlagen basieren im Wesentlichen auf der Klassenbildung des Konzerns (siehe hierzu "Anhangangaben von Finanzinstrumenten" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 150 ff.). Unter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen (135 [123] Mio. EUR) und der sonstigen Aufwendungen für selbst verwaltete Kapitalanlagen (96 [84] Mio. EUR) beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 3.933 (4.144) Mio. EUR. A120 NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - BERICHTSPERIODE IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle A121 NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - VORJAHR IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (31) AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENA122 AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - BERICHTSPERIODE IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle A123 AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - VORJAHR IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (32) ABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGENA124 ABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN IN MIO. EURscroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (33) ÜBRIGES ERGEBNISA125 ZUSAMMENSETZUNG ÜBRIGES ERGEBNIS IN MIO. EURscroll
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Die Zinserträge entfallen auf die Segmente
Industrieversicherung 5 (7) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung
Deutschland 15 (15) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung International
7 (12) Mio. EUR, Schaden-Rückversicherung 21 (3) Mio. EUR, Personen-Rückversicherung
24 (15) Mio. EUR, Konzernfunktionen 3 (13) Mio. EUR. Davon werden
1 (3) Mio. EUR konsolidiert Das übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen. (34) FINANZIERUNGSZINSENDie Finanzierungszinsen in Höhe von 161 (183) Mio. EUR beinhalten ausschließlich Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital, das nicht in direktem Zusammenhang mit dem operativen Versicherungsgeschäft steht. Diese Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 131 (153) Mio. EUR auf unsere emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten und mit 28 (23) Mio. EUR auf begebene Anleihen der Talanx AG. (35) ERTRAGSTEUERNUnter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Die Grundsätze der Berücksichtigung latenter Steuern sind im Abschnitt "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" dargestellt. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet. A126 ERTRAGSTEUERN - TATSÄCHLICHE UND LATENTE IN MIO. EURscroll
A127 AUFTEILUNG DES AUSGEWIESENEN STEUERAUFWANDS/-ERTRAGS AUF IN- UND AUSLAND IN MIO. EURscroll
Die im Geschäftsjahr im sonstigen Ergebnis und direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern - resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis belastet oder gutgeschrieben wurden - beliefen sich auf 151 (-305) Mio. EUR. Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang dar zwischen dem erwarteten Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde, und dem tatsächlichen Steueraufwand: A128 ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN STEUERAUFWAND IN MIO. EURscroll
Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 31,6 (31,6) %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt. Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 30,28 (19,95) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen. Auf passive zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 138 (148) Mio. EUR im Zusammenhang mit Anteilen an Konzerngesellschaften wurden keine latenten Steuern gebildet, weil der Konzern deren Umkehrung steuern kann und sie sich nicht in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven nicht wertberichtigten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 221 (177) Mio. EUR werden voraussichtlich in Höhe von 48 (32) Mio. EUR innerhalb eines Jahres und in Höhe von 173 (145) Mio. EUR nach einem Jahr realisiert. Im Berichtsjahr hat sich die tatsächliche Ertragsteuer um 1 (13) Mio. EUR gemindert, da Verlustvorträge genutzt wurden, für die keine latenten Steueransprüche gebildet waren. Die Abwertung von in Vorjahren bilanzierten latenten Steueransprüchen führte im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand von 1 (4) Mio. EUR. Dem gegenüber steht ein latenter Steuerertrag von 8 (23) Mio. EUR aus der Korrektur früherer Abwertungen. Bei Verlusten im Berichtsjahr oder Vorjahr sind Überhänge latenter Steueransprüche nur insoweit angesetzt, als es anhand aussagekräftiger Nachweise wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Gesellschaft zukünftig ausreichend positive steuerpflichtige Ergebnisse erzielen wird. Dieser Nachweis wurde für latente Steueransprüche von 164 (252) Mio. EUR erbracht. ZEITLICHE NUTZBARKEIT NICHT AKTIVIERTER VERLUSTVORTRÄGEAuf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von brutto 346 (370) Mio. EUR und abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von brutto 79 (85) Mio. EUR, im Wesentlichen in der Türkei, haben wir aufgrund einer nicht ausreichend gesicherten Realisierung eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern gebildet. Die wertberichtigten aktiven latenten Steuern für diese Sachverhalte betragen insgesamt 105 (114) Mio. EUR. A129 ABLAUF DER WERTBERICHTIGTEN VERLUSTVORTRÄGE, TEMPORÄREN DIFFERENZEN SOWIE STEUERGUTSCHRIFTEN IN MIO. EURscroll
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SONSTIGE ANGABENMITARBEITERZAHL UND PERSONALAUFWENDUNGENMITARBEITERZAHLA130 IM JAHRESDURCHSCHNITT BESCHÄFTIGTE MITARBEITERscroll
Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 21.965 (21.371) Mitarbeiter für den Konzern tätig. Der Zugang im Segment Privat- und Firmenversicherung International resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb der Magallanes-Gruppe, Chile. PERSONALAUFWENDUNGENDie folgenden Personalaufwendungen enthalten vor allem die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Schadenaufwendungen (für Schadenregulierung) und die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen. A131 ZUSAMMENSETZUNG DER PERSONALAUFWENDUNGEN IN MIO. EURscroll
BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENNach IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" werden als nahe stehende Unternehmen und Personen u. a. Mutter- und Tochterunternehmen sowie Tochtergesellschaften einer gemeinsamen Muttergesellschaft, assoziierte Unternehmen, juristische Personen unter Einfluss des Managements und das Management des Unternehmens definiert. Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx-Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.), Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen. Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese Person das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines Mutterunternehmens des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Das Management in Schlüsselpositionen umfasst die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG und des HDI V. a. G. Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversicherungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE (HG), Hannover, bzw. die HDI Versicherung AG (HV), Hannover, jeweils die führenden Versicherer sind. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1 % (HDI V. a. G.) und 99,9 % (HG/HV) aufgeteilt. Im Rahmen der operativen Tätigkeit besteht zwischen der Ampega Investment GmbH, Köln, und der C-QUADRAT Investment AG, Wien, eine vertragliche Beziehung über die Auslagerung der Portfolio-Verwaltung von Sondervermögen. Aus diesen Geschäftsvorfällen bestehen zum Bilanzstichtag Aufwendungen für erbrachte Portfolio-Management-Leistungen von 21 Mio. EUR. Weiterhin besteht ein Rückversicherungsvertrag zwischen der Hannover Rück SE Malaysian Branch, Kuala Lumpur, Malaysia, und der Petro Vietnam Insurance Holdings, Hanoi, Vietnam, in Höhe von 3 Mio. EUR. Die neue leben Lebensversicherung AG, Hamburg, hat eine Ausleihung des von der neue leben Pensionskasse AG, Hamburg, begebenen Nachrangdarlehens in Höhe von 13 Mio. EUR erworben. Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Ferner bestehen Dienstleistungsverträge mit einem Unternehmen, an dem ein Mitglied des Aufsichtsrats beteiligt ist. Die im Berichtszeitraum aus diesen Verträgen generierten Umsätze mit Konzernunternehmen betrugen 0,2 Mio. EUR. Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht, Seite 74 ff., bzw. den Abschnitt "Bezüge der Organe der Obergesellschaft". ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGIm Geschäftsjahr 2015 bestanden im Konzern die folgenden anteilsbasierten Vergütungspläne:
Nachfolgend werden die Pläne beschrieben und ihre Auswirkungen auf das Jahresergebnis sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTS-PLAN DER HANNOVER RÜCK SEDer Vorstand der Hannover Rück SE hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats per 1. Januar 2000 einen virtuellen Aktienoptionsplan eingeführt, der die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten (ABR) an bestimmte Führungskräfte vorsieht. Der Inhalt des Aktienoptionsplans richtet sich ausschließlich nach den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten. Zuteilungsberechtigt sind alle Mitglieder des Konzernführungskreises. Bei Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt sich kein Anspruch auf Lieferung von Aktien der Hannover Rück SE, sondern lediglich auf Zahlung eines an der Aktienkursentwicklung der Hannover Rück SE orientierten Barbetrags. Die Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten sind für alle Zuteilungsberechtigten gekündigt worden. Zugeteilte Aktienwert-Beteiligungsrechte bleiben bis zum Ende ihrer Laufzeit ausübbar. Aktienwert-Beteiligungsrechte wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2000 und bis zur Kündigung des Plans für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt, sofern die in den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten festgelegten Erfolgskriterien erreicht worden sind. Die Laufzeit der Aktienwert-Beteiligungsrechte beträgt jeweils zehn Jahre, beginnend mit dem Ablauf des betreffenden Zuteilungsjahres. Aktienwert-Beteiligungsrechte, die nicht bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit ausgeübt werden, erlöschen. Die Aktienwert-Beteiligungsrechte dürfen erst nach einer Wartezeit und dann nur innerhalb von vier Ausübungszeiträumen pro Jahr ausgeübt werden. Nach Ablauf einer vierjährigen Wartezeit sind maximal 60 % der für ein Zuteilungsjahr zugeteilten ABR ausübbar. Die Wartezeit für jeweils weitere 20 % der für dieses Zuteilungsjahr einer Führungskraft zugeteilten ABR beträgt jeweils ein weiteres Jahr. Jeder Ausübungszeitraum hat eine Dauer von zehn Börsenhandelstagen, beginnend jeweils mit dem sechsten Börsenhandelstag nach dem Tag der Veröffentlichung des Quartalsberichts der Hannover Rück SE. Bei Ausübung eines Aktienwert-Beteiligungsrechts ist die Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung an den Berechtigten zu zahlen. Dabei entspricht der Basispreis dem arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an allen Börsenhandelstagen des ersten vollen Kalendermonats des jeweiligen Zuteilungsjahres. Maßgebend für den aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes. Die Auszahlung ist auf einen Maximalbetrag begrenzt, der sich als Quotient aus dem im Zuteilungsjahr insgesamt zu gewährenden Vergütungsvolumen und der Gesamtzahl der in diesem Jahr zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt. Im Falle der Kündigung oder der Beendigung des Anstellungsverhältnisses infolge eines Aufhebungsvertrages oder einer Befristung besteht das Recht, alle Aktienwert-Beteiligungsrechte im ersten darauffolgenden Ausübungszeitraum auszuüben. In diesem Zeitraum nicht ausgeübte Aktienwert-Beteiligungsrechte und solche, deren Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, erlöschen. Der Eintritt in den Ruhestand, der Fall der Erwerbsunfähigkeit und der Fall des Todes der Führungskraft gelten für Zwecke der Ausübung nicht als Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Aus den Zuteilungen für die Jahre 2007, 2009 bis 2011 bestehen im Geschäftsjahr 2015 die in der folgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen. Für die Jahre 2005 und 2008 erfolgte keine Zuteilung. Die Bewertung der bestehenden Aktienwert-Beteiligungsrechte erfolgt auf Basis des Black-Scholes-Optionspreismodells. Den Berechnungen sind der Kurs der Hannover Rück-Aktie zum Stichtag 17. Dezember 2015 von 109,95 EUR, eine erwartete Volatilität von 23,48 % (historische Volatilität auf Fünfjahresbasis), eine erwartete Dividendenrendite von 2,86 % und ein risikofreier Zinssatz von 0,36 % für das Zuteilungsjahr 2007, 0,19 % für das Zuteilungsjahr 2009, 0,06 % für das Zuteilungsjahr 2010 und 0,07 % für das Zuteilungsjahr 2011 zugrunde gelegt worden. Im Geschäftsjahr 2015 ist für 100 % der für die Jahre 2006, 2007 und 2009 sowie für 60 % der für das Jahr 2010 zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte die Wartezeit abgelaufen. Ausgeübt wurden 4.831 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2006, 14.362 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2007, 282.722 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2009 und 896.118 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2010. Die Summe der Auszahlungsbeträge betrug 11 Mio. EUR. Auf dieser Basis beträgt die Summe der Rückstellung, die unter den übrigen nicht technischen Rückstellungen ausgewiesen wird, für das Geschäftsjahr 2015 14 (21) Mio. EUR. Der Aufwand beträgt insgesamt 4 (8) Mio. EUR. A132 AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTE DER HANNOVER RÜCK SEscroll
