Talanx AktiengesellschaftHannoverKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Talanx Konzerngeschäftsbericht 2021Auf einen BlickPROFILTalanx ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Die Konzerngesellschaften arbeiten unter verschiedenen Marken. Dazu zählen HDI mit Versicherungen für Privat- und Firmenkunden sowie Industriekunden, Hannover Rück als ein weltweit führender Rückversicherer, die auf Bankenvertrieb spezialisierten neue leben, PB und TARGO Versicherungen sowie Ampega als Fondsanbieter und Vermögensverwalter. Der Konzern mit Sitz in Hannover ist in mehr als 150 Ländern aktiv. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIENIn Mrd. EUR 45,5 OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)In Mrd. EUR 2,5 KONZERNERGEBNISIn Mio. EUR 1.011 DIVIDENDENVORSCHLAG JE AKTIEIn EUR 1,60 KAPITALANLAGERENDITEIn % 3,4 EIGENKAPITALRENDITEIn % 9,6 KONZERNKENNZAHLENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
»Hinter unseren sehr erfreulichen Geschäftszahlen stehen rund 24.000 engagierte und hochmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich sehe mit großer Freude, mit welcher Energie unser Purpose "Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship" tagtäglich vertrauensvoll gelebt wird. Die konsequente und transparente Umsetzung unserer kulturellen Transformation in die neuen Arbeitswelten sowie eine beschleunigte digitale Transformation unserer Geschäftsmodelle sichern uns auch zukünftig innovative Leistungsfähigkeit für unsere Kunden.«
Torsten Leue Vorstandsvorsitzender Die XHTML-Datei dieses Geschäftsberichts zum Einreichen beim Bundesanzeiger wurde für die Bildschirmdarstellung optimiert. Leitlinien zu alternativen Performance-Kennzahlen - Informationen zu der Berechnung und Definition einzelner Leistungskennzahlen - finden sich auf https://www.talanx.com/ investor-relations/ueberblick/ midterm-targets/definitions_apm Brief an die AktionäreVerehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Talanx Gruppe hat sich trotz extrem hoher Schadenaufwendungen für Naturkatastrophen und der anhaltenden Corona-Pandemie sehr resilient gezeigt. In einem herausfordernden Marktumfeld haben wir unsere Beitragseinnahmen zweistellig auf 45,5 Mrd. EUR gesteigert und damit in vielen Regionen Marktanteile gewonnen. Erstmals in unserer rund 120-jährigen Geschichte haben wir mit einem Konzernergebnis von 1,01 Mrd. EUR die Milliardengrenze durchbrochen - ein Jahr früher als 2018 in unseren Mittelfristzielen angekündigt. Unsere Eigenkapitalverzinsung ist trotz des Niedrigzinsumfeldes mit 9,6 Prozent fast zweistellig gestiegen. Vor diesem erfreulichen Hintergrund schlagen wir der Hauptversammlung eine erneute Dividendenerhöhung um 10 Cent auf 1,60 EUR vor. Hinter diesen sehr erfreulichen Geschäftszahlen stehen unsere rund 24.000 engagierten und hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich sehe mit großer Freude, mit welcher Energie unser Purpose "Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship" tagtäglich vertrauensvoll gelebt wird. Die konsequente und transparente Umsetzung unserer kulturellen Transformation in die neuen Arbeitswelten sowie eine beschleunigte digitale Transformation unserer Geschäftsmodelle sichern uns auch zukünftig innovative Leistungsfähigkeit für unsere Kunden. Im Namen des Vorstandes bedanke ich mich daher sehr herzlich für den großartigen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die konsequente Umsetzung unserer ambitionierten Strategie zahlte sich auch im vergangenen Jahr aus, was sich an den gesteigerten Geschäftsergebnissen und letztendlich auch an der Entwicklung des Börsenkurses unserer Talanx Aktie widerspiegelte. Mit einem Kursanstieg von mehr als 35 Prozent im Jahr 2021 entwickelte sich Ihre Talanx Aktie doppelt so gut wie der Vergleichsindex STOXX Europe 600 Insurance. Erfreulicherweise trugen alle Geschäftsbereiche zu dieser sehr guten Entwicklung bei. Insbesondere stieg aufgrund der erfolgreichen Umsetzung der Optimierungsprogramme in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung sowie Privat- und Firmenversicherung Deutschland der Anteil der Erstversicherung am Konzernergebnis von 31 Prozent im Jahr 2018 auf rund 45 Prozent im Jahr 2021, und dies bei ebenfalls steigendem Ertragsniveau der Hannover Rück. »Die konsequente Umsetzung unserer ambitionierten Strategie zahlte sich auch im vergangenen Jahr aus.« Der Geschäftsbereich Industrie kam mit profitablem Wachstum seinem Anspruch, eine tragende Säule unseres Konzerns zu sein, näher. Das operative Ergebnis stieg trotz erheblicher Großschäden im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 300 Prozent auf 196 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich mit 98,7 Prozent erneut zum Vorjahr und lag damit auf dem gesetzten Pfad, mittelfristig 95 Prozent zu erreichen. Die auf Spezialrisiken fokussierte HDI Global Specialty als eine unserer wesentlichen Wachstumsinitiativen erhöhte ihre Beitragseinnahmen um 23 Prozent auf knapp 2,5 Mrd. EUR. Damit wurde das strategische Ziel von 2,1 Mrd. EUR Beitragseinnahmen schon ein Jahr früher als geplant erreicht und zugleich mit 3,7 Mrd. EUR ein neues, ambitioniertes Ziel bis 2025 für die Bruttoprämien vorzeitig verkündet. Unser Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland übererfüllte das strategische Optimierungsprogramm "KuRS" im vergangenen Jahr erfolgreich und übertraf mit einem operativen Ergebnis von 283 Mio. EUR das gesetzte Ziel. Die neue Strategie "Go25" setzt auf fokussiertes profitables Wachstum insbesondere im Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen, mit unseren Bankpartnern sowie durch ausgewählte Produktbereiche im Privat- und Personenversicherungsgeschäft. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erwies sich trotz sehr volatiler Märkte weiter als ein profitabler Wachstumsmotor unserer Gruppe. Die Beitragseinnahmen stiegen erneut mit 11 Prozent zweistellig zum Vorjahr auf mehr als 6 Mrd. EUR. Besonders erfreulich ist, dass trotz einer hohen Schadeninflation in den aufstrebenden Märkten das operative Ergebnis mit 294 Mio. EUR mit einer stabilen kombinierten Schaden-/ Kostenquote von 94,8 Prozent deutlich über dem Vorjahr lag. Unser regionaler Geschäftsfokus richtete sich weiterhin auf die fünf Kernmärkte Brasilien, Mexiko, Chile, Polen und Türkei. So konnten wir unter anderem in Chile die führende Bank Estado als einen weiteren langfristigen exklusiven Bankpartner mit mehr als 15 Mio. Kunden gewinnen. Unser Geschäftsbereich Rückversicherung konnte mit einem erneuten zweistelligen Anstieg der Beitragseinnahmen den Marktanteil profitabel ausbauen. In der Schaden-Rückversicherung lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote trotz erheblicher Großschäden aus Naturkatastrophen mit 97,7 Prozent sogar unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahr erwartungsgemäß um 80 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR. Die Personen-Rückversicherung steigerte ihre Bruttoprämien mit einem Wachstum von mehr als 6 Prozent auf 8,5 Mrd. EUR. Das Geschäft litt erheblich unter der Corona-Pandemie, vor allem durch die Übersterblichkeit in den USA sowie in Südafrika. Dennoch wurde aufgrund des diversifizierten Portfolios ein operativer Gewinnbeitrag von 216 Mio. EUR erreicht. Mit unserem Bekenntnis zum Pariser Klima-Abkommen schärften wir unsere Nachhaltigkeitsziele im vergangenen Geschäftsjahr erneut. Nachdem wir in Deutschland im eigenen Betrieb bereits CO 2 -neutral operieren, wollen wir dies bis zum Jahr 2030 weltweit erreichen. Im Bereich der Kapitalanlagen werden wir auf dem Weg zur CO 2-Neutralität bis 2050 den CO 2 -Anteil in unserem Portfolio bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent reduzieren. Gleichzeitig wollen wir den Anteil alternativer Investments auch in erneuerbare Energien auf 8 Mrd. EUR aufstocken. Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre, den zukünftigen Herausforderungen werden wir auch weiter mit einer konsequenten Strategieumsetzung auf Basis einer dezentralen, unternehmerischen Vertrauenskultur und unserem gelebten Purpose begegnen. Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihr wertvolles Vertrauen und freue mich. wenn Sie uns weiter auf unserem Weg begleiten. Der VorstandTorsten LeueVorsitzender Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Jean-Jacques HenchozHannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Wilm LangenbachHannover Vorsitzender des Vorstands HDI International AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Christopher LohmannKöln Vorsitzender des Vorstands HDI Deutschland AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Edgar PulsIsernhagen Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Global SE, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Jan WickeHannover Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Der AufsichtsratHerbert K. Haas(seit 8. Mai 2018) Vorsitzender Burgwedel ehem. Vorsitzender des Vorstands Talanx AG Dr. Thomas Lindner(seit 27. Juni 2003) stv. Vorsitzender Albstadt Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Ralf Rieger *(seit 19. Mai 2006) stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI Vertriebs AG Antonia Aschendorf(seit 1. September 2011) Hamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands APRAXA eG Geschäftsführerin 2-Sigma GmbH Benita Bierstedt *(seit 9. Mai 2019) Hannover Angestellte E+S Rückversicherung AG Rainer-Karl Bock-Wehr * (seit 9. Mai 2019) Köln Leiter Kompetenzcenter Firmen HDI Kundenservice AG Sebastian Gascard *(seit 9. Mai 2019) Isernhagen Syndikusrechtsanwalt (Haftpflicht-Underwriter) HDI Global SE Jutta Hammer *(seit 1. Februar 2011) Bergisch Gladbach Angestellte HDI Kundenservice AG Dr. Hermann Jung(seit 6. Mai 2013) Heidenheim ehem. Mitglied der Geschäftsführung Voith GmbH Dirk Lohmann(seit 6. Mai 2013) Forch, Schweiz Vorstandsvorsitzender Schroder Capital ILS, Schroder Investment Management (Switzerland) AG Christoph Meister *(seit 8. Mai 2014) Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Jutta Mück *(seit 17. Juni 2009) Diemelstadt Account Manager Vertrieb Industrie HDI Global SE Dr. Erhard Schipporeit(seit 27. Juni 2003) Hannover selbstständiger Unternehmensberater Prof. Dr. Jens Schubert *(seit 8. Mai 2014) Potsdam AWO Bundesverband e. V. Apl. Professor Leuphana Universität Lüneburg Norbert Steiner(seit 6. Mai 2013) Baunatal ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S AG Angela Titzrath(seit 8. Mai 2018) Hamburg Vorsitzende des Vorstands Hamburger Hafen und Logistik AG Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Geschäftsbericht der Talanx AG. AufsichtsratsausschüsseZusammensetzung zum 31. Dezember 2021Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und PrüfungsausschussHerbert K. Haas, Vorsitzender Jutta Hammer Dr. Hermann Jung Dr. Thomas Lindner Ralf Rieger Dr. Erhard Schipporeit Ausschuss für VorstandsangelegenheitenHerbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Thomas Lindner Jutta Mück Norbert Steiner VermittlungsausschussHerbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Thomas Lindner Ralf Rieger Prof. Dr. Jens Schubert NominierungsausschussHerbert K. Haas, Vorsitzender Dirk Lohmann Angela Titzrath Aufgaben der AusschüsseDie detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat". Finanz- und Prüfungsausschussscrollen
Ausschuss für Vorstandsangelegenheitenscrollen
Vermittlungsausschussscrollen
Nominierungsausschussscrollen
Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren,der Aufsichtsrat ist auch im Geschäftsjahr 2021 den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten uneingeschränkt nachgekommen. Wir befassten uns eingehend mit der wirtschaftlichen Lage und der Risikosituation auf Ebene der Talanx AG und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften im Inland und in den wichtigsten ausländischen Märkten. Wir berieten den Vorstand in allen für das Unternehmen wichtigen Belangen, überwachten kontinuierlich seine Geschäftsführung und waren in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittelbar eingebunden. Einen wesentlichen Schwerpunkt der Berichterstattung an den Aufsichtsrat bildeten in diesem Jahr erneut die Großschadenbelastungen aufgrund von Naturkatastrophen sowie die Auswirkungen der Corona-Krise auf unseren Konzern. ÜberblickIm Berichtsjahr kamen wir zu vier ordentlichen sowie einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats zusammen. An der Sitzung am 9. November 2021 nahmen routinemäßig Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht teil. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats trat zu fünf, der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten zu vier Sitzungen zusammen. Sitzungen des Nominierungsausschusses und des nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gebildeten Vermittlungsausschusses waren im Jahr 2021 nicht erforderlich. Der Gesamtaufsichtsrat wurde jeweils über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Des Weiteren ließen wir uns vom Vorstand auf Basis der Quartalsmitteilungen und des Halbjahresabschlusses schriftlich und mündlich über den Gang der Geschäfte sowie die Lage des Unternehmens und des Konzerns unterrichten. Zu keinem Zeitpunkt im Berichtsjahr sahen wir uns veranlasst, Prüfungsmaßnahmen nach § 111 Absatz 2 Satz 1 AktG durchzuführen. Die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand tauschten sich regelmäßig über wesentliche Entwicklungen und Geschäftsvorfälle im Unternehmen und innerhalb des Talanx Konzerns aus und berieten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, einschließlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Risikolage, des Chancen- und Risikomanagements und der Compliance. Insgesamt haben wir uns im Rahmen unserer gesetzlichen und satzungsmäßigen Zuständigkeit von der Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Vorstandsarbeit überzeugt. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäfts- und Finanzlage, das Risikomanagement und die Wahrnehmung von Chancen, über wichtige Investitionsvorhaben und grundsätzliche Fragen der Unternehmenspolitik sowie über Geschäfte, die zwar nicht der Zustimmung des Aufsichtsrats unterliegen, über die jedoch entsprechend den Regelungen der Geschäftsordnung zu berichten ist, über die Auswirkungen von Naturkatastrophen und sonstigen Großschäden, den Stand wesentlicher Rechtsstreitigkeiten sowie weitere wichtige Entwicklungen in der Gesellschaft, im Konzern sowie im regulatorischen Umfeld. In unseren Sitzungen haben wir die Berichte des Vorstands ausführlich erörtert sowie Anregungen und Optimierungsvorschläge eingebracht. Der Aufsichtsrat hat regelmäßig, u. a. zu Personalangelegenheiten des Vorstands sowie zu internen Angelegenheiten des Aufsichtsrats, auch ohne den Vorstand getagt. Die aufgrund von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen Geschäfte und Maßnahmen haben wir nach Prüfung und Erörterung mit dem Vorstand verabschiedet. Schwerpunkte der Beratungen im PlenumDie Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der einzelnen Geschäftsbereiche im laufenden Geschäftsjahr, einschließlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie, Fragen der strategischen Ausrichtung in einzelnen Geschäftsbereichen, mögliche Akquisitionsvorhaben im Ausland sowie die Planungen für das Jahr 2022 standen im Mittelpunkt der Berichterstattung und Beratungen und wurden ausführlich in unseren Sitzungen behandelt. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wurden uns jeweils Gründe für Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den verabschiedeten Plänen und Zielen dargestellt, die von uns entsprechend nachvollzogen wurden. Zu Beginn des Jahres befasste sich der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung am 5. Februar 2021 mit einem Akquisitionsvorhaben in Italien und fasste hierüber Beschluss. In seiner Sitzung am 12. März 2021 behandelte der Aufsichtsrat ausführlich den testierten Jahres- und Konzernabschluss sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020. Der Abschlussprüfer stellte fest, dass der Bestätigungsvermerk für den Einzel- und den Konzernabschluss jeweils uneingeschränkt erteilt wurde. Der Aufsichtsrat befasste sich mit einer Reihe von Projekten, Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen, fasste in diesem Zusammenhang Beschluss über die vorgelegte Strategie des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland und nahm den 100-Tage-Bericht des verantwortlichen Vorstandsmitglieds für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International sowie die Gründe für das Nichtzustandekommen des Akquisitionsvorhabens in Italien entgegen. Er ließ sich ferner den Bericht über die Ergebnisse der jährlich konzernweit durchgeführten Mitarbeiterumfrage Organizational Health Check darstellen und erläutern und befasste sich mit der Aktienperformance der Talanx AG seit dem Börsengang. Des Weiteren verabschiedete der Aufsichtsrat die Tagesordnung und die Beschlussvorschläge für die ordentliche Hauptversammlung 2021 der Gesellschaft und beschäftigte sich turnusmäßig mit der Angemessenheit und Struktur des Vergütungssystems für die Mitglieder des Vorstands, zu deren Beurteilung er auch externe Stellungnahmen heranzog; er legte ferner die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2020 fest. In der Aufsichtsratssitzung am 7. Mai 2021 informierte der Vorstand über die Ergebnisse des ersten Quartals und gab einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich ferner mit Refinanzierungsmaßnahmen der Talanx AG und von Tochtergesellschaften und ließ sich über den aktuellen Stand der Umsetzung der IT-Strategie des Konzerns berichten. Darüber hinaus wurden die aktualisierten Corporate-Governance-Grundsätze verabschiedet und einer Änderung eines bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages zwischen der Ampega Investment GmbH und der Ampega Asset Management GmbH zugestimmt. Es wurden auch Fortbildungsmaßnahmen für den Gesamtaufsichtsrat auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat durchgeführten Selbsteinschätzung erörtert. In der Sitzung am 10. August 2021 berichtete der Vorstand zunächst über die Halbjahresergebnisse und die Erwartung für die Jahresabschlüsse 2021 der Talanx AG und des Konzerns. Den Schwerpunkt bildeten sodann strategische Themen der Lebensversicherung sowie das in der HDI Global Specialty SE zusammengefasste Versicherungsgeschäft mit Spezialrisiken. Der Aufsichtsrat nahm ferner den jährlichen Bericht über die Kostenquoten im Wettbewerbsvergleich entgegen und ließ sich über aktuelle Projekte, Vorhaben und berichtspflichtige Vorgänge informieren. Zudem nahm der Aufsichtsrat den jährlichen Bericht zu den Geschäften mit nahestehenden Personen zur Kenntnis und erörterte ausführlich die Risikoberichterstattung. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 9. November 2021 informierte der Vorstand über die Ergebnisse des dritten Quartals und gab einen Ausblick auf die Jahresabschlüsse 2021 der Talanx AG und des Konzerns. Der Aufsichtsrat befasste sich ausgiebig mit der Planung für das Geschäftsjahr 2022 und verabschiedete diese. Er ließ sich über eine Reihe von Vorhaben und berichtspflichtigen Vorgängen informieren und nahm die turnusmäßigen Berichterstattungen zum Risikomanagement (sogenannter ORSA-Report) und über die anhängigen Rechtsstreitigkeiten sowie zur Ausgestaltung der Vergütungssysteme in den Konzerngesellschaften entgegen. Des Weiteren befasste er sich mit der Strategie des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung International und erörterte die Nachhaltigkeitsstrategie; beiden stimmte er zu. Der Aufsichtsrat beriet und beschloss ferner die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und stimmte zudem dem neu aufgelegten Mitarbeiteraktienprogramm zu. Arbeit der AusschüsseZur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat verschiedene Ausschüsse gebildet: den Finanz- und Prüfungsausschuss mit sechs Mitgliedern, den Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten und den Vermittlungsausschuss mit jeweils vier Mitgliedern sowie den Nominierungsausschuss mit drei Mitgliedern. Die Ausschüsse bereiten die Beratung und Beschlussfassung im Plenum vor. Darüber hinaus sind den Ausschüssen auch eigene Beschlusszuständigkeiten übertragen. Die Niederschriften über die Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten werden auch den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Verfügung gestellt, die nicht diesen Ausschüssen angehören. Wie sich die Ausschüsse zusammensetzen, ist im Geschäftsbericht auf Seite 6 dargestellt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelte -neben der Vorbereitung der Beratungen und der Beschlussfassungen im Plenum - in vertiefter Form den Halbjahresabschluss und die Quartalsmitteilungen mit den Abschlussbestandteilen und Kennzahlen der Gesellschaft und des Konzerns sowie das Ergebnis der prüferischen Durchsicht für den Halbjahresabschluss durch die Abschlussprüfer. Des Weiteren wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss die Ergebnisse der jährlichen externen aktuarischen Prüfung der Brutto- und Nettoschadenreserven für das Nicht-Lebensversicherungsgeschäft im Talanx Konzern sowie die Ergebnisse der Performance-Analyse der in den letzten fünf Jahren erworbenen Konzerngesellschaften erörtert. Ferner beschäftigte sich der Ausschuss mit wesentlichen strategischen Weichenstellungen in einzelnen Geschäftsbereichen des Konzerns sowie mit einer Reihe von bedeutsamen Investitions- und Finanzierungsvorhaben. Routinemäßig behandelten wir zudem die Risikoberichte und nahmen einen Bericht der Wirtschaftsprüfer zur Prüfungsplanung mit den besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) entgegen. Der Ausschuss ließ sich berichten über die gemäß "Whitelist" zulässigen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers und beschäftigte sich ferner in mehreren Sitzungen mit den neuen Anforderungen an die Mitglieder von Prüfungsausschüssen nach dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG), die von der Gesellschaft vollumfänglich erfüllt werden, sowie dem hierdurch nochmals erweiterten Aufgabenspektrum des Finanz- und Prüfungsausschusses. Der Ausschuss nahm außerdem die Jahresberichte der vier Schlüsselfunktionen (Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision und Compliance) entgegen, die jeweils von den verantwortlichen Leitern dieser Funktionen vorgetragen und, auf entsprechende Fragen der Ausschussmitglieder, näher erläutert wurden. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten hat sich im Jahr 2021 -neben der Vorbereitung der Beratungen und der Beschlussfassungen im Plenum - ausgiebig mit der Nachfolgeplanung für den Vorstand der Gesellschaft befasst und in diesem Zusammenhang auch die internen Zielsetzungen für den Anteil von Frauen in Vorstands- und Führungspositionen erörtert. Der Ausschuss hat sich ferner erneut ausführlich mit der Frage der Angemessenheit der Vergütungshöhen für die Vorstandsmitglieder auseinandergesetzt und dazu auch horizontale und vertikale Vergütungsvergleiche herangezogen. Außerdem wurden im Zuge der Verlängerung von Vorstandsmandaten, der Festlegung der variablen Vorstandsvergütungskomponenten sowie der Bestimmung der Zielvorgaben für die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2022 Empfehlungen an das Aufsichtsratsplenum ausgesprochen. Die individuelle Sitzungsteilnahme der Aufsichtsrats- und Ausschussmitglieder im Jahr 2021 kann der nachfolgenden Übersicht entnommen werden.. Individualisierte Offenlegung der SitzungsteilnahmeTEILNAHME IM AUFSICHTSRATSPLENUMscrollen
Corporate Governance und EntsprechenserklärungDie Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat im Jahr 2021 keine Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) vorgenommen. Ungeachtet dessen widmeten wir dem Thema Corporate Governance weiter große Aufmerksamkeit. Wir befassten uns ferner mit dem Bericht des Vorstands über die nichtfinanzielle Konzernerklärung (vgl. Seite 78 ff. des Konzernlageberichts). Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC) hat eine Prüfung mit dem Maßstab "Limited Assurance" (Erlangung begrenzter Sicherheit) durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erteilt. Der Vorstand erläuterte den Bericht in den Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses am 11. März 2021 und des Aufsichtsrats am 12. März 2021. Vertreter des Abschlussprüfers nahmen an beiden Sitzungen teil und berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Aufgrund eigener Prüfung durch den Aufsichtsrat der nichtfinanziellen Konzernerklärung wurden keine Einwendungen erhoben und das Ergebnis der Prüfung der PwC GmbH zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben ferner - entsprechend den Vorgaben der Versicherungsaufsicht - ihre jährlichen Selbsteinschätzungen über ihre Kenntnisse in einer Reihe von wichtigen Themenfeldern abgegeben. Eine ausführliche Schulung der Aufsichtsratsmitglieder zum neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17/9 für die europäische Versicherungswirtschaft wurde in der Aufsichtsratssitzung im Mai 2021 abgehalten. Ungeachtet der hohen Bedeutung, die der Aufsichtsrat den im DCGK formulierten Standards einer guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung beimisst, hat er in seiner Sitzung am 9. November 2021 beschlossen, den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 in den Abschnitten C.10 Satz 1 und D.4 Satz 2 zum Vorsitz im Prüfungsausschuss nicht zu entsprechen. Die Begründung für die Abweichungen von den Empfehlungen des DCGK findet sich in der Entsprechenserklärung der Gesellschaft nach § 161 AktG, die im Konzerngeschäftsbericht im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung abgedruckt ist. Weitere Informationen zum Thema Corporate Governance sind auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDer vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Talanx AG, der Abschluss des Talanx Konzerns, der nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, "IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wurde, sowie die entsprechenden Lageberichte wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers (PwC) GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, geprüft. Die Bestellung der Abschlussprüfer erfolgte durch den Aufsichtsrat; der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilte den konkreten Prüfungsauftrag und bestimmte - neben den üblichen Prüftätigkeiten - als Schwerpunkt für die Abschlussprüfung die prüferische Begleitung der IFRS-17-Umsetzung. Ferner waren die Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) Gegenstand der Prüfungshandlungen der Abschlussprüfer. Die Prüfungen der Abschlussprüfer ergaben keinen Anlass zu Beanstandungen. In den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerken erklärten die Abschlussprüfer, dass die Buchführung sowie der Jahres- und der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und die Lageberichte im Einklang mit dem Jahres- bzw. dem Konzernabschluss stehen. Die Abschlussunterlagen und die PwC-Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig im Vorfeld zugeleitet. Sie wurden im Finanz- und Prüfungsausschuss am 10. März 2022 und in der Aufsichtsratssitzung am 11. März 2022 ausführlich behandelt. Der Abschlussprüfer nahm jeweils an den Beratungen des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Gesamtaufsichtsrats über den Jahres- und den Konzernabschluss teil und berichtete über die Durchführung der Prüfungen. Dabei stand er uns für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, der entsprechenden Lageberichte einschließlich der nichtfinanziellen Konzernerklärung und der Prüfungsberichte der Abschlussprüfer haben wir uns jeweils deren Urteil angeschlossen und den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den in den Lageberichten getroffenen Aussagen zur weiteren Unternehmensentwicklung stimmen wir zu. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließen wir uns nach Prüfung aller insoweit zu beachtenden Aspekte an. Der vom Vorstand gemäß § 312 AktG erstellte Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen wurde gleichfalls von der PwC GmbH geprüft und mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Wir haben den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen geprüft. Dabei kommen wir zum gleichen Ergebnis wie die Abschlussprüfer und haben keine Einwendungen gegen die in diesem Bericht wiedergegebene Erklärung. Besetzung von Vorstand und AufsichtsratIm Berichtsjahr gab es keine Veränderungen in der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse. Dank an Vorstand und MitarbeiterFür das Geschäftsjahr 2021 wurde erstmals in der Geschichte des Konzerns ein Jahresüberschuss von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Dieses Ergebnis verdanken wir der hohen Motivation und dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen und dem Vorstand gilt unser besonderer Dank und unsere Anerkennung.
Hannover, 11. März 2022 Für den Aufsichtsrat Herbert Haas, Vorsitzender Die Talanx AktieKurserholungNach dem schmerzhaften Kursrückgang im Jahr 2020 in Höhe von 28,1 %, bedingt durch den Ausbruch der Corona-Pandemie, brachte das Jahr 2021 einen erfreulichen Kursanstieg für die Talanx Aktie. Im Jahresverlauf steigerte sich der Aktienkurs um 33,9 % von 31,76 EUR auf 42,54 EUR (Tagesschlusskurse XETRA, wie auch im Folgenden). Hätte man die im Mai 2021 gezahlte Dividende von 1,50 EUR am Tag der Dividendenzahlung reinvestiert, hätte die Rendite für das Gesamtjahr sogar 39,7 % betragen. Dieser Anstieg fiel fast doppelt so hoch aus wie der des wichtigsten europäischen Branchenindexes für Versicherungen, des STOXX Europe 600 Insurance, der sich im Jahr 2021 - mit reinvestierten Dividenden - nur um 21,0 % verbesserte. Nachdem der Aktienkurs bis Ende Februar kontinuierlich auf sein Zwischenhoch von ca. 36 EUR anstieg, formierte sich diese Marke in den darauffolgenden Monaten zu einer hartnäckigen Widerstandslinie, die erst Ende Juli nach oben durchbrochen werden konnte. Der weitere Verlauf bis zum Jahresende war von einer überwiegend positiven Kursentwicklung geprägt, die dann in einem Jahresschlusskurs von 42,54 EUR mündete, der gleichzeitig den Jahreshöchstkurs der Talanx Aktie darstellte. PERFORMANCE DER TALANX AKTIE IM INDEXVERGLEICH1.1.2021 = 100
Quelle: Factset; Daten stellen Total Shareholder Return dar, also Kursverlauf inklusive reinvestierter Dividende; 20-Tages-Durchschnitt Indexzugehörigkeit und AktionärsstrukturRückkehr in den MDAX und Delisting an der Börse WarschauDie Talanx Aktie wird seit Oktober 2012 im Prime Standard der Frankfurter Börse und an der Börse Hannover notiert. Im Rahmen der Indexreform der Deutschen Börse vom September 2021 wurde die Talanx Aktie in den MDAX aufgenommen und wird seit dem 29. Oktober 2021 wieder als Wert des MDAX gehandelt. Unter den jetzt 50 Aktien im MDAX rangierte die Talanx Aktie zum 31. Dezember 2021 auf Platz 36 bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Wie bereits im Geschäftsbericht 2020 angekündigt, wurde die Notierung der Talanx Aktie an der Börse in Warschau eingestellt (Juni 2021), um den Handel in der Aktie auf den zentralen Handelsplatz XETRA/ Frankfurt zu konzentrieren und gleichzeitig die Kosten der Börsennotierung zu verringern. Den damaligen Aktionären der Talanx AG, die ihre Aktien über die Nationale Wertpapier-Verwahrstelle in Polen hielten (ca. 77.000 Aktien), wurde Anfang 2021 ein öffentliches Angebot zum Erwerb ihrer Aktien gemacht. Die im Zuge dieses Angebots durch den Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.) erworbenen 199 Aktien wurden anschließend am Markt veräußert. Gestiegener Aktionärsanteil in DeutschlandDer Anteil des Streubesitzes an der Talanx AG nach Definition der Deutschen Börse lag zum Jahresende wie im Vorjahr bei 21 %, da die Beteiligung des HDI V. a. G. mit 79 % unverändert blieb und alle anderen Aktionäre weniger als 5 % halten. Innerhalb des Streubesitzes gab es nur geringfügig regionale Verschiebungen. Der in Deutschland ansässige Anteil am Streubesitz ging von 48 % auf 45 % zurück, während nordamerikanische Investoren nach 17 % im Vorjahr nun 22 % des Streubesitzes ausmachten. Gleichzeitig erhöhte sich im Laufe des Jahres 2021 der im übrigen Europa ohne Deutschland gehaltene Anteil am Streubesitz leicht von 9 % auf 10 %, während er in Großbritannien von 7 % auf 6 % zurückging und der asiatische Anteil mit 17 % gleich blieb. Der Anteil der Privataktionäre am Streubesitz erhöhte sich von 27 % auf 29 %. Per 31. Dezember 2021 waren 41.386 Aktionäre im Aktienregister eingetragen, deutlich mehr als der korrespondierende Vorjahreswert mit 35.358 Aktionären. Mitarbeiteraktienprogramm und neue Struktur der VorstandsvergütungIm Jahr 2021 hatten in Deutschland die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erstversicherungsgruppe im Talanx Konzern wie in den Vorjahren die Möglichkeit, Talanx Aktien zu einem reduzierten Kurs zu kaufen. Im Rahmen eines neu eingeführten Modells mit drei verschiedenen Optionen konnten sie bis zu 288 Aktien pro Person erwerben. Mehr als 3.800 Beschäftigte, das sind 41,7 % der Teilnahmeberechtigten (Vorjahr: 36,5 %), nutzten dieses Angebot im Herbst des Jahres, um sich an ihrem Unternehmen zu beteiligen oder diese Beteiligung zu erhöhen - so viele wie nie zuvor. Die etwa 300.000 gezeichneten Aktien - ebenfalls ein neuer Rekord - wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital neu geschaffen und müssen mindestens zwei Jahre lang gehalten werden. Die neue Struktur für die Vergütung des Vorstands, die von der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 beschlossen wurde, verknüpft von nun an die Interessen des Vorstands noch stärker mit den Interessen der Aktionäre, indem sie die variable Vergütung - neben anderen Veränderungen - stärker an die Aktienkursentwicklung der Talanx AG koppelt. Siehe hierzu auch den Vergütungsbericht auf Seite 16 ff. dieses Geschäftsberichtes. AKTIONÄRSSTRUKTUR ZUM 31.12.2021In %
KapitalmarktkommunikationTalanx bleibt trotz Pandemie weiterhin in engem InvestorendialogAufgrund der weltweiten Pandemie findet seit März 2020 die Kommunikation mit unseren Investoren weitgehend in virtueller Form statt, also per Telefon oder per Videokonferenz. Eine große Besonderheit und Ausnahme hiervon bildete der Kapitalmarkttag, der im November 2021 als Präsenzveranstaltung in Frankfurt mit Videozuschaltung weiterer Teilnehmer durchgeführt und durch eine jeweils eintägige Roadshow in Frankfurt und London abgerundet werden konnte. Inhaltlich ging es auf dem Kapitalmarkttag vor allem um die anhaltende Umsetzung des im Jahr 2022 auslaufenden aktuellen Strategiezyklus. Die Veranstaltung fand guten Zuspruch und war für uns der Höhepunkt der Kapitalmarktkommunikation des Jahres 2021. Mitte November 2021 veröffentlichte die Talanx AG ein Framework für Green-Bond-Emissionen. Das Bewertungsunternehmen Sustainalytics hat die Übereinstimmung dieses Rahmenwerkes mit den ICMA Green Bond Principles 2021 sowie mit der neuen EU-Taxonomie bescheinigt. Auf der Basis dieses Rahmenwerkes begab die Talanx AG einige Wochen später ihren stark nachgefragten ersten Green Bond, eine nachrangige Anleihe in Höhe von 500 Mio. EUR, der ein Portfolio nachhaltiger Anlagen in gleicher Größenordnung entgegensteht. Die Talanx AG wird ihren nächsten Kapitalmarkttag voraussichtlich am 6. Dezember 2022 durchführen und bei dieser Gelegenheit die Eckpunkte der bis dahin verabschiedeten neuen Strategie für die Jahre 2023-2025 darstellen. Darüber hinaus werden wir über die Auswirkungen der neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 17 und IFRS 9 sprechen, nach denen Versicherungsunternehmen für Geschäftsperioden ab dem 1. Januar 2023 berichten müssen. Hauptversammlung zum zweiten Mal in digitalem FormatAuch 2021 ließ die Corona-Pandemie die Durchführung der ordentlichen Hauptversammlung als physische Veranstaltung leider nicht zu. Nachdem der deutsche Gesetzgeber die Möglichkeit einer rein virtuell abgehaltenen Hauptversammlung verlängert hatte, konnte die Versammlung am 6. Mai 2021 wieder in einem internetbasierten Format abgehalten werden, erstmals aus dem neu eingerichteten Filmstudio am HDI-Platz heraus. Mit fast 5.000 virtuell anwesenden Aktionären wurde eine Rekordbeteiligung erreicht, die Ausdruck eines hohen Interesses an unserem Unternehmen ist. Das vertretene Grundkapital sank leicht auf 91,5 (93,2) %. Die ordentliche Hauptversammlung findet am Donnerstag, dem 5. Mai 2022 statt. Wenngleich uns die positive Resonanz auf die virtuell durchgeführte Hauptversammlung des Jahres 2021 darin bestärkt, den Dialog mit unseren Aktionären mit technischen Hilfsmitteln zu modernisieren, sind wir uns darüber im Klaren, dass der persönliche Kontakt, vor allem aber der direkte und spontane Meinungsaustausch, unersetzlich bleiben wird. Wir streben daher für die Zukunft ein ausgewogenes Verhältnis an zwischen persönlicher und virtueller Kommunikation mit unseren Aktionären. Gleichwohl werden wir den Unsicherheiten, die mit der pandemischen Lage einhergehen, auch im Jahre 2022 Rechnung tragen und die Hauptversammlung daher aus Vorsichtsgründen wiederum virtuell durchführen. DividendeÜberprüfung der Dividendenpolitik im Rahmen der Strategieanpassung 2023-2025 vorgesehenDie Talanx AG strebt nachhaltige Dividenden an. Während das Ziel einer Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Konzernergebnisses gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) nach Steuern und Minderheiten (mindestens jedoch eine Dividende je Aktie wie im Vorjahr) bis auf Weiteres gilt, wollen wir einen Puffer aufbauen, der es uns erlaubt, eine Erhöhung der Ausschüttungsquote in Betracht zu ziehen. Einen solchen Puffer haben wir so definiert, dass der Gewinnvortrag nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften (HGB), der sich nach Abzug der neu vorgeschlagenen Dividende ergibt, das 1,5- bis 2-Fache der neu vorgeschlagenen Dividende betragen soll. Für das Geschäftsjahr 2021 liegt dieser Faktor weiterhin bei etwa 1,3. Die Überprüfung der Dividendenpolitik wird Bestandteil der Überarbeitung der Geschäftsstrategie für den Zyklus der Jahre 2023-2025 sein und nach deren Verabschiedung veröffentlicht. Für das Geschäftsjahr 2020 zahlte die Talanx AG im Mai 2021 trotz erheblicher Corona-Ergebnisbelastung eine zum Vorjahr konstante Dividende von 1,50 EUR je Aktie. Dies entsprach einer Ausschüttungsquote von 56 %, bezogen auf das Konzernergebnis je Aktie nach IFRS (Geschäftsjahr 2019: 41 %). Dividendenvorschlag für 2021:Wachstumspfad wieder aufnehmenDas abgelaufene Geschäftsjahr bestätigt, dass das Geschäftsmodell der Talanx AG sehr widerstandsfähig ist. Nach der aus Vorsichtsgründen unterbliebenen Dividendenerhöhung für das Geschäftsjahr 2020 hält der Vorstand es daher für angemessen und vertretbar, die Aktionäre durch eine stärkere Dividendenerhöhung als in der Vergangenheit an den außerordentlich guten Ergebnissen des Geschäftsjahres 2021 teilhaben zu lassen. Vor diesem Hintergrund schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung der Talanx AG vor, die Dividende anstatt um 5 Cent je Aktie - wie bislang üblich - in diesem Jahr um 10 Cent auf 1,60 EUR je Aktie anzuheben. Hierdurch wird auch die ausgebliebene Erhöhung des Jahres 2021 nachgeholt. Bezogen auf den Jahresdurchschnittskurs von 36,67 EUR ergäbe sich daraus eine Dividendenrendite von 4,4 (4,5) %. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis, betrüge 40 %. BASISINFORMATIONEN ZUR TALANX AKTIEscrollen
Kurse auf XETRA-Tagesschlusskursbasis VergütungVergütungsberichtEinleitungDer Vergütungsbericht stellt die Grundsätze und die Ausgestaltung der Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG dar und gibt Auskunft über die individuelle Vergütung und die weiteren Leistungen, die den gegenwärtigen und ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern der Talanx AG für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 gewährt und geschuldet werden. Der Bericht wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft im Einklang mit den Anforderungen des § 162 Aktiengesetz (AktG) erstellt und entspricht den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner Fassung vom 16. Dezember 2019. Der Vergütungsbericht wurde durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über die Anforderungen des § 162 Abs. 3 AktG hinausgehend sowohl formell als auch inhaltlich geprüft. Der Vergütungsbericht sowie der Vermerk des Abschlussprüfers über die Prüfung des Vergütungsberichts sind auf der Internetseite der Talanx AG (https://www.talanx.com/de/investor_relations/ ergebnisse_-_berichte/finanzberichte) verfügbar. Überblick über die Vergütungssysteme für den Vorstand und den AufsichtsratInfolge des Inkrafttretens des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) zum 1. Januar 2020 hat die Erstellung des Vergütungsberichts für das Geschäftsjahr 2021 erstmals auf Basis der neuen regulatorischen Anforderungen des § 162 AktG zu erfolgen. Vor diesem Hintergrund wurde der Vergütungsbericht 2021 erstmals vom Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam erstellt. Vergütungssystem für den VorstandDie aufgrund des Inkrafttretens des ARUG II und der Neufassung des DCGK geänderten regulatorischen Anforderungen an das Vergütungssystem des Vorstands hat der Aufsichtsrat der Talanx AG zum Anlass genommen, das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder zu überprüfen und umfassend zu überarbeiten. Hierbei berücksichtigte der Aufsichtsrat auch die Erwartungen der Investoren und weiterer wichtiger Stakeholder. Das neue Vergütungssystem des Vorstands wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 11. August 2020 beschlossen und der Hauptversammlung der Talanx AG am 6. Mai 2021 zur Billigung vorgelegt. Die Hauptversammlung billigte das neue Vergütungssystem des Vorstands mit einer Zustimmung von 96,5 %. Das neue Vergütungssystem kommt seit dem 1. Januar 2021 für alle Vorstandsmitglieder zur Anwendung. Es entspricht den geänderten gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen und Empfehlungen des DCGK. Durch die Reduzierung der Anzahl der Kriterien für die variablen Vergütungsbestandteile und die Fokussierung auf wenige zentrale finanzielle und nicht finanzielle Leistungskriterien, die aus unserer Konzernstrategie abgeleitet sind, ist das Vergütungssystem insgesamt transparenter und verständlicher strukturiert. Die hohe Relevanz der variablen Vergütung und die Stärkung des Pay-for-Performance-Gedankens stehen hierbei weiter im Vordergrund. Dabei werden zur Leistungsmessung auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Zudem ist die Vorstandsvergütung durch einen stärkeren Aktienbezug infolge der Nutzung eines Performance Share Plans und eine relative Erfolgsmessung der Performance der Talanx Aktie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern noch enger an den Interessen unserer Investoren ausgerichtet. Die Einführung von Malus- und Clawback-Regelungen ermöglicht darüber hinaus die Reduzierung bzw. Rückforderung variabler Vergütung im Falle schwerwiegender Compliance-Verstöße. Die folgende Darstellung stellt die Änderungen im Vergütungssystem des Vorstands überblicksartig dar: VERÄNDERUNGEN IM VERGÜTUNGSSYSTEM DES VORSTANDS
Vergütungssystem für den AufsichtsratAufgrund der Änderungen im Aktiengesetz hatte auf der Hauptversammlung 2021 zudem eine Beschlussfassung über das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat zu erfolgen. Das bisherige Vergütungssystem des Aufsichtsrats ging zurück auf einen Beschluss der Hauptversammlung 2010 und war seitdem unverändert. Vor diesem Hintergrund wurde das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat weiterentwickelt und die variable Vergütung des Aufsichtsrats abgeschafft. Zur Stärkung der Unabhängigkeit des Aufsichtsrats sowie zur Sicherstellung einer objektiven Wahrnehmung ihrer Überwachungs- und Beratungsfunktion wird den Aufsichtsratsmitgliedern im neuen Vergütungssystem eine marktübliche Festvergütung gewährt. Daneben erhalten die Aufsichtsratsmitglieder zur Kompensation des erhöhten zeitlichen Aufwands für Mitgliedschaften in Ausschüssen weiterhin eine Ausschussvergütung sowie für die Teilnahme an Sitzungen ein Sitzungsgeld. Die folgende Übersicht stellt die Veränderungen im Vergütungssystem des Aufsichtsrats dar: VERÄNDERUNGEN IM VERGÜTUNGSSYSTEM DES AUFSICHTSRATS
Vergütung des VorstandsGrundsätze der VorstandsvergütungDie Strategie des Talanx Konzerns ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. Daher fokussieren wir uns bei der Vorstandsvergütung auf die Grundsätze Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Die Vorstandsvergütung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Förderung unserer Konzernstrategie sowie zur langfristigen und nachhaltigen Entwicklung des Talanx Konzerns. Die Vergütung stellt eine transparente, leistungsbezogene und stark am langfristigen Unternehmenserfolg orientierte Anreizwirkung sicher, die insbesondere von aus der Konzernstrategie abgeleiteten Leistungskriterien sowie der Wertentwicklung der Aktie der Talanx AG, auch im relativen Wettbewerbsvergleich, abhängt. Eine zu starke Risikoneigung wird dabei verhindert. Die Mitglieder des Vorstands werden unter Berücksichtigung der Lage der Gesellschaft sowie entsprechend ihrer Leistung und ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs vergütet. Die Vorschriften des AktG, die Regelungen des Artikels 275 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 mit den Änderungen durch die Delegierte Verordnung (EU) 2016/2283 und des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit der Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich (VersVergV) sowie die Empfehlungen für die Vergütung für Mitglieder des Vorstands in Abschnitt G des DCGK bilden hierfür den regulatorischen Rahmen. Bei der Festlegung der Vergütung für den Vorstand der Talanx AG orientiert sich der Aufsichtsrat an den folgenden Leitlinien: LEITLINIEN DER VORSTANDSVERGÜTUNG VON TALANXscrollen
Verfahren zur Festlegung des VergütungssystemsDer Aufsichtsrat wurde bei der Erarbeitung des aktuellen Vergütungssystems von seinem Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten unterstützt, der insbesondere Empfehlungen zur Ausgestaltung des Systems unter Berücksichtigung der definierten Leitlinien aussprach. Im Zuge der Ausarbeitung und Festlegung des Vergütungssystems hat der Aufsichtsrat von seiner Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen externen und vom Vorstand und Unternehmen unabhängigen Vergütungsberater hinzuzuziehen. Soweit keine wesentlichen Änderungen am Vergütungssystem vorgenommen werden, wird das Vergütungssystem der Hauptversammlung mindestens alle vier Jahre zur Billigung vorgelegt. Im Falle wesentlicher Änderungen des Vergütungssystems wird das angepasste Vergütungssystem der Hauptversammlung ebenfalls zur Billigung vorgelegt. VergütungsstrukturDer Leistungsbezug (Pay-for-Performance) und die langfristige Ausrichtung stehen als zentrale Gedanken der Vorstandsvergütung der Talanx im Vordergrund. Um den Pay-for-Performance-Gedanken zu stärken, besteht die Ziel-Direktvergütung (Summe aus Festvergütung und Zielbeträgen der variablen Vergütungsbestandteile) zu 40 % aus der Festvergütung und zu 60 % aus variablen Vergütungsbestandteilen. Die variable Vergütung besteht aus einem Short-Term Incentive (STI) sowie einem Long-Term Incentive (LTI) mit einer Performanceperiode von vier Jahren. Die Vergütungsstruktur ist auf eine nachhaltige und langfristige Entwicklung des Talanx Konzerns ausgerichtet. Der STI hat einen Anteil von 40 % an den variablen Vergütungsbestandteilen und trägt somit 24 % zur Ziel-Direktvergütung bei. Auf den LTI mit einem Anteil von 60 % an den variablen Vergütungsbestandteilen entfallen 36 % der Ziel-Direktvergütung. STRUKTUR ZIEL-DIREKTVERGÜTUNG
Überprüfung der Angemessenheit der VorstandsvergütungDie Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat auf der Grundlage des Vergütungssystems nach Empfehlungen des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten festgelegt. Bei der Festlegung der Vergütung berücksichtigt der Aufsichtsrat die Verantwortung und die Aufgaben der einzelnen Vorstandsmitglieder, ihre individuelle Leistung, die wirtschaftliche Lage sowie den Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Die Üblichkeit der Vergütung im Vergleich zu anderen, vergleichbaren Unternehmen (horizontaler Vergleich) sowie im Hinblick auf die Vergütungshöhe und -struktur innerhalb der Gesellschaft (vertikaler Vergleich) wurde im Rahmen der Überarbeitung des Vergütungssystems im Jahr 2020 überprüft. Als Vergleichsgruppe für den horizontalen Vergütungsvergleich wurden hierbei die Unternehmen des MDAX (exklusive der Hannover Rück SE) zum Stand vom 1. Mai 2020 herangezogen. Der vertikale Vergleich stützt sich auf die Relation der Vergütung des Vorstands zur Vergütung der Gesamtbelegschaft der Talanx. Dabei wurden sowohl der Status quo als auch die zeitliche Entwicklung der Vergütungsrelationen betrachtet. Zudem wurden die Vergütungsrelationen zwischen Vorstand und Gesamtbelegschaft einem Vergleich mit den Vergütungsrelationen ausgewählter Vergleichsunternehmen, soweit vorhanden aus der Versicherungsbranche, unterzogen. Festsetzung der ZielvergütungJedem Vorstandsmitglied wird eine marktübliche Zielvergütung vertraglich zugesagt. Diese richtet sich nach seinem Verantwortungsbereich und seinen für die Tätigkeit relevanten Kenntnissen und Erfahrungen. Im Rahmen der Überarbeitung des Vergütungssystems hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Januar 2021, also zeitgleich mit dem Inkrafttreten des neuen Vergütungssystems, auch die Höhe der Zielvergütungen der Vorstandsmitglieder angepasst. Dies erfolgte auf Basis der zum Vergleich herangezogenen Vergütungsentwicklung bei den wesentlichen Wettbewerbern sowie der Geschäftsentwicklung der Gesellschaft. Im Einklang mit dem Pay-for-Performance-Gedanken und dem Langfristigkeitsfokus der Vorstandsvergütung lag der Schwerpunkt der Vergütungsanpassung dabei auf dem LTI als dem langfristig ausgerichteten und mehrjährig ausgestalteten Vergütungsbestandteil. Durch die Vergütungsanpassung bewegt sich die Zielvergütung der Vorstandsmitglieder im für die Größe der Talanx marktüblichen Bereich. Die nachfolgende Tabelle stellt die Zielvergütungen für jedes Vorstandsmitglied für das Geschäftsjahr 2021 dar. Die Zielvergütung umfasst die für das Geschäftsjahr zugesagte Vergütung, die im Falle einer 100 %-Zielerreichung gewährt wird. ZIELVERGÜTUNG in TEURscrollen
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1 Einschließlich Zielvergütung
Hannover Rück SE in Höhe von 2.244 TEUR
Einhaltung der MaximalvergütungDer Aufsichtsrat hat nach § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG für jedes Vorstandsmitglied eine betragsmäßige Höchstgrenze für die Summe aus Festvergütung, Nebenleistungen, STI und LTI sowie Altersversorgungsaufwand festgelegt ("Maximalvergütung"). Die Maximalvergütung begrenzt sämtliche Auszahlungen, die aus der Zusage für ein Geschäftsjahr resultieren, unabhängig vom Zeitpunkt ihres Zuflusses. Die Maximalvergütung beträgt für den Vorstandsvorsitzenden 6.000.000 EUR, für den Geschäftsbereichsvorstand Rückversicherung 5.000.000 EUR und für alle anderen Vorstandsmitglieder 4.000.000 EUR. Die Einhaltung der Maximalvergütung für das Geschäftsjahr 2021 kann final erst nach der Auszahlung der für das Jahr 2021 zugeteilten Tranche des LTI im Kalenderjahr 2026 berichtet werden. Sollte die Auszahlung aus dem LTI zu einem Übersteigen der Maximalvergütung führen, wird der Auszahlungsbetrag entsprechend gekürzt, um die Einhaltung der Maximalvergütung sicherzustellen. Anwendung des Vergütungssystems im Geschäftsjahr 2021Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Bestandteile des Vergütungssystems der Talanx im Geschäftsjahr 2021 und die damit verbundenen Zielsetzungen: ÜBERBLICK VERGÜTUNGSBESTANDTEILEscrollen
Feste VergütungsbestandteileFestvergütungDie Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten bar ausgezahlt. Sie orientiert sich insbesondere an dem Aufgabenspektrum und der Berufserfahrung des jeweiligen Vorstandsmitglieds. NebenleistungenDie Vorstandsmitglieder erhalten zusätzlich bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Für die Dauer der Vorstandsbestellung wird ein Fahrzeug zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung des Dienstwagens erfolgt durch das Vorstandsmitglied. Des Weiteren gewährt die Gesellschaft ihren Vorstandsmitgliedern im Rahmen von Gruppenverträgen Versicherungsschutz in angemessener Höhe (Unfall-, Reisegepäck- und D&O-Versicherung). AltersversorgungMit Ausnahme von Herrn Leue, der eine endgehaltsbezogene Zusage auf ein jährliches Ruhegehalt hat, haben die Vorstandsmitglieder eine beitragsorientierte Versorgungszusage. Weitere Informationen hierzu finden sich im Abschnitt "Leistungen im Falle des Ausscheidens". Variable VergütungsbestandteileDie variablen Vergütungsbestandteile bestehen aus einem Short-Term Incentive (STI), dessen Bemessungsgrundlage das jeweilige Geschäftsjahr darstellt, sowie einem Long-Term Incentive (LTI) mit einer Performanceperiode von vier Jahren. Die Leistungskriterien zur Messung und Beurteilung der Zielerreichung sind aus der Unternehmensstrategie der Talanx abgeleitet. Dazu sind die variablen Vergütungsbestandteile so ausgestaltet, dass sie die langfristige Entwicklung des Talanx Konzerns fördern. Die nachstehende Übersicht stellt die enge Verknüpfung zwischen den Leistungskriterien und den weiteren Aspekten der variablen Vergütung und der Unternehmensstrategie dar und erläutert, auf welche Weise die variable Vergütung die langfristige Entwicklung der Talanx fördert. VARIABLE VERGÜTUNGSBESTANDTEILEscrollen
Short-Term Incentive (STI)a) GrundlagenDer STI ist auf den geschäftlichen Erfolg der Talanx im jeweiligen Geschäftsjahr ausgerichtet. Neben dem finanziellen Leistungskriterium Eigenkapitalrendite (Return on Equity - RoE) des Talanx Konzerns gemäß Talanx Konzernabschluss ("Konzern-RoE") wird bei der Ermittlung des Auszahlungsbetrags ein individueller Zu- bzw. Abschlag berücksichtigt, der sowohl finanzielle als auch nicht finanzielle Leistungskriterien, insbesondere Nachhaltigkeitsziele, umfasst und neben der Gesamtverantwortung des Vorstands auch die jeweiligen Geschäftsbereichsverantwortungen der einzelnen Vorstandsmitglieder berücksichtigt. Damit trägt der STI der Zielsetzung einer hohen und stabilen Eigenkapitalrendite des Talanx Konzerns Rechnung, fördert die Umsetzung vorstands- bzw. ressortspezifischer strategischer Fokusthemen und bezieht die Interessen unserer Investoren, Kunden, Mitarbeiter und weiterer wichtiger Stakeholder ein. Grundlage für die Auszahlung des STI bildet der vertraglich festgelegte STI-Zielbetrag, dem eine Gesamtzielerreichung von 100 % zugrunde liegt. Die Gesamtzielerreichung (inklusive des individuellen Zu- bzw. Abschlags) kann Werte zwischen 0 % und 200 % des STI-Zielbetrags annehmen. Somit ist der Auszahlungsbetrag aus dem STI auf 200 % des Zielbetrags begrenzt. SHORT-TERM INCENTIVE
b) Finanzielles LeistungskriteriumMaßgebliches finanzielles Leistungskriterium für den STI ist mit einer Gewichtung von 100 % der Konzern-RoE im Vergleich mit einer strategischen Zielrendite, welche auf Basis des risikofreien Zinses der 10-jährigen Bundesanleihen im 5-Jahresdurchschnitt zuzüglich eines ambitionierten Renditeaufschlags ermittelt wird. Der Konzern-RoE ist einer der zentralen Leistungsindikatoren im Steuerungssystem der Talanx und als solcher auch in der Vergütung des Vorstands implementiert. Talanx verfolgt das Ziel einer hohen Eigenkapitalrendite. Der Konzern ist dabei auf eine langfristige Wertsteigerung ausgerichtet. Durch die Verwendung des Konzern-RoE als maßgebliches Leistungskriterium für den STI werden entsprechend Anreize gesetzt, um diese Zielsetzung zu erreichen. Der Zielwert für den Konzern-RoE sowie der Zielkorridor mit oberem und unterem Schwellenwert werden vom Aufsichtsrat jeweils im Voraus für das kommende Geschäftsjahr festgelegt. Der Zielwert orientiert sich dabei an der zum Zeitpunkt seiner Festlegung geltenden strategischen Zielrendite des Talanx Konzerns. Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat für den Konzern-RoE einen Zielwert (100 % Zielerreichung) von 800 Basispunkten über dem risikofreien Zinssatz festgelegt. Dies steht im Einklang mit dem angestrebten Ziel, durch eine Eigenkapitalrendite von mindestens 800 Basispunkten über dem risikofreien Zinssatz eine nachhaltige Wertschaffung zu erzielen. Der untere Schwellenwert ist festgelegt als der risikofreie Zins ohne Renditeaufschlag, während der obere Schwellenwert auf 1.600 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz festgelegt wurde. Im Geschäftsjahr 2021 betrug der Konzern-RoE 9,6 %, während der risikofreie Zinssatz der 10-jährigen Bundesanleihen im 5-Jahresdurchschnitt bei -0,04 % lag. Hieraus ergibt sich eine Zielvorgabe von 796 Basispunkten über dem risikofreien Zinssatz. Dies entspricht einer Zielerreichung des Leistungskriteriums Konzern-RoE von 120,6 %. ZIELERREICHUNGSKURVE KONZERN-ROE IM GESCHÄFTSJAHR 2021
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c) Individueller Zu- bzw. AbschlagDurch einen individuellen Zu- bzw. Abschlag auf die Zielerreichung des Leistungskriteriums Konzern-RoE kann der Aufsichtsrat zusätzlich zum finanziellen Erfolg des Talanx Konzerns den individuellen Beitrag des Vorstandsmitglieds und gegebenenfalls des von ihm verantworteten Geschäftsbereichs zum Ergebnis sowie die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen im Rahmen des STI berücksichtigen. Die Festlegung der Höhe des Zu- bzw. Abschlags, die sich in einer Bandbreite von -25 %-Punkten bis +25 %-Punkten bewegen kann, erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen. Die Kriterien und Kennzahlen zur Ermittlung des individuellen Zu- bzw. Abschlags werden vom Aufsichtsrat jeweils im Voraus für das kommende Geschäftsjahr festgelegt und den Mitgliedern des Vorstands mitgeteilt. Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat für die einzelnen Vorstandsmitglieder die folgenden Kriterien und Kennzahlen sowie auf dieser Basis im Anschluss an das Geschäftsjahr die folgenden individuellen Zu- bzw. Abschläge festgelegt: scrollen
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d) Gesamtzielerreichung und Auszahlung aus dem STI 2021Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtzielerreichung sowie den sich hieraus ergebenen Auszahlungsbetrag pro Vorstandsmitglied für den STI 2021: AUSZAHLUNGEN AUS DEM SHORT-TERM INCENTIVE 2021 DER TALANX AGin TEUR scrollen
Darüber hinaus erhält Herr Henchoz als Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück SE Auszahlungen aus dem STI des Vergütungssystems der Hannover Rück SE. Die Systematik des STI ist dabei analog zu der Systematik der Talanx ausgestaltet. Die Zielerreichung des Leistungskriteriums Konzern-RoE richtet sich nach dem erreichten RoE der Hannover Rück SE. Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat der Hannover Rück für den Konzern-RoE der Hannover Rück einen Zielwert (100 % Zielerreichung) von 900 Basispunkten über dem risikofreien Zinssatz festgelegt. Im Geschäftsjahr 2021 betrug der Konzern-RoE der Hannover Rück 10,8 %, während der risikofreie Zinssatz der 10-jährigen Bundesanleihen im 5-Jahresdurchschnitt bei -0,04 % lag. Hieraus ergibt sich für den Konzern-RoE der Hannover Rück eine Zielvorgabe von 896 Basispunkten über dem risikofreien Zinssatz. Dies entspricht einer Zielerreichung des Leistungskriteriums Konzern-RoE von 120,5 %. Der individuelle Zu- und Abschlag wird dabei vom Aufsichtsrat der Hannover Rück auf Basis von vorab festgelegten Kriterien festgesetzt. Die dargestellte Tabelle zeigt die Auszahlungen aus dem STI der Hannover Rück SE für Herrn Henchoz im Detail. AUSZAHLUNGEN AUS DEM SHORT-TERM INCENTIVE 2021 DER HANNOVER RÜCK SEin TEUR scrollen
Long-Term Incentive (LTI)a) GrundlagenIm neuen Vergütungssystem besteht die mehrjährige variable Vergütung aus einem Long-Term Incentive (LTI). Der LTI leistet einen zentralen Beitrag zur Angleichung der Interessen des Vorstands mit denen unserer Aktionäre. Durch eine relative Erfolgsmessung der Performance der Talanx Aktie werden Anreize zur langfristigen Outperformance unserer Wettbewerber am Kapitalmarkt gesetzt. Der LTI ist in Form eines Performance Share Plans ausgestaltet und incentiviert damit die Wertsteigerung der Talanx Aktie im Sinne unserer Investoren. Die Höhe der Zuteilung des LTI (LTI-Zuteilungswert) basiert auf dem vertraglich vereinbarten LTI-Zielbetrag und ist abhängig von der im Rahmen des STI für das jeweilige Geschäftsjahr festgestellten Zielerreichung des finanziellen Leistungskriteriums Konzern-RoE sowie dem durch den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr festgelegten individuellen Zu- bzw. Abschlag (Gesamtzielerreichung). LONG-TERM INCENTIVE
Auf Basis der Gesamtzielerreichung des STI 2021 erfolgt im Geschäftsjahr 2022 die Zuteilung der LTI-Tranche 2021 (Talanx Performance Shares 2021). Die Anzahl der zugeteilten Talanx Performance Shares ergibt sich aus dem LTI-Zuteilungswert sowie dem durchschnittlichen Aktienkurs der Talanx über einen Zeitraum von 15 Börsenhandelstagen vor bis 15 Börsenhandelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung im Jahr der Zuteilung. Die Talanx Performance Shares haben eine Laufzeit von insgesamt vier Jahren ("Performanceperiode"). Die Auszahlung der LTI-Tranche 2021 erfolgt im Anschluss an die vierjährige Performanceperiode im Kalenderjahr 2026. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Aspekte der Zuteilung der LTI-Tranche 2021 dar. ZUTEILUNG DER LTI-TRANCHE 2021 TALANX AGin TEUR scrollen
Darüber hinaus erhält Herr Henchoz als Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück SE Auszahlungen aus dem LTI des Vergütungssystems der Hannover Rück SE. Die Systematik des LTI ist dabei analog zu der Systematik der Talanx ausgestaltet. ZUTEILUNG DER LTI-TRANCHE 2021 HANNOVER RÜCK SEin TEUR scrollen
Am Ende der vierjährigen Performanceperiode wird zunächst der Auszahlungsbasisbetrag basierend auf der Aktienkursentwicklung der Talanx Aktie berechnet. Dieser ergibt sich aus der zugeteilten Anzahl der Talanx Performance Shares und dem durchschnittlichen Aktienkurs der Talanx AG über einen Zeitraum von 15 Börsenhandelstagen vor bis 15 Börsenhandelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung im Jahr des Ablaufs der vierjährigen Performanceperiode zuzüglich der während der Performanceperiode gezahlten Dividenden. Die Wertentwicklung spiegelt also die Gesamtaktionärsrendite vollständig wider. LTI - BERÜCKSICHTIGUNG AKTIENKURSENTWICKLUNG
Der finale Auszahlungsbetrag ergibt sich aus dem Auszahlungsbasisbetrag und der Zielerreichung des relativen Total Shareholder Return ("relativer TSR"), gemessen gegenüber einer Vergleichsgruppe. Der Auszahlungsbetrag für den LTI ist auf 200 % des LTI-Zuteilungswertes begrenzt und kann somit insgesamt maximal 400 % des LTI-Zielbetrags betragen - solange die Summe aller Vergütungsbestandteile die Maximalvergütung nach § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG nicht überschreitet. LTI - BERÜCKSICHTIGUNG PERFORMANCEVERGLEICHSGRUPPE
b) Finanzielles LeistungskriteriumMaßgebliches Leistungskriterium für den finalen Auszahlungsbetrag des LTI ist der relative TSR. Durch den relativen TSR wird ein externes, auf den Kapitalmarkt ausgerichtetes Leistungskriterium in die variable Vergütung integriert, welches eine relative Erfolgsmessung sowie die Angleichung der Interessen von Vorstand und Aktionären ermöglicht. Der relative TSR bildet die Entwicklung des Aktienkurses der Talanx während der vierjährigen Performanceperiode einschließlich Bruttodividenden im Vergleich zu der Vergleichsgruppe, bestehend aus relevanten Wettbewerbern der Versicherungsbranche (sogenannte Peergroup), ab. Somit setzt der LTI Anreize zur Erzielung einer langfristig und nachhaltig starken Performance der Talanx Aktie am Kapitalmarkt. Die Zielerreichung für den relativen TSR wird durch einen Vergleich des TSR der Aktie der Talanx AG im Vergleich zu den Aktien der Unternehmen der Vergleichsgruppe während der vierjährigen Performanceperiode ermittelt. Hierzu wird der TSR der Talanx Aktie in der jeweiligen Performanceperiode dem ungewichteten durchschnittlichen TSR der Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Die Vergleichsgruppe wird vor Beginn jeder Performanceperiode einer neuen LTI-Tranche durch den Aufsichtsrat überprüft. Für die LTI-Tranche 2021 besteht sie aus den folgenden Unternehmen: UNTERNEHMEN DER VERGLEICHSGRUPPEscrollen
Entspricht der TSR der Talanx Aktie dem ungewichteten durchschnittlichen TSR der Vergleichsgruppe, so beträgt die Zielerreichung für den relativen TSR 100 %. Jeder %-Punkt, um den der TSR der Talanx Aktie den ungewichteten durchschnittlichen TSR der Vergleichsgruppe über- bzw. unterschreitet, führt zu einer Erhöhung bzw. Verminderung der Zielerreichung in entsprechender Höhe (lineare Skalierung). Liegt der TSR der Talanx Aktie um 100 %-Punkte oder mehr über dem ungewichteten durchschnittlichen TSR der Vergleichsgruppe, so beträgt die Zielerreichung für den relativen TSR 200 %. Eine weitere Steigerung des relativen TSR führt dann zu keiner weiteren Erhöhung der Zielerreichung. Liegt der TSR der Talanx Aktie um 100 %-Punkte oder mehr unter dem ungewichteten durchschnittlichen TSR der Vergleichsgruppe, so beträgt die Zielerreichung für den relativen TSR 0 %. ZIELERREICHUNGSKURVE RELATIVER TSR
Die Zielerreichung für die LTI-Tranche 2021 wird nach Ablauf der Performanceperiode im Vergütungsbericht offengelegt. Auszahlungen aus mehrjährigen variablen VergütungsbestandteilenIm Geschäftsjahr 2021 ist es zu Auszahlungen aus mehrjährigen variablen Vergütungsbestandteilen des alten Vergütungssystems gekommen, welches bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 zur Anwendung kam. In diesem bestand die variable Vergütung für ein Geschäftsjahr aus einem Konzernbonus und einem Individualbonus sowie bei Vorstandsmitgliedern mit der Verantwortung für einen Geschäftsbereich aus einem Geschäftsbereichsbonus. Der für jedes Vorstandsmitglied festgesetzte Betrag wurde zu 60 % nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres ausgezahlt, während 20 % in eine sogenannte Bonusbank eingestellt und weitere 20 % als virtuelle Aktien (Talanx Share Awards) zugeteilt wurden. Die auf Basis der Zielerreichung der variablen Vergütung des Geschäftsjahres 2016 im Geschäftsjahr 2017 zugeteilten Talanx Share Awards (Talanx Share Awards 2016) sowie der auf Basis der Zielerreichung der variablen Vergütung des Geschäftsjahres 2017 im Geschäftsjahr 2018 in die Bonusbank eingestellte Betrag (Bonusbank 2017) wurden im Jahr 2021 ausgezahlt. a) Talanx Share Awards 2016Nach Festsetzung der variablen Vergütung für ein Geschäftsjahr erfolgte nach dem bisherigen Vergütungssystem eine automatische Zuteilung der Talanx Share Awards im Gegenwert von 20 % der festgesetzten variablen Vergütung. Der Wert der Aktie bei Zuteilung wurde anhand des ungewichteten arithmetischen Mittelwerts der XETRA-Schlusskurse der fünf Handelstage vor bis fünf Handelstage nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung ermittelt. Nach einer Sperrfrist von vier Jahren erfolgt die Auszahlung des auf den Auszahlungszeitpunkt ermittelten Wertes der Talanx Share Awards. Der Wert der Aktie wird dabei ebenfalls anhand des ungewichteten arithmetischen Mittelwerts der XETRA-Schlusskurse der fünf Handelstage vor bis fünf Handelstage nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung ermittelt. Zusätzlich wird die Summe aller während der Sperrfrist ausgeschütteten Dividenden je Aktie ausgezahlt. Im Geschäftsjahr 2021 ist die Sperrfrist der im Geschäftsjahr 2017 auf Basis der variablen Vergütung 2016 zugeteilten Talanx Share Awards geendet und der ermittelte Wert ausgezahlt worden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Talanx Share Awards 2016: AUSZAHLUNGEN AUS DEN TALANX SHARE AWARDS 2016scrollen
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b) Bonusbank 2017Im Geschäftsjahr 2021 ist ferner der im Geschäftsjahr 2018 auf Basis der variablen Vergütung 2017 in die Bonusbank eingestellte Betrag zur Auszahlung gekommen. Zur Auszahlung steht jeweils derjenige positive Betrag an, der drei Jahre vor dem Auszahlungszeitpunkt eingestellt wurde, soweit er den Saldo der Bonusbank unter Berücksichtigung der Gutschriften/Belastungen bis einschließlich derjenigen für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr nicht übersteigt. Anstehende, nicht durch einen positiven Saldo der Bonusbank gedeckte Auszahlungen verfallen. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Bonusbank 2017: AUSZAHLUNGEN AUS DER BONUSBANK 2017in TEUR scrollen
Überblick über mehrjährige variable VergütungsbestandteileDie folgende Darstellung gibt einen Überblick über die mehrjährigen variablen Vergütungsbestandteile: MEHRJÄHRIGE VARIABLE VERGÜTUNGSBESTANDTEILE
Malus und Clawback, RisikoadjustierungVerstößt ein Vorstandsmitglied vorsätzlich gegen eine seiner wesentlichen Sorgfaltspflichten nach § 93 AktG, eine wesentliche dienstvertragliche Pflicht oder sonstige wesentliche Handlungsgrundsätze der Gesellschaft, z. B. aus dem Verhaltenskodex oder den Compliance-Richtlinien, so kann der Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen die noch nicht ausbezahlte variable Vergütung teilweise oder vollständig einbehalten ("Malus") oder den Bruttobetrag der bereits ausbezahlten variablen Vergütung teilweise oder vollständig zurückfordern ("Clawback"). Eine Rückforderung ist ausgeschlossen, wenn der maßgebliche Verstoß mehr als fünf Jahre zurückliegt. Bei seiner Ermessensentscheidung berücksichtigt der Aufsichtsrat die Schwere des Verstoßes, den Grad des Verschuldens des Vorstandsmitglieds sowie den der Gesellschaft entstandenen materiellen und immateriellen Schaden. Ein Vorstandsmitglied hat ferner eine bereits ausbezahlte variable Vergütung zurückzubezahlen, falls und soweit sich nach der Auszahlung herausstellt, dass der der Berechnung des Auszahlungsbetrages zugrundeliegende testierte und festgestellte Konzernabschluss fehlerhaft war und daher nach den maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften korrigiert werden muss und unter Zugrundelegung des korrigierten testierten Konzernabschlusses sowie des jeweils maßgeblichen Vergütungssystems ein geringerer oder kein Auszahlungsbetrag aus der variablen Vergütung geschuldet worden wäre. Eine Beschränkung oder ein vollständiger Entfall der Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile sind ferner im Falle einer bestandskräftigen oder sofort vollziehbaren Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, in der die Auszahlung untersagt oder beschränkt wird (etwa: wenn die Eigenmittel geringer sind oder geringer zu werden drohen als die Solvabilitätskapitalanforderung), möglich, ferner wenn dies nach Artikel 275 Abs. 2 Buchst. e der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 der Kommission vom 10. Oktober 2014 erforderlich ist. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte weder eine Rückforderung oder Reduzierung noch kam es zu einer Beschränkung bzw. einem Entfall der Auszahlung variabler Vergütungsbestandteile. Leistungen im Falle des AusscheidensAltersversorgungHerrn Leue wurde eine Pensionszusage über ein lebenslanges Ruhegeld, das auf Antrag mit Vollendung des 65. Lebensjahres teilweise als einmaliges Alterskapital ausgezahlt werden kann, sowie über eine Hinterbliebenenrente erteilt. Die Höhe der Versorgungsleistungen ermittelt sich anhand eines dienstzeitabhängigen Prozentsatzes von 20 % bis maximal 50 % des versorgungsfähigen Einkommens (zuletzt erhaltener monatlicher Gehaltsbezug). Bei Ruhegeldbezug vor Vollendung des 65. Lebensjahres werden anderweitige Einkünfte zu 50 % auf das Ruhegeld angerechnet. Laufende Renten werden jährlich entsprechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes für Deutschland angepasst. Den übrigen Vorstandsmitgliedern wurden beitragsorientierte Versorgungszusagen über eine Alters-, Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsrente erteilt. Auf Antrag des Vorstandsmitglieds wird die Altersleistung als einmalige Kapitalleistung erbracht. Die Versorgungsleistungen werden über die HDI Unterstützungskasse e. V. gewährt. Diese schließt zur Finanzierung der Leistungen entsprechende Rückdeckungsversicherungen ab. Die Höhe der Versorgungsleistungen entspricht den Leistungen der Rückdeckungsversicherungen auf Basis der von der Gesellschaft jährlich geleisteten Finanzierungsbeiträge in Höhe von 25 % des versorgungsfähigen Einkommens (jährliche Festvergütung). Laufende Renten werden jährlich um 1 % ihres letzten (Brutto-)Betrags erhöht. Die Pensionsanwartschaften gemäß IAS 19 für die aktuellen Vorstandsmitglieder sind in der folgenden Tabelle dargestellt. PENSIONSANWARTSCHAFTENin TEUR scrollen
1 Angegeben ist der im Berichtsjahr für
Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen erfasste
Personalaufwand (Service Cost)
Variable Vergütung bei vorzeitiger Beendigung des DienstverhältnissesShort-Term Incentive (STI)Endet das Dienstverhältnis eines Vorstandsmitglieds im Laufe eines Geschäftsjahres aus einem anderen als einem vom Vorstandsmitglied zu vertretenden wichtigen Grund nach § 626 Abs. 1 BGB, hat der Planteilnehmer für dieses Geschäftsjahr Anspruch auf einen zeitanteiligen STI. Endet das Dienstverhältnis vor Ende des Geschäftsjahres durch außerordentliche Kündigung durch die Gesellschaft aus einem vom Vorstandsmitglied zu vertretenden wichtigen Grund nach § 626 Abs. 1 BGB, entfällt der Anspruch auf den STI für dieses Geschäftsjahr ersatz- und entschädigungslos. Long-Term Incentive (LTI)Endet das Dienstverhältnis oder das Vorstandsmandat vor Ende der Performanceperiode aus einem anderen als den nachfolgend genannten Gründen vor Ende eines Geschäftsjahres, hat der Planteilnehmer für dieses Geschäftsjahr Anspruch auf einen zeitanteiligen LTI. Die Ermittlung und Auszahlung der variablen Vergütungsbestandteile erfolgt in diesem Fall regulär gemäß den Bestimmungen der Planbedingungen für den LTI. Eine vorzeitige Auszahlung vor Ende der jeweiligen Performanceperiode des LTI ist in diesen Fällen nicht vorgesehen. Endet das Dienstverhältnis oder das Vorstandsmandat im Laufe des Geschäftsjahres durch Amtsniederlegung oder Eigenkündigung des Vorstandsmitglieds (Ausnahme: Amtsniederlegung oder Kündigung durch das Vorstandsmitglied aus wichtigem Grund), die Nichtannahme eines Verlängerungsangebots zu zumindest gleichen Vertragsbedingungen durch das Vorstandsmitglied (Ausnahme: Das Vorstandsmitglied hat das 60. Lebensjahr vollendet und dem Vorstand zwei Mandatsperioden als Mitglied angehört), außerordentliche fristlose Kündigung des Dienstvertrags des Vorstandsmitglieds durch die Gesellschaft aus wichtigem Grund oder Widerruf der Bestellung des Vorstandsmitglieds aus wichtigem Grund i. S. v. § 84 Abs. 3 AktG (Ausnahme: Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung), so verfallen alle bedingt zugeteilten Talanx Performance Shares ersatz- und entschädigungslos. AbfindungDie Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands sehen keine Abfindungsansprüche vor. Zusagen für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels sind in den Dienstverträgen der Mitglieder des Vorstands ebenfalls nicht vorgesehen. Gewährte und geschuldete Vergütung im Geschäftsjahr 2021Gegenwärtige VorstandsmitgliederDie nachfolgende Tabelle stellt die den einzelnen Mitgliedern des Vorstands gewährte und geschuldete Vergütung gemäß § 162 AktG dar. Als gewährte Vergütung wird diejenige Vergütung angegeben, für die die Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erbracht worden ist. Die geschuldete Vergütung umfasst diejenige Vergütung, die fällig, aber noch nicht faktisch zugeflossen ist. Im Ausweis des Geschäftsjahres 2021 handelt es sich dabei um: scrollen
Ergänzend wird als Teil der Vorstandsvergütung der Versorgungsaufwand der Altersversorgungszusagen für das Geschäftsjahr 2021 in der Tabelle ausgewiesen. Zudem enthält die Tabelle die relativen Anteile der einzelnen Vergütungskomponenten an der gesamten gewährten und geschuldeten Vergütung. GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNGscrollen
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1 Ausgleichszahlungen aufgrund von
Gehaltsverlusten aus einem vorangegangenen
Dienstverhältnis
Frühere VorstandsmitgliederIm Folgenden wird die im Geschäftsjahr 2021 den früheren Mitgliedern des Vorstands der Talanx gewährte und geschuldete Vergütung gemäß § 162 AktG ausgewiesen: GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNGscrollen
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Vergütung des AufsichtsratsGrundsätze der AufsichtsratsvergütungDie von der Hauptversammlung festgelegte Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Der Hauptversammlung wurde am 6. Mai 2021 ein neues Vergütungssystem für den Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Das neue Vergütungssystem wurde von der Hauptversammlung mit einer Zustimmung von 99,9 % beschlossen und kommt seit dem 1. Januar 2021 zur Anwendung. Im neuen Vergütungssystem erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine reine Festvergütung, um die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats zu stärken und eine unbeeinflusste Wahrnehmung der Beratungs- und Überwachungsfunktion zu gewährleisten. Die Festvergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats beträgt 100.000 EUR. Entsprechend der Empfehlung des DCGK wird der höhere zeitliche Aufwand des Vorsitzenden und der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie der Vorsitzenden und Mitglieder von Ausschüssen durch eine zusätzliche Vergütung angemessen berücksichtigt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Zweieinhalbfache der Festvergütung eines einfachen Aufsichtsratsmitglieds, jeder seiner Stellvertreter das Eineinhalbfache. Den Mitgliedern des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten wird jeweils eine weitere Vergütung in Höhe von 25.000 EUR pro Mitglied gewährt. Die Vorsitzenden dieser Ausschüsse erhalten das Zweifache dieses Betrages. Das Sitzungsgeld beträgt 1.000 EUR je Sitzung und wird bei mehreren Sitzungen an einem Tag nur einmal gezahlt, wobei auch die Teilnahme über Telefon- oder Videokonferenz zum Bezug von Sitzungsgeld berechtigt. Das Sitzungsgeld wird jeweils am Tag der Sitzung gezahlt. Ferner werden die Mitglieder des Aufsichtsrats in eine im Interesse und auf Kosten der Gesellschaft von dieser in angemessener Höhe unterhaltene Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) für Organmitglieder und bestimmte Mitarbeiter des Talanx Konzerns einbezogen. Die Gesellschaft erstattet außerdem jedem Aufsichtsratsmitglied seine Auslagen sowie die auf seine Bezüge entfallende Umsatzsteuer. Gewährte und geschuldete Vergütung der AufsichtsratsmitgliederDie gewährte und geschuldete Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2021 ist nachfolgend nach den einzelnen Vergütungsbestandteilen aufgeschlüsselt dargestellt. Zudem enthält die Tabelle die relativen Anteile der Vergütungsbestandteile an der Gesamtvergütung. GEWÄHRTE UND GESCHULDETE VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATSscrollen
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Vergleichende Darstellung der Vergütungs- und ErtragsentwicklungIn Einklang mit den Anforderungen des § 162 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AktG zeigt die nachfolgende Tabelle eine vergleichende Darstellung der Vergütungsentwicklung der Vorstandsmitglieder, Aufsichtsratsmitglieder und der Arbeitnehmer sowie der Ertragsentwicklung der Gesellschaft. Für die Darstellung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung wird auf die gewährte und geschuldete Vergütung gemäß § 162 AktG abgestellt. Für die Darstellung der durchschnittlichen Vergütung der Arbeitnehmer wird auf die Belegschaft des Talanx Konzerns in Deutschland abgestellt. Die dargestellte Vergütung der Arbeitnehmer umfasst den Personalaufwand (exklusive Aufwand für Vorstandsvergütung) für Löhne und Gehälter, Nebenleistungen, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, dem Geschäftsjahr zuzurechnende variable Vergütungsbestandteile sowie im Fall von aktienbasierter Vergütung die im Geschäftsjahr zugeflossenen Beträge. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG DER VERGÜTUNG DES VORSTANDS UND DER ARBEITNEHMER SOWIE DER ERTRAGSENTWICKLUNGscrollen
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1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Prüfungsvermerk des WirtschaftsprüfersAn die Talanx AG, Hannover Wir haben den zur Erfüllung des § 162 AktG aufgestellten Vergütungsbericht der Talanx AG, Hannover, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 einschließlich der dazugehörigen Angaben geprüft. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des AufsichtsratsDie gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat der Talanx AG sind verantwortlich für die Aufstellung des Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, der den Anforderungen des § 162 AktG entspricht. Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind auch verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Vergütungsberichts, einschließlich der dazugehörigen Angaben, zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist. Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Vergütungsbericht, einschließlich der dazugehörigen Angaben, abzugeben. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Vergütungsbericht, einschließlich der dazugehörigen Angaben, frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung umfasst die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Vergütungsbericht enthaltenen Wertansätze einschließlich der dazugehörigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Angaben im Vergütungsbericht einschließlich der dazugehörigen Angaben ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Wirtschaftsprüfer das interne Kontrollsystem, das relevant ist für die Aufstellung des Vergütungsberichts einschließlich der dazugehörigen Angaben. Ziel hierbei ist es, Prüfungshandlungen zu planen und durchzuführen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Unternehmens abzugeben. Eine Prüfung umfasst auch die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern und dem Aufsichtsrat ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Vergütungsberichts einschließlich der dazugehörigen Angaben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. PrüfungsurteilNach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 einschließlich der dazugehörigen Angaben in allen wesentlichen Belangen den Rechnungslegungsbestimmungen des § 162 AktG. Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt - Formelle Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 AktGDie in diesem Prüfungsvermerk beschriebene inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichts umfasst die von § 162 Abs. 3 AktG geforderte formelle Prüfung des Vergütungsberichts, einschließlich der Erteilung eines Vermerks über diese Prüfung. Da wir ein uneingeschränktes Prüfungsurteil über die inhaltliche Prüfung des Vergütungsberichts abgeben, schließt dieses Prüfungsurteil ein, dass die Angaben nach § 162 Abs. 1 und 2 AktG in allen wesentlichen Belangen im Vergütungsbericht gemacht worden sind. VerwendungsbeschränkungWir erteilen diesen Prüfungsvermerk auf Grundlage des mit der Talanx AG geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt und der Prüfungsvermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt. Unsere Verantwortung für die Prüfung und für unseren Prüfungsvermerk besteht gemäß diesem Auftrag allein der Gesellschaft gegenüber. Der Prüfungsvermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Anlage und/oder Vermögens-) Entscheidungen treffen. Dritten gegenüber übernehmen wir demzufolge keine Verantwortung, Sorgfaltspflicht oder Haftung; insbesondere sind keine Dritten in den Schutzbereich dieses Vertrages einbezogen. § 334 BGB, wonach Einwendungen aus einem Vertrag auch Dritten entgegengehalten werden können, ist nicht abbedungen.
