![]() Talanx AktiengesellschaftHannoverKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017Konzern-Geschäftsbericht 2017ENTWICKLUNG UND ERGEBNISSEFINANZ-HIGHLIGHTSKAPITALANLAGERENDITEIN %![]() Operatives Ergebnis (EBIT)1,8 MRD. EUR Konzernergebnis672 MIO. EUR Eigenkapitalrendite7,5% Gebuchte Bruttoprämien33,1 MRD. EUR DividendenvorschlagJE AKTIE 1,40 EUR ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIENIN %![]() DER TALANX-KONZERN AUF EINEN BLICKKonzernkennzahlenscroll
1)
Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis
und Ergebnis aus Investmentverträgen zu durchschnittlichem selbst
verwalteten Kapitalanlagebestand Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, meine Damen und Herren das Geschäftsjahr 2017 war für den Talanx-Konzern trotz der außergewöhnlich schadenträchtigen Naturkatastrophen ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr. Vor dem Hintergrund einer bisher noch nicht registrierten Schadenhöhe aus Naturkatastrophen von marktweit 135 Mrd. USD haben wir ein Konzernergebnis von immerhin 672 Mio. EUR erzielt. Das ist erfreulich, zeigt dieses Ergebnis doch, wie robust und krisenfest unser Konzern nunmehr ist. Zu diesem Ergebnis haben insbesondere die Geschäftsbereiche Rückversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland und Privat- und Firmenversicherung International beigetragen. 2017 war hinsichtlich der Schadenbelastung zweigeteilt: Die Monate bis Ende August verliefen ausgesprochen ruhig. Die Belastung aus Großschäden war so niedrig, dass wir mit der Präsentation des Halbjahresergebnisses Anfang August unsere Prognose für das Konzernergebnis von rund 800 Mio. EUR auf rund 850 Mio. EUR angehoben haben. Wir verfügten zu diesem Zeitpunkt über ein verbleibendes Großschadenbudget von 920 Mio. EUR für das zweite Halbjahr. Doch schon einen Monat später waren "Harvey", "Irma" und "Maria" über die Karibik gen Süden der USA gezogen, zudem hatte in Mexiko zweimal die Erde gebebt -mit dem Ergebnis von verheerenden Schäden in den betroffenen Gebieten. Insgesamt wuchs unsere Großschadenbelastung damit auf 1,6 Mrd. EUR, die Naturkatastrophen im August und September schlugen dabei alleine mit 1,1 Mrd. EUR zu Buche. Das sehr zufriedenstellende Ergebnis 2017 ist das Ergebnis der nachhaltigen Internationalisierung und Diversifizierung: Ziel ist es, bis 2018 mehr als 50 % der Prämien in der Erstversicherung im Ausland zu erzielen, in der Industrieversicherung soll sich der Anteil bis 2019 auf mindestens 65 % der Beitragseinnahmen belaufen. Im Geschäftsjahr 2017 haben wir eines dieser Ziele bereits erreicht: 52 % unserer Erstversicherungsprämien kommen aus dem Ausland, in der Industrieversicherung sind es bereits 62 %. Ursächlich für diesen Erfolg sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer umfassenden Kompetenz und ihrem unermüdlichen Einsatz -im Namen des Vorstandes bedanke ich mich bei ihnen für ihr hohes Engagement für unseren Konzern. Ebenfalls bedanke ich mich im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unseren Kunden für ihre Loyalität und Verbundenheit zu unserem Konzern. Vor dem Hintergrund der sehr zufriedenstellenden Ertragslage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat erneut eine Dividendenerhöhung um 5 Cent auf dann 1,40 EUR vor. Die Dividende ist seit dem Börsengang im Oktober 2012 kontinuierlich von 1,05 EUR um 35 Cent oder 33 % gestiegen. Bezogen auf den Jahresdurchschnittskurs von 33,66 EUR ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 4,2 %. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie, beträgt 52,7 %. Dieser Vorschlag unterstreicht unser Ziel, für unsere Aktionäre nicht nur ein attraktives und stabiles Dividendenniveau zu gewährleisten, sondern dieses -bei entsprechender Ertragslage -auch weiter auszubauen. Aber nicht nur die Naturkatastrophen haben uns im abgelaufenen Geschäftsjahr vor große Herausforderungen gestellt. Die Niedrigzinsphase hat sich 2017 fortgesetzt -auch wenn die ersten Leitzinserhöhungen in den USA und die etwas realistischer gewordene Hoffnung auf ein Ende der Anleiheaufkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) den Zinsen am langen Ende leichten Auftrieb gegeben haben. Es bleibt abzuwarten, wie die EZB sich in diesem Jahr verhalten wird. Tatsächlich aber rechnen wir nicht vor 2019 mit ersten Erhöhungen des Leitzinses und mit einem spürbaren Zinsanstieg in den Anleihemärkten. Zudem halten die sehr kompetitiven Märkte in unseren Geschäftsbereichen Rückversicherung und Industrieversicherung weiter an, ebenso wie der Verdrängungswettbewerb im gesättigten deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft. Auch ist der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union noch nicht ausverhandelt. Hinzu kommen die Nachwirkungen der Steuerreform in den USA, die uns zu erheblichen Umstrukturierungen im Konzern zwingen. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr haben wir erneut gute Fortschritte in unseren Geschäftsbereichen erzielt: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung hat seine Präsenz im Ausland weiter ausgebaut. Der Auslandsanteil liegt nun bei 62 %. Alle Sparten des Geschäftsbereichs bis auf die Feuerversicherung weisen eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 % aus. Allerdings haben insbesondere die Hurrikane sowie von Menschen verursachte Schäden zu hohen Belastungen in der Sachversicherungssparte geführt, sodass das Konzernergebnis bei nur 91 Mio. EUR liegt. Der Geschäftsbereich setzt deshalb die 2015 begonnene Sanierung seines Portfolios mit großen Anstrengungen vor allem in der Feuerversicherung fort. Ziel ist es, deutliche Konditionsverbesserungen zu erzielen. "Das sehr zufriedenstellende Ergebnis 2017 ist das Ergebnis der nachhaltigen Internationalisierung und Diversifizierung." HERBERT K. HAAS Vorstandsvorsitzender Im deutschen Geschäft mit Privat- und Firmenkunden zeigt das Investitions-, Wachstums- und Effizienzsteigerungsprogramm "KuRS" volle Wirkung. Wir liegen in der Kostenentwicklung vor unserem Etappenziel, was sich im deutlich verbesserten Konzernergebnis von 102 Mio. EUR widerspiegelt. Wir können feststellen: Der Turnaround im deutschen Schaden/Unfall-Geschäft ist erreicht. Auch in der Lebensversicherung zahlt sich die Fokussierung auf biometrische Produkte aus. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International hat seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt: Die Prämien wuchsen wiederum zweistellig, ebenso das Konzernergebnis. Beeindruckend ist, wie schnell die akzentuierten Preissteigerungen und deutlichen Kosteneinsparungen unserer Tochter in Brasilien sich positiv auf die Schaden-/Kostenquote ausgewirkt haben. In Kolumbien stärkten wir uns mit einem arrondierenden Zukauf. In Polen war die Geschäftsentwicklung erfreulich. Sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die gute Entwicklung in unseren Erstversicherungssegmenten hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auch in einer deutlich verbesserten Marktbewertung für diese Konzernteile niedergeschlagen. Ihr implizierter Börsenwert belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 2,1 Mrd. EUR nach einem Tief von 0,8 Mrd. EUR per Ende 2015. Legt man branchenübliche Bewertungsparameter zugrunde, so zeigen sich doch noch erhebliche Wertsteigerungspotenziale. Ich bin überzeugt, dass es unter der Führung meines Nachfolgers Torsten Leue gelingen wird, diese Potenziale zu realisieren und somit den Wert Ihres Konzerns nachhaltig weiter zu steigern. Dafür wünsche ich ihm eine allzeit glückliche Hand. Ich danke Ihnen sehr für das mir in den letzten zwölf Jahren entgegengebrachte Vertrauen. Bitte bleiben Sie uns gewogen.
Mit besten Grüßen Ihr Herbert K. Haas VORSTANDHerbert K. Haas Vorsitzender Burgwedel Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Christian Hinsch stv. Vorsitzender Burgwedel stv. Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V a.G., Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Global SE, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Torsten Leue Hannover Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a.G., Hannover Vorsitzender des Vorstands Talanx International AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Immo Querner Celle Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Real Estate
Ulrich Wallin Hannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
Dr. Jan Wicke Hannover Vorsitzender des Vorstands Talanx Deutschland AG, Hannover Im Talanx-Vorstand verantwortlich für:
AUFSICHTSRATWolf-Dieter BaumgartlVorsitzender Berg ehem. Vorsitzender des Vorstands Talanx AG Ralf Rieger*stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI Vertriebs AG Prof. Dr. Eckhard Rohkammstv. Vorsitzender Hamburg ehem. Vorsitzender des Vorstands ThyssenKrupp Technologies AG Antonia AschendorfHamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands APRAXA eG Karsten Faber*Hannover Zentralbereichsleiter Hannover Rück SE, E+S Rückversicherung AG Jutta Hammer*Bergisch Gladbach Angestellte HDI Kundenservice AG Dr. Hermann JungHeidenheim ehem. Mitglied der Geschäftsführung Voith GmbH Dr. Thomas LindnerAlbstad Vorsitzender der Geschäftsführung Groz-Beckert KG Dirk LohmannZürich, Schweiz Präsident des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsführung Secquaero Advisors AG Christoph Meister*Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Jutta Mück*Oberhausen Account Manager Vertrieb Industrie HDI Global SE Katja Sachtleben-Reimann *Hannover Angestellte Talanx Service AG Dr. Erhard SchipporeitHannover selbstständiger Unternehmensberater Prof. Dr. Jens Schubert*Potsdam Leiter Recht, ver.di-Bundesverwaltung Professor Leuphana Universität Lüneburg Jörn von Stein*(seit 1. Januar 2017) Angestellter neue leben Lebensversicherung AG Norbert SteinerBaunatal ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S AG Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Bericht der Talanx AG. AUFSICHTSRATSAUSSCHÜSSEZUSAMMENSETZUNG ZUM 31. DEZEMBER 2017Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
AUFGABEN DER AUSSCHÜSSEDie detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat". Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
BERICHT DES AUFSICHTSRATSSehr geehrte Damen und Herren, der Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2017 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten uneingeschränkt nachgekommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage, der Risikosituation, der Nachfolgeplanung in Vorstand und Aufsichtsrat und wichtigen personellen Weichenstellungen in diesem Zusammenhang sowie mit der strategischen Entwicklung der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften im Inland sowie in den ausländischen Kernmärkten. Wir berieten den Vorstand in allen für das Unternehmen wichtigen Belangen, überwachten kontinuierlich seine Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Im Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen zusammen, die am 17. März, am 12. Mai, am 11. August und am 10. November 2017 stattfanden. An einer Sitzung nahmen routinemäßig zwei Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teil. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu vier, der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und der Nominierungsausschuss zu jeweils zwei Sitzungen zusammen. Sitzungen des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2017 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsmitteilungen und des Halbjahreszwischenberichts schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen eilbedürftige, zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese, nach Anordnung des Verfahrens durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx-Konzerns aus. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist, über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten sowie weitere wesentliche Entwicklungen in der Gesellschaft, im Konzern sowie im regulatorischen Umfeld. Wie bereits im Vorjahr ließen wir uns über den Stand von noch ausstehenden Genehmigungsverfahren zum internen Modell informieren. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Alle Sitzungen des Aufsichtsrats wurden in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder abgehalten. SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM PLENUMDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Geschäftsbereiche, die anhaltenden Herausforderungen im Lebensversicherungsbereich aufgrund der Niedrigzinsphase, ferner mögliche Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2018 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für abgelaufene Quartale wurden uns jeweils Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. Ferner ließen wir uns einen Bericht zum Stand und Fortschritt der it im Konzern geben. Wir behandelten Fragen der Konzernfinanzierung und fassten zur Emission von Nachranganleihen durch die Talanx AG und die Hannover Rück SE sowie zur Gründung von Investmentvehikeln jeweils Beschluss. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratung bildete erneut das Risikomanagement im Konzern. Die Risikoberichterstattung des Vorstands war Gegenstand jeder Sitzung des Aufsichtsrats und nahm entsprechend den erweiterten Berichtserfordernissen nach Solvency II noch breiteren Raum ein. Wir befassten uns mit dem Chancenmanagement im Konzern und -in diesem Zusammenhang -mit einer Reihe von Akquisitionsvorhaben im Erst- und Rückversicherungsbereich. Ferner ließen wir uns über die geänderte Auffassung der Finanzverwaltung zu Wertpapierleihgeschäften sowie über die Kostensituation im Wettbewerbsvergleich berichten. Des Weiteren wurden die Geschäftsordnungen für den Vorstand und für den Aufsichtsrat aktualisiert. Der Aufhebung und dem Neuabschluss eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland stimmte der Aufsichtsrat zu. Nachdem Herr Haas im Einklang mit den Überlegungen des Aufsichtsrats seine Bereitschaft erklärt hatte, mit Beendigung der Hauptversammlung 2018 aus dem Vorstand der Gesellschaft auszuscheiden, um sich auf Wunsch des Mehrheitsaktionärs HDI V. a. G. zur Wahl in den Aufsichtsrat zur Verfügung zu stellen, befassten sich der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und der Gesamtaufsichtsrat intensiv mit der Frage seiner Nachfolge. Nach eingehender Diskussion bestellte der Aufsichtsrat am 10. November 2017 Herrn Torsten Leue mit Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung am 8. Mai 2018 zum Nachfolger von Herrn Haas als Vorsitzenden des Vorstands der Talanx AG. Herr Leue ist seit September 2010 im Vorstand für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verantwortlich; seit 1. Januar 2017 trägt er zusätzlich die Verantwortung für Personal im Konzern und fungiert seitdem auch als Arbeitsdirektor. Mit seiner Aufgabe als Vorstandsvorsitzender wird Herr Leue auch die Verantwortung für bislang an Herrn Haas berichtende Einheiten übernehmen -mit Ausnahme von it und Datenschutz, die in die Ressortverantwortung von Herrn Dr. Wicke übergehen werden. Die bisherige Verantwortung von Herrn Leue für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wird auf Herrn Sven Fokkema übergehen, der mit Wirkung ab 9. Mai 2018 zum Mitglied des Vorstands der Talanx AG bestellt wurde und mit gleicher Wirkung Herrn Leue als Vorsitzender des Vorstands der Talanx International AG nachfolgen wird. Wir sind überzeugt, dass der Vorstand unter der Führung von Herrn Leue den gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen für den Konzern bestens gerecht wird. Turnusgemäß erörterte der Aufsichtsrat Fragen der Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds. Er beschloss die Verlängerung des im Jahr 2018 auslaufenden Vorstandsmandats von Herrn Dr. Hinsch. Der Aufsichtsrat hat sich ferner eingehend mit dem Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft befasst, der mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2018 erfolgen wird. Er hat in diesem Zusammenhang den von einer Projektgruppe erstellten Bericht über die im Auswahlverfahren gezogenen Schlussfolgerungen und die hierauf basierenden Empfehlungen des Finanz- und Prüfungsausschusses zur Kenntnis genommen und festgestellt, dass zu gegebener Zeit die gegenüber Ernst & Young GmbH präferierte Pricewaterhouse-Coopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer und zum Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2018 vorgeschlagen werden soll. Einen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 16. März 2018 verabschiedet. Mit Blick auf § 87 Absatz 1 AktG befasste sich das Aufsichtsratsplenum mit der Festlegung der Geschäftsbereichsziele 2018 sowie mit der Festsetzung der Tantiemen der Mitglieder des Vorstands und zog dabei auch externe Stellungnahmen für die Beurteilung der Angemessenheit und Struktur der Vorstandsvergütung heran. Darüber hinaus fand eine Überprüfung der Festbezüge von zwei Vorstandsmitgliedern statt. Die Frage der Angemessenheit des Vergütungssystems für Geschäftsleiter der Talanx AG und im Konzern wurde in der Aufsichtsratssitzung am 17. März 2017 behandelt. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. ARBEIT DER AUSSCHÜSSEZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse gebildet: den Finanz- und Prüfungsausschuss mit aktuell fünf Mitgliedern, den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und den Vermittlungsausschuss mit jeweils vier Mitgliedern sowie den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Ausschüsse bereiten die Beratung und Beschlussfassung im Plenum vor. Darüber hinaus sind den Ausschüssen auch eigene Beschlusszuständigkeiten übertragen. Die Niederschriften über die Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten werden auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt, die nicht diesen Ausschüssen angehören. Wie sich die Ausschüsse zusammensetzen, ist im Geschäftsbericht auf Seite 10 dargestellt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte -neben der Vorbereitung der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum -in vertiefter Form den Halbjahreszwischenbericht und die Quartalsmitteilungen mit den Abschlussbestandteilen und Kennzahlen der Gesellschaft und des Konzerns sowie das Ergebnis der prüferischen Durchsicht des Halbjahresabschlusses durch die Abschlussprüfer. Des Weiteren haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer externen aktuarischen Prüfung der Brutto- und Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx-Konzern sowie die Ergebnisse einer Performance-Analyse von in den letzten fünf Jahren erworbenen Konzerngesellschaften erörtert. Routinemäßig beschäftigten wir uns mit den Risikoberichten, ließen uns einen entsprechend aufsichtsrechtlichen Vorgaben erstellten allgemeinen Sanierungsplan erläutern, der anhand exemplarischer Szenarien die Widerstandsfähigkeit der Gruppe in Krisensituationen aufzeigt, und nahmen einen internen Bericht zum Wechsel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im kommenden Jahr sowie zur Prüfungsplanung mit den besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) entgegen, die in Anwesenheit der Wirtschaftsprüfer erörtert wurden. Der Ausschuss aktualisierte die Leitlinien über die zulässigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und nahm auch im Übrigen seine Rechte und Pflichten im Rahmen des durch die EU Audit Reform erweiterten Aufgabenspektrums wahr. Der Ausschuss nahm ferner die Jahresberichte der vier Schlüsselfunktionen (Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision und Compliance) entgegen, die jeweils von den verantwortlichen Leitern dieser Funktionen erstattet und erläutert wurden. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat -neben der Vorbereitung der Erörterung und Beschlussfassung im Plenum insbesondere hinsichtlich der Veränderungen im Vorstand -die persönlichen Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 einstweilen vorgegeben. Außerdem wurden im Zuge der Festlegung der Vorstandstantiemen, der Überprüfung von Festbezügen sowie der Bestimmung der Geschäftsbereichsziele 2018 für die für Geschäftsfelder verantwortlichen Mitglieder des Vorstands Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. Der Nominierungsausschuss beriet über geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zur 2018 anstehenden Neuwahl der Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats. Bei den Nominierungsempfehlungen berücksichtigte der Ausschuss die gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Vorgaben, die selbst gesetzten Ziele zur Zusammensetzung des Gremiums sowie die Leitlinien zu den fachlichen und persönlichen Anforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats, die dieser im Berichtsjahr in aktualisierter Form verabschiedet hatte. CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNGDie Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat im Jahr 2017 Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex (dcgk) vorgenommen. Danach sowie entsprechend den Vorgaben des Umsetzungsgesetzes der csR(Corporate Social Responsibility)-Richtlinie ist u. a. ein Diversitätskonzept erstellt und verabschiedet worden, das Eingang in die Erklärung zur Unternehmensführung gefunden hat (vgl. Seite 87 ff. des Geschäftsberichts). Wir befassten uns mit dem Bericht des Vorstands über nichtfinanzielle Belange (vgl. Seite 65 ff. des Konzernlageberichts) und prüften diesen mit Unterstützung eines sachkundigen externen Beraters auf Rechtmäßigkeit, Ordnungsgemäßheit und Zweckmäßigkeit. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben ferner -entsprechend den Vorgaben der Versicherungsaufsicht - Selbsteinschätzungen zu drei Themenfeldern (Rechnungslegung, Kapitalanlage und Versicherungstechnik) abgegeben. Hieraus resultierten sowohl bei der Talanx AG als auch bei Konzerngesellschaften Einzelschulungen zu bestimmten Themenbereichen. Der Aufsichtsrat hat überdies weitere wichtige Themenfelder bestimmt, auf die sich künftige Selbsteinschätzungen erstrecken sollen. Zudem nahm der Aufsichtsrat einen Bericht über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme sowie die Risikoberichte entgegen. Die Gesellschaft bot auch 2017 allen Mitgliedern des Aufsichtsrats eine interne Schulungsveranstaltung an. Die Hälfte der Mitglieder nutzte die Gelegenheit, sich über Haftungsfragen, den D&o-Versicherungsschutz sowie den Pflicht-Selbstbehalt zu informieren und seine Kenntnisse in diesen Materien zu vertiefen. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung zumisst, hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Empfehlungen in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK zum Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, in Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 3 DCGK zum Vorsitz im Prüfungsausschuss und in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK zu möglicherweise nötigen betragsmäßigen Höchstgrenzen bei der Auszahlung von Talanx Share Awards nicht zu entsprechen. Die Begründung hierfür findet sich in der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich. JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSSPRÜFUNGDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx-Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, "IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch die Hauptversammlung; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte -neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkte beim Konzernabschluss die Überprüfung der gesetzeskonformen Umsetzung der CSR-Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange und die Prüfung der Gewinnabgrenzung zwischen Betriebsstätten verschiedener Gesellschaften im Inland/ Ausland, ferner beim Jahresabschluss die Überprüfung der Wirksamkeit des Tax-Compliance-Systems. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (dpr) Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer. Eine im Berichtsjahr abgeschlossene DPR-Prüfung beinhaltete keine Feststellungen zur Rechnungslegung. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung und der Jahres- bzw. der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte der KPMG wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 15. März 2018 und in der Aufsichtsratssitzung am 16. März 2018 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der KPMG Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. BESETZUNG VON AUFSICHTSRAT UND VORSTANDDie Zusammensetzung des Aufsichtsrats, seiner Ausschüsse und des Vorstands hat sich im Berichtsjahr nicht geändert. DANK AN VORSTAND UND MITARBEITERDer Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Sie alle haben mit ihrer engagierten Arbeit zu einem wiederum erfreulichen Geschäftsergebnis der Gesellschaft und des Konzerns beigetragen.
Hannover, 16. März 2018 Für den Aufsichtsrat Wolf-Dieter Baumgartl, Vorsitzender DIE TALANX-AKTIEKAPITALMARKTUMFELDDas Börsenumfeld war auch im Berichtsjahr weiterhin durch geopolitische Unsicherheiten geprägt. Größere exogene Schocks wie im Vorjahr, z. B. durch politische Überraschungen wie das Brexit-Votum in Großbritannien oder die US-Präsidentschaftswahl, blieben jedoch aus -abgesehen vom erfrischenden Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen und der schleppenden Regierungsbildung in der Bundesrepublik Deutschland. In den meisten Teilen der Europäischen Union setzte sich die konjunkturelle Erholung fort, gestützt durch das niedrige Zinsniveau. Während die Notenbank in den USA die Leitzinsen im Laufe des Berichtsjahres in drei kleineren Schritten jeweils um einen Viertelprozentpunkt anhob, setzte die EZB ihre äußerst expansive Geldmarktpolitik mit einem Leitzins von 0 % fort. Auch die zusätzlichen Anleihekäufe wurden im abgelaufenen Jahr fortgesetzt, wurden aber mittlerweile seit Januar 2018 verringert. Die Renditen auf zehnjährige deutsche Staatsanleihen lagen zum Jahresende 2017 bei 0,43 % und damit rund 20 Basispunkte über dem Niveau zum Ende des vorangegangenen Jahres. Die Risikoaufschläge der Spread-Papiere haben sich in den meisten Fällen nur wenig verändert. Trotz der politischen Unwägbarkeiten verzeichneten die Aktienmärkte -getrieben von anziehenden Unternehmensgewinnen und dem im Jahr 2017 weiterhin unterstützenden Liquiditäts- und Volatilitätsumfeld -eine freundliche Entwicklung. Der DAX schloss das Jahr 2017 mit einem Plus von 12,5 % ab, der MDAX legte sogar um 18,9 % zu. Eine größere Konsolidierungsphase bei den Aktienkursen war lediglich zur Jahresmitte zu verzeichnen. Die europäischen Versicherungsaktien entwickelten sich ebenfalls überwiegend positiv, allerdings konnte deren Jahresperformance mit den teilweise sehr starken Zuwächsen der konjunktursensibleren Industrietitel nicht ganz mithalten. Zudem verzeichnete das dritte Quartal für die meisten internationalen Sachversicherer überproportional hohe Schäden vor allem durch Naturkatastrophen in Nord- und Mittelamerika. Obwohl dies in vielen Fällen bessere Ergebnisausweise verhinderte, legte der stoxx Europe 600 Insurance Index im abgelaufenen Jahr unter Berücksichtigung der Dividendenzahlungen um rund 11,8 % gegenüber dem Jahresende 2016 zu. KURSENTWICKLUNG DER TALANX-AKTIEVor diesem Hintergrund konnte die Talanx-Aktie mit einem XETRA-Schlusskurs von 34,07 (31,77) EUR erneut eine erfreuliche Kurssteigerung vorweisen. Der Wertzuwachs entsprach einem Plus von 7,2 %. Unter Hinzurechnung der im Mai 2017 gezahlten Dividende von 1,35 EUR ergibt sich somit eine Gesamtwertschöpfung von 11,5 % für das Jahr 2017. Die Talanx-Aktie erzielte damit einen ähnlichen Zuwachs wie ihre Benchmark, der stoxx Europe 600 Insurance Index (Performance-Index). Die Entwicklung der beiden wichtigsten deutschen Indizes, DAX und MDAX, konnte jedoch nicht ganz erreicht werden, da beide Indizes u. a. von den Erwartungen auf ein verbessertes konjunkturelles Wachstum stärker profitierten. Abgesehen von einigen kurzfristigen Schwankungen konnte sich die Talanx-Aktie bis in den Spätsommer des abgelaufenen Jahres hinein tendenziell aufwärts entwickeln. Entsprechend wurde Mitte August 2017 mit 36,32 EUR der Jahreshöchstkurs und gleichzeitig ein neues Rekordniveau erreicht (historischer Höchstkurs auf XETRA-Schlusskursbasis: 36,32 EUR am 15. August 2017), bevor in den letzten vier Monaten des Jahres eine eher seitwärtsgerichtete Konsolidierungsphase einsetzte, in der das zuvor erreichte Rekordniveau nicht ganz gehalten werden konnte. PERFORMANCE DER TALANX-AKTIE IM INDEXVERGLEICH![]() INDEXZUGEHÖRIGKEIT UND BÖRSENPLÄTZEDie Talanx-Aktie ist seit 2012 im MDAX vertreten, dem zweitwichtigsten deutschen Leitindex. Sie ist im Prime Standard der Frankfurter Börse und an der Börse Hannover gelistet. Das macht sie für indexorientierte Investoren interessant und trägt zu einer guten Präsenz in den Medien und somit auch in der breiten Öffentlichkeit bei. Seit April 2014 ist sie zudem auch an der Warschauer Börse notiert. Im Berichtsjahr hat sich die Aktionärsstruktur der Talanx AG nach Definition der Deutschen Börse nicht verändert. Der Anteil des Streubesitzes der Talanx AG liegt wie zum Ende des Vorjahres bei 21 %. Neben dem HDI V. a. G. (79 % Anteil an der Talanx ag) hält auch die japanische Versicherungsgruppe Meiji Yasuda einen Anteil oberhalb der Meldeschwelle von 3 % am Grundkapital der Talanx AG. Da dieser Anteil gleichzeitig jedoch weniger als 5 % ausmacht, wird der Aktienbesitz von Meiji Yasuda entsprechend der Definition der Deutschen Börse dem Streubesitz zugerechnet. Der Großteil des Streubesitzes, rund 50 %, wird von europäischen Investoren gehalten, rund ein Fünftel der Aktien des Streubesitzes ist Investoren aus Nordamerika zuzurechnen. Der hohe Anteil asiatischer Minderheitsaktionäre erklärt sich zum Großteil aus dem Aktienbesitz der Meiji Yasuda. Privataktionäre machen ein knappes Viertel des Streubesitzes aus. ZUSAMMENSETZUNG DER MINDERHEITSAKTIONÄRE ZUM 31.12.2017IN %![]() AKTIONÄRSSTRUKTUR ZUM 31.12.2017IN %![]() KAPITALMARKTKOMMUNIKATIONAuch im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ziel unserer Investor-Relations(lR)-Arbeit, die Talanx AG und ihre Equity Story am Kapitalmarkt, insbesondere im angelsächsischen Ausland, noch bekannter zu machen und bestehende Investorenkontakte zu vertiefen. Unser Ziel bestand dabei auch darin, sukzessiv weitere Investoren für die Talanx-Aktie zu gewinnen. Unseren Aktionären, potenziellen Investoren, aber auch den übrigen Interessenten an unserer Aktie, legten wir kontinuierlich Rechenschaft über die Unternehmensentwicklung ab. Der Vorstand der Talanx AG reiste dafür im Jahr 2017 zu Investorenkonferenzen, u. a. in New York, London, Frankfurt, Berlin und München. Im Rahmen von Roadshows besuchten Vorstandsmitglieder Investoren, u. a. in New York, Chicago, Los Angeles, London, Frankfurt, Paris, Zürich und Dublin. Darüber hinaus nahmen die IR-Manager der Talanx AG an weiteren Investorenkonferenzen und Roadshows im In- und Ausland teil. Insgesamt fanden so im Berichtsjahr Treffen mit ca. 200 institutionellen Investoren statt. Zudem nehmen Mitarbeiter der Investor-Relations-Abteilung regelmäßig an Veranstaltungen zur Erweiterung des Bekanntheitsgrades der Talanx-Aktie bei Privatanleger teil. Im November 2017 hat die Talanx AG ihren Capital Markets Day -mittlerweile den fünften seit dem Börsengang im Herbst 2012 -abgehalten. Am Veranstaltungsort London erläuterte der Vorstand des Talanx-Konzerns insbesondere die Initiativen in den Bereichen "Automatisierung und Digitalisierung" und "Profitabilisierung in der Zeichnungspolitik". Gleichzeitig wurden die Fortschritte der in der Vergangenheit aufgestellten Geschäftsziele für die einzelnen Segmente transparent dargelegt. Rund 30 Analysten und Investoren besuchten die Veranstaltung, die zudem live auf unserer IR-Internetseite mitzuerleben war; als Aufzeichnung ist sie dort weiterhin abrufbar. Die Talanx hält ihren nächsten Capital Markets Day im Oktober 2018 in Frankfurt ab. Analysten, institutionellen Investoren sowie Privatanlegern stehen wir täglich zur Verfügung; darüber hinaus haben wir auf unserer Internetseite www.talanx.com eine informative IR-Rubrik eingerichtet, die wir fortlaufend erweitern und aktualisieren. Die Research-Berichte von Banken und Brokerhäusern stellen eine weitere wichtige Informationsquelle für Anleger dar und erhöhen die Transparenz für Investoren. Wir widmen den Finanzanalysten, die öffentlich und unabhängig Gewinnschätzungen und Aktienempfehlungen für uns erstellen, deshalb hohe Aufmerksamkeit. Zum Ende des Berichtsjahres haben 19 (im Vorjahr: 18) Analysten eine Anlageempfehlung für die Talanx-Aktie ausgesprochen. DIVIDENDENPOLITIKZu den Zielen der Talanx AG gehört u. a. eine kontinuierliche Dividendenpolitik. So bleibt das vom Börsengang bekannte Ziel einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses gemäß International Financial Reporting Standards (ifrs) nach Steuern und Minderheiten unverändert gültig. Gleichzeitig soll die je Aktie ausgeschüttete Dividende nach Möglichkeit mindestens die Höhe des Vorjahresbetrages erreichen. Für das Geschäftsjahr 2016 zahlte die Talanx AG eine Dividende von 1,35 EUR (Geschäftsjahr 2015: 1,30 Eur) -dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 37,6 % (Geschäftsjahr 2015: 37,0 % -bei Bereinigung um die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwertes von 155 Mio. EUR im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland; die Ausschüttungsquote hätte ohne diese Bereinigung bei 44,8 % gelegen). Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung der Talanx AG für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 1,40 EUR je Aktie vorschlagen. Bezogen auf den Jahresdurchschnittskurs von 33,66 EUR ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 4,2 %. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie, beträgt 52,7 %. Die Jahreshauptversammlung findet am Dienstag, den 8. Mai 2018 im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrum (HCC) statt. BASISINFORMATIONEN ZUR TALANX-AKTIEscroll
Kurse: XETRA
1)
Auf XETRA-Tagesschlusskursbasis 1. ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHTGRUNDLAGEN DES KONZERNSDER TALANX-KONZERNGESCHÄFTSMODELLDer Talanx-Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2017 weltweit 22.059 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die seit 2012 börsennotierte Finanz- und Managementholding Talanx AG mit Sitz in Hannover. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 79,0 % der HDI V. a. G., ein seit über 110 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Der strategische Partner aus Japan und bislang größte Minderheitsaktionär, die Meiji Yasuda Life Insurance Company, hält einen Anteil an der Talanx unterhalb der Schwelle von 5,0 % am Grundkapital. Inklusive Mitarbeiteraktien in Höhe von 0,1 % befinden sich unverändert zum Vorjahr 21,0 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungs-berichterstattungs-Verordnung genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Lebensversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Kraftfahrtversicherung, Luftfahrtversicherung (einschließlich der Raumfahrtversicherung), Rechtsschutzversicherung, Feuerversicherung, EinbrucHDIebstahl-(ed-) und Raub-Versicherung, Leitungswasser-(LW-)Versicherung, Glasversicherung, Sturmversicherung, verbundene Hausratversicherung, verbundene Wohngebäudeversicherung, Hagelversicherung, Tierversicherung, technische Versicherungen, Einheitsversicherung, Transportversicherung, Kredit- und Kautionsversicherung (nur Rückversicherung), Versicherung zusätzlicher Gefahren zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage-[EC-] Versicherung), Betriebsunterbrechungsversicherung, Beistandsleistungsversicherung, Luft- und Raumfahrzeug-Haftpflichtversicherung, sonstige Sachversicherung, sonstige Schadenversicherung. Talanx ist auf allen Kontinenten mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt rund 150 Ländern. Die Geschäftsbereiche des Talanx-Konzerns verantworten jeweils eigene Geschäftsprozesse. Diese Aufgaben, die arbeitsteilig von mehreren Organisationseinheiten ausgeführt werden, liefern einen Beitrag zur Wertschöpfung im Konzern. Die Kernprozesse in der Industrieversicherung, die international ausgerichtet ist, sind beispielsweise Produktentwicklung, Vertrieb und Underwriting inklusive der jeweiligen Fachaufsicht. Zu den Kernprozessen bei den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung zählen Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Bei den beiden Rückversicherungssegmenten spielen ebenfalls Vertrieb, Produktentwicklung und Underwriting eine wesentliche Rolle. Das Segment Konzernfunktionen ist aus Konzernsicht zuständig für Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal und weitere Dienstleistungen. RECHTLICHE UND REGULATORISCHE RAHMENBEDINGUNGENVersicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherungsgesellschaften), Banken und Kapitalanlagegesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden, um die Stabilität der Unternehmen und der Finanzmärkte zu gewährleisten sowie die Kunden der Unternehmen zu schützen. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommt eine umfassende Regulierung der Geschäftstätigkeit dieser Unternehmen durch zahlreiche rechtliche Regelungen. Die bereits in den Vorjahren zu beobachtende intensive Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine damit einhergehende Verschärfung und zunehmende Komplexität setzte sich auch im Jahr 2017 unvermindert fort. Vor dem Hintergrund der in Deutschland umzusetzenden Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) wurden in den betroffenen Gesellschaften des Konzerns bereits frühzeitig Projekte aufgesetzt, um die umfangreichen Vorgaben rechtzeitig umsetzen zu können. Die gesetzlichen Anforderungen zielen insbesondere auf eine ausreichende Berücksichtigung von Verbrauchergesichtspunkten bei Produktdesign und Vertriebssteuerung sowie zusätzliche Anforderungen im Hinblick auf die Produktüberwachung und die Produkt-Governance von Versicherungsprodukten bei Versicherungsunternehmen, aber auch auf Versicherungsvermittler. Am 25. Januar 2017 veröffentlichte die BaFin ihr Rundschreiben 2/2017 (VA) zu der behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo). In diesem Rundschreiben werden übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation erläutert und zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" aus Sicht der Aufsichtsbehörde erläutert. Unabhängig von der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieser veröffentlichten Rechtsansichten der BaFin ist natürlich auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement, zu berücksichtigen. Am 29. März 2017 hat die Regierung des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland dem Präsidenten des Europäischen Rates die Austrittserklärung gemäß Artikel 50 des Vertrages über die Europäische Union (EU-Vertrag) übermittelt. Mit Ablauf der im EU-Vertrag festgelegten Zweijahresfrist wird das Vereinigte Königreich der Europäischen Union nicht mehr angehören. Dieser Austritt wird Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen haben, unter denen Unternehmen aus EU-Mitgliedstaaten im Vereinigten Königreich geschäftlich tätig werden können. Verschiedene Unternehmen des Talanx-Konzerns sind dort im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit aktiv und müssen sich an die nach dem Austritt geltenden neuen Rahmenbedingungen anpassen. Diese sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht absehbar, und angesichts der bisher eher schleppend verlaufenden Brexit-Verhandlungen zwischen den Vertretern der EU und des Vereinigten Königreichs zeichnet sich auch keine baldige Klarheit ab. Vor diesem Hintergrund arbeiten die betroffenen Gesellschaften an Lösungen, die auch für das Worst-Case-Szenario im Interesse der Kunden eine reibungslose Fortsetzung des Geschäftsbetriebes gewährleisten sollen. Im Dezember 2017 wurde in den USA eine umfassende Steuerreform verabschiedet. Diese sieht steuerliche Neuregelungen vor, die auch erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die in den USA tätigen Tochtergesellschaften haben. Ein maßgeblicher Aspekt der Steuerreform ist die Einführung einer sogenannten "Bases Erosion Anti-Abuse Tax (BEAT)". Dadurch fließen in die steuerliche Bemessungsgrundlage auch Zahlungen bzw. abgegrenzte Aufwendungen an ausländische verbundene Unternehmen ein, wozu auch Prämien für zedierte Versicherungsrisiken innerhalb des Konzernverbunds zählen. Die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnende Digitalisierung und der damit einhergehende Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen und die sich hieraus ergebenden rechtlichen Fragen und Herausforderungen spielen auch bei den Unternehmen des Talanx-Konzerns eine immer bedeutendere Rolle. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Daten unserer Kunden. Die Versicherungsunternehmen des Talanx-Konzerns sind, wie die gesamte Assekuranz, in hohem Maße auf die Erhebung von personenbezogenen Daten angewiesen. Sie werden unter anderem zur Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung erhoben und verarbeitet und genutzt, um Versicherte bedarfsgerecht zu beraten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen des Talanx-Konzerns sind sich der damit einhergehenden Verantwortung zu einem angemessenen Umgang mit personenbezogenen Daten bewusst. Die Wahrung der Rechte der Versicherten und der Schutz ihrer Privatsphäre sind wesentliche Ziele aller Konzernunternehmen. Nach Ablauf der zweijährigen Übergangsphase wird die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) im Mai 2018 auch in der Bundesrepublik Deutschland geltendes Recht. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 2016 ein Projekt initiiert, um die rechtzeitige Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen sicherzustellen. Am 5. Juli 2017 wurde das ebenfalls am 25. Mai 2018 in Kraft tretende Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) als Artikel 1 des Gesetzes zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Verordnung (EU) 2016/679 und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/680 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das derzeitige Bundesdatenschutzgesetz wird am 25. Mai 2018 außer Kraft treten. Mit dem neu geregelten BDSG werden datenschutzrechtliche Regelungen an die DS-GVO angepasst, in ihr enthaltene Öffnungsklauseln genutzt und die Richtlinie (EU) 2016/680 (Richtlinie zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die zuständigen Behörden zum Zwecke der Verhütung, Ermittlung, Aufdeckung oder Verfolgung von Straftaten oder der Strafvollstreckung sowie zum freien Datenverkehr) umgesetzt. Das neue BDSG schafft ausreichende Rechtssicherheit, um zusammen mit den Ergebnissen des Projektes nunmehr konkrete Umsetzungsschritte in den einzelnen Gesellschaften des Talanx-Konzerns einzuleiten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx-Konzerns unverändert Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Insbesondere der Beachtung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie der fortlaufenden Anpassung und Weiterentwicklung des Geschäfts und ihrer Produkte an gesetzliche Neuregelungen widmen die Gesellschaften große Aufmerksamkeit. Die entsprechend installierten Mechanismen stellen sicher, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, um die erforderlichen Anpassungen vornehmen zu können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht, neben Deutschland etwa in Polen und Luxemburg. KonzernstrukturDer Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in .Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. Diese Aufteilung erläutern wir im folgenden Text. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei spartenübergreifend ausgerichteten Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland -mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden dieser Geschäftsbereiche zeichnet jeweils ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist so weit wie möglich unabhängig von Drittgesellschaften und daher in der Lage, internationale Konsortien durch die eigenen Gesellschaften zu führen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland sind die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen zusammengefasst. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert hauptsächlich auf die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa inklusive der Türkei. Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der Globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung ist gegliedert in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und keine eigene operative Geschäftstätigkeit betreibt. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften, ferner der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH und die Talanx Reinsurance (Ireland) SE; die Talanx Asset Management GmbH, die Ampega Investment GmbH und die Talanx Immobilien Management GmbH betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. KONZERNSTRUKTUR![]() Nur die wesentlichen Beteiligungen - Main participations only Stand / As at: 31.12.2017 STRATEGIEDer Talanx-Konzern ist weltweit aktiv im Erst- und Rückversicherungsgeschäft sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum globalen Versicherungskonzern entwickelt -mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir insbesondere auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit professionellen Partnern. Im Talanx-Konzern optimieren wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass die Talanx in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügt, um Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte zu erschließen. Dadurch sichern wir unsere Unabhängigkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Investoren, Kunden, Mitarbeiter und weitere Stakeholder. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx-Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx in erster Linie auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Gesellschaften die hohe internationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine hoch entwickelte Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste professionelle Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Schlanke, effiziente und einheitliche Geschäftsprozesse, verbunden mit einer modernen und einheitlichen IT-Struktur, sowie unsere Innovations- und Digitalisierungsstrategie unterstützen die Konzernstrategie als wesentliche Erfolgsfaktoren. STRATEGISCHE ZIELE DER TALANXDie Konzernpolitik und ihre obersten strategischen Zielsetzungen setzen auf verlässliche Kontinuität, starke Finanzkraft und nachhaltiges profitables Wachstum und sind damit auf langfristige Wertsteigerung ausgerichtet. Dieses Leitmotiv ist die Basis für alle weiteren Konzernziele. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Unsere Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 65 ff., beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht", Seite 112 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. GEWINNZIELDer Talanx-Konzern setzt sich eine langfristig überdurchschnittliche Rentabilität zum Ziel. Unser Maßstab dafür ist die Eigenkapitalrendite nach IFRS. Dabei vergleichen wir uns mit den 20 größten Versicherungsunternehmen in Europa. Das Mindestziel unseres Konzerns in Bezug auf den Konzerngewinn nach Steuern und Minderheitsanteilen ist eine Eigenkapitalrendite nach IFRS, die 750 Basispunkte über dem durchschnittlichen risikofreien Zins liegt. Dieser ist definiert als der durchschnittliche Marktzins der letzten fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen. Aus diesem Gewinnziel leiten wir die Zielvorgaben ab, anhand derer wir die operativen Geschäftsbereiche steuern. Wir rechnen damit, dass die Gesamtheit der individuellen Ertragsziele in den Geschäftsbereichen mindestens der definierten Eigenkapitalzielrendite des Konzerns entspricht. Mit einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses nach IFRS bei einer Ausschüttung, die nach Möglichkeit das Vorjahresniveau nicht unterschreitet, streben wir an, eine attraktive und wettbewerbsfähige Dividende an unsere Aktionäre auszuschütten. KAPITALMANAGEMENTDas Kapitalmanagement des Talanx-Konzerns zielt auf eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur zur Stärkung der Finanzkraft der Gruppe ab. Dies geschieht durch zwei Ansätze: Einerseits optimieren wir durch den Einsatz von geeigneten Eigenkapitalsubstituten und Finanzierungsinstrumenten die Kapitalstruktur. Andererseits richten wir die Eigenmittelausstattung des Talanx-Konzerns so aus, dass sie mindes- tens den Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein "AA"-Rating genügt. Darüber hinausgehende Eigenmittel werden nur gebildet, wenn sie dadurch unser Ertragspotenzial über die Verzinsung der thesaurierten Mittel hinaus steigern, z. B. durch eine verbesserte Bereitstellung von Risikokapazität und -schutz oder durch eine höhere Unabhängigkeit von den Rückversicherungs-/ Retrozessionsmärkten. Die Allokation von Kapitalressourcen erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, jene Bereiche auszustatten, die mittelfristig den jeweils höchsten risikoadjustierten Nachsteuerertrag erwarten lassen. Dabei berücksichtigen wir die angestrebte Portfolio-Diversifizierung und das benötigte Risikokapital sowie die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. WACHSTUMSZIELIm Talanx-Konzern streben wir unter Berücksichtigung des Chancen-Risiko-Profils und eines diversifizierten Portfolios nachhaltig profitables Wachstum an. Dabei wachsen wir organisch, durch strategische und ergänzende Akquisitionen sowie durch Kooperationen. Überdurchschnittlich wachsen wollen wir vor allem in der Industrieversicherung und der Privat- und Firmenversicherung International. Der Anteil der im Ausland generierten Bruttoprämie aus der Erstversicherung (Industrie- sowie Privat- und Firmenversicherung) soll dabei langfristig zwei Drittel der gesamten Erstversicherungs-bruttoprämie betragen. Im Bereich der Industrieversicherung sind wir ein anerkannter Führungsversicherer in Europa und bauen unsere globale Präsenz aus. Den Ausbau unserer Aktivitäten in der Firmen- und Privatversicherung im Ausland konzentrieren wir vornehmlich auf Regionen Mittel- und Osteuropas einschließlich der Türkei sowie Lateinamerikas. Im deutschen Privat- und Firmenversicherungsgeschäft wollen wir eine Erhöhung der Profitabilität und fokussiertes Wachstum erzielen. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Die weitergehende Ausgestaltung dieses strategischen Rahmens im Hinblick auf Produkte, Kundengruppen, Vertriebswege und Länder bestimmten unsere einzelnen Geschäftsbereiche. UNTERNEHMENSSTEUERUNGIm Talanx-Konzern sehen wir es als unsere nachhaltig zu erfüllenden Kernaufgaben an, unsere Kunden verlässlich zu begleiten, in allen Marktphasen über ausreichend unabhängige Kapazitäten zu verfügen, neue Märkte zu erschließen und die Werthaltigkeit des Konzerns für Anteilseigner langfristig zu sichern und zu erhöhen. Gleichzeitig vergrößert sich das Anforderungsspektrum an die Versicherungskonzerne aus dem regulatorischen Umfeld sowie vonseiten der Kapitalmärkte und Ratingagenturen. Die von diesen internen und externen Einflussfaktoren bestimmte Ausgangssituation resultiert für uns in folgenden Zielen:
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: Kapital-, Performance- und Risikomanagement sowie Mergers & Acquisitions. Das dominierende strategische Ziel nachhaltiger ökonomischer Wertschaffung messen wir im Konzern mit der strategischen Steuerungsgröße Intrinsic Value Creation (IVC), die wir in einer mehrjährigen Perspektive als Fünfjahresdurchschnitt betrachten, damit Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren. Der IVC bemisst den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten (Berechnung vgl. Abb. auf der Folgeseite). Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss weitere Marktwertadjustierungen sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik, wie z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts in Nicht-Leben und Veränderung des nicht aktivierten Bestandswerts in Leben. Unter den Kapitalkosten werden in Nicht-Leben die Kosten für das aufsichtsrechtlich notwendige Risikokapital (Solvency Capital Required) sowie die Kosten für das darüber hinausschießende Excess Capital (Überschusskapital) berücksichtigt. Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen sowie einem friktionalen Kostensatz von 2 % und, bezogen auf das Solvency Capital Required, einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze gelten auf Basis eines Value at Risk von 99,5 %, der dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. Im Lebensversicherungsgeschäft betrachten wir im Rahmen der Solvency-II-Eigenmittelkalkulation den sogenannten Roll Forward als Kapitalkosten; er spiegelt die ökonomisch erwartete Bestandswertentwicklung wider. PERFORMANCE-MANAGEMENTDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Da Fehlsteuerungen sehr häufig in einer unzureichenden Umsetzung der Strategie begründet sind, legen wir besonderes Augenmerk auf die Prozessschritte für eine konsequente Ausrichtung des unternehmerischen Handelns an den strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUSSCHEMATISCHE ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC
1)
Ökonomische Anpassungen, z. B. Veränderung
des Schadenreservediskonts Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Der Fokus der Zielindikationen liegt auf den strategischen Steuerungsgrößen des Konzerns und auf konzernweiten strategischen Initiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen im Talanx-Konzern gehören Eigenkapitalrendite (ROE), Wertschaffung (IVC) und Dividende. Mit einem ebenfalls vorgegebenen Risikobudget und einer Mindest-Kapitaladäquanz werden flankierende Rahmenbedingungen für diese Steuerungsgrößen gesetzt. Damit wird durch die Zielindikationen des Holding-Vorstands das für ein jedes Planjahr geltende Anspruchsniveau des Konzerns im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau explizit definiert. Im Nachgang der Zielindikation stellt jeder Geschäftsbereich als weiteren wesentlichen Schritt der Strategieumsetzung eine strategische Programmplanung auf. Dabei werden die strategischen Ziele in Teilziele heruntergebrochen, die durch konkrete Maßnahmen und Aktionsprogramme unterlegt sind. In Dialogen zwischen Holding- und Geschäftsbereichsvorständen werden die zugelieferten strategischen Programme vor dem Hintergrund der Konzernstrategie kritisch hinterfragt. Durch die Aggregation der abgestimmten strategischen Programmplanungen der Geschäftsbereiche ergibt sich das vom Holding-Vorstand zu verabschiedende strategische Gesamtprogramm des Konzerns. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur strategischen Steuerung des Geschäfts das Instrument der Performance-Metrik; es basiert auf Indikatoren, die eine nachhaltige Zielerreichung in der Zukunft signalisieren. Neben der finanziellen Perspektive adressiert es auch zusätzliche Dimensionen, wie die Markt- und Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Mitarbeiterperspektive. Hierdurch fließen die Belange unterschiedlicher Stakeholdergruppen in die strategische Steuerung mit ein. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Performance-Metrik erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Die in der Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Segmentebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖßEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICKscroll
AusschüttungsquoteAusschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt)Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.) EBIT-MargeOperatives Ergebnis (EBIT), dividiert durch die verdienten Nettoprämien EBIT-WachstumVeränderung des operativen Ergebnisses (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr in Prozent EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto), einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-Il-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen SelbstbehaltGebuchte Nettoprämien im Verhältnis zu gebuchten Bruttoprämien (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung) Wachstum des Neugeschäftswerts (Leben)Veränderung des Neugeschäftswerts (Leben) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Vergleich zum Vorjahr in Prozent FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGAls Holdinggesellschaft betreibt die Talanx AG keine eigene produktbezogene Forschung und Entwicklung. In der Gesellschaft arbeiten wir aber laufend an der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen, die zur Erfüllung des Geschäftszwecks erforderlich sind, insbesondere im Bereich des Risikomanagements (siehe Seite 112 ff. "Risikobericht"). In unseren Geschäftsbereichen analysieren wir nachhaltige Veränderungen, z. B. zu Demografie oder Klima, sowie technische Neuerungen wie die Nanotechnologie und entwickeln auf unsere Kunden und Märkte abgestimmte Produkte und Kapitalanlagen. WIRTSCHAFTSBERICHTMÄRKTE UND WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENVOLKSWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGDas konjunkturelle Bild der Weltwirtschaft war im Jahr 2017 vor allem durch eine zunehmende Synchronisierung der Wachstumszyklen in den großen Volkswirtschaften geprägt. Ein zentraler Wachstumstreiber war dabei der Welthandel. Darüber hinaus waren eine positive Arbeitsmarktdynamik, anziehendes Investitionswachstum und eine Erholung der Rohstoffpreise wachstumstreibende Faktoren. Insgesamt beschleunigte sich sowohl in der entwickelten Welt als auch den Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum weiter gegenüber 2016. Die globale Geldpolitik blieb trotz erster Anzeichen einer graduellen Normalisierung sehr expansiv. Die Wirtschaft im Euroraum legte im zweiten und dritten Quartal jeweils um 0,7 % zu - Deutschlands BIP wies im dritten Quartal ein Wachstum von 0,7 % auf nach einem Plus von 0,9 % und 0,6 % in der ersten Jahreshälfte. Der private Konsum war der zentrale Wachstumstreiber, aber auch steigende Investitionsaktivitäten und anziehende Nettoexporte trugen zur Wachstumsbeschleunigung bei. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich fort, die Arbeitslosigkeit sank im November auf den tiefsten Stand seit 2009 (8,7 %). Das Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich entwickelte sich trotz hoher politischer und ökonomischer Unsicherheit im Kontext der Brexit-Verhandlungen mit der EU sowie der Neuwahl des britischen Unterhauses im Juni mit 0,4 % im dritten Quartal recht widerstandsfähig, auch wenn eine zunehmende Divergenz zu anderen großen Volkswirtschaften auffällig wurde. Die Arbeitslosenquote lag im September mit 4,3 % auf dem tiefsten Stand seit mehr als 40 Jahren. Nach einem erneut schwachen Start in das Jahr 2017 entwickelte sich die US-Wirtschaft im weiteren Verlauf robust. Im dritten Quartal lag die annualisierte Wachstumsrate bei 3,2 %, das stärkste Wachstum seit mehr als zwei Jahren. Auch hier war der private Konsum der zentrale Wachstumstreiber, der durch eine solide Arbeitsmarktentwicklung gestützt wurde. Investitions- und Exportwachstum waren weitere wichtige Wachstumstreiber. Das Wirtschaftswachstum in China stabilisierte sich nach Jahren der Abschwächung. Die jährliche Wachstumsrate des BIP lag 2017 durchweg leicht über dem Wachstum von 6,7 % im Jahr 2016. VERÄNDERUNG DES REALEN BRUTTOINLANDSPRODUKTSIN % GEGENÜBER VORJAHRscroll
1)
Bloomberg-Konsensprognosen, Stand 15. Januar
2018 (vorläufige Werte) Die Geldpolitik der großen Zentralbanken war auch 2017 sehr expansiv. Mit Verweis auf die verhaltene Inflationsentwicklung wollten die Zentralbanken bei den Normalisierungsbemühungen ihrer Geldpolitik sehr graduell vorgehen. Im Oktober kündigte die EZB zwar eine Halbierung der monatlichen Anleihekäufe ab Januar 2018 auf 30 Mrd. EUR an, verlängerte aber gleichzeitig erneut ihr Ankaufprogramm um mindestens neun Monate bis einschließlich September 2018. Die US-Notenbank setzte ihren Zinserhöhungszyklus mit drei Zinsschritten im Jahr 2017 fort und begann zudem mit der Reduktion ihrer Bilanz im Oktober. Im Euroraum lag die jährliche Teuerungsrate im Dezember bei 1,4 %, nach knapp 2 % im ersten Quartal. Im Vereinigten Königreich stieg die Inflationsrate vor allem aufgrund der ausgeprägten Pfund-Schwäche auf den höchsten Stand seit fünf Jahren (November 2017: 3,2 %). In den USA kletterte die jährliche Teuerung zum Jahresende auf 2,1 %. KAPITALMÄRKTEIm Jahr 2017 standen insbesondere mögliche Auswirkungen der Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung sowie politische Themen in der Eurozone an den Rentenmärkten im Vordergrund. Dazu zählten die Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und in Deutschland sowie die Wahlrechtsreform in Italien. In den USA sorgten zwischenzeitlich eher enttäuschende Wirtschaftsdaten und fehlende Umsetzung der vom US-Präsidenten angekündigten Wirtschaftspolitik für eine sehr volatile Bewegung der US-Treasury-Renditen -obwohl die Zinsen im März, Juni und Dezember weiter angehoben wurden. Der US-Dollar zeigte sich in diesem Umfeld sehr schwach und verlor im Jahresverlauf mehr als 14 % gegen den Euro. Die EZB reduzierte ihr Ankaufprogramm von monatlich 80 Mrd. EUR auf 60 Mrd. EUR. In der Folge entwickelten sich die Rentenmärkte im ersten Halbjahr sehr volatil. Insbesondere nach einer Pressekonferenz der EZB Ende Juni, die als ein Ausstieg aus der quantitativen Lockerung interpretiert wurde, kam es zu einem deutlichen Anstieg der Bund-Renditen. Sie stiegen in kurzer Zeit für den zehnjährigen Bereich von 0,25 % auf ca. 0,59 %, um dann im Folgemonat wieder auf ca. 0,3 % zu fallen. Insgesamt war die Schwankungsbreite im Jahresverlauf zwischen ca. 0,20 % und ca. 0,60 % für zehnjährige Bundesanleihen jedoch sehr niedrig. Im Oktober 2017 beschloss die EZB eine weitere Reduktion der Anleihekäufe auf monatlich 30 Mrd. EUR ab Januar 2018. RENDITEN ZEHNJÄHRIGER STAATSANLEIHEN 2017IN %![]() AAA-geratete Staatsanleihen und Covered Bonds mussten bis auf wenige Ausnahmen leichte bis deutliche Kursverluste hinnehmen. Bank- und Unternehmensanleihen zeigten aufgrund der weiteren Einengung der Risikoaufschläge noch eine positive Wertentwicklung, insbesondere in den schwächer gerateten Segmenten sowie in Nachranganleihen, High-Yield- und Emerging-Markets-Bonds. Dank eines überraschend positiven Konjunkturumfelds, unter den Erwartungen liegender Inflationsentwicklung und damit anhaltend expansiver Geldpolitik konnten die Aktienmärkte deutlich zulegen. Neben kräftigem Gewinnwachstum sorgte auch eine Bewertungsausweitung für höhere Aktienkurse. Der DAX kletterte im Gesamtjahr um 12,5 %, der s&p 500 um 19,4 % und der Nikkei um 19,1 %. Deutlich schwächer -gleichwohl positiv -entwickelte sich der EURO stoxx 50 mit 6,5 %. DEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFTSchaden/unfallversicherungIn der Schaden/Unfallversicherung konnte die deutsche Versicherungswirtschaft 2017 ein Prämienwachstum auf dem Niveau des Vorjahres verzeichnen. Im Verlauf der anhaltenden Niedrigzinsphase deutet dies auf weiterhin diszipliniertes Underwriting der Schaden/ Unfallversicherer hin. Die Bilanz der Sachversicherer für Zahlungen aufgrund der Folgen von Naturgewalten lag 2017 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Ein großer Teil der Schäden wurde allein durch die von den beiden Tiefdruckgebieten "Paul" und "Rasmund" ausgelöste Unwetterserie Ende Juni und Anfang Juli vor allem in der nördlichen Landeshälfte ausgelöst. "Rasmund" war mit 200 ml Regen auf einen Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden eines der extremsten Starkregenereignisse in Deutschland. Daneben verursachte der Sturm "Xavier" zu Beginn des vierten Quartals hohe Schäden vor allem in Norddeutschland und Berlin. LEBENSVERSICHERUNGDie Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung sind 2017 leicht zurückgegangen, allerdings in einem geringeren Maße als im Vorjahr. Dies war insbesondere auf einen Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen, wenngleich dieser weniger stark ausgeprägt war als 2016. Trotz der seit Längerem rückläufigen Zinsen gelang es der deutschen Versicherungswirtschaft auch 2017, eine Gesamtverzinsung über dem Garantiezins zu erwirtschaften. INTERNATIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEDer Talanx-Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung ist Talanx bereits ein führender Versicherer in Europa; seine Präsenz baut der Konzern in diesem Geschäftsbereich jedoch weltweit, u. a. auch in Asien, weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/UnfallversicherungDie internationale Schaden/Unfallversicherung wies für 2017 insgesamt ein leichtes Prämienwachstum aus. Sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenländern kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem leichten Anstieg des realen Wachstums. Die Schäden aus Naturkatastrophen fielen im Berichtsjahr wesentlich höher aus als 2016 und auch höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Nach den vergleichsweise geringen Katastrophenschäden im ersten Halbjahr waren die Hauptursache für die hohen versicherten Schäden und Gesamtschäden extreme Wetterereignisse in der zweiten Jahreshälfte, insbesondere eine Serie von drei Hurrikans in den USA und der Karibik. Diese Schäden in Verbindung mit einem weichen Markt und niedrigen Investmenterträgen führten für 2017 zu einer Verschlechterung der Profitabilität in der internationalen Schaden/Unfallversicherung. In den westeuropäischen Märkten kam es 2017 aufgrund des stärkeren Kfz-Geschäfts in einigen Kernländern zu einem Aufschwung des Prämienwachstums in der Schaden/Unfallversicherung. Auf den nordamerikanischen Märkten stagnierte das Beitragswachstum im Berichtsjahr, nachdem es im Vorjahr einen Rückgang gegeben hatte. In Mittel- und Osteuropa gab es eine leichte Abschwächung des Prämienwachstums gegenüber 2016. Starke Wachstumsraten in Polen und Ungarn konnten in der Gesamtbetrachtung den Prämienrückgang in Russland nicht ausgleichen. Während in Polen Tariferhöhungen in der obligatorischen Kfz-Haftpflichtversicherung als Treiber der positiven Entwicklung wirkten, resultierte der Rückgang in Russland ebenfalls aus der Kfz-Haftpflichtversicherung. Auch in der Türkei kam es zu einem Prämienrückgang, zurückzuführen auf die Einführung einer Prämiendeckelung im Kfz-Geschäft. In Lateinamerika war für die Schaden/Unfallversicherung insgesamt wieder ein leichtes Beitragswachstum zu verzeichnen, nachdem es im Vorjahr einen Rückgang gegeben hatte. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Kfz-Geschäft, dessen starkes Wachstum in Mexiko auf die hohe Zahl an Fahrzeugverkäufen und steigende Beiträge zurückzuführen war. Zu negativen Effekten für die Profitabilität der Schaden/Unfallversicherung in Mexiko insgesamt kam es allerdings durch zwei Erdbeben im dritten Quartal 2017. Für Brasilien war im Berichtsjahr eine Verlangsamung des Prämienrückgangs zu verzeichnen. Das stärkste Prämienwachstum in den Schwellenländern wurde erneut in Asien generiert, mit einer Zunahme der Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr. Einen positiven Einfluss gab es durch anhaltend hohe Infrastrukturinvestitionen in der Region, die die Prämieneinnahmen in der Schaden/Unfallversicherung gestärkt haben. In Südostasien, mit Ausnahme Malaysias, war außerdem das Kfz-Geschäft ein Wachstumstreiber. Die Schaden-Rückversicherung wies 2017 nach mehreren Jahren durchgängig positiver Ergebnisse erstmalig wieder negative versicherungstechnische Resultate aus. Diese waren primär auf die drei großen Hurrikans der Saison - "Harvey", "Irma" und "Maria" -zurückzuführen, die die USA und die Karibik getroffen haben. Daneben belasteten weitere Naturkatastrophen, wie zwei Erdbeben in Mexiko, Waldbrände in Kalifornien oder ein Zyklon in Australien die Schadenbilanz. LEBENSVERSICHERUNGTrotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch anhaltend niedrige Zinsen und sich ändernde regulatorische Rahmenbedingungen gekennzeichnet ist, sind die Prämieneinnahmen auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Treibende Kraft dafür waren die Schwellenländer, in denen das reale Prämienwachstum deutlich zunahm. In den entwickelten Versicherungsmärkten stagnierte das Prämienwachstum, was einer Verbesserung im Vergleich zu dem Rückgang des Vorjahres gleichkam. In Mittel- und Osteuropa kam es nach vier aufeinander folgenden Jahren rückläufiger Prämienentwicklung zu einem Wachstumssprung. In Polen, Ungarn und der Slowakei haben sich die Lebensversicherungsmärkte stabilisiert. Dies ist in Polen allein auf ein Comeback der fondsgebundenen Lebensversicherung zurückzuführen. Robuste Wachstumsraten waren auch in Russland und in der Türkei zu verzeichnen. In Lateinamerika ist das Prämienwachstum im Vergleich zum Jahr 2016 deutlich gesunken, was auf die rückläufige Konjunktur in wichtigen Märkten zurückgeführt werden kann. Brasilien, als größter Markt, wies auch infolge eines starken Verkaufsrückgangs des führenden Produkts in der fondsgebundenen Lebensversicherung einen spürbaren Wachstumsrückgang aus. In Mexiko waren die Beitragseinnahmen von negativen Effekten betroffen, die durch Änderungen der Rechnungslegung im Zuge der Einführung eines an Solvency II orientierten Regimes verursacht wurden. Das höchste Prämienwachstum für die Schwellenländer war in Asien zu beobachten, mit weiterhin deutlich zweistelligen Wachstumsraten, die sich aber im Vergleich zum Vorjahr verringert haben. Allein auf China entfiel mehr als die Hälfte aller Lebensversicherungsprämien in Schwellenländern. In Indonesien trug der Bancassurance-Kanal zu einem starken Wachstum bei, in Indien profitierte das Gruppengeschäft von Regierungsinitiativen zur Förderung des Abschlusses von Lebensversicherungs- und Pensionsprodukten. In der traditionellen Personen-Rückversicherung nahmen die Prämieneinnahmen leicht zu, das Wachstum war im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt. Während in den Schwellenländern ein zweistelliges Wachstum zu verzeichnen war, kam es in den entwickelten Märkten in Summe zu einem leichten Rückgang der Prämieneinnahmen. Rückgänge in Nordamerika konnten durch positive Wachstumsraten in westeuropäischen und den entwickelten asiatischen Versicherungsmärkten nicht aufgefangen werden. GESCHÄFTSENTWICKLUNGDer Talanx-Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international weiter voran: Im Geschäftsbereich Industrieversicherung wurde die erfolgreiche Balanced-Portfolio-Initiative im inländischen Industrieversicherungsgeschäft konsequent fortgesetzt und auch auf ausländische Teilportfolios übertragen. Flankierend setzt der Geschäftsbereich auf weiteres Wachstum im Geschäft mit mittelständischen Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland kommt mit seinem Strategieprogramm "KURS" gut voran und setzt einen Teil der Einsparungen ein, um sein Modernisierungs- und Digitalisierungstempo weiter zu beschleunigen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das hohe organische Wachstumstempo im ausländischen Privatkundengeschäft -angestrebt wird ein jährliches Prämienwachstum von rund 10 % bei einer kombinierten Schaden-/Kostenquote von rund 96 % bis 2020 -wesentlich dazu beitragen, den ausländischen Prämienanteil in der Erstversicherung von zuletzt knapp über der Hälfte auf langfristig rund zwei Drittel zu steigern. Das operative Ergebnis ist gekennzeichnet vom schlechten versicherungstechnischen Ergebnis, was auch das Konzernergebnis insgesamt auf 672 Mio. EUR sinken ließ. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIENIN MRD. EUR![]() OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)IN MRD. EUR![]() TALANX PLATZIERT NACHRANGANLEIHEDie Anleihe über 750 Mio. EUR wird primär an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland ausgegeben. Die Anleiheemission soll dazu beitragen, zusätzliche Wachstumschancen im sich verhärtenden Marktumfeld wahrzunehmen und dabei die Refinanzierung auf dem aktuell attraktiven Niveau langfristig sichern. DER TALANX-KONZERN MACHT SICH FIT FÜR DIE DIGITALE ZUKUNFTDie fortschreitende Digitalisierung verändert Märkte, Produkte und Kundenverhalten. Talanx treibt das Thema Digitalisierung im Konzern mit zahlreichen Initiativen konsequent voran. So kooperiert der Versicherer mit den Fintechs Startupbootcamp aus London und Plug and Play aus Kalifornien. Dank der Zusammenarbeit mit diesen beiden sogenannten Akzeleratoren hat Talanx Zugriff auf ein weltweites Netzwerk an Start-up- und weiteren Firmen, um so innovative Technologien und digitale Geschäftsideen zu identifizieren. Im eigenen Digital Lab entwickeln die Geschäftsbereiche, verzahnt mit IT und weiteren notwendigen Fachbereichen, Produkte und Lösungen. Ziel ist die Steigerung der Geschwindigkeit für die Bereitstellung von Innovationen. Bei den Talanx-Tochtergesellschaften im In- und Ausland kommen bereits zahlreiche Apps und Onlineabschlussmöglichkeiten zum Einsatz; über das Best Practice Lab der Talanx International AG findet ein länderübergreifender Austausch über erfolgversprechende Anwendungen statt. Auch die Unternehmen der Talanx Deutschland AG, einer Gesellschaft des Talanx-Konzerns, entwickeln zunehmend digitale Lösungen für ihre Kunden. So ist in Deutschland die Einführung einer neuen Telematik-App geplant. Bei der HDI Versicherung kommt in der Kfz-Versicherung ein neues Pricing-Tool zum Einsatz, das dank moderner Datenanalyse eine flexiblere und kundenorientiertere Preisgestaltung ermöglicht. Über das "HDI bAVnet" können Arbeitgeber ihre betriebliche Altersversorgung (bAV) digital und kostenfrei verwalten; bis zum Jahresende 2017 nutzten gut 480 Arbeitgeber mit mehr als 70.000 Verträgen das "HDI bAVnet" Die Schaden-App "HDI hilft" wurde im Geschäftsjahr 2017 in insgesamt rund 26.000 Fällen genutzt. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung entwickelt zudem digitale Produkte auch für kleinere und mittlere Unternehmen. TALANX AG IN NACHHALTIGKEITSINDEX FTSE4GOOD AUFGENOMMENDie Indexserie FTSE4Good des Anbieters FTSE Russell erfasst Unternehmen, die sich durch ein starkes Engagement in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance; ESG) auszeichnen. Die Talanx AG erfüllt die Kriterien des FTSE4Good Global Index und des FTSE4Good Europe Index. TALANX-GRUPPE FORCIERT NACHHALTIGKEIT IN IHREN KAPITALANLAGENSeit Anfang des Berichtsjahres analysiert die Talanx konzernweit Wertpapieranlagen auf Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Governancekriterien (Environmental, Social, Governance; ESG). Auf dieser Basis entscheidet sie über den marktschonenden Abbau von Positionen, die den Screening-Kriterien nicht entsprechen. Das ESG-Screening umfasst derzeit rund 90 % aller Konzern-Investments. Strategiekonform weitet Talanx die Investitionen in Infrastrukturanlagen, wie Windparks und Stromnetze, kontinuierlich aus. Bis Ende des Jahres 2017 hat Talanx plangemäß ihren Anlagebestand in diesem Bereich auf knapp 2 Mrd. EUR erhöht GESCHÄFTSVERLAUF KONZERN
WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLENIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Konzerns beliefen sich auf 33,1 (31,1) Mrd. EUR, sie stiegen u. a. dank der guten Entwicklung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International um 6,3 % (währungsbereinigt 7,5). Die verdienten Nettoprämien stiegen um 6,5 % auf 27,4 (25,7) Mrd. EUR, da sich der Selbstbehalt leicht auf 88,5 (87,8) % erhöhte. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis ging stark zurück, konzernweit auf -2,5 (-1,5) Mrd. EUR.; dies lag insbesondere an außergewöhnlich hohen Aufwendungen für Großschäden in den Segmenten Industrie- und Schaden-Rückversicherung durch die Naturkatastrophen im August und September 2017. Die Großschadenlast im Konzern lag mit 1.620 (883) Mio. EUR fast doppelt so hoch wie im Vorjahr und auch deutlich über dem Großschadenbudget von 1.115 Mio. EUR. In den Geschäftsbereichen Industrie- und Rückversicherung schlugen die Großschäden mit 481 bzw. 1.127 Mio. EUR zu Buche. Größter Einzelschaden war der Wirbelsturm "Irma" in den USA und der Karibik. Demzufolge stieg die kombinierte Schaden-/Kostenquote im Vergleich zum Vorjahr auf 100,4 (95,7) %. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis verbuchte einen ordentlichen Zuwachs, es stieg um 11,3 % auf 4,5 (4,0) Mrd. EUR. Dazu trug insbesondere das außerordentliche Kapitalanlageergebnis bei, das von der Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Aktienportefeuilles im Segment Schaden-Rückversicherung und im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland profitierte. Die Kapitalanlagerendite betrug 4,0 (3,6) %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis (EBIT) sank durch die außergewöhnlichen Naturkatastrophen im Vergleich zum Vorjahr und liegt bei 1,8 (2,3) Mrd. EUR. Es war beeinflusst durch die rückläufigen Ergebnisse in den Segmenten Industrieversicherung und Schaden-Rückversicherung, wiederum aufgrund der Schadenbelastung dieser Segmente. Der Anstieg des EBIT im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfallversicherung und im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International konnte dies nicht ausgleichen. Das Konzernergebnis lag bei 672 (903) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite lag mit 7,5 (10,4) % ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERNIN %scroll
1)
Die Prognose für 2017 bezieht sich auf den
abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht 2016; sie wurde im dritten
Quartal aufgrund einer hohen Großschadenbelastung auf "rund 650 Mio.
