![]() Talanx AktiengesellschaftHannoverJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Zusammengefasster LageberichtI Grundlagen des KonzernsUnser Unternehmen operiert aus einer breiten Geschäftsaufstellung heraus und richtet seine Strategie an den Märkten bzw. Kunden aus. Der Talanx KonzernGeschäftsmodellDer Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2019 weltweit rund 23.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 79,0 % der HDI V. a. G., ein seit über 110 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich unverändert zum Vorjahr 21,0 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten (vgl. Abbildung). IM KONZERN BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGEscroll
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Einschl. Raumfahrt Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 150 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente. Rechtliche und regulatorische RahmenbedingungenVersicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung), Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2019 fort. Vor dem Hintergrund der in Deutschland am 23. Februar 2018 umgesetzten Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) wurden im Konzern frühzeitig Projekte aufgesetzt, um die umfangreichen Vorgaben termingerecht zu erfüllen. Die IDD zielt auf den Schutz der Verbraucherinteressen bei der Produktentwicklung und beim Vertrieb von Versicherungsprodukten und formuliert Vorgaben für die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten. Am 25. Januar 2017 veröffentlichte die BaFin das Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo). Darin werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Am 26. Juni 2017 trat das Gesetz zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie (GwG) in Kraft. Die betroffenen Konzerngesellschaften der Talanx AG haben Regelungen getroffen und organisatorische Maßnahmen eingeleitet, um die sich hieraus ergebenden gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Mit Inkrafttreten der 5. Geldwäscherichtlinie vom 30. Mai 2018 sollte diese bis zum 10. Januar 2020 in nationales Recht umgesetzt werden. Dies erfolgte in Deutschland zum 1. Januar 2020 mit dem Inkrafttreten des novellierten Geldwäschegesetzes. Die entsprechende Umsetzung bei den Gesellschaften der Talanx Gruppe ist erstmals Prüfgegenstand für die Abschlüsse zum 31. Dezember 2020. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen des Talanx Konzerns eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 zu den versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Im Talanx Konzern verarbeiten wir bei der Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagementsystem auf die Beratung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht - unter anderem in Deutschland, Polen und Luxemburg. KonzernstrukturDer Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Seit Januar 2019 bietet der Spezial-Versicherer HDI Global Specialty SE als gemeinsame Beteiligung der HDI Global SE und der Hannover Rück SE maßgeschneiderte Versicherungslösungen für Industrieunternehmen, Konzerne und kleine und mittlere Unternehmen. Die HDI Reinsurance (Ireland) SE wurde aufgrund des konzerninternen Verkaufs von der Talanx AG an die HDI Global SE im Berichtsjahr beim Geschäftsbereich Industrieversicherung angesiedelt, zuvor wurde sie im Segment Konzernfunktionen ausgewiesen. Das konzernintern gezeichnete Geschäft der HDI Reinsurance (Ireland) SE wird im Rahmen der Segmentverteilung teilweise den geschäftsabgebenden Segmenten wieder zugerechnet. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei). Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt. Seit Januar 2019 besitzt sie eine Rückversicherungslizenz und betreibt auch operatives Geschäft. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH. Die Ampega Asset Management GmbH, die Ampega Investment GmbH und die Ampega Real Estate GmbH betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. KONZERNSTRUKTURscroll
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StrategieDer Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit zwischen uns und unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertsteigerung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Die Strategie des Konzerns ist darauf ausgerichtet, durch den gezielten Ausbau von Stärken ("Strengthen") und das fokussierte Angehen von Entwicklungsbereichen ("Develop") unsere ambitionierten und klar definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 800 Basispunkten über dem risikofreien Zins an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Den Gewinn pro Aktie (Earnings per Share, EPS) wollen wir bis 2022 pro Jahr um durchschnittlich mindestens 5 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien und einer Reihe strategischer Wachstumsinitiativen. Aus dem Konzerngewinn nach IFRS wollen wir zudem weiterhin mindestens 35 bis 45 % an unsere Aktionäre ausschütten, wobei die Dividende in ihrer absoluten Höhe dabei zukünftig jeweils mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (< 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150 - 200 %) zum Ziel gesetzt. Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unserer Prämien stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix. Den Anteil des im Ausland generierten Geschäfts wollen wir dabei mittelfristig noch weiter ausbauen auf bis zu zwei Drittel der gesamten Erstversicherungsprämie. Bereits heute machen diese Stärken unseren Konzern "traditionally different"! Zu den Bereichen, die wir konsequent weiterentwickeln, gehört die Optimierung des Kapitalmanagements, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine erstklassige Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristig die Dividendenstabilität sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind, und Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wenn immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus werden wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene bündeln, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen. Ein weiteres strategisches Entwicklungsthema ist die digitale Transformation, eine der Kernaufgaben für die kommenden Jahre, die im Konzern explizit von den einzelnen Geschäftsbereichen getrieben wird. Damit folgen wir dem Ansatz des "traditionally different" und tragen gleichzeitig unterschiedlichen lokalen Regulierungen und digitalen Kundenverhaltensmustern Rechnung. Einen Schwerpunkt bei der digitalen Transformation bildet die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie bzw. Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme/Partnerschaften ("get bundled"). Aufgrund ihrer gruppenweiten Relevanz werden diese Fokusthemen aus der Holding heraus gezielt unterstützt. Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden nochmals geschärft und fokussiert. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Sanierung des Geschäfts mit Feuerversicherung, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich der Spezialversicherung. Die Schaden-/Kostenquote in der Feuerversicherung, die ca. 20 % des Gesamtportfolios der HDI Global SE ausmacht, soll bis 2020 um mindestens 20 Prozentpunkte sinken (Programm "20/20/20"). Wachstumspotenzial in Auslandsmärkten sehen wir für das Industriegeschäft hingegen insbesondere in Nordamerika, Europa sowie ausgewählten Schwellenländern. Die HDI Global Specialty SE ist 2019 als gemeinsame Beteiligung der HDI Global SE und der Hannover Rück SE gestartet. Aus der Kombination der Underwriting-Expertise der Inter Hannover mit dem weltweiten Vertriebs- und Schadenregulierungs-Netzwerk der HDI Global erwarten wir erhebliche Wachstumssynergien. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland führt sein strategisches Programm "KuRS" konsequent fort und strebt darüber hinaus weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Unsere Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 58 ff., beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht", Seite 102 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. DACHSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS![]() UnternehmenssteuerungDie Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind:
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln:
Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den operativen Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt. Die starke Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-II-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell. Zur Steuerung der langfristigen Wert- und Profitabilitätssteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir die Kennzahl Intrinsic Value Creation (IVC). Diese Kennzahl macht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Konzerngesellschaften miteinander vergleichbar. Damit unsere Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren, betrachten wir den IVC im Fünfjahresdurchschnitt. Rechnerisch misst der IVC den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten. Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss die Veränderung aktivischer und passivischer stiller Reserven/Lasten sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik (Berechnung siehe Abb. unten). Bei den Kapitalkosten werden die Kosten für das aufsichtsrechtlich notwendige Risikokapital (Solvency Capital Required) sowie die Kosten für das darüber hinausschießende Excess Capital (Überschusskapital) berücksichtigt. Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen sowie einem friktionalen Kostensatz von 2 % und, bezogen auf das Solvency Capital Required, einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze legen einen Value at Risk von 99,5 % zugrunde, was dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC![]()
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Ökonomische Anpassungen, z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts Performance-ManagementDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das PerformanceManagement. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Unternehmensebene mit unseren strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften PerformanceManagement-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUS![]() Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE), Wertschaffung (IVC) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindest-Kapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor. Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und anschließend im Talanx Vorstand als Basis für die operative Planung festgelegt. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Segmentebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICKscroll
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AusschüttungsquoteAusschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt)Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.) EBIT-MargeOperatives Ergebnis (EBIT), dividiert durch die verdienten Nettoprämien EBIT-WachstumVeränderung des operativen Ergebnisses (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr in Prozent EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter. KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-II-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen Forschung und EntwicklungDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der Talanx AG Anfang 2019 eine Rückversicherungslizenz erteilt. Seitdem ist die Gesellschaft keine reine Holdinggesellschaft mehr, sondern agiert auch operativ als konzerninterner Rückversicherer für die Erstversicherungen. Eigene produktbezogene Forschung und Entwicklung betreibt die Gesellschaft nicht. In der Gesellschaft arbeiten wir aber laufend an der Weiterentwicklung von Methoden und Prozessen zur optimalen Erfüllung des Geschäftszwecks. Dies betrifft u. a. das Group Accounting, Compliance und Recht. In unseren Geschäftsbereichen analysieren wir nachhaltige Veränderungen (z. B. zu Demografie oder Klima) sowie technische Neuerungen (z. B. zur Digitalisierung) und entwickeln auf unsere Kunden und Märkte abgestimmte Produkte und Kapitalanlagen. WirtschaftsberichtIm vergangenen Geschäftsjahr setzte der Talanx Konzern seine positive Geschäftsentwicklung fort. Wesentliche Ziele wurden erreicht bzw. übererfüllt. Märkte und wirtschaftliche RahmenbedingungenVolkswirtschaftliche EntwicklungDas Wachstum der Weltwirtschaft wurde 2019 durch die hohe handelspolitische Unsicherheit im Zuge der protektionistischen US-Handelspolitik, anhaltende Sorgen vor einem ungeordneten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU und geopolitische Konflikte signifikant belastet. Die deutsche Wirtschaft entging im dritten Quartal 2019 nur knapp einer Rezession. Für das Gesamtjahr betrug das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 0,6 %, nach noch 1,5 % im Vorjahr. Neben einer negativen Exportdynamik waren vor allem sektorale Sondereffekte für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Die Wirtschaft im Euroraum war besonders deutlich von der Abkühlung des Exportwachstums beeinträchtigt. Darüber hinaus belasteten die anhaltend hohe Unsicherheit rund um die Brexit-Verhandlungen sowie innenpolitische Turbulenzen in Italien das Geschäfts- und Konsumklima. Ein resistenter Arbeitsmarkt sowie eine spürbare Lockerung von Fiskal- und Geldpolitik stützten das Wachstum allerdings; es sank von 1,9 % im Jahr 2018 auf voraussichtlich 1,2 % im Berichtsjahr. In den USA sorgten neben der allgemeinen weltweiten Wachstumsschwäche u. a. der nachlassende fiskalpolitische Stimulus, die Belastung aus der erneuten Eskalation des Handelskonflikts mit China sowie die Straffung der Geldpolitik im Jahr 2018 durch die US-Notenbank für eine spürbare Verlangsamung der Wachstumsdynamik. Das Wachstum wurde vor allem durch den überraschend widerstandsfähigen Konsum und einen geldpolitischen Kurswechsel gestützt. Nach 2,9 % im Jahr 2018 sank das US-Wachstum auf 2,3 % im Berichtsjahr. Ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld, niedrigere Öl- und Industriemetallpreise sowie ein geringeres Investoreninteresse setzten die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungsländern unter Druck. Das Wirtschaftswachstum in China war 2019 vor allem durch die erneute Eskalation des Handelskonflikts mit den USA belastet und fiel mit 6,1 % auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren. REALES BRUTTOINLANDSPRODUKTscroll
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Bloomberg-Konsensprognosen, Stand 18. Februar 2020 (vorläufige Werte) Die globale Wachstumsschwäche sowie insgesamt niedrigere Rohstoffpreise sorgten für sinkende Inflationsraten. Selbst in Volkswirtschaften mit hoher Arbeitsmarktauslastung entwickelte sich kein signifikanter Preisdruck. In den USA und der Eurozone fielen die Inflationsraten auf 1,8 % bzw. 1,2 % nach jeweils 1,9 % und 1,5 % im Vorjahr. Diese Faktoren sorgten dementsprechend für eine synchronisierte Lockerung der Geldpolitik: Die US-Notenbank senkte ihren Leitzins um 75 Basispunkte und die Europäische Zentralbank implementierte ein umfangreiches Lockerungspaket im zweiten Halbjahr. Auch andere große Zentralbanken lockerten ihre Geldpolitik. KapitalmärkteDie schwache Wachstums- und Inflationsentwicklung und die daraus folgende Lockerung der Geldpolitik sorgten für einen deutlichen Rückgang des Zinsniveaus und damit für eine Fortsetzung des im Herbst 2018 begonnen Trends hin zu sinkenden Renditen. Zehnjährige US-Treasury- und Bundesrenditen erreichten im Sommer ihre Tiefststände von unter 1,5 % bzw. -0,7 %. Anschließend setzte im weiteren Jahresverlauf eine moderate Erholung der Renditeniveaus ein - mit rund 1,9 % in den USA und -0,2 % in Deutschland zum Jahresende. In einem für Unternehmensanleihen weiterhin stabilen Umfeld sanken die Risikoaufschläge im Jahresverlauf kontinuierlich und sorgten für eine Outperformance von Kreditprodukten gegenüber dem AAA-Staatsanleihen- und Pfandbriefsegment. Der Euro setzte seine Vorjahresentwicklung gegenüber dem US-Dollar fort und fiel von ca. 1,14 USD/EUR zum Jahresanfang auf knapp unter 1,11 USD/ EUR zum Jahresende. Die weltweiten Aktienmärkte verzeichneten 2019 eine beachtliche Jahresperformance. Die hohen Kursgewinne gleich zu Jahresbeginn sind auch als Erholung nach der Kapitalmarktkorrektur Ende 2018 zu sehen. Die anschließend volatile Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte war durch das Spannungsfeld hoher politischer Unsicherheit auf der einen und umfangreichen Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken auf der anderen Seite geprägt. Zum Jahresende verzeichneten die Aktienmärkte im vierten Quartal eine positive Tendenz, wodurch sie das Jahr 2019 insgesamt trotz eines schwachen Gewinnwachstums mit einer sehr guten Jahresperformance beenden konnten: Der S&P 500 stieg im Gesamtjahr um 28,9 %, der DAX um 25,5 %, der EURO STOXX 50 um 24,8 % und der Nikkei um 18,2 %. Deutsche VersicherungswirtschaftSchaden/UnfallversicherungIn der Schaden/Unfallversicherung konnte die deutsche Versicherungswirtschaft 2019 ein Prämienwachstum auf dem Niveau des Vorjahres verzeichnen. Dabei wirkten einer starken Entwicklung insbesondere in der Sachversicherung die abgekühlte Konjunktur und ein hoher Preiswettbewerb entgegen. Die Naturgefahren-Bilanz der deutschen Sachversicherer war 2019 durch einige Extremwetterereignisse gekennzeichnet, lag insgesamt aber auf Vorjahresniveau und im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Schadenzahlungen für Sturm- und Hagelschäden an Kraftfahrzeugen haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, verursacht zu einem großen Teil allein durch eine Unwetterserie an Pfingsten. Weitere schadenträchtige Ereignisse waren die Stürme "Dragi" und "Eberhard" im März. LebensversicherungDie Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung konnten 2019 eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Ursächlich dafür waren das Geschäft zu laufenden Beiträgen, insbesondere aber eine dynamische Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts. Trotz der noch einmal rückläufigen Zinsen gelang es der deutschen Versicherungswirtschaft auch 2019, eine Gesamtverzinsung über dem Garantiezins zu erwirtschaften. Internationale VersicherungsmärkteDer Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit, u. a. auch in Asien, weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/UnfallversicherungDie internationale Schaden/Unfallversicherung wies für 2019 insgesamt ein leichtes Prämienwachstum aus, welches in den Schwellenländern deutlich höher ausfiel als in den entwickelten Versicherungsmärkten. Durch Naturkatastrophen verursachte Schäden lagen im Berichtsjahr auf dem Niveau des langfristigen Durchschnitts der vergangenen 30 Jahre. Der Anteil versicherter Schäden war geringer als im Vorjahr, u. a. aufgrund eines höheren Anteils an Flutschäden, die auch in Industrieländern seltener versichert sind als Sturmschäden. Schadenträchtigste Ereignisse des Jahres waren zwei schwere Wirbelstürme in Japan, von denen einer extreme Niederschläge auch abseits des Sturmzentrums mit sich brachte, gefolgt von Hurrikan "Dorian" in den USA und den Bahamas. In Europa war eine Kombination aus Hitzewellen, schweren Unwettern und Hagelstürmen der größte Schadentreiber. Die Profitabilität in der internationalen Schaden- und Unfallversicherung hat sich im Berichtsjahr verbessert, was allerdings zum Teil auf realisierte Investitionsgewinne zurückgeht. Unter den entwickelten Versicherungsmärkten kam das stärkste Wachstum aus Nordamerika und der Region Asien-Pazifik. Gestützt wurde es durch steigende Prämien in der industriellen Sachversicherung. In Mittel- und Osteuropa blieb die Entwicklung der Versicherungsprämien in der Schaden/Unfallversicherung unterhalb des langfristigen Trends. In Lateinamerika stagnierte das Prämienwachstum im Zuge des geringer als erwartet ausgefallenen gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Wachstumsstützend wirkten sich insbesondere steigende Preise in der Sachversicherung und der industriellen Haftpflichtversicherung aus (Financial and Professional Liability). Das stärkste Prämienwachstum in den Schwellenländern wurde erneut in Asien generiert, mit den höchsten Zunahmen in China und Indien. Wachstumstreiber waren in beiden Ländern landwirtschaftliche Versicherungen, in Indien darüber hinaus auch Kfz-Versicherungen. In der internationalen Schaden-Rückversicherung war das Marktumfeld weiterhin herausfordernd, u. a. durch den Preisdruck aufgrund vorhandener Überkapazitäten zur Deckung von Versicherungsrisiken. In Teilmärkten kam es im Zuge der Vertragserneuerungsrunden zu Preissteigerungen, vor allem in schadenbelasteten Programmen und Regionen wie Nordamerika. Nach einem sehr moderaten Großschadenverlauf im ersten Halbjahr 2019 kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einem deutlichen Anstieg der Schadenbelastung durch Naturkatastrophen insbesondere in Japan und den USA. LebensversicherungTrotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch anhaltend niedrige bis hin zu negativen Zinsen gekennzeichnet ist, sind die Prämieneinnahmen auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegen. Während die Prämienentwicklung in den entwickelten Versicherungsmärkten stagnierte, zeigten die Schwellenländer nach dem Wachstumseinbruch im Vorjahr wieder eine starke Zunahme. In Lateinamerika wirkte sich die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt dämpfend auf die Prämienentwicklung aus. Länderbezogen gab es hingegen deutliche Unterschiede. Asien war der Wachstumsmotor unter den Schwellenländern. Insbesondere die Entwicklungen in China sorgten für spürbare positive Effekte und trieben das Wachstum in der Gruppe der Schwellenländer an. Die Märkte der internationalen Personen-Rückversicherung waren von intensivem Wettbewerb und dem weiterhin andauernden Niedrigzinsumfeld geprägt. Wachstumsimpulse gab es durch eine rege Nachfrage nach Produkten zur Absicherung von Langlebigkeitsrisiken (Altersvorsorge) insbesondere in Europa und Nordamerika. In Asien und den USA nahm die Nachfrage nach strukturierten Rückversicherungslösungen zur Verbesserung der Solvenz-, Liquiditäts- und Kapitalsituation zu. GeschäftsentwicklungDer Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Sanierung des Geschäfts mit Feuerversicherung, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich Spezialversicherung (Specialty). Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland führt sein strategisches Programm "KuRS" konsequent fort und strebt darüber hinaus weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Das gute Kapitalanlageergebnis sowie das übrige Ergebnis wirkten sich positiv auf das operative Ergebnis aus. Insgesamt erzielte der Konzern ein sehr gutes Ergebnis von 923 Mio. EUR. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIENIn Mrd. EUR![]() OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)In Mrd. EUR![]() Talanx setzt auf Robotik und künstliche IntelligenzTalanx und der Anbieter intelligenter Automatisierungssoftware WorkFusion gehen eine strategische Partnerschaft zur Beschleunigung der End-to-End-Digitalisierung von Kerngeschäftsprozessen ein. Die Software von WorkFusion wird im ersten Schritt zur automatisierten Prüfung und sogenannten "Dunkelverarbeitung" von Eingangsdokumenten im Schaden-Bereich im Geschäft mit deutschen Privat- und Firmenkunden bei der Talanx Tochter HDI eingesetzt. Talanx unterzeichnet die UN PRI und wird deutschlandweit klimaneutralDie Talanx Gruppe hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt: Der Konzern hat die von den Vereinten Nationen unterstützten Principles for Responsible Investment (PRI) unterzeichnet und sich damit einem Rahmenwerk zur nachhaltigen Kapitalanlage angeschlossen. Gleichzeitig hat die Talanx Gruppe entschieden, vom Jahr 2019 an in Deutschland klimaneutral zu wirtschaften. Beide Initiativen sind Teil der neu geschärften Nachhaltigkeitsstrategie. Diese zielt ganzheitlich auf den Betrieb, die Kapitalanlage sowie die Versicherungstechnik ab und bezieht gesellschaftliche Aspekte ein. Talanx baut nachhaltige Investmentstrategie ausDie Talanx Gruppe baut ihre nachhaltige Investmentstrategie kontinuierlich weiter aus, indem sie als größter Investor die Finanzierung von Solarparks im Süden Spaniens mittels einer kreditfinanzierten Projektanleihe sicherstellt. Die Vergütung des erzeugten Stroms erfolgt für die nächsten knapp 20 Jahre nach dem regulierten spanischen Vergütungssystem. Die amortisierende Projektanleihe weist eine durchschnittliche Laufzeit von unter zehn Jahren bei einem AA-Rating ("stable") von S&P auf und offeriert eine attraktive Rendite. Die Talanx Gruppe finanziert seit Anfang des laufenden Jahres Deutschlands größten Offshore-Windpark. Im Rahmen einer Projektanleihe wurden zwei in der Nordsee liegende Windparks zu einem Projekt zusammengefasst: Hohe See (497 MW) und Albatros (112 MW). Die Parks sind in Betrieb und an das Netz angeschlossen. Insgesamt können rund 710.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Nach Gode Wind 1 (2015) und Borkum Riffgrund 2 (2017) handelt es sich um das dritte großvolumige Offshore-Windpark-Projekt, das von Talanx finanziert und begleitet wird. Talanx definiert Zeichnungspolitik für KohlerisikenDie Talanx Gruppe zieht sich langfristig beim Versicherungsschutz aus kohlebasierten Risiken zurück. Damit bekennt sich das Unternehmen zum Transformationsprozess hin zu einer emissionsärmeren Wirtschaft und kommt damit den Zielen des Pariser Klimaabkommens nach, die es bereits seit Jahren unterstützt. 17 von 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben den Kohleausstieg bereits beschlossen oder diskutieren darüber. Die Talanx Gruppe als Versicherungspartner der Industrie sucht im Dialog mit den Kunden konstruktive Lösungen, um den Klimaschutz zu stärken. Geschäftsverlauf Konzern
WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLENscroll
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Bezogen auf den Gewinnverwendungsvorschlag, siehe Anhangkapitel "Sonstige Angaben",
Seite 231. PrämienvolumenDank der guten Geschäftsentwicklung u. a. in der strukturierten Rückversicherung im Segment Schaden-Rückversicherung, eines starken organischen Wachstums im Geschäftsbereich Industrieversicherung und höherer Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International stiegen die gebuchten Bruttoprämien des Konzerns um 13,2 % (währungsbereinigt um 11,9 %) auf 39,5 (34,9) Mrd. EUR. Die verdienten Nettoprämien stiegen um 11,8 % auf 33,1 (29,6) Mrd. EUR; der Selbstbehalt sank leicht auf 88,4 (88,6) %. Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis fiel um 11,3 % und lag konzernweit bei -1,8 (-1,6) Mrd. EUR; dies ist u. a. zurückzuführen auf hohe Großschadenaufwendungen vor allem im Segment Schaden-Rückversicherung, aber auch auf höhere Rückstellungen für Beitragsüberträge im Segment Leben im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht auf 98,3 (98,2) %. Insgesamt lag die Belastung durch Großschäden bei 1.319 Mio. EUR und damit über dem Jahresbudget von 1.190 Mio. EUR. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis stieg deutlich um 14,8 % auf 4,3 (3,8) Mrd. EUR. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis stieg im Berichtsjahr u. a. dank eines Einmaleffekts im Segment Personen-Rückversicherung sowie durch eine höhere Realisierung stiller Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve im Segment Leben im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis blieb stabil, die Kapitalanlagerendite liegt bei 3,5 (3,3) %. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas operative Ergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr um fast 20 % auf 2,4 (2,0) Mrd. EUR, ein Großteil davon stammt neben der Rückversicherung aus dem Geschäftsbereich Industrieversicherung. Auch der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland trug signifikant zum EBIT bei. Der Konzern erreichte im Berichtsjahr ein Rekordergebnis von 923 (703) Mio. EUR und eine Eigenkapitalrendite von 9,8 (8,0) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERNscroll
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Die Prognose für 2019 bezieht sich auf den abgedruckten Stand im Konzerngeschäftsbericht
2018. Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">4 %". Das im Berichtsjahr erzielte Bruttoprämienwachstum lag währungsbereinigt bei 11,9 %; es übertraf damit deutlich den unterjährig für 2019 angehobenen Rahmen von mehr als 4 %. Das Konzernergebnis von 923 Mio. EUR traf genau die 2019 unterjährig angehobene Prognose von mehr als 900 Mio. EUR. Mit einer Kapitalanlagerendite von 3,5 % und einer Eigenkapitalrendite von 9,8 % übertreffen wir die ebenfalls unterjährig angehobenen Prognosen von mehr 2,7 % bzw. mehr als 9,5 %. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,50 EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 41,1 %; sie liegt damit innerhalb des Zielkorridors von 35 % bis 45 %. Entwicklung der Geschäftsbereiche im KonzernDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung - Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIENIn %![]() 2019/2018 Industrieversicherung
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscroll
MarktentwicklungDas Industrieversicherungsgeschäft war im Geschäftsjahr 2019 durch eine Marktverhärtung in nahezu allen Sparten gekennzeichnet. Diese Marktentwicklung unterstützte die Profitabilisierung des Geschäftsbereichs Industrieversicherung. Das Jahr 2019 war weiterhin gekennzeichnet durch ein anhaltendes niedriges Zinsniveau und ein herausforderndes Umfeld am Kapitalmarkt. Das Programm "20/20/20" zielt darauf ab, in der Feuerversicherung, die etwa 20 % unseres Portfolios ausmacht, eine risikofreie Mehrprämie von mindestens 20 % zu erzielen und somit im Jahr 2020 wieder versicherungstechnisch Gewinne zu erzielen. Im Geschäftsjahr wurde das Programm "HDI Global 4.0" mit einem fokussierten zweistufigen Ansatz bestehend aus einer Perform- und einer Transformphase initiiert. Die Performphase wurde bereits im Vorjahr mit der Sanierungsinitiative "20/20/20" im Bereich Feuer sehr erfolgreich gestartet. Darüber hinaus stehen selektives Wachstum, Digitalisierung und Kulturwandel des Geschäftsbereichs Industrieversicherung im Fokus und es wird durch "HDI Global 4.0" insgesamt eine Profitabilitätsverbesserung und Volatilitätsreduzierung erwartet. PrämienvolumenDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Industrieversicherung beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf 6,2 (4,7) Mrd. EUR und lagen damit über unserem Erwartungswert. Sie stiegen um 1,5 Mrd. EUR respektive 32,6 % (währungsbereinigt 30,8 %). Beitragssteigerungen konnten im Wesentlichen aufgrund der Übernahme der Anteile an der HDI Global Specialty erreicht werden. Das organische Wachstum betrug 581 Mio. EUR. Die 2018 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen in der Feuerversicherung zeigen deutliche Erfolge. Der damit verbundene und erwartete Beitragsabrieb durch Trennung von nicht adäquat gepreisten Risiken konnte zu einem nennenswerten Anteil durch risikofreie Mehrprämien kompensiert werden. Die verdienten Nettoprämien stiegen weniger stark als die gebuchten Bruttoprämien durch den im Vergleich zum klassischen Industrieversicherungsgeschäft niedrigeren Selbstbehalt im Specialty-Geschäft. Versicherungstechnisches ErgebnisDas im Vorjahr deutlich belastete versicherungstechnische Nettoergebnis verbesserte sich trotz Überschreitung des Großschadenbudgets auf -40 (-240) Mio. EUR, insbesondere getrieben durch die Effekte des Programms "20/20/20". Dadurch verbesserte sich sowohl die Großschaden- als auch die Frequenzschadenquote in der Sparte Feuer. Die Nettoschadenquote im Geschäftsbereich lag bei 79,9 %, nach 87,3 % im Vorjahr. Die Nettokostenquote liegt mit 21,4 (21,8) % auf dem Niveau des Vorjahres. Hierzu hat neben dem Wachstum vor allem eine hohe Kostendisziplin in nahezu allen Bereichen beigetragen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs Industrieversicherung belief sich insgesamt auf 101,4 (109,1) %, was fast dem Ziel von rund 100 % entspricht. Das Programm "HDI Global 4.0" ist das Fundament für die Erreichung einer nachhaltigen Profitabilität des Geschäftsbereichs. Dadurch wird bereits im laufenden Geschäftsjahr eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von unter 100 % erwartet. Kapitalanlageergebnis und übriges ErgebnisDas Kapitalanlageergebnis konnte 2019 trotz der Herausforderungen an den Kapitalmärkten um 18,1 % auf 285 Mio. EUR gesteigert werden. Haupttreiber hierfür waren vor allem höhere laufende Erträge aus alternativen Investments sowie Erträge im festverzinslichen Bereich, die auf dem Niveau des Vorjahres erzielt werden konnten. Das übrige Ergebnis liegt mit -86 (9) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr, spiegelt jedoch die Erwartungen für das Berichtsjahr und auch Folgeperioden wider. Die Vergleichsperiode wurde durch einen Sondereffekt aus der Veräußerung eines Immobilienkomplexes entlastet. Des Weiteren sind 2019 erstmals Aufwendungen der HDI Global Specialty enthalten. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas EBIT liegt infolge der vorgenannten Effekte im Berichtsjahr mit 159 (11) Mio. EUR im Rahmen unserer Erwartungen. Das Ergebnis im Geschäftsbereich Industrieversicherung beläuft sich auf 103 (-16) Mio. EUR und konnte damit positiv zum Talanx Konzernergebnis beitragen. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscroll
Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 32,6 % (währungsbereinigt 30,8 %) wesentlich über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trugen die Übernahme der Anteile an der HDI Global Specialty sowie die 2018 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen in der Feuerversicherung bei. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote im Geschäftsbereich Industrieversicherung entspricht mit 101,4 % noch nicht den Zielvorstellungen für 2019 von einer kombinierten Schaden-/Kostenquote von rund 100,0 %. Mithilfe von "HDI Global 4.0" wird die Erreichung dieses Niveaus im laufenden Geschäftsjahr erwartet. Infolge der vorgenannten Entwicklungen und des verbesserten Kapitalanlageergebnisses blieben sowohl die EBIT-Marge von 5,4 % als auch die Eigenkapitalrendite von 4,4 % somit im Rahmen unserer Erwartungen von rund 5 % bzw. rund 4 %. Privat- und Firmenversicherung Deutschland Schaden/Unfallversicherung
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscroll
PrämienvolumenBei unseren Schaden/Unfallversicherern stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen um 1,6 % auf 1.588 (1.564) Mio. EUR. Die Zuwächse in der Sparte Firmen/Freie Berufe und der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance konnten den Rückgang aus der Kraftfahrtversicherung übertreffen. Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis unseres Schaden/Unfallversicherungsgeschäfts verbesserte sich von 11 Mio. EUR auf 15 Mio. EUR. Dies resultierte im Wesentlichen aus profitablem Wachstum und einem höheren Abwicklungsergebnis; beides zusammen konnte höhere Großschadenbelastungen sowie die investiven Aufwendungen insbesondere in der IT mehr als kompensieren. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) reduzierte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 99,0 %. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs erhöhte sich um 32,2 % auf 119 (89) Mio. EUR. Der Anstieg resultierte vor allem aus einem höheren Abgangsergebnis von 12 Mio. EUR, höheren ordentlichen Kapitalanlageerträge von 9 Mio. EUR und nicht realisierten Gewinnen und Verlusten von 4 Mio. EUR. Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis des Sachversicherungsgeschäfts wurde im Wesentlichen bestimmt durch ein besseres Kapitalanlageergebnis. Das EBIT stieg auf 98 (69) Mio. EUR. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 6,6 (4,7) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscroll
Die Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall lagen trotz Zuwächsen in der Sparte Firmen/Freie Berufe und der Arbeitslosigkeitsversicherung im Zusammenhang mit dem Restkreditgeschäft aufgrund rückläufiger Einnahmen aus dem Kraftfahrzeuggeschäft unter der Prognose für 2019. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote erzielte mit 99,0 % den von uns erwarteten Wert. Die EBIT-Marge lag mit 6,6 % aufgrund eines verbesserten Kapitalanlageergebnisses über dem prognostizierten Wert. Lebensversicherung
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscroll
Prämienvolumen und NeugeschäftDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland lagen im Segment Lebensversicherung - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - mit 4,6 (4,5) Mrd. EUR um 2,1 % über dem Vorjahr. Hierbei war ein Anstieg der Einmalbeiträge ohne Bancassurance-Biometriegeschäft um 123 Mio. EUR zu verzeichnen, der den erwartungsgemäßen Rückgang der laufenden Beiträge um 67 Mio. EUR aufgrund hoher Abläufe mehr als kompensieren konnte. Darüber hinaus wuchsen die Beitragseinnahmen aus dem biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance um 41 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge fielen die verdienten Nettoprämien mit 3,5 (3,4) Mio. EUR um 3,3 % höher aus. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - stieg durch ein höheres Neugeschäft sowohl gegen Einmalbeitrag als auch gegen laufenden Beitrag um 5,1 % auf 409 (389) Mio. EUR. Der Anteil der kapitaleffizienten Produkte, gemessen nach der Beitragssumme im Neugeschäft, erhöhte sich von 71 % im Vorjahr auf 76 % im Geschäftsjahr. Versicherungstechnisches ErgebnisIm laufenden Geschäftsjahr war ein Rückgang des versicherungstechnischen Ergebnisses auf -1,6 (-1,4) Mrd. EUR zu verzeichnen. Es wird u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Diesen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um 12,7 % auf 1,8 (1,6) Mrd. EUR. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einem höheren Abgangsergebnis zur Finanzierung der Zuführung zur Zinszusatzreserve, die wegen der deutlichen Absenkung des Zinsniveaus erforderlich war. Gleichzeitig führte das niedrige Zinsniveau zu einem Rückgang der ordentlichen Kapitalanlageerträge um 4,9 % auf 1,4 (1,5) Mrd. EUR. Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erhöhte sich auf 131 (111) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscroll
Im Segment Lebensversicherung lagen die Bruttoprämieneinnahmen im Jahr 2019 aufgrund eines Zuwachses im Einmalbeitragsgeschäft über unseren Erwartungen. Der Anstieg des EBIT führte zu einer EBIT-Marge, die leicht oberhalb der Prognose lag. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscroll
Der Geschäftsbereich konnte sein Konzernergebnis mit 133 (102) Mio. EUR merklich steigern. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich damit auf 5,5 (4,2) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscroll
Das Konzernergebnis lag mit 133 (102) Mio. EUR deutlich über dem des Vorjahres, sodass die prognostizierte Eigenkapitalrendite von rund 5 % mit 5,5 % übertroffen wurde. Privat- und Firmenversicherung International
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscroll
Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. In der Region Europa akquirierte die türkische HDI Sigorta A. 5. am 29. August 2019 die türkische Ergo Sigorta A. 5., um ihre Marktpräsenz weiter auszubauen. Die Fusion der Gesellschaften erfolgte am 2. Dezember 2019. Bereits im ersten Quartal straffte der Geschäftsbereich sein Portfolio in Lateinamerika durch den Verkauf des 100-prozentigen Anteils an der HDI Seguros S. A., San Isidro, Peru. MarktentwicklungNach wirtschaftlicher und politischer Volatilität stabilisierten sich 2019 die Versicherungsmärkte in der Region Europa. Auf dem polnischen Versicherungsmarkt hat mit dem Jahr 2018 im Kraftfahrt-Privatkundengeschäft der Eintritt in eine weiche Marktphase begonnen, die 2019 zu einem Rückgang der Durchschnittsprämie und somit auch der Wachstumsdynamik führte. Nach mehreren Quartalen des wirtschaftlichen Abschwungs verzeichnete die türkische Wirtschaft im dritten Quartal 2019 ein Wachstum von 0,9 %. Nach einem Höchststand von 25 % im September 2018 konnte die Inflation 2019 auf einem Niveau von 12 % eingedämmt werden. Auch der Wechselkurs stabilisierte sich im Vergleich zum Vorjahr und der türkische Leitzins wurde entsprechend auf 12 % gesenkt. Die Sachversicherer verzeichneten 2019 ein Wachstum von 21 % im Wesentlichen im Kraftfahrtversicherungsmarkt. Die Region Lateinamerika wies 2019 eine stabile wirtschaftliche Entwicklung auf. In Brasilien wird für das Jahr 2019 ein Wirtschaftswachstum von 1,1 % erwartet. Eine mit 1,2 % Wachstum ähnliche Entwicklung kann auch der brasilianische Sachversicherungsmarkt per Ende November aufzeigen. 2019 hat der brasilianische Kongress eine Rentenreform verabschiedet, die als Schlüssel für zukünftiges nachhaltiges Wachstum gilt. Die Wirtschaft in Mexiko erwartet für 2019 ein Wachstum nahe null Prozent. Demgegenüber erwarten die Sachversicherer ein Prämienwachstum von rund 10,6 %. In Chile hatten gewaltsame Demonstrationen über mehrere Wochen des vierten Quartals 2019 erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation, die für das Gesamtjahr ein Wachstum von 1,0 % aufzeigte. Bis zum Ende des dritten Quartals wuchs der chilenische Sachversicherungsmarkt um 6,5 %. PrämienvolumenDie gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,1 % auf 6,1 (5,6) Mrd. EUR. Währungsbereinigt erhöhten sich die Bruttoprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 11,8 %. Das Prämienvolumen entwickelte sich in der Berichtsperiode in beiden Regionen positiv. In der Region Europa war ein Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 13,4 % auf 4,4 Mrd. EUR zu verzeichnen, vor allem getrieben durch das Prämienwachstum bei der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. um 16,3 % auf 1.638 Mio. EUR. Positive Effekte auf die gebuchten Bruttoprämien der Region hatten auch die Gesellschaften in Polen und der Türkei. Bei der polnischen TUiR WARTA S. A. erhöhte sich das Prämienvolumen um 7,5 %, getrieben von einer gestiegenen Anzahl versicherter Fahrzeuge in der Kraftfahrtversicherung. Das Prämienvolumen der türkischen HDI Sigorta A. 5. stieg währungsbereinigt um 57,1 %, vor allem getrieben von der Kraftfahrt- wie auch von der Wohngebäudeversicherung. Die neu akquirierte Ergo Sigorta A. 5. war für vier Monate sowie die im vierten Quartal 2018 erworbene Liberty Sigorta A. 5. für zwölf Monate enthalten. Währungsbereinigt betrug das Wachstum des Prämienvolumens in Europa 14,8 %. In der Region Lateinamerika stiegen die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 % auf 1.752 Mio. EUR. Währungsbereinigt betrug der Anstieg 5,9 %, was u. a. auf die positiven Entwicklungen in Mexiko und Brasilien zurückzuführen ist. Das Prämienwachstum der mexikanischen HDI Seguros S. A. betrug 10,1 % und konnte insbesondere in der Wohngebäudeversicherung durch regionale Diversifikation gesteigert werden. 46,5 % des in der Region erzielten Prämienvolumens entfielen auf die brasilianische HDI Seguros S. A. Währungskursbereinigt stiegen die gebuchten Bruttoprämien der Gesellschaft um 3,8 % auf 837 Mio. EUR wozu auch das Wachstum in der Wohngebäudeversicherung beitrug. Das Bruttoprämienwachstum in der Region Lateinamerika wurde ebenfalls positiv beeinflusst durch die erstmals ganzjährige Berücksichtigung der kolumbianischen Gesellschaften HDI Seguros S. A. und HDI Seguros de Vida S. A. Versicherungstechnisches ErgebnisDie kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften stieg gegenüber der Vergleichsperiode um 1,2 Prozentpunkte auf 95,5 %. Dies resultierte im Wesentlichen aus vereinheitlichten Ausweisanpassungen bei der Kostenverteilung. Die Kostenquote des Geschäftsbereichs lag mit 29,6 % um 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau (28,5 %), was neben der neuen Kostenallokation aus veränderten Portfoliostrukturen mit höherem Sachversicherungsanteil resultierte. Die Schadenquote verblieb stabil auf Vorjahresniveau. Korrespondierend mit dem gestiegenen Kapitalanlageergebnis in der Sparte Leben sank das versicherungstechnische Ergebnis in Leben um 32 Mio. EUR. KapitalanlageergebnisIm Geschäftsjahr 2019 stieg das Kapitalanlageergebnis gegenüber der Vorjahresperiode um 18,7 % auf 381 Mio. EUR. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs stieg gegenüber der Vergleichsperiode um 11,6 %, im Wesentlichen getrieben durch ein höheres Kapitalanlagevolumen in Italien und der Türkei als auch bei der polnischen TUiR WARTA S. A. Ein höheres Zinsniveau und Kapitalanlagevolumen in Mexiko trugen ebenfalls zum Anstieg bei. Entsprechend stieg die durchschnittliche Rendite der selbst verwalteten Kapitalanlagen um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 %. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2019 mit 283 Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die Region Europa trug mit einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,0 % gestiegenen EBIT von 281 (234) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments bei, was im Wesentlichen auf die polnische TUiR WARTA S. A. zurückzuführen war. Demgegenüber wurden 50 (56) Mio. EUR des EBITs in der Region Lateinamerika generiert. Der Rückgang des EBITs in dieser Region resultierte im Wesentlichen aus der chilenischen HDI Seguros S. A., deren Ergebnis durch negative Einmaleffekte, insbesondere gewaltsame Demonstrationen im vierten Quartal und mehrere Naturkatastrophenschäden, belastet wurde. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 2,5 % auf 164 (161) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscroll
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte im Geschäftsjahr 2019 ein währungsbereinigtes Bruttoprämienwachstum von 11,8 %, was die letztjährige Prognose übertraf. Auch der Neugeschäftswert (Leben) lag mit 41 Mio. EUR über den Erwartungen. Getrieben war die Steigerung im Wesentlichen durch die polnische Towarzystwo Ubezpieczen na Zycie "WARTA" S. A. aufgrund eines höheren Prämienvolumens in der Risikolebensversicherung. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen in Höhe von 95,5 % erreichte das prognostizierte Niveau. Auch die EBIT-Marge mit 5,3 % und die Eigenkapitalrendite mit 8,2 % erfüllten die Erwartungen für 2019. Weitere KennzahlenGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTENscroll
GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONENscroll
RückversicherungSchaden-Rückversicherung
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
GeschäftsentwicklungDas Umfeld für die weltweite Schaden-Rückversicherung war auch im Geschäftsjahr 2019 unverändert herausfordernd. Das zur Deckung von Risiken zur Verfügung stehende Kapital übersteigt seit Jahren die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. Hierfür ursächlich sind zum einen die hohen Zuflüsse von zusätzlichem alternativen Kapital aus dem Markt für die Verbriefung von Versicherungsrisiken (Insurance-Linked Securities, ILS) über die vergangenen Jahre. Als Folge davon sind die Preise für Rückversicherungsschutz seit Jahren unter Druck. Darüber hinaus limitieren die im Jahr 2019 erneut gesunkenen Zinsen die Ergebnisse aus den Kapitalanlagen und erfordern eine strikte Disziplin beim technischen Underwriting. Zugleich waren die zurückliegenden drei Jahre von hohen Belastungen aus Großschäden geprägt. In der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2019 konnten wir sowohl von bestehenden als auch von neuen Kunden eine erhöhte Nachfrage verzeichnen und dank unserer guten Position im Markt ein erfreuliches Wachstum zu auskömmlichen Konditionen erzielen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir rund 66 % unseres Portefeuilles in der Schaden-Rückversicherung (ohne fakultatives Geschäft und strukturierte Rückversicherung) neu verhandelt. Während sich die Preiserhöhungen im Januar noch überwiegend auf schadenbetroffene Programme beschränkten, konnten wir in den unterjährigen Erneuerungsrunden des Geschäftsjahres erstmals seit Jahren eine breiter angelegte, leichte Verbesserung bei Preisen und Konditionen für Rückversicherungsschutz feststellen. In der Erstversicherung waren im Jahresverlauf ebenfalls in vielen Märkten leichte Preissteigerungen zu erkennen, die sich in Teilen auch im Rückversicherungsgeschäft niederschlugen. Absolut betrachtet sind die Erholungseffekte allerdings noch verhalten, weshalb unseres Erachtens weiterer Anpassungsbedarf besteht. Als einer der weltweit führenden Rückversicherer profitierte die Hannover Rück in den Erneuerungsverhandlungen weiterhin von ihren langjährigen stabilen Kundenbeziehungen, ihrer sehr guten Finanzstärke und dem anhaltenden Trend der Erstversicherer zur Konsolidierung ihrer Rückversicherungspartner. Angesichts der erwähnten Ratenerhöhungen und eines deutlichen Wachstums, insbesondere in den Regionen Nordamerika, Asien, Deutschland sowie in der strukturierten Rückversicherung, konnten wir im Segment Schaden-Rückversicherung unsere Position im Markt weiter verbessern. PrämienentwicklungDie gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung erhöhten sich um 23,4 % auf 14,8 (12,0) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 20,4 % betragen. Der Selbstbehalt fiel auf 90,3 (90,7) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 18,5 % auf 12,8 (10,8) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 15,8 % betragen. ErgebnisentwicklungDas Geschäftsjahr 2019 war, wie bereits die beiden Vorjahre, von Großschäden oberhalb unserer Erwartungen geprägt. Dabei war das erste Halbjahr erneut durch einen sehr moderaten Großschadenverlauf gekennzeichnet. Im zweiten Halbjahr lag das Schadenaufkommen dagegen deutlich über den Erwartungen. Teuerster Großschaden des Berichtsjahres war Hurrikan "Dorian", für den wir eine Nettoleistung an unsere Kunden in Höhe von 195 Mio. EUR bezahlt bzw. reserviert haben. Für Taifun "Hagibis" in Japan rechnen wir mit einer Nettobelastung von 184 Mio. EUR, während Taifun "Faxai" in Japan mit 84 Mio. EUR zu Buche schlagen sollte. Im Zusammenhang mit der Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook rechnen wir mit einem Nettoschaden von rund 86 Mio. EUR. Insgesamt lag unsere Netto-Großschadenbelastung damit bei 956 (850) Mio. EUR und überschritt das von uns vorgesehene Großschadenbudget von 875 Mio. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel auf 186 (333) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verschlechterte sich auf 98,2 (96,6) % und lag damit über unserem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 97 %. Ein Grund hierfür war neben den hohen Schäden des Geschäftsjahres und Nachmeldungen für Vorjahresschäden auch unser weiterhin konservativer Reservierungsansatz. Operatives Ergebnis und KaptalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung entwickelte sich erfreulich. Es verbesserte sich um 2,6 % auf 1.093 (1.065) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 8,0 % auf 1.256 (1.364) Mio. EUR. Die EBIT-Marge sank auf 9,8 (12,6) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
Das Ziel eines signifikanten währungskursbereinigten Wachstums der gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung wurde erreicht. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 20,4 % betragen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verschlechterte sich auf 98,2 (96,6) % und lag damit über dem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 97 %. Grund hierfür war neben den hohen Schäden des Geschäftsjahres und Nachmeldungen für Vorjahresschäden auch ein weiterhin konservativer Reservierungsansatz. Die EBIT-Marge sank auf 9,8 (12,6) %, womit der Zielwert einer EBIT-Marge von mindestens 10 % nahezu erreicht wurde. Personen-Rückversicherung
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
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Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale
Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. GeschäftsentwicklungDie globalen Personen-Rückversicherungsmärkte sind unverändert von einem intensiven Wettbewerb und einem im Berichtsjahr in vielen Regionen erneut verschärften Niedrigzinsumfeld geprägt. Insbesondere in Europa und Nordamerika sind die Zinsen im Verlauf des Berichtsjahres erneut unter Druck geraten. Dies wirkte sich - wenngleich auch nur moderat - auf die Kapitalanlageergebnisse der Erst- und Rückversicherer aus. Zudem belastete die Zinsentwicklung teilweise die Profitabilität unterliegender Lebensversicherungsprodukte. Gleichzeitig ergaben sich daraus aber mitunter zusätzliche Geschäftschancen für kapitalstarke Rückversicherer wie die Hannover Rück, etwa im Bereich Financial Solutions, wo wir unseren Kunden individuelle Rückversicherungslösungen zur Verbesserung ihrer Solvenz-, Liquiditäts- und Kapitalsituation anbieten. Überaus erfreulich verlief für uns u. a. das Geschäft mit der Absicherung von Langlebigkeitsrisiken. Global betrachtet war hier die Nachfrage nach entsprechenden Rückversicherungslösungen unverändert hoch. Ein Treiber waren die hohen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft bei Erstversicherern und Pensionsfonds. Im Rahmen unserer Strategie kooperieren wir mit InsurTechs und anderen Start-ups, um gemeinsam mit unseren Erstversicherungskunden neue Ansätze und Lösungen zu entwickeln. Um ihnen den Zugang zu innovativen Lösungen zu erleichtern, haben wir im Februar die Innovationsplattform "hr | equarium" gestartet. Diese ermöglicht einerseits unseren Zedenten den Zugang zu einer Vielzahl von versicherungsspezifischen Produkten und Lösungen. Andererseits erhalten InsurTechs und andere Start-ups Zugang zu unserem globalen Kundennetzwerk. PrämienentwicklungDie gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen um 8,6 % auf 7,8 (7,2) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 6,7 % betragen und lag damit leicht über unseren Erwartungen eines Wachstums von 3 % bis 5 %. Der Selbstbehalt lag bei 89,5 (90,7) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 6,9 % auf 6,9 (6,5) Mrd. EUR); währungskursbereinigt hätte das Wachstum 5,1 % betragen. Operatives Ergebnis und KapitalanlageergebnisDas versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich leicht auf -411 (-416) Mio. EUR. Sehr erfreulich entwickelte sich das Kapitalanlageergebnis. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch einen Einmalertrag in Höhe von 99,5 Mio. EUR aus der erfolgswirksamen Auflösung stiller Reserven, die durch eine Umstrukturierung einer Beteiligung notwendig geworden war. Der Anteil der Hannover Rück blieb dabei unverändert. Insgesamt stieg das Kapitalanlageergebnis des Segments um 39,0 % auf 682 (491) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) verdoppelte sich auf 562 (262) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
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Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2019: Geschätzter Wert, der finale
Wert wird im Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. Die gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen währungskursbereinigt um 6,7 %; sie lagen damit leicht über der Erwartung eines moderaten Wachstums. Der Neugeschäftswert lag mit 333 Mio. EUR deutlich über der Prognose von mehr als 110 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) verdoppelte sich auf 562 (262) Mio. EUR und übertraf damit den langfristigen Zielwert eines mehr als fünfprozentigen Anstiegs deutlich. Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamtSTEURUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscroll
Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung stieg um 14,4 % auf 619 (540) Mio. EUR; auch die Eigenkapitalrendite stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 13,3 %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2019 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENTE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INGESAMTscroll
Der Geschäftsbereich Rückversicherung steigerte sein Konzernergebnis im Berichtsjahr auf 619 (540) Mio. EUR, was einem Zuwachs von 14,4 % entspricht. Die Eigenkapitalrendite für den Geschäftsbereich Rückversicherung lag bei 13,3 % und blieb damit unterhalb der Prognose. Konzernfunktionen
Die Talanx AG hat eine Rückversicherungslizenz durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten und zeichnet seit 2019 erstmals versicherungstechnische Risiken. Dadurch können wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung auf Holdingebene bündeln, um gruppenweit Diversifizierungseffekte zu nutzen, zusätzliche Ergebnispotenziale zu heben und konzernübergreifende Schutzdeckungen besser implementieren zu können. Die Bündelung der konzerninternen Rückversicherung hat bereits dazu geführt, dass u. a. Standard & Poor's das Emittentenrating der Talanx AG von A- auf A+ erhöht hat. Rückversicherungsspezialisten im KonzernIm Segment Konzernfunktionen weisen wir versicherungstechnisches Geschäft aus, das insbesondere über die HDI Reinsurance (Ireland) SE (vormals: Talanx Reinsurance (Ireland) SE) gezeichnet und seit 2019 über einen Quotenrückversicherungsvertrag teilweise an die Talanx AG zediert wird. Im Jahr 2019 betrugen die gebuchten Bruttoprämien aus diesem Geschäft 64 (53) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen betrug 2019 -15 (-5) Mio. EUR und war geprägt durch eine zusätzliche Reservebildung im Zusammenhang mit der Aufnahme des Versicherungsgeschäftes durch die Talanx AG. Kapitalanlagespezialisten im KonzernDie Ampega Asset Management GmbH (vormals: Talanx Asset Management GmbH) betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns stiegen auf 123 (112) Mrd. EUR. Der Beitrag der beiden Gesellschaften und der Ampega Real Estate GmbH (vormals: Talanx Immobilien Management GmbH) in Summe zum operativen Ergebnis im Segment betrug 2019 insgesamt 51 (55) Mio. EUR. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Das vierte Quartal 2019 verlief gemäß BVI-Verbandsstatistik generell für die Investmentbranche gut: Dies zeigt sich in steigenden Aktienkursen, einem stabilen - wenngleich niedrigen - Zinsniveau und Mittelzuflüssen sowohl im Privatkunden- als auch institutionellen Geschäft. Damit vollzog sich gegenüber den Vorquartalen eine positive Wende, die sich in deutlich gestiegenen Assets under Management gegenüber 2018 niederschlug. Der Gesamtnettomittelzufluss im Jahr 2019 liegt trotz des guten Schlussquartals allerdings am Gesamtmarkt unter den sehr guten Vorjahren. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens stieg um 16,1 % auf 27,8 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (23,9 Mrd. EUR). Die Hälfte des Gesamtvolumens, nämlich 12,7 (11,5) Mrd. EUR, wird im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 7,3 (6,0) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 7,7 (6,4) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung betrieben als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen reduzierte sich 2019 auf -8 (0) Mio. EUR, im Wesentlichen aufgrund einer zusätzlichen Reservebildung im Zusammenhang mit der Aufnahme des Versicherungsgeschäftes durch die Talanx AG sowie durch die im Vorjahreszeitraum enthaltene Erfolgsprämie für die Platzierung einer Anleihe mit einem Volumen von 832 Mio. EUR zur Finanzierung des Offshore-Windparks "Borkum Riffgrund 2". Das 2019 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Finanzierungszinsen -97 (-80) Mio. EUR. Vermögens- und FinanzlageVermögenslage
VERMÖGENSSTRUKTURscroll
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Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. Wesentliche Entwicklungen der VermögensstrukturDie Erhöhung unserer Bilanzsumme ist vor allem auf den Zuwachs der Kapitalanlagen (+13,1 Mrd. EUR) zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte von 2,0 (2,0) Mrd. EUR enthalten sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP) in Höhe von 893 (895) Mio. EUR und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.105 (1.058) Mio. EUR. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEILscroll
Korrespondierend zum Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 1,8 (Rückgang im Vorjahr um 1,1) Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag die Vermögenswerte der HDI Seguros de Vida S. A., Santiago, Chile, in Höhe von 15 Mio. EUR und Immobilienbestände in Höhe von 42 (6) Mio. EUR aus. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Vermögenswerte der HDI Seguros S. A., San Isidro, Peru, in Höhe von insgesamt 9 Mio. EUR ausgewiesen. (Siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen".) Kapitalanlagemanagement und -ziele2019 war weiterhin geprägt durch ein Niedrigzinsumfeld. Der Leitzins im Euroraum lag zum Berichtsstichtag unverändert bei 0,0 %. Die Geldpolitik divergierte in den Wirtschaftsräumen. Das Wachstum der Weltwirtschaft wurde 2019 durch die hohe handelspolitische Unsicherheit im Zuge der protektionistischen US-Handelspolitik, anhaltende Sorgen vor einem ungeordneten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU und geopolitische Konflikte signifikant belastet und dürfte auf das tiefste Niveau seit der globalen Finanzmarktkrise 2009 gefallen sein. Zum Jahresende lagen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen bei ca. -0,19 % und damit ca. 43 Basispunkte unter dem Jahresbeginn. Die zweijährigen erholten sich zum Jahresende minimal auf ca. -0,63 (-0,66) % und die fünfjährigen lagen bei -0,49 (-0,30) % und damit liegen alle vorgenannten Zinssätze im negativen Bereich. Neben den Zinseffekten wirkte sich die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Kurs lag am 31. Dezember 2018 bei 1,15 USD je EUR. Im Geschäftsjahresverlauf gewann der USD ca. 2,2 % gegenüber dem EUR und lag zum Jahresende bei 1,12 USD je EUR. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 23,2 (21,3) Mrd. EUR und entsprach unverändert 19 (19) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und wohlfunktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer ständigen Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Diverse bestehende Instrumente zur Risikomessung und -steuerung wurden an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. 75 (78) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb weiterhin die wichtigste Anlageklasse. KapitalanlageentwicklungZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGENIn Mio. EUR![]() Der gesamte Kapitalanlagebestand stieg zum Ende des Geschäftsjahres 2019 auf 134,1 (122,8) Mrd. EUR. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg um 9,6 % auf 122,6 Mrd. EUR. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist vorrangig durch den Anstieg der Bewertungsreserven in der Position "jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" (+4,0 Mrd. EUR) sowie die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Zudem wirkte die Begebung einer Anleihe der Hannover Rück SE im vierten Quartal positiv. Der Bestand an Investmentverträgen weist mit 1,2 Mrd. EUR im Vergleich zum Jahresbeginn (1,0 Mrd. EUR) einen leichten Bestandsanstieg auf. Die Depotforderungen stiegen im Berichtsjahr um 0,4 Mrd. EUR auf 10,3 Mrd. EUR. Vorrangig ist dieser Anstieg auf das Segment Schaden-Rückversicherung zurückzuführen. Auch 2019 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 3,4 (3,0) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN![]() 2019/2018 ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSENscroll
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Derivate nur mit positiven Marktwerten Festverzinsliche WertpapiereDer Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) stieg im Geschäftsjahr 2019 um 9,6 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 110,2 (100,6) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit weiterhin 82 (82) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, nach wie vor den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" machen 74 (70) % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere aus und sind um 11,3 Mrd. EUR auf 81,5 (70,2) Mrd. EUR deutlich angestiegen. Dabei wurde hauptsächlich in Unternehmensanleihen, Staatsanleihen und Pfandbriefe investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven -sind, insbesondere aufgrund des erneut rückläufigen Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen und teils deutlich gesunkener Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen, seit dem Jahresende 2018 beträchtlich von 1,7 Mrd. EUR auf 5,6 Mrd. EUR gestiegen. Die Volatilität der "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" schlägt sich im Eigenkapital nieder. In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Den wesentlichen Bestand stellen weiterhin Pfandbriefe dar. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 27,6 (29,1) Mrd. EUR und stellt damit 25 (29) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) stiegen deutlich auf 5,1 (3,8) Mrd. EUR. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2019 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 44,7 (43,1) Mrd. EUR. RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE![]() 2019/2018 Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 75 (78) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 5,1 (4,1) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,1 (3,7) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Der Bestandsaufbau beruht auch auf dem Wachstum unserer Geschäftstätigkeit im außereuropäischen Segment. Siehe hierzu unsere Darstellung im "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des Konzernlageberichts. Aktien und AktienfondsIm Laufe des Geschäftsjahres lag der Aktienbestand mit rund 1,2 (1,1) Mrd. EUR auf dem Niveau des Vorjahresstichtag. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 0,9 (0,9) %. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") stiegen um 92 Mio. EUR und betragen nunmehr 166 (74) Mio. EUR. Immobilien inklusive Anteile an ImmobilienfondsAuch das Jahr 2019 zeigte mit einem Transaktionsvolumen von deutlich mehr als 90 Mrd. EUR erneut Rekordzahlen. Befeuert durch das niedrige Zinsumfeld und nach wie vor positive gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen zeigte der deutsche Investmentmarkt eine sehr gute Performance. Diese wurde unterstützt durch ein historisch niedriges Leerstandsniveau bei Büroflächen, was wiederum entsprechende Auswirkungen auf das Mietpreisniveau hatte. Die Anlagenklasse "Büro" blieb mit einem Anteil von ca. 40 % am gesamten Marktvolumen sehr beliebt, gefolgt von Wohnimmobilien, die knapp ein Viertel des Gesamtvolumens an sich ziehen konnten. Gemischt genutzte innerstädtische Geschäftshäuser sowie klassische Fachmarktzentren waren im Handelssegment gefragt. Durch die ausgesprochen geringe Nachfrage nach Shoppingcentern war das Gesamtsegment "Einzelhandelsimmobilien" im vergangenen Jahr aber unter Druck; nur noch ein 12-%-Anteil am Gesamtmarkt wurde verzeichnet. Korrespondierend zu diesem Marktumfeld sind die Spitzenrenditen insbesondere im Bürosektor abermals zurückgegangen und betragen zum Jahresende 2019 nur noch rund 2,9 %. Auch die Renditen für Logistikimmobilien verzeichnen historische Niedrigstwerte (ca. 3,75 %). Der Vermietungsumsatz von Büroflächen an den Top-7-Standorten hat mit knapp mehr als 4 Mio. m 2 erneut Rekordwerte erreicht. Insbesondere München und Berlin waren stark repräsentiert. Die Leerstandsquote an den Top-7-Standorten notierte Ende 2019 bei exakt 3 %. Im Jahr 2019 wurden ca. 1,1 Mio. m 2 Bürofläche fertiggestellt, was das höchste Fertigstellungsvolumen seit dem Jahre 2010 markiert. Für das Jahr 2020 werden knapp 2 Mio. m 2 Bürofertigstellungen erwartet und für den Zeitraum 2021 sogar ca. 2,6 Mio. m 2 . Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremd genutzten Immobilien 3,2 (3,0) Mrd. EUR. Hinzu kommen 1.170 (985) Mio. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremd genutzten Immobilienbestand in Höhe von 61 (57) Mio. EUR vorgenommen. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 9 (4) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 7 (15) Mio. EUR. Diesen Abschreibungen standen Zuschreibungen von 1 (6) Mio. EUR, im Wesentlichen für fremd genutzte Immobilien, gegenüber. Die Immobilienquote einschließlich der Investments in Immobilienfonds beträgt unverändert 3 %. InfrastrukturinvestmentsEin wesentlicher Bestanteil des Asset Managements entfällt auf Investitionen in Infrastrukturprojekte. Deren Nachfrage ist weitgehend unabhängig von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen und für institutionelle Investoren daher sehr gut planbar. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unserem Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitätsund Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Windparks, Solarparks, Stromnetzen, Parkhäusern und Public-Private-Partnership (PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. 2019 hat die Talanx ihr Infrastruktur-Portfolio unter anderem durch Projekte im Schienenverkehr sowie im Bereich Photovoltaik weiter ausbauen und diversifizieren können. Zum Jahresende 2019 sind durch den Talanx Konzern insgesamt rund 2,5 (2,1) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekte investiert worden. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 30 bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 50 bis 200 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. KapitalanlageergebnisENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSESscroll
Vor allem wegen dem im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegenen Ergebnis aus Realisierungen und dem verbesserten unrealisierten Ergebnis lag das Kapitalanlageergebnis mit 4.323 (3.767) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau. Dadurch ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite von 3,5 (3,3) %. Der Anstieg der ordentlichen Kapitalanlageerträge um 58 Mio. EUR auf 3.503 (3.445) Mio. EUR ist im Wesentlichen auf erhöhte Erträge aus Immobilien zurückzuführen. Trotz der weiterhin niedrigen Zinsen sind die ordentlichen Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren, u. a. durch den Bestandsaufbau, stabil (2,7 [2,7] Mrd. EUR). Sie bilden weiterhin den wesentlichen Bestandteil des Ergebnisses. Auch der zunächst deutliche Rückgang des Zinsniveaus und eine moderate Erholung des Renditeniveaus im weiteren Jahresverlauf führten zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 2,7 %, dieser liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 3,0 %. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr stark über dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 938 (584) Mio. EUR. Die deutliche Verbesserung von 353 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf regelmäßige Portfolioumschichtungen in allen Segmenten und zusätzlich aus der Anforderung zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (HGB) der Lebensversicherungen und Pensionskassen zurückzuführen. Darüber hinaus ist ein Einmalertrag in Höhe von 100 Mio. EUR aus der erfolgswirksamen Auflösung stiller Reserven durch Neubewertung der Beteiligung an der Viridium enthalten. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Berichtszeitraum per saldo geringere Abschreibungen erforderlich. Diese betragen unter Berücksichtigung der Zuschreibungen (2 [6] Mio. EUR) insgesamt 169 (180) Mio. EUR. Davon entfielen 95 (89) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien und Infrastrukturinvestments. Außerplanmäßige Abschreibung entfielen mit 11 (24) Mio. EUR auf Aktien, mit 9 (4) Mio. EUR auf Immobilien, mit 2 (12) Mio. EUR auf festverzinsliche Wertpapiere und mit 55 (56) Mio. EUR auf sonstige Kapitalanlagen. Letztere betreffen vornehmlich Wertminderungen auf alternative Kapitalanlagen. Das unrealisierte Ergebnis erhöhte sich stark von -12 Mio. EUR auf 131 Mio. EUR. Der Anstieg ist auf Marktwertveränderungen unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände zurückzuführen. Darin enthalten ist unter anderem das unrealisierte Ergebnis aus ModCo-Derivaten im Segment Personen-Rückversicherung in Höhe von 8 (-12) Mio. EUR. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung", Anmerkung 30 "Kapitalanlageergebnis". KAPITALANLAGEERGEBNIS NACH KONZERNSEGMENTEN 1![]()
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle WährungseinflüsseAufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 19 (19) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe 7 (7) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil der Kapitalanlagen in Fremdwährungen innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen beträgt zum Stichtag 34 (32) %. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: KAPITALANLAGEN![]() 2019/2018 FinanzlageAnalyse der Kapitalstruktur
KAPITALSTRUKTURscroll
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Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. Wesentliche Entwicklungen der KapitalstrukturInsgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 7,9 % bzw. 8,6 Mrd. EUR auf 117,4 (108,8) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel mit 3,7 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, mit 2,8 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen und mit 1,2 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge. Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung. Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 88,3 (89,4) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 15,5 (13,0) Mrd. EUR. Außerbilanzielle GeschäfteDie bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" erläutert. Asset-Liability-ManagementDie Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 102. Die sogenannte Effective Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 8,3 (7,9). Dies entspricht einer sogenannten Macaulay Duration von 8,2 (8,1). Im Unterschied zur Macaulay-Duration und zur Modified Duration ist die Effective Duration für nahezu alle Wertpapiertypen des Fremdkapitals definiert, insbesondere auch für kündbare, indizierte und strukturierte Wertpapiere, sodass Hilfsdefinitionen weitgehend entfallen. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 10,83 (10,8) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,54 (4,85) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. KAPITALMANAGEMENTPROZESS![]() Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe:
Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut). Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency II) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock). Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-II-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindest-Kapitaladäquanz von 200 % an. Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die starke Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. Liquidität, wenn immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Unternehmensebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. EigenkapitalEigenkapitalquote und EigenkapitalrenditeDie Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTEscroll
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Angepasst gemäß IAS 8, siehe Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Konzernanhang. ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITEscroll
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Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital Entwicklung des EigenkapitalsIn der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 2.349 Mio. EUR - dies entspricht einem Anstieg von 16,5 % - auf 16.610 (14.261) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 10.149 (8.713) Mio. EUR. Die deutliche Erhöhung der nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 922 Mio. EUR auf 665 Mio. EUR sowie das Periodenergebnis, das in Höhe von 923 (703) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde, haben kumuliert mit dem eigenkapitalreduzierenden Effekt der Dividendenzahlung in Höhe von 367 (354) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums zu einem Anstieg des Konzernanteils um 1.436 Mio. EUR (16,5 %) geführt. Der Anstieg der übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung der stillen Reserven aus Kapitalanlagen (+2.825 Mio. EUR bzw. +156,0 %) und dem Anstieg des kumulierten Ergebnisses aus der Währungsumrechnung (+112 Mio. EUR bzw. +54,9 %). Diesem Anstieg wirkte die Entwicklung der Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (-1.911 Mio. EUR bzw. -90,2 %) sowie der geringe Rückgang des Bewertungsergebnisses aus Cashflow-Hedges (-3 Mio. EUR bzw. -1,2 %) entgegen. Der Anstieg der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen von 1.811 Mio. EUR auf 4.636 Mio. EUR korrespondiert mit den im Laufe des Berichtszeitraums beobachteten Rückgänge, sowohl der Spreads als auch des risikofreien Zinssatzes. Die Währungskursentwicklung -insbesondere die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro -führt zu einem Anstieg des kumulierten Ergebnisses aus der Währungsumrechnung auf -93 (-204) Mio. EUR. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 913 Mio. EUR - dies entspricht 16,5 % - auf 6,5 Mrd. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Periodenüberschuss beläuft sich auf 748 (656) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 402 (380) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE 1 EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERscroll
Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in Konzernfunktionen wahr. Es handelt sich im Wesentlichen um Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.186 (1.141) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR, eine Nachranganleihe in Höhe von 750 (750) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 45 (41) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. Entwicklung der nicht bilanzierten BewertungsreservenIn der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 5,1 (3,8) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremd genutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten". EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVENscroll
Liquidität und FinanzierungDie liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht. Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2019 zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien mit einem Volumen von jeweils 250 Mio. EUR. Die Kreditlinien besitzen eine Laufzeit bis 2021 bzw. max. 2023. Zum Bilanzstichtag sind diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Siehe auch Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26. Zudem besteht mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung, wonach der Konzern die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel: "Sonstige Angaben", Anmerkung "Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen". Die Hannover Rück SE hat im Oktober 2019 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt mit einer Laufzeit von 20 Jahren platziert. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 9. Juli 2029 möglich. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 18. Im Vorjahr emittierte der Hannover Rück-Teilkonzern eine Anleihe in Höhe von 750 Mio. EUR und einer Laufzeit von zehn Jahren. Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiko" Analyse FremdkapitalMit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALSscroll
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 und 26. Analyse der Konzern-KapitalflussrechnungFür den Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSESscroll
Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen geprägt. Die Erhöhung resultiert vordergründig auch aus der Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von Versicherungsnehmern getragen wird. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich bestimmt durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten und berücksichtigt die Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen. Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr sowie die Aufnahme nachrangiger Verbindlichkeiten beeinflusst. Wir verweisen diesbezüglich auf unsere Darstellung zur Überleitung der Schulden aus Finanzierungstätigkeit im Konzernanhang (KonzernKapitalflussrechnung) bzw. die Erläuterungen in den Anmerkungen 18 und 26. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 156 Mio. EUR auf 3,5 Mrd. EUR erhöht. Ratings der GruppeDer Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und A. M. Best im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann, letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft. Unmittelbar zu Beginn des Berichtsjahres sind für einige Talanx Gesellschaften Ratingentscheidungen getroffen worden, die die modifizierte Strategie der Talanx reflektieren. S&P und A. M. Best hatten der Talanx AG erstmals ein Finanzstärkerating verliehen. Bei S&P liegt dieses bei A+ ("Strong") mit stabilem Ausblick, bei A. M. Best bei A ("Excellent"), ebenfalls mit einem stabilen Ausblick. Mit dem Erhalt der Rückversicherungslizenz durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Dezember 2018 ist die Talanx AG von den Ratingagenturen als operativ tätige Holdinggesellschaft klassifiziert worden. Mit dem Wechsel des konzerninternen Mehrheitsaktionärs hatte sich zu Beginn des Berichtsjahres zudem das Rating der HDI Global Specialty SE geändert, die jetzt als Kerngesellschaft der Talanx Erstversicherungsgruppe klassifiziert wird. Entsprechend hat die HDI Global Specialty SE nunmehr ein Finanzstärkerating von A+ (Outlook Stable) bei S&P und bei A. M. Best eines von A, ebenfalls mit einem stabilen Ausblick. Finanzstärkeratings (Financial Strength Ratings)Emittentenratings (Issuer Credit Ratings)FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNEscroll
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Bezeichnung bei A. M. Best: "HDI V. a. G. and a number of its insurance subsidiaries" Die S&P-Ratings der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück blieben - ebenso wie jeweils der stabile Ausblick - im Berichtsjahr unverändert. Das Finanzstärkerating der Talanx Erstversicherungsgruppe wurde im August 2019 mit A+, Outlook Stable, bestätigt. Dabei bescheinigte S&P ihr eine gut fundierte regionale Diversifikation und eine extrem starke Kapitalisierung. Außerdem bestätigte S&P im Juli 2019 das Finanzstärkerating der Hannover Rück-Gruppe, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Insbesondere das Geschäftsrisikoprofil und die sehr gute Diversifizierung wurden von S&P als Stärken genannt. Eine Hochstufung bei S&P haben zudem die beiden südafrikanischen Tochtergesellschaften der Hannover Rück, Hannover Reinsurance Africa Ltd. und Hannover Life Reassurance Africa Ltd., im Berichtsjahr erfahren. Basierend auf der von der Hannover Rück SE gegebenen Garantie werden diese nunmehr auch mit AA- und einem stabilen Ausblick eingestuft. Die S&P-Finanzstärkeratings der weiteren Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Bei A. M. Best sind die gerateten Erstversicherungsgesellschaften im Talanx Konzern mit einem Finanzstärkerating von A ("Excellent") mit stabilem Ausblick ausgestattet. Der Teilkonzern Hannover Rück wird mit A+ ("Superior") bei einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete die unverändert sehr gute Ratingvergabe für die beiden Teilkonzerne mit der ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation. Zudem wurde im Berichtsjahr die Gesellschaft PVI Reinsurance Corporation von A. M. Best hochgestuft. Dieser Gesellschaft wurde nunmehr ein Finanzstärkerating von B++ ("Good"), Outlook Stable, zugewiesen. EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)scroll
Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen als gut bewertet. S&P hat im August 2019 das Emittentenrating der Talanx AG mit A+ bei stabilem Ausblick bestätigt. Damit liegt dieses Rating auf demselben Niveau wie die Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften in der Talanx Erstversicherungsgruppe. A. M. Best hat im September 2019 ebenfalls das Emittentenrating der Talanx AG mit a+, Outlook Stable, bestätigt. Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen emittierten Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" bzw. Anmerkung 26 "Begebene Anleihen" im Konzernanhang aufgeführt. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG, detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). Talanx AG (Kurzfassung nach HGB)Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird. ErtragslageGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (HGB)scroll
Die Talanx AG hat am 21. Dezember 2018 die Rückversicherungslizenz durch die BaFin erhalten und kann seit Januar 2019 als Rückversicherer Risiken aus dem Bereich Nicht-Leben zeichnen. Die Talanx AG wird Risiken von Konzerngesellschaften der Erstversicherungsgruppe decken. Daraus ergibt sich ein erstmaliger Ausweis der versicherungstechnischen Rechnung. Im Geschäftsjahr lag das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung bei -7 (-) Mio. EUR, wobei hier neben den versicherungstechnischen Anlaufverlusten vor allem ein Initialverlust aus dem Transfer eines Schadenportfolios für Altjahre enthalten war. SpartenentwicklungVERSICHERUNGSGESCHÄFT INSGESAMTscroll
Die Bruttoprämieneinnahmen belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 39 Mio. EUR. Die Kraftfahrzeugversicherung hat mit 52,6 % der Bruttoprämien den größten Anteil. BRUTTOBEITRÄGE NACH SPARTENscroll
KraftfahrtversicherungDie Bruttoprämieneinnahmen für die Kraftfahrtversicherungssparte betragen 21 Mio. EUR, das macht 52,6 % der Gesamtprämien aus. Die Nettoschadenquote beträgt 76,0 %. Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von 1 Mio. EUR verblieb für das Geschäftsjahr ein versicherungstechnisches Ergebnis in Höhe von -4 Mio. EUR. All-Risk-VersicherungenDer Anteil der All-Risk-Versicherungen an den Bruttoprämien beträgt 5 Mio. EUR, was 13,4 % entspricht. Die Nettoschadenquote liegt bei 80,0 %, das versicherungstechnische Ergebnis ist ausgeglichen. Sonstige VersicherungenDie sonstigen Versicherungen haben mit 5 Mio. EUR einen Anteil von 12,3 % an den Bruttoprämien, die Schadenquote liegt bei 44,4 %. Das Ergebnis vor Schwankungsrückstellung ist ausgeglichen, nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung liegt es bei -1 Mio. EUR. HaftpflichtversicherungDer Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien beträgt 4 Mio. EUR, dies entspricht 9,5 %. Das versicherungstechnische Ergebnis beträgt -2 Mio. EUR, eine Schwankungsrückstellung wurde nicht gebildet. Die Schadenquote liegt bei 121,2 %. Übrige SpartenDie restlichen 12,2 % der Bruttoprämieneinnahmen teilen sich auf die Sparten Technische Versicherungen (2 Mio. EUR), Feuerversicherung (2 Mio. EUR) sowie Transport- und Luftfahrtversicherung und Unfallversicherung auf. Das versicherungstechnische Ergebnis für die übrigen Sparten nach Schwankungsrückstellung ist ausgeglichen. Allgemeines GeschäftDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich auf 831 (464) Mio. EUR. Ein wesentlicher Treiber ist das Beteiligungsergebnis, das sich auf 674 (438) Mio. EUR erhöhte. Im Jahr 2019 konnte von der HDI Global SE ein Gewinn in Höhe von 51 (nach einem Verlust im Vorjahr in Höhe von 118) Mio. EUR vereinnahmt werden. Die Verbesserung resultierte vornehmlich aus der Sparte Feuer aufgrund von geringeren Großschäden sowie Sanierungserfolgen. Darüber hinaus erhöhte sich das Beteiligungsergebnis der HDI Deutschland AG auf insgesamt 140 (86) Mio. EUR. Dies resultiert u. a. aus dem positiven Ergebniseffekt des Restrukturierungsprogrammes "KuRS". Ein weiterer Treiber des Kapitalanlageergebnisses war der erwartete Abgangsgewinn aus der konzerninternen Veräußerung von HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, im Jahr 2019 von 138 Mio. EUR. Das sonstige Ergebnis verbesserte sich leicht auf -225 (-238) Mio. EUR, vor allem durch Erträge aus einer Anpassung der Zinsen auf allgemeine Steuerrückstellungen. Im Berichtsjahr fiel ein Steueraufwand in Höhe von 17 (14) Mio. EUR an. Der Jahresüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr auf 582 (212) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 119 (273) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 700 (485) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Dividende je Aktie und Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden. VermögenslageBILANZSTRUKTUR - AKTIVA (HGB)scroll
Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,8 % auf 9.149 (8.897) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen verringerten sich auf 7.398 (7.545) Mio. EUR, insbesondere durch den konzerninternen Verkauf der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin. Die sonstigen Kapitalanlagen verringerten sich auf 619 (646) Mio. EUR, da die Tages- und Festgeldanlagen zugunsten laufender Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand in den sonstigen Vermögensgegenständen reduziert wurden. Durch die Aufnahme des Rückversicherungsgeschäfts 2019 wurden erstmals Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft von 68 (-) Mio. EUR bilanziert. Die übrigen Aktiva erhöhten sich auf 1.063 (706) Mio. EUR, insbesondere getrieben durch höhere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie an verbundene Unternehmen aus dem Verkauf der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin. Der Kaufpreis wird final im Jahr 2020 ermittelt und gezahlt. BILANZSTRUKTUR - PASSIVA (HGB)scroll
Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit zwei Bankenkonsortien jeweils eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am Euribor zuzüglich eines Aufschlags. Die Nominalwerte der Kreditlinien betrugen zum Stichtag jeweils 250 Mio. EUR, sodass wie im Vorjahr insgesamt 500 Mio. EUR ungenutzt waren. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2016 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Im Jahr 2019 wurde von diesem Andienungsrecht kein Gebrauch gemacht. Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, nun erweitert um das neu aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.312 (5.097) Mio. EUR. Die Erhöhung um 215 Mio. EUR resultiert vollständig aus dem Bilanzgewinn. Erstmals im Rahmen der Aufnahme des Rückversicherungsgeschäfts wurden versicherungstechnische Rückstellungen von 71 (-) Mio. EUR gebildet. Die anderen Rückstellungen erhöhten sich auf 1.051 (983) Mio. EUR, insbesondere durch die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Der Rückgang der übrigen Passiva auf 1.464 (1.566) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus dem Entfall einer nur im Vorjahr bestehenden Verbindlichkeit aus Ergebnisabführungsverträgen gegenüber Tochtergesellschaften. FinanzlageDas Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt. Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH. Zielgrößen gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktGHinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. VergütungsberichtDas Vergütungssystem der Talanx AG entspricht dem Vergütungssystem für den Talanx Konzern. Die im Vergütungsbericht dargestellten Beträge geben die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr aus der Tätigkeit für den Talanx Konzern wieder. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. RisikoberichtAls Holding eines Konzerns, der Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen anbietet, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Mit der Aufnahme des operativen Rückversicherungsgeschäfts durch die Talanx AG zu Beginn des Jahres 2019 geht keine wesentliche Veränderung des Risikoprofils einher. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. Die Talanx AG hat in ihrem ersten Geschäftsjahr als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 76,2 % ausgewiesen, dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 69,5 %. Die Abwicklung ist wesentlich durch einen Schadenportfolioeintritt geprägt und wird ohne zu berücksichtigende Nachverrechnungsprämien mit -3 Mio. EUR ausgewiesen. Eine Abwicklungsquote ist aufgrund der Geschäftsaufnahme zum 1. Januar dieses Jahres noch nicht aussagekräftig. Zum 31. Dezember 2019 weist die Talanx gegenüber ihrer Hauptzedentin HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, eine Depotforderung in Höhe von 68 Mio. EUR aus. Anzeichen für eine notwendige Wertberichtigung lagen zum Bilanzstichtag nicht vor. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2019 keine wesentlichen fälligen Forderungen gegenüber Zedenten. Die Fälligkeit von Forderungen gegenüber den Zedenten richtet sich nach den jeweiligen Rückversicherungsverträgen und entsteht nach vertragsgemäßer Vorlage der Rückversicherungsabrechnungen. Die Untersuchung von Szenarien fand erstmals für 2019 statt, sodass keine Vorjahreswerte vorliegen. Aktienbestände sind zum 31. Dezember 2019 nicht vorhanden, daher waren die entsprechenden Stresstests nicht durchzuführen. SZENARIEN DER ZEITWERTENTWICKLUNG VON WERTPAPIERENscroll
Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit AAA-Rating, lediglich ein äußerst geringer Anteil wird schlechter als A bewertet. ZUSAMMENSETZUNG VON WERTPAPIEREN NACH RATINGKLASSEN![]() 2019/2018 Prognose- und ChancenberichtDa die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2020 erwarten wir für die Talanx AG eine Reduktion des Jahresüberschusses, was im Wesentlichen aus dem einmaligen Veräußerungsgewinn der HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, im Jahr 2019 resultiert. Darüber hinaus hat die Talanx AG zum 1. Januar 2019 den Geschäftsbetrieb als konzerninterner Rückversicherer aufgenommen und die dazu notwendige Rückversicherungslizenz seitens der BaFin erhalten. Wir bündeln den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung auf Holdingebene, um gruppenweit Diversifizierungseffekte zu nutzen. Sowohl Standard & Poor's als auch A. M. Best stuften in der Folge das Emittentenrating der Talanx AG um zwei Stufen hoch. Zukünftige Effekte fokussieren insbesondere auf einen effizienteren Kapitaleinsatz innerhalb der Gruppe. Es ergibt sich aus Konzernsicht keine wesentliche Veränderung des Risikoprofils. Bericht über Beziehungen zu verbundenen UnternehmenIn dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als sehr erfreulich. Bruttoprämien und EBIT lagen jeweils deutlich über den Werten des Vorjahres; das Konzernergebnis erreichte die unterjährig angehobene Prognose und wies einen Rekord aus. Dabei gelangen Gewinnanstiege in allen vier Geschäftsbereichen: Besonders stark haben sich - trotz einer erneut hohen Großschadenbelastung - die Industrieversicherung und die Rückversicherung verbessert. Das Programm "20/20/20", das eine Profitabilisierung der Feuerversicherung zum Ziel hat, kommt schneller voran als geplant. Alle Geschäftsbereiche verbuchten einen Zuwachs der Bruttoprämien. Das operative Ergebnis im Konzern stieg um einen zweistelligen Prozentbereich. Dies ist insbesondere auf ein höheres EBIT im Geschäftsbereich Industrieversicherung und im Segment PersonenRückversicherung zurückzuführen. Die Konzerneigenkapitalrendite lag leicht oberhalb unserer Prognose. In den Geschäftsbereichen war dieses Bild uneinheitlich: Die Rückversicherung erreichte ihren prognostizierten Wert nicht, während die übrigen Geschäftsbereiche die Prognose einhielten bzw. darüber lagen. Die Finanzkraft ist hoch, die Solvabilitätsquote liegt trotz des Zinsrückgangs weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Ein zentralbankpolitisch motiviertes, weiter andauerndes Niedrigzinsumfeld bleibt, ebenso wie das regulatorische Umfeld, eine Herausforderung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten. Im Berichtsjahr war trotz der im Jahr 2018 eingeführten und begrüßenswerten sogenannten Korridormethode daher wieder eine wesentliche Stärkung der Zinszusatzreserve erforderlich. Der zum 31. Januar 2020 vollzogene Brexit dagegen wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Talanx Konzerns nach unserer Einschätzung nicht wesentlich beeinflussen. Weitere Berichte und ErklärungenNeben den finanziellen Indikatoren widmet sich der Konzern auch den nichtfinanziellen Indikatoren mit großer Aufmerksamkeit. Nichtfinanzielle KonzernerklärungEinleitungDer Talanx Konzern integriert ökologische, gesellschaftliche und Governance-Aspekte in seine Geschäftstätigkeit. Als international agierender Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor haben wir uns einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Unsere Kunden gehen mit uns überwiegend langfristige Beziehungen ein. Wir handeln deshalb vorausschauend, um unser Leistungsversprechen, das wir unseren Kunden gegeben haben, auch in Zukunft erfüllen zu können. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde gemäß HGB nach den in §§ 315b und 315c in Verbindung mit 289c bis 289e HGB geforderten Angaben erstellt. Zudem wurde sie in Anlehnung an die GRI-Standards der Global Reporting Initiative verfasst. Der Talanx Konzern hat ausschließlich finanzielle Steuerungsgrößen bzw. finanziell bedeutsamste Leistungsindikatoren festgelegt. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 5 HGB, die für die Geschäftstätigkeit des Konzerns von Bedeutung sind, werden nicht erfasst. Umfangreiche Informationen zu den Kapitalanlagen finden sich im Wirtschaftsbericht, Abschnitt Vermögens- und Finanzlage. Auf den Konzernabschluss verweisen wir lediglich im Abschnitt "ESG in Versicherungslösungen" auf Seite 70. Sonst besteht kein Zusammenhang zwischen den im Konzernabschluss des Talanx Konzerns ausgewiesenen Beträgen gemäß § 289c Absatz 3 Nr 6 HGB und den nichtfinanziellen Belangen. Gemäß § 315b Absatz 1 Satz 3 HGB wird zu einzelnen Aspekten auch auf an anderer Stelle im zusammengefassten Lagebericht enthaltene nichtfinanzielle Angaben verwiesen. Die nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemäß dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit geprüft (siehe hierzu den Prüfvermerk auf Seite 245 f.). Verweise auf Informationen außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind nicht Teil der nichtfinanziellen Konzernerklärung. Die HDI Global SE ist nach § 315b Absatz 1 und § 289b Absatz 2 HGB von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts um eine nichtfinanzielle Erklärung befreit, da sie in die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung einbezogen ist. Dies betrifft ebenfalls die Towarzystwo Ubezpieczen i Reasekuracji WARTA S. A. Diese befreit sich infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung durch den Verweis auf die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung von der Pflicht, eine eigene Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem zusammengefassten Lagebericht. Beschreibung des GeschäftsmodellsDer Talanx Konzern arbeitet als Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Eine detaillierte Beschreibung des Geschäftsmodells finden Sie im Abschnitt "Geschäftsmodell" auf Seite 18 des zusammengefassten Lageberichts. Nachhaltigkeitsstrategie und -GovernanceUnsere Nachhaltigkeitsstrategie haben wir aus der Dachstrategie des Konzerns abgeleitet und mit seinem Leitbild und seinen Werten verknüpft. Sie besteht aus konkreten Handlungsfeldern sowie Zielen und Maßnahmen und dient dazu, unsere Geschäftstätigkeit - in Anlehnung an die zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie unter Berücksichtigung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) -mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Einklang zu bringen. Im Geschäftsjahr 2019 haben wir die Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam mit der Abteilung Corporate Development weiterentwickelt. Im Rahmen einer Vorstandsklausur im Herbst haben wir die Inhalte und strategischen Eckpunkte ausführlich diskutiert und verabschiedet. NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS![]() Neben dem gesellschaftlichen Rahmen, in den der Talanx Konzern eingebettet ist, adressiert die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie insbesondere unser Kerngeschäft: die Kapitalanlage, die Versicherungstechnik sowie den Betrieb. Wir können in unserem Unternehmen insbesondere über die Kapitalanlagen und die Versicherungsprodukte zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und streben daher an, Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt in die Kapitalanlage (gemäß den im Talanx Konzern verabschiedeten ESG-Kriterien), in Versicherungsprodukte und Dienstleistungen sowie in unsere Betriebsabläufe zu integrieren. Unter Berücksichtigung der bisherigen unternehmensinternen Auseinandersetzung mit den SDGs, u. a. einem Priorisierungsworkshop mit verschiedenen Fachabteilungen, nimmt die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie schwerpunktmäßig folgende SDGs in den Blick: SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 5 (Geschlechtergleichheit), SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Darüber hinaus bauen die Nachhaltigkeitsstrategie und unser Nachhaltigkeitsmanagement auf den Anforderungen und Interessen unserer Stakeholder auf. Von besonderer Bedeutung sind unsere Kunden, unsere Investoren und unsere Mitarbeiter. Neben den übergeordneten Bereichen "Nachhaltigkeitsstrategie und -Governance" sowie "Dialog und Berichterstattung" gliedert sich die Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns in vier Handlungsfelder, die in der nachfolgenden Grafik dargestellt sind: HANDLUNGSFELDER DER NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE DES TALANX KONZERNS![]() Unsere Stakeholder-Befragung aus dem Jahr 2014 haben wir im Geschäftsjahr 2018 aktualisiert und erweitert. Die Identifikation der relevanten Themen für die nichtfinanzielle Konzernerklärung haben wir mithilfe einer unternehmensinternen Befragung interner und einer onlinebasierten Befragung externer Stakeholder sowie telefonischen Experteninterviews in enger Zusammenarbeit mit einem externen Partner durchgeführt. Die internen Stakeholder haben wir hinsichtlich der Kategorien "Relevanz aus eigener Sicht", "Auswirkungen der Geschäftstätigkeit" und "Geschäftsrelevanz" befragt. Die externen Stakeholder bewerteten die Relevanz der Themen aus ihrer individuellen Sicht. In diesen Befragungen haben wir verschiedene potenziell wesentliche Sachverhalte abgefragt und mithilfe einer Skala (1 = nicht wichtig bis 7 = sehr wichtig) ihrer Bedeutung nach bewertet. Als "wesentlich" haben wir jene Sachverhalte bewertet, die in der Auswertung mindestens einen Durchschnittswert von 5,0 erzielten. Zudem haben wir durch einen internen Workshop die Auswirkungen der Tätigkeiten des Talanx Konzerns auf die nichtfinanziellen Belange priorisiert und in der Bewertung berücksichtigt. Im Zuge der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2019 hat der Vorstand der Talanx AG den Aspekt "Klimawandel" als weiteren wesentlichen Aspekt definiert und die wesentlichen Themen aus dem Vorjahr bestätigt. Zuvor haben wir klimawandelbezogene Aussagen unter den Aspekten "ESG im Asset-Management" und "ESG in Versicherungslösungen" aufgeführt. Insgesamt haben wir damit nunmehr neun wesentliche Sachverhalte i. S. d. HGB identifiziert, über drei weitere berichten wir wie nachfolgend beschrieben auf freiwilliger Basis. Die Zuordnung der Sachverhalte wurde gegenüber dem Vorjahr i. S. d. HGB angepasst. ÜBERSICHT ÜBER WESENTLICHE SACHVERHALTE UND INHALTE DER NICHTFINANZIELLEN KONZERNERKLÄRUNGscroll
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Relevanter Sachverhalt, der nicht als wesentlich gemäß HGB identifiziert wurde, jedoch
freiwillig berichtet wird Die Vorgehensweise zur Identifikation der wesentlichen Sachverhalte ermöglicht die Gegenüberstellung der internen und externen Perspektive und repräsentiert eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung, die in der nachfolgenden Matrix dargestellt wird: WESENTLICHKEITSMATRIX DES TALANX KONZERNS![]() Neben den wesentlichen Themen gemäß HGB haben wir drei weitere relevante Sachverhalte, die jedoch nicht wesentlich nach HGB sind, auf freiwilliger Basis in die nichtfinanzielle Konzernerklärung aufgenommen. Diese sind:
Wir betreiben unser Nachhaltigkeitsmanagement konzernweit. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt beim Gesamtvorstand der Talanx AG. Wie auch die weiteren Ziele, Werte und Strategien des Konzerns beschließt und überprüft der Vorstand die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, die Nachhaltigkeitsziele und die Umsetzung von Maßnahmen. Der Vorstand unterstreicht die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Konzern durch ein Nachhaltigkeits-Commitment, das als freiwillige Zusatzinformation auf unserer Internetseite veröffentlicht ist (https://www.talanx. com/~/media/Files/T/Talanx/pdfcontent/nachhaltigkeit/talanx_ commitment_de.pdf). Organisatorisch ist das Thema Nachhaltigkeit dem Bereich Group Communications zugeordnet, in dem das Nachhaltigkeitsmanagement für den Talanx Konzern ausgestaltet und koordiniert wird. Dies umfasst u. a. die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen sowie die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts. Der Leiter des Bereichs Group Communications berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur des Konzerns erfolgt die Umsetzung der meisten Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den Bereichen und Konzernfunktionen. Die Abstimmung von Zielen und Maßnahmen und die Erhebung der Daten für die Berichterstattung erfolgen unter Einbindung eines Kompetenzteams, in dem Vertreter aller Geschäftsbereiche, der relevanten Gesellschaften und Konzernfunktionen sowie der Abteilungen der Talanx AG zusammenkommen. Die Hannover Rück SE hat eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie etabliert. Sie veröffentlicht einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht sowie eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung. Der Konzern und die Hannover Rück SE stehen zum Thema Nachhaltigkeit in einem Austausch. Risikobetrachtung von nichtfinanziellen AspektenDas HGB sieht vor, dass Unternehmen neben der Berichterstattung über die nichtfinanziellen Belange gemäß § 289c Absatz 3 Nr. 3 und 4 HGB ebenfalls entsprechende Risiken offenlegen. Der Talanx Konzern verfügt über ein angemessenes und wirksames Risikomanagement-System. Wir identifizieren Risiken konzernweit über Kennzahlen und über verschiedene Risikoerhebungen. Qualitative Risiken haben wir mithilfe eines konzernweit eingerichteten Risikoerfassungssystems systematisch erfasst. Geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, berücksichtigen wir durch Einbindung der jeweils zuständigen Bereiche oder Experten. Um sicherzustellen, dass wir alle Risiken identifiziert haben, erfolgt eine Abstimmung mit einer umfassenden konzernspezifischen Risikokategorisierung, die als Grundlage für die Risikoidentifikation dient. Im Talanx Konzern beurteilen wir die Risiken nach Berücksichtigung risikomindernder Maßnahmen. Im Zusammenhang mit nichtfinanziellen Aspekten haben wir weder von der für das Nachhaltigkeitsmanagement geschaffenen Organisation noch innerhalb der Prozesse des Risikomanagements wesentliche und sehr wahrscheinliche Risiken identifiziert, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit oder mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens verknüpft sind und die schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Belange haben bzw. haben werden. Gleiches gilt für die Hannover Rück SE, die eine eigenständige zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung veröffentlicht. Risiken wie den Klimawandel, deren Risikogehalt noch nicht verlässlich beurteilt werden kann (Emerging Risks), beobachten wir im Rahmen des konzernweiten Risikomanagement-Prozesses. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wird auch auf extern verfügbare Expertise und Material zurück. Für einen grundsätzlichen Einblick in unser Risikomanagement-System verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des zusammengefassten Lageberichts. Bekämpfung von Korruption und BestechungComplianceFür unseren Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts unabdingbare Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Dementsprechend ist die Compliance ein integraler Bestandteil aller Konzernaktivitäten. Neben den Bereichen, die wir in unserem Compliance-Programm als Kern- sowie Koordinationsthemen definiert haben, streben wir auch die besondere Beachtung von Gesetzen und Vorschriften mit Bezug zu Umwelt und Gesellschaft an. Unser konzernweit geltender und in neun Sprachen verfügbarer Verhaltenskodex 1 ist ein wirksames Instrument, mit dem wir unser Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts transparent machen. Er formuliert grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen und Pflichten, denen unsere Mitarbeiter im Rahmen ihrer Tätigkeit zu entsprechen haben. Er hebt das Verbot der Geldwäsche und unzulässiger Finanzierungen hervor und weist explizit darauf hin, dass bei allen Verdachtsfällen der Geldwäschebeauftragte und der Compliance Officer zu informieren sind. Weiterhin legt er spezifische Verhaltensregeln dar - z. B. zur Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten, zur Gewährung und Annahme von Vorteilen, Geschenken und Einladungen, zur Ausgestaltung von Spenden und Sponsoring sowie zu Nebentätigkeiten und Beteiligungen an anderen Gesellschaften und Geschäften. Der Verhaltenskodex wird durch die Compliance-Richtlinie sowie weitere Hinweisen und Erläuterungen konkretisiert, die in unserem Intranet zur Verfügung stehen. In der Compliance-Richtlinie finden sich ausführliche inhaltliche Vorgaben zu den im Verhaltenskodex aufgestellten Grundsätzen, die zwischenzeitlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands behandelt und für verbindlich erklärt wurden. Das Compliance-Regelwerk wird darüber hinaus durch geschäfts- und gesellschaftsspezifische Regelungsdokumente präzisiert. Gesetzes- und Regelverstöße können über ein auf unserer Website erreichbares Hinweisgebersystem jederzeit und anonym gemeldet werden. Die Onlineplattform steht derzeit auf Deutsch und in sechs weiteren Sprachen zur Verfügung. Alternativ können Hinweise auch dem jeweiligen Vorgesetzten oder direkt dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer im Talanx Konzern bzw. des jeweiligen Geschäftsbereichs weitergegeben werden. Auf Basis eines zielgruppenorientierten Schulungskonzepts geben wir Mitarbeitern regelmäßig Gelegenheit, ihr Wissen zu ausgewählten Compliance-Themen aufzufrischen, zu erweitern und zu vertiefen. Neue Mitarbeiter weisen wir im Rahmen von Einführungsveranstaltungen ein. Ein wichtiges Trainingsinstrument sind inzwischen auch webbasierte Trainings (WBT). Neben Schulungen zum Thema Anti-Korruption, die dazu dienen, den korrekten Umgang mit Zuwendungen sicherzustellen, bieten wir auch zielgruppenorientiert spezielle Schulungen zu den Themen Finanzsanktionen und Embargo, Integrität, Kapitalmarkt sowie Kartellrecht an. Die Compliance-Organisation des Talanx Konzerns ist eine selbstständige Abteilung. Sie besteht aus dem Chief Compliance Officer, der gleichzeitig Corporate-Governance-Beauftragter und Generalbevollmächtigter der Talanx AG ist und direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Talanx AG berichtet. An den Chief Compliance Officer des Konzerns berichten Compliance Officer, die für die einzelnen Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig sind. Die Compliance-Abteilung ist für die Etablierung und Weiterentwicklung von Konzernrichtlinien und Strukturen zur Sicherstellung der Compliance, für die Nachverfolgung von Beschwerden und Compliance-Verstößen sowie für interne Schulungen im Konzern zuständig. Daneben erfolgt anlassbezogen eine vertiefende Beratung in den relevanten Compliance-Themenfeldern. Ein weltweites Netzwerk von Compliance-Verantwortlichen an den ausländischen Standorten unterstützt den Chief Compliance Officer bei seinen Aufgaben und berichtet an ihn. So können lokale Compliance-Verstöße auch außerhalb der lokalen Hierarchie direkt berichtet werden. In einem jährlichen Bericht informiert der Chief Compliance Officer den Vorstand zu wesentlichen Compliance-Themen und -Entwicklungen. Zur Förderung der Compliance-Kultur im Konzern führt der Chief Compliance Officer mehrmals im Jahr Präsenzschulungen für Führungskräfte durch. Der regelmäßige Dialog unterstützt die Compliance im Konzern dabei, frühzeitig Beratungsbedarf zu identifizieren und darauf passende Schulungsangebote zu entwickeln. Neben einem internationalen Treffen der Compliance-Verantwortlichen haben wir ein regelmäßiges, virtuelles Compliance-Meeting namens "ComplianceXchange" etabliert, in dem sich Group Compliance und die dezentralen Compliance-Verantwortlichen (weltweit) regelmäßig über Best-Practice-Lösungsansätze und lokale Entwicklungen in den einzelnen Ländern austauschen. Gestützt wird dies durch ein auf die Bedürfnisse der einzelnen Interessengruppen abgestimmtes Informationsmaterial zu bestimmten Compliance-Fragestellungen, die im Talanx Intranet jederzeit abrufbar sind. Innerhalb des Talanx Konzerns ist das Thema Compliance für alle relevant: von Geschäftsbereichen über Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern. Außerhalb des Konzerns können insbesondere Kunden, Geschäftspartner und Lieferanten von dem Thema berührt sein. Der Umgang mit diesen wichtigen Interessengruppen wird auf Basis eines Verhaltenskodex für Geschäftspartner, der im Geschäftsjahr 2019 finalisiert und vom Vorstand verabschiedet wurde, grundlegend geregelt (siehe hierzu Abschnitt "Lieferantenmanagement" auf Seite 75 der nichtfinanziellen Konzernerklärung). ZIELE UND MASSNAHMEN: "COMPLIANCE"scroll
Das Compliance-Management-System des Konzerns besteht aus den Elementen Compliance-Kultur und -Regeln, Training und Kommunikation, Organisation, Compliance-Risiken, Compliance-Kern- und -Koordinationsthemen sowie Compliance-Überwachung und -Verbesserung. Es baut auf dem Compliance-Regelwerk auf, das aus dem Talanx Verhaltenskodex, der Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen besteht. Die Einhaltung der Compliance-Vorschriften wird durch Group Compliance sowie im Rahmen der Revisionsprüfungen überprüft. Die Inhalte der maßgeblichen Compliance-Regelwerke werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Der Aufsichtsrat wird durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der bestehenden Vorgaben informiert. Für Details hierzu verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" auf Seite 102 ff. des zusammengefassten Lageberichts verwiesen. SozialbelangeVerantwortung gegenüber KundenIm Themenfeld "Verantwortung gegenüber Kunden" sind die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für uns wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit unserer Kunden. Die Zufriedenstellung der Kundenbedürfnisse besitzt für uns höchste Priorität und spiegelt sich im Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx Werten wider. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente. Die Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Diese erfüllen wir vollumfänglich. Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch auf diesen Kodex verpflichten wir uns umfassend und auf freiwilliger Basis. ZIELE UND MASSNAHMEN: "VERANTWORTUNG GEGENÜBER KUNDEN"scroll