Hannover, den 10. März 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Florian Möller, Wirtschaftsprüfer Janna Brüning, Wirtschaftsprüferin Zusammengefasster LageberichtGrundlagen des KonzernsUnser Konzern entwickelt sein Geschäft aus einer diversifizierten Struktur heraus. So sichern wir unsere Unabhängigkeit und minimieren die Risikoanfälligkeit.Der Talanx KonzernGeschäftsmodellDer Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2021 weltweit 23.954 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 78,94 % der HDI V. a. G., ein seit rund 120 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich 21,06 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen Schwerpunkten (vgl. Abbildung). IM KONZERN BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGEscrollen
1 Einschl. Raumfahrt
Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 150 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente. Rechtliche und regulatorische RahmenbedingungenVersicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung), Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2021 fort. Der Vertrieb von Versicherungsprodukten ist umfangreichen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Bei der Zusammenarbeit mit Vermittlern haben die Erstversicherer neben den gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen des BaFin-Rundschreibens 11/2018 zur Zusammenarbeit mit Versicherungsvermittlern sowie zum Risikomanagement im Vertrieb zu beachten. Die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten wird unter anderem durch die Delegierte Verordnung (EU) 2017/2358 der Europäischen Kommission bestimmt. Für den Bereich der Restschuldversicherung wurde mit dem Schwarmfinanzierungs-Begleitgesetz am 3. Juni 2021 ein Provisionsdeckel gesetzlich verankert, der ab dem 1. Juli 2022 in Kraft treten wird. In dem BaFin-Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Aufgrund des Geldwäschegesetzes (GwG) muss der HDI V. a. G. als "Mutterunternehmen der Gruppe" seit 2020 dafür Sorge tragen, dass alle zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen definierte Mindeststandards umsetzen. Die Gruppen-Geldwäschefunktion hat im vierten Quartal 2020 eine gruppenweite Risikoanalyse nach den Vorgaben des GwG in allen Geschäftsbereichen ausgerollt und die risikobasierten Maßnahmen der zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen dokumentiert. Zusätzlich wurde im zweiten Quartal 2021 ein gruppenweites Reporting auf Quartalsbasis implementiert, um den Informationsaustausch innerhalb der Gruppe sicherzustellen. Das Risiko der Gruppe, zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, wird insgesamt als gering eingestuft. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen des Talanx Konzerns eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 zu den Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Gleiches gilt hinsichtlich des Rundschreibens 11/2019 zu den Kapitalverwaltungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (KAIT). Diese Rundschreiben werden laufend angepasst und erweitert. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Weiterhin gab es in diesem Jahr auf Ebene der EU und in Deutschland regulatorische Initiativen für Entwicklung, Einsatz und Nutzung von künstlicher Intelligenz, die auch die Versicherungswirtschaft betreffen und deren Entwicklung und konkrete Auswirkung auf den Talanx Konzern beobachtet wird. Im Talanx Konzern verarbeiten wir u. a. für die Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagement-System auf die Beratung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht - unter anderem in Deutschland und Luxemburg. KonzernstrukturDer Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Die HDI Global SE hat den Anteil der Hannover Rück SE am Spezial-Versicherer HDI Global Specialty SE in Höhe von 49,8 % mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 gekauft und hält nun 100 % der Anteile. Die HDI Global Specialty SE bietet maßgeschneiderte Versicherungslösungen für Industrieunternehmen, Konzerne und kleine und mittlere Unternehmen. Die HDI Reinsurance (Ireland) SE wurde aufgrund des konzerninternen Verkaufs von der Talanx AG an die HDI Global SE beim Geschäftsbereich Industrieversicherung angesiedelt, zuvor wurde sie im Segment Konzernfunktionen ausgewiesen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei). Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Kontinentaleuropa und Nordamerika; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt. Seit Januar 2019 besitzt sie eine Rückversicherungslizenz und betreibt auch operatives Geschäft. Zum Segment gehören außerdem die internen Dienstleistungsgesellschaften sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH. Die Ampega Real Estate GmbH wurde im Jahr 2021 in die Ampega Asset Management GmbH integriert; die Ampega Asset Management GmbH und die Ampega Investment GmbH betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. KONZERNSTRUKTURscrollen
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Nur die wesentlichen Beteiligungen Main participations only Stand/As at: 31.12.2021 StrategieDer Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit zwischen uns und unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertsteigerung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Die Strategie des Konzerns ist darauf ausgerichtet, durch den gezielten Ausbau von Stärken ("Strengthen") und das fokussierte Angehen von Entwicklungsbereichen ("Develop") unsere ambitionierten und klar definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 800 Basispunkten über dem risikofreien Zins an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Den Gewinn pro Aktie (Earnings per Share, EPS) wollen wir bis 2022 pro Jahr um durchschnittlich mindestens 5 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien und einer Reihe strategischer Wachstumsinitiativen. Aus dem Konzerngewinn nach IFRS wollen wir zu dem weiterhin mindestens 35 bis 45 % an unsere Aktionäre ausschütten, wobei die Dividende in ihrer absoluten Höhe dabei zukünftig jeweils mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (< 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150-200 %) zum Ziel gesetzt. Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unserer Prämien stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix. Den Anteil des im Ausland generierten Geschäfts wollen wir dabei mittelfristig noch weiter ausbauen auf bis zu zwei Drittel der gesamten Erstversicherungsprämie. Bereits heute machen diese Stärken unseren Konzern "traditionally different"! Zu den Bereichen, die wir konsequent weiterentwickeln, gehört die Optimierung des Kapitalmanagements, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine solide Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristig die Dividendenstabilität sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind, und Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wenn immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus bündeln wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen. Ein weiteres strategisches Entwicklungsthema ist die digitale Transformation, eine der Kernaufgaben für die kommenden Jahre, die im Konzern explizit von den einzelnen Geschäftsbereichen getrieben wird. Damit folgen wir dem Ansatz des "traditionally different" und tragen gleichzeitig unterschiedlichen lokalen Regulierungen und digitalen Kundenverhaltensmustern Rechnung. Einen Schwerpunkt bei der digitalen Transformation bildet die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie bzw. Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme/Partnerschaften ("get bundled"). Aufgrund ihrer gruppenweiten Relevanz werden diese Fokusthemen aus der Holding heraus gezielt unterstützt. Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden weiter geschärft und fokussiert. Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Profitabilisierung des Geschäfts, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich der Spezialversicherung. Wachstumspotenzial in Auslandsmärkten sehen wir für das Industriegeschäft insbesondere in Nordamerika, Europa sowie ausgewählten Schwellenländern. Um die globale Skalierung voranzutreiben, wurde beispielsweise mit dem Erwerb der restlichen 49,8 % der Anteile an der HDI Global Specialty SE die Eigentümerstruktur im Spezialgeschäft vereinfacht. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland hat nach erfolgreichem Abschluss des Optimierungsprogramms "KuRS" mit ,,Go25'' eine kraftvolle Wachstumsstrategie als Anschlussprogramm entwickelt. Neben starkem Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) werden hierbei insbesondere zusätzliche Kooperationen sowie organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften angestrebt. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Die Strategie des Konzerns wird flankiert durch unseren fokussierten Nachhaltigkeitsansatz. Dieser basiert auf der gezielten Umsetzung von ESG-spezifischen Aspekten in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik, in unseren Betriebsstätten sowie im Rahmen unseres sozialen Engagements. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie sowie Strategie für das Personalmanagement wird im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 78 ff., beschrieben, das Risikomanagement im Abschnitt "Risikobericht", Seite 102 ff. Diese beiden Aspekte werden daher hier nicht weiter ausgeführt. STRATEGIE DES TALANX KONZERNS
UnternehmenssteuerungDie Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind: scrollen
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: scrollen
Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt. Die Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-II-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell. Zur Steuerung der langfristigen Wert- und Profitabilitätssteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir die Kennzahl Intrinsic Value Creation (IVC). Diese Kennzahl macht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Konzerngesellschaften miteinander vergleichbar. Damit unsere Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren, betrachten wir den IVC im Fünfjahresdurchschnitt. Rechnerisch misst der IVC den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten. Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss die Veränderung aktivischer und passivischer stiller Reserven/Lasten sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik (Berechnung siehe Abb. unten). Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen, einem friktionalen Kostensatz von 2 % sowie einer zusätzlichen Risikomarge in Höhe von 4 %. Die Kostensätze legen einen Value at Risk von 99,5 % zugrunde, was dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC
1 Ökonomische Anpassungen, z. B.
Veränderung des Schadenreservediskonts
Performance-ManagementDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene mit unseren strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUS
Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindest-Kapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor. Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und anschließend im Talanx Vorstand als Basis für die operative Planung festgelegt. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICKscrollen
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1 Ab 2022 wird das Bruttoprämienwachstum
der Schaden/Unfallversicherung (währungsbereinigt) als
operative Steuerungsgröße betrachtet
AusschüttungsquoteAusschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns Bruttoprämienwachstum (währungsbereinigt)Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.) EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-II-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen WirtschaftsberichtUnser Konzern erwirtschaftete in einem Niedrigzinsumfeld ein Konzernergebnis von 1,01 Mrd. EUR und eine Eigenkapitalverzinsung von 9,6 Prozent.Märkte und wirtschaftliche RahmenbedingungenVolkswirtschaftliche EntwicklungDie Weltwirtschaft stand zu Beginn des Jahres 2021 zunächst noch unter dem Einfluss neuer Corona-Infektionswellen und damit einhergehender Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Erst mit Fortschreiten der Impfkampagne nahm die konjunkturelle Erholung im Frühjahr wieder Fahrt auf. Nachdem die globale Wirtschaftsleistung 2020 erst den zweiten Rückgang in den vergangenen 40 Jahren verzeichnet hatte, verbuchte sie 2021 mit einem Plus von 5,9 % gegenüber dem Vorjahr den stärksten Anstieg in diesem Zeitraum. In Deutschland spiegelte sich diese Entwicklung in einem kräftigen Zuwachs der Exporte wider, die ihren Vorjahresrückgang kompensieren konnten. Während der Staat seine Konsumausgaben zur Unterstützung der Erholung erneut ausweitete, übten sich die privaten Haushalte angesichts von Preissteigerungen infolge sich verteuernder Rohstoffe sowie Lieferkettenstörungen in Zurückhaltung. Letztere machten auch der Industrie zu schaffen, deren Produktionsvolumen im November immer noch rund 3 % unter dem Vorkrisenniveau lag. Insgesamt blieb das Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung gemessen am BIP mit +2,8 % zum Vorjahr deutlich hinter demjenigen der Eurozone (voraussichtlich +5,2 %) zurück. Die großen Euro-Länder Frankreich (voraussichtlich +6,8 %) und Italien (voraussichtlich +6,3 %) übertrafen die hiesige Entwicklung deutlich, nachdem die Volkswirtschaften jedoch im Vorjahr auch erheblichere Einbußen verzeichnet hatten. Unterstützt wurde das stärkste Wachstum der Eurozone seit ihrem Bestehen durch umfangreiche fiskalische Maßnahmen sowie eine unverändert expansive Geldpolitik der EZB. In den USA unterstützte die Regierung des neuen Präsidenten Biden mit weiteren Fiskalpaketen die Post-Corona-Erholung, obgleich das Gesamtvolumen mit 1.844 Mrd. USD deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr (3.703 Mrd. USD). Diese sorgten in Verbindung mit der bis zum Herbst laufenden Arbeitslosenunterstützung sowie hohen Ersparnissen für eine Belebung des privaten Konsums, des wichtigsten Wachstumsträgers der US-Wirtschaft. Auch die Investitionen legten vor dem Hintergrund einer sich erholenden Nachfrage und des anhaltenden Niedrigzinsumfelds kräftig zu. Mit einem Zuwachs von 5,7 % zum Vorjahr (2020: -3,4 %) übertraf das US-Bruttoinlandsprodukt 2021 bereits wieder sein Vorkrisenniveau. Übertroffen wurde die Wachstumsdynamik in den Industrie- von der in den Schwellen- und Entwicklungsländern, die ihrerseits 2021 einen Wachstumsrekord innerhalb der letzten zehn Jahre verzeichneten. Hierbei ergab sich jedoch ein differenziertes Bild: Asien liegt hinter Lateinamerika, nachdem die Wirtschaftsleistung dort im ersten Pandemiejahr rund doppelt so stark eingebrochen war. In China, das als einer der wenigen großen Wirtschaftsräume selbst 2020 ein positives Wirtschaftswachstum hatte verbuchen können, wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2021 um 8,1 % zum Vorjahr und damit so stark wie seit 2011 nicht mehr. REALES BRUTTOINLANDSPRODUKTscrollen
1 Stand 16. Februar 2022 (vorläufige Werte)
Hatte der coronabedingte Nachfrageeinbruch 2020 weltweit noch für eine deutlich sinkende Preisdynamik gesorgt, legten die Teuerungsraten im vergangenen Jahr zu. In den USA erreichte die Inflationsrate in der Spitze 7,0 % (höchster Wert seit 1982), in der Eurozone 5,0 % (höchster Wert seit Beginn der Währungsunion). Im Jahresdurchschnitt ergab sich ein Anstieg von 1,2 % auf 4,7 % bzw. von 0,3 % auf 2,6 %. Im Zuge der Konjunkturerholung trieben vor allem steigende Preise für Rohstoffe sowie Störungen der globalen Lieferketten die Teuerung. Zahlreiche Notenbanken rund um den Globus leiteten unter diesem Eindruck die Wende hin zu einer wieder restriktiveren Geldpolitik ein. Die US-Notenbank Fed verzichtete zwar 2021 auf eine Erhöhung ihres in der Pandemie auf 0,00-0,25 % gesenkten Leitzinses, begann jedoch im Herbst mit der Reduzierung ihrer monatlichen Anleihekäufe. Auch die EZB beließ ihren Einlagensatz bei -0,50 %. Im Gegensatz zur Fed haben die Währungshüter im Euroraum eine Verringerung des Tempos ihrer Anleihekäufe jedoch bislang lediglich avisiert und noch nicht umgesetzt. KapitalmärkteDie internationalen Finanzmärkte standen 2021 im Spannungsfeld zwischen Konjunkturhoffnungen auf der einen sowie Sorgen vor einer ausufernden Inflation und entsprechenden Notenbankreaktionen auf der anderen Seite. Vor diesem Hintergrund markierte der S&P 500 im Jahresverlauf mehrfach Allzeithochs und legte insgesamt 26,9 % zu. Auch die europäischen Leitindizes erreichten neue Rekordniveaus. Auf Jahressicht blieb die Performance von DAX (+15,8 %) und EURO STOXX (+20,4 %) jedoch hinter derjenigen ihres US-Pendants (S&P 500) zurück. Erheblich schlechter lief es hingegen für die Aktienmärkte in den Schwellen- und Entwicklungsländern (MSCI EM: -4,6 %), wobei insbesondere China (MSCI CHINA: -22,4 %) angesichts diverser Regulierungsvorstöße der Regierung sowie Verwerfungen im Immobiliensektor hervorstach. Erwartungen bezüglich steigender Leitzinsen und einer zukünftig geringeren Unterstützung durch die Anleihekäufe der Notenbanken sorgten 2021 für Kursverluste an den Rentenmärkten in den USA und Europa. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries stieg in der Spitze auf 1,74 % und lag zum Jahresende mit 1,51 % um 0,6 Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn. Bei Bundesanleihen gleicher Laufzeit betrug der Anstieg knapp 0,4 Prozentpunkte. Diese Bewegungen machten auch vor den Risikoaufschlägen für südeuropäische Staatsanleihen nicht Halt, wobei die positive Konjunkturentwicklung und die anhaltende Unterstützung durch die Notenbanken stärkere Anstiege verhinderten. Im Einklang mit den Preisen anderer Rohstoffe stieg der Ölpreis 2021 kräftig von 52 USD auf 78 USD (Brent), während der Goldpreis 3,6 % auf 1.829 USD je Feinunze einbüßte und der EUR gegenüber dem USD 6,9 % auf 1,137 abwertete. Deutsche VersicherungswirtschaftSchaden/UnfallversicherungIn der Schaden/Unfallversicherung hatte die deutsche Versicherungswirtschaft 2021 gegenüber dem Vorjahr ein leicht geringeres Prämienwachstum zu verzeichnen. Pandemiebedingt wurden hier geringere Prämieneinnahmen in der Kraftfahrt- sowie der Sachversicherung verzeichnet. Das Kfz-Geschäft konnte trotz der verminderten coronabedingten Einschränkungen nicht an das Beitragsplus vor Corona anschließen. Die Schadenzahlungen lagen in Summe signifikant über dem Niveau des Vorjahres. Das Jahr 2021 war insbesondere durch die Flutkatastrophe, verursacht durch Starkregentief "Bernd", sowie weitere Unwetterereignisse mit hohen Naturgefahrenschäden belastet. Die versicherten Unwetterschäden überstiegen mehr als das Dreifache des langjährigen Durchschnitts. LebensversicherungDie Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung lagen 2021 leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Ursache hierfür war insbesondere der starke Rückgang des Einmalbeitragsgeschäfts. Das Geschäft zu laufenden Beiträgen konnte hingegen ein leicht positives Wachstum verzeichnen. Die Anlagebedingungen am Kapitalmarkt waren auch im Jahr 2021 für Lebensversicherer herausfordernd. Die Profitabilität ist aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus weiterhin belastet. Internationale VersicherungsmärkteDer Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Regionen Europa und Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/UnfallversicherungDie internationale Schaden/Unfallversicherung hat sich angesichts der Corona-Krise widerstandsfähig gezeigt. Insgesamt konnte im Jahr 2021 ein positives Prämienwachstum verzeichnet werden. Besonders das Industriegeschäft konnte hierbei von überdurchschnittlichem Wachstum profitieren. Das Wachstum in den Schwellenländern fiel dabei erwartungsgemäß höher aus als in den entwickelten Versicherungsmärkten. Unter den entwickelten Versicherungsmärkten wies Asien-Pazifik das stärkste Wachstum auf. Europa und Nordamerika konnten jedoch ebenfalls ein stabiles Prämienwachstum verzeichnen. Die positive Prämienentwicklung in den Schwellenländern war sowohl durch das Wachstum in China als auch durch die übrigen Schwellenländer getrieben. Auch Lateinamerika konnte im Jahr 2021 wieder ein positives reales Prämienwachstum verzeichnen. Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden lagen im Berichtsjahr über denen des Vorjahres und damit erneut über dem bisherigen Zehnjahresdurchschnitt - sowohl die Gesamtschäden als auch die versicherten Schäden. Die zwei höchsten Schadensummen wurden durch Hurrikane "Ida" Ende August und Wintersturm "Uri" und andere sekundäre Naturgefahrenereignisse im Februar in den USA verursacht. Europa - primär Deutschland, Belgien, die Niederlande, Tschechien und die Schweiz - war durch die Flutkatastrophe im Juli mit hohen Naturgefahrenschäden belastet. In der internationalen Schaden-Rückversicherung wurde die Entwicklung im Wesentlichen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die hohen Naturgefahrenschäden beeinflusst, die die Großschadenlasten in die Höhe trieben. Angesichts der erhöhten Unsicherheit setzte sich der bereits 2020 zu beobachtende Trend zu Preissteigerungen im Zuge der unterjährigen Vertragserneuerungsrunden fort. LebensversicherungTrotz des weiterhin herausfordernden Geschäftsumfelds, das neben den langanhaltenden niedrigen Zinsniveaus auch durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war, konnten die internationalen Lebensversicherungsmärkte eine positive Prämienentwicklung verzeichnen. In den entwickelten Versicherungsmärkten stiegen die Prämieneinnahmen über den langfristigen Trend hinaus. Besonders ausgeprägt war das Wachstum in Europa, im Speziellen in Frankreich, das aus einer starken Erholung des fondsgebundenen Geschäfts resultierte. In den Schwellenländern blieb die Marktentwicklung hinter den Erwartungen und konnte nur ein geringes Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Ursächlich hierfür war die negative Prämienentwicklung in China. Die übrigen Schwellenländer Asiens, aber auch Lateinamerika und Mittel- und Osteuropa, konnten hingegen ein positives Prämienwachstum verzeichnen. Die Märkte der internationalen Personen-Rückversicherung waren auch im Jahr 2021 weiterhin von den negativen Effekten der Corona-Pandemie betroffen, konnten diese jedoch größtenteils absorbieren. Insbesondere die Fortschritte bei den Schutzimpfungen haben das Risiko von Übersterblichkeitsansprüchen in der Lebensrückversicherung verringert, sodass in Summe eine positive Entwicklung zu verzeichnen ist. GeschäftsentwicklungDer Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Profitabilisierung seines Geschäfts, auf Wachstum im Ausland sowie im Bereich der Spezialversicherung. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland hat mit ,,Go25'' eine kraftvolle Wachstumsstrategie entwickelt als Anschlussprogramm an das abgeschlossene Optimierungsprogramm "KuRS". Er strebt darüber hinaus weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Das Konzernergebnis (1.011 Mio. EUR) und das operative Ergebnis (2.454 Mio. EUR) stiegen nach dem u. a. coronabedingten Einbruch im Vorjahr um 56,2 % bzw. um 49,2 %; die gebuchten Bruttoprämien stiegen um 10,7 % auf 45,5 Mrd. EUR. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIENIn Mrd. EUR
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)In Mrd. EUR
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Talanx platziert erstmals einen Green BondTalanx platziert einen Green Bond als Nachranganleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR primär an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland. Die auf Euro lautende Anleihe ist mit einem fixen Kupon von 1,75 % ausgestattet und am 1. Juni 2032 erstmals rückzahlbar. Ein Green Bond Framework, das die Rahmenbedingungen für die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Projekte schafft - vor allem im Bereich erneuerbarer Energieerzeugung sowie Wohn- und Gewerbeimmobilien mit geringerem Energieverbrauch und weniger CO 2 -Ausstoß - hatte die Talanx bereits Anfang November 2021 veröffentlicht. Ambitionsniveau für Erstversicherung erhöhtDie Talanx Gruppe erhöht die Ambition für ihre drei Geschäftsbereiche in der Erstversicherung deutlich: Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International streben bis 2025 eine Eigenkapitalrendite von jeweils mehr als 10 % an. Damit liegen sie auf ähnlich hohem Niveau wie der Geschäftsbereich Rückversicherung. Auf dem Capital Markets Day stellte der Vorstand in Aussicht, der Hauptversammlung 2022 eine erhöhte Dividende von 1,60 (1,50) EUR für das Geschäftsjahr 2021 vorzuschlagen. Für das Geschäftsjahr 2022 hob der Vorstand den Ausblick für das Konzernergebnis auf die Spanne zwischen 1.050 und 1.150 Mio. EUR an. HDI Group vereinfacht BetriebsstrukturenDie HDI Group unter dem Dach der Talanx vereinfacht ihre Betriebsstrukturen in Deutschland. Ziel der Verschlankung ist eine deutliche Beschleunigung von Entscheidungen zu wichtigen Zukunftsthemen wie Digitalisierung oder der Zusammenarbeit im Konzern. Talanx ernennt Managerin für Diversity & InclusionDie Talanx Gruppe erhält mit Raha Anssari eine Managerin für Diversity & Inclusion. Mit diesem Schritt stärkt der Konzern den Stellenwert seiner Nachhaltigkeitsstrategie, die neben einer Reihe von ökologischen auch soziale Kriterien betont. Raha Anssari wird für den Konzern eine Diversity-Strategie entwickeln und die Bedeutung von Diversity im Unternehmensalltag erhöhen. Die 36-Jährige berichtet in ihrer neuen Funktion direkt an den Talanx Vorstand Christopher Lohmann, der für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie die IT und Diversity & Inclusion für die Talanx Gruppe verantwortlich zeichnet. Geschäftsverlauf Konzernscrollen
WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
STEUERUNGSGRÖSSENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden"
PrämienvolumenIm Berichtsjahr stiegen sowohl die gebuchten Bruttoprämien als auch die verdienten Nettoprämien im Konzern zweistellig, die Bruttoprämien um 10,7 (währungsbereinigt um 11,8) % auf 45,5 (41,1) Mrd. EUR, die Nettoprämien ebenfalls um 10,7 % auf 37,9 (34,2) Mrd. EUR; insbesondere die Segmente Industrie-, Privat- und Firmenversicherung International und Schaden-Rückversicherung trugen zu diesem guten Wachstum bei. Der Selbstbehalt sank erneut auf 87,8 (88,0) %. Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis konnte sich nach der Corona-Pandemie erholen und stieg um 22,2 % auf -2,2 (-2,8) Mrd. EUR. Bei einem Großschadenbudget von 1.510 Mio. EUR lag die Großschadenbelastung bei 1.745 (2.148) Mio. EUR. Anders als im Vorjahr hatten coronabedingte Schäden keinen Einfluss auf das Großschadenbudget, der Anteil der Naturkatastrophen auf die Gesamt-Großschadenbelastung betrug dagegen 1.261 (658) Mio. EUR. Die Corona-Pandemie wirkte sich insgesamt mit 439 Mio. EUR negativ auf das versicherungstechnische Ergebnis aus; coronabedingte Belastungen waren im Geschäftsjahr 2021 fast ausschließlich in der Personen-Rückversicherung mit 582 Mio. EUR festzustellen. In den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International ließen sich gegenteilige Entwicklungen beobachten, die mit dem geringeren Schadenaufkommen infolge coronabedingter Lockdowns in Verbindung stehen. Im Verlauf der Berichtsperiode ist jedoch eine zunehmende Normalisierung der Schadenfrequenz zu beobachten. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote fiel im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozentpunkte auf 97,7 (101,0) % und entsprach damit im Geschäftsjahr 2021 wieder nahezu dem um den Einfluss der Corona-Pandemie bereinigten Stand des Vorjahres. 2020 hatte die kombinierte Schaden-/ Kostenquote coronabereinigt bei 97,6 % gelegen, sich unter Einbeziehung der Pandemie-Einflüsse insgesamt jedoch auf 101,0 % belaufen. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis stieg zweistellig um 11,3 % auf 4,7 (4,2) Mrd. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge verbesserten sich vorwiegend wegen höherer Erträge aus unseren alternativen Investments sowie bei unseren inflationsgebundenen Anleihen, das außerordentliche Kapitalanlageergebnis stieg vorwiegend dank Erträgen im Segment Leben des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Im Rahmen einer Extremsterblichkeitsdeckung, die seit 2013 in regelmäßigen Tranchen am Kapitalmarkt platziert wurde, wirkte sich im Geschäftsjahr 2021 ein positiver Ertrag von 44 Mio. EUR unter den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen in den Kapitalanlagen der Personen-Rückversicherung aus. Die Kapitalanlagerendite lag bei 3,4 (3,2) %. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas operative Ergebnis (EBIT) erholte sich im Berichtsjahr auf 2,5 (1,6) Mrd. EUR; die Corona-Pandemie belastete das EBIT im Berichtsjahr insgesamt noch mit 403 Mio. EUR. Das Konzernergebnis übertraf mit 1.011 (648) Mio. EUR erstmals die Milliarden-Euro-Grenze; im Vorjahr war es deutlich durch die Corona-Pandemie belastet. Der Anteil der Erstversicherungsgruppe am Konzernergebnis steigt kontinuierlich und betrug im Berichtsjahr 44,7 (42,5) %. Die Eigenkapitalrendite stieg auf 9,6 (6,3) %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERNscrollen
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "im oberen einstelligen Prozentbereich"
Die Bruttoprämien stiegen im Berichtsjahr währungsbereinigt um 11,8 % und lagen damit oberhalb der unterjährig für 2021 angehobenen Prognose ("im oberen einstelligen Prozentbereich"). Das Konzernergebnis betrug im Berichtsjahr erstmals über 1 Mrd. EUR und übertraf mit 1.011 (648) Mio. EUR ebenfalls die unterjährig angepasste Prognose ("am oberen Ende der Spanne zwischen 900 und 950 Mio. EUR"). Die Kapitalanlagerendite mit 3,4 (3,2) % und die Eigenkapitalrendite mit 9,6 (6,3) % übertrafen beide die - unterjährig angehobenen - Prognosen von rund 2,7 % bzw. rund 9,0 %. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,60 (1,50) EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 40,1 (56,3) % und liegt damit im Zielkorridor von 35 % bis 45 %. Entwicklung der Geschäftsbereiche im KonzernDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". Zum 1. März 2022 werden zudem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus mitarbeiterführenden Gesellschaften der deutschen Talanx Erstversicherungsgruppe in der neuen HDI AG zusammengeführt. ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIENIn %
2021/2020 Industrieversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
MarktentwicklungDas Industrieversicherungsgeschäft war im Geschäftsjahr 2021 stark durch Naturkatastrophen gekennzeichnet. Gleichzeitig war im Markt bei weiter hoher Dynamik eine positive Entwicklung bei Preisen und Konditionen in verschiedenen Ländern und Sparten zu verzeichnen. Die Kapitalmärkte wurden im Jahr 2021 weiterhin von der anhaltenden Corona-Pandemie und zusätzlich durch steigende Inflationserwartungen geprägt. Im Geschäftsjahr wurde die Umsetzung des Programms "HDI Global 4.0" fortgeführt. Es wurde ein neues Steuerungsmodell umgesetzt, um den Weg Richtung kontinuierlicher Profitabilisierung sowie De-Riskings des Geschäfts weiterzugehen. Weiterhin fokussieren wir uns auf das Ziel, uns am herausfordernden Industrieversicherungsmarkt als Underwriting-Champion zu etablieren. Für dieses Ziel wurde im Geschäftsjahr 2021 u. a. die Underwriting-Expertise der elf Standorte in Deutschland auf vier Regionen gebündelt. Darüber hinaus stehen selektives Wachstum, Digitalisierung und Kulturwandel des Geschäftsbereichs Industrieversicherung nach wie vor im Fokus. Es wird durch "HDI Global 4.0" insgesamt eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität und Reduzierung der Volatilität erwartet. Die positive Marktphase unterstützt uns. PrämienvolumenDie gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Industrieversicherung beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf 7,6 (6,7) Mrd. EUR und lagen damit über unseren Erwartungen. Sie stiegen um 0,9 Mrd. EUR respektive 13,6 % (währungsbereinigt 14,0 %). Beitragssteigerungen konnten im Wesentlichen aufgrund des Wachstums im Specialty-, Haftpflicht- und Sachgeschäft erreicht werden. Hierbei konnten wir die aktuell harte Marktphase gezielt nutzen, um in unserem Bestand zu wachsen, die Profitabilität zu verbessern und die Volatilität der Ergebnisse durch Verbesserung der Bedingungen zu reduzieren. Die im Vorjahr getroffene Vorsorge für Beitragsrückgänge bei umsatzbasierten Policen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurde nicht im erwarteten Ausmaß benötigt und trägt zur positiven Prämienentwicklung im Geschäftsjahr bei. Die verdienten Nettoprämien folgten der Entwicklung der gebuchten Bruttoprämien und erhöhten sich um 14,0 % respektive 0,4 Mrd. EUR auf 3,4 (3,0) Mrd. EUR. Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Nettoergebnis liegt mit 46 (-139) Mio. EUR deutlich über dem durch Corona belasteten Vorjahr. Die Schadenquote (netto) verbesserte sich auf 80,9 (84,4) % trotz erhöhter Großschadenbelastung aus Naturkatastrophen. Sturmtief "Bernd" in Europa, Wintersturm "Uri" und Hurrikan "Ida" in den USA führen maßgeblich zur Überschreitung des Großschadenbudgets um 96 Mio. EUR. Der Überschaden wird wesentlich durch Erträge von ca. 80 Mio. EUR aus einem coronabedingt positiven Schadenverlauf im Frequenzbereich sowie der vorgenannten nicht benötigten Prämienrückstellung und darüber hinaus aus Erfolgen aus der Sanierung kompensiert. Die Nettokostenquote verbesserte sich infolge des Beitragswachstums bei gleichzeitig hoher Kostendisziplin auf 17,7 (20,2) %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote belief sich auf 98,7 (104,6) %. Kapitalanlageergebnis und übriges ErgebnisGesamthaft beläuft sich das Kapitalanlageergebnis im Geschäftsjahr 2021 auf 300 (254) Mio. EUR. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich, da insbesondere die Erträge in den Bereichen Private Equity und Immobilien anstiegen. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis liegt leicht unter Vorjahresniveau, da dies im Vorjahr insbesondere durch hohe Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren geprägt wurde. Das übrige Ergebnis liegt mit -149 (-66) Mio. EUR sowohl deutlich unter dem Vorjahr als auch den Erwartungen für das Berichtsjahr. Das Berichtsjahr wird insbesondere durch einen Währungskursverlust von 19 Mio. EUR (Vorjahr: Währungskursgewinn von 35 Mio. EUR) und einen wachstumsbedingten Kostenanstieg belastet. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas EBIT liegt infolge der vorgenannten Effekte im Berichtsjahr mit 196 (48) Mio. EUR über unseren Erwartungen, was wesentlich auf das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis und besonders positive Kapitalanlageergebnis zurückzuführen ist. Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Industrieversicherung beläuft sich auf 143 (47) Mio. EUR und konnte damit positiv zum Talanx Ergebnis beitragen. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 13,6 % (währungsbereinigt 14,0 %) über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trägt ein überdurchschnittliches Wachstum im Specialty-Geschäft sowie auch im Sach- und Haftpflicht-Portfolio bei. Trotz der außerordentlichen Belastung aus Naturkatastrophen und der Überschreitung des Großschadenbudgets wurde eine kombinierte Schaden-/Kostenquote im Geschäftsbereich Industrieversicherung von 98,7 % entsprechend den Erwartungen realisiert. Der Überschaden wird wesentlich durch einen coronabedingt positiven Schadenverlauf, die nicht benötigte Prämienrückstellung sowie Erfolge aus der Profitabilisierung kompensiert (siehe Konzernstrategie auf Seite 40). Infolge der vorgenannten Entwicklungen und des gestiegenen Kapitalanlageergebnisses blieb die Eigenkapitalrendite von 6,7 % somit über unserer Erwartung von rund 5 %. Privat- und Firmenversicherung DeutschlandSchaden/Unfallversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
PrämienvolumenIm Segment Schaden/Unfallversicherung war im Geschäftsjahr 2021 ein Anstieg der gebuchten Beitragseinnahmen um 4,8 % auf 1.574 (1.502) Mio. EUR zu verzeichnen. Dies ist insbesondere auf Zuwächse im Firmen/Freie-Berufe- und im Privatkundengeschäft sowie im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance zurückzuführen. Versicherungstechnisches ErgebnisIm Berichtsjahr lag das versicherungstechnische Ergebnis mit 11 (62) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr. Das Geschäftsjahr war insbesondere durch das Sturmtief "Bernd" belastet. Dies führte zusammen mit einer leicht gestiegenen Basisschadenbelastung bei Immobilien sowie durch Kleinkumule (insbesondere Hagel) zu einem Anstieg der kombinierten Schaden-/Kostenquote (netto) um 3,8 Prozentpunkte auf 99,2 (95,4) %. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis verbesserte sich auf 129 (88) Mio. EUR. Hierfür waren u. a. höhere ordentliche Kapitalanlageerträge aus Private-Equity-Beteiligungen, der Wegfall der pandemiebedingten Abschreibungen (Vorjahr: -5 Mio. EUR) und höhere Abgangsgewinne verantwortlich. Operatives ErgebnisDas EBIT lag aufgrund der Belastungen in der Versicherungstechnik und der Investitionen in unserem Programm "GO25" mit 104 (134) Mio. EUR unter dem Vorjahr. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "< 94 %"
Die Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall konnten unsere Erwartungen vor allem aufgrund der Zuwächse im Firmen/Freie-Berufe- und Privatkundengeschäft deutlich übertreffen. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote lag aufgrund der Belastung durch das Sturmtief "Bernd" über dem prognostizierten Wert. Lebensversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
Prämienvolumen und NeugeschäftIm Segment Lebensversicherung war im Geschäftsjahr ein Beitragsanstieg von 5,6 % auf 4,6 (4,4) Mrd. EUR - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - zu verzeichnen. Die Zuwächse resultierten nahezu ausschließlich aus dem Einmalbeitragsgeschäft (+242 Mio. EUR, ohne Bancassurance-Biometriegeschäft). Hierzu trug auch der sehr gute Start des fondsbasierten Produkts CleverInvest bei. Nach Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge verzeichnete das Segment Lebensversicherung um 4,2 % höhere verdiente Nettoprämien von 3,5 (3,4) Mrd. EUR. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - konnte von 385 Mio. EUR auf 428 Mio. EUR gesteigert werden. Versicherungstechnisches ErgebnisIm Berichtsjahr zeigte sich das versicherungstechnische Ergebnis mit -1,8 (-1,8) Mrd. EUR nahezu unverändert. Es wird u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Diesen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nichtversicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um 5,2 % auf 2,0 (1,9) Mrd. EUR. Dieser Anstieg war insbesondere auf ein höheres Abgangsergebnis zurückzuführen, welches die zinsbedingt geringeren ordentlichen Kapitalanlageerträge überkompensieren konnte. Operatives ErgebnisDer Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) im Segment Lebensversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland resultiert vor allem aus einem verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis, das auf die positiven Entwicklungen im Neugeschäft und am Kapitalmarkt zurückzuführen ist. Gegenüber dem Vorjahr stieg das EBIT somit um 162,7 % auf 183 (70) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
Die Beitragseinnahmen im Segment Leben lagen aufgrund starker Vertriebsleistungen über der Prognose für 2021. Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscrollen
Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen stieg das Konzernergebnis aufgrund der Ergebnisverbesserung in der Lebensversicherung auf 161 (119) Mio. EUR, sodass sich die Eigenkapitalrendite um 1,5 Prozentpunkte auf 6,1 % erhöhte. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscrollen
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "5,5 - 6,5 %".