Eur" reduziert. Das im Berichtsjahr erzielte Bruttoprämienwachstum im Konzern betrug währungsbereinigt 7,5 %; es lag damit deutlich höher als der für 2017 vorgegebene Rahmen von größer 1 %. Mit 672 Mio. EUR haben wir die Prognose nicht einhalten können, ein Konzernergebnis von rund 800 Mio. EUR auszuweisen; in der Hauptsache begründet sich dies in der hohen Großschadenbelastung. Für 2017 lag die Prognose für die Konzerneigenkapitalrendite bei größer 8 %. Mit einer Eigenkapitalrendite von 7,5 % sind wir unterhalb unserer Prognose geblieben. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,40 EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 52,7 %; sie liegt damit oberhalb des Zielkorridors von 35 % bis 45 %. Die Kapitalanlagerendite liegt bei 4,0 %, unsere Prognose von mehr als 3 % haben wir damit übertroffen. ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSBEREICHE IM KONZERNDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung -, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIENIN %![]() INDUSTRIEVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" STEUERUNGSGRÖSSENIN %scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" MARKTENTWICKLUNGDas Umfeld in unserem Heimatmarkt Deutschland zeigt eine weiterhin hohe Konkurrenz im Industrieversicherungsmarkt. Während sich das Wachstum in den entwickelten Versicherungsmärkten verringerte, fiel es in den Schwellenländern deutlich stärker aus. Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten wie z. B. der EU-Austritt Großbritanniens, die neue US-Präsidentschaft sowie die verhaltene Konjunkturdynamik im Euroraum stellten ein herausforderndes Umfeld auch für Versicherungsunternehmen dar. In den Schwellenländern gewann die Konjunktur zwar wieder an Dynamik, jedoch mit uneinheitlicher regionaler Ausrichtung. Angesichts der schon hohen inländischen Marktdurchdringung wird das Wachstum vornehmlich in unseren ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften generiert. Zudem ist für die Kapitalanlagepolitik weiterhin mit einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zu rechnen. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 4,5 (4,3) Mrd. EUR und lagen über dem Vorjahresniveau. Sie stiegen um 188 Mio. EUR respektive 4,4 % (währungsbereinigt 5,2 %). Wesentliche Beitragssteigerungen konnten die ausländischen Niederlassungen der HDI Global SE insbesondere in Australien, Frankreich und Japan sowie die Tochtergesellschaft in Brasilien erzielen. Darüber hinaus trugen im Inland weiteres Neugeschäft sowie eine Portfolioübernahme in der Sparte Kraftfahrt positiv zur Beitragsentwicklung bei. Die Selbstbehaltsquote im Geschäftsbereich stieg auf 55,2 (53,4) %, was aus geringeren Abgaben an externe Rückversicherer in der Haftpflichtversicherung sowie deutlichem Wachstum in der Sparte Kraftfahrt mit hohem Selbstbehalt resultiert. Dadurch stiegen über die Bruttoentwicklung hinaus die verdienten Nettoprämien um 191 Mio. EUR auf 2,4 (2,2) Mrd. EUR. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Nettoergebnis im Geschäftsbereich lag mit -207 (73) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr. Es war durch einen außergewöhnlich hohen Aufwand aus Großschäden in Höhe von 481 (236) Mio. EUR belastet. Während sich der Großschadenaufwand aus Einzelrisiken nur leicht veränderte, stieg der Aufwand aus Naturkatastrophen aufgrund der Hurrikane "Harvey", "Irma" und "Maria" sowie des Erdbebens in Mexiko erheblich. Des Weiteren lag die Abwicklung aufgrund von Spätschäden sowie einer geringeren Entlastung durch die Rückversicherung unter dem Vorjahr. Durch diese Entwicklung stieg die Schadenquote (netto) auf 85,7 (74,9) %. Die Nettokostenquote lag mit 22,8 (21,8) % über dem Vorjahreswert, maßgeblich getrieben von höheren Projektaufwendungen sowie höheren Aufwänden bei der Altersversorgung. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich deutlich um 14,5 % auf 277 (242) Mio. EUR. Entgegen den herausfordernden Kapitalmarktbedingungen aufgrund der Niedrigzinsphase konnten die ordentlichen Kapitalerträge aus nicht festverzinslichen Anlagen gesteigert werden. Des Weiteren entfielen Wertberichtigungen insbesondere auf einen Bond der HETA Asset Resolution AG (ehemals Hypo Alpe Adria) mit rund 5 Mio. EUR, die das Vorjahresergebnis belasteten. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDas operative Ergebnis des Geschäftsbereichs liegt aufgrund des negativen Schadenverlaufs 2017 mit 109 (302) Mio. EUR unter dem Vorjahr. Die positive Entwicklung der Prämien und des Kapitalanlageergebnisses konnte die hohe Großschadenbelastung aufgrund der Naturkatastrophen nur etwas kompensieren. Das Konzernergebnis beläuft sich auf 91 (241) Mio. EUR. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscroll
Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 4,4 % (währungsbereinigt 5,2 %) über den Erwartungen für 2017. Das Wachstum im In- und Ausland kann den aus Sanierungsmaßnahmen resultierenden Abrieb im Inland vollständig kompensieren. Der Anstieg des Selbstbehalts auf 55,2 % liegt im Rahmen der Erwartungen und ist beeinflusst durch geringere Abgaben an externe Rückversicherer in der Haftpflichtversicherung sowie deutliches Wachstum in der Sparte Kraftfahrt mit hohem Selbstbehalt. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag unter der Prognose aufgrund einer hohen Großschadenbelastung sowie gestiegener Kosten. Die EBIT-Marge von 4,5 % und die Eigenkapitalrendite von 4,1 % blieben hinter den Erwartungen zurück. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG
WESENTLICHE KJENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRöSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGIN %scroll
1)
Inklusive der Sonderaufwendungen für das
Erneuerungsprogramm "KuRS" MARKTENTWICKLUNGIn der deutschen Schaden/Unfallversicherung wird insgesamt ein Wachstum von ca. 2,9 % erwartet. Dabei kommt es zu Beitragssteigerungen in allen Versicherungszweigen. Hervorzuheben ist das Wachstum in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung und in der Kraftfahrtversicherung. PRÄMIENVOLUMENBei unseren Schaden/Unfallversicherern stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen um 1,8 % auf 1,5 (1,5) Mrd. EUR. Dies ist insbesondere auf den Ausbau der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem Restschuldgeschäft zurückzuführen. Darüber hinaus konnten bei der HDI Versicherung AG Zuwächse im Firmengeschäft den Rückgang der Beitragseinnahmen im Kraftfahrtgeschäft überkompensieren, der durch die Verlagerung des Flottengeschäftes in die HDI Global SE geprägt war. Insgesamt erhöhte sich der Anteil der Schaden/Unfallversicherer am gesamten Geschäftsbereich auf 25,0 (23,8) %, bedingt durch den Beitragsrückgang in der Lebensversicherung. Die Selbstbehaltsquote reduzierte sich auf 94,6 (95,4) %. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis unseres Schaden/Unfallversicherungsgeschäfts verbesserte sich von -44 Mio. EUR auf -21 Mio. EUR. Dies resultierte aus einer insgesamt positiven Schadenentwicklung gegenüber dem Vorjahr, das durch eine Nachreserve in Betriebshaftpflicht belastet war. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote netto reduzierte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 101,6 %. Bereinigt um die Investitionen im Rahmen unseres Modernisierungsprogramms lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote netto bei 98,6 % (99,9 %). KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs erhöhte sich um 4,6 % auf 91 (87) Mio. EUR. Der Anstieg resultierte aus einem gestiegenen Abgangsergebnis, das die aufgrund niedrigerer Wiederanlagekonditionen geringeren ordentlichen Kapitalanlageerträge übertreffen konnte. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis des Sachversicherungsgeschäfts wurde im Wesentlichen bestimmt durch geringere investive Aufwände unseres Modernisierungsprogramms und eine positive Schadenentwicklung. Das EBIT stieg entsprechend auf 52 (-2) Mio. EUR. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 3,7 (-0,2) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscroll
1)
Inklusive der Sonderaufwendungen für das
Erneuerungsprogramm "KuRS" Die Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall lagen aufgrund von Zuwächsen im Firmengeschäft und in der Arbeitslosigkeitsversicherung über dem prognostizierten Wert. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote lag -bedingt durch ein verbessertes Abwicklungsergebnis -mit 101,6 % über den Erwartungen. Infolgedessen erhöhte sich die EBIT-Marge auf 3,7 % und lag damit ebenfalls über dem prognostizierten Wert. LEBENSVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
1)
Dreijahresvergleich aufgrund neuer Produktstruktur
nicht möglich STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGIN %scroll
MARKTENTWICKLUNGIn der Lebensversicherung wird für das laufende Geschäftsjahr von einem geringen Beitragsrückgang von etwa 0,2 % ausgegangen. Es wird von einem Rückgang der laufenden Beiträge um 0,1 % und der Einmalbeiträge um 0,3 % ausgegangen. PRÄMIENVOLUMEN UND NEUGESCHÄFTDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland lagen in der Lebensversicherung -einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen -mit 4,6 (4,8) Mrd. EUR um 4,4 % unter dem Vorjahr. Hierbei waren ein erwartungsgemäßer Rückgang der laufenden Beiträge um 114 Mio. EUR aufgrund erhöhter Abläufe und ein Rückgang der Einmalbeiträge um 98 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Selbstbehaltsquote des Geschäftsbereichs reduzierte sich leicht auf 95,2 (95,4) %. Unter Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge fielen die verdienten Nettoprämien mit 3,4 (3,5) Mrd. EUR entsprechend geringer aus. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten -gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, ape) -verringerte sich aufgrund der Umstellung hin zu kapitaleffizienten und Risikoprodukten sowie eines geringeren Einmalbeitragsgeschäftes um 7,7 % auf 385 (417) Mio. EUR. Der Anteil der kapitaleffizienten Produkte, gemessen nach der Beitragssumme im Neugeschäft, erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 71 %. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDas versicherungstechnische Ergebnis verringerte sich auf -1,9 (-1,7) Mrd. EUR. Insgesamt wird das versicherungstechnische Ergebnis u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Zur Finanzierung der Zinszusatzreserve in Höhe von 3,1 (2,3) Mrd. EUR nach HGB waren im Jahr 2017 deutlich höhere Realisierungen von Bewertungsreserven erforderlich, die zu einem Anstieg des Kapitalanlageergebnisses und infolgedessen zu einer höheren Dotierung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung führten. Dieser Effekt belastete das nach IFRS für das Segment Leben wenig aussagekräftige versicherungstechnische Ergebnis. KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um 11,4 % auf 2,0 (1,8) Mrd. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge reduzierten sich dabei aufgrund einer geringeren Wiederanlageverzinsung um 3,7 % von 1.513 Mio. EUR auf 1.457 Mio. EUR. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis stieg um 56,9 % auf 673 (429) Mio. EUR; es wird durch höhere Realisierungen von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve bestimmt. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ist weiterhin wesentlich geprägt durch das niedrige Zinsniveau. Trotz dieser Belastung konnte ein EBIT von 85 (92) Mio. EUR erzielt werden. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGIN %scroll
Im Segment Lebensversicherung gingen die Bruttoprämieneinnahmen im Jahr 2017 aufgrund des geringeren Einmalbeitragsgeschäfts und erhöhter Vertragsabläufe um 4,4 % und damit stärker als prognostiziert zurück. Die EBIT-Marge lag im prognostizierten Wertebereich. GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTIN %scroll
Der Geschäftsbereich konnte sein Konzernergebnis im Berichtsjahr signifikant auf 102 (68) Mio. EUR steigern. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 4,1 (2,7) %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTIN %scroll
Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen erhöhte sich das Konzernergebnis auf 102 (68) Mio. EUR, sodass eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 4,1 % unsere Prognose übertroffen hat. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" STEUERUNGSPROGNOSENIN %scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx-Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. In der Region Lateinamerika hat sich der Geschäftsbereich verstärkt: Mit Unterzeichnung des Aktienkaufvertrags per 27. Juni 2017 hat die Talanx International AG durch ihre spanische Tochtergesellschaft Saint Honore Iberia SLU die Generali Colombia Seguros Generales S. A. und deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compania de Seguros S. A., jeweils mit Sitz in Kolumbien, gekauft. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der kolumbianischen Aufsichtsbehörde. Nach Vollzug wird der Konzern jeweils mehr als 90 % der Unternehmensanteile halten. MARKTENTWICKLUNGIn den beiden Regionen des Geschäftsbereichs war die Entwicklung der Versicherungsmärkte 2017 sowohl von politischer als auch von wirtschaftlicher Volatilität beeinflusst. Neben geänderten politischen Rahmenbedingungen mit ihren Auswirkungen auf Gesetzgebung und Regulierung sind hier insbesondere gestiegene Öl- und Rohstoffpreise sowie Schwankungen der Kapitalmärkte und Währungen mit ihren Auswirkungen auf die Märkte der Schwellenländer zu nennen. In Brasilien, wo der Geschäftsbereich hauptsächlich im Bereich der Kraftfahrtversicherung tätig ist, konnte nach zwei Jahren der Rezession im zweiten Quartal 2017 erstmals wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum verzeichnet werden. Außerdem war ein rückläufiger Trend bei der Kraftfahrzeugdiebstahlshäufigkeit im zweiten Halbjahr 2017 zu beobachten. Darüber hinaus bewirkte der Rückgang der Inflation weniger steigende Schadenaufwendungen. Zwar sanken die Neuwagenverkaufszahlen im Geschäftsjahr weiter, jedoch blieb die Kraftfahrtversicherung der Haupttreiber für das Wachstum der Sachversicherung in Brasilien. Dies galt ebenso für Mexiko. Bei anhaltendem Wirtschaftswachstum beeinflusst dort die hohe Inflationsrate jedoch die Versicherungsbranche durch steigende Schadenkosten negativ. Chile verzeichnete ein weiterhin schwaches Wirtschaftswachstum bei moderatem Anstieg des Sachversicherungsmarktes. Der polnische Markt verzeichnete im Vorjahr signifikante Prämiensteigerungen, die sowohl von gestiegenen Durchschnittsprämien als auch dem Anstieg versicherter Risiken im Bereich der Kraftfahrtversicherung getrieben wurde. Das starke Wachstum des türkischen Sachversicherungsmarktes in der jüngeren Vergangenheit hat sich im November Jahr 2017 auf 11 % abgeschwächt. Wesentlicher Grund hierfür war die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung mit einer neu eingeführten Prämienobergrenze und der Einführung eines Versicherungspools für besonders risikobehaftete Versicherungsnehmer, die im April 2017 in Kraft getreten sind. Positiv hingegen wirkten sich hohe Kapitalanlageerträge von bis zu 14 % auf die Ergebnisse der türkischen Versicherer aus. PRÄMIENVOLUMENDie gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 um 11,0 % auf 5,5 (4,9) Mrd. EUR. Währungsbereinigt erhöhten sich die Bruttoprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 10,5 %. Das Prämienvolumen konnte in der Berichtsperiode in beiden Regionen gesteigert werden. In der Region Lateinamerika erhöhten sich die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,7 % auf 1,7 Mrd. EUR. Währungsbereinigt betrug der Anstieg 8,5 %, was im Wesentlichen auf die mexikanische HDI Seguros S. A. zurückzuführen war. Das Prämienvolumen der Gesellschaft konnte insbesondere in der Kraftfahrtversicherung und über den Bankenvertrieb gesteigert werden, was sowohl aus einer gestiegenen Anzahl versicherter Fahrzeuge als auch aus höheren Durchschnittsprämien resultierte. Positive Auswirkungen auf die gebuchten Bruttoprämien der Region Lateinamerika hatte auch Chile, wo das Prämienvolumen ebenfalls in der Kraftfahrtversicherung sowie über einen neuen Bankvertriebskanal gesteigert werden konnte. 53 % des in der Region erzielten Prämienvolumens entfielen auf die brasilianische HDI Seguros S. A. Die gebuchten Bruttoprämien der Gesellschaft konnten vor allem im Zuge von kontinuierlichen Preiserhöhungen in der Kraftfahrtversicherung unter der Berücksichtigung von Währungseffekten um 9,9 % auf 887 Mio. EUR gesteigert werden, währungsbereinigt betrug der Anstieg 3,4 %. In der Region Europa war ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 11,4 % auf 3,8 Mrd. EUR zu verzeichnen, vor allem getrieben durch das Prämienwachstum um 26,9 % auf 1,2 Mrd. EUR beim polnischen Sachversicherer TUiR warta S. A. Der polnische Kraftfahrtversicherungsmarkt befindet sich seit dem zweiten Halbjahr 2016 im Zyklus des "harten" Marktes, was zu einem Anstieg der Durchschnittsprämien in der Kraftfahrthaftpflichtversicherung führte. Des Weiteren war die positive Entwicklung auf die Zunahme der versicherten Fahrzeuge auf 4,9 (im Vorjahr 4,0) Mio. Stück zurückzuführen. Bei der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. betrug der Anstieg der gebuchten Bruttoprämien 10,2 %, was im Wesentlichen aus der erstmaligen Berücksichtigung der Lebensversicherungsprämien der per 30. Juni 2016 akquirierten italienischen CBA Vita S. p. A. mit vollen zwölf Monaten resultierte. Hierdurch konnte die insgesamt rückläufige Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts aus anderen Bankvertriebskanälen mehr als kompensiert werden. Währungsbereinigt betrug das Wachstum des Prämienvolumens in Europa 11,6 %. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISDie kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften verbesserte sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 um 1,2 Prozentpunkte auf 95,3 %. Die Kostenquote des Geschäftsbereichs lag mit 29,2 % um 1,9 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres (31,1 %). Dies resultierte aus dem Rückgang sowohl der Abschlusskostenquote als auch der Verwaltungskostenquote (um 0,7 Prozentpunkte auf 5,6 %) aufgrund von Kostenoptimierungen vor allem bei der polnischen TUiR warta s. a. sowie der brasilianischen HDI Seguros S. A. Die Schadenquote stieg demgegenüber um 0,8 Prozentpunkte, unter anderem belastet durch die Naturkatastrophen des ersten Quartals in Chile sowie Hagelschäden im dritten Quartal in der Türkei. Insgesamt lag das versicherungstechnische Ergebnis des Geschäftsbereiches mit 55 Mio. EUR deutlich über Vorjahresniveau (10 Mio. Eur). KAPITALANLAGEERGEBNISIm Geschäftsjahr 2017 wurde im Geschäftsbereich mit 329 Mio. EUR ein gegenüber der Vergleichsperiode um 3,1 % höheres Kapitalanlageergebnis erzielt. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs erhöhte sich um 1,5 %, im Wesentlichen getrieben durch die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt höheren Kapitalanlagebestände. Der Berichtszeitraum war zudem positiv beeinflusst von einem gestiegenen außerordentlichen Kapitalanlageergebnis in Italien. Aufgrund der gestiegenen Bestände und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus reduzierte sich die durchschnittliche Rendite der selbst verwalteten Kapitalanlagen um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KONZERNERGEBNISDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2017 mit 240 Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,7 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Während die Region Europa mit einem gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 25,5 % auf 187 (149) Mio. EUR gestiegenen EBIT zum operativen Ergebnis des Geschäftsbereichs beitrug, wurden 73 (77) Mio. EUR des EBIT in der Region Lateinamerika generiert. Der Rückgang des EBIT in Lateinamerika resultiert vor allem aus dem geringeren Kapitalanlageergebnis der brasilianischen HDI Seguros S. A. aufgrund gesunkener Zinsen sowie der Naturkatastrophen in Chile. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 11,3 % auf 138 (124) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich entsprechend gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozentpunkte auf 6,7 %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscroll
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2017 ein Bruttoprämienwachstum von 10,5 % (währungsbereinigt) und konnte damit den im letztjährigen Prognosebericht veröffentlichten Wert von rund 10 % leicht übertreffen. Ursächlich hierfür war vor allem das Prämienwachstum der polnischen TUiR warta s. a. Das Wachstum des Neugeschäftswertes (Leben) gegenüber dem Vorjahr resultierte vor allem aus der positiven Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen entwickelte sich besser als die Prognose von 96 %, was auf die gesunkene Kostenquote zurückzuführen war. Sowohl die EBIT-Marge mit 5,2 % als auch die Eigenkapitalrendite mit 6,7 % erreichten die prognostizierten Werte. WEITERE KENNZAHLENGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTENIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONENIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" RÜCKVERSICHERUNGSCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGDas Marktumfeld in der weltweiten Schaden-Rückversicherung zeigte sich im Geschäftsjahr insgesamt wenig verändert zur Vergleichsperiode. Da im Vorjahr marktverändernde Großschäden ausgeblieben waren, hielt der intensive Wettbewerb an. Die Rückversicherungskapazität überstieg die Nachfrage deutlich, und die zusätzlichen Kapazitäten sorgten für einen anhaltenden Druck auf die Preise und Konditionen. Gleichwohl konnte in einigen Regionen eine höhere Nachfrage beobachtet werden. Mit den Ergebnissen der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2017 -bei der 64 % des Portefeuilles im Segment Schaden-Rückversicherung neu verhandelt wurden -waren wir insgesamt zufrieden. Trotz herausfordernder Vertragserneuerungen profitierten wir von unserer Kundennähe und der Fähigkeit, bedarfsgerechte Rückversicherungslösungen anbieten zu können. Eine deutlich erhöhte Nachfrage von Kundenseite ergab sich in Bezug auf solvenzentlastende Rückversicherungslösungen. Attraktive Möglichkeiten, das Portefeuille auszubauen, boten sich zudem in Nordamerika -hier vor allem in Kanada -, wie auch im Kredit- und Kautionsgeschäft und im Bereich der Cyber-Deckungen. Allerdings haben wir in Anbetracht eigener Profitabilitätsanforderungen auch in dieser Erneuerungsrunde nicht alle Verträge verlängert. Dennoch konnten wir das Prämienvolumen in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar erhöhen. Mit den unterjährigen Vertragserneuerungen waren wir ebenfalls zufrieden; auch hier haben wir beispielsweise in Nordamerika und im Kredit-Kautionsgeschäft unser Prämienvolumen weiter erhöht. PRÄMIENENTWICKLUNGVor diesem Hintergrund stiegen die Bruttoprämien im Berichtsjahr um 16,4 % auf 10,7 (9,2) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 18,7 % betragen. Mit diesem Wert liegen wir über unseren Erwartungen. Der Selbstbehalt stieg leicht auf 89,7 (88,5) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 14,7 % auf 9,2 (8,0) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 17,0 % betragen. ERGEBNISENTWICKLUNGAnders als in den Vorjahren lag die Großschadenbelastung 2017 deutlich oberhalb des Budgets. Nachdem das erste Halbjahr großschadenseitig sehr ruhig verlief, war die zweite Jahreshälfte durch schwere Naturkatastrophenereignisse gekennzeichnet; darunter waren alleine drei schwere Wirbelstürme im dritten Quartal. Nach Hurrikan "Harvey", der in Texas und angrenzenden Staaten schwere Zerstörungen hinterließ, folgte "Irma" mit Verwüstungen in Florida und auf den karibischen Inseln. Hurrikan "Maria" richtete insbesondere auf Puerto Rico große Schäden an. Allein aus diesen drei Ereignissen ergab sich für uns eine Nettoschadenbelastung von 749 Mio. EUR. Die beiden verheerenden Erdbeben in Mexiko im September schlugen zusammen mit 49 Mio. EUR zu Buche. Auch die Waldbrände in Kalifornien führten für uns mit 101 Mio. EUR zu erheblichen Schäden. Diese und weitere Ereignisse summierten sich zu einer gesamten Großschadenbelastung von 1.127 Mio. EUR. Damit wurde nicht nur das Großschadenbudget von 825 Mio. EUR deutlich überschritten, es war auch das Jahr mit der höchsten Belastung aus Großschäden. Angesichts der hohen Schadenbelastungen reduzierte sich das versicherungstechnische Ergebnis auf 1 (481) Mio. EUR; inklusive Depotzinsen von 18 (24) Mio. EUR beträgt es 19 (505) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote für das Berichtsjahr verschlechterte sich von 93,7 % auf 99,8 % und liegt damit über unserem angestrebten Zielwert von 96 %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALANLAGEERGEBNISSehr erfreulich entwickelte sich hingegen das Kapitalanlageergebnis für das Segment Schaden-Rückversicherung. Angesichts höherer ordentlicher Kapitalanlageerträge und angesichts der außerordentlichen Erträge aus der Veräußerung unseres Portefeuilles an börsennotierten Aktien stieg das Ergebnis aus selbst verwalteten Anlagen um 34,6 % auf 1.217 (904) Mio. EUR. Aufgrund der hohen Großschadenbelastungen ging das operative Ergebnis (EBIT) auf 1.141 (1.371) Mio. EUR zurück. Folglich reduzierte sich die EBIT-Marge von 17,2 % auf 12,5 %. Unseren Zielwert von mindestens 10 % haben wir jedoch damit erreicht. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
Vor diesem Hintergrund stiegen die Bruttoprämien auf 10,7 Mrd. EUR an. Bei konstanten Währungskursen hätte das Wachstum 18,7 % betragen. Damit liegt es deutlich über unseren Erwartungen. Die Netto-Großschadenbelastung betrug insgesamt 1.127 Mio. EUR; in der Vergleichsperiode waren es 627 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/ Kostenquote lag daher mit 99,8 (93,7) % erwartungsgemäß über unserem Zielwert von höchstens 96 %. Nach einem herausfordernden Jahr sind wir mit dem Ergebnis im Segment Schaden-Rückversicherung sehr zufrieden. Das operative Ergebnis (EBIT) zum 31. Dezember 2017 erreichte dank des positiven Kapitalanlageergebnisses einen Wert von 1,141 Mio. EUR. Die EBIT-Marge lag mit 12,5 % über dem Zielwert von mindestens 10 %. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden" STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
GESCHÄFTSENTWICKLUNGDie zahlreichen positiven Geschäftsentwicklungen in unserem internationalen Personen-Rückversicherungsportefeuille wurden im abgelaufenen Berichtsjahr begleitet von einzelnen Geschäftsteilen, die hinter unseren Erwartungen zurückblieben. Im Wesentlichen waren dies Teile des 2009 übernommenen Us-Mortalitätsbestandsgeschäfts. Um dieser Geschäftsentwicklung zukünftig entgegenzuwirken, stehen wir im Dialog mit unseren Kunden, um miteinander eine für beide Seiten tragbare Lösung zu erreichen. In diesem Zusammenhang steht auch der Rückzug eines Rückversicherungsvertrages, der das Ergebnis um etwa 45 Mio. EUR reduziert. Die Ablösung erfolgte gezielt, da wir mit dieser einmaligen Bilanzbelastung potenzielle deutlich höhere ökonomische Verluste in der Zukunft vermeiden. Zu den positiven Entwicklungen des Berichtsjahres gehört, dass unsere neu gegründete Kompositniederlassung in Indien im Februar ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Das Personen-Rückversicherungsgeschäft hat sich trotz hoher regulatorischer Anforderungen und Compliance-Vorgaben positiv entwickelt. Es wurden bereits viele neue Kunden akquiriert, und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. In unserem Heimatmarkt Deutschland beschäftigten die Versicherer zunehmend die von Solvency II vorgeschriebenen Kapitalbedeckungs- und Solvabilitätsquoten. Zur Erfüllung der geforderten Quoten stellen Rückversicherungsdeckungen eine mögliche Lösung dar. Diese sind zum einen äußerst flexibel in der Struktur und zum anderen kostengünstiger als eine eventuell notwendige Kapitalmaßnahme. Als zuverlässiger Partner haben wir unseren Kunden mit unserer Expertise beratend zur Seite gestanden. Drängender als Solvency-Il-Themen war jedoch nach wie vor der Bedarf an Finanzierungslösungen für die Zinszusatzreserve. Mögliche Deckungen zur Solvenzentlastung wurden daher nur mit nachrangiger Priorität behandelt. Neben diesen Entwicklungen war die Nachfrage nach Pflegeversicherungs- und Langlebigkeitsrückversicherungslösungen international unverändert groß. Gerade im kapitalintensiven Langlebigkeitsgeschäft war zu spüren, dass der Bedarf der Erstversicherer nach Entlastung wächst. Neben risikoorientierten (Rück-)Versicherungsthemen haben wir uns zunehmend mit dem Themenfeld Digitalisierung beschäftigt. Insbesondere die Insurtech-Branche hat im abgelaufenen Berichtsjahr einen enormen Entwicklungsschub erfahren. Hierbei handelt es sich vielfach um kleine Start-up-Unternehmen, die auf Kooperationen mit erfahrenen und kapitalstarken Partnern angewiesen sind. Für uns als Rückversicherer entstehen bei Kooperationen dieser Art Vorteile dadurch, dass meist der direkte und unkomplizierte Kunden- bzw. Endkonsumentenkontakt im Fokus steht. Durch diese Art von Partnerschaften können wir unseren Kunden optimal dabei helfen, insbesondere die Generation anzusprechen, die zum einen technikaffin ist und für die zum anderen eine gesunde Lebensweise einen hohen Stellenwert besitzt. Über klassische Vertriebswege der Lebensversicherungsindustrie sind diese Gruppen nahezu nicht mehr erreichbar, und entsprechend aktiv beteiligen wir uns an den Entwicklungen in diesem Bereich. PRÄMIENENTWICKLUNGIm Segment Personen-Rückversicherung summierten sich die gesamten Bruttoprämieneinnahmen für das Berichtsjahr auf 7,1 (7,1) Mrd. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 1,0 %; währungskursbereinigt gab es einen leichten Anstieg von 1,4 %. Der Selbstbehalt lag bei 91,7 (90,4) %. Die verdienten Nettoprämien stiegen um 0,7 % auf 6,5 (6,4) Mrd. EUR; währungskursbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 3,0 %. OPERATIVES ERGEBNIS UND KAPITALANLAGEERGEBNISDas Kapitalanlageergebnis im Segment Personen-Rückversicherung hat sich angesichts des unverändert niedrigen Zinsniveaus erwartungsgemäß reduziert und belief sich auf 560 (637) Mio. EUR. Dabei entfielen auf unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen 343 (330) Mio. EUR und auf die bei unseren Zedenten hinterlegten Depots 217 (307) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) des Personen-Rückversicherungsgeschäfts erreichte einen Wert von 229 (330) Mio. EUR. Dieser Rückgang von 30,6 % ist zu großen Teilen auf die schlechter als erwartet ausgefallene Entwicklung des US-Mortalitätsbestandsgeschäfts sowie auf den genannten Einmaleffekt zurückzuführen. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT Der FüR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGROSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
Der Geschäftsverlauf im Segment Personen-Rückversicherung war sowohl durch positive als auch negative Entwicklungen beeinflusst. Überaus erfreulich zeigte sich unser Financial-Solutions-Geschäft, das einen nochmals gestiegenen Ergebnisbeitrag lieferte. Weniger zufrieden waren wir mit der Entwicklung unseres US-Mortalitätsgeschäfts, insbesondere des im Jahr 2009 übernommenen Geschäfts, das weiterhin eine oberhalb der Erwartungen liegende Sterblichkeit aufwies. Hier reichen die Rückversicherungsprämien zweifelsfrei nicht aus, um die zukünftig erwarteten Schäden, insbesondere für Versicherungsnehmer im hohen Alter, zu decken. Auf der Basis einer detaillierten Analyse des Geschäftes sind wir daher intensiv damit befasst, vertraglich vereinbarte Optionen in der Form auszuüben, die Rückversicherungsraten für dieses Altgeschäft auf ein auskömmliches Maß anzuheben. Die dadurch erwarteten zukünftigen zusätzlichen Prämieneinnahmen sind bei der Bewertung des Geschäftes bereits berücksichtigt worden. Die Bruttoprämieneinnahmen im Segment Personen-Rückversicherung sind geringfügig um 1,0 % gesunken und liegen mit 7,1 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau. Währungskursbereinigt hätte es ein leichtes Wachstum von 1,4 % gegeben. Der Zielwert für den Neugeschäftswert ohne Anteile beherrschender Gesellschafter von 110 Mio. EUR wurde mit 183 Mio. EUR erneut deutlich übertroffen. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich angesichts der dargestellten Situation im US-Mortalitätsgeschäft sowie des Einmaleffekts auf 229 Mio. EUR. Für die EBIT-Margen innerhalb der einzelnen Reportingkategorien ergaben sich die folgenden Ergebnisse: Für das Mortality- und Morbidity-Geschäft haben wir den Zielwert von 6 % mit 0,0 % deutlich unterschritten. Mit einer EBIT-Marge von 2,1 % erzielte das Longevity-Geschäft das anvisierte Ziel von 2 %. Für das Financial-Solutions-Geschäft betrug die EBIT-Marge 25,4 % und übertraf damit deutlich den gesetzten Zielwert von mindestens 2 %. GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung sank auf 480 (595) Mio. EUR; auch die Eigenkapitalrendite fiel um 3,1 Prozentpunkte auf 11,3 %. VERGLEICH DER TATSÄCHLICHEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG MIT DER FÜR 2017 ABGEGEBENEN PROGNOSESTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung betrug im Berichtsjahr 480 Mio. EUR, was einen Rückgang um 19,3 % bedeutet. Die Eigenkapitalrendite für den Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt blieb im Rahmen der Prognose. KONZERNFUNKTIONEN
Talanx hat als Lead-Investor eine Gruppe institutioneller Investoren erfolgreich bei der Zeichnung einer Anleihe zur Finanzierung eines Offshore-Windparks koordiniert. Das Volumen der Projektanleihe für Borkum Riffgrund 2 beträgt 832 Mio. EUR und umfasst eine zweistellige Anzahl von Investoren aus sechs Ländern. Damit wird der 50-prozentige Anteil von Global Infrastructure Partners (GIP) mit einem Transaktionswert in Höhe von 1.170 Mio. EUR am Windpark des dänischen Energieversorgers 0rsted (ehemals dong Energy) finanziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt circa zehn Jahre. Nach der erfolgreichen Finanzierung des Offshore-Windparks Gode Wind 1 aus dem Jahr 2015 ist dies die zweite erfolgreiche großvolumige Transaktion unter der Führung von Talanx. Die Talanx AG platzierte eine Nachranganleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die Anleihe wurde primär an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland ausgegeben. Die auf Euro lautende Anleihe ist mit einem fixen Kupon von 2,25 % ausgestattet und am 5. Dezember 2027 erstmals rückzahlbar. Die Anleiheemission soll dazu beitragen, zusätzliche Wachstumschancen im sich verhärtenden Marktumfeld wahrzunehmen, und dabei die Refinanzierung auf dem aktuell attraktiven Niveau langfristig sichern. RÜCKVERSICHERUNGSSPEZIALISTEN IM KONZERNIm Segment Konzernfunktionen weisen wir seit 2013 versicherungstechnisches Geschäft aus, das über unsere irische Tochtergesellschaft gezeichnet wird. Seit 16. Mai 2017 firmiert diese unter dem Namen Talanx Reinsurance (Ireland) SE (bisher: Talanx Reinsurance (Ireland) Public Limited Company). Mit dieser gruppeninternen Rückversicherung streben wir eine Erhöhung des Selbstbehalts sowie eine Optimierung der Kapitalauslastung an. Das von Talanx Re (Ireland) gezeichnete konzerninterne Geschäft wird teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet, um Diversifikationsvorteile im jeweiligen Segment zu nutzen. Im Segment Konzernfunktionen weisen wir darüber hinaus jenes Geschäft aus, das zusätzliche segmentübergreifende Diversifikationsvorteile beinhaltet. Im Berichtsjahr betrugen die gebuchten Bruttoprämien aus diesem Geschäft 29 (25) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Aus diesem Geschäft wies die Talanx Re (Ireland) für das Segment Konzernfunktionen ein operatives Ergebnis von -6 (-8) Mio. EUR aus. KAPITALANLAGESPEZIALISTEN IM KONZERNDie Talanx Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Ampega Investment GmbH und Talanx Immobilien Management GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns liegen mit 107,9 (107,2) Mrd. EUR um 0,7 % über dem Vorjahresniveau. Der Beitrag der Gesellschaften in Summe zum operativen Ergebnis im Segment betrug im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 48 (78) Mio. EUR. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfolio-Management und die Administration von Kapitalanlagen für konzernexterne Kunden. Die Mittelzuflüsse der Investmentbranche erreichten im Jahr 2017 fast das Rekordniveau des Jahres 2015. Die positive Entwicklung der globalen Aktienmärkte und die aufgrund des niedrigen Zinsniveaus fehlenden Anlagealternativen bewirkten, dass sich die deutschen Privatanleger im Jahr 2017 wieder verstärkt den Publikumsfonds zuwandten. In diesem freundlichen Marktumfeld verzeichnete die Ampega Investment GmbH ebenfalls eine gute Entwicklung der Mittelzuflüsse, wobei das Gesamtabsatzergebnis durch einen bedeutenden Vertriebserfolg im Bereich institutionelle Drittkunden zusätzlich positiv beeinflusst wurde. Der Gesellschaft gelang es, die Administration von Fondsbaskets in Höhe von ca. 900 Mio. EUR zu übernehmen. Das Gesamtvolumen des von Ampega verwalteten Vermögens stieg im Geschäftsjahr 2017 um 13,4 % auf 24,5 (21,6) Mrd. EUR. Davon wurde in etwa die Hälfte -nämlich 11,6 (10,7) Mrd. EUR -im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 7,2 (5,7) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 5,7 (5,3) Mrd. EUR auf das Privatkundengeschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte, wie die fondsgebundene Lebensversicherung, angeboten als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. OPERATIVES ERGEBNISDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen reduzierte sich im Geschäftsjahr 2017 auf -12 (20) Mio. EUR, insbesondere aufgrund des Verkaufs des 25,1-prozentigen Anteils an der C-QUADRAT Investment AG im Vorjahr. Die Talanx Asset Management GmbH hatte 2016 ihren 25,1-prozentigen Anteil am Asset-Manager C-QUADRAT Investment AG an die Cubic Limited verkauft. Durch die Veräußerung der Aktien war im Geschäftsjahr 2016 ein IFRS-Gewinn nach Steuern von rund 26 Mio. EUR entstanden. Das im Geschäftsjahr 2017 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment reduzierte sich auf -141 (-134) Mio. EUR. Dies resultiert insbesondere aus einer Abschreibung steuerlicher Verlustvorträge in Höhe von -41 Mio. EUR sowie einem um -23 Mio. EUR höheren Steueraufwand für Vorjahre. Das Jahr 2016 war geprägt von einem IFRS-Gewinn nach Steuern von rund 26 Mio. EUR durch die Veräußerung des Anteils an der C-QUADRAT Investment AG sowie einer außerordentlichen Abschreibung auf aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen in Höhe von -81 Mio. EUR. VERMÖGENS- UND FINANZLAGEVERMÖGENSLAGE
VERMÖGENSSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUMIN MIO. EURscroll
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN DER VERMÖGENSSTRUKTURDie Erhöhung unserer Bilanzsumme um 1,8 Mrd. EUR auf 158,4 Mrd. EUR ist vor allem auf den Zuwachs der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (+0,6 Mrd. Eur) sowie der laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand (+0,5 Mrd. Eur) zurückzuführen. Die in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen Vermögenswerte von 2,0 (1,9) Mrd. EUR entfallen einerseits mit 937 (903) Mio. EUR auf sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich pvfp), andererseits sind aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte mit 1.058 (1.039) Mio. EUR enthalten. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden im Konzern zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEILIN MIO. EURscroll
Korrespondierend mit dem Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 0,6 Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag die Vermögenswerte der aspecta Assurance International Luxembourg S. A., Luxemburg, Luxemburg, sowie die Anteile an und Darlehensforderungen gegenüber dem assoziierten Unternehmen INDAQUA Indústria e Gestã o de Águas S. A., Matosinhos, Portugal, in Höhe von insgesamt 418 (15) Mio. EUR aus. Im Vorjahr wurden in dieser Position ausschließlich Immobilien ausgewiesen. Nähere Erläuterungen der einzelnen Vorgänge siehe Konzernanhang "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen". KAPITALANLAGEMANAGEMENT UND -ZIELEDas abgelaufene Geschäftsjahr war weiterhin geprägt durch ein Niedrigzinsumfeld und eine äußerst expansive Geldpolitik der EZB. Der Leitzins im Euroraum lag unverändert bei 0,0 %. Das Anleihekaufprogramm der EZB wurde auch 2017 fortgeführt. Das Ankaufsvolumen wurde allerdings von monatlich 80 auf 60 Mrd. EUR reduziert. Im Oktober beschloss die EZB eine weitere Reduktion für 2018. Vor dem Hintergrund dieser Entscheidungen verlief die Zinsentwicklung volatil. Ende Juni kam es zu einem kurzzeitigen Anstieg der Zinsen. Die zehnjährigen Bundesanleihen stiegen dabei auf ca. 0,59 %. Zum Jahresende lagen die Zinsen wieder bei ca. 0,48 %. Die Zweijährigen stiegen im Jahresverlauf auf ca. -0,63 % und die Fünfjährigen lagen bei -0,17 % und verblieben weiterhin im negativen Bereich. Neben den Zinseffekten wirkte sich die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Kurs lag am 31. Dezember 2016 bei 1,05 USD je EUR. Im Geschäftsjahresverlauf verlor der USD ca. 14 % gegenüber dem EUR und lag zum Jahresende bei 1,20 USD je EUR. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 19,9 (21,9) Mrd. EUR und entsprach 18 (20) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und wohlfunktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer ständigen Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Diverse bestehende Instrumente zur Risikomessung und -steuerung wurden an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. 76 (76) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen, deren risikoreduzierende Wirkung sich auch in der Krise des Euroraums bewährt hat. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Assetklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb weiterhin die wichtigste Anlageklasse. KAPITALANLAGEENTWICKLUNGZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGENIN MIO. EUR![]() Der gesamte Kapitalanlagebestand lag zum Ende des Geschäftsjahres 2017 nahezu konstant bei 118,7 (118,9) Mrd. EUR. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg um 0,7 % auf 107,9 Mrd. EUR. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist vorrangig durch die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Der Bestand an Investmentverträgen lag konstant bei 1,1 Mrd. EUR und weist im Vergleich zum Jahresbeginn keine wesentlichen Bestandsänderungen auf. Die Depotforderungen reduzierten sich im Berichtsjahr um 0,9 Mio. EUR auf 9,7 Mio. EUR. Vorrangig ist dieser Rückgang auf das Segment Personen-Rückversicherung zurückzuführen. Auch 2017 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 2,7 (2,7) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGENIN %![]() ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSENIN MIO. EURscroll
1)
Derivate nur mit positiven Marktwerten FESTVERZINSLICHE WERTPAPIEREDer Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) stieg im Geschäftsjahr 2017 um 0,6 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 96,7 (96,1) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 82 (81) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere", deren Volatilität sich im Eigenkapital niederschlägt, sind weiter angestiegen (+1,3 Mrd. Eur) und betragen 66,7 (65,4) Mrd. EUR. Ihr Anteil am Gesamtbestand des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere ist 69 (68) %. Dabei wurde hauptsächlich in Pfandbriefen und Unternehmensanleihen investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven -sind aufgrund des angestiegenen Zinsniveaus für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2016 von 3,8 Mrd. EUR auf 3,3 Mrd. EUR gesunken. In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Den wesentlichen Bestand stellen weiterhin Pfandbriefe dar. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 28,9 (29,4) Mrd. EUR und stellt damit 30 (31) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) verringerten sich auf 4,3 (4,9) Mrd. EUR. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2017 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 39,0 (39,0) Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von 40 (40) % am Gesamtbetrag der festverzinslichen Wertpapiere und Darlehen. RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN %![]() Der Talanx-Konzern verfolgt eine konservative Anlagepolitik. So besitzen 76 (76) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A-investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 4,7 (4,4) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,4 (4,1) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. AKTIEN UND AKTIENFONDSIm Laufe des Geschäftsjahres wurde der Aktienbestand reduziert und liegt bei rund 1,1 (2,0) Mrd. EUR. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 1,0 (1,7) %. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") reduzierten sich im Wesentlichen durch den Aktienabbau um 96 Mio. EUR und betragen nunmehr 155 Mio. EUR. IMMOBILIEN INKLUSIVE ANTEILE AN IMMOBILIENFONDSDurch anhaltende Niedrigzinsen, eine florierende Wirtschaft und starke Vermietungsmärkte konnte der deutsche Investmentmarkt ein neues Allzeithoch erreichen und gleichzeitig setzte sich die Renditekompression weiter fort. Attraktive Renditen finden Investoren noch beim Ankauf von Projektentwicklungen bzw. Forward Deals. Die Umbrüche im Einzelhandel sorgen für längere Verkaufsprozesse bei Handelsimmobilien, aber auch für starke Nachfrage von Nutzern und Investoren im Logistiksegment. Bei großvolumigen Transaktionen bilden ausländische Käufer die stärkste Investorengruppe. Weiterhin gefragt sind innerstädtische Geschäftshäuser, Fachmarktzentren und Wohnimmobilien. Auf den Büromärkten kam es zu neuen Vermietungsrekorden, obwohl die Flächennachfrage aufgrund des Nachfrageüberhangs nicht erfüllt werden konnte. Starke Nachfrage wurde von Business-Centern und Co-Working-Anbietern verzeichnet. Sinkendes Neubauvolumen und hohe Flächenabsorption sorgen in den Big-7-Standorten für die niedrigste Leerstandsquote der letzten 15 Jahre. Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremd genutzten Immobilien 2,8 (2,5) Mrd. EUR. Hinzu kommen 841 (830) Mio. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremd genutzten Immobilienbestand in Höhe von 52 (45) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 16 (2) Mio. EUR an und sind auf zwei Objekte der Hannover Rück-Gruppe in den USA zurückzuführen. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 21 (5) Mio. EUR. Diesen Abschreibungen standen Zuschreibungen von 2 (10) Mio. EUR gegenüber. Die Immobilienquote einschließlich der Investments in Immobilienfonds beträgt unverändert 3 %. INFRASTRUKTURINVESTMENTSZum Jahresende 2017 war Talanx insgesamt mit einem Volumen von rund 1,9 (1,5) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten engagiert. Das Portfolio umfasst sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalinvestitionen in Windparks, Stromnetzen, Solarparks und Public-Private-Partnership-Projekten (ppp) in Deutschland und dem europäischen Ausland. Der Struktur der bereits im Jahr 2015 umgesetzten Transaktion "Gode Wind 1" folgend hat die Talanx auch im Jahr 2017 wiederum als Lead-Investor eine Gruppe institutioneller Investoren und Banken erfolgreich bei der Zeichnung einer Anleihe zur Finanzierung eines Offshore-Windparks koordiniert. Das Volumen der Projektanleihe für "Borkum Riffgrund 2" beträgt 832 Mio. EUR und umfasst eine zweistellige Anzahl von Investoren aus sechs Ländern. Damit wird der 50-prozentige Anteil von Global Infrastructure Partners (gip) mit einem Transaktionswert in Höhe von 1.170 Mio. EUR am Windpark des dänischen Energieversorgers 0rsted (ehemals dong Energy) finanziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt rund zehn Jahre. Nach der erfolgreichen Finanzierung des Offshore-Windparks "Gode Wind 1" aus dem Jahr 2015 ist dies die zweite erfolgreiche großvolumige Transaktion unter der Führung von Talanx. KAPITALANLAGEERGEBNISENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSESIN MIO. EURscroll
Das Kapitalanlageergebnis des Berichtsjahres betrug 4.478 (4.023) Mio. EUR und liegt trotz des Niedrigzinsumfeldes über dem Vorjahresniveau. Die annualisierte Kapitalanlagerendite des selbst verwalteten Kapitalanlagebestandes stieg auf 4,0 (3,6) %. Die Entwicklung ist neben den gestiegenen Erträgen aus Private Equity und Immobilien auf das gestiegene Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen zurückzuführen. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge betrugen zum Jahresende 3.398 (3.302) Mio. EUR und liegen somit um 96 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Der Anstieg kam im Wesentlichen aus den Bereichen Immobilien und Private Equity. Das niedrige Kapitalmarktzinsniveau führte zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 3,0 %, dieser ist damit unter den Vorjahreswert von 3,2 % zurückgegangen. Die hierin enthaltenen laufenden Erträge aus Zinsen lagen bei 2,7 (2,7) Mrd. EUR und bilden weiterhin den wesentlichen Bestandteil des Ergebnisses. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr insgesamt über dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 1.245 (770) Mio. EUR. Die positiven Realisate resultieren vor allem aus der regelmäßigen Portfolio-Umschichtung in allen Segmenten und zusätzlich aus der Anforderung zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (HGB) der Lebensversicherungen und Pensionskassen. Zudem haben wir im Hannover Rück-Konzern zum Ende des dritten Quartals in Reaktion auf die Sturmereignisse in den USA und der Karibik sowie der Erdbeben in Mexiko unseren Bestand an nicht strategischen börsengelisteten Aktien und Aktienfonds liquidiert. Damit haben wir sowohl die günstige Marktlage genutzt als auch unsere allgemeine Risikoposition reduziert und Kapital freigesetzt für potenzielle Reallokationen von Risiken. Im Vergleich zum Vorjahr waren per saldo höhere Abschreibungen erforderlich. Diese betragen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen insgesamt 198 (167) Mio. EUR. Davon entfielen 68 (47) Mio. EUR auf Immobilien und 21 (5) auf Immobilienfonds. Auf den Bereich der Aktien entfielen 11 (63) Mio. EUR, auf die festverzinslichen Wertpapiere 33 (13) Mio. EUR und auf technische Anlagen der Infrastrukturinvestments planmäßige Abschreibungen in Höhe von 32 (25) Mio. EUR. Diesen Abschreibungen standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Zuschreibungen in Höhe von 3 (14) Mio. EUR entgegen. Darin enthalten sind 2 (10) Mio. EUR für Immobilien und 1 (4) Mio. EUR für festverzinsliche Wertpapiere. Das unrealisierte Ergebnis verbesserte sich per saldo von 51 Mio. EUR auf 64 Mio. EUR. Darin enthalten ist unter anderem das unrealisierte Ergebnis aus ModCo-Derivaten im Segment Personen-Rückversicherung in Höhe von 4 (1) Mio. EUR. Das Ergebnis aus Depotzinserträgen und -aufwendungen belief sich auf 219 (314) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". KAPITALANLAGEERGEBNIS NACH KONZERNSEGMENTEN1)IN MIO. EUR![]()
1)
Nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen
zwischen den Segmenten WÄHRUNGSEINFLÜSSEAufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx-Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 18 (20) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe 7 (7) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: KAPITALANLAGENIN %![]() FINANZLAGEANALYSE DER KAPITALSTRUKTUR
KAPITALSTRUKTUR IM MEHRJAHRESZEITRAUMIN MIO. EURscroll
WESENTUCHE ENTWICKLUNGEN DER KAPITALSTRUKTURInsgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 1,6 % bzw. 1,6 Mrd. EUR auf 104,5 (102,9) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel mit 0,6 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und mit jeweils 0,4 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge bzw. Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Personen-Rückversicherung, Industrieversicherung sowie Privat- und Firmenversicherung International (jeweils 0,2 Mrd. EUR). Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 88,9 (87,3) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 13,0 (14,9) Mrd. EUR. AUßERBILANZIELLE GESCHÄFTEDie bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen" erläutert. ASSET-LIABILITY-MANAGEMENTDie Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 112. Die sogenannte Macaulay-Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 8,1 (8,0). Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht -wie oben geschildert -auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Modified Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 11,2 im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,6 relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Talanx Asset Management GmbH wird die aktivische Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". KAPITALMANAGEMENTKAPITALMANAGEMENTPROZESSDas Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Wir unterscheiden folgende Kapitalbegriffe: Basic Own Funds oder besser Basiseigenmittel und Solvency Capital Required. Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz und unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) um offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern und beinhalten Hybridkapital und Surplus Funds. Die Schadenreserven der Solvenzbilanz berücksichtigen nach Solvency II einen Schadenreservediskont und eine Risikomarge. Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts aufsichtsrechtlich notwendig ist. Es berechnet sich gemäß Solvency II mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird auf Basis des genehmigten partiellen internen Kapitalmodells berechnet. Auf Konzern- bzw. Gesellschaftsebene kommen das genehmigte interne Modell bzw. das Standardmodell zum Tragen. Auf der Ebene des Konzerns haben wir für die regulatorische SCR-Quote einen Zielkorridor zwischen 150 % und 200 % definiert. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required (ökonomische Solvabilitätskapitalanforderung) zeigt darüber hinaus die ökonomische Kapitaladäquanz an. Für den Talanx-Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock), bezogen auf die ökonomische Kapitaladäquanz, ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %). Das generelle Ziel des Kapitalmanagements im Talanx-Konzern -eine optimierte risikoadäquate Kapitalstruktur der Gruppe -ist explizit in der Strategie festgeschrieben (Seite 24 f.). Außer nach der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio der Talanx. Hierdurch werden Investitionen, auch unter dem Gedanken der Diversifikation, in präferierte Wachstumsmärkte/Geschäftssegmente kanalisiert. Somit besteht eine zentrale Aufgabe des Kapitalmanagements darin, das Kapital zu identifizieren, das über das benötigte Risikokapital auf dem definierten Sicherheitsniveau hinausgeht -oder es im gegenläufigen Fall unterschreitet. Das SCR als Differenz aus Value at Risk -er definiert den geschätzten maximalen Verlust, der innerhalb einer gegebenen Haltedauer mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird - und dem Erwartungswert der Prognoseverteilung dient hierbei als Risikomaßzahl. Falls eine Über- oder Unterkapitalisierung besteht, wird sie in einem nächsten Schritt durch geeignete Korrekturmaßnahmen behoben oder zumindest abgemildert. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig hinreichender Kapitaladäquanz und unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Dies setzen wir zum Beispiel mit einer eigenen Konzern-Rückversicherungseinheit in Irland um. Durch die konzerninterne Abgabe von Versicherungsrisiken kann der Konzern seinen Kapitalbedarf optimieren, während die konzerneigene Rückversicherung ihr Kapital durch Diversifikation optimal auslasten kann. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital, sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Kapitalverzinsung für die Aktionäre entsprechend der Talanx-Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Unternehmensebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. Mit der Konzernsteuerungsfunktion Kapitalmanagement sind wir somit in der Lage,
EIGENKAPITALEIGENKAPITALQUOTE UND EIGENKAPITALRENDITEDie Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTEIN MIO. EURscroll
ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITEIN MIO. EURscroll
1)
Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter am Eigenkapital Hinsichtlich der Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht, Kapitel "Wirtschaftsbericht". ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALSIn der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 402 Mio. EUR -dies entspricht einem Rückgang von 2,7 % -auf 14.246 (14.648) Mio. EUR verringert. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 8.835 (9.038) Mio. EUR. Die deutliche Verringerung der nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2016 um 533 Mio. EUR auf 186 Mio. EUR (-74,1 %) sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 341 (329) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums wurden durch das Periodenergebnis, das in Höhe von 672 (903) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde, nicht vollständig aufgefangen, sodass sich der Konzernanteil um 203 Mio. EUR (-2,2 %) leicht verringerte. Der Rückgang der übrigen Rücklagen (-533 Mio. Eur) ist insbesondere durch die negative Entwicklung der stillen Reserven aus Kapitalanlagen (-436 Mio. EUR bzw. -13,3 %) sowie des kumulierten Ergebnisses aus Währungsumrechnung um -458 Mio. EUR (-248,9 %) begründet, die durch die positive Entwicklung der Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (+405 Mio. Eur) nur teilweise kompensiert werden konnte. Während die nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen, korrespondierend zum angestiegenen Zinsniveau für lange Laufzeiten seit dem Jahresende 2016, von 3.278 Mio. EUR auf 2.842 Mio. EUR zurückgingen, hat die Währungskursentwicklung -insbesondere die Abwertung des US-Dollar und des brasilianischen Real gegenüber dem Euro -das kumulierte Ergebnis aus der Währungsumrechnung zu einem Verlust in Höhe von 274 Mio. EUR transformiert (im Jahr 2016 Gewinn in Höhe von 184 Mio. EUR). Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital verringerten sich um 199 Mio. EUR -dies entspricht -3,5 % -auf 5,4 Mrd. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenüberschuss beläuft sich auf 598 (661) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 364 (350) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE EINSCHLIEßLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERIN MIO. EURscroll
1)
Das Eigenkapital der Geschäftsbereiche ist
definiert als Residualgröße aus Geschäftsbereichsaktiva und -passiva Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.136 (1.173) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR, eine Nachranganleihe in Höhe von 750 (0) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 80 (94) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. ENTWICKLUNG DER NICHT BILANZIERTEN BEWERTUNGSRESERVENIn der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 4.3 (4.9) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremd genutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten". EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVENIN MRD. EURscroll
LIQUIDITÄT UND FINANZIERUNGDie liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx-Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx-Konzerns weiter erhöht. Zum 31. Dezember 2017 bestehen über die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien über einen Gesamtnominalbetrag von 500 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag sind diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h., wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen". Darüber hinaus hat die Talanx AG im vierten Quartal eine Nachranganleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR platziert. Die auf Euro lautende Anleihe hat eine Laufzeit bis 2047 und ist am 5. Dezember 2027 erstmals rückzahlbar. Weiterführende Anmerkungen siehe Abschnitt "Analyse Fremdkapital" in diesem Kapitel. Zudem besteht mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung, wonach der Konzern die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel: "Sonstige Angaben", Anmerkung "Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen". Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiken". ANALYSE FREMDKAPITALMit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALSIN MIO. EURscroll
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" und 26 "Begebene Anleihen und Darlehen". ANALYSE DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGFür den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSESIN MIO. EURscroll
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit, der auch erhaltene Zahlungen aus den Kapitalerträgen enthält, ist im Jahresvergleich von 4.260 Mio. EUR auf 5.006 Mio. EUR angestiegen. Bei der Ermittlung wird das Jahresergebnis von 1.270 (1.564) Mio. EUR im Wesentlichen um die Erhöhung der "Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen" um 2,5 Mrd. EUR sowie um die Reduzierung aus der "Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten" um 1,7 Mrd. EUR und die Verminderung der "Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen und Sachanlagen" um 0,5 Mrd. EUR korrigiert. Die Mittelabflüsse der Investitionstätigkeit beliefen sich in der Berichtsperiode insgesamt auf 4.205 (3.132) Mio. EUR und lagen damit um 1.073 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Dieser Effekt resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der übrigen Kapitalanlagen (vor allem kurzfristige Geldanlagen) um -1.696 Mio. EUR auf -869 Mio. EUR, die im letzten Jahr noch mit +827 Mio. EUR im Mittelfluss aus Investitionstätigkeit berücksichtigt wurden. Hierbei entfällt ein Großteil der Veränderung mit -1,2 Mrd. EUR auf das Segment Schaden-Rückversicherung. Auch bei den Immobilien übersteigen die Mittelabflüsse für Neuinvestitionen die Mittelzuflüsse aus dem Verkauf. Per saldo betrug der Mittelabfluss durch Verkäufe und Neuinvestitionen von Grundbesitz (einschließlich Immobilienobjektgesellschaften) 451 (307) Mio. EUR. Darüber hinaus stiegen die Mittelabflüsse aus der Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen um 314 Mio. EUR. Gegenläufig hierzu wirkte eine deutliche Erhöhung der Zuflüsse aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Kapitalanlagen; per saldo betrug der Mittelabfluss aus dem Kauf sowie dem Verkauf und Endfälligkeiten von Kapitalanlagen 1.912 (3.142) Mio. EUR und liegt somit um 1.230 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr. Ein Großteil der Veränderung entfällt mit +1,3 Mrd. EUR auf das Segment Schaden-Rückversicherung. Beim Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit stiegen die Dividendenzahlungen im Berichtsjahr um 26 Mio. EUR auf 705 (679) Mio. EUR. Die "Veränderung aus sonstigen Finanzierungstätigkeiten" (547 [-120] Mio. Eur) im Berichtsjahr ergab sich maßgeblich durch die Ausgabe einer Nachranganleihe in Höhe von 750 Mio. EUR sowie gegenläufig dazu durch Mittelabflüsse aus gezahlten Zinsen in Höhe von 151 (154) Mio. EUR. Für weitere Erläuterungen siehe auch Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" und Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen". Im Saldo verringerte sich der Kapitalabfluss aus Finanzierungstätigkeit verglichen mit dem Vorjahr um 642 auf -157 (-799) Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, insgesamt um 570 Mio. EUR auf 3,2 Mrd. EUR erhöht. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die Veränderungen aus den Kapitalflüssen (+644 Mio. EUR) im Berichtsjahr RATINGS DER GRUPPEVon den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (s&p) und A. M. Best haben der Talanx-Konzern und seine Gesellschaften im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell unterscheidet man zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating), das primär die Fähigkeit beurteilt, den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachzukommen, und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating, das Investoren ein Urteil über die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft liefert. FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNEscroll
1)
Bezeichnung bei a. m. Best: "HDI V. a. G.,
the ultimate mutual parent company of Talanx ag, and various subsidiaries" Das s&P-Rating des Teilkonzerns Hannover Rück und der Talanx Primary Insurance Group blieb -ebenso wie jeweils der stabile Ausblick -unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte s&p ihm ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte s&p das Rating der Hannover Rück, die mit aa- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Hier ragte bei den Teilergebnissen insbesondere das Geschäfts- als auch das Finanzrisikoprofil heraus. Besonders erfreulich ist die Einstufung des Risikomanagements, welches für den Erstversicherungsbereich mit "strong" und für die Hannover Rück mit "very strong" beurteilt wird. Die s&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Bei A. M. Best sind die gerateten Erstversicherungsgesellschaften im Talanx-Konzern mit einem Finanzstärkerating von A (Excellent) mit stabilem Ausblick bewertet. Die finanzielle Stabilität der Hannover Rück wird mit A+ (Superior) bei einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete die unverändert sehr gute Ratingvergabe für die beiden Teilkonzerne mit der guten Ertragssituation, der ausgezeichneten Kapitalisierung und der sehr guten Risikomanagementkultur. Bei A. M. Best hat sich die Rating-Methodologie dahingehend geändert, dass die Ratingvergabe von Tochtergesellschaften nunmehr -vergleichbar zu dem Vorgehen von s&p -ebenfalls in einem Gruppen- bzw. Konzernkontext erfolgt. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG, detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)scroll
Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen als gut bewertet. s&p hat im Berichtsjahr das Emittentenrating der Talanx AG mit A-bei stabilem Ausblick bestätigt; dies entspricht der drittbesten Kategorie auf der s&P-Ratingskala. Bei A. M. Best wird das Emittentenrating (Issuer Credit Rating) mit a-, stable, bewertet, was ebenfalls der drittbesten Kategorie auf der Emittentenratingskala entspricht. Verglichen mit den Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften schneidet die Talanx AG etwas schlechter ab; dies ist auf den üblichen "Holdingabschlag" zurückzuführen. Demzufolge erhalten Gesellschaften, die ausschließlich als Holding fungieren und kein operatives Versicherungsgeschäft betreiben, gemäß den allgemeinen Analysekriterien der Ratingagenturen eine Abstufung gegenüber dem Finanzstärkerating einer vergleichbaren Versicherungsgesellschaft. Das Emittentenrating der Hannover Rück SE wurde von A. M. Best auf aa angehoben. Begründet wurde dies ebenfalls mit der geänderten Rating-Methodologie, gemäß derer sich die Kapitalisierung der Hannover Rück nochmals verbessert hat. Des Weiteren existieren diverse Ratings für die von Konzernunternehmen emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten (Emissionsratings). Sie sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" im Konzernanhang aufgeführt. TALANX AG (KURZFASSUNG NACH HGB)Ergänzend zur Berichterstattung über den Talanx-Konzern erläutern wir in diesem Abschnitt die Entwicklung der Talanx AG. Die Talanx AG ist die Obergesellschaft des Talanx-Konzerns. Sie übt die Funktion der Finanz- und Management-Holding des Konzerns aus, der weltweit mit eigenen Gesellschaften, Niederlassungen und Kooperationen aktiv ist. Die Gesellschaften des Talanx-Konzerns sind überwiegend in der Erst- und Rückversicherung, aber auch -vor allem im Inland -in der Kapitalanlage tätig. Der Jahresabschluss der Talanx AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt im Gegensatz zum Konzernabschluss, der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (ifrs) steht, wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2017 anzuwenden sind. Die Talanx AG leistet als börsennotiertes Unternehmen die Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der Gesellschaft. Eine wesentliche operative Steuerungsgröße für die Talanx AG ist daher der Jahresüberschuss nach HGB. VERMÖGENSLAGEBILANZSTRUKTUR - AKTIVAIN MIO. EUR![]() BILANZSTRUKTUR - PASSIVAIN MIO. EUR![]() Das Bilanzbild der Talanx AG wird -wie in den Vorjahren -weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 8,1 % auf 9.135 (8.454) Mio. EUR. Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen verblieb mit 7.415 (7.419) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen erhöhten sich um 30,5 % auf 214 (164) Mio. EUR. Dies resultiert aus einem Darlehen an die Talanx International AG zur Finanzierung der Akquisition der kolumbianischen Gesellschaft Generali Colombia Seguros Generales S. A. und deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compania de Seguros S. A. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen blieben mit 455 (458) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich um 347,8 % auf 815 (182) Mio. EUR, insbesondere durch die Platzierung einer Nachranganleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die übrigen Aktiva blieben mit 235 (231) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am Euribor, zuzüglich eines Aufschlags. Die Nominalwerte der Kreditlinien betrugen zum Stichtag jeweils 250 Mio. EUR, sodass insgesamt 500 (500) Mio. EUR ungenutzt waren. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2016 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.239 (5.437) Mio. EUR. Der Rückgang um 198 Mio. EUR resultiert vollständig aus dem Bilanzgewinn. Die Verbindlichkeiten betragen 2.903 (2.049) Mio. EUR und beinhalten als wesentliche Positionen 1.065 (963) Mio. EUR Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie 1.815 (1.065) Mio. EUR Verbindlichkeiten aus Anleihen. Die wesentliche Ursache für die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren höhere Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführungsverträgen gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von 204 (0) Mio. EUR. Gegenläufig reduzierten sich konzerninterne Darlehen. Die wesentliche Ursache für die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Anleihen war die Platzierung einer Nachranganleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die Anleihe wurde primär an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland ausgegeben. Die auf Euro lautende Anleihe ist mit einem fixen Kupon von 2,25 Prozent ausgestattet und am 5. Dezember 2027 erstmals rückzahlbar. Die Anleiheemission soll dazu beitragen, zusätzliche Wachstumschancen im sich verhärtenden Marktumfeld wahrzunehmen, und dabei die Refinanzierung auf dem aktuell attraktiven Niveau langfristig sichern. Der Anstieg der sonstigen Passiva um 2,6 % auf 993 (968) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Pensionsrückstellungen auf 794 (758) Mio. EUR, während sich die Steuerrückstellungen um 14,9 % auf 80 (94) Mio. EUR reduzierten. FINANZLAGEDie Liquidität, die zur Bedienung der laufenden Zahlungsverpflichtungen erforderlich ist, wird durch eine laufende Liquiditätsplanung gewährleistet. Diese Planung wird durch das Rechnungswesen vorgenommen, mindestens einmal monatlich. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine auch an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie stellen wir sicher, dass die Talanx AG jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Finanzmittel fließen der Talanx AG vor allem durch Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, durch Beteiligungserträge und Zinserträge aus Ausleihungen zu. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden regelmäßig mit dem Konzerncontrolling die erwarteten Liquiditätsströme aus Ergebnisabführungen im Rahmen der laufend aktualisierten Planungsrechnungen abgestimmt. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen aufbringen. Aufgrund ihrer Holdingeigenschaft können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Bei der Auswahl der Kreditgeber hat die Gesellschaft bereits in der Vergangenheit stets auf ihre langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke geachtet. Der laufenden Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber, die zentral von der Talanx Asset Management GmbH wahrgenommen wird, wird eine hohe Relevanz beigemessen. ERTRAGSLAGEGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB)IN MIO. EURscroll
