![]() Talanx AktiengesellschaftHannoverKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016Konzern-Geschäftsbericht 2016ENTWICKLUNG UND ERGEBNISSEFINANZ-HIGHLIGHTSOPERATIVES ERGEBNIS (EBIT) 2,3 MRD. EURGEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN 31,1 MRD. EURKONZERNERGEBNIS 907 Mio. EURDIVIDENDENVORSCHLAG JE AKTIE 1,35 EUREIGENKAPITALRENDITE 10,4 %KONZERNKENNZAHLENscroll
1)
Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis
und Ergebnis aus Investmentverträgen zu durchschnittlichem selbst
verwalteten Kapitalanlagebestand Leitlinien zu alternativen Performance-Kennzahlen - Informationen zu der Berechnung und Definition einzelner Leistungskennzahlen finden sich auf http://www.talanx.com/investor-relations/ueberblick/midterm-targets/definitions_apm Brief des Vorstandsvorsitzenden"Unser gutes Ergebnis haben wir in einem weiterhin sehr herausfordernden Umfeld erzielt."Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, meine Damen und Herren, 2016 war für die Talanx ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Trotz leichten Prämienrückgangs haben wir unser Konzernergebnis deutlich von 734 Mio. EUR auf 907 Mio. EUR gesteigert. Das ist ein beachtliches Plus von 24 %. Die Ursachen für diese positive Entwicklung liegen zum einen in der erfreulich niedrigen Belastung aus Großschäden. Zum anderen haben sich alle Geschäftsbereiche besser entwickelt als erwartet. Zusätzlich ergaben sich noch steuerliche Sondereffekte. Zu dem guten Ergebnis beigetragen hat auch ein stabiles Kapitalanlageergebnis: Die Kapitalanlagerendite lag trotz Niedrigzinsumfeld bei beachtlichen 3,6 (Vorjahr: 3,6) %. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich von 9,0 % auf 10,4 %, das Ergebnis je Aktie betrug 3,59 (Vorjahr: 2,90) EUR. Zu diesem Erfolg haben maßgeblich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer umfassenden Kompetenz und ihrem unermüdlichen Einsatz beigetragen - im Namen des Vorstandes bedanke ich mich bei ihnen für ihr hohes Engagement für unseren Konzern und seine Stakeholder. Ebenfalls bedanke ich mich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insbesondere bei unseren Kunden für ihre Loyalität und Verbundenheit zu unserem Konzern. Vor dem Hintergrund dieses guten Ergebnisses schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine erneute Dividendenerhöhung um 5 Cent auf dann 1,35 EUR vor. Damit ist die Dividende seit dem Börsengang im Dezember 2012 kontinuierlich von 1,05 EUR um 30 Cent oder 29 % gestiegen. Damit würde sich, bezogen auf den Durchschnittskurs der Talanx-Aktie im Kalenderjahr 2016, eine Dividendenrendite von 4,8 (Vorjahr: 4,6) % ergeben. Dieser Vorschlag unterstreicht unser Ziel, für unsere Aktionäre nicht nur ein attraktives und stabiles Dividendenniveau zu gewährleisten, sondern dieses - bei entsprechender Ertragslage - auch weiter auszubauen. Unser gutes Ergebnis haben wir in einem weiterhin sehr herausfordernden Umfeld erzielt. Die Niedrigzinsphase hat sich 2016 weiter zugespitzt. Die Anleiherenditen im Euroraum sind nochmals gefallen - insgesamt rechnen wir aufgrund der Niedrigzinsphase mit einer Reduzierung unserer jährlichen Kapitalanlagerendite um 20 Basispunkte. Die Zinserhöhung der Federal Reserve in den USA am Jahresende gibt zwar Anlass zur Hoffnung und wirkt sich positiv auf unsere in Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Aber eine Abkehr der Europäischen Zentralbank von ihrer Politik des billigen Geldes erwarten wir nicht. Die sehr kompetitiven Märkte in unseren Geschäftsbereichen Rückversicherung und Industrieversicherung halten weiter an, ebenso wie der Verdrängungswettbewerb im saturierten deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft. Zu diesen versicherungsspezifischen Marktbedingungen kommen geopolitische Herausforderungen wie das Votum der Briten zum Ausstieg aus der Europäischen Union sowie die Unsicherheit über den Kurs der neuen US-Regierung. Wir rechnen nicht damit, dass der Brexit unsere Geschäftsbeziehungen zu unseren britischen Kunden nachhaltig beeinträchtigt. Wir sehen in Großbritannien einen für unseren Konzern weiterhin wichtigen und attraktiven Versicherungsmarkt. 2016 sind sehr große Schäden durch Naturkatastrophen weitgehend ausgeblieben. Dennoch stammt der größte Einzelschaden des Konzerns aus den Waldbränden in Kanada, der unser Rückversicherungsgeschäft mit 125 Mio. EUR belastete. Insgesamt verzeichneten wir einen Rückgang der Großschadenbelastung um 39 Mio. EUR auf 883 Mio. EUR, sie lag damit deutlich unter dem Erwartungswert von 1.125 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich daher um 0,3 Prozentpunkte auf 95,7 %. In diesen von Unsicherheit geprägten Zeiten haben wir uns auf das Wesentliche konzentriert: Das gute Ergebnis zeigt, dass unsere in den vergangenen Jahren eingeschlagene Strategie der Internationalisierung und Diversifizierung richtig und erfolgreich ist. Ziel ist es, bis 2018 mehr als 50 % der Prämien in der Erstversicherung im Ausland zu erzielen, in der Industrieversicherung soll sich der Anteil bis 2019 auf mindestens 65 % der Beitragseinnahmen belaufen. Im Geschäftsjahr 2016 sind wir diesen Zielen näher gekommen: 49 % unserer Erstversicherungsprämien kommen aus dem Ausland, in der Industrieversicherung sind es mittlerweile sogar bereits 61 %. Im deutschen Geschäft mit Privat- und Firmenkunden hat das bis 2021 angelegte Investitions-, Wachstums- und Effizienzsteigerungsprogramm "Kurs" Fahrt aufgenommen. Ziel ist es, die Kostenbasis bis 2021 um rund 240 Mio. EUR zu reduzieren. Gleichzeitig investieren wir in diesem Zeitraum inklusive Bestandsführungssysteme etwas über 400 Mio. EUR in die Modernisierung der IT dieses Geschäftsbereiches. Im Sachgeschäft sollen die Prozesse weitgehend automatisiert, die Kundenschnittstellen den Bedürfnissen angepasst und digitalisiert werden. Im Geschäft mit Vorsorgeprodukten werden wir unsere unterschiedlichen Bestandsführungssysteme vereinheitlichen und Betriebskosten einsparen. Diese Initiativen steigern die Effizienz des Geschäftsbereiches. Zugleich bedeutet Automatisierung und Digitalisierung aber auch, dass der Personalbedarf langfristig abnimmt. Über den notwendigen Abbau von insgesamt 930 Stellen haben wir mit unseren Sozialpartnern grundsätzlich Einigung erzielt. Die notwendigen Teilinteressenausgleiche sind unterzeichnet. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung hat die Portfoliooptimierung in Deutschland im Rahmen des Programms "Balanced Book" Früchte getragen und das Verhältnis Prämie zu übernommenem Risiko verbessert. Dieses Programm wird auch in diesem Geschäftsjahr weiter fortgesetzt. Zudem arbeitet auch dieser Geschäftsbereich an Systemverbesserungen durch die Reduktion der Komplexität in der IT und den Kundenbeziehungen. Außerdem wird die neue Mid-Market-Strategie konsequent verfolgt. Um mittelgroße und kleinere Unternehmenskunden ganzheitlich besser zu betreuen, werden in ausgewählten Märkten regionale Büros eröffnet. In Großbritannien haben wir ein Büro in Glasgow eröffnet sowie eines in Genua/Italien und eines in Lyon/Frankreich. Im Geschäft mit internationalen Privat- und Firmenkunden haben sich unsere lokalen Gesellschaften weiter positiv und grundsätzlich besser als andere Marktteilnehmer entwickelt - trotz erheblicher operativer Herausforderungen wie der neu eingeführten Vermögensteuer in Polen, der tiefen Wirtschaftskrise in Brasilien und Belastungen aus Währungskurseffekten. Chile hat sich nach der Fusion mit der Inversiones-Magallanes-Gruppe als fünfter Kernmarkt neben Brasilien, Mexiko, Polen und der Türkei etabliert. Globale Digitalisierungsinitiativen zahlen sich aus: In Brasilien arbeitet HDI Digital seit Langem mit sehr innovativen Ideen und Ansätzen. Diese Ansätze wurden auch im Kfz-Geschäft in Polen und nun in Deutschland übernommen. Wir sind nunmehr in der Lage, Preisanpassungen online im Sekundentakt vorzunehmen und sehr schnell auf den Wettbewerb und auf Opportunitäten zu reagieren. Neben dem Kfz-Geschäft soll dieser Ansatz auch auf weitere Versicherungssparten ausgebaut werden. In Polen und Deutschland haben wir entsprechende digitale Apps eingeführt, die helfen, Kfz-Schäden einfach und schnell zu regulieren. Sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 haben wir erste und wichtige Erfolge mit unseren strategischen Initiativen und den begonnenen Investitions-, Wachstums- und Effizienzsteigerungsprogrammen erzielen können. Es gilt nun, die strategischen Weichenstellungen und daraus abgeleiteten Maßnahmen weiterhin konsequent umzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass wir damit den Wert Ihres Konzerns langfristig und nachhaltig steigern. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen, und bleiben Sie uns gewogen.
Mit besten Grüßen Ihr Herbert K. Haas VORSTANDHerbert K. HaasVorsitzender Burgwedel Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Christian Hinschstv. Vorsitzender Burgwedel stv. Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a.G., Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Global se, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Torsten LeueHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx International AG, Hannover, Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover (seit 1. Januar 2017) Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Immo QuernerCelle Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Ulrich WallinHannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück se, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Jan WickeHannover Vorsitzender des Vorstands Talanx Deutschland AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
AUFSICHTSRATWolf-Dieter BaumgartlVorsitzender Berg ehem. Vorsitzender des Vorstands der Talanx AG Ralf Rieger*stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI Vertriebs AG Prof. Dr. Eckhard Rohkammstv. Vorsitzender Hamburg ehem. Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp Technologies AG Antonia AschendorfHamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands der apraxa eG Karsten Faber*Hannover Zentralbereichsleiter Hannover Rück se, E+S Rückversicherung AG Jutta Hammer*Bergisch Gladbach Angestellte HDI Kundenservice AG Dr. Hermann JungHeidenheim ehem. Mitglied der Geschäftsführung der Voith GmbH Dr. Thomas LindnerAlbstadt Vorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert kg Dirk LohmannForch, Schweiz Präsident des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsführung der Secquaero Advisors AG Christoph Meister*Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Jutta Mück*Oberhausen Account Manager Vertrieb Industrie HDI Global SE Otto Müller*(bis 31. Dezember 2016) Hannover Angestellter Hannover Rück SE Katja Sachtleben-Reimann*Hannover Angestellte Talanx Service AG Dr. Erhard SchipporeitHannover ehem. Mitglied des Vorstands der e.on AG Prof. Dr. Jens Schubert*Potsdam Leiter Recht, ver.di-Bundesverwaltung Professor Universität Lüneburg, Leuphana Law School Jörn von Stein*(seit 1. Januar 2017) Angestellter neue leben Lebensversicherung AG Norbert SteinerBaunatal Vorsitzender des Vorstands der K+s AG Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Bericht der Talanx AG. AufsichtsratsausschüsseZUSAMMENSETZUNG ZUM 31. DEZEMBER 2016Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
Aufgaben der AusschüsseDie detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat". Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, der Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2016 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten uneingeschränkt nachgekommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, der Risikosituation und der strategischen Entwicklung der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften im Inland sowie in den ausländischen Kernmärkten. Wir berieten den Vorstand in allen für das Unternehmen wichtigen Belangen, überwachten kontinuierlich seine Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Im Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, die am 18. März, am 12. Mai, am 11. August und am 14. November 2016 stattfanden. An einer Sitzung nahmen routinemäßig zwei Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teil. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu vier ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung und der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten zu zwei Sitzungen zusammen. Sitzungen des Nominierungsausschusses sowie des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2016 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsberichte und des Halbjahresabschlusses schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen eilbedürftige, zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese, nach Anordnung des Verfahrens durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx-Konzerns aus. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist, über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten sowie weitere wesentliche Entwicklungen in der Gesellschaft, im Konzern sowie im regulatorischen Umfeld (Solvency II, Fit-und-Proper-Anforderungen). Wie bereits im Vorjahr ließen wir uns erneut laufend über den Stand von noch ausstehenden Genehmigungsverfahren zum internen Modell informieren. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUMDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Geschäftsbereiche, die Herausforderungen im deutschen Lebensversicherungsgeschäft infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase und die wirtschaftliche Lage der inländischen Lebensversicherungsgesellschaften des Konzerns, ferner mögliche Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2017 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für abgelaufene Quartale wurden uns jeweils Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. Ferner ließen wir uns eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung im Konzern geben. Wir behandelten Fragen der Konzernfinanzierung und fassten zum Abschluss sowie zur Refinanzierung einer Kreditlinie jeweils Beschluss. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratung bildete erneut das Risikomanagement im Konzern. Die Risikoberichterstattung des Vorstands war Gegenstand jeder Sitzung des Aufsichtsrats. Wir ließen uns die erweiterten Berichtserfordernisse nach Solvency II erläutern und erörterten die hieraus resultierenden Pflichten für den Aufsichtsrat. Vor diesem Hintergrund wurde nicht zuletzt auch die Informationsordnung für den Aufsichtsrat überarbeitet und neu strukturiert. Wir befassten uns ferner mit einer Reihe von Akquisitionsvorhaben im Erst- und Rückversicherungsbereich und ließen uns über ein Projekt zur Kostenbeschränkung sowie über die Kostensituation im Wettbewerbsvergleich berichten. Des Weiteren wurden die Geschäftsordnungen für den Vorstand und für den Aufsichtsrat aktualisiert und wir nahmen Desinvestments bzw. die Nichterhöhung bestehender Investments in Ländern, in denen ein weiteres Engagement unter wirtschaftlichen Aspekten zweifelhaft erschien, zur Kenntnis. Der Aufhebung und dem Neuabschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stimmte der Aufsichtsrat zu. Turnusgemäß erörterte der Aufsichtsrat Fragen der Wiederbestellung von Vorstandsmitgliedern. Er beschloss die Verlängerung der jeweils im Jahr 2017 auslaufenden Vorstandsmandate von Herrn Haas und Herrn Wallin. Mit Blick auf § 87 Absatz 1 AktG befasste sich das Aufsichtsratsplenum mit der Festlegung der Geschäftsbereichsziele 2017 sowie mit der Festsetzung der Tantiemen der Mitglieder des Vorstands und zog dabei auch externe Stellungnahmen für die Beurteilung der Angemessenheit und Struktur der Vorstandsvergütung heran. Darüber hinaus fand eine Überprüfung der Festbezüge von zwei Vorstandsmitgliedern statt, bei der auch horizontale und vertikale Vergütungsaspekte und -konzepte als Vergleich und Orientierung herangezogen wurden. Die Frage der Angemessenheit des Vergütungssystems für Geschäftsleiter im Konzern wurde in der Aufsichtsratssitzung am 18. März 2016 behandelt. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. ARBEIT DER AUSSCHÜSSEZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse gebildet: den Finanz- und Prüfungsausschuss mit sechs Mitgliedern, den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und den Vermittlungsausschuss mit jeweils vier Mitgliedern sowie den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Ausschüsse bereiten die Beratung und Beschlussfassung im Plenum vor. Darüber hinaus sind den Ausschüssen auch eigene Beschlusszuständigkeiten übertragen. Die Niederschriften über die Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten werden auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt, die nicht diesen Ausschüssen angehören. Wie sich die Ausschüsse zusammensetzen, ist im Geschäftsbericht auf Seite 10 dargestellt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte - neben der Vorbereitung der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum - in vertiefter Form den Halbjahresabschluss und die Quartalsberichte mit den Abschlussbestandteilen und Kennzahlen der Gesellschaft und des Konzerns sowie die Ergebnisse der prüferischen Durchsicht durch die Abschlussprüfer. Des Weiteren haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer externen aktuarischen Prüfung der Brutto- und Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx-Konzern sowie die Ergebnisse einer m&a-Performance-Analyse der einzelnen Konzerngesellschaften erörtert. Routinemäßig beschäftigt en wir uns mit den Risikoberichten, ließen uns einen Überblick über IFRS 4 und IFRS 9 geben und nahmen die Ergebnisse einer Follow-up-Analyse zum Status des Risikomanagements im Talanx-Konzern entgegen. Der Ausschuss nahm ferner die Jahresberichte der vier Schlüsselfunktionen (Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision und Compliance) entgegen, die jeweils von den verantwortlichen Leitern dieser Funktionen erstattet und erläutert wurden. Breiten Raum nahm in der Arbeit des Finanz- und Prüfungsausschusses die Berichterstattung über das Abschlussprüferaufsichts- und das Abschlussprüferreformgesetz ein sowie die hieraus resultierenden Überlegungen und Maßnahmen. Nachdem Einvernehmen bestand, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Einzel- und den Konzernabschluss der Gesellschaft prüft, bereits vorzeitig für das Geschäftsjahr 2018 zu wechseln, wurde ein Projekt initiiert, in dessen Zuge das Ausschreibungsverfahren vorbereitet und eingeleitet wurde. In einer außerordentlichen Sitzung des Ausschusses am 30. November 2016 präsentierten drei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihre schriftlich eingereichten Angebote und trugen hierzu ergänzend vor. Die Validierung des vom Unternehmen erstellten Berichts über die im Auswahlverfahren gezogenen Schlussfolgerungen durch den Finanz- und Prüfungsausschuss sowie die in diesem Zusammenhang zu treffenden Gremienbeschlüsse werden im Geschäftsjahr 2017 erfolgen. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat - neben der Vorbereitung der Erörterung und Beschlussfassung, insbesondere zu Wiederbestellungen - im Plenum die persönlichen Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2017 einstweilen vorgegeben. Außerdem wurden im Zuge der Festlegung der Vorstandstantiemen, der Überprüfung von Festbezügen sowie der Bestimmung der Geschäftsbereichsziele 2017 für die für Geschäftsfelder verantwortlichen Mitglieder des Vorstands Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNDie Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex nahm im Jahr 2016 keine Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vor. Ungeachtet dessen widmete der Aufsichtsrat dem Thema Corporate Governance große Aufmerksamkeit. So wurde entsprechend Ziffer 5.6 DCGK erneut die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit evaluiert sowie die Ergebnisse der Überprüfung und die hieraus abzuleitenden Optimierungsmaßnahmen erörtert und verabschiedet. Zudem nahm der Aufsichtsrat einen Bericht über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme sowie die Risikoberichte entgegen. Die Gesellschaft bot auch 2016 allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eine interne Schulungsveranstaltung an. Ein Großteil der Mitglieder nutzte die Gelegenheit, sich über das Risikomanagement im Konzern sowie über Haftungsfragen zu informieren und seine Kenntnisse in diesen Materien zu vertiefen. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung zumisst, hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK zum Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, in Ziffer 5.2 Absatz 2 DCGK zum Vorsitz im Prüfungsausschuss und in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK zu möglicherweise nötigen betragsmäßigen Höchstgrenzen bei der Auszahlung von Talanx Share Awards nicht zu entsprechen. Die Begründung hierfür findet sich in der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNGDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx ag, der Abschluss des Talanx-Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, "IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der kpmg AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkte beim Jahres- und beim Konzernabschluss die Prüfung der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und seiner Integrität, ferner beim Konzernabschluss die Überprüfung der Wertansätze sowie Wertansatzbestimmungs- und Prüfprozesse der Bilanzposten Beteiligungen, Real Estate, sonstige Vermögensgegenstände, insbesondere selbst genutzte Immobilien. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung und der Jahres- bzw. der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der KPMG wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 16. März 2017 und in der Aufsichtsratssitzung am 17. März 2017 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der KPMG Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. BESETZUNG VON AUFSICHTSRAT UND VORSTANDDie Zusammensetzung des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse und des Vorstands hat sich im Berichtsjahr nicht geändert. Herr Otto Müller hat sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2016 niedergelegt und ist damit als Arbeitnehmervertreter aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Für seine langjährige Tätigkeit im Plenum wie auch seit 2014 im Finanz- und Prüfungsausschuss hat der Aufsichtsrat ihm Dank und Anerkennung ausgesprochen. Herr Jörn von Stein ist als gewähltes Ersatzmitglied für Herrn Müller mit Wirkung ab 1. Januar 2017 als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat der Talanx AG eingetreten. Die Bestellung von Herrn Dr. Christian Hinsch als Arbeitsdirektor ist - ebenfalls mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2016 - einvernehmlich beendet worden. Als Nachfolger wurde mit Wirkung ab 1. Januar 2017 Herr Torsten Leue bestellt. DANK AN VORSTAND UND MITARBEITERDer Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeitern weltweit. Sie haben mit ihrer engagierten Arbeit zu einem hervorragenden Geschäftsergebnis der Gesellschaft und des Konzerns beigetragen.
Hannover, 17. März 2017 Für den Aufsichtsrat Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender Die Talanx-AktieKAPITALMARKTUMFELDDas Kapitalmarktumfeld war im Berichtsjahr neben der Fortsetzung von geopolitischen Krisen vor allem durch politische Überraschungen (u. a. das Brexit-Votum in Großbritannien, die Wahl des neuen us-Präsidenten und das Verfassungsreferendum in Italien) geprägt. In den meisten Teilen Europas setzte sich ein moderates konjunkturelles Wachstum fort. Während die Notenbank in den USA die Leitzinsen im Dezember 2016 leicht anhob, setzte die EZB ihre extrem expansive Geldmarktpolitik mit einem Leitzins von 0 % und zusätzlichen Anleihekäufen zunächst weiter fort. Auch wenn die Renditen auf zehnjährige deutsche Staatsanleihen zum Jahresende 2016 ca. 40 Basispunkte über den Sätzen zum Ende des dritten Quartals lagen, befanden sie sich dennoch 40 Basispunkte unter den Ständen per Ende 2015. Auch die Risikoaufschläge der Spread-Papiere haben sich in den meisten Fällen leicht erhöht. Trotz der politischen Unwägbarkeiten haben sich die Aktienmärkte insgesamt gut behauptet und verzeichneten im Laufe des Berichtsjahres leichte Gewinne. Der DAX schloss das Jahr 2016 mit einem Plus von 6,9 % ab, der mdax legte um 6,8 % zu. Dabei wurden sowohl die Schwächeperiode am Jahresanfang als auch die Abstimmung über den EU-Austritt Großbritanniens bis auf Weiteres relativ schnell verarbeitet. Die Versicherungsaktien entwickelten sich hingegen -u. a. bedingt durch Sorgen um das niedrige Zinsniveau - unterdurchschnittlich. Der stoxx Europe 600 Insurance Index fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr unter Berücksichtigung der Dividendenzahlungen gegenüber dem Jahresende 2015 um 1,4 %. KURSENTWICKLUNG DER TALANX-AKTIEVor diesem Hintergrund konnte die Talanx-Aktie mit einem XETRA-Schlusskurs von 31,77 EUR, was einem Wertzuwachs von 11,3 % entspricht (Schlusskurs xetra 2015: 28,55 EUR), eine erfreuliche zweistellige prozentuale Kurssteigerung vorweisen. Bei Hinzurechnung der im Mai 2016 gezahlten Dividende von 1,30 EUR ergibt sich somit eine Gesamtwertschöpfung von 15,8 % für das Jahr 2016 und damit eine deutliche Outperformance gegenüber den bekanntesten deutschen Indizes DAX und mdax sowie insbesondere gegenüber dem europäischen Branchenindex stoxx Europe 600 Insurance Index. Im Rahmen der marktbreiten Kursschwäche zum Jahresbeginn fiel der Talanx-Aktienkurs zunächst auf ein Niveau von rund 24 EUR, erreichte dann aber mit Beginn des zweiten Quartals wieder einen Kurs um 30 EUR. Nach einer ausgeprägten Konsolidierung im Frühsommer zog der Kurs im zweiten Halbjahr deutlicher an und stieg im Dezember 2016 auf ein neues Rekordniveau (historischer Höchstkurs auf XETRA-Schlusskursbasis: 32,05 EUR am 27. Dezember 2016), das bis zum Jahresende mit 31,77 EUR nahezu gehalten werden konnte. INDEXZUGEHÖRIGKEIT UND BÖRSENPLÄTZEDie Talanx-Aktie ist seit 2012 im mdax vertreten, dem zweitwichtigsten deutschen Leitindex, und im Prime Standard der Frankfurter Börse und an der Börse Hannover gelistet. Das macht sie für indexorientierte Investoren interessant und trägt zu einer guten Präsenz in den Medien und somit auch in der breiten Öffentlichkeit bei. Seit April 2014 ist sie zudem auch an der Warschauer Börse notiert. Im Berichtsjahr hat sich die Aktionärsstruktur der Talanx AG nach Definition der Deutschen Börse nicht verändert. Der Anteil des Streubesitzes der Talanx AG liegt wie zum Ende des Vorjahres bei 21 %. Neben dem HDI V. a. G. (79 % Anteil an der Talanx ag) hält auch die japanische Versicherungsgruppe Meiji Yasuda einen Anteil oberhalb der Meldeschwelle von 3 % am Grundkapital der Talanx AG. Da dieser Anteil gleichzeitig jedoch weniger als 5 % ausmacht, wird der Aktienbesitz von Meiji Yasuda entsprechend der Definition der Deutschen Börse dem Streubesitz zugerechnet. Der Großteil des Streubesitzes wird von europäischen Investoren gehalten, knapp ein Fünftel der Aktien aus dem Streubesitz sind mittlerweile Investoren aus Nordamerika zuzurechnen. Der hohe Anteil asiatischer Minderheitsaktionäre erklärt sich zum Großteil aus dem Aktienbesitz der Meiji Yasuda. Privataktionäre machen gut ein Viertel des Streubesitzes aus. KAPITALMARKTKOMMUNIKATIONAuch im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ziel unserer Investor-Relations(lR)-Arbeit, die Talanx AG und ihre Equity Story am Kapitalmarkt, insbesondere im angelsächsischen Ausland, noch bekannter zu machen und bestehende Investorenkontakte zu vertiefen. Unsere Ambition bestand hierbei auch darin, sukzessiv weitere Investoren für die Talanx-Aktie zu gewinnen. Den Aktionären, potenziellen Investoren und den übrigen Interessenten an unserer Aktie legten wir kontinuierlich Rechenschaft über die Unternehmensentwicklung ab. Der Vorstand der Talanx AG nahm 2016 an zehn Investorenkonferenzen an internationalen Finanzplätzen teil, darunter in New York, London, Frankfurt, Berlin und München. Im Rahmen von Roadshows besuchte er gezielt Investoren, u. a. in Chicago, Toronto, London, Frankfurt, Zürich, Paris und Dublin. Darüber hinaus nahmen die IR-Manager der Talanx AG an weiteren Investorenkonferenzen und Roadshows im In- und Ausland teil. Insgesamt fanden so im Berichtsjahr Treffen mit knapp 200 institutionellen Investoren statt. Des Weiteren nahmen Mitarbeiter der Investor-Relations-Abteilung an mehreren größeren Veranstaltungen zur Erweiterung des Bekanntheitsgrades der Talanx-Aktie bei Privatkunden teil. Im November 2016 fand der vierte Capital Markets Day der Talanx AG in Frankfurt am Main statt. Vorstände des Talanx-Konzerns gaben dort gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der oberen Führungsebene einen detaillierten Einblick, insbesondere in den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Dabei erläuterte das Management die Neuausrichtung im Lebensversicherungsgeschäft und die konsequente Fokussierung auf Automatisierung und Digitalisierung sowohl im Schaden/Unfall- als auch im Lebensversicherungsgeschäft mit den geplanten Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Profitabilität. Rund 30 Analysten und Investoren besuchten die Veranstaltung, die zudem live auf unserer IR-Internetseite mitzuerleben war; als Aufzeichnung ist sie dort weiterhin abrufbar. Am 23. November 2017 soll der Capital Markets Day in London stattfinden. Analysten, institutionellen Investoren sowie Privatanlegern stehen wir täglich zur Verfügung; darüber hinaus haben wir auf unserer Internetseite www.talanx.com eine informative IR-Rubrik eingerichtet, die wir fortlaufend erweitern und aktualisieren. Die Research-Berichte von Banken und Brokerhäusern stellen eine weitere wichtige Informationsquelle für Anleger dar und erhöhen die Transparenz für Investoren. Wir widmen den Finanzanalysten, die öffentlich und unabhängig Gewinnschätzungen und Aktienempfehlungen für uns erstellen, deshalb hohe Aufmerksamkeit. Zum Ende des Berichtsjahres haben 18 (im Vorjahr: 20) Analysten eine Anlageempfehlung für die Talanx-Aktie ausgesprochen. DIVIDENDENPOLITIKZu den Zielen der Talanx AG gehört u. a. eine kontinuierliche Dividendenpolitik. So bleibt das vom Börsengang bekannte Ziel einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) nach Steuern und Minderheiten unverändert gültig. Für das Geschäftsjahr 2015 zahlte die Talanx AG eine Dividende von 1,30 EUR; das entspricht einer Ausschüttungsquote von 37,0 % - bei Bereinigung um die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes von 155 Mio. EUR im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Ohne diese Bereinigung hätte die Ausschüttungsquote bei 44,8 % gelegen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung der Talanx AG für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 1,35 EUR je Aktie vorschlagen. Bezogen auf den Jahresdurchschnittskurs von 27,93 EUR ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 4,8 %. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie, beträgt 37,6 %. Die Jahreshauptversammlung findet am Donnerstag, den 11. Mai 2017, im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum (hcc) statt. BASISINFORMATIONEN ZUR TALANX-AKTIEscroll
Kurse: xetra
1)
Auf XEtRA-Tagesschlusskursbasis 1 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTGRUNDLAGEN DES KONZERNSDer Talanx-KonzernGESCHÄFTSMODELLDer Talanx-Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Ver-sicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2016 weltweit 21.649 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die seit 2012 börsennotierte Finanz- und Managementholding Talanx AG mit Sitz in Hannover. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 79,0 % der HDI V. a. G., ein seit über 110 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Der strategische Partner aus Japan und bislang größter Minderheitsaktionär, die Meiji Yasuda Life Insurance Company, hält einen Anteil an der Talanx unterhalb die Schwelle von 5,0 % am Grundkapital. Inklusive Mitarbeiteraktien in Höhe von 0,1 % befinden sich unverändert zum Vorjahr 21,0 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungs-berichterstattungs-Verordnung genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Lebensversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Kraftfahrtversicherung, Luftfahrtversicherung (einschließlich der Raumfahrtversicherung), Rechtsschutzversicherung, Feuerversicherung, Einbruchdiebstahl-(ed-) und Raub-Versicherung, Leitungswasser-(Lw-)Versicherung, Glasversicherung, Sturmversicherung, verbundene Hausratversicherung, verbundene Wohngebäudeversicherung, Hagelversicherung, Tierversicherung, technische Versicherungen, Einheitsversicherung, Transportversicherung, Kredit- und Kautionsversicherung (nur Rückversicherung), Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage-[EC-]Versicherung), Betriebsunterbrechungsversicherung, Beistandsleistungsversicherung, Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung, sonstige Sachversicherung, sonstige Schadenversicherung. Talanx ist auf allen Kontinenten mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt rund 150 Ländern. Die Geschäftsbereiche des Talanx-Konzerns verantworten jeweils eigene Geschäftsprozesse. Diese Aufgaben, die arbeitsteilig von mehreren Organisationseinheiten ausgeführt werden, liefern einen Beitrag zur Wertschöpfung im Konzern. Die Kernprozesse in der Industrieversicherung, die international ausgerichtet ist, sind beispielsweise Produktentwicklung, Vertrieb und Underwriting inklusive der jeweiligen Fachaufsicht. Zu den Kernprozessen bei den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung zählen Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Bei den beiden Rückversicherungssegmenten spielen ebenfalls Vertrieb, Produktentwicklung und Underwriting eine wesentliche Rolle. Das Segment Konzernfunktionen ist aus Konzernsicht zuständig für Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal und weitere Dienstleistungen. RECHTLICHE UND REGULATORISCHE RAHMENBEDINGUNGENZum Schutz ihrer Kunden und um die Stabilität der Finanzmärkte zu gewährleisten, unterliegen Versicherungsunternehmen (Erstund Rückversicherungsgesellschaften), Banken und Kapitalanlagegesellschaften weltweit besonderen, komplexen rechtlichen Regulierungen. Die zurückliegenden Jahre waren insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2010 durch eine intensive Weiterentwicklung und damit eine einhergehende Verschärfung und zunehmende Komplexität der aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die beaufsichtigten Unternehmen gekennzeichnet. Mit dem Inkrafttreten des neuen Versicherungsaufsichtsgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland und der delegierten Rechtsakte der Europäischen Kommission zum 1. Januar 2016 hat diese Entwicklung nunmehr ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Durch die damit umgesetzte Solvency-Il-Richtlinie wird ein Drei-Säulen-Ansatz verfolgt. Die (quantitative) Säule I regelt Einzelheiten zur notwendigen Kapitalausstattung der Versicherungsunternehmen. Um den konkreten Kapitalbedarf zu berechnen, können die Unternehmen entweder auf ein gesetzlich vorgegebenes Standardmodell zurückgreifen oder aber ein eigenes internes Modell nutzen. Die Talanx nutzt für die Gruppe sowie wesentliche Versicherungsgesellschaften des Konzerns ein durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits im November 2015 genehmigtes partielles internes Modell, das hinsichtlich seiner Anwendbarkeit auf der Ebene einzelner Versicherungsgesellschaften mit dem Genehmigungsbescheid der BaFin per Oktober 2016 um die wesentlichen inländischen Lebensversicherungsunternehmen erweitert wurde. Säule II betrifft das qualitative Risikomanagement-System und beinhaltet vor allem Anforderungen an die Geschäftsorganisation des Versicherungsunternehmens. Im Rahmen der Säule III werden Berichterstattungspflichten der Versicherungsunternehmen geregelt, insbesondere Berichtspflichten gegenüber Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit. Zusätzlich werden durch die Umsetzung von Solvency II Neuerungen im Bereich der Beaufsichtigung von Versicherungsgruppen eingeführt, die auch Auswirkungen auf die Talanx-Gruppe haben werden. So besteht seit dem 1. Januar 2016 nunmehr eine Gruppenaufsicht, in deren Rahmen die BaFin als nationale Versicherungsaufsicht des obersten Mutterunternehmens (und Gruppenaufsichtsbehörde), die nationalen Aufsichtsbehörden der jeweiligen ausländischen Konzerngesellschaften und die European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) in einem gemeinsamen Aufsichtskollegium zusammenarbeiten. Auch nach dem Inkrafttreten des neuen Versicherungsaufsichtsgesetzes behält die aufsichtsrechtliche Regulierung ein unvermindert hohes Tempo bei. Nur sechs Monate nach seinem Inkrafttreten wurde das Versicherungsaufsichtsgesetz durch das am 2. Juli 2016 in Kraft getretene Finanzmarktnovellierungsgesetz ergänzt und § 23 Absatz 6 vag neu eingefügt. Versicherungsunternehmen sind nun verpflichtet, ein internes Hinweisgebersystem einzurichten, bei dem Mitarbeiter vertraulich bestimmte Verstöße im Unternehmen melden können. Der Talanx-Konzern setzt ein derartiges Hinweisgebersystem bereits seit Längerem ein. Durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 21. April 2016 hatte das Bundesministerium der Finanzen die durch das neue vag eingeräumten Befugnisse zum Erlass von Rechtsverordnungen genutzt und die zum Ende des Jahres 2015 außer Kraft getretenen durch neue Verordnungen ersetzt. Auch die eiopa veröffentlicht im Zusammenhang mit der Solvency-Il-Umsetzung unverändert zahlreiche Leitlinien und technische Durchführungsstandards sowie entsprechende Konsultationsdokumente. Die BaFin veröffentlichte in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Auslegungsentscheidungen, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu konkretisieren. Der Umfang dieser Veröffentlichungen und ihr Detailgrad führen branchenweit zu einem erheblichen, teilweise kaum noch überschaubaren Anstieg der zu beachtenden, teilweise überaus detailreichen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie immer wieder auch zu Widersprüchen mit veröffentlichten Dokumenten der eiopa selbst oder den Auslegungsentscheidungen der BaFin. Vor dem Hintergrund der bis zum 23. Februar 2018 in Deutschland umzusetzenden Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (idd) hat die eiopa bereits im April 2016 ihre Vorbereitungsleitlinien für unternehmensinterne Produktaufsichts- und Produkt-Governance-Anforderungen (Product Oversight and Governance, pog) in einem finalen Bericht veröffentlicht. Die Vorgaben zielen auf eine ausreichende Berücksichtigung von Verbrauchergesichtspunkten bei Produktdesign und Vertriebssteuerung, beschränken sich jedoch nicht auf reines Verbrauchergeschäft. Die Vorgaben sind an die zuständigen Aufsichtsbehörden gerichtet. Die BaFin hat angekündigt, dass diese Vorschriften von ihr erst berücksichtigt werden, wenn die Richtlinie über den Versicherungsvertrieb in Deutschland umgesetzt ist. Dies gelte für die Inhalte der EIOPA-Leitlinien, aber auch für den delegierten Rechtsakt, den die EU-Kommission zur Produktentwicklung erlassen werde. Bereits jetzt ist absehbar, dass durch die Umsetzung der idd sowie der hiermit im Zusammenhang stehenden Richtlinien zusätzliche Anforderungen im Hinblick auf die Produktüberwachung und Produkt-Governance von Versicherungsprodukten auf Versicherungsunternehmen, aber auch auf Versicherungsvermittler, zukommen werden. Die BaFin hat am 19. Oktober 2016 einen überarbeiteten Entwurf für die "Aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo)" zur öffentlichen Konsultation vorgelegt. Die MaGo richten sich an alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die Solvency II unterliegen, sowie an Versicherungs-Holdinggesellschaften. Durch die MaGo sollen die für die Geschäftsorganisation relevanten Vorschriften des vag und der Delegierten Verordnung (eu) 2015/35 in die Aufsichtspraxis der BaFin übertragen und die EIOPA-Leitlinien zum Governance-System umgesetzt werden. Konkret werden die Anforderungen an die Bereiche allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement genauer umschrieben. Bereiche, in denen die BaFin bereits gesonderte Vorgaben veröffentlicht hat, etwa die Anforderungen an die fachliche Eignung und Zuverlässigkeit oder an den Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht (Prudent Person Principle), werden von den MaGo nicht erfasst. Versicherungsunternehmen des Talanx-Konzerns sind in hohem Maße auf die Erhebung von personenbezogenen Daten angewiesen. Sie werden unter anderem zur Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung erhoben und verarbeitet und genutzt, um Versicherte bedarfsgerecht zu beraten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen des Talanx-Konzerns sind sich der damit einhergehenden Verantwortung zu einem angemessenen Umgang mit personenbezogenen Daten bewusst. Die Wahrung der Rechte der Versicherten und der Schutz ihrer Privatsphäre sind wesentliche Ziele aller Konzernunternehmen. Im Mai 2016 ist die EU-Datenschutz-Grundverordnung durch Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft getreten. Nach Ablauf einer zweijährigen Übergangsphase wird die Verordnung ab dem 25. Mai 2018 geltendes Recht auch in der Bundesrepublik Deutschland. Vor diesem Hintergrund wurde ein Projekt initiiert, um die Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen rechtzeitig sicherzustellen. Rechtsunsicherheiten ergeben sich dabei, weil nicht absehbar ist, inwieweit der deutsche Gesetzgeber unter fast 50 Öffnungsklauseln der Verordnung noch Abweichungen im Zuge einer Novellierung des Bundesdatenschutz-gesetzes beschließen wird. Im März 2016 ist zudem das OGAW-V-Umsetzungsgesetz in Kraft getreten, das die Vorgaben der europäischen OGAW-V-Richtlinie (Fünfte Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren [ogaw]) in Deutschland umsetzt. Das OGAW-V-Umsetzungsgesetz bringt nicht nur Änderungen mit sich, die durch die Richtlinie gefordert wurden; es verursacht erheblichen Anpassungsbedarf bei den Kapitalanlagegesellschaften des Talanx-Konzerns, und mit dem im Jahr 2016 verabschiedeten Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz - InvStRefG) zeichnet sich bereits jetzt weiterer umfassender Handlungsbedarf in diesem Bereich ab. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx-Konzerns unverändert Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Insbesondere der Beachtung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der fortlaufenden Anpassung und Weiterentwicklung des Geschäfts und ihrer Produkte an gesetzliche Neuregelungen widmen die Gesellschaften große Aufmerksamkeit. Die entsprechend installierten Mechanismen stellen sicher, das künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, um die erforderlichen Anpassungen vornehmen zu können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht, neben Deutschland etwa in Polen und Luxemburg. KONZERNSTRUKTURDer Konzern hat seine Struktur zum 30. Juni des Berichtsjahres aufgrund einer Änderung in seiner Steuerung angepasst: Er teilt danach die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" - mit nun sechs statt bisher fünf berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei spartenübergreifend ausgerichteten Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden dieser Geschäftsbereiche zeichnet jeweils ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist so weit wie möglich unabhängig von Drittgesellschaften und daher in der Lage, internationale Konsortien durch die eigenen Gesellschaften zu führen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland sind die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen zusammengefasst. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert hauptsächlich auf die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa inklusive der Türkei. Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück se getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der Globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung ist gegliedert in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und keine eigene operative Geschäftstätigkeit betreibt. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften, ferner der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker, die Talanx Reinsurance (Ireland) Plc. und Dienstleistungen im Bereich Finanzen; die Talanx Asset Management GmbH, die Ampega Investment GmbH und die Talanx Immobilien Management GmbH betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns. KONZERNSTRUKTURscroll
scroll
Nur die wesentlichen Beteiligungen Main participants only Stand/As at: 31.12.2016 STRATEGIEDer Talanx-Konzern ist weltweit aktiv im Erst- und Rückversicherungsgeschäft sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum globalen Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir insbesondere auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit professionellen Partnern. Im Talanx-Konzern optimieren wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass die Talanx in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügt, um Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte zu erschließen. Dadurch sichern wir unsere Unabhängigkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Investoren, Kunden, Mitarbeiter und weitere Stakeholder. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx-Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx in erster Linie auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Gesellschaften die hohe internationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine hoch entwickelte Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste professionelle Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Schlanke, effiziente und einheitliche Geschäftsprozesse, verbunden mit einer modernen und einheitlichen IT-Struktur, sowie unsere Innovations- und Digitalisierungsstrategie unterstützen die Konzernstrategie als wesentliche Erfolgsfaktoren. STRATEGISCHE ZIELE DER TALANXDie Konzernpolitik und ihre obersten strategischen Zielsetzungen setzen auf verlässliche Kontinuität, starke Finanzkraft und nachhaltiges profitables Wachstum und sind damit auf langfristige Wertsteigerung ausgerichtet. Dieses Leitmotiv ist die Basis für alle weiteren Konzernziele. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Unsere Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Weitere Erfolgsfaktoren", Seite 62 ff., ausführlich beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht", Seite 94 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. GEWINNZIELDer Talanx-Konzern setzt sich eine langfristig überdurchschnittliche Rentabilität zum Ziel. Unser Maßstab dafür ist die Eigenkapitalrendite nach IFRS. Dabei vergleichen wir uns mit den 20 größten Versicherungsunternehmen in Europa. Das Mindestziel unseres Konzerns in Bezug auf den Konzerngewinn nach Steuern und Minderheitsanteilen ist eine Eigenkapitalrendite nach ifrs, die 750 Basispunkte über dem durchschnittlichen risikofreien Zins liegt. Dieser ist definiert als der durchschnittliche Marktzins der letzten fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen. Aus diesem Gewinnziel leiten wir die Zielvorgaben ab, anhand derer wir die operativen Geschäftsbereiche steuern. Wir rechnen damit, dass die Gesamtheit der individuellen Ertragsziele in den Geschäftsbereichen mindestens der definierten Eigenkapitalzielrendite des Konzerns entspricht. Mit einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses nach IFRS streben wir an, eine attraktive und wettbewerbsfähige Dividende an unsere Aktionäre auszuschütten. KAPITALMANAGEMENTDas Kapitalmanagement des Talanx-Konzerns zielt auf eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur zur Stärkung der Finanzkraft der Gruppe ab. Dies geschieht durch zwei Ansätze: Einerseits optimieren wir durch den Einsatz von geeigneten Eigenkapitalsubstituten und Finanzierungsinstrumenten die Kapitalstruktur. Andererseits richten wir die Eigenmittelausstattung des Talanx-Konzerns so aus, dass sie mindestens den Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein "AA"-Rating genügt. Darüber hinausgehende Eigenmittel werden nur gebildet, wenn sie dadurch unser Ertragspotenzial über die Verzinsung der thesaurierten Mittel hinaus steigern, z. B. durch eine verbesserte Bereitstellung von Risikokapazität und -schutz oder durch eine höhere Unabhängigkeit von den Rückversicherungs-/ Retrozessionsmärkten. Die Allokation von Kapitalressourcen erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, jene Bereiche auszustatten, die mittelfristig den jeweils höchsten risikoadjustierten Nachsteuerertrag erwarten lassen. Dabei berücksichtigen wir die angestrebte Portfolio-Diversifizierung und das benötigte Risikokapital sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. WACHSTUMSZIELIm Talanx-Konzern streben wir unter Berücksichtigung des Chancen-Risiko-Profils und eines diversifizierten Portfolios nachhaltig profitables Wachstum an. Dabei wachsen wir organisch, durch strategische und ergänzende Akquisitionen sowie durch Kooperationen. Überdurchschnittlich wachsen wollen wir vor allem in der Industrieversicherung und der Privat- und Firmenversicherung International. Der Anteil der im Ausland generierten Bruttoprämie aus der Erstversicherung (Industrie- sowie Privat- und Firmenversicherung) soll dabei langfristig die Hälfte der gesamten Erstversicherungsbruttoprämie betragen. Im Bereich der Industrieversicherung sind wir ein anerkannter Führungsversicherer in Europa und bauen unsere globale Präsenz aus. Den Ausbau unserer Aktivitäten in der Firmen- und Privatversicherung im Ausland konzentrieren wir vornehmlich auf Regionen Mittel- und Osteuropas einschließlich der Türkei sowie Lateinamerikas. Im deutschen Privat- und Firmenversicherungsgeschäft wollen wir eine Erhöhung der Profitabilität und fokus-siertes Wachstum erzielen. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Die weitergehende Ausgestaltung dieses strategischen Rahmens im Hinblick auf Produkte, Kundengruppen, Vertriebswege und Länder bestimmt unsere einzelnen Geschäftsbereiche. UNTERNEHMENSSTEURUNGIm Talanx-Konzern sehen wir es als unsere nachhaltig zu erfüllenden Kernaufgaben an, unsere Kunden verlässlich zu begleiten, in allen Marktphasen über ausreichend unabhängige Kapazitäten zu verfügen, neue Märkte zu erschließen und die Werthaltigkeit des Konzerns für Anteilseigner langfristig zu sichern und zu erhöhen. Gleichzeitig vergrößert sich das Anforderungsspektrum an die Versicherungskonzerne aus dem regulatorischen Umfeld sowie vonseiten der Kapitalmärkte und Ratingagenturen. Die von diesen internen und externen Einflussfaktoren bestimmte Ausgangssituation resultiert für uns in folgenden Zielen:
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: Kapital-, Performance- und Risikomanagement sowie Mergers & Acquisitions. Das dominierende strategische Ziel nachhaltiger ökonomischer Wertschaffung messen wir im Konzern mit der strategischen Steuerungsgröße Intrinsic Value Creation (ivc), die wir in einer mehrjährigen Perspektive als Fünfjahresdurchschnitt betrachten, damit Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren. Der ivc bemisst den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten (Berechnung vgl. Abb. auf der Folgeseite). Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss weitere Marktwertadjustierungen sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik, wie z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts in Nicht-Leben und Veränderung des nicht aktivierten Bestandswerts in Leben. Unter den Kapitalkosten werden in Nicht-Leben die Kosten für das aufsichtsrechtlich notwendige Risikokapital (Solvency Capital Required) sowie die Kosten für das darüber hinausschießende Excess Capital (Überschusskapital) berücksichtigt. Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen sowie einem friktionalen Kostensatz von 2 % und, bezogen auf das Solvency Capital Required, einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze gelten auf Basis eines Value at Risk von 99,5 %, der dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. Im Lebensversicherungsgeschäft betrachten wir im Rahmen der Solvency-Il-Eigenmittelkalkulation den sogenannten Roll Forward als Kapitalkosten; er spiegelt die ökonomisch erwartete Bestandswertentwicklung wider. PERFORMANCE-MANAGEMENTDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das PerformanceManagement. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Da Fehlsteuerungen sehr häufig in einer unzureichenden Umsetzung der Strategie begründet sind, legen wir besonderes Augenmerk auf die Prozessschritte für eine konsequente Ausrichtung des unternehmerischen Handelns an den strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften PerformanceManagement-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Der Fokus der Zielindikationen liegt auf den strategischen Steuerungsgrößen des Konzerns und auf konzernweiten strategischen Initiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen im Talanx-Konzern gehören Eigenkapitalrendite (RoE), Wertschaffung (ivc) und Dividende. Mit einem ebenfalls vorgegebenen Risikobudget und einer Mindest-Kapitaladäquanz werden flankierende Rahmenbedingungen für diese Steuerungsgrößen gesetzt. Damit wird durch die Zielindikationen des Holding-Vorstands das für ein jedes Planjahr geltende Anspruchsniveau des Konzerns im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau explizit definiert. Im Nachgang der Zielindikation stellt jeder Geschäftsbereich als weiteren wesentlichen Schritt der Strategieumsetzung eine strategische Programmplanung auf. Dabei werden die strategischen Ziele in Teilziele heruntergebrochen, die durch konkrete Maßnahmen und Aktionsprogramme unterlegt sind. In Dialogen zwischen Holding- und Geschäftsbereichsvorständen werden die zugelieferten strategischen Programme vor dem Hintergrund der Konzernstrategie kritisch hinterfragt. Durch die Aggregation der abgestimmten strategischen Programmplanungen der Geschäftsbereiche ergibt sich das vom Holding-Vorstand zu verabschiedende strategische Gesamtprogramm des Konzerns. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur strategischen Steuerung des Geschäfts das Instrument der Performance-Metrik; es basiert auf Indikatoren, die eine nachhaltige Zielerreichung in der Zukunft signalisieren. Neben der finanziellen Perspektive adressiert es auch zusätzliche Dimensionen, wie die Markt- und Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Mitarbeiterperspektive. Hierdurch fließen die Belange unterschiedlicher Stakeholdergruppen in die strategische Steuerung mit ein. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Performance-Metrik erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Mit dem Geschäftsjahr 2016 hat der Talanx-Konzern die Perspektive für die operative Steuerung auf Segmentebene weiter detailliert. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland wird in der operativen Steuerung in den Segmenten Schaden/ Unfallversicherung und Lebensversicherung betrachtet. Die in der Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Segmentebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICKscroll
scroll
Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt)Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (gwp) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: gwp des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus gwp (Vj.), dividiert durch gwp (Vj.) SelbstbehaltGebuchte Nettoprämien im Verhältnis zu gebuchten Bruttoprämien (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung) Neugeschäftsmarge (Leben)Neugeschäftswert im Verhältnis zum Barwert der Neugeschäftsprämien ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-Il-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen Wachstum des Neugeschäftswerts (Leben)Veränderung des Neugeschäftswerts (Leben) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Vergleich zum Vorjahr in Prozent Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto), einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) EBIT-MargeOperatives Ergebnis (EBIT), dividiert durch die verdienten Nettoprämien EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter AusschüttungsquoteAusschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls Holdinggesellschaft betreibt die Talanx AG keine eigene produktbezogene Forschung und Entwicklung. In der Gesellschaft arbeiten wir aber laufend an der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen, die zur Erfüllung des Geschäftszwecks erforderlich sind, insbesondere im Bereich des Risikomanagements: In diesem Zusammenhang hat Talanx neben der Genehmigung für das Talanx-interne Gruppenrisikomodell gemäß Solvency II seitens der BaFin im Herbst 2016 auch die Genehmigung für die internen Solomodelle inländischer Lebensversicherer im Konzern erhalten (siehe auch Seite 18 ff. im Abschnitt "Der Talanx-Konzern, rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen" sowie Seite 93 ff. im Abschnitt "Risikobericht"). In unseren Geschäftsbereichen analysieren wir nachhaltige Veränderungen, z. B. zu Demografie oder Klima, sowie technische Neuerungen wie die Nanotechnologie und entwickeln auf unsere Kunden und Märkte abgestimmte Produkte und Kapitalanlagen. WIRTSCHAFTSBERICHTMÄRKTE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENVOLKSWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGDie Weltwirtschaft startete turbulent ins Jahr 2016. Schwellenländer hatten zu Beginn des Jahres Sorgen über die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und die Fortsetzung des Rohstoffpreisverfalls. Die Erholung der Rohstoffpreise, eine Stabilisierung des Wirtschaftswachstums in China sowie die globale geldpolitische Unterstützung sorgten im Verlauf des Jahres dort jedoch für eine zunehmende Stabilisierung. In der entwickelten Welt blieb, trotz politischer Unsicherheiten insbesondere in den USA, in Großbritannien und Italien, der private Konsum der zentrale Wachstumstreiber, unterstützt von niedrigen Energiepreisen und der expansiven Geldpolitik. Die Wirtschaft im Euroraum legte im zweiten und dritten Quartal jeweils um 0,3 % zu, die jährliche Teuerungsrate lag im Dezember bei 1,1 %. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich fort, die Arbeitslosigkeit im Euroraum sank im November auf den tiefsten Stand seit 2009 (9,8 %) trotz der politischen und ökonomischen Unsicherheiten, die das britische EU-Austrittsreferendum und der Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten mit sich brachten. Deutschlands BIP wies im dritten Quartal ein Wachstum von 0,2 % auf, nach einem Plus von 0,4 bis 0,7 % in der ersten Jahreshälfte. Neben dem privaten Konsum als Wachstumstreiber trugen steigende Staatsausgaben zur Belebung bei. Auch im Vereinigten Königreich fiel die Arbeitslosenquote im Oktober 2016 mit 4,8 % auf den tiefsten Stand seit 2005. Die US-Wirtschaft entwickelte sich nach einem schwachen Start in das Jahr 2016 im weiteren Verlauf relativ robust. Im dritten Quartal lag die annualisierte Wachstumsrate bei 3,5 %, das stärkste Wachstum seit zwei Jahren; die jährliche Teuerung kletterte zum Jahresende auf 2,1 %. Auch hier ist der private Konsum der zentrale Wachstumstreiber, der durch eine solide Arbeitsmarktentwicklung gestützt wird. Die Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China setzte sich fort. Die jährliche Wachstumsrate des BIP lag 2016 bei 6,6 %, nach einem Wachstum von 7,0 % im Jahr 2015. Geld- und fiskalpolitische Maßnahmen verhinderten eine deutlichere Wachstumsabschwächung. VERÄNDERUNG DES REALEN BRUTTOINLANDSPRODUKTSIN % GEGENÜBER VORJAHRscroll
1)
Bloomberg-Konsensprognosen, Stand 11. Januar
2016 (vorläufige Werte) KAPITALMÄRKTEDie Kapitalmärkte waren 2016 weiterhin geprägt von einer expansiven Geldpolitik. Im März des Berichtsjahres lockerte die EZB erneut ihre Geldpolitik: Sie senkte den Hauptrefinanzierungs- und Einlagezins, erweiterte das Ankaufprogramm um Unternehmensanleihen, erhöhte die monatlichen Anleihenkäufe auf 80 Mrd. EUR und kündigte vier neue längerfristige Refinanzierungsgeschäfte an. Zwar kündigte die EZB im Dezember eine Reduzierung ihrer monatlichen Anleihekäufe von 80 Mrd. EUR auf 60 Mrd. EUR an, verlängerte gleichzeitig aber die Laufzeit des Programms um neun Monate bis Ende 2017. Auch die Rentenmärkte wurden im Jahresverlauf 2016 wesentlich von der Politik der Europäischen Zentralbank bestimmt. Zusätzlich gab es eine Reihe an makroökonomischen Themen sowie diverse politische Entscheidungen, die Einfluss auf die Marktentwicklung an diesen Märkten hatten. Dazu gehörten zu Jahresbeginn Sorgen um eine nachlassende Wachstumsdynamik in China und anderen Schwellenländern. Unter politischen Gesichtspunkten fokussierten sich die Rentenmärkte auf die Entscheidungen zum Brexit, zur US-Wahl und zum italienischen Verfassungsreferendum. Im Vorfeld der Entscheidungen war stets eine erhöhte Volatilität zu erkennen, die unerwarteten Ergebnisse berührten die Märkte dann aber jeweils nur kurzfristig - z. B. der Renditerückgang für Bundesanleihen nach dem Brexit-Votum. Im Falle des Wahlausgangs in den USA kam es im Euroraum zu einer positiven Gegenreaktion. Die US-Notenbank hob im Dezember 2016 zum zweiten Mal nach der Finanzkrise ihren Leitzins an und verwies auf einen verbesserten Arbeitsmarkt und Signale einer höheren Inflation. Diese moderate Zinsanhebung hatte für die Euro-Rentenmärkte noch keine Signalwirkung, sodass es zu einem insgesamt positiven Jahresausklang für Zinspapiere infolge fallender Zinsen und sinkender Risikoaufschläge kam. An den US-Märkten sorgten der Wahlausgang und positive Konjunkturerwartungen für deutlich steigende Zinsen zum Jahresende - zehnjährige Us-Treasuries stiegen in der Spitze um über 70 Basispunkte auf fast 2,6 % an und weisen in der Spitze einen Zinsabstand zu zehnjährigen Bundesanleihen von ca. 240 Basispunkten aus. Neben den zinspolitischen Rahmenbedingungen standen auch 2016 idiosynkratische Risiken und diverse M&A-Aktivitäten im Vordergrund. Nach der Schwäche im ersten Quartal zeigten Energie- und Rohstoffwerte eine deutliche Kurserholung. Bail-in-Regulierung und Kapitalisierungen waren im Bankensektor weiter im Fokus, speziell bei italienischen Banken. Rechtsrisiken blieben für Banken ein sehr präsentes Thema. Der Primärmarkt zeigte weiterhin eine starke Aktivität, allerdings war erneut ein leichter Rückgang zum Vorjahresvolumen zu verzeichnen. Insbesondere Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten, Emittenten aus dem höher verzinslichen Segment sowie nachrangige Bankenemissionen waren gefragt. Covered Bonds zeigten eine durchschnittliche Neuemissionsaktivität. Wie schon im Vorjahr war das Nettoemissionsvolumen leicht negativ. Die Aktienmärkte konnten nach einem schwachen Jahresauftakt 2016 im vierten Quartal deutlich zulegen und das Börsenjahr positiv abschließen: Der DAX kletterte im Gesamtjahr um 6,9 %, der S&P 500 um 9,5 %. Deutlich schwächer - gleichwohl positiv - entwickelten sich der EURO stoxx 50 mit 0,7 % und der Nikkei mit 0,4 %. DEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFTSCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGNach dem starken Beitragswachstum im Vorjahr konnte die deutsche Versicherungswirtschaft auch 2016 ein Prämienwachstum verzeichnen, wenngleich auf einem etwas geringeren Niveau. Im Verlauf der anhaltenden Niedrigzinsphase deutet dies auf weiterhin diszipliniertes Underwriting der Schaden- und Unfallversicherer hin; die Zuwächse sind auf steigende Prämien zurückzuführen. Die Bilanz der Sachversicherer für Zahlungen aufgrund der Folgen von Naturgewalten lag 2016 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Rund die Hälfte der Schäden wurde allein durch die beiden Tiefs "Elvira" und "Friederike" verursacht, die Ende Mai und Anfang Juni kurz nacheinander mit zahlreichen Gewittern und anhaltenden Regenfällen auftraten. Diese beiden Unwetter sind die bislang teuersten Starkregenereignisse in Deutschland. Die kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote für die gesamte Schaden- und Unfallversicherung bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres. LEBENSVERSICHERUNGNach der positiven Entwicklung im Vorjahr sind die Beitragseinnahmen 2016 zurückgegangen. Dies war insbesondere auf einen Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen, wenngleich dieser weniger stark ausgeprägt war als im Vorjahr. Trotz der seit Längerem rückläufigen Zinsen gelang es der deutschen Versicherungswirtschaft auch 2016, eine Gesamtverzinsung über dem Garantiezins zu erwirtschaften. INTERNATIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEDer Talanx-Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung ist Talanx bereits ein führender Versicherer in Europa; seine Präsenz baut der Konzern in diesem Geschäftsbereich jedoch weltweit, u. a. auch in Asien, weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGDie internationale Schaden- und Unfallversicherung wies für 2016 insgesamt ein abgeschwächtes Prämienwachstum aus. In den entwickelten Versicherungsmärkten ging das reale Wachstum zurück. In den Schwellenländern kam es zwar zu einem leichten Anstieg gegenüber 2015, dieser blieb aber unter dem jährlichen Wachstumsdurchschnitt der vorherigen fünf Jahre. Nach einer Reihe schwerer Erdbeben, Stürme und Überschwemmungen gab es im Berichtsjahr deutliche höhere Schäden aus Naturkatastrophen als in den drei Vorjahren. Teuerstes Schadenereignis war eine Serie von starken Erdbeben auf der japanischen Insel Kyushu. Die Ertragslage der Versicherer stand aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen weiterhin unter Druck. Im Ergebnis verschlechterte sich die Profitabilität in der internationalen Schaden- und Unfallversicherung im Vergleich zum Vorjahr. In den westeuropäischen Märkten gab es 2016 in Summe einen leichten Aufschwung des Prämienwachstums in der Schaden- und Unfallversicherung, wenngleich in einzelnen Ländern lediglich eine stabile oder rückläufige Prämienentwicklung zu verzeichnen war. Auf dem US-Markt ging das Beitragswachstum im Berichtsjahr wieder zurück, nachdem es im Vorjahr zu einem Anstieg gekommen war. Maßgeblich hierfür waren Preisrückgänge im Bereich der Unternehmensversicherung. In Mittel- und Osteuropa kam es nach dem Rückgang im Vorjahr 2016 insgesamt zu einem Prämienanstieg in der Schaden- und Unfallversicherung, der aus positiven Entwicklungen u. a. in Polen, Russland und Ungarn resultierte. Für Polen waren in der für die Prämienentwicklung zentralen Sparte der Kraftfahrtversicherung deutliche Tariferhöhungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. In Lateinamerika stagnierte das Prämienwachstum im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt. Während Konjunktureinbrüche in Brasilien und einigen weiteren Ländern der Region auch dem Versicherungsgeschäft schadeten, sorgten der wirtschaftliche Aufschwung in Mexiko und das stabile Prämienwachstum in Chile und Kolumbien für positive Effekte. Das stärkste Prämienwachstum in den Schwellenländern wurde erneut in Asien generiert, wenngleich der Anstieg geringer war als im Vorjahr. Einen positiven Einfluss gab es durch hohe Infrastrukturinvestitionen in der Region, die die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung gestärkt haben. Die Schaden-Rückversicherung konnte 2016 gute versicherungstechnische Ergebnisse ausweisen. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass Schäden aus Naturkatastrophen zwar höher eintraten als im Vorjahr, den erwarteten Rahmen aber nicht überschritten. Zum anderen verringerte sich die Schadenquote der Rückversicherung durch die Auflösung überschüssiger Rückstellungen für Schäden aus den Vorjahren. Viele Schadenereignisse, wie die Erdbebenserie im April in Japan, schwere Überschwemmungen im Juni und Juli in China, Hurrikan "Matthew" im Oktober in den USA und der Karibik oder das Hochwasser im August in den USA, verursachten zwar hohe Gesamtschäden, betrafen aber Regionen oder Gefahren, die nur zu einem geringen Teil versichert waren. LEBENSVERSICHERUNGTrotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch anhaltend niedrige Zinsen und sich ändernde regulatorische Rahmenbedingungen gekennzeichnet ist, sind die Prämieneinnahmen auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Treibende Kraft dafür waren die Schwellenländer, in denen das reale Prämienwachstum deutlich zunahm. In den entwickelten Versicherungsmärkten kam es demgegenüber zu einem weiteren Rückgang des Prämienwachstums. Die Profitabilität in der internationalen Lebensversicherung hat sich aufgrund nachlassender Anlageerträge und gestiegenen Preisdrucks im Berichtsjahr verschlechtert. In Mittel- und Osteuropa waren die Prämieneinnahmen im vierten Jahr in Folge rückläufig. Insbesondere in Polen und der Tschechischen Republik kam es zu starken Rückgängen, nachdem Lebensversicherungsprodukte durch geänderte steuerliche Regelungen unattraktiver wurden. Auch in Ungarn und der durch politische Unsicherheit gekennzeichneten Türkei war das Prämienwachstum gedrosselt. Eine starke Erholung gab es hingegen in Russland. In Lateinamerika ist das Prämienwachstum im Vergleich zum Jahr 2015 leicht gesunken, was auf die rückläufige Konjunktur in wichtigen Märkten zurückgeführt werden kann. So wies Brasilien aufgrund der wirtschaftlichen Rezession und eines schwachen Arbeitsmarktes einen deutlichen Wachstumsrückgang aus. In Venezuela kam es zu einem Rückgang der Prämieneinnahmen, in Argentinien zu einem Wachstumsstillstand. Ein solides Prämienwachstum war hingegen in Chile, Kolumbien und Peru zu verzeichnen. Das höchste Prämienwachstum für die Schwellenländer war in Asien zu beobachten und hier insbesondere in China, auf das mehr als die Hälfte aller Lebensversicherungsprämien in Schwellenländern entfiel. In Indien setzte sich die positive Entwicklung dank eines solideren Firmenkundengeschäfts fort. In der traditionellen Personen-Rückversicherung nahmen die Prämieneinnahmen im Vergleich zum Vorjahr zu. Ähnlich wie in der Erstversicherung fiel das Wachstum in den Schwellenländern - vor allem in Asien - deutlich höher aus als in den entwickelten Märkten. In Letzteren wurden positive Entwicklungen in Kanada, Großbritannien, Japan und Australien durch eine Schrumpfung in den USA konterkariert. GESCHÄFTSENTWICKLUNGDer Talanx-Konzern hat im Berichtsjahr weiter wesentliche Maßnahmen ergriffen, um seine strategische internationale Ausrichtung und die Konsolidierung in Deutschland zu forcieren: Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Neuausrichtung konsequent und erfolgreich fort. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International operiert jetzt in fünf statt bislang vier strategischen Kernmärkten, neben Mexiko, Brasilien, Polen und der Türkei zählt nun Chile dazu. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung weist durch das 2015 aufgelegte Programm "Balanced Book", mit dem in Deutschland das Verhältnis von Risiko zu Prämien optimiert wird, spürbare Erfolge auf. Die konsequente Umsetzung von Initiativen zur Digitalisierung in allen Geschäftsbereichen des Konzerns, wie z. B. die Einführung von digitalen Service- und Analyseprogrammen, trägt dazu bei, bessere Ergebnisse zu erwirtschaften: Zwar sanken die Bruttoprämien leicht, das operative Ergebnis konnten wir gegenüber dem Vorjahr jedoch verbessern. Mit 907 Mio. EUR erzielte Talanx das bislang beste Konzernergebnis. TALANX VERÖFFENTLICHT NACHHALTIGKEITSBERICHTDer Talanx-Konzern veröffentlicht erstmals einen Nachhaltigkeits-bericht, der die Geschäftstätigkeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 umfasst und die zunehmend nachhaltige Ausrichtung des Versicherungskonzerns dokumentiert. Der Bericht wird von nun an jährlich auf den Internetseiten des Konzerns veröffentlicht. Zudem hat sich der Konzern erstmals Ziele für das Nachhaltigkeits-management gegeben. TALANX ASSET MANAGEMENT FÜR INNOVATIVE ANLAGESTRATEGIE AUSGEZEICHNETDie Talanx Asset Management GmbH gewinnt bei den portfolio institutionell Awards den Preis in der Kategorie "Bester Fixed-Income-Investor". Der Award gilt als wichtigster Preis für institutionelle Investoren in Deutschland, darunter Versicherungen, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, Finanzabteilungen von Unternehmen sowie Stiftungen und Banken; er wurde 2016 bereits zum zehnten Mal verliehen. TALANX MODERNISIERT SCHADEN/üNFALLGESCHÄFT IN DEUTSCHLANDUnter dem Schlagwort HDI 4.0 wird das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft analog zum Lebensversicherungsgeschäft neu ausgerichtet. HDI 4.0 umfasst die Einführung neuer Produkte für alle Sparten, die Forcierung von digitalen und automatisierten Prozessen sowie eine Modernisierung der it. Ziel ist es, die Positionierung von HDI insgesamt im Heimatmarkt nachhaltig zu sichern und auszubauen. GESCHÄFTSVERLAUF KONZERN