Das Konzernergebnis lag mit 161 (119) Mio. EUR über dem des Vorjahres, sodass die prognostizierte Eigenkapitalrendite sogar leicht übertroffen werden konnte. Privat- und Firmenversicherung Internationalscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv. Trotz ansteigender Schadeninflation, intensivem Preiswettbewerb und Rückkehr zu historischen Schadenfrequenzen verbesserte sich die kombinierte Schaden-/Kostenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung International auf 94,8 %. In der Region Europa akquirierte die italienische HDI Assicurazioni S. p. A. am 1. April 2021 die HDI Italia S. p. A. (vormals Amissima Assicurazioni S. p. A.), um ihre Marktpräsenz in der Sachversicherung weiter auszubauen. Ebenfalls im zweiten Quartal straffte der Geschäftsbereich sein Portfolio in Lateinamerika durch den Verkauf des 100-prozentigen Anteils an der HDI Seguros de Vida S. A. (Chile). Am 23. Dezember 2021 unterzeichnete die HDI International AG einen Vertrag über den Verkauf der russischen Lebensversicherungseinheit OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life an die russische Sovcombank und unterstrich damit die Fokussierung auf profitables Wachstum in den Kernmärkten. Der Verkauf wurde am 16. Februar 2022 abgeschlossen. MarktentwicklungIn der Region Lateinamerika erholte sich die wirtschaftliche Lage im Berichtsjahr, nachdem im Vorjahr als Folge der Corona-Pandemie ein Abschwung zu verzeichnen war. In allen drei Kernmärkten wird für 2021 von einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes ausgegangen, jedoch begleitet von steigender Inflation. Insbesondere in Brasilien wirkte sich der Anstieg der Schadeninflation als Folge steigender Preise für ausländische Ersatzteile sowie die gegenüber dem Vorjahr auf ein normalisiertes Niveau erhöhte Schadenfrequenz negativ auf die Ergebnisse im Kfz-Versicherungsmarkt aus. Die durchschnittliche Schadenquote des brasilianischen Marktes stieg im dritten Quartal 2021 um rund 10 Prozentpunkte gegenüber den Vorquartalen. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der Region Europa. Nach dem Rückgang im Jahr 2020 wird Polens Wirtschaft das Jahr 2021 voraussichtlich mit einem Wachstum von 5,7 % abschließen. Der Kfz-Versicherungsmarkt verzeichnete nach dem dritten Quartal 2021 eine Wachstumsrate von 5,4 %, was im Zusammenhang mit der steigenden Inflation und der erwarteten Normalisierung der Schadenhäufigkeit nach Zeiten geringerer Mobilität stand sowie auf eine vorsichtige Marktreaktion in Bezug auf die Preisgestaltung hindeutet. In der Türkei hingegen zeigte sich ein gemischtes Bild. Während das reale Bruttoinlandsprodukt per drittem Quartal 2021 um 12 % gegenüber dem Vorjahr wachsen konnte, zeigte sich im Versicherungsmarkt ein realer Prämienabrieb, bedingt durch eine gestiegene Inflation. Diese lag in der Türkei per Dezember 2021 bei 36 %. PrämienvolumenDie gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) erhöhten sich gegenüber 2020 um 10,9 % auf 6,1 (5,5) Mrd. EUR. Währungsbereinigt stiegen die Bruttoprämien gegenüber der Vergleichsperiode um 15,3 %. In der Region Europa stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 12,1 % auf 4,6 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch den Prämienanstieg der polnischen TUiR WARTA S. A. WARTA steigerte das Geschäft in der Schaden/Unfallversicherung währungsbereinigt um 12,9 % auf 1,6 (1,4) Mrd. EUR, wobei die Prämien der Sonstigen Sachversicherung sogar um 19,3 % anstiegen. Außerdem wirkte sich die erstmalige Berücksichtigung der HDI Italia S. p. A. (vormals Amissima Assicurazioni S. p. A.) mit rund 0,2 Mrd. EUR für neun Monate aus. Eine positive Entwicklung zeigten auch die gebuchten Bruttoprämien in der Türkei. Das Prämienvolumen der türkischen HDI Sigorta A. Ç. stieg währungsbereinigt um 40,9 %, vor allem getrieben von der Kraftfahrt- wie auch von der Sachversicherung. In der Region Lateinamerika stiegen die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr um 7,4 % auf 1,5 (1,4) Mrd. EUR. Das Prämienwachstum wurde insbesondere in Chile und Mexiko generiert, während die gebuchten Bruttoprämien in Brasilien, beeinflusst durch die Abwertung des brasilianischen Reals, zurückgingen. Währungsbereinigt stiegen die gebuchten Bruttoprämien der Region Lateinamerika um 12,6 %. Versicherungstechnisches ErgebnisDie kombinierte Schaden-/Kostenquote der Sachversicherungsgesellschaften sank gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 94,8 %. Die Verbesserung resultierte mit 0,2 Prozentpunkten aus der Schadenquote. Bereinigt um die coronabedingten Entlastungen betrug die kombinierte Schaden-/Kostenquote 96,8 (97,4) %. Das durch Ausgangsbeschränkungen gesunkene Verkehrsaufkommen infolge der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden niedrigeren Kfz-Schadenfrequenzen sind im Jahr 2021 auf ein normalisiertes Niveau zurückgekehrt. Darüber hinaus ist die Kfz-Schadeninflation gestiegen. Die Verbesserung resultierte somit aus dem Wegfall der bilanziellen Vorsorge für Belastungen aus Corona, die die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Vorjahres mit 1,1 Prozentpunkten belastete. Die Kostenquote des Geschäftsbereichs lag mit 30,2 % unter Vorjahresniveau (30,5 %), was vor allem aus der Verwaltungskostenquote resultierte. Als Folge der Corona-Pandemie wurde in der Lebensversicherung ein Anstieg der Sterblichkeit beobachtet, der das versicherungstechnische Ergebnis mit 14 Mio. EUR belastete. KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis erhöhte sich im Vergleich zu 2020 um 14,6 % auf 374 (326) Mio. EUR. Höhere Kapitalanlagevolumina sowie das gestiegene Zinsniveau insbesondere in Brasilien und der Türkei führten zum Anstieg des ordentlichen Kapitalanlageergebnisses auf 355 (318) Mio. EUR. Außerdem verbesserte sich das außerordentliche Kapitalanlageergebnis aufgrund von höheren realisierten Gewinnen aus Anteilspapieren. Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte 2021 mit 294 (266) Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,3 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die Region Europa trug mit einem EBIT von 303 (273) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments bei, was im Wesentlichen auf den gestiegenen Ergebnisbeitrag der polnischen TUiR WARTA S. A. sowie der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. zurückzuführen ist. Das operative Ergebnis (EBIT) der Region Lateinamerika sank aufgrund des marktbedingten Ergebnisrückgangs bei der brasilianischen HDI Seguros auf 15 (44) Mio. EUR. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 18,0 % auf 189 (160) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich entsprechend auf 8,4 % (7,3 %). Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "leichter Anstieg"
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 einen währungsbereinigten Anstieg der Bruttoprämien von 15,3 %, was über der zuletzt veröffentlichten Prognose eines leichten Rückgangs lag. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der internationalen Sachversicherungen verblieb mit 94,8 % unter dem prognostizierten Niveau. Die Eigenkapitalrendite überstieg mit 8,4 % die für 2021 kommunizierten Erwartungen von 5 % bis 6 %. Weitere KennzahlenGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTENscrollen
GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONENscrollen
RückversicherungSchaden-Rückversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
GeschäftsentwicklungDie globalen Märkte der Schaden-Rückversicherung waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von unterschiedlichen Herausforderungen gekennzeichnet. Die Pandemie beeinträchtigte weiter das gesellschaftliche Leben und das wirtschaftliche Umfeld. Im Segment Schaden-Rückversicherung hatten wir allerdings im Geschäftsjahr 2021 in Summe keine über die Belastungen im Jahr 2020 hinausgehenden Pandemieschäden für unsere Rechnung zu verzeichnen. Dagegen machten sich beim Großschadenaufwand Naturkatastrophen deutlich bemerkbar, insbesondere Flutschäden in Europa und Sturmschäden in den USA. Dies galt insbesondere für das dritte Quartal. Während das Niedrigzinsumfeld weiter anhielt, sind die Inflationsraten im Jahresverlauf zudem teilweise deutlich gestiegen. Entsprechend hat die Profitabilität der versicherungstechnischen Ergebnisse für uns weiter oberste Priorität. Unterdessen setzte sich die Verbesserung der Preise und Konditionen in vielen Regionen und Sparten sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung fort. Weitere Anpassungen waren notwendig, um die Risikotragfähigkeit der Branche langfristig zu gewährleisten. Erstversicherer fragen zudem vermehrt qualitativ hochwertigen Rückversicherungsschutz und maßgeschneiderte Lösungen zur Solvenzentlastung nach. Die unterjährigen Vertragserneuerungsrunden im Segment Schaden-Rückversicherung verliefen für die Hannover Rück entsprechend positiv. In der Haupterneuerung in der traditionellen Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2021 konnten wir eine Fortsetzung der Preisdynamik des Vorjahres feststellen und erneut ein erfreuliches Wachstum unseres erneuerten Geschäfts bei deutlich verbesserten Preisen und Konditionen erzielen. Zum 1. Januar 2021 standen 67 % der traditionellen Schaden-Rückversicherung (ohne fakultative Rückversicherung, Geschäft mit der Verbriefung von Versicherungsrisiken und strukturierte Rückversicherung) zur Erneuerung an. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 8,5 % steigern. Der durchschnittliche Preisanstieg belief sich auf 5,5 %. In der Vertragserneuerung zum 1. April 2021 erneuern wir traditionell unser Geschäft in Japan sowie in geringerem Umfang in Australien, Neuseeland, den übrigen asiatischen Märkten und in Nordamerika. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 7,4 % und die Preise um 5,0 % steigern. Der positive Trend setzte sich in den Vertragserneuerungsrunden zum 1. Juni und 1. Juli fort. Hier wurden Teile des Nordamerikageschäfts, der Naturkatastrophenrisiken sowie Teile der Rückversicherung von Risiken aus dem Bereich Kredit und Kaution erneuert. Zudem fand die Haupterneuerung des Geschäfts in Australien und Neuseeland statt. Wir konnten das Prämienvolumen um 14,7 % steigern, während sich der durchschnittliche Preisanstieg auf 3,2 % belief. Generell waren insbesondere bei schadenbelasteten Programmen oder Regionen teils sehr deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Im Naturkatastrophengeschäft haben wir unsere gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt. Unser Risikoappetit für die Deckung von Naturkatastrophen ist im Verhältnis zum Prämienwachstum der Schaden-Rückversicherung unterproportional gestiegen. PrämienentwicklungDie gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung stiegen um 14,8 % auf 19,2 (16,7) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 16,3 % betragen. Der Selbstbehalt reduzierte sich leicht auf 90,1 (90,3) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 17,0 % auf 16,6 (14,2) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 18,4 % betragen. ErgebnisentwicklungIm Geschäftsjahr 2021 lagen die Großschäden das fünfte Jahr in Folge oberhalb unserer Erwartungen. Beim Großschadenaufwand waren vor allem im dritten Quartal hohe Belastungen aus Flutschäden in Europa, Sturmschäden in den USA und Unruhen in Südafrika zu verzeichnen. Unsere Nettobelastungen aus Großschäden summierten sich im Berichtsjahr auf 1.250 (1.595) Mio. EUR. Dies lag über dem von uns budgetierten Erwartungswert von 1.100 Mio. EUR. Größte Netto-Einzelschäden waren Hurrikan "Ida" mit 305 Mio. EUR, die Unwetterschäden im Zusammenhang mit Tiefdruckgebiet "Bernd" mit 208 Mio. EUR, die extreme Kältewelle in den USA im Februar mit einer Nettobelastung von 156 Mio. EUR sowie die Unruhen in Südafrika mit 100 Mio. EUR. Als Großschäden bezeichnen wir Ereignisse, für die wir mehr als 10 Mio. EUR an Brutto-Schadenzahlungen erwarten. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Schaden-Rückversicherung belief sich auf 332 (-274) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 97,7 (101,6) %. Operatives Ergebnis und KapitalanlageergebnisDas Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung erhöhte sich um 34,5 % auf 1.352 (1.005) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 79,9 % auf 1.521 (845) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
Im Segment Schaden-Rückversicherung stiegen die Bruttoprämien währungskursbereinigt um 16,3 % und lagen damit deutlich oberhalb unserer Prognose von rund 5 %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich zwar auf 97,7 (101,6) %, sie lag damit dennoch etwas über dem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 96 %. Personen-Rückversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
GeschäftsentwicklungIm Markt für Personen-Rückversicherung blieb Covid-19 weiter ein zentrales Thema. Die Pandemie kostet bedauerlicherweise nach wie vor viele Menschen das Leben und bleibt mit der Ausbreitung von neuen Virusvarianten eine Herausforderung für Mediziner und die Gesellschaft gleichermaßen. Für Todesfälle wie auch Erkrankungsfälle leisten wir die vereinbarten Zahlungen für unsere Zedenten, insbesondere im Bereich der Mortalitätsdeckungen. Insgesamt hatten wir im Geschäftsjahr 2021 pandemiebezogene Belastungen in Höhe von 582 (261) Mio. EUR zu verarbeiten. Der Großteil davon entfiel auf die USA und Südafrika. Den Belastungen aus der Pandemie stand ein positiver Einmalertrag aus einer Umstrukturierung im US-Mortalitätsgeschäft in Höhe von 132 Mio. EUR gegenüber. In diesem Zusammenhang wurden Besicherungsstrukturen teilweise aufgelöst bzw. Depotforderungen in von uns selbst verwaltete Kapitalanlagen übertragen. Zudem ergab sich ein positiver Sondereffekt im Geschäft mit Langlebigkeitsdeckungen in Höhe von 122 Mio. EUR aus der Neubewertung von Beständen. Lässt man die Schadenbelastungen durch die Pandemie sowie die positiven Einmaleffekte außen vor, lag die Entwicklung des Geschäfts im Rahmen unserer Erwartungen. Generell ist festzustellen, dass die globalen Personen-Rückversicherungsmärkte im Geschäftsjahr 2021 unverändert von einem intensiven Wettbewerb und einem in vielen Regionen anhaltenden Niedrigzinsumfeld geprägt waren. Dies wirkte sich negativ auf die Kapitalanlageergebnisse der Erst- und Rückversicherer aus. Gleichzeitig ergaben sich aber daraus auch zusätzliche Geschäftschancen für kapitalstarke Rückversicherer wie die Hannover Rück, etwa im Bereich Financial Solutions. Bei Lösungen zur Absicherung von Langlebigkeitsrisiken war über den traditionell wichtigen Markt in Großbritannien hinaus weiterhin eine steigende Nachfrage aus anderen Ländern zu verzeichnen. Ein Treiber dabei sind die hohen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft bei Erstversicherern und Pensionsfonds. In nahezu allen Marktbereichen spielen digitale Versicherungslösungen und Automatisierung eine immer wichtigere Rolle. Dies gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit Start-ups als auch für gemeinsame Projekte mit Erstversicherern und anderen Zedenten. PrämienentwicklungDie gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen um 6,4 % auf 8,5 (8,0) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 5,5 % betragen. Der Selbstbehalt lag bei 88,2 (89,8) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 5,1 % auf 7,5 (7,2) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 4,4 % betragen. Operatives Ergebnis und KapitalanlageergebnisDie angesprochenen pandemiebedingten Belastungen wirkten sich deutlich negativ auf das Ergebnis im Segment Personen-Rückversicherung aus. Das versicherungstechnische Ergebnis reduzierte sich entsprechend auf -816 (-643) Mio. EUR. Nicht enthalten sind hier große Teile des Ergebnisses aus Financial Solutions, die wir wegen des geringen Risikotransfers gemäß der Deposit-Accounting-Methode im übrigen Ergebnis ausweisen. Entsprechend buchen wir für dieses Geschäft auch keine Bruttoprämien. Das Kapitalanlageergebnis des Segments Personen-Rückversicherung fiel um 14 % auf 596 (693) Mio. EUR. Aus unserer Extremsterblichkeitsdeckung, von der wir seit 2013 regelmäßig Tranchen in den Kapitalmarkt gebracht haben, haben wir im Berichtsjahr einen positiven Ertrag von 44 Mio. EUR unter den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen in den Kapitalanlagen der Personen-Rückversicherung ausgewiesen. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich um 44 % auf 216 (385) Mio. EUR. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "Im oberen einstelligen Prozentbereich für
Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt"
Die Bruttoprämien konnten wir mit einem währungskursbereinigten Wachstum von 5,5 % etwas deutlicher steigern als mit unserer Prognose von mindestens 3 % erwartet. Allerdings haben die Auswirkungen der Pandemie im abgelaufenen Geschäftsjahr das Ergebnis beeinträchtigt. Der geschätzte Neugeschäftswert lag mit 164 Mio. EUR deutlich über der Prognose von mehr als 125 Mio. EUR. Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscrollen
Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung wuchs im Berichtsjahr auf 609 (442) Mio. EUR; dies steigerte die Eigenkapitalrendite um 2,4 Prozentpunkte auf 10,9 %. Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2021 abgegebenen PrognoseSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscrollen
Die Eigenkapitalposition des Geschäftsbereichs Rückversicherung blieb, gemessen an der weiterhin deutlich über den Schwellenwerten liegenden Kapitalbedeckungsquote, sehr solide. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 10,9 (8,5) %. Konzernfunktionenscrollen
Rückversicherungsspezialisten im KonzernIm Jahr 2021 beliefen sich die gebuchten Bruttoprämien im Segment Konzernfunktionen aus konzerninternen Übernahmen auf 1.119 (738) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen im Jahr 2021 betrug -42 (-75) Mio. EUR und resultierte im Wesentlichen aus der Nachreservierung eines Haftpflichtschadens im Industriegeschäft in Höhe von 23 Mio. EUR, der im Rahmen eines "Loss Portfolio Transfers" im Jahr 2020 gezeichnet wurde, sowie einer Kumulation unerwarteter Einzelschäden aus dem internationalen Privat- und Firmenkundengeschäft in Höhe von 12 Mio. EUR. Das Vorjahr beinhaltete einen coronabedingten Schadenaufwand für Betriebsschließungsschäden von 10 Mio. EUR, drei weitere Großschäden in der Sparte Sachversicherung in Höhe von insgesamt 13 Mio. EUR, einen Eingangsverlust durch einen "Loss Portfolio Transfer" in der Sparte Haftpflicht in Höhe von 24 Mio. EUR sowie einen Aufwand im Rahmen der geplanten Ablösung eines Quotenrückversicherungsvertrages in Höhe von 26 Mio. EUR. Kapitalanlagespezialisten im KonzernDie Ampega Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurde die Ampega Real Estate GmbH auf die Ampega Asset Management GmbH verschmolzen. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns stiegen gegenüber dem Jahresende 2020 auf 136 (128) Mrd. EUR. Die Ampega-Gesellschaften in Summe trugen im Jahr 2021 insgesamt 67 (61) Mio. EUR zum operativen Ergebnis im Segment bei. Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Die Investmentbranche konnte nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2020 auch das Jahr 2021 sehr erfreulich abschließen. Die im Herbst beginnende neue Welle der Corona-Erkrankungen und auch die neu auftretende Omikron-Variante sorgten zwar für kurzzeitige Turbulenzen, diese wurden aber in einem robusten und optimistischen Marktumfeld schnell ausgeglichen. Auch die Staaten und die großen Notenbanken signalisierten eine im Wesentlichen unveränderte Politik des deficit spending und der extrem niedrigen Zinsen. Viele Anleger - sowohl private als auch institutionelle - überprüften angesichts der Marktentwicklungen ihre Positionierungen und investierten zunehmend in steigende Aktienmärkte. Publikumsfonds aller Kategorien, vornehmlich Aktien- und aktienlastige Mischfonds, erhielten rekordhohe Mittelzuflüsse. Viele Märkte beendeten das Jahr 2021 nahe ihrer Höchststände, und auch die Volumina von Spezial-AIF und Publikumsfonds erreichten am Jahresende neue Rekorde. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens der Ampega Investment GmbH stieg um 39,8% auf 41,3 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (29,5 Mrd. EUR). Ungefähr ein Drittel des Gesamtvolumens, nämlich 14,6 (14,1) Mrd. EUR, werden im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 17,1 (7,7) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 9,6 (7,7) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die fondsgebundene Lebensversicherung betrieben als auch über externe Vermögensverwalter oder Banken. Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im Jahr 2021 auf -27 (-44) Mio. EUR. Eine positive Entwicklung war insbesondere im versicherungstechnischen Ergebnis festzustellen. Das im Jahr 2021 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Finanzierungszinsen -105 (-117) Mio. EUR. Vermögens- und FinanzlageVermögenslagescrollen
VERMÖGENSSTRUKTURscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Wesentliche Entwicklungen der VermögensstrukturDie Erhöhung der Bilanzsumme ist vor allem auf den Zuwachs der Kapitalanlagen (+11,2 Mrd. EUR) und der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (+1,8 Mrd. EUR) zurückzuführen. Die immateriellen Vermögenswerte von 1,9 (1,9) Mrd. EUR enthalten sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP) in Höhe von 889 (839) Mio. EUR und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.028 (1.040) Mio. EUR. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar: NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEILscrollen
Korrespondierend zum Anstieg der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, stieg der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 2,1 (Rückgang im Vorjahr um 0,2) Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag im Wesentlichen die Vermögenswerte der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, in Höhe von 597 Mio. EUR und Immobilienbestände in Höhe von 17 (17) Mio. EUR aus. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Vermögenswerte der HDI Seguros de Vida S. A., Santiago, Chile, in Höhe von 14 Mio. EUR ausgewiesen (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"). Kapitalanlagemanagement und -zieleStand die Weltwirtschaft zu Jahresbeginn noch unter dem Eindruck neuer Corona-Infektionswellen, so nahm mit der positiven Entwicklung der weltweiten Impfkampagne die konjunkturelle Erholung, vor allem in den entwickelten Volkswirtschaften, wieder Fahrt auf. Nicht nur in der Eurozone wurde das Wachstum durch eine expansive Geldpolitik unterstützt. Dadurch war auch 2021 geprägt von außerordentlich niedrigen Zinsniveaus. Der Leitzins im Euroraum lag zum Berichtsstichtag unverändert bei 0,0 %. Allerdings stiegen im Geschäftsjahr die Teuerungsraten deutlich an und erreichten teilweise Spitzenwerte. Unter diesem Eindruck leiteten weltweit Notenbanken die Wende zu einer restriktiveren Geldpolitik ein. Zum Jahresende lagen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen bei ca. -0,21 % und damit ca. 35 Basispunkte über dem Jahresbeginn. Die zweijährigen gingen zurück auf ca. -0,69 (-0,71) % und die fünfjährigen lagen bei -0,47 (-0,73) %. Neben den Zinseffekten wirkte sich u. a. die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Euro gab im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar die Gewinne des Vorjahres weitgehend wieder ab. Er sank von 1,23 USD auf 1,13 USD. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 27,5 (22,5) Mrd. EUR und entsprach 20 (18) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und gut funktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer permanenten und konsequenten Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements mit seinen Frühwarn-Tools zeigte sich auch in der Krise des abgelaufenen Geschäftsjahres. 76 (77) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen. Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsspielraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert und im Rahmen von gesellschaftsindividuellen Strategien kontinuierlich verbessert. Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen. Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb unverändert die wichtigste Anlageklasse. KapitalanlageentwicklungZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN 1In Mio. EUR
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der gesamte Kapitalanlagebestand stieg zum Ende des Geschäftsjahres 2021 sehr deutlich auf 147,8 (138,7) Mrd. EUR. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen stieg um 6,1 % auf 136,1 (128,3) Mrd. EUR. Die Bestandsausweitung der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist weit überwiegend durch die Zuflüsse aus dem versicherungstechnischen Geschäft begründet, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Die gestiegenen Zinsen resultieren bei den insgesamt nur wenig rückläufigen Risikoaufschlägen in Rückgängen der Marktwerte unserer festverzinslichen Wertpapiere, die nur in Teilen durch positive Währungseffekte vor allem aus dem US-Dollar und dem britischen Pfund kompensiert werden konnten. Auch Mittelzuflüsse aus der Begebung zweier Anleihen wirkten sich positiv auf den Bestand aus. Darüber hinaus führte der Erwerb der Amissima Assicurazioni S. p. A., Mailand, Italien (im Februar 2022 umbenannt in HDI Italia S. p. A., Mailand, Italien) zu einem Anstieg der Kapitalanlagen um 0,5 Mrd. EUR. Der Bestand an Investmentverträgen weist mit 1,5 Mrd. EUR im Vergleich zum Jahresbeginn (1,3 Mrd. EUR) einen Bestandsanstieg auf. Die Depotforderungen stiegen im Berichtsjahr um rund 12,7 % auf 10,3 Mrd. EUR an. Dieser Anstieg beruht auf einer singulären Umwidmung von versicherungstechnischen Beständen in den Kapitalanlagen im Zuge einer Umstrukturierung im US-Mortalitätsgeschäft. Auch 2021 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 3,5 (3,7) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert. ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGENIn %
2021/2020 ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSENscrollen
1 Derivate nur mit positiven Marktwerten
Festverzinsliche WertpapiereDer Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) stieg im Geschäftsjahr 2021 um 4,0 Mrd. EUR an und betrug zum Jahresende 118,6 (114,5) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 80 (83) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf. Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" machen 78 (76) % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere aus und sind um 5,9 Mrd. EUR auf 92,6 (86,7) Mrd. EUR angestiegen. Dabei wurde hauptsächlich in Unternehmensanleihen und Staatsanleihen investiert. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven - sind, insbesondere aufgrund des angestiegenen Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen, seit dem Jahresende 2020 von 8,0 Mrd. EUR auf 3,8 Mrd. EUR gesunken. Die Volatilität der "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" schlägt sich im Eigenkapital nieder. In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere, Pfandbriefe oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 25,7 (27,2) Mrd. EUR und stellt damit 22 (24) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) gingen ebenfalls deutlich auf 3,1 (5,2) Mrd. EUR zurück. Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2021 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 49,1 (48,5) Mrd. EUR. RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE 1In %
2021/2020
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 76 (77) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 6,2 (5,6) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,5 (4,4) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Der Bestandsaufbau beruht auch auf dem Wachstum unserer Geschäftstätigkeit im außereuropäischen Segment und auf dem Erwerb der HDI Italia S. p. A., Mailand, Italien; siehe hierzu unsere Darstellung im Risikobericht auf Seite 102 ff. des Konzernlageberichts. Aktien und AktienfondsIm Laufe des Geschäftsjahres stieg der Aktienbestand auf rund 2,0 (1,5) Mrd. EUR. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 1,4 (1,2) %. Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") stiegen um 143 Mio. EUR und betragen nunmehr 404 (261) Mio. EUR. Immobilien inklusive Anteile an ImmobilienfondsAuch im Jahr 2021 war weiterhin keine Entspannung bei den Spitzenrenditen in Sicht. Der Fokus ist in Deutschland auf die sogenannten Big 7 Cities ausgerichtet. Dabei lag die Priorität der Investoren auf krisenfesten Assets (Wohnen, Logistik, Core-Offices und Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelgeschäften). Im dritten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres sah man im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal (15,7 Mrd. EUR) ein überdurchschnittlich hohes Transaktionsvolumen (26,7 Mrd. EUR). Bei steigendem Transaktionsvolumen sah sich die Bauwirtschaft weiter steigenden Kosten gegenüber. Ein neuer Megatrend im Immobiliensektor ist das Thema Nachhaltigkeit und die damit einhergehenden steigenden Anforderungen an Emissionseinsparungen. Auf dem Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien setzt sich der Konsolidierungstrend fort. Mieten gehen zurück, in den Big-10-Städten um ca. 4 % bis 6%. Es gibt nun auch Leerstände in ehemals umkämpften Standorten, z. B. Köln Hohe Straße. Im Segment Logistik bleibt der Markt hingegen umkämpft. An wichtigen Standorten sind grundsätzlich Mietsteigerungen gegenüber dem Vorjahr umsetzbar. Bei den Wohnimmobilien ist die Lage gegenüber dem Vorjahr unverändert; Großstädte sind umkämpft. Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutzten Immobilien 4,7 (3,3) Mrd. EUR. Hinzu kommen 2,0 (1,3) Mrd. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. 2021 ist es uns gelungen, durch eine signifikante Einzeltransaktion unser Immobilienportfolio zielführend zu erweitern. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 78 (66) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 21 (6) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 11 (19) Mio. EUR. Das Indirect-Real-Estate- und Infrastructure-Portfolio der Talanx Gruppe ist langfristig ausgerichtet und zielt auf zukünftige Kapitaleinkünfte und Wertsteigerungen ab. Das Portfolio besteht aus über 100 Immobilien- und einer zweistelligen Zahl an Infrastrukturfonds. Es ist weltweit gestreut mit einem Fokus auf die Regionen Europa, Nordamerika und Asien - verschiedenste Assettypen innerhalb des Immobilien- und Infrastruktursektors werden abgedeckt. Durch die regionale und sektorale Diversifizierung soll eine defensive und risikomoderate Ausrichtung des Portfolios bei gleichzeitig positivem Performancebeitrag erreicht werden. Insgesamt ist über das Jahr hinweg eine Erholung der Immobilienmärkte zu verzeichnen, von der unsere Fonds insbesondere in der zweiten Jahreshälfte profitiert haben. Transaktions- und Vermietungsaktivitäten auf verschiedenen internationalen Immobilienmärkten haben wieder deutlich zugenommen. Auch die um Ausschüttungen und Kapitalrückführungen bereinigten Marktwerte des indirekten Immobilienportfolios haben sich im Jahresvergleich wieder erholt. Nichtsdestotrotz waren auch 2021 Immobilienfonds teilweise noch von den Auswirkungen der andauernden Corona-Pandemie betroffen. Insbesondere Assetklassen wie Einzelhandels- und Hotelimmobilien wurden durch international unterschiedliche (Schutz-)Maßnahmen zu Beginn des Jahres 2021 berührt und mussten in Einzelfällen weiterhin Wertminderungen verzeichnen. InfrastrukturinvestmentsEin wesentlicher Bestandteil des Asset-Managements entfällt auf Investitionen in Infrastrukturprojekte. Die Assetklasse Infrastruktur hat sich gegenüber den aktuellen und durch Covid-19 verursachten Marktbewegungen in hohem Maße resilient gezeigt und konnte diese Entwicklung auch 2021 fortsetzen. Die insgesamt hohe Wertstabilität begründet sich im Wesentlichen dadurch, dass die betreffenden Assets die Basisbedürfnisse einer Bevölkerung adressieren und damit eine wenig elastische Nachfrage aufweisen. Zudem erzielen viele Projekte regulatorisch gesicherte Erträge (beispielsweise die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien). Dies bildet ein weiteres stabilisierendes Element und wirkt für die Investoren risikoreduzierend. Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Wind- und Solarparks, Stromnetzen, Versorgern, Transportprojekten, Glasfaseranbietern und Public-private-Partnership(PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland. 2021 hat die Talanx ihr Infrastrukturportfolio u. a. durch Projekte im Bereich Datencenter und Schienenverkehr ausbauen und diversifizieren können. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 50 bis 150 Mio. EUR (Eigenkapital) bzw. 75 bis 200 Mio. EUR (Fremdkapital) mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Weitere alternative InvestmentsDie Talanx Gruppe verfügt über ein langfristig ausgerichtetes Private-Equity-Portfolio mit breiter Diversifikation: Investiert wird in eine steigende Zahl von Fonds. Das Portfolio ist weltweit über viele Regionen gestreut, diverse Wirtschaftssektoren und mehr als ein Jahrzehnt in die Vergangenheit reichende Investitionszeitpunkte; damit ist das Fondsportfolio ebenso defensiv wie performant entwickelt. Zugleich konnten im Geschäftsjahr 2021 die noch im Vorjahr erkennbaren Belastungen im Private-Equity-Portfolio durch die weltweite Pandemie nachhaltig überwunden werden. Die bereits im Vorjahr begonnene Erholung der Fonds ging über in eine Phase, die durch sichtbare Wertzuwächse und ein hochdynamisches Transaktionsgeschehen gekennzeichnet war und die auch über das Ende des Geschäftsjahres hinausreicht. Dabei riefen die Fonds verstärkt Kapital für neue Transaktionen ab, konnten aber deutlich überdurchschnittlich oft Realisationen umsetzen, die regelmäßig mit hohen Gewinnausschüttungen verbunden waren. KapitalanlageergebnisENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSESscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Vor allem aufgrund des Bestandswachstums und geringeren Wertberichtigungsbedarfs lag das Kapitalanlageergebnis mit 4.718 (4.240) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahresniveau. Dadurch ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite von 3,4 (3,2) %. Trotz des weiterhin niedrigen Zinsniveaus sind die laufenden Erträge aus Zinsen aufgrund des Bestandsaufbaus der festverzinslichen Wertpapiere und der deutlich gestiegenen Inflationserwartungen und folglich höheren Amortisationsbeträge bei in unserem Bestand befindlichen inflationsgebundenen Anleihen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 90 Mio. EUR gestiegen. Das anhaltend niedrige Zinsniveau, das im Jahresverlauf zwar einen Anstieg erlebte, führte zu einem Durchschnittskupon des Bestandes an festverzinslichen Wertpapieren von 2,3 (2,5) %. Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen zur Absicherung siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. Der Anteil der ordentlichen Erträge aus unseren Immobilieninvestments stieg im Rahmen des Bestandsaufbaus weiter an (+18 %) und beträgt 362 (306) Mio. EUR. Aus dem im Januar 2022 gefällten BGH-Urteil zur Mietzahlung bei coronabedingter Geschäftsschließung erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Erträge aus Immobilien. Zudem konnten wir aus unseren Engagements im Bereich Private Equity deutlich gestiegene Ausschüttungen verzeichnen. Der Rückgang der ordentlichen Erträge aus Ergebnissen aus Anteilen an assoziierten Unternehmen auf 43 (100) Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf einem Sonderertrag im Vorjahr bei der Bewertung einer Beteiligung im Segment Personen-Rückversicherung. Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr deutlich über dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 1.318 (1.206) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden umfangreiche Realisationen zur Hebung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve (HGB) der Lebensversicherungen und Pensionskassen getätigt. Zudem tragen regelmäßige Portfolioumschichtungen in allen Segmenten zum Ergebnis bei. Im Vergleich zum krisenbehafteten Vorjahr waren im Berichtszeitraum per saldo geringere Abschreibungen von 267 (301) Mio. EUR erforderlich. Zuschreibungen gab es im Geschäftsjahr nur in sehr geringem Umfang mit 2 (0) Mio. EUR, d. h., der saldierte Ergebniseffekt aus Zu- und Abschreibungen entspricht mit insgesamt 265 (301) Mio. EUR fast ausschließlich den Abschreibungen. Davon entfielen 112 (100) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien und Infrastrukturinvestments. Außerplanmäßige Abschreibungen waren insgesamt in Höhe von 155 (201) Mio. EUR vorzunehmen. Davon entfielen 6 (53) Mio. EUR auf Aktien und 46 (126) Mio. EUR auf sonstige Kapitalanlagen, vornehmlich auf den Bereich der alternativen Kapitalanlagen mit 44 (80) Mio. EUR. Insgesamt spielten die von der Pandemie betroffenen Branchen in unserem Kapitalanlageportefeuille keine signifikante Rolle. Abschreibungen entfielen auf direkt gehaltene Immobilien in Höhe von 21 (6) Mio. EUR. Die Abschreibungen auf den Bereich der festverzinslichen Wertpapiere betrugen 81 (16) Mio. EUR. Die Wertberichtigung auf festverzinsliche Wertpapiere beruht im Wesentlichen (46 Mio. EUR) auf einem Sondertatbestand, dem in selbem Umfang Erträge gegenüberstehen. Das unrealisierte Ergebnis ging um 52 Mio. EUR auf 25 (77) Mio. EUR zurück. Der Rückgang ist neben den Effekten aus derivativen Positionen auf Marktwertveränderungen unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände zurückzuführen. Mit einem Betrag von 44 Mio. EUR wird in dieser Position die Extremsterblichkeitsdeckung ausgewiesen, von der seit 2013 regelmäßig Tranchen in den Kapitalmarkt gebracht wurden. Weiterführende Anmerkungen inklusive einer Darstellung nach Segmenten siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 31 "Kapitalanlageergebnis". KAPITALANLAGEERGEBNIS NACH KONZERNSEGMENTEN 1In Mio. EUR
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
WährungseinflüsseAufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage. Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt. Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 20 (18) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe unverändert 8 (8) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil der Kapitalanlagen in Fremdwährungen innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen beträgt zum Stichtag 35 (32) %. Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen: KAPITALANLAGENIn %
2021/2020 FinanzlageAnalyse der Kapitalstrukturscrollen
KAPITALSTRUKTURscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Wesentliche Entwicklungen der KapitalstrukturInsgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 7,4 % bzw. 9,0 Mrd. EUR auf 130,3 (121,4) Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg entfiel mit 7,9 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, mit 1,6 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge und mit 0,6 Mrd. EUR auf die Deckungsrückstellung. Gegenläufig entwickelte sich die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (-1,3 Mrd. EUR). Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung. Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 89,0 (88,3) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 16,0 (16,1) Mrd. EUR. In der Position "Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag die Schulden der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, in Höhe von 556 Mio. EUR sowie im sonstigen Ergebnis kumulativ erfasste unrealisierte Verluste von 5 Mio. EUR und die Schulden eines Versicherungsportfolios in Höhe von 61 Mio. EUR aus (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"). Außerbilanzielle GeschäfteDie bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" erläutert. Asset-Liability-ManagementDie Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten. Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 102. Die sogenannte Effective Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 8,9 (9,0). Die Effective Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, das enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 13,7 (13,4) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,8 (5,3) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt. Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13. KapitalmanagementprozessKAPITALMANAGEMENTPROZESS
Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist. Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe: scrollen
Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut). Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency II) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises. Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock). Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-II-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindestkapitaladäquanz von 200 % an. Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. nicht benötigte Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz. Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Zugleich wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt. Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus. EigenkapitalEigenkapitalquote und EigenkapitalrenditeDie Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt: ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTEscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITEscrollen
1 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
Entwicklung des EigenkapitalsIn der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 847 Mio. EUR - dies entspricht einem Anstieg von 5,0 % - auf 17.945 (17.099) Mio. EUR erhöht. Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) belief sich auf 10.776 (10.367) Mio. EUR. Die Erhöhung des Konzernanteils gegenüber dem 31. Dezember 2020 um 410 Mio. EUR auf 10.776 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Konzernergebnis, das in Höhe von 1.011 (648) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Diesem eigenkapitalerhöhenden Effekt wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von 379 (379) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums entgegen. Die Gewinnrücklage stieg um 648 Mio. EUR (8 %). Die nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen) verringerten sich im Berichtszeitraum um 251 Mio. EUR (-41 %). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der rückläufigen Entwicklung der stillen Reserven aus Kapitalanlagen (-2.528 Mio. EUR), die wiederum in einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen begründet ist. Des Weiteren verringerte sich das Bewertungsergebnis aus Cashflow-Hedges (-120 Mio. EUR). Dem Rückgang wirkten die Entwicklung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus der Gewinnbeteiligungen Versicherungsnehmer/ Shadow Accounting (+1.973 Mio. EUR) sowie der zinsbedingte Rückgang der Pensionsrückstellungen entgegen (versicherungsmathematische Gewinne im sonstigen Ergebnis, +106 Mio. EUR). Zudem waren infolge von Wechselkursentwicklungen von Fremdwährung gegenüber dem Euro zum Stichtag kumulierte Gewinne aus der Währungsumrechnung (+314 Mio. EUR) zu verzeichnen. Dieser Anstieg der Währungsrücklage aus der Umrechnung des Eigenkapitals ausländischer Tochtergesellschaften resultierte hauptsächlich aus der Abwertung des Euros gegenüber fast allen relevanten Währungen, insbesondere des US-Dollars. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital erhöhten sich um 437 Mio. EUR - dies entspricht 6,5 % - auf 7.169 Mio. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss beläuft sich auf 718 (522) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 346 (379) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern. DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE 1 EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERscrollen
1 Das Eigenkapital der Geschäftsbereiche
ist definiert als Residualgröße aus
Geschäftsbereichsaktiva und -passiva
Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in den Konzernfunktionen wahr. Durch die Erlangung der Rückversicherungslizenz im Jahr 2019 wird neben der reinen Holdingfunktion auch das versicherungstechnische Geschäft ausgebaut, das jedoch derzeit nicht das Volumen besitzt, die Finanzierungseffekte zu kompensieren. Es handelt sich im Wesentlichen um zwei Nachranganleihen von insgesamt 1.246 (750) Mio. EUR, Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.138 (1.262) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 1.065 (1.065) Mio. EUR, versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 258 (395) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 67 (70) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen, Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen, den Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden. Entwicklung der nicht bilanzierten BewertungsreservenIn der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit 3,1 (5,2) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremdgenutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten". EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVENscrollen
Liquidität und FinanzierungDie liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht. Darüber hinaus besteht zum 31. Dezember 2021 eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie mit einem Volumen von 250 Mio. EUR. Die Kreditlinie besitzt eine Laufzeit bis 2023. Zum Bilanzstichtag ist diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehende syndizierte Kreditlinie kann von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt, siehe auch Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26. Die Talanx AG hat am 16. Dezember 2021 mit dem HDI V. a. G. eine neue Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Diese ersetzt die im Oktober 2021 ausgelaufene Rahmenvereinbarung in gleicher Höhe. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Die Talanx AG hat am 1. Dezember 2021 erstmals einen Green Bond als Nachranganleihe in Höhe von 500 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 1. Juni 2032 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 1,750 % p. a., danach wird sie variabel über dem Drei-Monats-EURIBOR verzinst. Die Hannover Rück SE hat am 22. März 2021 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 30. Dezember 2031 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 1,375 % p. a., danach beträgt der variable Zinssatz 2,33 % über dem Drei-Monats-EURIBOR. Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiko". Analyse FremdkapitalMit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen (kurz: nachrangige Anleihen) unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Diese nachrangigen Anleihen und weitere Bankverbindlichkeiten, die der Finanzierung von Unternehmenserwerben dienen, bezeichnen wir als "strategisches Fremdkapital". ENTWICKLUNG DES STRATEGISCHEN FREMDKAPITALSscrollen
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 und 26. Analyse der Konzern-KapitalflussrechnungDer Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSESscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen, wie z. B. erhaltene Zinsen und Dividenden, geprägt. Der Anstieg resultiert aus der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten - entsprechend der vom Unternehmen verfolgten Kapitalanlagepolitik unter besonderer Berücksichtigung einer währungs- und laufzeitkongruenten Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten -bestimmt. Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr, die gezahlten Zinsen, vorwiegend aus dem strategischen Fremdkapital, sowie durch die Aufnahme nachrangiger Verbindlichkeiten beeinflusst. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 534 Mio. EUR auf 4,0 Mrd. EUR erhöht. Ratings der GruppeDer Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und A. M. Best im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann, Letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft. Finanzstärkeratings (Financial Strength Ratings)FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNEscrollen
1 Bezeichnung bei A. M. Best: "HDI V. a. G. and
its rated insurance subsidiaries"
Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie konnte der Konzern seine Finanzstärkeratings auf dem hohen Niveau halten. Zudem ist zu berichten, dass A. M. Best im November erfreulicherweise den Ausblick für den Erstversicherungsbereich von stabil auf positiv angehoben hat. Begründet wird dies insbesondere mit einer verbesserten Profitabilität der Erstversicherungssegmente. Der Teilkonzern Hannover Rück wird bei A. M. Best weiterhin mit A+ ("Superior") und einem stabilen Ausblick bewertet. A. M. Best begründete das unverändert sehr gute Rating mit einer ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation. Außerdem wurden im Berichtsjahr die Ratings der beiden PVI-Gesellschaften auf den Prüfstand gestellt ("under review with developing implications"). Hintergrund ist, dass die HDI Global SE [im Juni 2021] Anteile an der PVI Holding 1 abgegeben hat und somit per Jahresultimo nicht über die Mehrheit verfügt. Das Finanzstärkerating der beiden operativen PVI-Gesellschaften ist aber mit B++ gegenüber dem Vorjahr unverändert Bei S&P blieb im Vergleich zum Vorjahr das Rating der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück - ebenso wie auch der stabile Ausblick - unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich und seine Kerngesellschaften wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P der Talanx Erstversicherungsgruppe ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P die Ratings der Hannover Rück, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Hier ragte bei den Teilergebnissen insbesondere das Geschäftsrisikoprofil heraus. Auch die S&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Emittentenratings (Issuer Credit Ratings)EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)scrollen
Die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG wird bei beiden Ratingagenturen als gut bewertet. Auch hier ist auf die oben genannte Verbesserung des Ausblicks bei A. M. Best hinzuweisen: Das Emittentenrating der Talanx AG ist a+, nunmehr allerdings mit einem Outlook "positive". S&P hat im Berichtsjahr das Emittentenrating der Talanx AG mit A+ bei stabilem Ausblick bestätigt. Damit liegt dieses Rating auf demselben Niveau wie die Finanzstärkeratings der Tochtergesellschaften in der Talanx Erstversicherungsgruppe. Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen emittierten Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" bzw. Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen" im Konzernanhang aufgeführt. Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG; detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de). Talanx AG (Kurzfassung nach HGB)Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Die Talanx AG ist als börsennotierte Finanz- und Management-Holding verantwortlich für die Führung der Tochtergesellschaften des Konzerns. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx wird daher auch durch die Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit ihren verbundenen Unternehmen und Beteiligungen geprägt. Daneben zeichnet die Talanx AG seit Januar 2019 als Rückversicherer im Wesentlichen Risiken aus dem Bereich Schaden-Unfallversicherung von Konzerngesellschaften. Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird. ErtragslageGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung betrug im aktuellen Geschäftsjahr -27 (-78) Mio. EUR und resultierte im Wesentlichen aus der Nachreservierung eines Haftpflichtschadens im Industriegeschäft in Höhe von 23 Mio. EUR, der im Rahmen eines "Loss Portfolio Transfers" im Jahr 2020 gezeichnet wurde, sowie einer Kumulation von Einzelschäden aus dem internationalen Privat- und Firmenkundengeschäft in Höhe von 12 Mio. EUR. Das Vorjahr beinhaltete einen coronabedingten Schadenaufwand für Betriebsschließungsschäden von 10 Mio. EUR, drei weitere Großschäden in der Sparte Sachversicherung in Höhe von insgesamt 13 Mio. EUR, einen Eingangsverlust durch einen "Loss Portfolio Transfer" in der Sparte Haftpflicht in Höhe von 24 Mio. EUR sowie eine Schadenrückstellungsverstärkung für die geplante Ablösung eines Quotenrückversicherungsvertrages in Höhe von 26 Mio. EUR. SpartenentwicklungVERSICHERUNGSGESCHÄFT INSGESAMTscrollen
BRUTTOBEITRÄGE NACH SPARTENscrollen
All-Risk-VersicherungenDie Bruttoprämieneinnahmen für die All-Risk-Versicherungen beliefen sich auf 453 (337) Mio. EUR, das machte 40,5 (45,7) % der Gesamtprämien aus. Die Steigerung zum Vorjahr resultierte maßgeblich aus der Neuzeichnung der Property Quote im Geschäftsbereich Industrieversicherung sowie der Mehrprämie im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland, die auf das Wachstum sowie die Schadenbelastungen aus Corona-Schäden zurückzuführen sind. Die Bruttoschadenquote betrug 115,4 (117,5) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei -192 (-97) Mio. EUR. Das Ergebnis dieser Sparte wurde durch wesentliche Großschäden geprägt. Sonstige VersicherungenMit 154 (37) Mio. EUR entfielen 13,8 (5,1) % der Bruttoprämien auf Sonstige Versicherungen. Die Erhöhung basierte auf der Neuzeichnung des Aqua/Agri-Geschäfts aus Südamerika sowie der Sachverträge des Bancassurance-Bereichs. Hier werden im Wesentlichen die Sparten Sonstige Schadenversicherung und Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Darin enthalten sind u. a. die Zweige Verbundene Hausrat, Sturm und Rechtsschutz. Die Bruttoschadenquote lag bei 33,6 (46,2) % und führte zu einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis brutto von 21 (5) Mio. EUR. Technische Versicherungen11,8 (6,3) % der Bruttoprämien, 132 (46) Mio. EUR, entfielen auf Technische Versicherungen. Das versicherungstechnische Ergebnis betrug 1 (-1) Mio. EUR, dem lag eine Schadenquote von 69,4 (66,0) % zugrunde. KraftfahrtversicherungDer Anteil der Kraftfahrtversicherung an den Bruttoprämien betrug 117 (149) Mio. EUR, was einem Anteil von 10,5 (20,2) % entsprach. Die Reduzierung resultierte vor allem aus der Nichtfortführung eines Vertrages auf Wunsch eines unserer Zedenten. Die Bruttoschadenquote lag bei 81,6 (47,3) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei -29 (-4) Mio. EUR. FeuerversicherungDer Anteil der Feuerversicherung an den Bruttoprämien betrug 112 (25) Mio. EUR, was einem Anteil von 10,0 (3,4) % entsprach. Die Steigerung der Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr resultierte maßgeblich aus der Neuzeichnung der Property Quote im Geschäftsbereich Industrieversicherung. Die Bruttoschadenquote lag bei 71,1 (32,8) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto belief sich auf -9 (11) Mio. EUR. HaftpflichtversicherungDer Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien lag bei 9,9 (14,8) %. Die Bruttoprämieneinnahmen lagen stabil bei 111 (109) Mio. EUR, da es keine wesentlichen Veränderungen der Prämie oder der Anteile an den Verträgen gab. Eine Schadenquote von brutto 81,4 (125,3) % führte zu einem versicherungstechnischen Ergebnis von 15 (-35) Mio. EUR brutto. Allgemeines GeschäftDer Saldo aus Erträgen und Aufwendungen von Kapitalanlagen verringerte sich auf 793 (854) Mio. EUR. Das darin enthaltene Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 653 (314) Mio. EUR. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die im Vorjahr coronabedingt reduzierten Beteiligungserträge der Tochtergesellschaften, die sich nun wieder normalisiert haben: HDI Global SE zeigte eine Ergebnisabführung von 108 (4) Mio. EUR, HDI Deutschland AG von 113 (106) Mio. EUR sowie HDI International AG von 78 (-217) Mio. EUR, wobei Letztere im Vorjahr durch Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte belastet war. Gegenläufig reduzierten sich die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen auf 146 (534) Mio. EUR. Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug -233 (-218) Mio. EUR, im Wesentlichen durch geringere Zinserträge auf Steuerguthaben/-verbindlichkeiten von 0 (8) Mio. EUR. Im Berichtsjahr fiel ein Steueraufwand in Höhe von 5 (3) Mio. EUR an. Der Jahresüberschuss reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr auf 495 (553) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 495 (321) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 991 (874) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden. VermögenslageBILANZSTRUKTUR - AKTIVAscrollen
Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin maßgeblich durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Das Rückversicherungsgeschäft schlägt sich außerdem in einzelnen Bilanzposten nieder. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 6,2 % auf 10.783 (10.152) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erhöhten sich auf 8.622 (8.143) Mio. EUR. Die sonstigen Kapitalanlagen reduzierten sich insbesondere durch eine Reduktion kurzfristiger Festgeldanlagen bei Kreditinstituten auf 664 (739) Mio. EUR. Durch die Ablösung eines Rückversicherungsvertrags resultieren geringere Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft von 25 (73) Mio. EUR. Die sonstigen Aktiva erhöhten sich auf 1.472 (1.197) Mio. EUR, insbesondere aus Forderungen aus den Ergebnisabführungen gegen Tochtergesellschaften. BILANZSTRUKTUR - PASSIVAscrollen
Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, erweitert um das 2019 aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.615 (5.486) Mio. EUR. Die Erhöhung um 129 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Bilanzgewinn. Im Jahr 2021 hat Talanx erstmals einen Green Bond als Nachranganleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR zu einem fixen Kupon von 1,75 % ausgegeben, primär an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland. Eine Rückzahlung ist erstmals zum 1. Juni 2032 möglich. Durch den Green Bond erhöhten sich die nachrangigen Verbindlichkeiten dementsprechend um 500 Mio. EUR auf 1.750 (1.250) Mio. EUR. Die versicherungstechnischen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr durch die Ausweitung des Rückversicherungsgeschäftes auf 538 (385) Mio. EUR. Die anderen Rückstellungen erhöhten sich leicht auf 1.183 (1.132) Mio. EUR, insbesondere durch die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Die Reduktion der sonstigen Passiva auf 1.698 (1.899) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus geringeren Verbindlichkeiten aus der Verlustübernahme von Tochtergesellschaften von 1 (217) Mio. EUR. FinanzlageDas Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt. Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge, versicherungstechnische Prämieneinnahmen und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten, für Dividendenzahlungen sowie für versicherungstechnische Auszahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen. Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit einem Bankenkonsortium eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am EURIBOR zuzüglich eines Aufschlags. Der Nominalwert der Kreditlinie betrug zum Stichtag 250 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr wurde die zweite Kreditlinie über 250 Mio. EUR gekündigt. In beiden Jahren blieben die Kreditlinien ungenutzt. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Im Jahr 2021 wurde das Volumen von 500 Mio. EUR auf 750 Mio. EUR erhöht, wobei von dem Andienungsrecht kein Gebrauch gemacht wurde. Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH. Zielgrößen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktGHinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht. VergütungsberichtDie Grundsätze und die Struktur der Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG sind im Vergütungsbericht beschrieben, der Teil des Talanx Konzerngeschäftsberichts ist. Die Vergütungssysteme für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG wurden mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 strukturell und inhaltlich angepasst und sind von der Hauptversammlung 2021 gebilligt worden. Der Vergütungsbericht gibt auf individualisierter Basis Auskunft über die Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG aus ihrer Tätigkeit für den Talanx Konzern im Geschäftsjahr 2021. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden. RisikoberichtAls Holding eines Konzerns, der Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen mit überwiegend in der Versicherungswirtschaft tätigen Unternehmen anbietet, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst sind von der Corona-Pandemie beeinflusst und werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt. Im letzten Jahr sind spürbare konjunkturelle Erholungen nach den Einbrüchen der Weltwirtschaft im Jahr davor sichtbar gewesen. Asymmetrische Effekte der Rezession können zusätzlich bestehende und aufkeimende soziale Spannungen und politische Konflikte verschärfen, dazu kommen höhere Inflation und Lieferengpässe. Geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, wie aktuell in der Ukraine, gehen mit großen Risiken für politische Machtverhältnisse in Europa und weltweit einher. Es sind erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte möglich. Resultierende Erhöhungen der Energiepreise können die Inflation weiter antreiben. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat die Talanx AG Risikominderungsmaßnahmen implementiert. Als konzerninterner Rückversicherer arbeiten wir eng mit den Erstversicherern des Talanx Konzerns zusammen, um die Entwicklung weiterer möglicher Covid-19-Schäden eng zu begleiten und eine maximale Kollektierung gegenüber Retrozessionären sicherzustellen. Im Hinblick auf die Auswahl der Retrozessionäre erfolgt ein stringentes Monitoring des Counterparty-Risikos. Auch bestehende Geschäftsbeziehungen mit Rückversicherern werden fortlaufend hinsichtlich des Counterparty-Risikos bewertet. Darüber hinaus stehen wir in direktem und permanentem Austausch mit unseren Rückversicherungspartnern und am Markt tätigen Rückversicherungsmaklern, um die Gesamtmarktlage zu bewerten und frühzeitig reagieren zu können, wenn sich entsprechende Notwendigkeiten ergeben sollten. Die Talanx AG hat durch die Implementierung von Business-Continuity-Maßnahmen die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs auch in der aktuellen Situation sichergestellt. Die Situation wird durch den Konzern-Krisenstab intensiv beobachtet, und die lokalen Krisenstäbe sind eng eingebunden. Zu diesem Zweck wird ein Ampel-Dashboard genutzt, das eine Gesamtübersicht über den Stand der regionalen Inzidenz und der im Konzern aufgetretenen Neuinfektionen zeigt. Abhängig von der Ampelphase werden verschärfende oder lockernde Maßnahmen an den Standorten festgelegt. Die Talanx AG hat im Geschäftsjahr 2021 als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 72,5 (100,2) % ausgewiesen; dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 51,1 (75,0) %. Es wird ein Abwicklungsergebnis ohne Berücksichtigung von Nachverrechnungsprämien in Höhe von -63 (-53) Mio. EUR ausgewiesen. Dieses wurde wesentlich durch einen im Jahr 2020 durchgeführten Schadenportfolioeintritt beeinflusst. Die Abwicklungsquote beträgt 20,0 (81,5) %. Zum 31. Dezember 2021 weist die Talanx AG eine Depotforderung in Höhe von 24,8 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen das Saldendepot aus einem im Geschäftsjahr neu abgeschlossenen Rückversicherungsvertrag in Höhe von 24,2 Mio. EUR umfasst. Darüber hinaus weist die Talanx AG fällige Forderungen gegenüber Zedenten in Höhe von gut 8,3 Mio. EUR aus. Die größte Einzelforderung in Höhe von gut 4,6 Mio. EUR wurde größtenteils im Januar 2022 beglichen. Die restlichen Forderungen bestehen aus einer Summe von Einzelforderungen gegenüber diversen Marktteilnehmern und sind zum größeren Teil seit weniger als 90 Tagen fällig. Die Gründe sind sehr individuell. Derzeit gehen wir davon aus, dass keine dieser Forderungen abgeschrieben werden muss. SZENARIEN DER ZEITWERTENTWICKLUNG VON WERTPAPIERENscrollen
Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit A-Rating oder besser, lediglich ein vergleichsweise geringer Anteil wird schlechter als A bewertet. ZUSAMMENSETZUNG VON WERTPAPIEREN NACH RATINGKLASSENIn %
2021 / 2020 Prognose- und ChancenberichtDa die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2022 erwarten wir für die Talanx AG eine Erhöhung des Jahresüberschusses, u. a. aus höheren Erträgen aus Beteiligungen sowie einem verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis. Bericht über Beziehungen zu verbundenen UnternehmenIn dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs vor dem Hintergrund des weltweiten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds als sehr robust. Die Bruttoprämien und das operative Ergebnis stiegen jeweils zweistellig; die Bruttoprämien und das Konzernergebnis - erstmals über einer Milliarde Euro - lagen oberhalb unserer unterjährig erhöhten Prognose. Insbesondere die Geschäftsbereiche Industrieversicherung und Rückversicherung leisteten hohe Schadenzahlungen an unsere Kunden. Auch die Konzerneigenkapitalrendite lag leicht oberhalb unserer angepassten Prognose, ebenso wie die Eigenkapitalrendite aller Geschäftsbereiche. Die Finanzkraft ist weiterhin hoch, die Solvabilitätsquote liegt trotz des Zinsrückgangs weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Ein zentralbankpolitisch motiviertes, weiter andauerndes Niedrigzinsumfeld bleibt, ebenso wie das regulatorische Umfeld, eine Herausforderung insbesondere für die inländischen Lebensversicherungsaktivitäten. Der Talanx Konzern hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Berichtsjahr auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gut verkraftet; unsere Ziele für das Gesamtjahr 2022 sind nach unserer Einschätzung erreichbar. Weitere Berichte und ErklärungenDie nichtfinanzielle Konzernerklärung orientiert sich an der für Regulatoren und Kapitalmarkt zunehmend relevanten ESG-Struktur.Nichtfinanzielle KonzernerklärungEinleitungDer unternehmerische Erfolg des Talanx Konzerns wird auch erheblich von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst. Diese werden daher für den Talanx Konzern und die Talanx AG mit der vorliegenden "nichtfinanziellen Konzernerklärung" (im Folgenden "nichtfinanzielle Erklärung" oder "NFE") nach den Vorgaben des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes sowie Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden EU-Taxonomie-Verordnung) berichtet. Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung deckt den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 ab. Sie enthält Angaben zu konzernweiten Managementansätzen für eine Auswahl nichtfinanzieller Themen und beschreibt die wichtigsten Aktivitäten und Fortschritte im Geschäftsjahr 2021 sowie die relevanten Governance-Strukturen. Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung wird in Übereinstimmung mit den §§ 315b bis c i. V. m. 289c bis 289e HGB sowie der EU-Taxonomie-Verordnung aufgestellt und orientiert sich an den Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) sowie den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Alle bis auf eine infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung verpflichteten Konzerngesellschaften befreien sich durch den Verweis auf diese nichtfinanzielle Erklärung von der Pflicht, eine eigene nichtfinanzielle Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem zusammengefassten Lagebericht. Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde einer freiwilligen Prüfung nach ISAE 3000 (revised) mit begrenzter Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen (siehe Prüfvermerk auf Seite 243 f.). Verweise auf Angaben außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil der nichtfinanziellen Erklärung. Geschäftsmodell & StrategieDer Talanx Konzern mit den Marken HDI, Hannover Rück, Warta neue leben sowie Targo und PB Versicherungen ist ein weltweit operierender Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche mit insgesamt 330 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften. Das Geschäftsmodell des Talanx Konzerns ist ausführlich auf Seite 38 ff. im zusammengefassten Lagebericht beschrieben. Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Die Strategie des Konzerns wird daher durch einen fokussierten Nachhaltigkeitsansatz flankiert. Dieser basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environment, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Bedingungen und veränderte gesellschaftliche Wahrnehmungen reflektiert werden müssen. Mit den im November 2021 veröffentlichten strategischen Maßnahmen hat der Talanx Konzern eine Weiterentwicklung seiner Nachhaltigkeitsstrategie bekannt gegeben und Nachhaltigkeit noch stärker im Geschäftsmodell verankert. Neben dem bereits bestehenden Netto-Null-Ziel für den weltweiten Betrieb bis spätestens 2030 verpflichtet sich der Konzern im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens auch in der Versicherungstechnik sowie Kapitalanlage, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Zusätzlich wurde das anvisierte Anlagevolumen für nachhaltige Investitionen von bisher 5 Mrd. EUR auf 8 Mrd. EUR bis 2025 erhöht. Darüber hinaus hat der Talanx Konzern im Berichtsjahr ein Green Bond Framework veröffentlicht und den ersten Green Bond mit einem Volumen von rund 500 Mio. EUR erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Ziel der Anleihe ist die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Projekte, vor allem im Bereich erneuerbare Energieerzeugung sowie in Wohn- und Gewerbeimmobilien mit geringerem Energieverbrauch. Mit dem Green Bond Framework verbindet der Konzern somit nun auch die Nachhaltigkeitsstrategie konsequent mit der Finanzierungsstrategie. Insgesamt bringt der Talanx Konzern mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen miteinander in Einklang, um den langfristigen ökonomischen Erfolg des Konzerns sicherzustellen. KonzepteGovernanceZur Sicherstellung einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung sowie effektiven Umsetzung der dafür notwendigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Corporate-Governance-Konzept von zentraler Bedeutung. Das Corporate-Governance-Konzept des Talanx Konzerns sowie die expliziten Governance-Strukturen für Nachhaltigkeit sind daher ausführlich im Abschnitt "Governance" dieser NFE erläutert. Zusätzlich sind spezifische Governance-Informationen darüber, wie nichtfinanzielle Berichtsthemen gehandhabt werden, in den entsprechenden Kapiteln dieser nichtfinanziellen Erklärung enthalten. RisikomanagementVon großer Bedeutung ist auch die Integration nichtfinanzieller Aspekte in das Risikomanagement. Risiken aus den Bereichen "Environment, Social and Governance" (ESG-Risiken) stellen jedoch keine eigene Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen bekannten finanziellen und nichtfinanziellen Risikoarten materialisieren bzw. bestehende Risiken beeinflussen. Dies gilt für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage, operationelle, strategische und Reputationsrisiken. Beispielsweise können Vermögenswerte durch den Klimawandel an Wert verlieren oder die Verletzung sozialer Standards zu erheblichen Reputationsschäden führen. Deshalb berücksichtigt der Talanx Konzern ESG-Risiken im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes integral entlang des gesamten Risikomanagement-Prozesses. Dies schließt die Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung, -berichterstattung sowie die Anpassung von Geschäfts- und Risikostrategien ein. Die Identifikation von nichtfinanziellen sowie ESG-Risiken erfolgt explizit im Rahmen der Risikoinventur sowie anderen schwerpunktbezogenen Risikoerhebungen wie etwa des Emerging-Risks-Prozesses (siehe Risikobericht Seite 102 ff.). Dabei erfolgt die Bewertung in Abhängigkeit von anderen Risiken und durch Analyse der Ursache-Wirkungs-Mechanismen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zum Zweck der adäquaten Risikosteuerung besteht die Vorgabe, unmittelbar nach der Identifikation angemessene Maßnahmen zum Umgang mit den Risiken zu definieren. Gleichzeitig werden neben den Risiken auch die damit einhergehenden Chancen identifiziert, um diese frühzeitig zu nutzen. Der Talanx Konzern erweitert sukzessive seine Methoden zur Messung und Modellierung von ESG-Risiken sowohl in Bezug auf qualitative als auch quantitative Ansätze. Ein Schlüsselinstrument ist das interne Risikokapitalmodell, das u. a. potenzielle Naturkatastrophenereignisse für das bevorstehende Jahr sowohl auf Ebene des Konzerns als auch auf Ebene seiner Tochtergesellschaften bewertet. Für einige Komponenten des Modells ist die Anpassung der Parametrisierung in Abhängigkeit von ESG-Risikofaktoren möglich. Aufgrund der hohen Unsicherheit und der nur eingeschränkten Datenverfügbarkeit in Bezug auf ESG-Risiken setzen wir uns außerdem explizit mit Modell- und Änderungsrisiken auseinander, z. B. durch Sensitivitätsanalysen. Insbesondere für operationelle Risiken nutzen wir zudem spezifische Szenarioanalysen und Experteneinschätzungen. Eine weitere Komponente in der Bewertung von ESG-Risiken stellen Stresstests dar. Der herausragenden Stellung des Klimawandels innerhalb der Vielzahl umweltbezogener Themen begegnet der Talanx Konzern im Rahmen der vorausschauenden Beurteilung der Solvabilitäts- und Risikolage durch Berücksichtigung möglicher Stressszenarien. Diese Klimawandel-Szenarioanalyse umfasst Analysen der Exposition und Resilienz des Geschäftsmodells gegenüber klimawandelbedingten Risiken unter Berücksichtigung potenzieller kurz- sowie mittel- bis langfristiger Auswirkungen. Die Unsicherheit in Bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der zukünftigen Entwicklungen wird durch die Betrachtung verschiedener in sich konsistenter Szenarien, darunter zwei Transitionsszenarien, in denen die globale Erwärmung unter 2°C bleibt, sowie einem "Business as usual"-Szenario, in dem die globale Erwärmung 2°C übersteigt, berücksichtigt. Zur Identifikation der Risikofaktoren und Analyse der Wesentlichkeit nutzt der Konzern einen narrativ-qualitativen Ansatz, mithilfe dessen die kausalen Wirkungsmechanismen und Feedbackeffekte dargestellt werden. Der Talanx Konzern orientiert sich dabei an wissenschaftlichen Erkenntnissen und (Szenario-)Daten renommierter Forschungsinstitute und Initiativen, z. B. dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Bank of England. Die Erkenntnisse der Szenarioanalyse werden in das Management von Klimarisiken integriert und fließen in die Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und Kontrollinstrumente ein. Die Berichterstattung von ESG-Risiken erfolgt insbesondere im Rahmen des jährlichen Own Risk and Solvency Assessment (ORSA), welches vom Vorstand genehmigt und der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern an den Empfehlungen zur Berichterstattung klimabezogener Risiken und Chancen an dem Rahmenwerk der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Im Berichtsjahr 2021 wurden keine wesentlichen nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die schwerwiegende negative Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Für einen grundsätzlichen Einblick in das Risikomanagement-System und das Risikoprofil des Talanx Konzerns verweisen wir auf den Risikobericht ab Seite 102 ff. des zusammengefassten Lageberichts. ZIELE UND MASSNAHMEN: RISIKOMANAGEMENTscrollen