Wir erläutern die Entwicklung des Geschäftsergebnisses in einer zusammenfassenden Darstellung, die der Holdingfunktion unserer Gesellschaft gerecht wird. Die Talanx AG stellt ihren Jahresabschluss in Euro auf. Da in den vereinnahmten Ergebnissen der Tochtergesellschaften auch Beteiligungserträge in ausländischen Währungen enthalten sind, ist ihr Ergebnis mittelbar von Währungsschwankungen beeinflusst: Ein schwächerer Euro führt tendenziell zu einem höheren Beteiligungsergebnis. Auch eine Zinsänderung kann das Ergebnis der Talanx AG beeinflussen. Das Beteiligungsergebnis und die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich im Geschäftsjahr auf 328 (645) Mio. EUR. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einem geringeren Ergebnisbeitrag der HDI Global SE von -204 (68) Mio. EUR insbesondere aufgrund hoher Großschadenbelastungen. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf -97 (-104) Mio. EUR. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen reduzierten sich auf 115 (120) Mio. EUR, insbesondere durch entfallende Zinsen auf Steuerverbindlichkeiten sowie geringere Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge erhöhten sich auf 8 (5) Mio. EUR, unter anderem aus höheren Zinsen auf Steuerguthaben sowie höheren Erträgen aus der Verzinsung von Ergebnisabführungsverträgen. Die Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen blieben mit 10 (10) Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Abschreibungen reduzierten sich auf 109 (133) Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist insbesondere eine geringere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Im Jahr 2016 führten die Neuregelungen des § 253 Absatz 2 HGB hinsichtlich der Ermittlung des Bewertungszinssatzes zu einer Minderung der Altersvorsorgerückstellungen. Diese wurde gegen noch ausstehende BilMoG-Unterschiedsbeträge nach Artikel 67 Absatz 1 Satz 1 EGHGB verrechnet. Im Berichtsjahr fiel ein Steuerertrag in Höhe von 21 (11) Mio. EUR an, der -wie im Vorjahr -insbesondere aus der Anpassung steuerlicher Rückstellungen für Vorjahre resultiert. Der Jahresüberschuss sank gegenüber dem Vorjahr auf 143 (419) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 484 (406) Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 627 (825) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Dividende je Aktie und Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden. ZIELGRÖSSEN GEMÄSS §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTGHinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. VERGÜTUNGSBERICHTDas Vergütungssystem der Talanx AG entspricht dem im Talanx-Konzernbericht ausführlich dargestellten Vergütungssystem für den Talanx-Konzern. Die dort im Vergütungsbericht dargestellten Beträge geben die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr aus der Tätigkeit für den Talanx-Konzern wieder. Die dargestellten Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx-Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. RISIKOBERICHTAls Holding eines Konzerns, der Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risikoquellen wie die Geschäftsentwicklung des Talanx-Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTDa die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2018 erwarten wir für die Talanx AG eine deutliche Erhöhung des Jahresüberschusses, u. a. aufgrund des 2017 enthaltenen negativen Ergebnisbeitrags der HDI Global SE aufgrund hoher Großschadenbelastungen. BERICHT ÜBER BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMENIn dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGEDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahres vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als weiter herausfordernd. Die Bruttoprämien stiegen zwar, jedoch lagen das EBIT und das Konzerneigenkapital unter den Werten des Vorjahres. Das Konzernergebnis war u. a. von Großschäden durch außergewöhnlich starke Naturkatastrophen im Geschäftsbereich Industrieversicherung und im Segment Schaden-Rückversicherung beeinträchtigt und lag deutlich unter der Prognose. Bis auf den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland, dessen Bruttoprämien leicht fielen, verbuchten alle Geschäftsbereiche einen Zuwachs der Bruttoprämien. Dass das operative Ergebnis im Konzern dennoch um einen zweistelligen Prozentbereich sank, ist insbesondere auf ein deutlich geringeres EBIT in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung und Rückversicherung zurückzuführen. Hinzu kommt, dass der prognostizierte Wert für die kombinierte Schaden-/Kostenquote wegen der hohen Schadenlast -vor allem in den Segmenten Industrieversicherung und Schaden-Rückversicherung -ebenfalls nicht eingehalten werden konnte. Die Konzerneigenkapitalrendite blieb leicht unterhalb unserer Prognose. In den Geschäftsbereichen war dieses Bild uneinheitlich: Die Industrieversicherung unterschritt ihren prognostizierten Wert, während die übrigen Geschäftsbereiche die Prognose einhielten bzw. darüber lagen. Die Finanzkraft ist hoch und die Solvabilitätsquote weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Ein zentralbankpolitisch motiviertes, weiter andauerndes Niedrigzinsumfeld bleibt eine Herausforderung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten. Weltweite geopolitische Veränderungen können darüber hinaus die Gesellschaften des Talanx-Konzerns beeinflussen. WEITERE BERICHTE UND ERKLÄRUNGENNICHTFINANZIELLE KONZERNERKLÄRUNG1)EINLEITUNGNachhaltigkeit bedeutet für den Talanx-Konzern, die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten und seiner Menschen anzuerkennen. Die gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit, insbesondere der Klimawandel und die demografische Entwicklung, sind für uns täglich spürbar. Sie beeinflussen z. B. unser Kerngeschäft als Erst- und Rückversicherer und den gesamten Arbeitsmarkt auf vielerlei Weise. Indem wir ökologische und gesellschaftliche Themen in Management und Governance unseres Unternehmens integrieren, tragen wir dazu bei, den Planeten als lebenswerten Raum für heutige und nachfolgende Generationen zu erhalten und den Erfolg des Unternehmens in der Zukunft zu sichern. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor verschreiben wir uns daher einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung. Wir handeln vorausschauend, um unser Leistungsversprechen auch in Zukunft erfüllen zu können. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde gemäß dem Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (csr-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) nach den in §§ 315b Absatz 1 in Verbindung mit 315c bzw. 289c HGB geforderten Angaben erstellt. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde in Anlehnung an die GRI Standards der Global Reporting Initiative erstellt. Der Talanx-Konzern hat ausschließlich finanzielle Steuerungsgrößen bzw. finanzielle bedeutsamste Leistungsindikatoren festgelegt. Aus diesem Grund sind keine nichtfinanziellen Leistungsindikatoren gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 5 HGB vorhanden, die für die Geschäftstätigkeit des Talanx-Konzerns von Bedeutung sind. Über Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden informieren wir in unserem Risikobericht ab Seite 112 ff. Umfangreiche Informationen zu den Kapitalanlagen finden sich im Wirtschaftsbericht, Abschnitt Vermögens- und Finanzlage. Darüber hinaus besteht kein Zusammenhang zwischen den im Jahresabschluss des Talanx-Konzerns ausgewiesenen Beträgen gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 6 HGB und den nichtfinanziellen Belangen. Aufgrund der vielfältigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen im dezentral aufgestellten Talanx-Konzern werden insbesondere zu den Ergebnissen lediglich ausgewählte Beispiele benannt. Gemäß § 315b Absatz 1 Satz 3 HGB wird zu einzelnen Aspekten auch auf an anderer Stelle im Konzernlagebericht enthaltene nichtfinanzielle Angaben verwiesen. Sofern nicht anders ausgewiesen, beziehen sich alle Angaben auf den Talanx-Konzern. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde vom Aufsichtsrat auf Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit geprüft. Die HDI Global SE ist nach § 315b Absatz 2 und § 289b Absatz 2 HGB von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts um eine nichtfinanzielle Erklärung befreit, da sie in der vorliegenden nichtfinanziellen Konzernerklärung einbezogen ist. Dies betrifft ebenfalls die Towarzystwo Ubezpieczen i Reasekuracji warta s. a., die sich infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung durch den Verweis auf die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung von der Pflicht, eine eigene nichtfinanzielle Erklärung abzugeben, befreit. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene nichtfinanzielle Erklärung in ihrem Konzernlagebericht. BESCHREIBUNG DES GESCHÄFTSMODELLSDer Talanx-Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Eine detaillierte Beschreibung des Geschäftsmodells finden Sie im Abschnitt "Geschäftsmodell" auf Seite 20 des Konzernlageberichts. NACHHALTIGKEITSSTRATEGIEUnsere Nachhaltigkeitsstrategie wurde aus der Dachstrategie des Konzerns abgeleitet und mit seinem Leitbild und seinen Werten verknüpft. Sie besteht aus konkreten Handlungsfeldern sowie Zielen und Maßnahmen und dient dazu, unsere Geschäftstätigkeit -in Anlehnung an die zehn Prinzipien des UN Global Compact -mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Einklang zu bringen. Weiterhin bauen unsere Nachhaltigkeitsstrategie und unser Nachhaltigkeitsmanagement auf den Anforderungen und Interessen unserer Stakeholder auf. Von besonderer Bedeutung sind dabei unsere Kunden, unsere Investoren und unsere Mitarbeiter. Neben den übergeordneten Bereichen "Strategie und Governance" sowie "Dialog und Bericht" gliedert sich die Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx-Konzerns in fünf weitere Handlungsfelder, die in der nachfolgenden Grafik dargestellt sind. HANDLUNGSFELDER DER NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE DES TALANX-KONZERNS![]() Die Identifikation der relevanten Themen für die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde mithilfe einer unternehmensinternen Befragung und einer Stakeholderbefragung in Zusammenarbeit mit einem externen Partner vorgenommen. In diesen Befragungen wurden verschiedene potenziell wesentliche Sachverhalte abgefragt und mithilfe einer Skala (0 bis 6) ihrer Relevanz nach zugeordnet. Als "wesentlich" wurden jene Sachverhalte festgelegt, die in der Auswertung mindestens einen Durchschnittswert von 4,5 erzielten. Zudem wurden durch einen internen Workshop die Auswirkungen der Tätigkeiten des Talanx-Konzerns auf die nichtfinanziellen Belange beleuchtet und in der Bewertung berücksichtigt. Durch diesen Prozess wurden elf i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes wesentliche Sachverhalte identifiziert, über drei weitere berichten wir auf freiwilliger Basis: ÜBERSICHT UBER WESENTLICHE THEMEN UND INHALTE DER NICHTFINANZIELLEN KONZERNERKLÄRUNGscroll
Die Vorgehensweise zur Identifikation der wesentlichen Sachverhalte ermöglicht die Gegenüberstellung der internen und externen Perspektive und repräsentiert eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung, die nachfolgend in einer Matrix dargestellt wird. WESENTLICHKEITSMATRIX - RELEVANZ VON NACHHALTIGKEITSTHEMEN FÜR DEN TALANX-KONZERN![]() Der nichtfinanzielle Aspekt "Achtung der Menschenrechte" wurde in der Stakeholderbefragung als wesentlich identifiziert, jedoch ist er gemäß CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz nicht "doppelt wesentlich" und ist daher nicht in der Wesentlichkeitsmatrix aufgeführt. Aufgrund der hohen Gewichtung des Themas als eigener nichtfinanzieller Belang und der Relevanz für die Stakeholder wird über das Thema freiwillig unter dem Sachverhalt "Lieferantenmanagement" berichtet. Neben den wesentlichen Themen und dem Aspekt "Achtung der Menschenrechte" wurden zwei weitere relevante Sachverhalte, die jedoch unter dem Durchschnittswert von 4,5 lagen, aber den Kern unserer Geschäftstätigkeit betreffen, in die nichtfinanzielle Konzernerklärung aufgenommen. Diese sind:
NACHHALTIGKEITS-GOVERNANCEUnser Nachhaltigkeitsmanagement wird konzernweit aufgesetzt und sukzessive in den Kernmärkten implementiert. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit trägt der Gesamtvorstand der Talanx AG. Wie auch die weiteren Ziele, Werte und Strategien des Konzerns werden die (Weiter-)Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeitsziele und die Umsetzung von Maßnahmen vom Gesamtvorstand beschlossen und überprüft. Die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für die oberste Managementebene des Konzerns wird durch das Nachhaltigkeits-Commitment des Gesamtvorstands unterstrichen, das als freiwillige Zusatzinformation auf unserer Internetseite zugänglich ist (http://www.talanx. com/~/media/Files/T/Talanx/pdfcontent/konzern/nachhaltigkeit/ talanx_commitment_de.pdf). Zudem trägt der Vorstandsvorsitzende der Talanx AG eine besondere Verantwortung für Nachhaltigkeit, da in seinem Ressort im Bereich Group Communications der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Unternehmens angesiedelt ist. Hier wird das Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert, dazu gehören u. a. die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen sowie die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts. Der Leiter des Bereichs Group Communications berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur des Konzerns erfolgt die Umsetzung der meisten Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den verschiedenen Bereichen und Konzernfunktionen vor dem Hintergrund ihres jeweiligen Kerngeschäfts. Die Abstimmung von Zielen und Maßnahmen und die Erhebung der Daten für die Berichterstattung erfolgen im Rahmen eines Kompetenzteams, in dem Vertreter aller Geschäftsbereiche, der relevanten Gesellschaften und Konzernfunktionen sowie der Abteilungen der Talanx AG zusammenkommen. Mit unserer Tochtergesellschaft Hannover Rück, die eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie etabliert hat und einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht sowie eine eigene nichtfinanzielle Erklärung veröffentlicht, stehen wir in engem Austausch und stimmen Schritte ab. RISIKOBETRACHTUNG VON NICHTFINANZIELLEN ASPEKTENDas CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz sieht vor, dass Unternehmen neben der Berichterstattung über die nichtfinanziellen Belange ebenfalls entsprechende Risiken gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 3 HGB offenlegen. Der Talanx-Konzern verfügt über ein angemessenes und wirksames Risikomanagement-System. Für einen grundsätzlichen Einblick in unser Risikomanagement-System verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 112 ff. des Konzernlageberichts. Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken werden mithilfe eines konzernweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch gesammelt. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Um sicherzustellen, dass alle Risiken identifiziert werden, erfolgt eine Abstimmung mit einer umfassenden konzernspezifischen Risikokategorisierung, die als Grundlage für die Risikoidentifikation dient. Im Talanx-Konzern werden die Risiken nach Berücksichtigung risikomindernder Maßnahmen beurteilt. Im Zusammenhang mit nichtfinanziellen Aspekten konnten weder von der für das Nachhaltigkeitsmanagement geschaffenen Organisation noch innerhalb der Prozesse des Risikomanagements wesentliche Risiken identifiziert werden, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit oder mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens verknüpft sind und die schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Belange haben. Risiken wie der Klimawandel, deren Risikogehalt noch nicht verlässlich beurteilt werden kann (sogenannte Emerging Risks), werden im Rahmen des konzernweiten Risikomanagement-Prozesses beobachtet. COMPLIANCEDer Begriff "Compliance" lässt sich als die Gesamtheit aller inhaltlichen und organisatorischen Vorkehrungen definieren, um das rechtmäßige Verhalten der Konzerngesellschaften, ihrer Organmitglieder und Mitarbeiter im Hinblick auf alle rechtlichen und ethischen Vorgaben sowie auf die unternehmensinternen Richtlinien in den wesentlichen Unternehmensbereichen und Betriebsabläufen zu gewährleisten. Compliance ist für den Talanx-Konzern wesentlich, da rechtlich korrektes, verantwortungsbewusstes und ethisches Handeln Grundvoraussetzung für das Vertrauen in unseren Konzern und seine Wettbewerbsfähigkeit ist. Der Talanx-Konzern erachtet die Einhaltung geltenden Rechts als selbstverständliche Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Compliance ist damit integraler Bestandteil aller Konzernaktivitäten. Die Beachtung von Gesetzen und Vorschriften mit Bezug zur Umwelt sind gleichermaßen erfasst wie diejenigen, die der Talanx-Konzern innerhalb seines Compliance-Programms als Kern- sowie Koordinationsthemen definiert hat. Daher sind Korruptionsprävention, systematische Prüfung von Anfragen zu Finanzsanktionen und Embargos sowie branchenspezifische, regulatorische Fragestellungen wesentliche Compliance-Kernthemen. Auch der Datenschutz nimmt für den Talanx-Konzern eine zentrale Rolle ein. Das Vertrauen unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter in den Schutz und die Sicherheit von Daten beeinflusst direkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und Reputation und ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zudem muss der Talanx-Konzern die gesetzlichen Datenschutzrechte (z. B. Auskunftsrecht) der Betroffenen gewährleisten und hat hierfür entsprechende Verfahren und Methoden implementiert. COMPLIANCE IM ENGEREN SINN (EINHALTUNG VON GESETZEN, REGELN, VORSCHRIFTEN)Im Handlungsfeld "Compliance und Transparenz" strebt der Talanx-Konzern die Offenlegung von Informationen und Erläuterungen zu den Themen Compliance und Corporate Governance an (siehe hierzu Abschnitt "Corporate Governance" auf Seite 87 ff. des Konzernlageberichts). In dieser Hinsicht ist unser konzernweiter Verhaltenskodex ein wirksames Instrument. Er beinhaltet wichtige Grundsätze und Regeln, die für Mitarbeiter auf allen Ebenen des Talanx-Konzerns gelten. Der Kodex dient dazu, den Mitarbeitern grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen, denen sie im Rahmen ihrer Tätigkeit für die jeweiligen Gruppengesellschaften entsprechen müssen, darzulegen und ihre diesbezüglichen Pflichten näher zu bestimmen. Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig 1) und in zehn Sprachen verfügbar. Zugleich wird durch die Veröffentlichung des Verhaltenskodex auf der Website auch den Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern des Talanx-Konzerns sowie weiteren Interessierten die Bedeutung rechtmäßigen Verhaltens im Talanx-Konzern transparent dargelegt. Der Verhaltenskodex wird durch die Compliance-Richtlinie sowie weitere Hinweise und Erläuterungen konkretisiert, die in unserem Intranet zur Verfügung stehen. In der Compliance-Richtlinie finden sich ausführliche inhaltliche Vorgaben zu den im Verhaltenskodex aufgestellten Grundsätzen, die zwischenzeitlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands behandelt und für verbindlich erklärt wurden. Mithilfe eines Hinweisgebersystems wird es ermöglicht, Compliance-Verstöße zu melden. Es lässt sich über unsere Website weltweit erreichen. Das Hinweisgebersystem steht derzeit in der deutschen sowie in sechs weiteren Sprachen zur Verfügung, die im Konzern stark vertreten sind. Über das System können Hinweise zu verschiedenen Themenfeldern (u. a. Betrug/Untreue/Korruption, fehlerhafte Buchführung bzw. Rechnungslegung, Wettbewerbs- und Kartelldelikte, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Verstöße gegen Kapitalmarktbestimmungen, Sanktions- und Embargobestimmungen sowie arbeitsrechtliche, aufsichtsrechtliche und steuerrechtliche Bestimmungen) abgegeben werden -auf Wunsch vollständig anonymisiert. Darüber hinaus können Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien auch dem jeweiligen Vorgesetzten oder direkt dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer im Talanx-Konzern bzw. des jeweiligen Geschäftsbereichs gegeben werden. Mithilfe von Schulungsveranstaltungen und -programmen bietet der Talanx-Konzern seinen Mitarbeitern regelmäßig Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Kenntnisse über ausgewählte Compliance-Themen aufzufrischen, zu erweitern und zu vertiefen. Neue Mitarbeiter werden bereits frühzeitig im Rahmen von Einführungsveranstaltungen eingewiesen. Auch wird zu den relevanten Compliance-Themen im Rahmen von Präsenzschulungen und sogenannten webbasierten Trainings (WBT) kontinuierlich geschult. Flankierende Schulungen zum Thema Anti-Korruption dienen dazu, den korrekten Umgang mit Zuwendungen sicherzustellen. Die Compliance-Organisation des Talanx-Konzerns besteht aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist, und weiteren Compliance Officers, die für die einzelnen Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig sind. Die Compliance-Abteilung ist für die Etablierung und Weiterentwicklung von Konzernrichtlinien und Strukturen zur Sicherstellung der Compliance, für die Nachverfolgung von Beschwerden und Compliance-Verstößen, für interne Schulungen sowie Fragen der Corporate Governance im Konzern zuständig. Daneben erfolgt anlassbezogen eine vertiefende Beratung in den relevanten Compliance-Themenfeldern. Ein weltweites Netzwerk von Compliance-Verantwortlichen an den ausländischen Standorten unterstützt den Chief Compliance Officer bei seinen Aufgaben und berichtet an ihn. So können lokale Compliance-Verstöße auch außerhalb der lokalen Hierarchie direkt berichtet werden. In einem jährlichen Bericht informiert der Compliance Officer den Vorstand zu wesentlichen Compliance-Themen und -Entwicklungen. Innerhalb des Talanx-Konzerns ist das Thema Compliance für alle relevant, von Geschäftsbereichen über Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Außerhalb des Konzerns können insbesondere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten von dem Thema berührt sein. ZIELE UND MASSNAHMEN: "COMPLIANCE IM ENGEREN SINN (EINHALTUNG VON GESETZEN, REGELN, VORSCHRIFTEN)scroll
Neben einer organisatorischen Aufbau- und Ablauforganisation wurde in den vergangenen Jahren das Compliance-Programm fortlaufend ausgebaut (siehe hierzu Abschnitt "Compliance" auf Seite 91 f. des Konzernlageberichts). Das Compliance-Management-System baut auf dem Compliance-Regelwerk auf, welches aus dem Talanx-Verhaltenskodex, der Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen besteht. Diese Dokumente wurden einer ganzheitlichen Überprüfung unterzogen, die auch Nachhaltigkeitsaspekte umfasste und teilweise in Überarbeitungen oder in neue interne Dokumente mündete. So weist beispielsweise das Vorwort des Talanx-Verhaltenskodex bereits auf die Selbstverpflichtung zu einem vorausschauenden, verlässlichen, fairen und offenen Handeln hin. Daneben hat sich der Talanx-Konzern eine eigene Rahmenrichtlinie gegeben, in der er die fachlichen und persönlichen Kriterien für Organe im Sinne eines nachhaltigen wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs festgehalten hat. Die Einhaltung der Compliance-Vorschriften wird durch den Bereich Compliance sowie im Rahmen der Revisionsprüfungen kontrolliert. Die Inhalte der maßgeblichen Compliance-Regelwerke werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Zudem berücksichtigt der Konzern im Hinblick auf die Themen Compliance und Transparenz die Interessen und Anforderungen von Stakeholdern, zum einen über den nachhaltigkeitsbezogenen Stakeholder-Dialog, zum anderen über die Orientierung an den gri Standards und die Teilnahme an ESG-Rating-Prozessen. BEKÄMPFUNG VON KORRUPTION UND BESTECHUNG; GELDWÄSCHEPRÄVENTIONDer Verhaltenskodex gibt konkrete Verhaltensregeln vor, die der Bekämpfung von Korruption und Bestechung dienen. So wird verdeutlicht, dass Bestechung und Bestechlichkeit nicht toleriert werden. Zudem wird konkret das Verbot der Geldwäsche und unzulässiger Finanzierungen hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass bei allen Verdachtsfällen der Geldwäschebeauftragte und der Compliance Officer zu informieren sind. Weiterhin werden u. a. spezifische Verhaltensregeln zur Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten, zur Gewährung und Annahme von Vorteilen, Geschenken und Einladungen, zur Ausgestaltung von Spenden und Sponsoring sowie zu Nebentätigkeiten und Beteiligungen an anderen Gesellschaften und Geschäften dargelegt. Innerhalb des Talanx-Konzerns ist das Thema Korruptionsprävention für alle relevant, von Geschäftsbereichen über Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Außerhalb des Konzerns können insbesondere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten von dem Thema berührt sein. Für die im Handlungsfeld "Compliance und Transparenz" verfolgten Konzepte sowie definierten Ziele und Maßnahmen wird auf die Abschnitte zu den Sachverhalten "Compliance im engeren Sinn" sowie "Compliance" auf den Seiten 69 f. verwiesen. Spezifische Ziele zur Korruptionsprävention wurden vom Vorstand für das Berichtsjahr 2017 nicht verabschiedet. Im Rahmen des Compliance-Plans und des Revisionsplans werden infolge von Compliance-Risikoanalysen in den jeweiligen Geschäftsbereichen die Korruptionsrisiken regelmäßig geprüft. Zu den relevanten Korruptionsrisiken gehört der Tatvorwurf der Bestechlichkeit und Bestechung sowie der Vorteilsannahme und -gewährung insbesondere im Zusammenhang mit sowie im Rahmen von Einladungen und Geschenken, bei Einkauf und Ausschreibungen, Spenden und Sponsoring. Informationen und Schulungen im Zusammenhang mit dem Thema Korruptionsbekämpfung gibt es im Talanx-Konzern in vielfältiger Form. Hier wird u. a. auf den Abschnitt "Compliance im engeren Sinn" auf Seite 70 f. und "Compliance" auf Seite 69 f. verwiesen. Entsprechendes gilt auch für die Hannover Rück, wo u. a. Informationen zu Themen wie Korruption sowohl im Intranet als auch in einem Newsletter-Format zur Verfügung gestellt werden. Der Aufsichtsrat wird zudem durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der implementierten Vorgaben informiert. Für Details hierzu wird auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 112 ff. des Konzernlageberichts verwiesen (es handelt sich hierbei nicht um wesentliche Risiken i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes). DATENSCHUTZVersicherungen und ihre konzerninternen Dienstleister erheben, verarbeiten und speichern in großem Umfang personenbezogene Daten. Die Daten werden in der Antragstellung, bei der Beratung von Kunden, im Underwriting, im Kunden- und Vertragsservice sowie im Schaden- und Leistungsmanagement benötigt. Des Weiteren werden personenbezogene Daten u. a. im Zusammenhang mit dem Personalmanagement, den Aktionären und dem Fondsgeschäft erhoben, verarbeitet und gespeichert. Es gilt der Grundsatz, dass personenbezogene Daten nur von Konzernmitarbeitern erhoben, verarbeitet und gespeichert werden dürfen, soweit dies für einen genau definierten Zweck zur rechtmäßigen Aufgabenerfüllung erforderlich ist bzw. eine Rechtsgrundlage vorliegt. Zur Verbesserung einer effizienten Leistungserbringung werden personenbezogene Daten an externe Empfänger (im Wesentlichen Dienstleister) übermittelt. Gleichzeitig sind externe Empfänger als Teil der Verarbeitungsprozesse zu sehen, wie es bei Maklern, Gutachtern, Rückversicherern usw. der Fall ist. Alle externen Empfänger sind vertraglich zur Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzanforderungen verpflichtet und werden im Vorfeld dahingehend geprüft. Auch während der Übermittlung der Daten werden alle anzuwendenden Datenschutzanforderungen beachtet. Im Konzern-Verhaltenskodex ist geregelt, dass die Mitarbeiter verpflichtet sind, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sowie die Konzern-Datenschutzrichtlinie einzuhalten und aktiv dazu beizutragen, dass personenbezogene Daten zuverlässig gegen unberechtigte Zugriffe geschützt werden. Der Talanx-Konzern hat betriebliche Datenschutzbeauftragte nach gesetzlichen Vorgaben bestellt. Die Datenschutzanforderungen sind in einem Datenschutzmanagementsystem integriert. Mittels Konzernrichtlinien sind die wesentlichen Datenschutzanforderungen verbindlich geregelt. Auf diese Konzernvorgaben werden Awareness-Maßnahmen und Schulungen ausgerichtet und anlasslose Überprüfungen vorgenommen. Für die Betroffenenrechte (z. B. Auskunft über gespeicherte Daten) sind zentrale Methoden vorgegeben, damit die Prozesse korrekt ausgeführt werden. Gegenüber der Geschäftsleitung ist ein Berichtswesen etabliert. Um den Anforderungen zum Datenschutzrecht gerecht zu werden, erfolgt eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit wichtigen Schnittstellen wie mit Group Legal, Group Compliance, Group Security und Group Auditing. Die Datenschutzrisiken werden an das Group Risk Management gemeldet. Das Thema Informationssicherheit und die damit einhergehende Vermeidung von Schäden durch den Verlust der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit oder Integrität von Kunden-, Geschäfts- und Mitarbeiterinformationen ist in der Talanx Systeme AG zentral gebündelt. Im Jahr 2016 wurde damit begonnen, die Datenschutzregelungen des Konzerns auf die Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung wird ab Mai 2018 unmittelbar das bisherige Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die EU-Datenschutzrichtlinie (Richtlinie 95/46/EG), auf der das BDSG basiert, ablösen. Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung wird auch für die Niederlassungen und Tochtergesellschaften mit Sitz in der EU bzw. dem EWR ein einheitlicher Datenschutzrahmen gelten. In bestimmtem Umfang sind nationale rechtliche Ergänzungen zusätzlich zu beachten. Das neue Datenschutzrecht führt u. a. zu einer Stärkung der Datenschutzrechte von Kunden, Aktionären und Mitarbeitern. Gleichzeitig werden die Datenschutzpflichten der Unternehmen ausgeweitet und teilweise um neue Anforderungen ergänzt. Der Bußgeldrahmen wird deutlich erhöht. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DATENSCHUTZscroll
Es sind zwei Datenschutzmanagementsysteme im Gesamtkonzern (Erstversicherungs- und Rückversicherungskonzern) etabliert. Das Datenschutzmanagementsystem des Erstversicherungskonzerns ist bei der Talanx AG verankert, während der Hannover Rück SE das Datenschutzmanagementsystem des Rückversicherungskonzerns obliegt. Innerhalb des Erstversicherungskonzerns sind zwei Varianten der Verantwortungszuweisung zu unterscheiden. Die erste Variante stellt auf die lokale Verantwortung ab. Bei der zweiten Variante werden Aufgaben und Verantwortlichkeiten zentral sowie lokal etabliert. Für die Konzerngesellschaften der Talanx Deutschland AG übernimmt Group Data Protection die Ausgestaltung des Datenschutzmanagementsystems, indem Datenschutzvorgaben erlassen werden, Awareness-Maßnahmen (u. a. Schulungen) erfolgen, Kontrollen der Einhaltung sowie Mitwirkung bei der operativen Ausgestaltung (Beratung) durchgeführt werden sowie gegenüber der Geschäftsleitung berichtet wird. Die Erstversicherungsgesellschaften sind dem "Code of Conduct Datenschutz" beigetreten und haben Ende 2016 alle notwendigen Anpassungen abgeschlossen. Insofern sind nun bis Mai 2018 die Anpassungen auf Basis EU-Datenschutz-Grundverordnung abzuschließen. Bei der HDI Global SE wird die Steuerung der Datenschutzthemen direkt vorgenommen und die Aufgaben und Verantwortlichkeiten zentral und dezentral verteilt. Die Einhaltung der Datenschutzanforderungen wurde den lokalen Ansprechpartnern zugewiesen. Teilweise verfügen die Auslandsstandorte über spezifische Fachbereiche wie Legal oder Compliance, die ein aktives Datenschutzmanagement betreiben. Bei sehr kleinen Auslandsstandorten, die ausschließlich operative Aufgaben erfüllen, werden aktuell die Datenschutz-Supports aus der Zentrale etabliert. Die Tochtergesellschaften der Talanx International AG haben die Datenschutzmanagementaktivitäten auf lokaler Ebene implementiert und überprüfen die Angemessenheit und Wirksamkeit über die etablierten Steuerungsinstrumente. Hierbei muss jede Tochtergesellschaft den Nachweis erbringen, dass es die Datenschutzanforderungen bei den Prozessen, IT-Systemen und Schnittstellen erfüllt und alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen umgesetzt hat. Das Datenschutzmanagementsystem der Hannover Rück SE unterscheidet sich von dem des Erstversicherungskonzerns. Bedingt durch das Geschäftsmodell der Hannover Rück ergeben sich unterschiedliche Risiken, die im Datenschutzmanagementsystem berücksichtigt werden müssen. Die in der Konzerndatenschutzrichtlinie dokumentierten Grundsätze sind für alle Gesellschaften und Bereiche der Hannover Rück verbindlich. Zur Umsetzung dieser datenschutzrechtlichen Mindeststandards werden die vorhandenen Strukturen der etablierten Compliance-Organisation genutzt. Die Verantwortlichkeiten innerhalb der Compliance-Organisation sind konzernweit geregelt und dokumentiert. Schnittstellen zum Datenschutz sind umgesetzt. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung betrifft nicht unmittelbar alle Gesellschaften der Hannover Rück, u. a., weil der Sitz außerhalb der EU bzw. dem ewr liegt. Bei diesen Gesellschaften sind die jeweiligen nationalen Rechtsgrundlagen maßgeblich. Unabhängig vom Anwendungsbereich der EU-Datenschutz-Grundverordnung sind die benannten Compliance Officer bzw. Ansprechpartner verantwortlich für die lokalen Anforderungen des Datenschutzes. Sie entwickeln im Bedarfsfall weitere lokale Richtlinien zum Datenschutz und übernehmen die Schnittstelle zum Datenschutzbeauftragten der Hannover Rück in Deutschland. Der Datenschutzbeauftragte koordiniert übergreifende Aspekte des eingerichteten Datenschutzmanagementsystems innerhalb der Hannover Rück-Gruppe. Er berät bei der Lösung von konkreten datenschutzrechtlichen Fragestellungen und überwacht die Einhaltung der EU-Datenschutz-Grundverordnung und anderer Datenschutzvorschriften. Die Überwachung der datenschutzrechtlichen Vorgaben erfolgt dabei in enger Abstimmung mit Group Auditing, auf Basis einer dokumentierten Schnittstelle. Über die definierten Berichtswege wird Transparenz geschaffen. Die Ergebnisse der gesonderten Datenschutzberichterstattung fließen in den Compliance-Bericht ein. Im Berichtsjahr 2017 sind keine Meldungen zu Datenschutzverstößen oder -vorkommnissen an Group Data Protection erfolgt. Im Rahmen der Umsetzungsmaßnahmen zur EU-Datenschutz-Grundverordnung werden die Einbindungskriterien der unterschiedlichen Datenschutzmanagementsysteme verbindlich definiert. Bis Mai 2018 wird die Weiterentwicklung und Umsetzung der Maßnahmen abgeschlossen sein. PRODUKTVERANTWORTUNGDie Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit betrifft im Talanx-Konzern insbesondere die Kapitalanlagen und die Versicherungsprodukte. Durch die Hebelwirkung unseres Geschäftes liegt hier ein großes Potenzial, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Daher streben wir an, Nachhaltigkeitsaspekte langfristig bei Kapitalanlagen, Versicherungsprodukten und Dienstleistungen zu berücksichtigen. Digitalisierung und Innovationsmanagement zählen ebenfalls zu den zentralen Fokusthemen des Talanx-Konzerns. Für uns ist die Digitalisierung Herausforderung und Chance zugleich. Die Automatisierung und Digitalisierung des Versicherungsgeschäfts ist ein zentraler Hebel zur Veränderung. Die Digitalisierung verändert das Versicherungsgeschäft grundlegend und in verschiedenen Dimensionen: So rechnen wir mit mehr Kundennähe durch direktere dialogorientierte Kanäle, Effizienzsteigerungen durch Automatisierung und die Nutzung von Robotics sowie neuen Risiken für Privat- und Gewerbekunden. Im Unternehmen werden sich zudem Führung und Kultur verändern. BERÜCKSICHTIGUNG VON NACHHALTIGKEITSASPEKTEN BEI DER AUSWAHL DER KAPITALANLAGENDie weitreichenden Hebelwirkungen betreffen insbesondere Kapitalanlagen. Die gesamten Kapitalanlagen des Talanx-Konzerns betragen rund 118,7 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2017 bei 82 %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen (118,7 Mrd. Eur). Von den selbst verwalteten Kapitalanlagen (107,9 Mrd. Eur) waren 1 % in Aktien sowie 3 % in Immobilien -einschließlich Immobilienfonds -investiert. Die übrigen Anteile entfallen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf fremd genutzten Grundbesitz, Depotforderungen und Investmentverträge. Investoren, Analysten und Kunden interessieren sich zunehmend dafür, wie der Talanx-Konzern gesellschaftliche und ökologische Aspekte in der Kapitalanlage berücksichtigt. Der Talanx-Konzern möchte bei seiner Kapitalanlage einerseits mögliche negative Auswirkungen vermeiden, indem keine Investments in nicht nachhaltige Emittenten getätigt werden. Dafür haben wir im Jahr 2016 ein konzernweites Vorgehen für ein "ESG-Screening" (Environmental, Social, Governance; ESG) erarbeitet und zu Beginn des Geschäftsjahres 2017 implementiert. Andererseits möchte der Talanx-Konzern insgesamt positive Auswirkungen fördern (siehe hierzu Abschnitt "Infrastrukturinvestments" auf Seite 52). Das ESG-Screening wird quartalsweise über einen externen Dienstleister durchgeführt. Hierbei werden, abhängig von strategiebedingten Allokationsänderungen, nahezu 90 % aller selbst verwalteten Kapitalanlagen des Talanx-Konzerns an den Dienstleister kommuniziert und, sofern ein Rating vorliegt, bewertet. Ebenfalls im Jahr 2017 wurde zur Etablierung des Prozesses ein neues Gremium geschaffen, das Responsible Investment Committee (RIC). In diesem Komitee werden die Filterkriterien festgelegt und Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten oder den Abbau der Bestände beschlossen. Ein Abbaubeschluss über Positionen, die den Screening-Kriterien nicht entsprechen, soll bis zum Ende des Jahres umgesetzt werden. Seit Beginn des Geschäftsjahres 2017 analysieren wir konzernweit Wertpapieranlagen auf die Einhaltung von ESG-Kriterien. Das Screening bestehender Kapitalanlagen erfolgt auf Grundlage der zehn Prinzipien des UN Global Compact. Die Prinzipien verantwortungsvollen Handelns dienen als Basis für einen breiten Filterkatalog. Neben diesen zehn universellen Prinzipien, die sich auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention beziehen, wurde in den Filterkatalog auch der Ausschluss von kontroversen Waffen, wie Anti-Personen-Minen, aufgenommen. Vor Tätigung neuer Wertpapierkäufe wird ebenfalls geprüft, ob der Emittent den ESG-Kriterien entspricht. Für Assetklassen wie Infrastruktur und Immobilien, die aktuell nicht vom Screening erfasst werden können, hat der Talanx-Konzern separate Anlagerichtlinien erlassen. Ausgeschlossen sind u. a. Investitionen in Anlagen mit hoher Umweltbelastung, wie z. B. Atomkraftprojekte. Die Talanx AG ist im Geschäftsjahr 2017 in die Indexserie FTSE4Good aufgenommen worden. Anbieter FTSE Russell ist Teil der London Stock Exchange Group. Die Indexserie FTSE4Good erfasst Unternehmen, die sich durch ein starkes Engagement in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung auszeichnen. Die Talanx AG erfüllt die Kriterien des FTSE4Good Global Index und des FTSE4Good Europe Index. Die Hannover Rück SE wurde im Jahr 2014 erstmals in die weltweite FTSE4Good-Index-Serie aufgenommen. Zudem wurde die Hannover Rück im Jahr 2017 erneut von der Ratingagentur oekom Research auf ihre Nachhaltigkeitsleistung hin bewertet und hat als Bestätigung für eine überdurchschnittliche Erfüllung der branchenspezifischen Anforderungen die Auszeichnung "Prime Status" erhalten. Wir stehen in einem kontinuierlichen Austausch mit spezialisierten ESG-Ratingagenturen und werden von verschiedenen weiteren ESG-Ratingagenturen bewertet, darunter Robeco SAM, Sustainalytics, Vigeo Eiris und MSCI. ZIELE UND MAßNAHMEN: "BERÜCKSICHTIGUNG VON NACHHALTIGKEITSASPEKTEN BEI DER AUSWAHL DER KAPITALANLAGEN"scroll
BERÜCKSICHTIGUNG VON NACHHALTIGKEITSASPEKTEN IN VERSICHERUNGSVERTRÄGEN UND -PRODUKTENDie Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in Versicherungsverträgen und -produkten betrifft den Kern der Geschäftstätigkeit des Talanx-Konzerns. Wir berichten daher auf freiwilliger Basis über diesen Sachverhalt, auch wenn er nicht wesentlich i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ist. Die Berücksichtigung von gesellschaftlichen Belangen und die Unterstützung umweltfreundlicher Produkte und Projekte können positiv von Kunden aufgenommen werden, da das Bewusstsein der Gesellschaft für das Thema Nachhaltigkeit wächst. Die Zufriedenheit der Kunden kann auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigern. Darüber hinaus sind die Versicherungsprodukte auf ihre ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie ihre Relevanz für eine nachhaltige Entwicklung hin zu bewerten. Aus den Versicherungsdienstleistungen des Talanx-Konzerns resultieren keine direkten relevanten Umweltauswirkungen. Vielmehr tragen die Leistungen dazu bei, dass Umweltrisiken adäquat versichert und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Zu den positiven gesellschaftlichen Auswirkungen zählt der Kern des Versicherungsgeschäfts, d. h. der Transfer von Risiken, durch den Verluste aus dem Eintritt von Schadenereignissen aufgefangen und Unternehmen wie Privatpersonen finanziell abgesichert werden. Gleichwohl sind die möglichen indirekten ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Versicherungsgeschäfts auf eine nachhaltige Entwicklung zu beachten, z. B. etwaige Folgen der versicherten Projekte. Mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte bei Versicherungsnehmern der Industrie greift der Verhaltenskodex des Talanx-Konzerns. Langfristig verfolgt der Talanx-Konzern das Ziel, Nachhaltigkeitsaspekte in Versicherungsprodukten und Dienstleistungen verstärkt zu berücksichtigen. Spezifische Nachhaltigkeitsziele in diesem Bereich wurden bis dato für den Geltungsbereich Hannover Rück verabschiedet. Zahlreiche Produkte der Versicherungsgesellschaften des Talanx-Konzerns unterstützen umweltfreundliche Technologien und Verhaltensweisen oder berücksichtigen gesellschaftliche Interessen. So tragen Leistungen etwa dazu bei, dass Umweltrisiken auf geeignete Weise versichert sind und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Durch Technische Versicherungen werden vielseitige Versicherungslösungen zur Förderung erneuerbarer Energien verwirklicht, die sich von Windenergie im Bereich On- und Offshore über Photovoltaik bis zur Geothermie erstrecken. Auch Prototypenentwicklungen wie Gezeitenkraftwerke sind bei der Industrieversicherung gedeckt. Der Versicherungsschutz beginnt bei der Errichtung und begleitet den Kunden noch viele Jahre im Betrieb. Dadurch unterstützen die Gesellschaften des Talanx-Konzerns die Energiewende. Auch die Hannover Rück fördert die Ausweitung von klimarelevanten Produkten, wie z. B. Wetter- und Energieeinsparversicherungen. Durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Mikroversicherungen und Agrarversicherungen leistet die Hannover Rück zudem einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. So können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie Krankheiten, Berufsunfähigkeit, Folgen von Naturkatastrophen oder Ernteausfälle absichern. Zu dem Geldwert von Produkten und Dienstleistungen, die im Talanx-Konzern für einen spezifischen ökologischen oder sozialen bzw. gesellschaftlichen Nutzen entwickelt wurden, liegen derzeit keine Angaben vor. ZIELE UND MAßNAHMEN: "BERÜCKSICHTIGUNG VON NACHHALTIGKEITSASPEKTEN IN VERSICHERUNGSVERTRÄGEN UND -PRODUKTEN"scroll
DIGITALISIERUNGInnerhalb des Talanx-Konzerns ist die Digitalisierung als "Querschnittsthema" für alle relevant, von Geschäftsbereichen über Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Außerhalb des Konzerns können insbesondere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten von dem Thema berührt sein. Unsere Innovations- und Digitalisierungsstrategie ist eine Dachstrategie auf Holdingebene und unterstützt die Talanx-Konzernstrategie. Sie bildet einen Ordnungsrahmen für das Innovationsmanagement sowie die Ausarbeitung der Digitalisierungsstrategien in den Geschäftsbereichen. Die Operationalisierung der Innovations- und Digitalisierungsstrategien in den Geschäftsbereichen erfolgt auf der Basis von drei grundlegenden Handlungsfeldern der Digitalisierung: digitale Kundenschnittstellen, digitale Geschäftsprozesse und neue digitale Geschäftsmodelle. Ziel ist es, unsere Positionierung in Themenfeldern, in denen wir uns im Markt eine Vorreiterrolle erarbeitet haben, zu festigen und weiter auszubauen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland hat auf dieser Grundlage eine Digitalisierungsroadmap erarbeitet, die sowohl Fokus und Umsetzungsgeschwindigkeit der digitalen Transformation verbessern als auch den Aufbau digitaler Basisfähigkeiten für die digitale Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs sicherstellen soll. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung führt mit Blick auf die drei Handlungsfelder die Priorisierung, Bewertung, Umsetzung und Skalierung seiner digitalen Initiativen durch. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International unterscheidet den evolutionären Ansatz, der zum Ziel hat, die derzeitige Arbeitsweise effizienter und produktiver zu machen, und den disruptiven Ansatz, der darauf abzielt, das aktuelle Geschäft durch neue Technologien von Grund auf zu verbessern. Die Digitalisierungsstrategie des Geschäftsbereichs Rückversicherung sieht auf Rückversicherungsseite die meisten Innovationsmöglichkeiten in der Datenanalyse (Predictive/Smart Analytics) und dem organisationsinternen sowie -externen Datenaustausch. Aus diesem Grund wird der Fokus auf die Implementierung neuer Technologien und Geschäftskonzepte in diesem Anwendungsspektrum gelegt. Unserer Innovations- und Digitalisierungsstrategie folgend sind wir im September 2016 Partnerschaften mit der Innovationsplattform Plug and Play Insurance im Silicon Valley und dem Akzelerator Start-upbootcamp InsurTech in London eingegangen. Im Rahmen dieser Kooperationen wurden bis Ende 2017 mehr als 100 direkte bilaterale Kontakte mit Start-ups eingeleitet. Die über die Akzeleratoren zur Verfügung gestellten Vernetzungsmöglichkeiten mit Start-ups werden von allen vier Geschäftsbereichen aktiv genutzt. Mit sechs Start-ups wurden bereits oder werden aktuell Proofs of Concept (PoCs, Piloten) durchgeführt. Mit weiteren acht Start-ups befinden sich PoCs in der näheren Prüfung. Als Ergänzung zu den primär auf strategische Kooperationen ausgerichteten Akzeleratoren-Partnerschaften wurde im Geschäftsjahr 2017 ein Investmentprozess für direkte Venture-Capital-Beteiligungen aufgesetzt. Darüber hinaus wurde der Aufbau eines "Digital Labs" vorangetrieben. Das Ziel des Digital Labs ist die schnellere Bereitstellung neuer Kundenlösungen (time-to-market) sowie die konsequente Ausrichtung dieser Lösungen am Bedarf der Kunden bzw. Nutzer. Auf Ebene der Geschäftsbereiche wurden vielfältige Innovationsaktivitäten und digitale Maßnahmen initiiert bzw. intensiviert: So ist die Privat- und Firmenversicherung Deutschland beispielsweise eine Kooperation mit einem Dienstleister für Big-Data-Analysen eingegangen, die auf weitere Konzernbereiche ausgeweitet werden kann. In der Industrieversicherung wird gemeinsam mit einem Startup für maschinelles Lernen an einem Piloten für die vertiefende Analyse von Lieferketten und den dazugehörigen Risiken gearbeitet. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wendet innovative Analysetools zur Auswertung vorhandener Datenbestände an, die es ihm ermöglichen, identifizierten Kunden gezieltere und attraktivere Angebote zu erstellen und gleichzeitig seine Versicherungsrisiken zu optimieren. Im Geschäftsbereich Rückversicherung wurden u. a. gemeinsam mit Kunden und InsurTech-Unternehmen Projekte zum Online-Vertrieb und automatisiertem Underwriting im Segment Personen-Rückversicherung weiterverfolgt. KUNDENORIENTIERUNG UND -ZUFRIEDENHEITIm Themenfeld "Kundenorientierung und -zufriedenheit" sind die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen wesentlich für den Talanx-Konzern. Die Themen adressieren Belange der Kunden und beeinflussen maßgeblich deren Zufriedenheit, die wiederum entscheidend für den Erfolg des Talanx-Konzerns ist. Die Erfüllung von Kundenbedürfnissen steht daher an höchster Stelle und findet sich unter dem Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx-Werten. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente. Die Unterstützung dieses Wertesystems findet mit der Implementierung einer Service-Story beispielsweise im Talanx-Deutschland-Schadenprozess ihren Ausdruck. VERSTÄNDLICHE AUFKLÄRUNG ZU VERSICHERUNGSLÖSUNGENDie Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Auftlärungspflichten gegenüber ihren Kunden, die wir selbstverständlich erfüllen. Darüber hinaus ist die verständliche Auftlärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Der angepasste Kodex verfolgt das Ziel, einen branchenweiten Standard für eine faire und bedarfsgerechte Kundenberatung darzustellen. Der erste Grundsatz des Kodex fordert klare und verständliche Versicherungsprodukte und spezifiziert, dass dem Kunden Merkmale und Ausschlüsse des Versicherungsproduktes einfach und verständlich sowie anhand standardisierter anerkannter Verfahren darzulegen sind. Der zweite Grundsatz legt fest, dass die Bedürfnisse der Kunden bei der Beratung und Vermittlung im Mittelpunkt stehen, um insbesondere das Vertrauen der Kunden zu wahren. ZIELE UND MASSNAHMEN: "VERSTÄNDLICHE AUFKLÄRUNG ZU VERSICHERUNGSLÖSUNGENscroll
Die Konzerngesellschaften stellen u. a. Klarheit und Verständlichkeit insbesondere über ein Produkt- bzw. Verbraucherinformationsblatt sicher. Dieses Informationsblatt ist nach Maßstäben des Hohenheimer Verständlichkeitsindex positiv bewertet worden. Auch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen, die jährliche Mitteilung über den Stand der Lebensversicherung und die Modellrechnung Leben richten sich nach den GDV-Empfehlungen. Zudem werden Produkte anhand standardisierter Erstellungs- und Abstimmungsprozesse entwickelt, darunter einheitliche Vorgaben zur Verständlichkeit. Auch die Bancassurance-Gesellschaften haben die Vorgaben des GDV-Verhaltenskodex hinsichtlich der Klarheit und Verständlichkeit von Versicherungsprodukten umgesetzt und durch markenspezifische Anforderungen ergänzt. So liegen zum Teil die Anforderungen der Bankpartner schon heute über den Vorgaben aus dem Verhaltenskodex. Hinsichtlich der Kundenbedürfnisse verpflichten wir unsere Vermittler im Exklusivvertrieb, die Ermittlung der Kundenbedürfnisse im Beratungsgespräch zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Zudem ist das Beratungsgespräch sorgfältig und anhand standardisierter Protokolle zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Die verständliche Auftlärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind auch Bestandteil der Zertifizierung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, die der Kodex vorschreibt. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex wurde im Jahr 2016 ein Compliance-Management-System für den Vertrieb von der HDI Versicherung AG, HDI Lebensversicherung AG sowie den Bancassurance-Gesellschaften entwickelt und implementiert. ANREIZ FÜR FAIRE BERATUNG IM VERTRIEB DURCH DAS VERGÜTUNGSSYSTEMDie Schaffung von Anreizen für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem betrifft den Kern der Geschäftstätigkeit des Talanx-Konzerns. Wir berichten daher auf freiwilliger Basis über diesen Sachverhalt, auch wenn er nicht wesentlich i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ist Unser konzernweit geltender Verhaltenskodex setzt Maßstäbe im Hinblick auf verantwortungsvolles und ethisches Verhalten auf allen Ebenen des Konzerns. Auch die Vertriebs-Compliance ist Gegenstand des Kodex und umfassender Compliance-Schulungen. Darüber hinaus betont auch der GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb den hohen Stellenwert der Vermittlerqualifikation und nimmt die stetige Weiterbildung der Versicherungsvermittler in den Fokus. Bezüglich der Vergütung verweist der GDV-Verhaltenskodex darauf, dass Zusatzvergütungen, die über die vertragsgemäße Courtagevereinbarung hinausgehen, weder die Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers noch das Kundeninteresse beeinträchtigen dürfen. Die Vorgaben durch die Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (Insurance Distribution Directive, IDD) inklusive der noch festzulegenden delegierten Rechtsakte und Umsetzungen in nationales Recht wurden, soweit vorliegend, analysiert und mit ersten Umsetzungsempfehlungen hinterlegt. Auch bei den Bancassurance-Gesellschaften werden die bereits bekannten Vorgaben durch die Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU auf den Maßnahmen zur Umsetzung des GDV-Verhaltenskodex aufftauen und entsprechend den gesetzlichen Regelungen umgesetzt werden. Eine faire und unabhängige Beratung unserer Kunden hat für den Talanx-Konzern höchste Priorität. Deswegen streben wir eine kontinuierliche Verbesserung unserer Beratungsleistung an. Spezifische Ziele wurden vom Vorstand für das Berichtsjahr 2017 nicht verabschiedet. Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die Konzerngesellschaften seit der Initiierung im Jahr 2013 für die Brancheninitiative des gdv und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Zum einen wurde die Projektkonzeption unterstützt und seit Januar 2014 wird das Projekt selbst umgesetzt. Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat die Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, wurden neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst. Die Dokumente wurden durch die zuständigen Abteilungen im Vertrieb und den Bereich Compliance erarbeitet und freigegeben. Der GDV-Verhaltenskodex und die Auslegung des gdv zu den Leitsätzen bieten zudem einen Rahmen zum Umgang mit Interessenkonflikten, deren Umsetzung in der Privat- und Firmenversicherung Deutschland auch zu eigenen Richtlinien führt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kodex-Zertifizierung für die HDI-Gesellschaften wurde deren Anwendung durch die Versicherungsgesellschaften im Rahmen des Compliance-Management-Steuerungskreises für den Vertrieb regelmäßig überwacht. ZÜGIGE, TRANSPARENTE BEARBEITUNG VON FORDERUNGENAls wesentlicher Erfolgsfaktor steht die Zufriedenheit unserer Kunden an höchster Stelle. Daher nutzen wir verschiedene Instrumente der Kundenzufriedenheitsmessung, wie z. B. den Net Promoter Score (nps). Maßgeblich für den Erfolg ist dabei die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen unserer Kunden. Um den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland für eine erfolgreiche Zukunft aufzustellen, wurde daher im Geschäftsjahr 2014 ein Programm auf den Weg gebracht, das die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern soll und für das Investitionen vorgesehen sind. Die Schwerpunkte liegen zunächst auf der Optimierung der Geschäftsprozesse, um die Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner zu erhöhen. Dazu gehören auch die Entwicklung eines Qualitätsmanagements, die Modernisierung der IT sowie eine Steigerung der Transparenz über Bestandsdaten und Kosten. Weiterhin wurde eine Neuausrichtung des Lebensversicherungsgeschäfts beschlossen, u. a. wurden traditionelle klassische Lebensversicherungsprodukte im Jahr 2016 durch kapitaleffiziente Konzepte ersetzt. Erste Effekte des Programms zeigen sich u. a. in der HDI-Schadenfunktion: Mit Einführung der Schaden-App in den Bereichen Haftpflicht, Unfall, Sachschaden (HUS-Schaden) und Kraftfahrt-Schaden (K-Schaden) sowie des Live-Kalkulationstools fast in K-Schaden konnten wichtige Schritte zur Optimierung der Prozesse und Anwendungslandschaften realisiert werden. Sowohl Digitalisierungselemente als auch verbesserte Kundenkontakte werden in dem Schadenbearbeitungsprozess integriert. Zur Erhöhung der Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner wurde erfolgreich ein Team "Elementar" im HUS-Schadenbereich zur Bearbeitung von Elementarschäden ins Leben gerufen. Der Anspruch ist, möglichst flexibel und schnell eine fallabschließende Erledigung des jeweiligen Schadens schon beim ersten Kontakt zu erreichen. Eine fachliche abteilungsübergreifende Unterstützung im Haftpflicht-, Unfall- und Sach-Schadenbereich führt zur zügigen und transparenten Bearbeitung der Schadenfälle. Vereinbarte Service-Levels in den einzelnen Geschäftsbereichen definieren dabei den Workflow für die konkreten Geschäftsvorfälle. Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, werden von unseren nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente genutzt -von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über die Nutzung von externen Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholder-Dialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements sowie der Durchführung von Kundenworkshops mit Schadenkunden in den Bereichen HUS- und K-Schaden. Spezifische Ziele wurden vom Vorstand für das Berichtsjahr 2017 nicht verabschiedet. ARBEITNEHMERBELANGEZiel unserer Personalarbeit ist es, nachhaltiges, profitables Wachstum für unser Unternehmen sicherzustellen. Dies erreichen wir mit den richtigen Mitarbeitern am richtigen Ort und in der richtigen Aufgabenstellung. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Grundsätze wertorientierter Führung und eine Kultur des Miteinanders. Um langfristig wettbewerbsfähig bleiben zu können und um das Interesse von qualifizierten Mitarbeitern wecken und erhalten zu können, bedarf es eines effektiven und effizienten Personalprozesses. Dieser dient auch dazu, dass der Talanx-Konzern für die Herausforderungen des demografischen Wandels gut aufgestellt ist. Personalbetreuung, Personalmarketing, berufliche Erstausbildung und Personalentwicklung sind elementare Bestandteile der konzernweiten Personalarbeit. Weltweit sind 22.059 Mitarbeiter für den Talanx-Konzern tätig. Die Vielfalt unserer Mitarbeiter ist dabei Teil unserer Unternehmensidentität. RECRUITING SOWIE AUS- UND WEITERBILDUNGKompetente, engagierte und unternehmerisch handelnde Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Talanx-Konzern. Die Mitarbeiter setzen ihre vielfältigen Talente in den unterschiedlichen Gesellschaften für unseren geschäftlichen Erfolg und zur Zufriedenheit unserer Kunden ein. Mithilfe professioneller Programme fördern wir unsere Beschäftigten und entwickeln ihre Kompetenzen kontinuierlich weiter. Dabei wird Entwicklungen wie dem demografischen Wandel, der sinkenden Zahl von Erwerbstätigen und der sich wandelnden Arbeitswelt Rechnung getragen. Im Rahmen der strategischen Nachwuchssicherung verfolgt der Talanx-Konzern verschiedene Konzepte. Hierzu gehören duale Ausbildungs- und Studiengänge, Einarbeitungs-, Trainee und Potenzialentwicklungsprogramme. Im Außenauftritt unterstützen Maßnahmen des Personalmarketings die Darstellung des Talanx-Konzerns als attraktiver Arbeitgeber. ZIELE UND MASSNAHMEN: "RECRUITING SOWIE AUS- UND WEITERBILDUNG"scroll
Für die Nachwuchssicherung ist in Deutschland insbesondere die berufliche Erstausbildung ein wichtiger Baustein. Dies zeigt sich in unserer konstant hohen Übernahmequote, die seit Jahren bei 80 % bis 90 % liegt. Verschiedene Gesellschaften des Talanx-Konzerns bieten ein vielfältiges Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten -von der klassischen Berufsausbildung bis hin zum Bachelorstudium. Seit dem Jahr 2005 wurden wir bereits sechsmal mit dem InnoWard, dem Bildungspreis des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (bwv) e. V., in der Kategorie "Berufliche Erstausbildung" ausgezeichnet. Ein breit gefächertes Angebot an internen Weiterbildungsmaßnahmen sichert die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter in Hinblick auf aktuelle und zukünftige Tätigkeiten. Durch die finanzielle Förderung berufsbegleitender Ausbildungs- und Studiengänge wird darüber hinaus die generelle Beschäftigungsfähigkeit unterstützt. Die Identifikation und Förderung unseres Führungs- und Fachkräftenachwuchses bildet einen weiteren Schwerpunkt in der Personalentwicklung. Im Rahmen einzelner Entwicklungs- und Einarbeitungsprogramme werden Potenzialträger auf weiterführende Aufgaben vorbereitet und für diese qualifiziert. Somit können Führungs- und Fachpositionen bei gleicher Qualifikation vorrangig mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen besetzt werden. Aufgrund dieser Personalpolitik eröffnen wir überdurchschnittlich leistungsstarken und karriereorientierten Mitarbeitern besonders attraktive Perspektiven. Zudem werden fortlaufend Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, um das Fachwissen auszubauen und um die persönlichen Kompetenzen zu stärken. Darüber hinaus kann durch Mitarbeitergespräche, Feedbackinstrumente und Standortbestimmungsverfahren das eigene Verhalten reflektiert und an die veränderten Anforderungen angepasst werden. Die Talanx Corporate Academy ist als zentrales Instrument zur Strategieimplementierung und Kulturentwicklung innerhalb des Konzerns erfolgreich etabliert. Das Programm vermittelt strategisch relevante Themen für die oberste Managementebene aller Geschäftsbereiche konzernweit. Mit der strategischen Neuausrichtung des Hochschulmarketings konzentriert sich der Talanx-Konzern in Zukunft auf ausgewählte Universitäten mit dem Ziel, geeigneten akademischen Nachwuchs für den Konzern zu gewinnen. Weiterhin wurde zur Förderung des Versicherungsstandorts Hannover von den Versicherungsunternehmen vor Ort und der Leibniz Universität Hannover das "House of Insurance" als gemeinsames Kompetenzzentrum für Forschung und Lehre in den Bereichen Versicherungsökonomik, -mathematik und -recht ins Leben gerufen. Darüber hinaus bietet der Talanx-Konzern eine leistungsorientierte Vergütung und, soweit aufgabentechnisch möglich, flexible Arbeitszeiten sowie attraktive Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate und einer langen Konzernzugehörigkeit unserer Mitarbeiter wider. Innerhalb des Konzernverbunds hat auch die Hannover Rück, neben anderen Gesellschaften, ihre Maßnahmen im Bereich der Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterentwicklung und -förderung weiter ausgebaut. Ein neues Lernmanagementsystem ermöglicht es den Mitarbeitern, viele Schulungsangebote nun auch online einzusehen und zu buchen sowie Blended-Learning-Angebote über das System zu nutzen. Auch den Führungskräften werden spezielle, auf ihren Bedarf ausgerichtete Weiterbildungs- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Zudem wird alle zwei Jahre eine Nachfolgeplanung durchgeführt. DIVERSITY UND CHANCENGLEICHHEIT; VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUFDurch unser aktives Diversity-Management möchten wir nicht nur ein von Offenheit und Integration geprägtes Arbeitsklima schaffen, in dem Menschen mit vielerlei individuellen Fähigkeiten gerne zusammenarbeiten, sondern Vielfalt aktiv und bewusst nutzen und fördern, um den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen. Wir pflegen eine von Respekt, Wertschätzung und gegenseitiger Akzeptanz geprägte Unternehmenskultur. Im Talanx-Konzern arbeiten Frauen und Männer mit den unterschiedlichsten nationalen, ethnischen, religiösen und persönlichen Hintergründen und unterschiedlichen Alters ebenso wie Menschen mit und ohne Behinderung und unterschiedlicher sexueller Orientierung. Genau diese Vielfalt ist es, die unseren heterogenen Konzern erfolgreich macht. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen die Entwicklungen, die das Arbeiten im Konzernverbund verändern: eine steigende Anzahl älterer Erwerbstätiger, die nachfolgenden Generationen Y und Z, höhere Ansprüche an Mobilität und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die zunehmende Globalisierung und, damit einhergehend, ein zunehmender Anteil weiblicher Mitarbeiter und von Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft. Außerhalb des Konzerns ist das Thema in der Liefer- bzw. Wertschöpfungskette z. B. für (potenzielle) Bewerber sowie für Kunden und Geschäftspartner von Bedeutung. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DIVERSITY UND CHANCENGLEICHHEIT; VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUFscroll
Der Konzern hat bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Vielfalt zu fördern, Diskriminierung zu verhindern und die Entwicklung unserer Mitarbeiter unabhängig von ihrer Herkunft zu unterstützen. Der Konzernvorstand hat sich im "Diversity Commitment" zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur bekannt. Zudem hat der Vorstand im Jahr 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet, eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Auch bei der Besetzung von Führungspositionen im Unternehmen achtet der Vorstand auf Vielfalt. Dies ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen verankert. Das Frauennetzwerk "Frauen@Talanx" hat es sich in eigenverantwortlicher Gestaltung zum Ziel gesetzt, Mitarbeiterinnen im Talanx-Konzern eine Plattform zu geben, um sich zu vernetzen und sowohl voneinander als auch miteinander zu lernen. Die Gremiumsmitglieder sind Ansprechpartner für die Kolleginnen aus dem jeweiligen Geschäftsbereich und fungieren als Multiplikatoren. Sponsor des Frauennetzwerkes ist Herbert K. Haas, CEO der Talanx AG. Weiterhin legt der Talanx-Konzern Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese, soweit aufgabentechnisch möglich, durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, werden Eltern zudem seit dem Jahr 2014 mit bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder im ersten Jahr nach der Elternzeit steuerfrei bezuschusst. Weiterhin wurde an verschiedenen Standorten (Hannover, Hilden, Hamburg) ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet. Zur Einführung mobilen Arbeitens wurde im Jahr 2017 ein konzernweites Konzept erarbeitet und mit den relevanten internen Stakeholdern abgestimmt und finalisiert. Zurzeit wird an den Standorten Köln und Hannover das Konzept pilotiert. Nach Beendigung der Pilotprojekte und einer entsprechenden Ergebnissondierung werden im Jahr 2018 Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern zur konzernweiten Einführung des mobilen Arbeitens beginnen. Zur Stärkung ihrer persönlichen Ressourcen greifen unsere Mitarbeiter auf umfangreiche Präventionsangebote im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements zurück. Beispielsweise fanden im Berichtsjahr an allen Standorten in Deutschland Gesundheitstage statt. Außerdem wurde im Jahr 2016 eine externe Mitarbeiterberatung eingeführt. Das Angebot umfasst eine kostenfreie und anonyme Sofortberatung bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen sowie einen Familienservice. Nicht nur die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen bestimmt unseren Geschäftserfolg, sondern auch ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten unserer Mitarbeiter untereinander, gegenüber unseren Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit. Ein fairer und respektvoller Umgang sowie die Achtung der Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen bilden dabei die Grundlage des Handelns unserer Mitarbeiter. Im Jahr 2016 wurde in diesem Zuge zum ersten Mal der Talanx-Werte-Award verliehen. Das Ziel der Auszeichnung ist es, vorbildliches Verhalten im Konzern zu würdigen und Andere zum Handeln im Sinne der Werte zu inspirieren. Das Projekt "Our Values connect" der österreichischen HDI Versicherung AG ist der Gewinner des Talanx-Werte-Awards 2017, Das Vorhaben überzeugte mit einer umfassenden internationalen Wertekampagne in den Ländern Österreich, Tschechien, Ungarn und Slowakei. Eine bereichsübergreifende Ideenwerkstatt, abteilungsübergreifende Get-togethers und eine auf die Werte ausgerichtete Raumgestaltung fielen bei der Entscheidung ebenfalls positiv ins Gewicht. ACHTUNG DER MENSCHENRECHTEAls Konzern mit 22.059 Mitarbeitern weltweit sind wir uns der aus unserer Größe und Marktstellung resultierenden Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und der Gesellschaft bewusst. Wir berichten daher auf freiwilliger Basis über diesen Aspekt, auch wenn er nicht wesentlich i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes ist. Wir bekennen uns im Einklang mit den anwendbaren Gesetzen, Konventionen und Bestimmungen dazu, weltweit die Menschenrechte zu respektieren (siehe hierzu Abschnitt "Compliance" auf Seite 69 f.). LIEFERANTENMANAGEMENTDen größten Einfluss hinsichtlich der Wahrung von Menschenrechten kann der Talanx-Konzern in seiner weltweiten Liefer- bzw. Wertschöpfungskette ausüben. Auch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen in unserer Lieferkette als gering eingeschätzt wird, achten wir bei der Auswahl unserer Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen in Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Talanx-Werte eingehalten werden. Um unser Commitment zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, ist ein konzerneinheitlicher Verhaltenskodex für Lieferanten in Planung. Der Aspekt der Beschaffung wird dabei getrennt für den Einkauf und den IT-Einkauf betrachtet. Bei der IT-Beschaffung nutzen wir bereits einen Verhaltenskodex für Auftragnehmer, der Bestandteil der "Arbeitsanweisung Einkauf IT-Assets und IT-Dienstleistungen" des Talanx-Konzerns ist. Der Verhaltenskodex deckt die Menschenrechte von Arbeitnehmern -etwa das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit sowie Diskriminierung -, den Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer sowie das Thema Umweltschutz ab. Weiterhin verlangt der Kodex von den Auftragnehmern die Einhaltung ethischer Normen. Er ist für Lieferanten bzw. Auftragnehmer im Bereich it verpflichtend. Auch die Hannover Rück hat einen solchen Kodex in Anwendung. Zusätzlich sollen alle Lieferanten laufend nach Umwelt- und Sozialstandards bewertet und in ESG-Risikokategorien eingeordnet werden, um nachhaltigkeitskonforme Geschäftspraktiken zu gewährleisten. ZIELE UND MASSNAHMEN: "LIEFERANTENMANAGEMENTscroll
Ein Lieferantenkodex ist bereits bei zwei unserer Gesellschaften, der Hannover Rück und der Talanx Systeme AG, in Anwendung. Grundsätzlich verpflichtet die Hannover Rück ihre Lieferanten auf die Entsprechung der in dem Verhaltenskodex für Lieferanten der Hannover Rück festgelegten Minimalstandards. Diese wurden im Jahr 2017 im Hinblick auf ein ausdrückliches Verbot moderner Sklaverei und Menschenhandels in ihren Lieferketten erweitert. Zusätzlich hat die Hannover Rück ein anwendungsgestütztes Verfahren zur Selbstauskunft von Lieferanten und Dienstleistungspartnern entwickelt, das ebenfalls auf Kriterien des Verhaltenskodex beruht. Das Verfahren wird regelmäßig in den Lokationen in Hannover genutzt und gewährleistet eine Bewertung aller Lieferanten nach Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards. Die Hannover Rück plant, dieses Verfahren in einem ersten Schritt ebenfalls in ihren Außenstellen in Großbritannien und Irland einzusetzen und es im nächsten Schritt in den weltweiten Lokationen einzusetzen. Auch die WARTA-Gruppe in Polen sowie die HDI Assicurazioni in Italien verpflichten ihre Lieferanten zu ethisch, sozial und ökologisch korrektem Verhalten. Dazu müssen potenzielle Lieferanten eine Erklärung abgegeben, in der sie sich zu nationalen Arbeitsgesetzen und den Prinzipien des UN Global Compact bekennen. An der Entwicklung und schrittweisen Implementierung eines konzernweiten Lieferanten-Verhaltenskodex wird aktuell gearbeitet. Das Nachhaltigkeitsziel wird damit später als ursprünglich geplant erreicht. SOZIALBELANGEAls börsennotiertes Unternehmen, das konzernweit auf der ganzen Welt 22.059 Mitarbeiter beschäftigt, ist sich der Talanx-Konzern seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Da erneuerbare Energien, Straßen oder Stromnetze Grundbedürfnisse einer Bevölkerung darstellen, sehen wir hier einen wesentlichen Einfluss auf die Sicherstellung des Schutzes und der Entwicklung lokaler Gemeinschaften. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld macht es für Versicherer zunehmend attraktiver, in alternative Kapitalanlagen zu investieren. Der Talanx-Konzern setzt dabei neben Immobilien und Private Equity insbesondere auf Infrastrukturprojekte. Darüber hinaus werden in unserem strategischen Handlungsfeld "Corporate Citizenship" weitere Nachhaltigkeitsziele verfolgt und Maßnahmen ergriffen, über die an dieser Stelle nicht detailliert berichtet wird, da sie nicht wesentlich i. S. d. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes sind. INFRASTRUKTURINVESTITIONENDie Nachfrage nach Investitionen in zentrale Infrastrukturgüter ist weitgehend von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen unabhängig und für institutionelle Investoren daher sehr gut planbar. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zielsetzung bleibt jederzeit eine solide Geldanlage im Interesse der Versicherten. Eines der zentralen Selektionskriterien für die Investitionen ist ein reguliertes Umfeld, etwa über gesetzlich geregelte Einspeisevergütungen, Anreizregulierung und "Public Private Partnerships". Infrastrukturinvestitionen erfolgen vorrangig im Euroraum, wobei der Fokus auf Projekten aus den Sektoren Transport und Energie und dem Bereich der sozialen Infrastruktur liegt. Über Fonds ist der Talanx-Konzern bereits länger indirekt in Infrastrukturprojekte involviert. In den letzten Jahren hat die Gruppe hier konsequent Expertise ausgebaut und beteiligt sich seit Anfang des Jahres 2014 mit einer neuen, spezialisierten Einheit auch direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten. Zum diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Windparks, Solarparks, Stromnetzen und Public-Private-Partnership(ppp)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. ZIELE UND MASSNAHMEN: "INFRASTRUKTURINVESTITIONEN"scroll