SHARE AWARD PLANFür die Talanx AG und die wesentlichen Konzerngesellschaften einschließlich der Hannover Rück SE wurde, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011, zunächst für Mitglieder der Vorstände und nachfolgend für bestimmte Führungskräfte, ein "Share-Award-Programm" eingeführt, das die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten in Form von virtuellen Aktien, sogenannten Share Awards, vorsieht. Das Share-Award-Programm gibt es in zwei Ausprägungen, die in Teilen weiter modifiziert sind:
Die Share Awards begründen keinen Anspruch auf Lieferung von Aktien, sondern lediglich auf Zahlung eines Barbetrags nach Maßgabe der nachfolgenden Bedingungen. Im Rahmen des Share-Award-Programms sind diejenigen Personen zuteilungsberechtigt, denen vertraglich ein Anspruch auf Gewährung von Share Awards eingeräumt ist, und Vorstände, deren Dienstverhältnis zum jeweiligen Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards besteht und nicht durch Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung mit Wirkung vor Ablauf der Sperrfrist endet. Share Awards werden seit dem Geschäftsjahr 2011 für Vorstände und ab dem Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte und dann jeweils für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards bestimmt sich nach dem Wert je Aktie. Der Wert je Aktie richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse. In den Bedingungen für die Berechtigten ist für die Berechnung ein Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorgesehen, in der der Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Für die Talanx Share Awards wird der Wert je Aktie der Talanx AG, für die Hannover Rück Share Awards wird der Wert je Aktie der Hannover Rück SE zugrunde gelegt. Für die Führungskräfte der Hannover Rück SE wurde abweichend ein Zeitraum von 20 Handelstagen vor bis zehn Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung vereinbart. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich aus der Division des Betrags, der für die Zuteilung von Share Awards für den jeweiligen Berechtigten zur Verfügung steht, durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für die Führungskräfte des Talanx-Konzerns (ohne Hannover Rück SE) wird für je vier volle Aktien eine weitere virtuelle Aktie zugeteilt. Für die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie der Hannover Rück SE werden 20 %, für die Führungskräfte des Konzerns (inklusive Hannover Rück SE) entsprechend den Managementebenen 30 % - 40 % der jeweils festgesetzten variablen Vergütung in Share Awards gewährt. Die Zuteilung von Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung bedarf. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der für den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Aktie gemäß oben genannten Definitionen gezahlt. Für die Wertberechnung gelten die Vorschriften des vorangegangenen Absatzes entsprechend. Der Betrag wird im Monat nach Ablauf des Zeitraums überwiesen, der für die Ermittlung des Wertes je Aktie nach den vorstehenden Absätzen maßgeblich ist. Für Führungskräfte des Talanx-Konzerns, die seit 2015 an der Zuteilung von Share Awards teilnehmen, erfolgt die Auszahlung bis auf Weiteres nach Ablauf der Sperrfrist im Monat Juli. Mit Zahlung des Wertes der 3hare Awards wird zusätzlich ein Betrag in Höhe der korrespondierenden Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wurden. Die Höhe der zu zahlenden Dividende entspricht der Summe aller während der Laufzeit der Share Awards ausgeschütteten Dividenden je Aktie, multipliziert mit der Anzahl der Share Awards, die zum Auszahlungszeitpunkt für den jeweiligen Berechtigten zur Auszahlung kommen. Im Falle einer vorzeitigen Auszahlung der Share Awards erfolgt die Auszahlung des Wertes der Dividenden nur für den Zeitraum bis zum Eintritt des Ereignisses, das die vorzeitige Auszahlung auslöst. Eine anteilige Berücksichtigung noch nicht ausgeschütteter Dividenden erfolgt nicht. Für Führungskräfte erfolgt die Auszahlung vertragsgemäß ggf. pro rata temporis bei unterjährigem Austritt. Endet das Vorstandsmandat oder das Dienstverhältnis mit dem Mitglied des Vorstands, so behält der Zuteilungsberechtigte seine Ansprüche auf Zahlung des Wertes für bereits zugeteilte Share Awards nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist, es sei denn, die Beendigung beruht auf einer Amtsniederlegung bzw. Eigenkündigung des Berechtigten oder einer Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund. Im Todesfall gehen die Ansprüche aus den bereits zugeteilten bzw. noch zuzuteilenden Share Awards auf die Erben über. Für die Führungskräfte (ohne Hannover Rück SE) gilt eine Unverfallbarkeit der bereits erworbenen Ansprüche. Ein Anspruch auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für Vorstände grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfall hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Zuteilungsberechtigten erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Der Share Award Plan wird im Konzern als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 bilanziert. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsbasis der Talanx Share Awards und der Hannover Rück Share Awards werden die weiteren Angaben für die beiden Ausprägungen des Share-Award-Programms nachfolgend getrennt dargestellt: TALANX SHARE AWARDSA133 DETAILS ZU DEN TALANX SHARE AWARDSscroll
1)
Der Personalaufwand für Share Awards des
Vorstands wird periodengerecht über die Laufzeit der Share Awards
oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge verteilt HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSA134 DETAILS ZU DEN HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSscroll
1)
Der Personalaufwand für Share Awards der
Vorstände wird periodengerecht über die Laufzeit der Share Awards
oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über