WESENTLICHE KONZERNZAHLENIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Konzerns beliefen sich auf 31,1 (31,8) Mrd. EUR, sie waren dank der guten Entwicklung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International mit -2,2 % (währungsbereinigt -0,3 %) nur leicht rückläufig; die verdienten Nettoprämien sanken lediglich um 0,8 % auf 25,7 (25,9) Mrd. EUR, da sich der Selbstbehalt leicht auf 87,8 (86,6) % erhöhte. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis im Talanx-Konzern ging deutlich zurück, konzernweit verschlechterte es sich um 10,9 % auf -1,5 (-1,4) Mrd. EUR.; dies lag insbesondere an der - als versicherungstechnischer Aufwand ausgewiesenen - Beteiligung der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland; in den übrigen Segmenten verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis jedoch vor allem aufgrund geringerer Großschäden. Die Großschadenlast im Konzern lag mit 883 (922) Mio. EUR unter der des Vorjahres und blieb deutlich unter dem Erwartungswert von 1.125 Mio. EUR. Einzig die Großschadenbelastung in der Rückversicherung war mit 627 (573) Mio. EUR höher als im Vorjahr, blieb jedoch ebenfalls unter dem Budget von 825 Mio. EUR. Als größter Einzelschaden schlugen die Waldbrände in Kanada im Frühjahr 2016 mit 128 Mio. EUR zu Buche. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 95,7 (96,0) %, trotz erneut hoher Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprojekt des Segments Schaden/Unfall des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die geringere Schadenquote konnte dabei die höhere Kostenquote mehr als kompensieren. KAPITALANLAGEERGEBNISIm Berichtsjahr stieg das Kapitalanlageergebnis um 2,3 % auf 4,0 (3,9) Mrd. EUR. Unter anderem konnte ein positiver Sondereffekt aus dem Veräußerungsgewinn des Verkaufs der Anteile an c-quadrat im außerordentlichen Ergebnis verbucht werden. Das gute außerordentliche Ergebnis, vor allem im Segment Lebensversicherung der Privat- und Firmenversicherung Deutschland, konnte den Rückgang im ordentlichen Ergebnis wettmachen. Die Kapitalanlagerendite lag bei 3,6 % und damit genau auf der Höhe des Vorjahreswerts. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 % auf 2,3 (2,2) Mrd. EUR. Es war maßgeblich positiv beeinflusst durch das gute Ergebnis in den Segmenten Industrieversicherung und Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland, das den Rückgang des operativen Ergebnisses insbesondere im Geschäftsbereich Rückversicherung ausgleichen konnte. Das Konzernergebnis lag mit 907 (734) Mio. EUR um 23,6 % über dem Wert des Vorjahres und ist damit ein wiederholt sehr gutes Ergebnis. Auch die Eigenkapitalrendite lag mit 10,4 (9,0) % deutlich über dem Vorjahresniveau. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERNIN %scroll
1)
Die Prognose für 2016 bezieht sich auf den
abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht 2015; sie wurde 2016
unterjährig angehoben auf "mindestens" 750 Mio. EUR Das im Berichtsjahr erzielte Bruttoprämienwachstum im Konzern betrug währungsbereinigt -0,3 %; es blieb damit im für 2016 vorgegebenen Rahmen, ein stabiles Wachstum zu erreichen. Mit 907 Mio. EUR haben wir das Ziel deutlich übertroffen, ein Konzernergebnis von rund 750 Mio. EUR auszuweisen. Hierzu trugen insbesondere die Geschäftsbereiche Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung Deutschland bei. Für 2016 lag die Prognose für die Konzerneigenkapitalrendite bei größer 8,5 %. Mit 10,4 % haben wir dieses Ziel um fast zwei Prozentpunkte übertroffen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,35 EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 37,6 %; sie liegt damit im fünften vollen Jahr nach dem Börsengang wiederum im Zielkorridor (35 %-45 %). Die Kapitalanlagerendite beläuft sich auf 3,6 %. Die Prognose von mehr als 3 % haben wir damit übertroffen. ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSBEREICHE IM KONZERNDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung -, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". Die strategische Neuausrichtung des deutschen Lebensversicherungsgeschäftes führt zu einer geänderten Darstellung der Produkte im Neugeschäft. Sowohl für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland wie auch für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International unterteilen wir das Produktportfolio nach kapitaleffizienten, nicht kapitaleffizienten und Biometrieprodukten. INDUSTRIEVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
MARKTENTWICKLUNGDas Umfeld in unserem Kernmarkt Deutschland zeigt eine weiterhin hohe Konkurrenz im Industrieversicherungsmarkt. Während sich das Wachstum in den entwickelten Versicherungsmärkten verringerte, fiel es in den Schwellenländern deutlich stärker aus. Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten wie z. B. der EU-Austritt Großbritanniens, die us-Präsidentschaftswahlen sowie die verhaltene Konjunkturdynamik im Euroraum stellten ein herausforderndes Umfeld auch für Versicherungsunternehmen dar. In den Schwellenländern gewann die Konjunktur zwar wieder an Dynamik, jedoch mit uneinheitlicher regionaler Ausrichtung. Angesichts der schon hohen inländischen Marktdurchdringung wird das Wachstum vornehmlich in unseren ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften generiert. Zudem ist für die Kapitalanlagepolitik weiterhin mit einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zu rechnen. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich beliefen sich zum 31. Dezember 2016 auf 4,3 (4,3) Mrd. EUR und lagen nahezu auf Vorjahresniveau. Sie sanken um 29 Mio. EUR respektive 0,7 % (währungsbereinigt -0,1 %). Maßgeblich für den Rückgang waren Sanierungsmaßnahmen insbesondere der HDI Global SE im Inland, die 2017 fortgesetzt werden. Der Abrieb konnte durch ein Beitragswachstum im Ausland größtenteils kompensiert werden. Der Anstieg konnte vor allem in den Niederlassungen Schweiz und Großbritannien der HDI Global SE sowie in den Tochtergesellschaften in Brasilien (hdi Global s. A.) und in den USA (hdi Global Insurance Company) generiert werden. In den Niederlassungen Frankreich, Niederlande und Belgien, die einen signifikanten Anteil an der Prämie haben, ist ein leichter Beitragsanstieg zu verzeichnen. Die Steigerung der Selbstbehaltsquote im Geschäftsbereich auf 53,4 (51,8) % resultiert insbesondere aus geringeren Aufwendungen für Wiederauffüllungsprämien. Dadurch stiegen entgegen der Bruttoentwicklung die verdienten Nettoprämien um 30 Mio. EUR auf 2,2 (2,2) Mrd. EUR. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Nettoergebnis des Geschäftsbereichs verbesserte sich auf 73 (18) Mio. EUR. Maßgeblich für die Verbesserung waren die deutlich geringere Großschadenbelastung im Vergleich zum Vorjahr sowie Sanierungserfolge in den Sparten Feuer, Transport und Kraftfahrt. Zusätzliche Treiber waren die gestiegenen Nettoprämien aufgrund gesunkener Aufwendungen für Wiederauf-füllungsprämien sowie leicht gesunkene Kosten. Daraus resultiert auch die verbesserte Nettokostenquote, die mit 21,8 (22,7) % unter dem Vorjahreswert lag. Die Schadenquote (netto) reduzierte sich deutlich auf 74,9 (76,5) %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs Industrieversicherung betrug 96,8 (99,2) %. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis erhöht sich deutlich um 17,5 % auf 242 (206) Mio. EUR. Entgegen den herausfordernden Kapitalmarktbedingungen aufgrund der Niedrigzinsphase konnten die ordentlichen Kapitalerträge gesteigert werden. Des Weiteren entfallen Wertberichtigungen insbesondere auf einen Bond der heta Asset Resolution AG (ehemals Hypo Alpe Adria) mit rund 5 Mio. EUR, die das Vorjahresergebnis belasteten. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis des Geschäftsbereichs stieg auf 296 (208) Mio. EUR aufgrund der vorgenannten Entwicklungen, insbesondere durch das bessere versicherungstechnische Ergebnis. Das Konzernergebnis - also das auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Ergebnis - erhöhte sich auf 236 (127) Mio. EUR. Durch die Steigerung des operativen Ergebnisses stiegen im Segment die EBIT-Marge auf 13,2 (9,4) % sowie die Eigenkapitalrendite auf 11,0 (6,2) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGIN %scroll
Das Bruttoprämienwachstum entspricht mit einem Rückgang von 0,7 % (währungsbereinigt -0,1 %) dem unteren Ende der Erwartungen für 2016. Das Wachstum im Ausland kann den aus Sanierungsmaßnahmen resultierenden Abrieb im Inland und in der Tochtergesellschaft in den Niederlanden (HDI-Gerling Verzekeringen N. V.) fast vollständig kompensieren. Der Anstieg des Selbstbehalts auf 53,4 % liegt im Rahmen der Erwartungen und ist beeinflusst durch die geringeren Aufwendungen für Wiederauffüllungsprämien. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag leicht unter der Prognose aufgrund einer geringeren Großschadenbelastung sowie leicht geringerer Kosten. Die EBIT-Marge von 13,2 % und die Eigenkapitalrendite von 11,0 % übertreffen die Erwartungen positiv dank der guten Geschäftsentwicklung. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDDieser Geschäftsbereich wird seit dem zweiten Quartal 2016 nach den Segmenten Schaden/Unfall- und Lebensversicherung gesteuert. Die Entwicklung der beiden Segmente wird nachfolgend dargestellt. MASSNAHMEN ZUR ZUKUNFTSSICHERUNG DES GESCHÄFTSBEREICHSDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, den Betrieb im Geschäft mit Schaden/ Unfallversicherungen zu stabilisieren und seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Schwerpunkte bei der Umsetzung sind die Optimierung der Geschäftsprozesse und die Erhöhung der Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner. Hierzu gehören die Modernisierung der IT sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung und segmentweite Vereinheitlichung, die Digitalisierung sowie die Erhöhung der Transparenz über Bestandsdaten und Kosten. Zudem soll durchgängig eine wettbewerbsfähige Kostensituation erreicht werden. SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG1)IN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG1)IN %scroll
1)
Aufgrund der Änderung der Steuerung und damit
einhergehender Anpassung der Vergleichsperiode ist im Jahr 2016 nur
ein Zwei-Jahres-Vergleich möglich; ab 2017 umfasst die Darstellung
wieder drei Perioden MARKTENTWICKLUNGIn der deutschen Schaden/Unfallversicherung ist insgesamt von einem Wachstum von ca. 2,9 % auszugehen. Dabei kommt es zu Beitragssteigerungen in allen Versicherungszweigen. Herauszuheben ist das Wachstum in der verbundenen Wohngebäudeversicherung und in der Kraftfahrtversicherung. PRÄMIENVOLUMENBei unseren Schaden/Unfallversicherern stabilisierten sich die gebuchten Beitragseinnahmen bei 1,5 (1,5) Mrd. EUR. Der Rückgang der Beitragseinnahmen im Kraftfahrtgeschäft der HDI Versicherung AG konnte durch Zuwächse in den Sparten Firmen/Freie Berufe sowie den Ausbau der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem Restschuldgeschäft bei den Bancassurance-Gesellschaften nahezu ausgeglichen werden. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der Schaden/Unfallversicherer am gesamten Geschäftsbereich auf 23,8 (22,5) %, bedingt durch den Beitragsrückgang in der Lebensversicherung. Die Selbstbehaltsquote reduzierte sich leicht auf 95,4 (95,6) %. Die Vertragsstückzahlen der HDI Versicherung AG reduzierten sich um 4,1 %, während der Bestandsbeitrag lediglich um 1,4 % zurückging. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis unseres Schaden/Unfallversicherungsgeschäfts sank von 10 Mio. EUR auf -44 Mio. EUR, bedingt durch die Investitionen unseres Modernisierungsprogramms sowie durch ein geringeres Abwicklungsergebnis. Dies führte zu einem Anstieg der kombinierten Schaden-/Kosten-quote netto um 4,0 Prozentpunkte auf 103,3 %. Bereinigt um die Investitionen lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote netto bei 99,9 %. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs ging um 20,2 % auf 87 (109) Mio. EUR zurück. Der Rückgang resultiert aus geringeren ordentlichen Kapitalanlageerträgen aufgrund niedrigerer Wiederanlagekonditionen sowie einem geringeren außerordentlichen Kapitalanlageergebnis. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis des Sachversicherungsgeschäfts war geprägt durch höhere investive Aufwände unseres Modernisierungsprogramms, ein geringeres Abwicklungsergebnis und niedrigeres Kapitalanlageergebnis aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes. Das EBIT ging entsprechend auf -2 (51) Mio. EUR zurück. Die EBIT-Marge sank auf -0,2 (3,5) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSEAufgrund der Umstellung der Steuerung auf die Segmente Schaden/ Unfall- und Lebensversicherung innerhalb des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland im zweiten Quartal 2016 ist kein direkter Vergleich mit der für das Jahr 2016 abgegebenen Prognose möglich. Die Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall blieben gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß stabil. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bedingt durch den Anstieg der Investitionen unseres Modernisierungsprogramms und durch das geringere Abwicklungsergebnis für 2016 wie im zweiten Quartal 2016 prognostiziert über 100 %. Infolgedessen war - wie angenommen - eine negative EBIT-Marge zu verzeichnen. LEBENSVERSICHERUNG
WEITERE KENNZAHLENGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG1)IN MIO. EURscroll
1)
Aufgrund der Änderung der Steuerung und damit
einhergehender Anpassung der Vergleichsperiode ist im Jahr 2016 nur
ein Zwei-Jahres-Vergleich möglich; ab 2017 umfasst die Darstellung
wieder drei Perioden STEUERUNGSGRÖSSEN LEBENSVERSICHERUNG1)IN %scroll
1)
Aufgrund der Änderung der Steuerung und damit
einhergehender Anpassung der Vergleichsperiode ist im Jahr 2016 nur
ein Zwei-Jahres-Vergleich möglich; ab 2017 umfasst die Darstellung
wieder drei Perioden MARKTENTWICKLUNGDer deutsche Lebensversicherungsmarkt war im Berichtsjahr vom niedrigen Zinsniveau weiterhin stark belastet. Dies veranlasste Marktteilnehmer, von klassischen Lebensversicherungsprodukten mit Verzinsungsgarantie Abstand zu nehmen und neue Produkte mit endfälliger Beitragsgarantie anzubieten. PRÄMIENVOLUMEN UND NEUGESCHÄFTDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland lagen in der Lebensversicherung -einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - im Jahr 2016 vor allem aufgrund einer bewussten Begrenzung des Einmalbeitragsgeschäfts und erhöhter Vertragsabläufe mit 4,8 (5,2) Mrd. EUR um 7,3 % unter dem Vorjahr. Die Selbstbehaltsquote des Geschäftsbereichs reduzierte sich leicht auf 95,4 (95,8) %. Unter Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge fielen die verdienten Nettoprämien mit 3,5 (4,0) Mrd. EUR entsprechend geringer aus. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, ape) - lag, bedingt durch den Rückgang des Einmalbeitragsgeschäfts, mit 417 (455) Mio. EUR unter dem des Vorjahres. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis verringerte sich auf -1,7 (-1,5) Mrd. EUR. Insgesamt wird das versicherungstechnische Ergebnis u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt, das durch gegenüber dem Vorjahr höhere Realisierungen von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve nach HGB geprägt ist. Diesen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um 11,1 % auf 1,8 (1,6) Mrd. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge reduzierten sich dabei aufgrund einer geringeren Wiederanlageverzinsung um 3,0 % von 1.560 Mio. EUR auf 1.513 Mio. EUR. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis stieg um 129,4 % auf 429 (187) Mio. EUR und beinhaltet höhere Realisierungen von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund des Wegfalls der vollständigen Abschreibung des Goodwills im Lebensgeschäft im Vorjahr auf 92 (-48) Mio. EUR. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSEAufgrund der Umstellung der Steuerung auf die Segmente Schaden/ Unfall- und Lebensversicherung innerhalb des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland im zweiten Quartal 2016 ist kein direkter Vergleich mit der für das Jahr 2016 abgegebenen Prognose möglich. Die spartenspezifische Steuerungsgröße Neugeschäftsmarge1) lag im Berichtsjahr mit 1,1 % im Rahmen des für 2016 prognostizierten Wertes. Im Segment Lebensversicherung gingen die Bruttoprämien-einnahmen im Jahr 2016 aufgrund der bewussten Begrenzung des Einmalbeitragsgeschäftes und erhöhter Vertragsabläufe um 7,3 % und damit stärker als prognostiziert zurück. ZUSAMMENFASSENDE ENTWICKLUNG INKLUSIVE VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDIN %scroll
1)
Die Eigenkapitalrendite wird auch künftig
lediglich auf der Geschäftsbereichsebene bestimmt Um trotz der im zweiten Quartal 2016 erfolgten Änderung der Steuerung eine Vergleichbarkeit mit der für das Jahr 2016 abgegebenen Prognose zu ermöglichen, werden nachfolgend für das Bruttoprämienwachstum und die EBIT-Marge die für den Geschäftsbereich hilfsweise ermittelten Ist-Werte für 2016 den prognostizierten Größen gegenübergestellt. (EHEMALIGE) STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND1)IN %scroll
1)
Auf die versicherungsartspezifischen Steuerungsgrößen
wurde in den Erläuterungen zu den Segmenten Schaden/Unfall- bzw. Lebensversicherung
eingegangen Das EBIT für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stieg im Berichtszeitraum von 3 Mio. EUR auf 90 Mio. EUR. Das Vorjahr war belastet durch die vollständige Abschreibung des Goodwills im Lebensgeschäft. Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen erhöhte sich das Konzernergebnis auf 68 (-76) Mio. EUR, sodass die Eigenkapitalrendite um 5,4 Prozentpunkte auf 2,7 % stieg und damit über der Prognose von rund 2 % lag. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGROSSENIN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx-Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. In der Region Europa hat sich der Geschäftsbereich mit dem Ziel des Ausbaus des Bankvertriebsgeschäfts in Italien durch den Kauf der Versicherungsgesellschaften der italienischen Bankengruppe Gruppo Banca Sella verstärkt. Zum 30. Juni 2016 wurde über die italienische Tochtergesellschaft HDI Assicurazioni S. p. A. der Erwerb des Lebensversicherungsunternehmens cba Vita S. p. A. und dessen Tochtergesellschaft Sella Life Ltd. (zum 1. Juli 2016 umfirmiert in InChiaro Life dac) jeweils zu 100 % sowie der übrigen 49 % der Sachversicherung InChiaro Assicurazioni S. p. A. zum Abschluss gebracht. An allen drei Unternehmen hält der Konzern nunmehr 100 % der Anteile. MARKTENTWICKLUNGIn den beiden Regionen des Geschäftsbereichs war die Entwicklung der Versicherungsmärkte 2016 sowohl von politischer als auch von wirtschaftlicher Volatilität beeinflusst. Neben geänderten politischen Rahmenbedingungen mit ihren Auswirkungen auf Gesetzgebung und Regulierung sind hier insbesondere der Rückgang des Ölpreises, das Erstarken des US-Dollar sowie die verbreitet rückläufige Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts mit ihren negativen Auswirkungen auf die Märkte der Schwellenländer zu nennen. In Brasilien, wo der Geschäftsbereich hauptsächlich im Bereich der Kraftfahrtversicherung tätig ist, resultierte das weiterhin negative Wirtschaftswachstum einerseits in rückläufigen Neuwagenver-kaufszahlen sowie andererseits in einer gestiegenen Kraftfahrzeugdiebstahlshäufigkeit vor allem in den größeren Städten. Sowohl in Brasilien als auch in Mexiko erhöhten sich zudem die Preise für importierte Ersatzteile infolge der Abwertung der lokalen Währungen gegenüber dem US-Dollar. So verloren der brasilianische Real und der mexikanische Peso gegenüber dem US-Dollar auf Zwölf-Monats-Sicht 5,3 % bzw. 17,3 % an Wert. In Chile hingegen stiegen die Neuwagenverkaufszahlen trotz des weiterhin schwachen Wirtschaftswachstums sowie der begonnenen Umsetzung politischer und struktureller Reformen. In Europa hatten vor allem die geänderten politischen Rahmenbedingungen Auswirkungen auf die Entwicklung der Versicherungsmärkte. So wirkten sich in Polen die verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen, wie insbesondere die Anfang 2016 eingeführte Vermögensteuer für Banken und Versicherungen, dämpfend auf den Geschäftsverlauf aus. Im stark wachsenden türkischen Markt waren neben negativen Auswirkungen aus verschärfter Regulierung im Bereich des Mindestlohnes und seinen erhöhenden Effekten auf die Versicherungssummen in der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung auch höhere Preise für importierte Ersatzteile infolge der Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem EUR (-10,3 % auf Zwölf-Monatssicht) festzustellen. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen gegenüber dem Geschäftsjahr 2015 um 5,9 % auf 4,9 (4,6) Mrd. EUR. Währungsbereinigt erhöhten sich die Bruttoprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 10,2 %. Die Entwicklung des Prämienvolumens in den beiden Regionen verlief in der Berichtsperiode unterschiedlich. In der Region Lateinamerika verringerten sich die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 % auf 1,5 Mrd. EUR. Währungsbereinigt war ein Anstieg um 5,7 % zu verzeichnen, was im Wesentlichen auf die chilenische HDI Seguros S. A. zurückzuführen war. Einerseits ist die per 13. Februar 2015 erworbene Gesellschaft im Geschäftsjahr 2016 erstmals mit vollen zwölf Monaten enthalten. Andererseits erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge der Gesellschaft insbesondere in den wesentlichen Sparten Kraftfahrt- und Gebäudeversicherung infolge der Einleitung und Umsetzung von Maßnahmen mit dem Ziel der Absatzsteigerung über den Makler- und Internetvertrieb, wodurch der Marktanteil per 30. September 2016 auf 9,5 % erhöht werden konnte. Positive Auswirkungen auf die gebuchten Bruttoprämien der Region hatte auch Mexiko. Hier konnte das Prämienvolumen insbesondere in der Kraftfahrtversicherung und über den Agentenvertrieb im Rahmen von strategischen Wachstumsprojekten gesteigert werden. 54 % des in der Region erzielten Prämienvolumens entfielen auf die brasilianische HDI Seguros S. A. Die Entwicklung des brasilianischen Kraftfahrtversicherungsmarktes war im Berichtszeitraum von der bereits oben genannten anhaltenden Wirtschaftskrise des Landes sowie den damit einhergehenden rückläufigen Neuwagenverkaufszahlen maßgeblich geprägt. Dementsprechend reduzierten sich die gebuchten Bruttoprämien der Gesellschaft im Berichtszeitraum unter der Berücksichtigung von Währungseffekten um 8,8 % auf 807 Mio. EUR, währungsbereinigt betrug der Rückgang 4,8 %. Nach lokaler Rechnungslegung betrug der Prämienrückgang per 30. September 2016 lediglich 0,1 %, während sich der brasilianische Kraftfahrtversicherungsmarkt um 2,7 % rückläufig entwickelte. Demgegenüber war in der Region Europa ein Anstieg der gebuchten Bruttoprämien um 10,1 % auf 3,4 Mrd. EUR zu verzeichnen, vor allem getrieben durch die erstmalige Berücksichtigung der neu akquirierten italienischen Gesellschaften mit 214 Mio. EUR für das zweite Halbjahr 2016 sowie den Anstieg der Lebensversicherungsprämien bei der italienischen HDI Assicurazioni infolge der positiven Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts aus dem Bankvertrieb. In Polen konnten die rückläufigen Prämieneinnahmen des Lebensversicherers TUnZ warta S. A. infolge der oben genannten verschärften regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Sachversicherungsgeschäft teilweise kompensiert werden. Die gebuchten Bruttobeiträge des Sachversicherers TUiR warta s. a. erhöhten sich unter der Berücksichtigung von Währungseffekten um 9,8 % bzw. währungsbereinigt um 14,3 %. Der polnische Kraftfahrtversicherungsmarkt befindet sich seit dem zweiten Halbjahr 2016 im Zyklus des "harten" Kraftfahrtversicherungsmarktes, was zu einem Anstieg der Durchschnittsprämien in der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung führte. Positive Auswirkungen auf die gebuchten Bruttoprämien der Region hatte auch die Türkei, hier konnten ebenfalls vor allem die Durchschnittsprämien in der Kraftfahrtversicherung gesteigert werden. Währungsbereinigt betrug das Wachstum des Prämienvolumens in Europa 12,9 %. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDie kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften lag mit 96,5 (96,3) % auf Vorjahresniveau. Einerseits stieg die Schadenquote um 0,5 Prozentpunkte, was im Wesentlichen auf höhere Kosten für importierte Ersatzteile - getrieben durch die Abwertung der lokalen Währungen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro - und die gestiegene Schadeninflation vor allem in Brasilien, Mexiko sowie in der Türkei zurückzuführen war. Dagegen verbesserte sich die Kostenquote des Geschäftsbereichs gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 31,1 %, was vor allem durch die positive Entwicklung der Verwaltungskostenquote (-0,2 Prozentpunkte) aufgrund von Kostenoptimierungen beeinflusst war. Insgesamt lag das versicherungstechnische Ergebnis des Geschäftsbereiches - getrieben durch das Lebensversicherungsgeschäft - bei nunmehr 9 Mio. EUR und damit 16 Mio. EUR über Vorjahresniveau. KAPITALANLAGEERGEBNISIm Geschäftsjahr 2016 wurde im Geschäftsbereich mit 319 Mio. EUR ein gegenüber der Vergleichsperiode um 5,6 % geringeres Kapitalanlageergebnis erzielt, wobei sich auch die durchschnittliche Rendite der selbst verwalteten Kapitalanlagen um 0,7 Prozentpunkte auf 3,7 % reduzierte. Das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufige Zinsniveau insbesondere in Polen und Italien mit den im Geschäftsbereich höchsten Kapitalanlagevolumina konnte nur teilweise durch die höheren Kapitalanlagebestände kompensiert werden. Entsprechend reduzierte sich das ordentliche Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs um 1,5 %. Das Kapitalanlageergebnis enthält das Ergebnis aus Investmentverträgen in Höhe von 5 (9) Mio. EUR. Bei den Investmentverträgen handelt es sich um Policen, die nach IFRS einen zu geringen Risikoschutz bieten, um als Versicherungsverträge klassifiziert zu werden. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit 212 (217) Mio. EUR ein operatives Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau. Während die Region Europa mit 149 (170) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments beitrug, wurden 77 (70) Mio. EUR des ebits in der Region Lateinamerika generiert. In Europa war der Rückgang des operativen Ergebnisses vor allem auf die Belastung aus der neu eingeführten Vermögensteuer in Polen (-22 Mio. EUR) zurückzuführen, die im übrigen Ergebnis gezeigt wird. In Lateinamerika hingegen konnte das EBIT leicht gesteigert werden. Das Konzernergebnis nach Minderheiten reduzierte sich um 16,9 % auf 123 (148) Mio. EUR. Der Rückgang resultiert vor allem aus der neu eingeführten Vermögensteuer in Polen sowie dem Wegfall eines positiven steuerlichen Sondereffektes im Zusammenhang mit der Verschmelzung der neu erworbenen chilenischen Gesellschaften im Vorjahr (latenter Steuerertrag in Höhe von 18 Mio. EUR). Dementsprechend sank die Eigenkapitalrendite gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozentpunkte auf 6,1 %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALIN %scroll
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2016 ein Bruttoprämienwachstum von 10,2 % (währungsbereinigt) und konnte damit den im letztjährigen Prognosebericht veröffentlichten Wert von rund 10 % erreichen. Ursächlich hierfür war vor allem die erstmalige Berücksichtigung der neu erworbenen italienischen Gesellschaften. Das Wachstum des Neugeschäftswertes (Leben) gegenüber dem Vorjahr resultierte vor allem aus einem negativen Sondereffekt aus der oben erwähnten Vermögensteuer im Vorjahreszeitraum. Im Geschäftsjahr 2016 führten die Einpreisung der Vermögensteuer sowie ein geändertes Produktportfolio bei der polnischen TUnZ warta s. a. zu einem im Vergleich zu den Erwartungen deutlich gestiegenen Wachstum des Neugeschäftswertes (Leben). Die Entwicklung der kombinierten Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen lag im Bereich der Prognose von 96 %. Während die EBIT-Marge vor allem aufgrund der Belastung aus der neu eingeführten Vermögensteuer in Polen mit 5,1 % um 0,9 Prozentpunkte unterhalb der Prognose lag, erreichte die Eigenkapitalrendite den prognostizierten Wert. WEITERE KENNZAHLENGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTENIN MIO. EURscroll
1)
Vorjahresvergleich aufgrund neuer Produktstruktur
nicht möglich GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONENIN MIO. EURscroll
RÜCKVERSICHERUNG SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGDie Geschäftsentwicklung war auch im Berichtsjahr von einem intensiven Wettbewerb gekennzeichnet, da marktverändernde Großschäden weiterhin ausblieben. Die gute Kapitalausstattung der Erstversicherer erlaubt nach wie vor hohe Selbstbehalte. Gleichzeitig fließt mangels renditestärkerer Anlagealternativen zunehmend Kapital aus dem weiter wachsenden ILS-Bereich (u. a. Katastrophenanleihen und besicherte Rückversicherung) in den Rückversicherungsmarkt. Folglich lag dessen Kapazität weiterhin deutlich über der Nachfrage. Diese Faktoren bestimmten erneut die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2016. Auch wenn der Preisverfall in einigen Märkten erheblich ausfiel, konnten wir angesichts unserer breiten Diversifizierung für unser Portefeuille eine immer noch gute Profitabilität sichern. Relativ abgekoppelt vom weichen Schaden-Rückversicherungsmarkt zeigte sich das Geschäft der landwirtschaftlichen Risiken. Deutliche Ratenrückgänge hingegen waren im Luftfahrt- und Transportgeschäft zu verzeichnen; hier haben wir unser Prämienvolumen reduziert. Auch bei den unterjährigen Vertragsverlängerungen setzte sich die Ratenentwicklung weitgehend so fort, wobei sich in einzelnen Sparten und Märkten Anzeichen für eine Stabilisierung der Rückversicherungspreise zeigten, zum Beispiel in Nordamerika. In diesem herausfordernden Umfeld war es für uns besonders wichtig, das margenorientierte Underwriting konsequent fortzuführen. Unverändert weiten wir nur dort unser Geschäft aus, wo die Margen risikoangemessen sind. In Regionen und Sparten, in denen die Preise unseren Profitabilitätsansprüchen nicht genügen, reduzieren wir dagegen unsere Anteile. Einen starken Fokus haben wir auf unser Bestandsgeschäft gelegt, und so konnten wir auch im Berichtsjahr von unseren langjährigen Kundenbeziehungen sowie von unserer Position als eine der weltweit führenden und finanzkräftigsten Rückversicherungsgruppen profitieren. PRÄMIENENTWICKLUNGDie Bruttoprämie im Berichtsjahr ging erwartungsgemäß leicht um 1,4 % auf 9,2 (9,3) Mrd. EUR zurück; bei konstanten Währungskursen wäre sie stabil geblieben. Dies entspricht unserer Prognose von einem leicht rückläufigen währungskursbereinigten Bruttoprämien-volumen. Der Selbstbehalt reduzierte sich auf 88,5 (89,3) %. Die verdiente Nettoprämie ging um 1,4 % auf 8,0 (8,1) Mrd. EUR zurück; währungskursbereinigt wäre die Nettoprämie stabil geblieben. ERGEBNISENTWICKLUNGDie Großschadensituation war im Geschäftsjahr von einer Reihe schwerer Erdbeben, aber auch Stürmen gekennzeichnet; hinzu kamen von Menschen verursachte Schäden. Insgesamt lagen die Belastungen für uns jedoch im Rahmen unserer Erwartungen. Das schadenträchtigste Ereignis waren für uns die verheerenden Waldbrände im kanadischen Bundesstaat Alberta mit einem Nettoschaden von 128 Mio. EUR. Nach Jahren einer eher moderaten Sturmsaison in den USA und der Karibik war mit Hurrikan "Matthew" wieder einmal ein schadenintensives Ereignis zu verzeichnen. Für uns ergab sich eine Nettobelastung in Höhe von 70 Mio. EUR. Auch die Erdbeben in Ecuador und in Neuseeland führten zu deutlichen Schadenbelastungen. Die gesamte Netto-Großschadenbelastung für das Berichtsjahr belief sich auf 627 (573) Mio. EUR. Damit liegen wir zwar über dem Wert des Vorjahres, aber immer noch unterhalb unseres Erwartungswerts von 825 Mio. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg um 12,6 % auf 481 (427) Mio. EUR. Mit einer kombinierten Schaden-/Kostenquote im Berichtsjahr von 93,7 (94,5) % liegen wir deutlich besser als der angestrebte Zielwert von 96 %. Dies ist neben der guten Entwicklung der Versicherungstechnik teilweise auch auf die Auflösung nicht benötigter Reserven aus Altjahren zurückzuführen. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis für das Segment Schaden-Rückversicherung ging erwartungsgemäß um 3,9 % auf 928 (966) Mio. EUR zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) schloss mit 1.371 Mio. EUR wiederum sehr erfreulich; es blieb damit leicht unter der Rekordmarke des Vergleichsjahres (1.391 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag mit 17,2 % auf dem Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalrendite im Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt verringerte sich im Berichtsjahr um 1,7 Prozentpunkte auf 14,4 (16,1) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
Die Schaden-Rückversicherung war weiterhin von wettbewerbsintensiven Marktverhältnissen geprägt. Die Rückversicherungskapazität überstieg die Nachfrage deutlich. Zusätzliche Kapazitäten aus dem Markt für Katastrophenanleihen sorgten zudem für einen anhaltenden Druck auf die Preise und Konditionen. Vor diesem Hintergrund haben wir unser Geschäft sehr selektiv gezeichnet, sodass die Bruttoprämie - erwartungsgemäß - leicht zurückging. Sie reduzierte sich zum 31. Dezember 2016 um 1,4 % auf 9,2 (9,3) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen wäre das Prämienvolumen stabil geblieben. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag mit 93,7 (94,5) % deutlich unter unserem Zielwert von höchstens 96 %. Die EBIT-Marge übertraf mit 17,2 (17,2) % erneut unser Ziel von mindestens 10 % und spiegelt damit die sehr gute Geschäftsentwicklung wider. Die Eigenkapitalrendite für den Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt übertraf die Prognose um gute vier Prozentpunkte. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
1)
Ab 2015 geänderte Berechnungslogik, um Währungseffekte
genauer zu quantifizieren (ohne Auswirkungen auf den prognostizierten
Wert) STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGDas vergangene Berichtsjahr hat sich insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen entwickelt. Die Bedingungen in den einzelnen Märkten sind vielfach sehr dynamisch gewesen. In Deutschland konzentrieren sich viele unserer Aktivitäten auf die Auswirkungen des zum 1. Januar 2016 eingeführten Solvency-Il-Regelwerks. Für die deutschen Leben-Erstversicherer stellte die Erfüllung der geforderten Kapitalbedeckungsquote eine große Herausforderung dar. Auch über Deutschland hinaus - im gesamten europäischen Raum - hat Solvency II die (Rück-)Versicherungs-industrie beeinflusst. Es war zu beobachten, dass die Zunahme regulatorischer Anforderungen einen globalen Trend darstellt. In China, Australien sowie Südafrika haben die Aufsichtsbehörden striktere aufsichtsrechtliche Regelungen erlassen bzw. sind solche in Planung. Für die (Rück-)Versicherungsbranche bedeutet dies, sich immer wieder auf die veränderten Anforderungen einzustellen. Mit unserer globalen Expertise beschäftigen wir uns intensiv mit den neuen Regeln, sodass wir auf die daraus resultierenden länderspezifischen Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und mögliche Rückversicherungskonzepte anbieten können. Ungeachtet dessen hat sich auch das Langlebigkeitsgeschäft überaus positiv entwickelt. Im zurückliegenden Jahr haben die internationalen Anfragen nach Langlebigkeitsschutz weiter zugenommen. Zudem waren unsere Kundengespräche von Themen wie Digitalisierung oder Online-Versicherungsvertrieb gekennzeichnet, die insgesamt die weltweite Versicherungsbranche beschäftigen. Wir haben uns intensiv mit diesen Themen und zukünftigen Geschäftschancen auseinandergesetzt und bereits einige Aktivitäten angestoßen. Als Rückversicherer wachsen wir vor allem dort, wo der Versicherungsmarkt wächst. Entsprechend haben wir ein großes Augenmerk darauf gelegt, neue Geschäftspotenziale außerhalb der klassischen (Rück-)Versicherung zu erschließen, indem wir Partnerschaften mit Start-up-Gesellschaften - wie FinTechs - als strategisches Investment eingegangen sind. Für diese Gesellschaften mit innovativen Ideen ist die gut kapitalisierte Hannover Rück mit langjähriger, internationaler Markterfahrung als Partner interessant. Diese Art von Partnerschaften bilden eine optimale Basis, insbesondere die Generation anzusprechen, die zum einen technikaffin ist und für die zum anderen Lebensqualität und Gesundheit einen hohen Stellenwert hat: Über die klassischen Vertriebswege der Lebensversicherungsindustrie sind diese nur noch schwer erreichbar und entsprechend aktiv beteiligen wir uns an diesen (zukünftigen) Trends. PRÄMIENENTWICKLUNGIm Berichtsjahr haben wir im Segment Personen-Rückversicherung Bruttoprämien in Höhe von 7,1 (7,7) Mrd. EUR erzielt, was einen Rückgang von 7,5 % darstellt; währungskursbereinigt betrug der Rückgang 4,3 %. Ausschlaggebend hierfür war das außerordentliche Prämienwachstum im Jahr 2015. Der Selbstbehalt betrug 90,4 (84,2) %. Die verdienten Nettoprämien erreichten einen Wert von 6,4 (6,5) Mrd. EUR; währungskursbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 2,2 %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALAN LAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis hat sich im Segment Personen-Rückversicherung angesichts des unverändert niedrigen Zinsniveaus - wie erwartet - im Vergleich zum Vorjahr reduziert und belief sich auf 637 (709) Mio. EUR. Dabei betrug der Anteil am Ergebnis unserer selbst verwalteten Kapitalanlagen 330 (333) Mio. EUR, wohingegen die bei Zedenten hinterlegten Depots ein Ergebnis in Höhe von 307 (376) Mio. EUR beisteuerten. Das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Personen-Rückversicherung blieb mit 330 (411) Mio. EUR hinter dem Vorjahreswert zurück; dies lag insbesondere an dem Wegfall eines Einmaleffekts in Höhe von 39 Mio. EUR. Wir sind mit diesem sehr soliden Ergebnis zufrieden, spiegelt es doch die nachhaltige Profitabilität und Qualität des unterliegenden Geschäfts wider. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2016 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG IN %scroll
1)
Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter;
2016: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2017
veröffentlicht STEUERUNGSGROSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT IN %scroll
In der abgelaufenen Berichtsperiode hat das Personen-Rückversicherungsgeschäft erneut einen beachtlichen Beitrag zum Gesamtkonzernergebnis geleistet. Die positive Entwicklung und Stabilität zeigten anschaulich die zugrunde liegende Profitabilität des Geschäfts. Die nachhaltigen Gewinne des zum Teil sehr langfristigen Geschäfts stellen sich nicht immer sofort nach Vertragsunterzeichnung ein, sodass die Betrachtung über eine mehrjährige Periode erfolgen muss, um eine fundierte Aussage treffen zu können. Einmalige Effekte - positive wie auch negative - können das Ergebnis dabei volatil gestalten. Das Ergebnis des Berichtsjahres entspricht im Wesentlichen unseren Erwartungen an die Gesamtprofitabilität unseres Lebensgeschäfts. Allerdings war das operative Ergebnis 2015 durch die vorzeitige Auflösung eines großen Vertrags einmal in Höhe von 39 Mio. EUR positiv beeinflusst, insofern ging das Ergebnis im Berichtsjahr zurück. Die Bruttoprämieneinnahmen sind um 7,5 % gesunken und betrugen 7,1 (7,7) Mrd. EUR. Währungskursbereinigt entspricht dies einem Rückgang von 4,3 %. Ausschlaggebend hierfür war das außerordentliche Prämienwachstum im Jahr 2015. Der Zielwert für den Neugeschäftswert von 110 Mio. EUR ohne Anteile beherrschender Gesellschafter wurde mit 448 Mio. EUR übertroffen. Für die EBIT-Margen innerhalb der einzelnen Reporting-Kategorien ergaben sich die folgenden Ergebnisse: Für das Mortality- und Morbidity-Geschäft haben wir den Zielwert von 6 % mit 3,4 % unterschritten. Die EBIT-Margen Longevity Solutions und Financial Solutions weisen wir getrennt aus: Mit einer EBIT-Marge von 2,2 % erzielte das Longevity-Solutions-Geschäft das anvisierte Ziel von 2 %. Für das Financial-Solutions-Geschäft betrug die EBIT-Marge 18,5 % und übertraf damit deutlich den gesetzten Zielwert von 2 %. Die Eigenkapitalrendite für den Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt übertraf die Prognose um gute vier Prozentpunkte. KONZERNFUNKTIONEN
RÜCKVERSICHERUNGSSPEZIALISTEN IM KONZERNIm Segment Konzernfunktionen weisen wir seit 2013 versicherungstechnisches Geschäft aus, das über unsere Tochtergesellschaft Talanx Reinsurance (Ireland) Plc. gezeichnet wird. Mit dieser gruppeninternen Rückversicherung streben wir eine Erhöhung des Selbstbehalts sowie eine Optimierung der Kapitalauslastung an. Das von Talanx Re (Ireland) gezeichnete konzerninterne Geschäft wird teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet, um Diversifikationsvorteile im jeweiligen Segment zu nutzen. Im Segment Konzernfunktionen weisen wir darüber hinaus jenes Geschäft aus, das zusätzliche segmentübergreifende Diversifikationsvorteile beinhaltet. Im Berichtsjahr betrugen die gebuchten Bruttoprämien aus diesem Geschäft 25 (35) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Aus diesem Geschäft wies die Talanx Re (Ireland) für das Segment Konzernfunktionen ein operatives Ergebnis von -8 (8) Mio. EUR aus. KAPITALANLAGESPEZIALISTEN IM KONZERNDie Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Ampega Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns sind aufgrund der Entwicklung im operativen Geschäft sowie eines nochmals gesunkenen Zinsniveaus um 6,3 % auf 107,2 (100,8) Mrd. EUR gestiegen. Der Beitrag der Gesellschaften in Summe zum operativen Ergebnis im Segment betrug im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 78 (55) Mio. EUR. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfolio-Management und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Nach dem Rekordabsatzjahr 2015 musste die Fondsbranche 2016 im Geschäft mit Publikumsfonds einen Rückschlag hinnehmen. Die starken Kursrückschläge an den internationalen Börsen zu Jahresbeginn und die im Jahresverlauf anhaltenden Verunsicherungen durch politische Entwicklungen führten dazu, dass sich Anleger trotz des unattraktiven Zinsniveaus aus Furcht vor möglichen Kursverlusten gegenüber Anlageformen mit höheren Renditechancen stark zurückhielten. In der Folge lagen die Nettoabsätze der Publikumsfonds um über 80 % niedriger als im Vorjahr. Dass sich die Ampega Investment GmbH in diesem schwierigen Marktumfeld gut behaupten konnte, hat die Gesellschaft in der Hauptsache dem erfolgreichen Vertrieb bei institutionellen Kunden zu verdanken. Das Gesamtvolumen des von Ampega verwalteten Vermögens stieg im Geschäftsjahr 2016 um 11,9 % auf 21,6 (19,3) Mrd. EUR. Davon wurde in etwa die Hälfte - nämlich 10,7 (9,5) Mrd. EUR - im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 5,7 (4,2) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 5,3 (5,5) Mrd. EUR auf das Privatkundengeschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte, wie die fondsgebundene Lebensversicherung, angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im Geschäftsjahr 2016 auf 20 (13) Mio. EUR, insbesondere aufgrund des Verkaufs des 25,1-prozentigen Anteils an der c-quadrat Investment AG. Die Talanx Asset Management GmbH hat ihren 25,1-prozentigen Anteil am Asset-Manager c-quadrat Investment AG an die Cubic Limited verkauft. Durch die Veräußerung der Aktien ist ein IFRS-Gewinn nach Steuern von rund 26 Mio. EUR entstanden. Die Anteile wurden zum Preis von 42,00 EUR je Aktie verkauft; im Jahr 2010 hatte Talanx sie zum Preis von 12,60 EUR je Aktie erworben. Die langjährige erfolgreiche Kooperation beider Unternehmen soll fortgesetzt werden. Das im Geschäftsjahr 2016 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment reduzierte sich aufgrund einer außerordentlichen Abschreibung auf aktivische Steueransprüche in Höhe von -81 Mio. EUR auf -125 (-51) Mio. EUR. VERMÖGENS- UND FINANZLAGEVERMÖGENSLAGE
VERMÖGENSSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUM IN MIO. EURscroll
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN DER VERMÖGENSSTRUKTURDie Erhöhung unserer Bilanzsumme um 3,8 Mrd. EUR auf 156,6 Mrd. EUR ist in erster Linie auf den Zuwachs des Kapitalanlagebestands (+3,2 Mrd. EUR) zurückzuführen. Die in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte von 1,9 (2,0) Mrd. EUR entfallen einerseits mit 903 (953) Mio. EUR auf sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich pvfp), andererseits sind aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte mit 1.039 (1.037) Mio. EUR enthalten. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden im Konzern zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEIL IN MIO. EURscroll
Korrespondierend mit dem Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten .Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 0,5 Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag einzelne Immobilien in Höhe von 15 (0) Mio. EUR aus. Das Vorjahr enthielt unter anderem das assoziierte Unternehmen c-quadrat Investment AG, Wien, Österreich, das im Berichtsjahr veräußert wurde. Darüber hinaus wurden im Dezember 2016 sämtliche Anteile an der Open Life Towarzystwo Ubezpieczen Zycie S. A. veräußert, die wir ab dem ersten Quartal 2016 als Veräußerungsgruppe ausgewiesen hatten. Nähere Erläuterungen der einzelnen Vorgänge siehe Konzernanhang "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen". KAPITALANLAGEMANAGEMENT UND -ZIELEDas abgelaufene Geschäftsjahr war weiterhin geprägt durch ein Niedrigzinsumfeld und eine äußerst expansive Geldpolitik der EZB. Der Leitzins im Euroraum fiel auf einen neuen historischen Tiefstand von 0,0 %. Dominierende Themen im abgelaufenen Geschäftsjahr der EZB waren die Erweiterung des Ankaufprogramms um Unternehmensanleihen, die Erhöhung der monatlichen Anleihekäufe und die Ankündigung von neuen Refinanzierungsgeschäften. Neben diesen geldpolitischen Themen wurden die Märkte durch makroökonomische Themen wie die nachlassende Wirtschaftsdynamik in China und anderen Schwellenländern beeinflusst. Darüber hinaus beherrschten politische Themen wie Brexit, die US-Wahl und das italienische Referendum die Märkte. Im Jahr 2016 konnte bis zum dritten Quartal ein kontinuierlicher Rückgang der Zinsen beobachtet werden. Das Jahresende schloss mit einem Anstieg bei den fünf- und zehnjährigen Bundesanleihen ab. Die Zinsen bei den zwei- und fünfjährigen Bundesanleihen fielen jeweils um ca. 42 Basispunkte. Bei den zehnjährigen Bundesanleihen betrug der Rückgang ca. 36 Basispunkte. Neben den Zinseffekten wirkte sich die Entwicklung des us-DollarKurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Kurs lag am 31. Dezember 2015 bei 1,09 USD je EUR. Bis zum dritten Quartal stieg der Kurs mit Schwankungen auf Werte von 1,12 USD. Zum Jahresende sank der Wechselkurs auf 1,05 USD je EUR. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 21,9 Mrd. EUR und entsprach 20 % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und wohlfunktionierenden Schnittstelle zum Portfolio-Management befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer ständigen Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Diverse bestehende Instrumente zur Risikomessung und -steuerung wurden an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. 76 (78) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen, deren risikoreduzierende Wirkung sich auch in der Krise des Euroraums bewährt hat. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Assetklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb weiterhin die wichtigste Anlageklasse. KAPITALANLAGEENTWICKLUNGDer gesamte Kapitalanlagebestand nahm im Laufe des Geschäftsjahres 2016 um 2,8 % zu und betrug 118,9 Mrd. EUR. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg um 6,3 % auf 107,2 Mrd. EUR. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist vorrangig marktbedingt sowie weiterhin durch die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Darüber hinaus sind in den selbst verwalteten Kapitalanlagen Bestände der neuen italienischen Gesellschaft cba Vita per 31. Dezember 2016 in Höhe von 1.047 Mio. EUR enthalten. Der Bestand an Investmentverträgen ist hingegen von 2,2 Mrd. EUR auf 1,1 Mrd. EUR zurückgegangen. Ursächlich hierfür war die Veräußerung der Open Life Towarzystwo Ubezpieczen Zycie S. A. im Geschäftsjahr. Gemildert wurde der Rückgang mit einem Zuwachs an Investmentverträgen der InChiaro Life Designated Activity Company (InChiaro Life dac). Zu weiteren Informationen hinsichtlich der erstmaligen Konsolidierung der cba Vita S. p. A. (cba Vita) und der InChiaro Life dac verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang; Kapitel "Konsolidierung". Die Depotforderungen sanken um 16,0 % auf 10,6 Mrd. EUR. Auch 2016 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 2,7 Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSEN IN MIO. EURscroll
1)
Derivate nur mit positiven Marktwerten FESTVERZINSLICHE WERTPAPIEREDer Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken-und Policendarlehen) stieg im Geschäftsjahr 2016 um 5,6 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 96,1 Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 81 %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere", deren Volatilität sich im Eigenkapital niederschlägt, sind mit 65,4 Mrd. EUR und 68 % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere weiter angestiegen (+6,0 Mrd. EUR). Dabei wurde hauptsächlich in Pfandbriefen und Unternehmensanleihen investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven - sind aufgrund des weiter gesunkenen Zinsniveaus für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2015 von 2,9 Mrd. EUR auf 3.8Mrd. EUR gestiegen. In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Den wesentlichen Bestand stellen weiterhin Pfandbriefe dar. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 29,4 Mrd. EUR und stellt damit 31 % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) erhöhten sich geringfügig auf 4.9(4,9) Mrd. EUR. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2016 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 39,0 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von 40 % am Gesamtbetrag der festverzinslichen Wertpapiere und Darlehen. Der Talanx-Konzern verfolgt eine konservative Anlagepolitik. So besitzen 76 (78) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 4,4 (3,7) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,1 (3,7) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. AKTIEN UND AKTIENFONDSBei einem Aktienbestand von rund 2 Mrd. EUR lag die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende bei 1,7 (1,2) %. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") erhöhten sich um 125 Mio. EUR und betragen nunmehr 251 Mio. EUR. IMMOBILIEN INKLUSIVE ANTEILE AN IMMOBILIENFONDSDer deutsche Immobilienmarkt ist angesichts des Niedrigzinsumfelds immer noch durch einen hohen Anlagedruck privater und institutioneller Investoren charakterisiert. Ein ohnehin schon außerordentlich hohes Immobilien-Transaktionsvolumen wird nur durch den Mangel an geeigneten Objekten limitiert. Die hohe Marktliquidität führt insbesondere bei Core-Immobilien zu entsprechenden Preiseffekten; in einzelnen Segmenten werden historisch niedrige Renditen verzeichnet. Die Bürovermietungsmärkte entwickelten sich positiv; steigende Spitzenmieten und sinkende Leerstände charakterisieren insbesondere die überregional bedeutsamen Teilmärkte. Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremd genutzten Immobilien 2,5 (2,2) Mrd. EUR. Hinzu kommen 830 (724) Mio. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremd genutzten Immobilienbestand in Höhe von 45 (39) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 2 (8) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 5 (9) Mio. EUR. Diesen Abschreibungen standen Zuschreibungen von 10 (7) Mio. EUR gegenüber. Die Immobilienquote einschließlich der Investments in Immobilienfonds beträgt unverändert 3 %. INFRASTRUKTURINVESTMENTSIm Berichtsjahr baute die Talanx ihre Direktinvestitionsaktivitäten im Bereich Infrastruktur erneut aus. Das Portfolio umfasst sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalinvestitionen in Windparks, Stromnetze, Wasserversorger, Solarparks und Public-Private-Partnership-Projekten (ppp) in Deutschland und dem europäischen Ausland. Derzeit ist die Talanx mit insgesamt rund 1,5 Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten investiert. Im Berichtsjahr engagierte sich die Talanx u. a. bei der Finanzierung von 14 medizinischen Erstversorgungseinrichtungen in Irland, einem Solarpark in Deutschland und einem Windpark in Norwegen. KAPITALANLAGEERGEBNISENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNIS IN MIO. EURscroll
Das Kapitalanlageergebnis des Berichtsjahres betrug 4.023 (3.933) Mio. EUR und liegt trotz des Niedrigzinsumfeldes leicht über dem Vorjahresniveau. Die annualisierte Kapitalanlagerendite des selbst verwalteten Kapitalanlagebestandes blieb konstant bei 3,6 (3,6) %. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge betrugen zum Jahresende 3.302 (3.444) Mio. EUR und liegen somit um 142 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert, in dem u. a. ein Sondereffekt von 39 Mio. EUR aus der Personen-Rückversicherung enthalten war. Das sinkende Kapitalmarktzinsniveau führte zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 3,2 %, dieser ist damit unter den Vorjahreswert von 3,4 % zurückgegangen. Die hierin enthaltenen laufenden Erträge aus Zinsen lagen bei 2,7 (2,9) Mrd. EUR und bilden weiterhin den wesentlichen Bestandteil des Ergebnisses. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr insgesamt über dem Vorjahresniveau und betrug in saldo 770 (527) Mio. EUR. Die positiven Realisate resultieren vor allem aus der regelmäßigen Portfolio-Umschichtung in allen Segmenten und zusätzlich aus der Anforderung zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (hgb) der Lebensversicherungen und Pensionskassen. Zudem haben wir unser Private-Equity-Portfolio durch den Verkauf älterer Engagements bereinigt. Im Vergleich zum Vorjahr waren in saldo geringere Abschreibungen erforderlich. Diese betragen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen insgesamt 167 (214) Mio. EUR. Davon entfielen auf den Bereich der Aktien aufgrund niedrigerer Kurse auch infolge der Brexit-Entscheidung 63 (53) Mio. EUR. Auf Gesamtkonzernebene gingen die Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere von 62 auf 13 Mio. EUR zurück, das Vorjahr war u. a. durch Abschreibungen auf festverzinsliche Titel der heta Asset Resolution AG belastet. Darüber hinaus wurden planmäßige Abschreibungen auf technische Anlagen der Infrastrukturinvestments in Höhe von 25 (12) Mio. EUR bilanziert. Diesen Abschreibungen standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von 14 (12) Mio. EUR entgegen. Darin enthalten sind 10 (7) Mio. EUR für Immobilien und 4 (5) Mio. EUR für festverzinsliche Wertpapiere. Das unrealisierte Ergebnis verbesserte sich per saldo von 20 Mio. EUR auf 51 Mio. EUR. Darin enthalten ist unter anderem das unreali-sierte Ergebnis aus ModCo-Derivaten im Segment Personen-Rückversicherung in Höhe von 1 Mio. EUR, das im Vorjahr noch mit einem negativen Beitrag von 26 Mio. EUR im unrealisierten Ergebnis erfasst wurde. Das Ergebnis aus Depotzinserträgen und -aufwendungen belief sich auf 314 (378) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". WÄHRUNGSEINFLÜSSEAufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungsund Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx-Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 20 % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe 7 % aller Kapitalanlagen ausmachen. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: FINANZLAGEANALYSE DER KAPITALSTRUKTUR
KAPITALSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUM IN MIO. EURscroll
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN DER KAPITALSTRUKTURInsgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 4,1 % bzw. 4,1 Mrd. EUR auf 102,8 (98,8) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel mit 1,7 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und mit 1,6 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen. Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung (1,0 Mrd. EUR) und Personen-Rückversicherung (0,4 Mrd. EUR). Der Anstieg der Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen entfällt mit 1,5 Mrd. EUR auf das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und spiegelt dabei die Verpflichtung zur Überschussbeteiligung sowie Umbewertungseffekte zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen, mit Auswirkung auf die künftige Überschussbeteiligung, wider. Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 87,3 (87,1) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 14,9 (14,6) Mrd. EUR. AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTEDie bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen" erläutert. ASSET-LIABILITY-MANAGEMENTDie Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensi-tivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 92. Die sogenannte Macaulay-Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 8,0 (7,7). Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Modified Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 10,8 im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,8 relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Talanx Asset Management GmbH wird die aktivische Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". KAPITALMANAGEMENTTRANSPARENZSCHAFFUNGIST-KAPITALISIERUNG → BESTIMMUNG KAPITALBEDARF → OPTIMIERUNG KAPITALBEDARF → OPTIMIERUNG KAPITALSTRUKTUR → DURCHFÜHRUNG KAPITALMASSNAHMEN Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Wir unterscheiden folgende Kapitalbegriffe: Basic Own Funds oder besser Basiseigenmittel und Solvency Capital Required. Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz und unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) um offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern und beinhalten Hybridkapital und Surplus Funds. Die Schadenreserven der Solvenzbilanz berücksichtigen nach Solvency II einen Schadenreservediskont und eine Risikomarge. Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts aufsichtsrechtlich notwendig ist. Es berechnet sich gemäß Solvency II mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird auf Basis des genehmigten partiellen internen Kapitalmodells berechnet. Auf Konzern- bzw. Gesellschaftsebene kommen das genehmigte interne Modell bzw. das Standardmodell zum Tragen. Auf der Ebene des Konzerns haben wir für die regulatorische SCR-Quote einen Zielkorridor zwischen 150 % und 200 % definiert. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required (ökonomische Solvabilitätskapitalanforderung) zeigt darüber hinaus die ökonomische Kapitaladäquanz an. Für den Talanx-Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) bezogen auf die ökonomische Kapital-adäquanz ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %). Das generelle Ziel des Kapitalmanagements im Talanx-Konzern -eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur der Gruppe - ist explizit in der Strategie festgeschrieben (Seite 22 f.). Außer nach der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio der Talanx. Hierdurch werden Investitionen, auch unter dem Gedanken der Diversifikation, in präferierte Wachstumsmärkte/ Geschäftssegmente kanalisiert. Somit besteht eine zentrale Aufgabe des Kapitalmanagements darin, das Kapital zu identifizieren, das über das benötigte Risikokapital auf dem definierten Sicherheitsniveau hinausgeht - oder es im gegenläufigen Fall unterschreitet. Das SCR als Differenz aus Value at Risk - er definiert den geschätzten maximalen Verlust, der innerhalb einer gegebenen Haltedauer mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird - und dem Erwartungswert der Prognoseverteilung dient hierbei als Risikomaßzahl. Falls eine Über- oder Unterkapitalisierung besteht, wird sie in einem nächsten Schritt durch geeignete Korrekturmaßnahmen behoben oder zumindest abgemildert. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig hinreichender Kapitaladäquanz und unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Dies setzen wir zum Beispiel mit dem Aufbau einer eigenen Konzern-Rückversicherungseinheit in Irland um. Durch die konzerninterne Abgabe von Versicherungsrisiken kann der Konzern seinen Kapitalbedarf optimieren, während die konzerneigene Rückversicherung ihr Kapital durch Diversifikation optimal auslasten kann. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital, sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Kapitalverzinsung für die Aktionäre entsprechend der Talanx-Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Unternehmensebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst und effizient umgeht. Mit der Konzernsteuerungsfunktion Kapitalmanagement sind wir somit in der Lage,
EIGENKAPITALEIGENKAPITALQUOTE UND EIGENKAPITALRENDITEDie Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTE IN MIO. EURscroll
ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITE IN MIO. EURscroll
1)
Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital Hinsichtlich der Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht, Kapitel "Wirtschaftsbericht". ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALSIn der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 1.257 Mio. EUR - dies entspricht einem Anstieg von 9,4 % - auf 14.688 (13.431) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 9.078 (8.282) Mio. EUR. Der Anstieg um 796 Mio. EUR (+9,6 %) ist auf das Periodenergebnis zurückzuführen, das in Höhe von 907 Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Ferner trug die Erhöhung der nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2015 um 232 Mio. EUR auf 721 Mio. EUR zum Anstieg des Konzernanteils am Eigenkapital bei. Die Dividendenzahlung in Höhe von 329 Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums sowie weitere geringfügige Effekte hatten hingegen eine gegenläufige Wirkung. Die Entwicklung der "übrigen Rücklagen" (+232 Mio. EUR) ist hauptsächlich durch zwei sich teilweise aufhebende Effekte begründet. Zum einen ist der deutliche Anstieg der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen um 835 Mio. EUR auf 3.278 (2.443) Mio. EUR für die Erhöhung der übrigen Rücklagen ursächlich und ist vor allem durch Kurserhöhungen bei Unternehmens- und Staatsanleihen aufgrund des weiter gesunkenen Zinsniveaus für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2015 begründet. Zum anderen hat der Rückgang der übrigen Eigenkapitalveränderungen um 824 Mio. EUR auf -3.191 (-2.367) Mio. EUR diesen Effekt größtenteils aufgehoben. Ein wesentlicher Teil dieser Veränderung entfällt mit -660 Mio. EUR auf Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (insbesondere Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Kursgewinnen der Kapitalanlagen) und mit -171 Mio. EUR auf die Erhöhung der Pensionsrückstellungen (bedingt hauptsächlich durch den weiteren Zinsrückgang für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2015). Die Verbesserung der kumulierten Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung infolge der Wechselkursentwicklungen von Fremdwährungen gegenüber dem Euro um 129 Mio. EUR auf 186 (57) Mio. EUR sowie die Erhöhung der Rücklage aus Cashflow-Hedges, bedingt durch die Zinsentwicklung um 92 Mio. EUR auf 448 Mio. EUR, haben hingegen die vorstehenden Effekte teilweise kompensiert. Der Anstieg der kumulierten Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung ist insbesondere durch die leichte Aufwertung des US-Dollar, die Aufwertung des brasilianischen Real und des chilenischen Peso begründet und wurde durch die Abwertung des polnischen Zloty, des britischen Pfunds und des mexikanischen Peso gegenüber dem Euro teilweise reduziert. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 461 Mio. EUR - dies entspricht 9,0 % - auf 5,6 Mrd. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenüberschuss beläuft sich auf 661 (675) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 350 (337) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE1) EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER IN MIO. EURscroll
Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.173 (1.069) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 94 (112) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. ENTWICKLUNG DER NICHT BILANZIERTEN BEWERTUNGSRESERVENIn der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 4.9 (4.9) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterung zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremd genutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Übrige Kapitalanlagen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" und "Übrige Verbindlichkeiten". EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVENIN MRD. EURscroll