Geplant sind Investitionsvolumen pro Projekt von 30 Mio. EUR bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 50 Mio. EUR bis 200 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Zum Jahresende 2017 war der Talanx-Konzern insgesamt mit einem Volumen von rund 1,9 (Vorjahr 1,4) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten engagiert. Für das Jahr 2018 erwartet das Team Infrastruktur Investments Neuinvestitionen in Höhe von ca. 300 Mio. EUR in Form von Eigen- und Fremdkapital. Perspektivisch ist auf lange Frist ein Investitionsvolumen in breit diversifizierte alternative Anlagen von bis zu 5 Mrd. EUR denkbar. Ein bedeutender Meilenstein im Bereich der Infrastrukturinvestitionen war unser Investment in den Offshore-Windpark Gode Wind 1 im Jahr 2015, Erstmals war mit dem Talanx-Konzern ein Versicherungsunternehmen Lead-Investor bei der Koordination eines Infrastrukturinvestments. Die Transaktion wurde vom Fachmagazin Project Finance International (pfi) als "Europe Renewables Deal of the Year 2015" gekürt. Der Grundstruktur der im Jahr 2015 umgesetzten Transaktion folgend hat der Talanx-Konzern auch im Jahr 2017 wiederum als Lead-Investor eine Gruppe institutioneller Investoren und Banken erfolgreich bei der Zeichnung einer Anleihe zur Finanzierung eines Offshore-Windparks koordiniert. Das Volumen der Projektanleihe für Borkum Riffgrund 2 beträgt 832 Mio. EUR und umfasst eine zweistellige Anzahl von Investoren aus sechs Ländern. Damit wird der 50-prozentige Anteil von Global Infrastructure Partners (GIP) mit einem Transaktionswert in Höhe von 1.170 Mio. EUR am Windpark des dänischen Energieversorgers 0rsted (ehemals DONG Energy) finanziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt rund zehn Jahre. Nach der erfolgreichen Finanzierung des Offshore-Windparks Gode Wind 1 ist dies die zweite erfolgreiche großvolumige Transaktion unter der Führung des Talanx-Konzerns. UMWELTBELANGEDer Talanx-Konzern hat als Dienstleister vergleichsweise geringe umweltbezogene Auswirkungen. Diese entstehen in erster Linie durch unsere 22.059 Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen und sich täglich auf den Weg zur Arbeit und zurück begeben. Gleichwohl nimmt der Konzern seine Verantwortung für die Umwelt sehr ernst und ist bestrebt, die negativen ökologischen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten. Im Rahmen der durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse wurde dabei die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, insbesondere durch die Reisetätigkeiten, in den Fokus der Bemühungen gerückt. Darüber hinaus werden in unserem strategischen Handlungsfeld "Betriebsablauf und Beschaffung" weitere Nachhaltigkeitsziele verfolgt und Umweltschutzmaßnahmen ergriffen. (TREIBHAUSGAS-)EMISSIONEN BZW. KLIMAWANDELUm unser Tagesgeschäft und den Einkauf nachhaltigkeitsorientiert sowie kosteneffizient zu gestalten, setzt der Talanx-Konzern auf einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Dies gilt insbesondere beim Verbrauch von Energie und Wasser sowie von Materialien. Darüber hinaus entsteht ein wesentlicher Teil unserer Treibhausgasemissionen durch unsere Dienstreisen und den täglichen Weg zur Arbeit. ZIELE UND MASSNAHMEN: "(TREIBHAUSGAS-)EMISSIONEN BZW. KLIMAWANDEL"scroll
Neben der Festlegung einer CO2 -Obergrenze für Dienstwagen unterstützt der Talanx-Konzern seine Mitarbeiter bei der umweltschonenden Anreise zum Arbeitsplatz, indem an verschiedenen Standorten in Deutschland Vergünstigungen für den öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung gestellt werden. Als eines der ersten Unternehmen in der Region Hannover hat der Talanx-Konzern im Geschäftsjahr 2017 zudem ein rein elektrisch betriebenes Postzustellfahrzeug in Betrieb genommen und stellt Mitarbeitern und Gästen E-Ladestationen am Standort Hannover zur Verfügung. Darüber hinaus wollen wir die Anzahl von konzerninternen Dienstreisen weiter reduzieren und setzen auf den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen. Da die oben genannten Maßnahmen zum Teil erst im Berichtsjahr umgesetzt wurden und sich die Ergebnisse erst im Laufe der Zeit zeigen werden, kann derzeit noch nicht qualitativ und quantitativ über Ergebnisse berichtet werden. Teilweise handelt es sich auch um fortlaufende Maßnahmen. Der Aspekt des Materialverbrauchs betrifft den Talanx-Konzern als Unternehmen, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, vor allem mit Blick auf die Verwendung von Papier. Weitere Materialien benötigen wir für den Produktionsprozess von Versicherungsschutz und weiteren Dienstleistungen nicht in wesentlichem Umfang. Deswegen setzen wir auf den Einsatz von FSC-zertifiziertem Papier in unseren Druckern und Druckzentren. Dieses wird aus verantwortungsvoller und nachhaltig angelegter Waldwirtschaft gewonnen. Um den Papierverbrauch zu reduzieren, ist die Standardeinstellung bei Druckern zudem doppelseitiger Druck. Auch der Energieverbrauch unserer nationalen und internationalen Standorte wird kontinuierlich optimiert. Es wird vermehrt mit Zeitschaltprogrammen und Präsenzmeldern in Büros gearbeitet und die Installation von LED-Beleuchtung in den Gebäuden ausgeweitet. Bereits im Jahr 2012 hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück ein nach DIN EN ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingeführt. Dieses wurde im Jahr 2015 auf das umfassendere Managementsystem EMAS umgestellt. Das Ziel der Hannover Rück, am Standort Hannover CO2 -neutral zu agieren, wurde im Geschäftsjahr 2016 erreicht. Die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr 2012 sowie die Kompensation der durch Flüge verursachten Treibhausgasemissionen über die Klimaschutzorganisation atmosfair trugen zu diesem Ergebnis bei. Weitere CO2 -Emissionen, die durch Fernwärme und Papierverbrauch entstehen, werden neben Kompensationszahlungen an die Klimaschutzorganisation atmosfair zusätzlich durch den Erwerb von Klimazertifikaten des BUND(Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)-Projektes "Moorland" kompensiert. Nachdem am Standort Hannover die Stromversorgung bereits auf erneuerbare Energien umgestellt wurde, soll dies nun schrittweise auch an den internationalen Standorten der Hannover Rück geschehen. CORPORATE GOVERNANCEERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT1)ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄß §§ 289F, 315D HGBENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGVorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben: Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden ("comply or explain"). Die letzte Entsprechenserklärung erfolgte am 27. Februar 2017, Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG bei der Umsetzung des DCGK in seiner aktuell gültigen Fassung vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 24. April 2017, sowie in seiner vorherigen Fassung vom 5. Mai 2015 jeweils in folgenden drei Punkten von den Kodexempfehlungen abweicht: 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen)Die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird zum Teil in Form von Talanx Share Awards gewährt. Die maximale Anzahl der gewährten Share Awards bei der Zuteilung hängt von der Gesamthöhe der variablen Vergütung ab, die der Höhe nach begrenzt ist (sogenannter Cap), d. h., die Zuteilung von Share Awards unterliegt der Höchstgrenze. Die Share Awards unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist. Dadurch nehmen die Vorstandsmitglieder während dieses Zeitraums an positiven wie auch negativen Entwicklungen der Gesellschaft, wie sie sich im Aktienkurs widerspiegeln, teil. Nach Ablauf der Sperrfrist wird der Gegenwert der Share Awards an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich nach dem zum Auszahlungszeitpunkt gültigen Aktienkurs der Talanx-Aktie zuzüglich eines Betrages in Höhe der insgesamt während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividende je Aktie. Damit folgen die Share Awards der wirtschaftlichen Entwicklung der Talanx-Aktie. Der sich aus der Gewährung der Share Awards ergebende Betrag der variablen Vergütung ist somit im Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards begrenzt, nicht jedoch noch einmal im Zeitpunkt der Auszahlung. Eine weitere Begrenzung des aus der Gewährung der Share Awards resultierenden Betrags der variablen Vergütung im Auszahlungszeitpunkt hält die Gesellschaft vor dem Hintergrund des mit den Share Awards angestrebten Gleichlaufs der Interessen zwischen Aktionären und Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG nicht für sinnvoll. Aus Sicht der Gesellschaft handelt es sich bei dem Auszahlungsweg über die Talanx Share Awards wirtschaftlich betrachtet um ein Zwangsinvestment in Talanx-Aktien mit vierjähriger Haltefrist. Die Talanx AG erklärt daher formal und höchst vorsorglich ein Abweichen von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)Eine vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden wäre zudem bei einem vereinbarten Abfindungs-Cap eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK abzuweichen. 3. Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 3 DCGK (Vorsitz im Prüfungsausschuss [Audit Committee])Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Wenngleich auch andere Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen, so ist allein der derzeitige Vorsitzende des Ausschusses die ganze Zeit seines Berufslebens in der Versicherungsbranche tätig gewesen. Er blickt zurück auf 29 Jahre in Vorständen von Versicherungs- und Versicherungsholdinggesellschaften, davon 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender in direkter Mitverantwortung für die bilanzielle Ergebnissituation und -darstellung der jeweiligen Gesellschaft. In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Eine Machtkonzentration in seiner Person ist damit weder im Finanz- und Prüfungsausschuss noch im Gesamtaufsichtsrat verbunden: In beiden Gremien verfügt er jeweils wie die übrigen Mitglieder über eine Stimme. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 3 DCGK abzuweichen. Abgesehen von den vorgenannten Ausnahmen wird die Gesellschaft auch weiterhin den Empfehlungen des DCGK entsprechen.
Hannover, den 27. Februar 2018 Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite http://www.talanx.com/investor-relations/corporate-governance. Sie finden dort ebenfalls den aufgrund der Zweitnotierung der Talanx AG an der Warschauer Wertpapierbörse erforderlichen Bericht zum "Code of Best Practice for Warsaw Stock Exchange Listed Companies". ZIELGRÖSSEN GEMÄß §§ 76 ABSATZ 4, 111 ABSATZ 5 AKTG; GESETZLICHE QUOTE FÜR DEN AUFSICHTSRAT GEMÄß § 96 ABSATZ 2 AKTGNach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst war der Aufsichtsrat der Talanx AG verpflichtet festzulegen, welcher Anteil von Frauen im Vorstand der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. Juni 2017 angestrebt wird. Der Aufsichtsrat hatte für den genannten Zeitraum eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der Gesellschaft von null festgelegt. Bis zum 30. Juni 2017 wurde diese Zielgröße nicht überschritten. Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Gesellschaft ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit 30 % vorgegeben; sie gilt für erforderlich werdende Neuwahlen und Entsendungen ab dem 1. Januar 2016 zur Besetzung einzelner oder mehrerer Aufsichtsratssitze. Im Berichtsjahr hat es keine Neuwahlen oder Entsendungen gegeben. Bei den im Jahr 2018 anstehenden Neuwahlen der Anteilseignervertreter wird diese Quote Beachtung finden. Ferner war nach dem vorgenannten Gesetz der Vorstand verpflichtet festzulegen, welcher Anteil von Frauen in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Gesellschaft in der Zeit bis zum 30. Juni 2017 angestrebt wird. Für die erste Führungsebene war eine Zielgröße für den Frauenanteil von 9,1 %, für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 28,6 % beschlossen worden. Zum 30. Juni 2017 betrug der Anteil von Frauen in der ersten Führungsebene 9,1 % und in der zweiten Führungsebene 23,8 %. Damit wurde die für die erste Führungsebene festgesetzte Zielgröße erreicht. Die Zielgröße für die zweite Führungsebene wurde aufgrund von internen Umstrukturierungen und Wechseln unterschritten. Als neue Frist für die Zielgröße des Anteils von Frauen im Vorstand und in den ersten beiden Führungsebenen der Gesellschaft wurde der 30. Juni 2022 festgelegt. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, innerhalb des genannten Zeitraums die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft anzustreben -ohne Präjudiz für mögliche anlassbezogene anderweitige Entscheidungen zu gegebener Zeit. Der Vorstand hat für denselben Zeitraum für die erste Führungsebene eine Zielgröße für den Frauenanteil von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 % beschlossen. CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx-Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst (http://www.talanx.com/corporate-governance). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen; denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. UNTERNEHMENSVERFASSUNGGute Corporate Governance ist für die Talanx AG und die Talanx-Gruppe unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter identifizieren sich mit den beschlossenen Corporate-Governance-Grundsätzen, die sich am DCGK orientieren. Dem steht auch nicht entgegen, dass im Berichtsjahr erneut Empfehlungen des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann -wie im vorliegenden Fall -im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den im DAX und MDAX vertretenen Unternehmen ein. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. VORSTANDDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 8 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx AG" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:
Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 9 f. des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für die Bestellung von Abschlussprüfern vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer. Er befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und nimmt im Übrigen seine Rechte und Pflichten im Rahmen des durch die EU Audit Reform erweiterten Aufgabenspektrums wahr. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx-Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die nächste, im Jahr 2018 bzw. -für die Arbeitnehmervertreter - 2019 beginnende Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Im Hinblick auf die aus Sicht des Aufsichtsrats angemessene Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder hat der Aufsichtsrat beschlossen, dass ihm zwei unabhängige Mitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 DCGK angehören sollen. Dies sind u. a. Frau Aschendorf und Herr Lohmann. Derzeit erfüllt der Aufsichtsrat damit diese Zielsetzung. Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind hierbei nicht berücksichtigt. DIVERSITÄTSKONZEPT - ZIELE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS SOWIE STAND DER UMSETZUNGDie Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Der Aufsichtsrat soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Dabei soll insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx-Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten. Bei der Auswahl der Kandidaten, die der Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, wird darauf geachtet, dass es sich um Personen handelt, die über die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Des Weiteren wird bei der Auswahl dem Grundsatz der Vielfalt Rechnung getragen. Derzeit sind vier Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Eine davon ist auch Mitglied des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Auf Ebene des Vorstands wird angestrebt, bis zum Juni 2022 mindestens eine Frau zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft zu bestellen. Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATEine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 94 ff. MELDEPFLICHTIGE WERTPAPIERGESCHÄFTE (DIRECTORS' DEALINGS)Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die zu diesen in enger Beziehung stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder damit verbundenen Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach Artikel 19 Absatz 2 und 3 Marktmissbrauchsverordnung erforderlichen Veröffentlichungen und Mitteilungen sicher, sondern veröffentlicht Directors' Dealings auch auf ihrer Internetseite. ANTEILSBESITZ VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2017 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. COMPLIANCECompliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx-Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird. Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Diesem Umstand wird Rechnung getragen, indem der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken regelmäßig überprüft wird und auch im Jahr 2017 weiterentwickelt worden ist. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung, die maßgebliche Grundlage für die konzernweite Compliance-Arbeit im kommenden Jahr ist. Ein weiterer Sockel eines Compliance-Management-Systems ist das Compliance-Regelwerk. An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx-Konzerns. Gleichzeitig enthält er die hohen ethischen und rechtlichen Standards, nach denen der Konzern sein Handeln weltweit ausrichtet. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite abrufbar. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit diesem Kodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen im Einklang steht. Eine im Berichtsjahr grundlegend überarbeitete Compliance-Richtlinie konkretisiert die im Kodex enthaltenen Inhalte und setzt Mindestvorgaben für die einzelnen Compliance-Kernthemen (Korruptionsprävention, Kartellrechts-Compliance, Finanzsanktionen und Embargo, Produkt- und Vertriebs-Compliance, Kapitalmarkt-Compliance, Kapitalanlage-Compliance, Corporate Compliance). Themen- und geschäftsbereichsspezifische Anweisungen operationalisieren zudem die in der Compliance-Richtlinie enthaltenen Mindestvorgaben im In- und Ausland. Es steht somit allen Mitarbeitern ein auf die konkreten Bedürfnisse ihres Arbeitsalltags zugeschnittenes Leitlinienset zur Verfügung, um sie in ihrem rechtmäßigen und integren Verhalten zu unterstützen. Die Mitarbeiter wurden im Berichtsjahr für die im Compliance-Regelwerk enthaltenen Leitplanken und Vorgaben durch verschiedene Kommunikationsmaßnahmen und Schulungen sensibilisiert. So wurde neben einer neuen Trainingsoffensive für kartellrechtliche Inhalte auch die bereits seit vielen Jahren durch den Chief Compliance Officer mit gestaltete und durchgeführte Dialogveranstaltung für Fach- und Führungskräfte auch in diesem Jahr fortgesetzt und konzeptionell weiterentwickelt. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist, und weiteren Compliance Officern, die für die einzelnen Geschäftsbereiche des Talanx-Konzern (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück, der über eine eigene Compliance-Organisation verfügt, die in einem engen Austausch mit dem Compliance-Bereich der Talanx steht) zuständig sind. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über die Talanx-Internetseite weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Hinweisen auf Rechtsverstößen und Fehlverhalten wird konsequent zur Wahrung der Compliance-Kultur und im Interesse aller Stakeholder nachgegangen. Daneben bekennt sich die Talanx durch ihre Mitgliedschaft in Compliance-Vereinigungen, die sich für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg durch eine robuste Compliance-Organisation einsetzen, zur Bedeutung von Compliance für die Gruppe. Hier sind insbesondere auf nationaler Ebene das Deutsche Institut für Compliance e. V. (DICO) und auf internationaler Ebene das versicherungsspezifische Chief-Compliance-Officer-Forum (CCO-Forum) zu nennen. Neben der Identifizierung gemeinsamer Standpunkte und Impulse zur Entwicklung von Best-Practice-Lösungen entsteht durch diese Mitgliedschaften auch die Möglichkeit, Entwicklungen im regulatorischen Umfeld von Compliance frühzeitig zu erkennen und zu würdigen. Der Vorstand legt dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx-Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt werden. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGENZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALSDie Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17 "Eigenkapital", erläutert. STIMMRECHTS- UND ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGENSoweit Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms vergünstigte Mitarbeiteraktien erworben haben, unterliegen diese einer Sperrfrist, die am 30. November 2017 endete. Vor Ablauf dieser Sperrfrist durften die übertragenen Aktien von den Mitarbeitern grundsätzlich nicht veräußert werden. DIREKTE UND INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITENDer HDI V. a. G., Riethorst 2, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHENEs gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERBETEILIGUNG AM KAPITALEs sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Absatz 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND SATZUNGSBESTIMMUNGEN ÜBER BESTELLUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN UND ÜBER SATZUNGSÄNDERUNGENDie Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsholdinggesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 vag). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. BEFUGNISSE DES VORSTANDS, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFENDie Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Mai 2017 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 10. Mai 2022, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 126.398.821,25 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital i). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 31.599.700 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital ii). In der Hautpversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.998.521,25 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR -nach Zustimmung des Aufsichtsrats -verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. WESENTLICHE VEREINBARUNGEN DER TALANX AG MIT CHANGE-OF-CONTROL-KLAUSELNNach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTSEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. VERGÜTUNGSBERICHTIm Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2017 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und beinhaltet Angaben, die nach den Erfordernissen des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" Bestandteil des Anhangs zum Konzernjahresabschluss 2017 sind. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 314 HGB) bzw. des Lageberichts (§ 315 HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie die Regelungen des Artikels 275 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Ein unabhängiges Gutachten bestätigt, dass das Vergütungssystem den Anforderungen des Artikels 275 Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 an eine geschäfts- und strategiekonforme sowie risikoadjustierte Vergütungspolitik entspricht. VERGÜTUNG DES VORSTANDSDie Festlegung der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich. VORSTANDSVERGÜTUNGSMODELL AB 1. JANUAR 2011![]()
1)
Vorstandsvorsitzender/Finanzvorstand: 70
% Konzernergebnis, 30 % individuelle Performance (persönliche Ziele) STRUKTUR DER VORSTANDSVERGÜTUNGDas Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen, langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 50 % bis 70 %. FestvergütungDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung gilt für den gesamten Bestellungszeitraum. Sachbezüge/NebenleistungenDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Variable VergütungDie Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie -bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich -einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. KonzernbonusAls Konzernbonus wird ein individuell bestimmter und im Dienstvertrag festgelegter Betrag je 0,1 Prozentpunkt vergütet, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkt Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der zugrunde gelegte risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. Es erfolgt eine jährliche Anpassung des zugrunde gelegten risikofreien Zinssatzes (für 2017: 0,76 %). Der Höchstbetrag des Konzernbonus beläuft sich auf das Doppelte des bei Erreichen der Kalkulationsgrundlage gewährten Betrags und der maximale Malusbetrag auf -100 %. GeschäftsbereichsbonusFür die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus für die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International werden seit dem Geschäftsjahr 2013 folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: Bruttoprämienwachstum, kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende an die Talanx AG. Die Festsetzung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat auf Basis des jeweiligen Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien nach pflichtgemäßem Ermessen. Es wird die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine Zielerfüllung von 100 % individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht. IndividualbonusFerner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Der Betrag für eine Zielerfüllung von 100 % wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Erstmals mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2017 kann ein an der persönlichen Gesamtleistung des Vorstandsmitglieds orientierter allgemeiner Leistungsbonus im Rahmen des Individualbonus nach pflichtgemäßem Ermessen vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. Gesamthöhe der variablen VergütungDie Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Erhält man als Folge der Addition der Einzelbeträge einen Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. BEMESSUNGSGRUNDLAGEN/VORAUSSETZUNGEN FÜR ZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNGscroll
AUSZAHLUNGSMODAUTÄTEN DER VARIABLEN GESAMTVERGÜTUNGscroll
Negative variable Gesamttantieme = Auszahlung von 0 EUR variable Vergütung Ein etwaiger Minuswert der variablen Gesamttantieme eines Geschäftsjahres wird vollständig in die Bonusbank übernommen (siehe Spalte "mittelfristig") Auszahlung der variablen VergütungVon dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausgezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausgezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. BonusbankIn die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausgezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo -unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr -gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. Share AwardsDer weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie (Cap). Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Bei einem Vorstandsmitglied werden zusätzlich virtuelle Share Awards gewährt, deren Gesamtzahl sich nach dem Wert je Aktie der Hannover Rück im Zeitpunkt der Zuteilung bestimmt. Der Wert je Aktie der Hannover Rück richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück SE für das abgelaufene Geschäftsjahr (Cap). In diesem Fall wird für je einen Share Award nach Ablauf der Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Hannover Rück-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Nach dem bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Vergütungsmodell wurden dem betreffenden Vorstandsmitglied Aktienwert-Beteiligungsrechte (abr) der Hannover Rück SE zugeteilt. Die Zuteilung der abr erfolgte letztmals im Jahr 2011 für das Geschäftsjahr 2010, Der virtuelle Aktienoptionsplan mit abr bleibt so lange in Kraft, bis alle zugeteilten abr ausgeübt oder verfallen sind. Die detaillierten Bedingungen werden im Anhang dieses Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Anteilsbasierte Vergütung" erläutert. VerwässerungsschutzFür den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Programms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken, und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen. Fortzahlung bei ArbeitsunfähigkeitBei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. Vorzeitige Beendigung der VorstandstätigkeitBei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. der Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. der bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalls oder Todesfalls hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Die in den Dienstverträgen enthaltenen Regelungen zur vorzeitigen Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Dienstvertrags sehen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung eines sogenannten Übergangsgeldes vor, das sich nach dem für das Ruhegehalt erreichten Prozentsatz der Festbezüge errechnet. Es besteht in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren. Anderweitige Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit werden bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres in Höhe von 50 % auf das Übergangsgeld angerechnet. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich sowie hinsichtlich der in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung und ihrer variablen Vergütungsteile auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung", Seite 87 ff. in diesem Konzerngeschäftsbericht. Nebentätigkeiten der VorstandsmitgliederDie Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet. Höhe der VorstandsvergütungDie Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG und die mit ihr verbundenen Unternehmen betrugen 10.359 (11.086) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß drs 17 dargestellten Komponenten. GESAMTBEZÜGE DES AKTIVEN VORSTANDS GEMÄSS DRS 17 (GEÄNDERT 2010)IN TEURscroll
scroll
1)
Zum Bilanzstichtag 2017 lag noch kein Organbeschluss
über die Höhe der erfolgsabhängigen Vergütungen für 2017 vor. Der
Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend festgelegten
Rückstellungen In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des aktiven Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 zu sehen. GESAMTAUFWAND FÜR DIE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES AKTIVEN VORSTANDSIN TEURscroll
scroll
1)
Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen
Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit von der individuellen Restlaufzeit
des Dienstvertrags erfasst BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNGDie Dienstverträge von fünf Vorstandsmitgliedern der Talanx AG beinhalten Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet (leistungsorientiertes System). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt je nach Vertrag zwischen 50 % und 65 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. Für ein Vorstandsmitglied besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System beruht. Danach wird eine lebenslange Altersrente gewährt, wenn das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet hat und aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. Die Höhe der monatlichen Altersrente berechnet sich nach dem Stichtagsalter (Jahr des Stichtags abzüglich Geburtsjahr) und dem Finanzierungsbeitrag am Stichtag. Der jährliche Finanzierungsbeitrag für diesen Vertrag wird in Höhe von 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (feste jährliche Bezüge zum Stichtag 1. Mai eines jeden Jahres) von der Gesellschaft geleistet. In beiden Vertragsvarianten werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). HINTERBLIEBENENVERSORGUNGStirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. ANPASSUNGENFür Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. Laufende Altersrenten auf Basis der Zusagen nach dem beitragsorientierten System werden jährlich um 1 % ihres letzten (Brutto-) Betrags erhöht. HÖHE DER ALTERSVERSORGUNGDie Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.743 (1.607) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.513 (1.325) TEUR. Diese Angaben sind in der nachfolgenden Tabelle individualisiert dargestellt und erläutert. PESIONSANWARTSCHAFTEN DES AKTIVEN VORSTANDSIN TEURscroll
1)
Wert des vereinbarten jährlichen Ruhegehalts
bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 7 (7) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 765 (752) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 18.346 (18.776) TEUR. In den folgenden beiden Tabellen werden die den aktiven Mitgliedern des Vorstands gewährten und zugeflossenen Zuwendungen gemäß Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt. WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄß ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (1. SPIEGELSTRICH) DCGKIN TEURscroll
scroll
scroll
1)
Zielwert ZUFLUSS IM BZW. FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄß ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (2. SPIEGELSTRICH) DCGKIN TEURscroll
scroll
scroll
1)
Zufluss (Auszahlungsbetrag) im Berichtsjahr VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSDie Vergütung des Aufsichtsrats richtet sich nach § 13 der Satzung der Talanx AG. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Million Euro, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, der seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrags. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.410 (2.506) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS1)IN TEURscroll
1)
Beträge ohne erstattete USt. DARLEHEN AN ORGANMITGLIEDER UND HAFTUNGSVERHÄLTNISSEZur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist Geschäftsführer und Präsident des Verwaltungsrats der Secquaero Advisors AG, Zürich, und hält an dieser Gesellschaft einen Aktienanteil von 18,47 %. Die Secquaero Advisors AG war im Berichtsjahr für die Hannover Rück SE in verschiedenen Bereichen beratend tätig; in diesem Zusammenhang wurden Honorare in Höhe von weniger als 10 TEUR für das Jahr 2017 an die Gesellschaft gezahlt. Weitere nach IAS 24 angabepflichtige Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen gab es im Berichtsjahr nicht. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄß IAS 24IN TEURscroll
1)
Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr
in die Bonusbank einzustellenden Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung
der Mitglieder des Vorstands VERGÜTUNG DER GESCHÄFTSLEITER UND FÜHRUNGSKRÄFTE UNTERHALB DES KONZERNVORSTANDSDie Vergütungsstrategie des Talanx-Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Durchschnittlich lag der Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2016, die im Mai 2017 zur Auszahlung gekommen ist, bei 27,3 %. Im Bereich der Erstversicherung und der zugehörigen Konzernfunktionen gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig, und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auch für die leitenden Angestellten der zweiten Berichtsebene umgesetzt. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 20 % oder 30 % des Zielgehalts aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung mit 10 %, 30 % und 60 % gewichtet. In den Konzernfunktionen werden die individuellen Ziele mit 70 % und das Konzernergebnis zu 30 % berücksichtigt. Führungskräfte der ersten Berichtsebene im Vertrieb haben einen durchschnittlichen variablen Gehaltsbestandteil in Höhe von 30 % des Zielgehalts, der sich zu je 10 % auf das Konzernergebnis und das Geschäftsbereichsergebnis bezieht und zu 80 % auf individuelle Ziele. In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung. Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands (Managementebenen 2 und 3) und für die dem Führungskreis grundsätzlich angehörenden inländischen Schlüsselfunktionsträger besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung. Diese setzt sich aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Award-Programm, zusammen. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert in den Marktbereichen zu 20 % auf dem Konzernergebnis, zu 40 % auf der Zielerreichung im jeweiligen Segment Schaden-Rückversicherung bzw. Personen-Rückversicherung und zu weiteren 40 % auf der individuellen Zielerreichung. Für Führungskräfte mit Verantwortung im Servicebereich richtet sich die variable Vergütung nach dem Konzernergebnis und den individuellen Zielen mit einer entsprechenden Gewichtung von 40 % und 60 %. Der Zielerreichungsgrad für das Konzernergebnis wie auch für die Segmente wird festgelegt. Individuelle Ziele sowie deren Zielerreichung werden zwischen Führungskraft und Vorgesetztem vereinbart. NACHTRAGSBERICHTEreignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 268, beschrieben. RISIKOBERICHTRISIKOSTRATEGIEDie Risikostrategie ist Ausgangspunkt für die konzernweite Umsetzung des Risikomanagements. Gekoppelt an die wertorientierte Steuerung ist sie integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns und spiegelt sich auch in den Detailstrategien der jeweiligen Geschäftsbereiche wider. Sie ist aus der Konzernstrategie abgeleitet und formuliert die Ziele des Risikomanagements bzw. des Vorstands. Als international operierender Konzern, der insbesondere Versicherungsleistungen anbietet, gehen wir eine Vielzahl von Risiken bewusst und kontrolliert ein, die untrennbar mit unserer unternehmerischen Tätigkeit und den entsprechenden Chancen verbunden sind. Dabei ist unser Risikoverständnis ganzheitlich: Für uns bedeutet "Risiko" das gesamte Spektrum positiver und negativer Entwicklungen über den jeweiligen betrachteten Zeithorizont der geplanten oder erwarteten Werte. Von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement sind jene negativen Entwicklungen, bei denen wir die Möglichkeit des erheblichen und nachhaltigen Nichterreichens eines explizit formulierten oder sich implizit ergebenden Zieles sehen. Entscheidende Bezugsgröße für unser Risikomanagement ist der Schutz des ökonomischen Kapitals des Konzerns. Dies setzt einen bewussten Umgang mit Risiken unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen voraus. Die vom Talanx-Vorstand in Konsistenz mit der Geschäftsstrategie festgelegte Risikostrategie bringt die grundsätzliche Haltung zur Erkennung und zum Umgang mit Risiken und Chancen zum Ausdruck. Vorrangiges Ziel ist es, mittels des Risikobudgets die Einhaltung der strategisch definierten Risikoposition sicherzustellen. Diese ist durch die drei folgenden Festlegungen bestimmt:
Als Nebenbedingung zur Kapitalausstattung verfolgt die Talanx eine Ziel-Kapitaladäquanzquote, die im Kapitalmodell von Standard & Poor's (s&p) der Kategorie AA entspricht. Zusätzlich müssen wir aufsichtsrechtliche Erfordernisse erfüllen. Die in der Konzernstrategie festgelegten Grundsätze finden ihren Niederschlag in risikostrategischen Maßnahmen bzw. daraus abgeleiteten Aktivitäten des Risikomanagements. Dieses unterstützt, überwacht und berichtet über die Erreichung dieser strategischen Zielsetzungen. Ein wesentliches Instrument im strategischen Risikomanagement ist das Risikobudget. Das Risikobudget legt auf Basis der Risikotragfähigkeit und der strategisch definierten Risikoposition das maximal auszuschöpfende Risikopotenzial für den Konzern fest. Es spiegelt somit die Risikoneigung des Talanx-Vorstands wider. Es wird im Rahmen der strategischen Programmplanung für das Folgejahr auf die einzelnen Geschäftsbereiche im Konzern verteilt und stellt für diese die Obergrenze für das zur Verfügung stehende Risikokapital dar. Darüber hinaus werden im Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem für den Konzern und die Geschäftsbereiche Limite und Schwellenwerte für die Kapitaladäquanzquote festgelegt, die das angestrebte s&P-Zielrating und das damit verbundene Konfidenzniveau berücksichtigen. Das gewählte Sicherheitsniveau für die ökonomische Kapitalbasis stellt sicher, dass auch neu hinzukommende Risiken durch den Konzern getragen werden können; mit 99,97 % liegt es deutlich über dem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Niveau von 99,5 %. Sowohl die Konzern- als auch die Risikostrategie unterliegen einer jährlichen Überprüfung. Durch dieses Überprüfen unserer Annahmen und ein erforderlichenfalls daraus abgeleitetes Adjustieren wollen wir die Angemessenheit und Aktualität unserer strategischen Leitlinien und ein Handeln auf einer angemessenen Informationsbasis sicherstellen. Gleichermaßen wird dadurch eine konsistente Ableitung der Risikostrategie aus der Geschäftsstrategie gewährleistet. TALANX ENTERPRISE RISK MODEL (TERM)Bereits vor dem Inkrafttreten des neuen VAG zum 1. Januar 2016 erhielt der Konzern bzw. der HDI V. a. G. als oberstes Mutterunternehmen die Genehmigung, die regulatorische Solvenzkapitalanforderung mit einem partiellen internen Modell bestimmen zu können. Die Besonderheit, dass die Risikosteuerung auf Ebene des Talanx-Konzerns erfolgt, spiegelt sich auch in der Bezeichnung unseres internen Modells term (Talanx Enterprise Risk Model) wider. term ist als volles internes Modell für den Talanx-Konzern als Risikokern konzipiert, dieses wird dann für regulatorische Zwecke auf die HDI-Gruppe erweitert. Dabei wird für die HDI-Gruppe die Modellierung des operationellen Risikos auf Basis der Standardformel vorgenommen. term stellt in der regulatorischen Sicht ein partielles internes Modell für die gesamte HDI-Gruppe dar. Damit bestehen zwei Sichten auf TERM, die regulatorische Sicht, bezogen auf die HDI-Gruppe, basierend auf einem partiellen internen Modell, und die ökonomische Sicht, bezogen auf den Talanx-Konzern als Risikokern der HDI-Gruppe, für die Risikosteuerung, basierend auf einem internen Modell unter Einschluss der Modellierung operationeller Risiken. TERM liegt die Idee zugrunde, für jede konsolidierte Gesellschaft eine stichtagsbezogene Solvabilitätsübersicht auf der Basis von Marktwerten zu erstellen. Diese Bilanz wird 10.000 Mal über einen Einjahreszeitraum projiziert, um so eine Verteilungsfunktion der in der Marktwertbilanz enthaltenen Eigenmittel oder Shareholders' Net Assets (sna) sowie der anderen nach Solvency II relevanten Eigenmittelgrößen zu erhalten. Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt im Wesentlichen mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein mit der Ausnahme, dass die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt werden. Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2017 liegen noch nicht vor. Für die regulatorische Solvenzquote vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2018 zusammen mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2018 sowie im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage (sfcr) zum 31. Dezember 2017. SCHLÜSSELFUNKTIONENDie Anforderungen an die Geschäftsorganisation nach dem Versicherungsaufsichtsrecht sehen vor, dass alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die "ein solides und vorsichtiges Management des Geschäftes" sicherstellt. Aus diesem Grund wurden die folgenden vier Schlüsselfunktionen etabliert: Unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagementfunktion), Compliance-Funktion, Revisionsfunktion und Versicherungsmathematische Funktion. Die Vorstände der Talanx AG haben zu diesem Zweck die entsprechenden Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie Berichtspflichten in einem Grundsatzpapier für die einzelnen Schlüsselfunktionen festgelegt und beschlossen. Durch die getroffenen Regelungen wird sichergestellt, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinander stehen und bezüglich der Wahrnehmung der Schlüsselfunktion nur den Weisungen des Vorstands unterliegen. Sie verfügen zur Ausübung ihrer jeweiligen Aufgaben über besondere Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand. Personen, die als Inhaber einer Schlüsselfunktion anzusehen sind, unterliegen, ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat, speziellen Anforderungen an die fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit. UNABHÄNGIGE RISIKOCONTROLLINGFUNKTIONDie unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagementfunktion) meldet dem Vorstand jene Risiken, die als möglicherweise materiell einzustufen sind, und unterstützt ihn bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen der Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Zu diesem Zweck identifiziert und evaluiert die Risikomanagementfunktion kontinuierlich auf Basis der Risikostrategie potenziell relevant einzustufende Risiken, definiert vom Vorstand zu verabschiedende Risikolimite und aggregiert die identifizierten Risiken zum Zwecke der Berichterstattung. Darüber hinaus koordiniert sie die Durchführung und Dokumentation der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Risikomanagementfunktion ist zudem für die Weiterentwicklung und die Anwendung des internen Modells zuständig. In diesem Zusammenhang analysiert sie die Leistungsfähigkeit des internen Modells und berichtet dem Vorstand in zusammengefasster Form über diese Analyse, gibt ihm Anregungen zur Verbesserung des Modells und hält ihn über Korrekturmaßnahmen für festgestellte Schwächen oder Mängel auf dem Laufenden. COMPLIANCE-FUNKTIONDie Compliance-Funktion wirkt auf die Einhaltung der für die Konzerngesellschaften geltenden gesetzlichen und regulatorischen Regelungen sowie der selbst gesetzten Regeln durch Mitarbeiter und Organmitglieder hin und überwacht ihre Einhaltung. Sie ist ein integraler Bestandteil des Governance-Systems und des internen Kontrollsystems des Konzerns. Sie wird durch den Chief Compliance Officer der Gruppe geleitet. Die Compliance-Funktion erstellt jährlich einen Compliance-Plan, in dem ihre für das Geschäftsjahr geplanten Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen dargelegt werden. Die Compliance-Funktion ist Bestandteil der zweiten Verteidigungslinie. Um die nachhaltige Einhaltung aller relevanten gesetzlichen, regulatorischen und selbst gesetzten Regeln sicherzustellen, führt die Compliance-Funktion entsprechende Überwachungsmaßnahmen durch (Schnittstellen zu Interner Revision, Fachabteilungen mit Verantwortung für erweiterte Compliance-Themen, ausländischen Compliance-Verantwortlichen sowie den anderen drei Schlüsselfunktionen). An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter der Gruppe. Eine Compliance-Richtlinie konkretisiert den Kodex und gibt Mitarbeitern im In- und Ausland Leitlinien für ein korrektes und angemessenes Verhalten im geschäftlichen Verkehr. Sie enthält insbesondere detaillierte Regelungen zu den nachfolgenden Compliance-Kernthemen:
Die Compliance-Richtlinie wird regelmäßig auf Aktualität hin überprüft und in der Folge gegebenenfalls aktualisiert. In diesem Fall gibt die Compliance-Funktion dies konzernweit bekannt. Die verantwortlichen Führungskräfte sind dafür zuständig, im Fall einer Aktualisierung der Richtlinie betroffene Arbeitsanweisungen ebenfalls zu aktualisieren. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über das Internet weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Auf dieser Basis kann Compliance tätig werden, den Schaden eingrenzen und weitere Schäden vermeiden. Die Compliance-Funktion erstellt einen jährlichen Compliance-Bericht, in dem die aktuellen gesetzlichen und regulatorischen Entwicklungen und die vielfältigen Aktivitäten im Bereich Compliance sowie die wesentlichen Sachverhalte mit Compliance-Relevanz dargestellt werden. REVISIONSFUNKTIONDie Konzern-Revision nimmt die Revisionsfunktion im Konzern wahr, indem sie prüfende, beurteilende und beratende Tätigkeiten in allen zum Konzern gehörenden Gesellschaften (Ausnahme Teilkonzern Hannover Rück) durchführt und die Konzernleitung bei der Wahrnehmung ihrer Überwachungsfunktion unterstützt. Das Prüfgebiet der Konzern-Revision erstreckt sich auf sämtliche Aktivitäten und Prozesse des Governance-Systems und schließt ausdrücklich die anderen Governance-Funktionen ein. Die Tätigkeiten der Konzern-Revision basieren auf einem umfassenden und von ihr jährlich fortzuschreibenden risikoorientierten Prüfungsplan. Als Stabsstelle ist die Konzern-Revision vom laufenden Arbeitsprozess losgelöst, unabhängig und organisatorisch selbstständig. Die Prozessunabhängigkeit ist dadurch gewährleistet, dass ihr funktional keine Linienaufgaben übertragen werden. Die folgenden Aufgaben werden von der Konzern-Revision übernommen:
Im Rahmen der periodischen Tätigkeitsberichte werden zeitnah die Vorstandsvorsitzenden/Geschäftsführer über Revisionsaktivitäten, Prüfungsergebnisse, die festgestellten wesentlichen Mängel, deren Klassifizierung, den Stand der Mängelbeseitigung sowie über Entwicklungen und wesentliche Risiken informiert. VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE FUNKTIONDie Versicherungsmathematische Funktion der Gruppe koordiniert die Tätigkeiten rund um die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen für Zwecke von Solvency II und überwacht den Prozess ihrer Berechnung. Dies umfasst auch die Vorgabe fachlich konsistenter Mindeststandards für Methoden, Modelle und Datenqualität auf Ebene der Gruppe. Daneben unterrichtet und berät die Versicherungsmathematische Funktion den Vorstand aus Perspektive der Gesamtgruppe zur Reservesituation, Zeichnungs- und Annahmepolitik sowie zur Angemessenheit der Rückversicherungsvereinbarungen. Die Versicherungsmathematische Funktion unterstützt zudem die Risikomanagementfunktion bei ihren Aufgaben, insbesondere auch in Fragen des internen Modells, bei der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) und stellt aktuarielle Expertise zur Verfügung. RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMSTRUKTUR DES RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMSDas Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erkennung, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen eines Unternehmens dar. Die Gruppe implementierte ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Risk-Management-Systems (erm), d. h. eines holistischen Systems, das auch Performancemessung und konsistente Handlungsanleitungen beinhaltet. PERFORMANCEKONZEPT UND INTEGRIERTES MANAGEMENT![]() Die Grundbegriffe Risiko, Kapital und Gewinn sind hierbei keine absoluten, sondern relative Größen, die jeweils von einem Stakeholder abhängen können. Das in der folgenden Grafik zusammengesetzte Schema zeigt die wesentlichen Komponenten des Risikomanagement-Systems der Gruppe auf. Hierzu gehören prozessuale Komponenten sowie Rahmenrichtlinien, die die Prozesse und geeignete Prozesskontrollen definieren. Für die Umsetzung eines erm kommen die Unternehmens- bzw. Risikomanagementphilosophie zum Tragen, die wesentliche Ecksteine der Risikokultur fixieren. Danach folgen allgemeine Prinzipien, die die Erfahrungen im Risikomanagement im Sinne einer Best Practice zusammenfassen. Die folgende Abbildung lehnt sich sehr stark an das Schema der Iso-Norm 31000 zum Risikomanagement an und gibt einen Überblick über unsere Grundstruktur des Risikomanagement-Systems. RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM DER GRUPPE - AUSPRÄGUNG DER ISO-NORM 31000![]() Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Limit- und Schwellenwertsystem ab, das geeignet ist, Risiken eigenständig, aber auch gesamthaft zu beurteilen. Dies gilt sowohl für Risikokategorien als auch für Beteiligungen (Tochtergesellschaften). Konsistent mit dem Limit- und Schwellenwertsystem wird ein Risikobudget sowohl für die Gruppe als auch für die Geschäftsbereiche bestimmt. Dieses Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstandes widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Gleichzeitig trägt es der Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche Rechnung. Letztere fungiert als Nebenbedingung im Risikobudgetierungsprozess. UMSETZUNG DES RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMS INNERHALB DER GRUPPEZur Sicherstellung einer konzernweiten, konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems integriert die Risikomanagementfunktion der Gruppe die entsprechenden Risikomanagementeinheiten der Geschäftsbereiche bzw. der Tochtergesellschaften einerseits durch Konzernrichtlinien, andererseits durch die Einbindung und aktive Teilhabe der Tochtergesellschaften an den für das Risikomanagement relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen, die gruppenweit etabliert wurden. Die folgende Tabelle beschreibt die Rollen wesentlicher Verantwortlicher im Risikomanagement-Prozess sowie bedeutende Gremien aus Gruppenperspektive. Die Rolle des Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) erfüllt die aufsichtlichen Anforderungen an diese Schlüsselfunktion (unabhängige Risikokontrollfunktion). Weiterhin ist die organisatorische Aufbaustruktur nebst den Eskalationsprozessen Solvency-ll-konform. RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMscroll
Wesentliche Festlegungen zur Ausgestaltung des Risikomanagements in der Gruppe sind über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Dem Prinzip "zentrale strategische Steuerung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend, wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften spezifisch ausgeprägt und konkretisiert. Die nachstehende Abbildung zeigt die Regelungshierarchie des Risikomanagement-Systems. Zentrale Bestandteile des Risikomanagement-Rahmenwerks sind dabei auch die Risikobudgetierung und die Festlegung von Limiten und Schwellenwerten. REGELUNGSHIERARCHIE DES RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMS![]() RISIKOMANAGEMENT-PROZESS UND KOMMUNIKATIONDer Risikomanagement-Prozess im engeren Sinne bezieht sich auf die Prozesse in der schematischen Darstellung des Risikomanagement-Systems. Wir identifizieren Risiken gruppenweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken werden mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch erhoben. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, wie z. B. Compliance-Risiken, werden durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten berücksichtigt. Die Risikoidentifikation erfolgt produktbezogen bereits im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses. Damit wird sichergestellt, dass wir die durch den Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten eingegangenen Risiken vollumfänglich verstanden haben und adäquat qualitativ oder quantitativ erfassen. Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist insbesondere für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten wesentlich. Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Zusätzlich haben wir eine Reihe von ergänzenden Modellen im Einsatz, die wir insbesondere zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien operativ verwenden. Im Unterschied zu unserem internen Modell TERM sind die Modellläufe im Regelfall häufiger, z. B. wöchentlich, und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Mit dem Begriff risikoinformiert bezeichnen wir eine abgewogene Würdigung der Modellergebnisse, die die Grenzen und Schwächen, die jedem Modell naturgemäß eigen sind, durch Experteneinschätzungen bedenkt. Entsprechend unserer ISO-Normbasierten Risikomanagementphilosophie bestimmen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten. Der Vorstand erhält auf monatlicher Basis Ergebnisse unserer operativen Risikomodelle und quartalsweise auf Basis unseres internen Modells. Diese Informationen werden entsprechend unserem Risikoprofil nach Geschäftsbereichen bzw. Unternehmen oder Risikoträgern und nach Risikokategorien dargestellt. Das Limit- und Schwellenwertsystem bezieht sich auf die Risikokategorien in unserem internen Modell sowie auf die Limitierung von Segmenten. Neben dem grundsätzlichen Ziel einer angemessenen Kapitalisierung und ausgewogenen Risikonahme steht die Immunisierung des Gesamtkonzerns gegenüber Ansteckungsrisiken im Vordergrund. Ziel ist es, den Kern der Gruppe gegenüber adversen Entwicklungen möglichst robust und widerstandsfähig aufzustellen. s&P beurteilt das Risikomanagement-System der Talanx als "strong" und vergab einen sogenannten "M-Faktor" der die Kredibilität unseres internen Modells aus Sicht von s&P zum Ausdruck bringt. Die drei Verteidigungslinien des internen Kontrollsystems werden damit durch externe Dritte (z. B. Aufsicht, Wirtschaftsprüfer) als zusätzliche Sicherung ergänzt. KONZEPT DER DREI VERTEIDIGUNGSLINIEN IM KONTEXT VON AUFSICHT UND EXTERNEN PRÜFERN![]() Mit Solvency II führte die Aufsicht die Rolle der Schlüsselfunktionen ein. Für das Risikomanagement ist dies die unabhängige Risikocontrollingfunktion. Für die Gruppe übernimmt diese Aufgabe bereits seit zehn Jahren die Funktion des Chief Risk Officers, der an den Finanzvorstand berichtet und mit einer Reihe von Befugnissen ausgestattet ist. Insbesondere holt der Vorstand eine Stellungnahme des cro bei wesentlichen Entscheidungen ein. Die folgende Darstellung zeigt die Interaktion der vier Schlüsselfunktionen in Bezug auf Informationsflüsse, insbesondere auf die des Risikomanagements. FUNKTIONALES ORGANIGRAMM DER RISIKOMANAGEMENTORGANISATION![]() RISIKOBERICHTERSTATTUNGUnsere Risikoberichterstattung verfolgt das Ziel, den Vorstand sowie den Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Das Rückgrat der möglichst redundanzarmen Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht (SFCR), der regelmäßige aufsichtliche Bericht (RSR) sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA). Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Offensichtlich tragen diese unterschiedlichen Berichte Informationsbedürfnissen unterschiedlicher Stakeholder Rechnung. Gleichwohl liegt der Reportingkaskade ein konsistentes Informationsgerüst zugrunde, sodass die jeweiligen Berichte in ihren Darstellungen konsistent sind. Ihrer Natur nach liegt der Schwerpunkt der Berichte auf Aspekten der Risikostrategie. Darüber hinaus verwenden wir eine Reihe kurzfristiger Berichtsformate, um über aktuelle Entwicklungen (z. B. Kapitalmarkt, Großschäden) zeitnah zu informieren. Somit tragen diese komplementären Berichtsformate dem zeitlichen Realisierungshorizont von Risiken bzw. Ereignissen Rechnung. Wesentliche Inhalte und Frequenzen (z. B. außerplanmäßige Berichte) sind durch entsprechende Richtlinien fixiert. Sowohl die Dokumentation als auch der Berichtsprozess unterliegt Prüfungen durch die Revision bzw. die Aufsicht. RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMDie zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
Die Finanzberichterstattung muss den internationalen Rechnungslegungsvorschriften entsprechen. Zur Einhaltung dieser Anforderungen sind im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, um die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherzustellen. Mögliche Risiken, die aus dem Konzernrechnungslegungsprozess resultieren, werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert und bewertet. Falls erforderlich, werden hieraus Handlungsbedarfe abgeleitet. Die Risiken fließen in die Risikoerhebung des Konzerns ein und werden vom Konzern-Risikomanagement überwacht. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben sind in einem Bilanzierungshandbuch abgebildet. Ziel des Handbuchs ist es, die konzernweit einheitliche und richtige Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards zu gewährleisten. Es wird regelmäßig aktualisiert und an die sich fortentwickelnden Vorschriften angepasst. Die Einhaltung der Vorschriften wird durch eine Betreuung der Gesellschaften durch das Konzernrechnungswesen sichergestellt. Für die Konzernabschlusserstellung wird ein IT-Tool mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln verwendet. Konzerninterne Transaktionen werden durch vorangehende Abstimmprozesse überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Hierfür bestehen schriftliche Anweisungen, die ein sachgerechtes Vorgehen gewährleisten. Des Weiteren ist im Konsolidierungssystem ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen implementiert, der unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen eine Einhaltung des Vieraugenprinzips sicherstellt. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Packageprüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird zum Bilanzstichtag vom Abschlussprüfer geprüft; der Halbjahresabschluss des Konzerns unterliegt einer prüferischen Durchsicht. RISIKOPROFIL![]() Maßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard drs 20, der die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken in die sogenannten Risiken der zukünftigen Entwicklung bildet:
VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKENDas versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können durch Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) begründet sein. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGReserverisikenDas Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Ursächlich für die unerwartete Veränderung können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Im Rahmen des Reserverisikos werden diejenigen Schadenereignisse berücksichtigt, die sich vor dem Bilanzstichtag ereignet haben. Zur Risikobeherrschung berücksichtigen die Unternehmen neben den von den Kunden genannten Angaben zu den Schäden auch die Erkenntnisse aus eigenen Schadenprüfungen und -erfahrungen. Um das Risiko einer Unterreservierung zu reduzieren, wird zusätzlich die Höhe der Rückstellungen regelmäßig auch von externen Aktuaren überprüft; hierzu werden externe Reservegutachten angefertigt. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 552 (492) Mio. EUR mindern. PrämienrisikenDas Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse ergeben. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" im Anhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Forderungsausfallrisiken" angegeben. Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir unter anderem durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. Die hinreichende Bemessung der Schadenreserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist sehr komplex, da zwischen Schadenverursachung und Schadenmeldung zum Teil Jahre oder sogar Jahrzehnte liegen können. Die Exponierung des Konzerns im Hinblick auf asbestbedingte Schäden und Umweltschäden ist jedoch relativ gering. Die Angemessenheit dieser Reserven wird üblicherweise mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 27,2 (24,6) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 175 (246) Mio. EUR. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz" Anmerkung 21 "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle"). Eine Qualitätssicherung unserer eigenen aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve erfolgt jährlich zusätzlich durch externe Aktuariats- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Zur teilweisen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück se -wie auch verschiedene andere Konzerngesellschaften -inflationsgeschützte Anleihen in ihrem Bestand. Mittels dieser Anleihen werden Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken abgesichert. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTENIN %scroll
scroll
SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTENIN %scroll
scroll
Aufgrund einer hohen Großschadenbelastung von 481 (236) Mio. EUR -aus Naturkatastrophen und Man-Made-Schäden -erhöhte sich die Schadenquote im Segment Industrieversicherung um 10,8 Prozentpunkte auf 85,7 %. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall ist im Wesentlichen infolge einer günstigen Schadenentwicklung um 2,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Erhöhung der Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung International um 0,8 Prozentpunkte ist u.a. auf Belastungen durch Naturkatastrophen in Chile sowie in der Türkei zurückzuführen. Im Segment Schaden-Rückversicherung erhöhte sich die Großschadenbelastung, im Wesentlichen durch drei schwere Hurrikane und weitere Naturkatastrophen, von 627 Mio. EUR auf 1.127 Mio. EUR und lag damit deutlich über unserem Erwartungswert, sodass sich die Schadenquote insgesamt um 4,5 Prozentpunkte erhöhte. Insgesamt erhöhte sich somit die Schadenquote im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozentpunkte auf 71,9 %. Die moderate Höhe der Schadenquoten in den vergangenen Jahren ist zudem Ausdruck unserer vorsichtigen Zeichnungspolitik und der Erfolge im aktiven Schadenmanagement. Im Berichtsjahr wurde die Schadenquote durch die außerordentlich hohe Großschadenlast und hier insbesondere durch die Naturkatastrophen, wie die Hurrikane "Irma", "Maria" und "Harvey" belastet. Großschäden sind solche Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder andere Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend dargestellt sind die Geschäftsjahres-Großschäden (netto) in Mio. EUR, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns: GESCHÄFTSJAHRES-GROßSCHÄDEN (NETTO)1)scroll
1)
Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden
über 10 Mio. Eur brutto, für den Anteil des Konzerns KonzentrationsrisikenIn der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Das Naturkatastrophenrisiko behandelt analog zum Prämienrisiko zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) ist ein einheitliches Global Event Set aufgebaut worden. Zur Einschätzung der wesentlichen Katastrophenrisiken werden lizenzierte wissenschaftliche Simulationsmodelle eingesetzt, die durch die Erfahrung der Fachbereiche ergänzt werden. Für die Gruppe ergeben sich auf der Grundlage der zuletzt ermittelten Werte folgende Abschätzungen für die Netto-Schadenbelastungen (Jahres-Gesamtschaden) nachfolgender Kumulszenarien von Naturgefahren: KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, VOR STEUERN1)IN MIO. EURscroll
1)
Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren
können von den Modellannahmen abweichen Darüber hinaus werden auch weitere Kumulszenarien regelmäßig überprüft. Durch individuell gewählten Rückversicherungsschutz werden zudem die Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken abgesichert mit dem Ziel, hohe Einzelschäden sowie die Auswirkungen von Kumulereignissen wirksam zu begrenzen und damit planbar zu machen. Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken wird das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene limitiert. Hierzu wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen. Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen werden im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ausgedrückt. Insbesondere die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" sowie das Erdbeben in Mexiko brachten 2017 außerordentlich hohe Großschadenbelastungen mit sich; das ganzjährige Großschadenbudget wurde vor diesem Hintergrund bereits per drittem Quartal 2017 überschritten. Auf Basis der Großschadenbelastung 2017 wurden die Limite für 2018 adjustiert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen sowohl brutto als auch netto (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen). RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE1)IN MIO. EURscroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Den Schwerpunkt des von uns betriebenen Versicherungsgeschäfts in der Schaden/Unfall-Erstversicherung, unterteilt nach wesentlichen Versicherungsarten und -zweigen, zeigt folgende Tabelle. PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN1)IN MIO. EURscroll
1)
Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN LEBENIn der Leben-Erstversicherung wird der Versicherer durch den Versicherungsvertrag entweder zu einer einmaligen oder zu einer regelmäßig wiederkehrenden Leistung verpflichtet. Die Prämienkalkulation beruht hier auf einem rechnungsmäßigen Zins und auf biometrischen Grundlagen, die u. a. vom Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn, von der Vertragsdauer und von der Höhe der Versicherungssumme abhängen. Versicherungsfälle sind vor allem der Tod der versicherten Person oder Ablauf (Erleben) eines vereinbarten Termins. Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter (Zinsniveau, biometrische Annahmen) ändern. Dies gilt auch und vermehrt für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern, die zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTENIN %scroll
scroll
Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-ErstversicherungBiometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zur Berechnung von Prämien und Rückstellungen bereits zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich jedoch im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und dadurch zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erforderlich machen. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten Risiken darstellen. Bei Rentenversicherungen resultiert das Risiko vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie überraschenden medizinischen Innovationen, die die Langlebigkeit erhöhen, sodass die Versicherten länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Aufgrund der vorgenannten Risiken können sich die Kalkulationsgrundlagen und unsere Erwartungen als unzureichend herausstellen. Unsere Lebensversicherer nutzen verschiedene Instrumente, um dem gegenzusteuern. Zur Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden in den Konzernunternehmen vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen verwendet, deren Angemessenheit regelmäßig durch einen kontinuierlichen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten und der tatsächlich eingetretenen Leistungsfälle sichergestellt wird. Darüber hinaus wird durch adäquate Sicherheitszuschläge in den Rechnungsgrundlagen dem Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko angemessen Rechnung getragen. Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, generieren sie Überschüsse, die den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weitergegeben werden. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden. Durch den Abschluss von Rückversicherungsverträgen werden bestimmte übernommene -vornehmlich biometrische - Risiken zusätzlich abgedeckt. Der dauernden Erfüllbarkeit dieser Verträge dienen Rückstellungen, deren Berechnung u. a. auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit beruht. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare stellen sicher, dass die Berechnungsgrundlagen auch Änderungsrisiken über Sicherheitszuschläge hinreichend berücksichtigen. Außerdem bergen Lebensversicherungsverträge Stornorisiken. Beispielsweise könnten bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen für Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte eine ungeplante Realisierung von Verlusten bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zur Folge haben. Daher legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Zusätzlich vergleichen und steuern sie regelmäßig die Duration der Aktiv- und der Passivseite. Des Weiteren können bei Storno Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsvermittlern entstehen. Daher werden die Vermittler sorgfältig ausgewählt. Bei Storno kann zudem ein Kostenrisiko entstehen, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten -anders als die variablen -nicht kurzfristig reduziert werden können. In diesem Zusammenhang werden Tendenzen aus der Finanzmarktkrise und dem Versicherungsumfeld kritisch betrachtet. Das allgemeine Marktumfeld ist insbesondere im Bereich der Vorsorgeprodukte schwierig und von einer tendenziell rückläufigen Neugeschäftsentwicklung geprägt. Das Kostencontrolling und ein Fokus auf variable Vertriebskosten durch Vertriebswege wie Makler begrenzen dieses Risiko. Wir prüfen regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands. Ein Instrument des Risikomanagements auch im Bereich der Leben-Erstversicherung zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken sind Szenario- und Sensitivitätsanalysen im Rahmen des internen Modells, bezogen auf die Basiseigenmittel. Hier zeigen wir Bandbreiten, in welchen Bereichen die Leben-Erstversicherer des Konzerns liegen. Diese Analysen geben Hinweise, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist. BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNGIN %scroll