die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt SONSTIGE ANGABEN ZU FINANZIERUNGSINSTRUMENTENDer Konzern hat zum Stichtag Wertpapiere bilanziert, die mit einer Rücknahmeverpflichtung zu einem festgelegten Rückkaufswert an Dritte verkauft wurden (echte Pensionsgeschäfte), da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verblieben sind. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der übertragenen finanziellen Vermögenswerte der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" aus Repo-Geschäften 118 (135) Mio. EUR und der Buchwert der dazugehörigen Verbindlichkeiten 121 (135) Mio. EUR. Ein enthaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Kapitalanlageergebnis gezeigt. RECHTSSTREITIGKEITENDer gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften kann gerichtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren wie auch Schiedsverfahren nach sich ziehen. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Ressourcenabflusses wird entweder eine Rückstellung erfasst oder eine Eventualverpflichtung (im Konzernanhang) angegeben. Ist ein Ressourcenabfluss wahrscheinlich und ist der Betrag zuverlässig schätzbar, bilanziert der Konzern eine Rückstellung. Abhängig vom Verfahrensgegenstand handelt es sich dabei in der Regel um versicherungstechnische Rückstellungen im Anwendungsbereich des IFRS 4 und in Ausnahmefällen um sonstige Rückstellungen. Prozesskosten (wie Anwalts-, Gerichts- und sonstige Nebenkosten) werden erst mit Kenntnis einer begründeten Klage passiviert. Ist die Inanspruchnahme aus einem Rechtsstreit nicht wahrscheinlich, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben. Die Höhe und die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses schätzt der Konzern unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien. Diese beinhalten u. a. Art des Rechtsstreits, Stand des Verfahrens, Einschätzungen von Rechtsberatern, Entscheidungen von Gerichts- und Schiedsstellen, Gutachten, Erfahrungen des Konzerns aus ähnlichen Fällen sowie Erkenntnisse anderer Unternehmen, soweit bekannt. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, einschließlich der nachfolgend aufgeführten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out (Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen eine Barabfindung) bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat für die Heta Asset Resolution am 1. März 2015 auf rechtlich sehr zweifelhafter Basis ein Zahlungsmoratorium verhängt. Der Konzern ist in der Summe in Höhe von 101 Mio. EUR mit mehreren Gesellschaften/Investmentfonds von diesem Sachverhalt betroffen: HDI Lebensversicherung AG, Köln, mit 55 Mio. EUR; neue leben Lebensversicherung AG, Hamburg, mit 26 Mio. EUR; HDI Global SE, Hannover, mit 10 Mio. EUR; zwei Investmentfonds der Ampega sind ferner mit zusammen 10 Mio. EUR investiert. Der Konzern hat eine entsprechende Wertberichtigung auf sein Zinsträgerportfolio vorgenommen. Für alle betroffenen Gesellschaften/Investmentfonds wurden die folgenden juristischen Schritte eingeleitet: Beitritt zu einem Gläubiger-Pool zur Stärkung der Verhandlungsmacht, Widerspruch gegen das Moratorium der österreichischen Finanzmarktaufsicht, Klage beim Landgericht Frankfurt hinsichtlich aller Ansprüche, die deutschem Recht unterliegen, sowie Abschluss einer Lock-up-Vereinbarung zum Zusammenschluss und gemeinsamen Vorgehen mit anderen Gläubigern. Die jeweils gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken sowie die angegebenen Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten decken nach unserer Einschätzung den zu erwartenden Aufwand ab. ERGEBNIS JE AKTIEDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden. A135 ERGEBNIS JE AKTIEscroll
DIVIDENDE JE AKTIEIm Berichtsjahr wurde für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende in Höhe von 1,25 EUR je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 316 Mio. EUR. Der Hauptversammlung am 11. Mai 2016 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende in Höhe von 1,30 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht insgesamt 329 Mio. EUR. Der Ausschüttungsvorschlag ist nicht Bestandteil dieses Konzernabschlusses. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENZum Bilanzstichtag ergaben sich aus abgeschlossenen Verträgen, Mitgliedschaften sowie Steuern folgende Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen: A136 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN AUS VERTRÄGEN, MITGLIEDSCHAFTEN UND STEUERN IN MIO. EURscroll
1)
Die in den Treuhandkonten gehaltenen Wertpapiere
werden überwiegend als "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente"
im Bestand der Kapitalanlagen ausgewiesen; die Angabe bezieht sich
im Wesentlichen auf den Zeitwert/Buchwert Bei den Angaben in der Tabelle handelt es sich grundsätzlich um Nominalbeträge. Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse. Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte. Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rück SE bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt. Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben können. MIETEN UND LEASINGLEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERN-GESELLSCHAFTEN MIETER/LEASINGNEHMER SINDZum Bilanzstichtag bestanden offene Verpflichtungen aus unkündbaren Vertragsverhältnissen in Höhe von 428 (454) Mio. EUR. A137 ZUKÜNFTIGE LEASINGVERPFLICHTUNGEN IN MIO. EURscroll
Aus Operating-Leasing-Verträgen fielen im Berichtsjahr Aufwendungen in Höhe von 65 (55) Mio. EUR an. Zum Bilanzstichtag bestanden Aufwendungen aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen in geringem Umfang von 1 (1) Mio. EUR. LEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERN-GESELLSCHAFTEN VERMIETER/LEASINGGEBER SINDDer Gesamtbetrag aus der Vermietungstätigkeit unkündbarer Verträge beläuft sich in den folgenden Jahren auf 795 (718) Mio. EUR. A138 ZUKÜNFTIGE MIETEINNAHMEN IN MIO. EURscroll