LIQUIDITÄT UND FINANZIERUNGDie liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx-Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx-Konzerns weiter erhöht. Im zweiten Quartal 2016 wurde eine syndizierte Kreditlinie über 700 Mio. EUR durch eine Kreditlinie über 250 Mio. EUR zu verbesserten Konditionen und mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgelöst. Darüber hinaus erfolgte im vierten Quartal 2016 eine Teilkündigung der zweiten bestehenden Kreditlinie, wodurch sich deren Volumen von 550 Mio. EUR auf 250 Mio. EUR reduzierte. Es bestehen somit per 31. Dezember 2016 zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien über einen Nominalbetrag von insgesamt 500 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag sind diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Darüber hinaus haben sich die begebenen Anleihen und Darlehen im Wesentlichen infolge eines Anstiegs bei den Darlehen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten um 52 Mio. EUR auf 1.505 (1.441) Mio. EUR erhöht. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen". Die Talanx AG hat am 21. Oktober 2016 mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Per 31. Dezember 2016 wurden dem HDI V. a. G. noch keine Schuldverschreibungen angedient. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel: "Sonstige Angaben", Anmerkung "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen". Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiken". ANALYSE FREMDKAPITALMit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALS IN MIO. EURscroll
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" und 26 "Begebene Anleihen und Darlehen", sowie die Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung. ANALYSE DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGFür den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSS IN MIO. EURscroll
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, der auch erhaltene Zahlungen aus den Kapitalerträgen enthält, ist im Jahresvergleich von 6.107 Mio. EUR auf 4.260 Mio. EUR zurückgegangen. Bei der Ermittlung wird das Jahresergebnis von 1.568 (1.409) Mio. EUR im Wesentlichen um die Verminderung der "Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen" um 0,8 Mrd. EUR sowie die Verminderung der "Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten" um 0,3 Mrd. EUR korrigiert. Die Auszahlungen für den Erwerb von Kapitalanlagen bestimmten den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit. Wie auch im Vorjahr überstiegen die Auszahlungen aus dem Kauf von Kapitalanlagen die Einzahlungen aus Verkauf und Endfälligkeit um 3.142 (2.565) Mio. EUR. Auch bei den Immobilien übersteigen die Mittelabflüsse für Neuinvestitionen die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf. Per saldo betrug der Mittelabfluss durch Verkäufe und Neuinvestitionen von Grundbesitz (einschließlich Immobilienobjektgesellschaften) 307 (317) Mio. EUR. Die Mittelabflüsse der Investitionstätigkeit beliefen sich in der Berichtsperiode insgesamt auf 3.132 (4.481) Mio. EUR und lagen damit um 1.349 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Dieser Effekt resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der übrigen Kapitalanlagen (vor allem kurzfristige Geldanlagen) um +827 Mio. EUR, die im letzten Jahr noch mit -730 Mio. EUR im Mittelfluss aus Investitionstätigkeit berücksichtigt wurden. Hierbei entfällt ein Großteil der Veränderung mit +1,8 Mrd. EUR auf das Segment Schaden-Rückversicherung sowie gegenläufig dazu mit -0,5 Mrd. EUR auf das Segment PersonenRückversicherung. Beim Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit stiegen die Dividendenzahlungen im Berichtsjahr um 26 Mio. EUR auf 679 (653) Mio. EUR. Die "Veränderung aus sonstigen Finanzierungstätigkeiten" (-120 [-932] Mio. EUR) im Berichtsjahr ergab sich maßgeblich durch Zinszahlungen in Höhe von 154 (186) Mio. EUR sowie gegenläufig dazu aus der Aufnahme eines nachrangigen Darlehens durch die HDI Assicurazioni S. p. A. in Höhe von 27 Mio. EUR. Im Vorjahr war der Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit noch stark durch Mittelabflüsse aus der Rückzahlung von emittierten Anleihen mit einem Nominalwert von insgesamt 819 Mio. EUR (davon 96 Mio. EUR intern gehalten) innerhalb der nachrangigen Verbindlichkeiten geprägt. Für weitere Erläuterungen siehe auch Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" und Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen" wie auch unsere Ausführungen zur "Analyse Fremdkapital" in diesem Kapitel. Im Saldo verringerte sich der Kapitalabfluss aus Finanzierungstätigkeit verglichen mit dem Vorjahr um 786 auf -799 (-1.585) Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, insgesamt um 346 Mio. EUR auf 2,6 Mrd. EUR erhöht. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die Veränderungen aus den Kapitalflüssen (+329 Mio. EUR). RATINGS DER GRUPPEVon den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (s&p) und A. M. Best haben der Talanx-Konzern und seine Gesellschaften im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell unterscheidet man zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating), das primär die Fähigkeit beurteilt, den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachzukommen, und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating, das Investoren ein Urteil über die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft liefert. FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNEscroll
1)
Bezeichnung bei a. m. Best: "hdi V. a. G.,
the ultimate mutual parent company of Talanx ag, and various subsidiaries" Das S&P -Rating des Teilkonzerns Hannover Rück und der Talanx Primary Insurance Group blieb - ebenso wie jeweils der stabile Ausblick - unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversiche-rungsbereich wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P ihm ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P das Rating der Hannover Rück, die mit aa- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Hier ragte bei den Teilergebnissen insbesondere das Geschäftsrisikoprofil heraus. Besonders erfreulich ist die Einstufung des Risikomanagements, das für den Erst-versicherungsbereich mit "strong" und für die Hannover Rück mit "very strong" beurteilt wird. Die S&P -Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Bei A. M. Best sind die gerateten Erstversicherungsgesellschaften im Talanx-Konzern mit einem Finanzstärkerating von A (Excellent) mit stabilem Ausblick bewertet. Gegenüber der Ratingvergabe im Jahr 2015 haben nunmehr auch die beiden Gesellschaften Talanx Reinsurance (Ireland) Plc. und HDI-Gerling de México Seguros S. A. den Gruppenstatus erhalten und sind analog zur Talanx-Gruppe mit A, Ausblick stable, bewertet. Die finanzielle Stabilität der Hannover Rück wird mit A+ (Superior) bei einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete die unverändert sehr gute Ratingvergabe für die beiden Teilkonzerne mit der guten Ertragssituation, der ausgezeichneten Kapitalisierung und der sehr guten Risikomanagementkultur. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG, detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)scroll
Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen als gut bewertet. S&P hat im Berichtsjahr das Emittentenrating der Talanx AG mit A- bei stabilem Ausblick bestätigt; dies entspricht der drittbesten Kategorie auf der S&P -Ratingskala. Bei A. M. Best wird das Emittentenrating (Issuer Credit Rating) mit a-, stable, bewertet, was ebenfalls der drittbesten Kategorie auf der Emittentenrating-Skala entspricht. Verglichen mit den Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften schneidet die Talanx AG etwas schlechter ab; dies ist auf den üblichen "Holdingabschlag" zurückzuführen. Demzufolge erhalten Gesellschaften, die ausschließlich als Holding fungieren und nicht selbst im operativen Geschäft tätig sind, gemäß den allgemeinen Analysekriterien der Ratingagenturen eine Abstufung gegenüber dem Finanzstärkerating einer vergleichbaren Versicherungsgesellschaft. Des Weiteren existieren diverse Ratings für die von Konzernunternehmen emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten (Emissionsratings). Sie sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" im Konzernanhang aufgeführt. TALANX AG (KURZFASSUNG NACH HGB)Ergänzend zur Berichterstattung über den Talanx-Konzern erläutern wir in diesem Abschnitt die Entwicklung der Talanx AG. Die Talanx AG ist die Obergesellschaft des Talanx-Konzerns. Sie übt die Funktion der Finanz- und Management-Holding des Konzerns aus, der weltweit mit eigenen Gesellschaften, Niederlassungen und Kooperationen aktiv ist. Die Gesellschaften des Talanx-Konzerns sind überwiegend in der Erst- und Rückversicherung, aber auch -vor allem im Inland - in der Kapitalanlage tätig. Der Jahresabschluss der Talanx AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (hgb) erstellt im Gegensatz zum Konzernabschluss, der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) steht, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2016 anzuwenden sind. Die Talanx AG leistet als börsennotiertes Unternehmen die Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der Gesellschaft. Eine wesentliche operative Steuerungsgröße für die Talanx AG ist daher der Jahresüberschuss nach HGB. VERMÖGENSLAGEDas Bilanzbild der Talanx AG wird - wie in den Vorjahren - weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme reduzierte sich leicht um 0,2 % auf 8.454 (8.474) Mio. EUR. Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen reduzierte sich infolge der buchwertreduzierenden Rückführung von Kapitalrücklagen von Tochtergesellschaften an die Talanx AG um 1,3 % auf 7.419 (7.519) Mio. EUR. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen verblieben mit 164 (164) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich um 10,4 % auf 458 (415) Mio. EUR. Die Guthaben bei Kreditinstituten reduzierten sich um 15,7 % auf 182 (216) Mio. EUR. Die übrigen Aktiva erhöhten sich u. a. durch die Forderungen aus Körperschaftssteuer/ Solidaritätszuschlag um 44,4 % auf 231 (160) Mio. EUR. Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am Euribor, zuzüglich eines Aufschlags. Die Nominalwerte der Kreditlinien wurden gegenüber dem Vorjahr reduziert und betrugen zum Stichtag jeweils 250 Mio. EUR, sodass insgesamt 500 (1.250) Mio. EUR ungenutzt waren. Die Talanx AG hat am 21. Oktober 2016 mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revol-vierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx-Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.437 (5.347) Mio. EUR. Der Anstieg um 90 Mio. EUR resultiert vollständig aus dem Bilanzgewinn. Die Verbindlichkeiten betragen 2.049 (2.211) Mio. EUR und beinhalten als wesentliche Positionen 963 (1.124) Mio. EUR Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie 1.065 (1.065) Mio. EUR Verbindlichkeiten aus Anleihen. Die wesentliche Ursache für die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren geringere Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführungsverträgen gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von 0 (260) Mio. EUR. Der Anstieg der sonstigen Passiva um 5,7 % auf 968 (916) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Pensionsrückstellungen auf 758 (697) Mio. EUR, während sich die Steuerrückstellungen um 16,1 % auf 94 (112) Mio. EUR reduzierten. FINANZLAGEDie Liquidität, die zur Bedienung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung gewährleistet. Diese Planung wird durch das Rechnungswesen vorgenommen, mindestens einmal monatlich. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass die Talanx AG jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Finanzmittel fließen der Talanx AG vor allem durch Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, durch Beteiligungserträge und Zinserträge aus Ausleihungen zu. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden regelmäßig mit dem Konzerncontrolling die erwarteten Liquiditätsströme aus Ergebnisabführungen im Rahmen der laufend aktualisierten Planungsrechnungen abgestimmt. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen aufbringen. Aufgrund ihrer Holdingeigenschaft können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Bei der Auswahl der Kreditgeber hat die Gesellschaft bereits in der Vergangenheit stets auf ihre langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke geachtet. Der laufenden Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber, die zentral von der Talanx Asset Management GmbH wahrgenommen wird, wird eine hohe Relevanz beigemessen. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB) IN MIO. EURscroll
Wir erläutern die Entwicklung des Geschäftsergebnisses in einer zusammenfassenden Darstellung, die der Holdingfunktion unserer Gesellschaft gerecht wird. Die Talanx AG stellt ihren Jahresabschluss in Euro auf. Da in den vereinnahmten Ergebnissen der Tochtergesellschaften auch Beteiligungserträge in ausländischen Währungen enthalten sind, ist ihr Ergebnis mittelbar von Währungsschwankungen beeinflusst: Ein schwächerer Euro führt tendenziell zu einem höheren Beteiligungsergebnis. Auch eine Zinsänderung kann das Ergebnis der Talanx AG beeinflussen. Das Beteiligungsergebnis und die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Geschäftsjahr auf 645 (541) Mio. EUR. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Ergebnisbeitrag der Talanx Deutschland AG von 87 (-260) Mio. EUR, wobei das Vorjahr durch Abschreibungen von Beteiligungsbuchwerten deutlich belastet war. Das Zinsergebnis verblieb mit -104 (-104) Mio. EUR auf dem Vorjahresniveau. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen reduzierten sich auf 120 (121) Mio. EUR, insbesondere durch ein im Vorjahr ausgelaufenes konzerninternes Darlehen sowie gegenläufig höhere Zinsaufwendungen für Steuerverbindlichkeiten. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge verblieben mit 5 (5) Mio. EUR auf dem Vorjahresniveau. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen reduzierten sich auf 10 (13) Mio. EUR, insbesondere durch geringere laufende Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren des Umlaufvermögens. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Abschreibungen erhöhten sich auf 133 (127) Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist insbesondere eine höhere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Die Talanx AG hat im Berichtsjahr alle noch offenen Unterschiedsbeträge gemäß Artikel 67 Absatz 1 Satz 1 eghgb aufwandswirksam zugeführt. Die aus der Neuregelung zur Abzinsung von Pensionsrückstellungen in § 253 Absatz 2 HGB resultierende Minderung der Pensionsrückstellungen wurde gegen noch ausstehende BilMoG-Unterschiedsbe-träge verrechnet. Bis einschließlich 2015 wurden jährlich 14 Mio. EUR außerordentlicher Aufwand aus dem ratierlichen Zuführungsbetrag zu Pensionsrückstellungen gemäß BilMoG berücksichtigt. Im Bilanzjahr 2010 wurde das Wahlrecht des Artikels 67 Absatz 1 Satz 1 eghgb in Anspruch genommen, den erforderlichen Zuführungsbetrag zu den Pensionsrückstellungen auf maximal 15 Jahre zu verteilen. Die Neuregelungen des § 253 Absatz 2 HGB hinsichtlich der Ermittlung des Bewertungszinssatzes führen im Vergleich zum Vorjahr zu einer Minderung der Altersvorsorgerückstellungen. Dieser bilanzielle Spielraum wurde genutzt, um die zu Geschäftsjahresbeginn noch ausstehenden Zuführungsbeträge den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen zuzuführen. Im Berichtsjahr fiel ein Steuerertrag in Höhe von -11 (-35) Mio. EUR an, der - wie im Vorjahr - insbesondere aus der Anpassung steuerlicher Rückstellungen für Vorjahre resultiert. Der Jahresüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr auf 419 (345) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 406 (390) Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 825 (735) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Dividende je Aktie" zu finden. ZIELGRÖSSEN GEMÄSS §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTGHinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289a, 315 Absatz 5 hgb" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. VERGÜTUNGSBERICHTDas Vergütungssystem der Talanx AG entspricht dem im Talanx-Konzernbericht ausführlich dargestellten Vergütungssystem für den Talanx-Konzern. Die dort im Vergütungsbericht dargestellten Beträge geben die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr aus der Tätigkeit für den Talanx-Konzern wieder. Die dargestellten Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx-Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. RISIKOBERICHTAls Holding eines Konzerns, der Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risikoquellen wie die Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTDa die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2017 erwarten wir für die Talanx AG einen Rückgang des Jahresüberschusses im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, u. a. aufgrund des 2016 enthaltenen außerordentlichen Veräußerungsgewinns aus dem 25,1-prozentigen Anteil an der c-quadrat Investment AG in Höhe von 32 Mio. EUR nach HGB. BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMENIn dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGEDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahres vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als erfolgreich. Die Bruttoprämien gingen erwartet und leicht zurück, während das EBIT und das Konzerneigenkapital erneut über den Werten des Vorjahres lagen. Das Konzernergebnis stieg deutlich auf den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Dazu haben alle unsere Geschäftsbereiche wesentlich beigetragen, indem sie jeweils ihre Ergebniserwartungen übertrafen. Bis auf den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International, dessen Bruttoprämien währungsbereinigt zweistellig stiegen, verbuchten alle Geschäftsbereiche einen leichten Rückgang der Bruttoprämien. Gleichzeitig konnte der Konzern sein operatives Ergebnis jedoch verbessern. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den Anstieg des ebits in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung Deutschland. In den Geschäftsbereichen Privat- und Firmenversicherung International und Rückversicherung dagegen blieb das EBIT leicht unter dem des Vorjahres. Auch die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag dank einer geringeren Schadenlast - vor allem in den Segmenten Industrieversicherung und Schaden-Rückversicherung - unterhalb des Erwartungswertes. Die Konzerneigenkapitalrendite übertraf unser Mindestziel, wobei die Geschäftsbereiche ihren jeweiligen prognostizierten Wert in unterschiedlich hohem Maße überstiegen. Die Finanzkraft ist hoch und die Solvabilitätsquote weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Ein zentralbankpolitisch motiviertes, länger andauerndes Niedrigzinsumfeld bleibt eine Herausforderung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten. Weltweite geopolitische Veränderungen können darüber hinaus die Gesellschaften des Talanx-Konzerns beeinflussen. WEITERE ERFOLGSFAKTORENMITARBEITERINNEN UND MITARBEITERZiel unserer Personalarbeit ist es, nachhaltiges, profitables Wachstum für unser Unternehmen sicherzustellen. Dies erreichen wir mit den richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern1 am richtigen Ort und in der richtigen Aufgabenstellung. Wir fördern Mitarbeiter kontinuierlich. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Grundsätze werteorientierter Führung und eine Kultur des Miteinander. Für den Wettbewerb um die Top-Talente der Zukunft und die Herausforderungen des demografischen Wandels braucht es effektive und effiziente Personalprozesse und -dienstleistungen. Personalbetreuung, Personalmarketing, berufliche Erstausbildung und Personalentwicklung sind elementare Bestandteile der konzernweiten Personalarbeit. Unsere Mitarbeiter zeichnen sich durch hohe Professionalität, überdurchschnittliches Engagement, Kreativität, Flexibilität und Werteorientierung aus. DIE TALANX-WERTE - BASIS UNSERER UNTERNEHMENSKULTURUnsere Unternehmenskultur ist geprägt durch das tägliche und aktive Leben der Talanx-Werte. Sie sind zentraler Bestandteil des Talanx-Leitbildes und geben den Rahmen für unsere konzernweite Zusammenarbeit. Indem sie ein gemeinsames Verständnis schaffen, sichern sie den nachhaltigen Erfolg unseres Konzerns und bieten Orientierung; auch Unternehmensprozesse und Personalinstrumente richten sich an ihnen aus. DIE WERTE DES TALANX-KONZERNS
Nach erfolgreicher Initiierung eines konzernweiten Dialogs über die Bedeutung der Talanx-Werte in Form von Workshop-Reihen wurden im Berichtsjahr verschiedene Folgeaktivitäten umgesetzt. Diese weiterführenden Aktivitäten tragen zur Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns bei - das gegenseitige Verständnis und der Zusammenhalt in den Teams werden so effektiv und nachhaltig gefördert. Im Sommer 2016 wurde erstmals der Talanx-Werte-Award zur Auszeichnung beispielhafter Engagements verliehen, bei denen einer oder mehrere unserer Talanx-Werte besonders erfolgreich umgesetzt und mit Leben gefüllt wurden. Der erste Gewinner war die mexikanische HDI Seguros S. A. mit dem Projekt "Our Values". Das Projekt überzeugte mit einer Vielzahl an Aktionen - vom eigenen Talanx-Werte-Lauf bis hin zur Schirmherrschaft einzelner Vorstände der Gesellschaft für je einen der vier Werte. AUSGEWÄHLTE PERSONALKENNZAHLENZum Jahresende 2016 beschäftigte der Talanx-Konzern 21.649 (21.965) Mitarbeiter, davon 7.906 (8.096) im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International. Auf ihn entfiel mit 36 (37) % der größte Anteil der Belegschaft innerhalb des Konzerns. Weltweit sind Mitarbeiter in über 40 Ländern und auf fünf Kontinenten für uns tätig. In Deutschland verteilen sich gut drei Viertel der 10.983 (11.178) Mitarbeiter auf die Bundesländer NordrheinWestfalen und Niedersachsen, und im Ausland beschäftigt der Talanx-Konzern 10.666 (10.787) Mitarbeiter. Bei den Mitarbeitern in Deutschland betrug der Anteil der weiblichen Mitarbeiter 48 (48) % und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 18 (18) %; damit liegen beide Werte auf dem Niveau der Vorjahre. Unter den außertariflich entlohnten Mitarbeitern in Deutschland sind 33 (33) % weiblich, bei den leitenden Angestellten beträgt dieser Anteil 19 (18) %. DIVERSITY - VIELFALT BEWUSST NUTZENDie Vielfalt unserer Mitarbeiter ist Teil unserer Unternehmensidentität. Unsere Mitarbeiter bringen ihre unterschiedlichen Talente auf allen Kontinenten in den verschiedenen Gesellschaften für unseren geschäftlichen Erfolg und zur Zufriedenheit unserer Kunden ein. Unter dem gemeinsamen Konzerndach vereinen wir viele verschiedenartige Unternehmenskulturen mit einer ausgewogenen Mehrmarkenstrategie für breit gefächerte Kundengruppen, Regionen und Geschäftsbereiche. Bei Talanx arbeiten Frauen und Männer jeden Alters mit den unterschiedlichsten nationalen, ethnischen und religiösen Hintergründen ebenso wie Menschen mit und ohne Behinderung. Wir pflegen eine von Respekt, Wertschätzung und gegenseitiger Akzeptanz geprägte Unternehmenskultur. Als öffentliches Bekenntnis zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur hat der Konzernvorstand bereits 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Dabei ist es unser Ziel, nicht nur für ein von Offenheit und Integration geprägtes Arbeitsklima zu sorgen, sondern Vielfalt aktiv und bewusst zu nutzen, um den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen. Diversity-Management bedeutet deshalb für uns, die Vielfalt unter den Beschäftigten bewusst zu fördern, damit sich deren Kraft entfalten kann. Dazu gehört auch die Schaffung von Bedingungen, die es allen Personen ermöglichen, ihre individuellen Potenziale, Talente und ihre Leistungsfähigkeit unabhängig von Herkunft, Alter, Erfahrung oder der persönlichen Lebenssituation voll zu entfalten. Hierbei konzentrieren wir uns überwiegend auf die Handlungsfelder Demografie, Geschlecht und Internationalität. Im Rahmen der Förderung der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde am Standort Hannover ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet. Das Konzept soll im Jahr 2017 auch an anderen Standorten umgesetzt werden. Zudem wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch entsprechende Rahmenbedingungen unterstützt, z. B. mit flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie einer aktiven Unterstützung der Kinderbetreuung nach Rückkehr aus der Elternzeit. Zur Stärkung ihrer persönlichen Ressourcen greifen unsere Mitarbeiter auf umfangreiche Präventionsangebote im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements zurück. Beispielsweise fanden im Berichtsjahr an den Standorten in Deutschland Gesundheitstage statt. Außerdem wurde 2016 eine Externe MitarbeiterBeratung eingeführt. Das Angebot umfasst eine kostenfreie und anonyme Sofortberatung bei privaten, beruflichen und psychologisch-gesundheitlichen Anliegen sowie einen Familienservice. FRAUEN BEI TALANXEin wichtiges Anliegen des Talanx-Konzerns ist es, die Anzahl von Frauen in Führungspositionen kontinuierlich zu steigern. In Deutschland streben wir an, zukünftig mindestens 25 % der vakanten Führungspositionen in allen Hierarchieebenen mit weiblichen Mitarbeitern zu besetzen. Hierbei unterstützen wir Mitarbeiterinnen mit Potenzial für die Übernahme weiterführender Aufgaben und Positionen durch ein konzernweites Mentoring. Verschiedene Förderprogramme für angehende oder bereits aktive Fach- und Führungskräfte stehen Frauen wie Männern offen. Hier verzeichnen wir in den vergangenen Jahren eine steigende Zahl von Teilnehmerinnen. Darüber hinaus existieren ein umfangreiches Seminarangebot zur Stärkung der Position von Frauen im Beruf sowie das Netzwerk Frauen@Talanx - ein Forum, das sich aktiv für die Gestaltung einer Unternehmenskultur einsetzt, in der Frauen in ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung gefördert werden. PERSONALENTWICKLUNG BEI TALANX - TALENTE SELBST AUSBILDENBERUFLICHE ERSTAUSBILDUNGDer beruflichen Erstausbildung kommt trotz der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen nach wie vor eine große Bedeutung zu. Zum 31. Dezember 2016 waren im Talanx-Konzern in der Erstversicherung im Inland 374 (401) Auszubildende beschäftigt. Die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen genießt im Talanx-Konzern ein hohes Ansehen. Themen wie Handlungsorientierung und selbstständiges Arbeiten im Team kommt in dieser gesellschaftsübergreifenden Ausbildung große Bedeutung zu. Den Auszubildenden bietet sich nach erfolgreichem Abschluss eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten. Weitere Bausteine zur erfolgreichen Nachwuchssicherung sind neben dem Berufsbild Kaufmann für Versicherungen und Finanzen das duale Studium zum Bachelor of Arts (Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung Versicherungswirtschaft) sowie zum Bachelor of Science (Wirtschaftsinformatik). Innerhalb des Studiengangs der Betriebswirtschaftslehre besteht die Möglichkeit, den Schwerpunkt entweder auf das industrielle und internationale Versicherungsgeschäft oder das Privat- und Firmenkundengeschäft zu legen. In diesem Zusammenhang ist eine weitere Spezialisierung auf den Vertrieb möglich. Dazu wurden die Kooperationen und der Informationsaustausch mit den jeweiligen Fachhochschulen ausgeweitet. Um die Internationalisierung des Konzerns zu unterstützen, wurde Studierenden auch im Jahr 2016 die Möglichkeit geboten, Praxiseinsätze in ausländischen Tochtergesellschaften oder Niederlassungen zu absolvieren. Einen Schwerpunkt in der betrieblichen Ausbildung bildet regelmäßige Projektarbeit. Dadurch sind seit 2005 Projekte entstanden, durch die die Ausbildung bei Talanx insgesamt sechsmal mit einem Bildungspreis der deutschen Versicherungswirtschaft (InnoWard) ausgezeichnet wurde. Talanx ist das einzige Unternehmen, das sich seit Einführung dieses Bildungspreises jedes Jahr mit mindestens einem Beitrag beworben hat; hierbei handelt es sich überwiegend um Projekte, bei denen soziale Einrichtungen unterstützt werden. Dadurch wird bei den Auszubildenden nicht nur auf Fach- und Methodenkompetenz, sondern in einem großen Umfang auch auf Sozialkompetenz geachtet. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 wurde der Schwerpunkt auf zukunftsorientierte Projektthemen gelegt. PERSONALMARKETINGDie Aufgabe des Personalmarketings ist es, den Talanx-Konzern als interessanten Arbeitgeber zu präsentieren und dadurch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter für den Konzern zu gewinnen. Zentraler Anlaufpunkt für Bewerber ist die Karriere-Internetseite des Talanx-Konzerns, die fortwährend aktualisiert und ausgebaut wird. Wichtige Elemente sind dabei die erhöhte Sichtbarkeit des Konzerns als Mehrmarkenanbieter, die Präsenz der eigenen Mitarbeiter und die Nutzung kurzer Filmbeiträge mit Mitarbeiterporträts als Beispiel für unterschiedliche Karrierepfade innerhalb des Talanx-Konzerns und seiner Gesellschaften. 2016 wurde ein neues Bewerbermanagementsystem umgesetzt, das eine professionelle und zeitgemäße Kommunikation mit den Bewerbern sicherstellt. Weiterhin setzt das Unternehmen auf eine gezielte Präsenz bei relevanten Karrieremessen und Veranstaltungen, sowohl an Universitäten als auch im eigenen Haus. Außerdem finden Tagesveranstaltungen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Talanx-Talent-Netzwerkes, der Talanx-Stiftung und des Deutschlandstipendiums statt, bei denen der Kontakt mit Studierenden gepflegt wird. Redaktionelle Beiträge, Erfahrungsberichte und Interviews mit Mitarbeitern aus allen Bereichen des Unternehmens in Hochschul- und Karrieremagazinen informieren Studierende und Absolventen über die verschiedenen Berufsfelder und Karriereaussichten im Konzern. Im Geschäftsbereich Rückversicherung wurde 2016 eine Employer Value Proposition erarbeitet. Diese bildet die Grundlage für eine überarbeitete Personalmarketing-Kommunikation, die nicht nur die etablierten Rekrutierungswege und -instrumente, sondern auch neue Trends umfasst. Als neues Instrument zur Rekrutierungsförderung wurden beispielsweise Online-Chat-Sessions mit Personalreferenten eingeführt. Um vermehrt die Gruppe der Young Professionals und Professionals anzusprechen, wurde zudem der Auftritt im BusinessNetzwerk Xing professionalisiert. QUALIFIZIERUNGMitarbeiter und Führungskräfte werden durch eine Vielzahl von Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre aktuellen Tätigkeiten, aber auch für zukünftige Aufgaben qualifiziert. Im Berichtsjahr wurde eine neue Qualifizierungsvereinbarung auf Konzernebene geschlossen, die den Qualifizierungsprozess systematisiert und vereinheitlicht. Dadurch wurde ein allgemeingültiger Rahmen zur Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen geschaffen. Das gesamte Angebot an Aus- und Weiterbildung passen wir fortlaufend an aktuelle und zukünftige Anforderungen an - außerdem führen wir vielfältige Versicherungs- und Fachseminare, Methoden- und Verhaltenstrainings, Führungstrainings, IT- und Sprachkurse durch. POTENZIALENTWICKLUNGMitarbeitern mit Potenzial bieten wir Potenzialentwicklungsprogramme an. Dabei werden die Mitarbeiter bei der Übernahme einer neuen Funktion als Fachexperte, als Projektleiter oder als Führungskraft mit jeweils speziell für diese Zielgruppen entwickelten Programmen unterstützt. Führungskräfte und/oder Inhaber von Schlüsselfunktionen mit Potenzial für weiterführende Aufgaben werden für ein ManagementEntwicklungsprogramm nominiert. Dabei arbeiten die Teilnehmer bereichs- und länderübergreifend zusammen. Seit 2016 gibt es dieses Programm in einem einheitlichen Format für nationale und internationale Teilnehmer. Alle Programme unterstreichen und unterstützen die Strategie des Talanx-Konzerns, Schlüsselfunktionen überwiegend mit eigenen Mitarbeitern zu besetzen und Kompetenzen in Zeiten der Veränderung langfristig aufzubauen sowie sicherzustellen. TALANX CORPORATE ACADEMY - ZENTRALES INSTRUMENT ZUR STRATEGIEWEITERENTWICKLUNGDie Talanx Corporate Academy ist als zentrales Instrument zur Strategieimplementierung und Kulturentwicklung innerhalb des Konzerns erfolgreich etabliert. In Diskussionen mit dem obersten Management weltweit wurden u. a. die Talanx-Werte entwickelt. Die Talanx Corporate Academy vermittelt strategisch relevante Themen in Form eines inhaltlich hochwertigen und dabei praxisorientierten Programms für die oberste Managementebene aller Geschäftsbereiche konzernweit. Als Katalysator für Veränderungsprozesse und als Plattform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch hat die Talanx Corporate Academy innerhalb des Berichtszeitraums mit zahlreichen Teilnehmern maßgeblich dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen und den Konzernfunktionen zu fördern. Mit dem Programm "Die Lernende Organisation" wurden im Jahr 2016 unterschiedliche interne und externe Dimensionen implementiert, aus denen alle Einheiten des Konzerns nachhaltig lernen können. Dadurch soll auch zukünftig eine erfolgreiche Positionierung im Markt ermöglicht werden. Dies gilt neben strategischen und fachlichen Inhalten ebenso für neue Impulse für das Führungsverhalten. PERSONALENTWICKLUNG IN DEN GESCHÄFTSBEREICHENIm Geschäftsbereich Industrieversicherung wurden im Rahmen der systematischen Nachwuchsförderung die Traineeprogramme für Underwriter in den verschiedenen Industriesparten weitergeführt. In diesen im Regelfall einjährigen Ausbildungen eignen sich die Teilnehmer fundierte Kenntnisse über die unterschiedlichen Sparten der Industrieversicherung an und üben anhand der konkreten praktischen Tätigkeit die Anwendung der Kenntnisse in der Praxis. Hiermit soll gewährleistet werden, dass unsere Spezialisten so weit wie möglich aus den eigenen Reihen rekrutiert werden. Im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland wurde eine Kompaktveranstaltung mit dem Titel "Konsequent führen" eingeführt und weitgehend umgesetzt. Die Maßnahme hat zum Ziel, die Führungskräfte für eine konsequente Wahrnehmung ihrer Führungsaufgaben zu sensibilisieren und aktuelle Entwicklungen in den wesentlichen Führungsaufgaben sowie in der zweckmäßigen Anwendung von Führungsinstrumenten zu beleuchten. Gleichzeitig wird damit ein gemeinsames Verständnis von Führung ausgebaut und die eigene Führungsrolle im Kontext von strategischer Neuausrichtung und Veränderung reflektiert. Der Geschäftsbereich Rückversicherung hat im Jahr 2015 erstmals eine internationale, gruppenweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen wurden 2016 erste Maßnahmen zur Erschließung der erkannten Potenziale und zur Sicherung der vorhandenen Stärken umgesetzt. Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag auf den Themenbereichen Kommunikation und Information, Weiterbildung und Delegation sowie auf der Förderung der (internationalen) Zusammenarbeit. Insgesamt wurde die erste internationale Mitarbeiterbefragung positiv beurteilt, sowohl was die erfreulichen Befragungsergebnisse als auch die Qualität der eingeleiteten Maßnahmen betrifft. DANK AN MITARBEITER UND GREMIENDer Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren wiederum durch hohes persönliches Engagement geprägten Beitrag zum Konzernergebnis. Dem Konzernbetriebsrat sowie allen anderen betriebsrätlichen Gremien dankt der Vorstand für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. NACHHALTIGKEIT UND CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY (CSR)Der Talanx-Konzern integriert ökologische, gesellschaftliche und Governance-Aspekte in seine Geschäftstätigkeit. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor verschreiben wir uns einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung. Auch unsere Kunden gehen mit uns überwiegend langfristige Beziehungen ein. Wir handeln deshalb mit vorausschauender Perspektive, um Leistungsversprechen, die wir unseren Kunden geben, auch in Zukunft erfüllen zu können. Im Jahr 2014 hat Talanx eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Handlungsfeldern entwickelt, die aus der Dachstrategie des Konzerns abgeleitet sowie mit seinem Leitbild und seinen Werten verknüpft ist. Zudem berücksichtigt die Strategie die Anforderungen und Interessen unserer Anspruchsgruppen, die wir über eine Stake-holder-Befragung ermittelt haben. Befragt wurden dabei u. a. unsere Kunden, Geschäftspartner, Investoren und Beschäftigten. Zudem wurden im Jahr 2016 konkrete Nachhaltigkeitsziele für die einzelnen Handlungsfelder festgelegt. Diese Schritte dienen der Steigerung unserer unternehmerischen Nachhaltigkeit. Weiterhin hat Talanx im Berichtsjahr den ersten Nachhaltigkeitsbericht nach den anerkannten Leitlinien der Global Reporting Initiative (gri) erstellt. Der Bericht und weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Unternehmens unter http://www.talanx.com/nachhaltigkeit. MARKETING UND WERBUNG, VERTRIEBDas Mehrmarkenprinzip im Talanx-Konzern spiegelt sich in der breit gefächerten Kommunikation wider, mit der die Tochtergesellschaften mit verschiedenen Marken über maßgeschneiderte Marketing- und Werbemaßnahmen ihre jeweiligen Kundensegmente adressieren. Die Erstversicherer im Konzern - wie die HDI Versicherungen - wenden sich an die breite Öffentlichkeit und setzen dafür beispielsweise TV-Werbespots, Anzeigenkampagnen oder Sponsoring ein. Unser Geschäftsbereich Rückversicherung (Marke Hannover Re) und das Asset-Management (Marke Ampega) sprechen fokussiert ihre speziellen Zielgruppen an. Die Kommunikation der Talanx AG wiederum richtet sich besonders an die erweiterte Financial Community und Wirtschaftspresse. Die Vertriebswege, die die Gesellschaften in der Gruppe nutzen, sind äußerst vielfältig: Sie reichen von eigenen Ausschließlichkeitsorganisationen und der Präsenz vor Ort durch Niederlassungen und Geschäftsstellen über die Einschaltung von Maklern und freien Vermittlern bis hin zu hoch spezialisierten Bankenkooperationen. Weitere Informationen dazu finden sich in den Abschnitten zum jeweiligen Geschäftsbereich. WEITERE BERiCHTE UND ERKLÄRUNGENCORPORATE GOVERNANCEERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHTERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS §§ 289A, 315 Absatz 5 HGBENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGVorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben: Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("dcgk") stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden ("comply or explain"). Die letzte Entsprechenserklärung erfolgte am 29. Februar 2016. Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG seit diesem Zeitpunkt bei der Umsetzung des dcgk in seiner aktuell gültigen Fassung vom 5. Mai 2015, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 12. Juni 2015, in drei Punkten von den Kodexempfehlungen abweicht: 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 dcgk (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen)Die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird zum Teil in Form von Talanx Share Awards gewährt. Die maximale Anzahl der gewährten Share Awards bei der Zuteilung hängt von der Gesamthöhe der variablen Vergütung ab, die der Höhe nach begrenzt ist (sogenannter Cap), d. h., die Zuteilung von Share Awards unterliegt der Höchstgrenze. Die Share Awards unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist. Dadurch nehmen die Vorstandsmitglieder während dieses Zeitraums an positiven wie auch negativen Entwicklungen der Gesellschaft, wie sie sich im Aktienkurs widerspiegeln, teil. Nach Ablauf der Sperrfrist wird der Gegenwert der Share Awards an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich nach dem zum Auszahlungszeitpunkt gültigen Aktienkurs der Talanx-Aktie zuzüglich eines Betrages in Höhe der insgesamt während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividende je Aktie. Damit folgen die Share Awards der wirtschaftlichen Entwicklung der Talanx-Aktie. Der sich aus der Gewährung der Share Awards ergebende Betrag der variablen Vergütung ist somit im Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards begrenzt, nicht jedoch noch einmal im Zeitpunkt der Auszahlung. Eine weitere Begrenzung des aus der Gewährung der Share Awards resultierenden Betrags der variablen Vergütung im Auszahlungszeitpunkt hält die Gesellschaft vor dem Hintergrund des mit den Share Awards angestrebten Gleichlaufs der Interessen zwischen Aktionären und Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG nicht für sinnvoll. Aus Sicht der Gesellschaft handelt es sich bei dem Auszahlungsweg über die Talanx Share Awards wirtschaftlich betrachtet um ein Zwangsinvestment in Talanx-Aktien mit vierjähriger Haltefrist. Die Talanx AG erklärt daher formal und höchst vorsorglich ein Abweichen von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 dcgk. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 dcgk (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)Eine vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden wäre zudem bei einem vereinbarten Abfindungs-Cap eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 dcgk abzuweichen. 3. Ziffer 5.2 Absatz 2 dcgk (Vorsitz im Prüfungsausschuss [Audit Committee])Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Wenngleich auch andere Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen, so ist allein der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses die ganze Zeit seines Berufslebens in der Versicherungsbranche tätig gewesen. Er blickt zurück auf 29 Jahre in Vorständen von Versiche-rungs- und Versicherungsholdinggesellschaften, davon 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender in direkter Mitverantwortung für die bilanzielle Ergebnissituation und -darstellung der jeweiligen Gesellschaft. In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Eine Machtkonzentration in seiner Person ist damit weder im Finanz- und Prüfungsausschuss noch im Gesamtaufsichtsrat verbunden: In beiden Gremien verfügt er jeweils wie die übrigen Mitglieder über eine Stimme. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 5.2 Absatz 2 dcgk abzuweichen. Abgesehen von den vorgenannten Ausnahmen wird die Gesellschaft auch weiterhin den Empfehlungen des dcgk entsprechen.
Hannover, den 27. Februar 2017 Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-governance. Sie finden dort ebenfalls den aufgrund der Zweitnotierung der Talanx AG an der Warschauer Wertpapierbörse erforderlichen Bericht zum "Code of Best Practice for Warsaw Stock Exchange Listed Companies". ZIELGRÖSSEN GEMÄSS §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTG; GESETZLICHE QUOTE FÜR DEN AUFSICHTSRAT GEMÄSS § 96 ABSATZ 2 AKTGNach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst war der Aufsichtsrat der Talanx AG verpflichtet, bis zum 30. September 2015 festzulegen, welcher Anteil von Frauen im Vorstand der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. Juni 2017 angestrebt wird. Nach eingehender Beratung hat der Aufsichtsrat unter Berücksichtigung des Bestellungszeitraums der laufenden Vorstandsmandate und -dienstverträge beschlossen, innerhalb des genannten Zeitraums - ohne Präjudiz für mögliche anlassbezogene anderweitige Entscheidungen zu gegebener Zeit - einen Frauenanteil im Vorstand der Talanx AG von voraussichtlich weiterhin null festzulegen. Im Falle einer anlassbezogenen, heute nicht absehbaren Neubestellung von Vorstandsmitgliedern wird der Aufsichtsrat bei gleicher persönlicher und fachlicher Qualifikation einem möglichen weiblichen Kandidaten den Vorzug geben. Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit 30 % vorgegeben; sie gilt für erforderlich werdende Neuwahlen und Entsendungen ab dem 1. Januar 2016 zur Besetzung einzelner oder mehrerer Aufsichtsratssitze. Im Berichtsjahr hat es keine Neuwahlen oder Entsendungen gegeben. Ferner war nach dem vorgenannten Gesetz der Vorstand verpflichtet, den Anteil von Frauen in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG festzulegen. Für die erste Führungsebene wurde eine Quote von 9,1 % beschlossen, in der zweiten Führungsebene eine Quote von 28,6 %. CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)UNSER VERSTÄNDNIS VON CORPORATE GOVERNANCEVorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx-Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst (http://www.talanx.com/investor-relations/ corporate-governance). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. UNTERNEHMENSVERFASSUNGGute Corporate Governance ist für die Talanx AG und die Talanx-Gruppe unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter identifizieren sich mit den beschlossenen Corporate-Governance-Grundsätzen, die sich am dcgk orientieren. Dem steht auch nicht entgegen, dass im Berichtsjahr erneut Empfehlungen des dcgk nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum dcgk). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Empfehlungen und Anregungen des dcgk nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den im DAX und MDAX vertretenen Unternehmen ein. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. VORSTANDDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Bestellungszeiträume sollen so bestimmt werden, dass diese spätestens in dem Monat enden, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 8 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx ag" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:
Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 9 f. des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (fpa) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der fpa ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Er befasst sich mit Fragestellungen der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung. Der fpa lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, eines Konzernunternehmens oder des Talanx-Konzerns ausüben. Weitere Einzelheiten über die Aktivitäten der Aufsichtsratsausschüsse sind den Darstellungen im Bericht des Aufsichtsrats ab Seite 10 des Geschäftsberichts zu entnehmen. Bei der Auswahl der Kandidaten, die der Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, wird darauf geachtet, dass es sich um Personen handelt, die über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Des Weiteren wird bei der Auswahl dem Grundsatz der Vielfalt Rechnung getragen. Derzeit sind vier Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Eine davon ist auch Mitglied des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die nächste, im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - 2019 beginnende Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Im Hinblick auf die aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass ihm zwei unabhängige Mitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 dcgk angehören sollen. Derzeit erfüllt der Aufsichtsrat diese Zielsetzung. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind hierbei nicht berücksichtigt. Ein Unternehmen, an dem ein Aufsichtsratsmitglied der Anteilseignervertreter einen Aktienanteil von 25,93 % hält, verfügt über geschäftliche Beziehungen zu der Talanx AG und der Hannover Rück se (vgl. Seite 90 des Geschäftsberichts). VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATEine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 74 ff. MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS)Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die diesen nahe stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach § 15a Absatz 4 Wertpapierhandelsgesetz erforderlichen Veröffentlichungen und Mitteilungen sicher, sondern veröffentlicht die Directors' Dealings ebenfalls auf ihrer Internetseite. ANTEILSBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2016 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. COMPLIANCECompliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx-Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Bereits seit 2011 gibt es eine eigene Compliance-Abteilung, die sukzessive die bestehende Compliance-Organisation konzernweit ausgebaut und weiterentwickelt hat. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist, und weiteren Compliance Officern, die für die einzelnen Geschäftsbereiche der Talanx-Gruppe (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück, der über eine eigene Compliance-Organisation verfügt, die in einem engen Austausch mit dem Compliance-Bereich der Talanx steht) zuständig sind. An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx-Konzerns. Gleichzeitig enthält er die hohen ethischen und rechtlichen Standards, nach denen der Konzern sein Handeln weltweit ausrichtet. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite abrufbar. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit diesem Kodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen in Einklang steht. Eine Compliance-Richtlinie konkretisiert den Kodex und gibt Mitarbeitern im In- und Ausland Leitlinien für ein korrektes und angemessenes Verhalten im geschäftlichen Verkehr. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über die Talanx-Internetseite weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Auf dieser Basis kann Compliance tätig werden, den Schaden eingrenzen und weitere Schäden vermeiden. Der Konzern ist Mitglied des im Januar 2015 konstituierten cco-Forums, das sich aus den Chief Compliance Officern international tätiger Versicherungsunternehmen zusammensetzt. Die Arbeit im Forum dient neben der Identifizierung gemeinsamer Standpunkte auch der Möglichkeit, frühzeitig Entwicklungen im regulatorischen Umfeld von Compliance zu erkennen und entsprechend zu würdigen. Der Vorstand hat dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Com-pliance-Bericht für das Kalenderjahr 2016 vor Feststellung des Jahresabschlusses vorgelegt, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten der Talanx-Gruppe in diesem Zusammenhang dargestellt werden. RISIKOÜBERWACHUNG UND -STEUERUNGDas konzernweit gültige Risikomanagement-System der Talanx basiert auf der Risikostrategie, die ihrerseits aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist. Wesentliches Element ist die systematische und vollständige Erfassung aller aus heutiger Sicht denkbaren ergebnis- und bestandsgefährdenden Risiken. Weitere Einzelheiten hierzu sind dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Risikobericht ab Seite 92 zu entnehmen. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGENZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSDie Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17 "Eigenkapital", erläutert. STIMMRECHTS- UND ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGENSoweit Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms vergünstigte Mitarbeiteraktien erworben haben, unterliegen diese einer Sperrfrist, die am 30. November 2017 endet. Vor Ablauf dieser Sperrfrist dürfen die übertragenen Aktien von den Mitarbeitern grundsätzlich nicht veräußert werden. DIREKTE UND INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDer HDI V. a. G., Riethorst 2, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENEs gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERBETEILIGUNG AM KAPITALEs sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315 Absatz 4 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND SATZUNGSBESTIMMUNGEN ÜBER BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN UND ÜBER SATZUNGSÄNDERUNGENDie Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsholdinggesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versiche-rungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. BEFÜGNISSE DES VORSTAND, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFENDie Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2012 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 28. September 2017, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 14. Mai 2017 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 28. August 2012 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 27. August 2017 einmal oder mehrfach sowohl Wandelschuldverschreibungen als auch Optionsschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechte zu begeben und den Inhabern oder Gläubigern dieser Schuldverschreibungen und Genussrechte Options- oder Wandlungsrechte einzuräumen. In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. November 2011 aufzuheben und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. September 2017 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 146 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, sofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 1. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Im Zuge der Ausübung der Greenshoe-Option vom 8. Oktober 2012 im Rahmen des Börsengangs reduzierte sich das genehmigte Kapital satzungsgemäß auf 143 Mio. EUR. Im Zuge des Mitarbeiteraktienprogramms erfolgte eine Reduzierung des genehmigten Kapitals um 0,2 Mio. EUR. Nach der teilweisen Ausnutzung beträgt das genehmigte Kapital noch 142.307.260 EUR, wovon 785.060 EUR weiter für Belegschaftsaktien verwendet werden können. WESENTLICHE VEREINBARUNG DER TALANX AG MIT CHANGE-OF-CONTROL-KLAUSELNNach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. ETNSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNG FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMANGEBOTSEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. VERGÜTUNGSBERICHTIm Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2016 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und beinhaltet Angaben, die nach den Erfordernissen des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" Bestandteil des Anhangs zum Konzernjahresabschluss 2016 sind. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 314 hgb) bzw. des Lageberichts (§ 315 hgb), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie die Regelungen des Artikels 275 der Delegierten Verordnung (eu) 2015/35 und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des drs 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Ein unabhängiges Gutachten bestätigt, dass das Vergütungssystem den Anforderungen des Artikels 275 Delegierte Verordnung (eu) 2015/35 an eine geschäfts- und strategiekonforme sowie risikoadjustierte Vergütungspolitik entspricht. VERGÜTUNG DES VORSTANDSDie Festlegung der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich. STRUKTUR DER VORSTANDSVERGÜTUNGDas Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen, langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 50 % bis 70 %. FESTVERGÜTUNGDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung gilt für den gesamten Bestellungszeitraum. SACHBEZÜGE/NEBENLEISTUNGENDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). VARIABLE VERGÜTUNGDie Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich - einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. KONZERNBONUSAls Konzernbonus wird ein individuell bestimmter und im Dienstvertrag festgelegter Betrag je 0,1 Prozentpunkt vergütet, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkt Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der zugrunde gelegte risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. Die bisherige Regelung, nach der eine Anpassung des zugrunde gelegten risikofreien Zinssatzes nur erfolgte, sofern sich der jährlich berechnete risikofreie Zinssatz in einem Umfang veränderte, dass sich eine Abweichung vom zugrunde gelegten Referenzwert (für 2015: 1,8 %) um mindestens einen Prozentpunkt ergab, wurde mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2016 aufgehoben. Es erfolgt nunmehr eine jährliche Anpassung des zugrunde gelegten risikofreien Zinssatzes (für 2016: 0,9 %). Der Höchstbetrag des Konzernbonus beläuft sich auf das Doppelte des bei Erreichen der Kalkulationsgrundlage gewährten Betrags und der maximale Malusbetrag auf -100 %. GESCHÄFTSBEREICHSBONUSFür die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus für die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International werden seit dem Geschäftsjahr 2013 folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: Bruttoprämienwachstum, Entwicklung der kombinierten Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende an die Talanx AG. Die Festsetzung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat auf Basis des jeweiligen Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien nach pflichtgemäßem Ermessen. Seit 2015 wird die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine Zielerfüllung von 100 % individuell festgelegte Betrag gewährt. Überbzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht. INDIVIDUALBONUSFerner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Der Betrag für eine Zielerfüllung von 100 % wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. GESAMTHÖHE DER VARIABLEN VERGÜTUNGDie Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Erhält man als Folge der Addition der Einzelbeträge einen Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. BEMESSUNGSGRUNDLAGEN/VORAUSSETZUNGEN FÜR ZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNGscroll
AUSZAHLUNGSMODALITÄTEN DER VARIABLEN GESAMTVERGÜTUNGscroll
AUSZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNGVon dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausgezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehal-tungszeitraums ausgezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. BONUSBANKIn die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausgezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr -gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. SHARE AWARDSDer weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie (Cap). Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Bei einem Vorstandsmitglied werden zusätzlich virtuelle Share Awards gewährt, deren Gesamtzahl sich nach dem Wert je Aktie der Hannover Rück im Zeitpunkt der Zuteilung bestimmt. Der Wert je Aktie der Hannover Rück richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück se für das abgelaufene Geschäftsjahr (Cap). In diesem Fall wird für je einen Share Award nach Ablauf der Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Hannover Rück-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Nach dem bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Vergütungsmodell wurden dem betreffenden Vorstandsmitglied Aktienwert-Beteiligungsrechte (abr) der Hannover Rück se zugeteilt. Die Zuteilung der abr erfolgte letztmals im Jahr 2011 für das Geschäftsjahr 2010. Der virtuelle Aktienoptionsplan mit abr bleibt so lange in Kraft, bis alle zugeteilten abr ausgeübt oder verfallen sind. Die detaillierten Bedingungen werden im Anhang dieses Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Aktienbasierte Vergütung" erläutert. VERWÄSSERUNGSCHUTZFür den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Pro-gramms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken, und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen. FORTZAHLUNG BEI ARBEITSUNFÄHIGKEITBei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahres-festgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. VORZEITIGE BEENDIGUNG DER VORSTANDSTÄTIGKEITBei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. der Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. der bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwieder-bestellung, Eintritt des Pensionsfalls oder Todesfalls hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Die in den Dienstverträgen enthaltenen Regelungen zur vorzeitigen Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Dienstvertrags sehen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung eines sogenannten Übergangsgeldes vor, das sich nach dem für das Ruhegehalt erreichten Prozentsatz der Festbezüge errechnet. Es besteht in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren. Anderweitige Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit werden bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres in Höhe von 50 % auf das Übergangsgeld angerechnet. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich sowie hinsichtlich der in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung und ihrer variablen Vergütungsteile auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung", Seite 67 in diesem Konzerngeschäftsbericht. NEBENTÄTIGKEIT DER VORSTANDSMITGLIEDERDie Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet. HÖHE DER VORSTANDVERGÜTUNGDie Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG und die mit ihr verbundenen Unternehmen betrugen 11.086 (9.788) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß drs 17 dargestellten Komponenten. GESAMTBEZÜGE DES AKTIVEN VORSTANDS GEMÄSS DRS 17 (GEÄNDERT 2010) IN TEURscroll
scroll
1)
Zum Bilanzstichtag 2016 lag noch kein Organbeschluss
über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2016 vor. Der
Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend festgelegten
Rückstellungen In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des aktiven Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß drs 17 zu sehen. GESAMTAUFWAND FÜR DIE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES AKTIVEN VORSTANDS IN TEURscroll
scroll
1)
Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen
Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit von der individuellen Restlaufzeit
des Dienstvertrags erfasst BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNGDie Dienstverträge von fünf Vorstandsmitgliedern der Talanx AG beinhalten Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet (leistungsorientiertes System). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt je nach Vertrag zwischen 50 % und 65 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. Für ein Vorstandsmitglied besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System beruht. Danach wird eine lebenslange Altersrente gewährt, wenn das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet hat und aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. Die Höhe der monatlichen Altersrente berechnet sich nach dem Stichtagsalter (Jahr des Stichtags abzüglich Geburtsjahr) und dem Finanzierungsbeitrag am Stichtag. Der jährliche Finanzierungsbeitrag für diesen Vertrag wird in Höhe von 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (feste jährliche Bezüge zum Stichtag 1. Mai eines jeden Jahres) von der Gesellschaft geleistet. In beiden Vertragsvarianten werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). HINTERBLIEBENENVERSORGUNGStirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. ANPASSUNGENFür Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. Laufende Altersrenten auf Basis der Zusagen nach dem beitragsorientierten System werden jährlich um 1 % ihres letzten (Brutto-) Betrags erhöht. HÖHE DER ALTERSVERSORGUNGDie Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.607 (1.531) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.325 (1.594) TEUR. Diese Angaben sind in der nachfolgenden Tabelle individualisiert dargestellt und erläutert. PENSIONSANWARTSCHAFTEN DES AKTIVEN VORSTANDS IN TEURscroll
1)
Wert des vereinbarten jährlichen Ruhegehalts
bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 7 (7) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 752 (750) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 18.776 (17.937) teur. In den folgenden beiden Tabellen werden die den aktiven Mitgliedern des Vorstands gewährten und zugeflossenen Zuwendungen gemäß Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt. WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (1. SPIEGELSTRICH) DCGKIN TEURscroll
scroll
scroll
1)
Zielwert ZUFLUSS IM BZW. FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (2. SPIEGELSTRICH) DCGK IN TEURscroll
scroll
scroll
1)
Zufluss (Auszahlungsbetrag) im Berichtsjahr VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach § 13 der Satzung der Talanx AG. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Million Euro, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, der seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrags. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.506 (2.414) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS1)IN TEURscroll
INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS1)IN TEURscroll
1)
Beträge ohne erstattete USt. DARLEHEN AN ORGANMITGLIEDER UND HAFTUNGSVERHÄLTNISSEZur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Das zum Bilanzstichtag 2015 bestehende Hypothekendarlehen eines Mitglieds des Aufsichtsrats bei der HDI Lebensversicherung AG wurde im Berichtsjahr vollständig abgelöst und bestand zum Bilanzstichtag 2016 nicht mehr. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist Geschäftsführer und Präsident des Verwaltungsrats der Secquaero Advisors AG, Zürich, und hält an dieser Gesellschaft einen Aktienanteil von 25,93 %. Die Secquaero Advisors AG war im Berichtsjahr für die Hannover Rück se in verschiedenen Bereichen beratend tätig; in diesem Zusammenhang wurden Honorare in Höhe von 49 TEUR für das Jahr 2016 an die Gesellschaft gezahlt. Weitere nach IAS 24 angabepflichtige Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen gab es im Berichtsjahr nicht. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24IN TEURscroll
1)
Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr
in die Bonusbank einzustellenden Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung
der Mitglieder des Vorstands VERGÜTUNG DER GESCHÄFTSLEITER UND FÜHRUNGSKRÄFTE UNTERHALB DES KONZERNVORSTANDSDie Vergütungsstrategie des Talanx-Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für KonzernVorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Durchschnittlich lag der Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2015, die im Juli 2016 zur Auszahlung gekommen ist, bei 27,3 %. Im Bereich der Erstversicherung und der zugehörigen Konzernfunktionen gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig, und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auch für die leitenden Angestellten der zweiten Berichtsebene umgesetzt. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 20 % oder 30 % des Zielgehalts aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung mit 10 %, 30 % und 60 % gewichtet. In den Konzernfunktionen werden die individuellen Ziele mit 70 % und das Konzernergebnis zu 30 % berücksichtigt. Führungskräfte der ersten Berichtsebene im Vertrieb haben einen durchschnittlichen variablen Gehaltsbestandteil in Höhe von 30 % des Zielgehalts, der sich zu je 10 % auf das Konzernergebnis und das Geschäftsbereichsergebnis bezieht und zu 80 % auf individuelle Ziele. In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung. Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands (Managementebenen 2 und 3) und für die dem Führungskreis grundsätzlich angehörenden inländischen Schlüsselfunktionsträger besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung. Diese setzt sich aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Award-Programm, zusammen. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert in den Marktbereichen zu 20 % auf dem Konzernergebnis, zu 40 % auf der Zielerreichung im jeweiligen Segment Schaden-Rückversicherung bzw. Personen-Rückversicherung und zu weiteren 40 % auf der individuellen Zielerreichung. Für Führungskräfte mit Verantwortung im Servicebereich richtet sich die variable Vergütung nach dem Konzernergebnis und den individuellen Zielen mit einer entsprechenden Gewichtung von 40 % und 60 %. Der Zielerreichungsgrad für das Konzernergebnis wie auch für die Segmente wird festgelegt. Individuelle Ziele sowie deren Zielerreichung werden zwischen Führungskraft und Vorgesetztem vereinbart. NACHTRAGSBERICHTEreignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 241, beschrieben. RISIKOBERICHTRISIKOSTRATEGIEDie Risikostrategie ist Ausgangspunkt für die konzernweite Umsetzung des Risikomanagements. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist sie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider. Sie ist aus der Konzernstrategie abgeleitet und formuliert die Ziele des Risikomanagements bzw. des Vorstands. Als international operierender Konzern, der insbesondere Ver--sicherungsleistungen anbietet, gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst und kontrolliert ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit und den entsprechenden Chancen verbunden sind. Dabei ist unser Risikoverständnis ganzheitlich: Für uns bedeutet "Risiko" das gesamte Spektrum positiver und negativer Entwicklungen über den jeweiligen betrachteten Zeithorizont der geplanten oder erwarteten Werte. Von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement sind jene negativen Entwicklungen, bei denen wir die Möglichkeit des erheblichen und nachhaltigen Nichterreichens eines explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Zieles sehen. Entscheidende Bezugsgröße für unser Risikomanagement ist der Schutz des ökonomischen Kapitals des Konzerns. Dies setzt einen bewussten Umgang mit Risiken unter Wesentlichkeitsgesichts-punkten und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus. Die vom Talanx-Vorstand in Konsistenz mit der Geschäftsstrategie festgelegte Risikostrategie bringt die grundsätzliche Haltung zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken und Chancen zum Ausdruck. Vorrangiges Ziel ist es, mittels des Risikobudgets die Einhaltung der strategisch definierten Risikoposition sicherzustellen. Diese ist durch die drei folgenden Festlegungen bestimmt.