Die Exponiertheit der Lebensversicherer im Konzern unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. So hat eine gegenüber der Erwartung geringere Sterblichkeit einen positiven Einfluss auf Produkte mit überwiegendem Todesfall- bzw. Invaliditätsrisiko und einen negativen Einfluss auf Produkte mit Langlebigkeitsrisiko mit entsprechenden Auswirkungen auf die Basiseigenmittel. Die Sensitivitäten enthalten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen. Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus KapitalanlagenBei kapitalbildenden Lebensversicherungen wird grundsätzlich zwischen fondsgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins unterschieden, wobei die traditionellen Verträge den überwiegenden Teil des Bestandes der Gruppe ausmachen. Während bei fondsgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer bei traditionellen Verträgen den Kunden eine garantierte Verzinsung der Sparanteile der Prämie zu. Bei neu entwickelten Produkten mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik) haben wir die Auswirkung einzelner Produkte auf die Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung bereits in der Produktentwicklung berücksichtigt und einen solvenzentlastenden Einfluss auf das Risikoprofil zugunsten einer höheren Bedeckung erzielt. Für einen erheblichen Teil unserer Bestände in der Lebensversicherung besteht mithin ein Zinsgarantierisiko, das auch das dominierende Konzentrationsrisiko darstellt. Das Risiko resultiert einerseits aus einer vertraglichen Verpflichtung gegenüber dem Versicherungsnehmer und andererseits daraus, dass Risiken aus der Kapitalanlage bestehen. Das Zinsgarantierisiko definiert sich insoweit als das Risiko, dass die garantierte Zinsleistung das Zinsniveau am Kapitalmarkt übersteigt. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,9 (1,25) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2017 liegt nach Berücksichtigung der Zinszusatzreserve bei 2,08 (2,35) %. Aufgrund des begrenzten verfügbaren Angebots an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent zu bedecken. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung der Aktivseite regelmäßig kürzer sein kann als diejenige der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Die versicherungstechnischen Rückstellungen sind gegliedert nach den erwarteten Laufzeiten, die Kapitalanlagen nach den vertraglichen Restlaufzeiten. Hierin enthalten ist eine Duration (Macaulay-Duration) der bilanzierten Verbindlichkeiten des Gesamtkonzerns von 9,6 (9,8) und von 8,1 (8,0) Jahren für die festverzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivate). Durch dieses Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen, die jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet sind, sondern derjenigen Branchenkonvention folgen, die im Solvency-Il-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen und die Basiseigenmittel daher überschätzen. Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben die vertragliche Zinsgarantie für den Kunden durch verschiedene Gesetze, Verordnungen und Urteile noch erweitert. So wurden beispielsweise sowohl der Rückkaufswert einer traditionellen Lebensversicherung bei einer vorzeitigen Beendigung von Verträgen als auch Mindestleistungen bei planmäßiger Beendigung eines Vertrages zugunsten des Kunden neu geregelt (Versicherungsvertragsgesetz [VVG], Lebensversicherungsreformgesetz [LVRG]). Insoweit bestimmt sich die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko aus den Risiken aus Kapitalanlagen, die in dem entsprechend titulierten Abschnitt des Risikolageberichts dargestellt sind. Gleichermaßen werden dort die Sensitivitäten und Stresse zu den Marktpreisrisiken der Kapitalanlage behandelt. Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen gleich dem für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumen angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss, der jedoch aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering ist. VERSICHERUNGSTECHNISCHE RISIKEN IN DER PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGFür die Personen-Rückversicherung sind die oben beschriebenen biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung, insbesondere Katastrophenrisiken, z. B. im Hinblick auf Pandemien. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung bemessen sich hauptsächlich nach den Meldungen unserer Zedenten und werden zusätzlich auf Basis von abgesicherten biometrischen Berechnungsgrundlagen festgelegt. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen überprüft der Konzern, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen (z. B. Verwendung von Sterbe- und Invaliditätstafeln, Annahmen zur Stornowahrscheinlichkeit) genügen. Das Neugeschäft zeichnet der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung der weltweit gültigen Rahmen-Zeichnungsrichtlinien, die detaillierte Regeln über Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken formulieren und jährlich überarbeitet werden. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden in speziellen Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem der Konzern die Einhaltung der entsprechenden Rahmen-Zeichnungsrichtlinien überwacht, reduziert er das potenzielle Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und bei der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen (z. B. von Stornorisiken) vorgenommen. Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen entsprechend abgestufte Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko nur von geringer Risikorelevanz in der Personen-Rückversicherung. Dort wird das Risikoprofil von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert, da in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig, da die Verträge in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen sind. Bei der Hannover Rück fand eine Erhöhung der versicherungstechnischen Rückstellungen nach Solvency II im US-amerikanischen Mortalitätsgeschäft statt. Dies betrifft vornehmlich ein großes Portefeuille, das die Hannover Rück im Jahr 2009 übernommen hat. Unter IFRS waren die Reserven nach dem sogenannten "Lock-in "-Prinzip unverändert zu bewerten, da der Portefeuillewert des US-amerikanischen Mortalitätsgeschäftes insgesamt und unter Berücksichtigung von Effekten aus dem Bestandsmanagement positiv blieb. Es bestehen weiterhin Risiken in Bezug auf die Portfoliobewertung und die Effektivität zukünftigen Bestandsmanagements, die zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses führen könnten. Im Ausblick kann sich die avisierte Anpassung der Ogden-Rate für britisches Kfz-Geschäft positiv auf das Ergebnis und das Reservierungsniveau im Segment Schaden-Rückversicherung auswirken. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sindIn den Versicherungsprodukten der Leben-Erstversicherer können folgende wesentliche Optionen seitens des Versicherungsnehmers enthalten sein, sofern sie bei Vertragsabschluss vereinbart wurden: Mindestverzinsung/Garantiezins: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn das aktuelle Zinsniveau deutlich unterhalb des für die Kalkulation der Versicherungsleistungen verwendeten Diskontzinssatzes liegt. In diesem Fall können die erwirtschafteten Zinserträge gegebenenfalls nicht ausreichen, um den Aufzinsungsbetrag zu decken. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt. Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags: Es besteht zum einen das potenzielle Risiko, dass durch den Rückkauf die entsprechende Versicherungsleistung liquide an den Versicherungsnehmer zu zahlen ist, und zum anderen, dass im Zuge der Beitragsfreistellung keine weiteren Liquiditätszuflüsse mangels Beitragszahlung durch die Versicherungsnehmer erfolgen. Diesem Risiko wird durch eine angemessene Liquiditätsplanung Rechnung getragen. Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung - überwiegend mit den dann jeweils gültigen Rechnungsgrundlagen bezüglich Biometrie und Garantieverzinsung (Dynamikanpassung, Nachversicherungsgarantien bei bestimmten Änderungen der Lebenssituation): Insoweit besteht das potenzielle Risiko darin, dass der Versicherungsnehmer sich zu einer günstigeren Prämie versichern kann, als es seinem gesundheitlichen Risiko entspricht, da gegebenenfalls mögliche Zuschläge nicht erhoben werden. Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen: Daraus ergibt sich ein potenzielles Risiko, wenn bei einem Zinsniveau deutlich oberhalb des für die Kalkulation der Renten verwendeten Diskontzinssatzes unerwartet viele Versicherungsnehmer ihr Wahlrecht ausüben. Jedoch besteht keine unmittelbare Zins- und Marktsensitivität durch die Wahlrechtsausübung, da die vorhandenen Versicherungskomponenten durch individuelle Faktoren der Versicherungsnehmer wesentlich beeinflusst werden. Bei dem nach IFRS 4 vorgeschriebenen Angemessenheitstest wird diese Option berücksichtigt. Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der entsprechenden Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. Weitere eingebettete Derivate sind wirtschaftlich unwesentlich. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. Diesbezüglich verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" RISIKEN AUS DEM AUSFALL VON FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Wertberichtigungen oder Abschreibungen der Forderungen wären die Folgen. Die Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und gegenüber Versicherungsvermittlern sind grundsätzlich ungesichert. Das Ausfallrisiko dieser Forderungen unterliegt einer laufenden Beobachtung im Rahmen unseres Risikomanagements. Es handelt sich hierbei um eine Vielzahl von Forderungen mit verhältnismäßig niedrigen Einzelhöhen, die gegenüber einer diversifizierten Schuldnerschaft bestehen. Diese Forderungen bestehen im Allgemeinen gegenüber Versicherungsnehmern, die über kein Rating verfügen. Allein Firmenkunden ab einer gewissen Größenordnung verfügen über externe Einschätzungen ihrer Bonität. Bei den Versicherungsvermittlern handelt es sich um einzelne Makler oder Maklerorganisationen, die in der Regel ebenfalls über kein Rating verfügen. Gegen mögliche Verzögerungen oder Ausfälle der Prämienzahlungen im Direkt- wie im Vermittlerinkasso betreiben die Konzerngesellschaften jeweils ein effektives Mahnverfahren mit dem Ziel einer Verminderung der Außenstände. Darüber hinaus werden bei Vermittlern Bonitätsprüfungen durchgeführt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären, weil das abgeschlossene Bruttogeschäft nicht immer vollständig im Selbstbehalt bleibt, sondern nach Bedarf weiter (retro-)zediert wird. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend bezüglich ihrer Bonität beobachtet. Die konsistente und einheitliche Verwendung von stichtagsbezogenen Ratinginformationen wird über ein konzernweit zugängliches Ratinginformationssystem unterstützt. Um Konzentrationen zu beschränken, sind Obergrenzen für den Anteil an den zedierten versicherungstechnischen Rückstellungen pro Rückversicherungsgesellschaft festgelegt. Zur Vermeidung bzw. Begrenzung von Ausfallrisiken aus dem Rückversicherungsgeschäft bestehen qualitative und quantitative Vorgaben bzw. werden im Bedarfsfall geeignete Maßnahmen zur Besicherung eventueller Forderungen bzw. anderer vertraglicher Verpflichtungen dieser Rückversicherungspartner ergriffen. Ausstehende Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre sind im Konzernanhang ersichtlich. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen in Anmerkung 14 "Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft". Die Steuerung der vertraglichen Rückversicherungsabgaben erfolgt im Erstversicherungsbereich insbesondere bei unserem konzerneigenen Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH über operative Sicherungsrichtlinien und Platzierungsrichtlinien. Neben der klassischen Retrozession in der Schaden-Rückversicherung transferiert die Hannover Rück SE auch Risiken in den Kapitalmarkt. Die Anteile der Rückversicherer an den unter "versicherungstechnische Rückstellungen ausgewiesenen Beträgen beliefen sich auf 7,7 (8,0) Mrd. EUR. Diesen Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen stehen neben Bürgschaften auch als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 2,5 (2,6) Mrd. EUR gegenüber. Bei einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre sind wir auch Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 5,2 (5,4) Mrd. EUR. Es ergibt sich folgende Ratingstruktur: ANTEILE DER RÜCKVERSICHERER AN DEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGEN NACH RATINGKLASSEN![]() Innerhalb des unbesicherten Bestandes sind 83 (81) % unserer Rück-versicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) -ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen -, stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Besicherungen (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Besicherungen verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich in gleichem Maß die versicherungstechnischen Rückstellungen. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -167 (-1.188) Mio. EUR. RISIKEN AUS KAPITALANLAGENDas Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite (Diskontierung der Reserven, Bewertung mit Wechselkursen). Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können. Insbesondere im Interesse der Versicherungsnehmer und um auch die zukünftigen Anforderungen des Kapitalmarkts zu berücksichtigen, ist die Kapitalanlagepolitik -dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend -grundsätzlich an folgenden Zielen ausgerichtet:
Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist allgemein dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus. Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivaten. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen -insbesondere dann, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile gehaltener Immobilien ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall (z. B. Immobilienkrise) hervorgerufen werden. Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio des Talanx-Konzerns nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss. PORTFOLIO DES TALANX-KONZERNS NACH WAHRUNGEN, ANLAGEKLASSEN UND RATINGSIN %![]() Das Portfolio wird klar von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 76 (76) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir dabei selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar. Auf Staatsanleihen entfallen 44 (43) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese werden in TERM im Gegensatz zur Standardformel risikobehaftet modelliert. Aus dem aktuellen Kapitalmarktumfeld ergeben sich zahlreiche Herausforderungen. Diese umfassen im Wesentlichen die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und das sich daraus ergebende Spannungsfeld für die deutschen Staatsanleihen. Gleichermaßen führen politische und wirtschaftliche Instabilitäten, wie auch der zunehmende Regulierungsdruck, zu Unsicherheiten. Um trotz der anhaltenden globalen Niedrigzinsphase angemessene Erträge aus Kapitalanlagen generieren zu können, setzen wir verstärkt auch auf alternative Anlagen, insbesondere Infrastrukturinvestitionen. Hier stellen wir über einen professionellen, selektiven Auswahlprozess ein gutes Verhältnis von Rendite, dauerhaften Erträgen und Risiko sicher. Der Anteil dieser Assetklasse ist insgesamt trotz der gestiegenen Bedeutung weiter gering. Unsere Investmentstrategie resultiert somit in einem insgesamt eher risikoarmen Portfolio. Angesichts der Höhe des Bestandes haben Marktrisiken dennoch eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentliche Risiken sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken in Bezug auf die Kapitalanlage zu nennen. Zu den Marktrisiken zählen aber auch Aktien-, Immobilien und Währungsrisiken. Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst. Zur Minderung von Marktrisiken setzen wir auf eine entsprechende Kapitalanlagepolitik, auf die Anwendung der Grundsätze unternehmerischer Vorsicht und auf angemessene Risikosteuerungsmechanismen, insbesondere unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element der Überwachung und Steuerung der Marktpreisrisiken die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR), wobei neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt werden (ALM-VaR). Der ALM-VaR basiert auf historischen Marktdaten und stellt eine modellbasierte Prognose für den innerhalb einer vorgegebenen Haltedauer (z. B. zehn Tage) maximal zu erwartenden Verlust dar, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Bei der Berechnung des ALM-VaR werden ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde gelegt. Das heißt, dass dieses geschätzte Verlustpotenzial innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten wird. Als Eingangsdaten fließen täglich fortgeschriebene Bestandsdaten für die Kapitalanlagen in die Berechnung ein. Neben den Bestandsdaten für die Kapitalanlagen werden zusätzlich replizierende Portfolios für die prognostizierten Cashflows aus den versicherungstechnischen Verpflichtungen in Form von Zahlungsverpflichtungen (sogenannte Short-Positionen) berücksichtigt, um Abhängigkeiten zwischen Kapitalanlagen und versicherungstechnischen Leistungen sowie einen gegebenenfalls bestehenden Duration Gap in der Kapitalanlage berücksichtigen und überwachen zu können. Als Duration Gap bezeichnet man eine Inkongruenz in der Zinsbindungsdauer zwischen Anlagen und Verpflichtungen. Der Umfang der Marktdatenhistorie für das verwendete almVaR-Modell beträgt 521 Wochen. Darauf basierend werden 520 Wochenänderungen für die relevanten Marktparameter berechnet -wie z. B. Aktienkurse, Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze -, die dann zur ALM-VaR-Ermittlung herangezogen werden. Die Zeitreihen, auf deren Basis die Risikoparameter berechnet werden, werden monatlich aktualisiert. Dabei werden die Marktparameter der ältesten vier Wochen entfernt und durch diejenigen der letzten vier Wochen ersetzt. Basierend auf den aktualisierten Marktdaten wird also monatlich eine Rekalibrierung des Modells vorgenommen. Das verwendete Modell basiert auf einem Multifaktorenmodell. Dieses Modell fußt auf einer Vielzahl repräsentativer Zeitreihen wie z. B. Zinsen, Wechselkursen und Aktienindizes. Aus diesen Zeitreihen lassen sich mithilfe einer Hauptkomponentenanalyse alle risikorelevanten Faktoren ermitteln. Die zwischen den Zeitreihen bestehenden Korrelationen fließen in die Gewichtung der Risikofaktoren ein. Dadurch werden Kumulations- und Diversifikationseffekte bei der Risikoschätzung berücksichtigt. Die einzelnen Bestandteile des Portfolios werden gegen diese Faktoren regressiert. Die dabei ermittelten Faktorladungen stellen einen Zusammenhang zwischen den Bewegungen der Faktoren, die aus den Bewegungen der repräsentativen Zeitreihen abgeleitet wurden, und den Bewegungen der Wertpapiere her. Durch die Simulation der Faktorentwicklungen werden die Risiken der Wertpapiere abgeleitet. Das Risiko von Derivaten, wie z. B. Optionen, wird durch eine vollständige Neubewertung während der Risikosimulation abgeleitet. Hierdurch werden auch nicht lineare Zusammenhänge zwischen Optionspreisen und den Preisbewegungen der zugrunde liegenden Basiswerte berücksichtigt. Der Ermittlung des ALM-VaR liegen Normalszenarien der Märkte, abgeleitet aus der Vergangenheit, zugrunde. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2017 betrug 1.514 (1.507) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,4 (1,4) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die ALM-VaR-Quote nahezu unverändert. Neben der eher langfristig ausgelegten Überwachung der Risikotragfähigkeit der mit den Kapitalanlagen verbundenen Marktrisiken kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der lediglich die letzten 180 Wochenrenditen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis, womit wir das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen abschätzen. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die folgende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen zum Bilanzstichtag. Bei der Darstellung handelt es sich um eine Bruttodarstellung; insbesondere werden bei den gezeigten Effekten die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung nicht berücksichtigt. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Beachtung dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAGIN MIO. EURscroll
1)
Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung) Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab, um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, um den späteren Erwerb von Wertpapieren vorzubereiten oder um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. In geringem Umfang werden im Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die zu einem Kontrahentenrisiko führen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat die Hannover Rück inflationsabhängige Wertpapiere im Bestand, die Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken schützen. Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente entscheiden die Gesamtvorstände der Konzerngesellschaften. Interne Richtlinien regeln den Einsatz derivativer Produkte, um einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten zu gewährleisten und um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden laufend überwacht. Derivatpositionen und -transaktionen werden im Reporting detailliert aufgeführt. Durch die Anwendung von Netting- und Sicherheitsvereinbarungen wird das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten reduziert. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente können der Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz -Aktiva" entnommen werden. KREDITRISIKENKreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen in der potenziellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Schuldnern und der daraus resultierenden Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen oder bonitätsbedingter Wertminderungen bei Finanzinstrumenten. Die folgenden Risiken lassen sich unter Kreditrisiken subsumieren:
Im Rahmen der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzel-assetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Mit Korrelationsrisiko ist der ökonomische Zusammenhang zwischen verschiedenen Emittenten gemeint, während Konzentrationsrisiko die Abhängigkeit mehrerer Wertpapiere eines Emittenten bezeichnet. Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx-Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und z. T. auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im Portfolio sicherstellen. Das Überschreiten von Limiten führt zur Durchführung von festgelegten Eskalationsprozessen. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen wie Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder anderer Ratingagenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen und produktübergreifende Rahmenverträge vereinbart, die sowohl Netting- als auch Kollateralleistungen umfassen (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting"). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert:
Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Durch diesen Ansatz werden insbesondere Konzentrationseffekte und Abhängigkeiten zwischen den Portfoliobeständen in der Messung des Kreditrisikos erfasst. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2017 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.067 (5.127) Mio. EUR bzw. 4,6 (4,7) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen leicht. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Insbesondere fallen darunter auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency II als risikofrei angesehen werden. Der Rückgang des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr spiegelt insbesondere die weitere Diversifikation der Kapitalanlagen wider. Darüber hinaus wurden selektiv Risiken mit leicht höheren Credit Spreads eingegangen sowie der Anteil der Investments in Infrastruktur erhöht, die aufgrund ihrer relativ langen Laufzeiten mit leicht überdurchschnittlichen Risikoanrechnungsfaktoren im Credit VaR Berücksichtigung finden. Die im Credit-VaR-Stresstest beobachtbaren relativen Veränderungen entsprechen weitgehend den Werten aus 2016. CREDIT-VAR-STRESSTESTIN MIO. EURscroll
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des CVaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Die Exponierung des Konzerns innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A-auf Marktwertbasis beträgt 4,7 (4,4) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,4 (4,1) %. EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A- IN MIO. EURscroll
scroll
Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Im Konzern dienen insgesamt 781 (846) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 26 (62) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 508 (594) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen des Konzerns werden unter "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen" im Kapitel "Sonstige Angaben" erläutert. Seitens der Hannover Rück SE wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 (1,3) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 250 (291) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können. Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen, siehe Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva". LIQUIDITÄTSRISIKOUnter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Die Exponierung ist dabei von der Höhe der Verpflichtungen abhängig. So könnten wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Die Bewertung dieses Risikos stützt sich auch stark auf qualitative Analysen. Wir betrachten das Risiko dabei in seiner Gesamtheit als relevant. Eine Risikokonzentration wird nicht gesehen. Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen dadurch, dass die Prämieneinnahmen in der Regel zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Zur Minderung von Liquiditätsrisiken auf Gruppenebene führen wir regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass die Gruppe jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, die die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos liegt auch in der Verantwortung der operativen Versicherungsunternehmen. Hierzu verwenden sie angemessene Systeme, die die Besonderheiten der unterschiedlichen Geschäftsmodelle in der Gruppe entsprechend reflektieren. Auf diese Weise erzielen wir die größtmögliche Flexibilität bei der gesamten Liquiditätshaltung. Für die einzelnen Gesellschaften der Gruppe existieren individuelle Mindestlimite für den Bestand an Papieren mit hoher Liquidität sowie Höchstlimite für den Bestand an Papieren mit geringer Liquidität. Insbesondere die Mindestlimite leiten sich aus dem zeitlichen Charakter der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen ab. So weisen Schaden/Unfall-Versicherer in der Gruppe aufgrund der kürzeren Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen in der Regel höhere Mindestlimite für den Bestand von Papieren mit hoher Liquidität aus als Lebensversicherer, die in der Regel eine höhere Duration der versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen vorweisen. Überschreitungen von Risikolimiten werden den Finanzvorständen und dem Portfolio-Management unverzüglich zur Kenntnis gebracht. Zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor, die in Geldmarktanlagen bei ausgewählten Kreditinstituten platziert wird. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage - Unterkapitel Liquidität und Finanzierung" des Lageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und ggf. auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Dieser Zugang ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie den allgemeinen Kapitalmarktbedingungen und der eigenen Bonitätseinstufung. Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich für die Talanx AG in Form von Eigen- und Fremdkapital. Eigenkapital (IFRS) kann durch die Emission von weiteren Namensaktien generiert werden. Die Beschaffung von Fremdkapital erfolgt über die Begebung erst- und nachrangiger Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Liquidität sowohl der Erstversicherungsgruppe als auch der Hannover Rück wird durch Standard & Poor's als "Exceptional" eingestuft. Wir gehen daher davon aus, auch größeren unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen zu können. Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten der Schaden/Unfallversicherung zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber. Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv. ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTIN MIO. EURscroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner Beziehungen
zwischen den Segmenten Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet. Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva bestehen auf bilateraler Ebene mit Kreditinstitutionen LoC-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 2,9 (2,8) Mrd. EUR mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten bis maximal zum Jahr 2022. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. OPERATIONELLE RISIKENDas VAG definiert das operationelle Risiko wie folgt: "das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt." Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken wurden sämtliche Prozesse erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Kontroll- und Messpunkten versehen. Hierbei kommt es zwischen der Revision, Compliance, Wirtschaftsprüfern, der Aufsicht und dem Risikomanagement zu zahlreichen Interaktionen im Rahmen der Überprüfung der Systeme und Kontrollen. Damit erweist sich das operationelle Risiko in vielen Aspekten als ein Residualrisiko, das nach Anwendung zahlreicher Prozess- und Kontrolltechniken verbleibt. Als lernendes System adaptiert die Gruppe aus realisierten operationellen Risiken ihre Prozesse und wirkt so einer Wiederholung entgegen. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts notwendigerweise verbunden, die Exponierung hängt auch von der Geschäftstätigkeit ab, und sie lassen sich nicht vollständig vermeiden. Die Bewertung für operationelle Risiken erfolgt in der ökonomischen Sichtweise ausgehend von Szenarien, die im Rahmen von Expertenbefragungen erstellt werden. Für die regulatorische Sichtweise verwenden wir die Verfahren, die der Standardformel von Solvency II zugrunde liegen. Die Ansätze unterscheiden sich grundsätzlich sowohl strukturell in Bezug auf Diversifikationsannahmen als auch im Hinblick auf Risikoquellen bzw. Abschätzungen möglicher Verluste. Unsere Verlustdatenbanken geben keine hinreichende empirische Evidenz für einen entsprechend hohen SCR-Anteil in der regulatorischen Sicht aus dieser Risikokategorie. Die Standardformel quantifiziert operationelle Risiken ausgehend von auf das Prämien- und Reservevolumen anzuwendenden Faktoren und erlaubt keine differenzierte Betrachtung nach Subkategorien operationeller Risiken. Insbesondere erlaubt die Standardformel auch keine Diversifikation zwischen operationellen Risiken und anderen Risikokategorien oder innerhalb der operationellen Risiken, beispielsweise zwischen einzelnen Gesellschaften. Auf Gruppenebene überschätzt die Standardformel operationelle Risiken allein deswegen schon tendenziell. Interne Auswertungen eingetretener Schäden aus operationellen Risiken sowie die Ergebnisse des in der ökonomischen Sicht angewandten internen Modells auch für diese Risikokategorie unterstützen unsere Einschätzung, dass die Anwendung der Standardformel in einer zu hohen Kapitalanforderung für operationelle Risiken resultiert. Wir streben daher grundsätzlich an, für die Berechnung der operationellen Risiken auch regulatorisch die Verwendung des internen Modells genehmigen zu lassen. Für die Hannover Rück Teilgruppe wurde das entsprechende Vorgehen bereits aufsichtlich genehmigt. Die operationellen Risiken werden anhand geeigneter Risikoindikatoren fortlaufend überwacht und sind Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Im Folgenden werden die wesentlichen Subkategorien operationeller Risiken und die jeweiligen Minderungstechniken dargestellt. Risikokonzentration kann sich bei der gemeinsamen Nutzung von Dienstleistern, Prozessen und Systemen durch mehrere Tochtergesellschaften (beispielsweise im IT-Umfeld für deutsche Erstversicherungsgesellschaften) ergeben. Operationelle Risiken sehen wir im Hinblick auf den Bereich Business Continuity und IT-Service-Continuity, also das Risiko, dass der Geschäftsbetrieb aufgrund von natürlichen oder von Menschen verursachten Gefahren bedroht oder gestört wird. Diesem Risiko begegnen wir durch vorbeugende Maßnahmen, z. B. Status-Monitoring zentraler IT-Systeme, redundante Auslegung. Zudem sind Instrumente für den Umgang mit Krisensituationen etabliert (z. B. Notfallpläne, Krisenstab auf Gruppenebene). In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken bestehen insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten. Zu den operationellen Risiken zählt auch das Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieser Risiken ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. In diesem Zuge werden regelmäßig auch potenzielle Fehlerquellen in Prozessen identifiziert und entsprechende Kontrollen eingerichtet. Innerhalb der operationellen Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken für die Gruppe von hoher Bedeutung. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Unsere Tochtergesellschaften bewegen sich in unterschiedlichen Rechtsräumen und Aufsichtsregimen, sodass insgesamt in der Gruppe eine Vielzahl regulatorischer Anforderungen zu erfüllen ist. Hierzu kommen spezifisch für Gruppen geltende Anforderungen. Durch Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen entsprechend. Ein Beispiel für Rechtsänderungsrisiken ist das Rücktrittsrisiko wegen unwirksamer Belehrung (Österreich). In der Folge des EUGH-Urteils zum Policenmodell vom 19. Dezember 2013 hatte der österreichische Oberste Gerichtshof (ogh) entschieden, dass im Falle einer fehlerhaften/unwirksamen Rücktrittsrechtsbelehrung nach § 165a des österreichischen VersVG der Versicherungsnehmer auch noch nach Ablauf der gesetzlichen Rücktrittsfrist das Rücktrittsrecht ausüben könne. Zwischenzeitlich konnte mit dem österreichischen Verbraucherschutzverband vki (Verein für Konsumenteninformation) eine Branchenlösung erzielt werden, sodass das Verfahren bis zur vollständigen Abwicklung der Branchenlösung ruhend gestellt wird. Derzeit kann festgestellt werden, dass unabhängig von der Branchenlösung die Zahl der Rücktrittserklärungen und die daraus resultierenden Rückabwicklungen zunehmen. Im Dezember 2017 wurde in den USA eine umfassende Steuerreform verabschiedet. Diese sieht steuerliche Neuregelungen vor, die auch erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die in den USA tätigen Tochtergesellschaften haben. Ein maßgeblicher Aspekt der Steuerreform ist dabei die Einführung einer sogenannten "Bases Erosion Anti-abuse tax (BEAT)". Dadurch fließen in die steuerliche Bemessungsgrundlage auch Prämien für zedierte Versicherungsrisiken innerhalb des Konzernverbunds ein. Die Auswirkungen auf die in den USA tätigen Tochtergesellschaften werden derzeit in Bezug auf die relevanten Themenfelder analysiert. Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen im Umgang mit steuerlichen Grundsatzthemen auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen "bmf". Das bmf hat mit Schreiben vom 17. Juli 2017 etwa eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die bislang nicht nur üblich waren, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft wurden und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der normalen Kapitalanlage getätigt wurden. Es besteht das Risiko, dass sich diese Gesellschaften auf Basis dieser neuen Verwaltungsauffassung mit Steuerforderungen konfrontiert sehen. Extern eingeholte Gutachten kommen allerdings zum Ergebnis, dass solchen etwaigen Steuerforderungen die rechtliche Grundlage fehlt und im Übrigen hilfsweise Rückgriffsansprüche gegen Vertragspartner hohe Erfolgsaussicht hätten. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts bzw. einer Zahlung über die bilanzierten Rückstellungen hinaus wird im Konzern als gering eingeschätzt. Die Dauer des Verfahrens ist nicht untypisch und indiziert für sich genommen kein gesteigertes Risiko. In zunehmendem Maße zeigt sich infolge der Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise sowie der sich abzeichnenden aufsichtsrechtlichen Neuerungen eine Tendenz zur Erhöhung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen inklusive Kapitalanforderungen seitens der Aufsichtsbehörden. Diese Entwicklung könnte auch Gesellschaften des Konzerns treffen und Kapitalmaßnahmen erfordern. So hat das Financial Stability Board (fsb) eine Liste mit Versicherungsunternehmen veröffentlicht, die als global systemrelevant eingestuft werden. Der Konzern ist vom fsb nicht als global systemrelevant eingestuft worden. Sollte sich dies ändern, können nicht geplante Kosten für den Konzern entstehen. Unabhängig von der globalen systemischen Relevanz arbeiten das fsb und die International Association of Insurance Supervisors (IASI) an Insurance-Capital-Standards für international agierende Versicherer. Nicht ausgeschlossen ist, dass auf Sicht Anforderungen, die von globaler Systemrelevanz einer Gruppe abhängig sein sollten, auf jedwede international agierende Versicherungsgruppe erstreckt werden. Hieraus können sich beispielsweise Diskrepanzen zu den aus Solvency II abgeleiteten Solvenzanforderungen für den Konzern ergeben. Auf ein gesteigertes Risiko erhöhter Solvenzanforderungen scheinen auch die Bestrebungen des European Systemic Risk Board (ESRB) hinauszulaufen. Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter und/oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Auch diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen. Betriebliche Risiken können auch im Personalbereich entstehen, z. B. durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, die für das zunehmend komplexer werdende Geschäft mit starker Kundenorientierung sowie die Umsetzung wichtiger Projekte notwendig sind. Daher legt die Gruppe großen Wert auf Aus- und Fortbildung. So können sich Mitarbeiter durch individuelle Entwicklungspläne und angemessene Qualifizierungsangebote auf die aktuellen Marktanforderungen einstellen. Zudem fördern moderne Führungsinstrumente und -wo tarifvertraglich möglich -adäquate monetäre ebenso wie nicht monetäre Anreizsysteme einen hohen Einsatz der Mitarbeiter. Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister, die Talanx Systeme AG, ist nach ISO 27001 - Informationssicherheit -zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Den Risiken von Cyber-Attacken steuert insbesondere der in der Gruppe etablierte IT-Security-Bereich -primär durch technische Maßnahmen -entgegen. Der Konzern und die IBM Deutschland GmbH haben einen Vertrag zum Betrieb des Rechenzentrums der Erstversicherungsgruppe in Deutschland unterzeichnet. Die Konsolidierung der Rechenzentren dient der Verbesserung der Betriebsstabilität der IT-Infrastruktur, strebt eine höhere Flexibilität an und ist darüber hinaus ein wichtiger Schritt, um die Infrastrukturkosten der Gruppe zu verringern. Der Abschluss der Anwendungsmigrationen erfolgte bis Ende 2017. Anfang 2018 folgt die nachgelagerte Migration von Infrastrukturkomponenten. Mit dem Übergang verbundene Risiken wurden eingehend erfasst und analysiert; sie werden eng überwacht. Auch Outsourcing-Risiken, die nicht IT-spezifisch sind, ordnen wir den operationellen Risiken zu, hierunter verstehen wir das Risiko, das sich aus einer konzerninternen oder -externen Ausgliederung von (Schlüssel-)Funktionen oder von für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts relevanten Tätigkeiten ergibt, die sonst von dem Unternehmen auch selbst ausgeübt werden könnten. Neben der direkten Ausgliederung sind hiervon begrifflich auch Unterausgliederungen (bis zum letzten Glied einer etwaigen Ausgliederungskette) erfasst. Diese Risiken sind in die Risikomanagement-Prozesse und das IKS der Gruppe eingebunden. Für das Management von Outsourcing existieren darüber hinaus spezifische übergreifende interne Vorgaben und Regelungen. Der ganz überwiegende Teil der durch Tochtergesellschaften eingegangenen Outsourcing-Beziehungen ist dabei gruppenintern. ANDERE WESENTLICHE RISIKENAls weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie sich nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysieren lassen, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen des ORSA berücksichtigt. Unter Emerging Risks verstehen wir Risiken, deren Gefährdungspotenzial noch nicht mit Sicherheit bekannt ist und deren Auswirkungen sich schwer beurteilen lassen. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und Material zurück. Strategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. Reputationsrisiken sind Risiken, die sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z. B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergeben. Diese können z. B. aus der unzureichenden Umsetzung gesetzlicher Vorgaben oder auch aus der verspäteten oder fehlerhaften Veröffentlichung von Geschäftszahlen resultieren. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partieller oder fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Der Begriff "Modell" umfasst in diesem Zusammenhang quantitative Methoden, Verfahren und Vorgehensweisen, die statistische, ökonomische, finanzwirtschaftliche oder mathematische Theorien, Techniken und Prämissen verwenden, um Input-Daten (auch qualitative Daten/Expertenschätzungen) zu quantitativen Schätzungen zu verarbeiten. Bei der Anwendung von Modellen werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen vom Management getroffen bzw. Parameter verwendet, die auf Schätzungen und Annahmen beruhen, die Eingang in die Modellrechnungen finden und im Nachhinein von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen können. Zudem sind wir bei einzelnen Bewertungsvorgängen auf die Abschätzung künftiger Modellrechnungen angewiesen, da bestimmte Berechnungen erst nach der Aufstellung der Konzernbilanz fertig gestellt werden können. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen Modelländerungsprozess implementiert. Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Risiken aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen begegnet der Konzern mit geeigneten Instrumenten im Controlling, in der Konzern-Revision und dem Risikomanagement. Durch das standardisierte Berichtswesen erhalten die Entscheidungsträger regelmäßig aktuelle Informationen über den Konzern und über die Geschäftsentwicklung in allen wichtigen Tochtergesellschaften. Sie können so kontinuierlich risikosteuernd eingreifen. Risiken mangelnder Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und fehlender Ausgeglichenheit des Geschäfts reduziert der Konzern für die verschiedenen Risikoquellen vor allem durch segmentale und regionale Diversifizierung, geeignete Risikominderungs- und Risikoüberwälzungsstrategien sowie gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte und ergebnisverstetigende Produkt- und Portfolio-Bereiche. Die Risiken der Tochtergesellschaften, die zu einer Realisation der Beteiligungsrisiken der Talanx AG führen können, werden in den Risikomanagement-Systemen der Tochtergesellschaften identifiziert, überwacht und gesteuert. Dem Risiko des Substanzverlusts von Zukäufen oder deren ungenügender Rentabilität steuern wir durch eingehende Due-Diligence-Prüfungen unter Mitwirkung des Risikomanagements und unabhängiger professioneller Berater und Wirtschaftsprüfer sowie durch eine intensive Überwachung der Geschäftsentwicklung entgegen. Der Verlauf des Mergers & Acquisitions(M&A)-Prozesses sowie Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sind in einer m&a-Richtlinie geregelt. Des Weiteren achtet die Talanx auf Risiken aus der Finanzierung von Akquisitionen und dem Kapitalbedarf von Tochtergesellschaften sowie auf deren erwartete Rentabilität und Ausschüttungsfähigkeit. Der Überwachung des Finanzierungsrisikos dienen dabei regelmäßig aktualisierte Liquiditätsrechnungen und -prognosen sowie eine Festlegung der Rangfolge für die Mittelverwendung. Aus den Pensionsverpflichtungen, die die Talanx AG im Zuge der Gerling-Übernahme übernommen hat, kann sich weiterer Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren oder gar weiter sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Talanx stellt eine regelmäßige Überprüfung der Rechnungsgrundlagen auf ihre Angemessenheit an, um dem Risiko möglicher ungenügender Dotierung der Pensionsrückstellungen (z. B. durch Sterblichkeitsänderungen, Inflation und Zinsentwicklung) entgegenzusteuern. Beim EU-Mitgliedschaftsreferendum vom 23. Juni 2016 stimmte eine Mehrheit der Abstimmenden für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (sogenannter Brexit). Die Austrittsverhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU bleiben zäh, unübersichtlich und hinsichtlich ihres Ausgangs unklar. Beide Seiten erwarten keine deutlichen Fortschritte in den nächsten. Runden. Es bestehen weiterhin äußerst unterschiedliche Auffassungen über das Begleichen der "Rechnung" beim Verlassen der EU. Ein harter Brexit ist unverändert ein denkbares Szenario. Hierauf bereitet sich die Gruppe prophylaktisch vor, insoweit dies zum jetzigen Zeitpunkt schon sinnvoll möglich ist. Im Vereinigten Königreich werden vor Ende 2018 keine Zinserhöhungen und angesichts der politischen Unsicherheit weiterhin eine hohe Volatilität erwartet. Trotz der entstandenen Unsicherheit bewegen sich die Auswirkungen auf die Anlagen der Talanx gemäß unseren Analysen jedoch im beherrschbaren Rahmen; die Auswirkungen auf die Organisation des UK-Geschäfts werden derzeit noch geprüft. Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung an Problemkrediten aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER RISIKOLAGEEs sind bislang keine konkreten Risiken erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen könnten. Der Talanx-Konzern hat ein funktionsfähiges, angemessenes Governance- und Risikomanagement-System etabliert, das kontinuierlich weiterentwickelt wird und hohen Qualitätsansprüchen und Standards entspricht. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Die folgenden Risiken -der Wesentlichkeit nach aufgeführt -bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden/Unfallversicherung, das Naturkatastrophenrisiko, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung sowie das operationelle Risiko. Gleichermaßen kommt der Diversifikation für die Bestimmung des Gesamtrisikos eine besondere Bedeutung zu. Diese resultiert aus unserer geografischen Diversität und der Geschäftsdiversität. Dadurch ist der Konzern auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken gut aufgestellt. Die Solvabilitätsbeurteilung nach Solvency II zeigt auf Konzernebene eine ausreichende Kapitalisierung. PROGNOSE- UND CHANCENBERICHTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENFür 2018 erwarten wir eine Fortsetzung des globalen Wachstums, das sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht beschleunigen wird. Sowohl Industriestaaten als auch Schwellenländer dürften leicht über dem Niveau des Jahres 2017 expandieren. Als zentrale Wachstumstreiber sehen wir den Welthandel, eine anhaltend dynamische Konsumentwicklung sowie steigendes Investitionswachstum. Nach einem wachstumsstarken 2017 stehen die Anzeichen in der Eurozone auf Fortsetzung des Wachstums im Jahr 2018. Neben einer dynamischen Arbeitsmarkt- und damit Einkommens- und Konsumentwicklung sorgen vor allem ein anziehendes Investitionswachstum und eine starke Entwicklung der Nettoexporte für ein äußerst positives Bild. Politische Unsicherheit könnte auch in diesem Jahr den Wachstumsausblick belasten -die Parlamentswahl in Italien sowie der Verlauf der Brexit-Verhandlungen dürften dabei zentrale Risiken sein. Insgesamt bleibt der Ausblick für die Eurozone jedoch positiv. Die USA befinden sich nach wie vor auf einem stabilen Wachstumspfad und dürften ihren Wachstumszyklus 2018 nochmals beschleunigen. Wachstumstreiber sind u. a. die Konsumentwicklung und Investitionstätigkeit. Für einen zusätzlichen Wachstumsimpuls sorgen die Implementierung der US-Steuerreform und Wiederaufbaumaßnahmen nach den verheerenden Hurrikanen im dritten Quartal 2017. Die Schwellenländer profitieren aufgrund ihrer häufig sehr exportorientierten Wachstumsmodelle besonders von der globalen Wachstumsbeschleunigung. Dank der Erholung der Rohstoffpreise, des positiven außenwirtschaftlichen Umfelds sowie der Konsumentwicklung erwarten wir für die Schwellenländer ein stärkeres Wachstum im Jahr 2018. Gleichwohl bleiben nach wie vor Risiken: Speziell die Transformation der chinesischen Volkswirtschaft von einem export- und investitionsorientierten Wachstumsmodell zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft in Kombination mit strukturellen Problemen -wie der hohen Verschuldung des Privatsektors -dürfte auch 2018 belastend wirken. Wir gehen von einer graduellen Abschwächung des Wachstums in China aus. Die starke Rohstoffpreisdynamik sollte zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsraten in der ersten Jahreshälfte führen. Die zunehmende Auslastung der globalen Produktionskapazitäten im Kontext der globalen Wachstumsbeschleunigung dürfte jedoch für einen graduellen Anstieg der Kerninflation sorgen, d. h. der Teuerungsrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise. Wir rechnen mit einer vorsichtigen Normalisierung der globalen Geldpolitik. Die EZB wird ihr Ankaufprogramm voraussichtlich in diesem Jahr beenden. Die US-amerikanische Notenbank sieht sich mit einem deutlich reiferen Konjunkturzyklus konfrontiert und dürfte dementsprechend eine schnellere Straffung der Geldpolitik vornehmen. KAPITALMÄRKTEWir erwarten eine ausreichende Nachfrage nach Kreditprodukten, auch durch die Unterstützung des Ankaufprogramms, das die EZB auf verringertem Niveau weiterführt. Die Anfälligkeit für Spread-Ausweitungen bzw. Spread-Volatilität sollte jedoch steigen. Das Bewertungsniveau der europäischen und amerikanischen Aktienmärkte ist im Berichtsjahr signifikant angestiegen und das Kurspotenzial daher limitiert. Vor allem in den USA sehen wir das Aufwärtspotenzial bereits weitgehend ausgeschöpft. Dagegen sind die Gewinnmargen und Eigenkapitalrenditen in Europa vergleichsweise niedrig. Wir erwarten deshalb einen Nachholbedarf, wenn die Konjunktur in Europa sich weiter verbessert. Wir bleiben weiterhin optimistisch hinsichtlich der Aktienmarktentwicklung und sehen das positive Konjunkturumfeld als zentralen Kurstreiber dank steigender Unternehmensgewinne. Politische Unsicherheiten, geopolitische Konflikte sowie die zunehmende Normalisierung der globalen Geldpolitik könnten jedoch zu einer höheren Marktvolatilität führen. KÜNFTIGE BRANCHENSITUATIONDEUTSCHE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFTTrotz der positiven Entwicklung im Vorjahr ist das konjunkturelle Umfeld weiterhin von konjunkturellen Risikofaktoren geprägt, sodass Prognosen generell mit einem Vorbehalt behaftet sind. Unter der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern, dürfte die Versicherungswirtschaft nach Einschätzung des GDV 2018 ein gegenüber dem Vorjahr leicht zunehmendes Beitragsvolumen erreichen. In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für das Jahr 2018 in Deutschland mit steigenden Prämieneinnahmen. Das Beitragswachstum dürfte sich in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres bewegen. Am stärksten ausgeprägt werden die Beitragssteigerungen in der Kraftfahrtversicherung, die bereits in den letzten Jahren ein wesentlicher Treiber der positiven Beitragsentwicklung war, und in der privaten Sachversicherung eingeschätzt. Nachdem das Beitragsvolumen der deutschen Lebensversicherer im Berichtsjahr rückläufig war, geht der gdv für 2018 von einem weiteren leichten Rückgang der Beiträge aus. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Gesamtverzinsung dürfte die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer 2018 weiterhin belastet sein. INTERNATIONALE VERSICHERUNGSMÄRKTEIn der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2018 insgesamt ein geringes reales Wachstum der Prämieneinnahmen. Für die Schwellenländer gehen wir von einer konstanten Wachstumsdynamik aus, während in den entwickelten Märkten davon auszugehen ist, dass das reale Prämienwachstum etwas nachlassen wird. Die Profitabilität dürfte sich 2018 insgesamt leicht verbessern. In dieser Einschätzung spiegeln sich einerseits die nur mäßigen zu erwartenden makroökonomischen Verbesserungen und eine potenziell anziehende Inflation, andererseits die zu erwartenden Tariferhöhungen als Folge der Schäden aus Naturkatastrophen in den USA und Lateinamerika. Für den Euroraum gehen wir für 2018 von einem leicht steigenden Prämienaufkommen aus, während in den USA die Entwicklung leicht rückläufig eingeschätzt wird. In Mittel- und Osteuropa dürfte sich -mit Ausnahme Russlands -die langsame wirtschaftliche Erholung fortsetzen und in der Folge auch das Prämienwachstum 2018 auf einem vergleichbaren Niveau wie im Berichtsjahr bleiben. Für Lateinamerika erwarten wir nach einem verhaltenen Jahr 2017 eine langsame Verbesserung des Prämienwachstums im Jahr 2018. Positive Impulse könnten hier insbesondere aus dem Firmenkundengeschäft in Brasilien kommen. In den asiatischen Schwellenländern dürfte sich die solide Prämienentwicklung auch 2018 fortsetzen. Förderlich könnten sich beispielsweise regulatorische Initiativen wie die Förderung von Haftpflichtversicherungen in China, ein neues Ernteversicherungssystem in Indien oder die Beschleunigung von Infrastrukturinvestitionen in Südostasien auswirken. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir von einer weiteren Steigerung des realen Prämienwachstums aus, und zwar sowohl in den Schwellenländern als auch -in deutlich geringerem Maße -in den entwickelten Märkten. Angesichts des herausfordernden Umfelds anhaltend niedriger Zinsen, zunehmender regulatorischer Anforderungen und moderater globaler Wachstumserwartungen bleibt ihre Profitabilität jedoch unter Druck. In Mittel- und Osteuropa gehen wir insgesamt von einem rückläufigen Prämienwachstum aus, worin sich insbesondere die Entwicklung in Russland spiegelt. In anderen Ländern der Region dürften die Prämiensteigerungen bei anhaltender konjunktureller Erholung höher ausfallen. Für Lateinamerika erwarten wir 2018 ein steigendes Prämienwachstum, unterstützt von einer moderaten konjunkturellen Verbesserung in Brasilien und positiven Impulsen aus einkommensteuerlichen Änderungen in Mexiko, die die Nachfrage nach Lebensversicherungsprodukten treiben dürften. In Asien gehen wir von einer anhaltend starken Entwicklung des Prämienwachstums aus, die von China dominiert wird. AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2018Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben herausfordernd, weil das Kapitalmarkt- und insbesondere das Zins- und Renditeumfeld, aber auch der politische Rahmen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung wollen wir unsere strikt am Ertrag orientierte Zeichnungspolitik im Inlandsgeschäft fortsetzen sowie unser ertragreiches Geschäft im Ausland weiter ausbauen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir unser 2015 gestartetes Programm "KuRS" zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit fort. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussieren wir uns auf unsere Kernmärkte und wollen unser profitables Wachstum fortsetzen. Im Segment Schaden-Rückversicherung gehen wir angesichts der Ergebnisse aus der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2018 von einem guten Prämienzuwachs aus. Für das weltweite Personen-Rückversicherungsgeschäft erwarten wir für das Jahr 2018 ein durchschnittliches organisches Wachstum zwischen 3 % und 5 % (zu konstanten Währungskursen; über eine Drei-Jahres-Periode). AUSRICHTUNG DES TALANX-KONZERNS IN DEN WESENTLICHEN GESCHÄFTSBEREICHEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGENscroll
VORAUSSICHTLICHE FINANZIELLE ENTWICKLUNG DES KONZERNSWir gehen von folgenden Annahmen aus:
TALANX-KONZERNSTEUERUNGSGRÖßENIN %scroll
Für den Talanx-Konzern erwarten wir 2018 einen Anstieg der Bruttoprämien (währungsbereinigt) von mehr als 2 %. Die IFRS-Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens 3 % liegen. Wir streben ein Konzernergebnis von rund 850 Mio. EUR an. Damit dürfte die Eigenkapitalrendite im Jahr 2018 bei rund 9 % liegen, womit wir unser strategisches Ziel von 750 Basispunkten über dem durchschnittlichen risikofreien Zins erreichen würden. Dieses Ergebnisziel steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten. Unser erklärtes Ziel ist es, weiterhin einen Anteil von 35 % bis 45 % vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten. INDUSTRIEVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGIN %scroll
Erhebliches Potenzial für profitables Wachstum sieht die HDI Global SE, die den Geschäftsbereich führt, weiter im internationalen Geschäft. Daher soll auch 2018 der Ausbau des internationalen Geschäftes der HDI Global SE weiter vorangetrieben werden. Europaweit streben wir den Ausbau unseres Industriegeschäfts in den Bereichen Lokalgeschäft, Mittelstand und internationale Versicherungsprogramme an. Unsere Zielregionen außerhalb Europas sind weiterhin Lateinamerika, (Süd-)Ostasien und MENA (Middle East und North Africa). Die für das Inlandsgeschäft bereits erfolgreich gestarteten Profitabilisierungsmaßnahmen weiten wir im Jahr 2018 auf unser Auslandsgeschäft aus. Insgesamt erwarten wir ein Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt) von mindestens 2 %. Auch im Jahr 2018 wird das strategische Ziel verfolgt, den Selbstbehalt sukzessive zu steigern. Wir streben an, eine Selbstbehaltsquote über der des Vorjahres (55 %) zu erzielen. Für das Jahr 2018 erwarten wir Großschäden im Rahmen unseres Großschadenbudgets und demzufolge eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von rund 99 %. Damit dürften 2018 die EBIT-Marge bei rund 8 % und die Eigenkapitalrendite bei rund 5 % liegen. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLANDSCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGIN %scroll
Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2018 von einem Wachstum der gebuchten Bruttoprämien von mindestens 2 % aus. Des Weiteren ist das Segment auch 2018 durch investive Maßnahmen aus dem Programm "KuRS" und den Ausbau der Digitalisierung geprägt, sodass wir eine kombinierte Schaden-/ Kostenquote von rund 100 % erwarten. Ohne "KuRS"-Investitionen erwarten wir eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von rund 98 %. Infolgedessen sollte die EBIT-Marge bei mindestens 3 % liegen. LEBENSVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGIN %scroll
Für das Segment Lebensversicherung gehen wir für 2018 aufgrund von Vertragsabläufen und der Entwicklung der Einmalbeiträge von einem leichten Rückgang der gebuchten Bruttoprämien aus. Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Zinsrückgängen kommt, erwarten wir für 2018 eine EBIT-Marge von 2 % bis 3 %. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), das zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist, hat der Gesetzgeber für Arbeitnehmer eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, eine Betriebsrente aufzubauen: das Sozialpartnermodell. Eine Lösung für das Sozialpartnermodell plant die Talanx Deutschland AG gemeinsam mit der Zurich Gruppe Deutschland. Unter der Marke "Die Deutsche Betriebsrente" will das Konsortium, an dem beide Partner mit jeweils 50 % beteiligt sind, eine Zielrentenlösung auf Basis des kapitalmarktorientierten Pensionsfonds auf den Markt bringen. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTIN %scroll
Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft und erwarten für 2018 eine Eigenkapitalrendite von 3 % bis 4 %. PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALIN %scroll
1)
Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2018 ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien (währungsbereinigt) von 5 % bis 10 % an. Für 2018 gehen wir davon aus, dass das Wachstum des Neugeschäftswertes zwischen 5 % und 10 % sowie die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei rund 95 % liegen dürfte. Wir erwarten eine EBIT-Marge von rund 5 % und gehen für 2018 von einer Eigenkapitalrendite von rund 7 % aus. RÜCKVERSICHERUNGSCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN %scroll
Im Segment Schaden-Rückversicherung gehen wir angesichts der Ergebnisse aus der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2018 von einem guten Prämienzuwachs aus. Ursächlich hierfür sind höhere Prämieneinnahmen in Asien und Australien, West- und Osteuropa und Nordamerika und zudem die hohe Nachfrage im Geschäft der strukturierten Rückversicherung. Dennoch halten wir unverändert an unserer selektiven Zeichnungspolitik fest, nach der wir weitgehend nur das Geschäft zeichnen, das unsere Margenanforderungen erfüllt. Für die unterjährigen Erneuerungsrunden erwarten wir eine ähnliche Situation wie zu Beginn des Jahres. Dank unserer guten Ratings, langjähriger stabiler Kundenbeziehungen und einer niedrigen Kostenquote sollten solide Ergebnisse erzielt werden können. Wir gehen von einem guten versicherungstechnischen Ergebnis aus, vorausgesetzt, die Großschadenlast bewegt sich im Rahmen unserer Erwartungen. Als Ziel für unsere Schaden-/ Kostenquote streben wir unverändert einen Wert unterhalb von 96 % an. Die EBIT-Marge im Segment Schaden-Rückversicherung sollte mindestens 10 % betragen. PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
1)
Durchschnitt über eine Drei-Jahres-Periode Im Rahmen unseres Konzern-Strategiezyklus haben wir unsere Zielgrößen für das weltweite Personen-Rückversicherungsgeschäft teilweise modifiziert. Dies betrifft insbesondere das Bruttoprämienwachstumsziel, für das wir von 2018 an ein durchschnittliches, organisches Wachstum zwischen 3 % und 5 % erwarten (zu konstanten Währungskursen; über eine Drei-Jahres-Periode, in Anlehnung an den dreijährigen Konzern-Strategiezyklus). Verzichten werden wir in Zukunft auf Ziele für EBIT-Margen pro Reportingkategorie. Dafür setzen wir uns als neues Ziel ein anvisiertes EBIT-Wachstum von mehr als 5 % im Durchschnitt über eine Drei-Jahres-Periode. Der Zielwert für den Neugeschäftswert -den Value of New Business -bleibt unverändert bei mindestens 110 Mio. EUR pro Jahr. RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITEIM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTIN %scroll
Als Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx-Konzern für das Jahr 2018 -im Rahmen des strategischen Ziels von 900 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (risikofrei) -rund 11 %. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDSDer Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx-Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx-Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und machen sie so zur Kompassnadel unserer schlanken Struktur. Die Hauptstoßrichtung ist profitables Wachstum mit dem Ziel, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx-Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland überdurchschnittlich erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter Talanx International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. CHANCENMANAGEMENTDie Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses und seit Jahren fest in der Unternehmenskultur und dem ganzheitlichen Steuerungsansatz des Talanx-Konzerns verankert. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Herausforderung an, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet die integrierte, nach dem Schema einer Balanced Scorecard aufgebaute Performance-Metrik. Dies gilt über sämtliche Hierarchieebenen hinweg -von der Konzernspitze bis in einzelne Funktionsbereiche der Konzerngesellschaften. Sie stellt auch das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden zu Beginn des jährlich neu stattfindenden Performance-Management-Prozesses die auf Basis der Dachstrategie identifizierten strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Geschäftsbereiche anschließend im Rahmen einer strategischen Programmplanung spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancenmanagements bildet. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen die integrierte Performance-Metrik zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich wiederum vorwärtsgerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx-Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. EINSCHÄTZUNG KÜNFTIGER CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGENCHANCEN AUS DER ENTWICKLUNG DER RAHMENBEDINGUNGENDemografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (BAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll weiter fortgesetzt werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren ist das Vertrauen der Kunden in Banken Erheblich beeinträchtigt worden. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Kapitalmärkten ein anhaltend hoher Grad an Belastung und Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien haben sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Die Zukunft der klassischen deutschen Lebensversicherung, bei der Garantien für die gesamte Laufzeit gegeben werden, ist mehr als fraglich. Der Trend geht eindeutig hin zu kapitaleffizienten Produkten, die für den Lebensversicherer eigenmittelschonend sind und gleichzeitig den Kunden zusätzliche Ertragschancen bieten. Sollte sich das Finanzmarktumfeld deutlicher stabilisieren und die Produktinnovationen schneller Akzeptanz finden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum, die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. IM UNTERNEHMEN BEGRÜNDETE CHANCENInterne Prozesse: Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse kundenfreundlicher und effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen -klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen. Wir arbeiten daran, vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend zu nutzen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur wollen wir aktiv fördern. Sollte die Neuordnung der internen Prozesse schneller als derzeit erwartet voranschreiten, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung werden Geschäftsprozesse und -modelle mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. So sollen die Geschäftsprozesse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland effizienter gestaltet, die Dunkelverarbeitungsquote erhöht und die Servicequalität verbessert werden. Des Weiteren soll im Geschäftsbereich Industrieversicherung die Prozess- und IT-Landschaft länderübergreifend harmonisiert werden. Dadurch wollen wir ein global führender Anbieter von Industrieversicherungen werden. Durch die Digitalisierung ergeben sich zahlreiche Chancen. So ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen zu können und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. VERTRIEBLICHE CHANCENBancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx-Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx-Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien, Ungarn und in Russland etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx-Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten schneller ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Internet: Durch die zunehmende Digitalisierung führen CyberAngriffe via Internet vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem in jüngster Vergangenheit bekannt gewordene Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Internetrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. GESAMTBILD DER CHANCENLAGEDer Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx-Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend sich verändernde äußere Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf reagieren zu können. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. 2. KONZERNABSCHLUSSKonzernbilanz zum 31. DEZEMBER 2017 IN MIO. EURDER TALANX AGAKTIVA scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2017 IN MIO. EURDER TALANX AGscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2017DER TALANX AGIN MIO. EURscroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. AUFSTELLUNG DER VERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2017DER TALANX AGIN MIO. EURscroll
1)
Die Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 455
(373) Mio. Eur sowie erhaltene Dividenden von 368 (261) Mio. Eur und
erhaltene Zinsen von 3.403 (3.552) Mio. Eur werden dem Kapitalfluss
aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen Dividenden
beinhalten ebenfalls dividendenähnliche Gewinnbeteiligungen aus Investmentfonds
sowie Private-Equity-Gesellschaften Oberleitung der Schulden aus Finanzierungstätigkeit zu Beginn der Berichtsperiode auf den Wert per 31. Dezember 2017scroll
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KonzernanhangALLGEMEINE INFORMATIONENDer Konzernabschluss umfasst die Talanx AG, mit Sitz Riethorst 2, 30659 Hannover (Deutschland), und ihre Tochterunternehmen (zusammen Talanx-Konzern oder Talanx-Gruppe). Die Talanx AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR Hannover B 52546 eingetragen. Die Gruppe ist weltweit über Konzernunternehmen und Kooperationen in rund 150 Ländern aktiv und bietet Versicherungsdienstleistungen sowohl im Schaden/Unfall- als auch im Lebensversicherungsgeschäft, in der Rückversicherung sowie Geschäfte im Bereich Asset-Management an. Die Talanx AG ist als Finanz- und Management-Holdinggesellschaft selbst jedoch nicht im Versicherungsgeschäft tätig. Die Talanx AG gehört mit 79,0 % mehrheitlich dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Obergesellschaft), Hannover, (HDI V. a. G.). Der HDI V. a. G. ist nach § 34li HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen, in den die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochtergesellschaften einbezogen sind. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt gegeben. ALLGEMEINE AUFSTELLUNGSGRUNDSÄTZE UND ANWENDUNG DER IFRSDer Konzernabschluss der Talanx AG wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315e Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die versicherungsspezifischen Geschäftsvorfälle, in denen die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) auf dem Stand der Erstanwendung des IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert und bewertet. Nach IFRS 4 sind Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Versicherungsverträgen und nach IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" analoge Ausführungen zu Risiken aus Finanzinstrumenten erforderlich. Zusätzlich fordert § 315 Absatz 2 Nummer 1 HGB bei Versicherungsunternehmen für den Lagebericht ebenfalls Angaben zum Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken. Die aus diesen Vorschriften resultierenden Angaben sind im Risikobericht enthalten. Auf eine zusätzliche inhaltsgleiche Darstellung im Anhang haben wir verzichtet. Um einen Gesamtüberblick über die Risiken zu erhalten, denen der Konzern ausgesetzt ist, sind daher sowohl der Risikobericht als auch die entsprechenden Angaben im Anhang zu berücksichtigen. Wir verweisen entsprechend im Risikobericht bzw. im Anhang auf die jeweils korrespondierenden Erläuterungen. Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, aus Gründen der Transparenz sind Betragsangaben in Tausend Euro (TEUR) erforderlich. Dadurch kann es in den Tabellen dieses Berichts zu Rundungsdifferenzen kommen. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. NEU ANZUWENDENDE STANDARDS/INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN VON STANDARDSDer Konzern hat die folgenden geänderten IFRS-Vorschriften zum 1. Januar 2017 übernommen: Die Änderungen an IAS 7 "Kapitalflussrechnungen: Angabeninitiative" haben die Zielsetzung, Informationen über die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens zu verbessern. Danach hat ein Unternehmen Angaben über die Veränderungen solcher finanzieller Verbindlichkeiten und Vermögenswerte zu machen, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Der Konzern stellt im Abschnitt "Konzern-Kapitalflussrechnung" in einer Überleitungsrechnung die Veränderungen zwischen dem Anfangs- und Endbestand der betroffenen Finanzverbindlichkeiten dar. Weiterhin wurden Änderungen an IAS 12 "Ertragsteuern" mit dem Titel "Erfassung von latenten Steueransprüchen für nicht realisierte Verluste" sowie ein Teil der Änderungen im Rahmen der jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2014 - 2016) hinsichtlich IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen" vorgenommen, die beide keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss hatten. STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE 2017 NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE VOM KONZERN NICHT FRÜHZEITIG ANGEWANDT WERDENA) EU-ENDORSEMENT IST BEREITS ERFOLGTDer am 24. Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung". IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Im September 2016 hat das IASB jedoch die Änderungen an IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 gemeinsam mit IFRS 4" herausgegeben, welche die Erstanwendung von IFRS 9 für Versicherer betreffen. Durch unterschiedliche Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 9 und dem neuen Standard für Versicherungsverträge (IFRS 17) ergeben sich ohne diese Anpassungen für einen Übergangszeitraum erhöhte Volatilitäten in Ergebnissen und ein doppelter Umstellungsaufwand. Der Konzern, dessen Aktivität vorherrschend das Versicherungsgeschäft ist, macht unter Anwendung des IFRS 4.20A von dem Wahlrecht Gebrauch, für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2021 beginnen, weiterhin den IAS 39 an Stelle des IFRS 9 anzuwenden. Versicherungsgeschäft gilt zumindest dann als "vorherrschend", wenn am letzten Jahresbilanzstichtag vor dem 1. April 2016 mehr als 90 % der Gesamtverbindlichkeiten mit dem Versicherungsgeschäft verbunden waren. Die Prüfung dieser Voraussetzungen zur Ausübung dieser Lösung wurde auf Basis des Konzernabschlusses per 31. Dezember 2015 durchgeführt. Zum Prüfungszeitpunkt machten die Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IFRS 4 mehr als 90 % der Gesamtverbindlichkeiten des Konzerns aus. Es hat zudem keine Änderung der Geschäftstätigkeit stattgefunden, die eine neue Beurteilung erforderlich macht. Im Anhang sind ab dem Geschäftsjahr 2018 ausgewählte Angaben aufzunehmen, die eine gewisse Vergleichbarkeit mit den Unternehmen ermöglichen sollen, die bereits IFRS 9 anwenden. Wegen der großen Bedeutung von IFRS 9 hat der Konzern ein Projekt aufgesetzt, in dem die Auswirkungen des Standards auf den Konzernabschluss untersucht und die notwendigen Umsetzungsschritte angegangen werden sollen; dies berücksichtigt auch die Erarbeitung der Angabepflichten bei Nutzung des Aufschubs der Erstanwendung von IFRS 9. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass die neuen Einstufungsanforderungen Einfluss auf die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten im Konzern haben werden. Das IASB hat am 28. Mai 2014 die neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 "Umsatzerlöse", IAS 11 "Fertigungsaufträge" und IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme". IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. IFRS 15 ist erstmals für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Finanzinstrumente und andere vertragliche Rechte und Pflichten, die nach separaten Standards zu bilanzieren sind, sowie (Rück-)Versicherungsverträge im Anwendungsbereich von IFRS 4 (Hauptgeschäftstätigkeit des Konzerns) sind ausdrücklich vom Geltungsbereich des Standards ausgenommen. Der Konzern wird IFRS 15 ab dem 1. Januar 2018 anwenden und dabei den modifizierten retrospektiven Ansatz wählen, bei dem der kumulative Effekt aus der Erstanwendung in den Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2018 zu erfassen ist. Ferner beabsichtigt der Konzern die Anwendung der praktischen Vereinfachungen hinsichtlich abgeschlossener Verträge und Vertragsänderungen. Auf Basis der erfolgten Betroffenheitsanalyse erwartet der Konzern keine wesentlichen Umstellungseffekte im Erstanwendungszeitpunkt. Aufgrund der geringen Bedeutung des erwarteten kumuliert unwesentlichen Umstellungseffekts für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und im Einklang mit dem Wesentlichkeitskonzept wird der Konzern auf die Erfassung des unwesentlichen Umstellungseffekts zum 1. Januar 2018 verzichten. Am 13. Januar 2016 hat das IASB die neuen Vorschriften zur Leasingbilanzierung IFRS 16 "Leasingverhältnisse" veröffentlicht. IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (Right-of-use Asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard -das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 "Leasingverhältnisse", IFRIC 4 "Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", SIC-15 "Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und SIC-27 "Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Der Standard ist erstmals in der Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden. Der Konzern hat mit der Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Anwendung des IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss begonnen, ohne diese zum jetzigen Zeitpunkt verlässlich quantifizieren zu können. Er beabsichtigt, den Standard unter Anwendung der modifizierten retrospektiven Methode anzuwenden. Daher wird der kumulative Effekt aus der Erstanwendung von IFRS 16 -sofern wesentlich - als eine Anpassung der Eröffnungsbilanzwerte der Gewinnrücklagen zum 1. Januar 2019 erfasst, ohne Anpassung der Vergleichsperiode. Bislang wurde als Auswirkung identifiziert, dass der Konzern neue Vermögenswerte und Schulden für seine Operating-Leasingverhältnisse erfassen wird. Zum 31. Dezember 2017 betragen die künftigen Mindestleasingzahlungen für nicht kündbare Operating-Leasingverhältnisse (auf nicht abgezinster Basis) 488 Mio. EUR (siehe Anhangangabe "Mieten und Leasing" im Kapitel "Sonstige Angaben"). Außer den oben aufgeführten neuen Standards/Änderungen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben können, wurden weitere Standardänderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden: STANDARDÄNDERUNGENscroll