Die Mieteinnahmen beliefen sich im Berichtsjahr auf 148 (130) Mio. EUR. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Objekten durch Immobiliengesellschaften im Segment Schaden-Rückversicherung wie auch aus der Vermietung von Immobilien in Deutschland durch Erstversicherungsunternehmen (vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland). BEZÜGE DER ORGANE DER OBERGESELLSCHAFTZum Bilanzstichtag setzte sich der Vorstand aus 6 (6) aktiven Mitgliedern zusammen. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 9.788 (10.097) TEUR. Im Rahmen des 2011 eingeführten anteilsbasierten Vergütungssystems hat der Vorstand für das Berichtsjahr Ansprüche auf virtuelle Aktien mit einem Zeitwert in Höhe von 949 (954) TEUR, dies entspricht 33.241 (37.030) Stück, aus dem Talanx-Share-Award-Programm und einem Zeitwert in Höhe von 217 (226) TEUR, dies entspricht 2.054 (2.842) Stück, aus dem Hannover Rück-Share-Award-Programm. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 750 (749) TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 17.937 (21.217) TEUR als Projected Benefit Obligations zurückgestellt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 2.414 (2.412) TEUR. Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats und ihre Hinterbliebenen bestehen nicht. Vorschüsse wurden den Organmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. Zum Bilanzstichtag bestand ein Hypothekendarlehen eines Aufsichtsratsmitglieds in Höhe von 3 (18) TEUR mit einer Restlaufzeit von drei Monaten. Im Berichtsjahr wurden 15 (16) TEUR getilgt, der vereinbarte Zinssatz beträgt nominal 4,2 % (effektiv 4,3 %). Die weiteren Angaben zu Organbezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Struktur des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (Seite 74 ff.) enthalten. Die dortigen Informationen beinhalten auch den individualisierten Ausweis der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats und sind Bestandteil des Konzernabschlusses. HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERSKonzernabschlussprüfer der Talanx-Gruppe ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG AG). Die von KPMG AG und weltweiten Mitgliedsfirmen von KPMG International (KPMG) im Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich nach vier Honorararten auf. A139 HONORARE DER KPMG IN MIO. EURscroll
Der für die Durchführung des Prüfungsauftrags verantwortliche Wirtschaftsprüfer im Sinne von § 24a Absatz 2 Berufssatzung WP/VBP ist Herr Clemens Jungsthöfel. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel: "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht worden (http://www.talanx.com/ investor-relations/corporate-governance). Vorstand und Aufsichtsrat unserer börsennotierten Tochtergesellschaft Hannover Rück SE haben am 3. November 2015 die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären über die Veröffentlichung im Geschäftsbericht zugänglich gemacht. Auf der Homepage der Hannover Rück SE finden Sie neben der aktuellen auch alle bisherigen Entsprechenserklärungen der Gesellschaft (http:// www.hannover-rueck.de/about/corporate/declaration/index.html). EREIGNISSE NACH ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRESDer Konzern hat am 15. Januar 2016 seinen 25,1-prozentigen Anteil am Asset-Manager C-QUADRAT Investment AG, Wien, Österreich, mittels eines aufschiebend bedingten Aktienkaufvertrags veräußert (vgl. Erläuterungen im Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" im Konzernanhang). Mit Kaufvertrag vom 27. November übernimmt der Konzern 100 % der Anteile an dem Lebensversicherer CBA Vita S.p.A., Mailand, Italien, inkl. der von dieser Gesellschaft gehaltenen Anteile an der Sella Life Ltd., Dublin, Irland (100 %) und der InChiaro Assicurazioni S.p.A., Rom, Italien (49 %). Der Erwerb steht unter aufschiebenden Bedingungen, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2016 erfüllt werden. Der Erwerb erfolgt über die HDI Assecurazioni S.p.A., Rom, Italien, (Segment Privat- und Firmenversicherung International), die 100 % der CBA Vita S.p.A. übernimmt und die auch bereits die verbleibenden 51 % an dem Sachversicherer InChiaro Assicurazioni S.p.A. hält. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beträgt ca. 70 Mio. EUR. Mit Kaufvertrag vom 11. Dezember 2015 übernimmt der Konzern die Windparkprojektgesellschaft Infrastruktur Ludwigsau GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 22. Januar 2016 durch Eintragung in das Handelsregister erfüllt wurden. Die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland), hat sämtliche Anteile an der Gesellschaft erworben. Der Kaufpreis für die Gesellschaft beträgt 5 TEUR. Die Bilanzsumme des erworbenen Unternehmens in Höhe von 13 Mio. EUR entfällt im Wesentlichen auf technische Anlagen im Bau des Windparks, die durch Eigenkapital und Darlehen finanziert werden. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 44 Mio. EUR. Mit Kaufvertrag vom 16. Dezember 2015 übernimmt der Konzern die Windparkprojektgesellschaft UGE Parchim Drei GmbH & Co. KG Umweltgerechte Energie mit Sitz in Meißen. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 1. Februar 2016 durch Eintragung in das Handelsregister und Umfirmierung in Windpark Parchim GmbH & Co KG erfüllt wurden. Die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln, hat sämtliche Anteile an der Gesellschaft erworben. Der Kaufpreis für die Gesellschaft beträgt 3 Mio. EUR. Die Bilanzsumme des erworbenen Unternehmens in Höhe von 66 Mio. EUR entfällt im Wesentlichen auf technische Anlagen des Windparks, die durch Eigenkapital und Darlehen finanziert werden. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 75 Mio. EUR. Mit Kaufvertrag vom 16. Dezember 2015 übernimmt der Konzern die Windparkprojektgesellschaft UGE Rehain Eins GmbH & Co. KG Umweltgerechte Energie mit Sitz in Meißen. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 9. Februar 2016 durch Eintragung in das Handelsregister und Umfirmierung in Windpark Rehain GmbH & Co KG erfüllt wurden. Die TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln, hat sämtliche Anteile an der Gesellschaft erworben. Der Kaufpreis für die Gesellschaft beträgt 3 TEUR. Die Bilanzsumme des erworbenen Unternehmens in Höhe von 29 Mio. EUR entfällt im Wesentlichen auf technische Anlagen im Bau des Windparks, die durch Eigenkapital und Darlehen finanziert werden. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 33 Mio. EUR. Bei den drei zuvor genannten Windparkprojekten erwarten wir keine wesentlichen immateriellen Vermögenswerte oder Geschäfts- oder Firmenwerte. Mit Vertrag vom 19. Februar 2016 übernimmt der Konzern 54,35 % der Anteile an der Credit Suisse (Lux) Wind Power Central Norway SCS, Luxemburg, Luxemburg, inkl. deren 100-prozentiger Tochtergesellschaft Credit Suisse (Lux) Wind Power Central Norway Holding S.a.r.l., Luxemburg, Luxemburg. Darüber hinaus beteiligt sich der Konzern mit Fremdkapitalmitteln an dieser Gesellschaft. Ziel des Investments ist die indirekte Beteiligung an dem norwegischen Windparkprojektportfolio Fosen Vind DA. Das gesamte geplante Investitionsvolumen beträgt 125 Mio. EUR. ANTEILSBESITZDie nachfolgenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Absatz 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 (a) (i) zum Konzernabschluss der Talanx AG vor. A140 ANTEILSBESITZscroll
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1)
Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16
Absatz 2 und 4 AktG Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 29. Februar 2016 in Hannover.
Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hannover, den 29. Februar 2016 Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang - sowie den zusammengefassten Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 11. März 2016 KPMG AG Jungsthöfel, Wirtschaftsprüfer Czupalla, Wirtschaftsprüfer 3 WEITERE INFORMATIONENGLOSSAR UND KENNZAHLENDEFINITIONENABSCHLUSSKOSTEN, AKTIVIERTEKosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Aktivierung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit. ANNUAL PREMIUM EQUIVALENT - APEJahresbeitragsäquivalent. Messgröße für das Neugeschäft in der Lebensversicherung. ASSET-MANAGEMENTKapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten. ASSOZIIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das nicht durch Voll- oder Quotenkonsolidierung, sondern im Allgemeinen nach der > Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen ist und auf dessen Geschäfts- oder Firmenpolitik ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen maßgeblichen Einfluss hat. AUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB (ABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN)Summe aus Provisionen, Vertriebs-, Personal-, Sach- und laufenden Verwaltungskosten. AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGS LEISTUNGENSumme aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben. B2BAustausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen zwischen Unternehmen. BANCASSURANCEBank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien. BEITRAG> Prämie BEITRAGSÜBERTRÄGE> Prämienüberträge BESTIMMUNGSMACHT> Entscheidungsmacht BRUTTOBei Versicherungen: vor Abzug der >passiven Rückversicherung. BUCHWERT JE AKTIEDie Kennzahl gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals je Aktie an. CHAIN-LADDER-VERFAHRENAktuarielles Standardverfahren, mit dem der Rückstellungsbedarf für zukünftige Schadenaufwendungen geschätzt wird. Es unterstellt, dass der Schadenstand um einen in allen Anfalljahren gleichen Faktor zunimmt. Der erwartete Gesamtschaden wird bei diesem Verfahren ausschließlich auf der Basis historischer Daten zur Abwicklung von Schäden im Portfolio des Versicherers bestimmt. COINSURANCE-FUNDSWITHHELD-VERTRAGMitversicherungsvertrag, bei dem der Zedent einen Teil der ursprünglichen Prämie mindestens in Höhe der zedierten Reserven zurückbehält. Ähnlich wie bei einem >Modified Coinsurance(ModCo)-Vertrag repräsentieren die Zinszahlungen an den Rückversicherer den Anlagebetrag des zugrunde liegenden Wertpapierportefeuilles. COMBINED RATIO> kombinierte Schaden-/Kostenquote DECKUNGSRÜCKSTELLUNGNach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung. DEPOSIT ACCOUNTINGBilanzierungsmethode, nach der kurz- und langfristige Versicherungs- und Rückversicherungsverträge zu bilanzieren sind, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko transferieren. DEPOTFORDERUNGEN/ DEPOTVERBINDLICHKEITENSicherheitsleistungen zur Deckung von Versicherungsverbindlichkeiten, die ein Versicherer von den liquiden Mitteln einbehält, die er an einen Rückversicherer im Rahmen eines Rückversicherungsvertrags zu zahlen hat. Der Versicherer weist in diesem Fall eine Depotverbindlichkeit aus, der Rückversicherer eine Depotforderung. Die Depotforderungen/-verbindlichkeiten sind zu verzinsen. DERIVAT, DERIVATIVES FINANZINSTRUMENTAus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B. > Swaps, Optionen und Futures. DURATIONFinanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines Investments in Renten bzw. deren Zinssensitivität abbildet. Die "Macaulay-Duration" ist die kapitalgewichtete mittlere Anzahl von Jahren, in denen ein Rentenpapier Zahlungen leistet. Die "Modified Duration" gibt dagegen die Veränderung des Barwerts eines Rentenpapieres bei Zinsänderungen an und ist damit ein Maß für das mit einem Finanzinstrument verbundene Zinsänderungsrisiko. EBITEarnings before interest and taxes; im Talanx-Konzern identisch mit > operatives Ergebnis. EMBEDDED VALUEBezeichnet den Wert eines Portefeuilles von Versicherungen. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem Barwert der zukünftigen Überschüsse für die Anteilseigner aus dem Versicherungsbestand einschließlich der Kapitalerträge und dem Wert des Eigenkapitals abzüglich Kapitalkosten. ENTSCHEIDUNGSMACHT (AUCH: BESTIMMUNGSMACHT)Der Konzern trägt das Risiko von oder besitzt die Rechte an dem variablen wirtschaftlichen Erfolg eines Engagements und verfügt aufgrund substanzieller Rechte über die Möglichkeit, die Höhe des wirtschaftlichen Erfolgs (z. B. über die maßgeblichen Tätigkeiten) zu beeinflussen. EQUITY-METHODEVerfahren zur Bewertung einer Beteiligung (> assoziiertes Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen) im Konzernabschluss, bei der der Beteiligungsbuchwert in der Konzernbilanz entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals am beteiligten Unternehmen weiterentwickelt wird. ERGEBNIS (AUCH: GEWINN) JE AKTIE, VERWÄSSERTKennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein. ERNEUERUNGBei Vertragsbeziehungen mit Versicherungsunternehmen, die über längere Zeiträume laufen, werden die Vertragsbedingungen meist jährlich in sogenannten Erneuerungsverhandlungen angepasst und die Verträge entsprechend erneuert. ERSTVERSICHERERGesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht. EXPONIERUNG (AUCH: EXPOSURE)Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands. EXPOSURE> Exponierung FAIR VALUE> Zeitwert FAKULTATIVE RÜCKVERSICHERUNGBeteiligung des Rückversicherers an einem bestimmten vom Erstversicherer übernommenen Einzelrisiko. Gegensatz: > obligatorische Rückversicherung FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNGLebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt. FÜR EIGENE RECHNUNG (AUCH: NETTO)Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT (AUCH: GOODWILL)Betrag, den