WesentlichkeitsanalyseÜber den jährlichen Wesentlichkeitsprozess werden die für den Talanx Konzern wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert, bewertet und überprüft. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit werden die Erwartungen externer Interessengruppen ebenso wie die Geschäftsrelevanz der nichtfinanziellen Themen für den Konzern berücksichtigt. Der kontinuierliche Austausch mit den Stakeholdern leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns. Basis für die Bestimmung der wesentlichen Aspekte für den Talanx Konzern bildet entsprechend eine eng mit dem Strategieprozess verzahnte umfangreiche Wesentlichkeitsanalyse inklusive einer breit angelegten Stakeholder-Befragung. Analog zum vierjährigen Strategiezyklus wird diese bis zur erneuten turnusmäßigen Durchführung dann jährlich auf Aktualität überprüft und weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden vom Vorstand diskutiert und im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie implementiert. Hierzu wurden unterschiedliche Prozesse implementiert, um sowohl die interne als auch die externe Perspektive einzubeziehen. Dazu zählt u. a. der Experten-Dialog im Experten-Netzwerk (siehe ESG-Governance, Seite 91 ff.), welches durch die Besetzung mit Experten die internen Perspektiven in den Bereichen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Betrieb abdeckt. Die externe Perspektive wird durch nachhaltigkeitsbezogene Markt- und Wettbewerbsanalysen sichergestellt. Zusätzliche Impulse werden durch regulatorische und gesetzliche Anforderungen sowie den regelmäßigen Austausch mit ESG-Ratingagenturen gesetzt. In der diesjährigen Überprüfung der Wesentlichkeitsanalyse konnte festgestellt werden, dass die definierten wesentlichen nichtfinanziellen Themen weiterhin von hoher Relevanz sind. Entsprechend sind für den Talanx Konzern gemäß der Wesentlichkeitsbetrachtung nach wie vor sowohl die Aspekte Klimawandel, Compliance, Datenschutz und Cybersecurity, Verantwortung gegenüber Kunden, ESG im Asset-Management, Mitarbeitergewinnung und -entwicklung, Menschenrechte, ESG im Underwriting und Talanx als Arbeitgeber von besonders großer Bedeutung. Wie im Vorjahr hat der Talanx Konzern neben diesen wesentlichen Themen weitere relevante Sachverhalte auf freiwilliger Basis in die nichtfinanzielle Konzernerklärung aufgenommen. In Ergänzung zu den Themen Digitalisierung, Lieferantenmanagement sowie betrieblicher Umweltschutz, sind dies im Berichtsjahr die Sachverhalte Diversity und soziales Engagement als Unternehmen. Die Priorisierung der Themen untereinander hat sich allerdings gegenüber dem Vorjahr verändert, so ist insbesondere eine Verschiebung zu den Themenblöcken der Klima- und Sozialbelange zu beobachten. Diese Entwicklung wird durch die neue Struktur dieser nichtfinanziellen Erklärung Rechnung getragen, die sich an den für Regulatoren und den Kapitalmarkt zunehmend relevanteren ESG-Kriterien orientiert und somit transparent das Handlungsmodell des Talanx Konzerns und konkrete Maßnahmen bezüglich dieser Themenkomplexe widerspiegelt. Zudem wird somit bereits die im EFRAG-Entwurf zur Wesentlichkeitsanalyse vorgeschlagene ESG-Struktur reflektiert. Die Überführung der wesentlichen nichtfinanziellen Themen in die ESG-Struktur ermöglicht zudem die Themenkomplexe weiter gezielt auszudifferenzieren. Beispielsweise wird das Thema "ESG im Asset-Management" nun sowohl in den Kapiteln Klima- und Umweltbelange als auch Sozialbelange dezidiert berichtet. Darüber hinaus ermöglicht die neue Struktur die besondere und übergreifende Bedeutung des Themas "Klimawandel" für den Konzern zusammenfassend im Abschnitt Klima- und Umweltbelange darzustellen. Die nächste vollumfängliche Wesentlichkeitsanalyse findet zykluskonform im Geschäftsjahr 2022 statt. ZUORDNUNG DER NEUEN BERICHTSSTRUKTUR ZU DEN NICHTFINANZIELLEN ASPEKTEN UND WESENTLICHEN THEMENscrollen
E - Klima- und UmweltbelangeKlima- und Umweltbelange im Asset-ManagementDie Kapitalanlagen des Talanx Konzerns beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021 auf rund 148 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2021 bei 80 %, die Aktienquote bei 1 %. Rund 4,5 % der Anlagen waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfallen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf kurzfristige Kapitalanlagen, Depotforderungen und Investmentverträge. Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie im Kapitalanlagebereich ist es, unter besonderer Beachtung von ESG-Kriterien ein langfristiges Kapitalwachstum auf der Grundlage eines breit diversifizierten und aktiv geführten Wertpapierportfolios zu erwirtschaften. Grundgedanke hierbei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Dafür wurde ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening erarbeitet und implementiert. Das ESG-Screening wird halbjährlich durchgeführt für diejenigen Investmentbestände, für die entsprechende Informationen vorliegen. Im Responsible Investment Committee (RIC) werden die Screening-Filterkriterien festgelegt, regelmäßig überprüft und Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen beschlossen. Als Filterkriterium wurden insbesondere die Prinzipien des UN Global Compact festgelegt. Neben den dort verankerten Umwelt- und Klimakriterien hat der Talanx Konzern zudem den Filterkatalog um einen Kohleausschluss konsequent erweitert. Entsprechend investiert der Talanx Konzern grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, bei denen Informationen vorliegen, dass deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Kohle basiert. Im Gleichklang mit der vom Konzern verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass die Talanx Gruppe bis 2038 vollständig aus Kohle ausgestiegen sein wird, werden auf Kapitalanlagenseite zusätzlich die Laufzeiten bestehender Investments auf dieses Ausstiegsjahr limitiert. Darüber hinaus wurde in den Filterkatalog auch der Ausschluss von klima- und umweltschädlichen Öl- und Teersanden analog aufgenommen. Daneben ist die Talanx Gruppe seit 2019 Unterzeichnerin der Principles of Responsible Investment (PRI) und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren. Parallel zum klassischen Screening- bzw. Ausschlussansatz strebt der Talanx Konzern eine kontinuierliche Weiterentwicklung seines Nachhaltigkeitsansatzes an. Entsprechend stand das Jahr 2021 im Zeichen der Entwicklung einer mittel- und langfristigen Klimastrategie, insbesondere zum Umgang mit dem CO 2 -Fußabdruck des Investmentportfolios. Hierzu wurde im Jahr 2020 erstmals der CO 2 -Fußabdruck des Portfolios ermittelt, für das entsprechende Daten vorlagen. Der Fokus lag hierbei auf der CO 2 -Intensität der selbstverwalteten liquiden Kapitalanlagen des Talanx Konzerns aus den Bereichen Aktien und Fixed Income. Mittelfristig wird auch die Messung und Reduktion der CO 2 -Emissionen für weitere, auch illiquide Anlageklassen angestrebt. Das kurz- bzw. mittelfristige Ziel des Talanx Konzerns ist es, die CO 2-Intensität des liquiden Portfolios bis 2025 gegenüber dem Jahresanfang 2020 um 30 % zu reduzieren. Dies entspricht einer jähr lichen Reduktion der CO 2 -Intensität um rund 7 % und ist ein wichtiger Beitrag in der Erarbeitung eines Langfristpfads in Richtung angestrebtem Netto-Null-Emissionsziel bis 2050. Mit der Reduktion der CO 2 -Intensität um rund 15 % gegenüber dem Basisjahr 2019 liegt der Talanx Konzern somit im Berichtsjahr auf seinem angestrebten Zielpfad. Neben der Reduktion der CO 2 -Intensität des Anlageportfolios investiert der Talanx Konzern auch verstärkt in Kapitalanlagen, die dem Klimawandel entgegenwirken, hierzu zählen insbesondere Investitionen in nachhaltige Infrastrukturprojekte. In den letzten Jahren hat die Talanx Gruppe hier konsequent Expertise aufgebaut und beteiligt sich mit einer spezialisierten Konzerneinheit direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten. Zum Infrastrukturportfolio gehören u. a. Investitionen in Windparks, Solarparks, Stromnetze und Transportinfrastruktur in Deutschland sowie dem europäischen Ausland. Der Talanx Konzern ist mittlerweile einer der größten Windanlageninvestoren in Deutschland und betreibt 21 Windparks - darunter drei auf See. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 war der Konzern insgesamt mit einem Volumen von rund 3,8 Mrd. EUR in Infrastrukturprojekten direkt engagiert, wobei rund 2 Mrd. EUR davon auf erneuerbare Energien entfallen. Der Ausbau des anvisierten Anlagevolumens für nachhaltige Investitionen von bisher 5 Mrd. EUR auf 8 Mrd. EUR bis 2025 unterstreicht dabei den Anspruch des Talanx Konzerns. Die Europäische Kommission hat mit dem Green Deal ebenfalls die Themen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit in das Zentrum ihrer Tätigkeit gerückt und umfassende Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 verabschiedet. Unter dem Begriff "Sustainable Finance" werden Regularien geschaffen, die das Finanzierungsgeschehen zunächst auf klima- und umweltpolitische Ziele ausrichten, zukünftig sollen jedoch weitere Nachhaltigkeitsziele folgen. Kern der Regulierung ist die sogenannte Taxonomie-Verordnung, ein Bewertungsschema, in dem die EU-Kommission technisch detailliert und verbindlich festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als nachhaltig gelten. Die Taxonomie-Verordnung schafft somit Transparenz, ob eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit aus dem Blickwinkel der EU-Kommission einen positiven Beitrag zu definierten EU-Nachhaltigkeitszielen hat. Entsprechend stellt die EU-Taxonomie auch ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen des Talanx Konzerns dar. Für das Geschäftsjahr 2021 berichtet der Talanx Konzern daher erstmals über seine taxonomiefähigen Kapitalanlagen, das heißt inwieweit die Kapitalanlagen des Konzerns in wirtschaftlichen Aktivitäten investiert sind, die aktuell von der Taxonomie erfasst werden. Der Talanx Konzern fokussiert sich hierbei auf die in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen abzüglich der versicherungstechnischen Position Depotforderungen und zuzüglich der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen, obwohl bei letzterer Position die Investitionsentscheidung dem Versicherungsnehmer obliegt. Von der Taxonomie sind Staatsanleihen einschließlich Gebietskörperschaften, Derivate sowie Investitionen in Unternehmen, die nicht zur Veröffentlichung nichtfinanzieller Informationen nach geltendem EU-Recht verpflichtet sind, aus genommen. Diese Positionen werden daher nicht in der Kennzahl taxonomiefähiger Kapitalanlagen berücksichtigt, sondern separat ausgewiesen. Zusätzlich wird die Position der Staatsanleihen gemäß Taxonomie-Verordnung aus der Bezugsgröße der Kennzahlen herausgerechnet. Für das Geschäftsjahr 2021 beschränkt sich die Überprüfung auf Taxonomiefähigkeit aufgrund noch mangelnder Datenverfügbarkeit auf die Kapitalanlagepositionen fremdgenutzte Immobilien, Hypothekendarlehen sowie Direktinvestitionen in Infrastrukturprojekte. Eine Übersicht der entsprechenden Taxonomiekennzahlen ist im nachfolgenden Abschnitt Kennzahlen und Ziele dargestellt. Die Überprüfung auf Taxonomiekonformität, d. h. inwieweit die in der Taxonomie festgelegten technischen Bewertungskriterien bei der Kapitalanlage eingehalten werden, erfolgt gemäß der sukzessiven Einführung der Taxonomie-Verordnung voraussichtlich erst für das Geschäftsjahr 2023. Der Talanx Konzern erwartet im Zeitverlauf die Kennzahl taxonomiefähiger bzw. ab 2024 taxonomiekonformer Kapitalanlagen sukzessive zu erhöhen. Diese Erwartung ist im Wesentlichen durch die konsequente Umsetzung der strategischen Maßnahmen, aber auch durch eine Erweiterung der betrachteten Umweltziele, eine verbesserte Datenbasis sowie die Erfassung weiterer wirtschaftlicher Tätigkeiten begründet. Klima- und Umweltbelange im UnderwritingAuch in der Versicherungstechnik baut der Talanx Konzern seinen ESG-Ansatz kontinuierlich aus. Die Talanx Gruppe ist seit Mai 2020 Unterzeichnerin der UN-Initiative für nachhaltige Versicherungen (Principles for Sustainable Insurance, PSI) und verpflichtet sich damit, ihr Versicherungsgeschäft entlang der vier PSI-Prinzipien fortlaufend nachhaltiger zu gestalten, d. h. zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen, Risiken zu managen und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wurden analog zur Kapitalanlage u. a. Zeichnungsbeschränkungen für Kohlerisiken konzernweit eingeführt. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Kohlekraftwerke und -minen mehr im Versicherungsbestand befinden. Die restriktive Zeichnungspolitik für Kohlerisiken wurde zudem um Öl- und Teersande erweitert. Andere fossile Energiesektoren werden fortlaufend beobachtet und Zeichnungsrichtlinien weiter stets risikobasiert adjustiert. Im Responsible Underwriting Committee (RUC) werden die Screening-Kriterien festgelegt und die Zeichnungspolitik regelmäßig überprüft. Zudem werden derzeit Methoden entwickelt und Prozesse aufgesetzt, um analog zum Investmentportfolio zukünftig auch den CO 2 -Fußabdruck des Versicherungsportfolios ermitteln und steuern zu können. Als eine der führenden Industrie- und Rückversicherungsgruppen will der Talanx Konzern dabei die Wirtschaft partnerschaftlich und im konstruktiv-kritischen Dialog bei der nachhaltigen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft begleiten. Zum einen nutzt er die Einflussmöglichkeiten in den Risikodialogen mit den Unternehmen, die der Konzern versichert. Zum anderen beschäftigt sich der Talanx Konzern in der technischen Versicherung mit neu entwickelten umweltfreundlichen Technologien und deren Versicherbarkeit fortlaufend, wodurch wesentlicher Risikoschutz für die notwendige Energiewende überhaupt erst bereitgestellt wird. Schon heute ist der Talanx Konzern einer der wichtigsten (Rück-)Versicherer für erneuerbare Energien wie Windkraft (on- und offshore), Photovoltaik, Geothermie, Wasserkraft oder Wasserstofferzeugung und Verstromung bis hin zu Energiespeichern. Er ist somit entsprechend aufgestellt, den Strukturwandel der Energiewirtschaft mit den jeweils passenden Produkten für den Risikotransfer erfolgreich zu begleiten. Aber auch im deutschen sowie internationalen Privatkunden- und Gewerbegeschäft strebt der Konzern an, Nachhaltigkeitsaspekte im gesamten Produktangebot stärker zu verankern und Produkte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsauswirkung stetig zu optimieren, z. B. durch die aktive Förderung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten mit Kfz-Produkten. Hiermit entspricht die Talanx Gruppe den zunehmenden Kundenwünschen nach nachhaltigen Versicherungsprodukten. Die EU-Taxonomie stellt auch ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit des Versicherungsportfolios des Talanx Konzerns dar. Die Taxonomie berücksichtigt in der Versicherungsaktivität jedoch lediglich die Schaden-/Unfallversicherung in der Erst- und Rückversicherung und bezieht sich nur auf das Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel". Somit werden ausschließlich die Versicherungssparten berücksichtigt, welche entsprechende Risiken aus dem Klimawandel explizit absichern. Für das Geschäftsjahr 2021 berichtet der Talanx Konzern erstmals seine taxonomiefähigen und damit die gesamten Bruttoprämien der Sparten, die neben anderen Risiken auch Klimawandelrisiken absichern. Eine Übersicht der entsprechenden Taxonomiekennzahlen ist im nachfolgenden Abschnitt Kennzahlen und Ziele dargestellt. Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird der Talanx Konzern gemäß der sukzessiven Einführung der Taxonomie-Verordnung und analog zur Kapitalanlage die taxonomiekonformen Bruttoprämien der Versicherungssparten berichten. Die taxonomiekonforme Kennzahl wird jedoch deutlich niedriger als die taxonomiefähige Kennzahl ausfallen, da diese u. a. nur die Prämienanteile zur Absicherung der Klimawandelrisiken berücksichtigen wird. Betrieblicher Klima- und UmweltschutzIntegraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns ist es, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu managen und so weit wie möglich zu reduzieren. Als Unternehmen ohne physische Produktion, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, hat der Talanx Konzern im Betrieb grundsätzlich geringere Auswirkungen auf die Umwelt bzw. das Klima als beispielsweise produzierende oder rohstoffintensive Unternehmen. Gleichwohl beschäftigt der Konzern an seinen weltweiten Standorten rund 24.000 Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen und sich auf den Weg zur Arbeit und zurück begeben. Zudem kauft der Konzern Produkte bzw. Betriebsmittel ein, die die Mitarbeiter benötigen, um ihrer Arbeit nachzugehen, seien es Büroausstattung, IT-Produkte oder Nahrungsmittel für die Kantinen. Auch im Betrieb arbeitet der Talanx Konzern daher konsequent an seinen zwei wichtigsten Umweltzielen: erstens, die Aufrechterhaltung der Klimaneutralität in Deutschland, wo mehr als 45 % der Mitarbeiter beschäftigt sind. Zweitens, bis spätestens 2030 konzernweit Netto-Null-Emissionen im Betrieb zu erreichen. Der Konzern verringert dazu kontinuierlich seinen CO 2-Ausstoß, nutzt Energie und sonstige Ressourcen möglichst effizient, bezieht Strom aus erneuerbaren Quellen und kompensiert die verbleibenden Emissionen in Deutschland durch Emissionsminderungszertifikate. Darüber hinaus wird sich konzernweit um eine verantwortungsbewusste Nutzung von Wasser, Papier und eine Reduktion des Abfallaufkommens bemüht. Der Talanx Konzern wendet den internationalen Treibhausgas(THG)-Standard ISO 14064 an. Auf dieser Grundlage wurde im Berichtsjahr 2021 das interne Rahmenwerk konsequent weiterentwickelt, das die Datenerhebung, das Berichtswesen und die Quantifizierung von THG-Emissionen konzernweit einheitlich abdeckt. Die THG-Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 sowie die Kategorie Geschäftsreisen aus Scope 3 werden dabei entsprechend den Berichtsgrenzen, die im operativen Steuerungsansatz des THG-Protokolls definiert sind, gemessen und berichtet. Im Jahr 2021 beliefen sich die Gesamtemissionen des Konzerns exklusive der Hannover Rück somit auf 35.047,78 metrische Tonnen CO 2-Äquivalente (CO 2 e), was einer Reduktion von über 60 % entspricht. Der Rückgang ist teilweise auf Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie zurückzuführen, die dieses Jahr bei der Berechnung des CO 2 -Ausstoßes berücksichtigt wurde, größtenteils jedoch das Ergebnis der fortgesetzten Bemühungen, den ökologischen Fußabdruck des Talanx Konzerns zu reduzieren. Kennzahlen und ZieleIn der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele, Maßnahmen und (Taxonomie-)Kennzahlen zu den Themen Klima- und Umweltbelange im Asset-Management und Underwriting sowie betrieblicher Klima- und Umweltschutz zusammenfassend dargestellt. Neben den hier dargestellten ESG-Kennzahlen arbeitet der Talanx Konzern derzeit an der Entwicklung von konzerneinheitlichen Metriken bzw. Messgrößen und entsprechenden Prozessen, die konkrete Steuerungsansätze für klimaneutrale Investitions- und Versicherungsportfolios im Einklang mit den Pariser Klimazielen ermöglichen. ZIELE UND MASSNAHMEN: KLIMA- UND UMWELTBELANGEscrollen
Die EU-Taxonomie-Verordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten aktuell Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher kann die Vergleichbarkeit der entsprechenden Kennzahlen erheblich eingeschränkt sein. Zudem können noch zu veröffentlichende Klarstellungen künftig zu Veränderungen von Auslegungen gegenüber dem gegenwärtigen Zeitpunkt führen. S - SozialbelangeSozialbelange im Asset-Management & UnderwritingAls börsennotiertes Unternehmen, das in über 150 Ländern für Kunden aktiv ist und rund 24.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist sich der Talanx Konzern seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Entsprechend finden somit auch soziale Aspekte starke Berücksichtigung bei Kapitalanlage- und Versicherungsentscheidungen im Talanx Konzern. In der Kapitalanlage ist für das regelmäßige ESG-Screening daher konzernweit die Wahrung von sozialen Standards und Prinzipien als wesentliches Filterkriterium festgelegt. Mit der Einhaltung der im UN Global Compact verankerten sozialen Kriterien hat der Talanx Konzern den Filterkatalog konsequent um internationale Sozialstandards wie die International Labour Organization's (ILO) Conventions, die OECD Guidelines for Multinational Enterprises und die UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) erweitert. Die sozialen Screening- bzw. Ausschlusskriterien werden im Responsible Investment Committee (RIC) festgelegt, regelmäßig überprüft sowie Entscheidungen im Hinblick auf das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen unter Wahrung des wirtschaftlichen Interesses der Versichertengemeinschaft beschlossen. Mit der geplanten Erhöhung des Anlagevolumens für nachhaltige Investitionen auf 8 Mrd. EUR engagiert sich der Talanx Konzern zudem verstärkt in der Finanzierung von öffentlichen Infrastrukturprojekten (u. a. Krankenhäuser und Bildungsstätten) und investiert vermehrt in Social Bonds. Damit unterstreicht der Konzern auch den sozialen Anspruch in seiner Kapitalanlagepolitik. Auch in der Versicherungstechnik sind soziale Aspekte für den Talanx Konzern von besonderer Bedeutung. Durch das Angebot von Versicherungsleistungen sichert der Konzern Menschen und Unternehmen weltweit verlässlich und langfristig gegen unterschiedliche Lebensrisiken finanziell ab und trägt damit unmittelbar zum sozialen Ausgleich bei. Neben dieser zentralen Aufgabe als Risikoträger ist die Einhaltung internationaler sozialer Standards und Prinzipien ebenfalls ein wesentliches Entscheidungs- und Ausschlusskriterium bei der entsprechenden Zeichnung von Versicherungsrisiken. Soziale Aspekte fließen aber auch zunehmend in konkrete Produktlösungen ein. Mit dem Angebot der Vorzugsrenten in der Rückversicherung setzt sich der Konzern beispielsweise im Bereich Langlebigkeitsprodukte mit dem Trend der steigenden Lebenserwartung auseinander. Durch den Onlinevertrieb von Lebensversicherungen sowie die Unterstützung des Krankengeschäfts in Märkten mit unzureichender Gesundheitsversorgung trägt er zudem zu einer sozialen und finanziellen Inklusion bei und erhöht die Versicherungsdichte in verschiedenen Schwellen- und Entwicklungsländern. Darüber hinaus leistet er durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Agrarversicherungen oder Mikroversicherungen einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. Dadurch können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie die Folgen von Ernteausfällen sowie Krankheit absichern. Soziale Verantwortung nimmt der Talanx Konzern u. a. in der Beratung wahr, indem er Kunden vor finanziellen Risiken schützt und eine Ergänzung sowie teilweise Alternativen zu staatlichen Sozialsystemen bietet. Insbesondere die Konzernprodukte im Bereich der Lebensversicherung tragen dadurch zu einer Entlastung der Sozialsysteme bei. Nicht zuletzt in der weiter anhaltenden Corona-Pandemie leistet der Talanx Konzern einen wesentlichen gesellschaftspolitischen Beitrag und kommt seiner sozialen Verantwortung nach. Beispielsweise mit der Entscheidung, in Deutschland Covid-19 den im Infektionsschutzgesetz aufgeführten Krankheiten gleichzusetzen, werden behördlich angeordnete Betriebsschließungen aufgrund der Corona-Pandemie unter den Versicherungsschutz subsumiert. Daneben unterstützt der Konzern konkret Branchen, auf die es in dieser Zeit besonders ankommt, z. B. Ärzte. So haben sich auch viele Ärzte im Ruhestand wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus bereiterklärt, unterstützend tätig zu werden und als Vertreter in Arztpraxen, bei der Beratung von Patienten oder in Fieberzentren auszuhelfen. In Deutschland hat der Talanx Konzern daher die Leistungen für berufshaftpflichtversicherte Ärzte entsprechend ausgeweitet. Aber auch in anderen Ländern leistet der Konzern mit der Versicherung klinischer Studien einen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus, etwa in Italien, Kanada und Frankreich. Soziales Engagement als UnternehmenGesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bereich, in dem der Talanx Konzern durch Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligeneinsätze und Spendenaktionen einen direkten gesellschaftlichen Beitrag leistet und zugleich das Mitarbeiterengagement fördern kann. Es untermauert somit ebenfalls den Anspruch des Konzerns, den sozialen Fortschritt zu unterstützen. Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde das Thema gesellschaftliches bzw. soziales Engagement zwar nicht als wesentlich identifiziert. Dennoch stellt es ein wichtiges Thema für den Talanx Konzern dar, das im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiterentwickelt und gefördert wird. Dadurch erzielt der Talanx Konzern für die Gesellschaft positive soziale Effekte über seine eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus. Entsprechend werden konzernweit gemeinnützige Projekte und soziale Initiativen unterstützt. Das Engagement ist vielfältig und immer auf die lokalen Bedürfnisse in den jeweiligen Ländern abgestimmt. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliches Engagement für Kunden, Mitarbeiter oder soziale Aktionen. Auch die vom Konzern unterstützte HDI Stiftung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. ArbeitnehmerbelangeIm Sinne des Purpose des Talanx Konzerns "Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship" ist es Ziel der Personalarbeit, die Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen und wertzuschätzen. Versicherung ist Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Zusammenspiel - vor allem zwischen den Mitarbeitern. Es ist deshalb wesentlicher Bestandteil der Personalarbeit, neue Mitarbeiter zu gewinnen, zu entwickeln, zu vernetzen und sie an den Konzern zu binden. Die Schwerpunkte Recruiting, Personalbetreuung und Personalentwicklung sind gut aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt. Jeder dieser Bereiche leistet einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Personalarbeit; von der Gestaltung einer förderlichen und agilen Kultur über zeitgemäße Verfahren des Recruitings und Themen der Qualifizierung sowie beruflichen Entwicklung bis hin zu Themen der Gestaltung von Anreizsystemen und modernen Arbeitsbedingungen. Im Berichtsjahr entstand mit NewWork@HDI eine Konzernbetriebsvereinbarung für die deutschen Geschäftseinheiten, die den Umgang mit der neuen Normalität regelt und ein Nebeneinander von Homeoffice und Büroarbeit ermöglicht. Sie bildet sowohl während der Corona-Pandemie als auch darüber hinaus das Fundament für ein echtes "Together". Der Talanx Konzern setzt auf die Flexibilität des Arbeitsortes und daher grundsätzlich das mobile Arbeiten, gleichzeitig sind persönliche Kontakte essenziell für die Bindung an das eigene Team und den Konzern. Weitere Beispiele aus dem Berichtsjahr zeigen unseren Purpose hautnah: Hilfsaktionen während der Hochwasserkatastrophe in Deutschland sowie Maßnahmen zur Entlastung betroffener Kolleginnen und Kollegen während der Pandemie sind gelebte Solidarität. Diese Entwicklungen formen eine zunehmend moderne und agile Arbeitswelt, die die Attraktivität des Unternehmens am Arbeitsmarkt sowie die Zufriedenheit, Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöht. Talanx als ArbeitgeberDer Talanx Konzern legt Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und zur Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten und so z. B. Familie und Berufsleben besser miteinander in Einklang zu bringen. Um den Mitarbeitern den Rücken für die beruflichen Aufgaben möglichst freizuhalten, hat der Talanx Konzern selbst bereits vor vielen Jahren u. a. Angebote zur flexiblen und verlässlichen Kinderbetreuung geschaffen. Dazu gehört die Vermittlung von Kitaplätzen am Standort Köln oder Eltern-Kind-Büros zur Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen. Ein Ausbau des Angebots erfolgte im September 2021 durch die Errichtung einer betriebseigenen Kindertagesstätte in Hannover. Seit 2014 unterstützt der Konzern Eltern im ersten Jahr nach der Elternzeit mit einem steuerfreien Zuschuss von bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder. Zusätzlich wird Mitarbeitern über einen Partner Hilfe beim Homeschooling oder Möglichkeiten zur Ferien- und Freizeitgestaltung (virtuell und vor Ort) angeboten. Mit einem weiteren Partner unterstützt der Talanx Konzern Mitarbeiter, die die Pflege von Angehörigen und ihren Beruf koordinieren oder selbst in eine Pflegesituation geraten. Zur Stärkung von persönlichen Ressourcen greifen Mitarbeiter in Deutschland im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurück: von Bewegung über Ernährung bis hin zur mentalen Gesundheit und Suchtprävention. Darüber hinaus wurde im Jahr 2021 das HDI Gesundheitsjahr eingeführt. Alle zwei Monate wurden neue Schwerpunkte in der betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt. Dabei werden aktuelle Themen und saisonale Ereignisse aufgegriffen. Damit wird das Ziel verfolgt, die Mitarbeiter mit bestehenden Angeboten und zusätzlichen Impulsen dabei zu unterstützen, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Zusätzlich fand im Jahr 2021 die zweite standortübergreifende digitale Gesundheitswoche unter dem Motto "Mentale Gesundheit x New Work" statt. Ziel der Gesundheitswoche war es, die Mitarbeiter über die verschiedenen Facetten der mentalen Gesundheit und Stressprävention aufzuklären und ihre mentale Gesundheit zu fördern. Außerdem können die Mitarbeiter bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen kostenfrei und anonym eine externe Beratung sowie einen Familienservice nutzen. Die Vergütungssystematik des Konzerns setzt sich zusammen aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie attraktiven Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Im Talanx Konzern bestimmt sich das individuelle Entgelt über die Tätigkeit sowie die persönliche fachliche Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit gemäß dem Versicherungstarif bestimmt sich das Gehalt für leitende Funktionen über eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung, die nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen wird. Neben der leistungsorientierten Vergütung, den flexiblen Arbeitszeiten sowie der Möglichkeit des mobilen Arbeitens bietet der Talanx Konzern attraktive Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate und einer langen durchschnittlichen Konzernzugehörigkeit der Talanx Mitarbeiter in Deutschland wider. Zum dritten Mal konnten Mitarbeiter in Deutschland im Geschäftsjahr 2021 Aktien des Unternehmens zu vergünstigten Konditionen zeichnen. Dabei orientiert sich die maximale vom Unternehmen geleistete Subvention pro Mitarbeiter an dem steuerfreien Höchstbetrag von derzeit 1.440 Euro. 42 % der berechtigten Mitarbeiter haben sich in diesem Jahr an dem Mitarbeiteraktienprogramm beteiligt, das ist ein sehr gutes Ergebnis für den Konzern. Mitarbeitergewinnung und -entwicklungMit der Arbeitgebermarke HDI Group tritt der Konzern seit 2021 als authentischer und attraktiver Arbeitgeber auf. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf eine zielgruppengerechte Ansprache gelegt und Einblicke in das Unternehmen für das externe Arbeitgebermarketing verwendet. Zu den konkreten Maßnahmen gehören Formate wie ein interner HR-Podcast, ein Mitarbeiter-Shooting sowie gezielte Kampagnen mit zielgruppengerechten Inhalten. Ebenso wurde der Außenauftritt der HDI Group in Bewertungsplattformen wie kununu genauer verfolgt und Bezug auf das dort eingehende Feedback genommen. Darüber hinaus wurden verstärkt digitale Kanäle und soziale Medien für die Arbeitgeberkommunikation genutzt. Über gezielte Ansprache von Kandidaten in sozialen Medien per Active Sourcing verbindet der Konzern das Marketing der Arbeitgebermarke mit der Gewinnung von latent suchenden Kandidaten für unsere offenen Stellen. Im Rahmen der strategischen Nachwuchsgewinnung werden verschiedene Konzepte verfolgt. Hierzu gehören neben dem Angebot an dualen Ausbildungs- und Studiengängen auch die Traineeprogramme mit unterschiedlichen Fokusthemen. Ziel der HDI Group ist es, neue Möglichkeiten zu schaffen. Darum werden besonders talentierte Studenten dabei unterstützt, ihr Potenzial zu entfalten. Mithilfe der HDI Stiftung und des Deutschlandstipendiums hält der Konzern ihnen finanziell den Rücken frei und bietet ihnen zusätzlich Trainings, Workshops und ein wertvolles Netzwerk für ihre spätere Karriere. Im Jahr 2021 beteiligte sich der Konzern an diversen (digitalen) Karrieremessen und investierte in die Stärkung von internen Communities der Zielgruppe Nachwuchs. Bei der Besetzung vakanter Führungspositionen im mittleren Management wird ein objektives Auswahlverfahren eingesetzt, das aus einer Eignungsdiagnostik und verschiedenen situativen Übungen mit mehreren Beobachtern besteht. Auf diese Weise wird Objektivität sichergestellt. Die kontinuierliche Förderung und Entwicklung unserer Mitarbeiter ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Anforderungen an das Know-how und die Kompetenzen ändern sich in einer volatilen Welt permanent. Dies hat auch enorme Auswirkungen auf die Lernkultur. Lernen und Lerngeschwindigkeit sind wichtige Schlüsselkompetenzen im Transformationsprozess. Neben klassischen Lernformaten ermöglichen wir unseren Mitarbeitern ein kontinuierliches Voneinander lernen sowie den direkten Zugriff auf digitale Angebote. Ein Großteil der Entwicklungsangebote ist inzwischen digital verfügbar bzw. wird virtuell durchgeführt. Neben zahlreichen Angeboten zur Erweiterung von Fach-, Sprach- und Methodenkenntnissen legen wir auch einen Schwerpunkt auf die Entwicklung persönlicher Skills. Den laufenden Veränderungen im Arbeitskontext tragen wir Rechnung durch aktuelle Angebote, z. B. zu den Themen Agilität und New Work. Einzelne Zielgruppen fördern wir mithilfe verschiedener bedarfsgerechter Programme, z. B. Berufseinsteiger, Potenzialträger, Experten, Führungskräfte des mittleren und oberen Managements. Im Rahmen von Personalentwicklungskonferenzen konnte der Talanx Konzern 2021 erstmals deutschlandweit Potenzialträger unter den Mitarbeitern und Führungskräften systematisch identifizieren. Auf diese Weise können wir auch zukünftig vakante Positionen mit eigenen Nachwuchskräften besetzen. Mit der "Together Leadership Journey" startete im Jahr 2021 eine konzernweite Initiative zur kulturellen Transformation. In verschiedenen Workshop-Wellen wurden in allen Führungsebenen unsere gemeinsamen Führungsleitlinien (Leadership Principles) Transparenz, Kollaboration und Engagement diskutiert und konsequent als Haltung verankert. Ziel ist es, eine Kultur des Vertrauens zwischen Führungskräften und ihren Teams zu etablieren und den Übergang in unser New Normal gemeinsam zu gestalten. Die "Together Leadership Journey" wird 2022 fortgesetzt. Ein weiteres Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit ist das jährliche Mitarbeitergespräch "Let's talk". Dies dient sowohl einer offenen Feedbackkultur als auch der Entwicklung der Mitarbeiter. Die Bedeutung der Feedbackkultur wird auch durch den zum dritten Mal durchgeführten "Organizational Health Check" (OHC) deutlich. Hierbei werden Mitarbeiter des Konzerns u. a. zu ihrer Sichtweise der Unternehmenskultur und Organisation befragt. DiversityDer Vorstand des Talanx Konzerns hat 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Im September 2020 folgte die Ernennung eines Mitgliedes auf Vorstandsebene zum Verantwortlichen für Diversity & Inclusion sowie im Jahr 2021 die Schaffung und Besetzung einer neuen Funktion "D&I Management". Des Weiteren wurde eine umfassende konzernweite Diversity-, Equity- und Inclusion-Strategie erarbeitet. Die Strategie wird 2022 in Deutschland ausgerollt und sukzessive internationalisiert. Auf Konzernebene hat im Juni 2021 ein Diversity & Inclusion Board die konzernübergreifende Zusammenarbeit gestartet. Ergänzend dazu gibt es in fast allen Geschäftsbereichen eigene Arbeitsgruppen, die sich fokussiert auf die Themen ihrer Bereiche konzentrieren. Weiterhin ist unser Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Neben erweiterten Qualifizierungsangeboten, Mentoringprogrammen sowie unserem Netzwerk Women@Talanx, wird konsequent die Berücksichtigung von Frauen im Rahmen der Nachfolgeplanung umgesetzt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für den Talanx Konzern einen hohen Stellenwert. Maßnahmen hier sind u. a. Führen in Teilzeit und ein Pilot zu geteilter Führung. Im Jahr 2021 erfolgte zudem die Berufung dreier weiterer Frauen in Vorstandspositionen der HDI Service AG, HDI Deutschland AG und HDI Global SE. Seit Anfang 2021 werden Unconscious-Bias-Trainings durchgeführt. Alle Personalmitarbeiter sowie ein wesentlicher Teil der Führungskräfte haben dieses Training bereits durchlaufen. Seit November 2021 haben zusätzlich alle Mitarbeiter in Deutschland die Möglichkeit, diese Trainings zu absolvieren. Darauf aufbauend werden Antirassismus-Trainings sowie weitere Diversity-Trainings 2022 ausgerollt. Im Fokus des Jahres 2021 stand Bewusstsein schaffen und aufklären. Hierfür wurden unterschiedliche Kommunikations- und Aufklärungsformate durchgeführt. Zudem leisten Mitarbeiternetzwerke einen wertvollen Input zu einem inklusiven Arbeitsumfeld. Neben dem Frauennetzwerk haben sich im Jahr 2021 das internationale LGBTIQ * -Netzwerk pride@hdi, das HDI Starters Netzwerk für Auszubildende und Studenten sowie ein Safe(r) Space für und von Schwarzen Menschen (B) und Menschen of Color (PoC) gegründet. Weitere Mitarbeiternetzwerke sind bereits in Planung. Verantwortung gegenüber KundenIm Themenfeld "Verantwortung gegenüber Kunden" sind die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für den Talanx Konzern wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit der Kunden. Die Zufriedenstellung der Kundenbedürfnisse besitzt höchste Priorität und spiegelt sich im Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx Werten wider. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente. Die deutsche Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Diese erfüllt der Talanx Konzern vollumfänglich. Seit dem 10. März 2021 gelten verbindliche Rahmenbedingungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (kurz Transparenzverordnung - TVO). Es bestehen unternehmensbezogene, produktbezogene und vermittlerbezogene Verpflichtungen: scrollen
Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch auf diesen Kodex verpflichtet sich der Talanx Konzern umfassend und auf freiwilliger Basis. Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) gelten für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. HDI verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank und Kooperationspartner dazu, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Für die Vermittler im Exklusivvertrieb gilt vertraglich der HDI Basis-Kodex für Versicherungsvermittler; für Makler/MFA wird vertraglich auf die Grundgedanken des GDV-Verhaltenskodex bzw. eines geprüften Alternativkodex des Vermittlers verwiesen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zur Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird. Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex hat der Talanx Konzern für die HDI Versicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. Es erfolgt eine laufende Rezertifizierung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer nach dem Prüfungsstandard IDW PS980. Der HDI Deutschland Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der Gesellschaften, die dem GDV-Verhaltenskodex beigetreten sind, als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben. Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die betreffenden Talanx Gesellschaften in der Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, haben die Gesellschaften neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst. Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen die nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente - von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externen Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholder-Dialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hatten die HDI Lebensversicherung AG, die HDI Versicherung AG und die Bancassurance-Gesellschaften die sogenannte Corona-Pause eingeführt. Lag eine wirtschaftliche Notlage des Kunden vor, konnte dieser eine Anpassung, Aussetzung oder Verschiebung der Beitragszahlung zu einem bestehenden Vertrag beantragen. Der volle Versicherungsschutz blieb dabei bestehen. Darüber hinaus bot die HDI Versicherung u. a. einen kostenlosen Mobilitätsschutz für Kunden in systemrelevanten Berufen und Sonderleistungen im Rahmen der privaten Unfallversicherung. Die Bancassurance-Gesellschaften hatten im Rahmen der Restkreditversicherung bei einer gesetzlichen Kreditstundung die Leistung verlängert bzw. erhöht. Zusätzlich wurde die Kurzarbeit bei der Karenzzeit der Arbeitslosigkeitsversicherung bei fast allen Gesellschaften angerechnet. Diese Regelungen sind inzwischen fast alle ausgelaufen. Menschenrechte und LieferketteDer Talanx Konzern ist sich als weltweit agierender Konzern seiner Verantwortung gegenüber Kunden, Investoren, Mitarbeitern und Geschäftspartnern bei der Einhaltung der anwendbaren Gesetze, Konventionen und Bestimmungen, zur Wahrung der Menschenrechte und zu aktiver Unterstützung von Arbeitnehmerrechten bewusst. Die nachfolgenden Ausführungen dienen u. a. zur Herstellung von Transparenz gemäß § 54 Absatz 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien, soweit anwendbar. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Talanx Gruppe ihren um Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten ergänzten Verhaltenskodex weltweit für alle Beschäftigten des Konzerns ausgerollt. Die Regeln stellen klar, dass niemand im Unternehmen durch Gewalt oder Einschüchterungen in irgendeiner Form zum Arbeiten gezwungen werden darf. Jede Form von unfreiwilliger Beschäftigung, Kinderarbeit und Menschenhandel sowie andere Formen des Missbrauchs von Mitarbeitern sind ausdrücklich verboten. Auch ein fairer und respektvoller Umgang miteinander sowie die Achtung der Würde und der Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen sind als Grundlage gegenseitigen Umgangs wichtige Prinzipien im Verhaltenskodex des Unternehmens. Neben internen Regelungen, wie dem Verhaltenskodex, hat der Talanx Konzern mit dem Verhaltenskodex für Geschäftspartner auch ein Instrument geschaffen, um Externe zur Einhaltung von Menschenrechten anzuhalten. Die ab 2023 mit Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes geltenden neuen Due-Diligence-Pflichten bei Aufdeckung und Reduzierung von Menschenrechtsrisiken nimmt die Talanx schon jetzt in den Blick. Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact verpflichtet sich die Talanx zur Einhaltung der internationalen Menschenrechte. Die ersten sechs Prinzipien der Initiative beinhalten die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen (ILO-Kernarbeitsnormen). Mit dem Beitritt unterstützt der Konzern, neben den internationalen Menschenrechten, ebenfalls die Vereinigungsfreiheit, fördert die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit und tritt für die Beseitigung von Diskriminierung von Mitarbeitern ein. Des Weiteren unterstützt die Talanx insbesondere sieben der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen und fokussiert sich damit auf Themen wie Geschlechtergleichheit oder menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Menschenrechtsaspekte finden bei der Talanx überdies auch bei der Kapitalanlage und im Bereich Underwriting Berücksichtigung. Der Konzern hat hierzu regelmäßig tagende Entscheidungsgremien mit Vorstandsbeteiligung, wie das Responsible Underwriting Committee oder das Responsible Investment Committee, geschaffen. Kennzahlen und ZieleIn der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten sozialen Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt. ZIELE UND MASSNAHMEN: SOZIALBELANGEscrollen
G - GovernanceCorporate GovernanceFür eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung ist eine konzernweite und effektive Corporate Governance von zentraler Bedeutung. Die Talanx AG unterliegt als börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hannover dem deutschen Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie dem Mitbestimmungsgesetz. Entsprechend bilden die drei Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung die oberste Führungs- bzw. Governance-Struktur des Konzerns. Die Aufgaben und Befugnisse der Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Talanx AG und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Talanx AG unterliegt der zweistufigen Board-of-Directors-Struktur. Der Aufsichtsrat ernennt, überwacht und berät den Vorstand. Er ist in die Entscheidungsfindung zu grundlegenden Belangen eingebunden und arbeitet kooperativ mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Aufsichtsrat nimmt jedoch keine geschäftsführende Funktion ein, ganz im Sinne des dualistischen Systems der Unternehmensführung, in der Überwachung und Leitung bewusst getrennt sind. Der Aufsichtsrat der Talanx AG besteht nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz aus 16 Mitgliedern, die sich zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Der Aufsichtsrat hat vier ständige Ausschüsse eingerichtet, in denen Themen von wesentlicher Bedeutung erörtert werden. Dazu zählen die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems, Maßnahmen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governancebezogene Aspekte. Weitere Informationen zur allgemeinen Corporate Governance können den Corporate-Governance-Grundsätzen und der Satzung der Talanx AG sowie dem Abschnitt Corporate Governance im Talanx Konzerngeschäftsbericht entnommen werden. ESG-GovernanceIm Jahr 2021 wurde die spezifische Nachhaltigkeits-Governance des Talanx Konzerns weiter gestärkt, um in allen vier strategischen Zieldimensionen der Nachhaltigkeitsstrategie noch effektiver voranzukommen. Zum einen wurden die Nachhaltigkeitsambitionen des Konzerns durch die Entscheidung gestärkt, ab dem Geschäftsjahr 2021 Nachhaltigkeitsaspekte auch in das neue Vorstandsvergütungssystem zu integrieren und einen Teil der variablen Vergütung des Vorstands an die Erreichung konkreter Nachhaltigkeitsziele zu binden (siehe Vergütungsbericht Seite 16 ff.). Zum anderen wurde der Nachhaltigkeitsbereich in den Bereich Konzernstrategie unter Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden integriert. Diese neue organisatorische Verankerung unterstreicht nochmals die Wichtigkeit und strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Talanx Konzern. In Fortführung des bisherigen Nachhaltigkeitsmanagements wird die erweiterte Konzernfunktion Group Strategy & Sustainability künftig als Dreh- und Angelpunkt die bestehenden Nachhaltigkeitsaktivitäten koordinieren, weiterentwickeln und neue anstoßen. Über das neu gegründete konzernweite und funktionsübergreifende "Experten-Netzwerk für Nachhaltigkeit" unterstützt sie zudem die operativen Einheiten des Konzerns auf der ganzen Welt dabei, den strategischen Nachhaltigkeitsansatz und Richtlinien der Gruppe in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Ziel ist es unter anderem, neben einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie eine umfassende Governance zu etablieren und damit die interne Vernetzung zum Thema weiter voranzutreiben. Über definierte Kernprozesse wird daher der Austausch mit Zentralfunktionen, Geschäftsbereichen sowie lokalen Konzerngesellschaften im Nachhaltigkeitsnetzwerk strukturiert. Sie dienen dazu, Transparenz über externe Anforderungen zu schaffen und diese möglichst effizient und effektiv in unternehmerisches Handeln zu übersetzen. Über das Experten-Netzwerk hinaus erfolgt ein regelmäßiger Austausch innerhalb des Konzerns über verschiedene ESG-themenspezifische Arbeitsgruppen. Auf Geschäftssegmentebene übernehmen jeweils die zuständigen Nachhaltigkeitsverantwortlichen die funktionsübergreifende Koordination von Nachhaltigkeitsthemen und verantworten die segmentspezifische Umsetzung sowie Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Geschäftssegments. Mit dem sogenannten Responsible Investment Committee (RIC) und Responsible Underwriting Committee (RUC), die jeweils von Vorstandsmitgliedern geleitet werden, wurden zudem zwei zentrale Nachhaltigkeitsgremien etabliert, die die strategiekonforme Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in alle Kernprozesse, die sich mit Versicherungs- und Anlageentscheidungen befassen, regelmäßig kontrollieren. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit trägt der Gesamtvorstand der Talanx AG. Entsprechend befasst sich der Vorstand regelmäßig im Jahr mit dem aktuellen Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie sowie den strategischen Handlungsfeldern. Neben ESG-bezogenen Chancen und Risiken werden dabei auch die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns diskutiert. Seinen Nachhaltigkeits- und Transparenzanspruch unterstreicht der Talanx Konzern darüber hinaus durch seine freiwillige Selbstverpflichtung zu international anerkannten Richtlinien, Rahmenwerken bzw. Initiativen sowie ESG-spezifischen Berichtsstandards. Im Kerngeschäft hat sich der Talanx Konzern mit dem Beitritt zu den beiden UN-Initiativen Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainable Insurance (PSI) den in diesen Bereichen jeweils weltweit bedeutendsten Standards und Richtlinien für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet. Zudem ist der Talanx Konzern dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In einem stetigen Prozess treiben wir die Implementierung der zehn Global-Compact-Prinzipien und Richtlinien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention voran. Im Rahmen des Beitritts zum UNGC hat sich der Konzern verpflichtet, die allgemeinen Ziele der Vereinten Nationen, insbesondere die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), zu fördern. Bei der ESG-bezogenen Berichterstattung sind Transparenz und hohe Datenqualität für den Talanx Konzern von zentraler Bedeutung. Als global agierende Versicherungsgruppe fokussiert sich der Konzern daher auf die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), die sich weltweit als einer der wichtigsten Standards für ESG-Berichterstattung etabliert hat. Zudem ermöglicht die Orientierung an einem global etablierten Standard die Transparenz der Nachhaltigkeitsleistungen sowohl innerhalb von als auch über Branchen hinweg. Auch orientiert sich der Talanx Konzern verstärkt an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Die globale Initiative zur Unternehmensberichterstattung über klimabezogene finanzielle Chancen und Risiken ist jedoch nicht nur ein weiterer hoch anerkannter Standard für die ESG-Berichterstattung des Talanx Konzerns. Während Standards wie GRI helfen, die Auswirkungen von Unternehmen auf den Klimawandel zu verstehen, konzentriert sich die TCFD auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen und die daraus resultierenden finanziellen Risiken. Die Empfehlungen sind somit primär zukunftsorientiert und liefern wichtige Erkenntnisse für die nachhaltige Steuerung des Konzerns. Nicht zuletzt unterstreicht die freiwillige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer die Relevanz, die der Talanx Konzern der Berichterstattung beimisst. Digitalisierung, Datenschutz und CybersecurityDigitalisierungDie Digitalisierung und das damit verbundene Innovations-, aber auch Disruptionspotenzial verändern die Erwartungen von Kunden sowie Geschäftspartnern hinsichtlich Leistungen und Services deutlich und treiben so den Wandel im Versicherungssektor kontinuierlich voran. Die digitale Transformation ist daher ein strategisches Schwerpunktthema für den Talanx Konzern und entsprechend in der Konzernstrategie verankert. Gerade in der Corona-Pandemie erwies sich die intensive Digitalisierung der Geschäftsprozesse und -strukturen im Talanx Konzern, insbesondere der Kunden- und Partnerschnittstellen als positiver Differenzierungsfaktor. Die dezentrale Konzernaufstellung in der Talanx Gruppe stellt dabei sicher, dass die Digitalisierungsmaßnahmen den spezifischen Bedürfnissen von Kunden und Partnern in den jeweiligen Märkten folgen. Digitale Innovationen werden dabei gezielt aus der Konzernholding über Best Practice Labs unterstützt, beispielsweise durch den internationalen Austausch im Group Digital Lab, AI & BE Lab, Skalierung von innovativen Best Practices über sogenannte Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Start-ups und etablierten Technologieunternehmen. Daneben werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, um innovative Ansätze aus der Insurtech-Szene den operativen Einheiten der Talanx Gruppe vorzustellen und Pilotimplementierungen anzustoßen. Einen Schwerpunkt bildet dabei vor allem die Weiterentwicklung der IT- und Systemlandschaft als Basis für fortschreitende Automatisierung und Prozessdigitalisierung ("get ready"). Daneben stehen die inhaltlichen Fokusthemen Data Analytics mit den Ausprägungen Künstliche Intelligenz und Verhaltensökonomie/Behavioral Economics ("get skills") sowie Ökosysteme und Partnerschaften ("get bundled"). Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung und insbesondere strukturellen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung kommt den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit bzw. Cybersecurity eine zentrale Bedeutung zu. Datenschutz & CybersecurityIn einer zunehmend vernetzten globalen Welt sind Informationen und Daten zahlreichen Risiken, Bedrohungen und anderen unberechenbaren Herausforderungen ausgesetzt. Ein wesentlicher Teil der zu schützenden Daten sind unsere Kundendaten. Bei dem Thema Datenschutz verzahnen sich die technischen Aspekte der Cyber- und Informationssicherheit mit organisatorischen und prozessualen Themen rund um die Verarbeitung personenbezogener Daten. Hierbei bedeutet die Informations- und Cybersicherheit auch gleichzeitig immer die Gewährleistung des technischen Datenschutzes und bildet dabei einen wesentlichen Teil der durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geforderten angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen. Die Konzernbereiche "Group Security" und "Data Protection" bilden eigenständige Einheiten, die sich durch eine enge Zusammenarbeit auszeichnen. Gemeinsame Werte finden sich sowohl in den Aspekten der technischen Sicherheit als auch im sensiblen Umgang mit Daten und Informationen. Diese Werte spiegeln sich insbesondere im sparsamen und zweckgebundenen Umgang mit Daten und Informationen wider - auch wenn Daten die Basis unseres Geschäftes sind und in Zeiten der Künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens in hoher Anzahl und Qualität erforderlich sind. Datenschutz und Cybersicherheit werden vor allem als wertschöpfende Elemente verstanden, da neue Technologien, Prozesse und Verarbeitungsmethoden nur dann Bestand haben, wenn sie von Anfang an datenschutz- und sicherheitskonform ausgestaltet werden. Der Talanx Konzern setzt auf ein stabiles Fundament aus drei Kernelementen, um die Informations- und Cybersicherheit sowie die Datenschutzcompliance zu gewährleisten: Strategie und Governance sind die wesentlichen Dimensionen zur Festlegung des Managementansatzes des Talanx Konzerns. Datenschutz und Security sind Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems (IKS) in der sogenannten "zweiten Verteidigungslinie" im aufsichtsrechtlichen Konzept des "Three Lines"-Modells. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten bestehen hierbei in der Identifikation, Bewertung bzw. Analyse, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken auf Gesamtunternehmensebene. Das Security-Management betreibt das zentrale Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) des Talanx Konzerns, welches die Informations- und Cybersicherheitsprozesse bündelt und seit 2013 erfolgreich ISO/IEC-27001-zertifiziert ist. Zu diesen Prozessen gehören beispielsweise die Ermittlung und Erfassung von Sicherheitsrisiken und Schwachstellen, Abweichungen und Ausnahmen von Sicherheitsvorgaben oder das Management von Sicherheitsvorfällen. Der Vorstand bzw. die Vorstände der Risikoträger erhalten einen vierteljährlichen Security-Report und werden in kritischen Fällen ad hoc informiert. Der Chief Information Security Officer berichtet in direkter Linie an den CIO des Konzerns. Das Datenschutzmanagementsystem ist zentral für den Anwendungsbereich der DSGVO, BDSG sowie weitere datenschutzrechtliche Vorschriften implementiert. Hierbei werden die typischen Verarbeitungsvorgänge insbesondere im Versicherungsgeschäft (Vertragsverwaltung, Schadenbearbeitung, Kommunikation mit Vertriebspartnern und Rückversicherern) ganzheitlich berücksichtigt. Ausgangspunkt ist die Konzern-Datenschutzrichtlinie. In dieser von allen inländischen Konzerngesellschaften (exklusive der Hannover Rück-Gruppe) verabschiedeten Regelungsvorgabe ist ein einheitlicher, verbindlicher Rahmen geschaffen. Wesentliche Themen wie die Dokumentationspflichten, Verantwortlichkeiten, Datenschutzbeauftragte und dedizierte Datenschutzkoordinatoren, Datenschutzkontrolle sowie transparente Datenverarbeitung sind dort verankert. Der Bereich Data Protection hat ein Berichtswesen implementiert, das mindestens jährliche Datenschutzberichte vorsieht und an die Geschäftsleitung gerichtet ist. Anlassbezogen besteht auch unterjährig eine direkte Berichtslinie an die Geschäftsleitung. Präventive Maßnahmen sollen das Risiko von Datenschutz- und Sicherheitsverletzungen reduzieren. Der Talanx Konzern schult und sensibilisiert seine Mitarbeiter, Führungskräfte und die Geschäftsleitung regelmäßig zu Datenschutz- und Sicherheitsbelangen im Geschäftsalltag. Die Schulungen werden hierbei an aktuellen Datenschutzvorgaben und Bedrohungsszenarien ausgerichtet. Derzeit stehen Phishing- und Ransomware-Attacken im Fokus. Der Talanx Konzern arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung und an dem Ausbau von internen Prozessen, welche die Aspekte Informations- und Cybersicherheit und Datenschutz in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigen. Bereits durch die Betriebsorganisation etabliert ist ein Vorklärungsprozess, der als Voraussetzung für die Einführung neuer Anwendungen und Software im Talanx Konzern die relevanten Stakeholder (Security, Risikomanagement, Datenschutz, Personal/Betriebsrat) in einen Freigabeprozess zusammenbringt. Hier werden angemessene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der verarbeiteten Daten zu gewährleisten. Proaktive und reaktive Maßnahmen sorgen für Transparenz und ein hohes Schutzniveau bei allen Informations- und Datenverarbeitungsprozessen. Um die Kundendaten sowie die Vermögenswerte zu schützen und Angreifer aus dem Cyberraum abzuwehren, setzt der Talanx Konzern auf individuelle Erkennungsstrategien sowie wohldurchdachte Reaktions- und Notfallpläne. So können eventuelle Schäden auf ein Minimum reduziert und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um eine schnelle und vollständige Wiederherstellung der Systeme zu gewährleisten. Das wesentliche Ziel hierbei ist es, die Systeme frei von Sicherheitslücken und potenziellen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken zu halten. Digitale Innovationen sollen dieses Ziel unterstützen und müssen so entwickelt werden, dass sie keine gegenläufigen Auswirkungen haben. Bekämpfung von Korruption und BestechungFür den Talanx Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts eine unabdingbare Voraussetzung für den anhaltenden Geschäftserfolg auf der ganzen Welt. Von den Geschäftsbereichen über die Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern - Compliance spielt für alle im Talanx Konzern eine wichtige Rolle. Korruptionsprävention ist ein wesentliches Kernthema der auf Gruppenebene im Bereich Group Legal angesiedelten Compliance-Abteilung. Die Compliance Officer sind für einzelne Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig. Durch ein weltweites Netzwerk von dezentralen Compliance-Verantwortlichen an den ausländischen Standorten können lokale Compliance-Verstöße auch außerhalb der lokalen Hierarchie direkt an Compliance berichtet werden. Das Austauschformat "ComplianceXchange", in dem sich die Compliance Officer und die dezentralen Compliance-Verantwortlichen virtuell austauschen und gemeinschaftlich Best-Practice-Lösungsansätze entwickeln, hat sich insbesondere in dem von der Corona-Pandemie geprägten Umfeld bewährt. Ein wichtiges Element ist das Compliance-Management-System (CMS) des Konzerns. Das CMS besteht aus den Compliance-Elementen Kultur und Regeln, Training und Kommunikation, Organisation, Risiken, Kern- und Koordinationsthemen sowie Überwachung und Verbesserung. Es baut auf dem Talanx Verhaltenskodex, der Talanx Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen auf. Der konzernweite Verhaltenskodex "Together for Integrity" wurde letztmals im Januar 2021 überarbeitet und ist ein wirksames Instrument, um das Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts und freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen transparent zu machen. Der Kodex dient dazu, den Mitarbeitern grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen darzulegen und ihre damit zusammenhängenden Pflichten näher zu bestimmen. Dort ist explizit geregelt, dass der Konzern gegen alle Arten von Korruption eintritt. Der Verhaltenskodex wird durch die laufend überarbeitete Talanx Compliance-Richtlinie konkretisiert. Die Grundsätze dieser Richtlinie wurden in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands für verbindlich erklärt. Innerhalb Deutschlands wird die konzernweite Compliance-Richtlinie durch spezifische Compliance-Richtlinien und Arbeitsanweisungen einzelner Geschäftsbereiche, z. B. durch spezielle Antikorruptionsvorgaben für die Mitarbeiter dieser Bereiche, ergänzt. Das Talanx Hinweisgebersystem ermöglicht, Verstöße gegen in- und externe Vorgaben anonym zu melden. Das System ist über die Talanx-Website weltweit erreichbar und steht derzeit in der deutschen sowie in acht weiteren Sprachen zur Verfügung, die im Konzern stark vertreten sind. Über das Hinweisgebersystem können Hinweise zu verschiedenen Themenfeldern, u. a. Betrug, Untreue, Korruption, abgegeben werden. Darüber hinaus können Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien dem jeweiligen Vorgesetzten oder dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer übermittelt werden. Die Corona-Pandemie, die das Berichtsjahr weiterhin maßgeblich prägte, hat Compliance vor neue Herausforderungen gestellt und führte u. a. zu einer Intensivierung des Monitorings der rechtlichen Entwicklung. Eine weitere wichtige Aufgabe bestand darin, die Compliance-Kultur durch Kommunikation und Schulungen weiter zu pflegen. Die Schulungen sind wichtige Maßnahmen zur Prävention von Regelbrüchen und eine grundlegende Säule des CMS. Der überwiegende Teil der aufgrund von Erkenntnissen aus der Compliance-Risikoanalyse geplanten persönlichen Schulungen wurde in Form interaktiver Webinare abgehalten. Der Talanx Gruppe sind für das Geschäftsjahr 2021 keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen aufgrund der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften bekannt. LieferantenmanagementNeben den intern ausgerollten Verhaltenskodizes z. B. zur Einhaltung von Menschenrechten (siehe Menschenrechte & Lieferkette, Seite 89 ff.), positioniert sich der Talanx Konzern ebenfalls extern durch die Auswahl von Geschäftspartnern. Auch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen und signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt in der Lieferkette der Talanx als gering eingeschätzt wird, achtet der Konzern bei der Auswahl der Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen in Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie der Talanx Werte eingehalten werden. Um das Commitment zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, hat der Konzern einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner erarbeitet, der vom Talanx Vorstand verabschiedet wurde. Das Dokument umfasst sowohl den IT-Einkauf als auch den Einkauf Non-IT und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Der IT-Einkauf der deutschen Erstversicherungsgesellschaften hat im Jahr 2020 die IT-Dienstleister neu ausgeschrieben und in diesem Rahmen den Einsatz des neuen Code of Conduct erfolgreich pilotiert. Auf diese Weise ist der Verhaltenskodex mit allen bevorzugten und qualifizierten Geschäftspartnern für IT-Dienstleistungen Bestandteil der neuen Rahmenverträge geworden. Im Jahr 2021 wurde der Code of Conduct im IT-Einkauf in den Regelbetrieb überführt und wird seitdem beim Abschluss neuer Rahmenverträge Vertragsbestandteil. Der Aufbau eines professionellen IT-Lieferantenmonitorings wurde im Jahr 2021 begonnen. Kennzahlen und ZieleIn der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten Governance-Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt. ZIELE UND MASSNAHMEN: GOVERNANCEscrollen
Corporate GovernanceErklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d Handelsgesetzbuch (HGB) 1Hiermit gibt die Talanx AG Einblick in ihre Unternehmensführungspraktiken im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB sowie gemäß § 315d HGB i. V. m. § 289f HGB für die Talanx Gruppe. UnternehmensführungVorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst, die sich am Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") orientieren (www.talanx.com/media/ Files/talanx-gruppe/pdf/corp_gov_de.pdf). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe. Der DCGK formuliert als Instrument der Selbstregulierung der Wirtschaft die aktuellen Best Practices der Unternehmensführung und hat zum Ziel, das deutsche Corporate-Governance-System transparent und nachvollziehbar zu machen. Er will das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften fördern. Wenngleich dem Kodex keine verbindliche Rechtsnatur zukommt, haben sich die Adressaten gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG) doch jährlich darüber zu erklären, ob den Empfehlungen des DCGK in der Unternehmenswirklichkeit entsprochen wurde und wird oder nicht. Falls Empfehlungen nicht umgesetzt wurden, ist dies im Rahmen der Entsprechenserklärung zu begründen und zu veröffentlichen. Der positiven Haltung der Talanx AG gegenüber dem Kodex steht nicht entgegen, dass im Berichtsjahr einzelnen Empfehlungen des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Grundsätze, Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen sehr guten Platz unter den börsennotierten deutschen Unternehmen ein. Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 wie folgt abgegeben: Entsprechenserklärung der Talanx AG nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (DCGK) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Vorstand und Aufsichtsrat erklären daher gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 20. März 2020) mit Ausnahme der nachfolgend erklärten Abweichungen entsprochen hat und auch weiter entsprechen wird. Empfehlungen C.10 S. 1, D.4 S. 2 DCGK (Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, Vorsitzender des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses; Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand)Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten der Talanx AG war bis zu seiner Bestellung zum Aufsichtsratsmitglied Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft. Seine umfassenden Kenntnisse in der Erst- und Rückversicherung sowie seine langjährige Erfahrung in der Führung des Unternehmens und des Konzerns sollen der Talanx AG erhalten bleiben und der Arbeit des Aufsichtsrats in dieser Schlüsselrolle auch weiter zugutekommen. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Finanzvorstand verfügt er zudem über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung sowie den internen Kontrollverfahren in der Erstund Rückversicherung. Überdies verfügt er, insbesondere auch aufgrund seiner langjährigen Tätigkeiten als Aufsichtsratsmitglied in konzernangehörigen Gesellschaften, über weitreichende Expertise hinsichtlich der Gestaltung und Anwendung von Systemen zur Vorstandsvergütung. Vor diesem Hintergrund ist der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende nach Auffassung der Gesellschaft bestens geeignet, den Vorsitz im Finanz- und Prüfungsausschuss sowie im Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten wahrzunehmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende gehört dem Aufsichtsrat seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand nunmehr seit mehr als drei Jahren an. Damit ist dieser nach Auffassung der Talanx AG mittlerweile als unabhängig von der Gesellschaft in Bezug auf die Empfehlung C. 10 S.1 einzustufen. Höchst vorsorglich wird gleichwohl eine Abweichung von der Empfehlung C. 10 S.1 erklärt. Aus den vorstehenden Gründen liegt es im Interesse der Gesellschaft, von den Empfehlungen in Ziffern C.10 S.1, D.4 S.2 DCGK abzuweichen. Abgesehen von den vorstehend aufgeführten Abweichungen wird die Gesellschaft auch künftig allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 entsprechen.