Auch die allgemeinen Versicherungsbedingungen, die jährliche Mitteilung über den Stand der Lebensversicherung und die Modellrechnung Leben richten sich nach den GDV-Empfehlungen. Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) gelten für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. HDI verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank- und Kooperationspartner darauf, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zu Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird. Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex haben wir für HDI Versicherung AG, HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. 2018 erfolgte eine Rezertifizierung für die HDI Versicherung AG und die HDI Lebensversicherung AG durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Im Bereich der Restkreditversicherung hat die Branche bereits Anfang 2018 in Verbindung mit der Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen zusätzliche Transparenzstandards und Verbraucherrechte eingeführt: So werden die Verbraucher heute aktiv darüber informiert, dass die Restkreditversicherung freiwillig ist und keine Voraussetzung dafür, den Kredit zu erhalten. Die Verbraucher haben jederzeit innerhalb der gesamten Vertragslaufzeit das Recht und die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen. Darüber hinaus entwickeln der GDV und die Bankenverbände Selbstverpflichtungen, mit denen die Transparenz noch weiter erhöht wird. Bereits jetzt arbeiten die Bankpartner der Bancassurance-Gesellschaften (z. B. Hamburger Sparkasse AG, Postbank - eine Niederlassung der DB Privat- und Firmenkundenbank AG, TARGOBANK AG) daran, den Kunden neben der Kreditrate zum Vergleich auch die Kreditrate, die ohne den Abschluss der Restkreditversicherung zu zahlen wäre, auszuweisen. So können die Kunden neben dem explizit im Vertrag ausgewiesenen Beitrag auch die monatliche Belastung durch den Abschluss der Restkreditversicherung erkennen. Wir streben im Konzern eine kontinuierliche Verbesserung unserer Beratungsleistung im Hinblick auf Fairness und Transparenz an. Unser konzernweit gültiger Verhaltenskodex sowie unsere Compliance formulieren dazu Maßstäbe für alle Ebenen des Konzerns. Der GDV-Verhaltenskodex betont für den Vertrieb den hohen Stellenwert der Vermittlerqualifikation und nimmt die stetige Weiterbildung der Versicherungsvermittler in den Fokus. Bezüglich der Vergütung verweist der GDV-Verhaltenskodex darauf, dass Zusatzvergütungen, die über die vertragsgemäße Courtagevereinbarung hinausgehen, weder die Unabhängigkeit des Versicherungsmaklers noch das Kundeninteresse beeinträchtigen dürfen. Die Vorgaben durch die Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU inklusive der zugehörigen delegierten Rechtsakte und Umsetzungen in nationales Recht haben wir 2018 fristgerecht umgesetzt. Der HDI Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der dem GDV-Verhaltenskodex beigetretenen Gesellschaften als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben. Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die Talanx Gesellschaften für die Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, haben wir neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst. Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen unsere nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente - von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externen Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholder-Dialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements. Für den Themenkomplex "Verantwortung gegenüber Kunden" haben wir im Berichtsjahr darüber hinausgehend keine spezifischen Ziele verabschiedet. Datenschutz und CybersecurityInformationen bilden eine wesentliche Grundlage unserer täglichen Arbeit. Kundendaten, Unternehmens- und Kapitalmarktinformationen sind die Basis für alle wichtigen Entscheidungs- und Geschäftsprozesse: Versicherungen und ihre konzerninternen Dienstleister erheben, verarbeiten und speichern in großem Umfang personenbezogene Daten. Die Daten werden in der Antragstellung, bei der Beratung von Kunden, im Underwriting, im Kunden- und Vertragsservice sowie im Schaden- und Leistungsmanagement benötigt. Des Weiteren erheben, verarbeiten und speichern wir personenbezogene Daten u. a. im Zusammenhang mit dem Personalmanagement, den Aktionären und dem Fondsgeschäft. Es gilt der Grundsatz, dass personenbezogene Daten nur von Konzernmitarbeitern erhoben, verarbeitet und gespeichert werden dürfen, soweit dies für einen genau definierten Zweck zur rechtmäßigen Aufgabenerfüllung erforderlich ist bzw. eine Rechtsgrundlage vorliegt. Zur Verbesserung einer effizienten Leistungserbringung übermitteln wir personenbezogene Daten an externe Empfänger (im Wesentlichen Dienstleister). Gleichzeitig sind externe Empfänger als Teil der Verarbeitungsprozesse zu sehen, wie es bei Maklern, Gutachtern, Rückversicherern usw. der Fall ist. Die externen Empfänger sind vertraglich und/oder gesetzlich zur Einhaltung der Datenschutzanforderungen verpflichtet. Der Konzern-Verhaltenskodex verpflichtet alle Mitarbeiter dazu, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen sowie die Konzern-Datenschutzrichtlinie einzuhalten und aktiv dazu beizutragen, dass personenbezogene Daten zuverlässig gegen unberechtigte Zugriffe geschützt werden. Der Talanx Konzern hat betriebliche Datenschutzbeauftragte nach gesetzlichen Vorgaben bestellt. Die Datenschutzanforderungen sind in einem Datenschutzmanagementsystem integriert. Mittels Konzernrichtlinien sind die wesentlichen Datenschutzanforderungen verbindlich geregelt. Auf diese Konzernvorgaben richten wir Awareness-Maßnahmen und Schulungen aus und nehmen anlasslose Überprüfungen vor. Für die Betroffenenrechte (z. B. Auskunft über gespeicherte personenbezogene Daten) sind zentrale Methoden vorgegeben, damit die Prozesse korrekt ausgeführt werden. Gegenüber der Geschäftsleitung ist ein Berichtswesen etabliert. Um den Anforderungen zum Datenschutzrecht gerecht zu werden, erfolgt eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit wichtigen Schnittstellen wie Group Legal, Group Compliance, Group Security und Group Auditing. Die Datenschutzrisiken werden an Group Risk Management gemeldet. Veränderungen von Auslegungen (z. B. durch Gerichtsurteile und Verlautbarungen der Datenschutzbehörden) zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) und zu weiteren datenschutzrechtlichen Vorschriften werden durch die betrieblichen Datenschutzbeauftragten bewertet und kommuniziert. Zu einzelnen Anforderungen stehen noch Auslegungen oder behördliche Konkretisierungen an, die beobachtet werden und entsprechend einer Kurzbewertung umzusetzen sind. Komplexe Anpassungsthemen befinden sich vereinzelt noch in der Umsetzung. Für die Niederlassungen und Tochtergesellschaften mit Sitz in der EU bzw. im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) haben wir einen einheitlichen Datenschutzrahmen etabliert. Dabei sind nationale rechtliche Datenvorschriften von der jeweiligen Niederlassung oder Tochtergesellschaft zu beachten. 2019 haben wir eine strukturierte Abfrage der Umsetzungsstände zu den Konzernvorgaben begonnen, deren Ergebnisse Anfang 2020 der Geschäftsleitung berichtet werden. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DATENSCHUTZ UND CYBERSECURITY"scroll
Im Konzern (Erstversicherungs- und Rückversicherungskonzern) haben wir ein Datenschutzmanagementsystem etabliert. Das etablierte System basiert primär auf den Anforderungen der EU-DSGVO. Es besitzt jedoch unterschiedliche und an die jeweiligen Zielgruppen angepasste Schwerpunkte. Das Datenschutzmanagementsystem des Erstversicherungskonzerns ist bei der Talanx AG verankert, während der Hannover Rück SE das Datenschutzmanagementsystem des Rückversicherungskonzerns obliegt. Innerhalb des Erstversicherungskonzerns sind zwei Varianten der Verantwortungszuweisung zu unterscheiden, die im Folgenden beschrieben werden: Für die Konzerngesellschaften der HDI Deutschland AG übernimmt Group Data Protection die Ausgestaltung des Datenschutzmanagementsystems, indem Datenschutzvorgaben erlassen werden, Awareness-Maßnahmen (u. a. Schulungen) erfolgen, Kontrollen der Einhaltung sowie Mitwirkung bei der operativen Ausgestaltung (Beratung) durchgeführt werden sowie gegenüber der Geschäftsleitung berichtet wird. Bei der HDI Global SE wird die Steuerung der Datenschutzthemen direkt vorgenommen und die Aufgaben und Verantwortlichkeiten zentral und dezentral verteilt. Die Einhaltung der Datenschutzanforderungen ist lokalen Ansprechpartnern zugewiesen. Teilweise verfügen die Auslandsstandorte über spezifische Fachbereiche wie Legal oder Compliance, die ein aktives Datenschutzmanagement betreiben. Bei sehr kleinen Auslandsstandorten, die ausschließlich operative Aufgaben erfüllen, werden aktuell die Datenschutz-Supports aus der Zentrale etabliert. Die Tochtergesellschaften der HDI International AG haben die Datenschutzmanagementaktivitäten auf lokaler Ebene implementiert und überprüfen die Angemessenheit und Wirksamkeit über die etablierten Steuerungsinstrumente. Hierbei muss jede Tochtergesellschaft den Nachweis erbringen, dass sie die Datenschutzanforderungen bei den Prozessen, IT-Systemen und Schnittstellen erfüllt und alle notwendigen organisatorischen Maßnahmen umgesetzt hat. Für die EU-Standorte der HDI Global SE und HDI International AG haben wir 2019 eine strukturierte Befragung mittels Fragebogen begonnen, der die Umsetzungsstände zu den Konzernvorgaben erheben soll. Anhand der Ergebnisse wollen wir Weiterentwicklungsbedarfe sowie denkbare Detailüberprüfungen und Beratungsbedarfe durch den Talanx Konzern identifizieren. Bedingt durch das Geschäftsmodell ergeben sich bei der Hannover Rück abweichende Risiken, die im Datenschutzmanagementsystem berücksichtigt werden müssen. Die in der Konzerndatenschutzrichtlinie dokumentierten Grundsätze sind für alle Gesellschaften und Bereiche der Hannover Rück verbindlich. Zur Umsetzung dieser datenschutzrechtlichen Mindeststandards werden die Strukturen der Compliance-Organisation genutzt. Die Verantwortlichkeiten sind konzernweit geregelt und dokumentiert. Schnittstellen zum Datenschutzmanagement sind umgesetzt. Die EU-DSGVO betrifft nicht im gleichen Maße alle Gesellschaften der Hannover Rück, u. a. wenn der Sitz außerhalb der EU bzw. des EWR liegt. Darüber hinaus müssen lokale Datenschutzgesetze berücksichtigt werden. Unabhängig vom Anwendungsbereich der EU-DSGVO sind die benannten Compliance Officer bzw. die lokalen Datenschutzbeauftragten verantwortlich für die lokalen Anforderungen des Datenschutzes. Sie entwickeln im Bedarfsfall weitere lokale Richtlinien zum Datenschutz und übernehmen die Schnittstelle zum Datenschutzbeauftragten der Hannover Rück in Deutschland. Der Datenschutzbeauftragte der Hannover Rück koordiniert übergreifende Aspekte des eingerichteten Datenschutzmanagementsystems innerhalb der Hannover Rück-Gruppe. Er berät bei der Lösung von datenschutzrechtlichen Fragestellungen und überwacht die Einhaltung der EU-DSGVO und anderer Datenschutzvorschriften. Die Überwachung der datenschutzrechtlichen Vorgaben erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bereich Group Auditing, auf Basis einer dokumentierten Schnittstelle. Die Ergebnisse der gesonderten Datenschutz-Berichterstattung fließen unter anderem in den Compliance-Bericht ein. Im Berichtsjahr sind im Talanx Konzern keine Benachrichtigungen zu melderelevanten Datenschutzverstößen oder -vorkommnissen an Group Data Protection erfolgt. Kunden, Mitarbeiter und Partner vertrauen den Gesellschaften der Talanx Gruppe täglich sensible Daten an, an denen auch außerhalb unseres Unternehmens starkes Interesse besteht. Zur Sicherung der Daten pflegen wir ein Information-Security-Management-System. Dieses ist seit 2013 erfolgreich und umfassend nach ISO 27001 zertifiziert und wird seitdem jährlich extern überprüft. Ergänzt wird diese Zertifizierung um Maßnahmen der ISAE 3402 (International Standard on Assurance Engagements) und die Anwendung der Grundschutzkataloge des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Da die HDI Deutschland AG und HDI Global SE die Kriterien der kritischen Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland erfüllen, erfolgte im Jahr 2018 der Anschluss an die zentrale Meldestelle des Branchenverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Informationssicherheit spielt bei der Auswahl und der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern eine wichtige Rolle. So haben wir Service-Provider auf die gleichen Standards verpflichtet und geprüft wie interne IT-Services. Die bei Talanx etablierten Sicherheitsstandards werden durch eine auf Wachstum ausgerichtete interne Organisation mit direktem Berichtsweg zum Konzern-CIO kontinuierlich und hoheitlich verbessert und fortwährend kontrolliert. Außerdem findet ein regelmäßiger Austausch mit anderen Experten statt, beispielsweise in der "Allianz für Cyber-Sicherheit" (ACS) des BSI. Neben dem bewussten Management von IT-Risiken wird insbesondere auch das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter durch kontinuierliche Awareness-Kampagnen gestärkt. DigitalisierungDie digitale Transformation ist ein strategisches Schwerpunktthema für die Talanx Gruppe. Unserer dezentralen Konzernaufstellung folgend wird diese Strategie über die Geschäftsbereiche vorangetrieben. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie/Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme/Partnerschaften ("get bundled"). Die Themen werden gezielt aus der Holding heraus unterstützt, u. a. durch internationalen Austausch im Group Digital Lab, AI & BE Lab, Skalierung von innovativen Best Practices über die sogenannten Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Startups und etablierten Unternehmen. ZIELE UND MASSNAHMEN: "DIGITALISIERUNG"scroll
ESG im Asset-ManagementDie gesamten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns betragen rund 134,1 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2019 weiterhin bei 82 %, die wertpapierförmige Aktienquote bei knapp 1 %. Rund 3 % der Anlagen waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfallen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf Cash-Positionen, Depotforderungen und Investmentverträge. Investoren, Analysten und Kunden interessieren sich zunehmend dafür, wie der Talanx Konzern gesellschaftliche und ökologische Aspekte in der Kapitalanlage berücksichtigt. Wir vermeiden darum zunehmend Investments in nicht-nachhaltige Kapitalanlagen. Dazu haben wir im Konzern ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening implementiert. Gleichzeitig möchten wir mit unserer Kapitalanlage positive Auswirkungen fördern. Eine Messung bzw. Quantifizierung dieser Effekte nehmen wir zurzeit nicht vor. Im Geschäftsjahr 2019 hat die Talanx AG die Principles for Responsible Investment (PRI) unterzeichnet, eine Finanzinitiative der Vereinten Nationen. und sich damit einem Rahmenwerk zur nachhaltigen Kapitalanlage angeschlossen. Die Talanx schärft damit ihre Nachhaltigkeitsstrategie und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren. Seit 2017 legt ein Responsible Investment Committee (RIC) Filterkriterien für Wertpapieranlagen fest. Gleichzeitig trifft es Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten und die Veräußerung von Beständen. Den Vorsitz hat der Finanzvorstand der Talanx AG. Ebenfalls seit 2017 analysieren wir konzernweit Wertpapieranlagen auf die Einhaltung von ESG-Kriterien. Das Screening erfolgt auf Grundlage der zehn Prinzipien des UN Global Compact. Neben diesen zehn universellen Prinzipien, die sich auf Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention beziehen, haben wir in den Filterkatalog auch den Ausschluss von kontroversen Waffen, wie Anti-Personen-Minen, aufgenommen. 2018 haben wir den Filterkatalog um das Kohlekriterium erweitert. Wir investieren grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Kohle basiert. Im Gleichklang mit der vom Konzern verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie, in der wir uns zum Ziel gesetzt haben, dass die Talanx Gruppe in Deutschland bis 2038 vollständig aus Kohle ausgestiegen sein wird, limitieren wir auf Kapitalanlagenseite zusätzlich die Laufzeit der Investments auf dieses Ausstiegsjahr. Darüber hinaus haben wir 2019 den Filterkatalog um Ölsande erweitert. Von diesem Ausschluss sind Unternehmen mit einem Umsatzanteil von mehr als 25 % aus Ölsanden betroffen. Vor neuen Wertpapierkäufen prüfen wir zudem, ob der Emittent den ESG-Kriterien entspricht. Für Assetklassen wie Infrastruktur und Immobilien, die aktuell nicht vom Screening erfasst werden können, wenden wir separate Anlagerichtlinien an. So schließen wir u. a. Investitionen in Anlagen mit hoher potenzieller Umweltbelastung (z. B. Kernkraftprojekte) aus. Alle sechs Monate lassen wir durch einen externen Dienstleister ein ESG-Screening durchführen. Er bewertet alle handelbaren festverzinslichen Wertpapiere und Aktien der selbstverwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns. Ein weiterer Bestandteil des Asset-Managements entfällt auf die Investition in zentrale Infrastrukturgüter. Deren Nachfrage ist von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen weitgehend unabhängig und für institutionelle Investoren daher sehr gut planbar. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zielsetzung bleibt jederzeit eine solide Geldanlage im Interesse der Versicherten. Eines der zentralen Selektionskriterien für die Investitionen ist ein reguliertes Umfeld, etwa über gesetzlich geregelte Einspeisevergütungen, Anreizregulierung und Publicprivate-Partnerships. Infrastrukturinvestitionen erfolgen vorrangig im Euroraum, wobei der Fokus auf Projekten aus den Sektoren Transport und Energie und dem Bereich der sozialen Infrastruktur liegt. Über Fonds ist der Talanx Konzern bereits länger indirekt in Infrastrukturprojekte involviert und beteiligt sich seit Anfang des Jahres 2014 auch direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten. Zum diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Windparks, Solarparks, Stromnetzen und Publicprivate-Partnership (PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. ZIELE UND MASSNAHMEN: "ESG IM ASSET-MANAGEMENT"scroll
Geplant sind zudem infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 30 bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 50 bis 250 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Zum Jahresende 2019 war der Talanx Konzern insgesamt mit einem Volumen von rund 2,5 (Vj. 2,1) Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten engagiert. Rund 1,5 Mrd. EUR davon entfallen auf erneuerbare Energien. Für das Jahr 2020 erwartet das Team Infrastruktur-Investments Neuinvestitionen in Höhe von rd. 300 - 400 Mio. EUR in Form von Eigen- und Fremdkapital. ESG in VersicherungslösungenDie Berücksichtigung von gesellschaftlichen Belangen und die Unterstützung umweltverträglicher Produkte und Projekte stehen im Einklang mit der wachsenden Bedeutung des Themas für unsere Kunden. Die Zufriedenheit der Kunden kann auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigern. Darüber hinaus sind Versicherungsprodukte heute zunehmend auf ihre ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie ihre Relevanz für eine nachhaltige Entwicklung hin zu bewerten. Aus den Versicherungsdienstleistungen unseres Konzerns resultieren keine direkten relevanten Umweltauswirkungen. Vielmehr tragen die Leistungen dazu bei, dass Umweltrisiken adäquat versichert und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Über Rückstellungen für asbestbedingte Schäden informieren wir in unserem Risikobericht ab Seite 102 ff. Zu den positiven gesellschaftlichen Auswirkungen zählt der Kern des Versicherungsgeschäfts, d. h. der Transfer von Risiken, durch den Verluste aus dem Eintritt von Schadenereignissen aufgefangen und Unternehmen wie Privatpersonen finanziell abgesichert werden. Gleichwohl sind die möglichen indirekten ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Versicherungsgeschäfts auf eine nachhaltige Entwicklung zu beachten, z. B. etwaige Folgen aus den versicherten Projekten. Mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte bei Versicherungsnehmern der Industrie greifen verschiedene Richtlinien des Konzerns, so etwa der Verhaltenskodex des Talanx Konzerns sowie der Verhaltenskodex für Geschäftspartner. Langfristig verfolgt der Talanx Konzern das Ziel, Nachhaltigkeitsaspekte in Versicherungsprodukten und Dienstleistungen verstärkt zu berücksichtigen. Im Frühjahr 2019 hat der Talanx Konzern vor diesem Hintergrund eine Zeichnungspolitik für Kohlerisiken definiert und zieht sich beim Versicherungsschutz langfristig aus kohlebasierten Risiken zurück: In der Versicherungstechnik zeichnet der Talanx Konzern grundsätzlich keine Risiken bei neu geplanten Kohlekraftwerken und -minen mehr. In Staaten, in denen der Anteil von Kohle im Energiemix besonders hoch ist und in denen kein ausreichender Zugang zu alternativen Energien besteht, wird Talanx in Einzelfällen und nach Prüfung der technischen Standards eine limitierte Zahl von Ausnahmen beim Versicherungsschutz zulassen. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Kohlekraftwerke und -minen mehr im Bestand befinden. Mit dem Ziel der Steigerung der internen Transparenz über ESG-Aspekte im Underwriting hat der Talanx Vorstand im Geschäftsjahr 2019 entschieden, in der ersten Vorstandssitzung eines jeden Jahres einen festen Tagesordnungspunkt "Responsible Underwriting Committee" (RUC) vorzusehen. In diesem Gremium sollen ab Januar 2020 verstärkt auch ESG-Aspekte in der Versicherungstechnik betrachtet werden. ZIELE UND MASSNAHMEN: "ESG IN VERSICHERUNGSLÖSUNGEN"scroll
Zahlreiche Produkte der Versicherungsgesellschaften des Talanx Konzerns unterstützen umweltverträglichere Technologien und Verhaltensweisen oder berücksichtigen gesellschaftliche Interessen. So tragen Leistungen etwa dazu bei, dass Umweltrisiken auf geeignete Weise versichert sind und im Schadenfall die Auswirkungen behoben oder begrenzt werden können. Durch Technische Versicherungen werden vielseitige Versicherungslösungen zur Förderung erneuerbarer Energien verwirklicht, die sich von Windenergie im Bereich On- und Offshore über Photovoltaik bis zur Geothermie erstrecken. Auch Prototypenentwicklungen wie Gezeitenkraftwerke wären bei der Industrieversicherung gedeckt. Der Versicherungsschutz würde bei der Errichtung beginnen und den Kunden noch viele Jahre im Betrieb begleiten. Dadurch unterstützen die Gesellschaften des Talanx Konzerns die Energiewende. Auch die Hannover Rück fördert die Ausweitung von klimarelevanten Produkten, z. B. Wetter- und Energieeinsparversicherungen. Durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Mikroversicherungen und Agrarversicherungen leistet sie zudem einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. So können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie Krankheiten, Berufsunfähigkeit, Folgen von Naturkatastrophen oder Ernteausfälle absichern. Darüber hinaus beteiligt sich die Hannover Rück aktiv an der Entwicklung von indexbasierten Disaster-Finance-Konzepten, die Staaten Südamerikas und Asiens bei Naturkatastrophen schnelle finanzielle Hilfe garantieren. Zu dem Geldwert von Produkten und Dienstleistungen, die im Talanx Konzern für einen spezifischen ökologischen oder sozialen bzw. gesellschaftlichen Nutzen entwickelt wurden, liegen derzeit keine Angaben vor. ArbeitnehmerbelangeZiel unserer Personalarbeit ist es, unsere Mitarbeiter in ihrer Berufstätigkeit im Sinne unserer Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen, sie an unseren Konzern zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Wesentliche Bestandteile der Personalarbeit - wie die Personalbetreuung und Personalentwicklung - sind gut aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt. Jeder dieser Bereiche leistet einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Personalarbeit; von der Gestaltung einer förderlichen und agilen Kultur über zeitgemäße Verfahren des Recruitings und Themen der Qualifizierung und beruflichen Entwicklung bis hin zu Themen der Gestaltung von Anreizsystemen und modernen Arbeitsbedingungen. Mitarbeitergewinnung und -entwicklungUnsere Mitarbeiter setzen ihre Talente in vielfältiger Weise für unseren geschäftlichen Erfolg und zur Zufriedenheit unserer Kunden ein. Mithilfe professioneller Programme fördern wir unsere Beschäftigten und entwickeln ihre Kompetenzen kontinuierlich weiter. In unserer Personalarbeit berücksichtigen wir auch den demografischen Wandel, die sinkende Zahl von Experten für bestimmte Tätigkeitsbereiche und die sich wandelnde Arbeitswelt. Im Rahmen der strategischen Nachwuchssicherung verfolgen wir verschiedene Konzepte. Hierzu gehören duale Ausbildungs- und Studiengänge, Trainee-Programme für spezielle Funktionsbereiche sowie Einarbeitungsprogramme für Young Professionals. Mitarbeitergewinnung und -entwicklung unterliegten auch unserem Diversitätsmanagement. Diversitätsmanagement bedeutet in diesem Zusammenhang für uns, die Vielfalt unter den Beschäftigten bewusst zu fördern, Chancengleichheit zu beachten, damit alle Mitarbeiter ihre Fähigkeiten und Talente bestmöglich einsetzen können. Die Planung, Steuerung und Kontrolle der personalwirtschaftlichen Aktivitäten und Prozesse im Talanx Konzern erfolgen im Rahmen des Personalcontrollings. Wichtige Elemente sind dabei regelmäßige Analysen zur Personalbestandsentwicklung und das Personalberichtswesen (intern und extern). Unser Competence Center Operational Auditing führt im Bereich Personal regelmäßig risiko- und prozessorientierte Prüfungen nach den Grundsätzen des Berufsstandes Institute of Internal Auditors (IIA) durch. Im Außenauftritt unterstützen Maßnahmen des Personalmarketings die Darstellung des Talanx Konzerns als attraktiver Arbeitgeber. So nutzen wir verstärkt Social-Media-Kanäle, um die Kommunikation mit potenziellen Bewerbern zu fördern. Im Jahr 2019 beteiligte sich der Konzern zudem an diversen Hochschul- und Karrieremessen, um die Gesellschaften des Talanx Konzerns als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. ZIELE UND MASSNAHMEN: "MITARBEITERGEWINNUNG UND -ENTWICKLUNG"scroll
Für die Nachwuchssicherung ist in Deutschland insbesondere die berufliche Erstausbildung ein wichtiger Baustein. Dies zeigt sich in unserer konstant hohen Übernahmequote, die seit Jahren bei 80 bis 90 % liegt. Verschiedene Gesellschaften des Talanx Konzerns bieten ein vielfältiges Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten - von der klassischen Berufsausbildung bis hin zum Bachelorstudium. Ein breit gefächertes Angebot an internen Weiterbildungsmaßnahmen sichert die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Tätigkeiten. Hier werden zunehmend neue Lernformate eingesetzt, die neben dem digitalen Lernen auch das Lernen voneinander durch eine gezielte Vernetzung innerhalb des Konzerns fördern. Durch die finanzielle Förderung berufsbegleitender Ausbildungs- und Studiengänge wird darüber hinaus die generelle Beschäftigungsfähigkeit unterstützt. Die Identifikation und gezielte Förderung von Leistungs- und Potenzialträgern bildet einen Schwerpunkt unserer Personalentwicklung. Im Rahmen einzelner Entwicklungsprogramme werden Potenzialträger auf weiterführende Aufgaben vorbereitet und für diese qualifiziert. Seit 2018 haben wir ein Entwicklungsprogramm für Berufseinsteiger, welches das Ziel verfolgt, die besten Auszubildenden und dualen Studenten an den Konzern zu binden. Zudem bieten wir fortlaufend Qualifizierungsmaßnahmen für den Aufbau von Fachwissen und Methodenkenntnissen sowie zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen an. Um die Transformation hin zu einer agilen Organisation zu fördern, haben wir 2018 den Agility Campus eingerichtet. Dieser richtet sich an Führungskräfte und Mitarbeiter, besteht aus verschiedenen Modulen, vermittelt Kenntnisse zu agilen Methoden und fördert ein agiles Mindset. Darüber hinaus geben wir über Mitarbeitergespräche, Feedbackinstrumente und Standortbestimmungsverfahren einen Feedbackrahmen, über den die Mitarbeiter das eigene Verhalten reflektieren und an die veränderten Anforderungen anpassen können. Die Talanx Corporate Academy ist als zentrales Instrument zur Strategieimplementierung und Kulturentwicklung innerhalb des Konzerns erfolgreich etabliert. Das Programm vermittelt konzernweit strategisch relevante Themen für die oberste Managementebene aller Geschäftsbereiche. Im Jahr 2019 lag der Fokus auf dem Thema Digitalisierung. Mit der strategischen Ausrichtung des Hochschulmarketings konzentriert sich der Talanx Konzern auf ausgewählte Fokusuniversitäten mit dem Ziel, geeigneten akademischen Nachwuchs für den Konzern zu gewinnen. Weiterhin haben wir zur Förderung des Versicherungsstandorts Hannover von den Versicherungsunternehmen vor Ort und der Leibniz Universität Hannover das "House of Insurance" als gemeinsames Kompetenzzentrum für Forschung und Lehre in den Bereichen Versicherungsökonomik, -mathematik und -recht ins Leben gerufen. Darüber hinaus bietet der Talanx Konzern eine leistungsorientierte Vergütung, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit des mobilen Arbeitens sowie attraktive Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate und einer langen Konzernzugehörigkeit unserer Mitarbeiter wider. Innerhalb des Konzernverbunds hat auch die Hannover Rück ihre Maßnahmen im Bereich der Mitarbeiterbindung, Mitarbeiterentwicklung und -förderung weiter ausgebaut. Im Berichtsjahr stand erneut die Unterstützung der Mitarbeiter und Führungskräfte in Bezug auf den Umgang mit den Auswirkungen der sich spürbar verändernden Arbeitswelten, u. a. durch Effekte aus agilen Arbeitsformen oder automatisierten bzw. digitalisierten Arbeitsabläufen, im Fokus. Führungskräfte nutzten in unterschiedlichen Formaten die Möglichkeit, sich mit Change Management und Agilität auseinanderzusetzen um dort, wo es als sinnvoll erachtet wird, Aspekte in den Arbeitsalltag zu übertragen. Das Grundlagenwissen wurde in einem gut nachgefragten zweitägigen Seminar vermittelt, die Umsetzungsmöglichkeiten mit all ihren Facetten konnten - neben anderen Themen - bedarfsgerecht im Rahmen der "Praxistage" vertieft oder in abteilungsspezifischen Workshops konkret beleuchtet werden. Die Hannover Rück setzte außerdem ihre Angebote von Präventionsseminaren zur Stärkung der Resilienz fort. Talanx als ArbeitgeberÜber unser Diversitätsmanagement fördern wir eine von Offenheit, Respekt und Wertschätzung geprägte Unternehmenskultur, in der Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten gerne zusammenarbeiten. Wir stärken aktiv die Vielfalt, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen. Im Talanx Konzern arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten nationalen, ethnischen, religiösen und persönlichen Hintergründen. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen die Entwicklungen, die das Arbeiten im Konzernverbund verändern: eine steigende Anzahl weiblicher und älterer Erwerbstätiger, der Berufseinstieg der Generationen Y und Z, höhere Ansprüche an Mobilität und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die zunehmende Globalisierung und, damit einhergehend, ein zunehmender Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Das aktive Diversitätsmanagement ist in die Planung, Steuerung und Kontrolle der personalwirtschaftlichen Aktivitäten und Prozesse im Talanx Konzern einbezogen und Bestandteil des Personalcontrollings (siehe auch Abschnitt "Mitarbeitergewinnung und -entwicklung" auf Seite 71 f.). ZIELE UND MASSNAHMEN: "TALANX ALS ARBEITGEBER"scroll
Der Konzern ergreift zahlreiche Maßnahmen, um Vielfalt zu fördern, Diskriminierung zu verhindern und die Entwicklung seiner Mitarbeiter unabhängig von ihrer Herkunft zu unterstützen. Der Konzernvorstand hat sich im "Diversity Commitment" zur Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur bekannt und bereits 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet, die eine verbindliche Grundlage unseres Handelns ist. Auch bei der Besetzung von Führungspositionen achtet der Vorstand den Corporate-Governance-Grundsätzen entsprechend auf Vielfalt. Das Frauennetzwerk "Frauen@Talanx" gibt Mitarbeiterinnen im Talanx Konzern eine Plattform für eine gezielte Vernetzung. Die Gremienmitglieder sind Ansprechpartner für die Kolleginnen aus dem jeweiligen Geschäftsbereich und fungieren als Multiplikatoren. Sponsor des Frauennetzwerks ist Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. Der Talanx Konzern legt Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese durch flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und der Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten - und so zum Beispiel Familie und Berufsleben besser miteinander in Einklang zu bringen. Seit 2014 unterstützt der Konzern Eltern im ersten Jahr nach der Elternzeit mit einem steuerfreien Zuschuss von bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder. An verschiedenen Standorten sorgt ein Eltern-Kind-Büro bei der Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen für Abhilfe. Zur Stärkung ihrer persönlichen Ressourcen greifen unsere Mitarbeiter im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurück. Im Berichtsjahr fanden an allen Standorten in Deutschland Gesundheitstage statt. Außerdem können die Mitarbeiter bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen kostenfrei und anonym eine externe Beratung sowie einen Familienservice nutzen. Um die Sichtweise seiner Mitarbeiter auf die eigene Kultur und Organisation zu erfahren, hat der Talanx Vorstand erstmals konzernübergreifend alle rund 23.300 Mitarbeiter Ende 2019 weltweit zu einer Umfrage "Organizational Health Check" (OHC) eingeladen. Der Talanx OHC besteht aus rund 30 Fragen und wird jährlich wiederholt. Die Vergütungssystematik des Konzerns setzt sich zusammen aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie attraktiven Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Bei der Talanx bestimmt sich das individuelle Entgelt über die Tätigkeit sowie die persönliche fachliche Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit gemäß dem Versicherungstarif bestimmt sich das Gehalt für leitende Funktionen über eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung, die nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen wird. Achtung der MenschenrechteMenschenrechte bei TalanxGemäß § 54 Absatz 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien beschreiben wir nachfolgend, welche Maßnahmen die Gruppe im am 31. Dezember 2019 endenden Geschäftsjahr gegen Erscheinungsformen von moderner Sklaverei und Menschenhandel ergriffen hat: ZIELE UND MASSNAHMEN: "MENSCHENRECHTE"scroll
Darüber hinaus haben wir keine weiteren Ergebnisse im Themenfeld "Menschenrechte bei Talanx" erzielt und keine weiterführenden Vorhaben implementiert; ein umfassendes Konzept haben wir bis dato nicht verabschiedet. Als internationaler Konzern mit rund 23.300 Mitarbeitern weltweit sind wir uns der aus unserer Größe und Marktstellung resultierenden Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern und Geschäftspartnern bewusst. So bekennen wir uns im Einklang mit den anwendbaren Gesetzen, Konventionen und Bestimmungen dazu, weltweit die Menschenrechte respektieren und Arbeitnehmerrechte aktiv unterstützen zu wollen. Um dies zu unterstreichen und die Bedeutung von Compliance für Mitarbeiter sowie Geschäftspartner sichtbar zu machen, hat die Talanx eine Reihe von internen Regelungen verabschiedet, die auf die Einhaltung und Überprüfung von Menschenrechten abzielen. Ferner bestehen verschiedene Betriebsvereinbarungen zu personellen Themen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Abschnitte zum Talanx Verhaltenskodex sowie zum Hinweisgebersystem (siehe hierzu jeweils Abschnitt "Compliance" auf Seite 63 f. der nichtfinanziellen Konzernerklärung) und zum Verhaltenskodex für Geschäftspartner (siehe nachfolgenden Abschnitt "Lieferantenmanagement"), den wir im Geschäftsjahr 2019 verabschiedet haben, relevant. Über die beschriebenen Maßnahmen hinausgehend haben wir im Berichtsjahr zudem eine Überarbeitung des Talanx Verhaltenskodex angestoßen. LieferantenmanagementAuch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen und signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt in unserer Lieferkette als gering eingeschätzt wird, achten wir bei der Auswahl unserer Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen in Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Talanx Werte eingehalten werden. Um unser Commitment zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, haben wir im Berichtsjahr einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner erarbeitet, der vom Talanx Vorstand verabschiedet wurde. Das Dokument umfasst sowohl den IT-Einkauf als auch den Einkauf Non-IT und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Die Implementierung des neuen Verhaltenskodex in den einzelnen Geschäftsbereichen haben wir im Berichtsjahr bereits angestoßen. ZIELE UND MASSNAHMEN: "LIEFERANTENMANAGEMENT"scroll
Auch die Hannover Rück hat einen solchen Kodex in Anwendung und entsprechende Verfahren entwickelt. Grundsätzlich verpflichtet die Hannover Rück ihre Hauptlieferanten und Subunternehmer auf die Entsprechung der in dem Verhaltenskodex für Lieferanten der Hannover Rück festgelegten Minimalstandards. Das Lieferantenmanagement am Standort Hannover sieht daher in anlassbezogenen Abständen eine Bewertung der Lieferanten vor. Auf der Basis von Selbstauskünften und mithilfe eines anwendungsgestützten Verfahrens werden die Lieferanten bewertet und im Falle einer kritischen Einschätzung in einer Umwelt-, Sozial- und Governance-Risikokategorie (ESG-Risikokategorie) einer Negativliste zugeordnet, was zur Folge hat, dass keine weitere Beauftragung mehr erfolgt. UmweltbelangeKlimawandelFür uns als weltweit agierenden Versicherungskonzern stellt der Klimawandel einen wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekt dar, der sich umfassend auf die gesamte Geschäftstätigkeit auswirkt. Daher ist wirksamer Klimaschutz für unsere Nachhaltigkeitsagenda grundlegend. Wir bekennen uns zum Transformationsprozess mit dem Ziel einer emissionsärmeren Wirtschaft und streben an, unseren Beitrag dazu über die drei Elemente Kapitalanlage, Risikozeichnung sowie Umweltmanagement zu leisten und stetig auszubauen. Aufgrund der Vielschichtigkeit der aus dem Klimawandel resultierenden Herausforderungen findet im Talanx Konzern zwischen den verschiedenen Abteilungen regelmäßig und auch anlassbezogen ein Austausch statt (siehe hierzu Abschnitt "Nachhaltigkeitsstrategie und -Governance" auf Seite 59 ff. der nichtfinanziellen Konzernerklärung). Hervorzuheben sind dabei insbesondere die beiden Gremien "Responsible Investment Committee" (RIC) und "Responsible Underwriting Committee" (RUC), die die Operationalisierung der Talanx Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen. Die Herausforderungen des Klimawandels betreffen übergreifend den gesamten Talanx Konzern. Klimaaspekte können potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation des Unternehmens haben. Da der Klimawandel auf verschiedene nichtfinanzielle Aspekte einwirkt, wird für die Darstellung von Zielen und Maßnahmen auf die entsprechenden Abschnitte der nichtfinanziellen Konzernerklärung verwiesen. Im Berichtsjahr hat der Talanx Vorstand übergeordnet das strategische Ziel formuliert, ab dem Geschäftsjahr 2019 an den deutschen Unternehmensstandorten CO2-neutral zu wirtschaften. Nach der erstmaligen Ermittlung des Corporate Carbon Footprints in Deutschland und der bereits erfolgten Kompensation von rund 31.000 Tonnen unvermeidbarer CO2-Emissionen mittels zweier hochwertiger Kompensationsprojekte in Uganda (Aufforstung; VCS & CCBS-Projekt) und Brasilien (nachhaltige Forstwirtschaft; VCS & CCBS-Projekt) haben wir dieses Nachhaltigkeitsziel erreicht. Talanx folgt dem Prinzip, Treibhausgase in erster Linie zu vermeiden, dann zu reduzieren und erst im dritten Schritt zu kompensieren. Betrieblicher UmweltschutzDer Talanx Konzern verursacht als Dienstleister vergleichsweise geringe umweltbezogene Auswirkungen. Sie entstehen in erster Linie durch unsere Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen und sich täglich auf den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause begeben. Gleichwohl ist der Konzern bestrebt, die negativen ökologischen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit so gering wie möglich zu halten. Um unser Tagesgeschäft und den Einkauf nachhaltigkeitsorientiert sowie kosteneffizient zu gestalten, setzt der Talanx Konzern auf einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Dies gilt insbesondere beim Verbrauch von Energie und Wasser sowie von Materialien. Talanx verfolgt das Ziel den Emissionsausstoß und den Energieverbrauch zu reduzieren, dieses Ziel wird fortlaufend überprüft. Darüber hinaus führen wir Energieaudits nach DIN EN 16247 in Übereinstimmung mit dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) durch. Unsere Beteiligung am Kooperationsprojekt ÖKOPROFIT im Jahr 2018 nutzen wir gezielt für eine Bestandsaufnahme, Schwachstellenanalyse und für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen im Bereich des innerbetrieblichen Umweltmanagements. In unsere Bewertung und Überprüfungen fließen zudem auch die Ergebnisse von ESG-Ratings ein. ZIELE UND MASSNAHMEN: "BETRIEBLICHER UMWELTSCHUTZ"scroll