Als Nebenbedingung zur Kapitalausstattung verfolgt die Talanx eine Ziel-Kapitaladäquanzquote, die im Kapitalmodell von Standard & Poor's (s&p) der Kategorie aa entspricht. Zusätzlich müssen wir aufsichtsrechtliche Erfordernisse erfüllen. Die in der Konzernstrategie festgelegten Grundsätze finden ihren Niederschlag in risikostrategischen Maßnahmen bzw. daraus abgeleiteten Aktivitäten des Risikomanagements. Dieses unterstützt, überwacht und berichtet über die Erreichung dieser strategischen Zielsetzungen. Ein wesentliches Instrument im strategischen Risikomanagement ist das Risikobudget. Das Risikobudget legt auf Basis der Risikotragfähigkeit und der strategisch definierten Risikoposition das maximal auszuschöpfende Risikopotenzial für den Konzern fest. Es spiegelt somit die Risikoneigung des Talanx-Vorstands wider. Es wird im Rahmen der strategischen Programmplanung für das Folgejahr auf die einzelnen Geschäftsbereiche im Konzern verteilt und stellt für diese die Obergrenze für das zur Verfügung stehende Risikokapital dar. Darüber hinaus werden im Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem für den Konzern und die Geschäftsbereiche Limite und Schwellenwerte für die Kapitaladäquanzquote festgelegt, die das angestrebte S&P -Zielrating und das damit verbundene Konfidenzniveau berücksichtigen. Das gewählte Sicherheitsniveau für die ökonomische Kapitalbasis stellt sicher, dass auch neu hinzukommende Risiken durch den Konzern getragen werden können; mit 99,97 % liegt es deutlich über dem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Niveau von 99,5 %. Sowohl die Konzern- als auch die Risikostrategie unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Durch dieses Überprüfen unserer Annahmen und ein erforderlichenfalls daraus abgeleitetes Adjustieren wollen wir die Angemessenheit und Aktualität unserer strategischen Leitlinien und ein Handeln auf einer angemessenen Informationsbasis sicherstellen. ABBILDUNG ALLER RISIKOKATEGORIEN IN TERMUm nach Umsetzung von Solvency II durch das Inkrafttreten des neuen vag mit Beginn des Jahres 2016 den Solvenzkapitalbedarf (scr) unter Anwendung eines internen Gruppenmodells (Talanx Enterprise Risk Model, "term") für alle Risiken mit Ausnahme der operationellen Risiken zu bestimmen, hat der Konzern bzw. der HDI V. a. G. als oberstes Mutterunternehmen für die Gruppe sowie für wesentliche Tochterunternehmen einen Antrag auf Genehmigung von term als das den Standardansatz substituierende partielle interne Modell gestellt. Dieser wurde mit Schreiben vom 19. November 2015 von der BaFin genehmigt. Das Teilgruppenmodell der Hannover Rück wurde mit Schreiben vom 30. Juli 2015 genehmigt. Lediglich für operationelle Risiken erfolgt zurzeit noch die Bestimmung des scr für regulatorische Zwecke auf Basis der Standardformel. Im Jahr 2016 haben wir erfolgreich interne Modellanträge für die wesentlichen Leben-Erstversicherungsgesellschaften in Deutschland abgeschlossen. TERM liegt die Idee zugrunde, für jede konsolidierte Gesellschaft eine stichtagsbezogene Solvenzbilanz auf der Basis von Marktwerten zu erstellen. Diese Bilanz wird 10.000 Mal über einen Einjahreszeitraum projiziert, um so eine Verteilungsfunktion der in der Marktwertbilanz enthaltenen Eigenmittel oder Shareholders' Net Assets (sna) sowie der anderen nach Solvency II relevanten Eigenmittelgrößen zu erhalten. Die im Konzern entwickelte Definition des sna nach Minderheiten entspricht den dem jeweiligen Aktionär zuzurechnenden Basiseigenmitteln ohne Nachrangverbindlichkeiten und nach Minderheitsbeteiligungen. Die Nicht-Lebensversicherer im Konzern bewerten ihre einzelnen Vermögenswerte und Verpflichtungen zum Marktwert des Berichtsstichtags; bei den Lebensversicherern entspricht das sna dem mcev. Im internen Modell werden für die Zwecke der ökonomischen Steuerung alle wesentlichen (und mit mathematischen Methoden messbaren) Risikokategorien der Gruppe abgebildet. Neben dem Marktrisiko, dem Naturkatastrophenrisiko und dem Prämien- und Reserverisiko beeinflusst die Diversifikation maßgeblich das scr der Gruppe. Unter Diversifikation fassen wir sowohl die Diversifikation zwischen den Risikokategorien als auch die Diversifikation zwischen den in die Gruppe einbezogenen Gesellschaften. Hierbei ist die Diversifikation kein explizit zu bestimmender Modellparameter, sondern ein Modellergebnis, das sich aus dem gemeinsamen Verhalten der Risikoquellen ergibt. Die Berechnung erfolgt auf Basis sorgfältig gewählter, dem Vorsichtsprinzip Rechnung tragender Parameter. Das TERM zugrunde liegende Konzept ermöglicht, neben der zur Steuerung verwendeten ökonomischen Sichtweise auch die aufsichtsrechtlich geforderte regulatorische Sicht abzubilden. Aufsichtsrechtlich wird dabei der Annahme gefolgt, dass die Gruppe eine rechtliche Einheit bis einschließlich der Konzernobergesellschaft darstellt, die die ihr zugehörigen Einheiten in Form einer Vollkonsolidierung, d. h. vor Berücksichtigung von Minderheiten, einbezieht. Das scr für das operationelle Risiko wird hier im Unterschied zur ökonomischen Sichtweise unter Heranziehen der Standardformel berücksichtigt. Die um qualifiziertes Nachrangkapital, Surplus Funds und ggf. um im Rahmen der Solvency-Il-Übergangsvorschriften zulässige Komponenten ergänzten ausweisbaren Eigenmittel unterliegen Verfügbarkeitsbeschränkungen (insbesondere die Minderheitsanteile). Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2016 liegen noch nicht vor. Für die regulatorische Solvenzquote vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % - 200 % festgelegt. Die Quote zum Berichtsstichtag wird nach aktueller Einschätzung in diesem Bereich liegen. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2017 zusammen mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2017 sowie im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage (sfcr) zum 31. Dezember 2016. WESENTLICHE ROLLEN UND AUFGABEN IM RAHMEN DES RISIKOMANAGEMENTSWesentlich für ein effizientes Risikomanagement-System ist das Zusammenwirken der einzelnen Funktionen und Gremien innerhalb des Gesamtsystems. Die Talanx hat die Rollen wie folgt definiert: RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IM KONZERNscroll
Neben diesen (Risiko-)Funktionen und Gremien sind für gesonderte Themen spezielle organisatorische Strukturen implementiert, wie z. B. Krisenstäbe für die Bewältigung von Notfallereignissen und Krisenfällen. SCHLÜSSELFUNKTIONEN UNTER SOLVENCY IIDer Konzern hat mit diesen Rollen auch die explizit im Versicherungsaufsichtsgesetz genannten Schlüsselfunktionen Compliance, Revision, Risikomanagement und Versicherungsmathematik eingerichtet. Für jede dieser Funktionen wurden Aufgaben, Prozesse und Berichtspflichten festgelegt, um ein effizientes und konsistentes Konzern-(Governance-)System zu etablieren. RISIKOMANAGEMENT-FUNKTIONRisikomanagement meldet dem Vorstand jene Risiken, die als möglicherweise materiell einzustufen sind. Zu diesem Zweck identifiziert und evaluiert die Risikomanagement-Funktion kontinuierlich auf Basis der Risikostrategie als potenziell relevant einzustufende Risiken, definiert vom Vorstand zu verabschiedende Risikolimite und aggregiert die identifizierten Risiken zum Zwecke der Berichterstattung. Sie soll ferner dem Vorstand eigeninitiativ oder auf Anforderung über andere spezifische Risiken berichten. Die Risikomanagement-Funktion ist ferner für die Entwicklung und die Anwendung des internen Gruppenmodells sowie die Koordinierung des gemeinsamen Antrags von Gruppen- und Solomodellen gegenüber der BaFin zuständig. Die turnusmäßige Koordination der Tätigkeiten von Risikomanagement auf Gruppen- und Soloebene erfolgt auf Ebene eines Gruppenkomitees, dessen Aufgaben im Wesentlichen folgende sind:
INTERNE REVISIONDie Konzern-Revision nimmt die Revisionsfunktion im Konzern wahr, indem sie prüfende, beurteilende und beratende Tätigkeiten in allen zum Konzern der Talanx AG mehrheitlich gehörenden Gesellschaften (Ausnahme Teilkonzern Hannover Rück) durchführt und die Konzernleitung bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion unterstützt. Das Prüfgebiet der Konzern-Revision erstreckt sich auf sämtliche Aktivitäten und Prozesse des Governance-Systems und schließt ausdrücklich die anderen Governance-Funktionen ein. Die Tätigkeiten der Konzern-Revision basieren auf einem umfassenden und von ihr jährlich fortzuschreibenden risikoorientierten Prüfungsplan. Als Stabsstelle ist die Konzern-Revision vom laufenden Arbeitsprozess losgelöst, unabhängig und organisatorisch selbstständig. Die Prozessunabhängigkeit ist dadurch gewährleistet, dass ihr funktional keine Linienaufgaben übertragen werden. Eine schriftlich fixierte Ordnung hinsichtlich der Aufgabenstellung, der Befugnisse und der Verantwortung der Konzern-Revision ist in Form einer "Geschäftsordnung der Konzern-Revision" im Intranet der Talanx AG hinterlegt. Die folgenden Aufgaben werden von der Konzern-Revision übernommen:
Im Rahmen der periodischen Tätigkeitsberichte werden zeitnah die Vorstandsvorsitzenden/Geschäftsführer über Revisionsaktivitäten, Prüfungsergebnisse, die festgestellten wesentlichen Mängel, deren Klassifizierung, den Stand der Mängelbeseitigung sowie über Entwicklungen und wesentliche Risiken informiert. COMPLIANCE-FUNKTIONDie Compliance-Funktion der Talanx AG verfolgt das Ziel, dass Recht und Gesetz, regulatorische Anforderungen sowie selbst gesetzte Regeln eingehalten werden. Die Nichteinhaltung bzw. Abweichung von diesen Anforderungen kann als Compliance-Risiko definiert werden. Die Compliance-Funktion als integraler Bestandteil des Governance-Systems der Gruppe und eine der vier Schlüsselfunktionen nach Solvency II wurde im Jahr 2009 etabliert und wird im Konzern durch die Abteilung Vorstandsbüro/ Compliance repräsentiert. Folgende Aufgaben können der Compliance-Funktion nach Solvency II zugeordnet werden: RisikokontrollaufgabeDie Compliance-Funktion führt regelmäßig eine Analyse der Compliance-Risiken durch. Compliance-Risiken werden als Risiken definiert, die durch Nichteinhaltung, insbesondere der Compliance-Anforderungen, verursacht werden. FrühwarnaufgabeLaufende Überwachungen werden von der Compliance-Funktion in einem frühen Stadium durchgeführt, um neue oder geänderte rechtliche oder regulatorische Anforderungen mit Compliance-Relevanz zu erfassen. BeratungsaufgabeDer Vorstand der Talanx AG wird in Compliance-Themen beraten. Darüber hinaus konzentriert sich die Compliance-Funktion auf die Geschäftspartner im Talanx-Konzern. Aus diesem Grund bietet die Compliance-Funktion Beratungsleistungen für alle Geschäftsbereiche bezüglich Compliance-Angelegenheiten. ÜberwachungsaufgabeDie Compliance Funktion ist Teil der "Second Line of Defence". Um auf eine nachhaltige Einhaltung aller relevanten rechtlichen, regulatorischen und selbst auferlegten Regeln hinzuarbeiten, führt die Compliance-Funktion entsprechende Monitoring-Aktivitäten durch. COMPLIANCE-RICHTLINIENUm ein gemeinsames Verständnis von Compliance-Anforderungen in bestimmten Compliance-Kernthemen zu unterstützen, etablierte die zentrale Compliance-Funktion die "Code of Conduct"-Compliance-Richtlinie. Dieser Verhaltenskodex enthält allgemeine Compliance-Vorschriften des Konzerns. Er enthält die wichtigsten Grundsätze und Regeln zur Gewährleistung, dass das Verhalten aller Mitarbeiter im Konzern legal und verantwortungsbewusst ist. Er legt auch hohe ethische und rechtliche Standards fest, die auf den weltweiten Aktivitäten des Konzerns beruhen. Um weitere Hinweise für die Geschäftsführung und die Mitarbeiter der Talanx-Gruppe zu geben, beschreibt die Compliance-Richtlinie Anforderungen im Detail für die folgenden Kernthemen:
VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE FUNKTIONDer HDI V. a. G. hat die gemäß § 275 Absatz 1 Satz 1 vag in Verbindung mit § 31 Absatz 1 vag auch auf Gruppenebene einzurichtende Versicherungsmathematische Funktion auf die Talanx AG ausgegliedert. Dort ist die Funktion in einem eigenständigen Bereich angesiedelt, der zwar organisatorisch in das Risikomanagement eingebettet ist; die Funktion agiert aber unabhängig und berichtet direkt an den Vorstand. Beim HDI V. a. G. obliegt dem Finanzvorstand die Funktion des Ausgliederungsbeauftragten für die Versicherungsmathematische Funktion; der Ausgliederungsbeauftragte wurde der Aufsicht als für die Funktion verantwortlich gemeldet. Auf Geschäftsbereichsebene bestehen separate Bereiche, auf die die inländischen geschäftsbereichszugehörigen Gesellschaften die Versicherungsmathematische Funktion auf Ebene der Einzelgesellschaften ausgegliedert haben. Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wurde zur Schaffung klarer Verantwortlichkeiten eine Versicherungsmathematische Funktion auf freiwilliger Basis bei der Talanx International AG eingerichtet und ein Mitarbeiter zur intern verantwortlichen Person für diese Schlüsselfunktion bestellt. Zur Koordination der Tätigkeit der versicherungsmathematischen Gruppen- und Einzelfunktionen wurde ein Gruppenkomitee eingerichtet. Zur Ausgestaltung der Versicherungsmathematischen Funktion hat der Vorstand eine Rahmenleitlinie verabschiedet, die u. a. auch die unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten der Gruppen- und Einzelfunktionen festlegt. Diese Kernaufgaben der Versicherungsmathematischen Funktion der Gruppe lassen sich in die folgenden Themenblöcke zusammenfassen: KoordinierungsaufgabenDie Versicherungsmathematische Funktion koordiniert Tätigkeiten rund um die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen für Zwecke von Solvency II. Dies umfasst insbesondere die Vorgabe fachlich konsistenter Mindeststandards für Methoden, Modelle und Datenqualität auf Ebene der Gruppe. Bei der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden von der Gruppe auch externe Gutachten eingeholt. Der Prozess wird von der Versicherungsmathematischen Funktion koordiniert. BeratungsaufgabenDie Versicherungsmathematische Funktion der Gruppe unterrichtet und berät den Vorstand aus Perspektive der Gesamtgruppe zur Reservesituation, Zeichnungs- und Annahmepolitik sowie zur Angemessenheit der Rückversicherungsvereinbarungen. ÜberwachungsaufgabenDie Versicherungsmathematische Funktion überwacht den gesamten Prozess der Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen, stellt die Einhaltung der Solvency-Il-Vorgaben für die Rückstellungsbewertung sicher, identifiziert mögliche Abweichungen und sorgt für deren Behebung. UnterstützungsaufgabenDie Versicherungsmathematische Funktion unterstützt die Risikomanagement-Funktion bei ihren Aufgaben, insbesondere auch in Fragen des internen Modells, und stellt aktuarielle Expertise zur Verfügung. RISIKOMANAGEMENT-PROZESSDer Konzern deckt mit seinen Geschäftsbereichen ein umfangreiches Produktspektrum ab - von Versicherungen bis zu Finanzen und sonstigen Dienstleistungen. Daher arbeiten die Talanx AG und ihre Tochtergesellschaften mit vielfältigen Verfahren und Instrumenten zur Risikobeobachtung und -steuerung. Der Konzern verfolgt einen zentral-dezentralen arbeitsteiligen Ansatz. Im Rahmen des internen Modells (für Solvency II) liegt die Verantwortung in Teilen auch bei der Konzernobergesellschaft. In den Geschäftsbereichen erfolgt nicht nur der Betrieb von Modellen, die die speziellen Risiken der Risikoträger abbilden, sondern auch die Beistellung von Modellkomponenten für den Gesamtkonzern. Damit sichert sich die Talanx komparative Vorteile zur Modellierung von Risiken. Die Fortentwicklung erfolgt gemeinsam, wobei die Holding die methodische Konsistenz des Modells sicherstellt. Durch Validierungen und Auditierungen stellen wir die Adäquanz der implementierten Modelle sowie die Einhaltung von Konzernrichtlinien sicher. Der gesamthafte Risikomanagement-Prozess umfasst die Identifikation, Bewertung, Analyse, Steuerung und Kontrolle der Risiken sowie die interne Überwachung dieser Abläufe und die Risikoberichterstattung. Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken werden mithilfe eines konzernweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch gesammelt. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Um sicherzustellen, dass alle Risiken identifiziert werden, erfolgt eine Abstimmung mit einer umfassenden Talanx-spezifischen Risikokategorisierung, die als Grundlage für die Risikoidentifikation dient. Die maßgeblichen Methoden und Verfahren sind dokumentiert und Gegenstand der Angemessenheitsvalidierungen sowie der Prüfungen seitens der Konzern-Revision. Neben der softwarebasierten Risikoerfassung geht das KonzernRisikomanagement in einen engen, mindestens monatlichen institutionalisierten Austausch, der eine zeitnahe Reaktion auf Veränderung der Risiko- oder Solvenzsituation sicherstellt. Für wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist ein Eskalationsverfahren auch in Richtung Konzern-Risikomanagement etabliert, das ein Sofort-Risikomanagement auf Ebene der Talanx AG gewährleistet. Zur Bewertung und Analyse von Risiken leitet das Konzern-Risikomanagement aus den identifizierten zentralen und dezentralen Risiken mithilfe eines internen Risikokapitalmodells (term) die Risikosituation des Konzerns ab. Mit diesem internen Risikokapitalmodell wird eine Messung der Risiken vorgenommen. Seit dem Jahr 2012 basiert die führende Risikomessung auf dem internen Modell TERM. TERM berücksichtigt grundsätzlich alle wesentlichen quantifizierbaren Risiken für die ökonomische Steuerung (in der regulatorischen Sicht wurden operationelle Risiken mit der Standardformel modelliert). Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt im Wesentlichen mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein mit der Ausnahme, dass die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt werden. Risiken, die potenziell existenzgefährdend sein könnten, werden mit unserem zentralen Limit- und Schwellenwertsystem begrenzt, gesteuert und überwacht. Bei der Risikoüberwachung unterscheiden wir insbesondere zwischen der prozessintegrierten Überwachung und der prozessexternen Überwachung. Die prozessintegrierte Überwachung liegt vor allem bei dem Risikokomitee, dem Chief Risk Officer und den ihn unterstützenden Organisationseinheiten. Die prozessunabhängige Überwachung erfolgt insbesondere durch den Aufsichtsrat, die Compliance-Funktion sowie die Konzern-Revision, die auch das Risikomanagement-System regelmäßig prüft. Unsere Risikoberichterstattung verfolgt das Ziel, systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Die regelmäßige Berichterstattung zum Risikomanagement verfolgt dabei das Ziel, zu gewährleisten, dass der Vorstand der Talanx AG über Risiken laufend informiert ist und gegebenenfalls steuernd eingreifen kann; auch der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikolage informiert. Über wesentliche Änderungen in der Risikoposition ist der Vorstand der Talanx AG sofort zu informieren. Mögliche Folgen von Risiken sind nicht nur zu dokumentieren, sondern haben auch in die Jahresplanungen der Konzernunternehmen einzufließen, sodass die Risiken der künftigen Entwicklung und entsprechende Gegenmaßnahmen zeitnah berücksichtigt werden. Die Planungen aller Konzernsegmente und des gesamten Konzerns werden im Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG diskutiert und verabschiedet. Die Talanx AG erstellt auf dieser Basis ihren eigenen Ergebnisplan. Ziel dieses Planungsprozesses ist, die zukünftige Entwicklung ebenso zu berücksichtigen wie die Interdependenzen zwischen den Plänen der jeweiligen Tochtergesellschaft und der Talanx AG. Im Rahmen des Performance-Management-Zyklus werden bei der Planung sowohl operative als auch strategische Aspekte berücksichtigt. Unsere Entscheidungs- und Überwachungsprozesse dienen nicht nur dem Zweck, die umfassenden regulatorischen Anforderungen an das Berichts- und Meldewesen zu erfüllen, sie beziehen sich vielmehr auch auf die Erstellung und Überprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, das interne Kontrollsystem und den Einsatz von Planungs- und Controllinginstrumenten und bedienen sich der Möglichkeiten, die die Modellierung mit internen Modellen bietet. Die aktuelle Finanzkraftbewertung der Talanx-Erstversicherungs-gruppe wird durch S&P mit A+ (strong, stabiler Ausblick) und durch A.M. Best mit A (excellent, stabiler Ausblick) bewertet. Das Risikomanagement wird von S&P mit "strong" beurteilt. Zudem wurde im Rahmen der Analyse das interne Kapitalmodell begutachtet. Im Ergebnis gewährt S&P in diesem Zusammenhang einen zusätzlichen Kapitalpuffer bei der Bestimmung des ratingrelevanten Eigenkapitalbedarfes der Talanx-Erstversicherung wie auch in der Rückversicherung. Die mit der Verwaltung der Kapitalanlagen beauftragten Gesellschaften Talanx Asset Management GmbH und Ampega Investment GmbH lassen sich regelmäßig nach dem internationalen Prüfungsstandard isae 3402 (International Standards for Assurance Engagements, vorher: sas 70) zertifizieren. Die Zertifizierung dient als Nachweis der angemessenen Ausgestaltung des Kontrollsystems und seiner wirksamen Umsetzung. Diese Prüfung wurde auch im Jahr 2016 wieder erfolgreich durchgeführt. RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMDie zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (iks) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
Die Prozesse zur Organisation und Durchführung der Konsolidierungsarbeiten und zur Erstellung des Konzernabschlusses einschließlich des Konzernlageberichts der Talanx AG sowie zugehörige Kontrollen sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt, die regelmäßig auch unter Compliance-Aspekten überprüft und optimiert wird. Mögliche Risiken, die aus dem Konzernrechnungslegungsprozess resultieren, werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert und bewertet. Falls erforderlich, werden hieraus Handlungsbedarfe abgeleitet. Die Risiken fließen in die Risikoerhebung des Konzerns ein und werden vom Konzern-Risikomanagement überwacht. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben sind in einem Bilanzierungshandbuch gesammelt, das allen Konzerngesellschaften iT-gestützt zur Verfügung steht und allen Mitarbeitern vorliegt, die mittelbar oder unmittelbar an der Erstellung der Konzernabschlüsse mitwirken. Ziel des Handbuchs ist es, die konzernweit einheitliche und richtige Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards zu gewährleisten. Es wird regelmäßig aktualisiert und an die sich fortentwickelnden Vorschriften angepasst. Um das Einhalten der Vorschriften des Handbuchs sicherzustellen, betreuen die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens die dezentralen Rechnungsweseneinheiten der Tochtergesellschaften. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird auf der Grundlage der von den einbezogenen Tochtergesellschaften angeforderten und empfangenen Meldedaten (IFRS-Packages) am Standort der Konzernmutter in Hannover erstellt. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich; die Erfassung und Bewertung der Kapitalanlagen nach IFRS erfolgt für die inländischen und den weit überwiegenden Bestand der ausländischen Tochtergesellschaften zentral durch die Talanx Asset Management GmbH. Für die Berichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird eine internetbasierte IT-Anwendung eingesetzt. Die in einer Datenbank abgelegten Posten aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalentwicklung und Anhang sowie konsolidierungsrelevante Daten werden mittels Schnittstellen in das Konsolidierungssystem eingelesen und dort verarbeitet. Konzerninterne Transaktionen werden durch vorangehende Abstimmprozesse überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Hierfür bestehen schriftliche Anweisungen, die ein sachgerechtes Vorgehen gewährleisten. Des Weiteren ist im Konsolidierungssystem ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen implementiert, der unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen eine Einhaltung des Vieraugenprinzips sicherstellt. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird zum Bilanzstichtag vom Abschlussprüfer geprüft; der Halbjahresabschluss des Konzerns unterliegt einer prüferischen Durchsicht. RISIKEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNGDie Risikolage des Konzerns ergibt sich aus den nachfolgend beschriebenen Risikokategorien, die sich am Deutschen Rechnungs-legungs Standard drs 20 orientieren und in der Risikostrategie des Konzerns verankert sind:
Identifizierte Risiken werden anhand vom Vorstand festgelegter quantitativer und qualitativer Kriterien auf Wesentlichkeit geprüft und entsprechend behandelt. WESENTLICHE VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKENDie versicherungstechnischen Risiken in der Schaden- und Unfallversicherung werden getrennt von denen in der Lebensversicherung betrachtet, da sie sich deutlich voneinander unterscheiden. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN DER SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGIn der Schaden- und Unfallversicherung (Erst- und Rückversicherung) ergeben sich die versicherungstechnischen Risiken in erster Linie aus dem Prämien-/Schadenrisiko und dem Reserverisiko. Prämien- und SchadenrisikenDas Prämien-/Schadenrisiko ergibt sich daraus, dass aus im Voraus festgesetzten Versicherungsprämien später Entschädigungen zu leisten sind, deren Höhe jedoch zunächst unbekannt ist. So kann der tatsächliche vom erwarteten Schadenverlauf abweichen. Dies kann auf zwei Ursachen zurückgeführt werden: das Zufalls- und das Irrtumsrisiko. Beim Zufallsrisiko handelt es sich um die Tatsache, dass sowohl die Anzahl als auch die Höhe von Schäden zufallsbedingt sind und somit den Schadenerwartungswert übersteigen können. Dieses Risiko lässt sich auch bei bekannter Schadenverteilung nicht ausschließen. Das Irrtumsrisiko beschreibt das Risiko, dass die tatsächliche Schadenverteilung von der angenommenen abweicht. Hier wird zwischen Diagnose- und Prognoserisiko unterschieden. Beim Diagnoserisiko besteht die Möglichkeit, dass der Ist-Zustand aufgrund des Datenmaterials unzureichend interpretiert wird. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn nur unvollständige Informationen über die Schadendaten vergangener Versicherungsperioden vorliegen. Das Prognoserisiko bezeichnet die Gefahr, dass sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung des Gesamtschadens nach dem Zeitpunkt der Schätzung unerwartet verändert, z. B. durch eine höhere Inflationsrate. Das Prämien-/Schadenrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktua-rielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" im Anhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Forderungsausfallrisiken" angegeben. Dem übernommenen Prämien-/Schadenrisiko begegnen wir unter anderem durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
scroll
SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
scroll
Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall ist im Wesentlichen infolge eines geringeren Abwicklungsergebnisses um 2,5 Prozentpunkte angestiegen. Die Erhöhung der Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung International um 0,5 Prozentpunkte ist im Wesentlichen auf das Geschäft in Brasilien und Mexiko zurückzuführen. Aufgrund einer geringeren Großschadenbelastung von 236 (316) Mio. EUR verbesserte sich die Schadenquote im Segment Industrieversicherung um 1,6 Prozentpunkte auf 74,9 %. Im Segment Schaden-Rückversicherung erhöhte sich die Großschadenbelastung zwar von 573 Mio. EUR auf 627 Mio. EUR, lag damit jedoch noch unter unserem Erwartungswert, sodass sich die Schadenquote insgesamt um 2,6 Prozentpunkte verringert. Insgesamt ging die Schadenquote im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte auf 67,8 % zurück. Die moderate Höhe der Schadenquoten in den vergangenen Jahren ist zudem Ausdruck unserer vorsichtigen Zeichnungspolitik und der Erfolge im aktiven Schadenmanagement. Großschäden sind solche Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder andere Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend dargestellt sind die Geschäftsjahres-Groß-schäden (netto) in Mio. EUR, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns: GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO)1)scroll
1)
Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden
über 10 Mio. EUR brutto, für den Anteil des Konzerns Versicherungstechnische Risiken können daraus entstehen, dass unrichtige Kalkulationsannahmen, eine ungenügende Kumulkontrolle oder Fehleinschätzungen des Schadenverlaufs dazu führen, dass wesentliche Zahlungsströme von den Erwartungen abweichen, die bei der Kalkulation der Prämie zugrunde gelegt wurden. Für den Konzern spielen in diesem Zusammenhang insbesondere Naturgefahrenrisiken eine bedeutende Rolle. Besonders der klimatische Wandel kann zu häufigen und schweren Wetterereignissen (z. B. Überflutungen oder Stürmen) mit entsprechenden Schäden führen. Bei industriellen Sachversicherungsverträgen können durch große Einzelschadenereignisse hohe Schäden entstehen. Zur Eingrenzung der Risiken beobachten wir kontinuierlich ein eventuelles Abweichen des tatsächlichen vom erwarteten Schadenverlauf und präzisieren gegebenenfalls die Kalkulationen. Beispielsweise haben die Konzerngesellschaften bei der Erneuerung von Verträgen die Möglichkeit, die Preise an eine veränderte Risikosituation anzupassen. Auch steuern sie diese Risiken durch die Zeichnungspolitik: Hier kommen ebenfalls Zeichnungsausschlüsse und -limite zur Anwendung, die als Kriterium für die Risikoselektion gelten. In einigen Sparten gelten außerdem Selbstbehalte. Spitzenbelastungen durch hohe Einzel- und Kumulrisiken werden durch sorgfältig gewählten Rückversicherungsschutz verringert. Um Naturgefahrenkumule insbesondere für eigene Rechnung frühzeitig zu identifizieren, werden vor allem für den Hannover RückKonzern umfangreiche Szenarioanalysen angestellt. Basierend auf diesen Auswertungen werden das maximale Engagement, das die Hannover Rück für derartige Risiken übernehmen wird, und der entsprechende Retrozessionsbedarf bestimmt. Die Retrozession -also die Weitergabe von Risiken an andere sorgfältig ausgewählte Rückversicherer mit langfristig bewährter Bonität - ist ein weiteres wichtiges Instrument, die versicherungstechnischen Risiken zu begrenzen. ReserverisikenDas zweite versicherungstechnische Risiko in der Schaden- und Unfallversicherung, das Reserverisiko, bezeichnet die Gefahr, dass die versicherungstechnischen Rückstellungen nicht ausreichen, um noch nicht abgewickelte und noch nicht bekannte, aber bereits eingetretene Schäden vollständig zu regulieren. Dies könnte zu einem Nachreservierungsbedarf führen. Zur Risikobeherrschung nehmen die Unternehmen des Konzerns eine vorsichtige Rückstellungsbemessung vor. Dabei berücksichtigen die Unternehmen neben den von den Kunden genannten Angaben zu den Schäden auch die Erkenntnisse aus eigenen Schadenprüfungen und -erfahrungen. Außerdem wird eine sogenannte Spätschadenreserve für Schäden gebildet, die voraussichtlich eingetreten, aber noch nicht oder in unzureichender Höhe gemeldet worden sind. Um das Reserverisiko zu reduzieren, wird zusätzlich die Höhe der Rückstellungen regelmäßig auch von externen Aktuaren überprüft; hierzu werden externe Reservegutachten angefertigt. Um die jederzeitige Erfüllbarkeit der gegebenen Leistungsversprechen gewährleisten zu können, werden entsprechende Rückstellungen gebildet, die fortlaufend hinsichtlich ihrer Angemessenheit mittels aktuarieller Methoden analysiert werden. Hieraus ergeben sich auch Rückschlüsse auf die Qualität der gezeichneten Risiken, ihre Verteilung über einzelne Zweige mit unterschiedlicher Risikoexponierung sowie die künftig zu erwartenden Schadenzahlungen. Darüber hinaus unterliegen unsere Bestände einem aktiven Schadenmanagement. Analysen hinsichtlich der Verteilung von Schadenhöhen und Schadenhäufigkeiten lassen dabei eine gezielte Steuerung der Risiken zu. Die auf Basis aktuarieller Methoden ermittelten Schadenreserven werden gegebenenfalls um Zusatzreserven auf der Grundlage eigener aktuarieller Schadeneinschätzungen und um die sogenannte Spätschadenreserve für Schäden, die bereits eingetreten, aber noch nicht bekannt geworden sind, ergänzt. Insbesondere für Haftpflichtschäden werden aufgrund der langen Abwicklungsdauer Spätschadenreserven gestellt, die nach Risikoklassen und Regionen differenziert errechnet werden. Die hinreichende Bemessung der Schadenreserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist sehr komplex, da zwischen Schadenverursachung und Schadenmeldung zum Teil Jahre oder sogar Jahrzehnte liegen können. Die Exponierung des Konzerns im Hinblick auf asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist jedoch relativ gering. Die Angemessenheit dieser Reserven wird üblicherweise mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 24,6 (26,9) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 246 (239) Mio. EUR. Zur konsistenten Einschätzung der für den Konzern wesentlichen Katastrophenrisiken aus Naturgefahren (Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen) kommen lizenzierte wissenschaftliche Simulationsmodelle zum Einsatz, die durch die Expertise der entsprechenden Fachbereiche ergänzt werden. Zur Risikoermittlung des Portfolios werden ferner verschiedene Szenarien in Form von Wahrscheinlichkeitsverteilungen ermittelt. Die Überwachung der Naturgefahrenexponierung des Portfolios (Kumulkontrolle) wird durch realistische Extremschadenszenarien vervollständigt. Die Angemessenheit der Einschätzungen und der eingesetzten Simulationsmodelle insgesamt ist Gegenstand eines umfangreichen und unabhängigen Validierungsprozesses. Das heißt, dass unabhängig von risikonehmenden Einheiten eine Validierung durch die unabhängige Risikokontrollfunktion erfolgt. In dem nachstehenden Abschnitt "Konzentrationsrisiken" werden anhand ausgewählter relevanter Kumulszenarien von Naturgefahren Abschätzungen für Netto-Schadenbelastungen aus diesen Szenarien ausgewiesen. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle"). Eine Qualitätssicherung unserer eigenen aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve erfolgt jährlich zusätzlich durch externe Aktuariats- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Zur teilweisen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück se - wie auch verschiedene andere Konzerngesellschaften - inflationsgeschützte Anleihen in ihrem Bestand. Mittels dieser Anleihen werden Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken abgesichert. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 492 (491) Mio. EUR mindern. Zinsrisiken in der Schaden/UnfallversicherungEine besondere Betrachtung erfordert hier die Rentendeckungsrückstellung. Für die Teilrückstellung beobachten wir auch die Zinsentwicklung, da sich aufgrund der Diskontierung ein Zinsrisiko manifestieren kann. Eine Senkung des Rechnungszinses könnte dabei zu einer Ergebnisbelastung durch eine Rückstellungsbildung führen. KonzentrationsrisikenIn der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken, insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Wir analysieren Extremszenarien bzw. Kumule, die zu hohen Schäden führen können. Im Rahmen von Solvency II ist ein einheitliches Set globaler Ereignisse aufgebaut worden, um Naturgefahrenkumule zu analysieren. Für den Konzern ergeben sich auf der Grundlage der zuletzt ermittelten Werte folgende Abschätzungen für die Netto-Schaden-belastungen nachfolgender Kumulszenarien von Naturgefahren: KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, VOR STEUERN1),2)IN MIO. EURscroll
1)
Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren
können von den Modellannahmen abweichen Darüber hinaus werden auch weitere Kumulszenarien regelmäßig überprüft. Durch sorgfältig und individuell gewählten Rückversicherungsschutz werden zudem die Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken abgesichert. So gelingt es uns, hohe Einzelschäden sowie die Auswirkungen von Kumulereignissen wirksam zu begrenzen und damit planbar zu machen. Nachfolgende Tabelle zeigt die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen sowohl brutto als auch netto (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen). RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE1)IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Den Schwerpunkt des von uns betriebenen Versicherungsgeschäfts in der Schaden/Unfall-Erstversicherung, unterteilt nach wesentlichen Versicherungsarten und -zweigen, zeigt folgende Tabelle. PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN1)IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN DER LEBENSVERSICHERUNGIn der Leben-Erstversicherung wird der Versicherer durch den Versicherungsvertrag entweder zu einer einmaligen oder zu einer regelmäßig wiederkehrenden Leistung verpflichtet. Die Prämienkalkulation beruht hier auf einem rechnungsmäßigen Zins und auf biometrischen Grundlagen, die u. a. vom Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn, von der Vertragsdauer und von der Höhe der Versicherungssumme abhängen. Versicherungsfälle sind vor allem der Tod der versicherten Person oder Ablauf (Erleben) eines vereinbarten Termins. Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter (Zinsniveau, biometrische Annahmen) ändern. Dies gilt auch und vermehrt für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen unter "Wesentliche operationelle Risiken" diskutiert werden. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN IN %scroll
scroll
Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-ErstversicherungBiometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zur Berechnung von Prämien und Rückstellungen bereits zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich jedoch im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und dadurch zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erforderlich machen. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten Risiken darstellen. Bei Rentenversicherungen resultiert das Risiko vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie überraschenden medizinischen Innovationen, die die Langlebigkeit erhöhen, sodass die Versicherten länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Aufgrund der vorgenannten Risiken können sich die Kalkulationsgrundlagen und unsere Erwartungen als unzureichend herausstellen. Unsere Lebensversicherer nutzen verschiedene Instrumente, um dem gegenzusteuern.