Hannover, den 9. November 2021 Der Vorstand Der Aufsichtsrat Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https://www.talanx.com/de/talanx_gruppe/corporate_governance/ entsprechenserklaerung. VergütungVergütung des VorstandsDer Aufsichtsrat der Talanx AG hat in seiner Sitzung am 11. August 2020 das geltende System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder der Talanx AG beschlossen. Dieses wurde der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 vorgelegt und von dieser mit einer Mehrheit von 96,5 % gebilligt. Das Vergütungssystem wurde vom Aufsichtsrat mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters erarbeitet und entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes (AktG) sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner Fassung vom 16. Dezember 2019. Die Tagesordnung und Einladung zur Hauptversammlung 2021, inkl. der Beschreibung des Vergütungssystems für den Vorstand der Talanx AG unter Tagesordnungspunkt 5, sind auf der Website der Gesellschaft einsehbar (https://www.talanx.com/de/investor_relations/ hauptversammlung_-_events/hauptversammlung). Der Vergütungsbericht 2021 ist auf Seite 16 ff. dieses Berichts zu finden. Vergütung des AufsichtsratsDas System zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Es ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt, https://www.talanx.com/media/Files/talanx-gruppe/pdf/2021-11-26_Satzung_Talanx.pdf. Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates der Talanx AG ist ausgewogen und steht in einem angemessenen Verhältnis zur Verantwortung und den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder sowie zur Lage der Gesellschaft, hierbei werden auch die Vergütungsregelungen vergleichbarer börsennotierter Gesellschaften berücksichtigt. Die Regelungen zur Vergütung und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Zuletzt war dies in der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 der Fall, in der die Hauptversammlung eine Änderung des Systems der Aufsichtsratsvergütung beschlossen hat. Die Tagesordnung und Einladung zur Hauptversammlung 2021, inkl. der Beschreibung des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat der Talanx AG unter Tagesordnungspunkt 6, sind auf der Website der Gesellschaft einsehbar (https://www.talanx.com/de/investor_relations/ hauptversammlung_-_events/hauptversammlung). Auf Seite 32 ff. des Geschäftsberichts ist die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 aufgeschlüsselt. Vergütung von Vorstand und AufsichtsratEine ausführliche Darstellung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Vergütungsbericht ab Seite 16 ff. Weitergehende Unternehmensführungspraktiken der Talanx AGVerhaltenskodexAn der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex "Together for Integrity". Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns, er zeigt mögliche Risiko- und Konfliktbereiche sowie deren Bedeutung für unser Unternehmen auf und erläutert sie. Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig, in verschiedenen Sprachen verfügbar und auf der Talanx Website für Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen öffentlich abrufbar: https://www.talanx.com/ media/Files/talanx-gruppe/pdf/Verhaltenskodex_Together_for_ Integrity_2021_DE_WEB.pdf. NachhaltigkeitDie Talanx Gruppe arbeitet daran, das Unternehmen in allen Bereichen nachhaltiger zu gestalten. Als traditionsreiches und zugleich modernes Unternehmen stellt sich Talanx dieser wichtigen Aufgabe und begleitet den Transformationsprozess hin zu einer emissionsarmen und sozialverträglichen Wirtschaft. Diese ganzheitliche Sichtweise bildet die Basis der Talanx Nachhaltigkeitsstrategie, die kontinuierlich geschärft und Jahr für Jahr weiterentwickelt wird. Diesen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht die Talanx Gruppe durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen. Im Kerngeschäft hat sich die Talanx Gruppe mit dem Beitritt zu den beiden UN-Initiativen Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainable Insurance (PSI) den jeweils weltweit bedeutendsten Standards für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet. Zudem ist die Talanx Gruppe dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Weitere Ausführungen über den Umgang mit Nachhaltigkeit in der Talanx Gruppe können der Nichtfinanziellen Konzernerklärung auf Seite 78 ff. entnommen werden. ComplianceCompliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird. Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Diesem Umstand wird Rechnung getragen, indem der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung. Davon auch umfasst ist, dass Compliance fortlaufend die Entwicklungen des regulatorischen und gesetzlichen Umfelds beobachtet, das sich in den durch die Corona-Pandemie dynamisierenden Rahmenbedingungen im Berichtsjahr veränderte und zu spürbarem Aufwand bei Compliance führte. Die durch Risikoanalyse und Rechtsmonitoring gewonnenen Erkenntnisse fließen in den Compliance-Plan ein, der maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit ist. Das Ergebnis unserer Compliance-Arbeit wird im Compliance-Bericht dokumentiert; der Vorstand legt diesen dem Finanz- und Prüfungsausschuss jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor. In dem Bericht werden die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratVorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens sowie der gesamten Gruppe vertrauensvoll zusammen. VorstandDer Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt Ziele und die Strategie fest. Nach § 8 Absatz 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats soll dieser nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellen, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 4 des Geschäftsberichts dargestellt. Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in einer Informationsordnung "Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat der Talanx AG" näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats: scrollen
Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen. AufsichtsratDer Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält. Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 des Geschäftsberichts erläutert. Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen. Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse ihre Arbeit erfüllen. Die nächste, im Drei-Jahres-Turnus stattfindende Selbstbeurteilung wird im Jahr 2022 durchgeführt. Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet: scrollen
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses. Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag zur Beschlussfassung über die Bestellung von Abschlussprüfern durch die Hauptversammlung vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten. Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie ihre Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Absatz 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Absatz 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Dabei wird systematisch vorgegangen und eine Liste an potenziellen Kandidaten und Kandidatinnen mit Entwicklungszeiträumen unter Berücksichtigung der Diversitätsziele geführt, regelmäßig aktualisiert und im Ausschuss erörtert. Diese bildet regelmäßig einen Berichts- und Beratungspunkt in den Sitzungen des Ausschusses und wird - auch im Zusammenhang mit den strategischen Zielen des Vorstands zur Nachfolgeplanung - im Detail erörtert. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Zur Sicherstellung der maßgeblichen Auswahlkriterien hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. angestrebt wird, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist. Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist. Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens zwei sowohl von der Gesellschaft und deren Vorstand als auch vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen. Eine Überprüfung des bestehenden Aufsichtsrats hat ergeben, dass derzeit fünf Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat als insoweit unabhängig anzusehen sind: Frau Aschendorf, Herr Lohmann, Herr Dr. Jung, Herr Steiner und Frau Titzrath. Herr Dr. Schipporeit und Herr Dr. Lindner erfüllen entsprechend dem DCGK ebenfalls die Kriterien der Unabhängigkeit weitestgehend, sind jedoch dem Gremium aufgrund ihrer erstmaligen Bestellung jeweils zum 27. Juni 2003 bereits länger als zwölf Jahre zugehörig. Angaben zu Zielgrößen gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG; gesetzliche Quote für den Aufsichtsrat gemäß § 96 Absatz 2 AktGDie Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %. Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass in dem Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2022 die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands angestrebt wird. Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands gilt eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 %. Diversitätskonzept - Ziele für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Stand der UmsetzungDie Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils eine davon ist Mitglied des Nominierungsausschusses, des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Auf Ebene des Vorstands wird angestrebt, bis zum Juni 2022 mindestens eine Frau zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft zu bestellen. Der Aufsichtsrat soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Fachkompetenzen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Rechnungslegung wurden die Themen Internationalität, Personal, Risikomanagement, IT und Compliance berücksichtigt. Daneben werden die mit Inkrafttreten des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes (FISG) zum 1. Juli 2021 erweiterten Sachkundeanforderungen für Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt. Geachtet wird insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten. Mit dem bereits 2013 erfolgten Beitritt zur "Charta der Vielfalt" hat der Vorstand ein sichtbares Zeichen zur Förderung der Vielfalt im Unternehmen und im Konzern gesetzt. Übernahmerelevante Angaben und ErläuterungenZusammensetzung des gezeichneten KapitalsDie Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17, erläutert. Hierunter finden sich auch Ausführungen zu der Ausgabe junger Aktien im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms. Stimmrechts- und ÜbertragungsbeschränkungenIn den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien. Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenDer HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält 79,0 % der Stimmrechte der Gesellschaft. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenEs gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen. Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am KapitalEs sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Absatz 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über SatzungsänderungenDie Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren erstbestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Absatz 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Absatz 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu. Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Absatz 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Absatz 3 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 in Verbindung mit § 293 Absatz 1 VAG). Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Absatz 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 202 Absatz 2 AktG). Gemäß § 179 Absatz 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufenDie Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 11. Mai 2017 den Vorstand gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 10. Mai 2022, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben. In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 126.398.821,25 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Mai 2022 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 31.599.700 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.620.398,75 EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 621.877,50 EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-KlauselnNach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt. Die Vertriebsvereinbarungen mit der DB Firmen und Privatkundenbank AG (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Postbank AG) sowie mit ihren Postbank-Vertriebstöchtern auf Grundlage der Kooperationsvereinbarungen mit der Deutschen Postbank AG vom 18. Juli 2007 enthalten jeweils eine Klausel, die im Falle des direkten oder indirekten Kontrollerwerbs an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Die auf der Basis der Rahmenvereinbarung mit der Citibank aus Dezember 2006 geschlossene Kooperationsvereinbarung für Russland enthält eine Klausel, die in dem Fall, dass die kontrollierende Mehrheit der Anteile oder der Geschäftsbetrieb einer Vertragspartei durch ein mit den Parteien nicht verbundenes Unternehmen übernommen wird, der jeweils anderen Vertragspartei ein außerordentliches Kündigungsrecht gewährt. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines ÜbernahmeangebotsEntschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht. NachtragsberichtEreignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 230, beschrieben. RisikoberichtRisikostrategieDie Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verwoben. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt: scrollen
Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. So wie die Konzernstrategie wird auch die Risikostrategie jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert. Talanx Enterprise Risk Model (TERM)TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns, d. h. des Talanx Konzerns, konzipiert. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung umfasst auf Gruppenebene alle Komponenten. Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein. Mit einer Ausnahme: Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt. Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2021 liegen noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote - vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen - hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2022 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2021. Wir gehen davon aus, die selbst gesetzten Grenzen einzuhalten. GeschäftsorganisationDie aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert: scrollen
Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den - nicht fachlichen -Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand. Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönliche Merkmale. Risikomanagement-SystemStruktur des Risikomanagement-SystemsDas Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Erkennung, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-RiskManagement-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich stark an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an. Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Risikobudget sowie ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein. Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche. Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagementfunktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein. Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess: RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMscrollen
Der Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) ist Mitglied des Vorstands der HDI Service AG. Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Dem Prinzip "zentrale strategische Steuerung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert. Risikomanagement-Prozess und KommunikationWir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses. Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten. Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von weiteren Modellen ein. Hier sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente. Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserer Risikomanagement-Philosophie bestimmen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten. RisikoberichterstattungZiel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen. Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen. Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation wie auch der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft. Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagement-SystemDie zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden: scrollen
Die Finanzberichterstattung muss den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein. Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch, das konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards gewährleistet, wird regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher. Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-Tool mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorangeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher. Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird. RisikoprofilMaßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken: scrollen
Das Risikomanagement beschäftigt sich auch gezielt mit Nachhaltigkeitsrisiken. Diese Risiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Gesellschaft haben kann. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene Risikokategorie dar und können sich grundsätzlich auf alle von uns analysierten Risikokategorien auswirken. Sie können sämtliche Bereiche unserer unternehmerischen Tätigkeit in Form von physischen Risiken sowie Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Umstellungsprozessen berühren. Versicherungstechnische RisikenDas versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein. Coronabedingte Schäden sind 2021 insbesondere in der Personen-Rückversicherung aufgetreten. Abhängig vom Verlauf der Pandemie sind auch im kommenden Jahr entsprechende Schäden nicht auszuschließen. Versicherungstechnische Risiken der Schaden/UnfallversicherungReserverisikenDas Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag. Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 26,5 (32,2) Jahren; die Rückstellungen für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden betrugen 94 (89) Mio. EUR. Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva", Anmerkung 21). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Beratungsgesellschaften zusätzlich prüfen. Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Anleihen tragen zu einem teilweisen Schutz dieser Schadenreserven gegen Inflationsrisiken bei. Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, werden zudem die Auswirkungen möglicher Stressszenarien auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert. Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 859 (753) Mio. EUR mindern. PrämienrisikenDas Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Hier können sich auch unerwartete Schäden aus dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie auswirken. Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken siehe Anmerkung 21 im Konzernanhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Kapitel "Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" angegeben. Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Diese zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt. SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTENscrollen
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SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTENscrollen
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1 Infolge des Erwerbs der
Rückversicherungslizenz im Geschäftsjahr 2019 hat
die Talanx AG für das Geschäftsjahr 2020
signifikantes Geschäft gezeichnet. Aufgrund der
fehlenden Vergleichbarkeit in den Perioden davor wird von
einer Angabe abgesehen
Im Segment Industrieversicherung ist die Schadenquote trotz hoher Großschadenlast durch Naturkatastrophen um 3,5 Prozentpunkte auf 80,9 % zurückgegangen. Der Überschaden wird wesentlich durch einen coronabedingt positiven Schadenverlauf im Frequenzbereich, eine nicht benötigte Prämienrückstellung sowie Erfolge aus der Sanierung kompensiert. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall ist um 3,3 Prozentpunkte auf 65,2 % gestiegen. Der Anstieg resultiert aus einer höheren Basisschadenlast bei Immobilien und durch Kleinkumule (insbesondere Hagel) sowie aus der Großschadenlast des Sturmtiefs "Bernd". Die Schadenquote des Segments Privat- und Firmenversicherung International ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Gestiegene Schadeninflation und die Rückkehr auf eine Schadenfrequenz vor Corona konnte durch positive Abwicklungsergebnisse leicht überkompensiert werden. Im Segment Schaden-Rückversicherung hat sich die Schadenquote um 3,5 Prozentpunkte auf 69,3 % verringert. Der Rückgang ist im Wesentlichen in einer geringeren Großschadenlast aufgrund des Wegfalls neuer Covid-19-Großschäden begründet. Die Talanx AG im Segment Konzernfunktionen hat im Geschäftsjahr 2019 eine Rückversicherungslizenz erhalten. Seitdem baut sie ihr Geschäft kontinuierlich aus und dementsprechend verzeichnet das Geschäft, im Vergleich zu den beiden Vorjahren, noch hohe Schwankungen. Dies führt zu einer geringeren Aussagekraft bezüglich der Entwicklung der Schadenquote im Vergleich zu den anderen Segmenten. Die Verbesserung der Schadenquote für die Schaden/Unfallversicherung um 2,8 Prozentpunkte auf 70,1 % resultiert insbesondere aus dem Wegfall neuer Covid-19-Großschäden, die im Vorjahr noch 1.198 Mio. EUR betrugen. Dem wirkte insbesondere eine erhöhte Großschadenlast aus Naturkatastrophen in Höhe von 1.261 (658) Mio. EUR entgegen. Im Geschäftsjahr übersteigt die Netto-Großschadenbelastung in Höhe von 1.745 (2.148) Mio. EUR das Großschadenbudget um 235 (813) Mio. EUR. Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen und sonstige Großschäden, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns: GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO) 1scrollen
1 Naturkatastrophen sowie sonstige
Großschäden über 10 Mio. EUR brutto,
für den Anteil des Konzerns
KonzentrationsrisikenIn der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen. Das Naturkatastrophenrisiko behandelt analog zum Prämienrisiko zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) wurde ein einheitliches Global Event Set etabliert. Auf Grundlage der zuletzt ermittelten Werte ergeben sich für die Gruppe in Bezug auf die Auswirkungen auf das Konzernergebnis nachfolgende Kumulszenarien von Naturgefahren: KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, AUSWIRKUNG AUF DAS KONZERNERGEBNIS 1scrollen
Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab. Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen. Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr (1.745 [2.148] Mio. EUR) beinhaltet insbesondere die Schäden durch Hurrikan "Ida" in den USA mit einem Netto-Schaden in Höhe von 361 Mio. EUR, durch das Starkregentief "Bernd" in Mitteleuropa mit einem Netto-Schaden in Höhe von 320 Mio. EUR und durch den Wintersturm "Uri" in den USA mit einem Netto-Schaden in Höhe von 216 Mio. EUR. Die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) wie folgt: RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE 1scrollen
1 Nach Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
Die Prämien in der Schaden/Unfall-Erstversicherung verteilen sich nach Versicherungsarten wie folgt: PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN 1scrollen
1 Vor Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
Versicherungstechnische Risiken der LebensversicherungTypische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien abgeben: Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden. Der Grad des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Sie zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt: SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTENscrollen
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Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-ErstversicherungBiometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Abweichungen von den Rechnungsgrundlagen können auch durch globale Trends beeinflusst werden. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft. Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. In Deutschland gehen wir gegenwärtig nicht davon aus, dass sich die Sterblichkeit mittelfristig coronabedingt erhöhen wird. Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert. Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein. Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden. Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen auf Basis einer prognostizierten Entwicklung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen. Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite. Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen. Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können. Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands. Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist: BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNGscrollen
Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. Dabei enthalten die Sensitivitäten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen. Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus KapitalanlagenBei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir grundsätzlich zwischen fonds- und indexgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fonds- und indexgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können. Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,3 (0,3) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2021 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,4 (1,6) %. Das Zinsgarantierisiko stellt auch das dominierende Konzentrationsrisiko dar. Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch). Per 31. Dezember 2021 beträgt die (effektive) Duration für den Gesamtkonzern für die verzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivaten) 8,9 (9,0) Jahre 1 und die durchschnittliche Restlaufzeit der Brutto-Schadenreserven inklusive der Brutto-Deckungsrückstellungen 9,0 (9,3) Jahre. Bezieht man zusätzlich die erwartete zukünftige Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien ein, erhöht sich die Duration (MacaulayDuration) der Verbindlichkeiten auf 12,7 (12,3) Jahre. 2 Durch das in beiden Fällen ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-2-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität unterschätzen und die Basiseigenmittel überschätzen. Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen" dargestellt. Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumina angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering.
1 Die effektive Duration ist ein Maß
für die Zinssensitivität des Barwertes von
Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, die
enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je
größer die Zahl, desto höher ist die
Zinssensitivität
Versicherungstechnische Risiken in der Personen-RückversicherungFür die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Über Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleisten wir, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen genügen. Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich überarbeitet, sodass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien überwachen, reduzieren wir das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen vorgenommen. Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen höchstmögliche Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet. In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Das Risikoprofil in der Personen-Rückversicherung wird von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert. Dies liegt daran, dass in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes US-amerikanisches Personen-Rückversicherungsportefeuille übernommen. Im Rahmen unseres Bestandsmanagements hatten wir im Jahr 2018 Ratenanpassungen eingeleitet. Die tatsächliche Sterblichkeitserfahrung für das fragliche Portefeuille war auch im Jahr 2021 durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit, insbesondere durch die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, beobachten wir fortlaufend. Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten: SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNGscrollen
Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sind Versicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten: scrollen
Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko. In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. (Vgl. auch "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" unter der Anmerkung 13 im Konzernanhang). Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem VersicherungsgeschäftForderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Die Folge bei Eintritt wären Wertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen. Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt. Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer. Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir u. a. Informationen externer Ratingagenturen heran. Angaben zu ausstehenden Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre finden sich im Konzernanhang unter Anmerkung 14. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 8,9 (7,5) Mrd. EUR. Diesem Wert stehen neben Bürgschaften auch - als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene - Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 2,5 (2,0) Mrd. EUR gegenüber. Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 6,4 (5,5) Mrd. EUR. Es ergibt sich folgende Ratingstruktur: ANTEILE DER RÜCKVERSICHERER AN DEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGEN NACH RATINGKLASSENIn %
2021/2020 Innerhalb des unbesicherten Bestands sind 78 (84) % unserer Rückversicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden. Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen -, stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar. Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Sicherheiten (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Sicherheiten verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich die versicherungstechnischen Rückstellungen in gleichem Maß. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt. Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -455 (-1.106) Mio. EUR. Abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sowie von den Maßnahmen zur Eindämmung können sich erhöhte Forderungsausfallrisiken als in den Jahren vor der Krise ergeben. Risiken aus KapitalanlagenDas Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können. Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet: scrollen
Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus. Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate. Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht. Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Ver schlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden. Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio der selbst verwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns inklusive Hypothekendarlehen nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss: PORTFOLIO DES TALANX KONZERNS NACH WÄHRUNGEN, ANLAGEKLASSEN UND RATINGS
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 76 (77) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar. Auf Staatsanleihen entfallen 49 (48) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM - im Gegensatz zur Standardformel - unabhängig von Emittent und Emissionswährung immer unter Einbezug der Credit-Spread-Risiken. Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken einzustufen. Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst. Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten. Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2021 betrug 2.732 (2.612) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,96 (1,95) % der betrachteten Kapitalanlagen. Das im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gestiegene Marktrisiko ist hauptsächlich auf den Aufbau von alternativen Investments und Aktienpositionen zurückzuführen. Bereinigt um die Modelländerung hat sich die ALM-VaR-Quote nur leicht um 0,11 Prozentpunkte erhöht. Dies ist primär auf den signifikanten Zinsrückgang im langfristigen Bereich zurückzuführen, wobei ein großer Teil des damit verbundenen Risikoanstiegs durch das gelebte Asset-Liability-Matching unseres Hauses kompensiert werden konnte. Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen. Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus. Die nachstehende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen (brutto) zum Bilanzstichtag. Bei den gezeigten Effekten nicht berücksichtigt werden die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Einschluss dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren. SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAGIn Mio. EUR scrollen
1 Bruttodarstellung (vor Steuern und
Überschussbeteiligung)
Derivatgeschäfte schließt der Konzern ab, scrollen
Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente oder strukturierte Produkte, deren Einsatz sehr enge Grenzen gesetzt sind und die durch die Kapitalanlagerichtlinien geregelt werden, entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 13 im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" des Konzernanhangs entnehmen. KreditrisikenKreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in: scrollen
Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten. Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und Schwellenwertsystem bzw. die segment- und gesellschaftsspezifischen Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im jeweiligen Portfolio sicherstellen. Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen. Durch Clearing, Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt. Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert: scrollen
Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte. Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken. Per 31. Dezember 2021 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 6.794 (6.176) Mio. EUR bzw. 5,0 (4,7) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency 2 hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden. Der Anstieg des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Wachstum der Kapitalanlagen des Konzerns und einer weiteren Diversifikation das Anlageuniversums, verbunden mit einem selektiven Risikoaufbau in alternativen Assetklassen. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns. Für die Steuerung der Kreditrisiken ist es von großer Bedeutung, einen Überblick über die Implikationen bestimmter Einflüsse auf Ebene des Konzernportfolios sowie auf Ebene einzelner Emittenten zu haben. Nachfolgend werden drei Kreditszenarien dargestellt: CREDIT-VAR-STRESSTESTscrollen
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des CVaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt. Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 6,2 (5,6) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,5 (4,4) %. EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A-scrollen
scrollen
1 Maßgeblich sind externe Emissionsratings
(Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder eine andere
durch die Talanx nominierte Ratingagentur [ECAI]). Sind
externe Emissionsratings von mehr als einer Agentur
verfügbar, so gilt das zweitbeste
Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen, das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen. Im Konzern dienen insgesamt 1.126 (956) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 117 (65) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 922 (662) Mio. EUR betrug. Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen können dem Kapitel "Konsolidierung", Abschnitt "Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen" des Konzernanhangs entnommen werden. Seitens der Gruppe wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 2,8 (2,4) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 91 (79) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können. Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 31. Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva". LiquiditätsrisikoUnter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Die Exponierung hängt dabei von der Höhe der Verpflichtungen ab. So könnten wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Die Bewertung dieses Risikos stützt sich auch stark auf qualitative Analysen. Wir betrachten das Risiko dabei in seiner Gesamtheit als relevant. Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen, weil die regelmäßigen Prämieneinnahmen fast ausnahmslos zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen. Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten der Schaden/Unfallversicherung zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber. Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv. ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT 1scrollen
1 Nach Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet. Zur Minderung von Liquiditätsrisiken auf Gruppenebene führen wir regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass die Gruppe jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, welche die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen. Zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage - Unterkapitel Liquidität und Finanzierung" des Konzernlageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und ggf. auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen. Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva bestehen für die Gruppe Vereinbarungen mit Kreditinstituten über LoC-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 4,2 (3,8) Mrd. EUR. Sofern Laufzeiten vereinbart wurden, bestehen diese maximal bis zum Jahr 2026. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher nachteiliger Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen. In Bezug auf das Liquiditätsrisiko gehen wir auch in der Corona-Krise unverändert davon aus, auch größeren, unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen zu können. Operationelle RisikenOperationelle Risiken umfassen das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts zwangsläufig verbunden. Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken haben wir die Prozesse im Konzern erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Schlüsselkontrollen versehen. Wir bewerten operationelle Risiken mithilfe von Szenariobetrachtungen im Rahmen von Expertenbefragungen. Im Folgenden werden die wesentlichen Subkategorien operationeller Risiken und entsprechende Maßnahmen dargestellt: Ein Risiko sehen wir im Hinblick auf den Bereich Business Continuity und IT-Service-Continuity. Es ist möglich, dass der Geschäftsbetrieb aufgrund von natürlichen Einflüssen oder menschlichem Fehlverhalten beeinträchtigt wird. Diesem Risiko begegnen wir durch vorbeugende Maßnahmen wie Status-Monitoring zentraler IT-Systeme und redundante Auslegung. Zudem haben wir Instrumente für den Umgang mit Krisensituationen etabliert (z. B. Notfallpläne, Krisenstäbe). Ein weiteres Risiko besteht im Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieses Risikos ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere operationelle Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Über die Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen. Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen des behördlichen Umgangs mit rechtlichen Grundsatzthemen, so im Steuerrecht auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Das BMF hat 2017 etwa eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die zuvor nicht nur üblich waren, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft wurden und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der normalen Kapitalanlage getätigt wurden. Mit einer weiteren Verlautbarung im Jahr 2021 wurden die Regelungen zwar grundsätzlich nochmals verschärft, für die konkret getätigten Wertpapiertransaktionen ist jedoch auch eine Entschärfung möglich. Gestützt auf extern eingeholte Gutachten wird weiterhin von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen, die Ansprüche letztlich abwehren zu können. Zur Begrenzung eines Zinsrisikos bis zur endgültigen Entscheidung wurde im Jahr 2020 höchst vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht freiwillig eine Teilzahlung auf die in den Steuerbescheiden festgesetzten Beträge an das Finanzamt geleistet. Der bilanzielle Ausweis der geleisteten Zahlungen erfolgte im Jahresabschlusses 2020 im Kapitalanlageergebnis. Dieser Ausweis befindet sich im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Regeln und Befugnisse derzeit in der Diskussion mit der Aufsichtsbehörde. Die von der europäischen Aufsicht getroffenen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren wurden im Solvency-2-Review 2020 überprüft. Ein Ergebnis war der Vorschlag zur Änderung der Methode zur Extrapolation der risikofreien Zinskurve, um die Marktlage besser widerzuspiegeln. Die exakte Ausgestaltung ist noch nicht beschlossen, diese Anpassungen können sich jedoch negativ auf die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer auswirken. Neben dem Rechtsänderungsrisiko ist der Konzern im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit in gerichtliche und außergerichtliche Verfahren involviert. Der Ausgang solcher Verfahren ist zumeist unsicher. Nach unserer Einschätzung hat keines der Verfahren wesentliche negative Auswirkungen auf die Vermögenslage des Konzerns. Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Auch diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen. Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister, die HDI Systeme AG, ist nach ISO 27001 - Informationssicherheit - zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Den Risiken von Cyberattacken wirkt insbesondere der in der Gruppe etablierte Security-Bereich - primär durch technische Maßnahmen - entgegen. Der Konzern fokussiert sich zur Konsolidierung, Flexibilisierung und Verbesserung der Betriebsstabilität der IT-Infrastruktur sowie zur nachhaltigen Senkung der IT-Infrastruktur- und IT-Betriebskosten der Gruppe auf die Einbeziehung von Drittanbietern. Das Zusammenspiel zwischen internen und externen Services, deren Qualität sowie der Leistungsschnitt werden laufend überwacht. Unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken nehmen wir angemessene Anpassungen vor. Auch Outsourcing-Risiken, die nicht IT-spezifisch sind, ordnen wir den operationellen Risiken zu; hierunter verstehen wir das Risiko, das sich aus einer konzerninternen oder -externen (Teil-)Ausgliederung von (Schlüssel-)Funktionen oder von für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts relevanten Tätigkeiten ergibt, die vom Unternehmen auch selbst ausgeübt werden könnten. Diese Risiken sind in den Risikomanagement-Prozessen und dem IKS der Gruppe erfasst. Für das Management ausgegliederter Tätigkeiten existieren spezifische interne Vorgaben und Regelungen. Der deutlich überwiegende Teil der durch Tochtergesellschaften eingegangenen Ausgliederungsbeziehungen ist dabei gruppenintern. Andere wesentliche RisikenAls weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie sich nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysieren lassen, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen des ORSA berücksichtigt. Unter Emerging Risks verstehen wir neue zukünftige Risiken, deren Risikogehalt noch nicht zuverlässig bekannt ist und deren Auswirkungen nur schwer beurteilt werden können. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und externes Material zurück. Strategische Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an. Reputationsrisiken sind Risiken, die zu einer Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze. Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partiell oder vollständig fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen stringenten Modelländerungsprozess implementiert. In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken bestehen insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten. Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt. Risiken aus den Bereichen "Environment, Social and Governance" (ESG-Risiken) stellen keine eigene Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen bekannten finanziellen und nichtfinanziellen Risikoarten materialisieren bzw. bestehende Risiken beeinflussen. Dies gilt für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage, operationelle Risiken sowie für strategische und Reputationsrisiken. Beispielsweise können Vermögenswerte durch den Klimawandel an Wert verlieren oder die Verletzung sozialer Standards zu erheblichen Reputationsschäden führen. Deshalb berücksichtigen wir ESG-Risiken im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes integral entlang des gesamten Risikomanagement-Prozesses. Die Ergebnisse fließen in den Bericht zur eigenen Beurteilung der Risiko- und Solvenzlage ein. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel beobachten wir Chancen und Risiken entlang verschiedener Dimensionen unserer Unternehmenstätigkeit. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die damit einhergehenden Maßnahmen wie z. B. eine Erhöhung des CO 2 -Preises und/oder Reduzierung der Emissionsrechte sowie die Regulierung der Energieeffizienz könnte den Marktwert von Investments in kohlenstoffintensive Sektoren sowie Staatsanleihen von Ländern, die wirtschaftlich stark von fossiler Energiewirtschaft und kohlenstoffintensiver Industrie abhängig sind, verringern. Darüber hinaus könnte eine abrupte Dekarbonisierung zu makroökonomischen Verwerfungen führen. Eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extremwettereignissen kann zu steigenden Risikoprämien und Bonitätsverlusten bei Staats- oder Kommunalanleihen stark exponierter Länder oder Regionen sowie anderen Vermögenswerten (z. B. Immobilien, Infrastruktur) führen. Eine Zunahme der makroökonomischen Unsicherheit kann zu höherer Risikoaversion und Volatilität an den Finanzmärkten führen. In der Versicherungstechnik können physische Risiken zu einer Zunahme von Intensitäten und Frequenzen bei Naturgefahren führen. Hierauf können wir durch kontinuierliche Anpassung von Modellen und Pricing aufgrund beobachteter und angenommener Entwicklung reagieren. Da nicht jede Region gleichermaßen vom Klimawandel beeinflusst wird, können sich aufgrund dessen geografische Konzentrationen ergeben in den Regionen, in denen langfristig höhere oder häufigere klimabedingte Schadenzahlungen zu erwarten sind. Gleichzeitig können Effekte des Klimawandels auch an anderen Stellen zu neuen Schadentypen und -mustern führen und veränderte biometrische Rechnungsgrundlagen in der Lebensversicherung auslösen. Aus geänderter Rechtsprechung im Zusammenhang mit dem Klimawandel können sich neue Haftungsrisiken ergeben. Im eigenen Betrieb können steigende CO 2 -Preise kostenerhöhend wirken. Gleichzeitig können sich aus dem Klimawandel auch eine erhöhte Nachfrage nach (Rück-)Versicherungsprodukten oder Beratung zu Risikomanagement- und Präventionsmaßnahmen ergeben. Geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, wie aktuell in der Ukraine, gehen mit großen Risiken für politische Machtverhältnisse in Europa und weltweit einher. Es sind erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte möglich. Resultierende Erhöhungen der Energiepreise können die Inflation weiter antreiben. Aus den Pensionsverpflichtungen, die die Talanx AG im Zuge der Gerling-Übernahme übernommen hat, kann sich weiterer Nachreservierungsbedarf ergeben, wenn die Zinsen auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren oder gar weiter sinken oder laufende Rechtsstreitigkeiten über unterbliebene Rentenanpassungen weiterführenden Zuführungsbedarf auslösen. Zudem kann eine steigende Inflationsrate zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Um diesem Risiko gegenzusteuern, überprüfen wir die Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung an Problemkrediten aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden. Auswirkungen der Corona-Pandemie können unser Risikoprofil weiterhin beeinflussen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher einzuschätzen, zu welchem Zeitpunkt, beispielsweise durch weitgehende Immunisierung auf Basis von Impfungen, global von einem Ende der Pandemie ausgegangen werden kann. Ebenfalls unklar ist, in welchem Ausmaß und in welcher Geschwindigkeit es zu einer entsprechenden wirtschaftlichen Erholung kommt. Sollte diese später oder weniger stark als erwartet erfolgen, besteht das Risiko, dass es hierdurch zu einer negativen Abweichung von unseren Geschäftserwartungen kommt. Aus überraschenden neuen Ausbrüchen und daraus folgenden Gegenmaßnahmen wie Lockdowns kann es zudem auch immer wieder zu erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten und entsprechenden Auswirkungen auf unser Portfolio kommen. Zusammenfassende Darstellung der RisikolageEs lassen sich aus unserer Sicht keine Risiken erkennen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen. Der Talanx Konzern verfügt über ein funktionsfähiges und angemessenes Governance- und Risikomanagement-System, das er auf hohem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern. Die folgenden - in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach aufgeführten - Risiken bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden/Unfallversicherung, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung, das Naturkatastrophenrisiko sowie das operationelle Risiko. Für das Management des Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken als gut aufgestellt. Prognose- und ChancenberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenDie Ausbreitung der stärker ansteckenden Omikron-Virusvariante sorgte zu Beginn des Jahres 2022 für erneute Einschränkungen des öffentlichen Lebens in zahlreichen Ländern weltweit wie schon im Vorjahr. Anders als 2021 sind jedoch zumindest in den Industrieländern große Teile der Bevölkerung durch die Impfkampagne inzwischen vor schwerwiegenden Krankheitsverläufen geschützt, sodass die Beschränkungen weniger stark ausfallen und auch zukünftig mit möglicherweise noch folgenden Infektionswellen weniger stark ausfallen sollten. Obgleich sich das globale Wirtschaftswachstum im zweiten Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie voraussichtlich etwas abschwächen wird, erwarten wir auch 2022 ein überdurchschnittliches Wachstumsjahr. Das Wachstum in den Industrieländern sollte dabei weiterhin deutlich über dem langfristigen Wachstumspotenzial liegen, während die Entwicklungs- und Schwellenländer wieder auf ihren Vorkrisen-Wachstumspfad zurückkehren dürften. In Europa sollte die Fortsetzung des Aufschwungs primär vom privaten Konsum getragen werden, der von einer niedrigen Arbeitslosigkeit und hohen, während der Pandemie angehäuften Ersparnissen profitiert. Darüber hinaus rechnen wir mit einem stärkeren Lohnwachstum, das die im Jahresverlauf voraussichtlich sinkende, aber immer noch erhöhte Inflation zumindest teilweise kompensiert. Hinzu kommen Mittel aus dem bereits beschlossenen, jedoch zum größten Teil noch nicht ausgezahlten Next-Generation-EU-Programm, während die geldpolitische Unterstützung durch die EZB nur sehr graduell nachlassen sollte. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für die USA, wo sich angesichts einer anhaltenden Arbeitskräfteknappheit bereits ein deutliches Lohnwachstum zeigt. Dies sollte gemeinsam mit hohen Ersparnissen trotz erhöhter Inflation den privaten Konsum befeuern. Die erhöhte Nachfrage dürfte wiederum den Unternehmen Anreize für weitere Investitionen bieten. Für etwas Gegenwind wird voraussichtlich die zu erwartende, deutliche Abnahme der geld- und fiskalpolitischen Unterstützung sorgen. Wesentliche Risiken für den globalen Wachstumsausblick sehen wir in einer unzureichenden Impfstoffwirksamkeit gegenüber neuen Virusvarianten, dem (Wieder-)Aufflammen geopolitischer Konflikte (USA/Europa/Russland, USA/China, etc.) sowie einer verzögerten Behebung der Engpässe in den globalen Lieferketten. Für die USA stellt auch eine zu schnelle/zu starke geldpolitische Straffung durch die US-Notenbank Fed ein signifikantes Risiko für die konjunkturelle Erholung dar, während insbesondere die Eurozone unter einer schwächeren als der erwarteten Konjunkturdynamik in China leiden würde. KapitalmärkteNachdem zahlreiche Notenbanken rund um den Globus bereits 2021 ihre Leitzinsen erhöht haben, rechnen wir auch für die US-Notenbank Fed mit einem Ende der Netto-Anleihekäufe im ersten Quartal und dem nachfolgenden Beginn eines Zinserhöhungszyklus. Der US-Leitzins sollte zum Jahresende mit 0,5 - 0,75 % um 0,5 Prozentpunkte über seinem aktuellen Niveau liegen. Unterdessen dürfte auch die EZB ihre Anleihekäufe zurückfahren, aber nicht vollständig einstellen, während eine Leitzinserhöhung unseres Erachtens auch 2022 nicht auf der Agenda steht. Die abnehmende, aber nicht endende geldpolitische Unterstützung dürfte sich in einem begrenzten Anstieg der Kapitalmarktrenditen widerspiegeln, wobei die US-Renditen ihre europäischen Pendants mit nach oben ziehen sollten. Hiermit dürfte auch ein weiterer, begrenzter Anstieg der Risikoaufschläge für Unternehmens- und südeuropäische Staatsanleihen von historisch niedrigen Niveaus einhergehen. Trotz des Gegenwinds durch steigende Zinsen und die nach dem Post-Corona-Boom langsamer wachsenden Unternehmensgewinne trauen wir den Aktienmärkten auch 2022 begrenztes Aufwärtspotenzial zu. Insbesondere ein zu schneller/zu starker Zinsanstieg birgt jedoch die Gefahr von Rückschlägen. Künftige BranchensituationDeutsche VersicherungswirtschaftDas makroökonomische Umfeld ist weiterhin von Risikofaktoren geprägt, und Prognosen sind daher generell mit einem Vorbehalt behaftet. Insbesondere die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie wird die Entwicklung der Branche 2022 beeinflussen. Unter der Annahme, dass die Schutzimpfungen erfolgreich ausgeweitet und coronabedingte Einschränkungen sukzessive gelockert werden können, dürfte die Versicherungswirtschaft nach Einschätzung des GDV 2022 ein positives Beitragswachstum gegenüber dem Berichtsjahr erreichen. In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für 2022 in Deutschland mit einem gegenüber dem Berichtsjahr gesteigerten Wachstum der Prämieneinnahmen. Eine weitere Normalisierung des Mobilitätsniveaus sollte Impulse für eine positive Beitragsentwicklung ergeben. Sofern die prognostizierten Konjunkturerholungen eintreten, dürfte sich die Nachfrage in allen industriellen Versicherungszweigen erhöhen. Für die deutsche Lebensversicherung rechnet der GDV für 2022 mit einem leichten Beitragsplus. Wachstumsimpulse könnten insbesondere durch die pandemiebedingte hohe Ersparnisbildung der privaten Haushalte in Kombination mit der gestiegenen Unsicherheit und dem Bedürfnis nach Absicherung auftreten. Die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer dürfte angesichts des anhaltenden Niedrigzinsniveaus dennoch weiterhin belastet sein. Internationale VersicherungsmärkteIn der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2022 ein über dem Trend liegendes positives Wachstum der Prämieneinnahmen. Dabei gehen wir von einer erhöhten Wachstumsdynamik sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenmärkten aus. In Letzteren dürfte die Dynamik deutlich stärker ausfallen. Für die entwickelten europäischen Versicherungsmärkte gehen wir für 2022 von einem gegenüber dem Berichtsjahr steigenden Prämienaufkommen aus; das Wachstum in Nordamerika wird auf einem ähnlichen Niveau erwartet. Als einen Treiber dieser Entwicklung sehen wir einen sich weiter verhärtenden Markt bei Gewerbe- und Industrieversicherungen, insbesondere in der industriellen Sach- und Haftpflichtversicherung. Für Mittel- und Osteuropa und für Lateinamerika erwarten wir eine leicht positive Entwicklung. Die stärkste Wachstumsdynamik dürfte im kommenden Jahr aus Asien kommen, insbesondere aus China. Die Profitabilität dürfte sich 2022 erholen, nachdem sie 2021 u. a. durch überdurchschnittlich große Naturkatastrophen unter Druck geraten war. Aufgrund des wahrscheinlich weiterhin niedrigen Zinsniveaus wird eine hohe Underwriting-Disziplin ausschlaggebend sein. Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir für die entwickelten Versicherungsmärkte von einem leichten Wachstum und für die Schwellenländer von einer deutlichen Steigerung des realen Prämienwachstums aus. Der stärkste Impuls dürfte dabei aus Asien kommen. Die Entwicklung für Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika schätzen wir demgegenüber leicht schwächer, jedoch ebenfalls positiv ein. Dies basiert auf der Annahme, dass ein erhöhtes Risikobewusstsein im Zuge der Corona-Pandemie zu einer nachhaltigen Nachfragebelebung führen könnte. Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds bleibt die Profitabilität jedoch weiter unter Druck. Ausrichtung des Talanx Konzerns im Geschäftsjahr 2022Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit bleiben herausfordernd, weil das Kapitalmarkt- und insbesondere das Zins- und Renditeumfeld, aber auch der politische Rahmen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Dies gilt insbesondere wegen der weiterhin bestehenden Corona-Pandemie, höherer Inflation und geopolitischer Risiken. Im Geschäftsbereich Industrieversicherung werden wir unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik fortsetzen. Weiterhin werden wir auch im Jahr 2022 die attraktiven Wachstumsperspektiven der HDI Global Specialty SE nutzen und sollten auch von verbesserten Marktverhältnissen profitieren. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir das Programm "GO25" weiterhin fort. Es legt u. a. den Fokus auf profitables Wachstum insbesondere im Firmen/Freie-Berufe-Geschäft. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International werden wir uns auf unsere Kernmärkte fokussieren und wollen unser profitables Wachstum insbesondere im Schaden/Unfall-Geschäft fortsetzen. Im Geschäftsbereich Rückversicherung erwarten wir auf Basis der anhaltenden nachhaltigen Verbesserung der Preise und Konditionen in der Erst- und Rückversicherung ein weiteres währungskursbereinigtes Wachstum. AUSRICHTUNG DES TALANX KONZERNS IN DEN WESENTLICHEN GESCHÄFTSBEREICHEN UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGENscrollen
Voraussichtliche finanzielle Entwicklung des KonzernsWir gehen von folgenden Annahmen aus: scrollen
Talanx KonzernSTEUERUNGSGRÖSSENscrollen
Für den Talanx Konzern erwarten wir 2022 ein mittleres einstelliges Wachstum der gebuchten Bruttoprämien (währungsbereinigt). Die IFRS-Kapitalanlagerendite sollte bei rund 2,4 % liegen. Das Konzernergebnis erwarten wir in einer Spanne von 1.050-1.150 Mio. EUR. Dies dürfte einer Eigenkapitalrendite von rund 10 % entsprechen, die damit deutlich über unserem strategischen Mindestziel liegen würde. Dieses Ergebnisziel steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden im Rahmen der Erwartungen bleiben und an den Währungs- und Kapitalmärkten keine plötzlichen Schocks auftreten. Unser erklärtes Ziel ist es weiterhin, einen Anteil von 35 % bis 45 % vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten, mindestens jedoch eine Dividende in Höhe des Vorjahres. Die auf das Geschäftsjahr 2022 ausgerichteten Mittelfristziele, insbesondere ein jahresdurchschnittliches Gewinnwachstum je Aktie von mindestens 5 % gegenüber dem ursprünglichen Ziel von 850 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2018, verfolgt der Konzern weiter. IndustrieversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
Für das Geschäftsjahr 2022 gehen wir von einem Bruttoprämienwachstum von größer 7 % aus. Wie im Vorjahr soll das Specialty-Geschäft einen wesentlichen Anteil zu diesem Wachstum beitragen. Auch das übrige Portfolio soll infolge der verbesserten Marktverhältnisse von Prämienanstiegen sowie Neugeschäft profitieren. Die Unternehmensstrategie "HDI Global 4.0" soll konsequent fortgeführt werden. Wir erwarten, dass die bereits erzielten Erfolge uns bei der Erreichung unserer Profitabilitätsziele und der Entwicklung hin zum Global Player unterstützen. Wir prognostizieren für die Industrieversicherung im Jahr 2022 eine Schaden-/Kostenquote von unter 98 %. Die Eigenkapitalrendite soll bei rund 8 % liegen. Privat- und Firmenversicherung DeutschlandSchaden/UnfallversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2022 von einem Bruttoprämienwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Hierzu soll insbesondere weiteres Wachstum im Firmen/ Freie-Berufe-Geschäft beitragen. Unterstützt wird dies durch unser Programm "GO25" mit dem Fokus auf profitables Wachstum und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Dies erreichen wir u. a. als bester Maklerversicherer, bester digitaler Bankenversicherer und wettbewerbsfähiger Privatversicherer. Die kombinierte Schaden-/ Kostenquote sollte bei rund 96 % liegen. LebensversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
Im Segment Lebensversicherung wird sich der Geschäftsbereich weiter auf die Verschlankung des Produktportfolios konzentrieren und den Fokus auf attraktive und profitable Bereiche legen. Infolgedessen gehen wir für 2022 von rückläufigen Bruttoprämien im unteren einstelligen Prozentbereich aus. Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscrollen
Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft und erwarten für 2022 eine Eigenkapitalrendite von rund 6,5 %. Privat- und Firmenversicherung InternationalSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2022 ein hohes einstelliges Wachstum der gebuchten Bruttoprämien im Bereich der Schaden/Unfallversicherung (währungsbereinigt) an. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden/Unfallversicherung dürfte nach unseren Erwartungen 2022 unter 95 % liegen. Hieraus sollte sich für 2022 eine Eigenkapitalrendite von rund 8 % ergeben. RückversicherungSchaden-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
Dank unseres guten Ratings, unserer langjährigen stabilen Kundenbeziehungen und unserer niedrigen Kostenquote sollten wir in der Schaden-Rückversicherung erneut in der Lage sein, ein gutes Ergebnis zu erzielen, vorausgesetzt die Großschadenlast bewegt sich im Rahmen unserer Erwartungen. Als Ziel für unsere kombinierte Schaden-/Kostenquote streben wir weiterhin einen Wert von maximal 96 % an. Personen-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
1 Ohne Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter
Der Neugeschäftswert (Value of New Business) sollte mindestens 125 Mio. EUR erreichen. Rückversicherung insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscrollen
Auf Basis der anhaltenden nachhaltigen Verbesserung der Preise und Konditionen gehen wir für die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt von einem währungskursbereinigten Wachstum der Bruttoprämien von mindestens 5 % aus. Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx Konzern für das Jahr 2022 zwischen 12 % und 13 % und damit über dem strategischen Ziel von 900 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Gesamtaussage des VorstandsDer Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet, um diesen einen bestmöglichen Service bieten zu können. Die Hauptstoßrichtung ist, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren. Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter HDI International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung. ChancenmanagementDie Identifikation und Erschließung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Aufgabe an, die entscheidend dazu beiträgt, dass wir unsere Unternehmensziele erreichen. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet das integrierte Management-Dashboard mit wesentlichen Kennzahlen. Es stellt das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar. Im strategischen Chancenmanagement werden die strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Sie wurden zuvor im jährlich stattfindenden Performance-Prozess auf Basis der Dachstrategie ermittelt. Auf dieser Grundlage validieren die Geschäftsbereiche die Zielgrößen gemäß Zielindikation und erarbeiten spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme. Nach einem Strategiedialog zwischen Konzernleitung und den jeweiligen Geschäftsbereichsvorständen werden die strategischen Einzelprogramme zu einem strategischen Gesamtprogramm des Konzerns zusammengestellt, das den Aufsatzpunkt und den Rahmen für den operativen Teil des Chancenmanagements bildet. Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Hierfür kommt gleichermaßen das integrierte Management-Dashboard zum Einsatz. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich vorwärts gerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus. Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen. Einschätzung künftiger Chancen und HerausforderungenChancen aus der Entwicklung der RahmenbedingungenCorona-Pandemie: Die aktuelle Pandemie, die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wurde, hat sich neben der menschlichen Tragödie auch zu einer globalen Wirtschaftskrise entwickelt. Diese Krise bedeutet auch für unseren Konzern eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen; allerdings sehen wir in ihr auch Chancen für eine positive Geschäftsentwicklung: In der aktuellen Krise hat die Talanx Tochtergesellschaft HDI Versicherung AG entschieden, im Rahmen der Pandemie für Schäden durch Betriebsschließungen aufgrund der Infektionsgefahr aufzukommen, sofern dies in den Versicherungsbedingungen vereinbart wurde. Diese Entscheidung verbessert unsere Reputation als Versicherungsunternehmen und erhöht das Vertrauen, das unsere Kunden in uns setzen. Durch die vermehrte Nutzung digitaler Services während der Coronakrise bietet sich uns die Chance, digitale Projekte schneller als bisher voranzutreiben. Durch den Digitalisierungsschub in unserem Konzern sehen wir auch Chancen, vermehrt Produkte über Onlinevertriebskanäle zu vertreiben. Infolge der Krise sieht unser Tochterkonzern Hannover Rück eine höhere Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Rückversicherungsschutz und maßgeschneiderten Deckungskonzepten, die sich positiv auf die Prämienentwicklung auswirkt. Zu guter Letzt führt die Coronakrise auch dazu, dass der Wandel unserer Unternehmenskultur beschleunigt wird. In der Krise haben wir gezeigt, dass wir uns an veränderte Umstände schnell anpassen können. Den plötzlichen Umstieg großer Teile der Konzernmitarbeiter von Büroarbeit ins mobile Arbeiten haben wir in kürzester Zeit nahezu problemlos bewältigt. Dies ist ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die Transformation hin zu einer agilen Organisation. Sollten wir die Coronakrise besser bewältigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Klimawandel: Mit dem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterlagen zu, was das Schadenvolumen aus Naturkatastrophen signifikant erhöht und uns als Versicherer von einem steigenden Bedarf an Versicherungslösungen zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausgehen lässt. Dies betrifft sowohl den Erstversicherungsbereich als auch die Rückversicherung. Wir verfügen sowohl über weit entwickelte Risikomodelle zur Abschätzung von Risiken aus Naturkatastrophen als auch über umfangreiches Know-how im Bereich Risikomanagement. Das versetzt uns in die Lage, unseren Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zur Absicherung existenzieller Risiken anzubieten. Des Weiteren entsteht durch den Klimawandel eine erhöhte Notwendigkeit, steigenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies ermöglicht uns als institutionellem Anleger, verstärkt in Kapitalanlagen in Form von alternativen Investments zu investieren, wie z. B. Windparks. Des Weiteren haben wir ein Green Bond Framework veröffentlicht. Dieses Framework soll es uns ermöglichen, zukünftig Green Bonds zu emittieren. Green-Bond-Emissionen sind ein wichtiger Baustein, um unsere selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele, wie z. B. CO 2 -Neutralität und ESG-Konformität, zu erreichen. Nebenbei erwarten wir bei Green Bonds Zinsabschläge gegenüber herkömmlichen Anleihen, die schlussendlich den Gewinn unseres Unternehmens steigern. Sollte diesbezüglich die Versicherungsnachfrage sowie die Nachfrage nach Green Bonds schneller steigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Schon heute ist festzustellen, dass Senioren nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen sind. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt. Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit neuen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll weiter fortgesetzt werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) zum Erfolg der Ener giewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen. Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Finanzmarktstabilität: Durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren wurde das Vertrauen der Kunden in Banken erheblich beeinträchtigt. Auch bei den Versicherungsnehmern besteht vor dem Hintergrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sowie der Volatilität an den Kapitalmärkten ein anhaltend hoher Grad an Verunsicherung. Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld bietet aber auch Chancen für Versicherungsunternehmen, innovative Produkte zu entwickeln, die auf diese neuen Gegebenheiten ausgerichtet sind. In Europa, den USA und Asien haben sich vermehrt Lebensversicherer auf den Absatz moderner, flexibler und an die Aktienmarktentwicklung gebundener Produkte konzentriert. Auch im deutschen Versicherungsmarkt geht der Trend eindeutig hin zu kapitaleffizienten Produkten, die für den Lebensversicherer eigenmittelschonend sind und gleichzeitig den Kunden zusätzliche Ertragschancen bieten. Sollte sich das Finanzmarktumfeld deutlicher stabilisieren und die Produktinnovationen schneller Akzeptanz finden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum, die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Vertriebliche ChancenBancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung. Im Talanx Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien, Ungarn und Russland etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx Bancassurance-Modells beruht bei den bisherigen Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf drei Kernfaktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung. Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. In Brasilien haben wir im Jahr 2018 zusammen mit der Bank Santander einen digitalen Versicherer ins Leben gerufen. Das Unternehmen bietet unter dem Namen "Santander Auto" ausschließlich Kfz-Versicherungen über die Vertriebsplattform von Santander an. Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten schneller ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Internet: Durch die zunehmende Digitalisierung führen Cyberangriffe via Internet vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem in jüngster Vergangenheit bekannt gewordene Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden. Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Internetrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Im Unternehmen begründete ChancenInterne Prozesse: Um unseren Konzern zukunfts- und wettbewerbsfähiger zu machen und um Kostennachteile im deutschen Privatkundengeschäft zu beseitigen, richten wir den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland derzeit neu aus. Unter dem Strich geht es darum, Komplexität zu reduzieren und Prozesse kundenfreundlicher und effizienter zu gestalten. Grundlage sind die vier Handlungsfelder Kundennutzen, profitables Wachstum, Effizienz und Leistungskultur. Nur wenn unsere Kunden rundum zufrieden sind, werden wir weiter erfolgreich sein. Daher arbeiten wir daran, sowohl Endkunden als auch Vertriebspartnern ihre Entscheidung so einfach wie möglich zu machen - klare Sprache, schnelle Lösungen, überzeugende Produkte. Um eine positive Prämien- und Ergebnisentwicklung zu erreichen, müssen wir unser Geschäft an eindeutigen Risiko- und Renditevorgaben ausrichten und Chancen im Markt konsequent nutzen. Deshalb müssen wir jedes einzelne Produkt auf seine nachhaltige Rentabilität prüfen und vorhandene Kundenkontakte noch konsequenter bereichsübergreifend nutzen. Diese Neuausrichtung erfordert die Überzeugung, dass sich unser Denken und Handeln konsequent am Maßstab Leistung orientieren muss. Sollte die Neuordnung der internen Prozesse schneller als derzeit erwartet voranschreiten, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung. Durch die Digitalisierung werden Geschäftsprozesse und -modelle mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten. So sollen die Geschäftsprozesse im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland effizienter gestaltet, die Dunkelverarbeitungsquote erhöht und die Servicequalität verbessert werden. Des Weiteren soll im Geschäftsbereich Industrieversicherung die Prozess- und IT-Landschaft länderübergreifend harmonisiert werden. Dadurch wollen wir ein global führender Anbieter von Industrieversicherungen werden. Durch die Digitalisierung ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Im Rahmen der Digitalisierung haben sich das Kundenverhalten sowie die Erwartungshaltung bezüglich der Schadenregulierung verändert. Dies betrifft insbesondere die junge Kundengeneration, die schnelle und einfache Lösungen erwartet. Um auf die neu entstandenen Kundenbedürfnisse einzugehen, haben wir eine Schadenservice-App entwickelt. Sie ermöglicht es dem Kunden, innerhalb weniger Minuten eine Schadenmeldung mit wichtigen Informationen zum Schaden abzusetzen. Um Kunden auch nach Ausnahmeschadenereignissen - wie z. B. Starkregen, Sturm oder schweren Hagelschauern - schnell helfen zu können, haben wir einen virtuellen Call-Center-Assistenten entwickelt. Dieser Sprachroboter fragt mittels Künstlicher Intelligenz Basisdaten des Kunden ab. Dadurch gewinnen unsere Mitarbeiter Zeit, die sie gezielt für individuell zu veranlassende Maßnahmen bei den betroffenen Kunden einsetzen können. Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Wissensmanagement: Wissens- und Innovationsmanagement gewinnen auch in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Um den gezielten Austausch von Wissen und Innovation zu fördern, haben wir ein Best Practice Lab in unserem Konzern eingerichtet: Experten auf internationaler Ebene tauschen sich in Excellence-Teams zu Fachthemen aus und entwickeln gemeinsam neue Lösungen, u. a. zu den Themen Pricing, Vertrieb, Marketing, Schaden, Betrugsmanagement, Kundenservice-Center und Digitalisierung. Die Ergebnisse und Lösungen des Best Practice Lab stellen wir unseren Gesellschaften zur Verfügung, damit diese ihre Prozesse und Methoden permanent verbessern können. Sollten wir mit unserem Best Practice Lab schneller neue Lösungen und Ideen generieren und umsetzen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen. Agilität: Veränderungen in der globalisierten Welt im Informationszeitalter vollziehen sich in immer höherem Tempo. Die Welt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Um als Versicherungsunternehmen mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten zu können, ist der Wandel hin zu einer agilen Organisation notwendig. Eine agile Organisation zu sein, bedeutet für uns, eine lernende Organisation zu sein, die den Nutzen des Kunden in den Mittelpunkt stellt, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Aus diesem Grund setzen wir auf interdisziplinäre und kreative Teams, offene und direkte Kommunikation, flache Hierarchien sowie eine gelebte Fehlerkultur. Durch zahlreiche Initiativen unterstützen wir den Wandel unseres Unternehmens hin zu einer agilen Organisation. Wir gestalten unsere Arbeitsplätze so, dass Kommunikationswege verkürzt werden und der bereichsübergreifende Austausch gefördert wird. Mithilfe unseres Agility Campus lernen unsere Mitarbeiter agile Methoden kennen und werden befähigt, eigenständig neue Lösungen zu entwickeln. In unseren Teams werden Daily-Stand-up-Meetings abgehalten, um die Selbststeuerung der Teams zu verbessern. Des Weiteren setzen wir auf hybrides Arbeiten und bieten unseren Mitarbeitern an, bis zu 60 % der Arbeit mobil, d. h. außerhalb des Büros, zu erledigen. Dies ermöglicht unseren Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, während gleichzeitig der gemeinsame direkte Austausch unter Kollegen erhalten bleibt. Außerdem führen wir beispielsweise Hackathons durch, um neue Ideen zu sammeln, die wir in unserem Digital Lab weiterentwickeln. Agilität bietet Chancen für Kunden, Mitarbeiter und Investoren. Kunden können von neuen Versicherungslösungen profitieren, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mitarbeiter haben durch agiles Arbeiten mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können an neuen Herausforderungen wachsen. Zu guter Letzt profitieren Investoren von einem steigenden Unternehmensgewinn, wenn die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Sollte der Wandel hin zu einer agilen Organisation schneller umgesetzt werden als erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen. Gesamtbild der ChancenlageDer Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend die Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen, um frühzeitig die sich bietenden Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf zu reagieren. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen. KonzernabschlussKonzernbilanz zum 31. Dezember 2021KONZERNBILANZ - AKTIVA scrollen
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Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
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KONZERNBILANZ - PASSIVAscrollen
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Konzernanhang
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Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
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Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Aufstellung der Veränderung des Konzern-EigenkapitalsAUFSTELLUNG DER VERÄNDERUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSscrollen
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Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Kapitalflussrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscrollen
1 Die Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 144
(288) Mio. EUR sowie erhaltene Dividenden von 623 (330)
Mio. EUR und erhaltene Zinsen von 3.301 (3.453) Mio. EUR
werden dem Kapitalfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen
Dividenden beinhalten ebenfalls dividendenähnliche
Gewinnbeteiligungen aus Investmentfonds sowie