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 bezieht der Talanx Konzern für seine Standorte in Deutschland Grünstrom. Die Herkunft des Stroms entspricht den Anforderungen des Ökostromlabels RenewablePLUS. Das für die Talanx ausgestellte Zertifikat ist gültig für Lieferungen im Umfang von 24.408 MWh im Jahr 2019. Unser Konzern unterstützt seine Mitarbeiter bei der umweltschonenden Anreise zum Arbeitsplatz, indem er an verschiedenen Standorten in Deutschland Vergünstigungen für den öffentlichen Nahverkehr ermöglicht. Die Anzahl von konzerninternen Dienstreisen wollen wir reduzieren, indem wir verstärkt auf den Einsatz von Videokonferenzen setzen. Der Aspekt des Materialverbrauchs betrifft den Talanx Konzern als Unternehmen, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, vor allem mit Blick auf die Verwendung von Papier. Weitere Materialien benötigen wir für den Produktionsprozess von Versicherungsschutz und weiteren Dienstleistungen nicht im wesentlichen Umfang. Bei der Papierbeschaffung achten wir auf verschiedene Nachhaltigkeitssiegel. Auch der Energieverbrauch unserer nationalen und internationalen Standorte wird kontinuierlich optimiert. Es wird vermehrt mit Zeitschaltprogrammen und Präsenzmeldern in Büros gearbeitet und die Installation von LED-Beleuchtung in den Gebäuden ausgeweitet. Bereits im Jahr 2012 hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück mit der Einführung eines nach DIN EN ISO 14001 zertifizierten Umweltmanagementsystems am Standort Hannover Standardprozesse für den Umweltschutz etabliert und in ihrem Umweltprogramm konkrete Maßnahmen definiert. Seitdem wird das Umweltmanagementsystem jährlich zertifiziert; seit 2016 gemäß der revidierten Norm DIN EN ISO 14001:2015. Darüber hinaus veröffentlicht die Hannover Rück seit 2016 jährlich eine validierte EMAS-III-Umwelterklärung. Corporate GovernanceErklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht 1Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGBEntsprechenserklärung nach § 161 AktGVorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex wie folgt abgegeben: Der Deutsche Corporate Governance Kodex ("DCGK") stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften dar und enthält sowohl international als auch national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ziel des Kodex ist es, das Vertrauen von Investoren, Kunden, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in die deutsche Unternehmensführung zu fördern. § 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, dass den vom Bundesministerium der Justiz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen aus welchen Gründen nicht angewendet wurden oder werden (sogenannte Entsprechenserklärung). Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG seit der zuletzt abgegebenen Entsprechenserklärung vom 9. November 2018 bei der Umsetzung des DCGK in seiner aktuell gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 in den nachfolgenden Punkten von den Kodexempfehlungen abgewichen ist und abweicht; im Übrigen wurde und wird den Empfehlungen des DCGK in seiner aktuell gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 entsprochen. 1. Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK (betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütungsteile in Vorstandsverträgen)Die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands wird zum Teil in Form von Talanx Share Awards gewährt. Die maximale Anzahl der gewährten Share Awards bei der Zuteilung hängt von der Gesamthöhe der variablen Vergütung ab, die der Höhe nach begrenzt ist (sogenannter Cap), d. h., die Zuteilung von Share Awards unterliegt der Höchstgrenze. Die Share Awards unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist. Dadurch nehmen die Vorstandsmitglieder während dieses Zeitraums an positiven wie auch negativen Entwicklungen der Gesellschaft, wie sie sich im Aktienkurs widerspiegeln, teil. Nach Ablauf der Sperrfrist wird der Gegenwert der Share Awards an die Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich nach dem zum Auszahlungszeitpunkt gültigen Aktienkurs der Talanx Aktie zuzüglich eines Betrages in Höhe der insgesamt während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividende je Aktie. Damit folgen die Share Awards der wirtschaftlichen Entwicklung der Talanx Aktie. Der sich aus der Gewährung der Share Awards ergebende Betrag der variablen Vergütung ist somit im Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards begrenzt, nicht jedoch noch einmal im Zeitpunkt der Auszahlung. Eine weitere Begrenzung des aus der Gewährung der Share Awards resultierenden Betrags der variablen Vergütung im Auszahlungszeitpunkt hält die Gesellschaft vor dem Hintergrund des mit den Share Awards angestrebten Gleichlaufs der Interessen zwischen Aktionären und Mitgliedern des Vorstands der Talanx AG nicht für sinnvoll. Aus Sicht der Gesellschaft handelt es sich bei dem Auszahlungsweg über die Talanx Share Awards wirtschaftlich betrachtet um ein Zwangsinvestment in Talanx Aktien mit vierjähriger Haltefrist. Die Talanx AG erklärt daher formal und höchst vorsorglich ein Abweichen von Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK. 2. Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)Eine vorzeitige Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund kann nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder bei der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung eines Abfindungs-Caps besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim Ausscheiden über den Abfindungs-Cap mitverhandelt wird. Der Spielraum für Verhandlungen über das Ausscheiden wäre zudem bei einem vereinbarten Abfindungs-Cap eingeengt, was insbesondere dann nachteilig sein kann, wenn Unklarheit über das Vorliegen eines wichtigen Grunds für die Abberufung besteht. Es liegt deshalb nach Auffassung der Talanx AG im Interesse der Gesellschaft, von der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 DCGK abzuweichen. 3. Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 2, 3 DCGK (Vorsitz im Prüfungsausschuss)Der derzeitige Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Gesamtaufsichtsrats. Bis zu seiner Bestellung zum Aufsichtsratsmitglied war er Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft. Seine außerordentlichen Kenntnisse in der Erst- und Rückversicherung sowie seine langjährige Erfahrung in der Führung des Unternehmens und des Konzerns sollen der Talanx AG erhalten bleiben und der Arbeit des Aufsichtsrats in dieser Schlüsselrolle zugutekommen. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Finanzvorstand verfügt er zudem über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren in der Erst- und Rückversicherung. Vor diesem Hintergrund ist er für die Funktion des Ausschussvorsitzenden besonders geeignet. In seinen Funktionen als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats koordiniert er die Arbeit beider Gremien aus einer Hand und kann auf diese Weise die Effizienz ihrer Tätigkeit optimieren. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss wahrzunehmen. Es liegt deshalb im Interesse der Gesellschaft, von den Empfehlungen in Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 2, 3 DCGK abzuweichen. Abgesehen von den vorgenannten Abweichungen wird die Gesellschaft auch künftig allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 entsprechen.
Hannover, den 8. November 2019 Für den, Vorstand Für den Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https://www.talanx.com/corporate-governance/entsprecherklae-rung/2019.aspx. Sie finden dort ebenfalls den aufgrund der Zweitnotierung der Talanx AG an der Warschauer Wertpapierbörse erforderlichen Bericht zum "Code of Best Practice for Warsaw Stock Exchange Listed Companies". Zielgrößen gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG; gesetzliche Quote für den Aufsichtsrat gemäß § 96 Absatz 2 AktGDie Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %. Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass in dem Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2022 die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands angestrebt wird. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands gilt eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 %. Corporate-Governance-BerichtVorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst (https://www.talanx.com/corporate-governance.aspx). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen; denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. UnternehmensverfassungGute Corporate Governance ist für die Talanx AG und die Talanx Gruppe unverzichtbar für die Erreichung ihres Ziels, eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erreichen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter identifizieren sich mit den beschlossenen Corporate-Governance-Grundsätzen, die sich am DCGK orientieren. Dem steht auch nicht entgegen, dass im Berichtsjahr erneut Empfehlungen des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den börsennotierten deutschen Unternehmen ein. Die Talanx AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht. Sie hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Die Aufgaben und Befugnisse dieser Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Gesellschaft sowie den Geschäftsordnungen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. VorstandDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 6 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx AG" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:
Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. AufsichtsratDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 7 des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für die Bestellung von Abschlussprüfern vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer. Er befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und nimmt im Übrigen seine Rechte und Pflichten im Rahmen des durch die EU-Audit-Reform erweiterten Aufgabenspektrums wahr. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie deren Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens fünf von der Gesellschaft und vom Vorstand unabhängigen Mitgliedern sowie mindestens zwei vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen; die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind dabei nicht berücksichtigt. Diversitätskonzept - Ziele für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Stand der UmsetzungDie Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils eine davon ist Mitglied des Nominierungsausschusses, des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Auf Ebene des Vorstands wird angestrebt, bis zum Juni 2022 mindestens eine Frau zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft zu bestellen. Der Aufsichtsrat soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Dabei soll insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten. Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. Vergütung von Vorstand und AufsichtsratEine ausführliche Darstellung zu der Struktur der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Geschäftsleitern und Führungskräften findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 84 ff. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors' Dealings)Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Generalbevollmächtigte der Talanx AG und die zu diesen in enger Beziehung stehenden Personen sind gesetzlich verpflichtet, den Erwerb oder die Veräußerung von Aktien der Talanx AG oder damit verbundenen Finanzinstrumenten offenzulegen, sofern der Wert der Geschäfte im Kalenderjahr 5.000 EUR erreicht oder übersteigt. Die Talanx AG stellt diesbezüglich nicht nur die Einhaltung der nach Artikel 19 Absatz 2 und 3 Marktmissbrauchsverordnung erforderlichen Mitteilungen und Veröffentlichungen sicher, sondern veröffentlicht Directors' Dealings auch auf ihrer Internetseite. Anteilsbesitz von Vorstand und AufsichtsratDer Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der Talanx AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten betrug am 31. Dezember 2019 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. ComplianceCompliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird. Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Diesem Umstand wird Rechnung getragen, indem der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung, die maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit im kommenden Jahr ist. Ein weiterer Sockel eines Compliance-Management-Systems ist das Compliance-Regelwerk. An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex. Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns. Gleichzeitig enthält er die hohen ethischen und rechtlichen Standards, nach denen der Konzern sein Handeln weltweit ausrichtet. Der Verhaltenskodex ist auf der Internetseite abrufbar. Jeder Mitarbeiter im Konzern hat dafür Sorge zu tragen, dass sein Handeln mit diesem Kodex und den für seinen Arbeitsbereich geltenden Gesetzen, Richtlinien und Anweisungen im Einklang steht. Die Compliance-Richtlinie konkretisiert die im Kodex enthaltenen Inhalte und setzt Mindestvorgaben für die Compliance-Kernthemen. Sie wird in themen- und geschäftsbereichsspezifischen Anweisungen konkretisiert. Im Ergebnis steht somit allen Mitarbeitern ein auf die konkreten Bedürfnisse ihres Arbeitsalltags zugeschnittenes Leitlinienset zur Verfügung, um sie in ihrem rechtmäßigen und integren Verhalten zu unterstützen. Daneben wurde das Compliance-Regelwerk im Berichtsjahr durch einen Verhaltenskodex für Geschäftspartner ergänzt, wodurch die Prozesse der Geschäftspartnerprüfung geschärft und ein weiteres Bekenntnis der Talanx zu verantwortungsbewusstem Handeln gesetzt wurde. Die Mitarbeiter wurden im Berichtsjahr für die im Compliance-Regelwerk enthaltenen Leitplanken und Vorgaben durch verschiedene Kommunikationsmaßnahmen und Schulungen sensibilisiert, die auf ein zielgruppenfokussiertes Kommunikations- und Schulungskonzept aufbaut. Die Compliance-Organisation der Talanx besteht personell aus dem Chief Compliance Officer und weiteren Compliance Officern, die für die einzelnen Geschäftsbereiche des Talanx Konzerns (mit Ausnahme des Teilkonzerns Hannover Rück sowie der HDI Global Specialty SE, die jeweils über eine eigene Compliance-Organisation verfügen, die in einem engen Austausch mit dem Compliance-Bereich der Talanx stehen) zuständig sind. In den dezentralen Konzerneinheiten des In- und Auslands sind Compliance-Beauftragte ernannt, die für die lokalen Mitarbeiter erster Ansprechpartner in Compliance-Fragen sind. Als weiteres Element zur Sicherstellung einer konzernweiten Compliance gibt es ein über die Talanx Internetseite weltweit erreichbares Hinweisgebersystem, über das Mitarbeiter und Dritte wesentliche Verstöße gegen Gesetze und Verhaltensregeln auch anonym melden können. Hinweisen auf Rechtsverstößen und Fehlverhalten wird konsequent zur Wahrung der Compliance-Kultur und im Interesse aller Stakeholder nachgegangen. Daneben bekennt sich die Talanx durch ihre Mitgliedschaft in Compliance-Vereinigungen, die sich für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg durch eine robuste Compliance-Organisation einsetzen, zur Bedeutung von Compliance für die Gruppe. Hier sind insbesondere auf nationaler Ebene das Deutsche Institut für Compliance e. V. (DICO) und auf internationaler Ebene das versicherungsspezifische Chief-Compliance-Officer-Forum (CCO-Forum) zu nennen. Neben der Identifizierung gemeinsamer Standpunkte und Impulse zur Entwicklung von Best-Practice-Lösungen entsteht durch diese Mitgliedschaften auch die Möglichkeit, Entwicklungen im regulatorischen Umfeld von Compliance frühzeitig zu erkennen und zu würdigen. Der Vorstand legt dem Finanz- und Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor, in dem die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt werden. Übernahmerelevante Angaben und ErläuterungenZusammensetzung des gezeichneten KapitalsDie Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17, erläutert. Hierunter finden sich auch die Ausführungen zu dem Erwerb eigener Anteile. Stimmrechts- und ÜbertragungsbeschränkungenIn den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien. Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDer HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenEs gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am KapitalEs sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Absatz 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über SatzungsänderungenDie Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für weitere höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenDie Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Mai 2017 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 10. Mai 2022, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 126.398.821,25 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 31.599.700 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.998.521,25 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR -nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-KlauselnNach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Vertriebsvereinbarungen mit der DB Firmen und Privatkundenbank AG (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Postbank AG) sowie mit ihren Postbank-Vertriebstöchtern auf Grundlage der Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines ÜbernahmeangebotsEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. VergütungsberichtIm Vergütungsbericht werden die Grundzüge der Vergütungsstruktur für den Vorstand der Talanx AG sowie die Höhe der Vergütung des Vorstands und die maßgeblichen Kriterien für ihre Festlegung dargestellt und erläutert. Die Darstellung umfasst die Vergütung für den Vorstand im Geschäftsjahr 2019 aus der Tätigkeit der Vorstandsmitglieder für die Talanx AG und die mit ihr konsolidierten Unternehmen. Außerdem werden die Struktur und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der Talanx AG sowie die wesentlichen Grundzüge der Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands dargestellt. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der für das Geschäftsjahr 2019 gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 und beinhaltet Angaben, die nach den Erfordernissen des IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" Bestandteil des Anhangs zum Konzernjahresabschluss 2019 sind. Nach deutschem Handelsrecht beinhalten die Angaben ebenfalls Pflichtangaben des Anhangs (§ 314 HGB) bzw. des Lageberichts (§ 315 HGB), die insgesamt in diesem Vergütungsbericht erläutert und im Anhang zusätzlich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben summarisch zusammengefasst dargestellt werden. Die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie die Regelungen des Artikels 275 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) werden beachtet. Ergänzend haben wir die konkretisierenden Vorschriften des DRS 17 (geändert 2010) "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" berücksichtigt. Ein unabhängiges Gutachten bestätigt, dass das Vergütungssystem den Anforderungen des Artikels 275 Delegierte Verordnung (EU) 2015/35 an eine geschäfts- und strategiekonforme sowie risikoadjustierte Vergütungspolitik entspricht. Vergütung des VorstandsDie Festlegung der Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überprüft und erörtert die Vergütungsstruktur und die Angemessenheit der Vergütung in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich. VORSTANDSVERGÜTUNGSMODELL AB 1. JANUAR 2011![]()
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Vorstandsvorsitzender/Finanzvorstand: 70 % Konzernergebnis, 30 % individuelle Performance
(persönliche Ziele), Geschäftsbereichsverantwortliche: 40 % Konzernergebnis, 40 %
Geschäftsbereichsergebnis, 20 % individuelle Performance (persönliche Ziele) Struktur der VorstandsvergütungDas Vergütungssystem für den Vorstand hat das Ziel, die Vorstandsmitglieder angemessen zu vergüten. Die Vorstandsvergütung orientiert sich an der Größe und Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage, dem Erfolg und seinen Zukunftsaussichten sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Einbeziehung des Vergleichsumfeldes (horizontal) und der Vergütungsniveaus, die für die Mitarbeiter der Gesellschaft gelten (vertikal). Sie richtet sich darüber hinaus nach den Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen und der Leistung des Gesamtvorstands. Die Vergütung ist insgesamt so ausgestaltet, dass sie sowohl positive als auch negative Entwicklungen berücksichtigt, marktgerecht und wettbewerbsfähig bemessen ist und einer nachhaltigen, langfristigen Unternehmensentwicklung Rechnung trägt. Die Vergütung des Vorstands teilt sich in eine jährliche Festvergütung und eine variable Vergütung mit mehrjähriger Bemessungsgrundlage auf. Der Anteil der variablen Vergütung an der Gesamtvergütung ist individuell unterschiedlich und bewegt sich bei einer Zielerreichung von 100 % in einer Bandbreite von 55 % bis 75 %. FestvergütungDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. Die Höhe der Festvergütung gilt für den gesamten Bestellungszeitraum. Sachbezüge/NebenleistungenDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Die Sachbezüge und Nebenleistungen werden für den Ausweis im Geschäftsbericht nach Aufwand bewertet. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Haftpflicht-, Unfall- und Reisegepäckversicherung). Variable VergütungDie Höhe der variablen Vergütung hängt von bestimmten definierten Ergebnissen und der Erreichung bestimmter Zielvorgaben ab. Die Zielvorgaben variieren je nach Funktion des betreffenden Vorstandsmitglieds. Die variable Vergütung besteht aus einem sogenannten Konzernbonus und einem Individualbonus sowie - bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen bestimmten Geschäftsbereich - einem sogenannten Geschäftsbereichsbonus. Der Anteil der jeweiligen Bestandteile an der gesamten variablen Vergütung wird für jedes Vorstandsmitglied individuell unter Berücksichtigung der wahrgenommenen Funktion bestimmt. KonzernbonusAls Konzernbonus wird ein individuell bestimmter und im Dienstvertrag festgelegter Betrag je 0,1 Prozentpunkte vergütet, um den die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) der letzten drei Geschäftsjahre den risikofreien Zinssatz übersteigt. Liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite unter dem risikofreien Zinssatz bzw. ist sie negativ, führt dies je 0,1 Prozentpunkte Unterschreitung zu einem entsprechenden Malusbetrag. Der zugrunde gelegte risikofreie Zinssatz ist der durchschnittliche Marktzins der vergangenen fünf Jahre für zehnjährige deutsche Staatsanleihen, wobei der Durchschnitt auf Grundlage des jeweiligen Zinssatzes jährlich zum Jahresende berechnet wird. Es erfolgt eine jährliche Anpassung des zugrunde gelegten risikofreien Zinssatzes (für 2019: 0,28 %). Der Höchstbetrag des Konzernbonus beläuft sich auf das Doppelte des bei Erreichen der Kalkulationsgrundlage gewährten Betrags und der maximale Malusbetrag auf -100 %. GeschäftsbereichsbonusFür die Bemessung des Geschäftsbereichsbonus für die Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International werden folgende Kriterien im Vergleich zu den Zielwerten für die jeweiligen Geschäftsbereiche herangezogen: Bruttoprämienwachstum, kombinierte Netto-Schaden-/Kostenquote in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Entwicklung des Neugeschäftswerts in der Lebensversicherung, EBIT-Marge, Eigenkapitalrendite sowie Ergebnisabführung/Dividende an die Talanx AG. Die Festsetzung des Geschäftsbereichsbonus erfolgt durch den Aufsichtsrat auf Basis des jeweiligen Zielerreichungsgrades in diesen Kriterien nach pflichtgemäßem Ermessen. Es wird die durchschnittliche Zielerreichung der letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt. Bei vollständiger Zielerreichung wird der für eine Zielerfüllung von 100 % individuell festgelegte Betrag gewährt. Über- bzw. Untererfüllung der festgelegten Zielwerte führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Der höchste Geschäftsbereichsbonus beläuft sich auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung, der geringste auf einen Malus, der einer Zielerreichung von -100 % entspricht. IndividualbonusFerner werden für das betreffende Vorstandsmitglied jährlich individuelle im Folgejahr zu erreichende qualitative und gegebenenfalls auch quantitative persönliche Ziele festgelegt. Kriterien hierfür können der individuelle Beitrag des Vorstandsmitglieds zum Gesamtergebnis, seine Führungs-, Innovations- und unternehmerische Kompetenz sowie andere quantitative oder qualitative persönliche Ziele sein, insbesondere unter Berücksichtigung der sich aus dem von ihm verantworteten Ressort ergebenden Spezifika. Die Bestimmung des Grades der Zielerreichung erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Der Betrag für eine Zielerfüllung von 100 % wird individuell festgelegt. Über- bzw. Untererfüllung führen zu Zu- bzw. Abschlägen. Es kann ein an der persönlichen Gesamtleistung des Vorstandsmitglieds orientierter allgemeiner Leistungsbonus im Rahmen des Individualbonus nach pflichtgemäßem Ermessen vom Aufsichtsrat festgelegt werden. Der geringste Individualbonus beläuft sich auf 0 EUR, der höchste auf das Doppelte des Bonus bei vollständiger Zielerfüllung. Gesamthöhe der variablen VergütungDie Gesamthöhe der variablen Vergütung ergibt sich durch Addition der Werte für die einzelnen Vergütungskomponenten. Erhält man als Folge der Addition der Einzelbeträge einen Negativbetrag, beträgt die variable Vergütung null (d. h., es gibt keine negative variable Vergütung). Ein Negativbetrag der variablen Vergütung wird jedoch bei der Berechnung der Bonusbank berücksichtigt (vgl. nächster Abschnitt "Auszahlung der variablen Vergütung"). Die Festsetzung der Höhe der variablen Vergütung erfolgt in der Sitzung des Aufsichtsrats, in der der Konzernabschluss für das betreffende Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Der Aufsichtsrat befindet regelmäßig und in außergewöhnlichen Situationen nach pflichtgemäßem Ermessen darüber, ob Anpassungen bei der variablen Vergütung oder Beschränkungen bei der Auszahlung derselben vorzunehmen sind. BEMESSUNGSGRUNDLAGEN/VORAUSSETZUNGEN FÜR ZAHLUNG DER VARIABLEN VERGÜTUNGscroll
AUSZAHLUNGSMODALITÄTEN DER VARIABLEN GESAMTVERGÜTUNGscroll
Auszahlung der variablen VergütungVon dem Gesamtbetrag der festgesetzten variablen Vergütung wird ein Teilbetrag von 60 % im Monat nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung bar ausgezahlt. Der Restbetrag in Höhe von 40 % des Gesamtbetrags der variablen Vergütung wird zunächst zurückbehalten und erst nach Ablauf eines angemessenen Zurückbehaltungszeitraums ausgezahlt. Der zurückbehaltene Teil wird nach Maßgabe der in den folgenden Abschnitten dargestellten Regelungen je zur Hälfte (d. h. in Höhe von 20 % des Gesamtbetrags der festgesetzten variablen Vergütung) in eine Bonusbank eingestellt bzw. in Form von Share Awards gewährt, um die nachhaltige Wertentwicklung des Unternehmens zu berücksichtigen. BonusbankIn die Bonusbank werden jährlich 20 % der festgesetzten variablen Vergütung eingestellt und zinslos für einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Ist der rechnerisch ermittelte Betrag der variablen Vergütung negativ, wird dieser negative Betrag zu 100 % in die Bonusbank eingestellt. Der Saldo der Bonusbank verringert sich entsprechend. Ein positiver Saldo der Bonusbank wird nach Abzug einer etwaigen Auszahlung in das jeweilige Folgejahr fortgeschrieben, ein negativer Saldo wird nicht in das Folgejahr übertragen. Der jeweils in die Bonusbank eingestellte Betrag wird nach Ablauf von drei Jahren in dem Umfang ausgezahlt, in dem er aus dem dann vorhandenen Saldo - unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr -gedeckt ist. Ein zur Auszahlung anstehender, nicht durch den Saldo der Bonusbank gedeckter Teil der variablen Vergütung verfällt. Share AwardsDer weitere Teilbetrag von 20 % der insgesamt festgesetzten variablen Vergütung wird als aktienbezogene Vergütung in Form sogenannter virtueller Share Awards gewährt. Die Gesamtzahl der gewährten Share Awards richtet sich nach dem Wert je Aktie der Talanx AG im Zeitpunkt der Zuteilung. Der Wert je Aktie der Talanx AG bestimmt sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Talanx Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Talanx AG. Die Zuteilung der Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung der Talanx AG oder des Vorstandsmitglieds bedarf. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich durch Division des Gutschriftsbetrags durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie (Cap). Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert einer Talanx Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividenden gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. Bei einem aktiven Vorstandsmitglied werden zusätzlich virtuelle Share Awards gewährt, deren Gesamtzahl sich nach dem Wert je Aktie der Hannover Rück im Zeitpunkt der Zuteilung bestimmt. Der Wert je Aktie der Hannover Rück richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse der Hannover Rück-Aktie in einem Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung der Hannover Rück SE für das abgelaufene Geschäftsjahr (Cap). In diesem Fall wird für je einen Share Award nach Ablauf der Sperrfrist von vier Jahren der auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Hannover Rück-Aktie (Wertermittlung wie bei Zuteilung) zuzüglich eines Betrages in Höhe der Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden. Ein Anspruch des Vorstandsmitglieds auf Lieferung von Aktien besteht nicht. VerwässerungsschutzFür den Fall, dass es während der Laufzeit des Share-Award-Programms zu einer Veränderung des Grundkapitals der Talanx AG oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen kommt, die sich unmittelbar auf das Grundkapital der Gesellschaft oder die Gesamtzahl der von der Talanx AG ausgegebenen Aktien auswirken, und dies eine Wertveränderung der Share Awards von kumulativ 10 % oder mehr zur Folge hat, wird die Anzahl der Share Awards oder die Methode der Wertermittlung der einzelnen Share Awards durch den Aufsichtsrat angepasst, um die durch die Strukturmaßnahme entstehende Wertveränderung der Share Awards auszugleichen. Fortzahlung bei ArbeitsunfähigkeitBei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit wird das Jahresfestgehalt in unveränderter Höhe weiter gewährt, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Wird das Vorstandsmitglied während der Laufzeit des Dienstvertrags dauernd arbeitsunfähig, endet der Dienstvertrag mit dem Ende des sechsten Monats, nach dem die dauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden ist, spätestens jedoch mit dem Ende des Dienstvertrags. Dauernde Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn das Vorstandsmitglied voraussichtlich auf Dauer nicht in der Lage ist, die ihm übertragenen Aufgaben uneingeschränkt zu erfüllen. Vorzeitige Beendigung der VorstandstätigkeitBei Eigenkündigung, Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund durch die Gesellschaft oder wenn ein Angebot auf Vertragsverlängerung zu gleichen oder besseren Bedingungen abgelehnt wird (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), verfallen alle Rechte auf Auszahlung der Bestände aus der Bonusbank bzw. der Share Awards. Endet das Vertragsverhältnis vor Ende der Sperrfrist der Bonusbank bzw. Share Awards regulär, ohne dass ein Angebot auf Vertragsverlängerung erfolgt, so behält das Vorstandsmitglied seine Ansprüche auf Auszahlung aus der Bonusbank bzw. der bereits zugeteilten Share Awards. Ein Anspruch auf Einstellung von Beträgen in die Bonusbank bzw. auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalls oder Todesfalls hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Vorstandsmitglieds erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Vorstandsmitglieder nicht vorgesehen. Die in den Dienstverträgen enthaltenen Regelungen zur vorzeitigen Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Dienstvertrags sehen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung eines sogenannten Übergangsgeldes vor, das sich nach dem für das Ruhegehalt erreichten Prozentsatz der Festbezüge errechnet. Es besteht in der Regel eine Wartezeit von acht Jahren. Anderweitige Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit werden bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres in Höhe von 50 % auf das Übergangsgeld angerechnet. Ein Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, wie es der Deutsche Corporate Governance Kodex 2017 in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 empfiehlt, ist in den Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft nicht enthalten. Wir verweisen diesbezüglich sowie hinsichtlich der in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex empfohlenen betragsmäßigen Höchstgrenzen der Vergütung und ihrer variablen Vergütungsteile auf unsere Ausführungen in der Entsprechenserklärung in der Rubrik "Erklärung zur Unternehmensführung", Seite 78 ff. in diesem Konzerngeschäftsbericht. Nebentätigkeiten der VorstandsmitgliederDie Vorstandsmitglieder benötigen zur Aufnahme von Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. Damit ist gewährleistet, dass weder die dafür gewährte Vergütung noch der zeitliche Aufwand zu einem Konflikt mit den Vorstandsaufgaben führt. Handelt es sich bei den Nebentätigkeiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleichbaren Kontrollgremien, sind diese im Geschäftsbericht der Talanx AG aufgeführt. Die Vergütungen für Mandate in Konzerngesellschaften und gesellschaftsgebundene Mandate werden auf die auszuzahlende variable Vergütung angerechnet. Höhe der VorstandsvergütungDie Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Vorstands aus seiner Tätigkeit für die Talanx AG und die mit ihr verbundenen Unternehmen betrugen 12.329 (9.820) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus den in der nachfolgenden Tabelle gemäß DRS 17 dargestellten Komponenten. GESAMTBEZÜGE DES AKTIVEN VORSTANDS GEMÄSS DRS 17 (GEÄNDERT 2010)scroll
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Zum Bilanzstichtag 2019 lag noch kein Organbeschluss über die Höhe der erfolgsabhängigen
Vergütungen für 2019 vor. Der Ausweis erfolgt auf Basis von Schätzungen und der entsprechend
festgelegten Rückstellungen. In der folgenden Tabelle ist der Aufwand für die aktienbasierte Vergütung des aktiven Vorstands dargestellt. Die Tabelle ist unabhängig von der Darstellung der Gesamtbezüge des aktiven Vorstands gemäß DRS 17 zu sehen. GESAMTAUFWAND FÜR DIE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG DES AKTIVEN VORSTANDSscroll
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Der Aufwand für Share Awards wird im jeweiligen Geschäftsjahr anteilig in Abhängigkeit
von der individuellen Restlaufzeit des Dienstvertrags erfasst Betriebliche AltersversorgungDie Dienstverträge von zwei aktiven Vorstandsmitgliedern beinhalten Zusagen auf ein jährliches Ruhegehalt, das sich als Prozentsatz der festen jährlichen Bezüge errechnet (leistungsorientiertes System). Das vereinbarte Maximalruhegehalt beträgt 50 % des monatlich zahlbaren festen Gehaltsbezugs bei vertragsgemäßem Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. In Verbindung mit der ab dem Geschäftsjahr 2011 geltenden Vergütungsstruktur wurde ein nicht ruhegehaltsfähiger Festvergütungsbestandteil eingeführt. Für vier aktive Vorstandsmitglieder besteht eine Zusage, die auf einem beitragsorientierten System beruht. Danach wird eine lebenslange Altersrente gewährt, wenn das Vorstandsmitglied das 65. Lebensjahr vollendet hat und aus der Gesellschaft ausgeschieden ist. Die Höhe der monatlichen Altersrente berechnet sich nach dem Stichtagsalter (Jahr des Stichtags abzüglich Geburtsjahr) und dem Finanzierungsbeitrag am Stichtag. Der jährliche Finanzierungsbeitrag für diese Verträge wird in Höhe von 20 % bzw. 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (jährliche Festvergütung) von der Gesellschaft geleistet. In beiden Vertragsvarianten werden unter bestimmten Voraussetzungen anderweitige Einkünfte während des Ruhegeldbezugs anteilig oder vollständig angerechnet (z. B. bei Arbeitsunfähigkeit oder Beendigung des Dienstvertrags vor dem 65. Lebensjahr). HinterbliebenenversorgungStirbt das Vorstandsmitglied während der Dauer des Dienstvertrags, hat der überlebende Ehepartner, ersatzweise die anspruchsberechtigten Kinder, Anspruch auf Fortzahlung des monatlichen Festgehalts für den Sterbemonat und die sechs folgenden Monate, längstens bis zur Beendigung des Dienstvertrags. Stirbt das Vorstandsmitglied nach Beginn der Ruhegeldzahlung, wird dem überlebenden Ehepartner und ersatzweise den unterhaltsberechtigten Kindern für den Sterbemonat und die folgenden sechs Monate das Ruhegehalt fortgezahlt. Das Witwengeld beträgt 60 % des Ruhegehalts, das das Vorstandsmitglied bezogen hat oder bezogen hätte, wenn es bis zum Zeitpunkt seines Todes dienstunfähig geworden wäre. Bei Wiederverheiratung entfällt das Witwengeld. Wird diese Ehe durch Tod oder Scheidung aufgelöst, lebt der Anspruch wieder auf. Es sind jedoch alle Pensions-, Renten- und sonstigen Versicherungsleistungen anzurechnen, die aufgrund der neuen Ehe zufließen. Waisengeld wird in Höhe von 15 %, bei Wegfall des Witwengeldes in Höhe von 25 % des Ruhegeldes gewährt, das das Vorstandsmitglied am Todestag bezogen hat oder bezogen hätte, wenn der Pensionsfall aufgrund dauernder Arbeitsunfähigkeit eingetreten wäre. Das Waisengeld wird längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr gezahlt. Einkommen aus einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis wird teilweise angerechnet. AnpassungenFür Anpassungen der Ruhe-, Witwen- und Waisengelder wird der Verbraucherpreisindex für Deutschland (Gesamtindex) herangezogen. Laufende Altersrenten auf Basis der Zusagen nach dem beitragsorientierten System werden jährlich um 1 % ihres letzten (Brutto-)Betrags erhöht. Höhe der AltersversorgungDie Pensionszusagen für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf insgesamt 1.479 (1.784) TEUR. Die Aufwendungen für Altersvorsorge (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag) für die aktiven Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.555 (1.655) TEUR. Diese Angaben sind in der nachfolgenden Tabelle individualisiert dargestellt und erläutert. PENSIONSANWARTSCHAFTEN DES AKTIVEN VORSTANDSscroll
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Wert des vereinbarten jährlichen Ruhegehalts (erreichbare Jahresrente) bei vertragsgemäßem
Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen, für die im Berichtsjahr 8 (8) Einzelzusagen bestanden, beliefen sich auf 2.222 (1.098) TEUR. Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf insgesamt 33.881 (31.517) TEUR. In den folgenden beiden Tabellen werden die den aktiven Mitgliedern des Vorstands gewährten und zugeflossenen Zuwendungen gemäß Ziffer 4.2.5 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex dargestellt. WERT DER GEWÄHRTEN ZUWENDUNGEN FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (1. SPIEGELSTRICH) DCGK 2017scroll
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Zielwert (Wert bei einer Zielerreichung von 100 %) ZUFLUSS IM BZW. FÜR DAS BERICHTSJAHR GEMÄSS ZIFFER 4.2.5 ABSATZ 3 (2. SPIEGELSTRICH) DCGK 2017scroll