Der dauernden Erfüllbarkeit dieser Verträge dienen Rückstellungen, deren Berechnung u. a. auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit beruht. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare stellen sicher, dass die Berechnungsgrundlagen auch Änderungsrisiken über Sicherheitszuschläge hinreichend berücksichtigen. Außerdem bergen Lebensversicherungsverträge Stornorisiken. Beispielsweise könnten bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen für Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte eine ungeplante Realisierung von Verlusten bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zur Folge haben. Daher legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Zusätzlich vergleichen und steuern sie regelmäßig die Duration der Aktiv- und der Passivseite. Des Weiteren können bei Storno Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsvermittlern entstehen. Daher werden die Vermittler sorgfältig ausgewählt. Bei Storno kann zudem ein Kostenrisiko entstehen, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. In diesem Zusammenhang werden Tendenzen aus der Finanzmarktkrise und dem Versicherungsumfeld kritisch betrachtet. Das allgemeine Marktumfeld ist insbesondere im Bereich der Vorsorgeprodukte schwierig und von einer tendenziell rückläufigen Neugeschäftsentwicklung geprägt. Das Kostencontrolling und ein Fokus auf variable Vertriebskosten durch Vertriebswege wie Makler begrenzen dieses Risiko. Ein Instrument des Risikomanagements auch im Bereich der LebenErstversicherung zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken sind Szenario- und Sensitivitätsanalysen im Rahmen des internen Modells, bezogen auf die Basiseigenmittel. Hier zeigen wir Bandbreiten, in welchen Bereichen die Leben-Erstversicherer des Konzerns liegen. Diese Analysen geben Hinweise, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNG IN %scroll
Sensitivitäten zu SterblichkeitenDie Exponiertheit der Lebensversicherer im Konzern unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. So hat eine gegenüber der Erwartung geringere Sterblichkeit einen positiven Einfluss auf Produkte mit überwiegendem Todesfall- bzw. Invaliditätsrisiko und einen negativen Einfluss auf Produkte mit Langlebigkeitsrisiko mit entsprechenden Auswirkungen auf die Basiseigenmittel. Die Sensitivitäten enthalten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen. Sensitivitäten zu StornowahrscheinlichkeitenBei Verträgen mit Rückkaufsrecht ist die bilanzierte Deckungsrückstellung mindestens so hoch wie der zugehörige Rückkaufswert. Daher ist die wirtschaftliche Auswirkung des Stornoverhaltens eher durch die Höhe der Stornoabschläge und andere Produktmerkmale bestimmt. Eine von der Erwartung abweichende Stornowahrscheinlichkeit kann sich belastend auf die Basiseigenmittel auswirken. Sensitivitäten zu VerwaltungskostenGegenüber der Erwartung höhere Verwaltungskosten würden zu einer Minderung der Basiseigenmittel führen. Auswirkungen von Zins-, Credit-Spread- und Aktienkursniveau auf die Versicherungstechnik in der Leben-ErstversicherungSensitivitäten und Stresse zu den Marktpreisrisiken der Kapitalanlage werden im Abschnitt "Marktpreisrisiken" behandelt. Aufgrund der Fokussierung der entsprechenden Erläuterungen auf die Kapitalanlage sind die für die deutsche Leben-Erstversicherung bestehenden weiteren Auswirkungen auf die technischen Rückstellungen dort nicht mit abgebildet. Bei Lebensversicherungen wird zwischen fondsgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins unterschieden, wobei die traditionellen Verträge den überwiegenden Teil des Bestandes der Gruppe ausmachen. Während bei fondsgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer bei traditionellen Verträgen den Kunden eine garantierte Verzinsung der Sparanteile der Prämie zu. Bei neu entwickelten Produkten mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik) haben wir die Auswirkung einzelner Produkte auf die Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung bereits in der Produktentwicklung berücksichtigt und einen solvenzentlastenden Einfluss auf das Risikoprofil zugunsten einer höheren Bedeckung erzielt. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 % und 1,25 % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2016 liegt nach Berücksichtigung der Zinszusatzreserve bei 2,35 (2,61) %. Aufgrund des begrenzten verfügbaren Angebots an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent zu bedecken. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung der Aktivseite regelmäßig kürzer sein kann als diejenige der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Die versicherungstechnischen Rückstellungen sind gegliedert nach den erwarteten Laufzeiten, die Kapitalanlagen nach den vertraglichen Restlaufzeiten. Hierin enthalten ist eine Duration (Macaulay-Duration) der bilanzierten Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns von 9,8 (9,6) und von 8,0 (7,7) Jahren für die festverzinslichen Wertpapiere (inkl. Zinsderivate). Durch dieses Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen, die jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet sind, sondern derjenigen Branchenkonvention folgen, die im Solvency-Il-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen und die Basiseigenmittel daher überschätzen. Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben die vertragliche Zinsgarantie für den Kunden durch verschiedene Gesetze, Verordnungen und Urteile noch erweitert. So wurden beispielsweise sowohl der Rückkaufswert einer traditionellen Lebensversicherung bei einer vorzeitigen Beendigung von Verträgen als auch Mindestleistungen bei planmäßiger Beendigung eines Vertrages zugunsten des Kunden neu geregelt (Versicherungsvertragsgesetz [vvg], Lebensversicherungsreformgesetz [lvrg]). Das seit einigen Jahren niedrige bzw. aktuell extrem niedrige Zinsniveau - u. a. verursacht durch die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise im Euro-Währungsgebiet und die damit verbundene Niedrigzinspolitik - erhöht das Zinsgarantierisiko deutlich. Hält das derzeit niedrige Zinsniveau an oder sinkt es gar weiter ab, verstärkt sich hieraus das ohnehin erhebliche Wiederanlagerisiko für die Lebensversicherungsgesellschaften mit klassischen Garantieprodukten immer weiter. Denn es wird dann zunehmend schwerer, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften. Diesem Zinsgarantierisiko trägt der Konzern vor allem durch regelmäßige Asset-Liability-Analysen, ständige Beobachtungen der Kapitalanlagen und -märkte sowie Ergreifen entsprechender Steuerungsmaßnahmen Rechnung. Zum Teil kommen Zinssicherungsinstrumente, wie beispielsweise Vorkäufe, zum Einsatz. Zudem verlängern wir die Duration auf der Aktivseite unter maßvoller Beimischung höherrentierlicher Papiere, einschließlich ausgewählter Glips-Emissionen. Für einen großen Teil unseres Lebensversicherungsportfolios ist das Zinsgarantierisiko durch vertragliche Bestimmungen reduziert. Zumindest die zusätzlich zum Garantiezins gezahlten Überschussbeteiligungen können an die Kapitalmarktlage angepasst werden. Daneben existieren bei den bestehenden traditionellen Lebensversicherungen jedoch auch Risiken bei einem schnellen, deutlichen Zinsanstieg. Zum einen resultiert dies aus den Regelungen für die garantierten Rückkaufswerte bei vorzeitiger Beendigung von Versicherungsverträgen. So kann ein schnell steigendes Zinsniveau zu stillen Lasten bei festverzinslichen Wertpapieren führen. Im Fall vorzeitiger Vertragsbeendigung stünden den Versicherungsnehmern die garantierten Rückkaufswerte vollumfänglich zu; die Versicherungsnehmer wären aber nach geltendem Recht nicht an den gegebenenfalls entstandenen stillen Lasten zu beteiligen. Bei Verkauf der entsprechenden Kapitalanlagen wären die stillen Lasten vielmehr ausschließlich von den Gesellschaften zu tragen. Theoretisch wäre denkbar, dass der Zeitwert der Kapitalanlagen in bestimmten Zinsanstiegsszenarien nicht ausreicht, die garantierten Rückkaufswerte zu erreichen. Zudem führt die durch die VVG-Reform geänderte Verteilung der Abschlusskosten in der Anfangsphase zu höheren Rückkaufswerten. Dieser Effekt wird durch das lvrg seit 2015 noch verschärft. Zum anderen resultieren Risiken bei einem schnellen Zinsanstieg aus der für die Höhe der Leistungsverpflichtungen maßgeblichen Bilanzierung nach HGB. Die Abbildung der Leistungsverpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern wird in der HGB-Rechnungs-legung im Wesentlichen durch die Deckungsrückstellungsver-ordnung geregelt. Seit 2011 ist es erforderlich, eine Zinszusatzreserve (zzr) für diejenigen Tarifgenerationen zu bilden, deren Rechnungszins über dem aus einem gleitenden Durchschnitt gebildeten MarktReferenzzins liegt. Der Aufwand zur Bildung der Zinszusatzreserve erfordert hohe Verzinsungen der Kapitalanlagen, die teilweise nur durch Realisierung von Bewertungsreserven gestellt werden können. Im Falle eines schnellen Zinsanstiegs besteht das Risiko, dass aufgrund des verwendeten gleitenden Durchschnitts beim Referenzzins weiterhin hohe Zuführungen zur Zinszusatzreserve erforderlich sind, hierfür aber keine Bewertungsreserven mehr realisiert werden können. Um das daraus resultierende Risiko eines erheblichen Eigenmittelverlustes zu reduzieren, wurde mit Einführung des lvrg die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen der Berechnung der Mindestzuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung auch Kosten- und Risikogewinne für die Zuführung zur Zinszusatzreserve einzusetzen. Das längerfristige Fortbestehen des Niedrigzinsniveaus, die damit verbundene Finanzierung der Zinszusatzreserve und die gleichzeitige Ausschüttung von Bewertungsreserven sowie die Aufrechterhaltung einer auskömmlichen Solvabilitätsquote führen insgesamt zu deutlichen Belastungen der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften und Pensionskassen sowie der Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung und stellen mithin auch ein bedeutendes Risiko und ggf. Belastung für den Konzern dar. Ein Anstieg der Credit Spreads über die erwarteten Werte hinaus könnte höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten von Anleihen indizieren und damit zu einem Rückgang der Basiseigenmittel führen. Dabei beruht die Startkurve der Credit Spreads für Laufzeiten von bis zu zehn Jahren auf der Beobachtung liquider Märkte, wonach zu einem langfristig erwarteten Mittelwert hin extrapoliert wird. Sollten die realisierten künftigen Spreads - und damit die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen - von diesem langfristigen Zielwert abweichen, hätte dies Auswirkungen auf das Kapitalanlageergebnis. Hohe Kreditausfälle in einzelnen Jahren können durch die in der Lebensversicherung übliche asymmetrische Verteilung von Gewinnen und Verlusten auf Versicherungsnehmer und Aktionäre zu einer überproportionalen Verringerung der Basiseigenmittel führen. Diesen Risiken wird durch eine Streuung der Kapitalanlage und damit des Ausfallrisikos sowie durch die Anlage in Anleihen hoher Bonität begegnet. Als Kenngröße zur spezifischen Kontrolle und Untersuchung von Credit-Spread-Risiken, insbesondere unter Berücksichtigung von Klumpungseffekten, verwenden wir den Credit Value at Risk (Credit VaR), siehe Abschnitt "Kreditrisiken". Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen gleich dem für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumen angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss, der jedoch aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering ist. Die mit dem Kapitalmarkt verbundenen Risiken werden im Abschnitt "Wesentliche Marktrisiken" quantifiziert. Versicherungstechnische Risiken der Personen-RückversicherungFür die Personen-Rückversicherung sind die oben beschriebenen biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung, insbesondere Katastrophenrisiken, z. B. im Hinblick auf Pandemien. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung bemessen sich hauptsächlich nach den Meldungen unserer Zedenten und werden zusätzlich auf Basis von abgesicherten biometrischen Berechnungsgrundlagen festgelegt. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen überprüft der Konzern, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen (z. B. Verwendung von Sterbe- und Invaliditätstafeln, Annahmen zur Stornowahrscheinlichkeit) genügen. Das Neugeschäft zeichnet der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung der weltweit gültigen Rahmen-Zeichnungsrichtlinien, die detaillierte Regeln über Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken formulieren und jährlich überarbeitet werden. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden in speziellen Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem der Konzern die Einhaltung der entsprechenden Rahmen-Zeichnungsrichtlinien überwacht, reduziert er das potenzielle Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und bei der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen (z. B. von Stornorisiken) vorgenommen. Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen entsprechend abgestufte Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der PersonenRückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung ist das in der LebenErstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko nur von geringer Risikorelevanz in der Personen-Rückversicherung. Dort wird das Risikoprofil von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert, da in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeitsund Langlebigkeitsrisiken vorsichtig, da die Verträge in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen sind. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG IN %scroll
KonzentrationsrisikenIn der Lebensversicherung werden die Konzentrationsrisiken dominiert von dem Zinsgarantierisiko. Hierzu verweisen wir auf den Abschnitt "Sensitivitätsanalyse" und auf das Marktrisiko, insbesondere den Abschnitt "Kreditrisiken" zu der auf dem Credit VaR basierenden Berücksichtigung von Portfolio-Konzentrationen und Korrelationen. Hinsichtlich der geografischen Konzentration verweisen wir auf die folgende Tabelle, die die Verteilung der Deckungsrückstellung sowohl brutto als auch netto (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) nach Regionen für die Personenversicherer beschreibt. DECKUNGSRÜCKSTELLUNG NACH REGIONEN1)IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sindIn den Versicherungsprodukten der Leben-Erstversicherer können folgende wesentliche Optionen seitens des Versicherungsnehmers enthalten sein, sofern sie bei Vertragsabschluss vereinbart wurden: Mindestverzinsung/Garantiezins: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn das aktuelle Zinsniveau deutlich unterhalb des für die Kalkulation der Versicherungsleistungen verwendeten Diskontzinssatzes liegt. In diesem Fall können die erwirtschafteten Zinserträge gegebenenfalls nicht ausreichen, um den Aufzinsungsbetrag zu decken. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt. Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags: Es besteht zum einen das potenzielle Risiko, dass durch den Rückkauf die entsprechende Versicherungsleistung liquide an den Versicherungsnehmer zu zahlen ist, und zum anderen, dass im Zuge der Beitragsfreistellung keine weiteren Liquiditätszuflüsse mangels Beitragszahlung durch die Versicherungsnehmer erfolgen. Diesem Risiko wird durch eine angemessene Liquiditätsplanung Rechnung getragen. Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung - überwiegend mit den dann jeweils gültigen Rechnungsgrundlagen bezüglich Biometrie und Garantieverzinsung (Dynamikanpassung, Nachversicherungsgarantien bei bestimmten Änderungen der Lebenssituation): Insoweit besteht das potenzielle Risiko darin, dass der Versicherungsnehmer sich zu einer günstigeren Prämie versichern kann, als es seinem gesundheitlichen Risiko entspricht, da gegebenenfalls mögliche Zuschläge nicht erhoben werden. Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn bei einem Zinsniveau deutlich oberhalb des für die Kalkulation der Renten verwendeten Diskontzinssatzes unerwartet viele Versicherungsnehmer ihr Wahlrecht ausüben. Jedoch besteht keine unmittelbare Zins- und Markt-sensitivität durch die Wahlrechtsausübung, da die vorhandenen Versicherungskomponenten durch individuelle Faktoren der Versicherungsnehmer wesentlich beeinflusst werden. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt. Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der entsprechenden Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. Weitere eingebettete Derivate sind wirtschaftlich unwesentlich. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. Diesbezüglich verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". FORDERUNGSAUSFALLRISIKENForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Wertberichtigungen oder Abschreibungen der Forderungen wären die Folgen. Die Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und gegenüber Versicherungsvermittlern sind grundsätzlich ungesichert. Das Ausfallrisiko dieser Forderungen unterliegt einer laufenden Beobachtung im Rahmen unseres Risikomanagements. Es handelt sich hierbei um eine Vielzahl von Forderungen mit verhältnismäßig niedrigen Einzelhöhen, die gegenüber einer diversifizier-ten Schuldnerschaft bestehen. Diese Forderungen bestehen im Allgemeinen gegenüber Versicherungsnehmern, die über kein Rating verfügen. Allein Firmenkunden ab einer gewissen Größenordnung verfügen über externe Einschätzungen ihrer Bonität. Bei den Versicherungsvermittlern handelt es sich um einzelne Makler oder Maklerorganisationen, die in der Regel ebenfalls über kein Rating verfügen. Gegen mögliche Verzögerungen oder Ausfälle der Prämienzahlungen im Direkt- wie im Vermittlerinkasso betreiben die Konzerngesellschaften jeweils ein effektives Mahnverfahren mit dem Ziel einer Verminderung der Außenstände. Darüber hinaus werden bei Vermittlern Bonitätsprüfungen durchgeführt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären, weil das abgeschlossene Bruttogeschäft nicht immer vollständig im Selbstbehalt bleibt, sondern nach Bedarf weiter (retro-)zediert wird. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig auswählt und fortlaufend bezüglich ihrer Bonität beobachtet. Die konsistente und einheitliche Verwendung von stichtagsbezogenen Ratinginformationen wird über ein konzernweit zugängliches Ratinginformationssystem sichergestellt. Um Konzentrationen zu beschränken, sind Obergrenzen für den Anteil an Schadenrückstellungen pro Rückversicherungskonzern festgelegt. Zur Vermeidung bzw. Begrenzung von Ausfallrisiken aus dem Rückversicherungsgeschäft werden Abgabenlimite für einzelne Rückversicherungspartner vorgegeben sowie im Bedarfsfall geeignete Maßnahmen zur Besicherung eventueller Forderungen bzw. anderer vertraglicher Verpflichtungen dieser Rückversicherungspartner ergriffen. Ausstehende Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre sind im Konzernanhang ersichtlich. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen in Anmerkung 14 "Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft". Die Steuerung der vertraglichen Rückversicherungsabgaben erfolgt im Erstversicherungsbereich insbesondere bei unserem konzerneigenen Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH über operative Sicherungsrichtlinien und Platzierungsrichtlinien. Neben der klassischen Retrozession in der Schaden-Rückversicherung transferiert die Hannover Rück se auch Risiken in den Kapitalmarkt. Die aus der passiven Rückversicherung, d. h. der Abgabe der von uns übernommenen Risiken, resultierenden Ansprüche - die Anteile der Rückversicherer - beliefen sich auf 8,0 (8,4) Mrd. EUR. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen sind mit erhaltenen Sicherheiten wie Depots oder Avalbürgschaften in Höhe von 2,6 (2,3) Mrd. EUR unterlegt. Bei einem Großteil unserer Retrozessionäre sind wir auch Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht meist ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der erhaltenen Sicherheiten verbleibt ein Betrag in Höhe von 5,4 (6,2) Mrd. EUR. Dabei ergibt sich folgende Ratingstruktur: Innerhalb des unbesicherten Bestandes sind 81 (81) % unserer Rück-versicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen -, stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Besicherungen (z. B. Bar-und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Besicherungen verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich in gleichem Maß die versicherungstechnischen Rückstellungen. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -1.188 (-764) Mio. EUR. MARKTRISIKENDie Marktrisiken umfassen hauptsächlich das Marktpreisrisiko, das Kreditrisiko sowie das Liquiditätsrisiko, wobei das Marktpreisrisiko die Risiken aus Änderungen des Zinsniveaus, Änderungen der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten, Währungsrisiken sowie Risiken aus Kursänderungen beinhaltet. Die Marktrisiken stellen eine für den Konzern wesentliche Risikokategorie dar. Insbesondere im Interesse der Versicherungsnehmer und um auch die zukünftigen Anforderungen des Kapitalmarkts zu berücksichtigen, ist die Kapitalanlagepolitik grundsätzlich an folgenden Zielen ausgerichtet:
Ein wesentlicher Baustein des Risikomanagements der Kapitalanlagen ist das Prinzip der Funktionstrennung zwischen PortfolioManagement, Wertpapierabwicklung und Risikocontrolling. Dem vom Portfolio-Management auch organisatorisch getrennten Risikocontrolling obliegen insbesondere die Überwachung sämtlicher Risikolimite und die Bewertung der Finanzprodukte. Die Steuerungsund Kontrollmechanismen orientieren sich insbesondere an den von der BaFin bzw. von den jeweiligen lokalen Aufsichtsbehörden erlassenen Vorschriften. Für die einzelnen Gesellschaften bestehen detaillierte Kapitalanlagerichtlinien, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Diese Anlagerichtlinien dienen der Festlegung des Rahmens der Anlagestrategie und orientieren sich im Berichtszeitraum an den Prinzipien des § 124 vag. Die Vermögenswerte werden nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht, unter Berücksichtigung der Art und Laufzeit der betriebenen Versicherungsgeschäfte, der sich daraus ergebenen Verbindlichkeitenprofile sowie der Unternehmensstruktur, so angelegt, dass möglichst große Sicherheit, Qualität und Rentabilität bei hinreichender Liquidität unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht werden. Das Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH und der Finanzvorstand der jeweiligen Gesellschaft überwachen die in diesen Richtlinien aufgeführten Quoten und Limite. Jegliche wesentliche Änderung der Kapitalanlagerichtlinien und/oder der Kapitalanlagepolitik muss der Vorstand der jeweiligen Gesellschaft genehmigen und seinem Aufsichtsrat zur Kenntnis bringen. Zur Überprüfung der strategischen Asset-Allokation wird regelmäßig die Struktur der selbst verwalteten Kapitalanlagebestände (ohne Depotforderungen) überprüft. Über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem gelten die folgenden Rahmenwerte für wesentliche Kapitalanlageklassen auf Marktwertbasis: GEWICHTUNG WESENTLICHER KAPITALANLAGEKLASSEN IN %scroll
Die Limite unterscheiden sich zwischen den Geschäftsbereichen der Erstversicherungsgruppe und dem Rückversicherungsbereich. Die dargestellten Rahmenwerte beziehen sich auf die Erstversicherungsgruppe, die Auslastung auf den Konzern. Die Quoten für Renten, Aktien und Immobilien per 31. Dezember 2016 bewegen sich im Rahmen der Limite. MARKTPREISRISIKENMarktpreisrisiken entstehen aus dem potenziellen Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen und können auf Veränderungen des herrschenden Zinsniveaus sowie von Aktien- und Wechselkursen zurückgeführt werden. Diese können zu Wertberichtigungsbedarf oder zu realisierten Verlusten bei der Veräußerung von Finanzinstrumenten führen. Der Bestand der festverzinslichen Wertpapiere ist allgemein dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Ergänzend ist das Credit-Spread-Risiko zu nennen. Als Credit-Spread wird die Zinsdifferenz zwischen einer risikobehafteten und einer risikolosen Anleihe bei gleichbleibender Bonität bezeichnet. Änderungen dieser am Markt beobachtbaren Risikoaufschläge führen analog der Änderungen der reinen Marktrenditen zu Marktwertänderungen der korrespondierenden Wertpapiere. Auch kann ein Absinken des Zinsniveaus geringere Kapitalanlageerträge bewirken. Zu dem daraus resultierenden Zinsgarantierisiko in der Lebensversicherung siehe Abschnitt "Wesentliche versicherungstechnische Risiken". Aktienkursrisiken resultieren aus ungünstigen Wertveränderungen von im Bestand gehaltenen Aktien und Aktien- bzw. Aktienindex-derivaten. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen - insbesondere dann, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Bei der Steuerung des Währungsrisikos wird überwacht, ob eine kongruente Währungsbedeckung gegeben ist. Das Risiko wird begrenzt, indem Kapital möglichst in den Währungen angelegt wird, in denen die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu erfüllen sind. Indem wir das Prinzip der kongruenten Währungsbedeckung konsequent verfolgen, können wir dem Währungsrisiko im Konzern deutlich entgegensteuern. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: KAPITALANLAGEN IN %scroll
Die Investitionen in alternativen Assetklassen wie Private-Equity-Fonds und Infrastrukturinvestments werden durch ein konservatives Regelsystem limitiert und regelmäßig überwacht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen von direkt oder über Fondsanteile gehaltenen Immobilien ergeben. Diese können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall (z. B. eine Immobilienkrise) hervorgerufen werden. Bei direkten Investitionen in Immobilien werden auf Objekt- und PortfolioEbene regelmäßig die Rendite und weitere wesentliche PerformanceKennzahlen (z. B. Leerstände/Rückstände) gemessen. Bei indirekten Immobilieninvestitionen wird das Risiko wie bei den Private-Equity-Fonds durch regelmäßiges Beobachten der Fondsentwicklung und -performance kontrolliert. Die Marktpreisrisiken werden primär über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-Ebene festgelegt. Das Überschreiten von Limiten (Limitbruch) führt zu definierten Eskalationsprozessen. Ein wichtiges Element der Überwachung und Steuerung der Marktpreisrisiken ist die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR), wobei neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt werden (ALM-VaR). Der ALM-VaR basiert auf historischen Marktdaten und stellt eine modellbasierte Prognose für den innerhalb einer vorgegebenen Haltedauer (z. B. zehn Tage) maximal zu erwartenden Verlust dar, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Bei der Berechnung des ALM-VaR werden ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde gelegt. Das heißt, dass dieses geschätzte Verlustpotenzial innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten wird. Als Eingangsdaten fließen täglich fortgeschriebene Bestandsdaten für die Kapitalanlagen in die Berechnung ein. Neben den Bestandsdaten für die Kapitalanlagen werden zusätzlich replizierende Portfolios für die prognostizierten Cashflows aus den versicherungstechnischen Verpflichtungen in Form von Zahlungsverpflichtungen (sogenannte Short-Positionen) berücksichtigt, um Abhängigkeiten zwischen Kapitalanlagen und versicherungstechnischen Leistungen sowie einen gegebenenfalls bestehenden Duration Gap in der Kapitalanlage berücksichtigen und überwachen zu können. Als Duration Gap bezeichnet man eine Inkongruenz in der Zinsbindungsdauer zwischen Anlagen und Verpflichtungen. Der Umfang der Marktdatenhistorie für das verwendete ALM-VaR-Modell beträgt 521 Wochen. Darauf basierend werden 520 Wochenänderungen für die relevanten Marktparameter, wie z. B. Aktienkurse, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze, berechnet, die dann zur ALM-VaR-Ermittlung herangezogen werden. Die Zeitreihen, auf deren Basis die Risikoparameter berechnet werden, werden monatlich aktualisiert. Dabei werden die Marktparameter der ältesten vier Wochen entfernt und durch diejenigen der letzten vier Wochen ersetzt. Basierend auf den aktualisierten Marktdaten wird also monatlich eine Rekalibrierung des Modells vorgenommen. Das verwendete Modell basiert auf einem Multifaktorenmodell. Dieses Modell fußt auf einer Vielzahl repräsentativer Zeitreihen wie z. B. Zinsen, Wechselkursen und Aktienindizes. Aus diesen Zeitreihen lassen sich mithilfe einer Hauptkomponentenanalyse alle risikorelevanten Faktoren ermitteln. Die zwischen den Zeitreihen bestehenden Korrelationen fließen in die Gewichtung der Risikofaktoren ein. Dadurch werden Kumulations- und Diversifikationseffekte bei der Risikoschätzung berücksichtigt. Die einzelnen Bestandteile des Portfolios werden gegen diese Faktoren regressiert. Die dabei ermittelten Faktorladungen stellen einen Zusammenhang zwischen den Bewegungen der Faktoren, die aus den Bewegungen der repräsentativen Zeitreihen abgeleitet wurden, und den Bewegungen der Wertpapiere her. Durch die Simulation der Faktorentwicklungen werden die Risiken der Wertpapiere abgeleitet. Das Risiko von Derivaten, wie z. B. Optionen, wird durch eine vollständige Neubewertung während der Risikosimulation abgeleitet. Hierdurch werden auch nicht lineare Zusammenhänge zwischen Optionspreisen und den Preisbewegungen der zugrunde liegenden Basiswerte berücksichtigt. Der Ermittlung des ALM-VaR liegen Normalszenarien der Märkte, abgeleitet aus der Vergangenheit, zugrunde. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2016 betrug 1.507 (1.433) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,4 (1,4) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die ALM-VaR-Quote nahezu unverändert. Neben der eher langfristig ausgelegten Überwachung der Risikotragfähigkeit der mit den Kapitalanlagen verbundenen Marktrisiken kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der lediglich die letzten 180 Wochenrenditen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis, womit wir das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen abschätzen. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die folgende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag. Bei der Darstellung handelt es sich um eine Bruttodarstellung; insbesondere werden bei den gezeigten Effekten die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung nicht berücksichtigt. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Beachtung dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAG IN MIO. EURscroll
1)
Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung) Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab, um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, um den späteren Erwerb von Wertpapieren vorzubereiten oder um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. In geringem Umfang werden im Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die zu einem Kontrahentenrisiko führen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat die Hannover Rück inflationsabhängige Wertpapiere im Bestand, die Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken schützen. Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente entscheiden die Gesamtvorstände der Konzerngesellschaften. Interne Richtlinien regeln den Einsatz derivativer Produkte, um einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zu gewährleisten und um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden laufend überwacht. Derivatpositionen und -transaktionen werden im Reporting detailliert aufgeführt. Durch die Anwendung von Netting- und Sicherheitsvereinbarungen wird das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von otc-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten reduziert. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente können der Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz -Aktiva" entnommen werden. KREDITRISIKENAdressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiken bestehen in der potenziellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Schuldnern und der daraus resultierenden Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder bonitätsbedingter Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Unter Adressenausfallrisiko für Kapitalanlagen subsumiert der Konzern folgende Risiken:
Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emitten-ten-/Kontrahenten- und z. T. auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im Portfolio sicherstellen. Das Überschreiten von Limiten führt zur Durchführung von festgelegten Eskalationsprozessen. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen wie Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder anderer Ratingagenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen und produktübergreifende Rahmenverträge vereinbart, die sowohl Netting- als auch Kollateralleistungen umfassen (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting"). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert:
Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (Credit VaR) berechnet. Der Credit VaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des Credit VaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Durch diesen Ansatz werden insbesondere Konzentrationseffekte und Abhängigkeiten zwischen den Portfoliobeständen in der Messung des Kreditrisikos erfasst. In der Credit-VaR-Ermittlung werden insbesondere Kreditrisiken für europäische Staatsanleihen berücksichtigt. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2016 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.127 (4.755) Mio. EUR bzw. 4,7 (4,6) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Übernahme der italienischen Gesellschaft cba Vita S. p. A. im Segment Privat- und Firmenversicherung International erhöhte dabei den Credit VaR um fünf Basispunkte (bps). In der internen Risikoermittlung werden alle Kapitalanlagen als kreditrisikobehaftetet erfasst. Insbesondere schließt dies auch alle europäischen Staatsanleihen ein, die nach dem Standardmodell unter Solvency II als risikofrei angesehen werden. Der absolute Anstieg des Credit VaR ist primär auf den Zuwachs der Kapitalanlagen und Marktwertgewinne zurückzuführen. Darüber hinaus wurden selektiv Risiken mit leicht höheren Credit Spreads eingegangen sowie der Anteil der Investments in Infrastruktur erhöht, die aufgrund ihrer relativ langen Laufzeiten mit leicht überdurchschnittlichen Risikoanrechnungsfaktoren im Credit VaR Berücksichtigung finden. Die im Credit-VaR-Stresstest beobachtbaren relativen Veränderungen entsprechen weitgehend den Werten aus dem Jahr 2015. CREDIT-VAR-STRESSTEST IN MIO. EURscroll
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des Credit VaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen die Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Die Exponierung des Konzerns innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- auf Marktwertbasis beträgt 4,4 Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,1 %. EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS AIN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Im Konzern dienen insgesamt 846 (749) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 62 (90) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 594 (593) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen des Konzerns werden unter "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" im Kapitel "Sonstige Angaben" erläutert. Seitens der Hannover Rück se wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 1,3 (1,3) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 291 (196) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können. Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 30, Seite 223. Bonitätsstruktur der Kapitalanlagen: Zum Ende des Berichtszeitraums waren 95 (95) % unserer Kapitalanlagen in festverzinslichen Wertpapieren als Investment-Grade klassifiziert (d. h., das Kompositrating dieser Bestände ist mindestens BBB-), 76 (78) % verfügten über ein Rating der Kategorie A und besser. Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen erhalten bei Anschaffung ein internes Rating, das in der Regel vom Emittentenrating abgeleitet wird. Rund 64 (53) % der kurzfristigen Geldanlagen - überwiegend Fest- und Tagesgelder sowie Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr (Position: übrige Kapitalanlagen) - weisen ein Rating der Kategorie A und besser auf. Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva". LIQUIDITÄTSRISIKENLiquiditätsrisiken aus KapitalanlagenUnter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in flüssige Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. So können wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Den Liquiditätsrisiken begegnen wir durch regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie durch kontinuierliche Abstimmung der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass der Konzern jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, die die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen. Zur Überwachung der Liquiditätsrisiken ist jede Wertpapiergattung mit einem Liquiditätskennzeichen versehen, das den Grad der Liquidierbarkeit des Titels zu marktgerechten Preisen angibt. Diese Kennzeichen werden vom Risikocontrolling der Talanx Asset Management GmbH regelmäßig überprüft, unter Berücksichtigung von Marktdaten und einer Einschätzung des Portfolio-Managements plausibilisiert und, falls angezeigt, modifiziert. Die Daten fließen anschließend in das standardisierte Bestandsreporting an die Finanzvorstände der Versicherungsunternehmen ein. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos liegt in der Verantwortung der operativen Versicherungsunternehmen. Hierzu verwenden sie angemessene Systeme, die die Besonderheiten der unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Konzern entsprechend reflektieren. Auf diese Weise erzielen wir die größtmögliche Flexibilität bei der gesamten Liquiditätshaltung. Für die einzelnen Gesellschaften im Konzern existieren individuelle Mindestlimite für den Bestand an Papieren mit hoher Liquidität sowie Höchstlimite für den Bestand an Papieren mit geringer Liquidität. Insbesondere die Mindestlimite leiten sich aus dem zeitlichen Charakter der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen ab. So weisen Schaden/Unfall-Versicherer im Konzern aufgrund der kürzeren Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen in der Regel höhere Mindestlimite für den Bestand von Papieren mit hoher Liquidität aus als Lebensversicherer, die in der Regel eine höhere Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen vorweisen. Überschreitungen von Risikolimiten werden den Finanzvorständen und dem PortfolioManagement unverzüglich zur Kenntnis gebracht. Liquiditätsrisiken aus dem GeschäftsbetriebAuf der Ebene der Talanx AG kann sich ein Liquiditätsrisiko im Wesentlichen durch Inkongruenzen zwischen Zahlungsein- und -ausgängen aus zwei Anlässen ergeben: der Refinanzierung fällig werdender Fremdverbindlichkeiten sowie der Anforderung von Kapital durch Tochtergesellschaften. Bezüglich der Refinanzierung besteht insbesondere das Risiko, dass liquide Mittel nur noch zu erhöhten Zinssätzen beschafft werden können bzw. Vermögensgegenstände nur zu erhöhten Abschlägen veräußert werden können. Zur Steuerung der Liquidität hat die Talanx AG ihre jederzeitige Zahlungsfähigkeit im Normalbetrieb sowie in möglichen Krisensituationen sicherzustellen. Hierzu wird die Liquiditätsposition auf Tagesbasis überwacht und eine Liquiditätsplanung über zwölf Monate sowie eine Liquiditätsvorschau über einen Zeitraum von drei Jahren erstellt und in regelmäßigen Abständen dem Konzernvorstand vorgelegt. Zur Abfederung kurzfristig im Konzern auftretender Liquiditäts-bedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor, die in Geldmarktanlagen bei ausgewählten Kreditinstituten platziert wird. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Die Talanx AG hält einen Bestand an liquiden Aktiva, die - falls nötig - veräußert werden können, und sie unterhält derzeit zwei von Geschäftsbanken syndizierte Kreditlinien in einem Volumen von insgesamt 500 Mio. EUR. Weiterhin besteht eine bilaterale Kreditlinie mit dem HDI V. a. G. in einem Volumen von 500 Mio. EUR. Die Linien sind zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang des Konzerns zu lang- und ggf. auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Dieser Zugang ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie den allgemeinen Kapitalmarktbedingungen und der eigenen Bonitätseinstufung. Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich für die Talanx AG in Form von Eigen- und Fremdkapital. Eigenkapital kann durch die Emission von Namensaktien generiert werden. Die Beschaffung von Fremdkapital erfolgt über die Begebung erst- und nachrangiger Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Im Zuge der Finanzkrise waren im Markt eine Verknappung der Darlehensvergabe der Banken und damit einhergehende mögliche Probleme bei der Beschaffung von liquiden Mitteln zu beobachten. Zusätzliche Besorgnis im Bankenbereich entstand nicht nur aus den möglichen Verlusten auf Anleihen und Kredite an die giips-Staaten, sondern auch aus den regulatorisch stark angehobenen Anforderungen an das Risikokapital, die zu einem erheblichen Bedarf an neuem Eigenkapital bei den Banken bzw. zur Verkürzung der Bilanzen führen. Eine Kreditverknappung seitens der Banken könnte auch die Talanx AG treffen und ein Liquiditätsrisiko darstellen. Auf der Ebene der Geschäftsbereiche generiert der Konzern generell laufend signifikante Liquiditätspositionen dadurch, dass die Prämieneinnahmen in der Regel zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Das Liquiditätsrisiko hat für den Konzern vor allem auf Geschäftsbereichsebene im Vergleich zur Kreditwirtschaft geschäftsmodell-bedingt eine im Grundsatz geringere Bedeutung, da er durch die laufenden Prämienzahlungen und Zinserträge aus Kapitalanlagen sowie eine liquiditätsbewusste Anlagepolitik grundsätzlich kontinuierlich über ausreichend flüssige Mittel verfügt. Liquiditätsrisiken könnten sich jedoch insbesondere durch illiquide Kapitalmärkte ergeben sowie im Lebensversicherungsbereich durch eine erhöhte Stornoquote der Versicherungsnehmer, wenn zusätzliche Kapitalanlagen kurzfristig in großem Umfang liquidiert werden müssen. Schaden/Unfallversicherung: Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber. Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv. ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT1)IN MIO. EURscroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen
zwischen den Segmenten Personenversicherung: Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die NettoSchadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzah-lungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schaden-zahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet. Sonstige finanzielle Rahmenbedingungen: Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva kann der Konzern bei Bedarf weiterhin die bestehenden Kreditlinien, die bestehende Rahmenvereinbarung zur Begebung von Wandelschuldverschreibungen mit dem HDI V. a. G. oder kapitalmarktbezogene Refinanzierungsmöglichkeiten nutzen. Mit verschiedenen Kreditinstituten bestehen seitens der Hannover Rück SE Fazilitäten für Letters of Credit (LoC). Eine im Jahr 2011 abgeschlossene syndizierte Fazilität über umgerechnet 915 Mio. EUR wurde im Januar 2016 beendet und durch bilaterale Kreditverträge teilweise refinanziert. Auf bilateraler Ebene bestehen zudem mit Kreditinstituten LoC-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 2,8 (2,6) Mrd. EUR mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten bis maximal zum Jahr 2021. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück se Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung des Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. Hinsichtlich der Darstellung der Kapitalanlagen und der wesentlichen Bruttorückstellungen (Deckungsrückstellung, Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle) sowie der Rückversicherungsanteile (nach ihren erwarteten bzw. vertraglichen Laufzeiten gegliedert) verweisen wir auf die Erläuterungen zu den entsprechenden Bilanzposten im Konzernanhang. WESENTLICHE OPERATIONELLE RISIKENUnter operationellen Risiken fassen wir Risiken, die aus internen Prozessen sowie mitarbeiter- und systembedingten oder externen Vorfällen entstehen. Sie umfassen auch rechtliche Risiken und Compliance-Risiken. Strategische Risiken und Reputationsrisiken fallen nicht in diese Risikokategorie. Die Gesellschaften im Konzern identifizieren und bewerten ihre operationellen Risiken auf Basis einer strukturierten regelmäßigen Einzelrisikoerhebung im Risikoerfassungssystem in Verbindung mit vierteljährlichen Instrumenten wie Risikogesprächen. Für die Identifikation und Bewertung der Risiken sind die Risikoverantwortlichen der jeweiligen Fachbereiche auf der Geschäftsbereichs- und Konzernebene zuständig. Diese melden und bewerten ihre operationellen Risiken inkl. dazugehöriger risikomindernder Maßnahmen. Die Steuerung und Überwachung der operationellen Risiken erfolgt primär durch angemessene Prozesse und Verfahren des internen Kontrollsystems. Relevante Risiken werden in der Risikoberichterstattung berücksichtigt. Ein vielfältiges und ursachenbezogenes Risikomanagement und ein effizientes internes Kontrollsystem vermindern solche Risiken, die mit jeder Art von Geschäftstätigkeiten, mit den Mitarbeitern oder mit technischen Systemen verbunden sind. Für die laufende Überwachung des Vorliegens schlüssiger Konzepte für die Einhaltung von Recht und Gesetz sowie der innerhalb des Konzerns geltenden Regeln ist die Funktion Compliance zuständig. Die Konzern-Revision kontrolliert im Rahmen ihrer Funktion als Third Line of Defence. Rechtliche Risiken liegen in Verträgen und allgemeinen, durch den Gesetzgeber, die Rechtsprechung und faktisch auch die Aufsichtsbehörden durch Auslegungsentscheidungen geprägten juristischen Rahmenbedingungen, wie insbesondere geschäftsspezifischen Unwägbarkeiten des Wirtschafts- und Steuerrechts eines international tätigen Personen- wie Nicht-Leben-(Rück-)Versicherers. Erst- und Rückversicherer sind auch von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den jeweiligen Märkten abhängig. Rechtliche Risiken stellen insbesondere für den Lebensversicherungsbereich des Talanx-Konzerns bedeutende Risiken dar. Generell ist die rechtliche Entwicklung aktuell durch eine deutliche Verschärfung des Sanktionsrechts durch signifikante Erhöhung der Bußgeldrahmen in Verbindung mit der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Konzernobergesellschaften geprägt. Das gilt - nach Vorbild des insoweit bereits etablierten europäischen Kartellrechts - insbesondere für das Kapitalmarkt- und das durch die neue europäische Datenschutzverordnung geprägte zukünftige Datenschutzrecht. Derartige Neuerungen so wie etwa auch die Entwicklungen im Rahmen von IFRS-Vorschriften, des Versicherungsvertrags- und Aufsichtsrechts oder des Steuerrechts werden frühzeitig identifiziert, um den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden. Zudem werden insbesondere Entwicklungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung oder gesetzliche Änderungen, die die Konzerngesellschaften betreffen, eng durch konzerninterne Juristen überwacht. Beispiele: In verschiedenen Ländern ist eine Finanztransaktionssteuer zur zumindest teilweisen Finanzierung der Kosten der Bankenkrise geplant oder bereits umgesetzt. Die EU-Kommission hat im Februar 2013 einen Richtlinienvorschlag für eine Finanztransaktionssteuer vorgelegt. Da eine Einigung über eine EU-weite Einführung nicht erzielt werden konnte, haben 2014 Deutschland und zehn weitere EU-Staaten beschlossen, ab 2016 eine Finanztransaktionssteuer im Rahmen der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit einzuführen. Die Abgabe soll schrittweise in Kraft treten, wobei in einem ersten Schritt voraussichtlich nur der Handel mit Aktien und einigen Derivaten besteuert werden soll. Da bis heute eine konkrete Einigung über einen Richtlinienvorschlag noch nicht erfolgt ist, ist mit einer Einführung einer Finanztransaktionssteuer noch im Jahr 2017 nicht mehr zu rechnen. Ob und inwieweit Altersvorsorgeprodukte von der Finanztransaktionssteuer ausgenommen werden könnten, ist weiterhin unklar. Die möglichen Auswirkungen einer solchen Finanztransaktionssteuer hängen von der konkreten Ausgestaltung ab und sind daher noch ungewiss. Es besteht das Risiko, dass eine solche Abgabe gegebenenfalls auch den Konzern trifft. Berechnungen des gdv gehen unter Annahme der Mindeststeuersätze von einer jährlichen Belastung in der Größenordnung von zehn Basispunkten der relevanten Kapitalanlagen aus. Steuerliche Risiken können sich für den Konzern zudem aus der Neuregelung des Pauschalverfahrens zur Bewertung der Schadenrückstellungen ergeben. Die bisherige Regelung, die auf vor dem 1. Januar 2014 endende Wirtschaftsjahre begrenzt war, hat das Bundesministerium der Finanzen zunächst um zwei Jahre verlängert. Mit dem Auslauf der Pauschalregelung ist für die Talanx-Gesellschaften das Risiko einer nur steuerlichen Gewinnerhöhung verbunden. Darüber hinaus gibt es gerichtlich anhängige Verfahren, die nach rechtskräftigem Abschluss Auswirkungen auf die gesamte deutsche Versicherungswirtschaft und somit auch auf den Konzern haben könnten. Dies gilt insbesondere auch für den Lebensversicherungsbereich. Weiterhin zu Teilen ungeklärt sind die Rechtsfolgen des BGH-Urteils vom 7. Mai 2014 hinsichtlich des Widerspruchs und Rücktritts von Lebensversicherungsverträgen der Jahre 1994 bis 2007 mit unzureichender Belehrung (zu den Einzelheiten siehe Talanx-Konzern-geschäftsberichte 2013 und 2015). Offene Punkte betreffen die konkrete Höhe des Rückforderungsanspruchs, dort insbesondere die Frage, inwiefern Kapitalerträge als herauszugebende Nutzungen mit vom Versicherer getragenen Kosten saldiert werden dürfen, sowie die Möglichkeiten und Voraussetzungen eines Treuwidrig-keitseinwands auch bei unzureichenden Belehrungen. Aufgrund der im Konzern gelebten Belehrungspraxis wird auch weiterhin von einer geringen Inanspruchnahme ausgegangen. Es steht zudem noch eine Entscheidung des BGH zu Verfahren aus, die Verträge mit korrekter Widerspruchsbelehrung und kurzer Vertragslaufzeit zum Gegenstand haben. Sofern das Verwirkungsargument bei diesen sogenannten Kurzläufern nicht greift, wird der BGH klären müssen, ob er die Frage der Europarechtskonformität des Policenmodells dem EuGH zur Vorabentscheidung vorlegt. Im Vorjahresbericht hatten wir über den österreichischen "heta"-Sachverhalt berichtet: Österreich hatte auf Basis des Bundesgesetzes über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) für die heta Asset Resolution ("heta") am 1. März 2015 ein Zahlungsmoratorium verhängt; die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens sah sich erheblichen Zweifeln ausgesetzt. Für alle betroffenen Gesellschaften/ Investmentfonds wurden juristische Schritte eingeleitet. Nach dem Scheitern eines bis zum 11. März 2016 befristeten Rückkaufangebotes verordnete die zuständige Aufsichtsbehörde fma am 10. April 2016 einen Schuldenschnitt. Der Schuldenschnitt betrug für vorrangige Verbindlichkeiten 54 %. Per 18. Mai 2016 wurde von den großen Gläubigergruppen sowie dem österreichischen Finanzministerium ein Memorandum of Understanding (MoU) abgeschlossen (Umtauschangebot mit einem wirtschaftlichen Wert von ca. 90 % [Zero-bond, garantiert von der Republik Österreich, ca. 13,5 Jahre Laufzeit]). Auf der Grundlage des MoU wurde am 5. September 2016 durch den Kärntner Ausgleichsfonds ein entsprechendes Rückkaufangebot veröffentlicht. Das Umtauschangebot war erfolgreich und wurde von der Mehrheit der Gläubiger angenommen. Daraufhin erfolgte am 12. Oktober 2016 das Settlement (Austausch im Verhältnis 1:1 der HETA-Bonds gegen die von Österreich garantierten Zerobonds des Kärntner Ausgleichsfonds). Es folgte eine Halteperiode bis zum Ablauf des 30. November 2016. Ab dem 1. Dezember 2016 erfolgte sodann der Rückkauf zu einem wirtschaftlichen Wert von 90 % des Nominalwertes der HETA-Papiere auf Basis der Marktdaten vom 12. Oktober 2016. Wir stufen den konkreten Sachverhalt daher nicht mehr als Risiko ein. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts bzw. einer Zahlung über die bilanzierten Rückstellungen hinaus wird im Konzern als gering eingeschätzt. Die Dauer des Verfahrens ist leider nicht untypisch und indiziert für sich genommen kein gesteigertes Risiko. In zunehmendem Maße zeigt sich infolge der Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen inklusive Kapitalanforderungen seitens der Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte auch Gesellschaften des Konzerns treffen und Kapitalmaßnahmen erfordern. So hat das Financial Stability Board (fsb) eine Liste mit Versicherungsunternehmen veröffentlicht, die als global systemrelevant eingestuft werden. Der Konzern ist vom fsb nicht als global systemrelevant eingestuft worden. Sollte sich dies ändern, können nicht geplante Kosten für den Konzern entstehen. Auf der Liste des fsb stehen derzeit noch keine Rückversicherungsunternehmen. Über deren Systemrelevanz soll zeitnah entschieden werden. Unabhängig von der globalen systemischen Relevanz arbeiten das fsb und die International Association of Insurance Supervisors (iais) an Insurance-Capital-Standards für international agierende Versicherer. Nicht ausgeschlossen ist, dass auf Sicht Anforderungen, die von globaler Systemrelevanz einer Gruppe abhängig sein sollten, auf jedwede international agierende Versicherungsgruppe erstreckt werden. Hieraus können sich beispielsweise Diskrepanzen zu den aus Solvency II abgeleiteten Solvenzanforderungen für den Konzern ergeben. Auf eine Verschärfung von Solvenzanforderungen scheinen auch die Bestrebungen des European Systemic Risk Board (esrb) hinauszulaufen. Neben den rechtlichen Risiken zählen zu den weiteren bedeutenden operationellen Risiken für den Konzern der Ausfall von Datenverarbeitungssystemen und die Datensicherheit, denn die Verfügbarkeit der Anwendungen, die Sicherung der Vertraulichkeit und die Integrität der verwendeten Daten sind von entscheidender Bedeutung für den Konzern. Da der weltweite Austausch von Informationen zunehmend per elektronischer Datenübermittlung stattfindet, ist er auch durch Computerviren angreifbar (Cyber-Risiko). Gezielte Investitionen in die Sicherheit und Verfügbarkeit der Informationstechnologie erhalten und steigern das bestehende hohe Sicherheitsniveau. Der Konzern und die IBM Deutschland GmbH haben einen Vertrag zum Betrieb des Rechenzentrums der Erstversicherungsgruppe in Deutschland unterzeichnet. Die Konsolidierung der Rechenzentren trägt zur Verbesserung der Betriebsstabilität der IT-Infrastruktur bei, ermöglicht eine höhere Flexibilität und ist ein wichtiger Schritt, um die Infrastrukturkosten der Gruppe zu verringern. Die Transformation auf die neue Umgebung soll bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Mit dem Übergang verbundene Risiken werden eng überwacht. Betriebliche Risiken können auch im Personalbereich entstehen, z. B. durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, die für das zunehmend komplexer werdende Geschäft mit starker Kundenorientierung sowie die Umsetzung wichtiger Projekte notwendig sind. Daher legt der Konzern großen Wert auf Aus- und Fortbildung. So können sich Mitarbeiter durch individuelle Entwicklungspläne und angemessene Qualifizierungsangebote auf die aktuellen Marktanforderungen einstellen. Zudem fördern moderne Führungsinstrumente und - wo tarifvertraglich möglich - adäquate monetäre ebenso wie nicht monetäre Anreizsysteme einen hohen Einsatz der Mitarbeiter. Dem Risiko, dass Mitarbeiter Vermögensdelikte zulasten des Unternehmens begehen, begegnet Talanx mit internen Kompetenz- und Bearbeitungsrichtlinien sowie mit regelmäßigen Fachkontrollen und Revisionen. Risiken aus Störungen der Gebäudeinfrastruktur, die zu Betriebsunterbrechungen führen können, reduzieren wir u. a. durch die Einhaltung von Sicherheits-/Wartungsvorschriften und Brandschutzmaßnahmen. Zudem ermöglichen im Falle einer Störung vorhandene Notfallplanungen eine schnellstmögliche Rückkehr in den Normalbetrieb. Zur Steuerung und Koordination der Maßnahmen zur Wiederherstellung des Normalbetriebs wurden sowohl auf Ebene der Talanx als auch in den Konzerngesellschaften Krisenstäbe gebildet. Risiken aus ausgegliederten Funktionen oder Dienstleistungen sind grundsätzlich in den Risikomanagement-Prozess eingebunden und werden identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und fließen in die Risikoberichterstattung ein, auch wenn die Dienstleistung nur konzernintern erfolgt. Zudem werden vor Ausgliederung von Tätigkeiten/Bereichen initiale Risikoanalysen durchgeführt. Vertriebliche Risiken können sich aus dem allgemeinen Marktumfeld (Konjunktur, Inflation, Biometrie etc.) und dem Versicherungsumfeld (Konkurrenzverhalten, Kunden-, Vermittler-, Mitarbeiterbedürfnisse etc.) ergeben. Grundsätzlich arbeitet der Konzern im Vertrieb nicht nur mit eigenen Außendienstorganen, sondern auch mit externen Vermittlern, Maklern und Kooperationspartnern zusammen. Dabei besteht insbesondere bei Fremdvertrieben naturgemäß das immanente Risiko, dass Vertriebsvereinbarungen durch externe Einflüsse geprägt werden können - mit entsprechendem Verlustpotenzial im Neugeschäft und Bestandsabrieb. EMERGING RISKS"Emerging Risks" (z. B. in der Nanotechnologie oder im Zuge des Klimawandels) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren Vertragsbestand, noch nicht verlässlich beurteilt werden kann. Die Risiken entwickeln sich allmählich von schwachen Signalen zu eindeutigen Tendenzen. Daher sind Risikofrüherkennung und anschließende Relevanzbestimmung von entscheidender Bedeutung. Zur Früherkennung haben wir einen effizienten geschäftsbereichsübergreifenden Prozess entwickelt und die Anbindung an das Risikomanagement sichergestellt, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können (z. B. laufende Überwachung und Bewertung, vertragliche Ausschlüsse oder die Entwicklung neuer [Rück-]Versicherungsprodukte). STRATEGISCHE RISIKENStrategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. REPUTATIONSRISIKENReputationsrisiken sind Risiken, die sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergeben. Diese können z. B. aus der unzureichenden Umsetzung gesetzlicher Vorgaben oder auch aus der verspäteten oder fehlerhaften Veröffentlichung von Geschäftszahlen resultieren. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. MODELLRISIKENAuf der Konzernebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partieller oder fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Der Begriff "Modell" umfasst in diesem Zusammenhang quantitative Methoden, Verfahren und Vorgehensweisen, die statistische, ökonomische, finanzwirtschaftliche oder mathematische Theorien, Techniken und Prämissen verwenden, um Input-Daten (auch qualitative Daten/Expertenschätzungen) zu quantitativen Schätzungen zu verarbeiten. Sensitivitätsanalysen quantifizieren - insbesondere in Hinblick auf Expertensetzungen - das immanente Modellrisiko und geben Anhaltspunkte für die Robustheit der Kennziffer "scr". Bei der Anwendung von Modellen werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen vom Management getroffen bzw. Parameter verwendet, die auf Schätzungen und Annahmen beruhen, die Eingang in die Modellrechnungen finden und im Nachhinein von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen können. Zudem sind wir bei einzelnen Bewertungsvorgängen auf die Abschätzung künftiger Modellrechnungen angewiesen, da bestimmte Berechnungen erst nach der Aufstellung der Konzernbilanz fertig gestellt werden können. Hierzu wurden im Zuge des Antragsverfahrens mit der BaFin sogenannte Modelländerungsleitlinien abgestimmt, die festlegen, welche Änderungen das Unternehmen am Modell vornehmen darf. Der Modelländerungsprozess hat eine beherrschbare kontinuierliche Verbesserung zum Ziel. Daneben induzieren auch ggf. überraschende Veränderungen der Gesetzes- bzw. Verordnungslage sowie der Verwaltungsmeinung der zuständigen Aufsichtsbehörden hinsichtlich einer normkonformen Methoden- oder Parameterwahl ein exogenes Modellrisiko. Das in Solvency II vorgesehene Prinzip des "Full Fair Value" führt für die langfristigen Garantien der deutschen Lebensversicherer zu starken Schwankungen im Kapitalbedarf. Im Rahmen der Ermittlung des Marktwertes der versicherungstechnischen Verpflichtungen sind die langfristigen Garantien zu berücksichtigen und mit Eigenkapital zu hinterlegen. Infolge des lang anhaltend niedrigen Zinsniveaus verschärft sich die Situation zusätzlich, da die Lebensversicherer vor der immer größeren Herausforderung stehen, die vertraglich zugesagte Rendite für Verpflichtungen mit hohen Zinsgarantien zu erwirtschaften. Noch verschärft durch die Unwägbarkeiten der marktkonsistenten Abbildung langfristiger Garantiezusagen nach Solvency II ist daher ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf oder die Notwendigkeit eines Abbaus der Nettorisiken für Lebensversicherer auch in näherer Zukunft nicht auszuschließen. SONSTIGE WESENTLICHE RISIKENDie sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Risiken aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen begegnet der Konzern mit geeigneten Instrumenten im Controlling, in der Konzern-Revision und dem Risikomanagement. Durch das standardisierte Berichtswesen erhalten die Entscheidungsträger regelmäßig aktuelle Informationen über den Konzern und über die Geschäftsentwicklung in allen wichtigen Tochtergesellschaften. Sie können so kontinuierlich risikosteuernd eingreifen. Risiken mangelnder Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und fehlender Ausgeglichenheit des Geschäfts reduziert der Konzern für die verschiedenen Risikoquellen vor allem durch segmentale und regionale Diversifizierung, geeignete Risikominderungs- und Risikoüber-wälzungsstrategien sowie gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnisverstetigende Produkt- und Portfolio-Bereiche. Die Risiken der Tochtergesellschaften, die zu einer Realisation der Beteiligungsrisiken der Talanx AG führen können, werden in den Risikomanagement-Systemen der Tochtergesellschaften identifiziert, überwacht und gesteuert. Dem Risiko des Substanzverlusts von Zukäufen oder deren ungenügender Rentabilität steuern wir durch eingehende Due-Dili-gence-Prüfungen unter Mitwirkung des Risikomanagements und unabhängiger professioneller Berater und Wirtschaftsprüfer sowie durch eine intensive Überwachung der Geschäftsentwicklung entgegen. Der Verlauf des Mergers & Acquisitions(M&A)-Prozesses sowie Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sind in einer m&a-Richtlinie geregelt. Des Weiteren achtet die Talanx auf Risiken aus der Finanzierung von Akquisitionen und dem Kapitalbedarf von Tochtergesellschaften sowie auf deren erwartete Rentabilität und Ausschüttungsfähigkeit. Der Überwachung des Finanzierungsrisikos dienen dabei regelmäßig aktualisierte Liquiditätsrechnungen und -prognosen sowie eine Festlegung der Rangfolge für die Mittelverwendung. Aus den Pensionsverpflichtungen, die die Talanx AG im Zuge der Gerling-Übernahme übernommen hat, kann sich weiterer Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren oder gar weiter sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Talanx stellt eine regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf ihre Angemessenheit an, um dem Risiko möglicher ungenügender Dotierung der Pensionsrückstellungen (z. B. durch Sterblichkeitsänderungen, Inflation und Zinsentwicklung) entgegenzusteuern. Beim EU-Mitgliedschaftsreferendum vom 23. Juni 2016 stimmte eine Mehrheit der Abstimmenden für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (sogenannter Brexit). Unklar ist, wann Großbritannien den Antrag auf Verlassen der EU stellt, was für zusätzliche Verunsicherung sorgt. Kurzfristig könnte Großbritannien in eine Rezession rutschen. Die Bank of England bezeichnet den Ausblick für die finanzielle Stabilität Großbritanniens als "herausfordernd". Langfristig könnte sich die Situation weiter verschlechtern, wenn die neue Regierung keine vertretbaren Lösungen mit der EU erzielt. Trotz der entstandenen Unsicherheit bewegen sich die Auswirkungen auf die Anlagen der Talanx gemäß unseren Analysen jedoch im beherrschbaren Rahmen. Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung an Problemkrediten aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Aktuell werden Lösungsansätze zur Verbesserung der Problemkreditbelastung italienischer Banken entwickelt. Die Kapitalisierung einiger Institute ist relativ schwach und erfordert die Bereitstellung zusätzlichen Eigenkapitals, im Extremfall könnte ein Heranziehen der Gläubiger erforderlich sein. Bei einigen Tochtergesellschaften der Gruppe besteht eine vergleichsweise hohe Exponierung gegenüber italienischen Titeln, die jüngst noch ausgebaut wurde. Die Auswirkungen auf die Anlagen der Talanx bewegen sich gemäß unseren Analysen im beherrschbaren Rahmen. GESAMTBILD DER RISIKOLAGEEs sind bislang keine konkreten Risiken erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen könnten. Jedoch könnte die kumulierte Materialisierung von Risiken mit der Anpassungsnotwendigkeit bestimmter immaterieller Vermögenswerte und Buchwerte verbunden sein. So könnte u. a. eine lang anhaltende Niedrigzinsphase bei Teilen des Lebensversicherungsbereiches aufgrund des erhöhten Zinsgarantie- und Wiederanlagerisikos zu erheblichen Belastungen der Ertragslage und der Solvabilität führen. Insbesondere birgt es für die Lebensversicherer sowie die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung im Konzern bezüglich der HGB-Bilanz das Risiko weiterer Zinsnachreservierungen. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Staatsschuldenkrise besteht weiterhin zumindest abstrakt ein beachtlicher Grad an Unsicherheit, ob sich diesbezügliche Risiken nicht zukünftig weiter konkretisieren und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nachhaltig beeinträchtigen werden. Große Unsicherheit besteht zudem - wie ausgeführt - für die weitere Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen unserer unternehmerischen Tätigkeit. Begründet durch die im Zeitablauf veränderten Interpretationen der Gesetzeslage sehen wir uns einer Unsicherheit hinsichtlich der künftigen praktischen Auslegung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen (Solvency II) ausgesetzt. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENFür das Jahr 2017 erwarten wir eine Fortsetzung des globalen Wachstums, das sich im Vergleich zum Vorjahr etwas beschleunigen sollte. Die Industriestaaten dürften leicht über dem Niveau des Berichtsjahres expandieren, auch der Wachstumsbeitrag der Schwellenländer sollte ansteigen. Der politische Wechsel in den USA lässt weltweit Nachfrageimpulse erwarten, sodass wir mit einer jährlichen Wachstumsrate der Weltwirtschaft von leicht über 3 % rechnen. Diese außenpolitischen Impulse, zu denen auch steigende Nettoexporte zählen, würden die für die Eurozone zu erwartende nachlassende Konsumdynamik substituieren. Trotz anhaltender politischer Unsicherheiten im europäischen Wahljahr und eines damit einhergehend möglicherweise eintrübenden Geschäftsklimas bleibt der Ausblick auf die Eurozone für 2017 insgesamt positiv. Für die USA zeichnet sich nach wie vor stabiles Wachstum ab, was sich nach angekündigten Steuersenkungen, Erhöhungen der Investitionen in die Infrastruktur und einer Deregulierungswelle im Zuge des Amtsantritts des neuen us-Präsidenten beschleunigen dürfte. Da der us-Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung aufweist, ist davon auszugehen, dass der private Verbrauch neben dem fiskalischen Impuls auch hier weiterhin ein zentraler Wachstumstreiber bleibt. Allerdings rechnen wir aufgrund steigender Löhne und Preise mit einer höheren Inflation (Lohn-Preis-Spirale). Auch für die Schwellenländer erwarten wir ein anziehendes Wachstum, das jedoch von einem relativ niedrigen Niveau ausgeht. Hier dürfte die fundamentale Stabilisierung der Rohstoffpreise insbesondere bei den rohstoffexportierenden Schwellenländern unterstützend wirken und auch nach der Währungsabwertung in einigen Ländern zu einer spürbaren Exportbelebung im Jahr 2017 führen. Gleichwohl bleiben spezifische Risiken nach wie vor bestehen: Speziell die Transformation der chinesischen Volkswirtschaft von einem export- und investitionsorientierten Wachstumsmodell zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft in Kombination mit strukturellen Problemen - wie der hohen Verschuldung des Privatsektors - wird auch 2017 belastend wirken. Wir rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Wachstums in China. KAPITALMÄRKTEDa das Inflationsziel der EZB für den Euroraum trotz erster Erhöhungen auf absehbare Zeit nicht erreicht werden dürfte, nehmen wir an, dass der geldpolitische Kurs der EZB expansiv bleiben wird. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Anleihenkaufprogramme der Zentralbanken abnehmen. Dieses sollte schrittweise erfolgen, um das Risiko von sprunghaften Aufschlägen infolge der Umkehr des "Yield-Huntings" zu minimieren. Insgesamt bleiben während der anhaltenden Niedrigzinsphase Liquidität und Eigenkapitalisierung zur Optimierung der Kapitalstruktur die dominierenden Themen im Bankensektor, auch wenn die us-amerikanische Notenbank Fed im vergangenen Dezember eine stetige Anhebung der Leitzinssätze eingeleitet hat und für 2017 drei bis vier weitere Zinsschritte erwartet werden. In diesem Umfeld ist das Bewertungsniveau der Aktienmärkte in den USA sowie Europa deutlich angestiegen, während dagegen Gewinnmargen und Eigenkapitalrenditen in Europa recht niedrig sind. Bei einer weiteren Stabilisierung der europäischen Konjunktur erwarten wir jedoch, dass Gewinnmargen und Eigenkapitalrenditen aufholen, auch wenn Unsicherheiten im europäischen Wahljahr 2017 sowie die Ungewissheit über die zukünftige US-Politik zu einer erhöhten Marktvolatilität führen werden. KÜNFTIGE BRANCHENSITUATIONDEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCAHFTAngesichts der bereits seit Längerem bestehenden und auch 2017 andauernden konjunkturellen Risikofaktoren sind Prognosen generell mit einem Vorbehalt behaftet. Unter der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern, wird die Versicherungswirtschaft nach Einschätzung des gdv 2017 ein gegenüber dem Vorjahr leicht zunehmendes Beitragsvolumen erreichen. Für das Jahr 2017 rechnen wir in der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland mit steigenden Prämieneinnahmen. Das Beitragswachstum dürfte sich gegenüber dem Niveau des Berichtsjahres jedoch weiter abschwächen. Diese Einschätzung spiegelt die erwartete Entwicklung in der Kraftfahrtversicherung, dem wesentlichen Treiber der positiven Beitragsentwicklung in den letzten Jahren. Nachdem das Beitragsvolumen der deutschen Lebensversicherer -insbesondere im Einmalbeitragsgeschäft - im Berichtsjahr rückläufig war, geht der gdv für 2017 von einem weiteren leichten Rückgang der Beiträge aus. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Gesamtverzinsung dürfte die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer 2017 weiterhin abnehmen. INTERNTIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEIn der internationalen Schaden- und Unfallversicherung erwarten wir für 2017 insgesamt ein geringes reales Wachstum der Prämieneinnahmen. Für die Schwellenländer gehen wir von einer leicht steigenden Wachstumsdynamik aus, während in den entwickelten Märkten das reale Prämienwachstum etwas nachlassen dürfte. Angesichts der nur mäßigen zu erwartenden makroökonomischen Verbesserungen und einer potenziell anziehenden Inflation ist davon auszugehen, dass die Profitabilität 2017 auf einem niedrigen Niveau verharren wird. Für den Euroraum wie auch die USA gehen wir für 2017 von einem leicht steigenden Prämienaufkommen aus, jedoch auf einem gegenüber dem Berichtsjahr abgeschwächten Niveau. In Mittel- und Osteuropa dürfte sich die langsame wirtschaftliche Erholung fortsetzen und in der Folge auch die Prämienentwicklung positiv bleiben. Wir gehen für 2017 von einem vergleichbaren Wachstum wie im Berichtsjahr aus. Für Lateinamerika erwarten wir nach einem verhaltenen Jahr 2016 eine langsame Verbesserung des Prämienwachstums im Jahr 2017. Positive Impulse könnten hier aus dem Firmenkundengeschäft in Brasilien sowie aus Argentinien, Chile und Kolumbien kommen. In den asiatischen Schwellenländern dürfte sich die solide Prämienentwicklung auch 2017 fortsetzen. Förderlich könnten sich beispielsweise regulatorische Initiativen wie die Förderung von Naturkatastrophenversicherungen in China oder die Beschleunigung von Infrastrukturinvestitionen in Südostasien auswirken. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir von einer weiteren Steigerung des realen Prämienwachstums aus, und zwar sowohl in den entwickelten Märkten als auch in den Schwellenländern. Angesichts des herausfordernden Umfelds anhaltend niedriger Zinsen, zunehmender regulatorischer Anforderungen und moderater globaler Wachstumserwartungen bleibt deren Profitabilität jedoch unter Druck. In Mittel- und Osteuropa gehen wir im Zuge des wieder ansteigenden Wirtschaftswachstums auch von einer Zunahme des Prämienwachstums aus, auch wenn die Erholung in einigen EU-Mitgliedsstaaten wie Polen und Ungarn sich langsamer fortsetzen mag. In Lateinamerika erwarten wir nach der zuletzt leicht rückläufigen Entwicklung für 2017 ein Prämienwachstum auf Berichtsjahresniveau, ausgehend von der Annahme, dass in Kernländern wie Brasilien und Argentinien eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage eintritt. In Asien gehen wir von einer anhaltend starken Entwicklung des Prämienwachstums aus, die von China dominiert wird. AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2017Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben herausfordernd, weil das Kapitalmarkt- und insbesondere das Zins- und Renditeumfeld, aber auch der politische Rahmen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung wollen wir unsere strikt am Ertrag orientierte Zeichnungspolitik im Inlandsgeschäft fortsetzen sowie unser ertragreiches Geschäft im Ausland weiter ausbauen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir unser 2015 gestartetes Programm "KuRS" zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit fort. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussieren wir uns auf unsere Kernmärkte und wollen unser profitables Wachstum fortsetzen. Im Segment Schaden-Rückversicherung gehen wir auf der Basis unveränderter Währungskurse von einem leichten Wachstum des Prämienvolumens aus. Für das weltweite Personen-Rückversicherungsgeschäft erwarten wir im laufenden Jahr ein moderates organisches, währungskursbereinigtes Bruttoprämienwachstum. AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IN DEN WESENTLICHEN GESCHÄFTSBEREICHEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGENscroll
VORAUSSICHTLICHE FINANZIELLE ENTWICKLUNG DES KONZERNSWir gehen von folgenden Annahmen aus:
TALANX-KONZERNSTEUERUNGSGRÖSSEN IN %scroll
Für den Talanx-Konzern erwarten wir 2017 - auf Basis konstanter Wechselkurse - einen leichten Anstieg der Bruttoprämien. Die IFRS-Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens 3 % liegen. Wir streben ein Konzernergebnis von rund 800 Mio. EUR an. Damit dürfte die Eigenkapitalrendite im Jahr 2017 über 8 % liegen, womit wir unser strategisches Ziel von 750 Basispunkten über dem durchschnittlichen risikofreien Zins erreichen würden. Dieses Ergebnisziel steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten. Unser erklärtes Ziel ist es, weiterhin einen Anteil von 35 % bis 45 % vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten. INDUSTRIEVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGIN %scroll
Erhebliches Potenzial für profitables Wachstum sieht die HDI Global SE, die den Geschäftsbereich führt, weiter im internationalen Geschäft. Daher soll auch 2017 der Ausbau des internationalen Geschäftes der HDI Global SE weiter vorangetrieben werden. Europaweit streben wir den Ausbau unseres Industriegeschäfts in den Bereichen Lokalgeschäft, Mittelstand und internationale Versicherungsprogramme an. Unsere Zielregionen außerhalb Europas sind weiterhin Lateinamerika, (Süd-)Ostasien und mena (Middle East und North Africa). Für das Inlandsgeschäft setzen wir die Profitabilisierungsmaßnah-men fort. Insgesamt erwarten wir ein leichtes Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt). Parallel zur erwarteten Verbesserung der Profitabilität wird auch 2017 das strategische Ziel verfolgt, den Selbstbehalt sukzessive zu steigern. Wir streben an, eine Selbstbehaltsquote über der des Vorjahres (53 %) zu erzielen. Für das Jahr 2017 erwarten wir Großschäden im Rahmen unseres Großschadenbudgets und demzufolge eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von rund 96 %. Hierzu dürften auch die erfolgreichen Profitabilisierungsmaßnah-men in der deutschen Feuerversicherung sowie im Flotten- und Transportgeschäft beitragen. Damit dürften 2017 die EBIT-Marge bei rund 10 % und die Eigenkapitalrendite zwischen 7 % und 8 % liegen. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDSCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG IN %scroll
Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2017 von einem geringfügigen Bruttoprämienrückgang aus. Des Weiteren ist das Segment auch 2017 durch investive Maßnahmen aus dem Programm "KuRS" geprägt, sodass wir eine kombinierte Schaden-/ Kostenquote von rund 103 % erwarten. Ohne "KuRS"-Investitionen erwarten wir wie im abgelaufenen Geschäftsjahr eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von bis zu 100 %. Infolgedessen sollte die EBIT-Marge zwischen 1 % und 2 % liegen. LEBENSVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRiVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG IN %scroll
Für das Segment Lebensversicherung wollen wir 2017 den Anteil kapitaleffizienter und biometrischer Produkte am Neugeschäft weiter ausbauen. Insgesamt gehen wir daher von einem stabilen Bruttoprämienvolumen aus. Aufgrund der Umstellung auf kapitaleffiziente Produkte und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus erfolgt keine Prognose einer Neugeschäftsmarge. Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Zinsrückgängen kommt, erwarten wir für 2017 eine EBIT-Marge von 2 % bis 3 %. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT IN %scroll
Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft und erwarten für 2017 eine Eigenkapitalrendite zwischen 2 % und 3 %. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALIN %scroll
1)
Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2017 ein währungskursbereinigtes Wachstum der gebuchten Bruttoprämien von rund 10 % an. Für 2017 gehen wir davon aus, dass das Wachstum des Neugeschäftswertes zwischen 5 % und 10 % sowie die kombinierte Schaden-/Kosten-quote bei rund 96 % liegen dürfte. Wir erwarten eine EBIT-Marge zwischen 5 % und 6 %. Außerdem gehen wir für 2017 von einer Eigenkapitalrendite zwischen 6 % und 7 % aus. RÜCKVERSICHERUNGSCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
In der Schaden-Rückversicherung gehen wir auf der Basis unveränderter Währungskurse von einem leichten Wachstum des Prämienvolumens aus. Ursächlich hierfür ist vor allem die hohe Nachfrage im Geschäft der strukturierten Rückversicherung. Aber auch in Nordamerika sowie im Bereich Kredit und Kaution boten sich im Rahmen der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2017 Möglichkeiten für den Ausbau des Geschäfts. Dennoch halten wir unverändert an unserer selektiven Zeichnungspolitik fest, nach der wir weitgehend nur das Geschäft zeichnen, das unsere Margenanforderungen erfüllt. In den unterjährigen Erneuerungsrunden gehen wir davon aus, dass wir dank unserer guten Ratings und langjährigen stabilen Kundenbeziehungen erneut solide Ergebnisse erzielen können. Auch wenn davon auszugehen ist, dass die Marktbedingungen im Segment Schaden-Rückversicherung weiter weich bleiben, erwarten wir ein gutes versicherungstechnisches Ergebnis. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Großschadenlast im Rahmen unserer Erwartungen bewegt. Als Ziel für unsere Schaden-/Kostenquote streben wir unverändert einen Wert unterhalb von 96 % an. Die EBIT-Marge für die Schaden-Rückversicherung sollte mindestens 10 % betragen. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIN % scroll
1)
Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Für das weltweite Personen-Rückversicherungsgeschäft erwarten wir im laufenden Jahr ein moderates organisches, währungskursbereinigtes Bruttoprämienwachstum. Die prognostizierten ebit-Margen für die einzelnen Reporting-Kategorien bleiben unverändert bei den folgenden Zielwerten: Für das Financial Solutions- sowie das Longevity-Solutions-Geschäft wird eine EBIT-Marge von mindestens 2 % erwartet. Die Planungen für das Mortality- und Morbidity-Geschäft sehen unverändert eine EBIT-Marge von mindestens 6 % vor. Der Zielwert oberhalb von 110 Mio. EUR hat für den Value of New Business - den Neugeschäftswert ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter - ebenfalls weiterhin Bestand. RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
Als Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx-Konzern für das Jahr 2017 - im Rahmen des strategischen Ziels von 900 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (risikofrei) - rund 11 %. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDSDer Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx-Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und machen sie so zur Kompassnadel unserer schlanken Struktur. Die Hauptstoßrichtung ist profitables Wachstum mit dem Ziel, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx-Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland überdurchschnittlich erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter Talanx International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. CHANCENMANAGEMENTDie Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses und seit Jahren fest in der Unternehmenskultur und dem ganzheitlichen Steuerungsansatz des Talanx-Konzerns verankert. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Herausforderung an, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet die integrierte, nach dem Schema einer Balanced Scorecard aufgebaute Performance-Metrik. Dies gilt über sämtliche Hierarchieebenen hinweg - von der Konzernspitze bis in einzelne Funktionsbereiche der Konzerngesellschaften. Sie stellt auch das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden zu Beginn des jährlich neu stattfindenden Performance-Management-Prozesses die auf Basis der Dachstrategie identifizierten strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Geschäftsbereiche anschließend im Rahmen einer strategischen Programmplanung spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancenmanagements bildet. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen die integrierte Performance-Metrik zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich wiederum vorwärtsgerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx-Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. EINSCHÄTZUNG KÜNFTIGER CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGENCHANCEN AUS DER ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGDemografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -Bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll weiter fortgesetzt werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen, Windparks sowie Wasserversorgungsunternehmen wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren ist das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt worden. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Kapitalmärkten ein anhaltend hoher Grad an Belastung und Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien haben sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Die Zukunft der klassischen deutschen Lebensversicherung, bei der Garantien für die gesamte Laufzeit gegeben werden, ist mehr als fraglich. Der Trend geht eindeutig hin zu kapitaleffizienten Produkten, die für den Lebensversicherer eigenmittelschonend sind und gleichzeitig den Kunden zusätzliche Ertragschancen bieten. Sollte sich das Finanzmarktumfeld deutlicher stabilisieren und die Produktinnovationen schneller Akzeptanz finden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum, die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. IM UNTERNEHMEN BEGRÜNDETE CHANCENInterne Prozesse: Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse kundenfreundlicher und effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen. Wir arbeiten daran, vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend zu nutzen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur wollen wir aktiv fördern. Sollte die Neuordnung der internen Prozesse schneller als derzeit erwartet voranschreiten, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung werden Geschäftsprozesse und -modelle mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. So sollen die Geschäftsprozesse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland effizienter gestaltet, die Dunkelverarbeitungsquote erhöht und die Servicequalität verbessert werden. Des Weiteren soll im Geschäftsbereich Industrieversicherung die Prozess- und IT-Landschaft länderübergreifend harmonisiert werden. Dadurch wollen wir ein global führender Anbieter von Industrieversicherungen werden. Durch die Digitalisierung ergeben sich zahlreiche Chancen. So ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen zu können und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. VERTRIEBLICHE CHANCENBancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx-Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx-Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien, Ungarn und in Russland etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx-Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten schneller ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Internet: Durch die zunehmende Digitalisierung führen CyberAngriffe via Internet vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem in jüngster Vergangenheit bekannt gewordene Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global se das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Internetrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. GESAMTBILD DER CHANCENLAGEDer Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend sich verändernde äußere Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf reagieren zu können. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. 2 KONZERNABSCHLUSSKonzernbilanz DER TALANX AG ZUM 31. DEZEMBER 2016KONZERNBILANZ - AKTIVAIN MIO. EURscroll
KONZERNBILANZ - PASSIVAIN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2016Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungIN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2016KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG IN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. AUFSTELLUNG DER VERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSVERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSIN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
1)
Die übrigen Veränderungen enthalten die Gewinnbeteiligungen
Versicherungsnehmer/Shadow Accounting Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG DER TALANX AG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2016KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGIN MIO. EURscroll
1)
Die Ertragsteuerzahlungen sowie erhaltene
Dividenden und erhaltene Zinsen werden dem Kapitalfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen Dividenden beinhalten
ebenfalls dividendenähnliche Gewinnbeteiligungen aus Investmentfonds
sowie Private-Equity-Gesellschaften Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KonzernanhangALLGEMEINE INFORMATIONENDer Konzernabschluss umfasst die Talanx AG, mit Sitz in Hannover, Deutschland, und deren Tochterunternehmen (zusammen Talanx-Konzern oder Talanx-Gruppe). Die Gruppe ist weltweit über Konzernunternehmen und Kooperationen in rund 150 Ländern aktiv und bietet Versicherungsdienstleistungen sowohl im Schaden/Unfall-als auch im Lebensversicherungsgeschäft, in der Rückversicherung sowie Geschäfte im Bereich Asset-Management an. Die Talanx AG ist als Finanz- und Management-Holdinggesellschaft selbst jedoch nicht im Versicherungsgeschäft tätig. Die Talanx AG gehört mit 79,0 % mehrheitlich dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Obergesellschaft), Hannover, (hdi V. a. G.) und ist Muttergesellschaft für alle zum HDI V. a. G. gehörenden Konzerngesellschaften. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR Hannover B 52546 mit der Adresse "Riethorst 2, 30659 Hannover" eingetragen. Der HDI V. a. G. ist nach § 341i HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen, in den die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochtergesellschaften einbezogen sind. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt gegeben. ALLGEMEINE AUFSTELLUNGSGRUNDSÄTZE UND ANWENDUNG DER IFRSDer Konzernabschluss der Talanx AG wurde auf der Grundlage des § 315a Absatz 1 HGB und in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (eu) anzuwenden sind, erstellt. Die in § 315a Absatz 1 HGB genannten handelsrechtlichen Vorschriften wurden vollständig beachtet. Im Rahmen des Konzernabschlusses wurden alle zum 31. Dezember 2016 geltenden IFRS-Vorschriften berücksichtigt, deren Anwendung für das Geschäftsjahr 2016 bindend ist und die von der Eu übernommen wurden. Die versicherungsspezifischen Geschäftsvorfälle, in denen die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der us-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (us gaap) auf dem Stand der Erstanwendung des IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert und bewertet. Nach IFRS 4 sind Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Versicherungsverträgen und nach IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" analoge Ausführungen zu Risiken aus Finanzinstrumenten erforderlich. Zusätzlich fordert § 315 Absatz 2 Nummer 1 HGB bei Versicherungsunternehmen für den Lagebericht ebenfalls Angaben zum Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken. Die aus diesen Vorschriften resultierenden Angaben sind im Risikobericht enthalten. Auf eine zusätzliche inhaltsgleiche Darstellung im Anhang haben wir verzichtet. Um einen Gesamtüberblick über die Risiken zu erhalten, denen der Konzern ausgesetzt ist, sind daher sowohl der Risikobericht als auch die entsprechenden Angaben im Anhang zu berücksichtigen. Wir verweisen entsprechend im Risikobericht bzw. im Anhang auf die jeweils korrespondierenden Erläuterungen. Der Konzernabschluss wurde in Euro (eur) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, aus Gründen der Transparenz sind Betragsangaben in Tausend Euro (teur) erforderlich. Dadurch kann es in den Tabellen dieses Berichts zu Rundungsdifferenzen kommen. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. NEU ANZUWENDENDE STANDARDS/INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN VON STANDARDSDer Konzern hat die folgenden geänderten bzw. neuen IFRS-Vorschriften zum 1. Januar 2016 übernommen:
Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss gehabt. STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE 2016 NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE VOM KONZERN NICHT FRÜHZEITIG ANGEWANDT WERDENA) EU-ENDORSEMENT IST BEREITS ERFOLGTDer am 24. Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung". IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Allerdings hat das iasb Änderungen an IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 und IFRS 4" veröffentlicht, die es bestimmten Versicherungsunternehmen ermöglichen, die verpflichtende Anwendung von IFRS 9 auf 2021 zu verschieben (vgl. unsere Ausführungen in Abschnitt B). Wegen der großen Bedeutung von IFRS 9 hat der Konzern ein Projekt aufgesetzt, in dem die Auswirkungen des Standards auf den Konzernabschluss untersucht und die notwendigen Umsetzungsschritte angegangen werden sollen. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die neuen Einstufungsanforderungen Einfluss auf die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Das IASB hat am 28. Mai 2014 die neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 "Umsatzerlöse", IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme". IFRS 15 ist erstmals für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig. Finanzinstrumente und andere vertragliche Rechte und Pflichten, die nach separaten Standards zu bilanzieren sind, sowie (Rück-)Versicherungsverträge im Anwendungsbereich von IFRS 4 (Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns) sind ausdrücklich vom Geltungsbereich des Standards ausgenommen. Der Konzern hat seine Dienstleistungsverträge, die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallen, einer Analyse unterzogen und erwartet keine wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen Praxis unter IAS 18. Bei den relevanten Erlösen handelt es sich insbesondere um Erlöse aus Kapitalverwaltungsdienstleistungen, die kein integraler Bestandteil von einem Versicherungsvertrag oder einem Investmentvertrag mit Überschussbeteiligung sind, Provisionserlöse sowie weitere versicherungsnahe Dienstleistungen. Der Kontrollübergang erfolgt für diese Dienstleistungen überwiegend zeitraumbezogen, weil der Kunde von den Dienstleistungen profitiert, während sie vom Konzern erbracht werden. Der Konzern beabsichtigt IFRS 15 in seinem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2018 anzuwenden und dabei den modifizierten retrospektiven Ansatz zu wählen, d. h., der kumulative Effekt aus der Erstanwendung wird in den Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2018 erfasst. Ferner beabsichtigt der Konzern die Anwendung der praktischen Vereinfachungen hinsichtlich abgeschlossener Verträge und Vertragsänderungen. B) EU-ENDORSEMENT IST NOCH AUSSTEHENDIm September 2016 hat das iasb die Änderungen an IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 und IFRS 4" herausgegeben. Die Anpassungen betreffen die Erstanwendung von IFRS 9 für Versicherer. Durch unterschiedliche Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 9 und dem neuen Standard für Versicherungsverträge ergeben sich ohne diese Anpassungen für einen Übergangszeitraum erhöhte Volatilitäten in Ergebnissen und ein doppelter Umstellungsaufwand. Die Neuerungen sehen zwei optionale Lösungen vor. Der Konzern hat sich demnach für den Aufschub der Erstanwendung von IFRS 9 entschieden. Hiernach darf er für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2021 beginnen, weiterhin IAS 39 statt IFRS 9 anwenden. Die Prüfung, ob sich der Konzern für die Anwendung dieser Option qualifiziert, wurde bereits auf Basis des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2015 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Die Änderung ist auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Das IASB hat am 29. Januar 2016 die Änderung an IAS 7 "Kapitalflussrechnungen: Angabeninitiative" herausgegeben. Die Änderungen haben die Zielsetzung, die Informationen über die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens zu verbessern. Danach hat ein Unternehmen Angaben über die Veränderungen solcher finanzieller Verbindlichkeiten und Vermögenswerte zu machen, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Der Standard ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2017 anzuwenden. Die freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet. Um den neuen Angabepflichten zu genügen, beabsichtigt der Konzern die Darstellung einer Überleitungsrechnung zwischen dem Anfangs- und Endbestand für Schulden, die Veränderungen im Zusammenhang mit der Finanzierungstätigkeit aufweisen. Am 13. Januar 2016 hat das iasb die neuen Vorschriften zur Leasingbilanzierung IFRS 16 "Leasingverträge" veröffentlicht. IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard - das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 "Leasingverhältnisse", ifric 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC-15 "Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und SIC-27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Der Standard ist erstmals in der Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden. Der Konzern hat mit der Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Anwendung des IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss noch nicht begonnen. Außer den oben aufgeführten neuen Standards/Änderungen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben können, wurden eine Reihe weiterer Standardänderungen und Interpretationen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden: NEU ANZUWENDENDE STANDARDS BZW: ÄNDERUNGEN - NOCH NICHT ENDORSEDscroll
1)
Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie wesentlichen Rechnungslegungsmethoden, die der Erstellung des Konzernabschlusses zugrunde liegen, sind nachfolgend dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. Die im Geschäftsjahr 2016 neu anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sind im Kapitel "Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS", die Konsolidierungsgrundsätze im Kapitel "Konsolidierung" (Seiten 141 f. und 167 ff.) beschrieben. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNGENZur Erstellung des Konzernabschlusses werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen ausgeübt bzw. Schätzungen und Annahmen getroffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Angaben zu Eventual-verbindlichkeiten betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen unterliegen einer laufenden Überprüfung und basieren in Teilen auf historischen Erfahrungen sowie weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen bezüglich zukünftiger Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig erscheinen. Die im Konzern installierten Prozesse auf Ebene der Tochtergesellschaften wie auch auf Konzernebene sind darauf ausgerichtet, die Wertansätze unter Berücksichtigung der relevanten Informationen möglichst zuverlässig zu ermitteln. Daneben wird -u. a. durch konzerneinheitliche Rechnungslegungsrichtlinien -sichergestellt, dass die vom Konzern vorgegebenen Standards angemessen und konsistent angewendet werden. Informationen zu Annahmen, Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten, durch die ein signifikantes Risiko entstehen kann, dass innerhalb des am 31. Dezember 2017 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich wird, sind insbesondere bei den folgenden Positionen von Bedeutung und werden in den zugehörigen Anhangangaben bzw. relevanten Abschnitten in der "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie im Kapitel "Konsolidierung" dargestellt:
ZUSAMMENFASSUNG WESENTLICHER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENVERSICHERUNGS- UND INVESTMENTVERTRÄGEIFRS 4 "Versicherungsverträge" beinhaltet Grundprinzipien, jedoch keine weitergehenden Regelungen zur Bilanzierung und Bewertung von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen. Daher werden alle Versicherungsverträge, durch die der Konzern ein signifikantes Versicherungsrisiko von Versicherungsnehmern übernimmt, und Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung nach den einschlägigen Bestimmungen der US gaap auf den Stand der Erstanwendung von IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert, sofern IFRS 4 keine gesonderten Vorschriften vorhält. Wir zitieren einzelne Regelungen der US gaap unter Verwendung der zu diesem Zeitpunkt gültigen Bezeichnung (Statement of Financial Accounting Standard [sfas]). Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden wie Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. AKTIVSEITEImmaterielle VermögenswerteDer aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen und mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist für Zwecke des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) zuzuordnen (siehe Anmerkung 1 "Geschäfts- oder Firmenwert" dieses Anhangs, Seite 178 ff.). Zur Ermittlung eines möglichen Abschreibungsbedarfs (Impairment) wird der erzielbare Betrag als höherer Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten einer CGU/Gruppen von CGUs ermittelt und mit den Konzernbuchwerten einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts dieser CGU/Gruppen von CGUs verglichen. Übersteigen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, ist eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte: Der Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (pvfp) ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Versicherungs-/Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen im Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuern gebildet werden, und einem Versicherungsnehmeranteil (nur bei Lebensversicherungsverträgen) zusammen. Die Versicherungsbestände werden entsprechend der Realisierung der Überschüsse, die der Berechnung zugrunde liegen, und unter Beachtung der Laufzeiten der erworbenen Verträge amortisiert (zur Aufteilung nach Laufzeiten siehe Anmerkung 2 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" des Anhangs, Seite 181 ff.). Eine Überprüfung der Werthaltigkeit bzw. der verwendeten Bewertungsparameter erfolgt mindestens einmal jährlich; gegebenenfalls werden dann die Amortisationsverläufe angepasst oder es hat eine Wertminderung zu erfolgen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der pvfp zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. Die Amortisation des pvfp aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis unter "Ergebnis aus Investmentverträgen" aus. Die Abschreibungen/Amortisation auf den Aktionärsanteil bilanzieren wir in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "sonstige versicherungstechnische Aufwendungen". Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer sowie eigenentwickelte Software werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Sie werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese beträgt bei Software (lineare Abschreibung) in der Regel drei bis zehn Jahre, die der erworbenen Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen grundsätzlich vier bis 16 Jahre. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (z. B. erworbene Markennamen) werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen, die im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind, werden auf die versicherungsspezifischen Funktionsbereiche verteilt; sofern eine Zuordnung auf die Funktionsbereiche nicht möglich ist, werden sie im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. KapitalanlagenDen fremd genutzten Grundbesitz setzen wir mit den Anschaf-fungs- oder Herstellungskosten an. Er wird linear über die erwartete Nutzungsdauer, maximal über 50 Jahre, abgeschrieben. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelte Verkehrswert (erzielbarer Betrag) den Bilanzwert um mehr als die planmäßige Abschreibung eines Kalenderjahres unterschreitet. Bewertungen, die auf dem Ertragswertverfahren beruhen, führen für den direkt gehaltenen Bestand grundsätzlich konzerninterne Gutachter durch (alle fünf Jahre wird ein externes Gutachten erstellt). Bei Immobilienspezialfonds wird alle zwölf Monate - Stichtag ist das Datum der Erstbewertung - ein externes Marktwertgutachten eingeholt. Ergebnisse aus dem Abgang einer Immobilie, Unterhaltungskosten und Reparaturen wie auch Abschreibungen und etwaige Wertminderungen/Zuschreibungen werden im Gewinn oder Verlust (im Kapitalanlageergebnis) berücksichtigt. Werterhöhende Aufwendungen, die nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten darstellen, werden aktiviert und können im Einzelfall die Nutzungsdauer verlängern. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen ausschließlich die nach der Equity-Methode konsolidierten wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Die Bilanzierungsgrundsätze dieser Beteiligungen werden, soweit erforderlich, angepasst, um eine einheitliche Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzern zu gewährleisten. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis dieser Finanzanlagen. Zu jedem Stichtag wird überprüft, ob Anhaltspunkte einer Wertminderung vorliegen. In diesem Fall wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung im Kapitalanlageergebnis erfasst. Weitere Angaben sind dem Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" im Kapitel "Konsolidierung" zu entnehmen. Finanzielle Vermögenswerte/Verpflichtungen einschließlich der derivativen Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 bei Erwerb oder Veräußerung grundsätzlich zum Erfüllungstag angesetzt/ ausgebucht. Finanzaktiva werden bei Zugang in die vier Kategorien "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente", entsprechend dem jeweiligen Zweck, eingeteilt. Finanzpassiva sind entweder als "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" oder zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. In Abhängigkeit von der Kategorisierung werden gegebenenfalls Transaktionskosten erfasst, die mit dem Erwerb in direkter Verbindung stehen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach jeweiliger Zweckbestimmung (s. o.) und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value (beizulegender Zeitwert). Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der ergebniswirksamen Amortisierung von Agien und Disagien nach der Effektivzinsmethode und etwaigen Wertminderungen und Zuschreibungen. Unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden Anteile an Tochtergesellschaften sowie an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen - die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode bewertet werden - sowie sonstige Beteiligungen erfasst. Der Ausweis erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, soweit es sich um Anteile handelt, die börsennotiert sind; andere Anteile werden zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen, bewertet. Bei den Darlehen und Forderungen handelt es sich in erster Linie um festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und Hypothekendarlehen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn mit der Rückzahlung nicht bzw. nicht mehr in voller Höhe zu rechnen ist (siehe auch unsere Erläuterungen im Abschnitt "Wertberichtigung [Impairment]" in diesem Kapitel). Eine Wertminderung/Wertaufholung erfolgt im Gewinn oder Verlust. Die Obergrenze der Zuschreibung bilden die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich zum Bewertungszeitpunkt ohne Wertminderungen ergeben hätten. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente sind Finanzinstrumente, für die der Konzern die Absicht und die Fähigkeit hat, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten. Bei der Bewertung und der Überprüfung der Werthaltigkeit wird wie bei den "Darlehen und Forderungen" vorgegangen. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente enthalten festverzinsliche und nicht festverzinsliche Finanzinstrumente, für die der Konzern keine unmittelbare Verkaufsabsicht hat und die keiner anderen Kategorie zuzuordnen sind. Diese Wertpapiere werden mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Agien und Disagien werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, latenten Steuern und der Beträge, die bei Lebensversicherern im Zuge der Realisierung den Versicherungsnehmern zustehen (Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung), im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital (übrige Rücklagen) ausgewiesen. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente umfassen den Handelsbestand sowie solche Finanzinstrumente, die im Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden. Die Handelsbestände beinhalten alle festverzinslichen und nicht festverzinslichen Wertpapiere, die der Konzern erworben hat, um mit ihnen zu handeln und kurzfristig Gewinne zu erzielen. Hierzu gehören alle derivativen Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten einschließlich trennungspflichtiger eingebetteter Derivate hybrider Finanzinstrumente sowie Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen, sofern sie nicht als Hedges (Hedge-Accounting nach IAS 39) qualifiziert sind. Derivate mit negativen Marktwerten bilanzieren wir unter den übrigen Verbindlichkeiten. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente betreffen strukturierte Produkte, die unter Anwendung der Fair Value Option des IAS 39 ausgewiesen werden. Hierbei werden trennungspflichtige strukturierte Finanzinstrumente - deren Fair Value zuverlässig ermittelbar ist - erfasst, die bei einem Ausweis in den anderen Kategorien in ihre Bestandteile (Basisvertrag und ein oder mehrere eingebettete Derivate) zerlegt werden müssten. Der Konzern nutzt die Fair Value Option ausschließlich für ausgewählte Teilbestände der Kapitalanlagen. Alle erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt. Liegen als Marktwerte keine Börsenkurse vor, bestimmen sich die Wertansätze nach anerkannten Bewertungsmethoden. Alle unreali-sierten Gewinne oder Verluste aus dieser Bewertung erfassen wir, wie die realisierten Ergebnisse, im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis). Derivate, die als Sicherungsinstrumente (Hedge-Accounting) designiert werden, sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten oder übrigen Verbindlichkeiten angesetzt. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten in der Folgebewertung ist abhängig von der Art des abgesicherten Risikos. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte (Fair-Value-Hedge) und als Sicherung gegen bestimmte mit einer bilanzierten Verbindlichkeit/einem bilanzierten Vermögenswert oder einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundene Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow-Hedge); weitere Informationen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte: Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich auf Basis aktueller, öffentlich verfügbarer, nicht adjustierter Marktpreise. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, wird deren Geldkurs zur Bewertung herangezogen; finanzielle Verbindlichkeiten werden mit dem Briefkurs zum Stichtag bewertet. Falls kein aktueller Marktpreis zur Verfügung steht, wird ein Bewertungskurs mithilfe gängiger finanzmathematischer Modelle auf Basis aktueller und beobachtbarer Marktdaten ermittelt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet werden. Finanzielle Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Finanzinstrumente der Zeitwerthierarchiestufe 3), werden überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen, z. B. geprüfter Net Asset Value, bewertet, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen worden sind. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Anmerkung 12 "Bewertungshierarchie der Zeitwertbewertung der Finanzinstrumente" in diesem Anhang. BEWERTUNGSMODELLE DER FAIR-VALUE-ERMITTLUNGscroll
1)
NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert) Wertberichtigung (Impairment): Der Konzern prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob bei den finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert eingestuft sind, objektive Hinweise auf eine Wertberichtigung vorliegen. Bei gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten gilt ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter deren Anschaffungskosten als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Der Konzern hält einen Rückgang um 20 % für signifikant und einen Zeitraum von neun Monaten für länger anhaltend. Diese Regelungen wenden wir analog auch bei Beteiligungen an Fonds an, die in privatem Beteiligungskapital ("Private Equity") investieren. Um dem spezifischen Charakter dieser Fonds Rechnung zu tragen (hier anfänglich negativer Rendite- und Liquiditätsverlauf aus dem sogenannten "J-Curve"-Effekt während der Investitionsperiode der Fonds), schreiben wir erstmals nach einer zweijährigen Karenzphase bei Vorliegen einer signifikanten oder nachhaltigen Wertminderung auf den Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwertes ab. Indikatoren einer Wertminderung bei den festverzinslichen Wertpapieren und Darlehen sind insbesondere finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten/Schuldners, die Nichterhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalerträgen, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent/Schuldner in Insolvenz geht, sowie die aktuelle Marktsituation. Hierbei wird eine qualitative Einzelbetrachtung vorgenommen. Dabei beziehen wir in erster Linie das Rating des Papiers, das Rating des Emittenten bzw. des Kreditnehmers sowie die individuelle Markteinschätzung in die Beurteilung ein. Wertberichtigungen werden aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst und erfolgen auf den beizulegenden Zeitwert, das heißt grundsätzlich auf den öffentlich notierten Börsenkurs. Dabei setzen wir die Wertminderungen auf Kapitalanlagen grundsätzlich aktivisch von den betroffenen Positionen ohne Nutzung eines Wertberichtigungskontos ab. Wertaufholungen bei Schuldtiteln werden bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten im Gewinn oder Verlust vorgenommen. Wertaufholungen bei Eigenkapitaltiteln werden hingegen über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag bilanziert, wenn es einen Rechtsanspruch gibt und die Absicht besteht, solche Positionen auf einer Nettobasis auszugleichen oder diesen Ausgleich simultan herbeizuführen. Wertpapiere, die im Rahmen der Wertpapierleihe verliehen werden, werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, unverändert im Konzern verbleiben. Barsicherheiten werden unter den "übrigen Verbindlichkeiten" angesetzt, während Wertpapiere (die als Sicherheit hereingenommen werden) mangels Übertragung der verbundenen Risiken und Chancen nicht bilanziert werden. Im Rahmen echter Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung, diese zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem festgelegten Rückkaufswert zurückzunehmen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verbleiben, bilanzieren wir weiterhin diese Kapitalanlagen. Die Rückgabeverpflichtung der erhaltenen Zahlung weisen wir in den "übrigen Verbindlichkeiten" aus; ein erhaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis) gezeigt. Übrige Kapitalanlagen werden in erster Linie mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern diese Finanzinstrumente nicht an öffentlichen Märkten gelistet sind (z. B. Beteiligungen an Private-Equity-Gesellschaften), werden sie mit dem letzten verfügbaren Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwerts bewertet. Anlagevermögen aus Infrastrukturinvestments (vornehmlich aus vollkonsolidierten Windparkprojektgesellschaften) bilanzieren wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Eine zu bilanzierende Rückstellung für Rückbauverpflichtungen weisen wir unter den "sonstigen Rückstellungen" aus. Außerdem überprüfen wir diese Bestände zum Stichtag auf ihre Werthaltigkeit. Wertminderungen/Zuschreibungen/planmäßige Abschreibungen wie auch Umsatzerlöse aus diesen Anlagen erfassen wir im Kapitalanlageergebnis. Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. Zahlungen für diese Verträge führen daher nicht zu einem Ausweis von Prämien, sondern zu Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen, Position: "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" aus. Finanzpassiva - also Verpflichtungen aus Investmentverträgen - werden in dem Passivposten "übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Unsere Ausführungen zur Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten gelten analog. Die aus diesen Verträgen resultierenden Ergebniseffekte (z. B. Wertschwankungen der Finanzaktiva/-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar. Die sich ergebenden Zahlungsströme werden in der Kapitalflussrechnung unter der operativen Tätigkeit gezeigt. Depotforderungen und -verbindlichkeiten und Verträge ohne ausreichendes versicherungstechnisches RisikoDepotforderungen sind Forderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft an unsere Kunden. Die Depotverbindlichkeiten repräsentieren die von unseren Retrozessionären bei uns gestellten Bardepots. De-potforderungen/-verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten (Nominalbetrag) bilanziert, Bonitätsrisiken werden entsprechend berücksichtigt. Versicherungsverträge, die zwar dem nach IFRS 4 geforderten signifikanten Risikotransfer auf den Rückversicherer genügen, jedoch den nach US gaap geforderten Risikotransfer nicht erfüllen, werden unter Anwendung der "Deposit Accounting"-Methode bilanziert und aus der versicherungstechnischen Rechnung eliminiert. Das aus diesen Verträgen vereinnahmte Entgelt für die Risikoübertragung wird im Gewinn oder Verlust (Position: übriges Ergebnis) ausgewiesen. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von LebensversicherungspolicenDiese Position beinhaltet Kapitalanlagen der Versicherungsnehmer aus fondsgebundenen Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistungen aus diesen Versicherungsverträgen sind an die Anteilswerte von Investmentfonds oder an ein Portfolio von gesonderten Finanzinstrumenten gebunden. Sie werden zum Marktwert bilanziert. Den nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten stehen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Die Versicherungsnehmer haben Anspruch auf die erzielten Gewinne; sie tragen in gleicher Weise die anfallenden Verluste. Anteil der Rückversicherer an den versicherungstechnischen RückstellungenDie Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen aus den versicherungstechnischen Bruttorückstellungen ermittelt. Bonitätsrisiken werden berücksichtigt. ForderungenForderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die sonstigen Forderungen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt; sofern erforderlich, nehmen wir auf Basis einer Einzelbetrachtung Wertberichtigungen vor. Wertberichtigungen auf eine Gruppe gleichartiger Forderungen bilanzieren wir, soweit keine Einzelwertberichtigung gebildet wurde. Für die Wertberichtigung auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft verwenden wir Wertberichtigungskonten, alle anderen Wertminderungen werden direkt gegen den zugrunde liegenden Bestand gebucht. Entfallen Gründe für die Wertberichtigung, nehmen wir eine Zuschreibung (im Gewinn) direkt oder durch Anpassung des Wertberichtigungskontos maximal auf die ursprünglichen fortgeführten Anschaffungskosten vor. Abgegrenzte AbschlusskostenIn den aktivierten Abschlusskosten werden Provisionen und andere variable Kosten abgegrenzt, die in engem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss oder der Erneuerung von Verträgen stehen. Für die Schaden/Unfall-Erstversicherungsgesellschaften und die Schaden-Rückversicherung werden Abschlusskosten in der Regel linear über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert. Bei kurzfristigen Verträgen erfolgt die Tilgung entsprechend der Vereinnahmung der Beiträge und folgt somit der zeitproportionalen Auflösung der Prämienüberträge. In der Personen-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt. Die Höhe der Tilgung hängt dabei im Allgemeinen von den Bruttomargen der jeweiligen Verträge ab, die für das entsprechende Jahr der Vertragslaufzeit errechnet wurden. Die Tilgung erfolgt je nach Vertragstyp entweder proportional zu den Beitragseinnahmen oder proportional zu den erwarteten Ertragsmargen. Bei als Universal-Life-Type-Verträge klassifizierten Personen-Rückversicherungsverträgen werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge auf der Basis der erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Für diese Verträge wurde ein Diskontierungszins verwendet, der auf dem Zins für mittelfristige Staatsanleihen basiert. Für Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag beziehen sich diese Werte auf die erwartete Vertragslaufzeit oder Rentenzahlungszeit. Die aktivierten Abschlusskosten werden regelmäßig in einem Angemessenheitstest nach IFRS 4 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Darüber hinaus erfolgt eine laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen; gegebenenfalls hat eine Anpassung zu erfolgen. Aktive SteuerabgrenzungAktive latente Steuern werden bilanziert, wenn Aktivposten in der Konzernbilanz niedriger oder Passivposten höher anzusetzen sind als in der Steuerbilanz der betreffenden Konzerngesellschaft und diese als temporäre Differenzen in der Zukunft zu Steuerminderbelastungen führen. Ebenso werden aktive latente Steuern bei Vorliegen von "Tax Credits" und auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Nicht werthaltige aktive Steuerlatenzen werden wertberichtigt. Die Ermittlung der aktiven Steuerabgrenzungen wird in den jeweiligen Staaten von den lokalen Steuer- und Finanzfachleuten vorgenommen. Die Ergebnisplanungen beruhen auf Geschäftsplänen, die in einem ordentlichen Verfahren geprüft und genehmigt wurden und die auch für die Unternehmenssteuerung verwendet werden. Ein besonders aussagekräftiger Nachweis wird entsprechend konzerneinheitlichen Grundsätzen verlangt, wenn das betreffende Konzernunternehmen aktuell oder in einer Vorperiode einen Verlust erlitten hat. Der Ansatz und die Werthaltigkeit wesentlicher aktiver Steuerabgrenzungen werden von der Konzernsteuerabteilung geprüft. Latente Steuern basieren auf den aktuellen landesspezifischen Steuersätzen. Falls sich die der Berechnung zugrunde liegenden Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderung verabschiedet wird. Buchungen auf Konzernebene berücksichtigen grundsätzlich den Konzernsteuersatz von 32,2 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind. Sonstige Vermögenswerte bilanzieren wir, mit Ausnahme der Sicherungsinstrumente, grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nutzungsdauer bei selbst genutzten Immobilien liegt bei max. 50 Jahren; bei Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Nutzungsdauer in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. Hinsichtlich der Bewertung bzw. Prüfung der Werthal-tigkeit von eigengenutztem Grundbesitz gelten grundsätzlich die Aussagen analog der Darstellung zu fremd genutzten Immobilien. Abschreibungen/Wertminderungen werden auf die versicherungstechnischen Funktionsbereiche verteilt oder im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand werden zum Nominalbetrag bilanziert. Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5Langfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) werden nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Der Verkauf muss höchst wahrscheinlich sein. Diese Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet und in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Planmäßige Abschreibungen werden bis zum Tag der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten berücksichtigt. Wertminderungen sind im Gewinn oder Verlust zu erfassen, wobei ein späterer Anstieg zu einer Gewinnrealisierung bis zur Höhe des kumulativen Wertminderungsaufwands führt. Übersteigt der Wertminderungsbedarf für eine Veräußerungsgruppe den Buchwert der zugehörigen langfristigen Vermögenswerte, wird die Notwendigkeit einer Rückstellungsbildung geprüft. KAPITALFLUSSRECHNUNGDer Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode dargestellt. Der Finanzmittelfonds ist auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente begrenzt und entspricht grundsätzlich der Bilanzposition "Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand". Unternehmenserwerbe werden in der Zeile "Mittelabfluss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen" gezeigt; hier wird die Summe der bezahlten Kaufpreise abzüglich der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. PASSIVSEITEIm Eigenkapital werden das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklagen, die Gewinnrücklagen und die übrigen Rücklagen ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen enthalten die von den Aktionären der Talanx AG auf die Aktien eingezahlten Beträge. In der Gewinnrücklage werden neben den Zuführungen aus dem Jahresergebnis thesaurierte Gewinne ausgewiesen, die Konzernunternehmen seit ihrer Konzernzugehörigkeit erzielt haben. Darüber hinaus wird bei einer retrospektiven Änderung von Bilanzierungsund Bewertungsmethoden der Anpassungsbetrag für frühere Perioden im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Übrige Rücklagen: Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Veränderungen der Zeitwerte von jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten werden in den nicht realisierten Kursgewinnen/-verlusten aus Kapitalanlagen gezeigt; die aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen resultierenden Umrechnungsdifferenzen sowie die unrealisierten Gewinne/Verluste aus der Equity-Bewer-tung werden ebenfalls in den übrigen Rücklagen ausgewiesen. Zudem werden Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare nicht festverzinsliche Wertpapiere in dieser Eigenkapitalposition bilanziert, ebenso wie der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts von Sicherungsinstrumenten im Rahmen von Cashflow-Hedges. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresergebnis werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Jahresergebnis ausgewiesen. Dem folgend werden die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter als Teil des Eigenkapitals bilanziert. Es handelt sich dabei um die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen. Nachrangige Verbindlichkeiten sind finanzielle Verpflichtungen, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Versicherungstechnische RückstellungenDie versicherungstechnischen Rückstellungen werden in der Bilanz brutto ausgewiesen, also vor Abzug des Anteils, der auf die Rückversicherer entfällt. Die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen basiert auf Grundlage der US gaap (sfas 60, sfas 97 und sfas 120). Bei kurzfristigen Versicherungsverträgen werden die bereits vereinnahmten auf künftige Risikoperioden entfallenden Prämien zeitanteilig abgegrenzt und als Rückstellungen für Prämienüberträge ausgewiesen. Insofern werden diese Prämien über die Laufzeit der Versicherungsverträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und somit als Ertrag erfasst. Die Prämieneinnahmen werden für Verträge grundsätzlich taggenau abgegrenzt (vornehmlich in der Erstversicherung); in der Rückversicherung werden Annahmen getroffen, soweit die für eine zeitanteilige Berechnung erforderlichen Daten nicht verfügbar sind. Die Deckungsrückstellung wird in der Lebensversicherung für die Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung bzw. der Zedenten in der Personen-Rückversicherung anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Sie errechnet sich als Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. In die Berechnung gehen Annahmen in Bezug auf Mortalität und Invalidität, Storno, der Kapitalanlageverzinsung sowie zu Kosten ein. Die dabei verwendeten Rechnungsgrundlagen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geschätzt und umfassen eine adäquate Sicherheitsmarge, die das Änderungs-, Irrtums- und Zufallsrisiko berücksichtigt. Die Methode stützt sich bei Lebensversicherungsverträgen ohne Überschussbeteiligung auf Annahmen (resultierend aus Kunden- und Branchendaten) gemäß bester Schätzung unter Einschluss einer Risikomarge. Bei Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung wird auf Annahmen zurückgegriffen, die vertraglich garantiert sind oder der Bestimmung der Rückkaufswerte zugrunde liegen. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen basieren auf aktuellen Sterbetafeln; sofern keine unternehmensindividuellen Sterbetafeln verfügbar sind, erfolgt ein Rückgriff auf Branchentafeln. Die Bewertung der Deckungsrückstellung ist von der jeweiligen Produktkategorie abhängig. Demnach müssen die Lebensversicherungsprodukte in die folgenden Kategorien unterteilt werden: Bei Verträgen der Lebensversicherung mit "natürlicher" Gewinnbeteiligung (sfas 120) setzt sich die Deckungsrückstellung aus den Teilrückstellungen für Versicherungsleistungen (Net Level Premium Reserve) und einer Rückstellung für Schlussüberschussanteile zusammen. Die Net Level Premium Reserve ergibt sich aus dem Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (inklusive erworbener Boni, aber ohne Schadenregulierungsaufwendungen) abzüglich des Barwerts der zukünftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie ermittelt sich als Nettoprämie abzüglich des für die Deckung des Regulierungsaufwands vorgesehenen Prämienanteils. Die Rückstellung für Schlussüberschussanteile wird im Allgemeinen aus einem festen Anteil des im Geschäftsjahr erwirtschafteten Bruttogewinns aus dem Versicherungsbestand aufgebaut. Für Verträge der Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung (sfas 60) berechnet sich die Deckungsrückstellung aus dem Unterschiedsbetrag des Barwerts der künftigen Leistungen und des Barwerts der künftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie (Net Level Premium) entspricht dem Anteil des Bruttobeitrags, der zur Finanzierung künftiger Versicherungsleistungen angesetzt wird. Bei Verträgen der Lebensversicherung nach dem Universal-Life-Modell, fondsgebundenen Lebensversicherungen oder ähnlichen Lebensrückversicherungsverträgen (sfas 97) wird ein separates Konto geführt, auf dem die Prämienzahlungen abzüglich Kosten und zuzüglich Zinsen gutgeschrieben werden. Die Deckungsrückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, weisen wir gesondert im Passivposten D aus. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird für Zahlungsverpflichtungen aus Erst- und Rückversicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Sie werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und solche für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (IBNR-Reserve). Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basieren grundsätzlich auf anerkannten versicherungsmathematischen Schätzverfahren, anhand derer künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten geschätzt werden, soweit keine einzelfallbezogenen Schätzungen zu berücksichtigen sind. Angesetzt wird entsprechend langjährig etablierter Praxis der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag, der sich für die Rückversicherung grundsätzlich aus den Aufgaben der Zedenten ergibt. Forderungen aus Regressen, Provenus und Teilungsabkommen werden berücksichtigt. Zur Bemessung der Endschäden ("Ultimate Liability") werden im Bereich der Schaden-Rückversicherung, aber auch der Schaden-Erstversicherung für alle Sparten die erwarteten Endschadenquoten mittels aktuarieller Verfahren, z. B. Chain-Ladder-Verfahren, berechnet. Dabei wird auf Basis statistischer Dreiecke die Entwicklung aller Schäden pro Anfalljahr bzw. Zeichnungsjahr bis zum voraussichtlichen Ende ihrer Abwicklung prognostiziert. Zudem werden Erfahrungen der Vergangenheit, aktuell bekannte Fakten und Gegebenheiten sowie weitere Annahmen in Bezug auf die zukünftige Entwicklung berücksichtigt. Die jüngeren Zeichnungsjahre bzw. Anfalljahre aktuarieller Projektionen unterliegen einer größeren Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen reduziert wird. Insbesondere für die Rückversicherung gilt, dass zwischen dem Eintritt des versicherten Schadens, seiner Meldung durch den Erstversicherer und der anteiligen Bezahlung des Schadens durch den Rückversicherer ein längerer Zeitraum liegen kann. Erfahrungen aus der Vergangenheit und Annahmen über die zukünftige Entwicklung unter Berücksichtigung von Marktinformationen fließen in die Wertfindung ein. Die Höhe der Rückstellungen und ihre Verteilung auf die Schadenanfalljahre bzw. Zeichnungsjahre werden durch Anwendung anerkannter Prognoseverfahren der Schadenversicherungsmathematik ermittelt. Die Rückstellungen für das übernommene Geschäft werden dabei grundsätzlich für das Konzerngeschäft nach Vorgaben der Vorversicherer bzw. für das Nichtkonzerngeschäft mittels aktuarieller Analysen gebildet. Hinsichtlich der einzelfallspezifischen Abwicklung von Großschäden liegen teilweise keine ausreichenden statistischen Daten vor. In diesen Fällen werden nach Analyse des mit diesen Risiken behafteten Portfolios und gegebenenfalls nach Einzelbetrachtungen angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen entsprechen realistischen Schätzungen des Konzerns. Darüber hinaus wird für einen Teil der bekannten Versicherungsfälle eine individuell bestimmte Rückstellung dotiert. Diese Schätzungen basieren auf den Tatsachen, die zum Zeitpunkt ihrer Dotierung bekannt sind. Sie erfolgen durch die mit der Schadenregulierung betrauten Mitarbeiter fallweise unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Versicherungspraxis, der Situation im Schadenfall sowie des vereinbarten Versicherungsumfangs. Die Rückstellungen werden beim Vorliegen neuerer Erkenntnisse regelmäßig neu bewertet. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird mit Ausnahme weniger Teilrückstellungen wie bspw. der Rentendeckungsrückstellungen grundsätzlich nicht abgezinst. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wird in der Lebensversicherung für Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gebildet, die am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeordnet sind. Sie setzt sich aus den Beträgen zusammen, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, und den Beträgen, die aus zeitlich begrenzten Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB, Shadow-RfB) und sich in künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken werden. Wir überprüfen regelmäßig - mindestens einmal jährlich - alle versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen eines Ange-messenheitstests nach IFRS 4. Sofern die Überprüfung ergibt, dass künftige Einnahmen die erwarteten Ausgaben auf Ebene der Berechnungscluster voraussichtlich nicht decken, wird nach Auflösung der zugehörigen abgegrenzten Abschlusskosten und pvfp eine Drohverlustrückstellung gebildet. Die Berechnung auf Basis des aktuell realistisch geschätzten künftigen Erfüllungsbetrags orientiert sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge und der Schadenrückstellung grundsätzlich an dem Geschäftsmodell der Sparten und berücksichtigt künftige Konditionsanpassungen, Rückversicherungsschutz sowie gegebenenfalls die Steuerung der Profitabilität einzelner Vertragsbeziehungen. Kapitalerträge werden bei dieser Berechnung nicht einbezogen. Bei der Deckungsrückstellung prüfen wir die Angemessenheit auf Basis aktueller Annahmen der Rechnungsgrundlagen einschließlich des anteiligen Kapitalanlageergebnisses wie auch (wenn relevant) künftiger Überschussbeteiligungen. Schattenbilanzierung (Shadow Accounting): IFRS 4 erlaubt die Einbeziehung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus Zeitwertänderungen der "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumente in die Bewertung versicherungstechnischer Positionen. Diese Vorgehensweise wird angewandt, damit nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise wie realisierte Gewinne und Verluste behandelt werden, u. a. bei der Bestimmung der Ertragsverläufe. Hiervon können folgende Positionen betroffen sein: abgegrenzte Abschlusskosten, pvfp, Rückstellungen für Schlussgewinnanteile der Versicherungsnehmer, Rückstellungen für abzugrenzende Kosten sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Die resultierenden Anpassungen werden als sogenannte Shadow Adjustments der betroffenen Positionen analog zu den begründenden Wertentwicklungen als Gegenposten im sonstigen Ergebnis abgebildet. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wirdBei Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen (z. B. in der fondsgebundenen Lebensversicherung), spiegeln die Deckungsrückstellung und sonstige versicherungstechnische Rückstellungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. Wir verweisen auf die Erläuterungen zum Aktivposten "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", Seite 149. Andere RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Die Unternehmen des Konzerns haben ihren Mitarbeitern beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Art und Höhe der Versorgungszusagen richten sich dabei nach der im Zeitpunkt der Zusage gültigen Versorgungsordnung. Sie basieren im Wesentlichen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter. Darüber hinaus besteht seit Langem in verschiedenen deutschen Gesellschaften die Möglichkeit, Pensionszusagen durch Gehaltsverzicht zu erlangen. Die in den Rückstellungen für Pensionsanwartschaften enthaltenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen werden durch Versicherungsverträge mit verschiedenen Lebensversicherungen - im Wesentlichen Konzerngesellschaften - rückgedeckt. Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber (z. B. eines Fonds oder durch externe Vermögen gedeckte Leistungszusagen), die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionsversprechen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögenswerte die zugehörigen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird dieser Nettobetrag, angepasst um Effekte aus der Aktivierungsobergrenze (Asset Ceiling), als sonstige Forderung ausgewiesen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Es werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Anwartschaften und laufenden Renten bewertet, sondern auch deren zukünftige Entwicklung wird berücksichtigt. Der Zinssatz, mit dem die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientiert sich an den Zinssätzen, die für hochwertige Unternehmensanleihen gelten. Der verwendete Abzinsungssatz ist ein zahlungsgewichteter Durchschnittszins, in dem sich die Fälligkeiten, die Höhe und die Währung der zu zahlenden Leistungen widerspiegeln. Die Kostenkomponenten aus der Veränderung der leistungsorientierten Pläne werden, soweit sie den Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf die Nettoschuld betreffen, im Gewinn oder Verlust der Periode berücksichtigt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Plankürzungen sowie Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen werden im Zeitpunkt ihres Eintritts im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis bilanziert und im Eigenkapital ausgewiesen. Die Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen umfassen zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste aus den Bruttopensionsverpflichtungen und zum anderen den Unterschied zwischen der tatsächlich realisierten Planvermögensrendite und den rechnungsmäßigen Zinserträgen auf Planvermögen. Im Falle einer Überdotierung von Plänen fließt in die Neubewertungskomponente außerdem die Differenz zwischen dem Zins auf die Auswirkung der Vermögensobergrenze und der gesamten Veränderung des Nettovermögens aus der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) ein. Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert angesetzt. Im sogenannten Blockmodell wird in der Arbeitsphase in Höhe des noch nicht vergüteten Anteils der erbrachten Arbeitsleistung eine Rückstellung für Erfüllungsrückstände aufgebaut. Aufstockungsleistungen werden ratierlich bis zum Ende der Arbeitsphase des Arbeitnehmers angesammelt. In den Perioden, in denen der Arbeitnehmer entsprechend der Teilzeitregelung entlohnt wird, ohne eine Arbeitsleistung zu erbringen, erfolgt die Auflösung des Schuldpostens. Der Zeitwert des Planvermögens wird für die Ermittlung des Fehlbetrags (Nettoschuld) von der Verpflichtung aus Altersteilzeit abgezogen. Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und Restrukturierungsrückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet. Eine Abzinsung dieser Rückstellungen erfolgt, wenn die Wirkung des Zinseffektes wesentlich ist. Restrukturierungsrückstellungen werden dann angesetzt, wenn ein detaillierter formeller Plan für die Restrukturie-rung durch den Konzern genehmigt wurde und die wesentlichen Details der Restrukturierung öffentlich angekündigt wurden. Die Rückstellungen beinhalten u. a. Annahmen hinsichtlich der Anzahl der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter, der Höhe der Abfindungszahlungen wie auch Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen. Aufwendungen, die mit den zukünftigen Geschäftstätigkeiten zusammenhängen (z. B. Versetzungskosten), werden nicht bei der Dotierung der Rückstellungen berücksichtigt. VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten einschließlich der "begebenen Anleihen und Darlehen", soweit es sich nicht um Verbindlichkeiten aus Derivaten und den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten finanziellen Verpflichtungen aus Investmentverträgen handelt, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Verbindlichkeiten aus Derivaten bewertet der Konzern zum beizulegenden Zeitwert. Für geschriebene Verkaufsoptionen auf nicht beherrschende Anteile bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts des Rückkaufbetrags der Anteile. Die Einbuchung erfolgt zulasten des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital; Effekte aus der Folgebewertung werden ergebniswirksam im "übrigen Ergebnis" erfasst. Die Aufzinsung dieser finanziellen Verbindlichkeiten weisen wir unter den Finanzierungszinsen aus. Die beizulegenden Zeitwerte von Investmentverträgen werden grundsätzlich mittels Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Kontensalden bestimmt. Daneben nutzt der Konzern für einen selektiven Bestand die Fair Value Option, um eine Bewertungs- oder Ergebniserfassungsinkongruenz (sogenannter Accounting Mismatch) in Bezug auf die die Verbindlichkeiten deckenden Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu beseitigen oder wesentlich zu verringern. Ergebniseffekte aus der Bewertung dieser Verbindlichkeiten weisen wir im "Ergebnis aus Investmentverträgen" im Kapitalanlageergebnis aus. Anteilsbasierte Vergütungen werden im Konzern ausschließlich in bar abgegolten. Die Schulden der in bar zu erfüllenden Vergütungspläne werden zu jedem Stichtag und am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld bestimmt. Der Zeitwert jedes dieser Pläne wird als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Passive Steuerabgrenzungen werden bilanziert, wenn ein Aktivposten in der Konzernbilanz höher oder ein Passivposten niedriger anzusetzen ist als in der Steuerbilanz und dies als temporäre Differenz in der Zukunft zu Steuermehrbelastungen führt; wir verweisen auf die Erläuterungen zur aktiven Steuerabgrenzung. ANHANGANGABEN VON FINANZINSTRUMENTENNachfolgende Tabelle leitet die im Konzern gebildeten Klassen von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 auf die Bilanzpositionen über bzw. informiert über die entsprechende Bewertungsgrundlage. Die Klassenbildung unserer Finanzinstrumente orientiert sich an den Belangen unseres Bestands; die Detaillierungstiefe der angegebenen Klassen kann zulässigerweise je nach geforderter Angabe variieren. KLASSEN VON FINANZINSTRUMENTEN, BILANZPOSTEN UND BEWERTUNGSGRUNDLAGENscroll
WESENTLICHE ERFOLGSGRÖSSENUnter der gebuchten Prämie wird der Betrag ausgewiesen, der im Geschäftsjahr für die Gewährung des Versicherungsschutzes entweder einmal oder laufend durch den Versicherer fällig gestellt wurde. In die Prämien fließen Ratenzahlungszuschläge sowie Nebenleistungen, aber auch Geldleistungen für übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen (Portfolioeintritte) ein. Darüber hinaus werden Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen sowie stornierten Prämienforderungen und Erträge aus der Auflösung bzw. Verminderung von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Versicherungsnehmer unter diesem Posten ausgewiesen. Erhöhungen der Wertberichtigungen werden von den gebuchten Prämien abgesetzt. Durch Abzug der gebuchten Rückversicherungsprämien ergeben sich die gebuchten Prämien für eigene Rechnung (netto). Prämien für Versicherungsverträge werden über die Laufzeit der Verträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Bei den verdienten Prämien handelt sich um den Teil der gebuchten Prämien, der entsprechend den Bedingungen der Versicherungsverträge über die Zeit abzugrenzen ist. Von den verdienten Prämien sind die Sparanteile aus Lebensversicherungsverträgen abgesetzt. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen zur Rückstellung für Prämienüberträge. Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen beinhalten die Zahlungen für Schadenfälle des Geschäftsjahres wie auch die für Schadenfälle der Vorjahre (einschließlich der Schlussüberschüsse in der Lebensversicherung). Ferner werden die Veränderungen der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie die Veränderungen der Deckungsrückstellung erfasst. Ebenfalls werden unter dieser Position die Aufwendungen für Beitragsrückerstattung ausgewiesen. Diese bestehen neben der Direktgutschrift aus der Zuführung für die RfB sowie der erfolgswirksamen Veränderung der latenten RfB inklusive der Amortisation des pvfp zugunsten der Versicherungsnehmer. Wir verweisen auf die entsprechenden versicherungstechnischen Passivposten. Die Abschlussaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Provisionszahlungen an die mit dem Vertrieb der Versicherungsprodukte betrauten Personen/Organisationen, die gezahlten Rückversicherungsprovisionen sowie die Veränderungen der aktivierten Abschlusskosten und der Provisionsrückstellungen. Darüber hinaus werden unter den Abschlusskosten weitere Kostenbestandteile ausgewiesen, die eng mit der Akquise von neuen Versicherungsverträgen bzw. mit der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge verbunden sind, beispielsweise Kosten der medizinischen Gesundheitsprüfung. Die Verwaltungskosten resultieren vor allem aus den Aufwendungen für die Vertragsverwaltung wie z. B. das Einziehen der fälligen Prämien. Hierbei werden sämtliche Kosten, beispielsweise Personalkosten, Abschreibungen und Mieten, die direkt auf diesen Funktionsbereich entfallen, als Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Prämien, Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen werden jeweils brutto und netto, d. h. nach Berücksichtigung der Rückversicherungspositionen, bilanziert. Die Zusammensetzung des Kapitalanlageergebnisses wie auch des übrigen Ergebnisses ist der jeweiligen Anmerkung im Konzernanhang zu entnehmen. Ertragsteuern: Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensergebnisse der Konzernunternehmen, auf die die jeweiligen lokalen Steuersätze angewendet werden, sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen oder Strafen, die an die Steuerbehörden zu zahlen sind, werden im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDer Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, dargestellt. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden im "übrigen Ergebnis" (Gewinn- und Verlustrechnung) ausgewiesen. Währungsumrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren Änderungen ihrer beizulegenden Zeitwerte erfolgswirksam erfasst werden, sind mit diesen als Gewinn oder Verlust aus Marktwertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bilanzieren. Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus nicht monetären Posten, wie z. B. Eigenkapitalinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert und erst mit ihrer Abwicklung bzw. bei einer Wertminderung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Die in Landeswährung aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Konzernunternehmen werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss übernommen. Die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den Bilanzposten der Einzelgesellschaften, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes, sowie die Übernahme dieser Posten in den Konzernabschluss erfolgen zu den Devisenmittelkursen des Bilanzstichtags. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital bilanziert, soweit die Währungskursdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist. Eine erfolgswirksame Umgliederung wird vorgenommen, wenn der Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf einer ausländischen Tochtergesellschaft erfasst wird. UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGENscroll
SEGMENTBERICHTERSTATTUNGBESTIMMUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEDie Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt - in Übereinstimmung mit IFRS 8 "Geschäftssegmente" - der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet. Der Konzern hat danach die geschäftlichen Aktivitäten in Versicherung und Konzernfunktionen aufgeteilt. Aufgrund der zum 30. Juni 2016 vollzogenen Änderung in der Steuerung werden die Versicherungsaktivitäten in sechs, statt wie bisher fünf, berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt. Ferner wurden zum 31. Dezember 2016 die unverändert jeweils einem berichtspflichtigen Segment entsprechenden Geschäftsbereiche Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung zu einem Geschäftsbereich Rückversicherung zusammengefasst. Infolgedessen wurde die Darstellung der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Geschäftsbereichen angepasst und die Darstellung der verkürzten Gewinn- und Verlustrechnung nach Segmenten um die beiden Rückversicherungssegmente erweitert. Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung waren bislang aufgrund der spartenübergreifenden und nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) ausgerichteten Steuerung in die drei berichtspflichtigen Segmente "Industrieversicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland" und "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Der Konzern hat die Steuerung des deutschen Privat- und Firmenkun-dengeschäfts zum 30. Juni 2016 geändert und eine branchenübliche Ausrichtung nach Sparten (Sachversicherung und Lebensversicherung) eingeführt. Somit entspricht der Geschäftsbereich "Privat- und Firmenversicherung Deutschland" nicht mehr einem, sondern zwei berichtspflichtigen Segmenten - "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall" und "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben". Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand. Um die Veränderung in der Segmentstruktur des Konzerns widerzuspiegeln, wurde die Vergleichsperiode rückwirkend angepasst. Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und PersonenRückversicherung aufgeteilt. Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rück SE ordnen wir allerdings dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx-Konzern-abschluss hingegen den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rück SE: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, von denen im Abschluss der Hannover Rück SE unvermeidlich. Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen. Industrieversicherung: Im Segment Industrieversicherung weisen wir das globale Industriegeschäft aus. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Sach-, Rechtsschutz-, Transport-, Financial-Lines- und Technischen Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall: In diesem berichtspflichtigen Segment werden Sachversicherungsleistungen für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft gesteuert. Das Produktspektrum reicht von Versicherungsprodukten für preis- und leistungsbewusste Kunden über maßgeschneiderte Produkte für beratungsaffine Kunden bis hin zum Belegschaftsgeschäft. Zu den Vertriebskanälen in diesem Segment zählen neben der konzerneigenen Außendienstorganisation auch der Vertrieb über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten, Kooperationen sowie der Direktvertrieb. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben: In diesem berichtspflichtigen Segment werden Lebensversicherungsaktivitäten einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts - d. h. der Vertrieb von Versicherungspolicen mittels Partnerbanken - gesteuert. Das Segment erbringt Versicherungsdienstleistungen grenzüberschreitend auch in Österreich. Das Produktspektrum reicht von der kapitaleffizienten bis hin zur individuell zugeschnittenen Versicherungslösung. Dazu gehören fondsgebundene Lebensversicherungen, Renten- und Risikoversicherungen sowie Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Die Gruppe nutzt ein breites Spektrum an Vertriebskanälen, wozu sowohl eine eigene Ausschließlichkeitsorganisation als auch der Vertrieb über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten sowie Bankkooperationen zählen. Privat- und Firmenversicherung International: Der Umfang des Geschäftsbetriebs umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die Produktpalette umfasst u. a. Angebote der Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Lebensversicherung. Das Auslandsgeschäft wird zu einem großen Anteil über Makler und Agenten abgewickelt. Zusätzlich nutzen viele Gesellschaften in diesem Segment Postfilialen sowie Banken als Vertriebskanäle. Schaden-Rückversicherung: Die wichtigsten Aktivitäten sind das private, geschäftliche und industrielle Schaden- und Haftpflichtgeschäft vor allem im us-amerikanischen und im deutschen Markt, das Transport- und Luftfahrtgeschäft, das Kredit-/Kautions-geschäft, strukturierte Rückversicherung, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft. Personen-Rückversicherung: Das Segment fasst die weltweiten Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in allen Sparten der Lebens-, Kranken- und Rentenversicherung sowie der privaten Unfallversicherung, sofern sie von Personenversicherern gezeichnet werden, zusammen. Zusätzlich zeichnet die Gruppe schariakonforme Retakaful-Rückversicherung. Konzernfunktionen: Das Segment Konzernfunktionen umfasst, in Abgrenzung zu den sechs operativen Segmenten, die Steuerung sowie weitere funktionelle Tätigkeiten zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs der Gruppe, vor allem durch die Bereiche Kapitalanlageverwaltung, und für die Erstversicherung die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben (Talanx Reinsurance Broker GmbH, Hannover) einschließlich konzerninterner Rückversicherung (Talanx Reinsurance Ltd., Dublin) sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für private und institutionelle Investoren der Ampega Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Bereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten -wie z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen - auf Kostenerstattungsbasis, vorwiegend für die Erstversicherer im Inland, ausführen. Das konzernintern gezeichnete Geschäft der Talanx Reinsurance Ltd. sowie das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker GmbH werden im Rahmen der Segmentverteilung teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet. BEWERTUNGSGRUNDLAGEN FÜR DEN ERFOLG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEBewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise, wie sie auch bei Geschäften mit Dritten Anwendung finden. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden hingegen im jeweiligen Segment eliminiert. Die Gewinn- und Verlustrechnung nach Geschäftsbereichen/berichtspflichtigen Segmenten haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz gegliedert nach Geschäftsbereichen bzw. Konzernbilanz. Für die Segmente "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall" und "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben" werden weder Ertragsteuern noch Finanzierungszinsen auf Ebene der Segmente ermittelt und an den Hauptentscheidungsträger berichtet, sodass die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem EBIT endet und auch keine Segmentbilanz aufgestellt werden kann. Das EBIT des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergibt sich aus der Addition der beiden berichtspflichtigen Segmente. Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern zu beurteilen, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performance-Maße genutzt, wobei als einheitliche Bemessungsgrundlage das operative Ergebnis (EBIT) - ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen - herangezogen wird. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung (Finanzierungszinsen) bereinigt. KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM IN MIO. EURAktivascroll
scroll
scroll
1)
Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" des
Konzernanhangs KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2016IN MIO. EURPassivascroll
scroll
scroll
1)
Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" des
Konzernanhangs KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN/BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEN FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 20161)IN MIO. EURscroll
scroll
scroll
1)
Abweichend zu dem Geschäftsbereich Privat-
und Firmenversicherung Deutschland und dem Geschäftsbereich Rückversicherung
bildet die Gewinn- und Verlustrechnung der übrigen Geschäftsbereiche
auch die berichtspflichtigen Segmente ab VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SCHADEN/UNFALL UND LEBEN SOWIE SCHADEN-/ UND PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2016IN MIO. EURscroll
scroll
KAPITALANLAGEN (OHNE DEPOTFORDERUNGEN UND OHNE KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN) NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT1)SELBST VERWALTETE KAPITALANLAGEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTAls langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) sowie der eigen- und fremd genutzte Grundbesitz. LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAHISCHER HERKUNFT (GRUNDSÄTZLICH NACH SITZ DES KUNDES)1)Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAPFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
scroll
DARSTELLUNG DER GEBUCHTEN BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND - ZWEIGEN AUF KONZERNEBEN1)IN MIO. EURscroll
KONSOLIDIERUNGKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEDie in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und wurden überwiegend auf den Stichtag 31. Dezember aufgestellt. Eine Erstellung von Zwischenabschlüssen für Konzerngesellschaften mit abweichenden Stichtagen war nach IFRS 10 nicht zwingend erforderlich, da ihre Abschlussstichtage nicht mehr als drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag lagen. Die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle zwischen den abweichenden Abschlussstichtagen und dem Konzernabschlussstichtag wurden berücksichtigt. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er direkt oder indirekt die Entscheidungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über ein Konzernunternehmen hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen aus dem Konzernunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsmacht beeinflussen kann. Diese Merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Bei sämtlichen Tochterunternehmen hält der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung besteht, werden potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, wenn diese Rechte substanziell sind. Insbesondere bei Investmentfonds - sowohl für vom Konzern verwaltete Investmentfonds als auch für von Dritten verwaltete Investmentfonds, an denen sich der Konzern beteiligt - erfolgt eine gesonderte Prüfung der Prinzipal-Agent-Beziehung. Hierbei wird anhand einer Analyse der Entscheidungsprozesse geprüft, ob die Kontrolle über die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten beim Fondsmanagement oder den Investoren liegt. Neben dem Grad der Variabilität der Vergütung des Fondsmanagements werden substanzielle Rechte zur Abberufung des Managements oder zur Herbeiführung der Fondsliquidierung herangezogen sowie die Rolle der Investoren in Organen und Gremien des Investmentfonds gewürdigt. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode, sobald der Konzern Beherrschung erlangt hat. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Nicht beherrschende Anteile am erworbenen Unternehmen werden im Allgemeinen anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ausgewiesen. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, bilanzieren wir als Eigenkapitaltransaktion. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, werden die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital ausgebucht. Jeder entstehende Gewinn und Verlust wird im "übrigen Ergebnis" (Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet. Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Gesellschaften, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen im Allgemeinen unter Anwendung der Equity-Methode nach IAS 28 bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch die Transaktionskosten zählen. Ausgehend von der Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss gegeben ist, wenn eine Gesellschaft des Konzerns direkt oder indirekt mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält, erfolgt für jede wesentliche Beteiligung eine individuelle Analyse der faktischen Einflussmöglichkeiten des Konzerns. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Diese Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode einbezogen. Die Equity-Konsolidierung endet mit der Aufgabe des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Strukturierte Unternehmen im Sinne des IFRS 12 sind Unternehmen, die so ausgestaltet sind, dass Stimmrechte oder vergleichbare Rechte bei der Beurteilung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind; so z. B. wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Im Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung von strukturierten Unternehmen im Rahmen einer Analyse geprüft, die sowohl Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch ihn mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, als auch solche, bei denen er mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen, mindestens jedoch jährlich, überprüft. Zum Stichtag werden 2 (2) strukturierte Unternehmen voll konsolidiert. KONSOLIDIERUNGSKREISVon der Vollkonsolidierung oder der Equity-Konsolidierung ausgenommen sind lediglich Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Ob ein Konzernunternehmen von untergeordneter Bedeutung ist, beurteilt der Konzern anhand der Bilanzsumme und des Jahresergebnisses der Gesellschaft im Verhältnis zu den entsprechenden durchschnittlichen Konzernwerten der letzten drei Jahre. Vor diesem Hintergrund werden im Berichtsjahr 35 (39) Tochtergesellschaften, deren Geschäftszweck überwiegend die Erbringung von Dienstleistungen für die Versicherungsgesellschaften der Gruppe ist, nicht konsolidiert. Weitere 11 (8) assoziierte Unternehmen und 3 (2) Gemeinschaftsunternehmen werden wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt insgesamt weniger als 1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme des Konzerns der letzten drei Jahre; das Ergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf insgesamt weniger als 2 % des durchschnittlichen Ergebnisses des Konzerns der letzten drei Jahre. In den Folgeperioden werden die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Vollkonsoli-dierung/Equity-Konsolidierung aufgrund geänderter Abschätzung der Wesentlichkeit geboten ist. Bezüglich der Angaben zur Zusammensetzung des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf das separate Kapitel dieses Konzernanhangs, Seite 242 ff. Angaben zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind der Anmerkung 5 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu entnehmen. KONSOLIDIERUNGSKREISscroll
1)
83 (85) Einzelgesellschaften und zwei (zwei)
Unternehmen, die in einem (einem) Teilkonzern vollkonsolidiert werden ANGABEN ZU ART UND UMFANG ERHEBLICHER BESCHRÄNKUNGENGesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Zum Stichtag bestanden bei folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen erhebliche Beschränkungen (im Sinne des IFRS 12.13) aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner. MASSGEBLICHE BESCHRÄNKUNGEN BEI WESENTLICHEN TOCHTERUNTERNEHMENscroll
Weitere Beschränkungen, Vermögenswerte zwischen Unternehmen des Konzerns zu transferieren, können aus lokalen Mindestkapital- und Solvabilitätsanforderungen sowie in geringerem Ausmaß aus Devisenbeschränkungen in bestimmten Ländern bestehen. Zur Besicherung unserer versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und als Sicherheitsleistungen für Verbindlichkeiten aus bestehenden Derivatgeschäften hat der Konzern in bestimmten Ländern Sperrdepots und Treuhandkonten gestellt sowie für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Immobilientransaktionen, wie im Rahmen dieser Transaktionen üblich, Vermögenswerte zugunsten konzernfremder Parteien verpfändet. Zu näheren Informationen verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Kapitel "Sonstige Angaben", Abschnitt "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" des Konzernanhangs. ANGABEN ZU TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILENAnteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften, die nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehen, werden gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Sie belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 5.610 (5.149) Mio. EUR. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN1)IN MIO. EURscroll
1)
Alle Angaben beziehen sich auf Finanzinformationen
vor Konsolidierung WESENTLICHE ZU- UND ABGÄNGE DER VOLLKONSOLIDIERTEN TOCHTERUNTERNEHMEN SOWIE SONSTIGE GESELLSCHAFTSRECHTLICHE VERÄNDERUNGENZU- UND ABGÄNGEMit Wirkung zum 8. Januar 2016 hat die Funis GmbH & Co. kg ("Funis"), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Hannover Rück SE, ihren Anteil am Stammkapital der Glencar Underwriting Managers Inc., Chicago, USA ("Glencar"), von 49 % auf 100 % aufgestockt und in diesem Zug die Kontrolle über die Gesellschaft erlangt. Die vormals nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogene Glencar wurde infolgedessen beginnend mit dem ersten Quartal 2016 als Tochterunternehmen vollkonsolidiert. Aus der Ausbuchung der Vermögenswerte und Schulden sowie dem Ansatz der bisherigen Anteile zum beizulegenden Zeitwert resultierte ein Aufwand in Höhe von 1 Mio. EUR, der im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen wurde. Darüber hinaus wurden kumulierte, nicht ergebniswirksame Eigenkapitalanteile aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1 Mio. EUR realisiert. Für den Erwerb der restlichen Kapitalanteile wurde ein Kaufpreis in Höhe von 6 Mio. EUR gezahlt. Im Rahmen der Kaufpreisallokation resultierte aus der für die Erstkonsolidierung vorgenommenen Ermittlung der Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3 Mio. EUR. Mit Kaufverträgen vom 11. Dezember 2015 und Nachtrag vom 15. Dezember 2015 übernahm der Konzern die Windparkprojektgesellschaft "Infrastruktur Ludwigsau GmbH & Co. kg", Wörrstadt, durch den Erwerb sämtlicher Anteile durch die TD Real Assets GmbH & Co. kg, Köln (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland). Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 22. Januar 2016 erfüllt wurden (Erstkonsolidierungszeitpunkt). Der Kaufpreis beträgt 5 TEUR. Ein Geschäfts- oder Firmenwert entstand nicht. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten (<0,5 Mio. EUR) sind im "Übrigen Ergebnis" enthalten. Die geplante Investition beträgt 34 Mio. EUR. Der Umsatz der Gesellschaft (enthalten im Kapitalanlageergebnis) ging mit 3 Mio. EUR und das Ergebnis mit 71 TEUR in den Abschluss ein. Vor dem Erstkonsoli-dierungszeitpunkt sind im Geschäftsjahr 2016 keine wesentlichen Umsätze oder Erträge entstanden. Mit Kaufverträgen vom 16. Dezember 2015 übernahm der Konzern die beiden Windparkprojektgesellschaften "uge Rehain Eins GmbH & Co. kg Umweltgerechte Energie" (wpr), Meißen, und "uge Parchim Drei GmbH & Co. kg Umweltgerechte Energie" (wpp), Meißen, durch den Erwerb sämtlicher Anteile durch die TD Real Assets GmbH & Co. kg, Köln. Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die im Falle der wpp am 1. Februar 2016 und im Falle der wpr am 9. Februar 2016 erfüllt wurden (Erstkonsolidierungs-zeitpunkte). Nach dem Erwerb wurde die wpr in Windpark Rehain GmbH & Co. kg und die wpp in Windpark Parchim GmbH & Co. kg umbenannt und der Sitz der Gesellschaften nach Köln verlegt. Der vollständig aus Zahlungsmitteln beglichene Kaufpreis für das gesamte Windparkprojekt beträgt 3 Mio. EUR. Ein wesentlicher Geschäfts- oder Firmenwert entstand dabei nicht. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten (<0,5 Mio. EUR) sind im "Übrigen Ergebnis" enthalten. Die gesamte geplante Investition beläuft sich auf 55 Mio. EUR. Der Umsatz der Gesellschaften ging mit 7 Mio. EUR und das Ergebnis mit 77 TEUR in den Abschluss ein. Wäre der Erwerb bereits zum 1. Januar 2016 erfolgt, hätte der Umsatz 8 Mio. EUR bzw. das Ergebnis 476 TEUR betragen. Es wurden bei den Windparkprojekten keine wesentlichen Eventual-verbindlichkeiten identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind. Darüber hinaus wurden ebenfalls keine Eventualverbindlich-keiten identifiziert, deren Ansatz - mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts - unterblieben ist. Weitere bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER WINDPARK-PROJEKTGESELLSCHAFTEN JEWEILS ZUM ERSTKONSOLIDIERUNGSZEITPUNKT NACH IFRSIN MIO. EURscroll
Mit Wirkung zum 1. April 2016 erfolgte die Verschmelzung der HDI Seguros S. A., Santiago, Chile, auf die Aseguradora Magallanes S. A., Las Condes, Chile. Zum gleichen Zeitpunkt wurde diese Gesellschaft in HDI Seguros S. A. (Sitz unverändert, Las Condes, Chile) umfirmiert. Am 10. Mai 2016 hat die Hannover Rück über ihr Tochterunternehmen International Insurance Company of Hannover se, Hannover, 100 % der Anteile an der Gesellschaft Congregational and General Insurance Company Plc. (cgi), Bradford/Großbritannien, erworben. Der Kaufpreis der Anteile belief sich auf 11 Mio. EUR. Mit der Gesellschaft hat die Hannover Rück auch deren 25 -prozentigen Anteil an der Integra Insurance Solutions Limited, Bradford/Großbritannien, erworben. Die Hannover Rück hält damit über verschiedene Tochterunternehmen insgesamt 100 % der Anteile. Der Geschäftsbetrieb wurde zum 1. Mai 2016 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen. Für die Erstkonsolidierung wurden im Rahmen geeigneter Bewertungsmethoden bei der Ermittlung der Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Teil Annahmen und Schätzungen zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag wurden die verwendeten Annahmen und Schätzungen konkretisiert, sodass die Erstkonsolidierung innerhalb des Bewertungszeitraums finalisiert wurde. Die Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Geschäftsbetriebs zum Erstkonsolidierungszeitpunkt stellen sich wie folgt dar: ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER CGI PER 1. MAI 2016 NACH IFRSIN MIO. EURscroll
Da die Zeitwerte der angesetzten, identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden die Anschaffungskosten der Transaktion übersteigen, resultierte ein negativer Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 11 Mio. EUR vor Minderheiten, der nach den Vorschriften des IFRS 3.34 sofort ertragswirksam zu vereinnahmen war. Dieser Einmaleffekt aus der Transaktion wird in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung im "Übrigen Ergebnis" ausgewiesen. Der negative Unterschiedsbetrag resultiert im Wesentlichen aus der Begrenzung der Neubewertung der übernommenen Pensionsrückstellungen auf den nach IAS 19 anzusetzenden Betrag gemäß IFRS 3.26. Die gebuchte Bruttoprämie des übernommenen Geschäftsbetriebs vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum Stichtag belief sich auf 2 Mio. EUR. Für den gleichen Zeitraum war aus dem übernommenen Geschäftsbetrieb ein Ergebnis in Höhe von 800 TEUR zu verzeichnen. Darin ist der im "Übrigen Ergebnis" enthaltene Ertrag aus der Auflösung des negativen Unterschiedsbetrags nicht enthalten. Mit Kaufvertrag vom 27. November 2015 übernahm der Konzern 100 % der Anteile an dem Lebensversicherer cba Vita S. p. A. (cba Vita), Mailand, Italien, inkl. der von dieser Gesellschaft gehaltenen Anteile an der Sella Life Ltd., Dublin, Irland (100 %) und der InChiaro Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien (49 %). Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen bildet der Konzern den Erwerb zum 30. Juni 2016 ab (Erstkonsolidierungszeitpunkt). Der Erwerb erfolgte über die HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien (Segment Privat- und Firmenversicherung International), die 100 % der cba Vita übernimmt und die auch bereits die verbleibenden 51 % an dem Sachversicherer InChiaro Assicurazioni S. p. A. hielt. Der Kaufpreis (70 Mio. EUR) wurde in Höhe von 43 Mio. EUR bar und in Höhe von 27 Mio. EUR über die Inanspruchnahme eines Darlehens beglichen. Der Kaufpreis entfällt mit 38 Mio. EUR auf den Erwerb der cba Vita und mit 22 Mio. EUR auf die Sella Life Ltd. Die Erhöhung der Anteilsquote von 51 % auf 100 % bei der InChiaro Assicurazioni S. p. A. wird als mehrheitswahrende Aufstockung bilanziert. Hierauf entfielen 10 Mio. EUR der Kaufpreiszahlung. Mit dem Erwerb erfolgt die Umbenennung der Sella Life Ltd. in "InChiaro Life Designated Activity Company" (InChiaro Life dac). Das erworbene Nettovermögen (nach Anpassung der vorläufigen Wertansätze zum Erwerbszeitpunkt) übersteigt den geleisteten Kaufpreis um 1 Mio. EUR. Der Unterschiedsbetrag wurde im Geschäftsjahr erfolgswirksam vereinnahmt. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Die Aufstockung der bereits bestehenden Mehrheitsbeteiligung an der InChiaro Assicurazioni S. p. A. wurde als Transaktion zwischen Eigentümern abgebildet. Der Unterschiedsbetrag aus dem anteiligen Kaufpreis für die Minderheitsanteile - 10 Mio. EUR - und dem auf die Minderheiten entfallenden Eigenkapital - 5 Mio. EUR - wurde erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Erwerbsbezogene Kosten der Transaktion (0,7 Mio. EUR) sind im "Übrigen Ergebnis" enthalten. ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER CBA VITA S. P. A. UND DER INCHIARO LIFE DAC PER 30. JUNI 2016 NACH IFRSIN MIO. EuRscroll
1)
Darin enthalten sind auch die Bilanzansätze
für die Beteiligung an der InChiaro Life dac und der InChiaro Assicurazioni
S. p. A. von insgesamt 32 Mio. EUR Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte beinhalten Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen. Es wurden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind. Darüber hinaus wurden ebenfalls keine Eventualverbindlichkeiten identifiziert, deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Die Bruttoprämien der Gesellschaften gingen mit 214 Mio. EUR und das Jahresergebnis mit 100 TEUR in den Abschluss ein. Wäre der Erwerb der Gruppe bereits zum 1. Januar 2016 erfolgt, hätten die einzubeziehenden Bruttoprämien 503 Mio. EUR und das einzubeziehende Periodenergebnis 2 Mio. EUR betragen. Die Towarzystwo Ubezpieczen Europa S. A., Breslau, Polen, hat ihre Anteile (51 %) an der Open Life Towarzystwo Ubezpieczen Zycie S. A., Warschau, Polen (Segment Privat- und Firmenversicherung International), an die lc Corp B. V., Amsterdam, Niederlande, verkauft. Die Übertragung der Anteile erfolgte zum 20. Dezember 2016. Zu Einzelheiten verweisen wir auf das Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen". WESENTLICHE ZU- UND ABGÄNGE DER ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN/GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN -BEWERTET NACH DER EQUITY-METHODEIm zweiten Quartal ist die c-quadrat Investment AG, Wien, Österreich, abgegangen (zur näheren Information siehe Abschnitt "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"). ANGABEN ZU KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENZum Stichtag wurden die folgenden strukturierten Unternehmen konsolidiert:
Kaith Re Ltd. ist eine "Segregated Accounts Company" (sac), deren einziger Zweck in der Verbriefung von Rückversicherungsrisiken in Kapitalanlageprodukte liegt. Im Rahmen dieser Transformation findet in jedem Fall ein vollständiger Risikotransfer auf den jeweiligen Investor statt. In einer sac existieren unter einem "General Account" weitere "Segregated Accounts", die haftungsrechtlich vollständig voneinander und von dem General Account getrennt sind und in denen die o. g. Verbriefungen für die Investoren stattfinden. Gemäß IFRS 10 sehen wir das General Account und die Segregated Accounts als separate Einheiten an, auf die die Grundsätze des sogenannten Silo-Accounting angewendet werden. Diesem Konzept folgend hat die Hannover Rück se das General Account der Kaith Re Ltd. zu konsolidieren und trägt vertragsgemäß die Honorare für externe Dienstleister, die aus den Eigenmitteln des General Accounts zu decken sind. Jedes einzelne Segregated Account ist getrennt von den beteiligten Parteien (Investoren) im Hinblick auf die Konsolidierungspflicht zu untersuchen und abhängig von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung zu konsolidieren. Die LI re ist ein Segregated Account der Kaith Re Ltd., dessen Zweck wie bei allen Segregated Accounts unter Kaith Re Ltd. in der Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken besteht. Im Unterschied zu den anderen Segregated Accounts ist der alleinige Investor und damit Risikoträger der LI re die Hannover Rück se. Zum Stichtag hat der Konzern keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für ein konsolidiertes strukturiertes Unternehmen geleistet. Der Konzern beabsichtigt nicht, finanzielle oder anderweitige Unterstützung für eines oder mehrere dieser Unternehmen zu leisten, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. ANGABEN ZU NiCHT KONSOUDiERTEN STRUKTURiERTEN UNTERNEHMENZur Durchführung der Geschäftsaktivitäten nutzt der Konzern weitere strukturierte Unternehmen. Diese Unternehmen werden nicht konsolidiert, da die Beherrschungskriterien des IFRS 10 nicht einschlägig sind. Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beinhalten die folgenden Transaktionsarten: NICHT KONSOLIDIERTE STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN EINSCHLIESSLICH DER DARSTELLUNG DES VERLUSTRISIKOSscroll
Die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden aus den genannten Transaktionen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMEN IN MIO. EURAKTIVAscroll
scroll
PASSIVAscroll
scroll
Die Erträge und Aufwendungen aus Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden, soweit sie aus allgemeiner Investitionstätigkeit oder Investitionen aus Katastrophenanleihen resultieren, im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen und, soweit sie auf Retrozessionen und Verbriefungen entfallen, in der versicherungstechnischen Rechnung erfasst. Zum Stichtag haben Gesellschaften des Konzerns keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für diese nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen geleistet. Es bestehen aktuell keine Absichten zur Erteilung finanzieller oder anderer Unterstützung an diese Unternehmen, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. Zusagen, die wir nicht als Unterstützung betrachten, wie z. B. Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements, stellen wir im Kapitel "Sonstige Angaben" (Abschnitt: "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen") dar. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND VERÄUSSERUNGSGRUPPENC-QUADRAT INVESTMENT AG, WIEN, ÖSTERREICH (SEGMENT KONZERNFUNKTIONEN)Zum 31. Dezember 2015 hat der Konzern das assoziierte Unternehmen C-QUADRAT Investment AG, Wien, Österreich, als einen zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswert mit einem Buchwert von 19 Mio. EUR ausgewiesen. Die Transaktion wurde am 13. Juni 2016 mit einem Gewinn in Höhe von 26 Mio. EUR nach Steuern, der im "übrigen Ergebnis" bilanziert wird, abgeschlossen. Die Kooperation mit der c-quadrat Investment AG bleibt von der Veräußerung unberührt und wird weiter fortgesetzt. OPEN LIFE TOWARZYSTWO UBEZPIECZEN ZYCIE S. A, WARSCHAU, POLEN (SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL)Der Konzern hat im ersten Quartal 2016 die Veräußerung der Anteile in Höhe von 51 % an der Open Life Towarzystwo Ubezpieczen Zycie S. A., Warschau, Polen, durch die Towarzystwo Ubezpieczen Europa S. A., Breslau, Polen, zu einem Preis im einstelligen MillionenEuro-Bereich beschlossen sowie zu diesem Zeitpunkt die Kategori-sierung als Veräußerungsgruppe gemäß IFRS 5 vorgenommen. Die Transaktion wurde am 20. Dezember 2016 vollzogen. Der Verkauf belastete das EBIT mit rund 10 Mio. EUR (Position: "übriges Ergebnis"). Die Veräußerungsgruppe enthielt Vermögenswerte in Höhe von 1.881 Mio. EUR sowie Schulden in Höhe von 1.852 Mio. EUR, davon Kapitalanlagen sowie Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen von 1.708 Mio. EUR bzw. 1.718 Mio. EUR. Im Rahmen der Entkonsolidierung ging der auf diese Gesellschaft entfallende Goodwill der cgu Europa in Höhe von 2 Mio. EUR ab; kumulierte nicht ergebniswirksame Eigenkapitalanteile aus der Währungsumrechnung von -0,3 Mio. EUR (sonstiges Ergebnis) wurden realisiert. Mit dem Verkauf der Beteiligung strafft der Konzern sein Portfolio in Osteuropa. IMMOBILIENZum 31. Dezember 2016 weisen wir Immobilienbestände in Höhe von 15 (0) Mio. EUR als zur Veräußerung gehalten aus. Sie entfallen vollständig auf das Segment Schaden-Rückversicherung. Dem Gesamtbestand stehen Marktwerte (entsprechend erwarteten Verkaufspreisen) von 16 Mio. EUR gegenüber. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertverfahren sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Sofern ein Verkauf verbindlich vereinbart wurde, wird der Kaufpreis herangezogen. Die Verkaufsabsichten begründeten sich durch individuelle Immobilienmarkt- und Objektgegebenheiten in Abwägung aktueller und künftiger Chancen-Risiko-Profile. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ - AKTIVA(1) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTSEGMENTAUFTEILUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTESIN MIO. EURscroll
scroll
IMPAIRMENT-TEST (WERTHALTIGKEITSPRÜFUNG)Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) bzw. Gruppen von CGUs aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGUs bzw. Gruppen von CGUs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen (in Form von Zahlungsströmen) ziehen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Unternehmensebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Der Konzern hat daher sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet. Die CGUs entsprechen für die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall sowie Schaden-Rückversicherung den gleichlautenden Segmenten im Sinne von IFRS 8. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International stellt grundsätzlich jeder Auslandsmarkt eine separate cgu dar, die niedrigste Good-willüberwachungsebene entspricht jedoch den geografischen Regionen, die entsprechende Gruppen von CGUs darstellen. GOODWILL TRAGENDE CGUS IN MIO. EUR (BEWERTET ZUM STICHTAGSKURS)scroll
Der Konzern führt den Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßig im vierten Quartal auf Basis des Zahlenwerks zum Stichtag 30. September eines jeden Jahres durch. Zum Bilanzstichtag lagen für keine CGUs bzw. Gruppen von CGUs Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, sodass eine unplanmäßige Durchführung des Werthaltigkeitstests nicht erforderlich war. Ein möglicher Wertminderungsbedarf ergibt sich aus der wertmäßigen Gegenüberstellung des Buchwerts der cgu bzw. der Gruppe von CGUs einschließlich des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts zu ihrem erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag ist dabei das Maximum aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für alle CGUs bzw. Gruppen von CGUs mit Ausnahme der Rückversicherungssegmente wird der erzielbare Betrag grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt, der vom Konzern auf der Grundlage eines anerkannten Bewertungsverfahrens - grundsätzlich der Ertragswertmethode - ermittelt wird. In Einzelfällen, aktuell jedoch für keine der CGUs bzw. Gruppen von CGUs, wird auch der beizulegende Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten herangezogen. Soweit CGUs bzw. Gruppen von CGUs aus mehr als einer Konzerngesellschaft bestehen, kommt eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung zur Anwendung. Der erzielbare Betrag im Rückversicherungssegment wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Fair-Value-Stufe 1) bestimmt. Wesentliche Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags (Nutzungswert)Für die Bewertung der Schaden/Unfallversicherer sowie der Lebensversicherer nach dem Ertragswertverfahren bilden die vom jeweiligen Management der Gesellschaften verabschiedeten Planergebnisrechnungen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ertragswerts. Die Planrechnungen werden unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens, im Allgemeinen mit unverändertem Konzept, auf sogenannter Standalone-Basis erstellt und erfassen im Regelfall das Nachsteuerergebnis der fünf Folgejahre sowie eine Fortschreibung ab dem sechsten Jahr als ewige Rente. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus werden, auf Basis konservativer Annahmen, die unten dargestellten konstanten Wachstumsraten verwendet. Die Bancassurance-Sachversicherer werden mit ihrem Ertragswert bewertet, wobei nur die künftigen Ergebnisse bis zum Ende des jeweiligen Kooperationszeitraumes in die Bewertung einfließen. Im Anschluss werden ein über drei Jahre linear abfallendes Ergebnis sowie ein fiktiver Liquidationserlös nach drei Jahren unterstellt. Im Rahmen der Prognose der zukünftigen unternehmensspezifischen Cashflows für die einzelnen CGUs bzw. Gruppen von CGUs wurden makroökonomische Annahmen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Marktumfeld zugrunde gelegt, die mit den Wirtschaftsprognosen für die jeweiligen Länder der zu bewertenden Einheiten korrespondieren und im Einklang mit den Markterwartungen und Branchenprognosen stehen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote als ein Indikator für die Entwicklung des Geschäfts im Bereich Schaden/Unfallversicherung ergibt sich aus den Planungen zur Prämienentwicklung und zu Aufwendungen. Somit drückt sie kumuliert die getroffenen Annahmen zur Prämien- sowie Schaden- und Kostenentwicklung aus. Bei der Planung der Prämien und Aufwendungen werden insbesondere die Möglichkeiten des Wachstums im Marktumfeld sowie die Schaden- und Kostenentwicklung im Kontext geplanter Maßnahmen auf Gesellschaftsebene eingeschätzt. Die Projektion der Kapitalanlageerträge wird in Bezug auf das jeweilige Assetportfolio einschließlich der jeweiligen Laufzeitenstruktur und Währungsaufteilung vorgenommen und basiert auf den Annahmen hinsichtlich der Zinsentwicklung. Die Kapitalanlagerendite fällt daher, abhängig vom Zinsniveau des jeweiligen Währungsraums, je cgu bzw. Gruppe von CGUs sehr unterschiedlich aus. Im Bereich Lebensversicherung stellt die Annahme über die Zinsentwicklung die wesentliche Planungsannahme dar. Die oben dargestellten wesentlichen Annahmen resultieren aus der Aggregation der Einzelunternehmenspläne der Gesellschaften einer cgu bzw. Gruppe von CGUs. Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die den Annahmen über die Zinsentwicklung pro Land zugewiesenen Werte werden konzerneinheitlich festgelegt und sind aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen abgeleitet. Die gegebenenfalls in Lokalwährung ermittelten Barwerte werden mit dem Währungskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei der Bewertung der Lebensversicherungsgesellschaften (relevant nur für die Gruppe von CGUs "Europa") wird grundsätzlich das Ertragswertverfahren zur Bewertung angewandt. Um die Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäfts zu berücksichtigen, wird zudem das marktgängige Appraisal-Value-Verfahren, wenn ein ermittelter MCEV-Wert (einschließlich Neugeschäftswerte) vorhanden ist, zur Verplausibilisierung der Werthaltig-keit herangezogen. Aus dieser Heranziehung des Appraisal-Value-Verfahrens für Plausibilisierungszwecke ergaben sich im Berichtsjahr - mit Ausnahme einer italienischen Lebensversicherungsgesellschaft innerhalb der Gruppe von CGUs "Europa" -keine weiteren Anwendungsfälle. Der Abzinsungsfaktor (Kapitalisierungszinssatz) für die Konzerngesellschaften wird auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt. Die der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes zugrunde liegenden Annahmen, einschließlich des risikofreien Basiszinssatzes, der Marktrisikoprämie und des Betafaktors, werden auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen bzw. Kapitalmarktdaten ermittelt. Die verwendeten konstanten langfristigen Wachstumsraten sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreiten nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmen tätig sind. KAPITALISIERUNGSZINSSÄTZE UND LANGFRISTIGE WACHSTUMSRATE 1)IN %scroll
1)
Die Angaben beziehen sich auf den Stichtag
des regulären Impairment-Tests, den 30. September 2016 Wertminderungen der BerichtsperiodeIm Geschäftsjahr waren keine Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich. Im Vorjahr wurde der Geschäfts- oder Firmenwert im Segment Leben des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland in Höhe von 155 Mio. EUR abgeschrieben. SensitivitätsanalysenDer Konzern hat in Bezug auf die wichtigsten Parameter bei der Ermittlung der erzielbaren Beträge für alle goodwilltragenden CGUs bzw. Gruppen von CGUs Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken bei der Ermittlung des Nutzungswerts wie versicherungstechnisches Risiko (Schaden-/ Kostenquote), Zinsparameter (Zinsänderungsrisiko), Währungsparameter (Wechselkursrisiko) und Aktienparameter (Equity-Risiko) wurden verschiedene für möglich gehaltene Szenarien mit jeweiligen Parameterveränderungen definiert und im Einzelnen untersucht. Dabei wurde jeweils ein Parameter bei der Ermittlung des Nutzungswertes verändert (ceteris paribus), die übrigen Annahmen (in den Mittelfristplanungen und der Extrapolation) unverändert belassen und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwertes ermittelt. Basis der Berechnungen ist der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests ermittelte Nutzungswert. Soweit nicht im Folgenden anders angegeben, haben die Berechnungen zu den für möglich gehaltenen Änderungen von Parametern zu keiner potenziellen Wertminderung geführt. Für die Gruppe von CGUs "Lateinamerika" übersteigt der als Nutzungswert bestimmte erzielbare Betrag den Buchwert um 102 Mio. EUR. Der Detailplanung wurden je nach Land Schaden-/Kostenquoten von ca. 85 % - 100 % für die wesentlichen Gesellschaften der Gruppe von CGUs zugrunde gelegt. Eine Veränderung der Schaden-/Kostenquote um +0,64 Prozentpunkte für die Gruppe von CGUs "Lateinamerika" in der Detailplanung hätte zu einer Annäherung des erzielbaren Betrags der Gruppe von CGUs an ihren Buchwert geführt. (2) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEENTWICKLUNG DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
scroll
Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (= pvfp) setzen sich aus einem Aktionärsanteil und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der pvfp zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. PVFP LEBEN-ERSTVERSICHERUNGSGESELLSCHAFTENIN MIO. EURscroll
Die Abschreibungen/Amortisationen des pvfp - einschließlich der außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund der Änderungen der Annahmen über das langfristige Zinsniveau - von insgesamt 91 (88) Mio. EUR entfallen mit 58 (56) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 33 (32) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. Diese betreffen im Wesentlichen die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (73 [63]) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung International (14 [19]) Mio. EUR und Personenrückversicherung (4 [5]) Mio. EUR. Die Zuschreibungen (35 [0]) Mio. EUR wegen Anpassungen der Rechnungsgrundlagen resultieren vollständig aus dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und verteilen sich mit 5 Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 30 Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. PVFP NACH LAUFZEITIN MIO. EURscroll
Die erworbenen Markennamen in Höhe von 36 (38) Mio. EUR (im Wesentlichen "warta" [30 Mio. EUR]) sind immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, da es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren (darunter voraussichtliche Nutzung, Verfügungsgewalt, Abhängigkeit von anderen Vermögenswerten) keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows erzeugen wird. (3) FREMD GENUTZTER GRUNDBESITZIN MIO. EURscroll
Die Zugänge im Berichtsjahr betreffen insbesondere die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (154 Mio. EUR), Schaden-Rückversicherung (119 Mio. EUR) sowie Industrieversicherung (28 Mio. EUR). Der Zeitwert des fremd genutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 2.814 (2.418) Mio. EUR. Davon entfallen 14 (13) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 2.800 (2.405) Mio. EUR auf die Stufe 3. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertberechnungen sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Die direkt zurechen-baren betrieblichen Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung) belaufen sich bei vermieteten Objekten auf 59 (64) Mio. EUR; auf Objekte, mit denen keine Mieterträge erzielt werden, sind 22 (5) Mio. EUR an betrieblichen Aufwendungen angefallen. Bei dem fremd genutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2016 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 876 (785) Mio. EUR. Vertragliche Verpflichtungen, fremd genutzten Grundbesitz zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln, oder solche für Reparaturen, Instandhaltungen oder Verbesserungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 86 (44) Mio. EUR. (4) ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGEN IN MIO. EURscroll
(5) ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENDer Bilanzposten umfasst die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals bewertet werden. Die Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sind jeweils zusammengefasst angegeben, da keines dieser Unternehmen individuell wesentlich für den Konzern im Sinne von IFRS 12.21 ist. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen belief sich zum Jahresende auf 128 (126) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden Anteile an den Verlusten von 0 (0) Mio. EUR bilanziell nicht erfasst. Für Informationen zum Kapitalanteil des Konzerns an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie zur Höhe des Eigenkapitals und des Geschäftsjahresergebnisses dieser Gesellschaften verweisen wir auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes, Seite 242 ff. Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bestehen zum Stichtag nicht. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
ANTEILE AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
(6) DARLEHEN UND FORDERUNGENDARLEHEN UND FORDERUNGENIN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der Darlehen und Forderungen ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 13.401 (13.434) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER DARLEHEN UND FORDERUNGENIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Bei den ungerateten Darlehen und Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um Hypotheken- und Policendarlehen. (7) BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTEBIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinstrumente ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 244 (440) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT IN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDEN FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (8) JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTEJEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTIN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. Die unrealisierten Gewinne/Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den übrigen Rücklagen im Eigenkapital ausgewiesen. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 8.748 (7.725) Mio. EUR enthalten (86 [85] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
RATINGSKULTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE IN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (9) ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 2 (0) Mio. EUR enthalten (100 [0] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente (ohne Handelsabsicht) beinhalten unter anderem strukturierte Produkte, bei denen die Fair Value Option nach IAS 39 angewendet wurde. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderungen des Kreditrisikos der finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, beträgt in der Berichtsperiode 0 (1) Mio. EUR und in kumulativer Form 3 (2) Mio. EUR. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (10) ÜBRIGE KAPITALANLAGENKLASSIFIZIERUNG VON ÜBRIGEN KAPITALANLAGENIN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der Darlehen und Forderungen ergibt sich aus den fortgeführten Anschaffungskosten. Der Zeitwert der Darlehen und Forderungen entspricht im Wesentlichen dem Bilanzwert. JEDERZEIT VERÄUssERBARE FINANZINsTRUMENTEIN MIO. EURscroll
Der Bilanzwert der jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumente ergibt sich aus den Zeitwerten. Die unrealisierten Gewinne/Verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in den übrigen Rücklagen im Eigenkapital ausgewiesen. In den kurzfristigen Geldanlagen sind überwiegend Fest- und Tagesgelder mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei diesen Einlagen daher weitgehend den Buchwerten. RATINGSTRUKTUR DER SONSTIGEN KURZFRISTIGEN GELDANLAGENIN MIO. EURscroll
Die erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen angekaufte Lebensversicherungspolicen. Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments beinhaltet Windparkanlagen. Für die Anlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen als Sicherheit. INFRASTRUKTURINVESTMENTSIN MIO. EURscroll
Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments enthält Anlagen im Bau in Höhe von 0 (84) Mio. EUR. (11) KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENKLASSIFIZIERUNG DER KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENIN MIO. EURscroll
DARLEHEN UND FORDERUNGENVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTURIN MIO. EURscroll
ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATEVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTURIN MIO. EURscroll
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderung des Kreditrisikos bedingt ist, ist unwesentlich. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (12) BEWERTUNGSHIERARCHIE DER ZEITWERTBEWERTUNGDER FINANZINSTRUMENTEFAIR-VALUE-HIERARCHIEFür die Angaben nach IFRS 13 sind neben den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten auch diejenigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts im Rahmen der Geschäftsberichtserstattung vorgesehen ist (nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente). Die Zeitwerthierarchie spiegelt Merkmale der für die Bewertung verwendeten Preisinformationen bzw. Eingangsparameter wider und ist wie folgt gegliedert:
Werden für die Bewertung eines Finanzinstruments Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen herangezogen, ist die Stufe des niedrigsten Inputfaktors maßgeblich, der für die Bewertung wesentlich ist. Eine Überprüfung der Zuordnung zu den Stufen der Fair-Value-Hierar-chie erfolgt mindestens zum Ende einer Periode. Die Darstellung von Transfers erfolgt, als ob der Transfer zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt wäre. AUFTEILUNG DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTEZum Bilanzstichtag betrug der Anteil der Stufe 1 zugeordneten Finanzinstrumente am Gesamtbestand der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente 6 (6) %. Insgesamt werden zum Bilanzstichtag 89 (89) % der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente der Stufe 2 zugeordnet. Zum Bilanzstichtag weist der Konzern 5 (5) % der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente der Stufe 3 zu. Im Geschäftsjahr erfolgten keine wesentlichen Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 (2015: 24 Mio. EUR). Zum Stichtag bestehen Schulden in Höhe von 3 (6) Mio. EUR, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes wider. ZEITWERTHIERARCHIE ZUM ZEITWERT BEWERTETER FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
scroll
ANALYSE DER FINANZINSTRUMENTE, FÜR DIE SIGNIFIKANTE EINGANGSPARAMETER NICHT AUF BEOBACHTBAREN MARKTDATEN BERUHEN (STUFE 3)Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung der in Stufe 3 kate-gorisierten Finanzinstrumente (im Folgenden: fi) zu Beginn der Berichtsperiode auf den Wert per 31. Dezember des Geschäftsjahres. ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1) (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2016IN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1) (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2016IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen der Periode einschließlich der Gewinne oder Verluste auf am Ende der Berichtsperiode im Bestand gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 werden in der folgenden Tabelle gezeigt. DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1) IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE)IN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1) IN STUFE § (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE BEWERTUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN DER STUFE 3IN MIO. EURscroll
1)
Diese Finanzinstrumente werden in die Stufe
3 eingeordnet, da bei der Bewertung nicht beobachtbare Parameter verwendet
werden Sofern zur Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 3 Modelle verwendet werden, bei denen die Anwendung vernünftiger alternativer Eingangsparameter zu einer wesentlichen Änderung des Zeitwerts führt, verlangt IFRS 7 eine Offenlegung der Auswirkungen dieser alternativen Annahmen. Von den Finanzinstrumenten der Stufe 3 mit Zeitwerten zum Bilanzstichtag von insgesamt 4,0 (3,5) Mrd. EUR bewertet der Konzern Finanzinstrumente mit einem Volumen von 3,2 (2,9) Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der Nettovermögenswertmethode, bei der alternative Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu ermitteln sind. Darüber hinaus bestehen Vermögenswerte aus Investmentverträgen in Höhe von 190 (186) Mio. EUR, denen in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gegenüberstehen. Da sich die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe gegenüberstehen und sich im Wert ähnlich entwickeln, haben wir auf eine Szenarioanalyse verzichtet. Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik werden in Höhe von 299 (239) Mio. EUR in der Stufe 3 ausgewiesen. Die Wertentwicklung dieser Verträge steht in Abhängigkeit vom Risikoverlauf einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Aus der Anwendung alternativer Eingangsparameter und Annahmen ergibt sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Für die verbleibenden Finanzinstrumente der Stufe 3 mit einem Volumen von 95 (28) Mio. EUR sind die Auswirkungen alternativer Eingangsparameter und Annahmen nicht wesentlich. BEWERTUNGSPROZESSDer Bewertungsprozess ist darauf ausgerichtet, für die Zeitwertermittlung von Finanzanlagen öffentlich verfügbare Preisstellungen auf aktiven Märkten oder Bewertungen mit ökonomisch anerkannten Modellen, die auf beobachtbaren Eingangsfaktoren beruhen, heranzuziehen (Stufe-1- und Stufe-2-Positionen). Für Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Stufe-3-Positionen), werden die Bewertungen überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen (z. B. geprüfter Net Asset Value) vorgenommen, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen wurden. Die mit der Bewertung von Kapitalanlagen betraute Organisationseinheit ist unabhängig von den Organisationseinheiten, die die Kapitalanlagerisiken eingehen, wodurch eine Funktions- und Aufgabentrennung gewährleistet wird. Die Bewertungsprozesse und Bewertungsmethoden sind vollständig dokumentiert. Entscheidungen über Bewertungsfragen trifft das monatlich tagende Talanx-Bewertungskomitee. Die Möglichkeit der Portfolio-Bewertung im Sinne des IFRS 13.48 wird nicht angewandt. AUFTEILUNG DER NICHT ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTE MIT ZEITWERTANGABEN IM ANHANGFAIR-VALUE-HIERARCHIE - NICHT ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
scroll
(13) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGE-ACCOUNTINGDERIVATEDerivative Finanzinstrumente setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und sonstigen Marktpreisrisiken ein sowie in geringem Umfang auch zur Optimierung von Erträgen oder um Kauf- bzw. Verkaufsabsichten zu realisieren. Dabei werden die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften wie auch die Vorgaben der konzerninternen Anlagerichtlinien strikt eingehalten und stets erstklassige Kontrahenten ausgewählt. Darüber hinaus werden eingebettete Derivate in strukturierten Produkten und Versicherungsverträgen - sofern nach den Vorschriften des IAS 39 bzw. IFRS 4 erforderlich - von den zugrunde liegenden Basisverträgen getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Fair Value. Hinsichtlich der angewandten Bewertungstechniken verweisen wir auf den Abschnitt "Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 146 ff. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument gemäß Hedge-Accounting nach IAS 39 eingesetzt wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens/Risikos. Bei Derivaten, die keine Sicherungsinstrumente sind, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Diese Vorgehensweise gilt auch für separierte eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzinstrumenten und aus Versicherungsverträgen. Hinsichtlich der Sicherungsinstrumente unterscheidet der Konzern die Derivate nach ihrer Zweckbestimmung in Fair-Value-Hedges und Cashflow-Hedges. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE NACH BILANZPOSITIONENIN MIO. EURscroll
Im Geschäftsjahr ergab sich aus den derivativen Finanzinstrumenten - ohne Sicherungsinstrumente - ein unrealisierter Gewinn in Höhe von 46 (-22) Mio. EUR; das realisierte Ergebnis der im Jahr 2016 geschlossenen Positionen beträgt -6 (-36) Mio. EUR. In der Tabelle "Laufzeitstruktur der derivativen Finanzinstrumente" werden die beizulegenden Zeitwerte einschließlich der zugehörigen Nominalwerte unserer offenen Derivatepositionen zum Stichtag differenziert nach Risikoarten und Fälligkeiten dargestellt. Positive und negative Marktwerte werden in der Tabelle saldiert. Zum Bilanzstichtag bestanden danach offene Positionen aus Derivaten in Höhe von 154 (32) Mio. EUR; das entspricht 0,1 % (0,02) % der Bilanzsumme. ANGABEN ZUR SALDIERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITENDer Konzern schließt derivate Geschäfte auf Basis standardisierter Rahmenverträge ab, die Globalnettingvereinbarungen beinhalten. Die in der Tabelle "Aufrechnungsvereinbarungen" aufgeführten Aufrechnungsvereinbarungen erfüllen die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz in der Regel nicht, da der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf eine Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf Saldierung ist grundsätzlich nur bei Eintritt bestimmter künftiger definierter Ereignisse durchsetzbar. Gestellte bzw. erhaltene Sicherheiten werden je Kontrahent maximal bis zur Höhe der jeweiligen Nettoverbindlichkeit bzw. des jeweiligen Nettovermögenswerts berücksichtigt. HEDGE-ACCOUNTINGIm Rahmen des Hedge-Accountings versucht der Konzern, die sich aus Marktpreisänderungen ergebenden Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme eines Grundgeschäfts durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments (Derivat) zu kompensieren, dessen Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme sich annähernd gegenläufig entwickeln. Die Absicherung erfolgt dabei auf Einzelgeschäftsebene (Mikro-Hedge). Bei Abschluss der Transaktion dokumentieren wir die Sicherungsbeziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, das Ziel des Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Absicherungsstrategie. Zudem findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die Sicherungsinstrumente die entsprechenden Änderungen der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Der Nachweis der Effektivität der Hedge-Beziehungen wurde erbracht. LAUFZEITSTRUKTUR DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
scroll
AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGENIN MIO. EURscroll
scroll
Fair-Value-HedgesZur teilweisen Absicherung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, resultierend aus dem Zinsänderungs- und Spreadrisiko bei festverzinslichen Wertpapieren, hat der Konzern Forward Sales (Vorverkäufe) als Sicherungsderivate designiert. Auf Grund der vergleichbaren Risiken der designierten Grundgeschäfte und der Sicherungsderivate, qualifizieren sich diese für die bilanzielle Abbildung als Fair Value Hedge. Die Änderungen des Zeitwerts der Sicherungsderivate werden mit den, dem gesicherten Risiko zure-chenbaren Änderungen des Zeitwerts der Grundgeschäfte (Forward-kurse), erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Für die Fair-Value-Hedges wurden im Berichtszeitraum Verluste in Höhe von 14 Mio. EUR aus den Sicherungsderivaten und Gewinne aus Grundgeschäften von 14 Mio. EUR ergebniswirksam bilanziert. Bei diesen Absicherungen lag keine wesentliche Ineffektivität vor. Cashflow-HedgesDer Konzern hat künftige Transaktionen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten, gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In diesem Zusammenhang werden Bewertungseinheiten aus Wertpapiertermingeschäften (Vorkäufen) und geplanten Wertpapierkäufen gebildet. Mit den Vorkäufen wird das Risiko abgesichert, bei jetzt schon feststehenden Wiederanlagen in der Zukunft durch fallende Zinsen niedrige Renditen für die Wiederanlagen erzielen zu können. Das Grundgeschäft zu den Sicherungsinstrumenten ist die Anlage in der Zukunft zu den dann geltenden Renditen/Kursen. Die Sicherung geplanter Transaktionen wird nach IAS 39 als Cashflow-Hedge abgebildet. Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des Share-Award-Plans gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten hat die Hannover Rück se seit dem Jahr 2014 Sicherungsinstrumente in Form sogenannter Equity Swaps erworben (Cashflow-Hedge). Der effektive Teil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Sicherungsinstrumente wird im Eigenkapital in der Rücklage für Cashflow-Hedges unter Berücksichtigung latenter Steuern und gegebenenfalls der Beteiligung der Versicherungsnehmer bilanziert. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sofern es sich bei den abgesicherten Grundgeschäften um ein Finanzinstrument handelt (Absicherung der geplanten Transaktionen). Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt (Absicherung der Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten). Führen die abgesicherten Transaktionen zum Ansatz finanzieller Vermögenswerte, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge über die Laufzeit des erworbenen Vermögenswerts amortisiert. Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung der Rücklage für Cashflow-Hedges (vor Steuern und vor Beteiligung der Versicherungsnehmer) dar. ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGESIN MIO. EURscroll
Die Cashflow-Hedge-Rücklage veränderte sich im Berichtsjahr um 98 (-5) Mio. EUR (vor Steuern) bzw. 98 (-7) Mio. EUR (nach Steuern). Im Rahmen fälliger Vorkäufe wurde 2016 ein Betrag von insgesamt 14 (11) Mio. EUR ergebniserhöhend amortisiert (Position: Kapitalanlageergebnis). Ein Betrag in Höhe von 2 (-4) Mio. EUR wurde im Berichtsjahr aufgrund von Ineffektivitäten der Cashflow-Hedges ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Die Zahlungsströme aus den Cashflow-Hedges werden wie folgt erwartet, siehe Tabelle "Zahlungsströme der abgesicherten geplanten Transaktionen". Im Jahr 2016 lagen keine prognostizierten Transaktionen, die zuvor als Sicherungsbeziehung erfasst wurden, vor, die in Zukunft nicht mehr eintreten dürften. Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen GeschäftsbetriebDer Konzern hielt zum Bilanzstichtag im Bereich der Rückversicherung derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe abgeschlossen wurden. Ein Betrag in Höhe von -1 (-1) Mio. EUR wurde im Berichtsjahr aufgrund von Ineffektivitäten der Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Beizulegende Zeitwerte der SicherungsinstrumenteDer beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Hedge-Accounting designierten derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag beträgt: SICHERUNGSINSTRUMENTE IN MIO. EURscroll
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste der Sicherungsderivate betrugen im Berichtsjahr 1 (6) Mio. EUR und betreffen die Amortisation der Eigenkapitalbeträge aus fälligen Vorkäufen (14 [11] Mio. EUR), die ergebniswirksam erfassten Wertänderungen aufgrund der Ineffektivität (1 [-5] Mio. EUR) bzw. Wertänderungen aus Fair Value Hedges -14 (0) Mio. EUR. ZAHLUNGSSTRÖME DER ABGESICHERTEN GEPLANTEN TRANSAKTIONEN IN MIO. EURscroll
DERIVATE IM ZUSAMMENHANG MIT VERSICHERUNGSVERTRÄGENEine Anzahl von Verträgen im Segment der Personen-Rückversicherung weist Merkmale auf, die die Anwendung der Vorschriften des IFRS 4 zu eingebetteten Derivaten erfordern. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte in Rückversicherungsverträgen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag ("Host Contract") zu trennen, separat gemäß IAS 39 zu bilanzieren und unter den Kapitalanlagen auszuweisen. Schwankungen im Marktwert der derivativen Komponenten sind in den Folgeperioden ergebniswirksam zu erfassen. Im Rahmen der Bilanzierung von "Modified Coinsurance"- und "Coinsurance Funds withheld" (ModCo)-Rückversicherungsver-trägen, bei denen Wertpapierdepots von den Zedenten gehalten und Zahlungen auf Basis des Ertrags bestimmter Wertpapiere des Zedenten geleistet werden, sind die Zinsrisikoelemente klar und eng mit den unterliegenden Rückversicherungsvereinbarungen verknüpft. Folglich resultieren eingebettete Derivate ausschließlich aus dem Kreditrisiko des zugrunde gelegten Wertpapierportfolios. Die Hannover Rück se ermittelt die Marktwerte der in die ModCo-Verträge eingebetteten Derivate unter Verwendung der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Marktinformationen auf Basis einer "Credit Spread"-Methode, bei der das Derivat zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses einen Wert von null aufweist und im Zeitablauf aufgrund der Veränderungen der Credit Spreads der Wertpapiere schwankt. Das Derivat hat zum Bilanzstichtag einen positiven Wert in Höhe von 25 (23) Mio. EUR. Im Jahresverlauf ergab sich ein Aufwand aus der Marktwertveränderung des Derivates in Höhe von 1 (26) Mio. EUR vor Steuern. Aus einer weiteren, ähnlich strukturierten Transaktion wurde ebenfalls ein derivatives Finanzinstrument entbündelt. Hieraus resultierte ein Ausweis eines positiven Wertes in Höhe von 4 (4) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr führte die Werteentwicklung dieses Derivates zu einer Ergebnisverbesserung in Höhe von 8 (-4) Mio. EUR. Eine Reihe von im Vorjahr gezeichneten Transaktionen des Geschäftsfelds Personen-Rückversicherung, bei denen Gesellschaften der Hannover Rück se ihren Vertragspartnern Deckung für Risiken aus möglichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Sicherungsinstrumenten bieten, sind ebenfalls als derivative Finanzinstrumente zu klassifizieren. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren aus vertraglich definierten Ereignissen und beziehen sich auf die Entwicklung einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Die Verträge sind als freistehende Kreditderivate gemäß IAS 39 einzuordnen und zu bilanzieren. Bei ihrem Erstansatz wurden diese derivativen Finanzinstrumente erfolgsneutral erfasst, da in gleicher Höhe Forderungen anzusetzen waren. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente betrug am Bilanzstichtag 169 (156) Mio. EUR und wird unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Wertentwicklung in den Folgeperioden erfolgt in Abhängigkeit vom Risikoverlauf und führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung von 23 (18) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurde im Segment Personenrückversicherung ein Retrozessionsvertrag abgeschlossen, bei dem die Prämien bei der Hannover Rück deponiert und in eine strukturierte Anleihe investiert wurden, für deren Marktwert der Retrozessionär eine Garantie ausgesprochen hat. Diese Garantie war gemäß den Regelungen des IFRS 4 von dem Retrozessionsvertrag zu entbündeln und wird als derivatives Finanzinstrument zum Marktwert bilanziert. Das Derivat wurde zum Bilanzstichtag mit einem positiven Marktwert in Höhe von 11 Mio. EUR ausgewiesenen. Im Jahresverlauf resultierte aus der Marktwertänderung des Derivates ein Ertrag in Höhe von 10 Mio. EUR. Gegenläufig führte die Wertentwicklung der strukturierten Anleihe, die ebenfalls zum Marktwert bewertet wird, zu einem Aufwand in derselben Höhe. Insgesamt führte die Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik zum Bilanzstichtag zu einem Ausweis von Vermögenswerten in Höhe von 41 (25) Mio. EUR sowie zu einem Ausweis von Verbindlichkeiten aus den aus versicherungstechnischen Posten resultierenden Derivaten in Höhe von 174 (163) Mio. EUR. Aus allen separat zu bewertenden Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik waren im Berichtsjahr Ergebnisverbesserungen in Höhe von 41 (19) Mio. EUR sowie Ergebnisbelastungen in Höhe von 2 (30) Mio. EUR zu verzeichnen. FINANZIELLE GARANTIENIm Segment Personen-Rückversicherung wurden zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X-bzw. AXXX-Reserven) us-amerikanischer Zedenten strukturierte Transaktionen abgeschlossen. Die Strukturen erforderten jeweils den Einbezug einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaften tragen von den Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehalts und übertragen diese Risiken mittels eines fixen/variablen Swaps auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück se. Die Summe der vertraglich vereinbarten Kapazitäten der Transaktionen beträgt umgerechnet 3.675 (3.544) Mio. EUR, mit Stand zum Bilanzstichtag wurden davon umgerechnet 2.746 (2.483) Mio. EUR gezeichnet. Die von Gesellschaften der Hannover Rück SE garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaften decken deren Leistungsverpflichtungen. Bei einem Teil der Transaktionen werden die aus den Swaps im Leistungsfall resultierenden Zahlungen über Entschädigungsvereinbarungen von den Muttergesellschaften der Zedenten rückvergütet. Die Rückvergütungsansprüche aus den Entschädigungsvereinbarungen sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren. Nach IAS 39 sind diese Transaktionen als Finanzgarantien zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rück SE legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der beizulegende Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwerts aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall. (14) FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTFORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTIN MIO. EURscroll
FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT, DIE ZUM BILANZSTICHTAG ÜBERFÄLLIG, ABER NICHT WERTGEMINDERT WARENIN MIO. EURscroll
scroll
Bei den überfälligen Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft handelt es sich um Forderungen, die zum Fälligkeitstag nicht bezahlt wurden und am Bilanzstichtag weiterhin offen waren. Bei den Erstversicherungsgesellschaften bestanden am Bilanzstichtag Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern, die seit mehr als 90 Tagen fällig waren, in Höhe von insgesamt 280 (346) Mio. EUR, davon sind 86 (100) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig. Dies entspricht einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 3,7 (4,3) %. Die zusammengefasste durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre belief sich auf 0,9 (1,0) %. Die Ausfallquote im Jahr 2016 liegt bei 1,2 (1,1) %. Aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich die Abrechnungsforderungen mit einem Rückstand von mehr als 90 Tagen auf einen Betrag von insgesamt 585 (741) Mio. EUR, davon sind 286 (406) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig, was einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 7,4 (10,9) % entspricht. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus dem Rückversicherungsgeschäft beträgt 0,7 (0,7) %. Die wertberichtigten Forderungen stellen sich wie folgt dar: AUS VERSICHERUNGSVERTRÄGEN RESULTIERENDE EINZELN WERTGEMINDERTE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
scroll
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, die wir auf separaten Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt: WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTIN MIO. EURscroll
Die Ausfallrisiken der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft wurden grundsätzlich durch Einzelbetrachtung ermittelt. Auf eine Wertberichtigung wurde insoweit verzichtet, als das Ausfallrisiko der Vermögenswerte durch Sicherheiten (z. B. Letters of Credit, Bardepots, Wertpapierdepots) vermindert ist. Der Anteil der wertgeminderten Forderungen belief sich auf 2,3 (2,3) %. Die Abrechnungsforderungen an dem passiven Rückversicherungsgeschäft in den drei Erstversicherungssegmenten betragen (nach Abzug von Wertberichtigungen) 522 (510) Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag weisen 67 (64) % dieser Abrechnungsforderungen ein Rating der Kategorie A oder besser auf. Bezogen auf den Gesamtbestand der Abrechnungsforderungen von 3,9 (3,7) Mrd. EUR weisen 49 (44) % ein Rating der Kategorie A oder besser auf. WERTBERICHTIGUNGSQUOTENIN %scroll
JÄHRLICHE AUSFALLQUOTENIN %scroll
(15) ABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTENABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTENIN MIO. EURscroll
(16) SONSTIGE VERMÖGENSWERTESONSTIGE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
Der Zeitwert des eigengenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 708 (702) Mio. EUR. Davon entfallen 131 (132) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 577 (570) Mio. EUR auf die Stufe 3. Diese Zeitwerte wurden im Wesentlichen auf Basis der Ertragswertmethode berechnet. Bei dem eigengenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2016 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 493 (497) Mio. EUR. Aktivierte Ausgaben für Sachanlagen im Bau bestanden zum Bilanzstichtag nicht (Vorjahr: 14 Mio. EUR). Die vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 247 (192) Mio. EUR. ENTWICKLUNG DES EIGENGENUTZTEN GRUNDBESITZESIN MIO. EURscroll
ENTWICKLUNG DER BETRIEBS- UND GESCHAFTSAUSSTATTUNGIN MIO. EURscroll
ÜBRIGE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
ERLAUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ - PASSIVA(17) EIGENKAPITALEIGENKAPITALENTWICKLUNG UND ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERDARSTELLUNG DER EIGENKAPITALZUSAMMENSETZUNGIN MIO. EURscroll
Die Gewinnrücklagen enthalten 1.652 (1.684) Mio. EUR Schwankungsrückstellungen (nach latenter Steuer). Die übrigen Rücklagen enthalten 186 (57) Mio. EUR Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung. IN DEN ÜBRIGEN RÜCKLAGEN ENTHALTENE UNREALISIERTE GEWINNE UND VERLUSTE 1)IN MIO. EURscroll
1)
Hierin enthalten: erfolgsneutral gebildete
Rückstellungen für latente Beitragsrückerstattung Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns. AUSGLEICHSPOSTEN FUR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITALIN MIO. EURscroll
Die eigenkapitalwirksamen Bewegungen der Finanzinstrumente, die der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" im Konzern zugeordnet sind, vor Berücksichtigung von Versicherungsnehmern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und latenten Steuern stellen sich wie folgt dar. EFFEKT DER ZEITWERTBEWERTUNG AUF DAS SONSTIGE ERGEBNISIN MIO. EURscroll