ein Käufer unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte nach Abzug der Schulden zu zahlen bereit ist. GEWINN JE AKTIE, VERWÄSSERT> Ergebnis je Aktie, verwässert GROSSSCHADENSchaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx-Konzerns. HAFTENDES KAPITALSumme aus a) dem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, das sich wiederum aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und nicht ergebnis-wirksamen Eigenkapitalanteilen zusammensetzt, b) den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital und c) dem sogenannten Hybridkapital als eigenkapitalergänzendem Fremdkapital, das die nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst. HARTER MARKTMarktphase, die sich durch hohe Prämien auszeichnet. Gegensatz:> weicher Markt HYBRIDKAPITALFremdkapital mit eigenkapitalergänzendem Charakter in Form von nachrangigen Darlehen und Genussrechtskapital. IBNR (INCURRED BUT NOT REPORTED)> Spätschadenreserve IMPAIRMENTWertminderung (außerplanmäßige Abschreibung), die vorgenommen wird, wenn der Barwert der geschätzten, zukünftigen Kapitalflüsse eines Vermögenswerts kleiner ist als dessen Buchwert. INSURANCE-LINKED SECURITIES - ILSFür die Verbriefung von Risiken eingesetzte Obligationen, bei denen die Auszahlung von Zins und/ oder Nominalwert von Eintritt und Ausmaß eines Versicherungsereignisses abhängt. INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS - IFRSInternationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet; bei Talanx angewendet seit 2004. INVESTMENT-GRADEEin Rating von BBB oder besser, das an Unternehmen vergeben wird, die ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen. JAHRESERGEBNISEBIT abzüglich Finanzierungszinsen und Ertragsteuern KAPITALANLAGEERGEBNIS, AUSSERORDENTLICHESErgebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/-Abschreibungen (Impairments). KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko aufweisen und entsprechend den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bilanziert werden. KAPITALANLAGEN, SELBST VERWALTETEKapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft selbst oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet. KATASTROPHENANLEIHEInstrument zum Transfer von Katastrophenrisiken eines (Rück-)Versicherers auf den Kapitalmarkt. KOMBINIERTE SCHADEN-/ KOSTENQUOTESumme aus > Schadenquote und > Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der bereinigten kombinierten Schaden-/Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen um das Depotzinsergebnis bereinigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherern. KONGRUENTE WÄHRUNGSBEDECKUNGBedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden. KOSTENQUOTEVerhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. KUMULRISIKOVersicherungstechnisches Risiko, das darin besteht, dass ein einziges auslösendes Ereignis (z. B. Erdbeben, Wirbelsturm) zu einer Häufung von Schadenfällen in einem > Portefeuille führt. LEBENSVERSICHERUNGZusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung. LETTER OF CREDIT - LOCBankbürgschaft. Beispielsweise in den USA eine übliche Form der Sicherheitsleistung im Rückversicherungsgeschäft. MARKET CONSISTENT EMBEDDED VALUE - MCEVSpezielle Methode zur Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen bzw. von Personenversicherungsbeständen, mit deren Hilfe die Langfristigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts und der damit verbundenen Risiken abgebildet werden kann. Insbesondere soll durch die marktkonsistente Berechnungsmethodik eine bessere Vergleichbarkeit erreicht werden. Die marktkonsistente Bewertung wird durch risikoneutrale Annahmen in Bezug auf erwartete Kapitalerträge und die Diskontierungsmethodik erreicht. Außerdem wird die Swap-Kurve als risikoneutrale Zinsstruktur eingeführt. MODIFIED-COINSURANCE-(MODCO)-VERTRAGRückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent im Rahmen eines Depots Wertpapiere, die die zedierten Reserven besichern, zurückbehält und dadurch eine Verpflichtung begründet, zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an den Rückversicherer zu leisten. Die Zahlungen beinhalten einen proportionalen Anteil an der Bruttoprämie sowie den Ertrag aus Wertpapieren. MORBIDITÄTKrankheitsmaß, das die Krankheitswahrscheinlichkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angibt. MORTALITÄTSterblichkeit. Das Ausmaß von Todesfällen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. NETTOBei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung NETTOAUFWENDUNGEN, VERSICHERUNGSTECHNISCHEAufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, jeweils nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer. NETTOVERZINSUNGKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus > Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen. NEUGESCHÄFTSMARGE (LEBEN)Verhältnis von Neugeschäftswert zu Barwert der Neugeschäftsprämien. NEUGESCHÄFTSWERT (LEBEN)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Embedded Values zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen. NICHTPROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem der Rückversicherer den einen bestimmten Betrag übersteigenden Schadenaufwand bzw. die Versicherungssumme tragen muss. Gegensatz: > proportionale Rückversicherung OBLIGATORISCHE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem sich der Rückversicherer an einem gesamten, genau definierten Versicherungsbestand eines > Zedenten beteiligt. Gegensatz: > fakultative Rückversicherung OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). OTCOver the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern. PASSIVE RÜCKVERSICHERUNGBestehende Rückversicherungsprogramme der > Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken. PERSONENVERSICHERUNGSparten, die die Versicherung von Personen zum Gegenstand haben: Lebens-, Renten-, Kranken- und Unfallversicherung. PORTEFEUILLE> Portfolio PORTFOLIO (AUCH: PORTEFEUILLE)a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken. b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen. PRÄMIE (AUCH: BEITRAG)Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken. PRÄMIENÜBERTRÄGE (AUCH: BEITRAGSÜBERTRÄGE)In einem Geschäftsjahr gebuchte Prämien, die periodengerecht dem Folgezeitraum zuzurechnen sind. PRESENT VALUE OF FUTURE PROFITS - PVFPImmaterieller Vermögenswert, der insbesondere beim Erwerb von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen bzw. einzelnen Versicherungsbeständen entsteht. Der Barwert der erwarteten zukünftigen Erträge aus dem übernommenen Versicherungsbestand wird aktiviert und grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen ergeben sich aufgrund durchgeführter jährlicher Werthaltigkeitsprüfungen. PROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsverträge, auf deren Basis Anteile eines Risikos oder Portefeuilles zu den bestehenden Originalkonditionen in Rückversicherung gegeben werden. > Prämien sowie Schäden werden anteilsmäßig in einem proportionalen Verhältnis geteilt. Gegensatz: > nichtproportionale Rückversicherung PROVISIONVergütung des Erstversicherers an Agenten, Makler und andere gewerbsmäßige Vermittler. QUOTENRÜCKVERSICHERUNGForm der Rückversicherung, in der der prozentuale Anteil am gezeichneten Risiko sowie die Prämie vertraglich festgelegt werden. RATEProzentsatz (in der Regel vom Prämienvolumen) des rückversicherten Portefeuilles, der bei einer > nichtproportionalen Rückversicherung als Rückversicherungsprämie an den Rückversicherer zu zahlen ist. RETAILa) Allgemein: Privatkundengeschäft. b) Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen. RETROZESSIONAbgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer. RÜCKVERSICHERERGesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuille-Segmente von einem > Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt. SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGGesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebens- und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird. SCHADENQUOTEBilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) einschließlich des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) - inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP - zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. > PVFP SCHADENQUOTE FÜR SACHVERSICHERUNGSPRODUKTEa) Brutto: Summe der Schadenaufwendungen (brutto) und des sonstigen versicherungs-technischen Ergebnisses (brutto) im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien. b) Netto: Summe der Schadenaufwendungen (netto) und des sonstigen versicherungs-technischen Ergebnisses (netto) im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. SCHWANKUNGSRÜCKSTELLUNGRückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den IFRS Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals. SELBSTBEHALTDer Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also > netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung). SILOEin von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separierter Unternehmensteil (z. B. ein Sondervermögen), bei dem sämtliche Rechte und Pflichten ausschließlich den Investoren dieses Unternehmensteils zustehen. SOLVABILITÄTAusstattung mit freien, unbelasteten Eigenmitteln, die zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge notwendig ist. SOLVENCY IIProjekt der Europäischen Kommission zur Reformierung und Harmonisierung der europäischen Vorschriften zur Versicherungsaufsicht, vor allem der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ABSCHREIBUNGENAufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. Personal- und Sachaufwendungen, Abschreibungen, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen, Währungskursverluste, Dienstleistungsaufwendungen. SPÄTSCHADENRESERVERückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden. SPEZIALGESCHÄFTSpezialversicherung für Nischengeschäft wie spezielle Kraftfahrtdeckung und Kunstversicherung. STORNOQUOTE LEBENSVERSICHERUNGSPRODUKTESumme aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach GDV). STRESSTESTForm der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von > Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können. STRUKTURIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das derart ausgestaltet ist, dass Stimm- oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden (z. B. einige Investmentfonds). SURVIVAL RATIOSpiegelt das Verhältnis von Schadenreserven zu bezahlten Schäden eines Vertrages oder mehrerer Verträge in einem Bilanzjahr wider. ÜBERSCHUSSBETEILIGUNGGesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen. UNDERWRITINGPrüfung und Einschätzung von (Rück-)Versicherungs-risiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-)Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-)Versicherer profitabel ist. VALUE AT RISKRisikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden. VERDIENTE PRÄMIENAnteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISSaldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus > verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP, jedoch ohne Konsolidierungsdifferenzen aus der Schuldenkonsolidierung (Technik).> PVFP VERWALTUNGSKOSTENKosten der laufenden Verwaltung, die im Zusammenhang mit der Produktion von Versicherungsschutz stehen. WEICHER MARKTMarktphase mit Überangebot an Versicherung mit der Folge von nicht risikoadäquaten Prämien. Gegensatz: > harter Markt ZEDENTErst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert). ZEITWERT (AUCH: FAIR VALUE)Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. ZESSIONÄRRückversicherer des Erstversicherers. STICHWORTVERZEICHNISscroll
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