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Zufluss (Auszahlungsbetrag) im Berichtsjahr Vergütung des AufsichtsratsDie Vergütung des Aufsichtsrats für die Tätigkeit bei der Talanx AG richtet sich nach § 12 der Satzung der Gesellschaft. Sie wird von der Hauptversammlung der Talanx AG festgelegt. Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 4. Juni 2010 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jährlich eine feste Vergütung (Basisvergütung) sowie eine erfolgsorientierte variable Vergütung, die zugleich dem langfristigen Unternehmenserfolg Rechnung trägt. Um ihrem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand Rechnung zu tragen, erhalten der Vorsitzende das 2,5-Fache und seine Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütungen. Für das Berichtsjahr beträgt die jährliche Basisvergütung 50.000 EUR pro Aufsichtsratsmitglied. Die Basisvergütung des Vorsitzenden beläuft sich auf 125.000 EUR, die der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden auf jeweils 75.000 EUR. Ferner erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats jährlich eine variable Vergütung von 55 EUR für jede vollständige Million Euro, die das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung gemäß § 113 Absatz 3 AktG (4 % der auf den geringsten Ausgabebetrag der Aktien geleisteten Einlagen) übersteigt (Bemessungsrelation). Der Faktor für den Vorsitzenden beläuft sich auf 138 EUR, der seiner Stellvertreter auf jeweils 83 EUR. Die variable Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist maximiert auf 50.000 EUR, für den Vorsitzenden auf 125.000 EUR und für seine Stellvertreter auf 75.000 EUR. Unterschreitet das durchschnittliche Konzernergebnis nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter der letzten drei Geschäftsjahre die Mindestverzinsung nach § 113 Absatz 3 AktG, so entfällt die variable Vergütung. Durch die Bemessung dieser erfolgsorientierten Vergütungskomponente anhand des durchschnittlichen Konzernergebnisses der letzten drei Geschäftsjahre wird die Ausrichtung der variablen Vergütung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gewährleistet. Für die Mitglieder des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten des Aufsichtsrats wird eine zusätzliche feste Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied festgesetzt. Der Vorsitzende des jeweiligen Ausschusses erhält das Zweifache dieses Betrags. Die Obergrenze der jährlichen Gesamtvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds (einschließlich Mitgliedschaft in den Ausschüssen des Aufsichtsrats) beläuft sich auf das Dreifache der jeweiligen Basisvergütung. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wird für die Teilnahme an Sitzungen des Aufsichtsrats und für die Teilnahme an Sitzungen von Ausschüssen des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 EUR gezahlt. Fallen zwei oder mehrere Sitzungen des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse auf einen Tag, so wird insgesamt nur ein Sitzungsgeld gezahlt. Die auf die Aufsichtsratsvergütungen zu zahlende Umsatzsteuer wird von der Gesellschaft erstattet. Die Gesamtbezüge aller aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats betrugen 2.514 (2.634) TEUR. Sie ergeben sich im Einzelnen aus der nachfolgenden Tabelle. INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 1scroll
INDIVIDUELLE VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS 1scroll
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Beträge ohne erstattete USt. Darlehen an Organmitglieder und HaftungsverhältnisseZur Vermeidung von möglichen Interessenkonflikten bedarf die Gewährung von Darlehen der Talanx AG oder der mit ihr verbundenen Unternehmen an Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats sowie ihre Angehörigen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Berichtsjahr wurden keine Darlehen oder Vorschüsse an Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder oder ihre Angehörigen gewährt. Es bestanden keine Haftungsverhältnisse zugunsten dieses Personenkreises. Nach IAS 24 angabepflichtige Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen gab es im Berichtsjahr nicht. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24scroll
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Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr in die Bonusbank einzustellenden
Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung der Mitglieder des Vorstands. Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des KonzernvorstandsDie Vergütungsstrategie des Talanx Konzerns orientiert sich am Ziel der nachhaltigen Wertentwicklung der Gruppe. Die für Konzern-Vorstandsmitglieder beschriebene Vergütungsstruktur gilt deshalb grundsätzlich für Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands mit wesentlichem Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil (sogenannte Risikoträger) gleichermaßen. Die Vergütung der Geschäftsleiter und Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstands, die nicht zu den Risikoträgern gehören, setzt sich schon bisher über alle Geschäftsbereiche hinweg aus einem fixen und einem variablen Anteil zusammen. Durchschnittlich lag der Anteil der variablen Vergütung für das Jahr 2018, die im April 2019 zur Auszahlung gekommen ist, bei 26,5 %. Im Bereich der Erstversicherung und der zugehörigen Konzernfunktionen gilt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 für Risikoträger und Führungskräfte der ersten Berichtsebene ein einheitliches Vergütungssystem. Die Vergütung für diesen Personenkreis setzt sich zusammen aus einer festen Vergütung und einer erfolgs- und leistungsbezogenen Vergütung. Sie ist marktgerecht und wettbewerbsfähig, und sie trägt einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung Rechnung. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 auch für die leitenden Angestellten der zweiten Berichtsebene umgesetzt. Grundlage des leistungsorientierten Vergütungssystems ist das Zielgehalt. Dies bezeichnet das Gesamtbruttojahresgehalt, das bei guter Leistung erzielt wird. Das Zielgehalt setzt sich zusammen aus einem fixen Gehaltsbestandteil sowie einem variablen Vergütungsbestandteil, der von der Verantwortungs- und Funktionsstufe der Stelle abhängt. Die variable Vergütung macht einen Anteil von 20 % oder 30 % des Zielgehalts aus. Die variable Vergütung errechnet sich daraus, in welchem Umfang bestimmte Zielvorgaben in den Bereichen Konzernergebnis, Geschäftsbereichsergebnis und individuelles Ergebnis erreicht wurden. Die genannten drei Zielkategorien für die variable Vergütung werden bei Führungskräften in Geschäftsbereichen der Erstversicherung mit 10 %, 30 % und 60 % gewichtet. In den Konzernfunktionen werden die individuellen Ziele mit 70 % und das Konzernergebnis zu 30 % berücksichtigt. Führungskräfte der ersten Berichtsebene im Vertrieb haben einen durchschnittlichen variablen Gehaltsbestandteil in Höhe von 30 % des Zielgehalts, der sich zu je 10 % auf das Konzernergebnis und das Geschäftsbereichsergebnis bezieht und zu 80 % auf individuelle Ziele. In der Rückversicherung findet seit dem 1. Januar 2012 ein für alle Konzernführungskräfte weltweit einheitliches Vergütungssystem Anwendung. Die Vergütung für Führungskräfte unterhalb des Vorstands (Managementebenen 2 und 3) und für die dem Führungskreis grundsätzlich angehörenden inländischen Schlüsselfunktionsträger besteht neben dem Jahresfestgehalt aus einer variablen Vergütung. Diese setzt sich aus einer kurzfristigen variablen Vergütung, der jährlichen Cash-Tantieme, und einer langfristigen aktienbasierten Vergütung, dem sogenannten Share-Award-Programm, zusammen. Die Bemessung der variablen Vergütung basiert in den Marktbereichen zu 20 % auf dem Konzernergebnis, zu 40 % auf der Zielerreichung im jeweiligen Segment Schaden-Rückversicherung bzw. Personen-Rückversicherung und zu weiteren 40 % auf der individuellen Zielerreichung. Für Führungskräfte mit Verantwortung im Servicebereich richtet sich die variable Vergütung nach dem Konzernergebnis und den individuellen Zielen mit einer entsprechenden Gewichtung von 40 % und 60 %. Der Zielerreichungsgrad für das Konzernergebnis wie auch für die Segmente wird festgelegt. Individuelle Ziele sowie deren Zielerreichung werden zwischen Führungskraft und Vorgesetztem vereinbart. NachtragsberichtEreignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 233, beschrieben. RisikoberichtRisikostrategieDie Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verknüpft. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt:
Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. Das vom Konzern gewählte Sicherheitsniveau für die ökonomische Kapitalbasis stellt sicher, dass auch neu hinzukommende Risiken durch den Konzern getragen werden können. Mit 99,97 % liegt es deutlich über dem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Niveau von 99,5 %. So wie die Konzernstrategie wird auch die Risikostrategie jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert. Talanx Enterprise Risk Model (TERM)TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns konzipiert, d. h. für das Management des Talanx Konzerns. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung umfasst auf Gruppenebene alle Komponenten, inklusive des operationellen Risikos, es handelt sich um ein vollständiges internes Modell. Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit einer Ausnahme mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein. Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt. Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2019 liegen zum Aufstellungszeitpunkt des Abschlusses noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote - vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen - hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2020 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2019. GeschäftsorganisationDie aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert:
Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den - nicht fachlichen -Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand. Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönlicher Merkmale. Risikomanagement-SystemStruktur des Risikomanagement-SystemsDas Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erkennung, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Risk-Management-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich stark an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an. Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein. Das Risikobudget wird konsistent zu dem Limit- und Schwellenwertsystem sowohl für die Gruppe als auch für die Geschäftsbereiche bestimmt. Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche. Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagement-Funktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein. Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess: RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMscroll
Der Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) erfüllt die aufsichtlichen Anforderungen an diese Schlüsselfunktion (unabhängige Risikocontrollingfunktion). Zur weiteren Stärkung des Enterprise Risk Managements ist der CRO der Gruppe seit September auch Mitglied des Vorstands der HDI Service AG. Die Aufbaustruktur sowie die Eskalationsprozesse des Risikomanagement-Systems sind Solvency-II-konform. Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Dem Prinzip "zentrale strategische Rahmensetzung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert. Risikomanagement-Prozess und KommunikationWir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses. Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten. Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von Modellen ein. Im Unterschied zu unserem internen Modell TERM sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserer ISO-Normbasierten Risikomanagement-Philosophie bestimmen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten. RisikoberichterstattungZiel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen. Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation wie auch der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagement-SystemDie zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
Die Finanzberichterstattung muss neben den lokalen Rechnungslegungsstandards den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch gewährleistet konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards und regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher. Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-System mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorangeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird. Der Konzernabschluss der Talanx AG wird zum Bilanzstichtag vom Abschlussprüfer geprüft; der Halbjahresabschluss des Konzerns unterliegt einer prüferischen Durchsicht. RisikoprofilMaßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken:
Versicherungstechnische RisikenDas versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein. Versicherungstechnische Risiken der Schaden/UnfallversicherungReserverisikenDas Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag. Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 30,1 (30,0) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 125 (177) Mio. EUR. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva", Anmerkung 21). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zusätzlich prüfen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE insbesondere Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Anleihen schützen diese Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 710 (622) Mio. EUR mindern. PrämienrisikenDas Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 im Konzernanhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" angegeben. Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Diese zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. Bezüglich der Tätigkeit der Talanx AG als konzerninterner Rückversicherer verweisen wir auf die Kurzfassung des Lageberichts (Seite 54 ff.) SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTENscroll
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SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTENscroll
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Der Rückgang der Schadenquote im Segment Industrieversicherung um 7,4 Prozentpunkte auf 79,9 % resultiert im Wesentlichen - trotz Überschreitung des Erwartungswertes für Großschäden - aus den Effekten des Programms "20/20/20". Dadurch verbesserte sich die Großschaden- als auch die Frequenzschadenquote in der Sparte Feuer. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall ist im Wesentlichen infolge eines profitablen Wachstums und höheren Abwicklungsergebnisses um 2,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Schadenquote des Segments Privat- und Firmenversicherung International liegt mit 65,8 % auf dem Vorjahresniveau. Im Segment Schaden-Rückversicherung hat sich die Schadenquote um 2,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Gründe hierfür waren, wie bereits im Vorjahr, Großschäden oberhalb der Erwartungen und Nachmeldungen für Vorjahresschäden sowie der weiterhin konservative Reservierungsansatz. Insgesamt ist die Schadenquote auf einem stabilen Niveau und beträgt unverändert zum Vorjahr 69,5 %. Die moderate Höhe der Schadenquote in den vergangenen Jahren ist zudem Ausdruck unserer vorsichtigen Zeichnungspolitik und des Erfolgs im aktiven Schadenmanagement. Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden-/Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns. GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO) 1scroll
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Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto, für den Anteil
des Konzerns KonzentrationsrisikenIn der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Das Naturkatastrophenrisiko behandelt als Teil des Prämienrisikos zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) wurde ein einheitliches Global Event Set etabliert. Auf Grundlage der zuletzt ermittelten Werte ergeben sich für die Gruppe in Bezug auf die Netto-Schadenbelastung (Jahres-Gesamtschaden) nachfolgende Kumulszenarien von Naturgefahren: KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, VOR STEUERN 1scroll
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Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren können von den Modellannahmen abweichen. Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab. Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen. Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Für 2019 ergeben sich leichte Überschreitungen des Budgets auf Konzernebene sowie in den Geschäftsbereichen. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr (1.319 [1.244] Mio. EUR) beinhaltet u. a. Schäden aus dem Hurrikan "Dorian" in den USA mit einem Net-to-Schaden in Höhe von 213 Mio. EUR und dem Taifun "Hagibis" in Japan mit einem Netto-Schaden in Höhe von 197 Mio. EUR. Die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) wie folgt: RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE 1scroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Die Prämien in der Schaden-/Unfall-Erstversicherung verteilen sich nach Versicherungsarten wie folgt: PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN 1scroll
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Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Versicherungstechnische Risiken der LebensversicherungTypische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden. Der Grad des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Sie zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt: SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTENscroll
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Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-ErstversicherungBiometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein. Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden. Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen. Ihre Berechnung beruht u. a. auf Annahmen hinsichtlich der Entwicklung biometrischer Daten wie Sterblichkeit oder Berufsunfähigkeit. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen. Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite. Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen. Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands. Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist: BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNGscroll
Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. So hat eine gegenüber der Erwartung geringere Sterblichkeit einen positiven Einfluss auf Produkte mit überwiegendem Todesfall- bzw. Invaliditätsrisiko und einen negativen Einfluss auf Produkte mit Langlebigkeitsrisiko mit Auswirkungen auf die Basiseigenmittel. Die Sensitivitäten enthalten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen. Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus KapitalanlagenBei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir zwischen fondsgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fondsgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,9 (0,9) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2019 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,78 (1,95) %. Das Zinsgarantierisiko stellt auch das dominierende Konzentrationsrisiko dar. Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge vollständig fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig etwas kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Für den Gesamtkonzern beträgt die Duration (Macaulay-Duration) für die festverzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivate) per 31. Dezember 2019 8,2 (8,1) Jahre und die durchschnittliche Restlaufzeit der Brutto-Schadenreserven inklusive der Brutto-Deckungsrückstellungen 9,3 (9,5) Jahre. Bezieht man zusätzlich die erwartete zukünftige Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien ein, erhöht sich die Duration (Macaulay-Duration) der Verbindlichkeiten auf 12,2 (12,0) Jahre. 1 Durch das in beiden Fällen ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-II-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen und die Basiseigenmittel überschätzen. Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen" dargestellt. Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumen angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Zur Ungültigkeit der Ausschlussfristen des Widerspruchs- bzw. Rücktrittsrechts bei zwischen 1994 bis 2007 im Policen- bzw. Antragsmodell abgeschlossenen Verträgen mit nicht ordnungsgemäßen Belehrungen verbleiben weiterhin offene Fragen zu konkreten Rechtsfolgen. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering. Versicherungstechnische Risiken in der Personen-RückversicherungFür die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Über Qualitätssicherungsmaßnahmen stellen wir sicher, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen genügen. Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Rahmen-Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich daraufhin überprüft, dass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Rahmen-Zeichnungsrichtlinien strukturiert und regelmäßig überwachen, reduzieren wir das Kreditrisiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäft und der Übernahme von internationalen Beständen erfolgen die Überprüfungen in der Regel besonders umfassend. Wir vertrauen auf das Know-how unserer Underwriter und räumen ihnen abgestufte Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Dort wird das Risikoprofil von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert, da in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes Personen-Rückversicherungsportefeuille aus den USA übernommen. Die tatsächliche Sterblichkeitserfahrung für das fragliche Portefeuille zeigte sich 2019 besser als zuletzt erwartet. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit beobachten wir fortlaufend. Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Ebenso kann es in wenigen verbleibenden Einzelfällen zu einmaligen Belastungen des IFRS-Ergebnisses kommen, sofern die von Ratenanpassungen betroffenen Zedenten von ihrem Rückzugsrecht Gebrauch machen. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNGscroll
Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sindVersicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten:
Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind (Vgl. auch "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" unter der Anmerkung 13 im Konzernanhang.). Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem VersicherungsgeschäftForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Die Folge bei Eintritt wären Wertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen. Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir unter anderem Informationen externer Ratingagenturen heran. Angaben zu ausstehenden Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre finden sich im Konzernanhang unter Anmerkung 14. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 8,5 (8,5) Mrd. EUR. Diesem Wert stehen neben Bürgschaften auch - als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene - Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 2,9 (3,1) Mrd. EUR gegenüber. Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 5,6 (5,4) Mrd. EUR. Es ergibt sich folgende Ratingstruktur: ANTEILE DER RÜCKVERSICHERER AN DEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGEN NACH RATINGKLASSEN![]() 2019/2018 Innerhalb des unbesicherten Bestands sind 81 (84) % unserer Rückversicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen - stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Sicherheiten (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Sicherheiten verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich die versicherungstechnischen Rückstellungen in gleichem Maß. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -888 (13) Mio. EUR. Risiken aus KapitalanlagenDas Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können. Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet:
Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus. Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden. Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio des Talanx Konzerns nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss: PORTFOLIO DES TALANX KONZERNS NACH WÄHRUNGEN, ANLAGEKLASSEN UND RATINGS![]() Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 75 (79) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar. Auf Staatsanleihen entfallen 46 (46) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM - im Gegensatz zur Solvency-II-Standardformel - als ausfallrisikobehaftet. Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken einzustufen. Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst. Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2019 betrug 1.786 (1.531) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,4 (1,3) %der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die ALM-VaR-Quote nahezu unverändert. Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenario-Analysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die nachstehende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen (brutto) zum Bilanzstichtag. Bei den gezeigten Effekten nicht berücksichtigt werden die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Einschluss dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAGscroll
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Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung) Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab,
In geringem Umfang werden im Konzern auch OTC-Derivate eingesetzt, die ein Kontrahentenrisiko mit sich bringen. Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Der Einsatz derivativer Produkte wird durch interne Richtlinien geregelt. Die Richtlinien sollen einen möglichst effizienten und risikoarmen Einsatz von Vorkäufen, derivativen Finanzinstrumenten und strukturierten Produkten gewährleisten und sicherstellen, dass die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Dadurch sind dem Einsatz dieser Instrumente sehr enge Grenzen gesetzt. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend; Derivatpositionen und -transaktionen führen wir im Reporting detailliert auf. Durch Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 13 im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" des Konzernanhangs entnehmen. KreditrisikenKreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in:
Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten. Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und -Schwellenwertsystem bzw. die Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/ Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im Portfolio sicherstellen. Das Überschreiten von Limits löst festgelegte Eskalationsprozesse aus. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen wie Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder anderer Ratingagenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen und produktübergreifende Rahmenverträge vereinbart, die sowohl Netting- als auch Kollateralleistungen umfassen (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert:
Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Durch diesen Ansatz werden insbesondere Konzentrationseffekte und Abhängigkeiten zwischen den Portfoliobeständen in der Messung des Kreditrisikos erfasst. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2019 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.804 (4.865) Mio. EUR bzw. 4,7 (4,3) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency II hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden. Der Anstieg des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der weiteren internationalen Diversifizierung der Kapitalanlagen mit selektiver Risikonahme. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns. Darüber hinaus wurden die Investments in Infrastruktur weiter ausgebaut, die aufgrund ihrer relativ langen Laufzeiten mit leicht überdurchschnittlichen Risikoanrechnungsfaktoren im Credit VaR Berücksichtigung finden. CREDIT-VAR-STRESSTESTscroll
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des CVaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 5,1 (4,1) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,1 (3,7) %. EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A-scroll
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Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Im Konzern dienen insgesamt 914 (766) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 26 (28) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 701 (647) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen können dem Kapitel "Konsolidierung", Abschnitt "Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen" des Konzernanhangs entnommen werden. Seitens der Hannover Rück SE wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 (1,3) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 96 (121) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können. Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 30. Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva". LiquiditätsrisikoUnter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Die Exponierung hängt dabei von der Höhe der Verpflichtungen ab. So könnten wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Die Bewertung dieses Risikos stützt sich auch stark auf qualitative Analysen. Wir betrachten das Risiko dabei in seiner Gesamtheit als relevant. Eine Risikokonzentration sehen wir nicht. Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen, weil die regelmäßigen Prämieneinnahmen fast ausnahmslos zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten der Schaden/Unfallversicherung zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber. Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv. ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT 1scroll
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Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet. Zur Minderung von Liquiditätsrisiken auf Gruppenebene führen wir regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass die Gruppe jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, welche die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen. Zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage - Unterkapitel Liquidität und Finanzierung" des Konzernlageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und ggf. auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva stehen mit Kreditinstituten vereinbarte LoC-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 3,0 (2,4) Mrd. EUR mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten bis maximal zum Jahr 2023 zur Verfügung. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher nachteiliger Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. Wir gehen davon aus, dass wir auch größeren unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen können. Operationelle RisikenOperationelle Risiken umfassen Verlustrisiken, die sich aus operativem Prozessversagen, unangemessenem Mitarbeiter- oder Entscheidungsverhalten oder nachteiligen Entwicklungen infolge externer Marktereignisse bzw. der Rechtssetzung und Rechtsprechung ergeben. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts zwangsläufig verbunden; sie lassen sich nicht vollständig vermeiden. Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken haben wir die Prozesse im Konzern erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Schlüsselkontrollen versehen. Wir bewerten operationelle Risiken mithilfe von Szenariobetrachtungen und im Rahmen von Expertenbefragungen. Im Folgenden werden die wesentlichen Subkategorien operationeller Risiken und die jeweiligen Maßnahmen zur Begegnung der Risiken dargestellt: Ein Risiko sehen wir im Hinblick auf den Bereich Business Continuity und IT-Service-Continuity. Es ist möglich, dass der Geschäftsbetrieb aufgrund von natürlichen Einflüssen oder menschlichem Fehlverhalten beeinträchtigt wird. Diesem Risiko begegnen wir durch vorbeugende Maßnahmen wie Status-Monitoring zentraler IT-Systeme und redundante Auslegung. Zudem haben wir Instrumente für den Umgang mit Krisensituationen etabliert (z. B. Notfallpläne, Krisenstab auf Gruppenebene). Ein weiteres Risiko besteht im Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieses Risikos ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere operationelle Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Über die Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen. Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen des behördlichen Umgangs mit rechtlichen Grundsatzthemen, im Steuerrecht etwa auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Das BMF hat mit Schreiben vom 17. Juli 2017 etwa eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die zuvor nicht nur üblich waren, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft wurden und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der normalen Kapitalanlage getätigt wurden. Extern eingeholte Gutachten kommen allerdings zum Ergebnis, dass Steuerforderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit die rechtliche Grundlage fehlt und hilfsweise Rückgriffsansprüche gegen Vertragspartner hohe Erfolgsaussicht hätten. Es wurde ein Referentenentwurf des BMF für ein Gesetz zur Deckelung der Abschlussprovisionen von Lebensversicherungen und Restkreditversicherungen veröffentlicht. Er sieht eine Begrenzung der Abschlussprovisionen und Vergütungen von Lebensversicherungen auf max. 2,5 % der auf 35 Jahre begrenzten Bruttobeitragssumme vor. Wenn bestimmte qualitative Merkmale erfüllt sind, kann die Abschlussprovision auf bis zu 4 % der Bruttobeitragssumme angehoben werden. Für die Vermittlung einer Restkreditversicherung ist eine Deckelung der Abschlussprovision auf max. 2,5 % der versicherten Darlehenssumme vorgesehen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Vertrieb der Restkreditversicherungen hätte die geplante gesetzliche Provisionsdeckelung spürbare Auswirkungen auf die betroffenen Konzerngesellschaften. Neben dem Rechtsänderungsrisiko ist der Konzern im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit in gerichtliche und außergerichtliche Verfahren involviert. Der Ausgang solcher Verfahren ist zumeist unsicher. Nach unserer Einschätzung hat keines der Verfahren wesentliche negative Auswirkungen auf die Vermögenslage des Konzerns. Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter und/oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Auch diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen. Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister, die HDI Systeme AG (vormals Talanx Systeme AG), ist nach ISO 27001 - Informationssicherheit - zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Den Risiken von Cyber-Attacken steuert insbesondere der in der Gruppe etablierte IT-Security-Bereich - primär durch technische Maßnahmen - entgegen. Der Konzern fokussiert sich zur Konsolidierung, Flexibilisierung und Verbesserung der Betriebsstabilität der IT-Infrastruktur sowie zur nachhaltigen Senkung der IT-Infrastruktur- und IT-Betriebskosten der Gruppe auf die Einbeziehung von Drittanbietern. Das Zusammenspiel zwischen internen und externen Services, deren Qualität sowie der Leistungsschnitt werden laufend überwacht. Unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken nehmen wir angemessene Anpassungen vor. Auch Outsourcing-Risiken, die nicht IT-spezifisch sind, ordnen wir den operationellen Risiken zu; hierunter verstehen wir das Risiko, das sich aus einer konzerninternen oder -externen (Teil-)Ausgliederung von (Schlüssel-)Funktionen oder von für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts relevanten Tätigkeiten ergibt, die vom Unternehmen auch selbst ausgeübt werden könnten. Diese Risiken sind in den Risikomanagement-Prozessen und dem IKS der Gruppe erfasst. Für das Management ausgegliederter Tätigkeiten existieren spezifische interne Vorgaben und Regelungen. Der ganz überwiegende Teil der durch Tochtergesellschaften eingegangenen Ausgliederungsbeziehungen ist dabei gruppenintern. Andere wesentliche RisikenAls weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie sich nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysieren lassen, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen des ORSA berücksichtigt. Unter Emerging Risks verstehen wir Risiken, deren Gefährdungspotenzial sich nur vage und deren Auswirkungen sich schwer beurteilen lassen. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und Material zurück. Strategische Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. Reputationsrisiken sind Risiken, die zu einer Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partiell oder vollständig fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen stringenten Modelländerungsprozess implementiert. In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken bestehen insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten. Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Aus den Pensionsverpflichtungen inklusive insbesondere derer, die die Talanx AG im Zuge der Gerling-Übernahme übernommen hat, kann sich neben biometrischen Veränderungen weiterer Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren oder gar weiter sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Um diesem Risiko gegenzusteuern, überprüfen wir die Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Zum 31. Januar 2020 hat das Vereinigte Königreich die EU verlassen (sogenannter Brexit). Während im elfmonatigen Übergangszeitraum weiterhin EU-Recht im Vereinigten Königreich gilt, ist es ungewiss, welche Änderungen sich durch das noch undefinierte Verhältnis zwischen EU und dem Vereinigten Königreich ab 2021 ergeben werden. Wir haben uns prophylaktisch in Bezug auf die Organisation des UK-Geschäfts strukturell auf einen harten Brexit vorbereitet, da dem Konzern ein signifikanter Anteil an Prämien aus Großbritannien zufließt. Betroffen sind insbesondere die Entitäten der Hannover Rück sowie die HDI Global SE. Soweit die Geschäftstätigkeit im Status von lokal autorisierten Entitäten ("Third Country Branch") fortgeführt wird, geht damit ein erhöhter regulatorischer Aufwand und Kapitalaufwand einher. Für das in Großbritannien über Konzerngesellschaften in Hannover und Irland gezeichnete Rückversicherungsgeschäft werden dagegen keine signifikanten Änderungen erwartet. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und damit insbesondere die Implikationen für den Kapitalmarkt sind angesichts der politischen Unsicherheiten weiterhin hoch. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es im Zusammenhang mit dem Brexit noch zu deutlichen Preisausschlägen in einzelnen Marktsegmenten kommt. Derartige mögliche Preisausschläge stellen eine erhöhte Unsicherheit dar, die in den auf historischen Zeitreihen kalibrierten Risikomodellen aktuell nicht vollumfänglich reflektiert ist. Insgesamt sind nach unseren aktuellen Analysen die Auswirkungen aus dem Brexit auf den Talanx Konzern beherrschbar. Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung an Problemkrediten aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden. Aus einem ungünstigen weiteren Verlauf der Ausbreitung und Schwere des neuartigen Virus "Covid-19" können sich Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft ergeben, die auch einzelne unserer Gesellschaften oder den Konzern belasten würden. In der Lebensversicherung ist noch unklar, wie stark das Virus auf Sterblichkeits- bzw. Langlebigkeitsrisiken wirkt. In den derzeit direkt betroffenen Gebieten sind wir sehr wenig exponiert. Auch operativ sind unsere Gesellschaften derzeit noch sehr wenig betroffen. Wir haben entsprechende Business-Continuity-Planungen implementiert, die uns erlauben, für eine begrenzte Zeit auch bei starken Einschränkungen der Infrastruktur den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Derzeit besteht hohe Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Mit der Aufnahme des operativen Rückversicherungsgeschäfts durch die Talanx AG geht aus Konzernsicht keine wesentliche Veränderung des Risikoprofils einher. Weitergehende Ausführungen zum Rückversicherungsgeschäft der Talanx AG finden sich im Prognosebericht. Zusammenfassende Darstellung der RisikolageEs lassen sich aus unserer Sicht keine Risiken erkennen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen. Der Talanx Konzern verfügt über ein funktionsfähiges und angemessenes Governance- und Risikomanagement-System, das er auf hohem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Die folgenden - in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach aufgeführten - Risiken bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden-/Unfallversicherung, das Naturkatastrophenrisiko, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung sowie das operationelle Risiko. Für das Management des Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken als gut aufgestellt. Die Solvabilitätsbeurteilung nach Solvency II zeigt auf Konzernebene eine ausreichende Kapitalisierung. Prognose- und ChancenberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenFür 2020 erwarten wir insgesamt eine moderate Beschleunigung des globalen Wachstums. Für die erste Jahreshälfte 2020 rechnen wir mit schwächerem Wachstum, gehen im weiteren Jahresverlauf allerdings von einer höheren Wachstumsdynamik aus. Der Ausbruch des Corona-Virus dürfte diese Erholung verzögern. Wir erwarten jedoch nur einen temporären negativen Wachstumseffekt. Die Lockerung der Geldpolitik entfaltet in Kombination mit der Verbesserung des Geschäftsklimas zunehmend die volle Wirkung. Konjunkturelle Risiken bleiben jedoch unserer Ansicht nach hoch und könnten für einen volatilen Jahresverlauf sorgen. Nach einem schwachen Wachstum im Berichtsjahr in der Eurozone erwarten wir eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Die allmählich expansivere Fiskalpolitik wirkt zusätzlich wachstumsunterstützend. Politische Risiken wie der noch ungelöste Brexit sowie die Entwicklung in Italien dürften auch 2020 hohe Unsicherheitsfaktoren darstellen. Hinzu kommen neue Unwägbarkeiten wie die Folgen des Corona-Virus. In den USA gehen wir von weiter fortgesetztem Wachstum aus. Insbesondere die vorläufige Einigung im Handelskonflikt mit China sowie die Zinssenkungen der US-Notenbank im Berichtsjahr stützen diesen Wachstumsausblick. Jedoch stellen ein hohes handelspolitisches Konfliktpotenzial und die Präsidentschaftswahlen im November zentrale politische Risiken für 2020 dar. Die Schwellenländer dürften von der Stabilisierung des Welthandels sowie der global lockeren Geldpolitik, moderaten Inflationsraten und niedrigeren Ölpreisen überdurchschnittlich profitieren. Die Abkühlung des Wirtschaftswachstums in China setzt sich weiter fort. Nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Handelsabkommens mit den USA sowie aufgrund der bisherigen und geplanten wachstumsstützenden Maßnahmen gehen wir nur von einem moderaten Rückgang der Wachstumsdynamik aus. KapitalmärkteEin anhaltend unsicheres geopolitisches Umfeld, begleitet von sich nur sehr moderat verbessernden Wachstumsaussichten, lässt wenig Spielraum für Zinsanhebungsphantasie. Das stabile fundamentale Umfeld der Unternehmen, gestützt von weiter expansiver Notenbankpolitik der EZB und einem wiederaufgenommenen, zeitlich vorerst nicht begrenzten Anleihekaufprogramm, führt bei Spreadprodukten ebenfalls zur Erwartung einer mindestens stabilen Entwicklung. Nach der sehr positiven Vorjahresentwicklung an den Kapitalmärkten ist die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Rückschläge allerdings hoch. Für das Aktienjahr 2020 sehen wir moderates Aufwärtspotenzial. Unter anderem dürften eine konjunkturelle Stabilisierung und expansive Geldpolitik zusammen mit guten Aktienrenditen im Niedrigzinsumfeld zentrale Kurstreiber bleiben. Künftige BranchensituationDeutsche VersicherungswirtschaftTrotz der positiven Entwicklung der Versicherungswirtschaft im Jahr 2019 ist das makroökonomische Umfeld weiterhin von konjunkturellen Risikofaktoren geprägt, sodass Prognosen generell mit einem Vorbehalt behaftet sind. Nach dem konjunkturellen Abschwung in den letzten Monaten und unter der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2020 nicht wesentlich verschlechtern, dürfte die Versicherungswirtschaft nach Einschätzung des GDV 2020 ein gegenüber dem Vorjahr leicht zunehmendes Beitragsvolumen erreichen. In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für 2020 in Deutschland mit weiter steigenden Prämieneinnahmen, allerdings mit einem gegenüber dem Berichtsjahr etwas abgeschwächten Wachstum. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Naturgefahrenabdeckung erwarten wir, dass die Beitragssteigerungen in der Wohngebäudeversicherung am stärksten ausgeprägt sein werden. Nachdem sich das Beitragsvolumen der deutschen Lebensversicherer im Berichtsjahr positiv entwickelt hat, geht der GDV für 2020 von einem weiteren, gegenüber dem Berichtsjahr allerdings abgeschwächten, Wachstum des Beitragsaufkommens aus. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf die Gesamtverzinsung dürfte die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer 2020 weiterhin belastet sein. Internationale VersicherungsmärkteIn der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2020 ein Wachstum der Prämieneinnahmen auf dem Niveau des Berichtsjahrs. Für die entwickelten Versicherungsmärkte gehen wir dabei von einer leicht nachlassenden Wachstumsdynamik aus, für die Schwellenländer hingegen von einer leicht anziehenden Entwicklung. Die Profitabilität dürfte 2020 stabil bleiben, was angesichts der weiterhin niedrigen Zinsen eine hohe Underwriting-Disziplin erfordert. Für die entwickelten europäischen Versicherungsmärkte gehen wir für 2020 von einem Prämienaufkommen auf dem Niveau des Berichtsjahrs aus, während in den USA die Entwicklung leicht rückläufig eingeschätzt wird. Für Mittel- und Osteuropa und stärker für Lateinamerika erwarten wir ein anziehendes Prämienwachstum. Die stärkste Entwicklung dürften auch im kommenden Jahr die Schwellenländer Asiens aufweisen, allen voran China. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir für die entwickelten Versicherungsmärkte von einer leicht verbesserten Entwicklung und für die Schwellenländer von einer deutlichen Steigerung des realen Prämienwachstums aus. Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsumfelds bleibt die Profitabilität jedoch unter Druck. In Mittel- und Osteuropa rechnen wir für 2020 insgesamt mit einem rückläufigen Prämienwachstum, für Lateinamerika dagegen mit zunehmenden Wachstumsraten. Die Entwicklung in Asien dürfte das hohe Niveau halten bzw. noch leicht ausbauen. Ausrichtung des Talanx Konzerns im Geschäftsjahr 2020Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben herausfordernd, weil das Kapitalmarkt- und insbesondere das Zins- und Renditeumfeld, aber auch der politische Rahmen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung wollen wir unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik fortsetzen. Weiterhin nutzen wir auch im Jahr 2020 die attraktiven Wachstumsperspektiven der HDI Global Specialty SE. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland sehen wir weitere Erfolge unseres 2015 gestarteten Programms "KuRS" zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussieren wir uns auf unsere Kernmärkte und wollen unser profitables Wachstum insbesondere im Schaden/Unfall-Geschäft fortsetzen. Im Segment Schaden-Rückversicherung erwarten wir auf Basis der Ergebnisse aus der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2020 ein solides Wachstum zu insgesamt leicht verbesserten Konditionen. Im Segment Personen-Rückversicherung erwarten wir im Geschäftsjahr ein moderates Prämienwachstum. Die Talanx AG übernimmt ab 2020 als Rückversicherer grundsätzlich Risiken direkt von den Konzerngesellschaften. Die Talanx AG wiederum kann sich ihrerseits Rückversicherungsschutz am Markt einkaufen. Positive Effekte auf das Konzernergebnis erwarten wir durch Nutzung von Diversifikationsvorteilen auf Gruppenebene, zusätzliche Kapitalanlageerträge sowie günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten durch ein besseres Rating. AUSRICHTUNG DES TALANX KONZERNS IN DEN WESENTLICHEN GESCHÄFTSBEREICHEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGENscroll
Voraussichtliche finanzielle Entwicklung des KonzernsWir gehen von folgenden Annahmen aus:
Talanx KonzernSTEUERUNGSGRÖSSENscroll
Für den Talanx Konzern erwarten wir 2020 einen Anstieg der Bruttoprämien (währungsbereinigt) um rund 4 %. Die IFRS-Kapitalanlagerendite sollte bei rund 2,7 % liegen. Wir streben ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von "mehr als 900 Mio. EUR" bis zu 950 Mio. EUR an. Damit dürfte die Eigenkapitalrendite im Jahr 2020 "mehr als 9,0 %" bis zu 9,5 % betragen, womit wir unser strategisches Ziel von mindestens 800 Basispunkten über dem durchschnittlichen risikofreien Zins deutlich übertreffen würden. Dieses Ergebnisziel steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten nicht noch größere Verwerfungen auftreten als momentan durch das Corona-Virus. Unser erklärtes Ziel ist es weiterhin, einen Anteil von 35 % bis 45 % vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten, mindestens jedoch eine Dividende in Höhe des Vorjahres. IndustrieversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscroll
Für das Geschäftsjahr 2020 gehen wir von einem Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) von mindestens 2 % aus. Einen wesentlichen Wachstumsbeitrag soll das Specialty-Geschäft liefern, das seit dem 1. Januar 2019 in der HDI Global Specialty SE gebündelt ist. Der Geschäftsbereich wird seine im Jahr 2018 erfolgreich gestartete Sanierungsinitiative "20/20/20" im Bereich Feuer und die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Instrumente u. a. im Zusammenhang mit der neuen Strategie "HDI Global 4.0" konsequent fortsetzen und auch von den bereits erzielten Preiserhöhungen in der Feuerversicherung profitieren. Insgesamt erwarten wir daher, dass die Industrieversicherung im Jahr 2020 ein versicherungstechnisch positives Ergebnis, d. h. eine Schaden-/Kostenquote von unter 100 %, erreichen wird. Sofern die Großschäden innerhalb des Großschadenbudgets bleiben und keine Verwerfungen an den Währungs- und Kapitalmärkten auftreten, sollte die EBIT-Marge bei rund 5 % und die Eigenkapitalrendite bei rund 5 % liegen. Privat- und Firmenversicherung DeutschlandSchaden/UnfallversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscroll
Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2020 von stabilen gebuchten Bruttoprämien aus. Das Programm "KuRS" dürfte zu einer weiteren deutlichen Verbesserung der Profitabilität führen, sodass wir eine kombinierte Schaden-/Kostenquote von rund 96 % erwarten. Infolgedessen gehen wir von einer EBIT-Marge von 8 % bis 9 % aus. LebensversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscroll
Im Segment Lebensversicherung konzentriert sich der Geschäftsbereich weiter auf kapitaleffiziente Altersvorsorgeprodukte und auf biometrische Risiken, im Besonderen auf die Wachstumschancen in der betrieblichen Altersvorsorge. Für 2020 gehen wir von stabilen gebuchten Bruttoprämien aus. Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren Zinsrückgängen kommt, erwarten wir für 2020 eine EBIT-Marge von rund 3 %. Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscroll
Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft und erwarten für 2020 eine Eigenkapitalrendite von 5 % bis 6 %. Privat- und Firmenversicherung InternationalSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscroll
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Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2020 ein moderates Wachstum der gebuchten Bruttoprämien (währungsbereinigt) an. Während für die Einmalbeiträge in der Lebensversicherung ein Rückgang erwartet wird, sollten die Bruttoprämien im Schaden/Unfall-Geschäft steigen. Für 2020 gehen wir von einem Neugeschäftswert von rund 40 Mio. EUR aus. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote dürfte bei rund 95 % liegen. Wir erwarten für 2020 eine EBIT-Marge von 5 % bis 6 % und eine Eigenkapitalrendite von 8 % bis 9 %. RückversicherungSchaden-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
Im Segment Schaden-Rückversicherung rechnen wir auf Basis der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar für das laufende Geschäftsjahr mit einem soliden Wachstum zu insgesamt leicht verbesserten Konditionen. Wir halten unverändert an unserer selektiven Zeichnungspolitik fest, nach der wir weitgehend nur Geschäft zeichnen, das unsere Margenanforderungen erfüllt. Für die unterjährigen Erneuerungsrunden rechnen wir generell mit deutlicheren Preisimpulsen insbesondere bei Naturkatastrophendeckungen, und hier vor allem in Japan, Lateinamerika und in der Karibik. Dank unseres guten Ratings, unserer langjährigen stabilen Kundenbeziehungen und unserer niedrigen Kostenquote sollten wir erneut in der Lage sein, ein gutes Ergebnis zu erzielen, vorausgesetzt die Großschadenlast bewegt sich im Rahmen unserer Erwartungen. Als Ziel für unsere kombinierte Schaden-/Kostenquote streben wir unverändert einen Wert von maximal 97 % an. Die EBIT-Marge für die Schaden-Rückversicherung sollte unverändert mindestens 10 % betragen. Personen-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscroll
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Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Im Segment Personen-Rückversicherung gehen wir für das laufende Geschäftsjahr von einem moderaten Wachstum der Bruttoprämien aus auf Basis konstanter Währungskurse. Für das EBIT erwarten wir ein Wachstum von mehr als 5 % im Durchschnitt über eine Dreijahresperiode. Der Neugeschäftswert (Value of New Business) sollte das Ziel von mindestens 110 Mio. EUR übersteigen. Rückversicherung insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscroll
Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx Konzern für das Jahr 2020 zwischen 12 % und 13 % und damit über dem strategischen Ziel von 900 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Gesamtaussage des VorstandsDer Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet und machen sie so zur Kompassnadel unserer schlanken Struktur. Die Hauptstoßrichtung ist, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland überdurchschnittlich erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter HDI International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. ChancenmanagementDie Identifikation und Erschließung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Aufgabe an, die entscheidend dazu beiträgt, dass wir unsere Unternehmensziele erreichen. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet das integrierte Management-Dashboard mit wesentlichen Kennzahlen. Es stellt das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden die strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Sie wurden zuvor im jährlich stattfindenden Performance-Prozess auf Basis der Dachstrategie ermittelt. Auf dieser Grundlage validieren die Geschäftsbereiche die Zielgrößen gemäß Zielindikation und erarbeiten spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancenmanagements bildet. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen das integrierte Management-Dashboard zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich vorwärts gerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. Einschätzung künftiger Chancen und HerausforderungenChancen aus der Entwicklung der RahmenbedingungenKlimawandel: Mit dem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterlagen zu, was das Schadenvolumen aus Naturkatastrophen signifikant erhöht und uns als Versicherer von einem steigenden Bedarf an Versicherungslösungen zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausgehen lässt. Dies betrifft sowohl den Erstversicherungsbereich als auch die Rückversicherung. Wir verfügen sowohl über weit entwickelte Risikomodelle zur Abschätzung von Risiken aus Naturkatastrophen als auch über umfangreiches Know-how im Bereich Risikomanagement. Das versetzt uns in die Lage, unseren Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zur Absicherung existenzieller Risiken anzubieten. Des Weiteren entsteht durch den Klimawandel eine erhöhte Notwendigkeit, steigenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies ermöglicht uns als institutionellem Anleger, verstärkt in Kapitalanlagen in Form von alternativen Investments zu investieren, wie z. B. Windparks. Sollte diesbezüglich die Versicherungsnachfrage schneller steigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit innovativen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll weiter fortgesetzt werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren wurde das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Kapitalmärkten ein anhaltend hoher Grad an Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien haben sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Auch im deutschen Versicherungsmarkt geht der Trend eindeutig hin zu kapitaleffizienten Produkten, die für den Lebensversicherer eigenmittelschonend sind und gleichzeitig den Kunden zusätzliche Ertragschancen bieten. Sollte sich das Finanzmarktumfeld deutlicher stabilisieren und die Produktinnovationen schneller Akzeptanz finden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum, die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Vertriebliche ChancenBancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien, Ungarn und Russland etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. In Brasilien haben wir im Jahr 2018 zusammen mit der Bank Santander einen digitalen Versicherer ins Leben gerufen. Das neue Unternehmen bietet künftig unter dem Namen "Santander Auto" ausschließlich Kfz-Versicherungen über die Vertriebsplattform von Santander an. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten schneller ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Internet: Durch die zunehmende Digitalisierung führen Cyberangriffe via Internet vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem in jüngster Vergangenheit bekannt gewordene Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Internetrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Im Unternehmen begründete ChancenInterne Prozesse: Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir den Geschäftsbereich Privat-und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse kundenfreundlicher und effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir weiter erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen und vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend nutzen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Eine solche Kultur fördern wir aktiv. Sollte die Neuordnung der internen Prozesse schneller als derzeit erwartet voranschreiten, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung werden Geschäftsprozesse und -modelle mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. So sollen die Geschäftsprozesse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland effizienter gestaltet, die Dunkelverarbeitungsquote erhöht und die Servicequalität verbessert werden. Des Weiteren soll im Geschäftsbereich Industrieversicherung die Prozess- und IT-Landschaft länderübergreifend harmonisiert werden. Dadurch wollen wir ein global führender Anbieter von Industrieversicherungen werden. Durch die Digitalisierung ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Im Rahmen der Digitalisierung haben sich das Kundenverhalten sowie die Erwartungshaltung bezüglich der Schadenregulierung verändert. Dies betrifft insbesondere die junge Kundengeneration, die schnelle und einfache Lösungen erwartet. Um auf die neu entstandenen Kundenbedürfnisse einzugehen, haben wir eine Schadenservice-App entwickelt. Sie ermöglicht es dem Kunden, innerhalb weniger Minuten eine Schadenmeldung mit wichtigen Informationen zum Schaden abzusetzen. Um Kunden auch nach Ausnahmeschadenereignissen - wie z. B. Starkregen, Sturm oder schweren Hagelschauern - schnell helfen zu können, haben wir einen virtuellen Call-Center-Assistenten entwickelt. Dieser Sprachroboter fragt mittels Künstlicher Intelligenz Basisdaten des Kunden ab. Dadurch gewinnen unsere Mitarbeiter Zeit, die sie gezielt für individuell zu veranlassende Maßnahmen bei den betroffenen Kunden einsetzen können. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Wissensmanagement: Wissens- und Innovationsmanagement gewinnen auch in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Um den gezielten Austausch von Wissen und Innovation zu fördern, haben wir ein Best Practice Lab in unserem Konzern eingerichtet: Experten auf internationaler Ebene tauschen sich in Excellence-Teams zu Fachthemen aus und entwickeln gemeinsam neue Lösungen, u. a. zu den Themen Pricing, Vertrieb, Marketing, Schaden, Betrugsmanagement, Kundenservice-Center und Digitalisierung. Die Ergebnisse und Lösungen des Best Practice Lab stellen wir unseren Gesellschaften zur Verfügung, damit diese ihre Prozesse und Methoden permanent verbessern können. Sollten wir mit unserem Best Practice Lab schneller als erwartet neue Lösungen und Ideen generieren und umsetzen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Agilität: Veränderungen in der globalisierten Welt im Informationszeitalter vollziehen sich in immer höherem Tempo. Die Welt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Um als Versicherungsunternehmen mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten zu können, ist der Wandel hin zu einer agilen Organisation notwendig. Eine agile Organisation zu sein, bedeutet für uns, eine lernende Organisation zu sein, die den Nutzen des Kunden in den Mittelpunkt stellt, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Aus diesem Grund setzen wir auf interdisziplinäre und kreative Teams, offene und direkte Kommunikation, flache Hierarchien sowie eine gelebte Fehlerkultur. Durch zahlreiche Initiativen unterstützen wir den Wandel unseres Unternehmens hin zu einer agilen Organisation. Wir gestalten unsere Arbeitsplätze so, dass Kommunikationswege verkürzt werden und der bereichsübergreifende Austausch gefördert wird. Mithilfe unseres Agility Campus lernen unsere Mitarbeiter agile Methoden kennen und werden befähigt, eigenständig neue Lösungen zu entwickeln. In unseren Teams werden Daily-Stand-up-Meetings abgehalten, um die Selbststeuerung der Teams zu verbessern. Außerdem führen wir beispielsweise Hackathons durch, um neue Ideen zu sammeln, die wir in unserem Digital Lab weiterentwickeln. Agilität bietet Chancen für Kunden, Mitarbeiter und Investoren. Kunden können von neuen Versicherungslösungen profitieren, die gezielt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mitarbeiter haben durch agiles Arbeiten mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können an neuen Herausforderungen wachsen. Zu guter Letzt profitieren Investoren von einem steigenden Unternehmensgewinn, wenn die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Sollte der Wandel hin zu einer agilen Organisation schneller umgesetzt werden als erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Gesamtbild der ChancenlageDer Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend die Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen, um frühzeitig die sich bietenden Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf zu reagieren. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. Talanx AG Geschäftsbericht 2019Talanx AG auf einen BlickKENNZAHLENscroll
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Aufwendungen für Versicherungsfälle f. e. R. im Verhältnis zu den verdienten Beiträgen
f. e. R. Aus rechnerischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen von +/- einer Einheit auftreten. Monetäre Beträge, die kleiner als 0,5 TEUR sind, werden mit einer 0 dargestellt. Angaben, soweit sie für die Gesellschaft nicht vorhanden sind, werden mit einem - gekennzeichnet. Die Definitionen der hier aufgeführten Kennzahlen stehen am Schluss dieses Berichts im Kapitel "Glossar und Kennzahlendefinitionen". Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren,der Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2019 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten uneingeschränkt nachgekommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage und der Risikosituation auf Ebene der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften im Inland und in den ausländischen Kernmärkten. Wir berieten den Vorstand in allen für das Unternehmen wichtigen Belangen, überwachten kontinuierlich seine Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. ÜberblickIm Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen sowie einer konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats zusammen. An einer Sitzung nahmen routinemäßig zwei Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teil. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu fünf, der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten zu zwei Sitzungen zusammen. Sitzungen des Nominierungsausschusses und des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2019 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsmitteilungen und des Halbjahresabschlusses schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Soweit zwischen den Sitzungen eilbedürftige, zustimmungspflichtige Geschäfte anstanden, legte der Vorstand uns diese, nach Anordnung des Verfahrens durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, zur Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren vor. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx Konzerns aus und berieten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Chancen- und Risikomanagements und der Compliance. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorstandshandelns überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage, das Risikomanagement und die Wahrnehmung von Chancen, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist, über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten sowie weitere wesentliche Entwicklungen in der Gesellschaft, im Konzern sowie im regulatorischen Umfeld. Wie bereits im Vorjahr ließen wir uns über den Stand noch ausstehender Genehmigungsverfahren zum internen Modell informieren. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Alle Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse wurden in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder abgehalten. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. Schwerpunkte der Beratungen im PlenumDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Geschäftsbereiche, die Herausforderungen der Digitalisierung und der Änderungen des regulatorischen Umfelds, ferner mögliche Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2020 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Für abgelaufene Quartale wurden uns jeweils Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den gültigen Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. In der Sitzung am 14./15. März 2019 ließ sich der Aufsichtsrat zunächst über den Stand der Digitalisierung im Talanx Konzern sowie über die Roadmap zur Entwicklung einer zukunftsfähigen und modernen IT berichten. Ferner erörterte der Aufsichtsrat den testierten Jahresund Konzernabschluss sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018. Der Abschlussprüfer stellte fest, dass der Bestätigungsvermerk für den Einzel- und den Konzernabschluss jeweils uneingeschränkt erteilt wurde. Der Aufsichtsrat ließ sich berichten über eine Reihe von Projekten, Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen, u. a. zur Sanierung des Feuerversicherungsgeschäfts, zur Entwicklung des US-Mortalitätsgeschäfts sowie zur Etablierung der Talanx AG als Rückversicherer. Ferner beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Tagesordnung und den Beschlussvorschlägen für die ordentliche Hauptversammlung 2019 der Talanx AG. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit anstehenden Veränderungen im Vorstand, mit der Angemessenheit und Struktur des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands, zu deren Beurteilung er auch externe Stellungnahmen heranzog, legte die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2018 fest und fasste über den Abschluss eines Unternehmensvertrages sowie über eine Änderung der Geschäftsverteilung für den Vorstand Beschluss. Aufgrund der Neuwahlen der Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats wurde in einer konstituierenden Sitzung am 9. Mai 2019 unmittelbar nach der Hauptversammlung der Gesellschaft Herr Rieger zum nach dem Mitbestimmungsgesetz gewählten ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Daneben führte der Aufsichtsrat die Nachwahl zur Ausschussbesetzung durch. In der Sitzung am 10. Mai 2019 informierte der Vorstand über die Ergebnisse des ersten Quartals und gab einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat ließ sich berichten über eine Reihe von Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen, u. a. zu Akquisitionsvorhaben in Schweden, Vietnam, der Türkei sowie in den Vereinigten Staaten. Der Aufsichtsrat nahm ferner Berichte über Implikationen des Lebensversicherungsreformgesetzes II, eine Retrozessionsanalyse sowie über Cyberrisiken und adäquate Versicherungslösungen entgegen, ließ sich die Personalstrategie des Konzerns erläutern, beschloss eine Änderung der Geschäftsverteilung für den Vorstand und erörterte Fortbildungsmaßnahmen für den Gesamtaufsichtsrat auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat durchgeführten Selbsteinschätzung. In der Sitzung am 8./9. August 2019 in Warschau berichtete der Vorstand zunächst über die Halbjahresergebnisse und die Erwartung für die Jahresabschlüsse 2019 der Talanx AG und des Konzerns. Den Schwerpunkt dieser Sitzung bildeten sodann strategische Themen (M&A im Konzern, Digitalisierung im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International) sowie Berichte zum Status der polnischen Gesellschaften TU Europa und WARTA; Letztere gewährte zudem Einblicke in ihre hochmodernen Geschäftsabläufe und -prozesse. Der Aufsichtsrat nahm ferner den jährlichen Bericht über die Kostenquoten im Wettbewerbsvergleich entgegen und ließ sich über eine Reihe von Projekten, Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen berichten, u. a. zu einem Akquisitionsprojekt in Südamerika sowie zum Stand des Auf- und Ausbaus der HDI Global Specialty. In der Sitzung am 8. November 2019 informierte der Vorstand über die Ergebnisse des dritten Quartals und gab einen Ausblick auf die Jahresabschlüsse 2019 der Talanx AG und des Konzerns. Ferner behandelte der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex sowie die Planung für das Geschäftsjahr 2020. Er ließ sich über eine Reihe von Projekten, Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen informieren, u. a. zur Strategie der Lebensversicherungsgesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Der Aufsichtsrat befasste sich im Übrigen mit der Festlegung der Geschäftsbereichsziele 2020, stimmte dem Abschluss eines Unternehmensvertrages zu, beschloss Änderungen der Geschäftsordnungen für den Vorstand und für den Aufsichtsrat und nahm einen Bericht über die Ausgestaltung der Vergütungssysteme entgegen. Arbeit der AusschüsseZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse gebildet: den Finanz- und Prüfungsausschuss mit sechs Mitgliedern, den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und den Vermittlungsausschuss mit jeweils vier Mitgliedern sowie den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Ausschüsse bereiten die Beratung und Beschlussfassung im Plenum vor. Darüber hinaus sind den Ausschüssen auch eigene Beschlusszuständigkeiten übertragen. Die Niederschriften über die Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten werden auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt, die nicht diesen Ausschüssen angehören. Wie sich die Ausschüsse zusammensetzen, ist im Geschäftsbericht auf Seite 6 ff. dargestellt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte -neben der Vorbereitung, der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum - in vertiefter Form den Halbjahresabschluss und die Quartalsmitteilungen mit den Abschlussbestandteilen und Kennzahlen der Gesellschaft und des Konzerns sowie das Ergebnis der prüferischen Durchsicht für den Halbjahresabschluss durch die Abschlussprüfer. Des Weiteren haben wir im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse einer externen aktuarischen Prüfung der Brutto- und Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx Konzern sowie die Ergebnisse einer Performance-Analyse von in den letzten fünf Jahren erworbenen Konzerngesellschaften erörtert. Routinemäßig beschäftigten wir uns mit den Risikoberichten und nahmen einen Bericht der Wirtschaftsprüfer zur Prüfungsplanung mit den besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) entgegen. Der Ausschuss ließ sich berichten über die gemäß "Whitelist" zulässigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers, billigte nicht unter diese Liste fallende Nichtprüfungsleistungen und nahm auch im Übrigen seine Rechte und Pflichten im Rahmen des durch die EU Audit Reform erweiterten Aufgabenspektrums wahr. Der Ausschuss nahm ferner die Jahresberichte der vier Schlüsselfunktionen (Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision und Compliance) entgegen, die jeweils von den verantwortlichen Leitern dieser Funktionen erstattet und erläutert wurden. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat - neben der Vorbereitung der Erörterung und der Beschlussfassungen im Plenum - die persönlichen Ziele der einzelnen Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020 einstweilen vorgegeben. Außerdem wurden im Zuge der Bestellung und Beendigung von Mandaten, der Festlegung der Vorstandstantiemen, der Überprüfung von Festbezügen sowie der Bestimmung der Geschäftsbereichsziele 2020 für die für Geschäftsfelder verantwortlichen Mitglieder des Vorstands Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. Corporate Governance und EntsprechenserklärungDie Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat im Jahr 2019 beabsichtigte Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) veröffentlicht, die im Aufsichtsrat erörtert wurden. Auch darüber hinaus widmeten wir dem Thema Corporate Governance weiter große Aufmerksamkeit. So wurde erneut die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit evaluiert sowie die Ergebnisse dieser Selbstbeurteilung und die hieraus abzuleitenden Optimierungsmaßnahmen erörtert. Wir befassten uns mit dem Bericht des Vorstands über die nichtfinanzielle Konzernerklärung (vgl. Seite 58 ff. des Konzernlageberichts). Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) hat eine Prüfung mit dem Maßstab "Limited Assurance" (Erlangung begrenzter Sicherheit) durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erteilt. Der Vorstand erläuterte den Bericht in den Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses am 12. März 2020 und des Aufsichtsrats am 13. März 2020. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an beiden Sitzungen teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Aufgrund eigener Prüfung durch den Aufsichtsrat der nichtfinanziellen Konzernerklärung wurden keine Einwendungen erhoben und das Ergebnis der Prüfung der PwC zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben ferner - entsprechend den Vorgaben der Versicherungsaufsicht - Selbsteinschätzungen zu einer Reihe von wichtigen Themenfeldern abgegeben. Hieraus resultierten sowohl bei der Talanx AG als auch bei Konzerngesellschaften Einzelschulungen zu bestimmten Themenbereichen. Darüber hinaus bot die Gesellschaft 2019 allen Mitgliedern des Aufsichtsrats zwei interne Schulungsveranstaltungen an. Jeweils über die Hälfte der Mitglieder nutzte die Gelegenheit, sich über Fragen der Rückversicherung und der IT zu informieren und ihre Kenntnisse in diesen Bereichen zu vertiefen. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung zumisst, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. November 2019 beschlossen, den Empfehlungen des DCGK in seiner zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung vom 7. Februar 2017 in Ziffer 4.2.3 Absatz 4 zum Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen, in Ziffer 5.3.2 Absatz 3 Satz 3 zum Vorsitz im Prüfungsausschuss sowie in Ziffer 4.2.3 Absatz 2 DCGK zu möglicherweise nötigen betragsmäßigen Höchstgrenzen bei der Auszahlung von Talanx Share Awards nicht zu entsprechen. Die Begründung hierfür findet sich in der Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des DCGK, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, "IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers (PwC) GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch den Aufsichtsrat; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkt die Prüfung der Umsetzung des Projekts RiTA (Etablierung der Talanx AG als konzerninterner Rückversicherer) mit den Schwerpunkten versicherungstechnischer Abschluss, IFRS-Package sowie Solvency-II-Berichtswesen. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung sowie der Jahres- und der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die PwC-Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig im Vorfeld zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 12. März 2020 und in der Aufsichtsratssitzung am 13. März 2020 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der PwC GmbH geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. Besetzung von Vorstand und AufsichtsratNach Vollendung seines 65. Lebensjahres ist Herr Karsten Faber mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2018 aus dem Konzern und dem Aufsichtsrat der Talanx AG ausgeschieden. Für seine langjährige Tätigkeit hat das Gremium ihm Dank und Anerkennung ausgesprochen. Herr Franz Adamczyk ist als gewähltes Ersatzmitglied für Herrn Faber mit Wirkung ab 1. Januar 2019 bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlungen am 9. Mai 2019 als Vertreter der leitenden Angestellten in den Aufsichtsrat der Talanx AG eingetreten. Mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Mai 2019 endete die Amtszeit der Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats. Frau Hammer, Herr Meister, Frau Mück sowie die Herren Rieger und Prof. Dr. Schubert wurden von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ihrem Amt bestätigt. Neu in den Aufsichtsrat wurden Frau Bierstedt sowie die Herren Bock-Wehr und Gascard gewählt, während die Mandate von Herrn Adamczyk, Frau Sachtleben-Reimann und Herrn von Stein mit Ablauf der Hauptversammlung am 9. Mai 2019 endeten. Der Aufsichtsrat dankte Frau Sachtleben-Reimann sowie den Herren Adamczyk und von Stein für deren unterschiedlich lange, jeweils stets wert- und vertrauensvolle Arbeit. Ferner ist mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 9. Mai 2019 Herr Dr. Puls zum Mitglied des Vorstands bestellt worden, nachdem das Mandat von Herrn Dr. Hinsch als Mitglied und stv. Vorsitzender des Vorstands zum selben Zeitpunkt einvernehmlich beendet worden war. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Hinsch für seine langjährige Tätigkeit im Vorstand und als dessen stv. Vorsitzender Dank und Anerkennung ausgesprochen. Dank an Vorstand und MitarbeiterDer Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Sie alle haben mit hohem Engagement und Motivation zu dem bisher besten Jahresergebnis der Gesellschaft und des Konzerns beigetragen.