GEZEICHNETES KAPITALDas Grundkapital beträgt unverändert 316 Mio. EUR und ist eingeteilt in 252.797.634 auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals". BEDINGTES KAPITALIn der Hauptversammlung vom 15. Mai 2012 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 78 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 62.400.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 14. Mai 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung vom 4. Juni 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. Ferner wurde in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 28. August 2012 beschlossen, das Grundkapital um bis zu 26 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 20.800.000 neuen Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1,25 EUR bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Wandel- und Optionsanleihen, Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten und von Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten sowie Maßnahmen im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms, die aufgrund der in derselben Hauptversammlung beschlossenen Ermächtigung bis zum 27. August 2017 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. Mit Wirkung zum 5. September 2012 wurde die Satzungsänderung der Talanx AG kraft Eintragung in das Handelsregister wirksam. GENEHMIGTES KAPITALIn der außerordentlichen Hauptversammlung vom 29. September 2012 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. November 2011 aufzuheben und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. September 2017 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 146 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen, sofern der auf neue Aktien entfallende anteilige Betrag am Grundkapital 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 1. Oktober 2012 in das Handelsregister eingetragen und ist damit wirksam. Im Zuge der Ausübung der Greenshoe-Option vom 8. Oktober 2012 im Rahmen des Börsengangs reduzierte sich das genehmigte Kapital satzungsgemäß auf 143 Mio. EUR. Im Zuge des Mitarbeiteraktienprogramms erfolgte eine Reduzierung des genehmigten Kapitals um 0,2 Mio. EUR. Nach der teilweisen Ausnutzung beträgt das genehmigte Kapital noch 142.307.260 EUR, wovon 785.060 EUR weiter für Belegschaftsaktien verwendet werden können. KAPITALMANAGEMENTGemäß IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" sind im Anhang Angaben zu veröffentlichen, die den Abschlussadressaten ein Verständnis über Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements ermöglichen und die Informationen zur Konzerneigenkapitalentwicklung ergänzen. Wir verweisen insoweit auf unsere nachfolgenden Ausführungen sowie zusätzlich auf unsere Angaben im Kapitel Vermögens- und Finanzlage im Lagebericht. Im Rahmen des Kapitalmanagements wird das ökonomische Kapital betrachtet, das sich aus dem Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz der Talanx-Gruppe, einschließlich nachrangiger Verbindlichkeiten, ergibt. Eine wesentliche strategische Zielsetzung des Konzerns zielt auf eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur zur Stärkung der Finanzkraft des Konzerns ab. Diese Zielsetzung wird durch eine konsequente Ausrichtung der Eigenmittelausstattung des Talanx-Konzerns an folgende Kriterien ausgerichtet:
Die Allokation von Kapitalressourcen erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, jene Bereiche auszustatten, die mittelfristig den jeweils höchsten risikoadjustierten Nachsteuerertrag erwarten lassen. Dabei berücksichtigen wir die angestrebte Portfolio-Diversifizierung und das benötigte Risikokapital sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Hinsichtlich der Kapitalausstattung erfüllt der Konzern die Erwartungen der den Konzern beurteilenden Ratingagenturen. Darüber hinaus unterliegen einzelne Konzerngesellschaften nationalen Kapital- und Solvabilitätsanforderungen. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindest-kapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. (18) NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITENVerschiedene Konzernunternehmen haben in der Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil börsennotierte Verbindlichkeiten aufgenommen, um die Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die erforderliche (aufsichtsrechtliche) Liquidität (Solvabilität) zu gewährleisten. ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAITALSIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem
Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten (im
Konzernabschluss konsolidiert) ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITENIN MIO. EURscroll
Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten Verbindlichkeiten basiert im Allgemeinen auf notierten aktiven Marktpreisen. Wenn derartige Preisinformationen nicht verfügbar waren, wurden die Zeitwerte auf Basis der anerkannten Effektivzinsmethode berechnet oder z. B. anhand von anderen Finanzinstrumenten mit vergleichbaren Bonitäts-, Laufzeit- und Renditeeigenschaften geschätzt. Bei der Effektivzinsmethode werden stets die aktuellen Marktzinsniveaus in den relevanten Zinsbindungslaufzeitbereichen als Basis unterstellt. Das Nettoergebnis in Höhe von -113 (-131) Mio. EUR der nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 112 (128) Mio. EUR und Aufwendungen aus der Amortisation (1 [3] Mio. EUR). NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN: RESTLAUFZEITEN IN MIO. EURscroll
Im Rahmen des Erwerbs der CBA Vita wurde von der HDI Assicurazioni S. p. A. im Juli 2016 ein nachrangiges Darlehen über 27 Mio. EUR bei der veräußernden Gesellschaft Banca Sella Holding S. p. A. aufgenommen. Das endfällige Darlehen mit einer fixen Verzinsung von 5,5 % p. a. hat eine Laufzeit von zehn Jahren und kann frühestens 2021 vorzeitig getilgt werden. Darüber hinaus hatte die erworbene CBA Vita im Jahr 2010 eine nachrangige Anleihe über 15 Mio. EUR begeben, von der bereits im März 2013 1,5 Mio. EUR vorzeitig zurückgezahlt wurden. Die Anleihe wird mit 4,15 % verzinst und hat eine Laufzeit bis 2020. (19) RÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGERÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGEIN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Prämienüberträge umfasst den Teil der gebuchten Bruttoprämien, der als Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag dem/den folgenden Geschäftsjahr(en) zuzurechnen ist. Da es sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge im Wesentlichen nicht um zukünftige liquiditätswirksame Zahlungsströme handelt, haben wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet. (20) DECKUNGSRÜCKSTELLUNGDECKUNGSRÜCKSTELLUNGIN MIO. EURscroll
Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Deckungsrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. DECKUNGSRÜCKSTELLUNGIN MIO. EURscroll
(21) RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLERÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLEIN MIO. EURscroll
ABWICKLUNG DER NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNGDie Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können. Die von den Berichtseinheiten gelieferten Schadenabwicklungsdreiecke wurden um die Währungseffekte aus der Umrechnung der jeweiligen Transaktions- in die lokale Berichtswährung bereinigt dargestellt. Die in Fremdwährung gelieferten Abwicklungsdreiecke der Berichtseinheiten werden zum aktuellen Stichtagskurs in Euro umgerechnet, um währungsbereinigte Abwicklungsergebnisse darstellen zu können. In den Fällen, in denen der ursprünglich geschätzte Endschaden mit dem tatsächlichen Endschaden in Originalwährung übereinstimmt, wird auch nach Umrechnung in die Konzernberichtswährung (Euro) sichergestellt, dass kein rein währungsindiziertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen wird. In den nachfolgenden Tabellen werden die Netto-Schadenrück-stellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Jahre 2006 bis 2016 getrennt nach unseren wesentlichen Sachversicherungsgesellschaften in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung dargestellt (sogenanntes Schadenabwicklungsdreieck). Die Übersichten zeigen die Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellungen, die sich aus den Rückstellungen für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzt. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen. Die Darstellung der Netto-Schadenrückstellung und ihrer Abwicklung erfolgt jeweils für Erstversicherungssegmente einschließlich der Konzernfunktionen und des Segments Schaden-Rückversicherung nach Konsolidierungseffekten für den jeweiligen Darstellungsbereich, jedoch vor Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und Rückversicherung. Die für das Bilanzjahr 2006 berichteten Werte beinhalten außerdem die nicht mehr separat im Schadenabwicklungsdreieck dargestellten Werte der Vorjahre. Die veröffentlichten Abwicklungsergebnisse reflektieren die im Geschäftsjahr 2016 für die einzelnen Abwicklungsjahre entstandenen Endschadenveränderungen. Die noch nicht abgewickelten Netto-Schadenrückstellungen im Konzern belaufen sich auf insgesamt 36,5 (34,8) Mrd. EUR. Davon entfallen auf unsere Sachversicherungsgesellschaften im Erstver-sicherungsbereich einschließlich der Konzernfunktionen sowie das Segment Schaden-Rückversicherung 10,2 (8,8) Mrd. EUR bzw. 21,6 (21,8) Mrd. EUR. Weitere 4,7 (4,2) Mrd. EUR verteilen sich auf das Segment Personen-Rückversicherung (3,8 [3,3] Mrd. EUR) und das Leben-Erstversicherungsgeschäft (0,9 [0,9] Mrd. EUR). NETTO-SCHADENRUCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONENNETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONENIN MIO. EURscroll
scroll
Im Berichtsjahr verzeichnete der Konzern in seinen Erstversiche-rungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen ein positives Abwicklungsergebnis von 313 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. NETTO-SCHADENRUCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGNETTO-SCHADENRÜCKsTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IM sEGMENT 5CHADEN-RÜCKVER5ICHERUNG IN MIO. EURscroll
scroll
Im Geschäftsjahr 2015 verzeichnete die Schaden-Rückversicherung ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von insgesamt 804 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. Der Bilanzwert der Rückversicherungsanteile an den Schadenrückstellungen in Höhe von 5,3 (5,6) Mrd. EUR enthält kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 1,4 (0,1) Mio. EUR. Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schadenrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. LAUFZEITEN DER RÜCKSTELLUNG IN MIO. EURscroll
(22) RÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNGRÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNG IN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) umfasst die gesetzlichen oder vertraglichen Ansprüche der Versicherungsnehmer aus der Überschussbeteiligung, soweit sie am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeteilt und ausgezahlt wurden, sowie die Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung. Letztere betrifft die auf die Versicherungsnehmer entfallenden Anteile aus den Bewertungsunterschieden zwischen nationalen Vorschriften und IFRS, die ergebniswirksam in der GuV oder erfolgsneutral (z. B. unrealisierte Kapitalerträge aus den "jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten") unter Berücksichtigung latenter Steuern in das Eigenkapital (im sonstigen Ergebnis) eingestellt werden (Shadow-RfB). Im Wesentlichen ist daher eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Versicherungsverträgen und zu den Restlaufzeiten nicht möglich. Von den Bruttorückstellungen für Beitragsrückerstattung entfallen 1.407 (1.217) Mio. EUR auf Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung und 4.358 (2.921) Mio. EUR auf latente Beitragsrückerstattung einschließlich der Shadow-RfB. (23) RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGENDie Konzernunternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Die Art der Versorgungszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung. Der betragsmäßig überwiegende Teil der Versorgungszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen. Zum größten Teil handelt es sich um dienstzeitabhängige Endgehaltspläne, die vollständig arbeitgeberfinanziert sind und Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente im Wesentlichen ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes vorsehen. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Prozentsatz des letzten Arbeitseinkommens, wobei zum einen die Anzahl der bis zum Eintritt des Versorgungsfalles vollendeten Dienstjahre und zum anderen die Höhe des Gehaltes bei Eintritt des Versorgungsfalles (gegebenenfalls als Durchschnitt über mehrere Jahre) in die Berechnung einfließen. Teilweise werden die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung unterschiedlich gewichtet. Diese Pensionspläne sind für neu eintretende Arbeitnehmer/-innen geschlossen. Bestehende Zusagen wurden teilweise auf gehaltsdynamische Besitzstände eingefroren. Die Pläne werden weitest-gehend nicht mit Planvermögen finanziert. Bei den Plänen auf Basis jährlicher Rentenbausteine handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invali-ditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Summe jährlicher Versorgungsbausteine, die über eine Transformationstabelle hergeleitet werden. Berücksichtigt werden dabei der Beschäftigungsgrad, die Höhe des maßgeblichen Gehaltes und teilweise das Geschäftsergebnis der die Zusage erteilenden Arbeitgebergesellschaft. Die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung werden unterschiedlich gewichtet. Der betragsmäßig bedeutendste Pensionsplan dieses Typs ist für Neuaufnahmen geschlossen und nicht mit Planvermögen finanziert. Jedoch wurden für einen großen Teilbestand Rückdeckungsversi-cherungen geschlossen. Bei den beitragsbasierten Plänen mit Garantien handelt es sich um Zusagen aus Entgeltumwandlungen oder arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente über Unterstützungskassen. Anstelle einer Altersrente kann ein einmaliges Versorgungskapital verlangt werden. Es handelt sich um beitragsorientierte Leistungszusagen im Sinne des deutschen Arbeitsrechtes, die wirtschaftlich als Leistungszusage (Defined Benefit Plan) klassifiziert werden. Der vom Arbeitgeber an die Unterstützungskassen zugewendete Versorgungsbetrag wird von dieser als Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt (kongruente Rückdeckung). Die zugesagten Leistungen ergeben sich aus dem Tarif der Rückdeckungsversicherung. Das diesbezügliche Vermögen der Unterstützungskassen wird als Planvermögen ausgewiesen. Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen auf eine Kapitalleistung im Todes- und Erlebensfall bei Erreichen der Altersgrenze aus einmaliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter. Dabei wird der Verzichtsbetrag als einmaliger Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt. Ein Rentenwahlrecht besteht nicht. Diesen Zusagen ist kein Planvermögen zugeordnet. Für die Mitarbeiter besteht zusätzlich die Möglichkeit der versi-cherungsförmigen Entgeltumwandlung. Hierbei handelt es sich wirtschaftlich um beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution Plan), für die keine Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden. Die sich aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergebenden Risiken umfassen die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko und biometrische Risiken. Ungewöhnliche Risiken oder erhebliche Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar. FlNANZIERUNGSSTATUS DER PENSIONSPLÄNEIN MIO. EURscroll
Die Veränderung der Nettoschuld und des Nettovermögenswer-tes für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns verdeutlicht die nachstehende Tabelle. Neben den Hauptbestandteilen Defined Benefit Obligation (dbo) und Planvermögen ist die Veränderung der Vermögenswertanpassung aus der Berechnung der Obergrenze des aus einer Planüberdeckung resultierenden Vermögenswertes angegeben. Die Überprüfung der Realisierbarkeit des mit einer Planüberdeckung einhergehenden wirtschaftlichen Nutzens wird auf Ebene des einzelnen Pensionsplans durchgeführt und machte sowohl zum 31. Dezember 2016 als auch zum 31. Dezember 2015 eine Kürzung des Buchwertes für den Nettovermögenswert erforderlich. VERÄNDERUNG DER NETTOSCHULD UND DES NETTOVERMÖGENSWERTS FÜR DIE VERSCHIEDENEN LEISTUNGSORIENTIERTEN PENSIONSPLÄNEIN MIO. EURscroll
Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportfolios setzt sich wie folgt zusammen. PORTFOLIOSTRUKTUR DES PLANVERMÖGENSIN %scroll
Für alle Eigenkapitalinstrumente, festverzinslichen Wertpapiere und Wertpapierfonds stehen Marktpreise infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt zur Verfügung. Im Zeitwert des Planvermögens sind keine Beträge für eigene Finanzinstrumente enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 57 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden Erträge von 1 Mio. EUR verbucht. Die gewichteten Annahmen für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: ANNAHMEN FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE VERPFLICHTUNGENBEWERTUNGSPARAMETER/ANNAHMEN GEWICHTET, IN %scroll
Als biometrische Rechnungsgrundlage der inländischen Pensionszusagen wurden die "Richttafeln 2005G" von Heubeck zugrunde gelegt. Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich auf 17 (15) Jahre. SENSITIVITÄTSANALYSENEin Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2016 folgende Auswirkung: AUSWIRKUNG DER VERÄNDERUNG DER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN ANNAHMEN IN MIO. EURscroll
Daneben ist eine Änderung hinsichtlich der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise der zugrunde gelegten Lebenserwartung möglich. Zur Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos wurden die zugrunde gelegten Sterbetafeln durch eine Absenkung der Sterblichkeiten um 10 % angepasst. Diese Verlängerung der Lebenserwartung hätte zum Ende des Geschäftsjahres zu einer um 83 (70) Mio. EUR höheren Pensionsverpflichtung geführt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt durch die Differenzbildung zwischen den Pensionsverpflichtungen unter geänderten versicherungsmathematischen Annahmen und den Pensionsverpflichtungen unter unveränderten versicherungsmathematischen Annahmen. Die Ermittlung wurde für die als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 15 (6) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Beitragsorientierte Pensionszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 38 (46) Mio. EUR. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um staatliche Pensionspläne, davon entfällt im Geschäftsjahr ein Betrag von 1 (1) Mio. EUR auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. (24) STEUERRÜCKSTELLUNGENZUSAMMENSETZUNG DER STEUERRÜCKSTELLUNGEN IN MIO. EURscroll
(25) SONSTiCE RÜCKSTELLUNGENSONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN IN HÖHE DER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHMEIN MIO. EURscroll
scroll
Die im Abschluss ausgewiesenen Rückstellungen für Restrukturie-rung betreffen im Wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Umsetzung der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Zum Bilanzstichtag beläuft sich diese Rückstellung auf 103 (88) Mio. EUR. Im Berichtsjahr wurden dieser Rückstellung 52 Mio. EUR zugeführt und 23 Mio. EUR für auslaufenden Programme aufgelöst. Darüber hinaus beläuft sich der Zinseffekt auf -6 Mio. EUR und 5 Mio. EUR wurden in Anspruch genommen. Die übrigen Rückstellungen (330 [300] Mio. EUR) beinhalten eine Vielzahl unterschiedlichster Sachverhalte, die nicht den vorstehenden Kategorien zugeordnet werden können. Sie betreffen insbesondere Rückstellungen für Nachzahlungszinsen aus Steuern in Höhe von 129 (117) Mio. EUR, Provisionsrückstellungen in Höhe von 50 (48) Mio. EUR, Rückstellungen für drohende Verluste von 2 (4) Mio. EUR sowie Rückstellungen für Verwaltungskosten in Höhe von 11 (11) Mio. EUR. Des Weiteren sind in dieser Position Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (vgl. hierzu Abschnitt "Rechtsstreitigkeiten"), ausstehende Beiträge zur Unterstützungskasse und Schwerbehindertenabgaben enthalten. LAUFZEITEN SONSTIGER RÜCKSTELLUNGENIN MIO. EURscroll
1)
Angabe des gewichteten Durchschnitts (26) BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENUnter diesem Bilanzposten werden die nachfolgenden Sachverhalte zum Bilanzstichtag ausgewiesen: BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENIN MIO. EURscroll
Bereits 2011 und mit Nachtrag aus dem Jahr 2012 hatte die Talanx AG Vereinbarungen über zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien mit einem gesamten Nominalbetrag von 1,2 Mrd. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren geschlossen. Eine dieser beiden Kreditlinien aus dem Jahr 2011 (über 500 Mio. EUR) wurde im ersten Quartal 2014 durch eine neue Kreditlinie mit ebenfalls fünf Jahren Laufzeit zu verbesserten Konditionen und mit einem auf 550 Mio. EUR erhöhten Volumen abgelöst. Im vierten Quartal 2016 erfolgte eine Teilkündigung dieser Kreditlinie, so dass sich deren Volumen zum 31. Dezember 2016 auf 250 Mio. EUR reduzierte. Die zweite Kreditlinie (über 700 Mio. EUR) wurde im zweiten Quartal 2016 durch eine neue Kreditlinie mit ebenfalls fünf Jahren Laufzeit zu verbesserten Konditionen und mit einem auf 250 Mio. EUR reduzierten Volumen abgelöst. Damit bestehen per 31. Dezember 2016 Kreditlinien über einen Nominalbetrag von 500 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme. Das Nettoergebnis aus den begebenen Anleihen und Darlehen beträgt insgesamt 46 (42) Mio. EUR und umfasst neben den Zinsaufwendungen aus den Anleihen der Talanx AG (30 [29] Mio. EUR) auch das Nettoergebnis aus Hypothekendarlehen (12 [11] Mio. EUR) und Darlehen aus Infrastrukturinvestments (4 [2] Mio. EUR). BEGEBENE ANLEIHENIN MIO. EURscroll
scroll
1)
(Debt Rating a. m. Best; Debt Rating S&P
) ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHENIN MIO. EURscroll
BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN: RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
(27) ÜBRIGE VERBINDLICHKEITENÜBRIGE VERBINDLICHKEITENIN MIO. EURscroll
ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN(OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN)In den Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen sind unterjährige Ausschüttungen in Höhe von 85 (127) Mio. EUR aus Anteilen an Fonds enthalten, die in privatem Beteiligungskapital investieren ("Private-Equity-Fonds") und die zum Bilanzstichtag noch nicht ergebniswirksam zu vereinnahmen waren. Die Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 251 (241) Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken sowie vom zugrunde liegenden Versicherungsvertrag getrennten zum Marktwert bilanzierten eingebetteten Derivaten. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Anhang. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die Restlaufzeiten der übrigen Verbindlichkeiten ohne die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und ohne die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft dar, da die beiden letztgenannten Verbindlichkeiten direkt im Zusammenhang mit den Versicherungsverträgen stehen und somit nicht getrennt davon betrachtet werden können. ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRAGEN) 1): RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENDie sonstigen Verpflichtungen aus Investmentverträgen werden bei Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrages zugeordnet werden können, angesetzt. In den Folgeperioden werden diese Verträge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN, BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN: RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Die Ermittlung der Zeitwerte aus Investmentverträgen wird im Wesentlichen mittels der Rückkaufswerte für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATE1) : RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch Änderungen des Kreditrisikos der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten finanziellen Verbindlichkeiten bedingt ist, ist unwesentlich. (28) AKTIVE UND PASSIVE STEUERABGRENZUNGVERÄNDERUNG DER LATENTEN STEUERN IN DER BILANZ WÄHREND DES JAHRESIN MIO. EURscroll
Die Veränderung (netto) von -9 (-64) Mio. EUR wurde in Höhe von -19 (170) Mio. EUR eigenkapitalmindernd im sonstigen Ergebnis und in Höhe von 30 (-213) Mio. EUR als Ertrag im Gewinn und Verlust gebucht. Die restlichen Veränderungen resultieren aus Änderungen des Konsolidierungskreises sowie aus Währungsumrechnungen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG(29) VERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNGVERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNG IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (30) KAPITALANLAGEERGEBNISKAPITALANLAGEERGEBNIS DER BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle KAPITALANLAGEERGEBNIS DER VORPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Von den Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 111 (175) Mio. EUR entfallen 13 (62) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere, 63 (53) Mio. EUR auf Aktien, 7 (17) Mio. EUR auf Immobilien und Immobilienfonds und 21 (38) Mio. EUR auf privates Beteiligungskapital. Dem gegenüber standen Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene Kapitalanlagen in Höhe von insgesamt 14 (12) Mio. EUR. Diese entfielen mit 4 (5) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere. Daneben waren Zuschreibungen in Höhe von 10 (7) Mio. EUR auf fremd genutzte Immobilien vorzunehmen. Das saldierte Ergebnis aus dem Abgang von Wertpapieren betrug 770 (527) Mio. EUR und resultierte im Wesentlichen aus der Veräußerung von Bestandspapieren im Rahmen der regelmäßigen Portfolioumschichtung. Zum Bilanzstichtag befanden sich darüber hinaus keine überfälligen nicht wertberichtigten Wertpapiere im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden. ZINSERTRÄGE AUS KAPITALANLAGENIN MIO. EURscroll
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGENDie in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Nettogewinne und -verluste aus Kapitalanlagen basieren im Wesentlichen auf der Klassenbildung des Konzerns (siehe hierzu "Anhangangaben von Finanzinstrumenten" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 154 ff.). Unter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen (138 [135] Mio. EUR) und der sonstigen Aufwendungen für selbst verwaltete Kapitalanlagen (114 [96] Mio. EUR) beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 4.023 (3.933) Mio. EUR. NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - VORJAHRIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (31) AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENAUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - VORJAHR IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (32) ABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGENABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGENIN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (33) ÜBRIGES ERGEBNISZUSAMMENSETZUNG ÜBRIGES ERGEBNISIN MIO. EURscroll
1)
Die Zinserträge entfallen auf die Segmente
Industrieversicherung 1 (5) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung
Deutschland - Schaden/Unfall 2 (1) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung
Deutschland - Leben 16 (12) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung
International 8 (7) Mio. EUR, Schaden-Rückversicherung 4 (21) Mio.
EUR, Personen-Rückversicherung 32 (24) Mio. EUR, Konzernfunktionen
4 (3) Mio. EUR. Davon werden 5 (1) Mio. EUR konsolidiert Das übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen. (34) FINANZIERUNGSZINSENDie Finanzierungszinsen in Höhe von 147 (161) Mio. EUR beinhalten ausschließlich Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital, das nicht in direktem Zusammenhang mit dem operativen Versicherungsgeschäft steht. Diese Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 113 (131) Mio. EUR auf unsere emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten und mit 30 (28) Mio. EUR auf begebene Anleihen der Talanx AG. (35) ERTRAGSTEUERNUnter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Die Grundsätze der Berücksichtigung latenter Steuern sind im Abschnitt "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" dargestellt. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet. ERTRAGSTEUERN - TATSÄCHLICHE UND LATENTEIN MIO. EURscroll
Die im Geschäftsjahr im sonstigen Ergebnis und direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern - resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis belastet oder gutgeschrieben wurden - beliefen sich auf 17 (151) Mio. EUR. Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang dar zwischen dem erwarteten Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde, und dem tatsächlichen Steueraufwand: ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN STEUERAUFWANDIN MIO. EURscroll
Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 32,2 (31,6) %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt. Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 27,17 (30,28) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen. Auf passive zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 123 (138) Mio. EUR im Zusammenhang mit Anteilen an Konzerngesellschaften wurden keine latenten Steuern gebildet, weil der Konzern deren Umkehrung steuern kann und sie sich nicht in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven nicht wertberichtigten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 190 (221) Mio. EUR werden voraussichtlich in Höhe von 55 (48) Mio. EUR innerhalb eines Jahres und in Höhe von 135 (173) Mio. EUR nach einem Jahr realisiert. Im Berichtsjahr hat sich die tatsächliche Ertragsteuer um 2 (1) Mio. EUR gemindert, da Verlustvorträge genutzt wurden, für die keine latenten Steueransprüche gebildet waren. Die Abwertung von in Vorjahren bilanzierten latenten Steueransprüchen führte im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand von 89 (1) Mio. EUR. Dem gegenüber steht ein latenter Steuerertrag von 19 (8) Mio. EUR aus der Korrektur früherer Abwertungen. Bei Verlusten im Berichtsjahr oder Vorjahr sind Überhänge latenter Steueransprüche nur insoweit angesetzt, als es anhand aussagekräftiger Nachweise wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Gesellschaft zukünftig ausreichend positive steuerpflichtige Ergebnisse erzielen wird. Dieser Nachweis wurde für latente Steueransprüche von 188 (164) Mio. EUR erbracht. ZEITLICHE NUTZBARKEIT NICHT AKTIVIERTER VERLUSTVORTRÄGEAuf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von brutto 812 (346) Mio. EUR und abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von brutto 73 (79) Mio. EUR haben wir aufgrund einer nicht ausreichend gesicherten Realisierung eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern gebildet. Die wertberichtigten aktiven latenten Steuern für diese Sachverhalte betragen insgesamt 175 (105) Mio. EUR. ABLAUF DER WERTBERICHTIGTEN VERLUSTVORTRÄGE UND TEMPORÄREN DIFFERENZENIN MIO. EURscroll
scroll
SONSTIGE ANGABENMITARBEITERZAHL UND PERSONALAUFWENDUNGENMITARBEITERZAHLIM JAHRESDURCHSCHNITT BESCHÄFTIGTE MITARBEITERscroll
Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 21.649 (21.965) Mitarbeiter für den Konzern tätig. PERSONALAUFWENDUNGENDie folgenden Personalaufwendungen enthalten vor allem die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Schadenaufwendungen (für Schadenregulierung) und die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen. ZUSAMMENSETZUNG DER PERSONALAUFWENDUNGENIN MIO. EURscroll
BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENNach IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" werden als nahe stehende Unternehmen und Personen u. a. Mutter- und Tochterunternehmen sowie Tochtergesellschaften einer gemeinsamen Muttergesellschaft, assoziierte Unternehmen, juristische Personen unter Einfluss des Managements und das Management des Unternehmens definiert. Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx-Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (hdi V. a. G.), Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen. Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese Person das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines Mutterunternehmens des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Das Management in Schlüsselpositionen umfasst die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG und des HDI V. a. G. Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversiche-rungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE (hg), Hannover, bzw. die HDI Versicherung AG (hv), Hannover, jeweils die führenden Versicherer sind. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1 % (hdi V. a. G.) und 99,9 % (hg/hv) aufgeteilt. Die Talanx AG hat am 21. Oktober 2016 mit dem HDI V. a.G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI V. a.G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtige Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a.G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx-Aktien entspricht, welche er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Ferner bestehen Dienstleistungsverträge mit einem Unternehmen, an dem ein Mitglied des Aufsichtsrats beteiligt ist. Die im Berichtszeitraum aus diesen Verträgen generierten Umsätze mit Konzernunternehmen betrugen weniger als 0,1 Mio. EUR. Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht, Seite 74 ff., bzw. den Abschnitt "Bezüge der Organe der Obergesellschaft". ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGIm Geschäftsjahr 2016 bestanden im Konzern die folgenden anteilsbasierten Vergütungspläne:
Nachfolgend werden die Pläne beschrieben und ihre Auswirkungen auf das Jahresergebnis sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTS-PLAN DER HANNOVER RÜCK SEDer Vorstand der Hannover Rück se hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats per 1. Januar 2000 einen virtuellen Aktienoptionsplan eingeführt, der die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten (abr) an bestimmte Führungskräfte vorsieht. Der Inhalt des Aktienoptionsplans richtet sich ausschließlich nach den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten. Zuteilungsberechtigt sind alle Mitglieder des Konzernführungskreises. Bei Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt sich kein Anspruch auf Lieferung von Aktien der Hannover Rück se, sondern lediglich auf Zahlung eines an der Aktienkursentwicklung der Hannover Rück se orientierten Barbetrags. Die Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten sind für alle Zuteilungsberechtigten gekündigt worden. Zugeteilte Aktienwert-Beteiligungsrechte bleiben bis zum Ende ihrer Laufzeit ausübbar. Aktienwert-Beteiligungsrechte wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2000 und bis zur Kündigung des Plans für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt, sofern die in den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten festgelegten Erfolgskriterien erreicht worden sind. Die Laufzeit der Aktienwert-Beteiligungsrechte beträgt jeweils zehn Jahre, beginnend mit dem Ablauf des betreffenden Zuteilungsjahres. Aktienwert-Beteiligungsrechte, die nicht bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit ausgeübt werden, erlöschen. Die Aktienwert-Beteiligungsrechte dürfen erst nach einer Wartezeit und dann nur innerhalb von vier Ausübungszeiträumen pro Jahr ausgeübt werden. Nach Ablauf einer vierjährigen Wartezeit sind maximal 60 % der für ein Zuteilungsjahr zugeteilten abr ausübbar. Die Wartezeit für jeweils weitere 20 % der für dieses Zuteilungsjahr einer Führungskraft zugeteilten abr beträgt jeweils ein weiteres Jahr. Jeder Ausübungszeitraum hat eine Dauer von zehn Börsenhandelstagen, beginnend jeweils mit dem sechsten Börsenhandelstag nach dem Tag der Veröffentlichung des Quartalsberichts der Hannover Rück se. Bei Ausübung eines Aktienwert-Beteiligungsrechts ist die Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück se zum Zeitpunkt der Ausübung an den Berechtigten zu zahlen. Dabei entspricht der Basispreis dem arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück se an allen Börsenhandelstagen des ersten vollen Kalendermonats des jeweiligen Zuteilungsjahres. Maßgebend für den aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück se zum Zeitpunkt der Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück se an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes. Die Auszahlung ist auf einen Maximalbetrag begrenzt, der sich als Quotient aus dem im Zuteilungsjahr insgesamt zu gewährenden Vergütungsvolumen und der Gesamtzahl der in diesem Jahr zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt. Im Falle der Kündigung oder der Beendigung des Anstellungsverhältnisses infolge eines Aufhebungsvertrages oder einer Befristung besteht das Recht, alle Aktienwert-Beteiligungsrechte im ersten darauffolgenden Ausübungszeitraum auszuüben. In diesem Zeitraum nicht ausgeübte Aktienwert-Beteiligungsrechte und solche, deren Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, erlöschen. Der Eintritt in den Ruhestand, der Fall der Erwerbsunfähigkeit und der Fall des Todes der Führungskraft gelten für Zwecke der Ausübung nicht als Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Aus den Zuteilungen für die Jahre 2007 und 2009 bis 2011 bestehen im Geschäftsjahr 2016 die in der folgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen. Für die Jahre 2005 und 2008 erfolgte keine Zuteilung. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTE DER HANNOVER RÜCK SEscroll
Die Bewertung der bestehenden Aktienwert-Beteiligungsrechte erfolgt auf Basis des Black-Scholes-Optionspreismodells. Den Berechnungen sind der Kurs der Hannover Rück-Aktie zum Stichtag 15. Dezember 2016 von 103,00 EUR, eine erwartete Volatilität von 21,09 % (historische Volatilität auf Fünfjahresbasis), eine erwartete Dividendenrendite von 4,61 % und ein risikofreier Zinssatz von -0,79 % für das Zuteilungsjahr 2007, -0,71 % für das Zuteilungsjahr 2009, -0,59 % für das Zuteilungsjahr 2010 und -0,43 % für das Zuteilungsjahr 2011 zugrunde gelegt worden. Im Geschäftsjahr 2016 ist für 100 % der für die Jahre 2007 und 2009, für 80 % der für das Jahr 2010 sowie für 60 % der für das Zuteilungsjahr 2011 zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte die Wartezeit abgelaufen. Ausgeübt wurden 2.443 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2007, 20.809 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2009, 305.726 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2010 und 136.746 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2011. Die Summe der Auszahlungsbeträge betrug 7 Mio. EUR. Auf dieser Basis beträgt die Summe der Rückstellung, die unter den übrigen nicht-technischen Rückstellungen ausgewiesen wird, für das Geschäftsjahr 2016 7 (14) Mio. EUR. Der Aufwand beträgt insgesamt 1 (4) Mio. EUR. SHARE AWARD PLANFür die Talanx AG und die wesentlichen Konzerngesellschaften einschließlich der Hannover Rück SE wurde, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011, zunächst für Mitglieder der Vorstände und nachfolgend für bestimmte Führungskräfte, ein "Share-Award-Programm" eingeführt, das die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten in Form von virtuellen Aktien, sogenannten Share Awards, vorsieht. Das Share-Award-Programm gibt es in zwei Ausprägungen, die in Teilen weiter modifiziert sind:
Die Share Awards begründen keinen Anspruch auf Lieferung von Aktien, sondern lediglich auf Zahlung eines Barbetrags nach Maßgabe der nachfolgenden Bedingungen. Im Rahmen des Share-Award-Programms sind diejenigen Personen zuteilungsberechtigt, denen vertraglich ein Anspruch auf Gewährung von Share Awards eingeräumt ist, und Vorstände, deren Dienstverhältnis zum jeweiligen Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards besteht und nicht durch Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung mit Wirkung vor Ablauf der Sperrfrist endet. Share Awards werden seit dem Geschäftsjahr 2011 für Vorstände und ab dem Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte und dann jeweils für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt. Im Geschäftsjahr 2016 erfolgte erstmals die Auszahlung von Share Awards, die im Geschäftsjahr 2011 den zuteilungsberechtigten Vorstandsmitgliedern zugeteilt worden waren. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards bestimmt sich nach dem Wert je Aktie. Der Wert je Aktie richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse. In den Bedingungen für die Berechtigten ist für die Berechnung ein Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorgesehen, in der der Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Für die Talanx Share Awards wird der Wert je Aktie der Talanx AG, für die Hannover Rück Share Awards wird der Wert je Aktie der Hannover Rück se zugrunde gelegt. Für die Führungskräfte der Hannover Rück se wurde abweichend ein Zeitraum von 20 Handelstagen vor bis zehn Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung vereinbart. Die so ermittelten Kurse bestimmen auch den Auszahlungswert der fälligen Share Awards. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich aus der Division des Betrags, der für die Zuteilung von Share Awards für den jeweiligen Berechtigten zur Verfügung steht, durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für die Führungskräfte des Talanx-Konzerns (ohne Hannover Rück se) wird für je vier volle Aktien eine weitere virtuelle Aktie zugeteilt. Für die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie der Hannover Rück se werden 20 %, für die Führungskräfte des Konzerns (inklusive Hannover Rück se) entsprechend den Managementebenen 30 % - 40 % der jeweils festgesetzten variablen Vergütung in Share Awards gewährt. Die Zuteilung von Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung bedarf. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der für den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Aktie gemäß oben genannten Definitionen gezahlt. Für die Wertberechnung gelten die Vorschriften des vorangegangenen Absatzes entsprechend. Der Betrag wird im Monat nach Ablauf des Zeitraums überwiesen, der für die Ermittlung des Wertes je Aktie nach den vorstehenden Absätzen maßgeblich ist. Für Führungskräfte des Talanx-Konzerns, die seit 2015 an der Zuteilung von Share Awards teilnehmen, erfolgt die Auszahlung bis auf Weiteres nach Ablauf der Sperrfrist im Monat Juli. Mit Zahlung des Wertes der Share Awards wird zusätzlich ein Betrag in Höhe der korrespondierenden Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wurden. Die Höhe der zu zahlenden Dividende entspricht der Summe aller während der Laufzeit der Share Awards ausgeschütteten Dividenden je Aktie, multipliziert mit der Anzahl der Share Awards, die zum Auszahlungszeitpunkt für den jeweiligen Berechtigten zur Auszahlung kommen. Im Falle einer vorzeitigen Auszahlung der Share Awards erfolgt die Auszahlung des Wertes der Dividenden nur für den Zeitraum bis zum Eintritt des Ereignisses, das die vorzeitige Auszahlung auslöst. Eine anteilige Berücksichtigung noch nicht ausgeschütteter Dividenden erfolgt nicht. Für Führungskräfte erfolgt die Auszahlung vertragsgemäß ggf. pro rata temporis bei unterjährigem Austritt. Endet das Vorstandsmandat oder das Dienstverhältnis mit dem Mitglied des Vorstands, so behält der Zuteilungsberechtigte seine Ansprüche auf Zahlung des Wertes für bereits zugeteilte Share Awards nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist, es sei denn, die Beendigung beruht auf einer Amtsniederlegung bzw. Eigenkündigung des Berechtigten oder einer Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund. Im Todesfall gehen die Ansprüche aus den bereits zugeteilten bzw. noch zuzuteilenden Share Awards auf die Erben über. Für die Führungskräfte (ohne Hannover Rück se) gilt eine Unverfallbarkeit der bereits erworbenen Ansprüche. Ein Anspruch auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für Vorstände grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfall hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Zuteilungsberechtigten erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Der Share Award Plan wird im Konzern als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 bilanziert. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsbasis der Talanx Share Awards und der Hannover Rück Share Awards werden die weiteren Angaben für die beiden Ausprägungen des Share-Award-Programms nachfolgend getrennt dargestellt: TALANX SHARE AWARDSDETAILS zU DEN TALANX SHARE AWARDSscroll
1)
Der Personalaufwand für Share Awards des
Vorstands wird periodengerecht über die Laufzeit der Share Awards
oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge verteilt HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSDETAILS ZU DEN HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSscroll
1)
Der Personalaufwand für Share Awards der
Vorstände wird periodengerecht über die Laufzeit der Share Awards
oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über
die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt RECHTSSTREITIGKEITENDer gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften kann gerichtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren wie auch Schiedsverfahren nach sich ziehen. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Ressourcenabflusses und soweit dieser in seiner Höhe zuverlässig schätzbar ist, wird entweder eine Rückstellung erfasst oder eine Eventualverpflichtung (im Konzernanhang) angegeben. Gemäß Verfahrensgegenstand handelt es sich dabei in der Regel um versicherungstechnische Rückstellungen im Anwendungsbereich des IFRS 4 und in Ausnahmefällen um sonstige Rückstellungen. Prozesskosten (wie Anwalts-, Gerichts- und sonstige Nebenkosten) werden erst mit Kenntnis einer begründeten Klage passiviert. Ist die Inanspruchnahme aus einem Rechtsstreit nicht wahrscheinlich, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben. Die Höhe und die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses schätzt der Konzern unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien. Diese beinhalten u. a. Art des Rechtsstreits, Stand des Verfahrens, Einschätzungen von Rechtsberatern, Entscheidungen von Gerichts- und Schiedsstellen, Gutachten, Erfahrungen des Konzerns aus ähnlichen Fällen sowie Erkenntnisse anderer Unternehmen, soweit bekannt. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, einschließlich der nachfolgend aufgeführten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out (Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen eine Barabfindung) bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Konzernunternehmen sowie Publikumsfonds der Ampega-Investment GmbH hielten Inhaberschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen der heta Asset Resolution AG in Höhe von nominal 101 Mio. EUR. Für diese Papiere/Darlehen bestanden Ausfallbürgschaft des Bundeslandes Kärnten. Mit Wirkung zum 1. März 2015 hat die Österreichische Finanzmarktaufsicht (fma) ein Zahlungsmoratorium über die heta verhängt. Die betroffenen Gesellschaften/Investmentfonds haben daraufhin entsprechende Wertberichtigungen in ihren Portfolien vorgenommen und juristische Schritte eingeleitet. Nach dem Scheitern eines bis zum 11. März 2016 befristeten Rückkaufangebotes wurde am 10. April 2016 ein Schuldenschnitt durch die fma angeordnet. Der Schuldenschnitt betrug für vorrangige Verbindlichkeiten 54 %. An den Schuldenschnitt schlossen sich Verhandlungen mit dem österreichischen Finanzministerium an. Diese führten am 5. September 2016 zu einem deutlich verbesserten Umtausch-/Rückkaufangebot durch den Kärntner Ausgleichsfonds mit einem wirtschaftlichen Wert von ca. 90 %. Dieses verbesserte Angebot wurde von allen betroffenen Konzernunternehmen/Investmentfonds angenommen, so dass am 12. Oktober 2016 der im Angebot vorgesehene 1:1 Austausch der HETA-Bonds gegen die von Österreich garantierten Zerobonds des Kärntner Ausgleichsfonds erfolgte. Nach Ablauf der Halteperiode am 30. November 2016 wurden im Dezember 2016 sämtliche Zerobonds an den Kärntner Ausgleichsfonds zurückgegeben. Hierfür wurde ein Verkaufserlös von insgesamt 93 Mio. EUR erzielt. Dies entspricht dem wirtschaftlichen Wert des Umtauschangebotes von 90% zuzüglich der bis zum Beginn des Moratoriums aufgelaufenen und noch nicht gezahlten Stückzinsen. Somit konnte der Rechtsstreit im Dezember 2016 abgeschlossen werden. Die jeweils gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken sowie die angegebenen Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten decken nach unserer Einschätzung den zu erwartenden Aufwand ab. ERGEBNIS JE AKTIEDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden. ERGEBNIS JE AKTIEscroll
DIVIDENDE JE AKTIE UND GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAGIm Berichtsjahr wurde für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende in Höhe von 1,30 EUR je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 329 Mio. EUR. Der Hauptversammlung am 11. Mai 2017 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende in Höhe von 1,35 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht insgesamt 341 Mio. EUR. Der Restbetrag des Bilanzgewinns der Talanx AG (484 Mio. EUR) wird in den Gewinnvortrag eingestellt. HAFTUNGSVERHÄLTNiSSE UND SONSTiGE FiNANZiELLE VERPFLiCHTUNGENZum Bilanzstichtag ergaben sich aus abgeschlossenen Verträgen, Mitgliedschaften sowie Steuern folgende Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen: HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN AUS VERTRÄGEN, MITGLIEDSCHAFTEN UND STEUERNIN MIO. EURscroll
1)
Die in den Treuhandkonten gehaltenen Wertpapiere
werden überwiegend als "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente"
im Bestand der Kapitalanlagen ausgewiesen; die Angabe bezieht sich
im Wesentlichen auf den Zeitwert/Buchwert Bei den Angaben in der Tabelle handelt es sich grundsätzlich um Nominalbeträge. Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse vvaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse. Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen KernreaktorVersicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte. Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück se Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rück se bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt. Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben können. MIETEN UND LEASINGLEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERNGESELLSCHAFTEN MIETER/LEASINGNEHMER SINDDer Talanx Konzern nutzt an vielen Standorten geleaste Immobilien sowie geleaste Büroeinrichtungen. Diese sind im Wesentlichen auf der Basis verschiedener langfristiger Operating-Leasingverträge abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag bestanden offene Verpflichtungen aus unkündbaren Vertragsverhältnissen in Höhe von 445 (428) Mio. EUR. ZUKÜNFTIGE LEASINGVERPFLICHTUNGEN IN MIO. EURscroll
Aus Operating-Leasing-Verträgen fielen im Berichtsjahr Aufwendungen für Mindestleasingzahlungen in Höhe von 70 (65) Mio. EUR an. Zum Bilanzstichtag bestanden Aufwendungen aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen in geringem Umfang von 3 (1) Mio. EUR. LEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERNGESELLSCHAFTEN VERMIETER/LEASINGGEBER SINDDer Gesamtbetrag aus der Vermietungstätigkeit unkündbarer Verträge beläuft sich in den folgenden Jahren auf 785 (795) Mio. EUR. ZUKÜNFTIGE MIETEINNAHMENIN MIO. EURscroll
Die Mieteinnahmen beliefen sich im Berichtsjahr auf 166 (148) Mio. EUR. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Objekten durch Immobiliengesellschaften im Segment Schaden-Rückversicherung wie auch aus der Vermietung von Immobilien in Deutschland durch Erstversicherungsunternehmen (vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben). BEZÜGE DER ORGANE DER OBERGESELLSCHAFTZum Bilanzstichtag setzte sich der Vorstand aus 6 (6) aktiven Mitgliedern zusammen. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 11.086 (9.788) TEUR. Im Rahmen des 2011 eingeführten anteilsbasierten Vergütungssystems hat der Vorstand für das Berichtsjahr Ansprüche auf virtuelle Aktien mit einem Zeitwert in Höhe von 1.144 (949) TEUR, dies entspricht 36.010 (33.241) Stück, aus dem Talanx-Share-Award-Programm und einem Zeitwert in Höhe von 263 (217) TEUR, dies entspricht 2.556 (2.054) Stück, aus dem Hannover Rück-Share-Award-Programm. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 752 (750) TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 18.776 (17.937) TEUR als Projected Benefit Obligations zurückgestellt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 2.506 (2.414) TEUR. Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats und ihre Hinterbliebenen bestehen nicht. Das zum Bilanzstichtag 2015 bestehende Hypothekendarlehen eines Mitglieds des Aufsichtsrats wurde im Berichtsjahr vollständig abgelöst und bestand zum Bilanzstichtag 2016 nicht mehr. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Die weiteren Angaben zu Organbezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Struktur des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (Seite 74 ff.) enthalten. Die dortigen Informationen beinhalten auch den individualisierten Ausweis der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats und sind Bestandteil des Konzernabschlusses. HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERSKonzernabschlussprüfer der Talanx-Gruppe ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG ag). Die von KPMG AG und weltweiten Mitgliedsfirmen von KPMG International (KPMG) im Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich nach vier Honorararten auf. HONORARE DER KPMG IN MIO. EURscroll
Der für die Durchführung des Prüfungsauftrags verantwortliche Wirtschaftsprüfer im Sinne von § 38 Absatz 2 Berufssatzung wp/vbp in der Fassung vom 21. Juni 2016 ist Herr Florian Möller. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016. ENTSPRECHENsERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechens-erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel: "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht worden (http://www.talanx.com/ investor-relations/corporate-governance). Vorstand und Aufsichtsrat unserer börsennotierten Tochtergesellschaft Hannover Rück se haben am 9. November 2016 die Entspre-chenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären über die Veröffentlichung im Geschäftsbericht zugänglich gemacht. Auf der Homepage der Hannover Rück se finden Sie neben der aktuellen auch alle bisherigen Entsprechenserklärungen der Gesellschaft (http:// www.hannover-rueck.de/about/corporate/declaration/index.html). EREIGNISSE NACH ABLAUF DES GEsCHÄFTSJAHRESAm 2. Dezember 2016 hat die Ratingagentur Standard & Poors (s&p) das Länderrating der Republik Südafrika auf BBB heruntergestuft. Infolgedessen wurden die Ratings der beiden Tochtergesellschaften Hannover Reinsurance Africa Limited und Hannover Life Reassurance Africa Limited, beide mit Sitz in Johannesburg und dem Segment Schaden-Rückversicherung zugeordnet, am 12. Dezember 2016 auf "Credit Watch Negative" gesetzt. Um eine mögliche Herabstufung abzuwenden, hat die Hannover Rück se (Garantiegeberin) für die Gesellschaften mit Wirkung zum 1. Januar 2017 jeweils eine Garantie gegeben. Die Garantien erstrecken sich auf alle Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaften aus den von ihnen gezeichneten Erst- und Rückversicherungsverträgen. Die Garantien sind an keine Bedingungen geknüpft, fortlaufend, für die Garantiegeberin bindend und die Verpflichtungen aus den Garantien stehen im Rang allen anderen unbesicherten Verbindlichkeiten der Garantie-geberin gleich. Mit Anerkennung der Garantien durch S&P wurde der negative Credit Watch am 8. Februar 2017 aufgelöst und beide Gesellschaften haben das Gruppenrating (AA-/stabiler Ausblick) erhalten. ANTEILSBESITZDie nachfolgenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Absatz 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 (a) (i) zum Konzernabschluss der Talanx AG vor. Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der durch das Bilanzrichtlinie - Umsetzungsgesetz (BilRUG) geänderten Vorschriften wurden in diese Aufstellung im Berichtsjahr alle Unternehmen aufgenommen, an denen eine Beteiligung gehalten wird, die dazu bestimmt ist, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu dienen. Bisher geltende Beteiligungsschwellenwerte sind entfallen. Dadurch hat sich die Anzahl der im Konzernjahresfinanzbericht aufzuführenden Unternehmen leicht erhöht. ANTEILSBESITZscroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
1)
Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16
Absatz 2 und 4 AktG WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNSWir definieren die Zweigniederlassung einer Konzerngesellschaft als einen nicht rechtsfähigen, von der Konzerngesellschaft räumlich und organisatorisch getrennten Unternehmensteil, der im Innenverhältnis weisungsgebunden agiert und im Markt selbstständig auftritt. Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Gesellschaften des Talanx-Konzerns unterhalten Zweigniederlassungen, die wir für das Verständnis der Lage des Konzerns als wesentlich betrachten. WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNSscroll
WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNscroll
Darüber hinaus unterhalten andere Gesellschaften des Talanx-Konzerns weitere, einzeln und insgesamt für den Konzern als nicht wesentlich einzustufende Zweigniederlassungen. Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 27. Februar 2017 in Hannover.
Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Talanx AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hannover, den 27. Februar 2017 Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang - sowie den zusammengefassten Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (idw) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 10. März 2017 KPMG AG Möller, Wirtschaftsprüfer Czupalla, Wirtschaftsprüfer 3 WEITERE INFORMATIONENGLOSSAR UND KENNZAHLENDEFINITIONENABSCHLUSSKOSTEN, AKTIVIERTEKosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Aktivierung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit. ANNUAL PREMIUM EQUIVALENT - APEJahresbeitragsäquivalent. Messgröße für das Neugeschäft in der Lebensversicherung. ASSET-MANAGEMENTKapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten. ASSOZIIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das nicht durch Voll- oder Quotenkonsolidierung, sondern im Allgemeinen nach der >Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen ist und auf dessen Geschäfts- oder Firmenpolitik ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen maßgeblichen Einfluss hat. AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENSumme aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben. B2BAustausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen zwischen Unternehmen. BANCASSURANCEBank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien. BEITRAG>Prämie BEITRAGSÜBERTRÄGE>Prämienüberträge BESTIMMUNGSMACHT>Entscheidungsmacht BIOMETRISCHE PRODUKTEVersicherungen ohne Sparanteil, bei denen Ereignisse, die mit grundlegenden Veränderungen der biologisch bedingten Lebensverhältnisse einhergehen (Tod, Eintritt von Pflegebedürftigkeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit) die Leistungsverpflichtung auslösen. BRUTTOBei Versicherungen: vor Abzug der > passiven Rückversicherung. BUCHWERT JE AKTIEDie Kennzahl gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals je Aktie an. CHAIN-LADDER-VERFAHRENAktuarielles Standardverfahren, mit dem der Rückstellungsbedarf für zukünftige Schadenaufwendungen geschätzt wird. Es unterstellt, dass der Schadenstand um einen in allen Anfalljahren gleichen Faktor zunimmt. Der erwartete Gesamtschaden wird bei diesem Verfahren ausschließlich auf der Basis historischer Daten zur Abwicklung von Schäden im Portfolio des Versicherers bestimmt. COINSURANCE-FUNDS-WITHHELD-VERTRAGMitversicherungsvertrag, bei dem der Zedent einen Teil der ursprünglichen Prämie mindestens in Höhe der zedierten Reserven zurückbehält. Ähnlich wie bei einem > Modified Coinsurance(ModCo)-Vertrag repräsentieren die Zinszahlungen an den Rückversicherer den Anlagebetrag des zugrunde liegenden Wertpapierportefeuilles. COMBINED RATIO>kombinierte Schaden-/Kostenquote DECKUNGSRÜCKSTELLUNGNach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung. DEPOSIT ACCOUNTINGBilanzierungsmethode, nach der kurz- und langfristige Versicherungs- und Rückversicherungsverträge zu bilanzieren sind, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko transferieren. DEPOTFORDERUNGEN/DEPOTVERBINDLICHKEITENSicherheitsleistungen zur Deckung von Versicherungsverbindlichkeiten, die ein Versicherer von den liquiden Mitteln einbehält, die er an einen Rückversicherer im Rahmen eines Rückversicherungsvertrags zu zahlen hat. Der Versicherer weist in diesem Fall eine Depotverbindlichkeit aus, der Rückversicherer eine Depotforderung. Die Depotforderungen/-ver-bindlichkeiten sind zu verzinsen. DERIVAT, DERIVATIVES FINANZINSTRUMENTAus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B. > Swaps, Optionen und Futures. DURATIONFinanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines Investments in Renten bzw. deren Zinssensitivität abbildet. Die "Macaulay-Duration" ist die kapitalgewichtete mittlere Anzahl von Jahren, in denen ein Rentenpapier Zahlungen leistet. Die "Modified Duration" gibt dagegen die Veränderung des Barwerts eines Rentenpapieres bei Zinsänderungen an und ist damit ein Maß für das mit einem Finanzinstrument verbundene Zinsänderungsrisiko. EBITEarnings before interest and taxes; im Talanx-Konzern identisch mit > operatives Ergebnis. ENTSCHEIDUNGSMACHT(auch: Bestimmungsmacht) Der Konzern trägt das Risiko von oder besitzt die Rechte an dem variablen wirtschaftlichen Erfolg eines Engagements und verfügt aufgrund substanzieller Rechte über die Möglichkeit, die Höhe des wirtschaftlichen Erfolgs (z. B. über die maßgeblichen Tätigkeiten) zu beeinflussen. EQUITY-METHODEVerfahren zur Bewertung einer Beteiligung (> assoziiertes Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen) im Konzernabschluss, bei der der Beteiligungsbuchwert in der Konzernbilanz entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals am beteiligten Unternehmen weiterentwickelt wird. ERGEBNIS (AUCH: GEWINN) JE AKTIE, VERWÄSSERTKennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein. ERNEUERUNGBei Vertragsbeziehungen mit Versicherungsunternehmen, die über längere Zeiträume laufen, werden die Vertragsbedingungen meist jährlich in sogenannten Erneuerungsverhandlungen angepasst und die Verträge entsprechend erneuert. ERSTVERSICHERERGesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht. EXPONIERUNG (AUCH: EXPOSURE)Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands. EXPOSURE>Exponierung FAIR VALUE>Zeitwert FAKULTATIVE RÜCKVERSICHERUNGBeteiligung des Rückversicherers an einem bestimmten vom Erstversicherer übernommenen Einzelrisiko. Gegensatz: > obligatorische Rückversicherung FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNGLebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt. FÜR EIGENE RECHNUNG (AUCH: NETTO)Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT (AUCH: GOODWILL)Betrag, den ein Käufer unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte nach Abzug der Schulden zu zahlen bereit ist. GEWINN JE AKTIE, VERWÄSSERT>Ergebnis je Aktie, verwässert GROSSSCHADENSchaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx-Konzerns. HAFTENDES KAPITALSumme aus a)dem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, das sich wiederum aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen zusammensetzt, b)den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital und c)dem sogenannten Hybridkapital als eigenkapital-ergänzendem Fremdkapital, das die nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst. HARTER MARKTMarktphase, die sich durch hohe Prämien auszeichnet. Gegensatz:> weicher Markt HYBRIDKAPITALFremdkapital mit eigenkapitalergänzendem Charakter in Form von nachrangigen Darlehen und Genussrechtskapital. IBNR - INCURRED BUT NOT REPORTED> Spätschadenreserve IMPAIRMENTWertminderung (außerplanmäßige Abschreibung), die vorgenommen wird, wenn der Barwert der geschätzten, zukünftigen Kapitalflüsse eines Vermögenswerts kleiner ist als dessen Buchwert. INSURANCE-LINKED SECURITIES - ILSFür die Verbriefung von Risiken eingesetzte Obligationen, bei denen die Auszahlung von Zins und/ oder Nominalwert von Eintritt und Ausmaß eines Versicherungsereignisses abhängt. INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS - IFRSInternationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet; bei Talanx angewendet seit 2004. INVESTMENT-GRADEEin Rating von bbb oder besser, das an Unternehmen vergeben wird, die ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen. JAHRESERGEBNISEBIT abzüglich Finanzierungszinsen und Ertragsteuern KAPITALAN LAGEERGEBNIS, AUSSERORDENTLICHESErgebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/Abschreibungen (Impairments). KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko aufweisen und entsprechend den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bilanziert werden. KAPITALANLAGEN, SELBST VERWALTETEKapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft selbst oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet. KAPITALEFFIZIENTE PRODUKTEUnabhängig vom Kapitalmarkt werden nach Ablauf der Versicherung maximal die eingezahlten Beiträge garantiert. Während der Laufzeit erhöhen Überschüsse das Guthaben. Durch die Endfälligkeit der Beitragsgarantie verringert sich das Risikokapital, das der Lebensversicherer unterlegen muss. KATASTROPHENANLEIHEInstrument zum Transfer von Katastrophenrisiken eines (Rück-)Versicherers auf den Kapitalmarkt. KOMBINIERTE SCHADEN-/ KOSTENQUOTESumme aus > Schadenquote und > Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der kombinierten Schaden-/Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen einschließlich des Depotzinsergebnisses berücksichtigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherern. KONGRUENTE WÄHRUNGSBEDECKUNGBedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden. KOSTENQUOTEVerhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. KUMULRISIKOVersicherungstechnisches Risiko, das darin besteht, dass ein einziges auslösendes Ereignis (z. B. Erdbeben, Wirbelsturm) zu einer Häufung von Schadenfällen in einem > Portefeuille führt. LEBENSVERSICHERUNGZusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung. LETTER OF CREDIT - LOCBankbürgschaft. Beispielsweise in den usa eine übliche Form der Sicherheitsleistung im Rückversicherungsgeschäft. MARKET CONSISTENT EMBEDDED VALUE - MCEVSpezielle Methode zur Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen bzw. von Personenversicherungsbeständen, mit deren Hilfe die Langfristigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts und der damit verbundenen Risiken abgebildet werden kann. Insbesondere soll durch die marktkonsistente Berechnungsmethodik eine bessere Vergleichbarkeit erreicht werden. Die marktkonsistente Bewertung wird durch risikoneutrale Annahmen in Bezug auf erwartete Kapitalerträge und die Diskontierungsmethodik erreicht. Außerdem wird die Swap-Kurve als risikoneutrale Zinsstruktur eingeführt. MODIFIED-CONSURANCE(MODCO)-VERTRAGRückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent im Rahmen eines Depots Wertpapiere, die die zedierten Reserven besichern, zurückbehält und dadurch eine Verpflichtung begründet, zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an den Rückversicherer zu leisten. Die Zahlungen beinhalten einen proportionalen Anteil an der Bruttoprämie sowie den Ertrag aus Wertpapieren. MORBIDITÄTKrankheitsmaß, das die Krankheitswahrscheinlichkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angibt. MORTALITÄTSterblichkeit. Das Ausmaß von Todesfällen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. NETTOBei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung NETTOAUFWENDUNGEN, VERSICHERUNGSTECHNISCHEAufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, jeweils nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer. NETTOVERZINSUNGKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus > Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen. NEUGESCHÄFTSMARGE (LEBEN)Verhältnis von Neugeschäftswert zu Barwert der Neugeschäftsprämien ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter. NEUGESCHÄFTSWERT (LEBEN)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-Ii-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen. NICHT KAPITALEFFIZIENTE PRODUKTEKlassische Lebens- oder Rentenversicherungen mit festem Garantiezins über die gesamte Laufzeit des Vertrages. NICHTPROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem der Rückversicherer den einen bestimmten Betrag übersteigenden Schadenaufwand bzw. die Versicherungssumme tragen muss. Gegensatz: > proportionale Rückversicherung. OBLIGATORISCHE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem sich der Rückversicherer an einem gesamten, genau definierten Versicherungsbestand eines > Zedenten beteiligt. Gegensatz: > fakultative Rückversicherung OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis einschließlich der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). OTCOver the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern. PASSIVE RÜCKVERSICHERUNGBestehende Rückversicherungsprogramme der >Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken. PERSONENVERSICHERUNGSparten, die die Versicherung von Personen zum Gegenstand haben: Lebens-, Renten-, Kranken- und Unfallversicherung. PORTEFEUILLE>Portfolio PORTFOLIO (AUCH: PORTEFEUILLE)a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken. b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen. PRÄMIE (AUCH: BEITRAG)Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken. PRÄMIENÜBERTRÄGE (AUCH: BEITRAGSÜBERTRÄGE)In einem Geschäftsjahr gebuchte Prämien, die periodengerecht dem Folgezeitraum zuzurechnen sind. PRESENTVALUE OF FUTURE PROFITS - PVFPImmaterieller Vermögenswert, der insbesondere beim Erwerb von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen bzw. einzelnen Versicherungsbeständen entsteht. Der Barwert der erwarteten zukünftigen Erträge aus dem übernommenen Versicherungsbestand wird aktiviert und grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen ergeben sich aufgrund durchgeführter jährlicher Werthaltigkeitsprüfungen. PROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsverträge, auf deren Basis Anteile eines Risikos oder Portefeuilles zu den bestehenden Originalkonditionen in Rückversicherung gegeben werden. > Prämien sowie Schäden werden anteilsmäßig in einem proportionalen Verhältnis geteilt. Gegensatz: > nichtproportionale Rückversicherung PROVISIONVergütung des Erstversicherers an Agenten, Makler und andere gewerbsmäßige Vermittler. QUOTENRÜCKVERSICHERUNGForm der Rückversicherung, in der der prozentuale Anteil am gezeichneten Risiko sowie die Prämie vertraglich festgelegt werden. RATEProzentsatz (in der Regel vom Prämienvolumen] des rückversicherten Portefeuilles, der bei einer > nichtproportionalen Rückversicherung als Rückversicherungsprämie an den Rückversicherer zu zahlen ist. RETAILa} Allgemein: Privatkundengeschäft. b Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen. RETROZESSIONAbgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer. RÜCKVERSICHERERGesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuille-Segmente von einem > Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt. SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGGesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebens- und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird. SCHADENQUOTEBilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto! einschließlich des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto1 - inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP - zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. > pvfp SCHADENQUOTE FÜR SACHVERSICHERUNGSPRODUKTEa1 Brutto: Summe der Schadenaufwendungen (brutto1 und des sonstigen versicherungs-tech-nischen Ergebnisses (brutto1 im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien. b1 Netto: Summe der Schadenaufwendungen (netto1 und des sonstigen versicherungs-technischen Ergebnisses (netto1 im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. SCHWANKUNGSRÜCKSTELLUNGRückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den IFRS Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals. SELBSTBEHALTDer Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also > netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung^ SILOEin von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separierter Unternehmensteil (z. B. ein Sondervermögen), bei dem sämtliche Rechte und Pflichten ausschließlich den Investoren dieses Unternehmensteils zustehen. SOLVABILITÄTAusstattung mit freien, unbelasteten Eigenmitteln, die zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge notwendig ist. SOLVENCY IIProjekt der Europäischen Kommission zur Reformierung und Harmonisierung der europäischen Vorschriften zur Versicherungsaufsicht, vor allem der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ABSCHREIBUNGENAufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. Personal- und Sachaufwendungen, Abschreibungen, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen, Währungskursverluste, Dienstleistungsaufwendungen. SPÄTSCHADENRESERVERückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden. SPEZIALGESCHÄFTSpezialversicherung für Nischengeschäft wie spezielle Kraftfahrtdeckung und Kunstversicherung. STORNOQUOTE LEBENSVERSICHERUNGSPRODUKTESumme aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach gdv). STRESSTESTForm der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von > Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können. STRUKTURIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das derart ausgestaltet ist, dass Stimm- oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden (z. B. einige Investmentfonds). SURVIVAL RATIOSpiegelt das Verhältnis von Schadenreserven zu bezahlten Schäden eines Vertrages oder mehrerer Verträge in einem Bilanzjahr wider. ÜBERSCHUSSBETEILIGUNGGesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen. UNDERWRITINGPrüfung und Einschätzung von (Rück-)Versiche-rungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-) Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-)Versicherer profitabel ist. VALUE AT RISKRisikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden. VERDIENTE PRÄMIENAnteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISSaldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus > verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP. VERWALTUNGSKOSTENKosten der laufenden Verwaltung, die im Zusammenhang mit der Produktion von Versicherungsschutz stehen. WEICHER MARKTMarktphase mit Überangebot an Versicherung mit der Folge von nicht risikoadäquaten Prämien. Gegensatz: > harter Markt ZEDENTErst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert). ZEITWERT (AUCH: FAIR VALUE)Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. ZESSIONÄRRückversicherer des Erstversicherers. STICHWORTVERZEICHNISscroll
scroll
KONTAKTTalanx AGRiethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com Group CommunicationsAndreas Krosta Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 andreas.krosta@talanx.com Investor RelationsCarsten Werle Telefon +49 511 3747-2231 Telefax +49 511 3747-2286 carsten.werle@talanx.com Veröffentlicht am: 20. März 2017 Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch. Geschäftsbericht im Internethttp://geschaeftsbericht2016.talanx.com Folgen Sie uns auf Twitter@talanx @talanx_en FINANZKALENDER 201711. MaiHauptversammlung 15. MaiQuartalsmitteilung zum 31. März 2017 14. AugustZwischenbericht zum 30. Juni 2017 13. NovemberQuartalsmitteilung zum 30. September 2017 23. NovemberCapital Markets Day Talanx AG Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com Versicherungen. Finanzen. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||