1)
Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen B) EU-ENDORSEMENT IST NOCH AUSSTEHENDDas IASB hat am 18. Mai 2017 die neuen Vorschriften zur Versicherungsbilanzierung IFRS 17 "Versicherungsverträge" veröffentlicht, die vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden sind. IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung und die Darstellung von Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des neuen Standards werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt. Als "Versicherungsumsatz" werden statt Prämieneinnahmen in jeder Periode die Änderungen aus der Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ausgewiesen, für die das Versicherungsunternehmen ein Entgelt erhält, abzüglich Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten. Versicherungsfinanzertrag und -aufwand resultieren aus Abzinsungseffekten und finanziellen Risiken. Sie können je Portfolio entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis ausgewiesen werden. Änderungen in den Annahmen, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen, werden gegen die vertragliche Servicemarge gebucht und über die Dauer der noch zu erbringenden Leistungen verteilt. Wird die Servicemarge negativ, ist ein entsprechender Betrag erfolgswirksam zu erfassen. IFRS 17 sieht für kurzlaufende Verträge ein vereinfachtes Verfahren vor, das die Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz wie bislang über Prämienüberträge abbildet. Verbindlichkeiten aus eingetretenen, aber noch nicht abgewickelten Versicherungsfällen sind unter IFRS 17 mit jeweils aktuellen Zinssätzen abzuzinsen. Für große Teile des Lebensversicherungsgeschäftes mit Überschussbeteiligung modifiziert der Standard das allgemeine Bewertungsmodell, indem auch Änderungen des Aktionärsanteils an der Entwicklung der der Überschussbeteiligung zugrunde liegenden Ergebnisquellen in der vertraglichen Servicemarge erfasst und über die noch verbleibende Dauer der Leistungserbringung verteilt werden. Da die neuen Vorschriften die Kerngeschäftstätigkeit des Konzerns betreffen, ist unvermeidlich mit wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss zu rechnen. Der Konzern hat wegen der besonderen Bedeutung der neuen Bilanzierungsregelungen ein mehrjähriges Projekt aufgesetzt, in dem die Auswirkungen des Standards auf den Konzernabschluss untersucht und die notwendigen Umsetzungsschritte angegangen werden sollen. Derzeit erfolgt die Ausarbeitung der rechnungslegungstechnischen Grundlagen, um anschließend mit der Implementierung der umfangreichen Anforderungen in den Prozessen und Systemen des Konzerns beginnen zu können. Darüber hinaus wurden eine Reihe weiterer Standardänderungen und Interpretationen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden: NEU ANZUWENDENDE INTERPRETATIONEN BZW. STANDARDÄNDERUNGEN -NOCH NICHT ENDORSEDscroll
1)
Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie wesentlichen Rechnungslegungsmethoden, die der Erstellung des Konzernabschlusses zugrunde liegen, sind nachfolgend dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist. Die im Geschäftsjahr 2017 neu anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sind im Kapitel "Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS", die Konsolidierungsgrundsätze im Kapitel "Konsolidierung" (Seiten 162 ff. und 191 ff.) beschrieben. ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN SOWIE BILANZIERUNGSFEHLERIm Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016 hat der Konzern für ein bestimmtes Portfolio von Rückversicherungsverträgen im Segment Personen-Rückversicherung Komponenten der Abgegrenzten Abschlusskosten und der Rückstellung für Prämienüberträge saldiert mit der Deckungsrückstellung ausgewiesen. Dieser unzutreffende Ausweis wurde gemäß IAS 8.41 retrospektiv unter Anpassung der Vergleichsangaben für Vorperioden korrigiert (siehe Buchstabe a)). Im vierten Quartal wurden im Segment Industrieversicherung die Berechnung der tatsächlichen Steuer und der latenten Steuer rückwirkend korrigiert und die Vergleichszahlen gemäß IAS 8.41 entsprechend angepasst. Der Effekt resultiert aus der angepassten Behandlung von Verrechnungssalden zwischen In- und Ausland innerhalb des Segments. Aufgrund der bestehenden Organschaft mit der Talanx AG ergaben sich auch im Segment Konzernfunktionen rückwirkende Anpassungen der Steuern (siehe Buchstabe b)). Ferner wurden im vierten Quartal im Segment Privat- und Firmenversicherung International fehlerhafte Prämienabgrenzungen rückwirkend korrigiert und die Vergleichszahlen gemäß IAS 8.41 entsprechend angepasst (siehe Buchstabe c)). Die Auswirkungen aus der rückwirkenden Anwendung der genannten Änderungen (Buchstaben a), b) und c)) auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2016, die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016 sowie die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Vergleichsperiode stellen sich wie folgt dar: AUSWIRKUNGEN AUF DIE KONZERNBILANZ ZUM 1. JANUAR 2016IN MIO. EURscroll
AUSWIRKUNGEN AUF DIE KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2016IN MIO. EURscroll
AUSWIRKUNGEN AUF DIE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2016IN MIO. EURscroll
Die Auswirkung auf das Konzernergebnis beträgt insgesamt - 4 Mio. EUR. Ferner resultiert aus dem unter dem Buchstaben c) beschriebenen Sachverhalt eine Verminderung der im sonstigen Ergebnis erfassten Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres 2016 um 2 Mio. EUR (Aufwand), die ausschließlich die Währungsumrechnung betreffen. Das Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2016 veränderte sich um - 0,02 EUR von 3,59 auf 3,57 EUR. Diese Veränderung resultiert ausschließlich aus dem unter dem Buchstaben b) beschriebenen Sachverhalt. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNGENZur Erstellung des Konzernabschlusses werden zu einem gewissen Grad Ermessensentscheidungen ausgeübt bzw. Schätzungen und Annahmen getroffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Angaben zu Eventualverbindlichkeiten betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft und basieren in Teilen auf historischen Erfahrungen sowie weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen bezüglich zukünftiger Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig erscheinen. Die im Konzern installierten Prozesse auf Ebene der Tochtergesellschaften wie auch auf Konzernebene sind darauf ausgerichtet, die Wertansätze unter Berücksichtigung der relevanten Informationen möglichst zuverlässig zu ermitteln. Daneben wird - u. a. durch konzerneinheitliche Rechnungslegungsrichtlinien -sichergestellt, dass die vom Konzern vorgegebenen Standards angemessen und konsistent angewendet werden. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst. Informationen zu Annahmen, Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten, durch die ein signifikantes Risiko entstehen kann, dass innerhalb des am 31. Dezember 2018 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich wird, sind insbesondere bei den folgenden Positionen von Bedeutung und werden in den zugehörigen Anhangangaben bzw. relevanten Abschnitten in der "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie im Kapitel "Konsolidierung" dargestellt:
ZUSAMMENFASSUNG WESENTLICHER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENVERSICHERUNGS- UND INVESTMENTVERTRÄGEIFRS 4 .Versicherungsverträge" beinhaltet Grundprinzipien, jedoch keine weitergehenden Regelungen zur Bilanzierung und Bewertung von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen. Daher werden alle Versicherungsverträge, durch die der Konzern ein signifikantes Versicherungsrisiko von Versicherungsnehmern übernimmt, und Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung nach den einschlägigen Bestimmungen der US GAAP auf den Stand der Erstanwendung von IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert, sofern IFRS 4 keine gesonderten Vorschriften vorhält. Wir zitieren einzelne Regelungen der US GAAP unter Verwendung der zu diesem Zeitpunkt gültigen Bezeichnung (Statement of Financial Accounting Standard [SFAS]). Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. AKTIVSEITEImmaterielle VermögenswerteDer aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen und mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist für Zwecke des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) zuzuordnen (siehe Anmerkung 1 "Geschäfts- oder Firmenwert" dieses Anhangs, Seite 202 ff.).Zur Ermittlung eines möglichen Abschreibungsbedarfs (Impairment) wird der erzielbare Betrag als höherer Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten einer CGU/Gruppen von CGUs ermittelt und mit den Konzernbuchwerten einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts dieser CGU/Gruppen von CGUs verglichen. Übersteigen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, ist eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte: Der Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (PVFP) ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Versicherungs-/Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen im Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuern gebildet werden, und einem Versicherungsnehmeranteil (nur bei Lebensversicherungsverträgen) zusammen. Die Versicherungsbestände werden entsprechend der Realisierung der Überschüsse, die der Berechnung zugrunde liegen, und unter Beachtung der Laufzeiten der erworbenen Verträge amortisiert (zur Aufteilung nach Laufzeiten siehe Anmerkung 2 "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" des Anhangs, Seite 205 ff.). Eine Überprüfung der Werthaltigkeit bzw. der verwendeten Bewertungsparameter erfolgt mindestens einmal jährlich; gegebenenfalls werden dann die Amortisationsverläufe angepasst oder es hat eine Wertminderung zu erfolgen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. Die Amortisation des PVFP aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis unter "Ergebnis aus Investmentverträgen" aus. Die Abschreibungen bzw. die Amortisation auf den Aktionärsanteil bilanzieren wir in der Position "sonstige versicherungstechnische Aufwendungen". Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer sowie eigenentwickelte Software werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Sie werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese beträgt bei Software (lineare Abschreibung) in der Regel drei bis zehn Jahre, die der erworbenen Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen grundsätzlich vier bis 16 Jahre. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (z. B. erworbene Markennamen) werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen, die im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind, werden auf die versicherungsspezifischen Funktionsbereiche verteilt; sofern eine Zuordnung auf die Funktionsbereiche nicht möglich ist, werden sie im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. KapitalanlagenDen fremd genutzten Grundbesitz setzen wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten an. Er wird linear über die erwartete Nutzungsdauer, maximal über 50 Jahre, abgeschrieben. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelte Verkehrswert (erzielbarer Betrag) den Bilanzwert um mehr als die planmäßige Abschreibung eines Kalenderjahres unterschreitet. Bewertungen, die auf dem Ertragswertverfahren beruhen, führen für den direkt gehaltenen Bestand grundsätzlich konzerninterne Gutachter durch (alle fünf Jahre wird ein externes Gutachten erstellt). Bei Immobilienspezialfonds wird alle zwölf Monate - Stichtag ist das Datum der Erstbewertung -ein externes Marktwertgutachten eingeholt. Ergebnisse aus dem Abgang einer Immobilie, Unterhaltungskosten und Reparaturen wie auch Abschreibungen und etwaige Wertminderungen/Zuschreibungen werden im Gewinn oder Verlust (im Kapitalanlageergebnis) berücksichtigt. Werterhöhende Aufwendungen, die nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten darstellen, werden aktiviert und können im Einzelfall die Nutzungsdauer verlängern. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen ausschließlich die nach der Equity-Methode konsolidierten wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis dieser Finanzanlagen. Zu jedem Stichtag wird überprüft, ob Anhaltspunkte einer Wertminderung vorliegen. In diesem Fall wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung im Kapitalanlageergebnis erfasst. Weitere Angaben sind dem Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" im Kapitel "Konsolidierung" zu entnehmen. Finanzielle Vermögenswerte/Verpflichtungen einschließlich der derivativen Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 bei Erwerb oder Veräußerung grundsätzlich zum Erfüllungstag angesetzt/ ausgebucht. Finanzaktiva werden bei Zugang in die vier Kategorien "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente", entsprechend dem jeweiligen Zweck, eingeteilt. Finanzpassiva sind entweder als "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" oder zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. In Abhängigkeit von der Kategorisierung werden gegebenenfalls Transaktionskosten erfasst, die mit dem Erwerb in direkter Verbindung stehen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach jeweiliger Zweckbestimmung (s. o.) und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value (beizulegender Zeitwert). Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der ergebniswirksamen Amortisierung von Agien und Disagien nach der Effektivzinsmethode und etwaigen Wertminderungen und Zuschreibungen. Unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden Anteile an Tochtergesellschaften sowie an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen -die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode bewertet werden - sowie sonstige Beteiligungen erfasst. Der Ausweis erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, soweit es sich um Anteile handelt, die börsennotiert sind; andere Anteile werden zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen, bewertet. Bei den Darlehen und Forderungen handelt es sich in erster Linie um festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und Hypothekendarlehen. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn mit der Rückzahlung nicht bzw. nicht mehr in voller Höhe zu rechnen ist (siehe auch unsere Erläuterungen im Abschnitt "Wertberichtigung [Impairment]" in diesem Kapitel). Eine Wertminderung/Wertaufholung erfolgt im Gewinn oder Verlust. Die Obergrenze der Zuschreibung bilden die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich zum Bewertungszeitpunkt ohne Wertminderungen ergeben hätten. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente sind Finanzinstrumente, für die der Konzern die Absicht und die Fähigkeit hat, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten. Bei der Bewertung und der Überprüfung der Werthaltigkeit wird wie bei den "Darlehen und Forderungen" vorgegangen. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente enthalten festverzinsliche und nicht festverzinsliche Finanzinstrumente, für die der Konzern keine unmittelbare Verkaufsabsicht hat und die keiner anderen Kategorie zuzuordnen sind. Diese Wertpapiere werden mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Agien und Disagien werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, latenten Steuern und der Beträge, die bei Lebensversicherern im Zuge der Realisierung den Versicherungsnehmern zustehen (Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung), im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital (übrige Rücklagen) ausgewiesen. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente umfassen den Handelsbestand sowie solche Finanzinstrumente, die im Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden. Die Handelsbestände beinhalten alle festverzinslichen und nicht festverzinslichen Wertpapiere, die der Konzern erworben hat, um mit ihnen zu handeln und kurzfristig Gewinne zu erzielen. Hierzu gehören alle derivativen Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten einschließlich trennungspflichtiger eingebetteter Derivate hybrider Finanzinstrumente sowie Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen, sofern sie nicht als Hedges (Hedge-Accounting nach IAS 39) qualifiziert sind. Derivate mit negativen Marktwerten bilanzieren wir unter den übrigen Verbindlichkeiten. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente betreffen strukturierte Produkte, die unter Anwendung der Fair Value Option des IAS 39 ausgewiesen werden. Hierbei werden trennungspflichtige strukturierte Finanzinstrumente -deren Fair Value zuverlässig ermittelbar ist -erfasst, die bei einem Ausweis in den anderen Kategorien in ihre Bestandteile (Basisvertrag und ein oder mehrere eingebettete Derivate) zerlegt werden müssten. Der Konzern nutzt die Fair Value Option ausschließlich für ausgewählte Teilbestände der Kapitalanlagen. Alle erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt. Liegen als Marktwerte keine Börsenkurse vor, bestimmen sich die Wertansätze nach anerkannten Bewertungsmethoden. Alle unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dieser Bewertung erfassen wir, wie die realisierten Ergebnisse, im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis). Die einzelnen Bilanzposten der Kapitalanlagen werden in den jeweiligen Anmerkungen dieses Anhangs auf die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 übergeleitet. Derivate, die als Sicherungsinstrumente (Hedge-Accounting) designiert werden, sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten oder übrigen Verbindlichkeiten angesetzt. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten in der Folgebewertung ist abhängig von der Art des abgesicherten Risikos. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte (Fair-Value-Hedge) und als Sicherung gegen bestimmte mit einer bilanzierten Verbindlichkeit/einem bilanzierten Vermögenswert oder einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundene Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow-Hedge); weitere Informationen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte: Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich auf Basis aktueller, öffentlich verfügbarer, nicht adjustierter Marktpreise. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, wird deren Geldkurs zur Bewertung herangezogen; finanzielle Verbindlichkeiten werden mit dem Briefkurs zum Stichtag bewertet. Falls kein aktueller Marktpreis zur Verfügung steht, wird ein Bewertungskurs mithilfe gängiger finanzmathematischer Modelle auf Basis aktueller und beobachtbarer Marktdaten ermittelt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet werden. Finanzielle Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Finanzinstrumente der Zeitwerthierarchiestufe 3), werden überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen, z. B. geprüfter Net Asset Value, bewertet, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen worden sind. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Anmerkung 12 in diesem Anhang. BEWERTUNGSMODELLE DER FAIR-VALUE-ERMITTLUNGscroll
1)
NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert) Wertberichtigung (Impairment): Der Konzern prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob bei den finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert eingestuft sind, objektive Hinweise auf eine Wertberichtigung vorliegen. Bei gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten gilt ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter deren Anschaffungskosten als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Der Konzern hält einen Rückgang um 20 % für signifikant und einen Zeitraum von neun Monaten für länger anhaltend. Diese Regelungen wenden wir analog auch bei Beteiligungen an Fonds an, die in privatem Beteiligungskapital ("Private Equity") investieren. Um dem spezifischen Charakter dieser Fonds Rechnung zu tragen (hier anfänglich negativer Rendite- und Liquiditätsverlauf aus dem sogenannten "J-Curve"-Effekt während der Investitionsperiode der Fonds), schreiben wir erstmals nach einer zweijährigen Karenzphase bei Vorliegen einer signifikanten oder nachhaltigen Wertminderung auf den Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwertes ab. Indikatoren einer Wertminderung bei den festverzinslichen Wertpapieren und Darlehen sind insbesondere finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten/Schuldners, die Nichterhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalerträgen, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent/Schuldner in Insolvenz geht, sowie die aktuelle Marktsituation. Hierbei wird eine qualitative Einzelbetrachtung vorgenommen. Dabei beziehen wir in erster Linie das Rating des Papiers, das Rating des Emittenten bzw. des Kreditnehmers sowie die individuelle Markteinschätzung in die Beurteilung ein. Wertberichtigungen werden aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst und erfolgen auf den beizulegenden Zeitwert, das heißt grundsätzlich auf den öffentlich notierten Börsenkurs. Dabei setzen wir die Wertminderungen auf Kapitalanlagen grundsätzlich aktivisch von den betroffenen Positionen ohne Nutzung eines Wertberichtigungskontos ab. Wertaufholungen bei Eigenkapitaltiteln werden über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag bilanziert, wenn es einen Rechtsanspruch gibt und die Absicht besteht, solche Positionen auf einer Nettobasis auszugleichen oder diesen Ausgleich simultan herbeizuführen. Wertpapiere, die im Rahmen der Wertpapierleihe verliehen werden, werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, unverändert im Konzern verbleiben. Barsicherheiten werden unter den "übrigen Verbindlichkeiten" angesetzt, während Wertpapiere (die als Sicherheit hereingenommen werden) mangels Übertragung der verbundenen Risiken und Chancen nicht bilanziert werden. Im Rahmen echter Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung, diese zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem festgelegten Rückkaufswert zurückzunehmen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verbleiben, bilanzieren wir weiterhin diese Kapitalanlagen. Die Rückgabeverpflichtung der erhaltenen Zahlung weisen wir in den "übrigen Verbindlichkeiten" aus; ein erhaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis) gezeigt. Übrige Kapitalanlagen werden in erster Linie mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern diese Finanzinstrumente nicht an öffentlichen Märkten gelistet sind (z. B. Beteiligungen an Private-Equity-Gesellschaften), werden sie mit dem letzten verfügbaren Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwerts bewertet. Anlagevermögen aus Infrastrukturinvestments (vornehmlich aus vollkonsolidierten Windparkprojektgesellschaften) bilanzieren wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Eine zu bilanzierende Rückstellung für Rückbauverpflichtungen weisen wir unter den "sonstigen Rückstellungen" aus. Außerdem überprüfen wir diese Bestände zum Stichtag auf ihre Werthaltigkeit. Wertminderungen/Zuschreibungen/planmä-ßige Abschreibungen wie auch Umsatzerlöse aus diesen Anlagen erfassen wir im Kapitalanlageergebnis. Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. Zahlungen für diese Verträge führen daher nicht zu einem Ausweis von Prämien, sondern zu Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen, Position: "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" aus. Finanzpassiva - also Verpflichtungen aus Investmentverträgen -werden in dem Passivposten "übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Unsere Ausführungen zur Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten gelten analog. Die aus diesen Verträgen resultierenden Ergebniseffekte (z. B. Wertschwankungen der Finanzaktiva/-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar. Depotforderungen und -verbindlichkeiten und Verträge ohne ausreichendes versicherungstechnisches RisikoDepotforderungen sind Forderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft an unsere Kunden. Die Depotverbindlichkeiten repräsentieren die von unseren Retrozessionären bei uns gestellten Bardepots. Depotforderungen/-verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten (Nominalbetrag) bilanziert, Bonitätsrisiken werden entsprechend berücksichtigt. Versicherungsverträge, die zwar dem nach IFRS 4 geforderten signifikanten Risikotransfer auf den Rückversicherer genügen, jedoch den nach US GAAP geforderten Risikotransfer nicht erfüllen, werden unter Anwendung der "Deposit Accounting"-Methode bilanziert und aus der versicherungstechnischen Rechnung eliminiert. Das aus diesen Verträgen vereinnahmte Entgelt für die Risikoübertragung wird im Gewinn oder Verlust (Position: übriges Ergebnis) ausgewiesen. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von LebensversicherungspolicenDiese Position beinhaltet Kapitalanlagen der Versicherungsnehmer aus fondsgebundenen Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistungen aus diesen Versicherungsverträgen sind an die Anteilswerte von Investmentfonds oder an ein Portfolio von gesonderten Finanzinstrumenten gebunden. Sie werden zum Marktwert bilanziert. Den nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten stehen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Die Versicherungsnehmer haben Anspruch auf die erzielten Gewinne; sie tragen in gleicher Weise die anfallenden Verluste. Anteil der Rückversicherer an den versicherungstechnischen RückstellungenDie Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen aus den versicherungstechnischen Bruttorückstellungen ermittelt. Bonitätsrisiken werden berücksichtigt. ForderungenForderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die sonstigen Forderungen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt; sofern erforderlich, nehmen wir auf Basis einer Einzelbetrachtung Wertberichtigungen vor. Wertberichtigungen auf eine Gruppe gleichartiger Forderungen bilanzieren wir, soweit keine Einzelwertberichtigung gebildet wurde. Für die Wertberichtigung auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft verwenden wir Wertberichtigungskonten, alle anderen Wertminderungen werden direkt gegen den zugrunde liegenden Bestand gebucht. Entfallen Gründe für die Wertberichtigung, nehmen wir eine Zuschreibung (im Gewinn) direkt oder durch Anpassung des Wertberichtigungskontos maximal auf die ursprünglichen fortgeführten Anschaffungskosten vor. Abgegrenzte AbschlusskostenIn den aktivierten Abschlusskosten werden Provisionen und andere variable Kosten abgegrenzt, die in engem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss oder der Erneuerung von Verträgen stehen. Für die Schaden/Unfall-Erstversicherungsgesellschaften und die Schaden-Rückversicherung werden Abschlusskosten in der Regel linear über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert. Bei kurzfristigen Verträgen erfolgt die Tilgung entsprechend der Vereinnahmung der Beiträge und folgt somit der zeitproportionalen Auflösung der Prämienüberträge. In der Personen-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt. Die Höhe der Tilgung hängt dabei im Allgemeinen von den Bruttomargen der jeweiligen Verträge ab, die für das entsprechende Jahr der Vertragslaufzeit errechnet wurden. Die Tilgung erfolgt je nach Vertragstyp entweder proportional zu den Beitragseinnahmen oder proportional zu den erwarteten Ertragsmargen. Bei als Universal-Life-Type-Verträge klassifizierten Personen-Rückversicherungsverträgen werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge auf der Basis der erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Für diese Verträge wurde ein Diskontierungszins verwendet, der auf dem Zins für mittelfristige Staatsanleihen basiert. Für Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag beziehen sich diese Werte auf die erwartete Vertragslaufzeit oder Rentenzahlungszeit. Die aktivierten Abschlusskosten werden regelmäßig in einem Angemessenheitstest nach IFRS 4 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Darüber hinaus erfolgt eine laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen; gegebenenfalls hat eine Anpassung zu erfolgen. Aktive SteuerabgrenzungAktive latente Steuern werden bilanziert, wenn Aktivposten in der Konzernbilanz niedriger oder Passivposten höher anzusetzen sind als in der Steuerbilanz der betreffenden Konzerngesellschaft und diese als temporäre Differenzen in der Zukunft zu Steuerminderbelastungen führen. Ebenso werden aktive latente Steuern bei Vorliegen von "Tax Credits" und auf steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Nicht werthaltige aktive Steuerlatenzen werden wertberichtigt. Die Ermittlung der aktiven Steuerabgrenzungen wird in den jeweiligen Staaten von den lokalen Steuer- und Finanzfachleuten vorgenommen. Die Ergebnisplanungen beruhen auf Geschäftsplänen, die in einem ordentlichen Verfahren geprüft und genehmigt wurden und die auch für die Unternehmenssteuerung verwendet werden. Ein besonders aussagekräftiger Nachweis wird entsprechend konzerneinheitlichen Grundsätzen verlangt, wenn das betreffende Konzernunternehmen aktuell oder in einer Vorperiode einen Verlust erlitten hat. Der Ansatz und die Werthaltigkeit wesentlicher aktiver Steuerabgrenzungen werden von der Konzernsteuerabteilung geprüft. Latente Steuern basieren auf den aktuellen landesspezifischen Steuersätzen. Falls sich die der Berechnung zugrunde liegenden Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderung verabschiedet wird. Buchungen auf Konzernebene berücksichtigen grundsätzlich den Konzernsteuersatz von 32,2 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind. Sonstige Vermögenswerte bilanzieren wir, mit Ausnahme der Sicherungsinstrumente, grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nutzungsdauer bei selbst genutzten Immobilien liegt bei max. 50 Jahren; bei Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Nutzungsdauer in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. Hinsichtlich der Bewertung bzw. Prüfung der Werthaltigkeit von eigengenutztem Grundbesitz gelten grundsätzlich die Aussagen analog der Darstellung zu fremd genutzten Immobilien. Abschreibungen/Wertminderungen werden auf die versicherungstechnischen Funktionsbereiche verteilt oder im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand werden zum Nominalbetrag bilanziert. VeräußerungsgruppenLangfristige zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und gesondert ausgewiesen, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Der Verkauf muss höchst wahrscheinlich sein. Diese Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet; bei Finanzinstrumenten bleibt die Bewertung unverändert. Planmäßige Abschreibungen werden bis zum Tag der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten berücksichtigt. Wertminderungen sind im Gewinn oder Verlust zu erfassen, wobei ein späterer Anstieg zu einer Gewinnrealisierung bis zur Höhe des kumulativen Wertminderungsaufwands führt. Übersteigt der Wertminderungsbedarf für eine Veräußerungsgruppe den Buchwert der zugehörigen langfristigen Vermögenswerte, wird die Notwendigkeit einer Rückstellungsbildung geprüft. PASSIVSEITEIm Eigenkapital werden das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklagen, die Gewinnrücklagen und die übrigen Rücklagen ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen enthalten die von den Aktionären der Talanx AG auf die Aktien eingezahlten Beträge. In der Gewinnrücklage werden neben den Zuführungen aus dem Jahresergebnis thesaurierte Gewinne ausgewiesen, die Konzernunternehmen seit ihrer Konzernzugehörigkeit erzielt haben. Darüber hinaus wird bei einer retrospektiven Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Anpassungsbetrag für frühere Perioden im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Übrige Rücklagen: Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Veränderungen der Zeitwerte von jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten werden in den nicht realisierten Kursgewinnen/-verlusten aus Kapitalanlagen gezeigt; die aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen resultierenden Umrechnungsdifferenzen sowie die unrealisierten Gewinne/Verluste aus der Equity-Bewertung werden ebenfalls in den übrigen Rücklagen ausgewiesen. Zudem werden Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare nicht festverzinsliche Wertpapiere in dieser Eigenkapitalposition bilanziert, ebenso wie der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts von Sicherungsinstrumenten im Rahmen von Cashflow-Hedges. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresergebnis werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Jahresergebnis ausgewiesen. Dem folgend werden die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter als Teil des Eigenkapitals bilanziert. Es handelt sich dabei um die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen. Nachrangige Verbindlichkeiten sind finanzielle Verpflichtungen, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Versicherungstechnische RückstellungenDie versicherungstechnischen Rückstellungen werden in der Bilanz brutto ausgewiesen, also vor Abzug des Anteils, der auf die Rückversicherer entfällt. Die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen basiert auf Grundlage der US GAAP (SFAS 60, SFAS 97 und SFAS 120). Bei kurzfristigen Versicherungsverträgen werden die bereits vereinnahmten auf künftige Risikoperioden entfallenden Prämien zeitanteilig abgegrenzt und als Rückstellungen für Prämienüberträge ausgewiesen. Insofern werden diese Prämien über die Laufzeit der Versicherungsverträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und somit als Ertrag erfasst. Die Prämieneinnahmen werden für Verträge grundsätzlich taggenau abgegrenzt (vornehmlich in der Erstversicherung); in der Rückversicherung werden Annahmen getroffen, soweit die für eine zeitanteilige Berechnung erforderlichen Daten nicht verfügbar sind. Die Deckungsrückstellung wird in der Lebensversicherung für die Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung bzw. der Zedenten in der Personen-Rückversicherung anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Sie errechnet sich als Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. In die Berechnung gehen Annahmen in Bezug auf Mortalität und Invalidität, Storno, die Kapitalanlageverzinsung sowie zu Kosten ein. Die dabei verwendeten Rechnungsgrundlagen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geschätzt und umfassen eine adäquate Sicherheitsmarge, die das Änderungs-, Irrtums- und Zufallsrisiko berücksichtigt. Die Methode stützt sich bei Lebensversicherungsverträgen ohne Überschussbeteiligung auf Annahmen (resultierend aus Kunden- und Branchendaten) gemäß bester Schätzung unter Einschluss einer Risikomarge. Bei Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung wird auf Annahmen zurückgegriffen, die vertraglich garantiert sind oder der Bestimmung der Rückkaufswerte zugrunde liegen. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen basieren auf aktuellen Sterbetafeln; sofern keine unternehmensindividuellen Sterbetafeln verfügbar sind, erfolgt ein Rückgriff auf Branchentafeln. Die Bewertung der Deckungsrückstellung ist von der jeweiligen Produktkategorie abhängig. Demnach müssen die Lebensversicherungsprodukte in die folgenden Kategorien unterteilt werden: Bei Verträgen der Lebensversicherung mit "natürlicher" Gewinnbeteiligung (SFAS 120) setzt sich die Deckungsrückstellung aus den Teilrückstellungen für Versicherungsleistungen (Net Level Premium Reserve) und einer Rückstellung für Schlussüberschussanteile zusammen. Die Net Level Premium Reserve ergibt sich aus dem Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (inklusive erworbener Boni, aber ohne Schadenregulierungsaufwendungen) abzüglich des Barwerts der zukünftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie ermittelt sich als Nettoprämie abzüglich des für die Deckung des Regulierungsaufwands vorgesehenen Prämienanteils. Die Rückstellung für Schlussüberschussanteile wird im Allgemeinen aus einem festen Anteil des im Geschäftsjahr erwirtschafteten Bruttogewinns aus dem Versicherungsbestand aufgebaut. Für Verträge der Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung (SFAS 60) berechnet sich die Deckungsrückstellung aus dem Unterschiedsbetrag des Barwerts der künftigen Leistungen und des Barwerts der künftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie (Net Level Premium) entspricht dem Anteil des Bruttobeitrags, der zur Finanzierung künftiger Versicherungsleistungen angesetzt wird. Bei Verträgen der Lebensversicherung nach dem Universal-Life-Modell, fondsgebundenen Lebensversicherungen oder ähnlichen Lebensrückversicherungsverträgen (SFAS 97) wird ein separates Konto geführt, auf dem die Prämienzahlungen abzüglich Kosten und zuzüglich Zinsen gutgeschrieben werden. Die Deckungsrückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, weisen wir gesondert im Passivposten D aus. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird für Zahlungsverpflichtungen aus Erst- und Rückversicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Sie werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und solche für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (IBNR-Reserve). Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basieren grundsätzlich auf anerkannten versicherungsmathematischen Schätzverfahren, anhand derer künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten geschätzt werden, soweit keine einzelfallbezogenen Schätzungen zu berücksichtigen sind. Angesetzt wird entsprechend langjährig etablierter Praxis der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag, der sich für die Rückversicherung grundsätzlich aus den Aufgaben der Zedenten ergibt. Forderungen aus Regressen, Provenus und Teilungsabkommen werden berücksichtigt. Zur Bemessung der Endschäden ("Ultimate Liability") werden im Bereich der Schaden-Rückversicherung, aber auch der Schaden-Erstversicherung für alle Sparten die erwarteten Endschadenquoten mittels aktuarieller Verfahren, z. B. Chain-Ladder-Verfahren, berechnet. Dabei wird auf Basis statistischer Dreiecke die Entwicklung aller Schäden pro Anfalljahr bzw. Zeichnungsjahr bis zum voraussichtlichen Ende ihrer Abwicklung prognostiziert. Zudem werden Erfahrungen der Vergangenheit, aktuell bekannte Fakten und Gegebenheiten sowie weitere Annahmen in Bezug auf die zukünftige Entwicklung berücksichtigt. Die jüngeren Zeichnungsjahre bzw. Anfalljahre aktuarieller Projektionen unterliegen einer größeren Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen reduziert wird. Insbesondere für die Rückversicherung gilt, dass zwischen dem Eintritt des versicherten Schadens, seiner Meldung durch den Erstversicherer und der anteiligen Bezahlung des Schadens durch den Rückversicherer ein längerer Zeitraum liegen kann. Erfahrungen aus der Vergangenheit und Annahmen über die zukünftige Entwicklung unter Berücksichtigung von Marktinformationen fließen in die Wertfindung ein. Die Höhe der Rückstellungen und ihre Verteilung auf die Schadenanfalljahre bzw. Zeichnungsjahre werden durch Anwendung anerkannter Prognoseverfahren der Schadenversicherungsmathematik ermittelt. Die Rückstellungen für das übernommene Geschäft werden dabei grundsätzlich für das Konzerngeschäft nach Vorgaben der Vorversicherer bzw. für das Nichtkonzerngeschäft mittels aktuarieller Analysen gebildet. Hinsichtlich der einzelfallspezifischen Abwicklung von Großschäden liegen teilweise keine ausreichenden statistischen Daten vor. In diesen Fällen werden nach Analyse des mit diesen Risiken behafteten Portfolios und gegebenenfalls nach Einzelbetrachtungen angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen entsprechen realistischen Schätzungen des Konzerns. Darüber hinaus wird für einen Teil der bekannten Versicherungsfälle eine individuell bestimmte Rückstellung dotiert. Diese Schätzungen basieren auf den Tatsachen, die zum Zeitpunkt ihrer Dotierung bekannt sind. Sie erfolgen durch die mit der Schadenregulierung betrauten Mitarbeiter fallweise unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Versicherungspraxis, der Situation im Schadenfall sowie des vereinbarten Versicherungsumfangs. Die Rückstellungen werden beim Vorliegen neuerer Erkenntnisse regelmäßig neu bewertet. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird mit Ausnahme weniger Teilrückstellungen wie bspw. der Rentendeckungsrückstellungen grundsätzlich nicht abgezinst. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wird in der Lebensversicherung für Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gebildet, die am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeordnet sind. Sie setzt sich aus den Beträgen zusammen, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, und den Beträgen, die aus zeitlich begrenzten Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB) und sich in künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken werden. Für unrealisierte Gewinne und Verluste aus "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumenten bilden wir die resultierende Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Shadow RfB); ansonsten berücksichtigen wir Veränderungen dieser Rückstellung erfolgswirksam. Wir überprüfen regelmäßig -mindestens einmal jährlich -alle versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen eines Angemessenheitstests nach IFRS 4. Sofern die Überprüfung ergibt, dass künftige Einnahmen die erwarteten Ausgaben auf Ebene der Berechnungscluster voraussichtlich nicht decken, wird nach Auflösung der zugehörigen abgegrenzten Abschlusskosten und pvfp eine Drohverlustrückstellung gebildet. Die Berechnung auf Basis des aktuell realistisch geschätzten künftigen Erfüllungsbetrags orientiert sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge und der Schadenrückstellung grundsätzlich an dem Geschäftsmodell der Sparten und berücksichtigt künftige Konditionsanpassungen, Rückversicherungsschutz sowie gegebenenfalls die Steuerung der Profitabilität einzelner Vertragsbeziehungen. Kapitalerträge werden bei dieser Berechnung nicht einbezogen. Bei der Deckungsrückstellung prüfen wir die Angemessenheit auf Basis aktueller Annahmen der Rechnungsgrundlagen einschließlich des anteiligen Kapitalanlageergebnisses wie auch (wenn relevant) künftiger Überschussbeteiligungen. Schattenbilanzierung (Shadow Accounting): IFRS 4 erlaubt die Einbeziehung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus Zeitwertänderungen der "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumente in die Bewertung versicherungstechnischer Positionen. Diese Vorgehensweise wird angewandt, damit nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise wie realisierte Gewinne und Verluste behandelt werden. Hiervon können folgende Positionen betroffen sein: abgegrenzte Abschlusskosten, PVFP, Rückstellungen für Schlussgewinnanteile der Versicherungsnehmer sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Die resultierenden Anpassungen werden als sogenannte Shadow Adjustments der betroffenen Positionen analog zu den begründenden Wertentwicklungen als Gegenposten im sonstigen Ergebnis abgebildet. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wirdBei Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen (z. B. in der fondsgebundenen Lebensversicherung), spiegeln die Deckungsrückstellung und sonstige versicherungstechnische Rückstellungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. Wir verweisen auf die Erläuterungen zum Aktivposten "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", Seite 173. Andere RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Die Unternehmen des Konzerns haben ihren Mitarbeitern beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Art und Höhe der Versorgungszusagen richten sich dabei nach der im Zeitpunkt der Zusage gültigen Versorgungsordnung. Sie basieren im Wesentlichen auf Dienstzeit und Entgelt der Mitarbeiter. Darüber hinaus besteht seit Langem in verschiedenen deutschen Gesellschaften die Möglichkeit, Pensionszusagen durch Gehaltsverzicht zu erlangen. Die in den Rückstellungen für Pensionsanwartschaften enthaltenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen werden durch Versicherungsverträge mit verschiedenen Lebensversicherungen -im Wesentlichen Konzerngesellschaften -rückgedeckt. Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber (z. B. eines Fonds oder durch externe Vermögen gedeckte Leistungszusagen), die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionsversprechen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögenswerte die zugehörigen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird dieser Nettobetrag, angepasst um Effekte aus der Aktivierungsobergrenze (Asset Ceiling), als sonstige Forderung ausgewiesen. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Es werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Anwartschaften und laufenden Renten bewertet, sondern auch deren zukünftige Entwicklung wird berücksichtigt. Der Zinssatz, mit dem die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientiert sich an den Zinssätzen, die für hochwertige Unternehmensanleihen gelten. Der verwendete Abzinsungssatz ist ein zahlungsgewichteter Durchschnittszins, in dem sich die Fälligkeiten, die Höhe und die Währung der zu zahlenden Leistungen widerspiegeln. Die Kostenkomponenten aus der Veränderung der leistungsorientierten Pläne werden, soweit sie den Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf die Nettoschuld betreffen, im Gewinn oder Verlust der Periode berücksichtigt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Plankürzungen sowie Gewinne und Verluste aus Planabgeltungen werden im Zeitpunkt ihres Eintritts im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis bilanziert und im Eigenkapital ausgewiesen. Die Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen umfassen zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne oder Verluste aus den Bruttopensionsverpflichtungen und zum anderen den Unterschied zwischen der tatsächlich realisierten Planvermögensrendite und den rechnungsmäßigen Zinserträgen auf Planvermögen. Im Falle einer Überdotierung von Plänen fließt in die Neubewertungskomponente außerdem die Differenz zwischen dem Zins auf die Auswirkung der Vermögensobergrenze und der gesamten Veränderung des Nettovermögens aus der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) ein. Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und Restrukturierungsrückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet. Eine Abzinsung dieser Rückstellungen erfolgt, wenn die Wirkung des Zinseffektes wesentlich ist. Restrukturierungsrückstellungen werden dann angesetzt, wenn ein detaillierter formeller Plan für die Restrukturierung durch den Konzern genehmigt wurde und die wesentlichen Details der Restrukturierung öffentlich angekündigt wurden. Die Rückstellungen beinhalten u. a. Annahmen hinsichtlich der Anzahl der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter, der Höhe der Abfindungszahlungen wie auch Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen. Aufwendungen, die mit den zukünftigen Geschäftstätigkeiten zusammenhängen (z. B. Versetzungskosten), werden nicht bei der Dotierung der Rückstellungen berücksichtigt. VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten einschließlich der "begebenen Anleihen und Darlehen", soweit es sich nicht um Verbindlichkeiten aus Derivaten und den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten finanziellen Verpflichtungen aus Investmentverträgen handelt, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Verbindlichkeiten aus Derivaten bewertet der Konzern zum beizulegenden Zeitwert. Für geschriebene Verkaufsoptionen auf nicht beherrschende Anteile bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts des Rückkaufbetrags der Anteile. Die Einbuchung erfolgt zulasten des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital; Effekte aus der Folgebewertung werden ergebniswirksam im "übrigen Ergebnis" erfasst. Die Aufzinsung dieser finanziellen Verbindlichkeiten weisen wir unter den Finanzierungszinsen aus. Die beizulegenden Zeitwerte von Investmentverträgen werden grundsätzlich mittels Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Kontensalden bestimmt. Daneben nutzt der Konzern für einen selektiven Bestand die Fair Value Option, um eine Bewertungs- oder Ergebniserfassungsinkongruenz (sogenannter Accounting Mismatch) in Bezug auf die die Verbindlichkeiten deckenden Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu beseitigen oder wesentlich zu verringern. Ergebniseffekte aus der Bewertung dieser Verbindlichkeiten weisen wir im "Ergebnis aus Investmentverträgen" im Kapitalanlageergebnis aus. Anteilsbasierte Vergütungen werden im Konzern ausschließlich in bar abgegolten. Die Schulden der in bar zu erfüllenden Vergütungspläne werden zu jedem Stichtag und am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld bestimmt. Der Zeitwert jedes dieser Pläne wird als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Passive Steuerabgrenzungen werden bilanziert, wenn ein Aktivposten in der Konzernbilanz höher oder ein Passivposten niedriger anzusetzen ist als in der Steuerbilanz und dies als temporäre Differenz in der Zukunft zu Steuermehrbelastungen führt; wir verweisen auf die Erläuterungen zur aktiven Steuerabgrenzung. WESENTLICHE ERFOLGSGRÖSSENUnter der gebuchten Prämie wird der Betrag ausgewiesen, der im Geschäftsjahr für die Gewährung des Versicherungsschutzes entweder einmal oder laufend durch den Versicherer fällig gestellt wurde. In die Prämien fließen Ratenzahlungszuschläge sowie Nebenleistungen, aber auch Geldleistungen für übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen (Portfolioeintritte) ein. Darüber hinaus werden Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen sowie stornierten Prämienforderungen und Erträge aus der Auflösung bzw. Verminderung von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Versicherungsnehmer unter diesem Posten ausgewiesen. Erhöhungen der Wertberichtigungen werden von den gebuchten Prämien abgesetzt. Durch Abzug der gebuchten Rückversicherungsprämien ergeben sich die gebuchten Prämien für eigene Rechnung (netto). Prämien für Versicherungsverträge werden über die Laufzeit der Verträge im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Bei den verdienten Prämien handelt sich um den Teil der gebuchten Prämien, der entsprechend den Bedingungen der Versicherungsverträge über die Zeit abzugrenzen ist. Von den verdienten Prämien sind die Sparanteile aus Lebensversicherungsverträgen abgesetzt. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Ausführungen zur Rückstellung für Prämienüberträge. Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen beinhalten die Zahlungen für Schadenfälle des Geschäftsjahres wie auch die für Schadenfälle der Vorjahre (einschließlich der Schlussüberschüsse in der Lebensversicherung). Ferner werden die Veränderungen der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie die Veränderungen der Deckungsrückstellung erfasst. Ebenfalls werden unter dieser Position die Aufwendungen für Beitragsrückerstattung ausgewiesen. Diese bestehen neben der Direktgutschrift aus der Zuführung für die RfB sowie der erfolgswirksamen Veränderung der latenten RfB inklusive der Amortisation des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer. Wir verweisen auf die entsprechenden versicherungstechnischen Passivposten. Die Abschlussaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Provisionszahlungen an die mit dem Vertrieb der Versicherungsprodukte betrauten Personen/Organisationen, die gezahlten Rückversicherungsprovisionen sowie die Veränderungen der aktivierten Abschlusskosten und der Provisionsrückstellungen. Darüber hinaus werden unter den Abschlusskosten weitere Kostenbestandteile ausgewiesen, die eng mit der Akquise von neuen Versicherungsverträgen bzw. mit der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge verbunden sind, beispielsweise Kosten der medizinischen Gesundheitsprüfung. Die Verwaltungskosten resultieren vor allem aus den Aufwendungen für die Vertragsverwaltung wie z. B. das Einziehen der fälligen Prämien. Hierbei werden sämtliche Kosten, beispielsweise Personalkosten, Abschreibungen und Mieten, die direkt auf diesen Funktionsbereich entfallen, als Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Prämien, Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen werden jeweils brutto und netto, d. h. nach Berücksichtigung der Rückversicherungspositionen, bilanziert. Die Zusammensetzung des Kapitalanlageergebnisses wie auch des übrigen Ergebnisses ist der jeweiligen Anmerkung im Konzernanhang zu entnehmen. Ertragsteuern: Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensergebnisse der Konzernunternehmen, auf die die jeweiligen lokalen Steuersätze angewendet werden, sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen oder Strafen, die an die Steuerbehörden zu zahlen sind, werden im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. WÄHRUNGSUMRECHNUNGDer Konzernabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, dargestellt. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden im "übrigen Ergebnis" (Gewinn- und Verlustrechnung) ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus nicht monetären Posten, wie z. B. Eigenkapitalinstrumente, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert und erst mit ihrer Abwicklung bzw. bei einer Wertminderung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Die in Landeswährung aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Konzernunternehmen werden zu Durchschnittskursen in Euro umgerechnet und in den Konzernabschluss übernommen. Die Umrechnung der Fremdwährungspositionen in den Bilanzposten der Einzelgesellschaften, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwertes, sowie die Übernahme dieser Posten in den Konzernabschluss erfolgen zu den Devisenmittelkursen des Bilanzstichtags. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital bilanziert, soweit die Währungskursdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist. Eine erfolgswirksame Umgliederung wird vorgenommen, wenn der Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf einer ausländischen Tochtergesellschaft erfasst wird. UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGENscroll
SEGMENTBERICHTERSTATTUNGBESTIMMUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEDie Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt -in Übereinstimmung mit IFRS 8 "Geschäftssegmente" -der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet. Der Konzern hat danach die geschäftlichen Aktivitäten in Versicherung und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten sind weiter in sechs berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt. Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung sind aufgrund der nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) sowie im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft nach Sparten (Sachversicherung und Lebensversicherung) ausgerichteten Steuerung in die vier berichtspflichtigen Segmente "Industrieversicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben" und "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand. Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt. Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rück SE ordnen wir allerdings dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx-Konzernabschluss hingegen den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rück SE: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, von denen im Abschluss der Hannover Rück SE unvermeidlich. Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen. Industrieversicherung: Im Segment Industrieversicherung weisen wir das globale Industriegeschäft aus. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Sach-, Rechtsschutz-, Transport-, Financial-Lines- und Technischen Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall:In diesem berichtspflichtigen Segment werden Sachversicherungsleistungen für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft gesteuert. Das Produktspektrum reicht von Versicherungsprodukten für preis- und leistungsbewusste Kunden über maßgeschneiderte Produkte für beratungsaffine Kunden bis hin zum Belegschaftsgeschäft. Zu den Vertriebskanälen in diesem Segment zählen neben der konzerneigenen Außendienstorganisation auch der Vertrieb über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten, Kooperationen sowie der Online- und Direktvertrieb. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben: In diesem berichtspflichtigen Segment werden Lebensversicherungsaktivitäten einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts -d. h. der Vertrieb von Versicherungspolicen mittels Partnerbanken -gesteuert. Das Segment erbringt Versicherungsdienstleistungen grenzüberschreitend auch in Österreich. Das Produktspektrum reicht von der kapitaleffizienten bis hin zur individuell zugeschnittenen Versicherungslösung. Dazu gehören fondsgebundene Lebensversicherungen, Renten- und Risikoversicherungen sowie Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Die Gruppe nutzt ein breites Spektrum an Vertriebskanälen, wozu sowohl eine eigene Ausschließlichkeitsorganisation als auch der Vertrieb über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten sowie Bankkooperationen zählen. Privat- und Firmenversicherung International: Der Umfang des Geschäftsbetriebs umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die Produktpalette umfasst u. a. Angebote der Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Lebensversicherung. Das Auslandsgeschäft wird zu einem großen Anteil über Makler und Agenten abgewickelt. Zusätzlich nutzen viele Gesellschaften in diesem Segment Postfilialen sowie Banken als Vertriebskanäle. Schaden-Rückversicherung: Die wichtigsten Aktivitäten sind das private, geschäftliche und industrielle Schaden- und Haftpflichtgeschäft vor allem im US-amerikanischen und im deutschen Markt, das Transport- und Luftfahrtgeschäft, das Kredit-/Kautionsgeschäft, strukturierte Rückversicherung, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft. Personen-Rückversicherung: Das Segment fasst die weltweiten Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in allen Sparten der Lebens-, Kranken- und Rentenversicherung sowie der privaten Unfallversicherung, sofern sie von Personenversicherern gezeichnet werden, zusammen. Zusätzlich zeichnet die Gruppe schariakonforme Retakaful-Rückversicherung. Konzernfunktionen: Das Segment Konzernfunktionen umfasst, in Abgrenzung zu den sechs operativen Segmenten, die Steuerung sowie weitere funktionelle Tätigkeiten zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs der Gruppe, vor allem durch die Bereiche Kapitalanlageverwaltung, und für die Erstversicherung die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben (Talanx Reinsurance Broker GmbH, Hannover) einschließlich konzerninterner Rückversicherung (Talanx Reinsurance (Ireland) SE, Dublin) sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für private und institutionelle Investoren der Ampega Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Bereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten -wie z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen -auf Kostenerstattungsbasis, vorwiegend für die Erstversicherer im Inland, ausführen. Das konzernintern gezeichnete Geschäft der Talanx Reinsurance (Ireland) SE. sowie das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker GmbH wird im Rahmen der Segmentverteilung teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet. BEWERTUNGSGRUNDLAGEN FÜR DEN ERFOLG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEBewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise, wie sie auch bei Geschäften mit Dritten Anwendung finden. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden hingegen im jeweiligen Segment eliminiert. Die Gewinn- und Verlustrechnung nach Geschäftsbereichen/berichtspflichtigen Segmenten haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz gegliedert nach Geschäftsbereichen bzw. Konzernbilanz. Für die Segmente "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall" und "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben" werden weder Ertragsteuern noch Finanzierungszinsen auf Ebene der Segmente ermittelt und an den Hauptentscheidungsträger berichtet, sodass die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem EBIT endet und auch keine Segmentbilanz aufgestellt werden kann. Das EBIT des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergibt sich aus der Addition der beiden berichtspflichtigen Segmente. Die Bilanz des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergibt sich hingegen aus der Addition der Segmentbilanzen seiner berichtspflichtigen Segmente Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung. Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern zu beurteilen, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performance-Maße genutzt, wobei als einheitliche Bemessungsgrundlage das operative Ergebnis (EBIT) -ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen -herangezogen wird. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung (Finanzierungszinsen) bereinigt. KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURAktiva scroll
Aktiva scroll
Aktiva scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURscroll
scroll
scroll
scroll
1)
Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" des
Konzernanhangs KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN/BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEN FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURscroll
scroll
scroll
1)
Abweichend zu dem Geschäftsbereich Privat-
und Firmenversicherung Deutschland und dem Geschäftsbereich Rückversicherung
bildet die Gewinn- und Verlustrechnung der übrigen Geschäftsbereiche
auch die berichtspflichtigen Segmente ab VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE PRIVAT UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SCHADEN/UNFALL UND LEBEN SOWIE SCHADEN- UND PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURscroll
scroll
KAPITALANLAGEN (OHNE DEPOTFORDERUNGEN UND OHNE KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN) NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT1) SELBST VERWALTETE KAPITALANLAGEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTAls langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) sowie der eigen- und fremdgenutzte Grundbesitz. LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT (GRUNDSÄTZLICH NACH SITZ DES KUNDEN)1)Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTIN MIO. EURscroll
DARSTELLUNG DER GEBUCHTEN BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN AUF KONZERNEBENE1) GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGENIN MIO. EURscroll
KONSOLIDIERUNGKONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEDie in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für Tochtergesellschaften mit abweichenden Stichtagen, die mehr als drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag lagen, wurden Zwischenabschlüsse für Zwecke des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2017 erstellt. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er direkt oder indirekt die Entscheidungsmacht aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über ein Konzernunternehmen hat, an variablen Rückflüssen aus dem Konzernunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsmacht beeinflussen kann. Diese Merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Bei sämtlichen Tochterunternehmen hält der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung besteht, werden potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, wenn diese Rechte substanziell sind. Insbesondere bei Investmentfonds - sowohl für vom Konzern verwaltete Investmentfonds als auch für von Dritten verwaltete Investmentfonds, an denen sich der Konzern beteiligt - erfolgt eine gesonderte Prüfung der Prinzipal-Agent-Beziehung. Hierbei wird anhand einer Analyse der Entscheidungsprozesse geprüft, ob die Kontrolle über die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten beim Fondsmanagement oder bei den Investoren liegt. Neben dem Grad der Variabilität der Vergütung des Fondsmanagements werden substanzielle Rechte zur Abberufung des Managements oder zur Herbeiführung der Fondsliquidierung herangezogen sowie die Rolle der Investoren in Organen und Gremien des Investmentfonds gewürdigt. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt nach der Erwerbsmethode, sobald der Konzern Beherrschung erlangt hat. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Nicht beherrschende Anteile am erworbenen Unternehmen werden im Allgemeinen anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ausgewiesen. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, bilanzieren wir als Eigenkapitaltransaktion. Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, werden die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital ausgebucht. Jeder entstehende Gewinn und Verlust wird im "übrigen Ergebnis" (Gewinn- und Verlustrechnung) erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet. Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Gesellschaften, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen im Allgemeinen unter Anwendung der Equity-Methode nach IAS 28 bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch die Transaktionskosten zählen. Ausgehend von der Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss gegeben ist, wenn eine Gesellschaft des Konzerns direkt oder indirekt mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält, erfolgt für jede wesentliche Beteiligung eine individuelle Analyse der faktischen Einflussmöglichkeiten des Konzerns. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Diese Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode einbezogen. Die Equity-Konsolidierung endet mit der Aufgabe des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Strukturierte Unternehmen im Sinne des IFRS 12 sind Unternehmen, die so ausgestaltet sind, dass Stimmrechte oder vergleichbare Rechte bei der Beurteilung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind; so z. B. wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Im Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung von strukturierten Unternehmen im Rahmen einer Analyse geprüft, die sowohl Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch ihn mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, als auch solche, bei denen er mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen, mindestens jedoch jährlich, überprüft. KONSOLIDIERUNGSKREISVon der Vollkonsolidierung oder der Equity-Konsolidierung ausgenommen sind lediglich Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Ob ein Konzernunternehmen von untergeordneter Bedeutung ist, beurteilt der Konzern anhand der Bilanzsumme und des Jahresergebnisses der Gesellschaft im Verhältnis zu den entsprechenden durchschnittlichen Konzernwerten der letzten drei Jahre. Vor diesem Hintergrund werden im Berichtsjahr 32 (35) Tochtergesellschaften, deren Geschäftszweck überwiegend die Erbringung von Dienstleistungen für die Versicherungsgesellschaften der Gruppe ist, nicht konsolidiert. Weitere zehn (elf) assoziierte Unternehmen und drei (drei) Gemeinschaftsunternehmen werden wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt insgesamt weniger als 1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme des Konzerns der letzten drei Jahre; das Ergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf insgesamt weniger als 2 % des durchschnittlichen Ergebnisses des Konzerns der letzten drei Jahre. In den Folgeperioden werden die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Vollkonsolidierung/Equity-Konsolidierung aufgrund geänderter Abschätzung der Wesentlichkeit geboten ist. Bezüglich der Angaben zur Zusammensetzung des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf das separate Kapitel dieses Konzernanhangs, Seite 269 ff. Angaben zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind der Anmerkung 5 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu entnehmen. KONSOLIDIERUNGSKREISscroll
1)
77 (83) Einzelgesellschaften und zwei (zwei)
Unternehmen, die in einem (einem) Teilkonzern vollkonsolidiert werden ANGABEN ZU ART UND UMFANG ERHEBLICHER BESCHRÄNKUNGENGesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Zum Stichtag bestanden bei folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen erhebliche Beschränkungen (im Sinne des IFRS 12.13) aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner. MASSGEBLICHE BESCHRÄNKUNGEN BEI WESENTLICHEN TOCHTERUNTERNEHMENscroll
Weitere Beschränkungen, Vermögenswerte zwischen Unternehmen des Konzerns zu transferieren, können aus lokalen Mindestkapital- und Solvabilitätsanforderungen sowie in geringerem Ausmaß aus Devisenbeschränkungen in bestimmten Ländern bestehen. Zur Besicherung unserer versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und als Sicherheitsleistungen für Verbindlichkeiten aus bestehenden Derivatgeschäften hat der Konzern in bestimmten Ländern Sperrdepots und Treuhandkonten gestellt sowie für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Immobilientransaktionen, wie im Rahmen dieser Transaktionen üblich, Vermögenswerte zugunsten konzernfremder Parteien verpfändet. Zu näheren Informationen verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Kapitel "Risikobericht", Abschnitt "Kreditrisiken" des Konzernlageberichts. ANGABEN ZU TOCHTERUNTERNEHMENMIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILENAnteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften, die nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehen, werden gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Sie belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 5.411 (5.610) Mio. EUR. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN1)IN MIO. EURscroll
1)
Alle Angaben beziehen sich auf Finanzinformationen
vor Konsolidierung WESENTLICHE ZU- UND ABGÄNGE DER VOLLKONSOLIDIERTEN TOCHTERUNTERNEHMEN SOWIE SONSTIGE GESELLSCHAFTSRECHTLICHE VERÄNDERUNGENZU- UND ABGÄNGEInnerhalb des zur Hannover Rück-Gruppe gehörenden Teilkonzerns Hannover Re Real Estate Holdings, Inc., Orlando, USA, wurde über die Tochtergesellschaft GLL HRE Core Properties, LP, Wilmington, USA, zum Zweck des Immobilienerwerbs die Objektgesellschaft 320AUS LLC, Wilmington, USA, gegründet. In diesem Zusammenhang sind ca. 83 Mio. EUR investiert worden. Weiterhin hat sich die Hannover Re Real Estate Holdings, Inc., an der HR US Infra Equity LP, Wilmington, USA, beteiligt, deren Zweck es ist, sich an US-Infrastrukturinvestitionen zu beteiligen. Im zweiten Quartal 2017 wurden die CBA Vita S. p. A., Mailand, Italien, sowie die InChiaro Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien, auf die HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien, verschmolzen (Segment Privat- und Firmenversicherung International). Die Hannover Re Global Alternatives GmbH & Co. kg, Hannover, eine Tochtergesellschaft der Hannover Rück SE, hat sich im dritten Quartal 2017 zum Zweck des Immobilienerwerbs an der Gesellschaft PAG Real Estate Asia Select Fund Limited, George Town, Kaiman Inseln, mit einem Anteil von 100 % beteiligt. Die Gesellschaft hat 99,65 % der Anteile an der Orion No. 1 professional Investors Private Real Estate Investment LLC, Seoul, Südkorea, und 99 % der Anteile an der Peace G.K., Tokio, Japan, erworben. Insgesamt sind in diesem Zusammenhang ca. 114 Mio. EUR investiert worden. Weiterhin hat sich die Hannover Re Global Alternatives GmbH & Co. kg an der HR US Infra Debt LP, George Town, Kaiman0 Inseln, beteiligt, die US-Infrastrukturinvestitionen eingeht. Am 20. Juli 2017 hat die Hannover Rück 100 % der Anteile an der Argenta Holdings Limited, London, Großbritannien, erworben. Der Kaufpreis der Anteile belief sich auf 162 Mio. EUR. Mit der Gesellschaft hat die Hannover Rück auch deren Anteile an diversen Tochterunternehmen erworben. Wesentlicher Geschäftszweck dieser Gesellschaften sind die Übernahme von Versicherungsrisiken und die Verwaltung des hauseigenen Lloyd's-Syndikats 2121. Darüber hinaus werden Servicedienstleistungen für externe Lloyd's-Syndikate und Unternehmen erbracht. Der Geschäftsbetrieb wurde zum 1. Juli 2017 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. Für die Erstkonsolidierung wurden im Rahmen geeigneter Bewertungsmethoden bei der Ermittlung der Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Teil Annahmen und Schätzungen zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag wurden die verwendeten Annahmen und Schätzungen konkretisiert, sodass die Erstkonsolidierung innerhalb des Bewertungszeitraums finalisiert wurde. Die Vermögenswerte und Schulden des übernommenen Geschäftsbetriebs zum Erstkonsolidierungszeitpunkt stellen sich wie folgt dar: ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN PER 1. JULI 2017DER ARGENTA HOLDINGS LIMITEDIN MIO. EURscroll