Hannover, den 13. März 2020 Für den Aufsichtsrat Herbert Haas Vorsitzender Verwaltungsorgane der GesellschaftAufsichtsratHerbert K. Haas(seit 8. Mai 2018) Vorsitzender Burgwedel ehem. Vorsitzender des Vorstands Talanx AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Ralf Rieger *(seit 19. Mai 2006) stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI Vertriebs AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Thomas Lindner(seit 27. Juni 2003) stv. Vorsitzender (seit 8. Mai 2018) Albstadt Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Franz Adamczyk *(1. Januar 2019 bis 9. Mai 2019) Isernhagen Leiter Underwriting Property Specialities HDI Global SE Antonia Aschendorf(seit 1. September 2011) Hamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands APRAXA eG Geschäftsführerin 2-Sigma GmbH Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Benita Bierstedt *(seit 9. Mai 2019) Hannover Angestellte E+S Rückversicherung AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Rainer-Karl Bock-Wehr *(seit 9. Mai 2019) Köln Leiter Kompetenzcenter Firmen HDI Kundenservice AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Sebastian Gascard *(seit 9. Mai 2019) Isernhagen Syndikusrechtsanwalt (Haftpflicht-Underwriter) HDI Global SE Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Jutta Hammer *(seit 1. Februar 2011) Bergisch Gladbach Angestellte HDI Kundenservice AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Hermann Jung(seit 6. Mai 2013) Heidenheim ehem. Mitglied der Geschäftsführung Voith GmbH Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dirk Lohmann(seit 6. Mai 2013) Forch, Schweiz Leiter des Geschäftsbereichs Schroder Secquaero Schroder Investment Management (Switzerland) AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Christoph Meister *(seit 8. Mai 2014) Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Jutta Mück *(seit 17. Juni 2009) Diemelstadt Account Manager Vertrieb Industrie HDI Global SE Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Katja Sachtleben-Reimann *(17. Juni 2009 bis 9. Mai 2019) Hannover Angestellte HDI Service AG Dr. Erhard Schipporeit(seit 27. Juni 2003) Hannover selbstständiger Unternehmensberater Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien
Prof. Dr. Jens Schubert *(seit 8. Mai 2014) Potsdam Leiter Recht, ver.di-Bundesverwaltung Professor Leuphana Universität Lüneburg Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Jörn von Stein *(1. Januar 2017 bis 9. Mai 2019) Hamburg Angestellter neue leben Lebensversicherung AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Norbert Steiner(seit 6. Mai 2013) Baunatal ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Angela Titzrath(seit 8. Mai 2018) Hamburg Vorsitzende des Vorstands Hamburger Hafen und Logistik AG Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
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Arbeitnehmervertreter AufsichtsratsausschüsseDer Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
Aufgaben der AusschüsseFinanz- und Prüfungsausschuss
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
Vermittlungsausschuss
Nominierungsausschuss
VorstandTorsten LeueVorsitzender Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Christian Hinschstv. Vorsitzender (bis 9. Mai 2019) Burgwedel ehem. stv. Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Sven FokkemaWedemark Vorsitzender des Vorstands HDI International AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Jean-Jacques HenchozHannover (seit 1. April 2019) Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover (seit 8. Mai 2019) Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Edgar PulsIsernhagen (seit 9. Mai 2019) Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover (seit 19. Juni 2019) Vorsitzender des Vorstands HDI Global SE, Hannover (seit 9. Mai 2019) Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Immo QuernerCelle Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Ulrich WallinHannover (bis 9. Mai 2019) Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover (bis 8. Mai 2019) Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
Dr. Jan WickeHannover Vorsitzender des Vorstands HDI Deutschland AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
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Arbeitnehmervertreter LageberichtNach § 315 Absatz 5 HGB wurden der Lagebericht der Talanx AG und der Talanx Konzernlagebericht zusammengefasst und im Konzern-Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht. Der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Talanx AG und der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 werden beim Bundesanzeiger eingereicht und dort veröffentlicht. Der Jahresabschluss der Talanx AG und der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2019 stehen unter www.talanx.com/investor-relations/ finanzberichte auch im Internet zur Verfügung. JahresabschlussBilanz zum 31.12.2019Aktiva scroll
Gewinn- und Verlustrechnung 1.1. - 31.12.2019scroll
AnhangAllgemeine AngabenDer Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Die Talanx AG mit Sitz in Hannover ist im Handelsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragen (HRB 52546). Die Talanx AG hat im Dezember 2018 mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Rückversicherungslizenz durch die BaFin erhalten. Angaben zur Bilanzierung und BewertungBewertung AktivaKapitalanlagenAnteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 341b Absatz 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Absatz 3 Satz 5 HGB, bilanziert. Die Ermittlung der Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erfolgte grundsätzlich gemäß § 56 RechVersV. Der Zeitwert der in den verbundenen Unternehmen ausgewiesenen Holdinggesellschaften wurde im Rahmen einer sogenannten "Sum-of-the-Parts"-Bewertung bestimmt, innerhalb derer die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit den jeweiligen Zeitwerten angesetzt wurden. Die Ermittlung der Zeitwerte für die Beteiligungen an operativen Gesellschaften erfolgt bei Kompositversicherungsgesellschaften und Finanzdienstleistern regelmäßig mittels des Ertragswertverfahrens. Bei Lebensversicherungsgesellschaften wird der Marktwert überwiegend mittels des Ertragswertverfahrens ermittelt. Um die Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäfts zu berücksichtigen, wird das Appraisal-Value-Verfahren zur Verplausibilisierung der Werthaltigkeit herangezogen. Für verschiedene Private-Equity- und Grundstücksgesellschaften wurde der Zeitwert anhand des Net Asset Value ermittelt. In begründeten Einzelfällen, insbesondere im Falle von anschaffungsnahen Vorgängen, wurden Gesellschaften mit ihren Buchwerten angesetzt. Der Zeitwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurde mithilfe von produkt- und ratingspezifischen Renditekurven ermittelt. Bei den verwendeten Spread-Aufschlägen werden spezielle Ausgestaltungen, wie zum Beispiel Einlagensicherung, Gewährträgerhaftung oder Nachrangigkeit, berücksichtigt. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder den darunter liegenden Marktwerten bewertet (§ 341b Absatz 2 HGB in Verbindung mit § 255 Absatz 1 sowie § 253 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 4 HGB). Die Zeitwertermittlung der sonstigen Kapitalanlagen erfolgte grundsätzlich auf Basis des Freiverkehrswertes gemäß § 56 RechVersV. Für Kapitalanlagen, die einen Markt- und Börsenwert hatten, galt als Zeitwert der Wert zum Bilanzstichtag bzw. zum letzten diesem Zeitpunkt vorausgehenden Tag, für den ein Markt- oder Börsenpreis feststellbar war. In Fällen, in denen keine Börsennotierungen vorlagen, wurden Renditekurse auf Basis an Finanzmärkten etablierter Preisbildungsverfahren eingesetzt. Kapitalanlagen wurden höchstens mit ihrem voraussichtlich realisierbaren Wert unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Vorsicht bewertet. Das Wertaufholungsgebot (§ 253 Absatz 5 HGB), nach dem Vermögensgegenstände, die in früheren Jahren abgeschrieben wurden, bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten oder auf einen niedrigeren Verkehrs- oder Börsenwert zuzuschreiben sind, wenn die Gründe für die dauerhafte Wertminderung entfallen, wurde beachtet. Einlagen bei Kreditinstituten und Depotforderungen wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt. ForderungenAbrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft und sonstige Forderungen wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt. Aufgrund des vor dem Bilanzstichtag erfolgenden Kostenschlusses wurden Kostenbuchungen, die nach dem Abgrenzungsstichtag anfielen, unter den Sonstigen Forderungen erfasst. Der Abgrenzungsposition standen Kostenschätzungen für den Zeitraum zwischen Kostenschluss und Bilanzstichtag gegenüber, die in den Sonstigen Rückstellungen als Übrige Rückstellungen gezeigt werden. Sonstige VermögensgegenständeDie Betriebs- und Geschäftsausstattung wurde mit den Anschaffungskosten aktiviert und um Abschreibungen gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemindert. Anzahlungen werden mit den Anschaffungskosten in der Bilanz angesetzt. Die Abschreibungen erfolgten nach der linearen Methode; die Nutzungsdauer beträgt drei bis 13 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 800 EUR werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben. RechnungsabgrenzungspostenDie in die aktive Rechnungsabgrenzung einzubeziehenden Positionen wurden zum Nennwert angesetzt, soweit nicht gegebenenfalls der niedrigere beizulegende Wert anzusetzen wäre. Bewertung PassivaNachrangige VerbindlichkeitenDie nachrangigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Nennbetrag bilanziert. Versicherungstechnische RückstellungenVersicherungstechnische Rückstellungen wurden nach handelsrechtlichen Grundsätzen - grundsätzlich anhand der Angaben der Zedenten, teilweise über angemessene Zuschläge - gebildet. In allen Fällen haben wir dabei berücksichtigt, dass die dauernde Erfüllbarkeit unserer Verpflichtungen aus dem Rückversicherungsgeschäft sichergestellt ist. Die Bemessungsgrundlage für die Beitragsüberträge ist nach dem Erlass des Finanzministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 29. Mai 1974 der Rückversicherungsbeitrag nach Abzug von 92,5 % der Rückversicherungsprovisionen. Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wurden entsprechend den Zedentenaufgaben und gegebenenfalls erforderlichen Zuschlägen entsprechend dem als realistisch eingeschätzten künftigen Erfüllungsbetrag ermittelt. Erfahrungen der Vergangenheit und Annahmen in Bezug auf die weitere Entwicklung wurden berücksichtigt und geeignete versicherungsmathematische Methoden angewendet. Für am Bilanzstichtag noch nicht bekannt gewordene Versicherungsfälle wurden entsprechende Spätschadenrückstellungen mittels geeigneter mathematisch-statistischer Verfahren ermittelt. Bei der Berechnung der Schwankungsrückstellung wurden die Vorschriften gemäß § 29 RechVersV und der Anlage zu § 29 der RechVersV sowie Vorschriften der Versicherungsberichterstattungsverordnung angewendet. Andere RückstellungenVerpflichtungen aus Pensionen wurden gemäß § 253 Absatz 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und entsprechend § 253 Absatz 2 Satz 2 HGB mit dem von der Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Pensionsrückstellungen für arbeitgeberfinanzierte Zusagen und für nicht wertpapiergebundene arbeitnehmerfinanzierte Zusagen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Die Leistungsanpassung bei Zusagen aus Entgeltumwandlung aufgrund der künftig zu erwartenden Überschussbeteiligung der Rückdeckungsversicherungen wurde vertragsindividuell berücksichtigt. Die Bewertung basiert auf den Ausscheidewahrscheinlichkeiten der Heubeck-Richttafeln 2018G, die entsprechend dem im Bestand beobachteten Risikoverlauf verstärkt wurden. Im Übrigen wurden nachstehende Annahmen der Berechnung zugrunde gelegt: Gehaltsdynamik: 2,50 (2,50) % Rentendynamik: 1,74 (1,74) % Zinssatz: 2,71 (3,21) % Die berücksichtigte Fluktuation entspricht den nach Alter und Geschlecht diversifizierten unternehmensindividuellen Wahrscheinlichkeiten. Bei den wertpapiergebundenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen handelt es sich ausschließlich um leistungskongruent rückgedeckte Versorgungszusagen, deren Bewertung entsprechend IDW RS HFA 30 Rz. 74 nach § 253 Absatz 1 Satz 3 HGB zu erfolgen hat. Für diese Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag mithin dem Zeitwert des Deckungskapitals des Lebensversicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung. Die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie die der Pensionsverpflichtungen. Dabei kommen die gleichen Annahmen für die Berücksichtigung von Gehaltstrends und Fluktuationswahrscheinlichkeiten zum Ansatz. Lediglich der Diskontierungszinssatz wird abweichend mit einem durchschnittlichen Mittel aus den vergangenen sieben Jahren ermittelt und mit 1,97 (2,32) % angesetzt. Bei der Berechnung der Rückstellung für Altersteilzeit wurden alle Mitarbeiter der Gesellschaft berücksichtigt, die die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben. Die Berechnungen wurden mithilfe der modifizierten Heubeck-Richttafeln 2018G durchgeführt, wie sie für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum Ansatz kommen. Es wurde die Ausscheideordnung der Aktiven zugrunde gelegt. Dabei wurde unter der Annahme einer mittleren Restlaufzeit von zwei Jahren ein Rechnungszins von 0,63 (0,87) % angesetzt. Als Gehaltstrend wurden 2,50 % angenommen. Die Rückstellung ist gemäß § 253 HGB mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie setzt sich zusammen aus der Rückstellung für rückständiges Arbeitsentgelt, der Rückstellung für Aufstockungsbeträge, der Rückstellung für den zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und der Rückstellung für Abfindung. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank in Übereinstimmung mit der RückAbzinsV ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst. Andere VerbindlichkeitenDie anderen Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. RechnungsabgrenzungspostenUnter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. WährungsumrechnungWenn Fremdwährungspositionen vorliegen, erfolgt die Umrechnung zum Bilanzstichtag für Posten der Bilanz zum Stichtagskurs und für Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Bei monatlicher Fremdwährungsberechnung erfolgt die Umrechnung der Bestandspositionen zum jeweiligen Stichtagskurs zum Monatsende. Der Umrechnungskurs für die monatliche Bewertung der Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung ist der jeweilige Ultimokurs des Vormonats. Diese Posten werden in einem rollierenden Verfahren bewertet. Durch die Addition der umgerechneten Einzelwerte ergab sich faktisch eine Umrechnung nach Durchschnittskursen. Erläuterungen zur BilanzAktivaENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A. I. UND A. II. IM GESCHÄFTSJAHR 2019scroll
Bei Ausleihungen an verbundenen Unternehmen bestanden im Geschäftsjahr keine stillen Lasten. Im Vorjahr wurden hier stille Lasten von insgesamt 2.128 TEUR ausgewiesen, die rein zinsinduziert waren und daher nicht als dauerhaft eingeschätzt wurden. Die Gesellschaft hat nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Kapitalanlagen gemäß § 341b Absatz 2 2. Halbsatz HGB dem Anlagevermögen zuzuordnen. A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen1. ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN IM INLANDscroll
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Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition aller direkt und indirekt gehaltenen
Anteile nach Maßgabe des § 16 Absatz 2 und 4 AktG A. III. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen VersicherungsgeschäftHier wird das Saldendepot aus dem Rückversicherungsvertrag mit der HDI Re (Ireland) über 68.177 (-) TEUR ausgewiesen. B. I. Abrechnungsforderungen aus dem RückversicherungsgeschäftUnter dieser Position werden sowohl abgerechnete Kontokorrente als auch Rückversicherungsforderungen, die sich aus den Schätz- und Abgrenzungsprozessen ergeben, in Höhe von 1.159 (-) TEUR ausgewiesen. B. II. Sonstige Forderungenscroll
Die Forderungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 338.529 (197.852) TEUR, aus dem Verkauf der HDI Reinsurance (Ireland) SE an die HDI Global SE in Höhe von 268.700 (-) TEUR und Ausschüttungen aus der Kapitalrücklage in Höhe von 27.962 (84.100) TEUR. Kostenbuchungen, die nach dem Kostenschluss (2. Dezember 2019) erfolgten, wurden unter den sonstigen Forderungen erfasst. In der Folgeperiode wurde das Abgrenzungskonto aufwandswirksam entlastet. In diesem Posten sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 1.062 (1.595) TEUR enthalten. C. I. Sachanlagen und Vorrätescroll
D. I. Abgegrenzte Zinsen und MietenDie periodengerechte Erfolgsabgrenzung erfolgte ausschließlich für Zinsen in Höhe von 4.892 (4.234) TEUR. D. II. Sonstige Rechnungsabgrenzungspostenscroll
PassivaA. I. Gezeichnetes KapitalGezeichnetes Kapital und Anzahl der im Umlauf befindlichen AktienDas Grundkapital beträgt unverändert 316 Mio. EUR und ist eingeteilt in 252.797.634 auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Der rechnerische Wert je Aktie beträgt 1,25 EUR. Vom Aktienkapital an der Talanx AG entfallen zum 31. Dezember 2019 unverändert zum Vorjahr 79,0 % auf den HDI V. a. G. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz. Bedingtes KapitalIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 126 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 101.119.057 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Namensschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 10. Mai 2022 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. In derselben Hauptversammlung wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 32 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 25.279.760 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen (Wandlungs- und Optionsanleihen) und Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten, die von der Talanx AG oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG aufgrund des in derselben Hauptversammlung gefassten Ermächtigungsbeschlusses im Zeitraum vom 11. Mai 2017 bis zum 10. Mai 2022 ausgegeben werden. Die Satzungsänderungen wurden am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Genehmigtes KapitalIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.998.521,25 EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien kann davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag von 20 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 9. Mai 2019 wurde für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 1,45 EUR je Aktie, insgesamt 367 Mio. EUR, an die Aktionäre ausgeschüttet. A. II. KapitalrücklageDie Kapitalrücklage der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2019 unverändert 1.394.223 TEUR. A. III. GewinnrücklagenDer Posten betrifft unverändert zum Vorjahr in Höhe von 2.901.819 TEUR andere Gewinnrücklagen. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag nach § 253 Absatz 6 Satz 1 HGB beträgt 96.968 (113.304) TEUR. Zur Ermittlung des Unterschiedsbetrags wurde der mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre abgezinste und bilanzierte Verpflichtungsbetrag dem Betrag gegenübergestellt, der sich bei Abzinsung mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre ergeben hätte. Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge nach § 268 Absatz 8 HGB beläuft sich auf 28 (16) TEUR, dieser resultiert aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Wert. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen diesen Betrag. A. IV. BilanzgewinnDieser Posten setzt sich zusammen aus 118.603 TEUR des Bilanzgewinns 2018, der aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 9. Mai 2019 auf neue Rechnung vorgetragen wurde, und aus dem Jahresüberschuss des laufenden Jahres in Höhe von 581.812 TEUR. B. Nachrangige VerbindlichkeitenDer Posten weist wie im Vorjahr 1.250 Mio. EUR nachrangige Schuldverschreibungen aus. Die Talanx AG hat am 5. Dezember 2017 nachrangige Schuldverschreibungen begeben. Die Schuldverschreibungen haben einen Gesamtnennbetrag von 750 Mio. EUR bei einer Laufzeit von 30 Jahren und können erstmals nach zehn Jahren gekündigt werden. Die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. hat am 4. April 2012 nachrangige Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von 30 Jahren begeben, deren Rückzahlung durch die Talanx AG garantiert wird. Der Erlös aus der Begebung wurde der Talanx AG darlehensweise und ebenfalls nachrangig überlassen. Die Schuld aus diesem Darlehen betrug zum Bilanzstichtag 500 Mio. EUR. Dieses nachrangige Darlehen kann erstmals nach zehn Jahren gekündigt werden. C. Versicherungstechnische Bruttorückstellungen insgesamtscroll
Davon: a) Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle: 67.926 (-) TEUR b) Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen: 1.608 (-) TEUR C. II. Bruttorückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfällescroll
C. III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungenscroll
D. I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungenscroll
Der Erfüllungsbetrag der arbeitgeberfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 894.753 (854.949) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 9.395 (9.598) TEUR zum 31. Dezember 2019. Der Erfüllungsbetrag der arbeitnehmerfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 1.220 (1.195) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 1.154 (1.140) TEUR zum 31. Dezember 2019. FLUKTUATIONSWAHRSCHEINLICHKEITEN IN %scroll
Für einen großen über einen Schuldbeitrittsvertrag übernommenen Verpflichtungsbestand der Talanx AG bestehen Ansprüche auf zukünftige Erstattung bereits zugeführter BilMoG-Unterschiedsbeträge gemäß Artikel 67 Absatz 1 Satz 1 EGHGB. Diese aufgrund der im Vertrag getroffenen Regelungen noch nicht fälligen Forderungen in Höhe von 18.031 (26.263) TEUR sind bei der Bewertung rückstellungsmindernd berücksichtigt worden. Das Deckungsvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert gemäß § 253 Absatz 1 Satz 4 HGB angesetzt. Im Berichtsjahr wurden Erträge aus Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen von 373 (372) TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen von 24.653 (28.052) TEUR saldiert. D. III. Sonstige Rückstellungenscroll
Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellung betrug 571 (1.037) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung gehaltenen Fonds betrug 531 (515) TEUR zum 31. Dezember 2019. Die historischen Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen 503 (499) TEUR. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem Marktpreis. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr das Ergebnis aus Deckungsvermögen für Rückstellungen für Altersteilzeit von 17 (8) TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Altersteilzeit von 4 (9) TEUR saldiert. E. II. AnleihenHier werden unverändert zum Vorjahr erstrangige Anleihen in Höhe von 1.358 Mio. EUR ausgewiesen. Die Talanx AG hat am 11. Februar 2013 eine erstrangige Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 750 Mio. EUR und einer Laufzeit von zehn Jahren begeben. Die Talanx AG hat am 13. Februar 2013 eine erstrangige Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 108 Mio. EUR und einer Laufzeit von zehn Jahren begeben, die ausschließlich von verbundenen Unternehmen gezeichnet wurde. Weiterhin hat die Talanx AG am 16. Juli 2014 eine erstrangige unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR platziert. Die Anleihe ist am 23. Juli 2026 fällig. Die Anleihen haben unverändert zum Vorjahr eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 858 Mio. EUR und von mehr als fünf Jahren in Höhe von 500 Mio. EUR. E. III. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 14 (581) TEUR haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. E. IV. Sonstige Verbindlichkeitenscroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr im Wesentlichen ausstehende Zinsen aus von verbundenen Unternehmen gezeichneten Anleihen in Höhe von 31.006 (31.094) TEUR sowie aus internen Umlagen in Höhe von 43.806 (51.730) TEUR. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten keine Restlaufzeiten von mehr als fünf Jahren. D. RechnungsabgrenzungspostenHier werden ausschließlich abgrenzte Zinsen in Höhe von 3.477 (3.791) TEUR ausgewiesen. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungI. 1. a) Gebuchte Bruttobeiträgescroll
-scroll
I. 1. Verdiente Bruttobeiträgescroll
I. 2. Bruttoaufwendungen für Versicherungsfällescroll
I. 3. a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetriebscroll
Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb des Geschäftsjahres entfallen 1.408 (-) TEUR auf Abschlussaufwendungen und 13.322 (-) TEUR auf Verwaltungsaufwendungen. I. 6. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnungscroll
AbwicklungsergebnisDie Abwicklung ist wesentlich durch einen Schadenportfolioeintritt geprägt und wird - ohne zu berücksichtigende Nachverrechnungsprämien - mit -2.515 (-) TEUR ausgewiesen. Eine Abwicklungsquote ist aufgrund der Geschäftsaufnahme zum 1. Januar 2019 noch nicht aussagekräftig. Aufwendungen für Personalscroll
II. 3. Sonstige Erträgescroll
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der Anpassung von Zinsverpflichtungen gegenüber Steuerbehörden. Die Erträge aus Dienstleistungen betreffen Leistungen an verbundene Unternehmen und wurden im Berichtsjahr erstmals unsaldiert ausgewiesen. Der Ausweis im Vorjahr erfolgte unter dem Posten II. 4. Sonstige Aufwendungen. Die Zinserträge enthalten im Vorjahr 42 TEUR aus Abzinsungen. II. 4. Sonstige Aufwendungenscroll
Die Zinsaufwendungen enthalten 6.202 (36) TEUR aus Aufzinsungen. II. 6. Steuern vom Einkommen und vom ErtragBei einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 599 (226) Mio. EUR wird ein Steueraufwand von 17 (14) Mio. EUR ausgewiesen. Im Geschäftsjahr waren wesentliche Erträge nahezu steuerfrei zu vereinnahmen. Bei der Talanx AG inklusive ihrer Organgesellschaften werden latente Steuern mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von unverändert 15,83 % und einem Gewerbesteuersatz von 16,31 % bewertet. Passive latente Steuern, die insbesondere in den Bilanzposten Anteile an verbundenen Unternehmen (wegen abweichender Bilanzansätze von Anteilen an Personengesellschaften) bestehen, wurden mit aktiven latenten Steuern insbesondere aus dem Bilanzposten Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle verrechnet. Über diese Saldierung hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Ein Überhang passiver latenter Steuern ergab sich nicht. Sonstige AngabenMitarbeiterscroll
MitarbeiteraktienprogrammIm September 2019 wurde von der Talanx AG ein Mitarbeiteraktienprogramm aufgelegt, bei dem den Mitarbeitern der Talanx jeweils maximal 36 Aktien zur Zeichnung angeboten wurden. Die Ausgabe der Aktien an die Mitarbeiter erfolgte im November. Der Ausübungspreis richtete sich nach dem niedrigsten Tageskurs an den Börsen Frankfurt und Hannover am 30. September 2019 abzüglich eines Rabatts von 10 EUR je Aktie und betrug 29,24 EUR. Insgesamt wurden 5.044 Aktien erworben. Durch die Transaktion entstand Personalaufwand in Höhe von 50 TEUR. Die ausgegebenen Aktien unterliegen einer Sperrfrist, die am 25. November 2021 endet. Organe der GesellschaftDie Namen der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands finden sich im Geschäftsbericht unter "Verwaltungsorgane der Gesellschaft". Bezüge der OrganeDie Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 8.627 (8.024) TEUR. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Berichtsjahr 2.189 (2.069) TEUR. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstände und ihrer Hinterbliebenen betrugen 2.051 (944) TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 47.322 (43.766) TEUR zurückgestellt. Die weiteren Angaben zu Organbezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie zur Struktur des Vergütungssystems sind im Vergütungsbericht innerhalb des zusammengefassten Lageberichts enthalten. Wichtige VerträgeBeherrschungs- und ErgebnisabführungsverträgeEs bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge zwischen der Talanx und
Rahmenvereinbarung mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G.Die Talanx AG hat am 21. Oktober 2016 mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 500 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Bestehende KreditlinienNach Maßgabe der durch die Talanx AG mit Banken geschlossenen Verträge bestehen zwei syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinien in Höhe von nominal 500 Mio. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren, die der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensfinanzierung dienen sollen. Die bestehenden syndizierten Kreditlinien können von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, das heißt, wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Verpflichtung zur Gewährung von DarlehenDie Talanx AG hat sich durch Vereinbarung vom 19. Mai 2017 gegenüber der HDI Lebensversicherung AG verpflichtet, der HDI Lebensversicherung AG bis zum 31. Dezember 2032 auf Einforderung jederzeit ein Nachrangdarlehen in Höhe von 100 Mio. EUR zu gewähren. Beziehungen zu nahe stehenden PersonenIm Berichtsjahr bestanden keine für die Beurteilung der Vermögensoder Ertragslage wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen. Gesamthonorare des AbschlussprüfersDas Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PwC GmbH beinhaltet vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen, die prüferische Durchsicht des Zwischenberichts sowie Jahresabschlussprüfungen und Prüfungen der Solvabilitätsübersichten der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Prüfungen. In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die Unterstützungsleistungen bei der Erstellung von Steuererklärungen und die steuerliche Beratung zu Einzelsachverhalten enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen Beratungsleistungen in Verbindung mit IT und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit Schulungen zu aktuellen Entwicklungen in der Rechnungslegung sowie qualitätssichernde Unterstützungsleistungen. Die Angaben zum Honorar für den Abschlussprüfer gemäß § 285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Talanx AG sind im Anhang des Konzernabschlusses des Talanx Konzerns enthalten. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenResultierend aus der im Jahr 2010 vollzogenen Abspaltung verschiedener Beteiligungen von der HDI Service AG auf unsere Gesellschaft haftet die Talanx AG als übernehmender Rechtsträger gemäß § 133 UmwG für die vor dem Wirksamwerden der Abspaltung am 4. August 2010 begründeten Verbindlichkeiten der HDI Service AG mit dieser als Gesamtschuldner über einen Zeitraum von zehn Jahren für Versorgungsverpflichtungen aufgrund des Betriebsrentengesetzes. Der Gesamtbetrag dieser Verpflichtungen beträgt 29 (28) Mio. EUR. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen 29 (28) Mio. EUR. Die HDI Global SE, Hannover, hat lediglich im Innenverhältnis die Verpflichtung aus der Altersversorgung der aktiven und ehemaligen Mitarbeiter, Geschäftsführer und Vorstände im Wege des Schuldbeitritts übernommen und haftet für die Erfüllung dieser Verbindlichkeiten. Aus diesen Versorgungsversprechen besteht für die Gesellschaft noch eine Mithaftung, deren Höhe am Ende des Geschäftsjahres 7 (6) Mio. EUR betrug. Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Versorgungsverpflichtungen im Sinne von Artikel 28 Absatz 2 EGHGB beläuft sich auf 1 (0) Mio. EUR. Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haftet die Gesellschaft anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse. Unverändert zum Vorjahr hat die Talanx AG Bürgschaften für Rückbauverpflichtungen von konzerneigenen Windparks in Höhe von 5 Mio. EUR übernommen. Nach Einschätzung des Vorstands unserer Gesellschaft ist die Inanspruchnahme von Verpflichtungen, die aus den genannten Haftungsverhältnissen resultieren, als unwahrscheinlich einzuschätzen. Der Gesamtbetrag dieser finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 41 (39) Mio. EUR. Davon entfallen auf Verpflichtungen für Altersvorsorge 37 (34) Mio. EUR und auf Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen 37 (34) Mio. EUR. Stimmrechtsmitteilung nach WpHGMitteilung der Meiji Yasuda Life Insurance Company vom 17. Juli 2015Talanx Aktiengesellschaft 17. Juli 2015 Die Meiji Yasuda Life Insurance Company, Tokio, Japan, hat uns gemäß § 21 Absatz 1 WpHG am 17. Juli 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, Deutschland, am 15. Juli 2015 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,94 % (das entspricht 12.493.442 Stimmrechten) betragen hat. Mitteilung des HDI V. a. G. vom 1. Oktober 2012Talanx Aktiengesellschaft 4. Oktober 2012 Veröffentlichung von Stimmrechtsmitteilungen nach § 26 Absatz 1, § 21 Absatz 1a WpHG (Mitteilung zur Erstzulassung) Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Absatz 1a WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, am 1. Oktober 2012, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien der Talanx Aktiengesellschaft zum Handel an den Wertpapierbörsen in Frankfurt am Main und Hannover, 89,08 % (208.000.000 Stimmrechte) beträgt. KonzernabschlussDie Gesellschaft ist Konzerngesellschaft des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover. Der HDI (Mutterunternehmen) stellt nach § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB einen Konzernabschluss auf (größter Kreis), in den die Gesellschaft einbezogen wird. Für die Talanx AG als Mutterunternehmen des Talanx Konzerns ergibt sich daneben die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses aus § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB (kleinster Kreis), der auf der Grundlage von § 315e Absatz 1 HGB gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt wird. Die Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Entsprechenserklärung nach § 161 AktGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung und Corporate-Governance-Bericht") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht (https://www.talanx.com/corporate-governance/ entsprecherklaerung). GewinnverwendungsvorschlagVorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Talanx AG in Höhe von 700.415.221,04 EUR wie folgt zu verwenden:
Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 27. Februar 2020 in Hannover.
Talanx Aktiengesellschaft Der Vorstand Torsten Leue, Vorsitzender Sven Fokkema Jean-Jacques Henchoz Dr. Edgar Puls Dr. Immo Querner Dr. Jan Wicke Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Talanx AG, Hannover Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Talanx AG, Hannover, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Talanx AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung: (1) Bewertung der Anteile an verbundenen UnternehmenUnsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: ① Sachverhalt und Problemstellung ② Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse ③ Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: (1) Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen① Im Jahresabschluss der Talanx AG zum 31. Dezember 2019 werden unter den Kapitalanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 7.182 Mio (78,5 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für alle Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich anhand des Ertragswertverfahrens. Im Fall von Lebensversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich erfolgt eine Ermittlung des beizulegenden Werts durch ein modifiziertes Ertragswertverfahren in Anlehnung an IDW S 1 in Verbindung mit IDW RS HFA 10. Für die Tochtergesellschaft im Rückversicherungsbereich ergibt sich der Zeitwert aus dem Börsenkurs zum 30. Dezember 2019. Die für das Ertragswertverfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen im Grundsatz auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die unter anderem mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme sowie die jeweiligen Kapitalisierungszinssätze und Wachstumsraten einschätzen. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. ② Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der wesentlichen Beteiligungen sachgerecht mittels Ertragswertverfahren bzw. modifizierten Ertragswertverfahrenn unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Hierzu haben wir unsere internen Bewertungsspezialisten hinzugezogen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen. ③ Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind in den Erläuterungen im Abschnitt "Angaben zur Bilanzierung und Bewertung" des Anhangs enthalten. Daneben verweisen wir auf den Abschnitt "Angaben zur Bilanz - Aktiva" des Anhangs für die Darstellung der Zeitwerte und Bewertungsreserven. Bezüglich der Darstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf den Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva" des Anhangs. Risikoangaben sind im Risikobericht des Lageberichts im Abschnitt "Andere wesentliche Risiken" enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden vom Aufsichtsrat am 15. März 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. Juni 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Talanx AG, Hannover, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Florian Möller.
Hannover, den 12. März 2020 PricewaterhouseCoopers GmbH Florian Möller, Wirtschaftsprüfer ppa. Christoph Czupalla, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Hannover, den 27. Februar 2020 Talanx Aktiengesellschaft Der Vorstand Torsten Leue, Vorsitzender Sven Fokkema Jean-Jacques Henchoz Dr. Edgar Puls Dr. Immo Querner Dr. Jan Wicke Weitere InformationenGlossar und KennzahlendefinitionenBancassuranceBank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien. Beitrag
Ergebnis (auch: Gewinn) je Aktie, verwässertKennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein. Ergebnis der gewöhnlichen GeschäftstätigkeitPeriodengewinn vor außerordentlichem Ergebnis und vor Steuern. International Financial Reporting Standards - IFRSInternationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet, bei Talanx angewendet seit 2004. JahresüberschussErgebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzüglich des außerordentlichen Ergebnisses abzüglich Steuern. LebensversicherungZusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung. Operatives Ergebnis (EBIT)Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). Prämie (auch: Beitrag)Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken. Retaila) Allgemein: Privatkundengeschäft. b) Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen. Sonstige betriebliche Aufwendungen und AbschreibungenAufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. Personal- und Sachaufwendungen, Abschreibungen, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen, Währungskursverluste, Dienstleistungsaufwendungen. Sonstige betriebliche ErträgeErträge der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, wie z. B. realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen oder Währungskursgewinne. ÜberschussbeteiligungGesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen. UnderwritingPrüfung und Einschätzung von (Rück-)Versicherungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-)Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-) Versicherer profitabel ist. ZeitwertBetrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. KontaktTalanx AGHDI-Platz 1 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com Group CommunicationsAndreas Krosta Telefon +49 511 3747-2020 Telefax +49 511 3747-2025 andreas.krosta@talanx.com Investor RelationsCarsten Werle Telefon +49 511 3747-2231 Telefax +49 511 3747-2286 carsten.werle@talanx.com Veröffentlicht am: 16. März 2020 Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch. Konzernstrukturscroll
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Nur die wesentlichen Beteiligungen Main participations only Stand / As at: 31.12.2019 |
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