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. KonzernanhangAllgemeine InformationenDer Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochterunternehmen (zusammen Talanx Konzern oder Talanx Gruppe). Unmittelbar oder über Kooperationen ist die Gruppe in mehr als 150 Ländern aktiv. Sie bietet Versicherungsdienstleistungen sowohl im Schaden/Unfall- als auch im Lebensversicherungsgeschäft, in der Rückversicherung sowie Geschäfte im Bereich Asset-Management. Die Talanx AG hat ihren Sitz am HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR Hannover B 52546 eingetragen. Die Talanx AG ist die Finanz- und Management-Holding und agiert auch operativ als konzerninterner Rückversicherer für die Erstversicherungen. Die Talanx AG gehört zu 78,94 (79,0) % dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Obergesellschaft), Hannover (HDI V. a. G.). Der HDI V. a. G. ist nach § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, in den die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochtergesellschaften einbezogen sind. Der Konzernabschluss des HDI V. a. G. wird im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRSDer Konzernabschluss der Talanx Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie gemäß den nach § 315e Absatz 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Versicherungsspezifische Geschäftsvorfälle, für die die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) auf dem Stand der Erstanwendung des IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert und bewertet. IFRS 4 fordert Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Versicherungsverträgen. IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" fordert Ausführungen zu Risiken aus Finanzinstrumenten. § 315 Absatz 2 Nummer 1 HGB fordert für den Lagebericht ebenfalls Angaben zum Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken. Die entsprechenden Erläuterungen dazu finden sich im Risikobericht. Zu den Angaben nach IFRS 4 verweisen wir insbesondere auf Seite 104 - 111 "Versicherungstechnische Risiken", zu den Angaben nach IFRS 7 auf Seite 111 - 116 "Risiken aus Kapitalanlagen". Auf eine zusätzliche inhaltsgleiche Darstellung im Anhang haben wir verzichtet. Für einen Gesamtüberblick zur Risikosituation sind sowohl der Risikobericht als auch die Anhangangaben zu berücksichtigen. Zur besseren Orientierung verweisen wir im Risikobericht und im Anhang auf die korrespondierenden Erläuterungen. Die wesentlichen Effekte für den Konzern als Folge der Corona-Pandemie werden im zusammengefassten Lagebericht (u. a. im Kapitel "Geschäftsentwicklung") erläutert. Im Berichtsjahr fielen die Belastungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus. Auswirkungen der Pandemie auf den Konzernabschluss der Talanx ergeben sich vorwiegend in dem Segment Personen-Rückversicherung, wonach sich die Schäden im Berichtsjahr um insgesamt 582 Mio. EUR erhöhten. Gegenläufig ergaben sich positive Effekte, u. a. durch niedrigere Schadenaufwendungen aufgrund verringerter Schadenfälle und Auflösungen aus Prämienrückstellungen, in Höhe von 164 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden insgesamt 1,5 Mrd. EUR für eingetretene Schäden zurückgestellt (davon Schaden-Rückversicherung 950 Mio. EUR, Personen-Rückversicherung 261 Mio. EUR und Industrieversicherung 174 Mio. EUR). Von den außerplanmäßigen Abschreibungen auf gehaltene Investments sind 8 (133) Mio. EUR auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Diese betreffen im Wesentlichen Aktien (6 [53] Mio. EUR). Im Vorjahr führten die Effekte aus der Pandemie darüber hinaus zu Abschreibungen auf alternative Kapitalanlagen in Höhe von 80 Mio. EUR. Dem gegenüber stehen in diesem Geschäftsjahr Erträge aus einem Risiko-Swap zur Absicherung gegen einen extremen Anstieg der Mortalitätsraten, beispielsweise infolge von Pandemien, Naturkatastrophen oder Terroranschlägen. Die Marktwertänderung dieses Derivats führte im Jahresverlauf zu einem Ertrag in Höhe von 44 Mio. EUR. Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, dass aus Gründen der Transparenz Betragsangaben in Tausend Euro (TEUR) erforderlich sind. In den Tabellen dieses Berichts können Rundungsdifferenzen auftreten. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr. Neu anzuwendende Standards/Interpretationen und Änderungen von StandardsDer Konzern hat die folgenden geänderten IFRS-Vorschriften zum 1. Januar 2021 übernommen: Im Rahmen der Phase 2 des Interest-Rate-Benchmark-Reformprojekts hat das IASB im August 2020 die Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 "Reform der Referenzzinssätze" veröffentlicht. Die Überarbeitungen dieser Standards wurden im Januar 2021 von der EU übernommen und sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen. Die Änderungen dienen der Umsetzung spezifischer Fragestellungen im Zusammenhang mit der Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen alternativen Zinssatz. Um die Auswirkungen der IBOR-Reform auf den Konzern zu untersuchen und einen reibungslosen Übergang auf alternative Referenzzinssätze sicherzustellen, wurde ein separates Implementierungsprojekt aufgesetzt. Die Untersuchung wurde auf Ebene der jeweiligen Einzelverträge durchgeführt. Weiterhin wurden die Implikationen auf die Bewertung von Finanzinstrumenten und die entsprechend erforderlichen Anpassungen in den IT-Systemen betrachtet. Zum 31. Dezember 2021 wurden neben einer Bestandsanalyse die Auswirkungen auf die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung analysiert sowie unsere Investitionsstrategie daran angepasst. Darüber hinaus fand sowohl eine konzernweite Kommunikation als auch eine Kommunikation gegenüber Kontrahenten und Emittenten statt. Die Umstellung auf die neuen Referenzzinsraten wurde seit dem Jahr 2021 sukzessive umgesetzt, Bewertungseffekte über einer vorher definierten Bagatell- bzw. Wesentlichkeitsgrenze wurden dabei durch den Austausch von Kompensationszahlungen mit den jeweiligen Kontrahenten ausgeglichen. Es ist darauf hinzuweisen, dass es auch bei bestimmten Vermögenswerten in unserem Bestand, deren Vertragsbedingungen sich nicht explizit auf die reformierten Referenzzinssätze beziehen, zu Bewertungseffekten kommen kann, wenn bei der Bestimmung ihres Marktwerts auf diese Referenzzinssätze zurückgegriffen wird. Im Bestand des Konzerns befanden sich zum Berichtszeitpunkt 528 Verträge mit einem Marktwert in Höhe von insgesamt 859 Mio. EUR, die sich in ihren Vertragsbedingungen auf die umzustellenden Referenzzinssätze beziehen und von der Umstellung der Referenzzinssätze betroffen sein werden. Wir gehen davon aus, dass sich aus der Umstellung keine nennenswerten Ergebniseffekte ergeben. Das Amendment zu IFRS 16 "Leasing": Covid-19-bedingte Änderungen wurde um ein Jahr verlängert und gilt nun für Leasingzahlungen, die bis zum 30. Juni 2022 fällig werden. Ein Endorsement der Verlängerung ist erfolgt. Der Konzern hat bereits im letzten Jahr entschieden, von der Erleichterung keinen Gebrauch zu machen. Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht frühzeitig angewandt werdena) EU-Endorsement ist bereits erfolgtDer am 24. Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung". IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, wird aber vom Talanx Konzern aufgrund der erneuten Änderungen an IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 und IFRS 4" - welche es bestimmten Versicherungsunternehmen ermöglichen, die verpflichtende Anwendung von IFRS 9 zu verschieben - erst in Geschäftsjahren ab dem 1. Januar 2023 unter Berücksichtigung aller bis dahin vorgenommenen Anpassungen des Standards angewendet. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 besteht für Unternehmen, die überwiegend im Versicherungsgeschäft tätig sind. Der Talanx Konzern erfüllt die notwendigen Voraussetzungen hierfür (der Anteil der Versicherungsaktivitäten des Konzerns lag am 31. Dezember 2015 bei 96,7 %, eine Änderung der Geschäftstätigkeit hat zwischenzeitlich nicht stattgefunden) und nimmt u. a. wegen der Wechselwirkung der Bilanzierung der Finanzinstrumente und Versicherungsverträge die Möglichkeit der Verschiebung in Anspruch. Die Anhangangaben im Rahmen des "Deferral Approach" (Zeitwerte der derzeit im Bestand befindlichen Finanzinstrumente, unterteilt nach dem Zahlungsstromkriterium sowie Angaben zu Ausfallrisiken der Wertpapiere, die den "SPPI-Test" bestehen), die eine gewisse Vergleichbarkeit mit den Unternehmen ermöglichen sollen, die bereits IFRS 9 anwenden, werden im Konzernanhang im Abschnitt "Sonstige Angaben" dargestellt. Über das konzernweit aufgesetzte Projekt IFRS 9 stellen wir sicher, dass die erforderlichen Implementierungsschritte fristgerecht umgesetzt werden sowie eine Analyse der Auswirkungen des Standards auf die Konzernfinanzdaten und die Abschlussprozesse durchgeführt wird. Zudem haben wir die technische Umsetzung bei ausgewählten Pilotgesellschaften getestet. Aufgrund der Natur des Versicherungsgeschäftes erwarten wir, dass der überwiegende Teil unseres Portfolios an Fremdkapitalinstrumenten dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" zugeordnet wird. Dem folgend wird erwartet, dass ein maßgeblicher Teil dieser Finanzinstrumente im Konzern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Die neuen Klassifizierungsregeln des IFRS 9 werden zudem dazu führen, dass deutlich mehr Finanzinstrumente erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet werden. Dies trifft u. a. auf unsere Derivate, komplexe strukturierte Produkte, Anteile an Publikumsfonds und Private-Equity-Beteiligungen zu. Auswirkungen sind auch von dem neuen Wertminderungsmodell für Fremdkapitalinstrumente zu erwarten. Nach ersten Testrechnungen wird erwartet, dass die Risikovorsorge im sehr niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen wird. Die endgültigen Auswirkungen von IFRS 9 können zudem nur unter Beachtung der Wechselwirkung mit dem Bilanzierungsstandard IFRS 17 (s. u.) vollständig bestimmt werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses konnten die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage daher noch nicht verlässlich quantifiziert werden. Die Anzahl und Größe der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode im Konzernabschluss einbezogen werden und aufgrund lokaler Vorschriften den IFRS 9 bereits anwenden müssen, sind von untergeordneter Bedeutung. Daher wurde bei diesen Gesellschaften auf eine Umbewertung sowie Angabe weiterer Informationen verzichtet. IFRS 17 "Versicherungsverträge" wurde am 18. Mai 2017 vom IASB veröffentlicht und löst künftig IFRS 4 ab. Im Juni 2020 hat das IASB einen Änderungsstandard zu IFRS 17 veröffentlicht. Die Änderungen beinhalteten neben gezielten Klarstellungen zu einzelnen Themenbereichen auch eine Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des Standards. Mit der Bekanntgabe der Verordnung (EU) Nr. 2021/2036 wurde IFRS 17 einschließlich der Änderungen aus Juni 2020 in EU-Recht übernommen und ist in dieser Fassung spätestens für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Gleichzeitig hat die Verordnung jedoch eine nur in der EU geltende optionale Ausnahme festgelegt, wonach Unternehmen für Verträge mit einer Überschussbeteiligung - wie sie in Deutschland und einer Reihe anderer EU-Staaten üblich ist - eine optionale Erleichterung in Bezug auf die Jahreskohortenregelung nutzen können. Dieses Wahlrecht nimmt der Talanx Konzern jedoch nicht in Anspruch und wird IFRS 17 in der IASB-Fassung für das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2023 anwenden. Der Talanx Konzern hat wegen der besonderen Bedeutung der neuen Bilanzierungsregelungen ein mehrjähriges Projekt aufgesetzt, in dem die Auswirkungen des Standards einschließlich der Wechselwirkung mit IFRS 9 auf den Konzernabschluss untersucht und die notwendigen Umsetzungsschritte fortgeführt wurden. Die Ausarbeitung rechnungslegungstechnischer Grundlagen und die Implementierung der umfangreichen Anforderungen in den Prozessen und Systemen des Konzerns sind soweit erfolgt. Mit dem IFRS 17 werden erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung und die Darstellung von Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung implementiert. Nach dem Bewertungsmodell des neuen Standards werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt. Als "Versicherungsumsatz" werden statt Prämieneinnahmen in jeder Periode die Änderungen aus der Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ausgewiesen, für die das Versicherungsunternehmen ein Entgelt erhält, abzüglich Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten. Bei gleichem Geschäftsvolumen rechnen wir daher mit einem Rückgang der auszuweisenden Umsatzgröße im Vergleich zum derzeitigen Ausweis der gebuchten Bruttoprämie, allerdings ohne Beeinflussung des versicherungstechnischen Ergebnisses. Versicherungsfinanzertrag und -aufwand resultieren aus Abzinsungseffekten und finanziellen Risiken und deren Änderungen. Sie können je Portfolio entweder vollständig erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst oder auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das sonstige Ergebnis aufgeteilt werden. Der Talanx Konzern wird das Wahlrecht in Anspruch nehmen, den Versicherungsertrag und -aufwand zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Ergebnis aufzuteilen. Änderungen in den Annahmen, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen, werden gegen die vertragliche Servicemarge gebucht und über die Dauer des noch zu erbringenden Versicherungsschutzes und der Investmentmanagement-Dienstleistung verteilt. Wird die Servicemarge negativ, ist ein entsprechender Betrag erfolgswirksam zu erfassen. Dieses grundlegende Bewertungsmodell für Versicherungsverträge wird ausschließlich im Geschäftsbereich Rückversicherung Anwendung finden. Die Anwendung des IFRS 17 sieht für kurz laufende Verträge (Deckungszeitraum nicht mehr als zwölf Monate) oder sofern die Bewertung der Deckungsrückstellung nicht wesentlich von der Bewertung nach generellem Bewertungsmodell abweicht, ein vereinfachtes Verfahren vor. Dieses bildet die Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz wie bislang über Prämienüberträge abzüglich möglicher Abschlusskosten zur Erlangung des Versicherungsvertrags ab. Für kurz laufende Verträge enthält der Standard ein Wahlrecht für den Verzicht auf die Abzinsung dieser Deckungsrückstellung, das der Talanx Konzern ausüben wird. Für die entsprechende Schadenrückstellung führt der Standard eine verpflichtende Abzinsung sowie eine Risikoanpassung für nichtfinanzielle Risiken ein. Im Konzern findet dieses vereinfachte Verfahren insbesondere Anwendung im Schaden/Unfall-Erstversicherungsgeschäft, sofern die Verträge die oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Für das Lebensversicherungsgeschäft mit Überschussbeteiligung ist im Wesentlichen eine modifizierte Form des allgemeinen Bewertungsmodells anzuwenden, der "Variable Fee Approach". Dieser Ansatz wird vor allem in den beiden Segmenten Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und Privat- und Firmenversicherung International angewandt. Für die aktive und passive Rückversicherung ist dieser Ansatz nicht zulässig. Die Erstanwendung von IFRS 17 hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen. Sofern keine ausreichende Datengrundlage für eine vollständige retrospektive Anwendung des IFRS 17 vorliegt, besteht ein Wahlrecht zur Anwendung eines modifizierten retrospektiven Ansatzes - sofern hierfür ausreichend angemessene und belastbare Daten zur Verfügung stehen - oder des Fair-Value-Ansatzes. Im Talanx Konzern wird erwartet, dass von allen drei Verfahren in Abhängigkeit von der Datenverfügbarkeit Gebrauch gemacht wird. In diesem Geschäftsjahr wurden Analysen zu den Auswirkungen des Standards auf die Konzernfinanzdaten durchgeführt. Da die neuen Vorschriften die Kerngeschäftstätigkeit des Konzerns betreffen, ist unvermeidlich mit wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss zu rechnen. Erwartungsgemäß hat die Einführung des Bilanzierungsstandards in der Leben-Erstversicherung und Personen-Rückversicherung in Summe eigenkapitalverringernde Effekte, die den positiven Effekt aus den Schaden/Unfall-Segmenten, vor allem aus der Abzinsung der Schadenreserve, überkompensieren. Daher erwarten wir aus der Umstellung auf die IFRS-17-Rechnungslegung insgesamt einen eigenkapitalreduzierenden Effekt für den Konzern. Die einzelnen quantitativen Effekte auf den Konzernabschluss können zu dem derzeitigen Zeitpunkt noch nicht im Detail bestimmt werden. Darüber hinaus wurden weitere Standardänderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden: NEU ANZUWENDENDE STANDARDÄNDERUNGENscrollen
1 Für Geschäftsjahre, die am oder nach
dem angegebenen Datum beginnen
b) EU-Endorsement ist noch ausstehendDas IASB hat am 9. Dezember 2021 die Änderungen an IFRS 17 "Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen" veröffentlicht. Die Ergänzung des IFRS 17 erlaubt es Erstanwendern des Standards, finanzielle Vermögenswerte in der Vergleichsperiode - also für das Jahr 2022 - so darzustellen, als ob die Klassifizierungs- und Bewertungsregeln in IFRS 9 auf diese finanziellen Vermögenswerte angewendet worden wären (Klassifizierungsüberlagerung). Diese Änderung wird der Konzern umsetzen und somit aus seiner Sicht die Vergleichsinformationen zu den Finanzinstrumenten aussagekräftiger darstellen. Demnach wird der Konzern die Klassifizierungsüberlagerung auf alle in der Vergleichsperiode ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte anwenden sowie auch die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 implementieren. Das EU-Endorsement für diese Änderung wird noch 2022 erwartet. Zudem wurden die folgenden Standardänderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden: NEU ANZUWENDENDE STANDARDÄNDERUNGENscrollen
1 Für Geschäftsjahre, die am oder nach
dem angegebenen Datum beginnen
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenNachfolgend werden die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden dargestellt, die der Erstellung des Konzernabschlusses zugrunde liegen. Sofern nicht separat angegeben, entsprechen die angewendeten Methoden denen des Vorjahrs. Die im Geschäftsjahr 2021 neu anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sind im Kapitel "Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS", die Konsolidierungsgrundsätze im Kapitel "Konsolidierung" (137 ff. und 163 ff.) beschrieben. Im vierten Quartal 2020 hat die Hannover Rück über ihre australische Tochtergesellschaft ein Portfolio von Lebensversicherungspolicen gezeichnet. Die Vermittlung und Verwaltung der Policen sowie der Vertrieb und das Marketing von Neugeschäft werden dabei von einem darauf spezialisierten Unternehmen übernommen. Auf Basis des prognostizierten Geschäftsverlaufes dieses Portfolios wurde mit dem Vermittler eine Provisionszahlung für die Vermittlung bestehender und zukünftiger Policen vereinbart. Um neben der Hannover Rück weitere interessierte Investoren an den Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung des Portfolios zu beteiligen, erfolgte die Finanzierung der Provisionszahlung durch die Einbeziehung einer Zelle einer sogenannten "Segregated Accounts Company", die entsprechend ausgestaltete Wertpapiere emittiert hat. Ein Teil dieser Wertpapiere wurde von der Hannover Rück SE gezeichnet. Im Konzernabschluss 2020 wurden das Portfolio von Lebensversicherungspolicen einerseits und die gezeichneten Wertpapiere andererseits separat gemäß den Vorschriften des IFRS 4 bzw. des IAS 39 dargestellt. Nach nochmaliger eingehender Analyse der vertraglichen Details der Transaktion halten wir jedoch eine verbundene Betrachtungsweise der Komponenten der Transaktion aus Sicht der Talanx Gruppe als einheitliches Bilanzierungssubjekt als geeignetere Darstellung, verlässliche und relevante Informationen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der Transaktion zu liefern. Nach dieser Betrachtungsweise entspricht die Transaktion insgesamt in ihrer ökonomischen Wirkung und mit ihren Zahlungsströmen einem Versicherungsvertrag. Die Provisionszahlung ist demnach unter der Bilanzposition "Abgegrenzte Abschlusskosten" zu aktivieren und dem Geschäftsverlauf folgend zu amortisieren. Aufgrund dieser Veränderung der Darstellung der Transaktion gemäß IAS 8.14(b) wurden die Vergleichsangaben für Vorperioden den Regelungen des IAS 8.19(b) folgend angepasst. Die Auswirkungen dieser Änderung auf die einzelnen Positionen der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt (siehe Buchstabe a)). Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben sich nicht ergeben. In Zusammenhang mit der Neuallokation konzerninterner Selbstbehalte wurden zum Stichtag 31. Dezember 2020 im Segment Konzernfunktionen Schadenreserven teilweise aufgelöst. Eine nachträgliche Analyse ergab, dass die Auflösung nur insoweit hätte erfolgen dürfen, wie sie über den Ablösebetrag hinausging, und die Rückentlastung somit um 26 Mio. EUR zu hoch erfolgte. In Übereinstimmung mit IAS 8.42 wurden die Gewinnrücklagen rückwirkend zum 31. Dezember 2020 um 26 Mio. EUR gemindert und die Schadenreserven in gleicher Höhe erhöht (siehe Buchstabe b)). Das Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 verminderte sich infolge dessen von 2,66 EUR auf 2,56 EUR. AUSWIRKUNGEN AUF DIE KONZERNBILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2020scrollen
AUSWIRKUNGEN AUF DIE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2020scrollen
Wesentliche Ermessensentscheidungen und SchätzungenBei der Aufstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen vorgenommen. Sie beziehen sich auf die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Angaben zu Eventualverbindlichkeiten. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Sie basieren auf Erfahrungen und Erwartungen über zukünftige Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig erscheinen. Die Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst. Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen sind vor allem bei folgenden Positionen von Bedeutung: scrollen
Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und BewertungsmethodenVersicherungs- und InvestmentverträgeVersicherungs-/Rückversicherungsverträge sowie Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung werden nach den Bestimmungen der US GAAP auf den Stand der Erstanwendung von IFRS 4 "Versicherungsverträge" am 1. Januar 2005 bilanziert, sofern IFRS 4 keine gesonderten Vorschriften vorhält. Wir zitieren einzelne Regelungen der US GAAP unter Verwendung der zu diesem Zeitpunkt gültigen Bezeichnung (Statement of Financial Accounting Standard [SFAS]). Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. AktivseiteImmaterielle VermögenswerteDer aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten, dass eine Wertminderung vorliegen könnte, einem Werthaltigkeitstest unterzogen und mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Details zum Werthaltigkeitstest sowie zu den Sensitivitätsanalysen siehe Anmerkung 1). Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte: Der Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (PVFP) ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Versicherungs-/Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen zum Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuern gebildet werden, und einem Versicherungsnehmeranteil (nur bei Lebensversicherungsverträgen) zusammen. Die Versicherungsbestände werden entsprechend der Realisierung der Überschüsse, die der Berechnung zugrunde liegen, und unter Beachtung der Laufzeiten der erworbenen Verträge amortisiert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit bzw. der verwendeten Bewertungsparameter erfolgt mindestens einmal im Jahr; gegebenenfalls werden dann die Amortisationsverläufe angepasst oder Wertminderungen vorgenommen (Details u. a. zu Laufzeitangaben siehe Anmerkung 2). Die Amortisation des PVFP aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis unter "Ergebnis aus Investmentverträgen" aus. Die Abschreibungen bzw. die Amortisation auf den Aktionärsanteil bilanzieren wir in der Position "Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen". Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Sie werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauer in der Regel linear abgeschrieben. Diese beträgt bei Software in der Regel drei bis zehn Jahre, die der erworbenen Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen grundsätzlich vier bis 16 Jahre. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (z. B. erworbene Markennamen) werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn für einen Vermögenswert Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen, die im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind, werden auf die versicherungsspezifischen Funktionsbereiche verteilt; sofern eine Zuordnung auf die Funktionsbereiche nicht möglich ist, werden sie im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. Käuflich erworbene CO 2 -Zertifikate werden abgeschrieben, sobald zum Ausgleich des CO 2 -Fußabdrucks des Konzerns ihre Stilllegung gegenüber dem Emittenten erklärt wurde. Bei einer Software-as-a-Service-Vereinbarung (SaaS) unter Einbezug einer öffentlichen Cloud liegt in der Regel ein nicht aktivierbarer Dienstleistungsvertrag vor. Konfigurations- und Customizingkosten bei einer SaaS werden nur dann als ein immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn sie die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen. Ansonsten werden diese Kosten als Aufwand erfasst. KapitalanlagenDen fremdgenutzten Grundbesitz setzen wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten an. Er wird linear über die erwartete Nutzungsdauer und maximal über 50 Jahre abgeschrieben. Es wird nicht erwartet, dass sich aus dem Klimawandel Auswirkungen auf die Nutzungsdauer ergeben. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelte Verkehrswert (erzielbarer Betrag) den Bilanzwert um mehr als die planmäßige Abschreibung eines Kalenderjahres unterschreitet. Auf dem Ertragswertverfahren beruhende Bewertungen führen für den direkt gehaltenen Bestand grundsätzlich konzerninterne Gutachter durch. Alle fünf Jahre wird ein externes Gutachten erstellt. Bei Immobilienspezialfonds wird alle zwölf Monate - Stichtag ist das Datum der Erstbewertung - ein externes Marktwertgutachten eingeholt. Ergebnisse aus dem Abgang einer Immobilie, Unterhaltungskosten und Reparaturen wie auch Abschreibungen und etwaige Wertminderungen/Zuschreibungen werden im Gewinn oder Verlust (im Kapitalanlageergebnis) berücksichtigt. Unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden Anteile an Tochtergesellschaften erfasst, Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode bewertet werden, sowie sonstige Beteiligungen. Bei börsennotierten Anteilen erfolgt der Ausweis zum beizulegenden Zeitwert. Andere Anteile werden zu Anschaffungskosten bewertet, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen. Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen ausschließlich die nach der Equity-Methode konsolidierten wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis dieser Finanzanlagen. Weitere Angaben sind dem Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" im Kapitel "Konsolidierung" zu entnehmen. Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 bei Erwerb oder Veräußerung grundsätzlich zum Erfüllungstag angesetzt/ausgebucht. Finanzaktiva werden bei Zugang in die vier Kategorien "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" entsprechend dem jeweiligen Zweck untergliedert. Finanzpassiva werden entweder als "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" oder als "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" klassifiziert. In Abhängigkeit von der Kategorisierung werden gegebenenfalls Transaktionskosten hinzuaddiert bzw. abgezogen, die mit dem Erwerb in direkter Verbindung stehen. Die Folgebewertung der Finanzinstrumente erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value (beizulegenden Zeitwert). Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der ergebniswirksamen Amortisierung von Agien und Disagien nach der Effektivzinsmethode und etwaigen Wertminderungen und Zuschreibungen. Bei den Darlehen und Forderungen handelt es sich in erster Linie um festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und Hypothekendarlehen. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Wertminderung/Wertaufholung erfolgt im Gewinn oder Verlust. Die Obergrenze der Zuschreibung bilden die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich zum Bewertungszeitpunkt ohne Wertminderungen ergeben hätten. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente sind Finanzinstrumente, für die der Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten. Bei der Bewertung und der Überprüfung der Werthaltigkeit wird analog zur Prüfung von Darlehen und Forderungen vorgegangen. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente enthalten festverzinsliche und nicht festverzinsliche Finanzinstrumente, für die der Konzern keine unmittelbare Verkaufsabsicht hat und die keiner anderen Kategorie zuzuordnen sind. Diese Wertpapiere werden mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Agien und Disagien werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, latenten Steuern und Beträgen, die bei Lebensversicherern im Zuge der Realisierung den Versicherungsnehmern zustehen (Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung), im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital (übrige Rücklagen) ausgewiesen. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente umfassen den Handelsbestand sowie Finanzinstrumente, die zum Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden. Handelsbestände umfassen insbesondere alle derivativen Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten einschließlich trennungspflichtiger eingebetteter Derivate hybrider Finanzinstrumente sowie Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen, sofern sie nicht als Hedges (Hedge-Accounting nach IAS 39) qualifiziert sind. Derivate mit negativen Marktwerten bilanzieren wir unter den übrigen Verbindlichkeiten. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente betreffen strukturierte Produkte, die unter Anwendung der Fair Value Option ausgewiesen werden. Alle erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt. Liegen als Marktwerte keine Börsenkurse vor, bestimmen sich die Wertansätze der entsprechenden Finanzinstrumente über anerkannte Bewertungsmethoden. Alle unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dieser Bewertung erfassen wir, wie die realisierten Ergebnisse, im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis). Die einzelnen Bilanzposten der Kapitalanlagen werden in den jeweiligen Anmerkungen dieses Anhangs auf die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 übergeleitet. Derivate, die als Sicherungsinstrumente (Hedge-Accounting) designiert werden, werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten oder übrigen Verbindlichkeiten angesetzt. Die Erfassung von Gewinnen und Verlusten in der Folgebewertung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des abgesicherten Risikos. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte (Fair-Value-Hedge) und als Sicherung gegen bestimmte mit einer bilanzierten Verbindlichkeit/ einem bilanzierten Vermögenswert oder einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundene Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow-Hedge). Weitere Informationen dazu siehe Anmerkung 13. Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte: Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich auf Basis aktueller, öffentlich verfügbarer, nicht adjustierter Marktpreise. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, wird deren Geldkurs bzw. gehandelter Kurs zur Bewertung herangezogen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit dem Briefkurs zum Stichtag bewertet. Falls kein aktueller Marktpreis zur Verfügung steht, wird ein Bewertungskurs mithilfe gängiger finanzmathematischer Modelle auf Basis aktueller und beobachtbarer Marktdaten ermittelt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet werden. Finanzielle Vermögenswerte, für die keine öffentlichen Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Finanzinstrumente der Zeitwerthierarchiestufe 3), werden überwiegend mithilfe unabhängiger Sachverständiger und unter Einbeziehung von Plausibilitätsprüfungen bewertet (z. B. geprüfter Net Asset Value). Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Anmerkung 12. BEWERTUNGSMODELLE DER FAIR-VALUE-ERMITTLUNGscrollen
1 NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert)
Wertberichtigung (Impairment): Wir prüfen zu jedem Bilanzstichtag, ob bei den finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert eingestuft sind, objektive Hinweise auf eine Wertberichtigung vorliegen. Dabei schließen wir den nach der Equity-Methode bilanzierten Anteil der finanziellen Vermögenswerte ein. Bei gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten gilt ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter deren Anschaffungskosten als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Wir halten einen Rückgang um 20 % für signifikant und einen Zeitraum von neun Monaten für länger anhaltend. Diese Regelungen wenden wir analog auch bei Beteiligungen an Fonds an, die in privatem Beteiligungskapital (Private Equity) investieren. In diesem Fall schreiben wir auf den Nettovermögenswert (Net Asset Value) als Approximation des Marktwertes ab. Um dem spezifischen Charakter dieser Fonds Rechnung zu tragen (hier anfänglich negativer Rendite- und Liquiditätsverlauf während der Investitionsperiode der Fonds), schreiben wir innerhalb einer zweijährigen Karenzphase ausschließlich bei Vorliegen von Hinweisen auf signifikante oder nachhaltige Wertminderungen ab, die nicht auf den J-Curve-Effekt zurückzuführen sind. Indikatoren für eine Wertminderung bei den festverzinslichen Wertpapieren sowie Darlehen und Forderungen sind insbesondere finanzielle Schwierigkeiten eines Emittenten/Schuldners, die Nichterhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalerträgen, die Insolvenzwahrscheinlichkeit eines Emittenten/Schuldners sowie die aktuelle Marktsituation. Die Bewertungen nehmen wir in Einzelbetrachtung und prioritär unter Einbeziehung des Ratings des Papiers, des Ratings des Emittenten/Schuldners sowie der individuellen Markteinschätzung vor. Wertberichtigungen werden aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst und erfolgen auf den beizulegenden Zeitwert, d. h. grundsätzlich auf den öffentlich notierten Börsenkurs. Dabei setzen wir die Wertminderungen auf Kapitalanlagen grundsätzlich aktivisch von den betroffenen Positionen ohne Nutzung eines Wertberichtigungskontos ab. Wertaufholungen bei Eigenkapitaltiteln bilanzieren wir über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bilanzieren wir nur dann saldiert und als Nettobetrag, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und wir beabsichtigen, solche Positionen auf einer Nettobasis auszugleichen oder diesen Ausgleich simultan herbeizuführen. Wertpapiere, die wir im Rahmen der Wertpapierleihe verleihen, werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, unverändert im Konzern verbleiben. Barsicherheiten werden in der Position "Übrige Verbindlichkeiten" bilanziell angesetzt. Wertpapiere (die als Sicherheit hereingenommen werden) werden mangels Übertragung der verbundenen Risiken und Chancen nicht bilanziert. Im Rahmen echter Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Wertpapiere bei gleichzeitiger Verpflichtung, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bestimmten Wert zurückzunehmen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen im Konzern verbleiben, werden diese Kapitalanlagen weiterhin bilanziert. Die Rückgabeverpflichtung der erhaltenen Zahlung weisen wir in der Bilanzposition "Übrige Verbindlichkeiten" aus. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Gewinn bzw. Verlust (im Kapitalanlageergebnis) ausgewiesen. Übrige Kapitalanlagen werden in erster Linie mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern diese Finanzinstrumente nicht an öffentlichen Märkten gelistet sind (z. B. Beteiligungen an Private-Equity-Gesellschaften), werden sie mit dem letzten verfügbaren Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwerts bewertet. Anlagevermögen aus Infrastrukturinvestments (vornehmlich aus vollkonsolidierten Windparkprojektgesellschaften) bilanzieren wir zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Eine zu bilanzierende Rückstellung für Rückbauverpflichtungen weisen wir in der Position "Sonstige Rückstellungen" aus. Außerdem überprüfen wir diese Bestände zum Stichtag auf ihre Werthaltigkeit. Wertminderungen/Zuschreibungen/ planmäßige Abschreibungen wie auch Umsatzerlöse aus diesen Anlagen erfassen wir im Kapitalanlageergebnis. Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. Zahlungen für diese Verträge führen nicht zu einem Ausweis von Prämien, sondern zu Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen in der Position "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" aus. Finanzpassiva - also Verpflichtungen aus Investmentverträgen - werden in dem Passivposten "Übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Unsere Ausführungen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten gelten analog. Die aus Investmentverträgen resultierenden Ergebniseffekte (z. B. Wertschwankungen der Finanzaktiva/-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar. Depotforderungen und -verbindlichkeiten und Verträge ohne ausreichendes versicherungstechnisches RisikoDepotforderungen sind Forderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft an unsere Kunden. Die Depotverbindlichkeiten repräsentieren die von unseren Retrozessionären bei uns gestellten Bardepots. Depotforderungen/-verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung von Bonitätsrisiken zu Anschaffungskosten (Nominalbetrag) bilanziert. IFRS-4-konforme Versicherungsverträge, die die Risikotransfer-Anforderungen der US GAAP nicht erfüllen, werden unter Anwendung der "Deposit Accounting"-Methode bilanziert und aus der versicherungstechnischen Rechnung eliminiert. Das aus diesen Verträgen vereinnahmte Entgelt für die Risikoübertragung wird im Gewinn bzw. Verlust (in der Position "Übriges Ergebnis") ausgewiesen. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von LebensversicherungspolicenDiese Position beinhaltet Kapitalanlagen der Versicherungsnehmer aus fondsgebundenen Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistungen aus diesen Versicherungsverträgen sind an die Anteilswerte von Investmentfonds oder an ein Portfolio von gesonderten Finanzinstrumenten gebunden. Sie werden zum Marktwert bilanziert. Den nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten stehen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Die Versicherungsnehmer haben Anspruch auf die erzielten Gewinne; sie tragen in gleicher Weise die anfallenden Verluste. Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen aus den versicherungstechnischen Bruttorückstellungen ermittelt. Bonitätsrisiken werden berücksichtigt. ForderungenForderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die sonstigen Forderungen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sofern erforderlich, nehmen wir auf Basis von Einzel- bzw. Gruppenbetrachtung Wertberichtigungen vor. Wertminderungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft erfassen wir auf Wertberichtigungskonten. Alle anderen Wertberichtigungen buchen wir direkt gegen den zugrunde liegenden Bestand. Entfallen Gründe für eine Wertminderung, nehmen wir eine Zuschreibung (im Gewinn) direkt oder durch Anpassung des Wertberichtigungskontos maximal auf die ursprünglichen fortgeführten Anschaffungskosten vor. Abgegrenzte AbschlusskostenIn den abgegrenzten Abschlusskosten werden Provisionen und andere variable Kosten abgegrenzt, die in engem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss bzw. der Vertragserneuerung stehen. Für die Schaden/Unfall-Erstversicherungsgesellschaften und die Schaden-Rückversicherung werden Abschlusskosten in der Regel linear über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert. Bei kurzfristigen Verträgen erfolgt die Tilgung entsprechend der Vereinnahmung der Beiträge und folgt somit der zeitproportionalen Auflösung der Prämienüberträge. In der Personen-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung werden die abgegrenzten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt. Die Tilgung erfolgt je nach Vertragstyp entweder proportional zu den Beitragseinnahmen oder proportional zu den erwarteten Ertragsmargen. Bei als Universal-Life-Type-Vertrag klassifizierten Personen-Rückversicherungsverträgen werden die abgegrenzten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge auf der Basis der erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Die abgegrenzten Abschlusskosten werden regelmäßig in einem Angemessenheitstest nach IFRS 4 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Darüber hinaus erfolgt eine laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen. Bei Erfordernis erfolgen Anpassungen. Aktive und passive SteuerabgrenzungAktive und passive latente Steuern werden aus temporären Unterschieden zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen ermittelt. Ebenso werden aktive latente Steuern bei Vorliegen von Tax Credits angesetzt sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Nicht werthaltige aktive Steuerlatenzen werden wertberichtigt. Die Ermittlung der aktiven Steuerabgrenzungen wird in den jeweiligen Staaten von den lokalen Steuer- und Finanzfachleuten vorgenommen. Die Ergebnisplanungen beruhen auf Geschäftsplänen, die in einem ordentlichen Verfahren geprüft und genehmigt wurden. Sie werden auch für die Unternehmenssteuerung verwendet. Ein besonders aussagekräftiger Nachweis wird entsprechend konzerneinheitlichen Grundsätzen verlangt, wenn das betreffende Konzernunternehmen aktuell oder in einer Vorperiode einen Verlust erwirtschaftet hat. Der Ansatz und die Werthaltigkeit wesentlicher aktiver Steuerabgrenzungen werden von der Konzernsteuerabteilung geprüft. Latente Steuern werden nach in dem Jahr geltenden landesspezifischen Steuersätzen berechnet. Falls sich die der Berechnung zugrunde liegenden Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderung verabschiedet wird. Buchungen auf Konzernebene berücksichtigen grundsätzlich den Konzernsteuersatz von 32,2 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind. Sonstige Vermögenswerte bilanzieren wir mit Ausnahme der Sicherungsinstrumente grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt, abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nutzungsdauer bei selbst genutzten Immobilien liegt bei max. 50 Jahren. Bei Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Nutzungsdauer in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. Hinsichtlich der Bewertung bzw. Prüfung der Werthaltigkeit von eigengenutztem Grundbesitz gelten grundsätzlich die Aussagen analog der Darstellung zu fremdgenutzten Immobilien. Abschreibungen/Wertminderungen werden auf die versicherungstechnischen Funktionsbereiche verteilt oder in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand werden zum Nominalbetrag bilanziert. VeräußerungsgruppenZur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und gesondert ausgewiesen, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Der Verkauf muss höchst wahrscheinlich sein. Diese Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Bei Finanzinstrumenten bleibt die Bewertung unverändert. Planmäßige Abschreibungen werden bis zum Tag der Klassifizierung als "zur Veräußerung gehalten" berücksichtigt. Wertminderungen sind im Gewinn bzw. Verlust zu erfassen, wobei ein späterer Anstieg zu einer Gewinnrealisierung bis zur Höhe des kumulativen Wertminderungsaufwands führt. LeasingverhältnisseAls Leasingnehmer erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmals zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen. In der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben; sofern notwendig, werden Wertminderungen vorgenommen. Leasingverbindlichkeiten werden im Konzern zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen diskontiert und im Allgemeinen mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers bewertet. Die Leasingverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Der Konzern hat beschlossen, keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverträge und für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, sowie wie für immaterielle Vermögenswerte zu erfassen. Die mit diesen Leasingverträgen verbundenen Leasingzahlungen werden als Aufwand linear über die Laufzeit verteilt. Relevante Anhangangaben sowie die Ausweispositionen von Nutzungsrechten befinden sich im Kapitel "Sonstige Angaben" des Konzernanhangs; Leasingverbindlichkeiten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten bilanziert. PassivseiteIm Eigenkapital werden das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklagen, die Gewinnrücklagen und die übrigen Rücklagen ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen enthalten die von den Aktionären der Talanx AG auf die Aktien eingezahlten Beträge. In der Gewinnrücklage werden neben den Zuführungen aus dem Jahresergebnis thesaurierte Gewinne ausgewiesen, die die Konzernunternehmen seit ihrer Konzernzugehörigkeit erzielt haben. Darüber hinaus wird bei einer retrospektiven Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Anpassungsbetrag für frühere Perioden im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst. Übrige Rücklagen: Unrealisierte Gewinne/Verluste aus Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten werden in den nicht realisierten Kursgewinnen/-verlusten aus Kapitalanlagen bilanziert. Differenzen aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen sowie unrealisierte Gewinne/Verluste aus der Equity-Bewertung werden ebenfalls in den übrigen Rücklagen ausgewiesen, genauso wie Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare nicht festverzinsliche Wertpapiere wie auch der effektive Teil des Gewinns/Verlusts von Sicherungsinstrumenten im Rahmen von Cashflow-Hedges. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresergebnis werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Jahresergebnis ausgewiesen. Dem folgend werden die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter als Teil des Eigenkapitals bilanziert. Es handelt sich dabei um die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen. Nachrangige Verbindlichkeiten sind finanzielle Verpflichtungen, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels Effektivzinsmethode bewertet. Versicherungstechnische RückstellungenDie versicherungstechnischen Rückstellungen werden in der Bilanz brutto ausgewiesen, also vor Abzug des Anteils, der auf die Rückversicherer entfällt. Die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen basiert auf Grundlage der US GAAP (SFAS 60, SFAS 97 und SFAS 120). Bei kurzfristigen Versicherungsverträgen, z. B. in der Schaden/Unfallversicherung bzw. Schaden-Rückversicherung, werden die bereits vereinnahmten auf künftige Jahre entfallenden Prämien zeitanteilig abgegrenzt und als Rückstellungen für Prämienüberträge ausgewiesen. Diese Prämienüberträge werden in künftigen Perioden im Verhältnis zum gewährten Versicherungsschutz verdient. Die Prämieneinnahmen werden für Verträge grundsätzlich taggenau abgegrenzt (vornehmlich in der Erstversicherung); in der Rückversicherung werden Annahmen getroffen, soweit die für eine zeitanteilige Berechnung erforderlichen Daten nicht verfügbar sind. Die Deckungsrückstellung wird in der Lebensversicherung für die Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung bzw. der Zedenten in der Personen-Rückversicherung anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Sie errechnet sich als Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. In die Berechnung fließen Annahmen zu Mortalität und Invalidität, Storno, Kapitalanlageverzinsung und Kosten ein. Die dabei verwendeten Rechnungsgrundlagen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geschätzt und umfassen eine adäquate Sicherheitsmarge, die das Änderungs-, Irrtums- und Zufallsrisiko berücksichtigt. Die Ermittlung der Deckungsrückstellung stützt sich bei Lebensversicherungsverträgen ohne Überschussbeteiligung auf Annahmen (resultierend aus Kunden- und Branchendaten) gemäß bester Schätzung unter Einrechnung einer Risikomarge. Bei Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung wird auf Annahmen zurückgegriffen, die vertraglich garantiert sind oder der Bestimmung der Rückkaufswerte zugrunde liegen. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen basieren auf aktuellen Sterbetafeln bzw. - sofern diese nicht verfügbar sind - auf Branchentafeln. Die Bewertung der Deckungsrückstellung hängt von der jeweiligen Produktkategorie ab: scrollen
Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird für Zahlungsverpflichtungen aus Erst- und Rückversicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Sie werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und solche für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (IBNR-Reserve). Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basieren grundsätzlich auf anerkannten versicherungsmathematischen Schätzverfahren, anhand derer künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten geschätzt werden, soweit keine einzelfallbezogenen Schätzungen zu berücksichtigen sind. Angesetzt wird entsprechend langjährig etablierter Praxis der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag, der sich für die Rückversicherung grundsätzlich aus den Aufgaben der Zedenten ergibt. Forderungen aus Regressen, Provenus und Teilungsabkommen werden berücksichtigt. Zur Bemessung der Endschäden ("Ultimate Liability") werden im Bereich der Schaden-Rückversicherung, aber auch der Schaden-Erstversicherung für alle Sparten die erwarteten Endschadenquoten mittels aktuarieller Verfahren berechnet (z. B. Chain-Ladder-Verfahren). Dabei wird auf Basis statistischer Dreiecke die Entwicklung aller Schäden pro Anfalljahr bzw. Zeichnungsjahr bis zum voraussichtlichen Ende ihrer Abwicklung prognostiziert. Zudem werden Erfahrungen der Vergangenheit, aktuell bekannte Fakten und Gegebenheiten sowie weitere Annahmen in Bezug auf die zukünftige Entwicklung berücksichtigt. Die jüngeren Zeichnungsjahre bzw. Anfalljahre aktuarieller Projektionen unterliegen einer größeren Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen reduziert wird. Insbesondere für die Rückversicherung gilt, dass zwischen dem Eintritt des versicherten Schadens, seiner Meldung durch den Erstversicherer und der anteiligen Bezahlung des Schadens durch den Rückversicherer ein längerer Zeitraum liegen kann. Die Rückstellungen für das übernommene Geschäft werden dabei grundsätzlich für das Konzerngeschäft nach Vorgaben der Vorversicherer bzw. für das Nichtkonzerngeschäft mittels aktuarieller Analysen gebildet. Wenn für die einzelfallspezifische Abwicklung von Großschäden keine ausreichenden statistischen Daten vorliegen, werden nach Analyse des mit diesen Risiken behafteten Portfolios und gegebenenfalls nach Einzelbetrachtungen angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen entsprechen realistischen Schätzungen des Konzerns. Darüber hinaus wird für einen Teil der bekannten Versicherungsfälle eine individuell bestimmte angemessene Rückstellung gebildet. Die Bestimmung der Höhe erfolgt unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Versicherungspraxis. Die Angemessenheit der Höhe wird regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird mit Ausnahme weniger Teilrückstellungen wie bspw. der Rentendeckungsrückstellungen grundsätzlich nicht abgezinst. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wird in der Lebensversicherung für Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gebildet, die am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeordnet sind. Sie setzt sich aus den Beträgen zusammen, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, und den Beträgen, die aus zeitlich begrenzten Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB) und sich in künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken werden. Für unrealisierte Gewinne/Verluste aus "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumenten bilden wir eine Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Shadow RfB); ansonsten berücksichtigen wir Veränderungen dieser Rückstellung erfolgswirksam. Mindestens einmal im Jahr prüfen wir alle versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen eines Angemessenheitstests nach IFRS 4. Falls die Überprüfung ergibt, dass künftige Einnahmen die erwarteten Ausgaben auf Ebene der Berechnungscluster voraussichtlich nicht decken, bilden wir nach Auflösung der zugehörigen abgegrenzten Abschlusskosten und PVFP eine Drohverlustrückstellung. Die Berechnung auf Basis des aktuell realistisch geschätzten künftigen Erfüllungsbetrags orientiert sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge und der Schadenrückstellung grundsätzlich an dem Geschäftsmodell der Sparten und berücksichtigt künftige Konditionsanpassungen, Rückversicherungsschutz sowie gegebenenfalls die Steuerung der Profitabilität einzelner Vertragsbeziehungen. Kapitalerträge werden bei dieser Berechnung nicht einbezogen. Bei der Deckungsrückstellung prüfen wir die Angemessenheit auf Basis aktueller Annahmen der Rechnungsgrundlagen einschließlich des anteiligen Kapitalanlageergebnisses wie auch (wenn relevant) künftiger Überschussbeteiligungen. Schattenbilanzierung (Shadow Accounting): IFRS 4 erlaubt die Einbeziehung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus Zeitwertänderungen der "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumente in die Bewertung versicherungstechnischer Positionen. Diese Vorgehensweise wird angewandt, damit nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise behandelt werden wie realisierte Gewinne und Verluste. Hiervon können folgende Positionen betroffen sein: abgegrenzte Abschlusskosten, PVFP, Rückstellungen für Schlussgewinnanteile der Versicherungsnehmer sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Anpassungen werden als sogenannte Shadow Adjustments der betroffenen Positionen analog zu den begründenden Wertentwicklungen als Gegenposten im sonstigen Ergebnis abgebildet. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wirdBei Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen (z. B. in der fondsgebundenen Lebensversicherung), spiegeln die Deckungsrückstellung und sonstige versicherungstechnische Rückstellungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. Wir verweisen auf die Erläuterungen zum Aktivposten "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen". Andere RückstellungenRückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Es werden dabei nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Anwartschaften und laufenden Renten berücksichtigt, sondern auch deren zukünftige Entwicklung. Der Zinssatz, mit dem die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientiert sich an den Zinssätzen, die für hochwertige Unternehmensanleihen gelten. Der verwendete Abzinsungssatz ist ein zahlungsgewichteter Durchschnittszins, in dem sich die Fälligkeiten, die Höhe und die Währung der zu zahlenden Leistungen widerspiegeln. Bei der Extrapolation der Euro-Zinskurve berücksichtigt der Konzern zudem einen Trend auf den Spread der Unternehmensanleihen zur Verbesserung der Schätzgenauigkeit. Für wesentliche Pläne werden individuelle Zinssätze nach der Spot-Rate-Methode zur Bestimmung des Zinsaufwandes und -ertrages angewendet, d. h., die unterschiedlichen Zahlungsströme werden mit verschiedenen Zinssätzen gewichtet berücksichtigt. Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber (z. B. eines Fonds oder durch externe Vermögen gedeckte Leistungszusagen), die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionsversprechen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögenswerte die zugehörigen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird dieser Nettobetrag als sonstige Forderung ausgewiesen, angepasst um Effekte aus der Aktivierungsobergrenze (Asset Ceiling). Die Kostenkomponenten aus der Veränderung der leistungsorientierten Pläne werden, soweit sie den Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf die Nettoschuld betreffen, im Gewinn/im Verlust der Periode berücksichtigt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Plankürzungen sowie Gewinne/Verluste aus Planabgeltungen werden im Zeitpunkt ihres Eintritts im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis bilanziert und im Eigenkapital ausgewiesen. Die Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen umfassen zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste aus den Bruttopensionsverpflichtungen, zum anderen den Unterschied zwischen der tatsächlich realisierten Planvermögensrendite und den rechnungsmäßigen Zinserträgen auf Planvermögen. Im Fall einer Überdotierung von Plänen fließt in die Neubewertungskomponente außerdem die Differenz zwischen dem Zins auf die Auswirkung der Vermögensobergrenze und der gesamten Veränderung des Nettovermögens aus der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) ein. Weitere Erläuterungen und Sensitivitätsanalysen finden sich unter Anmerkung 23. Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und Restrukturierungsrückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet. Bei wesentlichen Zinseffekten werden die Rückstellungen abgezinst. Restrukturierungsrückstellungen werden dann angesetzt, wenn ein detaillierter formeller Plan für die Restrukturierung durch den Konzern genehmigt wurde und die wesentlichen Details der Restrukturierung öffentlich angekündigt wurden. Die Rückstellungen beinhalten u. a. Annahmen hinsichtlich der Anzahl der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter, der Höhe der Abfindungszahlungen und der Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen. Aufwendungen, die mit den zukünftigen Geschäftstätigkeiten zusammenhängen (z. B. Versetzungskosten), werden nicht bei der Festlegung der Rückstellungen berücksichtigt. VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten einschließlich der begebenen Anleihen und Darlehen, soweit es sich nicht um Verbindlichkeiten aus Derivaten und den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten finanziellen Verpflichtungen aus Investmentverträgen handelt, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Verbindlichkeiten aus Derivaten bewertet der Konzern zum beizulegenden Zeitwert. Für geschriebene Verkaufsoptionen auf nicht beherrschende Anteile bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts des Rückkaufbetrags der Anteile. Die Einbuchung erfolgt zulasten des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital; Effekte aus der Folgebewertung werden ergebniswirksam in der Position "Übriges Ergebnis" erfasst. Die Aufzinsung dieser finanziellen Verbindlichkeiten weisen wir unter den Finanzierungszinsen aus. Die beizulegenden Zeitwerte von Investmentverträgen werden grundsätzlich zu Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Kontensalden bestimmt. Daneben nutzt der Konzern die Fair Value Option, um eine Bewertungsinkongruenz (Accounting Mismatch) in Bezug auf die die Verbindlichkeiten deckenden Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu beseitigen oder wesentlich zu verringern. Anteilsbasierte Vergütungen werden im Konzern ausschließlich in bar abgegolten. Die Schulden der in bar zu erfüllenden Vergütungspläne werden zu jedem Stichtag und am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld bestimmt. Der Zeitwert jedes dieser Pläne wird als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wesentliche ErfolgsgrößenUnter der gebuchten Prämie wird der Betrag ausgewiesen, der im Geschäftsjahr für die Gewährung des Versicherungsschutzes entweder einmal oder laufend durch den Versicherer fällig gestellt wurde. In die Prämien fließen Ratenzahlungszuschläge, Nebenleistungen und Geldleistungen für übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen (Portfolioeintritte) ein. Darüber hinaus werden hier Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen sowie stornierten Prämienforderungen und Erträge aus der Auflösung bzw. Verminderung von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Versicherungsnehmer ausgewiesen. Erhöhungen der Wertberichtigungen werden von den gebuchten Prämien abgesetzt. Prämien für Versicherungsverträge werden über die Vertragslaufzeit im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Von den verdienten Prämien sind die Sparanteile aus Lebensversicherungsverträgen abgesetzt (siehe auch Ausführungen zur Rückstellung für Prämienüberträge). Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen beinhalten die Zahlungen für Schadenfälle des Geschäftsjahres und der Vorjahre (einschließlich der Schlussüberschüsse in der Lebensversicherung, die Veränderungen der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie die Veränderungen der Deckungsrückstellung). Zudem werden hier die Aufwendungen für Beitragsrückerstattung ausgewiesen. Diese bestehen neben der Direktgutschrift aus der Zuführung für die RfB sowie der erfolgswirksamen Veränderung der latenten RfB inklusive der Amortisation des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer. Die Abschlussaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Provisionszahlungen an die mit dem Vertrieb der Versicherungsprodukte betrauten Personen/Organisationen, die gezahlten Rückversicherungsprovisionen sowie die Veränderungen der abgegrenzten Abschlusskosten und der Provisionsrückstellungen. Darüber hinaus werden unter den Abschlusskosten weitere Kostenbestandteile ausgewiesen, die eng mit der Akquise von neuen Versicherungsverträgen bzw. mit der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge verbunden sind, beispielsweise Kosten der medizinischen Gesundheitsprüfung. Die Verwaltungskosten resultieren vor allem aus den Aufwendungen für die Vertragsverwaltung wie z. B. das Einziehen der fälligen Prämien. Weitere Verwaltungskosten sind u. a. die diesem Funktionsbereich zuordenbaren Personalkosten, Abschreibungen und Mieten. Prämien, Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen werden jeweils brutto und netto, d. h. nach Berücksichtigung der Rückversicherungspositionen, bilanziert. Die Zusammensetzung des Kapitalanlageergebnisses wie auch des übrigen Ergebnisses ist der jeweiligen Anmerkung im Konzernanhang zu entnehmen. Der Konzern erbringt neben seiner Kerngeschäftstätigkeit (im Anwendungsbereich des IFRS 4) verschiedene mit dem Versicherungsgeschäft im Zusammenhang stehende Dienstleitungen, insbesondere Kapitalverwaltungsleistungen und sonstige versicherungsnahe Dienstleistungen, die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 ("Erlöse aus Verträgen mit Kunden") fallen. Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden dann realisiert, wenn die Verfügungsmacht über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Höhe der Umsatzrealisierung entspricht der Gegenleistung, die der Konzern für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an den Kunden voraussichtlich erhalten wird. Der Konzern agiert in seinen Verträgen im Anwendungsbereich des IFRS 15 grundsätzlich als Prinzipal, weil er regelmäßig die Kontrolle über die Dienstleistungen oder Güter hat, bevor diese an den Kunden übertragen werden. Die Verträge mit den Kunden beinhalten in der Regel keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Eine Aufgliederung dieser Erlöse findet sich im Kapitel "Sonstige Angaben". Ertragsteuern: Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensergebnisse der Konzernunternehmen, auf die die jeweiligen lokalen Steuersätze angewendet werden, sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen oder Strafen, die an die Steuerbehörden zu zahlen sind, werden im Allgemeinen in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen. WährungsumrechnungDie Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte/Schulden, die am Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne/Verluste aus dieser Umrechnung werden in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne/-verluste aus nicht monetären Posten (z. B. Eigenkapitalinstrumente), die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert und erst mit ihrer Abwicklung bzw. bei einer Wertminderung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Fremdwährungspositionen ausländischer Tochtergesellschaften (einschließlich Geschäfts- und Firmenwerte), deren Landeswährung nicht der Euro ist, rechnen wir mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag in Euro um, Fremdwährungspositionen in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital bilanziert, soweit die Währungskursdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist. UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGENscrollen
SegmentberichterstattungBestimmung der berichtspflichtigen SegmenteDie Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt in Übereinstimmung mit IFRS 8 ("Geschäftssegmente") der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet. Der Konzern hat die geschäftlichen Aktivitäten in Versicherung und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten (ohne die konzerninterne Rückversicherung der Talanx AG) sind weiter in sechs berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt. Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung sind aufgrund der nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) sowie im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft nach Sparten (Sachversicherung und Lebensversicherung) ausgerichteten Steuerung in die vier berichtspflichtigen Segmente "Industrie-Versicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben" und "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand. Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und ist gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt. Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rück SE ordnen wir dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx Konzernabschluss den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rück SE: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, von denen im Abschluss der Hannover Rück SE unvermeidlich. Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen. Industrieversicherung: Das Segment umfasst das globale Industriegeschäft. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Sach-, Rechtsschutz-, Transport-, Financial-Lines-, Agenten- und Spezial- (u. a. in den Sparten Vermögensschadenhaftpflicht, Organhaftpflicht, Sports and Entertainment, Luftfahrt, Offshore Energy und Tierversicherung) und Technische Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall: Das Segment steuert unsere Sachversicherungsleistungen für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft. Das Produktspektrum reicht von Versicherungsprodukten für preis- und leistungsbewusste Kunden über maßgeschneiderte Produkte für beratungsaffine Kunden bis hin zum Belegschaftsgeschäft. Ein Fokus liegt dabei auf kleinen und mittleren Unternehmen, denen wir ebenfalls optimalen Versicherungsschutz anbieten möchten. Der Vertrieb erfolgt über die konzerneigene Außendienstorganisation, über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten sowie über Kooperationen und den Online- und Direktvertrieb. Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben: Das Segment bündelt unsere Lebensversicherungsaktivitäten einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts, d. h. des Vertriebs von Versicherungspolicen mittels Partnerbanken. Es erbringt auch Versicherungsdienstleistungen in Österreich. Das Produktspektrum reicht von fondsgebundenen Lebensversicherungen über Renten- und Risikoversicherungen bis hin zu Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der Vertrieb erfolgt im Besonderen über Banken, unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten und eine eigene Ausschließlichkeitsorganisation. Privat- und Firmenversicherung International: Die Tätigkeit des Segments umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die Produktpalette umfasst u. a. Angebote der Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Lebensversicherung. Das Auslandsgeschäft wird zu einem großen Anteil über Makler und Agenten abgewickelt. Zusätzlich nutzen viele Segmentgesellschaften Banken als Vertriebskanäle. Schaden-Rückversicherung: In diesem Segment werden weltweit alle Sparten im Schaden- und Haftpflichtgeschäft rückversichert. Dies umfasst auch die Spezialbereiche Transport- und Luftfahrtgeschäft, Kredit-/Kautionsgeschäft, Agrargeschäft, die strukturierte Rückversicherung, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft. Personen-Rückversicherung: Das Segment fasst die weltweiten Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in allen Sparten der Lebens-, Kranken- und Rentenversicherung sowie der privaten Unfallversicherung zusammen, sofern sie von Personenversicherern gezeichnet und rückversichert werden. Konzernfunktionen: Das Segment umfasst, in Abgrenzung zu den sechs operativen Segmenten, die Konzernsteuerung sowie Tätigkeiten zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs der Gruppe. Dazu zählen die Kapitalanlageverwaltung, die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben für die Erstversicherung einschließlich konzerninterner Rückversicherung sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für private und institutionelle Investoren der Ampega Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Bereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten (z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen) auf Kostenerstattungsbasis vorwiegend für die Erstversicherer im Inland ausführen. Provisionserlöse aus Platzierungen von Rückversicherungsabgaben und das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker GmbH werden dem Segment Industrieversicherung zugerechnet. Bewertungsgrundlagen für den Erfolg der berichtspflichtigen SegmenteBewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden im jeweiligen Segment eliminiert. Die Gewinn- und Verlustrechnung nach Geschäftsbereichen/berichtspflichtigen Segmenten haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz. Für die Segmente "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall" und "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben" werden weder Ertragsteuern noch Finanzierungszinsen ermittelt und an den Hauptentscheidungsträger berichtet, sodass die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem EBIT endet. Somit kann für sie auch keine Segmentbilanz aufgestellt werden. Das EBIT des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergibt sich aus der Addition der beiden berichtspflichtigen Segmente. Die Bilanz des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergibt sich aus der Addition der Segmentbilanzen seiner berichtspflichtigen Segmente Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung. Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern beurteilen zu können, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performance-Maße genutzt. Als einheitliche Bemessungsgrundlage wird das operative Ergebnis (EBIT) - ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen - herangezogen. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung bzw. aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten (Finanzierungszinsen) bereinigt. KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2021In Mio. EUR Aktiva scrollen
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1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"
KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2021In Mio. EUR Passiva scrollen
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1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN/BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEN FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021 1scrollen
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1 Abweichend zu dem Geschäftsbereich
Privat- und Firmenversicherung Deutschland und dem
Geschäftsbereich Rückversicherung bildet die
Gewinn- und Verlustrechnung der übrigen
Geschäftsbereiche auch die berichtspflichtigen
Segmente ab
VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND (SCHADEN/UNFALL UND LEBEN) SOWIE SCHADEN- UND PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2021scrollen
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1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
SONSTIGE SEGMENTANGABENscrollen
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1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Gebuchte Bruttoprämien, selbst verwaltete Kapitalanlagen und langfristige Vermögenswerte nach geografischer HerkunftSELBST VERWALTETE KAPITALANLAGEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFTscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT 1scrollen
GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT (GRUNDSÄTZLICH NACH SITZ DES KUNDEN)scrollen
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1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Darstellung der gebuchten Bruttoprämien nach Versicherungsarten und -zweigen auf KonzernebeneGEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen. KonsolidierungKonsolidierungsgrundsätzeDie in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für Tochtergesellschaften mit abweichenden Stichtagen, die mehr als drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag lagen, wurden Zwischenabschlüsse für Zwecke des Konzernabschlusses erstellt. Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten direkt oder indirekt die Entscheidungsmacht über ein Konzernunternehmen hat und wenn er an variablen Rückflüssen aus dem Konzernunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsmacht beeinflussen kann. Diese Merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Bei sämtlichen Tochterunternehmen hält der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung besteht, werden potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, sofern diese Rechte substanziell sind. Bei Investmentfonds - sowohl für vom Konzern verwaltete Investmentfonds als auch für von Dritten verwaltete Investmentfonds, an denen sich der Konzern beteiligt - erfolgt eine gesonderte Prüfung der Prinzipal-Agent-Beziehung. Hier wird anhand einer Analyse der Entscheidungsprozesse untersucht, ob die Kontrolle über die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten beim Fondsmanagement oder bei den Investoren liegt. Neben dem Grad der Variabilität der Vergütung des Fondsmanagements werden substanzielle Rechte zur Abberufung des Managements oder zur Herbeiführung der Fondsliquidierung sowie die Rolle der Investoren in Organen und Gremien des Investmentfonds betrachtet. Für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen wendet der Konzern die Erwerbsmethode an, wenn die erworbene Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten die Definition eines Geschäftsbetriebs erfüllt. Tochterunternehmen sind ab dem Zeitpunkt zu konsolidieren, an dem die Beherrschung auf den Konzern übergeht. Sie werden entkonsolidiert, sobald die Beherrschung endet. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Nicht beherrschende Anteile am erworbenen Unternehmen werden im Allgemeinen anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ausgewiesen. Gesellschaften, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen im Allgemeinen unter Anwendung der Equity-Methode nach IAS 28 bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Dazu zählen auch die Transaktionskosten. Ausgehend von der Annahme, dass ein maßgeblicher Einfluss gegeben ist, wenn eine Gesellschaft des Konzerns direkt oder indirekt mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält, erfolgt für jede wesentliche Beteiligung eine individuelle Analyse der faktischen Einflussmöglichkeiten des Konzerns. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Diese Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode einbezogen. Die Equity-Konsolidierung endet mit der Aufgabe des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". Strukturierte Unternehmen im Sinne des IFRS 12 sind Unternehmen, bei denen Stimmrechte oder vergleichbare Rechte für die Beurteilung der Frage, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist z. B. der Fall, wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Im Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung von strukturierten Unternehmen im Rahmen einer Analyse geprüft, die sowohl Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch ihn mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, als auch solche, bei denen er mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen überprüft, mindestens aber jährlich. KonsolidierungskreisVon der Vollkonsolidierung oder der Equity-Konsolidierung ausgenommen sind Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Die untergeordnete Bedeutung bestimmt sich über die Bilanzsumme und das Jahresergebnis der Gesellschaft im Verhältnis zu den entsprechenden durchschnittlichen Konzernwerten der letzten drei Jahre. Vor diesem Hintergrund werden im Berichtsjahr 35 (36) Tochtergesellschaften, deren Geschäftszweck überwiegend die Erbringung von Dienstleistungen für die Versicherungsgesellschaften der Gruppe ist, nicht konsolidiert. Weitere 15 (12) assoziierte Unternehmen und vier (vier) Gemeinschaftsunternehmen werden wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt insgesamt weniger als 1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme des Konzerns der letzten drei Jahre. Das Ergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf insgesamt weniger als 2 % des durchschnittlichen Ergebnisses des Konzerns der letzten drei Jahre. In den Folgeperioden werden die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Vollkonsolidierung/ Equity-Konsolidierung aufgrund geänderter Abschätzung der Wesentlichkeit geboten ist. Bezüglich der Angaben zur Zusammensetzung des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf das Kapitel "Anteilsbesitz" auf den Seiten 231 ff. Angaben zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind der Anmerkung 5 zu entnehmen. KONSOLIDIERUNGSKREISscrollen
1 77 (83) Einzelgesellschaften und zwei (zwei)
Unternehmen, die in einem (einem) Teilkonzern
vollkonsolidiert werden
Angaben zu Art und Umfang erheblicher BeschränkungenGesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Zum Stichtag bestanden bei folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen erhebliche Beschränkungen aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner. MASSGEBLICHE BESCHRÄNKUNGEN BEI WESENTLICHEN TOCHTERUNTERNEHMENscrollen
In bestimmten Ländern können aus lokalen Mindestkapital- und Solvabilitätsanforderungen sowie in geringerem Ausmaß aus Devisenbeschränkungen weitere Beschränkungen für den Transfer von Vermögenswerten zwischen Unternehmen des Konzerns bestehen. Zur Besicherung unserer versicherungstechnischen Verbindlichkeiten hat der Konzern in den USA Treuhandkonten sowie weitere Sicherheiten gegenüber US-amerikanischen Zedenten in Höhe von 8.548 (6.961) Mio. EUR gestellt. Die in den Treuhandkonten gehaltenen Wertpapiere werden als zur Veräußerung verfügbare Kapitalanlagen ausgewiesen. In dem Betrag sind umgerechnet 3.132 (2.464) Mio. EUR enthalten, die zur Besicherung möglicher versicherungstechnischer Verpflichtungen aus ILS-Transaktionen von Investoren gestellt wurden. Zudem wurden weitere Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten zugunsten Rückversicherern und Zedenten im Allgemeinen außerhalb der USA in Höhe von 3.756 (3.584) Mio. EUR gestellt. Im Zusammenhang mit Immobiliengesellschaften und Immobilientransaktionen wurden in bestimmten Ländern Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 922 (662) Mio. EUR gestellt. Vertiefende Erläuterungen finden sich im Konzernlagebericht im Kapitel "Risikobericht", Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen", Unterabschnitt "Kreditrisiken". Angaben zu Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden AnteilenAnteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften, die nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehen, werden gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Sie belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 7.169 (6.732) Mio. EUR. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN 1scrollen
1 Alle Angaben beziehen sich auf
Finanzinformationen vor Konsolidierung
Wesentliche Zu- und Abgänge der vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige gesellschaftsrechtliche VeränderungenIm Rahmen der Vereinfachung der Betriebsstrukturen und Etablierung einer mitarbeiterführenden Gesellschaft für die Talanx Erstversicherungsgruppe in Deutschland wurden im Oktober und November 2021 die Servicegesellschaften HDI Global Specialty Underwriting Agency GmbH, Köln (Segment Industrieversicherung), HDI Deutschland Bancassurance Kundenservice GmbH, Hilden (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben), HDI Kundenservice AG, Köln und HDI Vertriebs AG, Hannover (beide Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland) konzernintern an die Talanx AG, Hannover (Segment Konzernfunktionen) veräußert. Anschließend wurden diese Gesellschaften auf Basis des Verschmelzungsvertrags vom 20. Dezember 2021 gemeinsam mit der HDI Systeme AG, Hannover (Segment Konzernfunktionen) auf die HDI Service AG, Hannover (zukünftig firmierend unter: HDI AG, Segment Konzernfunktionen) verschmolzen. Wirtschaftlich erfolgte mit Abschluss des Verschmelzungsvertrages der Übergang der Vermögenswerte und Schulden rückwirkend auf den 1. Oktober 2021 (Verschmelzungsstichtag). Die Handelsregistereintragung und somit zivilrechtliche Wirksamkeit der Verschmelzung ist im März 2022 vorgesehen. Mit Kaufvertrag vom 21. Oktober 2020 übernahm die HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien, eine 100-prozentige Konzerntochter der HDI International AG, Hannover, Deutschland, im Segment Privat- und Firmenversicherung International 100 % der Anteile an dem Sachversicherer Amissima Assicurazioni S. p. A., Mailand, Italien (im Februar 2022 umbenannt in HDI Italia S. p. A., Mailand, Italien). Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen bildet der Konzern den Erwerb zum 1. April 2021 ab (Erstkonsolidierungszeitpunkt). Der Kaufpreis (223 Mio. EUR) wurde vollständig in bar beglichen. Es wird beabsichtigt, die Amissima Assicurazioni S. p. A. im Jahr 2022 mit der HDI Assicurazioni S. p. A, Rom, Italien zu verschmelzen. Aus dem Erwerb entstand ein Goodwill in Höhe von 20 Mio. EUR. Dieser spiegelt vor allem die erwarteten Synergien aus der geplanten organisatorischen Anpassung des Unternehmens an die Strukturen unserer bestehenden Einheit wider. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill (Share Deal). Erwerbsbezogene Kosten der Transaktion (3 Mio. EUR) sind im "Übrigen Ergebnis" enthalten. BEIZULEGENDE ZEITWERTE DER ERWORBENEN VERMÖGENSWERTE UND ÜBERNOMMENEN VERBINDLICHKEITEN DER HDI ITALIA S. P. A. PER 1. APRIL 2021scrollen