Da die Zeitwerte der angesetzten, identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden die Anschaffungskosten der Transaktion unterschreiten, resultierte ein positiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung, der nach den Vorschriften des IFRS 3.32 zu einem immateriellen Vermögenswert in Höhe von 14 Mio. EUR führt und gemäß IAS 36 einem jährlichen Test auf Werthaltigkeit unterliegt. Die gebuchte Bruttoprämie des übernommenen Geschäftsbetriebs vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum Stichtag belief sich auf 62 Mio. EUR. Für den gleichen Zeitraum war aus dem übernommenen Geschäftsbetrieb ein positives Ergebnis zu verzeichnen. Mit Kaufverträgen vom 5. April 2017 übernimmt der Konzern die Windparkprojektgesellschaft "Le Louveng S.A.S", Lille, Frankreich, durch den Erwerb sämtlicher Anteile durch die Talanx Infrastructure France 2 GmbH, Köln (anteilig Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und Schaden/Unfall). Der Erwerb stand unter aufschiebenden Bedingungen, die am 4. Oktober 2017 (Erwerbszeitpunkt) erfüllt wurden. Der vollständig aus Zahlungsmitteln beglichene Kaufpreis für das gesamte Windparkprojekt beträgt 14 Mio. EUR. Aus dem Erwerb entstand kein Goodwill. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten (< 0,5 Mio. Eur) sind im "Übrigen Ergebnis" enthalten. Die zum Erwerbszeitpunkt für jede Hauptgruppe von erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden erfassten Beträge nach IFRS stellen sich wie folgt dar: ERWORBENE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN PER 4. OKTOBER 20171)DER LE LOUVENG S. A. S.IN MIO. EURscroll
1)
Zur Bestimmung der Zeitwerte verweisen wir
auf unsere Ausführungen im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Wesentliche Eventualverbindlichkeiten gemäß IFRS 3.23 bestehen nicht, ebenso keine, deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Weitere bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Da die Inbetriebnahme des Windparks erst im Dezember 2017 erfolgte, sind noch keine wesentlichen Umsätze oder Jahresergebnisse entstanden. Im vierten Quartal 2017 wurden über die HR GLL Europe Holding S. a. r. l., Luxemburg, Luxemburg, eine Tochtergesellschaft des zur Hannover Rück-Gruppe gehörenden Teilkonzerns HR GLL Central Europe GmbH & Co. kg, München, zum Zweck des Immobilienerwerbs sämtliche Anteile an den Objektgesellschaften 3541 PRG s. r. o. sowie an der Skoduv palac s. r. o., beide Prag, Tschechien, erworben. Anschließend wurde die Skoduv palac auf die 3541 PRG ohne Effekt auf das Konzernergebnis verschmolzen. Außerdem hat die HR GLL Europe Holding S. a. r. l. im Dezember 2017 sämtliche Anteile an der Objektgesellschaft 92601 BTS s. r. o., Bratislava, Slowakei erworben, ebenfalls zum Zweck des Immobilienerwerbs. Insgesamt sind in diesem Zusammenhang rund 135 Mio. EUR investiert worden. Mit Wirkung zum 21. Dezember 2017 hat die Hannover Life Reassurance Company of America, Orlando, USA, 100 % der Anteile an der Hannover Life Reassurance Company of America (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda, an die Hannover Finance, Inc., Wilmington, USA, übertragen. Diese konzerninterne Transaktion hat keine Auswirkung auf das Konzernergebnis. Im Vorjahr hat die Hannover Rück über ihre Tochtergesellschaft International Insurance Company of Hannover SE, Hannover, 100 % der Anteile an der Gesellschaft The Congregational & General Insurance Public Limited Company (cgi), Bradford, Großbritannien, erworben. Nach der Delizenzierung durch die nationale Financial Conduct Authority am 27. Dezember 2017 ist die cgi im Rahmen eines Part-Iiv-Transfers komplett auf ihre Muttergesellschaft übertragen worden und rechtlich erloschen. Da es sich bei diesem Vorgang um eine konzerninterne Transaktion handelt, resultiert hieraus keine Auswirkung auf das Konzernergebnis. Mit Datum vom 27. Juni 2017 hat der Konzern über sein Tochterunternehmen Saint Honore Iberia S. L., Madrid, Spanien (Segment Privat- und Firmenversicherung International), einen Kaufvertrag zum Erwerb der Mehrheit der Anteile an der Generali Colombia Seguros Generales S. A., Bogota, Kolumbien (Sachversicherer), und dem Lebensversicherer Generali Colombia Vida Compania de Seguros S. A., Bogota, Kolumbien, unterzeichnet. Die Übertragung der Aktien steht im Wesentlichen unter der Bedingung der Freigabe durch die lokalen Aufsichtsbehörden. Mit einem Closing der Transaktion wird im zweiten Quartal 2018 gerechnet. ANGABEN ZU KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENZum Stichtag wurden die folgenden strukturierten Unternehmen konsolidiert:
Kaith Re Ltd. ist eine "Segregated Accounts Company" (SAC), deren einziger Zweck in der Verbriefung von Rückversicherungsrisiken in Kapitalanlageprodukte liegt. Im Rahmen dieser Transformation findet in jedem Fall ein vollständiger Risikotransfer auf den jeweiligen Investor statt. In einer sac existieren unter einem "General Account" weitere "Segregated Accounts", die haftungsrechtlich vollständig voneinander und von dem General Account getrennt sind und in denen die o. g. Verbriefungen für die Investoren stattfinden. Gemäß IFRS 10 sehen wir das General Account und die Segregated Accounts als separate Einheiten an, auf die die Grundsätze des sogenannten Silo-Accounting angewendet werden. Diesem Konzept folgend hat die Hannover Rück SE das General Account der Kaith Re Ltd. zu konsolidieren und trägt vertragsgemäß die Honorare für externe Dienstleister, die aus den Eigenmitteln des General Accounts zu decken sind. Jedes einzelne Segregated Account ist getrennt von den beteiligten Parteien (Investoren) im Hinblick auf die Konsolidierungspflicht zu untersuchen und abhängig von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung zu konsolidieren. Die LI RE ist ein Segregated Account der Kaith Re Ltd., dessen Zweck wie bei allen Segregated Accounts unter Kaith Re Ltd. in der Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken besteht. Im Unterschied zu den anderen Segregated Accounts ist der alleinige Investor und damit Risikoträger der Li re die Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg. Zum Stichtag hat der Konzern keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für ein konsolidiertes strukturiertes Unternehmen geleistet. Der Konzern beabsichtigt nicht, finanzielle oder anderweitige Unterstützung für eines oder mehrere dieser Unternehmen zu leisten, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. ANGABEN ZU NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENZur Durchführung der Geschäftsaktivitäten nutzt der Konzern weitere strukturierte Unternehmen. Diese Unternehmen werden nicht konsolidiert, da die Beherrschungskriterien des IFRS 10 nicht einschlägig sind. Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beinhalten die folgenden Transaktionsarten: NICHT KONSOLIDIERTE STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN EINSCHLIESSLICH DER DARSTELLUNG DES VERLUSTRISIKOSscroll
Die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden aus den genannten Transaktionen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN MIT NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
scroll
Die Erträge und Aufwendungen aus Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden, soweit sie aus allgemeiner Investitionstätigkeit oder Investitionen in Katastrophenanleihen resultieren, im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen und, soweit sie auf Retrozessionen und Verbriefungen entfallen, in der versicherungstechnischen Rechnung erfasst. Zum Stichtag haben Gesellschaften des Konzerns keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für diese nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen geleistet. Es bestehen aktuell keine Absichten zur Erteilung finanzieller oder anderer Unterstützung an diese Unternehmen, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. Zusagen, die wir nicht als Unterstützung betrachten, wie z. B. Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements, stellen wir im Kapitel "Sonstige Angaben" (Abschnitt: "Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen") dar. ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND VERÄUSSERUNGSGRUPPENASPECTA ASSURANCE INTERNATIONAL LUXEMBOURG S. A., LUXEMBURG, LUXEMBURG (SEGMENT PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL)Der Konzern hat am 26. Januar 2018 einen Vertrag über die Veräußerung seines 100-prozentigen Anteils an der aspecta Assurance International Luxembourg S. A., Luxemburg, Luxemburg, durch die Talanx International AG, Hannover, zu einem Preis im geringen zweistelligen Millionenbereich unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe enthält Vermögenswerte in Höhe von 357 Mio. EUR sowie Schulden von 340 Mio. EUR. Wesentliche Buchwerte der Veräußerungsgruppe betreffen die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen beziehungsweise versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird (jeweils 258 Mio. EUR), die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (47 Mio. EUR) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 48 Mio. EUR. Der Vollzug der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2018 erwartet. Es wird ein geringfügiger Abgangsgewinn erwartet. INDAQUA INDUSTRIA E GESTAO DE AGUAS S. A., MATOSINHOS, PORTUGAL (ANTEILIG: SEGMENTE PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SCHADEN/UNFALL UND LEBEN SOWIE INDUSTRIEVERSICHERUNC)Der Konzern hat am 10. November 2017 einen Vertrag über die Veräußerung der Minderheitsbeteiligung der indaqua Indüstria e Gestäo de Äguas S. A., Matosinhos, Portugal, unterzeichnet. Das assoziierte Unternehmen sowie abzulösende Gesellschafterdarlehen werden zum Bilanzstichtag als eine Veräußerungsgruppe mit einem Buchwert in Höhe von 61 Mio. EUR ausgewiesen. Am 22. Februar 2018 ist der Vollzug der Transaktion mit einem Veräußerungsgewinn im niedrigen einstelligen Millionenbereich nach Steuern erfolgt. IMMOBILIENZum Stichtag bestehen keine als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten Immobilienbestände. Zum 31. Dezember 2016 wiesen wir Immobilienbestände in Höhe von 15 Mio. EUR als zur Veräußerung gehalten aus, die im zweiten Quartal 2017 abgegangen sind. Sie entfielen vollständig auf das Segment Schaden-Rückversicherung. Dem Gesamtbestand standen Marktwerte (entsprechend erwarteten Verkaufspreisen) von 16 Mio. EUR gegenüber. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertverfahren sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Sofern ein Verkauf verbindlich vereinbart wurde, wird der Kaufpreis herangezogen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ-AKTIVA(l) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTSEGMENTAUFTEILUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTESIN MIO. EURscroll
scroll
IMPAIRMENT-TEST (WERTHALTIGKEITSPRÜFUNG)Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) bzw. Gruppen von CGUs aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGUs bzw. Gruppen von CGUs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen (in Form von Zahlungsströmen) ziehen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Unternehmensebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Der Konzern hat daher sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet. Die CGUs entsprechen für die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall sowie Schaden-Rückversicherung den gleichlautenden Segmenten im Sinne von IFRS 8. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International stellt grundsätzlich jeder Auslandsmarkt eine separate cgu dar, die niedrigste Goodwillüberwachungsebene entspricht jedoch den geografischen Regionen, die entsprechende Gruppen von CGUs darstellen. GOODWILL TRAGENDE CGUsIN MIO. EUR (BEWERTET ZUM STICHTAGSKURS)scroll
Der Konzern führt den Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßig im vierten Quartal auf Basis des Zahlenwerks zum Stichtag 30. September eines jeden Jahres durch. Zum Bilanzstichtag lagen für keine CGUs bzw. Gruppen von CGUs Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, sodass eine unplanmäßige Durchführung des Werthaltigkeitstests nicht erforderlich war. Ein möglicher Wertminderungsbedarf ergibt sich aus der wertmäßigen Gegenüberstellung des Buchwerts der CGU bzw. der Gruppe von CGUs einschließlich des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts zu ihrem erzielbaren Betrag. Der erzielbare Betrag ist dabei das Maximum aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für alle CGUs bzw. Gruppen von CGUs mit Ausnahme der Rückversicherungssegmente wird der erzielbare Betrag grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt, der vom Konzern auf der Grundlage eines anerkannten Bewertungsverfahrens -grundsätzlich der Ertragswertmethode -ermittelt wird. Soweit CGUs bzw. Gruppen von CGUs aus mehr als einer Konzerngesellschaft bestehen, kommt eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung zur Anwendung. Der erzielbare Betrag im Rückversicherungssegment wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Fair-Value-Stufe 1) bestimmt. Wesentliche Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags (Nutzungswert)Für die Bewertung der Schaden/Unfallversicherer sowie der Lebensversicherer nach dem Ertragswertverfahren bilden die vom jeweiligen Management der Gesellschaften verabschiedeten Planergebnisrechnungen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ertragswerts. Die Planrechnungen werden unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens, im Allgemeinen mit unverändertem Konzept, auf sogenannter Standalone-Basis erstellt und erfassen im Regelfall das Nachsteuerergebnis der fünf Folgejahre sowie eine Fortschreibung ab dem sechsten Jahr als ewige Rente. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus werden, auf Basis konservativer Annahmen, die unten dargestellten konstanten Wachstumsraten verwendet. Die Bancassurance-Sachversicherer werden mit ihrem Ertragswert bewertet, wobei nur die künftigen Ergebnisse bis zum Ende des jeweiligen Kooperationszeitraumes in die Bewertung einfließen. Im Anschluss werden ein über drei Jahre linear abfallendes Ergebnis sowie ein fiktiver Liquidationserlös nach drei Jahren unterstellt. Im Rahmen der Prognose der zukünftigen unternehmensspezifischen Cashflows für die einzelnen CGUs bzw. Gruppen von CGUs wurden makroökonomische Annahmen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Marktumfeld zugrunde gelegt, die mit den Wirtschaftsprognosen für die jeweiligen Länder der zu bewertenden Einheiten korrespondieren und im Einklang mit den Markterwartungen und Branchenprognosen stehen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote als ein Indikator für die Entwicklung des Geschäfts im Bereich Schaden/Unfallversicherung ergibt sich aus den Planungen zur Prämienentwicklung und zu Aufwendungen. Somit drückt sie kumuliert die getroffenen Annahmen zur Prämien- sowie Schaden- und Kostenentwicklung aus. Bei der Planung der Prämien und Aufwendungen werden insbesondere die Möglichkeiten des Wachstums im Marktumfeld sowie die Schaden- und Kostenentwicklung im Kontext geplanter Maßnahmen auf Gesellschaftsebene eingeschätzt. Die Projektion der Kapitalanlageerträge wird in Bezug auf das jeweilige Assetportfolio einschließlich der jeweiligen Laufzeitenstruktur und Währungsaufteilung vorgenommen und basiert auf den Annahmen hinsichtlich der Zinsentwicklung. Die Kapitalanlagerendite fällt daher, abhängig vom Zinsniveau des jeweiligen Währungsraums, je CGU bzw. Gruppe von CGUs sehr unterschiedlich aus. Im Bereich Lebensversicherung stellt die Annahme über die Zinsentwicklung die wesentliche Planungsannahme dar. Die oben dargestellten wesentlichen Annahmen resultieren aus der Aggregation der Einzelunternehmenspläne der Gesellschaften einer CGU bzw. Gruppe von CGUs. Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die den Annahmen über die Zinsentwicklung pro Land zugewiesenen Werte werden konzerneinheitlich festgelegt und sind aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen abgeleitet. Die gegebenenfalls in Lokalwährung ermittelten Barwerte werden mit dem Währungskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei der Bewertung der Lebensversicherungsgesellschaften (relevant nur für die Gruppe von CGUs "Europa") wird grundsätzlich das Ertragswertverfahren zur Bewertung angewandt. Um die Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäfts zu berücksichtigen, wird zudem das marktgängige Appraisal-Value-Verfahren, wenn ein ermittelter MCEV-Wert (einschließlich Neugeschäftswerte) vorhanden ist, zur Verplausibilisierung der Werthaltigkeit herangezogen. Aus dieser Heranziehung des Appraisal-Value-Verfahrens für Plausibilisierungszwecke ergaben sich im Berichtsjahr -mit Ausnahme einer italienischen Lebensversicherungsgesellschaft innerhalb der Gruppe von CGUs "Europa" -keine weiteren Anwendungsfälle. Der Abzinsungsfaktor (Kapitalisierungszinssatz) für die Konzerngesellschaften wird auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt. Die der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes zugrunde liegenden Annahmen, einschließlich des risikofreien Basiszinssatzes, der Marktrisikoprämie und des Betafaktors, werden auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen bzw. Kapitalmarktdaten ermittelt. Die verwendeten konstanten langfristigen Wachstumsraten sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet und überschreiten nicht die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmen tätig sind. KAPITALISIERUNGSZINSSÄTZE UND LANGFRISTIGE WACHSTUMSRATE1)IN %scroll
1)
Die Angaben beziehen sich auf den Stichtag
des regulären Impairment-Tests, den 30. September 2017 Wertminderungen der BerichtsperiodeIm Geschäftsjahr waren, wie im Vorjahr, keine Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich. SensitivitätsanalysenDer Konzern hat in Bezug auf die wichtigsten Parameter bei der Ermittlung der erzielbaren Beträge für alle goodwilltragenden CGUs bzw. Gruppen von CGUs Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken bei der Ermittlung des Nutzungswerts wie versicherungstechnisches Risiko (Schaden-/ Kostenquote), Zinsparameter (Zinsänderungsrisiko), Währungsparameter (Wechselkursrisiko) und Aktienparameter (Equity-Risiko) wurden verschiedene für möglich gehaltene Szenarien mit jeweiligen Parameterveränderungen definiert und im Einzelnen untersucht. Dabei wurde jeweils ein Parameter bei der Ermittlung des Nutzungswertes verändert (ceteris paribus), die übrigen Annahmen (in den Mittelfristplanungen und der Extrapolation) unverändert belassen und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwertes ermittelt. Basis der Berechnungen ist der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests ermittelte Nutzungswert. Soweit nicht im Folgenden anders angegeben, haben die Berechnungen zu den für möglich gehaltenen Änderungen von Parametern zu keiner potenziellen Wertminderung geführt. Für die Gruppe von CGUs "Lateinamerika" übersteigt der als Nutzungswert bestimmte erzielbare Betrag den Buchwert um 117 Mio. EUR. Der Detailplanung wurden je nach Land eine Schaden-/Kostenquote von ca. 85 % bis 100 % für die wesentlichen Gesellschaften der Gruppe von CGUs zugrunde gelegt. Eine Veränderung der Schaden-/Kostenquote um +0,90 Prozentpunkte für die Gruppe von CGUs "Lateinamerika" in der Detailplanung hätte zu einer Annäherung des erzielbaren Betrags der Gruppe von CGUs an ihren Buchwert geführt. (2) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEENTWICKLUNG DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
scroll
Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (= PVFP) setzen sich aus einem Aktionärsanteil und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der pvfp zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. PVFP LEBEN-ERSTVERSICHERUNGSGESELLSCHAFTENIN MIO. EURscroll
Die Abschreibungen/Amortisationen des PVFP -einschließlich der außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund der Änderungen der Annahmen über das langfristige Zinsniveau -von insgesamt 57 (91) Mio. EUR entfallen mit 30 (58) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 27 (33) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. Diese betreffen im Wesentlichen die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (45 [73]) Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung International (8 [14]) Mio. EUR und Personen-Rückversicherung (4 [4]) Mio. EUR. Die Zuschreibungen (7 [35] Mio. EUR) wegen Anpassung der Rechnungsgrundlagen resultieren vollständig aus dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und verteilen sich mit 6 (5) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 1 (30) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. PVFP NACH LAUFZEITIN MIO. EURscroll
Die erworbenen Markennamen in Höhe von 37 (36) Mio. EUR (im Wesentlichen "warta" [31 Mio. EUR]) sind immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, da es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren (darunter voraussichtliche Nutzung, Verfügungsgewalt, Abhängigkeit von anderen Vermögenswerten) keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows erzeugen wird. (3) FREMD GENUTZTER GRUNDBESITZFREMD GENUTZTER GRUNDBESITZIN MIO. EURscroll
Die Zugänge im Berichtsjahr betreffen insbesondere die Segmente Schaden-Rückversicherung (388 Mio. EUR), Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (105 Mio. EUR), sowie Industrieversicherung (44 Mio. EUR). Der Zeitwert des fremd genutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 3.232 (2.814) Mio. EUR. Davon entfallen 14 (14) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 3.218 (2.800) Mio. EUR auf die Stufe 3. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertberechnungen sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Die direkt zurechenbaren betrieblichen Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung) belaufen sich bei vermieteten Objekten auf 65 (59) Mio. EUR; auf Objekte, mit denen keine Mieterträge erzielt werden, sind 5 (22) Mio. EUR an betrieblichen Aufwendungen angefallen. Bei dem fremd genutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2017 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 829 (876) Mio. EUR. Vertragliche Verpflichtungen, fremd genutzten Grundbesitz zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln, oder solche für Reparaturen, Instandhaltungen oder Verbesserungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 359 (376) Mio. EUR. (4) ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGENANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGENIN MIO. EURscroll
(5) ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENDer Bilanzposten umfasst die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals bewertet werden. Die Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sind jeweils zusammengefasst angegeben, da keines dieser Unternehmen individuell wesentlich für den Konzern im Sinne von IFRS 12.21 ist. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
Der Geschäfts- oder Firmenwert aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen belief sich zum Jahresende auf 78 (128) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden, wie im Vorjahr, keine Anteile an Verlusten assoziierter Unternehmen bilanziell nicht erfasst. Für Informationen zum Kapitalanteil des Konzerns an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie zur Höhe des Eigenkapitals und des Geschäftsjahresergebnisses dieser Gesellschaften verweisen wir auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes, Seite 269 ff. Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bestehen zum Stichtag nicht. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
ANTEILE AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENIN MIO. EURscroll
(6) DARLEHEN UND FORDERUNGENIN MIO. EURscroll
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 12.930 (13.401) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER DARLEHEN UND FORDERUNGENIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Bei den ungerateten Darlehen und Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um Hypotheken- und Policendarlehen. (7) BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTE BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 191 (244) Mio. EUR enthalten (100 [99] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDEN FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führen den internationalen Ratingagenturen. (8) JEDERZEIT VERÄUßERBARE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 8.679 (8.748) Mio. EUR enthalten (85 [86] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (9) ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 4 (2) Mio. EUR enthalten (100 [100] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREIN MIO. EURscroll
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente (ohne Handelsabsicht) beinhalten unter anderem strukturierte Produkte, bei denen die Fair Value Option nach IAS 39 angewendet wurde. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderungen des Kreditrisikos der finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, beträgt in der Berichtsperiode 1 (0) Mio. EUR und in kumulativer Form 2 (3) Mio. EUR. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (10) ÜBRIGE KAPITALANLAGENKLASSIFIZIERUNG VON ÜBRIGEN KAPITALANLAGENIN MIO. EURscroll
Der Zeitwert der Darlehen und Forderungen entspricht im Wesentlichen dem Bilanzwert. JEDERZEIT VERÄUßERBARE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
In den kurzfristigen Geldanlagen sind überwiegend Fest- und Tagesgelder mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei diesen Einlagen daher weitgehend den Buchwerten. RATINGSTRUKTUR DER SONSTIGEN KURZFRISTIGEN GELDANLAGENIN MIO. EURscroll
Die erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen angekaufte Lebensversicherungspolicen. Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments beinhaltet Windparkanlagen. Für die Anlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen als Sicherheit. INFRASTRUKTURINVESTMENTSIN MIO. EURscroll
Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments enthält keine Anlagen im Bau. (11) KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENKLASSIFIZIERUNG DER KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENIN MIO. EURscroll
DARLEHEN UND FORDERUNGENVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTURIN MIO. EURscroll
ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATEVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITIN MIO. EURscroll
RATINGSTRUKTURIN MIO. EURscroll
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderung des Kreditrisikos bedingt ist, ist unwesentlich. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (12) BEWERTUNGSHIERARCHIE DER ZEITWERTBEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTEFAIR-VALUE-HIERARCHIEFür die Angaben nach IFRS 13 sind neben den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten auch diejenigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts im Rahmen der Geschäftsberichterstattung vorgesehen ist (nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente). Die Zeitwerthierarchie spiegelt Merkmale der für die Bewertung verwendeten Preisinformationen bzw. Eingangsparameter wider und ist wie folgt gegliedert:
Werden für die Bewertung eines Finanzinstruments Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen herangezogen, ist die Stufe des niedrigsten Inputfaktors maßgeblich, der für die Bewertung wesentlich ist. Eine Überprüfung der Zuordnung zu den Stufen der Fair-Value-Hierarchie erfolgt mindestens zum Ende einer Periode. Die Darstellung von Transfers erfolgt, als ob der Transfer zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt wäre. AUFTEILUNG DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTEZum Stichtag ordnen wir rund 5 (6) % der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente Level 1 der Bewertungshierarchie zu, 89 (89) % Level 2 und 6 (5) % Level 3. Im Geschäftsjahr erfolgten keine wesentlichen Transfers zwischen den Stufen 1 und 2 (2016: 0). Zum Stichtag bestehen keine (2016: 3 Mio. EUR) Schulden, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes wider. ZEITWERTHIERARCHIE ZUM ZEITWERT BEWERTETER FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
ANALYSE DER FINANZINSTRUMENTE, FÜR DIE SIGNIFIKANTE EINGANGSPARAMETER NICHT AUF BEOBACHTBAREN MARKTDATEN BERUHEN (STUFE 3)Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitung der in Stufe 3 kategorisierten Finanzinstrumente (im Folgenden: FI) zu Beginn der Berichtsperiode auf den Wert per 31. Dezember des Geschäftsjahres. ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE1 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE1(FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2017IN MIO. EURscroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen der Periode einschließlich der Gewinne oder Verluste auf am Ende der Berichtsperiode im Bestand gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 werden in der folgenden Tabelle gezeigt. DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE1) IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE)IN MIO. EURscroll
scroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE1) IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN)IN MIO. EURscroll
1)
Finanzinstrumente werden im Folgenden mit
FI abgekürzt WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE BEWERTUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN DER STUFE 3IN MIO. EURscroll
1)
Diese Finanzinstrumente werden in die Stufe
3 eingeordnet, da bei der Bewertung nicht beobachtbare Parameter verwendet
werden Sofern zur Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 3 Modelle verwendet werden, bei denen die Anwendung vernünftiger alternativer Eingangsparameter zu einer wesentlichen Änderung des Zeitwerts führt, verlangt IFRS 7 eine Offenlegung der Auswirkungen dieser alternativen Annahmen. Von den Finanzinstrumenten der Stufe 3 mit Zeitwerten zum Bilanzstichtag von insgesamt 4,4 (4,0) Mrd. EUR bewertet der Konzern Finanzinstrumente mit einem Volumen von 3,5 (3,2) Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der Nettovermögenswertmethode, bei der alternative Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu ermitteln sind. Darüber hinaus bestehen Vermögenswerte aus Investmentverträgen in Höhe von 210 (190) Mio. EUR, denen in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gegenüberstehen. Da sich die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe gegenüberstehen und sich im Wert ähnlich entwickeln, haben wir auf eine Szenarioanalyse verzichtet. Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik werden in Höhe von 320 (299) Mio. EUR in der Stufe 3 ausgewiesen. Die Wertentwicklung dieser Verträge steht in Abhängigkeit vom Risikoverlauf einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Aus der Anwendung alternativer Eingangsparameter und Annahmen ergibt sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Für die verbleibenden Finanzinstrumente der Stufe 3 mit einem Volumen von 100 (95) Mio. EUR sind die Auswirkungen alternativer Eingangsparameter und Annahmen nicht wesentlich. BEWERTUNGSPROZESSDer Bewertungsprozess ist darauf ausgerichtet, für die Zeitwertermittlung von Finanzanlagen öffentlich verfügbare Preisstellungen auf aktiven Märkten oder Bewertungen mit ökonomisch anerkannten Modellen, die auf beobachtbaren Eingangsfaktoren beruhen, heranzuziehen (Stufe-1- und Stufe-2-Positionen). Für Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Stufe-3-Positionen), werden die Bewertungen überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen (z. B. geprüfter Net Asset Value) vorgenommen, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen wurden. Die mit der Bewertung von Kapitalanlagen betraute Organisationseinheit ist unabhängig von den Organisationseinheiten, die die Kapitalanlagerisiken eingehen, wodurch eine Funktions und Aufgabentrennung gewährleistet wird. Die Bewertungsprozesse und Bewertungsmethoden sind vollständig dokumentiert. Entscheidungen über Bewertungsfragen trifft das monatlich tagende Talanx-Bewertungskomitee. Die Möglichkeit der Portfolio-Bewertung im Sinne des IFRS 13.48 wird nicht angewandt. AUFTEILUNG DER NICHT ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTE MIT ZEITWERTANGABEN IM ANHANGFAIR-VALUE-HIERARCHIE - NICHT ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
(13) DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGE-ACCOUNTINGDERIVATEDerivative Finanzinstrumente setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und sonstigen Marktpreisrisiken ein sowie in geringem Umfang auch zur Optimierung von Erträgen oder um Kauf- bzw. Verkaufsabsichten zu realisieren. Dabei werden die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften wie auch die Vorgaben der konzerninternen Anlagerichtlinien strikt eingehalten und stets erstklassige Kontrahenten ausgewählt. Darüber hinaus werden eingebettete Derivate in strukturierten Produkten und Versicherungsverträgen -sofern nach den Vorschriften des IAS 39 bzw. IFRS 4 erforderlich -von den zugrunde liegenden Basisverträgen getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Fair Value. Hinsichtlich der angewandten Bewertungstechniken verweisen wir auf den Abschnitt "Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 170 ff. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument gemäß Hedge-Accounting nach IAS 39 eingesetzt wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens/Risikos. Bei Derivaten, die keine Sicherungsinstrumente sind, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Diese Vorgehensweise gilt auch für separierte eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzinstrumenten und aus Versicherungsverträgen. Hinsichtlich der Sicherungsinstrumente unterscheidet der Konzern die Derivate nach ihrer Zweckbestimmung in Fair-Value-Hedges und Cashflow-Hedges. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE NACH BILANZPOSITIONENIN MIO. EURscroll
Im Geschäftsjahr ergab sich aus den derivativen Finanzinstrumenten -ohne Sicherungsinstrumente -ein unrealisierter Gewinn in Höhe von 50 (46) Mio. EUR; das realisierte Ergebnis der im Jahr 2017 geschlossenen Positionen beträgt -29 (-6) Mio. EUR. In der Tabelle "Laufzeitstruktur der derivativen Finanzinstrumente" werden die beizulegenden Zeitwerte einschließlich der zugehörigen Nominalwerte unserer offenen Derivatepositionen zum Stichtag differenziert nach Risikoarten und Fälligkeiten dargestellt. Positive und negative Marktwerte werden in der Tabelle saldiert. Zum Bilanzstichtag bestanden danach offene Positionen aus Derivaten in Höhe von 12 (154) Mio. EUR; das entspricht 0,0 (0,1) % der Bilanzsumme. ANGABEN ZUR SALDIERUNG VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND VERBINDLICHKEITENDer Konzern schließt derivate Geschäfte auf Basis standardisierter Rahmenverträge ab, die Globalnettingvereinbarungen beinhalten. Die in der Tabelle "Aufrechnungsvereinbarungen" aufgeführten Aufrechnungsvereinbarungen erfüllen die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz in der Regel nicht, da der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf eine Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf Saldierung ist grundsätzlich nur bei Eintritt bestimmter künftiger definierter Ereignisse durchsetzbar. Gestellte bzw. erhaltene Sicherheiten werden je Kontrahent maximal bis zur Höhe der jeweiligen Nettoverbindlichkeit bzw. des jeweiligen Nettovermögenswerts berücksichtigt. HEDGE-ACCOUNTINGIm Rahmen des Hedge-Accountings versucht der Konzern, die sich aus Marktpreisänderungen ergebenden Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme eines Grundgeschäfts durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments (Derivat) zu kompensieren, dessen Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme sich annähernd gegenläufig entwickeln. Die Absicherung erfolgt dabei auf Einzelgeschäftsebene (Mikro-Hedge). Bei Abschluss der Transaktion dokumentieren wir die Sicherungsbeziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, das Ziel des Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Absicherungsstrategie. Zudem findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die Sicherungsinstrumente die entsprechenden Änderungen der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Der Nachweis der Effektivität der Hedge-Beziehungen wurde erbracht. LAUFZEITSTRUKTUR DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEscroll
scroll
AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGENIN MIO. EURscroll
Fair-Value-HedgesZur teilweisen Absicherung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, resultierend aus dem Zinsänderungs- und Spread-Risiko bei festverzinslichen Wertpapieren, hat der Konzern Forward Sales (Vorverkäufe) als Sicherungsderivate designiert. Aufgrund der vergleichbaren Risiken der designierten Grundgeschäfte und der Sicherungsderivate qualifizieren sich diese für die bilanzielle Abbildung als Fair-Value-Hedge. Die Änderungen des Zeitwerts der Sicherungsderivate werden mit den dem gesicherten Risiko zurechenbaren Änderungen des Zeitwerts der Grundgeschäfte (Forwardkurse) erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Für die Fair-Value-Hedges wurden im Berichtszeitraum Gewinne in Höhe von 4 (14 Mio. EUR Verluste) aus den Sicherungsderivaten und Verluste aus Grundgeschäften von 4 (14 Mio. EUR Gewinne) ergebniswirksam bilanziert. Bei diesen Absicherungen lag keine wesentliche Ineffektivität vor. Cashflow-HedgesDer Konzern hat künftige Transaktionen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten, gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In diesem Zusammenhang werden Bewertungseinheiten aus Wertpapiertermingeschäften (Vorkäufen) und geplanten Wertpapierkäufen gebildet. Mit den Vorkäufen wird das Risiko abgesichert, bei jetzt schon feststehenden Wiederanlagen in der Zukunft durch fallende Zinsen niedrige Renditen für die Wiederanlagen erzielen zu können. Das Grundgeschäft zu den Sicherungsinstrumenten ist die Anlage in der Zukunft zu den dann geltenden Renditen/Kursen. Die Sicherung geplanter Transaktionen wird nach IAS 39 als Cashflow-Hedge abgebildet. Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des Share-Award-Plans gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten hat die Hannover Rück SE seit dem Jahr 2014 Sicherungsinstrumente in Form sogenannter Equity Swaps erworben (Cashflow-Hedge). Der effektive Teil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Sicherungsinstrumente wird im Eigenkapital in der Rücklage für Cashflow-Hedges unter Berücksichtigung latenter Steuern und gegebenenfalls der Beteiligung der Versicherungsnehmer bilanziert. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sofern es sich bei den abgesicherten Grundgeschäften um ein Finanzinstrument handelt (Absicherung der geplanten Transaktionen). Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt (Absicherung der Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten). Führen die abgesicherten Transaktionen zum Ansatz finanzieller Vermögenswerte, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge über die Laufzeit des erworbenen Vermögenswerts amortisiert. Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung der Rücklage für Cashflow-Hedges (vor Steuern und vor Beteiligung der Versicherungsnehmer) dar. ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGESIN MIO. EURscroll
Die Cashflow-Hedge-Rücklage veränderte sich im Berichtsjahr um -77 (98) Mio. EUR (vor Steuern) bzw. -75 (98) Mio. EUR (nach Steuern). Im Rahmen fälliger Vorkäufe wurde 2017 ein Betrag von insgesamt 18 (13) Mio. EUR und im Rahmen der Ausübung der Vorverkäufe ein Betrag in Höhe von 60 (-) ergebniserhöhend amortisiert (Position: Kapitalanlageergebnis). Des Weiteren wurde im Rahmen der Auszahlungen der Share Awards ein Betrag von 4 (1) Mio. EUR ergebniserhöhend amortisiert. Im Berichtsjahr wurden Ineffektivitäten der Cashflow-Hedges in Höhe von 1 (2) Mio. EUR ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Die Zahlungsströme aus den Cashflow-Hedges werden wie folgt erwartet, siehe Tabelle "Zahlungsströme der abgesicherten geplanten Transaktionen". ZAHLUNGSSTRÖME DER ABGESICHERTEN GEPLANTEN TRANSAKTIONENIN MIO. EURscroll
Im Jahr 2017 lagen keine prognostizierten Transaktionen, die zuvor als Sicherungsbeziehung erfasst wurden, vor, die in Zukunft nicht mehr eintreten dürften. Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen GeschäftsbetriebDer Konzern hielt zum Bilanzstichtag im Bereich der Rückversicherung derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe abgeschlossen wurden. Im Berichtsjahr gab es keine wesentlichen Ineffektivitäten (Vorjahr: -1 Mio. EUR) aus der Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen. Beizulegende Zeitwerte der SicherungsinstrumenteDer beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Hedge-Accounting designierten derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag beträgt: SICHERUNGSINSTRUMENTEIN MIO. EURscroll
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste der Sicherungsderivate betrugen im Berichtsjahr 87 (1) Mio. EUR und betreffen die Amortisation der Eigenkapitalbeträge in Höhe von 82 (14) Mio. EUR, die ergebniswirksam erfassten Wertänderungen aufgrund der Ineffektivität (1 [1] Mio. EUR) und Wertänderungen aus Fair Value Hedges 4 (-14) Mio. EUR. DERIVATE IM ZUSAMMENHANG MIT VERSICHERUNGSVERTRÄGENEine Anzahl von Verträgen im Segment der Personen-Rückversicherung weist Merkmale auf, die die Anwendung der Vorschriften des IFRS 4 zu eingebetteten Derivaten erfordern. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte in Rückversicherungsverträgen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag ("Host Contract") zu trennen, separat gemäß IAS 39 zu bilanzieren und unter den Kapitalanlagen auszuweisen. Schwankungen im Marktwert der derivativen Komponenten sind in den Folgeperioden ergebniswirksam zu erfassen. Im Rahmen der Bilanzierung von "Modified Coinsurance"- und "Coinsurance Funds withheld"(ModCo)-Rückversicherungsverträgen, bei denen Wertpapierdepots von den Zedenten gehalten und Zahlungen auf Basis des Ertrags bestimmter Wertpapiere des Zedenten geleistet werden, sind die Zinsrisikoelemente klar und eng mit den unterliegenden Rückversicherungsvereinbarungen verknüpft. Folglich resultieren eingebettete Derivate ausschließlich aus dem Kreditrisiko des zugrunde gelegten Wertpapierportfolios. Die Hannover Rück SE ermittelt die Marktwerte der in die ModCo-Verträge eingebetteten Derivate unter Verwendung der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Marktinformationen auf Basis einer "Credit Spread"-Methode, bei der das Derivat zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses einen Wert von null aufweist und im Zeitablauf aufgrund der Veränderungen der Credit Spreads der Wertpapiere schwankt. Das Derivat hat zum Bilanzstichtag einen positiven Wert in Höhe von 25 (25) Mio. EUR. Im Jahresverlauf ergab sich ein Aufwand aus der Marktwertveränderung des Derivates in Höhe von 4 (1) Mio. EUR vor Steuern. Aus einer weiteren, ähnlich strukturierten Transaktion wurde ebenfalls ein derivatives Finanzinstrument entbündelt. Hieraus resultierte ein Ausweis eines positiven Wertes in Höhe von 7 (4) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr führte die Werteentwicklung dieses Derivates zu einer Ergebnisverbesserung in Höhe von 4 (8) Mio. EUR. Eine Reihe von im Vorjahr gezeichneten Transaktionen des Geschäftsfelds Personen-Rückversicherung, bei denen Gesellschaften der Hannover Rück SE ihren Vertragspartnern Deckung für Risiken aus möglichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Sicherungsinstrumenten bieten, sind ebenfalls als derivative Finanzinstrumente zu klassifizieren. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren aus vertraglich definierten Ereignissen und beziehen sich auf die Entwicklung einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Die Verträge sind als freistehende Kreditderivate gemäß IAS 39 einzuordnen und zu bilanzieren. Bei ihrem Erstansatz wurden diese derivativen Finanzinstrumente erfolgsneutral erfasst, da in gleicher Höhe Forderungen anzusetzen waren. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente betrug am Bilanzstichtag 165 (169) Mio. EUR und wird unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Wertentwicklung in den Folgeperioden erfolgt in Abhängigkeit vom Risikoverlauf und führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung von 30 (23) Mio. EUR. Im Segment Personen-Rückversicherung besteht ein Retrozessionsvertrag, bei dem die Prämien bei der Hannover Rück deponiert und in einer strukturierten Anleihe investiert wurden. Für deren Marktwert wurde durch den Retrozessionär eine Garantie ausgesprochen. Diese Garantie war gemäß den Regelungen des IFRS 4 von dem Retrozessionsvertrag zu entbündeln und wird als derivatives Finanzinstrument zum Marktwert bilanziert. Das Derivat wurde zum Bilanzstichtag mit einem positiven Marktwert in Höhe von 2 (11) Mio. EUR ausgewiesen. Im Jahresverlauf resultierte aus der Marktwertänderung des Derivates ein Aufwand in Höhe von 7 Mio. EUR (10 Mio. EUR Ertrag). Gegenläufig führte die Wertentwicklung der strukturierten Anleihe, die ebenfalls zum Marktwert bewertet wird, zu einem Ertrag in derselben Höhe. Ebenfalls im Segment der Personen-Rückversicherung wurde ein Rückversicherungsvertrag mit einer Finanzierungskomponente abgeschlossen, bei der Höhe und Zeitpunkt der Rückflüsse von Stornoquoten innerhalb eines unterliegenden Erstversicherungsportfolios abhängen. Dieser Vertrag und ein entsprechender Retrozessionsvertrag, die als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 zu klassifizieren waren, führten zu einem Ausweis von übrigen Verbindlichkeiten von 20 Mio. EUR und von sonstigen erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten von 49 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr ergab sich aus diesen Verträgen insgesamt eine Ergebnisverbesserung in Höhe von 2 Mio. EUR. Zum Ende des aktuellen Geschäftsjahrs wurde eine indexbasierte Deckung von Langlebigkeitsrisiken abgeschlossen. Das hieraus resultierende Derivat wurde zum Bilanzstichtag mit einem negativen beizulegenden Zeitwert in Höhe von 53 Mio. EUR in den anderen Verbindlichkeiten bilanziert. Ergebniseffekte haben sich aufgrund der stichtagsnahen Ersterfassung nicht eingestellt. Insgesamt führte die Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik zum Bilanzstichtag zu einem Ausweis von Vermögenswerten in Höhe von 86 (41) Mio. EUR sowie zu einem Ausweis von Verbindlichkeiten aus den aus versicherungstechnischen Posten resultierenden Derivaten in Höhe von 245 (174) Mio. EUR. Aus allen separat zu bewertenden Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik waren im Berichtsjahr Ergebnisverbesserungen in Höhe von 40 (41) Mio. EUR sowie Ergebnisbelastungen in Höhe von 9 (2) Mio. EUR zu verzeichnen. FINANZIELLE GARANTIENIm Segment Personen-Rückversicherung wurden zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X- bzw. AXXX-Reserven) US-amerikanischer Zedenten strukturierte Transaktionen abgeschlossen. Die Strukturen erforderten jeweils den Einbezug einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaften tragen von den Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehalts und übertragen diese Risiken mittels eines fixen/variablen Swaps auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück SE. Die Summe der vertraglich vereinbarten Kapazitäten der Transaktionen beträgt umgerechnet 3.229 (3.675) Mio. EUR, mit Stand zum Bilanzstichtag wurden davon umgerechnet 2.526 (2.746) Mio. EUR gezeichnet. Die von Gesellschaften der Hannover Rück SE garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaften decken deren Leistungsverpflichtungen. Bei einem Teil der Transaktionen werden die aus den Swaps im Leistungsfall resultierenden Zahlungen über Entschädigungsvereinbarungen von den Muttergesellschaften der Zedenten rückvergütet. Die Rückvergütungsansprüche aus den Entschädigungsvereinbarungen sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren. Nach IAS 39 sind diese Transaktionen als Finanzgarantien zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rück SE legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der beizulegende Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwerts aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall. (14) FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTIN MIO. EURscroll
FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT, DIE ZUM BILANZSTICHTAG ÜBERFÄLLIG, ABER NICHT WERTGEMINDERT WARENIN MIO. EURscroll
Bei den überfälligen Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft handelt es sich um Forderungen, die zum Fälligkeitstag nicht bezahlt wurden und am Bilanzstichtag weiterhin offen waren. Bei den Erstversicherungsgesellschaften bestanden am Bilanzstichtag Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern, die seit mehr als 90 Tagen fällig waren, in Höhe von insgesamt 584 (280) Mio. EUR, davon sind 170 (86) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig. Dies entspricht einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 6,6 (3,7) %. Die zusammengefasste durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre belief sich auf 0,9 (0,9) %. Die Ausfallquote im Jahr 2017 liegt bei 1,0 (1,2) %. Aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich die Abrechnungsforderungen mit einem Rückstand von mehr als 90 Tagen auf einen Betrag von insgesamt 830 (585) Mio. EUR, davon sind 251 (286) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig, was einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 6,2 (7,4) % entspricht. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus dem Rückversicherungsgeschäft beträgt 0,4 (0,7) %. Die wertberichtigten Forderungen stellen sich wie folgt dar: AUS VERSICHERUNGSVERTRÄGEN RESULTIERENDE EINZELN WERTGEMINDERTE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, die wir auf separaten Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt: WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTIN MIO. EURscroll
Die Ausfallrisiken der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft wurden grundsätzlich durch Einzelbetrachtung ermittelt. Auf eine Wertberichtigung wurde insoweit verzichtet, als das Ausfallrisiko der Vermögenswerte durch Sicherheiten (z. B. Letters of Credit, Bardepots, Wertpapierdepots) vermindert ist. Der Anteil der wertgeminderten Forderungen belief sich auf 1,7 (2,3) %. Die Abrechnungsforderungen an dem passiven Rückversicherungsgeschäft in den drei Erstversicherungssegmenten betragen (nach Abzug von Wertberichtigungen) 559 (522) Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag weisen 78 (75) % dieser Abrechnungsforderungen ein Rating der Kategorie A oder besser auf. Bezogen auf den Gesamtbestand der Abrechnungsforderungen von 4,0 (3,9) Mrd. EUR weisen 52 (49) % ein Rating der Kategorie A oder besser auf. WERTBERICHTIGUNGSQUOTENIN %scroll
JÄHRLICHE AUSFALLQUOTENIN %scroll
(15) ABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTENIN MIO. EURscroll
(16) SONSTIGE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
Der Zeitwert des eigengenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 724 (708) Mio. EUR. Davon entfallen 121 (131) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 603 (577) Mio. EUR auf die Stufe 3. Diese Zeitwerte wurden im Wesentlichen auf Basis der Ertragswertmethode berechnet. Bei dem eigengenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2017 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 307 (493) Mio. EUR. Aktivierte Ausgaben für Sachanlagen im Bau betrugen zum Bilanzstichtag 2 (-) Mio. EUR. ENTWICKLUNG DES EIGENGENUTZTEN GRUNDBESITZESIN MIO. EURscroll
ENTWICKLUNG DER BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNGIN MIO. EURscroll
ÜBRIGE VERMÖGENSWERTEIN MIO. EURscroll
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ - PASSIVA(17) EIGENKAPITALEIGENKAPITALENTWICKLUNG UND ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERDARSTELLUNG DER EIGENKAPITALZUSAMMENSETZUNGIN MIO. EURscroll
Die Gewinnrücklagen enthalten 1.804 (1.652) Mio. EUR Schwankungsrückstellungen (nach latenter Steuer). Die übrigen Rücklagen enthalten -274 (184) Mio. EUR Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung. IN DEN ÜBRIGEN RÜCKLAGEN ENTHALTENE UNREALISIERTE GEWINNE UND VERLUSTEIN MIO. EURscroll
1)
Hierin enthalten: erfolgsneutral gebildete
Rückstellungen für latente Beitragsrückerstattung Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns. AUSGLEICHSPOSTEN FÜR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITALIN MIO. EURscroll
GEZEICHNETES KAPITALDas Grundkapital beträgt unverändert 316 Mio. EUR und ist eingeteilt in 252.797.634 auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals". BEDINGTES KAPITALIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 126 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 101.119.057 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital i). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Namensschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 10. Mai 2022 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. In derselben Hauptversammlung wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 32 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 25.279.760 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital ii). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen (Wandlungs- und Optionsanleihen) und Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten, die von der Talanx AG oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG aufgrund des in derselben Hauptversammlung gefassten Ermächtigungsbeschlusses im Zeitraum vom 11. Mai 2017 bis zu 10. Mai 2022 ausgegeben werden. Die Satzungsänderungen wurden am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. GENEHMIGTES KAPITALIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 158 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR -nach Zustimmung des Aufsichtsrats -verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag von 20 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. KAPITALMANAGEMENTIm Rahmen des Kapitalmanagements wird das ökonomische Kapital betrachtet, wobei das erklärte Ziel eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals ist, bei gleichzeitiger hinreichender Kapitaladäquanz und unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. Für detaillierte Ausführungen zum Kapitalmanagement verweisen wir auf die Finanzlage unter dem Kapitel "Vermögens- und Finanzlage" im Lagebericht. (18) NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITENVerschiedene Konzernunternehmen haben in der Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil börsennotierte Verbindlichkeiten aufgenommen, um die Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die erforderliche (aufsichtsrechtliche) Liquidität (Solvabilität) zu gewährleisten. ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAPITALSIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem
Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten (im
Konzernabschluss konsolidiert) ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITENIN MIO. EURscroll
Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten Verbindlichkeiten basiert im Allgemeinen auf notierten aktiven Marktpreisen. Wenn derartige Preisinformationen nicht verfügbar waren, wurden die Zeitwerte auf Basis der anerkannten Effektivzinsmethode berechnet oder z. B. anhand von anderen Finanzinstrumenten mit vergleichbaren Bonitäts-, Laufzeit- und Renditeeigenschaften geschätzt. Bei der Effektivzinsmethode werden stets die aktuellen Marktzinsniveaus in den relevanten Zinsbindungslaufzeitbereichen als Basis unterstellt. Das Nettoergebnis in Höhe von -115 (-113) Mio. EUR der nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 114 (112) Mio. EUR und Aufwendungen aus der Amortisation (1 [1] Mio. EUR). NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN: RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Am 28. November 2017 -mit Zulassung am regulierten Markt zum 5. Dezember 2017 -hat die Talanx AG eine Nachranganleihe an vornehmlich institutionelle Investoren im In- und Ausland platziert. Diese nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von nominal 750 Mio. EUR hat eine Laufzeit von 30 Jahren und ist erstmals rückzahlbar nach zehn Jahren. Die nachrangige Anleihe ist in den ersten zehn Jahren mit einem festen Kupon von 2,25 % p. a. ausgestattet, danach wird sie variabel mit 2,45 % p. a. über dem Drei-Monats-EURIBOR verzinst. (19) RÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGEIN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Prämienüberträge umfasst den Teil der gebuchten Bruttoprämien, der als Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag dem/den folgenden Geschäftsjahr(en) zuzurechnen ist. Da es sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge im Wesentlichen nicht um zukünftige liquiditätswirksame Zahlungsströme handelt, haben wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet. (20) DECKUNGSRÜCKSTELLUNGIN MIO. EURscroll
Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Deckungsrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. DECKUNGSRÜCKSTELLUNGIN MIO. EURscroll
(21) RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLEIN MIO. EURscroll
ABWICKLUNG DER NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNGDie Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können. Die von den Berichtseinheiten gelieferten Schadenabwicklungsdreiecke wurden um die Währungseffekte aus der Umrechnung der jeweiligen Transaktions in die lokale Berichtswährung bereinigt dargestellt. Die in Fremdwährung gelieferten Abwicklungsdreiecke der Berichtseinheiten werden zum aktuellen Stichtagskurs in Euro umgerechnet, um währungsbereinigte Abwicklungsergebnisse darstellen zu können. In den Fällen, in denen der ursprünglich geschätzte Endschaden mit dem tatsächlichen Endschaden in Originalwährung übereinstimmt, wird auch nach Umrechnung in die Konzernberichtswährung (Euro) sichergestellt, dass kein rein währungsindiziertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen wird. In den nachfolgenden Tabellen werden die Netto-Schadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Jahre 2007 bis 2017 getrennt nach unseren wesentlichen Sachversicherungsgesellschaften in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung dargestellt (sogenanntes Schaden abwicklungsdreieck). Die Übersichten zeigen die Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellungen, die sich aus den Rückstellungen für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzt. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen. Die Darstellung der Netto-Schadenrückstellung und ihrer Abwicklung erfolgt jeweils für Erstversicherungssegmente einschließlich der Konzernfunktionen und des Segments Schaden-Rückversicherung nach Konsolidierungseffekten für den jeweiligen Darstellungsbereich, jedoch vor Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und Rückversicherung. Die für das Bilanzjahr 2007 berichteten Werte beinhalten außerdem die nicht mehr separat im Schadenabwicklungsdreieck dargestellten Werte der Vorjahre. Die veröffentlichten Abwicklungsergebnisse reflektieren die im Geschäftsjahr 2017 für die einzelnen Abwicklungsjahre entstandenen Endschadenveränderungen. Die noch nicht abgewickelten Netto-Schadenrückstellungen im Konzern belaufen sich auf insgesamt 37,2 (36,5) Mrd. EUR. Davon entfallen auf unsere Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich einschließlich der Konzernfunktionen sowie das Segment Schaden-Rückversicherung 10,6 (10,2) Mrd. EUR bzw. 21,6 (21,6) Mrd. EUR. Weitere 5,0 (4,7) Mrd. EUR verteilen sich auf das Segment Personen-Rückversicherung (4,0 [3,8] Mrd. EUR) und das Leben-Erstversicherungsgeschäft (1,0 [0,9] Mrd. EUR). NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONENIN MIO. EURscroll
scroll
Im Berichtsjahr verzeichnete der Konzern in seinen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen ein positives Abwicklungsergebnis von 294 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGIN MIO. EURscroll
scroll
Im Geschäftsjahr 2017 verzeichnete die Schaden-Rückversicherung ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von insgesamt 1.058 Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. Der Bilanzwert der Rückversicherungsanteile an den Schadenrückstellungen in Höhe von 5,4 (5,3) Mrd. EUR enthält kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 45 (1,4) Mio. EUR. Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schadenrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. LAUFZEITEN DER RÜCKSTELLUNGIN MIO. EURscroll
1)
Die Verteilung auf die Laufzeitbänder wurde
angepasst (22) RÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNGIN MIO. EURscroll
Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) umfasst die gesetzlichen oder vertraglichen Ansprüche der Versicherungsnehmer aus der Überschussbeteiligung, soweit sie am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeteilt und ausgezahlt wurden, sowie die Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung. Letztere betrifft die auf die Versicherungsnehmer entfallenden Anteile aus den Bewertungsunterschieden zwischen nationalen Vorschriften und IFRS, die ergebniswirksam in der GuV oder erfolgsneutral (z. B. unrealisierte Kapitalerträge aus den "jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten") unter Berücksichtigung latenter Steuern in das Eigenkapital (im sonstigen Ergebnis) eingestellt werden (Shadow-RfB). Im Wesentlichen ist eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Versicherungsverträgen und zu den Restlaufzeiten nicht möglich, sodass wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet haben. Von den Bruttorückstellungen für Beitragsrückerstattung entfallen 1.335 (1.407) Mio. EUR auf Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung und 4.864 (4.358) Mio. EUR auf latente Beitragsrückerstattung einschließlich der Shadow-RfB. (23) RÜCKSTELLUNCEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNCENDie Konzernunternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Die Art der Versorgungszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung. Der betragsmäßig überwiegende Teil der Versorgungszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen. Zum größten Teil handelt es sich um dienstzeitabhängige Endgehaltspläne, die vollständig arbeitgeberfinanziert sind und Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente im Wesentlichen ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes vorsehen. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Prozentsatz des letzten Arbeitseinkommens, wobei zum einen die Anzahl der bis zum Eintritt des Versorgungsfalles vollendeten Dienstjahre und zum anderen die Höhe des Gehaltes bei Eintritt des Versorgungsfalles (gegebenenfalls als Durchschnitt über mehrere Jahre) in die Berechnung einfließen. Teilweise werden die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung unterschiedlich gewichtet. Diese Pensionspläne sind für neu eintretende Arbeitnehmer/-innen geschlossen. Bestehende Zusagen wurden teilweise auf gehaltsdynamische Besitzstände eingefroren. Die Pläne werden weitestgehend nicht mit Planvermögen finanziert. Bei den Plänen auf Basis jährlicher Rentenbausteine handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Summe jährlicher Versorgungsbausteine, die über eine Transformationstabelle hergeleitet werden. Berücksichtigt werden dabei der Beschäftigungsgrad, die Höhe des maßgeblichen Gehaltes und teilweise das Geschäftsergebnis der die Zusage erteilenden Arbeitgebergesellschaft. Die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung werden unterschiedlich gewichtet. Der betragsmäßig bedeutendste Pensionsplan dieses Typs ist für Neuaufnahmen geschlossen und nicht mit Planvermögen finanziert. Jedoch wurden für einen großen Teilbestand Rückdeckungsversicherungen geschlossen. Bei den beitragsbasierten Plänen mit Garantien handelt es sich um Zusagen aus Entgeltumwandlungen oder arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente über Unterstützungskassen. Anstelle einer Altersrente kann ein einmaliges Versorgungskapital verlangt werden. Es handelt sich um beitragsorientierte Leistungszusagen im Sinne des deutschen Arbeitsrechtes, die wirtschaftlich als Leistungszusage (Defined Benefit Plan) klassifiziert werden. Der vom Arbeitgeber an die Unterstützungskassen zugewendete Versorgungsbetrag wird von diesen als Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt (kongruente Rückdeckung). Die zugesagten Leistungen ergeben sich aus dem Tarif der Rückdeckungsversicherung. Das diesbezügliche Vermögen der Unterstützungskassen wird als Planvermögen ausgewiesen. Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen auf eine Kapitalleistung im Todes- und Erlebensfall bei Erreichen der Altersgrenze aus einmaliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter. Dabei wird der Verzichtsbetrag als einmaliger Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt. Ein Rentenwahlrecht besteht nicht. Diesen Zusagen ist kein Planvermögen zugeordnet. Für die Mitarbeiter besteht zusätzlich die Möglichkeit der versicherungsförmigen Entgeltumwandlung. Hierbei handelt es sich wirtschaftlich um beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution Plan), für die keine Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden. Die sich aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergebenden Risiken umfassen die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko und biometrische Risiken. Ungewöhnliche Risiken oder erhebliche Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar. FINANZIERUNGSSTATUS DER PENSIONSPLÄNEIN MIO. EURscroll
Die Veränderung der Nettoschuld und des Nettovermögenswertes für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns verdeutlicht die nachstehende Tabelle. Neben den Hauptbestandteilen Defined Benefit Obligation (dbo) und Planvermögen ist die Veränderung der Vermögenswertanpassung aus der Berechnung der Obergrenze des aus einer Planüberdeckung resultierenden Vermögenswertes angegeben. Die Überprüfung der Realisierbarkeit des mit einer Planüberdeckung einhergehenden wirtschaftlichen Nutzens wird auf Ebene des einzelnen Pensions plans durchgeführt und machte sowohl zum 31. Dezember 2017 als auch zum 31. Dezember 2016 eine Kürzung des Buchwertes für den Nettovermögenswert erforderlich. VERÄNDERUNG DER NETTOSCHULD UND DES NETTOVERMÖGENSWERTS FÜR DIE VERSCHIEDENEN LEISTUNGSORIENTIERTEN PENSIONSPLÄNEIN MIO. EURscroll
Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportfolios setzt sich wie folgt zusammen. PORTFOLIOSTRUKTUR DES PLANVERMÖGENSIN %scroll
Für alle Eigenkapitalinstrumente, festverzinslichen Wertpapiere und Wertpapierfonds stehen Marktpreise infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt zur Verfügung. Im Zeitwert des Planvermögens sind keine Beträge für eigene Finanzinstrumente enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 18 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden Erträge von 57 Mio. EUR verbucht. Die gewichteten Annahmen für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: ANNAHMEN FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE VERPFLICHTUNGENBEWERTUNGSPARAMETER/ANNAHMEN GEWICHTET, IN %scroll
Als biometrische Rechnungsgrundlage der inländischen Pensionszusagen wurden die "Richttafeln 2005G" von Heubeck zugrunde gelegt, die entsprechend dem im Bestand beobachtbaren Risikoverlauf verstärkt wurden. Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich auf 16 (17) Jahre. SensitivitätsanalysenEin Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2017 folgende Auswirkung: AUSWIRKUNG DER VERÄNDERUNG DER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN ANNAHMENIN MIO. EURscroll
Daneben ist eine Änderung hinsichtlich der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise der zugrunde gelegten Lebenserwartung möglich. Zur Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos wurden die zugrunde gelegten Sterbetafeln durch eine Absenkung der Sterblichkeiten um 10 % angepasst. Diese Verlängerung der Lebenserwartung hätte zum Ende des Geschäftsjahres zu einer um 81 (83) Mio. EUR höheren Pensionsverpflichtung geführt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt durch die Differenzbildung zwischen den Pensionsverpflichtungen unter geänderten versicherungsmathematischen Annahmen und den Pensionsverpflichtungen unter unveränderten versicherungsmathematischen Annahmen. Die Ermittlung wurde für die als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen. Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 13 (15) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Beitragsorientierte Pensionszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 73 (38) Mio. EUR, davon entfällt im Geschäftsjahr ein Betrag von 1 (1) Mio. EUR auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Bei den beitragsorientierten Pensionszusagen handelt es sich im Wesentlichen um staatliche Pensionspläne. (24) STEUERRÜCKSTELLUNGENZUSAMMENSETZUNG DER STEUERRÜCKSTELLUNGENIN MIO. EURscroll
(25) SONSTIGE RÜCKSTELLUNGENSONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN IN HÖHE DER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHMEIN MIO. EURscroll
scroll
Die im Abschluss ausgewiesenen Rückstellungen für Restrukturierung betreffen im Wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Umsetzung der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Zum Bilanzstichtag beläuft sich diese Rückstellung auf 87 (103) Mio. EUR. Im Berichtsjahr ergaben sich keine wesentlichen Zuführungen und keine Auflösungen dieser Rückstellung. Es wurden 10 Mio. EUR in Anspruch genommen. Zinseffekte bestehen für das Berichtsjahr nicht. Die übrigen Rückstellungen (324 [330] Mio. EUR) beinhalten eine Vielzahl unterschiedlichster Sachverhalte, die nicht den vorstehenden Kategorien zugeordnet werden können. Sie betreffen insbesondere Rückstellungen für Nachzahlungszinsen aus Steuern in Höhe von 114 (129) Mio. EUR, Provisionsrückstellungen in Höhe von 54 (50) Mio. EUR sowie Rückstellungen für Verwaltungskosten in Höhe von 8 (11) Mio. EUR. Des Weiteren sind in dieser Position Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten (vgl. hierzu Abschnitt "Rechtsstreitigkeiten"), ausstehende Beiträge zur Unterstützungskasse und Schwerbehindertenabgaben enthalten. LAUFZEITEN SONSTIGER RÜCKSTELLUNGENIN MIO. EURscroll
1)
Angabe des gewichteten Durchschnitts (26) BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENUnter diesem Bilanzposten werden die nachfolgenden Sachverhalte zum Bilanzstichtag ausgewiesen: BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENIN MIO. EURscroll
Per 31. Dezember 2017 bestehen zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien über jeweils einen Nominalbetrag von 250 Mio. EUR. Die Kreditlinien besitzen eine Laufzeit bis 2019 bzw. 2021. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme. Das Nettoergebnis aus den begebenen Anleihen und Darlehen beträgt insgesamt 44 (46) Mio. EUR und umfasst neben den Zinsaufwendungen aus den Anleihen der Talanx AG (30 [30] Mio. EUR) auch das Nettoergebnis aus Hypothekendarlehen (10 [12] Mio. EUR) und Darlehen aus Infrastrukturinvestments (4 [4] Mio. EUR). BEGEBENE ANLEIHENIN MIO. EURscroll
scroll
1)
(Debt Rating a. m. Best; Debt Rating S&P) ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHENIN MIO. EURscroll
BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN: RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
(27) ÜBRICE VERBINDLICHKEITENIN MIO. EURscroll
ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN(OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN)In den Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen sind unterjährige Ausschüttungen in Höhe von 15 (85) Mio. EUR aus Anteilen an Fonds enthalten, die in privatem Beteiligungskapital investieren ("Private-Equity-Fonds") und die zum Bilanzstichtag noch nicht ergebniswirksam zu vereinnahmen waren. Die Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 335 (251) Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken sowie vom zugrunde liegenden Versicherungsvertrag getrennten zum Marktwert bilanzierten eingebetteten Derivaten. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Anhang. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die Restlaufzeiten der übrigen Verbindlichkeiten ohne die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und ohne die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft dar, da die beiden letztgenannten Verbindlichkeiten direkt im Zusammenhang mit den Versicherungsverträgen stehen und somit nicht getrennt davon betrachtet werden können. ÜBRICE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN)1) : RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
1)
Eine Darstellung der undiskontierten Zahlungsströme
der Verbindlichkeiten aus Derivaten wurde aus Wesentlichkeitsgründen
nicht vorgenommen. Stattdessen sind die beizulegenden Zeitwerte (negativen
Marktwerte) der derivativen Finanzinstrumente berücksichtigt (Laufzeit
bis zu einem Jahr 38 [24] Mio. EUR, ein bis fünf Jahre 182 [170] Mio.
EUR, fünf bis zehn Jahre 62 [57] Mio. EUR, zehn bis 20 Jahre 53 [0]
Mio. EUR, mehr als 20 Jahre 0 [0] Mio. EUR) VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENDie sonstigen Verpflichtungen aus Investmentverträgen werden bei Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrages zugeordnet werden können, angesetzt. In den Folgeperioden werden diese Verträge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. SONSTICE VERPFLICHTUNGEN, BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN: RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Die Ermittlung der Zeitwerte aus Investmentverträgen wird im Wesentlichen mittels der Rückkaufswerte für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE UND DERIVATE 1): RESTLAUFZEITENIN MIO. EURscroll
Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch Änderungen des Kreditrisikos der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten finanziellen Verbindlichkeiten bedingt ist, ist unwesentlich. (28) AKTIVE UND PASSIVE STEUERABGRENZUNGVERÄNDERUNG DER LATENTEN STEUERN IN DER BILANZ WÄHREND DES JAHRESIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs Die Veränderung (netto) von 78 (-41) Mio. EUR wurde in Höhe von 102 (-19) Mio. EUR eigenkapitalerhöhend im sonstigen Ergebnis und in Höhe von -5 (30) Mio. EUR als Aufwand im Gewinn und Verlust gebucht. Die restlichen Veränderungen resultieren aus Änderungen des Konsolidierungskreises sowie aus Währungsumrechnungen. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG(29) VERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNGIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs (30) KAPITALANLAGEERGEBNISKAPITALANLAGEERGEBNIS DER BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle KAPITALANLAGEERGEBNIS DER VORPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle Von den Wertminderungen (Impairments) in Höhe von 117 (111) Mio. EUR entfallen 33 (13) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere, 11 (63) Mio. EUR auf Aktien, 37 (7) Mio. EUR auf Immobilien und Immobilienfonds und 26 (21) Mio. EUR auf privates Beteiligungskapital. Dem gegenüber standen Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene Kapitalanlagen in Höhe von insgesamt 3 (14) Mio. EUR. Diese entfielen mit 2 (10) Mio. EUR im Wesentlichen auf fremd genutzte Immobilien. Das saldierte Ergebnis aus dem Abgang von Wertpapieren betrug 1.245 (770) Mio. EUR und resultierte mit 900 (669) Mio. EUR im Wesentlichen aus der Veräußerung von festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag befanden sich darüber hinaus keine überfälligen nicht wertberichtigten Wertpapiere im Bestand, da überfällige Wertpapiere sofort abgeschrieben werden. ZINSERTRÄGE AUS KAPITALANLAGENIN MIO. EURscroll
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGENDie in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Nettogewinne und -verluste aus Kapitalanlagen basieren im Wesentlichen auf der Klassenbildung des Konzerns (siehe hierzu "Anhangangaben von Finanzinstrumenten" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 169 ff.). Unter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen (142 [138] Mio. EUR) und der sonstigen Aufwendungen für selbst verwaltete Kapitalanlagen (104 [114] Mio. EUR) beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 4.478 (4.023) Mio. EUR. NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN - VORJAHRIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle (31) AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENAUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - BERICHTSPERIODEIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender
Geschäftsvorfälle AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGEN - VORJAHRIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs (32) ABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGENIN MIO. EURscroll
scroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs (33) ÜBRIGES ERGEBNISZUSAMMENSETZUNG ÜBRIGES ERGEBNISIN MIO. EURscroll
1)
Angepasst aufgrund IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden", Abschnitt "Änderungen der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden sowie Bilanzierungsfehler" des Konzernanhangs Das übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen. (34) FINANZIERUNGSZINSENDie Finanzierungszinsen in Höhe von 149 (147) Mio. EUR beinhalten ausschließlich Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital, das nicht in direktem Zusammenhang mit dem operativen Versicherungsgeschäft steht. Diese Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 115 (113) Mio. EUR auf unsere emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten und mit 30 (30) Mio. EUR auf begebene Anleihen der Talanx AG. (35) ERTRAGSTEUERNUnter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Die Grundsätze der Berücksichtigung latenter Steuern sind im Abschnitt "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" dargestellt. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet. ERTRAGSTEUERN - TATSÄCHLICHE UND LATENTEIN MIO. EURscroll
Die im Geschäftsjahr im sonstigen Ergebnis und direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern -resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis belastet oder gutgeschrieben wurden -beliefen sich auf 103 (17) Mio. EUR. Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang dar zwischen dem erwarteten Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde, und dem tatsächlichen Steueraufwand: ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN STEUERAUFWANDIN MIO. EURscroll
Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 32,2 (32,2) %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt. Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 23,40 (27,59) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen. Die Erträge aus der Veränderung der latenten Steuersätze in Höhe von 37 (3) Mio. EUR sind im Wesentlichen auf Reduzierungen der zukünftig gültigen lokalen Steuersätze in den USA und Frankreich (im Vorjahr in Großbritannien) und die damit verbundene Umbewertung passiver latenter Steuerbestände zurückzuführen. Auf passive zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 140 (123) Mio. EUR im Zusammenhang mit Anteilen an Konzerngesellschaften wurden keine latenten Steuern gebildet, weil der Konzern ihre Umkehrung steuern kann und sie sich nicht in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven nicht wertberichtigten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 200 (193) Mio. EUR werden voraussichtlich in Höhe von 27 (55) Mio. EUR innerhalb eines Jahres und in Höhe von 173 (138) Mio. EUR nach einem Jahr realisiert. Im Berichtsjahr hat sich die tatsächliche Ertragsteuer um 5 (2) Mio. EUR gemindert, da Verlustvorträge genutzt wurden, für die keine latenten Steueransprüche gebildet waren. Die Abwertung von in Vorjahren bilanzierten latenten Steueransprüchen führte im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand von 11 (99) Mio. EUR. Dem gegenüber steht ein latenter Steuerertrag von 6 (19) Mio. EUR aus der Korrektur früherer Abwertungen. Bei Verlusten im Berichtsjahr oder Vorjahr sind Überhänge latenter Steueransprüche nur insoweit angesetzt, als es anhand aussagekräftiger Nachweise wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Gesellschaft zukünftig ausreichend positive steuerpflichtige Ergebnisse erzielen wird. Dieser Nachweis wurde für latente Steueransprüche von 94 (188) Mio. EUR erbracht. ZEITLICHE NUTZBARKEIT NICHT AKTIVIERTER VERLUSTVORTRÄGEAuf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von brutto 1.308 (872) Mio. EUR und abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von brutto 48 (73) Mio. EUR haben wir aufgrund einer nicht ausreichend gesicherten Realisierung eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern gebildet. Die wertberichtigten aktiven latenten Steuern für diese Sachverhalte betragen insgesamt 250 (184) Mio. EUR. ABLAUF DER WERTBERICHTIGTEN VERLUSTVORTRÄGE UND TEMPORÄREN DIFFERENZENIN MIO. EURscroll
scroll
SONSTIGE ANGABENMITARBEITERZAHL UND PERSONALAUFWENDUNGENMITARBEITERZAHLIM JAHRESDURCHSCHNITT BESCHÄFTIGTE MITARBEITERscroll
Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 22.059 (21.649) Mitarbeiter für den Konzern tätig. PERSONALAUFWENDUNGENDie folgenden Personalaufwendungen enthalten vor allem die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Schadenaufwendungen (für Schadenregulierung) und die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen. ZUSAMMENSETZUNG DER PERSONALAUFWENDUNGENIN MIO. EURscroll
BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENNach IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" werden als nahe stehende Unternehmen und Personen u. a. Mutter- und Tochterunternehmen sowie Tochtergesellschaften einer gemeinsamen Muttergesellschaft, assoziierte Unternehmen, juristische Personen unter Einfluss des Managements und das Management des Unternehmens definiert. Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx-Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.), Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen. Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese Person das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines Mutterunternehmens des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Das Management in Schlüsselpositionen umfasst die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG und des HDI V. a. G. Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversicherungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE (hg), Hannover, bzw. die HDI Versicherung AG (hv), Hannover, jeweils die führenden Versicherer sind. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1 % (HDI V. a. G.) und 99,9 % (hg/hv) aufgeteilt. Die Talanx AG hat am 21. Oktober 2016 mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx-Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Ferner bestehen Dienstleistungsverträge mit einem Unternehmen, an dem ein Mitglied des Aufsichtsrats beteiligt ist. Die im Berichtszeitraum aus diesen Verträgen generierten Umsätze mit Konzernunternehmen betrugen weniger als 0,1 Mio. EUR. Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG verweisen wir auf die Ausführungen im Vergütungsbericht, Seite 94 ff., bzw. den Abschnitt "Bezüge der Organe der Obergesellschaft". ANTEILSBASIERTE VERGÜTUNGIm Geschäftsjahr 2017 bestanden im Konzern die folgenden anteilsbasierten Vergütungspläne:
Nachfolgend werden die Pläne beschrieben und ihre Auswirkungen auf das Jahresergebnis sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTSPLAN DER HANNOVER RÜCK SEDer Vorstand der Hannover Rück SE hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats per 1. Januar 2000 einen virtuellen Aktienoptionsplan eingeführt, der die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten (ABR) an bestimmte Führungskräfte vorsieht. Der Inhalt des Aktienoptionsplans richtet sich ausschließlich nach den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten. Zuteilungsberechtigt sind alle Mitglieder des Konzernführungskreises. Bei Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt sich kein Anspruch auf Lieferung von Aktien der Hannover Rück SE, sondern lediglich auf Zahlung eines an der Aktienkursentwicklung der Hannover Rück SE orientierten Barbetrags. Die Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten sind für alle Zuteilungsberechtigten gekündigt worden. Zugeteilte Aktienwert-Beteiligungsrechte bleiben bis zum Ende ihrer Laufzeit ausübbar. Aktienwert-Beteiligungsrechte wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2000 und bis zur Kündigung des Plans für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt, sofern die in den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten festgelegten Erfolgskriterien erreicht worden sind. Die Laufzeit der Aktienwert-Beteiligungsrechte beträgt jeweils zehn Jahre, beginnend mit dem Ablauf des betreffenden Zuteilungsjahres. Aktienwert-Beteiligungsrechte, die nicht bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit ausgeübt werden, erlöschen. Die Aktienwert-Beteiligungsrechte dürfen erst nach einer Wartezeit und dann nur innerhalb von vier Ausübungszeiträumen pro Jahr ausgeübt werden. Nach Ablauf einer vierjährigen Wartezeit sind maximal 60 % der für ein Zuteilungsjahr zugeteilten ABR ausübbar. Die Wartezeit für jeweils weitere 20 % der für dieses Zuteilungsjahr einer Führungskraft zugeteilten ABR beträgt jeweils ein weiteres Jahr. Jeder Ausübungszeitraum hat eine Dauer von zehn Börsenhandelstagen, beginnend jeweils mit dem sechsten Börsenhandelstag nach dem Tag der Veröffentlichung des Quartalsberichts der Hannover Rück SE. Bei Ausübung eines Aktienwert-Beteiligungsrechts ist die Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung an den Berechtigten zu zahlen. Dabei entspricht der Basispreis dem arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an allen Börsenhandelstagen des ersten vollen Kalendermonats des jeweiligen Zuteilungsjahres. Maßgebend für den aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes. Die Auszahlung ist auf einen Maximalbetrag begrenzt, der sich als Quotient aus dem im Zuteilungsjahr insgesamt zu gewährenden Vergütungsvolumen und der Gesamtzahl der in diesem Jahr zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt. Im Falle der Kündigung oder der Beendigung des Anstellungsverhältnisses infolge eines Aufhebungsvertrages oder einer Befristung besteht das Recht, alle Aktienwert-Beteiligungsrechte im ersten darauffolgenden Ausübungszeitraum auszuüben. In diesem Zeitraum nicht ausgeübte Aktienwert-Beteiligungsrechte und solche, deren Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, erlöschen. Der Eintritt in den Ruhestand, der Fall der Erwerbsunfähigkeit und der Fall des Todes der Führungskraft gelten für Zwecke der Ausübung nicht als Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Aus den Zuteilungen für die Jahre 2007 und 2009 bis 2011 bestehen im Geschäftsjahr 2017 die in der folgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen. Für die Jahre 2005 und 2008 erfolgte keine Zuteilung. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTE DER HANNOVER RÜCK SEscroll
Die Bewertung der bestehenden Aktienwert-Beteiligungsrechte erfolgt auf Basis des Black-Scholes-Optionspreismodells. Den Berechnungen sind der Kurs der Hannover Rück-Aktie zum Stichtag 13. Dezember 2017 von 108,20 EUR, eine erwartete Volatilität von 20,23 % (historische Volatilität auf Fünfjahresbasis), eine erwartete Dividendenrendite von 4,62 % und ein risikofreier Zinssatz von -0,75 % für das Zuteilungsjahr 2009, -0,64 % für das Zuteilungsjahr 2010 und -0,48 % für das Zuteilungsjahr 2011 zugrunde gelegt worden. Im Geschäftsjahr 2017 ist für 100 % der für die Jahre 2007, 2009 und 2010 und für 80 % der für das Jahr 2011 zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte die Wartezeit abgelaufen. Ausgeübt wurden 8.356 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2007, 19.649 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2009, 303.026 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2010 und 46.424 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2011. Die Summe der Auszahlungsbeträge betrug 4,5 Mio. EUR. Auf dieser Basis beträgt die Summe der Rückstellung, die unter den übrigen nicht technischen Rückstellungen ausgewiesen wird, für das Geschäftsjahr 2017 3,1 (7,3) Mio. EUR. Der Aufwand beträgt insgesamt 0,3 (1,1) Mio. EUR. SHARE AWARD PLANFür die Talanx AG und die wesentlichen Konzerngesellschaften einschließlich der Hannover Rück SE wurde, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011, zunächst für Mitglieder der Vorstände und nachfolgend für bestimmte Führungskräfte, ein "Share-Award-Programm" eingeführt, das die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten in Form von virtuellen Aktien, sogenannten Share Awards, vorsieht. Das Share-Award-Programm gibt es in zwei Ausprägungen, die in Teilen weiter modifiziert sind:
Die Share Awards begründen keinen Anspruch auf Lieferung von Aktien, sondern lediglich auf Zahlung eines Barbetrags nach Maßgabe der nachfolgenden Bedingungen. Im Rahmen des Share-Award-Programms sind diejenigen Personen zuteilungsberechtigt, denen vertraglich ein Anspruch auf Gewährung von Share Awards eingeräumt ist, und Vorstände, deren Dienstverhältnis zum jeweiligen Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards besteht und nicht durch Kündigung oder Aufjebungsvereinbarung mit Wirkung vor Ablauf der Sperrfrist endet. Share Awards werden seit dem Geschäftsjahr 2011 für Vorstände und ab dem Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte und dann jeweils für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt. Im Geschäftsjahr 2016 erfolgte erstmals die Auszahlung von Share Awards, die im Geschäftsjahr 2011 den zuteilungsberechtigten Vorstandsmitgliedern zugeteilt worden waren. Im Geschäftsjahr 2017 erfolgte auch die erste Auszahlung an einen Teil der beteiligten Führungskräfte. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards bestimmt sich nach dem Wert je Aktie. Der Wert je Aktie richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse. In den Bedingungen für die Berechtigten ist für die Berechnung ein Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorgesehen, in der der Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Für die Talanx Share Awards wird der Wert je Aktie der Talanx AG, für die Hannover Rück Share Awards wird der Wert je Aktie der Hannover Rück SE zugrunde gelegt. Für die Führungskräfte der Hannover Rück SE wurde abweichend ein Zeitraum von 20 Handelstagen vor bis zehn Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung vereinbart. Die so ermittelten Kurse bestimmen auch den Auszahlungswert der fälligen Share Awards. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich aus der Division des Betrags, der für die Zuteilung von Share Awards für den jeweiligen Berechtigten zur Verfügung steht, durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für die Führungskräfte des Talanx-Konzerns (ohne Hannover Rück se) wird für je vier volle Aktien eine weitere virtuelle Aktie zugeteilt. Für die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie der Hannover Rück SE werden 20 %, für die Führungskräfte des Konzerns (inklusive Hannover Rück SE) entsprechend den Managementebenen 30 % bis 40 % der jeweils festgesetzten variablen Vergütung in Share Awards gewährt. Die Zuteilung von Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung bedarf. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der für den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Aktie gemäß oben genannten Definitionen gezahlt. Für die Wertberechnung gelten die Vorschriften des vorangegangenen Absatzes entsprechend. Der Betrag wird im Monat nach Ablauf des Zeitraums überwiesen, der für die Ermittlung des Wertes je Aktie nach den vorstehenden Absätzen maßgeblich ist. Für Führungskräfte des Talanx-Konzerns, die seit 2015 an der Zuteilung von Share Awards teilnehmen, erfolgt die Auszahlung bis auf Weiteres nach Ablauf der Sperrfrist im Monat Juli. Mit Zahlung des Wertes der Share Awards wird zusätzlich ein Betrag in Höhe der korrespondierenden Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wurden. Die Höhe der zu zahlenden Dividende entspricht der Summe aller während der Laufzeit der Share Awards ausgeschütteten Dividenden je Aktie, multipliziert mit der Anzahl der Share Awards, die zum Auszahlungszeitpunkt für den jeweiligen Berechtigten zur Auszahlung kommen. Im Falle einer vorzeitigen Auszahlung der Share Awards erfolgt die Auszahlung des Wertes der Dividenden nur für den Zeitraum bis zum Eintritt des Ereignisses, das die vorzeitige Auszahlung auslöst. Eine anteilige Berücksichtigung noch nicht ausgeschütteter Dividenden erfolgt nicht. Für Führungskräfte erfolgt die Auszahlung vertragsgemäß ggf. pro rata temporis bei unterjährigem Austritt. Endet das Vorstandsmandat oder das Dienstverhältnis mit dem Mitglied des Vorstands, so behält der Zuteilungsberechtigte seine Ansprüche auf Zahlung des Wertes für bereits zugeteilte Share Awards nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist, es sei denn, die Beendigung beruht auf einer Amtsniederlegung bzw. Eigenkündigung des Berechtigten oder einer Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund. Im Todesfall gehen die Ansprüche aus den bereits zugeteilten bzw. noch zuzuteilenden Share Awards auf die Erben über. Für die Führungskräfte (ohne Hannover Rück se) gilt eine Unverfallbarkeit der bereits erworbenen Ansprüche. Ein Anspruch auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für Vorstände grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfall hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Zuteilungsberechtigten erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Der Share Award Plan wird im Konzern als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 bilanziert. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsbasis der Talanx Share Awards und der Hannover Rück Share Awards werden die weiteren Angaben für die beiden Ausprägungen des Share-Award-Programms nachfolgend getrennt dargestellt: TALANX SHARE AWARDSscroll
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER TALANX SHARE AWARDSIN TEURscroll
scroll
Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt. Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 8,9 (7,2) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2017 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 0,8 (0,6) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert. Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2012 endgültig zugeteilten 92.998 Share Awards des Vorstands mit einem Wert von je 33,20 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 4,80 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Die 3.280 Share Awards der Führungskräfte für das Geschäftsjahr 2012 wurden 2017 mit einem Wert von je 33,20 EUR zuzüglich 6,15 EUR Dividendenanspruch ausgezahlt. Die Zuführung der Rückstellung für die 2012er-Share Awards ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Aktienkurs zum letzten Bilanzstichtag (31,77 EUR) und dem Kurs für die Auszahlung der Share Awards aus dem März 2017 (33,20 EUR). HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSscroll
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSIN TEURscroll
scroll
Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt. Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 12,1 (10,6) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2017 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 2,0 (2,0) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert. Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2012 endgültig zugeteilten 16.452 Share Awards des Vorstands mit einem Wert von je 107,15 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 15,00 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Die 97.144 Share Awards der Führungskräfte für das Geschäftsjahr 2012 wurden 2017 mit einem Wert von je 107,03 EUR zuzüglich 15,00 EUR Dividendenanspruch ausgezahlt. Die Zuführung der Rückstellung für die 2012er-Share Awards ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Aktienkurs zum letzten Bilanzstichtag (102,80 EUR) und dem Kurs für die Auszahlung der Share Awards aus dem März 2017 (107,15 EUR bzw. 107,03 EUR). RECHTSSTREITIGKEITENDer gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften kann gerichtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren wie auch Schiedsverfahren nach sich ziehen. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Ressourcenabflusses und soweit dieser in seiner Höhe zuverlässig schätzbar ist, wird entweder eine Rückstellung erfasst oder eine Eventualverpflichtung (im Konzernanhang) angegeben. Gemäß Verfahrensgegenstand handelt es sich dabei in der Regel um versicherungstechnische Rückstellungen im Anwendungsbereich des IFRS 4 und in Ausnahmefällen um sonstige Rückstellungen. Prozesskosten (wie Anwalts-, Gerichts- und sonstige Nebenkosten) werden erst mit Kenntnis einer begründeten Klage passiviert. Ist die Inanspruchnahme aus einem Rechtsstreit nicht wahrscheinlich, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben. Die Höhe und die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses schätzt der Konzern unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien. Diese beinhalten u. a. Art des Rechtsstreits, Stand des Verfahrens, Einschätzungen von Rechtsberatern, Entscheidungen von Gerichts- und Schiedsstellen, Gutachten, Erfahrungen des Konzerns aus ähnlichen Fällen sowie Erkenntnisse anderer Unternehmen, soweit bekannt. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden -abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts -keine Rechtsstreitigkeiten, einschließlich der nachfolgend aufgeführten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeeze-out (Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen eine Barabfindung) bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Verfahren ist vor dem Landgericht Köln anhängig. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) sowie die Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die jeweils gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken sowie die angegebenen Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten decken nach unserer Einschätzung den zu erwartenden Aufwand ab. ERGEBNIS JE AKTIEDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden. ERGEBNIS JE AKTIEscroll
DIVIDENDE JE AKTIE UND GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAGIm Berichtsjahr wurde für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende in Höhe von 1,35 EUR je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 341 Mio. EUR. Der Hauptversammlung am 8. Mai 2018 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende in Höhe von 1,40 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht insgesamt 354 Mio. EUR. Der Restbetrag des Bilanzgewinns der Talanx AG (273 Mio. EUR) wird in den Gewinnvortrag eingestellt. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENZum Bilanzstichtag ergaben sich aus abgeschlossenen Verträgen, Mitgliedschaften sowie Steuern folgende Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen: HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN AUS VERTRÄGEN, MITGLIEDSCHAFTEN UND STEUERNIN MIO. EURscroll
Bei den Angaben in der Tabelle handelt es sich grundsätzlich um Nominalbeträge. Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse. Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte. Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rück SE bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt. Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben können. MIETEN UND LEASINGLEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERNGESELLSCHAFTEN MIETER/LEASINGNEHMER SINDDer Talanx-Konzern nutzt an vielen Standorten geleaste Immobilien sowie geleaste Büroeinrichtungen. Diese sind im Wesentlichen auf der Basis verschiedener langfristiger Operating-Leasing-Verträge abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag bestanden offene Verpflichtungen aus unkündbaren Vertragsverhältnissen in Höhe von 488 (445) Mio. EUR. ZUKÜNFTIGE LEASINGVERPFLICHTUNGENIN MIO. EURscroll
Aus Operating-Leasing-Verträgen fielen im Berichtsjahr Aufwendungen für Mindestleasingzahlungen in Höhe von 71 (70) Mio. EUR an. Zum Bilanzstichtag bestanden Aufwendungen aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen in geringem Umfang von 3 (3) Mio. EUR. LEASINGVERHÄLTNISSE, BEI DENEN DIE KONZERNGESELLSCHAFTEN VERMIETER/LEASINGGEBER SINDDer Gesamtbetrag aus der Vermietungstätigkeit unkündbarer Verträge beläuft sich in den folgenden Jahren auf 932 (785) Mio. EUR. ZUKÜNFTIGE MIETEINNAHMENIN MIO. EURscroll
Die Mieteinnahmen beliefen sich im Berichtsjahr auf 176 (166) Mio. EUR. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Objekten durch Immobiliengesellschaften im Segment Schaden-Rückversicherung wie auch aus der Vermietung von Immobilien in Deutschland durch Erstversicherungsunternehmen (vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben). BEZÜGE DER ORGANE DER OBERGESELLSCHAFTZum Bilanzstichtag setzte sich der Vorstand aus 6 (6) aktiven Mitgliedern zusammen. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 10.359 (11.086) TEUR. Im Rahmen des 2011 eingeführten anteilsbasierten Vergütungssystems hat der Vorstand für das Berichtsjahr Ansprüche auf virtuelle Aktien mit einem Zeitwert in Höhe von 1.033 (1.144) TEUR, dies entspricht 30.333 (36.010) Stück, aus dem Talanx-Share-Award-Programm und einem Zeitwert in Höhe von 232 (263) TEUR, dies entspricht 2.171 (2.556) Stück, aus dem Hannover Rück-Share-Award-Programm. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 765 (752) TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 18.346 (18.776) TEUR als Projected Benefit Obligations zurückgestellt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 2.410 (2.506) TEUR. Pensionsverpflichtungen für frühere Mitglieder des Aufsichtsrats und ihre Hinterbliebenen bestehen nicht. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Die weiteren Angaben zu Organbezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Struktur des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht (Seite 94 ff.) enthalten. Die dortigen Informationen beinhalten auch den individualisierten Ausweis der Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats und sind Bestandteil des Konzernabschlusses. HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERSKonzernabschlussprüfer der Talanx-Gruppe ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG ag). Die von KPMG AG und weltweiten Mitgliedsfirmen von KPMG International (kpmg) im Geschäftsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich nach vier Honorararten auf. Honorare der KPMGIN MIO. EURscroll
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beinhaltet vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen, die prüferische Durchsicht des Zwischenberichts sowie Jahresabschlussprüfungen und Prüfungen der Solvabilitätsübersichten der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen die Erteilung eines Comfort Letters und gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Prüfungen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für Unterstützungsleistungen bei der Erstellung von Steuererklärungen und die steuerliche Beratung zu Einzelsachverhalten enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen Beratungsleistungen in Verbindung mit der Ersteinführung neuer Rechnungslegungsgrundsätze, Schulungen zu aktuellen Entwicklungen in der Rechnungslegung sowie qualitätssichernde Unterstützungsleistungen und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit IT. Der für die Durchführung des Prüfungsauftrags verantwortliche Wirtschaftsprüfer im Sinne von § 38 Absatz 2 Berufssatzung wp/vbp in der Fassung vom 21. Juni 2016 ist Herr Florian Möller. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016. ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH § 161 AKTGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel: "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht worden (http://www.talanx.com/ corporate-governance). Vorstand und Aufsichtsrat unserer börsennotierten Tochtergesellschaft Hannover Rück SE haben am 7. November 2017 die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären über die Veröffentlichung im Geschäftsbericht zugänglich gemacht. Auf der Homepage der Hannover Rück SE finden Sie neben der aktuellen auch alle bisherigen Entsprechenserklärungen der Gesellschaft (http:// www.hannover-rueck.de/about/corporate/declaration/index.html). EREIGNISSE NACH ABLAUF DES GESCHÄFTSJAHRESAm 1. Januar 2018 sind die zum Ende des Jahres 2017 von der US-Regierung erlassenen Steuergesetzänderungen in Kraft getreten. Diese sehen steuerliche Neuregelungen vor, die erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die in den USA tätigen Tochtergesellschaften haben. Dies führt voraussichtlich nicht zu nennenswerten Ergebnisbelastungen. Wir verweisen dazu auf unsere Ausführungen im Risikobericht, Kapitel "Risikoprofil", Abschnitt "operationelle Risiken" auf Seite 139 ff. Das Sturmtief "Friederike" zog als schwerer Sturm mit Orkanböen am 18. Januar 2018 von Westen durch Europa. In Deutschland lag der Schwerpunkt des Unwetters in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wo der Konzern eine hohe Versicherungsdichte hat. Für den Talanx-Konzern erwarten wir aus diesem Ereignis Schäden von bis zu 60 Mio. EUR netto. Mit Kaufvertrag vom 22. Januar 2018 übernimmt der Konzern 99,4 % der Anteile an dem Sachversicherer Liberty Sigorta A. s., Istanbul, Türkei. Der Erwerb steht unter aufschiebenden Bedingungen, die voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 erfüllt werden. Der Erwerb erfolgt über die Talanx International AG, Hannover (Segment Privat- und Firmenversicherung International). Das gesamte Investitionsvolumen beträgt ca. 5 Mio. EUR. ANTEILSBESITZDie nachfolgenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Absatz 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 (a) (i) zum Konzernabschluss der Talanx AG vor. ANTEILSBESITZscroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
scroll
1)
Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16
Absatz 2 und 4 AktG WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNSWir definieren die Zweigniederlassung einer Konzerngesellschaft als einen nicht rechtsfähigen, von der Konzerngesellschaft räumlich und organisatorisch getrennten Unternehmensteil, der im Innenverhältnis weisungsgebunden agiert und im Markt selbstständig auftritt. Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Gesellschaften des Talanx-Konzerns unterhalten Zweigniederlassungen, die wir für das Verständnis der Lage des Konzerns als wesentlich betrachten. WESENTLICHE ZWEIGZULASSUNGEN DES KONZERNSscroll
1)
Zahlen vor Konsolidierung Darüber hinaus unterhalten andere Gesellschaften des Talanx-Konzerns weitere, einzeln und insgesamt für den Konzern als nicht wesentlich einzustufende Zweigniederlassungen. Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 28. Februar 2018 in Hannover.
Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, Stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Talanx Aktiengesellschaft, HannoverVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTSPRÜFUNGSURTEILEWir haben den Konzernabschluss der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Talanx Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Corporate-Governance-Bericht, die im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" und im Abschnitt "Corporate Governance" im zusammengefassten Lagebericht enthalten sind, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILEWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (idw) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE IN DER PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSESBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die nachfolgende Darstellung folgt der Gliederung der Bilanzposten im Konzernabschluss. BEWERTUNG DER ANHAND VON BEWERTUNGSMODELLEN BEWERTETEN FINANZINSTRUMENTEHinsichtlich der Bilanzierungsgrundsätze verweisen wir auf die Erläuterungen im Konzernanhang auf den Seiten 167 und 169 - 172. Daneben werden weitere Angaben zu den Abschlussposten auf den Seiten 154 und 215 - 220 gemacht. Aussagen zu den Risiken aus Finanzinstrumenten werden im zusammengefassten Lagebericht auf den Seiten 132 - 138 gemacht. Das Risiko für den KonzernabschlussDie Kapitalanlagen betragen zum Bilanzstichtag EUR 118.673 Mio. Von diesen Kapitalanlagen werden -wie auf Seite 216 im Anhang dargestellt -finanzielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 75.799 Mio zum Zeitwert bewertet. Von diesen Finanzinstrumenten werden wiederum die Zeitwerte in Höhe von EUR 71.878 Mio mit Bewertungsmodellen oder Wertindikationen Dritter ermittelt. Die Bewertung von Finanzinstrumenten, deren Zeitwerte anhand von Bewertungsmodellen oder Wertindikationen Dritter bestimmt werden müssen, ist mit Unsicherheit behaftet. Die Bewertung anhand von Bewertungsmodellen unter Berücksichtigung von an aktiven Märkten ableitbaren Parametern betrifft insbesondere nicht börsengehandelte Wertpapiere, sonstige Darlehen sowie Derivate. Der Ermessensspielraum ist umso größer, je mehr Inputfaktoren verwendet werden, die nicht am Markt beobachtbar sind, sondern auf Einschätzungen des Unternehmens beruhen. Im Zusammenhang mit der Bewertung der Finanzinstrumente sind umfangreiche Anhangangaben zu Bewertungsmethoden und Ermessensspielräumen erforderlich. Unsere Vorgehensweise in der PrüfungUnsere Prüfung der Finanzinstrumente haben wir unter Einsatz von Bewertungsspezialisten risikoorientiert durchgeführt, diese beinhaltete insbesondere folgende Tätigkeiten:
Unsere SchlussfolgerungenDie verwendeten Bewertungsmodelle sind IFRS-konform und sachgerecht. Die verwendeten Inputfaktoren der Gesellschaft sind sachgerecht. Die im Konzernanhang dargestellten Erläuterungen und Angaben entsprechen den Rechnungslegungsstandards. DIE BEWERTUNG DER RÜCKSTELLUNGEN FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLEHinsichtlich der Bilanzierungsgrundsätze verweisen wir auf die Erläuterungen im Konzernanhang auf den Seiten 167, 175 und 176 sowie auf den Seiten 235 - 238 für weitere Aufgliederungen der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle. Risikoangaben sind im zusammengefassten Lagebericht des Konzerns auf den Seiten 122 - 126 enthalten. Das Risiko für den KonzernabschlussDie Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle betragen zum Bilanzstichtag EUR 42.537 Mio. Die Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basiert im Wesentlichen auf aktuariellen Verfahren und mathematisch-statistischen Analysen und Prognoserechnungen. Hierbei fließen Annahmen über Prämien, Endschadenquoten, Abwicklungszeiträume, -faktoren und -geschwindigkeit ein, die auf Erfahrungen der Vergangenheit aufbauen. Bei der Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Großschäden fließen zudem neben Zedentenaufgaben unternehmenseigene Einschätzungen zur erwarteten Gesamtschadenhöhe ein. Die Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle unterliegt Unsicherheiten hinsichtlich der voraussichtlichen Schadenhöhe und ist daher stark ermessensbehaftet. Dies gilt insbesondere für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (unbekannte Spätschäden). Darüber hinaus gilt dies für Großschäden, deren Bewertung auf Annahmen hinsichtlich des gesamten versicherten Marktschadens und der regionalen Schadenexponierung beruhen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der versicherungsmathematischen Verfahren und weiterer Informationen in Bezug auf die mit den Berechnungen verbundenen Unsicherheiten bestimmt das Management final die Höhe der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle. Unsere Vorgehensweise in der PrüfungBei der Prüfung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir als Teil des Prüfungsteams eigene Aktuare eingesetzt. Insbesondere haben wir folgende Prüfungshandlungen durchgeführt:
Unsere SchlussfolgerungenDie verwendeten Methoden sowie die zugrunde liegenden Annahmen zur Bewertung der Rückstellung für bekannte und unbekannte Versicherungsfälle sind angemessen. DIE BEWERTUNG DER DECKUNGSRÜCKSTELLUNGHinsichtlich der Bilanzierungsgrundsätze verweisen wir auf die Erläuterungen im Konzernanhang auf den Seiten 167 und 175 sowie auf die Seite 234 für weitere Aufgliederungen der Deckungsrückstellung. Risikoangaben sind im zusammengefassten Lagebericht des Konzerns auf den Seiten 126 - 130 enthalten. Das Risiko für den KonzernabschlussDie Gesellschaft weist in ihrem Konzernabschluss eine Deckungsrückstellung in Höhe von EUR 54.596 Mio. aus (rd. 34,5 % der Bilanzsumme). Die Bewertung der Deckungsrückstellung unterliegt neben dem Mengengerüst und den Kalkulationsvorgaben verschiedenen Annahmen, die die Höhe der Deckungsrückstellung maßgeblich beeinflussen können. Die Bewertung hängt dabei entscheidend von den aktuariellen Projektionen des zugrunde liegenden Versicherungsgeschäfts und der verwendeten versicherungsmathematischen Methoden ab. Zu den maßgeblichen Annahmen gehören insbesondere der Zins, biometrische Größen sowie Kostenannahmen. Aufgrund der zum Teil erheblichen Langfristigkeit einiger Verträge bergen Abweichungen in diesen Annahmen erhebliches Fehlerpotenzial. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Deckungsrückstellung eine sehr große Anzahl einzelvertraglicher Regelungen und Tarife zugrunde liegt. Unsere Vorgehensweise in der PrüfungAls Teil des Prüfungsteams haben wir bei der Prüfung der Deckungsrückstellung eigene Aktuare eingesetzt. Insbesondere haben wir im Wesentlichen folgende Prüfungshandlungen durchgeführt:
Unsere SchlussfolgerungenDie verwendeten Bewertungsannahmen bei der Bewertung der Deckungsrückstellung sind angemessen und insgesamt ausgewogen. Die im Konzernanhang dargestellten Erläuterungen und Angaben sind sachgerecht. SONSTIGE INFORMATIONENDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSORGANS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTSUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (idw) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜBRIGE ANGABEN GEMÄß ARTIKEL 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 11. Mai 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. Mai 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir prüfen die Talanx AG als kapitalmarktorientiertes Unternehmen seit ihrem Börsengang in 2012. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Florian Möller.
Hannover, den 9. März 2018 KPMG AG Florian Möller, Wirtschaftsprüfer Christoph Czupalla, Wirtschaftsprüfer VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Talanx AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hannover, den 28. Februar 2018 Der Vorstand Herbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Christian Hinsch, stv. Vorsitzender Torsten Leue Dr. Immo Querner Ulrich Wallin Dr. Jan Wicke 3. WEITERE INFORMATIONENGLOSSAR UND KENNZAHLENDEFINITIONENABSCHLUSSKOSTEN, AKTIVIERTEKosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Aktivierung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit. ANNUAL PREMIUM EQUIVALENT - APEJahresbeitragsäquivalent. Messgröße für das Neugeschäft in der Lebensversicherung. ASSET-MANAGEMENTKapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten. ASSOZIIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das nicht durch Voll- oder Quotenkonsolidierung, sondern im Allgemeinen nach der > Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen ist und auf dessen Geschäfts- oder Firmenpolitik ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen maßgeblichen Einfluss hat. AUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENSumme aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben. B2BAustausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen zwischen Unternehmen. BANCASSURANCEBank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien. BASISEIGENMITTELÜberschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten abzüglich des Betrags der eigenen Aktien in der Solvabilitätsübersicht und den nachrangigen Verbindlichkeiten gemäß § 89 Absatz 3 vag. BEITRAG> Prämie BEITRAGSÜBERTRÄGE> Prämienüberträge BESTIMMUNGSMACHT> Entscheidungsmacht BIOMETRISCHE PRODUKTEVersicherungen ohne Sparanteil, bei denen Ereignisse, die mit grundlegenden Veränderungen der biologisch bedingten Lebensverhältnisse einhergehen (Tod, Eintritt von Pflegebedürftigkeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit) die Leistungsverpflichtung auslösen. BRUTTOBei Versicherungen: vor Abzug der > passiven Rückversicherung. BUCHWERT JE AKTIEDie Kennzahl gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals je Aktie an. CHAIN-LADDER-VERFAHRENAktuarielles Standardverfahren, mit dem der Rückstellungsbedarf für zukünftige Schadenaufwendungen geschätzt wird. Es unterstellt, dass der Schadenstand um einen in allen Anfalljahren gleichen Faktor zunimmt. Der erwartete Gesamtschaden wird bei diesem Verfahren ausschließlich auf der Basis historischer Daten zur Abwicklung von Schäden im Portfolio des Versicherers bestimmt. COINSURANCE-FUNDS-WITHHELD-VERTRAGMitversicherungsvertrag, bei dem der Zedent einen Teil der ursprünglichen Prämie mindestens in Höhe der zedierten Reserven zurückbehält. Ähnlich wie bei einem > Modified Coinsurance(ModCo)-Vertrag repräsentieren die Zinszahlungen an den Rückversicherer den Anlagebetrag des zugrunde liegenden Wertpapierportefeuilles. COMBINED RATIO> kombinierte Schaden-/Kostenquote DECKUNGSRÜCKSTELLUNGNach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung. DEPOSIT ACCOUNTINGBilanzierungsmethode, nach der kurz- und langfristige Versicherungs- und Rückversicherungsverträge zu bilanzieren sind, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko transferieren. DEPOTFORDERUNGEN/DEPOT-VERBINDLICHKEITENSicherheitsleistungen zur Deckung von Versicherungsverbindlichkeiten, die ein Versicherer von den liquiden Mitteln einbehält, die er an einen Rückversicherer im Rahmen eines Rückversicherungsvertrags zu zahlen hat. Der Versicherer weist in diesem Fall eine Depotverbindlichkeit aus, der Rückversicherer eine Depotforderung. Die Depotforderungen/-verbindlichkeiten sind zu verzinsen. DERIVAT, DERIVATIVES FINANZINSTRUMENTAus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B. > Swaps, Optionen und Futures. DURATIONFinanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines Investments in Renten bzw. deren Zinssensitivität abbildet. Die "Macaulay-Duration" ist die kapitalgewichtete mittlere Anzahl von Jahren, in denen ein Rentenpapier Zahlungen leistet. Die "Modified Duration" gibt dagegen die Veränderung des Barwerts eines Rentenpapieres bei Zinsänderungen an und ist damit ein Maß für das mit einem Finanzinstrument verbundene Zinsänderungsrisiko. EBITEarnings before interest and taxes; im Talanx-Konzern identisch mit > operatives Ergebnis. ENTSCHEIDUNGSMACHT (AUCH: BESTIMMUNGSMACHT)Der Konzern trägt das Risiko von oder besitzt die Rechte an dem variablen wirtschaftlichen Erfolg eines Engagements und verfügt aufgrund substanzieller Rechte über die Möglichkeit, die Höhe des wirtschaftlichen Erfolgs (z. B. über die maßgeblichen Tätigkeiten) zu beeinflussen. EQUITY-METHODEVerfahren zur Bewertung einer Beteiligung (> assoziiertes Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen) im Konzernabschluss, bei der der Beteiligungsbuchwert in der Konzernbilanz entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals am beteiligten Unternehmen weiterentwickelt wird. ERGEBNIS (AUCH: GEWINN) JE AKTIE, VERWÄSSERTKennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx ag entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein. ERNEUERUNGBei Vertragsbeziehungen mit Versicherungsunternehmen, die über längere Zeiträume laufen, werden die Vertragsbedingungen meist jährlich in sogenannten Erneuerungsverhandlungen angepasst und die Verträge entsprechend erneuert. ERSTVERSICHERERGesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht. EXPONIERUNG (AUCH: EXPOSURE)Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands. EXPOSURE> Exponierung FAIR VALUE> Zeitwert FAKULTATIVE RÜCKVERSICHERUNGBeteiligung des Rückversicherers an einem bestimmten vom Erstversicherer übernommenen Einzelrisiko. Gegensatz: > obligatorische Rückversicherung FONDSGEBUNDENE LEBENSVERSICHERUNGLebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt. FÜR EIGENE RECHNUNG (AUCH: NETTO)Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT (AUCH: GOODWILL)Betrag, den ein Käufer unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte nach Abzug der Schulden zu zahlen bereit ist. GEWINN JE AKTIE, VERWÄSSERT> Ergebnis je Aktie, verwässert GROSSSCHADENSchaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx-Konzerns. HAFTENDES KAPITALSumme aus a) dem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, das sich wiederum aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen zusammensetzt, b) den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital und c) dem sogenannten Hybridkapital als eigenkapitalergänzendem Fremdkapital, das die nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst. HARTER MARKTMarktphase, die sich durch hohe Prämien auszeichnet. Gegensatz:> weicher Markt HYBRIDKAPITALFremdkapital mit eigenkapitalergänzendem Charakter in Form von nachrangigen Darlehen und Genussrechtskapital. IBNR - INCURRED BUT NOT REPORTED> Spätschadenreserve IMPAIRMENTWertminderung (außerplanmäßige Abschreibung), die vorgenommen wird, wenn der Barwert der geschätzten, zukünftigen Kapitalflüsse eines Vermögenswerts kleiner ist als dessen Buchwert. INSURANCE-LINKED SECURITIES - ILSFür die Verbriefung von Risiken eingesetzte Obligationen, bei denen die Auszahlung von Zins und/ oder Nominalwert von Eintritt und Ausmaß eines Versicherungsereignisses abhängt. INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS - IFRSInternationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet; bei Talanx angewendet seit 2004. INVESTMENT-GRADEEin Rating von bbb oder besser, das an Unternehmen vergeben wird, die ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen. JAHRESERGEBNISEBIT abzüglich Finanzierungszinsen und Ertragsteuern KAPITALANLAGEERGEBNIS, AUSSERORDENTLICH ESErgebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/Abschreibungen (Impairments). KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko aufweisen und entsprechend den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bilanziert werden. KAPITALANLAGEN, SELBST VERWALTETEKapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft selbst oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet. KAPITALEFFIZIENTE PRODUKTEUnabhängig vom Kapitalmarkt werden nach Ablauf der Versicherung maximal die eingezahlten Beiträge garantiert. Während der Laufzeit erhöhen Überschüsse das Guthaben. Durch die Endfälligkeit der Beitragsgarantie verringert sich das Risikokapital, das der Lebensversicherer unterlegen muss. KATASTROPHENANLEIHEInstrument zum Transfer von Katastrophenrisiken eines (Rück-)Versicherers auf den Kapitalmarkt. KOMBINIERTE SCHADEN-/ KOSTENQUOTESumme aus > Schadenquote und > Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der kombinierten Schaden-/Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen einschließlich des Depotzinsergebnisses berücksichtigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherern. KONGRUENTE WÄHRUNGSBEDECKUNGBedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden. KOSTENQUOTEVerhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. KUMULRISIKOVersicherungstechnisches Risiko, das darin besteht, dass ein einziges auslösendes Ereignis (z. B. Erdbeben, Wirbelsturm) zu einer Häufung von Schadenfällen in einem > Portefeuille führt. LEBENSVERSICHERUNGZusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung. LETTER OF CREDIT - LOCBankbürgschaft. Beispielsweise in den usa eine übliche Form der Sicherheitsleistung im Rückversicherungsgeschäft. MARKET CONSISTENT EMBEDDED VALUE - MCEVSpezielle Methode zur Bewertung von Lebensversicherungsunternehmen bzw. von Personenversicherungsbeständen, mit deren Hilfe die Langfristigkeit des Lebensversicherungsgeschäfts und der damit verbundenen Risiken abgebildet werden kann. Insbesondere soll durch die marktkonsistente Berechnungsmethodik eine bessere Vergleichbarkeit erreicht werden. Die marktkonsistente Bewertung wird durch risikoneutrale Annahmen in Bezug auf erwartete Kapitalerträge und die Diskontierungsmethodik erreicht. Außerdem wird die Swap-Kurve als risikoneutrale Zinsstruktur eingeführt. MODIFIED-COINSURANCE(MODCO)-VERTRAGRückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent im Rahmen eines Depots Wertpapiere, die die zedierten Reserven besichern, zurückbehält und dadurch eine Verpflichtung begründet, zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an den Rückversicherer zu leisten. Die Zahlungen beinhalten einen proportionalen Anteil an der Bruttoprämie sowie den Ertrag aus Wertpapieren. MORBIDITÄTKrankheitsmaß, das die Krankheitswahrscheinlichkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angibt. MORTALITÄTSterblichkeit. Das Ausmaß von Todesfällen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. NETTOBei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung NETTOAU FWENDUNGEN, VERSICHERUNGSTECHNISCHEAufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, jeweils nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer. NETTOVERZINSUNGKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus > Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen. NEUGESCHÄFTSMARGE (LEBEN)Verhältnis von Neugeschäftswert zu Barwert der Neugeschäftsprämien ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter. NEUGESCHÄFTSWERT (LEBEN)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-I I-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen. NICHT KAPITALEFFIZIENTE PRODUKTEKlassische Lebens- oder Rentenversicherungen mit festem Garantiezins über die gesamte Laufzeit des Vertrages. NICHTPROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem der Rückversicherer den einen bestimmten Betrag übersteigenden Schadenaufwand bzw. die Versicherungssumme tragen muss. Gegensatz: > proportionale Rückversicherung. OBLIGATORISCHE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsvertrag, bei dem sich der Rückversicherer an einem gesamten, genau definierten Versicherungsbestand eines > Zedenten beteiligt. Gegensatz: > fakultative Rückversicherung OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis einschließlich der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). OTCOver the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern. PASSIVE RÜCKVERSICHERUNGBestehende Rückversicherungsprogramme der > Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken. PERSONENVERSICHERUNGSparten, die die Versicherung von Personen zum Gegenstand haben: Lebens-, Renten-, Kranken- und Unfallversicherung. PORTEFEUILLE> Portfolio PORTFOLIO (AUCH: PORTEFEUILLE)a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken. b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen. PRÄMIE (AUCH: BEITRAG)Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken. PRÄMIENÜBERTRÄGE (AUCH: BEITRAGSÜBERTRÄGE)In einem Geschäftsjahr gebuchte Prämien, die periodengerecht dem Folgezeitraum zuzurechnen sind. PRESENT VALUE OF FUTURE PROFITS - PVFPImmaterieller Vermögenswert, der insbesondere beim Erwerb von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen bzw. einzelnen Versicherungsbeständen entsteht. Der Barwert der erwarteten zukünftigen Erträge aus dem übernommenen Versicherungsbestand wird aktiviert und grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen ergeben sich aufgrund durchgeführter jährlicher Werthaltigkeitsprüfungen. PROPORTIONALE RÜCKVERSICHERUNGRückversicherungsverträge, auf deren Basis Anteile eines Risikos oder Portefeuilles zu den bestehenden Originalkonditionen in Rückversicherung gegeben werden. > Prämien sowie Schäden werden anteilsmäßig in einem proportionalen Verhältnis geteilt. Gegensatz: > nichtproportionale Rückversicherung PROVISIONVergütung des Erstversicherers an Agenten, Makler und andere gewerbsmäßige Vermittler. QUOTENRÜCKVERSICHERUNGForm der Rückversicherung, in der der prozentuale Anteil am gezeichneten Risiko sowie die Prämie vertraglich festgelegt werden. RATEProzentsatz (in der Regel vom Prämienvolumen) des rückversicherten Portefeuilles, der bei einer > nichtproportionalen Rückversicherung als Rückversicherungsprämie an den Rückversicherer zu zahlen ist. RETAILa) Allgemein: Privatkundengeschäft. b) Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen. RETROZESSIONAbgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer. RÜCKVERSICHERERGesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuille-Segmente von einem > Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt. SCHADEN- UND UNFALLVERSICHERUNGGesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebens- und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird. SCHADENQUOTEBilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) einschließlich des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) -inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP -zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. > PVFP SCHADENQUOTE FÜR SACHVERSICHERUNGSPRODUKTEa) Brutto: Summe der Schadenaufwendungen (brutto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (brutto) im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien. b) Netto: Summe der Schadenaufwendungen (netto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. SCHWANKUNGSRÜCKSTELLUNGRückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den ifrs Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals. SELBSTBEHALTDer Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also > netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung). SILOEin von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separierter Unternehmensteil (z. B. ein Sondervermögen), bei dem sämtliche Rechte und Pflichten ausschließlich den Investoren dieses Unternehmensteils zustehen. SOLVABILITÄTAusstattung mit freien, unbelasteten Eigenmitteln, die zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge notwendig ist. SOLVENCY IIProjekt der Europäischen Kommission zur Reformierung und Harmonisierung der europäischen Vorschriften zur Versicherungsaufsicht, vor allem der Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ABSCHREIBUNGENAufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. Personal- und Sachaufwendungen, Abschreibungen, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen, Währungskursverluste, Dienstleistungsaufwendungen. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEErträge der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen oder Währungskursgewinne. SPÄTSCHADENRESERVERückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden. SPEZIALGESCHÄFTSpezialversicherung für Nischengeschäft wie spezielle Kraftfahrtdeckung und Kunstversicherung. STORNOQUOTE LEBENSVERSICHERUNGSPRODUKTESumme aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach gdv). STRESSTESTForm der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von > Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können. STRUKTURIERTES UNTERNEHMENUnternehmen, das derart ausgestaltet ist, dass Stimm- oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden (z. B. einige Investmentfonds). SURVIVAL RATIOSpiegelt das Verhältnis von Schadenreserven zu bezahlten Schäden eines Vertrages oder mehrerer Verträge in einem Bilanzjahr wider. ÜBERSCHUSSBETEILIGUNGGesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen. UNDERWRITINGPrüfung und Einschätzung von (Rück-)Versicherungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-) Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-)Versicherer profitabel ist. VALUE AT RISKRisikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden. VERDIENTE PRÄMIENAnteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNISSaldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus > verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP. VERWALTUNGSKOSTENKosten der laufenden Verwaltung, die im Zusammenhang mit der Produktion von Versicherungsschutz stehen. WEICHER MARKTMarktphase mit Überangebot an Versicherung mit der Folge von nicht risikoadäquaten Prämien. Gegensatz: > harter Markt ZEDENTErst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert). ZEITWERT (AUCH: FAIR VALUE)Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. ZESSIONÄRRückversicherer des Erstversicherers. STICHWORTVERZEICHNISscroll
KONTAKTTalanx AGRiethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com Group CommunicationsAndreas Krosta Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 andreas.krosta@talanx.com Investor RelationsCarsten Werle Telefon +49 511 3747-2231 Telefax +49 511 3747-2286 carsten.werle@talanx.com Veröffentlicht am: 19. März 2018 Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch. Geschäftsbericht im Internethttp://geschaeftsbericht2017.talanx.com Folgen Sie uns auf Twitter@talanx @talanx_en FINANZKALENDER 20188. MaiHauptversammlung 11. MaiQuartalsmitteilung zum 31. März 2018 13. AugustZwischenbericht zum 30. Juni 2018 23. OktoberCapital Markets Day 12. NovemberQuartalsmitteilung zum 30. September 2018 Talanx AG Riethorst 2 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||