1 Der Bruttobetrag der Forderungen beträgt
82 Mio. EUR
Der Betrag der ausgewiesenen Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Weitere Zahlungsausfälle werden nicht erwartet. Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen die Barwerte künftiger Gewinne aus der Bilanzierung von Versicherungsverträgen. Es wurden keine Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der übernommenen Gesellschaft identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 zu bilanzieren sind oder deren Ansatz mangels verlässlicher Bewertung ihres beizulegenden Zeitwerts unterblieben ist. Bedingte Leistungen, Vermögenswerte für Entschädigungen und separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 wurden nicht bilanziert. Die Bruttoprämien der Gesellschaften gingen mit 203 Mio. EUR und das Periodenergebnis mit -9 Mio. EUR in den Abschluss ein. Wäre der Erwerb der Gruppe bereits zum 1. Januar 2021 erfolgt, hätten die einzubeziehenden Bruttoprämien 273 Mio. EUR und das einzubeziehende Ergebnis -10 Mio. EUR betragen. Darüber hinaus ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis im Vergleich zum Jahresende 2020. Angaben zu konsolidierten strukturierten UnternehmenZum Stichtag wurden die Kaith Re Ltd., die LI RE und die Kubera Insurance (SAC) Ltd. (alle Hamilton, Bermuda) konsolidiert. Die Kaith Re Ltd. ist eine "Segregated Accounts Company" (SAC), deren einziger Zweck in der Verbriefung von Rückversicherungsrisiken in Kapitalanlageprodukte liegt. Im Rahmen dieser Transformation findet in jedem Fall ein vollständiger Risikotransfer auf den jeweiligen Investor statt. In einer SAC existieren unter einem "General Account" weitere "Segregated Accounts", die haftungsrechtlich vollständig voneinander und von dem General Account getrennt sind und in denen die o. g. Verbriefungen für die Investoren stattfinden. Die Kubera Insurance (SAC) Ltd. ist ebenfalls eine SAC, deren Zweck darin besteht, Segregated Accounts zu etablieren, die konzernfremden Gesellschaften für strukturierte Finanztransaktionen zur Verfügung gestellt werden. Gemäß IFRS 10 sehen wir das General Account und die Segregated Accounts als separate Einheiten an, auf die die Grundsätze des sogenannten Silo-Accountings angewendet werden. Diesem Konzept folgend hat die Hannover Rück SE das General Account der Kaith Re Ltd. und der Kubera Insurance (SAC) Ltd. zu konsolidieren und trägt vertragsgemäß die Honorare für externe Dienstleister, die aus den Eigenmitteln des General Accounts zu decken sind. Jeder Segregated Account ist getrennt von den beteiligten Parteien (Investoren) im Hinblick auf die Konsolidierungspflicht zu untersuchen und abhängig von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung zu konsolidieren. Die LI RE ist ein Segregated Account der Kaith Re Ltd., dessen Zweck wie bei allen Segregated Accounts unter der Kaith Re Ltd. in der Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken besteht. Im Unterschied zu den anderen Segregated Accounts ist der alleinige Investor und damit Risikoträger der LI RE die Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg. Zum Stichtag hat der Konzern keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für ein konsolidiertes strukturiertes Unternehmen geleistet. Der Konzern beabsichtigt nicht, finanzielle oder anderweitige Unterstützung für eines oder mehrere dieser Unternehmen zu leisten, ohne dass er dazu vertraglich verpflichtet ist. Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten UnternehmenDie nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beinhalten die folgenden Transaktionsarten: NICHT KONSOLIDIERTE STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN NACH ART DES UNTERNEHMENS EINSCHLIESSLICH DER DARSTELLUNG DES VERLUSTRISIKOSArt und Zweck der Geschäftsbeziehung bzw. der AnteileKapitalanlagen einschließlich Investitionen in Katastrophenanleihen (ILS)Investments: Im Rahmen der Kapitalanlage investiert der Konzern in diverse Fonds, die ihrerseits bestimmte Formen von Eigen- und Fremdkapitalanlagegeschäft tätigen und deren Fonds-/Gesellschaftsmanagement an eine Fondsverwaltung ausgelagert wurde. Die Investitionen umfassen Spezialfonds, Private-Equity-Fonds, Fixed-Income-Fonds, Collateralised Debt Obligations, Real-Estate-Fonds, Indexfonds und sonstige Publikumsfonds. Teilweise fungieren Talanx Gesellschaften auch als Fondsmanager (fungieren als Agent), um Gebühren für die Verwaltung im Namen der Investoren einzunehmen. Wesentliche Risiken bestehen in den fondstypischen Ausfallrisiken des Kapitals. Das maximale Verlustrisiko entspricht den Buchwerten. Bezüglich des Fondsmanagements für konzernexterne Investoren beschränkt sich das Verlustrisiko auf den Ausfall der künftigen Verwaltungsvergütung. Das Volumen des für konzernexterne Investoren verwalteten Vermögens beläuft sich auf 26,7 (15,5) Mrd. EUR und die daraus erwirtschafteten Provisionen belaufen sich auf 145 (101) Mio. EUR. Leine Investment SICAV-SIF: Die Hannover Rück SE beteiligt sich über ihre Tochtergesellschaft Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg, durch die Investition in Katastrophenanleihen an einer Reihe von strukturierten Unternehmen, die diese Anleihen zur Verbriefung von Katastrophenrisiken emittieren. Die Leine Investment General Partner S. à. r. l. ist die geschäftsführende Gesellschafterin der Vermögensverwaltungsgesellschaft Leine Investment SICAV-SIF, deren Zweck im Aufbau, Halten und Verwalten eines Portfolios von an Versicherungsrisiken gebundenen Wertpapieren (Insurance-Linked Securities, Katastrophenanleihen), auch für konzernfremde Investoren, besteht. Das Volumen dieser Transaktionen ergibt sich aus dem Bilanzwert der jeweiligen Kapitalanlagen und beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet 78 (101) Mio. EUR. Das maximale Verlustrisiko entspricht den Buchwerten. Fondsgebundene LebensversicherungenZum Stichtag bestehen fondsgebundene Lebensversicherungen aus dem Lebensversicherungsgeschäft von Konzerngesellschaften. Bei dieser Anlagestruktur liegen sämtliche Chancen und Risiken beim Versicherungsnehmer, sodass keine Verpflichtungen oder Risiken beim Konzern verbleiben. Die Kapitalanlagen und die darauf entfallenden Verpflichtungen an die Versicherungsnehmer sind als Einheit anzusehen, für die der Versicherungsnehmer die Investitionsentscheidung trifft; eine Konsolidierungspflicht besteht daher nicht. Besichertes Fronting (ILS)Die Hannover Rück SE hat im Rahmen ihrer erweiterten Insurance-Linked-Securities(ILS)-Aktivitäten sogenannte besicherte Frontingverträge abgeschlossen, bei denen von Zedenten übernommene Risiken unter Nutzung von strukturierten Unternehmen an konzernfremde institutionelle Investoren abgegeben werden. Ziel der Transaktionen ist der direkte Transfer von Kundengeschäft. Das Volumen der Transaktionen ergibt sich aus der zedierten Haftstrecke der zugrunde liegenden Retrozessionsverträge und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 4.550 (3.920) Mio. EUR. Ein Teil der zedierten Haftstrecke ist durch vertraglich definierte Kapitalanlagen in Form von Barmitteln und gleichwertigen flüssigen Mitteln finanziert und besichert. Ein weiterer Teil verbleibt unbesichert oder ist durch weniger geldnahe Wertpapiere besichert. Das maximale Verlustrisiko aus der unbesicherten Haftstrecke beträgt zum Bilanzstichtag 1.174 (1.366) Mio. EUR. Das entspricht jedoch nicht dem ökonomischen Verlustrisiko, das nach anerkannten aktuariellen Methoden ermittelt wird. Der zu erwartende Verlust beträgt auf modellierter Basis im schlechtesten von 10.000 Jahren maximal 38 (36) Mio. EUR. Retrozessionen und Verbriefung von RückversicherungsrisikenDie Verbriefung von Rückversicherungsrisiken wird im Wesentlichen unter Verwendung von strukturierten Unternehmen durchgeführt. "K-Zession": Im Rahmen ihrer "K-Transaktionen" hat sich die Hannover Rück SE Zeichnungskapazität für Katastrophenrisiken am Kapitalmarkt beschafft. Bei der "K-Zession", die bei nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Investoren platziert wurde, handelt es sich um eine quotale Abgabe auf das weltweite Naturkatastrophengeschäft sowie Luftfahrt- und Transportrisiken. Vom Gesamtvolumen der "K-Zession" wurden zum Bilanzstichtag umgerechnet 399 (432) Mio. EUR über strukturierte Unternehmen verbrieft. Die Transaktion hat eine unbefristete Laufzeit und kann von den Investoren jährlich gekündigt werden. Für einen Teil dieser Transaktion werden Segregated Accounts der Kaith Re Ltd. zu Transformerzwecken genutzt. Darüber hinaus nutzt die Hannover Rück SE weitere Segregated Accounts der Kaith Re Ltd. sowie andere, konzernfremde strukturierte Unternehmen für diverse Retrozessionen sowohl ihrer traditionellen Deckungen als auch ihrer ILS-Deckungen, die jeweils in verbriefter Form an institutionelle Investoren weitergereicht werden. Das Volumen dieser Transaktionen bemisst sich nach der zedierten Haftstrecke der zugrunde liegenden Retrozessionsverträge und beträgt zum Bilanzstichtag 4.731 (4.063) Mio. EUR. Die strukturierten Unternehmen sind in jedem Fall durch vertraglich definierte Kapitalanlagen in Form von Barmitteln und gleichwertigen flüssigen Mitteln vollständig finanziert. Da die gesamte Haftstrecke der strukturierten Unternehmen somit jeweils vollständig besichert ist, resultiert insoweit kein versicherungstechnisches Verlustrisiko für die Hannover Rück SE. UnterstützungskassenUnterstützungskassen übernehmen als rechtsfähige Versorgungseinrichtungen die Durchführung einer Versorgungszusage für einen Arbeitgeber. Die Beziehung des Konzerns zu diesen Gesellschaften basiert auf der Unterstützung bei der Einrichtung dieser Gesellschaften und dem Abschließen von Versicherungsgeschäft. Da der Konzern weder Einfluss auf die maßgeblichen Tätigkeiten der Unterstützungskassen ausüben kann noch variable Rückflüsse aus den Unterstützungskassen erhält, besteht für den Konzern keine Konsolidierungspflicht. Aus diesen Gesellschaften resultieren weder Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten noch Ausfallrisiken für den Konzern. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN BZW. BUCHWERTE DER VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMENscrollen
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Die Erträge und Aufwendungen aus Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden, soweit sie aus allgemeiner Investitionstätigkeit oder Investitionen in Katastrophenanleihen resultieren, im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen und, soweit sie auf Retrozessionen und Verbriefungen entfallen, in der versicherungstechnischen Rechnung erfasst. Im September 2020 hat die Kubera Insurance (SAC) Ltd. ein weiteres Segregated Account eingerichtet, das mittels emittierter Anleihen Investorenkapital gesammelt hat, das einem australischen Vermittler von Versicherungsgeschäft mittels einer Swapvereinbarung zu dessen Geschäftsfinanzierung zur Verfügung gestellt wurde. Die Rückzahlung der Anleihen ist von der Geschäftsentwicklung des Vermittlers abhängig. Die Hannover Rück SE ist neben weiteren externen Parteien Investor in die Anleihe. Das Segregated Account kann flexibel für weitere Finanzierungsrunden genutzt werden. Die Hannover Rück ist nicht Eigentümer des Segregated Accounts. Zum Stichtag hat keine Gesellschaft des Konzerns diesen nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen finanzielle oder anderweitige Unterstützung gegeben. Auch bestehen aktuell keine Absichten zur Erteilung finanzieller oder anderer Unterstützung, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. Zusagen, die wir nicht als Unterstützung betrachten, wie z. B. Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements, stellen wir im Kapitel "Sonstige Angaben" (Abschnitt: "Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten") dar. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und VeräußerungsgruppenOOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland (Segment Privat- und Firmenversicherung International)Der Konzern hat am 23. Dezember 2021 die Veräußerung des 100-prozentigen Anteils an der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, gehalten durch die HDI International AG, Hannover, unterzeichnet. Die Veräußerungsgruppe enthält Vermögenswerte in Höhe von 597 Mio. EUR, Schulden von 556 Mio. EUR sowie im sonstigen Ergebnis kumulativ erfasste unrealisierte Verluste von 5 Mio. EUR. Wesentliche Buchwerte der Veräußerungsgruppe betreffen die "Kapitalanlagen" (563 Mio. EUR), "laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand" (9 Mio. EUR), "abgegrenzte Abschlusskosten" (8 Mio. EUR), "aktive latente Steuern" (6 Mio. EUR), "Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" (4 Mio. EUR), "sonstige Vermögenswerte" (4 Mio. EUR), "immaterielle Vermögenswerte" und "Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen" (jeweils 1 Mio. EUR), "versicherungstechnische Rückstellungen" (549 Mio. EUR) sowie "übrige Verbindlichkeiten" (7 Mio. EUR). Im Rahmen der Klassifizierung waren keine Bewertungsanpassungen erforderlich. Der Vollzug der Transaktion erfolgte im Februar 2022 und wird voraussichtlich zu einem Abgangsverlust im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen. Der Konzern plant im Rahmen des Verkaufs, sein Portfolio in Zentral- und Osteuropa zu optimieren. Magma HDI General Insurance Company Ltd., Kalkutta, Indien (Segment Industrieversicherung)Zum Stichtag wird die At Equity gehaltene Beteiligung an der Magma HDI General Insurance Company Ltd., Kalkutta, Indien, durch die HDI Global SE, Hannover, als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung im Segment Industrieversicherung und wird im ersten Halbjahr 2022 erwartet. HDI Global SE, Hannover (Segment Industrieversicherung)Die HDI Global SE, Hannover, plant die Veräußerung eines Versicherungsportfolios der Sparten Kraftfahrzeug- und Transportversicherung ihrer Niederlassung in den Niederlanden. Das Portfolio umfasst versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 61 Mio. EUR. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung im Segment Industrieversicherung und wird im Verlauf des Jahres 2022 erwartet. Bewertungsanpassungen waren nicht erforderlich. ImmobilienZum Stichtag weisen wir Immobilienbestände in Höhe von 17 (17) Mio. EUR als zur Veräußerung gehalten aus, die vollständig auf den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland entfallen. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertverfahren sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Sofern ein Verkauf verbindlich vereinbart wurde, wird der Kaufpreis herangezogen. Die Verkaufsabsichten begründeten sich durch individuelle Immobilienmarkt- und Objektgegebenheiten in Abwägung aktueller und künftiger Chancen-Risiko-Profile. HDI Seguros de Vida S. A., Santiago, Chile (Segment Privat- und Firmenversicherung International)Zum 31. Dezember 2020 hatte der Konzern das Tochterunternehmen HDI Seguros de Vida S. A., Santiago, Chile, gehalten durch die HDI International AG, Hannover, als eine Veräußerungsgruppe mit Vermögenswerten in Höhe von 14 Mio. EUR sowie Schulden von 9 Mio. EUR ausgewiesen. Mit Wirkung zum 1. Juni 2021 hat der Konzern seinen 100-prozentigen Anteil zu einem Preis im einstelligen Millionen-Euro-Bereich an den Käufer übertragen. Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva(1) Geschäfts- oder FirmenwertSEGMENTAUFTEILUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTESscrollen
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Impairment-Test (Werthaltigkeitsprüfung)Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) bzw. Gruppen von CGUs aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGUs bzw. Gruppen von CGUs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen (in Form von Zahlungsströmen) ziehen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Unternehmensebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Der Konzern hat daher sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet. Die CGUs entsprechen für die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall sowie Schaden-Rückversicherung den gleichlautenden Segmenten im Sinne von IFRS 8. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International stellt grundsätzlich jeder Auslandsmarkt eine separate CGU dar, die niedrigste Goodwillüberwachungsebene entspricht jedoch den geografischen Regionen, die entsprechende Gruppen von CGUs darstellen. GOODWILLTRAGENDE CGUSscrollen
Der Konzern führt den Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßig im vierten Quartal auf Basis des Zahlenwerks zum Stichtag 30. September eines jeden Jahres durch. Zum Bilanzstichtag lagen für keine CGUs bzw. Gruppen von CGUs Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, sodass eine unplanmäßige Durchführung des Werthaltigkeitstests nicht erforderlich war. Ein möglicher Wertminderungsbedarf ergibt sich aus der wertmäßigen Gegenüberstellung des Buchwerts der CGU bzw. der Gruppe von CGUs einschließlich des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts zu ihrem erzielbaren Betrag. Übersteigen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, ist eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Der erzielbare Betrag ist dabei das Maximum aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für alle CGUs bzw. Gruppen von CGUs mit Ausnahme der Rückversicherungssegmente wird der erzielbare Betrag grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wird mithilfe eines anerkannten Bewertungsverfahrens - grundsätzlich der Ertragswertmethode - ermittelt. Soweit CGUs bzw. Gruppen von CGUs aus mehr als einer Konzerngesellschaft bestehen, kommt eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung zur Anwendung. Der erzielbare Betrag im Rückversicherungssegment wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Fair-Value-Stufe 1) bestimmt. Wesentliche Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags (Nutzungswert)Für die Bewertung der Schaden/Unfallversicherer sowie der Lebensversicherer nach dem Ertragswertverfahren bilden die vom jeweiligen Management der Gesellschaften verabschiedeten Planergebnisrechnungen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ertragswerts. Die Planrechnungen werden unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens, im Allgemeinen mit unverändertem Konzept, auf sogenannter Standalone-Basis erstellt und erfassen im Regelfall das Nachsteuerergebnis der fünf Folgejahre sowie eine Fortschreibung ab dem sechsten Jahr als ewige Rente. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus werden, auf Basis konservativer Annahmen, die unten dargestellten konstanten Wachstumsraten verwendet. Bei der Erstellung der Planergebnisse gingen wir nicht davon aus, dass die Erfolgsaussichten unserer Geschäftsmodelle dauerhaft durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt sein werden. Die Bancassurance-Sachversicherer werden mit ihrem Ertragswert bewertet, wobei nur die künftigen Ergebnisse bis zum Ende des jeweiligen Kooperationszeitraumes in die Bewertung einfließen. Im Anschluss werden ein über drei Jahre linear abfallendes Ergebnis sowie ein fiktiver Liquidationserlös nach drei Jahren unterstellt. Im Rahmen der Prognose der zukünftigen unternehmensspezifischen Cashflows für die einzelnen CGUs bzw. Gruppen von CGUs wurden makroökonomische Annahmen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Marktumfeld zugrunde gelegt, die mit den Wirtschaftsprognosen für die jeweiligen Länder der zu bewertenden Einheiten korrespondieren und im Einklang mit den Markterwartungen und Branchenprognosen stehen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote als ein Indikator für die Entwicklung des Geschäfts im Bereich Schaden/Unfallversicherung ergibt sich aus den Planungen zur Prämienentwicklung und den Aufwendungen. Bei der Planung der Prämien und Aufwendungen werden insbesondere die Möglichkeiten des Wachstums im Marktumfeld sowie die Schaden- und Kostenentwicklung im Kontext geplanter Maßnahmen auf Gesellschaftsebene eingeschätzt. Die Projektion der Kapitalanlageerträge wird in Bezug auf das jeweilige Assetportfolio einschließlich der jeweiligen Laufzeitenstruktur und Währungsaufteilung vorgenommen und basiert auf den Annahmen hinsichtlich der Zinsentwicklung. Die Kapitalanlagerendite fällt daher, abhängig vom Zinsniveau des jeweiligen Währungsraums, je CGU bzw. Gruppe von CGUs sehr unterschiedlich aus. Im Bereich Lebensversicherung stellt die Annahme über die Zinsentwicklung die wesentliche Planungsannahme dar. Die oben dargestellten wesentlichen Annahmen resultieren aus der Aggregation der Einzelunternehmenspläne der Gesellschaften einer CGU bzw. Gruppe von CGUs. Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die den Annahmen über die Zinsentwicklung pro Land zugewiesenen Werte werden konzerneinheitlich festgelegt und sind aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen abgeleitet. Die gegebenenfalls in Lokalwährung ermittelten Barwerte werden mit dem Währungskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Bei der Bewertung der Lebensversicherungsgesellschaften (relevant nur für die Gruppe von CGUs "Europa" und die Gruppe von CGUs "Lateinamerika") wird grundsätzlich das Ertragswertverfahren zur Bewertung angewandt. Für die italienische Lebensversicherungsgesellschaft der Gruppe von CGUs "Europa" wird auf eine Market-Consistent-Embedded-Value(MCEV)-basierende Bewertung zurückgegriffen. Der Abzinsungsfaktor (Kapitalisierungszinssatz) für die Konzerngesellschaften wird auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt. Die der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes zugrunde liegenden Annahmen, einschließlich des risikofreien Basiszinssatzes, der Marktrisikoprämie und des Betafaktors, werden auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen bzw. Kapitalmarktdaten ermittelt. Die verwendeten konstanten langfristigen Wachstumsraten sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen unter Berücksichtigung länderbasierter Inflationsannahmen abgeleitet. Die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmen tätig sind, werden nur in Einzelfällen in den Ländern überschritten, in denen sehr hohe nominelle Inflationsraten zu beobachten sind, um ein nicht sachgerechtes, reales Schrumpfungsszenario zu vermeiden. KAPITALISIERUNGSZINSSÄTZE UND LANGFRISTIGE WACHSTUMSRATEscrollen
Wertminderungen der BerichtsperiodeIm Geschäftsjahr waren, wie im Vorjahr, keine Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich. SensitivitätsanalysenDer Konzern hat in Bezug auf die wichtigsten Parameter bei der Ermittlung der erzielbaren Beträge für alle goodwilltragenden CGUs bzw. Gruppen von CGUs Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken bei der Ermittlung des Nutzungswerts wie versicherungstechnisches Risiko (Schaden-/Kostenquote), Zinsparameter (Zinsänderungsrisiko), Währungsparameter (Wechselkursrisiko) und Aktienparameter (Equity-Risiko) wurden verschiedene für möglich gehaltene Szenarien mit jeweiligen Parameterveränderungen definiert und im Einzelnen untersucht. Dabei wurde jeweils ein Parameter bei der Ermittlung des Nutzungswertes verändert (ceteris paribus), die übrigen Annahmen (in den Mittelfristplanungen und der Extrapolation) unverändert belassen und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwertes ermittelt. Basis der Berechnungen ist der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests ermittelte Nutzungswert. Die Berechnungen zu den für möglich gehaltenen Änderungen von Parametern haben zu keiner potenziellen Wertminderung geführt. (2) Sonstige immaterielle VermögenswerteENTWICKLUNG DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEscrollen
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Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (= PVFP) setzen sich aus einem Aktionärsanteil und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert. PVFP LEBEN-ERSTVERSICHERUNGSGESELLSCHAFTENscrollen
Die Amortisationen des PVFP von insgesamt 19 (36) Mio. EUR entfallen mit 1 (26) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 18 (10) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. Diese betreffen die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (9 [25] Mio. EUR), Personen-Rückversicherung (2 [5] Mio. EUR) und Privat- und Firmenversicherung International (7 [6] Mio. EUR). PVFP NACH LAUFZEITscrollen
Die erworbenen Markennamen in Höhe von 31 (32) Mio. EUR (im Wesentlichen "WARTA" [28 Mio. EUR]) sind immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, da es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren (darunter voraussichtliche Nutzung, Verfügungsgewalt, Abhängigkeit von anderen Vermögenswerten) keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows erzeugen wird. (3) Fremdgenutzter GrundbesitzFREMDGENUTZTER GRUNDBESITZscrollen
Die Zugänge im Berichtsjahr betreffen insbesondere die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (1.112 Mio. EUR) und Schaden-Rückversicherung (308 Mio. EUR). Der Zeitwert des fremdgenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 6.027 (4.312) Mio. EUR. Davon entfallen 143 (65) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 5.883 (4.247) Mio. EUR auf die Stufe 3. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertberechnungen sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Die direkt zurechenbaren betrieblichen Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung) belaufen sich bei vermieteten Objekten auf 91 (78) Mio. EUR. Auf Objekte, mit denen keine Mieterträge erzielt werden, sind 13 (2) Mio. EUR an betrieblichen Aufwendungen angefallen. Bei dem fremdgenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2021 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 994 (973) Mio. EUR. Vertragliche Verpflichtungen, fremdgenutzten Grundbesitz zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln, oder solche für Reparaturen, Instandhaltungen oder Verbesserungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 415 (1.040) Mio. EUR. (4) Anteile an verbundenen Unternehmen und BeteiligungenANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGENscrollen
(5) Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenDer Bilanzposten umfasst die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals bewertet werden. Die Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sind jeweils zusammengefasst angegeben, da keines dieser Unternehmen individuell wesentlich für den Konzern im Sinne von IFRS 12.21 ist. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENscrollen
Die Zugänge zu den nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen entfallen insbesondere mit 53 Mio. EUR auf den als Gemeinschaftsunternehmen einbezogenen Fonds DDBR1, Köln, im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben. Der Geschäfts- oder Firmenwert aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen belief sich zum Jahresende auf 109 (105) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden, wie im Vorjahr, keine Anteile an Verlusten assoziierter Unternehmen bilanziell nicht erfasst. Für Informationen zum Kapitalanteil des Konzerns an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen verweisen wir auf das Kapitel "Anteilsbesitz", Seite 231 ff. Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bestehen zum Stichtag nicht. AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN ÜBER ANTEILE AN NACH DER EQUITY-METHODE BEWERTETEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENscrollen
(6) Darlehen und ForderungenDARLEHEN UND FORDERUNGENscrollen
1 In den Darlehen und Forderungen an staatliche
oder quasistaatliche Schuldner sind Wertpapiere in
Höhe von 2.503 (2.743) Mio. EUR enthalten, die durch
die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder
deutsche Bundesländer garantiert sind
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 9.583 (11.053) Mio. EUR enthalten (99 [99] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEITscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
RATINGSTRUKTUR DER DARLEHEN UND FORDERUNGENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Bei den ungerateten Darlehen und Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um Hypotheken- und Policendarlehen. (7) Bis zur Endfälligkeit zu haltende FinanzinstrumenteBIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTEscrollen
VERTRAGLICHE RESTLAUFZEITscrollen
RATINGSTRUKTUR DER BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDEN FINANZINSTRUMENTEscrollen
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (8) Jederzeit veräußerbare FinanzinstrumenteJEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTEscrollen
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 8.943 (9.523) Mio. EUR enthalten (76 [81] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREscrollen
RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREscrollen
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. (9) Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete FinanzinstrumenteERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEscrollen
In der Position "Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 4 (4) Mio. EUR enthalten (100 [100] %). VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREscrollen
RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIEREscrollen
Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente (ohne Handelsabsicht) beinhalten strukturierte Produkte, bei denen die Fair Value Option nach IAS 39 angewendet wurde. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderungen des Kreditrisikos der finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, beträgt in der Berichtsperiode 0 (0) Mio. EUR und in kumulativer Form -2 (0) Mio. EUR. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (10) Übrige KapitalanlagenKLASSIFIZIERUNG VON ÜBRIGEN KAPITALANLAGENscrollen
Der Zeitwert der Darlehen und Forderungen entspricht im Wesentlichen dem Bilanzwert. JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTEscrollen
In den kurzfristigen Geldanlagen sind überwiegend Fest- und Tagesgelder mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei diesen Einlagen daher weitgehend den Buchwerten. RATINGSTRUKTUR DER SONSTIGEN KURZFRISTIGEN GELDANLAGENscrollen
Die erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen angekaufte Lebensversicherungspolicen. Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments beinhaltet Windparkanlagen. Für die Anlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen als Sicherheit. INFRASTRUKTURINVESTMENTSscrollen
Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments enthält keine Anlagen im Bau. (11) Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenKLASSIFIZIERUNG DER KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGENscrollen
Darlehen und ForderungenVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITscrollen
RATINGSTRUKTURscrollen
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FinanzinstrumenteVERTRAGLICHE RESTLAUFZEITscrollen
RATINGSTRUKTURscrollen
Der Buchwert der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderung des Kreditrisikos bedingt ist, ist unwesentlich. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht. (12) Bewertungshierarchie der Zeitwertbewertung der FinanzinstrumenteFair-Value-HierarchieFür die Angaben nach IFRS 13 sind neben den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten auch solche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts im Rahmen der Geschäftsberichterstattung vorgesehen ist (nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente). Die Zeitwerthierarchie spiegelt Merkmale der für die Bewertung verwendeten Preisinformationen bzw. Eingangsparameter wider und ist wie folgt gegliedert: scrollen
Werden für die Bewertung eines Finanzinstruments Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen herangezogen, so ist die Stufe des niedrigsten Inputfaktors maßgeblich für die Bewertung des Finanzinstruments. Eine Überprüfung der Zuordnung zu den Stufen der Fair-Value-Hierarchie erfolgt mindestens zum Ende einer Periode. Die Darstellung von Transfers erfolgt, als ob der Transfer zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt wäre. Aufteilung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten FinanzinstrumenteZum Stichtag ordnen wir rund 5 (4) % der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente Level 1 der Bewertungshierarchie zu, 89 (90) % Level 2 und 7 (6) % Level 3. Im Geschäftsjahr wurden Investmentfonds in Höhe von 4 Mio. EUR aus Level 2 in Level 1 umgegliedert (2020: keine Transfers zwischen Level 1 und 2). Zum Stichtag bestehen, wie im Vorjahr, keine Schulden, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes wider. ZEITWERTHIERARCHIE ZUM ZEITWERT BEWERTETER FINANZINSTRUMENTEIn Mio. EUR scrollen
Analyse der Finanzinstrumente, für die signifikante Eingangsparameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe3)ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2021scrollen
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scrollen
1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI
abgekürzt
ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2021scrollen
1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI
abgekürzt
Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen der Periode einschließlich der Gewinne oder Verluste auf am Ende der Berichtsperiode im Bestand gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 werden in der folgenden Tabelle gezeigt. DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE)scrollen
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1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI
abgekürzt
DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN)scrollen
1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI
abgekürzt
WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE BEWERTUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN DER STUFE 3scrollen
1 Diese Finanzinstrumente werden in die Stufe 3
eingeordnet, da bei der Bewertung nicht beobachtbare
Parameter verwendet werden
Sofern zur Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 3 Modelle verwendet werden, bei denen die Anwendung vernünftiger alternativer Eingangsparameter zu einer wesentlichen Änderung des Zeitwerts führt, verlangt IFRS 7 eine Offenlegung der Auswirkungen dieser alternativen Annahmen. Von den Finanzinstrumenten der Stufe 3 mit Zeitwerten zum Bilanzstichtag von insgesamt 7,2 (5,7) Mrd. EUR bewertet der Konzern Finanzinstrumente mit einem Volumen von 6,5 (5,0) Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der Nettovermögenswertmethode, bei der alternative Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu ermitteln sind. Darüber hinaus bestehen Vermögenswerte aus Investmentverträgen in Höhe von 146 (181) Mio. EUR, denen in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gegenüberstehen. Da sich die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe gegenüberstehen und sich im Wert ähnlich entwickeln, haben wir auf eine Szenarioanalyse verzichtet. Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik werden in Höhe von 274 (275) Mio. EUR in der Stufe 3 ausgewiesen. Die Wertentwicklung dieser Verträge steht in Abhängigkeit vom Risikoverlauf einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Aus der Anwendung alternativer Eingangsparameter und Annahmen ergibt sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Für die verbleibenden Finanzinstrumente der Stufe 3 in Höhe von 191 (85) Mio. EUR, das entspricht 3 (1) % vom Gesamtbestand der Finanzinstrumente der Stufe 3, sind die Auswirkungen alternativer Eingangsparameter und Annahmen nicht wesentlich. BewertungsprozessDer Bewertungsprozess ist darauf ausgerichtet, für die Zeitwertermittlung von Finanzanlagen öffentlich verfügbare Preisstellungen auf aktiven Märkten oder Bewertungen mit ökonomisch anerkannten Modellen, die auf beobachtbaren Eingangsfaktoren beruhen, heranzuziehen (Stufe-1- und Stufe-2-Positionen). Für Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Stufe-3-Positionen), werden die Bewertungen überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen (z. B. geprüfter Net Asset Value) vorgenommen, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen wurden. Die mit der Bewertung von Kapitalanlagen betraute Organisationseinheit ist unabhängig von den Organisationseinheiten, die die Kapitalanlagerisiken eingehen, wodurch eine Funktions- und Aufgabentrennung gewährleistet wird. Die Bewertungsprozesse und Bewertungsmethoden sind vollständig dokumentiert. Entscheidungen über Bewertungsfragen trifft das monatlich tagende Talanx Bewertungskomitee. Die Möglichkeit der Portfoliobewertung im Sinne des IFRS 13.48 wird nicht angewandt. Aufteilung der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente mit Zeitwertangaben im AnhangFAIR-VALUE-HIERARCHIE - NICHT ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTEIn Mio. EUR scrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(13) Derivative Finanzinstrumente und Hedge-AccountingDerivateDerivative Finanzinstrumente setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und sonstigen Marktpreisrisiken ein sowie in geringem Umfang auch zur Optimierung von Erträgen oder um Kauf- bzw. Verkaufsabsichten zu realisieren. Dabei werden die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften wie auch die Vorgaben der konzerninternen Anlagerichtlinien strikt eingehalten und stets erstklassige Kontrahenten ausgewählt. Darüber hinaus werden eingebettete Derivate in strukturierten Produkten und Versicherungsverträgen - sofern nach den Vorschriften des IAS 39 bzw. IFRS 4 erforderlich - von den zugrunde liegenden Basisverträgen getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Fair Value. Hinsichtlich der angewandten Bewertungstechniken verweisen wir auf den Abschnitt "Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 144 ff. Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument gemäß Hedge-Accounting nach IAS 39 eingesetzt wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens/Risikos. Bei Derivaten, die keine Sicherungsinstrumente sind, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Diese Vorgehensweise gilt auch für separierte eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzinstrumenten und aus Versicherungsverträgen. Hinsichtlich der Sicherungsinstrumente unterscheidet der Konzern die Derivate nach ihrer Zweckbestimmung in Fair-Value-Hedges und Cashflow-Hedges. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE NACH BILANZPOSITIONENscrollen
Im Geschäftsjahr ergab sich aus den derivativen Finanzinstrumenten -ohne Sicherungsinstrumente - ein unrealisierter Gewinn in Höhe von 29 (73) Mio. EUR; das realisierte Ergebnis der im Jahr 2021 geschlossenen Positionen beträgt 11 (-11) Mio. EUR. In der Tabelle "Laufzeitstruktur der derivativen Finanzinstrumente" werden die beizulegenden Zeitwerte einschließlich der zugehörigen Nominalwerte unserer offenen Derivatepositionen zum Stichtag differenziert nach Risikoarten und Fälligkeiten dargestellt. Positive und negative Marktwerte werden in der Tabelle saldiert. Zum Bilanzstichtag bestanden danach offene Positionen aus Derivaten in Höhe von 88 (113) Mio. EUR; das entspricht 0,0 (0,1) % der Bilanzsumme. Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und VerbindlichkeitenDer Konzern schließt derivative Geschäfte auf Basis standardisierter Rahmenverträge ab, die Globalnettingvereinbarungen beinhalten. Die in der Tabelle "Aufrechnungsvereinbarungen" aufgeführten Aufrechnungsvereinbarungen erfüllen die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz in der Regel nicht, da der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf eine Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf Saldierung ist grundsätzlich nur bei Eintritt bestimmter künftiger definierter Ereignisse durchsetzbar. Gestellte bzw. erhaltene Sicherheiten werden je Kontrahent maximal bis zur Höhe der jeweiligen Nettoverbindlichkeit bzw. des jeweiligen Nettovermögenswerts berücksichtigt. Hedge-AccountingIm Rahmen des Hedge-Accountings versucht der Konzern, die sich aus Marktpreisänderungen ergebenden Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme eines Grundgeschäfts durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments (Derivat) zu kompensieren, dessen Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme sich annähernd gegenläufig entwickeln. Die Absicherung erfolgt dabei auf Einzelgeschäftsebene (Mikro-Hedge). Bei Abschluss der Transaktion dokumentieren wir die Sicherungsbeziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, das Ziel des Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Absicherungsstrategie. Zudem findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die Sicherungsinstrumente die entsprechenden Änderungen der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Die Effektivität der Hedge-Beziehung wurde nachgewiesen. LAUFZEITSTRUKTUR DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTEscrollen
scrollen
AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGENscrollen
Fair-Value-HedgesZur teilweisen Absicherung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, resultierend aus dem Zinsänderungs- und Spread-Risiko bei festverzinslichen Wertpapieren, hat der Konzern Forward Sales (Vorverkäufe) als Sicherungsderivate designiert. Aufgrund der vergleichbaren Risiken der designierten Grundgeschäfte und der Sicherungsderivate qualifizieren sich diese für die bilanzielle Abbildung als Fair-Value-Hedge. Die Änderungen des Zeitwerts der Sicherungsderivate werden mit den dem gesicherten Risiko zurechenbaren Änderungen des Zeitwerts der Grundgeschäfte (Forwardkurse) erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Für die Fair-Value-Hedges wurden im Berichtszeitraum Gewinne in Höhe von 20 (Verluste: 12) Mio. EUR aus den Sicherungsderivaten und Verluste aus Grundgeschäften von 19 (Gewinne: 15) Mio. EUR ergebniswirksam bilanziert. Bei diesen Absicherungen bewegten sich die gegenläufigen Änderungen der Zeitwerte analog zu den Vorgaben des IAS 39 in der Bandbreite von 80 % bis 125 %. Cashflow-HedgesDer Konzern hat künftige Transaktionen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten, gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In diesem Zusammenhang werden Bewertungseinheiten aus Wertpapiertermingeschäften (Vorkäufen) und geplanten Wertpapierkäufen gebildet. Mit den Vorkäufen wird das Risiko abgesichert, bei jetzt schon feststehenden Wiederanlagen in der Zukunft durch fallende Zinsen niedrige Renditen für die Wiederanlagen erzielen zu können. Das Grundgeschäft zu den Sicherungsinstrumenten ist die Anlage in der Zukunft zu den dann geltenden Renditen/ Kursen. Die Sicherung geplanter Transaktionen wird nach IAS 39 als Cashflow-Hedge abgebildet. Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des Share-Award-Plans gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten hat die Hannover Rück SE seit dem Jahr 2014 Sicherungsinstrumente in Form sogenannter Equity Swaps erworben (Cashflow-Hedge). Der effektive Teil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Sicherungsinstrumente wird im Eigenkapital in der Rücklage für Cashflow-Hedges unter Berücksichtigung latenter Steuern und gegebenenfalls der Beteiligung der Versicherungsnehmer bilanziert. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sofern es sich bei den abgesicherten Grundgeschäften um ein Finanzinstrument handelt (Absicherung der geplanten Transaktionen). Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt (Absicherung der Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten). Führen die abgesicherten Transaktionen zum Ansatz finanzieller Vermögenswerte, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge über die Laufzeit des erworbenen Vermögenswerts amortisiert. Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung der Rücklage für Cash-flow-Hedges (vor Steuern und vor Beteiligung der Versicherungsnehmer) dar: ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGESscrollen
Die Cashflow-Hedge-Rücklage veränderte sich im Berichtsjahr um -135 (-28) Mio. EUR (vor Steuern) bzw. -130 (-24) Mio. EUR (nach Steuern). Im Rahmen fälliger Vorkäufe wurde 2021 ein Betrag von insgesamt 21 (42) Mio. EUR und im Rahmen vorzeitig beendeter Vorkäufe ein Betrag von 10 (13) Mio. EUR ergebniserhöhend amortisiert (Position: Kapitalanlageergebnis). Im Berichtsjahr sowie im letzten Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Ineffektivitäten der Cashflow-Hedges ergebniswirksam erfasst (Position: Kapitalanlageergebnis). Die Zahlungsströme aus den Cashflow-Hedges werden wie folgt erwartet: ZAHLUNGSSTRÖME DER ABGESICHERTEN GEPLANTEN TRANSAKTIONENscrollen
Im Jahr 2021 lagen keine prognostizierten Transaktionen, die zuvor als Sicherungsbeziehung erfasst wurden, vor, die in Zukunft nicht mehr eintreten dürften. Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen GeschäftsbetriebDer Konzern hielt zum Bilanzstichtag im Bereich der Rückversicherung derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe abgeschlossen wurden. Im Berichtsjahr und im Vorjahr gab es keine wesentlichen Ineffektivitäten aus der Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen. Beizulegende Zeitwerte der SicherungsinstrumenteDer beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Hedge-Accounting designierten derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag beträgt: SICHERUNGSINSTRUMENTEscrollen
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste der Sicherungsderivate betrugen im Berichtsjahr 50 (43) Mio. EUR und betreffen die Amortisation der Eigenkapitalbeträge in Höhe von 31 (55) Mio. EUR, die ergebniswirksam erfassten Wertänderungen aufgrund der Ineffektivität (0 [0] Mio. EUR) und Wertänderungen aus Fair-Value-Hedges mit 20 (-12) Mio. EUR. Derivate im Zusammenhang mit VersicherungsverträgenEine Anzahl von Verträgen im Segment der Personen-Rückversicherung weist Merkmale auf, die die Anwendung der Vorschriften des IFRS 4 zu eingebetteten Derivaten erfordern. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte in Rückversicherungsverträgen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag ("Host Contract") zu trennen, separat gemäß IAS 39 zu bilanzieren und unter den Kapitalanlagen auszuweisen. Schwankungen im Marktwert der derivativen Komponenten sind in den Folgeperioden ergebniswirksam zu erfassen. Im Rahmen der Bilanzierung von Modified-Coinsurance- und Coinsurance-Funds-Withheld(ModCo)-Rückversicherungsverträgen, bei denen Wertpapierdepots von den Zedenten gehalten und Zahlungen auf Basis des Ertrages bestimmter Wertpapiere des Zedenten geleistet werden, sind die Zinsrisikoelemente klar und eng mit den unterliegenden Rückversicherungsvereinbarungen verknüpft. Folglich resultieren eingebettete Derivate ausschließlich aus dem Kreditrisiko des zugrunde gelegten Wertpapierportefeuilles. Die Hannover Rück ermittelt die Marktwerte der in die ModCo-Verträge eingebetteten Derivate unter Verwendung der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Marktinformationen auf Basis einer Credit-Spread-Methode, bei der das Derivat zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keinen Wert aufweist und im Zeitablauf aufgrund der Veränderungen der Credit Spreads der Wertpapiere schwankt. Das Derivat hat zum Bilanzstichtag einen positiven Wert in Höhe von 1 (15) Mio. EUR und wird unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten ausgewiesen. Eine externe Zession führte in diesem Zusammenhang zu einem Ausweis von anderen Verbindlichkeiten in geringfügiger Höhe. Im Jahresverlauf ergab sich in Summe ein Aufwand aus der Marktwertveränderung des Derivates in Höhe von 15 Mio. EUR vor Steuern (6 Mio. EUR Ertrag). Aus einer weiteren, ähnlich strukturierten Transaktion wurde in Vorjahren ebenfalls ein derivatives Finanzinstrument entbündelt. Hieraus resultierte ein Ausweis von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten in Höhe von 26 (58) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr führte die Wertentwicklung dieses Derivates zu einer Ergebnisreduzierung in Höhe von 35 (Ergebnisverbesserung: 34) Mio. EUR. Eine Reihe von in Vorjahren gezeichneten Transaktionen des Segments Personen-Rückversicherung, bei denen Gesellschaften der Hannover Rück ihren Vertragspartnern Deckung für Risiken aus möglichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Sicherungsinstrumenten bieten, sind ebenfalls als derivative Finanzinstrumente zu klassifizieren. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren aus vertraglich definierten Ereignissen und beziehen sich auf die Entwicklung einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Die Verträge sind als freistehende Kreditderivate gemäß IAS 39 einzuordnen und zu bilanzieren. Bei ihrem Erstansatz wurden diese derivativen Finanzinstrumente erfolgsneutral erfasst, da in gleicher Höhe Forderungen anzusetzen waren. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente betrug am Bilanzstichtag 25 (32) Mio. EUR und wurde unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten ausgewiesen. Die Wertentwicklung in den Folgeperioden erfolgt in Abhängigkeit vom Risikoverlauf und führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung in Höhe von 35 (39) Mio. EUR. Im Bestand befindet sich ein Absicherungsgeschäft gegen eine extreme Erhöhung der Sterblichkeit, das den Geschäftsbereich Rückversicherung gegen einen Anstieg der Mortalitätsraten beispielsweise infolge von Pandemien, Naturkatastrophen oder Terroranschlägen absichert. Der Risiko-Swap wird auf einer gewichteten, kombinierten Bevölkerungssterblichkeit in den USA, Großbritannien und Australien indexiert. Die Deckung zahlt proportional zwischen 110 % und 120 % Sterblichkeitsindex aus. Zum Bilanzstichtag weist das Derivat einen positiven Marktwert in Höhe von 39 Mio. EUR (5 Mio. EUR andere Verbindlichkeiten) aus und wurde unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten bilanziert. Die Marktwertänderung des Derivats führte im Jahresverlauf zu einem Ertrag in Höhe von 44 (4) Mio. EUR. Ebenfalls im Segment Personen-Rückversicherung wurde in der Vergangenheit ein Rückversicherungsvertrag mit einer Finanzierungskomponente abgeschlossen, bei der Höhe und Zeitpunkt der Rückflüsse von Stornoquoten innerhalb eines unterliegenden Erstversicherungsportefeuilles abhängen. Dieser Vertrag und ein entsprechender Retrozessionsvertrag, die als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 zu klassifizieren waren, führten zu einem Ausweis von anderen Verbindlichkeiten von 22 (27) Mio. EUR und von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten von 136 (123) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr ergab sich aus diesen Verträgen insgesamt eine Ergebnisverbesserung in Höhe von 2 (6) Mio. EUR. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 wurde eine indexbasierte Deckung von Langlebigkeitsrisiken abgeschlossen. Das hieraus resultierende Derivat wurde zum Bilanzstichtag mit einem positiven beizulegenden Zeitwert in Höhe von 5 Mio. EUR in den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten (im Vorjahr 2 Mio. EUR in den übrigen Verbindlichkeiten) bilanziert. Aus der Marktwertänderung des Derivats resultiert im Jahresverlauf ein Ertrag in Höhe von 10 Mio. EUR (Aufwand in Höhe von 2 Mio. EUR). Insgesamt führte die Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik zum Bilanzstichtag zu einem Ausweis von Vermögenswerten in Höhe von 232 (228) Mio. EUR sowie zu einem Ausweis von Verbindlichkeiten aus den aus versicherungstechnischen Posten resultierenden Derivaten in Höhe von 23 (34) Mio. EUR. Aus allen separat zu bewertenden Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik waren im Berichtsjahr Ergebnisverbesserungen in Höhe von 91 (83) Mio. EUR sowie Ergebnisbelastungen in Höhe von 50 (8) Mio. EUR zu verzeichnen. Finanzielle GarantienIm Segment Personen-Rückversicherung wurden zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X-bzw. AXXX-Reserven) US-amerikanischer Zedenten strukturierte Transaktionen abgeschlossen. Die Strukturen erforderten jeweils den Einbezug einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaften tragen von den Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehaltes und übertragen diese Risiken mittels eines fixen/variablen Swaps auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück SE. Die Summe der vertraglich vereinbarten Kapazitäten der Transaktionen beträgt umgerechnet 2.652 (2.447) Mio. EUR, zum Bilanzstichtag wurden davon umgerechnet 1.988 (1.902) Mio. EUR gezeichnet. Die von Gesellschaften der Hannover Rück SE garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaften decken deren Leistungsverpflichtungen. Bei einem Teil der Transaktionen werden die aus den Swaps im Leistungsfall resultierenden Zahlungen über Entschädigungsvereinbarungen von den Muttergesellschaften der Zedenten rückvergütet. Die Rückvergütungsansprüche aus den Entschädigungsvereinbarungen sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren. Nach IAS 39 sind diese Transaktionen als Finanzgarantien zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rück SE legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der beizulegende Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwertes aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall. (14) Forderungen aus dem VersicherungsgeschäftFORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTscrollen
FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT, DIE ZUM BILANZSTICHTAG ÜBERFÄLLIG, ABER NICHT WERTGEMINDERT WARENscrollen
Bei den überfälligen Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft handelt es sich um Forderungen, die zum Fälligkeitstag nicht bezahlt wurden und am Bilanzstichtag weiterhin offen waren. Bei den Erstversicherungsgesellschaften bestanden am Bilanzstichtag Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern, die seit mehr als 90 Tagen fällig waren, in Höhe von insgesamt 487 (479) Mio. EUR, davon sind 98 (234) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig. Dies entspricht einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 2,8 (7,6) %. Die zusammengefasste durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre belief sich auf 0,5 (0,6) %. Die Ausfallquote im Jahr 2021 liegt bei 0,4 (0,4) %. Aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich die Abrechnungsforderungen mit einem Rückstand von mehr als 90 Tagen auf einen Betrag von insgesamt 1.066 (675) Mio. EUR, davon sind 476 (282) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig, was einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 6,6 (4,8) % entspricht. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus dem Rückversicherungsgeschäft beträgt 0,2 (0,2) %. Die wertberichtigten Forderungen stellen sich wie folgt dar: AUS VERSICHERUNGSVERTRÄGEN RESULTIERENDE EINZELN WERTGEMINDERTE VERMÖGENSWERTEscrollen
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, die wir auf separaten Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt: WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFTscrollen
Die Ausfallrisiken der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft wurden grundsätzlich durch Einzelbetrachtung ermittelt. Auf eine Wertberichtigung wurde insoweit verzichtet, als das Ausfallrisiko der Vermögenswerte durch Sicherheiten (z. B. Letters of Credit, Bardepots, Wertpapierdepots) vermindert ist. Der Anteil der wertgeminderten Forderungen belief sich auf 1,2 (1,4) %. Die Abrechnungsforderungen an dem passiven Rückversicherungsgeschäft der Erstversicherungsgesellschaften einschließlich Konzernfunktionen betragen (nach Abzug von Wertberichtigungen) 638 (629) Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag weisen 68 (88) % dieser Abrechnungsforderungen ein Rating der Kategorie A oder besser auf. Bezogen auf den Gesamtbestand der Abrechnungsforderungen von 7,2 (5,9) Mrd. EUR weisen 44 (51) % ein Rating der Kategorie A oder besser auf. WERTBERICHTIGUNGSQUOTENscrollen
JÄHRLICHE AUSFALLQUOTENscrollen
(15) Abgegrenzte AbschlusskostenABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(16) Sonstige VermögenswerteSONSTIGE VERMÖGENSWERTEscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der Zeitwert des eigengenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 1.043 (1.004) Mio. EUR. Davon entfallen 173 (173) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 870 (831) Mio. EUR auf die Stufe 3. Diese Zeitwerte wurden im Wesentlichen auf Basis der Ertragswertmethode berechnet. Bei dem eigengenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2021 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 315 (220) Mio. EUR. Aktivierte Ausgaben für Sachanlagen im Bau betrugen zum Bilanzstichtag 5 (8) Mio. EUR. ENTWICKLUNG DES EIGENGENUTZTEN GRUNDBESITZESscrollen
ENTWICKLUNG DER BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNGscrollen
ÜBRIGE VERMÖGENSWERTEscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva(17) EigenkapitalEigenkapitalentwicklung und Anteile nicht beherrschender GesellschafterDARSTELLUNG DER EIGENKAPITALZUSAMMENSETZUNGscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Der Anstieg der Kapitalrücklage in Höhe von 12 Mio. EUR resultiert aus der für Zwecke des Mitarbeiteraktienprogramms durchgeführten Kapitalerhöhung. Die Gewinnrücklagen enthalten 2.295 (2.039) Mio. EUR Schwankungsrückstellungen (nach latenter Steuer). Die übrigen Rücklagen enthalten -380 (-695) Mio. EUR Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung. IN DEN ÜBRIGEN RÜCKLAGEN ENTHALTENE UNREALISIERTE GEWINNE UND VERLUSTEscrollen
1 Hierin enthalten: erfolgsneutral gebildete
Rückstellungen für latente
Beitragsrückerstattung
Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns. AUSGLEICHSPOSTEN FÜR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITALscrollen
Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital beträgt 316 Mio. EUR und ist eingeteilt in 253.100.132 (252.797.634) auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Der rechnerische Wert je Aktie beträgt 1,25 EUR. Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals". Bedingtes KapitalIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 126 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 101.119.057 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Namensschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 10. Mai 2022 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht. In derselben Hauptversammlung wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 32 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 25.279.760 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen (Wandlungs- und Optionsanleihen) und Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten, die von der Talanx AG oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG aufgrund des in derselben Hauptversammlung gefassten Ermächtigungsbeschlusses im Zeitraum vom 11. Mai 2017 bis zum 10. Mai 2022 ausgegeben werden. Die Satzungsänderungen wurden am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. Genehmigtes KapitalIn der Hauptversammlung vom 11. Mai 2017 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 10. Mai 2022 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 158 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 1 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag von 20 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Die Satzungsänderung wurde am 14. Juni 2017 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam. KapitalmanagementDas oberste Ziel des Kapitalmanagements des Talanx Konzerns ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Für detaillierte Ausführungen zum Kapitalmanagement verweisen wir auf die Ausführungen zum Kapitalmanagementprozess in der Finanzlage unter dem Kapitel "Vermögens- und Finanzlage" im Lagebericht. Eigene AnteileFür das Jahr 2021 wurde ein Mitarbeiteraktienprogramm aufgelegt, bei dem die volljährigen Auszubildenden/Mitarbeiter der inländischen Gesellschaften (außer Hannover Rück SE) bis zu 288 subventionierte Talanx Aktien erwerben konnten. Für das diesjährige Mitarbeiteraktienprogramm wurden durch eine Kapitalerhöhung unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals insgesamt 302.498 neue Aktien geschaffen und somit erhöhte sich die Anzahl der Stückaktien auf 253.100.132. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich im Rahmen dieser Kapitalerhöhung um 378.122,50 EUR. Der Ausübungspreis richtete sich nach dem niedrigsten Tageskurs an den Börsen Frankfurt und Hannover am 29. Oktober 2021 und betrug 41,04 EUR abzüglich der Subventionierung von 5 bis 15 EUR pro Aktie. Durch die Transaktion entstand ein Personalaufwand in Höhe von 2,5 Mio. EUR. Die Mitarbeiteraktien unterliegen einer Sperrfrist, die am 1. Dezember 2023 endet. Im Vorjahr erfolgte für das Mitarbeiteraktienprogramm ein Rückkauf von 118.007 eigenen Aktien und es entstand ein Personalaufwand in Höhe von 1,2 Mio. EUR. (18) Nachrangige VerbindlichkeitenVerschiedene Konzernunternehmen haben in der Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil börsennotierte Verbindlichkeiten aufgenommen, um die Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die erforderliche (aufsichtsrechtliche) Liquidität (Solvabilität) zu gewährleisten. Die Talanx AG hat am 1. Dezember 2021 erstmals einen Green Bond als Nachranganleihe in Höhe von 500 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 1. Juni 2032 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 1,750 % p. a., danach wird sie variabel über dem Drei-Monats-EURIBOR verzinst. Die Hannover Rück SE hat am 22. März 2021 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 30. Dezember 2031 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 1,375 % p. a., danach beträgt der variable Zinssatz 2,33 % über dem Drei-Monats-EURIBOR. ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAPITALSscrollen
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1 Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem
Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften
gehalten (im Konzernabschluss konsolidiert)
ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITENscrollen
Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten Verbindlichkeiten basiert im Allgemeinen auf notierten aktiven Marktpreisen. Wenn derartige Preisinformationen nicht verfügbar waren, wurden die Zeitwerte auf Basis der anerkannten Effektivzinsmethode berechnet oder z. B. anhand von anderen Finanzinstrumenten mit vergleichbaren Bonitäts-, Laufzeit- und Renditeeigenschaften geschätzt. Bei der Effektivzinsmethode werden stets die aktuellen Marktzinsniveaus in den relevanten Zinsbindungslaufzeitbereichen als Basis unterstellt. Das Nettoergebnis in Höhe von -131 (-137) Mio. EUR der nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 129 (135) Mio. EUR und Aufwendungen aus der Amortisation (2 [2] Mio. EUR). NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN: RESTLAUFZEITENscrollen
(19) Rückstellung für PrämienüberträgeRÜCKSTELLUNG FÜR PRÄMIENÜBERTRÄGEscrollen
Bei der Rückstellung für Prämienüberträge handelt es sich im Wesentlichen nicht um zukünftige liquiditätswirksame Zahlungsströme, deshalb verzichten wir auf eine Laufzeitangabe. (20) DeckungsrückstellungDECKUNGSRÜCKSTELLUNGscrollen
Im Rahmen der nachstehenden Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für die Deckungsrückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. DECKUNGSRÜCKSTELLUNGscrollen
(21) Rückstellung für noch nicht abgewickelte VersicherungsfälleRÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLEscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Abwicklung der Netto-SchadenrückstellungDie Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können. Die von den Berichtseinheiten gelieferten Schadenabwicklungsdreiecke wurden um die Währungseffekte aus der Umrechnung der jeweiligen Transaktions- in die lokale Berichtswährung bereinigt dargestellt. Die in Fremdwährung gelieferten Abwicklungsdreiecke der Berichtseinheiten werden zum aktuellen Stichtagskurs in Euro umgerechnet, um währungsbereinigte Abwicklungsergebnisse darstellen zu können. In den Fällen, in denen der ursprünglich geschätzte Endschaden mit dem tatsächlichen Endschaden in Originalwährung übereinstimmt, wird auch nach Umrechnung in die Konzernberichtswährung (Euro) sichergestellt, dass kein rein währungsindiziertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen wird. In den nachfolgenden Tabellen werden die Netto-Schadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Jahre 2011 bis 2021 getrennt nach unseren wesentlichen Sachversicherungsgesellschaften in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung dargestellt (sogenanntes Schadenabwicklungsdreieck). Die Übersichten zeigen die Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellungen, die sich aus den Rückstellungen für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzen. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen. Die Darstellung der Netto-Schadenrückstellung und ihrer Abwicklung erfolgt jeweils für die Erstversicherungssegmente einschließlich der Konzernfunktionen und des Segments Schaden-Rückversicherung nach Konsolidierungseffekten für den jeweiligen Darstellungsbereich, jedoch vor Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und Rückversicherung. Die für das Bilanzjahr 2011 berichteten Werte beinhalten außerdem die nicht mehr separat im Schadenabwicklungsdreieck dargestellten Werte der Vorjahre. Die veröffentlichten Abwicklungsergebnisse reflektieren die im Geschäftsjahr 2021 für die einzelnen Abwicklungsjahre entstandenen Endschadenveränderungen. Die noch nicht abgewickelten Netto-Schadenrückstellungen im Konzern belaufen sich auf insgesamt 53,3 (45,4) Mrd. EUR. Davon entfallen auf unsere Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich einschließlich der Konzernfunktionen sowie das Segment Schaden-Rückversicherung 17,4 (15,0) Mrd. EUR bzw. 29,2 (24,7) Mrd. EUR. Weitere 6,7 (5,6) Mrd. EUR verteilen sich auf das Segment Personen-Rückversicherung (5,5 [4,5] Mrd. EUR) und das Leben-Erstversicherungsgeschäft (1,2 [1,1] Mrd. EUR). Netto-Schadenrückstellung und deren Abwicklung in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der KonzernfunktionenNETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG 1 UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONENscrollen
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1 Die Daten sind auf Nettobasis dargestellt, da
dies aussagekräftigere Informationen über die
letztendlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis liefert
Im Berichtsjahr verzeichnete der Konzern in seinen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen ein positives Abwicklungsergebnis von 353 (45) Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. Netto-Schadenrückstellung und deren Abwicklung im Segment Schaden-RückversicherungNETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG 1 UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
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1 Die Daten sind auf Nettobasis dargestellt, da
dies aussagekräftigere Informationen über die
letztendlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis liefert
Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete die Schaden-Rückversicherung ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von insgesamt 848 (591) Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt. Der Bilanzwert der Rückversicherungsanteile an den Schadenrückstellungen in Höhe von 7,3 (5,9) Mrd. EUR enthält kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 56 (52) Mio. EUR. Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schadenrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. LAUFZEITEN DER RÜCKSTELLUNGscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(22) Rückstellung für BeitragsrückerstattungRÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNGscrollen
Im Wesentlichen ist eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Versicherungsverträgen und zu den Restlaufzeiten nicht möglich, sodass wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet haben. Von den Bruttorückstellungen für Beitragsrückerstattung entfallen 2.128 (1.977) Mio. EUR auf Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung und 5.704 (7.137) Mio. EUR auf latente Beitragsrückerstattung einschließlich der Shadow-RfB. (23) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Konzernunternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Die Art der Versorgungszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung. Der betragsmäßig überwiegende Teil der Versorgungszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen. Zum größten Teil handelt es sich um dienstzeitabhängige Endgehaltspläne, die vollständig arbeitgeberfinanziert sind und Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente im Wesentlichen ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes vorsehen. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Prozentsatz des letzten Arbeitseinkommens, wobei zum einen die Anzahl der bis zum Eintritt des Versorgungsfalles vollendeten Dienstjahre und zum anderen die Höhe des Gehaltes bei Eintritt des Versorgungsfalles (gegebenenfalls als Durchschnitt über mehrere Jahre) in die Berechnung einfließen. Teilweise werden die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung unterschiedlich gewichtet. Diese Pensionspläne sind für neu eintretende Arbeitnehmer/-innen geschlossen. Bestehende Zusagen wurden teilweise auf gehaltsdynamische Besitzstände eingefroren. Die Pläne werden weitestgehend nicht mit Planvermögen finanziert. Bei den Plänen auf Basis jährlicher Rentenbausteine handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Summe jährlicher Versorgungsbausteine, die über eine Transformationstabelle hergeleitet werden. Berücksichtigt werden dabei der Beschäftigungsgrad, die Höhe des maßgeblichen Gehaltes und teilweise das Geschäftsergebnis der die Zusage erteilenden Arbeitgebergesellschaft. Die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung werden unterschiedlich gewichtet. Der betragsmäßig bedeutendste Pensionsplan dieses Typs ist für Neuaufnahmen geschlossen und nicht mit Planvermögen finanziert. Jedoch wurden für einen großen Teilbestand Rückdeckungsversicherungen geschlossen. Bei den beitragsbasierten Plänen mit Garantien handelt es sich um Zusagen aus Entgeltumwandlungen oder arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente über Unterstützungskassen. Anstelle einer Altersrente kann ein einmaliges Versorgungskapital verlangt werden. Es handelt sich um beitragsorientierte Leistungszusagen im Sinne des deutschen Arbeitsrechtes, die wirtschaftlich als Leistungszusage (Defined Benefit Plan) klassifiziert werden. Der vom Arbeitgeber an die Unterstützungskassen zugewendete Versorgungsbetrag wird von diesen als Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt (kongruente Rückdeckung). Die zugesagten Leistungen ergeben sich aus dem Tarif der Rückdeckungsversicherung. Das diesbezügliche Vermögen der Unterstützungskassen wird als Planvermögen ausgewiesen. Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen auf eine Kapitalleistung im Todes- und Erlebensfall bei Erreichen der Altersgrenze aus einmaliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter. Dabei wird der Verzichtsbetrag als einmaliger Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt. Ein Rentenwahlrecht besteht nicht. Diesen Zusagen ist kein Planvermögen zugeordnet. Für die Mitarbeiter besteht zusätzlich die Möglichkeit der versicherungsförmigen Entgeltumwandlung. Hierbei handelt es sich wirtschaftlich um beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution Plan), für die keine Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden. Die sich aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergebenden Risiken umfassen die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko und biometrische Risiken. Maßnahmen zur Reduktion dieser Risiken sind die kongruente Rückdeckung mit Planvermögen (beitragsbasierte Pläne mit Neuzugang), verstärkte biometrische Rechnungsgrundlagen und die Konstruktion einer Asset-Portfoliostruktur, welche die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus den Verpflichtungen möglichst passend abbildet (Asset-Liability-Management). Die Annahmen für die Rentendynamik und den erwarteten Gehalts- und Karrieretrend werden regelmäßig überprüft und ggf. im Hinblick auf die jeweils aktuellen Erwartungen an die Inflationsentwicklung angepasst. Ungewöhnliche Risiken oder erhebliche Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar. FINANZIERUNGSSTATUS DER PENSIONSPLÄNEIn Mio. EUR scrollen
Die Veränderung der Nettoschuld und des Nettovermögenswertes für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns verdeutlicht die nachstehende Tabelle. Neben den Hauptbestandteilen Defined Benefit Obligation (DBO) und Planvermögen ist die Veränderung der Vermögenswertanpassung aus der Berechnung der Obergrenze des aus einer Planüberdeckung resultierenden Vermögenswertes angegeben. Die Überprüfung der Realisierbarkeit des mit einer Planüberdeckung einhergehenden wirtschaftlichen Nutzens wird auf Ebene des einzelnen Pensionsplans durchgeführt und machte sowohl zum 31. Dezember 2021 als auch zum 31. Dezember 2020 eine Kürzung des Buchwertes für den Nettovermögenswert erforderlich. VERÄNDERUNG DER NETTOSCHULD UND DES NETTOVERMÖGENSWERTS FÜR DIE VERSCHIEDENEN LEISTUNGSORIENTIERTEN PENSIONSPLÄNEscrollen
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Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportfolios setzt sich wie folgt zusammen: PORTFOLIOSTRUKTUR DES PLANVERMÖGENSscrollen
Für alle Eigenkapitalinstrumente, festverzinslichen Wertpapiere und Wertpapierfonds stehen Marktpreise infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt zur Verfügung. Im Zeitwert des Planvermögens sind keine Beträge für eigene Finanzinstrumente enthalten. Die tatsächlichen Aufwendungen aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 15 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden Erträge von 55 Mio. EUR verbucht. Die gewichteten Annahmen für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: ANNAHMEN FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE VERPFLICHTUNGENscrollen
Da der sogenannte Spot-Rate-Approach, mit dem der Bewertungszins nach IAS 19.83 für die Währung EUR durch Diskontierung prognostizierter Leistungen mit der gesamten Zinskurve bestimmt wird, auch für Zinsaufwand und -ertrag angewendet wird, enthalten die Annahmen für leistungsorientierte Verpflichtungen einen eigenen Abzinsungsfaktor für die Ermittlung der Nettozinskomponente. Die Abzinsungsfaktoren für die Nettozinskomponente und den laufenden Dienstzeitaufwand werden zu Beginn des Geschäftsjahres festgesetzt. Als biometrische Rechnungsgrundlage der inländischen Pensionszusagen wurden, wie im Vorjahr, unverändert die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt, die entsprechend dem im Bestand beobachtbaren Risikoverlauf verstärkt wurden. Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich auf 15 (16) Jahre. SensitivitätsanalysenEin Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2021 folgende Auswirkung: AUSWIRKUNG DER VERÄNDERUNG DER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN ANNAHMENscrollen
Daneben ist eine Änderung hinsichtlich der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise der zugrunde gelegten Lebenserwartung möglich. Zur Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos wurden die zugrunde gelegten Sterbetafeln durch eine Absenkung der Sterblichkeiten um 10 % angepasst. Diese Verlängerung der Lebenserwartung hätte zum Ende des Geschäftsjahres zu einer um 95 (109) Mio. EUR höheren Pensionsverpflichtung geführt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt durch die Differenzbildung zwischen den Pensionsverpflichtungen unter geänderten versicherungsmathematischen Annahmen und den Pensionsverpflichtungen unter unveränderten versicherungsmathematischen Annahmen. Die Ermittlung wurde für die als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen. Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 22 (20) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Beitragsorientierte Pensionszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 79 (72) Mio. EUR, davon entfällt im Geschäftsjahr ein Betrag von 1 (0) Mio. EUR auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Bei den beitragsorientierten Pensionszusagen handelt es sich im Wesentlichen um staatliche Pensionspläne. (24) SteuerrückstellungenZUSAMMENSETZUNG DER STEUERRÜCKSTELLUNGENscrollen
(25) Sonstige RückstellungenSONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN IN HÖHE DER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHMEscrollen
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Die im Abschluss ausgewiesenen Rückstellungen für Restrukturierung betreffen im Wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Umsetzung der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Zum Bilanzstichtag beläuft sich diese Rückstellung auf 111 (74) Mio. EUR. Im Berichtsjahr ergaben sich im Wesentlichen Zuführungen in Höhe von 73 Mio. EUR, Inanspruchnahmen in Höhe von 23 Mio. EUR und Auflösungen von 10 Mio. EUR. Zudem wurden 3 Mio. EUR aus der Restrukturierungsrückstellung in die Rückstellung für Altersteilzeit überführt. Die Zuführungen in die Restrukturierungsrückstellung resultieren aus den Maßnahmen des Programms "GO25" und damit zusammenhängenden Projekten. Wesentliche Zinseffekte bestehen für das Berichtsjahr nicht. Die übrigen Rückstellungen (333 [374] Mio. EUR) beinhalten eine Vielzahl unterschiedlichster Sachverhalte, die nicht den vorstehenden Kategorien zugeordnet werden können. Sie betreffen insbesondere Provisionsrückstellungen in Höhe von 67 (84) Mio. EUR und Rückstellungen für Nachzahlungszinsen aus Steuern in Höhe von 60 (88) Mio. EUR. Des Weiteren sind in dieser Position Rückstellungen für Verwaltungskosten, Renaturierung, Rechtsstreitigkeiten (vgl. hierzu Abschnitt "Rechtsstreitigkeiten"), ausstehende Beiträge zur Unterstützungskasse und Schwerbehindertenabgaben enthalten. LAUFZEITEN SONSTIGER RÜCKSTELLUNGENscrollen
1 Angabe des gewichteten Durchschnitts
(26) Begebene Anleihen und DarlehenUnter diesem Bilanzposten werden die nachfolgenden Sachverhalte zum Bilanzstichtag ausgewiesen: BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHENscrollen
Per 31. Dezember 2021 besteht eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie über einen Nominalbetrag von 250 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme. Das Nettoergebnis aus den begebenen Anleihen und Darlehen beträgt insgesamt 57 (55) Mio. EUR und umfasst im Wesentlichen neben den Zinsaufwendungen aus den Anleihen der Talanx AG (30 [30] Mio. EUR) und der Hannover Rück SE (8 [8] Mio. EUR) auch das Nettoergebnis aus Hypothekendarlehen (10 [9] Mio. EUR) und Darlehen aus Infrastrukturinvestments (3 [3] Mio. EUR) sowie Amortisationen in Höhe von (5 [3] Mio. EUR). BEGEBENE ANLEIHENscrollen
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1 Debt Rating A. M. Best; Debt Rating S&P
ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHENscrollen
BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN: RESTLAUFZEITENscrollen
(27) Übrige VerbindlichkeitenÜBRIGE VERBINDLICHKEITENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Übrige Verbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen)In den Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen sind unterjährige Ausschüttungen in Höhe von 28 (16) Mio. EUR aus Anteilen an Fonds enthalten, die in privatem Beteiligungskapital investieren ("Private-Equity-Fonds") und die zum Bilanzstichtag noch nicht ergebniswirksam zu vereinnahmen waren. Die Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 264 (229) Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken sowie vom zugrunde liegenden Versicherungsvertrag getrennten zum Marktwert bilanzierten eingebetteten Derivaten. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Anhang. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die Restlaufzeiten der übrigen Verbindlichkeiten ohne die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und ohne die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft dar, da die beiden letztgenannten Verbindlichkeiten direkt im Zusammenhang mit den Versicherungsverträgen stehen und somit nicht getrennt davon betrachtet werden können. ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN) 1 : RESTLAUFZEITENscrollen
1 Eine Darstellung der undiskontierten
Zahlungsströme der Verbindlichkeiten aus Derivaten
wurde aus Wesentlichkeitsgründen nicht vorgenommen.
Stattdessen sind die beizulegenden Zeitwerte (negativen
Marktwerte) der derivativen Finanzinstrumente
berücksichtigt (Laufzeit bis zu einem Jahr 39 [45]
Mio. EUR, ein bis fünf Jahre 136 [88] Mio. EUR,
fünf bis zehn Jahre 75 [83] Mio. EUR, zehn bis 20
Jahre 11 [10] Mio. EUR, mehr als 20 Jahre 2 [3] Mio. EUR)
Verbindlichkeiten aus InvestmentverträgenDie sonstigen Verpflichtungen aus Investmentverträgen werden bei Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrages zugeordnet werden können, angesetzt. In den Folgeperioden werden diese Verträge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN, BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTENANSCHAFFUNGSKOSTEN: RESTLAUFZEITENscrollen
Die Ermittlung der Zeitwerte aus Investmentverträgen wird im Wesentlichen mittels der Rückkaufswerte für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden". ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE: RESTLAUFZEITENscrollen
Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts, die durch Änderungen des Kreditrisikos der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten finanziellen Verbindlichkeiten bedingt ist, ist unwesentlich. (28) Verbindlichkeiten aus FinanzierungstätigkeitÜBERLEITUNG DER SCHULDEN AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBERscrollen
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(29) Aktive und passive SteuerabgrenzungVERÄNDERUNG DER LATENTEN STEUERN IN DER BILANZ WÄHREND DES JAHRESscrollen
Die Veränderung (netto) von 272 (-340) Mio. EUR wurde in Höhe von 331 (-229) Mio. EUR eigenkapitalerhöhend (eigenkapitalmindernd) im sonstigen Ergebnis und in Höhe von -115 (-118) Mio. EUR als Aufwand im Gewinn und Verlust gebucht. Die restlichen Veränderungen resultieren aus Änderungen des Konsolidierungskreises sowie aus Währungsumrechnungen. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(30) Verdiente Prämien für eigene RechnungVERDIENTE PRÄMIEN FÜR EIGENE RECHNUNGscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(31) KapitalanlageergebnisKAPITALANLAGEERGEBNISscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Nettogewinne und -verluste aus KapitalanlagenUnter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen (181 [168] Mio. EUR) und der sonstigen Aufwendungen für selbst verwaltete Kapitalanlagen (142 [116] Mio. EUR) beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 4.718 (4.240) Mio. EUR. NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN, BASIEREND AUF DER KLASSENBILDUNG DES KONZERNS - BERICHTSPERIODEscrollen
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1 Ohne Aufwendungen für die Verwaltung von
Kapitalanlagen und sonstigen Aufwendungen
NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN, BASIEREND AUF DER KLASSENBILDUNG DES KONZERNS - VORPERIODEscrollen
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1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
ZINSERTRÄGE AUS KAPITALANLAGENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(32) Aufwendungen für VersicherungsleistungenAUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSLEISTUNGENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(33) Abschluss- und VerwaltungsaufwendungenABSCHLUSS- UND VERWALTUNGSAUFWENDUNGENscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
(34) Übriges ErgebnisZUSAMMENSETZUNG ÜBRIGES ERGEBNISscrollen
Das übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen. (35) FinanzierungszinsenDie Finanzierungszinsen in Höhe von 176 (198) Mio. EUR beinhalten Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital, das nicht in direktem Zusammenhang mit dem operativen Versicherungsgeschäft steht. Diese Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 131 (137) Mio. EUR auf unsere emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten und mit 30 (30) Mio. EUR auf begebene Anleihen der Talanx AG. Darüber hinaus beinhaltet diese Position Zinsaufwendungen aus Leasing in Höhe von 11 (13) Mio. EUR. (36) ErtragsteuernUnter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet. ERTRAGSTEUERN - TATSÄCHLICHE UND LATENTEscrollen
Die im Geschäftsjahr im sonstigen Ergebnis und direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern - resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis belastet oder gutgeschrieben wurden - beliefen sich auf 356 (-236) Mio. EUR. Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang dar zwischen dem erwarteten Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde und dem tatsächlichen Steueraufwand: ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN STEUERAUFWANDscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 32,2 (32,2) %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt. Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 24,07 (19,13) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen. Auf passive zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 289 (214) Mio. EUR im Zusammenhang mit Anteilen an Konzerngesellschaften wurden keine latenten Steuern gebildet, weil der Konzern ihre Umkehrung steuern kann und sie sich nicht in absehbarer Zeit umkehren werden. Die aktiven nicht wertberichtigten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 506 (449) Mio. EUR werden voraussichtlich in Höhe von 55 (79) Mio. EUR innerhalb eines Jahres und in Höhe von 451 (370) Mio. EUR nach einem Jahr realisiert. Im Berichtsjahr hat sich die tatsächliche Ertragsteuer um 1 (3) Mio. EUR gemindert, da Verlustvorträge genutzt wurden, für die keine latenten Steueransprüche gebildet waren. Die Abwertung von in Vorjahren bilanzierten latenten Steueransprüchen führte im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand von 2 (16) Mio. EUR. Dem gegenüber steht ein latenter Steuerertrag von 51 (13) Mio. EUR aus der Korrektur früherer Abwertungen. Bei Verlusten im Berichtsjahr oder Vorjahr sind Überhänge latenter Steueransprüche nur insoweit angesetzt, als es anhand aussagekräftiger Nachweise wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Gesellschaft zukünftig ausreichend positive steuerpflichtige Ergebnisse erzielen wird. Dieser Nachweis wurde für latente Steueransprüche von 170 (21) Mio. EUR erbracht. Zeitliche Nutzbarkeit nicht aktivierter VerlustvorträgeAuf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von brutto 1.199 (1.305) Mio. EUR und abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von brutto 28 (99) Mio. EUR haben wir aufgrund einer nicht ausreichend gesicherten Realisierung eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern gebildet. Die wertberichtigten aktiven latenten Steuern für diese Sachverhalte betragen insgesamt 238 (269) Mio. EUR. ABLAUF DER WERTBERICHTIGTEN VERLUSTVORTRÄGE UND TEMPORÄREN DIFFERENZENscrollen
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Sonstige AngabenMitarbeiterzahl und PersonalaufwendungenMitarbeiterzahlIM JAHRESDURCHSCHNITT BESCHÄFTIGTE MITARBEITERscrollen
Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 23.954 (23.527) Mitarbeiter für den Konzern tätig. PersonalaufwendungenDie folgenden Personalaufwendungen enthalten vor allem die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Schadenaufwendungen (für Schadenregulierung) und die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen. ZUSAMMENSETZUNG DER PERSONALAUFWENDUNGENscrollen
Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenNach IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" werden als nahe stehende Unternehmen und Personen u. a. Mutter- und Tochterunternehmen sowie Tochtergesellschaften einer gemeinsamen Muttergesellschaft, assoziierte Unternehmen, juristische Personen unter Einfluss des Managements und das Management des Unternehmens definiert. Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.), Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen. Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese Person das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines Mutterunternehmens des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Das Management in Schlüsselpositionen umfasst die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG und des HDI V. a. G. Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversicherungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE (HG), Hannover, bzw. die HDI Versicherung AG (HV), Hannover, jeweils die führenden Versicherer sind. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1 % (HDI V. a. G.) und 99,9 % (HG/HV) aufgeteilt. Die Talanx AG hat am 16. Dezember 2021 mit dem HDI V. a. G. eine neue Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Diese ersetzt die im Oktober 2021 ausgelaufene Rahmenvereinbarung in gleicher Höhe. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden. Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Anteilsbasierte VergütungIm Geschäftsjahr 2021 bestanden im Konzern die folgenden anteilsbasierten Vergütungspläne: scrollen
Nachfolgend werden die Pläne beschrieben und ihre Auswirkungen auf das Jahresergebnis sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt. Aktienwert-Beteiligungsrechts-Plan der Hannover Rück SEDer Vorstand der Hannover Rück SE hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats per 1. Januar 2000 einen virtuellen Aktienoptionsplan eingeführt, der die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten (ABR) an bestimmte Führungskräfte vorsieht. Der Inhalt des Aktienoptionsplans richtet sich ausschließlich nach den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten. Zuteilungsberechtigt sind alle Mitglieder des Konzernführungskreises. Bei Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt sich kein Anspruch auf Lieferung von Aktien der Hannover Rück SE, sondern lediglich auf Zahlung eines an der Aktienkursentwicklung der Hannover Rück SE orientierten Barbetrags. Die Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten sind für alle Zuteilungsberechtigten gekündigt worden. Zugeteilte Aktienwert-Beteiligungsrechte bleiben bis zum Ende ihrer Laufzeit ausübbar. Aktienwert-Beteiligungsrechte wurden erstmals für das Geschäftsjahr 2000 und bis zur Kündigung des Plans für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt, sofern die in den Bedingungen zur Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten festgelegten Erfolgskriterien erreicht worden sind. Die Laufzeit der Aktienwert-Beteiligungsrechte beträgt jeweils zehn Jahre, beginnend mit dem Ablauf des betreffenden Zuteilungsjahres. Aktienwert-Beteiligungsrechte, die nicht bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit ausgeübt werden, erlöschen. Die Aktienwert-Beteiligungsrechte dürfen erst nach einer Wartezeit und dann nur innerhalb von vier Ausübungszeiträumen pro Jahr ausgeübt werden. Nach Ablauf einer vierjährigen Wartezeit sind maximal 60 % der für ein Zuteilungsjahr zugeteilten ABR ausübbar. Die Wartezeit für jeweils weitere 20 % der für dieses Zuteilungsjahr einer Führungskraft zugeteilten ABR beträgt jeweils ein weiteres Jahr. Jeder Ausübungszeitraum hat eine Dauer von zehn Börsenhandelstagen, beginnend jeweils mit dem sechsten Börsenhandelstag nach dem Tag der Veröffentlichung des Quartalsberichts der Hannover Rück SE. Bei Ausübung eines Aktienwert-Beteiligungsrechts ist die Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung an den Berechtigten zu zahlen. Dabei entspricht der Basispreis dem arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an allen Börsenhandelstagen des ersten vollen Kalendermonats des jeweiligen Zuteilungsjahres. Maßgebend für den aktuellen Börsenkurs der Aktie der Hannover Rück SE zum Zeitpunkt der Ausübung der Aktienwert-Beteiligungsrechte ist der arithmetische Mittelwert der Schlusskurse der Aktie der Hannover Rück SE an den letzten 20 Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes. Die Auszahlung ist auf einen Maximalbetrag begrenzt, der sich als Quotient aus dem im Zuteilungsjahr insgesamt zu gewährenden Vergütungsvolumen und der Gesamtzahl der in diesem Jahr zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte ergibt. Im Falle der Kündigung oder der Beendigung des Anstellungsverhältnisses infolge eines Aufhebungsvertrages oder einer Befristung besteht das Recht, alle Aktienwert-Beteiligungsrechte im ersten darauffolgenden Ausübungszeitraum auszuüben. In diesem Zeitraum nicht ausgeübte Aktienwert-Beteiligungsrechte und solche, deren Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, erlöschen. Der Eintritt in den Ruhestand, der Fall der Erwerbsunfähigkeit und der Fall des Todes der Führungskraft gelten für Zwecke der Ausübung nicht als Beendigung des Anstellungsverhältnisses. Aus den Zuteilungen für das Jahr 2011 bestehen im Geschäftsjahr 2021 die in der folgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen. Nach dem Geschäftsjahr 2021 bestehen keine weiteren Verpflichtungen. AKTIENWERT-BETEILIGUNGSRECHTE DER HANNOVER RÜCK SEscrollen
Im Geschäftsjahr 2021 ist für 100 % der für das Jahr 2011 zugeteilten Aktienwert-Beteiligungsrechte die Wartezeit abgelaufen. Ausgeübt wurden 4.147 Aktienwert-Beteiligungsrechte des Zuteilungsjahres 2011. Die Summe der Auszahlungsbeträge betrug 0,1 Mio. EUR. Share Award PlanFür die Talanx AG und die wesentlichen Konzerngesellschaften einschließlich der Hannover Rück SE wurde, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011, zunächst für Mitglieder der Vorstände und nachfolgend für bestimmte Führungskräfte ein "Share-Award-Programm" eingeführt, das die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten in Form von virtuellen Aktien, sogenannten Share Awards, vorsieht. Das Share-Award-Programm gibt es in zwei Ausprägungen, die in Teilen weiter modifiziert sind: scrollen
Die Share Awards begründen keinen Anspruch auf Lieferung von Aktien, sondern lediglich auf Zahlung eines Barbetrags nach Maßgabe der nachfolgenden Bedingungen. Im Rahmen des Share-Award-Programms sind diejenigen Personen zuteilungsberechtigt, denen vertraglich ein Anspruch auf Gewährung von Share Awards eingeräumt ist, und Vorstände, deren Dienstverhältnis zum jeweiligen Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards besteht und nicht durch Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung mit Wirkung vor Ablauf der Sperrfrist endet. Share Awards werden seit dem Geschäftsjahr 2011 für Vorstände und ab dem Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte und dann jeweils für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt. Im Geschäftsjahr 2016 erfolgte erstmals die Auszahlung von Share Awards, die im Geschäftsjahr 2011 den zuteilungsberechtigten Vorstandsmitgliedern zugeteilt worden waren. Im Geschäftsjahr 2017 erfolgte die erste Auszahlung an einen Teil der beteiligten Führungskräfte. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards bestimmt sich nach dem Wert je Aktie. Der Wert je Aktie richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse. In den Bedingungen für die Berechtigten ist für die Berechnung ein Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorgesehen, in der der Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Für Vorstände (ohne Hannover Rück SE) beträgt der Zeitraum abweichend davon 15 Handelstage vor und 15 Handelstage nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung, für die Führungskräfte der Hannover Rück SE wurde ein Zeitraum von 20 Handelstagen vor bis zehn Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung vereinbart. Für die Talanx Share Awards wird der Wert je Aktie der Talanx AG, für die Hannover Rück Share Awards wird der Wert je Aktie der Hannover Rück SE zugrunde gelegt. Die so ermittelten Kurse bestimmen auch den Auszahlungswert der fälligen Share Awards. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich aus der Division des Betrags, der für die Zuteilung von Share Awards für den jeweiligen Berechtigten zur Verfügung steht, durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für die Führungskräfte des Talanx Konzerns (ohne Hannover Rück SE) wird für je vier volle Aktien eine weitere virtuelle Aktie zugeteilt. Für die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie der Hannover Rück SE werden 20 %, für die Führungskräfte des Konzerns (inklusive Hannover Rück SE) entsprechend den Managementebenen 30 % bis 40 % der jeweils festgesetzten variablen Vergütung in Share Awards gewährt. Die Zuteilung von Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung bedarf. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der für den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Aktie gemäß zuvor genannten Definitionen gezahlt. Für die Wertberechnung gelten die Vorschriften des vorangegangenen Absatzes entsprechend. Der Betrag wird im Monat nach Ablauf des Zeitraums überwiesen, der für die Ermittlung des Wertes je Aktie nach den vorstehenden Absätzen maßgeblich ist. Für Führungskräfte des Talanx Konzerns, die seit 2015 an der Zuteilung von Share Awards teilnehmen, erfolgt die Auszahlung bis auf Weiteres nach Ablauf der Sperrfrist im Monat Juli. Mit Zahlung des Wertes der Share Awards wird zusätzlich ein Betrag in Höhe der korrespondierenden Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wurden. Die Höhe der zu zahlenden Dividende entspricht der Summe aller während der Laufzeit der Share Awards ausgeschütteten Dividenden je Aktie, multipliziert mit der Anzahl der Share Awards, die zum Auszahlungszeitpunkt für den jeweiligen Berechtigten zur Auszahlung kommen. Im Falle einer vorzeitigen Auszahlung der Share Awards erfolgt die Auszahlung des Wertes der Dividenden nur für den Zeitraum bis zum Eintritt des Ereignisses, das die vorzeitige Auszahlung auslöst. Eine anteilige Berücksichtigung noch nicht ausgeschütteter Dividenden erfolgt nicht. Für Führungskräfte erfolgt die Auszahlung vertragsgemäß ggf. pro rata temporis bei unterjährigem Austritt. Endet das Vorstandsmandat oder das Dienstverhältnis mit dem Mitglied des Vorstands, so behält der Zuteilungsberechtigte seine Ansprüche auf Zahlung des Wertes für bereits zugeteilte Share Awards nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist, es sei denn, die Beendigung beruht auf einer Amtsniederlegung bzw. Eigenkündigung des Berechtigten oder einer Kündigung/Abberufung aus wichtigem Grund. Im Todesfall gehen die Ansprüche aus den bereits zugeteilten bzw. noch zuzuteilenden Share Awards auf die Erben über. Für die Führungskräfte (ohne Hannover Rück SE) gilt eine Unverfallbarkeit der bereits erworbenen Ansprüche. Ein Anspruch auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für Vorstände grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfall hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Zuteilungsberechtigten erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung. Für Vorstandsmitglieder des Konzerns gilt darüber hinaus seit dem 1. Januar 2021 eine Malus- und Clawback-Regelung. Bei vorsätzlichem Verstoß gegen Sorgfaltspflichten, wesentliche dienstvertragliche Pflichten oder wesentliche Handlungsgrundsätze der Gesellschaft kann der Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen die noch nicht ausbezahlte variable Vergütung teilweise oder vollständig reduzieren und die bereits ausgezahlte variable Vergütung bis zu fünf Jahre rückwirkend vollständig oder teilweise zurückfordern. Der Share Award Plan wird im Konzern als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 bilanziert. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsbasis der Talanx Share Awards und der Hannover Rück Share Awards werden die weiteren Angaben für die beiden Ausprägungen des Share-Award-Programms nachfolgend getrennt dargestellt: Talanx Share AwardsTALANX SHARE AWARDSscrollen
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER TALANX SHARE AWARDSscrollen
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Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt. Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 19,7 (-0,8) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2021 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 1,2 (1,2) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert. Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2016 endgültig zugeteilten 185.815 Share Awards mit einem Wert von je 36,38 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 5,70 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder und Führungskräfte ausgezahlt. Hannover Rück Share AwardsHANNOVER RÜCK SHARE AWARDSscrollen
ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER HANNOVER RÜCK SHARE AWARDSscrollen
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Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt. Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 15,5 (4,9) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2020 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 1,0 (1,4) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert. Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2016 endgültig zugeteilten 8.629 Share Awards des Vorstandes mit einem Wert von je 150,42 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 20,75 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Die 69.744 Share Awards der Führungskräfte für das Geschäftsjahr 2016 wurden 2021 mit einem Wert von je 147,06 EUR zuzüglich 20,75 EUR Dividendenanspruch ausgezahlt. Sonstige Angaben zu FinanzinstrumentenDer Konzern hat im Rahmen einer Wertpapierleihe zum Stichtag Wertpapiere bilanziert, die im Tausch mit Sicherheiten in Form von Wertpapieren an Dritte verliehen wurden. Die verliehenen Wertpapiere werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, im Konzern verbleiben, während die als Sicherheit erhaltenen Wertpapiere nicht bilanziert werden. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der verliehenen finanziellen Vermögenswerte der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" aus Wertpapierleihe-Geschäften 186 (408) Mio. EUR. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Buchwert. Ergebniswirksame Bestandteile dieser Geschäfte werden im "Kapitalanlageergebnis" bilanziert. Des Weiteren hat der Konzern zum Stichtag Wertpapiere der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert, die mit einer Rücknahmeverpflichtung zu einem festgelegten Rückkaufswert an Dritte verkauft wurden (echte Pensionsgeschäfte), da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verblieben sind. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der übertragenen finanziellen Vermögenswerte aus Repo-Geschäften 94 (49) Mio. EUR und die dazugehörigen Verbindlichkeiten 94 (48) Mio. EUR. Ein enthaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Kapitalanlageergebnis gezeigt. Angaben zur vorübergehenden Befreiung von IFRS 9Die folgende Tabelle stellt die zukünftig gemäß IFRS 9 zu bilanzierenden aktivischen Finanzinstrumente dar und unterteilt diese in eine Gruppe, die das Zahlungsstromkriterium für Finanzinstrumente erfüllt, sowie sonstige Finanzinstrumente. Diese umfassen neben den derzeit ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten und Investment Contracts insbesondere gehaltene Eigenkapitalinstrumente, Anteile an Investmentfonds, Derivate und komplexe strukturierte Produkte die aufgrund ihrer Natur das in IFRS 9 verankerte Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen können. Das Zahlungsstromkriterium wird erfüllt, wenn die Vertragsbedingungen des Finanzinstrumentes zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbestand darstellen (Solely Payments of Principal and Interest - SPPI-Test). ZEITWERTANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9scrollen
1 Ohne Handelsbestände und ohne
Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert gesteuert
werden
AUSFALLRISIKOANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9scrollen
1 Ohne Handelsbestände und ohne
Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert gesteuert
werden
Der beizulegende Zeitwert für Finanzinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium erfüllen und nicht nur ein geringes Ausfallrisiko aufweisen, beläuft sich auf 4.916 (3.979) Mio. EUR. RechtsstreitigkeitenDer gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften kann gerichtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren wie auch Schiedsverfahren nach sich ziehen. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Ressourcenabflusses und soweit dieser in seiner Höhe zuverlässig schätzbar ist, wird entweder eine Rückstellung erfasst oder eine Eventualverpflichtung (im Konzernanhang) angegeben. Gemäß Verfahrensgegenstand handelt es sich dabei in der Regel um versicherungstechnische Rückstellungen im Anwendungsbereich des IFRS 4 und in Ausnahmefällen um sonstige Rückstellungen. Prozesskosten (wie Anwalts-, Gerichts- und sonstige Nebenkosten) werden erst mit Kenntnis einer begründeten Klage passiviert. Ist die Inanspruchnahme aus einem Rechtsstreit nicht wahrscheinlich, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben. Die Höhe und die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses schätzt der Konzern unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien. Diese beinhalten u. a. Art des Rechtsstreits, Stand des Verfahrens, Einschätzungen von Rechtsberatern, Entscheidungen von Gerichts- und Schiedsstellen, Gutachten, Erfahrungen des Konzerns aus ähnlichen Fällen sowie Erkenntnisse anderer Unternehmen, soweit bekannt. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, einschließlich der nachfolgend aufgeführten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Nach dem im September 2006 beschlossenen und im Mai 2007 wirksam gewordenen Squeezeout (Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen eine Barabfindung) bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, haben ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit der Abfindung eingeleitet. Das Landgericht Köln hat durch Entscheidung vom 10. Januar 2020 die Barabfindung auf 11,26 EUR festgelegt. Gegen diese Entscheidung wurde Beschwerde vor dem OLG Düsseldorf eingelegt. Das materielle Risiko ist begrenzt durch die Anzahl abfindungsberechtigter Aktien (ca. 10 Mio. Stück) zuzüglich Zinsen sowie der Differenz zwischen der bereits gezahlten Abfindung und dem Unternehmenswert der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, den man zum Bewertungsstichtag festsetzen kann. Die jeweils gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken sowie die angegebenen Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten decken nach unserer Einschätzung den zu erwartenden Aufwand ab. Ergebnis je AktieDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden. ERGEBNIS JE AKTIEscrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang
Dividende je Aktie und GewinnverwendungsvorschlagIm Berichtsjahr wurde für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende in Höhe von 1,50 EUR je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 379 Mio. EUR. Der Hauptversammlung am 5. Mai 2022 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von 1,60 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht insgesamt 405 Mio. EUR. Der Restbetrag des Bilanzgewinns der Talanx AG (586 Mio. EUR) wird in den Gewinnvortrag eingestellt. Haftungsverhältnisse und EventualverbindlichkeitenZum Stichtag bestehen für Kapitalanlageengagements Resteinzahlungsverpflichtungen in Höhe von 3.247 (3.033) Mio. EUR. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um noch nicht erfüllte Einzahlungsverpflichtungen aus Beteiligungszusagen an Private-Equity-Fonds und Venture-Capital-Gesellschaften. Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse. Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma-Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte. Zudem sind mehrere Konzerngesellschaften nach §§ 221 ff. VAG Mitglieder des Sicherungsfonds für Lebensversicherer, in diesem Zusammenhang bestehen Einzahlungsverpflichtungen sowie Beitragszahlungen in Höhe von 615 (638) Mio. EUR. Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rück SE bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt. Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben können. In diesem Zusammenhang bestehen für den Konzern Eventualverbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 64 (45) Mio. EUR. Dem gegenüber stehen Eventualforderungen aus Steuern in Höhe von 25 (33) Mio. EUR. UmsatzerlöseDie Erlöse aus den Verträgen mit Kunden im Anwendungsbereich des IFRS 15 werden überwiegend über einen Zeitraum realisiert und setzen sich wie folgt zusammen: UMSATZKATEGORIEscrollen
1 Überwiegend zeitraumbezogene
Umsatzrealisierung
Erlöse aus der Erbringung von Kapitalverwaltungsleistungen (Fondsverwaltung) inklusive damit im Zusammenhang stehender Provisionen in Höhe von 254 (192) Mio. EUR werden in der Berichtsperiode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden. Die Transaktionspreise bemessen sich nach den zugrunde liegenden Prozentsätzen in Verbindung mit dem Marktwert der verwalteten Fonds zum jeweiligen Monatsende und beinhalten im Wesentlichen keine variablen Vergütungsbestandteile. Die Umsatzrealisierung erfolgt, entsprechend der Leistungserbringung, zeitraumbezogen nach Ablauf der Zeit, weil der Kunde den Nutzen zeitgleich erhält und verbraucht. Die Verträge mit den Kunden beinhalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Weitere Provisionen in Höhe von 21 (20) Mio. EUR beinhalten Vermittlungsprovisionen, Performance Fees und ähnliche Vergütungsformen und werden überwiegend zeitpunktbezogen realisiert. Die sonstigen versicherungsnahen Dienstleistungen beinhalten mit 84 (80) Mio. EUR überwiegend zeitraumbezogen realisierte Dienstleistungen. Diese umfassen insbesondere Verwaltungsdienstleistungen in Höhe von 44 (40) Mio. EUR. Die Transaktionspreise bemessen sich dabei im Wesentlichen an den zugrunde liegenden Rahmengebührensätzen sowie an einem prozentualen Bruttoprämienanteil. Die Erträge aus den hier beschriebenen Verwaltungsdienstleistungen werden gemäß vertraglicher Laufzeit im Wesentlichen über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren verdient und überwiegend zeitanteilig realisiert. Des Weiteren werden andere administrative Tätigkeiten für Konzernfremde durchgeführt und eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen in einem jeweils unbedeutenden Umfang erbracht. Im Geschäftsjahr wurden 55 (49) Mio. EUR aus zeitpunktbezogen realisierten sonstigen versicherungsnahen Dienstleistungen und in geringem Umfang aus dem Verkauf von Gütern generiert. Die Dienstleistungen umfassen insbesondere Führungsprovisionen für die Tätigkeit als Konsortialführer in Höhe von 32 (26) Mio. EUR. Erträge aus den Infrastrukturinvestments beinhalten Stromerlöse, die durch Windparks generiert werden. Der Transaktionspreis bestimmt sich für die in der Berichtsperiode eingespeisten Strommengen nach den vertraglich festgelegten Einspeisevergütungen inklusive der jeweils gültigen Mindestvergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Umsatzrealisierung erfolgt basierend auf den in der Berichtsperiode eingespeisten Strommengen. Die Verträge mit den Kunden beinhalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Mieten und LeasingLeasingverhältnisse, bei denen die Konzerngesellschaften Mieter/Leasingnehmer sindDer Konzern mietet an vielen Standorten verschiedene Büroflächen, technische Anlagen und Büroausstattung. Weiterhin besteht ein langfristiger Grundstückspachtvertrag im Rahmen von fremdgenutztem Grundbesitz. In der Bilanz wurden zum 31. Dezember 2021 folgende Nutzungsrechte im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen erfasst: ENTWICKLUNG DER NUTZUNGSRECHTEscrollen
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ENTWICKLUNG DER LEASINGVERBINDLICHKEITEN (POSITION: ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN)scrollen
FÄLLIGKEIT DER LEASINGVERBINDLICHKEITENscrollen
ZUSÄTZLICHE AUFWENDUNGEN AUS DEN LEASINGVERHÄLTNISSENscrollen
Im Geschäftsjahr ergaben sich keine wesentlichen Erträge aus Untermietverhältnissen sowie keine wesentlichen Gewinne oder Verluste aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen. Die gesamten Auszahlungen für Leasingverhältnisse betrugen 79 (77) Mio. EUR und betreffen im Wesentlichen Auszahlungen für Leasingverhältnisse von eigengenutztem Grundbesitz in Höhe von 72 (70) Mio. EUR. Nicht kündbare zukünftige Mindestleasingauszahlungen im Rahmen bereits abgeschlossener, aber noch nicht begonnener Mietverhältnisse bestehen im Geschäftsjahr nicht. Leasingverhältnisse, bei denen die Konzerngesellschaften Vermieter/Leasinggeber sindDer Gesamtbetrag aus der Vermietungstätigkeit unkündbarer Verträge beläuft sich in den folgenden Jahren auf 1.268 (1.114) Mio. EUR. ZUKÜNFTIGE MIETEINNAHMENscrollen
Die zukünftigen Mieteinnahmen resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Objekten durch Immobiliengesellschaften im Segment Schaden-Rückversicherung wie auch aus der Vermietung von Immobilien in Deutschland durch Erstversicherungsunternehmen (vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben). Es handelt sich um operative Leasingverträge. Die Mieterträge im Geschäftsjahr betrugen 298 (270) Mio. EUR. Darin bestehen im Geschäftsjahr 3 (0) Mio. EUR Erträge aus variablen Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Zinssatz abhängen. Bezüge der Organe der Obergesellschaft 1Zum Bilanzstichtag setzte sich der Vorstand aus 6 (7) aktiven Mitgliedern zusammen. Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 9.162 (10.736) TEUR. Sie bestehen aus einer festen und einer variablen Vergütung. Die feste Vergütung wird in drei Bestandteilen, der Festvergütung, den Nebenleistungen und der Altersversorgung, gewährt. Die Festvergütung des Vorstands betrug für das Geschäftsjahr 2021 insgesamt 4.448 TEUR. Zusätzlich erhielt jedes Vorstandsmitglied bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, u. a. Dienstwagen und Versicherungsschutz. Die Summe der Nebenleistungen des Vorstands belief sich im Jahr 2021 auf 65 TEUR. Die Altersversorgung des Vorstands ist überwiegend beitragsorientiert, lediglich für ein Vorstandsmitglied besteht eine endgehaltsbezogene Versorgungszusage. Insgesamt betrug der Altersversorgungsaufwand für den aktiven Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 1.640 TEUR. Die variable Vergütung des Vorstands belief sich auf insgesamt 4.649 TEUR. Im Rahmen des 2011 eingeführten anteilsbasierten Vergütungssystems hat der Vorstand für das Berichtsjahr Ansprüche auf virtuelle Aktien mit einem Zeitwert in Höhe von 746 (995) TEUR, dies entspricht 20.503 (31.344) Stück, aus dem Talanx Share-Award-Programm und einem Zeitwert in Höhe von 269 (254) TEUR, dies entspricht 1.786 (2.122) Stück, aus dem Hannover Rück Share-Award-Programm. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 3.522 (2.827) TEUR. Davon entfallen insgesamt 438 (1.390) auf Leistungen aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 46.715 (45.434) TEUR als Projected Benefit Obligations zurückgestellt. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 2.628 (2.465) TEUR. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ab dem 1. Januar 2021 eine reine Festvergütung. Die Organmitglieder erhielten im Berichtsjahr keine Vorschüsse oder Kredite. Im Berichtsjahr bestanden auch keine weiteren, im Sinn des IAS 24 wesentlichen berichtspflichtigen Sachverhalte und vertragliche Beziehungen zwischen Gesellschaften des Talanx Konzerns und den Organmitgliedern bzw. ihnen nahestehenden Personen. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden über die oben erwähnten Vergütungen als Aufsichtsratsmitglieder bei Konzernunternehmen hinaus auch keine Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen gewährt. Seit dem 1. Januar 2021 kommt für alle Vorstandsmitglieder eine neues Vergütungssystem zur Anwendung. Die Vergütung für den Vorstand teilt sich auch weiterhin in feste und variable Vergütungsbestandteile auf. Bei einer Zielerreichung von 100 % besteht die Vergütung des Vorstands zu 40 % aus einem festen und zu 60 % aus einem variablen Anteil. Jedes Vorstandsmitglied hat eine marktübliche Zielvergütung, welche am jeweiligen Verantwortungsbereich und den für die Tätigkeit relevanten Kenntnissen und Erfahrungen orientiert ist. Der variable Teil der Vorstandsvergütung besteht seit dem 1. Januar 2021 zu 40 % aus einem Short-Term Incentive ("STI") und zu 60 % aus einem Long-Term Incentive ("LTI"), der in Form von sogenannten Talanx Performance Shares bzw. Hannover Rück Performance Shares gewährt wird.
1 Die Vorjahreswerte berechnen sich nach dem im
Geschäftsjahr 2020 gültigen Vergütungssystem
Der Short-Term Incentive ist an dem geschäftlichen Erfolg der Talanx im jeweiligen Geschäftsjahr ausgerichtet. Grundlage für die Auszahlung aus dem STI bildet der vertraglich festgelegte STI-Zielbetrag, dem eine Gesamtzielerreichung von 100 % zugrunde liegt. Die Gesamtzielerreichung (inklusive eines individuellen Zu- bzw. Abschlags) kann Werte zwischen 0 % und 200 % annehmen. Der Auszahlungsbetrag aus dem STI ist auf 200 % des STI-Zielbetrags begrenzt. Finanzielles Leistungskriterium für den STI ist die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) des Konzerns ("Konzern-RoE"). Daneben ist auch ein individueller Zu- bzw. Abschlag für den STI bestimmend. Dieser umfasst sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Leistungskriterien, insbesondere auch Nachhaltigkeitsziele. Die Festlegung der Höhe des Zu- bzw. Abschlags erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen, sie kann sich in einer Bandbreite von -25 Prozentpunkten bis +25 Prozentpunkten bewegen. Die Kriterien zur Ermittlung des individuellen Zu- bzw. Abschlags werden vom Aufsichtsrat jeweils im Voraus für das kommende Geschäftsjahr festgelegt und den Mitgliedern des Vorstands mitgeteilt. Für eine detaillierte Erläuterung des Long-Term Incentive verweisen wir auf den Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütung". Die Auszahlung des Long-Term Incentive erfolgt am Ende der vierjährigen Performanceperiode im Kalenderjahr 2026. IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar: MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24 1scrollen
1 Die Vorjahreswerte berechnen sich nach dem im
Geschäftsjahr 2020 gültigen Vergütungssystem
Rückstellungen bestehen insbesondere im Zusammenhang mit den Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie den Vergütungen für die LTI und STI. Zum 31. Dezember 2021 belaufen sich die Pensionsrückstellungen der nahestehenden Personen auf 11.042 (22.059) TEUR. Weiterhin bestehen Rückstellungen für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von 4.654 (3.566) TEUR, Rückstellungen für die Bonusbank in Höhe von 2.370 (3.971) TEUR und Rückstellungen für variable Barvergütung in Höhe von 3.273 (3.927) TEUR. Im Zusammenhang mit der Aufsichtsratsvergütung bestehen zum 31. Dezember 2021 Verbindlichkeiten in Höhe von 2.488 (2.323) TEUR. Honorar des AbschlussprüfersDer Aufsichtsrat der Talanx AG hat in seiner Sitzung am 12. März 2021 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC GmbH) zum Konzernabschlussprüfer im Sinne von § 318 HGB bestellt. Die von PwC GmbH und weltweiten Mitgliedsfirmen des globalen PwC-Netzwerkes im Berichtsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich auf wie folgt: HONORARE DER PWCscrollen
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PwC GmbH beinhaltet vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen, die prüferische Durchsicht des Zwischenberichts sowie Jahresabschlussprüfungen und Prüfungen der Solvabilitätsübersichten der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen betriebswirtschaftliche Prüfungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 3000 (ISAE 3000) sowie Untersuchungshandlungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 4400 (ISAE 4400). In den Honoraren für Steuerberatungsleistungen sind insbesondere Honorare für die steuerliche Beratung zu Einzelsachverhalten enthalten. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen Beratungsleistungen in Verbindung mit Schulungen zu aktuellen Entwicklungen in der Rechnungslegung, qualitätssichernde Unterstützungsleistungen in Verbindung mit der IFRS 17 Einführung und beratende Tätigkeiten im Rahmen eines Transaktionsprojektes. Der für die Durchführung des Prüfungsauftrags verantwortliche Wirtschaftsprüfer im Sinne von § 38 Absatz 2 Berufssatzung WP/vBP in der Fassung vom 21. Juni 2016 ist Herr Florian Möller. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016. Entsprechenserklärung nach § 161 AktGDie nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel: "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht worden (https://www.talanx.com/de/ talanx_gruppe/corporate_governance/entsprechenserklaerung). Vorstand und Aufsichtsrat unserer börsennotierten Tochtergesellschaft Hannover Rück SE haben am 3. November 2021 die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären über die Veröffentlichung im Geschäftsbericht zugänglich gemacht. Auf der Homepage der Hannover Rück SE finden Sie neben der aktuellen auch alle bisherigen Entsprechenserklärungen der Gesellschaft (https://www.hannover-rueck.de/189536/entsprechenserklaerung). Ereignisse nach Ablauf des GeschäftsjahresDie Auswirkungen der im Februar begonnenen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet der Ukraine lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Geopolitische Krisensituationen führen immer zu Unsicherheiten und stärkeren Volatilitäten auf den Kapitalmärkten. Der Verkauf der zum Stichtag noch in den Konzern einbezogenen russischen Tochtergesellschaft OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life wurde bereits im Februar 2022 abgeschlossen, wodurch auch wesentliche Bestände an russischen Kapitalanlagen abgegangen sind. Unsere Kapitalanlagen sind kaum von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine betroffen, da nur eine marginale direkte Exponierung gegenüber beiden Ländern besteht. Die unsichere Gesamtlage erlaubt aktuell keine belastbare Abschätzung, inwiefern die Kapitalanlagen durch Zweitrundeneffekte und anstehende Sanktionen mittelbar betroffen sein könnten. Aufgrund relativ geringer Handelsbeziehungen westlicher Firmen mit Russland und der Ukraine sowie der guten fundamentalen Lage des Corporate-Sektors befinden sich unsere Kapitalanlagebestände jedoch in einer guten Ausgangslage, mögliche Zweitrundeneffekte zu absorbieren. Aus den konjunkturellen Folgen der Krise und möglichen Wirtschaftssanktionen wären wir lediglich indirekt betroffen. In den ersten Wochen des Jahres 2022 sind bereits einige Großschadenereignisse eingetreten. Dazu gehören schwere Sturmtiefs, die mit hohen Windgeschwindigkeiten über Mitteleuropa hinweggezogen sind und auch ein südwestlich der Azoren im Atlantik brennend treibender Autofrachter. Die Höhe der versicherten Schäden und unsere Beteiligung daran, lassen sich noch nicht zuverlässig abschätzen. Wir gehen jedoch derzeit davon aus, dass unsere anteilige Großschadenerwartung für das erste Quartal aus diesem Schadenkomplex nicht überschritten werden wird. AnteilsbesitzDie nachfolgenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Absatz 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 (a) (i) zum Konzernabschluss der Talanx AG vor. 1. IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE VERBUNDENE UNTERNEHMENscrollen
2. IN DEN KONZERNABSCHLUSS WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NACH IFRS NICHT EINBEZOGENE VERBUNDENE UNTERNEHMENscrollen
3. STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN, IN DEN KONZERNABSCHLUSS GEMÄSS IFRS 10 EINBEZOGENscrollen
4. IN DEM KONZERNABSCHLUSS AT EQUITY BEWERTETE ASSOZIIERTE UNTERNEHMENscrollen
5. WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NICHT AT EQUITY IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE ASSOZIIERTE UNTERNEHMENscrollen
6. IN DEN KONZERNABSCHLUSS AT EQUITY EINBEZOGENE GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENscrollen
7. WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NICHT IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMENscrollen
8. BETEILIGUNGENscrollen
9. BETEILIGUNGEN AN GROSSEN KAPITALGESELLSCHAFTEN, BEI DENEN DIE BETEILIGUNG 5% DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITETscrollen
1 Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach
Maßgabe des § 16 Absatz 2 und 4 AktG
Wesentliche Zweigniederlassungen des KonzernsWir definieren die Zweigniederlassung einer Konzerngesellschaft als einen nicht rechtsfähigen, von der Konzerngesellschaft räumlich und organisatorisch getrennten Unternehmensteil, der im Innenverhältnis weisungsgebunden agiert und im Markt selbstständig auftritt. Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Gesellschaften des Talanx Konzerns unterhalten Zweigniederlassungen, die wir für das Verständnis der Lage des Konzerns als wesentlich betrachten. WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNSscrollen
1 Zahlen vor Konsolidierung
Darüber hinaus unterhalten andere Gesellschaften des Talanx Konzerns weitere, einzeln und insgesamt für den Konzern als nicht wesentlich einzustufende Zweigniederlassungen. Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 25. Februar 2022 in Hannover.
Der Vorstand Torsten Leue, Vorsitzender Jean-Jacques Henchoz Dr Wilm Langenbach Dr. Christopher Lohmann Dr. Edgar Puls Dr. Jan Wicke Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Talanx AG, Hannover Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Talanx AG, Hannover, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Talanx AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des KonzernabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1 Bewertung bestimmter Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert 2 Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 3 Bewertung der Deckungsrückstellung Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1 Bewertung bestimmter Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert1 Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden Finanzinstrumente in Höhe von € 142.258 Mio (72,0 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Von diesen Finanzinstrumenten werden finanzielle Vermögenswerte in Höhe von € 104.740 Mio zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Von diesen Finanzinstrumenten werden wiederum beizulegende Zeitwerte in Höhe von € 100.490 Mio mit Bewertungsmodellen oder auf Basis von Wertindikationen Dritter ermittelt. Die Bewertung von Finanzinstrumenten, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmodellen oder Wertindikationen Dritter bestimmt werden müssen, ist, auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Krise, mit Unsicherheit behaftet, da für die Bewertung nicht in jedem Fall die aktuellsten verfügbaren Marktdaten bzw. Vergleichswerte vorliegen und daher auch Schätzwerte und nicht aktuell am Markt beobachtbare Parameter herangezogen werden. Dies betrifft insbesondere nicht börsengehandelte Wertpapiere, sonstige Darlehen sowie Derivate. Modellbewertete Finanzinstrumente unterliegen in diesem Zusammenhang aufgrund einer geringeren Objektivierbarkeit sowie der zugrunde liegenden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise, der gesetzlichen Vertreter einem erhöhten Bewertungsrisiko. Da die angewandten Schätzungen und Annahmen, insbesondere solche mit Bezug auf Zinsen und Zahlungsströme, sowie die angewandten Bewertungsmethoden ggf. wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung dieser Finanzinstrumente und auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben können und zudem umfangreiche Anhangangaben zu Bewertungsmethoden und Ermessensspielräumen erforderlich sind, war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die modellbewerteten und die auf Wertindikationen Dritter bewerteten Finanzinstrumente analysiert, wobei der Fokus auf den Bewertungsunsicherheiten lag. Dabei haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit der relevanten Kontrollen zur Bewertung dieser Finanzinstrumente und zur Modellvalidierung beurteilt. Damit einhergehend haben wir unter anderem die Integrität der zugrunde liegenden Daten und den Prozess zur Ermittlung von in die Bewertung eingehenden Annahmen und Schätzungen gewürdigt. Mit Unterstützung unserer internen Finanzmathematikspezialisten haben wir auch die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte (sog. Impairment Test) und der dabei verwendeten Parameter beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Werthaltigkeit gewürdigt. Die angewandten Methoden und Annahmen zur Berechnung von Bewertungsanpassungen im Geschäftsjahr haben wir mit anerkannten Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern sie zur sachgerechten bilanziellen Abbildung geeignet sind. Auf Basis der durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden und Annahmen zur Bewertung bestimmter Finanzinstrumente (modellbewertet und auf Wertindikationen Dritter basierend bewertet) insgesamt geeignet sind und die im Konzernanhang dargestellten Erläuterungen und Angaben sachgerecht sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Finanzinstrumente sind in dem Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Kapitalanlagen" des Konzernanhangs enthalten. 2 Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle1 Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von € 60.541 Mio (30,6 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in der Schaden/Unfallversicherung stellen die Erwartungen der Gesellschaft über zukünftige Zahlungen für bekannte und unbekannte Schadenfälle sowie den damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen dar. Zur Schätzung dieser Verpflichtung werden von der Gesellschaft versicherungsmathematische und statistische Methoden angewendet. Zudem erfordert die Bewertung dieser Rückstellungen ein signifikantes Maß an Ermessensausübung durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft bezüglich getroffener Annahmen, wie z. B. Inflation, Schadenabwicklungsmuster und regulatorische Veränderungen. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der anhaltenden Corona-Krise auf die Bildung der Schadenrückstellungen. Insbesondere die Produktsparten mit geringer Schadenhäufigkeit, hohen Einzelschäden oder langen Schadenabwicklungszeiträumen unterliegen üblicherweise erhöhten Schätzunsicherheiten. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns sowie der erheblichen Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen in der Schaden/Unfallversicherung im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir die Angemessenheit der Auswahl aktuarieller Methoden der Gesellschaft sowie die Vorgehensweise einschließlich etablierter Kontrollen zur Ermittlung von Annahmen und zur Vornahme von Schätzungen für die Bewertung bestimmter versicherungstechnischer Rückstellungen der Schaden/Unfallversicherung überprüft und beurteilt. Unter Einbindung unserer internen Bewertungsspezialisten im Bereich Schaden/Unfallversicherung haben wir die jeweils angewandten aktuariellen Methoden und wesentlichen Annahmen mit allgemein anerkannten aktuariellen Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern diese zur Bewertung geeignet sind. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Krise auf das Gesamtgeschäft bzw. die betroffenen Sparten gewürdigt. Unsere Prüfung beinhaltete auch die Würdigung der Plausibilität und Integrität der in die Bewertung eingehenden Daten und Annahmen sowie das Nachvollziehen von Schadenabwicklungsverläufen. Darüber hinaus haben wir die Höhe der Rückstellungen für ausgewählte Produktlinien, insbesondere Produktlinien mit großem Geschäftsvolumen bzw. mit erhöhten Schätzunsicherheiten, nachberechnet. Für diese Produktlinien haben wir die nachberechneten Rückstellungen mit den durch die Gesellschaft ermittelten Rückstellungen verglichen und etwaige Differenzen gewürdigt. Weiterhin haben wir untersucht, ob etwaige Anpassungen von Schätzungen in der Schadenreservierung auf Gruppenebene angemessen dokumentiert und begründet waren. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen in der Schaden/ Unfallversicherung insgesamt geeignet sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Schaden/ Unfallversicherung sind im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Versicherungstechnische Rückstellungen" des Konzernanhangs enthalten. 3 Bewertung der Deckungsrückstellung1 Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Deckungsrückstellungen" versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von € 57.489 Mio aus (29,1 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Deckungsrückstellungen sind versicherungstechnische Rückstellungen für zukünftige Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer im Bereich der Lebensversicherung. Die Bewertung der Deckungsrückstellung erfolgt auf Basis komplexer aktuarieller Methoden und Modelle auf der Grundlage eines umfassenden Prozesses zur Ermittlung von Annahmen über künftige Entwicklungen in Bezug auf die zu bewertenden Versicherungsportfolios. Die verwendeten Methoden und die ermittelten aktuariellen Annahmen im Zusammenhang mit Zinsen, Kapitalanlageerträgen, biometrischen Größen und Kostenannahmen sowie zukünftigen Versicherungsnehmerverhalten können wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung dieser versicherungstechnischen Rückstellung haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns sowie der komplexen Ermittlung der zugrunde liegenden Annahmen der gesetzlichen Vertreter war die Bewertung dieser versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit der ausgewählten aktuariellen Methoden sowie die Vorgehensweise einschließlich etablierter Kontrollen zur Ermittlung von Annahmen und zur Durchführung von Schätzungen für die Bewertung bestimmter versicherungstechnischer Rückstellungen beurteilt. Unter Einbindung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir dazu die jeweils angewandten aktuariellen Methoden und wesentlichen Annahmen mit allgemein anerkannten aktuariellen Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern diese zur Bewertung geeignet sind. Einen Schwerpunkt unserer Prüfung bildete die Beurteilung der sachgerechten Durchführung des Angemessenheitstestes (sog. Liability Adequacy Test). Unsere Prüfung beinhaltet auch die Würdigung der Plausibilität und Integrität der in die Bewertung eingehenden Daten und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Auf Basis der durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden und Annahmen zur Bewertung der Deckungsrückstellung insgesamt geeignet sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Deckungsrückstellungen sind im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Versicherungstechnische Rückstellungen" des Konzernanhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts: scrollen
Die sonstigen Informationen umfassen zudem scrollen
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen scrollen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGBPrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der beigefügten Datei Talanx_AG_ KA+KLB_ESEF-2021-12-31_de.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden vom Aufsichtsrat am 12. März 2021 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. Mai 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der Talanx AG, Hannover, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Hinweis auf einen sonstigen Sachverthalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht -auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Florian Möller.
Hannover, den 10. März 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Florian Möller, Wirtschaftsprüfer Janna Brüning, Wirtschaftsprüferin Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfersüber eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen BerichterstattungAn die Talanx Aktiengesellschaft, Hannover Wir haben die in Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" des zusammengefassten Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung der Talanx AG, Hannover, (im Folgenden die "Gesellschaft") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 (im Folgenden die "nichtfinanzielle Konzernerklärung") einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Nicht Gegenstand unserer Prüfung sind die in der zusammengefassten nichtfinanziellen Erklärung genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen. Verantwortung der gesetzlichen VertreterDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung der nichtfinanziellen Konzernerklärung in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V.m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die "EU-Taxonomieverordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren eigenen in Abschnitt "Klima- und Umweltbelange" der nichtfinanziellen Konzernerklärung dargestellten Auslegung der in der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffe. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben des Konzerns, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Konzernerklärung zu ermöglichen, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (Manipulation der nichtfinanziellen Erklärung) oder Irrtümern ist. Die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "Klima- und Umweltbelange" der nichtfinanziellen Konzernerklärung niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet. Unabhängigkeit und Qualitätssicherung der WirtschaftsprüfungsgesellschaftWir haben die deutschen berufsrechtlichen Vorschriften zur Unabhängigkeit sowie weitere berufliche Verhaltensanforderungen eingehalten. Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen -insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer (BS WP/vBP) sowie des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegebenen IDW Qualitätssicherungsstandards 1 "Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis" (IDW QS 1) - an und unterhält dementsprechend ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem, das dokumentierte Regelungen und Maßnahmen in Bezug auf die Einhaltung beruflicher Verhaltensanforderungen, beruflicher Standards sowie maßgebender gesetzlicher und anderer rechtlicher Anforderungen umfasst. Verantwortung des WirtschaftsprüfersUnsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über die nichtfinanzielle Konzernerklärung abzugeben. Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Gesellschaft, mit Ausnahme der in der nichtfinanziellen Konzernerklärung genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "Klima- und Umweltbelange" der nichtfinanziellen Konzernerklärung dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir u. a. folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt: scrollen
Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomieverordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet. PrüfungsurteilAuf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "Klima- und Umweltbelange" der nichtfinanziellen Konzernerklärung dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Wir geben kein Prüfungsurteil zu den in der nichtfinanziellen Konzernerklärung genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen ab. Verwendungszweck des VermerksWir weisen darauf hin, dass die Prüfung für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt wurde und der Vermerk nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt ist. Folglich ist er möglicherweise für einen anderen als den vorgenannten Zweck nicht geeignet. Somit ist der Vermerk nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der Gesellschaft gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung. Unser Prüfungsurteil ist in dieser Hinsicht nicht modifiziert.
Frankfurt am Main, den 10. März 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Nicolette Behncke, Wirtschaftsprüferin ppa. Christopher Hintze, Wirtschaftsprüfer Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Talanx AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hannover, den 25. Februar 2022 Der Vorstand Torsten Leue, Vorsitzender Jean-Jacques Henchoz Dr Wilm Langenbach Dr. Christopher Lohmann Dr. Edgar Puls Dr. Jan Wicke Weitere InformationenGlossar und KennzahlendefinitionenAbschlusskosten, abgegrenzteKosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Abgrenzung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit. Annual Premium Equivalent - APEJahresbeitragsäquivalent. Messgröße für das Neugeschäft in der Lebensversicherung. Asset-ManagementKapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten. Assoziiertes UnternehmenUnternehmen, das nicht durch Vollkonsolidierung, sondern im Allgemeinen nach der > Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen ist und auf dessen Geschäfts- oder Firmenpolitik ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen maßgeblichen Einfluss hat. Aufwendungen für VersicherungsleistungenSumme aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben. B2BAustausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen zwischen Unternehmen. BancassuranceBank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien. BasiseigenmittelÜberschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten abzüglich des Betrags der eigenen Aktien in der Solvabilitätsübersicht und zuzüglich der nachrangigen Verbindlichkeiten gemäß § 89 Absatz 3 VAG. Beitrag> Prämie Beitragsüberträge> Prämienüberträge Bestimmungsmacht> Entscheidungsmacht Biometrische ProdukteVersicherungen ohne Sparanteil, bei denen Ereignisse, die mit grundlegenden Veränderungen der biologisch bedingten Lebensverhältnisse einhergehen (Tod, Eintritt von Pflegebedürftigkeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit) die Leistungsverpflichtung auslösen. BruttoBei Versicherungen: vor Abzug der > passiven Rückversicherung Buchwert je AktieDie Kennzahl gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals je Aktie an. Chain-Ladder-VerfahrenAktuarielles Standardverfahren, mit dem der Rückstellungsbedarf für zukünftige Schadenaufwendungen geschätzt wird. Es unterstellt, dass der Schadenstand um einen in allen Anfalljahren gleichen Faktor zunimmt. Der erwartete Gesamtschaden wird bei diesem Verfahren ausschließlich auf der Basis historischer Daten zur Abwicklung von Schäden im Portfolio des Versicherers bestimmt. Coinsurance-Funds- Withheld-VertragRückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent einen Teil der ursprünglichen Prämie mindestens in Höhe der zedierten Reserven zurückbehält. Combined Ratio> kombinierte Schaden-/Kostenquote DeckungsrückstellungNach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung. Deposit AccountingBilanzierungsmethode aus der US-GAAP-Rechnungslegung, nach der kurz- und langfristige Versicherungs- und Rückversicherungsverträge zu bilanzieren sind, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko transferieren. Depotforderungen/Depot-VerbindlichkeitenSicherheitsleistungen zur Deckung von Versicherungsverbindlichkeiten, die ein Versicherer von den liquiden Mitteln einbehält, die er an einen Rückversicherer im Rahmen eines Rückversicherungsvertrags zu zahlen hat. Der Versicherer weist in diesem Fall eine Depotverbindlichkeit aus, der Rückversicherer eine Depotforderung. Die Depotforderungen/-verbindlichkeiten sind zu verzinsen. Derivat, derivatives FinanzinstrumentAus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B. > Swaps, Optionen und Futures. DurationFinanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines Investments in Renten bzw. deren Zinssensitivität abbildet. Die "Macaulay-Duration" ist die kapitalgewichtete mittlere Anzahl von Jahren, in denen ein Rentenpapier Zahlungen leistet. Die effektive Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögenswerten bzw. Verpflichtungen, die enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl,desto höher ist die Zinssensitivität. EBITEarnings before interest and taxes; im Talanx Konzern identisch mit > operatives Ergebnis. Entscheidungsmacht (auch: Bestimmungsmacht)Der Konzern trägt das Risiko von oder besitzt die Rechte an dem variablen wirtschaftlichen Erfolg eines Engagements und verfügt aufgrund substanzieller Rechte über die Möglichkeit, die Höhe des wirtschaftlichen Erfolgs (z. B. über die maßgeblichen Tätigkeiten) zu beeinflussen. Equity-MethodeVerfahren zur Bewertung einer Beteiligung (> assoziiertes Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen) im Konzernabschluss, bei der der Beteiligungsbuchwert in der Konzernbilanz entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals am beteiligten Unternehmen weiterentwickelt wird. Ergebnis (auch: Gewinn) je Aktie, verwässertKennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein. ErneuerungBei Vertragsbeziehungen mit Versicherungsunternehmen, die über längere Zeiträume laufen, werden die Vertragsbedingungen meist jährlich in sogenannten Erneuerungsverhandlungen angepasst und die Verträge entsprechend erneuert. ErstversichererGesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht. Exponierung (auch: Exposure)Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands. Exposure> Exponierung Fair value> Zeitwert Fakultative RückversicherungBeteiligung des Rückversicherers an einem bestimmten vom Erstversicherer übernommenen Einzelrisiko. Gegensatz: > obligatorische Rückversicherung Fondsgebundene LebensversicherungLebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt. Für eigene Rechnung (auch: Netto)Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung Geschäfts- oder Firmenwert (auch: Goodwill)Betrag, den ein Käufer unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte nach Abzug der Schulden zu zahlen bereit ist. Gewinn je Aktie, verwässert> Ergebnis je Aktie, verwässert GroßschadenSchaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx Konzerns. Haftendes KapitalSumme aus dem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, das sich wiederum aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen zusammensetzt, den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital und dem sogenannten Hybridkapital als eigenkapitalergänzendem Fremdkapital, das die nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst. Harter MarktMarktphase, die sich durch hohe Prämien auszeichnet. Gegensatz: > weicher Markt HybridkapitalAnleihestruktur, die aufgrund ihrer Nachrangigkeit eigenkapitalähnlichen Charakter hat. IBNR - Incurred but not reported> Spätschadenreserve ImpairmentWertminderung (außerplanmäßige Abschreibung), die vorgenommen wird, wenn der Barwert der geschätzten, zukünftigen Kapitalflüsse eines Vermögenswerts kleiner ist als dessen Buchwert. Insurance-linked Securities (ILS)Verbriefte Versicherungsrisiken, wie beispielsweise Katastrophenanleihen (Cat Bonds), Derivate oder besicherte Rückversicherungen. International Financial Reporting Standards (IFRS)Internationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet; bei Talanx angewendet seit 2004. Investment-GradeEin Rating von BBB oder besser, das an Unternehmen vergeben wird, die ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen. JahresergebnisEBIT abzüglich Finanzierungszinsen und Ertragsteuern Kapitalanlageergebnis, ausserordentlichesErgebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/Abschreibungen (Impairments). Kapitalanlagen aus InvestmentverträgenInvestmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko aufweisen und entsprechend den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bilanziert werden. Kapitalanlagen, selbst verwalteteKapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft selbst oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet. Kapitaleffiziente ProdukteUnabhängig vom Kapitalmarkt werden nach Ablauf der Versicherung maximal die eingezahlten Beiträge garantiert. Während der Laufzeit erhöhen Überschüsse das Guthaben. Durch die Endfälligkeit der Beitragsgarantie verringert sich das Risikokapital, das der Lebensversicherer unterlegen muss. KatastrophenanleiheInstrument zum Transfer von Katastrophenrisiken eines (Rück-)Versicherers auf den Kapitalmarkt. Kombinierte Schaden-/KostenquoteSumme aus > Schadenquote und > Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der kombinierten Schaden-/Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen einschließlich des Depotzinsergebnisses berücksichtigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden/Unfall-Erst- und Rückversicherern. Kongruente WährungsbedeckungBedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden. KostenquoteVerhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. KumulrisikoVersicherungstechnisches Risiko, das darin besteht, dass ein einziges auslösendes Ereignis (z. B. Erdbeben, Wirbelsturm) zu einer Häufung von Schadenfällen in einem > Portefeuille führt. LebensversicherungZusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung. Letter of credit (LOC)Bankbürgschaft. Beispielsweise in den USA eine übliche Form der Sicherheitsleistung im Rückversicherungsgeschäft. Modified-coinsurance (MODCO)-VertragRückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent im Rahmen eines Depots Wertpapiere, die die zedierten Reserven besichern, zurückbehält und dadurch eine Verpflichtung begründet, zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an den Rückversicherer zu leisten. Die Zahlungen beinhalten einen proportionalen Anteil an der Bruttoprämie sowie den Ertrag aus Wertpapieren. MorbiditätKrankheitsmaß, das die Krankheitswahrscheinlichkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angibt. MortalitätSterblichkeit. Das Ausmaß von Todesfällen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. NettoBei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung Nettoaufwendungen, versicherungstechnischeAufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, jeweils nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer. NettoverzinsungKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus > Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen. Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-II-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen. Nicht kapitaleffiziente ProdukteKlassische Lebens- oder Rentenversicherungen mit festem Garantiezins über die gesamte Laufzeit des Vertrages. Nichtproportionale RückversicherungRückversicherungsvertrag, bei dem der Rückversicherer den einen bestimmten Betrag übersteigenden Schadenaufwand bzw. die Versicherungssumme tragen muss. Gegensatz: > proportionale Rückversicherung. Obligatorische RückversicherungRückversicherungsvertrag, bei dem sich der Rückversicherer an einem gesamten, genau definierten Versicherungsbestand eines > Zedenten beteiligt. Gegensatz: > fakultative Rückversicherung Operatives Ergebnis (EBIT)Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis einschließlich der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern). OTCOver the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern. Passive RückversicherungBestehende Rückversicherungsprogramme der > Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken. PersonenversicherungSparten, die die Versicherung von Personen zum Gegenstand haben: Lebens-, Renten-, Kranken- und Unfallversicherung. Portefeuille> Portfolio Portfolio (auch: Portefeuille)a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken. b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen. Prämie (auch: Beitrag)Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken. Prämienüberträge (auch: Beitragsüberträge)In einem Geschäftsjahr gebuchte Prämien, die periodengerecht dem Folgezeitraum zuzurechnen sind. Present value of future profits (PVFP)Immaterieller Vermögenswert, der insbesondere beim Erwerb von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen bzw. einzelnen Versicherungsbeständen entsteht. Der Barwert der erwarteten zukünftigen Erträge aus dem übernommenen Versicherungsbestand wird aktiviert und grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen ergeben sich aufgrund durchgeführter jährlicher Werthaltigkeitsprüfungen. Proportionale RückversicherungRückversicherungsverträge, auf deren Basis Anteile eines Risikos oder Portefeuilles zu den bestehenden Originalkonditionen in Rückversicherung gegeben werden. > Prämien sowie Schäden werden anteilsmäßig in einem proportionalen Verhältnis geteilt. Gegensatz: > nichtproportionale Rückversicherung ProvisionVergütung des Erstversicherers an Agenten, Makler und andere gewerbsmäßige Vermittler. QuotenrückversicherungForm der Rückversicherung, in der der prozentuale Anteil am gezeichneten Risiko sowie die Prämie vertraglich festgelegt werden. RateProzentsatz (in der Regel vom Prämienvolumen) des rückversicherten Portefeuilles, der bei einer > nichtproportionalen Rückversicherung als Rückversicherungsprämie an den Rückversicherer zu zahlen ist. Retaila) Allgemein: Privatkundengeschäft. b) Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen. RetrozessionAbgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer. RückversichererGesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuille-Segmente von einem > Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt. Schaden- und UnfallversicherungGesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebens- und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird. SchadenquoteBilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) einschließlich des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) - inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP - zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. > PVFP Schadenquote für Sachversicherungsproduktea) Brutto: Summe der Schadenaufwendungen (brutto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (brutto) im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien. b) Netto: Summe der Schadenaufwendungen (netto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien. SchwankungsrückstellungRückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den IFRS Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals. SelbstbehaltDer Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also > netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung). SiloEin von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separierter Unternehmensteil (z. B. ein Sondervermögen), bei dem sämtliche Rechte und Pflichten ausschließlich den Investoren dieses Unternehmensteils zustehen. SolvabilitätAusstattung mit freien, unbelasteten Eigenmitteln, die zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge notwendig ist. Solvency IIRichtlinie der Europäischen Union für Versicherungsunternehmen, mit der das europäische Versicherungsaufsichtsrecht grundlegend reformiert wurde. Den Schwerpunkt bilden erweiterte Publikationspflichten sowie verfeinerte Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung der Versicherungsunternehmen. Die Richtlinie ist seit Januar 2016 in Kraft und fand Eingang in das deutsche Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). SpätschadenreserveRückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden. SpezialgeschäftSpezialversicherung für Nischengeschäft wie spezielle Kraftfahrtdeckung und Kunstversicherung. Stornoquote LebensversicherungsprodukteSumme aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach GDV). StresstestForm der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von > Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können. Strukturiertes UnternehmenUnternehmen, das derart ausgestaltet ist, dass Stimm- oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden (z. B. einige Investmentfonds). Survival RatioSpiegelt das Verhältnis von Schadenreserven zu bezahlten Schäden eines Vertrages oder mehrerer Verträge in einem Bilanzjahr wider. ÜberschussbeteiligungGesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen. UnderwritingPrüfung und Einschätzung von (Rück-)Versicherungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-)Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-)Versicherer profitabel ist. Value at riskRisikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden. Verdiente PrämienAnteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt. Versicherungstechnisches ErgebnisSaldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP. VerwaltungskostenKosten der laufenden Verwaltung, die im Zusammenhang mit der Produktion von Versicherungsschutz stehen. Weicher MarktMarktphase mit Überangebot an Versicherung mit der Folge von nicht risikoadäquaten Prämien. Gegensatz: > harter Markt ZedentErst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert). Zeitwert (auch: Fair value)Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. ZessionärRückversicherer des Erstversicherers. KontaktTalanx AGHDI-Platz 1 30659 Hannover Telefon +49 511 3747-0 Telefax +49 511 3747-2525 www.talanx.com Group CommunicationsAndreas Krosta Telefon +49 5113747-2020 andreas.krosta@talanx.com Investor RelationsBernd Sablowsky Telefon +49 511 3747-2793 Telefax +49 511 3747-2286 bernd.sablowsky@talanx.com Veröffentlicht am: 14. März 2022 Dieser Geschäftsbericht erscheint auch auf Englisch. Geschäftsbericht im Internethttps://www.talanx.com/de/investor_relations/ergebnisse_-_berichte/ finanzberichte Folgen Sie uns auf Twitter@talanx @talanx_en Finanzkalender 20225. Mai Hauptversammlung 5. Mai Quartalsmitteilung zum 31. März 2021 10. August Zwischenbericht zum 30. Juni 2021 14. November Quartalsmitteilung zum 30. September 2021 6. Dezember Capital Markets Day |
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